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Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichskanzler und der Staatsſekretär
v. Jagow haben ſich geſtern nachmittag nach Kiel
zum Vortrag bei dem Kaiſer und zur Teilnahme an
der Begegnung des italieniſchen Königspaares begeben.
Das italieniſche Königspaar iſt am Montag
abend von Piſa nach Kiel bezw. Stockholm abgereiſt.
Die Ankunft in Kiel wurde geſtern abend oder heute
früh erwartet.
Brindejonc iſt geſtern vom Haag nach Corbeaulieu
und von dort nach Villa Coublay geflogen, wo er um
4.20 Uhr nachmittags, ſeinen großen Europaflug
be=
endend, eintraf.
Die Zuſammenkunft der Botſchafter in
Lon=
don, die ſich mit Vorbeſprechungen über die
armeni=
ſche Frage befaßte, beſchloß, eine beſondere
Kom=
miſſion zur Ausarbeitung eines
Reformpro=
gramms einzuſetzen. Die Pforte hat inzwiſchen in
einer Note mitgeteilt, daß ſie in den nächſten Tagen
ſelbſt den Großmächten ein von ihr ausgearbeitetes
Re=
formprogramm für Armenien zugehen laſſen werde.
Der ſerbiſche Miniſterpräſident erklärte in der
Skupſchtina, Bulgarien habe die kriegeriſchen
Feindſeligkeiten gegen Serbien eröffnet ohne
eine Kriegserklärung.
Der Generalſtreik aller Bergleute des
Rand=
gebietes ſoll am Freitag beginnen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die neuen Steuern.
* Bei der großen Unklarheit, die im Publikum über
die Einzelheiten der durch Kommiſſions= und
Reichstags=
beſchlüſſe mehrfach geänderten neuen Steuern herrſcht,
wird es unſeren Leſern ſicherlich erwünſcht ſein, über
die endgültigen Beſchlüſſe im Zuſammenhange unterrichtet
zu werden. Wir geben deshalb in Nachſtehendem nach
einer Zuſammenſtellung der Frankf. Zeitung eine
Mit=
teilung des allgemeinen Inhalts der Steuern:
1. Der einmalige Wehrbeitrag.
Zur Deckung der einmaligen und eines Teils der in
den erſten Jahren entſtehenden dauernden Koſten des
Heeresgeſetzes wird eine einmalige Abgabe vom
Ver=
mögen und vom Einkommen erhoben, für die der Stand
vom 31. Dezember d. J. maßgebend ſein ſoll.
Die Abgabe vom Vermögen beginnt bei einem
Vermögen von 10 0 Mark. Beträgt das Einkommen
des Beſitzers weniger als 4000 Mark, ſo erhöht ſich die
ſteuerfreie Vermögensgrenze auf 30 000 Mark: bei einem
Einkommen unter 2000 Mark beginnt die Steuerpflicht
erſt für Vermögen von 50 00 Mark. Der Beitrag beläuft
ſich:
für die erſten 50000 Mk. des Vermögens auf 0,15%
„ „ nächſten 50000 „
„ 035,
* 100 000
,
„ 0,5 „
„ 300 009
„ 0,7 „
„
500 000
„
„ 0,85 „
1000000
„ 1,1 „
3000000
„
„ 1,3 „
5.000000
„ 1.4 „
für höhere Beträge
„ 1,5 „
Es iſt hierbei zu beachten, daß bei größeren
Ver=
mögen die erhöhten Sätze nicht für den Geſamtbetrag des
Vermögens ſondern nur für die letzte Staffel gelten. Die
Geſamtbelaſtung der einzelnen Vermögensgruppen ergibt
ſich aus folgender Tabelle. Die Steuer beträgt bei den
Vermögen von
10000 — 30 000 Mark .
. insgeſamt 0,15 %
50 000— 100000
020 „
100000—200000
0,32 „
200 000—500 000
0,49 „
500 000—1 Mill.
0,65 „
1 bis 2 „
0,82 „
2
1,03 „
5 „ 10
1,21 „
. . .
10 „ 15
1,31 „
15
1,37 „
20
20 „ 25
1,40 „
25 „ 30
1,41 „
30 „ 50
1,44 „
50 „ 100
1,47
B
über 100
1,49 „
Dazu kommt der Beitrag vom Einkommen. Die
Abgabe ſoll in dieſem Teil nur das Arbeitseinkommen
treffen, nicht das Einkommen aus dem Vermögen, und
zwar hat man, da die Abgrenzung beider
Einkommens=
arten im Einzelfall zu enormen Schwierigkeiten führen
würde, ein ſummariſches Verfahren vorgeſchrieben: 5
Prozent des verſteuerten Vermögens gelten als
Ver=
mögensertrag; was dann vom Einkommen noch übrig
bleibt, wird als Arbeitseinkommen behandelt. Die ſteuer=
freie Untergrenze iſt für Perſonen, die neben ihrem
Ein=
kommen kein ſteuerpflichtiges Vermögen beſitzen, auf 5000
Mark feſtgeſetzt; verſteuert der einzelne ein Vermögen,
ſo werden die durch die erwähnte Subtraktion
gewonne=
nen Arbeitseinkommen berangezogen, ſoweit ſie 1000 M.
überſteigen. Der Steuerſatz beträgt bei einem Einkommen
von.
5000 Mk. bis zu 10000 Mk. 1 % des Einkommens
10 000 „
15 000 „ 1,2 ₰
15000. „
20000 „ 1,4 „
20 000 „
25000 „ 1,6 „
25000
30000 „ 1,8 „
30000
35000 „ 2
35000 „
40000 „ 2.5 „
40000 „
50 000 „ 3
50 050 „
60 000 „ 3.5 ₰
60000
70000 „ 4
70 000
80 000 „ 4,5 „
80 000 „
100 000 „ 5
107600 „ „ „ 20 000
200 000 „ „ „ 500000
über500000 „ .
, „
Beſondere Ermäßigungen gelten für kinderreiche
Fa=
milien und ſpeziell für Familien, in denen eine beſtimmte
Anzahl von Söhnen gedient haben. In der erſten
Le=
ſung hatte ſich die Kommiſſion die Berückſichtigung der
Kinderzahl dadurch möglichſt bequem gemacht, daß ſie
ein=
fach die einzelſtaatlichen Steuerzettel maßgebend ſein
ließ, die ja meiſt der Kinderzahl bereits Rechnung
ge=
tragen haben; da aber nicht alle Einzelſtaaten in ihren
Steuergeſetzen einigermaßen genügende Kinderprivilegien
kennen, ſo hätte dies Verfahren ſehr unerwünſchte
Un=
gleichmäßigkeiten zur Folge gehabt. Es wurde daher
ſpäter beſchloſſen, den eintelſtaatlichen Steuerzettel ſo, wie
er ohne Verückſichtigung der Kinderzahl kautet, zugrunde
zu legen, und dafür ein eigenes Kinderprivileg in das
Wehrbeitragsgeſetz aufzunehmen. Danach ermäßigt ſich
der Beitrag für das dritte und jiedes folgende
minder=
jährige Kind um 5 Prozent: das Privileg fällt weg, wenn
der Steuerpflichtige ein Einkommen über 10 000 Mark
oder ein Vermögen von über 190 00 Mark beſitzt. Für
den dritten und jeden weiteren Sohn, der gedient hat,
oder bis 1916 dient, tritt eine Ermäßigung um je 10
Pro=
zent ein; dieſe zweite Ermäßigung kommt erſt dann in
Weafall, wenn das Einkommen des Verpflichteten über
20 000. Mark oder ſein Vermögen über 200 000 Mark
be=
trägt.
2. Die Vermögenszuwachsſteuer.
Steuerpflichtig iſt hier der Vermögenszuwachs;
dieſer ergibt ſich aus der Vergleichung des
Vermögens=
ſtandes eines Steuerpflichtigen zu verſchiedenen
Zeit=
punkten. Als Vermögen gilt das geſamte bewegliche und
unbewegliche Vermögen nach Abzug der Schulden.
Der Vermögenszuwachs ſoll für
Veranlagungszeit=
räume von je drei Jahren berechnet werden Da
für den Wehrbeitrag der Vermögensſtand am 31.
Dezem=
ber 1913 zugrunde gelegt iſt, ſo ſoll die erſte
Zu=
wachsfeſtſtellung drei Jahre ſpäter, am 31. Dezember 1916,
erfolgen. Steuerfrei bleiben die Vermögensmaſſen
bis zu 20 000 Mark ſowie die Zuwachſe bis zu 10 000 Mark.
Wohlverſtanden: die Ziffer 10 000 gilt für den Zeitraum
von drei Jahren; auf das Jahr umgerechnet ſind alſo die
durchſchnittlichen Jahreszuwachſe von 3333 Mark an
ſteuerflichtig. Bei Vermögen zwiſchen 20 000 und 30 000
Mark unterliegt der Zuwachs der Beſteuerung nur
inſo=
weit, als durch ihn die ſteuerfreie Grenze von 20 000 Mark
überſchritten wird.
Bei der Steuerſtaffel iſt die Höhe des
Vermö=
gens und die Größe des Zuwachſes berückſichtigt. Es
tritt alſo eine doppelte Progreſſion ein. Zunächſt wird
der Zuwachs zur Grundlage gemacht. Die Steuer
be=
trägt für den ganzen Erhebungszeitraum (drei Jahre) bei
einem Vermögenszuwachs von:
10— 50 000 Mark . . . . . . . . 0,75 %
50− 100000
... . . . . 0,90 „
100— 300000 „ . . . . . . . . 1,05 „
300— 500000 „ . . . . . . . . 1,20 „
500— 1 000 000 „
. 1,.35 „
über 10000)0
1,50 „
eec
Dazu tritt dann eine weitere Staffel, die von der Höhe
des Vermögens ausgeht. Es erhöht ſich nämlich der
Steuerſatz bei Vermögen von:
100— 200 000 Mark um 0,1 % des Zuwachſes
260− 300000
„0,2 „
300− 400 000
0,3 „ „
405— 500000
0,4 „
500— 750 000
0,5 „
750— 1000000
0,6 „
1— 2000000
0,7
2— 5 000 000
0,8
5—10000 000
0,9
über 10000 000
n 50 „
Für kinderreiche Familien ſind Ermäßigungen
vor=
geſehen. Bei einem Vermögen von weniger als 100000
Mark ſoll ſich nämlich die Steuer für das drite und
je=
des weitere Kind um je 5 Prozent ermäßigen.
Nicht in allen Fällen iſt bei der Berechnung des
Zu=
wachſes der Vermögensſtand am Anfang und am Ende
des jeweiligen dreijährigen Veranlagungszeitraumes
maßgebend. Unter Umſtänden wird vielmehr bei der
Vergleichung ein früherer Zeitpunkt als Anfang der
Vergleichsperiode gewählt. Wenn nämlich die letzte
Ver=
anlagung zu keiner Steuererhebung geführt hat, ſo wird
nicht dieſe Veranlagung zum Ausgangspunkt genommen,
ſondern es wird auf die letzte Veranlagung zurückgegrif=
fen, bei der ſich ein ſteuerpflichtiger Zuwachs ergeben hat.
Hat der Steuerpflichtige üverhaupt noch nie
Zuwachs=
ſteuer bezahlt, ſo iſt der Vermögensſtand der erſten
Ver=
anlagung des Steuerpflichtigen maßgebend. Es ſoll. auf
dieſe Weiſe zweierlei ermöglicht werden: einmal eine
ge=
wiſſe Ausgleichung ſpäterer Vermögensverluſte, ſodann
die eventuelle nachträgliche Mitberechnung kleinerer
Zu=
wachſe, die zunächſt ſteuerfrei geblieben ſind.
Beiſpiele: 1. Angenommen, ein Vermögen
ent=
wickelt ſich folgendermaßen:
31. 12. 1913 . . .
. . 100 000 Mark
„ „ 1916 .
. 150000
„ „ 1919 .
90 000
. 130000
„ „ 1922 „
„ „ 1925 .
. 180 000
Daraus ergibt ſich Ende 1916 ein ſteuerpflichtiger
Zu=
wachs von 50 000 Mark. Ende 1919 liegt überhaupt kein
Zuwachs, ſondern ein Verluſt vor; von einer
Steuer=
erhebung kann alſo keine Rede ſein. Der Verluſt wird
bei den ſpäteren Veranlagungen dadurch berückſichtigt, daß
bei ihnen nicht mit dem Vermögen von 90 000 Mark,
ſon=
dern mit dem von 150 000 Mark verglichen wird. Ende
1922 wird alſo ebenfalls keine Stener erhoben, obwohl
hier, wenn man mit der letzten Veranlagung vergleicht,
bereits wieder ein Zuwachs vorhanden wäre, und erſt
1925 tritt wieder die Steuerpflicht ein, und zwar. da
wie=
der der Vermögensſtand von 150 000 Mark zur Grundlage
genommen wird, für einen Zuwachs von 30 000 Mark.
2. Angenommen, ein Vermögen entwickelt ſich, wie
folgt:
31. 12. 1913 . . . . . . . . . . . . 22000 Mark
„ „ 1916 . . . .
. . . . . .. 25000
„. „ 1919 . . . . . . . . . . . . 33000
Hier liegt am Ende des erſten
Veranlagungszeitrau=
mes zwar ein Zuwachs vor, da er aber nur 3000 Mark
beträgt, ſo bleibt er ſteuerfrei. Am Ende des zweiten
Zeitraumes wird nun nicht mit dem Stande von 25000
Mark, ſondern von 22 000 Mark verglichen; es ergibt ſich
alſo ein Zuwachs von 11 000 Mark, der zu verſteuern iſt.
Hier ſetzt ſich alſo ein ſteuerpflichtiger Zuwachs aus zwei
kleineren ſteuerfreien Zuwachsſummen zuſammen.
Als Zuwachs wird auch das durch Erbſchaft
er=
worbene Vermögen behandelt mit Einſchluß des
Kinder=
erbes; nur das Erbe des überlebenden Gatten bleibt frei.
Hierzu hat die Kommiſſion eine Erleichterung für den
Fall beſchloſſen, daß der Erbe ein unmündiger
Abkömm=
ling iſt und das Vermögen 50 000 Mark nicht überſteigt.
In dieſem Falle ermäßigt ſich die Abgabe um einen
Be=
trag, der für jedes bis zur Vollendung des
einundzwan=
zigſten Lebensjahres fehlende volle Jahr auf fünf
Pro=
zent der Abgabe berechnet wird. Die Geſamtermäßigung
darf fünfzig vom Hundert der Abgabe nicht überſteigen.
3. Geſellſchafts= und Verſicherungsſtempel.
a. Von den Stempelgeſetzen ſind die erhöhten
Belaſtungen der Geſellſchaftsverträge im
we=
ſentlichen ohne Aenderung angenommen worden, ſo daß
alſo der Beurkundungsſtempel für Errichtungen oder
Ka=
pitalserhöhungen von Aktiengeſellſchaften künftig 4½
Prozent. von Geſellſchaften mit beſchränkter Haftung trotz
des lebhaften Proteſtes der Intereſſenten künftig 3
Pro=
zent und bei Grundſtücks=Geſellſchaften m. b. H. ſogar 5
Prozent betragen wird; ermäßigt hat der Reichstag den
letzteren Satz, und zwar auf die Hälfte, nur für
Hand=
werker=Baugeſellſchaften.
b. Dagegen hat der Reichstag bei der
Stempel=
belaſtung der Verſicherungen mehrfache
Reduttio=
nen vorgenommen. So ſoll jetzt der Stempel auf
Feuer=
verſicherungen bei beweglichen Gegenſtänden 15 Pfennig
(ſtatt 25 Pfennia) pro Tauſend Mark der
Verſicherungs=
ſumme jährlich betragen, bei unbeweglichen Gegenſtänden
(wofür der Reichstag in dritter Leſung die urſprünglich
geſtrichene Regierungsvorlage wieder herſtellte), 5 Pfg.
pro Tauſend Mark: bei der Lebens=Verſicherung beträgt
der Stempel ½ Prozent (ſtatt 1 Prozent) der gezahlten
Prämie, bei Einbruchsdiebſtahl und Glasverſicherung
10 Pfg. für jede Mark der gezahlten Prämie;
Verſicherun=
gen unter 3000 Mark werden freigelaſſen, desgleichen u. a.
auch Unfall= und Haftpflichtverſicherungen.
4. Die übrigen Steuern.
a. Die Zuckerſteuer bleibt in ihrer jetzigen Höhe
beſtehen; die in Ausſicht genommene Ermäßigung fält
weg.
b. Der Zuſchlag zum Grundſtücksſtempel bleibt
bis zum 31. März 1916 beſtehen. Danach tritt eine
Herab=
ſetzung um ½ Prozent ein.
e. Der Scheckſtempel wird aufgehoben.
d. Die Wertzuwachsſteuer von
Grund=
ſtücken fällt, ſoweit ſie dem Reich zugefloſſen iſt. weg:;
der Anteil für die Gemeinden wird nach beſonderen
Vor=
ſchriften, die für beſtimmte Fälle die bisherigen Sätze
auf=
rechterhalten, weiter erhoben.
e. In der beſtehenden Erbſchaftsſteuer für
Ver=
wandte werden einige Sätze erhöht. Es ſteigt der
Nor=
malſatz für Abkömmlinge erſten Grades von Geſchwiſtern
von 4 auf 5 Prozent, für Abkömmlinge zweiten Grades
von Geſchwiſtern von 6 auf 8 Prozent, für die entfernteren
Verwandten, die bisher 10 Prozent zahlten, auf 12
Pro=
zent.
Der Anteil der Bundesſtaaten ermäßigt ſich von
25 auf 20 Prozent.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Nummer 153
Die Monarchenbegegnung
in Kiel.
*⁎* Seit König Eduard VII. im Juni 1904 in Kiel
weilte, hat kein ausländiſcher Herrſcher mehr an der Kieler
Woche teilgenommen. Das ſoll nun diesmal geſchehen,
denn heute, Donnerstag, trifft König Viktor
Emanuel auf der Reiſe nach Stockholm in unſerem
Kriegshafen an der Oſtſee ein, wo er vom Kaiſer begrüßt
werden und einen Tag deſſen Gaſt ſein wird. Der König
iſt einer derjenigen Monarchen, welche nur ſelten das
Ausland beſuchen; er war zu offiziellen Viſiten ſeit ſeiner
Thronbeſteigung nur je einmal in Petersburg, Berlin,
Paris, London und Athen. Am deutſchen Kaiſerhofe
weilte er als Kronprinz in Begleitung ſeines Vaters,
Kö=
nig Humberts, im Jahre 1889 und war auch deſſen
Ver=
treter bei der Großjährigkeitserklärung des deutſchen
Kronprinzen im Mai 1900. Nach dem Regierungsantritt
machte er dann im Auguſt 1902 einen mehrtägigen Beſuch
in der Reichshauptſtadt. Seitdem hat er Deutſchland
nicht wiedergeſehen, wogegen unſer Kaiſer nach ſeiner
im Mai 1903 in Rom abgeſtatteten Gegenviſite ſechsmal
in Italien war und dabei fünfmal vom König perſönlich
begrüßt wurde. Die letzte Begegnung erfolgte auf der
Korfureiſe des Kaiſerpaares im März v. J. in Venedig.
In der Begleitung des Königs befindet ſich der
Mi=
niſter des Aeußern San Giuliano, welcher in Kiel auch
den deutſchen Reichskanzler antreffen wird. Ein Teil der
Preſſe bemüht ſich wieder, der Begegnung eine größere
politiſche Bedeutung beizulegen, jedoch ſehen wir hierfür
keinen Grund. Selbſtverſtändlich wird durch das
Er=
ſcheinen des Königs in Kiel das freundſchaftliche
Ver=
hältnis desſelben zum Kaiſer aufs neue dokumentiert,
aber einen eigentlichen politiſchen Wert haben derartige
Zuſammenkünfte nur ſelten, denn politiſche Fragen von
Bedeutung laſſen ſich nicht in der knappen Pauſe, die die
feſtlichen Veranſtaltungen noch geſtatten, erledigen, und
auch der perſönliche Gedankenaustauſch der leitenden
Staatsmänner bei ſolchen Gelegenheiten hat nur in ganz
vereinzelten Fällen nachweisbare Folgen.
Erfreulicherweiſe hat ſich der Dreibund in Italien
feſt eingelebt, nachdem er in den erſten Jahren ſeines
Beſtehens heftigen Angriffen ausgeſetzt war ſowohl
ſei=
tens der franzöſiſch geſinnten Liberalen wie auch der
ex=
tremen Parteien, die in einem Bunde mit den ſtreng
mon=
archiſchen Kaiſermächten einen Nachteil für die freiheitliche
Entwicklung Italiens befürchteten. Dieſer Widerſpruch
iſt längſt verſtummt, nachdem der Beweis geliefert worden
iſt, daß Italien trotz der Zugehörigkeit zum Dreibunde
gute Beziehungen zu Frankreich unterhalten und im
In=
nern eine freiheitliche Politik befolgen kann. König
Vik=
tor Emanuel hat, unbeirrt von dem noch hier und da ſich
geltend machenden Widerſtand gewiſſer politiſcher Kreiſe,
an der ihm von ſeinem Vater überkommenen Erbſchaft,
dem Dreibund, treu feſtgehalten. Die Freundſchaft
zwi=
ſchen den Häuſern Hohenzollern und Savoyen ſtützt ſich
weder auf verwandtſchaftliche Bande, noch auf alte
Ueber=
lieferungen. Gemeinſame Intereſſen haben die Staaten
einander nahe gebracht, und erſt die Bundesgenoſſenſchaft
hat die Freundſchaft der Monarchen entwickelt.
Unſer Kaiſer erfreute ſich bei ſeinen Beſuchen in
Ita=
lien nicht nur ſeitens des Hofes, ſondern auch ſeitens der
Bevölkerung eines warmen Empfanges; eines ſolchen
darf auch König Viktor Emanuel bei ſeinem Verweilen
auf deutſchem Boden gewiß ſein.
Deutſches Reich.
Die vom Reichstag beſchloſſene
No=
velle zum Militärſtrafgeſetzbuch wird den
Bundesrat noch vor der Sommerpauſe beſchäftigen und
wahrſcheinlich angenommen werden.
— Die Verwaltungskoſten der Ange=
Lelltenverſicherung. Einen nicht gerade troſt=
Eichen Ausblick in die Zukunft bietet der Haushaltsplan
der Reichsverſicherungsanſtalt für das Jahr 1913.
Ob=
wohl die Anſtalt erſt in der Entwicklung begriffen iſt, ſind
für Verwaltungskoſten doch nicht weniger als 1853000
Mark in den Haushaltsplan eingeſetzt. Davon fallen auf
die Beſoldung des Direktoriums und der höheren
etats=
mäßigen Beamten 125000 Mark, Beſoldung der übrigen,
in acht Klaſſen eingeteilten Beamten und Beamtinnen
800000 Mark, Beſoldung der vorübergehend beſchäftigten
Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen 230000 Mark,
Be=
ſoldung der höheren Beamten des Rentenausſchuſſes
11 400 Mark, für außergewöhnliche Hilfeleiſtungen (
Ueber=
ſtunden) 38000 Mark, Gratifikationen und Unterſtützungen
23000 Mark, Tagegelder und Aufwandsentſchädigungen
der Beamten 30000 Mark, Porto, Schreibmaterial, Miete
uſw. 311800 Mark, Reiſekoſten und Portoauslagen der
Vertrauensmänner 158000 Mark, für den
Verwaltungs=
rat 10000 Mark. Für das Beitragsverfahren, das ſich
aus Ausgaben für Druckſachen und Karten, aus
Ueber=
wachungskoſten, Herſtellung von Marken und aus den
Koſten des Poſtſcheck= und Bankverkehrs zuſammenſetzt,
ſind 485000 Mark vorgeſehen. Bei weiterem Fortſchreiten
er Anſtalt wird natürlich dieſer Haushaltsplan nicht
mehr genügen, ſondern höhere Summen erfordern, die
be=
kanntlich ohne einen Zuſchuß des Reiches ganz aus den
Beiträgen der Angeſtellten und ihrer Arbeitgeber beſtritten
werden müſſen. Für das Heilverfahren ſind 12 Millionen
Mark eingeſetzt.
Gewährung von Diäten an Schöffen
und Geſchworene. Die Mitteilung einer
Korre=
ſpondenz, daß die Tagegelder für Schöffen und
Ge=
ſchworene in dem dem Bundesrat kürzlich vom Miniſter
überwieſenen Geſetzentwurf nunmehr auf 20 Mark
nor=
miert ſeien, iſt um das Vierfache zu hoch gegriffen. Der
Bundesrat hat die Tagesſätze für Schöffen und
Geſchwo=
rene auf 5 Mark feſtgeſetzt. Die Koſten, die dem
preu=
ßiſchen Staat durch die neuen Feſtſetzungen entſtehen
dürf=
ten, ſind auf etwa 1 Million Mark pro Jahr zu berechnen.
Wenn weiter behauptet wurde, daß der obige Diätenſatz
für die Schöffen und Geſchworenen auch der Höhe der
Ge=
bühren für Sachverſtändige bei Gericht entſprechen ſollte,
ſo iſt dies gleichfalls unzutreffend, da beide Materien
nichts miteinander gemein haben. Die Sachlage iſt auch
inſofern eine ganz andere, als das Geſetz über die
Tage=
gelder für Schöffen und Geſchworene bereits den
Reichs=
tag paſſiert hat und dem Bundesrat zur Feſtſetzung der
Sätze wieder zugegangen iſt, während umgekehrt der
Ent=
wurf über die Neuregelung der Gebühren für
Sachver=
ſtändige und Zeugen jetzt dem Bundesrat erſt zugegangen
iſt, um nach deſſen Beſchlußfaſſung dem Reichstage
vor=
gelegt zu werden, was vorausſichtlich im Herbſt geſchehen
ürfte. In dieſem Entwurf iſt eine Erhöhung der
Ge=
bühren für Sachverſtändige im Durchſchnitt um etwa
50 v. H. vorgeſehen, und auch die Sätze für Aufwand und
Nachtquartiere haben in den Vorſchlägen des Entwurfs
eine Steigerung erfahren. Im weſentlichen handelt es
ſich um eine Heraufſetzung der Maximalſätze für
Sachver=
ſtändige. In Anbetracht der hohen Koſten, die entſtehen
würden, hat man natürlich nicht alle weitgehenden
Wünſche berückſichtigen können, die ſich auf die
Abände=
rung der Gebührenordnung für Gerichtsſachverſtändige
und Zeugen beziehen.
— Deutſch=franzöſiſches Abkommen
be=
züglich der Landung von Luftſchiffen. Der
Figaro will wiſſen, daß die aus Anlaß der Landung des
Zeppelin bei Lunéville und des deutſchen
Militärflug=
zeuges bei Aracourt gepflogenen Verhandlungen zu einem
Abkommen geführt hätten, welches demnächſt unterzeichnet
werden ſoll. Danach würde man einen Unterſchied
zwi=
ſchen privaten und öffentlichen, das heißt militäriſchen
Luftfahrzeugen, machen. Die Inſaſſen der
Militärluft=
fahrzeuge würden eine Militäruniform tragen müſſen.
Wenn ſie infolge einer Panne oder eines Irrtums zu
einer Landung auf fremdem Boden genötigt ſind, dann
würden ſie, entſprechend dem in Bern ausgearbeiteten
Luftkodex, Notſignale geben müſſen.
Ausland.
Frankreich.
Die Beratung der Militärvorlage in
der Kammer wurde am Dienstag fortgeſetzt.
