Darmstädter Tagblatt 1913


08. Juli 1913

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtads
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Die Hohenzollern mit dem Kaiſer an Bord
traf geſtern gegen 2 Uhr in Holtenau ein und ging ſo=
gleich
durch den Kanal nach Brunsbüttel weiter.
Zum neuen preußiſchen Kriegsminiſter
wurde Generalleutnant von Falkenhayn, bisher
Chef des Generalſtabes beim 4. Armeekorps, ernannt.
Graf Zeppelin begeht heute ſeinen 75. Geburts=
tag
.
Die Großherzogin von Luxemburg hat nach
dreitägigem Beſuch der königlichen Familie Brüſſel wie=
der
verlaſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.

Die Konkurrenzklauſel.

Zu den Vorlagen, deren Erledigung durch den
Reichstag infolge der Vertagung bis zum Hexbſt ver=
ſchoben
worden ſind, gehört auch der Entwurf über
die Konkurrenzklauſel für Handlungs=
gehilfen
. Es handelt ſich hierbei um ein Gebiet, in
welchem der Streit der Meinungen ſeit Jahren geht, ohne
daß man ſich darüber einigen könnte, und während die
einen die Konkurrenzklauſel für verwerflich halten, er=
blicken
die anderen in ihr einen ſehr notwendigen wirt=
ſchaftlichen
Schutz. Aus dieſem Grunde hat es auch recht
lange gedauert, ehe die Regierung der Regelung dieſer
Frage nahezutreten wagte, und erſt nach langem Drängen
der Volksvertretung und der in Frage kommenden Kreiſe
hat man ſich dazu entſchloſſen, einen entſprechenden Geſetz=
ſentwurf
zu machen.
Dem verſchiedentlich geäußerten Verlangen auf völlige
Aufhebung der Klauſel iſt man nicht nachgekommen; man
verſuchte einen mittleren Weg zu finden, indem man eine
beſtimmte Gehaltsſumme als Grenze feſtſetzte, unter der
die Konkurrenzklauſel überhaupt nicht zuläſſig ſein ſoll.
Nun hat in der Kommiſſion des Reichstages der Entwurf
verſchiedene erhebliche Abänderungen erfahren, die der
Regierung unannehmbar erſcheinen, und ſie ſucht jetzt in
einer offiziöſen Darlegung gegen die Kommiſſions=
beſchlüſſe
die Oeffentlichkeit mobil zu machen. Der Reichs=
tag
hat die erwähnte Gehaltsgrenze auf 2000 Mark er=
höht
, während die Regierung im Intereſſe der Unter=
nehmer
über 1500 Mark nicht hinausgehen will. An=
dererſeits
will die Regierungsvorlage bei Verletzung des
Konkurrenzverbotes in ſolchen der Vertragsſtrafe dem
Unternehmer die Wahl überlaſſen, auf Zahlung der Strafe
loder auf Unterlaſſung der Zuwiderhandlung zu klagen.
In der Kommiſſion will man aber von einer Unter=
laſſungsklage
nichts wiſſen, indem man von dem Stand=
ſpunkt
ausgeht, daß, wenn einmal eine Konventionalſtrafe
vereinbart iſt, dieſe auch gezahlt werden müßte. Noch in
einem dritten Punkte geht der Standpunkt von Regierung
und Kommiſſion weit auseinander. Nach der Regierungs=
vorlage
ſoll gegen Vereinbarung zwiſchen Prinzipalen,
Gehilfen nicht zu engagieren, die bei dem andern in Dienſt
ſtehen, Klage angeſtrengt werden können, während von
der Kommiſſion für ſolche Fälle eine Schadenerſatzpflicht
des Prinzipals eintreten ſoll. Hinſichtlich der ſogenann=
ten
Karenzzeit, während deren eine Entſchädigung zu
zahlen iſt, beſtehen erfreulicherweiſe keine Meinungsunter=
ſchiede
.
Jedenfalls wäre zu wünſchen, daß zwiſchen den bei=
derſeitigen
Standpunkten eine Einigung auf der mittleren
Linie ſtattfände; ſo weit gehen die Differenzen nicht aus=
einander
, als daß ſie ſich nicht überbrücken ließen, und es
wäre an der Zeit, dieſe Frage, die für Handel und Indu=
ſtrie
von großer Bedeutung iſt, endlich einmal geregelt
zu ſehen.

Bis wann muß das erſte Drittel
des Wehrbeitrages bezahlt ſein?

* Berliner Blätter ſchreiben: In den zuletzt gefaßten
Beſchlüſſen des Reichstages hinſichtlich der Fälligkeit des
Wehrbeitrages befindet ſich keine Beſtimmung, die erken=
nen
läßt, bis zu welchem Termin etwa das erſte Drittel
des Beitrages zu zahlen iſt, während für das zweite und
letzte Drittel die Termine bis zum 15. Februar 1915 und
bis zum 15. Februar 1916 feſtgeſetzt ſind. Man wird nicht
fehlgehen in der Annahme, daß die Aufforderung zur
Steuererklärung für den Wehrbeitrag bereits im No=
vember
oder Dezember d. J. den Steuerpflichtigen
zugehen wird. Die Friſten zur Abgabe einer Vermögens=

erklärung werden laut Geſetz (§ 34) vom Bundesrat be=
ſtimmt
, der ſich kurz nach ſeinem Wiederzuſammentritt im
Herbſt mit den Ausführungsbeſtimmungen zu dem Geſetz
über den einmaligen Wehrbeitrag befaſſen wird. Wenn
die Aufforderungen zur Steuererklärung gegen Ende die=
ſes
Jahres bereits ergehen, ſo dürften die Zuſtellungen
des Veranlagungsbeſcheides wohl im erſten Quartal 1914
erfolgen. Das erſte Drittel des Wehrbeitrages iſt dann
von dieſem Termin ab binnen drei Monaten zu entrichten
(§ 50), woraus hervorgeht, daß unter normalen Verhält=
niſſen
das erſte Drittel des Wehrbeitrages wohl im Laufe
des zweiten Quartals 1914 bezahlt werden muß.
Im übrigen haben die Landesregierungen die für die
Veranlagung und Erhebung des Wehrbeitrages zuſtän=
digen
Behörden zu beſtimmen, und ebenſo, ob und inwie=
weit
zur Mitwirkung bei der Veranlagung und zur Er=
hebung
des Wehrbeitrags Gemeinden und Gemeindever=
bände
heranzuziehen ſind.
Im Geſetz befindet ſich auch die Beſtimmung, daß der
Bundesrat die für die Veranlagung und Erhebung des
Wehrbeitrages der Bundesfürſten zuſtändigen Behörden
zu beſtimmen hat. Man kann annehmen, daß die Landes=
zentralbehörden
der Bundesſtaaten mit dieſer Aufgabe be=
traut
werden. Auf § 51 mag inſofern hingewieſen wer=
den
, als er beſtimmt, daß, wenn die Einziehung des Wehr=
beitrages
zu den geſetzlichen Zahlungsfriſten mit einer
erheblichen Härte für den Beitragspflichtigen verbunden
iſt, kann der Betrag auf drei Jahre geſtundet, auch die
Entrichtung in Teilbeträgen geſtattet werden. Die Stun=
dung
kann von einer angemeſſenen Sicherheitsleiſtung ab=
hängig
gemacht werden. Die Stundungsbewilligung wird
zurückgenommen, wenn die Vorausſetzungen hierfür weg=
gefallen
ſind oder wenn eine nachträglich verlangte Si=
cherheit
nicht geleiſtet wird.

Zur Lage auf dem Balkan

ſchreibt die Nordd. Allg. Ztg.:
Der Beſuch des italieniſchen Königspaares
in Kiel iſt unter den beſten Eindrücken verlaufen. Der
politiſche Gedankenaustauſch zwiſchen den Monarchen und
ihren Staatsmännern trug das herzliche, vertrauensvolle
Gepräge, das den Beziehungen Deutſchlands und Italiens
untereinander wie zu dem öſterreichiſch=ungariſchen Bun=
desgenoſſen
aufgedrückt iſt. Der Inhalt der Erörterungen
galt vor allem der Lage auf dem Balkan. Leider
iſt dort eine höchſt unbefriedigende Wendung
eingetreten. Zwiſchen den bisherigen Verbündeten ſind
erbitterte, für beide Teile verluſtreiche Zuſammenſtöße er=
folgt
. Die Schuld an den hartnäckigen, anſcheinend noch
unentſchiedenen Kämpfen und die Verantwortung für de=
ren
Folgen wird beiderſeits dem Gegner zugeſchoben. Eine
Beſonderheit im übrigen iſt bei der als kriegsmäßig zu
bezeichnenden Lage bieher die Vermeidung des Abbruchs
der diplomatiſchen Beziehungen, da die Geſandten der
kämpfenden Staaten noch auf ihren Poſten ſind. Es ſteht
dahin, ob dies den Wunſch der Balkanregierungen bedeu=
tet
, das Aeußerſte zu verhüten und den letzten Faden zur
Wiederaufnahme der Verhandlungen nicht abreißen zu
laſſen. Sämtliche Großmächte bekennen ſich zum
Grundſatz der Nichteinmiſchung in die mili=
täriſchen
Vorgänge zwiſchen den früheren Ver=
bündeten
. Die Aufgabe Eurovas kann vorläufig nur darin
beſtehen, die Feindſeligkeiten örtlich und zeitlich einzu=
ſchränken
. Keine Ueberraſchung, aber eine beachtenswerte
neue Tatſache für die Entwickelung auf dem Balkan be=
deutet
die Mobilmachung Rumäniens. Das
damit verbundene politiſche Programm dürfte bis auf
weiteres in dem Wunſche umſchrieben ſein, der Siliſtria=
frage
eine für Rumänien befriedigendere Löſung zu ge=
ben
, als ſie bisher durch die Beratungen der Botſchafter
in Petersburg geſunden hat.
Die Meldungen von dem Kriegsſchau=
platz
ſind noch widerſprechender, als im erſten Balkan=
kriege
, und es iſt aus den beiderſeitigen Siegesmeldungen,
die wieder von der anderen Seite jedesmal dementiert
werden, nicht zu erkennen, auf welcher Seite der wirkliche
Erfolg iſt. Der gewiſſenhaften Berichterſtattung wird es
unter dieſen Umſtänden oft ſchwer, die ſich einander direkt
widerſprechenden Meldungen wiederzugeben, aus denen
die Wahrheit herauszuſchälen aber nicht möglich iſt. Nach
einer Meldung des amtlichen ſerbiſchen Preſſebureaus
war die militäriſche Lage nach fünf Kampf=
tagen
am Sonntag folgende:
Die Bulgaren hatten den Plan, durch einen unerwar=
teten
Angriff mit 120000 Mann ſtarken Streitkräften un=

ſere Grenze zu erreichen und ſich der mazedoniſchen Ge=
biete
zu bemächtigen. Bedeutungsloſe Scharmützel ain=
gen
dieſem Angriffe voran, und hatten den Zweck zu einem
Hauptkampf, der ſich daran anſchließen ſollte, der aber
durch Mißverſtändniſſe falſch ausgeführt wurde, zu ver=
ſchleiern
. Die ſerbiſchen Truppen wurden durch den An=
griff
Bulgariens überraſcht, da die diplomatiſchen Bezie=
hungen
zwiſchen Serbien und Bulgarien nicht abgebro=
chen
waren, mußten ſie ſich erſt verſtändigen, um einen
Angriff zurückweiſen zu können. Nach einem erbitterten
Kampfe, der am Montag ſtatfand, warfen ſie die Bulgaren
zurück, und verhinderten auf dieſe Weiſe die Ausführung
des bulgariſchen Planes. Als dann die beiden mit dem
Heeresgros in Fühlung traten, konnten die Kämpfe nicht
mehr ſo leicht verhindert werden, wie die Scharmützel.
Der Kampf dauert an und die ſerbiſche Armee ging all=
mählich
zum Anariff über Das Ergebnis der Kämpfe iſt
beute, daß die ſerbiſche Armee gegenüber dem rechten
Flügel der Bulgaren, die aus der vierten Preslawdivi=
ſion
und der ſiebenten Rilodiviſion zuſammengeſetzt iſt,
ſich in großem Vorteil befindet. Jede dieſer Diviſionen
beſteht aus ſechs Regimentern und einem Freiwilligenkorps
unter dem Befehl des Generals Genew. Der rechte bul=
gariſche
Flügel iſt zerſprengt und über das rechte Ufer der
Bregalnitza auf die Höhen von Platſchkanitza in der Rich=
tung
auf die Hörfer Leskaie und Vinitze=Gradeao zurück=
geworfen
worden. Die geſchlagene bulgariſche Armee zog
ſich in Unordnung zurück und ließ eine große Menge Waf=
fen
und Munition zurück. Der Umfang der Beute iſt noch
nicht feſtgeſtellt. Während des ganzen Kampfes errangen
die Bulgaren bis jetzt nur einen unbedeutenden Teilerfolg
im Süden gegen die ſerbiſchen Truppen, die ſich zwiſchen
der Wardar und Krivolak befanden. Nach einem Kampfe
von fünf Tagen und fünf Nächten wurden die ſerbiſchen
Truppen, welche bis dahin die ſtark überlegene bulagriſche
Armee aufhielt. gezwungen, ſich auf ihre erſte Stellungen.
ctwa ſechs Kilometer entfernt, zurückzuziehen. Hierin be=
ſteht
der Erfolg der Bulgaren bei Krivolek, wobei keine
wichtige Stellung genommen wurde. Dieſer Erfolg kann
mit den Erfolgen unſerer Armee einen Vergleich nicht aus=
halten
welche verſchiedene Punkte von größter ſtrategi=
ſcher
Bedeutung, z. V.: Rette, Butve, Raitſchani; nahm
und den rechten bulgariſchen Flügel der bulgariſchen
Hauptmacht zerſprenate. Die ſerbiſchen Truppen auf
dem rechten bulgariſchen Flügel drangen weit in das
bulgariſche Gebiet ein, während die bulagriſchen Truppen
nur bei Krivolak, an einem einzigen Punkte, ſerbiſches
Gebiet beſetzten.
Das amtliche ſerbiſche Preſſebureau meldet weiter:
Die Kämpfe der letzten Woche waren die hart=
näckigſten
und blutigſten, die beide Nationen
bisher im Balkankrieg geführt haben. Große Heieres=
maſſen
ſtanden einander gegenüber. Die Verluſte ſind
auf beiden Seiten groß. Sie belaufen ſich auf ſerbiſcher
Seite auf eiwa 15 000 Mann, die tot oder kampfunfähig
ſind .Die Verluſte der Bulgaren werden auf 20 000 bis
95 000 Mann geſchätzt. Vermehrt werden die bulaariſchen
Verluſte noch durch eine mangelhafte Oraaniſation des
Sanitätsdienſtes und das Fehlen von Eiſenbahnverbin=
dungen
. Im allgemeinen haben die Bulgaren ihre Ver=
wundeten
auf den Schlachtfeldern liegen kaſſen und ihre
Toten nicht beſtattet, wodurch Epidemien entſtanden ſind
die die bulgariſchen Verluſte noch vergrößern.,

Deutſches Reich.

Eine offiziöſe Erklärung zu den
neuen Steuergeſetzen. Die Nordd. Allgemeine
Zeitung ſchreibt:
Die Debatte über die vom Reichstag verab=
ſchiedeten
Steuergeſetze dauert fort, wobei neben
den parteipolitiſchen Geſichtspunkten insbeſondere die
Frage nach der Abgrenzung der Reichs=. Landes=
und Gemeindefinanzen im Vordergrund ſteht. Auf
dieſem Gebiete hat nicht nur die Einführung
der Reichsbeſitzſteuern eine Aenderung ſtattgefunden, ſon=
dern
was vielfach überſehen wird, auch durch die Auf=
hebung
des Reichsanteils an der Grundwer zu=
wachsſteuer
eine Verſchiebung zuungunſten des Reichs
und zugunſten der Gemeinden, von denen alle die=
jenigen
, welche vor der Einführung des Reichsgeſetzes
ſchon die Zuwachsſtener beſaßen, wenigſtens für die
nächſten Jahre den Reichsanteil erhalten Es iſt anzu=
nehmen
, daß gerade auf dieſem Gebiete die Entwicklung
der Kommunalfinanzen fortſchreitet, und ſo die Reichs=
ſteuer
dieſem an ſich gerechtfertigten und durchaus geſun=
den
Steuerprinzip den Boden bereitet hat. Auch im
übrigen wird die richtige Abgrenzung zwiſchen
Reichs=, Staats= und Gemeindefinanzen eines der wich:
tigſten Probleme der deutſchen Politik ſein, und es iſt zu
erwarten, daß dieſe in früheren Jahren auch in der
Literatur noch nicht genügend gewürdigte Frage noch lange
Gegenſtand eingehender wiſſenſchaftlicher und publiziſtiſcher
Erörterungen bleibt. Das Echo der auswärtigen Preſſebe=
weiſt
, wie nachhaltig die raſche und unverkürzte Erledigung
der Wehrvorlage und die gleichzeitige Bewilligung der
Deckung gewirkt hat. Das werden insbeſondere auch die
Auslandsdeutſchen mit Freude begrüßen, deren Zuſtim=
mung
zu der Verſtärkung der Wehrmacht das Gelingen
des Werkes erleichtert hat, und die in zahlreichen Fällen
ohne jede geſetzliche Verpflichtung ſich finanziellen Opfern
unterworfen haben. Es paßt gut hiermit zuſammen, daß
di: Verabſchiedung des Staatsangehörigkeitsgeſetzes
den im Auslande lebenden Deutſchen die Erhaltung der
deutſchen Staatsangehörigkeit ſo weſentlich erleichtert.
Die Ereigniſſe dieſes Sommers werden wohl dazu bei=

[ ][  ][ ]

tragen, die Bande zwiſchen dem Deutſchen Reiche und
ſeinen ausländiſchen Kindern enger zu ſchließen.
Abſchluß des Reichshaushaltsetats
für 1912/1913. Die Ergebniſſe des Reichshaushalts=
etats
für das Rechnungsjahr 1912/1913 haben ſich nach
dem Endabſchluß der Reichshauptkaſſe, abgeſehen von den
auf die außerordentlichen Deckungsmittel angewieſenen
Ausgaben, wie folgt geſtaltet:
Der Ueberſchuß der Reichspoſt= und Telegraphenver=
waltung
iſt um 5 892000 Mark hinter dem Voranſchlag zu=
rückgeblieben
. Dementſprechend ſind von Bayern und
Württemberg aus Poſtausgleichungsbeträgen 645000 M.
weniger an die Reichskaſſe abzuführen geweſen. Bei dem
Ueberſchuß der Reichseiſenbahnverwaltung iſt ein Mehr
von 12308000 Mark und bei demjenigen der Reichsdrucke=
rei
ein ſolcher von 563000 Mark zu verzeichnen. Die Ein=
nahmen
an Zöllen, Steuern und Gebühren haben den
Voranſchlag um 48097000 Mark überſchritten. Entſpre=
chend
dieſer Mehreinnahme haben auch die von den ein=
zelnen
Bundesſtaaten zu entrichtenden Ausgleichungsbe=
träge
für Zölle, Steuern, Gebühren ein Mehr von 1 420000
Mark ergeben. Der Ausgleichungsbetrag von Bayern für
die eigenen Einnahmen der Verwaltung des Reichsheeres
ſtellt ſich dem Mehrertrag bei dieſen entſprechend um 88000
Mark höher als angeſetzt. Bei dem Bankweſen ſind
10 536000 Mark mehr aufgekommen. Dagegen ſind an
Einnahmen aus der Prüfung der Rechnungen 207000 M.
und aus dem Hinterbliebenenverſicherungsfonds zur
Deckung der Reichszuſchüſſe für die Hinterbliebenenver=
ſicherung
1173000 Mark weniger zu verzeichnen. Im
ganzen hat ſich ein Ueberſchuß von 77 106023,97 Mark er=
geben
, der den geſetzlichen Beſtimmungen entſprechend auf
das Rechnungsjahr 1913 übertragen worden iſt. Er wird
zur Deckung der Koſten der Wehrvorlage mitverwendet
werden.
Das Petroleum=Monopol. Zu den vom
Reichstag nicht mehr erledigten Vorlagen gehört der Ent=
wurf
über den Verkehr mit Leuchtöl. In der Oeffentlich=
keit
iſt vielfach der Vermutung Ausdruck gegeben worden,
daß der Entwurf nunmehr mit Billigung der Regierung
unter den Tiſch fallen werde. Demgegenüber erklärt die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung:
Zu bedauern iſt, daß infolge der Vertagung für die
geſchäftlich Beteiligten die Ungewißheit über die künftige
Geſtaltung des Leuchtölhandels noch fortdauern wird.
Wenn aber die Vertagung Gerüchten Nahrung gegeben
hat, als legte die Reichsverwaltung auf die Erledigung
der Sache kein entſcheidendes Gewicht mehr, (ſo iſt das
nicht zutreffend. Die Regierung hat der Vertagung der
Vorlage auf den Herbſt zugeſtimmt, weil ſie mit der Kom=
miſſion
der Anſicht war, daß bei der ſtarken Belaſtung des
Reichstags durch die Wehr= und Deckungsvorlagen eine
ſachgemäße Erledigung der noch ausſtehenden dritten
Kommiſſionsleſung nicht möglich war und nach ihrer Auf=
faſſung
die Beſchlüſſe zweiter Leſung keineswegs eine
endgültige Löſung der Frage darſtellen können. Ein ſach=
licher
Grund, von einem geſetzgeberiſchen Vorgehen Ab=
ſtand
zu nehmen liegt aber nicht vor. Auch einer Verſor=
gung
der künftigen Monopolverwaltung würde der Auf=
ſſchub
nicht hinderlich ſein. Für die ſehr erwünſchte wei=
tere
Erörterung der Fragen in der Oeffentlichkeit bietet
der inzwiſchen veröffentlichte vorläufige Bericht der
Reichstagskommiſſion eine wertvolle Unterlage.
Förderung der Fiſcherei in den
afrikaniſchen Kolonien. Im Reichskolonialamt
fand unter dem Vorſitz des Miniſterialdirektors Dr. Gleim
eine Beratung über die Förderung der Fiſcherei in den
deutſchen Kolonien Afrikas ſtatt. An der Sitzung nahmen
Sachverſtändige und Vertreter verſchiedener Behörden
und deutſcher Fiſchereivereine teil. Man kam dahin über=
ein
, daß eine umfaſſende Erkundung der Küſtengewäſſer,
der Creeks und Flußunterläufe von Oſtafrika und Kame=
run
auf zeitliches uund örtliches Vorhandenſein von Fiſchen
und anderen nutzbaren Waſſertieren erforderlich und bal=
digſt
in Angriff zu nehmen ſei. Für Südweſtafrika, wo
derartige Vorarbeiten bereits früher ausgeführt worden
ſind, iſt nach übereinſtimmender Anſicht der Sachverſtän=
digen
nunmehr die Ausſendung einer größeren Expedi=
tion
geboten, um die Grundlagen zu einer regelrechten
Ausbeutung der dortigen Seefiſchbeſtände zu gewinnen.
Hierzu wäre ein geeignet gebautes und mit allen tech=
niſchen
Hilfsmitteln ausgerüſtetes Schiff zu entſenden.
Die Expedition hätte auch die Aufgabe, die Ergebniſſe der
Vorerkundung in Kamerun zu ergänzen. Die Verſamm=
lung
war ſich darüber einig, daß unter möglichſter Be=

ſchleunigung alles getan werden müſſe, um die großen
fremdländiſchen Einfuhren von Fiſchen in unſere afrika=
niſchen
Kolonien allmählich durch eigene Produktion ab=
zulöſen
. Die jährliche Einfuhr nach Kamerun, die mit
dem weiteren Ausbau des Bahnnetzes noch erheblich ge=
ſteigert
werden wird, beziffert ſich allein auf nahezu zwei
Millionen Mark.

Ausland.
Frankreich.

Die dreijährige Dienſtzeit. In Troyes
fand ein Bankett zu Ehren der ſozialiſtiſch=radikalen und
radikalen Deputierten und Senatoren des Departements
Seine=et=Oiſe ſtatt, die ſich gegen die dreijährige Dienſt=
zeit
und für den 30monatigen Dienſt ausſprachen. Se=
nator
Gaſton Menier erklärte, er wäre wegen der finan=
ziellen
Folgen des Geſetzes über die dreijährige Dienſt=
zeit
für den Vermittelungsantrag Meſſimy und fügte hin=
zu
, die reaktionären Blätter hätten ihn heftig getadelt,
weil er zur Berner Verſtändigungskonferenz gegangen ſei.
Er ſehe in dieſen Angriffen weit mehr eine Ehre als einen
Anlaß zur Beunruhigung. Die Verſammlung nahm ſo=
dann
einſtimmig einen Beſchlußantrag an, in dem ſie die
Deputierten ihres Departements zu ihrer Haltung in der
Militärfrage beglückwünſchten. Wie der Miniſterpräſident
dem Heeresausſchuß der Kammer mitteilte, hat die mili=
tärärztliche
Abteilung des Kriegsminiſteriums erklärt, daß
die Einberufung der 20jährigen Geſtellungspflichtigen nur
dann möglich ſei, wenn das Dreijahrgeſetz ſpäteſtens
bis zum 15. Auguſt bewilligt und für die Rekrutierung
einer Jahresklaſſe mindeſtens ein Zeitraum von 6 Wochen
zur Verfügung ſtehe. Das Echo de Paris bezeichnet eine
derartige Rekrutierung für undurchführbar. Es wäre
denn, daß man die 20jährigen ohne auch nur einigermaßen
ernſte Unterſuchung einſtellen wollte, was bedauerliche
Folgen für die jungen Soldaten, wie ffür die Armee über=
haupt
haben werde.
Die indirekten Steuern und Monopole
ergaben im Juni um 29 Millionen Francs mehr als im
Budget veranſchlagt worden war. Das Erträgnis des
erſten Hakbjahres übertrifft die Budgetſchätzung um 162
Millionen Francs.

Vereinigte Staaten.

Bryans Friedensvorſchlag. Die Times
meldet aus Waſhington vom 6. Juli: Herr Bryan hat
angekündigt, daß er die Verhandlungen über ſeinen Vor=
ſchlag
für die Beilegung internationaler Streitigkeiten
nicht vor dem Herbſt aufnehmen werde.

China.

Kämpfe zwiſchen Chineſen und Tibe=
tanern
. Die Chineſen ſchloſſen kürzlich Hſiang Tſchen
ein. Aber die Munition ging ihnen aus und ſie wurden
überall von den Tibetanern zurückgeſchlagen. Hunderte
von Chineſen erlitten bei dem Verſuch, den Lomaya=Fluß
u überſchreiten, den Tod. Nach einem Bericht haben die
Tibetaner, als ſie ſich von den Chineſen eingeſchloſſen
ſahen, ihre Häuſer verbrannt und ihre Frauen und Kin=
der
getötet ehe ſie in den Kampf zogen, damit ſie dem
Feinde nicht in die Hände fielen. Die Chineſen zogen ſich
auf Tatſienlu zurück.

