Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annonen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das wichtigſte vom Tage.
Die Kaiſerin iſt am Samstag zu längerem
Kurauf=
enthalt in Bad Homburg eingetroffen.
Das Armeeverordnungsblatt veröffentlicht
Neufor=
mationen am 1. Oktober 1913 und
Formations=
änderungen anläßlich des Nachtragsetats 1913.
Auf dem Flugplatz Johannisthal fand ein
Zu=
ſammenſtoß der beiden Flieger Helſcher und Friedel
inder Luft ſtatt, bei dem erſterer verunglückt iſt.
Das italieniſche Königspaar iſt am
Sams=
tag abend 7½ Uhr in Stockholm eingetroffen.
In der franzöſiſchen Kammer erklärte der
Finanzminiſter, daß die Koſten für die neuen
Militärausgaben den wohlhabenderen Kreiſen
auferlegt würden und ein dementſprechender
Geſetzent=
wurf eingebracht werden würde.
Eine Botſchaft des Königs der Griechen
for=
dert das Volk zum Kampfe gegen Bulgarien
auf.
DDer Ausſtand in Südafrika iſt nach
erfolg=
reichen Verhandlungen mit den Führern der
Ausſtän=
digen für beendet erklärt worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Rumänien und Bulgarien.
*⁎* Durch die Mobilmachung hat Rumänien
ſeiner ſchon vor Wochen abgegebenen Erklärung, bei
einem neuen Kriege auf der Balkanhalbinſel
nicht ruhig zuſehen zu wollen, die Tat folgen laſſen. Noch
herrſcht keine volle Klarheit über die rumäniſchen
Abſich=
ten, aber dieſe dürften mindeſtens darauf hinausgehen,
Bulgarien in Schach zu halten. Ob es dabei bleibt, daß
Rumänien nur den an die Dobrudſcha grenzenden Teil
Bulgariens bis zur Linie Tartukaj-Baltſchik beſetzt
und ſich dann zunächſt abwartend verhält, muß erſt die
=Erfahrung lehren. Bei der in Bukareſt herrſchenden
Kriegsbereitſchaft iſt dieſe Haltung ziemlich
unwahr=
ſcheinlich.
Rumänien iſt ſeit dreieinhalb Jahrzehnten auf der
Balkanhalbinſel der ruhende Pol in der Erſcheinungen
Flucht, es hat ſich mit Erfolg beſtrebt, kulturell und
wirtſchaftlich vorwärts zu kommen, und dank einer ſtetigen,
beſonnenen äußeren Politik erfreut es ſich bei den
Mäch=
ten großen Anſehens. Aus eigener Kraft konnte es
manche Kriſe überwunden, das Gleichgewicht im
Staats=
haushalte dauernd ſichern und ſeinen Kredit heben. Von
der unfruchtbaren politiſchen Weltanſchauung des Orients,
welche dem ewigen Stillſtande dient, haben ſich die zu
einem Nationalſtaate geeinigten Bewohner der Moldau
und Walachei längſt losgeriſſen und ſie ſind auf dem beſten
Wege, mit der Kulturwelt zu verwachſen. Im Laufe der
Zeit entſtanden wohl ab und zu kleine Konflikte mit den
Nachbarn, aber ſie wurden immer friedlich geſchlichtet.
Bulgarien hat bekanntlich Urſache, Rumänien beſonders
dankbar zu ſein, denn die rumäniſchen Regimenter
führ=
ten auf den Schlachtfeldern von Grivitza und Plewna
durch ihr Eingreifen einen Wendepunkt des ganzen
Feld=
zugs herbei, der auch der Befreiung Bulgackens vom
Türkenjoche zugute kam. Rumäniens Anteil an jenem
Kriege, welchem Bulgarien ſeine ſtaatliche Selbſtändigkeit
verdankt, war ſehr erheblich, und zuerſt waren denn auch
die Beziehungen zwiſchen beiden Ländern die beſten.
Fürſt Alexander war wiederholt zu Beſuch am Bukareſter
Hofe, ebenſo ſein Nachfolger Ferdinand. Aber dann
ver=
urſachten die mazedoniſchen Wirren, welche auch nach
Ru=
mänien hinübergriffem, eine Entfremdung, überhaupt
kühlte ſich die Freundſchaft bei der unmittelbaren
Nachbar=
ſchaft an der langen Donauſtrecke und der Dobrudſchagrenze
infolge von allerhand Wechſelfällen, die ihren Urſprung
in der ſehr unruhigen Entwickelung Bulgariens hatten,
mehr und mehr ab. Etwas wärmer wurde das
Verhält=
nis erſt wieder 1902, als König Carol mit dem Fürſten
Ferdinand am Jubiläum des Sieges von Plewna
teil=
nahm, jedoch blieben auch ſpäter nationale Reibereien
nicht aus.
In Bukareſt verfolgt man ſchon lange mit einem
ge=
wiſſen Mißtrauen die bulgariſchen Großmachtsbeſtrebungen.
Der an Bulgarien nach deſſen Erfolge im Kriege mit der
Türkei geſtellten rumäniſchen Kompenſationsfonderung
leiſtete man in Sofia energiſchen Widerſtand, und es kam
für Rumänien nicht viel dabei heraus. Daß dieſes ſich
mit dem Siliſtria=Abkommen begnügte, überraſchte
allge=
mein,haher es hat wohl den Gang der Ereigniſſe
voraus=
geſehen und gewußt, daß ſeine Zeit noch kommen würde.
Rumänien hat ein ganz erhebliches Intereſſe daran, daß
die bulgariſchen Bäume nicht in den Himmel wachſen und
das Reich König Ferdinands nicht in die Lage kommt,
eine Art Suprematie am Balkan auszuüben, wodurch das
Gleichgewicht im Südoſten Europas geſtört würde. In
Bukareſt iſt man deshalb entſchloſſen, zu verhindern, daß
Bulgarien eine etwaige Ueberlegenheit über ſeine
bishe=
rigen Verbündeten ausnutzt, worin eine ſtete Gefahr für
den Frieden liegen würde. Daß die Haltung Rumäniens
den bulgariſchen Gegnern eine bedeutende Rückenſtärkung
bietet, iſt klar. Unverſtändlich ſind die öſterreich=
feind=
lichen Demonſtrationen in Bukareſt, welche mit den guten
Beziehungen zwiſchen den beiden Höfen und zwiſchen den
beiden Staaten nicht im Einklange ſtehen.
Die Wiener Politiſche Korreſpondenz
veröffent=
licht einen Artikel, in welchem gegenüber der in dem
rumä=
niſchen Publikum gegen die Politik Oeſterreich=
Ungarns erhobene Anſchuldigung feſtgeſtellt wird, daß
die öſterreichiſch=ungariſche Politik den
bulgariſch=
rumäniſchen Beziehungen von Anfang der Kriſe
an das größte Intereſſe entgegenbrachte und ſich ſchon
an=
läßlich der letzten Tagung der Delegationen mkt voller
Ent=
ſchiedenheit für die Erfüllung berechtigter rumäniſcher
Wün=
ſche ausſprach, wofür Oeſterreich=Ungarn, unterſtützt von
ſei=
nen Bundesgenoſſen, bekanntermaßen eindringlich durch
die Empfehlung der über die Abtretung Siliſtrias
hinaus=
gehenden Befriedigung der territorialen Wünſche
Rumä=
niens in Petersburg eintrat. Es ſei aber ebenſo bekannt,
daß ſich die Tripel=Entente gegenüber dieſen Beſtrebungen
kategoriſch ablehnend verhielt, auch dann, als Oeſterreich=
Ungarn, noch immer von dem Geſichtspunkt geleitet, eine
dauernde Trübung dee rumäniſch=bulgariſchen
Verhält=
niſſe hintanzuhalten, die Modalität einer Löſung
vor=
ſchlug, die geeignet geweſen wäre, durch Kompenſationen
mit den von ihnen zu bringenden Opfern zu verſöhnen.
Als ſich nach Abſchluß des Präliminarfriedens die
Be=
ziehungen zwiſchen den Balkanſtaaten verſchlechterten,
richtete Oeſterreich=Ungarn, in konſequentem Feſthalten an
den oben dargelegten Standpunkt, ſeine Bemühungen
da=
hin, auf die rumäniſch=bulgariſchen Beziehungen in der
Weiſe Einfluß zu nehmen, daß Rumänien ohne
Schädi=
gung ſeiner Intereſſen der Notwendigkeit enthoben wäre,
an einem etwaigen Balkankonflikte teilzunehmen. Dieſe
ſeit langer Zeit geführte Aktion der Monarchie iſt auch
derzeit noch im Gange und es könne mit Befriedigung
konſtatiert werden, daß ſowohl Rumänien, als auch
Bul=
garien die Geneigtheit bekundeten, hierbei die
freund=
ſchaftlichen Dienſte Oeſterreich=Ungarns in Anſpruch zu
nehmen. Es liegt vor der Hand umſoweniger Grund vor,
die Hoffnung auf das Gelingen der auf einen Ausgleich
abzielenden Beſtrebungen aufzugeben, als das künftige
Reſultat zweifellos im Intereſſe beider Länder gelegen
ſein müſſe.
Neue Geſchütze für unſere
Großkampfſchiffe.
* Die Poſt ſchreibt: Nachdem die
Marinever=
waltung bisher ihre Abſichten in bezug auf die
Ar=
mierung und Panzerung unſerer neueſten Großkampfſchiffe
noch ſtreng geheim gehalten hatte, werden jetzt wichtige
Einzelheiten darüber bekannt, die zweifellos im Inland
und Ausland Aufſehen erregen werden. Bis zu dem im
Jahre 1912 bewilligten Linienſchiff „Erſatz Brandenburg”
einſchließlich iſt Deutſchland bei dem 30,5=Zentimeter=
Geſchütz ſtehen geblieben, obſchon England ſchon
im Jahre 1909 zu einem Kaliber von 34,3 Zentimetern
übergegangen war und auch die meiſten anderen großen
Marinen ſeitdem eine Kaliberſteigerung der ſchweren
Schiffsartillerie vorgenommen haben, ſo daß z. B. die
neueſten franzöſiſchen Schiffe 34=Zentimeter=, die
ameri=
kaniſchen, ruſſiſchen und japaniſchen Schiffe 35,6=
Zenti=
meter=Geſchütze erhalten. Das deutſche 30,5=Zentimeter=
Geſchütz war bisher den ſchwern Kalibern fremder
Na=
tionen an Durchſchlagskraft ebenbürtig, dabei aber
weſentlich leichter und im Gewicht ſchneller zu
bedienen.
Angeſichts der andauernden Bewegung zugunſten noch
ſchwerer Geſchütze hat ſich die deutſche Marineverwaltung
jetzt zur Einführung des 38=Zentimeter=
Ge=
ſchützes entſchloſſen, womit ſie dem 1912 von England
und neuerdings von Italien gegebenen Beiſpiel folgt. Die
für 1913 bewilligten Linienſchiffe „Erſatz Wörth” und „T‟
erhalten dementſprechend eine Armierung von acht 38=
Zen=
timeter=Geſchützen; die Erhöhung des Kalibers hat alſo
eine Verminderung der Zahl der ſchweren Geſchütze von
zehn auf acht zur Folge; gleichzeitig wird die
Mittel=
artillerie von vierzehn auf ſechzehn 15=Zentimeter=S.=K.
verſtärkt. In der Geſchützaufſtellung tritt inſofern
eine Neuerung ein, als alle ſchweren Geſchütztürme
mitt=
ſchiffs ſtehen werden; dies gilt auch ſchon für die fünf
50,5=Zentimeter=Türme der „König”=Klaſſe, während auf
den Schiffen der „Kaiſer”=Klaſſe noch zwei Türme ſeitlich
herausgerückt ſind.
Auch bei den Panzerkreuzern tritt eine
Ver=
ſtärkung der Armierung ein, „von der Tann” hat nur
acht 28=Zentimeter=, „Moltke” „Goeben” und „Seydlitz”
haben zehn 28=Zentimeter=Geſchütze; die neueren
Panzer=
kreuzer von „Derfflinger” (1911) ab werden acht 30,5=
Zentimeter=Geſchütze erhalten.
Beſonderes Intereſſe beanſprucht auch der
Panzer=
ſchutz unſerer Linienſchiffe. Die größte Stärke
des Gürtels der „Naſſau”= und der „Oſtfriesland”=Klaſſe
beträgt 300 Millimeter, der „Kaiſer”=Klaſſe 350
Milli=
meter. Wenn man auch nach den zahlreichen
Spionage=
prozeſſen der letzten Jahre kaum daran zweifeln kann,
daß dieſe Daten an den maßgebenden Stellen des
Aus=
landes bekannt geworden ſind, ſo hat ſich doch die fremde
Fachpreſſe vielfach in der Behauptung gefallen, die
deut=
ſchen Großkampfſchiffe ſeien ungenügend geſchützt.
Eng=
liſche Flottenhandbücher geben z. B. für „Naſſau” nur 247
Millimeter, für „Oſtfriesland” und „Kaiſer” nur 279
Millimeter an. Die obigen Zahlen beweiſen, daß die
deutſchen Schiffe auch in dieſer Beziehung nicht nur
durchaus auf der Höhe ſtehen, ſondern ſogar den
gleich=
altrigen fremden Schiffen überlegen ſind. Die engliſchen
Schiffe der „St.=Vinzent”=Klaſſe z. B. haben nur einen
254 Millimetek ſtarken Gürtel, und erſt die engliſche
„Queen Elizabeth” (1912) mit 343 Millimetern und das
amerikaniſche 32 000=Tonnen=Schiff „Pennſylvania” (1912)
mit 356 Millimetern kommen unſerer „Kaiſer”=Klaſſe
(1909) ungefähr gleich
Deuiſches Reich,
— Der Bundesrat hat am Donnerstag ſeine letzte
Sitzung vor den Sommerferien abgehalten, erſt im Herbſt
tritt er wieder zuſammen. Bis dahin ſind demnach auch
die Entſcheidungen über die Aenderung des
Militärſtraf=
geſetzbuches, die braunſchweigiſche Thronfolge, die
Jeſui=
tenfrage und den Antrag der elſaß=lothringiſchen
Regie=
rung wegen der Ausnahmegeſetze vertagt worden.
— Reichstagsnachwahlen. Unter
Hinzurech=
nung des bisher noch ausſtehenden Wahlergebniſſes aus
einer Gemeinde ergibt ſich folgendes Stimmenverhältnis
bei der Reichstagserſatzwahl in Zauch=Belzig=Jüterbog:
von Oertzen (Reichspt.) 11152 (1912: 11044), Hormann
(freiſ.) 7987 (9226), Ewald (Soz.) 13589 (13367),
Erz=
berger (Ztr.) 80 (56) Stimmen. Die Stichwahl im
Wahl=
kreiſe Salzwedel=Gardelegen iſt auf den 10. Juli, die
Stich=
wahl in Zauch=Belzig=Jüterbog auf den 12. Juli
anbe=
raumt.
— Die Times über die deutſche
Heeres=
verſtärkung. Die Annahme der deutſchen
Heeresvor=
lage durch den Deutſchen Reichstag hat in England einen
tiefen Eindruck gemacht. Das führende Blatt, die Times,
gibt dem Ausdruck, indem ſie ſagt:
„Die deutſchen Geſetzgeber haben ſich der Gelegenheit
würdig gezeigt, wie ſie es immer taten, wenn die Ratgeber
der Krone erklärten, daß die Ehre und die Sicherheit der
Nation neue Opfer verlange. Wir können den Mut und
den praktiſchen Patriotismus, den ſie gezeigt haben nur
hochachten.‟ Das Blatt erklärt dann weiter: „Wir haben
uns immer geweigert, die ungeheure Vermehrung den
Wehrkraft Deutſchlands als aggreſſiv oder provozierend
zu betrachten Dennoch müſſen wir darauf beſtehen, daß
keiner von Deutſchlands Nachbarn, am allerweniaſten
England, die Annahme des Programms, das Deutſchland
in den Stand ſetzt, in jedem von ihm gewählten
Augen=
blick koszuſchlagen, und zwar ſchnell und ſchwer zu
ſchla=
gen, außer acht laſſen kann. Alle müßten ſich ſtets vor
Augen halten, im Hinblick auf die eigenen Rüſtungen,
weiche Veränderungen in dem Gleichgewicht der
militäri=
be Heeresvermehrung in den
ſchen Mächte durch
ie Entwicklung der
nächſten Monaten
orragender Zug der
mili=
deutſchen Flugilette
klotte wird in einer Weiſe.
täriſchen Pläne, und
hiße Bedeutung für= England
verteilt werden, die
hat.‟ Die Times erwähnt jerner die finanziellen Punkte
der Heeresvermehrung, hält aber in ihrem Urteil darüber
zurück.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. Juli 1913.
Nummer 156.
— Die Aufgabe des Scheckſtempels. Der
Entwurf eines Geſetzes über Aenderungen im
Finanz=
weſen, wie er aus den Beſchlüſſen des Reichstages in
drit=
ter Leſung herausgekommen iſt und die Zuſtimmung des
Bundesrats gefunden hat, enthält in ſeinem dritten
Para=
graphen die Aufhebung des Scheckſtempels. Das ſollte
be=
kanntlich einer der kleinen Gegengaben ſein, durch die der
handel= und gewerbetreibenden Welt die Einführung
einer Steuer auf den Vermögenszuwachs ſchmackhaft
ge=
macht werden ſollte. An dieſen Austauſchcharakter hat
man ſich nun ſehr ſtlaviſch gebunden, indem man die
AAufhebung des Scheckſtempels erſt für den 31. Dezember
1916, alſo den erſten Erhebungstermin für die
Ver=
mögenszuwachsſteuer, vorgeſehen hat.
— Weitere 6 Millionen
Jubiläums=
münzen. Der Bundesrat hat jetzt einem Antrage der
preußiſchen Staatsregierung zugeſtimmt, der eine
Ver=
mehrung der bereits in dieſem Jahre zur Ausprägung
ge=
langenden Jubiläumsmünzen vorſieht. Es ſind demnach
im ganzen 6 Millionen Erinnerungsmünzen weiter
aus=
zuprägen, und zwar verteilt ſich dieſe Summe auf 3
Mil=
lionen für Erinnerungsmünzen aus Anlaß der
Jahrhun=
dertfeier der Erhebung Preußens und auf 3 Millionen
Erinnerungsmünzen zum 25. Regierungsjubiläum des
Kaiſers. Es gelangen nur Dreimarkſtücke zur Ausprägung,
während die bisher zur Ausgabe gelangten Münzen
die=
ſer Art zur Hälfte Zwei= und Dreimarkſtücke waren.
— Die Lehrer und die
Reichsverſiche=
rung. Der Bundesrat hat in ſeiner letzten Sitzung
be=
ſchloſſen, daß Lehrer und Erzieher, die an nichtöffentlichen
Schulen oder Anſtalten beſchäftigt ſind oder privaten
Ein=
zelunterricht erteilen, mit Wirkung vom 1. Januar 1913
ab von der reichsgeſetzlichen Verſicherungspflicht befreit
ſind, ſoweit ſie ſich bei der Allgemeinen Deutſchen
Pen=
ſionsanſtalt für Lehrer und Lehrerinnen in Berlin W. 8
Behrensſtraße 72, verſichert haben und ſoweit ihnen au
Grund der Satzungen dieſer Anſtalt mindeſtens die
ge=
ſetzlichen Anwartſchaften gewährleiſtet ſind. Darunter
fallen auch alle Lehrerinnen und Erzieherinnen,
insbeſon=
dere auch Kindergärtnerinnen, Muſiklehrerinnen uſw.,
ſo=
fern die gedachten Vorausſetzungen zutreffen. Somit ſind
jetzt die Wünſche weiter Kreiſe der Privatlehrer und
elehrerinnen in vollem Umfange erfüllt, und es ſteht auch
ihrem nachträglichen Beitritt zur Penſionsanſtalt kein
Hindernis mehr entgegen.
— Die Gehälter der mittleren und
unteren Poſtbeamten. In der letzten Sitzung des
Bundesrats wurde, wie der Berliner Lokal=Anzeiger
hört, auch dem vom Reichstag angenommenen Antrage
über die Erhöhung der Gehälter der mittleren und
un=
teren Poſtbeamten die Zuſtimmung erteilt.
Nach jenem Antrage ſollen die Gehälter in Klaſſe 5
(Wohnungsgeldtarif 6), Unterbeamte der Schaffnerklaſſe,
1200, 1290, 1380, 1470, 1560, 1720, 1800 Mark in 21
Dienſt=
jahren betragen; in Klaſſe 6b (Wohnungsgeldtarif 6),
Un=
terbeamte beim Poſtmuſeum, beim
Telegraphenverſuchs=
amt, bei den Oberpoſtdirektionen 1300, 1390, 1480, 1560,
1640, 1720, 1800 Mark. In einer neue Klaſſe 23a (
Woh=
nungsgeldtarif 5) werden folgende mittleren Beamte
ein=
bezogen: 1. Bureaubeamte 2. Klaſſe bei der Reichs=Poſt=
und Telegraphenverwaltung; 2. Lagerverwalter und
Bau=
ſchreiber bei der Reichspoſtverwaltung; 3.
Oberpoſtaſſi=
ſtenten, Obertelegraphenaſſiſtenten, Poſtaſſiſtenten,
Tele=
graphenaſſiſtenten, Poſtverwalter, deren Gehalt wird
dem=
nächſt betragen: 1800, 2100, 2300, 2350, 2600, 2850, 3100,
3350, 3600 Mark. Mit dem 1. Oktober ds. Js. treten dieſe
Gehaltserhöhungen in Kraft. Für die Poſtboten war in
Form einer Reſolution geſorgt worden. Dieſe ſollten
künftig anfänglich mindeſtens 2.20 Mark (bisher 2 Mark)
erhalten, aufſteigend bis 3,50 Mark, je nach den
Ortsver=
hältniſſen, und dann jährlich um 0,10 Mark den Tag
auf=
gebeſſert werden, ſo daß ſie nach zehnjähriger Dienſtzeit
mindeſtens 3,20 Mark bezw 4,50 Mark Tagelohn erhalten.
Es iſt anzunehmen, daß die verbündeten Regierungen
auch dieſer Form zuſtimmen werden.
— Der württembergiſche Landtag und
die neuen Reichsſteuern. Die neuen
Reichs=
ſteuern haben bereits die zurzeit noch tagende Zweite
Kammer beſchäftigt. Das Geſetz über den einmaligen
Wehrbeitrag beſtimmt in § 31, daß als Einkommen im
Sinne dieſes Geſetzes das auf Grund der
Landeseinkom=
menſteuergeſetze feſtgeſtellte ſteuerpflichtige Einkommen zu
gelten habe. Der demokratiſche Abgeordnete Lieſching
wies darauf hin, daß auf Grund dieſer Beſtimmung der
württembergiſche Steuerzahler ſtärker zum Wehrbeitrag
herangezogen würde, als z. B. der preußiſche, da das
württembergiſche Einkommenſteuergeſetz das Einkommen
aus dem Waldbeſitz und dem Spekulationsgewinn
kräf=
tiger erfaſſe als das preußiſche Geſetz. In Württemberg
werde überhaupt die Veranlagung zur Einkommenſteuer
mit ganz beſonderer Strenge durchgeführt. Lieſching gab
der Befürchtung Ausdruck, daß Württemberg bei der
Er=
hebung des Wehrbeitrages den anderen Bundesſtaaten
gegenüber erheblich benachteiligt werde, und ſchlug
des=
halb vor, noch vor dem 31. Dezember 1913 eine Aenderung
in den genannten beiden Punkten eintreten zu laſſen.
Finanzminiſter v. Geßler glaubte eine Aenderung
inner=
halb der kurzen noch zur Verfügung ſtehenden Friſt nicht
in Ausſicht ſtellen zu können. Den Ausfall an
Einnah=
men, den Württemberg durch Uebergang der
Verſiche=
rungsſporteln und des Geſellſchaftsſtempels an das Reich
und durch Verminderung des Anteils an der
Reichserb=
ſchaftsſteuer erleiden wird, ſchätzte der Miniſter auf etwa
1½ Millionen Mark. Um ſo mehr wurde aus der Mitte
des Hauſes auf die baldige Einbringung eines
Ver=
mögensſteuergeſetzes gedrängt, das die zu erwartenden
Ausfälle decken ſoll. Der Finanzminiſter ſteht auf
dem=
ſelben Standpunkt; auch er glaubt, daß Württemberg ſo
raſch wie möglich eine eigene Vermögensſteuer einführen
müſſe. Die Reichsvermögenszuwachsſteuer werde man
ertragen müſſen und können; ſie dürfe ſich aber nicht
aus=
wachſen zu einer Reichsvermögensſteuer. In ähnlichem
Sinne hat ſich auch der Miniſterpräſident v. Weizſäcker in
der Erſten Kammer ausgeſprochen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Einſetzung eines Kommiſſariats in
Böhmen. Miniſterpräſident Graf Stürgkh empfing im
Beiſein des Miniſters des Innern, Freiherrn v. Heinelt,
eine Abordnung der deutſch=böhmiſchen Abgeordneten,
die ihm die Beſchlüſſe der Vollverſammlung zur Kenntnis
rachten. Dabei erklärte Graf Stürgkh, einem
ausgege=
benen Communiqué zufolge, daß die Regierung den
Zwang zur Einſetzung einer Kommiſſion und zu den
da=
mit verbundenen Verfügungen erſt in dem Augenblick als
gegeben erachte, wo der Landesausſchuß nicht mehr
vor=
handen ſei.
