&e
Meſtt
agblat
Abonnementspreis
Inſerake
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag erklärte die Wahl des Abg. von
Oertzen (Reichsp.), Wahlkreis Jüterbog=Luckenwalde,
für ungültig.
Der Seniorenkonvent des Reichstags
be=
ſchloß, mit der Beratung der Wehr=und
Deckungs=
vorlagen am Montag zu beginnen.
Das geſtern in Friedrichshafen aufgeſtiegene
Zeppelin=
luftſchiff „3 4” das ſich im Nebel verirrte, iſt in
Luneville in Frankreich gelandet.
Der größte Dampfer der Hamburg=Amerika=Linie
iſt geſtern in Hamburg vom Stapel gelaufen und
auf den Namen „Vaterland” getauft worden.
Das engliſche Königspaar wird auf Einladung
des deutſchen Kaiſers an den Feierlichkeiten zur
Ver=
mählung der Prinzeſſin Viktoria Luiſe mit
dem Prinzen Ernſt Auguſt von Cumberland
teil=
nehmen.
Die auf Mittwoch anberaumte
Botſchafterkonfe=
renz in London iſt vertagt worden, da
end=
gültige Inſtruktionen, betreffend die geplante
Flotten=
demonſtration, fehlten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite u.
Der Ausbau unſeres
Luftſchiff=
weſens.
* Durch die neue Heeresvorlage werden innerhalb
der vorgeſehenen fünf neuen Luftſchifferbataillone im
gan=
zen 15 Kompagnien angefordert. Wie man hört,
beab=
ſichtigt die Heeresverwaltung, ſobald als möglich mit dem
Bau von drehbaren Doppelhallen für jede
die=
ſer Kompagnien vorzugehen, womit einem längſt
aner=
kannten Bedürfnis abgeholfen werden würde. Außer für
die Kompagnien in Berlin würde es ſich demnach um
Hallen in Hannover, Dresden, Köln, Düſſeldorf,
Darm=
ſtadt, Mannheim, Metz, Lahr, Friedrichshafen, Königsberg,
Graudenz und Schneidemühl handeln. Es kann damit
ge=
rechnet werden, daß die Hallen in etwaeinem Jahre
fertiggeſtellt ſein werden. Auf jede Kompagnie der
Luftſchiffertruppen kann man eins bis zwei
Militärluft=
ſchiffe rechnen, ſo daß zunächſt etwa 15 lenkbare Luftſchiffe
für militäriſche Zwecke anzuſchaffen wären, die dann
ent=
ſprechend erhöht werden würden.
Die Luftſchifferkompagnien ſollen einen
verhältnis=
mäßig hohen Mannſchaftsetat erhalten, der etwa
160 Mann pro Kompagnie betragen würde. Dieſe
Trup=
pen ſind nicht für die Bedienung der Luftſchiffe während
der Fahrten beſtimmt, ſo daß hierfür beſondere
Beſatzun=
gen notwendig ſind. Man rechnet für das lenkbare
Luft=
ſchiff eine Beſatzung von rund 10 Mann. Da doppelte
Beſatzungen notwendig ſind, ſo wären 20 Mann Beſatzung
für jedes Luftſchiff aufzuſtellen. Die Offiziere ſind
hier=
bei natürlich nicht miteingerechnet. Vergleicht man die
Zahl der Luftſchiffertruppen nach der beabſichtigten
Neu=
formierung mit den franzöſiſchen Luftſchiffertruppen, ſo
ergibt ſich, daß das deutſche Heer einſchließlich der beiden
Luftſchifferkompagnien Bayerns im ganzen über 17
Kom=
pagnien Luftſchiffertruppen verfügt, zu denen noch die
vor=
erwähnten Beſatzungen zurechnen ſind. Die Franzoſen haben
demgegenüber ohne Offiziere eine etatsmäßige
Luftfahr=
zeug=Beſatzungstruppe von 180 Unteroffizieren, während
die Luftfahrtruppen aus 7 Kompagnien (4 Luftſchiffer=
und 3 aviatiſche), ſowie 10 Zügen und einer
Führerkom=
pagnie beſtehen. Da unſere Fliegertruppen im ganzen zu
15 Kompagnien formiert werden ſollen (einſchließlich dem
aufzuſtellenden bayeriſchen Fliegerbataillon), ſo dürfte
hieraus hervorgehen, daß eine Ueberlegenheit Frankreichs
in dieſer Hinſicht nicht mehr beſteht, auch wenn die
zahlen=
mäßige Stärke der franzöſiſchen Luftfahrtruppen noch nicht
genau bekannt iſt.
Beſuch des engliſchen
Königs=
paares in Deutſchland.
* Das engliſche Königspaar wird auf
Ein=
ladung des deutſchen Kaiſers an den Feierlichkeiten zur
Vermählung der Prinzeſſin Viktoria
Luiſe mit dem Prinzen Ernſt Auguſt von
Cumberland teilnehmen. Hierzu verbreitet die
Aſſociated Preß folgende Bemerkung: Mit der
Ankündi=
gung des in Deutſchland erfolgenden Beſuches der
engli=
ſchen Majeſtäten iſt weniger beabſichtigt, von dem
Be=
ſuche als einem ſolchen Kenntnis zu geben, als vielmehr
den Gerüchten ein Ende zu machen, die über Beſuche des
Königspaares auf dem Kontinent im Umlauf ſind, und die
Ankündigung zu erklären, daß die Majeſtäten in dieſem
Jahre auf dem Feſtlande keinerlei Beſuche abſtatten
wer=
den. Es verlautet, daß bei dem gegenwärtigen
Zuſtand der Unſicherheit und Beſorgnis in
Europa Staatsviſiten und Beſuche offiziellen
Cha=
rakters untunlich ſeien. Die Tatſache, daß die
Maje=
ſtäten der Hochzeit als nahe Verwandte beiwohnen
wer=
den, veranlaßte das Gerücht, die Majeſtäten würden in
dieſem Frühjahr die vorläufig aufgeſchobenen
Staats=
beſuche aus Anlaß der Thronbeſteigung zur Ausführung
bringen. Der Beſuchder Majeſtäten in
Deutſch=
land iſt jedoch rein privater, familiärer Natur. Die
Majeſtäten werden nur für kurze Zeit von England
ab=
weſend ſein.
Die Times ſchreibt zu dem bevorſtehenden Beſuche
des engliſchen Königspaares in
Deutſch=
land: Der König wird den erſten Feſtlandsbeſuch ſeit
ſeiner Thronbeſteigung bei einer glückverheißenden
Ge=
legenheit machen. Das Blatt verweilt ausführlich bei den
Familienbeziehungen der fürſtlichen Häuſer und fährt fort:
Regierende Souveräne können heutzutage keine Reiſe
unternehmen oder auch nur ihre nächſten Verwandten
be=
ſuchen, ohne politiſchen Dilettanten einer gewiſſen Klaſſe
eine willkommene Gelegenheit zu geben, für
unbegrün=
dete Spekulationen und überflüſſige
Rar=
ſchläge. Der Beſuch des Königs und der Königin bei
dem deutſchen Hofe zur Hochzeit ihrer Verwandten wird
ſchwerlich eine Ausnahme von dieſer Regel bilden. Wir
werden angenehm überraſcht ſein, wenn dieſe Nachricht
nicht eine ganze Ernte von Gerüchten der üblichen Art
zeitigt. Man könnte erwarten, daß man weittragende
politiſche Forderungen jeder Art aus einer Tatſache nicht
ziehen wird, die wirklich der einfachſte und natürlichſte
Vorgang von der Welt iſt. Aber es gehört zu den
Nach=
teilen einer Stellung von hohem Range, daß gewiſſe Leute
ſtets ungewöhnliche Erklärungen für die einfachſten und
gewöhnlichſten Handlungen ſuchen; aber das iſt nicht die
Auffaſſung von Staatsmännern oder gut unterrichteten
Leuten oder auch nur von Leuten mit beſonderem
Men=
ſchenverſtande. Leute dieſer Art werden den Beſuch
des Königspaares in rechtem Lichte ſehen,
ſie werden in der Hochzeit ein großes Familienfeſt
er=
blicken, an dem der König und die Königin mit größter
Freude teilnehmen werden und von dem ſie ſich
anſtands=
halber kaum fernhalten könnten. Das und nicht mehr
werden wir darin erblicken, und wir werden das Geſchäft,
aus einem reinen Familienereignis politiſche Schlüſſe zu
ziehen, den geiſtreichen Leuten überlaſſen, die ſich daraus
ein Steckenpferd machen.
Es iſt intereſſant, wie ſehr ſich die Times bemüht,
einer Ueberſchätzung des Beſuches des
Kö=
nigspaares in Deutſchland vorzubeugen,
und ſie ſcheint ſich vor einer ſolchen faſt zu fürchten. Der
Grund liegt auf der Hand: es iſt die Rückſicht auf die
be=
freundeten Staaten.
Deutſches Reich.
Der Geſchäftsplan des Reichstags.
Der Seniorenkonvent des Reichstags trat am Mittwoch
nach Schluß der Plenarſitzung zu einer Beſprechung über
die Geſchäftslage zuſammen. Die Verabſchiedung der
Wehr= und Deckungsvorlagen noch vor Pfingſten wurde
nicht in Ausſicht genommen, vielmehr iſt beabſichtigt, am
30. April, ſpäteſtens aber am 3. Mai mit den
Pfingſt=
ferien zu beginnen und nachher weiter zu tagen. Was vor
Beginn der Ferien verhandelt und fertiggeſtellt werden
ſoll, wurde nicht feſtgelegt. Es ſoll erſt der Gang der
Ver=
handlungen in der Budgetkommiſſion abgewartet werden,
der ſowohl die Wehr= als auch die Deckungsvorlagen
über=
wieſen werden ſollen. Der kommende Freitag bleibt
ſitzungsfrei, um der Budgetkommiſſion Zeit zu
Beratun=
gen zu laſſen. Am Samstag findet eine Sitzung ſtatt,
de=
ren Beginn auf 2 Uhr feſtgeſetzt wird und auf der
Tages=
ordnung die Veteranenbeihilfen hat. Am Montag
be=
gingt die erſte Leſung der Wehr= und Deckungsvorlagen.
Reichswahlurnen. Dem Reichstag iſt der
Entwurf über die amtlichen Wahlurnen für die
Reichs=
tagswahlen zugegangen.
— Eine Mahnung zur Geheimhaltung
militäriſcher Nachrichten. Die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung fordert die deutſche Preſſe ohne
Unter=
ſchied der Partei auf, künftig weder Nachrichten über Er=
findungen und Verbeſſerungen auf dem Gebiete der
Be=
waffnung und Ausrüſtung des Heeres, noch über
Uebun=
gen ſolcher Spezialtruppen zu veröffentlichen, wovon man
annimmt, daß ſie denen anderer Armeen überlegen ſind.
Sie weiſt darauf hin, daß das Beiſpiel der engliſchen
Luftflotte lehre, daß auch Dinge, die vielen bekannt ſind,
der Aufmerkſamkeit des Auslandes entzogen werden
kön=
nen, wenn nur von der heimiſchen Preſſe peinlichſte
Ge=
heimhaltung gewahrt wird.
— Mainkanaliſation. Am 17. und 18. April
finden abermals Beſprechungen zwiſchen preußiſchen,
bayeriſchen und heſſiſchen Kommiſſaren in der
Angelegen=
heit der Kanaliſation des Mainfluſſes von Offenbach bis
Aſchaffenburg ſtatt. Auch Delegierte der beteiligten Städte
werden teilnehmen.
— Die konfeſſionelle
Philoſophie=
profeſſur in Straßburg. In der elſaß=
lothrin=
giſchen Zweiten Kammer wurde bei der zweiten Leſung
des Etats der Univerſität von dem Abgeordneten
Wolf (lib.) die Frage der konfeſſionellen
Philo=
ſophieproſeſſur wieder angeſchnitten. Der
Abge=
ordnete ſtellte feſt, daß eine Klärung in der Sache
bisher nicht erfolgt ſei. Der Kurator der Univerſität habe
zwar erklärt, daß weder er noch die Regierung von jenem
Geheimvertrag gewußt hätten. Es ſtehe feſt, daß der
Lan=
desausſchuß die erforderlichen Mittel für die katholiſche
philoſophiſche Fakultät nicht bewilligt haben würde, wenn
man ihm mitgeteilt hätte, welche Bedingungen für die
Lehrverträge zweier wichtiger Lehrſtühle ſich daran
knüpften. Das Parlament ſei damals dupiert worden und
der Landtag könne mit der Streichung des erſchlichenen
Kredits antworten, wenn er wolle. Es komme einer
De=
gradierung der Kaiſer Wilhelm=Univerſität gleich, wenn
dieſe die Hand zu einer konfeſſionellen Vorſchlagsliſte
biete. Die Kurie habe in der Angelegenheit ein beſſeres
Taktgefühl bewieſen als die Reichsregierung. Seine
Stellungnahme behalte er ſich bis nach der Erledigung der
Angelegenheit vor.
Das preußiſche Kriegsminiſterium
und Handwerker=Arbeiten. Das preußiſche
Kriegsminiſterium befolgt jetzt bei der Heranziehung der
Handwerker zu Lieferungen für das Heer folgende
Grund=
ſätze: Von der Forderung des billigſten Angebots wird
Abſtand genommen, da die Handwerker=Organiſationen
durch die größere Gediegenheit ihrer Leiſtungen auch zu
etwas höheren Forderungen gezwungen ſind. Die
Ar=
beiten werden nicht einzelnen Handwerkern, ſondern
ganzen Verbänden kleiner Handwerker erteilt. Dadurch
hat die Heeresverwaltung die Gewähr, daß die beſtellten
Lieferungen zum feſtgeſetzten Termin fertiggeſtellt
wer=
den. Bekanntlich wurden die Großunternehmer früher
nur aus dem Grunde in erſter Linie berückſichtigt, weil ſie
allein bei hoher Konventionalſtrafe verpflichtet werden
konnten, pünktlichſte Arbeit zu liefern. Bei den
Beſtellun=
gen durch das Kriegsminiſterium werden alle
Gewerk=
ſchaften gleichmäßig berückſichtigt, ſo daß ſchon jetzt weite
Kreiſe des Handwerks, die früher von den großen
Bedürf=
niſſen des deutſchen Heeres wenig Vorteil hatten,
Beſchäf=
tigung und Verdienſt finden. Auf dieſem Wege wird die
neue Wehrvorlage auch Nutzen in den Kreiſen des
Hand=
werks ſtiften.
Ausland.
Frankreich.
Die Abgrenzung der Zonen in
Ma=
rokko. Die franzöſiſche und die ſpaniſche Regierung
ha=
ben entſprechend dem Artikel 4 des franzöſiſch=ſpaniſchen
Marokkovertrages die Mitglieder der Gemiſchten
Kom=
miſſion zur Abgrenzung ihrer beiderſeitigen Zonen
er=
nannt. Die Kommiſſion wird ihre Arbeiten im Gharb=
Gebiet beginnen und Mitte dieſes Monats in Larraſch
zuſammentreten. Gleichzeitig ſoll auf Wunſch der
ſpa=
niſchen Regierung die Abgrenzung in der Gegend des
Mulujafluſſes vorgenommen werden, und zwar auf Grund
einer Verſtändigung zwiſchen den dortigen franzöſiſchen
und ſpaniſchen Behörden.
Dänemark.
Marineſpende. Dem Verteidigungsminiſter
wurde am Mittwoch von einer Deputation des Komitees
für die Landesſpende mitgeteilt, der däniſchen Marite
werde ein Unterſeeboot, deren Herſtellungskoſten durch
freiwillige Beiträge aufgebracht würden, geſchenkt werden.
Gleichzeitig wurde der Wunſch ausgeſprochen, daß das
Unterſeeboot een Namen „Zweiter April” erhalte. Der
Miniſter dankte im Namen der Regierung und der Marine
für die Gabe,
England.
Engliſche und deutſche Rüſtungen. Im
Unterhauſe ſtellte der Abgeordnete Hicky an den
Miniſter=
präſidenten die Frage, ob das deutſche Militär= und
Ma=
rine=Budget, beſonders die Verſtärkung der Luftflotte die
Aufmerkſamkeit des engliſchen Miniſteriums erregt hätte.
Hicky ſagte, das engliſche Budget wurde aufgeſtellt zu einer
Zeit, als die deutſchen Verſtärkungen noch nicht bekannt
waren. Welche Maßnahmen gedenkt nun der
Miniſter=
präſident vorzuſchlagen, um England im gegebenen Falle
erfolgreich zu verteidigen? Asquith antwortete: Alle
Tat=
ſachen, welche nach Aufſtellung des Budgets bekannt
ge=
worden ſind, werden von der engliſchen Regierung
ent=
ſprechend berückſichtigt, um die eventuell erforderlichen
Maßregeln zu treffen.
Vereinigte Staaten.
Die Beziehungen zu China. Staatsſekretär
Bryan iſt, nachdem er eine lange Unterredung mit dem
Präſidenten Wilſon gehabt hatte, damit beſchäftigt, eine
Note zu redigieren, die der chineſiſchen Regierung durch
den chineſiſchen Geſandten in Waſhington übermittelt
werden ſoll. Es iſt möglich, daß die Note während der
Tagung der chineſiſchen konſtituierenden Verſammlung
am Dienstag überreicht werden wird. Die
Ueber=
reichung der Note an den chineſiſchen Geſandten und die
formelle Wiederaufnahme der diplomatiſchen
Beziehun=
gen mit ihm wird in diplomatiſchen Kreiſen gleichzeitig
als die Anerkennung der chineſiſchen Republik betrachtet.
Man erwartet keine Ankündigung von ſeiten der
amerika=
niſchen Regierung, bevor die chineſiſche Regierung im
Be=
ſitze dieſer Note iſt.
Aſien.
Ein aſiatiſcher Dreibund? Nachdem
un=
ter dem Eindruck des Vorgehens Rußlands in der
Mongo=
lei in den letzten Wochen ſich bereits ein Zuſammenſchluß
zwiſchen China und Japan vollzogen hat, der von der
öffentlichen Meinung beider Länder nachdrücklich gefordert
wird, ſcheint es jetzt ſogar zu einem aſiatiſchen Dreibund
kommen zu ſollen. Das halbamtliche Organ des
gegen=
wärtigen Präſidenten der Republik China erörtert
näm=
lich, wie die Deutſche Orient=Korreſpondenz mitteilt,
einen Vorſchlag der ſiameſiſchen Regierung zu einem
bal=
digen Abſchluß eines Bündniſſes zwiſchen China, Japan
und Siam. Da dieſer Artikel zweifellos auf den
Präſi=
denten Juanſchikai zurückzuführen iſt, ſo darf man es als
eine Tatſache anſehen, daß die ſiameſiſche Regierung einen
derartigen Vorſchlag in Peking und Tokio gemacht hat.
Als Zweck dieſes Dreibundes wird ausdrücklich der
gegen=
ſeitige Schutz gegen das Vordringen der Fremden
ange=
geben. Das Blatt weiß auch zu melden, daß die
japa=
niſche Regierung ſich der Anregung gegenüber zuſtimmend
verhält. Bei dem Bedürfnis Chinas, ſich gegen Rußlands
VVorgehen einen Rückhalt zu ſuchen, iſt es ſelbſtverſtändlich,
daß der Bündnisgedanke dort überall mit Begeiſterung
ſaufgenommen wird. Es fragt ſich nur, wie weit Japan
England gegenüber freie Hand zu einem ſolchen Bündnis
hat. Denn ſelbſtverſtändlich ſpielt bei dem geplanten
Bündnis auch Englands Vorgehen in Tibet eine Rolle.
* Berlin, 2. April. Der Verein der
Parla=
mentsjournaliſten hielt heute nachmittag im
Preſſeleſezimmer des Reichstagsgebäudes ſeine erſte
Hauptverſammlung ab. Der von dem
proviſo=
riſchen Ausſchuß aufgeſtellte Statutenentwurf wurde mit
unweſentlichen Abänderungen angenommen. Nach dem
Bericht des Vorſitzenden Baaks gehören dem Verein bis=
her etwa 60 Herren an. Die Verhandlungen mit dem
Bu=
reaudirektor des Reichstags haben in vielen Fällen ein
Entgegenkommen des Reichstagsdirektoriums gezeigt, ſo
namentlich hinſichtlich der ſchnelleren Abfertigung bei der
Auslieferung von Druckſachen. Bei dem bevorſtehenden
Umbau des Reichstagsgebäudes ſollen die Wünſche der
Journaliſtentribüne in vielen Punkten Berückſichtigung
inden und für eine reichere Ausſtattung des
Tribünen=
geſchoſſes, ſowie für die Fernſprechgelegenheiten Sorge ge
tragen werden. Nach Erledigung einiger weiterer interner
Angelegenheiten wurde der Vorſtand endgültig gewählt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. April.
* Vom Hofe. Prinz Sigismund von Preußen iſt
am Mittwoch abend 8 Uhr 5 Min. abgereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bürgermeiſter Sieben in
Ebersheim die Erlaubnis erteilt, den ihm von Sr. Maj.
dem Deutſchen Kaiſer, König von Preußen, verliehenen
Kronen=Orden, annehmen und tragen zu dürfen.
* Schulperſonalien. Uebertragen wurde dem
Schulamtsaſpiranten Philipp Oldendorf aus
Fränkiſch=Crumbach, Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Ueberau, Kreis Dieburg.
Beſtätigt wurde der von dem Stadtvorſtand zu Alsfeld
auf die fünfte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Alsfeld präſentierte Schulamtsaſpirant Ludwig Neel
aus Zell, Kreis Alsfeld, für dieſe Stelle. Die Verſetzung
des Lehrers Ferdinand Werner von Lorſch nach
Laubenheim wurde zurückgenommen und derſelbe bis
auf weiteres auf ſeiner ſeitherigen Stelle belaſſen.
* Ernannt wurde der Gerichtsſchreibergehilfe bei
dem Amtsgericht Ober=Ingelheim Johann Speth zum
Aktuariatsaſſiſtenten bei dem Amtsgericht Gernsheim.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle in Groß=
Hauſen, Kreis Bensheim. Mit der Stelle iſt
Leſe=
gottesdienſt verbunden. — Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Crumſtadt,
Kreis Groß=Gerau. Mit ihr iſt ein Teil des
Organiſten=
dienſtes verbunden. — Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Raunheim.
* Militärdienſtnachrichten. v. Oven, Major und
Bat.=Kommandeur im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115 und kommandiert zur Dienſtleiſtung beim
Kriegsminiſterium, unter Verſetzung in das
Kriegs=
miniſterium, mit Wahrnehmung der Geſchäfte eines
Abteil.=Cbefs in demſelben beauftragt.
* Die Ausſtellung der Gemäldeſammlung Dr.
Lanz auf der Mathildenhöhe erfreut ſich täglich eines
ſehr regen Beſuches von ſeiten des hieſigen und des aus
wärtigen Publikums. Am vergangenen Sonntag
be=
ſuchten an 300 Perſonen die intereſſante Kunſtſchau.
Auch die auswärtige führende Preſſe hat von dem
Unter=
nehmen der Sonderausſtellungen deutſcher
Privatſamm=
lungen zum Teil ſchon eingehend Notiz genommen.
So brachte das Abendblatt der „Kölniſchen Zeitung
vom 1. April ein längeres Feuilleton, in dem auch der
künſtleriſchen Beſtrebungen des Großherzogs im
allge=
meinen eingehend gedacht iſt. Es ſei nochmals daran
erinnert, daß der Beſuch der Ausſtellung täglich, außer
Freitag, wo 1 Mk. Eintritt erhoben wird, unentgeltlich
und daß dieſelbe Wochentags von 11—1 Uhr vormittags
und 3—5 Uhr nachmittags, Sonntags von 10—2 Uhr,
geöffnet iſt.
— Vom Großh. Hoftheater. Die Frühlings=
Feſtſpiele des Großh. Hoftheaters werden am
Donnerstag mit dem Vorabend der neuinſzenierten
Tetralogie „Der Ring des Nibelungen” von Richard
Wagner weitergeleitet. Heute beginnt der Vorverkauf
für die Zykluskarten für die vier Ringabende im
Ver=
kehrsbureau und an der Tageskaſſe des Hoftheaters zu
den üblichen Kaſſenſtunden. Für das Zyklusabonnement
iſt keine Vorverkaufsgebühr zu entrichten. Karten zu
den einzelnen Abenden werden eventuell ſpäter abgegeben
werden, wenn ſolche noch vorhanden ſein ſollten.
* In dem Bericht über die Verſammlung der
Land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank iſt erwähnt, daß auch
Herr Freſenius ſich an der Debatte beteiligt hat. Wir
werden darauf aufmerkſam gemacht, daß es ſich in dieſem
Falle nicht um den Direktor der Heſſiſchen Landes=
Hyothekenbank, Dr. Freſenius, handelt, der, ebenſo wie
auch die genannte Bank ſelbſt, der ganzen Angelegenheit
völlig fern ſteht.
H. Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen
Gym=
naſiums. In der Ueberzeugung, daß wie in anderen
gro=
ßen Städten auch in Darmſtadt mehr geſchehen könne, um
die bewährte Wirkſamkeit des humaniſtiſchen Gymnaſiums
zu betonen und falſche Urteile über ſeine Bildungsziele
zu berichtigen, haben ſich am Mittwoch abend die
Anhän=
ger des humaniſtiſchen Bildungsideals zu einer
Vereini=
gung zuſammengeſchloſſen. Eine ſtattliche Anzahl von
Herren aus allen Berufsſtänden hatte ſich im Reſtaurant
Sitte eingefunden. Herr Profeſſor Dr. Hattemer
be=
grüßte die Erſchienenen und wies auf die Notwendigkeit
der Gründung hin. Darauf hielt Herr Profeſſor Dr.
Büchner einen Vortrag, in dem er von verſchiedenen=
Gruppen der Gegner und ihren teils unbegründeten, teils
undurchführbaren Reformvorſchlägen ſprach. Er widerlegte
die Vorwürfe, die gegen das Gymnaſium erhoben werden,
und wies nach, daß das Gymnaſium auch dem modernen
Menſchen wertvolles Rüſtzeug mit auf den Weg gibt.
Dieſer Nachweis wurde in der Diskuſſion, die ſich an den
Vortrag anſchloß, von Herrn Oberlehrer Mangold
be=
kräftigt, der an der Hand ſtatiſtiſchen Materials aus den
letzten Jahren zeigte, daß bei den Univerſitätsprüfungen
die Gymnaſialabiturienten in allen, auch den nicht=
philo=
logiſchen Fächern, die beſten Reſultate erzielen. Herr
Pro=
feſſor Ankel=Frankfurt a. M., der Vorſitzende des
Frank=
furter Vereins, überbrachte deſſen Grüße und ſchilderte den
glänzenden Verlauf, den die Bewegung „Für das
Gym=
naſium” in Frankfurt genommen habe. Bei der
Vor=
ſtandswahl wurde Herr Stadtpfarrer Velte zum erſten
Vorſitzenden gewählt. In einigen Wochen ſoll eine große
Verſammlung ſtattfinden, in der Univerſitätsprofeſſor
Immiſch=Gießen über die Beziehungen zwiſchen Altertum
und Gegenwart ſprechen wird.
— Zur Vorbereitung der Feier von Richard Wagners
hundertjährigem Geburtstag, der am 22. Mai bevorſteht
und zu deſſen feſtlicher Begehung ſich ganz Deutſchland
rüſtet, hat ſich auch in unſerer Stadt ein Ausſchuß
gebil=
det, der das Programm dafür in ſeiner letzten Sitzung in
ſeinen Grundzügen endgültig feſtgeſtellt hat. Die
Haupt=
aufgabe bei der Feier fällt naturgemäß dem
Großherzog=
lichen Hoftheater zu, das für das Jubiläum
bekannt=
lich eine Muſteraufführung der „Meiſterſinger von
Nürn=
berg” in völlig neuer Inſzenierung vorbereitet Für
Sonntag, den 18. Mai, vormittags 11¼ Uhr, iſt außerdem
ein Feſtakt im großen Saale des Saalbaués vorgeſehen,
für den ein namhafter auswärtiger Wagnerkenner als
Red=
ner gewonnen worden iſt, und für deſſen muſikaliſchen
Teil ſich der Inſtrumentalverein, der Mozartverein und
der Lehrerſängerchor in liebenswürdigſter Weiſe zur
Ver=
fügung geſtellt haben. Wagners „Kaiſermarſch” mit
Schluß=
chor ſoll den Feſtakt beſchließen. Für den 21. Mai iſt ein
großer Richard Wagner=Abend im Feſtſaale der
Turngemeinde geplant, deſſen Programm ausſchließlich
Wagnerſche Kompoſitionen, darunter vorzugsweiſe ſeltener
gehorte, bringen und zu dem zu einem Einheitspreiſe von
1 Mark jedermann Zutritt haben ſoll. Verpflichtet wurde
dafür das Philharmoniſche Orcheſter aus Leipzig, unter
Leitung von Profeſſor Hans Winderſtein, und der
treff=
liche Baritoniſt Maximilian Troitzſch. Alſo eine einfache
aber inhaltreiche Feſtordnung, die eine würdige Feier des
großen Erinnerungstages für Darmſtadt feſt verbürgen
dürfte.
Der evangeliſche Frauenverein für den
Schloß=
bezirk veranſtaltet nächſten Sonntag abend im Ge
meindehaus, Kiesſtraße 17, einen Familienabend. Pfarrer
D. Dr. Diehl, der ſich auf dieſem Abend von den
Ge=
meindegliedern verabſchieden wird, ſpricht über: „Die
kulturgeſchichtliche Bedeutung der Konfirmation und ihr
Wert für das kirchliche Leben der Gegenwart” Zum
Eintritt berechtigt eine Teekarte, die zum Preis von
20 Pfg. im voraus bei Kirchendiener Göriſch, ſowie
abends an der Kaſſe zu haben iſt. Neukonfirmierte und
Mitglieder der Vereinigung konfirmierter Mädchen des
Schloßbezirks haben freien Eintritt.
* Kriegerverein Darmſtadt. Die
Mitgliederver=
ammlung für den Monat April fand im Vereinslokal
der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt. Der 1. Vorſitzende
eröffnete die Verſammlung mit Begrüßung der
er=
ſchienenen Kameraden. Das Protokoll der letzten
Monatsverſammlung wird von dem Schriftführer
ver=
leſen und von der Verſammlung genehmigt. Sodann
wird in die Tagesordnung eingetreten. Der Vorſitzende
berichtet zu Punkt 1 „Geſchäftliche Mitteilungen” über
die Tätigkeit des Vorſtandes im abgelaufenen Monat.
1813.
Jubiläumsnotizen von Willi Dünwald.
(Nachtruck verboten.)
Möckern:
Vornapoleoniſche Kriegsführung. — Situation Eugen
Beauharnais. — An der Elbe. — Die Hanſaſtädte.
Vandamme. — Kriegsplan und Heeresführung der
Ver=
bündeten. — Das Vorrücken und Zuſammentreffen mit
Eugen Beauharnais bei Möckern am 5. April.
Des Königs von Preußen unentſchloſſenes Zögern
gab den Franzoſen gut Gelegenheit, ſich aus der
Ver=
ſtreuung wieder zu engeren Truppenkörpern
zuſammen=
zufinden. Vizekönig Eugen Beauharnais, der ſchon Mitte
Januar Murat vom Oberkommando abgelöſt, blieb
be=
müht, die noch gefechtsfähigen Trümmer der Armee zu
ſammeln und in Marſch zu ſetzen. Ahnungsſchwanger
ſah er Preußens Abfall von Napoleon kommen.
