Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtads
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die „Hohenzollern” mit dem Kaiſer an Bord
traf geſtern gegen 2 Uhr in Holtenau ein und ging
ſo=
gleich durch den Kanal nach Brunsbüttel weiter.
Zum neuen preußiſchen Kriegsminiſter
wurde Generalleutnant von Falkenhayn, bisher
Chef des Generalſtabes beim 4. Armeekorps, ernannt.
Graf Zeppelin begeht heute ſeinen 75.
Geburts=
tag.
Die Großherzogin von Luxemburg hat nach
dreitägigem Beſuch der königlichen Familie Brüſſel
wie=
der verlaſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Die Konkurrenzklauſel.
— Zu den Vorlagen, deren Erledigung durch den
Reichstag infolge der Vertagung bis zum Hexbſt
ver=
ſchoben worden ſind, gehört auch der Entwurf über
die Konkurrenzklauſel für
Handlungs=
gehilfen. Es handelt ſich hierbei um ein Gebiet, in
welchem der Streit der Meinungen ſeit Jahren geht, ohne
daß man ſich darüber einigen könnte, und während die
einen die Konkurrenzklauſel für verwerflich halten,
er=
blicken die anderen in ihr einen ſehr notwendigen
wirt=
ſchaftlichen Schutz. Aus dieſem Grunde hat es auch recht
lange gedauert, ehe die Regierung der Regelung dieſer
Frage nahezutreten wagte, und erſt nach langem Drängen
der Volksvertretung und der in Frage kommenden Kreiſe
hat man ſich dazu entſchloſſen, einen entſprechenden
Geſetz=
ſentwurf zu machen.
Dem verſchiedentlich geäußerten Verlangen auf völlige
Aufhebung der Klauſel iſt man nicht nachgekommen; man
verſuchte einen mittleren Weg zu finden, indem man eine
beſtimmte Gehaltsſumme als Grenze feſtſetzte, unter der
die Konkurrenzklauſel überhaupt nicht zuläſſig ſein ſoll.
Nun hat in der Kommiſſion des Reichstages der Entwurf
verſchiedene erhebliche Abänderungen erfahren, die der
Regierung unannehmbar erſcheinen, und ſie ſucht jetzt in
einer offiziöſen Darlegung gegen die
Kommiſſions=
beſchlüſſe die Oeffentlichkeit mobil zu machen. Der
Reichs=
tag hat die erwähnte Gehaltsgrenze auf 2000 Mark
er=
höht, während die Regierung im Intereſſe der
Unter=
nehmer über 1500 Mark nicht hinausgehen will.
An=
dererſeits will die Regierungsvorlage bei Verletzung des
Konkurrenzverbotes in ſolchen der Vertragsſtrafe dem
Unternehmer die Wahl überlaſſen, auf Zahlung der Strafe
loder auf Unterlaſſung der Zuwiderhandlung zu klagen.
In der Kommiſſion will man aber von einer
Unter=
laſſungsklage nichts wiſſen, indem man von dem
Stand=
ſpunkt ausgeht, daß, wenn einmal eine Konventionalſtrafe
vereinbart iſt, dieſe auch gezahlt werden müßte. Noch in
einem dritten Punkte geht der Standpunkt von Regierung
und Kommiſſion weit auseinander. Nach der
Regierungs=
vorlage ſoll gegen Vereinbarung zwiſchen Prinzipalen,
Gehilfen nicht zu engagieren, die bei dem andern in Dienſt
ſtehen, Klage angeſtrengt werden können, während von
der Kommiſſion für ſolche Fälle eine Schadenerſatzpflicht
des Prinzipals eintreten ſoll. Hinſichtlich der
ſogenann=
ten Karenzzeit, während deren eine Entſchädigung zu
zahlen iſt, beſtehen erfreulicherweiſe keine
Meinungsunter=
ſchiede.
Jedenfalls wäre zu wünſchen, daß zwiſchen den
bei=
derſeitigen Standpunkten eine Einigung auf der mittleren
Linie ſtattfände; ſo weit gehen die Differenzen nicht
aus=
einander, als daß ſie ſich nicht überbrücken ließen, und es
wäre an der Zeit, dieſe Frage, die für Handel und
Indu=
ſtrie von großer Bedeutung iſt, endlich einmal geregelt
zu ſehen.
Bis wann muß das erſte Drittel
des Wehrbeitrages bezahlt ſein?
* Berliner Blätter ſchreiben: In den zuletzt gefaßten
Beſchlüſſen des Reichstages hinſichtlich der Fälligkeit des
Wehrbeitrages befindet ſich keine Beſtimmung, die
erken=
nen läßt, bis zu welchem Termin etwa das erſte Drittel
des Beitrages zu zahlen iſt, während für das zweite und
letzte Drittel die Termine bis zum 15. Februar 1915 und
bis zum 15. Februar 1916 feſtgeſetzt ſind. Man wird nicht
fehlgehen in der Annahme, daß die Aufforderung zur
Steuererklärung für den Wehrbeitrag bereits im
No=
vember oder Dezember d. J. den Steuerpflichtigen
zugehen wird. Die Friſten zur Abgabe einer Vermögens=
erklärung werden laut Geſetz (§ 34) vom Bundesrat
be=
ſtimmt, der ſich kurz nach ſeinem Wiederzuſammentritt im
Herbſt mit den Ausführungsbeſtimmungen zu dem Geſetz
über den einmaligen Wehrbeitrag befaſſen wird. Wenn
die Aufforderungen zur Steuererklärung gegen Ende
die=
ſes Jahres bereits ergehen, ſo dürften die Zuſtellungen
des Veranlagungsbeſcheides wohl im erſten Quartal 1914
erfolgen. Das erſte Drittel des Wehrbeitrages iſt dann
von dieſem Termin ab binnen drei Monaten zu entrichten
(§ 50), woraus hervorgeht, daß unter normalen
Verhält=
niſſen das erſte Drittel des Wehrbeitrages wohl im Laufe
des zweiten Quartals 1914 bezahlt werden muß.
Im übrigen haben die Landesregierungen die für die
Veranlagung und Erhebung des Wehrbeitrages
zuſtän=
digen Behörden zu beſtimmen, und ebenſo, ob und
inwie=
weit zur Mitwirkung bei der Veranlagung und zur
Er=
hebung des Wehrbeitrags Gemeinden und
Gemeindever=
bände heranzuziehen ſind.
Im Geſetz befindet ſich auch die Beſtimmung, daß der
Bundesrat die für die Veranlagung und Erhebung des
Wehrbeitrages der Bundesfürſten zuſtändigen Behörden
zu beſtimmen hat. Man kann annehmen, daß die
Landes=
zentralbehörden der Bundesſtaaten mit dieſer Aufgabe
be=
traut werden. Auf § 51 mag inſofern hingewieſen
wer=
den, als er beſtimmt, daß, wenn die Einziehung des
Wehr=
beitrages zu den geſetzlichen Zahlungsfriſten mit einer
erheblichen Härte für den Beitragspflichtigen verbunden
iſt, kann der Betrag auf drei Jahre geſtundet, auch die
Entrichtung in Teilbeträgen geſtattet werden. Die
Stun=
dung kann von einer angemeſſenen Sicherheitsleiſtung
ab=
hängig gemacht werden. Die Stundungsbewilligung wird
zurückgenommen, wenn die Vorausſetzungen hierfür
weg=
gefallen ſind oder wenn eine nachträglich verlangte
Si=
cherheit nicht geleiſtet wird.
Zur Lage auf dem Balkan
ſchreibt die Nordd. Allg. Ztg.:
Der Beſuch des italieniſchen Königspaares
in Kiel iſt unter den beſten Eindrücken verlaufen. Der
politiſche Gedankenaustauſch zwiſchen den Monarchen und
ihren Staatsmännern trug das herzliche, vertrauensvolle
Gepräge, das den Beziehungen Deutſchlands und Italiens
untereinander wie zu dem öſterreichiſch=ungariſchen
Bun=
desgenoſſen aufgedrückt iſt. Der Inhalt der Erörterungen
galt vor allem der Lage auf dem Balkan. Leider
iſt dort eine höchſt unbefriedigende Wendung
eingetreten. Zwiſchen den bisherigen Verbündeten ſind
erbitterte, für beide Teile verluſtreiche Zuſammenſtöße
er=
folgt. Die Schuld an den hartnäckigen, anſcheinend noch
unentſchiedenen Kämpfen und die Verantwortung für
de=
ren Folgen wird beiderſeits dem Gegner zugeſchoben. Eine
Beſonderheit im übrigen iſt bei der als kriegsmäßig zu
bezeichnenden Lage bieher die Vermeidung des Abbruchs
der diplomatiſchen Beziehungen, da die Geſandten der
kämpfenden Staaten noch auf ihren Poſten ſind. Es ſteht
dahin, ob dies den Wunſch der Balkanregierungen
bedeu=
tet, das Aeußerſte zu verhüten und den letzten Faden zur
Wiederaufnahme der Verhandlungen nicht abreißen zu
laſſen. Sämtliche Großmächte bekennen ſich zum
Grundſatz der Nichteinmiſchung in die
mili=
täriſchen Vorgänge zwiſchen den früheren
Ver=
bündeten. Die Aufgabe Eurovas kann vorläufig nur darin
beſtehen, die Feindſeligkeiten örtlich und zeitlich
einzu=
ſchränken. Keine Ueberraſchung, aber eine beachtenswerte
neue Tatſache für die Entwickelung auf dem Balkan
be=
deutet die Mobilmachung Rumäniens. Das
damit verbundene politiſche Programm dürfte bis auf
weiteres in dem Wunſche umſchrieben ſein, der
Siliſtria=
frage eine für Rumänien befriedigendere Löſung zu
ge=
ben, als ſie bisher durch die Beratungen der Botſchafter
in Petersburg geſunden hat.
Die Meldungen von dem
Kriegsſchau=
platz ſind noch widerſprechender, als im erſten
Balkan=
kriege, und es iſt aus den beiderſeitigen Siegesmeldungen,
die wieder von der anderen Seite jedesmal dementiert
werden, nicht zu erkennen, auf welcher Seite der wirkliche
Erfolg iſt. Der gewiſſenhaften Berichterſtattung wird es
unter dieſen Umſtänden oft ſchwer, die ſich einander direkt
widerſprechenden Meldungen wiederzugeben, aus denen
die Wahrheit herauszuſchälen aber nicht möglich iſt. Nach
einer Meldung des amtlichen ſerbiſchen Preſſebureaus
war die militäriſche Lage nach fünf
Kampf=
tagen am Sonntag folgende:
Die Bulgaren hatten den Plan, durch einen
unerwar=
teten Angriff mit 120000 Mann ſtarken Streitkräften un=
ſere Grenze zu erreichen und ſich der mazedoniſchen
Ge=
biete zu bemächtigen. Bedeutungsloſe Scharmützel
ain=
gen dieſem Angriffe voran, und hatten den Zweck zu einem
Hauptkampf, der ſich daran anſchließen ſollte, der aber
durch Mißverſtändniſſe falſch ausgeführt wurde, zu
ver=
ſchleiern. Die ſerbiſchen Truppen wurden durch den
An=
griff Bulgariens überraſcht, da die diplomatiſchen
Bezie=
hungen zwiſchen Serbien und Bulgarien nicht
abgebro=
chen waren, mußten ſie ſich erſt verſtändigen, um einen
Angriff zurückweiſen zu können. Nach einem erbitterten
Kampfe, der am Montag ſtatfand, warfen ſie die Bulgaren
zurück, und verhinderten auf dieſe Weiſe die Ausführung
des bulgariſchen Planes. Als dann die beiden mit dem
Heeresgros in Fühlung traten, konnten die Kämpfe nicht
mehr ſo leicht verhindert werden, wie die Scharmützel.
Der Kampf dauert an und die ſerbiſche Armee ging
all=
mählich zum Anariff über Das Ergebnis der Kämpfe iſt
beute, daß die ſerbiſche Armee gegenüber dem rechten
Flügel der Bulgaren, die aus der vierten
Preslawdivi=
ſion und der ſiebenten Rilodiviſion zuſammengeſetzt iſt,
ſich in großem Vorteil befindet. Jede dieſer Diviſionen
beſteht aus ſechs Regimentern und einem Freiwilligenkorps
unter dem Befehl des Generals Genew. Der rechte
bul=
gariſche Flügel iſt zerſprengt und über das rechte Ufer der
Bregalnitza auf die Höhen von Platſchkanitza in der
Rich=
tung auf die Hörfer Leskaie und Vinitze=Gradeao
zurück=
geworfen worden. Die geſchlagene bulgariſche Armee zog
ſich in Unordnung zurück und ließ eine große Menge
Waf=
fen und Munition zurück. Der Umfang der Beute iſt noch
nicht feſtgeſtellt. Während des ganzen Kampfes errangen
die Bulgaren bis jetzt nur einen unbedeutenden Teilerfolg
im Süden gegen die ſerbiſchen Truppen, die ſich zwiſchen
der Wardar und Krivolak befanden. Nach einem Kampfe
von fünf Tagen und fünf Nächten wurden die ſerbiſchen
Truppen, welche bis dahin die ſtark überlegene bulagriſche
Armee aufhielt. gezwungen, ſich auf ihre erſte Stellungen.
ctwa ſechs Kilometer entfernt, zurückzuziehen. Hierin
be=
ſteht der Erfolg der Bulgaren bei Krivolek, wobei keine
wichtige Stellung genommen wurde. Dieſer Erfolg kann
mit den Erfolgen unſerer Armee einen Vergleich nicht
aus=
halten welche verſchiedene Punkte von größter
ſtrategi=
ſcher Bedeutung, z. V.: Rette, Butve, Raitſchani; nahm
und den rechten bulgariſchen Flügel der bulgariſchen
Hauptmacht zerſprenate. Die ſerbiſchen Truppen auf
dem rechten bulgariſchen Flügel drangen weit in das
bulgariſche Gebiet ein, während die bulagriſchen Truppen
nur bei Krivolak, an einem einzigen Punkte, ſerbiſches
Gebiet beſetzten.
Das amtliche ſerbiſche Preſſebureau meldet weiter:
Die Kämpfe der letzten Woche waren die
hart=
näckigſten und blutigſten, die beide Nationen
bisher im Balkankrieg geführt haben. Große
Heieres=
maſſen ſtanden einander gegenüber. Die Verluſte ſind
auf beiden Seiten groß. Sie belaufen ſich auf ſerbiſcher
Seite auf eiwa 15 000 Mann, die tot oder kampfunfähig
ſind .Die Verluſte der Bulgaren werden auf 20 000 bis
95 000 Mann geſchätzt. Vermehrt werden die bulaariſchen
Verluſte noch durch eine mangelhafte Oraaniſation des
Sanitätsdienſtes und das Fehlen von
Eiſenbahnverbin=
dungen. Im allgemeinen haben die Bulgaren ihre
Ver=
wundeten auf den Schlachtfeldern liegen kaſſen und ihre
Toten nicht beſtattet, wodurch Epidemien entſtanden ſind
die die bulgariſchen Verluſte noch vergrößern.,
Deutſches Reich.
— Eine offiziöſe Erklärung zu den
neuen Steuergeſetzen. Die Nordd. Allgemeine
Zeitung ſchreibt:
Die Debatte über die vom Reichstag
verab=
ſchiedeten Steuergeſetze dauert fort, wobei neben
den parteipolitiſchen Geſichtspunkten insbeſondere die
Frage nach der Abgrenzung der Reichs=. Landes=
und Gemeindefinanzen im Vordergrund ſteht. Auf
dieſem Gebiete hat nicht nur die Einführung
der Reichsbeſitzſteuern eine Aenderung ſtattgefunden,
ſon=
dern was vielfach überſehen wird, auch durch die
Auf=
hebung des Reichsanteils an der Grundwer
zu=
wachsſteuer eine Verſchiebung zuungunſten des Reichs
und zugunſten der Gemeinden, von denen alle
die=
jenigen, welche vor der Einführung des Reichsgeſetzes
ſchon die Zuwachsſtener beſaßen, wenigſtens für die
nächſten Jahre den Reichsanteil erhalten Es iſt
anzu=
nehmen, daß gerade auf dieſem Gebiete die Entwicklung
der Kommunalfinanzen fortſchreitet, und ſo die
Reichs=
ſteuer dieſem an ſich gerechtfertigten und durchaus
geſun=
den Steuerprinzip den Boden bereitet hat. Auch im
übrigen wird die richtige Abgrenzung zwiſchen
Reichs=, Staats= und Gemeindefinanzen eines der wich:
tigſten Probleme der deutſchen Politik ſein, und es iſt zu
erwarten, daß dieſe in früheren Jahren auch in der
Literatur noch nicht genügend gewürdigte Frage noch lange
Gegenſtand eingehender wiſſenſchaftlicher und publiziſtiſcher
Erörterungen bleibt. Das Echo der auswärtigen
Preſſebe=
weiſt, wie nachhaltig die raſche und unverkürzte Erledigung
der Wehrvorlage und die gleichzeitige Bewilligung der
Deckung gewirkt hat. Das werden insbeſondere auch die
Auslandsdeutſchen mit Freude begrüßen, deren
Zuſtim=
mung zu der Verſtärkung der Wehrmacht das Gelingen
des Werkes erleichtert hat, und die in zahlreichen Fällen
ohne jede geſetzliche Verpflichtung ſich finanziellen Opfern
unterworfen haben. Es paßt gut hiermit zuſammen, daß
di: Verabſchiedung des Staatsangehörigkeitsgeſetzes
den im Auslande lebenden Deutſchen die Erhaltung der
deutſchen Staatsangehörigkeit ſo weſentlich erleichtert.
Die Ereigniſſe dieſes Sommers werden wohl dazu bei=
tragen, die Bande zwiſchen dem Deutſchen Reiche und
ſeinen ausländiſchen Kindern enger zu ſchließen.
— Abſchluß des Reichshaushaltsetats
für 1912/1913. Die Ergebniſſe des
Reichshaushalts=
etats für das Rechnungsjahr 1912/1913 haben ſich nach
dem Endabſchluß der Reichshauptkaſſe, abgeſehen von den
auf die außerordentlichen Deckungsmittel angewieſenen
Ausgaben, wie folgt geſtaltet:
Der Ueberſchuß der Reichspoſt= und
Telegraphenver=
waltung iſt um 5 892000 Mark hinter dem Voranſchlag
zu=
rückgeblieben. Dementſprechend ſind von Bayern und
Württemberg aus Poſtausgleichungsbeträgen 645000 M.
weniger an die Reichskaſſe abzuführen geweſen. Bei dem
Ueberſchuß der Reichseiſenbahnverwaltung iſt ein Mehr
von 12308000 Mark und bei demjenigen der
Reichsdrucke=
rei ein ſolcher von 563000 Mark zu verzeichnen. Die
Ein=
nahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren haben den
Voranſchlag um 48097000 Mark überſchritten.
Entſpre=
chend dieſer Mehreinnahme haben auch die von den
ein=
zelnen Bundesſtaaten zu entrichtenden
Ausgleichungsbe=
träge für Zölle, Steuern, Gebühren ein Mehr von 1 420000
Mark ergeben. Der Ausgleichungsbetrag von Bayern für
die eigenen Einnahmen der Verwaltung des Reichsheeres
ſtellt ſich dem Mehrertrag bei dieſen entſprechend um 88000
Mark höher als angeſetzt. Bei dem Bankweſen ſind
10 536000 Mark mehr aufgekommen. Dagegen ſind an
Einnahmen aus der Prüfung der Rechnungen 207000 M.
und aus dem Hinterbliebenenverſicherungsfonds zur
Deckung der Reichszuſchüſſe für die
Hinterbliebenenver=
ſicherung 1173000 Mark weniger zu verzeichnen. Im
ganzen hat ſich ein Ueberſchuß von 77 106023,97 Mark
er=
geben, der den geſetzlichen Beſtimmungen entſprechend auf
das Rechnungsjahr 1913 übertragen worden iſt. Er wird
zur Deckung der Koſten der Wehrvorlage mitverwendet
werden.
Das Petroleum=Monopol. Zu den vom
Reichstag nicht mehr erledigten Vorlagen gehört der
Ent=
wurf über den Verkehr mit Leuchtöl. In der
Oeffentlich=
keit iſt vielfach der Vermutung Ausdruck gegeben worden,
daß der Entwurf nunmehr mit Billigung der Regierung
unter den Tiſch fallen werde. Demgegenüber erklärt die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung:
Zu bedauern iſt, daß infolge der Vertagung für die
geſchäftlich Beteiligten die Ungewißheit über die künftige
Geſtaltung des Leuchtölhandels noch fortdauern wird.
Wenn aber die Vertagung Gerüchten Nahrung gegeben
hat, als legte die Reichsverwaltung auf die Erledigung
der Sache kein entſcheidendes Gewicht mehr, (ſo iſt das
nicht zutreffend. Die Regierung hat der Vertagung der
Vorlage auf den Herbſt zugeſtimmt, weil ſie mit der
Kom=
miſſion der Anſicht war, daß bei der ſtarken Belaſtung des
Reichstags durch die Wehr= und Deckungsvorlagen eine
ſachgemäße Erledigung der noch ausſtehenden dritten
Kommiſſionsleſung nicht möglich war und nach ihrer
Auf=
faſſung die Beſchlüſſe zweiter Leſung keineswegs eine
endgültige Löſung der Frage darſtellen können. Ein
ſach=
licher Grund, von einem geſetzgeberiſchen Vorgehen
Ab=
ſtand zu nehmen liegt aber nicht vor. Auch einer
Verſor=
gung der künftigen Monopolverwaltung würde der
Auf=
ſſchub nicht hinderlich ſein. Für die ſehr erwünſchte
wei=
tere Erörterung der Fragen in der Oeffentlichkeit bietet
der inzwiſchen veröffentlichte vorläufige Bericht der
Reichstagskommiſſion eine wertvolle Unterlage.