* Saar= und Moſel=Kanaliſierung. In
Trier ſprach in einer großen Volksverſammlung von 2500
Bewohnern aus dem Moſel= und Saargebiet Exzellenz
Freiherr von Steinäcker=Berlin über die Bedeutung der
Moſel= und Saarkanaliſierung. Landgerichtsdirektor Dr.
Karl Röchling=Saarbrücken, ſprach über die Moſel= und
Saar=Kanaliſierung, ihre Gegner und Freunde, ferner
Regierungsbaumeiſter Kauriſch aus Trier über das
Thema: Die Moſel= und Saar=Kanaliſierung, eine For=
derung
der geſamten Ertrags=Wirtſchaft. Unter lebhaftem
Beifall wurde folgende Reſolution angenommen: Die am
6. Juli zu Trier tagende allgemeine Volksverſammlung,
ſtark beſucht von allen Schichten der Bevölkerung, erklärt
die ſeit Jahrzehnten angeſtrebte völlige Schiffbarmachung
der Moſel und Saar für eine unabweisbare Forderung
der geſamten Ertragswirtſchaft, der Landeskultur, der

Landesverteidigung, der nationalen Fürſorge, des
andels, Gewerbes und der Induſtrie und ver=
angt
zwecks Sicherung und Förderung ihrer=
Lage den Ausbau beider heute brach liegenden
Flüſſe zu leiſtungsfähigen Waſſerſtraßen unter Ausnutzung
ber vorhandenen Waſſerkräfte. Die Verſammelten er=
achten
es für ihre patriotiſche Pflicht, auch für die auf
den Erwerb im Auslande angewieſenen Moſel= und Saar=
Schiffer einzutreten und mit allen ihnen zu Gebote ſtehen=
den
Mitteln ihre Abgeordneten zu unterſtützen, damit die
Forderung nach Kanaliſierung der Moſel und Saar end=
lich
zum Geſetz erhoben wird.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 8. Juli.
* Der neue Rektor der Techniſchen Hochſchule,
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
ordentlichen Profeſſor Geheimen Hofrat Dr. Reinhold=
Müller zu Darmſtadt für die Zeit vom 1. September=
1913 bis einſchließlich 31. Auguſt 1914 zum Rektor der
Großh. Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ernannt.
* Landgerichtsperſonalie. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Landgerichtsrat bei dem Lande
gericht der Provinz Oberheſſen Dr. Julius Friedricht=
auf
ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner treuen
Dienſte ſeines Dienſtes entlaſſen und ihm das Ritter=
kreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
verliehen.
Lehrerperſonalien. Se. Königl. Hoheit der=
Großherzog haben den Lehramtsaſſeſſor Dr. Karl=
Brück aus Nieder=Ingelheim zum Oberlehrer an der
Realſchule und dem Progymnaſium zu Bingen ernannt.
Uebertragen wurde dem Lehrer Georg Roth zu
Hörgenau, Kreis Lauterbach, eine Lehrerſtelle zu
Annerod, Kreis Gießen; dem Schulamtsaſpiranten Max=
Halberſtadt aus Schupbach (Preußen) eine Lehrer=
ſtelle
zu Büdingen.
* Erledigte Stelle. Die Stelle eines Steuerauf=
ſehers
bei Großh. Hauptſteueramt Mainz.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 9
vom 7. Juli hat folgenden Inhalt: 1. Ueberſicht über
die in den Gemeinden des Kreiſes Alzey ( Finanzamts=
bezirk
Alzey) zu erhebenden Gemeindeſteuern für das
Rechnungsjahr 1913. 2. Ueberſicht über die in der Stadtl
Darmſtadt zu erhebenden Gemeindeſteuern für dasl
Rechnungsjahr 1913. 3. Ueberſicht über die in den Land=
gemeinden
des Kreiſes Mainz zu erhebenden Gemeinde=
ſteuern
für das Rechnungsjahr 1913 (mit Ausnahme der
Gemeinden Finthen, Gonſenheim, Laubenheim und
Weiſenau). 4. Charaktererteilungen. 5. Verſetzungen in
den Ruheſtand.
O Rumäniſche Mobiliſation. Nach einer Mit=
teilung
des Königlich Rumäniſchen Generalkonſulats in
Frankfurt a. M. haben nach erfolgter Mobiliſation der
rumäniſchen Armee alle im Auslande ſich aufhaltenden
rumäniſchen Reſerviſten und Rekruten ſich un=
verzüglich
zu ihren Korps zu begeben.
nn. Strafkammer I. (Sitzung vom 7. Juli.) Wegen
Einbruchdiebſtahls wurde heute gegen den Hausdiener
Michael Grünewald aus Schweinfurt, geboren am=
10. Juni 1894, verhandelt. Beim Betteln in Offenbach=
drang
er in den Keller des Amtsrichters Schmuttermeier ein
und ſtahl dort dreizehn Flaſchen Wein im Werte von
27 Mark, und in einer Villa Silbergeſchirr im Werte von
400 Mark. Der Angeklagte, der im allgemeinen geſtändt
iſt, wird mit 10 Monat Gefängnis unter Anrechnung von
3 Wochen 5 Tagen Haft beſtraft. Ein weiterer Fall=
betraf
die Berufungsſache gegen den Chauffeur Johannes
Schader von Mannheim wegen Uebertretung der Fahr=
ordnung
. Derſelbe war vom Schöffengericht Darmſtadt
zu 6 Mark Geldſtrafe verurteilt, weil er anfangs Januar
auf der Staatsſtraße Mörlenbach=Rimbach beim ſcharfen
Nehmen einer der dort gefährlichen Kurven 50 Zentimeter
über das Bankett gefahren und von dem Straßenwart
Becker angezeigt worden war. In der heutigen Verhand=
lung
beſtreitet der Angeklagte das Ueberfahren des Ban=
ketts
und behauptet, es ſei dies eine alte bereits ver=
wiſchte
Spur geweſen, trotzdem das Probeautomobil etwa
50 Zentner wog. Die heute unter ihrem Eid vernomme=
nen
Straßenwarte BBecker und Niem, ſowie ein weiterer
Chauffeur Schilling beſtätigen einwandfrei das Ueber=
fahren
des Fußſteiges. Der Vorſitzende, Herr Geh. Juſtiz=
rat
Dr. Sander, veranlaßte wiederholt den Angeklagten
zur Zurücknahme ſeiner Berufung, doch ohne Erfolg. Das
Urteil lautete: Die Berufung des Angeklagten wird auf
deſſen Koſten als unbegründet verworfen.
) Nationalſpende zum Kaiſerjubiläum für die
evangeliſchen Miſſionen in den deutſchen Kolonien
und Schutzgebieten. Die Sammlungen des Landes=
komitees
für das Großherzogtum Heſſen haben mit
einer Geſamteinnahme von 61766,28 Mk. abgeſchloſſen.

Zum 75. Geburtstag des
Grafen Zeppelin.
8. Juli.

** Als ein echter deutſcher Volksheld feiert Graf
Zeppelin heute, am 8. Juli, den Tag, da Dreiviertel=
jahrhundert
ſeit ſeiner Geburt vergangen ſind, und mit
ihm feiert das ganze deutſche Volk. In dem vielgeſtaltigen
Betriebe unſeres nüchtern gewordenen Lebens hätte man
es wohl kaum für möglich gehalten, daß ein Einzelner,
den Geburt und Stellung nicht weit über ſeine Umwelt
emporgehoben haben, eine ſolche Popularität erlangen
könne. Aber dem kühnen Luftſchiffer war das ſeltene
Glück vom Schickſal beſchieden, noch am Abend ſeines
Lebens, nachdem bereits die tüchtige Arbeit ſeiner Man=
nesjahre
getan war, nachdem er an der Schwelle des
Alters lange und heiß mit widrigen Mächten gerungen,
auf der Sonnenhöhe eines Weltruhmes zu ſtehen und die
köſtlichſte Ernte allgemeiner Liebe und Verehrung zu hal=
ten
, wie ſie ſelten einem Daſein beſchieden. In dieſem
aufrecht feurigen Greiſe mit dem weißen Schnauzbart iſt
für uns Deutſche der Sieg über die trügeriſchen Mächte
des Luftreiches gleichſam ſo verkörpert, wie vor 100 Jah=
ren
der Geiſt der Befreiung in dem greiſen Marſchall Vor=
wärts
. Wie die junge Kraft einer großartigen Erfindung
aus dieſem alten Stamm erblühte, ſo iſt ſein ganzes
Leben ein ſichtbares Wunder geweſen, das von dem end=
lichen
Triumph unerſchrockener Tapferkeit, zähen Behar=
rens
und demütiger Frömmigkeit kündet.
Der Sprößling aus uraltem Adelsgeſchlecht zeigte
ſchon früh ein ungewöhnliches Intereſſe für techniſche Fra=
gen
. A. Vömel in ſeinem hübſchen Lebensbild des Grafen
druckt einen Aufſatz des Dreizehnjährigen ab, in dem er
von einem Beſuch in Eßlingen erzählt, wo beſonders die
Maſchinenhalle ſeinen Geiſt lebhaft beſchäftigte: Wir
ſahen da ganz und halb zerteilte Lokomotiven, und man
erklärte uns die innere Einrichtung. Wir kamen auch in
einen großen Saal, in welchem eine Menge eiſerner Ma=
ſchinen
waren. Die meiſten Stücke, an welchen wir arbeiten

ahen, gehörten zu der Maſchine des neuen Dampfbootes
Wilhelm. Alle dieſe Maſchinen werden durch den Dampf
getrieben. Das Hauptrad, welches man uns zeigte, drehte
ſich in einer Sekunde 300 mal herum. Es iſt unglaub=
lich
, was der Menſch mit der Hilfe der Natur vermag.
Freilich wurden dieſe Gedanken und Ideen zunächſt von
der kühnen Abenteurerluſt des jungen Leutnants zurück=
gedrängt
, der in dem amerikaniſchen Sezeſſionskriege nach
der neuen Welt eilte und ſeinen unerſchrockenen Mut be=
wies
, als er einſt ganz allein einen Angriff gegen Stuarts
Reiter in die Flanke mitmachte. Die Kavalleriſten der
Südſtaaten verfolgten den Tollkühnen heftig und nur ſeine
glänzende Reitkunſt und ſeine Geiſtesgegenwart retteten
hn vor der Gefangenſchaft. Es war ein Vorklang jenes
berühmten Patrouillenrittes, den er im Anfang des
deutſch=franzöſiſchen Krieges ausführte und der ihm neben
hohen militäriſchen Ehnen einen faſt ſprichwörtlichen Ruf
der vor nichts zurückſchreckenden Tapferkeit eintrug. In
Amerika machte er auch ſeinen erſten Aufſtieg in
einem Feſſelballon und der Gedanke, den Ballon in aus=
giebigerer
Weiſe für Kriegszwecke zu verwenden, wurde
in ihm beſtärkt und vertieft, als er bei der Belagerung
von Paris die große Wichtigkeit der Verbindung der
Stadt mit den Provinzen durch die Luft beobachtete. Schon
damals ſtand die Idee für ihn feſt, daß die Zukunft
der Luftſchiffahrt in der Konſtruktion lenkbarer
Ballons begründet ſei; aber greifbare Geſtalt gewann
dieſe Idee erſt, als er im Jahre 1891 ſeinen Abſchied
tahm.
Was der kühne Reitergeneral dann im jahrelangen
Geiſteskampf vollbracht und durchgeſetzt, das gehört der
Weltgeſchichte an und lebt heute in aller Bewußtſein. Von
den Fachleuten in ſeinem Streben verkannt, vom Publi=
kum
belächelt, hat er jahrelang nur in ſeiner Familie, bei
Frau und Tochter, den ſeeliſchen Rückhalt gefunden, deſſen
er bedurfte, um nicht an ſeinem großen Werk zu verzwei=
feln
. Eine ungeheuere Arbeitslaſt lag auf ihm; die
widrigſten Umſtände ſtellten ſich ihm entgegen; aber im=
mer
fand er Erholung und Ruhe im Kreiſe der Seinen,
und noch heute verbringt er die ſeltenen freien Stunden
auf ſeinem idylliſchen Landſitz Girsberg, wo er ſich um das

Kleinſte der Verwaltung mit Liebe bekümmert und von all
ſeinen Leuten wie ein guter Vater verehrt wird.
Nie iſt der Graf in all den Jahren des Ringens klein=
mütig
und verzagt geweſen. Aufrecht und hoffnungsfreu=
dig
erhielt ihn ſtets das tief in ihm wurzelnde fromme
Bewußtſein, daß Gott ihn zum Ziele führen werde. Nach
dem erſten gelückten Aufſtieg ſeines Luftſchiffes im Juli
1900 gab er dem mit den Worten Ausdruck: Ja, Gott iſt
der Künſtler und ich bin ſein Werkzeug. Ebenſo fanden
ihn die Unglücksfälle, die noch ſpäter ſein Werk verfolg=
ten
, ſtets gleich in ſeiner Glaubens= und Hoffnungsfreudig=
keit
. Jedes Hindernis ſpornte ihn zu noch raſtloſerer=
Arbeit an und ſeine Frömmigkeit half ihn über alles hin=
weg
. So war am 17. Januar 1906 ſein Luftſchiff Nr. 2
vom Sturmwind vernichtet worden. Wie ein Held ſtand=
er
unter den Soldaten, die ſein Werk an der Unglücksſtelle
demontieren mußten, und das einzige Wort, das von dem=
in
ihm wogenden Gefühlen Kunde gab, war das demütige
Bekenntnis: Wie groß und ſtark iſt doch das menſchliche
Herz, ſo allen Mächten auf Erden Trotz bietend, und wie
ſchwach iſt dabei des Menſchen Werk, das ein Windhauch
vernichten konnte! Dieſe Geiſtesgröße ließ ihn in den=
Zeiten, da man ihn vielfach verſpottete, die ruhige Ant=
wort
finden: Ich nehme es keinem Menſchen übel, wenn=
er
mich für einen Toren hält; deshalb weiß ich doch, daß
es meine Aufgabe iſt, ruhig weiter zu machen, und meine
Idee, die ich für richtig erkannt habe, weiter zu verfolgen.
Nie hat er ſich verleiten laſſen, einmal aufzufahren, wenn=
nicht
abſolute techniſche Sicherheit für die Mitfahrenden=
vorhanden
war und er es mit wirklich gutem Gewiſſen=
tun
konnte. Leuten, die ihn beſtürmten, bereits hervorzu=
treten
, bevor alles bis aufs letzte fertig war, ſagte er
dann wohl halb ärgerlich und halb humorvoll: Ich bir
kein Zirkusreiter; ich mache meine Verſuche für mich.
Dieſer Humor des Grafen hat ſich auch in ſo mancher=
Aeußerungen gezeigt, in denen er den von allen Seiter
auf ihn anſtürmenden Kundgebungen einer ſtets wachſen
den Popularität antwortete. Manch luſtige Poſtkarte iſ
an Schulen und Vereine abgegängen, und dieſes gütige
Lachen vervollſtändigt uns das Bild des echten deut
chen Volkshelden im Grafen Zeppelin.

[ ][  ][ ]

Nach Abzug der Koſten für Porto, Druckkoſten uſw. im
Betrage von 106,93 Mk. iſt ein Reinertrag von
51 659,30 Mk. verblieben, der an die Hauptſammelſtelle
des Zentralkomitees, das Bankhaus Delbrück, Schickler
u. Cie, in Berlin überwieſen worden iſt. Die von den
Gebern beſtimmten Miſſionen zugewendeten Spenden
werden dieſen zugeführt werden.
Ausſtellung zur Erinnerung an die Zeit vor
hundert Jahren im Gewerbemuſenm. Da der Beſuch
der Ausſtellung bis in die ietzten Tage gut war er
hat gegen früher eher zu= als abgenommen ſoll die
Ausſtellung bis zum 20. Juli geöffnet bleiben. Die Be=
ſuchszeiten
der Ausſtellung ſind die gleichen.
* Abgeſtiegen ſind im Hotel Zur Traube der kom=
mandierende
General Exzellenz von Deimling (15.
Armeekorps), den Chef des Generalſtabs Oberſtleutn. Graf
Walderſee, der Hauptmann Kalm der Diviſions=
kommandeur
Generalleutnant Exzellenz von Eben, der
Major Nettelbach.
* Priv. Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Bei dem
Konkurrenzſchießen welches am Sonntag das
26. Verbandsſchießen in Mainz einleitete, errang Herr
Leo Raſt den 6. Becher.
* Kriegerverein Darmſtadt. Das vorletzte Uebungs=
ſchießen
des Vereins vor dem diesjährigen Preisſchießen,
welches in den erſten Tagen des Auguſt ſtattfinden wird,
fand Sonntag nachmittag auf Stand 6 der Militär=
ſchießſtände
ſtatt. Der Beſuch von ſeiten der Kameraden
war wieder recht gut. Die Schießergebniſſe ſind wiederum
ſehr gute zu nennen. Zwei Ehrenſcheiben wurden her=
ausgeſchoſſen
, die die Kameraden Georg Bender und
Heinrich Reeg errangen. Das Schießen war gegen
6 Uhr beendet.
-gs- Unfall. Sonntag nachmittag kurz nach 2 Uhr
ſprang in der Eliſabethenſtraße ein Mädchen und ſeine
Mutter aus der in der Fahrt befindlichen Elektriſchen.
Die Tochter kam mit dem Schrecken davon, die Mutter
dagegen kam derartig zu Fall, daß ſie innere Ver=
letzungen
davontrug. Sie wurde durch die Rettungs=
wache
mit dem Krankenkraftwagen in das ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht.
§ Selbſtmord. In der Nacht von Sonntag auf
Montag iſt ein 24 Jahre altes Dienſtmädchen von hier
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in den Woog geſprungen
und ertrunken.

* Kinotheater. Man ſchreibt uns: Reſidenz=
theater
am Weißen Turm. Wir machen an dieſer
Stelle darauf aufmerkſam, daß die Vorführung des
großen Senſationsfilms: Das Recht aufs Daſein
Kriminalroman in 3 Akten, ausnahmsweiſe ſchon ab
heute ſtattfindet. Morgen nachmi tag wird von 23
und 34 Uhr der Film der Zentrale für wiſſenſchaft=
liche
Schulkinematographie: Eine Wanderung durch das
bayeriſche Hochland und Königsſchlöſſer vorgeführt.

Vom Botaniſchen Garten.

* Der Verein für Verbreitungvon Volks=
bildung
hatte für Sonntag vormittag ſeine Mitglie=
der
und Freunde zum Beſuch des Darmſtädter Bbta=
niſchen
Gartens eingeladen. Ueber 150 Damen und
Herren waren zur bekannt gegebenen Stunde zur Stelle
und wurden in 3 Gruppen unter Führung von dem Di=
rektor
des Botaniſchen Gartens, Geh. Hofrat Profeſſor
Dr. Schenck, Garteninſpektor Purpus und dem Gar=
tengehilfen
Herrn Mathow mit den hochintereſſanten
Anpflanzungen und den Beſtänden der Warmhäuſer be=
kannt
gemacht. In kurzer Anſprache vor Beginn der
Rundgänge legte Profeſſor Dr. Schenck Zweck und Be=
deutung
des Botaniſchen Gartens dar und gab willkom=
mene
Mitteilungen aus der nunmehr faſt 100jährigen Ge=
ſchichte
der Anlagen. Das erſte Heim des Botaniſchen
Gartens lag am Schloßgraben, dann wurde der Garten
in den nordöſtlichen Teil des Herrngartens und ſpäter
an die Frankfurter Straße verlegt; im Jahre 1839 erfolgte
die Ueberpflanzung nach dem jetzigen Garten vom Neuen
Palais und nach dem Neubau des letzteren 1874 an den
Waldſaum Roßdörfer Straße. Das Verdienſt der Aus=
wahl
dieſer durch die geſchützte Lage und den Untergrund
wohlgeeigneten Stätte, ſowie des Entwurfs des An=
pflanzungsplanes
gebührt dem im Ruheſtand hier leben=
den
Profeſſor Dr. Dippel; deſſen Vorgänger war Garten=
inſpektor
Schnitzſpahn. Die jetzigen Anlagen umfaſſen
4½ Hektar.
Neueren Datums iſt die Zuteilung eines Wieſen=
grundes
im Weſten, ſowie die Errichtung und Vergrößer=
ung
einiger Gewächshäuſer infolge des reichen Zuwach=

ſes an Tropenflanzen. Nun zur Wanderung; wie viele
eigenartige Pflanzen und Pflanzenarten der Heimat und
Ferne! Die Flora vom Mainzer und Bickenbacher Dünen=
ſand
, wie die der ſonnendurchglühten Berghänge oder
Ebenen Mexikos! Seltenheiten der Alpen= und Mittel=
meergebiete
und aus Südafrika und dem Innern Ame=
rikas
hier Arznei= Nutz= und Giftpflanzen aller Art, dort
Gewächſe für Haus und Küche, für Fabriken und Handel,
hier wunderbare, kaum vom Erdboden ſich abhebende
geſteinartige‟ Pflanzengebilde, dort die Staunen erregen=
den
kaliforniſchen Mammutbäume, in ihrer Heimat über
120 Metern gen Himmel ragend. Berichtweiſe auch nur
weiter anzudeuten, was die freundlichen Führer ihrem
Gefolge alles zu zeigen und zu ſagen hatten, wäre hier
unmöglich. Es waren zwei Stunden genußreicher Belehr=
ung
, reicher Anregung für jeden Teilnehmer. Der Vor=
ſitzende
des Vereins, Reallehrer Lerch, widmete unter all=
ſeitiger
Zuſtimmung den Führern warme Dankesworte,
hervorhebend, wie ſich für eine derartig reich ausgeſtattete
Bildungsſtätte ein öfterer Beſuch empfehle, zumal durch
die in letzter Zeit vermehrten Deutſchbezeichnungen jeder
Laie den Einzelheiten des Gartens näher treten und darin
heimiſch werden könne. Zum Schluſſe dieſer Zeilen ſpre=
chen
wir den Wunſch aus, es möchte dem Botaniſchen
Garten als einem ſtaatlichen und gemeinnützigen Zwecken
dienenden Bildungsinſtitut nie an Mitteln fehlen, den
naturgemäß ſich ſteigernden Bedürfniſſen auch in Zukunft
vollauf gerecht zu werden.

Offenbach, 7. Juli. Geſtern morgen hat ſich in dem
Anlagenweiher am Dreieichring eine ihrer Kleidung
nach den beſſeren Ständen angehörende Frau das
Leben genommen. Die Frau ſoll mehrere Stunden
zuvor mit der Elektriſchen von Frankfurt gekommen und
in den Anlagen ziel= und planlos herumgelaufen ſein. Auch
hat ſie den Bahnwärter am Bahnübergang Parkſtraße
mehrmals nach der Ankunft von Zügen gefragt, ſo daß
es nicht ausgeſchloſſen erſcheint, daß die Lebensmüde zu=
erſt
beabſichtigte, ſich überfahren zu laſſen, dann aber in
den Weiher geſprungen iſt. Dafür, daß ſie von Frankfurt
gekommen iſt, ſprechen mehrere Straßenbahn=Fahrſcheine
die in ihrem Beſitz gefunden wurden. Bis jetzt iſt es noch
nicht gelungen, die Perſönlichkeit der Toten feſtzuſtellen.
* Lindenfels, 6. Juli. Am 18. Juli finden die hieſigen
Gemeinderatswahlen ſtatt. Zwiſchen Arbeiter=
verein
und Bürgerverein finden bereits Verhandlungen
wegen der Aufſtellung von Kandidaten ſtatt, die aber bis
jetzt noch zu keinem Reſultat führten.
R. Heubach, 6. Juli. Die geſetzmäßige Erſatzwahl des
hieſigen Gemeinderats iſt zufolge einer Bekannt=
machung
durch die Schelle auf Samstag, den 16. Auguſt
ds. Js., anberaumt. Die Wahlzeit dauert von 11 Uhr
vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Turnusgemäß ſchei=
den
aus: Bäckermeiſter Georg Jakob Wolff. Landwirt
Jakob Magſam IV. und für den verſtorbenen Johannes
Ruppert IV. iſt eine Neuwahl erforderlich.
Mainz, 6. Juli. Wie mitgeteilt, hat Herr Diplom=
Ingenieur Fiſcher aus Guſtavsburg ein Projekt aus=
gearbeitet
, nach welchem zur Nutzbarmachung der Waſſer=
kraft
des Rheins auf der heſſiſchen Strecke die Errichtung
eines Kraftwerkes unterhalb Gernsheim in
Vorſchlag gebracht wird. Der Provinziallandtag befaßte
ſich nun mit der Angelegenheit, da eventuell 7500 Mark
für die Vorarbeiten bewilligt werden ſollten. Es heißt
von dem Projekt: Zurzeit gehen alljährlich gewaltige
Summen aus dem heſſiſchen Lande, weil dieſes über keine
eigenen Kohlenlager verfügt, ſondern ſeinen Bedarf an
dieſem unentbehrlichen Energieſpender aus den Kohlen=
revieren
in Weſtfalen und an der Saar decken muß. Dieſe
Abwanderung heſſiſchen Kapitals kann zu einem großen
Teile künftighin verhindert werden, wenn der Rhein nicht
nur für Transportzwecke allein, ſondern auch für Erzeug=
ung
der Kraft ausgenützt wird. Angeſichts einer großen
Anzahl von Beiſpielen verliert unverkennbar der Gedanke
immer mehr an Kühnheit die Kraft des heſſiſchen Rheines
auszubauen und ſie für die Energieverſorgung der zahlrei=
chen
induſtriellen Anlagen der Provinz Starkenburg und
Rheinheſſen dienſtbar zu machen. Durch Einbau eines
Walzenwehres ſoll der Rhein bei Nieder= und Mittelwaſſer
geſtaut werden. Bei einer Stauhöhe von 2,80 Metern am
Gernsheimer Pegel, einer Waſſermenge von 750 Kubik=
metern
pro Sekunde und einem Gefälle von 2,47 Metern,
entſprechend dem durchſchnittlichen Gefälle in den Jahren
19011910, ergibt ſich eine durchſchnittliche Waſſerkraft von
18 525 Pferdeſtärken an 307 Tagen im Jahre mithin eine
durchſchnittliche Jahresleiſtung von über 90 Millionen
Kilowattſtunden. Die Anlagekoſten ſind im Projekt wie

folgt veranſchlagt: Wehranlage 2200000 Mk., Doppel=
Schleuſenanlage 4000000 Mk., Maſchinenhaus (Hochbau)
700000 Mk., Erdarbeiten 450000 Mk., Einlaufbauwerk mit
Rechen und Steg 450000 Mk., Maſchineller Teil 4100000
Mark, Kiesſpülſchleuſe, Fiſchpaß und Schleuſenwärterhaus
120000 Mk., Bauleitung, Bauzinſen, Reſerve und Insge=
mein
1480000 Mk., zuſammen 13500000 Mk. Die jähr=
lichen
Koſten werden auf höchſtens 10 Prozent der Anlage=
koſten
, mithin auf 1350000 Mk. berechnet. Angenommen,
daß von 90 Millionen Kilowattſtunden nur 60 verwendet
werden können, würden ſich die Koſten für die Kilowatt=
ſtunde
auf rund 2,3 Pfg. ſtellen und bei einem mittleren Ab=
gabepreis
von nur 5 Pfg. ein jährlicher Reingewinn von
rund 1600000 Mk. erzielt werden. Der Vorſitzende be=
merkte
, daß er ſich mit den Großabnehmern in Verbindung
geſetzt habe. Mainz, Oſthofen=Worms und Darmſtadt
hätten ihre Mitwirkung zugeſagt. Der Antrag des Pro=
vinzialausſchuſſes
auf Bewilligung der 7500 Mark wurde
mit allen gegen acht Stimmen angenommen.
Gonſenheim, 7. Juli. Zu den Waldankäufen
des Herrn von Waldthauſen ſchreibt das M.
J.: Bekanntlich wurden von Herrn von Waldthauſen die
Verhandlungen wegen Geländeerwerb auf dem Leniaberg
abgebrochen. Die Sache ging aber inſofern weiter, als er
in der letzten Woche durch einen Finther Bauunternehmer
über 20 Morgen Privatwald, von der Budenheimer
Straße (Wendelinus) über die Heidesheimer Straße nach
dem Schloß hinziehend, zu Preiſen aufkaufen ließ, die
mehr als das Doppelte des Wertes darſtellen. Herr von
Waldthauſen zahlt pro Klafter 610 Mark. Aber noch
nicht genug; die Gemeinde hatte bekanntlich den etwa
5000 Mark werten Wald des verſtorbenen Bürgermeiſters
Becker, zirka 7½ Morgen, für rund 7000 Mark erworben;
wegen eines ſchwachſinnigen Erben ſtand aber die vor=
mundſchaftgerichtliche
Genehmigung noch aus. Herr von
Waldthauſen ließ nun durch ſeinen Beauftragten mehr
als das Doppelte dem Vormundſchaftsgericht bieten. Er=
gebnis
: der Verkauf mit der Gemeinde wird ungültig, die
Familie Becker erhält bare 15000 Mark ausbezahlt, und
der Herr Baron hat das Gelände auch. Daß die Gemeinde
ſolche Preistreibereien nicht mitmachen kann, iſt ſelbſtver=
ſtändlich
; ſie läßt der Sache ihren Lauf.
Worms, 7. Juli. Eine Abordnung der Stadt Worms,
beſtehend aus den Herren Oberbürgermeiſter Köhler
Stadtv. Prof. Dr. Becker und Stadtv Gewerberat
Jochem, begibt ſich heute nach Friedrichshafen, um die
von der Stadtverordnetenverſammlung beſchloſſene Glück=
wunſchadreſſe
dem Grafen Zeppelin zum 75. Geburts=
tage
zu überreichen.
(*) Alsfeld, 6. Juli. Der Geſchichts= und Altertums=
verein
nahm heute im Beiſein der ſtädtiſchen Vertreter
die Einweihung des Altertumsmuſeums im
Hochzeitshaus durch den Vorſitzenden, Guſt. Ramſpeck, vor.
Daran ſchloß ſich noch eine kleine Feier im Deutſchen
Haus Beigeordneter Waitz gab einen Rückblick über
die Entſtehung des Muſeums, Pfarrer Dr. Becker ſprach
über das Alsfelder Zunftweſen. Um ½4 Uhr wurde das
Muſeum für die allgemeine Beſichtigung geöffnet. Es
ſind noch 1500 Mark für weitere Erwerbungen vorgeſehen.
(*) Schlitz, 6. Juli. In der Reſidenz des ſchönen
Schlitzerlandes fand heute das Haſſiafeſt der Krie=
gervereine
des Bezirks Lauterbach=Schlitz ſtatt.
Damit verband der Krieger= und Militärverein Schlitz
ſein 25jähriges Stiftungsfeſt. Die 28 Bezirksvereine
brachten eine ſtattliche Zahl ehemaliger Soldaten, und
die von der Bahnbehörde eingelegien Sonderzüge waren
ſtark beſetzt. In dem Feſtzug erhielten die Veteranen den
Ehrenplatz. Als Vertreter des Haſſiaverbandes war Prä=
ſidialmitglied
Scheer, als Bezirksvertreter Rendant Frieß=
Lauterbach erſchienen. Vom Feſtplatz aus bot ſich den
Gäſten ein ſchöner Blick über das Städtchen mit den vie=
len
Burgen des Grafen. Nach dem feſtlichen Umzug be=
grüßte
der Präſident die Gäſte, worauf Stadtpfarrer
Boeckner die Feſtrede hielt. Kreisrat von Bechtold über=
reichte
die vom Kaiſer verliehene Fahnenſchleife in den
Reichsfarben. Im Auftrage des Haſſiapräſidiums ſprach
Rechtsanwalt Scheer. Der Turnverein wirkte zur Ver=
ſchönerung
des Feſtes mit
Nidda, 7. Juli. Der hier kurz nach 6 Uhr nachmittags
von Gelnhauſen fällige Perſonenzug kam zwiſchen
Nidda und Ranſtadt in große Gefahr. Der Land=
wirt
H. B. von Wallernhauſen befand ſich mit ſeinem
beladenen, mit Kühen beſpannten Heuwagen gerade auf
den Schienen, als die Schranken des Uebergangs nieder=
gingen
und das Nahen des Zuges hörbar wurde. Anſtatt
den einen Schlagbaum hochzuhalten, und ſein Gefährt
ſchleunigſt über die Bahn zu treiben, ſpannte der Bauers=
mann
raſch ſeine Kühe aus und trieb ſie weg. Da brauſte

Feuilleton.

