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176. Jahrgang
Monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Auf die heutige Tagesordnung des Reichstags iſt die
Beratung der Wehr=und Deckungsvorlage
ge=
ſetzt. Der Reichskanzler wird die Beratung mit einer
Rede eröffnen.
Der deutſche Botſchafter in Paris, Frhr. v. Schoen,
übermittelte dem franzöſiſchen Miniſter des
Aeußern den Dank der deutſchen Regierung
für die Art und Weiſe der Erledigung des
Zwiſchen=
falles der Landung des „Z. 4‟.
Nach Mitteilungen des preußiſchen Kriegsminiſteriums
iſt die Errichtung eines Luftſchiffhafens
in Mannheim in Ausſicht genommen.
Der franzöſiſche Miniſterrat beſchloß, dem
Par=
lament ſofort nach dem Wiederzuſammentritt den
Ge=
ſetzentwurf über die Regelung der
Luft=
ſchiffahrt vorzulegen.
Die Wiener Allgemeine Zeitung veröffentlicht nach
Mit=
teilungen von zuverläſſiger Seite aus Sofia den Inhalt
des bisher geheim gehaltenen ſerbiſch=
bulgari=
ſchen Vertrages.
Die bulgariſche Regierung hat am Samstag den
Ver=
tretern der Mächte die Antwork der
ver=
bündeten Balkanſtaaten auf deren Mitteilung
vom 22. März, betreffend die Friedensbedingungen,
übermittelt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die Stellung der
National=
liberalen zur Deckungsfrage.
* Sehr wichtig, ja ausſchlaggebend iſt die Stellung
der nationalliberalen Fraktion zur Löſung der
Deckungsfrage. Ohne die Nationalliberalen iſt eine
Mehrheit der Linken und eine Durchſetzung rein
demokra=
tiſcher Stempelpläne nicht möglich, und ſo iſt denn das
Be=
mühen der Freiſinnigen begreiflich, die liberale
Nachbar=
partei zu ſich herüberzuziehen und es wird von ihnen
tak=
tiſch als eine Dummheit bezeichnet, wenn die
National=
liberalen ſich in der Deckungsfrage zu den
konſervativ=
klerikalen Parteien ſchlagen wollten.
Daß ein Teil der Nationalliberalen derartigen
Er=
wägungen zugänglich iſt, unterliegt keinem Zweifel. Die
Frage wird alſo die ſein, welche Stellung die Mehrheit der
Partei einnimmt. Das Ergebnis der Fraktionsberatungen
liegt noch nicht vor, doch will die Tägliche Rundſchau
be=
greits wiſſen, daß ſich gegen den Plan, einen Antrag auf
Einführung der Erbanfallſteuer zu ſtellen, eine ſtarke
Strö=
mung bemerkbar mache. Wenn dieſe Strömung die
Ober=
hand bekäme, ſo würde dadurch deutlich der Wille der
Fraktion zum Ausdruck kommen, den Parteizwiſt von 1909
nicht wieder zu erneuern. Nun ſchreibt die Köln. Ztg.:
Wenn es möglich iſt, im Reichstag eine Mehrheit für
eine allgemeine Beſitzſteuer — mit oder ohne
Sozialdemo=
kraten — und für dieſen Beſchluß die Zuſtimmung der
Reichsregierung zu bekommen, ſo iſt uns dieſe Löſung viel
willkommener, als die in den Vorſchlägen der Regierung
enthaltene. Wenn das aber nicht möglich ſein ſollte, ſo
werden wir auch die Einführung von Beſitzſteuern,
die von den Einzelſtaaten für das Reich erhoben werden.
empfehlen. und am Schluß heißt es: Sollte eine direkte
Reichsbefitzſteuer entweder aus Gründen der
Par=
teipolitik oder wegen des bundesſtaatlichen Charakters des
Reiches nicht zuſtande kommen können, ſo iſt eben die
Be=
ſitzſteuer anzunehmen, die in der Vorlage der
Reichsregie=
rung enthalten iſt, die gewiß keine ideale Löſung des
Be=
ſitzſtenerproblems darſtellt, die aber doch das heiße
Be=
mühen der Reichsregierung zeigt, trotz allen in den
Ver=
hältniſſen ruhenden Schwierigkeiten das Verlangen des
Reichstags nach einer allgemeinen Beſitzſteuer zu
befrie=
digen.
Da eine direkte Reichsbeſitzſteuer ſicherlich nicht auf
Zuſtimmung im Bundesrat zu rechnen hat, ſo würde alſo
den Nationalliberalen nichts übrig bleiben, als dem
Re=
gierungsvorſchlag zuzuſtimmen. Gibt die Auslaſſung der
Köln. Ztg. die Anſicht der Fraktion wieder, ſo eröffnet ſie
Ausſichten auf eine ſachliche, nicht parteipolitiſche
Erledi=
gung der Deckungsfrage durch die Nationalliberalen. Zum
Schluß ſei noch eine Auslaſſung der Altnationalliberalen
Korreſpondenz erwähnt, die ſagt:
Das Deutſche Reich iſt nun einmal kein Einheitsſtaat,
und keine Partei will es dazu machen. Vor wenig Jahren
war es noch feſtſtehender Grundſatz, daß den Einzelſtaten
die direkten Steuern, dem Reiche nur indirekte Steuern
ge=
bühren. Hält man daneben die neuen Regierungsentwürfe,
die den Einzelſtaaten die Pflicht auferlegen, direkte Steuern
vom Beſitz zu erheben und an das Reich abzuliefern, ſo
kann man nicht ſagen, daß eine Abſchwächung der
Reichs=
macht eingetreten ſei.
Der Gotthardbahnvertrag.
* Wie bereits mitgeteilt, hat der ſchweizeriſche
Nationalrat den internationalen Gotthardbahnvertrag
mit 108 gegen 77 Stimmen angenommen. Der
Ver=
trag iſt damit als genehmigt anzuſehen, denn im
Stände=
rat, der in dieſer Woche mit ſeinen Beratungen beginnt, iſt
eine ſtarke Mehrheit für den Vertrag vorhanden, ſo daß
er am 1. Mai d. J. in Kraft treten kann. Wie ſchwierig
ſich die Verſtaatlichung der Gotthardbahn geſtaltet hat, iſt
ſchon äußerlich an dem weiten Abſtand der Daten zu
er=
kennen, welche die Hauptabſchnitte auf dem Wege zum
Ziele bezeichnen. Nachdem man ſich in der Schweiz zur
Verſtaatlichung der Hauptbahnen entſchloſſen und durch
Geſetz von 1907 ſich auf den Rückkauf der Gotthardbahn
feſtgelegt hatte, begannen zunächſt Verhandlungen des
Bundesrats mit der Bahngeſellſchaft, und die Streitigkeiten
über die Abfindungsſumme der Aktionäre führten zu
einem langwierigen Prozeß vor dem Lauſanner
Bundes=
gericht, der erſt nach drei Jahren, im September 1911, zu
einem Vergleich führte. Für die Linie wurde ein Betrag
von mehr als 200 Millionen Franken bezahlt, die
Anleihe=
ſchuld von 117 Millionen war ſchon früher von der
Schweiz übernommen worden, und die Aktionäre erhielten
faſt 84 Millionen, 11½ Millionen weniger, als nach der
Reinertragsrechnung gefordert worden war. Unabhängig
von dieſen Auseinanderſetzungen war die Regelung der
Verhältniſſe zwiſchen der Eidgenoſſenſchaft und den
bei=
den Subventionsſtaaten Deutſchland und
Italien. Die beiden Staaten vertraten die Auffaſſung,
daß die Schweiz die Verſtaatlichung nur mit ihrer
Zu=
ſtimmung vornehmen dürfe, und ſo kam es nach
Verhand=
lungen in Bern am 20. April 1909, zehn Tage, bevor die
Bahn an die Eidgenoſſenſchaft überging, zu einem
Staats=
vertrage über die Gotthardbahn nebſt einem
Sonder=
abkommen zwiſchen Italien und der Schweiz, wodurch die
alten Verträge von 1869, 1871, 1878 und 1879 erſetzt
wur=
den. Während der Deutſche Reichstag ſchon im
März des folgenden Jahres den neuen Vertrag
geneh=
migte, zögerte ſich die Anerkennung durch Kammer und
Senat in Italien bis zum Juni 1912 hin. Inzwiſchen
hatten die ſchweizeriſchen Vertragsgegner eine gewaltige
Bewegung gegen den Vertrag entfacht, der erſt durch die
kürzlich, vor dem Beginn der Beratung in der
Bundes=
verſammlung erfolgte Erklärung der deutſchen Regierung
über die Meiſtbegünſtigungsklauſel die Spitze abgebrochen
wurde.
Vor der Abſtimmung antwortete noch Bundesrat
Forrer auf einige in der Beſprechung vorgebrachte
Be=
denken, namentlich beſchäftigte er ſich mit der Behauptung,
der Vertrag verletze die ſchweizeriſche
Neutrali=
tät und wies darauf hin, daß ſchon 1869 beim alten
Vertrage dieſe Behauptung von franzöſiſcher Seite erhoben
wurde. Man habe aber damals feſtgeſtellt, daß es der
Schweiz freiſtehe, ſolche Verträge abzuſchließen. Ebenſo
unrichtig ſei die Behauptung, der Vertrag mache der
tari=
fariſchen Bindung wegen die Schweiz zu einem
Vaſal=
lenſtaate Deutſchlands; auch die Befürchtungen
für die ſchweizeriſche Souveränität ſeien durchaus
unbe=
gründet. In der Abſtimmung, die unter allgemeiner
Spannung vorgenommen wurde, ſtimmten die freiſinnigen
Deutſch=Schweizer in ſtarker Mehrheit für den Vertrag,
mit ihnen auch ein Teil der katholiſch=konſervativen Partei
und der liberal=konſervativen. Geſchloſſen ſtimmten die
Vertreter der Gotthardkantone (Teſſin und Luzern) für
den Vertrag. Von den Welſch=Schweizern ſprachen ſich 40
für die Verwerfung des Vertrages aus, 8 ſtimmten für
Genehmigung. Die Sozialdemokraten und
oſtſchweizeri=
ſchen Demokraten ſtimmten geſchloſſen gegen den Vertrag.
Deutſches Reich.
— Der Wehrbeitrag und die Ausländer.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung weiſt darauf hin,
daß zu dem Wehrbeitrag die Ausländer unbedingt
bei=
tragspflichtig ſind nur mit ihrem inländiſchen Grund= und
Betriebsvermögen. Mit ihrem ſonſtigen Kapitalvermögen,
insbeſondere alſo mit ihren bei einer Bank in Depot
ge=
gebenen Privatkapitalien ſind ausländiſche
Staatsange=
hörige nur dann beitragspflichtig, wenn ſie im Deutſchen
Reiche dauernd Erwerbes wegen ſich aufhalten, aber auch
ſelbſt dann, wenn ſie ihre Kapitalien aus einem
inländi=
ſchen in ein ausländiſches Bankdepot bringen.
— Die Vorbildung der Diplomaten. Die
Bndgetkommiſſion des Reichstags wandte ſich auch der
Frage der Vorbildung unſerer Diplomaten zu. Der
Re=
ferent beklagte die häufigen Wechſel der in Frage kommen=
den Beamten und wünſchte eine Beſſerung des
Nachrichten=
dienſtes für das Ausland, um unwahren Preßtreibereien
beſſer entgegentreten zu können. Staatsſekretär v. Jagow
erklärte, er mache darauf aufmerkſam, daß man kaum die
Bezüge der jüngeren Beamten verbeſſern, die der
Miſſions=
chefs aber ohne eine Erhöhung würde laſſen können. Faſt
kein Miſſionschef ſei in der Lage, ohne eigenes Vermögen
den Poſten zu verſehen. Eine allgemeine Aufbeſſerung
würde aber ſehr erhebliche Mittel erfordern. Nichts könne
ihm ferner liegen, als der Wunſch, die diplomatiſche
Lauf=
bahn zu einer Domäne der Plutokratie werden zu laſſen;
jedem Talent ſolle der Weg zu ihr offen ſtehen. Eine
end=
gültige Aeußerung zu dieſer Frage behielt ſich der
Staats=
ſekretär für ſpäter vor. In keinem anderen Lande ſeien
aber ſo viele aus der Konſulatskarriere hervorgegangene
Beamte auf die diplomatiſchen Poſten geſandt, wie in
Deutſchland. Von 39 Botſchaften, Geſandtſchaften und
Miniſterreſidenturen ſeien 14 mit Herren aus dem
Konſu=
latsdienſt beſetzt. Die neuen Beſtimmungen für die
An=
wärter der diplomatiſchen Laufbahn tragen den
Bedürf=
niſſen handelspolitiſcher Vorbildung weitgehend Rechnung.
Abſchließende Erfahrungen liegen zwar noch nicht vor, doch
iſt der vorläufige Eindruck befriedigend. Die häufigen
Wechſel auf den diplomatiſchen Poſten beklage auch er.
Im allgemeinen werde es zweckmäßig ſein, daß die
jün=
geren Herren möglichſt viel in der Welt herum
kämen; die Miſſionschefs dagegen ſo lange wie
möglich auf ihren Poſten blieben und ſich auf
ihnen einlebten. Die Budgetkommiſſion
nahm ſchließlich eine Reſolution des Zentrums
an, wodurch der Zugang zum diplomatiſchen Dienſt den
Befähigtſten ohne Rückſicht auf Vermögensverhältniſſe
er=
möglicht werden ſoll, nachdem Staatsſekretär v. Jagow
ausgeführt hatte, er begrüße den Antrag, der allerdings
eine harte Nuß zu knacken gebe, mit Dank.
— Die Fleiſcheinfuhr. Das badiſche
Miniſte=
rium des Innern hat den Antrag des Karlsruher
Stadt=
rates auf Verlängerung der Erlaubnis zur Einfuhr
hol=
ländiſchen Schlachtviehes an das Reichsamt des Innern
befürwortend weiter geleitet, doch hat ſich der preußiſche
Landwirtſchaftsminiſter nach Mitteilungen des
großher=
zoglichen Miniſteriums nicht entſchließen können, die
Ein=
fuhr von ſolchem Schlachtvieh über den 1. April hinaus
zuzulaſſen, ſelbſt wenn der in München vorgekommene
Seuchenfall, der zur vorzeitigen Sperrung der Grenze
führte, nicht eingetreten wäre, da von vornherein mit einer
Verlängerung der Einfuhrerlaubnis über den 1. April
hinaus nicht habe gerechnet werden können. Die Erlaubnis
zur Einfuhr von Schlachtvieh aus Italien, um welche der
Stadtrat nachgeſucht hatte, iſt vom großherzoglichen
Mi=
niſterium des Innern wegen der Gefahr der Einſchleppung
der Maul= und Klauenſeuche verſagt worden.
Verſchmelzung von
Arbeitgeberver=
bänden. Die beiden Zentralorganiſationen der deutſchen
AArbeitgeberverbände, die Hauptſtelle deutſcher
Arbeitgeber=
verbände und der Verein deutſcher Arbeitgeberverbände,
beſchloſſen ihre Verſchmelzung. Die
Gründungsverſamm=
lung der neuen Zentralorganiſation, die den Namen „
Ver=
einigung der deutſchen Arbeitgeberverbände” erhalten ſoll,
fand am 5. April in Berlin ſtatt.
— Die mecklenburgiſche
Verfaſſungs=
frage. In der mecklenburgiſchen
Verfaſſungsangelegen=
heit beabſichtigt die Schweriner Regierung, einen neuen
Verfaſſungsentwurf dem außerordentlichen Landtage in
Schwerin vorzulegen, der auf die Wünſche der Ritterſchaft
zugeſchnitten iſt. Um unter den Bürgermeiſtern Anhang
zu gewinnen, hat ſie mit ihnen Verhandlungen angeknüpft.
Die mecklenburgiſchen Bürgervereine planen
Demonſtra=
tionsverſammlungen, in denen über die Stellungnahme
der Bürger zu der drohenden Verminderung ihrer Rechte
geſprochen werden ſoll.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Heeresverſtärkung. Wie die Zeit
er=
fährt, wird die geplante neuerliche Erhöhung des
Re=
krutenkontingents von 15000 Mann bei dem gemeinſamen
Heere und etwa 10000 Mann bei beiden
Landweh=
ren durch eine Novelle zum § 13 des neuen Wehrgeſetzes
mit ſtufenweiſe erfolgender jährlicher Steigerung der
Kon=
tingentsziffer angefordert werden. Die Vorlage ſoll in
der nächſten Zeit in beiden Parlamenten eingebracht
wer=
den. Der Rekrutenſtand des gemeinſamen Heeres würde
alſo im dritten Jahre in Wirkſamkeit des neuen
Wehrge=
ſetzes ſtatt 159000 Mann 174000 betragen.
Site 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Nummer 80,
Itallen.
Das Flottenprogramm. Nachdem der erſte
Keil des italieniſchen Flottenbauprogramms ausgeführt
iſt, wird man, wie die Tribuna annimmt, für den zweiten
Teil des Programms einen Linienſchiffstyp mit 10
ſchwe=
ren Geſchützen vorziehen, die in zwei Drillingstürmen auf
der Schiffsmitte und in zwei Zwillingstürmen auf dem
Schiffsrande aufgeſtellt werden ſollen. Verſuche in dieſer
Richtung ſind glänzend gelungen. Das Schiff wird
un=
gefähr 30000 Tonnen Waſſer verdrängen und mindeſtens
ſo ſchnell ſein, wie die anderen der „Doria”=Klaſſe. Die
Tribuna meint ſogar, daß es nicht ſchwierig ſein würde,
25 Knoten zu erreichen.
Spanien.
Verſtärkung der Militär= und
See=
macht. Ein Berichterſtatter des Pariſer Daily Mail
hatte in Madrid mit dem Miniſterpräſidenten Grafen
Ro=
manones eine Unterredung, in der er unter anderem
er=
klärte: Wohin wir auch blicken, wir ſehen überall eine
be=
trächtliche Vermehrung der Streitkräfte der Völker. Wir
Spanier ſind der Anſicht, daß wir unter dieſen Umſtänden
unſere Militär= und Seemacht verſtärken müſſen und wir
haben zu dieſem Zweck bereits Maßnahmen getroffen.
Ich ſage Ihnen dies, um Ihnen zu zeigen, daß Spanien
im Begriff iſt, eine beträchtliche Kraft zu erlangen und
ſauch, um Ihnen zu beweiſen, daß, wenn Spanien
jeman=
des Freund wird, dieſe Freundſchaft keineswegs dieſe
eines kraftloſen Volkes ſein wird. Wir ſtanden bis jetzt
allein, wir waren die Freunde von jedermann und
nie=
mandes Feind. Aber der Tag kann kommen, wo wir uns
binden müſſen. Nach welcher Richtung werden wir
hin=
neigen? Das iſt eine heikle Frage; immerhin eine
Tat=
ſache ſteht in dieſem Augenblick, wo Spanien ſich vielleicht
ſam Vorabend einer folgenſchweren Aenderung der
euro=
ſpäiſchen Lage befindet, klar vor unſerem Geiſt: Wir
dür=
fen nicht vergeſſen und wir vergeſſen es auch nicht, daß wir
in jedem Falle die oberſte Pflicht haben, unſere
Angele=
genheit ſo zu führen, daß wir immer in den beſten
Be=
ziehungen zu Frankreich, unſerem wichtigſten Nachbarn zu
Lande, und zu England, unſerem wichtigſten Nachbarn zur
See bleiben. Nichts darf unſere guten Beziehungen zu
dieſen beiden Freunden trüben.
Der Religionsunterricht in den
Volks=
ſchulen. Der Rat für das öffentliche Unterrichtsweſen
beriet den Antrag des Republikaners Labra, daß der Re
ligionsunterricht in den Volksſchulen von den
Pfarrgeiſt=
lichen gegeben werden ſoll. Der Antrag wurde mit 40
ge=
gen 3 Stimmen abgelehnt.
Vereinigte Staaten.
Tarifreviſion. Meldungen aus Waſhington
be=
tonen, nie zuvor habe ein Präſident wie Präſident Wilſon
ſo in die Tariffrage eingegriffen. Selbſt die Demokraten
der verſchiedenſten Landesteile proteſtierten gegen eine ſo
radikale Tarifreviſion. Der Gouverneur von Maſſachuſetts
bezeichne die Tarifreform als eine Gefahr für die
In=
duſtrien und verlange Gegenſeitigkeitsverträge.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. April.
Der Voranſchlag der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darmſtadt
für das Jahr 1913
wird ſoeben vom Oberbürgermeiſter vorgelegt. Es heißt
in dem Vorwort u. a.:
Das Voranſchlagsjahr 1913 bietet für die finanzielle
Abſchätzung beſondere Schwierigkeiten. Iſt es doch ein
Jahr, das für die Einſchätzung der Erträgniſſe der
Ein=
nahmequellen mit dem Beginn neuer, veränderter
Verhält=
niſſe zu rechnen hat. Die finanzielle Wirkung und die Art
der Verteilung der Laſten nach dem neuen
Gemeindeum=
lagengeſetz iſt zurzeit noch nicht zu überblicken. Selbſt nach
Ablauf des erſten Jahres nach Inkrafttreten des neuen
Gemeindeſteuergeſetzes wird es nicht möglich ſein, ein
end=
gültiges, auch fernerhin zutreffendes Urteil auszuſprechen.
Hierzu kommt, daß auch die Veranſchlagung der
Einnah=
men aus den Betrieben der Stadt in dieſem Jahre nur
mit beſonderer Vorſicht erfolgen kann. Es ſtand bereits
vor Abſchluß der Verhandlungen mit der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſellſchaft feſt, daß die erſten Jahre der
Heſſi=
ſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft nicht leicht ſein können.
Hat auch eine große Zunahme in dem Verbrauche der
elek=
triſchen Kraft ſtattgefunden, ſo iſt doch andererſeits mit
einem großen Anlagekapital und weiter damit zu rechnen.
daß die Geſellſchaft mit den Koſten der allgemeinen Beſol
dungserhöhung belaſtet worden iſt. Die Stadtverwaltung
muß bei allen Finanzmaßnahmen in erſter Linie das
In=
tereſſe der Steuerzahler berückſichtigen und hat daher den
vorliegenden Voranſchlag mit der durch die Sachlage
ge=
botenen Zurückhaltung aufgeſtellt. Die ſchon ſeit längerer
Zeit der Verwaltung vorgelegten Entwürfe wurden in
eingehendſter Weiſe nach dem Geſichtspunkte der
Herab=
ſetzung der Ausgaben und einer günſtigen Schätzung der
Einnahmen aufgeſtellt. Es iſt daher von vornherein ſicher,
daß angeſichts der geſpannten Verhältniſſe das künftige
wirkliche Ergebnis des Voranſchlagsjahres 1913 nicht
der=
artig günſtig ausfallen kann, wie dies in ſo erfreulicher
Weiſe von den Jahren 1909, 1910 und 1911 der Fall
ge=
weſen iſt.
An neuen Einnahmen wurden die günſtig
an=
genommenen Erträge aus der Warenhaus=, Filial= und
Billettſteuer, ſowie der Mehrertrag von
Kanalbenutzungs=
gebühren von insgeſamt 130000 Mark eingeſtellt. Eine
weitere Summe von 465000 Mark wurde aus dem
Aus=
gleichsfonds zur Herſtellung des Gleichgewichts eingeſtellt.
Dieſe Ausgleichung war um ſo mehr geboten, als die Laſten
aus der Erhöhung der Gehalte der Beamten, Lehrer und
Arbeiter, wie bereits verſprochen, zunächſt auf den
Aus=
gleichsfonds genommen werden ſollen. Die Verwaltung
iſt in jeder Weiſe bemüht, für die Gehalts= und
Lohn=
erhöhungen eine Steuererhöhung in den
näch=
ſten Jahren nicht eintreten zu laſſen. Der
Vor=
anſchlag rechnet ferner mit einer Erhöhung der ſtaatlichen
Einkommenſteuer von 85000 Mark. Ob und inwieweit bei
dieſen Einnahmen der vorliegende Voranſchlag balanziert
werden kann, hängt von dem Ergebnis der nunmehr
vor=
zunehmenden Prüfung und definitiven Stellungnahme der
Stadtverordnetenverſammlung ab. Die Stadtverwaltung
wird beſtrebt ſein, den Ausgleichsfonds, der zum großen
Teil ein hohes Zinserträgnis abwirft, nicht raſch
aufzu=
zehren, ſondern ihn möglichſt, wenn auch verkürzt, zu
er=
halten. Noch bei den letzten Anlehensverhandlungen
wurde in der Stadtverordnetenverſammlung einſtimmig
anerkannt, welch großen Wert die Exiſtenz eines derartigen
Fonds in den Zeiten der Not darſtellt.
Dieſes Beſtreben wird um ſo mehr auch die gegenwär
tige und künftige Finanzgebarung der Stadt beeinfluſſen
müſſen, als die Ergebniſſe des derzeitigen Voranſchlages
in eingehendſter Weiſe geprüft und von der Verwaltung
im Intereſſe der Ausgleichung günſtig berechnet wurden.
Hat doch die Stadtverwaltung die vorgelegten Entwürfe
inſofern geändert, als ihre Erträgniſſe von den zunächſ
beteiligten Verwaltungen um etwa 50000 Mark in der
Schätzung günſtiger berechnet wurden. Die
Verwal=
tung hat ſich auch für legitimiert erachtet
bei dem gegenwärtigen Voranſchlag nicht
mit der Ausgabe zu rechnen, die durch die
Abwälzung der Schullaſten des Staates
auf die Stadt, aus Anlaß der
beabſichtig=
ten Aufbeſſerung der Gehalte der
Staats=
beamten entſteht. Hier kommt eine
jähr=
liche Mehrbelaſtung von nahezu 80000 Mk.
zum Nachteil der Stadt Darmſtadt in Frage,
im Falle demnächſt der Landtag eine
Be=
laſtung der Gemeinden beſchließt. Bei der
unbedingten Notwendigkeit, in den Ausgaben auf allen
Gebieten zurückzuhalten, hat ſich die Stadtverwaltung,
wenn auch ſchweren Herzens, dazu entſchließen müſſen
den für den Liebfrauenplatz vorgeſehenen
Schulhausneu=
bau und andere Projekte zurzeit zurückzuſtellen. Die
Aus=
führung dieſer Aufgaben würde nicht nur eine
Aufbring=
ung erhöhter Zinſen und Tilgungsbeträge, ſondern auch
neue Betriebskoſten zur Folge haben.