Förderung der Fiſcherei in den
afrikaniſchen Kolonien. Im Reichskolonialamt
fand unter dem Vorſitz des Miniſterialdirektors Dr. Gleim
eine Beratung über die Förderung der Fiſcherei in den
deutſchen Kolonien Afrikas ſtatt. An der Sitzung nahmen
Sachverſtändige und Vertreter verſchiedener Behörden
und deutſcher Fiſchereivereine teil. Man kam dahin
über=
ein, daß eine umfaſſende Erkundung der Küſtengewäſſer,
der Creeks und Flußunterläufe von Oſtafrika und
Kame=
run auf zeitliches uund örtliches Vorhandenſein von Fiſchen
und anderen nutzbaren Waſſertieren erforderlich und
bal=
digſt in Angriff zu nehmen ſei. Für Südweſtafrika, wo
derartige Vorarbeiten bereits früher ausgeführt worden
ſind, iſt nach übereinſtimmender Anſicht der
Sachverſtän=
digen nunmehr die Ausſendung einer größeren
Expedi=
tion geboten, um die Grundlagen zu einer regelrechten
Ausbeutung der dortigen Seefiſchbeſtände zu gewinnen.
Hierzu wäre ein geeignet gebautes und mit allen
tech=
niſchen Hilfsmitteln ausgerüſtetes Schiff zu entſenden.
Die Expedition hätte auch die Aufgabe, die Ergebniſſe der
Vorerkundung in Kamerun zu ergänzen. Die
Verſamm=
lung war ſich darüber einig, daß unter möglichſter Be=
ſchleunigung alles getan werden müſſe, um die großen
fremdländiſchen Einfuhren von Fiſchen in unſere
afrika=
niſchen Kolonien allmählich durch eigene Produktion
ab=
zulöſen. Die jährliche Einfuhr nach Kamerun, die mit
dem weiteren Ausbau des Bahnnetzes noch erheblich
ge=
ſteigert werden wird, beziffert ſich allein auf nahezu zwei
Millionen Mark.
Ausland.
Frankreich.
Die dreijährige Dienſtzeit. In Troyes
fand ein Bankett zu Ehren der ſozialiſtiſch=radikalen und
radikalen Deputierten und Senatoren des Departements
Seine=et=Oiſe ſtatt, die ſich gegen die dreijährige
Dienſt=
zeit und für den 30monatigen Dienſt ausſprachen.
Se=
nator Gaſton Menier erklärte, er wäre wegen der
finan=
ziellen Folgen des Geſetzes über die dreijährige
Dienſt=
zeit für den Vermittelungsantrag Meſſimy und fügte
hin=
zu, die reaktionären Blätter hätten ihn heftig getadelt,
weil er zur Berner Verſtändigungskonferenz gegangen ſei.
Er ſehe in dieſen Angriffen weit mehr eine Ehre als einen
Anlaß zur Beunruhigung. Die Verſammlung nahm
ſo=
dann einſtimmig einen Beſchlußantrag an, in dem ſie die
Deputierten ihres Departements zu ihrer Haltung in der
Militärfrage beglückwünſchten. Wie der Miniſterpräſident
dem Heeresausſchuß der Kammer mitteilte, hat die
mili=
tärärztliche Abteilung des Kriegsminiſteriums erklärt, daß
die Einberufung der 20jährigen Geſtellungspflichtigen nur
dann möglich ſei, wenn das Dreijahrgeſetz ſpäteſtens
bis zum 15. Auguſt bewilligt und für die Rekrutierung
einer Jahresklaſſe mindeſtens ein Zeitraum von 6 Wochen
zur Verfügung ſtehe. Das Echo de Paris bezeichnet eine
derartige Rekrutierung für undurchführbar. Es wäre
denn, daß man die 20jährigen ohne auch nur einigermaßen
ernſte Unterſuchung einſtellen wollte, was bedauerliche
Folgen für die jungen Soldaten, wie ffür die Armee
über=
haupt haben werde.
Die indirekten Steuern und Monopole
ergaben im Juni um 29 Millionen Francs mehr als im
Budget veranſchlagt worden war. Das Erträgnis des
erſten Hakbjahres übertrifft die Budgetſchätzung um 162
Millionen Francs.
Vereinigte Staaten.
Bryans Friedensvorſchlag. Die Times
meldet aus Waſhington vom 6. Juli: Herr Bryan hat
angekündigt, daß er die Verhandlungen über ſeinen
Vor=
ſchlag für die Beilegung internationaler Streitigkeiten
nicht vor dem Herbſt aufnehmen werde.
China.
Kämpfe zwiſchen Chineſen und
Tibe=
tanern. Die Chineſen ſchloſſen kürzlich Hſiang Tſchen
ein. Aber die Munition ging ihnen aus und ſie wurden
überall von den Tibetanern zurückgeſchlagen. Hunderte
von Chineſen erlitten bei dem Verſuch, den Lomaya=Fluß
u überſchreiten, den Tod. Nach einem Bericht haben die
Tibetaner, als ſie ſich von den Chineſen eingeſchloſſen
ſahen, ihre Häuſer verbrannt und ihre Frauen und
Kin=
der getötet ehe ſie in den Kampf zogen, damit ſie dem
Feinde nicht in die Hände fielen. Die Chineſen zogen ſich
auf Tatſienlu zurück.
* Saar= und Moſel=Kanaliſierung. In
Trier ſprach in einer großen Volksverſammlung von 2500
Bewohnern aus dem Moſel= und Saargebiet Exzellenz
Freiherr von Steinäcker=Berlin über die Bedeutung der
Moſel= und Saarkanaliſierung. Landgerichtsdirektor Dr.
Karl Röchling=Saarbrücken, ſprach über die Moſel= und
Saar=Kanaliſierung, ihre Gegner und Freunde, ferner
Regierungsbaumeiſter Kauriſch aus Trier über das
Thema: „Die Moſel= und Saar=Kanaliſierung, eine
For=
derung der geſamten Ertrags=Wirtſchaft.” Unter lebhaftem
Beifall wurde folgende Reſolution angenommen: Die am
6. Juli zu Trier tagende allgemeine Volksverſammlung,
ſtark beſucht von allen Schichten der Bevölkerung, erklärt
die ſeit Jahrzehnten angeſtrebte völlige Schiffbarmachung
der Moſel und Saar für eine unabweisbare Forderung
der geſamten Ertragswirtſchaft, der Landeskultur, der
Landesverteidigung, der nationalen Fürſorge, des
andels, Gewerbes und der Induſtrie und
ver=
angt zwecks Sicherung und Förderung ihrer=
Lage den Ausbau beider heute brach liegenden
Flüſſe zu leiſtungsfähigen Waſſerſtraßen unter Ausnutzung
ber vorhandenen Waſſerkräfte. Die Verſammelten
er=
achten es für ihre patriotiſche Pflicht, auch für die auf
den Erwerb im Auslande angewieſenen Moſel= und Saar=
Schiffer einzutreten und mit allen ihnen zu Gebote
ſtehen=
den Mitteln ihre Abgeordneten zu unterſtützen, damit die
Forderung nach Kanaliſierung der Moſel und Saar
end=
lich zum Geſetz erhoben wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Juli.
* Der neue Rektor der Techniſchen Hochſchule,
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
ordentlichen Profeſſor Geheimen Hofrat Dr. Reinhold=
Müller zu Darmſtadt für die Zeit vom 1. September=
1913 bis einſchließlich 31. Auguſt 1914 zum Rektor der
Großh. Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ernannt.
* Landgerichtsperſonalie. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Landgerichtsrat bei dem Lande
gericht der Provinz Oberheſſen Dr. Julius
Friedricht=
auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner treuen
Dienſte ſeines Dienſtes entlaſſen und ihm das
Ritter=
kreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen verliehen.
Lehrerperſonalien. Se. Königl. Hoheit der=
Großherzog haben den Lehramtsaſſeſſor Dr. Karl=
Brück aus Nieder=Ingelheim zum Oberlehrer an der
Realſchule und dem Progymnaſium zu Bingen ernannt.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Georg Roth zu
Hörgenau, Kreis Lauterbach, eine Lehrerſtelle zu
Annerod, Kreis Gießen; dem Schulamtsaſpiranten Max=
Halberſtadt aus Schupbach (Preußen) eine
Lehrer=
ſtelle zu Büdingen.
* Erledigte Stelle. Die Stelle eines
Steuerauf=
ſehers bei Großh. Hauptſteueramt Mainz.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 9
vom 7. Juli hat folgenden Inhalt: 1. Ueberſicht über
die in den Gemeinden des Kreiſes Alzey (
Finanzamts=
bezirk Alzey) zu erhebenden Gemeindeſteuern für das
Rechnungsjahr 1913. 2. Ueberſicht über die in der Stadtl
Darmſtadt zu erhebenden Gemeindeſteuern für dasl
Rechnungsjahr 1913. 3. Ueberſicht über die in den
Land=
gemeinden des Kreiſes Mainz zu erhebenden
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr 1913 (mit Ausnahme der
Gemeinden Finthen, Gonſenheim, Laubenheim und
Weiſenau). 4. Charaktererteilungen. 5. Verſetzungen in
den Ruheſtand.
O Rumäniſche Mobiliſation. Nach einer
Mit=
teilung des Königlich Rumäniſchen Generalkonſulats in
Frankfurt a. M. haben nach erfolgter Mobiliſation der
rumäniſchen Armee alle im Auslande ſich aufhaltenden
rumäniſchen Reſerviſten und Rekruten ſich
un=
verzüglich zu ihren Korps zu begeben.
nn. Strafkammer I. (Sitzung vom 7. Juli.) Wegen
Einbruchdiebſtahls wurde heute gegen den Hausdiener
Michael Grünewald aus Schweinfurt, geboren am=
10. Juni 1894, verhandelt. Beim Betteln in
Offenbach=
drang er in den Keller des Amtsrichters Schmuttermeier ein
und ſtahl dort dreizehn Flaſchen Wein im Werte von
27 Mark, und in einer Villa Silbergeſchirr im Werte von
400 Mark. Der Angeklagte, der im allgemeinen geſtändt
iſt, wird mit 10 Monat Gefängnis unter Anrechnung von
3 Wochen 5 Tagen Haft beſtraft. — Ein weiterer
Fall=
betraf die Berufungsſache gegen den Chauffeur Johannes
Schader von Mannheim wegen Uebertretung der
Fahr=
ordnung. Derſelbe war vom Schöffengericht Darmſtadt
zu 6 Mark Geldſtrafe verurteilt, weil er anfangs Januar
auf der Staatsſtraße Mörlenbach=Rimbach beim ſcharfen
Nehmen einer der dort gefährlichen Kurven 50 Zentimeter
über das Bankett gefahren und von dem Straßenwart
Becker angezeigt worden war. In der heutigen
Verhand=
lung beſtreitet der Angeklagte das Ueberfahren des
Ban=
ketts und behauptet, es ſei dies eine alte bereits
ver=
wiſchte Spur geweſen, trotzdem das Probeautomobil etwa
50 Zentner wog. Die heute unter ihrem Eid
vernomme=
nen Straßenwarte BBecker und Niem, ſowie ein weiterer
Chauffeur Schilling beſtätigen einwandfrei das
Ueber=
fahren des Fußſteiges. Der Vorſitzende, Herr Geh.
Juſtiz=
rat Dr. Sander, veranlaßte wiederholt den Angeklagten
zur Zurücknahme ſeiner Berufung, doch ohne Erfolg. Das
Urteil lautete: Die Berufung des Angeklagten wird auf
deſſen Koſten als unbegründet verworfen.
) Nationalſpende zum Kaiſerjubiläum für die
evangeliſchen Miſſionen in den deutſchen Kolonien
und Schutzgebieten. Die Sammlungen des
Landes=
komitees für das Großherzogtum Heſſen haben mit
einer Geſamteinnahme von 61766,28 Mk. abgeſchloſſen.
Zum 75. Geburtstag des
Grafen Zeppelin.
8. Juli.
** Als ein echter deutſcher Volksheld feiert Graf
Zeppelin heute, am 8. Juli, den Tag, da
Dreiviertel=
jahrhundert ſeit ſeiner Geburt vergangen ſind, und mit
ihm feiert das ganze deutſche Volk. In dem vielgeſtaltigen
Betriebe unſeres nüchtern gewordenen Lebens hätte man
es wohl kaum für möglich gehalten, daß ein Einzelner,
den Geburt und Stellung nicht weit über ſeine Umwelt
emporgehoben haben, eine ſolche Popularität erlangen
könne. Aber dem kühnen Luftſchiffer war das ſeltene
Glück vom Schickſal beſchieden, noch am Abend ſeines
Lebens, nachdem bereits die tüchtige Arbeit ſeiner
Man=
nesjahre getan war, nachdem er an der Schwelle des
Alters lange und heiß mit widrigen Mächten gerungen,
auf der Sonnenhöhe eines Weltruhmes zu ſtehen und die
köſtlichſte Ernte allgemeiner Liebe und Verehrung zu
hal=
ten, wie ſie ſelten einem Daſein beſchieden. In dieſem
aufrecht feurigen Greiſe mit dem weißen Schnauzbart iſt
für uns Deutſche der Sieg über die trügeriſchen Mächte
des Luftreiches gleichſam ſo verkörpert, wie vor 100
Jah=
ren der Geiſt der Befreiung in dem greiſen Marſchall
Vor=
wärts. Wie die junge Kraft einer großartigen Erfindung
aus dieſem alten Stamm erblühte, ſo iſt ſein ganzes
Leben ein ſichtbares Wunder geweſen, das von dem
end=
lichen Triumph unerſchrockener Tapferkeit, zähen
Behar=
rens und demütiger Frömmigkeit kündet.
Der Sprößling aus uraltem Adelsgeſchlecht zeigte
ſchon früh ein ungewöhnliches Intereſſe für techniſche
Fra=
gen. A. Vömel in ſeinem hübſchen Lebensbild des Grafen
druckt einen Aufſatz des Dreizehnjährigen ab, in dem er
von einem Beſuch in Eßlingen erzählt, wo beſonders die
Maſchinenhalle ſeinen Geiſt lebhaft beſchäftigte: „Wir
ſahen da ganz und halb zerteilte Lokomotiven, und man
erklärte uns die innere Einrichtung. Wir kamen auch in
einen großen Saal, in welchem eine Menge eiſerner
Ma=
ſchinen waren. Die meiſten Stücke, an welchen wir arbeiten
ahen, gehörten zu der Maſchine des neuen Dampfbootes
Wilhelm”. Alle dieſe Maſchinen werden durch den Dampf
getrieben. Das Hauptrad, welches man uns zeigte, drehte
ſich in einer Sekunde 300 mal herum. Es iſt
unglaub=
lich, was der Menſch mit der Hilfe der Natur vermag.”
Freilich wurden dieſe Gedanken und Ideen zunächſt von
der kühnen Abenteurerluſt des jungen Leutnants
zurück=
gedrängt, der in dem amerikaniſchen Sezeſſionskriege nach
der neuen Welt eilte und ſeinen unerſchrockenen Mut
be=
wies, als er einſt ganz allein einen Angriff gegen Stuarts
Reiter in die Flanke mitmachte. Die Kavalleriſten der
Südſtaaten verfolgten den Tollkühnen heftig und nur ſeine
glänzende Reitkunſt und ſeine Geiſtesgegenwart retteten
hn vor der Gefangenſchaft. Es war ein Vorklang jenes
berühmten Patrouillenrittes, den er im Anfang des
deutſch=franzöſiſchen Krieges ausführte und der ihm neben
hohen militäriſchen Ehnen einen faſt ſprichwörtlichen Ruf
der vor nichts zurückſchreckenden Tapferkeit eintrug. In
Amerika machte er auch ſeinen erſten Aufſtieg in
einem Feſſelballon und der Gedanke, den Ballon in
aus=
giebigerer Weiſe für Kriegszwecke zu verwenden, wurde
in ihm beſtärkt und vertieft, als er bei der Belagerung
von Paris die große Wichtigkeit der Verbindung der
Stadt mit den Provinzen durch die Luft beobachtete. Schon
damals ſtand die Idee für ihn feſt, daß die Zukunft
der Luftſchiffahrt in der Konſtruktion lenkbarer
Ballons begründet ſei; aber greifbare Geſtalt gewann
dieſe Idee erſt, als er im Jahre 1891 ſeinen Abſchied
tahm.
Was der kühne Reitergeneral dann im jahrelangen
Geiſteskampf vollbracht und durchgeſetzt, das gehört der
Weltgeſchichte an und lebt heute in aller Bewußtſein. Von
den Fachleuten in ſeinem Streben verkannt, vom
Publi=
kum belächelt, hat er jahrelang nur in ſeiner Familie, bei
Frau und Tochter, den ſeeliſchen Rückhalt gefunden, deſſen
er bedurfte, um nicht an ſeinem großen Werk zu
verzwei=
feln. Eine ungeheuere Arbeitslaſt lag auf ihm; die
widrigſten Umſtände ſtellten ſich ihm entgegen; aber
im=
mer fand er Erholung und Ruhe im Kreiſe der Seinen,
und noch heute verbringt er die ſeltenen freien Stunden
auf ſeinem idylliſchen Landſitz Girsberg, wo er ſich um das
Kleinſte der Verwaltung mit Liebe bekümmert und von all
ſeinen Leuten wie ein guter Vater verehrt wird.
Nie iſt der Graf in all den Jahren des Ringens
klein=
mütig und verzagt geweſen. Aufrecht und
hoffnungsfreu=
dig erhielt ihn ſtets das tief in ihm wurzelnde fromme
Bewußtſein, daß Gott ihn zum Ziele führen werde. Nach
dem erſten gelückten Aufſtieg ſeines Luftſchiffes im Juli
1900 gab er dem mit den Worten Ausdruck: „Ja, Gott iſt
der Künſtler und ich bin ſein Werkzeug.‟ Ebenſo fanden
ihn die Unglücksfälle, die noch ſpäter ſein Werk
verfolg=
ten, ſtets gleich in ſeiner Glaubens= und
Hoffnungsfreudig=
keit. Jedes Hindernis ſpornte ihn zu noch raſtloſerer=
Arbeit an und ſeine Frömmigkeit half ihn über alles
hin=
weg. So war am 17. Januar 1906 ſein Luftſchiff Nr. 2
vom Sturmwind vernichtet worden. Wie ein Held
ſtand=
er unter den Soldaten, die ſein Werk an der Unglücksſtelle
demontieren mußten, und das einzige Wort, das von
dem=
in ihm wogenden Gefühlen Kunde gab, war das demütige
Bekenntnis: „Wie groß und ſtark iſt doch das menſchliche
Herz, ſo allen Mächten auf Erden Trotz bietend, und wie
ſchwach iſt dabei des Menſchen Werk, das ein Windhauch
vernichten konnte!‟ Dieſe Geiſtesgröße ließ ihn in den=
Zeiten, da man ihn vielfach verſpottete, die ruhige
Ant=
wort finden: „Ich nehme es keinem Menſchen übel,
wenn=
er mich für einen Toren hält; deshalb weiß ich doch, daß
es meine Aufgabe iſt, ruhig weiter zu machen, und meine
Idee, die ich für richtig erkannt habe, weiter zu verfolgen.”
Nie hat er ſich verleiten laſſen, einmal aufzufahren,
wenn=
nicht abſolute techniſche Sicherheit für die
Mitfahrenden=
vorhanden war und er es mit wirklich gutem
Gewiſſen=
tun konnte. Leuten, die ihn beſtürmten, bereits
hervorzu=
treten, bevor alles bis aufs letzte fertig war, ſagte er
dann wohl halb ärgerlich und halb humorvoll: „Ich bir
kein Zirkusreiter; ich mache meine Verſuche für mich.”
Dieſer Humor des Grafen hat ſich auch in ſo mancher=
Aeußerungen gezeigt, in denen er den von allen Seiter
auf ihn anſtürmenden Kundgebungen einer ſtets wachſen
den Popularität antwortete. Manch luſtige Poſtkarte iſ
an Schulen und Vereine abgegängen, und dieſes gütige
Lachen vervollſtändigt uns das Bild des echten deut
chen Volkshelden im Grafen Zeppelin.
Nach Abzug der Koſten für Porto, Druckkoſten uſw. im
Betrage von 106,93 Mk. iſt ein Reinertrag von
51 659,30 Mk. verblieben, der an die Hauptſammelſtelle
des Zentralkomitees, das Bankhaus Delbrück, Schickler
u. Cie, in Berlin überwieſen worden iſt. Die von den
Gebern beſtimmten Miſſionen zugewendeten Spenden
werden dieſen zugeführt werden.
Ausſtellung zur Erinnerung an die Zeit vor
hundert Jahren im Gewerbemuſenm. Da der Beſuch
der Ausſtellung bis in die ietzten Tage gut war — er
hat gegen früher eher zu= als abgenommen — ſoll die
Ausſtellung bis zum 20. Juli geöffnet bleiben. Die
Be=
ſuchszeiten der Ausſtellung ſind die gleichen.
* Abgeſtiegen ſind im Hotel „Zur Traube” der
kom=
mandierende General Exzellenz von Deimling (15.
Armeekorps), den Chef des Generalſtabs Oberſtleutn. Graf
Walderſee, der Hauptmann Kalm der
Diviſions=
kommandeur Generalleutnant Exzellenz von Eben, der
Major Nettelbach.