An=
zeichen die Menge ſprachen dafür. York ward nicht
ab=
geſetzt; preußiſche Generale weigerten ſeiner Armee
Unter=
ſtützung; Unterhändler begegneten ſich auf den Wegen
von Preußen nach Rußland und des Volkes Stimmung
bekundete viel. Einen Vormarſch der Ruſſen befürchtend
und um franzöſiſches Machtgebiet in Preußen behaupten
zu können, gelang es ihm, rückziehend von Rußlands
an=
grenzendem Gelände, 50000 Mann und 94 Geſchütze zu
ſammeln und über die Oder zu ſchaffen.
Er gedachte ſich in und um Berlin feſtzuſetzen. Aber
haſtdunichtgeſehen überſchritten die Parteigänger
Tſcher=
nitſchew und Tettenborn mit Koſakenſtreifkorps unſicheres
Odereis oberhalb Küſtrin, warfen ſich keck auf vereinzelt
marſchierende Franzoſenbataillone und
Kavallerieabtei=
lungen und erſchienen am 20. Februar in Berlin, von der
franzöſiſchen Kommandantur Uebergabe der Stadt
ver=
langend, die ihnen natürlich nicht gewährt wurde.
Dran=
gen dennoch in die Stadt ein, von den Berlinern
jauch=
zend empfangen. Wurden ſie auch alsbald wieder von der
franzöſiſchen Beſatzung herausgedrängt, hatten ſie doch
durch ihre Kühnheit den Franzoſen einen mächtigen
Schreck auf den Hals gejagt. Ganze Heere glaubte man
hinter dieſen Reiterſcharen ſtehend.
So Anfang März hatte der Vizekönig an die 30000
Mann bis Berlin und Umgebung gebracht. Als aber dann
am 2. März auf Tſchernitſchews Nachricht hin
Wittgen=
ſtein ſeine Avantgarde eigenmächtig bei Güſtebieſe über
die Oder ſchleunigſt auf Berlin zu vorſandte, da wich der
ängſtlich gewordene Vizekönig und alle Franzoſen dieſer
Macht von etwa 8500 Mann. Am 4. März morgens war
der letzte Franzoſe aus Berlin heraus und die Koſaken
und Wittgenſteins Avantgarde konnten Einzug halten.
Der Vizekönig überging das Elbeufer, nahm in Leipzig
Stellung und konnte ſich in Ruhe mit der aus Frankreich
eintreffenden Verſtärkung verbinden, ſo daß er bald über
eine Armee von 90000 Mann und 148 Geſchütze verfügte.
Deutſchland aber hatte er ſelbſt von Franzoſen bis zur
Elbe befreit und damit dem Gegner, ohne es zu wollen,
einen großen Vorteil in die Hände geſpielt.
Napoleon hätte ihn, Schwiegerſohn hin,
Schwieger=
ſohn her, am liebſten dafür geohrfeigt. Trotz ſeiner
rüh=
rigen, organiſatoriſchen Tätigkeit in Paris behielt er die
militäriſchen Begebenheiten in Deutſchland im Auge.
Schon die Art, wie Murat ſeine Intereſſen vertrat, machte
ihm die Galle überlaufen. An dieſen ſchrieb er: „Sie
ſind auf dem Schlachtfelde ein guter Soldat, aber
außer=
halb desſelben beſitzen Sie weder Tatkraft noch Charakter.
Ich hoffe, Sie gehören nicht zu denjenigen, die glauben,
der Löwe ſei ſchon tot. Der Königstitel hat Ihnen den
Kopf verdreht; wenn Sie ihn zu behalten wünſchen,
füh=
ren Sie ſich gut.” Als nun aber gar Murat mir nichts
dir nichts alles im Stiche ließ und nach Neapel abreiſte,
ſchrieb er an Eugen Beauharnais: „Ich finde das
Beneh=
men des Königs derart, daß wenig fehlt und ich laſſe ihn
feſtnehmen, um ein Beiſpiel zu ſtatuieren.”
Aber auch Beauharnais war nicht ihm zu Dank am
Werke. Unſinnig, eine unberechtigte Ueberſchätzung des
Gegners, ſei die Räumung Berlins und der Rückzug zur
Elbe. Und als Eugen Berlin verlaſſen, ſchreibt Napoleon
verzweifelt: „Ich ſehe nicht ein, was Sie zwang, Berlin
zu verlaſſen” legt die Gründe dar und hält den
Rück=
zug in der eingeſchlagenen Richtung ganz verfehlt. In
zahlreichen Briefen ſucht er Selbſtvertrauen in ſeinen
Schwiegerſohn überſtrömen zu laſſen und macht ihm einen
Feldzugsplan, von dem York urteilte: „Er brauche an
Kühnheit und Schönheit den Vergleich mit Napoleons
früheren Feldzugsentwürfen nicht zu ſcheuen.”
*
Auch nördlich war Deutſchland bis zur Elbe vom
Feinde frei geworden. Die franzöſiſchen Generale
Mo=
rand und Carra St. Cyr wichen freiheitlicher
Stimmungs=
gewalt. In Hamburg und dann in Lüneburg, Harburg
Buxtehude und Stade hatte man die franzöſiſche Behörde
verjagt, die Kaiſerlichen Adler von den Staatsgebäuden
geriſſen und vielerorts war Landſturm zu ruſſiſchen
Streif=
korps gegangen, um mit ihnen deutſches Land wieder
deutſch zu machen.
Die Freude währte nicht lange. Vandamme kam.
Geſandt von Napoleon als Oberkommandeur der unteren
Weſer. Beordert, den Aufſtändigen heimzuleuchten. Er
kam und ſprach im Tagesbefehl vom 3. April zu Bremens
Bewohnern dieſes: „Seit dem Anfange meiner
militäri=
ſchen Laufbahn an alle Wechſelfälle des Krieges gewöhnt,
habe ich früh gelernt, nichts zu fürchten und mich über die
Ereigniſſe zu ſtellen. Glücklich in allen meinen
Unterneh=
mungen, habe ich keiner Widerwärtigkeit mich zu erinnern.
Ich werde dem Lande kein Leid tun, als was ich ihm
zu=
zufügen gezwungen ſein werde. Meinem Charakter nach
gut und offen, gerecht aus Gewohnheit, werde ich
furcht=
bar aus Pflicht. Ganz Soldat und den Anforderungen
dieſes Standes treu ergeben, ſchone ich nichts, wenn der
Wille meines Souveräns das Wohl meines Vaterlandes
und der Ruhm unſerer Waffen es erfordert.”
Er ſprach und handelte, rückſichtslos wie ein Kind
der Revolution, das er war, energiſch und kühn wie ein
Dreißigjähriger, der er war. Und er tat, wie ihm die
Pflicht gebot als General ſeines Kaiſers gegenüber
auf=
ſtändigen Mußuntertanen ſeines Kaiſers. Er ließ
ge=
fangen nehmen und verurteilte zu Gefängnis, Galeere
oder Tod: Dörfer ließ er niederbrennen, ſo man aus ihnen
auf franzöſiſche Soldaten geſchoſſen hatte.
Norddeutſch=
land erſchauerte. Dunkler Haß machte ſeinen Namen zu
dem eines Bluthundes.
Aber Vandamme fehlten Kavallerie und Artillerie
und ſo konnte er die Herde des Aufſtandes nicht löſchen,
kaum beſchränken. Allerorts brannten die Gefechte
zwi=
ſchen Franzoſen mit Verbündeten und Einwohnern.
Hef=
tiger Kleinkrieg, geführt von Tſchernitſchew, Dörnberg
und Benkendorf, gegen den franzöſiſchen General Morand
um die Stadt Lüneburg. Heldiſch ſträubte ſich Morand
der Stadt verluſtig zu gehen. mußte aber der Uebermacht
weichen und ſich ergeben. Hier wurden die erſten
Eiſer=
nen Kreuze verdient. Hier ein paar Blumen dem
An=
denken des Bürgermädchens Johanna Stegen, das
fran=
zöſiſchen Munitionswagen Patronen entnahm und in der
Schürze den Verbündeten zutrug.
Es war der erſte Erfolg der Verbündeten; doch ging
er wieder verloren. Mit Geſchütz traf Marſchall Davout
tagsdrauf, am 3. April, ein. Seinen 10000 Mann waren
Das Andenken der ſeit der letzten Verſammlung
ver=
ſtorben Kameraden ehrt die Verſammlung. Eine
Ein=
ladung des Militärvereins Darmſtadt zum Konzert mit
Tanz am 13. April, anläßlich der Ueberreichung der
Kaiſerſchleife an dieſen Verein, wird bekannt gegeben
und die Kameraden gebeten, ſich zahlreich mit ihren
Angehörigen daran zu beteiligen. Der nächſte Punkt
der Tagesordnung betraf das Scheibenſchießen. Der
Verein beabſichtigt, am 13. April mit den diesjährigen
Vereinsſchießen zu beginnen. — Auf den am kommenden
Dienstag, den 8. April, im Saalbau ſtattfindenden
Vor=
trag des Wehrvereins, woſelbſt Herr General Keim
ſprechen wird, macht der 2. Vorſitzende die Verſammlung
aufmerkſam und bittet um zahlreiche Beteiligung. Eine
Einladung des Militärvereins Mannheim zur eventuellen
Benutzung eines Sonderzuges zur Einweihung des
Völkerſchlachtdenkmals in Leipzig im Oktober d. Js.
wird zur Kenntnis der Mitglieder gebracht und gebeten,
Anmeldungen hierzu baldigſt beim 1. Vorſitzenden
ein=
zureichen. Der Fahrpreis beträgt 15Mk. ab
Frank=
furt a. M., die Rückfahrt iſt wahlfrei. Nach erfolgter
Bücherausgabe war die Tagesordnung erſchöpft, worauf
der Vorſitzende die Verſammlung ſchloß.
C. Der katholiſche Mädchenſchutzverein und der
Für=
orgeverein für Mädchen und Frauen hielten am
Mitt=
woch ihre Generalverſammlung ab. In einem Vortrag
ſchilderte Herr Kaplan Neundörfer=Worms das
Wirken auf dieſem dornenvollen, aber auch vielfach
erfolg=
reichen Gebiete. Hierauf wurde der Jahresbericht des
Mädchenſchutzvereins verleſen, aus dem ſich ergibt, daß
der Verein nunmehr ſeine Hauptaufgabe darin erblickt,
ſich der zuziehenden minderjährigen Mädchen
anzuneh=
men. Dieſe Tätigkeit hängt mit der Neueinrichtung des
ſtädtiſchen Pflegeamts zuſammen, das dem Verein
wöchentlich eine Liſte der Zugewanderten zuſtellt.
Da=
durch konnten 250 Mädchen aufgeſucht werden. Auch die
Stellenvermittelung hat anſehnliche Erfolge
aufzuwei=
ſen. Der Fürſorgeverein bezeichnet ebenfalls das
abge=
raufene Jahr als ein recht arbeitsreiches. Erfreulich war
vor allem der Anſchluß des katholiſchen
Lehrerinnenver=
eins. Im ganzen wurden 75 Fälle behandelt und alle
14 Tage wurde von Damen des Vereins perſönlich dafür
geſorgt, daß 3 Mädchen der Braunshardter Anſtalt ihren
Gottesdienſt in Darmſtadt beſuchten. Dieſen
Darlegun=
gen ſchloß ſich eine anregende Diskuſſion an, an der die
beiden Präſidentinnen und mehrere andere Damen, ſo
wie die Herren Profeſſor Roos und Dekan Miſchler=
Heppenheim teilnahmen.
Vogelsberger Höhenklub
Zweigverein
Darmſtadt. Der demnächſt zur Ausgabe= kommende
Wanderplan für das Jahr 1913/14 ſieht folgende
Wanderungen vor: 13. April: Ober=Ramſtadt-
Neun=
kirchen-Lindenfels-Fürth. 18. Mai: Schlangenbad-
Hallgartener Zange-Oeſtrich. 14./15. Juni: Mücke-
Ulrichſtein-Hoherodskopf-Schotten. 13. Juli:
Heppen=
heim-Juhöhe-Mittershauſen — Ober=Hambach —
Bens=
heim. 24. Auguſt: Cronberg-Königſtein-Feldberg-
Hohe Mark. 14. September: Schriesheim-Meiſter Stein-
Ziegelhauſen-Heidelberg. 12. Oktober: . Stockſtadt-
Oppenheim-Nackenheim. 2. November: Otzberg-
Böll=
ſtein-Michelſtadt. 30. November: Darmſtadt-Nieder=
Ramſtadt-Frankenſtein-Seeheim. 4. Januar:
Darm=
ſtadt-Groß=Zimmern-Groß=Umſtadt. 1. Februar:
Eber=
ſtadt — Frankenhauſen — Lichtenberg — Groß=Bieberau.
1. März: König-Hainhaus-Höchſt. Zu jeder
Wander=
ung ergeht, wie bisher, noch beſondere Einladung durch
die Zeitungen.
Der Verband amtlicher Desinfektoren in Heſſen,
hält am nächſten Sonntag, den 6. April, hier im
Fürſten=
aal, eine öffentliche Verſammlung ab, zu der die
ſtaat=
lichen und ſtädtiſchen Behörden eingeladen ſind.
— Der Stolze=Schreyſche Stenographen=Verein
Darmſtadt hält am Samstag, im „Fürſtenſaal” ſein
25. Stiftungsfeſt mit Tanz ab. Es iſt ein
ab=
wechſelungsreiches Programm geboten.
Taubſtummengottesdienſt. Nächſten Sonntag,
nachmittags 2 Uhr, findet im Gemeindehaus,
Kies=
ſtraße 17, Taubſtummengottes dienſt mit Feier
des heiligen Abendmahls ſtatt.
V. V. Volksvorſtellung. Auf die Volksvorſtellung
am Freitag, den 11. April, abends ½8 Uhr, „Die fünf
Frankfurter” ſei hiermit beſonders hingewieſeſn.
* Immobilienverkehr Bei dem Großh. Ortsgericht
Darmſtadt I wurden im Monat März 1913 folgende
Kauf=
verträge abgeſchloſſen: 7 über bebaute Objekte mit 424 300
Mark, 7 über unbebaute Objekte mit 59682 Mark;
zuſam=
men 483 982 Mark.
Ober=Ramſtadt, 3. April. Die Ortsgruppe
Ober=Ramſtadt des Odenwaldklubs feiert am
Samstag im Gaſthaus „Zum Löwen” ihr
Dekorie=
rungsfeſt. Beginn pünktlich um ½9 Uhr abends. Die
Mitglieder der Darmſtädter Ortsgruppe ſind hierzu
herz=
lichſt eingeladen worden. Abmarſch am Botaniſchen
Gar=
ten um 5 Uhr nachmittags.
— Pfungſtadt, 3. April. Einem in der letzten
Sitz=
ung des Stadtvorſtandes gefaßten Beſchluſſe
zu=
folge, wird ſich die ſtädtiſche Verwaltung beim
Kriegs=
miniſterium um die Erichtung einer Garniſon
bewer=
ben. Das diesbezügliche Geſuch ſoll damit begründet
werden, daß das für eine Garniſon erforderliche
Bau=
gelände in der hieſigen Gemarkung vorhanden, bezw.
billig zu erwerben ſei, ſowie daß der große Griesheimer
Exerzierplatz nur eine knappe Stunde von hier entfernt
ſei. Auch die Nähe einer größeren Garniſon falle
hier=
bei ſchwer in die Wagſchale. — Das neue Schuljahr
der hieſigen höheren Bürgerſchule wurde mit 44 Schülern
eröffnet.
er. Crumſtadt, 3. April. Man ſchreibt uns: Während
an anderen Orten unter den Vereinen oft Rivalität und
Uneinigkeit herrſcht, bilden die Vereine unſeres Ortes ein
Bild ſeltener Einmütigkeit. Hat es doch unſer in allen
Kreiſen hochgeſchätzter Herr Pfarrer Schäfer
verſtan=
den, ſämtliche hieſigen Vereine, nämlich den
Kirchen=
geſangverein und Mitglieder des Geſangvereins „
Ger=
mania” und des „Männerquartetts” dafür zu begeiſtern,
gemeinſchaftlich Schillers „Glocke”, vertont von Romberg,
zur Aufführung zu bringen. Schon über ein Vierteljahr
leitet er ſelbſt die überaus anſtrengenden Chorproben
die=
ſes Werkes, während Frau Poſtmeiſter Donat ſich der
großen Mühe unterzieht, die umfangreichen Solopartien,
die auch alle von Crumſtädtern geſungen werden,
einzu=
üben. Nächſten Sonntag, den 6. April, ſoll das Werk im
Volkſchen Saale zur Aufführung gelangen. In
Erman=
gelung eines Orcheſters wird die Begleitung durch
Kla=
vier in Verbindung mit einem guten Streichquartett nebſt
Flöte erſetzt.
Heppenheim, 3. April. Der Kreistag des Kreiſes
Heppenheim bewilligte in ſeiner letzten Sitzung für die
Automobilgeſellſchaft Weinheim-Tröſel einen
Zuſchuß von 300 Mark, unter der Vorausſetzung, daß
die badiſche und heſſiſche Regierung die in Ausſicht
ge=
ſtellten Zuſchüſſe auch bewilligen, und daß auch die Stadt
Mannheim einen Beitrag leiſte.
ie- Bürſtadt, 3. April. Vor einiger Zeit wurden
einer hieſigen Familie eine ganze Anzahl
ziem=
lich bedeutender Schmuckgegenſtände aus einer Kommode
geſtohlen. Der Verdacht fiel auf ein junges Mädchen,
das ſich ſchon öfters allein in der Wohnung der
betreffen=
den Familie aufgehalten hatte. Das verdächtige Mädchen
leugnete aber und ließ die Familie zum Sühneverſuch
auf die Bürgermeiſterei laden. Dort mußte dieſelbe den
ausgeſprochenen Verdacht zurücknehmen und mußte einen
beſtimmten Betrag als Genugtuung in die Armenkaſſe
werfen. Die hieſige Gendarmerie bemühte ſich nun eifrig,
den wahren Dieb herauszufinden und fiel ihr Verdacht
wieder erneut auf jenes Mädchen. Eine Hausſuchung in
der elterlichen Wohnung des Mädchens brachte die
geſtoh=
lenen Schmuckſtücke vollzählig zutage.
Dieburg, 3. April. Pater Ingenuin
Patzlei=
ner iſt im Alter von 94 Jahren geſtorben. Pater
Ingenuin war einer der älteſten Prieſter Deutſchlands.
Er gehörte dem Kapuzinerorden volle 75 Jahre an und
war 71 Jahre lang Prieſter. Von Geburt war er Tiroler.
Mainz, 3. April. In der geſtrigen nichtöffentlichen
Sitzung der Stadtverordneten wurden zur Linderung der
durch das Hochwaſſer in Nordamerika
verur=
ſachten Not ein 1000 Dollar entſprechender Betrag
be=
willigt. — Der Polizeibericht meldet: In einem Hauſe
der Kaiſerſtraße erſchien dieſer Tage ein fremder Herr und
bat das allein anweſende Dienſtmädchen um die
Erlaub=
nis, die Wohnung ſeiner Herrſchaft, die er mieten wolle
anſehen zu dürfen. Er wurde in die einzelnen Zimmer
ge=
führt, wobei er das Mädchen bat, ihm ein Metermaß zu
beſorgen, da er die Größe eines Raumes meſſen wollte.
Während ſich das Mädchen auf kurze Zeit entfernte, ſtahl
der Fremde die im Zimmer liegenden
Schmuck=
gegenſtände im Werte von mehreren
tau=
ſend Mark. Erſt nach ſeinem Weggang wurde der
Diebſtahl bemerkt. Nach dem Täter, der in vielen
Städ=
ten gleichartige Diebſtähle verübt hat, wird gefahndet.
In Karlsruhe iſt vor kurzem ein ganz ähnlicher Diebſtahl
verübt worden; nur wollte der Schwindler dort nicht die
Wohnung „mieten” ſondern der Dame, die nicht zu Hauſe
war, ein „Geſchenk” machen. Zu dieſem Zwecke brauchte er
ebenfalls ein Metermaß, um auszumeſſen, ob das
Ge=
mälde oder die Figur, die er ſchenken wollte, auch in den
Raum hineinpaſſe. Während das Dienſtmädchen das
Me=
termaß holte, ſtahl er dann Schmuckſtücke und alles was
des MMitnehmens wert war. Das „Geſchenk” iſt bisher
nicht eingetroffen. — Nach 35jähriger Dienſtzeit
iſt mit dem 1. April Kriminalwachtmeiſter Rill in den
Ruheſtand getreten. Bei ſeiner Verabſchiedung auf dem
Polizeiamt hielten die Herren Polizeirat Vohmann und
Kriminalkommiſſar Neumer Anſprachen an ihn; letzterer
überreichte ihm einen Spazierſtock und ein Gruppenbild
ſämtlicher Angeſtellten des Kriminalbureaus. Herr Rill
dankte in bewegten Worten für die Ehrung.
Mainz, 3. April. Vor dem hieſigen
Unterſuchungs=
richter wurde der Gutsbeſitzer vom Wapper Hof von
Obergladbach (bei Rauenthal) in der Sache
Sternickel vernommen. Der Gutsbeſitzer hatte
vor etwa drei Jahren einen Knecht, den er mit einem
Wagen Frucht zu einem Händler geſchickt. Der Knecht
verkaufte jedoch anderweitig die Frucht zu 140 Mark und
ging mit dem Gelde flüchtig. In der vorgelegten
Photo=
graphie des Sternickels will der Gutsbeſitzer ſeinen
damaligen Knecht auf das Beſtimmteſte wieder.
erkannt haben. Ob es wirklich Sternickel war, der bei
dem betreffenden Gutsbeſitzer diente, iſt noch nicht
feſt=
geſtellt. — Ein erſchütterndes Ereignis ſpielte
ſich geſtern nachmittag an dem diesſeitigen Rheinufer ab.
Paſſanten der Straßenbrücke bemerkten kurz nach 3 Uhr,
wie ein mit ſeinem Fahrrad das Ufer entlang fahrender
Briefträger in der Nähe der Niederländer
Lande=
ſtelle plötzlich in Schwanken geriet, mit dem Rade
umſtürzte und in den Rhein fiel und, nachdem
er noch ein paarmal die Arme hochgeworfen hatte, im
Rhein verſank. Er konnte nicht mehr gerettet werden.
Der auf ſo tragiſche Weiſe im Dienſt verunglückte
Poſt=
beamte iſt der verheiratete Briefträger Friedrich
Eber=
hardt aus Flonheim. Er ſcheint an einen Schiffsring
angefahren zu ſein, ſo daß er die ſteile Böſchung hinab
in die Wellen ſtürzte. Das Fahrrad wurde nach
ſtunden=
langem Nachſuchen mit Bootshaken und Nachen gegen 5
Uhr nachmittags geborgen. Auch die Poſttaſche mit den
Briefen wurde aufgefiſcht. Die Leiche des Ertrunkenen
ſoll noch nicht geländet worden ſein. Der Mann wohnte
in Weiſenau und hinterläßt eine Witwe mit zwei Kindern.
Bretzenheim, 3. April. Geſtern wurden die Brüder
Konrad von hier verhaftet, weil ſie verdächtig ſind,
an einem Diebſtahl von Stallhaſen und Geflügel in Mainz
beteiligt zu ſein. Die Hausſuchung förderte in der
Woh=
nung der Verdächtigen mehrere friſche Haſenfelle zutage.
Das zugehörige Fleiſch brodelte bereits im Topf einer
Witwe. Letztere, ſowie die Brüder Konrad ſind
wieder=
holt vorbeſtraft.
Oppenheim, 3. April. Auf Antrag der Mehrheit der
Gewerbetreibenden des Bäckerhandwerks im Kreis
Oppenheim hat das Kreisamt angeordnet, daß zum 15.
Juni 1913 eine Zwangsinnung mit dem Sitz in
Oppenheim und dem Namen „Zwangsinnung für die
Bäcker im Bezirke des Kreiſes Oppenheim” errichtet wird.
Mit dem Inkrafttreten der Zwangsinnung wird die freie
Bäckerinnung des Kreiſes Oppenheim geſchloſſen.
Gundersheim, 2. April. Der 26 Jahre alte
Stein=
bruchbeſitzer Theobald Machemer verunglückte
geſtern abend 6 Uhr in ſeinem Steinbruch dadurch, daß
beim Loslöſen eines größeren Steines ſich Geſtein und
Grundmaſſen mit loslöſten und den Bedauernswerten
unter ſich begruben und erdrückten. Durch das
Amts=
gericht Pfeddersheim wurde heute Ortsbeſichtigung und
Leichenſchau vorgenommen.
Zornheim, 3. April. Als Vergütung für
Rayon=
beſchränkungen wurden an die Zornheimer
Grund=
beſitzer der Außenbefeſtigungswerke von Mainz 42000
Mark aus dem Reichsmilitärfonds zur Auszahlung
ge=
bracht
Oſthofen, 3. April. Lebensgefährliche
Ver=
letzungen erlitt geſtern nacht der verheiratete 34jährige
Arbeiter Joh. Schäfer in der Lorchsmühle. Schäfer
hatte Nachtdienſt und wollte ſich mit dem Fahrſtuhl
herab=
befördern laſſen. Er trat anſcheinend fehl und ſtürzte vier
Stockwerke tief in den Fahrſchacht hinab. Schäfer erlitt
mehrere Rippenbrüche und ſchwere innere
Ver=
letzungen.
Kunſtnotizen.
(leber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Aufführung des Oratoriums „Huß”.
Das Oratorium „Huß” von C. Löwe wird gegen Ende
dieſes Monats durch den Luther=Chor zum erſtenmal
in unſerer Stadt zur Aufführung gebracht werden. Das
dankenswerte Unternehmen fand ſeine Anregung durch die
Lutherfeſtſpiele und ſteht ſo noch in innigem
Zuſammen=
hang mit dieſen auch deshalb, weil die Kerntruppe der
Chormitglieder auch Mitwirkende bei jenen Feſtſpielen
war. Man wollte nach beendigter Spielzeit, die ſo reich
die Siegreichen vom Tag zuvor nicht gewachſen; ſie
ver=
ließen Lüneburg mit dem Beſcheid an Davout, für jeden
gemaßregelten Hannoveraner einen gefangenen Franzoſen
erſchießen zu laſſen. Mit ſanfter Gewalt entwaffnete
Da=
vout die Bürger. Und Vandamme rückte auf Hamburg
zu als Schickſal dieſer Hanſaſtadt
Aber die aufſtändiſchen Norddeutſchen rumorten
flei=
ßig weiter; erzielten zwar keine ſonderlichen Siege,
leg=
ten aber einen Teil franzöſiſcher Macht feſt, ſetzten 40000
Mann außerhalb der eigentlichen Kriegsführung.
*
So an der unteren Elbe. An der oberen Elbe aber
kam es am 5. April bei Möckern zu einem energiſchen
Gefecht mit dem Vizekönig. Einleitend dazu einen Blick
auf die Pläne und Situationen der Kriegsführung bei
den Verbündeten.
Das preußiſch=ruſſiſche Rütli hatte gleich nach dem
Kaliſcher Vertrag Kriegsrat gehalten. Für Preußen
dachte und ſprach Scharnhorſt. Etwa dieſes: mit
geſam=
melter Kraft ſofort auf den Vizekönig zu, ihn zwingend,
zurückzugehen; vordringen, um des Königreich Sachſen,
deſſen Volk reif wurde für die deutſche Sache, Herr zu
werden. Aber dieſem forſchen Kriegsplan, das
Schlacht=
feldterrain außerhalb preußiſchen Landes zu legen und
möglichſt auch eine Entſcheidung bereits vor Napoleons
Ankunft herbeizuführen, war mancherlei entgegen. Zum
Beiſpiel das ruſſiſche Heer, das weniger ſtark als gedacht:
dann auch des preußiſchen Königs Verlangen, den
Kali=
ſcher Vertrag bis zur Kriegserklärung geheim zu halten.
Scharnhorſt und ſeinem Plan vor allem entgegen aber
war der ruſſiſche Fürſt Kutuſow, ein gebrechliches
Männ=
chen von 68 Jahren, das ſeinen Kaiſer nicht begriff, dem
genug ſchien, die Franzoſen aus Rußland verdrängt zu
haben. Kutuſow hatte keine rechte Traute, fürchtete, des
eben erworbenen Feldherrnruhms verluſtig zu gehen. Er
verlangte vor Kriegsanfang die Raorganiſation des
ruſ=
ſiſchen Heeres und wollte die preußiſchen Rüſtungen zum
Abſchluß gebracht ſehen. Und obgleich ſich Scharnhorſt,
um ſeinen Plan durchzudrücken, auf die Hinterbeine ſetzte,
über ihn ſiegte doch Kutuſow. Dieſer erhielt den
Ober=
befehl über alle Preußen und Ruſſen. Immerhin gelang es
Scharnhorſt ſeinen König auf einen kühnen, unterneh=
mungsluſtigen und franzoſenhaſſenden General
aufmerk=
ſam zu machen: Blücher!
Dieſer erhielt den Oberbefehl auf dem ſüdlichen
Kriegsſchauplatze; ſeine 27000 Mann verſtärkte das
ruſ=
ſiſche Korps Witzingerode mit 13000. Nördlich blieb der
gut befundene Wittgenſtein Chef; zu ſeinen Ruſſen kamen
von preußiſcher Seite York, Bülow und Borſtell mit
27000 Mann. Eine dritte Machtlinie ſchuf durch die Zahl
33000 die ruſſiſche Hauptarmee unter den Generalen
Tor=
maſſow und Miloradowitſch.
An der Bereſina, wo man die Franzoſen in einer
gut funktionierenden Falle hatte, war die erſte gute
Si=
tuation nicht benutzt worden; nun ward gezögert, den
Vizekönig zu vernichten. Ihm blieb Zeit, ſein Heer nach
dem Plane, den ihm Napoleon entwarf, als er ſelbſt allzu
ſchlechte führte, zu verſchieben, in günſtige Stellungen zu
bringen und zu erreichen, Anfang März gut gerüſtet bei
Magdeburg zu ſtehen. Und indem ihn Napoleon Ende
des Monats weiter in eine Stellung auf das rechte
Elb=
ufer dirigierte wurden überlegte, aber noch nicht
ausge=
führte Angriffspläne der Verbündeten antiquiert. Es
ſchien, als ob der Vizekönig mit 50000 Mann und 116
Geſchützen einen Offenſivſtoß gen Berlin tun wolle;
chon die Anſiedlung bei Magdeburg und zumal das
Schla=
gen von Brücken über die Elbe durfte dies befürchten
laſſen.
Da ſchoben ſich denn Wittgenſtein, der ſich ſeit Anfang
März arbeitslos in Berlin befand, und die preußiſchen
Ge=
nerale von den Orten, die ſie inne hatten, vor und hatten
ſich bald dem Vizekönig nahe gebracht. Auf des
Kriegs=
rats Befehl, waren ſie gemäß der Situationsverſchiebung
ſeit der erſten Schlachtenkonferenz unterwegs, ſich mit
Blücher auf der Strecke Leipzig=Altenburg zu vereinen.