Trotz aller, durch die Gegenwart gebotener
Zurück=
haltung darf die Verwaltung das Vorwort ſchließen mit
dem Hinweis, daß ein Grund zu einer peſſimi
ſtiſchen Auffaſſung über die Finanzlage
der Stadt in der Gegenwart und in der
Zu=
kunft nicht beſteht. Wenn auch, angeſichts der
gro=
ßen Abnahme der Geburten und der Abwanderung von
Arbeitern und Bauhandwerkern in die Vororte, die
Be=
völkerung nicht mehr in dem Maße zunimmt, wie dies
früher der Fall war, ſo ſteht doch durch die Erhöhung der
ſtaatlichen Einkommenſteuer feſt, daß die Steuer und
Ka=
pitalkraft der Bevölkerung zugenommen hat. Auch die
Bautätigkeit der Stadt hat nicht den
Rück=
gang erfahren, der in anderen Städten
bedauer=
licherweiſe feſtgeſtellt werden konnte. Es iſt die Hoffnung
berechtigt, daß angeſichts der Aufwärtsbewegung in der
Steuer infolge der Zunahme der Steuerkapitalien eine
weitere Beſſerung in der Zukunft möglich iſt und eine
all=
gemeine Beſſerung der wirtſchaftlichen Lage eintritt.
* Vom Hofe. Prinz Albert zu Schleswig=Holſtein
iſt am Samstag vormittag 7 Uhr 41 Minuten zum
Beſuch im Neuen Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberſt Riedl,
Kommandeur der Kgl. Bayeriſchen 8. Infanterie=Brigadg
in Metz, den Oberſt Hannappel, Kommandeur des Kgl.
Bayeriſchen 8. Infanterie=Regiments Großherzog Friedrich
von Baden in Metz, den Oberſt von der Schulenburg,
Kommandeur der 13. Kavallerie=Brigade in Münſter, den
Rittmeiſter v. Schmelzing u. Wernſtein, Adjutant des
Generalkommandos III. Armeekorps in Berlin, den
Hauptmann Freiherrn v. Buddenbrock=Hettersdorf,
Kom=
pagniechef im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, den Oberleutnant Andrege, die Leutnants
Graf v. Hacke, Weiſe, Peucer, v. Michael und v. Einern,
die ſechs letzten von der Reſerve des Garde=Dragoner=
Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Finanzrat Flath
von Butzbach, den Kreisaſſiſtenzarzt Dr. Schäfer von
Mainz, den Oberbahnaſſiſtent Brehm von Mainz, den
Schriftſteller Stockhauſen, den Geheimen Regierungsrat
de Beauclair, den Forſtrat Heinemann; zum Vortrag
den Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun,
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld, den
Oberſt z. D. Freiherrn Röder v. Diersburg.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Oberbrandmeiſter Johann
Thorn zu Worms die Krone zum Silbernen Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Verſetzt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Oberförſter der Oberförſterei Romrod
Forſtmeiſter Karl Hoffmann zu Romrod in gleicher
Dienſteigenſchaft in die Oberförſterei König.
* Erledigte Stelle. Die erſte Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Bindſachſen, Kreis Büdingen,
mit der Organiſtendienſt verbunden iſt. Das
Präſen=
tationsrecht ſteht dem Herrn Fürſten zu Iſenburg=
Birſtein zu.
* Militärdienſtnachrichten. v. Schmelzing u.
Wernſtein, Rittm. und Eskadr.=Chef im Garde=Drag.=
Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, zum Adjutanten des
Generalkommandos des III. Armeekorps ernannt. Witt,
Rittm. und Lehrer am Militär=Reitinſtitut, mit Patent
vom 11. April 1905 als Eskadr.=Chef in das Garde=Drag.=
Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23 verſetzt.
Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank.
Blätter=
meldungen zufolge haben 13,2 Millionen Mark
von den ſich auf 14,7 Millionen Mark belaufenden
Gläubigerforderungen dem Moratorium zu
ge=
ſtimmt, das bei der in der Saalbauverſammlung
ge=
faßten Reſolution beſchloſſen wurde. — Der
neu=
gegründeten Zentralkaſſe der
Landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaft haben ſich ſchon über
100 Genoſſenſchaften angeſchloſſen. Täglich
zehen neue Meldungen, ſowie Zuſtimmung zu dem
Moratorium noch ein.
Stadtverordneten=Verſammlung. Die
Tages=
ordnung zur 1. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſammlung am Donnerstag, den 10. April,
nachmittags 3½ Uhr, lautet: 1. Mitteilungen. 2.
Ver=
waltungsbericht für 1911. 3. Geſuche um Geſtattung
einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des
Orts=
bau=Statuts: a) für den Heinrichwingertsweg (
Garten=
häuschen), b) für Kaſtanienallee 21. 4. Geſuche um
Be=
freiung von baulichen Beſtimmungen: a) in §§ 38 und 69
der Ausf.=Verordn. zu Art. 50a der A. B. O., für
Lud=
wigſtraße 14, b) in Art. 45 und 47 der A. B. O. und
§ 19 der Ausf.=Verordn. hierzu für Rhönring 97 und 99
c) in § 68 der Ausf.=Verordn. zur A. B. O. für Ernſt=
Ludwigs=Platz 2, d) in § 32 der B. P. O. für
Pankratius=
ſtraße 1. 5. Bebauungsplan für das Gebiet weſtlich der
alten Main=Neckar=Bahnlinie zwiſchen alter und neuer
Bahnlinie Beſſungerſtraße und Holzhof=Allee. 6.
Frei=
gabe der Verbindungsſtraße öſtlich der Beckſtraße zwiſchen
Soder= und Darmſtraße zum Anbau. 7. Entwäſſerung
von Neubauten nächſt der Nieder=Ramſtädterſtraße.
8. Kreditnachbewilligung für die Unterhaltung der Be=
Geburt und Tod der Sterne.
Plauderei von Marcel Gollé.
(Nachdruck verboten.)
E. Auch Sterne ſterben! In dem unaufhörlichen
Werde= und Vergehungsprozeß, der das Leben des zeitlich
Gewordenen kennzeichnet, nehmen auch ſie, die majeſtätiſch
durch das All hinbrauſenden Weltkörper, nur eine „Stufe‟
ein . . .. ſie werden „geboren” wie der kleinſte Grashalm
und die winzigſte Mikrobe geboren wird und ſie „ſterben
eines Tages — und ſei es nach Jahrmillionen! — und
ſind alsdann aus der Geſchichte des Weltalls ausgelöſcht.
Dieſer Gedanke einer erſchütternden Tragik, die ſich im
Daſein des Univerſums offenbart, darf uns nicht traurig
ſtimmen; ſehen wir doch gleichzeitig, wie alle Kräfte und
Lebensenergien des Weltganzen ſich beſtändig erneuern
und wie die „Offenbarung des Lebens” ſich unter ſteten
Wundern vollzieht. Erſt verhältnismäßig ſpät in der
Menſchengeſchichte iſt man auf dieſe Wunder aufmerkſam
geworden, und erſt die moderne Aſtronomie hat ſie uns
in ihrer ganzen Schönheit offenbart.
Im ſechzehnten Jahrhundert machte man die erſten
Beobachtungen darüber, daß die Sterne nicht fertige,
un=
veränderlich bleibende Himmelskörper ſind, ſondern eine
beſtimmte, zeitlich und räumlich genau definierbare
Ent=
wicklung durchmachen. In der Nacht des 11. November
1572 erſchien zum großen Erſtaunen der zünftigen
Aſtro=
nomen ein „neuer” Stern. Selbſtredend war er längſt vor
her dageweſen, aber man hatte ihn wegen ſeiner Kleinheit
nicht bemerkt. Zum erſten Male wurden die
Himmels=
forſcher vor die Frage geſtellt, wie man das Aufflammen
dieſes Geſtirns erklären ſollte. War es einer in
unge=
heurer Entfernung ſich vollziehenden geheimnisvollen
Kataſtrophe zuzuſchreiben, daß dieſer Stern plötzlich in
ungewöhnlichem Glanze erſchien? War er vielleicht mit
ſeinem anderen Himmelskörper zuſammengeſtoßen und
durch den ungeheuren Anprall in Flammen aufgegangen?
Oder hatte er ſich bloß, getrieben durch eine unbekannte
Kraft, unſerem Sonnenſyſtem in ungewöhnlich ſchneller
Zeit genähert und verdankte dieſer Annäherung ſeinen
Glanz und Schimmer? Das Problem orſchien, wie man
ſſieht, nicht ganz einfach und es wurde für dieſen erſten
„neuen” Stern keineswegs gelöſt. Die „Wanderin” (ſo
hatte man ihn getauft) wurde eine Zeitlang immer heller
und erſchien ſchließlich in ſolch blendendem Lichte, daß er
die Venus überſtrahlte und ſelbſt bei hellem Tage geſehen
werden konnte. Bald aber nahm ſein Glanz wieder ab
und ſchließlich mußte er unter die „teleſkopiſchen Sterne”
eingereiht werden, d. h. unter die ungeheure Menge der
Geſtirne, die nicht mit freiem Auge, ſondern nur im
Tele=
ſkop ſichtbar ſind. Dieſer erſten Beobachtung eines plötzlich
aufflammenden Sterns, die von keinem Geringeren als
dem berühmten Aſtronomen Tycho Brahe angeſtellt
wor=
den war, folgten bald andere. Zweiunddreißig Jahre
nachher und zwar am 10. Oktober des Jahres 1604
ent=
deckte man ein Geſtirn von außergewöhnlichem Glanze im
Sternbild der Schlange. Diesmal wurde ſeine Bahn
be=
rechnet und man gelangte zu wertvollen Ergebniſſen über
die Urſache des plötzlichen Aufflammens, als welche ſich
im weſentlichen eine Bahnänderung infolge von
Stör=
ungen durch andere Himmelskörper herausſtellte. Es
würde zu weit führen, wollte man alle die Beiſpiele
auf=
zählen, wann im 17. und 18. Jahrhundert neue Sterne
ge=
ſichtet wurden. Die meiſten der beobachteten Fälle
er=
wecken nur ein engeres fachwiſſenſchaftliches Intereſſe.
Jedoch ſeien einige merkwürdige Sternerſcheinungen aus
dem vergangenen Säkulum nicht vergeſſen. So beobachtete
man Mitte Mai des Jahres 1866 auf verſchiedenen
euro=
päiſchen und amerikaniſchen Sternwarten das
Auf=
flammen eines prächtigen gelben Geſtirns, das nachher
mehrmals ſeine Farbe änderte und Anlaß zu höchſt inter
eſſanten Theorien über die Entſtehung neuer
Himmels=
körper gab. In den Jahren 1876, 1885 und 1892
beobach=
tete man weitere merkwürdige Sternbildungen; ſchließlich
im Jahre 1901 am 21. Februar tauchte der berühmt
ge=
wordene Stern im Bilde des Perſeus auf, deſſen man ſich
noch allgemein erinnern dürfte. Er nahm in kurzer Zeit
derart an Glanz zu, daß er die hellſten Sterne überſtrahlte
und gewiſſe Leute ſogar eines Tages von der Furcht
be=
fallen wurden, er möchte eine unſerem Sonnenſyſtem
ver=
derbliche Größe erreichen und eines Tages mit einer
ge=
waltigen Himmelsrevolution das Ende der Welt
herbei=
führen. Nun, ſo ſchlimm wurde es allerdings nicht. Der
junge Stern erreichte bald das Maximum ſeines Glanzes,
wurde von da an allmahlich dunkler und teilte das Schick=
ſal faſt all ſeiner Vorgänger, indem er von einem gewiſſen
Zeitpunkte an unter Millionen teleſkopiſcher Geſtirne
ſeinen beſcheidenen Platz fand.
Betrachten wir beſtimmte Teile des Himmels durch
ein gutes Fernrohr, ſo können wir dem Werden und
Ver=
gehen der Sternwelten in der intereſſanteſten Weiſe
zu=
ſchauen; denn dieſe Wunder des Entſtehens und
Umfor=
mens der „himmliſchen Materie” vollziehen ſich tagtäglich
unter unſeren Augen. Große dunkle Räume, wo mit
freiem Auge nicht das geringſte zu ſehen war, erſcheinen
jetzt wie mit goldſilbernem Staub überſät. Dazwiſchen
nehmen wir merkwürdige Bildungen wahr, die weißem
Rauch, Nebeln und Wolken gleichen. Was haben dieſe
Gebilde zu bedeuten? Die Aſtronomie lehrt, daß wir hier
in den meiſten Fällen einen Entwicklungsprozeß vor uns
ſehen, der aus ungeformter kosmiſcher Materie einen
neuen Stern ſchafft. Mehr als viertauſend ſolcher
ent=
ſtehenden Welten ſind bis jetzt bekannt; dieſe ſtellen
ſelbſt=
redend nur einen verſchwindend geringen Teil der in
Wirklichkeit im unendlichen Weltall vorhandenen dar. Die
aus mehr oder minder dichten glühenden Gaſen
beſtehen=
den Sternnebel ſind (oft um verſchiedene Zentren herum)
in Rotation begriffen. Erreicht dieſe eines Tages eine
be=
ſtimmte Stärke, ſo ziehen ſich die Nebelmaſſen (die eine
Ausdehnung von Milliarden von Kubikmetern haben)
mehr und mehr zuſammen, bis ſich ſchließlich ein
kompri=
mierter „Kern” bildet. Dieſer ſtellt ſozuſagen den „
Em=
bryo” des neuen Geſtiens dar. Ein ſolcher
Entwicklungs=
prozeß geht ſelbſtredend in ungeheuer langen Zeiträumen
vor ſich; wir dürfen, ohne zu übertreiben, Hunderte von
Millionen Jahren dafür annehmen, wie ſich denn über
haupt im Univerſum nicht bloß der „menſchliche Begriff”
des Raumes, ſondern auch derjenige der Zeit (gemeſſen
an armſeligen Sonnenjahren) ins Gigantiſche und
Un=
faßbare verliert. Man glaube ferner nicht, daß ſich die
Entſtehung eines neuen Himmelskörpers, ſelbſt wenn er
uns „relativ nahe” iſt, dem Aſtronomen allſogleich
an=
kündige. Im Gegenteil: die „Geburtsanzeige” eines
Sterns läßt oft recht lange auf ſich warten. Erwägen
wir z. B., daß nach den ſcharfſinnigen Berechnungen der
Forſcher der Stern Alpha im Bild des Zentauren von der
Erde nicht weniger als 41 Milliarden Kilometer entfernt
iſt. Das Licht (welches bekanntlich in der Sekunde rund
Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Seite 3.
dürfnisanſtalten. 9. Pachtung von ehemaligem
Eiſen=
bahngelände zur Ablagerung von Hauskehricht. 10.
Ueber=
nahme der Reinhaltung eines Teils des Exerzierplatzes
durch die Stadtgärtnerei. 11. Anlage eines neuen
Druck=
rohres für den nordöſtlichen Teil der Hochzone. 12.
Ge=
ſuch um Rückerſtattung der für die Waſſerleitung im
Heinrichswingertsweg vorgelegten Koſten. 13.
Errich=
tung einer zentralen Reinigungsanlage für die Abwäſſer
im Schlachthof. 14. Verlängerung des Feldbahngleiſet
im Schlachthof. 15. Aenderung der Haus= und Bade
ordnung des ſtädtiſchen Hallenſchwimmbades. 16.
Ge=
ſuch des Odenwaldklubs um Erhöhung des ſtädtiſchen
Beitrags zu den Koſten der Schülerwanderungen.
17. Die Einrichtung der neuen Räume ber Schul
zahnklinik.
Im Gewerbemuſeum ſind für die Dauer von
4 Wochen (6. April bis 4. Mai) neu ausgeſtellt
Archi=
tekturaufnahmen von Suſanne Homann=Darmſtadt.
Dieſe neue Serie, die dritte, die hier zur Ausſtellung
gelangt, umfaßt die Städte Bamberg, Koburg, Weimar,
Dresden, Goslar, Münſter in Weſtfalen, Potsdam und
Danzig. Die Ausſtellung iſt bei freiem Eintritt täglich
geöffnet von 11—1 Uhr.
Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle
im ſtädtiſchen Hauſe, Grafenſtraße 30 (Telephon 371),
werden für den Monat März folgende Zahlen
mit=
geteilt: 834 offene Stellen, 983 Arbeitsſuchende, 370
Ver=
mittelungen, darunter 170 Dienſtboten.
* Heimverband Darmſtadt. Es wird an dieſer Stelle
nochmals auf die Mitgliederverſammlung aufmerkſam
ge=
macht, zu der die Einladung ſchon vor einigen Tagen
durch die Anzeigen ergangen iſt. Die Verſammlung fin
det Mittwoch, den 9. April, nachmittags 3 Uhr, im
ſtädtiſchen Rathauſe ſtatt. Die Mitglieder, Freunde und
Gönner des Verbandes bekunden ihr Intereſſe hoffentlich
durch ein recht zahlreiches Erſcheinen. Außerdem ſind
alle, die irgendwie der dem Heimverbande zugrunde
liegenden Idee ihre Sympathie ſchenken, als Gäſte
will=
kommen. Den Beweis ihrer Lebensfähigkeit hat die erſte
Gründung des Verbandes — das Heim in der Annaſtraße
jetzt ſchon erbracht, und zahlreiche Anfragen beweiſen,
wie erſtrebenswert der weitere Ausbau des
Unter=
nehmens iſt.
Odenwaldklub. Die Hauptverſammlung
des Geſamtodenwaldklubs findet am 25. Mai in
Heidelberg ſtatt. Die gaſtfreundliche Stadt am
Neckar wird an dieſem Maientag den aus allen Teilen
des Klubgebietes mit Weib und Kind zuſtrömenden
Klub=
igenoſſen nicht nur ihr prangendes Frühlingsgewand
zei=
gen, ſondern auch Herz und Auge erfreuen durch eine
Be=
leuchtung des Schloſſes, der Neckarbrücke und ein
Feuer=
werk, deſſen Funkenregen ſich in den Fluten des Fluſſes
widerſpiegelt. Nehmen wir noch hinzu die Gaben, die die
feſtgebende Ortsgruppe Heidelberg ihren Gäſten bietet, ſo
kann ein Tag in Ausſicht geſtellt werden, der
unauslöſch=
lliche Erinnerungen bei jedem Feſtteilnehmer hinterlaſſen
ſwird. Der Zentralausſchuß des Odenwaldklubs rechnet
auf das oft bewieſene Entgegenkommen der
Eiſenbahn=
direktion in ſeinem Bemühen, durch Sonderzüge den
Klubgenoſſen die Heimfahrt nach der Schloßbeleuchtung zu
erleichtern.
Einziehung von Fernſprechgebühren. Am
7. April wird mit der Einziehung der Fernſprech
gebühren begonnen werden. Es empfiehlt ſich, die
fälligen Beträge bereitzuhalten.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. In der Woche
vom 31. März bis 5. April wurden 461 Schweine,
148 Kälber und 3 Schafe aufgetrieben.
Warnung für Hundebeſitzer. In den letzten
3 bis 4 Tagen ſind in der Gegend des Böllenfalltor,
Martinspfad uſw. fünf wertvolle Hunde
ein=
gegangen und zwar alle mit den Anzeichen einer
Ver=
iftung durch Strychnin. Die Hundebeſitzer
ſeien gewarnt. Vor einiger Zeit ſind in Bingen
zahl=
reiche wertvolle Hunde auf die gleiche Weiſe vergiftet
worden, ohne daß es gelang, den Täter zu ermitteln.
Die Polizei meldet hierzu: In der Gegend
Böllenfalltor-Altes Schießhaus ſind in letzter Zeit eine
Reihe von wertvollen Hunden von Spaziergängern ganz
plötzlich verendet, ſodaß der dringende Verdacht beſteht,
daß Giftbrocken in jener Gegend liegen. Die Polizei iſt
eifrig bemüht, den Tätern auf die Spur zu kommen und
hat in einer öffentlichen Bekanntmachung darum gebeten,
daß jedermann, der über dieſe Vorgänge etwas
Sachdien=
liches gehört hat, dem Großh. Polizeiamt, Hügelſtraße
81/33, alsbald Mitteilung mache. Es wird davor
ge=
warnt, Hunde in jenem Gelände frei laufen zu laſſen.
Wegen der Gemeingefährlichkeit ſolcher Giftleger iſt es im
öffentlichen Intereſſe erwünſcht, daß die Polizei in ihren
Ermittlungsbeſtrebungen von jedermann, der
Wahr=
nehmungen gemacht hat, unterſtützt wird.
Verkehrs=Verein.
V.V Eine gut beſuchte und anregend verlaufene
Sitzung hielt der Vorſtand des Verkehrs=
Vereins am Freitag abend im Reſtaurant Sitte ab
Das Eiſenbahn=Betriebsamt teilte auf die Eingabe des
Vereins betr. die ſchlechte Beleuchtung der
Bahnſteige mit, daß dieſe nunmehr ſo reguliert
wor=
den iſt, daß ſie wieder als ausreichend gelten kann. Ebenſo
ſei es auch gelungen, die eiſernen Türen im
Hauptbahn=
hof gangbarer zu machen. Einer weiteren Anregung hat
die Eiſenbahnverwaltung entſprochen, indem die
Güter=
expeditionen, Abteilung für Empfangsgüter, unter Nr. 2533
und diejenige für Verſandgüter unter Nr. 2534 an das
öffentliche Fernſprechnetz angeſchloſſen wurden.
Hier=
durch wurde vielen berechtigten Wünſchen entſprochen.
Bezüglich des Verbots der Abhaltung von öffentlichen
Luſtbarkeiten in der Karwoche wurde mitgeteilt, daß in
dieſem Jahre in Mainz und Gießen während dieſer Zeit
Theatervorſtellungen ſtattgefunden haben. Dieſe für den
Fremdenverkehr ſehr wichtige Angelegenheit beſchäftigt den
Verein ſchon ſeit Jahren und er wird nichts unverſucht
laſſen, damit dieſes veraltete Verbot auch für unſere Stadt
aufgehoben wird. Die diesjährige
Hauptverſamm=
lung findet am Samstag, den 19. April, im Fürſten
ſaale ſtatt. Herr Profeſſor Dr.=Ing. Vetterlein hat
in freundlicher Weiſe zugeſagt, einen Vortrag über
das hieſige Hoftheater zu halten. Ueber den
Inhalt des Vortrages wird näheres noch in den nächſten
Tagen bekannt gegeben. Der priv. Schützengeſellſchaft
wurden zur Feier ihres 350jährigen Beſtehens, wozu eine
größere Anzahl auswärtiger Gäſte erwartet werden, die
gewünſchte Zahl des kleinen Führers von Darmſtadt
über=
laſſen. Bezüglich des Pharusplanes wurde der Bericht
der Kommiſſion gutgeheißen. Großes Befremden erregte
eine in der Daily Chronicle anläßlich des Beſuches des
Prinzen von Wales in Darmſtadt erſchienene
Beſchreib=
ung unſerer Stadt, welche offenbar von jemand
geſchrie=
ben wurde, der unſere Stadt gar nicht kennt. Da aber
derartige Artikel geeignet ſind, eine Stadt ganz bedeutend
zu ſchädigen, ſoll verſucht werden, ob dieſe Zeitung nicht
eine Berichtigung aufnehmen wird. Zum Schluſſe der
Sitzung wurden noch die Steuerverhältniſſe
un=
ſerer Stadt zur Sprache gebracht und darauf
hinge=
wieſen, daß alle in Betracht kommenden Korporationen
zuſammenwirken müßten, daß weitere Steuererhöhungen
unter allen Umſtänden vermieden werden, damit auch
Darmſtadt in der Lage bleibt, einigermaßen eine
Konkur=
renz mit anderen Städten auszuhalten. Nur dann könnte
der Zuzug von auswärts gefördert werden. Hierauf
konnte der Vorſitzende die Sitzung kurz vor 11 Uhr
ſchließen.
Verzeichnis neu hergeſtellter
Fernſprech=
anſchlüſſe und Henderungen bei beſtehenden
Sprechſtellen.
a) Neue Anfchlüſſe. 2212 Aulock, von, Major,
Feldart.=Regt. 25, Landskronſtraße 91. 2216 Bauer,
Wil=
helm, Rinds= und Kalbsmetzger, Wendelſtadtſtraße 22
2211 Berger, Bernhard, Zivilingenieur,
Landskron=
ſtraße 61. (303) Bickerle, Jakob, Metzgerei, Waldſtraße 11.
2209 Clauß, Eduard, Rentner, Roquetteweg 33
2214 Deinhard, M., Vizeadmirals=Witwe, Exzellenz,
Riedeſelſtraße 17. 2489 Deuſter, Wilhelm,
Konfektions=
haus für Herren= und Knabenbekleidung, Markt 11½
2201 Erholungshaus Elim, Traiſa. 2218 Frau Miguel,
Südfrüchte, Kirchſtraße 19. 2217 Grulich, Emil, Dr. med.,
Abteilungsarzt der Ernſt=Ludwigs=Heilanſtalt
Stein=
ſtraße, Mathildenſtraße 11. 2221 Güttich, Hauptmann
beim Stabe des Großh. Art.=Korps, Martinſtraße 35.
2485 Heyne, G., Syndikatsdirektor, Heidelbergerſtraße 132.
2072 Hill, Max, Innenarchitekt, Atelier für Raumkunſt,
Haus Eiſenhut bei Darmſtadt. 1675 Müller, Karl,
Direk=
tor, Dieburgerſtraße 194. 2213 Pieper, Dr., Frau,
Ho=
brechtſtraße 8. 2202 Roßbach, Auguſt, Schweinemetzgerei.
Taunusſtraße 28. 2207 Schreiner, Dr., Privatier,
Nikolai=
weg 5. 2204 Schubert, J., Stukkateur und Weißbinder,
Heinheimerſtraße 13. 2196 Siemenſen, Max, Hofſchneider,
Waldſtraße 8. 2232 Wißner, K. W., Prof., Großh.