Pasqual (Radikaler) verteidigte ſeinen Gegenentwurf,
welcher die zweijährige Dienſtzeit aufrechterhält und die
obligatoriſche Vorbereitung für den Militärdienſt für die
Achtzehn= bis Zwanzigjährigen einführt. Dieſer Vorbe
reitungsdienſt, der jetzt nur von den katholiſchen Gemein
ſchaften gepflegt werde, müſſe auf das ganze Volk ausge
dehnt werden. — Paté erklärte: Der Geſetzentwurf ſeh
eine derartige Organiſation für das ganze Volk binne
drei Jahren vor. — André Lefévre wiederholte leider
ſchaftlich, die kaiſerliche Regierung ſei an dem Unglück vo
1870 ſchuld geweſen, da ſie bis am Vorabend des Kriege
immer Vertrauen gepredigt habe. Es wäre unentſchult
bar, wenn man heute der Regierung die Forderungen al
ſchlüge. — Als Bryant, der Deputierte von Nancy, voſ
dem unzureichenden Widerſtand der deutſchen Sozialdemt
kraten gegen die deutſche Heeresvorlage ſprach, proteſtier=
Jaurés mit der Behauptung, daß man beiderſeits de=
Grenze denſelben Kunſtgriff gebrauchte, indem man eine
Gegenſatz zwiſchen der Haltung der Sozialiſten beide
Länder konſtruiert habe. Wenn auch die deutſchen Sozia
demokraten trotz ihrer Anſtrengungen beſiegt worden ſeien
ſo wäre es ihnen doch weniaſtens gelungen, in die Steue
ordnung die Bewegung zur Demokratie hineinzubringe:
Die Sozialiſten hofften noch immer, den dreijährige=
Dienſt zu Falle zu bringen. (Zwiſchenrufe im Zentrumg
Nach der Niederlage der deutſchen Sozialiſten haben S
dazu kein Recht mehr. Beifall im Zentrum.) Die deu
ſchen und die franzöſiſchen Sozialiſten ſeien gleicherwei
entſchloſſen, das Land zu verteidigen, aber auf demokre
tiſche Weiſe, durch Vorbereitung des Weltfriedens.
Der Gegenentwurf Pasqual wurde darauf mit 4s
gegen 129 Stimmen abgelehnt.
Der ehemalige Miniſter und unabhängige Soziali
Paul Boncour trat für den Gegenantrag ein, den er zu
ſammen mit Meſſimy eingebracht hat. Der Antrag ſie
die zweijährige Dienſtzeit vor, verlangt aber, daß d
Reſerviſten ſolange unter den Fahnen bleiben, bis d
Oktober=Rekruten mobiliſierungsfähig ſind. Boncon
erklärte, ſeit vierzig Jahren ſeien die Republikaner b
ſtrebt, die Armee zu verſtärken, nicht durch eine Verläng
rung der Dienſtzeit, ſondern durch eine beſſere Ausbildur
der aktiven Mannſchaften und Reſerven. Frankreich könt
ſeinen Gegnern in dem Kampfe um die Effektivſtärke nie
bis zum letzten Ende folgen, es würde nach der
Ve=
ſchwendung von Menſchen und Geld zu der Methode z
rückkehren, die er in ſeinem Gegenantrag vorſchlage. B
geſpannter Aufmerkſamkeit des Hauſes betonte Bonco:
die Notwendigkeit für Frankreich, auf ſeine Reſerven reet
nen zu können. Redner beſchäftigte ſich im einzelnen m
der Rolle, welche die Truppen zu ſpielen hätten undm
der Deckung; indem er ſich gegen mehrere
Vorredn=
wandte, beſtritt er, daß die Tatſache, eine Jahreskla
mehr unter der Fahne zu haben, eine große Bedeutun
für die Schnelligkeit der Mobilmachung haben könne.
verlangte energiſch die Abſchaffung der Militärbeamt=
und ihre Erſetzung durch Ziviliſten. Zwei Anſchauung
ſtänden ſich gegenüber, eine ſchablonenmäßige und ei
moderne die darauf abziele, die Dienſtdauer auf
für die Ausbildung notwendige Zeit zu beſchränken. T
Geſamtheit der Nation und der Armee müſſe im Fried
bereits ausgebildet ſein; die moraliſche Erziehung un
die militäriſche Vorbereitung der Reſerven ſei eine
dri=
gende Notwendigkeit. Es ſei ſeine feſte Ueberzeugung
daß durch ſeinen Antrag die Intereſſen des Handels, d
Landwirtſchaft und der Induſtrie, welche die
Vorbedi=
gung für das Wohl der Nation ſeien, weniger berül
würden. Zum Schluß beſchwor Boncour die
Regierun=
ſie möge ſich auf dem Boden einer Verſtändigung un
eines Entgegenkommens begeben, auf den ſein
Gegena=
trag hinweiſe. Er bat, ſeinen Antrag in Betracht zu z
hen und einer Kommiſſion zu überweiſen. — Die
Sitzu=
wurde darauf auf vertagt.
Das Statut von Tanger. Das Echo de Panj
veröffentlicht über das künftige Statut von Tanger, d
nunmehr faſt vollſtändig ausgearbeitet iſt, folgende
Einz=
heiten:
Die geſetzgebende Gewalt wird ein aus 35
Mitgliede=
beſtehender Gemeinderat ausüben. Dieſe Körperſch
wird die 11 Vertreter der fremden Mächte und 4 von
muſelmaniſchen, 3 von der iſraelitiſchen und 17 von
europäiſchen Bevölkerung gewählte Mitglieder umfaſſ
Keine der fremden Nationalitäten wird im Gemeinden
mehr als 5 Vertreter haben dürfen. Die adminiſtrat
Gewalt wird aus drei Abteilungen: Finanzen, Unterri
und öffentliche Geſundheit und Inneres, beſtehen.
Finanzverwaltung von Tanger wird eine ſelbſtänd
ſein, doch wird Tanger keine beſonderen
Einfuhrzi=
erheben, noch auch Güter des Machſen ohne beſond
Ermächtigung veräußern dürfen. In den Verwaltung
behörden ſollen Frankreich und Spanien je ein Viertel,
übrigen Mächte zuſammen die andere Hälfte der Bea
tenſtellen erhalten. Die Gerichtsgewalt wird aus d
Inſtanzen beſtehen und insgeſamt ſieben Richter umfaſſ
und zwar einen Deutſchen, zwei Engländer, zwei Span
und zwei Franzoſen. Von den letzteren wird einer
Vorſitzende des Oberſten Gerichtshofes. Die Richter w
den auf Vorſchlag der beteiligten Regierungen vom S
tan ernannt werden. Neben dieſen Behörden wird
n=
eine Schuldüberwachungskommiſſion und ein Ausſch
für öffentliche Arbeiten beſtehen. Schließlich wird das
ſamte öffentliche Leben Tangers durch eine internation
Eine unbekannte Emſer
Depeſche König Wilhelms 1.
* Eine für die Geſchichte der Emſer Tage des Juli
1870 höchſt bemerkenswerte, bisher unbekannte Depeſche
König Wilhelms I. veröffentlicht ſoeben Dr. Ludwig
Rieß, Privatdozent für Geſchichte an der Berliner
Uni=
verſität, in den Forſchungen zur Brandenburgiſchen und
Preußiſchen Geſchichte. Die Depeſche, deren Original ſich
in Berliner Privatbeſitz befindet, hat der König in Ems
am Abend des 11. Juli um 7 Uhr 50 Minuten an den
Kronprinzen in Potsdam aufgegeben. Sie lautet
folgen=
dermaßen:
„Dem Kronprinzen in Neu Palais Potsdam. Dein
Raiſonnement iſt vollkommen richtig. Das Preußiſche
Gouvernement iſt ganz unbeteiligt und ich nur als
Fa=
milien=Haupt. Dennoch will man in Paris dies nicht
verſtehen und macht Preußen responsable für Spaniſche
Kandidatur. Dieſe Logik iſt allerdings neu. Stündlich
ſteigert ſich der Ernſt der Lage. Keine Nachricht von
Leo=
pold, der eine Alpenreiſe macht. Grüße Victoria und
Deine Kinder. Wilhelm.”
Dieſe ganz intime Darlegung, die den unvermittelten
Ausdruck der Geſinnung des Königs gibt, führt zu
wich=
tigen Schlüſſen. Sie läßt vermuten, daß ein
unbekann=
tes ausführliches Schreiben des Kronprinzen an ſeinen
Königlichen Vater voranging, auf das hier angeſpielt
wird. Es muß Darlegungen enthalten haben, die den
König im Feſtbleiben gegen franzöſiſche
Unfreundlich=
keiten und Zumutungen beſtärken ſollten. Zu dieſem
Zweck war der Kronprinz, wie Rieß ſehr wahrſcheinlich
macht, von Bismarck aus Varzin her angeregt worden.
Die Depeſche iſt ein Beweis, daß der König ſchon
da=
mals nach Bismarcks Ausdruck ſich bereits vollſtändig.
„vom weiblichen Einfluß frei” gemacht hatte, und daß
jetzt wiederum „das Ehrgefühl des Erben Friedrichs des
Großen und des preußiſchen Offiziers” in ihm leitend
blieb. Der Einwirkung der Königin Auguſta waren alſo
ſchon am 11. Juli Gegenvorſtellungen des einzigen
Soh=
nes und Thronerben entgegengetreten, um den König zu
überreden, das Zwiſchenſpiel der Hohenzollernſchen
Kan=
didatur in Spanien — der erwähnte Leopold iſt
natür=
lich der Erbprinz von Hohenzollern — nicht nur
aufzu=
heben, ſondern ſie plötzlich auswachſen zu laſſen zur
Kriegsfrage auf Tod und Leben. Da es ſich nach der
offiziellen Auffaſſung des Berliner Auswärtigen Amts
zunächſt um eine rein dynaſtiſche Frage handelte, war
die kronprinzliche Intervention auch die einzige
Mög=
lichkeit. Dieſe Gegenwirkung gewann ſofort die
Ober=
hand, und der König blieb der neuen Haltung treu. Die
Anerkennung des Monarchen in ſeinem jetzt
veröffent=
lichten familiären Telegramm iſt, wie Rieß betont, für
den Kronprinzen ein Ruhmestitel, der bei keiner
künf=
tigen eingehenden Erzählung des Urſprungs des
deutſch=
franzöſiſchen Krieges übergangen werden kann.
Aus den Geheimniſſen eines
ägyptiſchen Erbbegräbniſſes.
* In den Räumen der Londoner Univerſität
iſt eine intereſſante Ausſtellung von ägyptiſchen
Alter=
tümern eröffnet worden, die bei den Ausgrabungen unter
Leitung von Profeſſor Flinders Petrie in den letzten
paar Monaten gefunden wurden. Die Funde ſtammen
aus Memphis, der von Mena, dem erſten König der
erſten Dynaſtie begründeten Hauptſtadt, jetzt als das Dorf
Mitrahineh bekannt, aus Tarkhan, das vor Memphis
Hauptſtadt war, und aus Riggeh. Alle dieſe Orte liegen
dicht zuſammen in der Nähe des Nils und ungefähr
bis 80 Meilen ſüdlich von Kairo. Viele der ausgeſt
ten Gegenſtände ſtammen aus der erſten Dynaſtie,
auf das Jahr 5500 v. Chr. feſtgelegt werden kau
Hierunter befindet ſich ein Eſelsſchädel, der in au
gezeichneter Verfaſſung iſt. Er wurde in einem E
begräbnis einer ägyptiſchen Familie von hohem Ran
gefunden, und dicht dabei lag die Lieblingsen
der ägyptiſchen Familie. Es iſt dies das erſte Mal, d
Ueberreſte eines Eſels aus ſo grauer Vorzeit gefund
wurden. Das Wertvollſte der Sammlung iſt jedoch
goldener Bruſtſchild, mit Lapislazuli, Türkiſen und
deren Halbedelſteinen beſetzt. Man glaubt, daß die
Schild von einer Perſönlichkeit höheren Ranges getrag
wurde und eine Art Ordensauszeichnung war. A
auch damals — 2800 bis 2500 Jahre v. Chr. — hat
ſchon Leichenräuber gegeben. Ein Spitzbube
verſucht, ſich durch ein enges Loch in das Grab und
den Koſtbarkeiten hineinzuwühlen, iſt aber durch
Einſturz des Deckengewölbes überraſcht worden, und
zerſchmettertes Skelett wurde in der Nähe des
Le=
nams gefunden. Von faſt gleichem Intereſſe ſind
Zam und ein Uas Szepter. Beide ſind aus Holz
einem Phönixkopf und einem gegabelten Ende.
lagen neben dem Leichnam eines hohen Prieſters nam
Sa=Uazt und waren die Zauberſtäbe, die ſie bei ih
Amtshandlungen benutzten. Zahlreiche andere
Schm=
gegenſtände, wie Halsketten, Perlen und Steine 1
Toilettengegenſtände der Schönen jener Zeit wurden
funden. In einem der ausgegrabenen Tiegel wur
auch noch Ueberreſte einer Salbe entdeckt, mit denen
die Damen Aegyptens ihre Augenbrauen einzubalſan
ren pflegten. Sie taten dies jedoch nicht, um
irg=
einen Schönheitseffekt damit zu erzielen, ſondern um
Fliegen, die Landplage Aegyptens, von den Augen
zu halten.
Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Seite 3.
Ueberwachungskommiſſion beherrſcht werden, welcher die
11 Vertreter der Mächte und ein Vertreter des Sultans
angehören werden.
Portugal.
Aus dem Finanzbericht des
Miniſterpräſiden=
ten und des Finanzminiſters iſt noch nachzutragen: Es iſt
gelungen, ein Defizit zu vermeiden durch Steigerung der
regelmäßigen Einnahmen ohne unzuläſſige Beſchränkung
der ſtaatlichen Dienſtzweige, ohne Anleihen und ohne
Ver=
kauf von Staatsgütern und durch Herabſetzung der
lau=
fenden Ausgaben, obgleich der öffentliche Unterricht und
einige andere notwendige Maßnahmen eine Mehrausgabe
von 1000 Contos Reis (ungefähr 4 Millionen Mark)
er=
reichten. Die Einnahmen betrugen 75894, die Ausgaben
74927 Contos.
Amerika.
Die Zuſtände in Mexiko. Das Reuter=Bureau
meldet aus Mexiko: Vierzig Frauen, zumeiſt den beſſeren
Ständen angehörend, haben in der Stadt Durango nach
der Beſetzung durch die Rebellen in letzter Woche
Selbſt=
mord begangen infolge der Behandlung durch die
ſieg=
reichen Rebellen. Nach Konſulatsberichten benahmen ſich
die Rebellen wie Banditen und brannten in dem großen
Geſchäftsviertel ein Teil Durangos nieder. Sie
plünder=
ten und reſpektierten die Auslandsflaggen nicht. In
Du=
rango herrſcht jetzt Hungersnot. Regierungstruppen
brin=
gen Hilfe.
Südafrika.
Der Ausſtand im Randgebiet. Die
Mi=
niſter ſtehen in ſtändiger Verbindung mit dem
Randge=
biet. Nach den bisherigen Meldungen wird die
Entſen=
dung weiterer Truppen nicht für notwendig erachtet. Die
Behörden von Johannesburg haben Maßnahmen zum
Schutze der elektriſchen Kraftſtationen getroffen und
hegen die Hoffnung, die Arbeiter und die Tätigkeit der
Stationen ſchützen zu können. Die Arbeiter der Eaſt=
Rand=Proprietary=Grube und der Caron=Gold=Mine
haben eine Reſolution angenommen, daß ſie den Streik
nur auf Anordnung des Gewerkſchaftsverbandes
aner=
kennen wollen. Dagegen haben die Arbeiter auf der
Kraftſtation der Eaſt=Rand=Proprietary=Mine die Arbeit
niedergelegt. Somit iſt auf dem Eaſt=Rand nur die
Kraft=
ſtation auf der Randfontein in Tätigkeit. Der
ausfüh=
rende Ausſchuß des Bergarbeiterverbandes und der
Ge=
werkſchaftsverband haben ſich Dienstag nacht einſtimmig
für einen Generalſtreik aller Bergleute entſchieden, der am
Freitag beginnen ſoll.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Jllli.
Ueber den Ausbau der Ueberlandleitungen
der Heag
für die Stromverſorgung des Kreiſes Dieburg
er=
fahren wir, daß die Kabelverlegungsarbeiten bis zum
Martinspfad bereits fertiggeſtellt ſind und ein
Hochſpan=
nungskabel für eine Betriebsſpannung von 20000 Volt
und ein Betriebstelephonkabel bis zu der
Gemarkungs=
grenze Nieder=Ramſtadt-Ober=Ramſtadt zur Verlegung
kommt. Hier ſoll eine Ueberführung der Kabel in
Frei=
leitung ſtattfinden und dieſe über Ober=Ramſtadt,
Zeil=
hard, Georgenhauſen, Spachbrücken, Habitzheim bis Groß=
Umſtadt weitergeführt werden. Nachdem die ſehr
ſchwie=
rigen und zeitraubenden Verhandlungen mit den vielen
Grundbeſitzern zum größten Teile erledigt ſind, ſoll jetzt
mit dem Setzen der Gittermaſte für die Freileitung
be=
gonnen werden. Es ſteht daher zu erwarten, daß ein Teil
der Gemeinden des Kreiſes Dieburg, welche bereits einen
Vertrag mit der Heag abgeſchloſſen haben, bis vor
Ein=
tritt der Hauptbeleuchtungszeit Strom erhalten können.
* Empfänge, Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſt Schmidt,
Komman=
deur des Großh. Gendarmeriekorps, den Major v. Weſtern=
hagen beim Stabe des Leibgarde=Infanterie=Regiments
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Major a. D. Kammerherrn
Frhrn. v. Starck, Vorſitzender der Großh. Militär=Witwen=
und Waiſen=Kommiſſion, den Goldſchmied Wende; den
Werkmeiſter Bitſch, den Gärtner Becker und den
Vieh=
händler Oppenheimer, letztere drei von Reichenbach i. O.;
den Oberſchützenmeiſter Landtagsabgeordneten Heerdt
und den Schützenmeiſter Krauß von Mainz, den
Vor=
ſtand des Vorſchußvereins Stoll von Bad Nauheim, den
Pfarrer Schwabe und den Profeſſor Bruck von Gießen;
zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach, den Direktor der
Kabinettsbibliothek Hauptmann a. D. Zobel.
* Eiſenbahnperſonalien. In den Ruheſtand verſetzt
wurden die Lokomotivführer Heinrich Schmidt zu
Gießen, Friedrich Renker zu Mainz, Wilhelm
Schmitt zu Mainz und der Wagenmeiſter Valentin
Stock zu Wiesbaden, der Wagenmeiſter Franz Wolf
zu Mainz und der Weichenſteller Peter Schneider zu
Bensheim, ſämtlich in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft.
F.C. Zum Wechſel im Kommando der 50. Infanterie=
Brigade (2. Großherzoglich Heſſiſche). Der an Stelle des
mit Wahrnehmung der Geſchäfte des Feldzeugmeiſters
beauftragte Generalmajor Franke zum Kommandeur der
50. Infanterie=Brigade (2. Großherzoglich Heſſiſche)
er=
nannte Generalmajor Freiherr v. Speßhardt (ſeither
Kom=
mandeur des Infanterie=Regiments Nr. 51 in Breslau)
hat 29 Vorgänger gehabt, und zwar vom Jahre 1821 an,
wo die Brigade als 2. Großherzoglich Heſſiſche Infanterie=
Brigade errichtet wurde. Es waren dies die
General=
majore Köhler (1821—1829), Zimmermann (bis 1832), von
Bouchenröder (bis 1840), v. Stoſch (1840), Siegroth (bis
1842), Pfaff (bis 1844), v. Wachter (bis 1859), Gräcmann
(bis 1862), Keim (bis 1866), v. Stockhauſen (1866), Becker
(bis 1867), Kehrer (bis 1868), v. Wittich (bis 1871), von
Lyncker (bis 1879) b. Wuſſow (bis 1883), v. Werder (bis
1888), v. Kunowski (bis 1889), Lademann (bis 1892), von
Igel (bis 1894), v. Bismarck (bis 1897), Freiherr v.
Bud=
denbrock=Hettersdorf (bis 1901), v. Viebahn (bis 1903),
Freiherr v. Ledebur (bis 1906), v. Dietlein (bis 1908), von
Grumbkow (bis 1911), Franke (bis 1913).
nn. Strafkammer II. (Sitzung vom 2. Juli.)
Ver=
handelt wurde zunächſt gegen den Fahrburſchen Wilhelm
Schwab aus Offenbach, geboren 1895 und vorbeſtraft,
wegen Urkundenfälſchung. Der Angeklagte hatte ſich auf
den Namen ſeines Dienſtherrn Spengler einen Beſtellſchein
angefertigt und hierfür bei dem Sattlermeiſter Kappes
in Offenbach eine Peitſche im Wert von zwei Mark
aus=
händigen laſſen. Als Entſchuldigung für dieſes Vergehen
führt der Angeklagte an, daß er ſich für rückſtändigen Lohn
Erſatz verſchaffen wollte. Aus den Zeugenausſagen geht
aber hervor, daß der Angeklagte hierzu kein Recht hatte
und daß eine Veranlaſſung zu dieſer Selbſthilfe nicht
vor=
lag. Nach erfolgter Anzeige hatte der Angeklagte den
Be=
trag von zwei Mark für die Peitſche bezahlt. Wegen
die=
ſes Dummenjungenſtreiches wird der Angeklagte wegen
Urkundenfälſchung und Betrug in einem Fall nach § 267,
268 des Strafgeſetzbuchs in eine Gefängnisſtrafe von zwei
Wochen und in die Koſten des Verfahrens verurteilt. Nach
eindringlichen Ermahnungen des Vorſitzenden, Herrn Geh.
Juſtizrats Dr. Sander, nahm der Angeklagte die Strafe
an. — Ein weiterer Fall betraf die Anklageſache gegen
den Fenſterreiniger Philipp Wolf und Genoſſen von
Kel=
ſterbach wegen Bedrohung. Bei einer
Sonntagstanz=
beluſtigung in Kelſterbach kam es zwiſchen den Eheleuten
Georg Henn zu einer Eiferſuchtsſzene bei der der
Ehe=
mann ſeine Ehefrau mit Halsabſchneiden bedrohte. In
einer Schöffengerichtsſitzung wurde Philipp Wolf wegen
Bedrohung freigeſprochen. Georg Henn erhielt eine
Geld=
ſtrafe von 5 Mark. Gegen dieſe Strafe hatte der letztere
Berufung eingelegt. In der heutigen Verhandlung wurde
dieſelbe zurückgenommen und die Sache damit für erledigt
erklärt.
Beſerdigung des Geheimerats Hedderich. Geſtern
nachmittag 2½ Uhr wurden die ſterblichen Ueberreſte des
Geheimerats Hedderich unter außergewöhnlich zahlreicher
Teilnahme von Leidtragenden, die zum Teil aus weiter
Ferne herbeigeeilt waren, in Guntersblum, der
Hei=
mat des Verſtorbenen, beigeſetzt. Ein immenſes Aufgebot
von koſtbaren Blumenarrangements, Kränzen und
ſon=
ſtigen Zeichen der Teilnahme und Liebe legte außer der
perſönlichen Teilnahme Zeugnis ab von der Trauer um
den Verewigten. Im Hauſe, wo die Leiche aufgebahrt
war, fand die feierliche Einſegnung und eine Trauer=
andacht im Familienkreiſe ſtatt. Dann bewegte ſich ein
gewaltiger Leichenkondukt zum Friedhof. Der katholiſche
Pfarrer hielt am offenen Grabe eine Trauerandacht und
Gedächtnisrede. Zahlreiche Nachrufe unter
Kranznieder=
egungen ſchloſſen ſich an. Unter anderen legten Kränze
nieder Reichstagspräſident Kaempf im Namen des
Aufſichtsrats der Bank für Handel und Induſtrie, weiter
ein Vertreter der Gießener Burſchenſchaften, deren
Mit=
begründer der Verſtorbene war, Direktor Rötelmann
von der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft, ſowie
Ver=
treter vieler anderer induſtrieller und
Bankunternehmun=
gen, deren Aufſichtsrat der Verſchiedene angehörte, oder
deren Mitarbeiter er ſonſtwie geweſen iſt. Unter den
eidtragenden befanden ſich beſonders viele Darmſtädter.
* Hoflieferant. Der Firma Gebr. Höslein,
In=
haber Herr Joſef Schiller, Manufaktur= und
Modewaren=
haus, wurde der Hoflieferantentitel verliehen.
* Jubiläen. Am 1. Juli feierte der beim ſtädtiſchen
Waſſerwerk tätige Rohrmeiſter Friedr. Suchland ſein
25jähriges Beamtenjubiläum; am 2. Juli waren 25 Jahre
verfloſſen, ſeitdem der bei derſelben Verwaltung
ange=
ſtellte Bureaudiener Aug. Sulzbach in den ſtädtiſchen
Dienſt eingetreten iſt. Beider Jubilare wurde ſeitens
ihrer vorgeſetzten Behörde in ehrender Weiſe gedacht,
ebenſo wurde ihnen unter entſprechender Schmückung
ihrer Arbeitstiſche ſeitens der Beamten und Arbeiter des
Werks die beſten Glückwünſche übermittelt.
* Vortrag über das Fortbildungsſchulweſen.
Im Auftrage des Darmſtädter Lehrervereins
hält am Montag, den 7. Juli, Herr Hauptlehrer Löſch,
der Leiter der obligatoriſchen Fortbildungsſchule zu
Darmſtadt, einen öffentlichen Vortrag über „
Allge=
meinbildung und Berufsbildung in der
Pflichtfortbildungsſchule und die
Organi=
ſation des Darmſtädter
Fortbildungs=
ſchulweſens” Zu dem Vortrag, der nachmittags
5¼ Uhr im Hörſaal 138 der Großh. Techniſchen
Hoch=
ſchule ſtattfindet, iſt jedermann, der ſich für die wichtige
Frage der Ausgeſtaltung unſerer Fortbildungsſchule
intereſſiert, herzlich eingeladen.
* Freunde deutſcher Schrift. Auf die heute abend
im Prinzen Karl ſtattfindende Verſammlung wird
noch=
mals hingewieſen. Auch Nichtmitglieder haben freien
Zutritt.
* Der Verein für Verbreitung von Volksbildung
wird den bereits von uns erwähnten Beſuch des
Darm=
ſtädter Botaniſchen Gartens am nächſten Sonntag,
den 6. Juli, zur Ausführung bringen. Der Direktor des
Botaniſchen Gartens, Herr Geheimer Hofrat Profeſſor
Dr. Schenck, und Herr Garteninſpektor Purpus haben ſich
freundlicherweiſe als Führer durch die Anlagen und die
Gewächshäuſer zur Verfügung geſtellt. Der Botaniſche
Garten iſt vielen Darmſtädtern wenig oder gar nicht
be=
kannt. Viele ahnen nicht, welchen Reichtum dieſe mit ſo
viel Sorgfalt und wiſſenſchaftlicher Arbeit gepflegte
ſtaat=
liche Lehrſtätte der Pflanzenkunde jedem Naturfreunde
unentgeltlich darbieten kann. Seltenheiten an in= und
ausländiſchen Baumarten, Anpflanzungen von tropiſchen
Gewächſen, von Heil=, Nutz= und techniſchen Pflanzen,
von giftigen und offizinellen Gewächſen, von Schmarotzern
und Inſekten freſſenden Pflanzen, das freundliche Bild
eines Alpinums und der Teich mit blühenden
Waſſer=
roſen: all dies eröffnet dem Beſucher die Ausſicht auf eine
Fülle genußreicher Belehrung. Alle Mitglieder und
Freunde des Vereins für Verbreitung von Volksbildung
ſind zu dieſer Sonntagsführung freundlichſt eingeladen.