C) Was Brindejonc von ſeinem Fluge erzählt. Im
Matin veröffentlicht Brindejone des Moulines, der von
ſeiner Rekordluftfahrt durch Europa glücklich nach Pa=
ris
zurückgekehrt iſt, Eindrücke eines Reiſenden in denen
er allerlei von ſeinem kühnen Unternehmen berichtet. Mit
beſcheidenem Stolze ſtellt er das Reſultat ſeiner Reiſe
voraus: Die Fortſchritte ſind in der Flugkunſt in letz=
ter
Zeit derartig geweſen, daß ich mit einem einzigen
Apparat, einem einzigen Motor und einem einzigen Me=
haniker
, landend ganz gleich wo, wieder aufſteigen in
den verſchiedenſten Gegenden mit einziger Unterſtützung
von Leuten, die niemals in ihrem Leben eine Flugmaſchine
geſehen hatten, den Rundflug von 5000 Kilometern, den
ich mir vorgenommen hatte, beinahe mit der Pünktlich=
keit
eines Kursbuches habe zu Ende führen können. Und
hatte ich dabei meinen Mechaniker wirklich ſo nötig? Der
kapfere und tüchtige Burſche, der mir auf meinem langen
Wege folgte, der nur meinen Motor in Warſchau in
Augenſchein nahm, mir in Dwinsk ein Rad auswechſelte,
in St. Petersburg die Zylinder reiniate, und zwar nur
aus Vorſicht, leiſtete mir den großen Dienſt, mir auf jeder
Etappe den Koffer zu überreichen, in dem ſich der unum=
gänglich
nötige Geſellſchaftsanzug für mich befand.
Brindejonc, ſo zufrieden er mit ſeinem Apparat iſt, will
doch nicht ſagen, daß alles bereits vollkommen ſei. Die
Flugmaſchine müßte beim Landen auf eine viel geringere
Schnelligkeit eingeſtellt werden können, etwa auf 25 oder
30 Kilometer in der Stunde, während ſeine geringſte
Schnelligkeit 62 Kilometer in der Stunde beträgt. Dann
vürde die Landung viel exakter und bequemer auszu=
ühren
ſein. Eine gute Karte von 1:200000 und ein
Kompaß genügen, um ans Ziel zu gelangen. Man muß
ich aber deshalb noch nicht in Sicherheit glauben, weil
die Karte vorzüglich iſt und der Kompaß nach Wunſch
unktioniert. Eigentlich weiß man nie, wo man iſt, und
im häufigſten verbringt man ſeine Zeit damit, den rich=
igen
Weg zu verlieren und ihn wiederzufinden, da ſich
mmer wieder Wolken zwiſchen den Flieger und den Bo=
den
ſchieben. Es iſt mir mehrere Male paſſiert, daß ich
hne Aufregung eine Stunde, zwei Stunden, ja ſogar
brei Stunden über einem Meer von Wolken ſchwebte,

ohne das geringſte Stückchen Erde zu ſehen. Ich würde
einem Anfänger nicht raten, es ebenſo zu machen. Wäh=
rend
der Etappe von Hamburg nach dem Haag habe ich
nicht gewußt, wo ich bin, bis ich an den Zuiderſee ge=
langte
, und auf der letzten Route habe ich, über Regen=
wolken
fliegend, die Orientierung erſt über Cambrai wie=
der
gefunden, nachdem ich den Boden kurz nach dem Haag
habe entſchwinden ſehen. Aber man kann ſich auch bei
klarem Wetter verirren. Es wäre deshalb von Nutzen,
wenn der Flieger, von Zeit zu Zeit ſich dem Boden
nähernd, ganz deutlich auf einem Dach den Namen einer
Stadt oder einer wichtigen Eiſenbahnſtation leſen könnte.
Eines Tages hatte ich in der Nähe der Pyrenäen die
Richtung verloren, als ich plötzlich vor meinem Blick
ſchneegekrönte Berge ſich erheben ſah, die ich nicht identi=
fizieren
konnte. Sollte ich darüber hinwegfliegen oder
umkehren? Da zufällig bemerke ich, wie ich mich dem
Boden nähere, einige Worte in ſchönen deutlichen Buch=
ſtaben
auf eine Mauer geſchrieben: Brauerei von Vich
leſe ich. Vich? ich blicke auf die Karte, ich entdecke dieſes
Dorf und ſofort weiß ich, wo ich mich befinde. Nun
hatte ich nur noch einen Entſchluß zu faſſen, denn beim
Fliegen muß man in ernſthaften Fällen ſehr raſche Ent=
ſchlüſſe
faſſen. Deshalb iſt eine ſportliche Hygiene not=
wendig
. Die Muskeln ſtählen, um nicht unter phyſiſchen
Anſtrengungen zu leiden, das Nervenſyſtem allmählich an
immer ſchwierigere Fahrten zu gewöhnen das iſt,
glaube ich, das Geheimnis jener Eigenſchaften, die ein
guter Flieger beſitzen muß.
C. K. Die italieniſche Königsfamilie in Ferien. Wäh=
rend
der König und die Königin von Italien ihren Som=
merſitz
San Roſſore zu dem Beſuche bei unſerem Kaiſer in
Kiel auf kurze Zeit verlaſſen hatten, ſind ihre Kinder in
dem idylliſch gelegenen Schloß geblieben, das während
der Sommermonate das trauteſte Familienleben des ita=
lieniſchen
Königshauſes ſieht. Das Schloß liegt am. Ufer
des Meeres, in der Nähe der Stadt Piſa, eingebettet in
einen gewaltigen Park von Pynien. Wie ein Mitarbei=
ter
des Excelſior erzählt, führt hier Königin Elena mit
ihren Kindern ein ganz einfaches Leben; ſie alle genießen
in vollen Zügen die herrliche, ſtärkende Meerluft, ge=
würzt
von Waldesduft. Im Schatten eines inmitten der
freien Natur errichteten Zeltes findet ſich die könig=
liche
Familie täglich zum Mittagsmahl zuſammen. Der

kleine Erbprinz und ſeine Schweſtern bewohnen jedes ein
kleines Landhaus für ſich, das ihnen die Mutter einge=
richtet
hat. Die winzigen Häuschen enthalten nur ein
Schlafzimmer, ein Wohnzimmer und eine Küche; Möbel
und Tapeten ſind von der Königin ſelbſt gezeichnet. Zur
Nachmittagsſtunde beſuchen ſich die kleinen Herrſchaften
untereinander, und Prinzchen Umberto verſäumt nicht,
ſich jedesmal den Schweſtern feierlich vorzuſtellen: Seine
Königliche Hoheit, der Kronprinz von Italien! Dann
erhebt ſich ein fröhliches Lärmen und Lachen, das häufig
ſo ohrenbetäubend wird, daß die Mama entſetzt Schwei=
gen
gebieten muß.
Das größte Haus der Welt. Einen neuen Fort=
ſchritt
in der Architektur jener amerikaniſchen Rieſenbau=
ten
, die wir Wolkenkratzer nennen, bedeutet die Vollend=
ung
des Woolworth=Gebäudes in Neu=York, des größ=
ten
Hauſes der Welt‟ Das Bauwerk, das nach den Plä=
nen
des Architekten Caß Gilbert aufgeführt worden iſt,
hat 55 Stockwerke und zwei ſich noch darüber er=
hebende
Terraſſen. Von der Straße bis zur oberſten
Spitze mißt es 240 Meter, 76 Meter mehr als der Kölner
Dom, 60 Meter mehr als Cheops=Pyramide und 24 Me=
ter
mehr als der Metropolitan=Tower von Neu=York.
Sein Rauminhalt beträgt 400000 Kubikmeter, das Ge=
wicht
163 440000 Kilogramm. 17 Millionen Ziegelſteine
und mehr als 24000 Tonnen Stahl ſind bei der Kon=
ſtruktion
verwendet. Die Geſamtoberfläche des Fuß=
bodens
, der ſich in dem Hauſe befindet, umfaßt mehr als
16 Hektar, wovon faſt 11 Hektar als Bureauräume ver=
mietet
werden. Die Bewohner des Wolkenkratzers wer=
den
durch 3000 Fenſter ins Freie blicken, deſſen Scheiben
zuſammen eine Fläche von mehr als 6000 Quadratmetern
bedecken. 28 große Lift=Anlagen vermitteln den Verkehr
in dieſer kleinen Stadt; in weniger als einer Minute ge=
langt
man in jede beliebige Etage. Jede Feuersgefahr
iſt ausgeſchloſſen, indem nur völlig feuerſicheres Material
verwendet wurde. Das Gebäude wird durch 80000 elek=
triſche
Lampen erleuchtet; die Rohrleitungen würden ſich,
nebeneinander gelegt, über die Entfernung von Neu=
York bis Philadelphia, alſo über 160 Kilometer, er=
ſtrecken
. Dynamo=Maſchinen von 2500 Pferdekräften füh=
ren
der Anlage elektriſche Kraft zu. Die Geſamtkoſten
des Baues belaufen ſich auf 13½ Millionen Dollar.

[ ][  ][ ]

auch ſchon der Zug heran; die Lokomotive erfaßte den
Wagen, warf ihn um und zertrümmerte ihn. Für den
Zug ging der Unfall noch glücklich ab. Der betreffende
Uebergang wird von einer etwa 500 Meter entfernten
Blockſtation bedient. Da die Bahn an der Stelle aber eine
Kurve um einen Hügel macht, konnten weder der Bahn=
wärter
noch der Maſchinenführer das Hindernis recht=
zeitig
ſehen.

Kirchengeſangvereinsfeſt.

w. Lampertheim, 7. Juli. Das 3 4. Kirchenge=
ſangvereinsfeſt
der Kirchengeſangvereine Heſſens
nahm einen überaus ſchönen Verlauf. Starkenburg und
Rheinheſſen waren äußerſt ſtark vertreten, während aus
Oberheſſen nur einzelne Delegierte gekommen waren. An
Tageskarten ſind über 2000 verkauft worden. Am Mor=
gen
um 7 Uhr wurde der Feſttag durch Choräle des Poſau=
nenchors
vom Kirchenturm eingeleitet. Um 8 und um 9
Uhr wurden die auswärtigen Vereine abgeholt. In der
Kirche wurde um 10 Uhr eine Geſamtprobe der Kirchen=
geſangvereine
des Dekanats Zwingenberg abgehalten, es
beteiligten ſich daran die Kirchengeſangvereine von Als=
bach
(Dir. Lehrer Hayer=Hähnlein), Auerbach (Dir. Lehrer
Leonhardt), Birkenau (Dir. Lehrer J. Pfeiffer), Groß=
Rohrheim (Dir. Joh. Ewald), Jugenheim (Dir. Realleh=
rer
Weide=Darmſtadt), Lempertheim (Dir. Pfarrer
Eckel), Zwingenberg (Dir. Schulverwalter Glaſſer), und
der Poſaunenchor von Lampertheim (Dir. Steueraufſeher
Hadameck), Als Chordirigent fungierte Kirchenmuſikmeiſter
Profeſſor A. Mendelsſohn=Darmſtadt.
Um 11½ Uhr war Serenade vor dem Rathaus. Das
Feſteſſen für die Delegierten fand um 12 Uhr, teils im
Darmſtädter Hof, teils im Rheingold, ſtatt. Der Feſtgot=
tesdienſt
begann um ½2 Uhr. Die Feſtpredigt hielt Herr
Profeſſor D. Schian=Gießen. Um 3 Uhr zog die Feſtver=
ſammlung
zum Feſtplatz, es hielten dort Anſprachen der
Herr Bürgermeiſter Boxheimer=Lampertheim, Herr Prälat
D Dr. Flöring=Darmſtadt, Herr Dekan Zaubitz= Bens=
heim
und Herr Pfarrer Eckel. Abwechſelnd brachten die
verſchiedenen Kirchengeſangvereine ſowie der Poſaunen=
chor
Lieder und Muſikſtücke zum Vortrag. Die Feſtver=
ſammlung
blieb bis gegen 12 Uhr nachts beiſammen. Von
maßgebender Seite iſt geäußert worden, daß der Verlauf
ſchön und die Beteiligung ſtärker war, wie in den Vorjah=
ren
, ſo daß die Mühe des Kirchengeſangvereins und Po=
ſaunenchors
Lampertheim ſowie des Herrn Pfarrer Eckel
reichlich entſchädigt worden iſt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 6. Juli. Zu den Rieſen=
ſchwindeleien
des Charlottenburger Stadt=
ſekretärs
wird noch mitgeteilt: Hauptſchuldig iſt an=
ſcheinend
nicht Rieſe ſelbſt, ſondern ſeine Frau, mit der
der Sekretär in zweiter Ehe ſeit ſieben Jahren verheiratet
iſt. Die ganzen Schwindeleien wurden nach Ausſiagen der
Geſchädigten von der Frau eingeleitet und auch von dieſer
durchgeführt, während ihr Mann nur Mitwiſſer war und
ſich auch dadurch ſchuldig machte, daß er Unterſchriften her=
gab
und auch Bürgſchaft leiſtete. Die Schwindeleien be=
gannen
vor ungefähr einem halben Jahre, als das Ehe=
paar
in Geldverlegenheit geriet. Zuerſt war es eine Fri=
ſſeurin
, die um nahezu 20000 Mark betrogen worden iſt.
Dieſer erzählte Frau Rieſe, daß ſie Gelegenheit habe,
Gelder ſehr gut anzulegen, ſo daß ſie 10 bis 20 v. H. dabei
verdienen könnte. Die Friſeurin war erſt vorſichtig und
gab nur einen kleineren Betrag her; ſie händigte der Frau
ſchließlich jedoch ungefähr 20000 Mark aus, als dieſe ihr
die hohen Zinſen tatſächlich auszahlte. Dieſe vorteilhafte
Geldanlace ſprach ſich herum, und bald hatte Frau Rieſe,
die auch ſelbſt überall, wo ſie nur konnte, von ihrem vor=
teilhaften
Spekulationen ſprach, einen großen Kunden=
kreis‟
. Es ſanden ſich Leute, die Beträge bis zu 50000
und 80000 Mark hergaben. (!) Frau Rieſe arbeitete‟
jetzt ganz planmäßig und aroßzügig, vor allem zahlte ſie,
ſo lange es anging, die hohen Zinſen und Gewinn=
anteile
aus. Neben barem Gelde nahmen die Eheleute
auch Sparkaſſenbbücher an, von denen ſie zum Teil größere
Beträge abhoben. zum Teil ſie wieder als Bürgſchaften
anderen Leuten, die bares Geld hergaben. einhändigten.
Nachdem jetzt die Flucht des Rieſeſchen Ehepaares bekannt
geworden iſt, an deſſen Ehrenhaftigkeit niemand zu zwei=
feln
wagte, weil der Mann einen ſolchen Vertrauenspoſten
einnahm, erſcheinen immer neue Gläubiger. Wenn man
zunächſt mit ungefähr 200000 Mark gerechnet hat, ſo hat
man, ſoweit jetzt ſchon feſtſteht, viel zu tief gegriffen, wenn
die Schulden ſich auch nicht, wie die Geſchädigten an=
geben
, auf eine halbe Million belaufen werden. Auf dem
Untergrundbahnhof Kaiſerhof wurde in der Nacht der
erſt ſeit einigen Tagen dort beſchäftigte 27 Jahre alte
Dienſtanwärter Guſtav Hielſcher von einem Zuge
überfahren und ſofort getötet. Geſtern vor=
mittag
geriet ein Radfahrer an der Ecke der Prenzlauer
und Linienſtraße mit ſeinem Rade unter einen Kraft=
omnibus
und wurde ſo unglücklich überfahren, daß er auf
der Stelle tot war. Heute wurde hier der 24jährige
Handlungsgehilfe Mar Knöchel verhaftet, der unter dem
Namen Dr. jur. et rer, pol. Friedrich de Martincourt
viele Schwindeleien verübte und Geſchäftsleute und
Hotels in mehreren Städten Deutſchlands geprellt hatte.
In Frankfurt a. M. hatte er ſich bei einem erſten Schnei=
der
die Uniform eines Leutnants im 1. Garderegiment
anfertigen laſſen und unter falſchen Vorſpiegelungen kurze
Zeit eine Stelle als Volontär bei den Frankfurter Nach=
richten
innegehabt. In Hannover und Dortmund betrog
er die Offiziere des Bezirkskommandos unter der Maske
des vornehmen. in vorübergehende Verlegenheit geratenen
Kameraden. Zuletzt nahm er unter dem Namen Dr. Frieſe
bei einer Buchhandlung eine Stelle an. Der Geſchäfts=
inhaber
faßte Verdacht und ließ ihn verhaften.
Frankfurt, 7. Juli. Heute morgen um ¾47 Uhr
ſtürzte ſich die 33jährige Ehefrau eines Moskauer
Kaufmanns aus dem Fenſter eines hieſigen Hotels.
Die Frau wurde ſchwer verletzt ins Spital gebracht, wo ſie
verſtarb.
Frankfurt, 7. Juli. In Weilburg i. Taunus ver=
unglückte
am Sonntag ein Automobil. Die Dame,
die den Kraftwagen lenkte, Frau Heide aus Baden= Ba=
den
, wurde getötet. Ihr Begleiter, ein Herr aus
Frankfurt, kam ohne Verletzungen davon.
Weinheim a. d. B., 6. Juli. Die nationalen Ver=
bände
der Bergſtraße veranſtalteten heute nachmittag ihre
diesjährige Sonnwendfeier, die auf der Burg
Windeck ſtattfinden ſollte, aber wegen des Regenwetters
im Prinz=Wilhelm=Saale abgehalten werden mußte. Es
war das dreizehnte Mal, daß dieſe Feier veranſtaltet
wurde, und zwar in den erſten fünf Jahren auf der Burg
Strahlenburg bei Schriesheim und ſeit acht Jahren auf
der hieſigen Burg Windeck, aber es war das erſte Mal,
daß die Feier total verregnete, was abergläubiſche
Gemüter der böſen Zahl 13 zuſchreiben. Unter den 500
Gäſten, die ſich an der Sonnwendfeier beteiligten, be=
fanden
ſich u. a. die deutſchvölkiſchen Turnvereine Mann=

heim, Heidelberg, Darmſtadt, ſerner die Ortsgruppen
Mannheim, Heidelberg, Weinheim des Alldeutſchen Ver=
bandes
und des D. H. V. nebſt Wandergruppen, die Fah=
renden
Geſellen Karlsruhe und Ludwigshafen, der Ver=
ein
deutſcher Studenten Heidelberg, ſowie der Vaterlän=
diſche
Arbeiterverein und die Deutſchbundgemeinde Hei=
delberg
. Gauvorſteher Herzog=Mannheim hielt die
Begrüßungsanſprache und brachte das Kaiſerhoch aus.
Reichstagsabgeordneter Heinrich Rupp=Marburg gab
in der Feſtrede einen Rückblick auf 1813 und mahnte an
die Erfüllung der nationalen Pflicht. Amtsgerichtsrat
Dr. Willi Mahr=Darmſtadt hielt eine glühende, ein=
drucksvolle
Bismarckrede. Lehrer Gorr=Griesheim hielt
die Feuerrede. Ein Tanzkränzchen hielt die Feſtgenoſſen
bis zum letzten Abendzuge zuſammen.
Heidelberg, 7. Juli. Das dem Prinzen Alfred von
Löwenſtein=Wertheim=Freudenberg gehörige Langen=
zeller
Schloßgut wurde geſtern von einem Groß=
feuer
heimgeſucht. Der Schaden, der auf 250000 Mark
geſchätzt wird, iſt durch Verſicherung gedeckt.
Mannheim, 7. Juli. Heute früh 5½ Uhr tötete der
hieſige Ladenbeſitzer Karl Friedle ſeine Frau durch einen
Revolverſchuß und feuerte dann auf ſich ſelbſt eine
Kugel ab. Beide Perſonen waren ſofort tot.
Würzburg, 7. Juli. Die aufopfernde Handlungs=
weiſe
des Artillerieleutnants Dittmar in Würzburg,
der ſich für einen erkrankten Soldaten 1½ Liter Blut
abzapfen ließ, iſt leider vergeblich geweſen, da der
Artilleriſt Frankfurter trotz der Transfuſion heute im
Würzburger Garniſons=Lazarett geſtorben iſt.
(*) Wetzlar, 6. Juli. Unſer altes Lahnſtädtchen
ſtand heute im Zeichen des goldenen Jubelfeſtes
er Freiwilligen Feuerwehr. Von nah und fern
waren Wehren, bzw. Vertreter erſchienen ſo u. a. aus
Darmſtadt, Gießen (ſtädtiſche und Gailſche), Butzbach,
Nidda Homburg, Rödelheim, Oberrad, Bockenheim, Als=
feld
, Friedberg, Bad=Nauheim, Marburg, Geiſenheim,
Großen=Linden Lang=Göns Lollar, Braunfels, Wißmar,
Klein=Linden, Kirch=Göns Heuchelheim, Weilburg, Bie=
brich
, Dillenburg, Königſtein, Falkenſtein, Eltville. Den
Ehrenſchutz hatte Regierungpräſident Scherenberg=Koblenz
übernommen. Den Hauptanziehungspunkt des Feſtes
bildeten die Brand= und Feuerlöſchproben.
Hieſige Handwerker hatten eigens ein Haus errichtet. Die=
ſes
Brandobjekt enthielt alle bei einem Wohnhaus übli=
chen
Baumaterialien; es war 11 Meter lang und 5 Me=
ter
breit, im Erdgeſchoß befanden ſich die 5 Brandkam=
mern
und ein Beobachtungsgang, im Obergeſchoß eine
Kammer. Das Gebäude war ſogar mit elektriſcher Be=
leuchtung
verſehen. Um ½5 Uhr wurde das Feuer in den
mit Stroh, Holz, alten Kiſten uſw. gefüllten Kammern
angeſteckt. In den Wandöffnungen waren Thermometer
angebracht. Die Hitze ſtieg zuweilen auf 1000 Grad. Dann
trat die Benzin=Motorſpritze der Adler=Werke Frankfurt
a. M. in Tätigkeit. Die Hitze ſank allmählich auf 250
Grad. Gegen Abend erſt war das Gebäude im Innern
ausgebrannt. Morgen laſſen ſich erſt die Reſultate feſt=
ſtellen
; dann ſoll das Gebäude vollſtändig niedergebrannt
werden. Dem Schauſpiel wohnten Tauſende von Men=
ſchen
bei. Selbſt der Bahnkörper und die Lahnberge wim=
melten
von Zuſchauern.
Jüterbog, 6. Juli. Von 18 Kugeln getrof=
fen
wurde ein Soldat der Maſchinengewehr= Ab=
teilung
; er wurde natürlich auf der Stelle ge=
tötet
. Ein Mann von der Scheibenmannſchaft hatte ſich
gegen die ſtrengen Vorſchriften nicht aus dem Bereich der
Scheiben entfernt. Er hatte es vorgezogen, ein Schläfchen
hinter den Scheiben zu riskieren. Als nun das Schießen
begann, wurde der Schläfer von einer Kugel getroffen. Er
ſprang auf und wurde jetzt von zahlreichen Kugeln durch=
ohrt
. Da auf große Entfernungen geſchoſſen wurde, hat=
en
die Bedienungsmannſchaften der Maſchinengewehre
den aufſpringenden Mann für eine Scheibe gehalten. Erſt
nach Beendigung der Uebung wurde der Tote zwiſchen
den Scheiben gefunden. Der Arzt ſtellte feſt, daß der Tod
ſofort eingetreten ſein muß.
Köthen 7. Juli. Der Einjährig=Freiwilige im 4.
Fußartillerie=Regiment in Magdeburg Alfred Kühne, der
bei einem Beſuch im Elternhaus die Zeit der Rückkehr ver=
ſchlief
, wurde darüber ſo erregt, daß er einen Maſt der
Ueberlandzentrale erkletterte und ſich durch einen
6000 Volt ſtarken Strom töten ließ.
Hamburg, 6. Juli. Ein wegen Mißhandlung Arbeits=
williger
auf Grund von Ausſagen dreier Jungen im Alter
von 12 bis 15 Jahren zu fünf Monaten Gefäng=
nis
verurteilter Bergmann iſt jetzt, nachdem er
die Strafe bereits verbüßt hatte, im Wiederaufnahme=
verfahren
freigeſprochen worden, weil 14 erwachſene Zeu=
gen
das Gegenteil bekundet hatten, wie die jugendlichen
Belaſtungszeugen. Die Entſchädigung für unſchuldig er=
littene
Strafe bleibt einem beſonderen Verfahren vorbe=
halten
.
Gruetz bei Rathenow, 6. Juli. Von einem
ſchweren Unglück wurde die Familie Oskar
Löhr, vereidigter Bücherreviſor im Bezirk der Handels=
kammer
Berlin, betroffen. Mittelſt eines Ruderbootes
wollte er mit ſeiner Frau und ſeinem jüngſten Sohne eine
Fahrt von Berlin nach Hamburg unternehmen. Bei der
Gruetzer Stauſtufe wurde das Boot infolge ſtarken Stro=
mes
gegen die ſogenannten Archen geſchleudert, ſodaß das
Boot mitten durchbrach und alle drei Perſonen in die
Havel ſtürzten. Die Frau wurde bereits als Leiche ge=
borgen
, während die Leichen des Mannes und des Knaben
noch nicht gefunden wurden. Der älteſte Sohn war ſeinen
Angehörigen per Bahn und Omnibus nach Schollene nach=
gefahren
und erfuhr dort das Unglück.
Gmunden, 6. Juli. Der Großherzog von Meck=
lenburg
=Schwerin ſtürzte geſtern nachmittag vom
Pferde und erlitt leichte Verletzungen am Knie.
Zürich, 7. Juli. Auf der Drahtſeilbahn zwi=
ſchen
Ays und Dietſcheber ereignete ſich ein ſchwerer Un=
lücksfall
. Zwei Angeſtellte der Bahn benutzten
einen ſogenannten Schlitten zum Herunterfahren. Der
Schlitten geriet in einen ſo ſchnellen Lauf, daß die Leute
zie Gewalt über ihn verloren. Sie wurden herausge=
ſchleudert
und beide getötet.
London, 7. Juli. Die Morning Poſt meldet aus
Waſhington vom 6. Juli: Die Häufigkeit der Erdrut=
ſchungen
im Panamakanal bereiten den Inge=
nieuren
Sorge, denn ſobald nach einem Erdrutſch die
Erdmaſſen weggeſchafft ſind, finden neue Erdbewegungen
ſtatt und Tauſende von Tonnen ſtürzen nach. In dem
großen Durchſtich Colebro ſind die Eiſenbahnlinien, auf
denen das ausgehobene Material weggeſchafft wird ver=
ſchüttet
. In dem Durchſtich=Cuccrocho iſt nur noch eine
Linie in Betrieb.

