Inſerate
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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 34 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Kaiſexin iſt geſtern in Kiel eingetroffen.
Der Reichstag nahm geſtern den Antrag auf
Wiederherſtellung der Regierungsvorlage, betr. die
Schaffung von 6 neuen Kavallerie=
Regimen=
tern, gegen die Stimmen der Polen, Elſäſſer,
Sozial=
demokraten und Fortſchrittler, und ſodann die
Wehr=
vorlage endgültig an: die Beſtimmungen, betr.
dieSteuerpflicht der Bundesfürſten, wurden
mit 195 gegen 169 bei 8 Stimmenthaltungen abgelehnt.
Sodann nahm der Reichstag in namentlicher
Ab=
ſtimmung den Wehrbeitrag gegen die Stimmen
der Polen und Elſäſſer, ſowie die Beſtimmungen, betr.
Aenderungen im Finanzweſen, gegen die
Stimmen der Sozialdemokraten, Polen, Elſäſſer und
Welfen an. Die Beſitzſteuer wurde in namentlicher
Abſtimmung mit 280 gegen 63 Stimmen bei 29
Enthal=
tungen angenommen. Damit ſind die Wehr= und
Deckungsvorlagen definitiv angenommen und der
Reichstag vertagte ſich bis zum 20. November.
Der Flieger Gilbert legte geſtern nachmittag den
Rückflug von London nach Paris ohne
Zwiſchenlandung in 3¼ Stunden zurück.
In Lüttich ſtürzte der Flieger Poriſot ab. Er und
zwei Perſonen wurden getötet und 7—8 Perſonen
ſchwer verletzt.
Im Zentrum und im Weſten der Vereinigten
Staaten, in Chicago, Cineinnati, Cleveland und
Toronto herrſcht eine furchtbare Hitze. 34 Perſonen
wurden vom Hitzſchlag getötet. Hunderte liegen
ſchwerkrank danieder. Die Ernte iſt gefährdet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Reichsfinanzen.
Ein zeitgemäßes Thema.
S. Der zwölfte Abſchnitt der Reichsverfaſſung regelt
in den Artikeln 69—73 die Reichsfinanzen. An
Ein=
nahmen aus dem aktiven Reichsvermögen fließen dem
Deutſchen Reich zu die Betriebsüberſchüſſe der
Reichseiſenbahnen, der Reichspoſt und Telegraphie und
der Reichsdruckerei, ſowie der Gewinnanteil bei der
Reichsbank; dazu treten die Einnahmen aus Zöllen
und indirekten Reichsſteuern. Letztere auf
Salz, Tabak und Zucker übernahm das Reich ſchon vom
Norddeutſchen Bund, hinzu kamen im Laufe der Jahre
Bier= und Branntweinſteuer; ferner traten als neue
Ein=
nahmequellen in den erſten Jahrzehnten des Reiches hinzu
die Stempelſteuern: der Wechſel=, Spielkarten= und der
vielgeſtaltige Börſenſtempel. 1900 kam der
Frachturkun=
denſtempel und 1902 die Schaumweinſteuer (als
Bande=
roleſteuer) hinzu. Außerdem brachte der Zolltarif von
1902 neue Einnahmequellen.
Neben dieſen Betriebseinnahmen, denjenigen aus
Zöllen, Verbrauchs= und Stempelſteuern, waren die
Reichsfinanzen aufgebaut auf den
Matrikularbei=
trägen der Bundesſtaaten, die als eine Art
Notbehelf, als allgemeiner Vorſchuß an das Reich bis zu
einer Ausgeſtaltung ſeines Finanzweſens, „ſo lange
Reichsſteuern nicht eingeführt” ſeien, ſubſidiären und
pro=
viſoriſchen Charakter haben ſollten; ſie waren eine reine
Kopfſteuer, auf die Einwohnerzahl umgelegt, ohne jede
Berückſichtigung der Leiſtungsfähigkeit. Die durch den
Zolltarif von 1879 begründete Erwartung hoher
Zollein=
nahmen als einer neuen Quelle für die Reichsfinanzen
ſchuf die Frankenſteinſche Klauſel, wonach die
Einzelſtaaten den Ertrag aus Zöllen und
Tabak=
ſteuer, der 130 Millionen Mark überſteige, als
Ueber=
weiſungen bekommen ſollten; im Laufe der Zeit
wur=
den unter dieſe Klauſel mit einbezogen auch noch die
Stempelabgaben und die Branntweinabgabe. Die
Ueber=
weiſungen ſollten die Einzelſtaaten entſchädigen für
ent=
zogene indirekte Beſteuerungsmöglichkeiten und
anderer=
ſeits eine Art Rückvergütung der Matrikularbeiträge
dar=
ſtellen, aber dieſe letzteren auf alle Fälle erhalten und
feſt=
legen, um die Reichsfinanzen in Abhängigkeit von den
Bundesſtaaten zu belaſſen. So wurde aus einer
Zu=
ſchußpflicht der Einzelſtaaten ein
Dota=
tionsanſpruch derſelben Staaten und bis zum Jahre
1892 ging das auch ganz gut, denn die Ueberweiſungen
an die Bundesſtaaten waren tatſächlich um 480 Millionen
höher als die Matrikularbeiträge aus den
Bundes=
ſtaaten; aber dann kam die Kehrſeite. Nach einigen
Jah=
ren gar keiner oder minimaler Leiſtungen überſteigen ſeit
1899 die Matrikularbeiträge bei weitem die
Ueberweiſun=
gen, die zurückfloſſen, und damit geriet in die
bundes=
ſtaatlichen Etats, die wohl die Matrikularbeiträge
vorauszahlen mußten, aber nicht wußten, was an
Ueber=
weiſungen zurückfließen werde; eine übergroße
Unſicher=
heit, während gleichzeitig durch die Ueberweiſungen die
Reichsſchulden ſtiegen (1883—1893 im ganzen 480
Millionen Ueberweiſungen und 1322 Millionen
Reichs=
ſchulden, die 1896/1897 ſchon 2141, 1906 über 3500 und
1910 mehr als 4556 Millionen betrugen, die weit über 100
Millionen Mark Zinſendienſte erforderten). Gleichzeitig
waren die Fehlbeträge zu Beginn des 20.
Jahr=
hunderts im Reichshaushalt mächtig gewachſen: von 25
Millionen in 1900 auf 73,8 Millionen in 1905 und über
130 Millionen im Jahre 1906.
Reformverſuche an dieſem gänzlich unhaltbaren, weil
ungenügend in ſeinen Einnahmequellen gegründeten
Reichsfinanzſyſtem wurden ſchon 1896—1899 durch die
ſo=
genannten Leges=Lieber gemacht, die eine Verminderung
der Reichsſchuld anſtrebten, aber mit ganz geringen
Aus=
nahmen nie erreichten. Die ſogenannte „Kleine
Reichsfinanzreform” des Freiherrn v. Stengel
1904 war nur eine formale Reform, die Aenderungen in
den Ueberweiſungen vornahm und die Matrikularbeiträge
verewigte, indem aus der Reichsverfaſſung der Paſſus:
„ſolange Reichsſteuern nicht eingeführt ſind” geſtrichen
wurde Aber neue Einnahmequellen erſchloß dieſe Reform
dem Reich nicht.
Die Finanzreform von 1906 griff zum
erſtenmal in dieſer Richtung ein angeſichts eines
Mehr=
bedarfs des Reichs von rund 250 Millionen Mark. Die
Brauſteuer wurde erhöht, die Zigarettenſteuer
eingeführt (neben Zollerhöhung für Zigarettentabak),
ebenſo die Fahrkartenſteuer, der
Kraftwagen=
ſtempel, die Reichserbſchaftsſteuer und die
Tantiemenſteuer; daneben wurden gleichzeitig der
Frachturkundenſtempel und das Ortsporto erhöht.
Aber all das ergab nur 180 Millionen Mark. Auch an
die Matrikularbeiträge wagte ſich dieſe Reform;
es ſollte zum Schutz der Bundesſtaaten ein „Höchſtmaß
von ungedeckten Matrikularbeiträgen” feſtgeſetzt werden
auf 40 Pf. pro Kopf, doch lehnte dies der Reichstag ab,
während er die „Stundung” der Matrikularbeiträge
ein=
führte und ab 1908 eine Tilgung der Reichsſchuld mir
Prozent beſchloß. Der Erfolg davon waren ſogleich
57 Millionen Mark „ungedeckte Matrikularbeiträge”, ſie
wurden in den folgenden Jahren 1906—1909 „geſtundet‟
und beliefen ſich am Schluß auf 207 Millionen Mark.
Ob=
wohl die Reichsregierung während der Reichstagswahlen
1907 verkündet hatte, neue Steuern haben keine Eile,
brachte der neue Etat im November 1907 ein Defizit von
124 Millionen Mark.
Die letzte Finanzreform von 1908/1909
wurde über ihre finanzpolitiſche Bedeutung hinaus ein
politiſches Ereignis von ungemeiner Tragweite. Es
er=
gab ſich eine völlig neue Parteikonſtellation im Reichstag,
der 1907 unter dem Geſichtspunkt konſervativ=liberaler
Zuſammenarbeit gegen Zentrum und Sozialdemokratic
gewählt worden war. Die Reichsfinanzreform beendete
dieſe Stellung der Parteien zueinander, der „Block”
zer=
ſiel und die Reform wurde gegen Nationalliberale,
Frei=
ſinnige und Sozialdemokraten gemacht von Konſervativen,
Zentrum und Polen. Der Parteikampf drehte ſich darum,
wie der Mehrbedarf des Reichs von rund 500 Millionen
Mark gedeckt werden ſollte. Die Regierung ſelbſt dachte
ſich die Reform in einem weiteren Ausbau der Reform
von 1906, und zwar zunächſt in einer Erweiterung der
Reichserbſchaftsſteuer zu einer Nachlaßbeſteuerung
unter Heranziehung der Aſzendenten und Deſzendenten
(Eltern und Kinder). Die Linke des Reichstages ging
da=
mit völlig einig und der geſamte Liberalismus machte
ſeine Zuſtimmung zu der Reform davon abhängig, daß
von dem Mehrbedarf mit 500 Millionen mindeſtens ein
Fünftel durch eine ſolche direkte Reichsſteuer zu decken
ſei. Für die Erhöhung der Branntwein=, Bier= und
Ta=
bakſteuer war am eheſten noch eine Mehrheit zu haben,
dagegen fielen ſogleich die anderen Regierungsvorlagen
der Wein=, Elektrizitäts=, Gas= und Anzeigenſteuer.
Dar=
auf kam die Regierung mit neuen Vorlagen: ſtatt
Nach=
laß= eine Erbanfallſteuer, ferner Erhöhung des
Wechſer=
ſtempels, Effektenſtempels uſw. und neue Steuern auf
Grundſtücksumſatz, Feuerverſicherungsquittungen. Schecks
und Talons von Wertpapieren. Aber an dem geſchloſſenen
Widerſtand der Konſervativen und des Zeutrums (des
„ſchwarz=blauen Blocks”) ſcheiterte die Erweiterung der
Erbſchaftsſteuer, die vom Reichskanzler,
Reichsſchatzſekre=
tär und einzelſtaatlichen Finanzminiſtern als Eck= und
Grundſtein der Reform verteidigt worden war, und gegen
die Minderheit des Reichstages (Nationalliberale,
Frei=
ſinn, Sozialdemokratie) wurden als neue
Gkund=
lagen der Reichsfinanzen von Konſervativen,
Zentrum und Polen beſchloſſen: Erhöhung der
Brannt=
wein=, Bier= und Tabakabgaben, Erhöhung des
Wechſel=
ſtempels und der Börſen= (Effekten=uſw.) Stempel,
Grund=
ſtückumſatzſtempel, Scheckſtempel und Talonſteuer; ferner
noch aus der Initiative der Mehrheit heraus: Erhöhung
der Zölle auf Kaffee (von 40 auf 60 reſp. 85 Mark) und
Tee (von 25 auf 100 Mark), ſowie Banderoleſteuern auf
Beleuchtungskörper (Glühlampen, Bogenlampen,
Glüh=
ſtrümpfe uſw.) und die Zündholzſteuern. Damit war der
ganze Mehrbedarf des Reiches mit 500 Millionen Mark
wieder auf indirekte Abgaben gelegt, die vorab die
ge=
werblichen, kommerziellen und induſtriellen Kreiſe treffen.
Im. Verlauf dieſer Reformkämpfe, beſonders in der erſten
Hälfte des Jahres 1909, proteſtierten die Kreiſe des
er=
werbstätigen Bürgertums mit nie dageweſener Schärfe
gegen die bei der Steuerpolitik des „ſchwarz=blauen
Blocks” zutage getretene Wirtſchaftspolitik.
Reichskanz=
ler Fürſt Bülow, der dieſe Politik bis zuletzt bekämpft
hatte, nahm nach Vollendung der Reform, die er als Geſetz
nicht verantworten wollte, ſeine Entlaſſung.
Eine ganz eigentümliche Rolle ſpielten bei dieſer
Reichsfinanzreform die Matrikularbeiträge, die
verfaſ=
ja ſeit 1904, ſeit der Lex Stengel, eine
ſungsmäßige Einrichtung geworden waren. In Höhe
von 207 Millionen Mark waren ſie den Einzelſtaaten „
ge=
ſtundet‟. Ein Beſtreben, ſie zu „binden”, mißlang ebenſo
wie ihre „Veredelung”, d. h. ihre Feſtſetzung nicht nach
der Einwohnerzahl, ſondern nach der Leiſtungsfähigkeit
der Einzelſtaaten. Statt deſſen erhöhte man ſie von 40
auf 80 Pfg. pro Kopf und die 207 Millionen Mark „
geſtun=
deter” Matrikularbeiträge wurden ein Geſchenk an die
Bundesſtaaten, indem man für jene „Stundungen”
be=
ſtimmte: „Sie ſind auf Anlehen zu übernehmen”.
Als neueſte Reichsſteuer ſoll nun die Beſitz= bezw.
Vermögenszuwachsſteuer eingeführt werden.
Europa und die Balkankriſis.
* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung
ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: In der abgelaufenen
Woche machte Präſident Poincaré ſeinen amtlichen
Antrittsbeſuch in England. In den zwiſchen König
Georg und Poincaré gewechſelten Trinkſprüchen wurde
betont, daß die Entente cordiale ſich mit den übrigen
Großmächten in den Dienſt der europäiſchen
Frie=
denspolitik ſtellt. Den weſentlichen Teil der
Lon=
doner Unterredung zwiſchen den britiſchen und
franzöſi=
ſchen Staatsmännern wird die Erörterung der
Balkan=
lage gebildet haben, an deren friedlicher Entwirrung
die Mächte des Dreibundes mit Rußland, England und
Frankreich geduldig weiter arbeiten. Nach den letzten
Nachrichten ſcheint in Belgrad erfreulicherweiſe mehr
Stimmung für eine vorbehaltloſe Annahme des ruſſiſchen
Schiedsſpruches zum Durchbruch zu kommen. Das
Nach=
laſſen der Spannung im Balkanbunde und die Ausſicht auf
eine friedliche Begleichung der Streitpunkte ſtellte auch
Graf Stürgkh im Wiener Herrenhaus feſt. Sollten ſich
die Anzeichen einer entgegenkommenden Haltung Serbiens
für die in Petersburg zu eröffnenden Beſprechungen
ver=
ſtärken, würde die endgültige Beſchwörung der wiederholt
ernſtgewordenen Gefahr kriegeriſcher Verwicklungen
zwi=
ſchen den Balkanſtaaten wohl in Ausſicht ſtehen. Die
nächſten Tage müſſen Aufklärung über die Stellung
Ser=
biens zu der ſchiedsrichterlichen Löſung des Streites, wie
auch darüber bringen, ob Bulgarien und Griechenland
noch Vorbehalte zu machen wünſchen.
Das Wiener Fremdenblatt ſchreibt: Durch
zwei wichtige Kundgebungen wurde in der letzten Zeit die
Haltung der Monarchie gegenüber der neueſten Phaſe in
der Orientkriſe präjudiziert. Miniſterpräſident Graf
Tisza legte im ungariſchen Abgeordnetenhauſe und
Mi=
niſterpräſident Graf Stürgkh im öſterreichiſchen
Herren=
hauſe die Geſichtspunkte der auswärtigen Politik
der Monarchie dar. Uebereinſtimmend kam in beiden
Re=
den das Recht der Balkanſtaaten zum Ausdruck, ihre
An=
gelegenheiten aus eigener Machtvollkommenheit zu
ord=
nen. Beide ſprachen die Hoffnung aus, daß Serbien und
Bulgarien ſich auf einen friedlichen Weg zur Entwirrung
des Streites begeben. Unſere Genugtuung darüber wird
noch geſteigert dadurch, daß eine von beiden Ländern bis=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Nummer 151
her zugunſten der Durchführung einer friedlichen Politik
unternommenen Schritte aus der eigenen Entſchließung
hervorgingen. Damit iſt zugleich geſagt, daß wir in einer
wie immer gearteten Beeinträchtigung der
Entſchließungs=
freiheit der Balkanſtaaten eine unzuläſſige
Inter=
vention erblicken müßten. Die Balkanſtaaten haben
alſo vollkommen freie Hand. Die Monarchie geſtattet nicht
nur, ſie verlangt dieſe unbehinderte freie Entwicklung. Sie
wird aber das Ergebnis aus dem Geſichtspunkt
überprü=
fen, ob es unſere Rechte und Intereſſen präjudiziert, und
einen entſprechenden Einfluß ausüben. Die Monarchie
wird ſich hierbei von ihrer traditionellen Sympathie für
die Balkanſtaaten und von dem Wunſche nach
freund=
ſchaftlich geſicherten Beziehungen zu ihnen leiten laſſen.
Das Blatt beſpricht ſodann die Stelle in der Rede des
Grafen Stürgkh, in der er ausgeführt hat, wie ein
wirk=
ſames Verhältnis der Balkanſtaaten zur Monarchie
er=
reichbar iſt, und erklärt: Die Vorausſetzung beſteht darin,
daß die Balkanſtaaten zur Einſicht gelangen, daß
ſie ihren Intereſſen am beſten dienen, wenn ſie künftig ſich
den eigenen Aufgaben des nationalen Lebens widmen.
Hierdurch würden ſie die Gefahren paralyſieren, welche
durch das Verſchwinden der Türkei aus Europa
hervor=
gerufen werden könnten. Es läßt ſich nicht überſehen, daß
die Gefahren tatſächlich eintreten würden, wenn die
Bal=
kanſtaaten ſich zum Werkzeug der auf eine
Verſchie=
bung des europäiſchen Gleichgewichts
ab=
zielenden Beſtrebungen gebrauchen ließen. Auf alle Fälle
würde es gut ſein, wenn man auf dem Balkan die
freund=
ſchaftliche Mahnung der beiden Miniſterpräſidenten nicht
überhört.
Der Unterſekretär im engliſchen Auswärtigen Amt
Acland erklärte in dem Jungliberalen Klub in London
in einer Rede, alle Welt erwarte jetzt den Augenblick, wo
die Balkanverbündeten ſich in ein
freundſchaft=
liches Einvernehmen ſetzen würden, um die Schäden des
Krieges zu heilen und die neuen Gebiete zur Entfaltung
zu bringen. Das Ergebnis der Balkanereigniſſe ſei, daß
die guten Beziehungen der Großmächte
zu=
einander ſich noch gebeſſert hätten. Die
Tat=
ſache, daß dem Staatsſekretär Sir Edward Grey vom
deutſchen Reichskanzler die größte Anerkennung gezollt
werde, müſſe alle alarmierenden Gerüchte über einen
an=
geblich unvermeidlichen Krieg zwiſchen beiden Ländern,
deren Beziehungen ausgezeichnet ſeien, von ſelbſt
zer=
ſtreuen.
Deutſches Reich.
— Die Aufhebung der Loſung bei der
Aushebung. Gleichzeitig mit dem Entwurf eines
Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetzes iſt vom
Reichs=
tag auch ein Entwurf zur Abänderung des
Reichsmilitär=
geſetzes, ſowie des Geſetzes, betr. Aenderungen der
Wehr=
pflicht vom Jahre 1888, angenommen. Hiermit erfährt
die bisherige Aushebung von Militärpflichtigen eine
grundlegende Aenderung. Das jetzt geltende Syſtem der
Ausloſung iſt aufgehoben. Nach § 13 des
Reichsmilitär=
geſetzes wird gegenwärtig die Reihenfolge, in der die
Militärpflichtigen eines Jahrganges ausgehoben werden,
in jedem Aushebungsbezirk durch das Los beſtimmt. Ein
Abweichen von der Nummerfolge iſt nur zuläſſig, ſoweit
die erforderliche Anzahl der Rekruten für die
Spezial=
waffen, an die beſondere Anforderungen geſtellt werden
müſſen, innerhalb der vorangegangenen Nummern nicht
zu finden iſt. Dieſe Beſtimmung machte es unmöglich,
Wünſche von Militärpflichtigen zu berückſichtigen, die ein
Intereſſe an einer ſofortigen Einſtellung haben. Bei
Auslandsdeutſchen beſteht beiſpielsweiſe vielfach der
Wunſch, wenn ihre Tauglichkeit feſtgeſtellt iſt, möglichſt
bald auch eine Entſcheidung zu erhalten, ob und wo ſie
ſich zum aktiven Dienſt zu ſtellen haben. Die zunehmende
Entwicklung der techniſchen Truppen macht es auch in ſtei=
gendem Maße notwendig, zugunſten ihres Erſatzes von
der Reihenfolge der Losnummern abzuweichen. Das
ganze Syſtem der Loſung iſt alſo heute keine zeitgemäße
Einrichtung mehr. Sie erſchwert das Erſatzgeſchäft ſehr
erheblich und führt geradezu zu ungerechtfertigten Härten,
indem völlig taugliche Leute infolge ihrer Losnummer
vielfach drei Jahre lang in Unſicherheit bleiben, ob ſte
noch eingeſtellt werden oder nicht. Aus dieſen Gründen
iſt jetzt der Grundſatz der Loſung überhaupt aufgegeben,
und dagegen gilt als maßgebend für die Reihenfolge, in
der die Militärpflichtigen auszuheben ſind, nur die
Taug=
lichkeit. Auch von der Reihenfolge nach der Tauglichkeit
werden aber Abweichungen zugelaſſen werden, ohne daß
dadurch eine Ungerechtigkeit für die Militärpflichtigen in
Frage kommt. In erſter Linie ſollen die im Ausland
be=
findlichen Militärpflichtigen berückſichtigt werden, wenn
ſie den Wunſch haben, ſofort eingeſtellt zu werden.
Fer=
ner wird von der Reihenfolge abgewichen werden
zu=
gunſten von Militärpflichtigen im Inland, die aus
per=
ſönlichen Gründen ihre ſofortige Einſtellung wünſchen.
Für die Spezialwaffen wird auch fernerhin bei der
Aus=
wahl des Erſatzes nicht nur nach dem allgemeinen
Taug=
lichkeitsmaßſtab die Auswahl erfolgen.
— Die Reichstags=Nachwahl in Zauch=
Belzig findet am 2. Juli ſtatt. Herr von Oertzen
(Reichspt.) bewirbt ſich wieder um das ihm aberkannte
Mandat. Nach Lage der Dinge iſt eine Stichwahl
unver=
meidlich. Bei der Hauptwahl im Jahre 1912 erhielten
v. Oertzen (Reichspt.) 11044, der fortſchrittliche Kandidat
9226 und der Sozialdemokrat 13367. In der Stichwahl
wurde der Reichsparteiler mit 16942 Stimmen gegen den
Soztaldemokraten gewählt, der 16652 Stimmen erhielt.
— Ein „Verſehen” des Zentrums. Es hat
ein ziemliches Aufſehen gemacht, daß der Reichstag die
Steuerfreiheit der Bundesfürſten aufzuheben beſchloß, und
zwar durch eine Mehrheit, der ein großer Teil des
Zen=
trums angehörte. Bei dem großen Gewicht, das die
ver=
bündeten Regierungen nun einmal auf dieſes Privileg
der Fürſten legen, bedeutete dieſer Beſchluß des
Reichs=
tages immerhin noch eine Klippe dicht vorm Hafen. Aber
jetzt erklärt die Germania zur allgemeinen Beruhigung,
der Antrag der Linken, der die Steuerpflicht der Fürſten
in das Vermögenszuwachsſteuergeſetz hineinſchreibt, ſei
„anſcheinend durch ein Verſehen eines Teils des
Zen=
trums” zur Annahme gelangt.
— Italieniſch=deutſche Kameradſchaft.
Zwiſchen den Offizieren der in Kiel ankernden
italieni=
ſchen Schiffe „Trinacria” und „Amalfi” und denen der
deutſchen Kriegsſchiffe entwickelte ſich ein herzlicher und
kameradſchaftlicher Verkehr, wie er insbeſondere durch die
gegenſeitigen Beſuche der Offiziersmeſſen zum Ausdruck
kommt. Zahlreiche Einladungen zu Bordfeſtlichkeiten und
anderen Veranſtaltungen gingen dem italieniſchen
Offi=
zierkorps zu, denen gern entſprochen wurde. So war das
Offizierkorps der Jacht „Trinacria” und des Kreuzers
„Amalfi” bei dem am Samstag vom Stationschef Admiral
Coerper in der Admiralität gegebenen Gartenfeſt überaus
zahlreich vertreten. Der gleiche herzliche Verkehr iſt
zwi=
ſchen den Mannſchaften zu beobachten. Am Montag
ver=
anſtaltete die Stadt Kiel zu Ehren der italieniſchen
Unter=
offiziere und Mannſchaften eine Feſtvorſtellung im
Reichs=
hallentheater.
Ausland.
Frankreich.
Die Ergebniſſe von Poincarés
Eng=
landreiſe. Bei Beſprechung der Ergebniſſe der
Lon=
doner Reiſe Poincarés und Pichons macht man einen
ſcharfen Unterſchied zwiſchen den für die Gegenwart
wich=
tigen franzöſiſch=engliſchen Vereinbarungen und der
all=
gemeinen Erörterung über Zukunftsfragen der großen
Po=
litik. Uebereinſtimmend betonen die Pariſer Blätter, daß
von ſeiten Poincarés und Pichons zunächſt keine
öffent=
lichen Mitteilungen über die großen Ziele der
auswärti=
gen Politik der Entente cordiale zu erwarten wären. Das
Parlament und die Wählerſchaften müßten eben Vertrauen
zu den eminent friedlichen Abſichten der beiderſeitigen
lei=
tenden Staatsmänner haben. Anders verhalte es ſich mit
den poſitiven Ergebniſſen über die augenblicklichen
In=
tereſſenfragen, die in den Beſprechungen Poincarés und
Pichons mit Sir Edward Grey und deſſen Stellvertreter
Nicolſon ihrer Löſung nahegebracht wurden. Von dieſen
Vereinbarungen werde man die Oeffentlichkeit bald genug
unterrichten. Vorher gelte es, den beteiligten Kabinetten
davon Kenntnis zu geben, z. B. der Madrider Regierung
und den übrigen Algecirasmächten, ſoweit das Statut von
Tanger in Frage kommt. Sir Edward Grey behalte ſich
vor, der Londoner Botſchafterkonferenz nach ihrem
Wieder=
zuſammentreten am 1. Juli neue Mitteilungen über die
Stellungnahme der Entente cordiale zu den ſchwebenden
Balkanfragen zugehen zu laſſen.
Der Mangelan Offizieren in der
Kriegs=
marine iſt bei der Zuſammenſetzung des Stabes des
neuen Dreadnoughts „Jeanne d’Arc” zutage getreten. Das
Schiff hat anſtatt der vom Marineminiſter
vorgeſchrie=
benen drei Artillerieſchiffsleutnants nur zwei und anſtatt
der dreizehn Schiffsfähnriche nur acht erhalten können.
Die Fahnenflüchtigen des franzöfiſchen
Heeres. In einem Artikel der Revue des deux Mondes,
„Die Hetze gegen das Vaterland” betitelt, wird dargelegt,
daß die Zahl der Geſtellungspflichtigen, die ſich dem=
Dienſt entzogen, und der Deſerteure, die im Jahre 1909
63370 betrug, im Jahre 1911 auf 76 723 geſtiegen ſei. Dieſe
Zunahme hänge ſichtlich mit dem Einfluß zuſammen, den
die Anarchiſten in den Arbeitervereinigungen gewonnen
hätten. Ueberdies ſei feſtgeſtellt worden, daß die
anar=
chiſtiſch geſinnten Syndikaliſten während der deutſch=
fran=
zöſiſchen Kriſe im Jahre 1911 es zuwege gebracht hätten,
in den Regimentern gerade in jene Poſten ſich
einzuſchlei=
chen, die zur Sabotage der Mobiliſierung am geeignetſten
ſchienen. Frankreich müſſe gegen dieſe Gefahren
unver=
züglich und um jeden Preis geſchützt werden. Was nützt
es, vom franzöſiſchen Volke gegen die Gefahren von außen
eine ſo ſchwere militäriſche Anſtrengung zu verlangen, wenn
die nationale Verteidigung durch den Verrat der
Sabo=
teure in der Stunde der Gefahr mit einem Dolchſtoß.
meuchlings lahmgelegt werden ſoll?
Maßregelung eines Hochſchullehrers.
Der Miniſterpräſident und Unterrichtsminiſter Barthou
annullierte die Ernennung des Philologen Paul Paſſy
zum außerordentlichen Profeſſor an der Schule der hohen
Studien, weil derſelbe in einer Zeitſchrift einen heftigen
Artikel gegen die dreijährige Dienſtzeit veröffentlicht hatte.
Ueber die Abſetzung Paſſys äußerte ſich Barthou zu einem
Berichterſtatter: Ich kann wahrhaftig an einer Hochſchule
nicht einen Lehrer wirken laſſen, der einen Artikel
ver=
öffentlicht hat, in dem zur Maſſendeſertion und zur
Re=
volte aufgefordert wird. Ich fürchte keinerlei Anfragen,
im Gegenteil, wenn ich dieſe Maßregelung unterlaſſen
hätte, wäre ich in großer Verlegenheit geweſen, eine
Interpellation über die Gründe einer ſo nachſichtigen
Hal=
tung zu beantworten.
Vereinigte Staaten.
Die ſchiedsgerichtlichen Verträge mit
Japan, Schweden und Portugal, die vor ihrem Ablauf
ſtanden, ſind durch Protokolle, die von Bryan und den
betreffenden Botſchaftern unterzeichnet worden ſind,
ver=
längert worden.
Der Plan der Auflöſung der Fuſion der
Union=Pacific=Bahn, der mit Billigung des
Prä=
ſidenten zwiſchen dem Generalſtaatsanwalt und den
Be=
amten der Bahn zuſtande kam und der dem Bundesgericht
in St. Paul vorgelegt werden wird, iſt jetzt veröffentlicht
worden. Er deckt ſich mit der Veröffentlichung vom letz=
Himmelserſcheinungen im Zuli.
A. K. Bisher, im letzten Drittel des Juni noch kaum
merk=
lich, von nun an, im Juli, aber deutlich ſichtbar,
ver=
kleinern ſich die täglichen Kreiſe des Tagesgeſtirns, das
ſich ſeit dem 22. Juni, dem Sommersanfang,
unaufhalt=
ſam wieder nach Süden wendet. Noch 23% 9 beträgt am
1. Juli die nördliche Abweichung der Sonne vom
Himmelsäquator; auf 18‟ 23’ wird ſie am 31. Juli ſchon
herabgeſunken ſein. Im gleichen Sinne verändert ſich
die Mittagshöhe der Sonne, nämlich für den
Pa=
rallel von 54‟ (Norddeutſchland) von 59% 9' am 1. bis auf
54 23’ am 31. Juli, für den Parallel von 51‟ (
Mittel=
deutſchland) von 62‟ 9' am 1. bis auf 57‟ 23' am 31. Juli
und für den Parallel von 48‟ (Süddeutſchland und
Nord=
öſterreich, etwa die Breite von Wien) von 65% 9' am 1. bis
auf 60% 23' am 31. Juli. Dadurch nimmt die Länge der
Tage ab im nördlichen Gebiet von 17 auf 15½ Stunden,
im mittleren Gebiet von 16½ auf 15¼ Stunden und im
ſüdlichen Gebiet von 16 auf 15 Stunden. Die noch ſehr
langen Morgen= und Abenddämmerungen dehnen jedoch
die Dauer der Tageshelligkeit immer noch erheblich aus.
Allmählich, im Süden zuerſt, im nördlichſten Deutſchland
aber erſt Anfang Auguſt, verſchwindet auch die
mitter=
nächtige Dämmerung.
In ihrer Jahresbahn erlangt die Erde am 4. Juli
den größten Abſtand von der Sonne: 152 Millionen
Kilometer; die Exzentrizität ihrer Bahn beträgt
gegen=
wärtig 0.01675, nimmt aber für die nächſten
Jahrtau=
ſende noch ein wenig ab.
Mit dem Uebertritt der Sonne in das Zeichen des
„Löwen” am 23. Juli beginnt die Zeit der
Hunds=
tage; ſie währt bis zum Uebertritt der Sonne in das
Zeichen der „Jungfrau” am 23. Auguſt. Das Geſtirn,
deſſen Frühaufgange vor der Sonne die Hundstage ihren
Namen verdanken, der Hundsſtern oder Sirius im Bild
des „Großen Hundes” iſt jedoch in unſeren Breiten in
dieſer Zeit noch nicht zu beobachten; er ſteigt erſt im Herbſt
am ſüdöſtlichen Himmel empor und bildet während des
ganzen Winters eine Zierde des Firmaments.