Man verſammelt ſich um 9¼ Uhr bei den Gewächshäuſern;
als Eingänge werden geöffnet ſein: im Süden das Tor
an der Roßdörfer Straße, im Norden die Tür am
Bahn=
häuschen.
— Die Vereinigung „Darmſtadtia” rüſtet zur Feier
ihres Gründungsfeſtes. Dieſes ſoll am 13.
Sep=
tember im Mathildenhöhſaale begangen werden. Die
Vor=
arbeiten ſind bereits ſoweit gediehen, daß ein vorläufiges
Programm aufgeſtellt werden konnte. Konzertſängerin
Fräulein Agathe Landzettel wird bei dem Feſt durch
einige Geſangsvorträge erfreuen. Außer Muſik= und
humoriſtiſchen Vorträgen wird das Volksſtück von Herbert
Wolter: „Heinz, der Fiedler” aufgeführt. Auch der
Zither=
klub „Edelweiß” mit ſeinem vortrefflichen Dirigenten
Herrn Richard Münch an der Spitze, der auch einige
Solo=
ſtücke zu Gehör bringen wird, hat ſeine Mitwirkung in
Ausſicht geſtellt. Herr Richard Bernhardt wird mit
eini=
gen Soloſtücken auf der Violine aufwarten. Dem
Charak=
ter eines Volksfeſtes entſprechend, wird der Eintrittspreis
ſo niedrig gehalten werden, daß auch den wenig Bemit=
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die Frauen an der Berliner
Univerſi=
tät. Die Univerſität Berlin zählt in dieſem Sommer
859 ſtudierende Frauen; davon ſind 770 immatrikulierte
Studentinnen. Es iſt ganz lehrreich, zu ſehen, wie ſich die
Studentinnen auf die einzelnen Fächer verteilen. Der
ausgeſprochen praktiſche Zug der arbeitenden Frau macht
ſich auch bei der Wahl des Studiengebietes ſtark geltend.
Die Medizin und die auf das Oberlehrerinnenexamen
füh=
renden Fächer werden faſt ausſchließlich bevorzugt. 151
Frauen ſind in der mediziniſchen Fakultät eingeſchrieben,
und 149 ſtudieren neue Philologie, 101 ſind
Germaniſtin=
nen. 64 Frauen ſtudieren Mathematik im Hauptfach.
41 haben ſich der reinen Philoſophie ergeben, 38 den
Naturwiſſenſchaften. 22 Nationalökonominnen und 21
„alte Philologinnen” folgen. Aber auch die
Kunſt=
geſchichte findet ebenſo viele Jüngerinnen wie die
prak=
tiſchen Staatswiſſenſchaften. Dann vermag nur noch die
Chemie eine größere Anzahl von Frauen zu feſſeln, es
ſind 17. Geographie wird von ſieben Studentinnen als
Hauptfach angegeben; je 5 nennen Literatur im
allgemein=
ſten, Muſikwiſſenſchaft, Phyſik und Zahnheilkunde. 4
ſtudie=
ren Archäologie, 2 Pſychologie. Auch die
weitabliegen=
den philologiſchen Studienfächer finden weibliche
Jün=
ger, wenn auch nur je eine; ſo das Sanskrit, die
Orientaliſtik und die Aſſyriologie, und eine Irin kam
eigens nach Berlin, um bei Profeſſor Kuno Meyer iriſche
Philologie zu treiben. Auch die naturwiſſenſchaftlichen
Einzeldiſziplinen finden kleine weibliche Gemeinden: die
Botanik mit 3, Biologie mit 2, Biologie, Pharmakologie
und Zoologie mit je einer Studentin. Die 20
Juriſtin=
nen und 2 Theologinnen machen den Beſchluß. 300
Stu=
dentinnen ſtammen aus der Mark Brandenburg, 64 ſind
Schleſierinnen, 52 Ruſſinnen. Die Rheinprovinz ſendet
39, die Provinz Sachſen und Weſtfalen 28, Pommern 27
Frauen zum Studium nach Berlin. Oſtpreußen iſt mit
22, Weſtpreußen. Poſen und Amerika mit je 20 Frauen
vertreten. — Einen ſtarken Anteil ſtellen, wie üblich, die
Profeſſorentöchter.
Die Ausländerfrage auf den Techni
ſchen Hochſchulen. Die jetzt vorliegenden
Beſuchs=
ziffern aller Techniſchen Hochſchulen Deutſchlands für das
Sommerhalbjahr 1913 ermöglichen eine Ueberſicht über
den Beſuch von Ausländern an den einzelnen Hochſchulen,
wobei die Ruſſen vielfach einen ſehr hohen Bruchteil
ſtellen. Verhältnismäßig am bedeutendſten iſt die
aus=
ländiſche Beteiligung bei der Techniſchen Hochſchule in
Karlsruhe, die insgeſamt 970 Studierende (6 Damen)
aufweiſt, von denen annähernd ein Drittel, 308, aus dem
Auslande ſtammt. Hier ſtellen die Ruſſen mit 132 Köpfen
den größten Anteil. Demnächſt würde die Techniſche
Hochſchule in Darmſtadt kommen, die unter 1183
Stu=
dierenden 296 Ausländer zählt, darunter 180 Ruſſen. Die
Charlottenburger Techniſche Hochſchule weiſt
unter 1973 Beſuchern 446 Ausländer auf, darunter 120
Rumänen, 56 Ruſſen. Von den 2680 Hörern der
Mün=
chener Techniſchen Hochſchule ſtammen 517 aus dem
Auslande.
* Die Hallenſer Stadtverordneten gegen
die Aufführung des „Parſifal” Wie aus Halle
gemeldet wird, lehnten die dortigen Stadtverordneten den
Magiſtratsantrag, für die Inſzenierung von Rich.
Wag=
ners „Parſifal” zu Beginn des kommenden Jahres 20000
Mark auszuſetzen. mit großer Stimmenmehrheit ab,
ob=
wohl der Oberbürgermeiſter in längerer, eindrucksvoller
Rede erklärt hatte, daß nach Informationen der
Theater=
deputation im kommenden Jahre 40 deutſche Bühnen das
Werk aufführen werden.
— Könige im Bild. Auch Herrſcher ſind ja nicht über
alle menſchlichen Schwächen erhaben, und ſo iſt es
be=
greiflich, daß ſie nicht immer gleichgültig dafür ſind, wie
ſie der Welt im Bild oder im Film gezeigt werden. Was
man aus den Photographien einiger Fürſten über ihre
kleinen Eitelkeiten herausleſen kann, das bildet den
Gegenſtand einer luſtigen Plauderei, die eine engliſche
Wochenſchrift veröffentlicht. Vor einer Reihe von
Jah=
ren wurde von dem hochaufgeſchoſſenen, ſchlanken und
blaſſen König Alfons das Gerücht verbreitet, er wäre
nicht geſund und er habe etwas an der Lunge. Das war
natürlich dem König oder zumindeſt ſeiner Umgebung
recht unangenehm, und wie dieſer Argwohn durch
Photo=
graphien entſtanden war, ſo mußte man ihm auch durch
Bilder begegnen, denn ein ſolches Gemunkel konnte ihm
in ſeiner Herrſchaft wie bei ſeiner damals noch nicht
voll=
zogenen Verheiratung empfindlich ſchaden. Es gingen
alſo vom Hofe in Madrid eine Unzahl von Photographien
aus, die den jungen König als eifrigen Sportsmann
und kleinen Herkules darſtellten. Da ſah man Alfons,
wie er Polo ſpielte, ſelbſt ſein Auto lenkte, als kühnen
Reiter auf feurigem Pferd und auf der Jagd. Die
Bil=
der taten ihren Dienſt und der König lebt heute im
all=
gemeinen Bilde als ein kräftiger Jüngling, der allen
körperlichen Uebungen beſonders zugetan iſt. Fehlt dem
Madrider Herrſcher ein kräftigerer Leibesumfang, ſo iſt
König Viktor Emanuel von der Natur um einige
Zoll Körpergröße betrogen worden, die ihm mit ſeinem
energiſchen Geſicht und ſeinem ſtolzen Schnurrbart erſt
das imponierende Ausſehen verleihen würden. Auch da
helfen die Photographen des Königs nach. Ein Bild
des Herrſchers wurde in Tauſenden von Exemplaren
verbreitet, das ihn an der Spitze ſeiner militäriſchen
Eskorte zeigt. Hier überragt er ſeine Umgebung um eine
Kleinigkeit, denn man hat ſorgfältig Offiziere ausgeſucht,
die als klein gelten müſſen, und ſo ein vorteilhaftes Relief
für die Figur des Monarchen bieten. Eine andere
Photographie ſtellt den König in einem Automobil dar,
deſſen Seitenwände beſonders niedrig waren, ſo daß die
Geſtalt des Königs hoch darüber hinausragte und man
ihn wohl danach für einen körperlich großen Mann
hal=
ten konnte. Auch der Zar wird von ſeinen
Photogra=
phen mit Vorliebe als ein Mann von beſonderen
Kör=
perkräften dargeſtellt, und es ſoll vor einigen Jahren auf
ſeinen Befehl ein Bild in ganz Rußland verbreitet
wor=
den ſein, das ihn zeigte, wie er auf der Newa rudert.
Der verſtorbene König Eduard ließ ſich beſonders gern
als Sportsmann und in möglich leutſeliger,
ungezwun=
gener Haltung photographieren. Typiſch dafür iſt das
Bild, auf dem man ihn ſieht, wie er ſelbſt den Derby=
Sieger Minoru am Zügel führt. Rooſevelt ließ ſich
während ſeiner Präſidentſchaft vierzehnmal im Kreiſe
ſeiner Familie photographieren, weil er in ſeinen Ideen
für eine zahlreiche Nachkommenſchaft und für das Heim
als den Hort der Volksgeſundheit eintrat. Auf die
Ver=
breitung dieſer Familienbilder legte er beſonderen Wert.
C. K. Die Meſſenger Boys als Senatoren. Amerika
amüſiert ſich herzlich über den übermütigen
Streich, den ſich die Pagen des amerikaniſchen
Sena=
tes, die kleinen Meſſenger Boys, die den Senatoren zu
Botengängen zur Verfügung ſtehen, geleiſtet haben. Wer
am Samstag nachmittag in Waſhington zufällig auf die
Tribüne des Sitzungsſaales des Senates ging, ward
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Nummer 153.
telten der Beſuch des Feſtes ermöglicht iſt. Die
Reſtau=
ration findet bei Bier ſtatt.
* Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
„Gabelsberger” veranſtaltet am Samstag, den 5. Juli,
abends, in ſämtlichen Räumen des „Rummelbräu”, Allee 61,
ihr diesjähriges Sommernachtfeſt. Für den
konzert=
lichen Teil iſt die Kapelle des Leibgarde=Regiments unter
Herrn Hauskes Leitung gewonnen, während der Tanz
im großen Saale abgehalten wird. Bei ungünſtiger
Witterung findet die Veranſtaltung im Saale ſtatt. (Wir
verweiſen auf die Anzeigen in unſerem Blatte.)
* Der Darmſtädter Hausbeſitzerverein macht
alle Grundbeſitzer darauf aufmerkſam, daß alle
Grund=
ſtücke, die zu landwirtſchaftlichen Zwecken benützt werden,
bei der Steuerveranlagung auf Antrag des
Be=
ſitzers auf das Mittel des Ertrags und gemeinen
Wertes feſtgeſetzt werden. Die Steuerkommiſſion hat
alle Grundſtücke mit dem gemeinen Werte in der
Ver=
anlagung angenommen. Es iſt deshalb nötig, daß alle
Beſitzer derartiger Grundſtücke reklamieren und dieſe
Beanlagung beantragen, um eine niedrigere Steuer zu
erzielen.
* Orthſches Männerquartett. Sämtliche
inner=
halb 5 Jahren errungenen Preiſe ſind bei dem
Mit=
gliede Herrn Rudolf Fay, Manufakturwaren=Geſchäft,
Ludwigshöhſtraße 1½, zurzeit ausgeſtellt.
* Gartenbauverein Darmſtadt. Nächſten Samstag
findet ein gemeinſamer Ausflug zur Beſichtigung der
Gartenanlagen auf Schloß Heiligenberg bei Jugenheim
ſiatt. (Näheres im Anzeigeteil.)
* Steuer zahlen. Wir machen unſere Leſer
noch=
mals darauf aufmerkſam, daß das 1. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr 1913 bis längſtens 5. I. Mts.
an die Stadtlaſſe zu entrichten iſt.
Städtiſcher Saalbau. Das heutige 5.
Donners=
tags=Konzert der Kapelle des Leibgarderegiments
iſt ein Streichkonzert. Damit ſoll verſchiedentlicher
An=
regung Folge gegeben werden. Das künſtleriſch
hervor=
ragende Programm kommt auch dem verwöhnteren
Kunſtgeſchmack entgegen. U. a. wird der ausgezeichnete
Geiger Herr Val. Härtl, gegenwärtig Einjährig=
Frei=
williger, den 2. Satz aus M. Brucks Violinkonzert
ſpielen. (Siehe auch Anzeige.)
* Hotel Heß. Im Bürgerkeller iſt neues
Leben eingezogen. Die Kapelle Nobitſchek verſteht es,
mit ihrem abwechſelungsreichen Programm das Publikum
zu feſſeln. Das Orcheſter beſteht aus acht jungen
Damen und iſt ein Beſuch beſtens zu empfehlen.
=gs- Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich geſtern
vor=
mittag bei einer militäriſchen Uebung auf dem
Weiter=
ſtädter Exerzierplatz. Die Pferde einer Proviantkolonne
wurden ſcheu durch das Schnellfeuer einer angreifenden
Abteilung und gingen durch. Dabei ſtürzten mehrere
Trainſoldaten vom Wagen und gerieten unter die Räder.
Während die meiſten erfreulicherweiſe nur
Hautabſchürf=
ungen oder ſonſt leichte Verletzungen erlitten, waren die
Verletzungen bei 4 Trainſoldaten ernſterer Natur.
Wäh=
rend der eine durch ein Privatautomobil in das
Garni=
ſonlazarett geſchafft wurde, ſorgte die Rettungswache für
Ueberführung der anderen im Krankenkraftwagen ebenfalls
ins Garniſonlazarett. Wie wir geſtern abend noch
er=
uhren, werden 2 von ihnen ſchon heute oder morgen
wie=
der aus dem Lazarett entlaſſen werden können, während
ie beiden anderen noch im Lazarett verbleiben, jedoch
be=
ſteht auch bei ihnen keine Gefahr.
m. Zuſammenſtoß. Geſtern morgen um ¼8 Uhr
fand an der Ecke Bleichſtraße und Kaſinoſtraße ein
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen zwei Radfahrern ſtatt. Beide
Fahrer ſtürzten, wobei dem einen das rechte Knie und
die linke Hand zerſchunden wurde. Der zweite, ein
Bäckerjunge, mußte ſeine Brötchen auf der Straße
zu=
ſammenleſen. Er ſoll durch ſein Links= und
Zuſchnell=
fahren den Unfall verſchuldet haben.
Aus dem Odenwald, 1. Juli. Die abnorme
Witterung der letzten Zeit bringt unſeren
Sommer=
friſchen einen erheblichen Schaden. Die meiſten
Kur=
gäſte reiſen vorzeitig ab, nur wenige ſtellen ſich ein.
Bis zum Eintreten dieſer Witterung war der
Fremden=
beſuch gut.
Mainz, 2. Juli. Oberſchützenmeiſter
Landtagsabge=
ordneter Heerdt und der zweite Schützenmeiſter Krauß
wurden heute vormittag vom Großherzog in Audienz
empfangen. Der Landesfürſt bewies das regſte Intereſſe
für die anläßlich des 26. Verbandsſchießens in
Mainz ſtattfindenden feſtlichen Veranſtaltungen. Der
Großherzog wird am Sonntag halb 12 Uhr mit ſeiner
Familie nach Mainz kommen und ſich zu Herrn
Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert begeben,
um vom Kreisamtsgebäude aus den Feſtzug anzuſehen.
Der Großherzog gab, lt. Journ., ferner die Zuſage, im
Laufe der Feſtwoche nochmals nach Mainz zu kommen, um
den Feſtplatz zu beſuchen.
Gonſenheim, 2. Juli. Gelegentlich des
Jubiläums=
feſtes der Freiwilligen Feuerwehr wurde an den
Groß=
herzog von Herrn Bürgermeiſter Alexander ein
Huldi=
gungstelegramm abgeſandt, worauf am Montag aus
Jagdſchloß Wolfsgarten die nachſtehende Antwort eintraf:
„Herrn Bürgermeiſter Alexander in Gonſenheim.
Ueber=
mitteln Sie meinen beſten Dank allen Beteiligten für ihr
erneutes Treuegelöbnis. Ernſt Ludwig.”
Bingen, 2. Juli. Heute vormittag iſt im neuen
Fahr=
waſſer des Rheines ein Schleppkahn
untergegan=
gen. Der Kahn hatte Salzladung und war mit zwei
anderen Kähnen im Anhang eines Schleppdampfers des
weſtdeutſchen Lloyd auf der Fahrt vom Oberrhein zu Tal.
Bei der Einfahrt in das neue Fahrwaſſer geriet der Kahn
auf eine Kribbe, bekam ein Leck und ſank innerhalb fünf
Minuten. Die Bemannung konnte ſich mit genauer Not
noch durch Ueberſpringen auf die anderen Kähne retten.
Gau=Odernheim 2. Juli. Ein junger Mann von hier,
der im Saargebiet in Stellung war, ſoll dort von
Wer=
bern der Fremdenlegion mit nach Paris
genom=
men worden ſein. Dort ſei der Mann ſich erſt ſeiner Lage
bewußt geworden und habe ſich geweigert, die
Unter=
ſchrift zu geben. Man habe ihn entlaſſen, er ſei aber von
den Werbern mißhandelt und ſeiner Barſchaft von 110 M.
beraubt worden. Ein Bekannter in Paris habe ihm
ſchließlich die Mittel zur Heimreiſe verſchafft.
Nierſtein, 2. Juli. Die älteſte Frau
Rhein=
heſſens dürfte die Witwe Katharina Buhl von hier
ſein, die in dieſem Monat ihren 97. Geburtstag feiert. Die
Greiſin erfreut ſich noch verhältnismäßig guter
Geſund=
heit. Ihre Nachkommenſchaft zählt heute 55 Köpfe
näm=
lich 3 Kinder, 28 Enkel und 24 Urenkel. Rheinheſſen hat
überhaupt den Ruhm, die älteſten Leute in Heſſen zu haben.
In Nieder=Ingelheim feierte vor einigen Wochen Herr N.
Sundheimer den 100. Geburtstag in voller
Rüſtig=
keit. Von beiden alten Leutchen wird erzählt, daß ſie
einem guten Glas rheinheſſiſchen Weins nie abhold waren,
ein Beweis daß der edle Rebenſaft keineswegs
geſund=
heitsſchädlich iſt.
Gau=Algesheim, 2. Juli. Während des am Montag
gelegentlich des Rheinheſſiſchen Gauturnfeſtes zwiſchen
den Mannſchaften der Mainzer Infanterie=Regimenter Nr.
87 und Nr. 117 ausgefochtenen Entſcheidungskampfes um
die „Goldene Kette von Mainz” ereignete ſich ein
ſchwe=
rer Unfall. Ein außerhalb des Abſperrungszaunes
zu=
ſchauender Soldat des Infanterie=Regiments Nr. 117
wurde von dem Fußball derart an den Kopf getroffen,
daß er bewußtlos zuſammenſtürzte und von der
Sanitäts=
wache ins Krankenzelt gebracht werden mußte. Der auf
dem Platze anweſende Arzt konſtatierte eine ſchwere
Ge=
hirnerſchütterung. Der Mann erholte ſich ſpäter wieder
ſoweit, daß er nach Mainz ins Garniſonslazarett gebracht
werden konnte.
Gießen, 2. Juli, Unſere Landesuniverſität
feierte lt. „Gieß. Anz.” in hergebrachter Sitte ihr
Jah=
resfeſt mit einem Feſtakt in der neuen Aula um 11½
Uhr, einem Feſteſſen in „Steins Garten” um halb 2 Uhr
und einem ſich hieran anſchließenden Gartenkonzert. —
Beim Feſtakt in der Aula hielt der Rektor die Feſtrede;
er ſprach über „Luthers Rechtfertigungsglauben als
ge=
ſchichtliche Religion‟. Dann teilte er die wichtigſten
Ge=
ſchehniſſe an der Hochſchule im vergangenen Jahre mit
und verkündete die Ergebniſſe der Preisaufgaben für
1912/1913. Leider waren von zehn gegebenen nur vier
be=
arbeitet worden. Die Aufgabe der mediziniſchen Fakultät
für den akademiſchen Preis lautete: „Welche Beziehungen
beſtehen zwiſchen Verbiegungen der Naſenſcheidewand,
den Naſenmuſcheln und dem Siebbein?‟ Die eingegangene
Arbeit erhielt den vollen Preis. Die Aufgabe derſelben
Fakultät für den Balſerpreis lautete: „Die motoriſche und
ſpeziell ſprachliche Reaktion auf akuſtiſche Reize ſoll
ver=
gleichend bei Normalen, Nervöſen und Geiſteskranken
unterſucht werden.” Auch die hierzu eingelieferte Löſung
war des vollen Preiſes würdig. Die philoſophiſche
Fa=
kultät hatte aus der römiſchen Philologie die Aufgabe
geſtellt: „Num comparationes Plutarchi vitis parallelis
adiectae ab ipso Plutarcho sint compositae quaeratur‟.
Die hierzu vorgelegte Arbeit erhielt den vollen Preis.
Die weitere Aufgabe dieſer Fakultät aus der engliſchen
Philologie lautete: „Das hiſtoriſche Präſens im
Engli=
ſchen.‟ Die eingelieferte Arbeit erhielt ebenfalls den
vol=
en Preis. — Weiter verkündete der Rektor, daß der in
dieſem Jahr wieder fällige Diezpreis dem Cand. phil. rec.
Martin Schmitt aus Frankfurt a. M. für ſeine Arbeit über
die Namen der Waldbäume in den franzöſiſchen
Orts=
benennungen zugeſprochen worden ſei, und daß die
eben=
falls zu vergebenden Zinſen des Heimburger
Reiſeſtipen=
diums der Lehramtsaſſeſſor Dr. Knoellinger erhalten
habe.
(*) Büdingen, 1. Juli. Das Kirchenfeſt in
Ro=
denbach wurde durch Feuerlärm jäh geſtört. Das
An=
weſen des Landwirts Will wurde ein Raub der Flammen;
es ſoll ein Racheakt vorliegen.
Anfechtung eines Vertrages wegen argliſtiger
Täuſchung.
(Reichsgerichtsentſcheidung.)
(Nachdruck verboten.)
js. Wer zur Abgabe einer Willenserklärung durch
arg=
liſtige Täuſchung beſtimmt worden iſt, kann die Erklärung
nich § 123 des Bürgerlichen Geſetzbuches anfechten.
Arg=
liſtige Täuſchung liegt, wie das Reichsgericht jetzt
ausge=
ſprochen hat, auch dann vor, wenn der eine Vertragsteil
dem anderen eine Urkunde zur Unterſchrift vorlegt, die einen
anderen Inhalt hat, als wie zwiſchen den Parteien mündlich
vereinbart war, und wenn er trotzdem den anderen
Ver=
tragsteil nicht auf den abweichenden Inhalt aufmerkſam
macht, ſondern das Schriftſtück ungeleſen unterſchreiben
läßt, obwohl er weiß, daß der andere glaubt, die Urkunde
entſpreche den Vereinbarungen. Zur Erlänterung dieſer
Ausführungen diene der nachſtehend mitgeteilte
Rechts=
ſtreit:
Der frühere Braumeiſter B. war ſeit den 1870er
Jah=
ren in einer Wormſer Brauerei als Braumeiſter tätig. Er
will von dem damaligen Inhaber der Brauerei auf
Le=
benszeit angeſtellt worden ſein. Die Brauerei wurde in
eine Aktiengeſellſchaft umgewandelt und ging ſpäter auf die
jetzige Firma Elefantenbräu,
Aktiengeſell=
ſchaft in Worms, über. Der Direktor O. der Brauerei,
der Sohn des früheren Inhabers, unterhandelte im Jahre
1907 mit B. wegen deſſen Ausſcheidens. Es kam ein=Ver=
trag vom 3. Jut 190f zuſtande, nach weichem B. ab 1.
Juli 1907 mit einem Ruhegehalt von 1800 Mark penſioniert
wurde; es iſt in dem Vertrag aber weiter geſagt, daß die
Brauerei keinerlei Verpflichtung für lebenslängliche
Zah=
lung der Penſion übernimmt, daß ihr vielmehr das Recht
zuſteht, die Gewährung derPenſion jederzeit zu widerrufen.
Die Penſion iſt dem B. auch tatſächlich einige Jahre gezahlt
vorden. Im Jahre 1910 wurde ſie ohne Widerſpruch
des B. von 1800 auf 1500 Mark herabgeſetzt. Seit 1.
Oktober 1910 wird aber überhaupt keine Penſion mehr
gezahlt. B. erhob nun gegen die Aktiengeſellſchaft
Elefan=
tenbräu und gegen den Direktor O. Klage auf
Weiterzah=
lung der Penſion von 1500 Mark jährlich. Ec hat die
Urkunde vom 3. Juli 1907 wegen argliſtiger Täuſchung
angefochten, indem er geltend macht: O. habe ihm
lebens=
längliche Penſionszahlung zugeſichert; im Vertrauen
dar=
auf, daß der Inhalt der Urkunde dieſer Zuſicherung
ent=
ſpreche, habe, er das Schriftſtück unterſchrieben, ohne es
geleſen zu haben.
Vom Landgericht Mainz iſt die Klage gegen beide
Beklagte abgewieſen worden. Das Oberlandesgericht
Darmſtadt wies die Klage gegen die Brauerei
eben=
falls ab, verurteilte aber den Direktor O. Die Abweiſung
gegenüber der Brauerei begründete es damit, daß zwar
dieſe für einen Dolus ihres Vertreters haften würde, daß
aber der Nachweis der Argliſt in keiner Weiſe geführt ſei.
ber auch wenn der Nachweis geführt werde ſo würde
zwar das in der Urkunde enthaltene Widerrufsrecht der
Beklagten nichtig ſein, allein es bliebe dann immer noch
die Vereinbarung der Penſionszahlung auf Lebenszeit
vollſtändig beweislos. Ein Eid hierüber ſei dem Kläger
nicht aufzuerlegen.
Auf die Reviſion des Klägers hat das Reichsgericht
das Berufungsurteil gegenüber der Brauerei aufgehoben
und die Sache zur anderweiten Verhandlung und
Ent=
ſcheidung an einen anderen Senat des
Oberlandesge=
richts zurückverwieſen. Zur Begründung dieſer
Entſchei=
dung führte der höchſte Gerichtshof aus: Der Kläger macht
geltend, daß der Schein vom 3. Juli 1907 nicht der
wirk=
lichen Vereinbarung entſpreche; er hat behauptet, er habe
vielmehr mit dem berufenen Vertreter der Beklagten
ver=
einbart, daß ihm eine lebenslängliche Penſion gezahlt
werden ſollte, und daß der beklagte Vertreter in
Kennt=
nis deſſen, daß der Kläger glaubte, der Inhalt der
Ur=
kunde entſpreche der Vereinbarung, dieſe Urkunde dem
Kläger zur Unterſchrift vorgelegt habe. Das
Oberlandes=
gericht hält zu Uncecht dieſe Behauptung nicht für
durch=
greifend. War die Behauptung des Klägers richtig, dann
liegt in der Tat eine Argliſt des beklagten Vertreters vor.