Der neue preußiſche Kriegsminiſter.

* Berlin, 7. Juli. Generalmajor von Falken=
hayn
, Chef des Generalſtabes des 4. Armeekorps, wurde
unter Beförderung zum Generalleutnant ohne Patent zum
Staats= und Kriegsminiſter ernannt.
Der neue Kriegsminiſter von Falkenhayn iſt im Jahre
1861 geboren. EEr war früher Major im Generalſtabe der
oſtaſiatiſchen Beſatzungsbrigade, dann Oberſtleutnant und
Bataillonskommandeur im Infanterie=Regiment Nr. 92,
darauf Abteilungschef im Großen Generalſtabe und nach
ſeiner Ernennung zum Oberſt Chef des Generalſtabes des
16. Armeekorps und Kommandeur des 4. Garde= Regi=
ments
z. F. Seit dem 22. April 1912 zum Generalmajor
befördert, war er Chef des Generalſtabes des 4. Armee=
korps
.

Von der Kieler Woche.

* Travemünde 6. Juli. Als der Kaiſer ge=
ſtern
abend wieder an Bord ging, wurde am Ufer ein glän=
zendes
Feuerwerk abgebrannt. Der Kaiſer hielt heute
morgen Gottesdienſt an Bord der Hohenzollern ab und
begab ſich ſpäter auf die Hamburg 2 um an Bord die=
ſer
Jacht die heutige Regatta mitzuſegeln. Um 11,30
Uhr begann die Wettfahrt des Norddeutſchen Regatta=
vereins
und des Lübecker Jachtklubs auf der Lübecker
Bucht bei ſüdlichen Winden und bedecktem Wetter. In
Klaſſe A 1 ſtarteten Meteor Hamburg 2, Germania
und Margherita. Gemeldet waren 22 Boote,

Das italieniſche Königspaar
in Stockholm.

* Stockholm, 5. Juli. Heute nachmittag begab
ſich der König in Begleitung des Kronprinzenpaares und
des Miniſters des Aeußern an Bord der Königsjacht
Drott, um dem italieniſchen Königspaare
entgegenzufahren. Als die Drott ſich der Trinacria
näherte, brachte eine Schaluppe den König mit dem Kron=
prinzenpaar
und dem Gefolge an Bord der Trinacria.
Um 8 Uhr 45 Min. gingen beide Könige und die Königin
von Italien ſowie das Kronprinzenpaar in Stockholm an
Land. Nach Begrüßung des italieniſchen Königspaares
durch den Vizevorſteher des Stadtrats ſchritten die =
nige
die Front der Ehrenkompagnie ab, worauf ſich die
Herrſchaften in das Schloß begaben. Im erſten Wagen
fuhren die beiden Könige, im zweiten die Königin von
Italien mit dem Kronprinzenpaar. Bis zum Schloß bil=
deten
Gardetruppen Spalier. Eine große Menſchenmenge
hatte ſich eingefunden. Im Schloſſe empfing die Königin
ihre Gäſte, die ſie herzlich willkommen hieß.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Elektriſche Bahn ins Martinsviertel.
Auf dem neueſten Stadtplan, ausgeſtellt am Verkehrs=
bureau
, iſt die geplante elektriſche Bahnlinie markiert.
Danach ſoll ſie die Hochſchulſtraße, Pankratiusſtraße bis
in die Kaupſtraße und zurück über den Riegerplatz, Wenck=
ſtraße
, Pankratiusſtraße geführt werden. So erfreu=
lich
dieſes Projekt an ſich iſt, ſo unerfreulich iſt aber auch,
daß die Bahn die Pankratiusſtraße nicht weiter bis an
den Rhönring, oder doch wenigſtens durch die Liebfrauen=
ſtraße
zu dem Riegerplatz geführt werden ſoll. Da gerade
der Rhönring und die Liebfrauenſtraße ſehr dicht bevölkert
ſind, ſo dürfte Dieſer Vorſchlag die Bahn auch rentabler
geſtalten, ganz abgeſehen davon, daß ſchließlich auch dieſe
Einwohner eine gute Verbindung mit dem Stadtinnern
und dem Bahnhof verlangen können. Hoffentlich veranlaſ=
ſen
dieſe Zeilen die maßgebenden Körperſchaften zu einer
wohlwollenden Prüfung der Angelegenheit.
Einer für viele.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 7. Juli. Auftrieb durch Händler 101 Schweine
Auftrieb durch die Bezugsvereinigung 69 Schweine. Preiſe
1. Qualität, ausgeſuchte Ware, Schlachtgewicht 50 Kg., 78
Mark, 2. Qualität 77 Mark, 3. Qualität 76 Mark. Markt=
verlauf
: rege, wenig Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 7. Juli. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) 1. Ochſen: a) vollfleiſchige
ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes 1. in Alter von
4 bis 7 Jahren Lebendgewicht 5257 Mk. (Schlachtgewicht
9389 Mk.), 2. die noch nicht gezogen haben (ungejocht)
), b) junge fleiſchige, nicht ausgemäſtete und
ältere ausgemäſtete 4860 Mk. (8793 Mk.), e) mäßig ge=
nährte
junge, gut genährte ältere 4246 Mk. (7785 Mk.)
2. Bullen: a) vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten=
Schlachtwertes 4951 Mk. (8185 Mk.), b) vollfleiſchige
jüngere 4548 Mk. (7883 Mk.); 3. Färſen und Kühe
a) vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen, höchſten Schlacht=
wertes
4852 Mk. (8693 Mk.), b) vollfleiſchige ausge
mäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4
bis 49 Mk. (8688 Mk.), e) 1. wenig gut entwickelte Färſer
4246 Mk. (8188 Mk.), 2. ältere, ausgemäſtete Kühe und
wenig gut entwickelte jüngere Kühe 4045 Mk. (7484 M.
d) mäßig genährte Kühe und Färſen 3339 Mk. (66 bis
78), e) gering genährte Kühe und Färſen 2630 Mk. (54
bis 67 Mk.) 4. Gering genährtes Jungvieh (Freſſer)
a) mittlere Maſt= und beſte Saugkälber 5670 Mk. (95 bis
102 Mk.), b) geringere Maſt= und gute Saugkälber 525.
Mark, (8893 Mk.). 5. Weidmaſtſchafe: Maſtlämme
und Maſthammel 47 Mk. (98 Mk.). 6. Schweine: a) voll
fleiſchige Schweine von 80100 Kg. (160200 Pfund
Lebendgewicht 57,5060 Mk. (7577 Mk.), b) vollfleiſchig=
Schweine unter 80 Kg. (160 Pfund) Lebendgewicht 5
bis 60 Mk. (7375 Mk.), e) vollfleiſchige von 10012
Kilogramm (200240 Pfund) Lebendgewicht 57,5060 Mk=
(7577 Mk.); d) vollfleiſchige von 120150 Kg. (240 bis
300 Pfund) Lebendgewicht 57,5060 (7577 Mk.). Auf=
trieb
: Rinder 1344 Stück, darunter Ochſen 495, Bullen 72
Färſen und Kühe 777, Kälber 272, Schafe 151, Schwein
2505 Stück. Marktverlauf: Rinder gedrückt, gute Ochſer
geſucht. Schweine langſam. Beide Ueberſtand. Kälbe
gedrückt, Schafe ruhig, beide ausverkauft.
* Berlin, 5. Juli. Der Saatenſtand i
Preußen war Anfang Juli 1913, wenn 2 gut, 3 mitte
bedeutet, Winterweizen 2,6 gegen 2,5, Anfang Juni 191
und 2,4 Anfang Juli 1912, Sommerweizen 2,8 gegen 2,
bezw. 2,3, Winterroggen 2,7 gegen 2,7 bezw. 2,5, Sommer
roggen 3,1 gegen 3,0 bezw. 2,7, Wintergerſte 2,6 gegen 2,
bezw. 0,0, Sommergerſte 2,7 gegen 2,6 bezw. 2,3, Hafe
2,9 gegen 2,6 bezw. 2,5, Erbſen 3,2 gegen 2,9 bezw. 2,
Ackerbohnen 2,8 gegen 2,8 bezw. 2,4, Winterſpelz 2,5 gege

[ ][  ][ ]

2,4 bezw. 2,1, Wicken 3,1 gegen 2,9 bezw. 2,5, Kartoffeln
2,9 gegen 2,8 bezw. 2,7, Zuckerrüben 2,7 gegen 2,8 bezw.
2,6, Futterrüben 2,9 gegen 2,9 bezw. 2,6, Winterraps und
Rüben 3,3 gegen 3,3 bezw. 2,9, Flachs 2,7 gegen 2,6 bezw.
2,6, Klee 2,8 gegen 2,7 bezw. 3,3, Luzerne 2,6 gegen 2,6
bezw. 2,8, Rieſelwieſen 2,4 gegen 2,4 bezw. 2,3, andere
Wieſen 2,8 gegen 3,0 bezw. 2,6.

Erdbeben.

2. Erdbebenwarte Jugenheim, 7. Juli.
Geſtern, am 6. Juli früh, kurz nach 8 Uhr, fand ein ziem=
lich
kräftiges Erdbeben ſtatt, nach unſeren Auf=
zeichnungen
im Aegäiſchen Meer nahe Rieta, 2100 Kilo=
meter
von Jugenheim entſernt. Der erſte Hauptſtoß im
Erdbebengebiet fand um 8 Uhr 5½ Min. ſtatt.

Der Ausſtand in Südafrika.

* Johannesburg, 5. Juli. Heute mittag wurde
der Belagerungszuſtand proklamiert. Die
Drucker der Zeitung Transvaal Leader ſind in den Aus=
ſtand
getreten. Die Stadt iſt jetzt ruhig, das kampfluſtige
Element der Ausſtändigen ſcheint ſich vorläufig zurückge=
zogen
zu haben. Die Führer der geeinigten Arbeiterver=
bände
ſind gänzlich von der in der letzten Nacht erfolgten
beunruhigenden Entwickelung der Dinge abgerückt und
erklären, daß die Revolution gänzlich von ihrer Beweg=
ung
verſchieden iſt, die ein Generalſtreik ſei.
* Johannesburg, 5. Juli. Als ſich die Menge
vor dem Gebäude des Randklubs weigerte, auseinander=
zugehen
, feuerten die Truppen. Viele Perſonen
wurden getötet, die übrigen entflohen.
Johannesburg, 6. Juli. Die Zahl der Lei
den Straßenkämpfen Getöteten und Verletzten ſoll
über 100 betragen. Zwei Stunden lang fegten die Trup=
pen
mit ihrem Feuer die Hauptſtraßen rein. Die Ambu=
lanzen
waren dauernd in Tätigkeit gehalten. In verhält=
nismäßig
kurzer Zeit ſind auf verhältnismäßig kleinem
Raume Schätzungen zufolge etwa 60 Leute getötet und
verwundet worden. Die Bedingungen, unter denen der
Streik beendet werden ſollte, ſchreiben vor, daß die Aus=
ſtändigen
nach ihren Wohnorten zurückkehren und die
Ruheſtörungen ein Ende nehmen. Die Ausſtändigen in
Kleinfontein ſollen wieder angeſtellt werden.
Die Regierung gewährt den Arbeitswilligen eine ange=
meſſene
Entſchädigung. Auch die Ausſtändigen auf an=
deren
Gruben ſollen zur Arbeit zurückkehren; ſie ſind wie=
der
anzuſtellen, ſobald der Betrieb in den Gruben wieder
aufgenommen wird. Den Vertretern der Arbeiter iſt ge=
ſtattet
worden, irgendwelche anderen Beſchwerden der Re=
gierung
vorzulegen, die ſie unterſuchen wird.
* Johannesburg, 6. Juli, 8.30 Uhr abends.
Streikende und Rowdies brannten in Be=
noni
eine Anzahl kleiner Läden und Wohnhäuſer nie=
der
, die Freunden von Streikbrechern auf der Kleinfontein=
Grube gehörten, und ſprengten dann die Filiale der Zei=
tung
Star in die Luft. Schließlich wurde die Ordnung
wieder hergeſtellt. Der Weſtrand iſt ruhig. 1500 Einge=
borne
, die in Randfontein. mit Knüppeln bewaffnet, aus
ihrem Compound ausbrachen, wurden von den Huſaren
zurückgetrieben.
Das Ende des Ausſtandes.
* Johannesburg, 5. Juli. Die Verhandlungen,
welche General Botha General Smooth und Sir
George Farrar mit den Führern der Ausſtändigen
heute nachmittag geführt haben, ſind zu einem erfolg=
reichen
Abſchluß gelangt. Die Führer der Aus=
ſtändigen
haben den vorgeſchlagenen Bedingungen, die
noch. nicht veröffentlicht ſind, zugeſtimmt. Der Streik
iſt für beendet erklärt worden; die Leute kehren
unverzüglich zur Arbeit zurück.
* Johannesburg, 6. Juli. Die Streikführer er=
klärten
geſtern, daß auf dem ganzen Reef die Beding=
ungen
zur Beendigung des Streiks angenom=
men
worden ſind.
* Johannesburg, 7. Juli. Eine Abordnung
von Streikführern, die das Abkommen über die Be=
endigung
des Streiks unterzeichneten, begab ſich heute vor=
mittag
nach Pretoria, um mit dem Premierminiſter
Botha die auf den Schutz der Arbei’swilligen bezüglichen
Bedingungen zu beſprechen.

Der neue Balkankrieg.
Die beiderſeitigen Siegesmeldungen und Dementis.

* Sofia, 7. Juli. Alle Verſuche des Belgrader
Preſſebureaus, ſchreibt die Agence Bulgare. zu bbehaupten,
daß der Beginn der militäriſchen Operationen von den
Bulgaren mit Vorbedacht ſeit langem vorbereitet geweſen
ſei, entbehren jeder Grundlage, desgleichen die Ge=
rüchte
von einem großen Erfolg der ſerbiſchen Ar=
mee
. Die bulgariſchen Trupven mußten bereit ſein, einen
möglichen Angriff der ſerbiſchen und griechiſchen Truppen
zurückzuweiſen. Dies wurde nötig durch die Heraus=
forderungen
. die ſeit Beginn des Monats Inni ſehr häufig
ſtattgefunden haben und auch durch den Umſtand, daß vom
10. (23.) Juni an ſich die Generalſtabschefs der Serben
und Griechen zuſammengefunden haben, um den ge=
meinſamen
Operationsplan gegen die Bulgaren feſtzu=
ſtellen
, eine Zuſamnsenkunft, über die der bulgariſche
Generalſtabschef authentiſche Nachrichten beſeſſen
hat. Wir beſtreiten die von dem Preſſebureau gemeldete
Niederlage des rechten bulgariſchen Flügels und der
ſiebenten bulgariſchen Diviſion. Die Wahrheit iſt, daß
die Serben geſtern die mazedoniſch=adrianopolitaniſche Le=
gion
heftig angegriffen haben, von ihr aber, ohne daß
dieſe erſchüttert worden wäre, zurückgewieſen worden ſind.
Sie erlitt dabei erhebliche Verluſte. Während dieſer Zeit
griff die ſiebente bulgariſche Diviſion die Serben in der
Flanke an und warf ſie in ihre früheren Stellungen zu=
rück
. Was die Nachrichten über die Gefangennahme bul=
gariſcher
Generale und die Erbeutung zahlreicher Tro=
phäen
betriftt, ſo iſt der Zweck derſelben offenſichtlich der,
den niederdrückenden Eindruck der Nkederlagen der Ser=
ben
bei Krivolek und Sankt Nikolaus abzuſchwächen.
* Belgrad, 6. Juli. Entgegen bulgariſchen
Meldungen, die in einigen Fällen augenfällige Unwahr=
heiten
enthalten, iſt das ſerbiſche Preſſebureau ermächtigt,
zu erklären, daß die ſerbiſche Regierung beſtrebt iſt, vom
Anſange der neueſten kriegeriſchen Verwicklungen an eine
wahre Darſtellung der Lage auf dem Kriegsſchau=
platz
zu geben, und daß man von dieſem Grundſatz ſelbſt
in den Fällen nicht abgewichen iſt, die für Serbien we=
niger
günſtig waren, wie dies ſämtliche in den letzten
Tagen veröffentlichte Bulletins beweiſen. Das Preſſe=
bureau
iſt nicht willens, die bulgariſchen Sieges=
nachrichten
, die im allgemeinen angebliche Operatio=
nen
beſprechen, ohne Namen zu nennen, ohne weiteres
unwiderlegt zu laſſen. Das iſt begreiflich, wenn man
berückſichtigt, wie rückſichtslos die Agence Bulgare die

öffentliche Meinung Europas ſelbſt in jenen Fällen in die
Irre führen will, in welchen ſerbiſche Erfolge durch Ge=
fangennahme
ganzer Bataillone und Beſetzung wichtiger,
von den Bulgaren gehaltener Punkte, wie beiſpielsweiſe
Retke=Bukwi, Raitſchani und Kotſchana, bekräftigt werden.
Die Mobiliſierung Rumäniens.
* Bukareſt, 6. Juli. Der Thronfolger Prinz
Ferdinand iſt zum Kommandanten der Operationsarmee
ernannt worden. Der König hat eine Amneſtie für
Deſerteure erlaſſen, die ſich bis Ende Auguſt bei der ak=
tiven
Armee, Reſerve oder Miliz ſtellen.
* Bukareſt, 6. Juli. Die Wirkungen der Mo=
biliſierung
auf das öffentliche und private Leben
beginnen ſich zu zeigen. Infolge Mangels an Perſonal
haben die kleineren Verwaltungen und Banken ihre Bu=
reaus
geſchloſſen. Die Zeitungen beſchränken ſich in ihren
Ausgaben auf zwei Seiten, was ſowohl aus Mangel an
Perſonal; als auch aus Paviermangel notwendig wird,
deſſen Zufuhr infolge der Einſtellung des Eiſen=
bahnverkehrs
beſchränkt iſt. Der Verſuch einiger
Kaufleute, die Lebensmittelpreiſe zu erhöhen, führte zu
einer Auflehnung des Publikums, das die Läden zerſtörte.
Der Handelsminiſter Tenopol berief zum nächſten Diens=
tag
eine Verſammlung der Präſidenten der Handelskam=
mern
des Landes ein, um Maßregeln zur Verhütung einer
Teuerung zu beraten. Infolge der Einberufung der Kut=
ſcher
und Requiſition der Pferde beginnt ſich ein fühlbarer
Mangel an öffentlichem Fuhrwerk bemerkbar zu machen.
* Bukareſt, 7. Juli. Bis zum zweiten Mo=
bilmachungstage
hatten ſich anſtatt der vorgeſchrie=
benen
400000 Mann 610000 Mann gemeldet. Daß
Oeſterreich=Ungarn eine Rumänien feindſelige Haltung
einnehme, wird vom Miniſter des Aeußern als gänzlich
unwahr dementiert.
Die Türkei gegen Bulgarien.
Konſtantinopel, 6. Juli. Wie an unterrichte=
ter
Stelle verlarcket, hat die Pforte Bulgarien auf=
gefordert
. Rodoſto, ſowie die Küſte des Marmarameeres
umgehend zu räumen und die endgültige Feſtlegung
der Grenze Enos-Midia vorzunehmen. Wie weiter ge=
meldet
wird, beſchloß die Regierung, den bulgariſchen
Truppen eine eintägige Friſt für die Räumung des Mar=
marabeckens
zu geben. Nach Ablauf dieſer Friſt iſt ein
Vorgehen gegen die Bulgaren beſchloſſen. Nach
dem heutigen Miniſterrat reiſte der Kriegsminiſter zur
Armee ab. Eine Verſtändigung der Türkei mit
Rumänien iſt abgeſchloſſen.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Belgrad, 6. Juli. Das ſerbiſche Preſſebureau
meldet: Unſere Truppen haben Kotſchana und das
ganze Gebiet bis zum Bregalnitza=Flutz beſetzt, wo ſie
einen Kampf zu beſtehen hatten mit den Reſten des rech=
ten
bulgariſchen Flügels, der aus ſtark befeſtigten Stel=
lungen
vor der Stadt den Rückzug der vorher geſchlage=
nen
ſiebenten (Rilo=) und der viersen (Preßlaw=) Diviſion
deckte. Unter Zurücklaſſung von Gewehren und Munition
iſt der Feind nach erbittertem Kampfe geſchlagen worden.
Er ging. von unſeren Truppen verfolgt, in der Richtung
auf Zarewo=Selo zurück.
* Belgrad, 6. Juli. Heute wurde Kriwolak
von den Serben zurückerobert.
* Athen, 5. Juli. Die griechiſche Regierung ordnete
die Blockade über die thraziſche Küſte zwiſchen
Enos und der Strymon=(Struma=)Mündung an, dieſe mit
einbegriffen (vom 26. Grad 5 bis 23. Grad 53 öſtlicher
Länge Greenwich) auf 5 Meilen ſeeinwärts. Den neutra=
len
Schiffen, die ſich in den blockierten Häfen befinden,
wird eine freie Abfahrt innerhalb 24 Stunden bewilligt.
Die griechiſche Regierung erklärte den Kriegszuſtand.
Neutrale Schiffe, die nach bulgariſchen Häfen am Schwar=
zen
Meere beſtimmt ſind, werden einer Durchſuchung
wegen Kriegskonterbande unterworfen.
Letzte Nachrichten.
* Belgrad, 7. Juli. Die Kriegskorreſpon=
denten
ſind nach Uesküb abgereiſt. Nach einer Ankün=
digung
des Armeekommandos wird ihnen der Zutritt zum
Kriegsſchauplatz gewährt.
* Belgrad, 7. Juli. Die bulgariſchen Ver=
ſuche
, bei Pirot die Grenze zu überſchreiten, ſind miß=
lungeen
. Geſtern verſuchten die Bulgaren, bei Obreno=
witſch
die Grenze zu überſchreiten.
* Wien, 7. Juli. Der Spezialkorreſpondent der
Reichspoſt in Sofia meldet: In der Schlacht an der Bre=
galnitza
wurden bei dem ſiegreichen Gegenangriff der bul=
gariſchen
Armee ſüdlich von Deslinici das 3. 4. und 11.
ſerbiſche Regiment vollſtändig aufgerie=
ben
. Die aus 15000 Mann beſtehende Timokdiviſion,
welche den weſtlichen Flügel der Serben bildete, wurde
durch Einklemmung von den Bulgaren vollſtändig erdrückt.
Es blieben nur 4000 Mann am Leben. Von Weſten und
Oſten durch eine Umgehung bedroht, trat die ſerbiſche Ar=
mee
den Rückzug an. Die ſerbiſche Armee iſt in Gefahr,
in dem unteren Morowatale abgeſchnitten zu werden.

Literariſches.

Handelsſprache. Den vielen Kaufleuten,
die im Februar Herrn Lettenbaurs Vortrag über
Kaufmannsdeutſch hörten, und allen übrigen Sprach=
freunden
wird es willkommen ſein, daß die Rede im Druck
erſchienen iſt. Das 24ſeitige Heftchen wird vom Schatz=
niſter
des Sprachvereins, Buchhändler L. Saeng
(Sohn), Kirchſtraße 20, für 10 Pfg. abgegeben. Das in
jener Verſammlung erwähnte, vom Sprachverein ver=
öffentlichte
Verdeutſchungsbuch Der Handel iſt durch
einen Ausſchuß von Großkaufleuten neu bearbeitet wor=
den
und nun in vierter Auflage erſchienen. (80 Pfg.)
Handelsgeographie von Prof. Dr. Fritz
Regel, o. 5. Profeſſor der Geographie an der Univer=
ſität
Würzburg. (19. Band von Violets Globus=Bücherei.)
Verlag von Wilhelm Violet in Stuttgart. In Leinen
geb. 4 Mk. Dieſer 500 Druckſeiten umfaſſende Band ſtellt
eine weitgehende Umarbeitung der früheren Auflage dar.
Er iſt nunmehr zu einem Lehrbuch der Handelsgeographie
geworden, das kaufmänniſchen Kreiſen in dieſer Kompen=
dienform
gewiß willkommen iſt. Ueberall ſind der Boden=
bau
und die Bodenerzeugniſſe, die Viehzucht, der Berg=
bau
, die mannigfachen Induſtrien, der Handel und Ver=
kehr
ausreichend berückſichtigt worden. Ein ſorgfältig be=
arbeitetes
, 40 Seiten umfaſſendes Verzeichnis läßt das
Werk als Nachſchlagebuch für jedes Kontor vorzüglich
brauchbar erſcheinen.
Jahrbuch des Hanſabundes für 1913.
Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9. Preis 1,25 Mk.,
für Mitglieder des Hanſabundes 1 Mk. 320 Seiten in
biegſamem Leinenband. Im vorigen Jahre brachte der
Hanſabund zum erſten Male ſein Jahrbuch heraus, das
von der geſamten Preſſe vorzüglich beſprochen wurde und
ſich ſchnell ſeinen Platz eroberte. Es kann keinem Zweiſel
unterliegen, daß die jetzt vorliegende zweite Ausgabe für
1913 noch eine weſentliche Verbeſſerung darſtellt.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)

* Wiesbaden, 7. Juli. Heute beginnen hier die ſich
auf drei Tage erſtreckenden Feſtlichkeiten aus Anlaß
des 100jährigen Jubiläums des Füſilier= Regi=
ments
v. Gersdorff (Kurheſſiſches) Nr. 80. In zehn
Etrazügen trafen heute im Laufe des Vormittags über
18000 ehemalige Angehörige des Regiments ein.
* Kronberg, 7. Juli. Das Prinzenpaar Friedrich
Karl von Heſſen iſt heute nachmittag gegen 5 Uhr
nach Wiesbaden gefahren, um an der Hundertjahrfeier des
Füſilier=Regiments (Kurheſſiſches) Nr. 80 teilzunehmen.
* Mindelheim (Schwaben), 7. Juli. Bei einem heute
Nacht auf dem Anweſen des Oekonomen Rieder= Lannen=
berg
ausgebrochenen Großfeuer, das alle Gebäude
einäſcherte, ſind der fünfjährige Sohn des Beſitzers, der
Knecht Lochner und der Taglöhner Schweigert verbrannt.
Die übrigen Bewohner konnten nur mit Mühe ihr Leben
retten.
* Wien, 7. Juli. Bürgermeiſter Weiskirchner über=
mittelte
dem Grafen Zeppelin anläßlich ſeines
Geburtstages die Glückwünſche der Stadt Wien.
* London, 7. Juli. Am Hudſonriver riß ſich ein
Luftſchiff los in welchem ſich ein junger Aſſiſtent
befand und ſtieg plötzlich 5000 Fuß hoch. In ſeiner Un=
erfahrenheit
warf der Aſſiſtent noch Ballaſt aus, ſo daß
das Luftſchiff auf 8000 Fuß Höhe ſtieg. Nach zwei=
ſtündiger
Fahrt gelang es dem Inſaſſen, eine Landung zu
ermöglichen, indem er die Ventile öffnete, ſo daß der
Ballon fiel. Im Waſſer begann der Ballon plötzlich wie=
der
zu ſteigen. Der Aſſiſtent ſprang aus der Gondel und
ſchwamm einem Boote entgegen, das ihn in Sicherheit
brachte.
* Benghaſi, 7. Juli. Da der kürzliche Ueberfall
auf die Abteilungen der Majore Billi und Miglaccio von
500 bewaffneten Eingeborenen mit 2 Geſchützen aus=
geführt
wurde und weitere Verſtärkung der Eingeborenenzu
erwarten war, hat General Tortoni beſchloſſen, die Auf=
ſtändiſchen
zu zerſtreuen, bevor ſie ſich vereinigen könnten.
Er übernahm ſelbſt die Leitung der Operation und mar=
ſchierte
mit drei Abteilungen nach Zauja Feidia. Durch
einen heftigen Angriff wurde der Feind gezwungen, ſich
nach Zauja Feidia zurückzuziehen. Die Italiener nahmen
trotz der Hitze die Verfolgung mit großer Bravour auf.
Die Verluſte des Feindes ſind bedeutend. Auf dem Vor=
marſch
wurden etwa 150 Leichen gezählt. Bei den Italie=
tern
wurde ein Askari getötet, drei Askaris ſchwer und
14 Alpenjäger und 11 Askaris leicht verwundet.