Unſer Mond zeigt im Juli folgenden Geſtaltwechſel:
Neumond am 4. um 6 Uhr 6 Minuten vormittags, Erſtes
Viertel am 10. um 10 Ahr. 37 Minuten nachmittags, Voll=
mond am 18. um 7 Uhr 6 Minuten vormittags, und
Letz=
tes Viertel am 26. um 10 Uhr 59 Minuten vormittags.
Der Mond befindet ſich am 7. Juli um 1 Uhr vormittags
in ſeiner Erdnähe bei einem Abſtande von 57.2 und am
22. Juli um 8 Uhr nachmittags in ſeiner Erdferne bei
einem Abſtande von 63.5 Erdhalbmeſſern à 6378
Kilo=
meter.
Die Beobachtungsverhältniſſe der großen
Pla=
neten liegen im Juli trotz der noch kurzen und hellen
Nächte recht günſtig. Venus, Mars und Saturn
ſchmük=
ken den Morgenhimmel, und Jupiter bleibt während der
ganzen Nacht ſichtbar. — Merkur der am 7. Juli
um 4 Uhr nachmittags ſeine größte öſtliche Ausweichung,
26 12', von der Sonne erreicht und im erſten
Monats=
drittel etwa eine Stunde nach der Sonne untergeht, bleibt
dennoch dem bloßen Auge in der hellen Abenddämmerung
verborgen. Er nähert ſich bereits wieder ſeiner unteren
Konjunktion, ſo daß er ſich auch der Erde von 0.94 bis
auf 0.59 Einheiten, d. h. Erdbahnhalbmeſſern à 149.48
Millionen Kilometer, nähert. — Venus ſtrahlt als
Morgenſtern im Bilde des „Stiers” anfänglich von 2 Uhr
zuletzt ſchon von 1¼ Uhr an über dem Oſthorizont. Am
4. Juli, um 5 Uhr vormittags, erreicht ſie ihre größte
weſtliche Elongation, 45 44‟. Da ihre nördliche
Ab=
weichung vom Aequator recht bedeutend iſt und von 15½
am Monatsanfang noch bis auf faſt 21 am Monatsſchluß
anwächſt, ſteigt Venus im Juli hoch empor. Ihr
Erd=
abſtand nimmt von 0.68 bis auf 0.92 Einheiten (
Erd=
bahnradien) zu, ihr ſcheinbarer Durchmeſſer demgemäß
von 24.‟5 bis auf 18.‟1 ab. Am 17. Juli um 8 Uhr
vor=
mittags hat Venus eine Konjunktion mit Aldebaran im
„Stier” (Venus nördlich), am 22. Juli um 2 Uhr
vor=
mittags eine ſolche mit Saturn (Venus ſüdlich) und am
30. Juli um 8 Uhr vormittags eine ſolche mit dem Mond
(Venus ſüdlich); während des ganzen letzten Julidrittels
bietet der frühe Morgenhimmel alſo ſelten ſchöne
Kon=
ſtellationen. — Mars der um Monatsmitte aus dem
Bilde des „Widders” in das des „Stiers” übertritt, wird
im Juli zuſehends heller; er geht anfänglich gegen 1 Uhr,
zuletzt ſchon um Mitternacht auf. Man findet ihn ſehr
leicht, da er in den erſten Julitagen mit Venus und
Alde=
baran etwa eine gerade Linie bildet und von den drei
Geſtirnen das weſtlichſte (rechts) iſt; auch ſein rotes Licht
macht ihn ſofort kenntlich. Mars nähert ſich der Erde
von 1.62 bis 1.48 Einheiten; ſein Scheibendurchmeſſen
vergrößert ſich vorläufig aber nur von 5.‟8 bis auf 6.‟3.
Am 28. Juli um 4 Uhr nachmitags kommt der Planet mit
dem Monde in Konjunktion (Mond nördlich), am
voran=
gehenden Morgen befindet ſich daher die abnehmende
Mondſichel noch nordweſtlich, am folgenden Morgen ſchon
nordöſtlich vom Mars. — Jupiter der am 5. Juli
in Oppoſition zur Sonne kommt, ſteht im Bilde des
„Schützen” ſchon bei anbrechender Nacht am ſüdöſtlichen
Himmel und bleibt die ganze Nacht hindurch ſichtbar,
be=
ſchreibt aber wegen ſeiner ſtark ſüdlichen Deklination nur
ſehr niedrige Kreiſe. Die Entfernung des Jupiter von
der Erde wird größer, von 4.18 bis auf 4.26 Einheiten;
der ſcheinbare Durchmeſſer des Planeten verkleinert ſich
mithin von 47.‟8 bis auf 46.‟9. Am 17. Juli um 4 Uhr
vormittags gelangt der Mond mit Jupiter in Konjunktion
(Mond ſüdlich). — Saturn tritt im Bilde des „Stiers”
um Monatsmitte aus den Strahlen der
Morgendämme=
rung hervor und wird dann bald gut ſichtbar. Auch ſeine
Deklination iſt ſtark nördlich, gegen 21‟ Sein Erdabſtand
vermindert ſich von 9.94 bis auf 9.63 Einheiten, ſein
Schei=
bendurchmeſſer wächſt dementſprechend von 16."4 bis auf
16.‟9, während die große Achſe ſeines Ringſyſtems 39."4.
und die kleine Achſe 17.‟5 mißt. Eine Konjunktion des
Saturn mit dem Monde (Mond nördlich) in der Frük
des 2. Juli iſt nur mit optiſchen Mitteln zu beobach
Der Konjunktion von Saturn und Venus am 22. u
haben wir oben ſchon gedacht. Endlich hat Saturn
29. Juli, nachmitags um 7 Uhr, noch eine Konjunkti
mit dem Monde (Mond nördlich); am Morgen di
Tages ſteht die abnehmende Mondſichel alſo noch
weſtlich, am nächſten Morgen ſchon nordöſtlich von
Planeten. — Uranus kann im Bilde des „Stei
bocks” während der ganzen Nacht mit dem Fernrohr
beobachtet werden, ſteht aber ziemlich tief. Seine Oerter
ſind am 1. Juli Rektaſzenſion 20h 36m 44s und Derli
nation —19% 15‟ am 31. Juli Rektaſzenſion 20h
3s und Deklination —19‟ 32‟ Am 29. Juli um 9
vormitags befindet ſich Uranus in Oppoſition zur Sot
Sein Erdabſtand nimmt ab von 18.92 bis auf 18.81 Ein
heiten, ſein Scheibendurchmeſſer hat anfänglich den
von 4.‟3, nachher 4.‟4. — Neptun gelangt am 19.
um 2 Uhr vormittags in Konjunktion mit der
Son=
bleibt mithin auch für die großen Teleſkope verboe
Nummer 151.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Seite 3.
ten Samstag. Die in dem Plan vorgeſchlagenen
Trans=
aktionen müſſen am 1. November 1913 beginnen und bis
zum 1. Januar 1916 vollendet ſein.
Marokko.
Verſtärkung ſpaniſcher Truppen. Daily
Mail meldet aus Tanger: Offizielle Nachrichten aus
Te=
tuan beſagen, daß in Anbetracht des hartnäckigen
Wider=
ſtandes der Marokkaner und der großen Verluſte der
Spa=
nier General Alfa ſich entſchloſſen habe, ſeinen Truppen
eine wohlverdiente Ruhepauſe zu gönnen und die Ankunft
der Verſtärkungen von 1000 Mann abzuwarten. Nach
An=
kunft dieſer Verſtärkungen ſoll die Straße von Tetuan nach
Tanger geſäubert werden, und man hofft, im Verein mit
den Truppen in Alcazar die Eingeborenen endgültig
unterwerfen zu können.
* Der König von Italien, der, wie ſchon
ge=
meldet, als Gaſt des Kaiſers nach Kiel kommt, wird der
Reichshauptſtadt einen kurzen Beſuch abſtatten. Er
be=
gibt ſich im Anſchluß an die Kieler Woche auf ſeiner
Luſt=
jacht „Trinacria” nach Stockholm und von da auch nach
Danzig, wo ein eintägiger Beſuch vorgeſehen iſt. Hierauf
trifft der König in Berlin ein, wo er am 11. und 12. Juli
zu verweilen und verſchiedene Sehenswürdigkeiten zu
be=
ſichtigen gedenkt. Geplant iſt u. a. auch der Beſuch eines
der Naturtheater bei Potsdam, bei Tegel oder am Kleinen
Wannſee. Die Rückkehr nach Italien erfolgt über Wien.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Juli.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog begaben ſich am Sonntag nachmittag 1 Uhr
20 Min. mit Gefolge im Auto zum Beſuch des akademiſchen
Sportfeſtes nach Gießen und kehrten abends 8¾ Uhr nach
Jagdſchloß Wolfsgarten zurück.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: dem 1. Vorſitzenden der
Deutſchen Geſellſchaft für Kaufmanns=Erholungsheime,
Kommerzienrat Joſef Baum in Wiesbaden das
Ritter=
kreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen zum 22. Juni 1913 und dem Geheimen
Kommerzienrat Julius Woog zu Berlin=Grunewald
das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
ides Großmütigen, ſowie dem Bildhauer Hans Dammann
zu Berlin=Grunewald die Silberne Medaille für Kunſt
und Wiſſenſchaft; ferner dem Provinzialdirektor Fey zu
Darmſtadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen
des ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Prinz=Regenten
von Bayern verliehenen St. Michaels=Ordens 2. Klaſſe,
dem Zollamtsaſſiſtenten 2. Klaſſe a. D. Ludwig Henkel
zu Bad Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und
König von Preußen verliehenen Königlich Preußiſchen
Verdienſtkreuzes in Silber, ſowie dem Bahnaugenarzt
Dr. Vierling zu Mainz die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaiſer und König von Preußen verliehenen Roten
Adler=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Iſenburg=Birſtein auf die erſte Lehrerſtelle an der
Ge=
fmeindeſchule zu Bindſachſen, Kreis Büdingen,
präſen=
tierte Lehrer Karl Kochhafen daſelbſt für dieſe Stelle.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Finanz=
ramtsgehile Adolf Treſer zu Oppenheim auf ſein
Nach=
ſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treu
ge=
lleiſteten Dienſte, vom 1. Auguſt d. J. an und ihm aus
dieſem Anlaß der Charakter als Kanzleirat verliehen,
ferner der Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitze in
Gerns=
heim Chriſtoph Schmidt auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit
Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ſeines
Nach=
folgers und ihm die Krone zum Silbernen Kreuz des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Militärdienſtnachrichten. Noeldechen
Generalmajor und Inſpekteur der 1. Fußartillerie=
In=
ſpektion in Berlin (zuvor Kommandeur der 25.
Feld=
artillerie=Brigade), zum Generalleutnant befördert.
v. Gilſa (früher im Großherzoglichen Artilleriekorps
Nr. 25), Major und Abteilungs=Kommandeur im
1. Ober=Elſäſſiſchen Feldartillerie=Regiment Nr. 15 in
Saarburg, zum Stabe des Straßburger Feldartillerie=
Regts. Nr. 84 (zurzeit zur Schießübung auf unſerem
Truppen=Uebungsplatz anweſend) in Straßburg verſetzt.
** Vom Hoftheater. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Hoftheatermaler Kurt
Kempin das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
g. Strafkammer. Wegen gemeinſamen ſchweren
Diebſtahls hatten ſich geſtern vier Offenbacher
Tag=
löhner und wegen Hehlerei ein Althändler zu
verantwor=
ten. Mitte November vorigen Jahres war der 30jährige
Taglöhner Wilhelm Correll längere Zeit arbeitslos
Er klagte dem 25jährigen Jakob Wilhelm Arnoul, der
krank war und keinerlei Unterſtützung bezog, ſeine Not und
ſie beratſchlagten nun gemeinſam, wie ſie aus ihrer
be=
drängten Lage herauskämen. Schließlich kamen ſie zu dem
Entſchluß, von den bei dem ſtädtiſchen Gas= und
Elektri=
zitätswerk am Hafen lagernden Kabel= und Rohrabfällen
zu entwenden und dieſe zu verkaufen. Sie frugen vorher
bei dem Althändler Adam Jakob Adler an, ob er die
Sachen abnehmen würde. Sie brachten ihm darauf etwa
ein Zentner Abfälle, wofür Adler 22 M. bezahlte. Adler
trug ihnen auf, ihm noch mehr zu bringen und das
Me=
tall in reinem Zuſtande abzuliefern. Er erklärte ihnen
auch, wie ſie das Blei und Kupfer einſchmelzen könnten.
Nach Angabe des Correll war Adler auch zweimal in
ſei=
ner Wohnung, um ihn zu veranlaſſen, ihm mehr von den
Abfällen zu bringen. Da den beiden Komplizen allein die
Sache zu gefährlich ſchien, gingen ſie zu dem 31jährigen
Johann Würſching, der ſich auch bereit erklärte, mit
von der Partie zu ſein, wenn der 38jährige Taglöhner
Valentin Thumeyer mitmachte. Dieſer machte die
gleiche Bedingung, daß Würſching mitmachte. Dieſe vier
Komplizen ſtiegen nun über den Zaun, der jene Werke von
der Straße trennt, und nahmen nach ihrer Angabe einen
Zentner 32 Pfund mit, wofür ſie von Adler 25 Mark
er=
hielten. Das Gericht verurteilte Correll zu 4 Monaten
5 Tagen Gefängnis, den Würſching zu 4 Monaten
Thumeyer zu 3 Monaten, den rückfälligen Arnoul
zu 1 Jahr 1 Monat Gefängnis, abzüglich 1 Monat
der Unterſuchungshaft und ſchließlich den Adler unter
Ein=
beziehung einer Gefänanisſtrafe von 1 Monat wegen
Heh=
lerei zu einer Geſamtſtrafe von 1 Jahr 6 Monaten
2 Wochen Gefängnis. — Der Schloſſer Janaz
Pe=
ter zu Offenbach war vom Schöffengericht Offenbach zu
4 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er drei
Rä=
der verkauft hatte, die in Frankfurt geſtohlen waren. Die
Räder waren zum Teil verändert und dadurch ſchwer
wie=
derzuerkennen. Das Gericht nahm Diebſtahl als erwieſen
an. Der Angeklagte verfolgte Berufung mit der
Behaup=
tung, er habe die Räder zu einem angemeſſenen Preiſe
ge=
kauft, merkwürdigerweiſe will er die Räder ſchon früher
gekauft haben, als ſie überhaupt geſtohlen waren. Bei dem
Angeklagten wurde eine ganze Fabrikeinrichtung
vorge=
funden, um die Räder zu verändern bezw. unkenntlich zu
machen. Das Gericht beſchloß, die Akten der
Staatsanwalt=
ſchaft zur näheren Ermittelung zurückzugeben, da eventuell
auch Hehlerei angenommen werden könne. — Einen
Arbei=
ter durch ehrverletzende Aeußerungen zu veranlaſſen, ſeine
Arbeit niederzulegen, iſt nach § 153 der Gewerbeordnuna
ſtrafbar. Der 20jährige Schuhmacher Johann Rudolf
Steinkrua von Offenbach war wegen Vergehens
ge=
gen dieſen Paragraphen und Beleidigung vom
Schöffen=
gericht Offenbach zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt
wor=
den. Er war in der Schuhfabrik „Haſſia” beſchäftigt und
trat mit den übrigen Arbeitern wegen einer Lohnreduktion,
die ihnen angeboten wurde, in den Ausſtand. Am 28. März
kamen die Arbeitswilligen Schneider und Lützel am
Abend aus der Fabrik. Der Angeklagte warf nun zunächſt
dem Schneider vor, daß er für ein paar Pfennige den
Streikbrecher ſpiele. Als Schneider darauf etwas
erwi=
derte, ſagte Steinkrua, wenn er noch etwas ſage, ſchlage
er ihm aufs Maul. Als nun Lützel dazu kam, rief er
bei=
den Generalſtreikbrecher und Regimentsſtreikbrecher zu.
Die Strafkammer verwarf die Berufung und bedauerte,
daß die Berufung des Amtsanwalts zurückgezogen wurde.
Das Gericht ſei der Meinuna, daß der Lohnkampf, der
ge=
ſetzlich zugeſtanden ſei, von beiden Parteien durchaus
an=
ſtändig geführt werden müſſe und daß Exzeſſe ſtreng
ge=
ahndet werden müßten. — Der 60jährige Lehrer i. P.
Michael Hyazinth Winter in Bieber, der ſeit 30 Jahren
Rechner der Spar= und Hilfskaſſe Klein=Auheim iſt, ſtand
geſtern wegen Urkundenfälſchung vor der Strafkammer.
1906 entdeckte ein Reviſor einen kleineren Fehlbetrag in
der von Winter verwalteten Kaſſe. Als man jetzt wieder
einmal eine gründliche Reviſion vornahm, entdeckte man
daß er ſeit Jahren die Bücher falſch führte, um Fehlbeträge
zu verdecken. ferner, daß er im Auguſt 1911 eine
Privat=
urkunde falſch ausgeſtellt hatte. In der geſtrigen
Ver=
handlung gab er an. das Defizit ſei dadurch entſtanden,
daß der Kaſſenraum jederzeit leicht betreten werden könne.
Wahrſcheinlich ſei ihm mehrfach Geld geſtohlen worden.
Einen Eintrag in das Einnahmejournal über die
Einzah=
lung von 66 Mark will er deshalb nicht gemacht haben,
weil er den Zettel verlegt hatte, auf dem er die Einnahmen
verzeichnete. Er wird zu 8 Monaten 2 Wochen
Ge=
fängnis verurteilt.
— Lohnbücher für die Konfektion uſw. Am 1. Juli
tritt die Bundesratsverordnung vom 14. Februar 1913
in Kraft, nach welcher § 114a der Gewerbeordnung auf
die Konfektion, d. h. die Anfertigung von Wäſche,
Klei=
dern uſw., ausgedehnt wird. Die Arbeitgeber dieſer
Branche haben von jetzt an Lohnbücher oder Lohnzettel
für ihre Arbeiter auszufüllen, die folgende Punkte
ent=
halten müſſen: 1. den Zeitpunkt der Uebertragung von
Arbeit, Art und Umfang der Arbeit, bei Akkordarbeit
die Stückzahl, 2. die Lohnſätze, 3. die Bedingungen für
die Lieferung von Werkzeugen und Stoffen zu den
Ar=
beiten, 4. den Zeitpunkt der Ablieferung, ſowie Art und
Umfang der abgelieferten Arbeit, 5. den Lohnbetrag
unter Angabe der etwa vorgenommenen Abzüge, 6. den
Tag der Lohnzahlung. Die Außerachtlaſſung dieſer
Vor=
ſchrift wird mit Geldſtrafe bis zu 20 Mark und im
Un=
vermögensfalle mit Haft bis zu 3 Tagen für jeden Fall
der Verletzung des Geſetzes beſtraft. Ferner haben zum
1. Juli Unternehmer oder Zwiſchenmeiſter, die
Heim=
arbeiter beſchäftigen, bei der zuſtändigen
Ortspolizei=
behörde Liſten der von ihnen beſchäftigten Hausarbeiter
und =arbeiterinnen einzureichen. Da im vorigen Jahre
verſchiedentlich Beſtrafungen ſaumſeliger Arbeitgeber bis
zum Betrage von 20 Mark verhängt worden ſind, liegt
es im Intereſſe der Verpflichteten, ſorgfältig ausgefüllte
Verzeichniſſe rechtzeitig einzureichen. Die Liſten ſind die
Grundlage der Tätigkeit der Gewerbeinſpektion und
dienen nicht ſteuerlichen Zwecken.
* Geh. Kommerzienrat Hedderich . Die Bank für
Handel und Induſtrie widmet dem verſtorbenen früheren
Direktor, Geh. Kommerzienrat Hedderich, folgenden
Nachruf: Mit Geheimerat Hedderich iſt ein Mann
dahin=
gegangen, welcher dem Großherzogtum Heſſen die
weſentlichſten Dienſte als Direktor der Bank für
Han=
del und Induſtrie, wie als Mitglied des
Verwaltungs=
rats der Heſſiſchen Ludwigsbahn geleiſtet hat. Seine
Laufbahn begann im Jahre 1871 als Sekretär dieſer
letz=
teren Geſellſchaft; 1877 zum Mitglied der Spezialdirektion
derſelben beſtellt, ſchied er aus dieſer Stellung im Jahre
1881, nach ſeiner Ernennung zum Direktor der Bank für
Handel und Induſtrie, blieb aber in beſtändigem Konnex
mit der für Heſſen wichtigſten Eiſenbahn=Geſellſchaff
welche ihn 1889 zu ihrem Vizepräſidenten erwählte,
nach=
dem er kurz vorher in ihren Verwaltungsrat berufen
worden war. Die großen Verdienſte Hedderichs um dieſe
Bahn, deren Weiterentwickelung ihm ſtets ganz
beſon=
ders am Herzen lag, die ausgezeichnete Führung ihrer
Angelegenheiten bei Uebergang der Bahn in den
Preu=
ßiſch=Heſſiſchen Staatsbetrieb ſind noch in aller
Erinner=
ung. Er leiſtete aber auch als Direktor der Bank dem
engeren Vaterland große Dienſte, indem er die
Erricht=
ung der Zuckerfabriken in Groß=Gerau und Friedberg,
der Kunſtſeidefabrik in Kelſterbach, der Veithſchen
Gummiwerke in Höchſt i. O. und die Gründung der
Süd=
deutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft in Darmſtadt durchführte.
Dieſer letzteren Geſellſchaft hat er ſeine ſtete Sorgfalt
zu=
gewendet und an ſeinem Teil erheblich zu deren großen
Erfolgen beigetragen. Auch bei der Süddeutſchen
Immo=
bilien=Geſellſchaft in Mainz und in vielen auswärtigen
— meiſt deutſchen — Unternehmungen hat er — in der
Regel in hervorragender Stellung — als
Mitbegrün=
der und Vorſitzender derſelben oder als Mitglied ihres
Aufſichtsrats — trotz ſchwerer, ſeit vielen Jahren an ihm
zehrender Leiden — ſein Beſtes für eine gedeihliche
Ent=
wickelung derſelben eingeſetzt, wobei ihm ſeine ganz
außergewöhnliche Arbeitskraft, ſeine Zähigkeit in
ſchwie=
rigen Zeiten, ſein kluger, auf das Praktiſche gerichteter
Sinn ganz beſonders zu ſtatten kamen. Der Verſtorbene
hat auch noch bei der Gründung der Altmünſterbrauerei=
Aktien=Geſellſchaft in Mainz mitgewirkt und war längere
Zeit Vorſitzender des Aufſichtsrats.
In Herrn Hedderich verliert das Großherzogtum
einen ungemein befähigten, tüchtigen Mitbürger, und
wird ihm ein ehrendes Andenken von allen, die ihm
nahe=
ſtanden, bewahrt werden.
m. Dr. Eiſenhuth=Ehrung! Der Heſſiſche
Lan=
des=Lehrerverein, ſowie der Katholiſche
Lehrerverein Heſſens haben eine Ehrung des
Geheimerats Dr. Eiſenhuth beſchloſſen. An
dem Orte, an dem Dr. Eiſenhuth in der Eigenſchaft als
Seminardirektor ſeit Errichtung des Alzeyer Seminars
bis Oſtern 1892 tätig war, ſoll ihm ein Gedächtnismal
erſtehen. Man hat hierfür den Botaniſchen Garten, der
dem Seminar gegenüberliegt, zur Aufnahme einer
Stein=
gruppe auserſehen. Dieſe Steingruppe ſoll mit Pflanzen
beſetzt werden; man will eine Art „Alpinum” ſchaffen.
Die Deckung der Koſten ſoll durch Geldſammlungen in
Seine Entfernung von der Erde beträgt zu dieſer Zeit
31 Einheiten oder 4635 Millionen Kilometer.
Sternſchnuppen zeigen ſich im Juli in den
Tagen vom 26. bis zum 29. häufiger als gewöhnlich; die
Erde begegnet um dieſe Zeit einigen periodiſchen
Meteor=
ſtrömen, deren Körperchen zumeiſt aus der Gegend des
„Schwans” ausſtrahlen.
Den Glanz des Fixſternhimmels beeinträchtigt
zunächſt noch, beſonders in den nördlichen Gebieten, die
Nachthelligkeit, an den Abenden vom 10. bis 25. auch das
Mondlicht. Abends gegen 10 Uhr ſieht man den
ent=
legenen Sternenſtrom der Milchſtraße, der die Grenze
unſeres Weltſyſtems bildet, nahe im Süden emporſteigen
und im hohen Bogen über den Oſthimmel zum Norden
herabziehen. Auf ſeinem Schimmer heben ſich in gleicher
Richtung die durch uns näherſtehende Sonnen gebildeten
Konſtellationen des „Schützen” (im Süden), des „Adlers”
mit Atair, des „Schwans” mit Deneb der „Caſſiopeja”
mit ihrem W, des „Perſeus” und „Fuhrmanns” mit
Ca=
pella (im Norden) hervor. Zwiſchen Schwan (im hohen
Oſten) und dem Zenit funkelt Wega in der „Leier”,
unter=
halb des „Schwans” findet man den kleinen „Delphin”
und links daneben den umfangreichen „Pegaſus” Neben
dieſem tief im Nordoſten die „Andromeda” mit ihren drei
hellen Sternen und dem großen Spiralnebel. Vom
Zenit nach Norden abwärts ſchlingt ſich der „Drache” um
das Bild des „Kleinen Bären” mit dem Polarſtern.
Dar=
unter, hoch im Nordweſten, erblickt man die ſieben
Haupt=
ſſterne des „Großen Bären” deren mittelſter Schweifſtern,
„Mizar”, eine leicht trennbare ſehr helle Doppelſonne iſt.
Am nordweſtlichen Horizont bemerkt man noch gerade
die beiden Hauptſterne der „Zwillinge” Caſtor und
Pol=
lux. Im Weſten geht der „Löwe” mit Regulus unter.
ihm folgen im Tierkreiſe im Südweſten die „Jungfrau”
mit Spica, weiter die „Wage” und der Skorpion” im
Süden. Hoch oben im Südweſten ſtrahlt der Arctur im
„Bootes” und darüber links die „Krone” zwiſchen der
und der „Leier” der „Herkules” ſich ausbreitet.= Unterhalb
des letzten Schweifſternes des „Großen Bären” gewahrt
man das zarte „Haar der Berenike” das uns noch heute
von der opferwilligen Liebe einer der edelſten ägyptiſchen
Fxauen erzählt,
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Münchner Theater. Im
Reſidenz=
theater gab es noch kurz vor Torſchluß eine
Erſtauf=
führung. „Graf Pepi” ein Luſtſpiel von Robert
Sau=
dek und Alfred Halm hat zum Hintergrund den
Bruderkrieg von 1866. Aber auch keine Spur einer tieferen
Erfaſſung der Zeitſtimmung iſt in dem Schwank zu
ent=
decken. Die Figuren, die auftreten, dürften ſelbſt einen
Leſer der „Gartenlaube” kaum mehr befriedigen, ſo
abſicht=
lich naiv, witzig, ſentimentalegeben ſie ſich. — Im
Künſt=
lertheater wurde am 27 Shakeſpeares „Antonius
und Kleopatra” mit großem Erfolg zur Aufführung
ge=
bracht. Damit kehrte das Künſtlertheater wieder zu den
glorreichen Traditionen von 1908 und 1909 zurück die es in
der letzten Zeit, nicht zu ſeinem und unſerem Vorteil
ver=
geſſen zu haben ſchien. Der Shakeſpearſche Text kam zwar
ſchlecht weg bei dieſer Neueinſtudierung, über alles Lob
erhaben jedoch war Tilla Durieux als Kleopatra.
Hier verſtummt die Kritik. Es wäre eine ganze Broſchüre
nötig, um dieſes Wunder der Darſtellung würdig und
er=
ſchöpfend zu analyſieren. Dieſe Kleopatra wird die
Haupt=
attraktion der heurigen Aufführungen ſein und bleiben.
Nach dem Gaſtſpiel der Düſſeldorfer mit Luiſe Dumont
begannen wieder die Vorſtellungen der „Münchner
Kammerſpiele‟. Die „Kammerſpiele” ohne ihren
Schöpfer Eugen Robert? — Die neue Direktion heißt:
Viktor Hartberg und Erich Ziegel. Man gab
das vieraktige Schauſpiel „Die Rückkehr von
Jeru=
ſalem” von Maurice Donnay. Das auf das
Raſſenproblem aufgebaute, aber ziemlich roh gezimmerte
Stück mit ſeinen ſchlagenden, aber nicht gerade beſonders
neuen, Charakteriſtiken jüdiſcher Typen erfuhr eine
gerade=
zu glänzende Wiedergabe. Die neue Direktion ſchien es
ſich zur Aufgabe geſtellt zu haben, ihren vortrefflichen
Vor=
gänger vergeſſen zu machen, oder wenigſtens keine
un=
zeitige Sehnſucht nach ihm aufkommen zu laſſen. Es iſt
ihr gelungen.
C) Eine unveröffentlichte Sinfonie
von Verdi. Ueber einen intereſſanten
muſi=
kaliſchen Fund der im Nachlaß Giuſeppe
Verdis gemacht worden iſt, berichtet die Liberta.
Es iſt wenig bekannt, daß Verdi, als er „Alda”
komponierte, der Oper eine Sinfonie hatte vorhergehen
laſſen, die er jedoch, unzufrie in mit ſeinem Werk, in einem
ſeiner plötzlichen Einfälle von der Partitur abriß und
dazu verurteilte, für immer vergeſſen zu ſein. Erſt als
die hinterlaſſenen Papiere des Komponiſten, die von der
Familie Verdi=Carrara in Villa Sant’ Agata aufbewahrt
werden, einer genauen Durchſicht unterzogen wurde, kam
die von ihm verworfene Kompoſition ſo wie der Masſtro
in ſeiner Aufwallung ſie abgeriſſen hatte wieder zum
Vor=
ſchein und wurde ſorgfältig aufbewahrt. In der
muſi=
kaliſchen Welt zeigte ſich für dieſes unbekannte Werk
Verdis, als man davon erfuhr, lebhaftes Intereſſe, und
viele Muſiker wollten eine Kopie davon haben, aber die
Nichte des Maéſtro, Signora Maria Verdi=Carrara,
wei=
gerte ſich ſtets die Blätter herauszugeben, und ſo blieb
die Sinfonie bisher unveröffentlicht. Vor einigen Tagen
begab ſich nun Masſtro Toscanini, der in Buſſeto zur
Feſtſetzung der letzten Einzelheiten für die Verdi=
Aufführ=
ungen im Theater der Stadt weilte, nach Sant’ Agata, und
er konnte das wertvolle Manuſkript ſtudieren; auf ſeine
dringenden Bitten, denen ſich auch andere Muſiker
an=
ſchloſſen, ließ ſich die Beſitzerin des Manuſkripts
bereit finden. Toscanini die Entſcheidung
dar=
über zu überlaſſen, ob dieſe Kompoſition, die Verdi ſelbſt
verworfen hatte, der Oeffentlichkeit übergeben werden ſoll
oder nicht.
Ein hiſtoriſch=mediziniſches Muſeum
in London. London iſt ſeit Donnerstag um ein
Muſeum reicher. Nach langen Vorbereitungen wurden
die Sammlungen der Oeffentlichkeit übergeben, die ein
anſchauliches Material über die Geſchichte der Heilkunſt
ſeit den primitiven Epochen darbieten. Der Präſident
der mediziniſchen Unterrichtsanſtalten wohnte der Feier
bei. Aus allen Teilen der Welt iſt hier ein
außerordent=
lich reichhaltiges Material zum hiſtoriſchen Studium der
Medizin zuſammengebracht; ſehr intereſſant ſind beſon=
Seite 4
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Nummer 151.
obengenannten Vereinen aufgebracht werden. Der
Mehr=
betrag der eingehenden Gelder ſoll Grundſtock zu einer
Stiftung für ſolche Waiſen werden, die keinen geſetzlichen
Anſpruch auf Waiſengeld haben und deſſen ſehr bedürfen.
* Wachtmeiſter Geyer des 5. Polizeireviers
Beſſungen hat ſich am Samstag von den Beamten des
Reviers verabſchiedet, um am 1. Juli nach einer
37jährigen treuen und gewiſſenhaften Dienſtzeit in den
wohlverdienten Ruheſtand zu treten. Nach einer
An=
ſprache überreichten ihm die Beamten einige Andenken
und Blumenarrangements, mit dem Wunſche auf ferneres
Wohlergehen und ſtets guter Erinnerung. Geyer hat
den Feldzug 1870/71 mitgemacht und genießt bei allen
Beamten und Einwohnern die größte Achtung.
— An dem 34. heſſiſchen Kirchengeſangsfeſt, das am
nächſten Sonntag, den 6. Juli, in Lampertheim
ab=
gehalten wird, nimmt ein Geſamtchor von über 300
Sängern und Sängerinnen teil, der nebſt dem
Poſaunen=
chor die Chorgeſänge in der großen Lampertheimer Kirche
unter Leitung des Kirchenmuſikmeiſters Profeſſor Arnold
Mendelsſohn von Darmſtadt vortragen wird. Die
Hauptverſammlung beginnt um 11 Uhr, der
Feſt=
gottesdienſt in dem Univerſitätsprofeſſor D. Schian
von Gießen die Anſprache halten wird, um 1½ Uhr. Zu
der um 3 Uhr beginnenden Feſtverſammlung iſt ein
großes Zelt errichtet worden, das für zahlreiche
Teil=
nehmer Platz und bei der Unſicherheit der Witterung einen
behaglichen Aufenthalt gewähren wird. Hierbei ſind
zahlreiche Chorgeſänge und Anſprachen vorgeſehen.
m. Der Waldfriedhof macht in ſeinen Bauten gute
Fortſchritte. Die von der Griesheimer Chauſſee nach
ihm führende Straße iſt fertig chauſſiert und beiderſeitig
mit jungen Laubbäumen bepflanzt. Zwei breite Fußpfade,
die ihn flankieren, ſind mit Kies beworfen und bereits
gangbar. Um den Kontraſt zwiſchen den Hochſtämmen
des Kiefern= und Tannenwaldes und der neuen Straße
etwas zu decken, hat man die Straßenränder mit niederen
Sträuchern beſetzt. Auf der Südſeite des Waldfriedhofes
hat man eine lange Mauer aus Eiſenbeton aufgeführt.