* Priv. Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Bei dem
Konkurrenzſchießen welches am Sonntag das
26. Verbandsſchießen in Mainz einleitete, errang Herr
Leo Raſt den 6. Becher.
* Kriegerverein Darmſtadt. Das vorletzte
Uebungs=
ſchießen des Vereins vor dem diesjährigen Preisſchießen,
welches in den erſten Tagen des Auguſt ſtattfinden wird,
fand Sonntag nachmittag auf Stand 6 der
Militär=
ſchießſtände ſtatt. Der Beſuch von ſeiten der Kameraden
war wieder recht gut. Die Schießergebniſſe ſind wiederum
ſehr gute zu nennen. Zwei Ehrenſcheiben wurden
her=
ausgeſchoſſen, die die Kameraden Georg Bender und
Heinrich Reeg errangen. Das Schießen war gegen
6 Uhr beendet.
-gs- Unfall. Sonntag nachmittag kurz nach 2 Uhr
ſprang in der Eliſabethenſtraße ein Mädchen und ſeine
Mutter aus der in der Fahrt befindlichen Elektriſchen.
Die Tochter kam mit dem Schrecken davon, die Mutter
dagegen kam derartig zu Fall, daß ſie innere
Ver=
letzungen davontrug. Sie wurde durch die
Rettungs=
wache mit dem Krankenkraftwagen in das ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht.
§ Selbſtmord. In der Nacht von Sonntag auf
Montag iſt ein 24 Jahre altes Dienſtmädchen von hier
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in den Woog geſprungen
und ertrunken.
* Kinotheater. Man ſchreibt uns:
Reſidenz=
theater am Weißen Turm. Wir machen an dieſer
Stelle darauf aufmerkſam, daß die Vorführung des
großen Senſationsfilms: „Das Recht aufs Daſein”
Kriminalroman in 3 Akten, ausnahmsweiſe ſchon ab
heute ſtattfindet. Morgen nachmi tag wird von 2—3
und 3—4 Uhr der Film der Zentrale für
wiſſenſchaft=
liche Schulkinematographie: „Eine Wanderung durch das
bayeriſche Hochland und Königsſchlöſſer” vorgeführt.
Vom Botaniſchen Garten.
* Der Verein für Verbreitungvon
Volks=
bildung hatte für Sonntag vormittag ſeine
Mitglie=
der und Freunde zum Beſuch des Darmſtädter
Bbta=
niſchen Gartens eingeladen. Ueber 150 Damen und
Herren waren zur bekannt gegebenen Stunde zur Stelle
und wurden in 3 Gruppen unter Führung von dem
Di=
rektor des Botaniſchen Gartens, Geh. Hofrat Profeſſor
Dr. Schenck, Garteninſpektor Purpus und dem
Gar=
tengehilfen Herrn Mathow mit den hochintereſſanten
Anpflanzungen und den Beſtänden der Warmhäuſer
be=
kannt gemacht. In kurzer Anſprache vor Beginn der
Rundgänge legte Profeſſor Dr. Schenck Zweck und
Be=
deutung des Botaniſchen Gartens dar und gab
willkom=
mene Mitteilungen aus der nunmehr faſt 100jährigen
Ge=
ſchichte der Anlagen. Das erſte Heim des Botaniſchen
Gartens lag am Schloßgraben, dann wurde der Garten
in den nordöſtlichen Teil des Herrngartens und ſpäter
an die Frankfurter Straße verlegt; im Jahre 1839 erfolgte
die Ueberpflanzung nach dem jetzigen Garten vom Neuen
Palais und nach dem Neubau des letzteren 1874 an den
Waldſaum Roßdörfer Straße. Das Verdienſt der
Aus=
wahl dieſer durch die geſchützte Lage und den Untergrund
wohlgeeigneten Stätte, ſowie des Entwurfs des
An=
pflanzungsplanes gebührt dem im Ruheſtand hier
leben=
den Profeſſor Dr. Dippel; deſſen Vorgänger war
Garten=
inſpektor Schnitzſpahn. Die jetzigen Anlagen umfaſſen
4½ Hektar.
Neueren Datums iſt die Zuteilung eines
Wieſen=
grundes im Weſten, ſowie die Errichtung und
Vergrößer=
ung einiger Gewächshäuſer infolge des reichen Zuwach=
ſes an Tropenflanzen. Nun zur Wanderung; wie viele
eigenartige Pflanzen und Pflanzenarten der Heimat und
Ferne! Die Flora vom Mainzer und Bickenbacher
Dünen=
ſand, wie die der ſonnendurchglühten Berghänge oder
Ebenen Mexikos! Seltenheiten der Alpen= und
Mittel=
meergebiete und aus Südafrika und dem Innern
Ame=
rikas hier Arznei= Nutz= und Giftpflanzen aller Art, dort
Gewächſe für Haus und Küche, für Fabriken und Handel,
hier wunderbare, kaum vom Erdboden ſich abhebende
„geſteinartige‟ Pflanzengebilde, dort die Staunen
erregen=
den kaliforniſchen Mammutbäume, in ihrer Heimat über
120 Metern gen Himmel ragend. Berichtweiſe auch nur
weiter anzudeuten, was die freundlichen Führer ihrem
Gefolge alles zu zeigen und zu ſagen hatten, wäre hier
unmöglich. Es waren zwei Stunden genußreicher
Belehr=
ung, reicher Anregung für jeden Teilnehmer. Der
Vor=
ſitzende des Vereins, Reallehrer Lerch, widmete unter
all=
ſeitiger Zuſtimmung den Führern warme Dankesworte,
hervorhebend, wie ſich für eine derartig reich ausgeſtattete
Bildungsſtätte ein öfterer Beſuch empfehle, zumal durch
die in letzter Zeit vermehrten Deutſchbezeichnungen jeder
Laie den Einzelheiten des Gartens näher treten und darin
heimiſch werden könne. Zum Schluſſe dieſer Zeilen
ſpre=
chen wir den Wunſch aus, es möchte dem Botaniſchen
Garten als einem ſtaatlichen und gemeinnützigen Zwecken
dienenden Bildungsinſtitut nie an Mitteln fehlen, den
naturgemäß ſich ſteigernden Bedürfniſſen auch in Zukunft
vollauf gerecht zu werden.
Offenbach, 7. Juli. Geſtern morgen hat ſich in dem
Anlagenweiher am Dreieichring eine ihrer Kleidung
nach den beſſeren Ständen angehörende Frau das
Leben genommen. Die Frau ſoll mehrere Stunden
zuvor mit der Elektriſchen von Frankfurt gekommen und
in den Anlagen ziel= und planlos herumgelaufen ſein. Auch
hat ſie den Bahnwärter am Bahnübergang Parkſtraße
mehrmals nach der Ankunft von Zügen gefragt, ſo daß
es nicht ausgeſchloſſen erſcheint, daß die Lebensmüde
zu=
erſt beabſichtigte, ſich überfahren zu laſſen, dann aber in
den Weiher geſprungen iſt. Dafür, daß ſie von Frankfurt
gekommen iſt, ſprechen mehrere Straßenbahn=Fahrſcheine
die in ihrem Beſitz gefunden wurden. Bis jetzt iſt es noch
nicht gelungen, die Perſönlichkeit der Toten feſtzuſtellen.
* Lindenfels, 6. Juli. Am 18. Juli finden die hieſigen
Gemeinderatswahlen ſtatt. Zwiſchen
Arbeiter=
verein und Bürgerverein finden bereits Verhandlungen
wegen der Aufſtellung von Kandidaten ſtatt, die aber bis
jetzt noch zu keinem Reſultat führten.
R. Heubach, 6. Juli. Die geſetzmäßige Erſatzwahl des
hieſigen Gemeinderats iſt zufolge einer
Bekannt=
machung durch die Schelle auf Samstag, den 16. Auguſt
ds. Js., anberaumt. Die Wahlzeit dauert von 11 Uhr
vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Turnusgemäß
ſchei=
den aus: Bäckermeiſter Georg Jakob Wolff. Landwirt
Jakob Magſam IV. und für den verſtorbenen Johannes
Ruppert IV. iſt eine Neuwahl erforderlich.
Mainz, 6. Juli. Wie mitgeteilt, hat Herr Diplom=
Ingenieur Fiſcher aus Guſtavsburg ein Projekt
aus=
gearbeitet, nach welchem zur Nutzbarmachung der
Waſſer=
kraft des Rheins auf der heſſiſchen Strecke die Errichtung
eines Kraftwerkes unterhalb Gernsheim in
Vorſchlag gebracht wird. Der Provinziallandtag befaßte
ſich nun mit der Angelegenheit, da eventuell 7500 Mark
für die Vorarbeiten bewilligt werden ſollten. Es heißt
von dem Projekt: Zurzeit gehen alljährlich gewaltige
Summen aus dem heſſiſchen Lande, weil dieſes über keine
eigenen Kohlenlager verfügt, ſondern ſeinen Bedarf an
dieſem unentbehrlichen Energieſpender aus den
Kohlen=
revieren in Weſtfalen und an der Saar decken muß. Dieſe
Abwanderung heſſiſchen Kapitals kann zu einem großen
Teile künftighin verhindert werden, wenn der Rhein nicht
nur für Transportzwecke allein, ſondern auch für
Erzeug=
ung der Kraft ausgenützt wird. Angeſichts einer großen
Anzahl von Beiſpielen verliert unverkennbar der Gedanke
immer mehr an Kühnheit die Kraft des heſſiſchen Rheines
auszubauen und ſie für die Energieverſorgung der
zahlrei=
chen induſtriellen Anlagen der Provinz Starkenburg und
Rheinheſſen dienſtbar zu machen. Durch Einbau eines
Walzenwehres ſoll der Rhein bei Nieder= und Mittelwaſſer
geſtaut werden. Bei einer Stauhöhe von 2,80 Metern am
Gernsheimer Pegel, einer Waſſermenge von 750
Kubik=
metern pro Sekunde und einem Gefälle von 2,47 Metern,
entſprechend dem durchſchnittlichen Gefälle in den Jahren
1901—1910, ergibt ſich eine durchſchnittliche Waſſerkraft von
18 525 Pferdeſtärken an 307 Tagen im Jahre mithin eine
durchſchnittliche Jahresleiſtung von über 90 Millionen
Kilowattſtunden. Die Anlagekoſten ſind im Projekt wie
folgt veranſchlagt: Wehranlage 2200000 Mk., Doppel=
Schleuſenanlage 4000000 Mk., Maſchinenhaus (Hochbau)
700000 Mk., Erdarbeiten 450000 Mk., Einlaufbauwerk mit
Rechen und Steg 450000 Mk., Maſchineller Teil 4100000
Mark, Kiesſpülſchleuſe, Fiſchpaß und Schleuſenwärterhaus
120000 Mk., Bauleitung, Bauzinſen, Reſerve und
Insge=
mein 1480000 Mk., zuſammen 13500000 Mk. Die
jähr=
lichen Koſten werden auf höchſtens 10 Prozent der
Anlage=
koſten, mithin auf 1350000 Mk. berechnet. Angenommen,
daß von 90 Millionen Kilowattſtunden nur 60 verwendet
werden können, würden ſich die Koſten für die
Kilowatt=
ſtunde auf rund 2,3 Pfg. ſtellen und bei einem mittleren
Ab=
gabepreis von nur 5 Pfg. ein jährlicher Reingewinn von
rund 1600000 Mk. erzielt werden. — Der Vorſitzende
be=
merkte, daß er ſich mit den Großabnehmern in Verbindung
geſetzt habe. Mainz, Oſthofen=Worms und Darmſtadt
hätten ihre Mitwirkung zugeſagt. Der Antrag des
Pro=
vinzialausſchuſſes auf Bewilligung der 7500 Mark wurde
mit allen gegen acht Stimmen angenommen.
Gonſenheim, 7. Juli. Zu den Waldankäufen
des Herrn von Waldthauſen ſchreibt das M.
J.: Bekanntlich wurden von Herrn von Waldthauſen die
Verhandlungen wegen Geländeerwerb auf dem Leniaberg
abgebrochen. Die Sache ging aber inſofern weiter, als er
in der letzten Woche durch einen Finther Bauunternehmer
über 20 Morgen Privatwald, von der Budenheimer
Straße (Wendelinus) über die Heidesheimer Straße nach
dem Schloß hinziehend, zu Preiſen aufkaufen ließ, die
mehr als das Doppelte des Wertes darſtellen. Herr von
Waldthauſen zahlt pro Klafter 6—10 Mark. Aber noch
nicht genug; die Gemeinde hatte bekanntlich den etwa
5000 Mark werten Wald des verſtorbenen Bürgermeiſters
Becker, zirka 7½ Morgen, für rund 7000 Mark erworben;
wegen eines ſchwachſinnigen Erben ſtand aber die
vor=
mundſchaftgerichtliche Genehmigung noch aus. Herr von
Waldthauſen ließ nun durch ſeinen Beauftragten mehr
als das Doppelte dem Vormundſchaftsgericht bieten.
Er=
gebnis: der Verkauf mit der Gemeinde wird ungültig, die
Familie Becker erhält bare 15000 Mark ausbezahlt, und
der Herr Baron hat das Gelände auch. Daß die Gemeinde
ſolche Preistreibereien nicht mitmachen kann, iſt
ſelbſtver=
ſtändlich; ſie läßt der Sache ihren Lauf.
Worms, 7. Juli. Eine Abordnung der Stadt Worms,
beſtehend aus den Herren Oberbürgermeiſter Köhler
Stadtv. Prof. Dr. Becker und Stadtv Gewerberat
Jochem, begibt ſich heute nach Friedrichshafen, um die
von der Stadtverordnetenverſammlung beſchloſſene
Glück=
wunſchadreſſe dem Grafen Zeppelin zum 75.
Geburts=
tage zu überreichen.
(*) Alsfeld, 6. Juli. Der Geſchichts= und
Altertums=
verein nahm heute im Beiſein der ſtädtiſchen Vertreter
die Einweihung des Altertumsmuſeums im
Hochzeitshaus durch den Vorſitzenden, Guſt. Ramſpeck, vor.
Daran ſchloß ſich noch eine kleine Feier im „Deutſchen
Haus” Beigeordneter Waitz gab einen Rückblick über
die Entſtehung des Muſeums, Pfarrer Dr. Becker ſprach
über das Alsfelder Zunftweſen. Um ½4 Uhr wurde das
Muſeum für die allgemeine Beſichtigung geöffnet. Es
ſind noch 1500 Mark für weitere Erwerbungen vorgeſehen.
(*) Schlitz, 6. Juli. In der Reſidenz des ſchönen
Schlitzerlandes fand heute das Haſſiafeſt der
Krie=
gervereine des Bezirks Lauterbach=Schlitz ſtatt.
Damit verband der Krieger= und Militärverein Schlitz
ſein 25jähriges Stiftungsfeſt. Die 28 Bezirksvereine
brachten eine ſtattliche Zahl ehemaliger Soldaten, und
die von der Bahnbehörde eingelegien Sonderzüge waren
ſtark beſetzt. In dem Feſtzug erhielten die Veteranen den
Ehrenplatz. Als Vertreter des Haſſiaverbandes war
Prä=
ſidialmitglied Scheer, als Bezirksvertreter Rendant Frieß=
Lauterbach erſchienen. Vom Feſtplatz aus bot ſich den
Gäſten ein ſchöner Blick über das Städtchen mit den
vie=
len Burgen des Grafen. Nach dem feſtlichen Umzug
be=
grüßte der Präſident die Gäſte, worauf Stadtpfarrer
Boeckner die Feſtrede hielt. Kreisrat von Bechtold
über=
reichte die vom Kaiſer verliehene Fahnenſchleife in den
Reichsfarben. Im Auftrage des Haſſiapräſidiums ſprach
Rechtsanwalt Scheer. Der Turnverein wirkte zur
Ver=
ſchönerung des Feſtes mit
Nidda, 7. Juli. Der hier kurz nach 6 Uhr nachmittags
von Gelnhauſen fällige Perſonenzug kam zwiſchen
Nidda und Ranſtadt in große Gefahr. Der
Land=
wirt H. B. von Wallernhauſen befand ſich mit ſeinem
beladenen, mit Kühen beſpannten Heuwagen gerade auf
den Schienen, als die Schranken des Uebergangs
nieder=
gingen und das Nahen des Zuges hörbar wurde. Anſtatt
den einen Schlagbaum hochzuhalten, und ſein Gefährt
ſchleunigſt über die Bahn zu treiben, ſpannte der
Bauers=
mann raſch ſeine Kühe aus und trieb ſie weg. Da brauſte
Feuilleton.
C) Was Brindejonc von ſeinem Fluge erzählt. Im
Matin veröffentlicht Brindejone des Moulines, der von
ſeiner Rekordluftfahrt durch Europa glücklich nach
Pa=
ris zurückgekehrt iſt, „Eindrücke eines Reiſenden” in denen
er allerlei von ſeinem kühnen Unternehmen berichtet. Mit
beſcheidenem Stolze ſtellt er das Reſultat ſeiner Reiſe
voraus: „Die Fortſchritte ſind in der Flugkunſt in
letz=
ter Zeit derartig geweſen, daß ich mit einem einzigen
Apparat, einem einzigen Motor und einem einzigen
Me=
haniker, landend ganz gleich wo, wieder aufſteigen in
den verſchiedenſten Gegenden mit einziger Unterſtützung
von Leuten, die niemals in ihrem Leben eine Flugmaſchine
geſehen hatten, den Rundflug von 5000 Kilometern, den
ich mir vorgenommen hatte, beinahe mit der
Pünktlich=
keit eines Kursbuches habe zu Ende führen können. Und
hatte ich dabei meinen Mechaniker wirklich ſo nötig? Der
kapfere und tüchtige Burſche, der mir auf meinem langen
Wege folgte, der nur meinen Motor in Warſchau in
Augenſchein nahm, mir in Dwinsk ein Rad auswechſelte,
in St. Petersburg die Zylinder reiniate, und zwar nur
aus Vorſicht, leiſtete mir den großen Dienſt, mir auf jeder
Etappe den Koffer zu überreichen, in dem ſich der
unum=
gänglich nötige Geſellſchaftsanzug für mich befand.”
Brindejonc, ſo zufrieden er mit ſeinem Apparat iſt, will
doch nicht ſagen, daß alles bereits vollkommen ſei. Die
Flugmaſchine müßte beim Landen auf eine viel geringere
Schnelligkeit eingeſtellt werden können, etwa auf 25 oder
30 Kilometer in der Stunde, während ſeine geringſte
Schnelligkeit 62 Kilometer in der Stunde beträgt. Dann
vürde die Landung viel exakter und bequemer
auszu=
ühren ſein. „Eine gute Karte von 1:200000 und ein
Kompaß genügen, um ans Ziel zu gelangen. Man muß
ich aber deshalb noch nicht in Sicherheit glauben, weil
die Karte vorzüglich iſt und der Kompaß nach Wunſch
unktioniert. Eigentlich weiß man nie, wo man iſt, und
im häufigſten verbringt man ſeine Zeit damit, den
rich=
igen Weg zu verlieren und ihn wiederzufinden, da ſich
mmer wieder Wolken zwiſchen den Flieger und den
Bo=
den ſchieben. Es iſt mir mehrere Male paſſiert, daß ich
hne Aufregung eine Stunde, zwei Stunden, ja ſogar
brei Stunden über einem Meer von Wolken ſchwebte,
ohne das geringſte Stückchen Erde zu ſehen. Ich würde
einem Anfänger nicht raten, es ebenſo zu machen.
Wäh=
rend der Etappe von Hamburg nach dem Haag habe ich
nicht gewußt, wo ich bin, bis ich an den Zuiderſee
ge=
langte, und auf der letzten Route habe ich, über
Regen=
wolken fliegend, die Orientierung erſt über Cambrai
wie=
der gefunden, nachdem ich den Boden kurz nach dem Haag
habe entſchwinden ſehen. Aber man kann ſich auch bei
klarem Wetter verirren. Es wäre deshalb von Nutzen,
wenn der Flieger, von Zeit zu Zeit ſich dem Boden
nähernd, ganz deutlich auf einem Dach den Namen einer
Stadt oder einer wichtigen Eiſenbahnſtation leſen könnte.
Eines Tages hatte ich in der Nähe der Pyrenäen die
Richtung verloren, als ich plötzlich vor meinem Blick
ſchneegekrönte Berge ſich erheben ſah, die ich nicht
identi=
fizieren konnte. Sollte ich darüber hinwegfliegen oder
umkehren? Da zufällig bemerke ich, wie ich mich dem
Boden nähere, einige Worte in ſchönen deutlichen
Buch=
ſtaben auf eine Mauer geſchrieben: „Brauerei von Vich”
leſe ich. Vich? ich blicke auf die Karte, ich entdecke dieſes
Dorf und ſofort weiß ich, wo ich mich befinde. Nun
hatte ich nur noch einen Entſchluß zu faſſen, denn beim
Fliegen muß man in ernſthaften Fällen ſehr raſche
Ent=
ſchlüſſe faſſen. Deshalb iſt eine ſportliche Hygiene
not=
wendig. Die Muskeln ſtählen, um nicht unter phyſiſchen
Anſtrengungen zu leiden, das Nervenſyſtem allmählich an
immer ſchwierigere Fahrten zu gewöhnen — das iſt,
glaube ich, das Geheimnis jener Eigenſchaften, die ein
guter Flieger beſitzen muß.”