Dieſer handelte gegen Treu und Glauben, wenn er wirklich
mit dem Kläger lebenslängliche Penſionszahlung
ver=
einbart hatte und in dem Bewußtſein, daß der Kläger
glaubte, die Urkunde habe dieſen Inhalt, den Kläger bei
der Vorlegung des Schriftſtücks zur Unterſchrift nicht
darauf aufmerkſam machte, daß der Inhalt ein anderer
war. (Aktenzeichen: III. 142/13. — Urteil vom 1. Juli
1913.)
Die Walderholungsſtätten.
Von Eduard Schneider=Darmſtadt.
Waldesruhe, Waldesluſt,
Bunte Märchenträume,
O, wie labt ihr meine Bruſtz
Locktihr meine Reime.
In dieſem Liede läßt Freiligrath ſein Lob auf den
Wald erklingen. Aber nicht allein dem feinen Empfinden
des Dichterherzens offenbart ſich die Herrlichkeit unſeres
wunderreichen deutſchen Waldes, nein, auch das ſtarrſte
Gemüt bleibt unter dem grünen Gewölbe eines ſtattlichen
Buchenhochwaldes nicht unberührt von Ehrfurcht vor dem,
was die Natur hier an vegetativer Kraft und Erzeugung
zuſammengehäuft und in harmoniſcher Vollendung
neben=
einander geordnet hat. Der Wald erhebt Herz und Gemüt
über das gemeine Alltägliche und über die Sorgen und
Kümmerniſſe des Lebens. Und wer den ſtillen ſchattigen
Waldpfad durchwandert, empfindet unwillkürlich etwas
von der Stimmung, die Scheffel in den Reim ausſtrömen
läßt:
Daß ich wieder ſingen und jauchzen kann,
Daß alle Lieder geraten,
Verdank’ ich nur dem Streifen im Tann,
Den ſtillen Hochwaldpfaden.
Der ſtille Waldesfrieden lenkt den ermüdeten Geiſt
von=
dem abſtrakten Denken ab; eine liebevolle
Naturbeobach=
tung bevölkert unſere Gedankenwelt mit friedlichen
Erſchei=
nungen und verbannt unfreundliche Erinnerungsbilder
Hier unter den grünen Kuppeln der Buchen und den
Spitz=
ſäulen der ſchlanken Tannen gedeihen nicht nur
pflanz=
liche Lebeweſen, hier keimen auch geſunde Ideale und
na=
türliche Gedanken. Und wie das dürre Holz uns
äußer=
lich erwärmt, ſo trägt das grüne, in Saft und Trieb
ſte=
hende, zur Erwärmung unſeres inneren Menſchen bei.
Aber nicht allein Geiſt und Gemüt, auch der Körper hat
ſeinen Anteil an den Segenswirkungen des Waldes. Die
Licht= und Schalldämpfung, die Feuchtigkeit und Reinheit
der Luft und ihr Reichtum an Sauerſtoff heben die Herz=
und Lungentätigkeit und wirken wohltuend und kräftigend
auf den ganzen Organismus ein, Blut und Nerven
verjün=
gend. Gerade in unſerer Zeit, wo die wachſende
Unnatur=
der Städte Nervenſchwäche und Blutarmut in einem früher
nicht gekannten Maße verurſacht hat, iſt der
Aufenthalt=
im Walde die Quelle, die den wirkungsvollſten Heiltrank
ſpendet. Es iſt daher auch leicht erklärlich, daß die
ärzt=
liche Forſchung dieſen natürlichen Heilfaktor nicht
unbe=
achtet ließ, ſondern ihn in den Bereich ihrer Heilmittel
eingliederte.
Die Idee der Erholungsſtätten verdankt ihre
Enk=
ſtehung den Bemühungen zur Bekämpfung der
Tuberku=
loſe, insbeſondere der Tatſache, daß die
Volksheilſtättenbe=
wegung den Beweis erbrachte, daß die Möglichkeit der
Hei=
lung gegeben iſt. Eingehende Unterſuchungen hatten
ge=
zeigt, daß den Wohnungsverhältniſſen ein überragender
Einfluß auf die Entſtehung und den Veelauf dieſer
Volks=
ſeuche zukommt, und ſo ſann man auf Mittel, um den
Kranken in den Stand zu ſetzen, ſich ſo viel als möglich in
der friſchen Luft aufhalten zu können. Die hiernach
ge=
ſteckte Aufgabe fand — inſoweit es ſich um leichtere
Krank=
heitsfälle handelt — eine glückliche Löſung in den
Wald=
erholungsſtätten. Dieſe Tagesſanatorien ſind dazu
be=
ſtimmt, während der Sommermonate die
Geneſendenfür=
ſorge und die Verſorgung von Leichtkranken aus den
min=
derbemittelten Kreiſen zu übernehmen. Insbeſondere
ha=
ben dieſe Anſtalten auch den Zweck, den unmittelbaren=
Uebergang von der Heilſtätte in die vielfach ungünſtigen
Verhältniſſe des Werktagslebens zu mildern und ſind
da=
her berufen, eine wertvolle Ergänzung der Heilſtätten zu
bilden, nicht nur als ſolche Uebergangsſtationen, ſondern
auch in Vorbereitung der Behandlung, als
Wiederholungs=
oder Nachkuren und ſchließlich ſogar als Erſatz der
Heil=
ſtättenbehandlung in leichten Fällen und da, wo die Ko=
hier Zeuge eines höchſt ſeltſamen Schauſpiels: die Bänke
der Senatoren und des Präſidiums waren von Knaben
und jungen Burſchen beſetzt, die eifrig damit beſchäftigt
waren, mit Blitzesſchnelle allerlei Geſetze zu machen. Dieſe
jugendlichen Herren Senatoren trugen zwar die
Knie=
hoſen und das weiße Hemd der Senatspagen, aber im
übrigen nahmen ſie es mit ihren parlamentariſchen
Pflich=
ten ſehr ernſt und ihre Tätigkeit war eine ganz
ausge=
zeichnet inſzenierte kleine Parodie auf die regulären
Senatsſitzungen. Die Karikaturſitzung hatte 5 Minuten
nach der Vertagung des Senates begonnen, als der
Oberpage ſich plötzlich auf den Sitz des Vizepräſidenten
ſchwang. Mit würdevollem Ernſt brachte ſofort ein
zwei=
ter Page einen Geſetzentwurf ein, durch den das Gehalt
der Pagen von 75 auf 200 Dollar im Monat erhöht
wer=
den ſollte. Im Laufe der folgenden kurzen Diskuſſion
wurde ein Zuſatzantrag eingebracht, der das Gehalt auf
2000 Dollar im Monat erhöhte; er fand bei dem jungen
Parlament einſtimmige Billigung: und das Geſetz wurde
genehmigt. Ein zweites Geſetz, das allen Senatoren
den Genuß von „Feuerwaſſer und jeder anderen Art
von Waſſer” verbietet, fand ebenfalls die Mehrheit des
Hauſes. Ein dritter Geſetzesantrag, betreffend die
Be=
handlung von jungen Stieren, entfachte eine lebhafte
Diskuſſion und wurde nach namentlicher Abſtimmung
der Kommiſſion für Hundekämpfe überwieſen, mit dem
Auftrag, in den Hundstagen darüber Bericht zu
er=
ſtatten. Das Parlament war gerade damit beſchäftigt,
die Einführung einer Schweigemaſchine für den
Haus=
meiſter des Parlaments zu beraten, als dieſer Beamte
unverhofft in der Tür erſchien. Die erſchreckten jungen
Senatoren verſteckten ſich ſchleunigſt unter den Pulten
des Präſidiums, aber mit Hilfe der Parlamentsdiener
wurden ſie erbarmungslos aus ihren Schlupfwinkeln
her=
vorgezogen und energiſch an die Luft geſetzt. Welche
Strafe ihrer harrt, iſt noch nicht feſtgeſetzt; ſie trifft die
Anklage, die Würde des amerikaniſchen Senats verletzt
zu haben. Das Publikum aber amüſiert ſich einſtweilen
herzhaft über die übermütigen Jungen, die ſich ſchon in
ſo frühen Jahren der verantwortungsvollen Tätigkeit
mancher Herren Senatoren gründlich gewachſen zeigten.
*. Eine kühle Kirche. Mit echt amerikaniſcher
Anpaſ=
ſung hat ein Prediger der größten Kirche von Neu=York
es verſtanden, die Gläubigen während der großen Hitze
in die Kirche zu locken. Er ließ in dem ganzen
Gottes=
haus Eisblöcke aufſtellen, die eine angenehme kühle
Tem=
peratur verbreiteten, und Fächer an die Damen
ver=
teilen.
Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Seite 5.
ſten nicht aufgebracht werden können. Und in den Dienſt
dieſer Aufgabe geſtellt, haben die Walderholungsſtätten in
den 13 Jahren ihres Beſtehens alle Hoffnungen, die man
in dieſe neuen Erholungsheime ſetzte, in vollem Maße
er=
füllt.
Prof. Dr. Pannwitz, der Schriftführer des
Volks=
heilſtättenvereins vom Roten Kreuz und Generalſekretär
der Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkuloſe
urteilt: „Das wirkſamſte Mittel im Kampfe gegen die
ſo=
ziale Krankheit unſeres Zeitalters iſt, das von der
Tuber=
kuloſe noch immer geknechtete Land mit einem dichten Netz
von Fürſorgeſtellen und Erholungsſtätten zu
be=
ſetzen und von hier aus mit den übrigen Tuberkuloſe=
Ein=
richtungen dauernde Verbindung zu unterhalten.” Und
Oberſtabsarzt a. D. Prof. Dr. Nietner, Generalſekretär
des Deutſchen Zentralkomitees zur Bekämpfung der
Tuber=
kuloſe, berichtet über die Walderholungsſtätten: Sie ſind
nicht nur eine der wichtigſten, die Heilſtättenfürſorge
er=
gänzenden Einrichtungen, ſondern auch die wirkſamſte
prophylaktiſche Maßnahme nächſt den Auskunfts= und
Für=
ſorgeſtellen. Dieſe können die Walderholungsſtätte kaum
entbehren. In dieſer Erkenntnis hat das Präſidium des
Zentral=Komitees die den Walderholungsſtätten zugrunde
liegende Idee und ihre Durchführung nach Kräften
ge=
fördert.”
Daß aber der Kampf gegen die Tuberkuloſe, dieſe
Geißel der Menſchheit, nach den von der Wiſſenſchaft
gege=
benen Regeln aufgenommen und zum Segen unſeres
Vol=
kes mit wachſendem Erfolge durchgeführt werden kann, iſt
in der Hauptſache unſerer ſozialpolitiſchen
Verſicherungs=
geſetzgebung zu danken, jenem hervorragenden, aus
Erwä=
gungen der Staatsklugheit, der ſozialen Gerechtigkeit und
der Humanität geborenen Werke. Die damit
reichsgeſetz=
lich durchgeführte Krankenfürſorge bildet das Fundament,
auf dem ſich alle Bekämpfungsmaßnahmen erſt entfalten
können. Wer möchte den ungeheuren Schaden an
Volks=
kraft, an Volksvermögen und an Menſchenglück ermeſſen,
den die Tuberkuloſe ohne obligatoriſche
Krankenverſiche=
rung anrichten würde? Beſonders erfreulich iſt es, daß
man hinſichtlich der Heilmittel nicht bei der bloßen
Gewäh=
rung ärztlicher Hilfe und Arznei ſtehen geblieben, ſondern
dazu übergegangen iſt, Krankenhausbehandlung, Heilſtätten
und Badekuren und dergleichen einzuleiten und zugleich
vorbeugend zu wirken. Die geſetzlichen Beſtimmungen,
welche die Leiſtungen der ſozialpolitiſchen
Verſicherungs=
anſtalten normieren, haben eben die weitgehendſte Deutung
erfahren. Aber auch der Kreis der Träger und Förderer
der öffentlichen Krankenfürſorge und Geſundheitspflege hat
an Umfang zugenommen. Neben die geſetzlich berufenen
Inſtitutionen ſind private Vereine getreten, um — geleitet
von ethiſchen und ſozialen Geſichtspunkten — die
Fürſorge=
maßnahmen über den Rahmen der geſetzlichen Leiſtungen
hinaus auszudehnen und ſie rationeller zu geſtalten.
Die=
ſes herzerfreuende Bild, in dem öffentliche Körperſchaften
und freie Liebestätigkeit zu vereintem Wirken ſich die Hände
reichen, um das teuere Gut der Volksgeſundheit zu pflegen
und zu wahren, zeigt recht augenfällig den Segen der
gu=
ten Tat, daß ſie fortzeugend Gutes gebären muß.
Auch bei den Darmſtädter
Walderholungs=
ſtätten haben die Krankenkaſſen, die Stadtverwaltung
und die Landesverſicherungsanſtalt an den Gründungs=
und Betriebskoſten ſich nur anteilsweiſe beteiligt.
Rund die Hälfte der jährlichen Betriebs= und
Verwaltungs=
koſten wird durch Zuwendungen von Gönnern, unter
de=
nen im vergangenen Jahre auch Ihre Königliche Hoheit
die Großherzogin mit einer Summe von 1000 Mark ſich
be=
fand, und durch freiwillige Beiträge der Mitglieder
aufge=
bracht, die dem Verein ſeit ſeiner Gründung treu zur Seite
ſtehen. Durch dieſe Aufwendungen der privaten
Wohl=
tätigkeit kann einerſeits die Belaſtung der ſehr ſtark in
Anſpruch genommenen Ortskrankenkaſſen in erträglichen
Grenzen gehalten und andererſeits auch der Zuſchuß, den
das der Walderholungsſtätte überwieſene Mitglied zu
ſei=
nen Verpflegungskoſten an ſeine Krankenkaſſe abführen
muß, auf das niedrigſte Maß beſchränkt werden. So
be=
tragen die Selbſtkoſten eines Pfleglings pro Tag rund
1,90 Mark. Die Krankenkaſſen zahlen — inſoweit ſie mit
dem Verein Walderholungsſtätte im Vertrags= und
Bei=
tragsverhältnis ſtehen — pro Kopf und Tag 1 Mark, ſodaß
der Verein aus eigenen Mitteln 90 Pfg. zulegen muß, was
bei 5000 Verpflegungstagen 4500 Mark ergibt. Von der
1 Mark, die die Kaſſe zahlen muß, läßt ſich beiſpielsweiſe
die Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt durchſchnittlich
nur zwei Fünftel des Krankengeldes durch Abzug wieder
erſetzen. Der Pflegling ſelbſt genießt demnach gegen ein
äußerſt beſcheidenes Entgelt nicht nur volle Verpflegung,
ſondern auch Erholungsgelegenheit. Gerade dieſer
wohl=
feile Verpflegungspreis iſt mit ein Hauptgrund, weshalb
die Walderholungsſtätten ſich zu richtigen
Volkserholungs=
ſtätten ausgebildet haben, in denen auch die unbemittelten
Blutarmen, Kranken und Neuraſtheniker der Wohltat eines
Kuraufenthaltes in friſcher Luft bei reichlicher, guter
Er=
nährung teilhaftig werden können.
Aber nicht allen, die der Walderholung bedürftig ſind,
iſt die Möglichkeit geboten die Vorteile dieſer Einrichtung
in Anſpruch zu nehmen. Oft begehren auch Perſonen
Auf=
nahme, die keiner Krankenkaſſe angehören, dabei aber
voll=
ſtändig mittellos und zudem geſundheitlich in einer
Ver=
faſſung ſind die eine gründliche Erholung mit guter
Ver=
pflegung dringend geboten erſcheinen läßt.
Bedauerlicher=
weiſe verfügt aber der Verein Walderholungsſtätte nicht
über genügend Mittel, um in derartigen Fällen Freiplätze
zu gewähren, und ſo erwächſt ihm denn die traurige Pflicht,
dieſe Aermſten der Armen abzuweiſen. So mancher dieſer
Verlaſſenen könnte durch eine rechtzeitige Erholung vor
weiterem geſundheitlichen Verfall bewahrt werden, ſo
mancher — von Krankheit und Not niedergebeugt — könnte
ſich wieder aufrichten, ſähe er, daß ſich ihm in ſeinem
Un=
glück eine Hand hilfreich entgegenſtreckte. Hier öffnet ſich
für edle Menſchenfreunde ein dankbares Feld zur
Betäti=
gung echt humaner Nächſtenhilfe. Möchte daher bei
Er=
richtung von Teſtamenten, bei Vergleichen oder bei
Ereig=
niſſen familiärer Natur, wo es einem fühlenden Herzen
Be=
dürfnis iſt, menſchliches Leid und Elend durch materielle
Gaben zu lindern, auch der Verein Walderholungsſtätte
nicht vergeſſen werden!
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. Juli. Dem Dombaumeiſter
Berlins, Geheimrat Raſchdorff, widmen die Blätter
zu ſeinem 90. Geburtstag Artikel, in denen ſie ſein
lang=
jähriges verdienſtvolles Wirken, insbeſondere auch als
Lehrer der Techniſchen Hochſchule, anerkennen. — Auf dem
Zentral=Viehhof ſind die Großſchlächter und
Vieh=
händler in einen Konflikt geraten. Die Händler
ſol=
len u. a. mit der Abſicht umgehen, die Fleiſchverwertung
ſelbſt in die Hände zu nehmen und eine Engros=
Schläch=
terei auf genoſſenſchaftlicher Baſis zu gründen. — Ein
Berliner Lohnautomobil wurde auf der Rückjahrt
nach Kolberg im Stadtwald beim Ausbiegen gegen
einen Baum geſchleudert und zertrümmert. Ein
Töpfermeiſter Brandenburg aus Bad=Heukenhagen
wurde getötet, ſein Sohn verletzt. Der Chauffeur blieb
unverletzt; er wurde verhaftet. — Durch das
Aufſprin=
gen der Coupétür eines Stadtbahnzuges kam heute
abend eine junge Dame ſchwer zu Schaden. Die
aufge=
ſprungene Tür wurde von einem aus entgegengeſetzter
Richtung heranfahrenden Zug zerſchmettert. Die Dame
wurde von den Glasſplittern überſchüttet, die ihr Geſicht
und Hände zerſchnitten. Blutüberſtrömt mußte die
Ver=
letzte ins Krankenhaus geſchafft werden. — In hieſigen
Tageszeitungen und Vorortblättern ſtand kürzlich eine
Heiratsanzeige, in der ein Gerichtsvollzieher eine
Lebensgefährtin ſuchte. Unter den heiratsluſtigen
Da=
men, die ſich darauf meldeten, befand ſich auch eine junge,
nicht unvermögende Witwe aus Schöneberg. Auf ihre
Zuſchrift erhielt ſie vor einiger Zeit den Beſuch eines
ſtattlichen, Mitte der fünfziger Jahre ſtehenden Herrn,
der ſich als Gerichtsvollzieher Ewald Schrader aus Gera
vorſtellte und im Laufe des Geſprächs verſchiedenes
er=
wähnte, was ihn als „gute Partie” kennzeichnete. Schon
am nächſten Tage fand die Verlobung des Paares ſtatt
Der glückliche Bräutigam zog der Dame ſeines Herzens
den Trauring vom Finger, um einen neuen nach Maß
des alten anfertigen zu laſſen, und bewog ſie ſchließlich
unter der Angabe er ſei ſchon einmal verlobt geweſen,
dieſe Braut habe ihm aber die Brieftaſche geſtohlen und
ſei ihm dann untreu geworden, ihm 200 Mark „Kaution”
zu geben damit dies nicht wieder vorkomme. Und ſie
tat’s! Worauf der „Bräutigam” verſchwand. Als er
nichts von ſich hören ließ, ging die vertrauensſelige Witwe
nach dem Schöneberger Polizeipräſidium, wo ihr
mitge=
teilt wurde, daß ſie einem Heiratsſchwindler ſchlimmſter
Sorte zum Opfer gefallen ſei. — Der 50jährige Töpfer
Julius Schulze kam geſtern abend nach der Laubenkolonie
Grönland an der Oderbruchſtraße, auf der ſein Freund,
der Maurer Zyrus, eine Laube beſitzt. Als er mit Z.
beim Abendeſſen ſaß, brach er plötzlich in ein heftiges
Huſten aus; er rang vergebens nach Luft, und kurz darauf
ſank er tot zu Boden. Die Leiche wurde
beſchlag=
nahmt und nach dem Schauhauſe gebracht. Dort ſtellte
man feſt, daß dem Unglücklichen ein Stück Brot in die
Luftröhre geraten und er daran erſtickt war.
Frankfurt, 2. Juli. Mittwoch, den 25. Juni, abends
gegen halb 10 Uhr, wurden an der oberen Friedberger
Landſtraße durch Querſpannen von
Drahtſei=
len Attentatsverſuche auf Automobile und andere
Fuhr=
werke gemacht. Der Frankfurter Automobilklub ſetzt eine
Belohnung von 300 Mark für den aus, der die
Täter ſo namhaft macht, daß gerichtliche Verfolgung
ein=
ſetzen kann.
Frankfurt a. O., 2. Juli. Ein Familiendrama hat
ſich heute früh hier ereignet. Der hochangeſehene 57
jäh=
rige Maſchinen=Fabrikant Emil Gutmann erſchoß in den
frühen Morgenſtunden ſeine gleichaltrige Frau und ſeine
beiden Töchter. Dann verſuchte er ſich ſelbſt durch Schüſſe
in die Schläfe und Oeffnen der Pulsadern zu töten. Er
wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, ſein
Zu=
ſtand iſt hoffnungslos. Man glaubt, daß Gutmann die
Tat in geiſtiger Umnachtung begangen hat.
Swinemünde, 2. Juli. Der frühere Uſedomer
Bürgermeiſter ſandte ſeiner vorgeſetzten Behörde
von der Fremdenlegion ein Schreiben, daß er das
Bürger=
meiſteramt aus Geſundheitsrückſichten niederlege.
Avila, 2. Juli. Geſtern abend gelang es, dem
wei=
teren Umſichgreiſen der Feuersbrunſt die in einer
hieſigen Aprthike ausgelrochen war. Einhalt zu tun.
Sechs Häuſer ſind zerſtört worden, in fünf wütet noch
das Feuer.
Liſſabon, 2. Juli. Auf einem Platz, wo drei
Stra=
ßen zuſammenſtoßen, explodierte eine Bombe. Ein
Kind, das ſie ahnungslos trug und fallen ließ, wurde in
Stücke geriſſen. Nach einem anderen Bericht ſah das
Kind die Bombe auf der Erde liegen, ſtieß mit dem Fuße
daran und führte dadurch die Exploſion herbei. Ein
Ar=
beiter, der etwa 100 Meter vom Orte der Exploſion
ent=
fernt war, iſt an der Bruſt verwundet worden.
Zur Monarchenbegegnung in Kiel.
* Berlin, 2. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Der König und die Königin von
Italien treffen am Mittwoch abend in Kiel ein und
werden am Donnerstag als Gäſte des Kaiſers und der
Kaiſerin dort verweilen. Mit herzlicher Freude wird es
begrüßt, daß die Reiſe des königlichen Paares nach
Stock=
holm willkommenen Anlaß gibt, dem Herrſcher der
be=
freundeten und verbündeten Großmacht und der edlen
Königin Elena in einem deutſchen Hafen die
liebenswür=
dige Gaſtfreundſchaft zu erwidern, welche der Kaiſer
wie=
derholt an der italieniſchen Küſte gefunden hat. Unſere
Beziehungen zu dem Bundesgenoſſen im Süden ſind frei
von jeder Trübung. Mit wachſendem Verſtändnis wird
in Deutſchland die militäriſche, maritime und
wirtſchaft=
liche Tüchtigkeit des modernen Italiens der ſtarke
natio=
nale Grundzug ſeiner Politik und ſein geſteigerter
Ein=
fluß im Rat der Mächte anerkannt. Es iſt bekannt,
wel=
cher hohe Anteil an dieſem Aufſchwung dem Wirken des
Königs Viktor Emanuel zukommt. An ſeiner Seite
be=
grüßen wir in dem königlichen italieniſchen Miniſter des
Aeußern. Marquis di San Giuliano, einen Staatsmann,
welcher ſeit der Uebernahme der Geſchäfte ſtets eine klare
Bündnispolitik unter den Mächten des erneuerten
Drei=
bundes verfolgte. Inmitten der Schwierigkeiten, denen
die europäiſche Diplomatie während der Balkankriſis
ſtand=
halten mußte, bewährte ſich das durch Deutſchlands
Hal=
tung geförderte Zuſammengehen Italiens mit Oeſterreich=
Ungarn beſonders in den adriatiſchen Fragen, als ein
wichtiger Teil der gemeinſamen Friedensarbeit der
Groß=
mächte. Die Wandlungen im Südoſten Europas und ihr
Uebergreifen auf Nachbargebiete werden in den
Geſprä=
chen zwiſchen den Monarchen und ihren Staatsmännern
in Kiel um ſo ernſtere Aufmerkſamkeit in Anſpruch
neh=
men, als gerade jetzt eine abermalige kriegeriſche
Zuſpitz=
ung zwiſchen den Staaten des Balkanbundes eingetreten
iſt. Angeſichts dieſer neuen Gefahr bleiben wir überzeugt,
daß die Kieler Begegnung, an der mit bundesfreundlicher
Sympathie auch Oeſterreich=Ungarn im Geiſte teilnimmt,
dazu beitragen wird die Fühlung zwiſchen Italien und
Deutſchland zu beleben, die Uebereinſtimmung innerhalb
des Dreibundes zu verſtärken und die Behandlung der
den Großmächten geſtellten Aufgaben zu erleichtern.
* Rom, 2. Juli. Popolo Romano ſchreibt über die
Kieler Zuſammenkunft: Obwohl das Reiſeziel
nicht Kiel iſt und nichts mit der internationalen Politik
zu tun hat, kommt die Zuſammenkunft in Kiel doch recht
gelegen und iſt mit Rückſicht auf die gegenwärtige Lage
im Orient ſicherlich von Nutzen. Wir können daher das
Zuſammentreffen der Herrſcher und der beiden Miniſter,
die durch die freundſchaftlichſten Beziehungen verbunden
ſind, nur begrüßen.
* Wien, 2. Juli. Der König von Italien
ſandte von der Grenzſtation Ufer an Kaiſer Franz Joſef
ein Begrüßungstelegramm.
* München, 2. Juli. Der König von Italien
paſſierte auf der Fahrt nach Kiel heute früh 6.10 Uhr die
Station Laim bei München.
Von der Kieler Woche.
