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Mſlädtet
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176. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
1915.
N§ 136.
Freitag, den 13. Inni.
ſchwer zu erreichen ſei. Es ſchien undenkbar, daß die bis=
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.Monarchenbegegnung in Kiel.
herigen Alliierten die Waffen gegeneinander erheben, daß
C2 Den Zuſammenkünften Kaiſer Wilhelms mit dem die Männer, die vor Adrianopel und anderswo Schulter
Zaren und dem König von England anläßlich der Hoch= an Schulter gefochten, ſich nun als Feinde bekämpfen ſoll=
Das Wichtigſte vom Tage.
zeitsfeierlichleiten in Berlin wird ſich im Monat Juli die ten. Die neuere Geſchichte lehrt keinen Präzedenzfall, daß
Die Stadtverordneten=Verſammlung er=Begegnung zwiſchen dem deutſchen Kaiſer und dem Kö=zwei Völker, die gemeinſam den Feind beſiegt, um der
klärte ſich in der geſtrigen Sitzung mit der unent= nig von Italien in Kiel anſchließen. König Viktor Ema=Beute willen zu Gegnern wurden und ſich nun
gegen=
geltlichen Hergabe von Gelände für einel nuel beabſichtigt, mit ſeiner Gemahlin dem ſchwediſchen ſeitig aufrieben. Das wird nämlich das Schickſal Bul=
Luftſchiffer= und eine Funkerkompagnie
einverſtanden und genehmigte für die Ausſtellun= Königspaare, welches 1911 ſeinen Antrittsbeſuch in Rom gariens und Serbiens ſein, wenn ſie wirklich zu den
gen Darmſtadt 1914 einen Zuſchuß von insge= gemacht hat, eine offizielle Gegenviſite in Stockholm ab=Waffen greifen, denn ſie ſind — alle Schönfärberei kann
ſamt 40.000 Mark.
zuſtatten. Bei dieſer Gelegenheit wird die Zuſammen= daran nichts ändern — völlig erſchöpft, ihre letzten Kräfte
Die Budgetkommiſſion des Reichstages kunft mit unſerem Kaiſer, der ſich dann in den Kieler müßten ſie daran ſetzen, und mindeſtens der wirtſchaftliche
beendete die erſte Leſung des Geſetzentwurfs, betreffend Gewäſſern aufhalten wird, erfolgen.
Ruin wäre ihnen ſicher, dem ſie ſich auch jetzt ſchon kaum
das Erbrecht des Staates, und nahm die Vorlage mit
Es ſind jetzt zehn Jahre her, daß unſer Kaiſer zum ohne die Unterſtützung Europas zu entziehen vermögen.
den im Laufe der Beratungen beſchloſſenen
Aenderun=
letzten Male in Rom geweſen iſt. Inzwiſchen haben ſich Alle Früchte des mit den größten Opfern errungenen
gen an.
Bei der Reichstagserſatzwahl im Wahl=aber Kaiſer Wilhelm und König Viktor Emanuel wieder= Krieges mit der Türkei würden beide Balkanſtaaten in
kreiſe Waldeck=Pyrmont wurden abgegeben holt auf italieniſchem Boden geſprochen, und zwar ge= Frage ſtellen, wenn ſie nicht einen Weg zu friedlicher
Ver=
für Vietmeyer (Wirtſch. Vgg.) 5648, für Naumann legentlich der Mittelmeerfahrten des Kaiſers nach Korfu. ſtändigung finden.
(Fortſchr. Volkspt.) 4937 und für Weddig (Soz.) 1017,
Iſt auch die Lage noch nicht hoffnungslos, ſo iſt ſie
zerſplittert 10 Stimmen. Es iſt alſo Stichwahl zwi= Vermutlich iſt es kein Zufall, daß der italieniſche König
nicht nach Berlin kommt, denn Etikettenfragen ſpielen bei doch ſehr ernſt, da Bulgarien und Serbien bereits eifrig
ſchen Vietmeyer und Naumann erforderlich.
Derpreußiſche Landtag wurde geſtern vormittag derartigen Anläſſen ſtets eine große Rolle. Zuſammen= rüſten, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu ſein.
11 Uhr durch eine gemeinſchaftliche Sitzung im Plenar= künfte zwiſchen dem König von Stalien und ausländiſchen Vorläufig geben ſie der Stimme der Vernſnft, welche
Sitzungsſaale des Abgeordnetenhauſes eröfnet.
Herrſchern finden in Rom nur äuerſt ſelten ſtatt, weil einen Ausgleich auf mittlerer Baſis finden müßte, wenig
In der böhmiſchen Bergſtadt Graupen kein Monarch den Quirinal beſuchen kann, ohne auch dem Gehör, und ſie verſteifen ſich auf ihren Standpunkt, ohne
ſind bei einem Großfeuer 6 Wohnhäuſer nebſt Neben=
Papſt ſeine Aufwartung zu machen. Die Exiſtenz derj auch nur eine Annäherung in Betracht zu ziehen. Das
gebäuden niedergebrannt.
Der ſpaniſche Miniſterpräſident Graf römiſchen Frage und das Verhalten des Vatikans hin= kann natürlich zu keinem guten Ende führen, und es iſt
ſichtlich der römiſchen Beſuche hat aber die meiſten frem= die höchſte Zeit, daß die Großmächte ſich ihrer Pflicht als
Romanones iſt wiederum zurückgetreten.
Wie verlautet, ſcheint es, als ob die Mörder Mah= den Herrſcher bisher von der italieniſchen Hauptſtadt fern= Wächter der Ruhe Europas beſinnen und beſchwichtigend
mud Schefket Paſchas von Parteigän=gehalten. Das iſt auch der Grund, daß König Viktor in den Konflikt eingreifen, der ja auch zu allen möglichen
gern des Prinzen Sabah Eddin gedun= Emanuel ſich nur ſelten ins Ausland begibt, und ſchon Komplikationen über das Gebiet des Balkans hinaus
gen ſeien. Auf Grund dieſes
Unterſuchungsreſul=
deshalb iſt die bevorſtehende Begegnung bemerkenswert. führen kann. Erſreulicherweiſe zeigt Rußland eine große
tates ſteht deren Verhaftung unmittelbar bevor.
Von großer politiſcher Bedeutung dürfte dieſe Zuſam= Entſchiedenheit in dem Beſtreben, den Frieden zu wahren,
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 9.
menkunft kaum ſein, trotzdem die leitenden Staatsmänner und man darf trotz der Zuſpitzung der Lage immer noch
beider Länder ihr beiwohnen ſollen. Unſer Verhältnis das Vertrauen hegen, daß der Einfluß der Petersburger
zu Italien iſt gerade jetzt ſo ausgezeichnet, wie es ſeit Regierung im Verein mit den Beſtrebungen der übrigen
Die Zubiläumswoche.
langer Zeit nicht geweſen iſt. Am Tiber hat man einge= Mächte ſeine friedliche Wirkung nicht verfehlen wird.
ſehen, daß die vorübergehende Freundſchaft mit Frank=
III.
reich, die der Botſchafter Barrére beſonders gepflegt hat,
Der Kaiſer und die Sozialreformer.
Deutſches Reich.
dem Dreibunde nur ſchaden kann, und infolgedeſſen iſt
Bpt. Das bevorſtehende Regierungsjubiläum des Kai=
— Zu der Erklärung des Reichskanzlers
man auch ſehr bald zur alten Liebe zurückgekehrt.
Ge=
ſſers veranlaßt die Sozialreformer, in Dankbarkeit und mit
rade während der Balkankriſe hat ſich der Dreibund außer= im Reichstage ſagt die Kreuzzeitung: Aus der
gan=
ffeſtlichen Grüßen dem Thron zu nahen. In der
Sozia=
ordentlich bewährt, und Italien hat, das muß lobenswert zen Rede ging deutlich der feſte Entſchluß hervor, auf einer
len Praxis gibt Prof. Dr. E. Francke die kaiſerlichen
anerkannt werden, Oeſterreich=Ungarn vorzügliche Dienſte rechtzeitigen Erledigung der ganzen Wehrvorlage zu be=
Erlaſſe vom 4. Februar 1890 als den unverrückbaren
Grund für den Aufbau einer neuen ſozialpolitiſchen Ge= geleiſtet. Dieſe Haltung iſt um ſo bemerkenswerter, als ſtehen und zur Durchſetzung dieſer Forderung alle, auch
der italieniſche Hof in nahen verwandtſchaftlichen Be= die letzten Konſequenzen zu ziehen. Seine Erklärung läß!
ſetzgebung und eines neuen Arbeitsrechtes wieder.
Be=
ziehungen zu den Königen von Serbien und Montenegro gar keinen Zweifel darüber, daß er auch einer
Verwei=
kanntlich iſt der erſte dieſer Erlaſſe an den Reichskanzler ſteht. Dieſe beiden Länder glaubten auch einen Rückhalt gerung der Mittel gegenüber genau die gleiche Konſequenz
gerichtet und betrifft die Einberufung einer internationa= an Italien zu haben, aber glücklicherweiſe ſind ſie bitter zu ziehen bereit iſt, wie bei Ablehnung der Heeresvorlage.
len Konferenz über Arbeiterfragen, da wegen der
inter=
enttäuſcht worden. In Italien liegen auch die Verhält=— Die Voſſiſche Zeitung ſchreibt: Der
Reichskanz=
nationalen Konkurrenz auf dem Weltmarkte die Lage der
deutſchen Arbeiterſchaft nur durch internationale Verſtän= niſſe anders wie in Rußland, wo es eine Großfürſten= ler hat feſt betont, daß die Heeresverſtärkung unverzüglich
partei gibt, die auf eigene Fauſt Politik treibt und auch ins Werk geſetzt werden muß, d. h. klar und bündig, wenn
digung gebeſſert werden könne. Der zweite, an den
preu=
ßiſchen Handelsminiſter gerichtete Erlaß tritt für den wei= an der maßgebenden Stelle großen Einfluß hat. König die Konſervativen und das Zentrum die Wehrvorlage zu
teren Ausbau der Arbeiterverſicherung, für eine Reviſion Viktor Emanuel iſt ein recht energiſcher Herr, der ſehr Fall bringen, weil die Deckungsvorlage noch nicht gelöſt
der Gewerbeordnung auf dem Boden geſetzlicher Gleich= gut weiß, was er will, und der ſich von verwandtſchaftlichen ſei, ſo wird der Reichstag aufgelöſt. Daß die Wehrvor=
Gefühlen nicht hinreißen läßt. Dazu iſt Italien ein Land, lage nicht verabſchiedet werde, ehe nicht die Einigung über
berechtigung der Arbeiter, für die Schaffung geſetzlicher
in dem das parlamentariſche Regime die Oberhand hat die Deckungsvorlage erfolgt iſt, hat er nicht geſagt. Das
Beſtimmungen zur Pflege des Friedens zwiſchen
Ar=
bedeutet, daß er ſich das Dogma von der Gleichzeitigkeit
und der König deshalb auch nicht die Macht beſitzt, wie in
beitern und Arbeitgebern, für die Entwicklung der
ſtaat=
lichen Bergwerke zu Muſteranſtalten, für verſtärkte Staats= Rußland der Zar aller Reußen. Sind alſo, ſo wie die nicht aneignet. — Der Lokalanzeiger ſchreibt: Un=
Verhältniſſe augenblicklich liegen, beſtimmte Ergebniſſe gefähr zu derſelben Stunde, als der Reichskanzler im
aufſicht über die privaten Bergwerke ein und ordnet die
Vorberatung dieſes Programms durch den Staatsrat an, in Kiel nicht zu erwarten, ſo kann immerhin die Mon= Reichstage die Parteien ermahnte, bald zu einer
Verſtän=
digung über die Deckung zu gelangen, lag das zwiſchen
archenbegegnung als ein erfreuliches Zeichen der guten
„Was wir”, bemerkt Francke zu den Arbeitererlaſſen des
den Fraktionen des Zentrums, der Nationalliberalen und
Beziehungen zwiſchen Deutſchland und Italken und als
Kaiſers u. a., „nach jener kurzen Reaktionszeit ſeit dem
Beginn des 20. Jahrhunderts an ſozialpolitiſchen Ge=eine weitere Feſtigung des Dreibundes angeſehen werden. der Fortſchrittlichen Volkspartei ausgearbeitete
Kompro=
miß ſo gut wie fertig vor. Es umfaßt ſämtliche
Steuer=
ſetzen, Anträgen, Kundgebungen, Beſtrebungen erlebt
vorlagen einſchließlich des Wehrbeitrages. Die
Grund=
haben und noch vor uns ſehen, hat durchaus ſeine Wurzel
lage für die Verſtändigung bildet die Beſitzſteuerfrage.
Die Zuſpitzung der Lage
und ſein Gedeihen in den Arbeitererlaſſen Wilhelms II.,
Man fand ſich im großen und ganzen bei der Regierungs=
und in ihrem Zeichen wird noch geraume, heute noch nicht
am Baſten,
vorlage über die Vermögenszuwachsſteuer zuſammen. In
abſehbare Zeit die deutſche Sozialreform ſtehen.”
*⁎* Der europäiſchen Diplomatie wird das Leben in der Hauptſache handelt es ſich dabei um die Erbſchafts=
Auch das Zentralblatt derchriſtlichen Ge= letzter Zeit ſehr ſauer gemacht, denn kaum hat ſie die eine ſteuer, bei der allerdings das Gattenerbe ſteuerfrei
blei=
werkſchaften bringt dem Kaiſer ſeine Huldigung dar. Aufgabe in Angriff genommen, ſo harrt ihrer ſchon wieder ben ſoll, dagegen das Kindeserbe beſteuert wird. Die Be=
Im Namen der chriſtlichnationalen Arbeiter ſchreibt es eine andere. Mehrere langwierige Verſtändigungsaktio= ſchlüſſe der Parteiführer ſind bisher unverbindlicher
Na=
u. a.: „In keinem Lande der Welt erfreut ſich der nen waren nötig, um den Frieden zwiſchen der Türkei und tur. Ueberraſchungen ſind jedoch immer noch nicht ausge=
Lohnarbeiter eines ſoweitgehenden geſetzlichen dem Balkanbunde herzuſtellen; die Löſung der Frage der ſchloſſen.
Schutzes und einer ſo umfaſſenden Fürſorge Aegäiſchen Inſeln und Albaniens ſteht noch bevor, wäh=
Wirtſchaftliche Kommiſſion. Die Nordd.
auf öffentlich=rechtlicher Grundlage, wie rend die Einigung zwiſchen Bulgarien und Rumänien be= Allg. Ztg. teilt die Neugeſtaltung der Ständigen
Wirt=
bei uns in Deutſchland. Die Förderung und der Ausbau reits erzielt werden konnte. Eben erſt iſt die Finanz=ſchaftlichen Kommiſſion der Kolonialverwaltung, die
bis=
der ſozialen Geſetzgebung in Deutſchland während der kommiſſion in Paris zuſammengetreten, ihre Dauer iſt her zu klein und einſeitig zuſammengeſetzt war, durch den
letzten 25 Jahre iſt die wertvollſte Errungenſchaft der Re= nach Monaten berechnet, da ſchwierige Aufgaben zu löſen Staatsſekretär Dr Solf mit. Der Staatsſekretär hat
er=
gierung unſeres Kaiſers, deren volle Bedeutung vielleicht ſind. Ein gleich ſchwieriges Werk ſteht aber anſcheinend wogen, daß im Wirtſchaftlichen Beirat des Reichsamtes
die Gegenwart nicht einmal richtig erkennt. . . . Wenn den Mächten auf dem Balkan ſelbſt noch bevor, wo ihre möglichſt alle Bundesſtaaten vertreten ſein müßten.
Bis=
nicht alle ſeine Wünſche und Hoffnungen für das ſoziale Vermittlung dringend nötig iſt, um den Krieg zwiſchen her waren es Preußen, Sachſen, Bayern, Baden und die
Gebiet ſich erfüllten, ſo mag die unliebſame Entwicklung Bulgarien und Serbien zu verhindern, der bereits in be=Hanſaſtädte, jetzt treten hinzu Württemberg, Heſſen,
Sachſen=Weimar=Eiſenach, Oldenburg, Braunſchweig und
der Arbeiterbewegung in Deutſchland, die in dem uner= drohliche Nähe gerückt zu ſein ſcheint.
hörten Anwachſen der ſozialdemokratiſchen Bewegung
Ueber die einzelnen Phaſen der bulgariſch=ſerbiſchen Sachſen=Altenburg. Um eine möglichſt vollſtändige
Ver=
ihren ſtärkſten Ausdruck findet, nicht ohne Einfluß ge=Gegenſätze haben wir fortlaufend berichtet, und man tretung für die Kolonien ſeitens der wichtigſten
Handels=
durfte bisher immer annehmen, daß ein Ausgleich un= und Induſtriezweige zu erreichen, wird die Kommiſſion
blieben ſein.”
künftig anſtatt wie bisher nur das Bankgeſchäft, den
Baumwollhandel und Baumwollinduſtrie, die Draht=
und Eiſeninduſtrie, den Warenhandel und die
Reederei, folgende Handels= und
Induſtrie=
zweige umfaſſen: Baumwollinduſtrie, Bankgeſchäft,
Maſchinen= und Eiſeninduſtrie, die Diamanten=,
Bijou=
terie=, Oel=, Woll=, Kautſchuk=, Hanf=, chemiſche,
Nahrungs=
mittel=, Jute=, Glas=, Leoniſche Draht= und die
Tabak=
induſtrie, den Bergbau, den Waren= den Baumwoll=, Holz=
und Kohlenhandel, ſowie die Reederei. Dazu wird der
Kommiſſion angehören je ein Vertreter des
Kolonial=
wirtſchaftlichen Komitees, ferner der Deutſchen
Kolonial=
geſellſchaft und der Ständigen Ausſtellungskommiſſion der
deutſchen Induſtrie, ſowie zwei Vertreter der
Landwirt=
ſchaft, die an den wirtſchaftlichen Beziehungen der
Schutz=
gebiete zum Mutterlande erhebliches Intereſſe hat.
— Das Luftrechtgeſetz. Dieſen Namen wird,
wie man der Tgl. Rdſch. mitteilt, das kommende Geſetz
zur Regelung des Verkehrs mit Luftfahrzeugen führen.
Der Entwurf iſt nunmehr im Reichsamt des Innern
un=
ter Mitwirkung des Reichsjuſtizamts fertiggeſtellt und
wird ſchon in nächſter Zeit an den Bundesrat gelangen.
Es iſt daher auch mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß
die Vorlage im nächſten Spätherbſt im Reichstage zur
Be=
ratung geſtellt wird. Das Geſetz wird einmal eine
Re=
gelung des Verkehrs mit Luftfahrzeugen herbeiführen und
dazu gewiſſe verkehrspolizeiliche und gewerbepolizeiliche
Vorſchriften erlaſſen. Außerdem iſt aber auch die
Re=
gelung der Haftpflicht in den Geſetzentwurf einbezogen.
Bei den Beſprechungen, die im Januar dieſes Jahres mit
Sachverſtändigen und Praktikern der Luftſchiffahrt
ſtatt=
fanden, hatte ein erheblicher Teil derſelben ſich gegen die
Ausdehnung der Haftpflicht im gegenwärtigen Zuſtande
der Luftſchiffahrt ausgeſprochen. Die weiteren
Beratun=
gen über die Geſtaltung des Geſetzentwurfs haben dann
aber dazu geführt, daß die Haftpflicht doch in die
geſetz=
liche Regelung einbezogen iſt, und zwar in dem Sinne, wie
das Geſetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen ſie für
Kraftwagen regelt.
— Die Reichstagserſatzwahl in Waldeck.
Bei der Reichstagserſatzwahl erhielten Vietmeyer
(Wirtſch. Vgg.) 5648, Naumann (Vpt.) 4937, Weddig
(Soz.) 1017 Stimmen. Es iſt Stichwahl zwiſchen
Viet=
meyer und Naumann erforderlich. Bei der Hauptwahl im
Januar 1912 hatte der Antiſemit 4403, der Volksparteiler
3687 Stimmen erhalten; beide haben alſo diesmal etwa
1250 Stimmen gewonnen. Es liegt nahe, anzunehmen,
daß die 2037 nationalliberalen Stimmen, die damals
ab=
gegeben wurden, zu gleichen Teilen nach rechts und links
gefallen ſind. Der ſozialdemokratiſche Kandidat hat 600
Stimmen weniger erhalten als das letztemal. Die
Aus=
ſichten der Stichwahl ſind fraglich; der Kampf wird ſcharf
und die Entſcheidung knapp werden.
— Pieh= und Fleiſchhandel. Der Nordd.
Allg. Ztg. zufolge iſt die Kommiſſion zur Unterſuchung
der Zuſtände im Vieh= und Fleiſchhandel unter dem
Vor=
ſitz des Staatsſekretärs des Innern Staatsminiſters Dr.
Delbrück zu einer Sitzung zuſammengetreten. Auf der
Tagesordnung ſteht die weitere Anhörung von
Sachver=
ſtändigen. Während bei den bisherigen Sitzungen die
Sachverſtändigen aus dem Berliner Verſorgungsgebiet
und aus Süddeutſchland das Wort hatten, erſchienen zu
der jetzigen Sitzung etwa 40 Sachverſtändige aus Weſt=
und Mitteldeutſchland. Es iſt beabſichtigt, in zwei
Ta=
gen die Verhandlungen zu beenden, um an den beiden
folgenden Tagen die Sachverſtändigen aus Oſtdeutſchland,
Sachſen und Thüringen zu vernehmen. Damit wird das
Stadium der Sachverſtändigen=Vernehmung beendet ſein
Nachdem dann im ganzen 180 Sachverſtändige gehört
worden ſind, wird nunmehr noch eine Schlußſitzung der
Kommiſſion erforderlich ſein, um eine Beſprechung über
den Geſamteindruck herbeizuführen, ſowie über die
Ver=
wertung des Materials zu beſchließen, nachdem die
um=
fangreichen Gutachten der Sachverſtändigen
zuſammenge=
ſtellt ſein werden. Die Verhandlungen werden an der
Hand desſelben Fragebogens geführt werden, der bei den
früheren Erörterungen zugrunde gelegen hat.
Entſpre=
chend der Aufgabe der Kommiſſion, die Preisbildung beim
Vieh, beim Fleiſch von den Produzenten bis zum
Ver=
braucher zu verfolgen, beſchäftigt ſich der Fragebogen
zu=
nächſt mit den Stallpreiſen, ſodann mit den Preiſen und
Gebühren auf dem Vieh= und dem Schlachthof, ſchließlich
mit denjenigen im Laden des Fleiſchers. Daran ſchließen
ſich Fragen über Nachrichtenweſen und Statiſtik.
— Bei der Eröffnung des Preußiſchen
Landtages hatten ſich die Abgeordneten beider
Häu=
ſer zahlreich im Sitzungsſaal des Abgeordnetenhauſes
eingefunden. Wenige Minuten nach 11 Uhr betrat
Mi=
niſterpräſident von Bethmann Hollweg an der Spitze des
geſamten Staatsminiſteriums den Saal und verlas die
Thronrede, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen
wurde. Nach der Verleſung brachte der bisherige Präſi
dent des Herrenhauſes, von Wedel=Piesdorf, ein
drei=
faches Hoch auf den Kaiſer und König aus, in das die
Mitglieder der beiden Häuſer begeiſtert einſtimmten.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Budgetausſchuß des
Abgeordne=
tenhauſes hat das Budgetproviſorium für die zweite
Hälfte 1913 entſprechend der Regierungsvorlage
ange=
nommen und mit 27 gegen 19 Stimmen die Anträge auf
Einſtellung entſprechender Beträge zur ſofortigen
Durch=
führung der Dienſtpragmatik und zur Beſſerſtellung der
Eiſenbahnbeamten abgelehnt.
Frankreich.
Die Kongo=Kamerun=Grenze. Der
Se=
nator Gervais beſchäftigt ſich in ſeinem Bericht über
das Kolonialſyſtem auch mit den Arbeiten der
deutſch=
franzöſiſchen Kommiſſion zur Feſtſtellung der neuen
Kongo=Kamerun=Grenze und ſagt darin u. a.: Der
Haupt=
mann Creppe hat mitgeteilt, daß die deutſche Kommiſſion
nur langſam vorwärts kommt. Auf die Frage, ob er
al=
lein vorrücken oder ob er in Fühlung mit den Deutſchen
bleiben ſolle, wurde ihm geantwortet, daß er mit der
deutſchen Miſſion zuſammenmarſchieren ſolle. Der
Füh=
rer der franzöſiſchen Miſſion, Kolonialadminiſtrator
Périquet hat mitgeteilt, daß der Führer der deutſchen
Kommiſſion es unterlaſſen habe, Fachleute in das Gebier
der Pamaquelle zu entſenden. Er habe nach 45tägigem
Aufenthalt die Pamaquelle verlaſſen müſſen, ohne ein
Mitglied der deutſchen Miſſion geſehen zu haben.
Gleich=
wohl, fügt Périquet hinzu, ſchreiten die Arbeiten aller
Art der Kommiſſion vorwärts. Beſonders ſchwierig ſei
die Aufgabe der dritten Abteilung geweſen, die die
Ge=
biete des unteren und mittleren Likwalafluſſes zu
ſtudie=
ren hatte. Die Mitglieder dieſer Abteilung, die mit dem
deutſchen Leutnant Lüders zuſammenarbeiteten, mußten ſich
leider nur zwei bis drei Meter langer Pirogen
be=
dienen, welche allein in dem unentwirrbaren Dickicht von
zahlreichen Schlingpflanzen durchkommen konnten.
Spanien.
Miniſterkriſe. Infolge der Demiſſion des
Senatspräſidenten Monterarios reichten noch andere
Mit=
glieder des Präſidiums und des Bureaus, ſowie der
Un=
terſtaatsſekretär im Unterrichtsminiſterium, Rivas
San=
tiagos, der Generalanwalt des höchſten Tribunals,
Tor=
nos, und andere höhere Miniſterialbeamte ihren Abſchied
ein; gleiche Geſuche einiger Provinzial=Gouverneure, die
ſicht.
Norwegen.
Frauenwahlrecht. Das Storthing hat
einſtim=
mig die Erweiterung des politiſchen Wahlrechts
beſchloſ=
ſen, wonach den Frauen das Wahlrecht in gleichem
Um=
fange zuſteht, wie den Männern.
Serbien.
In der Skupſchtina ſtellte der jungradikale
Parteiführer Draskowitſch feſt, daß der Miniſter des
In=
nern in der geſtrigen Sitzung den Jungradikalen
Feig=
heit vorgeworfen habe. Da der Miniſter die Beleidigung
nur zeitweiſe zurückziehen wolle, betrachteten die
Jung=
radikalen den Miniſter als ehrlos und würden
dem=
entſprechend handeln. Hierauf ſetzten die Jungradikalen
ihre Obſtruktion gegen den Geſetzentwurf über den
Do=
nauhafen in Prohava fort.
Amerika.
Gegen die Truſts. Die Bundesregierung hat
unter dem Antitruſtgeſetz ein Verfahren gegen die Quaker
Ooats=Geſellſchaft eingeleitet, die 90 Prozent der
Hafer=
mehlproduktion des Landes kontrollieren ſoll. Auflöſung
der Geſellſchaft wird nicht verlangt, aber es iſt ein
zeit=
weiliger Einhaltsbefehl beantragt worden, damit der
freie Wettbewerb ſofort wieder hergeſtellt werden kann.
Die Frauenſtimmrechtsbill, die kürzlich
im Senat von Illinois Annahme gefunden hat, iſt auch
vom Repräſentantenhauſe des Staates angenommen
worden.
* Kopenhagen, 11. Juni. Zu Ehren des
Königs und der Königin von Norwegen
ffand heute abend auf Schloß Amalienborg ein Galadiner
ſſtatt, an dem außer den däniſchen und norwegiſchen
Majeſtäten die Mitglieder der königlichen Familie, die
Miniſter, das diplomatiſche Korps und eine Anzahl
an=
derer Geladener teilnahmen. König Chriſtian und König
Haakon wechſelten herzliche Trinkſprüche, in denen ſie auf
die zahlreichen Familienbande zwiſchen den beiden
Kö=
nigshäuſern, ſowie auf die guten Beziehungen zu
Däne=
mark und Norwegen und auf die alten hiſtoriſchen Bande
zwiſchen beiden Ländern hinwieſen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Juni.
Elizabeth Duncan=Schule.
— Ganz in der Stille hat ſich die Gründung einer
Ortsgruppe Darmſtadt des Vereins zur
Förde=
rung und Erhaltung der Elizabeth Duncan=Schule
voll=
zogen. Die Mitglieder dieſer Ortsgruppe hatten ſich zu
einer erſten konſtituierenden Verſammlung Mittwoch,
nachmitags ½5 Uhr, in den Räumen der Schule auf der
Mathildenhöhe eingefunden, und die beträchtliche Anzahl
der Erſchienenen bewies, daß die Ziele und
Beſtrebun=
gen dieſer außerhalb ſchon ſeit geraumer Zeit
hochange=
ſehenen, ja geradezu als entſcheidender Wendepunkt für
unſere Kultur empfundenen Erziehungsanſtalt für die
weibliche Jugend auch in Darmſtadt ſelbſt in den
verſchiedenſten Kreiſen der Geſellſchaft überzeugte
An=
hänger und Verehrer beſitzen.
Herr Direktor Merz, der verdienſtvolle Leiter der
Anſtalt, begrüßte die Anweſenden in kurzer, herzlicher
Anſprache. In knappen Zügen legte er die Grundſätze
der Schule dar, die die ihr anvertrauten Mädchen zu
ge=
ſunden, körperlich und geiſtig gleich wohlausgebildeten
harmoniſchen Menſchen heranziehen will. Das bereits
Erreichte wurde durch die Schülerinnen praktiſch
vorge=
führt. Zunächſt traten die „Kleinſten” der Schule im
Feſtſaale zu gymnaſtiſchen Uebungen an. Es folgten
Uebungsſtudien der größeren Mädchen im Freien. Beide
Vorführungen leitete Herr Dr. Vallſon, Lehrer aus dem
Königl. ſchwediſchen Gymnaſtikinſtitut. In ihm hat die
Duncan=Schule einen vortrefflichen Lehrmeiſter für die
gymnaſtiſche Ausbildung gefunden. Galt der erſte Teil
des Programms der rein körperlichen Erziehung, ſo
Die Geſchichte der deutſchen
Kaiſerhymne.
Von Franz Neubaur.
(Nachdruck verboten.)
Von Millionen deutſcher Lippen klingt in dieſen
Tagen die deutſche Kaiſerhymne, das „Heil Dir im
Siegerkranz” das bisher allen Verſuchen für eine neue
Kaiſerhymne erfolgreich getrotzt hat. Begründet wurden
dieſe Verſuche mit dem Hinweis, daß das deutſche
Kaiſer=
lied in Text und Melodie vom Auslande erborgt ſei. Die
Quellenprufung ergibt indeſſen, daß jener Hinweis nicht
ganz zutreffend iſt, und daß infolgedeſſen die
Bemüh=
ungen, ein ureigen deutſches Kaiſerlied zu ſchaffen,
über=
flüſſig ſind. Unbeſtreitbar iſt jedoch, daß die wenigſten
Reichsangehörigen die Geſchichte des Liedes kennen, das
in vaterländiſcher Feſtesſtunde in gewaltigen Akkorden
das Treugelöbnis zum Herrſcherhauſe verkündet.
Der Hauptvorwurf, dem das deutſche Nationallied
begegnet, liegt in der Behauptung, daß die Melodie
eng=
liſchen Urſprungs und dem Nationalgeſange der
Eng=
länder „God ſave the king” entnommen ſei. Dies trifft
in der Sache zwar zu; tatſächlich aber iſt die Melodie zu
der engliſchen Hymne deutſchen Urſprungs, und zwar
wird ſie im Jahre 1914 auf ein Alter von 200 Jahren
zu=
rückblicken können. Als im Jahre 1714 der damalige
Kur=
fürſt Georg I. von Hannover den engliſchen Königsthron
beſtieg und am 31. Oktober zu London gekrönt werden
ſollte, wurde der zu jener Zeit in London weilende
deut=
ſche Komponiſt G. F. Händel gebeten, für die Ankunft
des Regenten einen Hymnus zu komponieren. Händel
unterzog ſich dieſer Aufgabe, indem er den Text eines
alt=
franzöſiſchen Liedes ins Engliſche übertragen ließ und
dazu jene Melodie fand die zunächſt engliſches und ſpäter
deutſches Nationaleigentum wurde.
Die Hymne wurde zuerſt geſungen beim Einzug
Georgs I. in Weſtminſter und gelangte dann aus
nahe=
liegenden Gründen nach Hannover.
