Darmstädter Tagblatt 1913


12. Juni 1913

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ädter

Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang

monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
47,
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des
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
1913.
135.
Donnerstag, den 12. Juni.
Bagdadbahnverträge von 1908 mit dem Zuſatz von 1911
immer nur vorübergehender Natur, und als z. B. die
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
und hält die Forderung der deutſchen Finanzwelt, die
lippeſche Frage rechtskräftig entſchieden war, da hat ſich
ganzen Ueberſchüſſe der Schuldenverwaltung, wie ſie 1908
der Kaiſer ſofort auf den Boden des Rechtsſpruches ge=
beſtanden
und auf welche Höhe ſie eventuell wieder zu
ſtellt. Sein Beſtreben ging dahin, ein herzliches und
Das Wichtigſte vom Tage.
bringen wären, für den Dienſt der Bahn, ſoweit nötig, zu
freundſchaftliches Verhältnis zu den Häuptern der Bun=
verwenden
, für unberechtigt und übertrieben. Natürlich
desſtaaten aufrecht zu erhalten und dadurch den inneren
Der Reichskanzler hat in der geſtrigen Reichstags=
ſitzung
in einer längeren Rede die Notwendigkeit
beſchäftigen ſich auch die Franzoſen mit der Frage, wie
Frieden im Reiche immer mehr zu feſtigen.
der Deckung für die Wehrvorlage im Sinne
denn das Manko bei der Schuldenverwaltung zu tilgen
Wie Kaiſer Wilhelm ſein ſtaatsrechtliches Verhältnis
der Regierungsvorſchläge dargelegt.
ſei, und ſie kommen dabei zu dem ſehr merkwürdigen
zu den Bundesſtaaten auffaßt, hat er einmal bei einem
Wie die Zeit aus militäriſchen Kreiſen erfährt, ſind
Schluß, daß letztere eigentlich viel zu viel Zinſen und
Beſuche Hamburgs in charakteriſtiſcher Weiſe zum Aus=
zwiſchen
der deutſchen Luftſchiffahrt=A.=G. und der
öſterreichiſchen Militär=Verwaltung Unterhandlungen
Amortiſationen bezahlt! Die Schulden ſollen alſo lang=
druck
gebracht. In einer im dortigen Rathauſe gehaltenen
angebahnt worden, welche auf den Verkauf des
ſamer abgetragen werden, zumal die Türkei ja jetzt neue
Rede ſprach er ſeine Freude darüber aus, daß die Ham=
Luftſchiffes Sachſen an Oeſterreich ab=
Anleihen zu drückenderen Bedingungen werde aufnehmen
burger ihn anſcheinend nicht mehr als fremden Sou=
zielen
.
müſſen. (Eine merkwürdige Begründung!) Aus dem
verän, ſondern als alten Bekannten begrüßt hätten. Das
Der Flieger Brindejonc, der vorgeſtern morgen
5 Uhr in Paris aufgeſtiegen war, iſt nach Zwiſchen=
ganzen
Lamento ſchaut aber guten Endes der Pferdefuß
war mit ſcharfem pſychologiſchem Empfinden auf die
landungen in Wanne und Johannisthal geſtern in
heraus. Man würde ſchon mit ſich reden laſſen, in eine
Stimmung der auf ihre Bürgerfreiheit ſtolzen Hanſaſtadt
Warſchau gelandet.
den Wünſchen Deutſchlands entſprechende Auslegung der
berechnet, aber der Kaiſer legte damit auch ſeine ſtaats=
Der Flieger Franz Seidl in Wien wurde mit
bisherigen Beſtimmungen willigen, auch ſonſt wenig
rechtliche Anſchauung dar. Jedoch mit dieſer Präziſierung
ſeinem Apparat von einer Bve erfaßt und aus beträcht=
licher
Höhe zu Boden geſchleudert. Er wurde
Schwierigkeiten machen, wenn gewiſſe Kompenſationen
ſeiner Stellung zu den übrigen Gliedern des Reiches iſt
mit ſchweren Verletzungen ins Spital geſchafft, wo er
gewährt würden. So müßte z. B. Deutſchland auf ſeine
ſein Verhältnis zu dieſen nicht erſchöpft. Kein deutſcher
bald darauf verſtarb.
Bundesſtaat ſieht im Kaiſer den fremden Souverän,
Abſichten auf das Netz im Gebiete des Schwarzen Meeres
Nach zweitägiger Debatte wurde die Homerule mit
verzichten und Frankreich noch einige andere näher be=
jeder
betrachtet ihn als ſeinen Kaiſer, und mit Genug=
368 gegen 270 Stimmen angenommen.
Auf einem Platz in New=Caſtle erfolgte
zeichnete Vorteile einräumen. Alſo ein richtiger Kuh=
tuung
darf heute Wilhelm II. auch hinſichtlich der Ent=
eine
Bomben=Exploſion. Man glaubt, daß
wicklung ſeines Verhältniſſes zu den deutſchen Bundes=
handel
! Die Rechnung hat freilich ein Loch: England,
es ſich um ein Suffragetten=Attentat handelt.
deſſen Intereſſe an der ganzen Sache doch außer allem
ſtaaten und =fürſten auf das erſte Vierteljahrhundert ſei=
Während einer Verſuchsfahrt zu einem
Zweifel iſt, ſteht in dieſer Frage auf Deutſchlands Seite,
ner Regierung zurückblicken. Mit ihnen allen verbindet
Automobilrennen ſtießen in Madrid zwei
ihn herzliche Freundſchaft, an ihrem Ergehen nimmt er
ſo daß die ein wenig vom Eigennutz diktierten Wünſche
Rennwagen zuſammen. Der eine wurde von einem
Franzoſen, der zweite von einem Deutſchen geſteuert.
der liebenswürdigen Nachbarn ſich kaum verwirklichen
regen Anteil; gar oft iſt er bei ihnen zu Gaſte und teilt
Der Franzoſe erlitt einen Schlüſſelbeinbruch, der Deut=
Freud und Leid mit ihnen. Keiner der Bundesfürſten
dürften.
ſche erlitt eine Gehirnerſchütterung und einen Bruch der
zweifelt wohl heute daran, daß ſeine verfaſſungsmäßigen
Kinnlade.
Rechte beim Kaiſer in guter und ſicherer Hut ſind. Möchte
Beziehungen
Die ſerbiſch=bulgariſchen

Leutſches Reich.
ſind augenblicklich bei einer ſehr geſpannten
dieſes Vertrauensverhältnis auch weiter fortbeſtehen zum
Periode angelangt. Der geringſte Zwiſchenfall
Zur Deckungsfrage der dauernden
Wohle des Deutſchen Reiches und der Einzelſtaaten!
kann einen Krieg herbeiführen, ohne daß die in Frage
Ausgaben der Wehrvorlage wird der Tägl.
kommende Regierung es will.
Rdſch. mitgeteilt: Da die Reichsvermögensſteuer in der
Auf den Großweſir Mahmud Schefket Paſcha
wurde ein Attentat verübt. Scheſtet wurde
letzten Zeit die öffentliche Meinung lebhaft beſchäftigt
Derkampf um die Bagdadbahn.
ſchwer verwundet und iſt ſeinen Verletzungen erlegen.
hat und auch im Reichstage zum Gegenſtand von Erör=
TW Aus Konſtantinopel wird uns geſchrie=
Der Oberingenieur des Panama=Kanals
terungen gemacht wurde, hat, wie wir erfahren, eine ver=
äußerte
ſich dahin, daß, falls ein Krieg ausbrechen ſollte,
ben: Die Abmachungen Englands mit der Türkei in bezug
trauliche Fühlungnahme unter den verbündeten Regierun=
die
amerikaniſche Flotte den Kanal bereits im Ok=
auf
die Bagdadbahn haben das ganze recht ſchwierige
gen ſtattgefunden, um eine Stellungnahme zur Frage
tober d. J. durchfahren könne.
Problem wieder in den Vordergrund des Intereſſes ge=
einer
Reichsvermögensſteuer herbeizuführen. Das Er=
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
rückt. Das iſt inſofern ganz natürlich, als infolge der
gebnis der vertraulichen Beſprechungen war eine faſt ein=
durch
den Balkankrieg hervorgerufenen Gebietsverſchie=
ſtimmige
Ablehnung des Gedankens, der Einführung einer
bungen die Frage akut wird, wie ſich die finanzielle
Reichsvermögensſteuer zuzuſtimmen. Die Mehrheit der
Grundlage des Bahnunternehmens in Zukunft geſtalten
Die Zubiläumswoche.
verbündeten Regierungen ſteht auf dem Standpunkt, daß
wird. Bisher lagen die Verhältniſſe ſo, daß für den
die Deckung der dauernden Ausgaben entweder durch ein
II.
Dienſt der zum Bau aufgenommenen Anleihen und für
Zurückgreifen auf die Regierungsvorſchläge, wobei auch
Der Kaiſer und die deutſchen Bundesfürſten.
den Betrieb gewiſſe vertraglich feſtgelegte Ueberſchüſſe der
weitgehende Abänderungen vorgenommen werden könn=
** Nach der Reichsverfaſſung ſteht das Präſidium
Dette Publique Ottomane als Garantie in Anſpruch ge=
ten
, oder durch Einführung der Erbanfallſteuer gefunden
des von den deutſchen Fürſten und Freien Städten ge=
nommen
wurden. Im Etatsjahre 1911/12 nun betrugen
werden muß. Wenn der Reichstag die Erbanfallſteuer be=
ſchaffenen
Bundes dem König von Preußen zu, welcher
die Geſamteinnahmen der türkiſchen Staatsſchuldenver=
ſchließt
, ſo wird ſie der Bundesrat zweifellos annehmen,
den Namen Deutſcher Kaiſer führt, das Reich völkerrecht=
waltung
netto 4 126000 &T. Der Dienſt der unifizier=
allerdings
unter der Vorausſetzung, daß ſich die Beſchlüſſe
lich vertritt und auch ſonſtige weitgehende Befugniſſe hat,
ten Schuldzinſen und Amortiſation, ſowie die feſte Annui=
des
Reichstages in ihren Grundzügen an die Regierungs=
die
ſich auf das Gebiet der Bundesſtaaten erſtrecken. Nicht
tät für die Türkenloſe erforderte einen Betrag von
vorlage vom Jahre 1908 anlehnen.
ohne Sorge ſah man nach dem Ableben der erſten beiden
2 157000 &T., ſo daß 1969000 T. eventuell für die
Mehr Kavallerie. Konſervative und frei=
Kaiſer dem Verhältnis entgegen, wie es ſich zwiſchen dem
Bahn zur Verfügung ſtanden. Durch den Uebergang
konſervative Abgeordnete haben zur zweiten Beratung der
jungen Kaiſer und den Bundesfürſten geſtalten würde,
Rumeliens an die Balkanverbündeten tritt indes eine
Heeresvorlage im Reichstag einen Antrag eingebracht,
von denen einzelne in hohem Alter ſtanden und das Ver=
Aenderung in dieſen Zahlen ein, denn die erwähnte Pro=
ſtatt
der von der Regierung geforderten ſechs und der von
dienſt für ſich in Anſpruch nehmen konnten, an der Grün=
vinz
ſteuerte aus Einnahmen und den Zollüberſchüſſen
der Kommiſſion bewilligten drei Kavallerie=Regimenter
dung des Reiches und an der Errichtung des deutſchen
920000 &T. bei, die jetzt wegfallen, ſo daß der Ueber=
acht
Kavallerie=Regimenter zu bewilligen.
Kaiſerthrones beſonders wirkſam beteiligt geweſen zu
ſchuß zum größten Teil aufgezehrt wird. Inzwiſchen iſt
Wehrbeitrage’s
Der Stichtag
ſein. Kaiſer Wilhelm II. ging der Ruf eines ſtarken
aber der Zeitpunkt herangerückt, in dem der Bau des vier=
wird
aus berechtigten Gründen der 31. Dezember 1913
Selbſtbewußtſeins voraus, ſchon in jungen Jahren war
ten, fünften und ſechſten Abſchnittes der Bahn zum Er=
ſein
. Daß auch der Kurswert der Wertpapiere nach dem
er ein willensfeſter Mann, von dem man annahm, daß er,
fordernis wird, und ebenſo notwendig iſt es infolgedeſſen,
Stande vom 31. Dezember 1913 ermittelt werden ſoll, iſt
auf den Thron gekommen, nach eigener Faſſon regieren
daß genügend Garantien für die neuen Kapital=
von
nationalliberaler Seite deswegen befürwortet wor=
werde
. Aber die hieran geknüpften Befürchtungen haben
inveſtitionen geſchaffen werden. Von dieſem Stand=
den
, weil gleichzeitig für die preußiſche Ergänzungsſteuer
ſich nicht erfüllt, und ſchon die Beteiligung der Bundes=
punkt
aus hat man die Haltung zu betrachten, die Deutſch=
eine
neue Deklaration erfolge. Letztere aber hat bisher
fürſten an der Eröffnung des Reichstages durch den Kaiſer
land in der ganzen Frage einnimmt. Es ſteht mit Recht
bei der Ermittelung des Kurswertes die Kurſe zur
ließ erkennen, wie dieſer ſeine Stellung auffaßte, wie er
auf dem Standpunkt, daß die Verluſte der Türkei in mate=
Grundlage gehabt, die zwiſchen dem 4. und 20. Januar
auch äußerlich die verfaſſungsmäßigen Anrechte der Mit=
rieller
Hinſicht, die gleichzeitig Verluſte der europäiſchen
notiert waren. Bleibt es für die bevorſtehende Dekla=
glieder
des Bundes an der Reichspolitik feſtgelegt wiſſen
Gläubiger darſtellen, alſo auch die Ausfälle der Dette
ration zur Ergänzungsſteuer bei dem überlieferten Ter=
Publique Ottomane, von denjenigen getragen werden
wollte.
min, dann müſſen die preußiſchen Ergänzungsſteuerpflich=
Gegen Schluß des zweiten Jahrzehntes ſeiner Re=
müſſen
, die in den Genuß der eroberten Gebiete treten,
tigen korrekterweiſe in der Zeit vom 4. bis 20. Januar
gierung hat der Kaiſer einmal offen davon geſprochen, daß
daß alſo dieſer Ausfall von dem Vierſtaatenbund zu
die Arbeit wiederholen, die ſie für den Wehrbeitrag am
er ſich erſt das verſtändnisvolle Vertrauen ſeiner Kol=
decken
iſt, und es widerſetzt ſich auch der Zahlung einer
31. Dezember vorher geleiſtet haben. Denn wegen der
legen, der Bundesfürſten, habe erwerben müſſen. Das
Kriegsentſchädigung durch das Ottomanenreich.
Trennung des Dividendenſcheins vieler Aktien am Jah=
ſei
ihm gelungen, und die Fürſten ſtänden ihm treu zur
Mit dieſer eigentlich ganz ſelbſtverſtändlichen For=
resſchluß
ergibt ſich, von anderen Gründen der Kurs=
Seite mit Rat und Tat. Bei verſchiedenen Gelegenheiten
derung findet es aber ſtarken Widerſpruch gerade in einem
ſchwankungen abgeſehen, für zahlreiche Aktien unter Um=
ſind
ja Meinungsverſchiedenheiten vorgekommen. So zum
Lande, wo man alle Urſache hat, auf eine Sicherſtellung
ſtänden ein erheblicher Kursunterſchied zwiſchen dem
Beiſpiel bei der Entlaſſung Bismarcks, wo der Groß=
der
türkiſchen Verpflichtungen beſonders bedacht zu ſein,
31. Dezember des alten und dem 4. Januar des neuen
herzog von Baden die Aufgabe hatte, vermittelnd einzu=
nämlich
in Frankreich. Hier wird das Verhalten des
Jahres. Soll daher den preußiſchen Ergänzungsſteuer=
greifen
. Auch König Albert von Sachſen ſoll ſich bei die=
Deutſchen Reiches von dem Zeitpunkt an, wo die Bagdad=
flichtigen
die doppelte Arbeit erſpart werden, dann müſ=
ſem
Anlaß bemüht haben. Dieſe beiden Fürſten hat der
bahnfrage überhaupt aktuell ward, in ſehr unfreundlichem
ſen ſie ihrer Deklaration die Kurſe vom 31. Dezember 1913
Kaiſer wiederholt ſeine treuen, bewährten Ratgeber ge=
Sinne beurteilt. Daß man ihm vogwirft, bei dem Bau
zugrunde legen dürfen.
der bisherigen Abſchnitte den Löwenanteil unter Vernach=
nannt
. Man weiß, daß die lippeſche Erbfolgefrage im
läſſigung des franzöſiſchen Kapitals an ſich geriſſen zu
Kreiſe der Bundesfürſten anders als an der Berliner maß=
Die Handelskammer Duisburg ver=
haben
, iſt noch das Wenigſte. Man ſpricht auch jenſeits
gebenden Stelle betrachtet worden iſt, wodurch Verſtim=
öffentlicht
folgende Kundgebung: Bei der Einbringung der
der Vogeſen von einer falſchen Auslegung der beſtehenden
mungen hervorgerufen wurden. Aber ſolche waren doch
Wehrmachtvorlage ſprach die Handelskammer

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Nummer 135.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Juni 1913.
Seite 2.
Belgien
Duisburg die Erwartung aus, daß die Frage der Koſten=
Frankreich.
Der Senat begann die Beratung der Heeresreform.
deckung bald im Sinne der Regierungsvorſchläge erledig
Die Wahlreform. Die Abſtimmung des Se=
Der Miniſterpräſident erklärte, daß die Vorlage eine ein=
werden
würde. Angeſichts der Verhandlungen in der
nats über den das Liſtenwahlſyſtem befürwortenden
malige Ausgabe von 284 Millionen Francs notwendig
Budgetkommiſſion muß die Handelskammer gegen di
Wahlreformentwurf ſeines Ausſchuſſes hat unter den An

mache, die durch eine Anleihe gedeckt werden ſoll
Beſchlüſſe dieſer Kommiſſion ſcharfen Einſpruch er=
hängern
des Verhältniswahlſyſtems lebhafte Ueber=
heben
. Die Beſchlüſſe werfen die von der Regierung
Jaurés ſchreibt in der Hu=
raſchung
hervorgerufen.
Marokko.
zur Frage des Wehrbeitrages gegebene Begründung völlig
manité: Die Frage der Proportionalwahlen iſt nunmehr
Raiſuli. Nach einer Meldung aus Gibraltar ſoll
über den Haufen. Sie würden bei endgültiger Annahme
eine ſehr einfache. Da die von ihnen gemachten Zuge
Raiſuli die ſpaniſchen Vorpoſten bei Arzila angegriffer
die wirtſchaftliche Weiterentwicklung unſeres Vaterlandes
ſtändniſſe die Gegner nicht entwaffnet haben, ſo müſſer
und ſich deren Stellungen bemächtigt haben. Die Spanier
geradezu gefährden, ſowie das Gefühl für die Rechtsſicher
ie nunmehr vor dem Parlament und dem Lande da=
ſollen
mehrere Tote und Verwundete gehabt haben.
heit dauernd verletzen.
Verhältniswahlſyſtem ungeſchmälert aufrecht erhalten
-
Deutſchland und Argentinien. Der
Der gemäßigte republikaniſche Deputierte Bonnefous
argentiniſche Botſchafter Salas ſandte an den Kaiſer
verlangt in der Republique Frangais, daß die Kammer
* Berlin, 11. Juni. Wie aus Warſchau ge=
folgendes
Telegramm:
ſich mit dem von dem Senat angenommenen Entwurf
meldet wird, hat Brindejonc trotz des orkanartigen
Beim Verlaſſen des gaſtlichen Bodens Deutſchland
überhaupt nicht beſchäftigen möge. Es ſei nicht Sach=
Windes gegen 7 Uhr abends ſeinen Flug nach Oſten in
danke ich Eurer Majeſtät für das lebhafte Intereſſe, da
Warſchau beenden können
der aus dem beſchränkten Wahlrecht hervorgegangenen
Eure Majeſtät an meinem Vaterlande zu nehmen geruhten
* Wien, 11. Juni. Der Zeppelin=Pilo
Senatoren, dem allgemeinen Wahlrecht Geſetze vorzu=
Die Botſchaft und die argentiniſche Nation werden nie
Franz Seidl hatte geſtern für die in der nächſten Woche
mals die Aufnahme vergeſſen, die Eure Majeſtät und das
ſchreiben. Der Senator Beranger ſchreibt in der
ſtattfindende Flugkonkurrenz einen Probeflug von Wiener
deutſche Volk mir gewährten. Ich darf den Wunſch aus=
Action: Die Kammer kann jetzt in den Kampf mit dem
Neuſtadt nach Aſpern unternommen. In der Nähe von
ſprechen, daß mein Aufenthalt in Deutſchland dazu bei
Senat eintreten. Ob und wie ſich ein Einverſtändnis
Aſpern wurde der Apparat von einem Windſtoß erfaßt
trug, die ſchon beſtehenden freundſchaftlichen Beziehunger
und aus einer Höhe von ungefähr 200 Metern zu Bo
erzielen laſſen wird, iſt eine ſchwierige Frage. Aber die
zwiſchen Argentinien und Deutſchland noch enger zu ge
den geſchleudert. Der Pilot erlitt ſchwere Verletz=
ſtalten