Ober=
lehrer, Mühlſtraße 46.
b) Aenderungen. 538 u. 2515
Backſteinverkaufs=
ſtelle, jetzt Eliſabethenſtraße 51. 1855 Buxbaum, Philipp,
jetzt Saalbauſtraße 40. 2081 Curſchmann, Eliſe, jetzt
Margold, Em. J. 2538 Fenner, Rittmeiſter a. D., jetzt
Graf von Limburg=Stirum, Oberltn., Drag.=Regt. 24.
585 Garniſon=Lazarett Neubau, jetzt Stadtallee 5 (
Aka=
ziengarten). (221) Luckhardt, Heinr., Privatier, jetzt
Hein=
richſtraße 40. 1152 Maxim, Weinreſtaurant, J. Kaiſer,
jetzt Gehri, Gg. Maxim=Bar. 1594 Moeſer, F., jetzt
Hügelſtraße 51. 1255 Italiener, Bruno, Dr., jetzt
Riedeſel=
ſtraße 19. 961 Olberg, F. von, jetzt Ohlyſtraße 31.
180 Sterbekaſſe des Bundes Deutſcher Gaſtwirte, jetzt
Schulſtraße 14. 1068 Till, Karl, Nachf., jetzt
Wilhelminen=
ſtraße 31. 461 Wach= und Schließgeſellſchaft, jetzt
Eliſa=
bethenſtraße 31. 1691 Wartensleben, Gebr., jetzt
War=
tensleben, Ferdinand. 906 Weygandt, K., jetzt
Eichberg=
ſtraße 11.
c) Abgebrochene Sprechſtellen. 2099 Agthe=
1910 Auto=Meiſinger. 1114 Darmſtädter Aktien=Ziegelei.
2084 Gies. 2054 Kotze, von. 2503 Landau. 1259 Müller,
1861 Pariſh, von. 1606 Treſſer.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 5. April.
Butter, ½ kg . . 1,50 M.
i. Part., ½ kg 1,40 M.
8 Pf.
Eier, Stück .
Schmierkäſe, ½ Liter 20
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 3—3,50 M.
Kumpf (10 Liter) 50 Pf
Mäuschen, Kumpf 1 M.
½ kg . . . . 9—10 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 15—25 Pf
Zitronen, Stück . . 5 Pf.
Apfelſinen, Stück . 6—8 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.
Kopfſalat, Stück 8—15 Pf
Feldſalat, Körbchen 10 Pf
Radieschen, Bündel 5 P
Rettiche, Bündel 10—20 Pf
Meerrettich, Stück 10—20 Pf
Roterüben, ½ kg . . 12 Pf.
Zwiebeln, ½ kg . 6—8 Pf.
Tomaten, ½ kg 50—60 P
Spinat, ½ kg 15—20 P
Weißkraut, Stück 20—30 P
Rotkraut, Stück 50—70 P
Blumenkohl, Stück 20—60 Pf
Wirſing, Stück . . 70 Pf
Grünkohl, Stück . . 5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg
25 Pf.
Gelberüben, ½ kg
5 Pf
Schwarzwurz, ½kg 25-30 Pf.
1,20 M.
Spargeln, ½ kg
Schnittlauch, Bündel 2 Pf.
Geflügel, Wildpret:
Enten, Stück . 4,50—5 M.
Hahnen und Hühner,
Stück
3—3,50 M.
Tauben, Stück .
70 Pf.
Lapins, Stück . 1—1,10 M.
Zicklein, ½ kg . . 60Pf.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . . . 90 Pf.
Aal, ½ kg . . . . 1,10 M
Karpfen, ½ kg
80 Pf.
Andere Rheinfiſche,
.50—60 Pf.
½ kg.
Rotzungen. ½ kg . 80
Schollen, ½ kg . . 80
35 Pf
Kabeljau, ½ kg .
Schellfiſche, ½ kg25—40 Pf.
In den Fleiſchſtände
Rindfleiſch, ½ kg . 70
Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 76 P
56
Rindsfett, ½ kg
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Eberſtadt, 5. April. In der geſtrigen
Gemeinde=
ratsſitzung wurde nochmals in Anweſenheit der Herren
Provinzialdirektor Fey und Direktor Möller über den
vorgelegten Vertragsentwurf wegen Errichtung der
ekek=
triſchen Bahn von Darmſtadt nach
Eber=
ſtadt geſprochen. Der Gemeinderat ſtimmte nunmehr
demſelben zu, nachdem in einigen Kommiſſionsſitzungen
Direktor Möller einzelne Beſtimmungen des Vertrags
er=
läutert und auch ſonſtige Fragen über den Bau und den
Betrieb der elektriſchen Bahn beſprochen hatte. Der
Ver=
trag, wie er im Wortlaut auch den übrigen
Ge=
meinden zugeſtellt worden iſt, iſt nunmehr
end=
gültig zwiſchen der Gemeinde Eberſtadt und der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft abgeſchloſſen, ſo daß die
Elektrifizierung der Dampfbahn Tatſache geworden iſt.
Sollten die Schienen noch im Laufe dieſes Jahres
recht=
zeitig angeliefert werden können, ſo kann man nach den
Angaben der Heag damit rechnen, daß noch in dieſem
Jahre der elektriſche Betrieb aufgenommen wird, wenn
auch die Betriebseröffnung der Strecke durch den Ort
Eberſtadt etwas ſpäter erfolgen dürfte.
M. Stockſtadt 5. April. Eine Naturſeltenheit,
nämlich ein geſchecktes Reh, befindet ſich auf dem
bei Stockſtadt gelegenen Freiherrlich=Heylſchen Gute
Gun=
tershauſen in freier Wildbahn. Des öfteren wird es in
dem Diſtrikt „Guntersblumer Geyer” und in dem
Geyer=
wald beobachtet, wo es ſeinen Wechſel nach den Wieſen
des Jungbuſches hat.
Mainz, 5. April. Für die Mainzer
Blinden=
anſtalt ſind in der letzten nichtöffentlichen
Stadtverord=
neten=Verſammlung die Zinſen eines
Vermächt=
niſſes zur Vergebung gelangt, das eine nicht alltägliche
800000 Kilometer zurücklegt), braucht zirka 4 Jahre und
4 Monate, um auf ſeiner raſenden „Fahrt” durch den
Weltenraum vom genannten Sternbild bis zu uns zu
ge=
langen. Vorausgeſetzt nun, daß heute nacht im Syſtem
des Zentauren ſich ein neues Geſtirn bildete, ſo würden
wir erſt nach über 4 Jahren dieſen heute geborenen
„Himmelsprinzen” zum erſtenmal erblicken und ihm durch
die Augen unſerer Rieſenteleſkope den Dank für die
freundliche Geburtsanzeige zuſenden können. Dabei iſt
der Stern Alpha noch einer von den „nahen” Geſtirnen
des Univerſums. Für den im Februar 1901
aufgetauch=
ten neuen Stern im Bilde des Perſeus hat man berechnet,
daß er bereits vor mehreren Jahrhunderten „geboren”
wurde. Sollte aber eines Tages in dem berühmten
Stern=
nebel der Andromeda ein Himmelsprinz zur Welt
kom=
men, ſo würde erſt nach 40000 Jahren die Kunde „per
Lichttelegraph” zur Erde gelangen.
Wie von der Geburt, ſo auch vom „Tode” der
Himmelskörper haben wir durch genaue Beobachtungen
wiederholt Kenntnis erhalten. Dieſes „
Sterberegiſter=
beginnt im Jahre 1437 wo der Aſtronom Ulugh Beigh
feſtſtellte, daß nicht weniger als acht große Sterne, welche
in den Himmelsatlanten des Ptolemäus verzeichnet
ſtan=
den, inzwiſchen verſchwunden waren. Während des 17
Jahrhunderts zeigte Caſſini das plötzliche Verſchwinden
eines, Sterns im „Kleinen Bären” an; ſpäter ſtellte
Herſchel feſt, daß mehrere Geſtirne, die ſeit langem in den
Bildern des Löwen, des Skorpions und der Jungfrau
notiert waren, das „Zeitliche geſegnet” hatten. Sie irren,
wie Tauſende (vielleicht Millionen) vor ihnen, als dunkle
Kugeln durch den unendlichen Raum. In der Tat iſt das
Erlöſchen eines Sterns ſo zu denken, daß er nach
unge=
heuer langer Abgabe ſeiner Eigenwärme an den
eiſigkal=
ten Weltenraum nach und nach erkaltet, ſeinen Glanz
ver=
liert und ſich ſchließlich mit einer harten Kruſte überzieht,
die nicht mehr leuchtet. So war das Schickſal unſerer Erde
und des ſie begleitenden Mondes, ſowie der übrigen
Pla=
neten des Sonnenſyſtems. Und auch die Sonne ſelbſ
wird ſich eines Tages in derſelben Weiſe umformen und
— wie ſchon die heilige Legende zu berichten weiß —
ein=
mal „keinen Schein mehr geben” Immerhin dürfte
die=
ſer „Weltuntergang” nach menſchlicher Berechnung, falls
er nicht einmal durch unvorhergeſehene Urſachen
herbei=
geführt wird, erſt in beiläufig 10 Millionen Jahren
ein=
treten. Alſo kein Grund zur Beunruhiaung,)
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Freitag ſang Frau
Kallenſee erſtmalig die Partie der Violetta in Verdis
Oper „La Traviata” und bewies, daß es nicht nötig iſt,
in die Ferne zu ſchweifen, wenn man nach einer geeigneten
Vertreterin der durch auswärtige Divas zu einer
Aus=
nahme=Partie geſtempelten Violetta Umſchau hält.
Stimm=
lich gut disponiert, ſicher in der Beherrſchung des
Kolo=
raturwerks und vornehm und gewandt in der äußeren
Repräſentation und der Darſtellung der Rolle war Frau
Kallenſee eine bevorzugte Vertreterin der Violetta, die den
ihr geſpendeten reichen Beifall als wohl verdient anſehen
darf. Sehr ſchön ſang auch Herr Globerger wieder
den Alfred.
* Die enterbten Töchter Leopolds II. Im
Beruf=
ungsprozeß der belgiſchen Prinzeſſinnen
Luiſe und Stephanie um das Erbe des Königs
Leopold II. wurde, wie ſchon gemeldet, das Urteil des
Appellationsgerichtshofes verkündet. Es weiſt ſämtliche
Anſprüche der Klägerinnen ab und beſtätigt damit die
Entſcheidungen des Erſten Gerichtshofes. Die
Prin=
zeſſinnen erhalten nichts von den 60 Millionen, die ſie aus
den hinterlaſſenen Kongowerten, Grundſtücken und
insbe=
ſondere aus der Niederfüllbacher Stiftung forderten. Die
Niederfüllbacher Stitfung wurde von Leopold II. mit dem
Sitze in Koburg gegründet, und es wurde ihr eine Reihe
von Liegenſchaften in Koburg und Bayern, ſowie
Wert=
papiere im Nominalwerte von etwa 40 Millionen
Fran=
ken, im tatſächlichen Wert jedoch von über 70 Millionen,
zugewieſen. Die Prinzeſſinnen beanſpruchten das
Stif=
tungsvermögen mit der Begründung, die Stiftung
be=
ſtände in Belgien nicht zu Recht, und deshalb falle auch
dies Vermögen in den Nachlaß des Königs.
Leopold II. hat in ſeinem Teſtament 15 Mil
lionen als die einzige Hinterlaſſenſchaft ſeiner Eltern
bezeichnet. Es war aber nicht ſchwer nachzurechnen, daß
dieſe von Leopold I. geerbte Summe, ſelbſt bei geringer
Verzinſung am Todestage des Königs zu der Summe von
80 Millionen angewachſen ſein mußte. Leopold II. hat
jedenfalls im Gegenſatz zu ſeinem Teſtament ſein
Privat=
vermögen auf 60 bis 80 Millionen angegeben. Sehr viele
Gründungen, die auf den Namen anderer Perſonen, z. B.
des Verwalters der Zivilliße und des Leibarztes liefen,
ſind nichts anderes geweſen als Unternehmungen, die
ge=
halten und geſtützt wurden von dem Privatvermögen
Leopolds II. Ueber 30 Millionen ſind in dieſen, auf
fremde Namen lautende Organiſationen feſtgelegt.
Merk=
würdigerweiſe fehlen alle Dokumente, die über die
be=
ſtrittenen Millionen Aufſchluß geben könnten. Keine
Rech=
nung, keine Aufſtellung, keine Bilanz. Wer hat den
In=
halt der Archive verbrannt? Die Advokaten der Töchter
Leopolds II. haben ſich alle Mühe gegeben, dieſes
Ge=
heimnis aufzuhellen. Es iſt nicht gelungen. Und ſie haben
ſich wohl gehütet, Schuldige zu nennen, ſolange man nichts
beweiſen kann. Die letzten Unternehmen Leopolds II.
waren ebenſo geheimnisvoll. Noch im Februar 1907
grün=
dete er die Riviera=Stiftung für Roſenkultur und
Gartenbau. Vier Millionen wurden darin feſtgelegt. Die
Geſellſchaft wurde eine anonyme Handelsgeſellſchaft, deren
Aktionäre der Leibarzt des Königs und der König ſelber
waren. Die Generalverſammlung bildeten wieder der
Leibarzt und der König. Aber es wurde gerichtsnotoriſch,
daß der Leibarzt nur ſeinen Namen für die Gründung des
Königs hergegeben hat und kein Pfennig von dem
Ver=
mögen der Geſellſchaft ihm gehörte, ſondern alles nur dem
König. Die letzte Stiftung, die einige Monate vor dem
Tode des Königs errichtet wurde, iſt die Société ano
nyme de Sites. Sie ſollte Hotelbetriebe, Fabriken
und Induſtrieunternehmungen umfaſſen und war ſeltſam
genug zuſammengeſetzt; ſogar Damen befanden ſich unter
den Mitgliedern, ſo die Gattin des Barons Janſſen, eines
Vertrauten des Königs. Die prozeſſierenden Töchter
Leo=
polds II. konnten beweiſen, daß dieſe Dame als
Geſellſchaf=
terin Güter einbrachte, die von dem Gelde des Königs
bezahlt wurden.
Zu allerletzt gab Leopold das aufſehenerregende
Schauſpiel des Verkaufs all ſeiner Möbel und ſeiner
beweglichen Habe. Nur vier Zimmer behielt er für ſich
ſelbſt, in denen er dann geſtorben iſt. Er räumte alle
Möbel aus den Schlöſſern von Oſtende, Brüſſel und
Lae=
ken. Er ließ das Porträt ſeiner Mutter und ſeines Vaters
ausbieten. Als er dieſe Bilder und noch andere nicht
los=
werden konnte, als ſich auch für ſeine Bibliothek keine
Liebhaber meldeten, brachte er den Reſt als
Vermögens=
zuſchuß in die Societé anonyme de Sites ein. Alles dies
natürlich, um die Prinzeſſinnen zu enterben.
Und wie fein alles geſponnen war, das zeigte ſich jetzt
im Prozeſſe vor dem höchſten Gerichtsbof Belgiens. Die
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Nummer 50.
Vorgeſchichte hat. Vor einigen Jahren vermachte eine
alte Dame der Stadt ihr großes Grundſtück in
Gonſen=
heim zur Errichtung einer Blindenanſtalt. Da aber
Mainz bereits eine ausreichende Blindenanſtalt in einem
ſtädtiſchen ehemaligen Schulgebäude beſitzt, lehnte die
Stadt das Vermächtnis ab, das daraufhin an einen
Stadt=
verordneten fiel. Der aber überwies der Stadt den Wert
des Vermächtniſſes in bar, und aus dieſem Kapital ſind
jetzt die Zinſen für die Zwecke der Mainzer Blindenanſtalt
verwendet worden. — In den Rhein ſtürzte ſich, weil
ſſie nicht nähen lernen wollte, geſtern abend die
15jährige Martha Matzlawik aus der Forſterſtraße.
Sie wurde von mehreren Paſſanten auf ihr Hilfegeſchrei
dem naßkalten Element wieder entriſſen. Die
Sanitäts=
wache brachte die Lebensmüde ins Rochushoſpital.
* Mainz, 5. April. Heute nacht erſtach der 24
jäh=
rige frühere Zwangszögling und jetzige Händler Robert
Schmitt den ledigen 22jährigen Taglöhner Nikolaus
Haas indem er ihm die Schlagader am rechten
Ober=
ſchenkel durchſtach. Auf dem Transport nach dem
Krankenhauſe ſtarb der Verletzte. Der Täter ging flüchtig,
konnte aber heute vormittag feſtgenommen und in
das Unterſuchungsgefängnis abgeführt werden. Er gibt
die Tat zu, will ſich aber in Notwehr befunden haben.
Worms, 5. April. Im Stadtteil Worms=Neuhauſen
ſtieß geſtern abend nach 8 Uhr vor der Bayerſchen
Wict=
ſchaft ein 20jähriger Taglöhner mit ſeinem Fahrrad
mit einem entgegenkommenden Wagen der elektriſchen
Straßenbahn zuſammen. Der Taglöhner wurde
dadurch auf die Straße geſchleudert, wobei er
erheb=
liche Verletzungen am Hinterkopf und am linken
Auge erlitt. Nach den Feſtſtellungen war der Radfahrer
dem Wagen nicht rechtzeitig ausgewichen.
Gimbsheim, 5. April. Im Rübenkrieg hat die
Mehrzahl der hieſigen Landwirte doch die Waffen geſtreckt
und werden zu dem von den Fabriken angebotenen Preis
von 1,10 Mark pro Zentner mehrere hundert Morgen
an=
gebaut. Aehnlich liegen die Vechältniſſe in Hamm und
Eich. Im Kreiſe Oppenheim und auch in vielen
Berg=
orten des Kreiſes Worms und Mainz erfolgt zum größten
Teil ein Rübenbau nicht. An ſeine Stelle iſt die
Anpflan=
zung von Frucht und Hafer getreten.
Gießen, 5. April. Prof. Dr. Haller hat den an ihn
zum 1. Oktober ergangenen Ruf an die Univerſität
Tü=
bingen angenommen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. April. Beim
Polizeiprä=
ſidium wird jetzt mit photographiſchen Aufnahmen für das
Verbrecheralbum auch gleich eine kinemato
graphiſche Aufnahme verbunden, damit bei
Steck=
briefen den Behörden in den Provinzen ſofort Bilder
zu=
geführt werden und in öffentlichen Kinos vorgeführt
wer=
den können. — Das Eiſenbahnunglück auf dem
Bahnhof Janowitzbrücke, bei welchem der Arbeiter
Klin=
genberg getötet und über 70 Perſonen zum Teil ſchwer
ver=
fletzt wurden, kommt am 20. Mai zur Verhandlung
wor dem Landgericht. Angeklagt wegen fahrläſſiger Tötung
ſund Körperverletzung, ſowie fahrläſſiger Gefährdung eines
Eiſenbahntransportes iſt der 33 Jahre alte
Eiſenbahnge=
hilfe Landt. — Ein neunjähriger
Weltreiſen=
der wurde geſtern auf dem Lehrter Bahnhof von der
KKriminalpolizei angehalten. Einem Beamten der
Bahn=
hofswache fiel dort ein Knabe auf, der ſich eine Fahrkarte
nach Hamburg gekauft hatte und nun reiſefertig auf dem
Bahnſteige ſtand und auf die Abfahrt des Zuges wartete.
Er fragte ihn ſcheinbar harmlos aus und erfuhr, daß der
junge Reiſende ein Schüler Erich N. aus Adlershof war,
der die Abſicht hatte, in Hamburg zur See zu gehen, um
eine Weltreiſe zu machen. Dazu kam er aber jetzt nicht
Der Beamte nahm den Bengel mit nach der Wache, weil er
gleich überzeugt war, daß es bei ſeiner Reiſe nicht mit
rech=
ten Dingen zugehe. Dieſe Vermutung wurde auf
An=
frage von Adlershof her bald beſtätigt. Es ergab ſich, daß
N. einer Frau, die er beim Umzug beobachtete, die
Hand=
ſtaſche mit 300 Mark geſtohlen hatte und dann ſeinen
El=
tern entlaufen war. 114 M. beſaß er noch. Für das
an=
dere Geld hatte er ſich Kleidungs= und
Ausrüſtungsgegen=
ſtände gekauft. Arg enttäuſcht wurde der unternehmende
Weltreiſende in Gewahrſam genommen, um den Eltern
wieder zugeführt zu werden. — Reiche Beute machten
Einbrecher, die einen Reichstagsabgeordneten in der
Bamberger Straße heimſuchten. Der Abgeordnete fuhr
Ende vorigen Monats auf acht Tage auf ſein Gut in
Oſt=
preußen. Seine Gattin beſuchte unterdeſſen ihre Schweſter
Das Dienſtmädchen erhielt die Erlaubnis, auf einen Tag
zu ihren Verwandten zu fahren. Als es am nächſten Tage
zurückkehrte, entdeckte es, daß Einbrecher in die ohne
Auf=
ſicht gelaſſene Wohnung eingedrungen waren und mehrere
Behältniſſe erbrochen hatten. Die Flurtür ſtand noch auf
Die von dem Pförtner benachrichtigte Polizei nahm den
Befund auf und der Abgeordnete ſtellte bei ſeiner Rück=
kehr feſt, daß die Verbrecher für 6000 Mark Silber= und
Goldzeug und einige Kleidungsſtücke geſtohlen hatten.
Potsdam, 5. April. In ihrer Wohnung in Potsdam,
Zimmerſtraße 7, wurde geſtern nachmittag das am 16.
März 1857 geborene Fräulein Gertrud von Schoenfeldt
als Leiche aufgefunden. Der Toten war von
einer Zuggardinenſchnur eine Schlinge um den Hals
ge=
legt; das Ende der Schnur war an einem Fuße des
Kla=
viers befeſtigt. Das Fehlen zweier wertvoller
Miniatur=
bilder und andere verdächtige Begleitumſtände laſſen die
Annahme als gerechtfertigt erſcheinen, daß möglicherweiſe
kein Selbſtmord, ſondern ein Raubmord vorliegt. Ein
in Potsdam wohnender Althändler iſt vorläufig in Haft
genommen worden, bis ſich weitere nach Berlin führende
Spuren aufgeklärt haben.
Frankfurt a. M., 5. April. Auf offener Straße brachte
ſich im Nordend eine Dame einen Schuß in die
Herz=
gegend bei. Aus hinterlaſſenen Briefen geht hervor
daß es ſich um die 29jährige Tänzerin Oli Marzelli aus
Wien handelt. Der Tod trat ſofort ein. Das Motiv der
Tat ſoll Liebeskummer ſein.
Homburg v. d. H., 5. April. Der Kaiſer unternahm
heute morgen einen Spazierritt über die Saalburg und
verweilte längere Zeit im Kaſtell. Er beſichtigte dabei u. a.
vier neue Büſten römiſcher Kaiſer, Stiftung eines
Gön=
ners der Saalburg, die Kopien nach Originalen
dar=
ſtellend, welche ſich in Muſeen Roms befinden. Prinz
Adalbert iſt heute morgen hier eingetroffen und hat im
Königlichen Schloſſe Wohnung genommen.
Eſſen, 5. April. In der Stadtverordnetenſitzung
wurde beſchloſſen, zum Regierungsjubiläum des Kaiſers
für die Errichtung eines Schweſterhauſes des
rhei=
niſchen Mutterhauſes vom Roten Kreuz 350000 M.
und für die Errichtung eines Volksgartens 200000 M. zu
bewilligen.
Hamburg, 5. April. Nach Unterſchlagung von
700000 Mark hat ſich, wie erſt jetzt bekannt wird, der
Rechtsanwalt Dr. Siegfried Lehmann in Hamburg in
einer der letzten Nächte erſchoſſen. Aus
hinter=
laſſenen Briefen geht hervor, daß Lehmann ſich an den
ihm anvertrauten Geldern vergriffen hat. Er lebte ſeh
lururiös und war namentlich in Sportkreiſen eine bekannte
Perſönlichkeit. Lehmann hinterläßt eine Frau und drei
Kinder. Es ſind keinerlei Vermögensobjekte vorhanden.
Breslau, 5. April. Bei der Verhandlung des
Pro=
zeſſes der Bahnwärtersfrau Meyer gegen den
Grafen Zbigniew und Joſeph Kwilecki, worin die
Pflegerin den Grafen Joſeph als ihr uneheliches Kind
reklamierte, kam zur Sprache, daß die Leiche der Gräfin
Kwilecki auf Verlangen ihres Gatten exhumiert und
ſeziert worden war, da Gerüchte über einen Selbſtmord
aufgetreten waren. Die Aerzte ſtellten Herzſchlag als
Todesurſache feſt. So hat die arme Gräfin auch im Grabe
keine Ruhe.
Uſedom, 5. April. Bei einer im Auftrag des
Regie=
rungspräſidenten ausgeführten außerordentlichen
Kaſ=
en=Reviſion wurde die Kaſſe in tadelloſer Ordnung
befunden. Ueber den Aufenthalt des verſchwundenen
Bür=
germeiſters Trömel iſt noch nichts näheres bekannt.
Zürich, 5. April. Bei Bauarbeiten an der Furka=
Bahn, oberhalb von Gletſch, wurde eine
Arbeiter=
kolonne von einer Lawine verſchüttet, wobei drei
Arbeiter getötet und 14 verletzt wurden.
London, 5. April. Als Proteſt gegen die
Verur=
teilung der Frau Pankhurſt veranſtalteten die
Wahlbanditinnen in Mancheſter eine große Verwüſtung
in der dortigen Gemäldegalerie. Mit
ſchwe=
ren Hämmern bewaffnet, hielten ſie in der Gemäldegalerie
ihren Einzug und ſchlugen 13 der berühmteſten Bilder
vollkommen zuſammen. Es konnten nur drei
Verhaftun=
gen vorgenommen werden. Angeſichts der Drohungen
der Verbrecherinnen werden nach einer Meldung aus
Lon=
don die Eiſenbahnlinien bewacht. Trotzdem iſt
ein Teil des Bahnhofs Oxted (Grafſchaft Surrey)
zer=
ſtört worden; ein anderes Attentat iſt bei Stockport
(Grafſchaft Lancaſter) vorgekommen, wo in einem Leerzug
eine eiſerne Schachtel explodierte und einen Waggon
zer=
ſtörte.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. April. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Min. Auf der
Tagesord=
nung ſtehen zunächſt die
Reichshaushaltsrech=
nung für 1910 und die Rechnung über den
Haushalt der Kolonien für 1906. Dieſe
wer=
den ohne Debatte in dritter Beratung nach dem Antrage
der Rechnungskommiſſion erledigt. — Es folgt die
zweite Berakung des Etats für den Reichstag.