Reichlich ſiebzig Jahre ſpäter entſtand dann der
deutſche Text zu der inzwiſchen immer beliebter
geworde=
nen Melodie. Wiederum war es ein Deutſcher, der den
Text verfaßte, und wiederum war es ein nichtdeutſcher
Fürſt, dem er gewidmet war. Zum 53. Geburtstage des
Königs Chriſtian VII. von Danemark, am 29. Januar
1790, veröffentlichte der ſchleswig=holſteiniſche Advokat
Heinrich Harries in Flensburg, der damals durch ſinnige
Gelegenheitsgedichte viel von ſich reden machte, im
Flensburger Wochenblatt für Jedermann zu der
Hän=
delſchen Melodie den Text unter der Bezeichnung „Eir
Lied für den däniſchen Untertan an ſeines Königs
Ge=
burtstag. Im Verhältnis zu dem heute geſungenen
Text weiſt das Original mancherlei Abweichungen auf.
So lautet der erſte Vers:
Heil Dir, dem liebenden,
Herrſcher des Vaterlands,
Heil Chriſtian Dir!
Fühl’ in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Vater des Volks zu ſein,
Heil Chriſtian Dir.
Der zweite und dritte Vers des heutigen Liedes
lehnen ſich enger an das Original an, während der vierte
Vers im Original folgenden Wortlaut hat:
Sei noch, o Chriſtian, hier,
Lange des Thrones Zier
Des Landes Stolz!
Eifer und Mannestat
Finde ſein Lorbeerblatt
Treu aufgehoben dort
An Deinem Thron.
Die tertlichen Veränderungen des Liedes, die der
heu=
tigen Kaiſerhymne zugrunde liegen, ſind in Berlin
ent=
ſtanden, und zwar im Dezember 1793. Preußens König
Friedrich Wilhelm II. kehrte damals aus dem Feldzug
gegen Frankreich zurück, und da er ſich an der erfolgreichen
Schlacht bei Kaiſerslautern und an der Belagerung von
Mainz beteiligt hatte, wurde er als heimkehrender
Sie=
ger gefeiert. Die „Haude= und Spener’ſche Zeitung‟
druckte bei dieſer Gelegenheit das Harriesſche Lied an
der Spitze ihres Blattes ab. Sie ließ aber nicht nur den
Namen des Verfaſſers fort, ſondern nahm auch jene Ver
änderungen des Tertes vor, die ſich bis zum heutigen Tage
erhalten haben. Bis zu Anfang des vorigen Jahrhunderts
blieb das Lied dann in einiger Verborgenheit. Erſt die
Befreiungskriege brachten es wieder zu neuen Ehren, bis
es dann nach der großen Zeit von 1870/71 zum deutſchen
Nationalgeſang wurde, der die Alten erhebt und die
Ju=
gend begeiſtert.
Brief aus Tſingtau.
Tſingtau, 25. Mai.
Bei ſeinem unvergeßlichen Beſuch Tſingtaus im Jahre
1912 hatte Prinz Heinrich ſich am 3. Oktober, dem Tage
der Parade der Garniſon vor ihrem Generalinſpekteur,
entſchloſſen, der Fahne des dritten Seebataillons eir
Fahnenband zu verleihen. Nach erfolgter kaiſerlicher
Genehmigung gelang es, das Fahnenband ſo
fertigzu=
ſtellen, daß ſeine Uebergabe an das Bataillon am 24. Mai
dem Tage der Silberhochzeit des Prinzlichen Ehepaares
und der Vermählung der kaiſerlichen Tochter, erfolgen
konnte.
So ſtand an dieſem bedeutungsvollen Tage das dritte
Seebataillon auf dem Iltisplatze Tſingtaus bei
herrlich=
ſtem Frühlingswetter in Parade. Ein ſchönerer Platz
für eine Feier wird nicht leicht zu finden ſein. Zur
Lin=
ken des Bataillons blaute das Meer, zur Rechten und
hinter ihm erhob ſich die grüne Kette der Iltisberge,
ſo=
wie der im Frühlingsſchmucke prangende Forſtgarten,
während der Blick nach vorne bis an die bläulich
ſchim=
mernden Berge des Kap Jaeſchke und des zackigen
Perl=
gebirges ſchweifte. Und über das Ganze ſpannte ſich ein
wahrhaft italieniſcher Himmel
Ein Kommandoruf des vor der Front haltenden
Bataillonskommandeurs: Se. Exzellenz der Gouverneur
erſcheint mit ſeinem Stabe am Eingange des Platzes und
ſprengt auf die Paradeaufſtellung zu, reitet die Front der
präſentierenden Truppen ab und begibt ſich ſodann vor
die Front. Der linke Flügel des Bataillons, die
Ma=
ſchinengewehr=Abteilung, die berittene Kompagnie und
die Marinefeldbatterie ſchwenken nach rechts ein, bis ſie
rechtwinkelig zu den ſtehengebliebenen Infanterie=
Kom=
pagnien und der Pionier=Kompagnie ſtehen. Die von
zwei Offizieren flankierte Fahne wird vorgezogen und
nimmt, dem Gouverneur gegenüber, im Scheitel des
Win=
kels Aufſtellung.
Der Kommandeur läßt das Bataillon präſentieren.
Ein Augenblick lautloſer Stille, nur unterbrochen durch
das Knattern des ſeidenen Fahnentuches im linden
Früh=
lingswinde. Mit weithin ſchallender Stimme ſprach
nun=
mehr Gouverneur Meyer=Waldeck
„Nachdem Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich von
Preußen im vergangenen Herbſt als Generalinſpekteur der
Marine die Truppenteile der Garniſon beſichtigt, hatte
führte der zweite Teil zu den Beziehungen von
Körper=
kultur und Kunſt hinüber. Tänze und Reigen der jungen
Mädchen und Kinder zeigten, wie das natürliche
Aus=
drucksvermögen im äſthetiſchen Sinne vervollkommnet,
ja bis zur künſtleriſchen Leiſtung geſteigert werden kann.
Gleich lebendig gewordener Antike zogen wunderbare
Tanzbilder an dem entzückten Auge der Zuſchauer
vor=
über. Herr Ferdinand Edlinger war ihnen am Flügel
ein verſtändnisinniger Begleiter.
Ein Rundgang durch Garten und Haus beendete die
ſchlichte, harmoniſch verlaufene Gründungsfeier der
Ortsgruppe Darmſtadt des Vereins zur
Förderung und Erhaltung der
Eliza=
beth Duncan=Schule.
* Vom Hofe. Fürſt und Fürſtin zu
Stolberg=Wernigerode ſind nach kurzem
Beſuchs=
aufenthalt von Jagdſchloß Wolfsgarten wieder abgereiſt
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Großher=
zog empfingen am Mittwoch den Oberſt Münter
Kommandeur des Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh
Heſſ.) Nr. 118, den Oberſt z. D. v. Wachter, den
Ober=
ſtabsarzt Dr. Koch, Regts.=Arzt des Garde=Drag.=
Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Major a. D. Schäfer,
den Hauptmann Frhrn. Röder v. Diersburg, Komv.=
Chef im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heiſ.) Nr. 115,
den Oberleutnant Broicher vom Garde=Drag.=Regt.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den k. k. öſterreichiſchen
Ober=
leutnant Werner Ritter v. Trapp im 3. Regiment der
Tiroler Kaiſerjäger in Ala, den Oberförſter Nikolaus,
den Regierungsrat Herberg von Friedberg, den
Tele=
graphendirektor Bothe von Worms; eine Deputation
des Männer=Geſangvereins Groß=Zimmern, beſtehend
aus dem Bürgermeiſter Brücher, dem 1. Präſidenten
Ehrhardt und dem Dirigenten R. Etzold; den
Kammer=
herrn und Kammerdirektor Frhrn. Löw von und zu
Steinfurth von Lich, den Hoftheater=Maſchinendirektor
Schwerdtfeger, den Hoftheater=Bühnendirektor Müller,
den Profeſſor Körner von der Künſtlerkolonie, den
Pro=
feſſor Müller von der Techniſchen Hochſchule, den
Pro=
feſſor Dr. Hübner von der Univerſität in Gießen, den
Profeſſor Albin Müller, den Bürgermeiſter Dr. Kayſer
von Bad=Nauheim eine Deputation des Rheinheſſiſchen
Elektrizitätsverbandes, beſtehend aus den Bürgermeiſtern
Gaul von Horrweiler, Sieben von Zornheim und
Diehl von Gau=Algesheim; den Seminarlehrer Keller
von Mainz, den Dekan Schäfer von Büdingen; zum
Vortrag den Finanzminiſter Dr. Braun, den Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Oberjäger=
meiſter Frhrn. van der Hoop, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld, den Geh. Oberbaurat
Profeſſor Hofmann, den Generaldirektor des Hoftheaters
und der Hofmuſik Dr. Eger.
* Ordensverleihung an die Großherzogin. Der
„Reichsanzeiger” meldet: Der König von Preußen hat
der Großherzogin von Heſſen die Rote Kreuz=
Medaille 1. Klaſſe verliehen.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Komturkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Oberſt v. Behr, beauftragt mit der Führung der
32. Infanterie=Brigade, ſeither Kommandeur des
In=
fanterie=Regiments Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118
und das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
Verdienſte” dem Wachtmeiſter a. D. Mayer, ſeither
im 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61.
Der König von Preußen hat dem Bankbeamten
Johann Baptiſt Silz zu Darmſtadt und dem Rentner
Chriſtoph Wamboldt zu Nieder=Ramſtadt bei
Darm=
ſtadt die Rote Kreuz=Medaille 2. Klaſſe verliehen.
* Pfarrperſonalie. Se. Königl. Hoheit der
Grdß=
herzog haben dem Pfarrer Johannes Eßlinger zu
Auerbach a. d. B. die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Rod=
heim v. d. H., Dekanat Rodheim, übertragen.
Lehrerperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den von des Fürſten zu
Yſen=
burg und Büdingen Durchlaucht zum Oberlehrer an dem
Wolfgang=Ernſt=Gymnaſium zu Büdingen präſentierten
Oberlehrer Dr. Georg Appel für dieſe Stelle beſtätigt.
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten Jakob
Bretz aus Flonheim, Kreis Alzey, eine Lehrerſtelle zu
Ginsheim, Kreis Groß=Gerau.
* Militärdienſtnachricht. Spies, Oberzahlmeiſter
vom 3. Bat. des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117, auf ſeinen Antrag mit Penſion in den
Ruheſtand verſetzt.
Zum Regierungsjubiläum des Kaiſers. An
die verehrlichen Vereinsvorſtände! Zu dem
Regierungsjubiläum des Kaiſers finden in den
ver=
ſchiedenen Vereinen patriotiſche Feiern ſtatt, die
wir unmöglich alle beſuchen können, über die aber
Be=
richterſtattung erfahrungsgemäß allgemein gewünſcht
wird. Wir erſuchen daher die Herren Schriftführer,
kurz=
gehaltene Berichte über dieſe Feiern unbedingt ſo
ort, d. h. ſpäteſtens am Tage nach der
Veran=
ſtaltung, der Redaktion einzuſenden. Später eingehenden
Berichten muß die Aufnahme verſagt werden.
Die 18. Sitzung der Handwerkskammer iſt auf
Montag, den 23. Juni, vormittags 11 Uhr, in den
Sitz=
ungsſaal der Stadtverordnetenverſammlung im Rathaus,
Marktplatz 8, einberufen mit folgender Tagesordnung:
1. Miteilungen. 2. Bericht über die Tätigkeit des
Vor=
ſtandes. 3. Bericht über die Tätigkeit im Ausſchuß und
Kommiſſion des deutſchen Handwerks= und
Gewerbe=
kammertages. 4. Abnahme der Rechnung für das
Etats=
jahr 1912. 5. Haushaltsplan für das Etatsjahr 1914. 6.
Ge=
haltsregelung. 7. Neuaufſtellung der Lehrlingsrolle=
Ein=
ſchreibgebühr. 8. Errichtung neuer
Geſellenprüfungsaus=
ſchüſſe und Beſtätigung der Neuwahl der Mitglieder aller
Prüfungsausſchüſſe für 1913/15. 9. Abänderung der
Ge=
ſellenprüfungsordnung: a) Erhöhung der Prüfungsgebühr,
b) Vereinfachung der Geſchäftsführung der
Prüfungsaus=
ſchüſſe. 10. Die Regelung des weiblichen
Lehrlings=
weſens. 11. Abänderung und Ergänzung der
Vorſchrif=
ten zur Regelung des Lehrlingsweſens. 12. Organiſation
der Lehrſtellenvermittelung. 13. Abänderung der
Meiſter=
prüfungsordnung. 14. Staatliches, ſtädtiſches, privates
Submiſſionsweſen (Submiſſionsſtelle bei der
Handwerks=
kammer). 15. Die Einziehungsſtelle der
Handwerkskam=
mer. 16. Heſſiſche Handwerkerzentralgenoſſenſchaft. 17. Ver
ſchiedenes.
Zu der Kino=Vorführung der Märchengruppen
wird uns mitgeteilt, daß die meiſten vorgeführten
Märchengruppen und Momentaufnahmen als
Poſt=
karten erſchienen ſind und in jedem Papiergeſchäft
verkauft werden.
Beſchädigung von Gartenanlagen. Das
Großh. Polizeiamt macht in einer Bekanntmachung
vom 10. Juni 1913 darauf aufmerkſam, daß ſich in
letzter Zeit vielfach Villen= und Gartenbeſitzer darüber
beſchwert haben, daß von Kindern wie von Erwachſenen
im Vorbeigehen aus ihren Gartenanlagen Blumen
ent=
wendet und oft ganze Roſenſtöcke umgeknickt worden
ſeien. Dieſe Unſitte kann nicht ſcharf genug verurteilt
werden, weil ſie ein ſchlechtes Licht auf die hieſige
Be=
völkerung wirft, und weil ſie die Garten= und
Villen=
beſitzer zum Wegzug von Darmſtadt verleiten kann.
Wir können uns dem öffentlichen Erſuchen des Großh.
Polizeiamts nur anſchließen, das darauf hinausgeht,
daß jeder aus der Berölkerung für ſeinen Teil
er=
zieheriſch auf Kinder und Erwachſene einwirken möge,
daß ſolche Schädigungen des Anſehens der Stadt und
ihrer Einwohner künftig nicht mehr vorkommen.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 30. Mai l. J.
männ=
lich 9581, weiblich 6597, zuſ. 16 178, in Prozenten 59,23,
40,77. Der Krankenſtand betrug am 30. Mai I. J.
männlich 456, weiblich 241, in Prozenten 4,75, 3,65.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 26. Mai bis 30. Mai I. J. 5459,02 Mk. (1912:
5075,47 Mk.) An Wöchnerinnen waren vorhanden
am 30. Mai I.
34. Sterbefälle kamen vor
in der Woche vom 26. Mai bi. 30. Mai l. J. 3.
* Stenographiſches. Beim 15. Verbandstag des
Süd=
weſtdeutſchen Verbandes für Nationalſtenographie in
Mannheim beteiligten ſich vom Darmſtädter
National=
ſtenographen=Verein an dem Wettſchreiben und
er=
hielten Preiſe: in Abteilung 60 Silben Schüler Adam
Betz, 80 Silben Schüler Franz Schmitt, 100 Silben
die Schüler Johann Hotz und Karl Roos, 160 Silben
Herr Martin Dries, 200 Silben Herr Oskar Herold,
220 Silben Herr Johann Moch. Außerdem erhielten
die drei Letztgenannten noch wertvolle Ehrenpreiſe.
Heſſiſcher Odenwald=Verein. Der heſſiſche
Odenwald=Verein Darmſtadt, gegründet 1903, begeht an
Sonntag, den 22. Juni, das Feſt ſeines 10jährigen
Beſtehens. Als Feſtplatz iſt das ſchön gelegene Arheilger
Mühlchen vorgeſehen. Das Programm, unter
Mit=
wirkung des Geſangvereins „Liederkranz”, ſieht vor:
Konzert im Garten, ausgeführt von der Kapelle des
Dragoner=Regiments Nr. 23, ſowie Verloſung,
Preis=
ſchießen, Karuſſell und Kinderbeluſtigung aller Art. Im
Saale findet Tanz ſtatt. Der Abmarſch erfolgt in
Ge=
meinſchaft mit dem Geſangverein Liederkranz
nach=
mittags ½3 Uhr vom Vereinslokal (Goldner Hirſch),
Schloßgraben, mit Muſik nach dem Feſtplatz. (Näheres
folgt durch Anzeige.)
§ Tödlicher Unfall. Am Mittwoch abend zwiſchen
8 und 9 Uhr iſt der 36 Jahre alte Rangierer Andreas
Schmidt im Güterbahnhof an der Eilguthalle beim
Rangieren von einer Maſchine überfahren und
getötet worden.
* Schlaganfall. Geſtern morgen fand man den
Trans=
portarbeiter Karl Ewald in der Schloßgaſſe tot in
ſeinem Bette liegen. Man nahm zunächſt
Selbſt=
mord an. Es ſtellte ſich jedoch ſpäter heraus, daß der
Mann einem Schlaganfall erlegen war.
§ Sachbeſchädigung. In vorverfloſſener Nacht
wurden zwei an einem Hauſe in der Wilhelminenſtraße
angebrachte Schaukäſten demoliert.
* Konzertveranſtaltungen. Konzert=
Etabliſſe=
ment Hugenſchütz’ Felſenkeller. Mit einem
chronologiſchen Programm (Muſik vom 16.—20.
Jahrhun=
dert) wird bei dem heutigen Konzert der vollzähligen
Ka=
pelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 der neuerbaute
Muſik=Pavillon eingeweiht werden. Die außerordentlichen
Erfolge der Dienstags= und Freitags=Konzerte haben den
Inhaber Herrr Hans Tod veranlaßt, anſtelle des nicht
mehr zeitgemäßen Muſikpodiums einen akuſtiſchen
Pavil=
lon zu erbauen, um ſo einem muſikliebenden Publikum
den Aufenthalt in dem herrlich gelegenen Garten noch
an=
genehmer zu machen. (Siehe auch Anzeige.) — Im
Kur=
haus „Trautheim” findet Samstag nachmittag
Mili=
tärkonzert ſtatt. (Näh. ſ. Anz.)
W Gernsheim, 12. Juni. Am 22. dieſes Monats
tref=
fen aus Mainz einige Tauſend Wallfahrer hier ein,
die die neu hergerichtete Kapelle Maria Einſiedeln beſuchen
werden. Die Eiſenbahndirektion Mainz hat beſondere
Extrazüge eingelegt.
Offenbach, 11. Juni. Wie der Handelskammer
mit=
geteilt wurde, hat das Miniſterium die
Geneh=
migung des von der Stadtverordnetenverſammlung
vom 9. Januar 1913 geforderten Ortsſtatuts über die
Fortbildungsſchulpflicht der Mädchen mit
der Begründung verweigert daß beabſichtigt ſei, in
Heſſen dieſe Frage bei Gelegenheit der bevorſtehenden
Reviſion des Volksſchulgeſetzes landesgeſetzlich zu regeln
Es erſcheine daher nicht zweckmäßig, jetzt den
Fortbild=
ungsſchulzwang für gewerblich tätige Mädchen auf Grund
des Paragraphen 120 der Reichsgewerbeordnung für
ein=
zelne Gemeinden durch Ortsſtatut einzuführen. Auch ſei,
ſo lange in den Nachbargebieten Offenbachs, insbeſondere
Frankfurt a. M., gleiche Anordnungen nicht beſtänden
durch Sonderregelung eine unliebſame Schädigung der
wirtſchaftlichen Intereſſen der dort anſäſſigen
Gewerbe=
treibenden zu befürchten und auch eine unerwünſchte
Er=
chwerung der Erwerbstätigkeit der hier in Offenbach
ge=
werblich tätigen Mädchen zu gewärtigen.
Rüſſelsheim, 12. Juni. Pfarrer Liz. Fuchs hier
wurde als Nachfolger von Pfarrer Traub einſtimmig zum
Geiſtlichen der Reinoldigemeinde zu Dortmund gewählt.
Der Gewählte iſt 38 Jahre alt; vor 1903 war er Vikar in
Mancheſter, ſeit 1903 Repetent an der Gießener
Univer=
ſität, und ſeit 1905 iſt er Pfarrer in Rüſſelsheim. Pfarrer
Fuchs war auch Vorſitzender der Frankfurter Konferenz
heſſiſcher Geiſtlicher, für die ſein Scheiden ein ſchmerzlicher
Verluſt zein dürfte.
Lindenfels, 11. Juni. Unſer elektriſches Licht
werden wir demnächſt von der Zentrale in Mörlenbach
beziehen. Soeben iſt man mit dem Legen der Leitung
be=
ſchäftigt. Angeſchloſſen werden noch die Orte Ellenbach,
Eulsbach, Schlierbach, Winkel und Glattbach. — Nicht ſehr
erbaut ſind viele Steuerzahler des Odenwaldes
durch die neu vorgenommene Grund= und
Häuſerein=
ſchätzung. Die Finanzämter ſind an ihren Amtstagen von
Reklamanten außerordentlich ſtark beſucht.
WLampertheim, 12. Juni. Von der Arbeitsſtelle in
Waldhof kommend wurde auf dem hieſigen Bahnhof durch
drei Poliziſten der Fabrikarbeiter Feller verhaftet.
Er hat ſich an minderjährigen Kindern vergangen. Die
Anzeige erfolgte durch ein 14jähriges Mädchen.
nach der ſich daran anſchließenden Parade auf dieſem
Platze am 3. Oktober vorigen Jahres Se. Königl.
Hoheit die Gnade, dem Bataillon zur Erinnerung an
dieſen Tag die Verleihung eines Fahnenbandes in
Aus=
ſicht zu ſtellen. Nach Rückkehr in die Heimat hat Se. Kgl.
Hoheit dann von Sr. Majeſtät dem Kaiſer die Erlaubnis
erbeten und erhalten, dem Bataillon ein Fahnenband zur
Erinnerung an jenen 3. Oktober 1912 zu verleihen. Das
Fahnenband wurde nach den eigenen Anweiſungen Sr.
Königl. Hoheit angefertigt, und nach Fertigſtellung hat
Se. Königl. Hoheit mich beauftragt, dem Bataillon das
Fahnenband zu übergeben. Heute, an dieſem großen
Feſttage in unſerem Kaiſerhauſe, an dem gleichzeitig die
Silberhochzeit Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich
und der Prinzeſſin Irene und die Hochzeit unſerer
Kaiſer=
tochter, Ihrer Königl. Hoheit der Prinzeſſin Viktoria
Luiſe, im Schloſſe zu Berlin feſtlich begangen werden,
übergebe ich hiermit dem dritten Seebataillon das ihm
verliehene Fahnenband
Möge dieſer neue Beweis der Gnade und
Anerkenn=
ung dem Bataillon ein Anſporn ſein zu neuen Leiſtungen.
Die neu geſchmückte Fahne aber wollen wir am
heuti=
gen Tage aufs neue geloben, treu in Ehren zu halten, im
Frieden wie im Kriege, zum Ruhm und zur Ehre unſeres
Vaterlandes, und wollen dieſes bekräftigen durch den Ruf:
Se. Majeſtät, unſer allergnädigſter Kaiſer und oberſter
Kriegsherr, hurra! hurra! hurra!“
Die Nationalhymne erklingt, der Hurraruf der
Trup=
pen brauſt über das Feld und langſam neigt ſich die
Fahne, das Heiligtum der Truppe, zum Huldigungsgruß
vor dem fernen Kriegsherrn.
Es folgte nunmehr die tatſächliche Uebergabe des
prachtvollen blauen, goldgeſtickten Fahnenbandes, das
ſo=
gleich an der Spitze der Fahne befeſtigt wurde.
Der Kommandeur des Bataillons antwortete: „Im
Namen des Bataillons bitte ich Eure Exzellenz, Sr. Kgl.
Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen für die uns
bewieſene Gnade unſeren ehrfuchtsvollſten und
tiefgefühl=
teſten Dank übermitteln zu wollen. Das Fahnenband iſt
uns gerade heute ein perſönlicher Gruß von Sr. Königl
Hoheit; gerade heute als an dem Tage des frohen
Fami=
lienfeſtes, das er und die Frau Prinzeſſin miteinander
begehen. Und wie unſer aller Herzen erfüllt ſind von den
aufrichtigſten Segenswünſchen für das hohe Fürſtenpaar,
ſo iſt uns das Fahnenband das äußere Wahrzeichen des
geiſtigen Bandes, das uns heute und immerdar mit Sr.
Königl. Hoheit dem Prinzen Heinrich verbunden halten
wird Und als ſolches heften wir es mit Stolz an unſere
Fahne und mit dem Gelübde, uns dieſer Auszeichnung
allzeitig würdig zu zeigen bis zum letzten Blutstropfen.
Das wollen wir geloben, indem wir rufen: Se. Kgl.
Hoheit Prinz Heinrich von Preußen hurra! hurra! hurra!
Und abermals brauſendes Hurra, und zum erſtenmal
ſenkt ſich die Fahne in ihrem neuen Schmuck
Ein Parademarſch — die Fußtruppen in
Regiments=
kolonne, die berittenen Truppen im Trabe — beendete die
ſtimmungsvolle Feier.
Mit der Fahnenkompagnie begleiteten der
Gouver=
neur mit Stab, ſowie der Bataillonskommandeur die
Fahne nach der Stadt zurück.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Peter
Ro=
ſegger: Ehrendoktor. Die philoſophiſche Fakultät
der Wiener Univerſität beſchloß, Peter Roſegger zu
ſeinem 70. Geburtstage am 31. Juli zum Ehrendoktor
der Wiener Univerſität in Vorſchlag zu bringen.
Emil Preetorius erfährt in dem neueſten
(Juni=) Heft der Dekorativen Kunſt (Verlag F. Bruckmann
München) eine eingehende Würdigung, deren feinſinniger
von Dr. Gg. Jakob Wolff verfaßter Text durch 36
Abbil=
dungen veranſchaulicht wird, die Proben von
Illuſtra=
tionen (darunter vortreffliche aus dem demnächſt im
Inſel=Verlag erſcheinenden Datterich), von Buch=,
Kata=
logtiteln, Inſeratzeichnungen, Plakaten und Exlibris
bringen. — Ferner erſchienen über Emil Preetorius in
jüngſter Zeit folgende Publikationen: Kunſtwart,
April=
heft, 16 Abbildungen, Text von F. Avenarius: Ueber
Land und Meer, Heft 32, Jg. 55, 10 Abbildungen, Text
von W. Rath; Kunſt und Künſtler, Heft 9, Jg. 11, 2
Ab=
bildungen. Text von Dr. W. Hauſenſtein.
Unter den Empfängern der von der Univerſität
Cambridge verliehenen Ehrendoktoraten befindet ſich
der Berliner Nationalökonom Profeſſor Adolf
Wag=
ner. Die Verkündigung fand vor einer glänzenden
Ver=
ſammlung von Gelehrten ſtatt.
kb. Der Märchenbrunnen in Berlin. Aus Berlin wird
uns geſchrieben: Nach 15jährigem Hin und Her iſt die
Errichtung und Fertigſtellung des Berliner Märchenbrun
nens nun Tatſache geworden. In einigen Tagen wird
die im Friedrichshain entſtandene Anlage den Stadtver=
ordneten von Berlin gezeigt und der Oeffentlichkeit
über=
geben werden. In der Erinnerung tauchen damit noch
einmal all die unliebſamen Erörterungen, all die harten,
im Stadtparlament entbrannten Kämpfe auf, die um das
zu errichtende Kunſtwerk viel Köpfe heiß gemacht haben.
Zwiſchen dem Berliner Königsſchloß und dem Rathaus
kam es zu offenkundigen Mißhelligkeiten, und die „
Brun=
nenaffäre” zeitigte einen ſpitzgeführten Schriftwechſel, an
dem der Magiſtrat und das Polizeipräſidium gleich
be=
teiligt waren. Doch all das, eben noch auftauchend, ſei
auch ſchnell vergeſſen, denn nun ſteht man vor dem
voll=
endeten Werk und darf erkennen, daß etwas Großes, ja
einzig Schönes entſtanden iſt. Um den neuen Brunnen
Berlins zu ſehen, werden wohl in der kommenden Zeit die
Menſchen aus allen Stadtteilen nach dem kinderreichen, im
Norden gelegenen Friedrichshain pilgern. Geh. Rat
Ludwig Hoffmann der verdienſtvolle Berliner
Stadtbaumeiſter, dem die Reichshauptſtadt nun ſchon das
Märkiſche Muſeum und das neue, großzügige Stadthaus
verdankt, hat den Märchenbrunnen geſchaffen. Inmitten
des hochgewachſenen Friedrichshain, mit einem Haupt
zugang vom Königstor, liegt die wirklich monumentale
Anlage. Von hohen Rüſternhecken umſäumt, breitet ſich
ein geſtuftes Waſſerbecken aus, deſſen Einfaſſung mit
kraftvollen und eindrucksſtarken Märchengeſtalten
ausge=
ſchmückt iſt. Durchaus originell, ſchlicht und humorvoll
werden die verkörperten Märchen ſicher gut auf die
im=
mer lebendige Phantaſie der Kinder wirken. Im
Zuſam=
menſchluß mit der ganzen künſtleriſchen Anlage werden
ſie aber auch unwillkürlich einen erzieheriſchen Einfluß auf
die heranwachſende, ſchon etwas reifere Jugend ausüben.
Das von 9 Strudeln belebte große Waſſerbecken wird im
Hintergrund von einer hohen Anlage abgeſchloſſen, einem
Säulenbau der herrliche Durchblicke in den hinteren Park
und auf die dort in einem zweiten Becken hochaufſchie=
Auch dieſe zweite
Becken=
ßende Fontaine geſtattet.
anlage iſt mit bildhaueriſchem Schmuck umgeben, und in
der Form, wie an allen an die Geſamtanlage
angeſchloſ=
ſenen Wegen befinden ſich künſtleriſch vollwertige
Arbei=
ten der Plaſtik: Kindergruppen, Blumenkörper auf
ſchlan=
ken Säulen, breitgelagerte Ruhebänke, die ſich kraftvoll in
den harmoniſchen Plan einfügen. Ein Stück italieniſcher
Kunſt iſt der Stadt Berlin zu eigen gegeben, und
ſon=
nige Heiterkeit und tiefer, ſeelenvoller, künſtleriſcher Ernſt
feiern in dieſem Werke eine ſchöne Bruderſchaft. Werden
die Märchenfiguren auch ſchon zu den kleinſten Kindern
ſprechen, ſo wird es die ganze Schöpfung um ſo mehr
W Lampertheim, 12. Juni. Am Samstag trifft der
Biſchof Dr. Kirſtein aus Mainz, über Worms
kom=
mend, hier ein, um die diesjährige Firmung
vorzuneh=
men. Von Worms erfolgt die Fahrt mittels Wagen, der
von Reitern begleitet wird. Es iſt ein großer Empfang
vorgeſehen.
Mainz, 12. Juni. Der Polizeibericht meldet: Der in
Mainz=Zahlbach wohnhafte Packer Ferdinand Humm
lauerte geſtern mittag in der Holzhofſtraße dem
Maſchi=
niſten Wilhelm Kronberg auf und gab 2
Revolver=
ſchüſſe auf ihn ab. Der erſte Schuß traf ihn im Geſicht
und die Kugel blieb im Oberkiefer ſtecken. Der Getroffene
wandte ſich zur Flucht, verfolgt von dem Täter, der noch
einen zweiten Schuß auf ihn abgab, jedoch ſein Ziel
ver=
fehlte. Der Beweggrund der Tat iſt darin zu ſuchen, daß
der Verletzte, der früher zu der Frau des Täters in
näherer Beziehung geſtanden hat, dieſe vor einigen Tagen
auf der Straße im Beiſein ihres Mannes ſchwer beleidigte
und verfolgte, wofür ſich Humm geſtern zu rächen ſuchte
Der Täter kam in Haft; der Verletzte, für den keine
Lebens=
gefahr beſteht, wurde ins Rochushoſpital aufgenommen.
Bingen, 12. Juni. In der Gemarkung Planig
wur=
den von der Eiſenbahn Ländereien im Werte von
zwei Millionen Mark erworben. Dieſes
neu=
erworbene Land ſoll zur Vergrößerung eines
Güter=
bahnhofes verwandt werden. Bereits in der nächſten
Zeit ſoll die Ausführung des Projektes erfolgen. Die
Nahe wird dann unter dem alten Güterbahnhof zu
Kreuz=
nach, der nur noch dem Lokalverkehr dienen ſoll, überbrückt
werden.
Oſthofen, 12. Juni. Die große Rheinheſſiſche
Ueberlandzentrale wird am 21. dieſes Monats
dem vollen Betrieb übergeben. An dieſem Tage
erfolgt unter größeren Feſtlichkeiten die Einweihung der
hieſigen Zentrale im Beiſein der Miniſterialbehörde, der
Provinzialdirektion, der ſämtlichen rheinheſſiſchen
Kreis=
räte, ſowie der Bürgermeiſter und Beigeordneten aller an
die Zentrale angeſchloſſenen Gemeinden. Auch die
Kul=
turinſpektionen und die Handelskammern werden ihre
Vertreter entſenden. Ebenſo wird der Großherzog
zu der Feier erwartet. Die ſämtlichen geladenen Gäſte
werden von hier aus mittels Extrazuges nach dem
ab=
ſeits vom Dorfe gelegenen Werk fahren. An die
Einweih=
ung ſelbſt reiht ſich eine große Feſtverſammlung in
hieſi=
ger Gemeinde an.