Kammer muß bald einen Entſchluß faſſen, denn das
ungen, denen er auf dem Transport nach dem Kranken=
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt
Schlimmſte war die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen
haus erlag
Die argentiniſche Sondermiſſion hat nach glänzende
Arrondiſſementswahlſyſtems
* Kopenhagen, 11. Juni. Heute vormittag tra
Erfüllung ihrer Aufgabe die Weiterreiſe angetreten. Di
In der
Die dreijährige Dienſtzeit.
das norwegiſche Königspaar mit dem Kron
Miſſion nimmt die Ueberzeugung mit ſich, daß ihr Be
prinzen Olaf zum offiziellen Gegenbeſuch ein. Zum Em
Kammer rühmte Augagneur die Mobilmachung nad
ſuch in Deutſchland ſehr willkommen war. Der Sonder
pfang waren auf dem Bahnhofe der König und die Köni=
botſchafter
bekundete dies in einem außerordentlich herz
Landſtrichen und erklärte ſich bereit, die im Geſetz al=
gin
von Dänemark nebſt den anweſenden Mitgliedern de
lichen Telegramm an den Kaiſer. Der bedeutende argen
Deckungstruppen geforderten 247418 Mann zu bewilligen
königlichen Familie, mit Ausnahme der Königin=Witwe
tiniſche Staatsmann darf gewiß ſein, daß die in dem Tele=
hielt
es aber dann für unnötig, die Effektivſtärke im Innern
und die Spitzen der Zivil= und Militärbehörden erſchi
gramm ausgeſprochenen freundſchaftlichen Geſinnungen
nen. Die Begrüßung mit den Mitgliedern des königlichen
des Landes zu erhöhen. Dort würde eine Kompagnie=
in
Deutſchland von Herzen erwidert werden. Die Mit
Hauſes war außerordentlich herzlich.
ſion fand am Kaiſerhofe die ehrenvollſte Aufnahme. Alle
ſtärke von 115 Mann ausreichen. Augagneur meinte, es
amtlichen und geſellſchaftlichen Kreiſe begegneten ihr mi
wäre nur notwendig, 30000 Mann zu ſtellen; es wäre
Sympathie und Aufmerkſamkeit. Der Sonderbotſchafte
ilſo unnütz, über 210000 Mann anzufordern. Er ſprack
benutzte ſeine Anweſenheit in Deutſchland, um gründliche
Stadt und Land.
Einblicke in das wirtſchaftliche Leben Deutſchlands zu
ſich gegen die dreijährige Dienſtzeit aus und ſagte, es ge=
Darmſtadt, 12. Jun
feſtſtellen
gewinnen. So dürfen wir mit Genugtuung
nüge nicht, für das Geſetz zu ſtimmen, das Land müſſe es
daß dieſer Beſuch für die Beziehungen der beiden Lände
* Vom Hofe. Die Fürſtin=Mutter zu Erbach= Schön=
annehmen
; das Land ſei aber nicht für das Geſetz der
fruchtbar und wertvoll geweſen iſt
berg nahm am Dienstag an der Frühſtückstafel im
dreijährigen Dienſtzeit. (Lebhafter Beifall auf der äußer
-
Die Beſoldungserhöhungen im Bun
Jagdſchloß Wolfsgarten teil.
Fürſt und Fürſtin zu
ten Linken und bei einem Teile der Linken; Lärm im
Stolberg=Wernigerode ſind Dienstag nachmittag 5 Uh
desrat. Ein Entwurf über die Erhöhung der Bezüge
Zentrum.) Unter dem Beifall der äußerſten Linken ſprach
4 Min. zum Beſuch im Jagdſchloß Wolfsgarten einge=
der
Aſſiſtentenklaſſe bei der Reichs=Poſt= und Telegraphen
troffen. (Darmſt. Ztg.)
Augagneur von den im Lande zu erwartenden Kund=
verwaltung
, ſowie der Unterbeamten der Schaffnerklaſſe iſt
Perſonalnachrichten von der Heſſiſch=Preußiſchen
gebungen, wenn das Geſetz durchginge. Sodann erklärt=
dem
Bundesrat zugegangen, und es kann erwartet werden
Eiſenbahngemeinſchaft. Ernannt: Lokomotivheizer
Raiberti, man müſſe den Effektivbeſtand im Frieder
Schloſſer in Kranichſtein zum Lokomotivführer. Verſetzt:
daß dieſer der Vorlage ſeine Zuſtimmung erteilen wird
erhöhen, um Deutſchland die Stirn bieten zu können
die Bahnmeiſter Wademüller von Lampertheim nach Gau
die dem Antrage des Reichstages entſpricht, der eine Ab
Wenn man nicht Angreifer iſt, ſagte er, muß man ſtärker
Odernheim, Koch von Gau=Odernheim nach Lamper
änderung des Beſoldungsgeſetzes in Vorſchlag gebracht
heim; die Eiſenbahngehilfen Kohn von Gau=Oderr
ſein als dieſer. (Beifall im Zentrum und auf einem Tei
hat. Die Zuſtimmung des Bundesrats dürfte dann ge=
heim
nach Eiſerne Hand, Lange von Eiſerne Hand
der Linken.) Für ihn ſei der dreijährige Dienſt das Mi
nügen, um die geſetzliche Aenderung des Beſoldungsgeſetzes
nach Gau=Odernheim, Klerſy von Darmſtadt nach Alt=
nimum
. Er kämpfe beſonders gegen die Dienſtzeit vor
heim; Rangierführer Frieſenecker von Mainz nad
vom 1. Oktober d. J. ab in Kraft treten zu laſſen. Irr
dreißig Monaten, ſowie gegen die vorzeitige Entlaſſung=
Nierſtein. Penſioniert: die Weichenſteller Heß in
tümlicherweiſe war behauptet worden, daß in der Vor
Groß=Rohrheim, Hartmann in Babenhauſen, Hechler
Der Kommiſſion ſtimmte Raiberti zu und trat für die
lage auch eine Aufbeſſerung der entſprechenden Klaſſen
in Darmſtadt, Pförtner Erbes in Darmſtadt; vom
numeriſche Ueberlegenheit ein, die nur durch eine Dienſt
der Reichseiſenbahnbeamten vorgeſehen ſei. Dies trifft
1. Juli an der Schaffner Georg Uhrig zu Neunkirchen
zeit von fünf Jahren erreicht werde. (Zwiſchenrufe auf
nicht zu, da in nächſter Zeit eine Neuregelung der Bezüge
(Saar) und der Wagenwärter Friedrich Ott zu Frank=
der
äußerſten Linken.) Redner ſchloß mit der Erklärung
furt a. M., der Schaffner Peter Skär zu Bingerbrück,
der Reichseiſenbahnaſſiſtenten nicht in Betracht kommt.
daß die dreijährige Dienſtzeit eine notwendige Maßregel
der Weichenſteller (Eiſenbahngehilfe) Wilhelm Naumann
-
Ueber die Reichseinnahmen an Zöl=
zu
Lißberg, die Bahnwärter Philipp Kuchen zu Herrns=
für
die Sicherheit des Landes ſei. (Beifall im Zentrum
len und Steuern im Rechnungsjahr 1912 wird im
heim und Adam Fleck zu Laubenheim a. Rl
und auf verſchiedenen Bänken.)
Reichsanzeiger eine Tabelle veröffentlicht, der wir fol=
Kirchliche Feier des Regierungsjubiläums
Auf Anordnung Großh. Oberkonſiſtoriums wird das
gende Zahlen entnehmen
England.
Regierungsjubiläum des Kaiſers nächſten Sonntag
Zölle in Iſteinnahme 775991442 Mark (die Etats=
in
allen evangeliſchen Kirchen des Landes gefeiert
Die Marconi=Affäre. Kapitän Murray, der
ſchätzung war 699308000 Mark); Tabakſteuer 10754 469
(12 290000) Mark; Zigarettenſteuer 35 527993 (29 983000)
D. Von der Techniſchen Hochſchule. Die von der Ab
Bruder des früheren Einpeitſchers der liberalen Partei
Mark; Zuckerſteuer 148302533 (143 500 000) Mark: Salz
teilung für Architektur für das Studienjahr 1912/13 ge
ſagte vor dem Marconi=Unterſuchungsausſchuß des Unter
ſteuer 61059 209 (59167000) Mark; Branntweinverbrauchs
ſtellte Preisaufgabe iſt von den Studierenden Heu
hauſes aus, ſein Bruder habe ihm vor ſeiner Abreiſe aus
abgabe 187049211 (195046000, alſo ein Minus von
mann Zoldy aus Peſt, Heinrich Rayß aus Darm
7996 789) Mark; Schaumweinſteuer 10 578032 (11329000
England 3000 amerikaniſche Marconi=Aktien mit der Be=
ſtadt
und Hans Soeder aus Berlin mit Erfolg be
Mark; Leuchtmittelſteuer 14 497557 (11653000)
Mark
arbeitet worden. Erſterem wurde der ausgeſetzte Preis
merkung übergeben, daß er ſie im Namen ſeiner Parte
Zündwarenſteuer 20 791531 (18 210000) Mark
Brau
von 135 Mark, den beiden anderen Studierenden je eir
gekauft habe, und ſie ſolange zu behalten beabſichtige, bis
ſteuer 127554 152 (122100000) Mark: Wechſelſtempe
Preis von 50 Mark zuerkannt. Die von der Abteilung
das Marconigeſchäft aufgeklärt ſei, indem er ſo die ganze
19 461 242 (17954000) Mark; Stempel von Wertpapieren
für Ingenieurweſen im Studienjahre 1912/13 geſtellt
54646 405 Mark; Talonſteuer 9507155 (beide zuſammer
Verantwortung auf ſich nahm. Murray erklärte, daß
Preisaufgabe iſt von den Studierenden Albert Hoep=
62940000) Mark; Stempel von Kauf= und ſonſtigen Ar
pener aus Reval und Peter Schuckmann aus Bech=
das
Geſchäft ſeines Bruders wohl unvorſichtig geweſen
ſchaffungsgeſchäften 23992880 (24640000) Mark; Fahr=
heim
bearbeitet worden. Denſelben wurde eine Anerken
aber frei von jeder Spur der Unehrenhaftigkeit. Er habe
kartenſteuer 23 675 104 (22070000) Mark:
Scheckſtempe
nung in Höhe des halben ausgeſetzten Preiſes, d. h. vor
abſichtlich die Angelegenheit nicht erwähnt, weil er
3 118 446 (3 234000) Mark; Stempel von Grundſtücksüber
je 50 Mark, zuerkannt. Einem Beſchluſſe des Großen
tragung 37863 247
e
(40 640000) Mark;
Zuwachsſteue
glaubte, daß daraus auf Koſten der Partei politiſches
Senates entſprechend fallen die Vorleſungen und
20833 361 (18000000) Mark; Erbſchaftsſteuer 41 249742
Kapital geſchlagen würde. Bemerkenswert iſt, daß die
Uebungen der Techniſchen Hochſchule aus Anlaß des
(43500 000) Mark.
Kaiſerjubiläums am Montag, den 16. Juni, aus
amerikaniſchen Marconi=Aktien, für die Murray über dre
Das Portal der Hochſchule bleibt während des ganzen
Ausland.
Pfund zahlte, jetzt unter 15 Schilling ſteher
Tages geſchloſſen.
Herr Geh. Baurat Profeſſor We
Die zweite Leſung der Homerulebill
Oeſterreich=Ungarn.
gele unternimmt mit den Studierenden der Bauinge
wurde nach zweitägiger Debatte mit 368 gegen 270 Stim=
nieurabteilung
von Samstag, den 14., bis einſchließlick
Des Königs Dank. Das ungariſche Amtsblatt
men angenommen
Montag, den 16. Juni, einen Studienausflug, der
veröffentlicht ein Handſchreiben, in dem der König dem
der Beſichtigung der Eiſenbahn=Neubauſtrecke Alsfeld-
Rußland.
Miniſterpräſidenten Lukacs für deſſen mit Aufopferung
-
Niederaula gelten ſoll
Die große Studienreiſ
geleiſteten ſelbſtloſen Dienſte ſeinen Dank ausdrückt. Ins=
Duma=Auflöſung? Ein großer Teil
der
der Ingenieurabteilung am Ende des Sommerſemeſters,
beſondere gedenkt er der großen Verdienſte, die ſich
bei der u. a. die Internationale Baufach=Ausſtellung in
Adelsmarſchälle von Rußland bereitet eine Adreſſe an
Leipzig beſichtigt werden ſoll, beginnt am 24. Juli und
Lukacs um das Wehrgeſetz erworben hat.
Gleichzeitig
den Zaren vor, worin gebeten wird, die Reichsduma auf
wird etwa zehn Tage dauern. Der Exkurſion, die unter
werden Handſchreiben an die zurücktretenden und neuer
zulöſen, weil ihre geſetzgeberiſchen Arbeiten das Reform=
Leitung des Herrn Profeſſor Dr.=Ing. Niedner ſteher
nannten Miniſter veröffentlicht
werk Rußlands ſchädigen und aufhalten
wird, wird ſich Herr Profeſſor Kayſer bis Leipzig an=
mußte
. Der Kaiſer ſelbſt fühlte ſich dennoch in den erſten
ſuch dauerte kaum eine Minute. Darauf furchtbare Er
Tagen des Juni friſcher als ſonſt, er konnte einig
mattung. Hinaustragen mit dem Bette auf die Veranda
Kaiſer Friedrichs letzte Tage.
Schritte gehen, und am 6. Juni unternahm er eine Fahrt
Nach einer Stunde wieder hereintragen. Offenbar Deli
CK. In dieſen erſten Tagen des Juni treten alle die
zu der Kirche des Dorfes Alt=Geltow, zu der er ſelbſt der
rien. Greifen mit den Händen in die Luft, Aufrichten und
Momente banger Erwartung, mit der vor nun einem Vier
Grundſtein gelegt hatte, und lauſchte andächtig dem Cho=
ſtarres
Blicken hierhin und dorthin. Zurück ins Schlafzim
teljahrhundert das deutſche Volk den Nachrichten von
ral, den ihm ſeine Gemahlin auf der Orgel vorſpielte
mer, bald darauf Hinübertragen ins Schreibzimmer wie
Schmerzenslager Kaiſer Friedrichs entgegenſah, wiede
Faſt ſchöpfte er da er ſich kräftiger fühlte, neue Hoffnung
der zurück und ſo fort, ohne Schlaf mit furchtbaren Huſten
lebendig vor die Seele. Am 1. Juni hatte der krank
daß ſeinem Leben noch eine längere Friſt beſchieden ſei
anfällen bis 4 Uhr morgens. Dann etwas mehr Ruhe
Kaiſer, deſſen Leiden ſich in den letzten Tagen des Mai
Da aber wurde durch die Einatmung brandiger Teilchen
aber hohe Temperatur. Von 7 bis 10 wieder dieſelbe Un
ein wenig gemildert hatte, auf ſeiner Dampfjacht Alexan=
die
ſich von der kranken Oberfläche der Luftröhre gelöſt hat=
ruhe
. Dann iſt das Bulletin mit dem Schwinden der
dra die Fahrt nach Potsdam angetreten, die allen, die
ten, eine Lungenentzündung hervorgerufen, und die letzte
Kräfte verfaßt worden
ihn dabei ſahen, in unvergeßlicher Erinnerung geblieben
Kraft des einſt ſo ſtarken Körpers ward ſchnell untergra=
Als es am Morgen des 14. Juni klar wurde, daß das
iſt. Das Bild des ſchlanken weißen Schiffes, in deſſer
ben. Schon am 10. Juni mußten die Aerzte ihm ſchonen
Ende nahe bevorſtünde, verſammelten ſich die Mitglieder
Salon die dunkle Geſtalt des Kaiſers ſichtbar wurde, der
mitteilen, wie große Beſorgnis ihnen ſein Zuſtand ein
ſeiner Familie um ſein Lager. Noch immer ſuchte der
mit Anſtrengung winkend die Grüße vom Ufer her erwiderte
flößte. Auf einem Papierſtreifen ſchrieb er ihnen di=
Sterbende den Seinen ſeine Liebe zu zeigen, und mit zit=
hat
ſich feſt eingegraben in das Gedächtnis unſerer aller
Antwort: Es tut mir ſehr leid daß es nicht beſſer mi
ternder Hand ſchrieb er der Prinzeſſin Sophie, die gerade
die wir damals an die Havelufer geeilt waren, um ihm
mir geht. Aber auch der Todkranke, der ſich nun ſelbſt
ihren Geburtstag hatte und weinend neben ſeinem Bett
mit Blumen, mit Zurufen und Liedern den letzten Gruf
immer ſchwächer fühlte, wollte nichts davon wiſſen, däß
in die Knie geſunken war, auf einen Zettel: Bleibe
mit auf den Weg zu geben. Wir ahnten, daß es nicht lange
er unbedingt ruhen müſſe, ſondern ſuchte bis zum letzted
fromm und gut, wie Du es bisher geweſen. Das iſt der
mehr dauern konnte, bis der Tod ihn von ſeinen Schmer
Moment ſeine Regierungspflichten zu erfüllen.
Zwei
etzte Wunſch Deines ſterbenden Vaters. Allen, die ihm
zen erlöſte, und es war in der Tat das letzte Mal, daß de=
Tage vor ſeinem Tode, am 13. Juni, empfing er noch den
ſein Leiden zu erleichtern ſuchten, dankte er mit einem
Kaiſer mit ſeinem Volke in Berührung kam und in dem
König Oskar von Schweden. Unter wie furchtbaren Ar
freundlichen Blick. Auch Fürſt Bismarck trat tief ergrif=
Zuruf der Tauſende die Liebe, die ſie ihm darbrachten
ſtrengungen er dies ermöglichte, darüber ſind wir durd
fen zu ihm, und der Kaiſer legte die Hand ſeiner Gemah=
erhebend
empfinden konnte. Bei ſeiner Ankunft ir
einen Brief Ernſt von Bergmanns unterrichtet der an
lin in die Rechte des Kanzlers, um ſie ſeinem Beiſtand
Schloß Friedrichskron, wie das Neue Palais während der
Morgen des 15. Juni an ſeine Frau ſchrieb: Die Nacht
zu empfehlen. Am Morgen des 15. Juni ſchlief er kurze
kurzen Zeit ſeiner Regierung hieß, fühlte ſich der Kaiſer
von vorgeſtern auf geſtern iſt furchtbar geweſen. Schor
Zeit, dann weckte ihn der ſtarke Schmerz wieder, den die
wohl angeregt durch die Eindrücke dieſer Fahrt, gar nich
die Szene mit dem Könige von Schweden wird ergrei
Entzündung der Kehle verurſachte, und bald trat das
ermüdet, er konnte mit Appetit ſpeiſen und nach einiger
fend geſchildert. Man wollte ihm ſchwediſche Uniform an=
Ende ein. Er ſtarb friedlich, ohne ſchweren Todeskampt
Stunden der Ruhe noch eine Spazierfahrt durch den Par
ziehen, doch die Schwäche war ſo groß, daß er mehrmal=
während
die Augen feſt auf die geliebte Gemahlin blick=
unternehmen
. Und doch war es für die Aerzte bereits
zuſammenbrach und ohnmächtig wurde. Es blieb nichts
ten. 12 Minuten nach 11 Uhr hauchte er den letzten Seuf
ſicher, daß die Krankheit in den letzten Tagen an Ausdel
übrig, als den alten Interimsrock anzuziehen und auck
zer aus.
nung gewonnen und in kurzer Zeit zum Ende führen
von ibm nicht alle Knöpfe zu ſchließen. Der ganze Be=

[ ][  ][ ]

Nummer 135.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Inni 1913.
Seite 3.
chließen, der bei der Beſichtigung von Eiſen= und Eiſen=
im
Saalbau=Garten wird wieder ein vornehmes Pro=
einem
im hieſigen Arreſtlokal verſuchten Selbſtmord durch
beton=Konſtruktionen die Führung übernehmen wird
gramm geſpielt werden. Namen wie E. Grieg, Fr. Liſzt.
Oeffnen der Pulsader wurde er noch rechtzeitig verhindert
Ein Führer durch die Saamlung heſſiſcher
R. Wagner, E, d’Albert, Mascagni u. a. ſtellen bei der
Der
Fahnenflüchtige wurde wieder nach Worms gebracht
Tiere im Großh. Landesmuſeum iſt ſoeben, verfaßt
gewohnten Wiedergabe eine Reihe erleſener Kunſtgenüſſe
Dreieichenhain, 11. Juni. In den Wirtſchaftsgebäuden
von G. v. Koch, erſchienen. Der Führer gibt in ge=
in
Ausſicht und ſeien alle Muſikfreunde beſonders au
des Landwirts Muth brach heute früh ein Brand
drängter Darſtellung nicht nur über den Beſtand dieſer
dieſes Konzert aufmerkſam gemacht. (Siehe Anzeige.)
us; glücklicherweiſe gelang es der raſch eingreifenden
Abteilung des Muſeums, ſondern auch über alle in
Feuerwehr, der Flammen Herr zu werden und den Brand=
Heſſen lebende Sänger, Vögel, Kriecher, Lurche und
herd zu beſchränken
* Arheilgen, 11. Juni.
Einen außerordentlichen Er=
Fiſche, ſowie über die wichtigſten Wirbelloſen, ihr Vor=
Babenhauſen, 11. Juni. Die der Allgemeinen
folg hatte am vergangenen Sonntag der hieſige Geſang=
kommen
, Zug uſw. Auskunft und dürfte deshalb für alle
Kranken= und Sterbekaſſe Geſelligkeit zu
verein Sängerluſt bei dem großen Geſangswettſtreit in
Forſt=und Landwirtſchaft=Tätigen, ſowie für die Schulen
Babenhauſen nach § 75a des Krankenverſicherungsgeſetzes
Groß=Zimmern zu verzeichnen. Der ſtrebſame Verein er=
Vogelſchutzvereine ꝛc. von Intereſſe ſein. Die Tafeln
rteilte Beſcheinigung wurde widerrufen
ang unter ſtarker Konkurren;
(7 Vereine in der 2. Land=
geben
Lebensbilder aus allen Abteilungen der heſſiſchen
Biblis, 11. Juni. Das Großh. Miniſterium geneh=
klaſſe
) unter Leitung des tüchtigen Dirigenten Herrn
Tierwelt, welche ſchon lange einen Hauptanziehungs=
migte
dem Apotheker Lüther, ſeine Apotheke nach
Wilhelm Etzold, Darmſtadt,
mit 251½ Punkten den
punkt der Sammlungen bilden, in vorzüglicher Dar=
Worms zu verlegen. Die hieſige Apotheke wird als
1. Klaſſenpreis und mit 130½ Punkten den 1. Ehrenpreis
tellung wieder und dürften deshalb geeignet ſein, der
Filiale weitergeführt.
dieſer Klaſſe.
Sinn für die heimiſche Natur zu wecken und zu
W Lampertheim, 11. Juni. Die Gemeindeſteuer
Nieder=Beerbach, 11. Juni. Für die am Samstag
unterſtützen
wurde auf 165 Prozent erhöht.
ſtattfindende Wahl eines Bürgermeiſters
iſt
Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt die
Mainz,
Der Waſſerſtand des
11. Juni
außer dem ſeitherigen Bürgermeiſter Geibel noch der
Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende Mai
Rheines iſt nun nach kurzem ſchnellen Steigen wieder
Sparkaſſenrechner Georg Plößer III. als Kandidat auf=
1913 auf 80 229 geſtiegen. (Zugang im Monat Mai 727.
im Abnehmen begriffen. Das Waſſer fällt ſowohl am
geſtellt
Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im Mai gebucht
Mittel= als auch am Oberrhein. Immerhin können die
W
Gernsheim, 11. Juni. Die Zuckerfabrik be=
1506 Millionen Mark Gutſchriften und 1508 Millionen
ſchiffahrtlichen Verhältniſſe als gut bezeichnet werden
ginnt mit dem Bau einer Arbeiterkaſerne für Saiſon=
Mark Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben der Konto=
der
Schiffsverkehr auf dem Rheine iſt durchweg lebhaft.
arbeiter
Inhaber betrug im Mai durchſchnittlich 172 Millionen
luch der Güterverkehr hat in der letzten Zeit eine große
Offenbach, 11. Juni. Als ein vorzügliches Mittel,
Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämter mit den
Veränderung erfahren, ſo daß ſich die erhöhten Frachtſätze
Intereſſe und Verſtändnis der Jugend für Kunſt zu er=
Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in Peſt,
trotz günſtigeren Waſſerſtandes behaupten können. Da=
wecken
, hat der Verein für Kunſtpflege in Offen
der luxemburgiſchen und belgiſchen Poſtverwaltung,
jegen iſt es im Schleppgeſchäft ziemlich flau. Die Tal=
bach
a. M. die Veranſtaltung eines Preisausſchrei=
ſowie
den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden
ſchlepplöhne notieren immer noch unter dem Normaltarif
ens unternommen, bei dem ſowohl Aufgabe und Löſ
7,2 Millionen Mark umgeſetzt, und zwar auf 3270 Ueber=
Bodenheim, 11. Juni. Für die Weinberge der Firma
ung, wie die Preiſe als Erziehung zum Kunſtverſtändnis
Riffel trafen in den letzten Tagen Soldaten ein, die
tragungen in der Richtung nach und auf 15330 Ueber
wirken müſſen. Er ſetzt 20 gerahmte Bilder, Originale
tragungen in der Richtung aus dem Auslande.
von der Militärbehörde als Hilfsmannſchaften
und Reproduktionen von rein künſtleriſchem Charakter
zum Spritzen der Weinberge auf Erſuchen
Städtiſche Feier aus Anlaß des Regierungsjubi=
als
Preiſe aus für die beſten Antworten der Frage: Wel
der Firma geſchickt wurden. Infolge der ſehr ſtarken
läums. Am Montag abend 8 Uhr findet im Städtiſchen
ches Bild im Städelſchen Kunſtinſtitut zu Frankfurt ge
Niederſchläge der letzten Tage iſt beim Eintritt wärmerer
Saalbau eine vom Oberbürgermeiſter veranſtaltete Feier
Witterung ein außerordentlich ſtarkes Auftreten der
fällt mir am beſten und aus welchem Grunde?
Preis=
ſtatt
. Das Programm ſieht vor: 1. Muſikſtück; 2. Männer
Veronoſpora zu befürchten, ein Umſtand, der zu den
Schu=
träger
ſoll ausſchließlich die Jugend der Offenbacher
chor Deutſcher Gruß (Sängerchor des Darmſtädter Leh=
chleunigſten
und umfangreichſten Gegenmaßregeln nötigt.
len (mit Ausnahme der Techniſchen Lehranſtalten) ſein
rervereins); 3. Feſtrede (Herr Profeſſor Dr. A. E. Ber=
ind
zwar ſind zehn Preiſe für Schüler und Schülerinnen
ger); 4. Männerchor Gebet für Kaiſer und Reich (Sän
Worms, 11. Juni. Jetzt erſt wird endgültig aufge=
bis
zum 13. Lebensjahre, und zehn Preiſe für die Jugend
klärt, wer der geheime Automobilgaſt war, der ſich vorige
gerchor des Darmſtädter Lehrervereins); 5. Muſikſtüc
usgeſetzt, die dieſes Alter überſchritten hat. Dadurch
C.
Woche von Frankfurt nachts nach Worms und Ludwigs=
Zum Jubilaum des 116. Infanterie= Regi=
verden
alle, die Intereſſe daran haben, ein ſchönes Rah=
hafen
fahren ließ und dort erſchoß. Der Selbſtmörder
ments. Wie man uns mitteilt, war die Lieferung de
menbild zu erwerben, mit der Ehre, öffentlich als Preis=
Max Stark, der übrigens nicht aus Schöneberg, ſon=
drei
neu verliehenen Fahnen der hieſigen Firma Hubert
dern aus Schneeberg ſtammt, war zuletzt im Europäiſchen
träger in einer großen Schlußverſammlung in der Aula
Bringer, Hoflieferant, übertragen worden
Hof hier als Kellner beſchäftigt und unterſchlug dort den
er Techniſchen Lehranſtalten vorgeſtellt zu werden, nicht
Siegreiche Sänger. Man ſchreibt uns verſpätet:
Betrag von 148 Mark, den er
nur zum Beſuche der Frankfurter Kunſtſammlung genötigt,
jedenfalls in Frankfurt
Am letzten Sonntag errang der Geſangverein Sänger=
durchbrachte
.
ondern zur intenſiven Beſchäftigung mit den Kunſtwer=
luſt
in Mörfelden unter äußerſt ſcharfer Konkurrenz in
Gimbsheim,
Die bedeutendſte
11.
uni
ken ſelbſt. Denn es ſoll nicht ſo ſehr Nachdruck darauf
der Stadtklaſſe den zweiten Preis. Beim Ehren= und
Schweinezucht in Rheinheſſen im Verhältnis
gelegt werden, daß nun gerade auch die beſten Gemälde
höchſten Ehrenſingen ſtand genannter Verein an zweiter
zur Einwohnerzahl, dürfte unſere kaum dreitauſend See=
dort
genannt werden (wer will feſtſtellen, welches das beſte
-
Stelle
Der Geſangverein Frohſinn= Worfel
len ſtarke Gemeinde nach dem Ergebnis der letzten
ſt?), ſondern der größte Wert wird der Art der Begründ
den errang in der dritten Landklaſſe den erſten Klaſſen=
Schweinezählung haben. Es wurden in unſerem Orte ins=
ing
beigelegt werden, mit der die Jugend ihr Urteil be
preis.
In Jugenheim erſang ſich das Orthſche
geſamt 1233 Schweine gezählt
zleitet. Da heißt es, ſcharf zuſehen und ſich Rechenſchaft
Männerquartett in der zweiten Klaſſe den erſten
(*) Gießen, 10. Jnni. Die Regimentsfeier iſt vorbei,
ablegen von ſeiner eigenen Empfindung; und mit einen
Klaſſen=, den Ehren= und den zweiten höchſten Ehrenpreis
aber die Jubiläumsvereinigung und die etwa 45 loſen
flüchtigen Beſuche des Städelſchen Muſeums wird es woh
Letzterer iſt von S. D. dem Prinzen von Battenberg ge=
Vereinigungen in allen Gegenden Oberheſſens und in be
meiſt nicht getan ſein. Darum iſt auch an die Ferien zu
tiftet
Der Geſangverein Frohſinn= Brauns=
nachbarten
preußiſchen Gebieten werden ſich nicht auf=
dieſem
Studium gedacht, und es iſt die Löſung und die
hardt errang daſelbſt in der vierten Klaſſe den dritten
löſen, ſondern ſollen fortbeſtehen. In drei Jahren ſoll
Preisverteilung etwa auf Mitte Auguſt vorgeſehen. Wer
Klaſſen= und den dritten Ehrenpreis. Sämtliche Vereine
er Tag feſtlich begangen werden, an dem der Kaiſer 25
Zeit und Luſt hat, mag ſchon jetzt ſich die große Frage zu
dirigiert Herr Karl Grim
Jahre Inhaber des Regiments iſt. Es ſoll ein großer

üiberlegen beginnen
Die Wetterfeſten. Am Sonntag, den 15. Juni,
Verbandehemaliger 116er aus der Jubiläums=
findet