Des Vizekönigs Abſicht hieß, Wittgenſtein die Direktiven
ändern.
In ſanfte Berührung mit den Franzoſen gerieten am
2. April Borſtells Vortruppen, die von Königsborn nach
Nedlitz, Dörfer auf gleicher Breitelinie zwiſchen
Magde=
burg und Möckern gelegen, zu retirieren ſich gezwungen
ſahen, wie desgleichen nächſtentags die Haupttruppen bei
Möckern ſelbſt ſich zurückgeworfen ſahen. Marſchmüde,
vermochten Bülows in Brandenburg liegende Truppen
ſie waren ſeit dem 26. März von Stettin unterwegs —
eine Vereinigung mit den Zurückgeworfenen nicht
anzu=
ſtellen. Dies war faul, denn die Borſteller hatten in der
Situation nichts zu lachen. Am 4. trat Borſtell,
Witt=
genſteins Befehl gemäß, einen Rückzug von Möckern an,
entging einem heimlichen Ueberfall des Vizekönigs, und
lagerte ſich zwiſchen Gloina und Groß=Lübars. Ihm zur
Hilfe kam das Korps Berg über Lützo, York über Zerbſt
Bülow über Hohen=Ziatz. Vereinigt waren 23000 Mann
Infanterie, 500 Koſaken und 130 Geſchütze. Der
Ober=
feldherr Wittgenſtein, der am Abend des 4. April in
erbſt eintraf, beſchloß für den nächſten Tag voll Mut den
Angriff, obwohl ihm bekannt, daß der Gegner ſtärker.
Vertagte auf den 6., um den Nachzug näher zu ſchaffen,
alle Kraft bei Hand zu haben. Doch falſche Nachricht, der
Feind mache einen Zurückzieher, gebot am Morgen des
5., ſollte die Situation genützt werden, den Angriff. Er
war überhaſtet.
Ein Kampf, dem ein Feldherr Direktiven geben kann,
wurde nicht daraus; es gab verſtreute Gefechte,
rückgrat=
loſes Teilgekämpfe. Der Gegner hielt ſich ſchlecht, war
ſchlecht gelenkt und ſo gab es einen kleinen, aber immerhin
erfreulichen Sieg. Um 12 Uhr mittags raufte die
Avant=
garde York unter dem General Hünerbein mit
verſchiede=
nem Gelingen mit dem Feinde; das hartnäckige Gekämpfe
entſchied endlich das Bajonett, vor dem der Gegner von
dannen ging. Hier war es um das Dorf Gommern zu tun
geweſen. Um das Neſt Vehlitz hub um 4 Uhr
nachmit=
tags die Avantgarde des Bergſchen Korps ein Streiten
an; Borſtell unterſtützte ab 6 Uhr; da es dunkelte, war
man Herr des Terrains. Bülow indeſſen focht um
Möckern engſtes Gebiet herum; ſeine Avantgarde, geführt
von General von Oppen, hetzte die gegneriſche Kavallerie
auf Vehlitz zu, Borſtellſche Truppen in die
verderben=
bringenden Fänge.
So verlief der 5. April bei Möckern. Ueber die
Fran=
zoſen ſiegten die Waffenbrüder an drei Enden. Und er
Tod ſiegte über 2000 franzöſiſches und 500 rütli=
genöſſi=
ſches Leben.
Der Vizekönig zog ſich auf Magdeburg zurück.
Kata=
ſtrophal hätte er auf die Verbündeten wirken können. Aber
er glaubte ſich Vortruppen, nicht einer Armee gegenüber.
Und nur Teilkräfte hatte er demzufolge zum Kampf
ent=
ſandt,
an Anregenben und erhebenhen Momtenten war und eine
Reihe Feſllnge für die Mitwirkenden gebracht hal, nicht
Wieber Asbilld in das Alltagsteben zurücktreten, ſonber!
deit Häüber jeuer Begeiſterling noch weiter genießen Di
allc ergeiffen halle ſinb imiimter ba zu finben iſt, Wo Gleich
Geſinſiſe einem eblen Zieſe zuſtreben. Ein ſtättlicher Ehör
Dent etiba 170 Sängeriſſſen und Sängern will bemſächſt
bor bie Oeffenllichkeit treten, unterſtützt von. einem Or
cheſter, zu dein ſich hervörrageſbe Kräfte in größer Jat
ebenfalls freiſbinig Muſammſenfanden. Weſn ſich ber Ghor
ſchfſteichelt, mnit ſeiſem Uilſerſichiten beit Uütherfeſtſpielen
einen ſürbigen, Wein Alch eibas verſpäteten Nöſchil
zu (leben und bemſentſprechenb auf bas Iillereſſe Der (
rh-
ßeit Lütherfeſtſpieſ-Gſemeinbe in Slabt und Land hofft,
15 fann jebsch dlch weiteren Kreiſen ein höher Genſſt
dieſem Wert in Ansſicht geſtellt werden, ſiſſonſehr, ae
nllch herbörragende Soliſten für die Aüfführſhig Geibohne
Würben. Won einheiſſiſchen Künſtiern haben Fällein
Elſe Diefentyätet ſnd Herr Frunz Müller ihre
Meitwirfung ingeſact, Küßerbeſit wurben Frau Irſſich Herr-
Mlca-Schaffiler ans Köln und Heir Marimilian Treiiſih
ans Alerbuch Geiboftſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. April. Heute morgen
traf Int Gattin und Kind Dr Yen ein, der neue
Per-
treier ber jſngen chiſeſiſchen Repüblir ai beſtiſchen Kaſ.
ſerhof. Er halte die Reiſe von Peking nnch Verlin a
bein Lanbibege zurikgelegt. Richt weit von ſeiner
Moh-
nung ait Kürfürſteſbamm, aif der Statton Soblögiſchen
Garten, berließ ec dei zug, ben er in Peking beſtiegen
halle. In der Erſcheinſung des Geſandten komm D
Wanbel zum Ansbrick, den das Hinimiliſche Reſch
burth=
gemtacht hat. Roch Deus Worgänger War mit
herabwoagen-
beit Jopff und in weite, banſchige Seilengewänder gehilt
liuch Berlin gekomimen. Dr. Yen aber iſt iſch der neueſten
Mohe gekleibet, nür ſein Antlitz verrät den Oſtaſſaten.
Der Magiſtrat Derrin bat Abermals 15w000 Mark
als Beihilfe an Veterauen ans den Kriegen 16(4,
1H66, 1a70/71 bewilligt. Dieſe Spende iſt nür für Meie
raſten beſtimimt, die zur Fahne eiſberſiſen waren, ben
Unteröffizier- ober Gemſteinenſtande angehörl und in Wein
bealanb geſtanden haben. Sie müſſen würbig ſnd
bebürf-
tig ſein, am u. Septeiber 1910 in Werlin geſoohnt un
balerſib hier ihren Wohnſitz beibehalten haben. Seſter
Nachmlitlag ſind die beiden erſten 12(0 Zentner-Ktahne Be
ber Nieherfinower Schleuſe in den
Großſchiffahrts=
weg Beelin-Stettin eingefahren. Damit iſt her
Großſchiffahrisweg probeweiſe eröffiet. Die Kähle Waren
mit Eichenlanb vekränzt. Die ſeierliche Gräffinng hes
ganzen Kaſais ſon Miilie Malt erfolgen. Hilich Geſet
vom 1. April 100h war ber Ban hes Kanais beſbinigt
worben; die Koſten bes für unſere Miinenſchiffahrr ſo
Wichtigen Kiltnrſberks waren auf 1 biſrtin) Marf
Veranl-
ſchladt. In Steglit wurben die verſoitwete Frau
Oberſtleutnant Schulz und ihre 19 Jahre mlie Tochter,
erſtere im Sterben begriffen, die letztere erſchöfſe
in ihren Metten auſgeſunden. Die Mutter hielt
möch die totbringenhe Wafſe in der Hand, mit der ſie ſid
eine Kugel in die Shläſe geſagt batte. Wenige Minnten
nach dem Eintreſſen der Molizeibeamten und bes Arzie
mußte ber ſoeben eingetietene Tob ſeſtgeſtellt werben. Ma
ber Meinung bes Arztes war die Tochter ſchent ant Mon
tag geſtorben. Auf den Beiten waren friſche Mlimen
aus-
geſtrent. Die Damen führlen ein ſehr zueſiekgezögenes
Leben. Es wird Angenoiſiſſſen, baß materielle Sorgen die
Urſache der PFragöbſe ſind,
Wiesbaben, 2. April. Der Taglöhner Auguſt Leber
und ſein breizehn Jahre alter Sohn ſoirben heite Nach
mittag in ihrer Wöhnung Helenenſtraſte, bewußtros
anſgefnnden. Säitiſche (ashahne ſafen geöffne
Beim Mater dlieben die Wieberbelebianigsbeſſſche
erfolg=
los, während der Sohn beſinnſiiigslos in has
Krankeit-
hauls nebeſht ſonthe Es liegt Mord und Selbſtmorb vor.
Homburn v. b. H., 3. April. Nach den neneſten
Dis=
poſitioſten wird der Herzog von eumberrand 6
13. April zum Beſuch ber kaiſerlichen Familie hier ein
treffen. Prinz Abalbert wird au 5. April dier erwartet.
Köln, 9. April. Por der hieſigen Strafkammer
ſtanden heute brei junge Leute aus Köln, e
Schloſſerlebrling, ein Meibaniker und ein Schleiſer, die im
Urteil ansbriſcklich uls „Hen Schreiken voſ Sühbeniſch
Aunb” bezeihnet wurben. Die hatten ungefähr 2
Ranb-
attentate nich Art der Mariſer Aplchen in
Franf=
furt a. M., Mainz, Wiesbaben und Darmſtabt
vonführt. Die Mehörben hatten bamſals öffentliche
Mur=
milligen und Mlrlite erlaſſen, die zur Ergreiſung der
Vür=
ſchen aufförberten. Auf ſtillen Straßen waren dieſe brei,
mit Revolvern und Dolchen bewaffnet auf ruhige
Paſſan=
ſen losgegangen hatten ſie mit den Rufen: „Hande hoch
(Beld oder wlut!” zur Hergabe ihrer Barſchaft gezwungen.
Bei einem Diebſtahl in einem Reſtaurant in Mainz
wur=
hent ſie bann ergriffen. Das Urteil lauſet auf je 5 Jahr=
Gefangnis welche Strafe als äuſterſt mild bezeichnet
wilrbe. Daß nicht höher erkannt wurde, liegt an der
Ingend der Verurteilten, die noch nicht 18 Jahre alt
ſind
Krefeld, 3. April. Zur Verſtärkung der Polizei aus
Anlaß des Färberſtreiks ſind geſtern etwa 200
Schntzleute aus Düſſelborf, Dutsburg, Elberfeld unt
Barmen eingetroffen. Sämtlſche unsgeſperrten
Seiben=
arbeiter haben inzwiſchen beſchloſſen, die Arbeit heute
wieber aufzunehmen, hingegen bleiben die Fornier nadh
Wir vor ansgeſperrt.
Dresden, 8. April. Zwei elegant gekleibete Männe
überfieren auf demt Waluwege beim Weißen Hirſch
zweſ Ruſſinnen, die bort ſpazieren gingen. Einer
Daimie ſurden die koſtbaren Brillant-Ohrringe, ſofbie eine
Taſche ans Silber mit einem Krebitbrief auf eine auslän=
Diſche Waur über einen hohen Betrag, ein golbenes, mit
Juwelen beſetztes Notizbuch und ein größerer Geldbetrag
Veraubt. Man vermiatet in bem einen der Räuber eine
Ungeblichen italleniſchen Ariſtokraten, ber in der letzten Zei
im Sanatorium Meiſer Hirſch wohnte, ſeit dem Ueberfall
Iber verſchwounden iſt. Der einen Dame wurbe ein
Ohr=
läppchen faſt abgeriſſen, außerdem trug ſie noch andere
Ver=
letziingen babont.
Halle a. d. S., 3. April. In dem benachbarten
Löbe=
jün ſcheuten die Pferde zweier Möbelwagen.
Awei Kinder der Familie Zagora, welche bereits im
Vor=
fahre zwei Kinder durch Ertrinken verloren hatte, wurden
getötet. Iibei Frauen wurden verletzt.
Magbeburg, April. Die Handwerkskammer
bewil=
ligte als Kaiſer Wilhelm IT.=Jubiläumsſtiftung aus den
Mitteln ber Kammer 10 000) Mark als Grundſtock zum
Bau eines Echolungsheimes für
ſelbſtän=
bige Handwerker.
Küſtrin, 3. April. Zum Küſtriner Bankkrad
werben noch folgende Einzelhelten gemeldet: Puppe ſchein
ſach den neueſten Feſtſtellungen, um den Banken für ſeine
jahlreſchen Mechſel Unterpfande geben zu können, die
De=
pots ſeiner Kunden angegriffen und ſie den Banken
ver=
pfändet haben. Daburch ſind zahlreſche kleine Zahler
riimiert worhen. In beit Kontor der Firma ſpielten ſich
im Laufe des geſteigen Tages böſe Szenen ab. Faſt all
GGewverbetreibenden der Stabt ſind ſchwer geſchäbigt. Die
Deuiſche Bank und die Reſchsbank haben etſoa eine halbe
Million zu fordern. Die ſibrigen Worberungen bürften
etiwa 1½ bis 14 Millionen Mark betragen. In Aktiven
ſind etſoa 1 Millſon Mark in Wechſelforderungen
vorhan=
den. Die Urſache des Konkürſes iſt in den Speklilationen
des Puppe zu ſuchen. Das Geſchäft ſelbſt ging
ausge=
zeichtiet.
Uſedom, 3. April. Der Bürgermeiſter der Stadt Uſe
dom Troemel beſſen Verſchwinden und Wieberauf
tauchen im Jahre 1911 großes Aufſehen erregte, iſt, w
gemeldet, wiederum ſpurlos verſchwunden
Am Schalter löſte er eine Fahrkarle zweiter Klaſſe nach
Merlin und fuhr nach der Reichshauptſtadt. Von Berlin
aus ſandte er am Samstag dei Beigeordieten ber Stabt
SSwinemünde ein Felegramm, indem er dieſen bat, ihr
zu vertreten. Auch Frau Troemel erhielt eine kurze
Drahtnachricht ihres Mannes, die ſie von der Anweſenheit
ihres Gatten in Werlin in Kenninis ſetzte. Noch am
glei=
chen Fage reiſte Frau Troemel nach Berlin, um ihren
Mann zu ſichen; bis geſtern abenb war aber wbeber vo
Ihr noch von ihremt Manſe eine neue Nachricht in Uſebot
eingetröffen. Würgermeiſter Proemel verſchwband, wie
er=
innerlich ſein bürfte im Frühjahr 1911 prötzlich, ohne ein
Lebenszeichen von ſſch zu geben, ſo daß auch ſeine Familie
in große Angſt und Sorge gertet. Man gläubte allgemein,
baß er bas Opfer eines Verbrechens geworben ſei, bis
man ihn ſchließlich in Paris entdeckte. Seine Frau reiſte
ſchleunigſt nach bort und brachte ihn nach Uſedom zurick.
Er wurde bamals vom Amt ſuspendiert und ein
Diſzipli=
narverfahren gegen ihn eingeleitet. Die Unterſuchung
er=
gab, daß er ſeine Amtsgeſchäfte die ganzen Jahre
hin=
burch müſtergfltig geführt hatte. Da er weiter eiſte große
Anzahl Atteſte über ſeinen hamaligen vorübergehenden
kranrbaften Zuſtand beibringen konnte, wurbe das
Ver=
fahren gegen ihn eingeſtellt und er wieder in Amt und
Wülrden eingeſetzt Jetzt ſcheint der behanernswoerte Man
ſoieber erkrankt zu ſein. T. hat in Steglitz Verwandte,
aber auch dieſe wiſſen nicht, wo er ſich zurzeit aufhält.
Rom. 2. April. Die Ueberführung der Leiche
Morgans vom Granbhotel zum Nahnhof ſand in ganz
ſihlichter Weiſe ſtatt. Den Sarg ſihmſſckten nun bie
Kränze, barunter ein prachtvoller Kranz Kaiſer Wilhelms.
Die Leiche wird über Mailand nach einem franzöſiſchen
Hafen gebracht, von wo ſie nach New=York übergeführt
werden wirb.
Brüſſel, 2. April. In der Begeündung des Urteils,
das in dem um den Nachlaß des Königs Leopolh
geführten Prozeß heute geſprochen wurde wird das
Abkommen zwiſchen der Niederfüllbacher Stiftung und
dem belgiſchen Staat für gültig erklärt. Die ſtrittige
Hanpiſumme geht alſo in den Beſitz des belgiſchen
Staate=
über. Das Gericht erklärte daß die Gültigkeit der
Stif=
tung durch das genannte Abkommen für Belgien hinfällig
geworben ſei
Paris 2. April. Das belgiſche Königspaat
iſt um 12 Uhr 35 Minuten nach Brüſſel abgereiſt. Auf dem
Bahnhof hatten ſſch zur Verabſchledung der Miniſter deg
Aeußern und ein Vertreter des Präſidenten Poincaré
ein=
gefülden.
Paris, 3. April. Der radikale Deputierte Cecaldi,
hat dem Direktor der nationaliſtiſchen Liberté,
Ber=
thoulat, eine Duellforderung zugehen laſſen,
weil er und andere Deputierte in dieſem Blatte weger
hrer Abſtimmung zugunſten der Amneſtierung der
Deſer=
teure „vaterländiſche Renegaten” genannt worden waren
Der Zeuge Berthonlats erklärte, daß der Artikel lediglic
eine Kritik einer öffentlichen Kammerabſtimmung darſtelle
Der als Schiebsrichler angerufene General Dalſteln
er=
klärte jedoch, daß eine Beleldigung vorliege. Der
Zwei=
ampf dürfte heute ſtattfinden
Paris, 3. April. Wie aus Lorient gemeldet wird.
trug ſich geſtern abend an Bord des im dortigen Arſenal
ſeiner Vollenbung entgegengehenden Panzerſchiffe
„Courbet” ein ſchwerer Unglücksfall zu.
Meh=
rere Arbeiter waren in einem Panzerturm mit der
Auf=
ſtellung zweier 305 Millimeter=Geſchütze beſchäftigt, als
dieſe plötzlich aus den Schienen glitten. Zwei Arbeiter
wurden von den Kanonen an die Wand bes Panzerturmeg
gebrückt. Der eine, dem Bruſt und Kopf zermalmt waren
var auf der Stelle tot der andere ſchwer verletzt. Erſt
nach mehrſtündiger Arbeit gelang es, den Verwundeten
aus ſeiner Lage zu befreien.
Madrib, 3. April, An der kantabriſchen Küſte herrſchte
ein heftiger Sturm. Zwei Ruderboote kenferten,
wobei mehrere Perſonen umkamen
New=York. 3 April. Wie es heißt, wird nunmehr der
Vorſchlag, unſformierte Frauen in
Polizei=
dienſt zu ſtellen, in ernſteſte Erwägung gezogen. Sie
ſollen dort Dienſt tun, wo beſonders viele Mädchen
zu=
ammen arbeiten. Mei den Erörterungen über die
Ein=
führung dieſer Inſtitutſon ſetzte die Führerln der
Frauen=
rechtsbewegung, Porter, auseinander, daß es für die
Männer häufig ſchwierig ſei, die Mädchen mit dem
not=
wenbigen Takt zu behandeln. Frauen könnten mit elnem
Wort oft mehr auseichten, als die Männer mit ihren
ganzen Brutalität.
Deutſcher Reichstag.
Berlin, 3. April. Präſibent Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2.20 Uhr. Erſter Gegenſtand der
Beratung iſt der Bericht der Reichsſchulden=Kommiſſion
über eine Reihe von Spezialfonhs, ſo des
Reichsinvallden=
ſonds, des Hinterbliebenenverſicherungsſonds, des
Reichs=
kriegsſchatzes uſw. Der Bericht wird ohne Debatte für er
lebigt erklärt
Es folgt die zweite Leſung der
Reichshaus=
haltsrechnung für 1910. Dieſe paſſiert ebenfalls ohne
Debatte. — Dann folgt die
zwelte Leſung der Rechnung über den Kolonialetat
für 1908. Die Rechnungskommiſſion beantragt, Entlaſtung
zu erteilen. — Abg. Noske (Soz.): Wir wollen hoffen
baß unbeſchabet der Gründlichkeit in Zukunft eine raſchere
Erledigung der Abrechnungen erfolgen kann. Wir haben
hier zu betonen, daß in den Jahren über die jetzt endlich
Rechnung gelegt wirb, eine arge Mißwirtſchaft in unſerem
Kolonialweſen beſtanden hat. Unter ärgſter Mißachtung
des Etatsrechts des Reichstags iſt in geräbezu frivoler
Weiſe von unſeren Kolonialbehörden gewirtſchaftet
wor=
deſt, insbeſondere von Herrn v. Puttkamer als
Gonver=
ſteur, ber in ſkandalöſer Weiſe das Bewilligungsrecht
miß=
achtet hat, wie es ſeit Jahrzehnten nicht mehr
vorgekom=
men iſt. — Abg. Dr. Braband (Fortſchrittl. Vpt.): Herr
v. Puttkamer iſt nicht beſonders bureankratiſch veranlag
geweſen, aber es wäre eine Ungerechtigkeit, wegen dieſer
Verſtöße das Große und Gute beſtreiten zu wollen, was
Herr v. Puttkamer mit durchgreiſender Energie in
un=
ſeren Kolonien geſchaffen hat. Er hat Togo eingerichte
und auch Kamernn auf den Weg gebracht; dies anzuer
kennen, dürfen wir uns nicht ſchenen. Seine Maßnahmen,
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 2. Aprilt
Oedipus.
Wel. Für die Freunbe und Verehrer klaſſiſcher Kunſt
war die beutige Bebipns=Anfführung ein Abend
rünſtleri-
ſcher Erbebung; wer bin und wieber die klaſſiſche Antike
auf ſich wirren läßt, macht eine Art rünſtleriſchen
Reini=
gungsptrogeſſes an ſich burih, beſſt er geſbinnt ben rehſte
Manſtab für die Weurteilung wabrer Kunſt ſfeber; es
in ber Litertür nicht unbers, ſoſe in der Plaſtik, für die
die Antike Kunſt ewige Schönheitstbeale geſchaffen hat
Die beutige Vorſtenung War nach ber des „Hanlet
unb „Fobermann” die ſchänſte und einbrmefsvolſte dieſer
Saiſon. Weſn die Nübtnnſeſenden erfähren Werben,
mas ſie verſänmt baben, bürfte eine
Wieberholungsaſſ-
fübrung allch nob fäblreicher beſucht weiben. Es iſt
aber das Söferſal klaſſiſiher Stilike, baß ſie nar von einen
auserieſenen‟ Aublikum beſucht werben.
Wenn man ſadt, baß Ariſtoteles ſeine berühmte Deſt
nition bes Trngiſchen aus den Sophorleiſihen Tragähfen
Abgeleitet bat, ſo beukt man babei wohl zumeiſt an beſſen
„Antigone” da dem „König Oebipus”, techniſch die voll
enbetſte und beſbundernswerfeſte der uns überlſeferten
ſieben Hoppokleiſchen Pragöbſen, der Begeiff der
tragt-
ſchen Schuld in dem artſtoteliſihen Sinne fehlt; der
Dich=
ter fand die Sage in allen Eingelbeiten als feſte Ueber
ffeferung vort Sbuld und Strafe miteinander in
Ein=
rlang zu ſetzen und die Sage winrſelih zu mobiſiſiere
hätte nicht dem Sinne der Aiten entſprochen. Alle Inte
pretationskünſte können barüber nſcht binweghelfen, da
dieſe Tragödie von beiſt Geiſſe des Wataltsmus beherrſch
iſt, von dein Gebanren, daß Oebipns, obwohl der beſt
Menſch, dem Verhangnis verfallen muß. das ihir uunein
nar von den Göttern beſchieben iſt. Auch der beſte Menſch
Inuß Ingrunde gehen, wenn ion die Götter baſſen
Einnand, baß Pebipns die Shuld ſeiner Eliern büht.
erſt rünſtlich konſtrufert, und dieſe Fatſache würde Kif
den Eindruk des Fragiſchen nicht erhöben.
Aber dieſer Fatalismus des Dſchters entſpringt eiſter
He Frömnuakeit, dem Bewußtſein der Menſchlichen
Ohnmacht gegenüber dem göttlichen Walten und der
Un=
beſtänbigkeit alles menſchlichen Glückes. Niemals
üben=
mitig zu ſein im Glück und Maß zu halten im Glück wie
im Unglück, denn der Gülter Höchſtes iſt die Beſonnenheit
dieſer Grunbgebanke zieht ſich wie ein roter Faben
duſch alle Trngödien des Sophokles hinburch.
Mit bem bewundernswerten Geſchlik des Meiſters
der ſeine Kunſt verſtand, wie einer, hat nnn Sophokles in
dieſer Tragöbie trotz ber mangelnben tragiſchen Schult
ſeines Helben keinen abſtoßenben oder grauſamen
Ein=
bruck, ſondern das von dem Tragiſchen unzertrenntare
Gefüht reinen Mitleihes zu erregen gewußt. Wie er hies
zuſtanhe bringt, bas gehört zu den wunderbaren
Geheim=
niſſen der klaſſiſchen Antike und beruht in erſter und letzte
einie auf dem den alten Griechen innewohnenden
Natür-
lichen Gefühl für das rein Aeſthetiſche und künſtleriſch
Wirkſame.
In der Ueberſetzung des bekannten Philologen von
Wilamoſitz-Moellendorf, die den Sophokleiſchen Text
möglichſt unverſärſcht wiebergibt, und in der hieſigen
In=
zenſerung werben die Chöre, deren Rekonſtrnktion bei hei
Wieberaufführung griechiſcher Dramen hie meiſten
Schwierigkeiten bereitet, zum größten Teil von den
Eborenten unidem geſprochen. Dies iſt immer ein
ge=
ſongtes Unterſehmen, da die tragiſche Wirkung durch has
Zuſmmmenſpreihen leſcht beeintrachtint wird. Wir
wür=
hen dem in der Milbrandſchen Mearbeitung
eingeſihla=
geſten Modus ben Vorzug geben, wonach anſtatt der
Chöre drei Chorführer agteren und ſprechen und die
übri=
ſen Chörenten als ſtumme Perſonen mit auftreten. Dieſ
Löſung der ſchwlerigen Frage iſt allerdings lebiglich eine
bilbnenprartiſche. von Opporinnſtätsgründen eingegebene
und keine wiſſenſchaftliche. Beibe Löſungen ſind abe
immer noch ber in der Antigone verſuchten vorzuziehen,
den Chören eine moberne Muſik unterzulegen. Bei her
beutigen Auffübrung war der Chor ber thebaniſchen
(Kreiſe in eine ältere und eine jüngere, auch tonlich von
einander unferſihiebene Gruppe geteilt, von denen die
eine die Strophe und die andere die Gegenſtrophe ſprach.
Hie Inſſenierung naar einfach und würhig und bein
finſſihchen iit der Fragöhie angemeſſen: Im Hinter=
Krunde dei mönnmentale Königsbau, zu dem eine
zwei=
teilige, aus zwölf Stufen beſtehende TreupaNufführt.
rechts und links je ein pyramidenartiger Lorbeerbaum,
ſpährend die Seitenkuliſſen durch monumental wirkende
Einfaſſungen erſetzt wurden und die Zugänge auf beiden
Seiten frei blieben. Mit vielem Geſchmack und ſeinem
künſtleriſchem Empfinden war das Prinzip der mobernen
Dekoration dem Bedürfniſſe der antiken Bühne angepaßt.
Die Rolle des Königs ſpielte Herr Baumeiſter
großzügig und temperamentvoll. Ob in einem Drama
des Sophokles, dem das Maßhalten in allen Dingen
oberſtes Geſetz war, ein Darſteller ſoviel Temperamen!
entfalten ſoll, iſt eine Prinzipienfrage, jedenfalls aber
entſpricht es unſerem modernen Empfinden mehr, und
machte denn Herr Baumeiſter mit der Darſtellung dieſel
Rolle einen liefen und in den unvergleichlich herrlicher
Szene des Abſchiebes von ſeinen Töchtern einen
erſchüt=
teinden Eindrick, der bei den Zuſchauern noch lange nach
dem Verlaſſen des Tbeaters nachwirkte. Klaſſiſchen Geiſſ
mit moberner Kunſt vereinigte Herr Ehrle in der Rolle
des Kreon, feierlich und ſchön ſprach Herr Weſtermann
die des blinden Sehers, während Frl. Alſen als Jokaſte
in Mimir und Sprache etwas mehr ſeeliſches Empfinher
hätte verraten rönnen. Auch die kleineren Rollen wurden
ſehr gut geſpielt. Den Chorführer ſprach Herr Heinz
mit edlem Pathos, den Korinther ſpielte Herr
Peter=
ſen mit friſcher Volkstümlichkeit und für den alten Hir
ten, den Hauptzeugen der furchtbaren Schickfalstragodſe
bes thebaniſchen Königshauſes, war Herr Wagner der
berufene Vertreter. Die realiſtiſche Erzählung von dem
Selbſtmord der Jokaſte und der Selbſtblendung des
Oedi=
pus ſprach Heir Schneider mit vielem Nachdruck.
In dem vorſtehend Geſagten iſt auch die Anerkennung
für die Regie des Herrn Baumeiſter bereits
ausge=
ſprochen. Beſonders zu loben iſt noch, daß er den
geblen=
deten Oebipus nicht, wie in der Rheinhardtſchen Oedipus=
Anfführung in Frankfurt geſchab, zu einem Gegenſtand
des Abſcheus machte, ſondern, zum Teil auch durch
ge=
ſchiekte Dämpfung der Beleuchtung, das Gräßliche
un=
geſehen ließ.
Um die Geſtaltung des ſchönen Bühnenbildes hatten
ſich die Herren Kempin und Schwerdifeger
ver=
dient gemacht.
die die Etatsüberſchreitungen verurſachten, ſind durch die
Bank vernünftig geweſen. —
Die Rechnung wird für
er=
ledigt erklärt. — Es folgen
Wahlprüfungen.
Ohne Debatte werden für gültig erklärt die Wahlen
der Abgg. Hüttmann (Soz.) und Warlo (Ztr.).
Bei der Wahl des Abg. Oertzen (Reichsp.) beantragt
die Kommiſſion Ungültigkeit. — Abg. Arendt (
Reichs=
partei): Namens meiner Freunde ſtelle ich den Antrag, die
Wahl v. Oertzens an die Wahlprüfungskommiſſion
zurück=
zuverweiſen, und zwar aus formellen und materiellen
Gründen. Der Wahlproteſt gründet ſich darauf, daß 412
Inſaſſen der Beelitzer Heilanſtalt nicht zur Wahl
zuge=
laſſen ſind. Die Entſcheidungen über die Ablehnung der
Eintragung in die Wählerliſte, die von den einzelnen
Stellen ergangen ſind, ſind nicht in dem Bericht der
Kom=
miſſion enthalten. Es ſteht nicht feſt. ob es Minderjährige,
unter Kuratel Stehende, mit Verluſt der bürgerlichen
Ehrenrechte Beſtrafte, Ausländer oder ſolche Perſonen ſich
darunter befinden, die eine Armenunterſtützung bekommen.