Nieder=Hilbersheim, 11. Juni. Auf tragiſche Weiſe
büßte der 40 Jahre alte Kreisſtraßenwärter Philipp
Scheid von hier das Leben ein. Scheid war in Dienſt
angelegenheiten nach dem Laurenziberg gefahren. Auf der
Heimfahrt verlor er beim Paſſieren einer tiefen Mulde die
Herrſchaft über ſein Rad, ſo daß er in weitem Bogen
kopfüber auf das harte Straßenpflaſter flog. Infolge
einer ſehr ſchweren Gehirnerſchütterung verlor er ſofort
das Bewußtſein. Da der Unfall von anderen Paſſanten
alsbald bemerkt wurde, ſo brachte man den ſchwer
ver=
letzten Mann ſofort ins Krankenhaus, wo er nach wenigen
Stunden ſtarb. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe
mit zwei unmündigen Kindern.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Juni. Eine
Beloh=
nung von 3000 Mark ſchreibt das
Reichsbank=
direktorium für die Ermittelung von Fälſchern von
Reichsbanknoten aus. „Seit kurzem” ſo lautet die
Aus=
ſchreibung, „ſind Fälſchungen von Reichsbanknoten zu
20 Mark vorgekommen. Dieſe tragen das Datum vom 21
April 1910, die Nummer E3 192236 und den
Kontrollbuch=
ſtaben L. Sie machen im ganzen einen etwas
verſchwom=
menen Eindruck. Das Datum, das Wort
Reichsbankdirek=
torium und die Unterſchriften unter dieſem ſind dicker
aus=
gefallen, als ſie bei den echten Noten ſind. Die
Straf=
androhung iſt auf beiden Seiten der Fälſchung ſchlecht
auſgedruckt, zum Teil unlesbar. Die Ziffern der auf der
Fälſchung befindlichen Nummern ſind größer als auf den
echten Noten. Da dieſe geriefelt ſind, die Fälſchungen
aber nicht, fühlen ſich die erſteren, namentlich wenn ſie neu
ſind, hart und rauh, die Fälſchungen dagegen weich an.
Indem wir auf dieſe Fälſchungen aufmerkſam machen
ſichern wir demjenigen, der zuerſt einen Verfertiger oder
wiſſentlichen Vertreiber bei einer Orts= oder Polizeibe=
hörde oder einem Gericht anzeigt, daß er zur Unterſuchung
gezogen und beſtraft werden kann, eine Belohnung von
— Der 23 Jahre alte Student der Philo=
3000 Mark zu.
ophie John Joſeph, in Charlottenburg wohnhaft,
er=
ſchoß ſich heute vormittag in Gegenwart ſeiner Braut,
der Tochter eines Kaufmanns aus Waidmannsluſt. Joſepl
ſtammte aus Schweden und war ſehr vermögend. — Der
ſchwere Sturm richtete weiter allerlei Unheil an. Neu
erdings wird gemeldet, daß im Grunewald der Orkan an
einzelnen Stellen ſchwere Verwüſtungen angerichtet hat.
Auch die Feuerwehr wurde nach verſchiedenen Straßen
geſtern alarmiert. So mußte ſie in der Triftſtraße eine
Pappel fällen, die quer über den Bürgerſteig zu ſtürzen
drohte. In der Müller= und Brunnenſtraße mußten
Mannſchaften auf die Dächer ſteigen und durch den Sturm
gelöſte Geſimsſtücke uſw. entfernen und gefährdete
Schorn=
ſteine befeſtigen. In dem erſten Stock eines Hauſes in der
Burgſtraße wurde eine große Spiegelſcheibe vom Sturm.
eingedrückt; ein dahinterſitzender Angeſtellter erlitt durch
die herumgeſchleuderten Glasſcherben Schnittwunden und
mußte die Unfallſtation aufſuchen. Auch den Gerüſten für
die Jubiläumsausſchmückung hat der Sturm ſo ſehr
mit=
geſpielt, daß zum Teil — wie unter den Linden und ar
der Charlottenburger Brücke — Neumontierungen
not=
wendig werden. Auf den Kirchhöfen wurden viele Bäum
entwurzelt. Aus den Vororten lauteten die Nachrichten
auch geſtern wieder ſehr trübe.
Kaſſel, 12. Juni. Vor dem Wehr an der neuen Mühle
wurde heute morgen in der Fulda die Leiche eines
Mannes gefunden. Es handelt ſich um den 53
Jahre alten, ledigen Schneider Malſch aus Krumbach bei
Kaſſel. Dem Toten war der Mund mit einem weißen
Tuch verſtopft; außerdem wies die Leiche Verletzungen auf.
Limburg a. d. Lahn, 12. Juni. Geſtern nachmittag
verunglückte das mit drei Perſonen beſetzte
Auto=
mobil des Frankfurter Verkaufsbureaus der Aachener
Mannesmannwerke beim Dorfe Malmenaich, indem es ir
einer Kurve gegen einen Baum fuhr. Das Automobil
wurde vollſtändig zertrümmert; der Führer des Wagens
ein Oberingenieur aus Frankfurt, erlitt einen
Schädel=
bruch und wurde in hoffnungsloſem Zuſtande in das
Limburger Vinzenzhoſpital gebracht. Die beiden anderen
Inſaſſen kamen mit leichteren Verletzungen davon.
Metz, 11. Juni. Das Schwurgericht verurteilte
heute den 26 Jahre alten italieniſchen Hüttenarbeiter
Angelo Fosci der bei Roßlingen zu Anfang dieſes
Jahres aus Eiferſucht einen Landsmann, einen Muſiker,
im Walde ermordet hatte, unter Verſagung mildernder
Umſtände zu zehn Jahren Zuchthaus. Der
Staats=
anwalt hatte 15 Jahre beantragt.
Kaiſerslautern, 12. Juni. Heute früh gegen 5 Uhr
brach in der Malzfabrik von F. W. Gelbert aus nock
unbekannter Urſache ein Brand aus, der, entfacht durck
den heftigen Wind, mit raſender Schnelligkeit ſich über das
ganze Fabrikgebäude ausdehnte und auch die
benach=
barten Häuſer bedrohte. Das Fabrikgebäude iſt
vollſtän=
dig ausgebrannt. Von dem Gebäude, in dem ſich die
Lager= und Bureauräume befinden, iſt der Dachſtuhl
ver=
nichtet. Das Maſchinenhaus und das Wohnhaus ſind
von dem Feuer verſchont geblieben. Bei den Löſcharbeiten
wurden ſieben Feuerwehrleute verletzt. Der angerichtete
Schaden iſt beträchtlich.
Cannſtatt, 12. Juni. Der General der Infanterie z. D
Freiherr Percler von Perglas. Ritter des Eiſernen
Kreuzes erſter und zweiter Klaſſe, iſt im Alter von 86
Jahren geſtorben.
Köln, 12. Juni. Die Staatsanwaltſchaft hat gegen
Sternickel auf Raubmord an dem Landwirt Viktor
im Jahre 1908 Anklage erhoben.
Eſſen, 12. Juni. In der Preſſe wurde auf Grund
der Mitteilung eines ſozialdemokratiſchen
Reichstagsab=
geordneten die Nachricht veröffentlicht, der Vorſtand des
Vereins gegen das Beſtechung sunweſen
habe die Firma Krupp=Eſſen aus dem Verein
aus=
geſchloſſen. Dieſe Nachricht iſt unzutreffend.
Der Vorſtand des Vereins beſchäftigte ſich im Hinblick
auf das noch ſchwebende vom preußiſchen Kriegsminiſter
veranlaßte Verfahren nicht mit der Angelegenheit.
Bremen, 12. Juni. Geſtern erſchien in einem hieſigen
Juweliergeſchäft ein Unbekannter, der Juwelen
kaufen wollte. Nachdem er ſich Schmuckgegenſtände
im Werte von insgeſamt 23000 Mark ausgeſucht hatte,
entfernte er ſich mit der Bitte, ihm die Sachen in ein
hie=
ſiges Hotel bringen zu laſſen. Im Hotel, in das die
Sachen von zwei Angeſtellten des Geſchäfts gebracht
wor=
den waren, erklärte er dieſen, die Sachen ſeinen in Paris
vohnenden Angehörigen zeigen zu müſſen. Er legte nun
die Juwelen in Gegenwart der Ueberbringer in ein dazu
bereitgehaltenes Käſtchen, das er verſiegelte. Der Käufer
begab ſich dann in ein anderes Gemach. Als er nicht
wie=
derkam, öffneten die beiden Angeſtellten das Käſtchen, aber
ſtatt der Juwelen befand ſich darin nur ein Raſierbecher
und Watte. In der Zwiſchenzeit war der Schwindler
verſchwunden. Die hieſige Kriminalpolizei hat ſofort
energiſche Nachforſchungen angeſtellt.
Köpenick, 12. Juni. In der letzten Nacht drangen
Einbrecher in eine katholiſche Kirche, die dicht an
der Spree liegt und ſchon vor einigen Wochen einmal von
Dieben heimgeſucht wurde. Sie fuhren mit einem Kahn
bis an das Gotteshaus heran, drückten ein Fenſter ein
ſtiegen in die Kirche ein und erbrachen alle Opferſtöcke
und Behälter. Sie erbeuteten nur wenige Mark, nahmen
aber einen ſilbernen Kelch mit. Von den Dieben fehlt
jede Spur.
Kuxhaven, 11. Juni. Der Dampfer „Imperator”
trat am Nachmittag ſeine Fahrt nach Amerika an.
Das Schiff iſt in allen Teilen gut beſetzt. Auf Einladung
der Hamburg-Amerika=Linie fahren bis Southampton
etwa 75 deutſche und engliſche Journaliſten und
Schriſt=
teller mit, die Generaldirektor Ballin bei einem
Früh=
ſtück an Bord des „Imperator” begrüßte. Da die
Einſchif=
fung zeitig begann, fanden die Teilnehmer an der Fahrt
ſchon vor Abgang des Schiffes Gelegenheit, alle Räume
und Einrichtungen kennen zu lernen. Bei allen gab ſich
ſchon beim erſten Eindruck Bewunderung über die große
techniſche Vollendung und die künſtleriſche Ausſtattung
des Schiffes kund. Um 3 Uhr 55 Min. paſſierte der „
Im=
verator” die Alte Liebe. Die hieſige Signalſtation und
der hier auf der Reede ankernde kleine Kreuzer „
Stutt=
gart” zeigten das Signal Glückliche Fahrt‟ Der „
Im=
perator” dankte für das Flaggenſignal. Auf der Alten
Liebe hatte ſich eine große Menſchenmenge eingefunden,
um die Ausfahrt des Rieſendampfers mitanzuſehen. Das
Wetter iſt ſehr ſtürmiſch. Helgoland meldet: Windſtärke 8,
nordnordweſt, grobe See; Borkum meldet: Windſtärke 6,
ſtürmiſche See.
Scheveningenhaven. 12, Juni. (Durch Funkſpruch.) Der
Imperator” paſſierte gegen 8½ Uhr Dover. Der
Vind hat nachgelaſſen; es ſtrahlt freundlicher
Sonnen=
ſchein.
Norden, 12. Juni (Durch Funkſpruch über Norddeich.)
Der „Imperator” Kommandant Kommodore Ruſer,
paſſierte geſtern abend gegen 10 Uhr Borkumriff mit einer
Schnelligkeit von 23 Seemeilen. Trotz grober See und
fortgeſetzter böiger Gegenwinde bei Windſtärke 9 verſpürt
man auf dem Dampfer nichts von dem unruhigen
See=
gang. Alle Decke ſind ununterbrochen beſetzt, auch die
Zwiſchendeckspaſſagiere weilen in großer Maſſe auf ihrem
Deck in freier Luft. Der Gegenſatz zwiſchen dem Heulen
des Sturmes und der ungeſtörten Geſelligkeit in allen
Schiffsteilen erregt in den Kreiſen der Fahrtteilnehmer
aller Klaſſen lebhafte Befriedigung über die praktiſche
Ein=
richtung des Schiffes.
Königsberg, 12. Juni. Die Königsberger
Hartung=
ſche Zeitung bringt folgende Notiz: Zu dem Gerücht von
der Verhaftung eines Offiziers in
Königs=
berg, das am Dienstag in den Abendſtunden hier
auf=
tauchte und auf ſeine Richtigkeit nicht mehr ſogleich
ge=
prüft werden konnte, können jetzt weitere Einzelheiten
mitgeteilt werden. Es handelt ſich nicht um eine
eigentliche Verhaftung. Die Verfehlungen des
in Frage ſtehenden Oberleutnants bei den Küraſſieren
ſollen nicht dienſtlicher Natur ſein. Es wird
vielmehr betont, daß es ſich um eine Verfehlung rein
per=
ſönlichen Charakters handelt, die allerdings noch weiterer
Aufklärung bedarf. Zu dieſem Zweck ſchien es geraten,
den Oberleutnant zur Beobachtung in das hieſige
Gar=
niſonlazarett einzuliefern.
Poſen, 12. Juni. Während einer Prozeſſion in
Iwieniec, Gouvernement Minsk, ſtürzte eine Brücke
ein. Ueber hundert Perſonen, darunter die
Zelebran=
ten, ſtürzten in den Fluß. Alle wurden gerettet, doch
er=
litten viele Verletzungen.
zu den großen und den älteren ſprechen, und es werden
ſich unter dieſen wohl bald Anerkennende erheben, die
dem Schöpfer, Ludwig Hoffmann, der unermüdlich zur
Idee gehalten hat, und den Künſtlern Dank wiſſen, die
ihm bei den bis in alle Einzelheiten überaus trefflich
gelungenen Werk zur Seite geſtanden haben. Die Namen
dieſer Mitſchöpfer ſind Ignatius Taſchler der die
Märchengeſtalten bildete, Joſeph Rauch, der die
Tierſkulpturen ausführte, und Georg Wrba, deſſen
Rieſen auf die Kinder beſonderen Eindruck machen
dürften.
* Ein deutſcher Kunſttöpfer. Aus Hamburg wird
uns geſchrieben: In Altona ſtarb dieſer Tage einer
un=
ſerer beſten Keramiker, der 68jährige Meiſter Hermann
Mutz, deſſen künſtleriſches Schaffen eine ganze Zeitlang
etwas durchaus Neues, eine neue Technik, eine neue
Kunſtgattung, bedeutete. Erſt in jüngſter Zeit hat die
Töpferkunſt in Deutſchland an Boden gewonnen, ſeit der
Erneuerung unſeres geſamten kunſtgewerblichen Lebens
Lange vorher aber hat Hermann Mutz in einer
beſcheide=
nen Altonger Werkſtatt nach künſtleriſchen und
kunſtge=
werblichen Prinzipien gearbeitet die viele Jahre ſpäter
von den Führern der modernen Bewegung „entdeckt” und
verallgemeinert worden ſind. Das Schaffen des Altonaer
Kunſttöpfers iſt ſtark von der Kunſt Japans beeinflußt
worden. Die außerordentlich alte Keramik der Japaner
gekennzeichnet durch farbige, gefloſſene Glaſuren auf har
ter, ſteinzeugartiger Maſſe, beruhte von jeher auf dem
Prinzip der Brauchbarkeit und Nutzlichkeit. Dieſes
Prin=
zip der unbedingten Brauchbarkeit, das mit dem van de
Veldeſchen Prinzip der Logik als Baſis des neuen
Kunſt=
gewerbes zuſammenfällt, hat Hermann Mutz in denkbar
vollendeter Weiſe verwirklicht. Jedes Gefäß, das aus
ſeiner Werkſtatt hervorging, jede Schale, jede Vaſe und
jede Schüſſel hatte die Form, die ſeiner Beſtimmung ge
mäß die einzig mögliche für den Gegenſtand war. Da
ſtörte kein überflüſſiger Henkel, an den Vaſen kein
ledig=
lich Dekorationszwecken dienender Schnörkel. Mutz
arbei=
tete, wie die Japaner von den älteſten Zeiten an mit der
Drehſcheibe, bei der die Formgebung durch Eindrücken
der Mitte und durch Emporziehen der Seiten des
krei=
ſenden Tonklumpens mit der Hand oder mit einem
Stäb=
chen geſchieht. So war es ihm immer möglich, jeden
Ge=
genſtand nach Geſchmack und Beſtimmung zu formen. Zur
Zweckmäßiakeit der Form geſellte ſich die Schönheit der
Glaſur. Mutz erreichte trotz der Glut des Brennofens
zarteſte Töne, über die es wie ein feiner, hauchiger
Sei=
denglanz lag und dann wieder Farbigkeiten von
unerhör=
ter Leuchtkraft. Auch hier ſpielte ſtets die Beſtimmung
des Gegenſtandes eine wichtige Rolle. So gab er einer
Waſchſchüſſel oder den kleinen Fingerſpülnäpfchen aus
begreiflichen Gründen niemals helle Töne.
Kerzenleuch=
tern und Tintennäpfen gab er ſtets Glaſuren, auf dener
überfließendes Stearin oder Tintenflecken ſich nie
farben=
ſtörend und unangenehm bemerkbar machen konnten. Man
hat Keramiken von Hermann Mutz, die heute im
kunſtge=
werblichen Handel geſuchte Dinge ſind, Stoff gewordene
Beſtimmung genannt. Sie ſind mehr, ſie ſind Schönheit
gewordene Zweckmäßigkeit. Und das iſt das Ziel allen
kunſtgewerblichen Fleißes.
C. K Zwei neue Opernhäuſer für New=York.
Nach=
dem die Manhattan=Oper, die Oskar Hammerſtein
begrün=
dete, ihre Pforten geſchloſſen hatte, beſaß New=York nur
noch die eine Metropolitan=Oper unter Leitung Catti=
Ca=
ſazzas. Dieſes Monopol hatte den großen Nachteil, daß
Tauſende von Freunden der Oper keine Gelegenheit mehr
hatten, gute Aufführungen zu hören, weil die
Eintritts=
preiſe ſehr hoch und weil außerdem die meiſten Plätze in
den Händen von Abonnenten waren. Nun ſoll, wie dem
Baulois aus New=York geſchrieben wird, die
Metropoli=
tan=Oper zugleich zwei Konkurrenten erhalten. Zunächſt
tritt Hammerſtein ſelbſt wieder auf den Plan, der ſeine
Londoner Oper verkauft hat; er hat allerdings vor 2
Jah=
ren, als die Metropolitan=Oper die Manhattan=Oper
über=
nahm, die Verpflichtung übernommen, in den nächſten
10 Jahren keine neue Oper in New=York zu eröffnen aber
es heißt, daß er ſich durch dieſen Vertrag nicht mehr ge
bunden fühle, oder daß er auch bereit ſei, die vertragliche
Konventionalſtrafe zu zahlen. Außerdem hat der New=
Yorker City=Klub, der den Intereſſen des Publikums auf
allen Gebieten dienen will, den Beſchluß gefaßt, ſchon
von der nächſten Spielzeit ab eine Opernbühne zu
eröff=
nen, in der die Orcheſterſitze nur 2 Dollars koſten ſollen,
gegenüber den 6 Dollars, die man in der Metropolitan=
Oper dafür bezahlen muß. Der City=Klub hat ein
Ka=
pital von 300000 Dollars aufgebracht und das hübſche
Century=Theater gemietet, in dem vom nächſten Winter
ab 35 Wochen lang Opernaufführungen veranſtaltet
wer=
den ſollen.
C. K. Ein Kongreß für Reklame. In Baltimore ſind
gegenwärtig 5000 Vertreter des Inſeratengeſchäfts und
der amerikaniſchen Induſtrie zu einer imponierenden
Kundgebung verſammelt, die „die Annonce als eine
wirk=
liche Macht in der Entwicklung der Welt” zum Ausdrudk
bringen ſoll. Die Verſammlung, die ſich mit Stolz als
Repräſentantin der ganzen Nation fühlt, wurde von dem
Gouverneur des Staates Maryland feierlich begrüßt und
durch eine herzliche Botſchaft des Präſidenten Wilſon
er=
öffnet. Die erſte Rede, die Douglas Graves aus Boſton
hielt ging davon aus, daß Publizität das Lebenselement
des Handels darſtelle; bis vor wenigen Jahren ſei die
Reklame nur eine „zufällige Macht” geweſen, deren
Be=
deutung man inſtinktmäßig erkannte und deren Wirkung
man durch mehr oder minder glückliche Verſuche erſtrebte;
ein tieferes und klareres Verſtändnis der Methoden und
der Wichtigkeit der Reklame ſei erſt jetzt erreicht worden
und als ein bezeichnendes Reſultat ſei es aufzufaſſen, daß
das Inſeratenweſen von den amerikaniſchen Univerſitäten
als ein beſonderer Beruf anerkannt worden ſei, für den
auch eine beſondere Ausbildung gewährt werden müſſe.
Aus einem dilettantiſch geübten Handwerk ſei die
Re=
klame zu einer Kunſt geworden, die zu ihrer wahren
Ent=
wicklung des Künſtlers bedürfe. Die Aufgabe des
Kon=
greſſes für Reklame ſoll nun darin beſtehen, jedes unfaire
und betrügeriſche Annonceweſen auszuſchalten und zu
dieſem Zwecke einen Gerichtshof einzuſetzen, der über alle
amerikaniſchen Reklameangelegenheiten ein endgültiges
Urteil zu fällen habe. Zahlreiche Adreſſen von Zeitungen,
Zeitſchriften und großen Induſtrieunternehmungen
wur=
den verleſen. Am Abend verſinnbildlichte ein
impoſan=
ter Aufzug, der von den Inſeratenklubs Amerikas
ver=
anſtaltet war, die Macht und Größe der amerikaniſchen
Reklame. An der Spitze marſchierten der Gouverneur von
Maryland und der Bürgermeiſter von Baltimore; dann
folgten Abordnungen von jedem Staate der Union und
Kanadas. 50 reichgeſchmückte Wagen verkörperten die
größten Reklameinduſtrien; ein großer Wagen wurde von
20 Maultieren gezogen. Das Feſtgefährt, das San
Fran=
zisko ſandte, war mit gewaltigen Mengen von Früchten
und Blumen beladen; die weſtlichen Staaten waren durch
maleriſche Gruppen von Cowboys und Cowgirls
vertre=
ten. Eine Firma, die mit türkiſchen Teppichen handelt,
bot der gewaltigen Zuſchauermenge den offenen Einblick
in eine ſonſt dem Abendländer ängſtlich verſchloſſene
Sphäre: ihr Wagen ſtellte das Innere eines Harems dar.
Auf den ſchwellenden Diwanen dehnten ſich ſchöne
Oda=
lisken, und mit der verſchwenderiſchen Zurſchauſtellung
ſeiner Waren hatte das Geſchäft nicht geſpart.
Wolken=
kratzer und Fabrikanlagen en miniature mit erleuchteten
Fenſtern wurden dahergetragen; elektriſche Lichtreklamen
flammten zu Hunderten in dem Zuge auf und miſchten
ihr grelles Licht mit dem bunten Schein des bengaliſchen
Feuerwerkes, das abgebrannt wurde. Sogar die
Suffra=
getten fehlten nicht; ſie hatten mehrere von Schimmeln
ge=
zogene Wagen geſtellt, in denen hübſche Mädchen ihre
Fähnchen ſchwangen. Große Firmen ließen ihre Waren
gratis unter die Menge verteilen, und ſo wälzte ſich der
Zug in einem Chaos von Lärm, Farbenbuntheit und
Luſtigkeit durch die Straßen: der Triumph der Reklame
war zu einem großartigen Volksfeſt geworden.
Wien, 11. Juni. Bürgermeiſter Weiskirchner erſchien
heute vormittag mit dem Präſidium des Gemeinderats
bei dem deutſchen Botſchafter in Audienz, um die
Glück=
wünſche der Stadt Wien auszudrücken. Er bat den
Bot=
ſchafter, die ehrerbietigſten, herzlichſten und innigſten
Glück= und Segenswünſche der Gemeinde Wien
anläß=
lich des glorreichen Regierungsjubiläums
des erhabenen Monarchen an die Stufen des Thrones
ge=
langen zu laſſen. Der Gemeinderat gedenke in tiefer
Dankbarkeit des unvergeßlichen Tages, an welchem
Kai=
ſer Wilhelm II. im Feſtſaale des Wiener Bürgerhauſes
zu den Wienern ſprach, er gedenke des ein
Vierteljahr=
hundert dauernden Bündniſſes der beiden Staaten und
des innigen Freundſchaftsverhältniſſes beider Monarchen.
Der Bürgermeiſter ſchloß: Gott ſchütze und ſchirme den
er=
lauchten Verbündeten unſeres Kaiſers, den deutſchen
Kai=
ſer Wilhelm! Der Botſchafter dankte und verſprach, die
Glückwünſche dem Kaiſer zu unterbreiten. Er fügte hinzu,
daß Kaiſer Wilhelm wiederholt ihm gegenüber ſeiner
Freude über den Beſuch im Wiener Rathauſe Ausdruck
gegeben habe, und daß unter den vielen Gratulationen,
welche in dieſen Tagen im Berliner Königsſchloſſe
ein=
träfen, die herzlichen Glückwünſche der Stadt Wien zu den
angenehmſten zählten. Sodann ſprach der Botſchafter mit
ſämtlichen Herren der Deputation und beſprach u. a. den
Beſuch des Grafen Zeppelin.
Lemberg, 12. Juni. In der hieſigen
Lehrerbildungs=
anſtalt gab heute während des Unterrichts ein 18jähriger
Ruthene vier Revolverſchüſſe auf den Profeſſor
der polniſchen Sprache, Gutkowski, ab und tötete ihn.
Als Grund zu der Tat gab er ſchlechte Behandlung ſeitens
des Profeſſors an.
Paris, 12. Juni. Hier iſt der Buchhalter einer
gro=
ßen Firma in Laon, ein Deutſcher namens Albert
Dag=
bert der lange Zeit in einer Frankfurter Firma tätig
war, nach Unterſchlagung von 700000 Franken
flüchtig geworden. Gegen den Defraudanten iſt ein
Steckbrief erlaſſen.
Paris, 12. Juni. In Baſſonville bei Chartres wurde
in der vergangenen Nacht das greiſe Ehepaar Gouin
ermordet. Die Mörder, ein 15jähriger und ein 30 Burſche, die vor kurzem aus einer
Beſſerungs=
anſtalt entwichen waren, wurden verhaftet.
Liſſabon, 12. Juni. Während einer zum Beſten der
politiſchen Gefangenen veranſtalteten
Theatervor=
ſtellung, an der auch mehrere Mitglieder des
diploma=
tiſchen Korps teilnahmen, kam es geſtern abend zu einigen
Zwiſchenfällen, bei denen Revolverſchüſſe
abge=
feuert wurden. Daraufhin wurde das Theater von
Trup=
pen umzingelt.
Madrid, 12. Juni. Das Kanonenboot „
Ge=
neral Conchas” ſtrandete geſtern bei Alhucmas
(Spaniſch=Marokko). Die Beſatzung und die Geſchütze
konnten gerettet werden. Das Schiff gilt als verloren.
London, 12. Juni. Am vergangenen Samstag fuhr
der Schweizer Börſenmakler Charles Engelbert in
einem Automobil in den Megdayfluß und ertrank.
Geſtern mittag iſt nun die Firma Engelbert und Schlöſſer
bankerott erklärt worden. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß
beide Ereigniſſe zuſammenhängen.
New=York, 12. Juni. Der Liniendampfer „
Olym=
pic” der heute hier eingetroffen iſt, berichtet, daß er
Sonntag früh einen Rieſeneisberg geſichtet habe,
der 120 Fuß über die Waſſerfläche herausragte. Die
Stelle war mehrere hundert Meilen von dem Punkt
ent=
fernt, wo im vorigen Jahre die „Titanic”
untergegan=
gen iſt.
Tokio, 11. Juni. Die amerikaniſche Jacht „
Colum=
bia” die ausbeſſerungshalber Wakayama anlief, wurde
unter der Begründung beſchlagnahmt, daß
Waka=
yama kein offener Hafen ſei.
Parlamentariſches.
Darmſtadt, 12. Juni. (Offizieller Bericht.
Geſtern fand unter dem Vorſitz des Staatsminiſters Dr.
v. Ewald eine Sitzung der Kommiſſion zur
Be=
ratung über die Vereinfachung der
Staats=
verwaltung ſtatt. Zunächſt wurde über den Antrag
der Abgg. Bähr und Gen. (Deuckſache Zweiter Kammer
Nr. 249), Erſparniſſe im Staatsminiſterium betreffend,
verhandelt. Staatsminiſter Dr. v. Ewald erörterte an
Hand einer hierüber vorgelegten Denkſchrift die nach der
Verordnung vom 15. März 1879 dem Staatsminiſterium,
d. i. den drei Miniſterien gemeinſam (§ 4 der
Verord=
nung) und die dem Staatsminiſter perſönlich (§ 5 der
Verordnung) übertragenen Dienſtobliegenheiten, die ein
ſelbſtändiges Arbeitsbureau erfordern. Er wies darauf
hin, daß ſelbſt, wenn ſachlich eine Angliederung des
Staats=
miniſteriums an ein Reſſortminiſterium ſich rechtfertigen
ließe, dieſe an den räumlichen Verhältniſſen ſcheitern müſſe,
weil keines der Reſſortminiſterien in der Lage ſei, die
Ge=
ſchäftsräume für das Perſonal und die umfangreiche, für
den Dienſtbetrieb unentbehrliche Regiſtratur des
Staats=
miniſteriums zur Verfügung zu ſtellen. Hiernach könne
nur eine Verminderung des Perſonals in Frage kommen.
Dieſe ſei trotz der ſteigenden Arbeitslaſt des
Staatsmini=
ſteriums (1912: 10730 Einläufe gegen 5493 im Jahre 1897)
bereits erfolgt, indem die durch Penſionierung des
ſeit=
herigen Inhabers freigewordene Stelle eines
Miniſterial=
rats im Staatsminiſterium in die Stelle eines
vortragen=
den Rats umgewandelt worden und die ſeitherige
ſtän=
dige Aushilfe durch einen akademiſch gebildeten Beamten
im Sekretariat weggefallen ſei. Hierdurch werde eine
Er=
parnis von 7984 Mark jährlich erzielt. Die getroffenen
Maßnahmen wurden von der Vereinfachungskommiſſion
gutgeheißen
Hierauf wurde in die Erörterung der
Organiſa=
tion der Lokalbaubehördenn eingetreten, wozu
von ſeiten der Großh. Miniſterien des Innern und der
Finanzen eine umfangreiche Denkſchrift vorgelegt worden
war. Sie wurde mündlich von dem Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach und Miniſterialrat Dr. Kratz
er=
läutert. Hiernach wird von der Regierung zur
Vereinfach=
ung des Geſchäftsganges und zur Erzielung von
Erſpar=
niſſen, ſowie mit Rückſicht auf die notwendige Trennung
des Hochbau= und Ingenieurbaufachs folgende
Neuord=
nung vorgeſchlagen: 1. Für jeden Kreis ein
Hochbau=
amt, für je 1—3 Kreiſe ein Tiefbauamt zu errichten; 2. den
18 Hochbauämtern das geſamte ſtaatliche Hochbauweſen,
die Ausführung des Denkmalſchutzgeſetzes und auf
An=
trag der Beteiligten die mit Uebernahme des
Hochbau=
weſens der Provinzen, Kreiſe, Gemeinden, Kirchen und
Stiftungen verbundenen techniſchen Geſchäfte zu
übertra=
gen; 3. den 10 Tiefbauämtern — unbeſchadet der Zuſtän
digkeit der Waſſerbauämter und des Tiefbauamts Bad=
Nauheim — zu übertragen: das geſamtliche ſtaatliche In
genieurbauweſen, das landwirtſchaftliche
Meliorations=
weſen und auf Antrag der Beteiligten die mit dem
In=
genieurbauweſen der Provinzen. Kreiſe, Gemeinden und
Stiftungen verbundenen techniſchen Geſchäfte; 4. die
Vor=
ſtände der Hoch= und Tiefbauämter ſind als
Kreisbau=
beamte zugleich obere Baubeamte der Kreisverwaltung
und ſomit techniſche Beiräte des Kreistags, Kreisaus=
ſchuſſes und Kreisrats; 5. die ſämtlichen mittleren
Bau=
beamten werden Staatsbeamte unter dem Vorbehalt
ent=
prechender Heranziehung der Kreiſe zu den Koſten des
mittleren Perſonals und werden den Hoch= und
Tiefbau=
ämtern je nach ihrer Ausbildung zugeteilt.
