Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelt. Verantwortlichkeit,
den Annoncen=Expeditionen. — Ber
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Das Herzogspaar von Cumberland trifft nach
den neueſten Dispoſitionen am 13. April zum Beſuche
der kaiſerlichen Familie in Homburg ein.
In dem Berufungsprozeß der belgiſchen
Prinzeſſinnen Luiſe und Stephanie um
das Erbe des Königs Leopold wurden die Anſprüche der
Klägerinnen abgewieſen.
Der Flottendemonſtration der Mächte gegen
Montenegro liegt ein einmütiger Beſchluß aller
Mächte zugrunde.
Nach einer Meldung aus Cetinje iſt die Beſchießung
von Skutari geſtern eingeſtellt worden, ſoll
je=
doch angeblich heute wieder aufgenommen werden.
Der König von Spanien unterzeichnete den
franzöſiſch=ſpaniſchen Vertrag.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Das Erbrecht des Staates.
*⁎* Zu den Vorlagen, welche die Mittel zur Deckung
der dauernden Ausgaben für die Heeresverſtärkung
be=
ſchaffen ſollen, gehört auch der Geſetzentwurf über das
Erbrecht des Staats. Es iſt lediglich eine Erneuerung
des gleichen Entwurfs, welcher ein Teil der
Reichsfinanz=
reform vom Jahre 1908/1909 war und vom Reichstage
abgelehnt wurde. Hat ein Verſtorbener keine letztwillige
Verfügung hinterlaſſen, ſo ſollen außer dem Ehegatten
nur die Verwandten erſter und zweiter Ordnung,
Ab=
kömmlinge, Eltern, Geſchwiſter und deren Abkömmlinge,
ſowie die Großeltern geſetzliche Erben bleiben, die
wei=
teren Verwandten von der geſetzlichen Erbfolge
ausge=
ſchloſſen werden. An die Stelle dieſer künftig
ausgeſchloſ=
ſenen Verwandten tritt der Fiskus des Staats, in
wel=
chem der Erblaſſer ſeinen Wohnſitz gehabt beziehungsweiſe
ſich zuletzt aufgehalten hat. Die Erhebung, Verwertung
und Verwaltung der Erbſchaft erfolgt in ſolchem Falle
durch die Landesregierung, welche die Gemeinden damit
beauftragen kann; 75 Prozent der Reineinnahme erhält das
Reich und 25 Prozent der betreffende Bundesſtaat, welcher
aus ſeinem Anteil die Gemeinden für deren Mühewaltung
zu entſchädigen hat.
Gegen die Einführung des ſtaatlichen Erbrechts
er=
hoben ſich hauptſächlich ethiſche Bedenken; man hielt dies
neue Recht für einen Eingriff in das Familienleben,
außerdem aber auch für eine Verletzung des Privatrechts.
Das waren denn auch die Gründe, aus denen der
Reichs=
tag im Sommer 1909 die damalige Vorlage mit 191 gegen
136 Stimmen verwarf. Aber in jüngſter Zeit haben ſich
die Stimmen gemehrt, welche dem Erbrecht des Staats
das Wort reden. Erſt noch im November vorigen Jahres
veröffentlichten hervorragende deutſche Nationalökonomen
und Juriſten eine Kundgebung zugunſten desſelben und
wieſen darauf hin, daß das geltende Recht, wonach
man=
gels einer letztwilligen Verfügung auch die entfernteſten
Verwandten erben, veraltet ſei. Eine ſo ſchrankenloſe
Erb=
folge ſei unvereinbar mit dem Bedürfniſſe und dem
Rechtsbewußtſein der Gegenwart, das den weitläufigen
Verwandten kein größeres moraliſches Recht zuſpreche als
der Geſamtheit. Im Hinblicke auf die wachſenden
Auf=
gaben des Reiches ſei es nur recht und billig, wenn ſolche
Erbſchaften dem Reiche überwieſen würden, unter deſſen
mächtigem Schutze in Deutſchland jedes Vermögen
erwor=
ben und erhalten werde. Freilich wurde in dieſer
Kund=
gebung gewünſcht, daß die Einkünfte aus dem Erbrechte
nicht zur Deckung laufender Ausgaben, ſondern zur
Til=
gung der Schulden und zur Verſtärkung des Schatzes
ver=
wendet würden, zur Entlaſtung der unteren Klaſſen der
Bevölkerung. Das Reich braucht aber jetzt Geld, es kann
ſich hinſichtlich der Verwendung des Erlöſes aus ſolchen
herrenloſen Erbſchaften nicht Schranken ziehen laſſen.
In ihrem Geſetzentwurfe hat ſich die Regierung Mühe
gegeben, die Familientradition möglichſt zu ſchonen und
alle Härten, welche die Ausſchaltung der bisherigen
geſetz=
lichen Erben mit ſich bringt, zu mildern, auch etwaige
be=
rechtigte Intereſſen zu berückſichtigen. Ob es ihr aber
ge=
lingen wird, eine Mehrheit für ihre Vorlage im
Reichs=
tage zu erzielen, bleibt dahingeſtellt. Auf große Erträge
rechnet die Regierung ohnehin nicht, ſie hat nur 15
Mil=
lionen Mark als Reichseinnahme veranſchlagt, da ſie ſehr
wohl weiß, daß bei einer Durchführung des Geſetzes von
den letztwilligen Verfügungen weit mehr Gebrauch
ge=
macht und damit der Eingriff des Staats
beziehungs=
weiſe Reichs in das Erbrecht erheblich beſchränkt werden
Türde,
Das Zaunkönigreich und die
Großmächte.