Offenbach, 11. Juni. In der Sitzung der Teue
die 7. Wanderung ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.
vereinigung hervorgehen. An der Spitze der Vereinigung
8
rungskommiſſion wurden die Bedingungen
für
Brand. Am Dienstag mittag kurz nach 12 Uhr
ſteht Rechtsanwalt Kaufmann. Im Jahre 1918 gedenkt
die paritätiſche Preisfeſtſetzungskommiſſion feſtgelegt, die
entſtand auf dem Speicher des Hauſes Kleine Ochſen=
nan
auch den Tag zu feiern, an welchem das Regiment
ich im weſentlichen an das Wiesbadener Muſter anſchlie
gaſſe Nr. 2 auf unaufgeklärte Weiſe Feuer, welches durch
0 Jahre in Gießen in Garniſon liegt.
en. Die Zuſammenſetzung der Kommiſſion ſoll aus vier
die herbeigerufene Feuerwehrwache alsbald gelöſcht
*) Gießen, 10. Juni. Der langjährige Leiter der
Mitgliedern der Schweinemetzger=Innung mit zwei von
wurde.
Bezirksſparkaſſe Rendant Döring, tritt in
ihnen zu wählenden Bürgern, ſowie aus vier Stadtverord=
Eiſenbahn=Unfall. Geſtern mittag wurde von der
den Ruheſtand; ſeine Stelle wurde unter zahlreichen Be
neten und zwei von dieſen zu beſtimmenden Bürgern be=
Lokomotive des Zuges 44 der Süddeutſchen zwiſchen der
verbern dem Finanzaſſeſſor Zacheis aus Friedberg
tehen. Den unparteiiſchen Vorſitz erhält der Oberbürger=
Sandbergſtraße und Weinbergſtraße ein Fuhrwerk über=
übertragen

meiſter, der kein Stimmrecht beſitzt, ſondern nur be=
fahren
. Der von Eberſtadt kommende Wagen fuhr auf
Gießen, 11. Juni. Vor vier Wochen verſchwanden hier
Stimmengleichheit die Entſcheidung zu treffen hat. Die
der linken Seite der Fahrbahn und wollte kurz vor der
Stadt verpflichtet ſich, zunächſt für die Dauer des
von der Bildfläche der Verſicherungsagent Roſenthal und
Lokomotive die Straße überqueren. Trotzdem der Loko=
Vertrages von ſechs Monaten keine
deſſen Schwager Prokuriſt Bärmann. Es ſtellte ſich her=
motivführer
ſofort Gegendampf gab, konnte der Zug nicht
Schweine zu ſchlachten und auch kein
aus, daß Roſenthal ſeit Jahren Wechſelſchiebungen
mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, da er ſich
Schweinefleiſch zu verkaufen. Die Kommiſ
n großem Umfange vorgenommen hat. Die Leidtragenden
ſchon 34 Meter hinter dem Wagen befand. Der Wagen
ion tritt mindeſtens einmal im Monat zuſammen und
verlieren rund 150000 Mark. Ferner hat Roſenthal, der
vurde erfaßt und umgeworfen. Das Pferd erlitt ſchwere
ſetzt den Preis für das Fleiſch im nächſten Monat feſt.
früher in Gießen lange Jahre im Bankfach tätig war
Verletzungen, während der Kutſcher der nach Ausſage von
Die Schweinemetzgerinnung verpflichtet ſich, ſich ſtreng
in einer Anzahl von Fällen Leute durch ſchwindelhafte An
Augenzeugen geſchlafen haben ſoll, auf das Pferd ge=
an
die in der Kommiſſion feſtgeſetzten Preiſe zu halten
aben bewogen, ihm größere Beträge in Papieren anzu=
ſchleudert
wurde und mit dem Schrecken davonkam. Der
und für jeden Fall der ſchuldhaften Zuwiderhandlung
vertrauen, die er bei Banken zu Geld gemacht hat. El
Wagen wurde zertrümmert, die Lokomotive blieb unbe=
ine
Konventionalſtrafe von 50 Mark zu zahlen
hat dabei kleine Beamte und Witwen um ihre Erſparniſſe
chädigt, ſodaß eine Betriebsſtörung nicht entſtand.
Offenbach, 11. Juni. Hier wurde geſtern der Mus=
gebracht
und im ganzen für 40000 Mark Wertpapiere ver=
ketier
Breitenbach der 6. Kompagnie des heſſiſchen
intreut. Infolge der Wechſelverpflichtungen waren Ro=
*
Konzert. Städtiſcher Saalbau. Im heu=
Infanterie=Regiments Nr. 118, der aus ſeiner Garniſon
enthal und Bärmann im letzten Jahre täglich bemüht,
tigen dritten Donnerstags=Konzert der Infanteriekapelle
Worms deſertiert war, feſtgenommen. An
eue Akzepte zu beſorgen und dieſe zu Geld zu machen, mit
und die Reſte großer alter Bauten vom Volke als ihr
ſprung des chineſiſchen Theaters überhaupt verknüpft. Der
Werk angeſehen werden. Es iſt richtig, daß dieſe aus ihre
Kaiſer Huan=Tſung, der im 8. Jahrhundert n. Chr. lebte,
Feuilleton.
Zeitepoche ſtammen, aber es handelt ſich um Arbeiten der
liebte die Prinzeſſin Yang=Kuei=Fei, und er führte ſie als
rartier, die uns ihre Berichte auf den Felſen ihres Berg=
ſeine
Gemahlin heim. Eines Abends, als ſie auf einer
* Semiramis in Geſchichte und Legende. In der letz
andes hinterlaſſen haben. Es mag merkwürdig erſchei=
Brücke in den Gärten des Kaiſerpalaſtes ſtanden, ſprach
ten Sitzung der engliſchen Geſellſchaft für bibliſche Archäo=
ten
, daß die Geſtalt dieſer großzügigen Aſſyrerkönigin zu
er ihr von ſeiner Liebe, und die Prinzeſſin der die alte
logie ſprach Prof. C. F. Lehmann=Haupt über Semiramis
einer beliebten Schutzherrin im Lande ihrer Feinde ge=
Legende in den Sinn kam, beteuerte, daß ſie ihrer Liebe
in Geſchichte und Legende in einem Vortrag, der die Er=
worden
iſt, aber die rein aſſyriſchen Ueberlieferungen ka=
noch
treuer ſein würde, als die Spinnerin. Huan war
gebniſſe der Forſchung über dieſe ſagenhafte Königin des
nen nach Armenien erſt auf dem Umwege über Medien,
über dieſes Geſtändnis ſo entzückt, daß er ſeinen erſten
Altertums zuſammenfaßte. Schon vor mehr als 60 Jah=
nach
dem das Land erobert worden war
Miniſter um Rat fragte, wie man irgend eine neue und
ren wurde in Nimrud, der Stätte der Stadt Khala, eine
beſonders ſchöne Form, ſeine Gattin zu unterhalten, finden
Inſchrift entdeckt, in der eine Königin namens Sammu=
Koſtbare Inſtrumente. In London wurde kürzlich
könne. Wir wollen einige unſerer edelſten und anmutig
ramat erwähnt wird. Obwohl man ſchon längſt an die
eine ſchöne Sammlung alter Inſtrumente, die der vor
ſten jungen Männer am Hofe verſammeln ſagte der Mi=
Möglichkeit gedacht hat, daß dieſer Name die aſſyriſche
einigen Jahren verſtorbene Mailänder Künſtler Carlo An
niſter; wir werden ſie mit paſſenden Gewändern beklei=
Form des Namens Semiramis darſtellte, glaubte mar
dreoli zuſammengebracht hatte, verſteigert, und es wurden
den, und ich werde in den alten Geſchichtsbüchern nachleſen
doch immer noch nicht, daß es ſich um eine hiſtoriſche Per
dabei für einige Stücke recht anſehnliche Preiſe erzielt
und dieſe jungen Leute unterweiſen, die Schilderungen
önlichkeit handelte. Heute iſt die Wiſſenſchaft jedoch in
Das Juwel der Sammlung, eine prachtvolle Geige vo
von den Heldentaten der Vorfahren Eurer Kaiſerlichen
der Lage, ſicherere Daten über dieſe alte Königin feſtzu=
Giovanbattiſta Guadagnini, wurde mit 8616 Mk. bezahlt,
Majeſtät zu erzählen. So geſchah es. In einem pracht=
ſtellen
und die Legenden, die ſich an ihren Namen knüpfen
ein ſchönes Cello von Gennaro Gagliano hrachte 4200 Mk.,
vollen Pavillon, mitten unter blühenden Bäumen, wurde
In der be=
auf
eine geſchichtliche Quelle zurückzuſühren.
ine Geige von Landolfi 2000 Mark, eine Amati 3200 Mk.,
dieſes Schauſpiel inſzeniert, und es iſt unnütz zu ſagen
merkenswerten Reihe von Königsſtellen, die kürzlich wäh=
und eine Geige von Ferdinando Gagliano 1840 Mark
daß es einen ſehr großen Erfolg hatte. Der Eindruch die
rend der deutſchen Ausgrabungen in Shergat entdeckt wur=
Die ganze Sammlung erzielte einen Preis von faſt 90000
ſes Spiels war ſogar ſo groß, daß der Kaiſer Huan ſo=
den
, befand ſich auch eine, die Sammuramat erwähnte und
Mark.
fort die Einſetzung einer Schauſpielſchule anordnete und
den Beweis erbrachte, daß ſie in der aſſyriſchen Geſchichte
ſie die hohe Schule der jungen Leute vom Birnengarten
C.K. Wie das chineſiſche Thealer entſtand. Es war
während des Anfangsjahres des 8. Jahrhunderts eine
tannte. Der Miniſter aber erhielt den beſonderen Lohn
einmal, vor langen, langen Jahren, als die Chineſen noch
wichtige Rolle geſpielt hat. Aus dem neuen Text kann
daß ſein Ururgroßvater geadelt wurde. So erzählt die
in junges Volk waren, ein junges Paar, ein Hirt und eine
man folgern, daß ſie eine babyloniſche Prinzeſ=
chineſiſche
Legende den Urſprung des Theaters im Lande
Spinnerin, die in einer fernen Provinz des Reiches der
ſin war, die Shamahi=Ahad, den Sohn und Nachfolge:
elehrte Zweifler wollen ihn freilich aus den Marionetten
Mitte wohnten. Die Liebe, die ſie für einander empfan=
von
Shalmaneſer II., heiratete und einen großen Einfluß
theatern ableiten, die in ganz China ſo volkstümlich ſind.
den, war ſo tief und ſo unvergänglich, daß Kwanyin. die mit
auf ihren eigenen Sohn, Adad=nirari III. (811783 v
lber die jungen Leute vom Birnengarten exiſtieren in
eidsvolle Göttin, ihren Blick von der Höhe des Himmels
Chr.) ausübte. Wahrſcheinlich aus dynaſtiſchen Gründen
Wirklichkeit, und der Ausdruck wird noch heute bisweilen
im Mitgefühl für ihre Liebe herniederſenkte, und als ihr
hat ſie die Verehrung des babyloniſchen Gottes Nebo ein=
zur
Bezeichnung der Schauſpieler verwendet. Allerdings
Erdenleben zu Ende ging, entführte ſie ſie hinauf zum
geführt oder doch ermutigt, und es ſcheint, daß ſie eine
ind dieſe jungen Leute, wenn ihr Urſprung wirklich ſo er=
Himmel und brachte jeden auf eine Inſel des Silberfluſſes
charfſinnige und weitſichtige Politikerin geweſen iſt, ob=
aucht
war, heute von ihrer Höhe tief herabgeſunken;
(den wir heute Milchſtraße nennen). Und die mitleidige
wohl alle Traditionen es ſo darſtellen, als ob ihr Sohn
denn in unſern Tagen iſt ihr Beruf der verachtetſte, den
Göttin beſchloß, daß alle ſieben Jahre alle Freuden der
den Verſuche gemacht habe, ſich von der Herrſchaft ſeiner
ein Mann in China wählen kann.
Erde zuſammenkommen und ihre Flügel ausbreiten ſoll=
Mutter zu befreien. Natürlich regte die Geſtalt einer ſo
ten, damit ſo eine Verbindung zwiſchen den beiden Lie=
* Staatsmann und Komponiſt. Ein ehemaliger por=
kraftvollen
Frau und Königin die Vorſtellungen der Mit=
benden
hergeſtellt würde und dieſe ihre ewigen Gelübde ein=
tugieſiſcher
Miniſter, Jean Arroyo, hat ſich jetzt als Kom=
und Nachwelt lebhaft an, und ſo bildete ſich um ſie der
ander erneuern könnten. Unſterblich, wie die Liebe des
voniſt einen guten Namen gemacht. Unlängſt ließ er im
Kreis der ſpäteren Legenden, in denen ſie als die Grün=
Hirten und ſeiner Spinnerin ſelbſt, iſt auch dieſe Legende.
San Carlos=Theater zu Liſſabon eine Oper Amor de
derin des aſſyriſchen Reiches erſcheint und auch einige
die noch heute in China jede Theatergeſellſchaft, die etwas
Perdicao aufführen, und jetzt hatte er mit einer großen
Züge von Iſhtar, der aſſyriſchen Göttin der Liebe und
auf ſich hält, in irgend einer Form in ihrem Repertoir=
Orcheſterkompoſition in derſelben Stadt einen bedeutenden
des Krieges übernommen hat. Aber es iſt jetzt ſicher
aben muß. Man kann ſie, wie A. Corbett Smith in der
Erfolg. Es handelt ſich um ein ſinfoniſches Gedicht in
daß alle Geſchichten, die von ihr erzählt werden, von de=
Fortnightly Review ausführt, in den großen modernen
ier Teilen mit den Titeln Flirt, Die ſingende Seele‟
nen, die Kteſias in Medien und Perſien geſammelt hat
Theater von Schanghai wie auf der kleinen Dorfbühn=
Bewölkter Himmel Hochzeit‟ Das Werk wurde wie
bis hinab zu der Geſchichte des Ninus in einem ſpäteren
derholt aufgeführt und hatte jedesmal den gleichen ſtürmi.
der auf dem Puppentheater an der Straßenecke auffüh=
Papyrus, auf die hiſtoriſche Geſtalt der Mutter Adad
ren ſehen, und man hört ſie von Straßenſängern am Yang=
ſchen
Beifall des Publikums, dem beſonders der zweite
niraris III. zurückgehen. Noch in unſeren Tagen lebt der
und dritte Satz ſehr gefielen.
Tſe=Kiana ſingen. Mit dieſer Legende iſt auch der Ur
Name Semiramis in Armenien weiter, wo Inſchriften

[ ][  ][ ]

Nummer 135.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Juni 1913.
Seite 4.
großen Stern und der Tiergartenſtraße ein ſtarker Baum
von Bier, Tabak, geiſtige Aufregungen, zu geringen
dem dann die faſt täglich fällig werdenden alten Verpflich=
umgeworfen
, der auf die Oberleitung der Straßenbahn
Schlaf, angeſtrengte geiſtige Tätigkeit uſw
tungen gedeckt wurden. Die Wechſel waren meiſt in Frank=
Eine Strom= und Verkehrsſtörung war die Folge
fiel,
furt a. M., Mainz und Bad=Nauheim zahlbar, ſo daß in
Die große Bedeutung des Kalkes für den menſch=
Nürnberg, 10. Juni. Zu der Meldung über eine
Gießen niemand eine Ahnung hatte von dem gewaltigen
ichen Organismus gab Veranlaſſung, den Genuß von
Millionen ſtiftung der Freifrau Cramer
Wechſelumlauf. Verwandte der beiden Flüchtlinge warer
täglich 1,5 Gramm Chlorcalcium zu empfehlen. Es zei
Klett wird weiter gemeldet, daß die Stadt Nürnberg zu=
bereit
, die Gläubiger mit 20 Prozent ihrer Forderungen
tigte dieſe Methode überraſchend günſtige Reſultate, fand
nächſt nichts erhält. Die Erblaſſerin hat eine Familien
abzufinden, doch lehnten dieſe das Gebot als zu niedrig
jedoch ihrer Umſtändlichkeit wegen nicht die gewünſchte
ſtiftung mit 6 Millionen Mark Kapital errichtet und be=
ab
. Maſſe, um den Konkurs beantragen zu können, iſ
Verbreitung. Um nun die allerorts beobachteten günſtiger
ſtimmt, daß, falls die Kinder ihres Sohnes ohne Nachkom=
aber
auch nicht ausreichend vorhanden. Inzwiſchen hat ſich
Effekte des Chlorcalciums in populärer Form möglichſt
men ſterben, die Hälfte hiervon, alſo 3 Millionen der
die Staatsanwaltſchaft für den Fall intereſſiert. Man hat
vielen Menſchen zugänglich zu machen und den ſo häufi
Stadt Nürnberg zur Förderung von Kunſt und Wiſſen
ſich nach dem Verbleib der beiden Schuldigen umgeſehen
bei der menſchlichen Ernährung verbundenen Kalkmange
ſchaft zufallen ſollen. Auch die Zinſen dieſer 3 Millionen
Die dortig
und dieſe in der Schweiz ermittelt.
zu bekämpfen, empfehlen Profeſſor Emmerich und Loew
Mark, die der Stadt eventuell zufallen ſollten, verbleiben
Polizei hat ſie verhaftet. Die Auslieferungsverhand
Chlorcalcium dem gewöhnlichen Weiß= und Schwarzbro
vorläufig noch der Familienſtiftung und gehen nicht in den
lungen ſind bereits im Gange, ſo daß in wenigen Tagen
einzuverleiben, und zwar in einer ſolchen Menge, daß e
Beſitz der Stadt Nürnberg über
die Uebeltäter wieder in Gießen anlangen werden
durch den Geſchmack einerſeits nicht wahrnehmbar iſt und
Künzelsau, 11. Juni. In Niedernhall wurden zwe
andererſeits doch die tägliche Kalkzufuhr bei mäßigem
Bad=Nauheim, 11. Juni. Am Donnerstag, den 19
Arbeiter in einem Gipsbruch verſchüttet und konnten
Brotgenuß zum großen Teil decken kann. Durch dieſen
Juni, vereinigen ſich die Mitglieder der Hof= reſp. ſtädti
erſt nach zwei Tagen ausgegraben werden. Sie waren
ſchen Orcheſter von Baden=Baden, Darmſtadt, Frankfur
Zuſatz wird ſowohl das Weißbrot als auch das Schwarz
beide erſtickt.
a. M., Freiburg i. B., Bad Homburg v. d. H., Mannheim
brot ſo verbeſſert, daß wohl der Streit über die Ueber=
Leipzig, 11 Juni. Der Vorſitzende der Deutſchen Tuc
Mainz, Straßburg i. E., Wiesbaden und das Großh. Kur=
legenheit
der einen über die andere Sorte als beigelegt
nerſchaft Dr. Ferdinand Götz feierte geſtern die dia=
Orcheſter Bad=Nauheim anläßlich des Regierungsjubi
gelten kann
mantene Hochzeit. Er wurde telegraphiſch beglück
läums Sr. Majeſtät des deutſchen Kaiſers zu einem gro
wünſcht von dem Prinz=Regenten von Bayern, vom Her=
ßen
Konzert zum Beſten der Wohlfahrtskaſſen für Muſi=
zog
von Sachſen=Koburg=Gotha, vom preußiſchen Kultus=
Der bedeutende Geigenkünſtler, Herr Hofkonzert=
ker
.
Jung=Deutſchlandbundes vom
miniſterium, namens des
Reich und Ausland.
neiſter Havemann aus Leipzig, hat in uneigennütziger
Der Rat der Stadt
Goltz
Generalfeldmarſchall v. d.
Weiſe ſeine Mitwirkung zugeſagt und wird Beethovens
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Juni. Die Sitzung
Sämtliche Turngau
ſandte eine Glückwunſchadreſſe.
Violinkonzert zum Vortrag bringen. Das Programn
des Geſamtausſchuſſes des Hanſabundes
Deutſchlands und Oeſterreichs gratulierten ebenfalls
verzeichnet ferner noch Wagners Meiſterſinger=Vorſpiel
fand in einem Feſtbankett in den Räumen des Zoologi=
Norden, 10. Juni. Ermordet und beraubt
und Kaiſer=Marſch, ſowie die Pathetiſche Sinfonie von
ſchen Gartens ihren Abſchluß. Das Kaiſerhoch wurde
aufgefunden wurde in Rechtſupweg bei Marienhafen
Tſchaikowski. Die Leitung des Orcheſters, das eine
von Geh. Kommerzienrat Engelhardt, Mitglied der Erſten
der etwa 40jährige Arbeiter Boer. Das leere Portemon
Stärke von etwa zweihundert Künſtlern haben wird, liegt
badiſchen Kammer, ausgebracht, der den erkrankten Prä=
naie
lag neben der Leiche, die erhebliche Wunden am Kopfe
in den Händen des Kgl. Profeſſors Hans Winderſtein=
ſidenten
Rießer vertrat. Den Toaſt auf den abweſenden
und am Halſe aufwies. Die Staatsanwaltſchaft hat ſofort
Bad=Nauheim
Präſidenten brachte Dedter=Breslau aus. Regierungs
eine Unterſuchung eingeleitet. Dem Täter iſt man auf
aſſeſſor Dr. Kleefeld feierte die Verbreiter des Hanſa=
der

Spur.
Das Calciumbrot und ſeine Begründung.
bundgedankens, Dr. Streeſemann und die hanſabund
Hamburg, 11. Juni. Der Imperator der mor
in der
freundlichen Abgeordneten im Reichstage und
Jungfernreiſe anteitt, iſt am 18
In Frankfurt a. M. hielt am 10. Juni anläßlich
gen von Kuxhaven ſeine
Einzellandtagen. Reichstagsabgeordneter Dr. Wendor
des Verbandstages Deutſcher Brotfabrikanten Herr
Juni in New=York fällig. Das Wetter iſt ſehr ſchlecht und
oaſtete auf das Blühen der Landwirtſchaft. Unter der
Profeſſor Dr. Loew aus München einen weitere Kreiſ=
ſtürmiſch