Schweiz.
Reviſion des Zolltarifs. Im Hinblick auf
den 1917 zu erwartenden Ablauf der ſchweizeriſchen
Zoll=
verträge hat der Bundesrat beſchloſſen, eine Reviſion des
Generalzolltarifs vorzunehmen. Die Aenderungen ſollen
ſich auf das Nötigſte beſchränken.
Frankreich.
Die Militärdebatten in der Kammer.
Die Kammer ſetzte die Beſprechung der Interpellation
über die Zwiſchenfälle in den Kaſernen im Mai fort.
Der Sozialiſt Sixte=Quenin verband damit einen
heftigen Angriff gegen den Kriegsminiſter, dem er
vor=
warf, im Jahre 1870 keine Kriegsdienſte getan zu haben
und Vorkämpfer für die Kolonialpolitik zu ſein, die ſowohl
Menſchen wie Geld verſchlinge. Er erhob ferner den
Vor=
wurf, in den Kolonien ſeien große Konzeſſionen erteilt
worden, von denen Kriegsminiſter Etienne direkten
Vor=
teil gehabt habe. Als Kammerpräſident Deschanel den
Redner verhindern wollte, eine Schrift zu verleſen, in der
von Etienne die Rede iſt, trat der Kriegsminiſter für die
Verleſung dieſer Broſchüre ein, welche davon ſpricht, daß
Etienne im Jahre 1898 der Verwaltung einer
Kolonial=
geſellſchaft angehört habe. Etienne erklärt, während mehr
als drei Jahren habe er ſeine ganze Kraft und ſeine
ganze Energie kolonialen Fragen gewidmet. Er gebe
auch zu. drei Monate hindurch Leiter einer
Kolonialgeſell=
ſchaft geweſen zu ſein, aber niemals habe er an einem
Grundſtücksverkaufsgeſchäft teilgenommen. Als Sixte=
Quenin ſeine Angriffe fortſetzte, erklärte Etienne: Wenn
Sie die Politik auf das perſönliche Gebiet hinüberſpielen,
werden wir auf Ihre Streiche antworten und weitergehen.
Die äußerſte Linke ſpringt auf und ſchleudert Etienne
Be=
ſchimpfungen entgegen, das Zentrum antwortet, indem
es auf die Pulte ſchlägt. Miniſterpräſident Barthou
unterbrach den Lärm und ſagte, zu der äußerſten Linken
gewandt: Bei Ihnen wechſelt Strenge und Nachſicht
mit=
einander. Auf Verlangen mehrerer Sozialiſten
wieder=
holte Kriegsminiſter Etienne zweimal ſeine letzten Worte.
Jaurés interpellierte und beſchuldigte die Regierung, dem
Lande eine Lage geſchaffen zu haben, die ebenſo bedenklich
ſei wie die im Jahre 1898. Ein Deputierter ſchrie Jaurés
zu: Daran ſind nur Sie ſchuld! Die Deputierten rufen
einander Beleidigungen zu. Jaurés fährt fort und wirft
der Regierung vor, ſie habe die öffentliche Meinung
ver=
gewaltigen wollen und mache in den Kaſernen Stimmung
für die dreijährige Dienſtzeit. Daraufhin las der Kriegs=
miniſter eines ſeiner Rundſchreiben vor, worin nur den
Offizieren empfohlen wird, ſoweit es die Diſziplin
ge=
ſtatte, den Soldaten näher zu treten, um ſo ſchlimme
Zwi=
ſchenfälle zukünftig zu vermeiden. Jaurés fragte an, was
denn der Tagesbefehl des Oberſten des 46. Infanterie=
Regiments bedeute, in welchem die Soldaten aufgefordert
ſeien, gegenüber der Haltung Deutſchlands die
Notwendig=
eit einer dreijährigen Dienſtzeit anzuerkennen.
Kriegs=
miniſter Etienne antwortete, eine Unterſuchung ſei
einge=
leitet worden. Jaurés ſchloß mit Proteſt gegen den
Feld=
zug, der in den Zeitungen gegen die Sozialiſten anläßlich
des Geſetzes über die dreijährige Dienſtzeit geführt werde.
Die Rechte wollte ihn unterbrechen, die Sozialiſten
ſchlu=
gen auf die Pulte. Neuer Tumult entſtand. — In ſeiner
Antwort wies Barthou den Vorwurf Jaurés zurück. er
habe in der Frage der dreijährigen Dienſtzeit eine
über=
ſtürzte Initiative ergriffen. Die dreijährige Dienſtzeit ſei
vielleicht eine zu ſchnelle, aber notwendige Antwort. Zu
der Zurückhaltung der letzten Jahresklaſſe erklärte
Bar=
thou, er würde ſie gänzlich oder teilweiſe freilaſſen, wenn
man ihm die notwendigen Kräfte gäbe, der auswärtigen
Lage die Stirn zu bieten. Die Schuld für die
Zwiſchen=
fälle in den Kaſernen und die ſtrafbaren Handlungen ſeien
Manöver gewiſſer Organiſationen. Barthou lobte
lebhaft=
den Arbeiterſtand und wandte ſich heftig gegen die
Propa=
ganda jener Verbände, welcher den Bürgerkrieg und den
Aufſtand predigen. Er begreife nicht, wie Jaurés und
die Seinen ſich mit Gambetta und ſeinen Freunden
ver=
gleichen könnten, welche 1870 die nationale Verteidigung
der organiſierten Republik begründeten. Leute, welche
heute, wenn man ſich nicht dagegen vorſehe, das
Vater=
land zugrunde richten würden. (Lebhafter Beifall.) Jene
haben ein Recht auf unſere Bewunderung, ſchloß er, dieſe
ſind Verbrecher, welche ganz die Strenge des Geſetzes
ver=
dienen. (Langanhaltender Beifall im Zentrum, auf der=
Rechten und auf zahlreichen Bänken der Linken.)
Ein Antrag forderte den öffentlichen Anſchlag der
Rede Barthous. Der Antrag wurde mit 347 gegen 167
Stimmen angenommen. Darauf wurde die Sitzung auf
Freitag vertagt.
Die Koſten der neuen Militärvorlage. In
der Budgetkommiſſion der Kammer erklärte der
Finanz=
niniſter, daß Einſtimmigkeit darüber zu herrſchen ſcheine,
daß die Koſten für die neuen Militärausgaben den
wohl=
habenderen Klaſſen auferlegt würden. Er werde einen
Geſetzentwurf vorlegen, der auf einer durch äußere
Merk=
male korrigierten Schätzung der Verwaltung beruhe. Der
Geſetzentwurf würde ſich auf 220000 bis 240000
Steuer=
zahler beziehen und könnte 100 Millionen einbringen.
Die Kommiſſion nahm einen Antrag an, der verlangt, daß
alle Ausgaben für die neuen Militärlaſten, mögen ſie
dauernd oder vorübergehend ſein, durch Abgaben auf das
Vermögen gedeckt würden.
Spanien.
Aus Spaniſch=Marokko. Miniſterpräſidenk
Graf Romanones deutete an, daß ein baldiger
Frie=
densſchluß in Spaniſch=Marokko zu gewärtigen ſei.
An=
ſcheinend verhandelt der ſpaniſche Konſul in Tanger mit
einem Freunde des Rebellenführers Raiſuli zwecks
fried=
licher Einwirkung auf die Aufrührer.
Rußland.
Militärgeſetzentwürfe. Die Reichsdume
nahm in geheimer Sitzung mehrere Militärgeſetz=Entwürfe
an, darunter einen über eine ſtrategiſche Bahn in
Kau=
kaſien von Olty nach Artwin.
* Die Nordlandreiſe des Kaiſers. Am
7 d. M. mittags verläßt der Kaiſer an Bord ſeiner Jacht
Travemünde, um am 8. zunächſt in Kuxhaven einzutreffen.
Der 8. Juli dürfte der Beſichtigung des aus Amerika
in=
zwiſchen heimgekehrten „Imperator” durch den Kaiſer
ge=
widmet werden. Am 9, wird dann von der „Hohenzollern”
von der Mündung der Elbe aus die Nordlandreiſe
ange=
treten, die zunächſt nach dem Hafen von Bergen führt.
Außer dem „Sleipner” (Kommandant Kapitänleutnant=
Konrad Albrecht) ſind für die Nordlandreiſe
beſtimmt=
worden: von den Aufklärungsſchiffen der Hochſeeflotte der
Kreuzer „Kolberg” der den Fregattenkapitän Widenmann
zum Kommandanten hat, und als Depeſchenboote die
bei=
den großen Torpedoboote „§ 128” und „§ 131” die von
den Kapitänleutnants Zander und Gerhard v. Zitzewitz
geführt werden. Die beiden Depeſchentorpedoboote
ge=
hören der dritten Flotille an, die zurzeit auf der
Oſtſee=
ſtation die Reſerveflotille vermehrt. Der Abſchluß der
Nordlandreiſe ſoll am Ende der erſten Auguſtwoche in=
Swinemünde erfolgen, wo vor dem Kaiſer dann Artillerie=
Schießübungen in See ſtattfinden werden.
* Haag, 4. Juli. Die Opiumkonferenz nahm
einſtimmig eine von Deutſchland, den Vereinigten
Staa=
ten von Nordamerika, Frankreich, England, den
Nieder=
landen und Rußland vorgeſchlagene Reſolution an,
da=
hingehend, durch diplomatiſche Vermittelung der nieder=
Die Pfychologie der Faulheit.
) Die Faulheit iſt eine Macht im Menſchenleben,
mit der wir uns, ſo gut es geht, abfinden müſſen; die
einen tun das mit gutem Humor, indem ſie ſie eine
Gottesgabe nennen, die man nur nicht mißbrauchen darf;
andere reden wohl von der Erbſünde, die ſeit Adams
Fall den Menſchen aus ſüßem Nichtstun immer wieder
zur Arbeit treibt. Aber der Begriff der Faulheit, mit
dem wir alle als mit einer nur allzu klaren Sache
ope=
rieren, umſchließt eine Fülle von pſychologiſchen
Pro=
blemen, mit denen ſich ein Aufſatz von Dr. Emile
Tar=
dieu in der Revue beſchäftigt. Iſt jedes ſcheinbar
kräf=
tige, aber zu ernſter Arbeit unfähige Individuum ein
Faulpelz? Nach der Definition, die der franzöſiſche
Ge=
lehrte von dieſer menſchlichen Untugend gibt, iſt
der=
jenige ein Fauler, der keine Anſtrengungen macht und
alles von einem plötzlichen Anſtoß erwartet. Zur wahren
Faulheit gehört aber auch noch, daß man im Nichtstun
einen Genuß empfindet. Iſt die Faulheit durch eine
körperliche Unfähigkeit hervorgerufen, dann wird man ſie
als Schwäche bezeichnen.
So laſſen ſich zwei große Unterabteilungen dieſer
Trägheit unterſcheiden: eine mehr körperliche aus
phyſi=
ſcher Unfähigkeit und eine mehr geiſtige aus
Willens=
ſchwäche. Beide ſind natürlich eng miteinander verknüpft
und wirken in dem, was mir meiſtens Faulheit nennen
häufig in engſter Weiſe zuſammen. Die mehr körperliche
Faulheit umſchließt jenes dumpfe Wohlgefühl der
ge=
löſten Glieder, jene läſſige Hingabe an den tieriſchen
In=
ſtinkt des Ruhens, wie man ihn in reinſter Form bei den
wilden Völkern findet. Alle Faulheit iſt eine Schwäche,
denn ſie widerſpricht dem im Menſchen wohnenden
Wunſch, ſich über das Körperliche hinaus zu erheben,
ſeine Kräfte zu vergrößern, ſeine Herrſchaft über die
Um=
welt auszudehnen. Der ſtumpf hinbrütende Nichtstuer
wird in jeder Sphäre einer höheren Kultur mit
fort=
geriſſen von dem allgemeinen, alles durchſtrömenden und
erregenden Element der Tätigkeit. So ſind denn die
Faulen im Geiſt unendlich viel zahlreicher, denn ein
flei=
ßiger Geiſt wird den Widerſtand des faulen Körpers
überwinden können. Um nicht faul zu werden, muß man
ein reiches Innenleben führen, muß ein Ideal und
Leit=
ideen haben. Faulheit erzeugt den unfruchtbaren
Egois=
mus, die nur an ſich ſelbſt denkende Faulheit, jene
gleich=
gültige Reſignation, die erſt der Tod jedes lebendigen
Wirkens iſt. So lange der Faule noch ſeine Untätigkeit
als ſchmachvoll und ſchmerzlich empfindet, kann er auch
noch gebeſſert werden.
Neben der Faulheit aus Schwäche gibt es auch noch
eine Faulheit, die auf dem Sinnenleben baſiert. Es
han=
delt ſich dabei um eine ziemlich geringe Entwickelung der
Sinnesempfindungen, um eine primitive Form des
Glücksgefühls. Die Tiere genießen die Faulheit rein
ſinnlich. Die Völker des Südens, die in der Sonne liegen
und die Gaben einer fruchtbaren Natur ohne Arbeit
ge=
nießen, leben in dieſem Zuſtande einer ſinnlichen
Faul=
heit, die mit einer großen Genügſamkeit, einer lachenden
Gleichgültigkeit gegen alles andere als den Genuß
ver=
bunden iſt. Nicht wie bei den aus Schwäche Faulen
liegt hier eine organiſche Unfähigkeit vor, ein Mangel an
Willen oder Kraft, ſondern die Energie bleibt unberührt
unter der wohligen Decke eines ſybaritiſchen Genießens.
Auch die geiſtig hochſtehenden Menſchen können dieſer
Wolluſt des Hinträumens, dieſer „göttlichen Faulheit”
verfallen; ſie iſt mächtig in dem buddhiſtiſchen Prieſter,
der ſich dem Nirvana ergibt, im Künſtler, der im
alleini=
gen Anſchauen des Schönen völlige Befriedigung findet.
Darum haben Dichter ſo oft das Lob der Faulheit
ge=
ſungen. Friedrich Schlegel in ſeiner „Lueinde”,
Muſſet=
in verzückten Verſen und Baudelaire in einem Gedicht,
in dem er von dem „unendlichen Einwiegen des ſchwer
duftenden Müßigganges” ſpricht. Der faule Künſtler
wird dann zum Bohemien, wie er ſich in dem Typus
Ver=
laines darſtellt, der zu jeder regelmäßigen Arbeit unfähig
war. So iſt die Faulheit ein ſüßes Uebel, das gerade die
genialſten Geiſter leicht befallen kann; aber ſie kann, wie
jede Krankheit, geheilt werden. Iſt die Urſache eine
orga=
niſche, etwa Neuraſthenie, dann wird der Nervenarzt die
rechte Behandlung einſchlagen. Man wird durch
Ge=
wöhnung und Uebung Muskeln und Nerven ſtärken, alle
Gifte, die das Nervenſyſtem gefährden, wie Tabak,
Alko=
hol und erſt recht Morphium oder Opium. vermeiden.
Aber auch den anderen Formen der Faulheit kann
man ſicher begegnen; durch Veränderung des Milieus, denn
das Dorf und die Stille ſchläfern die Sinne ein, während
die Großſtadt ſie aufpeitſcht und die Menſchen zur
Tätig=
keit zwingt; dann durch Umformung der Gemütsſtimmung,
indem man dem gleichgültig ſtumpfen Geiſte Liebe zum
Höheren, Glauben an ſich ſelbſt beibringt, indem man ihm
ſtatt des lähmenden Nihilismus eine optimiſtiſche
Welt=
anſchauung einflößt. Außerdem gibt es noch eine Fülle
kleinerer Mittel, um die Faulheit zu beſiegen; ſo die
Ab=
kürzung des Aufenthalts im Bett, eine ſtrenge
Zeiteintei=
lung nach militäriſcher Zucht, eine geregelte Tätigkeit,
von der ein äußerer Zwang ausgeht. Der Menſch kann
den Sieg über die Faulheit erringen, und er wird erſt
da=
durch zum wahren Menſchen werden.
lländiſchen Regierung mit Unterſtützung der bereits
unter=
eichneten Mächte den Anſchluß derjenigen Staaten an die
Konvention von 1912 herbeizuführen, die ihr noch nicht
angehören. Das Schlußprotokoll wird für die nächſte
Sitzung redigiert werden.
* Brüſſel, 5. Juli. In der deutſchen
Abtei=
lung der Weltausſtellung zu Gent fand geſtern
abend ein offizielles Feſtmahl ſtatt, zu dem außer
vie=
len Ausſtellern aus Deutſchland die leitenden
Perſönlich=
keiten der Weltausſtellung erſchienen waren. Der
Prä=
ſident der Ausſtellung, Dr. Becker, gab bekannt, daß bis
jetzt in der Maſchinenhalle der Ausſtellung für
Textil=
maſchinen für 3 Millionen Mark Aufträge vorlägen. Der
belgiſche Reichskommiſſar, der bekannte Induſtrielle de
Hemptienne, ſagte, was an Textilmaſchinen in der
deut=
ſchen Maſchinenhalle ausgeſtellt ſei, habe auf Fachleute
großen Eindruck gemacht, da ſie die deutſche Induſtrie auf
dieſem Gebiete in bemerkenswertem Fortſchritt gefunden
hätten. Der Präſident des Komitees Staatsſekretär
Cooneman, erklärte, es hätte auf die belgiſchen
maßgeben=
den politiſchen und induſtriellen Kreiſe einen ſchmerzlichen
Eindruck gemacht, wenn die deutſchen Fahnen nicht auf
dem Ausſtellungsgelände in Gent geflattert hätten. Das
Feſt nahm einen anregenden und glänzenden Verlauf.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. Juli.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Apotheker Hempel
von Köln, den Profeſſor Lic. theol. Pfannmüller,
Biblio=
thekar an der Großh. Hofbibliothek, den Amtsgerichtsrat
Dr. Hoff von Groß=Gerau; zum Vortrag den
Staats=
miniſter v. Ewald, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Kabinettsſekretär Dr. Wehner.
* Audienz. Am Samstag mittag 12¾4 Uhr wurden
der neue preußiſche Geſandte am hieſigen Hofe, Frhr. von
der Lancken=Wakenitz, und der belgiſche Geſandte
mit dem Sitz in Berlin, Baron Beyens zur
Ueber=
reichung ihrer Beglaubigungsſchreiben vom Großherzog
in feierlicher Audienz empfangen. Die Geſandten wurden
in Galawagen vom Hotel „zur Traube” abgeholt und
fuhren ins Reſidenzſchloß woſelbſt nach der Audienz
Galatafel zu Ehren der Geſandten ſtattfand. Die
Tafel=
muſik ſtellte die Kapelle des Feld=Artillerie=Regiments
Nr. 61 unter Obermuſikmeiſter Weber.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Iſenburg und Büdingen in Birſtein auf die erledigte
zweite Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Dreieichen=
hain, im Kreiſe Offenbach, präſentierte Lehrer Ferdinand
Hitzeroth zu Maibach, Kreis Friedberg, für dieſe
Stelle.
* Ernannt wurde die Gefangenwärterin am
Pro=
vinzialarreſthaus in Mainz Luiſe Krautmacher zur
Gefangenaufſeherin an dieſer Anſtalt mit Wirkung vom
1. Auguſt 1913.
* Erledigte Stelle. Die mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Nieder=
Kainsbach. Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn
Grafen zu Erbach=Erbach zu.
D Ausſtellung: „Das Kind in den erſten
Lebens=
jahren” Wie wir hören, wird die Wanderausſtellung der
Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge in
den nächſten Tagen in den Räumen der
landwirtſchaft=
lichen Winterſchule im alten Hoftheater eröffnet
wer=
den. Sie bringt im engſten Rahmen eine
Zuſammen=
ſtellung aller Gegenſtände, die zur Pflege und Ernährung
des Säuglings notwendig ſind: Wäſche, Flaſchen,
Sau=
ger, geeignetes und ungeeignetes Spielzeug uſw. Die
ausgeſtellten Gegenſtände ſind alle in der Praxis erprobt
und mit geringen Koſten zu beſchaffen, ſo daß die kleine
Wanderausſtellung für alle Kreiſe der Bevölkerung von
Intereſſe ſein wird. Sachverſtändige Führungen werden
eingerichtet. Der Termin der Eröffnung wird noch in
der Preſſe bekannt gegeben werden.
** Von der Erdbebenwarte Jugenheim wird uns
mit=
geteilt: Am 1. Juli früh 6.26 Uhr wurde durch den
Seismographen der Station eine ſchwache
Erder=
ſchütterung aufgezeichnet, die von vielen Beobachtern
in Jugenheim, Bickenbach, Alsbach und
See=
heim als ein mit donnerähnlichem Geräuſch verbundenes
Erzittern des Erdbodens, wie von einer Exploſion oder
Sprengung herrührend, wahrgenommen wurde. Es
han=
delt ſich ſcheinbar um eines jener kleinen tektoniſchen Beben,
die im Rheintal oder den angrenzenden Gebirgen von Zeit
zu Zeit ausgelöſt werden. Um die Grenzen des
Zitter=
gebietes’für dieſes örtliche Erdbeben zu erfahren, wird
gebeten, Nachrichten an die Erdbebenwarte Jugenheim
per Poſtkarte gelangen zu laſſen, wie und in welcher Weiſe
der Erdſtoß verſpürt wurde.
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 28. Juni l. J.
männ=
lich 9642, weiblich 6541, zuſ. 16 183, in Prozenten 59,59,
41,41. Der Krankenſtand betrug am 28. Juni l. J.
männlich 414, weiblich 274, in Prozenten 4,29, 4,19
(1912: 3,90, 3,98). An Krankengeld wurden
aus=
gezahlt in der Woche vom 23. Juni bis 28. Juni I. J.
5787,85 Mk. (1912: 4963,85 Mk.) An Wöchnerinnen
waren vorhanden am 28. Juni 1. J. 31.
Sterbe=
fälle kamen vor in der Woche vom 23. Juni bis
28. Juni l. J. 2.
* Unſere Bilderauslage bringt ab heute eine Anzahl
Porträts vom Tage: der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark
zu Stellingen, Brindejonc in Kopenhagen, die
Reichstags=
ſitzung vom 30. Juni, in der die Wehrvorlagen
angenom=
men wurden.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 5. Juli.
Butter, ½ kg . 1,40 M.
i. Part., ½ kg 1,25 M
Eier, Stück
—9 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf
Handkäſe, Stück 4—10 Pf
Kartoffeln, alte, Ztr. 2,75-3 M.
Kumpf (10 Liter) 50 Pf
neue hieſige, ½ kg 6—7 Pf
Italiener, ½ kg 7—8 Pf
Malteſer, ½ kg 15—16 Pf.
Eierſchwämme, ½kg20-25 Pf.
Obſt u. dergl.:
Kirſchen, ½ kg 45—60 P
Sauerkirſchen, ½kg 40-45 Pf.
Zitronen, Stück . 6—7 Pf
60 Pf.
Aprikoſen, ½ kg
Apfelſinen, Stück 7—10 Pf.
70 Pf.
Pfirſiche, ½ kg.
Türk. Kirſchen, ½ kg 40 Pf
Ananaserdbeeren,
½ kg
55—70 Pf.
Wald=Erdbeeren,
Schoppen . . 40—45 P
Himbeeren, ½ kg 50—55 Pf.
Johannisbeeren,
24—25 Pf
½ kg
Stachelbeeren, Schopp. 20 Pf.
Heidelbeeren, Schopp. 16 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück . 5—6 P
Rhabarber ½ kg 12—15 Pf
Bohnen, ½ kg . . 40 Pf
Radieschen, Bündel 2—3 P
Rettiche, Stück . 5—10 Pf
Meerrettich, Stück . 30 Pf
Roterüben, Bündel 14-15 Pf
Zwiebeln, ½ kg 8—10 Pf.
Tomaten, ½ kg 20—30 Pf.
Spinat, ½ kg . . 30 Pf.
Weißkraut, neu, St. 20-40 Pf.
Rotkraut, neu, Stück 40 Pf.
Blumenkohl, Stück 10—50 Pf.
Wirſing, Stück 10—30 Pf.
Saubohnen, ½ kg 20 Pf.
Römiſch=Kohl, ½ kg 2—3 Pf.
Kohlrabi, Stück . 5—6 Pf.
Gurken, Stück 20—40 Pf.