Abg. Baſſermann (natl.): Unſere Reſolutionen,
die freie Eiſenbahnfahrt auf die ganze Dauer der
Legis=
laturperiode anfordert, iſt dringend zu empfehlen, um
einem ganz unwürdigen Zuſtand ein Ende zu bereiten.
Der Bundesrat mag, wie in Sachen der Wahlkiſten, auch
in dieſer Sache eine baldige Entſcheidung treffen, zumal
an unſerer Geſundheit Raubbau getrieben wird. (Bravo!)
Abg. Stücklen (Soz.): So lange die bürgerliche
Mehrheit ſich dieſe Behandlung der Regierung gefallen
läßt, wird auch der Bundesrat keine Aenderung in der
gewünſchten Richtung eintreten laſſen. Wir ſtimmen der
Reſolution Baſſermann zu. Anders iſt es mit der
Reſolu=
tion der Nationalliberalen, die Mandatsprüfungen einem
ordentlichen Gerichtshof zu übertragen. Nachdem wir
nunmehr ſeit 40 Jahren vom Reichstag dieſes Geſchäft
ſelber haben beſorgen laſſen, können wir uns jetzt
unmög=
lich ein derartiges Armutszeugnis ausſtellen, als ob wir
in Zukunft nicht mehr in der Lage wären, über uns ſelber
zu Gericht zu ſitzen. Das Verfahren unſerer
Wahlprü=
ſungskommiſſion ſollte reformiert, nicht aber uns
genom=
men werden. Vor allen Dingen iſt es notwendig, um den
unhaltbaren Zuſtänden ein Ende zu machen, eine ſchnelle
Erledigung der bei den Wahlprüfungen notwendig
wer=
denden Erhebungen herbeizuführen. — Abg. Dr. v.
Cal=
ker (natl.): Wenn wir auf ein uns zuſtehendes Recht
ver=
zichten, ſo müſſen durchſchlagende Gründe dazu obwalten.
Nach unſerer Anſicht iſt das Plenum daran ſchuld, daß die
Entſcheidung über Wahlen, auf deren baldige Erledigung
der Wähler Anſpruch hat, verſchleppt wird. Nach unſerer
Anſicht iſt das Plenum nicht dazu geeignet, die
Entſchei=
dung zu treffen, denn für das Plenum iſt jede Abſtimmung
eine Machtfrage. Ich empfehle die Einſetzung eines
be=
onderen Wahlprüfungsſenats bei dem zu errichtenden
Reichsverwaltungsgericht und bis zu deſſen
Konſtituier=
ung beim Reichsgericht. Dieſer Senat hat zu beſtehen aus
Abgeordneten und Richtern. — Abg. Dove (Fortſchr.
Vpt.): Der Reſolution auf freie Fahrt ſtimmen wir zu;
diejenige auf Uebertragung der Mandatsprüfungen
bean=
tragen wir, an die Geſchäftsordnungskommiſſion zu
ver=
weiſen. In der erſten Reſolution ſind wir uns einig,
be=
züglich der Wahlprüfungen gehen bei uns die Anſichten
auseinander. Die heutige Beſetzung iſt nicht geeignet, eine
derartig wichtige Frage zu entſcheiden.
Abg. Spahn (Zentr.): Der freien Fahrt während
der ganzen Legislaturperiode ſtimmen wir aus ſachlichen
Gründen zu. Die Verhandlung der Wahlprüfungen im
Plenum des Reichstages hat doch manches Gute an ſich.
Das geſchloſſene Zimmer eines Gerichtshofes iſt nicht
ge=
eignet, Mißſtänden im Wahlbetriebe entgegenzutreten.
Mißſtände müſſen in der Oeffentlichkeit gerügt werden;
dieſes iſt nur im Plenum möglich. Dazu kommt, daß nicht
bloß Rechtsfragen bei den Wahlprüfungen zu erledigen
ſind; es muß das Wahlergebnis geprüft werden, und
des=
halb kann auch im Plenum von einer Machtfrage nicht die
Rede ſein. — Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Dem Antrag
Baſſermann bezüglich der freien Fahrkarten ſtimmen wir
zu, ebenſo dem Antrage auf Ueberweiſung der
Wahlprü=
fungen an einen Gerichtshof. Der Reichstag kann das
ihm durch die Verfaſſung gewährleiſtete Recht einem
Ge=
richtshofe übertragen. Beſonders wichtig bei den
Wahl=
prüfungen iſt die Schnelligkeit der Erledigung; dieſe
wer=
den wir im Reichstage aber nicht erreichen. Sollte der
Antrag jetzt nicht angenommen werden, ſo wird er
wieder=
kehren, bis er Erfolg gefunden hat. — Abg. Dr.
Neu=
mann=Hofer (Fortſchr. Vpt.): Vor allem iſt eine
Be=
ſchleunigung in der Erledigung der Wahlprüfungen
drin=
gend notwendig. Damit aber Zweifel in der richtigen
Behandlung der Wahlprüfungen in der
Wahlprüfungs=
kommiſſion beſeitigt werden, könnte man einen Verſuch
mit der öffentlichen Verhandlung der
Wahlprüfungskom=
miſſion machen. — Abg. Fiſcher=Berlin (Soz.): Dem
Antrag, die Reſolution bezüglich der Wahlprüfungen an
die Geſchäftsordnungskommiſſion zu verweiſen, ſtimmen
wir zu. Nur die öffentliche Kritik kann beſſernd
eingrei=
fen; das ſehen wir auch in den endlich eingeführten
Wahl=
kiſten. Die Gerichte ſetzen ſozialdemokratiſch geſinnte
Be=
amte ab, und zu denen ſollen wir hier Vertrauen haben.
Da ſpricht man von unabhängigen Richtern. Ja, gibt es
denn das überhaupt in Preußen? (Vizepräſ. Dr. Paaſche:
Sie dürfen einen derartigen generellen Vorwurf nicht
machen!) Das Reichsgericht iſt höchſt ungeeignet als
Forum für die Mandatsprüfungen. Politiſche Anſichten
der Regierung haben noch ſtets beim Reichsgericht eine
Stütze gefunden. (Vizepräſident Dr. Paaſche bittet den
Redner, zur Sache zu ſprechen.) Ich habe nicht das
Ver=
trauen zum Reichsgericht und zur Rechtspflege überhaupt.
Abg. van Calker (natl.): Für die Ausſchaltung des
Reichstages bin auch ich nicht. Der Vorwurf der
Partei=
lichkeit gegen dieſe Rechtſprechung iſt ungerechtfertigt; ſie
iſt in rechtlicher Beziehung unantaſtbar. — Nach weiteren
kurzen Ausführungen des Abg. Bernſtein (Soz.)
ſchließt die Diskuſſion. Die Reſolution über die
Wahl=
prüfungen wird an die Geſchäftsordnungskommiſſion
ver=
wieſen. Die Reſolution auf freie Fahrt wird
ange=
nommen.
Es folgt der Etat des Reichsſchatzamtes.
Bei Kapitel 68 Titel 7:
Beihilfen an bedürftige Kriegsteilnehmer,
bemerkt Staatsſekretär Kühn: Ich kann nur
wieder=
holen, daß die Regierung beabſichtigt, dem Reichstag einen
Geſetzentwurf über die Beihilfen an bedürftige
Kriegsteil=
nehmer vorzulegen. Einen ganz beſtimmten Termin über
die Einbringung kann ich noch nicht angeben, da die
Re=
zierung noch mit der Ausarbeitung beſchäftigt iſt. Aus
dem gleichen Grunde kann ich Mitteilungen über den
In=
halt des Entwurfs nicht machen. — Abg. v. Schönaich=
Carolath (natl.): Ich bin dem Herrn
Reichsſchatzſekre=
tär für ſeine Erklärung außerordentlich dankbar.
Bekom=
men wir keine Vorlage, ſo wollen wir unter allen
Um=
ſtänden darauf dringen; eventuell müſſen wir ſie in die
Wehrvorlage hineinarbeiten. Den Kreis, dem die Bezüge
zuteil werden, wollen wir erweitert wiſſen und wir wollen
die Bezüge ſelbſt erhöht haben. Mit zwanzig Mark
jährlich kann niemand eriſtieren. Wir legen auch Wert
darauf, daß politiſche Geſinnung bei der Gewährung von
Beihilfen nicht maßgebend iſt. Die ärztliche Unterſuchung
müßte fortfallen, oder ſie müßte von Militärärzten
unent=
geltlich vorgenommen werden. Wohlhabende Veteranen
ſollen natürlich nichts bekommen. Mir iſt auch ein
der=
artiger Fall nicht bekannt. Wie bei dem Veteranenfonds
Erſparniſſe gemacht werden konnten, iſt mir unerklärlich.
Die Mithilfe der Kommunen bei der Beſſerſtellung der
Veteranen iſt dankbar anzuerkennen. — Abg. Schöpflin
(Soz.): Es iſt eine jährlich wiederkehrende
Unannehmlich=
keit, daß der Reichstag die Regierung an eine Pflicht
er=
innern muß. Es iſt deingend nötig, daß allen bedürftigen
Veteranen Beihilſen gewährt werden. Man ſoll da nicht
ſo ängſtlich vorgehen, lieber ſoll man einen mehr als einen
zu wenig bedenken. Der Herr Staatsſekretär hat leider
nur von einer Neuregelung der Beihilfen geſprochen, nicht
aber von einer Erhöhung. Es iſt mindeſtens eine
Ver=
doppelung der Bezüge notwendig. Die ärztliche
Unter=
uchung ſollte wegfallen. So ſollte ein 76jähriger Veteran
ein ärztliches Atteſt beibringen. Ein grober Unfug ſind
die in Schwung gekommenar Kornblumentage. D
Unternehmer halten auch vor den ſtrengſten Richtern ſtand
Nachdem Leopold das Werk der Verſchleierung und
Ver=
bergung ſeines Vermögens vollendet hatte, fuhr er nach
Balaincourt zu ſeiner Freundin, um ſich zu erholen. Aber
er erholte ſich nicht, kehrte nach drei Tagen nach Brüſſel
zurück, fing an zu kränkeln und ſtarb 17 Tage ſpäter
Während im Nebenraum die Aerzte die Operation
vor=
bereiteten, hielt der König ſeinen alten Notar Duboſt
feſt und traf trotz furchtbarer Schmerzen die letzten
An=
ordnungen zur Enterbung ſeiner Kinder. Zwei Sterne
des Leopoldordens, ein Hoſenbandorden, 6
Suppenter=
rinen, 600 Teller, 24 Salzfäſſer, 2 Kaſſerolen, 10 rote
La=
kaienweſten, alles mußten die Notare aus den Schränken
holen und zum Inventar ſchreiben. Die Prinzeſſinnen
wollten es bis heute nicht glauben, wie ſicher das alles
eingefädelt war und wieſen die Vergleichsvorſchläge des
belgiſchen Staates zurück. Der Staat iſt Sieger geblieben.
Die Rechtsmittel ſind erſchöpft. Sie erhalten nur einige
Millionen Anteil an den 15 Millionen, die Leopold II. in
ſeinem Teſtament als einziges Privatvermögen erklärt hat.
CK. Tafts Einzug in Yale. Aus New=York wird
berichtet: Am Mittwoch traf Expräſident William Taft in
der Yale=Univerſität ein, um ſein Amt als Profeſſor der
Rechtskunde anzutreten. Eine große Anzahl von
Studen=
ten war zum Bahnhof geeilt, um den neuen Ordinarius
feſtlich willkommen zu heißen, und als der dicke Billy
er=
ſchien, wurde er mit großem Hallo begrüßt. Die
Studen=
ten gaben Taft bis zu ſeiner Wohnung das Ehrengeleit
und ſangen dabei das amerikaniſche Lied: „Er iſt ſchon
von der rechten Sorte‟. Taft war in beſter Laune, ſchien
herzlich froh, die Bürde des Präſidentenamtes nicht mehr
auf ſeinen Schultern zu ſpüren, und begrüßte die
Studen=
ten mit einer ſehr lakoniſchen, jovialen Anſprache. „Na,
ſa, Jungens,” ſagte er, „ich habe das Weiße Haus
ge=
räumt. Als ich Inventur machte, ſtellte ich feſt, daß alles,
was ich beſaß, nur ein etwas befleckter Ruf als
Rechts=
anwalt war, als Erinnerung an einen Beruf, den ich vor
80 Jahren aufgegeben hatte. Aber Präſident Hadley von
der Yale=Univerſität beſchloß, daß das Sctige der Rechts
kunde, das ich noch habe, hier betätigt werden ſollte; und
ſo bin ich denn wieder hier, um von neuem ein aktiver
Yale=Mann zu werden.‟ Die Studenten beantworteten
dieſe Anſprache mit Hochrufen und ſangen dann im Chor
das Lied: „Du ſchöne Studentenzeit.”
** Die Spielhölle auf hoher See. Das Vorgehen der
belgiſchen Regierung, das durch das neue Spielverbot in
Oſtende den ſchönen Tagen der Roulette ein Ende
be=
reitete, hat den erfinderiſchen Beſitzer des Kaſinos von
Oſtende, M. Marquet, nicht in Verlegenheit gebracht. Der
unternehmende Mann läßt jetzt eine große Dampfjacht
mit einem prächtigen großen Spielſaal verſehen. Die Jacht
wird fortan zwiſchen Oſtende und den anderen Seebädern
der Küſte kreuzen. Und man wird in aller Ruhe ſein
Spielchen beginnen, ſobald die Jacht drei engliſche Meilen
von der Küſte entfernt iſt und damit nicht mehr unter der
Gültigkeit der Landesgeſetze ſteht. So werden die
Spiel=
freunde foctan auf hoher See ihr Geld verlieren und nicht
mehr auf belgiſchem Boden. Trotz des Verbotes aller
Glücksſpiele iſt der ehemalige Spielſaal für die kommende
Saiſon von einer franzöſiſch=belgiſchen Gruppe gemietet
worden, die für die Sommermonate den ſtattlichen
Miet=
preis von 200000 Francs entrichtet.
* Ein Schreibmaſchinenfräulein, das Liebesbriefe
ſchreibt, gibt es nicht. Wenigſtens nicht nach Anſicht des
Kaufmänniſchen Verbandes für weibliche Angeſtellte, der,
wie der Berl. Lokalanzeiger ſchreibt, als
Standesorgani=
ſation der Stenotypiſtinnen über ein bekanntes
Schreib=
maſchinenwerk den Boykott verhängt hat, weil auf einem
zu Reklamezwecken vertriebenen Kunſtblatt eine
Schreib=
maſchinendame beim Schreiben eines Liebesbriefgs
abge=
bildet iſt. Der Verband bezeichnet dieſes als eine grobe
Taktloſigkeit und ſchwere Beleidigung des ganzen Standes
und fordert alle Stenotypiſtinnen auf, keine Schreibmaſchine
des betreffenden Syſtems mehr zu benutzen. An alle
Handelsſchulen wurde gleichfalls das dringende Erſuchen
gerichtet, keine neuen Maſchinen des betreffenden Werkes
mehr zu kaufen. Wenn jetzt aber das geſchädigie Weck ſo
boshaft ſein ſollte, die Feſtſtellungsklage zu erheben?
Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Seite 5.
werden die Löhne der Blumenarbeiterinnen aufs äußerſte
gedrückt. Es wird Zeit, daß dem Reichstag endlich eine
entſprechende Vorlage gemacht wird, damit dem Reichstag
dieſe alljährlich wiederkehrende Debatte erſpart wird.
Reichsſchatzſekretär Kühn: Die Regierung geht
jedem einzelnen Falle, den man ihr vorlegt, nach. Unſer
Aktenmaterial ſtellen wir gerne zur Verfügung. Daß nicht
allen Wünſchen ohne weiteres entſprochen werden kann,
ergibt ſich von ſelbſt. — Abg. Baumann (Ztr.): Die
Veteranen müſſen mit allen Kräften unterſtützt werden
Die Beſſerſituierten ſollten auf die Beihilfe verzichen
Eine Erhöhung iſt unbedingt notwendig.
Es wird ein Antrag auf Vertagung angenommen.
Nächſte Sitzung: Montag 2 Uhr. Wehr= und
Deckungsvorlagen. — Schluß halb 6 Uhr.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 6. April. Der Sonderausſchuß
für die Reviſion der landſtändiſchen
Geſchäfts=
ordnung hielt unter. Vorſitz des Kammerpräſidenten
Köhler=Worms eine längere Beratung ab, in welcher der
abgeänderte Entwurf der landſtändiſchen Geſchäftsord
nung vom 17. Juni 1874 zunächſt einer mehr proviſoriſchen
Erörterung unterzogen wurde, und zwar bis Artikel 38
Auch die von der Regierung und dem Präſidium der
Erſten Kammer zu dem Entwurf gemachten Abänderungs
vorſchläge ſtanden mit zur Beratung. Es wurde
be=
ſchloſſen, noch eine zweite Leſung über den Geſetzentwur
abzuhalten. Die Fortſetzung der Beratung wird am
Samstag, den 12. April, erfolgen.
Zu dem Beſuch des „2 k‟
in Frankreich
liegen noch folgende Meldungen vor:
* Paris, 5. April. Wie aus Luneville gemeldet wird,
hat der Führer des „Z. 4” vor der Abfahrt dem
Bürger=
meiſter der Stadt für die durch die Ueberwachung des
Ballons und den Ordnungsdienſt verurſachten Ausgaben
2000 Mark übergeben. General Hirſchauer ſagte einem
Berichterſtatter: Das Abenteuer, das dem deutſchen
Luft=
ſchiff zugeſtoßen iſt, iſt ein ganz gewöhnliches und kann
morgen einem franzöſiſchen Luftſchiffe widerfahren. Der
Gedanke, daß es ſich irgendwie um Spionage handelt, iſt
vollſtändig ausgeſchloſſen; wir haben wohl einige
Photo=
graphien gefunden, aber ſie waren ohne jedes Intereſſe
und auch nicht während dieſer Fahrt aufgenommen. Die
übrigen beſchlagnahmten Papiere haben keinerlei
Bedeut=
ung. Es iſt allerdings ſicher, daß die Führer des
Luft=
ſchiffes während der Fahrt ſich allerlei Apparate und
wahrſcheinlich auch Papiere entledigt haben, die ihnen
unbequem werden könnten. Wir werden Nachforſchungen
anſtellen, hoffen aber nicht, irgend welche Anzeichen von
Spionage zu finden.
Der nationaliſtiſche Deputierte von Nancy, Major
Driant, hat das deutſche Luftſchiff eingehend
be=
ſichtigt und gibt von demſelben in der Libre Parole
eine eingehende Schilderung. Er erzählt dabei,
daß er einige Augenblicke auf der Plattform des
Luftſchiffes geblieben ſei und ſich vorzuſtellen verſucht
habe, wie die daſelbſt zur Bedienung der
Maſchinen=
gewehre aufgeſtellten Soldaten die franzöſiſchen
Flug=
zeuge angreifen würden. Jedenfalls möchte er den fran
zöſiſchen Fliegern den Rat geben, ſich daran zu erinnern
daß die Maſchinengewehre des Zeppelin
vorne aufgeſtellt werden und daß es daher
vor=
teilhaft ſei, dieſen Luftſchiffkreuzer von rückwärts
anzu=
greifen.
* Metz 5. April. Das Luftſchiff „Z. 4” wurde
auf ſeiner Rückfahrt von Kapitän Gluud geführt; der
dritte Offizier der Abnahmekommiſſion, Oberleutnant
Jacobi, war gleichfalls geſtern abend mit den beiden
Mit=
gliedern der Kommiſſion per Bahn hier eingetroffen.
* Metz, 5. April. Geſtern abend trafen von den
Offizieren des „Z. 4‟ Hauptmann George, Oberleutnant
Brandeis und Kapitän Gluud, ſowie Ingenieur Sieges
hier ein. Die Inſaſſen des um halb 5 Uhr gelandeten
Luftſchiffes waren total erſchöpft, da ſie faſt 41
Stunden Dienſt getan hatten. Weder Zeichnungen noch
Photographien des „Z. 4” wurden in Frankreich
ange=
fertigt. — In Luneville ſelbſt wurde Oberleutnant
Jacobi vom „Z. 4” von einem Ziviliſten mit Steinen
beworfen. Kapitän Gluud wurde mit den Worten: „Sie
haben hier nichts zu ſuchen” vom Luftſchiff fortgeſtoßen.
Die hintere Gondel wurde gewaltſam beſchädigt.
Erſt als Gluud mit dem Eingreifen der deutſchen
Bot=
ſchaft drohte, wurden die Franzoſen höflicher. Während
der Nacht wurden an der Gondel des „Z. 4‟ Inſchriften:
„Vive la France” „Schmutziges Sauerkraut” „Kommt
nur nicht wieder”, „Auf bald” „Tod den Querköpfen”.
„Nieder mit den Preußen” „Nieder mit Deutſchland”,
an=
gebracht. „Z. 4” wurde drei Stunden lang von
General Hirſchauer und ſeinen Offizieren peinlich
ge=
nau beſichtigt, ſtellenweiſe durch ein
Auseinander=
nehmen des Luftſchiffes. Auch zahlreiche photographiſche
Aufnahmen wurden gemacht. — Als ſich „Z. 4” über dem
Forts Menoviller ſenkte, wurden drei blinde
Kanonen=
ſchüſſe abgefeuert als Aufforderung zum Landen. Die
Fliegeroffiziere von Nancy beſichtigten auch das
Maſchinengewehr eingehend. Die hinterlegte
Zoll=
ſumme wird wieder erſtattet.
Die Meldung franzöſiſcher Blätter, das Luftſchiff habe
beim Landen die deutſche Flagge zerriſſen, iſt
erfunden. Graf Zeppelin hat ſich über die glatte
Er=
ledigung der Angelegenheit durch die franzöſiſchen
Behör=
den ſehr befriedigend ausgeſprochen. Da ſich „Z. 4” auf
ſeiner Fahrt mit Eis verſehen hatte, mußten Reſerveteile
zur Gewichtserleichterung herausgeworfen werden. Der
letzte deutſche Ort, der feſtgeſtellt wurde, war Villingen.
Nach dem Friedrichshafener Telegramm haben die
Franzoſen alſo den „Z. 4” als deutſchen Boden reſpektiert
und von einer auf Ausſpähung des
Konſtruktionsgeheim=
niſſes gerichteten Beſichtigung des Fahrzeuges Abſtand
ge=
nommen. Vorausgeſetzt, daß dieſe vom Luftſchiffbau
Zeppelin in Friedrichshafen verbreitete Meldung den
Tatſachen entſpricht, ſo würde das ganze Verhalten der
franzöſiſchen Behörden ein ſo außerordentlich
ent=
gegenkommendes und korrektes geweſen ſein,
daß man ihnen zu großem Danke verpflichtet iſt. Auch den
franzöſiſchen Militärluftſchiffern kann jeden Augenblick ein
gleiches Mißgeſchick widerfahren, und ſie dürfen überzeugt
ſein, daß ſie in einem ähnlichen Falle ſeitens Deutſchlands
das gleiche Entgegenkommen zu erwarten haben würden.
Sei dem wie ihm ſei, ſo ſchreibt die Poſt, die
Angelegen=
heit des Ausreißers kann für uns mit der Rückkehr des
Fahrzeuges noch nicht als erledigt gelten, auch wenn wir
mit einem blauen Augen davongekommen ſind. Das Volk
darf vielmehr erwarten, daß eine peinliche und
rückſichts=
los geführte Unterſuchung Klarheit darüber ſchafft, ob und
welche Fehler in der Führung des Luftſchiffes begangen
worden ſind. Daß aus dem Ergebnis dieſer Unterſuchung
und aus den aus dem Zwiſchenfall gewordenen
Erfah=
rungen die entſprechenden Folgerungen gezogen werden
müſſen, iſt ſelbſtverſtändlich.
* Paris, 5. April. Der heutige Miniſterrat
be=
ſchloß, dem Parlament nach dem Wiederzuſammentritt den
Geſetzentwurf über die Regelung der
Luftſchiff=
fahrt vorzulegen.
* Paris, 5. April. Der Botſchafter Freiher:
von Schön ſandte dem Miniſter des Aeußern Pichon
ein Schreiben, in dem er ihm mitteilt, daß er von
ſeiner Regierung beauftragt ſei, der franzöſiſchen
Regie=
rung für die Art und Weiſe, wie ſie den Zwiſchenfall
der Landung des deutſchen Luftſchiffes
er=
ledigt haben, den lebhafteſten Dank auszuſprechen. Die
deutſche Regierung ließ auch durch den Botſchafter
Cam=
bon der franzöſiſchen Regierung danken für die Courtoiſie,
mit der ſie die Beſatzung des Luftſchiffes aufgenommen,
ſowie für das Entgegenkommen, mit welchem ſie dem
Luft=
ſchiff bei der Rückfahrt behilflich war.
Luftfahrt.
Fliegerbeſuch in Darmſtadt.
Am Sonntag vormittag gegen ¼11 Uhr erſchien in
großer Höhe ein Eindecker im Typ der „Taube” über
Darmſtadt und ging nach einem prachtvollen Schleifenflug
plötzlich ſehr ſteil und ſchnell nieder, ſo daß ſich das Gerücht
verbreitete, der Flugapparat ſeiabgeſtürzt in der Nähe
des kleinen Exerzierplatzes. Schutzmannſchaft wurde
als=
bald hinbeordert und eine große Menſchenmenge ſtrömte
zum Exerzierplatz. Tatſächlich waren aber die Flieger in
einem ſehr ſteilen Gleitfluge, mit abgeſtellten
Motor, glatt auf dem Exerzierplatz gelandet. Es waren
die Herren Trautwein (Führer) und Leutnant a. D
Kuhlmann (Beobachter), die auf einem Eindecker der
Goedeckerwerke Mainz=Gonſenheim 5 Minuten vor
10 Uhr dort aufgeſtiegen waren und nach 23 Minuten Flug
über Groß=Gerau uſw. abſichtlich in Darmſtadt gelandet
waren. Die Flieger haben von Mainz aus alsbald eine
Höhe von 1500 Metern erreicht und hatten in dieſen Höhen
ſehr unter ſchweren Böen zu leiden. Vor dem Fluge nach
Darmſtadt, deſſen Schönheit hier allgemein auffiel, hatten
die Flieger mit dem gleichen Apparat einen Stundenflug
in 2000 Meter Höhe über Mainz und Umgegend abſolviert.