Ein Verwaltungsgebäude iſt bis zum zweiten Stocke
ge=
diehen. Das Krematorium hat Sockelhöhe erreicht. An
den in einer Rotunde aufgeführten Backſteinſäulen kann
man ſchon den Verſammlungsraum mit der Oeffnung
im Boden für den Ofen erkennen. Die erſten Arbeiten
zur Anlegung des Waldfriedhofs waren Abholzen der
be=
treffenden Fläche und Ausführen von Waſſerleitung und
Kanaliſation. Obwohl der Zutritt zur Bauſtelle verboten,
kommen doch viele Spaziergänger an den ruhig gelegenen
Ort, um ſich von außen den Fortſchritt der Arbeiten
an=
zuſehen.
— Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende
Pakete auf Beſtellung aus den Wohnungen abholen
läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine
Karte oder einen Zettel mit den Worten „Paket
abzu=
holen bei (Name und Wohnung)” unfrankiert in den
nächſten Briefkaſten zu werfen oder einem Briefträger
mit=
zugeben und die Sendung wird bei der nächſten
Paket=
beſtellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hauſe
des Abſenders abgeholt. Das Verfahren iſt einfach und
bequem und beſonders ſolchen Perſonen zu empfehlen,
denen kein Dienſtbote zur Verfügung ſteht.
— Der Darmſtädter Oberheſſen=Verein veranſtaltete
am Sonntage einen Familienausflug nach
Hep=
penheim. Nachdem ſich der Himmel aufgehellt hatte,
konnte gegen Mittag der Aufſtieg nach der ſchön gelegenen
Starkenburg unternommen werden. Bei der Ankunft in
Heppenheim geſellten ſich zu den ſehr zahlreich erſchienenen
Vereinsmitgliedern noch viele Oberheſſen von
Heppen=
heim als Gäſte hinzu, um wieder einmal einige ſchöne und
vergnügte Stunden im Kreiſe ihrer Landsleute zu
ver=
leben. Unter den Klängen einer Muſikkapelle vollzog ſich
nun der Marſch durch Heppenheim und der Aufſtieg zur
Starkenburg. Nach kurzem Aufenthalte oben kehrten die
Teilnehmer dann zurück nach Heppenheim. Einkehr wurde
in Wurths Garten gehalten. An eine kurze
Begrüßungs=
anſprache des Vereinsvorſitzenden ſchloß ſich ein
gemüt=
liches Tänzchen, das die Gäſte und Mitglieder noch lange
Zeit zuſammenhielt.
* Die Turngeſellſchaft Darmſtadt veranſtaltete am
Sonntag in ihrem Turnhauſe, Dieburgerſtraße 26, ihr
Sommerfeſt, das bei überaus ſtarkem Beſuch und
vorzüg=
lichen Darbietungen einen glänzenden Verlauf nahm.
Ob=
wohl das Feſt infolge der ungünſtigen Witterung im
gro=
ßen Feſtſaale abgehalten werden mußte ſo ſtörte dies die
Freude und die Harmonie unter den Feſtteilnehmern in
keiner Weiſe. Der Vorſitzende, Herr Adam Emig,
be=
grüßte die erſchienenen Gäſte und gedachte der noch bevor=
ſtehenden Turnfeſte, und eiferte die anweſende Jugend an,
ſich mehr und mehr der Turnerei anzuſchließen. Sein Gut
Heil galt der deutſchen Turnerſchaft. Eine frohe und
hei=
tere Muſik, ausgeführt von der Kapelle des Großh.
Feld=
artillerie=Regiments Nr. 25, trug dazu bei, die gute und
fröhliche Stimmung zu erhalten. Auch der Chor der
Tur=
nerſingmannſchaft brachte unter der Regie ihres Obmanns
Herrn Georg Grün mehrere ſchöne Chöre zu Gehör.
Glän=
zende Darbietungen führten die Turner unter der
perſön=
lichen Leitung ihres Turnwartes Herrn Philipp Schneider
(mehrfacher erſter Sieger) am Barren aus. Es bereitete
eine beſondere Freude zu ſehen, wie ſich die einzelnen
Tur=
ner ſelbſt der ſchwierigſten Uebungen mit größter
Ge=
wandtheit und Geſchicklichkeit entledigten. Sämtliche
Ueb=
ungen zeugten davon, daß den Turnern der
Turngeſell=
ſchaft Darmſtadt ſtets eine gute techniſche Ausbildung
wurde. Als Glanzpunkt des Feſtes dürften wohl die
Vor=
führungen der Damenabteilung zu bezeichnen ſein, welche
an zwei Barren ihre Muſterriegenübungen für das
Gau=
turnfeſt in Sprendlingen vorführten. Sämtliche Uebungen
wurden ſehr exakt und gleichmäßig ſchön ausgeführt. Auch
die von der Damenabteilung geſtellten Pyramiden am
Pferd ſetzten die Anweſenden in Erſtaunen und wurde der
wackeren Schar der jungen Damen, ſowie ihrem Leiter
Herrn Ludwig Schwarz rauſchender Beifall zuteil. Für
die Kinder wurde ein ſchöner Reigen arrangiert. Dem
ſich dem Feſt anſchließenden Ball ging eine Polonäſe mit
ca. 150 Paaren voraus. Das Feſt darf in allen Teilen
als ſehr gelungen bezeichnet werden, und war ein
entſprechen=
der Beweis eines ſchönen und einigen Zuſammenarbeitens
des Geſamtvorſtandes. Für den kommenden Sonntag
ſtehen dem Verein einige ſpannende Momente bevor wo
ſich ca. 50 ſeiner Turner und Turnerinnen an den
Wett=
kämpfen anläßlich des Gauturnfeſtes in Sprendlingen
be=
teiligen. Die Abfahrt der Turnerinnen zu dieſem Feſte
erfolgt am Sonntag vormittag 11.18 Uhr vom
Hauptbahn=
hof ab. Näheres hierüber wird im Anzeigenteil noch
be=
kannt gegeben.
* Der Männergeſangverein „Coneordia‟=
Darm=
ſtadt beteiligte ſich, ſo ſchreibt man uns, am Sonntag
zum zweiten Male in dieſem Jahre an einem
Geſangs=
wettſtreite, und zwar zu Nieder=Ramſtadt in der erſten
Stadtklaſſe. Er errang dort unter ſehr ſtarker
Kon=
kurrenz den erſten Klaſſenpreis mit 261 Punkten (300 Mk.
in bar und ſilberner Becher); für die höchſte Punktzahl
im aufgegebenen Kunſtchor den Klaſſen=Ehrenpreis mit
123 Punkten (ſilberner Pokal.) Beim höchſten
Ehren=
ſingen war es der „Concordia” vergönnt, in der
Kon=
kurrenz gegen 35 Vereine für die beſte Leiſtung den
höchſten Ehrenpreis (ſilber=vergoldete Bowle, geſtiftet
von einem Ehrenmitgliede in Paris) mit 240 Punkten
zu erringen. Aus dieſem guten Reſultate iſt zu erſehen,
daß der vortreffliche Chorleiter der „Concordia” Herr
Richard Etzold, in der Bearbeitung des deutſchen
Männergeſanges eine hervorragende Stelle einnimmt
und daß er mit ſeiner treuen Sängerſchar etwas Gutes
zu leiſten verſteht, da er auch bei dieſem Wettſtreite wieder
die höchſte Punktzahl von allen beteiligten Vereinen
aufzu=
weiſen hatte. Die „Concordia” mit ihrem Chormeiſter
kann mit dieſem ausgezeichneten Erfolge wieder ſehr
zufrieden ſein, zumal es derſelben vergönnt war, in
dieſem Jahre ſechs erſte Preiſe, darunter 500 Mk. in bar,
zu erringen.
* Der Geſangverein „Sängerluſt” veranſtaltet
kommenden Sonntag, nachmittags, im Garten und in
ſämtlichen Räumen des Schützenhofes ein Sommerfeſt.
Das ſorgfältig zuſammengeſtellte Programm enthält
mehrere Konzertſtücke, ſowie einige Chorvorträge. Für
Tanz ſorgt man ſchon frühzeitig, indem die Pauſen des
Konzertes im Garten durch Tanzen im Saale ſchon von
nachmittags 4 Uhr ab ausgefüllt werden. Jedem
Be=
ſucher ſtehen einige genußreiche Stunden in Ausſicht.
(Siehe Anzeige.)
m. Die Erdbeerernte geſtaltet ſich in dieſem Sommer
gut. Die gut ausgereiften Beeren haben einen feinen
Ge=
ſchmack, trotzdem es an der nötigen Wärme im Juni fehlte.
Tief in der Tanne ſind einzelne Plätze derart mit
Erd=
beeren beſtanden, daß ſie dunkelrot aus dem üppigen Grün
hervorleuchten. Tüchtige Erdbeerſammler haben reiche
Ernten gemacht. Es ſteht jedoch noch eine gute Ernte
be=
vor, wenn Sonnenſchein die rauhe Temperatur der letzten
Tage ablöſt. Viele Beeren warten noch der Reife. Auch
die Himbeeren verſprechen nach dem reichen
Blüten=
anſatz wieder gute Ernte.
gs. Unfälle. Geſtern vormittag nach 9 Uhr erlitt in
einer hieſigen Möbelfabrik ein dort beſchäftigter Heizer im
Geſicht, an Bruſt und Armen erhebliche
Brand=
wunden, ſo daß er nach Anlegung von Notverbänden
durch die Rettungswache mittels Krankenkraftwagens in
das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht werden mußte.
Gegen 12 Uhr fiel in der Blumenthalſtraße ein
Fuhr=
mann von ſeinem Fuhrwerk und geriet ſo
unglück=
lich mit dem linken Bein zwiſchen Wagen und Pferd in die
Schere, daß ihm der Unterſchenkel total
zer=
quetſcht wurde. Der bedauernswerte alte Mann wurde
von der Rettungswache nach dem Krankenhaus gebracht.
§ Erwiſchter Fahrraddieb. Am Freitag
nach=
mittag gegen 7 Uhr iſt ein Fahrrad, welches auf kurze
Zeit vor einem Hauſe in der Liebfrauenſtraße aufgeſtellt
war, geſtohlen worden. Als Dieb wurde ein 25 Jahre
alter Arbeiter aus Hamm in Weſtfalen ermittelt und
durch einen hieſigen Kriminalſchutzmann am Samstag
auf dem Truppenübungsplatz feſtgenommen. Das
Fahr=
rad hatte der Dieb bereits für 20 Mk. verkauft und den
Erlös verjubelt.
§ Feſtgenommen. Ein 30 Jahre alter dahier
be=
ſchäftigter Arbeiter aus Rußland wurde am Sonntag
wegen Sittlichkeitsvergehen feſtgenommen.
* Maſſenkonzert. Die Kommandantur beabſichtigt
am Dienstag, den 8. Juli, 8 Uhr abends, im Städtiſchen
Saalbaugarten ein Militär=Maſſenkonzert, ausgeführt
von den hieſigen Miliärmuſikern, abzuhalten, und zwar
ſoll der Reinertrag dem „Invalidendank” zu wohltätigen
Zwecken überwieſen werden.
* Konzertveranſtaltungen. Ludwigshöhe. Am
Mittwoch, den 2. Juli, findet im Anſchluß an das
Kur=
konzert abends 8 Uhr das am vergangenen Mittwoch
ausgefallene Abendkonzert mit großer Illumination ſtatt.
Einige Tauſend buntfarbige Lämpchen werden hierbei
Verwendung finden und dem Ganzen ein feenhaftes
Ge=
präge geben. Zum Schluß Lampionpolonäſe unter
Vor=
antritt der Muſik. Näheres folgt im Anzeigenteil. —
Konzergarten Hugenſchütz” Felſenkeller.
Am Dienstag veranſtaltet die Kapelle des Leibgarde=
Regiments einen humoriſtiſchen
Konzert=
abend. Das Programm ſetzt ſich beinahe
ausſchließ=
lich aus heiteren Stücken und Humoresken zuſammen,
ſo z. B. Rupprechts „Don Quixote‟ E. Scherz’ „Nach
berühmten Muſtern” über „Kommt ein Vogel geflogen”,
Jeſſels „Aufzug der Stadtwache in der Biedermeierzeit”
R. Vollſtedts „Automatenſalon” Myddletons „Negers
Traum” uſw. (Siehe auch Anzeige.) —
Schützen=
hof. Heute findet das fünfte Dienstags=
Kon=
zert der Kapelle des Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61
ſtatt. Im Programm iſt ein Operetten= und
Lie=
der=Abend vorgeſehen, wobei ältere und moderne
Komponiſten Berückſichtigung finden werden. (Siehe
Anzeige.)
Pfungſtadt, 28. Juni. Die ärztliche Praxis des
vor längerer Zeit verſtorbenen Sanitätsrats Scriba
wird jetzt von Hern Dr. med. Schrey weitergeführt,
der auch das Anweſen ſeines Vorgängers für 30000 Mark
käuflich erworben hat. — Sehr gute Preiſe wurden bei
der Verſteigerung des Heugraſes der gemeinheitlichen
Wieſen erzielt. Hauptabnehmerin dafür iſt eine Batterie
des 25. Artillerie=Regiments in Darmſtadt. Die
Mann=
ſchaften haben das Heuen ſelbſt beſorgt. Insgeſamt
wur=
den bis jetzt 1000 Mark mehr gegen das Vorjahr erlöſt.
Infolge der Berieſelung der Wieſen mit den
Kanal=
abwäſſern hat ſich auch der Ertrag gegen früher
bedeu=
tend geſteigert. — Die ſogen. Hahnmühle wird zu einer
Spielwarenfabrik eingerichtet.
Offenbach, 30. Juni. Eine ſonderbare
Revol=
verſchießerei ſpielte ſich in der Nacht zum Sonntag
in dem Hauſe Hebeſtraße 4 ab, wo ſeit einigen Tagen
der 25 Jahre alte Schloſſer Auguſt Morat im zweiten
Stock ein möbliertes Zimmer bewohnt. Als dieſer ſich
in der vergangenen Nacht kurz nach 12 Uhr nach ſeinem
Zimmer begeben wollte, ſtieß er offenbar in
angetrun=
kenem Zuſtande gegen die Vorplatztür des erſten Stockes.
In der Annahme, es ſei ein Einbrecher im Hauſe, begab
ſich der dort wohnende Portefeuiller Cöleſtin Walz mit
geladener Browningpiſtole vor die Tür und ſuchte den
Treppenaufgang ab. Als er Morat entdeckte, gab er raſch
hintereinander vier Schüſſe ab, wodurch Morat an der
linken Hand und in die Bruſt getroffen wurde.
M. Stockſtadt, 29. Juni. Unter ſehr ſtarker
Beteilig=
ung fand geſtern die hieſige Gemeinderatswahl
ſtatt. Von den 354 Wahlberechtigten machten 249 Wähler
von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Hauptſächlich hat dies
ſeinen Grund darin, daß die Sozialdemokraten in
Flug=
blättern und öffentlichen Sitzungen, wobei
Landtags=
abgeordneter Raab von Pfungſtadt ſprach, 3
Sozialdemo=
raten als Kandidaten aufſtellten. Doch endigte die
ders die Funde aus der Römerzeit, die in einem großen
Saal Aufſtellung gefunden haben.
B.B. Ein Hohenzollern=Geburtstagsmonat iſt der
Mo=
nat Juli, denn in keinem Monate des Jahres haben ſo
viel Angehörige des Hohenzollernhauſes das Licht der
Welt erblickt, wie in dieſem Monat. Das erſte Juli=
Ge=
burtstagskind gehört der Familie des Kronprinzen an: es
iſt des Kronprinzenpaares älteſter Sohn, Prinz Wilhelm
von Preußen, der am 4. Juli ſein ſiebentes Lebensjahr
vollendet. Drei Tage ſpäter, am 7. Juli, feiert Prinz
Eitel Friedrich, des Kaiſerpaares zweitälteſter Sohn, ſeinen
30. Geburtstag. Es folgen dann Prinz Friedrich Wilhelm von
Preußen, des verſtorbenen Prinz=Regenten Albrecht
jüng=
ſter Sohn, geboren am 12. Juli 1880, Prinz Adalbert, des
Kaiſerpaares drittälteſter Sohn, geboren am 14. Juli 1884
und Prinz Friedrich Heinrich von Preußen, älteſter Sohn
des Prinzen Albrecht von Preußen, geboren am 15. Juli
1874. Das letzte Drittel des Monats bringt zunächſt am
24. Juli den 53. Geburtstag der älteſten Schweſter des
Kaiſers Charlotte, Erbprinzefſin von Sachſen=Meiningen.,
Am folgenden Tage, 25. Juli, feiert die Gemahlin des
Prinzen Arthur, Herzogs von Connaught, Prinzeſſin
Margarete von Preußen, ihren 43. Geburtstag. Die
Prin=
zeſſin iſt bekanntlich eine Tochter des am 15. Juli 1885
ver=
ſtorbenen Prinzen Friedrich Karl von Preußen. Auch
der fünftälteſte Sohn des Kaiſerpaares, Prinz Oskar von
Preußen, iſt ein Julikind und wird am 27. Juli 25 Jahre
alt. Während die älteren Geſchwiſter des Prinzen Oskar
„prinzliche” Kinder ſind iſt er ein „Kaiſerſohn”, denn er
und ſeine jüngeren Geſchwiſter wurden erſt nach der
Thronbeſteigung des Kaiſers geboren. Beiläufig bemerkt
feiert auch die Gemahlin des Prinzen Heinrich von
Preu=
ßen im Juli ihren Geburtstag, ſie wird am 11. Juli 47
Jahre alt. Der älteſte Sohn des Königs von
Griechen=
land — die Königin von Griechenland Sophie, iſt die
zweitjüngſte Schweſter des Kaiſers —, Kronprinz Georg
und ſein jüngerer Bruder Prinz Alexander, ſind ebenfalls
Julikinder. Erſterer wurde am 7. Juli 1890, letzterer am
20. Juli 1893 geboren. Wollte man die Reihe noch
wei=
terſpinnen, ſo könnte man noch anführen, daß der Gemahl
einer anderen Schweſter des Kaiſers, Prinz Adolf zu
Schaumburg=Lippe, am 20. Juli 1859 geboren würde.
— Die „eugeniſche Ehe‟. Aus Neu=York wird berich
tet: Durch ganz Amerika geht eine neue Bewegung, die die
Pflege der Geſundheit auf ihre Fahnen geſchrieben hat.
Das Problem der „eugenics” ſcheint gegenwärtig die
Amerikaner am meiſten zu intereſſieren. Ihren praktiſchen
Ausdruck findet die Idee in den Geſetzen, die in
verſchie=
denen Staaten eingeführt werden ſollen um die
Ehe=
ſchließung ungeeigneter Perſonen zu verhindern. Es
ver=
geht kaum ein Tag, an dem nicht ein Sozialreformer oder
auch ein Geiſtlicher feierlich Proteſt dagegen erhebt, daß
Perſonen mit anſteckenden Krankheiten oder geiſtig
Min=
derwertige heiraten dürfen. Nun hat ſogar der Senat des
großen Staates Pennſylvanien ſoeben ein Geſetz ſchon
an=
genommen, und zwar mit erdrückender Mehrheit, das
die=
ſes Prinzep der „eugeniſchen Ehe” wirklich durchführt.
Das Geſetz, deſſen Einführung alle mediziniſchen
Geſell=
ſchaften des Staates befürworteten, verbietet die Erteilung
einer Heiratserlaubnis allen Perſonen, die mit
anſtecken=
den Krankheiten behaftet ſind; die Erlaubnis ſoll auch
nicht erteilt werden, wenn eine der beiden eheſchließenden
Perſonen nicht völlig zurechnungsfähig iſt oder unter
Vor=
mundſchaft ſteht. Kein Mann darf heiraten, der innerhalb
der letzten 5 Jahre in einem ſtaatlichen Heim für
Für=
ſorgebedürftige aufgenommen war, wenn es nicht
hinrei=
chend bewieſen werden kann, daß die Urſache dieſer
Auf=
nahme beſeitigt iſt und er phyſiſch imſtande iſt, eine
Fa=
milie zu erhalten. Dieſem Vorbild beabſichtigen andere
Staaten mit ähnlichen Geſetzen zu folgen. Um die
Oeffent=
lichkeit hierfür geneigt zu machen, werden in den
verſchie=
denen Teilen des Landes Verſammlungen abgehalten, und
„eugeniſche” Broſchüren maſſenhaft verbreitet. Nicht nur
in den Hochſchulen, ſondern auch in vielen
Elementar=
ſchulen ſind neuerdings Kurſe für „Sozialhygiene”
einge=
richtet, in denen dieſe Anſchauungen gelehrt werden. Einen
beſonders draſtiſchen Ausdruck fanden ſie aber bei einer
Tagung der Irrenärzte und Neurologen, die gegenwärtig
in Chicago abgehalten wird. Die Geſetzgeber aller
Staa=
ten wurden hier aufgefordert, ſtrengere Ehegeſetze zu
er=
laſſen, um degenerierte Elemente von der Gründung einer
Familie auszuſchließen, und die Gouverneure von 15
Staaten erſuchten die Verſammlungen, Mittel und Wege zu
finden, wie dieſes Ziel am beſten erreicht werdan könnte.
Den Höhepunkt oder wenigſtens den ſtärkſten Widerhall
fand die Diskuſſion jedoch, als einer der Redner den
Feld=
zug gegen die — Liebe eröffnete, als den Feind, von dem
alles Böſe kommt. Dr. Morris war es, der frank und
frei erklärte, daß alle Liebenden verrückt wären. „Irrſinn
iſt ein delikates Thema,” ſo erklärte er, „es klingt
geſchmack=
los, ein geſundes junges Weib als wahnſinnig zu bezeichnen,
wenn ſie imMondſchein neben einemMann von mittelmäßiger
Geiſtesverfaſſung ſitzt, in dem ſie einen wahren Gott
er=
blickt. Und doch iſt es eine Art von Geiſtesſtörung, die
das Herz dieſes jungen Weibes ſchneller ſchlagen läßt und
ihre Augen aufleuchten macht, ebenſo wie der junge Mann
ein Opfer derſelben Halluzination iſt.” Auf die Frage,
welche Art Leute denn heiraten ſollten, wenn nicht die
Liebenden, erwiderte Dr. Morris: „Liebe iſt bei der
Hei=
ratsfrage nur von untergeordneter Bedeutung. Zwei
ge=
ſunde und gleichgeartete Perſonen mit ähnlichen
Neig=
ungen ſollten einander heiraten, ob ſie ſich lieben oder
nicht, aber vor allen Dingen müßten ſie zunächſt ein
Ge=
ſundheitszeugnis beibringen.” Offenbar iſt dieſer zyniſche
Irrendoktor Morris noch weit verrückter, als Liebesleute.
* Das Huhn als Detektiv. Vor ungefähr Jahresfriſt
wurde dem fünften Huſarenregiment in Steinamanger die
Regimentskaſſe von unbekannter Seite geſtohlen und war
ſeitdem verſchwunden. Am Samstag wollte nun in der
Offiziersmenage ein Koch ein Huhn ſchlachten, das in den
Keller floh und ſich unter einem Strohhaufen verſteckte.
Als man hier ſuchte ſtieß man auf einen eiſernen
Gegen=
ſtand, der ſich bei näherer Unterſuchung als die
verſchwun=
dene Kaſſe herausſtellte. Als man ſie öffnete, fand man
von dem Inhalt — 27000 Kronen — keine Spur vor.
Durch den Fund wurde jedoch die Entdeckung des Täters
weſentlich erleichtert. Als Dieb konnte jetzt nur ein
ſeiner=
zeit in der Menage beſchäftigter Unteroffizier in Betracht
kommen, der jetzt als Korporal in Bosnien lebte. Seine
Verhaftung wurde ſofort veranlaßt und wie es heißt, ſoll
er bereits den Diebſtahl geſtanden haben. Die Offiziere
des Regiments aber beſchloſſen noch am gleichen Abend,
das bewußte Huhn leben zu laſſen und ihm bis in das
äußerſte Alter das Gnadenbrot zu ſichern. Dann ſoll das
Huhn ausgeſtopft werden und zur Ausſchmückung des
Kaſinos dienen.
Nummer 151.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Seite 5.
Wahl mit einem glänzenden Sieg der bürgerlichen
Par=
teien. So erhielten Ph. Müller II. 216 Stimmen, Ad.
Zeißler II. 216 Stimmen, H. Gils II. 204 Stimmen,
während die Sozialdemokraten nur 36, 33 und 30
Stim=
men auf ihre Kandidaten bekamen.
Sz. Rüſſelsheim, 29. Juni. Der Zweigverein
Rüſſelsheim des Heſſiſchen Polizei= und
Schutzhunde=Vereins, Sitz Darmſtadt, hielt heute
nachmirtag unter der Leitung ſeines 1. Vorſitzenden, Herrn
Tierarzt Dr. Diffiné, ſeine erſte Polizei= und
Schutz=
hundeprüfung ab. Unter den geladenen Gäſten
be=
fanden ſich als Vertreter der Regierung Herr Kreisrat
Geheimerat Dr. Wallau=Groß=Gerau, ſowie Vertreter
ver=
ſchiedener Behörden; das außerordentlich zahlreich
er=
ſchienene Publikum verfolgte die Leiſtungen der Führer
mit ihren Hunden mit wachſendem Intereſſe. Zur
Vor=
führung gelangten zum größten Teil vollkommen
durch=
dreſſierte Hunde, deren Leiſtungen aber auch in mehreren
Fällen Bewunderung hervorriefen. In der
Prüfungslei=
tung wurde Herr Dr. Diffiné durch den 1. Vorſitzenden
des Darmſtädter Hauptvereins, Herrn Polizeikommiſſar
Lindemann, unterſtützt; als Preisrichter fungierten: Herr
Lehrer Sturmfels, Rüſſelsheim, dann die Herren Schupp,
Griesheim, und Seitz, Darmſtadt. — Preiſe erhielten:
a) Ehrenpreiſe: Schutzmann Seng=Darmſtadt mit
„Lona”, Schutzmann Jäger=Darmſtadt mit „Bachus”,
Schutzmann Roth=Darmſtadt mit „Prinz” Gruber=
Baben=
hauſen mit „Alma”, Küchler=Langen mit „Nelly” Eberle=
Rüſſelsheim mit „Ledi” Polizeidiener Treber=Rüſſelsheim
mit „Wolf”, Trabold=Rüſſelsheim mit „Treff‟,
Polizei=
diener Jäger=Rüſſelsheim mit „Anni” Polizeidiener
Müller=Griesheim mit „Dora”. — b) Führerpreiſe
erhielten: Seng=Darmſtadt, Jäger=Darmſtadt, Küchler=
Langen, Treber=Rüſſelsheim, Roth=Darmſtadt, Gruber=
Babenhauſen, Eberle=Rüſſelsheim, Trabold=Rüſſelsheim.
Einen weiteren von Seiner Durchlaucht dem Prinzen
Hohenlohe dem beſten Rüſſelsheimer Führer geſtifteten
Ehrenpreis, in Geſtalt einer ſilbernen Herrenuhr, erhielt
Treber=Rüſſelsheim. Nach der Vorführung begaben die
Teilnehmer ſich ins Hotel „Rüſſelsheimer Hof”, woſelbſt
Herr Polizeikommiſſär Lindemann die einzelnen Punkte
des Programms gründlich durchſprach und dann in einem
längeren, ſehr inſtruktiven Vortrag den Zweck der
Polizei= und Schutzhund=Sache beleuchtete. Herr Dr.
Diffiné nahm alsdann die Preisverteilung vor, nach
deren Beendigung er in einer kernigen Anſprache den
Dank des Vereins allen Beteiligten, insbeſondere den
Stif=
tern der ſamt und ſonders ſehr wertvollen Ehrenpreiſe,
ausſprach.
t. Dieburg, 30. Juni. Bei dem geſtern abgehaltenen
Geſangswettſtreit in Nieder=Ramſtadt
errang der Männer=Geſangverein Dieburg unter der
Leitung ſeines Dirigenten, Herrn Lehrers Keller, in
der 1. Landklaſſe den 2. Preis und den 1. Ehrenpreis, bei
dem Ehrenpreisſingen den höchſten Ehrenpreis.
Heppenheim, 30. Juni. Das nach Darmſtadt
ge=
hörige Automobil V S 189 wollte geſtern auf der
Bergſtraße unweit des Gaſthauſes „Zum halben Mond”
einem entgegenkommenden Fuhrwerk ausweichen. Dabei
kam es ins Rutſchen und rannte mit voller Wucht
an der dortigen Linden=Allee drei Bäume an, ſolche
ſtark beſchädigend. Eine Seite des Autos wurde
wegge=
riſſen. Nur wie durch ein Wunder kamen die vier
In=
ſaſſen mit leichten Verwundungen davon. Der Schaden
ſoll ſich auf mehrere tauſend Mark belaufen.
L. König i. O., 28. Juni. Das goldene
Jubi=
läumsfeſt des hieſigen Turnvereins,
ver=
bunden mit dem 29. Gauturnfeſt des Odenwaldturngaues,
wurde mit einer akademiſchen Feier in der großen
Feſt=
halle eingeleitet. Der Jubelverein brachte mit den
ande=
ren Vereinen Königs dem hohen Protektor des Feſtes,
dem Fürſten zu Erbach=Schönberg, einen prächtigen
Lam=
pionzug, wobei der 1. Vorſitzende, Herr Hch. Keller, dem
Fürſten den Dank des Vereins überbrachte. Der Fürſt
dankte herzlichſt für die ihm dargebrachte Ehrung. Ein
exakt ausgeführter Fackelreigen der Gauturnwarte
be=
reitete ein herrliches Bild. Bei der akademiſchen Feier
hielt Herr Lehrer Körner, ein Königer, zurzeit in
Fränkiſch=Crumbach im Lehramt tätig, eine
form=
vollendete, begeiſtert aufgenommene Feſtrede. Herr Kurz,
der 1. Vorſitzende des Odenwaldgaues, übermittelte die
Glückwünſche des Gaues und brachte ein Geſchenk des
Turnvereins Michelſtadt. Ebenſo überbrachte der
Turn=
verein Fränkiſch=Crumbach Glückwünſche, ſowie ein
ſchönes Geſchenk. Herr Bürgermeiſter Büchner begrüßte
im Namen der Gemeinde König alle Feſtteilnehmer und
wünſchte dem Jubelverein beſtes Gedeihen. Der 1.
Vor=
ſitzende, Herr Hch. Keller, ehrte die beiden noch lebenden
Gründer des Turnvereins König, Herrn Jean Grasmück
von hier und Herrn Emanuel Frank aus Michelſtadt,
durch Anſprache und Diplome. Fräulein Marie Körner
überbrachte poetiſchen Gruß und Glückwunſch im
Auf=
trage der Feſtjungfrauen. Der 2. Vorſitzende des
Ver=
eins, Herr Chriſtian Mahla, übergab die Feſtleitung an
den Gauvorſtand. Auf dem Juxplatz herrſchte
buntbeweg=
tes Leben.
A Beerfelden, 29. Juni. Geſtern nachmittag beſorgte
ein Knecht des Mehlhändlers O. eine Fuhre Mehl nach
Rothenberg. Beim Abladen erhielt er von einem
Pferd einen Schlag gegen die Stirne, daß er ſchwer
verletzt heute hierher gebracht wurde. — Das Aufkaufen
der Heidelbeeren nimmt in hieſiger Gegend
lang=
ſamen Fortgang, weil bei der kühlen und regneriſchen
Witterung die Beeren nur langſam nachreifen und die
Pflückenden bei Regen und Näſſe nicht arbeiten können.
Dies drückt ſich auch in den Preiſen aus, die pro Pfund
von 20 auf 22 Pfg. geſtiegen ſind.
s. Mainz, 30. Juni. Das 26. Verbandsſchießen
des mittelrheiniſch=heſſiſch=
pfälziſch=
badiſchen Schützenverbandes in Mainz nahm
geſtern mit einer trotz der ungünſtigen Witterung gut
ver=
laufenen Vorfeier einen verheißungsvollen Anfang. Nach
einem Frühſchoppen zogen die Mainzer Schützengeſellſchaft
und eine Anzahl fremder Schützen mit Muſik und Fahne
nach dem oberhalb des Mainzer Stadtparks herrlich
gelegenen Feſtplatz. Sofort begann dort das Probebankett,
das einen ſehr animierten Verlauf nahm.
Oberſchützen=
meiſter Heerdt weihte dabei ſein Glas dem frohen
Ge=
lingen des Feſtes. Baurat Gelius ließ die Mainzer
Schützengeſellſchaft und den Verband hochleben. Nach dem
Eſſen begann das Probeſchießen auf allen Ständen, bei
dem ſchon ſehr gute Reſultate erzielt wurden. An die
Schützen, welche in 10 Minuten die beſten Reſultate hatten,
wurden 11 Erinnerungsbecher verteilt. In der geräumigen
orachtvoll dekorierten Feſthalle fanden nachmittags und
abends Militärkonzerte ſtatt, ebenſo in den Bier= und
Weinzelten.