Einleggurken, Stück 6—8 Pf
Gelberüben, Bündel 6—8 P
Zuckererbſen, ½ kg 30-35 Pf.
Geflügel, Wildbret:
. 1 M
Gänſe, ½ kg
Enten, Stück 3,50—4,50 M.
Hahnen und Hühner,
Stück . . 1,50—2,50 M.
Tauben, Stück 60—70 Pf.
Fiſche:
90 Pf
Hecht, ½ kg
1—1,20 M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg 80—90 Pf.
Andere Rheinfiſche,
½ kg. . . . 40—50 Pf.
Rotzungen, „ kg . 60 Pf.
60 Pf.
Schollen, ½ kg
& . 35 Pf.
Kabeljau, 1
Schellfiſche, ½ kg 35 Pf
kleine, ½ kg 20—25 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rehfleiſch, ½ kg 0,40-1,40 M.
Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg 76 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg . 90 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 90 Pf.
kg . .
Schwartemagen u.
Fleiſch=
wurſt, ½ kg . . 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
70 Pf
½ kg
Gernsheim, 5. Juli. Einen gewiß ſeltenen
Wohnſitz hatte ſich ein Schwalbenpärchen in
hieſiger Gemeinde ausgeſucht. Die Tierchen flatterten an
einem warmen Frühlingstag alsbald nach ihrer Ankunft
hier zum offenen Fenſter in die Kantine der chemiſchen
Fabrik herein und ließen ſich ungeniert auf dem großen
Schirm der elektriſchen Stubenlampe nieder. Dort
er=
bauten ſie trotz des tagtäglich ſich wiederholenden
leb=
haften Verkehrs und Treibens ihr Neſt und beſorgten
ſpäter daſelbſt ungeniert ihr Brutgeſchäft. Jetzt ſchauen
vier nahezu flügge Jungen von ihrem hohen, hell
er=
leuchteten Wohnſitze herab auf die rückſichtsvoll ſie
ſcho=
nenden Menſchenkinder. Das grelle Licht ſtört die
zu=
traulichen Tierchen nicht im geringſten, ſo urplötzlich es
auch ſtets ihr ſonſt ſo dunkles Daſein beleuchtet.
T Dieburg, 5. Juli. Metzgermeiſter Mohrhard.
von Semd, der in Dieburg mit ſeinem Hundefuhrwerk
Fleiſch holte, wurde von ſeinem Bernhardiner Zughund
dermaßen in beide Arme gebiſſen, daß ärztliche Hilfe
in Anſpruch genommen werden mußte. Herr Mohrhard
wurde per Wagen nach Hauſe gebracht. Der Hund hatte
ſolche Wutanfälle, daß er heute morgen todgeſchoſſen
wer=
den mußte.
* Offenbach. 5. Juli. In dem geſtrigen Bericht über
die B. D. A.=Sitzung hat ſich ein ſinnſtörender
Schreib=
fehler eingeſchlichen, es ſoll natürlich nicht heißen, mehr
als bisher zu „ernſtlichem” Vorgehen in Kunſtfragen
zu=
ſammenführen, ſondern zu „einheitlichem”
Vor=
gehen.
Mainz, 5. Juli. Auf dem Feldbergplatz iſt jetzt an
einer mit feinem Geſchmack gewählten Stelle in getreuer
Nachbildung ein Teil der Jupiterſäule als
Gartenſchmuck aufgeſtellt worden. Den unteren Teil bildet
eine Trommel der Säule, darüber iſt, für die Aufnahme
einer Hängepflanze beſtimmt, eine ebenfalls nach einem
Vorbilde im Altertumsmuſeum der Stadt Mainz
befind=
liche Vaſe gebildet. Das Ganze iſt im Atelier des
Bild=
hauers Däſem=Mainz in Kunſtſtein hergeſtellt, woſelbſt
auch ſchon, ebenfalls zu Gartenſchmuckzwecken, in gleicher
Weiſe andere Teile der Säule angefertigt wurden. Ein
am Feldbergplatz wohnender Herr hat die hübſche
Nach=
bildung der Stadt Mainz zum Geſchenk gemacht.
Eine üble Erfa hrung machte vor einigen Tagen
beim Paſſieren der Grenzreviſion zu Emmerich der
altangeſehene Schiffer Jak. W. Er hatte — ſage und
ſchreibe — drei Schachteln Streichhölzer (alte
Sorte) zum eigenen Gebrauch von Holland mitgebracht,
die er friedlich im Schränkchen ſtehen hatte. Eine der
Schachteln war angebrochen. Auf der Mundvorrat=
Dekla=
ration hatte er, ganz ahnungslos, die Streichhölzer nicht
aufgeführt. Der revidierende Zollbeamte brachte ihn
zur Anzeige und er mußte wegen Schmuggelverſuchs
11,20 Mark an Zoll und Strafe erlegen.
Gießen, 5. Juli. Der Immobilienmakler
Roſen=
thal und ſein Schwager, der Prokuriſt Wilhelm
Bär=
mann, die ſich der Untreue und des Betruges, ſowie
der Unterſchlagung ſchuldig gemacht haben, und unter
Zu=
rücklaſſung einer Schuldenlaſt von 250000 Mark anfangs
Mai nach der Schweiz geflüchtet waren, find jetzt
hier eingeliefert worden, nachdem der gegen ihre
Auslieferung erhobene Proteſt von den Schweizer
Behör=
den verworfen worden war.
Bad Nauheim, 4. Juli. Die Amerikaniſche
Kolonie feierte das Jubiläum der
Unabhängigkeits=
erklärung. Die Kur= und Badegebäude trugen
Flaggen=
ſchmuck, ebenſo verſchiedene Hotels und Privathäuſer.
Ein Feſtmahl vereinigte die Amerikaner mit ihren
Freun=
den. Von ſeiten der Kurverwaltung findet heute abend
Feſtkonzert und Feſtball ſtatt, wenn die Witterung es
er=
laubt, auch Feuerwerk und Beleuchtung.
D Bad Nauheim, 5. Juli. Bis zum 3. d. M. ſind
18 105 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 6473 anweſend waren. Bäder wurden bis zu
dem gleichen Tage 214166 abgegeben.
Hungen, 5. Juli. Zu dem Bericht über die Spar=
und Leihkaſſe wird mitgeteilt: Es iſt unrichtig, daß
der Jahresüberſchuß der Kaſſe einen Betrag von 15 225 M.
für 1912 ergibt. Laut Bilanzveröffentlichung ſetzt ſich
die=
ſer Betrag aus dem ſogenanten Gewinnſaldo einſchließlich
der Jahreserübrigung aus 1912 zuſammen. Der erſtere
beſteht aus Rücklagen in vergangenen Jahren, und beträgt
10 397,76 Mark, der letztere, d. i. der wirkliche Reingewinn
für 1912, 4826,54 Mark, ſo daß alſo vielleicht behufs
Ver=
teilung an die Genoſſen und zur Ueberweiſung an den
Re=
ſervefonds in Summa 15225,30 Mark zur Verfügung
ſtehen. Einen ſolch hohen Betrag aber bei einem Umſatz
von 1700000 Mark in einem Jahre zu erübrigen, iſt
einem Inſtitute, das das Geldbedürfnis auf dem Lande
befriedigen, gemeinnützig wirken will und ſich deshalb
mit einem ganz geringen Nutzen begnügt, unmöglich.
Fer=
ner iſt es unrichtig, daß eine Umwandlung der Spar= und
Leihkaſſe aus einer G. m. b. H in eine ſolche mit b. H.
beabſichtigt ſei. Es iſt dies bis jetzt weder von irgend
einer Seite beantragt, noch von dem Vorſtand oder
Auf=
ſichtsrate beabſichtigt.
Lauterbach, 4. Juli. Ein tödlicher Unfall trug
ſich in Rimbach auf dem gräflichen Gute zu. Der polniſche
Arbeiter Michenitſch geriet unter den ſchwerbeladenen
Wagen, der ihm den Leib zerquetſchte. In dem
Kranken=
haus ſtarb er bald darauf.
Angersbach (Kreis Lauterbach), 5. Juli. Es liegen
in unſerer Gemarkung und zwar in der Gegend des „
Hei=
nig” Felsblöcke von zum Teil bedeutendem Umfang
vielfach zutage hier „Feuerwacken” genannt, ſehr harte,
quarz= oder kalkähnliche Steine, welche bislang den ſteten
Verdruß des Landmanns bildeten, da ſie manchmal mitten
im Kulturlande liegen und infolge ihrer Größe und
be=
deutenden Härte der Beſeitigung ſpotteten. Da kommt
jetzt mit einem Male den Grundbeſitzern unerwartete
Hilfe. Die Induſtrie hat ſich nämlich der Sache
bemäch=
tigt, man will die ſeither unnützen Steine des Anſtoßes
verwerten und zwar zu einem nicht gewöhnlichen Zweck;
ſie ſollen zuerſt zerkleinert werden und in der
Hütten=
induſtrie Verwendung finden zu Schmelztiegeln,
feuer=
feſten Einbauten u. dgl. Eine rheiniſche Großfirma hat
in den letzten Tagen umfangreiche Geländeankäufe und
Pachtungen vorgenommen zu dem Zweck, die Feuerwacken
abzubauen. Damit iſt vielen hieſigen Einwohnern
loh=
nender Verdienſt in Ausſicht geſtellt neben der ſehr
gün=
ſtigen Veräußerung der Grundſtücke. Wann der Betrieb
Feuilleton.
* Ueber Bad Nauheim finden wir in dem Berl.
Lokal=
anzeiger folgenden hübſch geſchriebenen Aufſatz ſeines
Spezialkorreſpondenten: Die neu eingerichteten ſtädtiſchen
Automobilfahrten, die den Taunus durchqueren, führen
uns in ſchneller Fahrt hinüber nach Nauheim dem
weltberühmten Endglied der Bäderkette im quellenreichen
Becken zwiſchen Taunus und dem Vogelsberg. Nach dem
Beiſpiel der Zarin hatte die Kaiſerin im Vorjahre ihre
Kur in Nauheim gebraucht, die ſie diesmal bequemer in
Homburg fortſetzen wird, wo ihr das Schloß zur
Ver=
fügung ſteht. Während hier die ernſthaft Leidenden nicht
ſo ſehr nach außen hin hervortreten, begegnen wir in
Nauheim überall dem müden Wanderer, dem das
Lang=
ſamgehen vom Arzt zur Pflicht gemacht wird. Aus aller
Herren Länder ſtrömen die Kranken zu dieſen Quellen.
Auf der Promenade klingen die Sprachen der ganzen
Welt. Der Aufſchwung des Kurortes iſt faſt ohne
Bei=
ſpiel in der Bädergeſchichte. Der heſſiſche Staat, dem die
Quellen gehören, hat erſtaunliche Opfer gebracht. Er war
ſich ſeiner Pflicht, dieſen Segen der gütigen Natur der
Menſchheit nutzbar zu machen, bewußt, denn die
Kapitals=
anlage bleibt bei den vielen Zufälligkeiten des
Bäder=
betriebes nicht ohne weiteres ein großes Geſchäft. Durch
das große Reformprogramm der letzten Jahre iſt nicht
nur eine Anzahl Badehäuſer, ſondern geradezu eine
monumentale Badeſtadt geſchaffen worden. Der
einheit=
liche Generalplan hat mit einem Aufwande von zehn
Millionen alles das ausgeführt, was für die Zukunft
eines Weltbades von Bedeutung war. Die heſſiſchen
Ab=
geordneten, die im vorigen Monat Nauheim beſuchten,
waren voll der Anerkennung über die großartigen
Leiſt=
ungen. Auch auf dem Gebiete der Gartenkunſt iſt viel
geſchehen. Mit dem Aufſchwung des Bades galt es, das
Kurterrain zu erweitern und den herrlichen alten Park
durch waldartige Anlagen mit dem Hochwald, dem
Frauenwald, zu verbinden. Allmählich wurde Stück um
Stück aufgeforſtet; der Ring iſt jetzt geſchloſſen. Eine
Rundfahrt vermittelt den Schwachen den Genuß der köſt=
ichen Waldluft. Neue Landerwerbungen für den
Kur=
park, die größte aller Anlagen Deutſchlands, ſteht in
Aus=
ſicht. Ein ungewöhnliches Maß techniſcher Arbeiten iſt
rach den verſchiedenſten Richtungen hin auf Bad
Nau=
heim vom Staate verwendet worden.
Es iſt ein großer Stil in dieſen Plänen des heſſiſchen
Fiskus, die freilich durch den internationalen
Maſſenbe=
ſuch erklärt werden. Wenn andere Bäder noch tief im
Winterſchlafe liegen, ſetzt hier die Kur, die zu keiner Zeit
ganz ausgeſchaltet wird mit voller Macht ein. Der
pri=
vate Unternehmungsgeiſt paßt ſich dieſer ſchnellen
Ent=
wickelung an. Die Bauluſt ſcheint ein wenig befriedigt;
glänzende Hotels entſtanden mit Rückſicht auf die
weit=
gehenden Anſprüche der vornehmen Welt. Eine elektriſche
Bahn nach dem waldreichen Johannisberg iſt in
Vor=
bereitung. Da es in Nauheim keinen Stillſtand gibt, wird
auch vielleicht die ſtädtiſche Straßenreinigung von dem
Fortſchritt ein wenig profitieren. Am Abend herrſcht
auf der Kurterraſſe, die zu klein geworden iſt für das
bunte Gewühl, ein feſtliches Treiben. Im Schneckentempo
ſchiebt ſich die Menge vorwärts. Geſunde und Patienten
ſind nicht zu unterſcheiden. Der Flirt iſt groß. Wozu
vären ſonſt die Nauheimer Heilbäder da? „Ach, die
Herzen ſind es wieder!“
* Schönheit der Frauenhände. Vor kurzem
veröffent=
lichte ein ruſſiſcher Journaliſt eine amüſante „Studie‟
über die Schönheit von Frauenhänden, deren Hauptſtellen
wir dem Hannoverſchen Courier entnehmen und auch
un=
ſeren Leſern nicht vorenthalten möchten: „Die Chineſinnen
beſitzen ſehr ſchöne Hände, ihre Finger ſind ſchmal, nicht
knochig und ſo weich wie Samt. Nur die Nägel der
lin=
ken Hand ſind etwas lang. Jüdinnen haben auch ſchöne
Hände, obwohl die Knochen zu weich ſind und ſich
in=
folgedeſſen das letzte Glied nach außen biegt. Die Ha
remsdamen haben dicke Finger, die weich wie kleine Würſte
ſind, und ihre Nägel ſind auf geradezu lächerliche Art und
Weiſe bearbeitet. . Amerikanerinnen haben dem
Aus=
ſehen nach ſchöne Hände, die aber bei der Berührung ſehr
hart ſind. Der Handrücken iſt leicht gerötet und das
In=
nere durch den Svort verhärtet. Viele haben ſogar harte
Hornhaut. Die Deutſchen haben häßliche Hände, die
Engländerinnen ſind nicht viel beſſer daran, und die Hand
der Italienerin iſt klein, aber ſchmutzig. Ruſſinnen und
Franzöſinnen haben im allgemeinen kleine, bisweilen
ſo=
gar zu kleine Hände: es wäre das ihr einziger Fehler,
wenn ſie nicht außerdem noch mit unnützen Ringen
be=
laden wären. Die Hände der Spanierinnen ſind von
geradezu klaſſiſcher Schönheit und ihre Bewegungen
un=
vergleichlich. Ob ſie den Fächer oder die Zigarette halten,
ob ſie den Rock ſchürzen oder die Mantille umlegen, immer
beſeelt ſie eine unendliche Grazie. Nur Spanien kann ſich
würdig ſeiner Hände bedienen.
* Das koſtſpielige Nichts Im Matin erzählt Clément
Vautel: In der Rue de Richelieu gewahre ich eine nach
der Mode von morgen gekleidete Dame. Die Mode von
morgen iſt bekanntlich die neueſte Mode. Die elegante
Paſſantin iſt in ein Gewand von einer „entzückenden”
Freigiebigkeit der Linienführung gehüllt; ſie trägt
ſozu=
ſagen ein Décolleté „grande peau‟ Die Arme ſind bis
zum Ellenbogen frei von Verhüllung, der Reſt der Glieder
erſcheint unter einer entzückend diskreten Andeutung von
durchſichtigen Spitzen. Aber wenn die Bekleidung des
Oberkörpers auch erſt ſpät beginnt, ſo hört der Rock doch
um ſo früher auf und iſt auch an der Seite bis zum Knie
hinauf geſchlitzt. Die tabakfarbenen Strümpfe ſind kühn
durchbrochen. Ein Windhauch umſchmeichelt an der
Straßenecke die holde Erſcheinung: und nun zeichnet ſich
alles ab, modelliert ſich wie die Formen jener alten
grie=
chiſchen Göttinnen unter lichten Gewandungen. Die ſchöne
Paſſantin, die dem Bürgerſteig ein ſo reizvolles und
äſthetiſches „deminu” zur Schau ſtellt, iſt eine brave
Bür=
gerin, eine ſehr ehrenhafte Frau, der ſelbſt die allerbeſten
Freundinnen nichts nachzuſagen wiſſen. Das iſt die Mode
dieſes Jahres des Heils. Am vorletzten Sonntag, bei dem
Grand=Prix, wetteiferten die Schönen an Kühnheit. Und
niemand hat dieſe Kühnheit erſchreckt. Nichts iſt
an=
ſteckender als die Mode; und ſo kommt es, daß die
an=
ſtändigen Frauen und ſogar auch die anderen ihre
Schnei=
der ſo teuer bezahlen, um nichts anzuziehen zu haben.
des Steinbruchs eröffnet wird, ſteht noch nicht feſt, ſicher
wohl nicht vor endgültiger Geſtaltung der hieſigen
Bahn=
hofsverhältniſſe, die ſehnlichſt herbeigewünſcht wird.
Die Einweihung der Wormſer Sparkaſſe.
* Worms, 4. Juli. Am Tage ihres 75jährigen
Jubi=
läums konnte die Städtiſche Sparkaſſe ihr neues Heim an
der Moltkeanlage beziehen, nachdem ſchon lange für das
aufſtrebende Inſtitut die alten Räume völlig unzulänglich
geworden waren. Aus der kleinen Städtiſchen Sparkaſſe
hat ſich in den letzten zehn Jahren unter der Leitung des
finanztechniſch hervorragenden Bürgermeiſters Dr.
We=
vers ein großzügiges Geldinſtitut entwickelt, das in
ſchar=
fen Wettbewerb mit anderen Bankgeſchäften treten kann.
Die Städtiſche Sparkaſſe hat zugleich einen Umſatz von 86
Millionen, ein Einlagekapital von 37 Millionen und einen
Reſervefonds von 5 bis 6 Millionen Mark. Zur
Ein=
weihung des neuen Hauſes hatten ſich eine große
An=
zahl Herren eingefunden, die ſich im Lichthof zu einer
ſtimmungsvollen Feier verſammelten. Nach einer
Ouver=
türe der Militärkapelle begrüßte Oberbürgermeiſter Köhler
die Gäſte und gab der Freude Ausdruck, eine
Doppelfeier begehen zu können: Die Einweihung des
neuen Sparkaſſengebäudes und der 1. Wormſer
Gemälde=
galerie, die im Obergeſchoß des Gebäudes Platz finden
ſoll.
Die Feſtrede hielt Bürgermeiſter Dr. Wevers. In
prächtigen Worten ſchilderte er die Entwickelung der
Spar=
kaſſe und entwarf ein Zukunftsprogramm, das die
Spar=
kaſſe verwirklichen will: Beleihung 2. Hypotheken.
Ein=
führung des Kontokorrentverkehrs, Flüſſigmachung von
Geldern für lebhaftere Bautätigkeit, Erſtellung kleinerer
Wohnungen uſw. Auch in Zukunft wird die Sparkaſſe wie
bisher beſtrebt ſein, der Stadt Mittel zuzuführen. Im
Namen der heſſiſchen Regierung begrüßte Geheimerat
Beſt. Den Schluß der Anſprachen machte Stadtbaurat
Metzler, nach deſſen Plänen das herrliche Gebäude
auf=
geführt iſt. Die neue Sparkaſſe iſt in der Art der
Bank=
gebäude aus Weinſandſtein erbaut. In den beiden
Ober=
geſchoſſen befinden ſich hochherrſchaftliche Wohnungen, in
der Nordflucht die neue Wormſer
Gemälde=
galerie. Sie iſt als eine Galerie für heſſiſche Maler
und für heſſiſche Bilder gedacht. Zwei Prachtgemälde des
heſſiſchen Landmanns Eugen Bracht hat die Stadt
erwor=
ben. Zurzeit befinden ſich in der Galerie eine Reihe
leih=
weiſe vom Muſeum in Darmſtadt überlaſſener Bilder und
eine Wanderausſtellung des 90jährigen in Leipzig
leben=
den heſſiſchen Malers Paul Weber. — Die Koſten des
ganzen Gebäudes mit allen Nebenanlagen belaufen ſich
ſauf etwa 430000 Mark, für die innere, zum Teil
ver=
ſſchwenderiſche, Ausſtattung waren 250000 Mark
beſon=
ders bewiligt. Die Hälfte der Koſten ſind durch die Hälfte
des vorjährigen Ueberſchuſſes gedeckt, die andere Hälfte
wird durch die Wohnungsmieten gut verzinſt, ſo daß keine
Steuermittel herangezogen zu werden brauchten.
Dem Rechner der Städtiſchen Sparkaſſe, Jakob
Schader, wurde der Charakter als Rendant verlieben.
An dieſe Feier ſchloß ſich ein Rundgang und die
Er=
öffnung der ſtändigen Gemäldegalerie,
die tatſächlich eine Ueberraſchung bildete. Wenn ſchon die
Räume der Ausſtellung ganz hervorragende für dieſen
Zweck geeignet ſind ſo überraſcht beſonders die Fülle der
Gemälde und die wirklich koſtbaren und wertvollen Stücke.
Die Gemäldegalerie in Darmſtadt trug allerdings ihr gut
Teil dazu bei, hier in Worms etwas wirklich
Sehens=
wertes zu bieten und ſo dürfte die Ausſtellung, die von
Künſtlern, wie Seekat Achenbach, Bracht uſw., beſchickt
iſt, ſicherlich ein neuer Anziehungspunkt für Worms
wer=
den. Ein großer Teil der Gemälde iſt verkäuflich und die
Stadt Worms hat bereits zwei Bilder von Bracht=
Dresden „Kahle Eiche” und „Duftiger Abend” angekauft.
Samstag vormittag 10½ Uhr fand im Cornelianum
die Hauptverſammlung des Heſſiſchen
Sparkaſſen=Verbandes ſtatt, wozu die
Dele=
gierten aus allen Städten des Großherzogtums arſchienen
waren. Herr Juſtizrat Mickel=Grünberg, der
Vor=
ſitzende, begrüßte die Teilnehmer und wünſchte, daß die
Tagung zum Segen des Sparkaſſenweſens verlaufen
möge. Herr Oberbürgermeiſter Köhler begrüßte die Gäſte
namens der Stadt. Nach dem Geſchäftsbericht, den der
Vorſitzende über das abgelaufene Jahr erſtattete, gehören
alle Sparkaſſen bis auf eine im Großherzogtum dem
Verband an. Die Finanzlage war keine beſonders
gün=
ſtige. Die Einlagen betrugen im abgelaufenen Jahre
21 127346 Mark; ſie blieben gegen das Vorjahr zurück.
Der Geſamteinlageſtand beziffert ſich auf 394 948 209 Mark.
Der Jahresbeitrag wurde auf 50 Mark pro Kaſſe und
Jahr feſtgeſetzt. Auch die Jahresrechnung wird alsdann
genehmigt. Herr Verbandsreviſor Jorg erſtattete
als=
dann einen ausführlichen Bericht über die
Geſchäftsvor=
fälle im letzten Jahre. Herr Geh. Reg.=Rat Beſt=
Darm=
ſtadt wünſcht, daß der Scheckverkehr, ſowie der Anſchluß
der Kirchen= und Gemeindekaſſen an die Sparkaſſen noch
mehr gefördert werde. Der Vorſitzende bemerkt dem
Vorredner, daß die Sparkaſſen gerne dazu bereit ſeien,
und wurden bereits 50 Millionen und zu einem
beſon=
ders niederen Zinsfuß abgegeben. Es wurde nunmehr
die definitive Gründung des Reviſionsverbandes
voll=
zogen und gleichzeitig die Anſtellung des Reviſors Jorg
beſchloſſen. Herr Regierungsrat Baſtian als
Vertre=
der der Heſſiſchen Landeshypothekenbank, gibt in ſeinem
kurzen Bericht der Freude über die gute Entwickelung
des Geldausgleichs, der immer noch mehr gefördert
wer=
den müſſe, Ausdruck. Herr Sparkaſſendirektor Sachs
hielt hierauf einen Vortrag über den Giroverkehr im
Sparkaſſenbetriebe. Herr Geh. Reg.=Rat Beſt hegt
Zweifel, ob die Gemeinden den Poſtſcheckverkehr
tatſäch=
lich benutzen werden. Es wird eine Kommiſſion beſtimmt,
die ſich mit dieſer Frage beſchäftigen ſoll. Neu in den
Vorſtand wurde Herr Juſtizrat Reh gewählt. Herr
Römheld=Nidda ſchlägt vor, daß der Verband ſich
mit einem Beitrag von jährlich 3000 Mark an der
Ein=
richtung der Kaufmannserholungsheime beteilige, um die
Vergünſtigungen auch den Angeſtellten der Sparkaſſen
zugute kommen zu laſſen. Als Ort der nächſten
Haupt=
verſammlung wurde einſtimmig Darmſtadt beſtimmt.