Die Möglichkeit, dieſe Tatſache ableugnen zu wollen, iſt
doch eine parteiliche Voreingenommenheit unerhörteſter
Art. (Große Unruhe links.) Ja, es wäre eine
Rechts=
beugung, wenn man wegen derartiger Fragen Wahlen
kaſ=
ſieren wollte. (Große Unruhe. Präſident Dr. Kaempi
ruft den Redner zur Ordnung.) Ich habe nicht den
Vor=
wurf gemacht, daß in der Vergangenheit eine
Rechts=
beugung vorgekommen iſt, ſondern habe nur auf eventuelle
zukünftige Fälle verwieſen. (Lachen links.)
Abg.
Schmidt=Meißen (Soz.): Die Eintragung der Beelitzer
Station iſt zu Unrecht abgelehnt worden. Ich muß
drin=
gend bitten, die Wahl für ungültig zu erklären. — Abg.
Schwarze (Ztr.): Es muß zunächſt noch geprüft werden,
ob dieſe 412 Perſonen wirklich wahlberechtigt geweſen ſind.
Wir ſtimmen der nochmaligen Kommiſſionsberatung zu.
Abg. Neumann=Hofer (Fortſchrittl. Vpt.): Ob
und wie die Wähler gewählt haben würden, muß für uns
gleichgültig ſein. Eine nochmalige Prüfung der Wahl iſt
nicht notwendig. — Abg. v. Brockhauſen (konſ.): Wir
ſollten dem Antrag des Abg. Arendt auf Zurückverweiſung
Folge geben, zumal über die Wahlberechtigung der 412
nicht eingetragenen Wähler doch berechtigte Zweifel
be=
ſtehen. Wir ſtimmen dem Antrag Arendt zu.
— Abg.
Stadthagen (Soz.): Der Abg. Dr. Arendt hat die
Tat=
achen völlig auf den Kopf geſtellt. Seine Ausführungen
ſind das Gegenteil von Recht und Sinn. (Präſident Dr.
Kaempf rügt den Ausdruck.) Der Verdacht, daß die
Bee=
litzer Patienten ſolche Perſonen ſind die
Armenunter=
ſtützung bekommen haben, iſt ein unerhörter Anwurf und
eine Beſchimpfung, die auf das Schärfſte zurückgewieſen
werden muß. Wir lehnen den Antrag aus
Reinlichkeits=
gründen ab. — Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Eine
Prü=
fung der Wahlberechtigung der 412 Beelitzer Patienten
muß unter allen Umſtänden erfolgen. — Abg. Fiſcher
Soz.): Bei den 412 Beelitzer Anſtaltinſaſſen handelt es
ſich um Kranke, die auf Grund ihrer Zahlungen und
ge=
etzlichen Anſprüche auf die ſoziale Geſetzgebung ſich dort
befinden. Von Aſyliſten zu ſprechen, hat niemand das
Recht. Dieſe Bezeichnung iſt anrüchig, ebenſo gut könnte
nan die in Sanatorien untergebrachten Perſonen ſo
be=
eichnen und vom Aſyliſten Eulenburg ſprechen.
Nach weiteren kurzen Ausführungen der Abgg.
Btrock=
hauſen und Waldſtein ſchließt die Beratung. Die
Abſtim=
nung über den Antrag auf Zurückverweiſung bleibt
zwei=
elhaft. Es findet daher Hammelſprung ſtatt. Für
Zu=
ückverweiſung ſtimmen 151 Abgeordnete, dagegen 155. Der
Antrag iſt ſomit abgelehnt. Darauf wird über den Antrag
der Kommiſſion über die Ungültigkeitserklärung der Wahl
des Abg. v. Oertzen abgeſtimmt. Auch dieſe Abſtimmung
bleibt zweifelhaft, und es muß nochmals abgezählt
wer=
den. Es ſtimmen für Ungültigkeit 160, für Gültigkeit 140
Abgeordnete. Die Wahl iſt ſomit für ungültig
erklärt worden.
Es folgt die Wahl des Abg. Dr. Arendt (Rchspt.).
Die Kommiſſion beantragt die Gültigkeitserklärung. Die
Wahl wird ohne Debatte für gültigerklärt. — Es
folgen
Petitionen.
Eine Petition verlangt Abhilfe gegen den geheimen
Warenhandel und den offenen Vertrieb von
Tabaksfabri=
katen aller Art durch die Gaſt= und Schankwirte. — Die
Kommiſſion beantragt, die Petition, ſoweit ſie Abhilfe
gegen den geheimen Warenhandel bezweckt, zur
Berück=
ichtigung zu überweiſen, ſoweit ſie eine Einſchränkung des
Betriebes fordert, durch Uebergang zur Tagesordnung zu
erledigen. Abg. Brey (Soz.): Wir können uns mit dem,
was die Petenten wollen, nicht einverſtanden erklären.
Zugegeben werden muß doch, daß es in letzter Zeit den
apitalſchwachen Schultern immer ſchlechter geht. Das iſt
aber einzig und allein die Folge unſerer wirtſchaftlichen
und Zollpolitik. Durch ein Geſetz könne man den
ge=
zeimen Handel nicht bekämpfen, deshalb können wir dem
ntrage der Kommiſſion nicht zuſtimmen. Wir beantra=
gen bezüglich der ganzen Petition Uebergang zur
Tages=
ordnung. — Abg. Sir=Amberg (Zentr.): Wir müſſen
in Verfolgung einer geſunden Mittelſtandspolitik alles
Erreichbare nehmen. Auch wir wünſchen, wie es die
Petition ausdrückt, daß Beamte, die ein auskömmliches
Gehalt haben, keinen Handel nebenher betreiben. — Abg.
Siehr=Inſterburg (Fortſchr. Vpt.): Die Ausführungen
des Vorredners waren nicht überzeugend. Wir werden
dem ſozialdemokratiſchen Antrag auf Uebergang zur
Tagesordnung zuſtimmen.
Abg. Schulenburg
(natl.): Unſere Gewerbetreibende haben zweifellos ein
Recht auf Schutz gegen den geheimen Warenhandel. Wir
treten deshalb dem Petitionsantrag bei. Soweit ein
Ver=
bot des Vertriebs von Tabakfabrikaten in Wirtſchaften
verlangt wird, beantragen wir Uebergang zur
Tagesord=
nung. — Nach nochmaligen kurzen Ausführungen des
Abg. Brey (Soz.) und des Abg. Sir=Amberg (Ztr.)
wird die Petition nach den Vorſchlägen der Kommiſſion
erledigt und hierauf vertagt.
Nächſte Sitzung Samstag 2 Uhr. Tagesordnung:
Rechnungsſachen, Etat des Reichstages,
Veteranenbeihil=
fen, Petitionen. — Schluß 6 Uhr 15 Min.
* Berlin, 3. April. Zu Beginn der heutigen
Sitz=
ung der Budgetkommiſſion des Reichstages
teilte der Abg. Spahn mit, der Reichskanzler habe
erklärt, er werde ſich am kommenden Montag im Plenum
über die auswärtige Lage äußern. Bei der
Berat=
ung des Etats für das Auswärtige Amt wünſchte der
Referent Baſſermann Auskunft über die Lage am Balkan
und begrüßte das Zuſammenwirken Deutſchlands und
Englands bei den Balkanwirren und begrüßte weiter den
freundlichen Ton, auf den die jüngſten Reden der
eng=
liſchen Staatsmänner im Unterhauſe geſtimmt waren. Die
Haltung Deutſchlands bei den gegenwärtigen Wirren
habe bewieſen, daß Deutſchland eine friedliche Politik
ver=
folge. Staatsſekretär v. Jagow machte daraufhin
Mit=
teilungen über Fragen, die mit dem Balkankriege
zu=
ammenhängen. Dieſe Erklärungen waren vertraulicher
Natur.
Stapellauf des Dampfers
„Vaterland‟.
* Hamburg, 3. April. Prinz Rupprecht
von Bayern, der heute hier eingetroffen iſt, empfing
heute vormittag den Generaldirektor der Hamburg=
Amerika=Linie Ballin und ſtattete dann, begleitet vom
Hofmarſchall Grafen zu Pappenheim, im Rathauſe dem
Präſidenten des Senats Schröder einen Beſuch ab, den
dieſer ſpäter erwiderte. Gegen Mittag begab ſich Prinz
Rupprecht nach dem Hafen, wo er eine Hafenrundfahrt
unternahm. Unter Führung Ballins wurde ſodann der
„Imperator” beſichtigt. Nach der Beſichtigung fand
ein von der Hamburg=Amerika=Linie gegebenes Frühſtück
an Bord des Dampfers „Blücher” ſtatt. Die öffentlichen
Gebäude und viele Privathäuſer tragen Flaggenſchmuck,
insbeſondere haben die im Hafen liegenden Schiffe über
Toppen gepflaggt. Die Werft von Blohm & Voß, auf
welcher heute nachmittag der Stapellauf des
Schweſter=
ſchiffes des „Imperators” ſtattfand, iſt mit Flaggen und
Girlanden reich geſchmückt.
Hamburg, 3. April. Auf der Werft von Blohm u.
Voß lief heute nachmittag kurz vor 4 Uhr der neue
Rieſendampfer der Hamburg=Amerika=Linie, den
man vor der Taufe als „Imperator” bezeichnete, ohne
jeden Zwiſchenfall glücklich vom Stapel. Auf der
Ehren=
tribüne hatten neben den Direktoren und
Aufſichtsratsmit=
gliedern der Hamburg=Amerika=Linie und der Werft von
Blohm und Voß Vertreter des Senats, der Bürgerſchaft
und des Militärs, ſowie zahlreiche Ehrengäſte Platz
ge=
nommen. Als Vertreter ſeines Vaters, des Prinz=
Re=
genten Ludwig, erſchien zur Vollziehung der Taufe Prinz
Rupprecht von Bayern. Die Feſtrede hielt
Bürger=
meiſter Dr. Schröder. Der Redner wies auf die
ge=
waltige Entwicklung der Geſellſchaft der Hamburg=
Ame=
rika=Linie, wie der deutſchen Schiffsbaukunſt hin. Die
Hamburg=Amerika=Linie könne es heute wagen, drei ſo
gewaltige Schiffe, wie den „Imperator” in Dienſt zu
tellen. Deutſche Werften ſeien längſt in der Lage, ſolche
Dampfer und Fahrzeuge fertigzuſtellen. Der
Bürger=
meiſter ging ſodann kurz auf den Zuſammenhang zwiſchen
den Jahren 1813 und der Gegenwart ein und wies auf
die Werke des geeinten deutſchen Vaterlandes hin. Prinz
Rupprecht taufte ſodann das Schiff im Auftrage ſeines
Vaters auf den Namen Vaterland” Bürgermeiſter
Schröder brachte danach ein Hoch auf den Prinz=Regenten
Ludwig aus. Darauf wurde das Zeichen zum Ablauf des
Schiffes gegeben, das lautlos im Verlauf von knapp zwei
Minuten vom Stapel ins Waſſer glitt, von lauten
Hurra=
rufen des Publikums auf der Werft und auf den
zahl=
reichen Damfern und Booten auf der Elbe begleitet.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Peſt, 3. April. In Erörterung der
aus=
wärtigen Lage ſchreibt der Peſter Lloyd: Die
Zu=
ſtimmung des Petersburger Kabinetts zu
Zwangsmaß=
regeln gegen Montenegro iſt das förmliche Eingeſtändnis
der Ausſichtsloſigkeit der ruſſiſchen Nebenpolitik, welche
Montenegro und Serbien dahin lenkte, daß dieſe
Maß=
regeln notwendig wurden. Die über jeden Zweifel
er=
habene Friedensliebe des Zaren hinderte nicht das
Ent=
tehen ernſter Spannungen, nicht die Formulierung von
Forderungen, die Oeſterreich=Ungarn niemals erfüllen
könnte und nicht die unter Beruſung auf die ruſſiſche
Gut=
heißung gewagten Provokationen Serbiens und
Mon=
tenegros. Seit Jahren werden die ruſſiſchen
Staatsmän=
ner von der chauviniſtiſchen Petersburger und Moskauer
Preſſe beſchimpft, weil ſie das unmögliche, ihnen von den
Panſlawiſten vorgezeichnete Programm nicht durchführen
können. Das den Umſturz Europas heiſchende
panſla=
wiſtiſche Programm könnte jedoch nicht verſucht werden,
ohne daß Rußland in einen Konflikt mit dem Dreibund,
England und dem neuen Groß=Bulgarien geriete. Kann
ſich die ruſſiſche Diplomatie von den panſlwaſtiſchen
Ein=
flüſſen nicht gänzlich losringen, ſo werden ihre Protégés
auf dem Balkan noch ſchmerzlichere Enttäuſchungen
er=
leiden.
Die Flottenkundgebung gegen Montenegro.
— Wien, 3. April. Oeſterreichiſche und
italieniſche Schiffe kreuzen bereits an der
monte=
negriniſchen Küſte und ſind nach Berichten in mehreren
Küſtenſtädten von der Küſte aus zu ſehen. Ein griechiſcher
Torpedobootszerſtörer lief geſtern in Antivari ein, blieb
dort eine Viertelſtunde und dampfte dann ſchleunigſt
wie=
der ab.
Petersburg 2. April. Die Petersburger
Telegraphen=Agentur erfährt: Angeſichts der Tatſache, daß
die Botſchafter=Vereinigung in London die
Notwendig=
keit einer Flottendemonſtration in den montenegriniſchen
Gewäſſern anerkannt hat, hat Rußland, das an dieſer
Demonſtration nicht teilnimmt, ſich zugunſten des
inter=
nationalen Charakters dieſer Demonſtration für
Beteilig=
ung franzöſiſcher und italieniſcher
Kriegs=
ſchiffe ausgeſprochen.
* London, 2. April. Die Weſtminſter Gazette
ſchreibt: Die ruſſiſche Zuſtimmung zu der
Flot=
tenkundgebung iſt vorläufig ſo aufzufaſſen, daß ſie
die Bedingung einſchließt, daß keine militäriſche Aktion
ſtattfinden ſoll, außer, ſoweit ſie notwendig wäre, um an
der Küſte die Flotte zu unterſtützen. Die
Flottenkund=
gebung mag eine langſame Wirkung haben. Sie wird
hof=
fentlich frei von Senſation und Blutvergießen ſein, aber
ſie wird ſchließlich wirkſam ſein. Demgegenüber würde
eine militäriſche Aktion weit größere Fragen als
Mon=
tenegro und Skutari auf die Tagesordnung ſetzen und
neue Gefahren für die Mächte und die Verbündeten
her=
beiführen. Die richtige Löſung der Frage wäre, daß die
Verbündeten ſie ſelbſt löſten, indem ſie die Vermittelung
der Mächte annähmen, denn nichts könnte bedrohlicher für
die Kriegführenden und ihre ganze Sache ſein, als die
Ausſicht auf Differenzen zwiſchen den Mächten, die in
elfter Stunde alles umſtoßen könnten.
* London 2. April. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt, daß, entgegen den im Ausland über die
Anſchau=
ungen Rußlands von der
Flottenkund=
gebung gegen Montenegro verbreiteten Gerüchten, die
Haltung der ruſſiſchen Regierung in dieſer Angelegenheit
von Anfang an vollkommen klar geweſen ſei. Rußland
ſei ſtets der Meinung geweſen und ſei es noch, daß eine
gemeinſame Flottenkundgebung im Intereſſe der
Monte=
negriner ſelbſt von Nutzen wäre, da ſie darauf hinziele,
die Stellung des Königs zu feſtigen. Im übrigen habe
man ſeit jeher gewußt, daß Rußland aus leicht
begreif=
lichen Gründen die Entſendung eines Kriegsſchiffes nicht
ins Auge gefaßt habe.
* Paris, 2. April. Angeſichts der ablehnenden
Ant=
wort Montenegros hält man die
Flottenkundgeb=
ung in diplomatiſchen Kreiſen jetzt für unvermeidlich.
Frankreich iſt bereit, ſich ihr anzuſchließen,
voraus=
geſetzt, daß das verbündete Rußland ihm klar und
deut=
lich das Mandat erteilt, es zu vertreten. Die Antwort
aus Petersburg, die nicht zweifelhaft erſcheint, wird
un=
verzüglich erwartet.
Die Vertagung der Botſchafterkonferenz
* London, 2. April. Wie das Reuterſche Bureau
von diplomatiſcher Seite ſpät abends erfährt, iſt die
Bot=
ſchaftervereinigung vertagt worden, da
end=
gültige Inſtruktionen betreffend die geplante
Flotten=
demonſtration fehlen. Die Tatſache, daß die Berichte von
mehreren Hauptſtädten ſehr widerſpruchsvoll lauten, hat
lebhafte Erörterungen verurſacht. Es ſcheint keinem Zwei=
Feuilleton.
) Wo blieben die Juwelen der Kaiſerin Eugenie?
die Auffindung einer geheimnisvollen Flaſche mit einem
vom 4. September 1870 datierten Verzeichnis von
Juwe=
len der Kaiſerin Eugenie läßt wieder die alte, noch nie
einwandfrei beantwortete Frage aufleben: wo blieben
1870 bei dem Zuſammenbruch des franzöſiſchen
Kaiſer=
tums die Juwelen der Kaiſerin Eugenie? Denn die jetzt
in den öſtlichen Pyrenäen aufgefundene Flaſche, in deren
unmittelbarer Nähe man am nächſten Tage bei den
ein=
geleiteten Ausgrabungen auch ein Skelett fand, iſt nicht die
einzige, die im Laufe der letzten 40 Jahre durch Zufall ans
Licht gebracht wurde. Im Journal beſchäftigt ſich
Ca=
mille Ducray mit dieſem Geheimnis der Geſchichte. Am
3. September 1870 lief in den Tuilerien die
Unglücksbot=
ſchaft von Sedan ein: der Kaiſer und ſein Heer waren
gefangen. Vor dem Schloſſe verſammelte ſich eine
Volks=
menge; es kommt zu Kundgebungen, und von Stunde zu
Stunde wird die Haltung feindſeliger und drohender. In
der folgenden Nacht genehmigt das Parlament in einer
außerordentlichen Sitzung den Vorſchlag Jules Favres:
„Louis Napoleon Bonaparte und ſeine Dynaſtie ſind der
Regierungsgewalt, die ihnen die Verfaſſung verliehen
hatte, entkleidet.‟. Die Ereigniſſe überſtürzen ſich. Im
Morgengrauen des nächſten Tages fühlt Eugenie de
Guz=
man, Kaiſerin der Franzoſen und Regentin, den Thron
wanken; und ſchon um 3 Uhr mittags flüchtet ſich Eugenie
zu dem amerikaniſchen Zahnarzt Evans. Aber Eugenie
war Frau, und eine Frau von Verſtand. Ehe man ihre
Kaſſetten und Schatullen plündern ſollte, wollte ſie ihr
Eigentum retten. Sie hatte einige Leute, denen ſie
Ver=
trauen entgegenbringen konnte, ſchon vorher zu ſich
befoh=
len, hatte ihre Juwelen unter dieſe Männer verteilt, ihnen
ein genaues Inventar beigefügt und den treuen Dienern
das Reiſeziel angegeben: Es war Madrid; der Gräfin
von Montijo, der Mutter der Kaiſerin, ſollten die Schätze
in Verwahrung gegeben werden. Dann verlaſſen dieſe
geheimen Sendboten das Schloß. Sie haben geſchworen,
ihre Miſſion zu erfüllen — oder zu ſterben. Und nun
be=
ginnt der Abenteuerroman. Einige dieſer Boten müſſen
ihr Ziel erreicht haben, denn ſpäter wurden rechtmäßige
Juwelen der Kaiſerin Eugenie verkauft. Die anderen
aber trafen nie in Madrid ein, und manche von ihnen
kamen vielleicht um. Gewißheit über ihr Schickſal hat
man nie erlangt; aber Spuren und Indizien ſind
mehr=
fach aufgetaucht. Die jetzt bei Montlouis aufgefundene
Flaſche iſt nicht die einzige ihrer Art. Im Jahre 1873 fand
ein Bürger von Cannes auf dem proteſtantiſchen
Fried=
hof von St. Hippolyte=du=Fort eine Flaſche, die ebenfalls
ein Verzeichnis von Juwelen aus dem Beſitz der Kaiſerin
Eugenie enthielt. Und kurz darauf wird in der Nähe des
Kirchhofes von Ganges im Departement Herault ein
ähn=
licher Fund gemacht. 1882 legten Erdarbeiter in La Salle
eine Reihe von Skeletten frei; eines von ihnen zeigt am
Halſe eine kleine Blechbüchſe. Man findet darin Papiere,
und darunter ein amtlich abgeſtempeltes Verzeichnis, vom
4. September 1870 datiert, mit Angabe der kaiſerlichen
Ju=
welen, die der Bote der Gräfin von Montijo überbringt.
Der Empfängerin wird mitgeteilt, daß der Ueberbringer
der „fünfte” Bote mit Juwelen ſei. Die Nachforſchungen
ergaben, daß die aufgefundenen Skelette die Gebeine von
Reiſenden waren, die am 19. Sevtember nachts bei einer
Eiſenbahnkataſtrophe bei St. Francois umgekommen
waren. Auch der geheime Bote der Kaiſerin Eugenie
be=
fand ſich unter den Toten. Aber wo blieben die Juwelen,
die er bei ſich trug? Sie ſind ſpurlos verſchwunden. In
der Gegend wußte man damals nur zu berichten, daß
einige der Augenzeugen jener Kataſtrophe auf rätſelhafte
Weiſe über Nacht plötzlich reich geworden ſeien. Nie aber
wurden Juwelen gefunden . . .
— Die Reliquien des Klubs der Dreizehn. Das
Muſeum der Zentralbibliothek von Southwark iſt in
die=
en Tagen um eine eigenartige Sehenswürdigkeit
berei=
chert worden: um die „Reliquien” des bekannten „Klubs
der Dreizehn” der ſeinerzeit mit dem Ziele gegründet
wurde, jede Art von Aberglauben zu bekämpfen. Die
Religuken beſtehen aus einem Schädel, einem zerbrochenen
Spiegel, einem ſargförmigen Salzfaß; das waren die
Utenſilien, die dem Klub bei ſeinem letzten Bankett im
Jahre 1894 als Tafelſchmuck dienten. Jenes letzte Bankett
wurde im Zimmer 13 des Londoner Holborn=Reſtaurants
abgehalten; 13 Tiſche waren aufgeſtellt und an jedem
ſaßen 13 Gäſte. Alle ſaßen vor gekreuzten Meſſern, alle
wurden von ſchielenden Kellnern bedient. Alle trugen
grüne Krawatten und als Knopflochſchmuck eine
Pfauen=
feder. Das Signal zum Beginn der Mahlzeit gab das
Zerbrechen eines großen Spiegels, und auf dem Wege
zum Speiſezimmer gingen alle Gäſte unter Leitern
hin=
durch. Der damalige Vorſitzende des Klubs, Harry
Fur=
niß, der noch heute lebt, ſtiftete jedem Tiſchälteſten ein
Taſchenmeſſer. Dann löſte ſich dieſer ſeltſame Klub auf;
er exiſtiert nicht mehr, aber ſein Ziel hat er nicht ganz
er=
reicht, denn der Aberglaube iſt noch immer am Leben . . .
* Ein franzöſiſcher Aprilſcherz. In Reims herrſcht
große Erregung über einen Reinfall, den ein Aprilſcherz
in der hieſigen Zeitung Courrier de la Champagne
ver=
urſacht hat. Die Zeitung brachte am Kopf des Blattes in
fetten Lettern am 1. April die Nachricht, daß in der Nähe
der Kaſernen von Reims der neueſte deutſche
Zep=
elinkreuzer infolge eines Propellerbruches
nieder=
gegangen ſei. Genaue Beſchreibungen, Stimmungsbilder,
Unterredungen uſw. waren der Senſation beigegeben, ſo
daß die meiſten Reimſer auf ſie hineinfielen. Den ganzen
Tag über bewegte ſich ein Strom von Menſchen nach den
weit draußen liegenden Kaſernen, wo man dann entrüſtet
ſeiner Empörung Luft machte. Viele Bürger haben ſich
an das Gericht gewandt, um gegen das Blatt vorzugehen;
und man glaubt, daß es wegen Vergehen gegen den § 27
des Preßgeſetzes belangt wird, wonach die Verbreiter
fal=
ſcher Nachrichen, die die öffentliche Ruhe ſtören, beſtraft
werden können.
fel zu unterliegen, daß mehrere plötzliche Meinungs=
(änderungen über die Entſendung von Schiffen ſeitens
mehrerer Mächte eingetreten ſind. Während z. B. in
Eng=
land erklärt worden iſt, daß keine italieniſchen Kriegsſchiffe
an der Flottendemonſtration teilnehmen werden, wird
hier von wohl unterrichteter diplomatiſcher Seite
konſta=
itiert, daß aller Grund vorhanden ſei, an eine Teilnahme
Italiens zu glauben. Von ganz autoritativer Londoner
Seite wird erklärt, daß ein franzöſiſches Kriegsſchiff mit
Billigung Italiens auf Verlangen teilnehmen wird, aber
auch dieſer Punkt ſcheint, Informationen von franzöſiſcher
Seite zufolge, nicht klar zu ſein. Man bezweifelt nicht, daß
die Beſeitigung der beſtehenden Ungewißheit nur eine
Frage von wenigen Stunden iſt.
Die Antwort der Balkanſtaaten.
* Wien, 2. April. Die Antwort der Balkanſtaaten
auf den Friedensvermittlungsvorſchlag der Großmächte
der von der Türkei bereits angenommen worden iſt,
ver=
zögert ſich, da Serbien und Griechenland hinſichtlich der
Abgrenzungen Schwierigkeiten machen.
* Sofia, 2. April. Die Verbündeten äußerten
neuerdings den Wunſch, an dem Text der Antwortnote
redaktionelle Aenderungen vorzunehmen. Die
Ueberreichung der Antwortnote an die Großmächte
ver=
zögert ſich daher neuerdings.
Staatsſekretär von Jagow über die
Balkanlage.
* In der Budgetkommiſſion des
Reichs=
tages beantwortete der Staatsſekretär des
Auswärtigen Amtes in teilweiſe vertraulichen
Ausführungen eine Reihe von Fragen, die im
Zu=
ſammenhange mit dem Balkankriege ſtehen. Er machte
Mitteilungen über die Entſtehung des
Balkan=
bundes der urſprünglich als eine Vereinigung ſämt
licher Balkanſtaaten mit Einſchluß der Türkei gedacht war,
infolge der ablehnenden Haltung der Pforte als eine
Ver=
einigung nichttürkiſcher Balkanſtaaten zuſtande kam und
— mit der Spitze gegen die Türkei — etwa im Juli 1912
endgültig abgeſchloſſen wurde. Der Staatsſekretär ging
auf die Frage ein, ob die deutſche und europäiſche
Diplomatie durch den Ausbruch des Krieges überraſcht
worden wäre. Tatſächlich habe in den Hauptſtädten der
Balkanſtaaten noch bis in die letzten Tage vor dem
Aus=
bruch des Krieges die Stimmung geſchwankt. Der
Be=
ginn des Krieges ſei gegen die Abſicht der anderen
Ver=
bündeten durch den frühzeitigen Losbruch Montenegros
erfolgt. Der Staatsſekretär erörterte die verſchiedenen
diplomatiſchen Phaſen des Krieges, die Aufgabe
der Status quo=Formel, die durch die von allen Mächten
angenommene Formel der Lokaliſierung erſetzt wurde
be=
ſonders dig Entwicklung der albaniſchen Frage, wobei ſich
die deutſche Diplomatie ſtändig auf Seiten ihrer
Verbün=
deten, unter Benutzung jeder Gelegenheit zum
vermitteln=
den Eingreifen gehalten habe. Im ganzen Verlaufe dieſer
Frage habe Deutſchland treu zu Oeſterreich=Ungarn
ge=
ſtanden und ſei auch ſofort auf den Wunſch ſeines
Verbün=
deten bereit geweſen, an der
Flottendemonſtra=
tion an der montenegriniſchen Küſte
teilzu=
nehmen. Wie ſich bei weiterer Hartnäckigkeit Montenegros
dieſe Angelegenheit weiter entwickeln werde, laſſe ſich
heute noch nicht ſagen. Der Staatsſekretär ſtellte feſt, daß
hierbei ſämtliche Mächte übereinſtimmten, daß Skutari,
die größte von Albaneſen bewohnte Stadt, Albanien
zu=
geſchlagen werden ſolle, nachdem über die Zuweiſung von
Prizrend und Djokowa an die Balkanverbündeten eine
Einigung erzielt worden ſei. Ueber den Gang der
Ver=
handlungen, betr. den bulgariſch=rumäniſchen Ausgleich
laſſen ſich Einzelheiten gegenwärtig nicht mitteilen
Deutſchland iſt bemüht, den rumäniſchen
Wün=
ſchen nach Möglichkeit zu einem Erfolg zu helfen. Der
Staatsſekretär ging dann auf den Zweck der gemeinſamen
Note ein, die vor dem Sturze des Kabinetts Kiamil an
die Pforte gerichtet worden war. Es handelte ſich darum
nach dem Zuſammenbruch der Türkei für dieſe das
Mög=
liche zu ſichern. Die Vorgänge in
Konſtantino=
pel machten die Bemühungen der Mächte fruchtlos. Die
Geſamtheit der finanziellen Fragen werde unter
Zuzieh=
ung von Fachmännern in Paris erörtert werden. Die
Vorbeſprechungen ſeien ſeit einiger Zeit im Gange. Die
Grenze Midia=Enos ſei jetzt auf Anregung Rußlands zur
imöglichſt ſchnellen Beendigung der Feindſeligkeiten von
den Mächten den Kriegführenden vorgeſchlagen und von
der Türkei bereits angenommen worden. Die
Aeußer=
ungen der Balkanverbündeten zu den
Me=
diationsvorſchlägen ſtänden noch aus. Nur noch
die Inſelfrage, deren Löſung ſich die Mächte
vorbe=
halten hätten, böte erhebliche Schwierigkeiten.
Deutſch=
lands Politik gehe dahin, dieſe Frage tunlichſt in einer
Weiſe zur Löſung zu bringen, daß der aſiatiſche Beſitzſtand
der Türkei nicht gefährdet wird. Hinſichtlich des aſiatiſchen
Beſitzes der Türkei gingen die Bemühungen
der deutſchen Diplomatie darauf, den Status quo
zu erhalten und die Lebensfähigkeit der Türkei zu ſtützen.
Die Dardanellenfrage habe bisher keine Macht
ange=
ſchnitten.
Die Trauerfeierlichkeiten
in Athen.
* Athen, 2. April. Die Trauerfeierlichkeit
für den König Georg gab der Stadt vom frühen
Morgen an das Gepräge. Eine dichte Menge füllte den
Platz an der Kathedrale und ſäumte den Weg des Trauer
uges. Um 8 Uhr rückten die Truppen in das Spalier.
Die Trauerverſammlung füllte die Kathedrale. Neben
dem König Konſtantin waren alle Mitglieder der
königlichen Familie, die fremden Fürſtlichkeiten, darunter
die Prinzen Heinrich und Joachim von Preußen
und Prinz Ernſt Auguſt, Herzog zu Braunſchweig und
Lüneburg. Unter den Vertretern der fremden Höfe war
der ſächſiſche Oberhofjägermeiſter von Rex, der im Namen
des Königs und des Kronprinzen Kränze niederlegte. Um
10 Uhr begann die kirchliche Trauerfeier, wobei die Erz
biſchöfe des Königreiches amtierten. Nach dem Schluß
bildete ſich der Trauerzug auf dem Platze vor der
Kathe=
drale in der Hermesſtraße bis zum Verfaſſungsplatz.