Worms, 30. Juni. In der Nacht zum Samstag ſind
hier, wie bereits gemeldet, verſchiedene Einbrüche
verübt worden. Die Verfolgung der unbekannten Täter
wurde ſofort aufgenommen und es gelang, ſie durch den
Königl. Gendarmen in Rockenhauſen (Pfalz) verhaf=
Fen zu laſſen. Es ſind drei Strolche, angeblich aus Lud=
wigshafen. — In der Wohnung ſeiner Mutter hat ſich
am Samstag nachmittag der Pionier Nikolaus Prag
von hier, der ſich ſeit 21. ds. Mts. von ſeinem
Truppen=
teil — Pionier=Bataillon Nr. 25 — ohne Urlaub entfernt
hatte und ſeitdem geſucht wurde, kurz bevor er
feſtge=
nommen werden ſollte, in ſelbſtmörderiſcher Abſicht einen
Schuß in die linke Bruſt beigebracht. Als er kurz
danach in das ſtädtiſche Krankenhaus eingeliefert wurde,
war der Tod bereits eingetreten.
(*) Bad Nauheim, 30. Juni. Der früher hier
wohn=
hafte Fuhrunternehmer Eichenauer aus Wiſſelsheim
iſt ſpurlos verſchwunden. In einem Brief an
ſeine Angehörigen teilt er mit, daß er lebensüberdrüſſig
ſei. Ebenſo iſt der Händler Waag von hier ſpurlos
verſchwunden.
Laubach, 29. Juni. Im Schützenhof nahm heute
nachmittag eine von mehreren hundert Perſonen beſuchte
Mitgliederverſammlung Stellung zur Deckung der
Verluſte des Vorſchußvereins. Nach längerer
Debatte beſchloß die Verſammlung eine Erhöhung
der Geſchäftsanteile um 650 Mark pro Anteil,
nämlich von 150 Mark auf 800 Mark. Damit iſt einer
Kriſis vorgebeugt.
50 jähriges Zubiläum des Geſangvereins
„Harmonie‟ Nieder=Ramſtadt, verbunden mit
Geſangswettſtreit.
* Nieder=Ramſtadt, 30. Juni. Der Geſangverein
„Harmonie” feierte am Sonntag und Montag bei
außerordentlich zahlreicher Beteiligung ſein 50jähriges
Jubelfeſt, verbunden mit Geſangswettſtreit. Die Feier
wurde am Samstag abend durch einen Feſtzug der
Nieder=Ramſtädter Vereine nach dem Feſtplatz eröffnet.
Ein Feſtkommers unter regſter Beteiligung und unter
Mit=
wirkung der Kapelle des Garde=Dragoner=Regts Nr. 23
leitete mit Begrüßungen der Gäſte, Ehrung der Jubilare
uſw. die Feier würdig ein. Am Sonntag morgen fand
in den verſchiedenen Sälen das Wettſingen der über 30
Vereine, die der Jubelverein zu edlem Wettſtreit
eingela=
den hatte, ſtatt. Nachmittags bewegte ſich wieder ein ſehr
ſtattlicher Feſtzug durch die Straßen nach dem Feſtplatz,
wo Profeſſor Kiſſinger die Feſtrede hielt. die mit
einem Hoch auf das deutſche Lied ſchloß. Es fand dann
auch Konzert und Tanz im Gaſthaus „Zur Poſt” ſtatt.
Dort wurde auch das höchſte Ehrenſingen am
Nachmittag abgehalten.
Bei der Preisverteilung errangen folgende
Vereine Preiſe: Geſangverein Konkordia=Darmſtadt in
der 1. Stadtklaſſe mit 261 Punkten den erſten Preis und
Ehrenpreis, Geſangverein Germania=Rüſſelsheim mit 259
Punkten den zweiten Preis. In der 2. Stadtklaſſe errang
der Männergeſangverein Frauenſtein i. T. den 1. Preis
Orthſches Männerquartett=Darmſtadt den 2. Preis und
Ehrenpreis. Männergeſangverein Höchſt i. O. den 3. Preis,
Sängerbund Rüſſelsheim den 4. Preis. 3. Stadtklaſſe:
Sängerluſt Roßdorf den 1. Preis und Ehrenpreis, Müllers
Doppelauartett Frankfurt a. M. den 1. Preis und
Ehren=
preis. Beide Vereine erhielten gleiche Punktzahl und
einigten ſich in den 1. und 2. Preis, Rheinaold Darmſtadt
den 3. Preis. 1. Landklaſſe: Harmonie Lämmerſpiel den
1. Preis, Männergeſangverein Dieburg den 2. Preis und
Ehrenpreis, Germania Weiterſtadt den 3 Preis. 2.
Land=
klaſſe: Sängerbund Offenthal bei Offenbach den 1. Preis
und Ehrenpreis, Germania Vilbel den 2. Preis und 2.
Ehrenpreis, Frohſinn Lenafeld i. O. den 3. Preis,
Ger=
mania Raunheim den 4. Preis, Sängerluſt Eberſtadt den
5. Preis, Liederkranz Groß=Zimmern 6. Preis. Sängerluſt
Pfungſtadt den 7. Preis, Germania Ober=Ramſtadt 8
Preis. 3. Landklaſſe: Frohſinn Jügesheim bei Offenbach
den 1. Preis und Ehrenpreis. Sängerbund Erbach i. Rhg.
2. Preis und Ehrenpreis. Sängerluſt Gundernhauſen den
3. Preis. Eintracht Eppelheim bei Heidelberg den 4. Preis.
Germania Griesheim bei Darmſtadt 5. Preis Eintracht
Hainhauſen bei Offenbach den 6. Preis, Sängerluſt Traiſa
den 7. Preis. Germania Urberach den 8. Preis
Sänger=
bund Erzhauſen den 9. Preis, Konkordia Erlenbach i. O.
den 10. Preis. Klaſſe C (nichtpreisgekrönte Vereine)
Männerquartett Beſſungen den 1. Preis und Ehxenpreis,
Harmonie Ober=Ramſtadt den 2. Preis, Liederkranz
Heu=
bach i. O. den 3. Preis, Frohſinn Nieder=Beerbach den 4.
Preis. Im Hauptehrenſingen in den Stadtklaſſen:
Kon=
kordia Darmſtadt den 1. Ehrenpreis In der 1. und 2.
Landklaſſe: Männergeſangverein Dieburg den Ehrenpreis.
3. Landklaſſe: Euphroſine Heldenbergen den Ehrenpreis
Den Abend beſchloß ein Feſtball. Geſtern fand
Volks=
feſt ſtatt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Juni. Dem Kaiſer
ſind bekanntlich anläßlich ſeines 25jährigen Regierungs
jubiläums etwa 2000 Adreſſen und Spenden
über=
reicht worden. Jeder Spender hat ein Dankſchreiben
er=
halten. Gleichzeitig erfolgſte die Benachrichtigung, daß
die Adreſſe reſpektive „Spende” zufolge Allerhöchſten
Be=
fehls dem Hohenzollern=Muſeum zur dauernden
Aufbewah=
rung überwieſen werden wird. Hiermit iſt bereits
be=
gonnen worden, für die Aufſtellung wurden einige Räume
hergerichtet. — Zur Eröffnungsfeier des
Kaiſe=
rin Auguſte Viktoria=Sanatoriums für
tuberkuloſe Frauen und Mädchen des Mittelſtandes in
Hohenlychen, hatten ſich Vertreter der
Reichsverſicher=
ungsanſtalt und Freunde des Volksheilſtättenvereins in
großer Zahl eingefunden. Generalarzt Werner würdigte
in ſeiner Begrüßungsrede die Bedeutung der neuen
An=
ſtalt. Miniſterialdirektor Hoff übernahm das Heim, das
bereits in den nächſten Tagen zur Hälfte belegt werden
ſoll, mit Worten des Dankes. — Bei der Ausübung ſeines
Berufs iſt geſtern abend der 73 Jahre alte
Droſchken=
kutſcher Preuß vom Tode ereilt worden. Der alte
Mann, der ſeit nahezu 40 Jahren ſein Gefährt durch die
Straßen Berlins lenkte und am Potsdamer Platz durch
ſeine Urwüchſigkeit und ſeinen echten Berliner Humor eine
bekannte Perſönlichkeit war, hatte am Potsdamer Platz
Fahrgäſte bekommen und fuhr in gemütlichem Trabe die
Potsdamer Straße entlang. Plötzlich neigte er ſich nach
vorn und blieb in dieſer Stellung ſitzen. Der Wagen
ge=
riet in die Straßenbahnſchienen; dadurch ſtürzte der alte
Mann vom Bock und blieb leblos auf dem Damm liegen.
Man ſchaffte ihn in die nächſte Unfallſtation, wo der Arzt
den infolge Gehirnſchlag eingetretenen Tod feſtſtellte.
Im Hofjagdrevier bei Hermsdorf wurde durch Zufall eine
mit allem Komfort ausgeſtattete unterirdiſche
Woh=
nung entdeckt, welche von zwei gefährlichen
Einbrecher=
banden, beſtehend aus 5 Männern und 2 Frauen, bewohnt
wurde. Es ſind der Polizei bekannte Verbrecher, die auch
alle verhaftet wurden. Auch ein Händler Meſeritzer aus
der Lothringerſtraße, der als Hehler diente, wurde
ver=
haftet. Die Diebe erbeuteten bisher Objekte im Werte von
40000 Mack.
München, 30. Juni. Herzog Ludwig in
Bayern, der 82jährige Senior des Hauſes Wittelsbach,
liegt gegenwärtig im Scheidungsprozeß mit ſeiner
zweiten Gemahlin Frau v. Bartolf, die ihm im Jahre.
1892 angetraut war. Die Ehe war morganatiſch, da Frau
v. Bartolf (geb. Barth) früher dem Ballett angehörte und
erſt durch die Ehe den Adel erhielt. Der Herzog mußte
ſeinerzeit auf ſein Erſtgeburtsrecht verzichten und trat
ſeine damit verbundene ſtaatliche Jahresapanage von
385000 Mark an ſeinen Bruder, den berühmten Augenarzt
Dr. Karl Theodor, ab. Er war in erſter Ehe mit
Hen=
riette Mendel aus Darmſtadt, ſpäteren Freifrau von
Wallerſee, vermählt, die im Jahre 1891 geſtorben iſt. Aus
der erſten Ehe ſtammt eine Tochter.
Osnabrück, 30. Juni. Nach ſoeben eingegangener
Meldung der oberſten Sanitätsbehörde wurden nunmehr
bei drei Mann des 1. Bataillons
Paratyphusbazil=
len feſtgeſtellt. Die Leute ſind unter gleichen
Erſcheinun=
gen wie die anderen Mannſchaften des Bataillons
er=
krankt.
Kottbus, 28. Juni. Nach dreitägiger Verhandlung
verurteilte das hieſige Schwurgericht die Witwe
Minna Köckeritz aus Drebkau, welche beſchuldigt iſt, im
Februar 1913 den Arbeiter Karl Fröhlich getötet und den
Leichnam beſeitigt zu haben, zum Tode und zum
dauernden Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte.
Wien, 29. Juni. Um 8.40 Uhr heute abend traf der
Bonner Männergeſangverein auf dem
Bahn=
hof ein, wo er von zahlreichen Abordnungen von
Ge=
ſangvereinen, darunter der Wiener Männergeſangverein,
begrüßt wurde. Namens des Bürgermeiſters begrüßte
Stadtrat Kleiner die Gäſte, worauf Juſtizrat Maier für
den herzlichen Empfang dankte. Zu Ehren der Bonner
Sänger iſt eine Reihe Feſtlichkeiten geplant. Die Bonner
Sänger haben bei ihrem Eintreffen an der Grenze an
Kaiſer Franz Joſef ein Huldigungstelegramm abgeſandt.
Innsbruck, 28. Juni. Das ſüdtiroliſche Dorf
Pinzolo im Rendenatal (Bezirk Tione) iſt in der
ver=
gangenen Nacht zum größten Teil eingeäſchert
wor=
den. Das Dorf hat ſamt zwei Nebengemeinden 267
Häu=
ſer, von denen zwei Drittel zerſtört worden ſind. Der
zwei Stunden entfernte Höhenkurort Madonna di
Cam=
piglio gehört auch zur Gemeinde Pinzolo. Viele
Sommer=
gäſte eilten zur Rettung herbei. Der Brand entſtand
geſtern um Mitternacht in der Holzlege eines Bauern.
Das Feuer griff unheimlich raſch um ſich und zerſtörte
innerhalb zehn Stunden faſt das ganze Dorf, das zumeiſt
aus Holzbauten beſtand Die ſchöne Kirche, das Poſtamt
ſamt Einrichtung und andere öffentliche größere Gebäude
ſind zerſtört. Glücklicherweiſe ging kein Wind, ſonſt wäre
die geſamte Ortſchaft abgebrannt. Ein alter Bergführer
wurde durch ſtürzende Balken erſchlagen, ſonſt kam
nie=
mand ernſtlich zu Schaden. Der Materialverluſt beträgt
über eine Million. Statthalter Graf Toggenburg hat
be=
reits 1000 Kronen für die Abgebrannten gezeichnet.
Paris, 29. Juni. Den Blättern zufolge
verhaf=
tete die hieſige Polizei einen im Dienſte der
Geheimpoli=
zei der ruſſiſchen Botſchaft in Paris ſtehenden
Italie=
ner namens Fontana, der einen Landsmann, einen
ge=
wiſſen Leone, welcher früher gleichfalls ruſſiſcher
Geheim=
poliziſt geweſen und dann zur revolutionären Partei
über=
getreten war, zur Herausgabe angeblich entwendeter
Schriftſtücke zwingen wollte und ihn dabei mit einem
Stockhieb erheblich verwundet hatte.
Paris. 29. Juni. In einer Eiſengießerei zu Rodange
bei Longwy ſtürzten vier Arbeiter von einem Gerüſt.
Zwei wurden getötet, die beiden anderen ſchwer
ver=
wundet.
Kalkutta, 29. Juni. Bei Onda im Bezirk Bardwan
iſt ein Perſonenzug in den Salkofluß
ge=
ſtürzt. Nach Meldungen der Behörden ſind eine Anzahl
Paſſagiere umgekommen. Mehrere Leichen ſind bereits
geborgen.
London, 29. Juni. Die Anhängerin des
Frauenſtimmrechts Sylvia Pankhurſt
veran=
ſtaltete heute nachmittag am Trafalgar Square eine
Kund=
gebung. Darauf zog ſie in Begleitung von 2000 Menſchen,
unter denen ſich zahlreiche Dockarbeiter befanden, in der
Richtung nach der Downingſtreet zum Wohnhauſe
As=
quiths. Die Menge verſuchte den Gürtel der
Polizeimann=
ſchaften zu durchbrechen, wobei es mehrfach zu Tumulten
kam. Der Polizei gelang es ſchließlich, die
Manifeſtan=
ten zurück zu treiben. Fünf Perſonen wurden verhaftet.
Luftfahrt.
Der deutſche Waſſerflugzeugwettbewerb 1913.
* Wir entnehmen der Köln. Ztg.: Nachdem im Herbſt
vorigen Jahres die erſte deutſche Veranſtaltung mit
Waſ=
ſerflugzeugen vor Heiligendamm ſtattgefunden hatte, war
man ſich bei uns darüber klar, daß die Menge neuer
Pro=
bleme, die im Waſſerflugzeugbau eine Löſung fordern, nur
durch ſtreng ſyſtematiſches ſchrittweiſes Vorgehen zu
über=
winden ſei. Die Folge dieſer Erkenntnis war einmal der
Entſchluß zum Bau eines allen Anforderungen Rechnung
tragenden Waſſerflugplatzes an der Oſtſee. In
langwie=
rigen Verhandlungen zwiſchen Flugzeuginduſtrie,
Marine=
behörde und Luftfahrerverband kam man dann dazu, für
dieſes Jahr nur einen Wettbewerb mit Waſſerflugzeugen
auszuſchreiben, damit die durch Lieferung von Apparaten
für die Militärverwaltung ſtark in Anſpruch genommene
Flugzeuginduſtrie ſich genügend vorbereiten könnte. Die
Bedingungen für dieſen Wettbewerb ſuchte man ſo leicht
zu geſtalten, daß ſie von einer größern Zahl von Firmen
auch gelöſt werden konnten. Der Wettbewerb 1913 ſollte
nur ſozuſagen eine Vorübung werden für eine im nächſten
Jahre, 1914, vom neuen Waſſerflugplatz an der Oſtſee
aus=
gehende Hochſeeflugzeugkonkurrenz. Trotz ſchwerwiegender
Bedenken ſachverſtändiger Kreiſe kam man denn dazu,
den Wettbewerb 1913 nicht auf Salzwaſſer, ſondern auf
einem Binnenſee zu veranſtalten. Es ſetzte ſich die
An=
ſchauung durch, daß die Unterſchiede in den Verhältniſſen
zwiſchen offener See und Binnenſee nicht ſo groß ſeien,
daß man dadurch zu Fehlſchlüſſen gelangen könne.
Gleich=
zeitig hoffte man aber durch Verlegung des Wettbewerbs
auf einen Binnenſee die Grundlage für einen ganz neuen
Sport mit Waſſerflugzeugen zu entwickeln. Der deutſche
Waſſerflugzeugwettbewerb für 1913 wird nun in der Zeit
vom 29. Juni bis zum 5. Juli auf dem Bodenſee
ausge=
tragen werden. Er ſteht unter der Schirmherrſchaft des
Großherzogs von Baden und wird veranſtaltet von der
Südweſtgruppe des deutſchen Luftfahrerverbandes.
Den örtlichen Mittelpunkt des Wettbewerbs bildet der
bei Konſtanz neu errichtete Waſſerflugplatz, der, wenn auch
von beſchränkten Landabmeſſungen, doch Abflug und
Lan=
dung auch auf feſtem Boden geſtattet. An Preiſen kommen
zur Verteilung kleine Prämien für Befähigungsnachweiſe
(Abflug vom Lande, Niedergehen auf dem Waſſer, Abflug
vom Waſſer, Höhenflug auf mindeſtens 200 Meter), Preiſe
für beſondere Bauarten, die nach Punkten gewertet werden
(z. B. Verkürzung der Tragflächen vom Führerſitz aus,
hochziehbares Fahrgeſtell, Schwimmeranordnung uſw.),
und Preiſe für drei beſtimmte Höchſtflugleiſtungen. Vom
militäriſchen Standpunkt intereſſant ſind die
Steigfähig=
keitsprüfung auf 500 Meter und der Flug um den Großen
Preis vom Bodenſee. Bei der Steigfähigkeitsprüfung
auf 500 Meter hat das Flugzeug mit Fluggaſt (Führer und
Begleiter ergänzt auf 180 Kilogramm) von Waſſer oder
Land abzufliegen, auf 500 Meter zu ſteigen und dann auf
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Nummer 151.
dem Waſſer innerhalb eines durch Bojen bezeichneten
Vier=
ecks niederzugehen. Die beiden Flugzeuge, welche die Höhe
von 500 Meter in der kürzeſten Zeit erklimmen, werden mit
Preiſen von 3000 und 2000 Mark ausgezeichnet. Der Flug
um den Großen Preis vom Bodenſee führt über eine Strecke
von 200 Kilometer. Es iſt vom Lande in Konſtanz
aufzu=
ſteigen und auf einem von der Oberleitung genau
feſtgeleg=
ten Weg, der über Romanshorn-Arbon-Bregenz-Lindau
führt, der Bodenſee zweimal zu umfliegen. Auf der erſten
Runde muß in einem bei Lindau feſtgelegten Bojenviereck
von 500 Meter Seitenlänge eine Zwiſchenlandung
vor=
genommen werden, bei der die Flugzeugſchraube zum
Stillſtand gebracht werden muß. Ohne fremde Hilfe iſt
dann in möglichſt kurzer Zeit wieder aufzuſteigen. Nach
der zweiten Runde muß der Flug im Konſtanzer
Bojen=
viereck beendet werden. Der Flug hat mit Fluggaſt zu
er=
folgen. Flieger= und Begleitergewicht ſind auch hier auf
180 Kilogramm zu ergänzen. Den drei Flugzeugen, welche
den Flug in der kürzeſten Zeit ausführen, winken Preiſe
von 25000, 10000 und 5000 Mark. Außerdem ſteht für
die Flieger, die bei mehr als 7 Meter Wind geflogen ſind,
ein Ehrenpreis des Staatsſekretärs des Reichsmarineamts
zur Verfügung. Ein Flug über 100 Kilometer iſt dann
endlich für die Sportflugzeuge vorgeſehen, die mit
Mo=
toren unter 76 Pferdekräften ausgerüſtet ſein müſſen. Die
Bedingungen ſind ähnlich wie die beim Großen Preis
vom Bodenſee, nur daß die zweite Runde wegfällt und
eine genaue Fluglinie bis zum Bojenviereck von Lindau
nicht eingehalten zu werden braucht. Bei der geringen
Preisfeſtſetzung für dieſen Wettbewerb — der Erſte Preis
beträgt 5000 Mark und Ehrenpreis, der Zweite Preis 3000
Mark — wird man ſich nicht wundern dürfen, wenn um
ihn ſich kein ſo heißer Wettkampf entſpinnt. Fällt doch für
ihn auch noch der Anreiz weg, den das Reichsmarineamt
auf die Bewerber um den Großen Preis ausübt, wenn es
ſich vorbehält, zwei Flugzeuge einer Bauart der beim
Bodenſeewettbewerb beteiligt geweſenen Maſchinen zu
kaufen, allerdings nur, wenn ſie auch auf See — in Putzig
— den Bedingungen für Marineflugzeuge entſprechen. Die
Frage, ob es richtig war, einen Binnenſee für den
Wett=
bewerb zu wählen, wird ſich da ausweiſen. Ein
Sport=
flugzeug unter 75 Pferdeſtärken wird aber als
Marineflug=
zeug wohl auf keinen Fall mit in Wettbewerb treten
können.
* Konſtanz, 28. Juni. (Bodenſee=
Waſſer=
flugzeugwettbewerb 1913.) Bis jetzt ſind folgende
Flugzeuge hier angekommen: Ein Aviatikdoppeldecker
(Flieger Faller und Stöffler) und ein Doppeldecker der
Flugzexgbaugeſellſchaft Friedrichshafen (Führer (Gſell),
ein Doppeldecker der Argo=Werke (Flieger Kießling), ein
Strackeindecker (Flieger C. Strack), ein Gotha=
Doppel=
decker (Flieger Büchner), ein Albatros=Doppeldecker und
zwei Albratos=Eindecker (Flieger Hirth, Thelen und
Voll=
möller) und ein Otto=Doppeldecker, im ganzen zehn
Ap=
parate, vier weitere werden erwaret. Prinz Heinrich von
Preußen drückte in einem Telegramm ſein Bedauern
dar=
über aus, daß er wegen der Kieler Woche dem Wettbewerb
nicht beiwohnen könne und wünſchte beſten Erfolg.
* Konſtanz, 28. Juni. Um 11 Uhr vormittags
be=
gann die Abnahme der Flugzeuge. Um 12.17 Uhr
ſtartete Steffler an Land. Beim Waſſern überſchlug ſich
das Flugzeug. Der Flieger wurde herausgeſchleudert,
konnte ſich aber in ein Boot retten. Der Apparat
ver=
ſackte mit nach oben gekehrten Schwimmern. Er wurde
ſpäter von einem Dampfſchiff mit Krahn gehoben. Das
Flugzeug iſt ſo beſchädigt, daß es an der Konkurrenz nicht
weiter teilnehmen kann. Bis jetzt ſind zehn Flugzeuge
ein=
getroffen, ein elftes wird noch erwartet. Sonntag
nach=
mittag 3 Uhr beginnen die Flüge um den
Befähigungs=
nachweis.
* Konſtanz, 30. Juni. Bis geſtern abend waren
von 17 gemeldeten 10 Flugzeuge hier eingetroffen und
ſind abgenommen worden. Beteiligt ſind hierbei folgende
Firmen: C. Otto=München, die Aviatik=Aktiengeſellſchaft
in Mülhauſen (Elſaß), der Flugzeugbau Friedrichshafen
mit je zwei Apparaten, die Ago=Flugzeug=Werke
Johannis=
thal und die Waggonfabrik Gotha, dann die
Albratos=
werke in Johannisthal, die letzteren mit drei Apparaten.
Der Großherzog von Baden, der das Protektorat der
Ver=
anſtaltung übernommen hat, beſuchte geſtern nachmittag
mit Gefolge den Flugplatz und beſichtigte eingehend
die ſämtlichen Apparate. Er wurde namens der
Südweſt=
gruppe des Deutſchen Luftfahrerverbandes, der
Veranſtal=
terin des Bodenſeeflugs, vom General D. Gäde=Freiburg
begrüßt. Mit Rückſicht auf das böige Wetter wurde geſtern
auf Wunſch des Großherzogs von Aufſtiegen abgeſehen.
Heute, Montag, beginnen die Konkurrenzen.
* Konſtanz, 30. Juni. Nachdem der Wind
einiger=
maßen abgeflaut hatte, ſetzte heute morgen ein
außer=
ordentlich reger Flugbetrieb ein. Fünf Fliegern glang es
bereits, in glänzender Weiſe die Bedingungen des
Befä=
higungsnachwiſes zu erfüllen. Die Aufgaben beſtehen im
Abfliegen vom Lande, Niedergehen auf das Waſſer,
Wie=
derabflug vom Waſſer, ſowie in einem Höhenflug von
mindeſtens 200 Meter Höhe. Um 8 Uhr 20 Min. ſtieg
Thelen mit einem Albatros=Doppeldecker auf und
er=
reichte 280 Meter Höhe, ferner beſtanden den
Befähigungs=
nachweis Gnill mit Friedrichshafen=Doppeldecker und
einem Flug von 240 Meter Höhe, Kißling auf Argo=
Doppeldecker erreichte 260 Meter, Hirth auf Albatros=
Eindecker 250 Meter Höhe, Vollmöller 210 Meter.
Land= und Waſſerflüge wurden von den Fliegern in
tadel=
loſer Weiſe ausgeführt, ebenſo wurden ſämtliche
Waſſer=
ungen geſchickt erledigt.
H.B. London 30. Juni. Der engliſche Flieger
Wright war während eines Fluges über Brighton, als
der Motor ausſetzte, gezwungen, plötzlich niederzugehen.
Der Flugapparat ſtieß ſo heftig auf den Boden, daß der
Benzinbehälter platzte und Feuer fing. Wright
er=
litt ſchwere Brandwunden und wurde
beſinnungs=
los ins Hoſpital gebracht.
Todesſtürze.
* Lüttich, 29. Juni. Der Flieger Pariſot iſt mit
einem Paſſagier abgeſtürzt. Pariſot wurde ſchwer
ver=
letzt, der Paſſagier war auf der Stelle tot.
* Brüſſel, 30. Juni. Zu dem gemeldeten
Flug=
unfall aus Lüttich iſt nachzutragen, daß es ſich um einen
Verſuchsflug des Aviatikers Pariſot handelt, den er in
der Nähe von Lüttich ausführte. Der Unfall iſt weit
ſchwe=
rer, als zu Anfang angenommen wurde. Der Apparat
kippte um und fiel auf eine Menge von Zuſchauern. Der
Aviatiker ſelbſt und eine Perſon ſind
ge=
tötet ein kleiner Junge liegt im Sterben und etwa
ſieben bis acht Perſonen ſind zum Teil ſchwer
verletzt.
Sport, Spiel und Turnen.
Akademiſches Turn= und Sportfeſt in Gießen.
* Am Samstag und Sonntag fand in Gießen unter
außerordentlicher Beteiligung das „Akademiſche Turn=
und Sportfeſt” ſtatt, zu dem die Hochſchulen
Darm=
ſtadt, Heidelberg, Gießen und Marburg ihre beſten
Mannen entſendet hatten. Am Sonntag mittag waren
an=
weſend Se. Königl. Hoheit der Großherzog, Miniſter
des Innern von Hombergk zu Vach, Miniſterialrat
Weber, Provinzialdirektor Uſinger, der Kommandeur
des Infanterie=Regiments Nr. 116, Vertreter der
Hochſchu=
len und ein Vertreter der Stadt Gießen. Die
Darm=
ſtädter errangen folgende Siege: Den erſten Preis
im Hockey=Spiel, im Tennis=Einzel= und=Doppelſpiel, im
Hochſchul=Eilbotenlaufen um den Kranz des
Großherzogs im Fauſtballkampfe einen erſten Preis,
ferner den erſten Preis im 400 Meter=Laufen und im
Bruſt=
ſchwimmen; einen zweiten im turneriſchen Zwölfkampf
und drei weitere, alſo vier Preiſe; dritte Preiſe im
ſport=
lichen Dreikampf, Kugelſtoßen und Diskuswerfen. Im
volkstümlichen Dreikampf errang ebenfalls ein Darmſtädter
Herr den erſten Preis. Am Sonntag abend war
Preis=
verteilung und hierauf erfolgte die Rückfahrt.
Vermiſchtes.
* Der Hausfriedensbruch im
Straßen=
bahnwagen. Bekanntlich wurde es vor Einführung
der Novelle zum Strafgeſetz als Hausfriedensbruch
ange=
ſehen, wenn der Täter in die Wohnung, die
Geſchäfts=
räume oder das umfriedete Beſitztum eines anderen
wider=
rechtlich eingedrungen war oder auf die Aufforderung des
Berechtigten ſich nicht entfernt hatte. In der Novelle iſt
dies dahin geändert worden, daß auch ein
Hausfriedens=
bruch in abgeſchloſſenen, dem öffentlichen Verkehr
dienenden Räumen verübt werden kann. Jetzt beſchäftigte
die Berufungsſtrafkammer der erſte derartige, zur
Ab=
urteilung gelangte Fall. Der Angeklagte W. in Berlin
hatte in einem Straßenbahnwagen Lärm gemacht, wurde
von dem Schaffner wiederholt aufgefordert, den Wagen
zu verlaſſen, und mußte ſchließlich gewaltſam
hinaus=
befördert werden. Der Angeklagte ſprang dann in eine
Droſchke und fuhr hinter dem Straßenbahnwagen her,
dabei fortwährend auf den Schaffner in den gemeinſten
Ausdrücken ſchimpfend. Das Berliner Schöffengericht
verurteilte ihn mit Rückſicht auf die Schwere der
Aus=
ſchreitung zu zwei Monaten Gefängnis. Die Berufung
des Angeklagten wurde von der Strafkammer verworfen.
Die Lage auf dem Balkan.
Die Lage auf dem Balkan.
* Uesküb, 30. Juni. Nach offiziöſen Meldungen
haben die Bulgaren heute nacht einen Ueberfall
auf die ſerbiſchen Truppen in der Richtung auf
Istip und in den erſten Morgenſtunden einen Angriff auf
Retka und Sletowo ausgeführt. Außerdem griffen die
bulgariſchen Truppen die Serben bei Welwodowna an.
Auf ſerbiſcher Seite wird das als Beweis dafür
angenom=
men, daß Bulgarien ohne Kriegserklärung den Krieg
be=
ginnen will.
* Köln, 30. Juni. Von berufener leitender Stelle
iſt der Bukareſter Korreſpondent der Kölniſchen Zeitung
ermächtigt mitzuteilen, daß der nach Bukareſt telegraphiſch
übermittelte Auszug der Ausführungen der
öſterreichiſchen und deutſchen Preſſe über
die Haltung Rumäniens große Ueberraſchung
her=
vorrief. Es ſei nicht wahr, daß Rußland Rumänien
be=
einflußt habe, die Haltung einzunehmen, die es
beobach=
tete. Rumänien ließ ſich lediglich von dem weiſen
Ver=
ſtändnis leiten, ohne Abſicht irgend jemand einen Gefallen
zu tun, um ſo weniger ließ es ſich von dem Gedanken
lei=
ten, gegen die Intereſſen Oeſterreich=Ungarn zu wirken;
gleich den Großmächten, an deren aufrichtigen Erklärungen
man hier nicht zweifle, wünſche Rumänien in erſter Linie
die Erhaltung des Friedens Seine Haltung in den letzten
Tagen galt der Erreichung dieſes Zieles dadurch, daß es
von vornherein die Balkanſtaaten wiſſen ließ, ſie müßten
im Kriegsfalle mit der Möglichkeit rechnen, daß Rumänien
in Tätigkeit trete.
* Sofia 30. Juni. Nach den heute nacht im
Haupt=
quartier eingetroffenen Nachrichten wurden die
bulga=
riſchen Truppen bei Prawitſcha geſtern abend gegen
8 Uhr durch heftiges Gewehrfeuer aus der Richtung
von Towlje überraſcht. Sie eilten den vorgeſchobenen
Abteilungen zu Hilfe und warfen ſich unter Hurrarufen
mit ihren Bajonetten auf die eingreifenden Griechen, die
ſich in großer Unordnung zurückzogen. Dabei wurde der
Ort Leftere in Brand geſteckt. Die Bulgaren verfolgten
ſie bis Kalehtſchiftlik. Der griechiſche Angriff war am
heftigſten auf der Seite von Moſchtien=Chemaltos und
be=
zweckte wahrſcheinlich die Eiſenbahnverbindung zwiſchen
Serres und Drome zu unterbrechen. Die Bulgaren
ver=
fügen in dieſer Gegend über Truppen in hinlänglicher
An=
zahl.
* Belgrad 30. Juni. (Preſſebureau.) Der dritte
Bericht des Hauptquartiers in Uesküb lautet: Die
Bul=
garen begannen den Angriff auch gegen die
ganze griechiſche Front. Die in den erſten
Mor=
genſtunden gegen die Serben begonnenen Kämpfe dehnen
ſich aus vom Urſprung des Zletokafluſſes bis nach Uesküb.
Die Kämpfe dauern fort. Einzelheiten ſind
nicht bekannt. An den Kämpfen nehmen große
Infanterie=
maſſen und Kavallerie teil.