Der Vorſitzende ſchloß mit Dankesworten die Tagung.
Am Nachmittag fand ein Feſteſſen im Spiel= und
Feſt=
hauſe ſtatt und morgen, Sonntag, beſchließt eine Fahrt
ins Neckartal die Feſtlichkeiten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. Juli. Die
Frith=
jjofsſtatue, der goldblonde Rieſe, der auf dem Boden
der Mark in unſerem Nachbarort Friedrichshagen
ent=
ſtanden iſt, hat nunmehr in fünf Eiſenbahnwaggons ſeine
Reiſe nach der norwegiſchen Küſte angetreten. Die
Ab=
fahrt erfolgte in der letzten Nacht. Der moderne „
Wikin=
ger=Zug iſt nach Kiel geleitet worden, wo die
Ueberfüh=
rung auf ein bereitſtehendes Transportſchiff ſtattfindet
An dem künftigen Standort „Frithjofs” auf einer Anhöhe
am Sognefjord, iſt zum Empfange bereits alles
vorbe=
geitet. Der 10½ Meter hohe Sockel iſt nach dem Plane
des Architekten Herzberg in Bergen aus heimiſchem Granit
errichtet und mit gärtneriſchen Anlagen umgeben worden.
Geſchultes Perſonal der Aktien=Geſellſchaft Gladenbeck
be=
gibt ſich dieſer Tage von Friedrichshagen nach Norwegen,
um unter Leitung des Direktors Görling die Aufſtellung
der Monumental=Statue vorzunehmen. Am 31. Juli wird
der Kaiſer die Uebergabe des Kunſtwerks an den König
von Norwegen vollziehen. — Zu der Unterſchlagung
bei der Reichsbank, über die wir berichteten, gibt
die Direktion der Reichsbank folgende Erklärung über
den vermutlichen Hergang: „Die Reichsbank hatte von der
Deutſchen Bank den Auftrag erhalten, an eine Leipziger
Verſicherungsgeſellſchaft 60000 Mark zu überweiſen. Durch
die geſchickte Fälſchung eines Hilfsarbeiters, vermutlich
durch Unterſchiebung eines neuen Schecks, wurde dieſer
Betrag anſtatt nach Leipzig an die Filiale der Dresdner
Bank in Stettin abgeſandt und dort von einer Frau
namens Frida Schulz abgehoben. Die Reichsbank ſteht
nach dem bisherigen Ergebnis der Unterſuchung auf dem
Standpunkt, daß es ſich keineswegs um einen
Syſtemfeh=
ler bei ihr handelt, ſondern daß ſie das Opfer eines
Kom=
plotts von einer ganzen Reihe von Betrügern geworden
iſt. So muß u. a. auch das Avis, welches der Dresdner
Bank in Stettin die Reichsbanküberweiſung von 60000
Mark anzeigte, gefälſcht worden ſein. Gegenwärtig prüft
die Kriminalpolizei zuſammen mit der Direktion der
Reichsbank die Angelegenheit. Bei der betreffenden
Frauens=
perſon die in Stettin unbefugterweiſe den Betrag der
Reichsbanküberweiſung abgehoben hat, ſoll es ſich um eine
Berliner Proſtituierte handeln, die die Geliebte des noch
immer in Haft befindlichen Hilfsarbeiters der
Reichs=
bank iſt.‟ Der verhaftete Aushilfsbeamte heißt Paul
Wege und iſt 27 Jahre alt. Er leugnet, den Betrug
aus=
geführt zu haben, an welchem wahrſcheinlich noch andere
beteiligt ſind — Geſtern vormittag gegen 9,30 Uhr
ent=
deckte ein Bahnwärter beim Streckenbegang zwiſchen den
Bahnhöfen Neu=Babelsberg und Zehlendorf=Mitte, daß
im Gleis Magdeburg-Berlin durch das Löſen einzelner
Schienenbefeſtigungen ein Anſchlag verſucht worden
war. Die Kriminalpolizei hat mit einem Polizeihund
Nachforſchungen eingeleitet. Die Eiſenbahndirektion
Ber=
lin ſetzte eine Belohnung von 500 Mark auf die
Ermitt=
lung der Täter aus. — Auf dem Anweſen der Meiexei
Bolle iſt geſtern der Arbeiter Lojewski ums Leben
gekommen. Er hatte an der Zentrifugal=Maſchine zu
tun, als dieſe plötzlich auf noch nicht geklärte Weiſe
explo=
dierte. Durch umherfliegende Eiſenteile wurde Lojewski
ſo ſchwer am Kopfe getroffen, daß er an die Wand flog
und auf der Stelle verſchied.
Frankfurt a. M., 5. Juli. Der in Cannes verſtorbene
Bildhauer Franz Kowarzik aus Frankfurt a. M. hat mit
ſeiner Gattin ein Teſtament errichtet, das eine
Stift=
ung von 120000 Mark zugunſten der freien Künſte,
der Plaſtik und Malerei vorſieht. Nur deutſchen,
deutſch=
öſterreichiſchen und deutſch=ſchweizeriſchen Künſtlern, unter
beſonderer Verückſichtigung ſolcher Künſtler, die aus
Frankfurt a. M., Darmſtadt, Düſſeldorf, Stuttgart und
Karlsruhe ſtammen, ſollen die Zinſen der Stiftung zugute
kommen. Nach dem Tode der Witwe des Erblaſſers ſoll
die Stiftung auf eine Million Mark erhöht werden.
Frankfurt a. M., 5. Juli. Bei den
Weißbinderarbei=
ten im neuen Maſchinenhaus auf dem neuen Oſtbahnhof
ereignete ſich heute früh ein ſchwerer Unglücks
fall. Während der Arbeit brach ein Gerüſt, auf dem ſich
acht Arbeiter befanden, zuſammen und dieſelben ſtürzten
aus acht Meter Höhe in die Tiefe. Der Weißbinder Peter
Schmidt aus Windecken war ſofort tot, während die
anderen teilweiſe ſchwere innere und äußere Verletzungen
davontrugen. Sie wurden ins Krankenhaus verbracht.
Bad Homburg v. d. H., 5. Juli. Die Kaiſerin
traf um 12 Uhr 25 Minuten mittels Sonderzugs zu
längerem Kuraufenthalt hier ein. Zum Empfang hatte
ſich Prinz Joachim, von Schloß Friedrichshof kommend.
am Bahnhof eingefunden. Nach herzlicher Begrüßung
fuhr die Kaiſerin mit dem Prinzen Joachim im offenen
Wagen nach dem Schloß. Die Stadt hatte reichen
Flag=
genſchmuck angelegt. Wie früher wird die Kaiſerin auch
in dieſem Jahre die Badekur gebrauchen. In dem Kaiſer
Wilhelm=Bad ſind die bequemſten Einrichtungen
getrof=
fen. Zum Kurgebrauch ſtehen der Kaiſerin drei prunkvolle
Räume zur Verfügung, deren Ausſtattung eine große
Frankfurter Firma ausgeführt hat. Ein Extraeingang
führt ungeniert nach den Baderäumen. Ob neben den
Bädern noch eine Trinkkur ſtattfindet, wird erſt der
ärzt=
liche Beirat der Kaiſerin entſcheiden. Früheren
Gewohn=
heiten gemäß wird in dieſem Falle das Waſſer der
Eliſa=
bethenquelle, der bekannteſten Quelle Homburgs, auf dem
Königlichen Schloſſe getrunken. Die Kaiſerin bezieht den
ſogenannten engliſchen Flügel im Homburger Schloſſe,
von wo aus man eine prächtige Ausſicht auf den Taunus
genießt. Zu Füßen liegt der herrliche Schloßgarten.
Schattige Ruheplätze unter Jahrhunderte alten Bäumen,
grüne Lauben, glatt geſchorene Wieſenflächen neben
herr=
lichſten Blumenfloren, ein Teich und nicht zuletzt die
ge=
räumigen Tennisplätze, auf denen die Kaiſerin
bekannt=
lich gerne den geſunden Sport ausübt, harren des Gaſtes
Der Kaiſerliche Automobilpark, beſtehend aus acht
Auto=
mobilen, iſt eingetroffen und im Saalbau eingeſtellt. Aus
dem Marſtall ſind ferner bereits 24 Pferde unter Führung
von drei Stallmeiſtern angekommen, die zum Teil im
Königlichen Schloſſe, zum anderen Teil im Hotel „Adler”
untergebracht ſind.
Straßburg 5. Juli. Der Reichstagsabgeordnete
Emmel wurde, als er die ausſtändigen Bauarbeiter im
Nordbahnhof in Mülhauſen beſuchen wollte, von einem
Firmenleiter des Platzes verwieſen, obwohl er ſich
als Gemeinderatsmitglied auf ſtädtiſchem Grund und
Boden befand. Als Abgeordneter Emmel ſich weigerte,
wurde er auf Anweiſung eines Kommiſſars von
Gendar=
men und=Schutzleuten mit Gewalt entfernt. Er hat
Be=
ſchwerde beim Bürgermeiſter eingelegt.
Karlsruhe, 4. Juli. Der Stadtrat der Reſidenzſtadt
Karlsruhe hat beſchloſſen,, mit Rückſicht darauf, daß ein
neues ſtädtiſches Theater mit Konzertſaal unter dem Preiſe
von 1680000 Mark nicht erſtellt werden könne, von dieſem
Geſamtprojekt Abſtand zu nehmen und lediglich ein
Konzerthaus zu erſtellen.
Neuſtadt a. H., 5. Juli. Auf der Bahnſtrecke Neuſtadt=
Hasloch wurde heute früh die Leiche eines vom Zuge
überfahrenen Mannes aufgefunden. Ob Selbſtmord
oder Verbrechen vorliegt, iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Leipzig, 4. Juli. Im Spionageprozeß gegen
den 50jährigen Schuhmachermeiſter Jrſeph Lesniewski
aus Markowicz fällte das Reichsgericht nachmittags das
Urteil. Der Angetlagte wird woegen der fortgeſetzten
Ver=
ſuche des Verbrechens gegen § 1 des Spionagegeſetzes zu
drei Jahren Zuchthaus fünf Jahren
Ehrenrechtsverluſt und Stellung unter
Polizeiauf=
ſicht verurteilt. In der Begründung wurde feſtgeſtellt, daß
Lesniewski ſich in den Dienſt des ruſſiſchen
Nachrichten=
bureaus geſtellt habe und dieſem kurz nacheinander drei
Briefe mit geheim zu haltenden Beſtimmungen überſandte.
Als erſchwerendes Moment wurde angegeben, daß der
Angeklagte lediglich aus Gewinnſucht handelte.
Norderney, 4. Juli. Fürſt und Fürſtin v.
Bü=
low ſind hier eingetroffen und haben füredie Dauer der
Saiſon ihre Villa bezogen.
Paris, 5. Juli. Nach einer Meldung des hieſigen
Neu=York Herald hat der im Dienſte der mexikaniſchen
Aufſtändiſchen ſtehende franzöſiſche Flieger Didier
Maſ=
ſon einen Flug über den feindlichen Stellungen
unter=
nommen und dabei mehrere Bomben geſchleudert,
die große Verheerung anrichteten. Eine einzige dieſer
Bomben habe 52 Soldaten auf der Stelle getötet.
Paris, 5. Juli. Auf dem Landungsplatz des
Hafens=
von Boone in Algerien entſtand geſtern abend eine
Feuersbrunſt, die 4000 Zentner Heu und 3000
Zent=
ner Korn vernichtete. Es iſt dies ſeit vier Tagen die
fünfte Feuersbrunſt, die dort ausgebrochen iſt.
Neuformationen und
Formations=
änderungen in der Armee.
* Berlin, 5. Juli. Das
Armeeverordnungsblatt=
enthält Neuformationen am 1. Oktober 1913 und
For=
mationsänderungen anläßlich des
Nach=
tragsetats 1913. Die dritten Infanteriebataillone
werden errichtet beim 5. Garde=Regiment zu Fuß in
Spandau, beim 5. Gardegrenadier=Regiment in
Span=
dau, beim Infanterie=Regiment Nr. 152 in Stuhm, beim=
Infanterie=Regiment Nr. 153 in Merſeburg, beim
Infan=
terie=Regiment Nr. 154 in Striegau, beim Infanterie=
Regiment Nr. 156 in Tarnowitz, beim Infanterie=
Regi=
ment Nr. 157 in Brieg, beim Infanterie=Regiment Nr. 158
auf dem Truppenübungsplatz Senne, beim Infanterie=
Regiment Nr. 159 in Geldern, beim Infanterie=Regimen=
Nr. 62 in Eutin, beim Infanterie=Regiment Nr. 1646i
Holzminden, beim Infanterie=Regiment Nr. 167 in
Mühl=
hauſen (Thüringen), beim Infanterie=Regiment Nr. 168
in Friedberg in Heſſen, beim Infanterie=Regi
ment Nr. 169 in Villingen, beim Infanterie=Regimen=
Nr. 170 in Donaueſchingen. — Die 15 Feſtungsmaſchinen
gewehr=Abteilungen werden aufgeſtellt in Königsberg=
Thorn, Graudenz, Diedenhofen, Poſen, Straßburg, Metz=
Köln, Mutzig, Mainz und Loetzen. Die neuen Jäger=
Regimenter zu Pferde werden errichtet: Nr. 8 in Trier=
Nr. 9 in Inſterburg, Nr. 10 vier Eskadrons in
Anger=
berg, eine Eskadron in Goldap, Nr. 11 vier Eskadrons
in Tarnowitz und eine Eskadron in Lublinitz, Nr. 12 in
St. Avold und Nr. 13 in Saarlouis. Die 14 Radfahrer=
Kompagnien werden jedem Jäger=Bataillon und
Garde=
ſchützen=Bataillon angegliedert.
Die Luftſchiffer= und Fliegertrupper
gehören zur Inſpektion des Militär=Luft= und
Kraftfahr=
weſens. Die Luftſchiffer werden folgendermaßen
einge=
teilt: Zum Gardekorps gehören: Das Luftſchiffer=Bataillo=
Nr. 1 nebſt Beſpannungsabteilung in Berlin=Tegel, da=
Luftſchiffer=Bataillon Nr. 2, davon der Stab und die erſt=
Kompagnie in Berlin=Markendorf, vorläufig in
Tege=
das Luftſchiffer=Bataillon Nr. 2 in Hannover, vorläufi
in Königsberg, die 3. ſächſiſche Kompagnie in Dresder=
Zum 8. Armeekorps gehört das Luftſchiffer=Bataillo=
Nr. 3, davon der Stab und die erſte Kompagnie in
Kölr=
die zweite Kompagnie in Düſſeldorf, die dritte
Kom=
pagnie in Darmſtadt, vorläufig in Metz. Zum14
Armeekorps gehört das Luftſchiffer=Bataillon Nr. 4,
da=
von der Stab und die erſte Kompagnie in Mannheim
die zweite in Metz und die dritte in Lahr, vorläufigei
Gotha, die vierte württembergiſche in Friedrichshafen
Zum 1. Armeekorps gehört das Luftſchiffer=Bataillo
Nr. 5, davon die erſte Kompagnie in Königsberg, von
läufig in Allenſtein, der Stab und die zweite Kompagn
in Graudenz, vorläufig in Thorn, die dritte Kompagn
in Schneidemühl, vorläufig in Poſen. Die
Fliegertruſ=
pen werden folgendermaßen eingeteilt: Zum Gardekorp
gehört das Flieger=Bataillon Nr. 1, davon der Stab un
die erſte und zweite Kompagnie in Döberitz, davon ei=
Detachement in Jüterbog und die dritte ſächſiſche
Kon=
pagnie in Zeithain. Zum 5. Armeekorps gehört da=
Flieger=Bataillon Nr. 2, davon der Stab und die erſ=
Kompagnie in Poſen, die zweite Kompagnie in Grau
denz und die dritte Kompagnie in Königsberg. Zu=
8. Armeekorps gehört das Flieger=Bataillon Nr. 3, davo
der Stab und die erſte Kompagnie in Köln, die zwei
Kompagnie in Hannover und die dritte Kompagnie
Darmſtadt. Zum 15. Armeekorps gehört das Fliege
Bataillon Nr. 4, davon der Stab und die erſte Kon
pagnie in Straßburg, die zweite Kompagnie in Me
und die dritte Kompagnie in Freiburg (Baden).
Luftfahrt.
Zuſammenſtoß in der Luft.
* Johannisthal, 4. Juli. Heute abend ku
nach halb 8 Uhr ſtießen auf dem Flugplatz zwei
Flu=
maſchinen in 20 Meter Höhe, ein A. F. G.=Doppeldecke
von Flieger Helſcher, und ein Luftverkehrs=Doppe
decker, von Hauptmann Friedel geſteuert; zuſan
men. Hauptmann Friedel erlitt eine Quetſchung
Wirbelſäule; bei Helſcher wurde eine bedenkliche
Verle=
ung der Wirbelſäule feſtgeſtellt. Die beiden Fliegere
hielten ſofort Hilfe von dem auf dem Flugplatz ſtänd
anweſenden Stabsarzt Dr. Koſchel. Die beiden
App=
rate wurden total zertrümmert. Die Flieger wurden
das Krankenhaus nach Britz gebracht. Dort iſt
Helſch=
kurz nach ſeiner Einlieferung an Herzſchwäche geſto
ben. Er trug ſcheinbar innere Verletzungen davon.
Großer Preis vom Bodenſee.
* Friedrichshafen, 5. Juli. Um den groß
Preis vom Bodenſee ſtartete heute vormittag in
Ko=
ſtanz zum Endkampf Pilotingenieur Gſell zit ſ
nem Doppeldecker des Flugzeugbaus Friedrichshafe
Er flog dabei zum zweimaligen Flug um den Bodenſ
103 Minuten 27 Sekunden, während Hirth am 3. Ir
zur gleichen Flugſtrecke 106 Minuten 16 Sekunden b
nötigte. Die Differenz zwiſchen den beiden Konkurre
ten Hirth und Gſell beträgt heute 2 Minuten 11 Seku
den, während dieſe am 3. Juli nur 33 Sekunden betru
Somit erhielt Hirthden erſten Preis in Höhervi
25000 Mark, Gſell den zweiten in Höhe von 100
Mark, und den dritten Preis von 5000 Mark erhielt d
Aviatiker Thelen mit ſeinem Albatros=Doppeldeck=
Nach der Bekanntgabe der Flugzeit des Piloten Gſ.
ſtartete Hirth nicht mehr, ſondern machte mit ſeinem Ei
decker mit einem Paſſagier einen Abſtecher nach Friedrich
hafen. Nach einigen prächtigen Kurven über der hieſig
Stadt waſſerte er kurz nach 12 Uhr vor dem Kurhotelge
ten, verankerte dort ſeinen Apparat und ging an Lar
um im Kurgartenhotel ein Frühſtück einzunehmen. U
2 Uhr flog Hirth wieder nach Konſtanz zurück, nachde
er noch einige großartige Rundflüge über der Sta
unternommen hatte.
* Konſtanz, 5. Juli. Das offizielle Ergebnis der
ſoeben abends 8 Uhr zu Ende gegangenen Preisverteilung
iſt folgendes: I. Befähigungsnachweis: Otto=Doppeldecker
(Baierlein) 500 Mk., Aviatik=Doppeldecker (Faller) 800 Mk.,
Friedrichshafen=Doppeldecker (Gſell) 1000 Mk.
Friedrichs=
hafen=Eindecker (Kohnert) 500 Mk., Ago=Doppeldecker
((Kißling) 1000 Mk., Strack=Eindecker (Strack) 500 Mk.,
Albatros=Eindecker (Vollmöller) 800 Mk., Albatros=
Dop=
peldecker (Thelen) 1000 Mk., Albatros=Eindecker (Hirth)
1000 Mk. II. Großer Preis vom Bodenſee. Hirth 106 Min.
17 Sek. 25000 Mk., Gſell 106 Min. 51 Sek. 10000 Mk.,
Thelen 128 Min. 41 Sek. 5000 Mk., ſowie den
Ehren=
preis des Staatsſekretärs des Reichsmarineamts.
III. Preiſe für Steigungsfähigkeit: Hirth 11 Minuten
6 Sekunden 3000 Mark, Kißling 12 Minuten 8 Sek.
2000 Mk. IV. Preiſe für Sportflugzeuge: Vollmöller
50 Min. 5000 Mk. und den Ehrenpreis des Kaiſerlichen
Automobilklubs. V. Konſtruktionspreiſe: Albatros (Hirth)
5000 Mk., Ago (Kißling) 3000 Mk., Friedrichshafen (Gſell)
2000 Mk. VI. Mechanikerpreiſe. Erſter und zweiter Preis
Hirth=Mechan iker 1000 Mk., dritter Preis Vollmöller=
Mechaniker 500 Mk. VII. Ehrenpreis des Großherzogs
von Baden, Hirth, Ehrenpreis des Miniſters für
öffent=
liche Arbeiten Breitenbach, Gſell, Ehrenpreis des Grafen
Zeppelin Kohnert, Ehrenpreis des Bodenſee=
Verkehrs=
vereins Kißling.
HB. Frankfurt a. O., 5. Juli. Als geſtern abend
½8 Uhr der aus Poſen kommende Mars=Doppeldecker
„Dresden 4” mit Leutnant Boder als Führer und
Leut=
nant Krey als Begleiter auf dem hieſigen Flugplatz
landen wollte, geriet der Apparat in die am Rande des
Flugplatzes ſtehenden Bäume und ſtürzte zur Erde,
Böder wurde mit einem ſchweren Schädelbruch
aufgeho=
ben und ins Lazarett gebracht. Krey erlitt leichte
Ver=
letzungen.
Erfurt, 5. Juli. Der Flieger Henning
ſtieg geſtern abend auf dem Droſſelberg mit einem
Schwade=Stahlherz=Doppeldecker zu einem Fluge auf,
um ſich um einen Preis der Nationalflugſpende zu
be=
werben. Er führte in 600 Meter Höhe einen Flug von
zwei Stunden und vier Minuten aus und landete
wie=
der auf dem Droſſelberg. Henning hat damit einen
Preis von 2000 Mark aus der Nationalſpende errungen.
Dem Fluge wohnten die amtlich beglaubigten
Sport=
zeugen des Erfurter Vereins für Luftſchiffahrt bei.
Von der Kieler Woche.
Travemünde 4. Juli. Der Start der
mitt=
leren Jachten bei Heikendorf, wie auch der Start der
großen und alten Jachten in der Stranſer Bucht vor Kiel
vollzog ſich heute morgen bei nahezu völliger Flaute. Später
friſchte ein ſüdweſtlicher Wind ein wenig auf. Unter
wechſelnden Winden erreichte etwa um 4 Uhr das
Feuer=
ſchiff von Fehmarnbelt von den großen Jachten zuerſt
„Paula” danach „Germania” und „Meteor”. Von den
19=Meter=Jachten war „Wendula” an der Spitze. Die
klei=
neren Jachten gingen durch den Fehmarnſund. Infolge
teilweiſe widriger Winde und teilweiſe völliger Flaute
gingen die Jachten nur langſam vor, ſo daß deren
Ein=
treffen vor Travemünde nicht vor 11 Uhr abends zu
er=
warten ſein dürfte. — Prinz Heinrich von Preußen ſegelt
auf „Hamburg II” mit. — Heute abend 6¼ Uhr traf die
„Hohenzollern” vor Travemünde ein und wurde auf den
Strom geſchleppt, deſſen Bett jetzt ſo vertieft iſt, daß die
„Hohenzollern” hier feſtmachen kann.
* Travemünde, 4. Juli. Der Wind friſchte am
ſpäten Nachmittag weiter auf, ſo daß die großen Jachten
doch ſchon etwa um 9 Uhr das Ziel paſſieren konnten.
„Meteor” mit dem Kaiſer an Bord wurde gegen 10 Uhr
zur Liegeſtelle auf den Strom geſchleppt, worauf der
Kai=
ſer an Bord der „Hohenzollern” ging.