Voran ſchritten die Abordnungen des Heeres, dann die
hohe Geiſtlichkeit aus allen griechiſchen Gebieten. Die
Dekorationen des Königs und die Fahnen der Regimenter
wurden vor der Lafette,die den Sarg des Königs trug,
voran=
getragen. Letztere wurde von Matroſen gezogen und war
von den Flügeladjutanten und Euzonen des Königs
um=
geben. Dahinter ging das Schlachtroß des Königs. Dem
Sarge folgten König Konſtantin mit ſeinen Söhnen, den
fremden Fürſtlichkeiten und Abgeſandten der Souveräne,
ſodann die Wagen der Königin=Witwe und der
Prin=
zeſſinnen. Hinter der Geiſtlichkeit, den Miniſtern, den
Kammerpräſidenten, dem diplomatiſchen Korps, den Ver=
tretern der fremden Marine und Städte ſchloſſen Truppen
den Zug, der ſich zum Lariſſa=Bahnhof bewegte, wo der
Sarg von den Prinzen in den Wagen getragen wurde
Die Artillerie und die fremden Kriegsſchiffe feuerten einer
Trauerſalut von 101 Schuß. Morgen finden Trauerfeiern
im ganzen Königreiche ſtatt.
Luftfahrt.
* Kriegsmäßige Ballonverfolgunger
finden auf Wunſch des Kaiſers am 19. April, von
Frank=
furt a. M. aus, ſtatt. Der Frankfurter Verein für
Luft=
ſchiffahrt veranſtaltet und das Generalkommando des
Kai=
ſerlichen Automobilklubs leitet ſie. An dem Wettbewerb
werden vorausſichtlich acht Freiballone und vier
Flug=
zeuge von der Darmſtädter Fliegertruppe und
zwanzig Automobile des Oberrheiniſchen Automobilklubs
teilnehmen. Auch die Mitwirkung eines Militärluftſchiffes,
und zwar des neuen Zeppelinkreuzers „Z. 4‟, iſt von der
Heeresverwaltung zugeſagt.
* Metz, 3. April. Zu dem gemeldeten Fluge zweier
Fliegeroffiziere der Metzer Station nach Darmſtadt
erfahren wir noch folgendes: Leutnant Kaſtner und
Major Siegert der Metzer Fliegerſtation unternahmen
geſtern einen Flug in dem von der Firma Stahlbecker
ge=
ſtifteten Flugzeuge, einer Taube, nach dem Hunsrück. Di
dort noch nie ein Flugzeug gelandet war, wurden die
Offi=
ziere als franzöſiſche Spione angehalten. Nachdem ſie ſich
legitimiert hatten, und ſogar von einem Einwohner, der
früher im gleichen Regimente gedient hatte, perſönlich
er=
kannt worden waren, wurden die Herren in
liebenswürdi=
ger Weiſe vom Bürgermeiſter in Rheinböllen
bewillkomm=
net und zu Gaſte geladen. Nach dieſem Intermezzo flogen
die Offiziere nach Darmſtadt weiter.
* Reinickendorf bei Berlin, 3. April. Das
Mi=
litärluftſchiff „M. 1‟ iſt heute früh 5 Uhr zu einer
Fern=
fahrt nach Gotha aufgeſtiegen.
* Gotha 3. April. Das Luftſchiff „M. 1‟, das
heute früh 5 Uhr in Reinickendorf aufgeſtiegen war, iſt um
10 UUhr 8 Minuten vormittags glatt vor der Luftſchiffhalle
in Gotha gelandet, konnte aber wegen des heftigen
Windes noch nicht in die Halle gebracht werden.
* Gotha 3. April. Das Militärluftſchiff „M. 1‟
wurde um ¾11 Uhr in der Halle geborgen. Es
wird jedenfalls bis Montag in Gotha bleiben.
Der Flug eines Zeppelin=
Kreuzers nach Frankreich.
„2 IV‟ in Luneville gelandet!
Noch lacht die Welt, ſoweit ſie nicht ſelbſt darauf
yineingefallen iſt, über den hübſchen Aprilſcherz eines
Blattes in Reims, das ſeinen Leſern auftiſchte, ein
deutſcher Zeppelinballon ſei in der Gegend von Reims
verſchlagen und zur Landung gezwungen — ein Scherz,
den der Staatsanwalt allerdings übelgenommen — und
ſchon meldet der Telegraph, daß der Scherz zur Wahrheit
zu einer für uns allerdings bitteren Wahrheit, geworden
iſt: Geſtern iſt ein Zeppelinkreuzer, und zwar der neueſte
und modernſt ausgeſtattete und ausgerüſtete, der eben erſt
die Werft verlaſſen, tatſächlich nach Frankreich
ver=
ſchlagen und in Luneville gelandet. Mitter
in eine übende reitende Jägerabteilung hinein iſt er ge
flogen und hat den ſicher freudig erſtaunten Franzoſen die
„Gefangennahme” des erſten Zeppelin ſo leicht und
be=
quem wie möglich gemacht. Eine glänzende Revanche für
die nicht gelungene Gefangennahme des junger
Zeppelin auf ſeinem weltberühmten Patrouillenritt
im Jahre 1870. Bis jetzt liegen erſchöpfende
Mel=
dungen über die Fahrt der aus Offizieren beſtehenden
Ab=
nahmekommiſſion mit dem tragikomiſchen Ausgang nicht
vor. Nach den bis jetzt übermittelten Ausſagen habe das
Luftſchiff ſich im Nebel reſp. in den Wolken verirrt und
ſei dann „aus Verſehen” in Luneville gelandet. Es muß
der Unterſuchung überlaſſen bleiben, ob und wie weit
dieſes Verſehen entſchuldbar iſt. Vor allem, ob die
Lan=
dung ſelbſt vorgenommen werden mußte, nachdem
man doch an der übenden Truppe erkannt haben mußte,
daß man ſich über Frankreich befand. Den Herren konnt
doch die wenig liebenswürdige Haltung der franzöſiſchen
Grenzſtationen deutſchen Luftſchiffen und Fliegern
gegen=
über nicht unbekannt ſein. Tatſächlich mußten nach den
erſten Meldungen die Motoren abmontiert werden. Da
alſo das Luftſchiff nicht auf dem Luftwege zurückgebracht
werden kann, was ja ohne Motoren nicht möglich iſt, und
ein Transport zu Lande über die immerhin beträchtlich=
Strecke kaum möglich ſein wird, ſo iſt das gleichbedeutend
mit einer Demontage des ganzen Luftſchiffes.
Was alſo den Franzoſen noch irgend etwa verborgen iſt
an Fabrikationsgeheimniſſen und dergl., kann ihnen jetzt
offenbar werden, wenn von unſeren Offizieren auch wohl
erwartet werden kann, daß ſie das Aergſte zu verhüten
wiſſen werden. Der „Z. 4” war früh in Friedrichshafen
aufgeſtiegen, um nach Baden=Oos übergeführt zu
werden. Baden=Oos liegt in der Luftlinie etwa 100
Kilo=
meter von der franzöſiſchen Grenze entfernt, Luneville
jenſeits der Grenze etwa 20 Kilometer. Der Flug war
alſo um 120 Kilometer länger ausgefallen, als beabſichtigt
war. Möglich iſt alſo, daß Mangel an Betriebsſtoff zur
Landung zwang und ein Wiederaufſteigen, als man die
Gegend erkannte, nicht möglich war.
Den materiellen Schaden dürfte die
Luftſchiff=
baugeſellſchaft Zeppelin zu tragen haben, da das Luftſchiff
ja noch nicht offiziell vom Reich übernommen iſt. Wei
ſchwerwiegender aber, als der materielle Schaden, iſt der
ideelle, der in ſeiner ganzen Tragweite zur Stunde ſich
ja noch nicht annähernd überſehen läßt. Da der neueſt=
Luftkreuzer „Z. 4” u. W. mit Maſchinengewehren,
Bom=
benwurfapparaten uſw. ausgerüſtet iſt, Offiziere an Bord
hatte und Feſtungen überflogen hat, oder doch überflogen
haben kann Momente, die den Verdacht der Spio
nage rechtfertigen, können die
Auslieferungsverhand=
lungen ſehr langwierig werden; ja, ſogar
Beſchlag=
nahme des Ballons und Gefangenſetzung der Offiziere
iſt wahrſcheinlich. Tatſächlich liegt ja auch ſchon eine
Meldung vor, nach der die Beſatzung „überwacht” und der
Ballon mit Beſchlag belegt worden iſt. Selbſt wenn keine
Spionage nachgewieſen werden kann, der Verdacht
liegt ſicher vor, und auch die ſehr dehnbaren franzöſiſchen
Zollgeſetze geſtatten allerhand Maßnahmen, die für
uns von üblen Folgen ſein können. Demgegenüber kann
die von angeblich unterrichteter Seite ſtammende Mel
dung aus Paris, daß man dort dem Vorfalle „keine
weittragende Bedeutung” beimißt, nur bedingt beruhigen
Denn die Beſchlagnahme und Ueberwachung widerſpricht
dem.
Von irgend welchen amtlichen Maßnahmen
deutſcher=
ſeits liegen bis zum Redaktionsſchluß keinerlei
Meldun=
gen vor
„Z. 4‟ iſt das für den am 19. März zerſtörten
Mili=
tärluftkreuzer in Dienſt geſtellte Luftſchiff. Es trug die
Werkſtättenbezeichnung „L. Z. 16” und war urſprünglich
als Marineluftſchiff beſtimmt. Es war das erſte
Luft=
ſchiff, von dem aus Schießverſuche mit Maſchinengewehren
unternommen wurden.
Ueber den Verlauf der Fahrt mit dem tragikomiſchen
Ausgange, deſſen direkte und indirekte Folgen noch nicht
abzuſehen ſind, zumal es ſich doch um eine Kriegswaffe
handelt, liegen folgende
Meldungen
vor:
* Friedrichshafen, 3. April. Das Luftſchiff
„Z. 4” iſt heute früh 6 Uhr 10 Minuten zur Ueberfahrt
nach Baden=Oos aufgeſtiegen, wo es weitere
Uebernahme=
fahrten unternehmen wird.
* Veſoul, 3. April. Ein Luftballon vom Typ der
Zeppelinſchiffe überflog heute vormittag das
De=
partement Haute=Saone, wobei es die
Ort=
ſchaften Paſſavant, Rochere, Selles und Vauvillers
über=
flog. Es waren ſieben Perſonen an Bord. Das
Luft=
ſchiff flog in großer Höhe in der Richtung auf die Vogeſen.
* Paris, 3. April. (Agence Havas.) Heute
lan=
dete ein Zeppelin=Luftſchiff in
Lune=
ville (Departement Meurthe et Moſelle). An Bord des
Luftſchiffes befanden ſich ſechs Offiziere. Es handelt ſich
um einen Zeppelinkreuzer, der heute morgen in
Friedrichs=
hafen aufgeſtiegen war und ſich im Nebel verirrte.
Trup=
pen bewachen das Luftſchiff, deſſen Motore
ab=
montiert werden. Eine große Menſchenmenge hat
ſich nach dem Exerzierplatz hinausbegeben.
* Luneville, 3. April. Ein mit mehreren
deut=
ſchen Offizieren beſetzter Zeppelin=Kreuzer landete heute
mittag auf dem Manöverfelde, wo gerade eine berittene
Jäger=Brigade Uebungen abhielt. General Lescot
ver=
hörte die Offiziere. Dieſe erklärten, heute früh in
Fried=
richshafen aufgeſtiegen zu ſein. Sie wollten einen großen
Flug ausführen und waren durch die Wolken in der
Flug=
richtung getäuſcht worden. Aus Verſehen ſeien
ſie dann nach Luneville gelangt. Der Ballon wird
von Militär bewacht. Die ſofort herbeigeeilte gewaltige
Menſchenmenge wird durch Soldaten zurückgehalten. Der
Unterpräfekt und der Staatsanwalt ſind an Ort und
Stelle eingetroffen.
* Friedrichshafen, 3. April. Bei dem in
Luneville gelandeten Luftſchiff handelt es ſich, wie die
„Luftſchiffbaugeſellſchaft Zeppelin” beſtätigt, in der
Tat=
um den heute vormittag in Friedrichshafen aufgeſtiegenen
„Z. 4‟. Das Luftſchiff wurde geführt von Kapitän
Gluud, einem Angeſtellten der „Luftſchiffbaugeſellſchaft
Zeppelin” der das Luftſchiff noch gehört. Die an Bord
des „Z. 4” geweſenen Offiziere gehören der
Abnahme=
kommiſſion an. Es ſind: Kapitän George,
Oberleut=
nant Jakobi, Oberleutnant Brandeis.
* Metz, 3. April. Zu der Landung des
Zeppelinluft=
ſchiffes in Luneville wird noch aus Nancy gemeldet:
Das Luftſchiff wurde gegen 1 Uhr in der Gegend von
Nancy geſichtet und landete gegen 2 Uhr bei Luneville,
wo es von den Soldaten des gerade dort übenden zweiten
Jägerbataillons in Empfang genommen wurde. Die an
Bord befindlichen drei Offiziere gaben an, ſie hätten nicht
gewußt, daß ſie ſich auf franzöſiſchem Boden befänden.
Sie ſeien durch ſtarke Oſtwinde abgetrieben worden und
hätten mit fortwährenden Motordefekten zu kämpfen
ge=
habt. Die Volksmenge habe offenbar das Luftſchiff
für=
ein franzöſiſches Luftſchiff gehalten; ſie ſelbſt hätten aber
aus den Zurufen bald geſchloſſen, daß ſie ſich in
Frank=
reich befänden. Die Offiziere begaben ſich ſodann in ein
Hotel, vor deſſen Tür mehrere militäriſche Poſten
Auf=
ſtellung nahmen. Nach weiteren Meldungen verlautet,
daß die Luftſchiffer nach Paris um Waſſerſtoffgas
ge=
drahtet hätten. Man entnimmt daraus, daß ſie hoffen,
bereits morgen die Rückfahrt nach Deutſchland antreten
zu können.
Der Ballon mit Beſchlag belegt.
* Luneville, 3. April. Das hier niedergegangene
Luftſchiff iſt mit Beſchlag belegt. Die Beſatzung
wird überwacht. Ein Offizier der
Luftſchifferabtei=
lung des franzöſiſchen Kriegsminiſteriums iſt heute
nach=
mittag hier angekommen.
* Paris 3. April. Von unterrichteter Seite
ver=
lautet, daß man hier weit davon entfernt iſt, der Landung
eines deutſchen Luftſchiffes auf dem Uebungsplatze in
Luneville etwaige weitgehende Bedeutung
beizu=
legen. Der Vorfall habe lediglich Bedeutung aus dem
Ge=
ſichtspunkte des Luftſchiffahrtsintereſſes.
Das Luftſchiff von der franzöſiſchen Regierung
freigegeben?
* Frankfurt a. M., 3. April. Die Frkf. Ztg. melder
noch zu der Landung des Luftſchiffes „Z. 4” aus Paris:
Aus guter Quelle verlautet, daß die franzöſiſche
Regierung „Z. 4” ohne beſondere
Forma=
litäten freigeben werde. Nach
Friedrichs=
hafen ſei dieſe Meldung ſchon abgegangen.
Mann=
ſchaften und Gas ſeien von Friedrichshafen
nach Luneville bereits unterwegs. Die
Rückfahrt erfolge wahrſcheinlich morgen
frühſcheu.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Höchſt a. M., 3. April. Der Kreistag bewilligte
ſeute zum Regierungsjubiläum des Kaiſers die Summe
von 20000 Mark, die unter dem Namen „Kaiſer
Wil=
helm II.=Jubiläumsſtiftung” zur Verſtärkung
des Freibettfonds des Kreiſes dienen ſoll.
* Roſtock, 3. April. In der vergangenen Nacht ließ
ich in der Nähe des Roſtocker Exerzierplatzes ein
unbe=
kannter Mann vom Zuge überfähren. Der
Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt. Später ſtellte es
ich heraus, daß es ſich um den verſchwundenen Kaufmann
Bladt aus Gehlsdorf handelte. In einem
hinterlaſ=
enen Briefe teilte er mit, daß er ſeine drei Kinder in die
Warnow geworfen hätte. Die Leichen der beiden älteſten
Kinder ſind bereits geſtern gefunden worden, während
ſach der Leiche des jüngſten Kindes noch geſucht wird.
* Athen, 3. April. König Konſtantin gab
geſtern zu Ehren der anweſenden Fürſtlichkeiten und der
usländiſchen Abordnungen ein Diner. — Der hieſige
Kaufmänniſche Verein wird heute abend eine
Verſamm=
lung abhalten, um über den Boykott italieniſcher Waren
infolge der gegen die griechiſchen Intereſſen gerichteten
Politik Italiens zu beſchließen.
— Barcelona, 3. April. Auf dem Bahnhofe San
Paulo ſtieß ein Perſonenzug mit einem
Güter=
wagen zuſammen. Mehrere Wagen wurden
zertrüm=
mert. Drei Perſonen wurden getötet, zehn ſchwer verletzt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Reine weiße Haut. Dr. Kuhns
Jugend. Edelweiß=Crème, 2.50, 1.50 u.
=Seife 1.00, 0.60. Franz Kuhn, Kronen=Parf.,
Nürnberg. Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf.
weiß. Turm, ſowie in Apoth., Drog. u. Parfüm. (V,7922
andschaftsgärtnerei
Rudolf 1lank
loosbergstrasse 24
Anlage und
Unter-
haltung von Gärten
:: jeden Stiles. ::
(B7297
Motorwagen-Fahrräder.
Henere Ueeee gestetete.
Vertreter: Haas & Bernhard, Rheinstr.
Ene B RAUT-
Ausstattung
ist zur Zeit in meinem
Schaufenster ausgestellt.
Eichbergs Nachfolger
H. Eck
obere Wilhelminenstr 29.
(7958
S
Die glückliche Geburt einer
ases Tochter 8ochun
zeigen an
Regierungsbaumeiſter K. Seipel
und Frau Margarethe, geb. Dörr.
Roſtock, den 1. April 1913.
Schillerſtraße 5.
*7927
Todes=Anzeige.
Heute morgen um 8¼ Uhr verſchied nach
langem, ſchwerem Leiden mein lieber Mann,
unſer guter Vater, Großvater, Schwiegervater,
Schwager und Onkel
(*9149
Philipp Rau
Schreiner
im vollendeten 72. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Luiſe Rau, geb. Schneider.
Familie Daniel Scherer.
Familie Friedrich Weber.
Marie Rau.
Clotilde Rau.
Darmſtadt, den 3. April 1913.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
4 Uhr, vom Portale des Friedhofs aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß heute vormittag 10 Uhr
mein lieber Mann, unſer guter, treuſorgender
Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager
(7986
und Onkel
Herr Johann Ningler
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
ge=
tragenem Leiden geſtorben iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Ningler, geb. Lerch, u. Kinder.
Darmſtadt, den 3. April 1913.
Die Beerdigung findet am Samstag, 5. April,
nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 13. v. Mts. ſtarb in New=York-Aſtoria
nach langem, ſchwerem Leiden unſer lieber Sohn,
Bruder und Schwager
(*9150
Philipp Einsmann.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
E. Einsmann.
Darmſtadt, den 3. April 1913.
Grüner Weg 3.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer unvergeßlichen
Mutter
(7995
Frau
Henriette Keller Witwe
geborene Raab
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, im April 1913.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 4. April:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 5. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
Uhr 50 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr.
Abends 6 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 5. April:
Vorabend 6 Uhr 30 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 6. April, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr 45 Min.
NB. Dienstag, den 8. April:
Rausch Chaudesch Nissau.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Mittel= und Oſteuropa lagert hoher Druck
mit einem Kern über Jütland und einem über Rußland,
während im hohen Norden und über der Biscaya
Tiefdruck=
gebiete liegen. Heute morgen fielen in Deutſchland
in=
olge eines Randwirbels faſt überall leichte
Nieder=
ſchläge. Die Temperaturen ſind etwas geſunken. Wir
werden zunächſt noch unter dem Einfluß des weſtlichen
Tiefs ſtehen; ſpäter dürfte das Hochdruckgebiet
maß=
gebender für uns werden.
Ausſichten für Freitag, den 4. April: Zunächſt
trüb und regneriſch, ſpäter langſam aufheiternd,
Tem=
peratur wenig verändert.
Tageskalender.
Großh. Hoftheat er. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
Ab. A.): „La Traviata”
Generalverſammlung der Bank für Handel und
Induſtrie um 11 Uhr im Geſchäftslokal.
Hauptverſammlung des Richard Wagner=Vereins
um 6 Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — „Perkeo” um
8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 5. April.
Dünger=Verſteigerung um 8 Uhr in der Ar=
— um 9½ Uhr in der
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 61),
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Reißzeug
beſſeres, wird ſofort von einem
Studenten zu kaufen geſucht.
Offerten mit Preisangabe unter
V 92 an die Exp.
(*9039
Tennisnetz
für die Saiſon zu leihen, evtl.
(*9098
zu kaufen geſucht
Landwehrſtraße 19½, II.
Ooerz-biloch
3X, für 50 Mk., neu 115 Mk.,
ab=
zugeben
(*9078
Pädagogſtr. 2, part.
mein. Magazin=
Weg. Aufgabe räume
unter=
ſtelle den ganz. Vorrat v. Möbel,
Betten, Weißzeug aller Art,
Eisſchränke, Gartenmöb.,
Tafel=
klavier ꝛc., zu ſpottbilligen Preiſen
dem Verkauf.
(*9087
L. Grünfeld, Schloßgaſſe 8.
Empfehle mich im Liefern von
Grabdenkmälern
aller Arten. Billige Preiſe, reelle
Bedienung
(709a
Peter Karn,
Friedhof=Allee. Telephon 1395
Wohnung: Friedrichsraße 11.
Die
Firma Hermann
Berger, Erstklassiges
Spezial haus für Damen- u.
Kinderkonfektion, Hoflieferant,
hält seit ihrem jetzt über 30 jähr.
Bestehen streng an dem
Grund-
satz fest, brauchbare, gute Ware
möglichst billig zu liefern. Sie
unterhält in jeder Preislage und in
jedem Genre eine so große
Aus-
wahl, wie solche auch auswärts
nicht größer geboten werden kann.
Durch Bareinkäufe nutzt die Firma
alle Vorteile aus und läßt diese
ihren Abnehmern
unge-
schmälert zugute kommen.
Be-
trachten Sie
bitte genau meine
Schaufenster und Sie
werden finden, dass
selbst die billigsten
Sachen sich durch
tadellosen Sitz, gute
Verarbeit. u. Schnitt
auszeichnen.
(6648a
K
S. Georg Schött
Karlstr. 54. — Telephon 1503.
Ringfreie Kohlen
erstklassige Marken
Union-Briketts (B3051
trockenes Brennholz
in Fuhren und Sackzentner.
Man verlange Preisliste.
ruteier v. pr. rebhfbg. Italiener
Neue Ireneſtr. 66, I. links. (6499a
Nelch. Geſch. g. Strickarb. f. Maſch.?
Off. erb. u. V83 a. d. Exp. (*8989
Stets friſch
geſchlachtete Ziegenböcke
Metzger Landau,
*9011fs) Liebfrauenſtr. 49.
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
Abendtisch
Fleisch v. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Ausschank des berühmten
:: Wormser Weinmostes:
Kein Trinkzwang. (114
Reform-Restaurant
Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Wienersſtr. 52, Vh., 3 Zim., Gas,
per ſofort oder 1. Juli. (*8876df
Wegzugshalber
feines ganzes Haus, auch geteilt,
in gute Hände ſof. od. ſpät. z. verm.
Offert. u. W 3 a. d. E. (7963fs
Gräum. mod. Wohn. m. Heiz.
und allen Bequemlichkeiten. (Gart.
beim Hauſe) per ſofort.
Grafen=
ſtraße 23½, n. Rheinſtr. (7951t
V
N.=Ramſtädterſtr. 32, 1. St.,
geräumige 5 Zimmerwohnung ſof.
bill. zu vm. Näh. daſelbſt. (6082
Ernſt=Ludwigſtr. 9, II., ger.
5 Zimmerwohn. mit Dachgarten,
Gas, elektr. Licht, Bad und ſonſt.
Zubehör ſofort zu vermieten.
Näh. daſelbſt im Schirmgeſchäft
od. Hoffmannſtr. 57, pt. (B7325
Infelſtr. 22, III., herrſch. gr. 5 Z.=
W., m. a. Z., k. Badez., Pr. 820 M.
Zu erfr. Roßdörferstr. 47, I. (*9082
3 Zimmer
Viktoriaſtr. 92, 1. St., neuzeitl.
4 Zim.=Wohn. nebſt Zubeh. Ausk.
wird erteilt Nr. 90, part. (7906t
Grafenſtraße 10, 2. Etage
4 Zimmer nebſt Zubehör p. 1. Juli
zu verm. Näh. Laden. (7817t
4 3. St., ſchöne
Hölgesstr. 1, 4 Z.=Wohng.
nebſt Zubehör, per 1. Juli. An
zuſehen von 4—5 Uhr.
(7977ms
Näheres parterre.
Zimmer
Eliſabethenſtr. 35, Mittelbau
per 1. Juli 3 Zimmer=Wohnung,
360 Mark pro Jahr, event. mit
Werkſtätte, zu vermieten. (7705t
3 Zimmer u.
Ein Haus, Küche, mit
groß. Garten, Scheuer u. Stall, zum
Alleinbewohnen, z. verm. (*9012fs
Näh. Liebfrauenſtr. 49 im Laden.
Liebfrauenſtr. 100, part., groß
3 Zim.=W. m. Gas u. all. Zubehör
per 1. Juli zu vermieten. Näher.
Wendelſtadtſtr. 33, part.
(7952t
Ecke Holzstr. u. Brandgasse ſch. 2 od.
3 Zim.=Wohn. Näh. i. Lad. (7624a
Neue Niederſtr. 21 ſch. 2 Zim.. verſetzungsh. ſ. z. vm. (6836a
Untere Liebfrauenſtraße,
nächſt dem Schloßgartenplatz
hübſche 2 Zim.=Wohnung
m. all. Zubehör p. 1. Mai zu verm.
Näh. Wendelſtadtſtr. 27, I. (*9035
Soderſtraße 22, Kapellplatz,
2 Zimmer, Entreſol. ſehr geräum.,
ſofort zu vermieten.
(*9093
Ein großer, moderner
Laden
Nähe des Marktplatzes
mit Galerie per ſofort billig
zu vermieten.
(4281if
Näh. bei Deuſter, Markt 11½.
Eliſabethenſtr. 35 Laden mit
kleiner 3 Zim.=Wohn. zu 750 Mk.
pro Jahr per 1. Juli zu verm.
Zu erfragen im 1. Stock. (7704t
Schöner Laden
mit Ladenzim. im Zentrum
d. Stadt f. 500 Mk. pro Jahr
zu verm. Näh. bei Deuſter,
Marktſtraße 2.
(1933if
Zeeh
in welchem mit Erfolg
Laden, ein Kurzwaren=
Ge=
ſchäft betrieben wurde, zum 1. Mai
zu vermieten. R. Scholl,
Soderſtraße 44.
(*9021fs
Mölerte Zimmer
Zeughausſtr. 7 möbl. Z. m. Penſ
p. ſofort zu vm. Näh. Metzgerlad. (72
bn 25
Wenckstr. 20
3 Zim.=Wohn. z. verm. Zu erfrag
Pankratiusſtr. 26, Metzgerei. (*8999fs
Liebigſtraße 36, Parterre rechts,
3 Zimmer mit Balkon bis 1. Jul
zu vermieten.
(7947ms
Kranichſteinerſtr. 37, ſchöne
3 Zimmerwohnung mit Veranda,
alles der Neuzeit enſprechend, per
1. Juli zu vermieten.
(7964ms
Ecke Schüen u. Obere
Zugel=
ſtraße 19, 2. Etage, gut möbl.
Zimmer zu vermieten.
g
Ge
Wienersſtr. 46, II., lks., 2 ſchön
möbl. Zim., ev. Wohn= u. Schlafz
mit Gas zu vermieten.
(7460a
Nieder=Ramſtädterſtr. 18, II.
gut möbl. Zimm. ſof. z. verm. (6611t
Mühlſtr. 38, I., gut möbliert.
Zimmer per ſofort zu v. (6199t
Waldſtr. 32 möbl.
Zimmer=
zu vermieten.
(6540t
Wohn= u. Schlafz., vollſt. ſep. Eing.,
(6554t
ſofort zu vermieten. Eſchollbrückerſtraße 6, 1. St.,
ſchön möbl. Wohn= u. Schlafzim.
auch einzeln, zu vermieten. (7565a Karlſtraße 63½, I.r., gut möbl.
Zimmer mit ſep. Eing., an Herrn
(B76474
ſof. zu vermieten. Hügelſtraße 2, Seitenbau, ein
möbl. Zimmer z. verm. (*8736mdf Wendelſtadtſtr. 38, part. (Nähe
Johanneskirche), ſchön möbl. Zim
mit gr. Schreibt. ſof. zu verm. (7669a Mollerſtr. 17, II., gr. ſch. möbl
Zimmer mit guter Penſion. (7841t Bleichſtr. 5, Hochparterre, gut
mbl. Zim. a beſſ Herrn ſof. (*8946df Luiſenſtr. 32, Vorderh. 1. St.,
einf. möbl. Zim. zu verm. (*8895df Kiesſtr. 77 ein möbliert. Zim.
zu vermieten.
(7336if 1—2 gut möbl. Zimmer mit
Penſion ſofort zu verm. Moſer=
(B4764omf
ſtraße 5, Weidig. Viktoriaſtr. 32, 2 fein möbl.
Zim. ev. Wohn= u. Schlafz. (7717a Soderſtraße 85, part., zwei
Zimmer
möbl. und zwei unmöbl.
ſofort zu vermieten.
(*8846df Neckarſtr. 24, II. r., ſch. möbl.
Wohn= u. Schlafz. z. verm. (*9038fso Eliſabethenſtr. 35, b. Jacobl, frdl.
möbl. Zimmer zu verm.
(*8997 Saalbauſtr. 16, möbl. Wohn=
u. Schlafzimmer mit ſep. Eingang
zu verm. Näh. part.
(7944t Saalbauſtr. 38, II., einf. möbl.
Zimmer zu vermieten. (*9061fso Waldſtraße 10, II., ſch. möbl.
Zſmmer zu vermieten. (*9062fsi Wohn- und Schlafzim.
hübſch möbl., ſep. Eingang, ſofort
zu vermieten. Offerten unt. W5
an die Expedition.
(*9057fs Bleichſtr. 39, 3. St., ein ſchör
möbl. Zim. zu verm.
(*9073fs Rundethurmſtraße 15, 2. St.
fein möbl. Zim. zu vm.
(*90
Se
cheeh
für 6—10 St.,
S.
Schweineſtall Mitte d. Stadt,
zu mieten geſucht. Offerten unter
V 80 an die Exp.
(7913fs Ein kl. Haus (4—5 Zim.
mit Garten zu miet. geſ. Gefl. Off.
unt. W 13 an die Exp. (*9090fso
Waldſtr. 33, II. I., ſep. möbl.