Der Apparat wurde hier von vielen Hunderten beſichtigt
Nachdem die Herren im Britanniahotel ihr Frühſtück
eingenommen, wurde kurz vor 12 Uhr der Rückflug nach
Mainz angetreten. Der Apparat umkreiſte fünf bis
ſechs=
mal den Exerzierplatz, ſchraubte ſich dabei auf zirka 1200
bis 1500 Meter Höhe empor und flog dann in ſchönem
Fluge in der Richtung auf Groß=Gerau davon.
Kurz nach dem Aufſtieg der Goedeckerflieger erſchien
wiederum in großer Höhe eine „Taube” über der Städt,
die ſie von Weſten nach Oſten überflog. Es waren dies
die Herren Leutnant Kaſtner (Führer) und Leutnant
Reinhold (Beobachter) von der Fliegerſtation Metz,
die ſeit einigen Tagen bei der Darmſtädter Fliegerſtation
weilten und nun auf ihrer Rumpler=Taube den
Weiterflug nach Halle angetreten hatten. Die Herren
hoffen, da ſie günſtig mit dem Winde fliegen, ohne
Zwi=
ſchenlandung Halle zu erreichen.
Ein Militär=Luftſchiffhafen in Mannheim.
* Mannheim, 5. April. Nach Mitteilungen des
Kriegsminiſteriums in Berlin iſt die Errichtung eines
militäriſchen Luftſchiffhafens in Mannheim unter der
Vorausſetzung in Ausſicht genommen, daß die
Stadt=
gemeinde Mannheim das für die Bauten (Kaſerne für die
Luftſchiffer=Kompagnie und die Luftſchiffhalle) erforderliche
Gelände in der Größe von etwa 4 Hektar unentgeltlich
zum Eigentum überläßt und ein Anfluggelände von
er=
heblichem Umfange pachtweiſe zur Verfügung ſtellt.
Hier=
für kommt =Waldgelände von der ehemaligen Gemarkung
Sandhofen weſtlich der Riedbahn in Betracht. Der
Stadt=
rat beſchloß, das erforderliche Gelände in der gewünſchten
Weiſe bereitzuſtellen und die prinzipielle Zuſtimmung des
Bürgerausſchuſſes hierzu in der nächſten Sitzung
einzu=
holen.
* Freiburg i. Br., 4. April. Der Bürgerausſchuß
hat in ſeiner heutigen Sitzung den Abmachungen mit dem
Militärfiskus wegen Errichtung einer
Militärflie=
gerſtation in Freiburg zugeſtimmt. Die
Sozial=
demokraten enthielten ſich der Abſtimmung. Die Stadt
übernimmt die Verpflichtung, unentgeltlich Grund und
Boden herzugeben, ſowie die Errichtung einer
Mann=
ſchaftskaſerne und eines Wirtſchaftsgebäudes für das
Offi=
zierkorps mit einem Kapital von 350000 Mark, das mit 5
Prozent verzinſt wird.
Paris. 6. April. In Paris ſind 31 Zöglinge
der Militärſchule von Tlalvam (Mexiko) eingetroffen, um
ſich in Frankreich zu Militärfliegern auszubilden.
Der Balkankrieg.
Die Entwirrung der Kriſe.
* Wien, 5. April. Das Fremdenblatt betont, daß
wenn auch manchen der zur Entwirrung der Kriſe
angewandten Methoden Mängel und Nachteile anhaften
und insbeſondere die durch ſie bedingte Langſamkeit in
der Entwirrung der Kriſe da und dort Gefühle der
Un=
geduld und Unzufriedenheit auslöſen dürfte, ſo empfehlen
ſich doch dieſe Methoden ohne jeden Zweifel, da ſie den
ungeheuren Vorteil bilden, daß ſie imſtande ſind, die
denkbaren Gefahren und Verwickelungen auf das richtige
Maß herabzudrücken, das unter den gegebenen
Verhält=
niſſen unvermeidlich erſcheint. Die Tatſache, daß beide
Mächtegruppen geſchloſſen vorgehen, woran der
Um=
ſtand nichts ändert, daß die eine oder die andere Macht
in der internationalen Flotte nicht vertreten iſt, hat die
eine große und wertvolle Bedeutung, weil ſie allen
phan=
taſtiſchen Kombinationen und Hoffnungen der ſüdöſtlichen
Balkanſtaaten die Spitze abbricht. Die Hauptaufgabe zur
Niederringung des Widerſtandes Serbiens und
Montenegros wird für die ſo glücklich vereinigten
beiden Mächtegruppen darin beſtehen müſſen, den
prakti=
ſchen Beweis zu erbringen, daß die Beſchlüſſe Europas
nicht leere Worte bleiben dürfen. Auch die
öſterreichiſch=
ungariſche Monarchie, die zur Aufrechterhaltung und
Feſtigung des europäiſchen Konzertes ſo viel beigetragen
hat, würde den Bankerott der europäiſchen Beſchlüſſe als
ein großes Unglück betrachten.
Rußland und die Balkanverbündeten.
* Petersburg, 5. April. Der Tee, den der
Mini=
ſter des Aeußern, Saſonow, den Dumavertre
tern gab. wurde mit einem Expoſé über die äußere Po
litik Rußlands eingeleitet. Mehrere Abgeordnete und der
Präſident der Duma, Rodzianko, richteten Fragen an den
Miniſter, der ausführlich antwortete unter Zitierung der
Akten und Korreſpondenzen der ruſſiſchen Botſchafter.
Saſonow ſtellte in Beantwortung der Fragen feſt,
Ruß=
land habe keine kriegeriſchen Verwicklungen zu fürchten.
Die Forderungen der Balkanverbündeten würden mehr
oder weniger erfüllt werden. Die geringſte Genugtuung
würde Montenegro, das Skutari nicht erhalten würde,
er=
jahren. Der Streit um die bulgariſch=ſerbiſche Grenze
würde noch große und ſchwere Verwickelungen im
Ge=
folge haben. Die Entwickelung der militäriſchen
Opera=
tionen habe Serbien weiter ſüdwärts geführt, als es der
Bündnisvertrag erlaubte. Bis heute mäßen beide
Par=
teien der Frage wenig Wichtigkeit bei, da ſie glaubten, daß
der ruſſiſche Kaiſer die oberſte Entſcheidung treffen
würde. Indeſſen gingen in der letzten Zeit die Serben
einer ſolchen Löſung aus dem Wege. Die
Dardanellen=
frage hält der Miniſter noch nicht für reif und erachtet es
vorläufig für unzeitgemäß, ſie aufzuwerfen. — Nach dem
Meinungsaustauſch kamen die Abgeordneten des
Zen=
trums zu dem Ergebnis, daß die ruſſiſch=ſlawiſchen
Inter=
eſſen genügend vertreten ſeien. Die Progreſſiſten waren
der Meinung, daß der politiſche Kurs richtig, aber
ſchwäch=
lich ſei.
Die Antwort der Balkanſtaaten an die Mächte.
* Sofia, 5. April. Die den Vertretern der
Mächte überreichte Antwort hat folgenden Wortlaut:
„Die Verbündeten ſprechen den Mächten für ihre
Bemüh=
ungen, den Friedensſchluß herbeizuführen, ihren Dank
aus und nehmen in dem aufrichtigen Wunſch, ihre
Auf=
gabe zu erleichtern, die von den Mächten vorgeſchlagenen
Bedingungen für die Vermittelung mit folgenden
Vor=
behalten an:
1. Gelegentlich der endgültigen Feſtſetzung der
Gren=
zen Thraziens wird die in den von den Mächten
formu=
lierten Bedingungen enthaltene Linie als Grundlage und
nicht als endgültige Grenzlinie angenommen.
2. Die ägäiſchen Inſeln werden von der Türkei den
Verbündeten abgetreten.
3. Die Verbündeten meinen, daß ſie die in Ausſicht
genommenen Grenzen Albaniens im voraus kennen
ler=
nen müſſen und hoffen, daß dieſe mit jenen Grenzlinien
übereinſtimmen werden, die ſie in London vorgeſchlagen
haben.
4. Die Forderung nach einer Kriegsentſchädigung ſoll
im Prinzip angenommen und die Aufgabe, ihre Höhe zu
beſtimmen, der Kommiſſion überlaſſen werden, die ſich mit
der Inſelfrage beſchäftigen wird und in der die Alliierten
vertreten ſein werden.
5. Die Alliierten ſtimmen zu, daß die
Kriegsoperatio=
nen von dem Augenblick an aufhören, wo die oben ange
führten Bedingungen im günſtigen Sinne aufgenommen
und zur Annahme gelangen werden
Skutari wird weiter bombardiert.
* Wien, 5. April. Die Nachricht, daß Skutari
ſeit vorgeſtern neuerlich bombardiert werde, wird
von unterrichteter Seite beſtätigt.
Den Oberbefehl
über die belagernden Truppen führt der ſerbiſche General
Bojovitſch. Mit dem Generalſturm ſoll, wie berichtet
wird, bis zu dem Eintreffen weiterer ſerbiſcher
Verſtär=
kungen gewartet werden. Das Kommando über die
inter=
nationale Flotte, die die montenegriniſche Küſte blockiert,
führt der engliſche Vizeadmiral Cecil Burney, der ſich auf
dem Schlachtſchiff „King Edward VII.” eingeſchifft hat.
Um Albanien.
* Wien, 5. April. Die „Politiſche Korreſpondenz”
weiſt auf die zahlreichen Erörterungen in der ſerbiſchen
Preſſe hin, nach denen Oeſterreich=Ungarn auf Grund des
Protektorats über die Katholiken Albaniens ein politiſches
Protektorat über den künftigen albaniſchen Staat anſtrebe,
ſowie auch insbeſondere auf die an Italien gerichteten
Ermahnungen, gegenüber den angeblichen Abſichten der
Monarchie auf der Hut zu ſein, und ſagt, daß das
Beſtre=
ben, durch eine Verdächtigung der Wiener Politik
Miß=
trauen bei dem verbündeten Italien zu erregen, mit
Hän=
den zu greifen ſei. Der von dem Wiener Kabinett
her=
rührende und von den Mächten angenommene Vorſchlag
betr. den Schutz der nationalen und religiöſen Minoritäten
beziehe ſich überhaupt nicht auf Albanien, ſondern nur auf
die in Serbien und Montenegro einzuverleibenden
Ge=
bieten. Hier ſolle eine europäiſche Schutzwehr für alle
na=
tionalen und konfeſſionellen Minoritäten geſchaffen
wer=
den. Die öſterreichiſche Politik= verfolge eine völlig un
eigennützige Tendenz, und nur eine erkünſtelte und
unehr=
liche Auslegung könne dem Vorſchlag des Wiener
Kabi=
netts ein anderes Ziel unterlegen.
Die Flottendemonſtration.
* Wien 5. April. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Antivari von 10 Uhr vormittags: Heute vor 5 Uhr
morgens erſchienen vor Antivari aus ſüdlicher Richtung
kommend ein engliſcher und ein franzöſiſcher
Panzer und nahmen vor Antivari Aufſtellung. Um
9 Uhr ſetzten ſich die „Breslau” und vier öſterreichiſche
Panzer der nördlichen Demonſtrationsflotte in Bewegung
gegen den Hafen Antivari. Die „Breslau” fuhr in den
Hafen ein, wo ſie noch weilt. Um 10 Uhr näherten ſich auch
die beiden italieniſchen Panzer den übrigen Schiffen
Zwei öſterreichiſche Torpedoboote liegen vor Spizza
ver=
ankert.
Der ſerbiſch=bulgariſche Vertrag.
* Wien, 5. April. Die Wiener Allgemeine Zeitung
veröffentlicht nach Mitteilungen von zuverläſſiger Seite
aus Sofia den Inhalt des bisher geheimgehaltenen
ſer=
biſch=bulgariſchen Vertrages, der zunächſt
eine defenſive ſpäter eine offenſive Militärkonvention war
und der beim Ausbruch des Krieges erweitert wurde. Den
Mitteilungen zufolge heißt es in dem Vertrage: Falls das
Reſultat des Krieges ein ſolches wäre, daß Mazedonien
an Serbien und Bulgarien abgetreten werden ſollte, ſo
fallen Monaſtir, Prilep, Ochrida und Iſtip an Bulgarien.
Was Uesküb und Kumanowo anlangt, wurde in dieſer
Beziehung kein Einverſtändnis erzielt; nach Beendigung
des Krieges ſoll über die Zugehörigkeit der beiden Städte
eventuell durch ein Schiedsgericht oder auf andere Art eine
Entſcheidung gefällt werden. Bezüglich des Sandſchaks
enthält der Vertrag keinerlei Abmachung. Serbien und
Bulgarien verpflichten ſich, gemeinſam Frieden zu
chließen, ein Seperatfriedensſchluß wird für
ausge=
ſchloſſen erklärt. Die Dauer des Vertrages wird dahin
beſtimmt daß das Ende des Krieges auch ſein Ende
be=
deute. Der Vertrag beſtimmt die Bündnispflicht bloß im
Falle eines Krieges mit der Türkei, nicht auch im Falle
eines Krieges gegen andere Mächte.
Gegen Montenegro.
* Berlin, 6. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: „Die Annahme
der von den Großmächten für die
Friedensver=
mittelung aufgeſtellten Bedingungen iſt in der letzten
Note des Balkanbundes mit Vorbehalten begleitet
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Nummer 80.
worden, die weitere Verhandlungen erforderlich machen.
Ueber die Antwort der Mächte auf dieſe Wünſche des
Balkanbundes wird die Londoner Botſchafterverſammlung
Beſchlüſſe ſaſſen. Ohne Rückſicht auf die allſeitigen
Ab=
machungen der europäiſchen Diplomatie fährt Montenegro
fort, die Eroberung Skutaris zu betreiben.
An=
geſichts der Nichtbeachtung diplomatiſcher Ratſchläge wird
nunmehr gegen die Küſte Montenegros die Blockade
durch ein internationales Geſchwader
ver=
hängt. Die Zuſtimmung aller Großmächte zu dieſer
Maß=
regel und ihre ſolidariſche Durchführung beweiſt, daß
Europa darin einig bleibt, ſeinem Beſchluß Achtung zu
ver=
ſchaffen, wonach Skutari albaniſch wird. In Petersburg
iſt am Freitag den Vertretern in der Reichsduma von
be=
rufener Seite erklärt worden, Montenegro werde
Skutarinicht erhalten. König Nikolaus wird ſich der
Einſicht nicht verſchließen können, daß für die dauernde
Erwerbung Skutaris gegen den Willen der Großmächte
die Umſtände nicht günſtig ſind. Bei den Beratungen der
Botſchafter in Petersburg unter dem Vorſitz Saſonows
zeigte ſich überall die Bereitwilligkeit, in der Siliſtriafrage
den berechtigten Wünſchen Rumäniens Rechnung zu
tra=
gen. So laſſen ſich bereits die Umriſſe einer friedlichen
Löſung erkennen, die mit dem Wiederbeginn der
Frie=
densverhandlungen zur Beendigung des Balkankrieges
feſtere Geſtalt annehmen werden.
* Berlin, 6. April. Nachdem der kleine Kreuzer
Breslau” zu der Blockadeflotte vor Antivari geſtoßen
iſt, um bei der Flottendemonſtration gegen
Mon=
tenegro die deutſche Flagge zu vertreten, iſt das Schiff zu
dem etwa notwendigen Schutze deutſcher
Reichsangehöri=
ger im Orient nicht mehr verfügbar. Um die hieraus ſich
ergebende Lücke auszufüllen, kann es notwendig werden,
einen bis zwei weitere kleine Kreuzer ins Mittelmeer zu
entſenden; deshalb ſind zwei kleine Kreuzer der
Hochſee=
flotte angewieſen worden, ſich zur Ausreiſe bereit zu
halten.
Rom, 6. April. Die Agencia Stefani erfährt:
Geſtern hielten die Kommandanten der in den
mon=
tenegriniſchen Gewäſſern verſammelten Kriegsſchiffe
unter dem Vorſitz des engliſchen Vizeadmirals Cecil
Bur=
ney eine Beratung ab, auf Grund deren an die
montenegri=
niſche Regierung die telegraphiſche Aufforderung gerichtet
wurde, den einſtimmigenBeſchluß der Großmächte
zu reſpektieren und unverzüglich eine Antwort
zu erteilen.
* Paris, 6. April. Der König von
Montene=
gro richtete an den Petersburger Korreſpondenten des
Temps eine Depeſche, in welcher es heißt, er erfahre mit
Schmerz, daß das Panzerſchiff „Edgar Quinet” Frankreich
bei der Flottendemonſtration vertrete, durch welche
Mon=
tenegro gezwungen werden ſolle, die Belagerung von
Skutari aufzuheben. Wir bedauern tief, daß infolge einer
bitteren Ironie der Name des berühmten Schriftſtellers
und beredten Dolmetſchers der um Einheit und
Unab=
hängigkeit ringenden Völker in dieſer Expedition gegen
einen kleinen tapferen Vorkämpfer der Unabhängigkeit des
Balkans und der orientaliſchen Chriſtenheit geſandt wurde.
Sie können ſagen, daß Montenegro trotz der von Europa
ergriffenen Zwangsmaßnahmen nur der Gewalt
weichen wird. Es bleibt Europa nur übrig, ſeiner
Un=
gerechtigkeit durch einen Gewaltſtreich noch den
Stem=
pel der Lächerlichkeit aufzudrücken.
Letzte Nachrichten.
* Sofia 6. April. (Agence Bulgare.) Um die in
der ausländiſchen Preſſe verbreiteten tendenziöſen oder
unrichtigen Meldungen über die Uebergabe Schukri
Paſchas zu entkräften und die Wahrheit feſtzuſtellen,
teilt das Hauptquartier die von Schukri Paſcha
abgegebe=
nen Erklärun gen mit: Am 26. März befand ich mich
mit meinem Stabe im Quartier in dem alten Fort
Ildi=
rim. Nach dem Einmarſch der bulgariſchen Truppen in
den Oſtſektor gab ich das Signal zur Einſtellung der
Ope=
rationen. Eine halbe Stunde darauf fand ſich bei mir der
Kommandant des bulgariſchen Garderegiments Oberſt
Marſcholew ein, der ungefähr eine Stunde bei mir
blieb. Sodann begab ich mich in Begleitung zweier
Offi=
ziere des Garderegiments zu General Waſſow der ſich in
der inneren Stadt befand. Ich ſtellte mich ihm vor und
blieb dort eine halbe Stunde, worauf ich mit General
Waſſow im Automobil zur Brücke fuhr, wo ſich General
Iwanow, der Kommandeur der zweiten bulgariſchen
Armee befand, der mich eine weitere halbe Stunde
zurück=
hielt. Sodann kehrte ich in mein Quartier zurück.
Wäh=
rend meiner Abweſenheit war ein ſerbiſcher Major mit
mehreren Soldaten in meinem Quartier erſchienen; ich
habe ſie nicht geſehen.
* Belgrad 6. April. Das Telegramm das
der engliſche Vizeadmiral Cecil Burney der als
rang=
älteſter Offizier der Befehlshaber der internationalen
Flotte iſt, aus Cattaro an den montenegriniſchen
Miniſterpräſidenten richtete, lautet
folgender=
maßen: „Ich habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß
eine internationale Flotte vor Antivari in den
montene=
griniſchen Gewäſſern ankert. Die Flotte erſchien, um gegen
die Weigerung Montenegros, die Wünſche der
Groß=
mächte zu erfüllen, zu proteſtieren. Ich möchte die
Auf=
merkſamkeit Eurer Exzellenz auf die Anweſenheit der
internationalen Flotte lenken, die nicht nur bezeugt, daß
die Großmächte einig ſind, ſondern auch, daß ſie wünſchen,
daß ihre Entſcheidungen unverzüglich angenommen
wer=
den. Ich bitte Sie, mir ſofort mitzuteilen, daß Ihre
Re=
gierung bereit iſt, die Wünſche der Großmächte zu
er=
füllen.”
* Athen, 5. April. Zwei auf Grund geſetzte
tür=
kiſche Torpedobootsjäger ſind wieder flott
ge=
macht und der griechiſchen Flotte einverleibt worden. Die
griechiſche Regierung beſchäftigt ſich ernſtlich mit der Frage
der Verbeſſerung der Verkehrsverbindungen mit dem
Weſten von Mazedonien und Epirus Sie beabſichtigt, das
Eiſenbahnnetz im Südweſten Mazedoniens mit Saloniki
zu verbinden durch Ausbau und Verlängerung der
fiskali=
ſchen Bahnen. Die Bahn Volos-Kalabaka wird bis nach
Grevena und von dort bis nach Sorovitſch verlängert und
ſo ein Anſchluß hergeſtellt mit der Linie Saloniki-
Mo=
naſtir. In Grevena wird eine Linie ſich abzweigen, die
über Metzovon nach Janina führen wird. Auch dem Bau
von Chauſſeen wendet die griechiſche Regierung ihre
Auf=
merkſamkeit zu.
* Port Said, 6. April. Der türkiſche Kreuzer
„Hamidije” iſt hier eingetroffen.
* Wien, 5. April. Die Neue Freie Preſſe erfährt
von beſonderer Seite aus London, daß die ſerbiſche
Regierung dort das Verſprechen abgegeben habe
Montenegro keine weiteren Truppen zu
ſen=
den. Die letzte Truppenſendung in Stärke von 11000
Mann erfolgte auf Grund eines am 20. Februar
Monte=
negro gegebenen Verſprechens.
Paris, 5. April. Dem Temps wird aus
Peters=
burg telegraphiert, daß der Botſchafter Iswolski
be=
auftragt worden ſei, bei der demnächſt in Paris
zuſam=
mentretenden Konferenz in der Frage der Kriegs=
entſchädigung den Standpunkt der
Balkanverbün=
deten zu unterſtützen. Das ruſſiſche Miniſterium des
Aeußern glaube, daß auch die franzöſiſche Regierung der
diesbezüglichen Forderung der Balkanverbündeten nicht
ungünſtig gegenüberſtehe.
Die Berichterſtattung über militäriſche
Angelegenheiten.
* Berlin, 5. April. Mit der in der Norddeutſchen
Allgemeinen Zeitung an die Preſſe aller Parteien
gerich=
teten Bitte, weder Nachrichten über Erfindungen oder
Verbeſſerungen auf dem Gebiete der Bewaffnung und
Ausrüſtung des Heeres, noch über Uebungen ſolcher
Spe=
zialtruppen zu veröffentlichen, wovon man annimmt, daß
ſie denen anderer Länder überlegen ſind, beſchäftigte ſich
heute der geſchäftsführende Ausſchuß des
Reichsverbandes der deutſchen Preſſe in
eingehender Beratung. Da die Bedeutung dieſer
Mei=
nung für die geſamte reichsdeutſche Preſſe nirgends
ver=
kannt werde, andererſeits aber feſtgeſtellt wurde, daß
praktiſche Vorſchläge zur Beſeitigung der vorhandenen
Mißſtände am beſten von den hierzu am meiſten
Berufe=
nen, nämlich von den Redakteuren und Mitarbeitern der
deutſchen Tagespreſſe gemacht werden können, beſchloß der
geſchäftsführende Ausſchuß, die Frage der Behandlung
militäriſcher Nachrichten auf die Tagesordnung der am
31. Mai und 1. Jun in Düſſeldorf ſtattfindenden
Dele=
giertenverſammlung des Reichsverbandes der
deutſchen Preſſe zu ſetzen. Das Referat übernahm
Chef=
redakteur Heinrich Rippler. Die Behandlung der Frage
wird eng an die Verhandlung über ein Thema von noch
allgemeinerer Bedeutung anſchließen, das an die Spitze
der Tagesordnung geſetzt wird, worüber
Miniſterialdirek=
tor a. D. Dr. Hermes referieren wird, nämlich über die
Aufgaben der Preſſe in Kriſenzeiten.
Literariſches.
Des Deutſchen Vaterland. Deutſchland
in landſchaftlicher, geſchichtlicher, induſtrieller und
kultur=
geſchichtlicher Hinſicht unter beſonderer Berückſichtigung
des Volkstums. Unter Mitwirkung hervorragender
Schriftſteller herausgegeben von Hermann Müller=
Bohn. Mit Originalzeichnungen und Kopfleiſten von
Franz Staſſen und Georg Eichbaum, Federzeichnungen
von F. Fennel, einem Gemälde von R. Hellgrewe,
farben=
photographiſchen Aufnahmen von Hans Hildenbrand und
nahezu tauſend Abbildungen, davon 17 Dreifarbentafeln
8 Duplextafeln und 16 Doppeltontafeln. Verlag der Chr.
Belſerſchen Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Preis zwei
Bände gebunden à 20 Mark; auch in 45 Lieferungen à 80
Pfennig. Soeben erſchien Band I eines Werkes über
un=
ſer deutſches Vaterland, das die Aufmerkſamkeit aller
Ge=
bildeten der Nation verdient. Der als Biograph und
hiſtoriſcher Schriftſteller bekannte Herausgeber dieſes
Werkes, Hermann Müller=Bohn, hat den beſonders
glück=
lichen Gedanken gehabt, die Gauen unſeres deutſchen
Vaterlandes durch hervorragende Schriftſteller behandeln
zu laſſen, die in der betreffenden Gegend bodenſtändig
ind. So weht uns aus jedem Abſchnitt dieſes
umfangrei=
chen Werkes gewiſſermaßen Heimatluft an. Wir
empfin=
den beim Leſen jedes Kapitels, daß der Verfaſſer mit
ganzem Sinnen und Fühlen dabei geweſen iſt, als er dieſe
Zeilen niederſchrieb, die das Werden und Blühen ſeiner
Heimat und ſeiner Landsleute Bräuche ſchildern ſollte.
Der erſte Band, der nahezu 700 Seiten in Groß=Format
umfaßt, beſchäftigt ſich nach den geſchichtlichen und
kultur=
geſchichtlichen Einleitungsabſchnitten von Hofrat Dr. C.