C. K. Die italieniſche Königsfamilie in Ferien.
Wäh=
rend der König und die Königin von Italien ihren
Som=
merſitz San Roſſore zu dem Beſuche bei unſerem Kaiſer in
Kiel auf kurze Zeit verlaſſen hatten, ſind ihre Kinder in
dem idylliſch gelegenen Schloß geblieben, das während
der Sommermonate das trauteſte Familienleben des
ita=
lieniſchen Königshauſes ſieht. Das Schloß liegt am. Ufer
des Meeres, in der Nähe der Stadt Piſa, eingebettet in
einen gewaltigen Park von Pynien. Wie ein
Mitarbei=
ter des Excelſior erzählt, führt hier Königin Elena mit
ihren Kindern ein ganz einfaches Leben; ſie alle genießen
in vollen Zügen die herrliche, ſtärkende Meerluft,
ge=
würzt von Waldesduft. Im Schatten eines inmitten der
freien Natur errichteten Zeltes findet ſich die
könig=
liche Familie täglich zum Mittagsmahl zuſammen. Der
kleine Erbprinz und ſeine Schweſtern bewohnen jedes ein
kleines Landhaus für ſich, das ihnen die Mutter
einge=
richtet hat. Die winzigen Häuschen enthalten nur ein
Schlafzimmer, ein Wohnzimmer und eine Küche; Möbel
und Tapeten ſind von der Königin ſelbſt gezeichnet. Zur
Nachmittagsſtunde beſuchen ſich die kleinen Herrſchaften
untereinander, und Prinzchen Umberto verſäumt nicht,
ſich jedesmal den Schweſtern feierlich vorzuſtellen: „Seine
Königliche Hoheit, der Kronprinz von Italien!‟ Dann
erhebt ſich ein fröhliches Lärmen und Lachen, das häufig
ſo ohrenbetäubend wird, daß die Mama entſetzt
Schwei=
gen gebieten muß.
Das größte Haus der Welt. Einen neuen
Fort=
ſchritt in der Architektur jener amerikaniſchen
Rieſenbau=
ten, die wir Wolkenkratzer nennen, bedeutet die
Vollend=
ung des Woolworth=Gebäudes in Neu=York, des „
größ=
ten Hauſes der Welt‟ Das Bauwerk, das nach den
Plä=
nen des Architekten Caß Gilbert aufgeführt worden iſt,
hat 55 Stockwerke und zwei ſich noch darüber
er=
hebende Terraſſen. Von der Straße bis zur oberſten
Spitze mißt es 240 Meter, 76 Meter mehr als der Kölner
Dom, 60 Meter mehr als Cheops=Pyramide und 24
Me=
ter mehr als der Metropolitan=Tower von Neu=York.
Sein Rauminhalt beträgt 400000 Kubikmeter, das
Ge=
wicht 163 440000 Kilogramm. 17 Millionen Ziegelſteine
und mehr als 24000 Tonnen Stahl ſind bei der
Kon=
ſtruktion verwendet. Die Geſamtoberfläche des
Fuß=
bodens, der ſich in dem Hauſe befindet, umfaßt mehr als
16 Hektar, wovon faſt 11 Hektar als Bureauräume
ver=
mietet werden. Die Bewohner des Wolkenkratzers
wer=
den durch 3000 Fenſter ins Freie blicken, deſſen Scheiben
zuſammen eine Fläche von mehr als 6000 Quadratmetern
bedecken. 28 große Lift=Anlagen vermitteln den Verkehr
in dieſer kleinen Stadt; in weniger als einer Minute
ge=
langt man in jede beliebige Etage. Jede Feuersgefahr
iſt ausgeſchloſſen, indem nur völlig feuerſicheres Material
verwendet wurde. Das Gebäude wird durch 80000
elek=
triſche Lampen erleuchtet; die Rohrleitungen würden ſich,
nebeneinander gelegt, über die Entfernung von Neu=
York bis Philadelphia, alſo über 160 Kilometer,
er=
ſtrecken. Dynamo=Maſchinen von 2500 Pferdekräften
füh=
ren der Anlage elektriſche Kraft zu. Die Geſamtkoſten
des Baues belaufen ſich auf 13½ Millionen Dollar.
auch ſchon der Zug heran; die Lokomotive erfaßte den
Wagen, warf ihn um und zertrümmerte ihn. Für den
Zug ging der Unfall noch glücklich ab. Der betreffende
Uebergang wird von einer etwa 500 Meter entfernten
Blockſtation bedient. Da die Bahn an der Stelle aber eine
Kurve um einen Hügel macht, konnten weder der
Bahn=
wärter noch der Maſchinenführer das Hindernis
recht=
zeitig ſehen.
Kirchengeſangvereinsfeſt.
w. Lampertheim, 7. Juli. Das 3 4.
Kirchenge=
ſangvereinsfeſt der Kirchengeſangvereine Heſſens
nahm einen überaus ſchönen Verlauf. Starkenburg und
Rheinheſſen waren äußerſt ſtark vertreten, während aus
Oberheſſen nur einzelne Delegierte gekommen waren. An
Tageskarten ſind über 2000 verkauft worden. Am
Mor=
gen um 7 Uhr wurde der Feſttag durch Choräle des
Poſau=
nenchors vom Kirchenturm eingeleitet. Um 8 und um 9
Uhr wurden die auswärtigen Vereine abgeholt. In der
Kirche wurde um 10 Uhr eine Geſamtprobe der
Kirchen=
geſangvereine des Dekanats Zwingenberg abgehalten, es
beteiligten ſich daran die Kirchengeſangvereine von
Als=
bach (Dir. Lehrer Hayer=Hähnlein), Auerbach (Dir. Lehrer
Leonhardt), Birkenau (Dir. Lehrer J. Pfeiffer), Groß=
Rohrheim (Dir. Joh. Ewald), Jugenheim (Dir.
Realleh=
rer Weide=Darmſtadt), Lempertheim (Dir. Pfarrer
Eckel), Zwingenberg (Dir. Schulverwalter Glaſſer), und
der Poſaunenchor von Lampertheim (Dir. Steueraufſeher
Hadameck), Als Chordirigent fungierte Kirchenmuſikmeiſter
Profeſſor A. Mendelsſohn=Darmſtadt.
Um 11½ Uhr war Serenade vor dem Rathaus. Das
Feſteſſen für die Delegierten fand um 12 Uhr, teils im
Darmſtädter Hof, teils im Rheingold, ſtatt. Der
Feſtgot=
tesdienſt begann um ½2 Uhr. Die Feſtpredigt hielt Herr
Profeſſor D. Schian=Gießen. Um 3 Uhr zog die
Feſtver=
ſammlung zum Feſtplatz, es hielten dort Anſprachen der
Herr Bürgermeiſter Boxheimer=Lampertheim, Herr Prälat
D Dr. Flöring=Darmſtadt, Herr Dekan Zaubitz=
Bens=
heim und Herr Pfarrer Eckel. Abwechſelnd brachten die
verſchiedenen Kirchengeſangvereine ſowie der
Poſaunen=
chor Lieder und Muſikſtücke zum Vortrag. Die
Feſtver=
ſammlung blieb bis gegen 12 Uhr nachts beiſammen. Von
maßgebender Seite iſt geäußert worden, daß der Verlauf
ſchön und die Beteiligung ſtärker war, wie in den
Vorjah=
ren, ſo daß die Mühe des Kirchengeſangvereins und
Po=
ſaunenchors Lampertheim ſowie des Herrn Pfarrer Eckel
reichlich entſchädigt worden iſt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Juli. Zu den
Rieſen=
ſchwindeleien des Charlottenburger
Stadt=
ſekretärs wird noch mitgeteilt: Hauptſchuldig iſt
an=
ſcheinend nicht Rieſe ſelbſt, ſondern ſeine Frau, mit der
der Sekretär in zweiter Ehe ſeit ſieben Jahren verheiratet
iſt. Die ganzen Schwindeleien wurden nach Ausſiagen der
Geſchädigten von der Frau eingeleitet und auch von dieſer
durchgeführt, während ihr Mann nur Mitwiſſer war und
ſich auch dadurch ſchuldig machte, daß er Unterſchriften
her=
gab und auch Bürgſchaft leiſtete. Die Schwindeleien
be=
gannen vor ungefähr einem halben Jahre, als das
Ehe=
paar in Geldverlegenheit geriet. Zuerſt war es eine
Fri=
ſſeurin, die um nahezu 20000 Mark betrogen worden iſt.
Dieſer erzählte Frau Rieſe, daß ſie Gelegenheit habe,
Gelder ſehr gut anzulegen, ſo daß ſie 10 bis 20 v. H. dabei
verdienen könnte. Die Friſeurin war erſt vorſichtig und
gab nur einen kleineren Betrag her; ſie händigte der Frau
ſchließlich jedoch ungefähr 20000 Mark aus, als dieſe ihr
die hohen Zinſen tatſächlich auszahlte. Dieſe vorteilhafte
Geldanlace ſprach ſich herum, und bald hatte Frau Rieſe,
die auch ſelbſt überall, wo ſie nur konnte, von ihrem
vor=
teilhaften Spekulationen ſprach, einen großen „
Kunden=
kreis‟. Es ſanden ſich Leute, die Beträge bis zu 50000
und 80000 Mark hergaben. (!) Frau Rieſe „arbeitete‟
jetzt ganz planmäßig und aroßzügig, vor allem zahlte ſie,
ſo lange es anging, die hohen „Zinſen” und „
Gewinn=
anteile” aus. Neben barem Gelde nahmen die Eheleute
auch Sparkaſſenbbücher an, von denen ſie zum Teil größere
Beträge abhoben. zum Teil ſie wieder als Bürgſchaften
anderen Leuten, die bares Geld hergaben. einhändigten.
Nachdem jetzt die Flucht des Rieſeſchen Ehepaares bekannt
geworden iſt, an deſſen Ehrenhaftigkeit niemand zu
zwei=
feln wagte, weil der Mann einen ſolchen Vertrauenspoſten
einnahm, erſcheinen immer neue Gläubiger. Wenn man
zunächſt mit ungefähr 200000 Mark gerechnet hat, ſo hat
man, ſoweit jetzt ſchon feſtſteht, viel zu tief gegriffen, wenn
die Schulden ſich auch nicht, wie die Geſchädigten
an=
geben, auf eine halbe Million belaufen werden. — Auf dem
Untergrundbahnhof Kaiſerhof wurde in der Nacht der
erſt ſeit einigen Tagen dort beſchäftigte 27 Jahre alte
Dienſtanwärter Guſtav Hielſcher von einem Zuge
überfahren und ſofort getötet. — Geſtern
vor=
mittag geriet ein Radfahrer an der Ecke der Prenzlauer
und Linienſtraße mit ſeinem Rade unter einen
Kraft=
omnibus und wurde ſo unglücklich überfahren, daß er auf
der Stelle tot war. — Heute wurde hier der 24jährige
Handlungsgehilfe Mar Knöchel verhaftet, der unter dem
Namen Dr. jur. et rer, pol. Friedrich de Martincourt
viele Schwindeleien verübte und Geſchäftsleute und
Hotels in mehreren Städten Deutſchlands geprellt hatte.
In Frankfurt a. M. hatte er ſich bei einem erſten
Schnei=
der die Uniform eines Leutnants im 1. Garderegiment
anfertigen laſſen und unter falſchen Vorſpiegelungen kurze
Zeit eine Stelle als Volontär bei den Frankfurter
Nach=
richten innegehabt. In Hannover und Dortmund betrog
er die Offiziere des Bezirkskommandos unter der Maske
des vornehmen. in vorübergehende Verlegenheit geratenen
Kameraden. Zuletzt nahm er unter dem Namen Dr. Frieſe
bei einer Buchhandlung eine Stelle an. Der
Geſchäfts=
inhaber faßte Verdacht und ließ ihn verhaften.
Frankfurt, 7. Juli. Heute morgen um ¾47 Uhr
ſtürzte ſich die 33jährige Ehefrau eines Moskauer
Kaufmanns aus dem Fenſter eines hieſigen Hotels.
Die Frau wurde ſchwer verletzt ins Spital gebracht, wo ſie
verſtarb.
Frankfurt, 7. Juli. In Weilburg i. Taunus
ver=
unglückte am Sonntag ein Automobil. Die Dame,
die den Kraftwagen lenkte, Frau Heide aus Baden=
Ba=
den, wurde getötet. Ihr Begleiter, ein Herr aus
Frankfurt, kam ohne Verletzungen davon.
Weinheim a. d. B., 6. Juli. Die nationalen
Ver=
bände der Bergſtraße veranſtalteten heute nachmittag ihre
diesjährige Sonnwendfeier, die auf der Burg
Windeck ſtattfinden ſollte, aber wegen des Regenwetters
im Prinz=Wilhelm=Saale abgehalten werden mußte. Es
war das dreizehnte Mal, daß dieſe Feier veranſtaltet
wurde, und zwar in den erſten fünf Jahren auf der Burg
Strahlenburg bei Schriesheim und ſeit acht Jahren auf
der hieſigen Burg Windeck, aber es war das erſte Mal,
daß die Feier total verregnete, was abergläubiſche
Gemüter der böſen Zahl „13” zuſchreiben. Unter den 500
Gäſten, die ſich an der Sonnwendfeier beteiligten,
be=
fanden ſich u. a. die deutſchvölkiſchen Turnvereine Mann=
heim, Heidelberg, Darmſtadt, ſerner die Ortsgruppen
Mannheim, Heidelberg, Weinheim des Alldeutſchen
Ver=
bandes und des D. H. V. nebſt Wandergruppen, die „
Fah=
renden Geſellen” Karlsruhe und Ludwigshafen, der
Ver=
ein deutſcher Studenten Heidelberg, ſowie der
Vaterlän=
diſche Arbeiterverein und die Deutſchbundgemeinde
Hei=
delberg. Gauvorſteher Herzog=Mannheim hielt die
Begrüßungsanſprache und brachte das Kaiſerhoch aus.
Reichstagsabgeordneter Heinrich Rupp=Marburg gab
in der Feſtrede einen Rückblick auf 1813 und mahnte an
die Erfüllung der nationalen Pflicht. Amtsgerichtsrat
Dr. Willi Mahr=Darmſtadt hielt eine glühende,
ein=
drucksvolle Bismarckrede. Lehrer Gorr=Griesheim hielt
die Feuerrede. Ein Tanzkränzchen hielt die Feſtgenoſſen
bis zum letzten Abendzuge zuſammen.
Heidelberg, 7. Juli. Das dem Prinzen Alfred von
Löwenſtein=Wertheim=Freudenberg gehörige
Langen=
zeller Schloßgut wurde geſtern von einem
Groß=
feuer heimgeſucht. Der Schaden, der auf 250000 Mark
geſchätzt wird, iſt durch Verſicherung gedeckt.
Mannheim, 7. Juli. Heute früh 5½ Uhr tötete der
hieſige Ladenbeſitzer Karl Friedle ſeine Frau durch einen
Revolverſchuß und feuerte dann auf ſich ſelbſt eine
Kugel ab. Beide Perſonen waren ſofort tot.
Würzburg, 7. Juli. Die aufopfernde
Handlungs=
weiſe des Artillerieleutnants Dittmar in Würzburg,
der ſich für einen erkrankten Soldaten 1½ Liter Blut
abzapfen ließ, iſt leider vergeblich geweſen, da der
Artilleriſt Frankfurter trotz der Transfuſion heute im
Würzburger Garniſons=Lazarett geſtorben iſt.
(*) Wetzlar, 6. Juli. Unſer altes Lahnſtädtchen
ſtand heute im Zeichen des goldenen Jubelfeſtes
er Freiwilligen Feuerwehr. Von nah und fern
waren Wehren, bzw. Vertreter erſchienen ſo u. a. aus
Darmſtadt, Gießen (ſtädtiſche und Gailſche), Butzbach,
Nidda Homburg, Rödelheim, Oberrad, Bockenheim,
Als=
feld, Friedberg, Bad=Nauheim, Marburg, Geiſenheim,
Großen=Linden Lang=Göns Lollar, Braunfels, Wißmar,
Klein=Linden, Kirch=Göns Heuchelheim, Weilburg,
Bie=
brich, Dillenburg, Königſtein, Falkenſtein, Eltville. Den
Ehrenſchutz hatte Regierungpräſident Scherenberg=Koblenz
übernommen. Den Hauptanziehungspunkt des Feſtes
bildeten die Brand= und Feuerlöſchproben.
Hieſige Handwerker hatten eigens ein Haus errichtet.
Die=
ſes Brandobjekt enthielt alle bei einem Wohnhaus
übli=
chen Baumaterialien; es war 11 Meter lang und 5
Me=
ter breit, im Erdgeſchoß befanden ſich die 5
Brandkam=
mern und ein Beobachtungsgang, im Obergeſchoß eine
Kammer. Das Gebäude war ſogar mit elektriſcher
Be=
leuchtung verſehen. Um ½5 Uhr wurde das Feuer in den
mit Stroh, Holz, alten Kiſten uſw. gefüllten Kammern
angeſteckt. In den Wandöffnungen waren Thermometer
angebracht. Die Hitze ſtieg zuweilen auf 1000 Grad. Dann
trat die Benzin=Motorſpritze der Adler=Werke Frankfurt
a. M. in Tätigkeit. Die Hitze ſank allmählich auf 250
Grad. Gegen Abend erſt war das Gebäude im Innern
ausgebrannt. Morgen laſſen ſich erſt die Reſultate
feſt=
ſtellen; dann ſoll das Gebäude vollſtändig niedergebrannt
werden. Dem Schauſpiel wohnten Tauſende von
Men=
ſchen bei. Selbſt der Bahnkörper und die Lahnberge
wim=
melten von Zuſchauern.
Jüterbog, 6. Juli. Von 18 Kugeln
getrof=
fen wurde ein Soldat der Maſchinengewehr=
Ab=
teilung; er wurde natürlich auf der Stelle
ge=
tötet. Ein Mann von der Scheibenmannſchaft hatte ſich
gegen die ſtrengen Vorſchriften nicht aus dem Bereich der
Scheiben entfernt. Er hatte es vorgezogen, ein Schläfchen
hinter den Scheiben zu riskieren. Als nun das Schießen
begann, wurde der Schläfer von einer Kugel getroffen. Er
ſprang auf und wurde jetzt von zahlreichen Kugeln
durch=
ohrt. Da auf große Entfernungen geſchoſſen wurde,
hat=
en die Bedienungsmannſchaften der Maſchinengewehre
den aufſpringenden Mann für eine Scheibe gehalten. Erſt
nach Beendigung der Uebung wurde der Tote zwiſchen
den Scheiben gefunden. Der Arzt ſtellte feſt, daß der Tod
ſofort eingetreten ſein muß.
Köthen 7. Juli. Der Einjährig=Freiwilige im 4.
Fußartillerie=Regiment in Magdeburg Alfred Kühne, der
bei einem Beſuch im Elternhaus die Zeit der Rückkehr
ver=
ſchlief, wurde darüber ſo erregt, daß er einen Maſt der
Ueberlandzentrale erkletterte und ſich durch einen
6000 Volt ſtarken Strom töten ließ.
Hamburg, 6. Juli. Ein wegen Mißhandlung
Arbeits=
williger auf Grund von Ausſagen dreier Jungen im Alter
von 12 bis 15 Jahren zu fünf Monaten
Gefäng=
nis verurteilter Bergmann iſt jetzt, nachdem er
die Strafe bereits verbüßt hatte, im
Wiederaufnahme=
verfahren freigeſprochen worden, weil 14 erwachſene
Zeu=
gen das Gegenteil bekundet hatten, wie die jugendlichen
Belaſtungszeugen. Die Entſchädigung für unſchuldig
er=
littene Strafe bleibt einem beſonderen Verfahren
vorbe=
halten.
Gruetz bei Rathenow, 6. Juli. Von einem
ſchweren Unglück wurde die Familie Oskar
Löhr, vereidigter Bücherreviſor im Bezirk der
Handels=
kammer Berlin, betroffen. Mittelſt eines Ruderbootes
wollte er mit ſeiner Frau und ſeinem jüngſten Sohne eine
Fahrt von Berlin nach Hamburg unternehmen. Bei der
Gruetzer Stauſtufe wurde das Boot infolge ſtarken
Stro=
mes gegen die ſogenannten Archen geſchleudert, ſodaß das
Boot mitten durchbrach und alle drei Perſonen in die
Havel ſtürzten. Die Frau wurde bereits als Leiche
ge=
borgen, während die Leichen des Mannes und des Knaben
noch nicht gefunden wurden. Der älteſte Sohn war ſeinen
Angehörigen per Bahn und Omnibus nach Schollene
nach=
gefahren und erfuhr dort das Unglück.
Gmunden, 6. Juli. Der Großherzog von
Meck=
lenburg=Schwerin ſtürzte geſtern nachmittag vom
Pferde und erlitt leichte Verletzungen am Knie.
Zürich, 7. Juli. Auf der Drahtſeilbahn
zwi=
ſchen Ays und Dietſcheber ereignete ſich ein ſchwerer
Un=
lücksfall. Zwei Angeſtellte der Bahn benutzten
einen ſogenannten Schlitten zum Herunterfahren. Der
Schlitten geriet in einen ſo ſchnellen Lauf, daß die Leute
zie Gewalt über ihn verloren. Sie wurden
herausge=
ſchleudert und beide getötet.
London, 7. Juli. Die Morning Poſt meldet aus
Waſhington vom 6. Juli: Die Häufigkeit der
Erdrut=
ſchungen im Panamakanal bereiten den
Inge=
nieuren Sorge, denn ſobald nach einem Erdrutſch die
Erdmaſſen weggeſchafft ſind, finden neue Erdbewegungen
ſtatt und Tauſende von Tonnen ſtürzen nach. — In dem
großen Durchſtich Colebro ſind die Eiſenbahnlinien, auf
denen das ausgehobene Material weggeſchafft wird
ver=
ſchüttet. In dem Durchſtich=Cuccrocho iſt nur noch eine
Linie in Betrieb.