Ein Mitglied der Erſten Kammer trug ein Expoſé
vor, deſſen Anträge im weſentlichen dahin gehen: a)
Ver=
minderung der akademiſchen Beamtenſtellen auf 24 gegen
40 der bisherigen Organiſation bezw 35 der Denkſchrift,
b) Koordination der Hoch= und Tiefbauämter gegenüber
den Kreisämtern unter der Empfehlung zu erwägen, ob
und in welchem Umfange die Baupolizei auf die
Bau=
ämter übertragen werden kann, e) Schaffung einer
Zen=
tralbaubehörde für das geſamte Bauweſen des
Großher=
zogtums im Miniſterium des Innern. Die übrigen
Mit=
glieder der Kommiſſion, die zum Gegenſtand das Wort
ergriffen, erkannten die Notwendigkeit einer
Neuorgani=
ſation des Bauweſens an und empfahlen übereinſtimmend
eine ſolche nach dem Prinzip der Fächertrennung unter
möglichſter Selbſtändigkeit der Bauämter, wobei allerdings
auch Bedenken gegen die Uebertragung der Baupolizei
an die Bauämter ausgeſprochen wurden. Das vorerwähnte
Expoſé ſoll vervielfältigt und mit der Aeußerung der
Re=
gierung hierzu in der nächſten Sitzung der
Vereinfach=
ungskommiſſion beraten werden.
Die Kelſterbacher
Schiffsdieb=
ſtähle vor der Strafkammer.
g. Der Angeklagte Fruchthändler Rudolf Kiritz
von Raunheim gibt an, daß er von einem Unbekannten
darauf aufmerkſam gemacht worden ſei, daß er von Menz
Futterartikel beziehen könne. Wieviel er von Menz
be=
kommen habe, wiſſe er nicht mehr. Es ſei wohl
zwei=
oder dreimal geweſen, daß er Frucht von Menz erhalten
habe. Möglich ſei es wohl, daß ihn der Zeuge Neeb ein
mal geſehen habe, als er von Menz Getreide geholt habe,
doch beſtreite er, daß dies in der Nacht war, und daß er
Seitenwege gefahren ſei. Wenn er das in der
Unter=
ſuchung geſagt haben ſolle, dann müſſe er ſich verhört
haben. Es ſei möglich, daß er dem Fellhändler Ehrhardt
geſagt habe, er könne allwöchentlich Kalbfelle bekommen,
und daß ihm Ehrhardt geſagt habe, er ſolle die Finger
davon laſſen. — Der Angeklagte Jakob Kiritz, der Onkel
des Rudolf Kiritz, gibt an, daß er vier= oder fünfmal
Fuhren Getreide für Kiritz von Menz geholt habe. — Der
Friſeur Ludwig Ferdinand Treutel II. hat ebenfalls
in vier oder fünf Fällen Weizen von Menz bezogen. für
den er 10 Mark pro Zentner bezahlt habe. — Der
Ange=
klagte Ludw. Pons beſtritt auf Vorhalt, daß er vor dem
Unterſuchungsrichter ſein Vermögen auf 100000 Mark
angegeben habe. — Amtsrichter Würth in Offenbach
hat die Vorunterſuchung geführt. Menz habe immer mit
ſeinen Ausſagen hinter dem Berge gehalten. Er habe
immer darauf gelauert, was ihm vorgehalten werden
ſollte. Von ſelbſt habe er auch nicht einen Fall
ange=
geben. Auch Heiſack habe mit allem zurückgehalten.
Zeuge Schachtmeiſter Neeb von Buchſchlag hat den
Jakob Kiritz im Februar 1910 nach 11 oder 12 Uhr nachts
auf einem Seitenweg mit einer Fuhre Weizen geſehen.
Da ihm die Sache verdächtig war, habe er einem Sack
eine Hand voll Frucht entnommen. Da habe er dann
ge=
ſehen, daß es Weizen war. Zeuge hat darauf zu ſeiner
Frau geſagt, da könne man ſehen, wie die Spitzbuben
reich werden. In ſeiner Wirtſchaft hätten ſich auch
ein=
mal Schiffer dahin ausgeſprochen, da es bei der
Kelſter=
bacher Schleuſe nicht ſauber ſei. Da gingen Sachen vor.
Zeuge Unterſuchungsrichter Schmidt bekundete, daß
Menz zugegeben habe, Pons habe von ihm von 1905 bis
1911 Frucht bezogen. Bei Pons ſei ihm aufgefallen, daß
er niemals etwas direkt beſtritten habe, ſondern immer
geſagt habe, er könne es nicht ſagen. Pons ſei ein ſehr
verſchloſſener Charakter. Bei der Konfrontation mit dem
Zeugen Reis äußerte Menz, Reis ſolle nur auch die
Wahrheit ſagen, er habe es auch geſagt. Man ſitze nun
halt drin, daran ſei nichts mehr zu machen. Auffallend
ſei auch, daß Menz trotz wiederholtem Nahelegen nicht
einen einzigen Fall angeben konnte, wo er Ware
ehr=
lich erworben habe. Immer nur habe er geſagt, die
Sa=
chen ſeien von Schiffern gekauft, deren Namen wiſſe er
nicht. — Im September 1911, ſo bekundet der Zeuge
Rein hat er mit Treutel, abends zwiſchen 9 und ½10
Uhr, einen Sack Weizen mit einem Wagen bei Menz
ge=
holt. Treutel gab an, ſie wollten Sand holen. — Dem
Zeugen Fabrikarbeiter Jeſtadt aus Kelſterbach hat
Treutel im Sommer 1912 einen Sack Weizen zu 11 Pfg.
das Pfund angeboten. Der Preis ſei ihm auffallend
bil=
lig vorgekommen.
Zeuge Taglöhner Deichmüller
war 1911 und 1912 bei Rudolf Kiritz beſchäftigt und hat
mit Jakob Kiritz einmal neun Sack Frucht im Gewicht von
mindeſtens 15 Zentnern abends bei Dunkelwerden bei
Menz abgeholt. Zeuge hat die Säcke mit abgewogen und
aufgeladen. — Zeuge Fellhändler Ehrhardt von Groß=
Gerau gibt an, daß im Jahre 1912 Rudolf Kiritz ihm die
wöchentliche oder periodiſche Lieferung von Kalbfellen
angeboten habe. Als er nach der Herkunft fragte, habe
Kiritz ausweichende Antworten gegeben. Da dem Zeugen
die Sache verdächtig vorkam, habe er den Kauf
abge=
lehnt und den Kiritz davor gewarnt, er ſollte die Finger
davon laſſen, wenn die Sache nicht ehrlich ſei. Kiritz habe
ſpäter ihn gebeten, von dem Geſpräch ſeiner Mutter nichts
zu ſagen.
In ſeinem anderthalbſtündigen Plädoyer am
Nachmittag verwies der Staatsanwalt Dr. Callmann auf
das gefährliche Treiben an der Mainſpitze, das die
Frank=
furter Geſchäftsleute ſo oft über Verluſte an
Schiffsladun=
gen klagen ließ, ohne daß ſie hinter den eigentlichen Grund
jener Beſuch des
kommen konnten. Ein Zufall
Schiffes „Druſus” — hat dann das Diebes= und
Hehler=
treiben bei Kelſterbach aufgedeckt. Allerdings hat die
Unterſuchung nicht vollſtändig in alle Winkel
hineinleuch=
ten können. Fraglos ſſeien noch viele an dem reichlichen
Tiſche, der dort gedeckt war. geſeſſen, die leider im
Ver=
borgenen geblieben ſind. Bei dem Diebſtahl auf dem
„Druſus” handelte es ſich nicht um Verſuch, ſondern um
eine vollendete Tat,, denn der Weizen war ja teilweiſe
chon im Kahne des Menz. Mildernde Umſtände ſeien
nur für Eckert in Betracht zu ziehen in Rückſicht auf ſeine
Geiſtesverfaſſung. Popioleck erſcheine nur als Gehilfe bei
dem Diebſtahl. Was die Hehlerei anlangt, ſo ſind die
Beweiſe bezüglich einer Beihilfe des Popioleck nicht
aus=
reichend Das gleiche gilt hinſichtlich der Anklage des
Treutel wegen Hehlerei. In dieſen Punkten beantrage er
ſelbſt Freiſprechung. Dagegen ſind ſowohl Menz wie
Heiſack, Pons, Rudolf Kiritz der gewohnheitsmäßigen
und aus Eigennutz betriebenen Hehlerei als überführt
zu erachten. Trotz ſeiner ausgedehnten Bekanntſchaft in
Schifferkreiſen vermochte Menz auch nicht einen Schiffer
anzugeben, von dem er die Waren rechtmäßig erworben
hätte. Dazu komme die Art der Waren, die Quantitäten,
wie auch die Beſchaffenheit des Weizens, die widerlegen,
daß es ſich um „Kehrgut” gehandelt haben könne. Höchſt
verdächtia iſt weiter die Art des Transports; ferner, daß
ſich der Metzger Heiſack mit Fruchtverkauf und der
Frucht=
händler Kiritz mit dem Verkauf von Fellen befaßten.
Gegen Menz, die Seele des ganzen Treibens,
bean=
tragte der Staatsanwalt wegen ſchweren Diebſtahls
2½ Jahre und wegen gewerbsmäßiger Hehlerei 1 Jahr
Zuchthaus, insgeſamt 3 Jahre Zuchthaus und
Ehr=
verluſt auf die gleiche Dauer gegen Eckert wegen
ſchwe=
ren Diebſtahls unter Zubilligung mildernder Umſtände
9 Monate Gefängnis bei teilweiſer Anrechnung
der Unterſuchungshaft; gegen Ritter wegen ſchweren
Diebſtahls 1 Jahr Zuchthaus; ferner gegen Pons
Heiſack und Rudolf Kiritz ſämtlich wegen
ge=
werbsmäßiger Hehlerei je 1 Jahr Zuchthaus gegen
Popioleck wegen Beihilſe bei ſchwerem Diebſtahl
9 Monate Gefängnis, wegen Hehlerei Frei
ſprechung; gegen Jakob Kiritz wegen Beihilfe zur ge
werbsmäßigen Hehlerei 3 Monate Zuchthaus oder
4½ Monate Gefängnis und gegen den Friſeur
Treu=
tel Freiſprechung.
Rechtsanwalt Schwörer=Mainz bat um möglichſte
Milde für ſeinen Klienten Eckert. Rechtsanwalt
Sar=
torius=Darmſtadt plädierte für Ritter in erſter Linie
auf Freiſprechung. Wenn ſich Ritter ſchuldig gemacht
habe, dann könne nur Unterſchlagung in Frage kommen
Jedenfalls ſollte ihm die Unterſuchungshaft voll ange
rechnet werden, wenn das Gericht zu einer Verurteilung
gelange, die auch erheblich milder ausfallen müßte, wie
der Antrag des Staatsanwalts.
Am Freitag werden
die Plädoyers fortgeſetzt.
Stadtverordnetenverſammlung.
5. Sitzung.
g. Darmſtadt, 12. Junt.
Der Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um 4¼ Uhr und entſchuldigt zunächſt die
Ver=
zögerung der Sitzung, da ſich eine geheime Sitzung als
nötig erwieſen habe, die ſich leider ſo in die Länge
ge=
zogen habe. — Stadtv. Saeng rügt ganz energiſch
dieſe Verzögerung, die nur dadurch verſchuldet ſei, daß
die geheime Sitzung auf ½4 Uhr anberaumt war, und
bittet, daß dies in Zukunft unterbleibt. — Im ſelben
Sinne ſpricht ſich Stadtv. Dr. Kolb aus. —
Oberbür=
germeiſter Dr. Gläſſing ſagt zu, daß in Zukunft keine
Sitzung mehr vor der Stadtverordnetenverſammlung
an=
beraumt werden ſolle.
Er macht ſodann folgende
Mitteilungen:
Der Vorſtand des Großh. Polizeiamts hat namens
des Vorſtandes der Unterſtützungskaſſe der
Schutzmannſchaft für die Erhöhung des ſtädtiſchen
Beitrages zu dieſer Kaſſe gedankt.
Der Bezirksverein „Nordoſt” bittet, die von der
Die=
burger Straße nach dem Nicolaiweg führende
Verlänger=
ung der Lichtenbergſtraße mit einem Stufenaufgang zu
verſehen und in der Gutenbergſtraße einen ſtörenden
Bretterzaun zu verſetzen.
Stadtv. Linck fragt an, ob bereits mit der Heag
ver=
handelt worden ſei wegen ſeiner Anfrage über den
7½=Minutenverkehr nach der Ohlyſtraße. — Der
Ober=
bürgermeiſter betont, daß jetzt mit der Heag wegen der
Ausbreitung des Leitungsnetzes ſo viel Beſprechungen
ſeien, daß es ihm bis jetzt noch nicht möglich war, die
Frage zu erörtern. Er ladet den Stadtv. Linck zu einer
Sitzung auf morgen vormittag wegen dieſer Frage ein
Sodann wird in die Tagesordung eingetreten.
Das Querprofil der Pallaswieſenſtraße.
Es iſt nötig, das Querprofil der Pallaswieſenſtraße
von der Gräfenhäuſer Straße bis zur Einmündung in
die Weiterſtädter Straße feſtzuſetzen, da eine Bebauung
des Windmühlengeländes in Ausſicht ſteht. Da die
Pallaswieſenſtraße eine Hauptzufuhrſtraße iſt, wird eine
Straßenbreite von 18 Metern vorgeſchlagen, wovon 10
Meter auf die Fahrbahn, 2,50 Meter auf den ſüdlichen
und 5,50 Meter auf den nördlichen Fußſteig entfallen. Die
Tiefbau=Deputation ſtellt demgemäß Antrag. Die
Ver=
ſammlung ſtimmt nach dem Referat des Stadtv. Sames
dem Antrag zu.
Hausentwäſſerung.
Für einen Neubau nächſt der Nieder=Ramſtädter
Straße außerhalb des Bebauungsplanes wird um die
Erlaubnis zur Entwäſſerung mittels Grubenanlage
nach=
geſucht. Das Geſuch wird unter den üblichen
Beding=
ungen zur Genehmigung empfohlen. Referent: Stadtv.
Wittmann. Das Geſuch wird genehmigt.
Neue Räume für das chemiſche
Unterſuchungsamt.
Die Neuorganiſation der Großh. Eichbehörden
erfor=
dert, daß der hieſigen Eichungsinſpektion weitere
Dienſt=
räume zur Verfügung geſtellt werden. Dies iſt nur
da=
durch möglich, daß das chemiſche Unterſuchungsamt, das
bisher mit der Eichungsinſpektion in die verfügbaren
Räume des ſtädtiſchen Gebäudes Woogsſtraße Nr. 4 ſich
geteilt hat, aus dem Hauſe verlegt und anderweit
unter=
gebracht wird. Im Einvernehmen mit dem Leiter des
chemiſchen Unterſuchungsamts ſollen in dem ſtädtiſcher
Gebäude Lagerhausſtraße Nr. 15 neue Dienſträume für
das Unterſuchungsamt geſchaffen werden, was einen
Koſtenaufwand von 4500 Mark erfordert. Die zuſtändigen
Ausſchüſſe haben die Bewilligung dieſes Betrages
bean=
tragt und die Feſtſetzung der von dem Unterſuchungsamt
zu zahlenden Jahresmiete auf 670 Mark befürwortet.
Es referiert Stadtv. Sames. — Stadtv. Dr.
Noell=
ner bemerkt, daß er gegen die Verlegung ſtimme, da man
erſt vor wenigen Jahren jene Räume hergeſtellt habe. —
Stadtv. Saeng ſpricht ſich ebenfalls dagegen aus, da
man eine Inſtitution, die man in der Stadt brauche,
nicht hinauslegen ſolle. — Für die Vorlage treten ein
die Stadtvv. Dr. Bender und Sames. — Der
Ober=
bürgermeiſter ſtimmte auch den Ausführungen der erſten
Redner bei, doch müſſe man bedenken, daß die Stadt ſich
in einer Zwangslage befinde. Die Verlegung wird
be=
ſchloſſen.
Baudispensgeſuch.
An der Eſchollbrücker Straße weſtlich der Main=
Neckar=Bahn ſoll eine neue Trainkaſerne errichtet
wer=
den, wozu die Geſtattung einer Ausnahme von der
Be=
ſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts erforderlich iſt, de
das Gelände außerhalb des Bebauungsplanes liegt. Der
Hochbau=Ausſchuß befürwortet die nachgeſuchte Befreiung
unter der Bedingung, daß die angegebenen Fluchtlinien
in der Eſchollbrücker Straße eingehalten werden und der
Feldweg entlang der Main=Neckar=Bahn auf 12. Meter
verbreitert wird. Die Verſammlung ſtimmt der
Befrei=
ung nach dem Referat des Stadtv. Sames zu.
Verhandlungen zwiſchen dem Kriegsminiſterium und der
Stadt Darmſtadt betr. Garniſonsvermehrung.
Hierüber referiert der Herr Oberbürgermeiſter: Die
neue Wehrvorlage bringt in dem Ergänzungsetat große
Forderungen für das Luſtſchiffahrts= und Flugweſen und
erwähnt u. a. unter gewiſſen Vorausſetzungen auch
Darm=
ſtadt als Station für die Luftſchiffahrt. Bereits am 10.
Februar war mitgeteilt, daß die Stadt unter gewiſſen
Bedingungen als Standort für eine Luftſchifferkompagnie
in Frage kommen könne. Es wurde verlangt: die
un=
entgeltliche Ueberlaſſung von Grund und Boden, der
Ver=
zicht auf Anliegerbeiträge, die Stellung eines Flugplatzes,
auch die Uebernahme der Bauten durch die Stadt und
Vermieten an die Militärverwaltung unter Zuſicherung
des Ankaufsrechtes zum Buchwert und der unentgeltlichen
Uebereignung an den Reichsſiskus nach erfolgter
Amorti=
ſation. — Nunmehr iſt ſeitens der Reichsverwaltung
ge=
plant, den Weiterſtädter Exerzierplatz als
Militärluftſchiffhafen auszugeſtalten und
eine Luftſchiffer=, ſowie eine Funker=Kompagnie nach
Darmſtadt zu verlegen. Die mit der Militärverwaltung
neu geführten Verhandlungen hatten zunächſt die
Auf=
gabe, feſtzuſtellen, mit welchen Anforderungen die Stad:
zu rechnen haben wird. Da von vornherein ſicher ſtand
daß der Reichstag Anforderungen an die
Stadtverwalt=
ung ſtellen wird, mußte zunächſt der Umfang dieſer
An=
forderungen feſtgeſtellt ſein, bevor die Stadt in der Lage
war, eine entgegenkommende Erklärung abzugeben. Die
Stadtverwaltung hat in den Verhandlungen das Ziel
ver=
folgt, die Berückſichtigung unſerer lokalen Intereſſen
zu=
nächſt durchzuſetzen. Dies iſt der Stadtverwaltung, wie
die nunmehr folgende Einzeldarſtellung zeigen möge, auch
gelungen. Wie aus den eingehend geführten
Vorverhand=
lungen und aus dem Inhalt der Akten erſichtlich iſt, wurde
definitiv abgelehnt, den Weiterſtädter Exerzierplatz als
Kaſernenſtandort anzunehmen. Es wurde auch abgelehnt,
weitere Leiſtungen hinſichtlich der Geländeſtellung auf
die Stadt zu übernehmen. Die Verwaltung hat vielmehr
verlangt, daß die Kaſernenbauten auf Darmſtädter Gebiet
errichtet werden müßten. Die Militärverwaltung hat
hierauf wiederholt an Ort und Stelle zunächſt zwei Plätze
in der Nähe der Fabrikanlagen der Firma Merck und der
Kreisanſtalt für die Vernichtung von Tierkadavern
unter=
ſucht. Die Stadtverwaltung hat auch dieſe Plätze nicht
befürwortet und ſchließlich den Erfolg erreicht, daß das
Kriegsminiſterium ſich mit neueren Vorſchlägen der
Stadt=
verwaltung einverſtanden erklärt hat.
Dieſe neueren Vorſchläge der Stadtverwaltung gehen
dahin, daß als Standort für die beiden Kaſernenbauter
und ihre techniſchen Anlagen das Waldgelände
unmittel=
bar hinter den Werkſtätten der Eiſenbahnverwaltung
ge=
wählt wird. Die Kaſernen liegen nicht, wie urſprünglich
projektiert, bei Weiterſtadt, ſondern in der Nähe des
neuen Hauptbahnhofes der Stadt. Die Entfernung nach
dem neuen Kriegsluftſchiffhafen iſt nicht ſehr groß; ſie
beträgt für eine raſch marſchierende Truppe nur etwa
15 Minuten. Dasſelbe gilt für die Wahl des Standortes
der Kaſerne der Funker=Kompagnie und ihrer techniſchen
Einrichtungen. Den wirtſchaftlichen Wert der neuen
mili=
täriſchen Anlagen veranſchlagt die ſtädtiſche Verwaltung
keineswegs gering. Immerhin ſind die Neuanlagen, um
die der Herr Bürgermeiſter in Berlin und durch
ſchrift=
liche Vorſtellungen ausdrücklich gebeten hat, von ſolcher
Bedeutung, daß in ihnen eine wirtſchaftliche Förderung
der Stadt Darmſtadt erblickt werden kann. Die
Er=
bauung von Luftſchiffhallen auf dem Weiterſtädter
Exer=
zierplatz, das große techniſche Material, das derartige
Anlagen auch in ihrem Betriebe beanſpruchen, die Er=
Uchtung zweier Kaſernen und ihrer techniſchen
Zubehör=
anlagen im Bauwerte von 2 207000 Mark, der Verbrauch
von Waſſer, Gas und elektriſchem Licht, der Gleisanſchluß,
die Möglichkeit, für die neu hierher berufenen Offiziere
Wohnungen zu vermieten, der durch die Luftſchiffahrt
geſteigerte Verkehr, die Einnahmen des Hotelgewerbes,
welche geſteigert werden durch die fortgeſetzt zur
Ausbild=
ung kommandierten Offiziere und Mannſchaften, ſind
wirtſchaftliche Faktoren, welche die ſtädtiſche Verwaltung
nicht gering veranſchlagen darf. In der Zuſchrift der
Königlichen Intendantur vom 24. Mai I. J. wird die
Mindeſtſumme, welche durch die jetzige Garniſon jährlich
nach Darmſtadt fließt, auf ſechs Millionen Mark
veran=
ſchlagt.
Hinſichtlich der Hauptforderung, daß das für die
Ka=
ſernenbauten in Betracht kommende Gelände un=
entgeltlich hergegeben wird hält die Stadt, wenn
auch bis jetzt aus Gründen der Vorſicht begreiflicherweiſe
eine Erklärung nicht abgegeben werden konnte, ein
Ent=
gegenkommen für möglich. Nachdem die weitergehenden
Anſprüche auf Uebernahme des Kredits und der
unent=
geltlichen Stellung aller für die Zwecke der militäriſchen
Luftſchiffahrt in Betracht kommenden Landgebiete
abge=
lehnt waren, hat ſich die Militärverwaltung darauf
be=
ſchränkt, ein Gebiet von 3,5 Hektar zu verlangen. Sie
beanſprucht ferner die Freiheit von Anliegerbeiträgen und
die Befeſtigung der Wixhäuſer Hausſchneiſe von den
Ka=
ſernenbauplätzen bis zur Weiterſtädter Straße. Iſt das
Opfer auch hoch, das die Stadtverwaltung im
vorliegen=
den Falle zu bringen hat, ſo iſt doch zweifellos der
wirt=
ſchaftliche Wert der neuen Unternehmung nicht gering zu
veranſchlagen. Die Militärverwaltung weiſt darauf hin,
daß alle Städte im Bereiche des 18. Armeekorps, darunter
auch Mainz, Offenbach und Gießen, die unentgeltliche
Hergabe erforderlichenfalls auch der Exerzier= und
Schieß=
plätze in Ausſicht geſtellt haben, im Falle die Städte eine
vermehrte Garniſon erhalten ſollten.
Der Oberbürgermeiſter ſtellt folgenden Antrag:
1. Verehrliche Stadtverordnetenverſammlung wolle
ſich mit der unentgeltlichen Hergabe der gewählten
Bau=
plätze einverſtanden erklären unter folgenden
Voraus=
ſetzungen: a) Die Garniſonverwaltung ſichert der Stadt
zu, daß bei der Vergebung der Arbeiten bei allen in
Be=
tracht kommenden Bauten, alſo der
Luftſchiffhal=
len und allen Zubehöranlagen auf dem
Weiterſtädter Exerzierplatz, der Kaſ
ernen=
bauten für die Luftſchiffer= und Funker=
Kompagnie, ſowie ihrer techniſchen
An=
lagen auf den einheimiſchen Gewerbeſtand
Rückſicht genommen wird. b) Das Reich nimmt
Abſtand von der erhobenen Forderung, daß die Freiheit
von allen in Betracht kommenden Anliegerbeiträgen
ge=
währt wird. Das Reich unterwirft ſich vielmehr in dieſer
Beziehung allen in Betracht kommenden Ortsgeſetzen
bezw. Grundſätzen der Stadtverwaltung. Die Wixhäuſer
Hausſchneiſe wird chauſſiert, alle erforderlichen
Trottoir=
anlagen werden hergeſtellt, desgleichen der gewünſchte
Fußweg nach dem Weiterſtädter Exerzierplatz. Die Koſten
dieſer Anlagen trägt das Reich; die Stadt übernimmt die
Unterhaltung der Weganlagen nach der Herſtellung. Sollte
ſpäter an der Wixhäuſer Hausſchneiſe gebaut werden, ſo
oll, im Falle Anliegerbeiträge demnächſt eingehen, das
Reich eine entſprechende Entlaſtung durch Rückgabe des
Anteils der Herſtellungskoſten erfahren. e) Die
Militär=
verwaltung wird das erforderliche Gas, Waſſer und die
elektriſche Kraft von der Stadt bezw. der Heag beziehen.
2. Die Stadtverordnetenverſammlung ermächtigt den
Oberbürgermeiſter zur vorlagsweiſen Verwendung der
für die Weganlagen erforderlichen Mittel, die,
vorbehält=
lich der Aufſtellung eines detaillierten Voranſchlages und
deſſen Genehmigung, zurzeit auf 15300 — 6800 — 1700
Mark geſchätzt werden. Dieſe Koſten hat das Reich zu
erſetzen.
Auf Anfrage des Stadtv. Dr. Fulda teilt der
Ober=
bürgermeiſter mit, daß vom Ortsgericht der Wert des
Grund und Bodens auf 1 Mark pro Quadratmeter taxiert
wurde. — Stadtv. Schupp betont, daß die Tätigkeit
des Oberbürgermeiſters voll und ganz anzuerkennen ſei.
Der verhältnismäßig kleine Waldbeſtand, der erfordert
werde, brauche nicht bedenklich zu machen und man könne
der Vorlage freudig zuſtimmen. — Stadtv. Friedrich
findet den Nutzen, den das Militär bringt, zu übertrieben.
Man ſollte der Induſtrie dieſelben Begünſtigungen zuteil
werden laſſen, dann würde ſich Darmſtadt ſicher
beſſer=
ſtehen. — Stadt. Dr. Noellner ſtimmt der Vorlage
insbeſondere deshalb zu, weil durch den Kaſernenbau
großer Vorteil für den Handwerkerſtand zu erwarten iſt.
Aber auch in der Zukunft werden beſonders die techniſchen
Stadtv.,
Truppen Geld nach Darmſtadt bringen.
Sames bemerkt, daß man durchaus nicht mit Pauken
und Trompeten der Vorlage zuſtimme. Die Stadt habe in
letzter Zeit viele Opfer gebracht, um Induſtrie in der
Stadt zu halten. Techniſche Truppen bringen mehr Vor=
Stadtv.
teile für eine Stadt als andere Truppen.
Aßmuth begründet in längeren Ausführungen ſeinen
ablehnenden Standpunkt. — Stadtv. Nodnagel ſpricht
ſich für die Vorlage aus. Die große Politik ſolle man
aus dem Spiele laſſen. Er iſt aber auch dafür, daß man
vor Schließung der Verträge die Intereſſen der
Darm=
ſtädter Handwerker feſtlegen müſſe. — Stadtv. Henrich
gibt zu, daß der Nutzen vom Militär um ſo geringer
wird, je weiter die Garniſon nach der Stadtgrenze gelegt
wird. Da die Vorteile jedenfalls größer ſind, als die
Nachteile, ſtimme er der Vorlage zu. — Stadtv.
Stem=
mer ſtimmt dem Standpunkte des Stadtv. Henrich zu;
er möchte gern etwas Poſitives über die Erlangung einer
Der Ober=
Kriegsſchule für Darmſtadt erfahren.
bürgermeiſter ſtellt Mitteilungen hierüber in der
geheimen Sitzung in Ausſicht. — Stadtv. Dr. Fulda
rügt das Wettlaufen der einzelnen Städte um Erlangung
einer Garniſon und das Ueberbieten bei dieſen
Beſtrebun=
gen. Er bezweifelt die materiellen und ideellen Vorteile
der neuen Truppenteile. Er bemängelt, daß die
Berück=
ſichtigung der Darmſtädter Handwerker nicht genügend
ge=
ſichert iſt und wünſcht eine genaue Feſtlegung. Die
Vor=
teile der Vorlage ſeien nicht ſo groß, daß er ihr
zuſtim=
men könne. — Stadtv. Saeng möchte ebenfalls die
all=
gemeine Erörterung nicht fortſetzen. Ueber die
Notwen=
digkeit der Heeresvermehrung habe man nicht hier zu
eſchließen. Man müſſe ganz unbeeinflußt prüfen, ob
die Vorteile die Vorlage annehmbar machen. Er ſtimme
der Vorlage mit einem naſſen und einem trockenen Auge
zu.
Der Oberbürgermeiſter betont nochmals, daß
die neuen Truppen zweifellos auch neue Induſtrie mit
ſich bringen werden. — Stadtv. Friedrich begründet
nochmals ſeinen Standpunkt.
Die Vorlage wird dann gegen drei Stimmen
ange=
nommen.
Beleuchtung des Weges nach dem
Ober=
waldhaus.
Für den Waldweg von den Hirſchköpfen nach dem
Oberwaldhaus ſoll eine elektriſche Beleuchtungseinrichtung
auf Koſten der Stadt geſchaffen werden. Die Pächterin
des Oberwaldhauſes hat ſich bereit erklärt, die Koſten des
Stromverbrauchs und der Unterhaltung der Anlage zu
tragen, ſoweit letztere nicht von der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktiengeſellſchaft, die die Leitung ausführt, übernommen
worden ſind. Die Koſten der Anlage betragen 1700 Mark.
Die zuſtändigen Ausſchüſſe haben die Bewilligung eines
Kredits in dieſer Höhe befürwortet. Die Beleuchtung wird
nach dem Referat des Stadtv. Markwort genehmigt.
Die Ausbeſſerung des Weges nach dem
Oberwaldhaus.
Bei der Ausbeſſerung des Weges nach dem
Oberwald=
haus, für die 1100 Mark bewilligt waren, wurde die
Aus=
beſſerung auch anderer ſchadhafter Stellen notwendig,
wo=
durch eine Ueberſchreitung des Kredits um 448,14 Mark
erforderlich wurde. Die Verſammlung bewilligt dieſe
Summe nach dem Referat des Stadtv. Dr. Bender.
Die Sitzung wird jetzt unterbrochen, da über den
nächſten Punkt zunächſt geheim verhandelt wird. Dieſer
Punkt betrifft
die Ausſtellungen 1914.
Im nächſten Jahre finden in Darmſtadt drei große
Ausſtellungen ſtatt: die Ausſtellung der Künſtler=Kolonie
in den Räumen des ſtädtiſchen Ausſtellungsgebäudes und
Kollektiv=Ausſtellung Fritz Oswald.
Kunſthalle am Rheintor.
I.
Selten wohl ward der Oberlichtſaal der ehrwürdigen
alten Kunſthalle ſo von Licht und Farben durchwogt, als
heuer, da die Wände Gemälde Fritz Oswalds ſchmücken.
Selten vom Wiederklingen zarter und rauſchender
Sin=
fonien ſo erfüllt. Das ſtrömt von den Wänden auf den
Beſchauer über wie brauſende Akkorde, die voll zarten
Schmeichelns Werbens ſind, die aber fühlen laſſen, daß
eine urwüchſige Kraft ſie zum Klingen gebracht. Und
die immer und überall durchwoben ſind und überſtrahlt
werden von einer Schönheit, die erhaben iſt und wie
Re=
ligion wirken könnte, wenn man eben die große,
un=
endliche Schönheit der Natur wie die Offenbarung einer
immer neuen und doch ewig alten Religion empfinden
kann. Wie iſt in dieſen prächtigen Bildern doch reifes
Naturſchauen mit urwüchſiger, feſt in der Allmutter
wur=
zelnder Kraft gepaart, mit dem Suchen und Offenbaren
der Schönheit, wie die ſehnende Seele einer ſenſiblen
Künſtlernatur ſſie ſchaut. Eine Künſtlernatur, die ſelbſt
ſchönheitstrunken die Ueberfülle eigener Empfindung
ausſtrahlen läßt in flutendem Wellengewoge von Licht und
Farben, daß der Beſchauer darin ſeine Seele reinzubaden
wähnt vom Erdenſtaub.