großen Zahl der Anweſenden ſind noch zu erwähnen die
Helgoland, 11. Juni. Die Hebungsarbeiten
intereſſierenden Vortrag über obiges Thema und führte
Reichstagsabgeordneten Pachnicke, Dr. Thoma, Dr. Thiele
dabet
bei dem zweiten Wrackteil des am 4. März mit 70 Mann
im Auszug wiedergegeben
folgendes
Ahlhorn, Kölſch, Stöve, Bartſchat, Sivkovich und Dr.
aus:
vor Helgoland geſunkenen Torpedobootes § 178
Blunc
Zu dem Drahtſeil=Attentat auf
ſind wider Erwarten raſch fortgeſchritten und man hofft,
Einige der wichtigſten menſchlichen Nahrungsmittel
der Potsdamer Chauſſee, über das wir bereits
das Wrack bei anhaltend günſtiger Witterung am Diens=
wie
Fleiſch, Kartoffel und Brot, ſind arm an Kalk. Nac
berichteten, erfährt der Berl. Lok.=Anz. noch folgend
tag oder Mittwoch dieſer Woche durch den Hebeprahm
neuer Erfahrung wird die täglich nötige Menge Kalk für
Einzelheiten: Der Tatort liegt zwiſchen Wannſee und
den Körper eines Erwachſenen auf 1 Gramm eingeſchätzt
Oberelbe unter Zuhilfenahme des Hebeprahms Oſtſee‟
Charlottenburg auf der Potsdamer Chauſſee, in der
Wenn nun Menſchen längere Zeit in bezug auf Kalk
der ſich zurzeit im Dock befindet, zu heben. Das Wrack
Nähe der Bahnwärterbude 4, dicht hinter der Kaiſer=
unterernährt
ſind, ſo können nach dem Geſetz des Mini=
wird
, unter beiden Hebeprähmen hängend, nicht nach
brücke. Der Chauffeur Prawitz aus der Gaudyſtraße in
Wilhelmshaven, ſondern vorausſichtlich erſt nach der Hel
mums nicht nur andere Mineralſtoffe, ſondern auch die
Berlin hatte mit einem neuen Wagen Fahrgäſte nac
organiſchen Nährſtoffe nicht vollſtändig verwertet wer=
goländer
Düne bugſiert werden, wo man das Wrack auf
Potsdam gebracht und fuhr allein zurück. Etwa 200 Me
den Strand ſetzen wird, um es abzudichten und die Lei=
den
. Schädliche Einflüſſe können bei Kalkmangel zu Er
ter vor der bezeichneten Stelle werden zurzeit Erdarbei
chen zu bergen. Da bisher nur wenig Leichen gefunden
krankungen der verſchiedenſten Art führen, je nach dem
en ausgeführt, und die Bauſtelle iſt durch eine rote La=
ind
, nimmt man an, daß ſich noch ein großer Teil in dem
Organ, in welchem der Kalkmangel gerade beſonders aus
in ſehr
terne kenntlich gemacht. Prawitz, der vorher
geprägt iſt, denn Kalk iſt nicht nur in Zähnen und Kno=
Boot befindet. Erſt ſpäter wird man unter Aſſiſtenz meh=
ſchnellem
Tempo gefahren war, mäßigte dieſes erheblich,
chen, ſondern auch in dem wichtigſten Teil jeder Körper=
rerer
Schlepper in der Lage ſein, das Boot nach Wilhelms=
da
er das Licht ſichtete. Etwa 15 Meter vom Tatort ent=
zelle
enthalten, nämlich dem Zellkern. Schon oft wurde
haven zu bugſieren, um beide Teile wieder zuſammenzu
ernt, ſah er im Scheine ſeiner Lampen plötzlich das Hir
ſetzen. Mit der Bergung des mit 7 Mann untergegangenen
darauf hingewieſen, daß die Ausbildung einer dichten
feſten Zahnglaſur von reichlicher Kalkzufuhr ſchon in der
dernis auftauchen, und nun bremſte er mit aller Kraft
Hebeprahms Unterelbe wird man erſt ſpäter beginnen.
erſten ſieben Lebensjahren abhängt. Schon von Geburt
Trotzdem konnte er nicht verhindern, daß ſein Wagen noch
Der Bote im Rieſengebirge
Hirſchberg, 11. Juni.
gegen das Drahtſeil fuhr, wobei der Kühler des Auto
an muß der Kalkzufuhr bei dem Kinde beſondere Rück
meldet: Am Sonntag ſtürzte bei einer Kletterparti=
ſicht
gewidmet werden, nicht nur um rachitiſche Erſchein
weggeriſſen wurde. Am Tatort bemerkte Prawitz einet
durch die Handſchuhrinne am Brunnenberg, einer äußerſt
ungen zu vermeiden, ſondern um die Bedingungen
Mann und eine Frau, anſcheinend ein Liebespärchen
ſchwierigen und wiederholt von geübten Hochtouriſten
Der Chauffeur glaubt dieſes Paar mit dem verbrecheri=
beſte
Zahnentwickelung ſchon von Anfang an zu ſchaffen
ausgeführten Tour, der Monteur Seidenſchwanz aus Ha=
Beſonders groß iſt das Kalkbedürfnis für die Knochen=
ſchen
Anſchlag in Zuſammenhang bringen zu müſſen, de
gen (Weſtfalen) ab. Die Leiche iſt geborgen worden
es unzweifelhaft das Hindernis geſehen, ſich aber ſofor
bildung beim Wachstum des Organismus und bei den
Königsberg, 11. Juni. Laut Hartungſcher Zeitung
Müttern, welche nicht nur die Knochen des werdender
nach dem Zuſammenſtoß entfernt hat. Noch währen
verlautet, daß am Dienstag in den Nachmittagsſtunden in
Kindes ausbilden, ſondern auch dem ſtets hungriger
Prawitz mit ſeinem Wagen am Tatort hielt, kam aus
Königsberg ein Oberleutnant vom Küraſſier=
Säugling kalkreiche Milch liefern müſſen. Bei der oft
derſelben Richtung ein Privatautomobil des Direktor=
Regiment Graf Wrangel Nr 3 wegen militäriſcher
allzu kalkarmen Nahrung müſſen dann die Knochen her
Limburg, der Mitglied des Kaiſerlichen Automobilklubs
Verfehlungen verhaftet worden ſei. Ueber die Verfehlun
halten und den nötigen Kalk liefern; kein Wunder daher
iſt. Als Limburg von dem Anſchlag erfahren hatte, machte
gen wird an zuſtändiger Stelle Stillſchweigen bewahrt.
daß Mütter nicht ſelten an Knochenerweichung leiden.
er ſich ſofort an die Verfolgung des verdächtigen Paares
Es verlautet jedoch, daß es ſich um Spionage handelt.
In kalkarmen Gegenden iſt nicht nur das Trinkwaſſer ſehr
das aber bereits verſchwunden war, trotzdem erſt etwe
Wien, 10. Juni. Graf Zeppelin iſt heute abend
kalkarm, ſondern auch Gemüſe, welches auf dem kall
vier Minuten verfloſſen waren. Nun wurde die Gendar
8 Uhr 40 Min, in einem vom Eiſenbahnminiſter zur Ver=
armen
Boden wächſt. In ſolchen Gegenden bilden Kno
merie alarmiert, die ſofort mit einem Polizeihund die
fügung geſtellten Salonwagen über München nach
chenerkrankungen bei Kindern und ſchwangeren Frauen
Verfolgung aufnahm. Der Hund nahm zwar eine Svur
Stuttgart abgereiſt. Graf Zeppelin hatte am
eine gewöhnliche Erſcheinung. Der durch Kalkmangel ge=
auf
, die am Forſthaus vorbeiführte und nach der Arbei
Nachmittag dem Eiſenbahnminiſter einen Beſuch abge=
ſchwächte
Organismus iſt aber auch leichter durch Bakte=
terkolonie
wies. Dann aber verſagte der Spürſinn des
ſtattet, um ſich für die ihm zuteil gewordenen großen Lie=
rien
angreifbar als derjenige, der in allen Organen gut
Hundes. Nur dem Umſtand, daß der Chauffeur ſehr
benswürdigkeiten zu bedanken. Der Kaiſer hat allen Her=
mit
Kalk verſorgt iſt. Röſe hat das große Verdienſt, ſtati=
langſam
fuhr und der Draht eine ſchadhafte Stelle auf=
ren
, welche Zeppelin auf der Fahrt begleiteten, Ordens=
ſtiſch
nachgewieſen zu haben, daß der Prozentſatz der mili
wies, die bei dem Anprall brach, iſt es zu danken, daß
auszeichnungen verliehen
tärtauglichen Leute in kalkreichen Diſtrikten größer iſt als
das Verbrechen ſo glimpflich verlaufen iſt. Durch den
Peſt, 10. Juni. In Großwardein wurden in der ver=
in
kalkarmen. Viele haben Bedenken geäußert, daß die
Anſchlag iſt eine neue Beunruhigung in die Kreiſe der
gangenen Nacht der Oberleutnant Karl Preiß
erhöhte Kalkzufuhr das Zuſtandekommen der ſo gefürch=
und ſeine Frau mit Schußwunden aufgefunden. De
Automobiliſten getragen worden, da ja auch das Hennigs
teten Arterienverkalkung begünſtigen könne. Nun hat aber
Offizier, der bald ſtarb, gab an, die Frau habe ihn aus
dorfer Automobilverbrechen, dem der Juwelier Plunz
die Arterienverkalkung mit der Kalkzufuhr gar nichts zu
Eiferſucht angeſchoſſen, während die Frau, die ſchwerver=
mit
Frau zum Opfer fiel, noch nicht aufgeklärt werder
ſchaffen. Die wahre Urſache der Erkrankung der Arte
-
Der Sommerſturm hat am Nachmitta
konnte
letzt daniederliegt, angibt, ſie habe ſich das Leben nehmen
rienwandung iſt, wie längſt feſtgeſtellt, geſteigerter Blut=
auch
in Berlin und namentlich in der Umgebung vieler
wollen. Ihr Mann entwand ihr aber den Revolver, wobei
druck, wie er erzeugt wird durch übermäßigen Genuß
der Schuß losging und ihn traf
Schaden angerichtet. Im Tiergarten wurde zwiſchen dem
kamen einige zu einem Reſultat, das, ohne daß dadurch
treten, die mehr oder weniger typiſch für das Schaffen der
Cézannes Größe auch nur angetaſtet wird, zur Natur zu=
Genannten ſind, von denen aber im weſentlichen das zu
Sonderausſtellungen deutſcher Privat=
rückführte
, die den Einzelnen, den Grübler und Suchen=
Cézanne Geſagte wiederholt werden kann, womit aller
ſommlungen im ſtädtiſchen Ausſtellungs=
dings
die Grundverſchiedenheit der Maler dieſer Gruppe
den, wohl einmal aus dem Bereich ihrer Allgewalt und
Urkraft entläßt, zu der aber unſtreitbar wieder der Weg
deren faſt jeder den eigenen Weg ging, nicht etwa beſtritten
gebäude auf der Mathildenhöhe.
führt; denn nur aus dieſem unverſiegbaren Born ureigener
werden ſoll. Gauquin findet in ſeinem Aita Parari
II
Schönheit und Stärke kann wahre Größe erſtehen, gan
das nur rein maleriſch genommen werden darf, Farbtöne
zleich, wie und wo wir ſie ſuchen. (Wir werden viel
von faſt religiöſer Wirkung. van Gogh muß für ſich
Gemälde=Sammlung G. F. Reber=
Barmen.
eicht Gelegenheit haben, uns bei der Beſprechung de
behandelt werden; er gibt dem Laien die ſtärkſten Nüſſe
Herr Profeſſor Dr. Biermann hat in ſeinem zwei=
Ausſtellung Oswalds damit eingehender zu beſchäfti=
zu
knacken auf, obwohl die hier vorhandenen Werke nicht
fellos ſehr geiſtvollen Vorwort zum Katalog der Samm
gen.) Einen Beweis für die Richtigkeit des Geſagten
eine revolutionärſten ſind. Ebenſo Courbet, der ir
lung Reber, das wir gelegentlich der Eröffnung zum Ab=
ſehen
wir in der Tatſache, daß die Stilleben Cézannes
einen Landſchaften und Stilleben etwas ſchuf, grundver
druck brachten, vom Standpunkt des Kunſthiſtorikers
in denen er am wenigſten ſich von der Natur entfernt und
chieden von dem ungemein ausdrucksvollen, wenn auch
aus die Kollektion Cézanne als das bedeutendſt=
die
doch die ganze neue Art ſeines künſtleriſchen, auf das
kaum maleriſch wirkſamen Selbſtbildnis mit Violon
Moment der Sammlung bezeichnet, in dem der Sammler
rein Maleriſche gerichteten Wollens verraten, ſeiner großen
cello, kompoſitoriſch ein Meiſterwer
den intereſſanteſten Pol einer neuen künſtleriſchen Wel=
Kunſt beſte, maßgebendſte Zeugen ſind.
Es gebricht uns an Raum und iſt ſchließlich ja auch
anſchauung empfand, mit der ſich die kommende Entwick
nicht Zweck der Ausſtellung, auf alle Werke, auch die
Der Beſchauer dieſer Werke muß zunächſt zu einem
lung unbedingt auseinanderzuſetzen haben wird. Cézanne
den genannten diametral gegenüberſtehenden, näher einzu=
beſtimmten
Verhältnis zu ihrem Schöpfer gekommen ſein
der bei aller Problematik ſeines Schaffens allen anderer
gehen. Ein paar vorzügliche Stilleben, unendlich feine,
muß über ſein Wollen ſich klar geworden ſein, um ſie
Meiſtern dieſes Kreiſes gegenüber den großen Vorzuc
müheſame und wirkungsvolle Arbeiten ſind da noch von
gerecht beurteilen zu können. =Er wird dann auch dem
voraus hat, daß ſeine Kunſt, rein äußerlich geſehen, faſt
Willem Kalf, Abraham van Beyeren; dann ein
faſzinierenden Eindruck des Erhabenen ich möchte es
ohne jene Anknüpfung phänomenal geworden iſt, inne
intereſſantes Damenbildnis von Arnold Böcklin,
anſtelle der Monumentalität ſetzen, in Cézannes Kunſt
lich nachempfunden aber als Bekenntnis eines Manne=
dem
man den Meiſter unſerer Zeit allerdings kaum
ſich nicht mehr verſchließen, wird in den Badenden Män
erſcheint, der, ähnlich wie die ganz großen Meiſter de
anmerkt; ferner Joos von Craesbeeck mit einem in
nern mehr noch in den Lutteurs amoureux außer den
Vergangenheit, das Glück hatte, der Sehnſucht ſeiner Zeit
Details meiſterhaft gemalten Bilde Der Arzt, Max
rein Maleriſchen, auch den Willen des Meiſters er
im Großen auch den monumentalen Ausdruck zu ſchaffen
Liebermann mit einer farbig prächtig erfaßten flot=
kennen
und damit die Größe der Kompoſition, die immer
Das ſind zweifellos Sätze von unbeſtreitbarer Wahr=
ten
Strandſzene in Nordwijk, Lotto mit einem ſehr
da vorhanden iſt, wo das Werk den Willen des Schöpfer=
heit
, Aber es darf doch füglich in Zweifel gezogen wer
guten Männerkopf u. v. a. Eine kleine Kollektion von
offenbart. Eine ganze Anzahl Bilder der Kollektion ge
den, daß heute der Laie ſich angeſichts dieſer Werke
Zeichnungen mag noch erwähnt ſein, weil ſie intereſſant=
ſtatten
, da ſie unvollendet oder Skizzen ſind, einen inter
zur unbedingten Anerkennung einer neuen Kunſt, wie ſie
Einblicke gewährt in den Schaffensbeginn der Meiſter.
eſſanten Einblick in das Schaffen Cézannes
von Cézanne gepredigt wurde, aufſchwingen, oder richtiger
Es ſind ſolche von Cézanne, Millet, Piſſarro, Manet,
Neben der umfangreichen Kollektion Cézanne feſſel
geſagt, durchringen kann. Es iſt ſeit Cézanne, ſchon vot
Daumier, Honoré und Forain
beſonders de Goya, deſſen Spinnerinnen zu den
ihm beginnend, ein gewaltiger Weg in der moderner
Jedenfalls iſt auch dieſe Privatſammlung hochinter=
Beſten zählen, was der Künſtler geſchaffen und die typiſd
Kunſtentwickelung zurückgelegt worden. Ein Weg, der die
eſſant, und mit dem Dank an die Vermittler und denBeſitzer
für ſein ganzes Wollen und Können ſind. Koloſſal flot
Malerei über einen Goya, Manet und Courbet, über
möchten wir zuſtimmend wiederholen, was im Katalog
und großzügig gemalt und dabei doch den ungemein ſiche
Daumier, Monticelli bis zu Gauquin, Degas und Renoir
geſagt iſt: Der Hauptreiz ſolcher Sammlungen beſteht
geſchauten Vorwurf erſchöpfend darſtellend, meiſterhaft in
führte und der ſeine Fortſetzung fand bei kraftvollen jun
darin, daß ſie aus einem eigenen Temperament heraus
der Kompoſition. Dann Edouard Manet deſſet
gen deutſchen Malern. Nicht alle der Jüngſten unter den
geboren wurden und in gewiſſem Sinne immer auch Pro=
Junge mit Hund eine hervorragende Löſung des Vor=
Modernen haben aus Cézanne das einfach als Evange
gramm ſind, weil ihnen der Stempel einer beſtimmten
wurfs in maleriſcher und auch kompoſitoriſcher Beziehung
lium übernommen, was nur als Beſitz der Perſönlichkei
künſtleriſchen Ueberzeugung aufgedrückt iſt. Denn der
bedeutet, gleichwie das Bildnis Madame L.
wenn die
dieſes einzelnen grübleriſchen Geiſtes angeſprochen wer
moderne Sammler verleugnet bewußt die Objektivität und
ſes auch nicht mehr ganz der Ausdruck ſeines Wollens iſt,
den darf. Es gab auch ſolche, die den Evangeliſten an=
pottet
bis zu einem gewiſſen Grade auch der Wiſſenſchaft
ſondern ſchon ſtarke Beeinfluſſung offenbart
erkannten, aber als Apoſtel ſich berufen und verpflichtet
ſo lange ſie nicht von dem Gefühl für die künſtleriſche
fühlten, ſeine neue Religion den Jüngern und Gläubigen
Weiter ſind Degas Renoir,
Monticelli
Schönheit getragen und von dem Geiſte der Moderne ſelb;
aauszulegen, ſie ihnen näher zu bringen. Und von dieſen
Daumier, Corot und Gauguin mit Werken ver=
durchdrungen
iſt
M. St.

[ ][  ][ ]

Paris, 11. Juni. Aus Treixes wird gemeldet: Ein
18 Jahre alter Färbergehilfe namens Laurentz, der wegen
Nachläſſigkeit entlaſſen worden war, feuerte auf den
Werkführer Wölfle, als er ihm zum Abſchied die Hand
reichte, 6 Revolverſchüſſe ab Wölfle wurde ſterbend
nach dem Krankenhauſe gebracht.
Cherbourg ,10. Juni. Die Unterſeeboote Ther
midor und Watt ſtießen heute bei der Rückfahrt zur
Station zuſammen. Der Thermidor wurde leicht be=
ſchädigt
. Der Watt wird gedockt und eine Zeitlang nicht
dienſtfähig ſein.
London, 10. Juni. Die Polizei beſchlagnahmte
heute abend 4000 Gewehre und Bajonette, die, wie ge=
meldet
, ſich in einem Stalle der Vorſtadt Hammerſhmith
befanden.
Sarajewo, 11. Juni. Der Sekretär des hieſigen engli=
ſchen
Konſulates Max Farren, der am Sonntag in
Geſellſchaft eines fremden Engländers Johnſton das Mi=
litärlager
von Sarajewo beſichtigte, wo ſie ſich von einem
Taglöhner herumführen ließen und Aufzeichnungen über
Art und Stärke der Truppen machten wurden von der
Polizei verhört und ihre Aufzeichnungen be=
chlagnahmtt
. Eine Unterſuchung des Falles, der
großes Aufſehen erregt, wurde eingeleitet

Die Kelſterbacher Schiffsdieb=
ſtähle
vor der Strafkammer.

g. In der geſtrigen Verhandlung wurde der Zeuge
Schleuſenarbeiter Heſſemer vernommen, der wieder=
holt
geſehen hat, wie der Angeklagte Menz auf dem Hofe
ſeines Anweſens Frucht reinigte Der Angeklagte Metz=
germeiſter
Heiſack gibt an, daß er ſchon ſeit ſieben Jah=
ren
mit Menz in Verbindung ſtehe. Zwiſchen Menz und
Adler habe er keine Geſchäfte vermittelt. Er habe nur ab
und zu von Menz Frucht mit zu Adler genommen, wenn
er auf dem Felde Futter holte, wobei er an dem Anweſen
des Menz vorbei mußte. Es ſei nicht richtig, daß er mit
einem von Menz erhaltenen Fell nach Frankfurt gegangen
ſei, um einen Kauf zu vermitteln. Sein weitergehendes
Geſtändnis in der Vorunterſuchung ſei unier dem Drucke
des Zuredens zuſtande gekommen. Zeuge Taglöhner
Simon gibt an, daß er zwei= oder dreimal mit Heiſack
bei Menz je eine Einſpännerfuhre Getreide abgeholt habe.
Man ſei dabei ſtets gegen Abend gefahren, und die Säcke
wurden mit Tüchern zugedeckt. Die Frucht wurde bei
Adler abgeliefert. Beim Aufladen habe Popiolek mitge=
holfen
. Zeuge Gendarmerie=Wachtmeiſter Barth in
Jugenheim, früher in Kelſterbach, hat die erſte Vernehm=
ung
des Angeklagten Heiſack vorgenommen. Anfänglich
habe Heiſack ganz energiſch in Abrede geſtellt, jemals etwas
von Menz erhalten zu haben. Später gab er dann ganz
ohne Einſchränkung zu, daß er mit einem Fell, das ihm
Menz gegeben hatte, nach Frankfurt gefahren war, um es
dort zum Verkauf anzubieten. Später gab er noch zu, daß
er mehrmals von Menz kleinere Quantitäten Weizen und
Stückkohlen erhalten habe. Die Angeklagten ſeien bis zur
Entdeckung des Diebſtahls auf dem Schiff durchaus ſehr
geachtet und angeſehen geweſen. Man habe nicht das ge=
ringſte
von Diebſtählen auf Schiffen gehört. Zum Zeu=
gen
Fellhändler Philipp Jamin in Heddernheim kam
einmal im Sommer 1911 der Angeklagte Heiſack und bot
ihm fünf Kuhhäute an, die bei Menz eingeſtellt waren.
Er erklärte ihm den Weg dahin. Als der Zeuge zu Menz
kam, zeigte ihm dieſer die Felle. Als er die Häute ge=
wogen
hatte, bot er 120 Mark. Menz ſagte aber, unter
130 Mark dürfte er ſie nicht abgeben. Er gab dann auch
130 Mark. Er wollte das Geld erſt dem inzwiſchen hin=
zugekommenen
Heiſack geben; dieſer meinte jedoch, Menz
könnte das Geld auch weitergeben. Zeuge iſt dann wie=
derholt
zu Menz gekommen, um Häute zu kaufen, hat je=
doch
keine bekommen. Zeuge Haas, Geſchäftsführer der
Firma Haas u. Ko. in Frankfurt, gibt an, daß der Vater
des Heiſack und der Angeklagte Heiſack ſchon ſeit etwa 40
Jahren an ſeine Firma die Felle lieferten. Am 31. Auguſt
1910 lieferte Heiſack 4 geſalzene und 1 friſches Fell; das
ſei dem Vater des Zeugen aufgefallen, und er fragte den
Heiſack, woher die Felle ſeien. Dieſer ſagte ihm, er habe
ſie vom Schleuſenwirt oder von Schiffern gekauft. Der
Vater des Zeugen warnte deshalb den Heiſack, er ſolle die
Finger davon laſſen. Der Angeklagte Bäckermeiſter
Pons gibt an, daß er ſeine Bäckerei 1889 angefangen
habe und aus kleinen Anfängen heraus habe er ſich ein
anſehnliches Vermögen erworben. Sein bares Vermögen
gibt er auf 25000 Mark an, außerdem beſitze er umfang=
reiche
Liegenſchaften. Von Menz habe er nur 1910 in zwei
Fällen Frucht bezogen, im ganzen 7½ Zentner. Es war
Weizen, der ſehr verſchmutzt war. Dieſe Frucht habe er
angemeſſen bezahlt. Beim erſten Transport habe er auch
Kartoffeln mit bekommen. Dem Knecht habe er keine An=
weiſung
gegeben, die Säcke zuzudecken, er wiſſe auch gar
nicht, warum er das hätte ſagen ſollen. Daß der Knecht
abends fuhr, ſei ganz ſelbſtverſtändlich, denn am Nach=
mittag
werde das Geſpann zum Brotfahren benutzt. Bier=
treber
habe er von Menz nicht bezogen. Die ganzen An=
klagen
hätten ihren Urſprung in dem Neid und Haß der
Kelſterbacher. Der Knecht Dreisbach war beim An=
geklagten
Pons beſchäftigt. Er gibt an, daß er einmal
von Pons den Auftrag erhalten habe, zwiſchen Licht und
Dunkel zu, Menz zu fahren, um etwas zu holen, und die
Sachen recht zuzudecken, damit es niemand ſieht. Zeuge
Rößinger gibt an, daß Zeuge Dreisbach etwas dumm,
aber durchaus glaubwürdig ſei. Das Gericht beſchließt,
den Zeugen Dreisbach nicht zu beeidigen. Dem Land=
wirt
Hardt in Kelſterbach hat der Zeuge Dreisbach
erzählt, Pons habe mit der Hand in die von Menz geholte
egriffen und gemeint, das iſt aber anders wie
Fruch
inſers. Auf Befragen gibt dieſer an, daß die Frucht
chmutzig war. Zeuge Bäcker Kühl, der bei Pons be=
var
, wunderte ſich einmal, daß Mehl von Menz
de. Der Neffe des Pons habe darauf geſagt,
holt
hon mehr geholt worden. Zeuge Adolf Pons
ts mehr davon
erhandlung geht heute weitee.

eutſcher Reichstag.

11. Juni. Präſident Dr. Kaempf er=
Uhr 18 Minuten die Sitzung. Die
weite Beratung der Wehrvorlage
etzt. Abg. Erzberger (Ztr.): Die erſten
ir
Berner Konferenz haben wir geſtern hier er=
rück

derr Noske hat es mit ſeinen 4½ Stunden
fahren
mmerhin noch gnädig gemacht. Sein Parteigenoſſe
Jaurés hat doch angekündigt, daß er drei Tage hinter=
einander
ſprechen wolle. (Heiterkeit.) Charakteriſtiſch iſt,
daß das Auftreten der Sozialdemokratie der Militärvor=
lage
gegenüber nicht mehr ſo energiſch iſt, wie es in ihrer
Preſſe verlangt worden iſt. Während hier die Heeresvor=
lage
als rieſengroß und unerhört hingeſtellt wird, ſagen
die franzöſiſchen Sozialdemokraten, was Deutſchland