Frankfurt a. M., 7. Juli. Der anſcheinend geiſtes=
geſtörte
25jährige Aushilfsbriefträger Friedrich Bam=
bach
ſtürzte ſich heute nachmittag aus dem Manſarden=
fenſter
und blieb mit zerſchmettertem Schädel tot liegen.
Der 17jährige Taglöhner Beſſert aus Walldorf ſtürzte
bei einem Neubau in den Keller und erlitt lebensgefähr=
iche
Verletzungen.
München, 7. Juli. Nach dem Rennen in Riem ſind
drei Jockeis vom Publikum mißhandelt worden,
weil ſie die Pferde teilweiſe im Schritt über die Bahn
gehen ließen, als keiner die Führung übernehmen wollte.
Eſſen, 7. Juli. Auf der Zeche Braſſe bei Marl
wurden vier Bergleute verſchütteet; zwei konnten
gerettet werden.
Petersburg, 7. Juli. In Kaliſch brachen Diebe
in die Franz Joſefs=Kirche ein und beraubten die Heili=
genbilder
der Diamantkronen uſw. Da man Juden der
Tat verdächtigte, brach unter der Bevölkerung eine Pa=
nik
aus, weil man ein Progrom befürchtete. Die
Polizei entdeckte aber die Diebe und verhaftete ſie. Jetzt
herrſcht wieder Ruhe.
(Schluß des redaktionellen Teils.,

Inventur-
Ausverkauf
Günstige Gelegenheit
zum Einkauf von
Wäsche jeder Art.

Die Preise sind weit herabgesetzt.

Eichbergs Nachfolger
29 obere Wilhelminenstrasse.

(14796

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Barcelona nach Montreal, 30. Juni
6 Uhr abends in Quebec. Blücher von Boſton kom=
mend
, meldet drahtlos, am 2. Juli 7 Uhr 30 Min.
abends in Plymouth zu ſein. Hamburg 1. Juli 5 Uhr
nachm. von Neu=York über Gibraltar und Neapel nach
Genua. Imperator von Neu=York kommend, 2. Juli
6 Uhr 15 Min. morgens von Cherbourg nach Hamburg.
Salamanca 1. Juli 11 Uhr morgens von Neu=York
nach Phikadelphia. Wittekind nach Quebec und
Montreal, 30. Juni 5 Uhr 30 Min. nachm. von
Rotterdam. Weſtindien, Mexiko: Antonina nach
Havana und Mexiko, 1. Juli 11 Uhr morgens in Ma=
laga
. Conſtantia 30. Juni in Pto. Meriko. Dania
nach Havana und Mexiko, 1. Juli 10 Uhr abends von
Havre. Frankenwald 1. Juli in Veracruc. Fürſt
Bismarck von Mexiko und Havana kommend, 1. Juli
8 Uhr abends von Coruna. Wasgenwald von Mexiko
und Havana kommend, 2. Juli 6 Uhr 15 Min. morgens
Queſſant paſſiert. Weſterwald 30. Juni in Progreſo.
Verſchiedene Fahrten: Kurmark nach Indien, 2. Juli
4 Uhr 25 Min. morgens von Cuxhaven nach Bremen.
Nordmark 1. Juli von Karachi nach Suez. Oſtmark
nach Indien, 1. Juli morgens in Port Said. Rhenania‟
30. Juni in Delagoabay. Windhuk nach Afrika,
30. Juni nachm. von Southampton.

[ ][  ][ ]

Die glückliche Geburt eines kräftigen
Mädchens
zeigen hocherfreut an
Gerhard von Gustedt
Leutnant im Grossh. Hess. Garde Drag.-Regt.
und Frau Elisabeth, geb. von Ewald.
Darmstadt, Sonntag, den 6. Juli 1913.

(14864

Meiere

Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 8. Juli:
Zunächſt trüb und tühl mit Regenſchauern; ſpäter all=
mählich
aufheiternd

Militär=Maſſenkonzert um 8 Uhr im Saalbau.
Vilder vom Tage (Auslage: Erpedition, Rhein=
ſtraße
23): Der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark zu Stel=
lingen
, Brindejone in Kopenhagen, die Reichstags=
ſitzung
vom 30. Juni, in der die Wehrvgrlagen ange=
nommen
wurden.

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 9. Juli.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr, Runde=
turmſtraße
16.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebevolle Gattin, unſere treubeſorgte
Mutter
(14849
Anna Geibel
geb. Rau
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
getragenem Leiden heute vormittag 11¼ Uhr
im Alter von 47 Jahren zu ſich abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Bürgermeiſter Geibel und Kinder.
Hahn, den 7. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Juli,
nachmittags 2½ Uhr, ſtatt.

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr, Klap=
pacherſtraße
6.
Baugeräte=Verſteigerung um 9 Uhr ( Zuſam=
menkunft
Ecke Arheilgerſtraße und Rhönring).

Kunſthalle an Rheintor, geöſnet Wertegs von
114 und Sonntags von 104 Uhr.

Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach längerem,
ſchwerem Leiden meine innigſtgeliebte Gattin,
unſere liebe Tante
(14865
Frau Karoline Weis
geb. Metzger
im 62. Lebensjahr.
Der trauernde Gatte:
Gotthold Weis,
Weichenſteller i. P.
Darmſtadt (Sackgaſſe 7), den 7. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Juli,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus ſtatt.

Drick und Perlagt 4. 6. Pitlichihe Haſbuhornckanch
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtripte werden nicht
zurückgeſandt.

ur dis Reisezer
empfehle mein grosses Lager
in Koffern, Handtaschen, Reise-Necessaires, Toiletten-Rollen,
Reise-Plaids, Hutschachteln, in Holz und Imitation.
Die letzten Neuheiten in Damentaschen und anderen feinen Lederwaren.
W. Kamitter, Ernst-Ludwigstrasse 21
(14800ids
Eigene Anfertigung in Offenbach am Main.

1 Nähmaſchine, 1 Betſtelle,
lack. mit Stahl= und Kapock=
matratze
, 1 Fahrrad, alles wie
neu, ganz billig abzugeben. (*2623
Werl=
Mathildenplatz 8, ſtätte

zweträd., groß,
Handwagen, paſſ. f. Möbel= od.
Gemüſetransport, und ein großer,
wachſamer Hofhund billig abzu=
geben
Kleine Bachgaſſe 10. (*2614
Zahle für. getr. Kleider. Schuhe,
J Bettw. u. Möbel d. h. Preis.
Wilh. Heyl, Langeg. 18.
(*2619

Ein armer
Hausbursche
verlor am Sonntag, d. 6. Juli,
morgens, 30 Mark (ein Zwan=
zigmarkſchein
und ein Zehnmark=
ſchein
) beim Kundſchaftbeſorgen.
Der ehrliche Finder wird ge=
beten
, dieſelben in der Exp. ds.
Bl. zu hinterlegen.
(*2628

gutes, ſowie
Gebr. Schuhwerk defektes, be=
zahlt
am beſten C. Minkler, Lange=
gaſſe
10, chriſtl. Geſchäft. (13681a.

Eücht. kautionst Wirteleute ſuch.
gutgehende Wirtſchaft. Off.
u. W22 Exped. ds. Bl. (*2598

Glottgehende Reſtauration ſof.
2 an tücht., kautionsf. Wirtsl. zu
verm. (Metzger bevorzugt). Off. u.
W33 an die Exp.
(*2617

1 Glucke mit 9 Kücken, 14Tage
1alt, und junge Legehühner,
Frühbrut, zu verkaufen, Wein=
bergſtraße
40.
(*2621
Meeee eene See
25 auf dem Lande wünſchr eine
Dame zu ihren Töchtern (14= bis
16jähr.), eine gleichaltrige Penſio=
närin
. Nähere Auskunft unter
V 95 an die Exped. (14782oi

Zahnärztin
Heuss-Bannicke
Zahnarzt (147450
Albert Heuss
sind vom 12. Juli ab
verreist.

ſchwarz voliert,
1 Säule, 1.20 m hoch, bill.
zu verk. Anzuſ. 112 Uhr. (*2579
Lauteſchlägerſtr. 42, Htb., 1. St.

Friſtall=Kronleuchter, 6flam.,
K Gas und Glektr., komplelt
50 Mk. G. Starck, Gürtler, Fein=
mechaniſche
Werkſtätte, Frank=
(*2594
furterſtraße 5.

Wochenpreiſe für neue Kartoffeln!
Kaiſerkronen
10 Pfund 10 Pfg.
Gabſtäſige Sialener Farteſin
10 Pfund 4 0 Pfg.
Prompter Verſand auch nach allen Stadtteilen, auch
(14861
des kleinſten Quantums!
Mathildenplatz 1
Morlz Landaurelesn. 184

[ ][  ][ ]

Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange Be=
dürfnis
, jeden Mittwoch, nachmittags von 56 Uhr, im Schul=
haus
in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene, ſowie für
ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kinder ſtatt.
(14133a
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.

Großer freihändiger Möbel=Verkauf
im Auktions- und Möbelhaus
Bleichſtraße 1
Telephon 1774.
Telephon 1774
Im gefl. Auftrage wegen Wegzug und Auflöſung des Haus=
haltes
zu Verſteigerungspreiſen:
Sofa, 2 Seſſel, 4 Stühle mit Seidenbezug, 1 runder
1 Salon: Tiſch und Zierſtühle, hochelegant.
1 Pianino, 1 kl. Kaſſenſchrank, Schreibtiſche m. Aufſatz, Rollpult,
Auszug= u. and. Tiſche u. Stühle, 12 eich. Eßzimmer= u. 6 nußb.
Stühle, Waſchſchränke, Kleiderſchränke, 1tür., 4 Spiegelſchränke,
1 Glasſchrank, Mahag., Diwan m. Umbau, 5 Diwans, 2 Chaiſe=
longue
, 1 Diwan u, 2 Seſſel, 1 Leder= u. 1 Klubſeſſel, 1 Leder=
ſeſſel
, 1 groß. Büfett, 1 kl. Büfett, 1 Kredenz m. u. ohn. Mar=
mor
, 1 Trumeauxſpiegel ſchw., 1 Babykorb m. Badewanne,
Küchentiſche, Bücherſtänder, Kommode, Sekretär, Nähtiſche,
Spieltiſch, Bettzeug, Roßhaarmatratzen, große u. kleine Teppiche,
6 Läufer, Damenſchreibtiſch, Vertikow, Flurgarderobe, Gas=,
Elektr. u. Petrol.=Lüſter, Reiſekorb u. Koffer, Herren=Anzüge,
Frauenkleider, 2 ſilb. Fiſchbeſtecke, gold. u. ſilb. Herren=Uhren,
Broſchen u. Ringe, 1 Partie Kryſtallgläſer u. Flaſchen für Wein,
Likör uſw., 1 2tür. Kleiderſchrank, nußb. m. engl. Zügen, Pracht=
ſtück
, 1 kompl. Wirtſchaftsbüfett, Warenſchränke u. vieles Ungen.
2 eich. Kleiderſchränke u. Truhen, 1 Kom=
Antike Möbel mode, 1 Trumeauxſpiegel, Kommode und
Vitrine in Kirſchbaum.
1 vollſt. ausl. Rüſtung, Gewehre, Säbel,
Alte Waffen Piſtolen, altes Zinn uſw.
darunter Paul Weber, Kolſchenreiter, Meißen
Oelgemälde und andere gute Meiſter durch
Auktionator und
e
Krammmeen,
Taxater
Verkauf täglich, ununterbrochen geöffnet.
Annahme von Verſteigerungen u. Verkäufen ſowie Taxationen,
la Referenzen.
(14835

ur Gie Reisezen
empfehlen wir unsere feuer- und diebessichere
Sarkarffst
zur Verwahrung von Wertgegenständen, sowie unsere
vermietbaren Schrankfächer (Safes).
Kreditbriefe auf alle grösseren Plätze.
Ausländische Geldsorten.
(14822if

Rheinstrasse 24

Ecke Saalbaustrasse.

mit Kordel von Mk. 2.00 an
ohne Kordel von Mk. 4.50 an.
Bei Aufträgen von auswärts
bitte um Einsendung einei
Haarprobe.
Günstige Gelegenheit für
Wiederverkäufer.
Anfertigung sämtlicher Haar-
arbeiten
aus ausgekämmten
Haaren zu den billigsten
Preisen.
Auffärben alter Haararbeiten
in wenigen Stunden.
20 Jahre jünger gibt grau.
Haaren die Naturfarbe wieder.
Fl. Mk. 3.50. (8923a

Zahnärztliche Praxis
Zam Arzt Wolters
17 Rheinstrasse 17 Ecke Grafenstrasse
den ganzen Tag geöffnet.
Behandlung aller Mitglieder von Kassen, die
dem Krankenkassenverband angehören.

14137a

Scholl’sches Tanzinstitut.
Tanzlehrſtunden finden in zwei getrennten Kurſen ſtatt, und zwar:
Dienstag und Freitag
im weißen Saale der Stadt Pfungſtadt, Eliſabethenſtraße
Montag und Donnerstag
Wendelſtadtſtraße 56.
Anmeldungen daſelbſt, ſowie Mühlſtraße 26, 2. Stock. (*2569
Privatſtunden zu jeder Tageszeit.

Philipp Scholl, Tanzlehrer.

ei Erkrankungen der Harnorgane, Nieren-
Keilquelle u. Blasenleiden, harnsaurer Diathese, Gicht,
Schlossbrunnen diätetisches Tafelwasser.
7 Minuten vom Bahnhof Rappoltsweiler. Schöne Kuranlagen,
Carolaba0 Mineralbäder und Mineralschwimmbad. Vollständig renoviertes
Kurhaus mit elektrischem Licht. Vorzügliche Küche.
Die Mineralwässer sind in allen einschlägigen Geschäften erhältlich.
Hauptniederlage in Darmstadt: A. Merz, Eiergrosshälg.,
Schulstrasse 12, Telephon 160. Prospekte durch Carola-
bad
A.-G., Rappoltsweiler.
(II,12495

Gebrauchte Sacke

kauft
14508a)

S. Schneider,
Neue Ireneſtr. 57.

2!
Wer dort? (14722a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ichkomme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.

Kaufe

efragene
kleider
Uniformen aller Art, Stiefel,
Wäſche, Bettfedern, alte Waffen,
Zahngebiſſe uſw. (13598a
Obstfeld, Kl. Bachgaſſe 5
Teleph. 2085. Poſtkarte gen.
Komme auch auswärts.
Kl. guterh. Weinfäſſer zu kauf.
geſucht. Offerten unter V 92
an die Expedition d. Bl. (*2501oi

Kaufe gebr. Möbel
ganze Wohn.=Einrichtung. u. Nach=
läſſe
gegen ſofortige Kaſſe. (9948a
J. Lich. Alexanderſtr. 3, pt.

laſchen kauft fortwährend zu den
6 höchſten Preiſen Wagner

Dieburgerſtraße 4.

(*2613id

GDegen (115er) u. Manöverkiſte
zu kaufen geſ. Off. m. Preis
unter W 9 an die Exp. (*2553

Zume Nochste
Preiſe für getragene Kleider, Schuhe
Wäſche uſw. Poſtkarte genüg
A. Hochmann,
*2576imf) Kl. Ochſengaſſe 16.

Ladwiginter Saut
Spezial-Abteilung für Gardinen, Dekorationen, Teppiche.

Ei-

Grossernveitur
Ausverkauf
zu ganz besonders herabgesetzten Preisen in
Gardinen, englisch Tüll, per Paar
früherer Preis 5.25 7.50 9. 14. 16.50 31.-
Ausverkaufspreis 4.25 5.95 6.75 9.75 12.50 20.50
mit reicher Spachtel-
Schweizer Tüll oder Spitzenarbeit
früherer Preis 33.50 49.-
33.
Ausverkaufspreis 23. und elfenbein mit
Tüll-Dekorationen
farbigen Effekten
früherer Preis 20.
25.
Ausverkaufspreis 10.50
15.
reiche Stickerei- oder
Elegante Halbstores Spitzen-Ausführung
30.
früherer Preis 26.
45.
Ausverkaufspreis 18.
23.-
32.
Etamine-Dekorationen
früherer Preis 13.75 20.
25.

Ausverkaufspreis 11.75 15. 18.
Leinen-Dekorationen
in reichster, elegantester Ausführung
(Künstler-Dekorationen)
25. 22. 22.50
früherer Preis per Garn. 33.
15.
12.
Ausverkaufspreis p. Garn. 22.50 18.
Tuch- u. Gobelin-Dekorationen

früherer Preis

18.

22.

29.-

Engl.
Tüll

Ausverkaufspreis 10.50 13.50 18.
Parade-Bettdecken
8.50
früherer Preis 6.50
Ausverkaufspreis 4.50
6.
Elegante Parade-Bettdecken
mit reicher Spitzentüll- und Handklöppelarbeit
früherer Preis 35.
80.
75.

Ausverkaufspreis 27.

45.

53.

Köper-, Leinen- und Satin-Zug-Vitragen
(Sonnen-Gardinen)

früherer Preis 4.90

6.50

11.25

19.

Ausverkaufspreis 3.50 4.50 7.
8.
Querbehangborden in Tuch und Gobelin
früherer Preis 2.
2.60 per Meter
Ausverkaufspreis 1.20 2.25 per Meter
Tüll-Volants in reichster Ausführung
früherer Preis 1.50
2.25 per Meter
Ausverkaufspreis 0.75
1.20 per Meter
Transparent-Stoffe für Sonnengardinen
früherer Preis 1.40
1.60
Ausverkaufspreis 0.90 1.05
für Schlafzimmer-
Mull- u. Etaminestoffe
Gardinen

früherer Preis
Ausverkaufspreis

2.
0.90

1.05

2.50
1.90

Foste-Ausverkauf
zu bekannt billigsten Preisen.

einzelner Gardinen, Dekorationen, Stores
Beitdecken etc.
Mit meinem diesjährigen Ausverkauf biete ich für jeder-
mann
die denkbar günstigste Einkaufsgelegenheit.
In meinen Ausstellungs-Erkern Elisabethen-,
Ecke Zimmerstrasse, sind oben angeführte Ausverkaufs-
Artikel mit deutlich sichtbaren Preisen versehen zur Schau
gestellt.
Bei Kasse-Zahlung gewähre auch für sämt-
liche
Ausverkaufswaren 3% Skonto.
(14841

[ ][  ][ ]

finden Sie überboten
durch meinen enorm billigen Verkauf
der feinsten Herren-Garderobe.

S. A0

Hoflieferant

Fernsprecher 2200.

Einziges Spezialgeschäft erstklassiger Herren-Garderobe am Platze.

(14842

Gelleae

Weiblich

Fräukein, d. grdbl. Stenographie
u. Schreibmaſch. erl. hat, ſ. u beſch.
Anſpr. Anfangsſt. Gefl. Off. unt.
W11 an die Exp. (*2563

Fräul., in Stenogr., Maſchinen=
ſchreiben
u. ſonſt. Büroarb. bew.,
ſſucht per 1. Aug., evtl. auch früh.,
ſanderw. Stellung. Off. u. W 17
an die Expedition.
(*2589

Aüterm
ſeit 8 Jahren in hieſigem erſten
Spezialgeſchäft tätig, ſucht per
1. Oktober als erſte Kraft oder
Filialleiterin Verwendung. Offert.
unt. W13 a. d. Exped. (*2567ims

Fradiei
19 Jahre alt, perfekt in Gabels=
berger
Stenographie, bewandert
in d. Buchführung u. ſämtlich. Büro=
jarbeiten
, ſucht geſtützt auf la Zeug=
niſſe
per ſofort oder ſpäter Stellung.
Offerten unter F. 4 W. 4235 an
Rudolf Mosse, Worms. (I, 14809

Fleitz. Flickfrau hat noch Tage frei.
Magdalenenſtr. 7, Stb. (*2531im

nimmt Kunden an,
Schneiderii pro Tag 1.80 Mk.
Off. u. W 2 a. d. Exped. (*2542

Schneiderin, tüchtig im Ver=
ändern
von Kleidern, Weißzeug=
nähen
u. Ausbeſſern nimmt noch
Kunden an. Näh. Exp. (*2561

Suche Stellung als Arbeiterin
in Damenſchneiderei. Offert. unt.
V 74 an die Exped. d. Bl. (*2405si

ſucht
Tücht. ordentl. Mädch. Lauf=
ſtelle
Lindenhofſtr. 1. (B14804

Frau ſucht Laufdienſt morgens
2 Std. Gr. Ochſengaſſe 26, I. (*2541

Junge, ſaubere Frau ſucht für
nachmittags noch Waſchen und
Putzen Viktoriaſtr. 72, III. (*2549
Mädch. ſ. Laufd. od. halbe Tage
Putzen Lichtenbergſtr. 23, Stb., I. (*3

Unabh. Mädchen ſucht Laufſtelle
*2587)
Schloßgaſſe 33, II.

Mädch., w. ſch. ged., ſucht Monats=
ſtelle
, nimmt auch Aushilfe an.
Weinbergſtr. 14, Hth., pt. l. (B14831

Solides, freundl. u. tüchtiges
Fräulein, geſtützt auf gute Zeugn.,
ſucht per ſof. od. 15. Juli g. Stell.
in Konditorei oder der Lebens=
mittelbranche
. Off. u. W 31 an
die Expedition ds. Bl. (*2609

Mädchen, das gut bürgerlich
kochen kann, 3 u. 4 Jahre in einer
Stelle war, ſucht Stelle als Allein=
mädchen
. Frau Susanna Röse, gewerbs-
mäßige
Stellenvermittlerin, Kiesſtr. 35, I. (*

Junge Jrau ſucht Beſchäftigung
im Flicken und Kleider ausbeſſern.
*2592) Fuhrmannſtr. 3, 1. St. r.

Anſtänd. Fräulein ſucht Stelle
als Stütze oder tagsüber zu Kind.
Off. unt. W 26 a. d. Exped. (*2597

Unabh., gut empf. Frau ſucht zum
1. Auguſt Laufdienſt, eventl. früher.
*2600) Wendelſtadtſtr. 51, Hth., part.

Jg. Frau ſ. morg. 23 Std. Lauf=
dienſt
. Stiftſtr. 97, Stb. pt. r. (*2629

Beſſ. Fräulein wünſcht in gut. Fa=
milie
, am liebſten zu Kind., Stellung,
w. ſie a. i. d. Hausarb. etwas eingreif.
kann. Off. u. W7 a. d. Exp. (*2534

Suche f. Mittags Waſch. u. Putz.
Mathildenplatz 5, III., H. (*2538

25 Jahre, im Haush. firm, Kranken=
und Säuglingspflege erfahren,
ſucht Vertrauensſtelle per 15. Juli
oder 1. Auguſt hier oder in Frank=
furt
. Beſte Zeugniſſe und Refe=
renzen
. Gefl. Angebote mit An=
gabe
des Gehalts unter W 8 an
die Exp. d. Bl. erbeten. (14812

Männlich

Nebenbeſchäftigung irg. weich.
Art wird übernommen. Näheres
Alexanderſtraße 8, part. l. (14716soi

Chauffeur mit guten Zeugniſſen
ſucht Stellung ſofort oder ſpäter,
auch zur Aushilfe. Offert. unter
W21 an die Exped (*2599

Jung., ſtrebſ. Mann, 21 Jahre
alt, mit ſch. Handſchr., ſucht für ſof.
Stellung als Gehilfe für Büro,
Lager, Kontor od. dergl. Gefl. Off.
unt. W18 an die Exped. (*2584

Sauberer kräftiger Burſche ſucht
Stellung als Hausburſche od. dergl.
Näh. Inſelſtr. 19, Hth., I. (*2591

am 1. Juli
Jung. Schneider, ausgelernt,
ſucht Stellung bei einem tüchtigen
Meiſter zwecks weiterer Aus=
bildung
. Gefl. Offerten unter
W29 an die Exp. d. Bl. (*2620id

Ei d Geenn du
ec de
Befähigter Dresdener
Stud. arch., 4. Sem.
mit beſten Hochſchulzeugniſſen
und Empfehlungen (bereits
5 Wochen auf Zeichenbureau
der I BA‟ tätig geweſen)
ſucht gegen entſpr. Vergütung
für die Monate Auguſt,
September, Oktober Beſchäf=
4 tigung auf Darmſtädter
Architekturbureau.
Gefl. Off. u. W 27 a. d.
Exped. ds. Bl. erb. (*2608im
eeeeeseeegs

Ofe Stell

eiblich

Jüngeres fleißiges
Dräutrin
mit guter Schulbildung, hübſcher
Handſchrift und Kenntniſſen in
Stenograph. u. Maſchinenſchreiben
f. Bureau=Tätigkeit baldmöglichſt
geſucht. Offert. m. Gehaltsanſpr.
u. W 23 an die Exped. (14833

Zuverl. Frau gehth. Tageputzen
Brandgaſſe 14, 2. Stock.
(*2537

(event. Kinder=
Junge Dame gärtnerin) für
ſtundenweiſe Beaufſichtigung zu
2 Kindern geſucht. Vorzuſtellen
nachm. nach 4 Uhr. Prof. Dr.
Becker, Mathildenſtr. 44. (B14738

Casino-Restaufant
(für Nichtmitglieder)
Ecke Rhein- und Neckarstrasse (Eingang Neckarstr.)
Die erlesensten Naturweine
Die feinste Küche
der Grossh. Hess. Weinbau-Domäne u. Hess. Winzergenossenschaften
Pfungstädter Bier
Münchener Augustinerbräu
NB. Weinpreisliste gratis. Lieferung aller Weine
frei Haus an Jedermann.
Telephon 35s. H. Pfeil.
(9306a

Wir ſuchen per ſofort eine
gewandte Dame für unſeren
Laden, ſowie ein Lehrfräul.
14848) C. & Ch. Reich
im Pallaswieſenſtr. 146.

Einige perferte
Maſch.=Näherinnen
ſuchen per ſofort
(*252
Emil Grünbaum & Comp.
Mützenfabrik, Rheinſtr. 47.

eine ordentliche Frau
Geſuchl zum Flaſchenſchwenken
Dieburgerſtraße 93. (14845

Vorar bektern
geſucht für Fabrik chem.=techn.
Produkte mit ca. 20 Arbeiterinnen.
Dieſelbe muß im geſamten Ver=
packungsweſen
(Abfüll., Verkorken,
Etikettieren ꝛc.) erf. u. gew., u. auch
in der Lage ſein, neues Perſonal
anzulernen. Angebote m. Angabe
ſeith. Tätigkeit, Gehaltsanſpr. ꝛc.
unt. V 18 an die Exped. (14834im

Schneiderlnen
werden angenommen bei Hermann
Berger, Ernſt=Ludwigſtr. 10. (14860im

Sichie Zunteſeit
für Putz geſucht.
(14847
Seidenhaus Eduard Volz.

Ein Lehrmädchen oder
Lehrjunge geſucht
mit Vergütung. (14458a
Neu, Eliſabethenſtraße 30, I.

Ein Lehrmädchen geſucht Klink
& Rettberg, Beleuchtungs= u. Haus=
haltungsgeſchäft
, Ecke Ludwigs=
platz
und Schulſtraße. (*2556id

Selbſtänd. Dienſtmädch. klein.
Haush. geſ. Schulſtr. 15 II. (*2431si

Suche zum 1. Sept. ein ordent=
liches
Mädchen.
(*2529im
Frau Kraus, Emilſtr. 30.

geſucht für dauernd
Mädchen Wienersſtr. 57. (*2547

Sauberes Monatsmädchen oder
Frau geſucht für morgens und
mittags Hoffmannſtr. 34, II. (*2551

tagsüber geſucht.
Mädchen Näh. Exp. (*2555im

Ab 15. Juli ein junges, williges
Mädchen tagsüber geſucht
*2581) Alexanderſtr. 21, Metzgerei.

Mädchen zum Servieren u. leichte
Hausarbeit ſof. geg. hohen Lohn
geſucht, gute Behandlung. (14844
Pfungſtadt, Frankenſteiner Hof.

Suche Köchinnen, gew. Haus=
mädchen
, Alleinmädchen, w. koch. k.,
Stützen, Küchenmädch. für hier u.
auswärts ſofort und ſpäter, Frau
Minna Dingeldein, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin, Eliſa=
bethenſtraße
5, Tel. 531. (*2618

Fleiß. Mädchen vom Landenicht
unter 17 Jahren ſofort geſucht
*2624im) Heinheimerſtraße 13.