Es mag das etwas ſchwärmeriſch klingen, aber es
iſt die Wahrheit. In Fritz Oswalds Bildern feiert die
Schönheit der Natur Triumphe durch ſeine, ganz eigene
und perſönliche Ausdrucksmittel ſchaffende Kunſt. Er ſieht
überall nur das Schöne, nur die Farbe und die Form,
den organiſchen, hin und wieder faſt architektoniſchen
Aufbau in der Natur, und in ſeiner Malerei feiert ſie
ſelbſt eine Auferſtehung, die wie Verklärung wirkt. Fritz
Oswald iſt der lebendige überzeugende Beweis für das,
was wir geſtern über Cézannes Bilder an dieſer Stelle
ſagten. Der Impreſſionismus der Franzoſen war ſein
Lehrmeiſter. Cézanne hat dem, unbefriedigt über das
was die Akademie ihm gegeben, nach Ausdruck der
inne=
ren, lebendig wahren Empfindung Ringenden die Wege
gewieſen. Mehr aber noch Hodler, der große
in ſeiner Art noch immer faſt unerreichte Künder einer
monumentalen Naturmalerei. Und dieſe Wege iſt
Os=
wald als ein Suchender und Sehnender gewandelt, als
einer, den das geſunde, ich möchte ſagen deutſche
Natur=
empfinden nicht verlaſſen. Er hat erſt die Natur kennen
zu lernen, ſie zu verſtehen getrachtet, und ihm hat die
große Erkenntnis ſich offenbart, daß die Natur nichts
ſchafft, nichts aus ihrem unermeßlichen Schöpfungsbereich
hervorgeht, das nicht den Urgeſetzen der Schönheit
entſpricht. Ihm wuchs die Erkenntnis, daß es nicht
angängig iſt. Schönheit nur einſeitig zu geben,
ent=
weder in Farbe oder in Form oder in Linie. Die
Natur läßt nichts einſeitig, nichts unvollendet. Form
und Linie, Farbe und Aufbau einen ſich bei ihr zum
Werke der Vollendung. Und hierin liegt die einzig wahre,
große und — ſchwere Aufgabe der Kunſt. Und dieſe
Aufgabe hat ihn getrennt vom Klaſſizismus, ihn
hinweg=
gebracht über van Gogh, über Cézanne, hat ihn
ver=
weilen laſſen bei Hodler, um ihn ſchließlich auch von
dieſem zu trennen und einen eigenen Platz einnehmen
laſſen. Einen Platz, auf dem er faſt allein ſteht
in=
mitten all des flutenden Lichts, der rauſchenden
Ak=
korde ſatter, freudiger Farbtöne der goldenen Sonne
und des glitzernden, in violettem Schimmer getauchten
Schnees. Allein mit der herrlichen Natur und ſeiner nach
großem maleriſchen Ausdruck ringenden Kunſt. Und
ſein Ringen, ſein Streben wird dem Beſchauer nur
offen=
bar, wenn er zurückgreift auf die Werke früherer
Perio=
den, wenn er zu leſen verſteht aus ihnen, was der
Künſt=
ler gewollt und — ehedem nicht erreicht hat. Seit er zu
reinen Farben ſich bekannt, ward er zum Mittler
jubeln=
der Farbenſchöne, die unbewußt auf den Beſchauer
über=
flutet und in jauchzender Lebensfreude ihn in Bann
ſchlägt.
Freilich, es ſind nicht alle der ausgeſtellten Bilder,
die dieſes Jubilieren in Farbe. Licht und Sonne
an=
klingen laſſen. Aber doch wohl die Mehrzahl der Werke
aus der neueſten Schaffensperiode, die Fritz Oswalos
eigenſtes Können bezeugt. Und darin liegt vielleicht der
Hauptreiz der Kollektivausſtellung als Geſamtheit.
Denn ſie offenbart den gewaltigen, mühevollen Weg, den
der Künſtler gegangen, den er gehen mußte.
Man könnte zu all dieſen Werken im einzelnen ſehr
viel ſagen, zu vielen aber auch das gleiche. Wo ein
Künſtler ſo offen redet wie Oswald, dem Beſchauer ein
ſo ehrliches Bekenntnis ſeines Wollens ablegt, da
ſprechen ſeine Werke von ſelbſt eine deutliche Sprache,
künden uneingeſchränkt ein Evangelium der
Naturſchön=
heit. Dennoch ſind ſie, künſtleriſch bewertet, ungleich
Führen vom Mißlungenen zur Meiſterſchaft. Ein
Künſt=
ler, der ſo ehrlich und wahr ſchafft, wird dieſe Feſtſtellung
nicht verübeln. Alle aber ſind die Bekundung eines
ehr=
lichen Willens.
Nur einige aus der Kollektion wollen wir
heraus=
greifen. Da iſt der „Waldbach” Als Maler legt er
naturgemäß das Hauptgewicht auf die Farben. Und
wie gibt er ſie! In abſoluteſter Wirkung. Dieſen
Far=
ben iſt jedes Stoffliche, alles Materielle genommen, man
ſieht nur die Farbe, nirgends das Oel. Faſt durchſichtig
ſcheint dieſes herrliche Bild. Und bei aller
Großzügig=
keit in der Technik, wie liebevoll iſt hier auf Details
ein=
gegangen, wie ſorgſam doch alles Kleinliche vermieden!
Meiſterhaft die zeichneriſche Durcharbeit. Jeder Stein iſt
beſonders behandelt in dieſem Felsgeröll, jedes Aeſtchen
jede Welle des Bächleins, und alles beherrſcht in den
oberen Partien das ſaftige reine Grün. Und dieſe das
Ganze beherrſchende, poeſieerfüllte Farbenſinfonie iſt
er=
reicht durch ein Nebeneinander= Ineinanderſtellen der
reinen Farben. Wunderbar iſt die Perſpektive
heraus=
gearbeitet und meiſterhaft die Kompoſition. Faſt
archi=
tektoniſch iſt der Aufbau, gehalten durch Gewicht und
Begengewicht in immer anderen Ausdrucksmitteln: und
immer wieder wird der Blick des Beſchauers gefeſſelt und
hineingezogen in das Innere dieſer herrlichen
Waldland=
ſchaft, in dem das ſeichte Bächlein ferne ſich verliert. So
wird der Blick gebannt, durch keinen Mißton in dieſer
Schönheit Fülle abgeleitet, irritiert, gar aus dem
Rah=
men heraus. Immer neue Reize intimer Art offenbaren
einzelne Partien, und bei aller Feinheit der Details dieſe
Großzügigkeit in der Geſamtwirkung, dieſer volle, ſatte
Klang der Farbenſinfonien! Es ſcheint, als habe der
Künſtler in dieſem Werke bewußt ein Muſeumsſtück
ge=
ſchaffen.
Dann die „Birken”. Bei aller Schlichtheit des
Vor=
wurfs die gleiche erhabene Schönheit, die Größe der
Na=
tur. Und wieder die entzückenden Reize in Einzelheiten.
Man ſehe dieſe Birkenſtämme an, wie meiſterhaft ſie
ge=
ſehen, der Natur abgerungen ſind. Wie die Schatten
über die ſchimmernde Schneefläche huſchen, in den
Fur=
chen ſich ibrechen und ſchärfer werden, dann wieder wie
Akkorde leiſe verklingen in das Bildinnere. Wie ſie ſo
von ſelbſt wieder den Blick leiten, daß er das Ganze des
Bildinhalts als einzigen großzügigen Ausdruck inneren
Erlebens erfaſſe. Und die Perſpektive wieder; wie weit
verliert ſich der Blick in die Ferne, um ganz hinten erſt
wieder den warmen, feſten Stützpunkt zu finden, wo die
Hügelkette den Horizont begrenzt. Wie meiſterhaft iſt
die Luft gemalt, die die Sonnenſtrahlen in dem
Winter=
duſt erſchwingen laſſen.
In vielen Variationen kehrt das wieder in anderen
Werken. Da iſt das entzückende ſtimmungsvolle Bild
„Herbſt” Man beachte hier das Kolorit und die
Kom=
poſition, ſehe, wie der Fahrweg ſich weit hinten verliert
und mit welchen rein künſtleriſchen Mitteln dieſe
wunder=
bare Perſpektive erzielt wurde. Wie die Furchen in dem
hellen Wege nicht gemalt ſind, ſondern einzig heraustreten
durch das niedergefallene Herbſtlaub, wie dieſe Bäume
gezeichnet ſind! Man ſehe daneben die
Morgen=
landſchaft mit den Reitern. Dieſe Bewegung, dieſer Duft
uind Bluſt! Und man beobachte dann das köſtliche große
Bild „Sonnenblumen im Felde‟. Wie dieſe
Blüten die dichte, großblätterige Staude krönen! Jedes
Blatt ein eigenes intenſives Erforſchen von Form, Farbe,
Linie, Bewegung. Jede Blüte ein Offenbaren neuer
Farben= und Formenſchönheit. Dabei die lapidare
Be=
tonung und wieder die feine, unendlich reiche, große
Land=
ſchaft dabinter. Und man ſehe endlich die Blumenſtücke
an. Kultur überall!
Für Fritz Oswalds Kunſt gibt es kein Sterben, kein
Vergehen in der Natur. Ihm iſt der Winter in ſeiner
weißen Unſchuldsfarbe ſeiner glitzernden Pracht nur ein
Bringer neuer Schönheiten, wie auch das kommende Leben
des Frühlings, der ſonnendurchſlutete Sommer, das
tauſendfach gefärbte ſchillernde Sterbekleid des Herbſtes
ihm nur Schönheitskünder ſind. Dabei erſchöpft die
Land=
ſchaft bei weitem nicht das Reich ſeines Schaffens.
Fritz Oswald iſt zur Künſtlerkolonie berufen und
wird am 1. Oktober hierher überſiedeln. Wir werden
noch viel von ihm ſehen und freuen uns deſſen.
M. St.
des Ernſt Ludwigs=Hauſes eine Wohnungsausſtellung in
den Neubauten hinter dem Ausſtellungsgebäude, eine große
Ausſtellung deutſcher Kunſt von 1650—1800. Dieſe großen
Unternehmungen werden den geachteten Namen der Stadt
als Kunſtſtadt in den Kreiſen aller Kunſtliebhaber in
Er=
innerung bringen. Sie bedeuten für die Stadt aber auch
eine Hebung ihrer wirtſchaftlichen Intereſſen. Die
Stadt=
verwaltung hat ſich von jeher auf den Standpunkt geſtellt,
daß ſie die Verpflichtung hat, alle Beſtrebungen zur Hebung
der Kunſt und des Verkehrs zu fördern. So hat die
Stadt=
verwaltung in ähnlichen Fällen bisher folgende
Bewilli=
gungen eintreten laſſen: 1. für die Ausſtellung der
Darm=
ſtädter Künſtler=Kolonie im Jahre 1901 30000 Mark
Bei=
trag zum Garantiefonds; 2. für die Heſſiſche Kunſt= und
Kunſtgewerbe=Ausſtellung 1908 einen Koſtenbeitrag bis zu
20000 Mark und Naturalleiſtungen ſowie
Strompreis=
ermäßigung; 3. für die Ausſtellung des Deutſchen
Künſtler=
bundes im Jahre 1910 koſtenloſe Ueberlaſſung des
Aus=
ſtellungsgebäudes, Herſtellungen im Ausſtellungsgebäude
im Koſtenbetrage von annähernd 2000 Mark, unentgeltliche
Stromlieferungen und andere Naturalleiſtungen; 4. für
die Kunſtausſtellung im Jahre 1911 koſtenloſe
Ueberlaſ=
ſung des Ausſtellungsgebäudes und Uebernahme der
ge=
ſamten Garantie; 5. für die Eugen Bracht=Ausſtellung
ko=
ſtenloſe Ueberlaſſung des Ausſtellungsgebäudes und
Ko=
ſtenzuſchuß von 3000 Mark für den Fall eines Fehlbetrags;
6. für die Ausſtellung „Der Menſch” Uebernahme der Hälfte
der Stromverbrauchskoſten auf die Stadtkaſſe (rund 1000
Mark).
Die Ausſtellungen des Jahres 1914 bedeuten große
Unternehmungen. Insbeſondere iſt dies auch von der von
Herrn Profeſſor Biermann bearbeiteten Ausſtellung
deut=
ſcher Kunſt von 1650 bis 1800 zu ſagen. Die Ausſtellung
wird vorausſichtlich umfaſſen: 500 Bilder, 500 Zeichnungen,
200 Porzellan=Miniaturen, 100 Stück Klein=Paſtiken,
Bronze= und Wachsreliefs, Marmor=Plaſtiken,
Holzſkulv=
turen. Es hat die Stadtverwaltung im allgemeinen
Inter=
eſſe die Verpflichtung, in Betätigung der ſeither geübten
Praxis dieſe Unternehmungen ſoweit möglich zu
unter=
ſtützen
Es handelt ſich in dieſer Beziehung nach Angabe der
Ausſtellungsleitung um folgende Projekte:
Die Ausſchmückung der ganzen Umgebung des
Aus=
ſtellungsgebäudes war den einzelnen Mitgliedern der
Künſtlerkolonie in Auftrag gegeben worden, und dieſe
haben ſich in die Aufgabe nach den von ihnen bearbeiteten
Sondergebieten geteilt. Es beſteht die Abſicht, in dem
öſt=
lichen Teile des Platanenhaines ein proviſoriſches
Re=
ſtaurationsgebäude und ein Café zu erbauen und weiter
in die halbrunde Niſche des Brunnens das Orcheſter für
die Konzerte zu verlegen. Der weſtliche Teil des
Pla=
tanenhaines ſoll in vornehmer, künſtleriſcher Art mit
Pla=
ſtiken in echtem Material ausgeſchmückt werden. Vor der
ruſſiſchen Kapelle wird ein großes Waſſerbecken mit
ſeit=
lichem Blumenſchmuck angelegt. Die Vorhalle des
Hoch=
zeitsturmes ſoll einen monumentalen Schmuck erhalten
und im Binnenhof des Ausſtellungsgebäudes iſt eine
voll=
ſtändige Neugeſtaltung beabſichtigt. Die Umgebung des
Ausſtellungsgebäudes ſelbſt ſoll weiter ausgeſchmückt
wer=
den und auf der Oſtfreite des Gebäudes iſi eine
Neube=
pflanzung geplant. Die Koſten dieſer Projekte
ſind insgeſamt auf 48 363,28 Mk.
veran=
ſchlagt. Einſchließlich der Koſten, die entſtehen durch
eine Preisermäßigung beim Gasverbrauch, der
Neubefe=
ſtigung des Platanenhaines und der Wege, der Koſten
der Unterhaltung für eine projektierte monumentale
Brun=
nenanlage vor der Ruſſiſchen Kapelle und der Koſten im
Innern des Ausſtellungsgebäudes iſt die
Geſamt=
ſumme der Koſten deren Uebernahme beanſprucht
wird, auf 55000 Mk. veranſchlagt.
Die Stadtverwaltung hat von vornherein die Anſicht
vertreten, daß es nicht möglich iſt, allen Anſprüchen im
vorliegenden Falle zu genügen, daß es ſich nur um
einen Beitrag handeln kann, der für das Unternehmen
eine Unterſtützung bedeutet, und andererſeits auf die Lage
der Stadt gebührende Rückſicht nimmt. Soweit Herſtellungen
in Frage kommen, die ausſchließlich in Intereſſe der
nächſtjährigen Ausſtellung erfolgen und ſpäter wieder ent.
fernt werden müſſen, hat die Ausſtellungsleitung für
Wie=
derherſtellung der Räume in den früheren Zuſtand Sorge
zu tragen, ſodaß der Stadt hierdurch weitere Koſten nicht
erwachſen. Wenn auch die Stadtverwaltung die gefor
derte Summe nicht in voller Höhe bewilligen kann, ſo
hoffe ſie doch, daß die Ausſtellungsleitung ihren Aufgaben
nachkommen kann.
Der Oberbürgermeiſter ſtellt folgenden Antrag: Die
Stadtverordnetenverſammlung wolle zugunſten der
beab=
ſichtigten Ausſtellungen auf der Mathildenhöhe und der
Ausſtellung Deutſcher Kunſt von 1650—1800 in den
Räu=
men des Großherzoglichen Reſidenzſchloſſes einen
einma=
ligen Beitrag von 30000 Mark als Unterſtützung der
ge=
planten Unternehmungen verwilligen unter folgenden
Vorausſetzungen:
1. Die Stadtverwaltung nimmt an, daß
die=
jenigen Neuſchöpfungen, die nach der Abſicht der
Aus=
ſtellungsleitung der Stadt zugute kommen ſollen, nicht
durch ſpätere Ausſtellungen wieder beſeitigt werden.
So=
weit Herſtellungen in Frage kommen, die lediglich im
Intereſſe der nächſtjährigen Ausſtellung erfolgen und
da=
her nur einen proviſoriſchen Charakter haben, hat die
Ausſtellungsleitung für die Wiederherſtellung der Räume
in den früheren Zuſtand im Innern des
Ausſtellungsge=
bäudes und außerhalb desſelben Sorge zu tragen. ſodaß
der Stadt hierdurch weitere Koſten nicht erwachſen. 2. Die
Stadtverwaltung unterſtellt, daß auch demnächſt nicht
wei=
tere Anforderungen an die Stadt geſtellt werden, wenn
die beabſichtigten Kunſtgegenſtände nach Schluß der
Aus=
ſtellung in das Eigentum der Stadt übergehen ſollen. 3.
Die Ausſtellungsleitung wird erſucht, auf Grund der
Ge=
nehmigung des ſtädtiſchen Beitrags nunmehr endgültig
darüber Entſcheidung zu treffen, welche Projekte unter
den mitgeteilten Projekten nunmehr zur Ausführung
kommen ſollen. Die Ausſtellungsleitung wird erſucht, der
Stadt, als Eigentümerin der Anlage, die für die
Ausfüh=
rung beſtimmten Pläne der in Betracht kommenden
Pro=
jekte zur Einſichtnahme vorzulegen.
In der geheimen Sitzung wurde die Mitteilung
gemacht, daß die Ausſtellungsleitung doch alle
vorgeſehe=
nen Arrangements durchführen wolle und ſich hierbei keine
Beſchränkungen auferlegen könne. Da ſich infolgedeſſen
die Koſten bedeutend erhöhten, ſah ſich die
Stadtverwal=
tung veranlaßt, ihren Antrag abzuändern und zu
bean=
tragen, daß 40000 Mark zur Verfügung geſtellt werden
ollen.
Nach Wiederherſtellung der Oeffentlichkeit ſpricht ſich
Stadto Dr. Bender für die Subventionierung der
Ausſtellungen aus. Anerkannt kranke Darmſtadt am
Ver=
kehr, und die Urſache dieſer Kalamität liege zweifellos an
dem Mangel an Induſtrie. Dieſen Mangel zu beheben
ſei darin ein Mittel gefunden, daß Darmſtadt durch den
Großherzog zur Kunſtſtadt nominiert wurde. Es ſei
Tat=
ſache, daß ſich der Name Darmſtadts als Kunſtſtadt ſeit
10 oder 12 Jahren ganz außerordentlich erhöht hat, nicht
nur in Deutſchland, ſondern auch im Auslande. Durch
die Ausſtellungen ſind gewiſſen Induſtrien Darmſtadts
durchaus neue Bahnen gewieſen worden. Wenn auch die
geforderten Summen als hoch empfunden merden, ſo
müſſe man doch in Betracht ziehen die Vorteile, die der
Stadt durch die Ausſtellung zukommen, ferner die hohen
Summen, die von anderer Seite geleiſtet werden und die
Tatſache, daß die Stadt als Geſchenk bedeutende Kunſtwerke
erhält zur dauernden Verſchönerung des Platanenhains
und der Mathildenhöhe. Angeſichts aller dieſer Tatſachen
erſcheine die Forderung relativ nicht als zu hoch. Die
Beſtrebungen des Großherzogs verdienen alle
Anerken=
nung. Er bitte, dem Antrage des Oberbürgermeiſters
zu=
zuſtimmen. — Stadtv Möſer erwähnt ebenfalls die
ho=
hen Vorteile, die der Stadt durch die Ausſtellungen
zukom=
men und tritt ebenfalls für die Forderung ein. — Stadtv.
Friedrich betont, daß er ſelbſtverſtändlich alle
Kunſt=
beſtrebungen ebenfalls unterſtützen werde. Die
Voran=
ſchläge ſeien aber viel zu hoch gegriffen. Er beantragte
für die Ausſtellung auf der Mathildenhöhe ohne jede
Ein=
chränkung für die Vorarbeiten 20000 Mark zu
bewilli=
gen, und für die Schloßausſtellung 5000 Mark für den
Garantiefonds zu zeichnen. — Stadtv. Stemmer
be=
tont, daß ſeit 1901 alle Ausſtellungen ohne Defizit
abge=
ſchloſſen haben. Die Ausſteller ſeien faſt durchweg
Darm=
ſtädter und ſo käme die Ausſtellung vor allem der Stadt
zugute. Die Hebung des Verkehrs und die Verſchönerung
der Stadt ſei nicht zu gering anzuſchlagen.
Stadtv.
Werner legt den Wert der Künſtlerkolonie für
Darm=
ſtadts Handwerker dar, deren Mitglieder ohne Ausnahme
in Darmſtadt arbeiten laſſen. — Stadv. K. Lautz ſpricht
ſich dahin aus, daß Darmſtadt bei der großen Konkurrenz
mit den Nachbarſtädten unbedingt große Reklame machen
muß, wenn es aufblühen will. Da ſollte man nicht bei
Bewilligung der Summe ſo ängſtlich ſein. — Stadtv.
Sa=
mes bittet zu berückſichtigen, daß die Stadt das Vierfache
von dem zum Geſchenk erhält, was ſie hier bewilligen ſoll.
Die Bedeutung der Ausſtellung für die Handwerker und
Die
die Induſtrie ſei nicht zu gering zu veranſchlagen.
Voranſchläge ſeien durchaus nicht zu hoch. — Stadtv. Dr
Bender wünſcht, daß bei der Ausſtellungsleitung der
Wunſch ausgeſprochen werde, daß der ſich etwa ergebende
Ueberſchuß zu einem Ausſtellungsfonds für künftige
Ausſtellungen in Darmſtadt verwendet werden
ſolle.
Stadtv. Stemmer ſpricht ſich gegen dieſen
Wunſch aus. — Stadtv. Henrich ſchließt ſich dem Wunſch
des Stadtv. Bender an ebenſo ſpricht ſich der
Oberbürger=
meiſter dafür aus. Es ſind weiter folgende Wünſche
ge=
äußert worden, daß für ein einheitliches Arrangement der
Beſucherkarten für die drei Ausſtellungen Sorge getragen
werde, damit die Fremden auch alle drei
Aus=
ſtellungen beſuchen.
Ferner, daß die hiefigen
Handwerker und Gewerbetreibenden bei der Herſtellung
und dem Betriebe der Ausſtellung genügend berückſichtigt
werden, daß wenigſtens in der Wohnungsausſtellung an
beſtimmten Tagen Führungen veranſtaltet werden, ferner,
daß Arbeiterkarten zu ermäßigten Preiſen herausgegeben
werden.
In der Abſtimmung wird einſtimmige grundſätzliche
Bereitwilligkeit zur Subventionierung der Ausſtellungen
feſtgeſtellt und danach der Antrag der Verwaltung, für
die Ausſtellungen auf der Mathildenhöhe 30000 Mark zu
bewilligen, gegen 3 Stimmen angenommen. Die
Gegner des Antrages wollten nur 25000 Mark bewilligen.
Der Antrag der Verwaltung, für die Schloßausſtellung
(die rückſchauende Gemäldeausſtellung) 10000 Mark zu
bewilligen, wurde gegen 8 Stimmen angenommen.
Die Gegner wollten zum Teil weniger, zum Teil nur
etwas zum Garantiefonds bewilligen.
Deufſcher Reichstag.
* Berlin, 12. Juni. Präſident Dr. Kaemp
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. — Die zweite
Beratung der
Wehrvorlage
wird fortgeſetzt
Kriegsminiſter von Heeringen: Von keiner Seite
der Militärverwaltung iſt mit den Atlas=Werken
irgend=
welche Verhandlung gepflogen worden; im Gegenteil, es
iſt ſogar einmal von uns vor der Gründung derartiger
Flugzeugwerke gewarnt worden, weil die Befürchtung
vorlag, daß bei dem übergroßen Angebot dieſen Werken
eine ſichere Exiſtenz nicht geſchaffen werden könne. Der
Abg. Noske hat behauptet, unſer Intendanturweſen habe
im Südweſtafrikaniſchen Kriege völlig verſagt. Dieſer
Vorwurf iſt unberechtigt. Er hat dabei die beſonderen
Verhältniſſe, die ſchlechten Landungsgelegenheiten, die
von den Engländern ausgeſprochene Grenzſperre von der
Kapkolonie her und die ſchwierigen Transportverhältniſſe
im Lande unberückſichtigt gelaſſen. Dazu kommt, daß der
Intendantur vieles in die Schuhe geſchoben wird, was
gar nicht zu ihren Aufgaben gehört. Die Verpflegung im
Kriege muß überdies unter anderen Geſichtspunkten
ſtatt=
finden als im Frieden. Die in dieſem Sommer
vorge=
kommenen Unglücksfälle in Oſtpreußen werden von
nie=
mand mehr bedauert als von mir. An der nötigen
Sorg=
falt hat es nicht gefehlt. Die betreffende Truppe, bei der
die Hitzſchläge vorkamen, hatte einen breiten Waldſtreifen
zu durchkreuzen. Der Abmarſch erfolgte unter größter
Sorgfalt und mit großen Marſchpauſen. Die meiſten
Ohnmachtsfälle erfolgten unmittelbarr vor den
Quartie=
ren. Von den Verſtorbenen war niemand ſchon während
der Uebung erkrankt. Aerztliche Hilfe war überall zur
Stelle. Der Vorfall dürfte zurückzuführen ſein auf die
beſonderen Luftverhältniſſe in dem durchkreuzten
Kiefern=
walde und dann auf eine plötzlich einbrechende
Gewitter=
ſchwüle. Wie die direkten Vorgeſetzten, ſo bedauere ich
herzlich, daß fünf brave Soldaten ihr Leben im Dienſte
des Vaterlandes haben laſſen müſſen. (Bravo!) Betreffs
des öſterreichiſchen Oberſten Redl kann ich feſtſtellen, daß
er nicht in der Lage geweſen iſt, irgend welches geheimes
deutſches Material in die Finger zu bekommen. Im
Ge=
ſetz iſt genau feſtgelegt, was zur Kommandogewalt des
Kaiſers gehört. Wenn im Reichstage Reſolutionen
vor=
geſchlagen werden, die in dieſe Rechte eingreifen, ſo habe
ich dagegen Front zu machen. Der Kaiſer allein hat über
die Anſtellung und Entlaſſung der Offiziere zu entſcheiden.
Darin liegt die Garantie, daß jederzeit ein feſtes
Inſtru=
ment zur Sicherung des Vaterlandes in den Händen des
Kaiſers liegt. Wenn ich als Prügelknabe des
Militär=
kabinetts bezeichnet werde, ſo weiſe ich das zurück. Ich
bekomme weder Weiſungen noch Befehle vom
Militär=
kabinett. Eine plötzliche Verſetzung eines ganzen
Regi=
ments an die Grenze iſt nicht angängig. Es erwachſen
dadurch für die Truppe wie für die Garniſon erhebliche
Schwierigkeiten, und die Zuſammenſetzung des
Offizier=
korps hängt nicht von den Garniſonen ab. Mit Genug=
tuung begrüßen wir, daß unſere Forderungen im
allge=
meinen anerkannt worden ſind. Nur müſſen wir daran
feſthalten, daß die drei Kavallerie=Regimenter uns noch
bewilligt werden. In der Hauptſache beruhen unſere
Gründe hierfür in der Ueberlegenheit der Nachbarländer.
Die Flugzeuge können die Kavallerie nicht erſetzen, ſie
vermogen auch eine feindliche Kavallerie nicht aufzuhalten.
Nur militäriſche Gründe, nicht höfiſche Rückſichten ſpielen
hier eine Rolle. Werden dieſe Kavallerie=Regimenter
nicht bewilligt, ſo bleibt eine weſentliche Lücke in den
deutſchen Rüſtungen, die ſich beim Ausbruch eines Kriegs
empfindlich bemerkbar machen würde. (Lebhaftes Hört!
Hört!)
Deshalb bitte ich Sie, bewilligen Sie unſere
Forderungen; ſie ſtellen das Mindeſtmaß dar, was wir
für erforderlich halten. (Unruhe links.) Mitten im
tief=
ſten Frieden kann niemand ſagen, was für den erſten Fall
unbedingt notwendig iſt. Bewilligen Sie uns dieſes
Mindeſtmaß. Mehr wäre zweifellos beſſer. (Beifall
rechts.)
Abg. Herzog (Wirtſch. Vgg.): Es handelt ſich bei
der Vorlage um eine harte Notwendigkeit. Wir ſind mit
der Vorlage, wie ſie aus der Kommiſſion herausgegangen
iſt, im allgemeinen einverſtanden; nur nicht mit der
Strei=
chung der drei Kavallerie=Regimenter. Das Vaterland
verlangt Opfer, wir werden ſie bringen. (Beifall.)
Abg. Ledebour (Soz.): Auf dem gleichen Niveau
wie die ſoeben gehörte Rede ſtand auch die geſtrige Rede
des erſten und einzigen verantwortlichen Beamten des
Deutſchen Reiches. Er hat mit ſeiner Rede bei uns den
Eindruck hinterlaſſen, als ob er ja nur nicht zu viel ſagen
wolle, um ſich nicht immer weiter hineinzulegen. Im
Gegenſatz dazu ſtand der ſchroffe Ton, den der
Reichs=
kanzler anſchlug, nicht gegen die Oppoſition, ſondern
gegen die Freunde der Vorlage. Der Abg. Müller=
Mei=
ningen war offenbar gar nicht darauf gefaßt, denn er
flehte ja geradezu den Reichskanzler an, doch den 24
Reſolutionen wenigſtens ein wohlgeneigtes Ohr zu
leihen. Als ihm Herr Müller=Meiningen mit ſeinem Glas
lauer Limonade zuproſtete, da hat er es ihm aus der
Hand geſchlagen und ihn angefaucht. (Heiterkeit.) Was
für Empfindungen müſſen die Freiſinnigen gehabt haben,
als der Reichskanzler ſeine Ausführungen über den Zweck
der Armee machte. Vielleicht hat der Reichskanzler den
Freiſinn tiefer eingeſchätzt, indem er wohl annahm, wenn
er ihn an die Wand drücke, daß er quietſche und direkt in
einen molluskenartigen Zuſtand gerate, als wären ſie
Nationalliberale. Man kann ſich ſonſt nur denken, daß
der Reichskanzler davon ausgeht, ſich die Vorlage von
einem neuen Reichstage bewilligen zu laſſen. Der
Reichs=
kanzler will vielleicht nur einen Vorwand zur
Reichstags=
auflöſung haben. Auch wir ſehen einer Auflöſung des
Reichstages mit Freuden entaegen. (Heiterkeit rechts und
im Zentrum.) Wenn Abg. Müller=Meiningen behauptet.
hat, unſere Ausführungen in der Kommiſſion wären
friedlich=bürgerlicher als hier im Plenum geweſen, dann
erkläre ich, daß unſer Auftreten im Plenum in voller
Uebereinſtimmung ſteht mit unſerer Haltung in der
Kom=
miſſion. Ich kann nicht weiter darauf eingehen, da es ſich
um vertrauliche Beſprechungen handelte, die wir ſo wie
ſo ſchon aus Prinzip verwerfen. Wenn man von der
Regierung, beſonders von den Vertretern des
Auswärti=
gen Amtes, etwas herausbekommen will, dann iſt es
ge=
rade, als ob man einen Korkzieher immer tiefer in den
Flaſchenhals hineindrehen muß, um den Korken
heraus=
zuholen. (Schallende Heiterkeit. Präſident Dr. Kaempf
unterbricht mehrfach den Redner.) Wenn ſyſtematiſch
auf die Auflöſung des Reichstages hingearbeitet wird,
ſo muß gründlich auf die jetzt obwaltenden Umſtände
hin=
gewieſen werden. Schon die Begründung der Vorlage iſt
höchſt mangelhaft. Die ſlawiſche Gefahr iſt nicht
ſtichhal=
tig. Der Balkanbund iſt nicht dazu angetan, aggreſſiv
gegen uns vorzugehen. Eine ſlawiſche Großmacht bildet
ſich aus dieſen Völkern nie. Darauf die Heeresvorlage
aufzubauen, iſt widerſinnig. Der Reichskanzler iſt auch
nicht darauf zurückgekommen; er hätte ſich ja auch jeinen
politiſchen Hals abſchneiden müſſen. (Heiterkeit.) Jetzt
muß der franzöſiſche Schrecken herhalten; dabei beruht die
franzöſiſche Heeresvorlage auf der unſerigen. (
Wider=
ſpruch.) Die Ablehnung der deutſchen Vorlage würde die
dreijährige Dienſtzeit in Frankreich unmöglich machen.