(Von unſerem Spezial=Korreſpondenten.)
sr. Das ſo außerordentlich reichhaltige Programm
der Kieler Woche ſtellt ſportlich und geſellſchaftlich an die
Teilnehmer die höchſten Anforderungen. Die Regatten
reihen ſich in ununterbrochener Folge aneinander. Eine
Fülle von Eindrücken ſtürzt auf die Intereſſenten ein, und
es iſt nicht leicht, allen Begebenheiten zu folgen, die
Er=
fahrungen der internationalen Kämpfe zu ſammeln. Aus
dem bunten Wechſel der Seeregatten der großen Klaſſen
und der Wettfahrten der ſogenannten „kleinen Klaſſen”
hebt ſich indes ein Ereignis regelmäßig ab: Der Start
der Sonderklaſſe. Hier konkurrieren die Prinzen, hies
begleiten die Prinzeſſinnen regelmäßig auf den
Sta=
tionsjachten oder Torpedobooten die Regatten. Der
Kronprinz fehlt nie am Steuer ſeiner Jacht „Angela”
Prinz Heinrich führt die unter dem Namen des
bekann=
ten Hamburger Seglers R. C. Krogmann laufende
„Tilly 17‟, Prinz Adalbert führte ſeinen „Jeck” und auch
die „Eliſabeth” des Prinzen Eitel Friedrich fehlt nicht
im Felde. Ihr Eigner blieb diesmal allerdings der
Kie=
ler Woche fern. Es iſt die Eliteklaſſe, die zwar das große
Publikum nicht im gleichen Maße zu intereſſieren
ver=
mag wie der Start der Kaiſerjacht „Meteor” und der
übrigen großen Schoner. Sie lockt aber die ſportlichen
Feinſchmecker und vor allem die Damenwelt an, die mit
erſtaunlichem Intereſſe und weniger Sachkenntnis dieſe
Prinzenregatten verfolgt, bei denen eine Reihe
wert=
voller Preiſe einen beſonderen Anreiz bieten.
Die wertvollſte Trophäe, die in dieſer Klaſſe zu
er=
ringen iſt, wurde bereits entſchieden. Der Samoa=Pokal
des Kaiſers fiel an die Berliner Jacht „Reſi 5‟, die in
drei Regatten zwei Siege erringen konnte. Ihrem
glück=
lichen Beſitzer, Herrn Julius Stahn, fiel außerdem der
Armour=Pokal zu, der von dem amerikaniſchen
Milliar=
där und langjährigen Gaſt bei der Kieler Woche. Mr.
Armour, für den Gewinner des Samoa=Pokals als
Klaſſenpreis in deſſen erſtem ſiegreichen Rennen
ge=
ſtiftet wurde. „Reſi 5” und die vom Prinzen Heinrich
erfolgreich geführte „Tilly 17” hatten ſich in den erſten
beiden Regatten die Anwartſchaft auf den Kaiſer=Pokal
geſichert. Das dritte Rennen hätte abermals einen neuen
Sieger ergeben können, der dann mit den beiden
ande=
ren ein Entſcheidungsrennen hätte austragen müſſen.
Die bereits aus dem Jahre 1911 ſtammende „Reſi” ſchlug
aber das große Aufgebot von Neubauten wiederum
ſieg=
reich aus dem Felde und erbrachte damit den gerade
nicht erfreulichen, aber um ſo ſchlagenderen Beweis, daß
es mit den Fortſchritten im deutſchen Sonderklaſſenbau
nicht gut beſtellt iſt. Das iſt mit Rückſicht auf die
bevor=
ſtehenden deutſch=amerikaniſchen Sonderklaſſen=Reggtten
in Amerika beſonders betrüblich. „Reſi” hätte keinerlei
Chancen, die aus einem großen Aufgebot ausgewählten
amerikaniſchen Jachten zu ſchlagen.
Unſere Neubauten ragen über die gute
Durchſchnitts=
klaſſe der alten Berliner Jacht nicht hinaus, kommen
alſo ebenſo wenig in Frage. Vor allem haben die
extre=
meren Neubauten, die zum Teil im Prahmtyp erbaut
wurden, faſt ganz verſagt, ſo „Lunula” und „
Sonntags=
kind”, bei Seegang auch „Seehund” aus Grünau. „
Luzi=
fer” fand vielleicht noch nicht die günſtigſten
Vorbeding=
ungen, aber es wäre falſch, darauf alle Hoffnungen
auf=
zubauen. Die Amerikaner haben noch jedes Mal
ge=
zeigt, daß ſie unter allen Verhältniſſen konkurrenzfähig,
in den allermeiſten Fällen turmhoch überlegen ſind.
Un=
ſere Konſtrukteure haben es bisher nicht verſtanden, die
gewonnenen Erfahrungen entſprechend zu verwerten, und
behaupten ihrerſeits, mit den für die Sonderklaſſenboote
bewilligten beſchränkten Mitteln nicht weiter kommen zu
können. Nun, dann möge man ruhig unter ſich bleiben
und auf gewagte zweckloſe Herausforderungen verzichten.
Die Sonderklaſſenſegler unterhalten ſich auch in ihrem
exkluſiven Kreiſe und wünſchen in der Mehrzahl auch
nichts anderes. Der Segelſport iſt ſchon heute bei den
enormen Baukoſten ein Luxusſport erſten Ranges
gewor=
den. Selbſt in den kleinen Klaſſen gehören Vermögen
dazu. um mit wirklich racefähigen Fahrzeugen aufwarten
zu können. Der Sportbetrieb kann unter dieſen
Verhält=
niſſen nur verflachen, und es tut nichts zur Sache und
beweiſt nicht das Gegenteil, wenn wir heute zwar die
größte Jachtflotte der Welt beſitzen, ſich in ihr aber nur
wenige Fahrzeuge befinden, die mit ausländiſchen
Kon=
ſtruktionen konkurrieren können.
* Kiel, 1. Juli. Die heutige Seewettfahrt
und das Handikap von Kiel nach
Eckern=
förde wurde bei prächtigem Wetter und friſcher
Nord=
weſtbriſe von 6 Sekundenmetern ausgeſegelt. Die
Re=
gatta wurde von vielen Dampfern und Jachten begleitet.
Die Reſultate ſind folgende: A 1=Klaſſe: „Margherita”
erſten Preis, Ehrenpreis Weydekamp=Iſerlohn, „
Ham=
burg 2” zweiten. 19=Meter=Klaſſe: „Wendula‟ Prinz
Heinrich=Pokal, „Cecilie” brach die Stenge und gab auf.
Folgende ſind die erſten Preiſe der 15=Meter=Klaſſe:
„Iſabel”, „Alexandra”. 12=Meter=Klaſſe: Sibyllan”;
10=Meter=Klaſſe „Tarpon 2‟: 9=Meter=Klaſſe: „Peer
Gynt 1‟; 8=Meter=Klaſſe: „Antwerpia 4‟, „Mariechen”.
zweiten.
* Eckernförde 1. Juli. Der Kaiſer verblieb
heute nachmittag an Bord der „Hohenzollern” und
arbeitete allein. Zur Abendtafel bei den Majeſtäten
waren der Herzog Friedrich Ferdinand von Holſtein=
Glücksburg und Gemahlin geladen. Der Kaiſer kam nach
8 Uhr an Land und wurde vom Publikum auf das
leb=
hafteſte begrüßt. Der Kaiſer nahm an einem Herrenabend
im Hotel Marie=Luiſenbad in Borby teil. Der Kaiſer
wird das morgige Handikap von hier nach Kiel an Bord
des „Meteor” mitſegeln. Die Kaiſerin wird an Bord der
„Iduna” gehen.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
Auf unſerer Fliegerſtation hat wieder ein reger
Flugbetrieb eingeſetzt und es kann von einer ganzen
Reihe vorzüglicher Flugleiſtungen berichtet werden.
Un=
teroffizier Stephan, der kürzlich einen prachtvollen
Flug von Darmſtadt nach Straßburg und von da
nach Mülhauſen zurückgelegt hatte, iſt von Mülhauſen
nach Straßburg und von da, nach einer
Zwiſchen=
landung in Baden=Oos, nach Darmſtadt
zurückge=
flogen und geſtern abend gegen 6 Uhr auf dem Flugplatz
glatt gelandet. Der Ulangefreite Gorlt, der ebenfalls
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Nummer 153.
von Darmſtadt glatt nach Straßburg geflogen war, iſt,
wie der Vorgenannte, nach einer Zwiſchenlandung in
Baden=Oos, ſchon am Dienstag in Darmſtadt wieder
ein=
getroffen. Er flog geſtern nach Heidelberg und
abends wieder nach Darmſtadt zurück. Beide
Flie=
ger haben nunmehr das
Flugzeugführer=
abzeichen erworben.
Leutnant Reinhardt, der am 25. Juni über
Ger=
mersheim nach Straßburg und Mülhauſen geflogen war,
wollte geſtern nach Konſtanz weiterfliegen, mußte aber
in Lörrach wegen Motordefekt eine Notlandung
vor=
nehmen. Bei der Landung rannte der Apparat gegen
einen Stein und wurde zertrümmert. Leutnant
Koch der die gleiche Strecke geflogen war, mit einer
Zwiſchenlandung in Karlsruhe, iſt in Straßburg gelandet
und kehrt vorausſichtlich heute oder morgen zurück.
Der Kommandeur der Weſtlichen Fliegerſtationen,
Major Sieger, vollführte am Montag einen
bedeu=
tungsvollen Beſichtigungsrundflug, der ihn
an einem Tage von Metz nach Straßburg, von
Straßburg nach Darmſtadt, von Darmſtadt nach
Köln, alſo an ſämtliche ſeinem Kommando unterſtellte
Fliegerſtationen brachte. Der Kommandeur kehrte dann
auf dem Luftwege nach Metz zurück.
Bodenſeeflug 1913.
* Konſtanz, 2. Juli. Geſtern nachmittag 3 Uhr
28 Minuten ſtartete Kießling auf Ago=Doppeldecker
um den großen Preis vom Bodenſee. Er erledigte auch
die Bedingungen vom Abflug von Konſtanz an, paſſierte
dann die Kontrollſtation von Romanshorn, Arbon und
Bregenz und waſſerte bedingungsgemäß im Bojenviereck
vor Lindau. Es gelang ihm aber nicht, nach Abſtellung
des Motors den Appargt wieder in Gang zu bringen, ſo
daß der Wiederaufſtieg zum Weiterflug unterbleiben
mußte. Kießling fuhr dann auf dem Waſſer nach
Kon=
ſtanz zurück. Beim Start um den Befähigungsnachweis
ſtreifte Faller auf Aviatik=Doppeldecker den Boden und
zerbrach dabei den linken Flügel des Flugzeuges. Der
Flieger Vollmöller auf Albatros=Sport=Eindecker
tummelte ſich während des aanzen Nachmittags auf dem
Waſſer und führte fünf Flüge aus, meiſtens mit
Paſſa=
gieren aus dem Publikum. Gſell mit einem
Friedrichs=
hafen=Zweidecker zeigte den Zuſchauern ſteile Gleitflüge
und exakten Waſſerſtart, ebenſo auch Thelen auf
Alba=
tros=Doppeldecker, und Hirth auf Albatros=Eindecker
Das Geſamtreſultat des geſtrigen Tages kann als
aus=
gezeichnet angeſprochen werden.
Brindejoncs Europaflug.
* Haag, 2. Juli. Brindejonc iſt heute mörgen
8 Uhr 55 Min, unter ſtarkem Winde und bei ſtrömendem
Regen weiter geflogen. Eine große
Zuſchauer=
menge wohnte dem Aufſtieg Brindejoncs bei, der nach
wenigen Sekunden in großer Höhe verſchwand. Prinz
Heinrich der Niederlande, der um 8 Uhr
ange=
kommen war, hatte ſich den Flieger vorſtellen laſſen.
Brindejonc beabſichtigt, in Compiégne zu landen.
* Compiégne 2. Juli. Brindejonc iſt, vom
Haag kommend, um 11 Uhr vormittags in Corbeaulieu
eingetroffen.
* Villa Coublay, 2. Juli. Brindejonc iſt
um 4 Uhr 20 Minuten nachmittags hier eingetroffen.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt, 2. Juli. Auftrieb: Schweine
1313. Marktverlauf; ziemlich rege, bleibt
Ueber=
ſtand. Preiſe: a) 57—59 Mk., 73—75 Mk., b) 57—59 Mk.,
73—75 Mk., c) 57—59 Mk., 72—75 Mk., d) 56—59 Mk.,
72—75 Mk.
Der neue Balkankrieg.
Die Kämpfe zwiſchen den Verbündeten.
* Sofia, 1. Juli. Der Generalſtab erhielt im Laufe
der Nacht folgende Meldungen: Die Operationen
gegen die Griechen ſind bereits geſtern im Laufe des
Tages eingeſtellt worden, da die Griechen ihre Angriffe
nicht mehr erneuerten. Die Ergebniſſe der
geſtri=
gen Kämpfe waren für die Griechen nicht günſtig, die
nach einem heftigen Gegenangriff gänzlich geſchlagen
wur=
den und auf das rechte Ufer der Struma, ſüdlich des
Ta=
chinoſees, verfolat wurden. Die Bulgaren haben ſich in
ihren neuen Stellungen verſchanzt. Weſtlich von Dorian
haben die Bulgaren eine ſerbiſch=griechiſche
Ko=
lonne zurückgeſchlagen und ſie dann verfolgt.
Nach blutigem Kampfe haben ſie Gewgeli eingenommen
und ſich dort verſchanzt. Der an die bulgariſchen Truppen
ergangene Befehl, das Vorgehen gegen die Serben
einzu=
ſtellen, iſt erneuert worden. Bei dieſer Gelegenheit wurde
ein Parlamentär entſandt, um den Serben vorzuſchlagen,
gleichfalls die Aktionen einzuſtellen. Für den Fall, daß
die Serben den Vorſchlag zurückweiſen und wieder zum
Gegenangriff übergehen ſollten, haben die Truppen
Be=
fehl, ebenſo vorzugehen. Die geſtrigen Kämpfe waren für
die Serben ungünſtig. Die Bulgaren haben den
Angriff der Serben zurückgeſchlagen und
die geſchlagenen Abteilungen verfolgt. Sie haben die
Punkte Udovo, Krivolak, Suſchewo Taſchon, Dobrevo
und Emeritza beſetzt und dieſe ſofort befeſtigt.
* Saloniki, 1. Juli. Bei der Entwaffnung
der in Saloniki befindlichen bulgariſchen
Garniſonen mußten die griechiſchen Militärbehörden
nach Ablauf der für die freiwillige Uebergabe der Waffen
geſtellten Friſt zu den ſchärfſten Mitteln greifen. Um
5 Uhr nachmittags begann ein regelrechter Kampf, welcher
ſtets an Heftigkeit zunahm. Beſonders heftig geſtaltete
ſich der Kampf in der Hamidiehſtraße, wo größere
Abtei=
lungen bulgariſcher Soldaten einquartiert waren. Die
Bulgaren leiſteten erbitterten
Wider=
ſtand. Während der Kampf in der Hamidiehſtraße nach
½10 (Uhr abends zum Stillſtand kam, entwickelte ſich ein
lebhaftes Feuer zwiſchen griechiſchen Truppen und
Bul=
garen; im Wardarviertel explodierten zahlreiche Bomben.
Beiderſeits wurde erbittert gekämpft, jedes Gebäude
mußte einzeln genommen werden, das Feuer ſetzte immer
wieder ein und nahm ſtark zu; von Mitternacht an dauerte
es mit kurzen Unterbrechungen bis morgens.
* Saloniki 1. Juli. Die Straßen, wo der
nächt=
liche Kampf tobte, bieten ein trauriges Bild dar. Die
Mauern der Häuſer, worin ſich die bulgariſchen Truppen
aufhielten, tragen Spuren von Gewehr= und
Kanonen=
ſchüſſen; beſonders litt die Hamidiehſtraße. Um 6 Uhr
wurde auf der bisher von Bulgaren beſetzten Hagia
So=
phia die griechiſche Flagge gehißt. Die entwaffneten
bul=
gariſchen Soldaten wurden unter ſtarker Eskorte
abge=
führt. Zahlreiche verdächtige Elemente ſind verhaftet
worden.
* Saloniki, 1. Juli. Zu der bereits berichteten
Entwaffnung der bulgariſchen Truppen in
Saloniki meldet das Wiener Korr.=Bureau weiter:
Da die bulgariſchen Truppen der Aufforderung, die
Waf=
fen freiwillig abzugeben, nicht nachkamen, wurden ſie
ge=
waltſam entwaffnet. Da jeder der von ihnen beſetzten
Punkte einzeln genommen werden mußte, war man
ge=
zwungen, die ſchärfſten Mittel anzuwenden. Die
Ent=
waffnung begann geſtern abend und endete heute morgen
Die Zahl der Opfer iſt unbekannt.
* Sofia, 2. Juli. Infolge des empörenden
Ver=
haltens der griechiſchen Polizei gegen den General
Heſſep=
tſchieff und des Verſuches, die bulgariſchen
Trup=
pen in Saloniki zu entwaffnen, erhielt der
bulga=
riſche Geſandte in Athen den Auftrag, den entſchiedenſten
Proteſt gegen das Vorgehen der griechiſchen Behörden zu
erheben, das dem Völkerrecht und aller Herkommen
widerſpreche und in jeder Beziehung tadeln=wert ſei. Die
bulgariſche Regierung erklärt, ſie werde Griechenland für
alles, was eventuell gegen die bulgariſchen Soldaten in
Saloniki begangen werden würde, verantwortlich machen.
* Belgrad. 1. Juli. Im Laufe des Vormittags
trafen keine ausführlichen amtlichen Berichte über die
Vorgänge auf dem Kriegsſchauplatz ein.
Nach Privatberichten wurden die Bulgaren auf der
gan=
zen ſerbiſchen Front zurückgeſchlagen.
* Belgrad, 1. Juli. Der Miniſter des
In=
nern gab namens der Regierung in der Skupſchtina die
Erklärung ab, daß auf Grund der amtlichen Berichte die
bulgariſchen Angriffe ſich auf die geſamte
ſer=
biſche Fkont erſtreckten und einen großen Umfang
an=
nahmen. Es handle ſich demnach nicht mehr um lokale
Plänkeleien, ſondern um die Eröffnung
kriegeri=
ſcher Feindſeligkeiten ſeitens Bulgariens
ohne eine Kriegserklärung. Die weitere
Ent=
wicklung der Ereigniſſe werde zeigen, ob dieſe Auffaſſung
der der ziviliſierten Welt hohnſprechenden Art und Weiſe
ihnen größere Erfolge einbringe als den Serben, welche
die Politik verfolgen, die auf die Erhaltung des Friedens
und der Sympathien der ziviliſierten Menſchheit abzielt
und ſich auf Rechtsgründe ſtützt. (Beifall.) Angeſichts
der ernſtlichen Bedrohung des ſerbiſchen Territoriums
urch die Bulgaren beauftragte die Regierung das
Armee=
kommando, mit aller Kraft für die Wahrung des
ſerbi=
ſchen Territoriums einzutreten. Die Skupſchtina nahm
ſchließlich mit 82 gegen 69 Stimmen eine Tagesordnung
an, in welcher die geſtrige Antwort der Regierung
ge=
billigt und die Ueberzeugung ausgedrückt wird, die
Re=
zierung werde die vitalen Intereſſen Serbiens bis an
das Ende verteidigen.
* Belgrad, 1. Juli. Amtlich wird gemeldet, daß
die Nachricht, die Feindſeligkeiten ſeien heute
mor=
gen unterbrochen worden, auf einem Irrtum
be=
ruhe. Die Kämpfe wurden im Gegenteil heute morgen
mit großer Heftigkeit fortgeſetzt. Der Kampf wird auf
der ganzen Front geführt. Die ſerbiſchen Truppen, die
von den angreifenden bulgariſchen Truppen aus der
De=
fenſive gedrängt wurden, rückten in der Richtung Iſtip und
Kotſchana vor. Eine bulgariſche Kompagnie wurde bei
einem Angriff der ſerbiſchen Truppen bei Trogerod von
der ſerbiſchen Infanterie mit dem Bajonett
zurückgeſchla=
gen und umzingelt, worauf ſie ſich ergab.
HB. Paris, 2. Juli. Nach einer Meldung des
Jour=
nals aus Belgrad hat eine neue große Schlacht
zwiſchen den Serben und Bulgaren begonnen,
von einem Umfange ähnlich derjenigen bei Kumanowo.
Die Linie dehnte ſich über 70 Kilometer aus. Beide
Armeen waren je 100000 Mann ſtark. Die Hauptſtelle
befand ſich in der Nähe von Iſtip. Die Bulgaren hatten
ihren Angriff auf das ſorgfältigſte vorbereitet, dabei
je=
doch zu einem verabſcheuungswürdigen Mittel gegriffen.
Am 29. vorigen Monats hatten ſie die ſerbiſchen Offiziere
zu einem Bankett eingeladen unter dem Vorwand, daß die
beiderſeitigen Regierungen das Schiedsgericht
angenom=
men hätten. Sie begleiteten ihre Gäſte auch noch eine
Strecke Wegs. Wenige Minuten ſpäter aber wurde der
Befehl zum Angriff gegeben, bei dem ſämtliche
einge=
ladenen Offiziere fielen. Die ſerbiſchen Truppen erholten
ſich aber ſchnell von der Ueberraſchung und es entſpann
ſich nun ein mörderiſcher Kampf. Die ſerbiſche Armee
hatte ihr Lager drei Kilometer hinter Iſtip aufgeſchlagen
und nahm nach einem heldenmütigen Sturm die die
Um=
gebung beherrſchenden Höhen. Die bulgariſchen Truppen
zogen ſich nach Petruſchin zurück und ließen eine Batterie
Geſchütze und vier Maſchinengewehre im Stich. Die
Ser=
ben hatten ſchwere Verluſte. Von den Serben wurden
über 1000 gefallene Bulgaren auf dem Schlachtfelde
ge=
funden.
* Belgrad, 2. Juli. Das ſerbiſche Preſſebureau
meldet über die Kämpfe bis geſtern: Bulgariſche
Trup=
pen der regulären Armee in Stärke von 100000 Mann
überſchritten am 30. Juni, 2 Uhr nachmittags, die
De=
markationslinie bei den Orten Djevdjelia, Retki und
Bukvi und den Flüſſen Bregalnica und Sletova, wo die
bulgariſchen Angriffe den ganzen Tag dauerten. Obwohl
ſerbiſcherſeits ſich nur die Avantgarde, die den Bulgaren
an Zahl weit unterlegen war, beteiligte, behaupteten
unſere Truppen doch bis zum Abend die Stellungen, die
ſie am Morgen innegehabt hatten und nahmen 20
bulga=
riſche Offiziere, 58 Unteroffiziere und über 700 Mann
ge=
fangen. — Die Verluſte der Serben ſind unbekannt. Die
Bulgaren wurden bis an die Flüſſe Bregalnica und
Sle=
tova zurückgetrieben. Am 1. Juli wurde der Kampf auf
der ganzen Linie fortgeſetzt.
Der griechiſche Proteſt.
* Athen, 2. Juli. Das Miniſterium des Aeußern
veröffentlicht gegenüber anderslautenden Nachrichten den
authentiſchen Wortlaut der geſtern in Sofia überreichten
griechiſchen Proteſtnote. Sie lautet
folgender=
mißen: Das Hauptquartier teilte heute früh 11 Uhr
fol=
gendes mit: Geſtern zwiſchen 6 und 7 Uhr abends griffen
die Bulgaren unſere Truppen bei Eleuthera und Muſthani
an. Gegen 11 Uhr wurde ebenſo unſere Beſatzung von
Previſta angegriffen. Heute früh 4 Uhr wurde
Geſchütz=
feuer nördlich von Bogdanza gehört. Drei bulgariſche
Regimenter griffen von Dorian her unſere Vorpoſten auf
dem linken Ufer des Wardar gegen Mutſikoven an.
Bul=
gariſche Artillerie ſchoß auf die ſerbiſchen Verſchanzungen
auf dem rechten Ufer. Bulgariſche Truppen, die den
War=
dar überſchritten hatten, griffen an und beſetzten
Gew=
geli. Um 5 Uhr morgens wurden unſere Vorpoſten beim
Kilometerſtein 12 auf der Straße Karaſouli-Kulindir
an=
gegriffen. Um 7 Uhr 45 Min. erfolgte der Angriff eines
bulgariſchen Bataillons auf unſere Vorpoſten bei Nigrita.
Um halb 9 Uhr rückte die bulgariſche Armee von Ardjan
auf Balafta vor. Eine Kompagnie wurde in Eleuthera
umzingelt. Das Hauptquartier bat, daß der General
einen Kreuzer zum Schutze der genannten Kompagnie
ent=
ſende. Der Kommandant des Toxpedobootszerſtörers
„Lion” telegraphierte, er habe, als er eine
Erkundungs=
fahrt in der Nähe von Eleuthera machte, Eleuthera von
der bulgariſchen Armee beſetzt gefunden, die ihn mit
Ge=
wehren und Maſchinengewehren beſchoß. Während aller
dieſer Angriffe hat die bulgariſche Armee unter offenbarer
Verletzung des Protokolls von Saloniki vom 24. Mai, das
eine neutrale Zone feſtſetzte, ein Gebiet beſetzt, das von
der griechiſchen Armee beſetzt war. So hat die
bulga=
riſche Armee trotz unſerer aufrichtigen und friedlichen
Politik, trotz unſerer verſöhnlichen Haltung ſeit geſtern
abend einen ungerechten Bruderkrieg
be=
gonnen. Wir ſehen uns gezwungen, der griechiſchen
Armee den Befehl zu erteilen, gegen die
bulgari=
ſchen Kräfte vorzugehen um ihre Stellungen
und ihr Gebiet zu verteidigen. Wir proteſt ieren
entſchieden bei der bulgariſchen Regierung gegen die nicht
zu rechtfertigende Handlungsweiſe und weiſen die
Verantwortung für die Ereigniſſe, die daraus folgen
werden, voll und ganz Bulgarien zu. Wollen Sie auch
der bulgariſchen Regierung mitteilen, daß das
Hauptquar=
tier der bulgariſchen Beſatzung befahl, innerhalb einer
Stunde die Stadt zu verlaſſen oder die Waffen
auszu=
liefern.
* Sofia 2. Juli. Auf die von dem griechiſchen
Geſandten erhobenen Vorſtellungen über die
Zuſammen=
ſtöße zwiſchen Griechen und Bulgaren erklärte die
bul=
gariſche Regierung, ſie halte daran feſt, daß die
bulgariſchen Truppen provoziert ſeien, denn ſonſt hätten
die Bulgaren in Previſta, welches ſtrategiſch
bedeutungs=
los ſei, nichts zu tun; ſie wären direkt nach Saloniki
ge=
gangen. Jedenfalls wird eine Unterſuchung eingeleitet
werden und ausdrücklich befohlen werden, die Gefechte
ein=
zuſtellen. Die Regierung iſt überzeugt, daß von
bulgari=
ſcher Seite keine Bewegungen erfolgen und hoffe, die
griechiſche Regierung werde ihren Truppen befehlen, die
Angriffe einzuſtellen.
Letzte Nachrichten.
* Wien, 2. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Sofia: Miniſterpräſident Danew hat die durch den
griechiſchen Geſandten überreichte Proteſtnote
folgender=
maßen beantwortet: Es iſt keine Provokation erfolgt. Wir
wünſchten immer loyal zu bleiben. Dagegen haben die
Griechen durch Provokationen ihrerſeits unſere Geduld
mehr als einmal auf die Probe geſtellt. Wir haben
Be=
fehl zur Einſtellung der Feindſeligkeiten gegeben, doch
muß dies auch ſeitens der Griechen geſchehen, die uns
provozierten. Der Zug, mit dem General Heſſoptſchieff
Saloniki verließ, iſt während der Reiſe mehrere Male
an=
gehalten, von griechiſchen Soldaten unterſucht, und der
General als Verbrecher behandelt worden. Die Perſonen
ſeiner Begleitung wurden vom Zuge heruntergeriſſen und
nach Saloniki zurückgebracht. In Saloniki wollten die
Griechen unſer Bataillon entwaffnen. Da dieſes aber
Widerſtand leiſtete, kam es zum Kampfe: Wegen all
die=
ſer Gewalttaten proteſtiere ich bei der griechiſchen
Re=
gierung.