* Travemünde, 4. Juli. Reſultate der
Segelwettfahrt Kiel-Travemünde. Wind:
Nordoſt bis Nordweſt; Windſtärke: 0 bis 4 Meter. In
der Klaſſe la erhielt den erſten Preis und den
Wander=
preis „Meteor” den zweiten und den Ehrenpreis des
Kaiſers „Germania”; in der Klaſſe B den erſten Preis
„Comet” den zweiten „Iduna; in der Klaſſe C den erſten
und zweiten Preis, ſowie den Kaiſerpokal „Ellinor”; in
der Klaſſe D den Serſten Preis und den Meteorpokal
„Paula”; in der Klaſſe E den erſten Preis „Heti” In
der 10=Meter=Klaſſe erhielt den erſten Preis „Taron II‟
in der 9=Meter=Klaſſe „Peer Gynt” und in der 8=Meter=
Klaſſe „Mariechen”.
* Travemünde, 4. Juli. Reſultate des
internationalen Handikaps für
Motor=
jachten Kiel-Travemünde. Erſter: „Glückauf”,
Zwei=
ter: „Paz‟ Dritter: „Falke”, Vierter: „Vogelſang”.
* Travemünde, 5. Juli. Reſultate der
heutigen Segelwettfahrt von Kiel nach
Travemünde: Wind aus Nordoſt bis Nordweſt,
Wind=
ſtärke 0 bis 4 Sekundenmeter. A. I=Klaſſe erſten Preis
und Wanderpreis des Felca=Syndikats „Meteor” zweiten
(Ehrenpreis des Kaiſers) „Germania”. In der Klaſſe der
alten Jachten erhielt „Komet” den erſten Preis, Iduna”
den zweiten. In der 19 Meter=Klaſſe erhielt Ellinor”
den erſten (2. Kaiſerpokal), in der 15 Meter=Klaſſe erhielt
Paula” den erſten und den Meteorpokal, in der 12 Meter=
Klaſſe erhielt „Heti” den erſten, in der 10 Meter=Klaſſe
er=
hielt „Tarpon 2‟ den erſten, in der 9 Meter=Klaſſe erhielt
„Peer Gynt” den erſten und in der 8 Meter=Klaſſe „
Ma=
riechen” den erſten Preis.
Das Großherzogspaar bei dem
Schützenfeſt in Mainz.
31. In den letzten Tagen waren es zwei Fragen, die
die großen und kleinen Mainzer beſchäftigten: Kommen
Großherzogs von Darmſtadt, um den Feſtzug anzuſehen?
Und die zweite bange Frage lautete, wie wird ſich das
Wetter geſtalten? Nun, das heſſiſche Fürſtenpaar, in
deſſen Gefolge ſich eine Hofdame und Oberhofmarſchall
von Ungern=Sternberg befanden, traf gegen 12 Uhr
mit=
telſt Automobil in Mainz ein und wurde auf dem Wege
nach dem Gebäude der Provinzialdirektion (Schillerplatz)
von dem zahlreichen Publikum, das die Straßen beſetzt
hielt, jubelnd begrüßt. Was das Wetter betrifft, ſo
be=
gann der Morgen recht vielverſprechend in den
Frühſtun=
den mit Sonnenſchein. Doch der Himmel vermochte ſich
von ſeiner ſeit Wochen geübten Gewohnheit, ein trübes
Antlitz zu zeigen, nicht zu trennen, je weiter der
Vormit=
tag voranſchritt, deſto mehr graues Gewölk ſtieg auf.
Immerhin konnten die Mainzer und ihre zahlreichen Gäſte
die ſchonende Zurückhaltung des Himmels loben, denn
ohne die Regenſchirme in Tätigkeit ſetzen zu müſſen,
ver=
mochten ſie den gut vorbereiteten und reichhaltigen Zug
in Augenſchein zu nehmen.
Der hiſtoriſche Feſtzug, der von der
Kaiſer=
ſtraße aus ſeinen Weg nahm, wurde von dem Zugmarſchall
und mittelalterlich koſtümierten Herolden eröffnet, ihnen
folgte die recht geſchmackvolle Gruppe der „Rheinſtädte‟,
an die ſich, von Girlanden tragenden Knaben umgeben,
der „Schützenkönig” ſchloß. Die badiſchen Schützen nahen:
ſie werden von einem Herold mit badiſcher Standarte
an=
gekündet. Hoch zu Roß kommen die Schwarzwälder, denen
eine größere Anzahl Schwarzwälder Bauern zu Fuß
fol=
gen; in ihren Kützen tragen ſie Uhren, Goldwaren nach
einem ſauberen Schwarzwaldhaus. Pfälzer
Landbewoh=
ner kommen mit Senſen, Dreſchflegeln und ſonſtigem
Ackergerät, ihnen folgt der Prunkwagen „Palatina”; er
zeigt das Leben der „fröhlichen Pfalz” beim Klang der
Becher. Den Mittelchein und Preußen zeigen Herolde
mit heſſiſchen und preußiſchen Standarten an. Von
be=
rittenen Landsknechten und Hellebardenkriegern begleitet,
folgt der „Boruſſia=Haſſia=Wagen” umgeben
von den heſſiſchen und mittelrheiniſchen Schützen. Mit
ſeinem „Dreizack” inmitten des Handels, der Künſte fährt
der ſtolze Rhonus daher. In ſeiner Nähe befindet ſich
die Loreley. Eine Winzergruppe umgibt den „
Bachus=
wagen” deſſen Rieſenfaß den Inhalt für gar viele durſtige
Kehlen birgt. A=B=C=Schützen werden von mit Ruten
ausgeſtatteten Erziehern in die Elementarweisheit
einge=
weiht. Bauern in Odenwälder Tracht feiern eine
Hoch=
zeit, der ein „Amor=Wagen” folgt. Die Zünfte finden
durch Metzger, die zwei Ochſen führen, Bäcker, Küfer,
dieſe natürlich mit einem Weinfaß, eine recht anſprechende
Vertretung. Reichsherolde mit dem Reichsbanner,
Fan=
farenbläſer zeigen die Ankunft Kaiſer Barbaroſſas und
der Kaiſerin Beatrix an, in ihrem Gefolge befinden ſich
Heinrich von Schwaben, der Graf von Flandern, Graf
von Naſſau und ſonſtige Großen der Zeit von 1186.
Pagen und blumenſtreuende Mädchen umgeben dieſe
Gruppe. Jagdmuſik ertönt, Büchſenſpanner, Treiber
be=
gleiten die Jäger aus Kurpfalz, die einen auch mit Beute
veladenen Wagem heimbringen. In froher Geſellſchaft
darf natürlich „Münchhauſen” nicht fehlen. Die Mainzer
Frühgeſchichte wird durch eine Germanen=Gruppe römiſche
Legionäre Druſus reich illuſtriert, das Kurfürſtliche Mainz
wird durch Ratsherren, Profeſſoren, Studenten uſw.
reprä=
ſentiert. An die Befreiungskriege erinnern die Lützower
Jäger. Prächtig ausgeſtattet iſt der Moguntia=Wagen”,
der vor den Mainzer Schützen einherfährt. Der Zug, der
über 90 Gruppen zählte, wurde von der Turnerſchaft und
von der Feuerwehr abgeſchloſſen.
Von dem Zuge, der bei den zahlreichen Zuſchauern
lauten Beifall fand muß anerkennend hervorgehoben
wer=
den, daß er in der Tat das Prädikat „hiſtoriſch” verdiente:
denn Koſtüme und Wagen waren ſtilvoll im Geiſt der
Zei=
ten gehalten. Nach Schluß des Zuges fand in der
Schützen=
halle Feſttafel ſtatt, ſpäter begann für die Aktiven das
Konkurrenzſchießen um die erſten zehn Becher; für die
michtſchießende Menſchheit, die recht zahlreich auf dem
Feſtplatze erſchienen war, gab es Konzert und ſonſt
aller=
lei Kurzweil.
Preisſchießen der Berufsjäger des
Heſſiſchen Jagdklubs.
2) Wie ſeit einer Reihe von Jahren veranſtaltete auch
geſtern wieder der Heſſiſche Jagdklub auf dem Neuen
Schießhaus ein Berufsjäger=Preisſchießen, an dem ſich 35
heſſiſche Förſter aus allen Teilen des Landes beteiligten.
Der Heſſiſche Jagdklub zählt zu ſeinen Mitgliedern über
100 Berufsjäger, faſt ausſchließlich heſſiſche Förſter. Um
denſelben, die zum Teil wenig Gelegenheit haben, die
Schußwaffen zu benützen, edie Freude am Jagdberuf zu
fördern, hält der Heſſiſche Jagdklub alljährlich für dieſe
Berufsjäger ein Preisſchießen ab, das für die
Teilneh=
mer völlig koſtenlos iſt. Dieſelben haben nur eine
Ver=
ſicherungskarte von 1 Mark zu löſen. Zu den Preiſen
gewährte der Allgemeine Deutſche Jagdſchützenverein
(Landesverein Heſſen) einen namhaften Beitrag. Der
hohe Protektor des Heſſiſchen Jagdklubs, Seine
König=
liche Hoheit der Großherzog, hatte auch in dieſem Jahre
wieder einen prächtigen 1. Preis geſtiftet, beſtehend in
einer wertvollen Pürſchbüchſe, geziert mit den Initialen
des hohen Stifters in Silber. Weitere, teils ſehr
wert=
volle, Preiſe hatten geſtiftet: Seine Durchlaucht Prinz
Otto zu Schaumburg=Lippe, die Deutſche Jägerzeitung
Neudamm (Geh. Komerzienrat Neumann), Herr
Medi=
zinalrat Dr. E. A. Merck, Herr Geheimerat Profeſſor Dr.
Kittler, Dr. med. et. phil. W. Merck, Ungenannt, ferner
die Firmen R. Hübner, Waffengeſchäft, und Hoflieferant
L. Wesp, ſowie der Heſſiſche Jagdklub, ſo daß der Wert
der Preiſe über 600 Mark betrug. Das Preisſchießen
be=
gann nachmittags um 3 Uhr und nahm einen flotten und
dank der vortrefflichen Leitung, einen ſehr ſchönen und
animierten Verlauf.
Das ſchwierige Amt der Preisrichter, und es wurde
dieſes Jahr vortrefflich geſchoſſen, hatten die Herren
Oberjägermeiſter van der Hoop, Oberſtabsarzt Dr.
Ger=
lach. Jagdzeuginſpektor Germann, Forſtmeiſter Gilmer=
Hirſchhorn Ingenieur Glöckler, Forſtmeiſter Schäfer=
Mönchbruch und Profeſſor Zeuner unternommen,
wäh=
rend die Oberleitung über das ganze Preisſchießen in den
bewährten Händen des Ehrenoberſchützenmeiſters Herrn
Kommerzienrat Hickler, lag. Geſchoſſen wurde: 100 Meter
Ringſcheibe, 100 Meter ſtehender Rehbock, 60 Meter
lau=
fende Sau, 60 Meter laufendes, verſchiedenes Wild,
lau=
fenden Waldhaſen in freier Wildbahn, Tontaubenſchießen,
ſowie zum Schluß auf eine Anzahl Ehrenſcheiben. Um
7 Uhr war das heiße Ringen um den Großherzogspreis
beendigt und unter zahlreicher Beteiligung des
Publi=
kums und der Klubmitglieder fand im feſtlich geſchmückten
Feſtſaal des Jagdkluubs die Preisverteilung durch Herrn
Kommerzienrat Hickler ſtatt. Als Sieger des Preiſes
Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs wurde Herr Forſtwart
Barth aus Lorſch mit 101 Punkten proklamiert. Den
2. Preis erhielt Förſter Groß von Dambach bei
Wies=
baden, 3. Preis Förſter Denninger. Forſthaus
Lehr=
bach bei Kirtorf, 4. Preis Forſtwart Hirſch. Emilienhütte
bei Darmſtadt. Den Siegern wurde ein Tuſch und ein
dreifaches „Horridoh” ausgebracht. Sämtlichen
Preis=
ſchützen wurde ein ſchöner Preis zugeſprochen und
die=
ſelben nach Schluß des Wettkampſes auf Koſten des
Stif=
ters reich bewirtet. Verſchönt wurde das Feſt durch ein
Inſtrumentalkonzert, ſowie durch prächtige
Geſangsvor=
träge des Schubertquartetts, das die Grünröcke des
Heſſenlandes noch lange in treuer Kameradſchaft
zuſam=
menhielt. Den braven Förſtern aber die bekanntlich zu
den ſchlechteſt beſoldeten Beamten des Landes gehören,
war ein ſolcher Feſttag gewiß im Jahr einmal zu gönnen.
Als Schluß des Preisſchießens brachte der
Ehren=
oberſchützenmeiſter, Herr Hickler, ein dreifaches „Horri
doh” auf den Schirmherrn des heſſiſchen Waidwerks,
Großherzog Ernſt Ludwig, aus, in das die Jäger kräftig
einſtimmten. Profeſſor Zimmer feierte die Berufsjäger
mit ihren vorzüglichen Leiſtungen und brachte azf das
Großherzoglich heſſiſche Forſtperſonal ein dreifaches
„Horridoh” aus, wofür der Berufsjäger Förſter
Wald=
ſchmidt=Grundhof in launigen Jägerworten dankte.
Den Schluß des Feſtes bildete noch ein Tänzchen.
16. Starkenburger
Provinzialfeuerwehr=
tag in Groß=Umſtadt.
C In dem aufs herrlichſte mit Fahnen und
Tannen=
grün geſchmückten Odenwaldſtädtchen Groß=Umſta’dt
fand geſtern nachmittag im Gaſthaus zum „Weißen Roß”
die Abgeordnetenverſammlung des 16. Starkenburger
Provinzialfeuerwehrtages ſtatt, der von allen Wehren der
Provinz Starkenburg beſchickt war. Als Ehrengäſte
wohnten den Verhandlungen bei: Herr
Provinzialdirek=
tor Fey, ſowie als Vertreter des Kreisamts Dieburg
Herr Regierungaſſeſſor Dittmar.
Anſtelle des erkrankten Verbandsvorſitzenden
Kreis=
feuerwehrinſpektors Möller führte Branddirektor L.
Fiſcher=Darmſtadt den Vorſitz, der die zahlreich
er=
chienenen Kameraden, und ganz beſonders die Ehrengäſte
in herzlichen Worten begrüßte und auf den Wert des
ge=
meinſamen Austauſches der Erfahrungen auf dem Gebiete
des Löſchweſens bei den Verbandstagen hinwies. —
Ge=
heimerat Fey dankte für die freundliche Begrüßung des
Vorſitzenden. Er ſei hierher gekommen um darzutun wie
außerordentlich wichtig er das Feuerlöſchweſen für Staat
und Gemeinden und für das Volkswohl halte. Vorwärts
gehe es bei der Feuerwehrſache nur durch den Austauſch
der Erfahrungen erprobter Führer bei ihren
Verbands=
verſammlungen und ſo hoffe und wünſche er für die
heu=
tige Tagung reichen und beſten Erfolg. Namens des
Kreisamts Dieburg und der Kreisverwaltungsbehörden
begrüßte herzlich Regierungsaſſeſſor Dittmar die
Ver=
ſammlung und hieß alle herzlich willkommen in dem
ſchönen und alten Städtchen Groß=Umſtadt. Auch die
Feuerwehren des Kreiſes erfreuen ſich der Förderung
und des Wohlwollens der Behörden und beſonders
chlagfertig habe ſich ſchon oft die Groß=Umſtädter
Feuer=
wehr in Not und Gefahr gezeigt. Auch er wünſche den
Verhandlungen reichen Segen und Gedeihen. Als
Ver=
treter der Stadtverwaltung begrüßte Herr Beigeordneter
Arzt den Provinzialfeuerwehrtag. Als alter
Feuer=
wehrmann begrüßte der Vertreter des Kreisverbandes,
Feuerwehrinſpektor Völker=Dieburg, die Kameraden,
während der Kommandant der Groß=Umſtädter Wehr
Zibulzky die Ehrengäſte und die Kameraden namens
ſeiner Mannſchaft begrüßte.
Hierauf wird das Protokoll des 15. Feuerwehrtags
verleſen und genehmigt. Ein Antrag des Ausſchuſſes auf
Gründung einer Verbandskaſſe für die Provinz
Starken=
burg wird einſtimmig abglehnt. Der von dem
Vorſitzen=
den erſtattete Geſchäftsbericht über den Ausbau des
Löſchweſens in der Provinz Starkenburg gab ein ſehr
intereſſantes Bild. Die Provinz Starkenburg hat mit
354 Gemeinden und 588574 Einwohnern insgeſamt 145
freiwillige Feuerwehren und weiter 217
Pflichtfeuer=
wehren und 20571 Mannſchaften und 15146
Hilfsmann=
ſchaft, zuſammen 35717 Mann. Spritzen ſind vorhanden
707 mit 72783 Meter Schlauchlänge. Waſſerleitungen
haben 176, keine Leitung 178 Wehren. 90 mechaniſche
Schiebleitern ſind in der Provinz vorhanden. Die
Aus=
gaben für Feuerſchutz betrugen in der Provinz
Starken=
burg von 1906/10 1121314 Mark. Hiervon entfielen auf
die Landesbrandkaſſe 291154 Mark, die Gemeinden
796 232 Mark, an beſonderen Zuſchüſſen 8408 Mark. Von
den Feuerwehren ſelbſt wurden 25550 Mark aufgebracht.
Brände fanden ſtatt 1466, wofür an Entſchädigungen
1131248 Mark bezahlt wurden. Unglücksfälle kamen in
dieſem Zeitraum vor: bei Bränden 42 bei Uebungen uſw.
22, wofür 4630 Mark Verdienſtverluſt vergütet wurden. An
ſtändigen Unterſtützungen wurden insgeſamt 26397 Mark
ausbezahlt. Die Verbandszeitung wird bei 362 Wehren
von 195 gehalten.
Erfreulich ſei, daß nun endlich der alte Streit über
die Heranziehung der Lehrer und Beamten zur
Pflicht=
feuerwehr durch das Miniſterium entſchieden ſei. Zu
hoffen ſei, daß dieſer Entſcheid der Regierung auch
wirk=
lich durchgeführt werde. Einen intereſſanten Vortrag
hielt ſodann der Vorſitzende über das Verhalten der
Feuerwehren begenüber den elektriſchen
Strakſtromleit=
ungen der Ueberlandzentralen bei Bränden. Gefordert
wurde Veröffentlichung eines Merkblattes für die
Feuer=
wehren durch die Heſſiſche Elektrizitäts=Aktiengeſellſchaft.
Nachdem noch ein Vertreter der preußiſchen
Verſicher=
ungsanſtalt „Friedrich Wilhelm” zum Beitritt fürt die
Lebensverſicherung referiert hatte, fand die Wahl des
Verbands=Ausſchuſſes ſtatt und erfolgte die einſtimmige
Wiederwahl desſelben. Als nächſter Ort des 17.
Feuer=
wehrtages für Starkenburg wurde Biblis gewählt und
die Tagung mit einem Hoch auf Se. Königl. Hoheit den
Großherzog geſchloſſen.
37. Gauturnfeſt des Main=Rhein=Gaues
zu Sprendlingen.
— Wenn auch der Himmel am Samstag nachmittag
nicht ſo Vertrauen erweckend ausſah, ſo zogen doch die
Turner des Main=Rhein=Gaues von Nah und Fern nach
Sprendlingen, um beim 37. Gauturnfeſt im edlen
Wett=
ſtreit um den ſchlichten Eichenkranz ihre Kräfte zu meſſen.
Durch den herzlichen Empfang am Bahnhof, den die
Turner ihren Turnbrüdern entgegenbrachten, und durch
die gaſtliche Aufnahme bei den Einwohnern
Sprend=
lingens fühlten ſich die fremden Turner bald heimiſch.
Am Samstag nachmittag um 5 Uhr fand, wie üblich,
eine Sitzung des Gauausſchuſſes ſtatt und um 7 Uhr
die Sitzung des Kampfgerichts. Vor der Sitzung des
Kampfgerichts wurden an dem Kriegerdenkmal von der
Kapelle des Leib=Drag.=Regts. Nr. 24 einige Muſikſtücke
ge=
ſpielt. Nach Eintritt der Dunkelheit ſtellte ſich am Gaſthaus
zum „Heſſ. Hof” ein ſtattlicher Fackelzug auf, der die fremden
und einheimiſchen Turner nebſt einer großen Anzahl
Zuſchauer zum Feſtplatz geleitete. Hierſelbſt übergab
der Vorſitzende des Feſtausſchuſſes, Herr Heinrich Stroh.
das Feſt mit dem Wunſche, auf beſtes Gelingen, dem
Gauvertreter, Herrn Lehrer Roth, Groß=Gerau. Dieſer
dankte dem Ausſchuß und allen Beteiligten für die
mühevolle Arbeit zur Vorbereitung des Feſtes und
wünſchte, daß die geleiſtete Arbeit ſowohl wie das Feſt
überhaupt, zum Segen der Turngemeinde Sprendlingen,
ſowie der ganzen Gemeinde Sprendlingen, zum
Wohle gereichen möge, um weit über die Grenzen unſeres
Gaues, dem ganzen deutſchen Vaterland zum Beſten zu
dienen. Gauvertreter Roth ſchloß mit einem „Gut Heil”
auf die Turngemeinde Sprendlingen, auf die Gemeinde
Sprendlingen und ſeine Einwohnerſchaft.
Hierauf wurde von circa 300 Sängern (Dirigent Herr
Lehrer Runkel) als Begrüßungschor „Es klingt ein heller
Klang” in ganz vorzüglicher Weiſe vorgetragen. Sodann
hielt Herr Pfarrer Schmidt die Feſtanſprache,
die von echt turneriſchem Geiſt durchzogen war.
Der Redner, der zugleich den Willkommengruß der
Ge=
meinde Sprendlingen den Feſtgäſten übermittelte, ging
in ſeiner Anſprache davon aus, daß die Turnerei
Be=
dürfnis der Menſchen ſei, und er führte zum Beweiſe
die Spiele der alten Griechen und Römer an. Ebenſo
die alten Deutſchen, wie die ſich tummelten und übten,
um den Körper zu kräftigen und zu ſtählen. Und als
vor 100 Jahren Turnvater Jahn auf den Plan trat
und mit ſeinem ganzen Wiſſen und Können, mit ſeiner
ganzen Perſönlichkeit die hohen Ziele der Turnerei
an=
ſtrebte, da ſei eine Begeiſterung für dieſe edlen Ziele
durch unſere Landen gegangen, deren erſtes Ergebnis in
der einmütigen Erhebung und Befreiung des bedrängten
und geknechteten Vaterlandes von dem korſiſchen Joche
zu erblicken ſei. In der Fahne der Turngemeinde
Sprendlingen ſieht Redner ein altes Wahrzeichen aus
jener bewegten Zeit, ein Wahrzeichen, das vielleicht
durch die Hand unſeres Altmeiſters Jahn geweiht iſt.
(Die Fahne ſtammt aus dem Jahre 1848 und Jahn
ſoll bei d
hnweihe zugegen geweſen ſein.)
Nach,d m ver Sängerchor nochmals einen ſehr ſchönen
Chor zu Gehör gebracht hatte, wurden auf einer
beſon=
ders dazu errichteten Bühne verſchiedene turneriſche
Vor=
führungen gezeigt, denen allſeitig ungeteilter Beifall
ge=
ſpendet wurde. Obwohl der größte Teil der Turner und
Kampfrichter ſich zeitig ins Quartier begeben hatten, um
friſch und ausgeruht am Sonntag morgen antreten zu
können, herrſchte auf dem Feſtplatz doch noch bis
Mitter=
nacht reges Treiben.
Zu Graf Zeppelins 75. Geburtstag.
* Stuttgart, 5. Juli. Heute abend 9 Uhr fand auf
dem hieſigen Marktplatz zu Ehren des Grafen
Zeppelin eine große öffentliche Feier ſtatt. Die
Stadt Stuttgart, deren Ehrenbürger Graf Zeppelin iſt,
hatte das Rathaus und die umliegenden Gebäude
präch=
tig illuminiert. Eingeleitet wurde die Feier mit dem
Geſang des Liedes „O Schutzgeiſt alles Schönen” das
von 2600 Sängern unter Mitwirkung einer Militärkapelle
vorgetragen wurde. Oberbürgermeiſter Lautenſchlager
hielt in Gegenwart des Grafen Zeppelin von einem
Fenſter des Rathauſes eine Anſprache an die zahlreich
auf dem Marktplatz verſammelte Menge, in welcher er
die Verdienſte des Grafen Zeppelin feierte. Die Rede
klang in einem begeiſtert aufgenommenen Hoch auf den
Grafen aus. Zeppelin dankte für die ihm dargebrachte
Huldigung und ſchloß mit einem Hoch auf die Stadt
Stuttgart.
Der Ausſtand in Südafrika.