Zimmer zu verm.
(7571t
Neckarſtr. 24, II. I., fein möbl.
Zim. per ſofort zu verm. (7564t
per 1. Juli moderne
Geſucht 4 Zimmerwohn. mit
Fremdenzimmer, evtl. 5
Zimmer=
wohnung.
(7957
Angebote mit Preisangabe unt.
W8. an die Expedition d. Bl.
Rart. od. 1. Et. v.5 Zim. m. Fremdenz.
P u. Mädchenz., elektr. Licht, Badez.
z. 15. April geſ. Off. m. Preis unt.
(*8664mdfs
V 11 an die Exp.
Sdeamtenfamilie (2 Kinder) ſucht
per
e
Juli neuzeitliche
4 Zimmer=Wohnung in ruhigem
Hauſe. Manſarden=Wohnung nicht
ausgeſchloſſen. Offerten u. V 42
an die Expedition d. Bl. (*8777df
Schöne 3 Zimmer=Wohnung
von Familie mit 1 Kind per
1. Juli geſucht. Offerten unter
V99 an die Exped.
(*9050fs
Aunges Brautpaar ſucht per
J 1. Mai ſchöne geräumige
2 Zimmer-Wohnung
im Südoſtviertel. Offerten unter
W2 an die Exped. d. Bl. (*9045
Fräulein ſ. möbl. Zimmer,
Parterre oder 1. Stock
per ſofort. Näheres Oskar von
Wagner, Pankratiusſtr. 6, II.
Jung. Kaufmann
ſucht zum 15. April ein möbliert.
Zimmer mit ſepar. Eingang.
Be=
vorzugt Nähe Hauptbahnhof.
Offerten mit Preis und nähere
Angaben unt. E. S. 400 bahnpostl.
Hauptbahnhof.
(*9002
e
5000 Mk.
1. Hypothek auf Grundſtück in
guter Lage von pünktlichem
Zins=
zahler geſucht. Offert. unt. V 94
an die Exp. ds. Bl.
(*9030fo
* 2. Hypoth.
15000 M 4. auf prima
Objekt in guter Lage und prima
Subjekt, geſucht. Off. unt. V 95
(*9032fo
an die Exped. ds. Bl.
ier leiht 150 Mk. geg.
Sicher=
ſtellung von Möbeln zu 5
aus? Näher. i. d. Exped. (*9058
Darlehen
an grundreelle Perſ. ohne Bürgen
geg. Möbelſicherung vermittelt
*9074) H. Wilhelm, Darmſtr. 41.
Barlehen geſucht.
Staatsbeamter ſucht ein Kapital
von 1000 Mk. geg. 5% Zinſen
mögl. von Selbſtgeber, zu leihen:
Gewiſſenh. Rückzahlung in Viertel
jahrs=Raten garant. Gefl. Off. u.
V 85 an die Exp. erb. (*9034fi
V
Mäk. 25000
für I. Hypothek auf la. Objekt,
60% der Taxation, von pünktlichem
Zinszahler zu leihen geſ. (7993fs
Offert, unt. W 25 a. d. Exped.
Eisenacher Geldlotterie
Hauptgewinn 20 000 Mk. bar
Loſe à 1 Mk. zu haben
Lotterie-Agentur Fr. Marguth
Marktstrasse 3 und (*9097
Ecke Schillerplatz u. Gr. Ochsengasse.
Junge Geſchäftsleute ſuchen eine
gutgehende Schweinemetzgerei zu
mieten, eventl. zu kaufen. Off
unter W 20 an die Exp. (*9105fs
Futitieh
aufe kleines Haus mit Garten,
wenn mein in beſter Lage
Darmſtadts geleg. kl. Gelände in
(9015fg
Zahlung genommen wird.
Off. unt. V 88 an die Exped.
16
Landhaus fur 8200 Mk
Verkaufe wegen
Familien=
verhältniſſe mein freiſt.
Land=
haus mit Hinterbau u. großem
Garten für8200 Mk. Anzahlung
1000—1500 Mk. Das Anweſen
iſt geeignet für Beamten, auch
beſſ. Arbeiter und kann ſogleich
bezogen werden. Off. erb. unt.
U 61 a. d. Expd. ds. Bl. (7569a
5874a
Geſchichtsunterricht geſucht zut
Vorbereitung fürs Maturitäts=
Examen. Offerten erbeten unter
(*8662mf
V 10 an die Exp.
Funge Lehrerin ert. Nachh. in all.
Fach. zu mäß. Preis. Off. unt.
V 98 an die Exp.
(*9051
Lehramtsref. erteilt gründl. Unter
richt in Deutſch, Franz., Engl.
u. Geſchichte.
*9009
Off. unt. V 91 an die Exp.
t gründlich u.
Klavierunterricht, billig erteill
konſervat. geb. Herr. (*8421omf
Off. unter U 50 an die Exped
Fräulein erteilt gründl. Klavier=
2 unterricht zu mäßigem Preis
*9079fsi) Saalbauſtr. 13, 2. St. l.
Wer erteilt Mandolinenſtunden?
Abends 8½—3½ Uhr. (*9064
Offerten unt. W 11 a. d. Exp
Deutſcher und Geſterreichiſcher Alpenverein
Sektion Darmſtadt (E. V.)
Gegr. 1870
Sonntag, den 6. April 1913
Ausflug in den edenwald
Michelſtadt-Ernsbach -Würzberg-Bullauer Bild-
Gebhardthütte -Krähberg-Marbach.
Abfahrt vom Hauptbahnhof um 8 Uhr 9 Minuten.
7983)
Der Vorſtand.
Volksvorstellungen im Grossh. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt in Ausſicht genommen:
Freitag, den 11. April, abends ½8 Uhr
(7926
„Die fünf Frankfurter‟
Beſtellungen hierfür können bis Dienstag, den 8. April,
bei den betreffenden Vereinsſtellen und beim Verkehrs=Büro
ge=
macht werden.
Verkehrs-Verein.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
am weissen Turm.
Heute letzter Tag
von
Tetr-Laße
3-Akter
und
Im Banneder Schuld
2-Akter.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
B3305
Geschurts Keitnung
Hiermit beehre ich mich, dem geehrten Publikum
anzuzeigen, dass ich am Samstag, den 5. April unter
der Firma
Wilhelm Bücking. Schustergasse 6
ein
Kinider Benleidungsgeschart
eröffne.
Ich empfehle:
Kinderkleider in allen Größen u. Preislagen,
Kinder-
schürzen, Kinderwäsche, Kinderstrümpfe.
Blusen, Röcke, Schürzen, Unterröcke,
Untertaillen für Damen.
Empfehle gleichzeitig meine
Schneiderei für Kinder-Bekleidung.
Darmstadt, im April 1913.
(*9101
Wilhelm Bücking.
Umstandenuiber
Seeſtück, 110/75, (Schnars Alquiſt)
Pr. 65 M., 1 Heimkehr, 70/90, (
Holz=
apfel) Pr. 50 M., 1 Eichenallee, 70/90,
Rüdi=Sühli) Pr. 35 M., 1
Klavier=
ſtuhl mit echtem Lederſitz, 10 M.,
1 Nähtiſch, 15 M. und 1
Palm=
ſtänder (helleichen gebeizt) 8 M.,
abzugeben.
(7974a
Näheres Expedition.
Durch grosse
Kassen-
abschlüsse, wenig
Geschäftsunkosten, ent-
Sprechend
billigste
Froise!
Neu eingetroffen:
Grössere Posten bessere
Herren- und Damen-
Stiefel, teils Rahmenarbeit,
in schwarz und braun,
werden, solange Vorrat,
zu reduzierten
Prei-
sen verkauft.
(*9085
Mainzer-
Schuhlager
Schillerplatz 4.
Morgen:
Der-Anldere
in 5 Akten
mit
Albert Bassermann,
der grösste Schauspieler
der Welt.
Kein Preisaufschlag!
Vorverkauf schon heute
an der Kasse. (7949
Konzertsaal Perkeo
Alexanderſtr. 12 und 14.
Monat April täglich
3 grosse humorist. Konzerte
Musik, Gesang u. Tanz.
Anfang abends 8 Uhr.
Sonntag Nachmittag 4 und
abends 8 Uhr. (7805a
Raossssssessesetee
ſor etwa 2—3 Jahren war in
dem Torbogen eines Hauſes
in der oberen Rheinſtr. eine
große Photographie=Auslage von
den in den 1860—70er Jahren auf
Schloß
(Main)
alljährlich reſidierenden und
ver=
ſammelten hohen fürſtlichen
Fa=
milienglieder der Landgräflich
Heſſiſchen Herrſchaften, Dänemark,
Rußland, England, Griechenland,
Hannover, Mecklenburg=Strelitz,
Naſſau uſw.
(7962
Wo könnte man dieſelbe noch
erhalten ?
Nähere Angaben, Offerten unt.
W4 an die Expedition d. Bl.
Ein gebr. Gasbadeofen
zu kaufen geſucht.
(*9054
Offert. unt. V 96 a. d. Exped
Geb. Fräul., tücht.
Heirat. im Haush., gute
Ausſteuer, ſucht gebild. Herrn im
Alter von 45—60 Jahren zwecks
ſpät. Heirat kennen zu lernen. Off.
unt. V 97 an die Exp. (*9052fs
Gebild. bess. Fräulein
26 J., ev., hier fremd, wünſcht
beſſ. ſolid. Hrn. in ſicher. Stell.
zw. ſpät. Heir. kenn. zu lernen.
Ernſtg. Off. u. W 7 a. d. E. (*9069
Ein tüchtiges Mädchen mit Ver=
. mögen, aus achtbarer Familie,
ſucht Heirat mit katholiſchem,
beſſerem Herrn in nur ſicherer
genehm; nicht unter 40 Jahren.
Offerten unter W 12 an die1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
(*9070fi
Expedition ds. Bl.
wird in ſehr gute Pflege
Kind angen. Pareusſtr. 19, III
Zu ſprech v. 8-12 Uhr vm. (*8704mf
Verloren
Brillant (aus einem Ring). Ab=B 39. „Tannhäuſer u. der
*9067)
Hügelſtr. 73, I., L.
Ab 1. April
konzertiert täglich
Salon- (916s
Dir. Jos. Schmiedel.
Stets freier Eintritt.
Großherzogl. Hoftheater
Freitag, den 4. April 1913.
151. Abonnem.=Vorſtellung. A 38.
La Traviata.
Oper mit Tanz in 4 Akten
von Joſeph Verdi.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Wilhelm Riechmann.
Perſonen:
Violetta Valery . Olga Kallenſee
Flora Bévoix . . Kath. Jüttner
Alfred Germont . Aug. Globerger
Georg Germont,
ſein Vater
Otto Semper
Gaſton, Vicomte
von Létoriéres . Karl Bernhardt
Baron Douphal . Auguſt Kräger
Marquis von
Obigni
Adolf Klotz
Doktor Grenvil . W. Riechmann
Anninali. Violett. Johanna Kaſten
Joſeph) Dienſten Jean Sautier
Ein Diener bei
Flora
Br. Waigandt
Nach d. 2. u. 3. Akte je läng. Pauſe.
Kleine Preiſe
Proſzeniumsloge 5.10 M.,
Mittel=
loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Stelle. Witwer mit Kindern an=Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 Mk., Parterre:
1.85 M., Erſte Galerie 1.05 M.,
Zweite Galerie 0.55 M.
Anfang 7½ Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 5. April. Keine
Vorſtellung.
Sonntag, 6. April. 152. Ab.=Vſt.
zugeben gegen gute BelohnungSängerkrieg auf
Wart=
burg.‟ Gew. Pr. Anf. 6½ Uhr.
eremndle Kunslseide-Fabriken Hefengeselschaft
Kelsterbach a. M.
Die Generalversammlung unserer Aktionäre vom 12. März 1913 hat beschlossen, das Grundkapital
von nom. Mk. 3 650 000.— um nom. Mk. 2 190000.− durch Zusammenlegung von je 5 Aktien in 2 auf nom.
Mk. 1 460000.— herabzusetzen. Wir fordern in Gemässheit dieses Beschlusses unsere Aktionäre auf
ihre Aktien nebst Erneuerungsscheinen und Dividendenscheinen pro 1913 und ff. bis spätestens 3. Juli a. c.
bei den nachverzeichneten Stellen einzureichen:
in Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie,
in Frankfurt a. M. bei der Fillale der Bank für Handol und Industrie,
bei Herrn E. Ladenburg,
in Heilbronn bei den Herren Rümelin & Co.
Von je eingereichten 5 Aktien werden 8 als ungültig zurückbehaften, die andern 2 dem Einreicher
mit dem Stempelaufdruck „Gültig geblieben gemäss Beschluss der Generalversammlung vom 12. März 1913‟
zurückgegeben.
Die Aktien müssen mit einem arithmetisch geordneten Nummernverzeichnis in doppelter Ausfertigung
eingereicht werden, wozu Formularé bei den genannten Stellen erhältlich sind. Eines dieser
Nummern-
verzeichnisse, von der Annahmestelle unterzeichnet, dient dem Einreicher als Quittung und Legitimation
zum spüteren Empfang der gültig gebliebenen Aktien.
Soweit von Aktionären eingereichte Aktien die Zahl 5 nicht erreichen, der Gesellschaft aber zur
Verwertung für Rechnung der Beteiligten zur Verfügung gestellt werden, sind von je 5 solcher Aktien
3 als ungültig zurückzubehalten und 2 als gültig geblieben zu erklären. Letztere werden zum
Börsen-
preis und in Ermangelung eines solchen durch öffentliche Versteigerung verkauft, der Erlös wird den
Beteiligten anteilig zur Verfügung gestellt.
Aktien, die bis zum 3. Juli nicht eingereicht werden, sowie eingereichte Aktien, welche die zum
Ersatz durch neue Aktien erforderliche Zahl nicht erreichen und der Gesellschaft nicht zur Verwertung
zur Verfügung gestellt werden, werden für kraftlos erklärt; an Stelle von je 5 für kraftlos erklärten
Aktien werden 2 neue Aktien ausgegeben. Letztere werden für Rechnung der Beteiligten zum
Börsen-
preis und in Ermangelung eines solchen durch öffentliche Versteigerung verkauft; der Erlös wird den
Beteiligten nach Verhältnis ihres Aktienbesitzes anteilig zur Verfügung gestellt.
Der Termin für die Aushändigung der gültig gebliebenen Aktien wird seinerzeit noch bekannt
gegeben werden.
Wir fordern hierdurch gemüss § 289 H. G. B. unsere Gläubiger auf, ihre Ansprüche anzumelden.
Kelsterbach n. M., im April 1913.
Vereinigte Kunstseide-Fabriken Actiengesellschaft.
Der Vorstand:
(7918a
Dr. Pemsel.
Long.
Aufnahme der Viehbeſtände in Ausführung des
Reichsviehſenchengeſetzes.
Nach den §§ 11—13 des heſſiſchen Geſetzes zur Ausführung des
Reichs=Viehſeuchengeſetzes und des Geſetzes über die Entſchädigung
für an Maul= und Klauenſeuche gefallenem Rindvieh ſind die
Vieh=
beſitzer, die nach der letzten allgemeinen Viehzählung einen
Rindvieh=
beſtand neu angeſchafft oder den zur Zeit der Viehzählung
vorhan=
denen Beſtand um mehr als ein Fünftel vermehrt haben, verpflichtet,
die Zahl der zugegangenen Tiere bis ſpäteſtens 14. April eines jeden
Jahres unaufgefordert bei der Stadtverwaltung (Stadthaus,
Zim=
me Nr. 56) anzumelden.
In gleicher Weiſe haben Pferdebeſitzer, die Pferde von einem
höheren Werte als 1000 Mark beſitzen, dieſe unter Angabe des Wertes
innerhalb 14 Tagen nach Beginn des Rechnungsjahres (1. April) oder
nach dem Erwerb im Stadthaus unaufgefordert anzumelden.
Ebenſo haben Händler bei Beginn des Rechnungsjahres ihren
Jahresumſatz, der am Schluß des Rechnungsjahres (31. März) auf
Grund der von den Händlern zu führenden Kontrollbücher (§§ 20—24
der Ausführungsbeſtimmungen des Bundesrats) feſtgeſtellt wird,
ſchätzungsweiſe anzugeben.
Die Nichtbeachtung dieſer Beſtimmungen hat zur Folge, daß
den Viehbeſitzern für das an einer Seuche gefallene Vieh keinerlei
Entſchädigung gewährt wird.
Darmſtadt, den 25. März 1913.
(7355sss
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jgeger.
Für jede sparsame Hausfrau!
½ Dtz.-Faar Diz.-Paar
per Paar
Anstricken v. Strümpfen Mk. —.30
1.50
2.75
5.50
Nouanfortigung 1 Normale „ —.60 3.−
2.75
Belnlängon . Größen „ —.30 1.50
Antonie Pflrsch, 6
Mech. Strumpf-Strickerel
Bockerstr. 26, I.
Venn Besuch erwünscht, genügt Postkarto.
Fabrh Anwesen!
½ Stunde vom Bahnhof Pfungſtadt der M. N. B.
Gute Zufuhrſtraße. 10—12 P. S. Waſſerkraft. 5254 qm
Terrain, wovon ca. 2000 qm bebaute geſchloſſene
Hofraite mit maſſiven, mehrere Geſchoſſe hohen, teils
feuerſicheren Wohn= und Fabrikbauten, Keſſelhaus mit
hohem Schornſtein, Scheuer, Stallungen, ſchöner
Garten mit Obſtanlage etc. Auch für chemiſche
Fa=
brik oder eine Fürſorgeanſtalt ſehr geeignet.
Aeußerſt billig und günſtig zu kaufen.
Näh. Architekt Gg. Scherer, Darmſtadt,
Rhein=
ſtraße 47.
(7955a
In der ſtädt. Armenpflege ſind nen beſtelt worden:
a) Als Bezirkspfleger die Herren:
1. Friſeur Jakob Einsfeld, Große Ochſengaſſe 28, für den 18. Bezirk.
2. Kaufmann Joſef May, Kleine Ochſengaſſe 14, für den 19. Bezirk.
3. Buchdruckereibeſitzer Rudolf Uhde, Schulſtraße 9, für den 26. Bezirk.
4. Kaufmann Karl Weiß, Schloßgartenſtraße 1, für den 53. Bezirk.
Lehrer Hugo Knöpp, Gutenbergſtraße 47,
für den 54. Bezirk.
6. Rentner Karl Jochheim, Liebigſtraße 24,
für den 75. Bezirk.
b) Als Pflegerinnen:
u. Fräulein Etſcheid, Grüner Weg 11, für den 12. bis 18. Bezirk
2. Frau Juſtizrat Scharmann Ww., Roquetteweg 2, für den 52. Bezirk.
3. Frau Lehrer Weiß. Hoffmannſtr. 1, f. d. 2. 9. 10. 19. 20. u. 26. Bezirk.
Frau Kaufmann Praſſel, Schulſtraße 10, für den 11. und 27. Bezirk.
5. Frau Dr. med. Kocks, Friedrichsſtr. 19, für den 1. 3. bis 6. Bezirk.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Städt. Armen= und Fürſorgeamt.
Krapp.
(7985
Bekanntmachung.
Freitag, 25. April 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Georg
Mar=
tin Junghans II. Eheleuten zu
Reinheim, ſim Grundbuch hieſiger
Gemarkung zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft
Flur Nr. qm
17 17 768 Hofreite
Sand=
ſtraße Nr. 42,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K108/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 3. April 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (VII,7971
An unſer Genoſſenſchaftsregiſter
iſt heute unter Nr. 20 die
Ge=
noſſenſchaft unter der Firma:
Zentralkaſſe der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaften,
eingetrage=
ne Genoſſenſchaft mit
be=
ſchränkter Haftpflicht, mit
dem Sitz in Darmſtadt,
eingetragen worden.
Das Statut iſt am 27. März
1913 feſtgeſtellt.
Gegenſtand des Unternehmens iſt:
Der Betrieb eines Kredit= und
Geldausgleichs=Geſchäfts behufs
Förderung der Intereſſen der
Ge=
noſſen, insbeſondere:
1. durch Gewährung von
Kre=
dit an dieſelben,
2. durch Annahme und
Ver=
zinſung ihrer überſchüſſigen
Geldvorräte.
Die Haftſumme beträgt 1000 M.,
die höchſte Zahl der
Geſchäfts=
anteile 10.
Bekanntmachungen erfolgenunter
der Firma, gezeichnet von zwei
Vorſtandsmitgliedern, vom
Auf=
ſichtsrat ausgehende, unter deſſen
Benennung vom Vorſitzenden
ge=
zeichnet, in dem „Heſſenland‟
Organ des Verbandes der
heſſi=
ſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften Darmſtadt und beim
Ein=
gehen desſelben im „Deutſchen
Reichsanzeiger”.
Vorſtandsmitglieder ſind:
Direktor Philipp Becker aus
Wörrſtadt,
Karl Schuppert aus
Gunters=
blum,
Bankbeamter Dr. phil. Peter
Gottſchämmer in
Darm=
ſtadt.
Willenserklärungen des
Vor=
ſtandes und Zeichnungen für die
Genoſſenſchaft erfolgen durch zwei
Vorſtandsmitglieder.
Die Einſicht der Liſte der
Ge=
noſſen iſt während der
Dienſt=
ſtunden des Gerichts jedem
ge=
ſtattet.
(7956
Darmſtadt, 3. April 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
2
Kanarien-Weibchen
billig zu verkaufen Markt 11
Eingang Marktſtr. (*9003
Konſektionshaus Deuſter.
Einen gut erh., zuſammenlegbaren
C Sportwagen und 1 Kinder=
Klappſtühlchen zu verk. (*8878ds
Neckarſtr. 22, part. links.
Düngerverkauf.
Samstag, den 5. April, von
90 Uhr vormittags ab wird au
dem hinteren Hofe der alten
Ka=
vallerie=Kaſerne in Darmſtadt die
Matratzenſtreu von einer
Es=
kadron öffentlich meiſtbietend ver=
(7837df
ſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
Matratzenſtreu=Verkauf.
Samstag, den 5. April ds. Js.,
um 8 Uhr vormittags,
wird auf dem Hofe der
Artillerie=
kaſerne am Beſſunger Weg die
Wintermatratzenſtreu aus einem
Batterieſtall öffentlich und meiſt=
(7573omf
bietend verſteigert.
Darmſtadt, im März 1913.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Bekanntmachung.
Die Nutzholz=Verſteigerung vom
26. März l. Js. zu Darmſtadt iſt,
mit Ausnahme des
Hainbuchen=
ſtammholzes, genehmigt.
Abgabe der Abfuhrſcheine bei
den Kaſſeſtellen vom 7. April
(7969
Js. ab.
Darmſtadt, 3. April 1913.
Großh. Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Wer dort? (7614a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Beſter
Zahler Darmstadts
für getrag. Kleider, Stiefel, Wäſche
uſw. iſt S. Zarnicer, Kl. Bachg. 1
Tel. 2085. Poſtk. genügt. (7761a
ufe
Ich
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtk. gen. (7762a
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Große Sendungen
Fahräder
neueſte Modelle, ſind
einge=
troffen und offeriere:
Dürkopp, Neckarſulm,
Torpedo, Mars, Weil,
Panzer, Sport
zu äußerſt billigen Preiſen,
darunter welche
von 75 Mk. an.
Als unerreicht leichtlaufend
empfehle das neueſte
Dür=
kopp=Modell m. Ringlager,
ohne Konuſſe.
Eingetauſchte Fahrräder
von 10 Mk. an.
L. Beudt Nachf.
Inh.: L. Waldschmitt
Hölgesſtr. 1. (6155a
Getragene
Kleider
Stiefel, Wäſche, Bettfedern,
Zahn=
gebiſſe, alte Fahrräder kauft
nur Mar Obſtfeld, Kl.
Bach=
gaſſe 7, Telephon 2085, Poſtkarte
genügt.
(*8929dfs
Mlte Briefmarken und
Samm=
lungen kauft A. Zell
Karlſtraße 14, part.
(5685a
Wir zahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
unt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung.
(3362a
M. Löb & Co.,
Liebigſtr. 30. Telephon 479,
Altes Gold
Brillanten, Platin, Silber kauft
zum höchſten Wert
(7953a
Kurtz, Juwelenhandlung,
Pädagogſtraße 2. Telephon 1202.
Billige Fleiſchpreiſe
Prima Qualität!
Delikateß=Leberwmr
t
Pfund 80 Pfg.
Nordd. Leberwurſt
Pfund Mk. 1.—
Braunſchw. Leberwurſt
Pfund Mk. 1.20
Thür. Rotwurſt
Pfund 80 Pfg.
Delikateß=Rotwurſt
Pfund Mk. 1.-
Weſtf. Mettwurſt
Pfund Mk. 1.20
Thür. Cervelatwurſt
Pfund Mk. 1.60
Preisabſchlag
(7984
bei
Cornedbeef „Kraftfleiſch”
½ Pfund 55 Pfg.
Wilh. Weber
Nachfolger,
Tel. 700, Eliſabethenſtr. 6.
Schlachtgeſtügel!
Empfehle für heute in prima
Qualität u. ſehr gr. Ausw.
aller=
feinſte Odenwäld. Poularden, ſehr
zart, gr. junge Hahnen, Suppen=,
Brat= und Frikaſſeehühner, Enten,
junge Tauben, ſehr dick, Lege
hühner (Odenwäld.) in gr. Ausw
(*9068
Verkauf nur Freitags.
Karlſtr. 22, Hof.
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahleſtets die höchſt. Preiſe. 7915a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jedetz. prompt erled.
Gebrauchte, gut erhalt.
Wendel=
treppe, 3.60 Meter hoch, zu
kaufen geſucht. Frau Blum,
(*9047
Fuchsſtraße 16, III.
Klappsportwagen
aus nur beſſerem Hauſe zu kaufen
geſucht. Gefl. Offerten u. W 21
an die Expedition d. Bl. (*9099
Die naturreinen
alkoholfreien Weine
und
Vormser Wleinmoste
cmpfehlen hervorrag. Aerzte
bei Blutarmut, Bleichsucht,
Nervosität (Prof. Forel, Prof.
Eulenburg, Prof. Jordy, Dr.
Gilbert Dr. Keferstein)
bei Herzkrankheiten,
Rheu-
matismus u. Cicht (Dr. Matzen,
Dr. Stoll-Nauheim, Dr. Kühne
bei Magen-, Darm-,
Leber-
u. Nierenleiden (Prof. Bunge,
Prof. Winternitz)
bei allen akuten fieberhaften
Kraukheiten (Dr. Järschky,
Prof. Bleuler, Dr. Albu, Dr.
Schilling.)
(2415
Verlangen Sie
Sorten-
ſund Preisliste u.
auf-
klärende Literatur von
Johannes Horns
Alexanderstr. 4, I.
Wendungen (auch Proben) frei Haus.
Zu konkurrenzlos billigen Preisen
empfehle in eleganter, architektonischer Durcharbeitung
Herrenzimmer (wie nebenstehende Skizze)
eichen, dunkel geräuchert, komplett, Mk. 490.−
Georg Schmitt Möbelu. Dekorationen
Telephon 891
Schlossgraben
Gegründet 1879.
(VII, 1964
Auier-Auiss
(6292a
An der Spitze aller erstklassigen Marken.
Zuverlässigstes Fabrikat auf dem Weltmarkte. Keine kostspieligen Reparaturen und
Betriebsstörungen. Adler Last-Autos und Lieferungswagen.
Inh. A. Ober, Grossh. Hoflieferant
uler Goßer! Karlstrasse 30. Telephon 2a98.
Drei erprobte Marken:
Dorbeerkrone
Hervorragendſte, unübertroffene, buttergleiche
Sahnen=Margarine.
Siegerin
Allerfeinſte Süßrahm=Margarine,
in Geſchmack und Kroma der Molkereibutter am nächſten.
Dalmato
Pflanzenbutter=Margarine,
von größter Butterähnlichkeit und feinſtem Außgeſchmack.
Ergiebig, wohlſchmeckend und bekömmlich. Ueberall erhältlich.
Klleinige Fabrikanten: K. L. Mohr, G. m. b. H., Altona=Bahrenfeld.
e
Mehter Friecrichstähter
Kronen-Zwieback
vielfach prämiiert
(6246a
Hauptniederlage und Vertretung —
Grafenstr. 19
Edmund Türtmann
Teleph. 1425
Wiederverkäufer hohen Rabatt. Lieferung nach allen Sta dtteilen
1 Jahr
Garantie!
Per Stück
1.00 Mk.
1.25 Mk.
1.50 Mk,
Viktoria-Schutzmarke!
Garandie-Mktoria-Pristerkäume
stellen das technisch Vollendetste dar, was zur
Zeit in der Kammfabrikation geschaffen werden kann.
Die Viktoria-Kämme haben sich ihre
ausser-
ordentliche Beliebtheit in allen Ländern nicht
nur durch ihre Eleganz und feinste
Aus-
führung erworben, sondern sind auch infolge
ihrer Herstellung aus bestem, reinem Ia
Roh-
material die besten und haltbarsten Kämme
::
der Welt.
*
::
: (3713a
Telephon
Elisabethen-
886
Gg. Frz. Frank strasse 9.
Hdersere-UA‟
sollte auf dem Toilettentische keiner Dame, die auf eine
Weisse und zurte Hauf
Wert legt, fehlen. — Dose Mk. 1.— und 2.—.
OJAs ist überall zu haben, bestimmt bei Gg. Frz. Frank,
Elisabethenstrasse 9, Telephon 886. — Versand Frankfurt a. M.,
COJA-Parfumerie Einhorn-Apotheke, Theaterplatz 1. (IV3424,90
Ferſtellbaren Sportwagen mit
Verdeck, billig zu verkaufen
Kiesbergſtraße 50, part. (*8742mdf
Sit= und Liegewagen, Marke
Brennabor, für 12 Mk. zu vk.
Heidelbergerſtr. 108½, III. (*8700mf
2
Horfarberel und chem. Reinldungsanstaft
für Kostüme, Ballkleider, Anzüge, Teppiche, Plüsch, Pelzwerk, Gardinen, Federn, Handschuhe, Spitzen etc.
in bekannter, fachmännischer und schneller Ausführung.
(5271a
Telephon 1472 u. 1501
C. &Ch. Reich
Fabrik Pallaswiesenstr. 146.
Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten).
19)
Es war mehr wie ein heißes Weinen in Frau
Bar=
baras Seele. In ihr tobte in dieſen Sekunden etwas,
das eines Menſchen Wort nicht zu ſagen und eines
Men=
ſchen Ueberlegen nicht auszudenken vermag. Und dieſes
Unausſprechliche vermochte jetzt nur eins. Es zwang den
zitternden Leib Frau Barbaras zu Boden, legre ihr Haupt
auf Signes Bett und ließ ſie in ein ſchluchzendes Weinen
ausbrechen.
Signe bedurfte keines Wortes als Zeugnis mehr. Sie
wußte es jetzt gewiß, daß die Weinende ihre Mutter nicht
war. Sondern . . . und . . . denn . . .
Wirbelnder Gedankenanfang in Mengen und kein
Fortgang, kein Zuendeführen. Ein Kreiſen, ein wüſter,
wilder Tanz. Sekundenlang noch. Endlich barmherzige,
erlöſende Gedankenleere. . . Ein neues Schwinden der
Sinne. .