* Belgrad, 30. Juni. Der ſerbiſche Kurier, der
von Belgrad nach Zaribrod gehen ſollte, iſt nicht
zurückge=
kehrt. Anſcheinend haben ihm die Bulgaren das amtliche
Material abgenommen.
* Saloniki 30. Juni. Seit heute morgen findet
bei Gewgeli ein Kampf zwiſchen Serben und
Bulgaren ſtatt, worin bisher vier Regimenter
ver=
wickelt ſind. Einzelheiten fehlen noch. Von zuſtändiger
Seitt wird beſtätigt, daß die Bulgaren heute vormittag
Gewgeli eingenommen haben, nachdem die Serben vor der
Uebermacht zurückgewichen ſind.
* Athen, 30. Juni. Der König reiſte nach
Sa=
loniki ab. Die Flotte hat den Befehl
erhal=
ten, mit größter Beſchleunigung nach Tſagheti und
Ele=
vethera abzugehen.
* Belgrad, 30. Juni. In parlamentariſchen
Kreiſen wird erklärt, daß die innerhalb der
Regierungs=
partei aufgetauchten Gegenſätze ausgeglichen ſind.
Hier=
durch wird ein Verbleiben des Kabinetts
Pa=
ſitſch ermöglicht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Köln, 30. Juni. Bei dem geſtrigen Gauturnfeſt in
Grenzhauſen (Weſterwald) ſind infolge des
Unwet=
ters zwei Feſtzelte, in welchen ſich 2000 Perſonen be=
fanden, zuſammengeſtürzt. Dreißig Perſonen ſind
mehr oder minder ſchwer verletzt worden.
* Kiel, 30. Juni. Die Kaiſerin iſt heute morgen
im Sonderzuge hier eingetroffen. Der Kaiſer empfing
ſie auf dem Bahnhof und geleitete ſie auf dem
Waſſer=
wege zur „Hohenzollern”. Im Gefolge der Kaiſerin
be=
finden ſich Hofſtaatsdame Gräfin Keller, Hofdame
Grä=
fin zu Rantzau und Kammerherr Freiherr von
Spitzen=
berg. Am Bahnhofe meldete ſich bei der Kaiſerin der
Kommandant des Linienſchiffes „Kaiſerin”, Kapitän
Sievers.
* Leith, 30. Juni., Wegen des
Dockarbeiter=
ſtreiks iſt die Ausladung der geſtern abend vom
Kontinent eingetroffenen Schiffe durch die Angeſtellten der
Warenhäuſer, für welche die Ladung beſtimmt war,
be=
werkſtelligt worden.
* Paris, 30. Juni. Die vorgeſtrige Subſkription
auf die mexikaniſchen 6prozentigen
zehn=
jährigen Schatzbonds hat ein ſehr befriedigendes
Reſultat ergeben. Die Zeichnungen überſtiegen bei
wei=
tem den zur Subſkription geſtellten Betrag.
* London, 30. Juni. Der Bahnhof von Leuchers
in Schottland iſt heute morgen abgebrannt.
Es wurden Flugſchriften von Suffragetten in der
Nähe auſgefunden. — Ein Telegramm aus Glasgow
meldet, das Schloß Ballikinrom bei Telfon iſt
ab=
gebrannt; es wird Brandſtiftung vermutet. Das
un=
bewohnte Schloß hat einen Wert von 100000 Pfund
Sterling.
* Neu=York, 30. Juni. In den Städten des Weſtens
ſind 33 Todesfälle infolge Hitzſchlags
vorge=
kommen.
* Rio de Janeiro, 30. Juni. Adolfs Frene der
Präſident der monarchiſtiſchen Liga, ſowie ſeine Frau ſind
ermordet aufgefunden worden. Es wird Racheakt
an=
genommen.
IIB. Berlin, 30. Juni. In Sabana dela Mara
in der in Haiti gelegenen Mulatten=Republik San
Do=
mingo wurde der Leiter der Kakao=Plantagen der
Schwei=
zer Schokoladenfabrik Suchard, der Pflanzer Johann
Gundlach, ermordet. Gundlach, ein geborener
Halen=
ſer, iſt faſt 20 Jahre hindurch als Pflanzer in dem
Diſtrikte tätig. Einzelheiten über den Mord fehlen noch.
HB. Breitſcheid b. Au. (Weſterwald), 30. Juni.
Geſtern entgleiſte bei der Einfahrt des
Perſonen=
zuges 3310 ein Wagen 4. Klaſſe durch frühzeitige
Wei=
chenumſtellung. Der Materialſchaden iſt nicht bedeutend.
— Vichy, 30. Juni. Während der Vorſtellung im
Kaſino erlitt der Artiſt Apollon bei der Vorführung der
Hauptnummer, die in dem Aufhalten eines
Auto=
mobils beſtand, geſtern abend einen ſchweren Unfall.
Das Kunſtſtück mißglückte, der Artiſt ſtürzte
blutüber=
ſtrömt zu Boden. An ſeinem Aufkommen wird
ge=
zweifelt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 151
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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„Rotterdam” 23. Juni vorm. in Neu=York eingetroffen.
„Nieuw Amſterdam” 20. Juni vorm. in Rotterdam
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getroffen. „Noordam” 17. Juni vorm. von Neu=York
abgegangen. „Ryndam” 24. Juni vorm. von Neu=York
abgegangen. „Potsdam” 22. Juni 2 Uhr 45 Min.
Scilly paſſiert.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich nicht weſentlich geändert.
Im Bereich nördlicher Winde haben wir veränderliches,
kühles Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 1. Juli:
Veränderlich, einzelne Regenſchauer, Temperatur wenig
geändert, nördliche Winde.
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ſenkeller um 8 Uhr.
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ſi Druc und Perlage 4. 6. Bilichſche Heſtncdunckret=
VVerantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für der Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die bewieſene herzliche
Teil=
nahme beim Hinſcheiden unſeres lieben
Vaters und für die reichen
Blumen=
ſpenden ſagen wir herzlichen Dank.
Marie Schwing, (*1826
Alwine Paul, geb. Schwing.
Darmſtadt, den 30. Juni 1913.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
beim Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
Vaters, Großvaters, Schwiegervaters, Bruders,
Schwagers und Onkels, des
(14155
Tapeniermeisters Johannes Fries
ſprechen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichen
Dank aus.
Frau Therese Fries Wwe.
Statt besonderer Anzeige.
Heute abend ½8 Uhr entschlief sanft im Krankenhaus zu Fulda mein
lieber Mann, unser guter Vater, Grossvater, Schwiegervater und Onkel (14192
der Geheime Kommerzienrat
Karl Friedrich Redderich
im 70. Lebensjahre.
Darmstadt, Berlin, Guntersblum, den 28. Juni 1913.
Minna Hedderich, geb. Frey,
Friedrich Hedderich,
Anna Bachstein, geb. Hedderich,
Elisabeth Bopp, geb. Hedderich,
August Hedderich,
Luise Hedderich, geb. Kröll,
Dipl.-Ing. Herrmann Bachstein,
Dr. Alexander Bopp,
Gretha Ampt
und 8 Enkelkinder.
Die Beisetzung findet Mittwoch, den 2. Juli, nachmittags 2½ Uhr, in Guntersblum (
Rhein-
hessen) von der katholischen Kirche aus, statt.
Am 28. d. Mts. starb nach kurzem Leiden
das Mitglied des Aufsichtsrats unserer Bank
Herr Geheime Kommerzienrat
KarlFrieur. Hedderich
zu Darmstadt.
Der Verstorbene hat seit 1881 dem
Vor-
stand unseres Instituts angehört, aus dem
er erst mit Schluss des vorigen Jahres
ausgeschieden ist. Das Vertrauen der
Ak-
tionäre berief ihn dann in den
Aufsichts-
rat. Die Bank verliert in dem
Dahin-
geschiedenen einen Mann von grossef.
Fähigkeiten und Kenntnissen, unermüdlichem
Fleiss und voller Hingabe an die ihm
an-
vertrauten Aufgaben und schuldet ihm für
Alles, was er geleistet und geschaffen hat,
den grössten Dank. Wir betrauern
zu-
dem den Verlust eines alten treuen Freundes
und Beraters, dessen vortreffliche
Eigen-
schaften ihm ein dauerndes Andenken auch
über das Grab hinaus sichern.
Der Aufsichtsrat und die Direktion
der Bank für Handel und Industrie.
(IV,14195
Nachruf.
Das Mitglied unseres Aufsichtsrats und
dessen langjähriger Vorsitzender (14232
Herr
Geheime Kommerzienrat
HEDDERICH
ist am 28. ds. Mts. plötzlich verstorben.
Herr Geheimrat Hedderich war
Mit-
begründer unserer Gesellschaft. Er hat
dieser, in gleicher Weise wie den unsere
Unternehmungen vorbesitzenden Eisenbahn-
Konsortien, ununterbrochen bis zu seinem
Tode regstes Interesse gewidmet und sie
durch seine hohen Geistesgaben, reichen
Kenntnisse und vielseitigen Erfahrungen
unterstützt und gefördert.
Ein dauerndes, ehrendes Andenken ist
ihm bei uns gesichert.
Darmstadt, den 30. Juni 1913.
Süddentsche Eisenbahn-Gesellschaft.
Der Aufsichtsrat. Die Direktion.
Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Heute nachmittag ist unser liebes, gutes, einziges
Bubchen
nach kurzer, schwerer Krankheit im fast vollendeten vierten Lebensjahre
entschlafen.
(14202
Landgerichtsrat Fritz Hoos
und Frau Elisabeth, geb. Stammler.
Darmstadt, 29. Juni 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 2. Juli 1913, vormittags 11½ Uhr, vom Portale des
städtischen Friedhofes aus, die Einsegnung eine Viertelstunde vorher im Trauerhause,
Heinrich-
strasse 103, I., statt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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(14187
[ ← ][ ][ → ]Nummer 151.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Nummer 153.
Heſſ.=Naſſ. Baugewerks=Berufs=
Genoſſenſchaft.
* Die Heſſen=Naſſauiſche
Baugewerksberufsgenoſſen=
ſchaft hielt geſtern im ſtädtiſchen Saalbau ihre
Hauptver=
ſammlung unter dem Vorſitz des Architekten H. Anthes
aus Frankfurt ab, der die Verſammlung begrüßte, die
ungefähr 100 Vertreter aus Heſſen und Heſſen=Naſſau
aufwies, insbeſondere auch die Vertreter des
Oberver=
ſicherungsamts, Amtmann Köbke, Baurat Wagner, als
Vertreter der Regierung, ſowie Beigeordneter Schmidt,
als Vertreter der Stadt Darmſtadt. Der Vorſitzende
brachte dann ein Hoch auf den Kaiſer und den
Großher=
zog aus.
Es folgte die Wahl von 12 Mitgliedern des
Ge=
noſſenſchaftsverbandes, ſowie von 12 Erſatzmännern nach
den Beſtimmungen der Wahlordnung. Hierauf wurde
das Protokoll der 31. Genoſſenſchaftsverſammlung von
1912 genehmigt, desgleichen die Berichte über die
Aus=
führung der Beſchlüſſe. Es folgte dann der Bericht
über die Verwaltung der Genoſſenſchaft und der
Zweiganſtalt im Geſchäftsjahr 1912. Dieſem entnehmen
wir folgendes:
Die Genoſſenſchaft, deren Amtsbezirk ihr Name
er=
gibt, iſt in 7 Sektionen eingeteilt — die Sektion II hat
be=
kanntlich ihren Sitz in Darmſtadt — und zählte im
gan=
zen im letzten Jahre 14850 verſicherte Baubetriebe, in
denen an 16450515 Tagen Arbeiter Beſchäftigung
fan=
den mit einem Verdienſt von zuſammen 73 728 276 Mark.
An Unternehmerverſicherungen beſtanden zuſammen 10385
mit einer Verſicherungsſumme von 9085670 Mark. Der
hieſigen Sektion wurden aus 1868 verſicherten Betrieben
allein 7133331 Mark Arbeitslohn nachgewieſen; auch
be=
ſtanden in deren Dienſtbezirk 1206
Unternehmerverſicher=
ungen mit 1062799 Mark Verſicherungsſumme. Für
einen beſchäftigten Verſicherten mit 220 Arbeitstagen ſtellt
ſich der durchſchnittliche Jahreslohn auf volle 986 Mark,
während ein vollbeſchäftigter Verſicherter mit ſeinen 300
Arbeitstagen 1344 Mark im Durchſchnitt verdient. Darin
ſind auch ſolche Perſonen einbezogen, die keinen Lohn
beziehen, ebenſo ſind Lehrlinge, Unausgebildete und
ſon=
ſtige geringer Gelohnte darin enthalten. 14 — 2 in
Darm=
ſtadt — Aufſichtsbeamte und 4 Rechnungsbeamte ſind im
Genoſſenſchaftsbezirk tätig. Für den Aufſichtsdienſt allein,
alſo für vorbeugende Maßnahmen zur Unfall=
Verhüt=
ung, hat die Genoſſenſchaft im Jahre 1912 56 200 Mark
aufgewandt.
Von 3529 gemeldeten Unfällen — die Sektion II hat
373 — kamen nur 527 zur Entſchädigung, bei der
Sek=
ſtion II 73. Davon entfallen 58 auf verſicherte
Unterneh=
mer und 469 auf verunglückte Arbeiter. Auf 1000
beſchäf=
tigte Perſonen kommen nur 6,19 Unfälle. In
vorzugs=
weiſe Weißbinder= und verwandten Berufen,
Betonbau=
betrieben, Zimmerei und ähnlichen Beſchäftigungen und
zuletzt erſt bei der Bedienung von
Holzbearbeitungs=
maſchinen paſſieren die meiſten Unfälle. 4026
Entſchä=
digungsfälle laufen bei der Genoſſenſchaft eben noch aus
früheren Jahren; davon ſind noch 22 Fälle aus dem
Jahre 1885/86 mit 16943,22 Mark Renten. Im ganzen
wurden im abgelaufenen Jahre 995954,29 Mark Unfall=
Entſchädigungen aufgewandt — 8920339 Mark entfallen
davon auf die hieſige Sektion II. Die ſeit dem Jahre
1885 im Amtsbezirk der Genoſſenſchaft bezahlten
Entſchä=
digungen betragen 4842935,47 Mark. In 480 Fällen iſt
die Berufsgenoſſenſchaft vor dem Beginn ihrer
Ver=
pflichtung eingeſprungen und hat dafür 11349,59 Mark
ausgegeben — die Sektion II wandte für 15 dieſer Fälle
nahezu 1500 Mark auf. Zu den Koſten des ehemaligen
Schiedsgerichts — nunmehr Ober=Verſicherungsamt — in
Darmſtadt, Mainz und Gießen ſteuerte die Genoſſenſchaft
allein 6716 Mark bei; im ganzen hatte ſie nahezu 25000
Mark für dieſen Zweck aufzubringen. Zur Deckung aller
dieſer Ausgaben, die ſich durch die verſchiedenen
Auf=
wendungen noch weſentlich erhöhen, hatten die
Genoſſen=
ſchafts=Mitglieder an Beiträgen 329875,13 Mark im
letz=
ten Jahre aufzubringen, da dem ſolventen
Unternehmer=
ſtande auch die uneinbringlichen Beiträge fallierter
Ge=
werbetreibenden mit zuſammen 25584 Mark zur Laſt
fielen. Es entfielen z. B. auf 1000 Mark Lohn,
ausgege=
ben im Maurerbetrieb im Bezirk der hieſigen Sektion,
13,81 Mark Beitrag, ein Betrag, der ſich bei Abbruch=
Ar=
beiten von Gebäuden ſogar auf 107,39 Mark ſtellte. Die
Rücklage (Reſervefonds), deren Höhe ebenfalls geſetzlich
genau feſtgelegt iſt, betrug am 31. Dezember 1912
3 738 450,11 Mark; ſie iſt mündelſicher anzulegen. Die
Ein=
forderung der Beiträge machte eine Verſendung von
46607 Anforderungen nötig 18923 Geldſendungen und
2095 Einzahlungen in bar bei der Genoſſenſchaftskaſſe
waren einzunehmen. Einer beſonderen Verwaltung
unterliegt nach dem oben genannten Bericht die
Auf=
bringung der Mittel zu den 65 Unfällen, die ſich durch
vorübergehendes Arbeiten ſonſt dem Arbeiterſtande
an=
gehörender Verletzten und bei Uebernahme von Arbeiten
durch dieſe einſtellten — Regiebaubetriebe. Die
Ge=
noſſenſchaft zählte im Jahre 1912 3127 Fälle dieſer Art,
bei denen 1463 443 Mark verdient wurden, die an
Prä=
mien 34 385,39 Mark einbrachten. Während in den
ſelb=
ſtändigen Gewerbebetrieben auf 1000 beſchäftigte
Perſo=
nen im Durchſchnitt nur 6,19 Unfälle kamen, paſſierten
41,91 auf die gleiche Anzahl Beſchäftigter, wenn dieſe auf
eigene Rechnung eine Bauarbeit übernahmen. Die
Unfall=
laſten betrugen hier 35620 Mark, von denen 3601 Mark
auf die hieſige Sektion II entfallen, — darin ſind allein
26 254 Mark an Renten für Verletzte enthalten. Seit dem
Jahre 1888 waren zuſammen für Aufwendungen in
ſol=
ichen Fällen nötig 187099,12 Mark. Auch hier wurden
durch die Genoſſenſchaft vor dem Beginn ihrer
Verpflicht=
ung ausgegeben 746,20 Mark, davon 252 Mark allein von
der hieſigen Sektion II. Der Reſervefonds betrug am
31. Dezember 1912 34022,97 Mark, der ebenfalls
mündel=
ſicher angelegt iſt.
Verband für Jugendfürforge.
St. Der Arbeitsausſchuß für die bewahrende
Jugend=
fürſorge hielt geſtern abend im Herrſchaftsſaal des
Städtiſchen Saalbaues eine Sitzung unter dem Vorſitz des
Profeſſors Kiſſinger ab, der als Vertreter der
Schulab=
teilung des Miniſteriums Geh. Oberſchulrat
Scheuer=
mann, ſowie Regierungsrat Gennes beiwohnten. Nach
Eröffnung der Sitzung und Begrüßung machte
Bürger=
meiſter Mueller die Mitteilung, daß die deutſche
Zientrale für Jugendfürſorge am 29. und 30.
September d. J. in Darmſtadt tagen wird. Die
Tag=
ung wird beſonders folgende Themata behandeln: 1. Schutz
der Familie vor trunkſüchtigen Vätern, 2.
Adoptionsver=
mittelungen und Ausnutzung der Kinder zu
Erwerbs=
zwecken, 3. Sozialhygieniſche Aufgaben der Aerzte im
Zu=
ſammenhang mit der geſamten Jugendfürſorge. — Damen
und Herren, die in der Fürſorgetätigkeit ſtehen, werden
gebeten, Referate oder Korreferate noch zu übernehmen
Es iſt, um die Tagung entſprechend vorzubereiten,
not=
wendig, ein Ortskomitee zu bilden, dem ſämtliche Vor=
ſtände der beteiligten Vereine beizutreten gebeten werden.
Die Tagung findet im Saalbau ſtatt und iſt mit
Beſichtig=
ungen, Ausflügen uſw. verbunden. Zur gleichen Zeit,
d. h. im Anſchluß an die Tagung der deutſchen Zentrale
wird auch der Verband deutſcher Kinderhorte
ſeine Tagung in Darmſtadt abhalten. Auch hierfür ſoll
ein Ortskomitee gebildet werden, dem die Damen und
Herren, die in der Hortbewegung ſtehen, beitreten ſollen.
Die Herrſchaften werden um rege Mitarbeit bei der
Vor=
bereitung der Tagungen gebeten.
Hiernach hielt Lehrer Heinr. Schäfer, Leiter der
hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule Darmſtadt, einen
Vortrag über
„Aufgabe und Einrichtung der
obligatori=
ſchen Mädchenfortbildungsſchule‟.
Der Vortrag gipfelte in folgenden Leitſätzen:
I. Aufgabe der
Mädchenfortbildungs=
ſchule: Die Mädchenfortbildungsſchule ſoll die
ſchulent=
laſſene weibliche Jugend durch Belehrung, Beiſpiel und
Uebung für die Aufgaben des bürgerlichen Lebens
be=
fähigen und ihr eine treue Beraterin und Führerin in den
Uebergangsjahren von der Schule ins Leben ſein.
II. Einrichtung der
Mädchenfortbild=
ungsſchule: Die Mädchenfortbildungsſchule kann dieſe
Aufgabe nur dann erfüllen, wenn für die Schülerinnen,
ſo=
weit das nötig iſt, beſondere Berufsklaſſen gebildet
wer=
den. Für ſtädtiſche Verhältniſſe ſind folgende Klaſſen mit
dreijähriger Schulpflicht bei ſechs Wochenſtunden durch
jährlich 30 Wochen, die in die Zeit vom 1. Oktober bis
30. Juni zu verlegen ſind, zu bilden: 1.
Hauswirtſchaft=
liche Fortbildungsſchulklaſſen: a) für Haustöchter,
Dienſt=
boten und Laufmädchen, b) für ungelernte gewerbliche
Ar=
beiterinnen. 2. Kaufmänniſche Fortbildungsſchulklaſſen:
a) für Kontoriſtinnen, b) für Verkäuferinnen. 3.
Gewerb=
liche Fortbildungsſchulklaſſen. — Für die
Landbevöl=
kerung ſind Schulen mit ebenfalls dreijähriger
Schul=
pflicht bei ſechs wöchentlichen Unterrichtsſtunden durch
jährlich 20 Wochen zu ſchaffen, die den örtlichen
Verhält=
niſſen Rechnung tragen. Unterricht in Hauswirtſchaft iſt
in allen Klaſſen zu erteilen.
Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall
aufgenom=
men. Der Vorſitzende ſprach dem Redner Dank aus und
eröffnete eine
Diskuſſion.
Frl. Pfnorr vertrat die Anſicht, daß in dem
vorge=
legten Plan die Ausbildung der Mädchen für das
Er=
werbsleben nicht genügend betont wird. Es ſei
notwen=
dig, daß die Mädchen genau ſo gut ausgebildet werden,
wie die jungen Männer, dann würden auch die Klagen
über Lohndrückerei durch die weiblichen Arbeitskräfte
ver=
ſchwinden. Die dreijährige Ausbildung ſei alſo nicht
ausreichend, es müſſe ein viertes Jahr, der
Haushaltungs=
ausbildung gewidmet, hinzutreten. Der Vorſitzende hält
das zwar auch für wünſchenswert, doch dürfte das praktiſch
nicht durchzuführen ſein, da im Landtage wohl
Gegner=
ſchaft erſtehen werde. — Frl. Schweisgut iſt mit dem
Vortragenden der Ueberzeugung, daß die
hauswirtſchaft=
liche Ausbildung notwendig iſt, beſonders auch für
unge=
lernte Arbeiterinnen. Notwendig hält ſie aber die
Hinzu=
fügung einer weiteren Stunde für Deutſch oder Leſen,
die unerläßlich iſt zur Gemütsbildung und ſittlichen
Er=
ziehung. Richtig ſei, daß es Schwierigkeiten geben wird
aber die muß man überwinden. Weiter vermißt Rednerin
in dem Vorſchlag des Referenten Säuglings= Kinder= und
Krankenpflege. Der Unterricht müſſe auf mindeſtens 30
Wochen im Jahr ausgedehnt werden. Der
hauswirtſchaft=
liche Unterricht müſſe der Erwerbsausbildung
voran=
gehen. — Hauptlehrer Löſch ſtimmt den Forderungen
der beiden Damen wohl zu, hält es jedoch praktiſch für
richtig, den Forderungen des Referenten zuzuſtimmen.
Wenn man das einmal erreicht hat, ſo ſei das ſchon ein
gewaltiger Fortſchritt. Später könne auf dieſem
Er=
reichten dann weitergebaut werden. Lehrer Krapp
ſpricht ſich in ähnlichem Sinne aus. Die Ausführungen
des Referenten ſind auf praktiſche Erfahrungen
gegrün=
det. Es iſt notwendig, erſt einmal den Boden zu bereiten,
Forderungen aufzuſtellen, die kaum zu verwirklichen ſind,
ſei zwecklos. — Frl. Schweisgut bittet nochmals nicht
die Ausbildung des Gemütes zu vernachläſſigen und dazu
eine Stunde Geſinnungsunterricht hinzuzunehmen. — Der
Vorſitzende bittet nochmals, vorerſt mit Erreichbarem zu
rechnen. — Frl. Joſt=Eberſtadt hält den Beginn des
Unterrichts im November auf dem Lande für zu ſpät, da
das Einkochen und Einmachen unbedingt in den
Unter=
richt einbezogen werden muß und die Früchte dazu im
Oktober vorhanden ſind. — Lehrer Herbſt bittet
eben=
falls, ſich mit dem vom Referenten Geforderten zu
be=
gnügen. Wenn man das in 10—15 Jahren erreicht hat,
könne man ſehr zufrieden ſein. — Hauptlehrer K.
Schä=
fer meint, auch wenn die Erwerbsausbildung der
Mäd=
chen ausgedehnt wird, können die Mädchen nicht ohne
wei=
teres mit den Männern konkurrieren. Die beſſere
Aus=
bildung der jungen Männer beruht meiſtens auf
ausge=
dehnter freiwilliger Weiterausbildung, für die die Eltern
erfahrungsgemäß viel lieber für die Söhne Opfer bringen
als für die Töchter. — In einem Schlußwort betonte der
Referent H. Schäfer nöchmals, daß er ſich
darauf beſchränkt habe, zu fordern, was er für erreichbar
hielt. Den Haushaltsunterricht vorherzulegen, hält er für
verfehlt, da die beſten Erfolge im 17. und 18. Lebensjahr
erzielt werden.
Geheimerat Dr. Scheuermann möchte ſeinen Dank
ausſprechen für die Begrüßung und für die der
Schul=
abteilung ausgeſprochene Anerkennung. Die vielen
gege=
benen Anregungen werden in der Schulabteilung nach
Möglichkeit verwertet werden. Daß es ſehr leicht ſein
wird, den Fortbildungsunterricht für Mädchen
einzu=
führen, glaubt man auch in der Schulabteilung nicht. Es
ſtehen der Pflichtfortbildungsſchule gar zu große
Schwie=
rigkeiten im Wege, zumal wenn man in Heſſen den
An=
fang macht und die Nachbarſtaaten noch nicht mitmachen.
Jedenfalls aber wo ein Wille iſt, iſt auch ein Weg, und
ſo iſt zu hoffen, daß die Wünſche doch noch zum Ziele
führen werden. (Lebh. Bravo.)
Darauf wird die Verſammlung geſchloſſen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 30. Juni. Haus und Tribünen ſind ſehr
gut beſucht. Vizepräſident Paaſche eröffnet die Sitzung
um 12 Uhr 20 Minuten. Erſter Punkt der Tagesordnung
iſt die erſte Beratung des von freiſinniger Seite
eingebrach=
ten Geſetzentwurfs, betreffend
Abänderung des Militärſtrafgeſetzbuches.
Hiernach ſollen einige Punkte des
Militärſtrafgeſetz=
buches dahin geändert werden, daß, wenn mildernde
Um=
ſtände vorhanden ſind, für Zuchthausſtrafe Gefängnisſtrafe
eintritt. Der Entwurf wird ohne Debatte in erſter
Leſung angenommen. Es folgt ſofort die zweite
Leſung. — Reichskanzler v. Bethmann Hollweg:
Meine Herren! Ich kann aus natürlichen Gründen im
gegenwärtigen Augenblick nicht im Namen der
verbünde=
ten Regierungen ſprechen. Ich für meine Perſon erkenne
an, daß es wünſchenswert iſt, für eine Anzahl militäriſcher
Delikte mildernde Umſtände zuzulaſſen. (Bravo.) Ich
werde deshalb, falls der geſtellte Antrag vom Reichstag
angenommen wird, im Bundesrat für ihn eintreten.
(Bravo.) Der Antrag wird in zweiter Leſung
angenom=
men. Auf Antrag Baſſermann wird ſofort in die dritte
Leſung eingetreten. — Abg. Haaſe (Soz.): Dies iſt
der erſte Anfang für die notwendige Reform des
Militär=
ſtrafrechts. Wir wollen, daß dieſe Beſſerung ſofort
ein=
tritt, damit ſie den ſo hart Betroffenen in Erfurt bei der
Reviſion ſchon zugute kommen kann und ſtimmen der
Vor=
lage zu. — Abg. v. Brockhauſen (konſ.): Wir haben
mehrfach anerkannt, daß eine Reform des Strafgeſetzbuches
berechtigt ſei. Wir legen aber Verwahrung dagegen ein,
daß Geſetze von ſolcher Tragweite beim Zuſtandekommen
der Heeresvorlage vom Bundesrat gefordert und ſonſt auch
derartige geſetzgeberiſche Maßnahmen übers Knie
gebro=
chen werden. Sachlich ſtimmt die Mehrzahl meiner
Partei=
freunde zu. ohne jedoch eine Präjudiz zu ſchaffen. — Abg.
Schultz=Bromberg (Reichspt.): Wir bedauern den
Ent=
wurf. jedoch ſtimmen wir der Vorlage zu. — Abg. Spahn
(Zentr.) ſtimmt gleichfalls dem Entwurf zu. — Die
Ab=
geordneten Junck (natl.) und Waldſtein (Fortſchr. Volkspt.)
verzichten aufs Wort. Der Entwurf wird in dritter
Leſung faſt einſtimmig angenommen. Nur
die konſervativen Abgeordneten Kreth und v. Böhlendorff=
Kölplin bleiben ſitzen.
Es folgt die
dritte Beratung der Wehrvorlage.
Zunächſt wird über die konſervativen und
national=
liberalen Anträge, Vermehrung der
Kavallerie=
regimenter auf ſechs ſtatt drei nach den bisherigen
Beſchlüſſen abgeſtimmt. Die Anträge werden mit den
Stimmen der Rechtsparteien, des Zentrums und der
Na=
tionalliberalen angenommen. (Lebhaftes, wiederholtes
Bravo. Der Reichskanzler und der Kriegsminiſter
ver=
neigen ſich dankend.) Die Wehrvorlage ſelber wird
dann ohne Debatte gegen die Stimmen der
Sozialdemo=
kraten. Polen und Elſäſſer angenommen. (Lebhafter,
andauernder Beifall.)
Die durch die Wehrvorlage erforderlichen
Nach=
tragsetats werden in dritter Leſung debattelos
erledigt.
Hierauf folgt die
dritte Beratung des Geſetzentwurfs, betreffend
Aenderun=
gen im Finanzweſen.
In der Generaldebatte führt Abgeordneter Haaſe
(Soz.) aus: Die Mehrheit des Hauſes hat eine
völlig unbegründete Heeresverſtärkung beſchloſſen. Wir
haben den Nachweis erbracht, daß die Vorlage nicht dazu
angetan iſt, das Land vor Kriegsgefahr zu ſchützen und
den Frieden zwiſchen den Kulturvölkern zu ſichern. Die
Wehrvorlage iſt erledigt. Wir ſtehen jetzt vor der Frage:
Wer ſoll die Koſten tragen? Wir haben ſtets gefordert,
daß nicht den Beſitzloſen dieſe Steuern aufgebürdet
wer=
den. Dabei erfüllt uns der Wehrbeitrag und die
Beſitz=
ſteuer trotz aller Mängel mit Genugtuung. Iſt doch
ver=
mieden worden, daß auf dem Umweg über die
Einzelland=
tage mit ihrem ſchlechten Wahlrecht wieder die
Minder=
bemittelten belaſtet werden. Dieſen Steuern ſtimmen wir
zu: dabei gehen wir von der Ueberzeugung aus, daß die
Rüſtungstreibereien etwas abgekühlt werden. — Abg.
Waldſtein=Sachſen (Fortſchr. Volkspt.) begründet zu
§ 3 einen Kompromißantrag, wonach Grundſtückshändler
von der Steuerfreiheit beim Zuwachsſteuergeſetz
ausge=
nommen ſein ſollen. Der Antrag wird angenommen.
Fer=
ner wird ein Kompromißantrag, wonach den
Bundes=
ſtaaten ſtatt bisher 25 Prozent der Erbſchaftsſteuer nur
noch 20 Prozent zufallen ſollen, trotz einiger Bedenken des
Reichsſchatzſekretärs Kühn und gegen den Widerſpruch des
Grafen Weſtarp nach unweſentlicher Debatte angenommen.
Die Geſamtabſtimmung wird zurückgeſtellt.
Es folgt die
dritte Beratung des Beſitzſteuergeſetzes.
Abg. Graf Weſtarp (konſ.): Trotz unſeres Wunſches,
mit der Mehrheit des Hauſes in der Deckungsfrage
zu=
ſammengehen zu können, iſt es uns nicht möglich, den
Weg dieſes Vermögenszuwachsſteuergeſetzes zu betreten,
gegen das wir verfaſſungs= und ſtaatsrechtliche Bedenken
haben. Das Geſetz enthält eine Vermögens= Einkommen=
und eine Erbſchaftsſteuer. Es greift in das Finanzgebiet
der Einzelſtaaten materiell ein. Es wird den
Einzelſtaa=
ten erſchwert, ihre Kulturaufgaben zu erfüllen. (Zuruf:
Preußen!) Vor allen Dingen werden den Gemeinden die
Mittel entzogen und in der Gemeindebeſteuerung werden
ſich die ſchlimmen Folgen beſonders zeigen. Bei der
Re=
gierungsvorlage wäre es den Einzelſtaaten möglich
ge=
blieben, ihr Finanzſnſtem ihren Bedürfniſſen entſprechend
auszubauen. Deshalb rührt die Vorlage an der
Reichs=
verfaſſung. an der Selbſtändigkeit der Bundesſtaaten. Wir
können einem ſolchen Geſetz niemals zuſtimmen. Neben
dieſen ſtaatsrechtlichen Bedenken haben wir auch ſonſtige
Bedenken. So halten wir eine Beſteuerung der Erſparniſſe,
der Betriebsverbeſſerungen und des Kindeserbes für
un=
möglich. Mit ganz vereinzelten Ausnahmen (Hört! hört!)
werden wir die Beſitzſteuer ablehnen. Wir waren und
ſind bereit, der Regierungsvorlage zuzuſtimmen und
da=
mit die Laſten dem Beſitz aufzuerlegen. Bei feſter und
geſchickter Vertretung wären auch die Vertreter der
Regie=
rung (Hört! hört!) in der Lage geweſen, für die
Regie=
rungsvorlage eine Einigung der bürgerlichen Parteien
herbeizuführen. Dieſe Deckung lehnen wir ab — Abg.