Für die Markttage
fleiß. ſaubere alleinſtehende Frau,
welche etwas Kaution ſtellen kann
zum Verkauf von Nahrungsmitteln
geſ. Off. u. W34 a. d. Exp. (*2626

Buchhalter
zur Anlegung der Buchführung
ſofort geſucht. Offerten unter W5
an die Expedition ds. Bl. (*2536

Tächtiger

Suchez. 15. Zult od. 1. Auguſt ein

M
Verrreier
der bei Kolonial= und Schuhwaren=
händlern
gut eingeführt, für
Gebrauchsartikel b. hochlohnendem
Verdienſt geſucht. Gefl. Offerten
unter W 4 an die Exped. (14811

für 4 Kinder im Alter von 5, 3,
2 Jahren, 4 Monaten. Dasſelbe
muß Kinderpflege erlernt haben
und die Verantwortung über=
nehmen
können. Vorzuſtellen bei
Freifrau v. Rotenhan, Dieburger=
ſtraße
190.
(14806

Männliei

Jung. Mann
mit ſchöner flotter Handſchrift
wird für unſ. Betriebsbureau
als Werkſtattſchreib.
geſucht.
Angeb. mit Gehaltsanſpr.,
Lebenslauf erb. an (14794oi
Motorenfabrik Darmstadt, A.-G.
Eriſtenz
Für einen gern gekauften neuen
Artikel, welcher in jedem Hotel,
Penſionat, Haushalt gern gekauft
wird, iſt Alleinvertretung für
Darmſtadt zu vergeben. (II,14761
Branchekenntnis nicht nötig, da=
her
auch für Nichtkaufleute paſſend.
Hoher Verdienſt. Zur Uebernahme
eines Lagers kleines Kapital er=
forderlich
. Perſönlich zu ſprechen
Mittwoch, den 9. Juli, von 10
bis 1, 37 Uhr.
Lewald, Hotel Darmstädter Hof.

Fürmeine Möbelfabr.k ſuche ich als
A
Porfler
einen durchaus zuverläſſ. Mann.
Packer, welche im Möbelverpacken be=
wandert
, bevorzugt. J. Glückert,
Hof=Möbelfabrik.
(14805im

aller Berufe
Urfene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
Poſt, Eßlingen 143. (I,1627

Strebsamer Mann,
der auch wirklich zuverläſſig iſt, gleich
welchen Standes, wird zur Leitung
einer Engros=Verſandſtelle geſucht.
Keine Berufsaufgabe. Monatlichb.
Mark 400. Einkommen. Kapital
und Kenntniſſe nicht erforderlich.
Offerten unter K. R. 8562 an Ru-
dolf
Mosse, Cöln. (I,14808

Jg. Haus= u. Servierburſche
ſofort geſucht, gute Zeugn. Adolf
Dingeldein, gewerbsmähiger Stellen-
vermittler
, Elisabethenstr. 5. (*2616

Kraftiger Hausburſche
für dauernd geſucht, ſolcher, der
ſchon in Möbelgeſchäften tätig war,
wird bevorzugt. Gg. Ehrhardt
& Söhne, Feldbergstr. 36. (14755oi

Schulentlaſſener Junge für leichte
Arbeit geſ. Näh. Exped. (*2545

Jung, gewandter., ſtadtkund.
Fahrburſche als Milchfahrer geſ.
Dampfmolkerei Heinr. Wolf,
Darmſtadt, Woogsplatz 3. (14843a
Maler= und Lackiererlehrling
geſ. Mühlſtraße 39.
(*254a

Mikroſkop
hochkeines Inſtrument, gekoſtet
500 Mk., iſt umſtändehalber für
150 Mk. zu verkaufen.
Hahtlaſſe
National, Regiſtrierung, gekoſtet
800 Mk. ¾ Jahr nur gebraucht,
für 350 Mk. zu verkaufen.
Wagners Gelegenheitsgeſchäft,
Karlſtraße 41. (*2627

Adler=Schreibmaſchine
mit einjähriger Garantie billig
abzugeben. Fr. Rühl, Kranich=
(14846
ſteinerſtraße 59//10=

[ ][  ][ ]

In Caiser-Ausverkauf
Grosse Posten Unterröcke enorm billig

Waschröcke
125 450 550 500
5
12 25

Lüster-Röcke
025 400 500

Moirée-Röcke
50 900
)0-
8

Seidene Röcke
50 750 C
50
650
85

1 groser
Posten Ia Alpucch-Unterröcke
ca. 50 Stück z. Aussuch., wegen zu groß.
Weiten, Wert das 3 u. 4 fache Stück 4.0

Grossh. Hess. Hoflieferanten
Gebr. Höslein Ludwigsplatz.

Wichtig für Erfindere
iſt es, zu wiſſen, daß die zahlreich auftauchenden Angebote, die Ver=
wertung
von Erfindungen oder den ſogenannten Aufbau von Neu=
heiten
: betreffend, nichts anderes als Scheinangebote ſind, deren
Zweck darin beſteht, unerfahrene Erfinder zunächſt zur Nachſuchung
hochzubezahlender Schutzrechte von ſehr zweifelhaftem Werte zu ver=
anlaſſen
, während ſpäter die Verwertungsübernahme entweder direkt
abgelehnt oder eine faſt ſtets unſruchtbare Scheinverwertung einge=
leitet
wird. Ausführliches hierüber durch Patent= und techn. Büro
Bahnhofstr. 3
Conrad Köchling, Mainz, Teleph. 2754,
Mitglied des Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum‟.
Rat u. Auskunft, sowie Broschüre kostenlos. (12742a

Für Haushaltungs- und
Ausstattungs-Bedarf
empfehle meine bestbewährten Qualitäten
Leinen, Halbleinen, Shirtings, Beitdamaste
Tischtücher, Servietten, Handtücher
Badetücher, Wischtücher, Taschentücher
usw. in größter Auswahl zu konkurrenzlos
billigen Preisen.
(14465fi
Ludwig Berbenich

Steinstrasse 2, II. (Haus Ott).

Stabil. Tourenrad
m. Torpedo=Freil., ſehr g. erh., auch
für Geſchäftsrad geeign., f. 45 Mk.
z. verk. Liebfrauenſtr. 58,p., . (*250i

Hepl & John, Manuiakturwaren. (10416a

Schiruſchrit Shlüle,
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen ve:
(10874m
ſofort. bille und aut.

Das iſt die
beſte
Schuh=Créme.

(11662

Einheitspreis 12.50
Salam. Luzus 16.50 Balamander

Die Bewunderung
der Salamander-Schuhe ist berechtigt, da
sie schön, elegant, gut und preiswert sind.

(13406a
Allein-
Darmstadt
Verkauf Taul Hachas) Ludwigstrasse15.

Empfehle mich für
Fabrikation, Renovation,
Umänderung von Beleuch-
tungskörpern
, Schaufenster-
gestellen
usw.
Abt. Gürtlerei G. Starck,
Frankfurterſtraße 5. (*2323si

Billiges Hühnerfutter
Weizen= u. Gerſtenabfall, ge=
miſcht
, 150 Pfd. zu 10 Mk. m. Sack,
verſendet gegen Nachn. (IV,8326,83
Rheinisch-Westfälisch. Geflügelfutter.
Versand Neus a. Bhein.

Hohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
IIV14146) J. Müller, Kiesſtr. 20.

fein. Sitz= u. Liegew. preisw. zu
verk. Rhönring 105, part. (*2052di

Herren mit trock., ſprödem, dünnem
Haar ſei zwecks Anregung eines
vollen, kräftigen
Hadrwachs
es, bezw. der Haarwurzeln, folgendes
bewährte und bilige Rezept emp=
fohlen
: Wöchentlich 1mal. Waſchen
des Haares mit Zuekerda kom=
biniertem
Kräuter-Shampoon
(Pak. 20 3), daneben möglichſt täg=
liches
kräftiges Einreiben des Haar=
bodens
mit Zucker’s Original=
Kräuter-Haarwasser (Fl. 1.25
u. 2.50 M.), außerdem regelmäßiges
Maſſieren d. Kopfhaut m. Zuckers
Spez.=Kräuter-Haarnährfett
(Doſe 60 ). Großartige Wirkung,
von Tauſenden beſtätigt. Echt bei
Chr. Schwinn, Hofl., Rheinſtr. 8,
A. Logel, Eliſabethenſtr. 18, und
G. F Frank, Eliſabethenſtr. 9.

Dampfreinigungsanstalt
für (2252a
Betffedernu. Daunen
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Barchent, Feder-
und Daunenköper.
J. Böttinger
Hofſtallſtraße 6
(nächſt dem Mathildenplatz)
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes
Geſchäft dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u.
Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.

Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
Copyright by Carl Duncker, Berlin W. 35.
(Nachdruck verboten.)
30

Er ſprach zwiſchen den Zähnen widerwillig
mit hingeworfenen Worten.
Meine Frau haben Sie ja nicht mehr gekannt, Baron;
aber vielleicht wiſſen Sie von Ihrem Herrn Vater, daß
ſie vor fünf Jahren geſtorben iſt nach zweiundzwanzig=
jähriger
Ehe.
Die erſten Jahre unſerer Gemeinſchaft waren die
glücklichſten meines ganzen Lebens! Es gibt viel vor=
bildliche
Frauen ſolche, wie meine, habe ich nie wieder
getroffen! Ich weiß nicht, weshalb das Schickſal es ge=
rade
mit mir ſo gut gemeint hatte; ich bin doch ſchließlich
n Kerl wie alle anderen nicht beſſer und nicht
ſchlechter.
Das heißt . . . über all das hab ich erſt ſpäter nach=
gedacht
. Damals war ich bloß glücklich und hab mich n
Deiwel darum geſchert, wenn die Leute was von Schick=
ſal
und Verhängnis erzählten. Denn zum Grübeln und
Sinnieren gehören wohl dunkle Stunden ich aber war
doch auf der Sonnenſeite und nie kam mir auch nur der
ſchwächſte Gedanke daran, daß ich vielleicht ſpäter auch mal
rüber müßte in den Schatten!

e ier et ete ente ee
da ... paſſierte etwas, was mir uns beiden unſer
Glück in Scherben ſchlug.
Er brach ab. Er trat zum Fenſter und ſah auf die
Straße hinunter mit verſchleierten Augen, die nichts
erkannten.
Von dort aus ſprach er weiter.
Meine Frau hatte einen Bruder . . . Rittmeiſter bei
den dreizehnten Ulanen in Züllichau. n Menſch, wie ’n
Erle gewachſen, ſo rank und ſchlank; bildhübſcher Kerl,
nach dem ſich alle Frauenzimmer drängten; glänzender
Herrenreiter; brillanter Soldat mit großer Zukunft; dabei
n verdammt kluger Kopf, mit dem er eigentlich beſſer zu
den Eiſenbahnern oder zur Artillerie gepaßt hätte.
Meine Frau hat ihn leidenſchaftlich geliebt; ſchon faſt
vergöttert. Wenn ſie ſeinen Namen ausſprach, bekam ihre
Stimme plötzlich einen ganz andern Klang!
Es war eine Stille, in die nur der Lärm unten von
der Friedrichſtraße dumpf hineinwirrte.
Bei einem Hindernisrennen auf dem Horner Moor
in Hamburg, als er vierzig Meter vor dem Ziel das Ren=
nen
ſchon in der Taſche hatte, ſtürzte er und brach das
Genick. Meine Frau ſah zufällig dieſen Todesritt mit an
ich brachte ſie ſchwerkrank nach Hauſe Nervenfieber.
Als ſie nach zwei Monaten wieder aufſtand, war ſie eine
alte Frau mit weißem Haar,

Wir ſehten dann noch ein Dutend Jahre zuſammen,
bis ſie ſtarb. Sie war der Segen ihrer Umgebung; ſie
war eine muſterhafte Hausfrau, eine aufopfernde Gattin,
eine zärtliche Mutter, ein gottbegnadetes Weſen .
lachen hab ich ſie nie mehr gehört! Irgend was war eben
in ihr zerbrochen; und das ging nicht wieder zuſammen
zu kitten, trotzdem ich mein Herzblut dafür gegeben hätte!
Ich glaube faſt, ſie hat ſich trotz der Giſa und mir aufs
Sterben gefreut, weil ſie drüben ihren Bruder wiederfand.
Schließlich genau kann man das ja nicht wiſſen und
vielleicht hat mich damals meine argwöhniſche Angſt auch
nur vor die Binſen geführt . . . aber all die letzten Jahre
ihres Lebens bin ich die Empfindung nicht losgeworden,
als ob ſie mit heimlicher Ungeduld auf das Ende wartete!
Er kehrte in das Zimmer zurück und ſetzte ſich wieder
auf ſeinen Stuhl. Er ſah nicht zu dem Artilleriſten hin=
über
, der reglos an ſeinem Platz verharrte er hielt den
Kopf geſenkt
Nur die Hände waren zwiſchen den Knien ineinander
gekrampft.
Die ganzen drei Nächte hab ich Totenwache gehalten.
Keiner weiter; nur ich. Ich ſag Ihnen, Baron, es iſt eine
tolle Sache, wenn man ſo zwiſchen Mitternacht und Mor=
gengrauen
neben einer Geſtorbenen ſitzt, die am Leben
zugrund gegangen iſt. Man grübelt da ſo vieles; und

[ ][  ][ ]

Willst du dir rechte Gunst erweisen,
Nimm Adler mit auf Ferienreisen.

Eielfen
Aeld u. Rutohlobtie
die besten und zuverlässigsten Wandergenossen.
Seit Jahrzehnten glänzend bewährt.

Alleinverkauf:
(1483oido
Inh.: A. Ober
I
Mr Cober Gr. Hoflieferant

Karlstraße 30

Telephon 2498.

Größte Garage und Reparaturwerkstätte.

Fertig
zum
Gebrauch

Frantische Neunen
für die Reise!
Dieser neuartige Rasier-Apparat
läßt sich so zusammenlegen, daß er bequem
in der Westentasche getragen werden kann
und ermöglicht
daher selbst ber Gebirgswanderungen
die Annehmlichkeit des Selbst-Rasierens. 6
In hochelegantem Nickel-Etui
nur Mk. 2.50
Zusammengelegt
Garantie für tadelloses Rasieren. 6½cmlang, I½cmdick
Alleinverkauf für Darmstadt:
9 Elisabethenstr. 9
Parzumerie Fralik relephon 886.
REISE-ARTIKEL. in größter Auswahl. (13694a

Tapeten-Neuheiten
hervorragend schöne Auswahl in jeder Preislage.
Resttapeten weit unter Preis.
Tapetenhaus Carl Hochstaetter
Elisabethenstr. 29. Hoflieferant (14719si Telephon 725.

meiet,. Frackanng n.
Jüſl 2 Weſt. u. Chapeaucl. f. 20 Mk.,
neues Leinenkoſtüm f. ſchl. Fig., f.
8 Mk., 2 dunkl. Vorh. f. 3 Mk. u.
Div. z. vk. Wo? ſagt die Exp. (*2347si

Rtür. Kleiderſchrank zu verkaufen
*2530) Viktoriaſtr. 24, 2. St.

Not,. Dim, Mune, Rone
1 Seitengew., lange Stiefel und
Portepees (Bayer. Inf.) bill. zu vk.
Näh. Steinackerſtr. 18, 1. St. (*2552

Cürrkopp=Fahrrad,
für 52 Mk. zu verk. (*2533
Ludwigshöhſtr. 78.

Günſtige Gelegenheit!
Piano
Mk. 295.
Heinrich Arnold
Großherzoglich Heſſ. Hoflieferant,
Darmſtadt (14678a
Mühlſtr. 1, direkt neb. dem Militär=
lazaret
.

zahrrad (Adler) m. Freil. zu verk.
*2540) Waldſtr. 3, part.

Vom Guten das Beste:

Lackierte Bettstellen
Ia Ausführung
Mk. 15.50, 19.50,
23., 25., 29.,
Polierte Bettstellen
cht nussb., i. Eiche
Mk. 45., 48., 56.

Patent-Matratzen Mk. 13.50 16. 17.50
Seegras-Matratzen Mk. 17.50 14. 9.75
Woll-Matratzen . Mk. 27. 24. 22.50
Kapok-Matratzen . Mk. 58. 48. 39.50
Roßhaar-Matratzen Mk. 110. 95. 80.
(14795
Markt 11
Betten-
Speziallaus Suchdahl Tel. 2188

Achtung!
Achtung
Habe eine neue Schlachtung
(*2557
Ia Mastfleisch
zu 78 Pfg.
Ia Schweinefleisch
. , 85
Ia Wurstwaren
70
Würstchen
Stück 15
Im Fleischverkauf Kiesstraße 21.

Arrett!

Bei der Konkurrenzprüfung deutſcher Einmach=
gefäße
wurden Rex-Konservengläser
als die besten bewertet und bitten wir die ver=
ehrten
Hausfrauen, nur Rex-Gläser zum Konſer=
vieren
von Obſt, Gemüſen ꝛc. zu verwenden!
Da neuerdings hier minderwertige Nach=
ahmungen
der Rexgläſer und=Apparate angeboten
werden, ſo weiſen wir ausdrücklich darauf hin,
daß wir nur dann für die Echtheit unſerer ge=
ſetzlich
geſchützten Marke Rex eintreten, wenn
die Waren bei unſeren Niederlagen:
Wilhelm Castan, Kirchstr. 5,
Wilhelm Krätzinger, Ludwigstr. 11,
Ernst Olitzsch, Markt 3,
entnommen wurden.
(14823id
Rex-Konservenglas-Gesellschaft,
Bad-Homburg v. d. Höhe.

Underwood-Maschinen-Schreib-Büro
Vervielfältigungs-Anstalt
Zirkular-Druckerei Schreib-Büro
Ernst-Ludwigstr. 9. Tel. 648. 14132a

Schreibſekretär, Nußb., ſowie
gr. Vogelhecke zu verk. (*2493
Landwehrſtr. 1, 2. St.

Gehrock=Anzug, gr. Fig. u. 1 kl.
Sportwagen, beides gut erhalt.,
zu verk. Stiftſtr. 83, II., r. (*2575

Ein gut
erhaltener Küchenſchrank
zu verk. Schießhausſtr. 16. (B14709

ehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a

beinah, als ob man an nem endlos langen Wandgemälde
entlang geht . . . .
Der erſte Abend, der dem Begräbnis folgte, war
grauſig die Einſamkeit nach zweiundzwanzig Jahren!
Und da hab ich einen Schwur getan: wenn meine
Giſela mal heiratet jeder Mann ſoll mir recht ſein,
bei dem ſie ihr Glück ſucht! Aber hat er auch nur das Ge=
ringſte
mit dem gottverdammten Rennſport zu tun, dann
jag ich ihn erbarmungslos vom Hof und ginge es ſelbſt
mitten in die Verzweiflung hinein. Kommt er aber gar
und will ſie mit Gewalt oder ſüßen Redensarten hinter=
rücks
an ſich locken, ich lang’ den Drilling von der Wand
und mach ihn zu einem ſtillen Mann.
Einmal der Jammer war genug. Und ſo lang ich
noch ein Wort mitzureden hab, bewahr ich mein Mädel
vor dem Schickſal, das ihre Mutter gehabt hat und das
noch tauſendmal ſchlimmer iſt, wenns ſtatt der Schweſter
die Frau trifft.
Er ſah langſam hoch. Wie trübes Lächeln irrte es um
ſeinen Mund.
Sehen Sie, Baron, jetzt hab ich Ihnen weh tun
müſſen gerade Ihnen, der Sie der Sohn meines alten
Freundes ſind. Aber da hilft alles nix was ge=
ſchworen
iſt, bleibt geſchworen!
Und wenn Sie im ſtillen vielleicht auch hartleibiger
Mauleſel auf mich ſagen . . . begreifen werden Sie mich am
Ende doch!

Der kanmn vor öideren nechte ein mntübige
Bewegung.
Was aber ſoll jetzt werden. Herr Forſtmeiſter?
Da ſtand Elias Krottenheim auf, trat an ihn heran
und legte ihm die Hand auf die Schulter.
Sie ſollen nicht glauben, Baron, daß bei meiner Ab=
lehnung
irdenwie perſönliche Gründe mitſprechen. Da=
von
iſt keine Rede . Im Gegenteil müßt ich für mein
Mädel einen Mann ausſuchen, würd ich vielleicht am erſten
auf Sie verfallen. Denn Sie ſind ein Menſch, der ſonſt in
allem und jedem nach meinem Geſchmack iſt.
Aber zum Donnerwetter laſſen Sie die verdammte
Rumjuchſerei auf den Rennplätzen ſein!!
Und wenn er vorher den Artilleriſten ſchon halb und
halb zu ſich herübergezogen hatte in dieſer letzten kur=
zen
herriſchen Forderung lag ein Ton, der dem Jüngeren
das Blut ins Geſicht trieb.
Der alte unſelige Hochmut war wieder da. Günter
von Oſtheeren ſtraffte ſich zuſammen.
Ich bedaure, Herr Forſtmeiſter, in dieſer Form Ihren
Wünſchen nicht entſprechen zu können! Dem Stall, für
den ich gegenwärtig reite, bin ich noch bis zum Ablauf der
Saiſon verpflichtet. Und auch ich pflege ein einmal ge=
gebenes
Wort zu halten.
Schwül wetterleuchtete es über das vornehme Geſicht
des alten Forſtmannes. Er trat achſelzuckend zurück.
Wort gegen Wort, Herr Baron!
Giſela iſt kein Kind! . . fuhr der junge Offizier hoch.

Nein, aber ich bin ihr Vater! . . . die Stimme klang
ſchneidend ſcharf Im übrigen fahre ich morgen nach
Erlengrund zurück und werde meine Tochter mitnehmen.
Von Ihnen aber verlange ich das Ehrenwort, daß Sie in
keinem Falle weder mündlich noch ſchriftlich, noch durch
Vermittlung den Verſuch machen, ſich ihr zu nähern!
Herr Forſtmeiſter!!
Herr Baron Oſtheeren, Ihr Ehrewort ſonſt hat=
Giſela darunter zu leiden!!
Da kam jählings eine hochfahrende Arroganz über
den Artilleriſten.
Meine Bewunderung für Ihre Diplomatie, Herr
Forſtmeiſter Sie fanden die einzige Möglichkeit mich
zu zwingen. Ihr Fräulein Tochter wird alſo erſt am
Tage unſerer Verlobung wieder von mir hören!
Es liegt in Ihrem Ermeſſen, dieſen Termin zu be=
ſtimmen
!
Selbſtverſtändlich, Herr Forſtmeiſter! Und nun ge=
ſtatten
Sie, daß ich mich verabſchiede.
Der alte Herr wollte ſeinem Gaſt die Hand reichen
Aber als der ſich nur ſchweigend verbeugte, ſchoß eine
dunkle Röte des Unwillens über ſein Geſicht.
Adieu, Herr Baron!
Die Tür ſchnappte ins Schloß . . auf dem Flurläufer
verloren ſich klirrende Schritte.
Elias Krottenheim blieb mitten im Zimmer ſtehen.
Verdammt dickköppiger Bengel!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
(14737a
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 8. bis 12. Juli 1913.

Die
Dauer der
Truppenteil Abſperrung Abſperrung Bemerkungen
Tag
Datum
erſtreckt ſich
von bis

40 N.
80 B
8. Juli 1 Dienstag
gange
10
10. Juli DonnerstagFeldartillerie 80 V.
t. 1 Abſperr=
12. Juli Samstag
8eV. 10 N. Gelände

Bekanntmachung.

Am 7., 8., 10. und 11. Juli 1913 von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der
Dunkelheit wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII. Armee=
korps
auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich.
. Weſten: Dammweg=Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrr.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten Golizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909)
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(13973a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. B.: Dr. Michel.

Die bei Berechnung der Lieſerungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Juni 1913 für
Hafer 21. Mk., für Heu 7. Mk., für Stroh 5. Mk. pro 100 Kilo betragen. (14840

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Fosterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(14807
ſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Betr.: Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit in hand=
werksmäßigen
Betrieben.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt in Betrieben des Handwerks
Verſtöße gegen die Vorſchriften über die Sonntagsruhe feſtgeſtellt
und zur gerichtlichen Anzeige gebracht worden ſind, bringen wir die
für die in nachfolgender Tabelle bezeichneten Gewerbebetriebe zuge=
laſſenen
Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit erneut zur
Kenntnisnahme und Nachachtung.

Bezeichnung
Art der Betriebe
der zugelaſſenen Arbeitszeit Bedingungen
eeeren e ene enten hen eten
handwerksmäßi=6 nach Wahl des Arbeit= oder mehr in dem
gebers zu beſtimmenden Betriebe regelmäßig
gen Betrieb
Sonn= und Feſtagen bis beſchäftigt, ſo dürfen
12 Uhr mitags. Dieſe Be= jugendliche Arbeiter
fugnis findetaufdas Weih=1 (Perſonen unter 16
nachts=, Neujahrs=, Oſter= Jahren) zur Sonn=
Himmelfahrts= u. Pfingſt=zagsarbeit nicht her=
feſt
keine Anwendung. angezogen werden.
Wie zu 1
1 Für jugendliche Ar=
tion
und Putz=
beiter
verboten.
macherei
3. Schuhmacheret, 1 Wie zu 1.
Mie zu 1.
Wie zu 1
Wie zu 1.
4. Kürſchnerei,
5. Herſtellen von
Wie zu 1.
Wie zu 1
Strohhüten
6 ehemiſche
Wie zu 1
Für jugendliche Ar=
Wäſcherei und
beiter verboten.
Schönfärberei f.
Kleidungsſtücke

Wenn Arbeitgeber von dem Recht der Sonntagsarbeit nach
den obigen Vorſchriften Gebrauch machen wollen, müſſen ſie dies
vor dem Beginn der Beſchäftigung der Ortspolizeibehörde (Großh.
Polizeiamt) anzeitzen, ſowie innerhalb der Betriebsſtätte an geeigneter,
den Arbeitern zugänglicher Stelle eine Tafel aushängen, welche in
deutlicher Schrift die für die Beſchäftigung von Arbeitern an Sonn=
tagen
geltenden Vorſchriften enthält, wie ſie ſich nach dieſer Bekannt=
machung
(auf Grund der Bundesratsbekanntmachung vom 5. 2. 1895)
für ihre Betriebe ergeben. (Solche Tafeln ind in L. Kunzes Druckerei
dahier, Nieder=Ramſtädterſtraße 35, zum Preiſe von 30 Pfennig er=
hältlich
).
Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwider Arbeiter an
Sonn= und Feſttagen beſchäftigt, wird gemäß § 146a der R.= Ge=
werbeordnung
mit Geldſtrafe bis zu 1000 Mark, im Unver=
vermögensfalle
mit Haft beſtraft.
(14749oi
Darmſtadt, den 3. Juli 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Nachdem in ketzter Zeit wiederholt Verſtöhe gegen die geſeh=
liche
Verpflichtung zur Anmeldung der Ausverkäufe feſtgeſtellt
worden ſind, bringen wir nachfolgend die maßgebenden Beſtimmungen
erneut zur Kenntnis der Beteiligten mit dem Anfügen, daß wir in
jedem Fall der Uebertretung Strafanzeige erheben werden.
Darmſtadt, den 2. Juli 1913
(14486fi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Betr. Ausführung des Reichsgeſetzes vom 7. Juni 1909 gegen
den unlauteren Wettbewerb.
Bekanntmachung.

Auf Grund der Beſtimmungen des § 7 Abſatz 2 und des § 9
Abſatz 2 des Geſetzes vom 7. Juni 1909 gegen den unlauteren Wett=
bewerb
und des § 1 der Vollzugsbekanntmachung vom 2. September
1909 wird für den Kreis Darmſtadt nach Anhörung der Großh.
Handelskammer und Handwerkskammer Folgendes mit Wirkung
vom 1. Januar 1910 angeordnet:
I. Wer in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen,
die für einen größeren Kreis von Perſonen beſtimmt ſind, den Ver=
kauf
von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs wegen
Aufgabe des Geſchäfts oder wegen Aufgabe einer Warengattung oder
wegen Umbau oder Umzugs oder wegen eines elementaren Ereig=
niſſes
ankündigt, hat drei Tage vor der Ankündigung bei der Großh.
Handelskammer Darmſtadt Anzeige über den Grund des Ausverkaufs
und den Zeitpunkt ſeines Beginns zu erſtatten und ein Verzeichnis
der auszuverkaufenden Waren einzureichen.
Der Ankündigung eines Ausverkaufs im Sinne des Abſatzes 1
ſteht jede ſonſtige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren
wegen Bendigung des Geſchäftsbetriebs, Aufgabe einer einzelnen
Warengattung oder Räumung eines beſtimmten Warenvorrats aus
dem vorhandenen Beſtande betrifft.
Auf Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung=
als
ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, finden die vorſtehenden Anordnungen keine Anwendung.
II. Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, dürfen in einem Geſchäft innerhalb eines Kalenderfahres
im Ganzen nur zweimal, und zwar in der Dauer von je vier Wochen
abgehalten werden.

Der eine dieſer Ausverkäufe darf nur in die Zeit vom 2. Januar
bis 15. Februar, der andere nur in die Zeit vom 1, Juli bis 15. Auguſt
gelegt werden.
Darmſtadt den 27. Dezember 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.

Gongäſche Sehantententiche n Darnſcht.