** Die montenegriniſche Regierung beharrt auf ihrem
Eigenſinn trotz aller Abmahnungen Europas, und hat die
Beſchießung von Skutari fortgeſetzt. Angeſichts deſſen
wird nunmehr die für dieſen Fall von vornherein in
Aus=
ſicht genommene Flttenkundgebung der Mächte
gegen Montenegro durchgeführt. Zugeſtimmt haben
der Kundgebung alle Großmächte, auch Frankreich und
Rußland. Durchgeführt wird ſie in erſter Linie durch
Kriegsſchiffe Oeſterreich=Ungarns, Italiens und Englands.
Von Wien aus ſind zur Teilnahme an der internationalen
Flottendemonſtration behufs Erzwingung der
Reſpek=
tierung der von den Mächten gefaßten Beſchlüſſe die
er=
forderlichen Befehle bereits erteilt worden, damit die
öſterreichiſch=ungariſche Kriegsmarine unverzüglich in die
montenegriniſchen Gewäſſer abgehen kann. Im übrigen
iſt die Frage, ob zwei oder drei oder vier Mächte durch
ihre Flaggen beteiligt ſind, nicht von ſolcher Wichtigkeit;
wohl aber muß die Kundgebung ſo durchgeführt werden,
daß die beiden europäiſchen Mächtegruppen, Dreibund
und Dreiverband, durch ein oder zwei ihrer Mitglieder
vertreten ſind. Die Kundgebung wird ſich vorläufig im
Rahmen einer ſogenannten „friedlichen Blockade‟
des montenegriniſchen Hafens von Antivari halten. Die
Beſorgnis, daß die Großmächte etwa genötigt ſein
wür=
den, zu gewaltſamen Eingriffen zu ſchreiten, erſcheint nicht
gerechtfertigt, da eine Blockierung der montenegriniſchen
Küſte, beſonders wenn dazu noch die Sperrung der
Land=
zugänge nach Montenegro hinzutritt, ein empfindliches
Mittel iſt, um die Montenegriner von dem Ernſt des
euro=
päiſchen Widerſtandes gegen ihre Abſichten in der Frage
Skutaris zu überzeugen.
Inzwiſchen iſt auch die Antwort der
montene=
griniſchen Regierung eingetroffen. Sie lautet:
Die königliche Regierung behält ſich, ſobald ein
Ein=
vernehmen der Großmächte über die geſamte Nord= und
Nordoſtgrenze Albaniens erfolgt ſein wird, das Recht vor,
ſich mit ſeinen Bundesgenoſſen zu beraten. Was die
Mit=
teilung der Großmächte bezüglich Einſtellung der
Feind=
ſeligkeiten um Skutari herum, ſowie in den beſetzten
Ge=
bieten, die die Großmächte Albanien überlaſſen zu haben
erklärten, und demgemäß bezüglich Räumung dieſer
Gebiete anlangt, ſo kann die Regierung zu ihrem großen
Bedauern dem Wunſche der Großmächte nicht
Rech=
nung tragen mit Rückſicht darauf, daß der
Kriegszu=
ſtand zwiſchen der Türkei und den Verbündeten fortdauert,
nachdem die Großmächte den Verbündeten in feierlicher
Weiſe gleich zu Beginn des Krieges erklärt hatten in
kei=
ner Weiſe die militäriſchen Operationen der Verbündeten
behindern und Neutralität beobachten zu wollen. Was
die Forderungen anbetrifft, daß dringende Maßnahmen
getroffen werden, um den wirkſamen Schutz der
muſel=
maniſchen und der katholiſch=albaneſiſchen
Bevölkerung in den Montenegro abzutretenden
Ge=
bieten zu ſichern, ſo erlaubt ſich die königliche Regierung,
hervorzuheben, daß der einzige Titel für die Erwerbung
dieſer Gebiete, ſowohl was Montenegro als ſeine
Ver=
bündeten betreffe, nur der Friedensvertrag mit dem
otto=
maniſchen Reiche ſein kann. Was die katholiſche und
mu=
ſelmaniſch=albaneſiſche Bevölkerung betreffe, ſo ſtehe dieſe
unter dem Schutz der montenegriniſchen Geſetze, die eine
wirkſame Bürgſchaft für die religiöſe und die bürgerliche
Freiheit ohne Unterſchied der Nationalität und ihres
Be=
kenntniſſes gewähren.
Der nüchtern Ueberlegende wird ſich bewußt bleiben
müſſen, daß die Haltung Montenegros, dieſes
winzigen Balkanſtaates, geradezu unerklärlich wäre, falls
es nicht mit einem geheimen Zwieſpalt in dem „Willen
Europas” rechnete. Daß die Quellen dieſes geheimen
Zwieſpaltes der ruſſiſche Panſlawismus und
ſeine, vom Botſchafter Iswolski mehr oder weniger
ge=
leiteten franzöſiſchen Schildträger ſind, iſt ein
öffentliches Geheimnis. Dieſer panſlawiſtiſch=franzöſiſche
Keil in der äußeren Eintracht der Mächte ſtellt gerade
ge=
genwärtig die Diplomatie vor eine verwickelte Aufgabe.
Denn da die Pforte die Friedensbedingungen der Mächte
angenommen hat, der Balkanbund ſie als
Verhandlungs=
grundlage anſcheinend gleichfalls annehmen will. muß die
Diplomatie Europas, die unter vielen Schwierigkeiten
bisher einig geblieben iſt, und viel internationalen
Zünd=
ſtoff aus dem Wege geräumt hat, darauf bedacht ſein, im
letzten Abſchnitt ihrer ausgleichenden Wirkſamkeit die
europäiſche Einigkeit als Vorbedingung
der nahen Befriedigung nicht zerfallen
zu laſſen.