* Johannesburg, 4. Juli. Am Nachmittag kam
es zu neuen Unruhen, in deren Verlauf ein
Dra=
gonerleutnant verwundet wurde. Die Ausſtändigen
gewannen das Perſonal der Straßenbahn für ſich, ſo daß
der Straßenbahnverkehr eingeſtellt iſt: Pöbel, an deſſen
Spitze Frauen mit roten Fahnen marſchierten, zog nach
dem ſtädtiſchen Elektrizitätswerk, vertrieb das Perſonal
besſelben und ſchnitt den Strom ab. Eine Gruppe
begab ſich darauf zur Stadt, die in Dunkelheit gehüllt war.
Später wurde die Beleuchtung wiederhergeſtellt. Die
Streikenden bleiben Herren der Zugänge zum Bahnhof
von Braamfontein. Der Eiſenbahnverkehr nach dem
Sü=
den iſt vollſtändig unterbrochen, doch bleiben auf dem
Zen=
tralbahnhof die Lokomotivführer auf ihren Maſchinen
und weigern ſich, ſich dem Streik anzuſchließen.
* Johannesburg, 4. Juli. Heute abend iſt die
Menge auf dem Areal der Eiſenbahn ohne jede Kontrolle
und hat die Parkſtation in Brand geſetzt. Die
Geſchäftsräume der Zeitung Star ſtehen in Flammen. Die
Volksmenge drang gegen die Bureaus der großen
Gruben=
geſellſchaften vor. Die Polizeimannſchaften gaben Feuer,
worauf die Menge ſich zurückzog.
* Pretoria, 4. Juli. Außer den 600 Mann
Kavallerie, die geſtern von Potſchefſtrom nach
Jo=
hannesburg beordert worden waren, hat die Regierung
heute noch 300 Mann Infanterie von Roberts=Heights
nach dem Randgebiet beordert. Die noch nicht ſtreikenden
Eiſenbahnangeſtellten werden ſich heute abend oder
mor=
gen verſammeln, um zu beraten, ob ſie aus Sympathie
für die Grubenarbeiter auch in den Ausſtand treten ſollen.
* Johannesburg, 4. Juli. Gegen Mitternacht
ſteckte der Pöbel ein zweites großes Gebäude in
Brand. Die Schutzleute, die die Bureaus der Firma
Wernher, Veit u. Co. beſchützten, wurden mit Steinen
be=
worfen. Die Beamten gaben zunächſt drei
Warnungs=
ſchüſſe ab und feuerten dann wirklich. Zur Hilfe
herbei=
gerufene Dragoner gingen gegen die Menge vor und
zer=
ſtreuten ſie. Um Mitternacht hörte man in verſchiedenen
Stadtteilen noch immer ununterbrochenes Gewehrfeuer.
Bis dahin wurden 30 Perſonen in die Krankenhäuſer
ein=
geliefert.
* Johannesburg, 5. Juli. Bis jetzt iſt es ganz
unmöglich, genau die Zahl der bei den geſtrigen
Un=
ruhen Verwundeten anzugehen. Bekannt iſt nur, daß
pier Ziviliſten getötet und etwa 50 Ziviliſten und
Po=
lizeibeamte verwundet worden ſind. Der
Weſt=
rand iſt verhältnismäßig ruhig. Der Oſtrand bildet
den Hauptherd der Unruhen. Ein unbeſtätigtes Gerücht
beſagt, daß tauſend bewaffnete Ausſtändige auf
Johan=
nesburg losmarſchieren, wo Barrikaden errichtet
ſind, um die großen Geſchäfte zu beſchützen. Die
Ar=
beiterverbände drohen, das Waſſer abzuſchneiden, weil
Polizeitruppen auf die Ausſtändigen geſchoſſen haben
Ein Verband fordert gleichzeitig alle ſtädtiſchen und alle
Diſtriktsverbände auf. in den Ausſtand zu treten. Die
Bäcker weigern ſich, Brot für irgend jemanden zu backen,
der in den Bergwerken arbeitet. Für heute werden
er=
neute Unruhen erwartet. Es geht das Gerücht, daß die
ſtädtiſchen Behörden von Pretoria um die Entſendung von
Verſtärkungen und Maſchinengewehren erſucht haben.
* Johannesburg, 4. Juli. Eine Gruppe
von Streikenden verſuchte einen Eingang zur
Kleinfontein=Grube, wo Streikbrecher arbeiten, zu
er=
ſtürmen. Schottiſche Füſiliere hielten die Menge, die
eine ſehr drohende Haltung einnahm, mit aufgepflanztem
Bajonett zurück. Ein Mann wurde verwundet. Endlich
gelang es einer berittenen Truppe, die Demonſtranten zu
zerſtreuen.
* Pretoria, 4. Juli. 10 Uhr 50 Minuten abends.
Eine Verſammlung von 300 Eiſenbahnern
ein=
ſchließlich Arbeiter der mechaniſchen Werkſtätten, erklärte
in einer Reſolution ihre Sympathie mit den
ſtreikenden Bergleuten. Der Sekretär der
Eiſen=
bahner=Gewerkſchaft ſprach ſich für einen Eiſenbahnerſtreik
aus und ſagte, daß der ausführende Ausſchuß am
Sonn=
tag darüber Beſchluß faſſen werde.
* Johannesburg, 5. Juli. Unter den bei den
Unruhen getöteten Perſonen befindet ſich ein
Angeſtellter der Firma Peycke u. Sohn in Hamburg namens
G. Budrieks.
* Pretoria, 5. Juli. Die Miniſter Botha und
Smuts haben ſich wegen der dortigen ernſten Lage nach
Johannesburg begeben.
Der neue Balkankrieg.
Die Kämpfe der Griechen und Bulgaren.
* Athen, 4. Juli. Nachdem der Miniſterpräſident
der Kammer die letzten Angeiffe der Bulgaren berichtet
hatte, wodurch die drei anderen Verbündeten zum gemein=
ſchaftlichen Kampfe gegen Bulgarien gezwungen ſeien,
verlas er unter frenetiſchem Beifall eine königliche
Bot=
ſchaft an das Volk, in welcher erklärt wird, daß angeſichts
des bulgariſchen Treubruches der Armee und der Flotte
der Befehl zum Vorrücken erteilt worden ſei.
* Athen, 4. Juli. Der Miniſterpräſident verlas in
der Kammer ein Telegramm des Hauptquartiers über die
ſiegreiche Schlacht bei Kilkitſch. Die Griechen
eroberten 60 Kanonen. Die Begeiſterung der Deputierten
war unbeſchreiblich. Alles klatſchte Beifall und rief: Es
lebe der König, die Armee, die Nation und Venizelos!
* Wien, 4. Juli. Die Reichspoſt meldet, aus
Athen: Geſtern mittag kamen in Saloniki vier
Wag=
gons mit bulgariſchen Gefangenen an. Die
Gefangenen, unter denen ſich acht Offiziere befinden,
ge=
hören zur 14. bulgariſchen Diviſion, die bei Kilkitſch
kämpfte.
* Athen, 5. Juli. Wie aus dem Hauptquartier
ge=
meldet wird, wird dort die Schlacht bei Kilkitſich
als eine hervorragende Waffentat angeſehen. Die
Bulga=
ren zählten vier vollſtändige Diviſionen, darunter die 6.,
11. und 13. und eine Brigade der 10. Diviſion. Die
Stel=
lung bei Kilkitſch war von einer 24 Bataillone ſtarken
Di=
viſion, einer Brigade und einem Freiwilligenkorps beſetzt
die natürlich ſtarken Stellungen des Feindes waren durch
Verſchanzungen verſtärkt und ſtellenweiſe von ſchwerer
Artillerie armiert. Die griechiſchen Pioniere mußten
über=
all Wege herſtellen, um der Artillerie den Vormarfch zu
er=
möglichen. Generalſtabschef Dusmanis telegraphierte an
den Miniſterpräſidenten, daß der Feind infolge des
allge=
meinen Angriffes der griechiſchen Diviſionen heute früh
um 3 Uhr 35 Minuten ihre Stellungen bei Likowanni und
Lahana geräumt hat und von den Griechen unmittelbar
verfolgt wird.
* Athen, 4. Juli. Ein bulgariſches
Regi=
ment mit dem Oberſt und anderen Offizieren iſt in der
Nähe von Pangaon gefangen genommen worden.
Das Generalquartier des Königs richtete an das
Mini=
ſterium des Aeußern eine eingehende Beſchreibung
des Gefechts bei Nigrita, in der es heißt, daß
Nigrita einen entſetzlichen Anblick bot. Die Stadt und das
Tal waren von verſtümmelten Opfern und flüchtenden
Bulgaren bedeckt. Bei der Annäherung der raſch
vorrük=
kenden griechiſchen Truppen wurden 150 bulgariſche
Sol=
daten außerhalb Nigritas gefangen genommen die
Brände legten. Zahlreiche Leichen von Bulgaren und eine
Menge Waffen und Munition bedeckten die Gegend auf
eine halbe Stunde im Umkreis. Bei Lygovani, das die
Griechen beſetzten, wurde ein bulgariſches Bataillon
ge=
fangen genommen. Die Bulgaren zogen ſich auf der
gan=
zen Linie, von den griechiſchen Truppen energiſch verfolgt
zurück. Der Feind mußte in der Richtung auf die Brücke
über die Struma flüchten. Drei weitere Kanonen und
Munition wurden erbeutet.
* Athen, 5. Juli. Das griechiſche
Armee=
korps, das vor Gewgeli operiert, hat einen Säeg
davongetragen. Der Feind hatte ſeine Stellung
auf der ganzen Linie bei Cahana verlaſſen und iſt in
Un=
ordnung unter Zurücklaſſung von 12 Geſchützen,
zahlrei=
chen Munitionswagen, 1600 Gewehren und viel Munition
geflohen. Die griechiſchen Truppen verfolgen den Feind.
ſie haben ein bulgariſches Bataillon völlig aufgerieben.
Die griechiſche Armee iſt auf dem Vormarſch.
Die Haltung der Türkei.
* Wien, 5. Juli. Die Neue Freie Preſſe erfährt
von diplomatiſcher Seite, daß zwiſchen der Türkei und
Bulgarien eine Vereinbarung erzielt worden iſt.
Bul=
garien verzichtet auf eine Kriegsentſchädigung, wogegen
die Türkei ihre Neutralität erklärt.
Die Mobiliſierung Rumäniens.
* Bukareſt, 5. Juli. Der Kriegsminiſter
ver=
öffentlicht einen Aufruf an alle, die ſich freiwillig in
das Heer einreihen laſſen wollen. Sie können ſich ein
Armeekorps ausſuchen und müſſen mindeſtens 18 Jahre
alt ſein. Unter den bisher Gemeldeten befindet ſich der
Führer der Liberalen, Jon Bratianu und ſein Bruder,
der Direktor der Nationalbank, der Exminiſter Martzun
und der liberale Abgeordnete Duca. Die Gattin
Bra=
tianus übernahm die Bildung einer Ambulanz mit 120
Betten. Viele Frauen und Mädchen meldeten ſich beim
Kriegsminiſterium als Krankenpflegerinnen. Auf
Anreg=
ung des Polizeipräfekten ſtellte die Sozialdemokratie ihre
Agitation gegen den Krieg ein. Nach Zeitungsmeldungen
aus der Provinz hält dort die allgemeine
Kriegsbegeiſte=
rung an.
* Bukareſt, 5. Juli. Die großen Kreditinſtitute
ſehen vorläufig die finanzielle Lage ohne große
Beſorgniſſe an und halten ein Moratorium für überflüſſig.
Die Generaldirektion der Eiſenbahnen macht bekannt, daß
der Abgang des Orientexpreß bis Sonntag garantiert iſt.
Das Amtsblatt erklärt: Vom Augenblick des Erſcheinen
des Mobilmachungsdekrets an werden alle
Zei=
tungsnachrichten über Truppenbewegungen, die
Verſorg=
ung mit Munition und überhaupt alles, was die Armee
betrifft, als Spionage angeſehen. Von liberaler Seite
wird auf die Notwendigkeit einer nationalen Regierung
hingewieſen, der die Organe der Regierung mit der
Ver=
ſicherung entgegentreten, daß ſolche überflüſſig und die
Regierung feſt ſei.
Eine Botſchaft des Königs Konſtantin.
* Athen, 5. Juli. Eine heute erſchienene
könig=
liche Botſchaft lautet: „An mein Volk! Ich rufe
mein Volk zu neuem Kampfe auf. Verbündet mit
anderen chriſtlichen Staaten, um die leidenden Brüder zu
bbefreien, hatten wir das Glück, den Kampf von Sieg
ge=
krönt, die Sklaverei abgeſchafft und die griechiſchen
Waf=
fen zu Lande und zur See ruhmreich zu ſehen. Das
be=
ſiegte türliſche Reich trat den Verbündeten gemeinſam
das befreite Gebiet ab. Griechenland wollte, gerecht wie
immer, im Einverſtändnis mit den anderen Verbündeten
die freundſchaftliche Teilung des befreiten Gebietes,
ent=
ſprechend den Rechten jedes der Verbündeten und ſchlug
ſogar für den Fall einer Meinungsverſchiedenheit ein
Schiedsgericht vor. Bulgarien, im Gegenſatz zu
ſei=
nen Verbündeten, habgierig, weigerte ſich jeder
Verſtändigung und jeden Schiedsgerichts, und verſuchte
ſelbſt den größeren Teil der Siegesfrüchte ſich zuzueignen
und wollte den anderen Verbündeten nicht die
Ge=
bietsteile zuerkennen, die im Verhältnis zu
ihren Opfern ſtanden, auch die logiſche Notwendigkeit des
Gleichgewichtes zwiſchen den Staaten
nicht anerkennen und wandte jede Art von Hinterliſt und
Willkür an, indem es das Ziel dieſes Befreiungskrieges
und ſeine Verpflichtungen gegen ſeine Bundesgenoſſen
vergaß. Bulgarien vergaß die Lehren der bitteren
Er=
fahrung, welche die Völker der Balkanhalbinſel bei ihren
vergangenen Streitigkeiten hatten, und die glänzenden
Ergebniſſe des Zuſammenarbeitens und kam jetzt dazu,
die Freiheit ſelbſt zu bekämpfen und die Waffen gegen
ſeine Verbündeten zu richten, um ihre Rechte mit Füßen
zu treten und zu vergewaltigen, indem es ſo den
heiligen Zweck des gemeinſamen Kampfes zunichte macht.
Angeſichts dieſes unerhörten Betragens Bulgariens lag
die Pflicht der anderen Verbündeten klar zutage. Sie
hat=
ten den ihnen gebührenden Rang zu wahren und ihren
Bund aufrechtzuerhalten, um dem unerſättlichen
Vorgehen des ehemaligen Verbündeten Einhalt zu
bieten, damit ſie ihre vitalen Intereſſen verteidigen, ins
dem ſie die Anſprüche auf die Hegemonie niederkämpften
und ſo das Gleichgewicht der Staaten auf der
Balkanhalb=
inſel, welches ſo notwendig für ein harmoniſches
Beiein=
anderleben iſt, zu garantieren. Das griechiſche Volk in
enger Uebereinſtimmung mit Serbien und Mon= vertrauend auf die Heiligkeit ſeiner Sache,
greift wieder zu den Waffen und beginn
den Kampf für ſeine Altäre und ſeinen Herd von neuem=
Mein Ruf ergeht an meine Truppen zu Waſſen
und zu Lande, welche Griechenland groß machten,
die=
ſen edlen Kampf fortzuſetzen, um die von der türkiſchen
Tyrannei befreiten Brüder zu retten vor einer neuen
ſchrecklichen Sklaverei, welche ſie bedroht. Die
helle=
niſche Nation, in unerſchütterlichem Vertrauen auf ihre
Macht, ihr Recht und den Heroismus der Armee, welche
den griechiſchen Namen mit Ruhm bedeckt, Griechenland
auf die Höhe ſeiner heoriſchen Traditionen und glänzenden
Geſchichte wieder hinaufgehoben haben — die griechiſche
Nation wird, deſſen bin ich vollſtändig ſicher, kein Opfer
ſcheuen, für den Erfolg des neuen Kampfes, welcher
ver=
vollſtändigt und das Werk der erſten Befreiung
garan=
tiert, und dieſer Kampf hat den Segen Gottes wie der
erſte. Ich rufe ſeine Gnade an. Es lebe Groß=
Griechen=
land, es lebe die griechiſche Nation! Gegeben Balzak,
20. Juni 1913. Konſtantin Rex.”
Die Kämpfe der Serben und Bulgaren.
* Wien, 4. Juli. Die Reichspoſt veröffentlicht in
einer Extra=Ausgabe eine Depeſche ihres
Privatkorreſpon=
denten Wagner aus Sofia, in welcher ein großer
bul=
gariſcher Sieg am Owtſche Polje und der
Rückzug der Serben aus Uesküb=Kumanowo gemelden
wird. Die geſtrige Schlacht am Owtſche Polje wütete 11
Stunden hindurch auf einer zehn Kilometer langen Front.
Die Schlacht entſchied ſich nach neunſtündigem
Kampfe durch das Eintreffen einer ſtarken bulgariſchen
Kolonne von Norden, welche die Serben auf dem linken
Flügel angriff und mit einer Umgehung bedrohte, ſo daß
die ſerbiſche Armee den Rückzug auf Uesküb antreten
mußte. Auf der ſerbiſchen Seite kämpften auch
Monte=
negriner.
* Belgrad, 5. Juli. Das Serbiſche Preßbureal
meldet: Nach ihren tückiſchen Angriffen in den Kämpfen
der letzten Tage ſind die Bulgaren auf der ganzen
Front zurückgeſchlagen worden. Sie beſetzten das
linke Ufer des Bragalnitzafluſſes und des Nebenfluſſes
Zlatowo mit dem rechten Flügel und der ſiebenten
Rill=
diviſion in gut befeſtigten Stellungen mit der Abſicht,
en=
ſchnelles Vordringen unſerer Truppen aufzuhalten. Nuſſ
nehr fand ein blutiger Kampf ſtatt; die Bulgaren
wehrten ſich verzweifelt, waren aber nicht imſtande, dem
Eindringen der ſerbiſchen Truppen zu widerſtehen. Nach
den tagelangen blutigen Kämpfen iſt der 60
Bataillone und 120 Kanonen ſtarke rechte Flügel
der Bulgaren vollſtändig geſchlagen und
zerſtreut worden. Sein hauptſächlichſter Stützpunkt, die
Anhöhe bei Raitſchani, iſt nach einem Artilleriegefecht
von den Serben und Montenegrinern durch einen
Bajo=
nettangriff im Sturm genommen worden. An der Spitze
der Truppen befand ſich in dem entſcheidenden Augenblick
der Thronfolger Prinz Alexander. Die Bulgaren ſind
auf den Höhen von Platſchkawitza zurückgeworfen und
von unſeren ſiegreichen Truppen verfolgt worden. Wir
nahmen viele gefangen und machten Kriegsbeute.
* Sofia, 4. Juli. Nachdem die ſerbiſchen
Trup=
pen die Poſten an der bulgariſchen Grenze bei
Fata=
ric a angegriffen und 10 Kilometer ins Innere des
De=
partements Küſtendil eingedrungen waren, unternahmen
heute früh zwei bulgariſche Bataillone einen
Angriff=
gegen die ſerbiſchen Bataillone, welche bis
da=
hin vorgedrungen waren, ſchlugen ſie
vollſtändig=
in die Flucht und verfolgten ſie bis Kiſſelica,
nördlich von Egri Palanka. Sodann nahmen die
Bul=
garen die Höhen bei Kiſſelica, wobei 5 Offiziere und
gegen 200 Soldaten gefangen genommen wurden.
Außer=
dem wurden drei Schnellfeuerfeldgeſchütze, ein
Gebirgs=
geſchütz, drei Maſchinengewehre, 26 Pferde, ſowie eine
Menge Munition, Torniſter und Zelte erbeutet.
* Belgrad, 4. Juli. Heute abend um 7 Uhr trafen
1442 bulgariſche Gefangene, darunter ein
Oberſt=
leutnant, 17 Offiziere und zwei Militärärzte, hier ein.
Die Ueberführung derſelben in die Feſtungskaſernen
er=
folgte ohne Zwiſchenfall.
Darmſtadt, 7. Juli.
nn. Strafkammer I. (Sitzung vom 5. Juli.)
Der=
noch unbeſtrafte Maurermeiſter Chriſt aus Beſſungen
ſtand wegen Vergehens gegen das Sprengſtoffgeſetz
infolge mangelhaften Aufbewahrens von
Zünd=
ſchnüren und Sprengkapſeln vor dem Strafrichter.
Er hatte in ſeiner auf ſeinem Grundſtück errichteten
Bau=
hütte Zündfaden und Sprengkapſeln leicht zugänglich
aufbewahrt. Die noch Schulpflichtigen und ebenfalls
wegen Einbruchsdiebſtahl angeklagten Julius Wenz und
Ludw. Leißler aus Beſſungen hatten Kenntnis von dieſen
gefährlichen Sprenggegenſtänden. Sie drangen durch
Ab=
reißen von Lattenſtücken in die Bauhütte ein und
entwen=
deten von den Sprengkapſeln 7 Stück mit den
dazu=
gehörigen Zündfaden. Später brachten die Knaben
5 Stück der Sprengkapſeln im Beſſunger Wald zur
Exploſion. Nach eingehender Beweisaufnahme wurden
die beiden 12jährigen Angeklagten Julius Wenz und
Ludwig Leißler mangels Einſicht der Strafbarkeit ihrer
Tat vom Einbruchdiebſtahl freigeſprochen. Dagegen wurde
der mitangeklagte Maurermeiſter Chriſt wegen
Ver=
gehens gegen das Sprenggeſetz zu drei Monaten
Gefängnis und in die Gerichtskoſten verurteilt.
Dem Verurteilten wurde hierbei der Weg der Gnade
des Großherzogs anheimgeſtellt.
Sporf, Spiel und Turnen.
— Olympiſcher Sport. Glänzende Erfolge der
Darn=
ſtädter Olymvia in Frankfurt. Bei den geſtern in Frank=
furt abgehaltenen internationalen olympiſchen
Wett=
kämpfen ſchnitt Olympia=Darmſtadt vorzüglich ab.
Jo=
ſeph Schröck gewann den 800 Meter=Lauf in prächtiger
Weiſe in 2 Minuten 3 Sekunden. Teddy gewann den
1000 Meter=Juniorlauf ſicher in 2 Minuten 46 Sekunden
gegen 15 andere Konkurrenten. Die mit großer
Span=
nung erwartete 3 X 1000 Meter=Stafette wurde ſchon
durch den erſten Mann von Darmſtadt, Hans Schröck
ent=
ſchieden, der durch ganz brillanten Endſpeunſ ſeinem
Ver=
ein die Führung gab Trotzdem der Hauptkonkurrent
Mannheim nur die 3 X 1000 Meter=Stafette lief, konnte
er gegen Darmſtadt nicht aufkommen. Jütte belegte im
Kugelſtoßen den zweiten Platz und im Diskuswerfen den
dritten. Die 10 X 100 Meterſtafette für Militär gewann
ebenfalls die erſte Kompaanie des Großh. Leibgarde=
In=
fanterie=Regiments Nr. 115. Als Schlußmann lief für
das 115. Regiment der Einjährig=Gefreite F. Weber, der
gegen die Schlußleute des Hanauer Eiſenbahn=
Regimen=
tes und der Mainzer Pioniere durch prächtigen Endſpurt
ſicher gewann.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. Juli. Das Militärwochenblatt meldet:
Freiherr v. d. Goltz, Generalfeldmarſchall und
General=
inſpekteur der Zweiten Armeeinſpektion, wurde auf ſein
Geſuch von dieſer Stellung enthoben und iſt in das
Ver=
hältnis der Offiziere zur Dispoſition übergetreten. Er
verbleibt im Verhältnis als Chef des Infanterie=
Regi=
ments von Boyen (5. Oſtpreuß.) Nr. 41 und wird auch
ferner in der Dienſtaltersliſte der Generale geführt.
5. Sachs, Generalmajor und Inſpekteur der Erſten
Pionierinſpektion, wurde zum Inſpekteur der
Feldtele=
graphie, Adams, Oberſt, mit dem Range eines
Brigade=
kommandeurs und Abteilungschef im Kriegsminiſterium,
wurde zum Inſpekteur der Erſten Pionierinſpektion
er=
nannt.
* Travemünde, 5. Juli. Der Kaiſer und Prinz
Heinrich nahmen an dem Herrenabend des
Kaiſer=
lichen Jachtklubs, des Norddeutſchen Regattavereins und
des Lübecker Jachtklubs im Neuen Kurhaus teil.
Vor=
her nahm der Kaiſer die Preisverteilung für die geſtrige
Wettfahrt vor.