Schultz=Bromberg (Reichspt.): Für uns heißt es auch
heute noch: Ohne Deckung keine Ausgabe. Wir können
kei=
nen Bau ohne Fundament aufführen. Meine Partei und
Freiherr Heyl zu Herrnsheim ſtimmen der jetzigen
Vor=
lage deshalb zu. (Heiterkeit und Bravo.)
Die Abſtimmung erfolgt ſpäter, ſie wird namentlich
ſein. Zu § 24 (Steuerſätze) beantragt Ledebour (Soz.)
die Einfügung eines § 24a. Die in § 24 feſtgeſetzten
Steuer=
ſätze gelten als normaler Steuerſatz, bei Feſtſtellung des
Etats iſt alljährlich, alſo erſtmals zum 1. April 1917, zu
beſtimmen, welcher Prozentſatz der normalen Steuerſätze
für das beginnende Finanzjahr erhoben werden ſoll. —
Reichsſchatzſekretär Kühn: Ich bitte, dem Antraa nicht
zuzuſtimmen. — Abg. Fiſchbeck (Fortſchr. Volkspt.):
Wir ſind zwar prinzipiell für den Antrag. im
gegenwär=
tigen Moment ſcheint er aber nicht zweckmäßig. — Der
An=
trag wird abgelehnt. Die Sozialdemokraten beantragen
ferner, bei der Feſtſtellung des Ertrages den Wert eines
Jagd= oder Fiſchereirechtes zu berückſichtigen. Der
An=
trag wird abgelehnt. Die Abſtimmung über den bei § 43
in zweiter Leſung zugefügten Abſatz, betreffend die
geſetz=
liche Feſtſtellung der Beſteuerung der
Bundes=
fürſten ſoll auf Antrag der Sozialdemokraten eine
na=
mentliche ſein. — Reichskaneler v. Bethmann
Holl=
weg: Ich möchte wiederholt den Reichstag dringend
bit=
ten, dieſen Paragraphen im Intereſſe des Zuſtandekommens
des Geſetzes abzulehnen. (Hört! hört! und Bewegung.)
— Abg. Dr. Junck (natl.): Entſprechend unſerer Haltung
Nummer 151.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Seite 13.
in der Kommiſſion, ſtimmen wir nach der eben gehörten
Erklärung gegen den Paragraphen. Wir tun dies, um
nicht an einem Teil des nationalen Werkes, das ſo große
Anforderungen an den Opferſinn des deutſchen Volkes
ſtellt, an dieſer Frage ſcheitern zu laſſen. (Heiterkeit.) Wir
bringen dabei aber nicht zum Ausdruck, daß die deutſchen
Bundesfürſten der Steuerpflicht unterliegen. Wir
über=
laſſen die Entſcheidung der Praxis. — Abg. Behrens
(Wirtſch. Vgg.): Um Schwierigkeiten vorzubeugen, und
um die Frage zu regeln, haben wir eine dahingehende
Re=
ſolution eingebracht. Den Abſatz ſelber werden wir
ab=
lehnen. — Die Abgg. Haaſe (Soz.) und David (Soz.)
bitten, es bei den Beſchlüſſen der zweiten Leſung zu
be=
laſſen. Die Abſtimmung über den Abſatz, der die
geſetz=
liche Feſtlegung der Steuerpflicht der Bundesfürſten
be=
trifft, iſt namentlich. Für den Abſatz ſtimmen 169, dagegen
195, 8 enthalten ſich der Stimme. Der Abſatz iſt ſomit
ge=
ſtrichen. Der Reſt des Beſitzſteuergeſetzes wird ohne
De=
batte angenommen. Die Reſolution der Wirtſchaftlichen
Vereinigung auf geſetzliche Regelung der Steuerpflicht der
Bundesfürſten wird abgelehnt. Der einmalige
außer=
ordentliche Wehrbeitrag, das Reichsſtempelgeſetz, werden
angenommen, unter Wiederherſtellung der
Regierungsvor=
lage, die Stempelſteuer für Feuerverſicherungspolicen
be=
treffend Es folgt als letzter Punkt der Tagesordnung
die Geſamtabſtimmung. In einfacher Abſtimmung
wird gegen die Stimmen der Polen und Elſäſſer der
ein=
malige außerordentliche Wehrbeitrag definitiv
an=
genommen, ebenſo gegen die Stimmen der
Sozial=
demokraten, Polen, Elſäſſer und Welfen das Geſetz über
Aenderungen im Finanzweſen. Ueber das Beſitzſteuergeſetz
wurde namentlich abgeſtimmt. Von 372 Abgeordneten
ſtimmen 280 für und 63 gegen das Geſetz, 29 enthalten ſich
der Stimme. Das Geſetz iſt ſomit angenommen. (Bravo.)
Schließlich wird das Geſetz wegen Aenderung des
Reichs=
ſtempelgeſetzes in einfacher Abſtimmung angenommen.
Das Haus erledigte ſodann noch einige Petitionen,
womit die Tagesordnung erſchöpft iſt.
Präſident Dr. Kaempf (die Sozialdemokraten
ver=
laſſen den Saal): Wir ſind am Schluſſe eines
Sitzungs=
abſchnittes, der in der Geſchichte des Reichstages als eine
der denkwürdigſten bezeichnet werden kann. Wenn ein
Ausweg aus den Schwierigkeiten gefunden iſt, ſo
verdan=
ken wir dies dem beſten Willen, einer des Deutſchen
Rei=
ches würdig geſtellten Aufgabe gerecht zu werden.
Unge=
wöhnlich groß, durchaus an die Grenzen der
Leiſtungs=
fähigkeit gehend, waren die Anforderungen. Der
Reichs=
tag hat die Geſetze nicht nur ausgeſtaltet, er hat ſich auch
an der Geſetzgebung beteiligt mit einer planvollen
Initia=
tive. Wie kaum je zuvor haben Opfer, die für das ganze
Deutſche Reich gebracht werden müſſen, die Gemüter ſo
ſehr bewegt. Daß der Abſchluß des großen Werkes erfolgt
iſt, kann uns mit dem Bewußtſein der großen Kraft des
geeinigten Deutſchlands erfüllen, und es iſt geeignet, das
Gefühl der ſicheren Ruhe zu ſtärken, das für das Gedeihen
und die Entwickelung des Reiches unerläßlich iſt. (
Bei=
fall.)
Abg. Baſſermann (natl.) dankt dem Präſidenten
herzlich für die wohlwollende und geſchickte
Geſchäfts=
führung. — Präſident Dr. Kaempf: Ich danke für
die=
ſen Beweis für die Führung meiner Präſidentſchaft,
übertrage dieſen Dank an die Herren Vizepräſidenten und
die Schriftführer, ſowie ſämtlichen Beamten, an deren
Leiſtungsfähigkeit große Anforderungen geſtellt worden
ſind.
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Meine
Herren! Laſſen Sie mich im Anſchluß an die Worte Ihres
Herrn Präſidenten auch meinerſeits die Ueberzeugung
aus=
ſprechen, daß, dank der gemeinſamen Arbeit der
verbün=
deten Regierungen und des Reichstages, ein großes Werk
getan iſt. Es wird wohl keiner unter uns ſein, der nicht
in dem ganzen Geſetz den einen oder anderen Wunſch hätte
Auch draußen im Lande wird man manches daran
auszu=
ſetzen haben, wie die neuen Laſten verteilt worden ſind
Aber trotz aller Mängel einzelner Teile des wichtigen
Ge=
ſetzes, wird das Ganze der Nation zum Heile dienen und
die großen und ſchweren Opfer, die ſie jedem einzelnen
bringen, werden gewiß gern getragen für die höchſten
Güter der Nation. Dienen ſie doch dazu, den Frieden
zu ſichern, mit der geſamten waffenfähigen Mannſchaft
Deutſchlands, die eine feſte Schutzwehr bildet. (Beifall.)
In der Betätigung des feſten Entſchluſſes, für die
Sicher=
heit des Reiches Gut und Blut herzugeben, wenn es ſich
darum handelt, Handel und Wandel zu ſchützen, und, was
Gott verhüten möge, wenn es ſein müßte, in kriegeriſcher
Abwehr die Zukunft unſeres Vaterlandes zu ſichern,
wol=
len wir feſten Blickes in die Zukunft ſchauen. Ich habe
nunmehr eine kaiſerliche Anordnung mitzuteilen (die Polen
verlaſſen den Saal). Der Reichskanzler verlieſt die
Bot=
ſchaft, durch die der Reichstag bis zum 20. November
vertagt wird. Der Präſident bringt ein dreifaches Hoch
auf den Kaiſer aus. — Schluß ¾3 Uhr.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 30. Juni 1913. Auftrieb durch Händler 92
Schweine, Auftrieb durch die Bezugsvereinigung 72
Schweine. Preis 1. Qual. ausgeſuchte Ware (
Schlacht=
gewicht 50 Kg.): 75 Mk., 2. Qual. 74 Mk., 3. Qual 73 Mk.
Marktverlauf: rege, wenig Ueberſtände.
— Frankfurt a. M., 30. Juni.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) 1. Rinder: a) vollfleiſchige,
ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes im Alter von 4 bis
7 Jahren Lebendgewicht 50—55 Mk. (Schlachtgewicht 90
bis 95 Mk.), b) junge fleiſchige, nicht ausgemäſtete und
ältere ausgemäſtete 46—49 Mk. (83—89 Mk.), e) mäßig
genährte junge, gut genährte ältere 40—45 Mk. (74—83
Mark). Bullen: a) vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten
Schlachtwertes 50—52 Mk. (83—86 Mk.), b) vollfleiſchige,
jüngere 45—48 Mk. (78—83 Mk.). Färſen und Kühe
a) vollfleiſchige ausgemäſtete Färſen höchſten
Schlacht=
wertes 48—52 Mk. (86—93 Mk.), b) vollfleiſchige,
ausge=
mäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren
46—49 Mk. (86—88 Mk.), e) 1. wenig gut entwickelte
Fär=
ſen 41—45 Mk. (79—87 Mk.), 2. ältere, ausgemäſtete Kühe
und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40—45 Mk. (74
bis 84 Mk.), d) mäßig genährte Kühe und Färſen 32
bis 39 Mk. (64—78 Mk.), e) gering genährte Kühe und
Färſen 27—30 Mk. (61—67 Mk.). Kälber: a) Dopellender
feinſter Maſt —, — Mk. (—,— Mk.), b) feinſte Maſtkälber
— — Mk. (—.— Mk.), e) mittlere Maſt= und beſte
Saug=
kälber 58—62 Mk. (98—105 Mk.), d) geringe Maſt= und
gute Saugkälber 54—57 Mk. (92—97 Mk.), e) geringe
Saugkälber — — Mk. (— — Mk.). Schafe: a) Maſtlämmer
und Maſthämmel 47 Mk. (98 Mk.). Schweine: a)
voll=
fleiſchige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm (160 bis
200 Pfund) Lebendgewicht 57—59 Mk. (Schlachtgewicht
73—75 Mk.), b) vollfleiſchige Schweine unter 80
Kilo=
gramm (160 Pfund) 57—59 Mk., (73—75 Mk.), e)
voll=
fleiſchige von 100 bis 120 Kilogramm (200—240 Pfund)
57—59 Mk. (73—75 Mk.), d) vollfleiſchige von 120 bis
150 Kilogramm (240—300 Pfund) 57—59 Mk. (73 bis=
75 Mk.). Auftrieb: Rinder 1564 Stück, darunter Ochſen
612, Bullen 78, Färſen und Kühe 874, Freſſer 00, Kälber
301, Schafe 94, Schweine 2259. Marktverlauf: Schweine
rege, ſonſt gedrückt, Rinder nur Ueberſtand.
Literariſches.
— Handbuch der Kunſtwiſſenſchaft,
heraus=
gegeben von Privatdozent Dr. Fritz Burger=München,
unter Mitwirkung der Univerſitäts=Profeſſoren Dr. Dr.
Curtius=Erlangen, Egger=Graz, Hartmann=Straßburg,
Neuwirth=Wien, Pinder=Darmſtadt, Singer=Dresden, Graf
Vitzthum v. Eckſtädt=Kiel, Wackernagel=Leipzig, Weeſe=
Ber=
lin. Willich=München, Wulff=Berlin, Privatdozent Dr.
Herzfeld=Berlin, Oberbibliothekar Dr. Leidinger=München
und anderer Univerſitätslehrer und Muſeumsdirektoren.
Mit ca. 2000 Textabbildungen und Vierfarbendrucken uſw.
Lieferung 3: Wulff, Altcheiſtliche und byzantiniſche Kunſt,
Mtee
S
Heft 1. Verlag der Akademiſchen Verlagsgeſellſchaft
Ber=
lin=Neubabelsberg. Auch aus dieſer herrlich ausgeſtatteten
Lieferung ſehen wir, daß es ſich hier um ein in großartigen
Zügen angelegtes Werk handelt. Zu den ungemein
in=
tereſſant geſchriebenen, anſchaulichen und gründlichen
Dar=
ſtellungen, die dem neueſten Stand der Kunſtgeſchichte
ent=
ſprechen, bietet das prachtvolle und ſeltene
Illuſtrations=
material eine wertvolle Ergänzung. In der Tat iſt das
Buch ein Kunſtwerk, das nach der geſamten Anlage eine
Erſcheinung von monumentaler Bedeutung genannt zu
werden verdient. In dieſem Handbuch werden durch eine
faſt unerſchöpfliche Fülle hervorragender, unerreicht
da=
ſtehender Abbildungen, die infolge ihrer ausgezeichneten
künſtleriſchen Ausführung und vollendeten techniſchen
Re=
produktion überraſchen, alle bedeutenden Werke der Mal=,
Bildhauer= und Baukunſt aller Zeiten und aller Länder
vor Augen geführt; alles, was ſeit dem Alterkum an
bild=
neriſchen Schöpfungen hervorgebracht iſt, paſſiert hier
Re=
vue. Die künſtleriſche Pracht des Buches iſt erſtaunlich.
— Mathematiſche Bibliothek.
Gemein=
verſtändliche Darſtellungen aus der Elementar=
Mathema=
tik für Schule und Leben, herausgegeben von Dr. W.
Lietzmann und Dr. A. Witting. V. H. E. Timerding, Die
Fallgeſetze; VIII. P. Meth, Theorie der
Planetenbewe=
gung; IX. A. Witting, Einleitung in die
Infinitialrech=
nung. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin.
Es liegen uns aus der von Lietzmann und Witting in
B. G. Teubners Verlag herausgegebenen Mathematiſchen
Bibliothek drei Bändchen vor, die eine gewiſſe innere
Verwandtſchaft miteinander zeigen. In dem Bändchen
über die Fallgeſetze ſtellt ſich der Verfaſſer, Dr. Timerding,
die Aufgabe, eine der wichtigſten Anwendungen der
Ma=
thematik in elementarer Darlegung ſo vollſtändig wie
mög=
lich zu erläutern. Das Bändchen von Dr. Paul Meth,
„Theorie der Planetenbewegung” geht von der
elemen=
taren Methode aus, die Möbius 1843 in ſeiner „Mechanik
des Himmels” verwendet. Außer 17 Figuren im Text
iſt noch auf einer Tafel der Verlauf der Reduktion auf dem
Aequator, der Mittelpunktsgleichung und der Zeitgleichung
zuſammen graphiſch dargeſtellt. Das zuletzt erſchienene
Bändchen des einen Herausgebers A. Witting „Einführung
in die Infiniteſimalrechnung” bringt beinahe im
Plauder=
ton die Grundbegriffe der Differential= und
Integral=
rechnung in eindringlicher Weiſe zur Darſtellung. Das
Bändchen enthält 130 Beiſpiele und Aufgaben und 40
Fi=
guren; außerdem ſind die Bilder von Leibniz und.
New=
ton beigegeben.
— Eine einzigartige Erinnerungsgabe an die große
Zeit von 1813 bietet der Verlag Georg Merſeburg in
Leip=
zig dem deutſchen Volke dar, indem er 40 der
denkwürdig=
ſten Zeugniſſe aus dem Befreiungsjahr — darunter Unika
und Stücke von höchſter Seltenheit — in genauer Wiedergabe
vereinigt. Der Titel lautet: „Urkunden der
deut=
ſchen Erhebung” Originalwiedergabe in
Fakſimile=
drucken der wichtigſten Aufrufe, Erlaſſe, Flugſchriften,
Lie=
der und Zeitungsnummern. Als Ergänzung aller
Erin=
nerungsſchriften herausgegeben von Dr. Friedrich Schulze.
Jubiläumspreis 3,80 Mark in Mappe ſpäter 6 Mk. Gleich
an der Spitze ſteht ein weltbekanntes, aber noch niemals
reproduziertes Dokument: die Konvention von Tauroggen.
Es folgen die wuchtigen Schriften E. M. Arndts aus den
Königsberger Tagen; weiterhin die großen, politiſch
be=
deutſamen Kundgebungen der Märztage. Kutuſoffs
Auf=
ruf an die Deutſchen, Blüchers und Wittgenſteins erſte
Proklamationen, dann die ſpäteren Schwarzenbergs,
Ber=
nadottes u. a. m. Schlachtenberichte, Extrablätter geben
ein anſchauliches Bild vom Gang der Kriegsereigniſſe.
Erleſene poetiſche Denkmale: Körners drei deutſche
Ge=
dichte, die Erſtausgabe von Leier und Schwert, der
Erſt=
druck von Kleiſts Germania, ein Kriegslied von Zacharigs
Werner runden dieſe Auswahl von Seltenheiten zu einem
höchſt eindrucksvollen Ganzen. Der Leſer bekommt alle
dieſe Blätter und Broſchüren in einer Form in die Hände,
wie ſie vor 100 Jahren verbreitet waren, mit einem
ſach=
verſtändigen Begleitwort des Herausgebers.
H
S
Verlangen Sie überall ausdrücklich
das Fabrikat der Wolfram-Lampen
Ak-
liengesellschaft, Augsburg.
Vertretung und Lager für
Wieder-
verkäufer: Allgemein Elektro- u.
Ma-
schinentechn. Vertrieb Louis
Geiers-
höfer, G. m. b. H., Frankfurt a. M., Neue
Mainzerstrasse 14.
(IV,12927,27
Kurſe vom 30. Inni 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,40
do.
3
4 Preuß. Schatzanweifg. 98,40
84,50
3½ do. Conſols
74,60
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
91,20
do.
3½
80,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,50
83,00
do.
3½
74,40
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 97,50
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,50
4 do. do. (unk. 1918) 96,50
do.
83,20
3½
do.
72,50
3 Sächſiſche Rente.
75,50
4 Württemberg unk. 1921 98,20
do. v. 1900 94,10
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 55,50
4 Italiener Rente 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,60
4 do. Goldrente . . . 86,90
4 do. einheitl. Rente 81,70
3 Portug. unif. Serie I 63,20
3 do. unif. Ser. III 65,20
3 do. Spezial . . . . 9,65
5 Rumänier v. 1903
4. do. v. 1890
4 do. v. 1905 . . 86,5
4 Ruſſen v. 1880 . .
86,50
4 do. v. 1902 .
88,90
4½ do. v. 1905 .
99,60
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 77,00
4 Türk. Admin. v. 1903 73,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 83,20
4 do. Staatsrente. . . 81,30
Zi.
In Brez.
5 Argentinier . . . . . . 98,50
80,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 87,30
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,00
4½
89,80
do.
89,50
4½ Japaner . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 76,20
3
50,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 75,00
5 Gold=Merikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 138½
7 Nordd. Lloyd . . . . . 118,00
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,30
6 Baltimore und Ohio . 93,50
6 Schantungbahn . . . . 122,10
8 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomh.) 255
6 Pennſylvania R. R. . 109,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 62,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 539,75
14 Chem. Fabrik
Griez=
heim
.232,00
30 Farbwerke Höhſt . . 598,25
20 Verein chem. Fabrike:
Mannheim . . . . 327,00
10 Cement Heidelberg . . 138,00
30 Chem. Werke Albert 425,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 334,00
5 Lahmeyer. . . .
In Proz
Lioid
8 Schuchert, Nürnberg 144,77
12 Siemens & Halske 211½
5 Bergmann Electr. . . 122,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 161,00
0 Gummi Peter . . . . 59,75
0 Kunſtſeide Frankfurt 59,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 412,7
9 Maſchinenf. Badenia 133,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 148,50
15 Zellſtoff Waldhof . 223,25
12,83 Bad. Zucker=Wag=
.. . . 205,00
häuſel.
O Neue Boden=A. A.=Beſ. 74,00
0 Südd. Immobilien 50,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 165,10
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 213,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 149,60
10 Gelſenkirchener . . . . 178,50
9 Harpener
. . . 185,80
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 246,60
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
75,00
6 Laurahütte
. . . 160,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 143,00
Weſteregeln 177,25
13
7½ South Weſt Africa 111,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 71,90
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,00
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,10
72,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,70
do.
4
In Proz,
2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,20
74,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 83,70
4½ Moskau=Kaſan . . . 92,60
do.
4 Wladichawchas . . . . 84,25
4 Rjäſan Koslow . . .
71,50
3 Portugieſ. Eiſenb.
do.
84,50
4½
2¼10 Livorneſer . . . . 67,10
3 Salonique=Monaſtir . 61,50
4 Baadadbahn .
79,25
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 92,30
4 Miſſouri=Paciſie. . .
4 Northern=Paciſie . . . 95,00
4 Southern=Paciſie
87,50
5 St. Louis und San
Francisco. . . . .
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,50
7½ Bergiſch =Märkiſche
Bahn . . . . . . .143,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. .156,10
6½ Darmſtädter Bank 114,00
12½ Deutſche Bank .241,10
6 Deutſche Vereinsbank . 114,90
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,40
10 Diskonto=Kommandit 179,50
8½ Dresdener Bank 145,50
10 Frankf. Hypoth.=B. 205,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 113,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
.131,50
6,95 Reichsbank
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . 109,50
7½ Wiener Bankverein . 129,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
95,40
S. 21. . . .
In Proz.
Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
65,50
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 ..
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00 3½ do.
3½
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,60 Verzinsliche
85,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,.90
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
96,9
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
85,00
S. 1 u. 2, 6—
S. 3—
84,80
S. 9—11
84,90
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
½
84,40
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . 95,00
3½ do. (unk. 1914) . . 83,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,90
do.
3½
85,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt.
. 96,70
3½ do.
96,70
4 Gießen
84,20
3½ do.
94,00
4 Heidelberg
84,70
3½
do.
96,00
4 Karlsruhe
do.
Magdeburg.
3½
do.
4 Mainz
do.
94,00
4 Mannheim
do.
. 98,30
4 München
. 82,75
3½ Nauheim
96,00
Nürnberg.
do.
4 Offenbach.
In Proz
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden
86,80
do.
3½
94,004 Worms.
94,00
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,00
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 174,60
3½ Cöln=Mindner 100 133,70
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,80
3 Madrider . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
.135,10
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,00
.125,50
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . ſl. 7 34,40
Braunſchweiger Tlr. 20 190,00
Fs.15
Freiburger .
Js.45
Mailänder
. Fs. 10 34,00
do.
fl. 7 34,10
Meininger .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 559,00
do. v. 1858fl. 100 488,00
Ungar. Staats . . fl. 100 389,00
Venediger . . . . Fs. 30
94,00Türkiſche . . . . Fs. 400 155,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,37
20 Franks=Stücke .
16,22
Amerikaniſche Noten.
4,18
Engliſche Noten .
20,42
80,90
Franzöſiſche Noten.
Holländiſche Noten. . . . 168,65
Italieniſche Noten .
78,80
84,50 Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . .
80,90
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard Zsf. 7%
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dunkelfarbig
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 151.
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24
Der Artilleriſt warf einen halben Blick hinter ſich,
hörte den Küraſſier fluchend aufſtehen, ſah die jämmerlich
zerſchrammte Naſe der kleinen Erlaucht.
Und dann ſtierte er zwiſchen den Ohren des Hengſtes
wieder vor ſich auf den grünen Raſen, der unter ihm zu
fliehen ſchien.
Mechaniſch nahm er Hindernis nach Hindernis — der
Northern ocean ſprang mit einer Akkurateſſe, als hätte er
nicht bereits viertauſend Meter in den Beinen.
Vorn tanzte die ſchwarze Seidenkappe des Rittmeiſters
mit regelmäßigen Intervallen auf und nieder. Etwas
Aufreizendes lag in dieſer monoton wippenden Bewegung
— wie Hohn!
Und jählings ſchoß dem Baron der Haß zu Herzen.
Die dumpfe Betäubung, die ſich während der letzten
Viertelſtunde wie ein eiſerner Reifen um ſeine Stirn
ge=
legt, die war mit einem Schlage fort; wie weggewiſcht.
Was zum Teufel war das vorhin geweſen?
Er hat ſich an ſie heranzupürſchen verſucht!
Der Leutnant von Oſtheeren grub die Zähne in die
Unterlippe.
Hallo, mein Heer Rittmeiſter, noch ſind wir da!
den Preis und die Frau hol ich mir!!
Und als hätte er da vorn das Unheil gewittert, beugte
er ſich tiefer auf den Hals ſeines Bleſſen.
Um die letzte Schleife herum kam man noch mit den
vier Längen Abſtand.
Dann begann die Gerade herunter der Endkampf.
Alſo tatſächlich, mein gnädigſtes Fräulein, das iſt das
ſenſationellſte Offiziersrennen, das ich je geſehen habe —
Mhhh
nicht für möglich halten! ſagte auf dem Sattelplatz Graf
Frixen zu Herta Renzow, mit der er die ganze Zeit
zu=
ſammengeſtanden hatte.
Sie tat ſehr unintereſſiert.
Es hat wirklich den Anſchein, als ſollte es zu einem
ſcharfen Finiſh kommen. Ich hätte dem Baron, offen
ge=
ſagt, nicht ſoviel zugetraut!
Der Schwede wunderte ſich.
Aber er reitet doch exzellent!
Die Menſchenmengen gerieten in Bewegung.
Ver=
worrenes Brauſen — Stimmengetöſe — wildes Geſchrei —
Ekſtaſe.
Oſtheeren . . . Sierndorff . . . verdammt, „Ingraban”
läßt nach! . . . „Northern ocean” . . . Bravo, Baron .
Phänomenal . . . „Northern ocean” . . . „Northern ocean”!
Graf Frixen verlor ſeine blaſierte Ruhe.
Sehen Sie doch, Gnädigſte . . ſehen Sie doch —
Oſtheeren kommt auf — keine zwei Längen mehr — eine
Länge — eine halbe . .
Jetzt iſt er dem „Ingraban” an den Gurten! ſagte
irgendwo in der Nähe ein Garde=Alexander.
Das war ſchon kein Brauſen und Schreien mehr. Das
war frenetiſches unartikuliertes Gebrüll.
Kopf an Kopf kamen die beiden Pferde.
Der Rittmeiſter ſtand in den Bügeln — krumm, wie
eine zuſammengeſchweißte Stahlſtange — gab Hilfen mit
Hand und Schenkeln — warf ſich ruckweiſe vor — arbeitete
wie wahnſinnig.
Da nahm der Leutnant von Oſtheeren die Peitſche.
Und in den letzten zehn Metern fiel der Bleßfuchs
zurück.
Mit klarer halber Länge ſchoß der „Northern ocean”
als Erſter durchs Ziel . . =
Inmitten des aufrauſchenden Beifallsockans aber ſtand
Herta Renzow ganz ruhig; blaß bis in die Schläfen.
Und der Attaché hörte ihre leiſen Worte:
Weshalb er nur ſo glatt über alle Hinderniſſe kam?!
Da ſah er ſie mit einem einzigen durchdringenden
Blick ſeiner blauen Augen an. Die Flügel der ſchmalen,
leicht gekrümmten Naſe blähten ſich witternd. Und es kam
ihm nur unklar zu Bewußtſein, daß er in dieſer Minute
einen verhängnisvollen Entſchluß gefaßt hatte.
Als der Hauptmann Graf Wanneslohe eine halbe
Stunde ſpäter auf der Mailcoach des Regiments in
Ge=
ſellſchaft des Oberſten und Majors die Rennbahn wieder
verließ, ſah er die unbekannte junge Dame, die ihn
vor=
hin um die Chancen der Reiter gefragt hatte, noch einmal
wieder — wiederum in Begleitung des alten Gentleman,
der offenbar ihr Vater war. Eine ältere Dame, die an
der rechten Seite des Heren ging, ſah gleichfalls ſehr
vor=
nehm aus. Und während der ganzen Rückfahrt zerbrach er
ſich den Kopf, wer dieſe drei Leute, denen er noch nie in
Berlin begegnet war, eigentlich ſein konnten .
Elias Krottenheim blieb mitten auf dem Vorplatz
ſtehen — unbekümert darum, daß er mit ſeinen beiden
Damen bei dieſem zurückflutenden Menſchenſtrom ein
miß=
liebig bemerktes Verkehrshindernis bildete.
Er war mit ſich ins Reine gekommen. Er ſchüttelte
energiſch den Kopf.
Nee, Kinder, das is niſcht! Ich hab ſchon früher, als
Aſſeſſor, für die ganze Rennreiterei wenig übrig gehabt.
Und heut, wo ich ein alter Kerl bin, erſcheint ſie mir
ge=
radezu grotesk!
Freuſt Du Dich denn gar nicht, Elias, daß der Sohn
Deines beſten Freundes einen ſo glänzenden Erfolg
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die Beine zu klemmen, ſoll er ſich lieber hinter den
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tiſch ſetzen und ſich ſeinen Döskopp n bischen anſtrengen,
damit er ſpäter in den Generalſtab kommt und Karriere
macht.
Er hob plötzlich den Kopf und ſah ſeine Schweſter
ſtarr an.
Außerdem, Tilly — haſt Du ſchon vergeſſen, was auf
dem Turf paſſiert iſt?
Das traf die Generalkonſulin ſo unvorbereitet, daß
ſie um eine Nüance blaſſer wurde.
Verzeih, Elias — hätte ich mich rechtzeitig daran
er=
innert, dann würde ich Dich zu dem heutigen Nachmittag
gar nicht überredet haben!
Er ſchüttelte unwirſch den Kopf, als ärgere er ſich übec
ſich ſelbſt.
Da bedarfs keiner Entſchuldigung, Schweſter . . . ſo
wars ja gar nicht gemeint . . . Nur, weißt Du —
manch=
mal — ſo was vergißt ſich ſchwer . . .
Und dann legte er in jähem Aufwallen von
Zäctlich=
keit ſeinem Mädel die Hand um die Schulter und beugte
ſich herunter.
Du kommſt ja jetzt bald in das Alter, Kerlchen, wo
Dir Dein Herz manchen dummen Streich ſpielen wird.
Gut, das iſt der Lauf der Welt. Und wenn Du Dich für
einen Mann entſchieden haſt, werd ich mich nicht weigeen,
ihm die Hand zu drücken und ihn zu reſpeltieren — denn
der, den Du wählſt, wird Deiner würdig ſein.
Nur eins merk Dir und acht’ dareif . .. ſeine Stimme
wurde hart und wuchtig . . . er a
in keiner Hinſicht auch nur das allergeringſte mit dem
Rennſport zu tun haben; ſonſt mach ich den Zwinger auf
und jag ihn mit Hunden von der Oberförſterei! Und wenns
ein dreimal gekrönter Fürſt iſt!!
Das junge Mädchen ſtreifte mit ſcheuem Blick die
düſteren Augen.
Wie merwürdig Du biſt, Papa! Mit ſolchen Fragen
habe ich mich doch noch niemals ernſtlich beſchäftigt.
Wes=
halb kommſt Du denn gerade jetzt darauf?
Der Forſtmeiſter antwortete nicht. Er richtete ſich
ſchweratmend hoch.
Seine Schweſter aber zog Giſelas Arm durch den ihren.
Laß nur, Herzel, und frag nicht weiter, ſagte ſie
be=
klommen. Dein Vater hat ſchon ſeine Gründe dazu.
Und wieder zu ihrem Bruder gewandt, in halblautem
Flüſtern:
Nicht ohne Zwang davon zu ihr ſprechen. Wenn es
ſpäter erforderlich werden ſollte, iſt es immer noch Zeit!
Der Forſtmeiſter nickte ſchweigend.
XIV.
Es gab in der Folgezeit unterſchiedliche Leute beim
Regiment, die ihre Zeitrechnung hartnäckig von dem Abend
der Siegesfeier des „Großen Armee=Hürdenrennens”
da=
tierten.
Unbeſtritten — man verſtand ſich im Offizierskaſino der
ſechſten Garde=Feldartillerie ganz virtuos auf
Kommiß=
peccos, Liebesmahle, Geburtstagsfeiern und Feſtlichkeiten
jeder Art. Einer der Oberleutnants war ſogar mal eine
Saiſon lang erſter Vortänzer bei Hofs geweſen; und die
Raineniehit, deren nen dbet ſchen Pöhner
reniſel=
tete, erfreuten ſich eines traditionell großen Zuſpruchs.