Das Wiener Fremdenblatt ſchreibt zu der beſchloſſenen
Flottendemonſtration:
Der fortgeſetzte Widerſtand Montenegros
gegen die Entſcheidungen der Mächte machte Maßregeln
notwendig, um den Willen Europas zur Geltung zu brin=
gen. Die raſcheſte Durchführung der
Flot=
tendemonſtration gegen Montenegro, der
ſämt=
liche Großmächte zugeſtimmt haben, erweiſt ſich als
um ſo notwendiger angeſichts der Meldungen über die
fortgeſetzte ſtarke Beſchießung Skutaris, ſowie der
ableh=
nenden Antwort Montenegros gegenüber den
Forderun=
gen der Großmächte. Das Blatt verweiſt darauf, daß
Ser=
bien entgegen ſeiner ausdrücklichen Zuſage, dem Beſchluſſe
der Mächte hinſichtlich Albaniens ſich zu fügen, an den
Kämpfen um Skutari teilnehme. Die Durchführung der
Flottendemonſtration ſteht unmittelbar bevor. Eine
Ab=
teilung unſerer Flote erhielt bereits den Beſehl zum
Aus=
laufen. Soweit bisher bekannt werden an der
Flotten=
demonſtration nebſt Oeſterreich=Ungarn auch Italien und
Deutſchland teilnehmen. Rußland, das kein Kriegsſchiff
im Mittelmehr hat, wird ſich an dieſer Demonſtration nicht
beteiligen. Von Bedeutung aber iſt, daß der Beſchluß
der Flottendemonſtration von alken Mächten geſaßt
wurde und daß daher dieſe Aktion einen internationalen
Charakter trägt. Auch in der öffentlichen Meinung, die
durch die jüngſten Ereigniſſe auf dem weſtlichen Teile der
Balkanhalbinſel in lebhafte Bewegung geſetzt worden iſt,
findet man die Maßnahmen gegen den Widerſtand
Mon=
tenegros begreiflich und notwendig. Mit Ungeduld
harrt die Bevölkerung der
Weiterent=
wicklung der Dinge. Allgemein wird eine möglichſt
raſche Klärung verlangt. Die baldige Regelung der
Angelegenheit iſt auch um ſo notwendiger, als den
Balkan=
ſtaaten kein Zweifel darüber gelaſſen werden darf, daß
bei aller bisher gezeigten Bereitwilligkeit der Mächte,
ihren billigen Wünſchen entgegenzukommen, eine
nachträg=
liche Vereitelung der europäiſchen Beſchlüſſe abſolut
aus=
geſchloſſen iſt.
Die Times tritt für eine Intervention im
adriatiſchen Meere ein, auch wenn einige Mächte
nicht daran teilnehmen. England ſei es ſich ſelbſt ſchuldig,
dieſen Kurs zu verfolgen, und außerdem ſei es im
Intereſſe des europäiſchen Friedens ſehr
ratſam. Das Blatt ſchreibt, wir betrachten die
Zuſam=
menkünfte der Botſchafter als ein äußerſt wichtiges
In=
ſtrument für die Erhaltung des europäiſchen Friedens.
Wir ſind gewiß, daß ihr Anſehen unwiderruſlich
geſchä=
digt werden würde wenn Länder wie
Montene=
gro und Serbien ihre Entſcheidungen zunichte
machen würden. Die Times weiſt auf die poſitiven
Siche=
rungen hin, die Serbien den Mächten gegeben hat und
betont, daß die Entſcheidung über Nordalbanien ein
un=
teilbares Ganzes ſei, wenn Serbien nicht gewillt ſei,
Skutari Albanien zu überlaſſen.
Wie weiter mitgeteilt wird, beſchränkt ſich die
Flot=
tendemonſtration vorläufig auf die Blockade von
Spizza oder Antivari bis Aleſſio. Oeſterreichiſcherſeits
ſind bei Cattaro ſeit 1½ Wochen angeſammelt drei
Schlachtſchiffe, ein Schnellkreuzer und drei Torpedoboote,
insgeſamt ſieben Einheiten mit 3000 Mann, wovon ein
Drittel an Land geſetzt werden kann. Sollte trotz der
Blockade die Beſchießung Skutaris fortgeſetzt werden, wird
man ſich über weitere Schritte telegraphiſch verſtändigen,
die Schritte ſind jedoch bereits in der Botſchafter=Réunion
vorgeſehen worden. Es würde die Landung der Truppen
zunächſt auf montenegriniſchem Gebiet und dann erſt auf
albaneſiſchem Gebiet erfolgen. Selbſtverſtändlich wird
der Landungsort vorher nicht angegeben.
Da inzwiſchen Meldungen eingetroffen ſind, wonach
Montenegro die Beſchießung Skutaris
fortge=
ſetzt hat und deſſen Einnahme in kurzer Zeit zu
erwar=
ten ſei, hat ſich die Situation verſchärft.
Deutſches Reich.
— Deckungsvorlage und Bund der
In=
duſtriellen. Der Bund der Induſtriellen hat auf den
15. April ſeinen „Großen Ausſchuß” dem die Vertreter
der dem Bunde angeſchloſſenen induſtriellen
Körperſchaf=
ten und Verbände angehören, nach Berlin zu einer Sitzung
einberufen, um die Stellungnahme der im Bunde der
In=
duſtriellen vereinigen Induſtrien zu den vom Bundesrat
gemachten Deckungsvorſchlägen der neuen Wehrvorlage
darzulegen. Die Berichterſtattung über die
Deckungsvor=
lage iſt von dem früheren Reichstagsabgeordneten Dr.