Sie iſt ein Verzweiflungsmanöver. (Sehr richtig! bei
den Soz.) Wir wollen bei dem Syſtem der allgemeinen
Volksbewaffnung jeden Einzelnen unter die Waffen
ſtel=
len. Die Präſenzſtärke reguliert ſich damit automatiſch.
(Zurufe.) Die Verſchiebungen auf dem Balkan ſind für
uns günſtig; ſie haben auch eine Anbahnung beſſerer
Ver=
hältniſſe zu England mit ſich gebracht. Die Vorlage
ver=
liert immer mehr ihre Begründung. Die ruſſiſche Gefahr
iſt gleichfalls ſtark übertrieben worden. Die dortige
Wehr=
macht iſt nicht gleichwertig. Was ich dem Zaren an
Gu=
tem nachſagen kann, iſt, daß er nicht ſtiehlt. (Präſident Dr.
Kaempf rügt dieſe beleidigende Aeußerung.) Tatſache
iſt, daß bei dem Bau der Transſibiriſchen Bahn ein
gan=
zes Geleiſe geſtohlen worden iſt. Dieſe Korruption macht
die Angriffsfähigkeit Rußlands zunichte. Im Gegenteil,
unſere Nachbarländer fürchten die Angriffskraft
Deutſch=
lands. Durch ihre Polenpolitik arbeitet die deutſche
Re=
gierung bewußt oder unbewußt darauf hin, die Polen in
Deutſchland dem ruſſiſchen Zaren in die Arme zu treiben.
Wir erſtreben die Umwandlung des jetzt beſtehenden
Hee=
res in ein reines Volksheer, und unſere diesbezüglichen
zu dieſer Vorlage geſtellten Anträge haben denſelben
Zweck. Wenn Generalleutnant Wandel vorgeſtern hier
erklärte, daß der Militärverwaltung von den
Machinatio=
nen der Firma Krupp bei der Abnahme militäriſcher
Rüſtungen nichts bekannt war, ſo braucht man ſich nicht
zu wundern, daß die Militärverwaltung von ſolchen
Fir=
men, die Schmiergelder, die in die Hunderttauſende gehen,
zahlen, fort und fort über dem Löffel barbiert wird.
Dieſer Korruption müßte energiſch ein Ende gemacht
wer=
den. Leider iſt unſer Antrag auf Einſetzung einer
Kom=
miſſion mit dem Recht zeugeneidlicher Vernehmungen
ſeinerzeit abgelehnt worden. Die heimiſchen und
aus=
wärtigen Waffenfabriken tauſchen Pläne und Angaben
aus, an deren Geheimhaltung die Militärverwaltung das
größte Intereſſe hat. Wo bleibt die vom Reichstage
ge=
forderte Abnahmekommiſſion? Ich hoffe, daß der
Kriegs=
miniſter uns nähere Auskunft erteilen wird.
Staats=
ſekretär Dr. Delbrück hat vorgeſtern erklärt, daß von einem
uneingelöſten Königswort nicht die Rede ſein könne.
(Präſident Dr. Kaempf bittet, den Ausdruck nicht
mehr zu gebrauchen, da er ſonſt den Redner zur Ordnung
rufen müſſe. Großer Lärm und Zurufe bei den
Sozial=
demokraten: Redefreiheit!)
Demgegenüber erkläre ich, daß die Einbringung einer
Vorlage erſt der Anfang ihrer Erfüllung iſt. Wenn der
Landtag die Vorlage ablehnte, dann durfte die Regierung
die Hände nicht in die Taſche ſtecken. Das iſt nicht die
Art und Weiſe, wie Männer ſolche wichtigen Fragen
be=
handeln. (Lebhafte Zuſtimmung bei den Soz.) Wir
wer=
den ſehen, ob das Verſprechen noch eingelöſt wird. Das
preußiſche Volk ſoll in einem unmündigen Zuſtande
er=
halten bleiben durch das Wahlrecht, das Fürſt Bismarck
ſelber als das elendeſte aller Wahlſyſteme hezeichnet hat.
(Präſident Dr. Kaempf ruft den Redner
wieder=
holt zur Sache.) Ich muß es zurückweiſen, daß der
Staatsſekretär Dr. Delbrück dem Reichstage die
Berech=
tigung abgeſprochen hat, über dieſe Dinge zu ſprechen.
Das mit allen Mitteln zu vereiteln, betrachten wir als
unſere vornehmſte Aufgabe. (Lebhafter Beifall bei den
Sozialdemokraten.)
Präſident Dr. Kaempf ruft nachträglich den Abg.
Ledebour zur Ordnung wegen einer Aeußerung, in
der er den Agrariern vorgeworfen hat, ſie würden den
Reichskanzler nur im Amte behalten, falls er dafür ſorge,
daß ihre Geldſäcke gefüllt würden, da dieſe Aeußerung
ſich ſowohl gegen eine Partei des Hauſes wie gegen den
Reichskanzler wandte. (Große Unruhe.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Unrichtig iſt, daß
der größte Teil der zu bewilligenden Summe der
Waffen=
induſtrie zufallen würde. Nicht weniger als 24 Millionen
ſind für Arbeitslöhne beſtimmt. Die Wehrvorlage dient
lediglich der Verteidigung des Vaterlandes. Der innere
Feind ſpielt keine Rolle; für ihn genügt die Polizei und
die Feuerwehr. (Heiterkeit. Zurufe bei den Soz.:
Ruhr=
revier!) Im Ruhrrevier reichte die Polizei und die
Gen=
darmerie nicht mehr aus, und zu unſerem Bedauern
mußte die Armee eingreifen. Als ſie aber erſchien, war
Ruhe und Ordnung da. Deutſchland iſt friedlich bis auf
die Knochen; das zeigen die 42 Jahre hinter uns und die
Heeresvorlage. (Heiterkeit.)
Präſident Dr. Kaempf macht Mitteilung, daß über
die Anträge betr. die Kavallerie=Regimenter namentlich
abgeſtimmt würde.
Abg. Fiſchbeck (Fortſchr. Vpt.): Wir ſind bereit,
die ſchweren Laſten dieſer Vorlage auf uns zu nehmen;
ebenſo entſchieden müſſen wir aber auch die notwendigen
Reformen verlangen. Die modernen Rechtsbegriffe
müſ=
ſen auch in die Armee eindringen. Das gilt für den
Offi=
zier wie für den gemeinen Mann. Die Verfaſſung ſtellt
die bürgerliche Gleichheit ohne Rückſicht auf Geburt und
Glauben auf. Gilt dieſer Grundſatz auch für die Armee?
Wir glauben es nicht! Niemand wird uns den Vorwurſ
machen, nicht eifrig mitgearbeitet zu haben ſowohl bei
der Wehr= wie bei der Deckungsvorlage. Die Erfolge der
Kavallerie verkennen wir nicht, aber gerade in der
Kaval=
lerie ſpielt die Bevorzugung der Adeligen eine Rolle.
Lehnt man unſere Reformanträge ab, ſo bleiben wir
da=
bei, einer Vermehrung der Kavallerie im verlangten
Um=
ange nicht zuzuſtimmen. Schließlich wird unſer
Ver=
langen doch durchgeführt werden.
Darauf wird die Weiterberatung auf
Frei=
tag 1 Uhr vertagt. — Schluß halb 6 Uhr.
* Berlin, 12. Juni. Die Budgetkommiſſion
des Reichstags nahm heute zunächſt unter
Ableh=
nung der übrigen vorliegenden Anträge § 4 des
Geſetz=
entwurfs, betreffend das Erbrecht des Staates im
erſten Satze nach der Vorlage, im übrigen nach dem
An=
trage des Berichterſtatters mit einem vom Zentrum
be=
antragten Zuſatz, betreffend die Stundung der
Abfin=
dungsſumme, in folgender Form an: Iſt der Fiskus neben
Großeltern des Erblaſſers geſetzlicher Erbe ſo hat er
ihnen bei der Erbauseinanderſetzung
Haushaltungsge=
genſtände, ſoweit ſie nicht Zubehör eines Grundſtücks ſind,
ſowie Gegenſtände des perſönlichen Gebrauches auf Antrag
unentgeltlich zu überlaſſen. Das gleiche gilt von
Fami=
lienbildern und von Schriftſtücken, ſoweit nicht ein
recht=
liches Intereſſe des Fiskus entgegenſteht; hinſichtlich
letz=
terer Schriftſtücke muß der Fiskus den Großeltern die
Einſicht und die Entnahme einer Abſchrift geſtatten. Bei
der Auseinanderſetzung in Anſehung des übrigen
Nach=
laſſes muß ſich der Fiskus die Abfindung für ſeinen
Erbteil in Geld gefallen laſſen. Der Wert von
Grund=
ſtücken iſt hierbei auf 80 Hundertteile des gemeinen Wertes
anzunehmen. Daneben ſteht den Großeltern in Abſehung
von Grundſtücken und von Geſchäftsbetrieben ein
Vor=
kaufsrecht zu. Bezüglich der Stundung der
Abfindungs=
ſumme finden die Beſtimmungen des
Erbſchaftsſteuerge=
ſetzes entſprechende Anwendung. Dann wurde die in
der vorigen Sitzung ausgeſetzte Geſamtabſtimmung über
§ 1 nachgeholt und dieſer Paragraph mit den
beſchloſſe=
nen Aenderungen gegen Konſervative, Zentrum und Polen
im ganzen angenommen. § 5, der die Härten mildern will,
welche die dem Verwandtenerbrecht gezogenen Grenzen
im einzelnen Falle herbeiführen können, wurde im erſten
und zweiten Abſatz nach einem Zentrumsantrag wie folgt
angenommen. Sind Verwandte durch den Fiskus als
Alleinerben von ihrem geſetzlichen Erbrecht ausgeſchoſſen
worden, ſo ſind ihnen aus dem Nachlaß
Haushaltungs=
gegenſtände, ſoweit ſie nicht Zubehör eines Grundſtücks
ſind, ſowie Gegenſtände des perſönlichen Gebrauchs,
Schriftſtücke und Familienbilder auf Antrag unentgelt
lich zu überlaſſen. Zum Nachlaß gehörige andere
beweg=
liche Sachen ſowie Grundſtücke ſind, falls ſie in ihrem
weſentlichen Beſtande von Voreltern des Erblaſſers
her=
rühren, den Verwandten auf Antrag käuflich zu dem im
Verwaltungswwege feſtzuſtellendan Werte zu überlaſſen.
Die Kaufſumme iſt gegen Sicherheitsleiſtung zu ſtunden
Bezüglich der Stundung finden die Beſtimmungen des
Erbſchaftsſteuergeſetzes entſprechende Anwendung. Soweit
die antragsberechtigten Perſonen dem Erbſchaftsamt
in=
nerhalb der Antragsfriſt bekannt geworden ſind, ſollen
ihnen die Grundſtücke vom Erbſchaftsamt zum Kauf
an=
geboten werden.
Der Kaufpreis für Grunſtücke, die
dauernd land= oder forſtwirtſchaftlichen Zwecken zu dienen
beſtimmt ſind, iſt auf 90 Hundertteile des Ertragswertes
zu bemeſſen. Als Ertragswert gilt das 20fache des Rein
ertrages, den die Grundſtücke nach ihrer bisherigen
wirt=
ſchaftlichen Beſtimmung bei ordnungsmäßiger
Bewirtſchaf=
tung nachweislich gewähren können. — Im übrigen bleibt
§ 5 unverändert.
6 regelt die Fälle, in denen der Bundesrat befugt
oder verpflichtet iſt, bei Einrichtung des Nachlaſſes auf
Grund des Fehlens eines gültigen Teſtaments
denjeni=
gen Perſonen, für die der Erblaſſer geſorgt hatte, oder
die ohne dieſes Geſetz die geſetzlichen Erben des
teſtie=
rungsfähigen Erblaſſers ſein würden, Unterſtützungen zu
gewähren. Der Zentrumsredner führte aus der
Para=
graph 6 ſei ein kritiſcher Punkt der Vorlage. Die
vor=
liegenden Anträge könnten nur einige Fälle regeln.
hun=
derte blieben aber unerledigt. Es ſei nicht Zufall, daß
gerade zu dieſem Paragraphen die meiſten Petitionen ein
gegangen ſeien. Einem konſervativen Redner erſchien es
durchaus unwürdig, daß der Staat mit Argusaugen ir
den Teſtamenten nach einem Formfehler herumſuche. Habe
der Erblaſſer überhaupt teſtiert, dann müſſe man im Falle
eines Formfehlers die Vorſchriften des Bürgerlichen
Ge=
ſetzbuches in Kraft treten laſſen. Der
Regierungsver=
treter gab zu, daß manche Schwierigkeiten in dieſem § 6
liegen, aber ſie ſeien doch nicht ſo ſchlimm, wie die
Vor=
redner dargelegt hätten. Der Bundesrat würde nicht
fis=
kaliſch, ſondern nach den Grundſätzen der Gerechtigkeit
entſcheiden. Ein nationalliberaler Redner erklärte, das
Geſetz ſei nur annehmbar, wenn es gelänge, eine
Korrek=
tur zu ſchaffen gegenüber den Ungerechtigkeiten dieſes
Paragrähen. Er glaube, daß der Bundesrat den
Schwie=
rigkeitenſwachſen ſei. Es ſollten aber nur höhere Be=
amte die Entſcheidung haben. In der Abſtimmung wurde
§ 6 in allen Teilen nach der Vorlage angenommen mit
dem Antrage des Berichterſtatters, der beſagt: Iſt der
Erb=
laſſer verſtorben, bevor er das 21. Lebensjahr vollendet
hat, oder iſt er vom vollendeten 16. Lebensjahre an bis
zu ſeinem Tode teſtierungsunfähig geweſen, ſo verbleibt
es bei den Beſtimmungen des Bürgerlichen Geſetzbuches
bezüglich der geſetzlichen Erbfolge. Ein
Berichterſtatter=
antrag, betreffend einen neuen Paragraphen 6a, wonach
der Bundesrat beſtimmt, wann bei zeitweiſer
Teſtierungs=
unfähigkeit oder plötzlichem Tode des Erblaſſers der
Nach=
laß aus Gründen der Billigkeit den ausgeſchloſſenen
Erben zufällt und bei nichtigen Verfügungen von
Todes=
wegen, von denen anzunehmen iſt, daß ſie dem letzten
Willen des Erblaſſers entſprechen, der Anteil des Fiskus
denjenigen zufallen ſoll, denen er im Falle der Gültigkeit
der Verfügung zugefallen wäre, wurde angenommen. § 7
wurde in folgender Faſſung angenommen: Von den in den
Paragraphen 4 bis 6 bezeichneten Gegenſtänden iſt, ſoweit
ſie unentgeltlich überlaſſen worden ſind (die Einbeziehung
der unter dem Werte überlaſſenen Gegenſtände wurde
geſtrichen), die Erbſchaftsſteuer in gleicher Weiſe zu
ent=
richten, wie wenn die Zuwendung aus dem Nachlaß
ange=
fallen wäre.
§ 8 (Erbſchaftsamt) wurde nach der Vorlage, § 13
in folgender Faſſung nach einem ſozialdemokratiſchen
An=
trag angenommen: Von der aus dem Erbrecht des Fiskus
erzielten Reineinnahme erhält das Reich 60 vom Hundert
der Bundesrat deſſen Fiskus Erbe iſt oder dem
zuſtän=
digrn Erbſchaftsamt zugehört. als Vergütung für die
Koſten der allgemeinen Verwaltung 30 vom Hundert, die
Gemeinde von dem in ihrem Gemeindebezirk verfallenden
Erbgut 10 vom Hundert. Die den Gemeinden nach §. 9
zu gewährende Vergütung iſt aus der dem Bundesrat
zu=
kommenden Vergütung zu beſtreiten. Der den
Gemein=
den zufallende Anteil darf nicht für Pflichtaufgaben der
Gemeinde verwendet werden. Was als Reineinnahme
anzuſehen iſt, beſtimmt der Bundesrat. Bei § 9, wonach
die Landesregierung die im § 9 bezeichneten
Obliegenhei=
ten den Gemeinden gegen Vergütung übertragen kann
wurde die Vergütung auf 10 vom Hundert feſtgeſetzt. Der
Reſt des Geſetzes wurde unverändert angenommen.
Da=
mit iſt die erſte Leſung beendet. Nächſte Sitzung Freitag
vormittag. Tagesordnung: Entwurf eines Geſetzes,
be=
treffend Aenderungen im Finanzweſen.
Zum Regierungsjubiläum
des Kaiſers.
Die militäriſche Feier in Darmſtadt.
* Anläßlich des Regierungsjubiläums Seiner Maje
ſtät des Kaiſers und Königs ſind für den 15. und 16. Jun
1913 folgende militäriſche Anordnungen
ge=
troffen worden:
Sonntag, den 15. Juni 1913 (Todestag
weiland Seiner Majeſtät des hochſeligen Kaiſers und
Königs Friedrich III.), 8 Uhr vormittags beginnend,
Gottesdienſt in der evangeliſchen Stadtkirche und in der
katholiſchen Kirche St. Ludwig (andere öffentliche Feiern
unterbleiben am 15. Juni).
Montag, den 16. Juni 1913, 6,25 Uhr vor
mittags: Großes Wecken durch das Muſikkorps des
Leib=
garde=Infanterie=Regiments Nr. 115 nach der Wohnung
Seiner Exzellenz des Herrn Diviſionskommandeurs.
An=
marſchweg: Kaſerne, Alexanderſtraße, Straße zwiſcher
Schloß und Denkmal Seiner Königl. Hoheit des
Groß=
herzogs Ludwig IV., Rhein= Neckar=, Hügel=
Wilhel=
minenſtraße. Dort ſpielt die Muſik zwei Stücke und
mar=
ſchiert dann mit Spiel zur Kaſerne zurück. Abmarſchweg:
Wilhelminenſtraße, Rheinſtraße, Paradeplatz,
Alexander=
ſtraße. Hierbei wird in Vereinbarung mit dem Großh.
Polizeiamt, die Wilhelminenſtraße zwiſchen Annaſtraße
und Schnittpunkt der Karl= und Wilhelminenſtraße
ab=
geſperrt. 12 Trompeter des Trompeterkorps des Leib=
Dragoner=Regiments Nr. 24 blaſen am 16. Juni, 7 Uhr
vormittags, einen Choral vom Turm der Stadtkirche
10,30 Uhr vormittags: Appell bei allen Truppenteilen
uſw. Hierbei Anſprache der Kommandeure. 12 Uhr
mit=
tags: Große Paroleausgabe auf dem Exerzierplatz vor
dem Rheintor, in der Nähe der Kaſerne des Leib=
Drago=
ner=Regiments Nr. 24, wobei das Muſikkorps des Garde=
Dragoner=Regiments Nr. 23 konzertiert und eine Batterie
des Feldartillerie=Regiments Nr. 61 einen Salut von
101 Ehrenſchuß feuert. Der Ererzierplatz wird von der
Nordweſtecke des Traindepots in der Richtung nach
Nor=
den, etwa 150 Meter, von da nach Weſten, etwa 300 Meter,
und von dort nach Süden bis an die Mauer der Kaſerne
des Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24, im Quadrat, durch
Militärperſonen und Schutzleute abgeſperrt.
In den Kaſernen und Lokalen finden die üblichen
Mannſchaftsfeſtlichkeiten ſtatt. Auf den militäriſchen
Dienſtgebäuden werden am 16. Juni Flaggen gehißt.
— Berlin 11. Juni. Der Deutſche
Flotten=
verein läßt dem Kaiſer zum 15. Juni durch ſeinen
Vorſitzenden, den Großadmiral v. Köſter zu ſeinem
25jährigen Regierungsjubiläum in künſtleriſch ausgeführ
ter Truhe eine Adreſſe überreichen, an deren Zuſtande
kommen ſich das Präſidium im Verein mit den Landes=
und Provinzverbänden und Hauptausſchüſſen beteiligt
hat. Die in romaniſchem Stil gehaltene Umrahmung der
Adreſſe enthält Darſtellungen der weſentlichſten
Schöpf=
ungen des Kaiſers auf dem Gebiete des Seeweſens. Die
Mittelbilder geben die beiden Flottenſtützpunkte
Helgo=
land (mit einem heranſchwebenden Zeppelin=Luftſchiff im
Hintergrund) und Tſingtau wieder. Unter den ſeitlichen
die Flottengeſetze und Novellen bezeichnenden Inſchriften
ind Segelſport und die Nordlandfahrten durch eine
Rennjacht und die Kaiſerjacht in einem norwegiſchen
Fjord vertreten. Die Flotte und die Handelsflotte
wer=
den in zwei Bronzefiguren, einem ſtreitbaren Wikinger
und der Hanſa, verkörpert, hinter welchem durch ſchöne
Bogenfenſter zwei Vertreter des modernen Kriegs= und
Handelsſchiffbaues ſichtbar werden. Die linke Hand der
Hanſa ruht auf dem Diplom eines Dr.=Ing., das die
Förderung des Technikerſtandes ſinnbildlich darſtellt. Den
unteren Abſchluß der Adreſſe bewirken zwei Schilder mit
bildlichen Darſtellungen von Kriegsſchiffen des
Mittel=
alters und der grauen Vorzeit. Das zweite Blatt der
Adreſſe enthält eine Geſchichte, das dritte eine Darſtellung
der Arbeit des Flottenvereins.
Die Adreſſe lautet: „Euere Kaiſerliche und
Königliche Majeſtät bittet der Deutſche Flottenverein, zur
Vollendung des fünfundzwanzigſten Regierungsjahres
ſeine ehrfurchtsvollſten Glückwünſche darbringen zu dür
en. Unter den Merkmalen gewaltigen Erſtarkens, deſſen
ſich das Reich unter Euerer Majeſtät Herrſchaft erfreuen
durfte, iſt keines bedeutungsvoller als der allſeitige
Auf=
ſchwung ſeines Wirtſchaftslebens und ſeine hierdurch
be=
dingte Umwandlung von einer Kontinental= in eine
Weltmacht. Dieſe Entwickelung vorausgeſchaut, ſie dem
deutſchen Volke immer wieder verkündet und mit allen
Mitteln gefördert zu haben, dafür danken Euerer
Maje=
ſtät am heutigen Tage alle national fühlenden Deutſchen
von ganzem Herzen. Nicht geringeren Dank ſchulden ſie
Euerer Majeſtät für die weitblickende Fürſorge, die auch
darauf bedacht war, durch Schaffung einer
achtunggebie=
tenden Flotte der überſeeiſchen Betätigung des deutſchen
Volkes den unentbehrlichen Schutz zu verleihen. Die
mahnenden Worte Euerer Majeſtät bleiben nicht ohne
Widerhall. Viele Tauſende deutſcher Männer ſchloſſen ſich
im Flottenverein zuſammen, um mit allen tauglichen
Mitteln das deutſche Volk für das geplante Flottenwerk
zu begeiſtern, Aufklärung über ſeine Ziele in alle
Schich=
ten der Bevölkerung zu tragen und ſo ſeiner Ausgeſtaltung
und Vollendung die Wege zu ebnen. Wenn darum heute
Deutſchlands Kriegsflagge über einer modernen Flotte
weht, die in allen ihren Teilen das Werk Euerer
Maje=
ſtät darſtellt, ſo geziemt es dem Deutſchen Flottenverein,
im Namen des ganzen deutſchen Volkes dafür innigen
Dank zu ſagen. Möge dieſe ſtolze Flotte alle Stürme der
Zeit überdauern und gemeinſam mit der Streitmacht zu
Lande ſtets der ſichere Hort des Reiches ſein!“
Ein Ehrengeſchenk der Armee in Geſtalt
eines Feldmarſchallſtabes wird dem Kaiſer in den
Vor=
mittagsſtunden des 16. Juni durch den
Generalfeldmar=
ſchall Grafen von Haeſeler im Beiſein der Spitzen der
Militärbehörden in Berlin im Königlichen Schloſſe
über=
reicht werden. Es iſt eine Gabe ſämtlicher aktiver und
à la suite ſtehender Offiziere, ſowie der in etatsmäßigen
Offiziersſtellen befindlichen Offiziere a. D., der Zeug=,
Feuerwerks=, Feſtungsbau=, Sanitäts= und Veterinär=
Offiziere, der oberen Beamten des deutſchen Heeres und
der Schutztruppen und der Gendarmerie=Offiziere und
Offiziere der Invalidenhäuſer. Auf dem
Feldmarſchall=
ſtab befindet ſich die Inſchrift: „Dem Deutſchen Kaiſer!
das deutſche Heer. 1888—1913‟
Zum Regierungsjubiläum des Kaiſers treffen in
Ber=
lin ein: am 12. Juni abends im Neuen Palais: Prinz
und Prinzeſſin Heinrichvon Preußen, Prinz
Wal=
demar von Preußen, der Erbprinz und die Erbprinzeſſin
von Sachſen=Meiningen; am 14. Juni abends im Neuen
Palais: Prinz und Prinzeſſin Ernſt Auguſt, Herzog und
Herzogin zu Braunſchweig und Lüneburg; am 14. Juni
abends in Berlin: Prinz und Prinzeſſin Friedrich
Karl von Heſſen, Prinz und Prinzeſſin Adolf zu
Schaumburg=Lippe; am 15. Juni nachmittags in
Ber=
lin: der Herzog und die Herzogin zu Schleswig=Holſtein,
der Fürſt von Hohenzollern; am 16. Juni abends bezw. 17.
Juni früh in Berlin: Prinz=Regent Ludwig von Bayern
der König von Sachſen, der König von Württemberg,
der Großherzog von Baden, der Großherzog von
Heſſen und bei Rhein, der Großherzog von Sachſen,
der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin, der
Groß=
herzog von Mecklenburg=Strelitz, der Großherzog von
Oldenburg, der Herzog von Sachſen=Altenburg, der
Her=
zog von Sachſen=Koburg und Gotha, der Herzog von
An=
halt, der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, Re
gent des Herzogtums Braunſchweig, der Fürſt zu Waldeck
und Pyrmont, der Fürſt zur Lippe, der Fürſt Reuß j. L.
Regent des Fürſtentums Reuß ä. L., der Fürſt zu
Schaum=
burg=Lippe; ferner: Bürgermeiſter Dr. Barkhauſen,
Prä=
ſident des Senats der Freien und Hanſeſtadt Bremen,
Bürgermeiſter Dr. Schröder, Präſident des Senats der
Freien und Hanſeſtadt Hamburg, der Bürgermeiſter Dr.
Eſchenburg, Präſident des Senats der Freien und
Hanſe=
ſtadt Lübeck.
* Wien, 11. Juni. Die hieſige militäriſche Zeitſchrift
Armeeblatt veröffentlicht anläßlich des
Regierungsjubi=
läums des deutſchen Kaiſers eine Feſtnummer, die
aus der Feder hoher Militärs und politiſcher
Perſönlich=
keiten Abhandlungen über den deutſchen Kaiſer bringt.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
g. Darmſtadt, 12. Juni. Die Flieger, die bei
Muggenſturm auf dem Fluge nach Heidelberg landen
mußten, konnten geſtern abend nach Heidelberg fliegen.
Sie werden ebenſo wie der Flieger Gorlt den
Rück=
flugnach Darmſtadt morgen früh antreten. — Heute
flog auf dem Flugplatze Leutnant Reinhardt mit
Paſſagier. Er führte mehrere größere Platzflüge aus.
Zum Attentat auf den Großweſir.
* Konſtantinopel, 11. Juni. Die näheren
Umſtände des Attentats auf den Großweſir ſind
fol=
gende: Als der Großweſir in Begleitung ſeines
Adju=
tanten Ekreff Bey und des Marineoffiziers
Ibra=
him Bey das Kriegsminiſterium verlaſſen hatte und
auf dem Wege zur Pforte war begegnete ſein Automobil
auf dem Platz Bayazid zwei Perſonen, die vor einem
anderen Automobil ſtanden und ihre Revolver auf den
Großweſir abſchoſſen. Mahmud Schefket wurde tödlich
getroffen und ſtarb bald darauf, Ibrahim und ein
Die=
ner wurden verwundet.
Die Polizei wußte ſeit geſtern abend, daß ein Anſchlag
gegen den Großweſir geplant ſei. Alle
Sicherheitsmaß=
nahmen wurden jedoch durch Zufälle vereitelt. Der
Er=
mordete wird vermutlich auf dem Freiheitshügel
begra=
ben werden. Der Mörder gehört der Verbrecherbande
Kör Enine an, deren Mitglieder alte Zuchthäusler ſind,
die bei Einführung der Verfaſſung begnadigt wurden.
Der Mörder des Großweſirs Topol Kadri gehört
ſeit längerer Zeit dem mit der Militärliga
ſympathiſieren=
den Bunde „Ottomaniſche Patrioten” an. Am Abend
fand eine Konferenz der Regierungspartei ſtatt, an der
mehrere bei der Ermordung Naſims beteiligte und jetzt
mit dem Tode Bedrohte, u. a. Enver Bey, Miniſter
Ta=
laat Bey und Bjemal Bey teilnahmen.
Die Mörder des Großweſirs ſind meiſt
Tſcher=
keſſen. Wahrſcheinlich iſt der Mord ein Racheakt. Als
der Großweſir in den Nacken und in das Ohr getroffen
wurde, ſchrie er vor Schmerzen auf. Schon vor drei
Ta=
gen wurde von einem hieſigen Blatte angefragt, ob es ſich
beſtätige, daß Enver Bey und ein noch höherer Offizier
ermordet worden ſeien.
Der Regierung war ſeit einigen Tagen bekannt,
daß die Feinde des Kabinetts einen Streich
plan=
ten. Geſtern abend waren alle Polizeipoſten geſperrt
worden. Der Gouverneur von Konſtantinopel macht
be=
kannt, daß der Belagerungszuſtand fortan wieder ganz
ſtreng durchgeführt wird, und daß das Betreten der
Stra=
ßen nach 10 Uhr abends verboten iſt.
Nach der Südſlawiſchen Korreſpondenz gilt die
Er=
mordung des Großweſirs als das Werk der
Offi=
ziersliga, die dem Großweſir wiederholt ſagen ließ,
er werde es büßen müſſen, wenn er die Mörder Naſim
Paſchas nicht beſtrafe. Vor vier Wochen brach eine Gruppe
von 40 Perſonen, darunter Offiziere, die wegen politiſcher
Betätigung aus der Armee entlaſſen worden waren, in
das Haus des abweſenden Großweſirs ein und
hinter=
ließen einen Zettel: „Beſtrafen Sie die Mörder!“ —
Wie=
derholt erhielt der Großweſir Drohbriefe. Es kam zu
regierungsfeindlichen Kundgebungen in der Tſchataldſcha=
Armee, und die Haltung der Offiziersliga wurde ſo
dro=
hend daß der Oberkommandant Abuk Paſcha wegen
Ge=
horſamsverweigerung abberufen, der Abberufungsbefehl
aber zurückgezogen werden mußte. Die Ermordung des
Großweſirs deutet den Beginn einer Reihe
terrori=
ſtiſcher, ſeitens der Offiziersliga ſeit Wochen
angekündig=
ter Aktionen an.
Konſtantinopel, 12. Juni. Wie von gut
unter=
richteter jungtürkiſcher Quelle verlautet, ſcheint es, als ob
die Mörder Schefket Paſchas von
Parteigän=
gern des Prinzen Sabah Eddin gedungen
worden ſeien. Auf Grund dieſes Reſultates der
Unter=
ſuchung ſtehe deren Verhaftung unmittelbar bevor.
Konſtantinopel, 12. Juni. Der
Militär=
gouverneur von Konſtantinopel, Oberſt Djemal
teilte dem Vertreter des Wiener K. K. Bureaus
folgen=
des mit: Ich hatte eben den Großweſir, mit dem ich
ge=
arbeitet hatte, verlaſſen, befand mich aber noch im
Kriegs=
miniſterium, als der Schall mehrerer Detonationen an
mein Ohr drang. Gleich daraufgſtürzte ein Adjutant des
Großweſirs mit verſtörtem Geſicht herein und meldete,
daß der Großweſir von den Schüſſen getroffen ſei.
Als=
bald brachte man dieſen in das Miniſterium; er hatte
nur eine Schläfenwunde, konnte aber kein Wort
hervor=
bringen, ſondern ſtöhnte nur. Der Verhaftete gehört
bür=
gerlichen Kreiſen an. Die Gerüchte, daß die Täter
Mili=
tärperſonen ſeien, ſind falſch. Es waren vier Perſonen,
die in einem bereitſtehenden Mietautomobil entflohen,
das ſpäter leer aufgefunden wurde. Es ſcheint, als ob
von den Leuten, die auf den Großweſir geſchoſſen,
nie=
mand der Behörde entgangen iſt. Hieſige Militärkreiſe
verſichern, daß keine Militärperſonen an dem Komplott
beteiligt ſeien. Auch das Gerücht, daß Enver Bey in
das Ausland gereiſt ſei, iſt falſch. Er iſt vielmehr geſtern
nachmittag hier eingetroffen.