* Wien, 2. Juli. Die Politiſche Korreſpondenz
meldet aus Sofia: Dr. Danew erklärte geſtern den
ein=
zelnen Geſandten, die bulgariſche Regierung ſei
entſchie=
den gegen eine kriegeriſche Löſung der beſtehenden
Kon=
flikte und wolle eine ſolche Löſung mit allen ihr zur
Ver=
fügung ſtehenden Mitteln verhindern. Der
Miniſterpräſi=
dent beſtritt, daß die bisherigen Kämpfe eine größere
Tragweite hätten. Ihre Erneuerung ſei auf Grund von
Weiſungen aus Sofia nur dann zu befürchten, wenn eine
Abwehr der gegneriſcherſeits erfolgten Herausforderung
notwendig werde.
Der Beginn des Bruderkrieges.
* Belgrad, 2. Juli. In einem mit „
Unzurech=
nungsfähigkeit” betitelten Artikel führt das
Regierungs=
organ Samouprawa aus: Die Würfel ſind gefallen; die
Bulgaren überſchritten den Rubikon und
begannen den blutigen Bruderkrieg ohne
eine Kriegserklärung. An dem erſt in der
Frühe=
des 1. Juli beendeten Kampfe nahmen gegen 100000
Bul=
garen teil. Zum Entſetzen von allen ziviliſierten,
ver=
nünftigen und ehrlichen Menſchen begann der blutige
Rei=
gen auf dem Balkan. Die Bulgaren ſetzten kein Vertrauen
in die Berechtigung ihrer Anſprüche und flüchteten
vor=
dem Schiedsgerichte des befreundeten Rußlands, ſowie
vor einem direkten Einvernehmen mit den Verbündeten.
Sie wichen allen friedfertigen Beſtrebungen der
Balkan=
ſtaaten und den der freundlich geſinnten Großmächte aus.
Sie ſind entſchloſſen, den heiligen Befreiungskrieg in einen
blutigen Eroberungskrieg für Bulgarien zu verwandeln.
Wir ſchwören: Die unausweichliche Verantwortung
hier=
für muß ausſchließlich Bulgarien zufallen, das alle
fried=
lichen Mittel abgelehnt und ſchließlich die Verbündeten
angegriffen hat. Im Bewußtſein ihrer furchtbaren
Ver=
antwortung beeilten ſich die Bulgaren, durch Verbreitung
unwahrer Berichte dieſe Verantwortung auf die Serben=
und Griechen zu wälzen und ſich als friedfertig
hinzu=
ſtellen. Dieſer Verſuch muß angeſichts der unumſtößlichen
Tatſachen als mißlungen bezeichnet werden; denn weder
die Serben noch die Griechen verletzten bisher die
De=
markationslinie. Die Beſetzung von Gewgeli
durch reguläre bulgariſche Truppen
be=
weiſt unwiderleglich, daß die Bulgaren die
Angreifer ſind. Sie ſchieden hierdurch
unwiderruf=
lich aus dem Balkanbund aus, was zweifellos bedauerlich
iſt. Die Verbündeten werden nach dem
Notwehrrechte=
ſorgen, daß Bulgarien in dieſem Kriege findet, was es
geſucht hat. Die bulgariſche Berechnung, durch dieſen
Krieg die Konflikte mit Serbien und Griechenland vor
Beendigung der Mobiliſierung und Konzentration der
rumäniſchen Armee zu löſen, iſt verfehlt und wird ſich an
den Bulgaren bitter rächen. Mit Vertrauen auf Gott
nehmen Serbien und Griechenland den
ihnen hingeworfenen Fehdehandſchuh auf,
weil ſie ſich verteidigen müſſen; mit ihnen iſt auch
Mon=
tenegro. Durch den neuen aufgezwungenen Krieg ſoll
eine geſündere Grundlage für die zukünftigen
Beziehun=
gen auf der Balkanhalbinſel geſchaffen werden.
* Belgrad, 2. Juli. Die Serben
erſtürm=
ten die wichtigſte bulgariſche Poſition bei Retki
und Bukvi nach blutigem Kampfe.
Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Seite 7
Vermiſchtes.
— Die Gärten der Internationalen
Bau=
fach=Ausſtellung Leipzig 1913. Man hat
be=
reits in den Ausſtellungen der letzten Jahre den Wert und
die Bedeutung einer einheitlichen Gartengeſtaltung
er=
kannt, iſt aber über mehr oder minder gelungene Verſuche
nicht hinausgekommen. Um ſo mehr überraſchen die
aus=
gedehnten Gartenanlagen in der Straße des 18. Oktober
in der Internationalen Baufach=Ausſtellung, denn hier
zeigt ſchon der erſte Blick vom Haupteingang auf die
wuch=
tige Maſſe des abſchließenden Völkerſchlachtdenkmals die
einheitliche Hand, die hier gewaltet hat. Auf ganz neuem
Wege hat die Firma Jakob Ochs, Gartenbau D. W. B.
Hamburg-Leipzig-Berlin (künſtl: Leitung Leberecht
Migge) im Einvernehmen mit den Generalarchitekten Kgl.
Baucat Weidenbach und Tſchammer B. D. A. und D. W. B.
in Leipzig dieſe Aufgabe gelöſt. Und gerade dieſe
Eigen=
art ermöglichte das Zuſammenklingen der einzelnen
Flä=
chen zu einem in Form, Fläche und Linie als Einheit
wir=
kenden Akkord. Mit ſicherem Blick hat man dem
über=
ragenden Völkerſchlachtdenkmal ein Gegengewicht durch
einen großen Koniferenhain am Haupteingang gegeben.
Es iſt das übrigens auch gärtneriſch ein nicht alltägliches
Unterfangen, dieſe Rieſenbäume aus dem jahrelangen
Standort in eine neue Umgebung zu verpflanzen.
Da=
hinter breiten ſich die farbigen Linien zweier vertieften
Blumengärten aus, getrennt durch die Leuchtfontäne,
deren Farbenſpiel am Abend die Blumenpracht des Tages
erſetzt, verbunden durch mächtige Taxuskegel und reichen
Blumenſchmuck. Zwiſchen den Flügeln des
Hauptaus=
ſtellungsgebäudes in der Querachſe der Leuchtfontäne liegt
dann der Roſenhof von märchenhafter Pracht. Ringförmig
in ſtolzen Maſſen von Stufe zu Stufe ſteigen die Roſen
hernieder, um unten die fremdartigen Schweſtern, die
far=
bigen Waſſerroſen, zu begrüßen. In der Mitte entwächſt
eine Bronzefigur dem ſtillen Waſſer und die blendenden
ſilbernen Glaskugeln ſpiegeln ihre Figur in unzähligen
Reflexen wieder. An anderer Stelle ſehen wir, von
Skulp=
turen flankiert, neuartige Teppichbeete, ein Verſuch, dieſe
aus unſeren Gärten faſt ganz verſchwundenen Gebilde neu
zu beleben. Ueberall aber fügen ſich die farbigen
Natur=
kinder durch den ſicheren Wurf der Anordnung unter den
beherrſchenden Takt der Architektur. So bilden die
Gär=
ten eine Einheit mit Mauern und Waſſern, mit Straßen
und Plätzen und wirken im einzelnen doch als Ganzes.
Und deshalb ſind ſie gelungen.
* Für den „Deutſchen Tag” der am 5. Oktober
d. J. in Eiſenach abgehalten werden ſoll, haben bereits
zahlreiche deutſchvölkiſche Verbände und Vereinigungen
ihre Teilnahme zugeſagt. Er wird alſo vorausſichtlich
einen großen Ueberblick über die vertieft nationale
Be=
wegung unſerer Zeit ergeben. Zweck der Tagung iſt die
Gewinnung von Klarheit über die gegenwärtige Lage
des Deutſchtums und über künftige Arbeitswege.
Deutſchgeſinnte Männer, die daran teilzunehmen
ge=
denken, werden erſucht, dies Herrn Schriftſteller Wilhelm
Schäfer, Berlin=Karlshorſt, mitzuteilen, damit
ihnen weiteres übermittelt werden kann.
Literdriſches.
* Heſſiſche Chronik. Monatsſcheift für
Fa=
milien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Begründet und herausgegeben von Dr. Herm. Bräuning=
Oktavio und Prof. D. Dr. Wilh. Diehl. Zweiter
Jahr=
gang. Heft 7. Juli 1913 hat folgenden Inhalt: Erich
O. Moeller: Aus der Geſchichte der Familie Moeller. Seite
195. Felix Baron von und zu Gilſa: Beiträge zur
Ge=
ſchichte eines ausgeſtorbenen Zweiges der heſſiſchen
Fa=
milie von und zu Gilſa in Livland und Eſtland. III. Seite
199. Dr. Hans Braun: Ueber einige Flurnamen bei
Fritz=
lar. Seite 201. Profeſſor Karl Henkelmann: Die
Bens=
heimer Hauschronik des Johann Matheus Bleſinger II.
Seite 204. Wilhelm Müller: Heſſiſche
Grenzrechtsalter=
tümer. II. Seite 209. Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl:
Beiträge zu einer heſſen=darmſtädtiſchen Lehrermatrikel.
III. Seite 215. Gotskried Müller: Alfred Meſſel zum
Ge=
dächtnis. Mit 2 Abbildungen auf einer Tafel. Seite 218.
Regierungsrat Dr. Viktor Würth: Wappen blühender
heſſiſcher Bürgergeſchlechter. IV Mit 3 Abbildungen.
Seite 222. Kleine Mitteilungen: Merckſche Familien=
Zeit=
ſchrift. Seite 224. — Goldenes Doktorjubiläum. Seite 224.
— Eine Erklärung des Namens Offenbach, Seite 225.
Bücherſchau: Seite 225. — Aus Zeitſchriften: Seite 227.
Umfragen: Seite 228. — Austauſch — Auskünfte: Seite
228. — Familientage: Seite 228. Der Bezugspreis
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VVorgärten — Die ſchönſten Pflanzen und ihre Kultur
be=
ſpricht Verfaſſer die Auswahl und Pflege der geeignetſten
Pflanzen und zeigt dem Blumenfreunde, wie er ſich auf
beſchränktem Raume, im Dunſt und Staub der Straße, mit
wenig Mitteln noch ein prächtiges Stückchen Natur zu
ſchaffen vermag.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. Juli. Heute vormittag wurden in der
Wohnung Schliemannſtraße der 60 Jahre alte Kaufmann
Michelis und die 58 Jahre alte Ehefrau durch Leuchtgas
vergiftet tot aufgefunden. Die Frau lag
vollſtän=
dig in Weiß gekleidet im Bett, der Mann neben dem
Sofa. Nach einem hinterlaſſenen Schreiben iſt die
Ver=
anlaſſung zur Tat Nahrungsſorgen geweſen.
* Beuthen, 2. Juli. Auf dem Gebiete der
Julien=
hütte in Bobrek bei Beuthen ſtürzte infolge
Unter=
waſchung des Dammes eine Hüttenlokomotive die
Böſchung hinab. Der Lokomotivführer wurde
ge=
tötet, der Heizer leicht verletzt. Der Betrieb erlitt eine
kurze Unterbrechung.
* Prag, 2. Juli. Eine Abordnung der
tſchechi=
ſchen oppoſitionellen Abgeordneten über=
brachte dem Oberſtlandmarſchall und den tſchechiſchen
Landesausſchußbeiſitzern ein Proteſt gegen die
beabſich=
tigte Einſetzung einer Verwaltungskommiſſion. Der für
heute erwartete Rücktritt der tſchechiſchen
Landesausſchuß=
beiſitzer iſt noch nicht erfolgt.
* Johannesburg, 2. Juli. Alle Arbeiter der
Eaſt=
rand Propietary=Grube legten heute früh die Arbeit
nieder. Generalgouverneur Gladſtone traf heute
früh in Pretoria ein. Er hatte eine lange Unterredung
mit dem Premierminiſter Botha.
* München, 2. Juli. Die Bayeriſche
Staats=
zeitung widmet der Verabſchiedung der
Wehrvorlage einen halbamtlichen Artikel, in dem ſie
unter anderem ausführt: Wenn Deutſchland ſich ſowohl
mit Rückſicht auf ſeine eigene Machtſtellung als auf die
für die Erhaltung des Weltfriedens geſchaffenen
Garan=
tien mit Recht des glücklich vollendeten Werkes freuen
kann, ſo gebührt der Dank hierfür nicht an letzter Stelle
dem Staatsmann, der die Nation mit ſchlichter Würde
zur Löſung der Aufgabe zu führen wußte, deren
Bewäl=
tigung ſein weitſchauender Blick als nationale
Notwen=
digkeit erkannt und bezeichnet hat. Reichskanzler
v. Bethmann Hollweg hat, unterſtützt von dem
Reichsſchatzſekretär Kühn und dem preußiſchen
Kriegs=
miniſter v Heeringen, den langwierigen Verhandlungen,
die zu führen waren, mit ruhiger Entſchiedenheit den
Boden der Einigung bereitet. Der Kanzler, der das
deutſche Volk zu der gewaltigſten finanziellen und
mili=
täriſchen Leiſtung, die die Geſchichte des Reiches zu
ver=
zeichnen hat, aufrief, hat bei der Volksvertretung die
An=
nahme dieſer Leiſtung erreicht, indem er in den
entſchei=
denden Phaſen des Werks die Rechte der
Bundes=
ſtaaten zu wahren und die Wünſche der Parteien
gegeneinander auszugleichen wußte. Das Kapital an
An=
ſehen und Vertrauen, das Herr von Bethmann Hollweg
ſich beim deutſchen Volke erworben hat, hat durch das
eben vollendete Werk, deſſen Gelingen die Geſchichte für
ihn in Anſpruch nehmen wird, eine neue und ſtarke
Er=
höhung erfahren.
Remſcheid, 2. Juli. Eine 27jährige Frau ſtürzte
mit ihrem Kinde in einen tiefen Brunnen der mit
morſchen Brettern zugedeckt und mit Erde beſchüttet war.
Das Kind blieb am Brunnenrande hängen und konnte
gerettet werden, während die Mutter getötet wurde.
Fürſtenwalde, 2. Juli. Um ſich Geld zu
verſchaf=
fen, hat ein Ulan der 4. Eskadron 17 Remontepferden
die Schweife abgeſchnitten. Der Mann wurde
verhaftet.
Lübeck, 2. Juli. Der Mühlenbeſitzer Ballauf
aus Wentorf iſt unter Zurücklaſſung ſeiner Familie
flüch=
tig. Er hat für 120000 Mark Wechſel gefälſcht.
London, 2. Juli. Seit drei Tagen brennen
die Waldungen im Temiſchamin=Diſtrikt in Nord=
Ontario. Rieſige Beſtände ſind vernichtet worden. Die=
Stadt Earlton iſt eingeäſchert. Anderen Städten droht
die Einſchäſcherung, Telephon= und Telegraphenleitungen
ſind vernichtet. Die Eiſenbahn muß meilenweit durch das
Feuer hindurchraſen. — Ein Großfeuer vernichtete die
Stahlwerke in Wolverhampton bei London. Eine
An=
zahl wertvoller Automobile iſt mitverbrannt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Kerne des tiefſten und höchſten Drucks haben ſeit
geſtern ihre Lage nur wenig geändert. Infolge
nörd=
icher Winde hatten wir auf der Rückſeite des öſtlichen
Tiefs kühles, veränderliches Wetter; die Abkühlung wurde
toch verſtärkt durch zeitweiſe Aufheiterung geſtern abend
(Lauterbach Min. 5 Grad). Niederſchläge fielen in
ge=
ringer Menge. Wir haben auch morgen keine weſentliche
Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 3. Juli:
Kühl, leichte Regen, trüb, nördliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Mein
beginnt Donnerstag, den 3. Juli.
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Samstag, den 5. Juli:
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Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religion;.
Samstag, den 5. Juli:
Vorabend 7 Uhr 40 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 6. Juli, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Samstag, den 5. und Sonntag, den 6. Juli:
Rausch Chaudesch Tammus.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Nummer 153.
Statt Karten!
(*2162
Ein Junge ist angekommen.
2. Juli 1913.
Rechtsanwalt Raab
und Frau, geb. Weinsheimer.
(Statt beſanderer Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Heute verſchied unſer lieber Vater,
Schwieger=
vater und Großvater
(*2097
Herr Hofweißbindermeister
Georg Frank.
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Lina Zimmermann, geb. Frank,
Karl Zimmermann, Baurat,
und 6 Enkel.
Die Beerdigung findet nach dem Wunſche des
Dahingeſchiedenen in aller Stille ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während dem Krankenlager und für die zahlreiche
Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben,
unvergeßlichen Gatten
(14392
Herrn August Stolle
Eiſenbahn=Oberſekretär
ſage ich Allen auf dieſem Wege meinen
herz=
lichen Dank.
Die tieftrauernde Gattin:
Luise Stolle, geb. Pretsch.
Tageskalender.
Verſammlung der Freunde deutſcher Schrift um
8 Uhr im Hotel „Prinz Karl”.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition Rheinſtr. 23).
Die Baufach=Ausſtellung in Leipzig, vom Luftkreuzer
„Sachſen” aus aufgenommen; die Beiſetzung des
ermor=
deten Großweſirs Mahmud Schefket Paſcha; die
Ent=
hüllung des Ohm Krüger=Denkmals in Pretoria; die
Erdbebenkataſtrophe in Bulgarien, Obdachloſe in der
alten Zarenſtadt Tirnowo.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und für die reichliche Kranzſpende bei dem Hin=
(14395
ſcheiden unſerer teueren Entſchlafenen
Frau Ottilie Stumpf
geb. Herche
ſagen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer Waiz
für die troſtreichen Worte, unſeren tiefgefühlten
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 4. Juli.
Aecker= und Wieſen=Verſteigerung des Hch.
Phil. Jacoby um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Kunſthalle an Rheintor, geöfnet Werlags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druk und Belag 4. 6. Polichſche Spſtuchunckerte
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldgeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unperlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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heutiger Tagespreis 10 Pfund
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H
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
u. Profeſſor D. Dr. Wilh. Diehl
Zweiter Jahrgang:: Heft 7, Juli 1913
Inhalt: Erich O. Moeller: Aus der Geſchichte der Familie Moeller. —
Felix Baron von und zu Gilſa: Beiträge zur Geſchichte eines
aus=
geſtorbenen Zweiges der heſſiſchen Familie von und zu Gilſa in Livland
u. Eſtland. — Dr. Hans Braun: Ueber einige Flurnamen bei Fritzlar. —
Profeſſor Karl Henkelmann: Die Bensheimer Hauschronik des Johann
Matheus Bleſinger. — Wilhelm Müller: Heſſiſche Grenzrechtsaltertümer.
— Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Beiträge zu einer heſſen=
darm=
ſtädtiſchen Lehrermatrikel. — Gottfried Müller: Alfred Meſſel zum
Gedächtnis. Mit 2 Abbildungen auf einer Tafel. — Regierungsrat Dr.
Viktor Würth: Wappen blühender heſſiſcher Bürgergeſchlechter. Mit
3 Abbildungen. — Kleine Mitteilungen: Merckſche Familien=Zeitſchrift.
— Goldenes Doktorjubiläum. — Eine Erklärung des Namens
Offen=
bach. — Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. — Umfragen. — Austauſch. —
Auskünfte. — Familientage.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, und allen
Buchhandlungen.
(14411dfs
Der fussfreie Rock hat die
Fuss-
bekleidung immer mehr zum Mode-Artikel
gemacht. Daher lässt es sich auch nicht
vermeiden, dass im Laufe des Jahres gewisse
Sorten Schuhwaren übrig bleiben, welche
wir nicht in die nächste Saison
hinüber-
ziehen wollen. Alle diese Waren
unter-
werfen wir einem billigen Verkauf u. sind
entschlossen, dieselben unbedingt zu
ver-
kaufen. Zu diesem Zweck haben wir eine
grosse Menge Einzelpaare, die wir teilweise
Damenstiefel und Halbschuhe
Chevreaux-Boxcalfstiefel
mit Lackkappen, auch farbig
Braune und schwarze Halbschuhe
bisher M. 1250 16.50 18.00
jetzt M. 6.50 8.50 10.50
bisher M. 10.50 12.50 14.50
Chevreaux und Lackleder
jetzt M. 5.50 8.50 10.50
bisher M. 5.50 6.50 7.50
Leinen-Stiefel und Schuhe
zum Schnüren ind Pumps-Form
jetzt M. 2.50 3.50 4.50
Herrenstiefen und Mälnschune
Schür- und Zugstiefel
Boxcalf und Chevreaux
11
Schnür- und Knopfstiefel
elegante und moderne Formen
jetzt M.
bisher M.
Leder-Hausschuhe
für Reise, für Haus, verschied. Ausführ, jetzt M. 2.80 bis 4.50
bisher M. 9.50 12.50 18.00
jotzt M. 5.50 8.50 10.50
bisher M. 12.50 16.50 21.00
7.50
4.50
1.50
6.50
Kinderstiefel und Sandalen
Knaben- und Mädchenstiefel
rationelle Form, schwarz u. braun, 20—39
Sandalen und Stoffschuhe
25—42
M. 2.75 bis 6.50
M. 2.00 bis 4.00
Hausschuhe für Damen, mit Ledersohlen und Fleck
95 Pfg.
Reiseschuhe für Damen, mit Cordelsohlen
. 95 Pfg.
Während des Verkaufs gewähren wir einen Extra-Rabatt von 10 % auf Creme, Riemen, Leisten, Schnallen, Putztücher, Sohlen, Fußstutzen.
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Verkaufsstellen von Speier’s Schuhwaren befinden sich in: Frankfurt a. M., Offenbach. Hanau, Darmstadt, Worms, Würzburg, Nürnberg, Stuttgart, Straß-
(14405
burg, Köln, Aachen, Dortmund, Leipzig, Linden, Hannover, Hamburg, Breslau, Düsseldorf, Duisburg, Hamm, Bonn.
für die Mälfte des regulären Wertes
zum Verkauf stellen. Aber auch die
couranten Waren haben wir im Preise
herabgesetzt, weil wir mit der nächsten
Saison frische, nicht vorjährige Waren,
vor-
zeigen wollen. Beiden gesamten Ausverkaufs-
Waren handelt es sich um fehlerfreie Sachen.
Untenstehend einige Beisviele:
[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Nummer 153.
Aisoh=Ausverkauf
In allen Abteilungen
grosse Warenposten
Dedchfchu unter
Besondere Gelegenheitsposten in den Abteilungen:
Damenkonfektion: Kleiderstoffe: Kinderkonfektion
Modewaren
Schürzen: Taschentücher
Auf alle nicht im Preise
herabgesetzte Waren
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Markt 2
Markt 2
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nachmittags ½6 bis ½8 Uhr
veranstalten wir in unseren Lagerräumen
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Kurſe vom 2. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zi.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,50
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,50
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 78,50
84,60
3½ do. Conſols
74,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
90,90
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,60
83,00
do.
3½
74,70
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 97,40
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,50
4 do. do. (unk. 1918) 96,30
do.
3½
3
do.
72,50
3 Sächſiſche Rente.
75,50
4 Württemberg unk. 1921 97,80
do. v. 1900 94,10
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887
Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,40
4 do. Goldrente . . . 87,00
4 do. einheitl. Rente 81,40
3 Portug, unif. Serie I 62,60
3 do. unif. Ser. III 65,00
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 98,50
4 do. v. 1890 . . 93,80
4 do. v. 1905 . . 86,55
4 Ruſſen v. 1880 . . .
4 do. v. 1902 . . . . 88,70
4½ do. v. 1905 . . . . 99,50
84,50
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 73,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente .
83,10
4 do. Staatsrente. . . 81,50
Zſ.
In Vroz=
. 99,80
5 Argentinier
81,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 87,60
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,00
4½
89,90
do.
4½ Japaner . . . .
89,30
5 Innere Mexikaner . . . 76,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 75,00
5 Gold=Mexikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 137,00
7 Nordd. Lloyd . . . 116,70
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 112,30
6 Baltimore und Ohio . 93½
6 Schantungbahn . . . . 121,25
8 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 25½
6 Pennſylvania R. R. . 109,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 62,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. 537,00
14 Chem. Fabrik
Griez=
heim
.232,50
30 Farbwerke Höhſt . . 596.75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 327,00
10 Cement Heidelberx . . 138,50
30 Chem. Werke Albert 424,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 330,25
5 Lahmeyer. . . . . . . 123,00
Inbra,
Eehe
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 144½
12 Siemens & Halske 209,25
5 Bergmann Electr. . . 122,25
10Deutſch. Ueberſee Electr. 159,75
0 Gummi Peter . . . . 57,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 57,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 410,50
9 Maſchinenf. Badenia 133,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 147,75
15 Zellſtoff Waldbof . . 220,25
12,83 Bad. Zucker=Wag=
. 205,00
häuſel.
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 74,00
0 Südd. Immobilien . 50,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friebe . . . . 162,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
211,50
11 Deutſch=Luremburg.=
Bergb.
. 146,00
.175,60
10 Gelſenkirchener .
. 183,25
9 Harpener .
18 PPhönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 244,25
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
73,70
6 Laurahütte
. . . 160,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 140,00
Weſteregeln 177,25
13
7½ South Weſt Africa 111,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 86,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 71,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,50
4 Oeſterr. Staatsbahn .
do.
73,30
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,90
4
do.
Zupren,
8.
2½ Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,90
3 Raab=Oedenburg
74,25
4 Kronprinz Rudolfbahn
84,40
4 Ruſſ. Südweſt. .
4½ Moskau=Kaſan . . . 92,70
do.
4 Wladichawchas .. . . 84,50
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb.
70,75
84,50
do.
2½ Livorneſer . . . 66,25
3 Salonique=Monaſtir . 61,20
4 Baadadbahn .
79,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 92,25
4 Miſſouri=Paciſie.
4 Northern=Paciſte . . . 93,60
4 Southern=Paciſie
88,20
5 St. Louis und San
Francisco. .
* Tehuanteper . . . .
Bank=Aktien.
10 Pank für elektriſche
Untern. Kürich . . 188,50
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 143,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. .156,00
6½ Darmſtädter Bank . 113,75
12½ Deutſche Bank . . . 239,10
6 Deutſche Vereinsbank 115,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,25
10 Diskonto=Kommandit 179,00
8½ Dresdener Bank . 145,30
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,25
6½ Mitteld. Kreditbank 113,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 113,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . 131,20
7 Rhein. Kreditbank. . .127,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 108,80
7½ Wiener Bankverein . 128,90
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 95,40
3.
Inhean.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,50
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
94,00
S. 52 .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,60
3
85,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,90
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23₰
96,90
. . „
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
85,00
S. 3—5
84,80
S. 9—11
84,90
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
31
do.
84,40
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,80
3½ do. (unk. 1914) . . 83,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
3½
65,00
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
95,25
31
86,20
do.
4 Frankfurt.
96,80
96,70
3½ do.
4 Gießen .
94,40
84,20
do.
94,50
4 Heidelberg
84,00
do.
4 Karlsruhe
do.
4 Magdeburg.
31
do.
4 Mainz
do.
4 Mannheim
95,00
do.
84,50
München
98,30
82,75
½ Nauheim
4 Nürnberg.
93,70
do.
84,00
Offenbach.
3n ßen)
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden . . .
do.
4 Worms.
94,00
½ do.
85,00
4 Liſſaboner v. 1886 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . Tlr. 100 177,25
3½ Cöln=Mindner , 100 134,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 107,90
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 192,00
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs.45
Fs. 10
do.
Meininger .
.fl. 7 35,00
Oeſterreicherv. 1864fl. 100
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . ſl. 100 383,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 155,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . .
20,38
20 Franks=Stücke .
16,23
Amerikaniſche Noten. . . 4,18
Engliſche Noten . .
20,44
Franzöſiſche Noten.
81,10
Holländiſche Noten.
168,75
Italieniſche Noten .
78,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten .
Schweizer Noten . . . . . 81,00
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7%
38 76.
Donnerstag, 3. Zut.
1913.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur Kenntnis der Beteiligten, daß Heu neuer Ernte unmittelbar
von der Wieſe bei Großh. Proviantamt Darmſtadt angefahren werden kann. Es
muß jedoch vollkommen trocken, noch nicht ſchwitzend beim Amt ankommen.
(13968sid
Darmſtadt, am 27. Juni 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Den nachſtehenden Auszug aus den für die Führer von Kraftfahrzeugen
geltenden Vorſchriften bringen wir wiederholt in Erinnerung.
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(14430
I. V.: Dr. Reinhart.
Auszug aus den Beſtimmungen der Verordnung des Bundesrats
vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
Beſondere Pflichten des Führers.
§ 17. Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung ſeines
Fahrzeuges verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeuge nicht abſteigen, ſolange es in
Bewegung iſt, und darf ſich von ihm nicht entfernen, ſolange die Maſchine oder der
Motor läuft; auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeuge entfernt die Vorrichtung
in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein Unbefugter das Fahrzeug in
Be=
trieb ſetzt.
Der Führer iſt verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine nach der
Beſchaffen=
heit des Kraftfahrzeuges vermeidbare Entwickelung von Geräuſch, Rauch, Dampf oder
üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
§ 18. Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und
Verkehrsſtörungen vermieden werden und daß der Führer in der Lage bleibt, unter
allen Umſtänden ſeinen Verpflichtungen Genüge zu leiſten.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf die Fahrgeſchwindigkeit von 15
Kilometer in der Stunde nicht überſchritten werden. Bei, Kraftfahrzeugen von
mehr als 5,5 Tonnen Geſamtgewicht beträgt die überhaupt zuläſſige
Höchſtgeſchwindig=
keit 12 Kilometer in der Stunde; ſie kann — vorbehaltlich der Vorſchrift in Satz 1—
bis auf 16 Kilometer geſteigert werden, wenn wenigſtens die Triebräder mit Gummi
bereift ſind. Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der
Dunkel=
heit oder bei ſtarkem Nebel beim Einbiegen aus einer Straße in die andere,
bei Straßenkreuzungen, bei Straßeneinmündungen, ſcharfen Straßenkrümmungen,
bei der Ausfahrt aus Grundſtücken, die an öffentlichen Wegen liegen, und bei
der Einfahrt in ſolche Grundſtücke, bei der Annäherung an
Eiſenbahnüber=
gänge in Schienenhöhe, ferner beim Paſſieren enger Brücken und Tore, ſowie
ſchmaler oder abſchüſſiger Wege, ſowie da, wo die Wirkſamkeit der Bremſen
durch die Schlüpfrigkeit des Weges in Frage geſtellt iſt, endlich überall da, wo
ein lebhafter Verkehr herrſcht, muß langſam und ſo vorſichtig gefahren werden,
daß das Fahrzeug ſofort zum Halten gebracht werden kann.
§ 19. Der Führer hat entgegenkommende, zu überholende, in der Fahrtrichtung
ſtehende oder die Fahrtrichtung kreuzende Menſchen, ſowie die Führer von Fuhrwerken,
Reiter, Radfahrer, Viehtreiber uſw. durch deutlich hörbares Warnungszeichen
recht=
zeitig auf das Nahen des Kraftfahrzeuges aufmerkſam zu machen; auf die
Notwendig=
keit, das Warnungszeichen abzugeben, iſt in beſonderem Maße an unüberſichtlichen
Stellen zu achten.
Das Abgeben von Warnungszeichen iſt ſofokt einzuſtellen, wenn Pferde oder
andere Tiere dadurch unruhig oder ſcheu werden.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile ſind Warnungszeichen mit der vorgeſchriebenen
Huppe abzugeben. Außerhalb geſchloſſener Ortsteile kann das Warnungszeichen auch
mit einer Fanfarentrompete abgegeben werden; dieſes Signalinſtrument darf auch loſe
im Kraftfahrzeuge mitgeführt und unter Verantwortung des Führers auch durch eine
andere, im Fahrzeug beförderte Perſon angewendet werden. Das Abgeben
lang=
gezogener Warnungsſignale die Aehnlichkeit mit Feuerſignalen haben, ſowie die
Ver=
wendung anderer Signalinſtrumente iſt nicht ſtatthaft.
§ 20. Merkt der Führer, daß ein Pferd oder ein anderes Tier vor dem
Kraft=
fahrzeuge ſcheut, oder daß ſonſt durch das Vorbeifahren mit dem Kraftfahrzeuge
Menſchen oder Tiere in Gefahr gebracht werden ſo hat er langſam zu fahren, ſowie
erforderlichenfalls anzuhalten und die Maſchine oder den Motor außer
Tätig=
keit zu ſetzen. Auf den Haltruf oder das Haitzeichen eines als ſolcher kenntlichen
Polizeibeamten hat der Führer ſofort anzuhalten. Zur Kenntlichmachung eines
Polizei=
beamten iſt auch das Tragen einer Dienſtmütze ausreichend.
§ 21. Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer
Wendung, nach links in weitem Bogen zu fahren. Dieſe Vorſchrift gilt
ent=
ſprechend für das Durchfahren von ſcharfen oder unüberſichtlichen
Wege=
krümmungen.
Der Führer hat entgegenkommenden Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern
Radfahrern, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts
auszuweichen oder, falls dies die Umſtände oder die Oertlichkeit nicht geſtatten,
ſo=
lange anzuhalten, bis die Bahn frei iſt.
Das Vorbeifahren an eingeholten Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern,
Radfahrern, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen.
An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf den vorſtehenden Auszug aus den Beſtimmungen der
Ver=
ordnung des Bundesrats vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
wiederholt nachdrücklich hin. Insbeſondere iſt die Beachtung der Vorſchriften über
die Fahrgeſchwindigkeit genau zu überwachen und jede Ueberſchreitung der zuläſſigen
Geſchwindigkeit unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
Ein beſonderes Augenmerk iſt auf das Befahren der Kreisſtraßen durch
Ver=
ſuchsautomobile (ſogenannte Probefahrten) zu richten, bei denen Ueberſchreitungen der
Vorſchriften des § 18 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910 ſich
erfahrungs=
gemäß beſonders häufig zu ereignen pflegen. Hier empfiehlt ſich die ſchärfſte Kontrolle,
damit iede Zuwiderhandlung gegen die beſtehenden Vorſchriften zur Anzeige gelangt.
Da die Vorſchriften über das Mitführen von Anhängewagen (§ 25 der
Bundes=
ratsverordnung vom 3. Februar 1910) ebenfalls häufig nicht beachtet werden, lenken
wir Ihre Aufmerkſamkeit auch auf dieſe, nachſtehend noch abgedruckten Beſtimmungen.
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
§ 25 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910.
Soll von einem polizeilich zugelaſſenen Kraftfahrzeug ein Anhängewagen
mit=
geführt werden, ſo genügt die Anzeige bei der höheren Verwaltungsbehörde (§ 5),
ſo=
fern den nachſtehenden Bedingungen entſprochen wird:
1. der Anhängewagen muß verſehen ſein:
a) mit einer ſicher wirkenden Bremſe;
b) mit einer zuverläſſigen, auf die Fahrbahn wirkenden Vorrichtung, die beim
Befahren von Steigungen die unbeabſichtigte Rückwärtsbewegung
ver=
hindert (Bergſtütze);
2. die Radkränze des Anhängewagens dürfen keine Unebenheiten beſitzen, die
geeignet ſind, die Fahrbahn zu beſchädigen:
3. die Verbindung der Lenkvorrichtung des Anhängewagens mit dem
Kraft=
fahrzeuge muß ſo beſchaffen ſein, daß die Räder des Anhängewagens auch
in Krümmungen möglichſt auf den Spuren der Räder des Kraftfahrzeugs
laufen;
4. zwiſchen dem Anhängewagen und dem Kraftfahrzeuge muß außer der
Haupt=
kuppelung noch eine Sicherheitskuppelung (Notkuppelung) vorhanden ſein.
Der Anzeige hat der Eigentümer die Zulaſſungsbeſcheinigung für das
Kraft=
fahrzeug, ſowie das Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverſtändigen darüber
beizufügen, daß den Vorſchriften des Abſ. 1 genügt iſt; ein Vermerk über die Anzeige
iſt von der höheren Verwaltungsbehörde in die Liſte und in die Zulaſſungsbeſcheinigung
(§ 6 Abſ. 2) aufzunehmen.
Der Führer iſt dafür verantwortlich, daß der Anhängewagen ſich in
verkehrs=
ſicherem Zuſtand befindet und daß das Geſamtgewicht des Anhängewagens mit
Nutz=
laſt das jeweilige Geſamtgewicht des Kraftfahrzeugs mit Nutzlaſt nicht überſchreitet.
Falls die Bremſe des Anhängewagens nicht vom Führerſitze des Kraftfahrzeugs aus
bedient werden kann, muß auf dem Anhängewagen ein Bremſer mitfahren; in dieſem
Falle muß eine Verſtändigung zwiſchen Führer und Bremſer möglich ſein.
M e
licher Erlaubnis zuläſſig; das gleiche gilt bezüglich des Mitführens von einem
An=
hängewagen, ſofern den Bedingungen im Abſ. 1 Nr. 1 bis 4 nicht genügt iſt. In
dieſen Fällen iſt der Erlaubnisſchein bei der Fahrt mitzuführen und den
Polizei=
beamten auf Verlangen vorzuzeigen.
Werden Anhängewagen mitgeführt, ſo muß das dem Kraftfahrzeuge zugeteilte
polizeiliche Kennzeichen (§ 8 Abſ. 3) an der Rückſeite des Schlußwagens angebracht ſein,
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
(13989a
*Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Juni bis 4. Juli 1913.
Die
Dauer der
Tag
Datum
Truppenteil 1 Abſperrung Abſperrung Bemerkungen
erſtreckt ſich
von bis
30. Juni Montag
80 V.
Ueber das
ganze
1. Juli Dienstag
90 V. 120 M.
Feldartillerie
Abſperr=
2. JuliMittwoch
80 V. 10 N.
Gelände
80 V. 10 N.
4. JuliFreitag
Bekanntmachung.
Am 1 3. und 4. Juli 1913 von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der
Dunkel=
heit wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII.
Armee=
korps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpſad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe -Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(13973a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Herbſt 1913.
Die jungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Herbſt 1913 ſtattfindenden
Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre Geſuche um Zulaſſung
bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Auguſt 1913
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
Bei Einſendung durch die Poſt iſt die Sendung an die Kommiſſion,
nicht an den Vorſitzenden zu richten.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann in der Regel nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Geſuch muß voh dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters nach folgendem Muſter:
Erklärung
des geſetzlichen Vertreters zu dem Dienſteintritt als Einjährig=
Freiwilliger.
Ich erteile meinem Sohne (Mündel)-
—geboren am
meine Einwilligung zu ſeinem
Dienſteintritt als Einjährig=Freiwilliger und erkläre
gleichzeitig-
a) daß für die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des
Unter=
halts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und
Wohnung von dem Bewerber getragen werden ſolln;
b) daß ich mich dem Bewerber gegenüber zur Tragung der Koſten
des Unterhalts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung,
Be=
kleidung und Wohnung für die Dauer des einjährigen Dienſtes
verpflichte, und daß, ſoweit die Koſten von der Militärverwaltung
beſtritten werden, ich mich dieſer gegenüber für die Erſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
—den-
19.—
Vorſtehende Unterſchriſt de=
und zugleich, daß der Bewerber d—=Ausſteller-der obigen
Er=
en Vermögensverhältniſſen zur Beſtreitung der
klärung nach-
Koſten fähig iſt, wird hiermit obrigkeitlich beſcheinigt.
19.
den-
(I. 8)
Je nachdem von dem Bewerber ſelbſt oder ſeinem geſetzlichen Vertreter
die Koſten getragen werden, iſt in der Erklärung Satz a oder b und ſind
dementſprechend in der Beurkung entweder die Worte der Bewerbert oder
nder Ausſteller der obigen Erklärung” anzuwenden, das Nichtzutreffende
dagegen zu ſtreichen.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
. a) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat, und von denjenigen, welche ſich der
wiſſenſchaftlichsn Prüfung unterziehen wollen, noch
weiter=
b) In weichen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) die Prüfung
erfolgen ſoll.
6. Wer auf Zulaſſung zur erleichterten Prüfung gemäß § 89, Ziff. 6 a—c der
W.=O. Anſpruch macht, hat, ſtatt der Angabe unter 5b, ſeinem Geſuche ein
Zeugnis einer einſchlägigen Behörde beizufügen, aus dem hervorgeht, daß
eine der Vorausſetzungen des angeführten Paragraphen auf ihn zutreffen.
Die Einſendung von Zeichnungen oder ſonſtiger Arbeiten, mit denen dieſer
Nachweis geführt werden ſoll, an uns iſt zwecklos.
7. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis
bei=
zulegen.
8. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine dritte
Zulaſſung kann ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmigt
werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Donnerstag, den 3. Juli 1913.
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des
Aufenthalts=
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
(14436
Darmſtadt, den 28. Juni 1913.
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwillige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Wolfshund. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(14435
Aus der Hermann und Amalie Aenſtadt=Stiftung
ſind am 3. Auguſt d. Js. die halbjährigen Zinſen im Betrage von
500 Mk. an eine oder mehrere würdige Perſonen jüdiſchen Glaubens,
die in hieſiger Stadt wohnen und bedürftig ſind, in Gaben nicht
unter 100 Mk. zu verteilen.
Den Vorzug bei der Zuerkennung der Stiftungszinſen ſollen
insbeſondere genießen: Witwen aus beſſeren ſozialen Verhältniſſen
zu Erziehungsbeihilfen von Kindern, ältere alleinſtehende Perſonen
und Rekonvaleszenten, die ſich nicht an die Armenpflege wenden wollen.
Bewerbungen ſind bis zum 20. Juli d. Js. an den
Unter=
zeichneten einzureichen.
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
(14443
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 3. Juli 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung
1 Eisſchrank, 1 Sofa, 1 Theke, 5 Regale, 2 Diwans, 3
Schreib=
tiſche, 1 Tiſch, 1 Waſchkommode, 2 Kleiderſchränke, 1 Vertiko,
1 Spiegel, 1 Büfett und 1 Nähmaſchine.
Darmſtadt, den 2. Juli 1913.
(14452
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Kaſinoſtraße 24.
Junger Kaufmann
ſucht nachweislich gutgehendes Geſchäft zu kaufen oder ſich an
nach=
weislich rentablem Unternehmen zu beteiligen. Offerten unter U 22
an die Expedition dieſes Blattes.
(*1934mds
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des
Valen=
tin Fuchs I., Kohlen=,
Flaſchen=
bier und Spezereihändler in
Pfung=
ſtadt, wird heute, am 2. Juli 1913,
vormittags 10 Uhr, das
Konkurs=
verfahren eröffnet.
Der Gerichtstaxator Ernſt Wolff
in Darmſtadt wird zum
Konkurs=
verwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
20. Juli 1913 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen
Ver=
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Dienstag, den 29. Juli 1913,
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Neues Gerichtsgebäude,
Erdge=
ſchoß, Zimmer Nr. 118, Termin
anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur
Konkurs=
tmaſſe etwas ſchuldig ſind, wird
laufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung
auf=
erlegt, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache
abgeſon=
derte Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 20. Juli 1913 Anzeige zu
(14423
machen.
Großherzogliches Amtsgericht
Darmſtadt II.
Maurerarbeiten.
Die bei der Errichtung einer
Eintrittshalle für das
Stadtkran=
kenhaus an der Grafenſtraße
vor=
kommenden Maurerarbeiten ſollen
vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 12. Juli 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(14371ms
Darmſtadt, 2. Juli 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Cn unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Heſſiſche Bank,
Aktien=
geſellſchaft, Darmſtadt,
in Liquidation.
Der Liquidator Rechtsanwalt
Dr. Alexander Bopp in
Darm=
ſtadt iſt ausgeſchieden und ſomit
deſſen Vertretungsbefugnis
be=
endet.
(14441
Bankprokuriſt Dr. jur. Hans
Stirtz und Bankbeamter Wilhelm
Häußermann, beide in Darmſtadt,
ſind zu Liquidatoren beſtellt.
Jedem Liquidator ſteht die
Be=
fugnis zu, einzeln für ſich die
Ge=
ſellſchaft und ſich gegenſeitig zu
vertreten.
Darmſtadt, 30. Juni 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
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Um da mal zu einem Ende zu kommen, Lanzoff —
alſo ich hab’ über den Rittmeiſter Sierndorff natürlich
nachgedacht. Erklärlich nach dem, was Sie mir ſo
ver=
ſchiedentlich mitteilten und was man ſonſt ſo aus
allge=
meinen Andeutungen aufſchnappt.
Aber ich finde für ihn nicht die richtige Formel. Und
das iſt eigentlich erforderlich. Denn es wäre doch
mög=
lich, daß ich irgendwie mal mit ihm zuſammen gerate.
Dabei müßte man dann aber immerbin mit ſich ſelbſt im
klaren ſein.
Eine Formel? der Aeltere ſchüttelte den Kopf
.. . . Gibts nicht, die auf ihn anwendbar wäre:
Er überlegte.
Oder allenfalls ſo: — das Gute in ihm kann ſich nicht
mehr durchſetzen, weil er heute ſchon zu alt iſt. Und das
Schlechte — ein langes Achſelzucken — falſche Erziehung
und die verkehrte Anſchauung, im Offiziersberuf etwas
rein Aeußerliches, rein Repräſentatives zu ſuchen. Und
zu dem allen ſchließlich noch der verhängnisvolle
Ehr=
geiz, den bürgerlichen Namen durch ſinnloſen pekuniären
Aufwand vergeſſen machen zu wollen.
Iſt er denn ſo wohlhabend?
Geweſen!! darin liegts ja eben!
Sehen Sie mal — der alte Sierndorff, jahrelang
ſchon Witwer, war großer Kohlenmagnat. Selfmademan
der ſich aus engen Verhältniſſen hochgearbeitet hatte, aber
gerade deshalb doppelt ſtolz auf den Attilla ſeines
ein=
zigen Jungen, dem er in lächerlicher Unvernunft das Geld
mit vollen Händen zuſteckte. Dadurch bekam der Sohn von
dem Wert des Geldes natürlich total falſche Anſchau=
ungen. Er ſtand gerade vor dem Oberleutnant, als der
Alte ſtarb und zirka 2 Millionen hinterließ Und damit
ging eine Wirtſchaft los, die von altpreußiſcher
Sparſam=
keit verdammt wenig an ſich hatte.
Er machte eine zuſammenfaſſende Handbewegung.
Rennſtall; ganz groß ausgehaltenes Verhältnis; eigene
Achtzimmer=Wohnung in Berlin, wo man alle Woche
herüberrutſchte; in den Lebeweltnächten der Friedeichſtadt
mußte man natürlich gleichfalls ſeine Rolle ſpielen; der
Urlaub wurde an der Riviera oder in belgiſchen
See=
bädern vertrödelt.
Kurz und gut — mit dem Rittmeiſter=Patent tauchte
zugleich der erſte nichteingelöſte Ehrenſchein auf. Er blieb
in der Folgezeit nicht der einzige; denn die zwei Millionen
waren binnen acht Jahren radikal aufn Kopp gehauen.
So war der Abſchied ſchließlich unvermeidlich. Und
damit kam die Deroute — der Niederbruch in den
Prin=
zipien, in der Lebensführung und im Sport. Faſt, als
hätte der Mann mit der Uniform auch den Charakter
aus=
gezogen.
Sozuſagen alſo verpfuſcht von Jugend auf und
eigent=
lich mehr zu bedauern, als zu mißachten!
Der Adjutant hatte wieder ſein langſames
Achſel=
zucken.
Wenn Sie ſo wollen — zweifellos. Und wenn man’s
von jeher groß gewöhnt war, iſt es ſpäter natürlich bitter
ſchwer, ein Loch zurück zu ſtecken.
Die Wenigſten ſind dazu imſtande. Auch Sierndorff
hats nicht fertig gebracht; macht jetzt ſeit zwei, drei Jahren
die verzweifeltſten Anſtrengungen, ſich wenigſtens nach
außen hin auf der Höhe zu halten; ſtreut den Leuten
Sand in die Augen. Und alle, die vom Bau ſind, wiſſen
trotzdem, wie die Aktien ſtehen.
So iſt es auch ein offenes Geheimnis, daß derſelbe
Mann, der als reiner Herrenreiter ſtets eine Zierde des
Turfs war, heute im Grunde Profeſſional iſt; daß er nur
noch gegen ſichere Startgarantien in den Sattel ſteigt und
daß er — mit einem Wort — vom grünen Raſen lebt, wie
irgendein Jockei oder Trainer.
Und worin liegt nun der Grund, daß man ihn trotz
all dieſer dunklen Geſchichten hält?
Weil man im ſtillen mitleidig armer Kerl! auf ihn
ſagt; und weil er immer noch ſoweit Gentleman iſt, um
die Dehors zu wahren. Denn alles was recht iſt — das
tut er! und wehrt ſich erbittert gegen den äußerlichen
Niederbruch!
Aber ſchließlich das Endergebnis? fragte Günter von
Oſtheeren grübelnd.
Darauf folgte langes Schweigen. Der Oberleutnank
von Lanzoff ſah ſtarr in die Geſichter der beiden
Kano=
niere, die auf der Protze des vor ihm ratternden
Ge=
ſchützes ſaßen, ſo daß die Kerls ſich ängſtlich aus ihren
ſchlappen Haltung zuſammenriſſen.
Er ſucht nach einer Heirat, die ihm wieder feſten
Boden unter die Füße ſchiebt. Und da Fräulein
Krotten=
heim nicht erreichbar iſt, wird er ſein Heil vielleicht bei
den Renzows verſuchen. Allerdings
Was denn?
Mir ſcheint, daß Graf Frixen ſeit kurzem das gleiche
Ziel verfolgt. Sollte das tatſächlich der Fall ſein, dann
ſtehen die Chancen für den Rittmeiſter natürlich unier
Null. Denn erſtens iſt er a. D. und dann hat er auch keine
Grafenkrone als Paroli für die Millionen des alten
Renzow zu bieten.
Aber mal ganz abgeſehen davon — Alwa Frixen ißt
trotz ſeiner Blaſiertheit ein Geſelle, mit dem anzubinden
wenig empfehlenswert ſein dürfte. Der Mann ſchießt wie
der leibhaftige Satan. Auf den Tontaubenſtänden in
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Monte zum Beiſpiel hat er ſich internationalen Ruf
er=
worben. Seiner plötzlichen Verſetzung von Bukareſt nach
hierher liegt ja auch eine reichlich „gewaltſame” Affäre
zugrunde.
Ein merkwürdiger Ausdruck war in das Geſicht des
Barons gekommen.
Wiſſen Sie auch, lieber Freund, daß ich nach alledem
für Sierndorff faſt ſo eine Art mitfühlender Sympathie
empfinde?
Da verhielt der Oberleutnant von Lanzoff erſchrocken
ſeinen Rappen, bis die beiden Pferde dicht nebeneinander
gingen. Und dann langte er herüber und legte dem
Ka=
meraden die Hand auf den Arm.
Das dürfen Sie nicht, Günter Oſtheeren! . . . ſagte er
ſehr eindringlich und ſehr ernſt . . . Bemitleiden Sie ihn
im Stillen, dulden Sie ihn im Stillen — damit tun Sie
nicht mehr und nicht weniger als wir alle. Aber
identi=
fizieren Sie ſich nicht mit ihm! Sie ſind jung und müſſen
weiter kommen — darum ſeien Sie Egoiſt! Alle falſche
Sentimentalität drei Schritt vom Leibe — ſonſt wirds
gefährlich!
Und wenn Sie überhaupt etwas für einen
kamerad=
ſchaftlichen und freundſchaftlichen Rat übrig haben, dann
richten Sie ſich nach dieſem! . . . er iſt der aufrichtigſte
den ich Ihnen zu geben vermag!!
Und in ſeiner kurzen unmotivierten Art zog er die
Zügel an und verſchwand nach vorn, um dem
Etats=
mäßigen „ganz gehorſamſt” anheim zu ſtellen, ob es nicht
gut wäre, wenn man jetzt antraben ließe.
Denn in der inneren Stadt mit ihrem blödſinnigen
Wagenverkehr kam man ſowieſo nicht mehr dazu!
J.
Um punkt halb fünf aber klingelte der Leutnant von
Oſtheeren im Hochparterre der Kalckreuthſtraße.
Er war keineswegs überaus ſiegesgewiß.
Nachmit=
tags auf der Chaiſelongue hatte er vor Unruhe kein Auge
zutun können; immer wieder überlegte er, welchen Weg
man einſchlagen müßte, um eine entſcheidende Erklärung
herbeizuführen.
Das hatte natürlich ſeine Schwierigkeiten — ſelbſt
mal abgeſehen davon, daß dieſer heutige Beſuch eigentlich
eine ſanfte Ueberrumpelung darſtellte.
Die Herrſchaften zu ſprechen?
Das nette kleine Stubenmädel betrachtete ſich den
jungen Offizier mit intenſiverem Intereſſe, als unbedingt
erforderlich.
Die gnädige Frau iſt vor einer Stunde in die Stadt
gefahren.
Er gab ſeine Karte; mit einer Pomadigkeit, als
handle es ſich um die gleichgültigſte Sache der Welt.
Dann melden Sie mich bitte dem gnädigen Fräulein.
Sie ließ ihn auf die Diele.
Wenn Herr Leutnant einen Augenblick warten wollen
— ich weiß nicht, ob das gnädige Fräulein empfängt.
Darüber ärgerte ſich der Baron. Na, das wäre ja
noch ſchöner! dachte er, während er einen
gewohnheits=
mäßig prüfenden Blick in den Wandſpiegel warf.
Eine Minute ſpäter verneigte er ſich vor Giſela
Krot=
tenheim im Salon.
Gnädigſte!
Willkommen, Herr Baron.
Ich höre eben, daß Ihre Frau Tante leider nicht
an=
weſend iſt.
Sie wird ſehr bedauern.
über min aler Bfthunchat hale ich dardif gercht
net, Ihren Herrn Vater anzutreffen. Ich hätte ihn ſehe
gern begrüßt! — ſchwindelte er mit fröhlichem
Gottver=
trauen.
Heut’ mittag hat ja die forſtwirtſchaftliche Konferenz
begonnen, zu deren Teilnahme Papa doch überhaupt nach
Berlin gekommen iſt.
Außerdem wohnt er gar nicht bei uns, ſondern im
Alexandrahotel in der Mittelſtraße. Er behauptet, es ſei
da bequemer für ihn.
Das iſt Anſichtsſache, Gnädigſte. Ich perſönlich
würde dieſe Wohnung hier ganz entſchieden dem
kom=
fortabelſten Hotel vorziehen. Allerdings bin ich ja auch
noch kein alter Herr!
Sie ſah ihn unſicher an. Sie wußte im Moment
nicht genau, ob das nicht vielleicht wieder eine ſeiner
verſtohlenen Sticheleien war, vor denen man ſtändig auf
der Hut ſeien mußte.
Man ſetzte ſich. Ein erſtaunter Blick traf den Helm,
den er neben den Seſſel ſtellte.
Kommen Sie jetzt erſt aus dem Dienſt, Herr Baron?