Streſemann, Präſidialmitglied des Bundes der
Induſtriel=
len, und Bankdirektor Dr. Weber übernommen worden. —
In derſelben Sitzung wird ſich der Große Ausſchuß des
Bundes dann auch noch mit den die Intereſſen der
An=
geſtellten übermäßig berückſichtigenden Beſchlüſſen der
Reichstagskommiſſion zur Konkurrenzklauſel beſchäftigen.
Eine Reihe von Induſtriellen aus der chemiſchen Induſtrie,
der Maſchinenfabrikation und der Textilinduſtrie werden
hierzu unter Berückſichtigung der beſonderen Verhältniſſe
in dieſen Induſtrien Referate erſtatten.
Muſterſatzungen für Krankenkaſſen.
Unmittelbar nach dem Oſterfeſt ſind die Muſterſatzungen
für Krankenkaſſen erſchienen. Schon der äußere Umfang
läßt erkennen, daß die Fertigſtellung weitaus mehr Arbeit
verurſacht hat, als dies früher bei den Muſterſatzungen
der Fall geweſen iſt. Während für das Krankenverſiche=
rungsgeſetz nur zwei Muſterſatzungen notwendig
erſchie=
nen, werden jetzt nicht weniger als fünf Muſterſatzungen
veröffentlicht, und zwar für allgemeine Ortskrankenkaſſen,
für Landkrankenkaſſen, für gewerbliche
Betriebskranken=
kaſſen, für landwirtſchaftliche Betriebskrankenkaſſen und
für Innungskrankenkaſſen. Die Muſterſatzungen für
all=
gemeine Ortskrankenkaſſen können auch den beſonderen
Ortskrankenkaſſen zur Aufſtellung ihrer Satzungen dienen.
Außer dieſen fünf Muſterſatzungen ſind noch zwei weitere
Satzungen für allgemeine Ortskrankenkaſſen, in deren
Be=
zirk eine Landkrankenkaſſe nicht beſteht, und für
Land=
krankenkaſſen, in deren Bezirk eine Ortskrankenkaſſe nicht
beſteht, fertiggeſtellt. Im ganzen gibt es alſo ſieben
Muſterſatzungen. Den Wahlordnungen iſt eine Belehrung
über Weſen und Durchführung der Verhältniswahl
vor=
ausgeſchickt.
Aus dem elſaß=lothringiſchen
Land=
tag. Den bemerkenswerteſten Punkt der Verhandlungen
der Zweiten Kammer des elſaß=lothringiſchen Landtages
am Dienstag bildete die Teuerungszulage der mittleren
und unteren Beamten, die in erſter Leſung auf der
Tages=
ordnung ſtand. Unterſtaatsſekretär Köhler begründete den
Entwurf, der als ein Notgeſetz zu betrachten ſei bis zur
Fertigſtellung der Beſoldungsreform, und machte wegen
der Deckungsfrage dem Hauſe den Vorſchlag, das Geſetz
über die erhöhte Bergwerksſteuer in einer Form
anzu=
nehmen, die für beide Teile akzeptabel ſei. Abg. Hauß
(Ztr.) gab die überraſchende Erklärung ab, daß die
Vor=
lage in keiner Weiſe den Beifall des Zentrums finde. Er
bezweifelte, ob die Vorlage heute überhaupt noch
zeitge=
mäß ſei, und verlangte die Einbeziehung der nicht
etats=
mäßigen Beamten und der Geiſtlichen in die Vorlage.
Auch die letzteren müßten teilhaben an der
Teuerungs=
zulage, das ſei eine conditio sine qua non des Zentrums.
Hauß ſtellte den Antrag auf Ueberweiſung der Vorlage
an die Budgetkommiſſion. Abg. Böhle (Soz.) ſprach ſich
im gleichen Sinne wie der Zentrumsvertreter für eine
ein=
malige Unterſtützung, aber gegen die Auszahlung der
Raten im Juli und Oktober 1913 aus. Abg. Donnevert
(lib.) ſchloß ſich dem Antrag auf Ueberweiſung an die
Budgetkommiſſion an. Er tadelte, daß die Vorlage von
der Regierung ſo ſpät vorgelegt worden ſei, und verlangte,
daß auch die höheren Beamten bedacht würden. Der
An=
trag Hauß wurde dann einſtimmig angenommen,
Ausland.
Schweiz.
Schaffung einer Luftflotte. Nach dem
bis=
herigen Ergebnis der Nationalſammlung für die
Militär=
aviatik iſt die Schaffung einer Luftflotte geſichert. Zwei
große Firmen ſtifteten je einen Aeroplan. Die Stadt St.
Gallen brachte allein beinahe 120000 Mark auf.
Spanien.
Der franzöſiſch=ſpaniſche Vertrag wurde
vom König unterzeichnet. Die amtliche Veröffentlichung
erfolgt alsbald.
Vereinigte Staaten.
Der neue Botſchafter in London.