Der Abendwind ging mit hohlem Klang ums Haus...
Eine Uhr tickte ſchnellen, metallenen Schlag. . . Von fern
im Hauſe, vom Laden her, kam verſchwommenes Geräuſch.
Unten ging eine Tür. Treppenſtufen knarrten. Ein
kur=
zes Hin und Her von Stimmen. Henning brachte den Arzt.
Als beide ins Zimmer traten, ſah Frau Barbara nicht
auf. Sie verharrte regungslos. Erſt als Henning ſeine
Rechte leiſe anf ihre Schulter legts, hob ſie den Kopf matt.
0 Sos, dies Giſcht Ruler, was iſit Kulier, in
Signe . . .
. . . Er vollendete nicht. Sah ratlos zum Arzt, der
ſich noch nicht zurechtfand, nun aber energiſch an das Bett
trat, ſich über Signe beugte und in beruhigendem Tone
ſagte: Seien Sie ohne Sorge, offenbar nur eine tiefe,
ſchwere Ohnmacht. . . Laſſen Sie mich.
Er unterſuchte lange und gewiſſenhaft und richtete ſich
dann mit einem nicht ganz bedenkloſen Ausdruck in ſeinem
Geſicht hoch. Fräulein Signe hat allem Anſchein nach
eine ſchwere ſeeliſche Erſchütterung erlitten, ſagte er ernſt.
Frau Bruns vermochte kein beläſtigendes Wort über
ihre Lippen zu bringen. Sie neigte nur ganz leiſe den
Kopf. . .
Sie bedarf unbedingter Ruhe. Herr Bruns, darf
ich Sie bitten, zur Apotheke zu gehen? Und als Henning
dienſtbereit vortrat, trug er ihm mit flüſternder Stimme
die Beſorgung eines Medikamentes auf.
Vor allen Dingen die Kleider aus, Frau Bruns.
Kom=
men Sie! Frau Barbara ging mechaniſch, als ſei ſie nicht
Herrin ihres Tuns, zur Hand. Es war ihr nicht möglich,
auch nur ein Wort zu ſprechen, und wiederholt muſterte
Doktor Rasmuſſen ihr bleiches, wie verſteinert
erſcheinen=
des Geſicht mit einem verwundert prüfenden Blick. . .
Nun lag die Bewußtloſe ſorglich gebettet. Der Arzt
bemühte ſich um ſie und erreichte bald, daß ſie die Augen
aufſchlug. Sie waren ſtarr nach oben gerichtet, und ihr
Körper blieb ohne Bewegung.
Erkennen Sie mich, Fräulein Signe? fragte Doktor
Rasmuſſen, ſich über ſie neigend. Und als nichts kam,
ins as eine Bäſchung hie gehenin verden lüneh.
wandte ſich der Arzt Frau Barbara zu: Ein äußerſt
ſchwe=
rer Nervenchok, ſagte er, nur für ſie hörbar. Hoffentlich
rücken Ruhe und Schlaf das Gleichgewicht wieder zurecht.
Freilich wird eine ſchwache Doſis Morphium erſt ihre
Wirkung geltend machen müſſen. . . Da ſcheint ja Ihr
Herr Sohn ſchon zurückzukommen.
Es war wirklich Henning, der das Gewünſchte brachte.
Zehn Minuten ſpäter empfahl ſich Doktor Rasmuſſen,
nachdem er ſich davon überzeugt hatte, daß Signe in einen
feſten Schlaf geſunken war. Ich komme morgen früh mit
heran, ſagte er zuletzt. Dann hoffe ich nur vergnügte
Ge=
ſichter zu ſehen, verehrte Frau Bruns. Er drückte ihr die
Hand, während ein aufmunterndes Lächeln aus ſeinen
Augen kam, und ging.
*
Wern wir nich machen und Dich elendes
Luder=
gewürm aus n Griff laſſen. Immer vorwärts in
Krieg! Halt’ Sin feſte, Krieſchke, geb’n Sin n Knuff in
de Rippen, daß er in n Dreck fliegt, dieſer vermaledeite
Halunke. So, feſte! Immer vorwärts in n Krieg!
Jürgen Rackelmanns knarriges Organ klang
aufdring=
lich laut durch den ſtillen Abend und füllte die ganze
Band=
gaſſe wie Siegesruf. Die von Sörenſen ſofort nach dem
Bericht Tobias Bruns angeordnete Streife durch die
Stadt war ſchon nach einer knappen Stunde von Erfolg
gekrönt geweſen. In der Sebaſtiangaſſe war der geſuchte
Rackelmann und dem alten Polizeiſergeanten Krieſchke
direkt in die Hände gelaufen, wenige Minuten nach ſeiner
Begeauung mit Signe.
Das Beste Schr preiswert!
Diese schwere Bettstelle mit Ia
. . . Mk. 29.−
Patentmatratze
Metallbetten
Messingbetten
Kinderbetten
Holzbetten (*381
Patent-Matratzen
Strohmatratzen
Mk. 5.—
Seegras-Matratzen, Mk. 9.75, 11.—, 14.—, 17.50
Woll-Matratzen, Mk. 22.50, 24.—, 27.—, 30.−
Kapok-Matratzen, Mk. 39.—, 48.—, 52.—, 58.−
Deckbetten
Kissen
Reformbetten
Betten-
Spezial-Haus
Ma. Bachdahf
Markt 11
Tel. 2188
Man trinke jetzt nur noch
Wnlbelerminlerarwasser
vom Hassia-Brunnen-Sprudel, Vilbel.
25 Patent-Flaschen, à 1 Liter Inhalt, Mk. 3.—
Flaschen leihweise!
Allein-Vertrieb:
Jacob Weber, 11 Neue Niederstr. 11
Mineralwasser- und Bier-Grosshandlung.
Telephon 837.
(B6231
Franko- u. prompter Versand nach allen Stadtteilen durch eignes Fuhrwerk.
Modes-Salon
Aarencht
für
Ellakufer
Damen und Kinder (7278a) Mauerstrasse 20.
Zum Umzug
Tischdecken in großer Auswahl
in jeder Art, von 1,25X1,65 Mtr. Größe,
1,50X2,00 Mtr. von Mk. 40.— bis 6.50
Bettdecken in Leinen und Tüll
für 1 u. 2 Betten von Mk. 60.— bis 6.−
— Restbestände
in Leinen-, Mull- u. Madras-Garnituren
zu billigsten Preisen!
Hessische Gardinen- u. Stickerei-Manufaktur
Henri Portune
G. m. b. H.
Bleichstr. 1c. Telephon 1615.
(7294ff)
Heptan Stieter
für Herren und Damen
in eleganter, solider Ausführung
zum Einheitspreise
von Mk.
in neuesten englischen, amerikanischen und deutschen Fassons
schwarz und farbig, in Schnür-, Schnallen-, Zug-, Knopf-, auch
in Derby-Schnitt mit und ohne Lackkappe, auch in ganz Lack.
Trotz des billigen Preises nur gute
dauerhafte und zuverlässige Ware.
Ein Blick in unsere Schaufenster sagt Ihnen alles.
Für gute Haltbarkeit unserer Schuhwaren über-
32
nehmen wir volle Garantie.
*2
Jedes Paar
ohne Ausnahme!
Ein einziger Versuch macht
Sie zu dauerndem Kunden.
Schan-Haus
ebl
im Hause
Valentin Schropp
Marktplatz. (162a
Filialen an alln gröberen Plätzen.
(Indu=
Gute Sperſekartoſſ. ſtrie)
50 Kilo zu 2,50 Mk. frei ins Haus
Wilh. Engel, Sensfelderhof,
(*8845df
Poſt Wixhauſen.
ſehr guter Ton, ſchönes
Piano Gehäuſe, billig zu verk.
(*8927df
Soderſtraße 7, II.
.
Geschafts-Kad
neu, räumungsh. bedeut. unt. Preis.
Müller & Ober, Karlſtr. 30. (7720a
Gehrock, Frack=, Smoking=An
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (5983a
Guterhaltener ſchwerer Kinder
(*9024
ſtuhl zu verkaufen.
Kranichſteinerſtr. 7.
Parkettböden
und Eiholeum
reinigt promptund billigst
Elisabethenstrasse 31,
Ibel & Lotz, G. m. b. H., Telephon 461.
wer 8.
Waschemange
groß, neu, Anſchaffungspr. 55 M.
zu 35 M. zu verkaufen (*8811mf
Frankfurterſtr. 40, I.
Ein guterhaltenes Dreirad billig
zu verkaufen. Näheres
*8792mdf) Schuſtergaſſe 4, Laden.
Handgohl-sdion
beſtehend aus Tiſch, Schrank, Sofa=
Umbau, Sofa, 2 Seſſeln und 2
Stühlen, wenig benutzt, wie neu.
moderne Formen, iſt preiswert zu
verkaufen, da überflüſſig.
(7941
Off. erb. unt. V 90 an die Exped.
Er hatte ſich der Feſtnahme wie ein wütendes Tier
zu widerſetzen verſucht. Aber Rackelmann und Krieſchke
hatten ihn nach kurzem Kampf gebändigt und ihm
Hand=
feſſeln angelegt. Und nun führten ſie ihn im Triumph
ihrem Auftraggeber zu.
Jürgen Rackelmann ſkandalierte die Sebaſtiangaſſe,
die Pfarrſtraße, die Bandgaſſe und den Markt zur
Auf=
merkſamkeit wach. Ueberall flogen die Fenſter auf. Sie
hab’n ein’n! Rackelmann hat ein’n gekaſcht! hieß es hier
und dort voll heller, brennender Luſt. Und dieſer und
jener gab das Geleit. Am Ende der Bandgaſſe wimmelte
es ſchon hinter dem Trio her wie ein Ameiſenhaufen.
Stephan Frank hatte allen Widerſtand längſt
aufge=
geben. Er ging ruhig und ſtill wie ein Lamm. Nur ſeine
Augen funkelten wie tückiſche Raubtieraugen, und ſeine
Hände waren zu Fäuſten geballt. Rackelmann gab trotz
aller Ueberflüſſigkeit ſeines Rumorens keine Ruhe. Er
ſchritt hinter Krieſchke her, der den Verhafteten im Genick
gepackt hatte, und fühlte ſich ganz Held des Tages. Da
hatten die Hattinghauſener, die ihm im Grunde
genom=
men nicht viel zutrauten und mitunter meinten, er ſei ein
unnützer Brotfreſſer, doch endlich wieder einmal
Gelegen=
heit, ſich von ſeiner Tüchtigkeit und Unentbehrlichkeit zu
überzeugen. Für Jahre hinaus war ſein Renomee
ge=
ſichert.
Sein wüſtes Geſchimpfe fiel ſchließlich ſogar Krieſchke
zur Laſt. Aber ſo geb’n Se doch endlich Ruh’,
Rackel=
mann, verlangte der unwillig. Das iſt ja rein zum
Ver=
rücktwerden mit Ihne.
Haltn Se n Mund, hörn Se, Krieſchke! Ich bin
ausführende Staatsgewalt, und Sie ſind bloß Handlan=
ger. . . . Immer vorwärts in ’n Krieg! . . . Na warte
man, Du Strolch, Dir werd’n ſe ſchon!
Nun war der ganze Haufe am Markt. Mit ihm kamen
ein wüſtes Stimmengewirr und das Geräuſch vieler
Tritte. Der Nichteingeweihte konnte vermuten, daß
irgendwo ein großes Unglück geſchehen ſei, von dem der
erregte Volkshaufe Kunde brachte, oder daß eine
unzufrie=
dene Menge eine Demonſtration veranſtalten wollte.
Gerade als der Zug vor dem Rathauſe Halt machte
und Rackelmann den Verhafteten an Stelle Krieſchkes ins
Genick packte, um ihn in höchſteigener Perſon, von einer
großen Zuſchauermenge bewundert, vor den Richtſtuhl
Sörenſens zu ſchleppen, trat Herr Tobias Bruns, aus
dem Amtszimmer des Bürgermeiſters kommend, in die
Tür. Er ſtutzte, als er die Menſchenanſammlung bemerkte,
erkannte dann aber ſofort, um was es ſich handelte; denn
Rackelmann ſchob Stefan Frank eben die drei
Stein=
ſtuſen hoch.
Nun trat ein zufriedener Zug in ſein Geſicht. So war
alſo die Gefahr, daß Signe mit dieſem Menſchen
irgend=
wo zuſammentreffen konnte, vermieden. Herr Tobias
durfte beruhigt den Heimweg antreten und konnte ſeiner
Frau von dem Hergang ſeines Erlebniſſes mit dem
be=
friedigenden Schluß berichten.
Stephan Frank hatte Tobias Bruns gleichfalls
er=
kannt. Zudem konnte es ſich der erfolgreiche Rackelmann
nicht verſagen, mit lauter Stimme von ſeiner Heldentat zu
berichten. Da hättn wir in Herr Bruns, trompetete er
los. Ja, ja, was Rackelmann macht, das macht r
glänzend!
Er ſchien zu beabſichtigen, noch des werteren ſein eigen
Lob zu ſingen, wurde aber von Stephan Frank jäh daran
verhindert. Der funkelte Tobias mit hohnſprühenden
Augen an und knirſchte: Es iſt doch ſchon zu ſpät. . . Und
nun ſind wir quitt.
Daß Jürgen Rackelmann ob dieſes unverſchämten
Redens ein wüſtes Lamento anhob und den Gefeſſelten
unter einer Flut von Schimpfworten in den Flur des
Rat=
hauſes ſtieß, vernahm Herr Tobias nicht mehr. Er
ſtürmte, von wilder Aufregung gejagt, über den
Markt=
platz davon. Mit keuchendem Atem langte eer daheim an,
um hier zu erfahren, daß Stephan Frank die Wahrheit
geſagt. . .
Dieſer Abend im Hauſe Bruns!
Er laſtete mit
einer Fülle von Angſt, Sorge und Ratloſigkeit auf ſeinen
Bewohnern. Wie etwas völlig Unerwartetes war das
alles gekommen, und man ſah noch keinen Weg, der aus
dem Jrrgarten herausführte, obwohl man verzweifelt
nach einem ſolchen ſuchte.
Hinſichtlich der Entwicklung der Geſchehniſſe
ver=
mutete man recht:: Signe war auf dem Rückweg vom
Krankenhaus wahrſcheinlich ihrem Vater begegnet und
von ihm aus Rache über ihre wahre Herkunft aufgeklärt
worden. Und immer da, wo die Vermutungen aufhörten,
begann eine lange Reihe bitterer Selbſtvorwürfe. Warum
ließ ich ſie gehen? klagte Frau Bruns. Und warum
be=
gleitete ich ſie nicht? fragte ſich Henning in quälendem
Be=
reuen. Und Herr Tobias gar: Hätte ich doch dem
rück=
ſichtsloſen Menſchen eine kleine Summe ausgehändic,
dann wäre es jetzt alles anders.
(Fortſetzung folgt.)
Zur Frauenbewegung.
S. Mit der Erweiterung der Frauenarbeit in
Indu=
ſtrie, Handel und Verkehr und der allgemeinen
Entwick=
lung der individualiſtiſchen Ideen, die auch das weibliche
Geſchlecht erfaßten, iſt unter den Frauen eine Bewegung
entſtanden, die die Gleichberechtigung der Frau mit dem
Manne in geſellſchaftlicher, wirtſchaftlicher, privat= und
öffentlich=rechtlicher Beziehung fordert. Dieſe Bewegung
kann nicht einheitlich ſein, denn die Probleme der
Frauen=
bewegung auf wirtſchaftlichem und ſozialem Gebiete ſind
andere bei den Frauen der arbeitenden als der mittleren
und höheren Schichten. Die „proletariſche
Frauenbewe=
gung” richtet ſich daher außer auf Erringung politiſcher
Gleichberechtigung mit dem Manne beſonders auf den
ſtärkeren Schutz und beſſere Entlohnung der arbeitenden
Frau. So ſind die proletariſchen, ſozialiſtiſch geſinnten
Frauen wirtſchaftlich in Gewexkſchaften, politiſch in der
ſozialdemokratiſchen Partei gemeinſam mit den Männerzi
organiſiert. In den letzten Jahren hat die
Sozialdemo=
kratie der Gewinnung der Frau für den politiſchen Kampi
beſondere Aufmerkſamkeit zugewandt, und 1911 hat die
Zahl der weiblichen Parteimitglieder in Deutſchland
be=
reits 100000 überſchritten. International ſind die Frauen
durch das „Internationale
Frauenſekreta=
riat” verbunden, dem die Frauen von 16. Nationalitäten
angeſchloſſen ſind. Für die bürgerliche Frauenbewegung
aber handelt es ſich zunächſt darum, die der
Fraueneman=
zipation entgegenſtehenden Hinderniſſe und Vorurteile aus
dem Wege zu räumen und durch Neugeſtaltung des
weib=
lichen Erziehungs= und Bildungsweſens (Koedukation.
Mädchengymnaſium, Frauenſtudium) neue und beſſere
Be=
rufs= und Erwerbsmöglichkeiten zu ſchaffen. Aber auch
für die Frauen, die nicht auf Erwerb angewieſen ſind
müſſen mit der eingetretenen Einſchränkung des häuslichen
Arbeitsfeldes neue Gebiete ernſter Tätigkeit eröffnet
wer=
den (Armen= und Waiſenfürſorge, Krankenpflege, ſoziale
Arbeit, Rechtsſchutz uſw.). Dieſe Erweiterung der
Auf=
gaben der Frau bedingt auch eine Erweiterung ihrer
Rechte, der privaten und der öffentlichen Rechte. Die
radikalſte Richtung in der Frauenbewegung ſtrebt die
Be=
ſſeitigung aller geſellſchaftlichen Unterſchiede in der
Be=
handlung von Mann und Frau an, ſie verlangt alſo als
geſetzliches Ehegüterrecht die Gütertrennung an Stelle
der im Bürgerlichen Geſetzbuch vorgeſehenen Verwal=
tungsgemeinſchaft, die dem Manne das Recht zur
Ver=
waltung und Nutznießung des Frauenvermögens gibt,
ſo=
weit es nicht Vorbehaltsgut der Frau iſt; ſie verlangt
ferner die freie Lösbarkeit der Ehe, das aktive und paſſive
Wahlrecht der Frau zu allen öffentlichen Körperſchaften,
freien Zutritt zu den öffentlichen Aemtern uſw.
Die Zahl der Frauenorganiſationen iſt in
Deutſch=
land außerordentlich gewachſen; abgeſehen von den
ſpe=
ziellen weiblichen Berufs= und Fachorganiſationen und
Frauenvereinen mit allgemeinen humanitären Zwecken
beſtehen u. a. die Lettevereine mit einer großen
An=
zahl Schulen für verſchiedene Erwerbszweige, mit
Ar=
beitsnachweis uſw. Sie ſind zuſammengeſchloſſen im
Verband deutſcher Frauenbildungs= und
Erwerbsvereine‟ Gleichfalls für die erhöhte
Bil=
dung der Frau und für die Befreiung der weiblichen
Ar=
beit iſt tätig der „Allgemeine deutſche
Frauen=
verein” der vor allem die weibliche Selbſthilfe betont
und deshalb Männer von der Mitgliedſchaft ausſchließt.
Auch in Oeſterreich ſind die Frauenbildungs= und
Er=
werbsvereine in dem „Allgemeinen öſterreichiſchen
Frauen=
verein” einheitlich organiſiert. Sodann gibt es
Rechts=
chutzvereine, die 79 Rechtsauskunfts= und
Rechts=
ſchutzſtellen eingerichtet haben. Von dieſen ſind 42
deut=
ſche und 6 Stellen in Oeſterreich dem „Deutſchen und
Oeſterreichiſchen Rechtsſchutzverband für Frauen”
ange=
ſchloſſen. Ferner beſtehen Vereine „Frauenbildung
und Frauenſtudium”, die ſich die Förderung des
weiblichen Studiums und Bildung zum Ziele ſetzen; ein
Verband für handwerksmäßige und
fach=
gemäße Ausbildung der Frau, der, im Oktober
1909 gebildet, ſich zum Ziele ſetzt, den fachlich gebildeten
Mann von der Schmutzkonkurrenz der ungelernten, für
jeden Preis arbeitenden Frau zu befreien, dem Handwerk
und der Induſtrie höher entlohnte und tüchtige
Arbeits=
kräfte zuzuführen, die Frauenlöhne zu heben und damit
dem Verſinken zahlreicher Frauen in die Proſtitution
Ein=
halt zu tun und durch geiſtige Weiterentwicklung der
Mut=
ter einen bedeutungsvollen Einfluß auf die zukünftigen
Geſchlechter auszuüben. Schließlich ſei erwähnt der
Preußiſche Zentralverband für die
In=
tereſſen der höheren Frauenbildung” der
beſonders die Erörterung der Fragen der höheren
Mäd=
chenbildung und die Verſtändigung darüber anſtrebt. Die
radikalen Frauen ſind in den „
Frauenſtimmrechts=
vereinen” (zuſammengeſchloſſen im „Verband für
Frauenſtimmrecht” der dem „Weltbund für
Frauenſtimm=
recht” angehört) und im „Verband
fortſchritt=
licher Frauenvereine” organiſiert, deſſen
Arbeits=
gebiete die Arbeiterinnen= und Dienſtbotenfrage, die
Wai=
ſen= und Armenpflege, wo er für die Frau die
gleich=
berechtigte Mitarbeit neben dem Manne zu erkämpfen
ſucht, die Fürſorge für die weiblichen Strafentlaſſenen,
die Erziehungsfrage mit dem Ziele der Koedukation,
end=
lich die Sittlichkeitsfrage ſind. Er beſitzt eine „
Propa=
gandazentrale des Verbandes
fortſchritt=
licher Frauenvereine” die ihre Hauptaufgabe
darin ſieht, die Ideen der Frauenbewegung ſolchen Kreiſen
zugänglich zu machen, die bisher nicht erreicht wurden.
Neuerdings hat ſich eine „Propagandazentrale
für die deutſche Frauenbewegung” gebildet,
die dort, wo es noch keine Landesverbände gibt, für
Grün=
dung von Vereinen ſowie den Zuſammenſchluß von
Lan=
des= und Provinzialverbänden vorbereiten will. Dieſe
Propagandazentrale wird jedoch von dem Bund
deut=
ſcher Frauenvereine als die Einheitlichkeit ſtörend
be=
kämpft. Ein 1909 gegründeter Deutſcher
Frauen=
bund ſetzt ſich die politiſche Erziehung der Frau zum
Ziel ohne beſtimmte Parteirichtung, zeigt aber Tendenzen
nach rechts, während die liberalen Frauen in der „
Libe=
ralen Frauenpartei” zuſammengeſchloſſen ſind.
Zu Zwecken der wirtſchaftlichen, politiſchen, ſozialen
und geiſtigen Hebung der Frau auf religiös=ſittlicher
Grundlage beſtehen ſchließlich noch die konfeſſionellen
Ver=
bände: der „Deutſch=evangeliſche
Frauen=
bund” mit dem Verband der kirchlich=ſozialen
Frauen=
gruppen, der katholiſche und der iſraelitiſche
Frauenbund. Im Jahre 1894 ſchloſſen ſich die meiſten
dieſer Einzelverbände in dem „Bund deutſcher
Frauenvereine” zuſammen, der die Bewegung zu
vereinheitlichen ſtrebt und für beſtimmte einzelne Aufgaben
ſtändige Kommiſſionen beſtellt hat. Er umfaßt 30
Ver=
bände mit über 200.000 Mitgliedern. Der Bund hat ſeit
1900 Landes= und Provinzialverbände organiſiert, von
denen jetzt 9 beſtehen. Die nationalen Verbände der Frauen
in den verſchiedenen Staaten ſind in dem „
Internatio=
nalen Frauenbunde” zu einem Weltbund
zuſam=
mengeſchloſſen. Er wurde 1888 in Waſhington gegründet
und ſoll eine regelmäßige Verbindung zwiſchen den
natio=
nalen Verbänden herſtellen. Er hält alle fünf Jahre einen
Kongreß ab.
Marke „Wildfang‟
der rationellste Kinderstiefel.
Daderwasche
kalt abwaschbar- beste Qualität
Krawatten Knöpfe
Hosenträger
Math. Becher
Darmstadt
KKirchstr. 17, neben der Stadtkirche
(
Offeriere friſchen
Spinat
Pfd. 15 Pfg., 5 Pfd 70 Pfg.
schönen Kopfsalat
per Stück von 10—13 Pfg.
Morgen Samstag friſch ein
(*9053
treffenden
Blumenkohl
von 10—40 Pfg.
Ed. Türtmann
Grafenſtr. 19.
Telephon 1425.
für 6 Mk. ſofort
Ladentheke zu verkaufen
*9904)
Karlſtraße 79.
7
Se
Unerreicht in Qualität und Preis! (6412a
Preislagen. Mk. 85.-, 115.-, 125.-, 135.-, 145.-.
Auaust Engel
Schuchardstr. 8. Darmstadt Telephon 1128.
Fahrrad mit Freilauf billig
(*8850df
zu verkaufen
Riedlingerſtr. 19, 2. St.
ut erhalt. ſtarkes Fahrrad für
50 Mk. zu verkaufen (*8719mdf
Mühlſtraße 52, part.
Gochapartes Geiellſchaftskleid,
dkbl. Kleid, helar. Jackett,
ſchwz. Jacke, weiß. Eoliennekl. ſ. b
z. verk. Roßdörferſtr. 79, III. (*9049
Wegen Platzmangel ein gut erh.
Lederſofa, eine lack. Bettſtelle
mit Matr. billig zu verk.
Kahlertſtr. 13, II.
(*9048)
erſchiedene Bücher der Ober=
Realſchule zu verk. (*9086
Neckarſtraße 16.
ſunkl. Frühſ.=Ueberz., gut erh.,
10 Mk., Cyl.=Hut 2 Mk. (*8910
Gutenbergſtr. 27, I.
Wegen Platzmange!!
guterh. Nähmaſch. m. Fußb., 2tür.
Kleiderſchr. 15 Mk., ſpan. Wand,
groß. Teppich, Bilder, Linoleum
Läuf., Spieg., Damenrad, Kinderbett,
verſch. Jahrg. Woche, Gartenlaube,
Biblioth. d. Unterh. u. d. Wiſſ. b. z. v.
*9066fs) Ballonplatz 10, part.
Friſche kleine
leu Eler
10 Stück 53 Pfg.
friſche
mittel=
große Sleh-Elef
10 Stück 58 Pfg.
friſche
große Sibd Hef
10 Stück68 Pfg.
friſche extra große
Sied-Eier, wie
Kanoher
10 Stück nur 73 Pfg.
25 Stück nur 1.80
Allerfeinst. Frink-Eler
friſcheſte
Landeler
nicht mit ſogenannten Trinkeiern,
welche von anderer Seite
ange=
boten werden, zu verwechseln,
10 Stück nur 83 Pfg.
25 Stück nur 2.05
Lieferung von 25 Stück an
frei ins Haus.
(7979
Darmſtädter
Eiergroßhandel
Math. Rosenstock.
Ludwigstrasse 18,
Karl-
strasse 102, Kaupstrasse 42
und Landwehrstr. 13.
Telephon 490 und 602.
Kassenscbrann
Nähmaſchine, Diwan,
2 Tiſche, 1 Reformbett
(*9040fs
billig abzugeben
Pädagogſtraße 2, part.
9 Vfl.
Motorrad N. S., 5 . 5.
mit Leerlauf, tadellos erh., billig
abzugeben Hochſtraße 22. (7921a
zu aussergewöhnlich billigen Preisen!
1 Posten
Sportflanelle
Sommer-Oxford
Meter
kariert
Metr 25 ₰ — Posten
Sportflanelle für Blusen
Meter
2
Nachtjackenbiber
Meter
Meter 93 ₰ 1 1 Posten
Bedruckt Flanell
Schürzenzeug
Meter
gestreift, für Damenhemden .
Mete 45 ₰
2.65₰
116/118 cm breit . .
Rhenania
Meter
für Kinderkleider
1 Posten
Mete 25 ₰
Kleiderbaumwollzeug
Schürzendruck
Meter
Meter 75 ₰
Meter 30 ₰ 116/118 cm breit . . .
Bettkattun
solide Qualität . . .
Bettkattun
schöne Muster .
Möbelkattun
Bettzeug
kariert . . .
Bettzeug
solide Qualität
Schürzen-Satins
Schürzen-Satins
schöne, glanzreiche Ware
. Meter 20 ₰ Kleiderbaumwollzeug
5/90 cm breit. . . . . . Meter 38 ₰
Meter
istoffe
Borde, Mtr.
Weiss Halbleinen, 150cm br, Mtr. 95 ₰
Weisse Damast-Handtücher, Mtr. 55 ₰
Meter 22 ₰
Meter 48 ₰
Weiss Cretonne
Weiss Cretonne, Ia Qual.
Aenstelueg in rechten Hinrangtenterl
lgengtunen
Markt 2.
Markt 2
hat ſich
Kavalier
das beſte Schuhpußmittel
Kaeemetr Eie
Grigehn
etmutrdrend
Gnerende
Gernirend
Mheie
(
M
Meter 42 ₰ 1 Hemden-ZephirIa Qualität, hübsche Muster . Meter 65 ₰ Billige Weisswaren! 1 Posten
Blusenstoffe Meter 33 ₰ 1 Weiss Damast, 130 cm breit, Mtr. 65 ₰
Weiss Croisé .
,
Weiss Damast, 130 cm breit, Mtr. 95 ₰
Meter 48 ₰
Weiss Pique . . . Meter 6.
*
Seee e e e ee ee
eee e e e
S ee 8e 8
Drei Keks-Tase
Peitern
in jeder Grösse
in verschiedenen
Ausführungen, in
Ia Qualität
per Stufe
von 70 Pfg. an
(7966
Nietschmann Nachf.
Allen Freunden guter Keks-Sorten
gebe ich Gelegenheit, meine reichhaltige
Auswahl in
Keks, Bisquits u. Waffeln
e
LEIBMIz-
nachstehend in Erinnerung zu bringen.
K8
Im besonderen pflege ich die Fabrikate aus
(
H. Balsens Keks-Fabrik, Hannover.
L
Bis zum 4. April einschliesslich veranstalte ich in meinem Geschäft
5
5
Ernst-Ludwigstrasse
einen Spezialverkauf dieser Fabrikate, bei dem Kostproben von
Neuheiten gratis verabreicht werden, Ich lade hierzu ergebenst ein
Fritz Eichberg, Chocoladenhaus
Grossherzoglich Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant.
(7829df
1 Honig!
iſt als Volksheilmittel längſt
be=
kannt, indem er das Blut reinigt
und neue friſche Säfte bildet. Ich
empfehle denſelben in garantiert
reiner Qual. zu 1,20 Mk. pro Pfd.
in Gläſ. m. Schraubendeckel (3978a
G. Roth, Dieburgerſtraße 9.
Eingang verſchafft in den weiteſten Kreiſen!
Warum! Weil, Kavalier’ das Leder durchaus
nicht angreiſt, nicht abfärbt, waſſerdichten
Hoch=
glanz gibt und das Leder geſchmeidig macht!
Unſon-Augsburg
Für Schuhmacher.
Steppmaſchine 80 M., gek. 160 M.,
Walze, wie neu, 60 M., gekoſtet
115 M., ſofort zu verk.
(*9005
Taunusſtr. 51, part. links.