durchführe, könne kein Grund für die Einführung der drei=
jährigen
Dienſtzeit ſein. Haben nun die deutſchen oder
die franzöſiſchen Sozialdemokraten recht? (Sehr gut!)
Wie denkt ſich Herr Noske die Verminderung der perſön=
lichen
Opfer? Er will doch das Milizſyſtem haben und
alle jungen Leute mit der Waffe ausbilden. Das iſt einer
der vielen Widerſprüche ſeiner Rede. Es iſt auch aner=
kannt
, daß das Milizſyſtem nicht billiger ſein wird, als
das ſtehende Heer. Die körperliche Widerſtandsfähigkeit
unſeres Vokkes ſteht außer Zweifel, wenn auch Beſſerun=
gen
möglich und erwünſcht ſind. Ungerecht aber war es,
unſer Flugweſen herabzuſetzen. Vor allen Dingen ſollte
man gegen die tapferen, mutigen Offiziere, die jederzeit
ihr Leben aufs Spiel ſetzen, keine Angriffe erheben. Der
Dank des Volkes muß ihnen hier ausgeſprochen werden.
(Lebhaftes Bravo!) Die Vorkommniſſe bei den Abnah=
men
bei der Firma Krupp ſind verwerflich. Hier muß
eine grundſätzliche Aenderung eintreten. Wann wird übri=
gens
die Kommiſſion für die Waffenlieferungen eingeſetzt
werden? Wenn Herr Noske von einem uneingelöſten
Königswort geſprochen hat, ſo kann ich darauf hin=
weiſen
, daß der Kaiſer vor 25 Jahren zugeſagt hat, daß
ihn die Liebe zum deutſchen Heere nicht in die Verſuchung
führen werde, dem Lande die Wohltaten des Friedens zu
verkümmern. Niemand wird beſtreiten, daß der König
dieſes Wort gehalten hat. (Lebhafter Beifall.) Das deut=
ſche
Volk iſt ihm dankbar dafür. (Erneuter Beifall.) Wir
ſehen in dem Heere ein Mittel, den Frieden zu erhalten,
und von dieſem Geſichtspunkte aus ſind wir bereit, an
die Bewilligung der Vorlage heranzutreten in der Vor=
ausſetzung
, daß keine Ausgabenbewilligung ohne gleich=
zeitige
Deckung vorgenommen wird. Ruinieren wir die
Finanzen, ſo treiben wir eine Politik, die zu einem Fiasko
ühren muß. Wenn Frankreich ſich mit den Verhältniſſen
abfinden würde, wie ſie in dem Frankfurter Frieden feſt=
gelegt
worden ſind, ſo wäre eine Baſis für eine Verſtän=
digung
gegeben. Daß Deutſchland ein ſtärkeres Heer
braucht als Frankreich, iſt ſelbſtverſtändlich, denn wir
haben gegebenenfalls uns nach mehreren Fronten zu weh=
ren
. Die franzöſiſche Heeresvorlage iſt völlig unabhängig,
wie auch Millerand konſtatiert, von der unſerigen. Es iſt
ausgeſchloſſen, daß Frankreich ſeine Vorlage zurückziehen
wird, wenn wir unſere zurückziehen würden. Die gefor=
derte
Zahl von Offizieren iſt nicht anzufechten, bewilligen
wir Soldaten, ſo müſſen wir auch die nötigen Offiziere
haben. Die beſte Garantie für den Frieden iſt gegeben,
wenn Deutſchland ſo ſtark iſt, daß das Riſiko, gegen uns
anzuſtürmen, zu groß iſt. Wir ſehen die Militärvorlage
an als ein ausgezeichnetes Inſtrument für die Aufrecht=
erhaltung
des Friedens für das deutſche Volk und ſomit
für Europa. (Lebhafter Beifall im Zentrum.)
Abg. Dr. Semler, (natlib.): Die gegenwärtige
Situation erinnert daran, als Windthorſt das Wort ge=
prägt
hat: Wir bewilligen jeden Mann und jeden Gro=
ſchen
. Trotz dieſer Zuſicherung wurde ſeinerzeit vom Zen=
trum
die Vorlage zu Fall gebracht, da durch den Antrag
Stauffenberg das Septennat abgelehnt wurde. Das Re=
ſultat
war die Auflöſung des Reichstages. Wenn auch
heute jeder Mann und jeder Groſchen bewilligt werden
ſoll, ſo kommen doch noch vielleicht Bedingungen, über
die ſchließlich die Heeresvorlage fällt. Wir Nationallibe=
ralen
bewilligen jeden Mann und jeden Groſchen, ja
auch weiter noch jedes Pferd. (Heiterkeit.) Wie wir be=
dingungslos
die Wehrvorlage bewilligen, ſo ſind wir
auch bezüglich der Deckung zu jedem Opfer bereit. Aber
wichtiger als jede Deckungsfrage iſt für uns die Tatſache,
daß die Wehrvorlage bis zum 1. Juli beſchloſſen ſein
muß, damit ſie am 1. Oktober in Kraft treten kann. So
wie Frankreich uns bekämpft hat, ſo finden wir es auch
ſtets auf Seiten unſerer Gegner. Der Zweibund Frank=
reichs
mit Rußland hat nach unſerer Auffaſſung eine
offenſive Spitze gegen Deutſchland. Der Geiſt des Haſſes
in Frankreich gegen uns iſt nicht durch Entgegenkommen
unſererſeits zu beſeitigen. Je ſtärker wir ſind, deſto un=
vahrſcheinlicher
iſt der Krieg. Das Burſchenweſen und
der einjährig=freiwillige Dienſt müſſen reformiert werden.
Tüchtige Leute aus allen Berufen ſollten zur Prüfung zu=
gelaſſen
werden. Damit würden auch die höheren Lehr=
nſtalten
entlaſtet werden. Die vornehmen Regimenter
mit rein adeligem Offizierkorps müſſen bei allem Reſpekt
vor Traditionen beſeitigt werden. Die Militärjuſtiz muß
geändert werden. Vor allen Dingen müſſen auch mil=
dernde
Umſtände zugebilligt werden können. Die Worte
des Herrn Noske, daß die Armee bald der Sozialdemo=
kratie
ausgeliefert ſei, waren eine Ueberhebung. Noch iſt
die Armee ein Bollwerk des monarchiſchen Gedankens, ſo=
lange
keine Ungerechtigkeit den monarchiſchen Gedanken
gefährdet. Das gibt uns zu denken. Wir müſſen dafür
ſorgen, daß es bei der Beratung der Deckungsvorlage
unter den bürgerlichen Parteien keine Sieger und keine
Beſiegten gibt. (Sehr richtig! rechts. Lachen bei den So=
ialdemokraten
.) Die Regierung muß dafür ſorgen, daß
die Unzufriedenheit im Volke nicht noch wächſt, und dann
hat die Phantaſie des Herrn Noske ihre Schuldigkeit ge=
tan
. (Beifall bei den Nationalliberalen.)
Gans Edler Herr zu Putlitz (konſ.): Bei der jetzi=
gen
Heeresvorlage konnten wir uns nicht verhehlen, daß
ſich die politiſchen Verhältniſſe im Laufe des letzten Jah=
res
außerordentlich verſchärft haben. Auch haben wir
nicht die Rüſtungen der Nachbarländer vorausgeſehen.
Die Leiſtungsfähigkeit Deutſchlands wird mit den 130000
Rekruten, die jährlich mehr eingeſtellt werden ſollen, noch
nicht erſchöpft werden. Der Kavallerie ſind in neuerer
Zeit derartig viele neue Aufgaben entſtanden, daß wir
die Verantwortung nicht auf uns nehmen können, die
Regierungsvorlage in dieſer Hinſicht abzuſchwächen. Die
Kommandogewalt iſt im letzten Grunde eine Stärkung
des Heeres. Ihre Einſchränkung könnten wir nicht billi=
gen
. Wenn die Sozialdemokratie vom Vaterland ſpricht,
ſo hat ſie ein anderes Ziel im Auge als wir. Unſer
Vaterland kennt ſie nicht, ſie ſtrebt nach einem internatio=
nalen
. Wenn Herr Noske den Kapitalismus bekämpfen
will, ſo muß er für Aufrechterhaltung des jetzigen Re=
gimes
in Deutſchland eintreten, denn nur die Monarchie
ſt der ſtärkſte Damm gegen kapitaliſtiſche Strömungen.
Wir unterſtützen den Kriegsminiſter in dem Beſtreben, das
Heer zu ſtärken, weil wir überzeugt ſind, daß wir für das
Volk etwas Gutes ſchaffen. Wir wollen keinen Krieg,
aber wir wollen, daß, wenn wir einen Krieg bekommen,
wir ſo ſtark ſind, wie wir nur ſein können, ſonſt legen wir
eine Verantwortung auf uns, die wir nicht tragen können.
Wir ſind überzeugt, daß auch das Volk die neuen Laſten
tragen kann ohne Hemmnis ſeiner wirtſchaftlichen und
kulturellen Bedürfniſſe. (Beifall rechts.)
Abg. Müller=Meiningen (Fortſchrittl. Volkspt.):
Wenn jetzt von der Rechten anerkannt wird, das deutſche
Volk könne ſtolz ſein auf ſein Parlament, ſo iſt das eine
rfreuliche Beſſerung. Noch vor kurzer Zeit hörte man
von dem Leutnant mit den zehn Mann. (Sehr gut! links.
Der Vorwurf der Verſchleppung dieſer Vorlage trifft nicht
die Linke. Niemand anders als die Rechtsparteien ſind
es, die an der Verſchleppung ſchuld ſind. (Lachen rechts.
Dr. Oertel betritt den Saal.) Das corpus delieti liegt
etzt vor. (Große Heiterkeit.) Auf den weiteren Inhalt
der Oertelſchen Rede komme ich aber nicht zurück. (Dr.
Oertel verneigt ſich und verläßt wieder den Saal. Er=
neute
Heiterkeit.) Wir haben in gewiſſenhafter Prüfung
unſere Schuldigkeit getan. Die Regierung iſt aber ſchuld

an der ſpäten Verabſchiedung, denn ſie hat dieſe Milliar=
den
=Vorlage einem abgehetzten und ermüdeten Reichstag
erſt im April übermittelt. Die mangelhafte Ueberſicht
erſchwerte uns die Arbeit weſentlich. Die Kavallerie be=
darf
nicht einer ſo ſtarken Vermehrung, die letzten Kriege
beweiſen das. Müſſen die Grenzen ſtärker mit Reiterei
beſetzt werden, ſo möge man einige Garderegimenter dort=
hin
verlegen. Ich frage den Kriegsminiſter, ob nicht der
größte Verbrecher aller Zeiten, der Oberſt Redl, auch deut=
ſche
Militärgeheimniſſe verraten hat. Lehren ſind auch
für Deutſchland aus dieſem Fall zu ziehen. Zu Peſſimis=
mus
iſt hinſichtlich unſeres Verhältniſſes zu den Nachbar=
ländern
kein Anlaß. Es muß für vermehrte Aufklärung
diesſeits und jenſeits der Vogeſen geſorgt werden. Dazu
mag die Berner Konferenz einen Anſtoß gegeben haben.
Eine aggreſſive Drohung iſt in der Vorlage nicht zu er=
blicken
, ſie iſt nötig, da wir nach zwei Fronten hin ſtark
ſein müſſen. Die Angriffe Noskes auf das Fliegerkorps
müſſen auch wir mit aller Entſchiedenheit zurückweiſen.
Dieſe Herren haben vollauf ihre Schuldigkeit getan. Hin=
ſichtlich
des Aushebungsmaterials haben wir erhebliche
Bedenken gehabt. Deshalb begrüßen wir mit Freuden,
daß unſer Antrag, der eine Aenderung unſeres ganzen
körperlichen Erziehungsſyſtems verlangt, mit großer
Mehrheit angenommen worden iſt. Durch Sport und
Spiel wird die Wehrfähigkeit des Volkes erheblich ge=
hoben
. Die 24 Reſolutionen, die die Budgetkommiſſion
angenommen hat, werden zur Berückſichtigung dringend
empfohlen. Reformen in der Militärjuſtizverwaltung ſind
erforderlich, das ſollte auch von der höchſten Inſtanz end=
lich
anerkannt werden. Die Regierung und die oberſte
Kommandogewalt dürfen ſich der Notwendigkeit von Re=
formen
nicht verſchließen. (Lebhafter Beifall links.)
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Meine
Herren! Der Herr Vorredner hat ſoeben mit einem Ap=
pell
an mich geſchloſten, in dem er auseinandergeſetzt hat,
was meine oberſte Pflicht jetzt wäre. Meine oberſte Pflicht
geht dahin, dafür zu ſorgen, daß die Armee in Treue zu
Kaiſer und Reich, in der feſten Diſziplin und unbeug=
ſamen
Organiſation, von jedem fremden Einfluß befreit,
aufrecht erhalten wird. Das iſt die Pflicht, die mir Armee
und Volk auferlegen. Die Kommiſſion hat ſich in einer
entſchiedenen Mehrheit für die Vorlage ausgeſprochen.
Ueber einige Poſitionen ſind Meinungsverſchiedenheiten
geblieben. Darüber wird im weiteren Verlaufe der De=
batte
zu ſprechen ſein. Ueber die Notwendigkeit der an=
geforderten
Kavallerie=Regimenter zu ſprechen, überlaſſe
ich zunächſt meinem Nachbar, dem Herrn Kriegsminiſter.
Ich will aber ſchon jetzt betonen, daß die Forderung der
Neuformierung von ſechs Kavallerie=Regimentern zur
Sicherung des ganzen Heeres als notwendig anzuſehen iſt.
Da unſere Grenzprovinzen in allererſter Linie bei einem
Angriff bedroht ſind, ſo müſſen wir dieſe Forderung un=
bedingt
aufrecht erhalten. Ich richte die ernſte Bitte an
Sie, daß Sie in dieſer Beziehung völlig erkennen mögen,
was zum Schutze des Vaterlandes und ſeiner Bewohner
nötig iſt, und daß deshalb der Beſchluß der Budgetkom=
miſſion
revidiert werden muß. Es hieße die Bedeutung
der Vorlage abſchwächen, wenn ich heute nochmals auf
die Gründe zurückkommen wollte, die zu der Vorlage ge=
führt
haben. Ihre Notwendigkeit iſt wohl von allen
Seiten anerkannt. Nun hat der Herr Vorredner gefragt,
wie ſich die Regierung zu der Frage der Deckung der
Koſten ſtellt. Mein Standpunkt ergibt ſich klar und deut=
lich
aus der Lage der Dinge. Es iſt ein unbeding=
tes
Erfordernis daß die Heeresverſtär=
kung
unverzüglich ins Werk geſetzt wird.
Das iſt der oberſte Grundſatz, nach dem ich meine Haltung
regle und nach dem ich auch in Zukunft meine Haltung
regeln werde. Daneben ſteht die Forderung, daß die
finanziellen Erforderniſſe die Grundlagen von Reich und
Bundesſtaaten nicht erſchüttern. Wir haben Ihnen volle
Deckung vorgeſchlagen, und dafür habe ich mich auch in
der Kommiſſion dieſes hohen Hauſes ausgeſprochen. Daß
eine Mehrheit dafür vorhanden iſt, daran zweifle ich nicht.
Daß die Deckung angenommen wird, darauf vertraue ich
zuverſichtlich. Wie der Wehrbeitrag geſtaltet wird, darauf
gehe ich jetzt nicht ein, denn wir ſtehen noch vor der zwei=
ten
Kommiſſionsleſung. Eine Einigung iſt in allen
Punkten noch nicht gefunden. Die Deckung der laufenden
Koſten, die Sie für die Vorlage bewilligen ſollen, darf
nicht nur auf dem Papier ſtehen, ſondern Sie wollen ſie
doch auch bezahlen. Deshalb iſt es eine Pflicht, eine Eini=
gung
zu ſuchen, da über die Deckung für die laufenden
Koſten eine Einiaung noch nicht erzielt worden iſt. Den
Weg zu dieſer Einigung haben wir Ihnen in unſerer
Vorlage gewieſen (Bewegung), und ich bin feſt überzeugt,
die Einigung wird gefunden werden, weil ſie gefunden
werden muß. Ein Volk, das in der Mehrheit ſeiner Par=
lamentsvertretung
zu der Gewißheit gekommen iſt, daß
es eine Heeresverſtärkung haben muß, weil die Sicherheit
und der Schutz des Vaterlandes dies verlangen. hat auch
ein Recht darauf, daß ihm dieſer Schutz in Wirklichkeit
gewährt wird. (Sehr richtig! rechts.) Bei dem Weg,
den Sie eingeſchlagen haben, gibt es kein Zurück! Wir
können nicht das Volk um den Schutz betrügen, von dem
wir überzeugt ſind, daß er ihm not tut. Das wäre eine
Verſündigung am Vaterlande. Deshalb werde ich
mich für meinen Teil dafür einſetzen, daß
die Wehrvorlage zu dem Zeitpunkt ins
Werkgeſetzt wird, den die Regierung dafür
vorgeſehen hat. Ich werde mit Ihnen arbeiten,
aber ich werde, wenn es erforderlich iſt, auch dafür
kämpfen, daß die Mittel bereitgeſtellt
werden, die dazu nötig ſind. Wenn ich nicht feſt dazu
entſchloſſen wäre, hätte ich die Vorlage nicht eingebracht.
Ich hoffe, daß Sie geneigt ſein werden, zu handeln und
ein Werk zum Abſchluß zu bringen, für deſſen Scheitern
kein Menſch die Verantwortung tragen könnte. ( Leb=
haftes
Bravo! und Bewegung.)
Abg. v. Liebert (Reichspt.) bleibt bei der herrſchen=
den
Erregung zunächſt unverſtändlich. Die Kavallerie iſt
für den Kriegsfall von größter Bedeutung, ſowohl was
die Schnelligkeit in der Verfolgung des Feindes, als auch
die Aufklärung des Geländes anbetrifft. Von höchſter
Bedeutung ſind die Abſtriche von Offizieren und Unter=
öffizieren
. Die Vorwürfe gegen die Luftſchiffahrt ſind
ganz ungerechtfertigt, ebenſo die gegen die Bezirkskom=
mandeure
. Gerade dieſe Offiziere müſſen über eine große
Erfahrung und Autorität verfügen. Die Abſchaffung des
Burſchenweſens iſt ausgeſchloſſen, da die Burſchen ja
nicht dem Frontdienſt entzogen werden. Wir ſtimmen
der Regierungsvorlage zu. Abg. Colshorn (Welfe):
Bei der erſten Leſung haben wir uns abwartend verhal=
ten
, da uns einzelnes noch ungeklärt ſchien und wir Auf=
klärung
haben wollten. Wir erkennen die Notwendigkeit
der Heeresverſtärkung an und ſtimmen der Vorlage zu,
wie ſie die Kommiſſionsberatung verlaſſen hat. Auch die
Notwendigkeit der Steuerlaſten erkennen wir an, aber ſie
müſſen gerecht verteilt und auch die Beſitzenden damit
belegt werden. Bei Verteilung der neuen Truppenteile
müſſen mehr als bisher kleine Garniſonen geſchaffen
werden.
Abg. Baſſermann (natlib.): Wir erkennen den
Standpunkt des Reichskanzlers, daß die Vorlage recht=
zeitig
verabſchiedet werden muß, als richtig an. Bei die=
ſer
nationalen Notwendigkeit müſſen ſich alle Rückſichten
unterordnen, das iſt ganz unſer Standpunkt. Ich hoffe,

[ ][  ][ ]

daß die Regierung mit gewohnter Energie (Lachen links)
ſſich auch für die Regierungsvorlage einſetzen wird. Wo
ein Wille iſt, iſt auch ein Weg. Hoffentlich kommen wir
zu einer Reichsbeſitzſteuer, damit nicht auf die Matrikular=
beiträge
zurückgegriffen werden muß. Wenn ſechs neue
Kavallerie=Regimenter als notwendig hingeſtellt werden,
ſo müſſen wir dies als richtig annehmen. Durch das Flug=
weſen
kann die Kavallerie nicht erſetzt werden. Das tun
nicht einmal unſere Nachbarn. Rußland ſtellt fortwähren!
neue Kavallerieformationen auf. Auch die Kommiſſion
hat die Notwendigkeit zur Vermehrung der Kavallerie
kanerkannt, indem ſie drei neue Regimenter bewilligte
Ich beantrage hiermit Wiederherſtellung der Regierungs=
vorlage
. Nach perſönlichen Bemerkungen wird ver=
tagt
. Nächſte Sitzung Donnerstag 1 Uhr: Fort=
ſetzung
der heutigen Beratung. Schluß ¾7 Uhr.
* Berlin, 11. Juni. Der Seniorenkonvent
des Reichstages beriet heute vor Beginn des Ple=
nüms
die Geſchäftslage und einigte ſich dahin: Die De=
batte
über die Wehrvorlagen wird in dieſer Woche vor=
ausſichtlich
nicht zu Ende geführt. Sollte dies aber doch
der Fall ſein, dann tritt das Plenum am Montag und
Dienstag nächſter Woche nicht zuſammen. Wird die De=
batte
in dieſer Woche nicht beendet, dann geht die Berat=
ung
ſchon am Dienstag weiter. Eine weitere Vertagung
des Plenums iſt nicht in Ausſicht genommen, weil die
Anweſenheit der Fraktionen auch während der wichtigen
Kommiſſionsberatung über die Deckungsvorlagen als
notwendig erachtet wird.

Parlamentariſches.

Der Sonderausſchuß zur Vereinfach=
ung
der Staatsverwaltung hielt geſtern ge=
meinſam
mit der Regierung eine Sitzung ab. Es wurde
zunächſt der Antrag des Abg. Bähr verhandelt, die Ge=
ſchäfte
des Staatsminiſteriums denen der anderen Mini=
ſterien
anzugliedern. Die Regierung ſprach ſich natürlich
gegen dieſen Vorſchlag aus, da die Geſchäfte des Staats=
miniſteriums
genau in Verordnungen uſw. feſtgelegt ſeien,
auch eine nennenswerte Erſparnis nicht erzielt werden
könnte. Man ging ſchließlich über den Antrag zur
Tagesordnung über. Eine eingehende Beſprechung fand
tatt über die Reorganiſation der Baubehör=
den
. Hierzu hatte die Regierung bekanntlich eine Denk=
ſchrift
vorgelegt, die eingehend erörtert wurde. Dazu war
von Prinz Viktor zu Erbach=Schönberg ein
ausführlicher und ſehr beachtenswerter Gegenvor=
ſchlag
ausgearbeitet worden, der in Einzelheiten noch
weiter geht, wie die Regierung, und von dieſer bekämpft
wurde. Man beſchloß ſchließlich, die beiden Denkſchriften
im Druck erſcheinen zu laſſen und nach eingehender Prüf=
ung
im Herbſt in erneute Behandlung zu nehmen.
Ueber die Sitzung wird noch ein offizieller Bericht des
Staatsminiſteriums erſcheinen.

Luftfahrt.

7
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
Von dem Beſuch der Darmſtädter in Heidelberg am
Dienstag ſchreiben die Heidelberg. N. Nachr.: Während
in der Morgendämmerung noch eine neblige Feuchtig=
keit
über dem Heidelberger Flugplatz lagerte, trafen ſich
gegen 5 Uhr früh einige Herren vom Heidelberger Luft=
flottenverein
, um Vorbereitungen zu treffen für den
Empfang einiger vom Griesheimer Exerzierplatz bei
Darmſtadt gemeldeten Militärflieger, von denen ſich einer
(Leutnant Reinhardt) um den von den Heidel=
berger
Banken geſtifteten Silberpokal be=
werben
wollte. Herr Bankdirektor Dorn führte den Po=
kal
mit ſich; er ſoll dem Flieger verliehen werden, der
innerhalb Jahresfriſt am öfteſten hierher flog und hier
landete. Um 5½ Uhr kam die telephoniſche Meldung,
daß Leutnant Reinhardt nicht aufſteige, daß dagegen
zwei Flugzeuge mit zwei Offiziersflie=
gern
und zwei Unteroffiziersfliegern von Darmſtadt aus
unterwegs ſeien. In dieſem Augenblick wurde bereits
ein Doppeldecker geſichtet. 5,42 Uhr landete das Flug=
zeug
, das die Nummer B. 14. 12. trägt, in großer Schleife
auf dem Flugplatz. Seine Bemannung beſtand aus den
Fliegern Gorlt und Kurrek, die 55 Minuten unter=
wegs
waren. Das Flugzeug wurde von Soldaten in die
Halle gebracht. Inzwiſchen war es 6 Uhr geworden und
mit Spannung ſah man dem Eintreffen des überfälligen
zweiten Flugzeuges entgegen. Dieſes mußte, wie 6,10
Uhr gemeldet wurde, in der Nähe von Weinheim
wegen Oelmangels niedergehen. Der Euler=
doppeldecker
, der wegen Bruchs der Oelleitung die Not=
landung
vornehmen mußte, liegt auf einem Rübenacker
bei Muggenſturm. Wie in Erfahrung zu bringen war,
ſollte die Reparatur etwa eine halbe Stunde in An=
ſpruch
nehmen. Um halb 9 Uhr war zur Vornahme der=
ſelben
ein Militärauto aus Darmſtadt mit Werkzeugen
am Notlandungsplatz eingetroffen. Wie ſich aber ſyäter
herausſtellte, muß in dem Doppeldecker, der von Einem
Offiziersflieger und einem Unteroffiziersflieger bemannt
iſt, ein neuer Motor eingebaut werden. Die beiden vor=
mittags
in Heidelberg gelandeten Flieger waren 4,50 Uhr
auf dem Griesheimer Exerzierplatz aufgeſtiegen und lan=
deten
ſchon nach 52 Minuten glatt auf dem Heidelberger
Flugplatze. Sie hatten Höhen bis zu 900 Metern erreicht
und zum Teil ſtarken Gegenwind, auch verſchiedene Böen
zu überwinden. Die beiden Flieger beabſichtigen, gegen
Abend (etwa um 7 Uhr) weiter zu fliegen, und zwar zu=
nächſt
nach Karlsruhe und dann nach Straßburg. Den
Flug unternehmen die beiden, um ſich das Fliegerabzei=
chen
zu erwerben. Sie müſſen zu dieſem Zweck eine Luft=
reiſe
von 300 Kilometern abſolvieren. Die infolge Heiß=
laufens
des Zylinders notwendig gewordene kleine Repa=
ratur
iſt ſchon nach kurzer Zeit beendet geweſen.
Die Radiotelegraphie der Sachſen
* Bei der Wiener Fahrt des Zeppelin=Luftſchiffes be=
fand
ſich eine von Dr. Dieckmann geleitete Telefunken= Sta=
tion
an Bord. Für den Verkehr mit dem Luftſchiffe ſtan=
den
die Landſtationen in Frankfurt a. M. (Luftſchiffhalle),
Karlsruhe, München, Gräfelfing und die im Kriegsmini=
ſterium
in Wien zur Verfügung. Die vom öſterreichiſchen
Militär für den Flugplatz Aſpern vorgeſehene Station
wurde erſt nach der Landung betriebsklar. Die wechſel=
ſeitige
Verſtändigung, namentlich mit Karlsruhe, München
und Wien, war ganz vorzüglich. Es wurden mehrere
Telegramme an die Wiener Preſſe über den Fahrtverlauf
von Bord der Sendſtation zur Drahtbeförderung gegeben
dieſe Telegramme wurden von der Preſſe irrtümlich nicht
als Radiotelegramme ſondern als gewöhnliche Tele=
gramme
regiſtriert. Sehr erfreut war Graf Zeppelin, als
von der Meteorologiſchen Zentralſtation München, wäh=
rend
das Schiff in der Gegend von Schärding flog, die
Meldung eintraf: Behalten weſtlichen Wind, Wien wol=
kenlos
. Auch von Wien wurde die Wettermeldung mit

Orientierungszeichen (erſtmalig öſtlich von Linz) empfan=
gen
und dann die bevorſtehende Landung mitgeteilt. Auf
der Rückfahrt von Wien konnte die Radiotelegraphie nicht
wie auf der Hinfahrt angewandt werden, da wegen zu
großer Belaſtung des Schiffes durch den nach der Land=
ung
niedergegangenen Gewitterregen mehrere Fahrtteil=
nehmer
, darunter der Radiotelegraphiſt, von der Mitfahrt
zurückſtehen mußten.
Vögel und Flugmaſchinen.
ck. Daß ein genaues Studium des Vogelfluges wich=
tige
Aufſchlüſſe für die Konſtruktion der Flugmaſchine
geben kann, iſt eine Ueberzeugung, die alle Bahnbrecher
auf dieſem Gebiete gehabt haben, die ihre Arbeit ſtets mit
einer eingehenden Beobachtung der fliegenden Vögel be=
gannen
. Auch die Wiſſenſchaft hat ſich dieſes Problems
bemächtigt, und neuerdings hat beſonders der franzöſiſche
Forſcher Magnan eine Reihe von Unterſuchungen an
Vögeln durchgeführt, die bemerkenswerte Ergebniſſe ge=
zeitigt
haben. Er hat feſtgeſtellt, daß bei allen fliegenden
Vögeln die Verhältniſſe ihrer Körpermaße gleich bleiben
und in einer regelmäßigen Beziehung zu dem Gewicht,
das ſie zu befördern haben, ſtehen. Die Natur würde
danach einen wertvollen Fingerzeig für die Flugkunſt lie=
fern
, da man die Maßberechnung der Vögel auf den Bau
der Flugmaſchine übertragen könnte. Magnan hat 200
Vögel, die zu 76 Arten gehörten, unterſucht, und zwar im
Naturzuſtande, ohne daß ſie im Käfig gelebt hätten; alle
wurden mit der Büchſe aus der Luft heruntergeholt und
ſofort nach dem Tode genau gewogen und ausgemeſſen.
Die Oberfläche ihrer Flügel wurde genau in Quadrat=
zentimetern
beſtimmt, die Länge und Breite des Flügels
und des Schwanzes in Zentimetern aufgezeichnet und
auch die Einzelgewichte genau in Grammen feſtgeſtellt.
Dabei zeigte ſich, daß die chrakteriſtiſchen Merkmale des
Vogels variieren, je nachdem er den Gleitflug, den Segel=
flug
oder den Rudererflug ausübt, daß aber dieſe Merk=
male
bei den Individuen derſelben Gruppe ſo gleichmäßig
wiederkehren, daß man ſie für die Praxis als konſtant an=
nehmen
kann. Magnan klaſſifiziert dabei die Vögel fol=
gendermaßen
: Raubvögel, die vor allem den Gleitflug
ausführen, Schwimmvögel, die den Segelflug ausüben,
und Ruderervögel, wie Sperlinge und Hühnerarten. Es
ſind nun die Vögel der erſten Gruppe, deren Flug ſich
am meiſten dem der Flugmaſchinen, und zwar der Ein=
decker
, nähert. Da nun in dieſer Gruppe ein Vogel von
500 Gramm dieſelben Verhältniſſe in ſeinen Körpermaßen
aufweiſt, wie ein Vogel von 10 Kilogramm, ſo muß man
annehmen, daß auch ein Vogel dieſes Typs der Gleit=
flieger
, der 500 Kilo wiegen würde, dieſelben Verhält=
niſſe
zeigen würde. Auf Grund dieſer Annahme hat Mag=
nan
berechnet, welche Maße ein ſolcher Rieſenvogel von
500 Kilo, der alſo etwa das Gewicht eines Eindeckers
hätte, haben müßte, und er iſt zu folgenden Zahlen ge=
langt
: Flügeloberfläche 14,970 Quadratmeter, Gewicht der
Flügel 98,5 Kilogramm, Spannweite 10,5 Meter, Breite
des Flügels 1,87 Meter, Länge des Schwanzes 2,06 Me=
ter
, Länge des Apparates 4,67 Meter. Abgeſehen von
der Länge, die erheblich geringer iſt als die unſerer heu=
tigen
Flugmaſchinen, ſind dieſe Maße in der Tat nicht
ſehr verſchieden von denen der üblichen Typen. Das Ge=
wicht
iſt freilich ſehr verſchieden, je nach den Bauſtoffen,
und man ſucht natürlich zu einer immer größeren Leich=
tigkeit
der Maſchinen, bei gleichbleibender Widerſtands=
kraft
, zu gelangen, da ein Ueberſchuß an Kraft eine Ver=
mehrung
der Sicherheit bedeuten würde.
* Warſchau, 11. Juni. Der Flieger Brinde=
jonc
beabſichtigt, in zwei Tagen nach Petersburg
weiterzufliegen.