Präſi=
dent Wilſon verleugnet ſeinen Charakter als Mann des
Studiums und der Bücher offenſichtlich in ſeinem neuen
Amte nicht. Das hat er ſchon bei der Zuſammenſtellung
ſeines Kabinetts gezeigt, das mehrere Männer der Feder
und ſogar einen Tagesſchriftſteller aufweiſt; das hat er
jetzt aufs neue durch die Ernennung von W. H. Page zum
Botſchafter in London bewieſen. Denn Page iſt eine der
bekannteſten Perſönlichkeiten im literariſchen Leben
Ame=
rikas. Von 1890 bis 1895 war er der Herausgeber der
jangeſehenen Zeitſchrift Das Forum. Nachdem er dann
vier Jahre der literariſche Berater einer Boſtoner
Ver=
lagsfirma geweſen, finden wir ihn von 1900 bis 1903 als
Herausgeber des Atlantic Monthly. Seit 1903 iſt er
end=
lich der Herausgeber von Worlds Work, das unter ihm
eine der intereſſanteſten Zeitſchriften der Vereinigten
Staa=
ſten geworden iſt. Page iſt zwar überzeugter Demokrat,
aber von der eigentlichen Politik hat er ſich bisher ganz
fern gehalten. Allerdings hat er den Präſidenten im
Wahlkampf eifrig unterſtützt. Die Morning Poſt ſchildert
ihn als einen Mann von lauterem Charakter und hoher
Bildung, als einen gewandten Redner und glänzenden
Stiliſten. Wenn auch nicht gerade reich zu nennen, ſei er
doch wohlhabend genug, um den Londoner Poſten mit
der Würde und dem Glanze zu bekleiden, der dort
tradi=
tionell ſei. Page ſteht im Alter von 58 Jahren.
* Der Kaiſer und der Pächter. Aus
El=
bing wird gemeldet: Am Samstag abend erſchienen bei
Herrn Sohſt der Kammerherr von Oldenburg und
Oeko=
nomierat Steinmeyer von der Weſtpreußiſchen
Landwirt=
ſchaftskammer in Elbing, um mit Sohſt in der bekannten
Angelegenheit zu beraten. Sohſt hatte jedoch ſeinen
Bru=
der mit den Verhandlungen beauftragt. Die beiden
Her=
ren erklärten zunächſt im Auftrage des Zivilkabinetts, der
Kaiſer bedauere ſeine Worte, die er über Herrn Sohſt
geſprochen habe. Er würde die Ausführungen nicht
ge=
macht haben, wenn er richtig unterrichtet geweſen wäre.
Der Kaiſer ſei bereit, Herrn Sohſt Genugtuung zu
gewäh=
ren, und zwar ſoll Sohſt ein Schreiben des
Zivil=
kabinetts zugehen, des Inhalts, daß der Kaiſer die
Aus=
führungen über ſeinen Pächter bedauere. Ferner wurde
Herrn Sohſt die Verleihung eines Titels und eine
Deko=
ration zugeſichert. Der Bruder des Herrn Sohſt nahm
dieſes Anerbieten an. Es kam eine Einigung zuſtande
daß Sohſt aus der Privatſchatulle des Kaiſers 120000 M.
erhalte für das geſamte Inventar. Auch die
Abfindungs=
koſten ſind hierin enthalten. Das Vorwerk Rehberg wird
in die Verwaltung des Gutes Cadinen übergehen und
nicht mehr ſelbſtändig verpachtet werden. Wie verlautet
wird der Generalvertreter von Cadinen, Herr von Etzdorf
nach Ablauf einer gewiſſen Zeit ſeinen Abſchied nehmen
und ſich ins Privatleben zurückziehen.
* Der Kronprinz in Danzig. Das
Kom=
mando des Kronprinzen als Kommandeur des erſten
Leib=Huſaren=Regiments in Danzig=Langfuhr, deſſen
Dauer anfangs auf zwei Jahre berechnet war, wird
ver=
längert werden. Zunächſt dürfte es als beſtimmt
gel=
ten, daß der Kronprinz im Herbſt dieſes Jahres die
Füh=
rung der erſten Leibhuſaren noch nicht abgeben wird. In
Uebereinſtimmung hiermit ſind die geſamten Gebäude, die
dem kronprinzlichen Paare, dem Hofſtaat und der
Diener=
ſchaft zur Unterkunft dienten, noch für ein weiteres Jahr
gemietet worden. Es ſind hierfür wohl dienſtliche und
private Gründe maßgebend geweſen. Der Kronprinz iſt
mehr und mehr mit ſeinem Regiment verwachſen, und die
Bedingungen für den Aufenthalt des kronprinzlichen
Paares in Danzig=Langfuhr haben ſich im Laufe der Zeit
derart angenehm geſtaltet, daß ſie günſtiger kaum noch
ge=
wünſcht werden können.
Paris, 1. April. Präſident Poincaré
emp=
fing heute vormittag das belgiſche Königspaar,
das dann das Frühſtück bei dem Präſidenten einnahm.
An dem Frühſtück, das wegen der Trauer des
Königs=
paares im kleinſten Kreiſe ſtattfand nahmen auch
Mini=
ſterpräſident Barthou und der Miniſter des Aeußern
Pichon teil.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. April.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſtleutnant Trommer
beim Stabe des 4. Weſtpreußiſchen Infanterie=Regiments
Nr. 140 in Hohenſalza, den Major v. Brandenſtein,
Kommandeur des Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23, den Major a. D. Schörke, den Rittmeiſter
v. Rodenberg, Kompagniechef im Pommerſchen Train=
Bataillon Nr. 2 in Altdamm, den Hauptmann Keim
beim Stabe des Leibgarde=Infanterie=Regimens (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, den Oberleutnant Graf v. Königsdorff in
demſelben Regiment, den Regiſſeur und Hofſchauſpieler
Hacker, den Hofmuſiker Saggau, den Pfarrer Schäfer
von Königſtädten, den Pfarrer Deggau von Beerfelden,
den Pfarrer Schön von Friedberg, den Kreisarzt Dr.
Zinßer von Alsfeld; in beſonderer Audienz den Kaiſerlich
Ruſſiſchen Miniſterreſidenten van der Vliet; zum Vortrag
den Finanzminiſter Braun, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld
* Ernannt wurde der Steueraufſeheraſpirant
Sergeant=Hoboiſt Philipp Ewald aus Groß=Rohrheim
vom 7. April d. J. an zum Steueraufſeher.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Ludwig Frank
zu Ober=Schönmattenwag, Kreis Heppenheim, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Büttelborn, Kreis
Groß=Gerau.
* Finanzperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben die am 8. März d. J. vollzogene
Ver=
ſetzung des Vorſtandes des Finanzamtes Lauterbach,
Fi=
nanzamtmanns Juſtus Reimherr zu Lauterbach, auf
ſein Nachſuchen wieder zurückgenommen; den Vorſtand
des Finanzamts Schotten Finanzamtmann Erich Doerr
zu Schotten, in gleicher Dienſteigenſchaft an das
Finanz=
amt Langen verſetzt und den Finanzamtmann bei dem
Finanzamt Bingen, Dr. Philipp Joſt zu Bingen, zum
Vorſtand eines Finanzamts ernannt und ihm vom 1. Mai
d. J. ab die Stelle des Vorſtands des Finanzamts Groß=
Gerau übertragen; den Steuerkontrolleur Finanzaſſeſſor
Auguſt Löffler zu Darmſtadt zum Finanzamtmann und
den Finanzaſſeſſor Karl Jung aus Schotten zum
Steuer=
kontrolleur ernannt; den Aſſiſtenten bei der Bezirkskaſſe
Darmſtadt, Ludwig Nohaſcheck, zum
Miniſterialrevi=
ſor bei der Buchhaltung des Miniſteriums der Finanzen
den Hauptſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt
Bingen, Wilhelm Freſenius zu Bingen, und den
Hauptſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt
Darm=
ſtadt, Heinrich Koch zu Darmſtadt zu
Bezirkskaſſeaſſiſten=
ten bei der Bezirkskaſſe Darmſtadt ernannt; den
Haupt=
ſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt Mainz,
Lud=
wig Buttron, z. Zt. zu Darmſtadt, in gleicher
Dienſt=
eigenſchaft an das Hauptſteueramt Darmſtadt verſetzt.
* Forſtperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Oberförſter der Oberförſterei
Bens=
heim, Forſtmeiſter Peter Eickemeyer zu Bensheim, in
gleicher Dienſteigenſchaft in die Oberförſterei Offenbach
und den Oberförſter der Oberförſterei Offenbach,
Forſt=
meiſter Ludwig Block zu Offenbach, in gleicher
Dienſt=
eigenſchaft in die Oberförſterei Bensheim, den Oberförſter
der Oberförſterei Ulrichſtein, Forſtmeiſter Dr. Emil Schüz
zu Ulrichſtein, in gleicher Dienſteigenſchaft in die
Ober=
förſterei Nidda verſetzt; den Forſtaſſiſtenten Karl Thum
zu Seligenſtadt zum Oberförſter der Oberförſterei
Storn=
dorf ernannt.
* Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
haben den Eiſenbahnoberſekretär Karl Winter zu
Darm=
ſtadt und den Oberbahnaſſiſtenten Heinrich Groß zu
Ingelheim, den Werkmeiſter Albert Herrmann zu
Mainz und den Oberbahnaſſiſtenten Karl Brehm zu
Mainz auf ihr Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt; aus
Anlaß ihrer Verſetzung in den Ruheſtand haben Se.
Königl. Hoheit der Großherzog verliehen dem
Werk=
meiſter Albert Herrmann zu Mainz das Ritterkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Oberbahnaſſiſtenten Karl Brehm zu Mainz, den
Lokomotivführern Ludwig Engert zu Biſchofsheim und
Joſeph Menz zu Mainz das Silberne Kreuz des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen, dem
Rangier=
meiſter Nikolaus Schimpf zu Arheilgen, den
Weichen=
ſtellern Adam Draudt zu Bickenbach, Peter Maucer
zu Mainz=Mombach und Simon Steinberger zu
Bodenheim, dem Schaffner Peter Klug zu Pfungſtadt
und den Bahnwärtern Georg Lamp zu Ober=
Widders=
heim, Friedrich Müller zu Ockenheim, Mathias Schnei
der zu Nierſtein und Georg Sulzmann zu Mitteldick
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue
Dienſte” ferner haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Bahnunterhaltungsarbeiter Franz
Bo=
gerts zu Sprendlingen (Kreis Alzey) aus Anlaß ſeines
Ausſcheidens aus dem Staatseiſenbahndienſte das
Allge=
meine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue Arbeit
verlielſen; es wurden der Lokomstivführer Ludwig
Engert zu Biſchofsheim, der Lokomotivführer Jakob
Gräfen zu Kranichſtein, der Schaffner Peter Klug zu
Pfungſtadt, der Lokomotivführer Joſef Menz zu Mainz,
der Weichenſteller Adam Draudt zu Bickenbach und der
Bahnwärter Georg Sulzmann zu Mitteldick auf ihr
Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen das Ritterkreuz zweiter
Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Hauptmann Freiherrn v. Fritſch im Großen
Generalſtabe, ſeither Oberleutnant im Großh.
Artillerie=
korps, 1. Großh. Heſſiſches Feldartillerie=Regiment Nr. 25,
kommandiert zur Dienſtleiſtung beim Großen
General=
ſtabe, und dem Oberleutnant v. Heſſe, Adjutanten
der 34. Infanterie=Brigade (Großh. Mecklenburgiſchen)
ſeither im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh.
Heſſiſches) Nr. 115; die Krone zum Silbernen Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Wachtmeiſter a. D. Johannes Oeſtreich, ſeither im
Großh. Heſſiſchen Gendarmeriekorps.