* Konſtantinopel, 12. Juni. Ein
Polizei=
agent, der Augenzeuge des Attentats war,
erzählt: Ich bemerkte das Automobil des Großweſirs in
dem Augenblick, als es infolge des Gedränges ſein Tempo
verlangſamte. Im nächſten Augenblick hörte ich einen
Re=
volverſchuß und ſah gleich darauf den Chauffeur und den
Diener des Großweſirs von ihren Plätzen ſpringen. Der
Adjutant des Großweſirs lief zum Kriegsminiſterium, um
Militär herbeizurufen. Gleich darauf ſtieg ein Individuum,
von dem ich annehme, daß es den erſten Schuß abgegeben
hatte, auf den Wagentritt und feuerte Schüſſe in das
In=
nere des Wagens ab. Faſt gleichzeitig ſtürzten drei oder
vier endere Perſonen auf den Wagen, anſcheinend ſchoſſen
auch dieſe. Alles vollzog ſich in wenigen Sekunden. In
der allgemeinen Verwirrung ſah ich einen Mann ſich
hin=
kend entfernen, indem ich den erſten Angreifer zu erkennen
laubte. Topal Tewſik ſoll von Geburt lahm ſein.
Verhaftete Topal Tewfik ſoll unter dem
ten Regime mit drei Jahren Gefängnis beſtraft worden
Attentäter, der auf den Großweſir ſchoß, war
et. Der überlebende Adjutant erklärte, die
vor=
gelegte Perſonalbeſchreibung paſſe genau auf den Täter.
rde dieſen ſofort erkennen, wenn er ihn ſähe. Die
i joll übrigens die Perſonalbeſchreibung dreier
an=
derer für ſchuldig angeſehener Perſonen beſitzen, nach denen
ifrig gefahndet wird. Nach einer anderen Verſion ſoll
der Adjutant dem Mörder nachgeeilt ſein, der jedoch in
der Menſchenmenge verſchwand. Das benutzte Automobil
ſoll 10 von den Revolverkugeln herrührende Löcher
auf=
weiſen.
* Konſtantinopel, 12. Juni. Die
Beiſetz=
ung Mahmud Schefket Paſchas iſt ohne
Zwi=
ſchenfall verlaufen. Alles iſt ruhig. Der deutſche
Botſchafter hat der türkiſchen Regierung das
Bei=
leid ſeiner Regierung ausgedrückt.
Der Nachfolger.
Konſtantinopel, 11. Juni. Durch ein Jrade des
Sultans wurde der Miniſter des Aeußern Prinz Aid
Halim Paſcha zum interimiſtiſchen Großweſir ernannt.
Das Hatt=i=Humajun, die Beſtellungsurkunde, wurde heute
nachmittag auf der Pforte verleſen. Die übrigen Miniſter
bleiben im Amte. Der Miniſterrat trat auf der Pforte zu
einer Sitzung zuſammen.
Der Balkankrieg.
Der ſerbiſch=bulgariſche Konflilt.
* Belgrad, 11. Juni. Den Blättern zufolge
empfing der König geſtern den ruſſiſchen Ge
ſandten Hartwig in Audienz. Der Geſandte drückte
den Wunſch Rußlands nach einer friedlichen Löſung des
ſerbiſch=bulgariſchen Konfliktes aus. In dem hierauf
ab=
gehaltenen Miniſterrate wurde der Geſetzentwurf über die
Annektion der von der ſerbiſchen Armee eroberten Gebiete
durchberaten. Das Regierungsorgan Samouprava erklärt,
die ſerbiſche Regierung verſuche zunächſt alle friedlichen
Mittel, um durch eine gütliche Austragung des Konfliktes
mit Bulgarien dem Friedensbedürnfis der ziviliſierten
Welt, deren Sympathien dem ſerbiſchen Volke teuer ſeien
Rechnung zu tragen. Serbien wolle ſein Recht nicht durch
einen Gewaltakt kompromittieren, als welcher eine
An=
nektion vor Erſchöpfung aller friedlichen Mittel erſcheinen
müßte. Das jungradikale Parteiorgan Odjek drückt die
Beſorgnis aus, daß das Kabinett Paſitſch gewillt ſein
könnte, Konzeſſionen zu machen, welche mit den von dem
ſerbiſchen Volke aufgeſtellten Forderungen in Widerſpruch
ſtänden Der Miniſter bezwecke offenbar durch das
Hin=
ausſchieben der Entſcheidung den Großmächten
Gelegen=
heit zu bieten, ſich in die ſerbiſch=bulgariſche Streitfrage
einzumiſchen.
Sofia, 42. Juni. An zuſtändiger Stelle
ver=
lautet, das Telegramm des Kaiſers von
Ruß=
land werde dahin beantwortet werden: Bulgarien
verſtehe den Vertrag dahin, daß das Schiedsgericht nur für
die ſtreitige Zone zuſtändig ſei, daß man jedoch die
Räu=
mung des unbeſtrittenen bulgariſchen Gebietes von den
Serben ohne weiteres verlangen könne. Der Plan eines
Koalitionskabinetts auf breiter Grundlage begegnet
Schwierigkeiten, da Radoslawow ſeine Beteiligung
ver=
weigert.
* London, 12. Juni. Wie das Reuterſche Bureau
aus Petersburg meldet, werden ſich Bulgarien und
Ser=
bien dem ruſſiſchen Schiedsſpruch
unter=
werfen.
Rußlands Stellungnahme.
* Petersburg, 12. Juni. Der Kaiſer hat an
den König von Bulgarien und an den König
von Serbien am 8. Juni aus Moskau folgendes
Telegramm gerichtet: Die geplante Zuſammenkunft
der Miniſterpräſidenten der vier verbündeten Staaten in
Saloniki, der ſich ſodann eine Zuſammenkunft in
Peters=
burg anſchließen könnte, hat mich mit der größten Freude
erfüllt, da dieſe Abſicht den Wunſch der Balkanſtaaten
an=
zuzeigen ſchien, ſich zu verſtändigen und das Bündnis
be=
feſtigen zu wollen, das bis jetzt ſo glänzende Erfolge
ge=
zeitigt hat. Mit peinlichem Empfinden erfuhr ich, daß
die=
ſer Beſchluß noch nicht zur Ausführung gelangt iſt, daß die
Balkanſtaaten ſich anſcheinend auf einen Bruderkrieg
vor=
bereiten, der geeignet iſt, den Ruhm, den ſie gemeinſam
erworben haben, zu trüben. In einem ſo ernſten
Augen=
blick wende ich mich direkt an Eure Majeſtät, wozu mich
mein Recht und meine Pflicht in gleichem Maße nötigen,
denn das bulgariſche und das ſerbiſche Volk haben durch
ihren Bündnisvertrag die Entſcheidung jeder
Meinungs=
verſchiedenheit über die Ausführung der Beſtimmungen
des Vertrages und der Verabredungen, die ſich darauf
be=
ziehen, Rußland übertragen, und ich bitte
des=
halb Eure Majeſtät, den übernommenen Verpflichtungen
treu zu bleiben und die Beilegung der gegenwärtigen
Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen Bulgarien und Ser=
Da ich das Amt des
bien Rußland zu überlaſſen.
Schied srichters nicht als ein Vorrecht, ſondern als
meine ernſte Pflicht betrachte der ich mich nicht
ent=
ziehen könnte, ſo glaube ich Eurer Majeſtät mitteilen zu
müſſen, daß ein Krieg zwiſchen den
Verbün=
deten mich nicht teilnahmslos laſſen
könnte. Ich ſtelle ausdrücklich feſt, daß der Staat, der
dieſen Krieg beginnen würde, dafür der ſlawiſchen Sache
gegenüber verantwortlich wäre und ich behalte mir
jede Freiheit für die Haltung vor, die
Ruß=
land gegenüber dem Ausgang eines ſo
verbrecher=
iſchen Kampfes einnehmen wird.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Wiesbaden, 12. Juni. Das Königliche
Konſi=
ſtorium und der Bezirks=Synodalausſchuß beſchloſſen,
an Stelle des in den Ruheſtand tretenden
Generalſuper=
intendenten Wirkl. Geh. Rats D. Maurer den
Hof=
prediger Ohly=Berlin in Vorſchlag zu bringen. Ohly
wurde mit einer Stimme Mehrheit gegen den Leiter des
Theologiſchen Seminars in Herborn, D. Knodt, gewählt.
* Kaiſerslautern, 12. Juni. Bei den
Löſcharbei=
ten zur Bekämpfung des heute früh gegen 5 Uhr in der
Malzfabrik von Eelbert ausgebrochenen Brades
wurden, wie die Pfälziſche Preſſe meldet, 12
Feuer=
wehrleute leicht verletzt; ein Totengräber erlitt
erhebliche Brandwunden im Geſicht und an den Händen.
Der angerichtete Schaden iſt durch Verſicherung gedeckt.
* Hamburg, 12. Juni. Infolge des geſtrigen
Stur=
mes entſtanden umfangreiche Störungen der von
Hamburg ausgehenden Fernſprechleitungen.
Größere Verzögerungen der Ferngeſpräche ſind
vermut=
lich im Verkehr mit Berlin, Sachſen und Bayern
unver=
meidlich. Die Störungen werden in der Hauptſache
vor=
ausſichtlich heute beſeitigt werden.
Bern, 12. Juni. Die vereinigte
Bundes=
verſammlung wählte für den verſtorbenen
Bundes=
rat Perrior=Neuenburg mit 151 von 199 gültigen
Stim=
men Dr. jur. Calonder aus Trins=Graubünden zum
Bundesrat. Calonder iſt freiſinnig, romaniſchen
Stam=
mes, Rechtsanwalt in Chur, ſeit 1899 im Ständerat, ſeit
1912 deſſen Präſident. —
Die franzöſiſche Schweiz zählt
damit ſtatt wie bisher zwei nur noch einen Vertreter im
Bundesrat.
* Peſt, 12. Juni. Im Abgeordnetenhauſe
hielt der Miniſterpräſident Graf Tisza ſeine
Pro=
grammrede, in der er zugleich das Arbeitsprogramm
des Abgeordnetenhauſes entwarf. Er erklärte ſich als
einen unerſchütterlichen Anhänger des Dualismus,
wel=
cher ohne Verletzung der ſtaatlichen Unabhängigkeit
Un=
garns das harmoniſche Zuſammenwirken aller Faktoren
der Monarchie ermögliche und die Großmachtſtellung der
Monarchie ſichere. Dieſe Großmachtſtellung ſei auch vom
Standpunkte des Lebensintereſſes der ungariſchen Nation
unerläßlich. Die jüngſten Umwälzungen auf dem Balkan
bildeten ein ernſtes Moment, daß den ſtaatsrechtlichen
Kämpfen ein Ende geſetzt werde. Ueber das Verhältnis
zu Oeſterreich erklärte der Miniſterpräſident, daß Ungarn
nichts anderes wünſche, als eine ehrliche Anerkennung
ſeiner Rechte auf der ganzen Linie, wofür es das Gleiche
gegenüber Oeſterreich verſpreche. Was Kroatien betreffe,
ſo werde er alles aufbieten, damit eine normale
Wirkſam=
keit des verfaſſungsmäßigen Lebens hergeſtellt wird.
Be=
züglich der Nationalitäten hoffe er, daß auch jener Teil
der nichtungariſchen Bevölkerung, welcher jetzt
nationaliſti=
ſchen Tendenzen huldige, alles vermeiden werde, was mit
der Einheit des ungariſchen Staates in Widerſpruch ſtehe.
Andererſeits werde die Regierung befliſſen ſein, die
Wünſche, die Intereſſen und die Gefühlswelt der
Nationa=
litäten zu reſpektieren.
Paris, 12. Juni. Das bei Ahucemas geſtrandete
Kanonenboot „General Chonchas” wurde von einer
großen Anzahl Rifleute angegriffen. Der
Kapitän des Schiffes und ſieben Matroſen wurden
ge=
tötet, zwei Offiziere und 20 Mann ſchwer verwundet.
Das Kanonenboot „Laurea” nahm die Verwundeten auf.
Madrid, 12. Juni. König Alfons iſt hier
ein=
getroffen und betraute Romanones mit der
Kabi=
nettsbildung. Das Kabinett wird heute
nachmit=
tag dem König vorgeſtellt.
London, 12. Juni. Die Times meldet aus Simla
vom 10. dieſes Monats: Der Emir von
Afghani=
ſtan hat die ſechs türkiſchen
Militärinſtruk=
eure, die er in Kabul hatte, über die Grenze nach
Indien bringen laſſen. Der Hauptinſtrukteur
war zum Leiter der afghaniſtaniſchen Militärſchule
er=
nannt worden; aber ſeine harte Behandlung der Schüler
führte zu ſeiner Verhaftung und Beſtrafung.
Southampton, 12. Juni. Der Dampfer „
Im=
perator” iſt heute nachmittag 1 Uhr 15 Minuten in
Southampton eingetroffen und hat um 2 Uhr
45 Minuten die Weiterfahrt nach Cherbourg und New=
York angetreten.
* Kopenhagen, 12. Juni. Der Miniſterpräſident
wurde vom König in Audienz empfangen, in deren
Verlauf er die Demiſſion des Kabinetts
über=
reichte, die der König annahm. Der König bat das
Miniſterium, die Geſchäfte vorläufig weiterzuführen.
Wie Ritzaus Bureau erfährt, wird der König ſchon heute
mit den Parteiführern konferieren.
* Waſhington, 12. Juni. Der Schatzſekretär Mac
Adoo erklärte auf Grund des Geſetzes Aldrich=Vreeland=
Andes, das Schatzamt habe 500 Millionen
Dol=
ars Bargeld und zögere nicht, im Bedarfsfalle den
Banken Geld zu leihen, welche darum erſuchen und die
nötigen Sicherheiten bieten. — Die New=York Times
er=
klärt, anſäſſige Bankiers verſicherten, bei der
augenblick=
lichen Finanzlage ſei für die Banken kein Grund
vorhan=
den, Aushilfsgeld zu ſuchen. Diejenigen, welche die
Er=
klärung Mac Adoos beſvrächen, könnten keinen Grund zu
ihrer Veröffentlichung finden.
Prinz Heinrich XXVI. Reuß i. L. *.
* Jena, 11. Juni. In einer Privatklinik in Jena
tarb in der vergangenen Nacht Prinz Heinrich XXVI
Reuß j. L. Seine Leiche wird nach Niesky (Oberlauſitz)
übergeführt. Prinz Heinrich XXVI. war der älteſte
Sohn des am 1. Auguſt 1898 verſtorbenen Prinzen
Hein=
rich IX. auf Neuhoff und Jänkendorf und ſeiner
Ge=
mahlin Anna, geb. Freiin v. Zedlitz und Leipe. Er ſtand
im 56. Lebensjahre und war ſeit 1885 mit der Gräfin
Viktoria v. Fürſtenſtein vermählt. Aus dieſer Ehe ginger
zwei Söhne und eine Tochter hervor, die nach dem 1887
getroffenen Familienübereinkommen den Titel Grafen
und Gräfin von Plauen führen. Der verſtorbene Fürſt
Heinrich XXII. Reuß ä. L. proteſtierte damals gegen die
eventuelle Nachfolgefähigkeit der Kinder. Die Witwe des
verſtorbenen Prinzen entſtammt dem alten franzöſiſchen
Adelsgeſchlecht Le Camus, das nach dem Ausſterben der
heſſiſchen Adelsfamilie der Diede v. Fürſtenſtein vom
König Hieronymus von Weſtfalen im Jahre 1807 deren
Lehen als Allod erhielt. Der franzöſiſche Grafentitel
wurde in Preußen am 30. April 1864 anerkannt.
Bombenattentat in Liſſabon.
* Liſſabon, 11. Juni. Der Elektriker Valerio
Ser=
rurier vom Arſenal iſt verhaftet worden, weil er
verdächtig iſt, die Bombe auf dem Dom=Pedro=Platz
ge=
worfen zu haben. Er leugnet, jedoch befand er ſich in
einer Gruppe revolutionärer Sozialiſten und wurde an
den Beinen und auch am Bauch verwundet. Heute nacht
fanden verſchiedene Verhaftungen ſtatt. Es ſind
Vor=
ſichtsmaßregeln getroffen, doch herrſcht volle Ruhe. Auch
die ſozialiſtiſchen Zeitungen tadeln das Attentat. Der
Kiosk, der unter dem Namen „Anarchiſtenhöhle” bekannt
iſt, wurde von Ziviliſten in Brand geſteckt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
(8
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Hen vordenge Filſte Sſcel Prsetete.
Vertreter: Haas & Bernhard, Rheinstr.
5
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Nachricht, daß heute nacht
1 Uhr unſere liebe Mutter, Großmutter,
Schwie=
germutter, Urgroßmutter und Tante (13030
Frau
Eva Kath. Penk Wwe.
geb. Dietrich
im 89. Lebensjahre infolge Herzſchlags ſanft
verſchieden iſt.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Bangert,
Frankfurterſtraße 100.
Darmſtadt, Offenbach a. M., New=York,
den 12. Jum 1913.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des
Friedhofes aus, ſtatt.
Tageskalender.
Bierabend des Vogelsberger Höhenklubs im
Braue=
rei=Ausſchank Fay.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Heute Freitag
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Donnerstag, den 19. Juni 1913, abends ½9 Uhr
im Probesaal des Musikvereins, Steinstrasse 24.
Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage
und Voranschlag. 3. Vorstandswahl.
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Sulz-
mann im Laden.
(*367
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(13005
Bekanntmachung.
In letzter Zeit ſind mehrfach Beſchwerden von Garten= und
Villenbeſitzern bei uns eingelaufen, daß von Kindern und ſelbſt von
Erwachſenen im Vorbeigehen=Roſen und andere Blumen aus ihren
Gartenanlagen entwendet und ſtellenweiſe ganze Roſenſtöcke
umge=
knickt worden ſeien.
Dieſe Unſitte kann nicht ſcharf genug verurteilt werden, da ſie
ein ſchlechtes Licht auf die Bevölkerung Darmſtadts wirft und wei
ſie den Garten= und Häuſerbeſitzern den Aufenthalt in Darmſtad
verleiden kann, abgeſehen von dem Schaden, der durch den Unfug
angerichtet wird.
Wir richten daher an die Bevölkerung Darmſtadts das dringende
Erſuchen, daß jeder für ſeinen Teil erzieheriſch auf Kinder und
Er=
wachſene in dieſer Richtung einwirke, damit dem Unfug geſteuert und
die Stadt vor Schaden bewahrt wird.
Die Polizei=Organe ſind mit ſtrenger Ueberwachung und un
nachſichtiger Veranzeigung beauftragt.
Darmſtadt, den 10. Juni 1913
(13023
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 13. d. Mts., vorm. 10 Uhr,
ſollen im Verſteigerungslokal Altes Hoftheater (Eingang
Hochſchul=
ſtraße) folgende Gegenſtände verſteigert werden:
1 altertüml. Schreibpult, 1 Cauſeuſe mit 2 Halbſeſſel (
über=
polſtert), 1 Serviertiſchchen, 1 runder Tiſch, 20 Stühle,
1 Biedermeierſpiegel,
Kleiderſtänder, 1 Nachttiſchchen
1 Ofenſchirm, 1 Nipptiſchchen, 1 Waſchgeſtell, 1 Gaslüſter,
1 Nußbaumbüfett (innen eichen), 1 kl. altertüml. Stuhl,
Schuttwagen, 1 Pianino, 4 Schreibtiſche, 2 Büfetts,
1 zweitür. Kleiderſchrank, 1 Vertiko, 1 Tafelklavier.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 9.
Juni 1913.
(12877mdf
Wieser, Pfandmeiſter.
Ananas-
aboeren
von Obſtgut Dippelshof
per Pfund 60 Pfg.
Hoflieferaut
Breimer
Telephon Nr. 76. —
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empf. Ernst Crämer, Ludwigstr. 7. (*370
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Gaskocher
sparsam im Gebrauch
von 95 Pfg. an.
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in bewährten Fabrikaten
von 35 Pfg. an.
Otto (12448dd
0
Nachf
Krotschmauh te
G. m. b. H.
Bekanntmachung.
Freitag, den 11. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Gaſtwirt Ludwig
Finger Eheleuten dahier
zuge=
ſchriebenen Immobilien:
Flur Nr.
qm
III 618 345 Hofreite
Rhön=
ring Nr. 1,
III 618¾/10 98 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
III 617 286 Stall mit
Hof=
raum daſelbſt,
nebſt Wirtſchaftsinventar, in
unſe=
rem Bureau zwangsweiſe verſtei=
(K11/13
gert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er
reicht.
Darmſtadt, 27. Mai 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V,11979
Bekanntmachung.
Freitag, den 4. Juli 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
XIX 265 2199 Acker, oberſte
Golläcker,
XIX 316 2634 Ackeram
Pfung=
ſtädter Weg,
LXVII 18 962 Wieſe, die
Ru=
dolfswieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, wiederholt
zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Ver=
ſteigerung kann auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung entſprechen
des Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 12. Juni 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI,13018
HASSLA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
lendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
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Diktate
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f. Zeichenbrett, 1 Geſtell f. Zeichn.,
3 Jahrg. Ingenieurztg., 1909, 1911
und 1912, 1 Arztbuch für Frauen,
1Vervielf.=App., 1Eisſchr., 64X52cm
u. 1kl. Gaskocher. Näh. Exp. (*377
Heugras=Verſteigerung.
Die Verſteigerung des Heugraſes
von den ſtädtiſchen Wieſen öſtlich
des Friedhofs uſw. vom 5. und
6. ds. Mts. iſt genehmigt. Die
Mähſcheine können bei der
Stadt=
kaſſe in Empfang genommen wer
den und müſſen bis zum 20. I. M.
eingelöſt ſein.
(13017fs
Darmſtadt, 11. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Kanalbau.
Die Ausführung eines 74 m
langen Steinzeugrohrkanals in der
verlängerten Darmſtraße ſoll ver
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tief=
bauamte, Zimmer Nr. 7, zur
Ein=
ſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 18. Jnni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu
reichen.
3010fs
Darmſtadt, 12. Juni 1913.
Tiefbauamt=
Keller.
Bekanntmachung.
Freitag, 27. Juni l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter Wil
helm Hermann Eheleute dahier
zu=
geſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr
qm
III 1405 888 Hofreite
Wen=
delſtadtſtr. 13
III 1406 150 Grasgarten
(Vorgarten),
daſelbſt
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K19/13
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge
legte Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 5. Juni 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(V,12538
Müller.
Bekanntmachung.
Freitag, den 27. Juni 1. Js.,
vormittags 9 Uhr,
ſoll die den Heinrich Jacoby VIII.
Eheleuten gehörige Liegenſchaft:
Nr. qm
Flur
II 773 484 Hofreite
Lieb=
frauenſtraße
Nr. 81,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K40/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 9. Mai 1913
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,11039
Bekanntmachung.
Freitag, den 27. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll das den Milchhändler Peter
Groh Eheleuten zu Arheilgen, im
Grundbuch hieſiger Gemarkung
zu=
geſchriebene Grundſtück:
Flur Nr. qm
73 3690 Acker an der
33
Täubches=
höhle,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
V, 11040
verſteigert werden
Darmſtadt, 7. Mai 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (K34/13
Jederzeit Dünger und Pfuhl
in Einzelfuhren abzugeben.
Preis der Einſpännerfuhre 6 Mk
Zweiſpännerfuhre 10 Mk.
„
pro Faß Pfuhl . 20 Pfg.
Schlachthof.
12546a)
Knabenanz., Capes u. Stiefelbill.
abz. N.=Ramſtädterſtr. 36, II. (*548
Bekanntmachung.
Aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums Seiner
Majeſtät des Deutſchen Kaiſers ſind ſämtliche ſtädtiſchen Bureau
und Kaſſenſtellen am Montag, den 16. ds. Mts., geſchloſſen.
Darmſtadt, den 10. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
(12983fs
Dr. Gläſſing.
Aus Anlass des
V
P
Kaiser-Subllduns
bleiben am 16. Juni d. J. wie bei der
Reichs-
bank auch unsere Büros und Kassen während des
ganzen Tages geschlossen.
Darmstadt, den 11. Juni 1913.
Bank für Handel und Industrie
Landgraf Philipps-Anlage 6 u. Wilhelminenstrasse 14.
Darmstädter Volksbank, e. G. m. b. H.
Deutsche Vereinsbank, Filiale Darmstadt.
Gebr. Kahn.
J. Lehmann.
Nauheim & Co. Herm. Reichenbach.
Ferdinand Sander, Hofbankier.
Friedr. Zaun.
(IV, 13007,130
Breslauer Disconto Bank
Bank für Handel und Industrie
(Darmstädter Bank)
Die am 10. Inni d. J. abgelaufene Friſt für den Umtauſch von
Aktien der Breslauer Disconto=Bank in Aktien der Bank für Handel
und Induſtrie wird hiermit bis zum
22
22. Juli 1913 einschliesslich
verlängert. Bis zu dieſem Termine kann der Umtauſch bei den bereits
bekannt gegebenen Stellen wie bisher bewirkt werden. Die bis dahin
nicht zum Umtauſch eingereichten Aktien der Breslauer Diskonto=Bank
werden gemäß § 290 H. G. B. für kraftlos erklärt werden.
Berlin, im Juni 1913.
(IV,13006,130
Bank für Handel und Industrie.
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Spottbillig: Kontorpulte, Lüſter,
Betten, Kinderwagen, Seſſel,
Tiſche, Diw., Kinderſt., Nachtſtuhl,
Schränke, Kupferk. (Samowar) u.
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Diverſe gebrauchte
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mit Garantie ſpottbillig. (11645a
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Amtsblatt der Gemeindebehörden
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6.57
Oſtbahnhof
Am Nordbahnhof hält der Zug nicht.
Ankunft in Nieder=Kainsbach (Halteplatz)
8.06 Uhr.
Wanderung:
Nieder-Kainsbach-Kilsbach-Wallbach-Hummetroth
Forstel-Mümling-Grumbach- Rimhorn-Neustadt i. O.
Rückkunft: Darmſtadt Oſtbahnhof 8.30 Uhr
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Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten.)
9
Der Finanzier rieb ſich mit ſtrahlendem Lächeln die
Hände.
Erklärlich, liebſter Baron, ganz erklärlich. Kann ich
Ihnen nachfühlen. Das Waſſer ſoll Ihnen im Munde
zuſammenlaufen. Werden ſich ſagen: Iſt doch ein
ver=
fluchter Kerl, der Renzow, daß er ſich auf ſeine alten
Tage noch ſolchen Blick für Pferdchen bewahrt hat!
Und wie iſt denn das, lieber Freund — Sie eſſen
zu Mittag immer im Kaſino?
Selbſtverſtändlich, Herr Kommerzienrat. Wie alle
jüngeren und unverheirateten Herren des Regiments.
Alſo erwarte ich Sie morgen um zwei Uhr vor Ihrer
Kaſerne. Mit meinem neuen Kraftwagen. Ich habe
mir in der Zwiſchenzeit nämlich einen
fünfundvierzigpfer=
digen Windhoff zugelegt, einen Sechszylinder mit
Thermo=
ſyphonkühlung und Kuliſſenſchaltung. Und wenn Sie die
Kombinationskaroſſerie ſehen, wird Ihnen das Herz
im Leibe lachen.
Ein langentbehrtes Vergnügen! reflektierte der
Leut=
nant nachdenklich. Drüben war man ſchon heilfroh, wenn
man ſich mal einen Gaul zwiſchen die Beine klemmen
konnte und
Er brach ab und nahm die Hacken zuſammen. In
der Tür ſtand eine junge Dame in elegantem
Straßen=
koſtüm.
Und jetzt ging ſie auf den Kommerzienrat zu und bot
ihm die Hand.
Guten Tag, Papa. Verzeih, wenn ich ſtöre. Ich habe
wehnet angtiopſt. Aber die Derer weren in eine ſo
lebhafte Unterhaltung vertieft . .
Mit wohlgefälligem Lächeln tätſchelte ihr der Vater
den Arm.
Brauchſt Dich nicht zu entſchuldigen, Kind. Störſt
uns nicht.
Im übrigen . . . Herr Baron von Oſtheeren — meine
Tochter Herta!
Sie wandte ſich dem Gaſt zu. Ein auffallend blaſſes
Geſicht; tiefbrünettes, faſt ſchwarzes Haar; graue Augen,
in denen ein leiſes, verſchleiertes Lächeln lag.
Zweifelsohne eine eigenartige Schönheit. Aber es
war die Schönheit einer reifen Frau, nicht die eines
jun=
gen Mädchens von höchſtens zwanzig Jahren.
Und dieſer merkwürdige Kontraſt trat noch ſchärfer
hervor, als ſie jetzt lächelte.
Ich bin ſehr zufrieden, Herr Baron, daß ich Sie hier
noch antraf, erwiderte ſie ſeine Verbeugung.
Darf ich fragen, gnädiges Fräulein, welcher
Veran=
laſſung ich dieſes gütige Intereſſe zu danken habe?
O, das geht nicht von mir perſönlich aus, lachte ſie.
Ich handle ſozuſagen in höherem Auftrage.
Alſo, Kind, das verſtehe ich nicht, miſchte ſich der
Kommerzienrat ein. Ich denke, Du warſt mit Mama nach
der Stadt gefahren, um Beſorgungen zu machen?
Eben, Papa. Und als wir bei Hillbrich unſern Kaffee
tranken, erinnerte ſich Mama daran — ſie wandte ſich
wie=
der dem Artilleriſten zu —, daß Sie Papa für heute
nach=
mittag Ihren Beſuch angeſagt hatten. Und da hat ſie
mich zurückgeſchickt, um Ihnen in ihrem Namen eine
Ein=
ladung zu übermitteln.
Für morgen abend? rief der Kommerzienrat auf
gut Glück.
En und des wiere innſt dn ſe nenr ibernchnien,
Papa. — Damit ſtreifte Herta Renzow ein ſaphirbeſetztes
Armband hoch und begann ſich den rechten Handſchuh
auszuziehen.
Nämlich, erklärte der Hausherr inzwiſchen, meine
meine Frau hat eine langjährige Freundin — eine
ver=
witwete Frau Generalkonſul von Berns. Mit der haben
wir uns für morgen abend zum Souper verabredet. Und
nun müſſen Sie uns da die Freude Ihrer Gegenwart
geben, Baron.
Am Nachmittag haben wir ja ſowieſo draußen im
Hoppegarten zu tun; jetzt halten Sie uns auch noch den
Abend zur Verfügung.
Sie ſehen, meine Frau hat Sie hier regulär abfangen
laſſen. Alſo machen Sie mich nicht unglücklich! Zerſtören
Sie nicht den Frieden meines Hauſes, ſondern
kom=
men Sie!
Lachend wurde die Einladung angenommen.
Sehen Sie, Baron — ich wußte ja, Sie ſind ein
Menſch, der ein Herz in der Bruſt hat.
Und woran ich eben denke, wir haben ſogar eine
Extrawurſt für Sie, die Ihnen den verlorenen Abend
unter uns alten Leuten vielleicht ſchmackhafter machen
wird; Ihr Heimatgefühl ſoll ſich zu ungeahnter Höhe
auf=
ſchwingen.
Die Frau Generalkonſul nämlich heißt mit ihrem
Mädchennamen Krottenheim und hat enge
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liche Beziehungen nach dem Tilſiter Kreiſe. Ihr einziger
Bruder iſt . ..
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Weil ich ihn und ſeine Tochter vor zwei Wochen bei
uns im Hauſe kennen lernte. Er iſt Nachbar und
außer=
dem langjähriger Duzfreund meines Vaters.
Und er mußte dabei ein inneres Aufbegehren
nieder=
zwingen, um über dieſes Zuſammentreffen zu ſprechen.
Donnerwetter! ereiferte ſich der Kommerzienrat. Ich
bin abergläubiſch, Baron. Was es für Zufälle gibt! Für
uns beide und unſer Projekt ein günſtiges Vorzeichen.
Eine glänzende Prognoſe! Die Welt iſt ein Dorf! Muß
die intimſte Freundin meiner Frau ausgerechnet einen
Bruder haben, der Ihrem Herrn Vater ſo nahe ſteht!
Voila, Baron — jetzt ſtaunen Sie über dieſe Fülle
von Familienglück! Ganz große Augen haben Sie und
ein Geſicht machen Sie — na!
Herta Renzow war neben den Kommerzienrat
ge=
treten und hatte ihm die Hand unter den Arm geſchoben.
Alſo ich darf meiner Mama nachher mit gutem
Ge=
wiſſen ausrichten, daß meine Miſſion den erhofften
Er=
folg gehabt hat, nicht wahr, Herr Baron?
Gewiß, gnädiges Fräulein. Ich werde mich freuen.
Darf ich darauf rechnen, Sie morgen abend ebenfalls
be=
grüßen zu können?
Leider nein. Wir haben in unſerem Tennisklub das
alljährliche Meiſterſchaftsturnier und danach eine kleine
Ballfeſtlichkeit, von der ich mich nicht ausſchließen kann.
Alſo werde ich bei unſerem nächſten Zuſammentreffen
die Genugtuung haben, Ihnen zur Meiſterſchaftswürde
zu gratulieren, Gnädigſte!!
Ich hoffe auf beides! parierte ſie mit ſeltſam ruhigem
Lächeln. — Auf die Meiſterſchaftswürde und auf das
Zu=
ſammentreffen.