Landwirtſchaftliches.

* Groß=Gerau 11., Juni. Ueber den Verlauf
des letzten Ferkelmarktes iſt folgendes zu berichten.
Der Auftrieb betrug 807 Tiere, die alle bis auf einen klei=
nen
Reſt Käufer fanden. Es wurden gelöſt für Ferkel 16
bis 20 Mark, für Springer 2228 Mark, und für Einleger
4550 Mark pro Stück. Der nächſte Ferkelmarkt ſindet
Montag, den 16. Juni ds. Js., ſtatt.
* Frankfurt a. M., 11. Juni. Schweinemarkt.
Auftrieb: 1176. Marktverlauf mittelmäßig, bleibt Ueber=
ſtand
. Preiſe: Lebendgewicht: a) 53½56 Mk., Schlacht=
gewicht
: 7072 Mk., b) 53½56 Mk., 6871 Mk., c) 53
bis 56 Mk., 6971 Mk., d) 5356 Mk., 6971 Mk.
Der 2, dieswöchentliche Großviehmarkt und der Haupt=
markt
für Kleinvieh findet nicht Donnerstag, den 12. Juni,
ſondern Freitag, den 13. Juni, ſtatt.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Der Bleichſtraßen=Durchbruch iſt endlich Tatſache.
Derjenige des Dornheimerwegs nach der Bismarckſtraße
iſt zu Beginn des nächſten Jahres zu erwarten. Vielleicht
beſieht ſich mal einer oder der andere der Herren Stadt=
väter
um 12 Uhr mittags den lebensgefährlichen Verkehr
durch die Tunnelröhre der Landwehrſtraße. Hunderte von
Eiſenbahnern. Poſtbeamten und Arbeitern eilen nach dem
Johannes= bezw Martinsviertel zum Mittagbrot. Der
Zugangs= und ebenſo Zufahrtsverkehr nach dem Bahnhof
iſt zur Vermeidung von Umwegen auf dieſe eine Strecke
beſchränkt. Warum macht man nicht gleich ganze Arbeit
und ſtellt eine Verbindung mit der Kahlertſtraße vom
Ende der Schenckſchen Fabrik her? Die Möglichkeit iſt
vorhanden und ohne großen Aufwand durchzuführen. Man
wende ja nicht in bekannter Weiſe techniſche Schwierig=
keiten
ein. Wo ein Wille iſt, iſt auch ein Weg.
S.

Bomben=Attentat.

* Liſſabon, 10. Juni. Unter den durch die geſtern
gemeldete Bombenexploſion Verwundeten befin=
den
ſich 34 Minderjährige und ein Kind. Alle wurden
ins Krankenhaus gebracht. Der mutmaßliche Ur=
heber
der Exploſion iſt, nachdem man ſeine Wunde ver=
bunden
hatte, verhaftet worden.
* Liſſabon, 11. Juni. Sobald die Nachricht von
der Bombenexploſion bekannt geworden war, begaben ſich
der Miniſterpräſident, der Kriegsminiſter und der Mini=
ſter
des Innern auf den Schauplatz. Man glaubt, daß
die Bombe von einem Menſchen geſchleudert worden
iſt, der an der Spitze der Truppe marſchierte, die eine
ſchwarze Fahne trug mit der Inſchrift: Brot oder Ar=
beit‟
. Die Menge griff das Syndikatsgebäude an, zer=
ſtörte
die Möbel und verſuchte das Haus in Brand zu
ſtecken. Mehrere Syndikaliſten wurden verhaftet. Sie
wurden von der wütenden Volksmenge auf dem Wege
zum Gefängnis angegriffen. Die Regierung hat alle Vor=
ſichtsmaßregeln
getroffen.

* Liſſabon, 10. Juni. Durch die Bombenexplo=
ſion
iſt der Urheber derſelben ſelbſt am Bein ver=
letzt
worden. Man fand ihn auf dem Platze. Er er=
klärte
, er habe Selbſtmord begehen wollen.

Ein Attentat auf den Großweſir.

* Konſtantinopel, 11. Juni. Auf den Groß=
weſir
Mahmud Schefket Paſcha wurde ein Atten=
tat
verübt. Schefket Paſcha wurde ſchwer verwun=
det
. Nach anderen Meldungen ſoll er bereits ge=
ſtorben
ſein.
* Konſtantinopel, 11. Juni. Das Preß=Bureav
veröffentlicht ein amtliches Communigué, demzufolge der
Großweſir und Kriegsminiſter Mahmud Schefket
Paſcha, als er ſich heute morgen im Automobil zur
Pforte begeben wollte, an einer Straßenkreuzung am Ba=
jazetplatz
wegen Erdarbeiten halten mußte. In dieſem
Augenblick gab aus dem Publikum eine unbekannte Perſon
mehrere Revolverſchüſſe ab, wodurch der Kriegs=
miniſter
ſchwer verwundet wurde. Er wurde ſofort in das
Kriegsminiſterium zurückgebracht, wo er eine halbe
Stunde ſpäter ſeinen Geiſt aufgab. Auch der
Adjutant Schiffsfähnrich Ibrahim wurde
von einer Kugel getroffen und getötet. Der Miniſter=
rat
trat ſofort im Kriegsminiſterium zuſammen, um über
die Lage zu beraten und die nötigen Maßnahmen zur Auf=
rechterhaltung
der Ordnung zu treffen. Unker dem Ver=
dacht
, der Mörder zu ſein, wurde ein Mann namens To=
pal
Tewſic in einer Bedürfnisanſtalt in dem Stadt=
teil
Yedkpaſcha verhaftet. Er trug 2 Revolver und
mehrere Patronen bei ſich. Die Polizei ſetzt die Unter=
ſuchung
fort.

Der Balkankrieg.

Serbiſch=bulgariſcher Krieg?
* Peſt, 11. Juni. Der ſerbiſch=bulgariſche Krieg iſt
nach den heutigen Nachrichten aus Belgrad und Sofia
ſo gut wie ausgebrochen. Der ſerbiſche Geſandte
in Sofia iſt bereits abberufen. An der hieſigen Effekten=
börſe
iſt mittags eine Panik ausgebrochen, da man all=
gemein
glaubt, daß Oeſterreich=Ungarn bei dem bevor=
ſtehenden
neuen Balkankonflikt aktiv gegen Serbien
vorgehen wird. Die ungariſchen Kreditaktien ſind auf 80,7,
die Kronenrente auf 81 gefallen.
* Sofia, 10. Juni. Das Regierungsorgan Mir
ſagt in einer Beſprechung der Haltung Serbiens: Die
Serben ſuchen Krieg. Unter dieſen Umſtänden
bleibt für Bulgarien ein Mittelweg nicht mehr übrig.
Die bulgariſche Regierung muß unverzüglich die Räum=
ung
der Gebiete der nichtbeſtrittenen Zone verlangen und
muß bis zur Fällung eines Schiedsſpruches in alle Ort=
ſchaften
der beſtrittenen Zone Truppen entſenden, die den
ſerbiſchen an Zahl entſprechen.
* Belgrad, 11. Juni. Die Bulgaren haben
ich von Walandavo nunmehr zurückgezogen. Der Perſo=
nen
= und Güterverkehr zwiſchen Serbien und Bulgarien
iſt gänzlich eingeſtellt. Der bulgariſche Geſandte Toſchew
hat von der Bahndirektion einen Wagen zum Transport
ſeiner Effekten verlangt, doch hält man dies zunächſt noch
für einen Bluff, da die diplomatiſchen Beziehungen noch
keineswegs abgebrochen ſind.
* Konſtantinopel, 11. Juni. Die türkiſche Re=
gierung
beſchloß, ſich in einem neuen Krieg zu
nächſt neutral zu verhalten. Die Demobiliſier=
ung
wird zunächſt nicht vorgenommen. Man bezweifelt
auf der Pforte, daß die Note der Mächte, betr. ſchleunige
Demobiliſierung, vor der kommenden Woche überreicht
werden wird, da die Mächte in dieſer Frage offenbar un=
einig
ſind. Die Bulgaren haben faſt ihre ganze Truppen=
macht
in Mazedonien konzentriert.
Kollektivſchritt der Mächte?
* Wien. 11. Juni. Von beſonderer Seite erfährt die
Neue Freie Preſſe, daß in allerkürzeſter Zeit ein
Kollektivſchritt der Mächte bei den Balkan=
ſtaaten
erfolgen wird. Zurzeit finden zwiſchen den Groß=
mächten
Verhandlungen über die Modalitäten des Schrit=
tes
ſtatt. Man nimmt an, daß die Mächte vielleicht ſchon
morgen, jedenfalls aber in den allernächſten Tagen in
Sofia, Belgrad und Athen durch ihre Vertreter eine ernſte
Mahnung zum Frieden erteilen und konkrete Vorſchläge
zur Schlichtung des Streites geben werden.
Räumung Albaniens.
* Wien, 10. Juni. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Valona: Dſchavid Paſcha hat endgültig Albanien
mit 3400 kranken Soldaten verlaſſen.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 11. Juni. Der Kommandeur
der bulgariſchen Tſchataldſcha=Armee hat den türkiſchen
Vizegeneraliſſimus Izzet Paſcha davon verſtändigt, daß
in der Länge der gegenwärtig von den bulgariſchen Trup=
pen
beſetzten Marmaraküſte in einer Entfernung bis zu
zehn Kilometern von der Küſte Unterſeeminen aus=
gelegt
worden ſeien. Die Pforte hat hiervon die
Vertretungen der auswärtigen Staaten behufs Verſtän=
digung
der Handelsſchiffahrt benachrichtigt.

Literariſches.

Eine Feſtgabe zur Wagner=Jahrhundertfeier
bietet der ehemalige Hofſchauſpieler und Regiſſeur am
Stuttgarter Hoftheater Hans Weber in dem ſoeben
erſchienenen Buche: Richard Wagner über den
Ring des Nibelungen Ausſprüche des
Meiſters über ſein Werk. Wir erleben
in dieſen Ausſprüchen die Entſtehung des muſi=
kaliſchen
Rieſenwerks von den früheſten Anfängen
bis zu ſeiner Vollendung mit. Einen Genuß erleſenſter
Art verſchafft die Lektüre dieſes aus den einſchlägigen
Stellen der Briefe, der Schriften und der Autobiographie
überſichtlich auſammengeſtellte Buch. Es iſt die mit
erſtaunlicher Unmittelbarkeit wirkende Biographie eines
Kunſtwerkes, als Einführung in das Weſen desſelben für
den Laien von unſchätzbarem Wert, für den Muſiker und
Wiſſenſchaftler ein wahres Erbauungsbuch und ein be=
quemes
Nachſchlagewerk zugleich. Es iſt der authentiſche,
Führer durch Wagners Ring. Der bei Breitkopf & Härtel
in Leipzig erſchienene Band koſtet geheftet 3 Mark
gebunden 4 Mark

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 11. Juni. Der gemeldete Beſchluß der ge=
miſchten
Deputation zur Beratung von Maßnahmen
gegen die Lebensmittelteuerung hat, wie
gemeldet wird, folgenden Wortlaut: Der Verkauf ruſſiſchen

[ ][  ][ ]

Reiſches wird bis auf weiteres eingeſtell. Die Depula=
tion
behält ſich vor, wenn die Verhältniſſe es erfordern,
den Verkauf wieder aufzunehmen. Von Bedeutung für
den Beſchluß war, daß der Antrag des Magiſtrats an den
Landwirtſchaftsminiſter, während der heißen Jahreszeit
bis zum 31. Auguſt anſtatt die Einfuhr friſchen Fleiſches
die Einfuhr von lebendem Vieh zu geſtatten, nicht geneh=
migt
wurde. Die Deputation beſchloß, dem Miniſter
die vorläufige Einſtellung der Einfuhr von friſchem aus=
ländiſchem
Fleiſch mitzuteilen, um die Möglichkeit zu
behalten, die weitere Offenhaltung der Grenzen für fri=
ſches
ruſſiſches Fleiſch zu beantragen, die zunächſt nur
bis zum 30. September 1913 erfolgen darf Der Ver=
kauf
ruſſiſchen Fleiſches hört alſo am 21. Juli auf.
* Heidelberg, 11. Juni. Der hier tagende Raiffei=
ſenverband
dem auch die Landwirtſchaftliche Zen=
traldarlehnskaſſe
angehört, beſchloß heute gegen die Stim=
men
der 180 Poſener, das Grundkapital dieſer Kaſſe nicht
nur, wie es die Verwaltung empfohlen hat, um eine Mil=
lion
, ſondern um 5 Millionen auf 15 Millionen
zu erhöhen.
* Köln, 11. Juni. Die Strafkammer verurteilte heute
den Juſtizrat Leyendecker wegen Unterſchlagung,
reſp. Veruntreuung von Mündelgeldern in Höhe von
250000 Mark zu 2 Jahren und 8 Monaten Gefängnis.
Leyendecker brachte ſich durch Spekulationen in pekuniäre
Schwierigkeiten, vergriff ſich an den ihm anvertrauten Gel=
dern
und flüchtete dann nach London, von wo er an
Deutſchland ausgeliefert wurde.
* Wien, 11. Juni. Das Landwehrverordnungsblatt
veröffentlicht eine Zirkularverordnung, derzufolge der
Kaiſer durch Entſchließung vom 9. Juni 1913 ein Erin=
nerungskreuz
geſtiftet hat, welches anläßlich beſonde=
rer
militäriſcher Maßnahmen verliehen wird und Beſtim=
mungen
darüber, wer anläßlich der mit der Kriſe 1912/13
zuſammenhängenden militäriſchen Maßnahmen das Erin=
nerungskreuz
erhält.
* London, 11. Juni. Während der Premierminiſter
Asquith im Unterhauſe zum Finanzgeſetz ſprach,
ſprang plötzlich auf der Zuſchauertribüne ein Mann auf,
und ſchleuderte ein Wurfgeſchoß, welches ſich
als ein Blumenkorb herausſtellte, gegen die Miniſter=
bank
. Der Korb verfehlte Asquith und die übrigen Mini=
ſter
und fiel, ohne Schaden anzurichten, neben dem Spre=
cher
nieder. Der Mann, der ſodann Schmähſchriften
auf den Boden des Hauſes niederwarf, wurde von
den Dienern hinausgeworſen. Vermutlich handelt es ſich
um die Tat eines Anhängers des Frauen=
ſtimmrechts
. Asquith ſetzte ſofort unter dem Beifall
des Hauſes ſeine Rede fort.
Berlin, 11. Juni. Heute mittag fand in der Cha=
rité
, im Hörſaale der Erſten mediziniſchen Klinik, die
Enthüllung des Denkmals des Geheimen Rats
v. Leyden ſtatt Anweſend waren u. a. Vertreter der
Miniſterien des Innern und des Kultus. Die Feſtrede
hielt Profeſſor Albert Fränkel.
Kuxhaven, 11. Juni. Infolge heftigen Sturmes
wurde vergangene Nacht das Feuerſchiff am Oſtenriff
losgeriſſen und beſchädigt.
Zum Regierungsjubiläum des Kaiſers.
* Tübingen, 11. Juni. Die Univerſität veranſtaltet
am 16. Juni eine Kaiſerfeier durch einen Feſtakt mit
Bach=Vorführungen und einem Vortrag des Profeſſors
der Geſchichte, Wahl. Die Studentenſchaft hält am 13.
Juni einen Jahrhundertkommers und am 16. Juni einen
Fackelzug ab.
* New=York, 11. Juni. Das anläßlich des Regier=
ungsjubiläums
des Kaiſers in New=York ge=
bildete
Komitee hat bis jetzt gegen 180000 Mark ver=
einnahmt
zugunſten des hieſigen Deutſchen Hoſpitals. Das
Ergebnis der Sammlung wird am 16. Juni dem Vor=
ſtand
des Krankenhauſes übergeben, deſſen Neubau bei
dieſer Feier durch die Anbringung einer Tafel die Bezeich=

nung Kaiſer Wilhelm=Pavillon erhält. Dies iſt die erſte
Sammlung dieſer Art, welche in New=York und wohl
überhaupt in den Vereinigten Staaten unternommen
wurde. Die von den hieſigen Gebern an Seine Majeſtät
gerichtete Glückwunſchadreſſe wird durch Vermittlung des
hieſigen kaiſerlichen Generalkonſuls nach Berlin überſandt.
Der militäriſche Nachrichtendienſt der Preſſe.
* Bremen, 11. Juni. In der heutigen, ſehr zahlreich
beſuchten Hauptverſammlung des Vereins deutſcher Zei=
tungsverleger
in Bremen wurde nach einem Referat Dr.
Knittel=Karlsruhe in bezug auf den militäriſchen
Nachrichtendienſt der Preſſe und dem Entwurf
eines Geſetzes, betreffend den Verrat militäriſcher Geheim=
niſſe
, einſtimmig folgende Reſolution gefaßt: Der
Verein deutſcher Zeitungsverleger erhebt lebhaften Wi=
derſpruch
gegen den § 9 des Entwurfs des Geſetzes über

den Verat mitähriſcher Geheimuſe und jiede geſetliche
Beſtimmung oder behördliche Maßnahme, die eine Aus=
ſchaltung
der die Armee und Marine betreffenden Nachrich=
ten
oder Artikel aus den Zeitungen herbeizuführen geeig=
net
iſt. Er erkennt es als eine ſelbſtverſtändliche, übrigens
bisher ſchon in hohem Maße geübte vaterländiſche Pflicht
der Preſſe an, bei der Wiedergabe von Mitteilungen, welche
die Landesverteidigung betreffen, die größte Sorgfalt wal=
ten
zu laſſen. Die Erreichung dieſer Abſicht wird nur
möglich ſein, wenn die Behörden im Gegenſatz zu einer
bisher vielfach geübten Zurückhaltung zukünftig gegenüber
den Aufgaben der Preſſe im Dienſte der Allgemeinheit
in dieſer Beziehung mehr verſtändnisvolles: Entgegen=
kommen
bekunden und Einrichtungen ſſchaffen würden,
die den Verkehr zwiſchen den Militärbehörden und den
Zeitungen in zweckmäßiger und würdiger Weiſe regeln.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Gebt den Kindern täglich Bioſon.
Ich gab Bioſon meinem Töchterchen zur Stärkung nach
ſchwerer Krankheit u. hat ſich das Kind auffallend raſch er=
holt
. Ausſehen wie Allgemeinbefinden erfuhren in ganz
kurzer Zeit eine weſentliche Beſſerung, ſo daß ich Ihrem
Präparat nur das beſte Lob ausſtellen kann. Ludwig
Anfang, Barmen, Bendahlerſtr. 66. Unterſchrift be=
glaubigt
: 14. Febr. 1913, Hertzberg, Kgl. Notar. Bioſon nur
echt in großen Paketen à 3 Mk. in Apoth., Droa. (III,12924
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und hochgemute Frauen, denen kraftvolle Betätigung
durch Sport und Spiel, Reiſen und Touren zum Lebens=
bedürfnis
geworden iſt, nehmen zur Auffriſchung in
Stunden der Ermattung die echten Kola=Paſtillen Dall=
kolat
. Sieghaftes Kraftgefühl u. hochaufatmende Lebens=
freude
ſind der Lohn. 1 Schachtel Dallkolat Mk. 1. in
Apotheken und Drogenhandlungen. Jedenfalls in der
Adler=Apotheke, Beſſunger und Engel=Apotheke. Ferner
Hof=Drogerie, Central=, Bavaria=, Hubertus=, Germania=
Drogerie, Medizinal=Drogerie zum roten Kreuz, desgl.
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und ſprödem Haar wird uns folgendes Rezept
als beſonders vertrauenswürdig und wirkſam geſchildert:
Wöchentlich einmaliges Waſchen des Haares mit Zuckers
kombiniertem Kräuter=Shampoon (Pak. 20 Pf.), daneben
regelmäßiges, kräftiges Einreiben des Haarbodens mit
Zuckers Original=Kräuter=Haarwaſſer (Fl. 1,25 Mk.) und
Zuckers Spezial=Kräuter=Haarnährfett (Doſe
60 Pf.). Die Präparate zeichnen ſich ebenſo durch ihre
vortreffliche Wirkſamkeit, wie durch Billigkeit aus. Ein
gutes Haarwaſſer für 1,25 Mk. hat längſt gefehlt. Die
obige Kur kann deshalb auch der minder Bemittelte an=
wenden
, zumal alle Präparate äußerſt ausgiebig im Ge=
brauch
ſind. Jede Apoth., Drog. und Parfüm. führt ſie.

Friſche Erdbeeren und Flammeri, gekocht
mit M OZGGII2 und Vollmilch
geben eine köſtliche Nachſpeiſe.
Um den ſchönen nußartigen Geſchmack und
die volle Nährkraft des Mondamin zu erzielen;
iſt es nötig, dieſes 10 Minuten lang kochen zu
laſſen. Die Bereitung iſt dieedenkbar einfachſte,
Erdbeeren’ſind reichlich am Markt!=
Leſen Sie die Rezepte auf den Mondamin=Paketen à60, 30 u. 15
VI. 12911
A
35 2. 2.50
S M. ſ. Z.Z W.
68



2
Trauer-Kleider, FrauerLostume
90

Trauer-Blousen,Trauer-Röcke


5.
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe212.
In reicher-Auswahl!

ſietengen soſent
e
,
*2

Gebr. hoslein.
M

Ludwigsplatz.


18 2
5
4464a

Aus dem Geſchäftsleben.

Ein ehelicher Zwiſt auf offener Straße ſpielte ſich
unlängſt irgendwo ab. Die alte Geſchichte ewige
Knappheit im Haushalt trotz aller Beſchränkung
hatte bei einem noch jungen Paar in dieſer unge=
eigneten
Umgebung zur Exploſion geführt. Die
Steuer! Die Kohlen! Die Schuhe für die Kinder!
Was blieb wieder übrig! Ich habs jetzt ſatt! Die
erregte junge Frau fing an, aufzufallen, ſo daß ihr Be=
gleiter
erſichtlich aufatmete, als ſie zwiſchenhinein einen
Laden betrat. Bald erſchien ſie aber wieder mit
einem ruhigen, zufriedenen Lächeln! Sei wieder gut,
lieber Dicker! Fein heraus! Jeden zweiten Tag kriegt
ihr jetzt ſtatt Fleiſch eine Sauce! Eben hat man mirs
gezeigt etwas ganz Neues von Rotti! Zehn ver=
ſchiedene
nahrhafte und delikate Saucen=Würfel! Morgen
gibts z. B. Reis mit Rotti=Tomaten=Sauce! Es lebe
Rotti, der ja auch die bekannten Rotti=Suppen, Bouillon=
würfel
und Rotti=Würze macht.

(12971a
Brauerei-
Ausschank
6
Garten-Restädfaktin Hessehbrau
Kirchstr. 3
Angenehmer Abend-Aufenthalt.: Gute Küche.
Hessenbräu direkt vom Faß.:: Münchener Paulanerbräu.

Kurſe vom 11. Juni 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,80
74,80
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,00
3½ do. Conſols . . . 84,90
74,89
do.
do.
3
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
90,90
do.
3½
do.
3
3 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,30
83,00
do.
4½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe .
4 do. do. (unk. 1918) 96,50
do.
3½
73,30
do.
76,00
3 Sächſiſche Rente.
Württemberg unk. 1921 98,10
do. v. 1900 94,10
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,75
1¾ Griechen v. 1887
Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrent: 84,90
4 do. Goldrente . . . 87,00
4 do einheitl. Rente 81,20
3 Port ug. unif. Serie I 62,50
3 do. unif. Ser. III
do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 98,50
v. 1890 . .
4 do.
v. 1905 . . 86,00
do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 86,85
4 do. v. 1902 . . . . 85,8)
4½ do. v. 1905 . . . . 99,60
31 Schweden . . . . . .
-
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1993 79,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,8)
4 Ungar. Goldrente . . . 83,10
4 do. Staatsrente. . .