Alſo durfte man ſich wohl auf ſeine Arrangements
was einbilden!
Aber trotz alledem — noch nie hatte das olle Kaſino
ein annähernd ſo gewaltiges Zechgelage geſehen, als auf
Grund des Oſtheerenſchen Sieges um den „Ehrenpreis
Seiner Majeſtät”!
Die älteren Herren und Familienväter vom
Haupt=
mann aufwärts zogen ſich gegen Mitternacht allerdings
ins Privatleben zurück. Dagegen erwies ſich der geſamte
jüngere Leutnant als unheimlich ſeßhaft. — Man
randa=
lierte, hielt große Brandreden, machte in Witz, Geiſt,
Ironie und Sarkasmus, trank auf das reſpektive
Wohl=
ergehen ſämtlicher befreundeter Regimenter, ließ den
Fa=
voriten des Abends wohl zwanzigmal hochleben, mtrierte
einen Privatball znur für Herren” . . . und gab nicht eher
Ruhe, als bis die Ordonnanzen kein Bein mehr rühren
konnten und vor Schlappheit die Servierbretter in
anmuti=
gen Wellenlinien balanzierten.
Da empfand man doch endlich Mitleid mit ihnen,
requirierte die entſprechende Anzahl Autodroſchken und
juckelte in die Stadt, um ſich in ein paar Weinreſtaurants
und Cafés zu verkrümeln und noch einen
geſinnungstüch=
tigen „Flip” hinter den ſchwarzen Samtkragen zu wippen.
Alles in Gemeinſchaft mit Günter von Oſtheeren, der
ſich als „famoſer Kerl” das opulente Feſteſſen bei ſeiner
„Patron” verkniffen hatte, um mit den Kameraden zu
ſammen zu bleiben.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 151.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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Seite 24.
Nummer 151.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1915
Nummer 151.
Seite 99.
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Zentralkaſſe der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften.
St Darmſtadt, 30. Juni.
Im Kaiſerſaal fand geſtern vormittag die erſte
Gene=
ralverſammlung der Zentralkaſſe der heſſiſchen
landwirt=
ſſchaftlichen Genoſſenſchaften bei außerordentlich zahlreicher
Teilnahme ſtatt. Der Vorſitzende, Herr Bürgermeiſter
Becker=Sprendlingen, hieß die Erſchienenen herzlichſt
willkommen und begrüßte beſonders die Vertreter der
Behörden. Es waren erſchienen als Vertreter des
Mi=
miſteriums des Innern Regierungsrat Spamer, als
Ver=
itreter des Finanzminiſteriums Finanzrat Michel, der
Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe Berlin Geheimer
Oberfinanzrat Dr. Heſſelberg, der Reichsbank
Di=
rektor Offenberg, der Landwirtſchaftskammer
Oeko=
ſnomieräte Walter=Lengfeld und Leithiger, des
Reichsverbandes die Generalſekretäre Gennes und
Grabein, des Verbandes ſelbſt Herr Dr. Fitting.
Herr Geheimrat Heſſelberg=Berlin widmete der
WVerſammlung herzliche Begrüßungsworte und teilte mit,
daß die Preußenkaſſe bereit iſt, in der Kreditgewährung
fſo weit wie irgend möglich zu gehen. Möge die heutige
WVerſammlung dazu beitragen, das große und ſchöne Ziel
der neuen Einigung zu erreichen zum Segen des
Heſſen=
flandes und der heſſiſchen Landwirtſchaft.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Den
Geſchäftsbericht
des Vorſtandes über die drei erſten Monate des
Ge=
iſchäftsjahres erſtattete Herr Bankinſpektor Mager, der
Direktor der Zentralkaſſe. Er teilte mit, daß 243
Ge=
noſſenſchaften der Zentralkaſſe angeſchloſſen wurden, die
ſich auf Starkenburg mit 88, Rheinheſſen mit 115 und
Oberheſſen mit 42 verteilen. Sehr eingehend verbreitet
ſich der Redner über Art und Umfang des Wechſelkredits,
ferner über die Verhandlungen mit der heſſiſchen Re=
(gierung und deren Ergebniſſe. Nach dem Stand der
Ver=
thandlungen darf angenommen werden, daß der
Staats=
kredit von 1 Million Mark baldigſt zur Verfügung ſtehen
wird. Die Zentralkaſſe hat ſich in der kurzen Zeit ihres
Beſtehens für viele Genoſſenſchaften als ein guter
Ban=
ſkier, für viele aber auch als Retter erwieſen, ohne den
iſie die Kriſis nicht überſtanden haben würden. Zu danken
iſt in erſter Linie der Preußenkaſſe, die ohne Bedenken
beinahe 6 Millionen Mark Kredit nach Heſſen gewährt
hat, ohne den alle Arbeit umſonſt geweſen wäre. Dann
iſt zu danken der Staatsregierung, die durch ihre Haltung
die Genoſſenſchafter moraliſch ſtärkte, der
Landwirtſchafts=
kammer für ihre Haltung, ferner dem Amtsgericht I,
wel=
ſches das Regiſter der Zentralkaſſe führt, und auch der
Preſſe, die zum größten Teil eine freundliche Haltung
wahrte. Weiter erwähnt Redner das Uebereinkommen
mit der Landeshypothekenbank, die ebenfalls ſehr
ent=
gegenkommend war. Der Bericht ſchließt mit der
An=
erkennung der Leiſtungen der Beamten der Kaſſe und
mit der Bitte an die Genoſſenſchafter, doch alles zu leſen,
was vom Vorſtand hinausgeht. und ſchnellſtens alle
Ant=
worten uſw. zu geben. Das liege im eigenſten Intereſſe
Der Genoſſenſchaften und der Kaſſe. Um das
Millionen=
fdarrlehen der Regierung möglichſt bald zu erhalten, iſt es
notuvendig, daß ſich möglichſt viele Genoſſenſchaften an
der Zentralkaſſe beteiligen, um die notwendige Haftſumme
aufzubringen.
Aus dem Zahlenmaterial des Berichts geben wir
ſol=
gendes wieder:
Der Mitgliederbeſtand verteilt ſich wie folgt:
Starken= Rhein=
Ober=
burg heſſen heſſen
86
40 204 (390)
78
Kreditgenoſſenſchaften
Bezugs= und Abſatz=
10
genoſſenſchaften
14 (82)
Molkereigenoſſenſchaften
Winzergenoſſenſchaften
1ch,
17
Sonſt. Genoſſenſchaften
und Vereinigungen
2 (7)
2 (3)
Zentralgeſchäftsanſtalten
2 (0)
Einzelmitglieder
43 245
115
Zuſammen 87
Die bei der letzten Kolonne in Klammern geſetzten
Zahlen bedeuten den Stand bei der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank.
Der Umſatz betrug bis Ende April 16,2 Millionen
Mark, im Mai 10,6 Millionen, bis heute 14,7 Millionen
Mark. — Der Stand der laufenden Rechnung
iſt folgender: Guthaben der Genoſſenſchaften lauf.
Rech=
nung: Ende April 287259,48 Mark Ende Mai 343 518,80
Mark, heute 528355,61 Mark; die Schulden der
Genoſſen=
ſchaften: Ende April 216 483.93 Mark, Ende Mai 381 115,43
Mark, heute 594 984,80 Mark.
Eingeräumte und in Anſpruch
genom=
mene Kredite per heute:
lauf. Rechnung Darlehnswechſel
766 000 M. 3 176 102,93 M.
Kreditgenoſſenſchaften
Bezugs= und Abſatz=
15000 M.
126000.— M.
genoſſenſchaften
5 000 M. 1026 500,— M.
Winzergenoſſenſchaften.
8 000 — M.
Diverſe Genoſſenſchaften 10000 M.
706 000 M. 4336 602.95 M.
Die Kredite in laufender Rechnung ſind heute im
Be=
trage von 594984,80 Mark ausgenutzt — 74,8 Prozent der
eingeräumten Kredite. Die Wechſelkredite ſind voll
aus=
genutzt.
Eingezahlte Geſchäftsguthaben: Ende
April 84050 Mark, Ende Mai 128 150 Mark. heute 218850
Mark. Die 245 Genoſſenſchaften haben 236 weitere
An=
teile übernommen. Es haftet daran eine Haftſumme
von 481000 Mark. Sind die Geſchäftsanteile voll
einge=
zahlt, ſo ergibt ſich 240 500 Mark, zuſammen 721500 Mark.
Stand zur Preußiſchen
Zentralgenoſ=
ſenſchaftskaſſe in Berlin: Bei der Preußiſchen
Zentralgenoſſenſchaftskaſſe ſind wir mit 100000 Mark
Stammanteil beteiligt; dagegen haben wir einen Kredit
ebenfalls in Höhe von 100000 Mark. — Bei der
Preußen=
kaſſe diskontierte Darlehnswechſel: bis Ende April
1800 000 Mark bis Ende Mai 2700000 Mark. bis heute
4 200000 Mark. Bei der Preußenkaſſe diskontierte
Ge=
ſchäftswechſel: bis Ende April 200000 Mark, bis
Ende Mai 237000 Mark, bis heute 251000 Mark.
In der
Beſprechung
unterſtützte Herr Graf=Büttelborn die letzte Bitte des
Berichterſtatters. Ebenſo ein Genoſſenſchafter aus
Stein=
furt. Damit ſchließt die Beſprechung.
Der nächſte Gegenſtand der Tagesordnung iſt die
Feſtſetzung des Geſamtbetrages,
welchen Anleihen der Genoſſenſchaft und Spareinlagen
bei dieſer nicht überſchreiten ſollen gemäß § 36 Nr. 13 des
Frankfurt a. M.
Verkauf nur gegen baar, keine Auswahlsendungen, kein Umtausch.
Auf nicht zurückgesette WWaren geben wir bis zu 25% Rabatt!
Staluts, Nach dem Bericht des Kreisſtaßenneiſters
Becker=Wörrſtadt ſoll der Betrag auf 10 Millionen
feſtgeſetzt werden. Von einem Genoſſenſchafter wird der
Betrag für zu niedrig gehalten, doch ſtimmt die
Verſamm=
lung dem Antrag des Vorſtandes zu.
Auch über die Feſtſetzung der Grenzen, welche bei
Kreditgewährungen
an Genoſſen eingehalten werden ſollen, gemäß § 36 Nr. 14
des Statuts, berichtet Direktor Becker. Er ſchlägt vor,
die Grenze auf 200000 Mark feſtzuſetzen. Nach kurzer
Debatte wird beſchloſſen, dieſe Summe feſtzuſetzen.
Dar=
über hinaus ſoll der Aufſichtsrat befragt werden, der bis
zur Höchſtgrenze von 300000 Mark berechtigt ſein ſoll.
Der Vertreter von Erbes=Büdesheim ſtellt den Antrag, daß
ſämtliche Kredite durch den Aufſichtsrat gewährt
werden. Doch wird dieſer Antrag bekämpft und auch
ab=
gelehnt. Der Vertreter des Verbandes Herr Dr.
Fit=
ting rät zur Vorſicht und ſchlägt vor, dem Vorſtand die
Berechtigung von 150000 Mark und dem Aufſichtsrat von
250000 Mark Kreditgewährung zuzugeſtehen, darüber
hinausgehend aber die Generalverſammlung zu befragen.
Von ſeiten des Vorſtandes wird an dem Antrag des
Direktors Becker feſtgehalten, der dann angenommen wird.
Es folgte ein Referat des Direktor Mager über
Grundſätzliches zu dem
Geſchäfts=
gebahren
der ländlichen Genoſſenſchaften, insbeſondere die
Zins=
politik der Kreditgenoſſenſchaften und die bargeldloſe
Zahl=
ung — Giro und Scheckverkehr. — Er empfiehlt vor allem
Beſchränkung im Umfang und der örtlichen
Begrenz=
ung des Geſchäftsbereichs. Von Spekulationen ſollten ſich
die Genoſſenſchaften fernhalten. — Im Anſchluß an das
Referat ſprach Herr Finanzrat Michel kurz über die
Landeshypothekenbank. — Es folgten
Wahlen
und zwar die Zuwahl von 3 Aufſichtsratsmitgliedern
aus Oberheſſen und Erſatzwahl von je einem
Aufſichts=
ratsmitglied aus Starkenburg und Rheinheſſen. Es
werden gewählt als Aufſichtsratsmitglieder Bürgermeiſter
Schmidt=Echzell, Lehrer Schenck=Steinfurth Lehrer
Loch=Wallenrod. Die Erſatzwahl für Rheinheſſen fällt
auf Bürgermeiſter Feldmann=Armsheim. Die
Erſatz=
wahl für Starkenburg fällt auf Göttmann=Höchſt,
gegen deſſen Wahl allerdings Graf=Büttelborn proteſtiert,
über ohne Erfolg.
Nach Feſtſetzung der Tagegelder auf 10 Mark pro
Tag und die Reiſekoſten 3. Klaſſe für die Mitglieder des
Aufſichtsrats, iſt die Tagesordnung erledigt. Die
Sitz=
ung wird um ½3 Uhr geſchloſſen.
Literariſches.
* Neu erſchienene Broſchüren: Der
Gebur=
tenrückgang — eine Kulturfrage. Nach einem zu
Leip=
zig am 11. Februar 1913 gehaltenen Vortrage von Dr.
med. Hermann Rohleder, Leipzig. Berlin 1913. Fiſchers
medizin. Buchhandlung, H. Kornfeld, Herzogl. bayer. Hof=
und k. u. k. Kammer=Buchhändler. — Biedenkapp, Dr. G.:
George Stephenſon und die Vorgeſchichte der
Eiſenbah=
nen. Eine biographiſche Skizze. Mit 31 Abbildungen.
(52 S.) gr. 8 1913. Geh. 1 Mk., geb. 1,80 Mk. Stuttgart,
Verlag der Techniſchen Monatshefte (Franckhſche
Verlags=
handlung).
31 78.
Dienstag, 1. Zuf.
1913.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur Kenntnis der Beteiligten, daß Heu neuer Ernte unmittelbar
von der Wieſe bei Großh. Proviantamt Darmſtadt angefahren werden kann. Es
muß jedoch vollkommen trocken, noch nicht ſchwitzend beim Amt ankommen.
(13968sid
Darmſtadt, am 27. Juni 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Mit Rückſicht auf die beginnenden Scharfſchießübungen der Feld=Artillerie auf
dem Truppenübungsplatz bringen wir Nachſtehendes zur allgemeinen Kenntnis:
1. Es wird auf unſere Polizeiverordnung vom 10. März 1908 hingewieſen,
wonach das Betreten des Truppenübungsplatzes Darmſtadt Zivilperſonen
ohne Erlgubnisſchein der Kommandantur verboten iſt.
2. Wer die bei den Uebungen der Artillerie verſchoſſene Munition ſich
wider=
rechtlich zueignet, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre beſtraft (§ 291 des
Reichsſtrafgeſetzbuches).
3. Die Erlaubnis zum Suchen verſchoſſener Munition auf dem
Truppenübungs=
platz Darmſtadt wird keiner Zivilperſon erteilt.
4. Die auf dem Uebungsplatze gelegentlich gefundenen und die im
Auslauf=
gelände aufgehobenen Munitionsteile müſſen an die im Lager eingerichtete
Ab=
nahmeſtelle abgeliefert werden, welche dafür entſprechende Geldvergütung zahlt.
5. Zünder mit Zündladung, einzelne Zündladungen oder blindgegangene
Ge=
ſchoſſe dürfen unter keinen Umſtänden berührt werden, weil dies mit
Lebens=
gefahr verbunden iſt. Ein Nachgraben oder Freilegen von tieſer in die Erde
eingedrungenen Geſchoſſen iſt ſtreng verboten. Dabei iſt es gleichgültig, ob
das Geſchoß eine Granate oder ein Schrapnel, ob es mit Zünder verſehen
iſt oder nicht, ob der Finder von der Ungefährlichkeit überzeugt iſt
oder nicht. Der Finder hat zunächſt weiter nichts zu tun, als den Fund zu
melden und nötigenfalls die Stelle kenntlich zu machen.
Die Zertrümmerung der Blindgänger uſw. iſt lediglich durch die von dem
Funde in Kenntnis zu ſetzende Kommandantur zu veranlaſſen. Der Finder
erhält als Findergeld für ein blindgegangenes Geſchoß mit Zünder 1 Mk.
(Eine Marh, für einen einzelnen ſcharfen Zünder oder für ein Geſchoß ohne
Zünder 50 Pfg. (Fünfzig Pfennige). Am Geſchäftszimmer der
Komman=
dantur des Truppenübungsplatzes ſowie am Sprengſtückſchuppen und am
Feuerlöſchgeräteſchuppen (Baracke Nr. 104) ſind Abbildungen von gefährlichen
Zündern pp. ausgehängt.
Das Betreten des Uebungsplatzes gleich nach dem Abſchießen iſt den
Zivilperſonen mit Erlaubnisſchein verboten. Es iſt dies erſt eine Stunde
nach Beendigung des Schießens — und unter keinen Umſtänden früher —
geſtattet. Denienigen Perſonen, welche gegen dieſes Verbot verſtoßen, wird
der Erlaubnisſchein zum Betreten des Platzes entzogen.
(9132a
Darmſtadt, den 15. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis,
(13989a
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Iuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Juni bis 4. Juli 1913.
Die
Dauer der
Tag
Datum
Truppenteil 1 AbſperrungAbſperrung! Bemerkungen
erſtreckt ſich
von 1 bis
Ueber das
30. Juni 1 Montag
80 V. 10N
90 V. 120 M.
gange
1. Zult Dienstag
Feldartillerie
Abſperr=
80V.
N.
2. Juli Mittwoch
80 V. 1 N. Gelände
4. Juli
Freitag
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Kriegshunde. Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem b. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um
(14162
10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betr.: Die Wahlen zum Landtag und zur Stadtverordneten=
Verſammlung.
Nach Art. 7 Ziffer 9 des Geſetzes, die Landſtände betr. vom
3. Juni 1911, bezw. nach Art. 39 des Geſetzes, die Städteordnung
betr., vom 8. Juli 1911 ſind bei den Landtags= und
Stadtverordneten=
wahlen vom Stimmrecht ausgeſchloſſen Perſonen, die zur Zeit der
Wahl mit der Entrichtung der direkten Staats= oder Gemeindeſteuer
länger als zwei Monate ſich im Rückſtande befinden.
Da vielfach Zweifel darüber beſtehen, was im Sinne dieſer
Geſetzesſtellen als „Rückſtand” gilt, bringe ich hiermit zur öffentlichen
Kenntnis, daß das Stimmrecht nur dann ausgeübt werden kann,
wenn ſämmtliche mehr als zwei Monate fälligen Steuerziele
des laufenden Rechnungsjahres, ſowie die aus dem Vorjahre
nöch rückſtändigen Gemeindeſteuerbeträge entrichtet ſind. „
Er=
kaſſene: Steuern ſind als Rückſtand nicht anzuſehen.
Darmſtadt, den 25. Juni 1913.
(14096oi
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5—6 Uhr, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene, ſowie für
ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kinder ſtatt.
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
(14133a
Der Oberbürgermeiſter
J. B. Jaeger.
Die Wahl von 44 Mitgliedern der Kirchengemeinde=Vertreiung
der Petrus=Gemeinde ſoll Samstag, den 5. Juli, von 11 Uhr
vorm. bis 1½ Uhr nachm. in der Beſſunger Kirche ſtattfinden,
wozu die ſtimmberechtigten Gemeindeglieder hierdurch eingeladen
werden. Bezüglich der Wahlfähigkeit und Wählbarkeit wird auf §8 13
und 18 der Kirchen=Verfaſſung verwieſen.
Darmſtadt, den 30. Juni 1913.
(14153
Für den evang. Kirchenvorſtand:
Wagner, Pfarrer.
Verſteigerung im ſtädtiſchen Leihamt.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 2642 bis einſchl. Nr. 37918
werden aufgefordert, die Verſatzzeit der Pfänder verlängern zu laſſen.
Bis Ende Auguſt d. J. iſt die einfache, vom 1. bis 10. September
1913 die doppelte Verlängerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzeit bis 10. September d. Js. nicht
verlängert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 25. Oktober
d. Js., vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 27.
Ok=
tober d. J. ab werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
(14134a
Städtiſche Leihamts=Verwaltung.
Paul.
Kohlenvergebung.
Für die Gemeinde Pfungſtadt ſind für das Rj. 1913 ca.
1000 Ztr. Anthrazit und ca. 500 Ztr. Nuß I Kohlen anzuliefern.
Die Vergebung der Lieferung erfolgt auf dem
Submiſſions=
wege und ſind bis zum Montag, den 7. Juli 1913, vormittags
11 Uhr, Offerten bei uns einzureichen.
(13847fi
Pfungſtadt, den 25. Juni 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 2. Juli 1913, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „zur
Roſenhöhe‟) dahier verſchiedene Möbel als:
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1 Schreibpult, 1 Werkzeugſchrank, Schreibmaſchinen, 1
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büro, 1 Bibliothek, 1 Karthothek, 1 Sprechapparat,
Halb=
leinen, Segeltuch, 1 Friſeurtoilette und 1 Landauer
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(14210
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11, I.
Bauarbeiten.
Die bei Einrichtung der
Apo=
theke des Stadtkrankenhauſes im
Gebäude Wieſenſtraße 11
vorkom=
menden Schreinerarbeiten (
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liar), Terrazzo= und
Weißbinder=
arbeiten ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, den 5. Juli 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(14035si
Darmſtadt, 26. Juni 1913.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Erhebung der
Gemeindeſteuer.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen erſten
Zieles der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli l. Js. erſtreckt.
Zah=
lung hat bei Meidung des
Bei=
treibungs=Verfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter
Abfer=
tigung an den Zahlſchaltern wird
erſucht, die Gelder abgezählt bereit
zu halten.
(13690a
Darmſtadt, 21. Juni 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Der Armenarzt
Herr Dr. Göring, iſt auf vier
Wochen verreiſt und wird
wäh=
rend dieſer Zeit in der
Armen=
praxis durch Herrn Sanitätsrat
Dr. Gutenberg, Waldſtraße 1,
vertreten.
(14221
Darmſtadt, 26. Juni 1913.
Städt. Armen= und Fürſorgeamt.
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Jederzeit Dünger und Pfuhl
in Einzelfuhren abzugeben.
Preis der Einſpännerfuhre 6 Mk.
. „ Zweiſpännerfuhre 10 Mk,
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ſtiger Glaswände an dem
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Hauptbahn=
hof Darmſtadt ſollen vergeben
werden.
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dem unterzeichneten Amte
einzu=
ſehen und können auch gegen
poſt=
freie Einſendung von 0,50 Mk. in
bar bezogen werden.
Angebote mit entſprechender
Auf=
ſchrift ſind bis Samstag, den
12. Juli ds. Js., vormittags
10 Uhr, einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 8 Tage.
Darmſtadt, 26. Juni 1913.
Eiſenbahnbetriebsamt 1.
Bekanntmachung.
Freitag, den 18. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Bäckermeiſter Adam
Ihrig dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
III 1024 252 Hofreite
Kahlert=
ſtraße Nr. 49,
nebſt dem vorhandenen
Geſchäfts=
inventar und Ladeneinrichtung.
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K46/13
Darmſtadt, 31. Mai 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,12244
Bekanntnachung
Donnerstag, den 3. Juli l. J., vormittags 9 Uhr
anfangend, ſoll das Heugras von der Gemeinde=Nachtweidewieſe in
40 Loſen öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Zuſammenkunft um die oben angeführte Zeit auf der
Frank=
furter Straße bei Los Nr 1.
Wixhauſen, den 27. Juni 1913.
(14125
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
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Ecke Saalbaustrasse.
En unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung 2, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 26. Juni 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Jacob Scheid, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf
Adolf Schaberger und Wilhelm
Schmuck, beide Kaufleute in
Darm=
ſtadt, als perſönlich haftende
Ge=
ſellſchafter, übergegangen.
Offene Handelsgeſellſchaft. Die
Geſellſchaft hat am 26. Juni 1913
begonnen.
Die Geſamtprokura des Adolf
Schaberger und Wilhelm Schmuck,
beide in Darmſtadt, ſowie die
Einzelprokura des Philipp Orth,
Privatier in Darmſtadt, iſt
er=
loſchen.
Am 28. Juni 1913.
Neu eingetragen die Firma:
Mitteldeutſche Fakirol Co,
Rohde & Drautz,
Darm=
ſtadt.
Inhaber:
Kurt Rohde, Fabrikant in
Darm=
ſtadt,
Karl Drautz, Dentiſt in
Darm=
ſtadt.
Offene Handelsgeſellſchaft. Die
Geſellſchaft hat am 15. Mai 1913
begonnen.
(14161
Gelöſcht die Firmen:
1. Jacob Riegert Nachflgr.,
Darmſtadt.
2. Karl Gehbauer, Darmſtadt.
Darmſtadt, 23. Juni 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Die in offener
Handelsgeſell=
ſchaft beſtehende Firma
Breit=
wieſer E Keller in Ober=
Ram=
ſtadt iſt in eine
Kommanditgeſell=
ſchaft umgewandelt worden. Die
Zahl der Kommanditiſten be=
(14200
trägt 1.
Eintrag in das Handelsregiſter A.
iſt erfolgt.
Darmſtadt, 26. Juni 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Behanmang.
Für den Verkauf des Holzes in
dem Holzhofe dahier ſind folgende
Preiſe pro Rm. bis auf weiteres
feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10 „
Kiefern=Scheiter II. Kl. 8 „
Scheiter II. Kl. beſtehen aus
aufgeſpaltenem Knüppelholz.
Die Beſtellungen des Holzes
haben bei Großh. Bezirkskaſſe
Darmſtadt zu erfolgen. (2609a
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Großh. Holzmagazius=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.
Der Draaoner Wilhelm Merz,
gen. Nauheim, der 4.
Eska=
dron, welcher ſich am 21. Juni
1913 ohne Urlaub aus der
Garni=
ſon entfernt hatte, iſt
feſtgenom=
men und zu ſeinem Truppenteil
zurückgebracht worden.
Die gegen denſelben erlaſſenen
Steckbriefe bezw. die angeſtellten
Recherchen werden zurückgenom=
(14191
men.
Darmſtadt, 29. Juni 1913.
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bleibt dasſelbe vom 14. Juli ab etwa
10 Tage geſchloſſen.
Der Tag der Wiedereröffnung wird ſ. Z. bekannt gegeben werden.
(14227a
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
Veräußerung eines Ebers.
Die Gemeinde Griesheim beabſichtigt, einen zuchtuntauglichen
Eber im Submiſſionsweg zu veräußern. Angebote ſind bis
Freitag, 4. Juli ds. Js., vormittags 11 Uhr,
(14123
bei der unterzeichneten Stelle ſchriftlich einzureichen.
Griesheim, am 27. Juni 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Griesheim.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
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Seite 30.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Jult 1913.
Nummer 151.
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Jammel=
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1,11607
Sport, Spiel und Turnen.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Am Sonntag gelang
es der leichtathletiſchen Abteilung des Darmſtädter
Sportklubs 1905 bei den Wettkämpfen des
Stadtverban=
des für Leichtathletik Offenbach a. M., glänzend erfolgreich
zu ſein. Die nach dort entſandten Herren nahmen vier
1. Preiſe und zwei 3. Preiſe mit nach Darmſtadt. So
er=
zielte Herr Heinrich Ackermann im Diskuswerfen für
Junioren und desgleichen für Senioren je einen 1. Preis,
im Kugelſtoßen einen 1. Preis und einen 3. Preis im
Schleuderballwerfen. Im Diskuswerfen für Senioren
ſchlug Ackermann den langjährigen Bezirksmeiſter H. V.
Müller=Frankfurt. Bei dem 3000=Meterlaufen ging Gg.
Merkel mit faſt einer Runde, zirka 350 Meter, Vorſprung
als Erſter durch das Ziel. Herr Fritz Chriſt konnte im
1000=Meterlaufen für Junioren nur den dritten Platz
belegen, nachdem er zirka einen Meter vorm Ziel als
Erſter ſtürzte und hierdurch die Führung verlor. — Am
nächſten Sonntag beteiligt ſich der Sportklub 1905 an den
Internationalen Olympiſchen Spielen in Frankfurt a. M.
Herr Ackermann wird im Diskuswerfen auf ſtarke
Kon=
kurrenz ſtoßen, ebenfalls wird Herr Merkel im 3000=
Meterlaufen mit bekannten Größen zuſammentreffen. Wie
ſchon bekannt, hat der Däne Chriſtenſen für 3000=
Meter=
laufen gemeldet.
* Fußballklub Olympia=Darmſtadt 1898. Am Sonntag
ſtartete die Mannſchaft Olympias, allerdings in neuer
Auf=
ſtellung, die ſich aber gut bewährte, in München
ge=
legentlich der Internationalen Wettkämpfe des
Südbay=
riſchen Verbandes für Leichtathletik im 3000 Meter=
Sta=
fettenlaufen und konnte in dieſem Rennen einen weiteren
Sieg erringen. Die ebenfalls anweſende Straßburger
Mannſchaft, der ſich die Olympia=Mannſchaft kürzlich in
Karlsruhe beugen mußte, hatte es vorgezogen, dieſe
Konkurrenz zu meiden. Im 1000=Meterlaufen konnte Joſ.
Schröck den dritten Platz hinter Amberger=Straßburg und
Lehmann=Berlin belegen. Da dieſer Lauf vor der
Sta=
fette zur Austragung kam, griff Schröck nicht in den
Kampf ein, um ſich zu ſchonen. Die ganze Veranſtaltung
hatte ſehr unter Regen zu leiden, der auch auf die
Re=
ſultate nicht ohne Einfluß war. — In Offenbach
betätigten ſich die Anfänger und Junioren „Olympias”.
K. Krichel gewann leicht das 400=Meterlaufen, während
K. Michel im Diskus= und Schleuderballwerfen den 3.
bezw. 4. Preis erhielt.
Am Sonntag ſpielte die erſte Mannſchaft des
Sport=
klubs Germania=Beſſungen gegen die gleiche
des Fußballklubs Olympia=Ober=Ramſtadt.
Halbzeit 211 für Ober=Ramſtadt. Das Spiel endete mit
511 Toren zugunſten für Ober=Ramſtadt.
— Gräfenhauſen, 30. Juni. Die erſte
Mann=
ſchaft des Sportvereins „Germania”=
Mör=
felden ſpielte gegen die gleiche des Sportklubs „
Ale=
mania‟=Gräfenhauſen. „Germania” ſtand bei den
letz=
ten Verbandsſpielen in Klaſſe C (Nordkreis) an zweiter
Stelle und zeichnete ſich durch ihr elegantes und faires
Spiel aus. „Alemannias” Sturm konnte ſchon in der
erſten Minute einſenden. Kurz darauf fiel für
Ale=
mannia das zweite Tor. Jetzt konnte aber auch
Mör=
felden ſein einziges Tor erringen, Kurz vor Halbzeit
ſchoß „Alemannias” Mittelſtürmer das letzte. Das Spiel
endete 311.
* Fechtſport. In der vergangenen Sonntag
ſtatt=
gehabten Ausſchußſitzung des Verbandes Mittelrheiniſcher
Fechtklubs wurde das diesjährige 34. Verbandsturnier
dem Mainzer Fechtklub übertragen. Um die Teilnahme
der Jungmannſchaften am Wettfechten zu erleichtern,
würden zwei aufeinanderfolgende Sonntage (5. und 12.
Oktober) dafür vorgeſehen. Das Turnier ſoll umfaſſen
am erſten Tag: Wettfechten der Jungmannen im Florett
und Säbel und der Klubmannſchaften in Säbel; am
zweiten Tag: Fechten der Altmannen in Florett und
Säbel, ferner anſchließend Feſteſſen und Preisverteilung.
Von einem Wettbewerb in Degen wurde diesmal
ab=
geſehen. Die Wettfechtordnung blieb unverändert. Die
Neuwahl des Verbandsvorſtandes ergab: Maß=
Frank=
furt 1. Vorſitzender, Steffan=Darmſtadt 2. Vorſitzender
und Verbandsfechtwart, v. Kittlitz=Mainz und Büdinger=
Frankfurt Schriftführer, Stehle=Rüdesheim Rechner. Die
nächſte Verbandsſitzung, in der die weiteren Beſchlüſſe
über die Durchführung des Turniers gefaßt werden,
findet am 7. September zu Mainz ſtatt.
* Radſport. Am Sonntag veranſtaltete die
Rad=
fahrergeſellſchaft „Elcada‟=Darmſtadt 1912
ihr erſtes Klubrennen, welches in zwei Klaſſen
aus=
gefahren wurde. Die Strecke betrug über 30 Kilometer:
Darmſtadt, Eſchollbrücken, Eich, Hahn, Pfungſtadt,
Eber=
ſtadt, Nieder=Ramſtadt, Darmſtadt. Das Ziel war bei
der Rennbahn. Es erhielten folgende Herren Preiſe:
A=Klaſſe: 1. L. Daub, 2. K. Daub, 3. Gg. Ballweg;
B=Klaſſe: 1. W. Erbes, 2. J. Wagner, 3. W. Wenz.
Bei den Radrennen in Brüſſel kam am
Sonn=
tag an Stelle des belgiſch=franzöſiſchen Stehermatches
ein 100=Kilometerrennen zwiſchen Miquel, Ledoc und
Huybrechts zum Austrag, da A. Vanderſtuyft wegen
ſei=
ner Disqualifikation nicht fahren durfte. Huybrechts
ge=
wann alle drei Läufe überlegen, während die beiden
Franzoſen recht mäßig fuhren. Das Geſamtklaſſement
war: 1. Huybrechts 100 Kilometer, 2. Miquel 93,550, 3.