Der Leutnant von Oſtheeren aber war durch die drei
Jahre Afrika, „fern von aller Kultur” ſo unſicher
ge=
worden daß er nicht recht wußte — war das eben nur der
mondaine Ton der Berlin=W=Jugend geweſen, oder war
das ein deutliches Entgegenkommen über das übliche
Maß hinaus?
Eins aber empfand er klar: als er nachher die Treppen
hinunterſtieg, da war ihm das Herz in der Bruſt ſeltſam
unruhig. Das irritierte ihn.
Langſam ging er durch den flimmernden Sonnenglaſt
des Nachmittags. Er wollte ſich zwingen, an den
Hoppe=
gartener Stall und Herta Renzow und den
fünfundvier=
zigpferdigen Windhoff mit der modernen
Thermoſyphon=
kühlung zu denken.
Er bekam es nicht fertig.
Er ſah Augen, die wie Achat leuchteten und in denen
ein vorſichtiges Lächeln aufgekommen war, als ſie ſich
das erſte Mal auf ihn richteten. Und er hörte eine kühle,
gleichgültige Stimme. Und er dachte an Giſela
Krotten=
heim und wußte, daß er ſie liebte.
VII.
Good day, gentlemen! ſagte der Trainer Joe Night
am anderen Nachmittag, als die beiden Herren ihn in
den Hoppegartener Paddocks glücklich nach vielem Suchen
aufgefiſcht hatten; nahm die kurze Shagpfeife aus den
Zähnen und zog die Mütze. Und da er über die
Be=
deutung dieſes Beſuches ſchon unterrichtet war, begann
er ſofort auf Günter von Oſtheeren einzureden und hielt
in ſeinem entſetzlichen Pigeon=Engliſch einen mit allerlei
Kraftausdrücken gewürzten Vortrag, dem der Leutnant
aufmerkſam folgte. In den letzten drei Jahren hatte er
ſich drüben wohl oder übel einen „Niggerſlang”
ange=
wöhnt, deſſen volkstümliche Ausdrucksweiſe die
Verſtän=
digung mit dem ſmarten Trainer ſichtlich erleichterte.
Joe Night gehörte zu jener großen Kategorie
Men=
ſchen, von denen man alles verlangen kann, wenn man
ſie richtig zu nehmen verſteht. Hier fing er ſofort Feuer.
Schon nach ein paar Minuten wandte er ſich an den
Kommerzienrat und erklärte ihm mit ſtrahlendem
Grin=
ſen, er wette ſeinen Kopf gegen einen Fußtritt, the
famous german officer würde jedes Rennen, zu dem er
an den Start ginge, mit Längen gewinnen!
Na alſo, Baron, lachte der Finanzier, Sie werden
nicht gewiſſenlos genug ſein, das Vertrauen dieſes ſehr
ehrenwerten Gentleman zu täuſchen.
Wenn er Ihre Pferde auf dieſelbe Höhe gebracht hat
wie ſeinen Speech — dann können wir ohne Sorge ſein!
bemerkte der Artilleriſt lakoniſch.
Alſo dann raus mit den jungen Katzen! befahl der
Kommerzienrat.
Die beiden Herren gingen nach der Grastrainierbahn
voraus, wohin der Engländer mit ſeinem „Lot” bald
nach=
folgte.
Der Leutnant ſetzte ſich auf eine Barriere und ließ
ſich die Pferde vom Stallburſchen vorführen; erſt Schritt,
dann Trab und ſchließlich kurzen Galopp. Der Trainer
ſtand neben ihm, ſah ihn die ganze Zeit aufmerkſam an,
beantwortete hier und da Fragen, und wenn er grinſte,
konnte man glauben, er habe mit ſeinem Geſicht
ſtunden=
lang auf einem Rohrſtuhl geſeſſen.
Als aber der Baron nachher ſelbſt in den Sattel ſtieg,
die Stuten leichte Kanterarbeit machen ließ und
ſchließ=
lich den Hengſt glatt über die Hinderniſſe brachte —
da ſpuckte Joe Night in kühnem Bogen aus, packte vor
lauter Begeiſterung den alten Renzow energiſch beim Arm
und erklärte kategoriſch:
„Damn” it once more! He is a wonderful
horse-
man; a admirable rider! That’s a matter of fact! Devil
take it!‟
(Fortſetzung folgt.)
An alle deutschen Frauen!
Ganz Deutschland rüstet sich, um das Regierungsjubiläum unseres
Kaisers freudig zu feiern. Provinzen, Gemeinden, Vereine und
Einzel-
personen bringen Gaben herbei, deren Zweck es sein soll, umserm
ge-
liebten Landesvater zu beweisen, dass überall, wo vaterländischer Sinn
die Herzen bewegt, ihm in Dankbarkeit für die 25 Jahre seiner
Frie-
densregierung Summen bereitgestellt werden, die Aufgaben dienen
sollen, deren Erfüllung ihm am Herzen liegt.
Hier gilt die Sammlung der Fürsorge für die Jugend, dort gedenkt
man der Veteranen, hier will man den schweren Volksschädigern
Tuber-
kulose und Krebs durch die Spende Abbruch tun, dort bereitet man
die Gründung von Erholungshäusern für Angestellte und Arbeiter vor.
Gesegnet sei aller guter Wille, und Erfolg möge jede dieser
Unter-
nehmungen krönen zur Freude unseres kaiserlichen Herrn!
Wir Frauen haben bei allen diesen Sammlungen nicht gefehlt, und
das ist gut so.
Jetzt aber gilt es, eine besondere Frauengabe darzubringen, eine
Gabe von Frauen für Frauen. Und diese Gabe wollen wir nicht unserm
Kaiser widmen wie die andern alle, sondern unserer geliebten Kaiserin,
die durch Gottes Güte nun auch volle 25 Jahre uns allen Führerin
und Vorbild war.
25 Jahre voller Liebe und Fürsorge hat die hohe Frau uns
vor-
gelebt! Nichts ist in Deutschland zur Erleichterung des Frauenloses
geschehen, ohne dass nicht unsere Kaiserin tat, was sie konnte, um zu
helfen und zu fördern. Gerade die ärmsten unter den deutschen Frauen,
die Heimarbeiterinnen, haben immer und immer wieder die warme
Anteilnahme der Landesmutter an ihrem schweren Geschick gespürt
Wer die Tagung der Heimarbeiterinnen im Februar d. J. miterlebte,
der weiss, wie gerade ihr Ergehen, ihre Zukunft unserer Kaiserin am
Herzen liegt.
Lasst uns darum unsere Dankbarkeit der Landesmutter mit einer
Gabe zum Ausdruck bringen, die der Zukunft der alt und müde
ge-
wordenen, erwerbsunfähigen Heimarbeiterin gilt!
Die christlich-nationalen Heimarbeiterinnen haben angefangen,
Pfennige und Groschen zu sammeln, um durch ein „Altersheim für
Heimarbeiterinnen” für ihren unversorgten Lebensabend Hilfe zu
schaffen. 5910,34 Mk. haben sie mühsam zusammengebracht. Viele
Jahrzehnte würden noch vergehen, ehe an den Bau des Hauses zu
denken wäre,
Lasst uns Bausteine hinzutragen, grosse und kleine! Wenn jede
deutsche Frau gibt, was sie vermag, so können wir unserer Kaiserin
zu ihrem Jubiläum die Freude machen, dass das Altersheim für
Heim-
arbeiterinnen Wahrheit wird. Lasst uns sorgen, dass unsere
Sammel-
listen der hohen Frau zeigen, dass eine jede von uns mit dem Herzen gab.
Drum frisch ans Werk! Wir wollen beweisen, dass die deutschen
Frauen in Dankbarkeit und Treue ihrer Kaiserin gedenken!
Beiträge nehmen entgegen die Bank für Handel und
In-
dustrie in Darmstadt, sowie deren sämtliche Depositenkassen;
ferner Frau Bierau, Darmstadt, Wittmannstrasse 33, Vorsitzende des
Gewerkv. d. Heimarbeiterinnen Deutschlands, Gruppe Darmstadt und
Frau Direktor Wulkow, Grüner Weg 35, Schriftführerin.
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,00
3½ do. Conſols . . . 84,80
75,00
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do.
97,80
4 Bad. Staatsanleihe .
90,10
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3½
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3 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,50
83,00
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4½
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4 Hamburger Staatsanl. 97,50
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4 Heſſ. Staatsanleihe .
4 do. do. (unk. 1918) 97,00
82,50
do.
3½
72,90
do.
76,00
3 Sächſiſche Rente
4 Württemberg unk. 1921 98,10
do. v. 1900 94,10
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,00
1¾ Griechen v. 1887
Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,90
4 do. Goldrente . . . 86,80
do. einheitl. Rente 81,40
3 Portug. unif. Serie I 62,50
3 do. unif. Ser. III 64,50
3 do. Spezial . . . . 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 98,60
v. 1890 . . 92,50
4 do.
v. 1905 . . 86,40
do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 86,40
do. v. 1902 . . . . 88,60
½ do. v. 1905 . . . . 99,50
31 Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 7
75,80
4 Türk. Admin. v. 1903 7
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,60
4 Ungar. Goldrente . . . 82,
4 do. Staatsrente. . . 81,40
In Prot.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 97,50
78,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 86,30
5 Chineſ. Staatsanleihe. 95,80
4½
88,50
do.
4½ Japaner . . . . . . . 86,50
5 Innere Mexikaner . . . 79,00
51,60
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904
5 Gold=Mexikaner . . . . —
3 Buenos Aires Provinz —
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 138,20
7 Nordd. Lloyd . . . .
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . —
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 116,80
6 Baltimore und Ohio . 90,50
6 Schantungbahn . . . . 121,90
8 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 25,75
6 Pennſylvania R. R. . 107,50
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
4 Brauerei Werger
64,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
. 541,00
14 Chem. Fabrik Gries=
.228,20
heim . .
30 Farbwerke Höchſt
.598,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . .
10 Cement Heidelberg . . 138,00
30 Chem. Werke Albert 424,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 328,50
5 Lahmeyer. . . . . . . —
Letzte
Zupron
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 143,25
12 Siemens & Halske 208,25
5 Beramann Electr. . . 124,80
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 171,20
0 Gummi Peter . . . . 67,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 61,50
30 Adler=Fahrradwerke
. .409,00
Kleyer . ..
9 Maſchinenf. Badenia 135,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 151,20
15 Zellſtoff Waldbof . . 221,00
12,83 Bad. Zucker=Wag
208,00
häuſel.
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0 Neue Boden=A. A.=Beſ.
49,00
0 Südd. Immobilien
Bergwerks=Aktien.
10 Aumeß=Friede . . . . 163,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 207,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 149,50
10 Gelſenkirchener . . . . 175,50
9 Harpener . . . . . . . 180,00
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 244,00
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 74,50
6 Laurahütte
„ , „
10 Kaliwerke Aſchersleben 140,00
Weſteregeln 178,00
7½ South Weſt Africa 112,40
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südb. Eiſenb.=Gef. 87,90
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,00
Eliſabethbahn, freie . . 88,20
Franz=Jofefs=Bahn . .
72,00
3 Prag=Duxer . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,10
do.
72,80
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
do,
72,70
Indren,
Bf.
2‟ Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,60
3 Raab=Oedenburg
73,40
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,70
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,10
do.
4 Wlabichawchas . . . . 84,80
4 Rjäſan Koslow . . . 84,00
3 Portugieſ. Eiſenh. .
.
2½ Livorneſer
. . 68,00
3 Salonique=Monaſtir . 61,90
79,50
,
4 Baadadbahn . .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 93,00
4 Miſſouri=Paciſte. . .
4 Northern=Paciſic . . . 93,80
4 Southern=Paciſie . .
5 St. Louis und San
Francisco. . . . .
Tehnanteper . . .. .. —
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 189,00
7½ Bergiſch=Märkiſche
143,00
Bahn . . . . .
9½ Berlin. Handelsgef. .155,75
6½ Darmſtädter Bank . 114,60
12½ Deutſche Bank . . . 241,00
6 Deutſche Vereinsbank 114,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,25
10 Diskonto=Kommandit
8½ Dresdener Bank . . 146,00
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,70
6½ Mitteld. Kreditbank 113,40
Nationalb. für Deutſchl. 113,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 123,10
6,95 Reichsbank . . . . . 132,50
Rhein. Kreditbank. . . 127,80
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 109,50
7½ Wiener Bankverein . 128,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 95,80
InProz.
3.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
86,00
S. 19. . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
94,80
S. 52 . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 96,00
3½
85,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,90
3½
85,60
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
97,40
S. 12, 13, 16 . . .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . . . . . . . 97,40
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 85,60
S. 3—5 . . . . . . . . 85,40
S. 9—11 . . .
85,50
Meininger Hyp.=Bank 96,00
31
do.
84,90
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 95,50
3½ do. (unk. 1914) . . 84,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,90
3½
do.
85,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . —
-
3½
do.
Frankfurt. . . . . . . 97,30
3½
do.
95,50
-
4 Gießen . . . . . . . .
-
3½
do.
Heidelberg . . . . . . 94,50
Zu
do.
84,60
Karlsruhe . . . . . . 96,50
do.
3½
4 Magdeburg. ... . . —
3½
.
Mainz . . . . . . .. —
-
37
do.
4 Mannheim . . . . . . 94,20
do.
3½
88,00
97,80
z., Mänchen
Nauheim . . . . . . —
4 Nürnberg. . . . . . . 95,80
3½
85,90
do.
4 Offenbach. . . .
Juden;
3f.
3½ Offenbach . . . . ..
4 Wiesbaden . . . . . . —
do.
Worms . . . . . . . . 95,00
3½
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4 Badiſche . . . Tlr. 100 174,00
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3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 —
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,00
3 Oldenburger . . . . . . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
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Augsburger. . . . . ſl. 7 —
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Freiburger . . . . Fs.15 —
Mailänder . . . . Fs.45 210,00
do. . . . . Fs.10 37,50
Meininger . . . . . ſl. 7 34,80
Oeſterreicherv. 1864fl. 100
do. v. 1858fl. 100 483,00
Ungar. Staats . . fl. 100 392,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 155,00
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Engl. Sovereigns . . . . 20,37
20 Franks=Stücke . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöſiſche Noten. . . . 80, 85
Holländiſche Noten. . . . 168,00
Italieniſche Noten . . . . 79,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7%
Nummer 136.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Jum 1913.
Seite 16.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Inni 1913
Nummer 136.
und Ausſperrungen eine feſte und ausreichende Entſchä=
Jahren ſeien an deutſchen Gerichten nur 43 Haftpflicht=
Für Erholungsbedürftige und leichtere
digung zu ſichern, dem Deutſchen Induſtrieſchutzverband
älle gegen Elektrizitätswerke verhandelt worden, vor
Sommer, und
Sitz Dresden) angeſchloſſen
denen nur 24 zugunſten der Kläger entſchieden werder
(
Kranke. Winter besucht.
H. Frankfurt a. M., 10. Juni. (
Fruchtmarkt=
onnten. Bei den 2700 deutſchen Elektrizitätswerken habe
Kuranstalt Hofheilm I. T. S
h
bericht.) Am Wochenmarkt war der Verkehr wieder
bis auf ganz vereinzelte Fälle das beſtehende Recht aus=
Voll 12 Stunde von Frankfurt a. M.
ſehr beſchränkt und im allgemeinen eine ſchwächere Stim
ereicht. Ein ſolches Geſetz würde den techniſchen Fort
Prospekte durch Dr. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
nung vorherrſchend; auch Landroggen und Mais war
chritt hintanhalten und unnötige Haftpflichtsanſprüche
achgiebiger, während Gerſte und Hafer gegen die
Vor=
provozieren. Die deutſchen Elektriker hätten ſich die An=
Luftfahrt.
voche keine Preisänderung aufweiſen. Die Forderungen
vendung zuverläſſiger Vorſchriften ſtets zur Aufgabe ge
ür Mehl und Futtermittel ſind williger bei nur geringer
macht und ſelbſt ausreichende Schutzbeſtimmungen erlaſſen
Der Rekordflug Paris-Berlin-Warſchau
Kaufluſt. Der Mannheimer Getreidemarkt iſt
Redner empfahl den Mitgliedern die Anlage einer aus
iſt, wie gemeldet, vom franzöſiſchen Aviatiker Brinde
ruhig bei minimalen Umſätzen. An der Berliner
gedehnten Unfallſtatiſtik und legte folgende Reſolution
jone de Moulinais glücklich zu Ende geführt worden.
Produktenbörſe lag Getreide matter auf
Meldun=
or: 1. Weder durch die Prozeßſtatiſtik noch durch die Un=
Brindejonc war, wie berichtet, auf ſeiner Zwiſchenland
gen, daß in den durch Dürre leidenden Landesteilen Regen
allſtatiſtik iſt die Notwendigkeit einer Sondergeſetzgebung
ung in Berlin trotz des außerordentlich ſtürmiſchen
Wet=
gefallen ſei, ferner auf den ziemlich günſtigen deutſcher
ür elektriſche Anlagen erwieſen. Aus dieſem Grunde ſind
ers um 3 Uhr 37 Minuten in Johannisthal zum Weiter
Saatenſtandsbericht und die Abgaben der Provinz.
Aus=
alle auf eine Sonderbehandlung der Elektrizitätswerke
lug geſtartet. Er wurde um 5 Uhr bereits in Poſen
ge=
ländiſche Offerten ſind indes nicht weſentlich verändert;
abzielenden Beſtrebungen abzulehnen. 2. Wenn eine
ſichtet. 7 Uhr 15 Minuten landete er dann auf den
auch Hafer ſehr ruhig. Lokoware mittlerer und geringe=
Moderniſierung der Haftpflichtgeſetzgebung überhaupt und
Flugfelde bei Warſchau, wo er von ſeinen Monteuren
rer Qualität nicht unterzubringen; feine Ware einiger
hrer Anpaſſung an die Eigenſchaften fortgeſchrittener
Be=
erwartet wurde. Brindejonc hat damit im ganzen eine
naßen gefragt. Nach den letzten Kabelmeldungen von
triebe der Neuzeit erforderlich erſcheint, ſo ſuche man
Strecke von zirka 1420 Kilometern zurückgelegt und zwar
den amerikaniſchen Getreidemärkten (
New=
dieſe Moderniſierung auf der Grundlage des Gemeiner
in einer reinen Flugzeit von zirka 10 Stunden, was einer
York und Chicago) war Weizen und Mais trotz baiſſe=
Rechts. Jede Fortſetzung der Sondergeſetzgebung iſt nur
durchſchnittlichen Geſchwindigkeit von 140 Kilometern in
lautender Berichte aus Kanſas und des der Baiſſe günſtig
zeeignet, zu ſchädigen und zu verwirren. 3. Jede
Aus=
der Stunde entſpricht. Er iſt damit auf die nächſte Prämie
lautenden Berichts des Statiſtikers Snow in feſter Ten
dehnung der Haftpflicht des Elektrizitätswerkes auf die
des Pommery=Pokals berechtigt, da er die am 27.
Apri=
denz, nachdem eine unbefriedigende Ernteſchätzung aus
Anlagen der Abnehmer iſt unbillig und undurchführbar
von ſeinem Landsmann Guillaux auf der Strecke Biarritz
Miſſouri vorlag und umfangreiche Verſchiffungen bekannt
denn der Stromlieferer iſt nicht imſtande, die Energie zu
Kolum (Holland) aufgeſtellte Leiſtung von 1255
Kilo=
wurden; ebenſo ſtimulierten die Viſible=Supply=Ziffern
kontrollieren, nachdem ſie von dem Abnehmer
übernom=
metern überbot. Wie ſchon berichtet, benutzte er einen 80
beſſernd auf den Markt. Die ſichtbaren Weizenvorräte
—
In der Nachmittagsſitzung trat man in die
nen iſt
pferdigen Morane=Gnome=Apparat. Er legte die ganze
ind dort in dieſer Woche von 43,86 Millionen Buſhels
Diskuſſion über die Reſolution ein. Sämtliche Redner,
Flugſtrecke allein zurück, und es iſt erſtaunlich, mit
wel=
auf 39,65 Millionen Buſhels zurückgegangen, hingegen
Dr. Cappe vom Verein der Straßenbahnen und
Klein=
cher Sicherheit er die Orientierung durchführte, obwohl
die Maisvorräte von 2,55 Millionen Buſhels auf 4,40
bahnen, Dr. Thelemann=Düſſeldorf und Direktor Saue
das ſtürmiſche Wetter ihn zwang, ſeiner Maſchine die
Millionen Buſhels geſtiegen. In Kanada reduzierten ſich
aus Wien ſtimmten dem Referenten bei, ſo daß die
Reſo=
größte Aufmerkſamkeit zu widmen. Jedenfalls muß dieſe
die Weizenvorräte in dieſer Woche von 13,63 Millionen
lution einſtimmig angenommen wurde. Weiterhin wur
Flugleiſtung als eine der glänzendſten, die jemals im
Buſhels auf 12,66 Millionen Buſhels
den Vorträge über die Geſchäftspolitik der Elektrizitäts
nternationalen Flugſport durchgeführt wurde, bezeichnet
dier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
verke und Maßnahmen zur Hebung des Stromabſatzes
verden.
Weizen, hieſiger und Wetterauer 21—21,05,
Norddeut=
gehalten, die intereſſante Diskuſſionen im Gefolge hatten.
ſcher 21,05—21,10, Kurheſſiſcher 21—21,10, Ruſſiſcher 23
ſieben der Frage des elektriſchen Kochens ſtanden
Tarif=
bis 24,50, Kanſas 23,50—23,75, Rumäniſcher 23,75—24,25
ragen im Vordergrunde der Erörterung. Während einige
Redner verſchiedenartige Tarife mit Pauſchalen. Abnütz
Redwinter 23,50—24, Manitoba 23,50—24, La Plata 23,50
Sport, Spiel und Turnen.
bis 24, Walla Walla 23,50—24; Roggen, hieſiger 17,25
ungs=, Dauerrabatten und Strombegrenzung forderten
* Darmſtädter Sportklub 1905. Die zur
bis 17,50, Bayeriſcher (Pfälzer) 17,30—17,50, Ruſſiſcher
prach ſich die Mehrzahl für den einfachen Zählertarif aus,
Stadion=Einweihung nach Berlin entſandten Mitglieder
17,50—17,75, Amerikaniſcher — Rumäniſcher 17,50—17,75;
der durch Erleichterung der Inſtallationsbedingungen der
des Sportklubs konnten mit recht anſehnlichen Erfolgen
Konſumenten wirkungsvoller geſtaltet wird
Gerſte, Pfälzer 17,25—18, hieſige und Wetterauer 17 bis
zurückkehren. Gg. Merkel paſſierte bei ſtarker Kon=
18, Riedgerſte 17,50—18, Ungariſche —, Fränkiſche 17,50
ln die Tagung ſchloß ſich die Generalverſammlung
kurrenz beim 5000 Meter=Vorgabelaufen als Erſter das
bis 18; Hafer, hieſiger 17—17,50, Bayeriſcher 17—17,50,
der Einkaufsſtellen von Mitgliedern der Vereinig=
Ziel. Seine Leiſtung wurde jedoch nicht gewertet, de
Ruſſiſcher
18—18,50, Amerikaniſcher 17—17,25,
Rumäni=
ung von Elektrizitätswerken an. Am Abend fand in den
Merkel ein taktiſcher Fehler unterlaufen war. Heinrich
Feſtſaal des Kaſinos ein Feſteſſen ſtatt, dem ein
Feſtvor=
cher 18—18,50; Mais mixed 15—15,20, Ruſſiſcher 15,20
Ackermann konnte ſich im Diskuswerfen mit 35 Meter
bis 15,30, Donaumais 15,20—15,30, Rumäniſcher 15,20 bis
rag über „Trier zur Römerzeit” von Stadtbaurat
Schil=
bei hervorragender Beſetzung als Vierter plazieren.
5,30, La Plata 15,25—15,50, weißer Mais 15,15—15,25;
ling=Trier voranging
sr. Lawn=Tennis. Das Lawn=Tennis=Welt=
Weizenſchalen 9,75—10, Weizenkleie 9,75—10, Roggenkleie
meiſterſchafts=Turnier auf den Plätzen von
Baumwollkongreß
10—10,25, Futtermehl 13—15, Biertreber, getrocknet, 12,75
Saint Cloud brachte am dritten Tage als Hauptereigniſſe
bis 13,75, Futtergerſte 14,75—14,90; Weizenmehl, hieſiges
* Haag, 11. Juni. In ſeiner Schlußſitzung
die Begegnung zwiſchen Froitzheim und Germot, die
(Baſis ab Mannheim) Nr. 0: 31—31,25, feinere Marken
nahm der Baumwollkongreß einen Antrag an, die in=
Froitzheim zu ſeinen Gunſten entſchied, und die Nieder=
1,50—31,75, Nr. 1: 30,25—30,50, feinere Marken 30,75—31
diſche Regierung aufzufordern, mehr finanzielle Hilfe für
lage des Deutſchen R. Kleinſchroth gegen den Oeſterrei=
Nr. 2: 29,75—30, feinere Marken 30,25—30,50,
Nr. 3:
Zwecke der Landwirtſchaft zu leiſten, weil Indien das
cher v. Weſſely. Froitzheim ſchlug Germot 6:4 4:6 6:3 8:6
27,25—27,50, feinere Marken 27,75—28, Nr. 4: 23,25—23,50,
einzige Land der Welt iſt, wo man eine große
Ausdeh=
während v. Weſſely R. Kleinſchroth mit 7:5 6:3 10:8
über=
feinere Marken 23,75—24; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 07
nung der Baumwollkultur erwarten könne. Die
Konfe=
raſchend leicht bezwang. Im Herren=Einzelſpiel ſiegten
25,50—25,75, Nr. 1: 23,50—23,75, Nr. 2: 21,75—22.
renz gab der Hoffnung Ausdruck, daß die in mehrerer
ferner noch der Weltmeiſter A. F. Wilding gegen Chan
Ländern gemachten Verſuche, den Arealumfang der
cerel 610 611 6:0 und der Deutſche Rahe über Pipe 611 6:
Baumwollkultur zu erweitern, fortgeſetzt werden; ferner,
3:10 6:1. Im Herren=Doppelſpiel konnten Froitzheim und
Stimmen aus dem Publikum.
daß in allen europäiſchen Zufuhrhäfen für Baumwolle
A. F. Wilding Simon und Morier 6:2 611 ohne beſon=
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
gebäude für Baumwollſchau errichtet werden. Im
näch=
deren Widerſtand ſchlagen. Im gemiſchten Doppelſpiel
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund d
§ 21 Abſ. 2 des
ſten Jahre findet kein Kongreß ſtatt; die Bundesdelegier=
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
ſiegte Fräulein Röchling mit v. Weſſely als Partner über
en treten jedoch in der Schweiz zuſammen
das deutſche Paar Frl. Rieck-R. Kleinſchroth, das nack
Darmſtädter Verkehrsverhältniſſe
4:6 7.5 2:1 aufgab, da ſich R. Kleinſchroth für ſein Einzel=
Vier Minuten vor Eintreffen des Schnellzuges
ſpiel gegen v. Weſſely ſchonen wollte. Frl. H. Köring und
von Saarbrücken, Oberſtein, Kirn in Mainz abends 10.38
Handel und Verkehr.
5. Kleinſchroth konnten dagegen Frau Danet-F. S.
Uhr fährt 10.34 Uhr der Eilzug nach Darmſtadt ab. Vier
Wilding, den Bruder des Weltmeiſters, mit 633 6:0 ſchla=
* Warnung. Mehrfach ſchon wurde in den Zeit=
Minuten vor Eintreffen des Eilzuges 2.53 Uhr
nach=
gen. Ferner blieben Frl. Conquet-Canet gegen das
Ehe=
ungen vor den Angeboten der Commerce= und
Cre=
mittags aus Darmſtadt in Wiesbaden 3.47 Uhr, fährt da
paar de Borman mit 775 577 6:2 64 ſiegreich. Im
Damen=
dietbank, Amſterdam, hinter der der
Lotterie=
elbſt 3.43 Uhr der Schnellzug nach Köln=Deutz, welcher
Einzelſpiel ſiegte Frl. Rieck über Miß Ryan 6:4 8:6 und
chwindler Johannes Lüdecke ſich verbirgt, gewarnt.
Lü=
vichtige Anſchlüſſe nach ganz Weſtfalen hat. — An dieſen
Frl. Amblard über Frau Golding
decke iſt, wie die Frankf. Ztg. ſchreibt, der berüchtigſte der
Beiſpielen (weitere können angeführt werden) kann man
holländiſchen Lotterieſchwindler und ſchon ſeit 1882, we
erſehen, wie wenig die Eiſenbahndirektion Mainz auf den
r noch in einem Vororte von Berlin ſein Unweſen trieb,
hieſigen Platz Rückſicht nimmt. Bei gutem Willen laſſen
bekannt. Er iſt etwa zehnmal wegen Lotterieſchwindels
ſich die Anſchlüſſe ſehr wohl erreichen; die hieſige Ge
Kongreſſe und Verbandstage.
beſtraft und wird von verſchiedenen deutſchen Behörden
chäftswelt hat ein begreifliches Intereſſe dabei, nur dür=
Vereinigung der Elektrizitätswerke
teckbrieflich verfolgt. Seit etwa 1897 iſt er in Holland
en die bekannten betriebstechniſchen Gründe nicht wieder
vo er die unbedeutende Firma Commerce= und Crediet=
* Trier, 11. Juni. Die Hauptverſammlung
ein Hindernis bilden!
bank gekauft hat. Der Vertrieb und ebenſo der Kauf der
der Vereinigung der Elektrizitätswerke, die vom 11. bis
InTARsegsaasaKäeree
angeblichen Wertpapiere auf Grund ſeiner Proſpekte iſt
4. Juni hier ſtattfindet, wurde heute vormittag in der
in ganz Deutſchland verboten und ſtrafbar. Deshalb ſind
Räumen des Katholiſchen Bürgervereins eröffnet. Nach
die Geſchäfte, die er mit Kunden abgeſchloſſen hat,
geſetz=
einer Begrüßungsanſprache des erſten Vorſitzenden, Dir
Klagedrohunger
lich nichtig und daher nicht klagbar
eng, überbrachte Geh. Rat Kiel in Vertretung des
ind Erpreſſungsverſuche. Die holländiſchen 15 Gulden=
Regierungspräſidenten Dr. Baltz, Oberbürgermeiſter von
Bodencredit=Prämien=Obligationen ſind auch an ſich ſchon
Bruchhauſen=Trier, Kommerzienrat Laeis als Vertrete:
ehr zweifelhafte Papiere. Die ſogen. Grundereditbank,
der Handelskammer und des Polytechniſchen Vereins
die ſie ausgibt, beſteht aus zwei Perſonen. In ernſthaften
Generalſekretär Dettmar im Auftrage des Verbandes
Deutſcher Elektrotechniker
Handelskreiſen Amſterdams betrachtet man ſie mit
gro=
ſowie Geh. Rat Profeſſor
Fäußner von der Phyſikaliſchen Techniſchen Reichsanſtalt
ßem Mißtrauen und iſt der Meinung, daß ſie von der
Leichtgläubigkeit des ausländiſchen Publikums lebt. Mit
die Grüße ihrer Behörden und Korporationen. Hierauf
Grundkredit hat die Bank überhaupt nichts zu tun. Die
hielt Oberingenieur Schulte=Wiesbaden einen Vortrag
über Theorie und Praxis in der Statiſtik der Elektrizi=
Angaben von Lüdecke, durch die er immer wieder ver
tätswerke
rauensſeligen Kunden verſichert, das hieſige
Strafver=
fahren ſei unbegründet und ungeſetzlich, ſind nichts ande.
Den wichtigſten Punkt der Vormittagstagung behan=
— Das ſollte genügen, um
delte Direktor Dr. Paſſavant=Berlin in einem Vortrag
res als dreiſter Schwindel
über Schadenhaftung beim Betriebe elektriſcher Anlagen.
as deutſche Publikum von Lüdecke und ſeiner Deckfirma
Der Redner wandte ſich ſcharf gegen die auf dem
Juriſten=
ernzuhalten
tag in Wien gefaßten Beſchlüſſe, welche die Einführung
Schutz gegen die wirtſchaftlichen
Fol=
zmif seidener.
eines Sondergeſetzes über die Haftpflicht der
Elektrizi=
gen von Streiks. Der „Arbeitgeberverband der
tätswerke für die Konſumenten empfehlen. Dr. Paſſavant
Edel= und Unedelmetallinduſtrie und verw. Hilfsgeſchäfte
Sammel=
nahm ſcharf hiergegen Stellung, da ein ſolches Geſetz zu
zu Schwäbiſch=Gmünd” und der „Arbeitgeberverband der
Wappenbilder
unüberſehbaren Schädigungen führen, könne und eine er=
Holzimporteure und Holzinduſtriellen im Hafen
zu
SakeNa,!
Soesssaaeeg
hebliche Rechtsunſicherheit im Gefolge hätte. In zehn
Düſſeldorf” haben ſich, um ihren Mitgliedern bei Streiks
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