In Prot.
Zi.
5 Argentinier . . . . . . 97,20
.
4½ Chile Gold=Anleiße .
5 Chineſ. Staatsanleihe. 96.00
4½
88,50
do.
4½ Japaner . . . . . . . 86,50
5 Innere Merikaner . . . 79,60
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904
5 Gold=Mexikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 137,70
7 Nordd. Lloyd . . . . . 118,50
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. .
Aktienausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 403 . . 116,80
6 Baltimore und Ohio . 91,00
6 Schantungbahn . . . . 119,95
8 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 251
6 Pennſylvania R. R. . 108,70
Letzt: Induſtrie=
Aktien.
Dioid.
4 Brauerei Werger . . 66,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 537,50
14 Chem. Fabrik Griez=
heim
. . . . . . . 228,00
30 Farbwerke Höchſt . . 591,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . .
10 Cement Heidelberx . . 138,00
30 Chem. Werke Albert 425,00
14 Holzverkohlunz Kon=
ſtanz
. . . . . . . 327,50
5 Lahmeyer. . . . . . .

ete
Iuprar
Dioid
8 Schuchert, Nürnberg 142,50
12 Siemens & Halske 205,50
5 Beramann Electr. . . 124,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,10
0 Gummi Peter . . . . 67,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 60,25
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 401,00
9 Maſchinenf. Badenia 136,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 150,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 223,00
12,83 Bad. Zucker=Waz=
208,80
häuſel. . . . .
0 Neue Boden=A. A.=Zeſ.
0 Südd. Immobilien 49,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 162,90
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 206½
11 Deutſch=Luremburg.=
Bergb. . . . . . . 148,60
10 Gelſenkirchener . . . . 173,00
9 Harpener . . . . . . 179,20
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 242,25
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 74,50
6 Laurahütte . . . . . . 156,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 140,50
Weſteregeln 175,20
13
7½ South Weſt Africx 109,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,90
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,00
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 72,4)
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,10
do.
73,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
do.
72,90

Inbro,
(85
2 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,30
3 Raab=Oedenburg
74,10
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,40
4½ Moskau=Kaſan . . .
84,00
do.
4 Wladichawchas . . . . 84,80
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. ..
-
4½
do.
68,25
24/0 Livorneſer
61,90
3 Salonique=Monaſtir
4 Baadadbahn . . . . .
79,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 93,20
4 Miſſouri=Paciſic. . .
4 Northern=Paciſic . . . 93,80
4 Southern=Paciſie . . .
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . .
5 Tehuantepec . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 144,80
9½ Berlin. Handelsgef.
6½ Darmſtädter Bank . 114,40
12½ Deutſche Bank .241,75
6 Deutſche Vereinsbank . 114,60
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,50
10 Diskonto=Kommandit 177,75
8½ Dresdener Bank . 146,00
10 Frankf. Hypoth.=B. 207,20
3½ Mitteld. Kreditbank 113,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 113,90
7 Pfälziſche Bank. . . . 123,10
6,95 Reichsbank . . . 132,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 127,50
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 110,00
7½ Wiener Bankverein . 128,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 96,00

21.
Inseon
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . . . . . . 86,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
94,80
S. 52 . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 96,00
3½
85,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,90
3½
85,60
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
97,40
,
S. 14, 15, 17, 24/26
1823. . . . . . . . . 97,40
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 85,60
S. 35 . . . . . . . . 85,40
S. 911 . . . . . .
85,50
4 Meininger Hyp.=Bank 96,00
3½
do.
84,90
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 95,50
3½ do. (unk. 1914) . . 84,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,90
3½
do.
(5,60
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt . . . . . .
3½
do.
Frankfurt. . . . . . . 97,30
30
do.
95,50
4 Gießen . . . . . . . .
31
do.
-
Heidelberg . . . . . . 94,50

do.
84,60
Karlsruhe . . . . . . 96,50
3),
do.
-
Magdeburg. . . . . .
ze,
.
Mainz . . . . . . ..
3½ do.
4 Mannheim . . . . . . 94,90
3½
do.
88,00
München . . . . .
97,80
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 95,80
do.
85,90
4 Offenbach . .

13.
Inges,
-
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3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
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Holländiſche Noten. . . . 168,00
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Amtlicher Wetterbericht.
(i
..,
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die geſtrige ſtarke Depreſſion über dem Nordmeere
iſt oſtwärts weitergewandert. In der Nähe ihres Kernes
ruft ſie Stürme, in Deutſchland ſtärkere Winde hervor.
Bei kühlem, wolkigem Wetter gingen über Nacht in
ganz Deutſchland verbreitete, aber meiſt nur leichte Regen
nieder. Von Weſten her nähert ſich dem Feſtlande wieder
ein Steigegebiet; jedoch dürfte das kräftige nordöſtliche
Tief ſeinen Einfluß auf unſere Witterung noch nicht ganz
verlieren.

Ausſichten in Heſſn für Donnerstag, den
12. Juni: Wolkig, geringe Regenſchauer, kühl, windig.

Danksagung.
Für die beim Hinſcheiden meines lieben
Mannes, unſeres guten Vaters, Schwiegervaters,
Großvaters und Onkels
(12950
Herrn
Landwirt Peter Benz ſ.
zu Arheilgen
erwieſene herzliche Teilnahme, beſonders für die
Kranzſpenden der verſchiedenen Korporationen,
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren innigſten
Dank.
Arheilgen, den 11. Juni 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Benz XIV.

60
Todes=Anzeige.
Unterfertigter C.C. erfüllt hiermit die
traurige Pflicht, ſeine AIl. AHl. und ja. CB.
1a. CB. von dem am 6. Juni 1913 in Neun=
kirchen
(Saar) erfolgten Ableben ſeines lb. A. H.
Heinrich Arens
(1902)
Regierungsbaumeister
bei der Kgl. Intendantur XVl. Armeekorps
in Metz
(12909
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der C.C. der Rhenania‟
J. A.:
Eusen Matten (yl g.

Todes-Anzeige.
Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unsere gute, liebe Tochter,
Schwester, Schwägerin und Tante
(12959
Fräulein Mathilde Wrede
heute morgen 9¼ Uhr, im Alter von 23½ Jahren, nach langem, schwerem, mit vieler Geduld
ertragenem Leiden sanft verschieden ist.
Die Einäscherung findet in Offenbach a. M. statt. Die Einsegnung entsprechend früher.
Darmstadt, Offenbach a. M., Hanau, Berlin, Iserlohn, den 11. Juni 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wrede, Rechnungsrat.
Beileidsbesuche und Blumenspenden dankend abgelehnt.

Generalverſammlung der Vereinigten Ortskran=
kenkaſſe
um 8½ Uhr im Gewerkſchaftshaus.
Verſammlung des Vereins der Hundefreunde im
Perkeo.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. Vereinigte Geſell=
ſchaft
um 7½ Uhr. Bürgerkeller um 8 Uhr. Rum=
melbräu
um 8 Uhr.

Verſteigerungskalender.

Freitag, 13. Juni.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 10 Uhr im
Alten Hoftheater.
Ausſtellung zur Erinnerung an die Zeit vor 10
Jahren im Gewerbemuſeum (Neckarſtraße 3), täglich ge=
öffnet
von 111 Uhr und von 35 Uhr, mit Ausnahme
der Sonntagnachmittage.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Aax Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen, nachträgliche werden
nicht berückſichtigt Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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[ ][  ][ ]

31 65.

Donnerstag, 12. Juni.

1915.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß zufolge Allerhöchſter Ent=
ſchließung
Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs aus Anlaß des 25jährigen
Regierungsjubiläums Seiner Majeſtät des Kaiſers am Montag, den 16. ds. Mts.,
die Geſchäftszimmer der unterzeichneten Behörden geſchloſſen ſind.
(12955
Darmſtadt, den 9. Juni 1913.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg
und
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Unter Hinweis auf § 12 Ziffer 4 des Stellenvermittlergeſetzes vom 2. Juni
1910, wonach ein Stellenvermittler, der die amtlich feſtgeſetzte Tare überſchreitet oder
ſich außer den taxmäßigen Gebühren Vergütungen anderer Art von dem Arbeitnehmer
oder dem Arbeitgeber gewähren oder verſprechen läßt, mit Geldſtrafe bis zu 600 Mk.
oder mit Haft beſtraft wird, bringen wir nachſtehend den ſeit dem 1. Oktober 1910 in
Geltung befindlichen Gebührentarif für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreiſe
Darmſtadt wiederholt zur Kenntnisnahme.
Darmſtadt, den 10. Juni 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Gebührentarif
für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreiſe Darmſtadt,
gültig vom 1. Oktober 1910 ab,
feſtgeſetzt nach Anhörung des Trägers des öffentlichen Arbeitsnachweiſes, der Vertreter
der Stellenvermittler, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer:
Gewerbliche und landwirtſchaftliche Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter,
(ſoweit nicht unter II und III gehörig):
1. bei Monatslohn bis 15 Mk. und freier Station oder bei Monatslohn bis 60 Mk. 2 Mk.
über 1525
2.
über 6070 3
,
3. .=
4
7085
2540

,
4.
40 ,
0 85 5
,
,

II.
Perſonal im Haushalt:
1. bei Monatslohn bis 15 Mk. und freier Station
. 2 Mk.
2.
von über 15 Mk. bis 25 Mk. und freier Station
.5
,
3.
, 40
25

,
,
3
4.
40 und freier Station
5. Aushilfsperſonal (Servier=, Lauf=, Putz=, Koch=, Waſchfrauen, Näherinnen,
Büglerinnen uſw.) für jeden Vermittlungsfall
0.20
III.
Perſonal im Gaſtwirtsgewerbe:
Oberkellner, Küchenchefs und Hofelportiers
7 Mk.

2. Köche und Köchinnen
..8. 3 . . . 5

3. Kellner
,,
4
,
4. Büffetiers, Büffetdamen und Zäpfer .
. . 4 ,
5. Hoteidiener
,

,
6. Kellnerinnen
,

,
7. Hausburſchen und ſonſtiges männliches Perſonal .
.
,
,
Sonſtiges weibliches Perſonal .
.,
9. Aushilfen
. .
.0.20
IV.
Krankenwärter und Ammen:
5 Mk.
1. Krankenwärter: a) für 1 Monat und länger
b) für 14 Tage bis zu 1 Monat . .
, 2
c) für kürzere Zeit als 14 Tage .
,
2. Ammen
15
Haben beide Teile die Tätigkeit des Stellenvermittlers in Anſpruch genommen,
ſo iſt die Gebühr je zur Hälfte von dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu zahlen;
eine entgegenſtehende Vereinbarung zu Ungunſten des Arbeitnehmers iſt nichtig.
Eine Gebühr darf nur erhohen werden, wenn der Vertrag infolge der Tätigkeit
des Vermittlers zuſtande kommt.
(12739id
Darmſtadt, den 28. September 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Betreffend: Das Aushebungsgeſchäft im Kreiſe Darmſtadt für 1913.
Es wird hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß nach Anordnung
der Großherzoglichen Ober=Erſatz=Kommiſſion im II. Bezirk der 49. Infanterie=Brigade
das Aushebungsgeſchäft (Generalmuſterung) im Kreiſe Darmſtadt vom 14. bis
26. Juni 1. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5, hier, ſtattfinden wird.
Es haben zu erſcheinen:
I. Samstag, den 14. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
1. Die als dauernd untauglich bezeichneten Militärpflichtigen, ſoweit denſelben
Ladung zugegangen iſt.
3. Die zum Landſturm I. Aufgebots vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.

II. Dienstag, den 17. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
1. Ferner die zum Landſturm I. Aufgebots vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
2. Die zur Erſatz=Reſerve vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
III. Mittwoch, den 18. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die zur Erſatz=Reſerve vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
IV. Donnerstag, den 19. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
Die von den Truppenteilen bei der Meldung zum Dienſtantritt als untauglich
abgewieſenen Militärpflichtigen, welche Berechtigung zum einjährig=freiwilligen
Dienſt beſitzen.
V. Freitag, den 20. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
Die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1911 (1891).
VI. Samstag, den 21. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1911 (1891).
VII. Montag, den 23. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute a) des Jahrgangs 1911 (1891), b) des
Jahrgangs 1912 (1892).
VIII. Dienstag, den 24. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute a) des Jahrgangs 1912 (1892), b) des
Jahrgangs 1913 (1893).
IX. Mittwoch, den 25. Juni 1913, vormittags 7½ Uhr:
1913 (1893).
Ferner die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1
. Uhr:
X. Donnerstag, den 26. Juni 1913, vormittags 71
Ferner die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1913 (1893).
Im übrigen wird auf die jedem Militärpflichtigen beſonders zugegangene
Ladung verwieſen.
Alle Militärpflichtigen ꝛc. haben pünktlich zu den angegebenen Zeiten zu erſcheinen
und ihre Loſungsſcheine, bezw. ſonſtige Militärpapiere vorzulegen.
Diejenigen, welche ohne genügenden Entſchuldigungsgrund ſich vor der Ober=
Erſatz=Kommiſſion nicht ſtellen oder zu ſpät kommen, werden mit Geldſtrafe bis zu
30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft. Auch können dieſelben unter Umſtänden
vorweg oder als unſichere Dienſtpflichtige ſofort eingeſtellt werden.
Die von der Erſatz=Kommiſſion wegen zeitiger Untauglichkeit Zurückgeſtellten
haben vor der Ober=Erſatz=Kommiſſion nicht zu erſcheinen.
Schließlich wird noch darauf hingewieſen, daß alle diejenigen Angehörigen von
Militärpflichtigen, welche auf Grund ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältniſſe
die Befreiung ihrer Söhne vom Militärdienſt in Antrag gebracht haben, ſich der Ober=
Erſatz=Kommiſſion an den Tagen vorzuſtellen haben, an welchen ihre Söhne bei der
Aushebung erſcheinen.
Darmſtadt, den 3. Juni 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
(12560sid
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.

Darmſtadt, den 9. Junt 1913.
Betreffend: Das Aushebungsgeſchäft im Kreiſe Darmſtadt für 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Großherzoglichen Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 3. l. Mts. (ſiehe Amts=
verkündigungsblatt
) fordere ich Sie auf, ſich an den in derſelben näher bezeichneten
Tagen mit den Militärpflichtigen Ihrer Gemeinden, vormittags 7½ Uhr, zum Aus=
hebungsgeſchäft
einzufinden.
Die betr. Militärpflichtigen ſind wiederholt darauf aufmerkſam zu machen, daß
ſie ſich in den Straßen Darmſtadts und im Muſterungslokal ruhig und anſtändig zu
betragen haben und namentlich nicht im angetrunkenen Zuſtande vor der Ober=Erſatz=
Kommiſſion erſcheinen dürfen. Zuwiderhandelnde werden alsbald in Gewahrſam ge=
(12898
bracht und unter Umſtänden entſprechend beſtraft werden.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs
(12467a
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. Juni 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 7. bis 21. Juni 1913.

Datum Tag Truppenteil Dauer
Abſper
von r der
errung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich 14. Zumt
20.
21. Samstag
Freitag
Samstag Kavallrie
Infanterie 12 M.
90 P.
7= B. 429
30 N.
10 N.
Landgraben

(35.
Straßenſperre.

Wegen Ausführung von Kleinpflaſter iſt die Kreisſtraße Neu=Iſenburg-
Sprendlingen vom Nordausgang Sprendlingen bis zur Abzweigung der Straße nach
Götzenhain für ſämtlichen durchgehenden Fuhrverkehr vom 16. Juni 1913 ab auf
die Dauer von etwa 5 Wochen geſperrt.
Offenbach, den 6. Juni 1913.
(12910
Großherzogliches Kreisamt Offenbach.
Lochmann.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Pinſcher. 1 Dachshund, 1 Dobermann (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (12932

Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 16. Juni I. Js., vormittags 9 Uhr
verſteigere ich im Auftrag des Konkursverwalters
im Laden Ernſt=Ludwigſtraße Nr. 24
die zur Konkursmaſſe des Hoflieferanten Karl Gehbauer gehörige
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beſtehend in einem großen Warenſchrank mit Aufſatz und
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2 Stühlen und 11 Tiſch, 1 Kontrollaſſe, 1 eiſ. Kaſſette,
1 Papierabſchneide=Apparat, 2 Leitern, 1 Tritt, 1 Kopier=
preſſe
ꝛc.
Ferner die ganze Schaufenſter=Einrichtung
beſtehend in 4 Wandſpiegeln, 2 Nickelgeſtellen, zwei elektr.
Schaufenſter=Beleuchtungen, zwei Bogenlampen ( Außen=
beleuchtung
), 2 Lüſter und ſonſtige kleine Beleuchtungskörper,
3 Spiegel im Laden, 1 eiſernes Firmenſchild und 1 Hof=
lieferanten
=Wappen, ſodann ſämtliche Dekorations= Gegen=
ſtände
und 1 Partie iuſtierte Glasplatten.
Ferner noch eine kleine Partie Herren= und Damen=Kragen
und Krawatten, Gamaſchen, Vorhemden ꝛc.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
(12934ds
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 12. Juni 1913.
Ernst Wolkk, Amtsgerichtstaraior
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

ctse
teilung A, wurde heute einge=
tragen
hinſichtlich der Firma:
Herz Bodenheimer, Darm=
ſtadt
.
Max Bodenheimer, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt in die Geſell=
ſchaft
als perſönlich haftender Ge=
ſellſchafter
eingetreten.
Die Prokura des Max Boden=
heimer
, Kaufmann in Darmſtadt,
(12931
iſt erloſchen.
Darmſtadt, 6. Juni 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

An unſer Handels=Regiſter Ab=
I teilung 4, wurde heute folgen=
der
Eintrag vollzogen hinſichtlich
der Firma:
Rechts=Inkaſſo=Büro For=
tung
Jacob Gebhardt,
Darmſtadt.
Ludwig Böttinger, Kaufmann
in Darmſtadt iſt in das Geſchäft
als perſönlich haftender Geſell=
ſchafter
eingetreten.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am 15. Mai
1913 begonnen.
Die Firma iſt geändert in:
Rechts=Inkaſſo=Büro For=
tung
Gebhardt & Böt=
tinger
.
(12930
Darmſtadt, 30. Mai 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

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Donnerstag, den 12. Inni 1913, nachm. 4 Uhr,
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1 Oelgemälde (Landſchaft) mit ſchwerem Goldrahmen,
Standuhr:
b) vorausſichtlich: 2 Büfetts, 3 Diwans, 4 Sofas,
4 Schreibtiſche, 2 Pianinos, 3 Vertikos, 3 Fahrräder, 3 La=
dentheken
, 1 Partie Kokos= und Ledermatten, 10 Stück
Hemdenſtoff. 5 Stück Bettzeug, 7 Kiſten Eier (eg. 10000 Stüch
und verſch. andere Gegenſtände.
Darmſtadt, den 11. Juni 1913.
(12925
hüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
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Freitag, den 13. d. Mts., vorm. 10 Uhr,
ſollen im Verſteigerungslokal Altes Hoftheater (Eingang Hochſchul=
ſtraße
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polſtert
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1 Biedermeierſpienel, 1 Kleiderſtänder, 1 Nachttiſchchen,
1 Ofenſchirm, 1 Nipptiſchchen, 1 Waſchgeſtell, 1 Gaslüſter,
Nußbaumbüfett (innen eichen), 1 kl. altertüml. Stuhl,
1 Schuttwagen, 1 Pianino, 4 Schreibtiſche, 2 Büfetts,
1 zweitür. Kleiderſchrank, 1 Vertiko, 1 Tafelklavier.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 9. Juni 1913.
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Analysen-Vergleich
veranschaulicht die Vorzüge der
Naiser Friedrich Ouele

Offenbach a. M.
Natron-Lithionquelle l. Ranges
gegenüber anderen ähnlich klassierten Mineralwässern.
Die Analysen sind berechnet nach den im Deutschen
Bäderbuch (1907) angewandten Grundsätzen,
Das Mineralwasser entspricht in seiner Zusammen-
setzung
einer Lösung, welche in einem Kilogramm enthält:

Kaiser Fach- SSalzbrunn Friedrich ingen Ober- Quelle brunnen Kelinmellerit . . . . oolbs ortos ogso Natriumchlorid . . . . . . . 1,180 O,25425 O,1448 Natriumbromid . . . . . . . 0.001305 nicht 0.000782 Natriumjodid . . . . . . . . 0,000155 bestimmt 0.000005 Natriumsulfat
., O.4295 0,05163 0,5018 Matriumhydrokarbonat . . . . 2,764 2.762 2,413 Lithinmhfarokarbonat . . . . O,62306 0,008765 0,01503 Ammoniumchlorid
.. 0,003847 0,008845 0,000516 Kalziumhydrokarbonat
, 0,02292 0.5312 0,4928 Strontiumhydrokarbonat . . . . 0,000056 0,002664 O,004834 Baryumhydrokarbonat
. . 0,000041 0.00022 Magnesiumhydrokarbonat . . . 0,03000 0,3452 0,5403 Ferrohydrokarbonat
. 0,001071 0,013752 Manganohydrokarbonat . . . 0,000861 0.004690 0,000953 Kieselsäure (meta) . . . . . . 0,02203 0,02397 0.03992

Es sind also bei der Kaiser Friedrich Quelle‟ ins-
besondere
zu beachten der hohe Gehalt an Natron
und Lithion und der geringe Gehalt an Kalk und
Eisen.
Die Kaiser Friedrich Quelle eignet sich infolgedessen
speziell als vorzügliches Heilmittel bei allen
Stoffwechselkrankheiten, wie Gicht, Rheu-
matismus
, Blasen-, Nieren- u. Gallenleiden
und kann selbst vom schwächsten Magen jahrelang
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Ich liebe Dich!

Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten.)
* Und als er jetzt einen Moment ſchwieg und nachdenk=
lich
die Brauen zuſammenzog, bemerkte der Leutnant:
Wenn der Herr Oberſt geſtatten mein Vater hat
mich beauftragt, angelegentlichſte Empfehlungen zu über=
mitteln
.
Schön Dank und bitte den Gruß bei entſprechender
Gelegenheit zu erwidern. Ich hatte ja damals vor drei
Jahren Gelegenheit, Ihren Herrn Vater perſönlich kennen
zu lernen, als er ſich hier in Ihrem Intereſſe für eine
Abkommandierung nach Südweſt verwandte. Während
dieſer Tage war ich ein paarmal mit ihm zuſammen und
habe ihn regelrecht liebgewonnen. Er iſt ein prächtiger
alter Herr!
Im übrigen machen Sie es ſich doch bequem.
Und als Günter von Oſtheeren den Säbel hatte ſinken
laſſen:
Da fällt mir außerdem noch eine andere Angelegen=
heit
ein.
Ich traf vorgeſtern im Prinzen Wilhelm den Kom=
merzienrat
Renzow, der ſich ja in den letzten Jahren einen
regelrechten kleinen Rennſtall angelegt hat.
Er hob plötzlich den Kopf.
Alſo wie verhält es ſich damit, Herr Leutnant Sie
beabſichtigen nach Mitteilungen des Herrn Kommerzien=
rats
deſſen Pferde zu reiten?
Der junge Offizier nahm unwillkürlich wieder Hal=
tung
an.

Unter dem Vorbehalt ſelbſtverſtändlich, daß der Herr
Oberſt ſich im Prinzip einverſtanden erklären. Ich möchte
mich da nicht gänzlich auf perſönliche Wünſche ſtützen, denn
ich bin ſchließlich dem regelmäßigen Garniſondienſt etwas
lange ferngeblieben. Deshalb iſt das Engagement euch
vorläufig über briefliche Erörterungen noch nicht hinaus=
gediehen
. Und wenn der Herr Oberſt vielleicht der Anſicht
ſind, daß es beſſer iſt, ich ſtelle meine Paſſion vorläufig
noch in den Hintergrund . . . .
Nein, lieber Oſtheeren, wehrte der Kommandeur. Von
meiner Seite aus beſtehen keine ernſthaften Bedenken.
Umſoweniger, als die Saiſon bereits ziemlich vorgeſchrit=
ten
iſt. Alſo dieſerhalb und bei der Kürze der zur Ver=
fügung
ſtehenden Trainingszeit werden Sie ſich in der
Hauptſache doch wohl auf die Berliner Rennplätze be=
ſchränken
?
Ausſchließlich ſogar. Und ich habe dem Herrn Oberſt
für die gütige Zuſtimmung gehorſamſt zu danken.
Herr von Lühe war an den Aktenſchrank getreten.
Sie iſt Ihnen gern gewährt. Und es würde mich
freuen, wenn Sie das Regiment auf dem Turf ebenſo er=
folgreich
vertreten, als während Ihres Kolonialkom=
mandos
.
Der Artilleriſt nahm die Hacken zuſammen und hob
den Säbel an.
Was an mir liegt, wird ſelbſtverſtändlich geſchehen.
Wenn der Herr Oberſt ſonſt weiter keine Befehle
haben . . .
Nein. Im Moment danke ich Ihnen. Für heute ſind
Sie natürlich dienſtfrei.