Der neue preußiſche Kriegsminiſter.
* Berlin, 7. Juli. Generalmajor von
Falken=
hayn, Chef des Generalſtabes des 4. Armeekorps, wurde
unter Beförderung zum Generalleutnant ohne Patent zum
Staats= und Kriegsminiſter ernannt.
Der neue Kriegsminiſter von Falkenhayn iſt im Jahre
1861 geboren. EEr war früher Major im Generalſtabe der
oſtaſiatiſchen Beſatzungsbrigade, dann Oberſtleutnant und
Bataillonskommandeur im Infanterie=Regiment Nr. 92,
darauf Abteilungschef im Großen Generalſtabe und nach
ſeiner Ernennung zum Oberſt Chef des Generalſtabes des
16. Armeekorps und Kommandeur des 4. Garde=
Regi=
ments z. F. Seit dem 22. April 1912 zum Generalmajor
befördert, war er Chef des Generalſtabes des 4.
Armee=
korps.
Von der Kieler Woche.
* Travemünde 6. Juli. Als der Kaiſer
ge=
ſtern abend wieder an Bord ging, wurde am Ufer ein
glän=
zendes Feuerwerk abgebrannt. Der Kaiſer hielt heute
morgen Gottesdienſt an Bord der „Hohenzollern” ab und
begab ſich ſpäter auf die „Hamburg 2” um an Bord
die=
ſer Jacht die heutige Regatta mitzuſegeln. Um 11,30
Uhr begann die Wettfahrt des Norddeutſchen
Regatta=
vereins und des Lübecker Jachtklubs auf der Lübecker
Bucht bei ſüdlichen Winden und bedecktem Wetter. In
Klaſſe A 1 ſtarteten „Meteor” „Hamburg 2‟, „Germania”
und „Margherita”. Gemeldet waren 22 Boote,
Das italieniſche Königspaar
in Stockholm.
* Stockholm, 5. Juli. Heute nachmittag begab
ſich der König in Begleitung des Kronprinzenpaares und
des Miniſters des Aeußern an Bord der Königsjacht
„Drott”, um dem italieniſchen Königspaare
entgegenzufahren. Als die „Drott” ſich der „Trinacria”
näherte, brachte eine Schaluppe den König mit dem
Kron=
prinzenpaar und dem Gefolge an Bord der „Trinacria”.
Um 8 Uhr 45 Min. gingen beide Könige und die Königin
von Italien ſowie das Kronprinzenpaar in Stockholm an
Land. Nach Begrüßung des italieniſchen Königspaares
durch den Vizevorſteher des Stadtrats ſchritten die
Kö=
nige die Front der Ehrenkompagnie ab, worauf ſich die
Herrſchaften in das Schloß begaben. Im erſten Wagen
fuhren die beiden Könige, im zweiten die Königin von
Italien mit dem Kronprinzenpaar. Bis zum Schloß
bil=
deten Gardetruppen Spalier. Eine große Menſchenmenge
hatte ſich eingefunden. Im Schloſſe empfing die Königin
ihre Gäſte, die ſie herzlich willkommen hieß.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
„Elektriſche Bahn” ins Martinsviertel.
Auf dem neueſten Stadtplan, ausgeſtellt am
Verkehrs=
bureau, iſt die geplante elektriſche Bahnlinie markiert.
Danach ſoll ſie die Hochſchulſtraße, Pankratiusſtraße bis
in die Kaupſtraße und zurück über den Riegerplatz,
Wenck=
ſtraße, Pankratiusſtraße geführt werden. So
erfreu=
lich dieſes Projekt an ſich iſt, ſo unerfreulich iſt aber auch,
daß die Bahn die Pankratiusſtraße nicht weiter bis an
den Rhönring, oder doch wenigſtens durch die
Liebfrauen=
ſtraße zu dem Riegerplatz geführt werden ſoll. Da gerade
der Rhönring und die Liebfrauenſtraße ſehr dicht bevölkert
ſind, ſo dürfte Dieſer Vorſchlag die Bahn auch rentabler
geſtalten, ganz abgeſehen davon, daß ſchließlich auch dieſe
Einwohner eine gute Verbindung mit dem Stadtinnern
und dem Bahnhof verlangen können. Hoffentlich
veranlaſ=
ſen dieſe Zeilen die maßgebenden Körperſchaften zu einer
wohlwollenden Prüfung der Angelegenheit.
Einer für viele.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 7. Juli. Auftrieb durch Händler 101 Schweine
Auftrieb durch die Bezugsvereinigung 69 Schweine. Preiſe
1. Qualität, ausgeſuchte Ware, Schlachtgewicht 50 Kg., 78
Mark, 2. Qualität 77 Mark, 3. Qualität 76 Mark.
Markt=
verlauf: rege, wenig Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 7. Juli.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) 1. Ochſen: a) vollfleiſchige
ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes 1. in Alter von
4 bis 7 Jahren Lebendgewicht 52—57 Mk. (Schlachtgewicht
93—89 Mk.), 2. die noch nicht gezogen haben (ungejocht)
—), b) junge fleiſchige, nicht ausgemäſtete und
ältere ausgemäſtete 48—60 Mk. (87—93 Mk.), e) mäßig
ge=
nährte junge, gut genährte ältere 42—46 Mk. (77—85 Mk.)
2. Bullen: a) vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten=
Schlachtwertes 49—51 Mk. (81—85 Mk.), b) vollfleiſchige
jüngere 45—48 Mk. (78—83 Mk.); 3. Färſen und Kühe
a) vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen, höchſten
Schlacht=
wertes 48—52 Mk. (86—93 Mk.), b) vollfleiſchige ausge
mäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4
bis 49 Mk. (86—88 Mk.), e) 1. wenig gut entwickelte Färſer
42—46 Mk. (81—88 Mk.), 2. ältere, ausgemäſtete Kühe und
wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40—45 Mk. (74—84 M.
d) mäßig genährte Kühe und Färſen 33—39 Mk. (66 bis
78), e) gering genährte Kühe und Färſen 26—30 Mk. (54
bis 67 Mk.) 4. Gering genährtes Jungvieh (Freſſer)
a) mittlere Maſt= und beſte Saugkälber 56—70 Mk. (95 bis
102 Mk.), b) geringere Maſt= und gute Saugkälber 52—5.
Mark, (88—93 Mk.). 5. Weidmaſtſchafe: Maſtlämme
und Maſthammel 47 Mk. (98 Mk.). 6. Schweine: a) voll
fleiſchige Schweine von 80—100 Kg. (160—200 Pfund
Lebendgewicht 57,50—60 Mk. (75—77 Mk.), b) vollfleiſchig=
Schweine unter 80 Kg. (160 Pfund) Lebendgewicht 5
bis 60 Mk. (73—75 Mk.), e) vollfleiſchige von 100—12
Kilogramm (200—240 Pfund) Lebendgewicht 57,50—60 Mk=
(75—77 Mk.); d) vollfleiſchige von 120—150 Kg. (240 bis
300 Pfund) Lebendgewicht 57,50—60 (75—77 Mk.).
Auf=
trieb: Rinder 1344 Stück, darunter Ochſen 495, Bullen 72
Färſen und Kühe 777, Kälber 272, Schafe 151, Schwein
2505 Stück. Marktverlauf: Rinder gedrückt, gute Ochſer
geſucht. Schweine langſam. Beide Ueberſtand. Kälbe
gedrückt, Schafe ruhig, beide ausverkauft.
* Berlin, 5. Juli. Der Saatenſtand i
Preußen war Anfang Juli 1913, wenn 2 gut, 3 mitte
bedeutet, Winterweizen 2,6 gegen 2,5, Anfang Juni 191
und 2,4 Anfang Juli 1912, Sommerweizen 2,8 gegen 2,
bezw. 2,3, Winterroggen 2,7 gegen 2,7 bezw. 2,5, Sommer
roggen 3,1 gegen 3,0 bezw. 2,7, Wintergerſte 2,6 gegen 2,
bezw. 0,0, Sommergerſte 2,7 gegen 2,6 bezw. 2,3, Hafe
2,9 gegen 2,6 bezw. 2,5, Erbſen 3,2 gegen 2,9 bezw. 2,
Ackerbohnen 2,8 gegen 2,8 bezw. 2,4, Winterſpelz 2,5 gege
2,4 bezw. 2,1, Wicken 3,1 gegen 2,9 bezw. 2,5, Kartoffeln
2,9 gegen 2,8 bezw. 2,7, Zuckerrüben 2,7 gegen 2,8 bezw.
2,6, Futterrüben 2,9 gegen 2,9 bezw. 2,6, Winterraps und
Rüben 3,3 gegen 3,3 bezw. 2,9, Flachs 2,7 gegen 2,6 bezw.
2,6, Klee 2,8 gegen 2,7 bezw. 3,3, Luzerne 2,6 gegen 2,6
bezw. 2,8, Rieſelwieſen 2,4 gegen 2,4 bezw. 2,3, andere
Wieſen 2,8 gegen 3,0 bezw. 2,6.
Erdbeben.
2. Erdbebenwarte Jugenheim, 7. Juli.
Geſtern, am 6. Juli früh, kurz nach 8 Uhr, fand ein
ziem=
lich kräftiges Erdbeben ſtatt, nach unſeren
Auf=
zeichnungen im Aegäiſchen Meer nahe Rieta, 2100
Kilo=
meter von Jugenheim entſernt. Der erſte Hauptſtoß im
Erdbebengebiet fand um 8 Uhr 5½ Min. ſtatt.
Der Ausſtand in Südafrika.
* Johannesburg, 5. Juli. Heute mittag wurde
der Belagerungszuſtand proklamiert. Die
Drucker der Zeitung Transvaal Leader ſind in den
Aus=
ſtand getreten. Die Stadt iſt jetzt ruhig, das kampfluſtige
Element der Ausſtändigen ſcheint ſich vorläufig
zurückge=
zogen zu haben. Die Führer der geeinigten
Arbeiterver=
bände ſind gänzlich von der in der letzten Nacht erfolgten
beunruhigenden Entwickelung der Dinge abgerückt und
erklären, daß die Revolution gänzlich von ihrer
Beweg=
ung verſchieden iſt, die ein Generalſtreik ſei.
* Johannesburg, 5. Juli. Als ſich die Menge
vor dem Gebäude des Randklubs weigerte,
auseinander=
zugehen, feuerten die Truppen. Viele Perſonen
wurden getötet, die übrigen entflohen.
Johannesburg, 6. Juli. Die Zahl der Lei
den Straßenkämpfen Getöteten und Verletzten ſoll
über 100 betragen. Zwei Stunden lang fegten die
Trup=
pen mit ihrem Feuer die Hauptſtraßen rein. Die
Ambu=
lanzen waren dauernd in Tätigkeit gehalten. In
verhält=
nismäßig kurzer Zeit ſind auf verhältnismäßig kleinem
Raume Schätzungen zufolge etwa 60 Leute getötet und
verwundet worden. Die Bedingungen, unter denen der
Streik beendet werden ſollte, ſchreiben vor, daß die
Aus=
ſtändigen nach ihren Wohnorten zurückkehren und die
Ruheſtörungen ein Ende nehmen. Die Ausſtändigen in
Kleinfontein ſollen wieder angeſtellt werden.
Die Regierung gewährt den Arbeitswilligen eine
ange=
meſſene Entſchädigung. Auch die Ausſtändigen auf
an=
deren Gruben ſollen zur Arbeit zurückkehren; ſie ſind
wie=
der anzuſtellen, ſobald der Betrieb in den Gruben wieder
aufgenommen wird. Den Vertretern der Arbeiter iſt
ge=
ſtattet worden, irgendwelche anderen Beſchwerden der
Re=
gierung vorzulegen, die ſie unterſuchen wird.
* Johannesburg, 6. Juli, 8.30 Uhr abends.
Streikende und Rowdies brannten in
Be=
noni eine Anzahl kleiner Läden und Wohnhäuſer
nie=
der, die Freunden von Streikbrechern auf der Kleinfontein=
Grube gehörten, und ſprengten dann die Filiale der
Zei=
tung Star in die Luft. Schließlich wurde die Ordnung
wieder hergeſtellt. Der Weſtrand iſt ruhig. 1500
Einge=
borne, die in Randfontein. mit Knüppeln bewaffnet, aus
ihrem Compound ausbrachen, wurden von den Huſaren
zurückgetrieben.
Das Ende des Ausſtandes.
* Johannesburg, 5. Juli. Die Verhandlungen,
welche General Botha General Smooth und Sir
George Farrar mit den Führern der Ausſtändigen
heute nachmittag geführt haben, ſind zu einem
erfolg=
reichen Abſchluß gelangt. Die Führer der
Aus=
ſtändigen haben den vorgeſchlagenen Bedingungen, die
noch. nicht veröffentlicht ſind, zugeſtimmt. Der Streik
iſt für beendet erklärt worden; die Leute kehren
unverzüglich zur Arbeit zurück.
* Johannesburg, 6. Juli. Die Streikführer
er=
klärten geſtern, daß auf dem ganzen Reef die
Beding=
ungen zur Beendigung des Streiks
angenom=
men worden ſind.
* Johannesburg, 7. Juli. Eine Abordnung
von Streikführern, die das Abkommen über die
Be=
endigung des Streiks unterzeichneten, begab ſich heute
vor=
mittag nach Pretoria, um mit dem Premierminiſter
Botha die auf den Schutz der Arbei’swilligen bezüglichen
Bedingungen zu beſprechen.
Der neue Balkankrieg.
Die beiderſeitigen Siegesmeldungen und Dementis.
* Sofia, 7. Juli. Alle Verſuche des Belgrader
Preſſebureaus, ſchreibt die Agence Bulgare. zu bbehaupten,
daß der Beginn der militäriſchen Operationen von den
Bulgaren mit Vorbedacht ſeit langem vorbereitet geweſen
ſei, entbehren jeder Grundlage, desgleichen die
Ge=
rüchte von einem großen Erfolg der ſerbiſchen
Ar=
mee. Die bulgariſchen Trupven mußten bereit ſein, einen
möglichen Angriff der ſerbiſchen und griechiſchen Truppen
zurückzuweiſen. Dies wurde nötig durch die
Heraus=
forderungen. die ſeit Beginn des Monats Inni ſehr häufig
ſtattgefunden haben und auch durch den Umſtand, daß vom
10. (23.) Juni an ſich die Generalſtabschefs der Serben
und Griechen zuſammengefunden haben, um den
ge=
meinſamen Operationsplan gegen die Bulgaren
feſtzu=
ſtellen, eine Zuſamnsenkunft, über die der bulgariſche
Generalſtabschef authentiſche Nachrichten beſeſſen
hat. Wir beſtreiten die von dem Preſſebureau gemeldete
Niederlage des rechten bulgariſchen Flügels und der
ſiebenten bulgariſchen Diviſion. Die Wahrheit iſt, daß
die Serben geſtern die mazedoniſch=adrianopolitaniſche
Le=
gion heftig angegriffen haben, von ihr aber, ohne daß
dieſe erſchüttert worden wäre, zurückgewieſen worden ſind.
Sie erlitt dabei erhebliche Verluſte. Während dieſer Zeit
griff die ſiebente bulgariſche Diviſion die Serben in der
Flanke an und warf ſie in ihre früheren Stellungen
zu=
rück. Was die Nachrichten über die Gefangennahme
bul=
gariſcher Generale und die Erbeutung zahlreicher
Tro=
phäen betriftt, ſo iſt der Zweck derſelben offenſichtlich der,
den niederdrückenden Eindruck der Nkederlagen der
Ser=
ben bei Krivolek und Sankt Nikolaus abzuſchwächen.
* Belgrad, 6. Juli. Entgegen bulgariſchen
Meldungen, die in einigen Fällen augenfällige
Unwahr=
heiten enthalten, iſt das ſerbiſche Preſſebureau ermächtigt,
zu erklären, daß die ſerbiſche Regierung beſtrebt iſt, vom
Anſange der neueſten kriegeriſchen Verwicklungen an eine
wahre Darſtellung der Lage auf dem
Kriegsſchau=
platz zu geben, und daß man von dieſem Grundſatz ſelbſt
in den Fällen nicht abgewichen iſt, die für Serbien
we=
niger günſtig waren, wie dies ſämtliche in den letzten
Tagen veröffentlichte Bulletins beweiſen. Das
Preſſe=
bureau iſt nicht willens, die bulgariſchen
Sieges=
nachrichten, die im allgemeinen angebliche
Operatio=
nen beſprechen, ohne Namen zu nennen, ohne weiteres
unwiderlegt zu laſſen. Das iſt begreiflich, wenn man
berückſichtigt, wie rückſichtslos die Agence Bulgare die
öffentliche Meinung Europas ſelbſt in jenen Fällen in die
Irre führen will, in welchen ſerbiſche Erfolge durch
Ge=
fangennahme ganzer Bataillone und Beſetzung wichtiger,
von den Bulgaren gehaltener Punkte, wie beiſpielsweiſe
Retke=Bukwi, Raitſchani und Kotſchana, bekräftigt werden.
Die Mobiliſierung Rumäniens.
* Bukareſt, 6. Juli. Der Thronfolger Prinz
Ferdinand iſt zum Kommandanten der Operationsarmee
ernannt worden. Der König hat eine Amneſtie für
Deſerteure erlaſſen, die ſich bis Ende Auguſt bei der
ak=
tiven Armee, Reſerve oder Miliz ſtellen.
* Bukareſt, 6. Juli. Die Wirkungen der
Mo=
biliſierung auf das öffentliche und private Leben
beginnen ſich zu zeigen. Infolge Mangels an Perſonal
haben die kleineren Verwaltungen und Banken ihre
Bu=
reaus geſchloſſen. Die Zeitungen beſchränken ſich in ihren
Ausgaben auf zwei Seiten, was ſowohl aus Mangel an
Perſonal; als auch aus Paviermangel notwendig wird,
deſſen Zufuhr infolge der Einſtellung des
Eiſen=
bahnverkehrs beſchränkt iſt. Der Verſuch einiger
Kaufleute, die Lebensmittelpreiſe zu erhöhen, führte zu
einer Auflehnung des Publikums, das die Läden zerſtörte.
Der Handelsminiſter Tenopol berief zum nächſten
Diens=
tag eine Verſammlung der Präſidenten der
Handelskam=
mern des Landes ein, um Maßregeln zur Verhütung einer
Teuerung zu beraten. Infolge der Einberufung der
Kut=
ſcher und Requiſition der Pferde beginnt ſich ein fühlbarer
Mangel an öffentlichem Fuhrwerk bemerkbar zu machen.
* Bukareſt, 7. Juli. Bis zum zweiten
Mo=
bilmachungstage hatten ſich anſtatt der
vorgeſchrie=
benen 400000 Mann 610000 Mann gemeldet. — Daß
Oeſterreich=Ungarn eine Rumänien feindſelige Haltung
einnehme, wird vom Miniſter des Aeußern als gänzlich
unwahr dementiert.
Die Türkei gegen Bulgarien.
Konſtantinopel, 6. Juli. Wie an
unterrichte=
ter Stelle verlarcket, hat die Pforte Bulgarien
auf=
gefordert. Rodoſto, ſowie die Küſte des Marmarameeres
umgehend zu räumen und die endgültige Feſtlegung
der Grenze Enos-Midia vorzunehmen. Wie weiter
ge=
meldet wird, beſchloß die Regierung, den bulgariſchen
Truppen eine eintägige Friſt für die Räumung des
Mar=
marabeckens zu geben. Nach Ablauf dieſer Friſt iſt ein
Vorgehen gegen die Bulgaren beſchloſſen. Nach
dem heutigen Miniſterrat reiſte der Kriegsminiſter zur
Armee ab. Eine Verſtändigung der Türkei mit
Rumänien iſt abgeſchloſſen.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Belgrad, 6. Juli. Das ſerbiſche Preſſebureau
meldet: Unſere Truppen haben Kotſchana und das
ganze Gebiet bis zum Bregalnitza=Flutz beſetzt, wo ſie
einen Kampf zu beſtehen hatten mit den Reſten des
rech=
ten bulgariſchen Flügels, der aus ſtark befeſtigten
Stel=
lungen vor der Stadt den Rückzug der vorher
geſchlage=
nen ſiebenten (Rilo=) und der viersen (Preßlaw=) Diviſion
deckte. Unter Zurücklaſſung von Gewehren und Munition
iſt der Feind nach erbittertem Kampfe geſchlagen worden.
Er ging. von unſeren Truppen verfolgt, in der Richtung
auf Zarewo=Selo zurück.
* Belgrad, 6. Juli. Heute wurde Kriwolak
von den Serben zurückerobert.
* Athen, 5. Juli. Die griechiſche Regierung ordnete
die Blockade über die thraziſche Küſte zwiſchen
Enos und der Strymon=(Struma=)Mündung an, dieſe mit
einbegriffen (vom 26. Grad 5 bis 23. Grad 53’ öſtlicher
Länge Greenwich) auf 5 Meilen ſeeinwärts. Den
neutra=
len Schiffen, die ſich in den blockierten Häfen befinden,
wird eine freie Abfahrt innerhalb 24 Stunden bewilligt.
Die griechiſche Regierung erklärte den Kriegszuſtand.
Neutrale Schiffe, die nach bulgariſchen Häfen am
Schwar=
zen Meere beſtimmt ſind, werden einer Durchſuchung
wegen Kriegskonterbande unterworfen.