Spielmann (Zweitauſend Jahre deutſcher Geſchichte), von
Profeſſor Dr. O. Weiſe (Die deutſchen Volksſtämme) und
von Pfarrer R. Reichardt (Deutſche Volksſitten und
Feſt=
bräuche) in der Hauptſache mit Preußen und den
nord=
deutſchen Bundesſtaaten. Eine ſehr eingehende und
liebe=
volle Würdigung erfährt — namentlich in den Kapiteln
die der Herausgeber Hermann Müller=Bohn geſchrieben
hat — die Mark, Brandenburg, „die Wiege des
preußi=
ſchen Staates” die in Poeſie und Proſa wie in trefflich
wiedergegebenen Bildern behandelt wird. Auch die
Pro=
vinzen ſind geſchickten Schilderern anvertraut.
Der Skitouriſt von Karl J. Luther und
Dr. G. P. Lücke. 169 Seiten Text mit vielen
Textilluſtra=
tionen und Abbildungen in zweifarbigem Einband. Geb.
2 Mark. (Verlag der J. Lindauerſchen
Univerſitätsbuch=
handlung (Schöpping, München.) Dieſes Buch nimmt
in der reichen Winterſportliteratur eine Sonderſtellung
ein, denn es iſt die erſte Spezialarbeit über den
touriſti=
chen Skilauf. Die Abſicht der Verfaſſer, in Wort und
Bild eine in allen Punkten erſchöpfende Anleitung zum
Tourenlauf auf ſportlicher Grundlage zu geben, iſt
gelun=
gen. Das Buch verdient daher eingehendſte Beachtung
Auch der erfahrene Skiläufer wird manches Neue, manche
Anregung darin finden oder ſich für die Stellungnahme
der Verfaſſer zu bekannten aktuellen Fragen intereſſieren.
Die Ausſtattung des Buches iſt gut.
Verbandstag der Desinfektoren
in Heſſen.
C Zur Beratung einer Reihe von Standesfragen
hielt der Verband der amtlichen Desinfektoren im
Groß=
herzogtum Heſſen geſtern einen Verbandstag im
Kaiſer=
ſaal ab. Erſchienen waren Vertreter aus den Kreiſen
Darmſtadt, Bensheim, Gr.=Gerau, Erbach, Offenbach,
Friedberg, Büdingen, Gießen, Alzey, Bingen, Oppenheim
und Mainz. Als Vertreter der Großh. Regierung wohnte
Geh. Medizinalrat Dr. Balſer und als Vertreter des
Großh. Polizeiamtes Regierungsrat Dr. Gennes,
ſo=
wie der Führer der Hauptſanitätskolonne Darmſtadt
Hauptmann à la suite R. Lotheißen, den
Verhandlun=
gen bei. Nach Begrüßung der Ehrengäſte und der
Ver=
ſammlung durch den Vorſitzenden Herling=Darmſtadt
erſtattete dieſer den Geſchäftsbericht über das
abgelau=
fene Vereinsjahr, der ein erfreuliches Bild über die
Ent=
wicklung des Desinfektionsweſens in Heſſen gab. Leider
bringe man auf dem Lande dieſem wichtigen Zweig der
Geſundheitspflege noch ſehr wenig Verſtändnis entgegen.
Er fordert einheitliche Bekämpfungsmaßregeln bei den
Kinderkrankheiten, wie Diphtherie, Maſern, Scharlach uſw.
in Schule= und Hausdesinfektion, und gleichmäßige
Durchführung der Schutzfriſt für den Schulgang von
er=
krankten Kindern in allen Kreiſen des Landes.
Wün=
ſchenswert ſei die Mithilfe der Behörden bei der
Tuber=
kuloſebekämpfung. Das Gebiet der Desinfektoren müſſe
er=
weitert, fremde, unerfahrene Hände ausgeſchaltet und ein
Verbot gegen die Desinfektion durch die Schweſtern
erlaſ=
ſen werden. Das ganze Desinfektionsweſen in Heſſen
ollte durch Geſetz geregelt werden.
Geheimerat Dr. Balſer betont als perſönliche
Mei=
nung die völlige Richtigkeit der hier aufgeſtellten
Forde=
rungen. Die in den 18 Kreiſen des Landes erlaſſene Po=
lizeiverordnung werde verſchiedenartig gehandhabt. Gleich
dem Viehſeuchengeſetz ſei ein einheitliches
Desinfektions=
geſetz für Epidemiekrankheiten als Landesgeſetz
notwen=
dig. Bei der Großherzoglichen Regierung veſtehe die
be=
ſtimmte Abſicht, ein derartiges Geſetz nach preußiſchem
Muſter zu erlaſſen. Beſonders die Bekämpfung der
Tu=
berkuloſe ſei energiſch zu fördern. Dieſe graſſiert mehr.
auf dem Lande als in den Städten. Die Einführung
einer umfangreichen Zwangs=Schlußdesinfektion ſei
hier=
dringend zu fordern. Auch die Maßregeln zur
Desinfek=
tion der Schulen auf dem Lande uſw. ſeien eventuell durch
Einführung der laufenden Desinfektion zu verſchärfen.
Dank dem Eingreifen von Geheimerat Dr. Dietz werde
hier eine planmäßige Tuberkuloſebekämpfung mit gutem
Erfolge durchgeführt. — Aus der Verſammlung wurden
Klagen gegen die Desinfektion durch Schweſtern im Kreiſe=
Erbach geführt, ebenſo dagegen, daß in Mainz die
Des=
infektoren zur Straßenreinigung Verwendung finden. Der
Verband wird hiergegen vorgehen. Ein Antrag auf
Her=
beiführung einer einheitlichen Desinfektions= und
Dienſt=
ordnung in Heſſen ſowie auf Verbot an die
Landgemein=
den wegen Beſtellung beſonderer Gemeinde=Desinfektoren
fand einſtimmig Annahme.
Ein weiterer Antrag an die Großh. Kreisämter auf
Gewährung eines feſten Monatsgehaltes von mindeſtens
125 Mark und evtl. Uebernahme der Garantie einer
Min=
deſteinnahme für die Desinfektoren ſowie Gewährung von
Kilometergeldern für Desinfektionen außerhalb des
Wohn=
ortes (10 Pfg. pro Kilometer) als Entſchädigung für
Transport und Verpflegung fand nach eingehender
Bera=
tung Annahme. Bei der Beſprechung des Antrags auf
Einführung von einheitlicher Dienſtkleidung für die
Des=
infektoren wurde von Hauptmann Lotheißen der Anſchluß
des Verbandes an die Haupt=Sanitätskolonne angeregt.
und warm befürwortet. Der Antrag fand einſtimmige
Annahme. Ein Antrag auf Verſicherung der amtlichen
Desinfektoren gegen Krankheit und Unfall bei einer
ſtaat=
lichen Kaſſe fand einſtimmige Annahme und ſoll Großh.
Regierung zur Genehmigung unterbreitet werden.
Da=
mit war die Tagesordnung erledigt.
Am Nachmittag fand noch eine Hauptverſammlung
des Verbandes ſtatt, in welcher u. a. die Vorſtandswahlen
erfolgten. Herling=Darmſtadt wurde wieder zum
I. Vorſitzenden gewählt. Eine Beſichtigung der
Darmſtäd=
ter Rettungsſtation und ihrer Einrichtung bildete den
Ab=
ſchluß der Tagung des Verbandes.
Künſtlerfeſt.
Darmſtadt, 7. Arik.
Zum Beſten der Wohlfahrtseinrichtungen der
Deut=
ſchen Bühnengenoſſenſchaft veranſtaltete der Ortsverband
Hoftheater Darmſtadt” in ſämtlichen Räumen des
Städti=
ſchen Saalbaues am Samstag abend ein Künſtlerfeſt, das
einen ſehr ſchönen und animierten Verlauf nahm, aber
nicht ſo zahlreich beſucht war, wie man es ſonſt gewohnt
iſt, was wohl auf die vorgeſchrittene Zeit und auch darauf
zurückzuführen iſt, daß in den letzten Wochen an guten
und hervorragenden Kunſtgenüſſen in Darmſtadt gerade
kein Mangel war. Das Programm des Künſtlerfeſtes war
in ſeinem erſten Teil nach dem durchaus nachahmens= und
lobenswerten Grundſatz aufgeſtellt: „Wenig, aber gut”,
und machte in dieſer Beziehung eine rühmliche Ausnahme
Es brachte dafür aber Kunſtgenüſſe ganz beſonderer Art:
ein Konzert der Hofkapelle unter Generalmuſikdirektor
Fritz Steinbach=Köln. Wie bei der „Triſtan”=
Auf=
führung am letzten Sonntag löſten die hervorragenden
Leiſtungen unſerer Hofkapelle freudige Ueberraſchung aus.
Mit Begeiſterung leiſteten unſere Hofmuſiker dem aufs
Höchſte gerichteten künſtleriſchen Wollen des Dirigenten
Gefolgſchaft, und indem ſie ſo ſich ſelbſt übertrafen,
brach=
ten ſie dieſem Wollen ein Vollbringen, das in den
herr=
lichen Tonſchöpfungen Beethovens und Brahms’ ganz
neue ungeahnte Schönheiten offenbarte. Die wunderſam
empfindungstiefe Leonoren=Ouvertüre Nr. 3 leitete den
Abend ein; ſie wurde mit reſtloſer Erſchöpfung des
un=
endlich reichen ſeeliſchen Gehalts geſpielt, und all die
fei=
nen, intimen muſikaliſchen Schönheiten, die die dramatiſche
Wucht der Kompoſition ſo wunderbar umweben, mit
meiſterhafter Herausarbeitung der Pointen entfaltet. Dann
folgte Beethovens Violinkonzert, das dem Soliſten des
Abends. Herr Hofkonzertmeiſter Guſtav Havemann=
Leipzig, Gelegenheit zur Entfaltung ſeiner fabelhaften
Technik gab. Herrn Havemanns Können hat merklich
zu=
genommen an Reife und Vertiefung. Er zeigte aufs neue
ein begnadetes Künſtlertum, das ſich am beſten darin
offenbart, daß er ſein eminentes techniſches Können nie
als ſolches brillieren läßt, ſondern es ſtets der Kunſt ſelbſt
unterordnet. Was der Künſtler gibt, iſt kein Bluff,
ſon=
dern eine Offenbarung des verſtändnisvollen Erfaſſens des
Feingehaltes der von ihm interpretierten Kunſtwerke. Was
wir an ihm beſonders ſchätzen, iſt die Größe der Auffaſſung
der Tonſchöpfungen; ſie iſt der Maßſtab ſeines Wollens,
dem die virtuoſe Technik allerdings das Können
garan=
tiert. Als letzte Nummer des Programms ergoß ſich dann
rauſchend und brauſend der Melodienreichtum der
Brahms=
ſchen Sinfonie in C=moll über das Auditorium, das ſich
atemlos lauſchend dem unendlichen Zauber dieſer
über=
reichen Fülle tonlicher Schönheiten hingab. Herr
Stein=
bach dirigierte dieſes ganze gewaltige Werk ohne
Parti=
tur. Das Publikum bereitete den beiden Künſtlern und
der Kapelle lebhafte Ovationen.
Dem Konzert folgte nach kurzer Pauſe ein Feſtball,
der den zweiten und ungleich ausgedehnteren Teil des
Programms bildete. Von 12 Uhr ab fanden in einem der
oberen Säle Kabarettvorſtellungen ſtatt, in
denen die Mehrzahl der Solokünſtler des Schauſpiels und
der Oper mitwirkte. In den Nebenſälen entwickelte ſich
ein lebhafter Baſarbetrieb. Es waren ſchön geſchmückte
Büfetts aufgeſchlagen, in denen Damen der Geſellſchaft
und die Künſtlerinnen und Künſtler, denen hunderte
jun=
ger Mädchen zur Seite ſtanden, Erfriſchungen feilboten.
Weiter waren vorhanden Blumentempel, Poſtkartenkiosk,
Sektſtände, Münchener Biergarten u. v. a. Eine
Bauern=
kapelle wechſelte mit einem Wiener Orcheſter ab, und ein
Tiroler Quartett ſang unermüdlich Jodler,
Schnada=
hüpfeln und Berglieder. Kurz, es war ein ſehr reger und
fideler Betrieb, deſſen Arrangement durch Frau Luiſe
Hacker in langen, arbeitsreichen Wochen in aufopfernder
Weiſe vorbereitet worden war. Auch Frau Prof. Lenz
und Frl. Eppenetter, die ihr helfend zur Seite ſtanden,
haben ſich hierbei ſehr verdient gemacht. — Dem Konzert
hatte auch das Großherzogspaar beigewohnt.
Vermiſchtes.
— Bad Homburg, 5. April. Der Frühling iſt in
dieſem Jahre ſehr früh gekommen, ſo daß die Saiſon
bereits am 1. April ihren Anfang nehmen konnte und
ſchon Ende März ein ſtattlicher Fremdenverkehr zu
verzeichnen war. Weſentlich hat dazu die Anweſenheit des
Kaiſerpaares und der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
beigetra=
gen. Die Allerhöchſten Herrſchaften unternehmen täglich
Spaziergänge in die reizende nähere oder weitere Um=
Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Seite 7.
gebung unſerer Stadt oder Autofahrten in den Taunus,
wo eben die Buchen die erſten Blättchen zeigen. Weit
mehr vorgeſchritten iſt natürlich die Vegetation im
Kur=
park, wo alles grünt und blüht wie ſonſt im Mai.
Zahl=
reiche Spaziergänger beleben ſchon jetzt den Park. Der
Eliſabethbrunnen. Landgrafen= und Auguſta=
Viktoria=
brunnen ſind bereits geöffnet und die Trinkkur hat ſich
ſchon ganz hübſch entwickelt. Wie alljährlich, ſo hat auch
diesmal die Kurverwaltung eine Reihe von Neuerungen
und Verbeſſerungen im Kurbetrieb geſchaffen.
Unermüd=
lich auf wichtige Aenderungen im Intereſſe der Gäſte
ſin=
nend, iſt man auch zu einer teilweiſen, ſehr vorteilhaften
Umgeſtaltung des Kurgartens übergegangen, die jetzt
vollendet iſt und ſicher allgemeiner Zuſtimmung begegnen
wird. Der Homburger Kurgarten gehört dank ſeiner
landſchaftlichen Umgebung zu den ſchönſten derartigen
An=
lagen, die Ausſicht von der Terraſſe hat ihresgleichen
nirgends mehr; mit Bewunderung genießt jedermann den
herrlichen Blick in die idylliſche Landſchaft. Wer den
Park beſucht, wird dort angenehm empfinden, daß man
den Wünſchen des Kaiſers nach Schaffung weiterer
Licht=
ungen gerecht geworden iſt. Es ſind dadurch Durchblicke
nach den Taunusbergen geſchaffen, die unvergleichlich ſchön
ſind. Hotels und Kurvillen haben ihre Pforten bereits
geöffnet, die Frühjahrsſaiſon hat mit einer ſtarken Be
ſucherzahl eingeſetzt und es ſteht zu erwarten, daß bereits
die nächſten Wochen noch erheblich mehr Gäſte bringen.
Darmſtadt, 7. April.
* Hanns Pellar hat ſoeben ein Porträt der
Prinzeſſin Viktor zu Erbach=Schönberg fertig geſtellt.
Das Bild, das am Mittwoch nach Wien zur Ausſtellung
geht, iſt morgen Dienstag im Atelier des Künſtlers von
10—1 Uhr vormittags ausgeſtellt.
Vermißt. Der Schüler Wilhelm d’ Alleux,
geboren am 5. März 1894, Sohn des Kgl.
Bezirkstier=
arztes d’Alleux in Frankenthal (Pfalz), iſt am Montag,
den 31. März, abhin vormittags mit dem Zug 9.02 Uhr
von dort in der Richtung Worms=Goddelau=
Darm=
ſtadt=Aſchaffenburg abgereiſt, um in die Realſchule
Miltenberg (Unterfranken) einzutreten, wo er nachmittags
mit Zug 2.25 Uhr hätte eintreffen ſollen. Der Gemeinte,
welcher das Semeſtergeld, 350 Mk. in Gold, mit ſich
führte, iſt an ſeinem Beſtimmungsorte nicht angekommen
und ſeit ſeiner Abreiſe ſpurlos verſhwunden. Die
ge=
löſte Fahrkarte 3. Klaſſe lautete bis Aſchaffenburg. Das
als Paſſagiergut aufgegebene Gepäck kam in
Milten=
berg an. Seine Eltern vermuten, daß dem
Ver=
mißten auf der Reiſe ein Leid zuſtieß oder daß
er einem Verbrechen zum Opfer fiel und ſeiner
Bar=
haft beraubt wurde; andererſeits wird vermutet, daß
er Werbern behufs Eintritt zur Fremdenlegion in
die Hände gefallen iſt. d’Alleux iſt ſchlank, blond, hat
friſches Geſicht, jugendliches Ausſehen, trug braunen
Sackanzug, braunen Ulſter, braunen weichen Filzhut,
neue ſchwarze Schnürſchuhe mit Lackkappen, ſchwarzlederne
Handtaſche, Schirm und Reißſchiene und beſaß auf
ſeinen Namen lautende Legitimationen. Auf ſeine
Er=
mittelung ſtellen die Eltern eine namhafte Belohnung
in Ausſicht.
Offenbach, 5. April. In der Nähe des Bahnhofs
wurden heute nachmittag gegen 6 Uhr zwei Kinder
von einem Lokalbahnzug, der eben nach Frankfurt
aus=
uhr, überfahren. Die beiden Kinder waren ſofort tot.
Die Namen ſind noch nicht feſtgeſtellt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Homburg v. d. H., 5. April. Nach der
Frühſtücks=
tafel beſuchte das Kaiſerpaar mit den niederländiſchen
Herrſchaften die Erlöſerkirche, worauf die letzteren nach
Hohemark zurückkehrten. Am ſpäteren nachmittag machte
der Hof auch den gewohnten Ausflug in den Taunus.
* Homburg v. d. H., 6. April. Der geſamte
Hof nahm heute vormittag an dem Gottesdienſt in der
Erlöſerkirche teil. Der Kaiſer machte ſpäter einen
Spazier=
gang. Die Kaiſerin machte, begleitet von dem Prinzen
Adalbert und der Prinzeſſin Viktoria Luiſe, der Königin
Wilhelmina der Niederlande einen Gegenbeſuch auf
der Hohemark. Zur Frühſtückstafel im Schloß Homburg
waren geladen General Hildemann, Baurat Jakobi und
Pfarrer Füllkrug. Heute abend trifft hier Prinz Ernſt
Auguſt, Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg, ein; er
nimmt im Schloß Wohnung.
Kreuznach, 5. April. (Amtlich.) Heute früh 4 Uhr
50 Min. traten vor dem Bahnhof Gundersheim an
der Stelle, wo der Eiſenbahndamm infolge ſchlechten
Untergrundes ſchon mehrmals gerutſcht war, erneut
Rutſche ein. Hierdurch iſt das Hauptgleis
Nieder=
flörsheim=Gundersheim unterbrochen. Der Verkehr wird
bis auf weiteres durch Umſteigen aufrechterhalten.
* Barmen, 6. April. Der 18. chriſtlich=ſoziale
Kongreß iſt heute in Gegenwart von 6000 Perſonen
mit einem Gottesdienſt eröffnet worden.
* Hamburg, 5. April. Wie alljährlich, fand heute
im Hotel „Atlantic” das von dem Oſtaſiatiſchen
Verein gegebene Liebesmahl ſtatt, an dem u. a.
Prinz Waldemar von Preußen, Bürgermeiſter
Schröder und der preußiſche Geſandte v. Bülow
teil=
nahmen. Nachdem der Vorſitzende des Vereins bei der
Begrüßung ein Hoch auf den Kaiſer und die Stadt
Hamburg ausgebracht hatte, ſprach Bürgermeiſter
Schröder über die politiſchen
Verände=
rungen der letzten Zeit in China und Japan und
betonte die Wichtigkeit der deutſchen Handelsbeziehungen
in Oſtaſien und der Verſtärkung der deutſchen Flotte.
Der Redner ſchloß mit einem Hoch auf den Oſtaſiatiſchen
Verein. Der letzte Redner des Abends gedachte in
längeren Ausführungen der in Oſtaſien weilenden
Landsleute.
* Wien, 5. April. Der Tiſchlergeſelle
Freiber=
ger, welcher aus München hierher kam, um den
Land=
tagsabgeordneten Kunſchak, den Bruder des Mörders
des Abgeordneten Schuhmeier zu töten, wurde wegen
gefährlicher Drohung zu zwei Jahren ſchweren Kerkers
verurteilt
Salzburg, 5. April. In Nußdorf bei Oberndorf
brach in einem Gaſthauſe Feuer aus, deſſen Ausbreitung
vom Winde begünſtigt wurde. Es ergriff die Kirche
und den Kirchturm, der einſtürzte. Die Kirche
brannte gleichfalls aus und iſt dem Einſturz nahe.
Bis=
her wurden 21 Häuſer eingeäſchert.
Aus Salzburg iſt
militäriſche Hilfe requiriert worden.
* Peſt, 5. April. Die Königliche Tafel
annu=
lierte als Berufungsinſtanz das Urteil erſter Inſtanz
in dem Verleumdungsprozeß des Miniſterpräſidenten
Lukacs gegen den Abgeordneten Deſy und ordnete ein
neues Beweisverfahren auf der ganzen Linie mit
Aus=
nahme der die Klaſſenlotterie betreffenden Angelegen=
heit an und verwies die Sache zur neuerlichen
Verhand=
lung an die erſte Inſtanz zurück.
* Fiume, 5. April. Die geſtrigen Verhandlungen zur
Beilegung des Streiks auf den Ganz=Danubius=
Werften ſind reſultatlos geblieben. Einer
Blätter=
meldung zufolge traf geſtern ein Delegierter der
Heeres=
verwaltung ein, um die Urſache der Arbeiterausſperrung
gründlich zu unterſuchen und feſtzuſtellen, welche Wirkung
der Streik auf den für die Lieferung des Dreadnoughts
feſtgeſetzten Termin ausüben kann. Von dem Ergebnis
der Unterſuchung wird es abhängen, ob die
Heeresverwal=
tung der Ganz=Danubiuswerft eine Verlängerung der
Lieferungsfriſt gewähren wird. Angeblich ſoll der
Ver=
treter des Kriegsminiſteriums auch mit den Arbeitern
Fühlung nehmen, um dem Kriegsminiſterium einen
voll=
ſtändigen Bericht vorlegen zu können.
2
Paris 5. April. Der anarchiſtiſche Bandit
Laeoube floh heute vormittag von dem Gefängnishof,
wo er unter Bewachung einen Spaziergang machte, auf
das Dach, ſtürzte ſich, als er ein Entkommen als
unmög=
lich erkannte, hinab und blieb auf der Stelle tot.
Paris, 5. April. Den Blättern zufolge ſoll der
amerikaniſche Milliardär W. Vanderbilt das Schloß
Chenonceaux, welches kürzlich von Staats wegen als
hiſtoriſches Baudenkmal erklärt wurde, bei der heutigen
Verſteigerung um 1717000 Francs gekauft haben.
* Paris, 6. April. Der von der Regierung
ge=
plante Geſetzentwurf über die Regelung der
Luftſchiffahrt wird vom Miniſter der öffentlichen
Arbeiten vorbereitet werden. Nach einer offiziöſen
Mel=
dung werden in dem Entwurf u. a. folgende Punkte
be=
handelt werden: Beſtimmung der nationalen
Luftfahr=
zeuge, Regelung der Luftſchiffahrt von ſteuer= und
zoll=
politiſchen Geſichtspunkten aus, Fragen der nationalen
Verteidigung und Regelung der Luftſchiffahrt vom
Ge=
ſichtspunkte der Sicherheit. Im weſentlichen dürften die
Beſtimmungen der Seeſchiffahrt als Grundlagen für die
Luftſchiffahrt dienen. Man glaubt, daß man anläßlich
des Vorkommniſſes von Luneville die ſeinerzeit
abge=
brochenen Arbeiten in der Konferenz für internationale
Luftſchiffahrts=Geſetzgebung in nicht allzu ferner Zeit von
neuem aufnehmen dürfte.
* London, 5. April. Die große Tribüne des
Rennplatzes in Ayr in Schottland geriet heute um
Mit=
ternacht in Brand und wurde vollſtändig zerſtört. Der
Schaden wird auf 3000 Pfund Sterling geſchätzt. An
der Brandſtelle aufgefundene Zettel weiſen darauf hin,
daß es ſich um die Tat von Anhängerinnen des
Frauenſtimmrechts handelt.
London, 5. April. In Kelſo in Schottland wurden
heute vormittag zwei Frauenrechtlerinnen
ver=
haftet in dem Augenblicke, als ſie eine große Tribüne
des Rennplatzes in Brand ſtecken wollten. Sie
hatten bereits mit Petroleum getränkte Papierſtücke
an=
gezündet.
* Helſingfors, 5. April. Der Landtag hat die
end=
gültige Faſſung der Geſetzesvorlage betreffend die
Be=
rechtigung von Perſonen ruſſiſcher Herkunft zur
gewerb=
lichen Niederlaſſung angenommen. Der Landtag hat
fer=
ner einer Geſetzesvorlage zugeſtimmt, nach welcher den
Ruſſen Rechte hinſichtlich der Kommunalverwaltung zu
ge=
währen ſind.
— Potsdam, 5. April. Zu dem Verbrechen
dem die hier wohnende Privatiere Gertrud v. Schönfeld
zum Opfer fiel, wird jetzt gemeldet, daß als Täter ein
Mann in Frage kommen dürfte, der ſich dem
Antiquitäten=
händler Händel als Uhrmacher Guhle vorſtellte und die
im Beſitz der Verſtorbenen geweſenen Miniaturen verkaufte.
München, 6. April. Im Walchenſee ertränkte
ich geſtern ein Poſtſekretär aus München mit ſeinen
beiden Kindern im Alter von 5 und 8 Jahren. Nach
hinterlaſſenen Briefen hat ein Nervenleiden ihn in den
Tod getrieben.
— Zoſſen, 5. April. Ein großer Waldbrand
brach auf dem Truppenübungsplatze Zehrensdor
aus. Bisher konnten Militär und Feuerwehren den
Brand nicht bewältigen. Das Feuer ſoll durch
Unacht=
ſamkeit von Waldarbeitern entſtanden ſein, die ihr
Mit=
tageſſen dort abkochten.