Die Ergänzungswahl für die Gemeindevertretung ſoll in
unſerer Gemeinde am nächſten Freitag, den 11. Juli, im großen
Saale des Gemeindehauſes nachmittags von 57 Uhr ſtattfinden.
Zu wählen ſind 45 Gemeindevertreter, wovon 8 zugleich als
Mitglieder der Geſamtgemeindevertretung.
* Die Namen der diesmal ausſcheidenden und wieder wählbaren,
ſowie der zur Zeit in der Gemeindevertretung noch verbleibenden
Mitglieder ſind im Gemeindehauſe angeſchlagen.
Bezüglich der Erforderniſſe der Wählbarkeit wird auf die §§ 13
und 18 der Kirchenverfaſſung hingewieſen.
Die ſtimmberechtigten Mitglieder unſerer Gemeinde werden
eingeladen, ſich an der Wahl zu beteiligen und Männer von be=
währtem
kirchlichen Sinn und ehrbarem Lebenswandel zu wählen.
(14810
Darmſtadt, 7. Juli 1913.
Der Kirchenvorſtand der Johannesgemeinde.
Dingeldey, Pfarrer.

Bekanntmachung.

Während der vom 15. Juli bis 15. September ds. Js. dauern=
den
Gerichtsferien werden nur in den durch das Geſetz bezeichneten
Ferienſachen Termine abgehalten und Entſcheidungen erlaſſen. Die
Bearbeitung der ſämtlichen Angelegenheiten der freiwilligen Ge=
richtsbarkeit
(insbeſondere Vormundſchafts= und Nachlaßſachen)
unterbleibt, ſoweit das Bedürfnis einer Beſchleunigung darin nicht
vorhanden il.
Die für den Verkehr des Publikums mit dem Richter beſtimmten
Gerichtstage finden jeweils Dienstags ſtatt.
In Grundbuchſachen werden die Dienſtſtunden zur Entgegen=
nahme
mündlicher Anträge und Erklärungen auf folgende Tage
beſchränkt:
Dienstag, 29. Juli,
26. Auguſt,

9. September,
,
vormittags von 912 Uhr.
Da während der Feriendauer infolge Beurlaubungen jeweils
nur ein Teil des regelmäßigen Gerichtsperſonals anweſend ſein wird,
wird dem Publikum anempfohlen, die Beurkundung ſolcher Rechts=
geſchäfte
, die einen größeren Zeitaufwand erfordert, erſt nach den
Ferien zu beantragen, ſoweit nach der Natur des Geſchäfts eine Be=
(14821
ſchleunigung nicht geboten erſcheint.
Darmſtadt, den 28. Juni 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Vergebung vn Oberbauarbeiten.

Die Erd= und Gleisverlegungsarbeiten für den Ausbau der
Vorortbahn Darmſtadt-Eberſtadt ſind zu vergeben.
(14778oi
Angebote ſind bis zum 12. Juli anher einzureichen. Arbeits=
bedingungen
ſind Luiſenſtraße 22 erhältlich
Direktion
der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 9. Juli 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Partie Gerüſtſtangen, 1 Partie Dielen, 6 Stehleitern, 2 Baum=
leitern
, 1 Kalkwagen. 2 Handkarren, 1 vierr. Wagen, 1 Partie
Seile u. Rohre, 2 Speißpfannen, 1 Partie Eimer u. Zuber,
1 Halle, 1 Bretterzaun uſw.
Zuſammenkunft Ecke Arheilgerſtraße und Rhönring.
Darmſtadt, den 7. Juli 1913.
(14818im
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mitttvoch, den 9. Juli 1913, vormittags 9 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur
Roſenhöhe verſchiedene Möbel als:
Kleiderſchränke, Spiegelſchrank, Diwans, Sofas, Schreib=
tiſche
, Trumeauxſpiegel, Vertiko, Tiſche, Stühle, Seſſel,
1 Standuhr, Kommode, 1 Büfett, 1 Jalouſieſchrank, ferner
1 Eisſchrank, 1 Hackklotz, 1 Sekretär, Ladenregale, Laden=
theken
, eiſ. Behälter, 1 Petroleumofen, Schreibpulte, Schreib=
maſchine
1 Warenſchrank, Herren=Anzüge, Bohrmaſchine,
Schraubſtöcke, Amboſſe, 1 Eiſenſcheere, 1 Kaſtenwagen, 1 Hand=
wagen
, 1 Speißpfanne, Gerüſtdielen, Stehleitern u. 1 Landauer
(14836
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11, I.

4. Aufpol. v. Mob.
Spezialität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (977a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.

Wachsamer Hofhund
(*2568
billig abzugeben
Heinrichwingertsweg 3.

Bekanntmachung.

In unſerem Genoſſenſchaftsre=
giſter
wurde heute bei dem Land=
wirtſchaftlichen
Konſumverein, E.
G. m. u. H., in Arheilgen, folgen=
(14820
des eingetragen:
Georg Benz IX. und Peter
Benz V. ſind aus dem Vorſtand
ausgeſchieden. An Stelle des
erſteren iſt Georg Merlau in Ar=
heilgen
in den Vorſtand gewählt.
Georg Benz TlV. in Arheilgen
iſt vom Vorſtand und Aufſichts=
rat
bis zur nächſten Generalver=
ſammlung
mit Führung der Ge=
ſchäfte
des Rechners beauftragt.
Darmſtadt, 3. Juli 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.

und
Stroh ales Hen
abzugeben.
Offert. unt. W 15 Exp. (*2564

Stachelbeeren billig zu verkauf.
Soderſtr. 17, 1. St. (*2560

Weg. Aufgabe des Ladens
mehrere hochfeine
Schlalzimmer

echt eich., ſowie pitch-pine-Küchen,
nur la Arbeit, koloſſal billig abzug.
Ferner groß. Schreibtiſch, Diwan,
Büfett, Vertiko, Chaiſelongue,
Spiegelſchränke, Kleiderſchränke,
Flurgard., Trumeauſpiegel, Bett=
ſtellen
, Matratz., Auszieht., Blumen=
möbel
, verſchied. Bilder. (*2580
Fr. Holzer. Elisabethenstr. 46.

tr. Küchenſchr., Tellerbr. zu verk.
Gr.g543) Mühlſtr. 16, 1. St.

Hillig zu verkaufen: Kleiderſchr.,
Pertiko, Kommode, Diwan,
Sofatiſch, Rauchtiſch, Polſterſeſſel,
Bilder, Kinderſtühlchen.
Karlſtraße 38, I.
*2604if)

Glaſerei Phil. Winter
Pankratiusstr. 48 Karlstr. 58
Reparaturen billigſt!
Gegründet 1898. (*2571id

Währendder Reise
jeder Art in auf=
werden
V0gel merkſame Pflege
(*2565
genommen
Schießhausſtr. 69, part.

Deutsch. Schdlernund
Rüde, 4½ Mon. alt, ſch. gezeichnet,
ſehr wachſames, intelligent. Tier
in gute Hände wegen Platzmangel
(*2588im
billig zu verkaufen
Saalbauſtraße 42, 1. St.

weg. Aufg. der Jaad
Verkaufe br. deutſche Vorſteh=
hündin
mit Stammb., 4 J., gedeckt
20. Juni, jagdl. tadell. Tauſcherebhf.
Stal. 1912. Ohlyſtr. 40, II. (B14803
Hanarienhähne u.=Weibch, Brut=
u
. Geſangskäfige billig abzug.
Lauteſchlägerſtr. 27.
2583)

Gühner, flein. Leger (1912) billig
abzug. Beſſungerſtr. 76. (B14832

Keine Arbeit mehr bei der Wäſche,
wie Einſeifen, Reiben und Raſen=
bleiche
, wenn die Hausfrau
EUE
zum Kochen der Wäſche nimmt.
Reinigt und bleicht die Wäſche ohne
Mühe und ohne ſie zu beſchädigen.
Giotil, nicht mit anderen modernen
Waſchmitteln zu verwechſeln, koſtet,
per ½ Paket nur 30Pfg. Fabrikan=
ten
Hanauer Seifenfabrik J. Gioth,
G. m. b. H. Niederlagen: C. Stein=
häuſer
, Mühlſtraße, Carl Dreſte,
Karlſtraße 81, Ph. Secker Nachfl.,
Beſſungerſtraße.
(VII,947)

[ ][  ][ ]

Ca. 330 Paar schwarze Damen-Schnür- und Knopfstiefel
zum Teil Rahmenarbeit, in Grössen 36, 37, 38, 42 . . früherer Preis bis Mk. 12.50, jetz
Ein Posten weisse Glacé-Damen-Schnürstiefel
. seither 7.95, jetz
Ein Posten elegante Damen-Knopf-Halbschuhe
in jeder Grösse .
Ein grosser Posten schwarze Boxcalf- u. Chevr.-Herren-Stiefel
Grössen 40, 44, 45, 46 .
. . jetz
Ein Posten braune und schwarze Herren-Stiefel
Grössen 40, 44, 45 . .
. früherer Preis bis Mk. 12.50,

in jeder Grösse

Hinder-Stiefel und Halbschuhe sowie Einzeipaare
im Preise bedeutend ermüssigt.

Ludwigstrasse 3

Ludwigstrasse 3.

Aehten Sio bie genau auf Airma u. Mausnummer

Peltere Dame mit Dienſtmädchen
2 ſucht per 1. Oktober 3 Zimmer=
wohn
. oder 2 große Zimmer mit
Küche u. Bodenkammer. Off. mit
Preis unt. W 20 Exp. (*2601ims

Heidelbergerstr. 43
am 1. Okt. l. Js. zu verm. mit
oder ohne Stall. Alles Nähere Ernst-Ludwigstr. 18, II.,
(B14634
daſelbſt.

mit Bad, elektr. Licht und Stallung
für 1 Pferd per 1. Auguſt geſucht
in guter Lage der Stadt, Südvier=
tel
bevorzugt. Gefl. Angebote unt.
§ 18 an die Expedition des Blattes
erbeten.
(13610t

*25 Zimmer
Herrschaftshaus, mit reichl.
Zubehör, Stall, Autogarage z. vm.
Alles näh. b. J. Conr. Mahr, daſ. (B14816t Klappacherſtr. 40, I., 4 Z.=W.

hell, luftig, in ſchönem, ruhigem
Hauſe per 1. Okt. von kleiner Fam.
geſucht. Event, wird auf Garten=
anteil
reflektiert. Im Preis von
eg. 360440 Mk. Angeb. event. m.
Skizze und Preis unter T 87 an
die Exped. ds. Bl. (14139a
Hilleinſt. ält. Dame ſucht in nur
2 ruh. Hauſe nette 3 Zim.= Woh=
nung
. Gfl. Off. mit Preisangabe
unt. T 92 an d. Exp. erb. (14157a
ſuchen neuzeitl.
2 ält. Damen 3 Zimmer=, evtl.
kleinere 4 Zimmerwohnung mit
Bad per 1. Okt. Off. unt. WV 10
an die Exp. ds. Bl. erbeten. (*2550
Gunger Kaufm. ſucht per 1. Aug.
gut möbl. Zimmer. Off. erb.
unt. W 25 an die Exp. (*2593

(Beletage) herrſchaftliche Wohnung,
6 Zimmer Badez. nebſt Zubehör
z. vm. Näh. Grafenſtr. 15, I. (14801a

Wilhelminenstr. 35, I.,
Ecke Hügelſtr., 67 Zimmer=
wohn
., auch für größ. Büro
geeignet, per Oktober ds. J.
zu vermiet. Wird neu her=
gerichtet
. Näh. Herdweg 91, I.
u. Alice=Bazar, Wilhelminen=
(B14802
ſtraße 21.

Gervinusſtr. 43 ſchöne 5 Zim=
merwohnung
per 1. Okt. (14426t

Molerstrase 9
1. Stock eine 5 Zimmer=Wohnung,
Fremdenzimmer, Mädchenkammer,
Gas u. Veranda, nebſt Zubeh. per
ſofort zu vermieten.
(13290t

wünſcht engliſch.
Engländerinl Unterricht zu er=
teilen
Wilhelminenplatz 10, I. (128
Herr
Erteit. Schönſe
Wr unterricht ? Geſimich

Mathlidenstr. 11, 2. Stoch.,
Frdl. ger.5 Z.=W. m. gr. Fremdenz.
u. 2 Kam. in der Manſ., Bad. mit
Einr. u. Küchenbalk. per 1. Okt.
NäheresHeinrich Funk, Grafen=
ſtraße
23½, Tel. 446. (14168t

S ſelaniten, uind Biotin=
G untericht erteit zu mißigem
Honorar Georg Göbel, Muſik=
lehrer
, Neckarſtr. 3, part. (13849a

Neue Martinstrasse 93
mod. herrſchaftl. gr. 5 Zim.=Wohn.
mit allem Zubeh. per 1. Okt. zu vm.
Näh. Martinſtr. 89, II. (B11345ims

hen eie euhen unte
von ½7½8 Uhr?
(*2574
Offerten unt. W 16 a. d. Exped.

zum Waſchen, Reichent.
Wäſche
Bügeln, Gardinen das
Blatt 50 Pfg. nimmt an (*2586
Wäscherei u. Bügelei
Lichtenbergſtr. 23, 1. St. links.

Elisabethenstr. 72, III.
kompl. Bad u. allem Zubehör
per 1. Okt. zu vermieten.
Näheres Eliſabethenſtr. 68,
Kontor.
(14490t

3 Zim.-Wohnung
in gut. Hauſedes Martinsviertels
für Mitte Auguſt geſucht. (*2565
Offert. unt. W 14 a. d. Exped.

Ein eleg. Alpaccakoſt., einmal getr.
paſſ. f. mittl. ſchm. Fig., zu verk.
582)
Karlſtr. 15, Laden.

Roßdörferſtraße 28, Manſ.,
möbl. Zimmer ſofort.
(13240a

Eliſabethenſtr. 45 2 Zimmer u.
Zubehör. Näheres part. (14813if

63 Zimme

Tiehiretrnane 15
in ruh. Hauſe, ebener Erde, 5 Z.=
Herrſchaftswohnung, eine 1. Et. geſchoßzimmer), per 1. Okt. z. vm. Nur an ruhige Leute. Näheres der Straßenbahn, z. vm. (*2528imd
mit Dachſtock, rund 1012 Zim., Näh. Frankfurterſtr. 16, II. (*322ms durch Konrad Mahr, Parterre, 15 Zim.=Wohnung, neuhergerichtet,
alsbald oder ſpät. zu verm. Näh. Zimmer Einzuſ. v. 46 Uhr nachm. (B14650 Roßdörferſtr. 14, Ecke Stift=
ſtraße
große freundl. 4 Zimmer=
wohnung
, I. St. mit all. Zubehör
per 1. Okt. zu vermieten.
2 Uhr nachm. Näh. part. (14559is Martinſtr. 11½, 3. St., gr. neu=e l
herg. 4 Zim.=W. m. geſchl. Veranda, Friedrichſtraße 22, pt., 2 fein 3 Zimmer große 3 Zim.=Wohn. per ſofort,
Preis 410 Mk. jährlich. Näheres
Riedlingerſtr. 21, part. (14814t Stiftſtr. 89, 1. St., ſchön möbl. Schöne 3 Zimmerwohnung,
III. (Etag., per 1. Aug. zu verm.
Näheres Viktoriaſtr. 81, I. (14425ids Mathildenplatz 11, Manſarde,
erfragen daſ. 1. Stock. (14456ids Kaubſtr. 51 ſchöne 3 Zimmer=
Wohnung zu verm. Näheres bei Pension Weidig 20
R. Ringler, Waldſtr. 54. (*2095dsi Zimmer 2 Zimmer, Küche u. Keller per
1. Aug. er. zu verm. Preis 11 M.
Näh. Stiftſtr. 46.
(14494a Gr. 2 Zimmerwohn. in der Alt=
ſtadt
. Näh. Kahlertſtr. 1. (14213oidf Landwehrstr. 68, ſch. 2 Zimmerw.
18 u. 20 M., N. Bahnh., z. verm. (*4654g Hochſtr. 22, kl. 2 Zimmerw.
an ruh. Miet zu verm. (14659ids Neue Ireneſtraße 15 eine
ſchöne Zwei=Zimmerwohnung zu
vermieten.
(14668ids Ludwigshöhſtr. 17 frdl. 2 Zim.=
Wohnung (Manſ.) mit allem Zub. möbl. Z. p. ſof. o. ſp. zu vm.
an 12 Leute zu vermieten. Preis
18 Mark.
(B13561ids Liebfrauenſtr. 38,I., gut mbl. Z.
(ſeparat an anſtänd. Herrn. (*418 Tannenſtr. 47
Eberstadt. 1möbl. Zim., nahe Mühlſtr. 26, I. r, möbl. Manſ.=
Zim., pr. Woche 2.50 Mk. (*2558 Karlſtr. 30, Htb., I. r. möbl. Z.
Groß. Manſ.=Zim. ſof. zu verm. m. K., pr. Woche 4 Mark. (*2525im aut möbl. Zim., auch an anſtänd.
Fräulein, zu vermieten. (*2585 an 1 od. 2 Perſ. zu verm. (*2603lneu herger, ſchönes, helles Zimmer
(Eckzim. mit 6 Fenſt.) mit Kaffee
u. Bedienung ab 1. Aug. an beſſ.
Herrn od. Dame zu verm. (*2570id Mühlſtr. 72, 2. St., am Kapell=
platz
, ein ſchön möbliert. Zimmer 23 gut möbl. Zim., event. mit
Küche, ungeniert, in ruh. Stadtlage,
1. Stock, zu verm. Gefl. Anfragen
unter W12 an die Exped. (*2573 Viktoriaplatz 9 möbl. Zimmer Zim., 1 m. Klav. u. Schreibt. (*2602im (13803t Heidelbergerſtraße 4, part.,
ſch. möbl. Zimmer, ungen., zu vm.
Anzuſehen bis 3 Uhr. (*2615ids
40 Perſonen faſſend, ſeparater
Eingang, Klavierbenutzung, für
einige Abende frei. Kiesſtraße 27
Reſtaurant Hofferberth. (VII, 14186 Oee Caden mit Wohnung, event.
kleines Haus zu mieten oder
zu kaufen geſucht. Offerten unter
W24 an die Expedition. (*2595 Zimmer=Wohnung zum
56 1. Okt. geſucht. Off. unter
V36 a. d. Exped. d. Bl. (*2294soi Zum 1. Beptember
geräumige 4 Zimmerwohnung,
1 od. 2. St., Küche u. Zubehör,
Nähe Heidelbergerſtr. von ruhiger
kleiner Familie geſucht. (14780
V 91 an die Erv. erbeten. Schöne 2 Zimmerwohnung
in feinerem ruh. Hauſe, 3. Ober=
Wohnung (3 Zimmer u. 2 Halb=geſchoß, per 1. Aug, zu vermieten.
Viktoriaſtraße 81, I.
(14799ids 5 Zim 1. Stock, von 103 Uhr. (14815ids Näh. Heidelbergerſtr. 9½. (8791is Lichtenbergſtr. 23, 1. St. links, Une Zimmerzuhe Löffelgaſſe 10 ſch. ſonnige Manſ. Landgraf Georgſtr. 32, II. I., Mke ireen
rEin Erker
zwecke zu ver=
Einzuſehen v. 10 Uhr vorm. bis mieten Dieburgerſtr. 18. (14745t an beſſeren Herrn zu verm. (*2572 gr. Vorpl., Badez. u. all. Zub. z. möbl. Wohn= u. Schlafz. per ſofort
1. Oktober. Näh. daſ. (*2562idfſev. 15. Juli zu vermieten. (13502t Schuchardſtr. 11, II., 2 ſch.möbl. zu vermieten. Soderſtr. 34, II. Stock, ſchöne, Eliſabethenſtr. 49, II., einf.
möbl. Zimmer mit gutem Bett an
anſt. Herrn.
(13691t Wohn= u. Schlafz. mit Schreibt.,
Gas, ſep. Eing. zu verm. (14704a Vercmstokar Grafenſtraße35, II., links, gut
möbl. Zim. ſofort zu verm. (*24860i 3 Zimmerwohnung zu vermiet. Zu Ernſt=Ludwigſtr. 15, III., ſchön
möbl. Zim. m. ſep. Eing. z. v. (*2512oi Gut möbl. Zimmer m. Penſion
für ſofort oder ſpäter zu ver=
mieten
.
(B10671if Darmſtr. 10 möbl. Wohn= u.
Schlafz. (Schreibt. u. Gas). (11510if Riedeſelſtr. 74, I., eleg. möbl.
Wohn= u. Schlafzim. (Gas, Bad,
Veranda) zu vermieten. (*2290si Saalbauſtr. 38, II., eleg. möbl.
Wohn= und Schlafzimmer zu ver=
mieten
. Teleph. vorhand. (*2241fsi Schützenſtr. 10, II., möbliertes
Zimmer zu vermieten. (*2335sid Grafenſtr. 39, 2. St., ſch. möbl.
Wohn= u. Schlafz. z. verm. (14121a Offerten mit Preisangabe unter freundl.
Karlſtraße 38, II., großes Schützenſtraße 18, Stb., ein
möbl. Zimmer zu verm. (13043ids [ ][  ][ ]

Kongreſſe und Verbandstage.
39. Deutſcher Aerztetag.
III.

Elberfeld 5. Juli. In der zweiten und letz=
ten
Sitzung des 39. Deutſchen Aerztetages wurde
zunächſt die Wiederwahl des Vorſtands vorgenommen,
worauf Dr. Beſſelmann (M.=Gladbach) über das Ver=
hältnis
der Aerzte zu den Berufsgenoſſen=
ſchaften
referierte. Er hob hervor, daß die Berufs=
genoſſenſchaften
für die Bedeutung des Arztes für die Un=
fallverſicherung
nur ſehr wenig Verſtändnis haben und
beſtrebt ſind, das Honorar der Aerzte nach Möglichkeit zu
drücken. Manche der Berufsgenoſſenſchaften ſcheuten da=
bei
auch vor direkten Geſetzesverletzungen nicht zurück und
ſprechen es offen aus, daß ein Arzt, der einem Verletzten
die volle Rente zubillige für ſie unbrauchbar ſei; das be=
zeichnete
der Referent als einen unerhörten Akt der Will=
Für, ebenſo wie es als Anmaßung zu bezeichnen ſei, wenn
die Berufsgenoſſenſchaften erklären, daß nur ſie die Tüch=
tigkeit
eines Arztes zu beurteilen vermöchten. In ſeinen
zu dem Thema vorgelegten Leitſätzen forderte der Referent
eine Regelung des Verhältniſſes zwiſchen Aerzten und
Berufsgenoſſenſchaften, ferner Anhörung des behandeln=
den
Arztes bei Begutachtung von Unfallverletzten; das
Honorar für ſolche Begutachtungen hat ſich nach den ge=
ſetzlichen
Gebührenſätzen zu richten. Jeder Unfallverletzte
hat das Recht der freien Arztwahl, ſoweit nicht geſetzliche
Hinderniſſe beſtehen. Ein, vorliegender Zuſatzantrag
Hameln forderte beſonders, daß alle praktiſchen Aerzte zu
jeder Art von Gutachtertätigkeit zugelaſſen werden. Die
Leitſätze des Referenten wurden dem Ausſchuß als Ma=
terial
überwieſen und der Antrag Hameln, ſowie ein An=
trag
Mugdan angenommen, der ſich mit dem Antkag Ha=
meln
deckt, desgleichen ein Antrag, der ganz allgemein die
Regelung des Verhältniſſes zwiſchen Aerzten und Be=
rufsgenoſſenſchaften
fordert.
Hierauf referierte Dr. Heſſe (Kiſſingen) über das
Ausländerweſen in der Aerzteſchaft‟. Er
führte aus, daß namentlich hinſichtlich der ruſſiſchen Aerzte
Grund zu Mißtrauen gegeben ſei, weil man bei dieſen nie
wiſſen könne ob man es wirklich mit Aerzten zu tun
habe. Der Referent wies nachdrücklich darauf hin, daß
jnur der geſetzliche Schutz der ärztlichen Tätigkeit hier Ab=
hilfe
ſchaffen könne mit dem Schutz des Titels Arzt
allein ſei nicht gedient. Ein Antrag Kiſſingen wies dar=
auf
hin, daß durch die nicht in Deutſchland approbierten,
aber zur Praxis zugelaſſenen ausländiſchen Aerzte ſchwere
Schädigungen der einheimiſchen Aerzteſchaft herbeigeführt
werden, daß zahlreiche außerdeutſche Staaten von den ſich
dort niederlaſſenden deutſchen Aerzten die nochmalige Ab=
legung
einer Prüfung fordern; der Antrag verlangt, daß
den Angehörigen ſolcher Staaten die Ausübung der ärzt=
lichen
Tätigkeit innerhalb Deutſchlands nur nach einer
Prüfung geſtattet werden ſolle. Ein Antrag Alexan=
der
(Berlin) verlangte den Zuſatz, daß der geſchäfts=
führende
Ausſchuß beauftragt werden ſoll, bei den zu=
ſtändigen
Stellen dafür zu ſorgen, daß die erwähnten
Mißſtände beſeitigt werden. Ein Antrag Götz ( Leip=
zig
) ſchlug vor, Ausländer der erwähnten Art kurzerhand
aus dem Reiche zu verweiſen. Ueber dieſe Anträge ent=
wickelte
ſich eine längere und lebhafte Diskuſſion.
Alexander (Berlin) wies zur Begründung ſeines Antrags
darauf hin, daß es ſich bei dem Antrag in der Modifikation
Götz um eine politiſche Angelegenheit handle, die von den
Aerzten nicht entſchieden werden könne; die Aerzteſchaft
ſolle vertrauensvoll die Wahrung ihrer Intereſſen den da=
zu
Berufenen überlaſſen. Götz (Leipzig) bezweifelte, ob
von der Geſetzgebung etwas zu erwarten ſei; am zweck=
mäßigſten
ſei es zweifellos, wenn man die Ausländer ein=
fach
durch Polizeimaßregeln als läſtig ausweiſen laſſe,
was in Preußen tagtäglich vorkomme. Landau ( Wand=
litz
) gab zu bedenken, ob es nicht zweckmäßiger ſei, Gegen=
ſeitigkeitsverträge
mit den fremden Staaten abzuſchlie=
ßen
, wozu die Handelsverträge ja Gelegenheit bieten wür=
den
. In manchen Ländern beſtänden große wirtſchaftliche
Aerzteorganiſationen und die jedenfalls kommenden in=
ternationalen
wirtſchaftlichen Aerztekongreſſe werden das
Ausland mehr als alles andere von der Notwendigkeit und
Berechtigung der deutſchen Forderungen überzeugen. Der
Antrag Kiſſingen=Alexander wurde an=
genommen
, der Antrag Götz dem Ausſchuß als Ma=
Berial überwieſen. Damit war die Tagung beendet.
vor

die
kauf Sport, Spiel und Turnen.
Auf
37. Gauturnfeſt in Sprendlingen.