Letzte Nachrichten.
* Belgrad, 7. Juli. Die
Kriegskorreſpon=
denten ſind nach Uesküb abgereiſt. Nach einer
Ankün=
digung des Armeekommandos wird ihnen der Zutritt zum
Kriegsſchauplatz gewährt.
* Belgrad, 7. Juli. Die bulgariſchen
Ver=
ſuche, bei Pirot die Grenze zu überſchreiten, ſind
miß=
lungeen. Geſtern verſuchten die Bulgaren, bei
Obreno=
witſch die Grenze zu überſchreiten.
* Wien, 7. Juli. Der Spezialkorreſpondent der
Reichspoſt in Sofia meldet: In der Schlacht an der
Bre=
galnitza wurden bei dem ſiegreichen Gegenangriff der
bul=
gariſchen Armee ſüdlich von Deslinici das 3. 4. und 11.
ſerbiſche Regiment vollſtändig
aufgerie=
ben. Die aus 15000 Mann beſtehende Timokdiviſion,
welche den weſtlichen Flügel der Serben bildete, wurde
durch Einklemmung von den Bulgaren vollſtändig erdrückt.
Es blieben nur 4000 Mann am Leben. Von Weſten und
Oſten durch eine Umgehung bedroht, trat die ſerbiſche
Ar=
mee den Rückzug an. Die ſerbiſche Armee iſt in Gefahr,
in dem unteren Morowatale abgeſchnitten zu werden.
Literariſches.
Handelsſprache. Den vielen Kaufleuten,
die im Februar Herrn Lettenbaurs Vortrag über
„Kaufmannsdeutſch” hörten, und allen übrigen
Sprach=
freunden wird es willkommen ſein, daß die Rede im Druck
erſchienen iſt. Das 24ſeitige Heftchen wird vom
Schatz=
niſter des Sprachvereins, Buchhändler L. Saeng
(Sohn), Kirchſtraße 20, für 10 Pfg. abgegeben. — Das in
jener Verſammlung erwähnte, vom Sprachverein
ver=
öffentlichte Verdeutſchungsbuch „Der Handel” iſt durch
einen Ausſchuß von Großkaufleuten neu bearbeitet
wor=
den und nun in vierter Auflage erſchienen. (80 Pfg.)
Handelsgeographie von Prof. Dr. Fritz
Regel, o. 5. Profeſſor der Geographie an der
Univer=
ſität Würzburg. (19. Band von Violets Globus=Bücherei.)
Verlag von Wilhelm Violet in Stuttgart. In Leinen
geb. 4 Mk. Dieſer 500 Druckſeiten umfaſſende Band ſtellt
eine weitgehende Umarbeitung der früheren Auflage dar.
Er iſt nunmehr zu einem Lehrbuch der Handelsgeographie
geworden, das kaufmänniſchen Kreiſen in dieſer
Kompen=
dienform gewiß willkommen iſt. Ueberall ſind der
Boden=
bau und die Bodenerzeugniſſe, die Viehzucht, der
Berg=
bau, die mannigfachen Induſtrien, der Handel und
Ver=
kehr ausreichend berückſichtigt worden. Ein ſorgfältig
be=
arbeitetes, 40 Seiten umfaſſendes Verzeichnis läßt das
Werk als Nachſchlagebuch für jedes Kontor vorzüglich
brauchbar erſcheinen.
Jahrbuch des Hanſabundes für 1913.
Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9. Preis 1,25 Mk.,
für Mitglieder des Hanſabundes 1 Mk. 320 Seiten in
biegſamem Leinenband. Im vorigen Jahre brachte der
Hanſabund zum erſten Male ſein Jahrbuch heraus, das
von der geſamten Preſſe vorzüglich beſprochen wurde und
ſich ſchnell ſeinen Platz eroberte. Es kann keinem Zweiſel
unterliegen, daß die jetzt vorliegende zweite Ausgabe für
1913 noch eine weſentliche Verbeſſerung darſtellt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Wiesbaden, 7. Juli. Heute beginnen hier die ſich
auf drei Tage erſtreckenden Feſtlichkeiten aus Anlaß
des 100jährigen Jubiläums des Füſilier=
Regi=
ments v. Gersdorff (Kurheſſiſches) Nr. 80. In zehn
Etrazügen trafen heute im Laufe des Vormittags über
18000 ehemalige Angehörige des Regiments ein.
* Kronberg, 7. Juli. Das Prinzenpaar Friedrich
Karl von Heſſen iſt heute nachmittag gegen 5 Uhr
nach Wiesbaden gefahren, um an der Hundertjahrfeier des
Füſilier=Regiments (Kurheſſiſches) Nr. 80 teilzunehmen.
* Mindelheim (Schwaben), 7. Juli. Bei einem heute
Nacht auf dem Anweſen des Oekonomen Rieder=
Lannen=
berg ausgebrochenen Großfeuer, das alle Gebäude
einäſcherte, ſind der fünfjährige Sohn des Beſitzers, der
Knecht Lochner und der Taglöhner Schweigert verbrannt.
Die übrigen Bewohner konnten nur mit Mühe ihr Leben
retten.
* Wien, 7. Juli. Bürgermeiſter Weiskirchner
über=
mittelte dem Grafen Zeppelin anläßlich ſeines
Geburtstages die Glückwünſche der Stadt Wien.
* London, 7. Juli. Am Hudſonriver riß ſich ein
Luftſchiff los in welchem ſich ein junger Aſſiſtent
befand und ſtieg plötzlich 5000 Fuß hoch. In ſeiner
Un=
erfahrenheit warf der Aſſiſtent noch Ballaſt aus, ſo daß
das Luftſchiff auf 8000 Fuß Höhe ſtieg. Nach
zwei=
ſtündiger Fahrt gelang es dem Inſaſſen, eine Landung zu
ermöglichen, indem er die Ventile öffnete, ſo daß der
Ballon fiel. Im Waſſer begann der Ballon plötzlich
wie=
der zu ſteigen. Der Aſſiſtent ſprang aus der Gondel und
ſchwamm einem Boote entgegen, das ihn in Sicherheit
brachte.
* Benghaſi, 7. Juli. Da der kürzliche Ueberfall
auf die Abteilungen der Majore Billi und Miglaccio von
500 bewaffneten Eingeborenen mit 2 Geſchützen
aus=
geführt wurde und weitere Verſtärkung der Eingeborenenzu
erwarten war, hat General Tortoni beſchloſſen, die
Auf=
ſtändiſchen zu zerſtreuen, bevor ſie ſich vereinigen könnten.
Er übernahm ſelbſt die Leitung der Operation und
mar=
ſchierte mit drei Abteilungen nach Zauja Feidia. Durch
einen heftigen Angriff wurde der Feind gezwungen, ſich
nach Zauja Feidia zurückzuziehen. Die Italiener nahmen
trotz der Hitze die Verfolgung mit großer Bravour auf.
Die Verluſte des Feindes ſind bedeutend. Auf dem
Vor=
marſch wurden etwa 150 Leichen gezählt. Bei den
Italie=
tern wurde ein Askari getötet, drei Askaris ſchwer und
14 Alpenjäger und 11 Askaris leicht verwundet.
Frankfurt a. M., 7. Juli. Der anſcheinend
geiſtes=
geſtörte 25jährige Aushilfsbriefträger Friedrich
Bam=
bach ſtürzte ſich heute nachmittag aus dem
Manſarden=
fenſter und blieb mit zerſchmettertem Schädel tot liegen.
— Der 17jährige Taglöhner Beſſert aus Walldorf ſtürzte
bei einem Neubau in den Keller und erlitt
lebensgefähr=
iche Verletzungen.
— München, 7. Juli. Nach dem Rennen in Riem ſind
drei Jockeis vom Publikum mißhandelt worden,
weil ſie die Pferde teilweiſe im Schritt über die Bahn
gehen ließen, als keiner die Führung übernehmen wollte.
Eſſen, 7. Juli. Auf der Zeche Braſſe bei Marl
wurden vier Bergleute verſchütteet; zwei konnten
gerettet werden.
Petersburg, 7. Juli. In Kaliſch brachen Diebe
in die Franz Joſefs=Kirche ein und beraubten die
Heili=
genbilder der Diamantkronen uſw. Da man Juden der
Tat verdächtigte, brach unter der Bevölkerung eine
Pa=
nik aus, weil man ein Progrom befürchtete. Die
Polizei entdeckte aber die Diebe und verhaftete ſie. Jetzt
herrſcht wieder Ruhe.
(Schluß des redaktionellen Teils.,
Inventur-
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Nordamerika: „Barcelona” nach Montreal, 30. Juni
6 Uhr abends in Quebec. „Blücher” von Boſton
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mend, meldet drahtlos, am 2. Juli 7 Uhr 30 Min.
abends in Plymouth zu ſein. „Hamburg” 1. Juli 5 Uhr
nachm. von Neu=York über Gibraltar und Neapel nach
Genua. Imperator” von Neu=York kommend, 2. Juli
6 Uhr 15 Min. morgens von Cherbourg nach Hamburg.
„Salamanca” 1. Juli 11 Uhr morgens von Neu=York
nach Phikadelphia. „Wittekind” nach Quebec und
Montreal, 30. Juni 5 Uhr 30 Min. nachm. von
Rotterdam. — Weſtindien, Mexiko: „Antonina” nach
Havana und Mexiko, 1. Juli 11 Uhr morgens in
Ma=
laga. „Conſtantia” 30. Juni in Pto. Meriko. „Dania”
nach Havana und Mexiko, 1. Juli 10 Uhr abends von
Havre. „Frankenwald” 1. Juli in Veracruc. „Fürſt
Bismarck” von Mexiko und Havana kommend, 1. Juli
8 Uhr abends von Coruna. „Wasgenwald” von Mexiko
und Havana kommend, 2. Juli 6 Uhr 15 Min. morgens
Queſſant paſſiert. „Weſterwald” 30. Juni in Progreſo.—
Verſchiedene Fahrten: „Kurmark” nach Indien, 2. Juli
4 Uhr 25 Min. morgens von Cuxhaven nach Bremen.
„Nordmark” 1. Juli von Karachi nach Suez. Oſtmark”
nach Indien, 1. Juli morgens in Port Said. „Rhenania‟
30. Juni in Delagoabay. „Windhuk” nach Afrika,
30. Juni nachm. von Southampton.
Die glückliche Geburt eines kräftigen
Mädchens
zeigen hocherfreut an
Gerhard von Gustedt
Leutnant im Grossh. Hess. Garde Drag.-Regt.
und Frau Elisabeth, geb. von Ewald.
Darmstadt, Sonntag, den 6. Juli 1913.
(14864
Meiere
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 8. Juli:
Zunächſt trüb und tühl mit Regenſchauern; ſpäter
all=
mählich aufheiternd
Militär=Maſſenkonzert um 8 Uhr im Saalbau.
Vilder vom Tage (Auslage: Erpedition,
Rhein=
ſtraße 23): Der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark zu
Stel=
lingen, Brindejone in Kopenhagen, die
Reichstags=
ſitzung vom 30. Juni, in der die Wehrvgrlagen
ange=
nommen wurden.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 9. Juli.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr,
Runde=
turmſtraße 16.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebevolle Gattin, unſere treubeſorgte
Mutter
(14849
Anna Geibel
geb. Rau
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
getragenem Leiden heute vormittag 11¼ Uhr
im Alter von 47 Jahren zu ſich abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Bürgermeiſter Geibel und Kinder.
Hahn, den 7. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Juli,
nachmittags 2½ Uhr, ſtatt.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr,
Klap=
pacherſtraße 6.
Baugeräte=Verſteigerung um 9 Uhr (
Zuſam=
menkunft Ecke Arheilgerſtraße und Rhönring).
Kunſthalle an Rheintor, geöſnet Wertegs von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach längerem,
ſchwerem Leiden meine innigſtgeliebte Gattin,
unſere liebe Tante
(14865
Frau Karoline Weis
geb. Metzger
im 62. Lebensjahr.
Der trauernde Gatte:
Gotthold Weis,
Weichenſteller i. P.
Darmſtadt (Sackgaſſe 7), den 7. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Juli,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus ſtatt.
Drick und Perlagt 4. 6. Pitlichihe Haſbuhornckanch
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtripte werden nicht
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(*2628
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Copyright by Carl Duncker, Berlin W. 35.
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30
Er ſprach zwiſchen den Zähnen — widerwillig
mit hingeworfenen Worten.
Meine Frau haben Sie ja nicht mehr gekannt, Baron;
aber vielleicht wiſſen Sie von Ihrem Herrn Vater, daß
ſie vor fünf Jahren geſtorben iſt — nach
zweiundzwanzig=
jähriger Ehe.
Die erſten Jahre unſerer Gemeinſchaft waren die
glücklichſten meines ganzen Lebens! Es gibt viel
vor=
bildliche Frauen — ſolche, wie meine, habe ich nie wieder
getroffen! Ich weiß nicht, weshalb das Schickſal es
ge=
rade mit mir ſo gut gemeint hatte; ich bin doch ſchließlich
n Kerl wie alle anderen — nicht beſſer und nicht
ſchlechter.
Das heißt . . . über all das hab ich erſt ſpäter
nach=
gedacht. Damals war ich bloß glücklich und hab mich n
Deiwel darum geſchert, wenn die Leute was von
Schick=
ſal und Verhängnis erzählten. Denn zum Grübeln und
Sinnieren gehören wohl dunkle Stunden — ich aber war
doch auf der Sonnenſeite und nie kam mir auch nur der
ſchwächſte Gedanke daran, daß ich vielleicht ſpäter auch mal
rüber müßte in den Schatten!
e ier et ete ente ee
da ... paſſierte etwas, was mir — uns beiden — unſer
Glück in Scherben ſchlug.
Er brach ab. Er trat zum Fenſter und ſah auf die
Straße hinunter — mit verſchleierten Augen, die nichts
erkannten.
Von dort aus ſprach er weiter.
Meine Frau hatte einen Bruder . . . Rittmeiſter bei
den dreizehnten Ulanen in Züllichau. n Menſch, wie ’n
Erle gewachſen, ſo rank und ſchlank; bildhübſcher Kerl,
nach dem ſich alle Frauenzimmer drängten; glänzender
Herrenreiter; brillanter Soldat mit großer Zukunft; dabei
n verdammt kluger Kopf, mit dem er eigentlich beſſer zu
den Eiſenbahnern oder zur Artillerie gepaßt hätte.
Meine Frau hat ihn leidenſchaftlich geliebt; ſchon faſt
vergöttert. Wenn ſie ſeinen Namen ausſprach, bekam ihre
Stimme plötzlich einen ganz andern Klang!
Es war eine Stille, in die nur der Lärm unten von
der Friedrichſtraße dumpf hineinwirrte.
Bei einem Hindernisrennen auf dem Horner Moor
in Hamburg, als er vierzig Meter vor dem Ziel das
Ren=
nen ſchon in der Taſche hatte, ſtürzte er und brach das
Genick. Meine Frau ſah zufällig dieſen Todesritt mit an
— ich brachte ſie ſchwerkrank nach Hauſe — Nervenfieber.
Als ſie nach zwei Monaten wieder aufſtand, war ſie eine
alte Frau mit weißem Haar,
Wir ſehten dann noch ein Dutend Jahre zuſammen,
bis ſie ſtarb. Sie war der Segen ihrer Umgebung; ſie
war eine muſterhafte Hausfrau, eine aufopfernde Gattin,
eine zärtliche Mutter, ein gottbegnadetes Weſen .
lachen hab ich ſie nie mehr gehört! Irgend was war eben
in ihr zerbrochen; und das ging nicht wieder zuſammen
zu kitten, trotzdem ich mein Herzblut dafür gegeben hätte!
Ich glaube faſt, ſie hat ſich trotz der Giſa und mir aufs
Sterben gefreut, weil ſie drüben ihren Bruder wiederfand.
Schließlich — genau kann man das ja nicht wiſſen — und
vielleicht hat mich damals meine argwöhniſche Angſt auch
nur vor die Binſen geführt . . . aber all die letzten Jahre
ihres Lebens bin ich die Empfindung nicht losgeworden,
als ob ſie mit heimlicher Ungeduld auf das Ende wartete!
Er kehrte in das Zimmer zurück und ſetzte ſich wieder
auf ſeinen Stuhl. Er ſah nicht zu dem Artilleriſten
hin=
über, der reglos an ſeinem Platz verharrte — er hielt den
Kopf geſenkt
Nur die Hände waren zwiſchen den Knien ineinander
gekrampft.
Die ganzen drei Nächte hab ich Totenwache gehalten.
Keiner weiter; nur ich. Ich ſag Ihnen, Baron, es iſt eine
tolle Sache, wenn man ſo zwiſchen Mitternacht und
Mor=
gengrauen neben einer Geſtorbenen ſitzt, die am Leben
zugrund gegangen iſt. Man grübelt da ſo vieles; und
Willst du dir rechte Gunst erweisen,
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Darmſtadt (14678a
Mühlſtr. 1, direkt neb. dem
Militär=
lazaret.
zahrrad (Adler) m. Freil. zu verk.
*2540) Waldſtr. 3, part.
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Lackierte Bettstellen
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Mk. 15.50, 19.50,
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Patent-Matratzen Mk. 13.50 16.− 17.50
Seegras-Matratzen Mk. 17.50 14.− 9.75
Woll-Matratzen . Mk. 27.− 24.− 22.50
Kapok-Matratzen . Mk. 58.− 48.− 39.50
Roßhaar-Matratzen Mk. 110.− 95.− 80.−
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Markt 11
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Im Fleischverkauf Kiesstraße 21.
Arrett!
Bei der Konkurrenzprüfung deutſcher
Einmach=
gefäße wurden Rex-Konservengläser
als die besten bewertet und bitten wir die
ver=
ehrten Hausfrauen, nur Rex-Gläser zum
Konſer=
vieren von Obſt, Gemüſen ꝛc. zu verwenden!
Da neuerdings hier minderwertige
Nach=
ahmungen der Rexgläſer und=Apparate angeboten
werden, ſo weiſen wir ausdrücklich darauf hin,
daß wir nur dann für die Echtheit unſerer
ge=
ſetzlich geſchützten Marke „Rex” eintreten, wenn
die Waren bei unſeren Niederlagen:
Wilhelm Castan, Kirchstr. 5,
Wilhelm Krätzinger, Ludwigstr. 11,
Ernst Olitzsch, Markt 3,
entnommen wurden.
(14823id
Rex-Konservenglas-Gesellschaft,
Bad-Homburg v. d. Höhe.
Underwood-Maschinen-Schreib-Büro
Vervielfältigungs-Anstalt
Zirkular-Druckerei — Schreib-Büro
Ernst-Ludwigstr. 9. Tel. 648. 14132a
Schreibſekretär, Nußb., ſowie
gr. Vogelhecke zu verk. (*2493
Landwehrſtr. 1, 2. St.
Gehrock=Anzug, gr. Fig. u. 1 kl.
Sportwagen, beides gut erhalt.,
zu verk. Stiftſtr. 83, II., r. (*2575
Ein gut
erhaltener Küchenſchrank
zu verk. Schießhausſtr. 16. (B14709
ehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a
beinah, als ob man an nem endlos langen Wandgemälde
entlang geht . . . .
Der erſte Abend, der dem Begräbnis folgte, war
grauſig — die Einſamkeit nach zweiundzwanzig Jahren!
Und da hab ich einen Schwur getan: — wenn meine
Giſela mal heiratet jeder Mann ſoll mir recht ſein,
bei dem ſie ihr Glück ſucht! Aber hat er auch nur das
Ge=
ringſte mit dem gottverdammten Rennſport zu tun, dann
jag ich ihn erbarmungslos vom Hof — und ginge es ſelbſt
mitten in die Verzweiflung hinein. Kommt er aber gar
und will ſie mit Gewalt oder ſüßen Redensarten
hinter=
rücks an ſich locken, ich lang’ den Drilling von der Wand
und mach ihn zu einem ſtillen Mann.
Einmal der Jammer war genug. Und ſo lang ich
noch ein Wort mitzureden hab, bewahr ich mein Mädel
vor dem Schickſal, das ihre Mutter gehabt hat und das
noch tauſendmal ſchlimmer iſt, wenns ſtatt der Schweſter
die Frau trifft.
Er ſah langſam hoch. Wie trübes Lächeln irrte es um
ſeinen Mund.
Sehen Sie, Baron, jetzt hab ich Ihnen weh tun
müſſen — gerade Ihnen, der Sie der Sohn meines alten
Freundes ſind. Aber da hilft alles nix — was
ge=
ſchworen iſt, bleibt geſchworen!
Und wenn Sie im ſtillen vielleicht auch hartleibiger
Mauleſel auf mich ſagen . . . begreifen werden Sie mich am
Ende doch!
Der kanmn vor öideren nechte ein mntübige
Bewegung.
Was aber ſoll jetzt werden. Herr Forſtmeiſter?
Da ſtand Elias Krottenheim auf, trat an ihn heran
und legte ihm die Hand auf die Schulter.
Sie ſollen nicht glauben, Baron, daß bei meiner
Ab=
lehnung irdenwie perſönliche Gründe mitſprechen.
Da=
von iſt keine Rede . Im Gegenteil — müßt ich für mein
Mädel einen Mann ausſuchen, würd ich vielleicht am erſten
auf Sie verfallen. Denn Sie ſind ein Menſch, der ſonſt in
allem und jedem nach meinem Geſchmack iſt.
Aber zum Donnerwetter laſſen Sie die verdammte
Rumjuchſerei auf den Rennplätzen ſein!!