* Erledigte Stelle. Die Stelle des Vorſtands
des Großh. Finanzamts Schotten. — Die Stelle eines
Bezirksſteuerkontrolleurs zum 1. Mai ds. Js. Letztere
Stelle ſoll mit einem Beamten beſetzt werden, der die
Prüfung für die mittleren Stellen im Finanzfach be
ſtanden hat; Meldungen müſſen bis zum 9. April d. Js.,
vormittags durch Vermittelung des vorgeſetzten
Haupt=
ſteueramts vorgelegt ſein. — Die Stellen je eines Haupt
Goethes Friederike.
(Zu ihrem 100. Todestage, 3. April.)
Von Dr. Paul Landau.
Ein Strahl der Dichterſonne fiel auf ſie,
So reich, daß er Unſterblichkeit ihr lieh.
(Fr. Förſter.)
In dem leuchtenden Reigen hoher Frauenbilder,
denen das Werk des Genius in liebender Begeiſterung den
unverwelklichen Lorbeer des Ruhms um die Stirn
ge=
flochten, neben Dantes Beatrice und Petrarcas Laura
neben Shakeſpeares „Schwarzer Dame” und Mörikes
Peregrina ſchreitet Goethes Friederike als die lieblichſte
und rührendſte, als die deutſcheſte Geſtalt. Wie all dieſe
glänzenden Geſchöpfe leidenſchaftlicher Dichterphantaſie,
deren Urbilder im blaſſen Nebel der Vergangenheit
ent=
ſchwanden, lebt auch ſie nicht im eigenen Licht. Kein
authentiſches Bild hat die Züge der reizenden Elſäſſerin
der Nachwelt überliefert; keine ausführlicheren
Selbſt=
bekenntniſſe laſſen uns einen tieferen Blick in das
Innen=
leben des Seſenheimer Pfarrerstöchterlein tun. Nur ein
paar Stammbuchblätter und flüchtige Schreiben aus
ſpä=
terer Zeit ſind erhalten, die gar nichts beſagen, wenn man
nicht allerlei in ſie hineingeheimniſt. Die anderen Frauen,
denen Goethe ſein Herz geſchenkt, nicht nur Frau v. Stein
und Chriſtiane und Marianne, von denen zahlreiche „
Do=
kumente des Herzens” erhalten ſind, ſondern auch das
Leipziger Kätchen und die Frankfurter Lili, ſtehen in der
vollen Tageshelle der Geſchichte. Allein die ſtille
Mäd=
chenblüte, der der Dichter ſeine erſte große Liebe geſchenkt,
hat ſich im Schatten der Ahnung und des Geheimniſſes
verborgen. Und weil ihr Weſen und Schickſal ſo für die
wiſſenſchaftliche Eckenntnis im Dunkel ſteht, haben giftige
Verleumdung und ſchmutziger Haß am leichteſten den Weg
zu ihr gefunden, haben müßiger Eifer gelehrter
Lokal=
forſcher und niedrige Klatſchſucht in unerhörter Weiſe das
lichte Bild verunglimpft. Für den eben, der ſich ſcheut,
von dem ewigen und ſtets gleichen Myſterium einer
jun=
gen ſtarken Liebe die letzten Schleier zu heben, der ſich
ohne vorlaute Neugier beſcheidet mit dem, was man mehr
erraten als wiſſen kann, wird Friederike Brion fortleben
in der holden, von reinſter Poeſie umfloſſenen Schöne, die
der Liebende in ſeinen Liedern um ſie gebreitet, die der
gealterte Künſtler, von wehmütiger Erinnerung
überwäl=
tigt, in „Dichtung und Wahrheit” noch klarer und reicher
geſtaltet hat.
Man hat Goethe erſt kürzlich zum Vorwurf gemacht,
er habe in der unvergleichlichen Darſtellung ſeiner
Selbſt=
biographie ſeine Handlung „beſchönigt” und Friederike zu
leicht, zu heiter, zu hingebend geſchildert. Aber es iſt ein
undankbares und unnützes Geſchäft, aus den gleichzeitigen
Zeugniſſen Widerſprüche aufzeigen zu wollen, die dem in
eine ſchöne Ferne Zurückblickenden ſich in ſein Kunſtwerk
miſchten. Von der poetiſch bewußten Form abgeſehen,
der Kontraſtierung des Straßburger ſtädtiſchen mit dem
ländlichen Milieu, der Zuſammenziehung der einzelnen
Beſuche, der freieren Gruppierung der einzelnen
Situatio=
nen, der anmutigen Umrahmung durch die Paſtorenidylle
des Goldſmithſchen Vicar of Wakefield, atmet die ganze
Erzählung Wahrheit und innere Notwendigkeit. Es iſt
die alte, ewig junge Geſchichte von Liebe und Verlaſſen,
von kurzem Glück und langer Reu, vorüberrauſchend in der
einfachen Melodie eines Volksliedes, in der ſchlichten
Symbolik des „Heidenrösleins” das Goethe im vollen
Liebesglück ahnungsvoll gedichtet. Nur zwei kurze Monate
dauerte der Traum, aber der junge Student hatte dies
erſte, ihn im Tiefſten aufwühlende Erlebnis ſehr ernſt
ge=
nommen. Das hinreißende Geſtändnis in „Willkommen
und Abſchied” („Und Zärtlichkeit, für mich, ihr Götter!
Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht”) iſt ein Beweis für
das von den Herzen geſchloſſene Verlöbnis, das „kein
ſchwaches Roſenband” ſein ſollte. Doch nach dem ſeligen
Pfingſtbeſuch in Seſenheim, nach dem jubelnden Mailied
wuchſen die Schatten, mehrten ſich die Mißverſtändniſſe.