— Hamburg, 6. April. Heute früh fand bei den
Kokswerken am Indiakai eine Keſſelexploſion
ſtatt, bei der zwei Mann ſchwer verletzt wurden; einer
iſt bereits geſtorben, der andere dürfte kaum mit dem
Leben davonkommen.
Schiffsunglück.
Aſtoria, (Oregon), 7. April. Der deutſche
Vier=
maſter „Mimi” aus Hamburg kenterte, als er von
einem Riff abgeſchleppt wurde. Die Beſatzung von
30 Mann einſchließlich des Kapitäns Weſtphal iſt
ertrunken.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Für unſere Kleinen,
Jede Mutter findet in „Califig” dem
bekannten originalen kaliforniſchen Feigen=
Men
Syrup, einen wahren Freund für ihre
Kinder. „Califig” bewährt ſich bei
Ver=
ſtopfung, ſchlechter Verdauung und deren
10
N
Folgen, indem es den Stuhlgang milde
(c,
anregt und dem Eintritt chroniſcher
Ver=
ſtopfung vorbeugt. Sein lieblicher
Ge=
e
ſchmack behagt den Kindern ſo, daß ſie
won
„Caliſig” immer gerne nehmen.
Hr
1,50 die
In allen Apotheken zu hal
hen
Mk. 230. Beſt.;
aſche. Ext
große Flaſe
Senn. Iqu. 20, Ellx.
Syr. Aci Californ. 75, E
Caryoph. comp. 5.
Auch der harknäckigſte Huſten
hält den erprobten Wyberk=Tabletten nichk ſtand, ſo ſteht in —
einem der zahlreichen Zeugniſſe über dieſes ausgezeichnete Mitkel zu leſen.
5
Wer irgend zu Erkälkung neigk, viel zu ſprechen hak, ſeinen Hals ſchonen
muß, läßk ſie nie ausgehen und nimmt ſie regelmäßig, wobei er immer
von neuem ihre erfriſchende und wohlkuende Wirkung verſpürt. Die
Schachtel koſtek in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark.
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Eine große Fabrik=Anlage
an der Gemarkungsgrenze Darmſtadt, neben der W. Gg.
Ottoſchen Gießerei, geht gegenwärtig der Vollendung
ent=
gegen. Nachdem die Elektrotechniſchen Werke, G. m. b. H.
zu Darmſtadt, wiewohl beſtens blühend, aus privaten
Gründen ſich auflöſte, ſetzte eine neue Geſellſchaft unter
dem Namen Deka, Darmſtädter Exhauſtoren=,
Klein=Motoren= und Apparate=Fabrik,
G. m. b. H., nach Uebernahme eines größeren Teiles der
Maſchinen, Einrichtungen uſw., der alten Beamten und
Arbeiter, die Fabrikation erneut fort. Die neu gebildete
Geſellſchaft erſtand an der Gemarkungsgrenze Darmſtadt
neue eigene Grundſtücke von 18500 Quadratmeter Fläche.
Die Fabrikanlage wurde nach den Einteilungen und Ent=
würfen des Direktors der Geſellſchaft errichtet und nach
den darauf gegründeten Bauzeichnungen der Firma
Valen=
tin Hofmann in Griesheim, von dieſer ausgeführt. Die
Anlage beſteht im gegenwärtigen erſten Ausbau aus einem
zweiſtöckigen Verwaltungsgebäude von 18 Meter Länge,
einem anſtoßenden Fabrikbau von 90 Meter Länge, einem
Materialbau mit Wagenremiſen von 55 Meter Länge
und ferner aus einem beſonderen Garderobebau von 22
Meter für die Arbeiter, welcher in praktiſcher Weiſe an
das Fabrikgebäude angeſchloſſen iſt, und einem
Pförtner=
hausgebäude. Mit den einzelnen Arbeiten der Neubauten
wurden ausſchließlich Darmſtädter und Griesheimer
Fir=
men betraut. Die Eröffnung der neuen Fabrikanlage iſt
für den Monat Mai bezw. Juni 1913 feſtgeſetzt.
Preisherabſetzung für Metalldrahtlampen.
Man ſchreibt uns aus Berlin: Die Siemens & Halske
Aktiengeſellſchaft hat die Liſtenpreiſe ihrer Wotan= und
Tantal=Metalldrahtlampen um ca. 25% heruntergeſetzt.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter: Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1
Nordamerika: „Hoerde” von Neworleans kommend,
1. April 5 Uhr nachm. in Hamburg. „Preſident
Lin=
coln”, von New=York kommend, 2. April 1 Uhr 20 Min.
morgens auf der Elbe. „Wasgenwald” 29. März 5 Uhr
nachm. von Philadelphia nach Hamburg. — Südamerika,
Weſtküſte Amerikas: „Bermuda”, von dem La Plata
kommend, 1. April morgens in Liſſabon. „Etruria” von
dem La Plata kommend, 1. April 8 Uhr abends in
Hamburg. „König Friedrich Auguſt” nach dem La
Plata”, 1. April 2 Uhr nachm. von Liſſabon. —
Oſt=
aſien: „Braſilia” 1. April 5 Uhr 20 Min. nachm. von
Cuxhaven nach Algier. „Goldenfels”, von Oſtaſien
kom=
mend, 2. April 8 Uhr morgens in Hamburg. „Pathan”
1. April 7 Uhr 30 Min. morgens von Liverpool nach
Wladiwoſtock. — Verſchiedene Fahrten: „C. Ferd. Laeisz‟,
von Indien kommend, 1. April von Malta nach
Ham=
bur. „Ekbatana” von Perſien kommend, 1. April 9 Uhr
30 Min. abends in Hamburg. „Kurmark” 1. April von
Suez nach Colombo.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
George Waſhington” 31. März 6 Uhr vorm. in
Bremer=
haven”. „Neckar” 31. März 3 Uhr nachm. in
Balti=
more angekommen. „Prinz Friedrich Wilhelm” 31. März
4 Uhr nachm. in New=York angekommen. „Main”
31. März 12 Uhr 30 Min. Lizard paſſiert. „Derfflinger
31. März 4 Uhr nachm. in Neapel angekommen. „York”
31. März 1 Uhr nachm. in Hongkong angekommen.
„Prinzeß Alice‟ 31. März 10 Uhr vorm. in Yokohama
angekommen. „Roon”31. März 6 Uhr vorm. in Adelaide
angekommen. „Zieten” 31. März 11 Uhr abends von
Suez nach Auſtralien abgegangen. „Weſtfalen” 31. März
10 Uhr abends in Bremen angekommen. „Franken”
31. März 7 Uhr nachm. Gibraltar paſſiert. „Schwaben
31. März 1 Uhr nachm. von Port Said nach Bremen
abgegangen. „Göttingen” 31. März 12 Uhr mittags in
Sydney angekommen. „Alrich” 30. März 6 Uhr vorm.
von Genua nach Auſtralien abgegangen. „Sierra
Ne=
vada” 30. März in Antwerpen angekommen. „Alſter
30. März in Galveſton angekommen. „Wittekind”
1. April von Hamburg nach Bremen abgegangen.
„Würzburg” 30. März von Oporto nach Bremen
ab=
gegangen. „Prinz Heinrich” 31. März 6 Uhr vorm. in
Marſeille angekommen. „Prinzregent Luitpold” 31. März
12 Uhr mittags in Alexandrien angekommen. „Schleswig‟
31. März 3 Uhr nachm. von Korfu nach Venedig
ab=
gegangen. „Manila” 31. März von Amboine nach
Singapore abgegangen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 27. März nachm. in Rotterdam eingetroffen.
„Nieuw Amſterdam” 1. April vorm. von New=York
ab=
gegangen. „Noordam” 1. April vorm. in New=York
ein=
getroffen. „Ryndam” 30. März 3,10 Uhr nachm. Scilly
paſſiert. „Potsdam” 25. März vorm. von New=York
abgegangen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme und die zahlreiche Beteiligung bei der
Beerdigung unſeres lieben Vaters, Schwieger=
(*9359
vaters und Großvaters, des
Herrn
Friedrich Korell
ſagen wir Allen, insbeſondere dem Herrn
Pfarr=
aſſiſtenten Lic. Adolph für die troſtreichen Worte
am Grabe und ferner für die vielen
Blumenſpen=
den unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Korell.
Darmſtadt, den 5. April 1913.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater. Anfang 7 Uhr, Ende gegen
10½ Uhr (Ab. D): „Die Wildente‟
Konzert des Mozart=Vereins um 8 Uhr im Saalbau.
Miſſionstee des Hilfsvereins der Baſeler
Frauen=
miſſion um 4 Uhr im „Feierabend” (Stiftſtraße).
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone”.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 8. April.
Dünger=Verſteigerung um 8½ Uhr in der
Artillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25), — um 9½ Uhr in der
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeze;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
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der drei Konferenzen St. Ludwig, St. Eliſabeth und St. Martin
vom 1. Oktober 1911 bis 1. Januar 1913.
Einnahmen.
Kaſſenbeſtand am 1. Oktober 1911
Durch die Büchſe in den Sitzungen
Durch die Kollekte der außerordentl. Mitglieder
Gaben von beſonderen Wohltätern . . .
Ertrag einer Extraſammlung.
Ertrag der Weihnachtslotterie v. 1911 u. 1912
Durch Kirchenkollekten
Außerordentliche Gabe d. Fräulein Frank.
Beſondere Weihnachtsgaben 1911 und 1912
Gaben für Erſtkommunikanten . . . . . .
Für Erziehungszwecke
.,,,,,
Gaben für weißes Brot . . . . . . . .
, ,
Zinſen von Legaten .
Zuſammen
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52.45
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St. Eliſabethſ
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1692.13
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milien und Einzelperſonen.
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Für Kohlen und Briketts . . . . . . . .
Für Lebensmittel
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b) Kartoffeln . .
.,,,,
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d) Reis, Hülſenfrüchte und Mehlwaren. .
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Nummer 80.
Sankfur Handelund mnaustrie
Bilanz per 31. Dezember 1912
ℳ
Aktiva
ℳ 2.
21989976/13
Kasse, fremde Geldsorten und Kupons
Guthaben bei Noten- und Abrechnungs-
24652252154
(Clearing-) Banken
Wechsel u. unverzinsl. Schatzanweisungen
a) Wechsel (mit Ausschluss von b, C,
u. unverzinsliche Schatzanweisungen
des Reichs und der Bundesstaaten . 112003850718g
770866/185
b) eigene Akzepte
, „
,
c) eigene Ziehungen
11647118
d) Solawechsel der Kunden an die Order
20530/52/120946376144
der Bank .
5683484952
Nostroguthaben bei Banken u. Bankfirmen
Reports u. Lombards gegen börsengängige
124729505l82
Wertpapiere .
(Vorschüsse auf Waren und Warenver-
8981972110
schiffungen
davon am Bilanztage gedeckt:
a) durch Waren, Fracht-
ℳ 2416741.59
und Lagerscheine .
b) durch and. Sicherheiten „ 2991000.60
Eigene Wertpapiere
a) Anleihen und verzinsliche
Schatz-
anweisungen des Reichs und der
17017028130
Bundesstaaten .
b) sonstige bei der Reichsbank und
anderen Zentralnotenbanken
beleih-
bare Wertpapiere
5235 223/15
c) sonstige börsengängige Wertpapiere 1797872812.
7015 661178l 47246641146
d) sonstige Wertpapiere . . . . .
45 440304187
Konsortialbeteiligungen
Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken
19064209195
und Bankfirmen
Debitoren in laufender Rechnung
1337854890196
)gedeckte . .
„, ,, „
b) ungedeckte . . . . . . . . . . 71163512/731409018403/69
c) Aval- u.
Bürgschafts-
debitoren . . . . . ℳ 37577594.66
15 461904/98
Bankgebäude
163385/63
Sonstige Immobilien . . . . . . . . .
(894529783/13
₰
ℳ
ℳ
Passiva
3
160000000
Aktien-Kapital . . . .
32000000
Reserven . . . . . . . . . . . . „
Kreditoren:
17402160
a) Nostroverpflichtungen
b) seitens der Kundschaft bei Dritten
2623 418198
benutzte Kredite
c) Guthaben Deutscher Banken und
32194596178
Bankfirmen .
d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung
53718 188/51)
1. innerhalb 7 Tagen fällig
2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten
. . 1 6872251256
fällig .
3. nach drei Monaten fällig . . . 3949930939
e) sonstige Kreditoren
171808 132195
1. innerhalb 7 Tagen fällig
2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten
154557574193
fällig
3. nach 3 Monaten fällig . . . . 24293749180/54759150550
Akzepte und Schecks
13847848518z
a) Akzepte
1999891/381140478377120
b) noch nicht eingelöste Schecks . .
c) Aval- u.
Bürgschafts-
verpflichtungen . . . ℳ37577594.66
168 907.63
Eigene Ziehungen
davon für Rechnung Dritter „ 1052436.45
Weiterbegeb. Solawechsel
der Kunden an die Order
der Bank
,
Sonstige Passiva:
22432198
Unerhobene Dividende . . . . . .
1600000
Talonsteuer-Reserve .
Verrechnungskonto der Zentrale mit
den Filialen und Niederlassungen . 1682167/42l 330460040
1115530009
(Gewinn- und Verlust-Konto . . . .
804 525 785ſ1s
Gewinn- und Verlust-Konto pro 1912
Soll
4 ſo. 4. (6
Geschäfts-Unkosten:
Handlungsunkosten (einschliesslich der
Tantiémen an den Vorstand u. die
Ober-
beamten im Betrage von ℳ1566 623.27,
9507668(32
verteilt auf 183 Köpfe) . . . . .
118279787
Steuern .
Gratifikationen an die Beamten (
Weih-
nachten, Abschluss, Invaliden-u.
Kranken-
versicherung, Teuerungszulage),
Ehren-
gaben an Beamte, Zuwendung an die
Pensionskasse u. für wohltätige Zwecke 1 1952080167l 12642546186
Abschreibung auf Immobilien und Mobilien
568270/95
Talonsteuer-Reserve . . . . . .
,
620000
Gewinn-Saldo . . . . . . . . . . .
11155300103
Verwendung des Gewinnes:
1. Dividende pro 1912v. 6½% ℳ 10400000.−
280000.-
2. Tantiémen d. Aufsichtsrats „
3. Gewinn-Vortrag. . . . „ 475300.03
249801170t
3
4 ſ6 4
Haben
Provisionen .
.„, „ ,
951847173
Zinsen:
)Zinsen- und Wechsel-Konto
10020063/94
b) aus dauernden Beteiligungen bei
an-
deren Banken und Banküirmen .
1150383/36
69655572) 11867003102
c) aus Valuten . . .
, „
Gewinne aus Effekten
158689194
Gewinne aus Finanzoperationen . .
1526593/85
20246/20
Diverse Eingänge .
Gewinn-Vortrag von 1911 . . . . . . .
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Wir bringen hiermit zur Kenntnis, dass der Gewinnanteil für das
Ge-
schäftsjahr 1912
für die Aktien à Mk. 1000 auf Mk. 65.−
à 1. 250 „ „ 27.85 1 pro Aktie
„, „,
„,
estgesetzt wurde. Die Auszahlung erfolgt gegen Einreichung der
Gewinn-
anteilscheine No. 12 bzw. No. 8 sofort:
bei den Kassen unserer Niederlassungen in Berlin (
Schinkel-
platz 1—4), Darmstadt, Bamberg, Beuthen O.-S., Breslau,
Cott-
bus, Düsseldorf, Forst i. L., Frankfurt a. M., Frankfurt a. O.,
Freiburg i. B., Fürth (Bayern), Glessen, Glatz, Gleiwitz, Görlitz,
Greifswald, Guben, Habelschwerdt, Halle a. S., Hamburg,
Hannover, Jauer, Kattowitz, Kreuzburg, Landau (Pfalz), Lauban,
Lelpzig, Leobschütz, Ludwigshafen a. Rh., Mannheim,
Mün-
chen, Myslowitz, Neustadt (Haardt), Neustadt (O.-S.), Nürnberg,
Offenbach a. M., Oppeln, Prenzlau, Quedlinburg, Ratibor,
Rybnik, Sorau (N.-L.), Spremberg, Stargard i. P., Stettin,
Strass-
burg i. E., Wiesbaden, Zabrze und Ziegenhals
sowie in Augsburg bei den Herren Gebr. Klopfer,
Braunschweig bei der Braunschweigischen Bank und
Kreditanstalt Aktien-Gesellschaft,
„ Bremen bei der Deutschen Nationalbank Kommandlt-
Gesellschaft auf Aktien,
Cöln bei den Herren Sal. Oppenheim jr. & Co.
und bei dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein,
„ Dortmund bei der Deutschen Nationalbank Kommandit-
Gesellschaft auf Aktien,
„ Dresden bei den Herren Albert Kuntze & Co.,
„ Essen a. d. Ruhr bei Herrn Simon Hirschland.
„ Glogau bei Herren H. M. Fliesbach’s Wwe.,
„ Grünberg 1. Schl. bei Herrn H. M. Fllesbach’s Wwe.,
Hamburg bei den Herren Joh. Berenberg, Gossler & Co-,
Hannover bei den Herren Ephraim Meyer & Sohn,
Hellbronn bei den Herren Rümelin & Co.,
„ Karisruhe bei Herrn Veit L. Homburger,
„ Königsberg i. Pr. bei der Ostbank für Handel u. Gewerbe,
Mainz bei den Herren Schmitz, Heidelberger & Co.,
„ München bei den Herren Merck, Finck & Co.
und bei der Baverischen Handelsbank,
Nürnberg bei der Vereinsbank,
„ Osnabrück bei der Deutschen Natlonalbank Kommandit
Gesellschaft auf Aktien,
„ Pforzheim bei den Herren Fuld & Co.,
„ Posen bei der Ostbank für Handel und Gewerbe.
„ Rostock bei der Vereinsbank in Wismar, Filiale Rostock,
„ Stuttgart bei der Württembergischen Bankanstalt vorm.
Pflaum & Co.,
bei der Württembergischen Verelnsbank
und bei der Königl. Württembergischen Hofbank,
G. m. b. H.,
Wismar bei der Verelnsbank in Wismar,
„ Amsterdam, für die Niederlande, bei der Amsterdamschen
Bank,
Wien bei der K. K. priv. Bank und Wechselstuben-Aktien-
Gesellschaft „Mercur‟.
Nach dem 30. April 1913 werden die Gewinnanteilscheine nur bei
den Niederlassungen unserer Bank ausbezahlt.
Die neuen Dividendenscheinbogen zu unseren Aktien werden im
Dezember ds. Js. zur Ausgabe gelangen.
Berlin und Darmstadt, den 4. April 1913.
Bank für Handel und Industrie.
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w. ſich m. Landwirtstocht. od.
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mädchen im Alt. von 26—39 J. bald
zu verheiraten. Landwirtswitwe
mit 1 Kind nicht ausgeſchl.
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mögen nicht erforderlich. Off. unt.
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Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=.
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag
vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(8267
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, die nachſtehende
Polizeiverord=
nung für die Stadt Darmſtadt, betreffend die
Ver=
hütung von Geſundheitsgefahren bei dem Betriebe
von Backereien, vom 12. April 1897 und 21. März 1899,
erneut bekannt zu machen. Dabei weiſen wir beſonders auf die
§§ 4 und 6 dieſer Verordnung hin. Die Schutzmannſchaft iſt
ange=
wieſen, auf die genaue Befolgung der genannten Verordnung zu achten.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung
für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt,
betreffend die Verhütung von Geſundheitsgefahren bei dem Betriebe
von Bäckereien.
Vom 12. April 1897 und 21. März 1899.
§ 1. Die in Bäckereien den Arbeitern (Geſellen, Gehilfen und
Lehrlingen) zugewieſenen Schlafräume müſſen entweder
ordnungs=
mäßig unterkellert oder gegen die Bodenfeuchtigkeit anderweit
aus=
reichend geſchützt ſein, ſowie mit trockenem (feſtgedielten, zementierten
oder aſphaltierten) Fußboden verſehen ſein. Für jeden Arbeiter muß
ein Luftraum von mindeſtens 10 Kubikmeter in jedem Schlafraum
vorhanden ſein. Die Schlafräume müſſen mit Fenſtern verſehen ſein,
welche die direkte Luftzuführung von außen ermöglichen. Auf den
Kopf der zuläſſigen höchſten Zahl von Bewohnern ſoll mindeſtens
¼ QLuadratmeter Fenſteröffnung vorhanden ſein.
§ 2. Für jeden Arbeiter muß in dem Schlafraum eine
be=
ſondere Lagerſtätte und entweder in dem Schlafraum oder in einem
neben demſelben gelegenen Raume eine beſondere Waſchvorrichtung
vorhanden ſein. Schlafräume, Lagerſtätten und Waſchvorrichtungen
ſind ſtets in einem, den ordnungsmäßigen Gebrauch ermöglichenden
ſauberen Zuſtande zu erhalten.
§ 3. (Aufgehoben.)
§ 4. Mehl und Backwaren ſind in geeigneten
Be=
hältern aufzubewahren und zu transportieren, ſowie gegen
Verunreinigung ausreichend zu ſchützen.
Insbeſon=
dere müſſen die zum Transport der Backwaren
dienenden Körbe, Mahnen uſw. ſtets in reinlichſtem
Zu=
ſtande erhalten werden und dürfen nicht zur
Auf=
bewahrung anderer Gegenſtändeverwendet werden.
Ebenſo muß ſich das die Backwaren herumtragende
Per=
ſonal beſonderer Reinlichkeit auch in der Kleidung
befleißigen und bei dem Transport jede
Verun=
reinigung der Backwaren durch Ueberdecken der Körbe
mit reinen Decken von heller Farbe vermeiden.
§ 5. In jeder Backſtube muß eine an die ſtädtiſche Waſſerleitung
unmittelbar angeſchloſſene Waſcheinrichtung vorhanden ſein, welche
das Abſpülen der Hände und Arme ermöglicht.
Sind die räumlichen Verhältniſſe der Backſtube derartig, daß für
die Anbringung der Waſchvorrichtung kein geeigneter Platz vorhanden
iſt oder daß die in der Backſtube aufgeſtellten oder gebrauchten
Back=
materialien oder Geräte bei Benützung einer daſelbſt angebrachten
Waſchvorrichtung der Gefahr einer Verunreinigung ausgeſetzt würden,
ſo iſt die Waſchvorrichtung in dem Backhauſe, inſofern dieſes
unmittel=
bar an die Backſtube anſtößt, oder, wenn dies untunlich iſt, in einem
unmittelbar an die Backſtube anſtoßenden, jederzeit leicht zugänglichen
Raum anzubringen.
§ 6. Der Arbeitgeber darf keinen Arbeiter beſchäftigen,
welcher an einer anſteckenden und ekelerregenden Kränkheit leidet.
Tritt eine ſolche Krankheit bei einem im Dienſt befindlichen Arbeiter
ein, ſo iſt von dem Erkrankten die Arbeit im Bäckereigewerbe bis zur
vollſtändigen Heilung einzuſtellen. In dieſem Falle ſind die
Lager=
ſtätten und die ſonſt vom Arbeiter benutzten Gegenſtände gehörig zu
reinigen und, ſoweit nötig, in der ſtädtiſchen Desinfektionsanſtalt zu
desinfizieren.
§ 7. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden
Beſtimm=
ungen werden — falls nicht andere geſetzliche Beſtimmungen,
ins=
beſondere diejenigen des Geſetzes vom 1. Juli 1893, betreffend die
polizeiliche Beaufſichtigung der Mietwohnungen und Schlafſtellen,
verletzt ſind — mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
Sofern infolge obiger Vorſchriften eine bauliche Veränderung
vorgenommen, oder eine beſondere Einrichtung getroffen werden muß,
tritt eine Strafbarkeit erſt ein, wenn eine von der Polizeibehörde
hierfür geſetzte angemeſſene Friſt fruchtlos verſtrichen iſt.
(8265oi
Warnung vor unlauteren Darlehensvermittlern.
Wir haben ſchon wiederholt vor dem unlauteren
Geſchäfts=
gebahren gewiſſer Darlehensvermittler gewarnt, die in Zeitungen
ſich zur Vermittelung oder Beſchaffung von Darlehen unter
an=
ſcheinend günſtigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach
weniger um die Beſchaffung der Darlehen zu tun iſt, als um die
Er=
zielung von Gewinn; entweder machen ſie die Behandlung der
Dar=
lehensgeſuche von der Vorauszahlung eines die wirklichen Auslagen
überſteigenden Koſtenvorſchuſſes für Einholung einer Auskunft
über die Kreditwürdigkeit des Nachſuchenden uſw. abhängig oder ſie
überſenden auf Grund von zur Irreführung geeigneter
Zeitungs=
annoncen und Proſpekten den Darlehenſuchenden eine ſogenannte
Geldoffertenliſte, d. i. ein umfangreiches Verzeichnis von
Darlehens=
vermittlern und Darlehensgebern, gegen Bezahlung einer Gebühr,
die meiſt durch Nachnahme erhoben wird. Wie berechtigt dieſe
War=
nung iſt, beweiſt die Tatſache, daß fortwährend Verurteilungen
der=
artiger Perſonen wegen Betrug zu empfindlichen Strafen bekannt
werden.
Da auch hieſige Einwohner durch das unlantere
Geſchäfts=
gebahren derartiger Perſonen zu Schaden gekommen ſind, können
wir unſere Mahnung zur Vorſicht gegenüber unbekannten
Darlehens=
vermittlern nur wiederholen.
Darmſtadt, den 3. April 1913.
(8266
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
In den letzten Tagen ſind auf dem Gelände Böllenfalltor=
Altes Schießhaus mehrfach Hunde von Spaziergängern ganz plötzlich
und unter Erſcheinungen verendet, die den Verdacht rechtfertigen,
daß in iener Gegend Giftbrocken liegen.
Wir warnen daher davor, Hunde in jener Gegend frei laufen
zu laſſen, und bitten jedermann, der ſachdienliche Angaben über dieſe
Erſcheinungen machen kann, um baldgefl. ſchriftliche oder mündliche
Mitteilung ſeiner Beobachtungen an uns.
Darmſtadt, den 5. April 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
(8303oim
Gennes.
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Bekanntmachung,
betreffend: Frühjahrsmeſſe 1913.