Ledoc 89,800 Kilometer.
Ganturnfeſt des Gaues Rheinheſſen.
Fl. Gau=Algesheim 29 Juni. Das 19.
Gauturnfeſt des 5. Gaues Rheinheſſen, das in
den Mauern des weinfröhlichen Gau=Algesheim
abgehal=
ten wird, hat mit dem geſtrigen Tag ſeinen Anfang
ge=
nommen. Das Feſt wurde eingeleitet durch eine
Feſt=
verſammlung am Samstag abend in der herrlich
ge=
legenen Feſthalle, die mehr wie 3000 Sitzplätze, 2
Vorfüh=
rungstribünen uſw. aufweiſt. Der 1. Vorſitzende, Herr
Wilhelm Ockſtadt eröffnete die Verſammlung und
hieß alle herzlich willkommen. Verſchiedene Anſprachen
und turneriſche Vorführungen wechſelten hierauf mit
ein=
ander ab Beſonders hervorzuheben iſt die Aufführung
eines hübſchen Reigens mit Geſang und Violinbegleitung
der Schülerinnen von Gau=Algesheim; die
Damen=
abteilung Gonſenheim mit ihren Freiübungen und die
Damenabteilung Kaſtel mit ihren deutſch=ſchwediſchen
Freiübungen. Die beiden Geſangvereine von Gau=
Alges=
heim erfreuten die Kommersteilnehmer durch gemeinſam
vorgetragene Lieder und einen gemeinſamen Vortrag von
Männerchören mit Orcheſterbegleitung. Der Sonntag
brachte um ¾5 Uhr den üblichen Weckruf und um 6 Uhr
das Antreten zum Wetturnen. Nachmittags 1 Uhr
ſtellte ſich der Feſtzug, an dem über 100 Vereine und 5
Muſikkapellen teilnahmen, auf, und um 2½ Uhr marſchierte
derſelbe durch die Hauptſtraßen nach dem Feſtplatze. Dort
angekommen, ſchwenkten die Turneo auf den Turnplatz zu
den Maſſenübungen, an denen über 1100 Turner und 132
Damen teilnahmen. Hieran reihten ſich allgemeine
Frei=
übungen der Turner, Keulenübungen der Turnerinnen,
Vereins= und Muſterriegenturnen, Sondervorführungen,
Turnſpiele uſw. Die Kapelle des Inf.=Regts. Nr. 88
konzertierte in der Feſthalle und um 7½ Uhr wurden
fol=
gende Sieger bekannt gegeben:
Oberſtufe, 229 Teilnehmer, 192 Sieger: Georg
Herzog=Oppenheim 117½ Punkte: Bernh. Engelbach=
Bür=
ſtadt 116 P.; Joſef Herbert=Biblis 114½ P.; Walter
Bieb=
rich=Worms 110½ P.; Adam Günderoth=Lampertheim
110 P.; Franz Ruh=Bürſtadt 107½ P.; Auguſt Vowinkel=
Worms 105½ P.; Karl Wetzel=Hofheim 105½ P.; Wilh.
Gengnagel=Pfiffligheim 104½ P.; Heinc. Siegel=Bürſtadt
104 P.; Peter Pfannbecker=Armsheim 103½ P.; Franz
Dreſcher=Bürſtadt 103½ P.; Heinr. Hoch=Worms 103½ P.;
Otto Pflug=Worms 103½ P.; Anton Ewertz=Bürſtadt 100
P.; Ernſt Ludwig Pfeil=Worms 99½ P.; Phil. Schlamp=
Worms 97 P.; Phil. Fauerbach=Worms 96 P.; Heinr.
Morweiſer=Bürſtadt 96 P.; Joh. Röhrig=Lampertheim 94
P.; Georg Werner=Worms 94 P.; Adam Schilling=
Biſchofsheim 93 P.; Joh. Wiedemann=Bürſtadt 92½ P.:
Jakob Siebott=Worms 92½ P.; Jak. Schröder=Worms
91½ P.; W. Martin=Worms=Hochheim 90½ P.; Wilh.
Hamſener=Oſthofen 90 Punkte.
Unterſtufe 602 Teilnehmer 398 Sieger: Fritz
Brendel=Appenheim 131 Punkte; Gg. Hamſcher=Oſthofen
130½ P.; Jak. Reinheimer=Biſchofsheim 130 P.; Gg.
Kal=
ter=Pfiffligheim 127½ P.; Pet. Keil=Hofheim 126½ P.;
Georg Selzer=Pfeddersheim 125 P.; Heinr. Diemer=
Oppenheim; Dieter Kraus=Waldülversheim; Joh. Koch=
Pfiffligheim; Heinr. Höfle=Hofheim; Erich Jung=
Nier=
ſtein; Joh. Schmahl=Pfiffligheim; Fritz Peterle=
Oppen=
heim; Peter Schmitt=Oſthofen; Joh. Morweiſer=Bürſtadt.
Ein Feſtball in der Feſthalle beſchließt den Tag. Der
Montag verſpricht in turneriſcher Hinſicht ebenſo
intereſ=
ſant wie der Sonntag zu werden. Bringt er doch in erſter
Linie das große Militärturnen.
* Pferdeſport. Turmfalke Sieger im
Deut=
ſchen Derby. Das auf dem Horner Moor zum 45.
Male gelaufene Deutſche Derby hat mit dem Siege von
Herrn R. Haniels Turmfalke über den ruſſiſch=polniſchen
Hengſt Mosci Kſiaze des Fürſten L. Lubomirski geendet,
während der Oeſterreicher Elektor im geſchlagenen Felde
endete. Reſultate: Pokal vom Jahre 1908 und 7000 Mk.,
Diſtanz 1000 Meter: 1. Graf E. Treubergs Feſttarock, 2.
Sultan Saladin, 3. Lena. Tot. 87110. — Eilbecker
Han=
dikap; 10000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn W.
Lindenſtaedts Au Revoir, 2. Spion, 3. Carolus. Tot.
58:10. — Deutſches Derby; 125000 Mark, Diſtanz
2400 Meter: 1. Herrn R. Haniels Turmfalke, 2. Moſci
Kſiaze, 3. Saul. Tot. 47110. — Graditzer Geſtütspreis:
6000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn W. Lindenſtaedts
Noteleß, 2. Sieſta, 3. Gemeinſchaft. Tot. 15:10. — Eſpoir=
Handikap; 20000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn C.
Fröhlichs Ninive, 2. Hebron, 3. Hofwarpnir. Tot. 328:10.
— Marienthaler Rennen; 10000 Mark, Diſtanz 2100
Meter: 1. Herren A. und C. v. Weinbergs Pirol, 2.
Blu=
menſegen, 3. Kreuzer. Tot. 83:10.
Rennen zu Leipzig. Graſſi=Rennen; 3000 Mk.,
Diſtanz 1350 Meter: 1. Lt. Frhrn. von Wangenheims
Caſh, 2. Hongrie, 3. Gaboriau. Tot. 32110. —
San=
tuzza=Hürdenrennen; 5000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1.
Herrn R. Erlers Huſarenliebe, 2. Konſtantin, 3. Cuſtozza.
Tot. 24:10. — Saxonia=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Leutn. Miezes Chauri,
2. Mr. Girdle, 3. Boriſthene. Tot. 28:10. — Verloſungs=
Jagdrennen; 3500 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn
H. Kuttkes Gruna, 2. Dan Mac Greg, 3. Tegleaze. Tot.
32:10. — Nonnenholz=Handikap; 3000 Mark, Diſtanz 1800
Meter: 1. Herrn F. Grunows Ordner, 2. Clown, 3. Bode.
Tot. 106:10. — Maaslieb=Jagdrennen; 3500 Mark, Diſt.
4000 Meter: 1. Leutn. Martins Heidrun, 2. Rottraut.
Tot. 15:10.
Rennen zu Breslau. Verloſungs=Rennen;
4000 Mk., Diſtanz 1400 Meter: 1. Major Graf Wuthenaus
Ruſtic, 2. Prinzeß, 3. Geduld. Tot. 26110. — Juni=
Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn G.
Hildebrands Vilja, 2. Wad, 3. Orlow. Tot. 73110.
Bückeburger Ehrenpreis=Jagdrennen; Ehrenpreis und
1000 Mark, Diſt. 3000 Meter: 1. Prinz Max zu
Schaum=
burg=Lippes Sous le Gui, 2. Morenga, 3. Kwas. Tot.
120:10. — Preis von Oltaſchin; 3800 Mark, Diſtanz 1800
Meter: 1. Graf A. Henckels Rancho, 2. Jeune Fille, 3. Bob.
Tot. 37110. — Verſuchs=Rennen; 4000 Mark, Diſt. 1000
Meter: 1. Fürſt Hohenlohe=Oehringens Vinci, 2.
Go=
dulla, 3. Carole. Tot. 32110.
Bruleur Sieger im Grand Prix de Paris.
Der Entſcheidung des wertvollſten Rennens der Welt, dem
Grand=Prix de Paris im Werte von 300000 Francs, war
ein glänzender Erfolg beſchieden. Am Totaliſator
wur=
den nicht weniger als 5 Millionen Francs umgeſetzt. 20
Pferde wurden für das 3000 Meter=Rennen geſattelt.
Monſ. E. de Saint=Alares’ Bruleur ging als Favorit an
den Ablauf, der auch das in ihn geſetzte Vertrauen
recht=
fertigte. Es gelang ein guter Start, nur Menaggio
blieb ſtehen. Fille d’Ecoſſe hatte anfangs die Führung
von Grand d’Eſpagne, Pirpiriol, Blarney und Crebecut.
Vor dem kleinen Gehölz rückten Bruleur und Ecouen
näher an die vordere Gruppe heran. In der Steigung
galoppierten Grand d’Eſpagne und Crebecut mit
knap=
pem Vorſprung vor Ecouen, El Tango, Pirpirol und
Bruleur. Letzterer verlor beim Abſtieg etwas Terrain,
hatte aber im letzten Bogen Oppot, Ecouen, Blarney,
Pendragon und El Tango wieder eingeholt, die
zuſam=
men das Vordertreffen bildeten. Im Einlauf hatten Opott
und Ecouen einen Augenblick den Kopf in Front, aber
Bruleur rückte raſch auf, überholte die beiden vor den
Tribünen und konnte alle Angriffe von Opott leicht mit
anderthalb Längen zurückweiſen. Der etwas behinderte
Ecouen beſetzte den dritten Platz vor Jſard II, El Tango,
Pere Marquette und Blarney. Der Sieger ſtellte mit
3 Minuten 13,4 Sekunden einen neuen Rekord auf. Tot.
45:10.
sr. Olympiſche Wettkämpfe im Deutſchen Stadion.
Im Stadion zu Berlin fanden am Sonntag die erſten
großen internationalen olympiſchen
Wett=
kämpfe ſtatt. Die größte Spannung riefen die
Stafet=
ten hervor. In der Schweden=Stafette (400, 300, 200,
100 Meter) ſiegte der S. C. Charlottenburg (Burkowitz,
Hagen, Schölz, Rau) ſehr ſicher mit 20 Meter Vorſprung
über den B. S. C. Die beiden anderen Stafetten gewann
der B. S. C. Die mit Spannung erwartete Begegnung
des ungariſchen Meiſters Szalay=Peſt mit Rau endete
mit dem ſehr ſicheren Siege des deutſchen Meiſters, der
den Ungarn in 11 Sekunden mit etwa 2,5 Metern ſchlug;
Dritter wurde 1 Meter zurück Rady=Peſt. Im 5000=
Meter=Mallaufen zeigten ſich die Ausländer den Deutſchen
weit überlegen. Der Schwede Ahlgren, der Sieger des
engliſchen Marathonlaufes, gewann in der guten Zeit
von 15 Minuten 15,2 Sekunden mit 90 Meter Vorſprung
vor dem däniſchen Rekordläufer Peterſen. Der deutſche
Meiſter Vietz holte zuletzt noch gut auf und beſetzte etwa
50 Meter hinter Peterſen den dritten Platz vor Reichner
(Komet). Auch im Speerwerfen triumphierte ein
Aus=
länder, der Finne Halme mit dem dicht an den
Welt=
rekord heranreichenden Wurf von 60,05 Meter vor Herbſt
(„Preußen”=Berlin) mit 46 Meter und Buchgeiſter
(Sp. C. Charlottenburg) 41,25 Meter. Der ungariſche
Hochſprungmeiſter Baron J. v. Wardener entſchied den
Hochſprung mit 1,80 Meter vor Förſter=Magdeburg und
Paſemann (Berl. Sp. C.) zu ſeinen Gunſten. Dagegen
gewann Paſemann den Weitſprung mit 6,71 Meter vor=
Weinſtein (B. S. C.) mit 6,35 Meter und dem Finnen
Halme mit 6,13 Meter. Einen ſchönen Erfolg errang
Herrmann (B. S. C.) im 400=Meterlaufen, der den
Char=
lottenburger Burkowitz knapp mit einem halben Meter in
40 Minuten 9 Sek. ſchlug. Der für die engliſchen
Meiſter=
ſchaften beſtimmte Ungar Mezey wurde nur Dritter. Die
übrigen Reſultate waren: 100 Meter Vorgabe: 1. Wieland
(T. i. B., 4,5 Meter Vorgabe) 11 Sekunden; 2. Splettſtößer
(T. i. B.): Diskuswerfen: 1. Buchgeiſter (S. C.
Charlot=
tenburg) 42,10 Meter, 2. Herbſt (Preußen) 38,45 Meter;
Hürdenlaufen, 110 Meter: 1. Röhr (S. C.
Charlotten=
burg) 17,4 Sek.; 2. Weitling (B. S. C.) leicht gewonnen.
800 Meter=Juniorenlaufen: 1. Schilf („Preußen”=Berlin)
2 Min. 3,1 Sek.; 2. Müller (S. C. Charlottenburg) drei
Minuten. 300 Meter=Vorgabelaufen: 1. Hardt (B. S. C.)
30 Meter Vorgabe, in 35 Sekunden; 2. Hanſen (Berliner
Ballſpielklub). 1500 Meter=Hindernislaufen: 1. Seyffert
(B. S. C.) 4 Min. 37,8 Sek.; 2. Schmidt (Teutonia).
1600 Meter=Stafette (viermal 400 Meter) für Junioren:
1. Berliner Sportklub, 3 Min. 28 Sek.; 2. S. C.
Char=
lottenburg.
sr. Die Berliner Criquet=Meiſterſchaftsſpiele mußten
am Sonntag wegen des ungünſtigen Wetters vorzeitig
abgebrochen werden. Preußen erzielte gegen Union bei
ſieben Touren nur 12 Läufe und Germania brachte es im
erſten Gange gegen Viktoria nur auf 10 Läufe. Bei dieſem
Stand werden die Spiele am nächſten Spieltage
fort=
geſetzt.
sr. Wien ſchlägt Breslau im Fußball=Städtekampf.
In Breslau fand am Sonntag im Rahmen der
Jahr=
hundertausſtellung ein Fußball=Städtekampf zwiſchen
zwei kombinierten Wiener und Breslauer Mannſchaften
ſtatt, dem etwa 5000 Zuſchauer beiwohnten. Die Wiener
erzielten bald hintereinander zwei Tore, denen die
Bres=
lauer dann durch einen guten Schuß des
Rechtsaußenſtür=
mers ihr einziges Tor entgegenſetzten. Mit 511 wurden
die Seiten gewechſelt. Nach Halbzeit vermochten die
Wie=
ner nur noch ein Tor zu erzielen.
sr. Um den engliſchen Königspreis im Schwimmen
gelangte in der engliſchen Hauptſtadt der erſte Teil über
440 Yards zum Austrag. Der Magdeburger O. Schiele
vermochte in 6 Minuten 4,2 Sekunden einen leichten Sieg
vor dem Verteidiger Dr. Morris (Londoner Amateur
S. C.) zu landen, ſo daß ſeine Ausſichten ſehr günſtige
ſind. Am Montag gelangt der zweite Teil über 150
Yards zur Entſcheidung, wodurch ſich erſt das Endreſultat
ergibt. — Im Rückenſchwimmen über 110 Yards hatte der
Magdeburger O. Schiele durch ſeinen Sieg einen ſchönen
Erfolg zu verzeichnen.
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Die Hauptversammlung
findet Mittwoch, den 2. Juli, abends 8½ Uhr im Kaiſerſaal,
(Grünes Zimmer), Grafenſtraße 18, ſtatt und es werden die
Geſell=
ſchafter hierzu höfl. eingeladen.
Tagesordnung: Bericht des Vorſtandes über das abgelaufene
Jahr.
Rechnungsablage u. Neuwahl des Vorſtandes.
Die Jahresrechnung liegt vom 1. Juli an zur Einſichtnahme
(13766msi
der Geſellſchafter bei dem Vereinsrechner offen.
Der Vorstand.
Krieger- u. Militärverein, Blücher‟
Sonntag, den 6. Juli
im Kaiſerſaal-Fürſtenſaal=Garten
Feier des Regierungs=Zubiläums Sr. Maj. des Kaiſers
verbunden mit unſerem
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Nachmittags von 4 Uhr ab bis 11 Uhr abends
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Von abends 8 Uhr ab BALL
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wozu ergebenſt einladet
Der Vorstand.
Eintritt 19 Pfg.
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Schutzenhoz.
Heute, den 1. Juli, abends 8 Uhr:
Fünftes Dienstags-Konzert
Kapelle des Großh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: Obermuſikmeiſter M. Weber.
Operetten- und Lieder-Abend.
Eintritt mit Programm 15 Pfg.
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Dienſtag, den 1. Juli:
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Kapelle des Leibgarde=Regiments unter Leitung
des Obermuſikmeiſters Hugo Hauske.
Humoristischer Abend
Im Programm u. a.: E. Scherz: Nach berühmten Muſtern,
Humoreske nach einem deutſchen Volksliede. Rupprecht: Ritter Don
Quixote. Vollſtedt: Im Automatenſalon. Jeſſel: Aufzug der
Stadt=
wache in der Biedermeierzeit. Myddleton: Negers Traum.
Eintritt mit Programm 15 Pfg.
Anfang 8 Uhr.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
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Seite 34.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Juli 1913.
Nummer 151.
Kongreſſe und Verbandstage.
Deutſcher Journaliſten= und
Schrift=
ſtellertag.
Stuttgart. 28. Juni. In der heutigen
Ver=
ſammlung kam zur Erörterung die
Abſetzung des Feſtſpiels von Gerhart
Hauptmann.
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VI, 12911
Von ſeiten des Münchener Vereins lag hierzu
fol=
gende Entſchließung vor: „Der Verband Deutſcher
Jour=
naliſten= und Schriftſtellervereine, der 30 Vereine mit 3000
Mitgliedern umfaßt, erblickt in der vorzeitigen Abſetzung
des Hauptmannſchen Feſtſpiels einen Akt der Willkür,
der Mißachtung geiſtigen und künſtleriſchen Schaffens,
und ſpricht dem Dichter ſein Bedauern aus über die ihm
widerfahrene Kränkung. Der Verband erklärt die
Frei=
heit als das oberſte Geſetz geiſtigen Schaffens, und
er=
hebt energiſch Widerſpruch dagegen, daß dieſe Freiheit
durch gleichviel welche Gewaltmaßregeln zu unterdrücken
oder beeinfluſſen verſucht wird.” — Schaumberg=
München begründete dieſe Erklärung, indem er u a.
aus=
führte, im Streit der Meinungen wegen der Breslauer
Vorgänge ſeien Stimmen für und wider zu Wort
gekom=
men, die über den Verdacht erhaben ſeien, daß ſie ſich
an einem „Rummel” beteiligen würden. Wenn der
Ver=
band Deutſcher Journaliſten= und Schriftſtellervereine zu
dieſer Angelegenheit Stellung nehme, ſo liege der Akzent
auf dem Wort „Schriftſteller‟. Es habe bei der
Be=
ſprechung der Angelegenheit vor allem auszuſcheiden, ob
dem Feſtſpiel ein künſtleriſcher oder literariſcher Wert
innewohne. Dem Vorwurf, das Feſtſpiel ſei
antinatio=
nal, müſſe entſchieden widerſprochen werden. Wir wollen
uns hier im Verband auf den Boden der Tatſachen
ſtellen und die erzwungene Abſetzung des Feſtſpiels als
eine Kränkung bezeichnen, die einer unſerer beſten
Schrift=
ſteller erfahre. (Lebh. Beifall.)
Graf Dumoulin=München betonte u. a., alles
Trennende ſolle bei dieſer Beſprechung ferngehalten
wer=
den. Er erinnerte an die Bedeutung Hauptmanns in der
neueren deutſchen Literatur. Wenn Wildenbruch noch
ge=
lebt hätte, ſo wäre dieſer zweifellos der richtige Mann
ffür das Feſtſpiel geweſen. Es ſei unrichtig, wenn
be=
hauptet werde, das Feſtſpiel Hauptmanns ſei
antinatio=
nal. Wenn wir das Feſtſpiel vom hiſtoriſchen
Stand=
punkt aus betrachten, werden wir finden, daß unſer
Vaterland über dieſe Dichtung hocherfreut ſein kann. Bei
der Lektüre ſei er auf viele feinſinnige Stellen geſtoßen,
die wunderbar wirkten. Großartig ſei z. B. die Stelle,
in der das Erwachen der deutſchen Geſinnung
gekenn=
zeichnet werde, und wundervoll ſei es, wie die Jugend
auf den Plan trete. Man dürfe das Feſtſpiel nicht vom
Parteiſtandpunkt aus betrachten, ſondern vom
Stand=
punkte des Dichters. (Beifall.)
Dr. Hamburger=Breslau ging auf die
Vor=
geſchichte der Abſetzung des Feſtſpiels näher ein und
er=
wähnte die ungeheuren Aufwendungen, welche die Stadt
Breslau zu ihrer Jahrhundertausſtellung gemacht habe.
Die Meldung, man habe Hauptmann fünfmal gebeten,
das Feſtſpiel zu ſchreiben, ſei unrichtig. Hauptmann
habe zugeſagt, als man das erſte Mal bei ihm vorſtellig
wurde. Mit der Fertigſtellung des Werkes habe es aber
Verzögerungen gegeben und Hauptmann mußte gemahnt
werden, das Feſtſpiel einzureichen. In dem Ausſchuß,
dem das Feſtſpiel vorgeleſen wurde, erfolgte kein
Wider=
ſpruch, obgleich auch Vertreter konſervativer und
kleri=
kaler Blätter zugegen waren. Ein Einſpruch, der etwas
ſpäter erhoben wurde, ſei wieder zurückgezogen worden.
Da ſei wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Erklärung
des Kronprinzen gekommen. Es wurde dann beſchloſſen,
das Feſtſpiel abzuſetzen. Nach außen hin erſcheine dies
wohl wie ein feiges Zurückweichen. Aber bei näherer
Kenntnis der Sache werde man den Beſchluß des
Bres=
lauers Magiſtrats billigen. Wenn man dem Wunſche des
Kronprinzen nicht gefglgt wäre, hätte er auch das Pro=
tektorat über die Jahrhundertfeier niedergelegt und ebenſo
wäre der angekündigte Beſuch des Kaiſers in Breslau
unterblieben. Die wertvollen Ausſtellungsgegenſtände,
die dem ganzen Unternehmen ſeine Bedeutung geben,
wären zurückgezogen worden, und ein vorzeitiger Schluß
der ganzen Ausſtellung wäre unausbleiblich geweſen.
Er habe nicht anders handeln können, als er gehandelt
habe, ſo ſchmerzlich es ihm auch war. Redner ſchildert,
wie die gegen die weiteren Aufführungen gerichtete
Be=
wegung immer größeren Umfang annahm. Bei der
Er=
öffnung der Ausſtellung, als der Kronprinz gefragt
wurde, ob er nochmals nach Breslau kommen wolle, um
ſich auch das Feſtſpiel anzuſehen, habe er erklärt:
Rein=
hardt? Ja! Hauptmann? Nee! Die ganze Sache ſei auf
das politiſche Gebiet hinübergeſchoben worden.
Die=
jenigen, die das getan haben, ſind es, die dem Dichter die
Kränkung zugefügt haben. Der Redner beantragte
fol=
gende Reſolution: „Der Delegiertentag des
Ver=
bandes Deutſcher Journaliſten= und Schriftſtellervereine
ſpricht ſein Bedauern darüber aus, daß durch den
vor=
zeitigen Abbruch der Vorſtellungen des Jahrhundert=
Feſtſpiels dem Dichter Gerhart Hauptmann eine
durch=
aus ungerechtfertigte Kränkung zugefügt worden iſt.”
Wenzel=Berlin erklärt, er müſſe ſich gegen die
Reſolution ausſprechen, wenn er auch mit dem
Vorred=
ner im einzelnen einverſtanden ſei. Es handele ſich bei
der Beurteilung des Feſtſpiels um ſeine Eigenſchaft als
Feſtſpiel. Man habe von Hauptmann keine höfiſche
Be=
handlung aber etwas anderes, als er gegeben habe,
habe man doch erwartet. Wenn eine elementare
Volks=
bewegung in einem Feſtſpiel geſchildert werde, ſo habe
dieſes Feſtſpiel doch den Zweck, eine begeiſterte Stimmung
zum Ausdruck zu bringen. Als das Stück eingereicht
wurde, habe ſich ſofort Widerſpruch erhoben. Nach Schluß
der erſten Aufführung ſetzte lebhafter Beifall ein und
zu=
letzt wurde Hauptmann hervorgerufen. Dann aber auch
erſcholl ſofort der Ruf Reinhardt, und dieſer Ruf hat ſich
in der Folge immer mehr verſtärkt. (Widerſpruch.) Der
Redner brachte eine Reſolution ein, worin zum Ausdruck
gebracht wird, die Verſammlung lehne es ab, ein Urteil
über den Wert des Stückes von Hauptmann abzugeben.
Sie bedauere aber die Vorgänge in Breslau, die die
Veranlaſſung geweſen ſeien, die Angelegenheit vom
lite=
rariſchen auf das politiſche Gebiet hinüberzuleiten.
Redakteur Moraſch=Stuttgart: Auch wir behaupten
nicht, das Stück ſei antinational, aber das müſſen wir
doch ſagen, der nationale Gedanke iſt in dieſem Stück
ge=
wiſſermaßen gleichgültig. Niemand ſei auf den Gedanken
gekommen, den Dichter Hauptmann in ſeinem
künſtleri=
ſchen Schaffen zu unterbinden. Das Buch Hauptmanns
kann ja von jedermann geleſen werden. —
Chefredak=
teur Seiwert=Stuttgart erklärt, Hauptmann habe
die Gründe gebilligt, die den Magiſtrat von Breslau
ver=
anlaßten, die Aufführungen einzuſtellen. (Widerſpruch.)
Der Verband könne in der Sache überhaupt keinen
Be=
ſchluß faſſen, der ſich nur auf eine Zufallsmehrheit ſtützen
würde. — Chefredakteur Dr. Hamburger=Breslau
erklärte, die Aeußerung Hauptmanns über die Gründe
habe nicht ſo gelautet, wie der Vorredner ſie aufgefaßt
habe.
Chefredakteur Haug=Stuttgart bringt folgenden
Antrag ein: „Der Delegiertentag miſcht ſich als ſolcher
nicht in den Streit der Meinungen über Hauptmann ein,
ob das Jahrhundert=Feſtſpiel Hauptmanns mehr oder
weniger gelungen iſt. Zur Steuer der Wahrheit möchte
er aber ſeſtſtellen, daß das Feſtſpiel, zumal in ſeinen
Höhepunkten, der vaterländiſchen Geſinnung keineswegs
ermangelt. Ohne Unterſchied der Anſchauungen und
Parteirichtungen ſpricht der Delegiertentag ſein tiefſtes
Bedauern darüber aus, daß durch die erzwungene
Ein=
ſtellung der Feſtaufführungen in Breslau eine
Grund=
lage unſeres geiſtigen Lebens, die Freiheit des Wortes
am rechtmäßig eingenommenen Platz angetaſtet worden
iſt. Die Delegiertenverſammlung empfindet die einem
deutſchen Dichter angetane Kränkung als eine Kränkung
des ganzen deutſchen Schrifttums und fordert alle
deut=
ſchen Schriftſteller im ganzen Reiche auf, unabläſſig
da=
für zu kämpfen, daß niemand in ſeinem geiſtigen Schaffen
einen Eingriff erfahre.”
In der Beſprechung führte Redakteur Koch aus,
er freue ſich, daß der Magiſtrat von Breslau den Mut
gehabt habe, das Feſtſpiel von Hauptmann abzulehnen.
Es ſei geſagt worden, der Verbandstag dürfe ſich mit
einer ſolchen Angelegenheit nicht befaſſen. Doch ſei das
der Fall. Zur Freiheit des Schaffens gehöre auch die
Freiheit des Forums, von dem aus zur Nation
geſpro=
chen werde. — Nach längerer Geſchäftsordnungsdebatte
wurde über die vorliegenden Reſolutionen und Anträge
abgeſtimmt. Der Antrag des Münchener Vereins wurde
ſchließlich zurückgezogen. Die Anträge Wenzel und Haug
wurden abgelehnt, dagegen der Antrag Dr.
Hambur=
ger gegen eine ſtarke Minorität angenommen. Ein
Redner brachte noch beſonders zum Ausdruck, daß die
Stimmenzahl eine faſt gleiche geweſen iſt.
Deutſcher Luftflotten=Tag.
— Danzig, 28. Juni. Mit einer geſchloſſenen
Ausſchußſitzung begannen hier die Beratungen der 5.
Mit=
gliederverſammlung des Deutſchen
Luftflotten=
vereins, zu der die führenden Perſönlichkeiten der
deutſchen Luftſchiffahrt erſchienen waren. Die
Hauptver=
ſammlung leitete Kommerzienrat Fiſcher=Mannheim,
da der erſte Vorſitzende, Karl Lanz, anläßlich der
Regat=
ten in Kiel weilt. Oberregierungsrat von Liebermann
hieß die Erſchienenen im Namen des
Oberregierungs=
präſidenten willkommen, Oberbürgermeiſter Scholtz
über=
brachte die Grüße der Stadt Danzig. Er gedachte in
ſei=
ner Anſprache der verunglückten Flieger Dr. Schucht,
Ka=
pitänleutnant Jenetzky und deſſen Begleiters Diekmann.
Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. Dr.
Elias=Berlin gab einen Ueberblick über die
Ent=
wickelung der Flugzeugtechnik. Er betonte,
daß noch immer eine ſtarke Rüſtung das beſte Mittel
ge=
weſen ſei, um den Frieden zu erhalten. Das Vorbild
Frankreichs zwinge auch uns, eine ſtarke Luftflotte zu
ſchaffen. Heute ſtänden wir erſt am Anfang der
Ent=
wickelung der Flugzeugtechnik und doch ſei ſchon ſo vieles
erreicht worden. Die Vorzüge der Luftfahrzeuge für die
Aufklärung im Kriege ſeien bereits klar erkannt. Daß
das Luftfahrzeug auch als Angriffswaffe dienen könne,
habe der Tripoliskrieg bewieſen. Im Vergleich zu 1908
ſeien die Fortſchritte in bezug auf Geſchwindigkeit und
Steuerbarkeit der Luftfahrzeuge ganz erhebliche. Der
Redner meinte, daß das Luftſchiff ſich nach Art der
Schiffsfahrzeuge, das Luftfahrzeug ſich aber nach Art der
Automobile entwickeln werde. Wenn ſich ſeinerzeit auf
Druck von außen hin die Notwendigkeit der Errichtung
einer ſtarken Luftflotte geltend machen ſollte, werde
hoffentlich das deutſche Volk mit gleicher Begeiſterung
an die Sache herangehen, wie ſeinerzeit an die
Zeppelin=
ſpende.
General a. D. v. Eckenbrecher erſtattete den
Jahresbericht. Einleitend wird darauf
hingewie=
ſen, daß der Deutſche Luftflottenverein ein gut Teil des
Erfolges bezüglich der nationalen Flugſpende für ſich in
Anſpruch nehmen könne. Der Verein habe auch im
ver=
floſſenen Jahre trotz aller Schwierigkeiten ein erfreuliches
Wachstum gezeigt. Es gehören ihm jetzt 11750
Einzel=
mitglieder und gegen 4500 korporative Mitglieder an. Um
die nationalen Ziele des Vereins ſchärfer zu betonen,
haben die Satzungen einen Paragraphen erhalten, der
beſagt: „Der Verein erſtrebt im vaterländiſchen Intereſſe
die Förderung des deutſchen Luftfahrweſens und die
Schaffung einer ſtarken deutſchen Luftflotte. Um für den
Verein nach außen zu agitieren, wurde die Einführung
eines Mützenabzeichens und von Briefverſchlußmarken
beſchloſſen. Der Kaſſenbericht ergibt, daß ſich die
finan=
ziellen Verhältniſſe des Vereins gegen das Vorjahr
er=
heblich verbeſſert haben, ſo daß für das kommende Jahr
mit einem Ueberſchuß zu rechnen iſt. Der urſprüngliche
Sitz des Vereins war Mannheim. Es wurde beſchloſſen,
den Sitz nach Berlin zu verlegen, um hier mit den
maß=
gebenden Behörden beſſer in Fühlung bleiben zu können.
Zum Ort der nächſten Tagung des Deutſchen
Luftflotten=
vereins wurde Roſtock gewählt. Damit war die
Tages=
ordnung erſchöpft und der ſtellvertretende Vorſitzende
ſchloß die Verſammlung mit Dankesworten an die
Teil=
nehmer. Es folgte ein Ausflug der Teilnehmer mittels
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