Ein verabſchiedendes Kopfneigen drüben eine knappe
militäriſche Verbeugung.
Und der Leutnant ſchloß von außen die Tür hinter
ſich.
Als er über den Kaſernenhof nach dem Kaſino ging,
um ſich nun auch gleich bei ſeinem neuen Batteriechef zu
melden, atmete er tief auf. Er konnte zufrieden ſein,
daß die Geſchichte ſo glatt abgelaufen war. Wäre der
Oberſt mit dem Turfprojekt nicht einverſtanden geweſen,
dann hätte es gleich beim Wiedereintritt in den Regi=
mentsverband
unangenehme Verärgerung gegeben. So
aber war alles in ſchönſter Ordnung; und es kam nur noch
darauf an, mal die Schinder zu beäugen, die ſich der alte
Renzow da ſo nach und nach auf den Hals gekauft hatte.
Graf Wanneslohe ſpielte mit dem Oberleutnant Ra=
min
vor dem Eſſen noch ſchnell eine Partie Karambolage
auf fünfzig Points, als ſich der Afrikaner dienſtlich bei
ihm meldete.
Mit dem Queue in der Hand nahm der Hauptmann
von dieſer feierlichen Antrittsviſite Akt. Er liebte kein
überflüſſiges Zeremoniell.
Schön, ſchön, lieber Oſtheeren. Danke. Und freuen
Sie ſich, daß die gottesläſterliche Bummelei zu Ende iſt
und der ſtramme Dienſt wieder anfängt. Wie hat der olle
Wrangel nach Vierundſechzig geſagt: Mit Kriech is det
niſcht da verlernen die Kerls den janzen ſchönen Pa=
radeſchritt
! Alſo ich werde Ihnen ſchon die Seele ſchlei=
fen
, daß Ihnen Hören und Sehen vergeht.
Dabei ſchielte er unausgeſetzt nach dem Billard.
Im übrigen lade ich Sie zur Heitz dei Aags au

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eine Flaſche Roederer ein, wenn Sie mir auf die Sprünge
helfen, wie ich dieſe drei Bälle hier zuſammenkriege.
Schade, daß der Ramin im Dienſt nicht ebenſolch
Genie iſt, wie im Bälleſetzen. Sonſt müßte er längſt Di=
viſionär
ſein.
Langball; ganz fein ſchneiden! riet Oſtheeren.
Ball Bande Ball! proponierte Ramin tückiſch.
Graf Wanneslohe aber ſchüttelte nach tiefſinnigem
Ueberlegen entrüſtet den Kopf.
Ihr jungen Leute wollt mich doch bloß auf’n Prop=
pen
ſetzen!
Kroch halb über das Billard und verſuchte mit ſtark
links Effet einen eleganten Rückläufer. Leider wurde ein
noch eleganterer Tuchreiſender daraus.
Aber die Flaſche Roederer brach ſich nachher doch das
Genick!
*
Alſo haben Sie wirklich den Weg hierher gefunden,
lieber Baron?! Der Kommerzienrat Renzow kam
ſeinem Gaſt mit ausgeſtreckten Händen entgegen und =
tigte
ihn in einen Klubſeſſel, während er ſich ſelbſt in dem
hochlehnigen Armſtuhl hinter ſeinem Schreibtiſch nieder=
ließ
. . . Ich hab trotz Ihrer zuſagenden Antwort immer
noch gefürchtet, unſer Projekt könnte ſich zerſchlagen, ob=
gleich
Ihr Kommandeur neulich ganz friedlich war. Aber
man kann ja nie wiſſen! Da ſpringt der Wind manchmal
von einem Tag zum andern um.
Er wollte nach dem kleinen Wandſchrank hinüber, wo
die Liköre ſtanden.
Apropos, was nehmen wir einen Jules Aumon
oder lieber einen kräftigen Bisquit, Dubouché u. Ko.?
Nichts, Herr Kommerzienrat; danke. Am Tage laſſe

ich mich prinzipiell nicht unter Alkohol ſetzen. Aber eine
Zigarre akzeptiere ich unbeſehen.
Der Leutnant zündete ſich die offerierte Henry Clay
an und lehnte ſich dann wieder in den Seſſel zurück. Seine
Augen glitten flüchtig prüfend durch das etwas übertrieben
reiche Arbeitszimmer.
Ich wäre gern früher gekommen, Herr Kommerzien=
rat
; aber vor allen Dingen mußte ich mir doch erſt wieder
eine vernünftige Wohnung ſuchen und die Ankunft meiner
Dienſtgäule abwarten, die ich für die drei Jahre nach
Margenthin auf Penſion gegeben hatte. Jetzt aber iſt
ſoweit alles ready; und nun können wir an die Ver=
wirklichung
unſerer Idee gehen.
Er betrachtete einen Moment zögernd den Aſchenkegel
ſeiner Zigarre.
Ich nehme natürlich an, daß Sie es verſtanden haben,
entſprechendes Material zuſammen zu bekommen. Ich
ſehne mich nämlich wirklich nicht nach einer Blamage.
Blamage! Der HHausherr hob beſchwörend die
Hände. Liebſter, beſter Baron, erſt ſehen und dann ur=
teilen
! Ich ſetzte Ihnen ja ſchon damals, als wir vor
Jahren darüber ſprachen, meinen Standpunkt ausein=
ander
einen kleinen, aber exzellenten Stall! Das war
ſchon immer mein Traum; ich denke, ich habe ihn ver=
wirklicht
.
Draußen in den Hoppegartener Boxen habe ich vier
Stuten und einen Hengſt ſtehen die Stuten aus Gra=
ditz
und Gürzenich, der Hengſt im vorletzten Herbſt bei
einem Verkaufsrennen als Sieger gelandet und von mir
ſofort gekauft. Nur Zwei= und Dreijährige! Pedigree
durchweg beſtechend!
Womit eine lange fachtechniſche Debatte folgte, die
der Kommerzienrai mit der Aufforderung ſchloß:

Kommen Sie morgen oder übermorgen, ſobald Sie
ſich freimachen können, mit mir hinaus nach dem Hoppe=
garten
. Vorläufig hat der frühere Althoffſche Trainer
die Pferde unter ſeine Regie genommen. Alles weitere
hängt ja erſt von Ihrer endgültigen Zuſtimmung ab;
wie ich überhaupt die ferneren Arrangements lediglich
Ihnen überlaſſen möchte,
Der Artilleriſt ſtreckte ihm die Hand hinüber.
Schmeichelhaft, Ihre Anſicht. Hoffentlich erleben Sie
keine Enttäuſchung.
Mit faſt mitleidigem Achſelzucken wurde der Hände=
druck
zurückgegeben.
Aber, Baron ein Reiter von Ihren Qualitäten!
Ein Herr, der vor drei Jahren alle internen Regiments=
reiten
machte und als ſündhaft junger Dachs auf dem
Concours Hippique den Ehrenpreis des Kronprinzen ge=
wann
!
Ich ſage Ihnen ja die Pferde ſind ſeit den erſten
milden Februartagen ſtändig im Training; aber ich habe
ſie noch kein einziges Mal herausgebracht. Wenn ſie ſich
bisher bei mir auch noch nicht ihren Hafer verdient haben
viel wichtiger war es mir, Ihnen abſolut friſches Ma=
terial
in die Hand zu geben. Denn ich hatte mich doch
nun mal auf Sie feſtgelegt. Darum lieber gewartet.
Wenn der Weizen ſpät in die Aehren ſchießt, wird er
deſto größer.
Die beiden Herren erhoben ſich. Günter von Oſt=
heeren
warf ſeine Zigarre in eine Aſchenſchale.
Demnach wäre ſoweit alles erledigt, Herr Kommer=
zienrat
. Von morgen mittag an ſtehe ich zu Ihrer Ver=
fügung
. Dann können wir ja an Ort und Stelle weiter=
ſehen
. Geſpannt bin ich natürlich doch!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

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SElein
5
Mundwassen

Sport, Spiel und Turnen.

Das Ueberſtadion für die Ueberdeutſchen.
ck. Mit dieſem Titel beehrt der Korreſpondent der
Londoner Daily Mail das neue Berliner Stadion in einer
Schilderung, die den imponierenden Eindruck des Baues
und der ganzen Veranſtaltung auf den Engländer deutlich
erkennen läßt. Das Gebäude, ſo ſchreibt er, ſo feſt,
wie Deutſche es machen können, dauernd dem Boden ab=
gerungen
, wurde mit faſt religiöſem Eifer und militäri=
ſchem
Gepränge eingeweiht. Ueber 30000 Wettkämpfer,
Männer, Frauen und Kinder, zogen ohne Pauſe oder
Stockung in Parade vorüber, liefen, ſpielten Wettſpiele
und zeigten ihre Leiſtungen. Sie vertraten faſt drei Mil=
lionen
deutſche Sportleute, und ſie zeigten ihr Können
vor dem Kaiſer und vor einer großen Menge von Mit=
gliedern
der verſchiedenſten Sportvereine. Sie waren ſo=
gar
zahlreicher als die Zuſchauer, gleichſam, um zu zeigen,
daß Deutſchland wirklich ein Land des Sports iſt. Nichts,
was dieſem Schauſpiele gleichkam, war ſelbſt bei den letz=
ten
olympiſchen Spielen zu ſehen, auch wenn man an die
Körperbeſchaffenheit der Wettkämpfer denkt. Das deutſche
Volk iſt durch und durch ein Sportvolk geworden und will
es beweiſen. Der Kaiſer ſelbſt beabſichtigt, am Vorabend
ſeines Jubiläums eine neue Sportaera für die Deutſchen
zu begründen. Das neue Stadion ſoll der Tempel des
neuen Kults ſein. Es iſt ein Ueberſtadion für Ueberdeut=
ſche
, die zu einem Grade körperlicher Vollendung entwik=
kelt
werden ſollen, die ſelbſt der Leibwache Friedrichs des
Großen (gemeint ſind wohl Friedrich Wilhelms I. lange
Kerle) überlegen iſt, und dieſe Kaiſer=Athleten ſollen der
Volksſache wie Soldaten dienen. . . . Nachdem der Eng=
länder
nun die Einzelheiten der Feier geſchildert hat, fährt
er fort: Dieſe Parade wurde von den Vertretern der
meiſten Länder mit angeſehen. Der Herzog von Somerſet
war nur zu dieſem Zweck herübergekommen. Er wird
nicht anders gekonnt haben, als den Kontraſt zwiſchen der
äußeren Erſcheinung und der Präziſion dieſer 30000 Deut=
ſchen
und dem nachläſſigen Schieben der engliſchen Wett=
kämpfer
in Stockholm ſtark zu empfinden; aber der Unter=
ſchied
liegt nur in der Organiſation. Die Deutſchen haben
immer alles fertig und ſind ſelbſt zum Bau der größten
Sportarena der Welt bereit, bei der das ganze Volk an=
geſtrengt
mitgewirkt hat. Die Deutſchen werden im Jahre
1916 ebenſo gut wie die Schweden und die Amerikaner
ſein. Auch wenn ihre Anſtrengung nicht von Erfolg ge=
krönt
iſt, ſo werden ſie Bewunderung durch ihre Gründ=
lichkeit
und ihre Herzhaftigkeit erwecken. Das iſt meine
Ueberzeugung, nachdem ich die Parade geſehen und von
den Plänen der Deutſchen gehört habe. Der deutſche Kör=
per
iſt vielleicht noch zu ſchwer, um vollendet zu ſein.
Einiges war auch abſurd, der übertriebene Tritt auf der
Stelle bei den kleinen Jungen; die Lorbeerzweige der Sie=
iger
und das halb militäriſche, halb gymnaſtiſche Ueber=
klettern
der Schanzen war wie eine Parodie auf beides.
Aber 1916 werden wir lächerlich unterlegen ſein im Sport,
wenn wir nicht mit allem Ernſt unſere Kämpfer für die

Spiele in dem koloſalen Sportenpel im Walde bei Ver=
lin
vorbereiten.
sr. Pferderennen. Orchidee II gewinnt den
Preis der Diana. Dem Stall des Freiherrn S. A.
von Oppenheim fallen jetzt die großen Rennen als reife
Früchte zu. Am Sonntag das Wiener Derby, am Montag
das Union=Rennen und am Dienstag der Preis der
Diana. Eine faſt beiſpielloſe Erfolgſerie, die in klingen=
der
Münze rund 135000 Mark einbrachte. Reſultate: Ver=
ſuchsrennen
der Hengſte; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter:
1. Herrn W. Lindenſtädts Noteleß (Burns), 2. Lepidus
(Slade), 3. Oberſtwachtmeiſter (A. Schläfke). Tot. 92110,
Pl. 26, 15, 18:10. Unpl.: Coſimo (4), Kupfernagel, Sal=
tarello
, Siegmund R., Vinzi, Fahrſteiger. Schatzgräber.
Leicht, ¾2 Lg. Flibuſtier=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
1800 Meter: 1. Herrn P. Pakheiſers King I (J. Lane),
2. Scipio Africanus (Cleminſon), 3. Ortler (F. Bullock)
Tot. 188:10, Pl. 37, 16, 13:10. Unpl.: Orlov (4), Vor=
hand
, Clown, Fagott, Rubel, Walter Stolzing, Simſon,
Holofernes. Kampf, ½¾/ Lg. Gouverneur=Handikap:
6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn W. Biſchoffs
Carolus (Davies), 2. Auſterlitz (Cleminſon), 3. Götter=
ſage
(Rees). Tot. 130:10, Pl. 41, 25, 36:10. Unpl.: Reichs=
poſt
(4), Maruſchka (5), Ops, Sternum, Tampa, Ordner,
Labrador, Sekret, Gernot. Kampf, Kopf½ Lg.-Hals.
Preis der Diana; 25000 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Freiherrn S. A. von Oppenheims Orchidee (Archibald),
2. Haparanda (F. Bullock), 3. Iſolde (Nitzſche). Tot.
14:10, Pl. 10, 10, 19110. Unpl.: Dryade (4), Felſenkirſche,
Pro Patria, Miesmuſchel. Verhalten, 2½24 Lg.
Irrwiſch=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Hrn.
F. C. Krügers Coeur=Dame (Raſtenberger), 2. Pegaſus
H. Teichmann), 3. Jofra (Shurgold). Tot. 91:10, Pl.
2, 13, 15:10. Unpl.: Formamint (4), Hatta, Ave Maria,
Riga, Vide, Aquamarin, Rheintochter. Sehr ſicher, ¾ bis
Lg.-Hals. Seahorſe=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
2000 Meter: 1. Herren E. und G. Buggenhagens Saul
(Slade), 2. Star (Lane), 3. Kreuzer (Blades). Tot.
14:10, Pl. 11, 14:10. Unpl.: Sirene (4), Wuſcha, Markus.
Ueberlegen, 23 Lg.-Hals. Verloſungs=Rennen; 3200
Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn G. Nettes Sälde
(Edler), 2. Abdul Hamid (Scheffer), 3. Teſta (Bleuler).
Tot. 46:10, Pl. 20, 12:10. Unpl.: Seetang (4), Skipper.
Leicht, 2½½ Lg.-Hals.
sr. Lawn=Tennis. Das Weltmeiſterſchafts=
Lawn=Tennis=Turnier wurde in Paris am
dritten Tage mit einigen intereſſanten Spielen fortgeſetzt.
in denen die Deutſchen verhältnismäßig günſtig abſchnit=
ten
. Das Ereignis des Tages war das Debut des Welt=
meiſters
A. F. Wilding, der mit Frau Golding als Part=
nerin
das gemiſchte Doppelſpiel gegen Rahe-Miß Tho=
mas
mit 917 7:6 leicht gewann. Froitzheim konnte da=
gegen
F. S. Wilding, einen Bruder des Weltmeiſters,
überlegen 6.0 650 6:3 ſchlagen. Die deutſche Spielerin Frl.
Röckling unterlag gegen die Verteidigerin des Weltmei=
ſtertitels
Mlle. Broquedis mit 1:6 2:6.

Landwirtſchaftliches.

Abhaltung von Obſt= und Gemüſeverwertungskurſen
Nach dem Grundplan für die Förderung des Obſt=
und Gemüſebaues iſt die Abhaltung von mehrtägigen
Obſt= und Gemüſeverwertungskurſen, ſowie eintägigen
Obſtpflück= und =verpackungskurſen vorgeſehen. Um recht=
zeitig
die erforderlichen Vorbereitungen für die fraglichen
Kurſe treffen zu können, werden die Intereſſenten erſucht,

bis ſpäteſtens 1. Juli d. J. dem Landwirtſchaftskammer=
ausſchuß
mitteilen zu wollen, ob und gegebenenfalls in
welchen Orten bezw. Bezirken die Veranſtaltung ſolcher
Kurſe gewünſcht wird.
* Darmſtadt, 11. Juni. Geſtern fand auf dem
Pferdemarktplatz hier die Verſteigerung der vom
Landwirtſchaftskammerausſchuß für Starkenburg aus
Norddeutſchland (Oldenburg, Holſtein und Hannover) ein=
geführten
Zuchtſchweine unter die Beſteller ſtatt. Es
kamen zum Ausgebot 41 deutſche Edelſchweine und 25
veredelte Landſchweine verſchiedenen Alters, im ganzen
alſo 66 Stück. Die Qualität der eingeführten Schweine,
beſonders der trächtigen Erſtlingsſauen, war eine ſehr
gute, was auch in den hohen Steigpreiſen zum Ausdruck
kam. Zur Orientierung der Steigerer darf hier noch er=
wähnt
werden, daß die Zuchten, aus welchen die einge=
führten
Schweine ſtammen, auf der Ausſtellung der Deut=
ſchen
Landwirtſchafts=Geſellſchaft in Straßburg vor eini=
gen
Tagen mit erſten Preiſen ausgezeichnet wurden. Der
teuerſte Eber (Deutſches Edelſchwein) kam zum Preiſe von
475 Mark nach Wolfskehlen. Weitere erſtklaſſige Eber
kamen in die Gemeinden Nauheim bei Groß=Gerau,
Viernheim, Reinheim (Richard Burger), Babenhauſen;
Sauen erſteigerten Züchter in den Gemeinden Wolfskehlen,
Biebesheim, Viernheim, Rodau bei Zwingenberg, Hähn=
lein
, Raidelbach, Klein=Auheim, Obertshauſen, Goddelau,
Erfelden, Dornheim, Langwaden, Duſenbach, Grünhecker=
hof
, Hof Gräbenbruch und Kohlbacher Mühle.

Beſichtigung des Großh. Reſidenzſchloſ=
ſes
: An jedem Wochentage von 34 Uhr; Sonntags
von 111 Uhr.
Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühl=
ſtraße
33 (geöffnet an Werktagen von 7 Uhr morgens
bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 712½ Uhr
morgens).

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Mainzerstrasse 14.
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Bettwerks für die Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt ſoll auf
dem Submiſſionsweg vergeben werden.
50 Oberbettbezüge,
40 Kopfkiſſen,
120 Handtücher,
40 Kräuſelſtoffdecken,
170 Küchentücher.
400 Bettücher,
500 Kopfkiſſenbezüge,
Muſter, ſowie die Submiſſionsbedingungen können am 16. Juni
1913 in der Provinzial=Pflegeanſtalt eingeſehen werden. Gleichzeitig
wird auch jede andere erforderliche Auskunft erteilt.
Angebote und Muſter ſind, mit entſprechender Aufſchrift ver=
ſehen
, bis 25. Juni 1913, vormittags 8 Uhr, einzureichen.
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Eberſtadt, den 11. Juni 1913.
Direktion der Provinzial=Pflegeanſtalt.
Dr. Textor.

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26. März 1913 errichtete Holzer
Waſchmaſchinengeſellſchaft mit be=
ſchränkter
Haftung mit dem Sitz
in Nieder=Ramſtadt, eingetragen
worden. Gegenſtand des Unter=
nehmens
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übung
und Verwertung der Herrn
Franz Wilhelm Holzer zuſtehen=
den
Schutzrechte einer Waſchma=
ſchine
betreffend, ſowie die Her=
ſtellung
und den Vertrieb der
Maſchine und verwandte Geſchäfte.
Höhe des Stammkapitals: 20000
Mark. Die Stammeinlage des
Geſchäftsführers Franz Wilhelm
Holzer im Betrage von 10000 M.
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wähnten
Schutzrechte geleiſtet.
Alleiniger Geſchäftsführer iſt der
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§6 135.

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Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Zur Beſoldungsreform.
Hierzu ſchreibt man uns Bei Beratung der Beſol=
dungsvorlage
im Finanzausſchuß der Zweiten Kammer
wird des öfteren auf die preußiſchen Gehalte, Penſionen
und Hinterbliebenenverſorgung hingewieſen und dabei
betont, daß die niederen heſſiſchen Gehälter durch die
ſchlechteren Penſionsſätze der preußiſchen Beamten ausge=
glichen
würden. Dieſe Annahme iſt irrig. Zum Beweiſs
dafür möge die nachſtehende Zuſammenſtellung dienen.
Sie behandelt Gehalt, Penſion und Hinterbliebenenver=
ſorgung
eines mittleren heſſiſchen im Vergleich zu einem
mittleren preußiſchen Beamten.
Folgende Punkte leuchten aus der Zuſammenſtellung
ganz beſonders hervor:
1. Der heſſiſche mittlere Beamte wird zurzeit fünf
bis ſechs Jahre ſpäter als der gleichalterige preußiſche
Beamte angeſtellt.
2. Der heſſiſche Beamte kann penſionsfähige
Dienſtzeit erſt vom 26. Lebensjahre, der preußiſche Beamte
dagegen ſchon vom 18. Lebensjahre an erwerben.

3. Beſoldungsvor dienſtzeit wird dem heſſiſchen
Beamten erſt vom 34. Lebensjahre ab, dem preußiſchen
Beamten dagegen ſchon vom 26. Lebensjahre oder vom
ſechſten Jahre nach beſtandener Staatsprüfung an gezählt
Der preußiſche Beamte kommt nach abgelegter
Staatsprüfung ſogleich in dauernde Verwendung, wäh=
rend
der heſſiſche Dienſtanwärter oft jahrelang mit vor=
übergehender
Beſchäftigung ſich zufrieden geben muß.
5. Bis zum 54. Lebensjahre iſt die preußiſche Pen=
ſion
höher als die heſſiſche. Drei Jahre lang kann der
preußiſche Beamte ſchon eine Penſion von 1018 Mark bis
1266 Mark beziehen, ehe der heſſiſche Beamte irgend=
welchen
Anſpruch darauf erlangt
6. Die Witwenpenſion iſt in Preußen durchgängig
höher als in Heſſen; der Unterſchied iſt wechſelnd, ſteigt
aber in manchen Jahren bis 400 Mark und darüber. Was
ein ſolcher Betrag für eine Witwe ausmachen kann, braucht
wohl nicht näher dargelegt zu werden
Bis zum 54. Lebensjahre nimmt der preußiſche
mittlere gegen den heſſiſchen mittleren Beamten rund
28000 Mark mehr an Gehalt und Wohnungsgeld ein.
8. Erſt vom 54. Lebensjahre ab bleibt der preußiſche
Penſionsbetrag hinter dem heſſiſchen um 223 Mark, ſtei=
gend
bis zum 66. Lebensjahre auf jährlich 606 Mark;
zinſengenuſſes aus
das iſt etwa die Hälfte des
28000 Mark. Das Kapital bleibt neben 600 Mk. Zinſen
dem preußiſchen Beamten noch nebenbei.

9. Bis zum 66. Lebensjahre bezieht der preußiſche
gegen den heſſiſchen mittleren Beamten an Gehalt und
Wohnungsgeld rund 30000 Mark mehr.
Fünfzig Dienſtjahre wird heute ein mittlerer Beamter
kaum noch erwerben; er müßte dann bis zum 76. Lebens=
jahre
im Dienſte bleiben. Die Möglichkeit, 100 Prozent
eines Gehalts als Penſion zu erreichen, iſt alſo ſehr ge=
ring
, da, von einzelnen Ausnahmen abgeſehen, erſtens die
meiſten Beamten dieſes Alter überhaupt nicht erreichen,
und zweitens es im Staatsdienſt nur ſehr wenige Stel=
len
gibt, in welchen der Dienſt ſo bequem iſt, daß er mit
76 Jahren noch verſehen werden kann.
Gibt man den heſſiſchen Beamten den preußiſchen
Gehalt und das preußiſche Wohnungsgeld, ſowie die preu=
ßiſchen
Anſtellungsverhältniſſe, ſo werden ſie mit Ver=
gnügen
auch die preußiſchen Penſionsſätze gern in den
Kauf nehmen. Sie machten dabei nur ein gutes Geſchäft.
Selbſtverſtändlich könnte man die älteren Beamten, die
jahrzehntelang die niederen heſſiſchen Gehälter bezogen
und nur noch wenige Jahre im Dienſt verbringen werden,
nicht ohne weiteres mit den geringeren preußiſchen Pen=
ſionsſätzen
beglücken.
Daß die heſſiſchen Beamten in ihren Bezügen den in
Heſſen wohnenden viel zahlreicheren Reichs= und preußi=
ſchen
Beamten gleichgeſtellt werden, ſollte eigentlich die
Gerechtigkeit gebieten.

Es bezieht der heſſiſche mittlere Beamte
Es bezieht der preußiſche mittlere Beamte
Der heſſiſche mittlere Beamte bezieht an
der Skala 21004400
der Skala 21004500
-

-
2im
2
2 P.

GehaltWohnungsgeld Penſion I Witwengeld
37
Bemerkungen
Sie
2
En
85
EGg

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mehr weniger mehr lweniger mehr ſweniger mehr weniger
5 8
6
83
650
6
45
(8
65e
5
6nt.
St.
8 2
St.



.




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(2
-
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-
-
-
-
mindeſtens

-
-
-
-
Der preußiſche mittlere Be=
(1500
--
500 1
3450
, der im 20. Lebensjahr
16
1500
-
2
-
Prüfung beſtanden hät, wird
-
180
-
-

-
-
350
-
.-
-
der Regel mit vollendetem
195
-
§16
-
-

-
-
-
4C
2
27. Lebensjahr angeſtellt. Die
2100
-
-
-


-
300

Beſoldungs=Vordienſtzeit
(25/180

-
-
-
-
-
-
200
zählt ihm vom vollendeten
10


-
-
52
200
-
25. Lebensjahr und die pen=
2100
-
-

400
ſionsfähige Dienſtzeit vom
:
520
8
20)

-
1010
52
40.
40
408 15 1210
Tage der Ableiſtung des erſten
40
520
25
90
100.
429
-
10
7

Dienſteides ab. Für unſere Be=
2100

31
,
-

5.
900
33
126
rechnung iſt der Beginn des
126
507 j (2100
33
113f
520
500
10
210
30
48
20. Lebensjahres angenommen;
3
531
13:

20
29
00
480
552
1187
376
,
19)
50
1
gewöhnlich iſt es ſchon das
2100
,
,5.
-
00
520
14a
35
1600
480
642
2100
12
60
18. Lebensjahr.
3
500
,
*
I
129.
16
36
3300
169
669
50
5.
2500
1490
480 50
178

800
20
73
40
1535
480 151,5
2500
Der mittlere heſſiſche Be=
330
500
93
196

1100
360
500
-
2
57
480
40
2500
53 158
amte wurde ſeither etwa 12
1935
31
4
-
-
39
3600
53
52
80
4
2004
2800 480 54,
Jahre nach beſtandener Prüfung
264
788
,
25.
480
360
40
520
27
20
1837
2800

angeſtellt. Für die Folge dürfte
800
554
,
-
11

390
29
1880
2800
520
921
480 57,k
31
355
die Anſtellung jedoch 13 und
,

3900
40
6
2112
480
3100
,
95
520
14 Jahre dauern. Es ſind
317
80
2448 1%
2166
52
4
3900
40
981
480 6
6
3100
287
800
nebenſtehend 12 Jahre bis zur
331
,,
1.

C
52
4200
1077
-
480
411
3100
Anſtellung und das 20. Lebens=

691
5
50
45
-
-
480 63,
-
4200
800
3400
276
2464
77
370 jahr als Prüfungsjahr ange=
1110

800
40
284
36
3400
480 1 6
1140
4200
32
383 1 nommen. Beſoldungs=Vor=
52

(74
110
520
4500
3400 4806
2
311.
471
1245
dienſtzeit wird ihm erſt vom
2843
4500
480
80
520
853
310
3700
40
1278
427
34. Lebensjahr ab und die
352


328.
4500
80
1314
3700
4.
40
480
42
2906 1
penſionsfähige Vordienſt=
uhs

S
89
40
50
456
4500
3366

1347
3700 480
-
2968
zeit erſt vom vollendeten
52.
4500
51
975
-
480
3402
4000
1362
4
3.
15.
500
3248
25. Lebensjahr ab gezählt.

-
52
3450
520
4500
1380
99
-
4000
480 7.
50
3316
134
-
2
50
4500
1015
52
1395
4000
383
4807
3492
260
520
77
-
54
4500
3757
1128
10
1416
3534
4400
480
,
A
85

40
4500
54
3570
480
1
4400
1431
1150
3831
-
10
56
361
11
480
4500
4400
1446
520
3904
40
27


F
-
520
-
4400
360
4500
4
118
3953
480
10
1467

4500
520
1482
480
4400
4002
3702
1201
52059/
4500
1497
1215
4400
480
3744
4050
4500
10
-
520 4.
-
370
4400
480
1515
4100
1230
285
61
4500
520
100
3786
1515
480
4400
4148
270
I 1245
100
-
-
520 45
4500

480
4400
1260
1515
3786
-
4197
255
63
3786
4500
520 4
-
480
4400
4246 1 1274
I 1515
41
100
520 45 378
4500
480
1515
4400
2.
8
1289
-
100
4294
o
4500
520 1 4
4400
3786 I 1515
480 89 4344 1 1304
10
211
558
66
-
4500
520 1 45
100 40 I 606
3786 1 1515
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