Er zog die Handſchuhe zuſammen und legte ſie auf
den kleinen Tiſch, der zwiſchen ihnen ſtand.
Das nicht, gnädiges Fräulein, aber mein Beſuch iſt
an ſich eine ſozuſagen halboffizielle Angelegenheit. Ich
verbinde mit ihm nämlich die ausgeſprochene Abſicht,
Ihnen noch nachträglich meinen herzlichſten Dank zu
ſagen. Bei dem geſtrigen Wirrwarr auf der Rennbahn
war es mir leider unmöglich gemacht, dies in der
er=
forderlichen Form zu erledigen.
Sie ſaß mit dem Rücken zum Fenſter, ſo daß er das
leiſe Rot nicht ſehen konnte, das über ihr Geſicht. rann.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Jult 1913.
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[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913
Nummer 153.
Sport, Spiel und Turnen.
37. Gauturnfeſt des Main=Rhein=Gaues am 5., 6., 7. Juli.
PA Sprendlingen (Kreis Offenbach), 2. Juli. Das
alljährlich ſtattfindende, an Größe und Ausdehnung ſtets
zunehmende Gauturnfeſt wurde für dieſes Jahr der
hieſi=
gen Turngemeinde, welche bereits 26 Jahre dem Main=
Rhein=Gau angehört, zur Abhaltung übertragen. Der
Gau, der bereits voriges Jahr auf ein 50jähriges Beſtehen
zurückblicken konnte, zählt zurzeit 68 Vereine mit rund
9000 Mitgliedern und gehört zu den größten und älteſten
des Mittelrheinkreiſes. Das Wetturnen, welches aus
Einzelturnen (Zwölfkampf), ſowie Vereins= und
Muſter=
riegenturnen beſteht, weiſt nach den bis jetzt vorliegenden
Meldungen zirka 60 Einzelwetturner und zirka 60
Ver=
eins= und Muſterriegen auf. Das Feſt wird durch eine
akademiſche Feier, verbunden mit Fackelzug, am Samstag
eingeleitet, die neben den verſchiedenen turneriſchen
Vor=
führungen und Anſprachen noch ſonſtige Darbietungen
bringen wird. Der Begrüßungschor, der von den
ver=
einigten hieſigen Geſangvereinen geſungen wird, eröffnet
die Feier. Der Zwölfkampf findet am Sonntag
vormit=
tag ſtatt, dem ſich das Zöglingsriegenturnen anſchließt.
Nach Eintreffen des um halb 2 Uhr ſtattfindenden
Feſt=
zuges auf dem Feſtplatz werden die Vereins= und
Muſter=
riegen geturnt. Die allgemeinen Freiübungen von über
800 Teilnehmern mit anſchließender Siegerverkündigung
nehmen um 5 Uhr ihren Anfang. An allen Feſttagen
fin=
det Konzert und Tanz auf dem Feſtplatze ſtatt und wird
außer der Kapelle des 24. Dragoner=Regiments=
Darm=
ſtadt noch eine zweite Kapelle konzertieren. — Seitens
des Preſſeausſchuſſes wird eine illuſtrierte, reichhaltige
Feſtſchrift herausgegeben; ferner werden drei
Feſtpoſt=
karten, deren eine die Muſterriege der acht Brüder Heil,
Mitglieder der hieſigen Turngemeinde, die beim Feſt
vor=
geführt wird, zeigt, während die beiden anderen Anſichten
vom Orte, ſowie Bilder aus dem Verein darſtellen.
Die Feſtausſchüſſe ſind in reger Tätigkeit und die
Vor=
arbeiten ſoweit erledigt. Die Ortseinwohner, ſowie alle
Gauangehörige ſtehen der Feſtveranſtaltung ſympathiſch
gegenüber und tragen ihr Teil zum guten Gelingen des
Feſtes bei, was ſich bereits ſchon jetzt durch die zur
Ver=
fügung ſtehenden Freiquartiere, ſowie die Zahl der
ge=
meldeten Wetturner ergibt.
sr. Die Lawn=Tennis=Meiſterſchaft von Frankreich
im Herren=Einzelſpiel kam in Paris zur Entſcheidung
und wurde von dem alten Champion Max Decugis zum
echſten Male gewonnen, der Gault in der Schlußrunde
6—1, 6—3, 6—3 ſicher abfertigte.
Landwirtſchaftliches.
29. Deutſcher Landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaftstag
in Wiesbaden.
Der 29. Deutſche Landwirtſchaftliche
Genoſſen=
ſchaftstag des Reichsverbandes der deutſchen
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften findet, wie bereits
angekün=
digt, in den Tagen vom 17. bis 19. Juli in Wiesbaden
ſtatt. Die Tagesordnung weiſt eine Reihe bedeutſamer
Verhandlungsgegenſtände auf. Neben dem Jahresbericht
des Stellvertreters des Generalanwalts, Verbandsdirektor
Landesökonomierat Johannßen=Hannover und einem
Vor=
trag des Verbandsdirektors Petitjean=Wiesbaden über die
Entwickelung des Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
weſens im Regierungsbezirk Wiesbaden werden
nach=
ſtehende Fragen zur Erörterung gelangen: „Welche
Leh=
ren haben die Genoſſenſchaften aus der Geldkriſis der
letz=
ten Jahre zu ziehen?” Berichterſtatter: Verbandsdirektor
Landrat z. D. von Brockhauſen=Stettin. — „Urſachen ge=
noſſenſchaftlicher Mißerfolge.: Berichterſtatter:
General=
ſekretär Gennes=Darmſtadt. — „Einheitliches
Bilanz=
ſchema für ländliche Kreditgenoſſenſchaften und
Zentral=
kaſſen.” Berichterſtatter: Direktor Fiſcher=München. —
„Die Zwangsbezugspflicht bei den
Zentraleinkaufsgenoſ=
ſenſchaften und den örtlichen Bezugsgenoſſenſchaften.”
Be=
richterſtatter: Direktor Oekonomierat Biernatzki=Kiel. —
„Neuere Erfahrungen auf dem Gebiete der
genoſſenſchaft=
lichen Milchverwertung.” Berichterſtatter: Generalſekretar
Berg=Karlsruhe. Im weiteren ſteht ein Antrag des Ge= auf Abänderung der Satzung des
Reichs=
verbandes zur Verhandlung, worüber Verbandsdirektor
Geheimer Regierungsrat Dr. Havenſtein=Bonn Bericht
er=
ſtatten wird. Im Anſchluß an die beiden
Verhandlungs=
tage findet am Samstag, den 19. Juli, eine Dampferfahrt
auf dem Rhein von Biebrich nach Boppard und zurück
ſtatt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Endlich einmal wieder ein Lebenszeichen von der
„Heag‟: Die Nachricht, daß dieſelbe nunmehr alle Kräften
einſetzen will, um die Umwandlung der
Dampf=
bahn nach Eberſtadt in elektriſchen Betrieb
bis zum 1. Oktober dieſes Jahres durchzuführen! Dies
iſt überaus erfreulich, und bleibt nur zu hoffen, daß dieſer
Termin auch eingehalten wird. Die Telegraphenleitung
an der Landſtraße nach Eberſtadt wird hierfür hoffentlich
kein Hindernis bilden; ſie hätte ſchon längſt beſeitigt werg
den können.
Im übrigen wäre zu wünſchen, daß die „Heag” nund
mehr endlich auch gleiche Energie bei der immer noch der
Ausführung harrenden elektriſchen Bahnverbindung des
Johannesviertels durch Luiſen= und Frankfurter
Straße betätigt. Schließlich wäre es auch noch an der
Zeit, die Linie zum Oſtbahnhof endlich fertigzuſtelleng
— Zur Nummernbezeichnung der
elektri=
ſchen Straßenbahnlinien werden immer noch
Pappdeckel verwendet, die an den Fenſtern der
Wagen=
plattformen hängen. Es wäre an der Zeit, dieſe dürftige
armſelige Art der Nummernbezeichnung durch maſſive
Nummernſcheiben auf dem Wagendach zu erſetzen. Mank
begreift nicht, daß dieſe immer noch nicht geliefert
ſein=
ſollen. In anderen Städten, z. B. in Karlsruhe und
Wies=
baden (in letzterer Stadt Süddeutſche
Eiſenbahngeſell=
ſchaft), finden ſich übrigens Nummernſcheiben und in feſter
Verbindung mit dieſen eine ganze Reihe von
Signalſchei=
ben verſchiedenartiger Farben, je für die einzelnen Linien.
Könnte ſich die „Heag” nicht die Einrichtung in dieſen
Städten zum Muſter nehmen?
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11 Uhr: Abmarſch des Feſtzuges nach dem Feſtplatz,
Nachm. 2 Uhr: Große Feſtafel in der Feſthalle (Tafelmuſik),
Nachm. 5 Uhr: Beginn des Konkurrenzſchießens,
Nachm. 6½ Uhr: Verteilen der erſten 10 Becher an die Sieger
im Konkurrenzſchießen.
Nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr: Große Militärkonzerte.
Täglich, nachmittags von 4 Uhr und von 8 Uhr ab: Große
Militär=Konzerte, Geſangs=Vorträge, Turner=Vorführungen,
Schaufechten, Ballett ꝛc.
Freitag, den 11. Juli, abends 6 Uhr:
Feſtfahrt auf dem Rhein bis Bingen,
feſtliche Uferbeleuchtung bei der Rückfahrt.
Fahrpreis Mk. 2.— pro Perſon.
Karten im Feſtbureau auf dem Feſtplatz und Gutenbergplatz.
Samstag, den 12. Juli:
Nachm. 4 und abends 8 Uhr: Konzert auf dem Feſtplatze und in der
Feſthalle. Im Abendkonzert Liedervorträge von 6 Geſangvereinen.
Großes Kunſtfeuerwerk u. feenhafte Beleuchtung des Feſtplatzes
ausgeführt von Hofkunſtfeuerwerker A. Clausz, Wiesbaden.
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nachm. 5 Uhr: Feierliche Preisverteilung.
Auf dem Feſtplatze:
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Tüglich Bier= und Weinhallen. Großer Juxplatz.
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von Chauncey Haines.
Frohsinn auf den Bergen! von O.
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Völkerschlachtdenkmalsv. Michel
Eulambio, bearb. von K. Giltsch.
Volksgruss! Jubel-Fanfarenmarsch
von Carl Friedemann.
Gretchen mit Grosspapa (Scherz für
Oboe- und Fagott-Solo) v. Oscar
Rudolph mit Oboe und Fagott.
Man lacht, man lebt. man liebt!
Walzer aus „Kino-Königiné von
Jean Gilbert.
Orchester mit Gesang.
Ach Amalia! aus „Kino-Königin‟
von Jean Gilbert, Text von G.
Okonkowskv.
Jupplala, Walzer, dto.
In der Nacht, Two-Step, dto.
Liebliche kleine Dingerchen, Two-
Step, dto.
Gustav Schönwald.
Poussier-Knorpel, Prosa-Vortrag in
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Marsch von Otto Winkler, op. 109.
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Brückler.
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Zecherstreit. Text von Reinhold
Fischer, Musik von Wilhelm
Malek, op. 186.
Das Wunder im Münchener
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bräuhaus, Dichtung von R. Karwe,
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Der Trompeter im Walde, Polka
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Die Gazelle, Polka von Fernand
Peit.
Klavier.
Grizzly Bear (Bärentanz), Ragtime-
Two-Step von George Botsford.
Temptation Rag (Versuchung),
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Tubaphon.
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Königin” von Gilbert.
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G. Puccini, Fragmente aus „Madame Butterfly‟; M. Bruch,
2 Satz Adagio aus dem Violinkonzert, vorgetragen vom
Ein-
jährig-freiwilligen Hoboisten Haertl; R. Wagner,
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§§ 153.
Donnerstag, 3. Juli.
1913.
U
Weiblich Stenotypiſtin, auch i. Buchführungrf., ſucht ſof. Stellung. Zeugn. vorh.
ff. u. U 80 a. d. Exped. (*2135ds Fräulein, neiches die kaufm. Handelsch.
esucht hat, sucht gegen Vergütung Anfangs-
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Näharbeiten, ſpez. Bluſen ꝛc.
2116ds) K. Schäfer, Soderſtr. 33, II. Junge Schneiderin empf. ſich in
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täheres Exped.
(*2077 Perf. Büglerinempf. ſich auß. dem
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Zutzen Döngesborngaſſe 2, II. (*1882id 18jähr. anſtändiges Mädchen
welches das Kleiderm. erlernt hat,
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n der Expedition ds. Bl. (*2160 15jähr. Mädchen vom Lande
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ius Geſundheitsrückſ. ſeiner Frau
. Aufgabe ſeines Geſchäftes ſich
jezwung. ſieht, ſucht anderweitig
Stellg. Derſelbe wäre auch bereit,
ie Stellg. eines Verwalters oder
Portiers anzunehm. Kaution kann
n jed. belieb. Höhe geſtellt werden.
Iff. u. T 78 an die Exp. (14072od
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Süche warengeſch. Stelle als
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Zum 1. Auguſt event. früher
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Mäd=
chen geſucht, das in Hausarbeit
erfahren iſt, ſchon bei Kindern
war und mit denſelben umgehen
kann. Frau Dr. Degen,
Klap=
pacherſtraße 1, 1. St. (B14418
Tücht. Hausmädch. m. g. Zeugn.
u. ſchon in f. Hauſe w. geſ. K. Beck,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtraße 22, II. (*2151
rdentlicher tüchtiger
Tägionner
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der auch fahren kann, mit guten
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Pallaswieſenſtraße 30.
(*2138
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als Laufburſche geſucht. Wo ?
ſagt die Expedition.
(*2079
ſucht
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Baußmann, Schwanenſtr. 20. (*2057
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Juli 1913.
Nummer 153.
Kongreſſe und Verbandstage.
69. Generalverſammlung des Heſſiſchen
Hauptvereins der Guſtav=Adolf=Stiftung
und 50jähriges Jubiläum der Kirch=
Ein=
weihung von Bensheim, ſowie 25jähriges
Jubiläum der Kirch=Einweihung in
Hep=
penheim.
II.
— Bensheim 30. Juni. Unſerem Bericht von
geſtern haben wir noch nachzutragen, daß in der
Abend=
verſammlung eine ganze Reihe herzlicher
Glückwunſch=
ſchreiben und =Telegramme bekannt gegeben wurden.
Huldigungstelegramme des Kirchenvorſtandes an
Groß=
herzog und Kaiſer brachten folgende Antworten:
Wolfs=
garten: Sehr erfreut über Ihren Huldigungsgruß danke
ich Ihnen und der Gemeinde vielmals. Ernſt Ludwig.
Kiel: Seine Majeſtät der Kaiſer und König laſſen der
evangeliſchen Kirchengemeinde Bensheim für die Meldung
von dem Feſtgeläute der erſten „Friedrich=Wilhelm=Glocke‟
zum 50jährigen Kirchenjubiläum und für den Huldigungs
gruß herzlich danken. Der Geheime Kabinettsrat von
Valentini. In Begeiſterung ſang die Gemeinde die
Na=
tionalhymne.
Der frühe Morgen war durch die geſchäftlichen
Be=
ratungen ausgefüllt. Der Vorſitzende, Pfarrer
Dingel=
dey, gedachte nach einem einleitenden Gebet mit
war=
men Worten des verſtorbenen eifrigen und warmherzigen
Vorſtandsmitglieds Juſtizrat Dr. Lucius und des
verſtor=
benen Pfarrers Stromberger=Zotzenbach, der dem Verein
teſtamentariſch eine Stiftung von 30000 Mark vermacht
hat. Die Verſammlung ehrte das Andenken dieſer Freunde
der Guſtav=Adolf=Sache in der üblichen Weiſe. Der
Jah=
resbericht über das Jahr 1912 lag gedruckt vor
ſo daß der Schriftführer des Vereins, Dekan Bayer=
Raun=
heim, ihn nur noch in einigen Punkten zu ergänzen brauchte.
Aus dem reichen Zahlenmaterial ſei nur das Folgende
herausgehoben: Die Einnahmen des heſſiſchen
Hauptver=
eins aus den Jahresbeiträgen haben ſich um 485,68 M. auf
28379,05 Mk. geſteigert. Die Geſamteinnahmen ergaben
eine Summe von 53 282,54 Mk. Die 25 Frauenvereine
brachten außerdem 9538,27 Mk. auf, an Zinſen gingen
5803,08 Mk. ein, von auswärtigen Hauptvereinen und
dem Zentralvorſtand floſſen 12257 Mk. der heſſiſchen
Dia=
ſpora zu. Guſtavsburg wurde auf der
Jahresverſamm=
lung in Poſen mit einer Liebesgabe von 7241 Mk. bedacht
Die Geſamtverwendungen des heſſiſchen Hauptvereins ſeit
ſeinem Beſtehen betrugen 2 258809,12 Mk.
Bei der Erſatzwahl des Vorſtandes wurden
die ſatzungsmäßig ausſcheidenden Mitglieder wieder, Herr
Finanzrat Römheld=Mainz neu gewählt. Der dem
Ver=
waltungsrat vorgelegte, vom Vorſtand ſchon vorher mit
den Diaſporageiſtlichen ſorgfältig durchberatene
Unter=
ſtützungsplan für 1913 wurde nach wenigen kurzen
Erläu=
terungen genehmigt. Danach fließen zu: Dem
Zentral=
vorſtand in Leipzig 6000 Mk., der Heſſiſchen Diaſpora
20000 Mk., Gemeinden außerhalb Heſſens 6100 Mk.
Pfar=
rer Allwohn=Nauheim tritt warm für ein Liebeswerk im
äußerſten Süden der deutſch=evangeliſchen Diaſpora, für
das Kinderheim in Grado in Oeſterreich ein und erklärt
ſich bereit, auf Zweigvereinsfeſten von ſeinen eigenen
Er=
lebniſſen dort zu berichten. Die Zinſen des Hubenſchen
Legats werden Heidesheim zugeſprochen, Gau=Algesheim,
Guſtavsburg und Herbſtein werden für die Feſtkollekten
des nächſten Jahres empfohlen. Zu Abgeordneten zur
Hauptverſammlung des Geſamtvereins in Kiel werden
beſtimmt Dekan Bayer und Pfarrer Wagner, während der
Vorſitzende als Mitglied des Zentralvorſtandes dieſer Tag
ung beiwohnen wird. Auf freundliche Einladung der
Ge=
meinde Wörrſtadt wird der Verein ſein nächſtes
Jahres=
feſt dort feiern. Der Feſtgottesdienſt am heutigen Tage
hatte wieder unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde
Bensheim einen ſo ſtarken Beſuch aufzuweiſen, daß Viele
wegen Platzmangels vor der Kirche umkehren mußten.
der Feſtprediger, Pfarrer Eſchenröder=Worms, ſchilderte
im Anſchluß an 1. Kor. 15, Vers 58 den Guſtav=Adolf=
Verein als ernſten Mahner zu unerſchütterlicher
evangeli=
ſcher Glaubenstreue, zu unermüdlicher evangeliſcher
Lie=
besarbeit, zu ſiegesgewiſſer evangeliſcher Hoffnung.
Als=
dann überbrachte Pfarrer Dingeldey=Darmſtadt die
Grüße des Heſſiſchen Hauptvereins und zugleich Grüße
und Glückwünſche des Zentralvorſtandes in Leipzig. Der
Guſtav=Adolf=Verein iſt dankbar, daß er ſeine diesjährige
Jahresverſammlung im Zeichen der heutigen Doppelfeier
halten darf. Hier ſind wir im Herzen unſeres
Arbeits=
feldes. Wir brauchen unſere Arbeit nicht zu rechtfertigen
Aber wenn vor 25 Jahren der damalige Präſident der
Ge=
meinde wünſchte, daß ſie wachſe, können wir das ſowohl
von der Feſtgemeinde wie von dem Verein dankbar
feſt=
tellen. Dabei ſenden wir all denen, die einſt hier gewirkt
haben, einen dankbaren Gruß übers Grab hinaus.
In=
zwiſchen iſt dieſe Gemeinde, das zeigen ihre Einrichtungen,
gewachſen nicht nur an Zahl, ſondern an Leiſtungsfähig
keit. Die Zahl der heſſiſchen Diaſporagemeinden und die
Summe, der für ſie verwendeten jährlichen Beiträge iſt faſt
auf das doppelte geſtiegen. Das iſt die große und ſchöne
Miſſion der Diaſporagemeinden, daß ſie vor anderen ihre
Glieder lehren, evangeliſche Art zu ſchätzen und zu
ver=
treten, und daß ſie hierdurch Pflanzſtätten, Seminarien
werden, aus denen die evangeliſche Kirche ihre beſten
Kräfte zieht. Möge die evangeliſche Gemeinde Bensheim
eine ſtets wachſende Diaſporagemeinde bleiben, dem Lande
und der evangeliſchen Landeskirche zum Segen!
Namens des Großh. Ober=Konſiſtoriums übermittelte
Prälat D Dr. Flöring der Heſſiſchen Guſtav=Adolf=
Stiftung herzliche Grüße. Die evangeliſche Kirche ſei ſtolz
auf ihren Guſtav=Adolf=Verein und ſie könne ſich auf ihn
verlaſſen. Was, abgeſehen von der materiellen
Unter=
ſtützung, ſeine Hilfe ſo ungemein wertvoll mache, das ſei
der geiſtige, ideale Gehalt, gleichſam die Seele, die dieſer
Unterſtützung hilfsbedürftiger Gemeinden durch die
Glau=
bensgenoſſen innewohnt. Es entſtebe ein innerer
Rap=
port, der für die Exiſtenzkämpfe ſo mancher kleinen
Ge=
meinde von großer Bedeutung ſei. Aber das Schenken
habe auch ſeine Gefahren. Der Verein habe dieſe
über=
wunden, indem er die finanzielle Leiſtungsfähigkeit jeder
Gemeinde ſorgfältig prüft und damit Selbſttätigkeit und
rege Pflichterfüllung fordert. Dadurch wirke er in rechter
Weiſe erzieheriſch. Aus eigener Erfahrung mit manchen
Guſtav=Adolf=Gemeinden ſpricht Redner es aus: Es iſt
geſegnete und erfolgreiche Arbeit, die der Verein tut, es iſt
viel fröhlicher Eifer und ſchönes Leben in dieſen
Gemein=
den, und manche alte evangeliſche Gemeinde könne ſie
dar=
um beneiden. Das Beſte aber daran ſei, daß die
Vereins=
arbeit lebendige Menſchenſeelen in Bewegung bringe zu
dem Ewigen hin. Mit dem Wunſche geſegneter Weiter
arbeit ſchloß der Redner.
Zur Erhöhung der Feier trugen verſchiedene, von dem
Bensheimer Kirchengeſangverein unter Leitung des Herrn
Reallehrers Mohr dahier und unſerer Chorſchule, unter
Leitung des Herrn Lehrers Müller=Bensheim
meiſter=
haft vorgetragenen Chöre in hohem Maße bei.
Ein Feſtmahl im „Deutſchen Haus” hielt in fröhlicher
Stimmung noch etwa 150 Gäſte zuſammen. Aus der
gro=
ßen Reihe der Trinkſprüche erwähnen wir nur die des
Vorſitzenden auf Kaiſer und Großherzog, des
Präſidenten=
des Ober=Konſiſtoriums D. Nebel auf die Feſtſtadt
Bens=
heim, des Kirchenvorſtandsmitglieds Profeſſor Dr. Biel
auf die Stifter, Künſtler, Leiter und Ausführenden, die
unſere Kirche in wundervoller Weiſe ausgeſchmückt haben.
Trotz der zunächſt ungünſtigen Witterung hat das Feſt,
das=
nun hinter uns liegt, einen erhebenden Verlauf
genom=
men. Wohl 3800 Menſchen haben an ihm hier und in
Heppenheim teilgenommen.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M. 1. Juli. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Der Wochenmarkt verkehrte mangels jeder Ans
regung in ſehr ruhiger, aber matterer Haltung. Für
Land=
weizen in guter Qualität beſteht noch einige Frage, wähs
rend die minderwertigen Sorten faſt unverkäuflich ſind
Landroggen und Hafer blieben behauptet, auch hier waren
die Umſätze beſchränkt. Gerſte und Mais faſt
geſchäfts=
los. Für Futtermittel und Mehl zeigen die Forderungen
keine Preisänderung. Der Mannheimer
Getreide=
markt iſt ſchwach. An der Berliner
Produkten=
börſe war Weizen etwas feſter, da wegen der
ungün=
ſtigen politiſchen Lage die Abgeber ſich zurückhalten.
Rog=
gen ſchloß hingegen ½ Mark niedriger. Hafer ebenfalls
ſchwächer, auf ſtacke Andienungen, die jedoch faſt
ſämt=
lich kontraktlich waren. Nach den letzten Kabelmeldungen
von den amerikaniſchen Getreidemärkten
(Chicago und Neu=York) waren Weizen und Mais
wäh=
rend des ganzen Verkehrs und bis zum Schluß williger
bei Preisrückgängen bis ¾ Cents. Günſtige
Erntereſul=
tate, größere Zufuhren im Innern des Landes und
mat=
tere nordweſtliche Produktenmärkte bei enttäuſchender
Nachfrage des Publikums beeinflußten vorwiegend dier
Stimmung. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in
die=
ſer Woche von 37,15 Mill. Buſh. auf 33,36 Mill. Buſh.
zu=
rückgegangen, hingegen die Maisvorräte von 9,66 Mill.
Buſh. auf 11,48 Mill. Buſh. geſtiegen. Die Weizenvorräte
in Kanada haben in dieſer Woche eine Abnahme von 11,40
Mill. Buſh. bei 11,06 Mill. Buſh. erfahren.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Wei=
zen hieſiger und Wetterauer 20,75—21, Nordd. 20,75 bis
21, Kurheſſiſcher 20,75—21, Ruſſiſcher 23—24,25 Laplata
22,25—23,50, Rumäniſcher 23—24,25, Kanſas 22,25—23,50,
Manitoba 22,50—23,50, Redwinter 22,50—23,50, Walla
Walla 22,50—23,50: Roggen, hieſiger 17—17,25
Bayeri=
ſcher 17,10—17,30, Ruſſiſcher 17,25—17,75, Rumäniſcher 17,25
bis 17,75, Amerikaniſcher 17,50—17,75; Gerſte, Pfälzer
17,15—18, hieſige und Wetterauer 17—18, Riedgerſte 17,50
;Hafer,
bis 18, Fränkiſche 17,50—18, Ungariſche
hieſ. 18,50—19, Bayeriſcher 18,50—19, Ruſſiſcher 18,50—21
Rumäniſcher 18,50—21, Amerikaniſcher 17,75—18,75;
Mais mixed 14,25—14, Ruſſiſcher 14,70—14,90,
Donau=
mais 14,75—14,90, Rumäniſcher 14,70—14,90, Laplata 14,60
bis 14,75, Weißer Mais 14,75—14,80, Weizenſchalen 8,75
bis 9, Weizenkleie 8,75—9, Roggenkleie 10—10,50, Futters
mehl 12—14, Biertreber, getrocknet, 12,50—13, Futtergerſte
15,50—15,75. Weizenmehl, hieſiges, Baſis ab Mannheim,
Nr. 0 31,25—31,50, feinere Marken 31,75—32, Nr. 1 30,25
bis 30,50 bzw. 30,75—31, Nr. 2 28—28,25 bzw. 28,50—28,75,
Nr. 3 27—27,25 bzw. 27,50—27,75, Nr. 4 23—23,25, bzw.
23,50—23/75. Roggenmehl hieſiges, Nr. 0 25,25—25,50
Nr. 1 23—23,25, Nr. 2 21,50—21,75.
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