Auf Grund von § 366,10 R. St. G. B., Art. 264 Pol. St. G. B.
und Artikel 129b, Abſ. 2, der Städteordnung wird wegen der
Früh=
jahrsmeſſe für die Zeit vom 10. bis 24. April ds. Is
einſchließ=
lich angeordnet:
1. Der zwiſchen Mühl= und Stiftſtraße liegende Teil der
Linden=
hofſtraße iſt für Fuhrwerke geſperrt.
2. Auf den das Meſſe=Gelände umgebenden Straßenteilen darf
nur im Schritt gefahren oder geritten werden.
3. Durch die Reihen der Schau= und Verkaufsbuden darf weder
gefahren noch geritten noch geradelt werden.
Darmſtadt, 4. April 1913.
(8302oim
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 10. April I. Js., von
vormittags 9½ Uhr an,
ſollen in der Wirtſchaft des Johann Heinrich Laumann II. zu
Meſſel aus dem Meſſeler Gemeindewald Diſtrikt I
Gemeindswäld=
chen und Diſtrikt II Hügelteile aus verſchiedenen Abteilungen
ver=
ſteigert werden:
A. Nutzholz.
23 Stück Eichen=Stämme I., III., IV., V. Kl. — 8,86 fm
Kiefern= „ III. Kl.
— 3,38 „
,
86 „ Fichten= „
,.. . 20,11 „
44 „ Lärchen=
. „
. — 8,61
„ Eiche=Derbſtange
,
— 0,12 „
Birken=Derbſtangen.
— 0,09 „
323 „ Fichten=
I., II. Kl. .
. — 13,51 „
3 „ Lärchen=
. — 0,28
97
Fichten=Reisſtangen
— 0,43 „
2 rm Eichen=Nutzknüppel 2,5 m lang.
B. Brennholz.
Scheiter, rm: 39=Eichen, 31 Kiefern.
Knüppel, rm: 99 Eichen, 4 Buchen, 21 Birken, 20 Erlen,
508 Kiefern.
Knüppel=Reiſig, rm: 89 Eichen, 6 Erlen, 30 Kiefern.
Reiſig, Wellen: 430 Buchen, 420 Birken, 1940 Kiefern.
Stöcke, rm: 74 Eichen, 54 Kiefern.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Engel zu Meſſel.
Meſſel, 4. April 1913.
*
Großherzogliche Burgermeiſterei Meſſel.
Hickler.
(8285
Holz-Verſteigerung.
Freitag, 11. April I. Js., morgens 9½ Uhr ab, wird bei
Wilhelm Gruber Wwe. zu Thomashütte verſteigert das Ergebnis
an Dürrholz und Windfällen, ſowie von Durchforſtungen und
Ab=
trieben (Tongruben) aus Forſtwartei Thomashütte, Röder Mark
und Dieburger Mark, und zwar: Stämme: 14 Kiefern (
Schnitt=
holz) — 8 fm, 6 Lärchen — 1,5 fm, 2 Fichten — 2,29 fm:
Derb=
ſtangen: 91 Fichten — 6,5 km; Scheiter, rm: 3 Buchen, 56 Eichen,
dabei Werkholz, 121 Kiefern, dabei 27 rm Rundſcheiter in
Ober=
wäldchen 1 (Stockſchlag), 2 Fichten; Knüppel, rm: 14 Buchen,
105 Eichen, 2 Erlen, 114 Kiefern, 25 Fichten; Knüppelreiſig, rm:
38 Buchen und Eichen, 22 Kiefern und Fichten; Stöcke, rm: 10 Kiefern,
2 Fichten. Sämtliches Holz iſt vorher einzuſehen. Auskunft
er=
teilen Forſtwart Engel und Forſtwartaſpirant Dillemuth, beide
zu Meſſel.
Meſſeler Forſthaus, 4. April 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
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Be=
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Angebote ſind bis
Dienstag, 15. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(8301oi
Darmſtadt, 5. April 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Spenglerarbeiten.
Die bei Erbauung eines
Kre=
matoriums beim neuen Friedhof
vorkommenden Spenglerarbeiten
aus Kupfer (ca. 250 qm
Abdeck=
ungen und dergleichen) ſollen
ver=
geben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr.30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Freitag, 18. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(8196so
Darmſtadt, 4. April 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Oütrol= Zlckwergiltung.
Anſprüche auf Oktroi=
Rückver=
gütung aus dem Verwaltungsjahr
1912 (1. April 1912 bis 31. März
1913) müſſen unter Vorlage der
be=
züglichen Ausfuhrbeſcheinigungen
(zuſammengeſtellt) und der
Quit=
tungen über die bezahlte
Oktroi=
abgabe längſtens bis zum 1. Mai
ds. Js. geltend gemacht werden.
Darmſtadt, 2. April 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt. (8230so
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die am 29. v. Mts. abgehaltene
Verſteigerung wird bezüglich des
Buchen=, Lärchen= und Fichten=
Stammholzes, ſowie der Derb=
und Reisſtangen genehmigt.
Nicht genehmigt iſt das Eichen=
Stammholz I., II., III. Klaſſe, mit
Ausnahme einiger Nummern,
fer=
ner das Eichen=Stammholz IV.,
V. und VI. Klaſſe, ſowie das
Hain=
buchen=, Elsbeer= und Birken=
Stammholz.
Die Abfuhrſcheine können am
11. ds. Mts. in Empfang
genom=
men werden. Die Ueberweiſung iſt
(8257
Tags darauf.
Darmſtadt, 4. April 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Dünger=Verkauf.
Dienstag, 8. April, von
980 Uhr vormittags ab
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(8001so
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
Belehrungen
über das eheliche Güterrecht
und das Erbrecht der Ehegatten
nach dem Bürgerlichen Geſetzbuch
für das Gebiet der hieſigen Stadt
werden koſtenfrei bei den
hieſi=
gen Standesämtern — in
Darm=
ſtadt im Rathauſe am Markt, in
Beſſungen Wittmannſtraße Nr. 1
— während deren Dienſtſtunden ab=
(8251
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Montag, den 7. April 1913.
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II. Abend.
Neu einſtudiert:
Die Wildente.
Schauſpiel in 5 Aufzügen von
Henrik Ibſen. Aus dem
Nor=
wegiſchen übertragen von Ernſt
Brauſewetter.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Werle,
Werkbe=
ſitzer und
Groß=
händler .
Gregor Werle,ſ.
Sohn
Hjalmar Ekdal,
Sohn Photogr. Richard Jürgas
Gina Ekdal, Hial=
Hedwig, d. Tocht.,
14 Jahre alt . . Tilli Art’l
Fr. Sörby,
Haus=
hälterin b.
Groß=
händler Werle . Herta Alſen
Molvig, ehemal.
Paul Peterſen
Theolog
Kammerherr Flor Ludw. Wagner
KammerherrBalle Adolf Jordan
Kammerherr Kas=
Herm. Knispel
perſen
Groberg, Buch=
Frz. Herrmann
halter
Petterſen,
Bedien=
ter d. Großhändl. Auguſt Kräger
Jenſen, Lohndien. Emil Kroczak
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Der erſte Aufzug ſpielt beim
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14.—20. Reihe 3.10 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., Erſte Galerie 1.05 M.,
Zweite Galerie 0.55 M.
Anf. 7 Uhr. Ende gegen 10½ Uhr.
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Sevilla.” Kleine Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 9. April. Keine
Vor=
ſtellung.
Donnerstag, 10. April. Außer
Abonnem. Frühlings=
Feſt=
ſpiele. II. Abend. Neu einſtud.
und neu inſzeniert: Der Ring
des Nibelungen. Vorabend:
„Das Rheingold‟. Erhöhte
Preiſe. Anfang 7 Uhr. (Vergl.
beſondere Anzeige.)
Freitag, 11. April. Außer Ab
26. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Die fünf Frank=
Anfang 7½ Uhr.
urter
Vorverkauf bis einſchl.
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Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten).
21)
Tobias Bruns ſtand ſekundenlang wie erſtarrt.
Dann ſchien es, als wolle er auf Signe zuſtürzen, um ſie
mit Gewalt zum Gehorſam zu zwingen. Aber ſchon nach
wenigen Augenblicken veränderten ſich ſein
Geſichtsaus=
druck und ſeine Gebärden. Etwas Müdes, Schlaffes trat
in ſeine Züge, ſein Körper ſchien in ſich zuſammenzufallen,
kleiner zu werden. Und eiſig ſagte er: So folge Deinem
ſtärkeren Geſetz. Jetzt und immer.
Das Wort war wie ein trennender Schnitt. Signe
fühlte, wie es ihr gleich einem ſcharfen Stich durch die
Seele fuhr. . . Und ſie ſtand noch ſekundenlang zögernd..
Frau Barbara litt unſäglich. Sollte es auf dieſe
Weiſe zu einem Ende kommen? Oh, das durfte, das
konnte nicht ſein! Es mußte ſich ein Band finden, das
das hart vor dem völligen Zerſpringen ſtehende alte,
fried=
ſame Glück neu umſchlang und vor dem Vernichtetwerden
bewahrte. Aber ihr grübelndes Suchen taſtete ſich nicht
zurecht. Und als niemand mehr ſprach, es bedrückend ſtill
im Zimmer war, nur Johannes Sörenſen ſchnaufendes
Atmen ſtörend erklang, ſetzte Signe ihren Weg zur Tür
fort öffnete ſie und trat auf den Flur.
So, das ſcheidet uns! erklärte Tobias Bruns ſofort,
ſich wie vernichtet auf ſeinen Stuhl ſetzend.
Wir wollen doch nicht hart ſein, Tobias, flehte Frau
Lardarn, mit Ganat einen ſöh auſteigenden,
wirgen=
den Weinen wehrend.
Ho ha, nein, nicht hart ſein, krähte Sörenſen nach,
während er ſich zurechtrückte, als erwarte er nur eine
lange Auseinanderſetzung zwiſchen den Gatten, in der er
als erwünſchter Rechtsbeirat und als höchſte Inſtanz
Hattingshauſens den entſcheidenden Spruch zu tun
beab=
ſichtigte.
Sein Gelüſt wurde ihm jedoch ſchnell zerſtört. Gleich
nach ſeinem Sprechen, das Herr und Frau Bruns erſt
wieder auf ſeine Anweſenheit aufmerkſam zu machen
ſchien, denn ſie ſahen faſt erſchrocken zu ihrem Beſucher
hinüber, verſicherte Tobias Bruns: Das ſind rein
perſön=
liche Angelegenheiten, Herr Bürgermeiſter, in die wir
keine fremde Einmiſchung wünſchen. Und zu ſeiner Frau
gewandt, fuhr er fort: Wir ſprechen nachher darüber,
Barbara.
Herr Johannes war empört. Er erhob ſich brüsk und
empfahl ſich nach einigen Redensarten mit merklicher
Schnelligkeit. Da hatte man ſich dieſes Bruns wegen
Scherereien gemacht, ſogar die Mühe einer perſönlichen
Benachrichtigung nicht geſcheut und wurde jetzt wie eine
überflüſſig gewordene Puppe von der Bildfläche
abge=
ſchoben. Eins war ſicher: der raſende Inhaftierte flog
noch heute wieder auf die Straße. Was ſollte man denn
auch noch mit dem! Es verurſachte der Stadt nur Koſten.
Mochte ihn füttern, wer wollte.
Bevor der ergrimmte Stadtgewaltige aber ſeine Ab=
ſicht zur Ausführung bringen ließ, begab er ſich in Haſt zu
Frau Malwine, die ſchon darauf brannte, von dem
neueſten Stande der Dinge zu erfahren.
Signe hatte inzwiſchen das Rathaus erreicht. Auf
dem kurzen Wege dahin hatten ſich noch einmal all ihre
Gedanken im wilden, wieren Wirbel um das eine
Ueber=
legen gedreht: Tue ich das Rechte? Ach, ein Ueberlegen
war’s wohl kaum. Eher ein maßlos erſchütterndes
Schreien ihrer zerriſſenen Seele, ein unendlich bitteres
Weinen ihres Herzens. Es kam kein klares Ja. Ihr Sein
hing an dem Hauſe, das ſie eben verlaſſen, war verknüpft
und verwurzelt mit ihm ſeit bald achtzehn Jahren. Und
das neue war erſt Stunden alt, war ihr kaum wohl zum
Bewußtſein gekommen mit ſeiner ganzen Gewalt und
Tragweite. Sie glaubte auf einer anderen Welt zu ſein,
deuchte ſich nicht mehr ſich ſelbſt, fühlte ſich wie verwandelt
und verkehrt.
Verängſtigt, zitternd ſtand ſie nun auf dem weiten,
flieſenbelegten Flur des Rathauſes. Sie mußte ſich im
Gefühl einer plötzlichen Schwäche gegen die Wand lehnen.
Ein junger Menſch, der einen Stoß Akten trug, ging an
ihr vorüber und muſterte ſie neugierig. Sie zwang ſich
zu einer Frage an ihn, wo ſie Rackelmann fände.
Da kam er ſchon. Sein Einherſchreiten war gewichtig,
faſt königlich, und ſeine Stimme klang ähnlich, wie ſein
Gang berührte. Er glaubte ſich ſchier Sörenſen in Perſon.
Schön, Fräulein Bruns, daß Sie da ſind. Na, da
kommen Sie man ſchon, daß wir erſt Ruhe ins Land krie=
Seite 14.
latt, Montag, den 7. April 1913.
Da
Nummer 80.
Darmstädter Exhaustoren-, Kleinmotoren- und Apparatenfabrik
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e er e e e ete
Kerl geſchlacht’t werden ſollte, ſo wahnſinnig hat ’r
ge=
ſchrien und lamentiert. Dieſer vermaledeite Halunke!. .
(Was will er denn man bloß von Ihnen?
Signe antwortete nicht. Es war ihr unmöglich, einen
Laut über ihre Lippen zu bringen. Die Angſt vor dem
zu Erwartenden ſchnürte ihr die Kehle zu.
Einen langen, halbdunklen Gang ging es hinab, auf
dem ſich ein ſtockiger Geruch unangenehm bemerkbar machte.
Rackelmann ſchritt vorauf, ſchwenkte ein großes
Schlüſſel=
bund mit ſo vieler Ueberhebung und Gewichtigkeit, daß
man denken konnte, er ſei der Beſchließer eines
Königs=
ſchloſſes, und erging ſich in einer endloſen Reihe von
Schmähworten, die alle dem „verkommenen Lumpen” und
„erbärmlichen Landſtraßentreiber” galten.
Signe vermochte das wüſte Gerede nicht mehr länger
zu ertragen. Schweigen Sie endlich! forderte ſie hart. Der
Mann, von dem Sie da fortwährend reden, iſt mein
Vater!
Rackelmann unterbrach ſeinen Redeſtrom ſofort und
fuhr ſcheu zu Signe herum. Er ſtarrte ſie an, als
ver=
mute er bei ihr einen Wahnſinnsanfall. Dann ging es
dunkel in ſeinem Erinnern auf: Richtig, richtig! Dieſe
Signe war ja überhaupt keine Bruns! Hatte man ihn
damals vor zehn Jahren . .. nein, vor mehr, viel mehr,
nicht auf eine Fährte geſetzt, um die nichtsnutzigen
Pup=
pneſpieler zurückzuholen? Gewiß . . . und die Familie
Bruns hatte ſich eines verlaſſenen Kindes angenommen.
Da ſtand es ja erwachſen vor ihm. Ganz langſam kam
dies Erinnern. Und während er ſich mühſam zurechtfand,
ſtand er mit weitgeöffnetem Munde, hob endlich beide
Hände wie in Abwehr und ſtieß heraus: Gott bewahr‟
mich! Solch einen Vater!
Das geht Sie gar nichts an, Rackelmann, wie mein
Vater iſt. Und wenn er noch tauſendmal ſchlechter wäre!
Sie ſagte es ſo ſcharf, daß der Zurechtgewieſene ſtumm
weiterſchritt.
Endlich das Ende des Ganges. Zur Linken eine
eiſen=
beſchlagene Tür, hinter der es rumorte und ſtöhnte.
Rackelmann ſchloß auf und gab den Eingang frei:
Bitt’ ſchön! ſagte er mit höhniſcher Betonung.
Signe zauderte noch einen Augenblick und trat dann
tapfer über die Schwelle, die Tür hinter ſich zuziehend.
Hart gegen den Pfoſten gepreßt bliebe ſie ſtehen. Sie
wagte ſich in das dumpfe, feuchte, nur notdürftig erhellte
Loch keinen Schritt hinein und mußte die Augen ſchließen.
Lange ſtand ſie ſo, wartend, voll wahnſinniger Angſt
wartend, was nun geſchehen würde.
Stephan Frank war bei ihrem Eintritt jäh
zuſammen=
gezuckt. Sein wirres, wüſtes Reden war verſtummt. Er
zitterte am ganzen Leibe. Endlich wankte er näher und
preßte mit heiſerer Stimme ein einziges Wort heraus:
Signe!
War das Scham, Reue, Liebe? Fiel ein warmer
Licht=
ſtrahl in die dunkle Seele?
Signe erſchauerte bis ins Mark und zwang ihre Augen
zum Sehen.
Ein wüſtes, von Leidenſchaften und Elend
durchwühl=
tes Geſicht bot ſich ihrem Blick. Glühende, tiefliegende
Augen, aus denen es wie beginnender Irrſinn glomm,
ſtarrten ſie an. Wie ein abgetriebenes, ausgemergeltes
Laſttier ſah der Mann vor ihr aus. Alles an ihm
ſchlot=
terte. Ueberall hingen ihm die Kleider in Fetzen vom
Leibe. Die Füße umſchloſſen kotbeſpritzte Schuhe mit
weit=
klaffenden Löchern, aus denen die nackten, wunden Zehen
ſahen. Wer dieſem Menſchen allein begegnete, mußte
ſich fürchten und würde ihm ſcheu aus dem Wege gehen.
Und dieſer Mann iſt Dein Vater, Signe:
Sie fühlte, wie ihr dieſes Bewußtſein zunächſt einen
Ekel, zum mindeſten eine grenzenloſe Abſcheu ins Blut
jagte, daß es empört aufwallte und ihr ein heißes Brennen
der Scham über die bleichen Wangen ſchüttete. Mit aller
Gewalt mußte ſie ſich zum Bleiben zwingen.
Stephan Frank ſah, was in ſeinem Kinde vorging.
Er taſtete ſich in die äußerſte Ecke der Zelle zurück und
kauerte ſich auf dem dort ſtehenden Schemel nieder.
So iſt’s beſſer! keuchte er heiſer. Ich glaube ſchon,
daß Du mich nicht in der Nähe magſt. Ich ſehe, Du
fürch=
teſt Dich vor mir. Aber habe keine Angſt. Es paſſiert
Dir nichts!
Was ſoll ich hier? ſtieß Signe dumpf hervor. Sprich
zu allererſt davon.
Sehen wollte ich Dich, Signe! ſchrie Stephan Frank.
Geſtern abend hat Dich der Satan am Arm gehabt, und
der Satan hat Dir Dein Geheimnis verraten. Dein Vater
war das nicht. Und während der langen Nacht hat ſich
mein ganzes Leben neben mich geſtellt und hat mir alle
meine Schande und Sünde ins Ohr geſchrieben.
Zualler=
erſt die Sünde, die ich an Dir, meinem Fleiſch und Blut,
beging. Ein furchtbares Bereuen quälte mich. Schließlich
kam die Sehnſucht nach einem Wiedergutmachen. Und ſo
bitte ich Dich nun: Vergib mir, was ich an Dir ſündigte!
Sein anfängliches lautes Sprechen, das faſt ein
Schreien geweſen, war zuletzt ganz in ſich
zuſammenge=
krochen. Und er ſelbſt ſaß geduckt da wie einer, der den
Schlag der ſchon erhobenen Hand fürchtet.
Signe kam noch nicht zum Verſtehen der in ihr
wogen=
den Gefühle Noch rangen Angſt und Abſchen mit etwas
andereri, dem ſie keinen Namen zu geben wußte. Und ſie
ſchwieg lange.
Signe ſtöhnte es endlich aus der dunklen Ecke her.
Warum redeſt Du nicht?
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 80.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 7. April 1913.
Seile 15.
Achtung: Es gibt ganz wertloſe
Nach=
ahmungen in täuſchend ähnlicher Verpackung!
Man verlange ausdrücklich Forman!
(I,6439
Luftfahrt.
sr. Der Aeroplanflug Rund um Berlin
wird in dieſem Jahre am 30. und 31. Auguſt zum zweiten
Mal gemeinſam vom Kaiſerlichen Automobil=Klub
Kaiſerlichen Aero=Klub und Berliner Verein für
Luft=
ſchiffahrt veranſtaltet werden. Das Protektorat hat Prinz
Heinrich von Preußen übernommen. Die Ausſchreibung
iſt bereits von der Flugſport=Kommiſſion des Deutſchen
Luftfahrer=Verbandes genehmigt worden. Startberechtigt
ſind deutſche Offiziere der Landarmee und der Marine
mit einem Flugzeug einſer deutſchen Heeresverwaltung
oder der Marine, ſowie Mitglieder eines der drei
veran=
ſtaltenden Vereine, welche anerkannte Flugzeugführer ſind.
— Das Internationale Motorboot= und
Waſſerflugzeug=Meeting von Monaco
brachte die Ausſtellung der Waſſerflugzeuge im Hafen von
Monaco. Von 26 gemeldeten Maſchinen waren 16 zur
Stelle, die in vier Reihen von je vier Flugzeugen im Hafen
waren. Nach der offiziellen Beſichtigung unternahmen
mehrere Teilnehmer Probeflüge. Hierbei hatte der
vor=
jährige Sieger Fiſcher das Unglück, ſeinen Henry Farman=
Zweidecker bei einer harten Landung ſo ſchwer zu
be=
ſchädigen, daß ſeine Teilnahme am Meeting ernſtlich in
Frage geſtellt iſt. Alle Führer für die verſchiedenen
Apparate ſind jetzt beſtimmt worden. Es ſtarten Fiſcher
für Henry Farman, Gaubert für Maurice Farman,
Wey=
man und Eſpanet für die beiden Nieuport, Gaudart für
d’Artois, Daucourt und Chenet für die Borrel=Apparate,
Gilbert für Morane=Saulnier Bregi und Moinaux für
Breguet, Bielovuccic für de Marcay, Prevoſt, Vienne und
Scoffier für Deperduſſin, Labouret und Barra für Aſtra.
Sport, Spiel und Turnen.
* A. D. A. C.=Wagenfahrt 1913 durch Süddeutſchland.
Wie alljährlich, ſo wird auch in dieſem Jahre der
Allge=
meine Deutſche Automobil=Club dafür Sorge tragen, daſ
eine großzügige Deutſche Motorwagen=Prüfungsfahrt
dem kaufenden Publikum wichtige Aufſchlüſſe über die
Leiſtungsfähigkeit und Zuverläſſigkeit moderner
Kraft=
wagen gibt. Die Fahrt beginnt am 4. Juni 1913 in
Mei=
ningen und endet am 7. Juni 1913 in Heilbronn am
Neckar, dem Sitze des diesjährigen Jubiläums=A. D. A.C.=
Tages. An der Fahrt, die nur offen für A. D. A. C.=
Mit=
glieder iſt, werden Drei= und Vierrad=Fahrzeuge bis zu
12 Steuer=Ps teilnehmen. Die Strecke Regensburg=
München, die durch den bayeriſchen Wald führt, wird den
Teilnehmern außer landſchaftlich reizvollen Momenten
Gelegenheit geben, zu zeigen, wie die leichten Wagen den
bayeriſchen Bergen gewachſen ſind. Die Ausſchreibungen
der Fahrt ſind von der Zentral=Geſchäftsſtelle des
Allge=
meinen Deutſchen Automobil=Klub, München,
Neuturm=
ſtraße 5/I erhältlich.
Handel und Verkehr.
— Gebrauchsmuſter=Erteilungen. (
Mit=
geteilt von Diplom=Ingenieur Herszberg.) 37e.
545 551. Gerüſthalter, gleichzeitig als Abſprießer dienend.
Johann Adam Berlieb, Darmſtadt, Große
Kaplanei=
gaſſe 16. 28. 2. 13. B. 63 474. 63 b. 546 328.
Tropenfahr=
zeug, ſogen. Kuli=Wagen, mit heraufklappbarer Fußruhe.
Petri u. Lehr, Offenbach a. M. 27. 2. 13. P. 23 165.
Patent=Anmeldung. 70b. B. 68 794.
Federhal=
ter mit Einſtellung des Federträgers für verſchiedene
Federſtellungen. Louis Bellinger, Lauterbach,
Ober=
heſſen. 9. 7. 12.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Hausbeſitzer der Heidelbergerſtraße ſollen nur
ſtandhaft ſein und weiter ſich ſträuben, gegen die
Anbring=
ung von Roſetten für die elektriſche Straßenbahn; denn
warum ſollen den Hausbeſitzern Opfer zugemutet werden?
Werden dieſelben nicht jahrein und jahraus mit neuen
Laſten bedacht? Diejenigen Hausbeſitzer, die mit Roſetten
beglückt werden ſollen, ſollen ſich doch einmal bei den
Hausbeſitzern erkundigen, die welche haben, und welche
Annehmlichkeiten damit verbunden ſind. Nur gegen, wenn
auch kleine Entſchädigung pro Jahr, ſoll ein Hausbeſitzer
ſeine Genehmigung geben.
Literariſches.
— Die neueſten Pariſer und Wiener
Frühjahrskdilet=
ten, die für die diesjährige Saiſon maßgebend ſein
wer=
den, bringt das dreizehnte Heft des 26. Jahrganges der
„Wiener Mode” in einer Sonderbeilage. Wer dieſes
neue Heft der „Wiener Mode” zur Hand nimmt, wird
ſicherlich von dem Inhalt auf das Angenehmſte überraſcht
ſein. In ganz neuer, ſehr überſichtlicher und praktiſcher
Weiſe ſind die aparten, neuartigen Modebilder angeordnet.
Der Unterhaltungsteil hat originelle Bereicherungen
er=
fahren und die praktiſche Hausfrau wird viele Anregungen
finden. Der Geſamtinhalt des Heftes und der
hochkünſt=
leriſche Umſchlag geben ein deutliches Zeugnis davon, daß
die „Wiener Mode” aus ihrer führenden Stellung nicht
mehr zu verdrängen iſt.
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Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
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