Der Feſtſonntag wurde um 5 Uhr morgens durch
das allgemeine Wecken eröffnet. Der ſchöne, friſche Mor=
gen
, der die Turner grüßte ließ auf einen herrlichen Tag
ſchließen, und was der Morgen verſprochen, hielt der
ganze Tag, ſeit langer Zeit ein ſchöner warmer Sommer=
tag
.
Pünktlich um 6 Uhr traten 57 Turner in der Ober=
ſtufe
und 354 Turner in der Unterſtufe zum Wettkampfe
an. Aus der am Schluß folgenden Siegesliſte iſt zu er=
ſehen
, daß teilweiſe ganz hervorragende Leiſtungen er=
zielt
wurden. Durch die ſachgemäße und planmäßige
Einteilung ſeitens des Turnausſchuſſes, die in jeder Hin=
ſicht
als muſtergültig bezeichnet werden kann, war es
möglich, daß die enorme Arbeit des Einzel=Wetturnens,
ſowie das Muſterriegenturnen von 14 Zöglingsriegen
gegen Mittag beendet war. Gegen 1 Uhr begann der
Aufmarſch zum Feſtzug, und auch hier war zu ſehen, was
durch verſtändige Leitung und Einteilung geleiſtet wer=

eie en
marſch des Feſtzuges beginnen und ohne jegliche Stör=
ung
zum Feſtplatz geleitet werden.
Um 2 Uhr nachmittags traten 40 Vereinsriegen an,
um ſich ihre Leiſtungen bewerten zu laſſen, ebenſo gegen
4 Uhr 7 Frauenabteilungen und 2 Männerriegen. Auch die=
ſes
Turnen am Nachmittag verlief glatt und ohne Ver=
zug
. Das Turnen der Frauenabteilungen als Muſter=
riege
wurde in dieſem Jahre zum erſten Male eingeführt
und können der Gau und die Vereine mit dem Erfolg ge=
wiß
zufrieden ſein. Anſchließend an das Vereinsturnen
wurden von allen Teilnehmern allgemeine Freiübungen
ausgeführt. Die zahlreich erſchienenen Zuſchauer, haupt=
ſächlich
am Nachmittag, lohnten beſondere Leiſtungen
durch reichen Beifall. Um ½7 Uhr fand die Siegerver=
kündigung
ſtatt, womit für viele auswärtige Turner das
Feſt ſeinen Schluß fand.
Folgende Preiſe kommen zur Verteilung:
Oberſtufe. 57 Teilnehmer, 56 Sieger. Heinrich
Diehl, Tbd. Nauheim (Ehrenſieg) 138 Punkte, Heinrich
Kunz, Tv. Arheilgen, 135 P., Philipp Schneider, Taſ.
Darmſtadt, 128 P., Wilhelm Dautenheimer, Turn= und
Militärverein Büttelborn, 114 P. (frühere erſte Sieger).
1. Walter Hermany, Tgd. Darmſtadt, 136 P., 2. Georg
Bernhard, Taſ. Darmſtadt, 128 P., 3. Karl Lanz, Tv.
Rüſſelsheim, 127 P., 4. Karl Schubkegel, Tgd. Darmſtadt,
Julius Schell, Tgſ. Griesheim, je 125 P 5. Wilhelm
Heil, Tad. Sprendlingen, Oskar Jaenſch, Tad. Neu= Iſen=
burg
, Adolf Müller, Tgſ. Griesheim, je 124 P., 6. Georg
Dornbach, Tv. Seeheim, 122 P., 7. Jakob Heiſter, Taſ.
Walldof, 120 P., 8. Leonhard Hottum, Tv. Rüſſelsheim,
120 P. Walter Schönwaldt, Tv. Rüſſelsheim, 119 P.,
10. Johann Heck, Tgd. Egelsbach, 119 P.
Nach Darmſtadt fielen folgende Preiſe: Darm=
ſtädter
Turnerſchaft. 1. Walter Hermany, Tgd. Darmſtadt,
136 P., 2. Georg Bernhardt, Taſ. Darmſtadt, 128 P 4.
Karl Schubkegel, Tgd. Darmſtadt, 125 P., 11. Albert
Rüdiger, Tgd. Darmſtadt, 118 P., 17. Karl Reith, Tgſ.
Darmſtadt, 114 P., 19. Georg Hofmann, Tgd. Beſſungen,
113 P 23. Adam Kinimann, Tgſ. Darmſtadt, 111 P.,
24. Herm. Zimmermann, Tad. Darmſtadt, 110. P., 25. Lud=
wig
Lied, Tgd. Darmſtadt, 110 P., 27. Friedr. Huthmann,
Taſ. Darmſtadt. 108 P., 30. Fritz Hedtler, Tad. Darmſtadt
und Wilhelm Freidel, Tgſ. Darmſtadt, 105 P., 33. Rud.
Neumann, Tgd. Darmſtadt, 102 P., 34. Ludwig Schwarz,
Taſ. Darmſtadt, 101 P., 38. Chr. Wailand, Taſ. Darm=
ſtadt
, 95 P., 39. Franz Hedtler, Tad. Darmſtadt, 93 P.
Unterſtufe. 354 Teilnehmer, 270 Sieger. 1. Lud=
wig
Zwilling, Tgſ. Walldorf, 138 P 2. Chr. Simon I.
Tad. Nieder=Rodau, 135 P., 3. Martin Meffedt, Taſ.
Walldorf, 135 P., 4. H. Afholderbach, Tv. Ober=Ramſtadt,
130 P. 5. Wilhelm Spieß, Tv. Nieder=Ramſtadt, 129 P.
6. Wilh. Traband, Tv. Walldorf, 128 P., 7. Joh. Schaff=
ner
, Tv. Goddelau, 128 P., 8. Phil. Aſtheimer, Taſ.
Eriesheim, 127 P. Hch. Moter, Tv. Ober=Ramſtadt, 127
Punkte, 9. Ad Keller, Tgd. Nieder=Roden, 127 P., 10.
Jean Heiſter, Taſ. Walldorf, Chriſtian Simon II., Tgd.
Nieder=Roden, je 127 P.
Nach Darmſtadt fielen folgende Preiſe: Darm=
ſtädter
Turnerſchaft. 11. Herm. Knauth, Tv. Darmſtadt,
126 P., 13. Heinr. Langendorf, Tv. Darmſtadt, 125 P.,
15. Otto Charius, Tgd. Darmſtadt, 124 P., 19. Georg
Kunz, Taſ. Darmſtadt, 122 P., 23. Heinr. Mohr Tad.
Beſſungen, 121 P., 37. Georg Erb Taſ. Darmſtadt, 114
Punkte, 40. Georg Schäfer I., Tgd. Darmſtadt, 113 P., 46.
Adam Riffel, Tv. Darmſtadt, 111 P., 52. Gg. Schäfer II.,
Tad. Darmſtadt, 109 P n2 Heinr. Schroth, Tgd. Beſ=
ſungen
, 109 P 54. Willy Seip, Tad. Darmſtadt, 108½
Punkte 55. Fritz Engel, Tgd. Darmſtadt, 108 P., 56.
Heinr Petry, Tv. Darmſtadt, 107½ P. 59. Phil. Mathes,
Taſ. Darmſtadt, 107 P 63. Ernſt Bingel, Tgd. Darm=
ſtadt
, 105 P., 71. Wilhelm Pitzer, Tv. Darmſtadt, 102½
Punkte, 72. Jakob Schmidt. Tv. Darmſtädt, 102½ P., 73.
Ludwig Demmel, Tgd. Beſſungen, 102½ P., 77. Konrad
Rühl, Tv. Darmſtadt, 101 P., 80. Konrad Ernſt, Tad.
Darmſtadt, 100 P.. 93. Georg Weber, Tad. Beſſungen,
93 P., 95. Julius Ealy, Taſ. Darmſtadt, 97 P., 103. Wil=
helm
Daum. Tgd. Darmſtadt, 95 P., 110. Karl Ruths
Tad. Darmſtadt, 92½ P., 112. Friedrich Breuer, Tad.
Darmſtadt, 92½ P 115. Geora Ruths, Tgd. Darmſtadt,
9½½ P. 117. Heinr. Schäfer, Tgd. Darmſtadt, 91½ P.,
122. Phil. Becker, Tad. Beſſungen, 90 P.
Vereins=Riegen=Turnen. Einen erſten Rang: Tad.
Darmſtadt, 34 P., Taſ. Darmſtadt, 33 P., Tad. Beſſungen,
31 P., Tv. Darmſtadt, 30 P.
Zöglings=Riegen: 6. Tgd. Beſſungen (2 Pferde)
32 P., 8. Tad. Darmſtadt (Stabübungen) 31 P., 3. Werk=
ſtättenamt
II, Turnabteilung (2 Pferde mit Federbrett)
32 Punkte.
Turnerinnen=Riege. 1. Taſ Darmſtadt (2 Barren)
23 P., 3. Tad Beſſungen (Stabübungen) 22 P., 4. Tad.
Darmſtadt (Pferd) 22 P.
Männer=Riege. Tad. Beſſungen, 22 P. Fecht=Riege.
Tgd. Darmſtadt, 30 P. Die Turngemeinde Sprendlin=
gen
kann mit Beruhigung ſagen, daß ſie den Verſprechun=
gen
, die ſie dem Gau und den Vereinen bezüglich des
Feſtes gegeben hat, voll und ganz gerecht geworden iſt.
Bei der Preisverteilung ſprach der Gauvertreter Lehrer
Roth im Namen des Gaues und aller Feſtteilnehmer der
Turngemeinde Sprendlingen, der Gemeinde Sprendlingen
und allen freundlichen Gaſtgebern ganz beſonderen Dank
K.
aus.
sr. Pferde=Rennen zu Grunewald., Hamilkar=
Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt Bär=
feldes
Armgard (O. Müller), 2. Eigenlob (Liſter), 3. Siler
(For). Tot. 66:10, Pl. 27, 31, 26:10. Unpl.: Joffra (4),
Indianer II, Tanagra, Kientopp. Leicht 2 Lg.-Hals3 Lg.
Stadtbahn=Handikap; 6200 Mark Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn. O. Kampfhenkels Reichspoſt (Gagelmann),
2. Pakt (Shurgold), 3. Lysnader (Lysnader). Tot. 132310,
Pl. 43, 48, 265:10. Unpl.: Vogelfrei (4), Ria, Julius =
ſar
, Kaſſal, Wunderhold, Importe, Mut, Querulo, Kon=
dor
, King Baſalt, Dekameron, Königsleutnant. Ueber=
legen
2½ Lg.-Hals-Kopf. Adonis=Rennen; 10000
Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Herrn R. Haniels Tampa
(Cleminſon), 1. Herrn A v. Kaullas L’Amour ( Shur=
gold
), 3. Major Fife (Davies). Tot. 28310, Pl. 2110
(Tampa), Tot. 58:10, Pl 25110 (LAmour), Pl. 19.10
(Major Fife). Unpl.: Reſeda (4), Iſolde (kam als Erſte
ein, wurde aber wegen Behindernis disqualifiziert),
Hebron, Induſtrie, Juwel, Rex II. Scharfer Kampf, Hals
bis totes Rennen-½ Lg. Preis von Remlin: 5000
Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt Bärfeldes Alabaſter
(O. Müller), 2. Froh (Liſter), 3. Nicolo (Fox). Tot. 131:10,
Pl. 40, 87, 28:10. Unpl.: Ladybird (4), Mormone, Pan=

Senteur, Raßehur, Alſe 1I., Pracht, Odalste
Quagga, Freund Fritz. Sehr leicht 1½2
1½ L
Aſſeburg=Memorial; 13 000 Mark, Diſtanz 1800 Meter:
1. Herrn R. Haniels Calvados (Archibald), 1. Dr.
Thomſens Reichsanwalt (Slade) 3. Kröſus (Shatwell).
Tot. 20 (Calvados), 33:10. (Reichsanwalt), Pl. 19, 22,
40:10. Unpl.: Mansfeld (4) Eau de Cologne, Nabob,
Gernot, Ovation, Saint Cloud, Oetupus, Pacific, Felſen=
kirſche
Tot. Rennen. 31 Lg. Preis vom Waldhaus;
5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn W. Welps und
W. Brauns Pulver (Shurgold), 2. Goldamſel (Kaſper),
3. Hatena (Fox). Tot. 50110, Pl. 18, 31, 16:10. Unpl.: Heu=
ſchrecke
(4), Hexe, Schlagwerk, Parbleu, Miriam, Sma=
ragd
, Fagott. Leicht 2½Hals-/ Lg. Preis von
Charlottenthal; 6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn
A. von Schmieders Pfirſich II (O. Müller), 2. Monolog
(Davies), 3. Planet (H. Teichmann). Tot. 53310, Pl. 19,
19, 22110. Unpl.; Sternum, Block, Ocena, Sankt Theo=
bald
, Ahnenſtolz, Flitter. Sehr leicht 1½/ Lg.
Bremen, 5. Juli. Verſuchs=Hürden=Rennen;
2500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt. F. von Zobeltitz’
Loreley (H. Brown), 2. Oſſer (Buria). Tot. 10:10. Zwei
liefen. Kanter, 4 Lg. Eröffnungs=Jagd=Rennen;
Ehrenpreis und 1600 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt.
Hallſtröms M. P. (Beſ.), 2. Snowdons Knight (Lt. von
Keller) 3. Runbir (Herr G. Freeſe). Tot. 62:10, Pk. 19,
16, 26:10. Unpl.: Over the Matter (4), Little Mite, Dia=
pree
(gef.), Miſſile, Pyramide, Cordeva, Erzherzogin.
Leicht 11½ Lg. Verkaufs=Jagd=Rennen; 2800 Mark.
Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn H. Haspergs Brarfield ( Ger=
ber
), 2. Dalmigavie (Dyhr), 3. Galley (Burian). Tot.
38.10, Pl. 24, 28:10. Unpl.: Faur Pas II, Coolah (4),
Le Rigodon. 210 Lg. Weſer=Flach=Rennen; Ehren=
preis
und 2500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn K.
Adolfs Earl (2t. Demnig) 2. Zale (Dr. Rieſe), 3. Old
Port (v. Sydow). Tot. 22110. Drei liefen. Sicher 15 Lg.
Hanſa=Jagd=Rennen: 4200 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Herrn R. Then=Berghs Iriſh Lad (Dyhr), 2. High=
bridge
(Scholz), 3. Hamilton (Lyons). Tot. 24:10. Drei
liefen. Leicht 12 Lg. Preis der Vahr, Ehrenpreis
und 3000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn Rieges
Talmont (Herr Purgold), 2. Prognoſe (Lt. Demnig),
3. Erato (Lt. von Moßner). Tot. 28110, Pl. 13, 13, 13110.
Unpl.: Böske (4), Roſary II, Merry Go, Paſſe partout
(angeh.). Kampf, Hals1 Lg.
sr. Rudern. Mainz im Entſcheidungslauf
des Stewards=Cup ausgeſchieden. Die Ex=
pedition
des Mainzer Rudervereins zur Henley=Regatta
hat leider mit einem Mißton geendet. Nachdem die be=
rühmte
ſüddeutſche Vierer=Mannſchaft den Vorlauf zum
Stewards=Cup gegen den Toronto Rowing=Klub ( Ka=
nada
) leicht und den Zwiſchenlauf gegen die vorzügliche
Mannſchaft des Leander Rowing=Klubs ebenfalls über=
legen
gewonnen hatte, trafen die Mainzer am Samstag
im Endlauf mit New College=Orford zuſammen. Der
Mainzer Vierer ſicherte ſich vom Start ab einen knappen
Vorſprung, hatte aber das Pech, bei 800 Meter mit ſeinem
Gegner zu kollidieren. Es mußte auf der Strecke neu
geſtartet werden, doch wurden die Mainzer, denen man
die Schuld an der Kolliſion zuſprach, von der Weiter=
fahrt
ausgeſchloſſen und New College ging dem=
nach
allein als Sieger durchs Ziel.
rs. Fußball. Wien ſchlägt München im Fuß=,
ball=Städtekampf. 311. Der Fußballſtädtekampf
der repräſentativen Mannſchaften von Wien und München
gelangte am Sonntag bei regneriſchem Wetter in Wien
im Beiſein vös etwa 7000 Zuſchauern zum erſtenmal zum
Austrag. Die Münchener Mannſchaft liefert ein ſehr gutes
Spiel. Hervorragend ſpielten die Verteidigung und der
Torwächter, dagegen zeigte der Angriff ſchwächere Leiſtun=
gen
. Das erſte Tor ſchoß der Münchener Mittelſtürmer
Fürſt in der 23. Minute, doch gelang Wien ebenfalls durch
den Mittelſtürmer Kuthan kurz vor der Pauſe der Aus=
gleich
. Auch in der zweiten Spielhälfte war der Kampf
faſt gleichmäßig verteilt. Durch zwei ſchöne Tore von
Hag und Blaha entſchied die Wiener Mannſchaft das
Spiel mit 311 zu ihren Gunſten.
E. Franz gewinnt die Radfernfahrt
Rund um die Gletſcher. Das berühmte Straßen=
rennen
Rund um die Gletſcher gelangte am Sonntag zum
vierten Male auf der 351 Kilometer langen Strecke zum
Austrag. Dieſe führte von Innsbruck über Landeck. Nau=
ders
, Mals, Meran, Botzen, Brixen über den Brenner
durch die ſchönſten Gegenden Tirols nach Innsbruck zurück.
Um Mitternacht zum Sonntag ſtarteten 33 Herrenfahrer,
denen eine halbe Stunde ſpäter 15 Berufsfahrer folgten.
Das Wetter war kühl, die Straßen befanden ſich in mit=
telmäßiger
Verfaſſung. Von Briren ab über den Brenner
wurden ſie wegen ſtarken Regens ſehr ſchlecht. In Mal=
ſerheide
ſtürzten J. Schrödl (Augsburg), K. Mutz ( Mün=
chen
) und F. Schmid (Augsburg) wobei letzterer ſchwere
Verletzungen erlitt und in das Krankenhaus nach Mals
gebracht werden mußte. Als Erſter erreichte mittags 2 Uhr
15 Min, der Unterjäger F. Gregl Militärfahrer aus Cor=
mons
, das Ziel und ſiegte ſomit in der Herrenfahrerklaſſe
mit 14 Std. 15 Min. Fahrzeit. Die nächſten Plätze be=
ſetzten
F. Kaulferſch=Rovigno mit 15 Std. 19 Min. 17 Sek.,
alſo mit mehr als einſtündigem Abſtand vor dem Mün=
chener
K. Mutz mit 15 Std. 22 Min. 20 Sek. In der Be=
rufsfahrerklaſſe
blieben der Böhme E. Franz und Aber=
ger
=Berlin bis zum Schluß beiſammen, doch erfocht Franz
zuletzt einen leichten Sieg mit 14 Std. 9 Min. 5 Sek. vor
Aberger=Berlin mit 14 Std. 9 Min. 6 Sek Dann kam
Suter=Zürich mit 14:32:18 vor Hübner=Dresden mit
14:46:19.
* Darmſtädker Fußballverein. Am Sonn=
tag
gelang es dem D. F.=V. unter ſehr ſtarker Konkurrenz
bei dem Sportfeſt des Sportklubs Haſſia 1905=Rüſſels?
heim folgende Preiſe nach Darmſtadt zu bringen: Im
7 Kilometer=Dauerlauf den 5. Preis, im 100 und 200
Meter=Laufen je einen 2. Preis, im 400 Meter=Laufen
einen 3. Preis, im Dreikampf einen 2. und 5. Preis.
* Homburger Goldpolal. Am Sonntag, den 20. Juli
ds. Js., kommt der klaſſiſche Wettmarſch um den Hom=
burger
Goldpokal unter Aufſicht des Deutſchen Athletik=
Bundes zum zweiten Male zum Austrag. Die Strecke
beträgt diesmal nur 50 Kilometer und führt von Bad
Homburg nach Bad Nauheim und zurück. Außer dem
Goldpokal kommen noch viele weitere wertvolle Preiſe an
die Sieger zu Verteilung; ferner erhält jeder Nichtpla=
zierte
, welcher innerhalb 6 Stunden das Ziel erreicht. eine
Erinnerungsmedaille.

[ ][  ]

Vaukter lloße.
Dämonische Triebe.
Grosses Drama in 2 Akten
aus dem
Artistenleben.
(14825


2

iwan und einf. Schreibtiſch zu
verk. Soderſtr. 79, II. (*2605im

plu
Her

DARMSTADT
Rheinstr. 2 Rheinstr. 2.

8 Z ZZ

Nur 4 Tage
ab heute
Dienstag
bis einschl.
2
Freitag
Schluger
Gur Schluger!
Die Schsaucn

Drama in 3 Akten.
In den Hauptrollen:
Der geniale Regisseur
Viggo Larsen
und Wanda Treumann.
Auf vielseitigen Wunsch und
des großen Anklanges wegen
Als Einlage:
Der hier gelaufene Film

Städficher Sadibau.
Dienstag, den 8. Juli 1913:
Grosses Intar Fassen Ronzert
ausgeführt von ſämtlichen Militär=Muſikkorps der
Garniſon Darmſtadt zum Beſten des Invalidendank‟.
1. Teil des Programms: Einzel=Konzert der Muſikkorps.
2. Teil des Programms: Maſſen=Konzert ſämtlicher Muſik=
korps
unter Mitwirkung der Spielleute des Leibgarde=
Infanterie=Regiments Nr. 115
bei prächtiger Illumination des Gartens.
Anfang 8 Uhr abends.
-
Eintritt 1 Mk.
Im Vorverkauf 75 Pfg.
Verkaufsſtelle bei dem Verkehrsbureau, Ernſt=Ludwigsplatz
Der Vorverkauf wird am 8. Juli 1913, 550 Uhr nachm. geſchloſſen.
Bei Regenwetter findet das Konzert am Dienstag, den
15. Juli ſtatt.
(14580si
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.

Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
(B11302
Hugenschutz Feisenkeiler.
Mit Rückſicht auf das Wohltätigkeitskonzert im Saalbau fällt
heute Dienstag mein Konzert aus.
Hans Tod.
Nächſtes Konzert Freitag, den 11. Juli. (*2606

arkarert
Lädterbach
572m üb. d. M. Stat. Schramberg 3 km. Stat. Hornberg 11 km
Schwarzwaldhotel (les
Erstes Hotel am Platze, ruhigste staubfreie Lage, luftige
Balkonzimmer, gedeckte Glasveranda, schattiger Garten
direkt am Tannenhochwalde. Lawn-Tennisplatz.
Ausführliche Prospekte gratis (auch in der Geschäftsstelle
ds. Bl. erhältlich). Im Winter: Directeur coirier’s Grand
Hötel Valescure (var) pres St. Raphaél. P. Reuter, Besitzer.

Diwan, Chaiselongue,
kompl. Küche, pitch-pine und
lack., Trumeauxſpiegel, Bettſtellen,
Matratzen, Flurſtänder, Waſchkom.,
Stühle, Ziertiſchchen, Hausapoth.,
alles neu, z. Z. ganz billig. (*2622
Mathildenplatz 8, Möbelwerkſtätte.

Stets:
friſches Kommisbrot empfiehlt

(*2625
Ewald, Eliſabethenſtr. 56.

Würo m. Schreibmaſch. (Ideal),
faſt neu, billig zu verkaufen
*2481oim) Rheinſtraße 3,

Wo ist
daszusehen
77 77
(14827)

mberlal Bar
Ludwigsplatz 2.

(13906a

am
weiß. Turm

Dramatisches
Lebensbild in 2 Akten
sowie
das übrige reich-
haltige
Programm.
(*2559)

r. rund. Tiſch (Altertum) billig
abzg. Näh. Sandſtr. 40, I. I. (*2607

Ausnahmsweise schon heute
Dienstag, als 4 Tage!
Wie Kann ein Justiarrrum entstenen:
Das zeigt der Sensations-Film
Dus Rechr auis Dasent
Ein grosser Kriminal- Roman in 3 Akten mit dem
genialen Regisseur Herr Joseph Delmont in der
Hauptrolle.
Morgen Mittwoch nachmittag
von 23 und 34 Uhr:

Frühlings-

rauschen.
Erstklassiges Drama in
3 Akten.
Jedes Bild ein Gemälde.
(14828

Wanderung durch das baverische
Hochland und Königsschlösser.
Eintritt 3. Platz 10 Pfg., 1. u. 2. Platz 19 Pfg.
Erwachsene volle Preise. Vorverkauf schon
heute an der Kasse des Residenz-Theaters.
Zu diesen Vorstellungen werden Reklame-
Marken ausgegeben.
14837

Dane-LsMor

IRC
AGRAEENSTR-2EHERHEIDSIR
Ab Dienstag, 8. Jali,
unſer einzig daſtehendes und
konkurrenzloſes
Riesen-Schlager-
Programm:
1.3.
Ver Fresse
Pitur
ein Drama aus der Ge=
ſellſchaft
, in 3 Akten
ein Meiſterwerk
Nordiſcher Lichtſpielkunſt
4. Das Boderdt
ein herrliches Bild a. d. Natur
Eine Motorboot
Partie
man lacht Tränen
Der Wochen-
Hericht ues
I. Killos

ein Bild aus aller Welt
Einlagen:
7. Die Spiie
äußerſt ſpannendes Drama

8.

M.

ein Perle des Humors
Nr. 910

Der verlorene
Sohh
ein Drama aus dem Leben
eines Staatsanwalts
in 2 Akten
Spannend! Spannend!

(2390,

Ernstgenleltr!
Frl., Mitte 30er, ſehr tücht., ſparſam
und in allen Zweigen des Haus=
halts
erfahr., aus ſehr gut. Fam.,
ſucht ſich mit einem feineren, ält
vermögenden Herrn in den 50er
Jahren, Witwer ohne Kinder
nicht ausgeſchloſſen, glücklich zu
verheiraten. Offerten unter V 99
an die Exp. ds. Bl. (*2548im

geb. Fräul., 36. J., jug. Aeußere,
wünſcht mit beſſ. Herrn zwecks
Heirat bekannt zu werden. Off.
unt. V 98 an die Exp. (*2526

ebildete Dame, Anfangs 30
J., etwas Vermögen, wünſcht
auf dieſem Wege gebildeten, gut=
ſituierten
Herrn behufs ſpäterer
Heirat kennen zu lernen. Ernſt=
gemeinte
Offerten unter H. P.
hauptpostlagernd Darm-
(*2311si
stadt.

dinderloſes Ehepaar ſucht ein
K.
in gute Pflege
Kind
zu nehm., nicht
(*2554
unter 2 Jahren.
Wendelſtadtſtr. 13, Hinterh. links.

Die Ehre des
Bankiers.
Grosses Filmschauspiel
in 2 Akten.
Italienischer Kunstfilm.
(14826
Mobeltransporte
jeder Art erledigt prompt, ſach=
gemäß
und preiswert
Ge Götz
Wendelſtadtſtr. 31 Telephon 1989.
NB. Ende dieſer Woche Gelegen=
heit
nach Wiesbaden. (*2596
gute Nähmaſchine geg.
Tauſche gut erh. Fahrrad ein,
ev. auch Pfandſch. geſ. Händl. verb.
Offert. u. W30 a. d. Exp. (*2610
Wollſt. Bett, 15 M., gr. Spiegei
Alexanderſtr. 17½, III., Ht.

ür kl. geſund. Mädchen, 4 Woch,
ſaub. Pflege geſ. Off. m. Preis=
ang
. unt. W 6 an die Exp. (*2533

Ute
Heidelbergerſtraße
zunächſt der Artilleriekaſerne,
Herrſchaftshaus
22 Zim. enthaltend, br. Korridore,
zur Errichtung eines Familien=
Penſionates geeignet, auf längere
Zeit zu vermieten od. zu verkaufen.
Alles nähere in der Exped. (B14817
Haus
mit Toreinf., Hofraum, Werkſtatt
od. Hintergebäude, welch. ſich zur
Werkſtatt einrichten läßt, zu kauf.
oder zu mieten geſucht. Off. unt.
W1 an die Exp. (*2546im
In d. Heidelbergerſtr. ein ſ. ſchön.
gutes 5 reſp. 6 Zimmerhaus zu verk.
Off. unt. V 48 a. d. Exp. (*2313sid
Gesucht!
Kl. Haus in der Gemarkung
Darmſtadt im Preiſe v. 18000 bis
20000 Mk. zu kaufen geſucht. Off.
mit gen. Angabe des Preiſes unt.
V 25 an die Exped. (14511a

Günſtiger Verkauf.
Haus f. 8000 Mk.
Verkaufe mein kleines Land=
haus
mit groß. Garten, 10 Mi=
nuten
von Darmſtadt gelegen,
für 8000 Mk. Wenig An=
zahlung
erforderlich. (14473a
Offerten erb. unter U 86
an die Exped. ds. Bl.

In der Umgebung von Darmſtadt
hübſches Landhaus
frei gelegen, 5 Min. v. d. Station
und nahe am Wald, m. 2X3 Zim.
u. 2 Manſ.=Zim., elektr. Licht u.
Vaſſerl., ſchöner Garten, billig zu
verkaufen oder a. läng. Zeit zu
vermieten. Off. u. W 28 a. d.
Expedition ds. Blattes. (14839ids
Käufer für meinen großen
Suche Villenbeſitz ꝛc., wie auch
für das ſog. alte Herrenhaus
das ſich auch zu induſt. Zwecken
(14838
eignen würde.
Dr. Büchner, Pfungſtadt.

M. v. arm. ehrl. Fam. geg. Möbel=
00 ſicherh. u. g. Zinſ.zu leih. geſ., Off.
unt. W3 an die Exp. d. Bl. (*2539
Darlehen
von 100 bis 400 Mark auf
ein Jahr bei monatl. Rückzahl.
gibt Selbſtgeb. an verheir. Be=
amte
und beſſere Privatangeſtellte
geg. Abſchluß klein. Lebensverſich.
Keine Vorſpeſen und dergleichen.
Strengſte Diskretion zugeſichert.
Susführliche Off. unter U 76
an die Expedition ds. Bl. (14440a
ſofort bar an jedermann bei
Geldkl. Ratenrückzahlung bis
5 Jahre. Reell, diskret u. ſchnell.
W. Lützow, Berlin 114,
12745 17
Dennewitzſtr. 32. (III,
Koſtenloſe Ausk. Viele Dankſchr.

Die Tochfer
Ges Seemanls
Erschütterndes Lebensbild
aus dem
Seemannsleben.
(1482