Und wenn er vorher den Artilleriſten ſchon halb und
halb zu ſich herübergezogen hatte — in dieſer letzten
kur=
zen herriſchen Forderung lag ein Ton, der dem Jüngeren
das Blut ins Geſicht trieb.
Der alte unſelige Hochmut war wieder da. Günter
von Oſtheeren ſtraffte ſich zuſammen.
Ich bedaure, Herr Forſtmeiſter, in dieſer Form Ihren
Wünſchen nicht entſprechen zu können! Dem Stall, für
den ich gegenwärtig reite, bin ich noch bis zum Ablauf der
Saiſon verpflichtet. Und auch ich pflege ein einmal
ge=
gebenes Wort zu halten.
Schwül wetterleuchtete es über das vornehme Geſicht
des alten Forſtmannes. Er trat achſelzuckend zurück.
Wort gegen Wort, Herr Baron!
Giſela iſt kein Kind! . . fuhr der junge Offizier hoch.
Nein, aber ich bin ihr Vater! . . . die Stimme klang
ſchneidend ſcharf Im übrigen fahre ich morgen nach
Erlengrund zurück und werde meine Tochter mitnehmen.
Von Ihnen aber verlange ich das Ehrenwort, daß Sie in
keinem Falle — weder mündlich noch ſchriftlich, noch durch
Vermittlung — den Verſuch machen, ſich ihr zu nähern!
Herr Forſtmeiſter!!
Herr Baron Oſtheeren, Ihr Ehrewort — ſonſt hat=
Giſela darunter zu leiden!!
Da kam jählings eine hochfahrende Arroganz über
den Artilleriſten.
Meine Bewunderung für Ihre Diplomatie, Herr
Forſtmeiſter — Sie fanden die einzige Möglichkeit mich
zu zwingen. Ihr Fräulein Tochter wird alſo erſt am
Tage unſerer Verlobung wieder von mir hören!
Es liegt in Ihrem Ermeſſen, dieſen Termin zu
be=
ſtimmen!
Selbſtverſtändlich, Herr Forſtmeiſter! Und nun
ge=
ſtatten Sie, daß ich mich verabſchiede.
Der alte Herr wollte ſeinem Gaſt die Hand reichen
Aber als der ſich nur ſchweigend verbeugte, ſchoß eine
dunkle Röte des Unwillens über ſein Geſicht.
Adieu, Herr Baron!
Die Tür ſchnappte ins Schloß . . auf dem Flurläufer
verloren ſich klirrende Schritte.
Elias Krottenheim blieb mitten im Zimmer ſtehen.
Verdammt dickköppiger Bengel!
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
(14737a
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 8. bis 12. Juli 1913.
Die
Dauer der
Truppenteil Abſperrung Abſperrung Bemerkungen
Tag
Datum
erſtreckt ſich
von bis
40 N.
80 B
8. Juli 1 Dienstag
gange
10
10. Juli DonnerstagFeldartillerie 80 V.
t. 1 Abſperr=
12. Juli Samstag
8eV. 10 N. Gelände
Bekanntmachung.
Am 7., 8., 10. und 11. Juli 1913 von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der
Dunkelheit wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII.
Armee=
korps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich.
. Weſten: Dammweg=Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrr.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten Golizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909)
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(13973a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. B.: Dr. Michel.
Die bei Berechnung der Lieſerungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Juni 1913 für
Hafer 21.— Mk., für Heu 7.— Mk., für Stroh 5.— Mk. pro 100 Kilo betragen. (14840
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Fosterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(14807
ſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betr.: Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit in
hand=
werksmäßigen Betrieben.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt in Betrieben des Handwerks
Verſtöße gegen die Vorſchriften über die Sonntagsruhe feſtgeſtellt
und zur gerichtlichen Anzeige gebracht worden ſind, bringen wir die
für die in nachfolgender Tabelle bezeichneten Gewerbebetriebe
zuge=
laſſenen Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit erneut zur
Kenntnisnahme und Nachachtung.
Bezeichnung
Art der Betriebe
der zugelaſſenen Arbeitszeit Bedingungen
eeeren e ene enten hen eten
handwerksmäßi=6 nach Wahl des Arbeit= oder mehr in dem
gebers zu beſtimmenden Betriebe regelmäßig
gen Betrieb
Sonn= und Feſtagen bis beſchäftigt, ſo dürfen
12 Uhr mitags. Dieſe Be= jugendliche Arbeiter
fugnis findetaufdas Weih=1 (Perſonen unter 16
nachts=, Neujahrs=, Oſter= Jahren) zur Sonn=
Himmelfahrts= u. Pfingſt=zagsarbeit nicht
her=
feſt keine Anwendung. angezogen werden.
Wie zu 1
1 Für jugendliche
Ar=
tion und
Putz=
beiter verboten.
macherei
3. Schuhmacheret, 1 Wie zu 1.
Mie zu 1.
Wie zu 1
Wie zu 1.
4. Kürſchnerei,
5. Herſtellen von
Wie zu 1.
Wie zu 1
Strohhüten
6 ehemiſche
Wie zu 1
Für jugendliche Ar=
Wäſcherei und
beiter verboten.
Schönfärberei f.
Kleidungsſtücke
Wenn Arbeitgeber von dem Recht der Sonntagsarbeit nach
den obigen Vorſchriften Gebrauch machen wollen, müſſen ſie dies
vor dem Beginn der Beſchäftigung der Ortspolizeibehörde (Großh.
Polizeiamt) anzeitzen, ſowie innerhalb der Betriebsſtätte an geeigneter,
den Arbeitern zugänglicher Stelle eine Tafel aushängen, welche in
deutlicher Schrift die für die Beſchäftigung von Arbeitern an
Sonn=
tagen geltenden Vorſchriften enthält, wie ſie ſich nach dieſer
Bekannt=
machung (auf Grund der Bundesratsbekanntmachung vom 5. 2. 1895)
für ihre Betriebe ergeben. (Solche Tafeln ind in L. Kunzes Druckerei
dahier, Nieder=Ramſtädterſtraße 35, zum Preiſe von 30 Pfennig
er=
hältlich).
Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwider Arbeiter an
Sonn= und Feſttagen beſchäftigt, wird gemäß § 146a der R.=
Ge=
werbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 1000 Mark, im
Unver=
vermögensfalle mit Haft beſtraft.
(14749oi
Darmſtadt, den 3. Juli 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Nachdem in ketzter Zeit wiederholt Verſtöhe gegen die
geſeh=
liche Verpflichtung zur Anmeldung der Ausverkäufe feſtgeſtellt
worden ſind, bringen wir nachfolgend die maßgebenden Beſtimmungen
erneut zur Kenntnis der Beteiligten mit dem Anfügen, daß wir in
jedem Fall der Uebertretung Strafanzeige erheben werden.
Darmſtadt, den 2. Juli 1913
(14486fi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Betr. Ausführung des Reichsgeſetzes vom 7. Juni 1909 gegen
den unlauteren Wettbewerb.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Beſtimmungen des § 7 Abſatz 2 und des § 9
Abſatz 2 des Geſetzes vom 7. Juni 1909 gegen den unlauteren
Wett=
bewerb und des § 1 der Vollzugsbekanntmachung vom 2. September
1909 wird für den Kreis Darmſtadt nach Anhörung der Großh.
Handelskammer und Handwerkskammer Folgendes mit Wirkung
vom 1. Januar 1910 angeordnet:
I. Wer in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen,
die für einen größeren Kreis von Perſonen beſtimmt ſind, den
Ver=
kauf von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs wegen
Aufgabe des Geſchäfts oder wegen Aufgabe einer Warengattung oder
wegen Umbau oder Umzugs oder wegen eines elementaren
Ereig=
niſſes ankündigt, hat drei Tage vor der Ankündigung bei der Großh.
Handelskammer Darmſtadt Anzeige über den Grund des Ausverkaufs
und den Zeitpunkt ſeines Beginns zu erſtatten und ein Verzeichnis
der auszuverkaufenden Waren einzureichen.
Der Ankündigung eines Ausverkaufs im Sinne des Abſatzes 1
ſteht jede ſonſtige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren
wegen Bendigung des Geſchäftsbetriebs, Aufgabe einer einzelnen
Warengattung oder Räumung eines beſtimmten Warenvorrats aus
dem vorhandenen Beſtande betrifft.
Auf Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der
Ankündigung=
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, finden die vorſtehenden Anordnungen keine Anwendung.
II. Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, dürfen in einem Geſchäft innerhalb eines Kalenderfahres
im Ganzen nur zweimal, und zwar in der Dauer von je vier Wochen
abgehalten werden.
Der eine dieſer Ausverkäufe darf nur in die Zeit vom 2. Januar
bis 15. Februar, der andere nur in die Zeit vom 1, Juli bis 15. Auguſt
gelegt werden.
Darmſtadt den 27. Dezember 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Gongäſche Sehantententiche n Darnſcht.
Die Ergänzungswahl für die Gemeindevertretung ſoll in
unſerer Gemeinde am nächſten Freitag, den 11. Juli, im großen
Saale des Gemeindehauſes nachmittags von 5—7 Uhr ſtattfinden.
Zu wählen ſind 45 Gemeindevertreter, wovon 8 zugleich als
Mitglieder der Geſamtgemeindevertretung.
* Die Namen der diesmal ausſcheidenden und wieder wählbaren,
ſowie der zur Zeit in der Gemeindevertretung noch verbleibenden
Mitglieder ſind im Gemeindehauſe angeſchlagen.
Bezüglich der Erforderniſſe der Wählbarkeit wird auf die §§ 13
und 18 der Kirchenverfaſſung hingewieſen.
Die ſtimmberechtigten Mitglieder unſerer Gemeinde werden
eingeladen, ſich an der Wahl zu beteiligen und Männer von
be=
währtem kirchlichen Sinn und ehrbarem Lebenswandel zu wählen.
(14810
Darmſtadt, 7. Juli 1913.
Der Kirchenvorſtand der Johannesgemeinde.
Dingeldey, Pfarrer.
Bekanntmachung.
Während der vom 15. Juli bis 15. September ds. Js.
dauern=
den Gerichtsferien werden nur in den durch das Geſetz bezeichneten
Ferienſachen Termine abgehalten und Entſcheidungen erlaſſen. Die
Bearbeitung der ſämtlichen Angelegenheiten der freiwilligen
Ge=
richtsbarkeit (insbeſondere Vormundſchafts= und Nachlaßſachen)
unterbleibt, ſoweit das Bedürfnis einer Beſchleunigung darin nicht
vorhanden il.
Die für den Verkehr des Publikums mit dem Richter beſtimmten
Gerichtstage finden jeweils Dienstags ſtatt.
In Grundbuchſachen werden die Dienſtſtunden zur
Entgegen=
nahme mündlicher Anträge und Erklärungen auf folgende Tage
beſchränkt:
Dienstag, 29. Juli,
26. Auguſt,
„
9. September,
,
vormittags von 9—12 Uhr.
Da während der Feriendauer infolge Beurlaubungen jeweils
nur ein Teil des regelmäßigen Gerichtsperſonals anweſend ſein wird,
wird dem Publikum anempfohlen, die Beurkundung ſolcher
Rechts=
geſchäfte, die einen größeren Zeitaufwand erfordert, erſt nach den
Ferien zu beantragen, ſoweit nach der Natur des Geſchäfts eine Be=
(14821
ſchleunigung nicht geboten erſcheint.
Darmſtadt, den 28. Juni 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Vergebung vn Oberbauarbeiten.
Die Erd= und Gleisverlegungsarbeiten für den Ausbau der
Vorortbahn Darmſtadt-Eberſtadt ſind zu vergeben.
(14778oi
Angebote ſind bis zum 12. Juli anher einzureichen.
Arbeits=
bedingungen ſind Luiſenſtraße 22 erhältlich
Direktion
der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 9. Juli 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Partie Gerüſtſtangen, 1 Partie Dielen, 6 Stehleitern, 2
Baum=
leitern, 1 Kalkwagen. 2 Handkarren, 1 vierr. Wagen, 1 Partie
Seile u. Rohre, 2 Speißpfannen, 1 Partie Eimer u. Zuber,
1 Halle, 1 Bretterzaun uſw.
Zuſammenkunft Ecke Arheilgerſtraße und Rhönring.
Darmſtadt, den 7. Juli 1913.
(14818im
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mitttvoch, den 9. Juli 1913, vormittags 9 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „zur
Roſenhöhe” verſchiedene Möbel als:
Kleiderſchränke, Spiegelſchrank, Diwans, Sofas,
Schreib=
tiſche, Trumeauxſpiegel, Vertiko, Tiſche, Stühle, Seſſel,
1 Standuhr, Kommode, 1 Büfett, 1 Jalouſieſchrank, ferner
1 Eisſchrank, 1 Hackklotz, 1 Sekretär, Ladenregale,
Laden=
theken, eiſ. Behälter, 1 Petroleumofen, Schreibpulte,
Schreib=
maſchine 1 Warenſchrank, Herren=Anzüge, Bohrmaſchine,
Schraubſtöcke, Amboſſe, 1 Eiſenſcheere, 1 Kaſtenwagen, 1
Hand=
wagen, 1 Speißpfanne, Gerüſtdielen, Stehleitern u. 1 Landauer
(14836
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11, I.
4. Aufpol. v. Mob.
Spezialität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (977a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Wachsamer Hofhund
(*2568
billig abzugeben
Heinrichwingertsweg 3.
Bekanntmachung.
In unſerem
Genoſſenſchaftsre=
giſter wurde heute bei dem
Land=
wirtſchaftlichen Konſumverein, E.
G. m. u. H., in Arheilgen, folgen=
(14820
des eingetragen:
Georg Benz IX. und Peter
Benz V. ſind aus dem Vorſtand
ausgeſchieden. An Stelle des
erſteren iſt Georg Merlau in
Ar=
heilgen in den Vorſtand gewählt.
Georg Benz TlV. in Arheilgen
iſt vom Vorſtand und
Aufſichts=
rat bis zur nächſten
Generalver=
ſammlung mit Führung der
Ge=
ſchäfte des Rechners beauftragt.
Darmſtadt, 3. Juli 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
und
Stroh ales Hen
abzugeben.
Offert. unt. W 15 Exp. (*2564
Stachelbeeren billig zu verkauf.
Soderſtr. 17, 1. St. (*2560
Weg. Aufgabe des Ladens
mehrere hochfeine
Schlalzimmer
echt eich., ſowie pitch-pine-Küchen,
nur la Arbeit, koloſſal billig abzug.
Ferner groß. Schreibtiſch, Diwan,
Büfett, Vertiko, Chaiſelongue,
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Flurgard., Trumeauſpiegel,
Bett=
ſtellen, Matratz., Auszieht.,
Blumen=
möbel, verſchied. Bilder. (*2580
Fr. Holzer. Elisabethenstr. 46.
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Gr.g543) Mühlſtr. 16, 1. St.
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Pertiko, Kommode, Diwan,
Sofatiſch, Rauchtiſch, Polſterſeſſel,
Bilder, Kinderſtühlchen.
Karlſtraße 38, I.
*2604if)
Glaſerei Phil. Winter
Pankratiusstr. 48 — Karlstr. 58
Reparaturen billigſt!
Gegründet 1898. (*2571id
Währendder Reise
jeder Art in
auf=
werden V0gel merkſame Pflege
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Schießhausſtr. 69, part.
Deutsch. Schdlernund
Rüde, 4½ Mon. alt, ſch. gezeichnet,
ſehr wachſames, intelligent. Tier
in gute Hände wegen Platzmangel
(*2588im
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Saalbauſtraße 42, 1. St.
weg. Aufg. der Jaad
Verkaufe br. deutſche
Vorſteh=
hündin mit Stammb., 4 J., gedeckt
20. Juni, jagdl. tadell. Tauſcherebhf.
Stal. 1912. Ohlyſtr. 40, II. (B14803
Hanarienhähne u.=Weibch,
Brut=
u . Geſangskäfige billig abzug.
Lauteſchlägerſtr. 27.
2583)
Gühner, flein. Leger (1912) billig
abzug. Beſſungerſtr. 76. (B14832
Keine Arbeit mehr bei der Wäſche,
wie Einſeifen, Reiben und
Raſen=
bleiche, wenn die Hausfrau
EUE
zum Kochen der Wäſche nimmt.
Reinigt und bleicht die Wäſche ohne
Mühe und ohne ſie zu beſchädigen.
Giotil, nicht mit anderen modernen
Waſchmitteln zu verwechſeln, koſtet,
per ½ Paket nur 30Pfg.
Fabrikan=
ten Hanauer Seifenfabrik J. Gioth,
G. m. b. H. Niederlagen: C.
Stein=
häuſer, Mühlſtraße, Carl Dreſte,
Karlſtraße 81, Ph. Secker Nachfl.,
Beſſungerſtraße.
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Ein Posten elegante Damen-Knopf-Halbschuhe
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Ein grosser Posten schwarze Boxcalf- u. Chevr.-Herren-Stiefel
Grössen 40, 44, 45, 46 .
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Ein Posten braune und schwarze Herren-Stiefel
Grössen 40, 44, 45 . .
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Hinder-Stiefel und Halbschuhe sowie Einzeipaare
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Kongreſſe und Verbandstage.
39. Deutſcher Aerztetag.
III.
— Elberfeld 5. Juli. In der zweiten und
letz=
ten Sitzung des 39. Deutſchen Aerztetages wurde
zunächſt die Wiederwahl des Vorſtands vorgenommen,
worauf Dr. Beſſelmann (M.=Gladbach) über das „
Ver=
hältnis der Aerzte zu den
Berufsgenoſſen=
ſchaften” referierte. Er hob hervor, daß die
Berufs=
genoſſenſchaften für die Bedeutung des Arztes für die
Un=
fallverſicherung nur ſehr wenig Verſtändnis haben und
beſtrebt ſind, das Honorar der Aerzte nach Möglichkeit zu
drücken. Manche der Berufsgenoſſenſchaften ſcheuten
da=
bei auch vor direkten Geſetzesverletzungen nicht zurück und
ſprechen es offen aus, daß ein Arzt, der einem Verletzten
die volle Rente zubillige für ſie unbrauchbar ſei; das
be=
zeichnete der Referent als einen unerhörten Akt der Will=
Für, ebenſo wie es als Anmaßung zu bezeichnen ſei, wenn
die Berufsgenoſſenſchaften erklären, daß nur ſie die
Tüch=
tigkeit eines Arztes zu beurteilen vermöchten. In ſeinen
zu dem Thema vorgelegten Leitſätzen forderte der Referent
eine Regelung des Verhältniſſes zwiſchen Aerzten und
Berufsgenoſſenſchaften, ferner Anhörung des
behandeln=
den Arztes bei Begutachtung von Unfallverletzten; das
Honorar für ſolche Begutachtungen hat ſich nach den
ge=
ſetzlichen Gebührenſätzen zu richten. Jeder Unfallverletzte
hat das Recht der freien Arztwahl, ſoweit nicht geſetzliche
Hinderniſſe beſtehen. Ein, vorliegender Zuſatzantrag
Hameln forderte beſonders, daß alle praktiſchen Aerzte zu
jeder Art von Gutachtertätigkeit zugelaſſen werden. Die
Leitſätze des Referenten wurden dem Ausſchuß als
Ma=
terial überwieſen und der Antrag Hameln, ſowie ein
An=
trag Mugdan angenommen, der ſich mit dem Antkag
Ha=
meln deckt, desgleichen ein Antrag, der ganz allgemein die
Regelung des Verhältniſſes zwiſchen Aerzten und
Be=
rufsgenoſſenſchaften fordert.
Hierauf referierte Dr. Heſſe (Kiſſingen) über das
„Ausländerweſen in der Aerzteſchaft‟. Er
führte aus, daß namentlich hinſichtlich der ruſſiſchen Aerzte
Grund zu Mißtrauen gegeben ſei, weil man bei dieſen nie
wiſſen könne ob man es wirklich mit Aerzten zu tun
habe. Der Referent wies nachdrücklich darauf hin, daß
jnur der geſetzliche Schutz der ärztlichen Tätigkeit hier
Ab=
hilfe ſchaffen könne mit dem Schutz des Titels „Arzt”
allein ſei nicht gedient. Ein Antrag Kiſſingen wies
dar=
auf hin, daß durch die nicht in Deutſchland approbierten,
aber zur Praxis zugelaſſenen ausländiſchen Aerzte ſchwere
Schädigungen der einheimiſchen Aerzteſchaft herbeigeführt
werden, daß zahlreiche außerdeutſche Staaten von den ſich
dort niederlaſſenden deutſchen Aerzten die nochmalige
Ab=
legung einer Prüfung fordern; der Antrag verlangt, daß
den Angehörigen ſolcher Staaten die Ausübung der
ärzt=
lichen Tätigkeit innerhalb Deutſchlands nur nach einer
Prüfung geſtattet werden ſolle. Ein Antrag
Alexan=
der (Berlin) verlangte den Zuſatz, daß der
geſchäfts=
führende Ausſchuß beauftragt werden ſoll, bei den
zu=
ſtändigen Stellen dafür zu ſorgen, daß die erwähnten
Mißſtände beſeitigt werden. Ein Antrag Götz (
Leip=
zig) ſchlug vor, Ausländer der erwähnten Art kurzerhand
aus dem Reiche zu verweiſen. Ueber dieſe Anträge
ent=
wickelte ſich eine längere und lebhafte Diskuſſion.