Photogr. Stativapparat
13X18, neu 150 Mk., billigſt zu verk.
%fe) Niederramstädt erstr. 65, Mittelb.
Gebr. 2 flamm. Gasherd
mit Tiſchchen zu verkaufen. (*9016
Schuchardſtr. 11, I.
billg zu
Kinderklappwagen verkaufen
*8993) Frankfurterſtr. 19, 2. St.
Kinderſitz= u. Liegwagen, ſ. gut
erhalten, billig zu verk.
Schuknecht=
ſtraße 61, II. Stock links. (*9056fs
Eiſ. Kinderbettſtelle mit Matr.
billig au verkaufen
(*8996
Eliſabethenſtr. 35, Jacobi.
Künstl. Zähne von M. 1.50 an
Plomben von M. 2.− an
Reparat. in einigen Stunden
Umarbeiten gewissenhaft und billig
Joseph’s Zahn-Atelier
Soderstrasse 7. (*8926df
Synl- und Nadenwürmer,
deren Abgang im Stuhl wahrgenommen wird, laſſen auf ein
vor=
handenes Wurmleiden ſchließen, das ſich auch in Bläſſe, mattem Blick,
belegter Zunge, ſtechenden Schmerzen in den Gedärmen,
Appetit=
loſigkeit u. a. m. äußert. Das läſtige Leiden vertreibt in den meiſten.
Fällen eine Kur mit wohlschmeckendem Spulwurmkraut,
die jedermann einmal im Jahre vornehmen ſollte, da dieſe gleichzeitig
auch eine gute Darmreinigungskur iſt. Pak. 50 Pfg. Reformgeſchäft
„Arista‟, Geſundheitliche Nahrungs= und Genußmittel. Anton
Braunwarth, Ernſt=Ludwigſtraße 3. Fernſprecher 971.
(6863a
Herren
welche moderne, solide, wirklich vornehme
Garderobe wahrhaft billig kaufen
möchten, erreichen dies sicher und
überzeugend durch meine Konfektion
M
Weiblich
Jung, Fräulein, berw. in
Steno=
graphie, Schreibmaſch. uſw. ſ. St.
Off. unt. V 87 a. d. Exp. (*9022
Fräulein
welches bereits 3 Jahre prakt. tät.
war, ſucht Stelle als
Korreſponden=
tin, am liebſten privat. Eventl.
auch auswärts. Offerten unter
W6 an die Expedition. (*9060
euſo nimmt noch
Tüchtige Friſeuſe Kunden an
Rhönring 121, parterre. (*9094
Tüchtige Büglerin nimmt noch
Kunden an Saalbauſtraße 78, im
Gartenhaus, 2. Stock links. (*9031
Perfekte Schneiderin empfiehlt
ſich Wienersſtraße 46, pt. l. (*8917dfs
Ein fleißiges, ſauberes Mädchen
ſucht ſofort Laufdienſt. Näheres
Kiesbergſtr. 5 Hinterb. (*8933df
Mes
18jähr. Madchen
ſucht Stelle als beſſ. Mädchen od.
einf. Fräulein am liebſt. zu Kind.,
bis 15. April o. 1. Mai. Offerten
unt. V 82 an die Exped. (*8990
Junge Frau ſucht nachmittags
2—3 Std. Laufdienſt oder halbe
Tage Beſſungerſtr. 39 i. Lad. (B7973
Braves, 13jähr. Mädchen ſucht
nach der Schule Kind auszufahr.
oder Sachen auszutragen. Näh.
in der Expedition.
(*9063
Eine Frau empf. ſich im Waſch.
u. Putzen für nachm. Zu erfrag.
Karlsſtr. 65, Htb., I. links. (*9072
Saub. Frau ſucht Laufd. oder
abends Büro zu reinigen. Näh.
nachmitt. Aliceſtr. 43, Stb., II. (*9092
Jg. Frau ſ. morg. 2 Std. Laufd.
Magdalenenſtr. 6, b. Koch. (*9100
16 jähr. Mädchen ſucht Stelle
zu Kindern. Parkusſtr. 15, I. (*9104
Männlich
Junger Kaufmann
ſucht in einem größeren Betriebe,
da ſeine Lehrzeit um iſt, Stellung
als Verkäufer oder Kontoriſt.
Stenographiekundig(Gabelsberger)
nebſt Schreibmaſchine.
(*9010
Näh. Angaben erwünſcht unter
V 89 an die Expedition ds. Bl.
Junger verheirateter Mann
ſucht Vertrauenspoſten. Kaution
kann in jeder Höhe geſtellt werden.
Off. u. W18 an die Expd. (*9106fs
Sattier und Tapezier ſucht
dauernde Beſchäftigung. Selbſt.
Arb. Näh. Aliceſtr. 39, III. (*9025fs
EME
Weiblich
Für hieſiges Bureau wird ein
mit Buchhaltung bezw. Kartothek
M
durchaus
vertrautes Fräulein
geſetzten Alters zum baldigen
(*9075fs
Eintritt geſucht.
Genaue Offerten unter W 14
an die Expedition d. Bl. erbeten.
Tüchtige gewandte
E
Verlauferin
zur Uebernahme einer Filiale der
Lebensmittelbranche per ſofort
oder ſpäter geſucht. Offerten u.
W17 a. d. Expedition. (7982
Verkauferin
welche flott bedienen kann, für
ein Spezialgeſchäft der
Lebens=
mittelbranche per ſofort oder
ſpäter geſucht. Offerten mit
An=
gabe der Gehaltsanſprüche unter
W15 a. d. Expedition.
(7981
(7948
für Buchbinderei geſucht.
Buchdruckerei Roether, Bleichſtr. 24.
Perfektes Nähmädchen
für die Tapezierwerkſtatt bei
gutem Lohn für dauernd
ge=
ſucht. Näh. Expedition. (7931fs
Lehrmädch.
Konfektion geſucht
(*9065fs
Kirchſtraße 21.
Lehrmädchen geſ. Konſeltion,
Schuchardſtr. 8, II.
(*8524if
Mhranſtochen
aus guter Familie gegen ſofortige
Vergütung geſucht., Neher & Pohlen,
Eliſabethenſtraße 21.
(*9018fs
Zuverläſſiges, williges
das etwas kochen
Mädchen, kann, in einfach.
bürgerl. Haushalt per ſofort
geſ. Gutenbergſtr. 11, p.
(7157t
e
während der Saiſon z.
Flaſchen=
ſpülen geſucht. Vorzuſt. zwiſchen
8 und 10 Uhr vormittags. Rudolf
Schäfer Nachf Martinſtr. 95. (B7713
Jüngeres Mädchen für kleinen
Haushalt tagsüber geſucht
Frank=
furterſtr. 76, pt.
(*8868df
geſucht, welches ſchon
Mädchen in Blumengeſchäft
tätig war. Karl Horſt, Gärtnerei,
*8874df)
Martinſtr. 117.
Geſucht für bald oder 1. Mat
tücht. Köchin, die Hausarb. übern.
oder gut angelerntes ſauberes
Mädchen, welches Luſt z. Koch. hat.
Off. unt. V 73 an die Exp. (B7307
Laufmädchen tagsüber geſucht.
Heidelbergerſtr. 61, I.
(*8900df
Ein ordentliches
„
Mädchen
ſofort geſucht. (*8816mf
Hopfengarten, Stadtallee 5.
Junges sauberes
Zimmermädchen
welches im Nähen nicht
unbewan=
dert iſt, nach Paris in fein.
Haus=
halt geſucht. Vorzuſtellen
Inſel=
ſtraße 19, 2. St., zwiſchen 10 bis
11 Uhr. Lohn nach Uebereinkunft
und freie Fahrt. Köchin ſpricht
deutſch.
(*8739mf
ein ſtadtk. Mädchen
Gesucht nicht unt. 12 J., um
Ausg. nachm. 5—½8 Uhr zu beſ.
Damenkonf. Bismarckſtr. 44, I.(*9044
Honmegh
I Herischuriskocht
für 1. Mai geſucht; ferner nach
auswärts für Offiziersfamilie
zum 15. April 1 tüchtige Köchin
Wilhelminenſtr. 43. (*9023fs
Mg
a
Tücht. Laufmädchen
oder Frau vorm. über geſucht. Zu
meld. 3—4 Uhr, Mühlſtr. 45. (*9020
Tüchtiges Hausmädchen, das
ſchon gedient hat, wird ſofort
ge=
ſucht. Von wem? ſagt die Ex=
*8999fo
pedition ds. Bl.
Dienstmädchen
geſucht. Landwehrſtr. 24, II. (*8991
Tüchtiges, ſolides Mädchen für
Küche und Haus in kleine Familie
für 1. Mai geſucht.
(B7832
Martinſtraße 70, II.
für ſofort tags=
Mädchen über geſucht. (7943
Näheres Expedition.
Auf 1. Mai in ein
Herrſchafts=
haus auf dem Land eine in gut
bürgerl. Küche ſelbſtändige
Köchin
mit gut. Zeugn. geſucht. Hoh. Lohn.
Näh. Roquetteweg 4, II. (*9027fso
Geſucht für nachmittags eine
unabhängige, reinliche Frau
(*9029)
Arheilgerſtraße 25, part.
Ein junges, ſauberes
Lauf=
mädchen tagsüber ſofort geſucht
*9033) Viktoriaplatz 8, part.
Zuverläſſige, perfekte Köchin
m. gut. Zeugn. nach auswärts, Nähe
Frankfurt, geſ. Gehalt n. Vereinbg.
Vorzuſt. vorm. b. 11, nachm. b. 4 Uhr
u. abends. Frau v. Falkenhahn,
(*9001fs
Grüner Weg 40.
t wird in kl. Haushalt ein
Geſucht beſſeres, zuverläſſiges,
kräftiges Alleinmädchen, das in
Küche und Hausarbeit gut Be=
(*9008fs
ſcheid weiß
Heinrichſtraße 158, 1. St.
Suche Köch., Haus= u. Alleinm.,
welche koch. u. etw. v. Koch. verſt.,
Hotelzimmerm., Küchenm. für hier
u. ausw. Frau Minna Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*9103
geſucht
Lauffrau Dieburgerſtr. 84, I.
Männlioh
allr Beruſe
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
Poſt, Eßlingen 143.
(I,1627
tägl. Berdienſt
10—-20 Mk. durch leichte
Fa=
brikationen. Proſpekt grat. (III,7946
Heinr. Heinen, Mülhelm-Ruhr-Broich.
auf Sohlen und
Schuhmacher Fleck geſucht
(*8817mdf)
Heinrichſtraße 66.
ſofort
Schneidergehilfe geſucht
Lichtenbergſtr. 78, b. Gg. Heid. (*8886df
Die durch den Streik in Nürnberg=
Fürth frei gewordenen Stellen ſind
bei guter Bezahlung für dauernd
neu zu beſetzen. Tücht. Polſterer
u. Tapezierer für feine u. mittlere
Arbeiten belieben ſich zu melden
u. N. O. 863 durch Rudolf
Mosse, Nürnberg.
1,760
Tücht.
Shharier
auf verbandfreie Werkſtätte
für dauernd geſucht. Offerten
unter V 84 an die Exped. (7919a
Intellg. jünger. Mann als
Vorarbeiter geſucht. Angebote
mit Lebenslauf und Zeugn.
an Röhm & Haas, Chemiſche
(7937
Fabrik, Darmſtadt.
Lehrling (*8852dfs
kann eintreten. Valentin Schmidt,
Gärtnerei, Niederramſtädterſtr. 75.
geſucht Heinrich
eftrlie=
Leyrling Leichtweiß,
Tapezier=
meiſter, Beſſungerſtr. 41. (B2922
(6258a
Grafenstraße
Nr. 23½
Telephon 1949
Laufmädchen
ordentl., willig, für den ganzen
Tag zum Austragen ꝛc. gegen
gute Bezahlung geſucht. Näheres
in der Expedition.
(7959fs
Sehr ſauberes Laufmädchen
von 8—11 Uhr u. zum Spülen
geſucht Schützenſtr. 5, II. (*9091fs
eidtettr
(*9077
v. 8 bis
Tüchtiges Mädchen 12 Uhr
geſucht Heinrichſtr. 93, I. (*9076
Sibr
Geb. Frl., nicht unter 20 Jahren,
welches ſelbſt. kocht u. i. Haush.
erfahren iſt, für aute Fam. nach
auswärts geſ. Offert. a. d. Verein
f. Hausbeamtinnen, Hoffmannſtr. 4.
Sprechſt. tägl. v. 3—5, außer
Mittwochs u. Samstags. (*9042
ſofort
Jüngeres Mädchen geſucht
Blumenthalſtr. 107 (Laden). (*9096
Laufmädchen tagsüber geſucht
Riedlingerſtr. 44, part. (*9095
Herrschaftsköchin
mit guten Empfehlungen nach
aus=
wärts geſucht bei hohem Lohn.
An=
gebote u. W 24 a. d. Expd. (7990fso
Mannee
e
Mk
injeder
Jarbe
Gusführung
Redeisorte
0
Alleinverkauf bei.
Louisenpiatz 1.
Scſuskaus . Spier
(7988
Tüchtiger Fuhrmann
für dauernd geſucht (*8987dfs
Arheilgerſtraße 41.
Kräſtiger
Hausburſche
ſicherer Radfahrer, welcher gute
Zeugniſſe hat, per ſofort oder
ſpäter geſucht. Offerten mit
An=
gabe der Lohnanſprüche, ſowie des
Alters u. W. 16 a. d. Exp. (7980
Mee ee e
tüchtig. Arbeiter
f. unſ. chem. Wäſcherei (*8950df
Hoffärberei C. & Ch. Reich,
Pallaswieſenſtr. 146.
Lehrling-Gesuch!
Ein Lehrling mit guter
Schulbil=
dung zum ſof. Eintritt geſ. (*8437od
Wolf Strauß, Sortieranſtalt.
Lohrling r
Schul=
zeugniſſen für Laden und
Kontor geſ. Haas & Bernhard,
(*8691mf
Rheinſtr. 19.
Schneiderlehrling ſowiejung.
Gehilfe kann ſofort eintr.
Darm=
ſtadt, Liebigſtr. 38, Aßmus. (*9019
Junges Ehepaar ſucht
Ver=
trauenspoſten. Kaution kann in
jeder Höhe geſtellt werden. Off.
unt. W 19 an die Expd. (*9108fs
Weg.Platzmang. 2tür. Kleiderſchr.,
w. neu, 22 M., 1tür. Kleiderſchr. 10 M.,
Bettſtelle, Strohſack, Kiſſen 8 M.,
2ſitz. Sportw. 4, ov. Tiſch, neu, 10,
Küchent. 4. Waſcht. 4.
Küchenunter=
ſatz 5 M. Bessungerstr. 34, p. (*9107
Dillig abzug.: Vollſt. Bett., Herren=
Pkleid., Stiefel, Wäſche, 2
Meſſing=
hähne, 2 gelbe Vierbleche, Waagem.
Gewichten, Meſſerputzmaſch.,
Tiſch=
decken Porzellan und noch Vieles,
(*9089
für Wirte paſſend.
Heidelbergerſtr. 72, 2. St.
Pfuhl
aus Düngergruben.
Ab=
fuhr ſofort zu vergeben
Schlachthof
7970)
Gelchtnderurheſt.
werd. billigſt ausgeführt. (*9083fs
Stauch, Blumenthalſtr. 75.
Ab. Reſerenzen zu Dienſten.
Dachreparaturen
werden raſch u. billig ausgeführt.
Adam May, Dachdecker,
*8671df) Rundeturmſtr. 16.
Kchen werden garn., Altes
Aul& verwendet, Neuheit.
am Lager. Damen.
können gründl. Putz erlernen und
ihre Hüte ſelbſt anfertig. Lippert,
Kiesſtraße 69.
(VII, 7992.
werden ſchön und billig
Hüte garniert, Altes verwendet
Lichtenbergſtr. 23, I., links. (*9081
Hite werden
Modes! ſchick angefert.
Alte Sachen werden verwendet.
Neckarſtraße 16.
*9084)
werden ſchick garniert
Hülr und alte nach neueſten
Modellen umgearbeitet (7261a
Eliſabethenſtr. 1, Seitenbau I.
o werden ſchön u. billig
Hüte garniert, altes verw.,
auch außer dem Hauſe
(5503a
Eliſabethenſtraße 49, 2. St.
Gütegarn. ſchick v. 30 Pf. an, auch
mit alt. Zutaten in u. auß. dem
Hauſe, alte Hütewerd. umfaſſoniert
u. mod. garn. Ludwigspl. 8, Vdh. III. (7738a
Nädchenkl. ſow. Knabenanz. all.
M. Art w. angef. in u. auß. d. H., a.
Ausb. Orangerieſtr. 20, pt. (*8839df
Sardinen z. Waſchen, Spannen
(6
Goder Bügeln, d. Blatt 50 Pf.,
nimmt an, Wäſch. u. Büg. (*9080
Lichtenbergſtr. 23, I., links.
elteres leichtes Pferd aufs Land
(7911fs
zu verkaufen
Kranichſteinerſtraße 65.
G
2 mit Brut, vernichtet radikal
ntlich
Hademachers Boldgelst. Patentau
geschützt
Nr. 75 198. Geruch- u. Farblos. Reinigt
die Kopfhaut v. Schuppen, befördert d.
Haarwucha, verhut. Zuang v. Parasit.
Wichtig 7. Schnlkrinder. Tans. v.
An=
gen. Pl. 5 M1.— u. 0.50 im
erkennar
1den Drogerien und Apotheken.
Zu haben: Emil Ehrecke,
Pankra-
tiusstr. 41; Paul C. Finke, Bal’
in-
platz5, Gg. Hübner, Karlstr. 56, Anton
Logel, Centr.-Drog.; Heinr. Schaub,
Karlstr. 20; Ch. Sckzinn,
Rhein-
strasse 8; Gebr. Vierheller, Ad.
Zach-
mann, Bleichstrasse 46. (I,7939
Gegneb Obleilzoſfen
.
über 34,000 ähnlich lautende ſchriftliche Anerkennungen!
Vorträge.
un. Heſſiſcher Jagdklub Darmſtadt. Vor
einem ſehr zahlreichen Auditorium von Damen und
Herren hielten im Städtiſchen Saalbau auf Veranlaſſung
des Heſſiſchen Jagdklubs die Herren K. Henkell=
Wiesbaden und H. Hommel=Mainz, Vorträge über
„Die Elchjagd in Norwegen‟ Die Redner des
Abends hatten im September vorigen Jahres eine
20tägige Pürſchfahrt auf Elchwild nach dem hohen
Nor=
den von Norwegen unternommen und ſchilderten im
kur=
zen Plauderton in teils ſehr humoriſtiſcher Weiſe ihre
Fahrten, Erlebniſſe und Abenteuer. Nachdem der
Elch=
hirſch in Norddeutſchland faſt gänzlich ausgeſtorben reſp.
abgeſchoſſen iſt, wenden ſich hunderte von deutſchen Jägern
nach dem hohen Norden von Norwegen, um dort den in
großen Jagdgebieten noch auftretenden Elchhirſch zu
tagen und deſſen koloſſales Geweih als Jagdtrophäe in
die Heimat mitzunehmen. Als Vermittler ſolcher
Jagd=
gebiete gilt der in Jägerkreiſen wohl bekannte Konſul
Juwol. Die Jagd in Norwegen iſt nicht durch
Jagdgeſetz, wie in Deutſchland, geregelt. Das
Jagd=
recht liegt dort ganz in den Händen der Bauern, denen
der ausgedehnte Grundbeſitz gehört, und der auch den
Namen des Beſitzers trägt. Es iſt zwar ein beſtimmter
Maximal=Abſchuß des Elchwildes feſtgeſetzt, aber gegen
weitere Zahlung von Schußgeld drücken dieſe Bauern
gerne ein Auge zu. Infolgedeſſen wird ſehr viel
Auer=
wild abgeſchoſſen und auch in Norwegen wird der Elch
bald auf dem Ausſterbe=Etat ſtehen. Eingehend
behandel=
ten ſodann die beiden Redner die Vorbereitungen und die
Ausrüſtung zur Elchjagd. Intereſſant war die Schilderung
der Elchjagd ſelbſt, ihrer Strapazen und Gefahren, der
Aufenthalt in der Jagdhütte im einſamen Hochfjeld und
die Rückkehr mit acht kapitalen Elchgeweihen, während das
mehrere Zentner betragende Wildpret dem Jagdbeſitzer
als Winterbedarf überlaſſen werden muß. Eine reiche
Lichtbilder=Serie mit herrlichen Naturaufnahmen der
nor=
wegiſchen Jagdgebiete und des erlegten Elchwildes
ver=
vollſtändigten die hochintereſſanten Ausführungen der
Vortragenden, denen am Schluß reicher und wohl
ver=
dienter Beifall geſpendet wurde.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich,)
Heag.
Sehnſüchtig warten die Bewohner und Intereſſenten
der Heidelbergerſtraße auf die baldige Eröffnung des
elek=
triſchen Bahnbetriebes. Jedoch auch Nichtanwohner der
Heidelbergerſtraße wären der Heag ſehr dankbar für
Prü=
ung und — hoffentliche Erfüllung folgenden Vorſchlags:
Wäre es nicht möglich, den Betrieb der elektriſchen Bahnen
ähnlich wie bei den Strecken Hirſchköpfe und
Böllenfall=
tor — bis zur jetzigen Dampfbahnhalteſtelle Ludwigshöhe
baldmöglichſt, jedenfalls doch bis zum Sommer — zu
er=
öffnen?
Die Bahn würde ſich ſicher durch die viel ſtärkere
Be=
nützung der Waldbeſucher und der Anwohner der
Villen=
kolonie Ludwigshöhe bedeutend beſſer rentieren, wenn
die Spaziergänger nicht gezwungen wären ihre Kräfte
und freie Zeit auf der ſtaubigen Automobilchauſſee in der
heißen Sommerfonne zu verbrauchen, anſtatt im herrlichen
Wald. Auch würde das Umſchalten der Wagen zur
Rück=
fahrt den Verkehr an der Ludwigshöhe weniger ſtören
wie an der immerhin verkehrsreicheren
Landskronſtraßen=
ecke.
Sowohl für die Heag, wie für die Waldbeſucher,
wäre es von großem Intereſſe, nicht mit der Benutzung
dieſer Teilſtrecke zu warten, bis die ganze Linie
fertig=
geſtellt iſt.
Mehrere Intereſſenten.
Aus dem vorgeſtrigen=Artikel in Ihrem geſchätzten
Blatte geht hervor, daß ein Teil der Hausbeſitzer ſich gegen
die Anbringung von Roſetten an ihren Häuſern ſträubt
und die Straßenbahn dazu zwingt, noch weitere unſchöne
Maſten in unſeren Straßen aufzuſtellen. Unſere Stadt
ge=
nießt gerade den Ruf einer Künſtlerſtadt und ſcheint mir
das Aufſtellen der Maſten, wie es ſich jetzt in der
Heidel=
bergerſtraße zeigt, jedes Schönheitsgefühl zu verletzen. Da
ich ſelbſt an meinem Hauſe bei einem äußerſt regen
Stra=
ßenverkehr eine Roſette angebracht hatte und niemals
durch dieſelbe irgendwie eine Störung verurſacht wurde,
ſollte von ſeiten der Stadt oder der Bezirksvereine Proteſt
gegen weiteres Aufſtellen von Maſten erhoben werden, da
die Roſetten, ohne das Straßenbild zu verunzieren,
den=
ſelben Zweck erfüllen.
Luftfahrt.
* Aeroplanflug durch Oeſterreich um den
Schicht=Preis von 100000 Kronen, ſoll nach den bisherigen
Plänen folgende Städte berühren: Budweiß, Prag,
Brünn, Preßburg, Budapeſt, Wiener=Neuſtadt. Eventuell
werden noch Linz und Pardubitz berückſichtigt. Die Frage,
ob der Rundflug international, oder nur für öſterreichiſche
und ungariſche Flieger ausgeſchrieben werden ſoll, iſt noch
offen.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußballſport. Der F.=K. „Teutonia”=
Wei=
terſtadt 1911 feiert am Sonntag ſein
Stiftungs=
feſt, verbunden mit einem Pokal=Spiel und
Olym=
piſchen Spielen. Die Olympiſchen Spiele beginnen
vor=
mittags präzis 8 Uhr, die Sechſerkämpfe nachmittags
prä=
zis 1 Uhr. Meldeſchluß am Start. Abends 8 Uhr findet
im Gaſthaus „Zur Sonne” die Preisverteilung
ſtatt mit daran anſchließendem Ball.
sr. Das Motorboot= und Waſſerflugzeugmeeting von
Monaco wurde mit der Eröffnung der Motorboot=
Aus=
ſtellung eingeleitet. In Vertretung des Fürſten von
Mo=
naco nahm der Ecbprinz Louis von Monaco an der
Er=
öffnungsfeier teil. Es ſind im ganzen 50 Boote
ausge=
ſtellt, darunter 14 Boote der 21 Fußklaſſe, des Britiſt
Motor Boat Club. Am Mittwoch wird die Ausſtellung der
Waſſerflugzeuge eröfnet. Bisher ſind 17 Maſchinen in
Monaco eingetroffen.
Lawn=Tennis. Das internationale Lawn=
Tennis=Turnier in Cannes das auf den
Beau=
ſite=Plätzen ſtattfand, iſt beendet. Das Herreneinzelſpiel
gewann der Deutſche F. W. Rahe gegen R. Kleinſchroth
6:3, 6:2, 3:6, 6:0, Rahe gewann auch mit H. Kleinſchroth
als Partner das Herrendoppelſpiel gegen Decugis=Ritſchie
775, 4.6, 4.6, 633, 644.
Literariſches.
Ein bisher unveröffentlichtes Gedicht von Theoddl
Körner an ſeine Braut wird ſicher gerade jetzt, wo die
Zeit vor hundert Jahren allen Deutſchen ſo nahe wie nie
zuvor ſteht, einer lebhaften Anteilnahme begegnen. Dieſes=
Gedicht bringt die „Gartenlaube” in ihrer letzten
Nummer (Nr. 12). Wir verdanken den Fund dem
be=
kannten Dichter Franz von Königsbrun=Schaup, deme
geglückt iſt, in einem öſterreichiſchen Privatarchiv das
Tagebuch und das Stammbuch der Schauſpielerin Antonie
Adamberger, der Braut Körners, aufzufinden. Das
Ge=
dicht ſtand in dem Stammbuch und ſtellt einen
Geburts=
tags=Glückwunſch dar.
Verkauf textiler Haushaltungs-
und Ausstattungsartikel
zu konkurrenzlos billigen Preisen.
Leinen * Halbleinen: Shirtings: Cretonnes
Deckbettdamaste: Bettdecken: Kissenbezüge
Tisch- u. Tafeltücher: Servietten: Tischgedecke
Handtücher : Badetücher: Wischtücher usw.
Taschentücher
Nur bestbewährte Qualitäten in größter Auswahl.
Vorteilhafteste Kaufgelegenheit gediegener und feinster
BRAUT-AUSSTATTUNGEN
Ludwis Berbenich
Steinstrasse 2, II.
(7954a
O
plwer
Goldver
aun
Z m Gs
A
(I,2668
In Verkaufen.
1 Büfett, nußb. mit Marmorpl.,
1 rund. Tiſch, nußb. pol., 1
Waſch=
tiſch, 1 Tiſch (Kindertiſchchen),
1 Küchenſchrank, 1 Küchentiſch,
pol. Bettſtelle mit Matratze
Schirmſtänder, Nähtiſch,
Blu=
mentiſch und ſonſtiger Hausrat.
Liebigstrasse 39, part.
Anzuſehen Freitag u. Samstag
von 2—6 Uhr.
(*9059
ut erh. Büch. f. Kl. 3 d. Eleon.=Sch.
b. zu vk. Kahlertſtr. 17, I. (*8994
Porzellanöfen
ſehr gut erh., z. teil mit
Rieß=
ner Einſatz, billig zu verkauf.
Anz. zw. 10—12 u. 2—4 Uhr
Hermannſtraße 39. (7938fs
in gut
erhalt. Kinderliegewagen
billig zu verkaufen
9043
Pankratiusſtr. 14, III. Stock rechts
Gut erhaltenes Bett
umzugs=
halber billig abzugeben (*9028
Schützenſtraße 5, 1. St.
Haben Sie schon?
die billigen Preise
beachtet bei Ad.
Kolb, Uhrmacher,
Kirchstraße 17,
im
Trauring-Eck.
6966sff
Diverſe gebrauchte
Nähmaſchinen
mit Garantie ſpottbillig (7920a
August Engel, Schuchardſtr. 8.
Realgymnasium.
Gut erh. Schulbücher für Unter=
Sekunda bis Oberprima bill. zu vk
*8992) Wienersſtr. 80, 1. St.
Groß. Gleander billig zu verk.
(7935fo
Obere Gutenbergſtr. 52, 3. St
Nähsteme
in dauerhaftester Ausführung
empfiehlt als Spezialität
Otto Weitz
Hofbuchbinderei u. Papierhandlung
nächst Wilhel-
Hügelstr. 57 minenplatz.
Telephon 1805.
(7563omf
Friſchgeſchoſſenes Men von bad. Jagden
Damwild, Hirſch, Wildſchwein
Lapins
Rehragont, per Pfund 50 Pfg.
Zicklein (Geißlämmer)
ganz und geteilt
junge Tauben, per Stück von 50 Pfg. an
friſche Kiebitzeier
Heinrich Grimm
Hoflieferant.
(7972
Aalbewanrung ven
Peizs und Wenwaren
während der Sommermonate, ev. das ganze Jahr, unter
Garantie gegen Feuer= und Mottenſchaden übernimmt
Gottlieb Lorz, Hoflieferant
Telephon 2147.
Eſchollbrückerſtraße 3.
Neueſte Kühlanlage und Motorbetrieb. (7917a
Einsichtsvolle
Eltern
tragen den Forderungen 4
nadernen Hygiene Rechnung
und vermlassen ihre Kinder
frühneitisst zu einer
ratio-
nellen Fllege der Haare. In
der Hebung der natürlichen
Funktionen des Haares durch
egeimässige Waschungen
mittals
„Shampoen mit den
schwarzen Kopf-C
esitren wir das greeignotste Mittel, die Zersetrungsprodnkte der
Kopfhaut, den Staub und die ev. Krankhettsorreger des Haares zu
bescitigen und dadurch eine Kräftigung und Regenerierung des
Haares zu ermöglichen. Das millionenfach bewährte
Haarpflege-
mittel „Shampoon mit dem schwarzen Hopf” macht das Haar
chuppenfrei, ainzend und gibt auch dürftigem
jaar volles Ausschen. — Man verlange belm Hinkauf
usdrücklich „Shampoen mit dem schwarzen
Hopf” mit der nebenstehenden Schutzmarke und
lehne Nachahmungen des Original-Fabrikates
kate-
gorisch ab. (Paket 20 Pf., 7 Pakete M. 1,20), auch
mit Ei-, Teer-, Hamillen-, Scl
vefel-,
Lanolin-, Pern Tannin-, Kräuter-, Birker
balsam- oder Sauerstoff-Zusatz (Paket 25 Pf.,
7 Pakete M. 1,50) in allen Apotheken, Drogerien
Schutrmarke. und Parfümerie-Geschäften erhältlich.
Z Hans Shwarzkopf, C. m. b. H., Berlin 137.