* Wien, 5. Juli. Das Fremdenblatt ſchreibt:
Ent=
gegen den bis in die letzte Zeit bekundeten Abſichten
ent=
ſchloſſen ſich die Landesausſchüſſe aller Parteien
Böhmens, auf ihre Stellen nicht Verzicht zu leiſten,
da=
mit der Beſtand des Landesausſchuſſes aufrecht erhalten
werde. Ob und wie lange der Landesausſchuß dieſer
Verantwortung gegenüber der unmittelbar bevorſtehenden
finanziellen Kriſe gewachſen ſein wird, dürfte vielleicht die
nahe Zukunft klären. Vor dieſem kritiſchen Augenblick
einzugreifen, hatte die Regierung von vornherein niemals
im Sinne. Der Zeitpunkt des Eingreifens iſt ihrer
pflicht=
gemäßen Wahrnehmung vorbehalten. Von gehegten und
nachher fallen gelaſſenen Plänen der Regierung zu reden,
erſcheint daher der Sachlage nicht entſprechend. Da die
Landesausſchußmitglieder ſich zum Verbleiben in ihrem
Amte entſchloſſen, haben ſie ſich damit bereit erklärt, die
volle ausſchließliche Verantwortung für die Fortfühlung
der Landeshaushalte bis auf weiteres tragen zu wollen.
* Paris, 5. Juli. Der Miniſterrat ſprach ſich heute
vormittag im Prinzip zugunſten der Einſtellung
von Militärpflichtigen im Alter von
20 Jahren unter dem Vorbehalt ſtrenger Auswahl
bezüglich der Tauglichkeit aus.
Paris, 6. Juli. Den Blättern zufolge wurde ein
junger Menſch, angeblich ein Deutſcher, namens
Paul Rudowsky, welcher ſich auf einem hieſigen
Polizeikommiſſariat nach der Adreſſe eines Landsmannes
erkundigen wollte, wegen Landſtreichens feſtgehalten
und durchſucht. In ſeiner Reiſetaſche ſollen mehrere
Papiere gefunden worden ſein, welche als Kopf die
Kruppſche Firma aufgedruckt trugen und
Zeich=
nungen von einem für Flugzeuge beſtimmten
Maſchinen=
gewehre enthielten. Der Polizeipräfekt wurde ſofort
von dem Funde verſtändigt. Beim Verhöre erzählte er,
ſein Vater ſei mehrer. Jahre als Werkführer bei Krupp
angeſtellt geweſen, und daß einer ſeiner Freunde ſich
in der Kruppſchen Fabrik mehrere Schriftſtücke über
Kriegswaffen verſchafft und ſie dann für 10000 Mark
an das Ausland verkauft habe. Dies habe
ihn auf die Idee gebracht, ſich die Pläne für ein
Ma=
ſchinengewehr für Flugzeuge zu verſchaffen und ſie an
Frankreich zu verkaufen. Er ſei ohne Wiſſen ſeiner
Eltern am 23. Juni nach Paris abgereiſt, jedoch bald
in Not geraten. Die bei Rudowsky gefundenen Papiere
wurden dem Kriegsminiſterium übergeben, wo ſie genau
geprüft werden ſollen. Nach einem anderen Bericht ſei
Rudowsky im Laufe der Woche viermal im
Kriegs=
miniſterium erſchienen, um ſeine Papiere zu verkaufen,
ihm ſei jedoch daſelbſt die Tür gewieſen worden.
* Apeldoorn, 5. Juli. Der ſozialiſtiſche Führer und
Abgeordnete Troelſtra wurde auf dem Schloſſe Loo
mit dem üblichen Zeremoniell von der Königin
empfangen. Die Audienz dauerte eineinhalb
Stun=
den. Nach Verabſchiedung von der Königin frühſtückte
Troelſtra im Schloſſe. Als er das Schloß verließ,
be=
ſtürmten ihn Journaliſten mit Fragen. Er weigerte ſich
indeſſen, etwas über die Unterredung verlauten zu laſſen
und erklärte nur, daß ſich die Königin mit großer
Lie=
benswürdigkeit mit ihm unterhielt.
* Petersburg, 5. Juli. In dem Prozeß gegen 52 der
Meuterei angeklagte Matroſen der baltiſchen Flotte
fällte das Marinekriegsgericht nach achttägiger
Verhand=
lung heute das Urteil. 27 Seeleute wurden zu
Zwangs=
arbeit, 20 zur Einreihung in die Arreſtantenabteilungen
verurteilt. Fünf wurden freigeſprochen.
* Petersburg. 5. Juli. Gegenüber Blättermeldungen
von dem Brande eines Hotels in Simbirsk, bei
dem 154 Perſonen verbrannt ſein ſollen, ſtellt die
Peters=
burger Telegraphenagentur feſt, daß im Dorf
Aſtra=
damowka in der Nähe von Simbirsk vier Häuſer
niederbrannten, wobei 14 Perſonen umkamen; ein
anderer Brand habe ſich nicht ereignet.
* Nowotſcherkask, 5. Juli. Ein Orkan richtete
große Verwüſtungen im hieſigen Diſtrikte an. 9000
Deſſjätinen Getreide und Gemüſegärten ſind vernichtet.
Zahlreiches Vieh iſt umgekommen. Der Schaden wird
auf eine Million Rubel geſchätzt.
— Charlottenburg, 5. Juli. Steuerſekretär Rieſe
iſt mit ſeiner Frau nach Unterſchlagungen in der Höhe von
200000 Mark zum Schaden verſchiedener Privatfirmen
geflüchtet. Rieſe iſt, wie feſtgeſtellt wurde, vor
un=
gefähr zwei Tagen nach England abgereiſt. Eine Reviſion
der ihm unterſtellten Steuerzahlſtelle ergab, daß dort
keine Gelder fehlen.
H. B. Iſchl, 5. Juli. Der heute früh 7 Uhr hier
ein=
getroffene Miniſter des Aeußern, Graf Berchtold
wurde um 11 Uhr vom Kaiſer in Audienz empfangen, in
welcher er eingehenden Bericht über die politiſche Lage
erſtattete und in der die Richtlinien für die Politik der
Monarchie in den verſchiedenen Fällen, die ſich aus dem
Verlauf des Balkankrieges ereignen könnten, beſprochen
wurden. Die Audienz dauerte 1½ Stunden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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geb. Lautenschläger.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Kurt Kempin,
Georg Lautenſchläger,
Anna Lautenſchläger geb. Dietrich.
Die Beerdigung findet Dienstag vormittag
10½ Uhr auf dem ſtädtiſchen Friedhofe ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft nach langen, ſchweren
Leiden unſere liebe Schweſter, Tante und
Schwägerin
(14785
Fräulein
Mathilde Zaun.
Darmſtadt, den 5. Juli 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Einſegnung u. Einäſcherung finden auf Wunſch
der Verſtorbenen in aller Stille ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Danksagung.
Für die uns beim Hinscheiden
un-
seres lieben Vaters erwiesene Teilnahme
sagen wir unseren herzlichsten Dank.
2483)
Baurat Karl Zimmermann
und Frau Lina, geb. Frank.
Heppenheim (Bergstr.), Juli 1913.
Tageskalender.
Vortrag von Hauptlehrer Löſch um 5¼ Uhr im
Hör=
ſaal 138 der Techniſchen Hochſchule (Lehrerverein)
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition,
Rhein=
ſtraße 23): Der Kaiſer in Hagenbecks Tierpark zu
Stel=
lingen, Brindejone in Kopenhagen, die
Reichstags=
ſitzung vom 30. Juni, in der die Wehrvorlagen
ange=
nommen wurden.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 8. Juli.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
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[ ← ][ ][ → ]Bekanntmachung.
Betr.: Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit in
hand=
werksmäßigen Betrieben.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt in Betrieben des Handwerks
Verſtöße gegen die Vorſchriften über die Sonntagsruhe feſtgeſtellt
und zur gerichtlichen Anzeige gebracht worden ſind, bringen wir die
für die in nachfolgender Tabelle bezeichneten Gewerbebetriebe
zuge=
laſſenen Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit erneut zur
Kenntnisnahme und Nachachtung.
Die Erd=, Maurer=, Vöphalt= und Staßerarbeiten
ſowie die Herſtellung der maſſiven Decken und maſſiven Geſimſe
für das Chefarzt= und Verwaltungsgebäude Heim Neubau eines
Garniſon=Lazaretts zu Darmſtadt ſollen in zwei Loſen vergeben
werden.
Los I Erd=, Maurer=, Asphalt= und Stakerarbeiten,
Los II maſſive Decken und maſſive Geſimſe.
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen im Neubaubureau
für das Garniſon=Lazarett, Eſchollbrückerſtraße (Akazien=Garten)
wäh=
rend der Dienſtſtunden von 8 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis
6 Uhr nachmittags zur Einſicht offen und können daſelbſt die
Ver=
dingungsunterlagen gegen poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung von
Mk. 2.— für Los I und Mk. 0.90 für Los II bezogen werden.
Die ausgefüllten Angebote ſind verſiegelt und mit
entſprechen=
der Aufſchrift verſehen, nebſt den vorgeſchriebenen Proben bis zum
28. Juli 1913 für Los I vormittags 10 Uhr und
„II
1080 Uhr
an das vorgenannte Geſchäftszimmer einzuſenden, zu welcher Zeit
die Eröffnung erfolgt.
(IV,14474,72
Die Zuſchlagsfriſt beträgt acht Wochen.
Darmſtadt, den 3. Juli 1913.
Militär=Bauamt.
Bezeichnung
Art der Betriebe
Bedingungen
der zugelaſſenen Arbeitszeit
1. Schneiderei im 1 Der Betrieb iſt geſtattet an 1 Werden 10 Arbeiter
handwerksmäßi= 16 nach Wahl des Arbeit= 1 oder mehr in dem
gebers zu beſtimmenden Betriebe regelmäßig
gen Betrieb
Sonn= nnd Feſttagen bis beſchäftigt, ſo dürfen
12 Uhr mittags. Dieſe Be= jugendliche Arbeiter
fugnis findet auf das Weih= 1 (Perſonen unter 16
nachts=, Neujahrs=, Oſter= Jahren) zur Sonn=
Himmelfahrts= u. Pfingſt=tagsarbeit nicht
her=
feſt keine Anwendung. angezogen werden.
für jugendliche Ar=
2. Damenkonfek= Wie zu 1
beiter verboten
tion und
Putz=
macherei
Wie zu 1.
3. Schuhmachere, (We zu 1
Wie zu 1.
Wie zu 1
4. Kürſchnerei,
5. Herſtellen von Wie zu 1
Wie zu 1.
Strohhüten
6. Ehemiſche
Wie zu 1
Für jugendiche u.
Wäſcherei und
beiter verboten.
Schönfärberei
Kleidungsſtücke
Wenn Arbeitgeber von dem Recht der Sonntagsarbeit nach
den obigen Vorſchriften Gebrauch machen wollen, müſſen ſie dies
vor dem Beginn der Beſchäftigung der Ortspolizeibehörde (Großh.
Polizeiamt) anzeigen, ſowie innerhalb der Betriebsſtätte an geeigneter,
den Arbeitern zugänglicher Stelle eine Tafel aushängen, welche in
deutlicher Schrift die für die Beſchäftigung von Arbeitern an
Sonn=
tagen geltenden Vorſchriften enthält, wie ſie ſich nach dieſer
Bekannt=
machung (auf Grund der Bundesratsbekanntmachung vom 5. 2. 1895)
für ihre Betriebe ergeben. (Solche Tafeln ſind in L. Kunzes Druckerei
dahier, Nieder=Ramſtädterſtraße 35, zum Preiſe von 30 Pfennig
er=
hältlich).
Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwider Arbeiter an
Sonn= und Feſttagen beſchäftigt, wird gemäß § 146a der R.=
Ge=
werbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 1000 Mark, im
Unver=
vermögensfalle mit Haft beſtraft.
(14749oi
Darmſtadt, den 3. Juli 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Dachdeckerarbeit.
Die Dachdeckerarbeit bei Umdecken des Daches des 1.
Schul=
hauſes ſoll in Submiſſion vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen liegen bei
unterzeich=
neter Behörde zur Einſicht offen und ſind Angebote bis
Donners=
tag, den 10. Juli d. Js., nachmittags 5 Uhr, daſelbſt einzureichen.
Griesheim, am 4. Juli 1913.
(14751
Großh. Bürgermeiſterei Griesheim.
Kunz.
Bekanntmachung.
Die Abgabe eines zur Zucht nicht mehr tauglichen Faſel=
Ochſen ſoll im Wege des öffentlichen Angebots erfolgen.
Verkaufs=
bedingungen liegen während der Geſchäftsſtunden bei uns zur Einſicht
offen. Angebote ſind ſchriftlich bis zum 11. d. Mts., nachmittags
5 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Beſichtigung des zum
Verkauf ſtehenden Tieres iſt während der Fütterung im Faſelſtall
geſtattet.
Arheilgen, den 4. Juli 1913.
(14752
Großh. Bürgermeiſterei daſelbſt.
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39. Deutſcher Aerztetag.
II.
— Elberfeld, 4. Juli. Unter überaus zahlreicher
Beteiligung von Delegierten und Mitgliedern, ſowie von
Vertretern ſtaatlicher und ſtädtiſcher Behörden trat heute
der 39. Deutſche Aerztetag im Kaiſerſaal der
Stadt=
halle zu ſeinen Beratungen zuſammen. Der Vorſitzende,
Sanitätsrat Dr. Dippe=Leipzig, hieß die Teilnehmer
willkommen und gedachte dann der Verſtorbenen des
letz=
ten Jahres. Der Redner ging dann auf den Streit mit
den Krankenkaſſen ein und betonte, daß die
Aerzte=
ſchaft zum Frieden bereit ſei. Die Muſterverträge
ent=
ſprächen auch dem Wohle der Krankenkaſſen, ſie vertrügen
ſich allerdings nicht mit dem Arbeitgeberſtandpunkt: Ich
will Herr im Hauſe ſein und meine Aerzte zulaſſen,
abhalf=
tern und behandeln wie es mir gefällt.
Aus dem Geſchäftsbericht geht hervor, daß der
Aerztevereinsbund gegenwärtig 416 Vereine mit ca. 26000
Mitgliedern umfaßt. Nach einem Bericht von Dr.
Mun=
ter=Berlin über die Verſicherungskaſſe referierte Dr.
Franz=Schleiz über die Arbeiten der ſogenannten
Kur=
pfuſchereikommiſſion. Er betonte die Notwendigkeit einer
verſchärften Bekämpfung des Kurpfuſchereiunweſens. Der
Kampf müſſe auf eine breitere Baſis geſtellt werden, dazu
ſei eine Verſtärkung der Kommiſſion notwendig. Dr.
Streffer=Leipzig erſtattete den Bericht der
Kranken=
kaſſenkommiſſion. Er ſchilderte das gegenwärtige
Verhält=
nis zwiſchen Krankenkaſſen und Aerzteſchaft und betonte,
die Aerzteſchaft wiſſe, was ſie wolle. Wenn ſie einig ſei,
brauche ſie überhaupt nichts zu fürchten. Wenn ein
ver=
tragsloſer Zuſtand kommen ſollte, dann würden ſich die
Aerzte durchaus nicht genieren, von allen möglichen und
erlaubten Mitteln mit aller Schärfe Gebrauch zu machen.
Wir ſind 25000 deutſche Aerzte, und wenn die
Kranken=
kaſſen ſich nicht dazu verſtehen können, ſich bis zum
In=
krafttreten der Reichsverſicherungsordnung am 1. Januar
1914 mit uns zu verſtändigen, dann wollen wir eben den
Kampf von neuem beginnen. (Lebh. Beifall.)
Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die
ärztliche Tätigkeit bei ſogenannten
gemeinnützi=
gen Vereinen. Der Referent Dr Götz=Leipzig
ver=
langte, daß auch die Tätigkeit bei dieſen gemeinnützigen
Vereinen, wie z. B. dem Roten Kreuz, den Aerzten bezahlt
werde, ſolange man in Deutſchland noch keinen
Zukunfts=
ſtaat habe. Das Publikum meint ſchon, daß die Aerzte nur
deshalb ihre Tätigkeit unentgeltlich dieſen Vereinen
wid=
men, weil ſie dadurch leichter bekannt und oben gut
ange=
ſchrieben werden und leichter Titel und Orden bekommen.
Die Entſcheidung über das, was unſere Standesehre
ver=
bietet, wollen wir nicht den hohen Herren vom Roten
Kreuz, den Generälen a. D., überlaſſen, ſondern uns ſelbſt.
Hierzu lag ein Antrag Leipzig=Land vor, wonach ärztliche
Tätigkeit in gemeinnützigen Vereinen nur gegen
Bezahl=
ung ausgeübt werden ſoll. Nach längerer Debatte wurde
ſchließlich ein Antrag Frankfurt a. M. angenommen, der
die Tendenz des Leipziger Antrages billigt, aber vorerſt
den geſchäftsführenden Ausſchuß beauftragt, weiteres
Ma=
terial zu ſammeln und dem nächſten Aerztetage vorzulegen.
Nach einer Pauſe referierte Dr. Meder=Köln über die
Impffrage. Der Referent ſchlug eine Reſolution vor,
in der im Namen von 26500 deutſchen Aerzten die
Auf=
rechterhaltung des Reichsimpfgeſetzes vom 8. April 1874
gefordert und die Angriffe gegen die Impfung als
unbe=
rechtigt zurückgewieſen werden. Ein Ergänzungsantrag
verlangte, daß der Geſetzgeber vor einer Berückſichtigung
der Korderung auf Einführung der ſogenannten
Gewif=
ſensklauſel gewarnt wird. In der Diskuſſion wurde
an=
geführt, daß es im Oſten Impfgegner nicht gebe, weil die
Leute da die pockennarbigen Geſichter unſerer öſtlichen
Nachbarn zu ſehen bekommen. Die Reſolution wurde
ſchließlich angenommen und darauf die Beratungen auf
morgen vertagt.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Die engliſche Lawn=Tennis=Meiſterſchaft im
Her=
ren=Doppelſpiel die jetzt in Wimbledon, der klaſſiſchen
Stätte der engliſchen Lawn=Tennis=Meiſterſchaften, zum
Austrag gelangt, brachte Rahe-H. Kleinſchroth einen
be=
merkenswerten Erfolg. Das deutſche Paar ſtand in der
Schlußrunde den Engländern Parke-A. E. Beamiſh
ge=
genüber und ſchlugen dieſe ſehr ſicher 6—3, 6—2, 6—4.
Dieſer Sieg iſt umſo bedeutungsvoller, als ſo gute
Spie=
ler wie A. F. Wilding, F. S. Wilding, S. N. Douſt, F.
G. Lowe, A. H. Lowe, Gore, vorzeitig ausgeſchieden
wa=
ren. Allerdings haben ſich Rahe-H. Kleinſchroth ihren
endgültigen Sieg noch in der Herausforderungsrunde gegen
H. Roper Barret-C. P. Dixon zu erkämpfen.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin, 5. Juli. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Endlich iſt
der erſehnte Regen auch in den Gebieten öſtlich der Elbe
gefallen, deren Saatenſtand, wie vor allem in
Branden=
burg und Weſtpreußen, unter einer monatelangen Dürre
außerordentlich gelitten hatte. Nur zu beiden Seiten der
unteren Elbe und Weſer, ſowie in Heſſen=Naſſau, im
Re=
gierungsbezirk Trier und in Elſaß=Lothringen ſind unter
10 Millimeter Regen gefallen, ſonſt über 25 Millimeter,
ſowie im Gebiet der Weichſel, in Oberſchleſien und in den
Bayeriſchen Alpen über 50 Millimeter und ſtellenweiſe
ſo=
gar über 100 Millimeter. Der Regen hat allgemein eine
wirkſame Erfriſchung der Saaten herbeigeführt. Wenn
das auch am nachhaltigſten bei den Futterpflanzen und
Hackfrüchten der Fall ſein dürfte, ſo iſt der Regen auch
noch den Getreidepflanzen zugute gekommen. Zwar ſteht
der Roggen auf den leichteren Böden Norddeutſchlands
vielfach unmittelbar vor der Ernte, ſodaß der Regen in
dieſen Fällen wohl nicht viel mehr wird beſſern können.
Auf die Sommerſaaten werden die Niederſchläge fördernd
einwirken. Weizen hat im allgemeinen ſeinen
befriedigen=
den Stand behauptet. Die Wintergerſte iſt ſchon mehrfach
geſchnitten. Die Heuernte iſt in vielen Bezirken beendet,
doch ſind Klagen im Weſten und Süden nicht ſelten, daß
die naſſe Witterung das Bergen des Heues erſchwert und
die Qualität beeinträchtigt. Im allgemeinen iſt jedoch
der erſte Schnitt ein befriedigender, vielfach ein guter, und
die Niederſchläge der letzten Wochen verſprechen einen
zweiten Schnitt, auf den man ſchon vielfach infolge der
Dürre nicht mehr gehofft hatte. Von den Hackfrüchten
ſtehen die Rüben insbeſondere die Zuckerrüben,
verhält=
nismäßig am beſten, während hauptſächlich im
nordöſt=
lichen Deutſchland mehrfach über einen geringen Stand
der Kartoffeln geklagt wird. Doch darf man hoffen, daß
die beſſere Witterung auch die Kartoffeln bald in ihrer
Entwicklung vorwärts bringen wird. Die Mehrzahl der
Berichte hebt hervor, daß die anhaltende kühle Witterung
den Einfluſt der Niederſchläge auf die Vegetation
abge=
ſchwächt und die Entwicklung zurückgehalten habe, ſo daß
die Getreideernte, für welche man noch vor kurzem infolge
der Dürre einen frühzeitigen Termin prophezeit hatte, jetzt
vorausſichtlich eine Verſpätung erfahren wird. Wärmeres
Wetter iſt dringend erwünſcht.
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XVI.
Elias Krottenheim ſaß aufrecht im Bett und muſterte
wütend den Etagenoberkellner, der zwei Schritte von ihm
entfernt ſtand.
Sagt mal, Herrſchaften, was iſt denn nun eigentlich
los? Seid ihr denn alle des Deiwels?! Vorhin, als mir
die Marjell — oder was das ſonſt für ein Weibsbild iſt
— den Kaffee brachte, habe ich ausdrücklich angeordnet,
daß man mich bis mittag ſchlafen laſſen ſoll! Und jetzt
kommen Sie ſchon zum zweiten Male und murmeln mir
da was in die Ohren . . .
Der Oberkellner betrachtete ihn mit unverhülltem
Mitleid.
Wenn es nach mir ginge, dann würden Herr
Forſt=
meiſter gewiß nicht geſtört werden. Aber der Herr
Leut=
nant läßt ſich doch durchaus nicht abweiſen.
Der Mann im Bett fuhr ſich verzweifelt durch das
mörderiſch ſchmerzende Haar.
Was für ein Leutnant denn, zum Donnerwetter?!
Ich kenne keinen Leutnant; aber meine Ruhe will ich
haben!
Hier iſt ſeine Karte, Herr Forſtmeiſter.
Elias Krottenheim nahm ſie, rutſchte ein wenig im
Bett herum, bis das Licht hell auf das Kartonblatt fiel
und buchſtabierte mühſam: —
Günter Freiherr von Oſtheeren
Leutnant im 6. Garde=Feldartillerie=Regiment
Erbprinzeſſin Melanie von Heſſen
Berlin.
Eine Weile dachte er nach. Es ging nur langſam.
Allmählich aber kam die Erleuchtung.
Sie — ich glaube . . . den Herrn kenne ich docht
.. . Natürlich kenne ich ihn! Iſt ja der Sohn von
mei=
nem ollen . . . Ach ſo! — Und Sie meinen alſo, daß ich
den Herrn Leutnant unbedingt ſofort empfangen ſoll?
Himmel, muß der die Nacht durchgefallen ſein! —
re=
flektierte der Befrackte neidiſch. Dabei machte er wieder
ſeinen Kratzfuß.
Herr Forſtmeiſter verzeihen, aber das meine nicht
ich, ſondern das meint der Herr Leutnant ſelber!
So! . . . Na ja; iſt ja wunderſchön! Alſo dann
möcht er man freundlichſt in ner Viertelſtunde
wieder=
kommen. Bis dahin werd ich mich n büſchen für ihn
putzen und ſchön machen!
Sehr wohl, Herr Forſtmeiſter!
Und als der alte Herr allein war, turnte er erſt einige
Male fluchend und ſtöhnend im Bett herum, bis er
ſchließ=
lich mit beiden Füßen auf dem Bettvorleger Grund
be=
kam. Damit war das ſchwerſte überwunden; nachdem
er dann auch noch ſein europäiſches Gleichgewicht
gefun=
den hatte, begann große Wäſche.
Einen harmloſen Menſchen zu ſo ſündhafter Zeit zu
ſtören — als ob man ’n Nachtwächter iſt! . . Die
Ber=
liner ſind verrückt alle miteinander! . . . Am
ausgeſtreck=
ten Arm verhungern laſſen die ganze Bande! . . .
So vertrieb er ſich die Zeit, bis der liebe Beſucher
ſich wieder einſtellte.