Alexander (Berlin) wies zur Begründung ſeines Antrags
darauf hin, daß es ſich bei dem Antrag in der Modifikation
Götz um eine politiſche Angelegenheit handle, die von den
Aerzten nicht entſchieden werden könne; die Aerzteſchaft
ſolle vertrauensvoll die Wahrung ihrer Intereſſen den
da=
zu Berufenen überlaſſen. Götz (Leipzig) bezweifelte, ob
von der Geſetzgebung etwas zu erwarten ſei; am
zweck=
mäßigſten ſei es zweifellos, wenn man die Ausländer
ein=
fach durch Polizeimaßregeln als läſtig ausweiſen laſſe,
was in Preußen tagtäglich vorkomme. Landau (
Wand=
litz) gab zu bedenken, ob es nicht zweckmäßiger ſei,
Gegen=
ſeitigkeitsverträge mit den fremden Staaten
abzuſchlie=
ßen, wozu die Handelsverträge ja Gelegenheit bieten
wür=
den. In manchen Ländern beſtänden große wirtſchaftliche
Aerzteorganiſationen und die jedenfalls kommenden
in=
ternationalen wirtſchaftlichen Aerztekongreſſe werden das
Ausland mehr als alles andere von der Notwendigkeit und
Berechtigung der deutſchen Forderungen überzeugen. Der
Antrag Kiſſingen=Alexander wurde
an=
genommen, der Antrag Götz dem Ausſchuß als Ma=
Berial überwieſen. Damit war die Tagung beendet.
vor
die
kauf Sport, Spiel und Turnen.
Auf
37. Gauturnfeſt in Sprendlingen.
Der Feſtſonntag wurde um 5 Uhr morgens durch
das allgemeine Wecken eröffnet. Der ſchöne, friſche
Mor=
gen, der die Turner grüßte ließ auf einen herrlichen Tag
ſchließen, und was der Morgen verſprochen, hielt der
ganze Tag, ſeit langer Zeit ein ſchöner warmer
Sommer=
tag.
Pünktlich um 6 Uhr traten 57 Turner in der
Ober=
ſtufe und 354 Turner in der Unterſtufe zum Wettkampfe
an. Aus der am Schluß folgenden Siegesliſte iſt zu
er=
ſehen, daß teilweiſe ganz hervorragende Leiſtungen
er=
zielt wurden. Durch die ſachgemäße und planmäßige
Einteilung ſeitens des Turnausſchuſſes, die in jeder
Hin=
ſicht als muſtergültig bezeichnet werden kann, war es
möglich, daß die enorme Arbeit des Einzel=Wetturnens,
ſowie das Muſterriegenturnen von 14 Zöglingsriegen
gegen Mittag beendet war. Gegen 1 Uhr begann der
Aufmarſch zum Feſtzug, und auch hier war zu ſehen, was
durch verſtändige Leitung und Einteilung geleiſtet wer=
eie en
marſch des Feſtzuges beginnen und ohne jegliche
Stör=
ung zum Feſtplatz geleitet werden.
Um 2 Uhr nachmittags traten 40 Vereinsriegen an,
um ſich ihre Leiſtungen bewerten zu laſſen, ebenſo gegen
4 Uhr 7 Frauenabteilungen und 2 Männerriegen. Auch
die=
ſes Turnen am Nachmittag verlief glatt und ohne
Ver=
zug. Das Turnen der Frauenabteilungen als
Muſter=
riege wurde in dieſem Jahre zum erſten Male eingeführt
und können der Gau und die Vereine mit dem Erfolg
ge=
wiß zufrieden ſein. Anſchließend an das Vereinsturnen
wurden von allen Teilnehmern allgemeine Freiübungen
ausgeführt. Die zahlreich erſchienenen Zuſchauer,
haupt=
ſächlich am Nachmittag, lohnten beſondere Leiſtungen
durch reichen Beifall. Um ½7 Uhr fand die
Siegerver=
kündigung ſtatt, womit für viele auswärtige Turner das
Feſt ſeinen Schluß fand.
Folgende Preiſe kommen zur Verteilung:
Oberſtufe. 57 Teilnehmer, 56 Sieger. Heinrich
Diehl, Tbd. Nauheim (Ehrenſieg) 138 Punkte, Heinrich
Kunz, Tv. Arheilgen, 135 P., Philipp Schneider, Taſ.
Darmſtadt, 128 P., Wilhelm Dautenheimer, Turn= und
Militärverein Büttelborn, 114 P. (frühere erſte Sieger).
1. Walter Hermany, Tgd. Darmſtadt, 136 P., 2. Georg
Bernhard, Taſ. Darmſtadt, 128 P., 3. Karl Lanz, Tv.
Rüſſelsheim, 127 P., 4. Karl Schubkegel, Tgd. Darmſtadt,
Julius Schell, Tgſ. Griesheim, je 125 P 5. Wilhelm
Heil, Tad. Sprendlingen, Oskar Jaenſch, Tad. Neu=
Iſen=
burg, Adolf Müller, Tgſ. Griesheim, je 124 P., 6. Georg
Dornbach, Tv. Seeheim, 122 P., 7. Jakob Heiſter, Taſ.
Walldof, 120 P., 8. Leonhard Hottum, Tv. Rüſſelsheim,
120 P. Walter Schönwaldt, Tv. Rüſſelsheim, 119 P.,
10. Johann Heck, Tgd. Egelsbach, 119 P.
Nach Darmſtadt fielen folgende Preiſe:
Darm=
ſtädter Turnerſchaft. 1. Walter Hermany, Tgd. Darmſtadt,
136 P., 2. Georg Bernhardt, Taſ. Darmſtadt, 128 P 4.
Karl Schubkegel, Tgd. Darmſtadt, 125 P., 11. Albert
Rüdiger, Tgd. Darmſtadt, 118 P., 17. Karl Reith, Tgſ.
Darmſtadt, 114 P., 19. Georg Hofmann, Tgd. Beſſungen,
113 P 23. Adam Kinimann, Tgſ. Darmſtadt, 111 P.,
24. Herm. Zimmermann, Tad. Darmſtadt, 110. P., 25.
Lud=
wig Lied, Tgd. Darmſtadt, 110 P., 27. Friedr. Huthmann,
Taſ. Darmſtadt. 108 P., 30. Fritz Hedtler, Tad. Darmſtadt
und Wilhelm Freidel, Tgſ. Darmſtadt, 105 P., 33. Rud.
Neumann, Tgd. Darmſtadt, 102 P., 34. Ludwig Schwarz,
Taſ. Darmſtadt, 101 P., 38. Chr. Wailand, Taſ.
Darm=
ſtadt, 95 P., 39. Franz Hedtler, Tad. Darmſtadt, 93 P.
Unterſtufe. 354 Teilnehmer, 270 Sieger. 1.
Lud=
wig Zwilling, Tgſ. Walldorf, 138 P 2. Chr. Simon I.
Tad. Nieder=Rodau, 135 P., 3. Martin Meffedt, Taſ.
Walldorf, 135 P., 4. H. Afholderbach, Tv. Ober=Ramſtadt,
130 P. 5. Wilhelm Spieß, Tv. Nieder=Ramſtadt, 129 P.
6. Wilh. Traband, Tv. Walldorf, 128 P., 7. Joh.
Schaff=
ner, Tv. Goddelau, 128 P., 8. Phil. Aſtheimer, Taſ.
Eriesheim, 127 P. Hch. Moter, Tv. Ober=Ramſtadt, 127
Punkte, 9. Ad Keller, Tgd. Nieder=Roden, 127 P., 10.
Jean Heiſter, Taſ. Walldorf, Chriſtian Simon II., Tgd.
Nieder=Roden, je 127 P.
Nach Darmſtadt fielen folgende Preiſe:
Darm=
ſtädter Turnerſchaft. 11. Herm. Knauth, Tv. Darmſtadt,
126 P., 13. Heinr. Langendorf, Tv. Darmſtadt, 125 P.,
15. Otto Charius, Tgd. Darmſtadt, 124 P., 19. Georg
Kunz, Taſ. Darmſtadt, 122 P., 23. Heinr. Mohr Tad.
Beſſungen, 121 P., 37. Georg Erb Taſ. Darmſtadt, 114
Punkte, 40. Georg Schäfer I., Tgd. Darmſtadt, 113 P., 46.
Adam Riffel, Tv. Darmſtadt, 111 P., 52. Gg. Schäfer II.,
Tad. Darmſtadt, 109 P n2 Heinr. Schroth, Tgd.
Beſ=
ſungen, 109 P 54. Willy Seip, Tad. Darmſtadt, 108½
Punkte 55. Fritz Engel, Tgd. Darmſtadt, 108 P., 56.
Heinr Petry, Tv. Darmſtadt, 107½ P. 59. Phil. Mathes,
Taſ. Darmſtadt, 107 P 63. Ernſt Bingel, Tgd.
Darm=
ſtadt, 105 P., 71. Wilhelm Pitzer, Tv. Darmſtadt, 102½
Punkte, 72. Jakob Schmidt. Tv. Darmſtädt, 102½ P., 73.
Ludwig Demmel, Tgd. Beſſungen, 102½ P., 77. Konrad
Rühl, Tv. Darmſtadt, 101 P., 80. Konrad Ernſt, Tad.
Darmſtadt, 100 P.. 93. Georg Weber, Tad. Beſſungen,
93 P., 95. Julius Ealy, Taſ. Darmſtadt, 97 P., 103.
Wil=
helm Daum. Tgd. Darmſtadt, 95 P., 110. Karl Ruths
Tad. Darmſtadt, 92½ P., 112. Friedrich Breuer, Tad.
Darmſtadt, 92½ P 115. Geora Ruths, Tgd. Darmſtadt,
9½½ P. 117. Heinr. Schäfer, Tgd. Darmſtadt, 91½ P.,
122. Phil. Becker, Tad. Beſſungen, 90 P.
Vereins=Riegen=Turnen. Einen erſten Rang: Tad.
Darmſtadt, 34 P., Taſ. Darmſtadt, 33 P., Tad. Beſſungen,
31 P., Tv. Darmſtadt, 30 P.
Zöglings=Riegen: 6. Tgd. Beſſungen (2 Pferde)
32 P., 8. Tad. Darmſtadt (Stabübungen) 31 P., 3.
Werk=
ſtättenamt II, Turnabteilung (2 Pferde mit Federbrett)
32 Punkte.
Turnerinnen=Riege. 1. Taſ Darmſtadt (2 Barren)
23 P., 3. Tad Beſſungen (Stabübungen) 22 P., 4. Tad.
Darmſtadt (Pferd) 22 P.
Männer=Riege. Tad. Beſſungen, 22 P. — Fecht=Riege.
Tgd. Darmſtadt, 30 P. — Die Turngemeinde
Sprendlin=
gen kann mit Beruhigung ſagen, daß ſie den
Verſprechun=
gen, die ſie dem Gau und den Vereinen bezüglich des
Feſtes gegeben hat, voll und ganz gerecht geworden iſt.
Bei der Preisverteilung ſprach der Gauvertreter Lehrer
Roth im Namen des Gaues und aller Feſtteilnehmer der
Turngemeinde Sprendlingen, der Gemeinde Sprendlingen
und allen freundlichen Gaſtgebern ganz beſonderen Dank
K.
aus.
sr. Pferde=Rennen zu Grunewald., Hamilkar=
Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt
Bär=
feldes Armgard (O. Müller), 2. Eigenlob (Liſter), 3. Siler
(For). Tot. 66:10, Pl. 27, 31, 26:10. Unpl.: Joffra (4),
Indianer II, Tanagra, Kientopp. Leicht 2 Lg.-Hals—3 Lg.
Stadtbahn=Handikap; 6200 Mark Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn. O. Kampfhenkels Reichspoſt (Gagelmann),
2. Pakt (Shurgold), 3. Lysnader (Lysnader). Tot. 132310,
Pl. 43, 48, 265:10. Unpl.: Vogelfrei (4), Ria, Julius
Cä=
ſar, Kaſſal, Wunderhold, Importe, Mut, Querulo,
Kon=
dor, King Baſalt, Dekameron, Königsleutnant.
Ueber=
legen 2½ Lg.-Hals-Kopf. — Adonis=Rennen; 10000
Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. — Herrn R. Haniels Tampa
(Cleminſon), 1. — Herrn A v. Kaullas L’Amour (
Shur=
gold), 3. Major Fife (Davies). Tot. 28310, Pl. 2110
(Tampa), Tot. 58:10, Pl 25110 (LAmour), Pl. 19.10
(Major Fife). Unpl.: Reſeda (4), Iſolde (kam als Erſte
ein, wurde aber wegen Behindernis disqualifiziert),
Hebron, Induſtrie, Juwel, Rex II. Scharfer Kampf, Hals
bis totes Rennen-½ Lg. — Preis von Remlin: 5000
Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt Bärfeldes Alabaſter
(O. Müller), 2. Froh (Liſter), 3. Nicolo (Fox). Tot. 131:10,
Pl. 40, 87, 28:10. Unpl.: Ladybird (4), Mormone, Pan=
Senteur, Raßehur, Alſe 1I., Pracht, Odalste
Quagga, Freund Fritz. Sehr leicht 1½—2
1½ L
Aſſeburg=Memorial; 13 000 Mark, Diſtanz 1800 Meter:
1. — Herrn R. Haniels Calvados (Archibald), 1.— Dr.
Thomſens Reichsanwalt (Slade) 3. Kröſus (Shatwell).
Tot. 20 (Calvados), 33:10. (Reichsanwalt), Pl. 19, 22,
40:10. Unpl.: Mansfeld (4) Eau de Cologne, Nabob,
Gernot, Ovation, Saint Cloud, Oetupus, Pacific,
Felſen=
kirſche Tot. Rennen. 3—1 Lg. — Preis vom Waldhaus;
5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn W. Welps und
W. Brauns Pulver (Shurgold), 2. Goldamſel (Kaſper),
3. Hatena (Fox). Tot. 50110, Pl. 18, 31, 16:10. Unpl.:
Heu=
ſchrecke (4), Hexe, Schlagwerk, Parbleu, Miriam,
Sma=
ragd, Fagott. Leicht 2½—Hals-/ Lg. — Preis von
Charlottenthal; 6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn
A. von Schmieders Pfirſich II (O. Müller), 2. Monolog
(Davies), 3. Planet (H. Teichmann). Tot. 53310, Pl. 19,
19, 22110. Unpl.; Sternum, Block, Ocena, Sankt
Theo=
bald, Ahnenſtolz, Flitter. Sehr leicht 1½—/ Lg.
Bremen, 5. Juli. Verſuchs=Hürden=Rennen;
2500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt. F. von Zobeltitz’
Loreley (H. Brown), 2. Oſſer (Buria). Tot. 10:10. Zwei
liefen. Kanter, 4 Lg. — Eröffnungs=Jagd=Rennen;
Ehrenpreis und 1600 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt.
Hallſtröms M. P. (Beſ.), 2. Snowdons Knight (Lt. von
Keller) 3. Runbir (Herr G. Freeſe). Tot. 62:10, Pk. 19,
16, 26:10. Unpl.: Over the Matter (4), Little Mite,
Dia=
pree (gef.), Miſſile, Pyramide, Cordeva, Erzherzogin.
Leicht 1—1½ Lg. — Verkaufs=Jagd=Rennen; 2800 Mark.
Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn H. Haspergs Brarfield (
Ger=
ber), 2. Dalmigavie (Dyhr), 3. Galley (Burian). Tot.
38.10, Pl. 24, 28:10. Unpl.: Faur Pas II, Coolah (4),
Le Rigodon. 2—10 Lg. — Weſer=Flach=Rennen;
Ehren=
preis und 2500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn K.
Adolfs Earl (2t. Demnig) 2. Zale (Dr. Rieſe), 3. Old
Port (v. Sydow). Tot. 22110. Drei liefen. Sicher 1—5 Lg.
Hanſa=Jagd=Rennen: 4200 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Herrn R. Then=Berghs Iriſh Lad (Dyhr), 2.
High=
bridge (Scholz), 3. Hamilton (Lyons). Tot. 24:10. Drei
liefen. Leicht 1—2 Lg. — Preis der Vahr, Ehrenpreis
und 3000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn Rieges
Talmont (Herr Purgold), 2. Prognoſe (Lt. Demnig),
3. Erato (Lt. von Moßner). Tot. 28110, Pl. 13, 13, 13110.
Unpl.: Böske (4), Roſary II, Merry Go, Paſſe partout
(angeh.). Kampf, Hals—1 Lg.
sr. Rudern. Mainz im Entſcheidungslauf
des Stewards=Cup ausgeſchieden. Die
Ex=
pedition des Mainzer Rudervereins zur Henley=Regatta
hat leider mit einem Mißton geendet. Nachdem die
be=
rühmte ſüddeutſche Vierer=Mannſchaft den Vorlauf zum
Stewards=Cup gegen den Toronto Rowing=Klub (
Ka=
nada) leicht und den Zwiſchenlauf gegen die vorzügliche
Mannſchaft des Leander Rowing=Klubs ebenfalls
über=
legen gewonnen hatte, trafen die Mainzer am Samstag
im Endlauf mit New College=Orford zuſammen. Der
Mainzer Vierer ſicherte ſich vom Start ab einen knappen
Vorſprung, hatte aber das Pech, bei 800 Meter mit ſeinem
Gegner zu kollidieren. Es mußte auf der Strecke neu
geſtartet werden, doch wurden die Mainzer, denen man
die Schuld an der Kolliſion zuſprach, von der
Weiter=
fahrt ausgeſchloſſen und New College ging
dem=
nach allein als Sieger durchs Ziel.
rs. Fußball. Wien ſchlägt München im Fuß=,
ball=Städtekampf. 311. Der Fußballſtädtekampf
der repräſentativen Mannſchaften von Wien und München
gelangte am Sonntag bei regneriſchem Wetter in Wien
im Beiſein vös etwa 7000 Zuſchauern zum erſtenmal zum
Austrag. Die Münchener Mannſchaft liefert ein ſehr gutes
Spiel. Hervorragend ſpielten die Verteidigung und der
Torwächter, dagegen zeigte der Angriff ſchwächere
Leiſtun=
gen. Das erſte Tor ſchoß der Münchener Mittelſtürmer
Fürſt in der 23. Minute, doch gelang Wien ebenfalls durch
den Mittelſtürmer Kuthan kurz vor der Pauſe der
Aus=
gleich. Auch in der zweiten Spielhälfte war der Kampf
faſt gleichmäßig verteilt. Durch zwei ſchöne Tore von
Hag und Blaha entſchied die Wiener Mannſchaft das
Spiel mit 311 zu ihren Gunſten.
E. Franz gewinnt die Radfernfahrt
Rund um die Gletſcher. Das berühmte
Straßen=
rennen Rund um die Gletſcher gelangte am Sonntag zum
vierten Male auf der 351 Kilometer langen Strecke zum
Austrag. Dieſe führte von Innsbruck über Landeck.
Nau=
ders, Mals, Meran, Botzen, Brixen über den Brenner
durch die ſchönſten Gegenden Tirols nach Innsbruck zurück.
Um Mitternacht zum Sonntag ſtarteten 33 Herrenfahrer,
denen eine halbe Stunde ſpäter 15 Berufsfahrer folgten.
Das Wetter war kühl, die Straßen befanden ſich in
mit=
telmäßiger Verfaſſung. Von Briren ab über den Brenner
wurden ſie wegen ſtarken Regens ſehr ſchlecht. In
Mal=
ſerheide ſtürzten J. Schrödl (Augsburg), K. Mutz (
Mün=
chen) und F. Schmid (Augsburg) wobei letzterer ſchwere
Verletzungen erlitt und in das Krankenhaus nach Mals
gebracht werden mußte. Als Erſter erreichte mittags 2 Uhr
15 Min, der Unterjäger F. Gregl Militärfahrer aus
Cor=
mons, das Ziel und ſiegte ſomit in der Herrenfahrerklaſſe
mit 14 Std. 15 Min. Fahrzeit. Die nächſten Plätze
be=
ſetzten F. Kaulferſch=Rovigno mit 15 Std. 19 Min. 17 Sek.,
alſo mit mehr als einſtündigem Abſtand vor dem
Mün=
chener K. Mutz mit 15 Std. 22 Min. 20 Sek. In der
Be=
rufsfahrerklaſſe blieben der Böhme E. Franz und
Aber=
ger=Berlin bis zum Schluß beiſammen, doch erfocht Franz
zuletzt einen leichten Sieg mit 14 Std. 9 Min. 5 Sek. vor
Aberger=Berlin mit 14 Std. 9 Min. 6 Sek Dann kam
Suter=Zürich mit 14:32:18 vor Hübner=Dresden mit
14:46:19.
* Darmſtädker Fußballverein. Am
Sonn=
tag gelang es dem D. F.=V. unter ſehr ſtarker Konkurrenz
bei dem Sportfeſt des Sportklubs „Haſſia 1905‟=Rüſſels?
heim folgende Preiſe nach Darmſtadt zu bringen: Im
7 Kilometer=Dauerlauf den 5. Preis, im 100 und 200
Meter=Laufen je einen 2. Preis, im 400 Meter=Laufen
einen 3. Preis, im Dreikampf einen 2. und 5. Preis.
* Homburger Goldpolal. Am Sonntag, den 20. Juli
ds. Js., kommt der klaſſiſche Wettmarſch um den „
Hom=
burger Goldpokal” unter Aufſicht des Deutſchen Athletik=
Bundes zum zweiten Male zum Austrag. Die Strecke
beträgt diesmal nur 50 Kilometer und führt von Bad
Homburg nach Bad Nauheim und zurück. Außer dem
Goldpokal kommen noch viele weitere wertvolle Preiſe an
die Sieger zu Verteilung; ferner erhält jeder
Nichtpla=
zierte, welcher innerhalb 6 Stunden das Ziel erreicht. eine
Erinnerungsmedaille.
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