Ein ſchneller Blick in den Spiegel überzeugte Elias
Krottenheim davon, daß er trotz verquollener
Phyſiog=
nomie leidlich reſpektabel ausſähe. Das hob ſeine
Stim=
mung erheblich und er begrüßte den Baron mit kräftigem
Händedruck.
Eir ale de wer wir in wider mit Forhen,
Br=
ron, und ſchön Dank, daß Sie mich hier zu
nachtſchlafen=
der Zeit in meinem Bau aufſtöbern.
Was bleibt weiter übrig, Herr Forſtmeiſter?
Vor=
geſtern auf dem Rennplatz haben wir uns leider verpaßt;
geſtern nachmittag ſuchte ich Sie in der Kalckreuthſtraße —
ebenfalls vergeblich, weil Sie Ihre Sitzung hatten; alſo
war nur noch der heutige Vormittag, ſonſt fahren Sie
ſchließlich wieder ab, ohne daß ich Sie geſehen habe.
Und das hätte natürlich einen Schatten auf Ihr
gan=
zes Leben geworfen! ergänzte der Forſtmeiſter mit
einem Anflug von Sarkasmus. Machen Sie mich mit
al=
ten Kerl um Gotteswillen nicht eitel; ſonſt nehm ichs
für bare Münze und bild’ mir was drauf ein!
Dann zog er die Augenlider zu einem Spalt
zu=
ſammen.
AAlſo Ihre Anhänglichkeit in allen Ehren, lieber
Ba=
ron; wird Ihnen hoch angerechnet von mir; können ſich
drauf verlaſſen.
Nur .. . nehmen Sie’s mir nicht übel . . . aber ich
bin nicht arrogant genug, um im Ernſt daran zu glauben,
daß . .
Was denn, Herr Forſtmeiſter?
.. . ich meine, daß Sie ſich lediglich deshalb mit
dem Oberkellner eine halbe Stunde rumgezergelt haben,
weil Sie mir „guten Tag” ſagen wollten!
Der Artilleriſt ſondierte Terrain.
Das allein nicht, Herr Forſtmeiſter, es gibt allerdings
noch einen anderen Grund!
Na, ſehen Sie! konſtatierte der alte Herr befriedigt.
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Er trat zum Fenſter und zog die Vorhänge
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ander. Draußen regnete es.
Dreckwetter!
Dann wandte er ſich dem Leutnant wieder zu; in
ſeinem luſtigen Geſicht ſpielten tauſend Fältchen.
Nu werde ich Ihnen auch gleich aus der Bredouilke
helfen und Ihnen ſagen, warum Sie mir den Genuß
Ihres Beſuches verſchafft haben:
Büſchen auf die leichtſinnige Seite gelegt; unſolide
geweſen; Schulden kontrahiert! Und jetzt ſoll ich als
aller Duzfreund auf das Margenthinſche Vaterherz
tip=
pen, damit die Choſe ohne Reſpektierung der mütterlichen
Autorität unter der Hand erledigt wird! . . . Stimmts,
Baron? Nicht genieren; bin auch mal jung und n leichter
Windhund geweſen!
Uebrigens — wollen wir uns nicht ſetzen?
Danke, Herr Forſtmeiſter; ich wette, Sie ſtehen doch
ſofort wieder auf, wenn Sie erfahren, weswegen ich
tat=
ſächlich hier bin. Das mit den Schulden ſtimmt nämlich
nicht.
Elias Krottenheim zuckte die Achſeln.
Alſo ſchön; um ſo beſſer. Aber dann tun Sie mir auck)
den Gefallen, lieber Freund, und reden Sie nicht
an=
dauernd in Gedankenſplittern! Ich bin nämlich von
geſtern abend . . . alſo es fällt mir im Moment nochn
büſchen ſchwer, Ihnen da zu folgen . . . Euer Berlin iſt ja
ein ganz gefährliches Neſt geworden!
Da trat der Baron Oſtheeren einen Schritt zurück und
ſagte ohne viel Federleſens:
Ich erinnere Sie an unſere Abmachung von
Mar=
genthin her, Herr Forſtmeiſter; ich komme, um Sie zu
fra=
gen, wann Sie mir den Achtzehnender mit den weißen
Stangen freigeben.
und wen der ie der bißher unch inner en
leichten Druck in der Schläfengegend geſpürt hatte — jetzt
war er mit einem Schlage hölliſch munter geworden.
Baron — was — heißt das?
Darauf der Jüngere mit angefaßtem Säbel, ſehr
kor=
rekt, ſehr ernſt: —
Herr Forſtmeiſter, ich bitte Sie um die Hand Ihrer
Tochter. Wir haben uns geſtern nachmittag ausgeſprochen;
und dieſer Beſuch geſchieht mit Einwilligung Fräulein
Giſelas.
Nein! . . . das ſchnellte wie ein Peitſchenhieb durch
die Stille des Zimmers.
Der Artilleriſt hatte ſich jäh erblaſſend hochgerafft
und ſah zu dem alten Herrn hinüber, der hinter dem
Tiſch ſtand — die Hände um die Scitenkanten gekrampft
— und in deſſen Geſicht eine finſtere Abwehr gekommen
war.
Nein, Herr Baron — ich verſage meiner Tochter die
Einwilligung zu dieſer Heirat — ſo ehrenvoll dieſe
Wer=
bung für ſie auch ſein mag. Im nächſten Herbſt wird ſie
großjährig; danach braucht ſie mich nicht mehr. Bis
dahin hat ſie ſich meiner Entſcheidung zu fügen! Sollte
ſie ſpäter ohne meine Zuſtimmung auszukommen
glau=
ben . . . ein ſtummes Achſelzucken beendete den Satz.
Die Antwort des Offiziers war kalt und beherrſcht.
Das letztere iſt ſelbſtverſtändlich ausgeſchloſſen; wir
ſind keine zweifelhaften Hinterhausexiſtenzen, ſondern
ſtehen auf dem Boden der Geſellſchaft, deren Satzungen
für uns — für Giſela und mich — immer maßgebend ſein
werden!
Auf der anderen Seite aber, Herr Forſtmeiſter, habe
ich wohl ein Recht dazu, Sie nach den Gründen dieſer .
Ablehnung zu fragen!
Eine Weile war es ganz ſtill. Der alte Herr richtete
ich ſhuremen auf un ſun ſch ider die Sien. i5
müſſe er etwas wegwiſchen.
Er ſetzte ſich ſchwerfällig auf einen Stuhl. Die
grü=
belnden Augen verloren ſich ins Ungewiſſe. Faſt ſchien
es, als ſinke die hohe Geſtalt langſam in ſich zuſammen.
Endlich begann er zu ſprechen.
Vor allen Dingen habe ich Sie wohl um
Entſchuldi=
gung zu bitten — ich glaube, ich bin zu ſcharf geweſen
ſo im erſten Schrecken verliert man ſich manchmal — das
lag natürlich nicht in meiner Abſicht — verletzen wollt ich
Sie ganz gewiß nicht . .. denn ich hab Sie erſt einmal
vorher im Leben geſprochen und weiß im übrigen nur
Gutes von Ihnen, der Sie der Sohn meines alten und
beſten Freundes ſind.
Aber jetzt fordern Sie eine Antwort von mir; und ich
muß ſie Ihnen wohl geben.
Er hob den Kopf und ſah ſein Gegenüber an; auf
der Stirn kreuzten ſich ſchwere Falten.
Vielleicht iſt Ihnen aufgefallen, Baron, daß ich Sie
zu Ihrem Siege vom Sonntag nicht beglückwünſcht habe.
Aber ich konnte nicht!
Der junge Offizier ließ ihn nicht aus den Augen.
Sie . .. konnten nicht, Herr Forſtmeiſter?
Da ſprang Elias Krottenheim auf und begann mit
wuchtigen Schritten einen Sturmmarſch durch das
kleine Hotelzimmer.
Unvermittelt blieb er vor dem Leutnant von
Oſt=
heeren ſtehen.
Halten Sie mich nicht für verrückt oder halsſtarrig.
Ich bin kein Narr; ich weiß ganz genau, was ich rede;
ich habe meine Gründe, wenn ich Ihnen die Giſela
ab=
ſchlage!
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Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften.
(50. Verbandstag.)
St. Darmſtadt, 5. Juli.
Im Städtiſchen Saalbau fand heute vormittag der
50. Verbandstag der Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaften ſtatt, dem als Vertreter der Regierung die
Herren Geh. Landesökonomierat Müller und Reg.=Rat
Spamer beiwohnten. Den Vorſitz führte der
ſtellver=
tretende Verbandsdirektor Geh. Regierungsrat
Bich=
mann, der die Verſammlung eröffnete und die
Er=
ſchienenen, inſonderheit die beiden Regierungsvertreter.
und die Vertreter des Verbandsvorſtandes,
Generalſekre=
täre Grabein und Gennes herzlichſt begrüßte.
Nach Erledigung der notwendigen Formalitäten widmete
der Vorſitzende dem verſtorbenen Verbandsdirektor Geh.
Rat Haas einen warmen Nachruf. Einen gleich herben
Verluſt hat der Verband durch das Hinſcheiden des
Oeko=
nomierats Dettweiler erlitten; auch dieſem widmet
der Redner einen warmen Nachruf. Endlich iſt
Altbürger=
meiſter Keim vom Verbandsausſchuß verſtorben. Die
Verſammlung erhebt ſich zum Gedächtnis an die.
Ver=
ſtorbenen von den Sitzen.
Eine erregte Diskuſſion.
Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten. Der
Jahresbericht, erſtattet von Generalſekretär Haas,
iſt im Druck erſchienen und den Mitgliedern zugeſandt
worden. Haas ſelbſt iſt durch Krankheit am Erſcheinen
verhindert. (Große Unruhe und Lachen.) Gen.
Gött=
mann=Höchſt moniert, daß die im Vorjahr verlangte
Rechnung nicht im Bericht enthalten iſt. Der Vorſitzende
führt das auf ein Verſehen zurück, das durch die ſchwere
Kriſe wohl entſchuldigt iſt. — Gen. Schmuck=
Eppelsheim meint, die Ermahnungen, die in dem Bericht
enthalten ſeien, kämen um reichlich zehn Jahre zu ſpät;
die Verbandsleitung hätte ſie ſelbſt beſſer beherzigen
ſollen. Er rügt weiter die Tätigkeit der Reviſoren, die
verhindert werden, den Genoſſenſchaftern Klarheit zu
geben und die kein Rückgrat und dem Verbandsvorſtand
gegenüber zu wenig Freiheit haben. Er richtet ſcharfe
Angriffe gegen den Generalſekretär Haas, der Reviſoren,
die den Genoſſenſchaftern klaren Wein einſchenkten, dafür
ſcharf „angerempelt” habe u. dgl. Seine Angriffe richten ſich
im weiteren gegen die Verbandsleitung, die keine
Auf=
klärung gebe, in der Anlage der Gelder nicht die nötige
Vorſicht walten laſſe. Er habe ſchon im Jahre à908
be=
antragt, Nieder=Modau auszuſchließen. Generalſekretär
Haas habe ihm aber geantwortet, das ſei unmöglich.
Heute ſei bas anders. Hätte man anſtatt der
Vertuſchun=
gen offen die Verhältniſſe beleuchtet und 1908 Nieder=
Modau ausgeſchloſſen, wäre der Verluſt nur 50000 Mk.
geweſen. Dadurch, daß man die Genoſſenſchaften, anſtatt
ſie zu warnen, im Unklaren ließ, vielmehr ſofort mit
Klage drohte, wenn einer etwas gegen die Bank ſagte,
hat man ſie immer wieder veranlaßt, Gelder bei der Banl
anzulegen. Die neue Zentralkaſſe ſcheint gut zu
ſein. Man könne ihr Vertrauen entgegenbringen,
und es iſt wohl ſicher, daß, wenn ſie hält, was die kurze
Zeit ihres Arbeitens verſpricht, werde den
Genoſſenſchaf=
tern das nicht paſſieren, was mit der Genoſſenſchaftskaſſe
paſſiert iſt. (Lebhafter Beifall.)
Molkereidirektor Bill=Mockſtadt berichtet, veranlaßt
durch die Angriffe des Vorredners, über die Tätigkeit des
Reviſionsverbande‟ Der Verband habe alsbald nach
Beginn ſeiner Tätigkeit erkannt, daß es eine Anzahl
Ge=
noſſenſchaften gebe, die faul wären und ſich mit
Geſchäf=
ten einlaſſen, die aus dem Rahmen der Genoſſenſchaften
herausfallen. Er habe ſofort gerügt, daß man ſolche
Ge=
noſſenſchaften nicht ausſchließe, doch ſei ihm erwidert
wor=
den, daß das nicht ginge, weil ſie zu hohen Kredit bei der
Genoſſenſchaftskaſſe hätten und aus ähnlichen Gründen. Es
waren das etwa 35 bis 40 Genoſſenſchaften. Redner habe
dann ſofort darauf gedrungen, die ſchuldigen Perſonen —
meiſt Rechner oder Rendanten — von ihren Poſten zu
entfernen. Aber oftmals haben dieſe Genoſſenſchaften die
Perſönlichkeiten mit Hurra wiedergewählt. Dann wurde
mit Ausſchluß der Genoſſenſchaften gedroht. Das hat
geholfen bis auf drei Genoſſenſchaften. (Stürmiſche
Schlußrufe.) Redner fährt fort: Ich laſſe mir das Wort
nicht verbieten. Die Herren, die da Schluß rufen, ſcheinen
zu den faulen Genoſſenſchaftern zu gehören. (Große
Un=
ruhe.)
Der Vorſitzende erſucht, die Zwiſchenrufe zu
unter=
laſſen.
Gen. B ill ſtellt noch feſt, daß die Reviſoren der
Kommiſſion ſtets reinen Wein eingeſchenkt haben.
Gen. Arnold=Grüningen ſpricht namens der
neu=
gewählten Reviſionskommiſſion und ſtellt feſt, daß die
Reviſoren meiſt ihre Schuldigkeit getan haben, doch ſeien
ihre Berichte durch Geheimerat Haas nicht zur Verleſung
oder Veröffentlichung gelangt. Der heutige Bericht
ent=
halte auffallenderweiſe nichts von der Tätigkeit der
Re=
viſionskommiſſion. Herr Generalſekretär Haas habe
ſeine Schuldigkeit nicht getan in dem vorliegenden Bericht.
Weiter greift Redner die Mitglieder des
Landwirtſchafts=
kammervorſtandes ſcharf an, die nur ihre Rechte erhalten
und die Genoſſenſchaften im Stich ließen.
Herr Dr. Fitting ſtellt feſt, daß er den Reviſoren
täglich und ſtündlich jede gewünſchte Auskunft erteilt
habe. Man kann es den Reviſoren in dieſer kritiſchen
Zeit nicht verdenken, daß ſie mit rechtsgültigen Auskünften
vorſichtig ſind. Es iſt beabſichtigt, die Reviſoren
wöchent=
lich einmal zu gemeinſamer Beſprechung und Inſtruktion
zuſammenzuziehen. Bei der Ueberfülle der Arbeit der
letzten Zeit war das nicht möglich. Auch
Bezirksbeſprech=
ungen werden in nächſter Zeit öfter vorgenommen
werden.
Der Vorſitzende bittet, nunmehr den
Jahres=
bericht zu verlaſſen. Da der Name des Generalſekretärs
Haas heute mehrfach genannt wurde, möchte er mitteilen,
daß Haas demnächſt von ſeinem Poſten
zu=
rücktritt. (Stürmiſches Bravo!)
Den Rechenſchaftsbericht
verlieſt Herr Dr. Fitting. Die Einnahmen inkl. des
Ueberſchuſſes von 1910: 75000 Mk., betrugen 213168 Mk.
Die Ausgaben beliefen ſich auf 128816 Mark. Der
Ueber=
ſchuß für 1911 beträgt alſo 9345 Mark, im ganzen 84351
Mark. Nach der Bilanz für 1911 betragen die Aktiven
117599 Mark, die Paſſiven 23 247 Mark, der
Kaſſenüber=
ſchuß 84351 Mark.
Die Rechnung für 1912 ergibt an Einnahmen 158 452
Mark, an Ausgaben 137215 Mark. Der Ueberſchuß
be=
trägt im ganzen 96 243 Mark. Aus dem Ueberſchuß für
1911 wurde der Hauserneuerungsfonds gegründet. Die
Bilanz für 1912 erzielt an Aktiven 125038 Mark, an
Paſſiven 29394 Mark, ſo daß das Vermögen 96 243 Mk.
beträgt.
Direktor Bill ergänzt namens des
Reviſionsver=
bandes die vorgetragenen Rechnungen durch
Einzelan=
gaben. Er bleibt am Preſſetiſch meiſt unverſtändlich. Der
Redner ſtellt entgegen den über den Vermögensſtand des
Verbandes in Umlauf befindlichen Gerüchten feſt, daß der
Vermögensſtand kein ungünſtiger iſt. Er ſtellt den Antrag,
die Rechnungen und Belege von einem beeidigten
Bücher=
reviſor prüfen zu laſſen.
Lehrer Solms=Nierſtein bittet die noch
fernſtehen=
den Genoſſenſchaften, das Moratorium zu unterſchreiben.
Er meint dann, der Verband ſei ein recht teures Inſtitut
und fragt, wieviel Beamte im Verbande ſind. — Der
Vorſitzende ſtellt feſt, daß im Verbandsbureau 24
und im Rechnungsreviſionsbureau 27 Beamte tätig ſind.
— Solms: Man möge an Beamten im Verband
ſpa=
ren. Vor allem mögen die Repräſentationsſtellen
abge=
ſchafft werden, die gut bezahlt werden, während andere
die Arbeit ſchaffen. Die Beamten mögen auch ihre
Bureauzeit richtig einhalten. (Sehr richtig!)
Gen. Gräf=Gundersheim rügt die Höhe der
Tage=
gelder uſw. der Beamten des Verbandes und das Fehlen
einer gedruckten Bilanz. — Gen. Arnold= Grüningen
weiſt darauf hin, daß der Verband haftpflichtverbindlich
iſt und beantragt, die Genehmigung der Rechnung und
Bilanz zurückzuſtellen, weil die Rechnung nicht den
Genoſſenſchaften zugegangen iſt, wie es beſchloſſen war.
Er beantragt weiter, zu den Reviſionen eine Kommiſſion
aus den leidtragenden Genoſſenſchaften der drei
Provin=
zen zu wählen.
Der Vorſitzende formuliert den Antrag dahin,
daß die Rechnungen für 1911=und 1912 durch den
ſachver=
ſtändigen Reviſor des Reichsverbandes unter
Hinzuziehung der dreigliedrigen Kommiſſion nochmals
geprüft werden. — Der Antrag wird
angenom=
men. In die Kommiſſion werden gewählt die Herren
Schreckert=Ober=Ingelheim, Birkenſtock=Ranſtadt
n Oberheſſen und Weidmann=Höchſt.
Eine Beſchwerde
über den Verbandsvorſtand möchte Lehrer Gruber=
Biebelsheim vorbringen. Es handelt ſich um eine
Bilanzveröffentlichung der Genoſſenſchaft Biebelsheim,
die nur von lokalem Intereſſe iſt.
Zum nächſten Gegenſtand der Tagesordnung
Abänderung des Verbandsſtatuts
führt Direktor Becker (Wörrſtadt) von der Zentralkaſſe
aus:
Da es zurzeit in erſter Linie gilt, den Bau unſerer
heſſiſchen Genoſſenſchaftsorganiſation gegen äußere Feinde
zu verteidigen, bevor wir uns über die wohnlichere
Geſtal=
tung im Innern einigen, bitte ich alle diejenigen Herren,
die einen von mir gemachten Vorſchlag, betr. die
Orga=
niſation von Verband und Zentralkaſſe, freundlich
aufge=
nommen hatten, denſelben heute nicht weiter zu
verfol=
gen. Bin ich in den erſten Stadien meines Vorſchlags
ſelbſtändig aus rein perſönlicher Initiative vorgegangen,
ſo handele ich heute in vollem Einverſtändnis mit dem
Vorſitzenden des Vorſtandes unſerer Zentralkaſſe, wenn ich
Sie bitte, unter Berückſichtigung aller Umſtände, die heute
für die Geſamtlage unſeres heſſiſchen
Genoſſenſchaftswe=
ſens in Betracht kommen, die Vorlagen, die Ihnen der
Vorſtand des Verbandes der Heſſiſchen
Landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaften macht, vollkommen unbeeinflußt
von meinen früheren einer Anzahl von Genoſſenſchaftern
vorgetragenen Gedanken zu beraten.
Kgl. Bankinſpektor a. D. Direktor Mager von der
Zentralkaſſe führt aus: Die Förderung unſerer
Zentral=
kaſſe — der Heſſenkaſſe — iſt die mir zunächſtliegende
Pflicht. Ich bin deshalb nicht in der Lage ein Amt
an=
zunehmen, welches mir die heutige Verſammlung
freund=
licher Weiſe etwa zudenken wollte. Ich danke für das
mir zugedachte Vertrauen. (Beifall.)
Direktor Dr. Heidenreich verbreitet ſich
einge=
hend über die Organiſation des Verbandes und ſeines
Vorſtandes. Er ſtellt feſt, daß das beſtehende Statut
ganz auf die Perſon des Geheimerats Haas
zugeſchnit=
ten iſt und weiter, daß die Wahl des Verbandsdirektors
auf Lebenszeit aus den Kreiſen der Genoſſenſchafter, nicht
im Vorſtand vorgeſchlagen wurde. Unter dem verſtorbenen
Verbandsdirektor hat der Verbandsausſchuß wenig freie
Hand gehabt. Notwendig ſei, daß die Reviſion auf eine
geſetzliche Baſis geſtellt werde. Dadurch, daß der
Ver=
bandsdirektor zahlreiche Aemter auf ſich vereinigte, konnte
er ſeine Stellung nicht in erwünſchtem Maße ausfüllen.
Es iſt darum notwendig, daß die Stellung des
Ver=
bandsdirektors eine ſolche im Hauptamt
werde, und daß er gegebenenfalls die volle Verantwortung
ſeines Handelns zu tragen hat. Die Stellung des
Gene=
ralſekretärs, wie ſie beſtand, muß verſchwinden. Der
Di=
rektor der Zentralkaſſe darf nicht Direktor des Verbandes
ſein, da die Zentralkaſſe als G. m. b. H. der Reviſion
des Verbandes unterſteht.
Gen. Arnold kritiſiert den neuen Entwurf. Er
ver=
langt, daß der Verbandstag in jedem Fall der oberſte
Richter bleibt. Der Verbandstag muß bis längſtens 31.
Mai jeden Jahres einberufen werden und die Berichte
uſw. müſſen vorher den Genoſſenſchaftern zugeſtellt
wer=
den. Der Jahresvoranſchlag ſoll der Genehmigung
unter=
ſtehen. Der Verbandstag ſoll nicht immer in Darmſtadt
ſtattfinden. Redner ſtellt eine ganze Reihe
Abänderungs=
anträge, die alle bedingen, daß der Verbandstag in jedem
Fall die letzte Entſcheidung hat, nicht der
Verbandsaus=
ſchuß. Er beantragt ſchließlich, eine Kommiſſion zu
wählen, die die abgeänderte Satzung bearbeitet und dann
den Entwurf zur Genehmigung vorſchlägt.
Gen. Gröber (Biebelsheim) beantragt, den
Reviſo=
ren Sitz und Stimme im Verbandsausſchuß zu geben.
Der Antrag wird von anderer Seite bekämpft. Nachdem
noch verſchiedene Genoſſenſchafter geſprochen, wird
Schluß der Debatte beantragt.
Nach längerer weiterer Debatte wird vorgeſchlagen,
Herrn Dr. Fitting vorerſt auf ein Jahr als
Verbands=
direktor zu wählen, bis die Statuten mit der Kommiſſion
durchberaten worden ſind. Dr. Fitting dankt für das
Vertrauen und macht darauf aufmerkſam, daß die alten
Statuten, wenn ſie noch ein Jahr Gültigkeit haben ſollen,
mehrfach abgeändert werden müßten.
Es wird dann abgeſtimmt über das neue
Statut ohne Abänderung und einſtimmig
be=
ſchloſſen das Statut auf ein Jahr
anzu=
nehmen. (Lebh. Bravo.)
Darauf wird vorgeſchlagen Herrn Dr.
Fitting auf ein Jahr als
Verbandsdirek=
or (Geſchäftsführer) und Herrn
Oekono=
nierat Walther=Lengfeld als
Verbandspräſi=
dent zu wählen. Vom Vorſtand wird dies zugeſagt und
der 50. Verbandstag darauf geſchloſſen.
Nach Schluß der Verſammlung berichtet noch Herr
Ofenloch über die Tätigkeit der Reviſionskommiſſion,
die jetzt ſchon feſtgeſtellt hat, daß Vorſtand und Aufſichtsrat
der Genoſſenſchaftsbank ſchwere Fehler gemacht haben.
— Schluß 3 Uhr.
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