Mit Recht hat man in dem Märchen von der „neuen
Melu=
ſine”, das Goethe Friederiken in der Jasminlaube des
Pfarrgartens erzählt haben will, den Schlüſſel für die
Frage gefunden, warum der Liebende ſich von der
Ge=
liebten trennen mußte. Im Bunde mit dem lieblichen
Dorfmädchen fürchtet er, ſelbſt zum genügſamen, begrenz
ten Kleinbürger zu werden, neben der holden Zwergin
wie der Märchenheld zum Zwerge. Aber in ſich fühlt er
die Sehnſucht nach Größe, nach Weite; der Genius regt
die Schwingen zum Höhenflug: „Ich hatte ein Ideal vor
mir ſelbſt und erſchien mir manchmal im Traum wie ein
Rieſe‟. So durchfeilt er den Zauberring, der ihn im eng
ſten Raum zuſammenpreßt, reckt ſich zu ſeiner natürlichen
Größe auf und ſchüttelt von ſich, was ihn feſſeln könnte
die Ketten der Pflicht wie die Roſenbande der Liebe. Die
Zweifel, die Widerſtände in ſeinem Innern haben die
Harmonie getrübt, das ſelige Bild ſeiner Liebe verzerrt.
Er kehrt nicht mehr zurück nach der ſeligen Stätte, die ihm
nun verleidet iſt; erſt aus Frankfurt klärt ein ſchriftlicher
Abſchied das Mädchen auf:
„Es war ein Buhle frech genug,
War erſt aus Frankreich kommen.
Der hat ein armes Mädel jung,
Gar oft in Arm genommen,
Und liebgekoſt und liebgeherzt
Als Bräutigam herumgeſcherzt.
Und endlich ſie verlaſſen.”
Friederikens Antwort war es dann, die Goethe im Tiefſten
traf und ihn vor ſeinem Tun erſchaudern ließ. Nun erſt
ward ihm klar, was er getan: ein Herz gebrochen, ein
Menſchenleben in ſeinem Glück vernichtet. „Die Epoche
einer düſteren Reue” trieb ihn ruhelos umher und
hinter=
ließ tiefe Spuren in ſeinem Weſen und Schaffen. Er
fühlt ſich „ſchuldig”, er „büßt” lange und ſtraft ſich in
ſeinen Dichtungen. Bis zur „Stella” läßt ihn nun das
tragiſche Problem der Untreue nicht mehr los. Als
fried=
loſer „Wandrer” ſtürmt er daher, und ihn verfolgen die
Bilder der unglücklichen Verlaſſenen, die ſich grämt und
härmt. So entſtehen in ihm die Maria des „Götz”,
Weis=
lingens Opſer, das Gretchen des Urfauſt, das fromme
ſteueramtsaſſiſtenten bei den Großh. Hauptſteuerämtern
Mainz und Bingen.
-g. Strafkammer. Der 40jährige, noch nicht
vorbe=
ſtrafte Buchhalter Joh. Karl Roß aus Frankfurt hatte
ſich geſtern wegen Urkundenfälſchung und
Be=
trugs vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten.
Roß war von 1910 bis 1912 bei der Firma C. Feuß in
Offenbach als Buchhalter gegen ein Monatsgehalt von
200 Mark tätig und hatte das ihm hier geſchenkte
Ver=
trauen auf das gröblichſte mißbraucht. Er nahm ſich das
Kundenregiſter vor und ſuchte ſich die Kunden heraus, die
noch mit Zahlungen im Rückſtande waren und von denen
er annehmen konnte, daß ſie ohne weiteres bezahlen
wür=
en. Dieſen Kunden ſandte er Poſtaufträge. Das Geld
ließ er, um Mißtrauen zu vermeiden, an ſeine Mutter in
Frankfurt gehen. Dieſe wußte von den betrügeriſchen
Nanipulationen ihres Sohnes nichts, er ſagte ihr, das
Geld müſſe er für einen auf Reiſen befindlichen Freund
einziehen. Es gelang ihm auf dieſe Art, insgeſamt etwa
000 Mark ſich anzueignen. Von einer Notlage des
An=
geklagten kann keine Rede ſein. Er wurde zu 1 Jahr
Monaten Gefängnis verurteilt, abzüglich 3
Mo=
tate der Unterſuchungshaft. — Des Diebſtahls waren
fer=
ier angeklagt der ſchon mehrmals vorbeſtrafte 32jährige
Fuhrmann Friedrich Heger, der 38jährige Taglöhner
Karl Müller und der 42jährige Taglöhner Johann
Ni=
olaus Peter Küchler, ſämtlich zu Offenbach. Die An
geklagten waren Ende September und Anfang Oktober
vorigen Jahres damit beſchäftigt, den Boden eines alten
Bießereigebäudes der Firma Collath u. Engelhardt aus
zufahren. Es war ihnen ausdrücklich verboten worden,
ie im Sande liegenden Eiſenbrocken (Gießereiabfälle)
u entwenden. Trotzdem nahm der Angeklagte Heger die
bfälle mit auf ſeinen Wagen und ſuchte ſie ſich auf dem
lbladeplatz wieder heraus. Er verkaufte insgeſamt 30
bis 36 Zentner von dieſen Abfällen, wofür er pro
Zent=
ter 1,50 Mark erhielt. Er wurde wegen Rückfalldiebſtahls
zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, abzüglich
einem Monat der Unterſuchungshaft. Die beiden
ande=
en Angeklagten wurden freigeſprochen, da ihre
Teilnahme nicht erwieſen iſt. — Der Wirt Chriſtoph
Hüb=
ner von Offenbach hatte von der Polizei drei
Straf=
efehle erhalten, weil er entgegen den Beſtimmungen der
olizeiverordnung ſeine Kellnerin nicht angemeldet hatte
und außerdem zweimal die Polizeiſtunde übertreten hat.
r verfolgte Berufung gegen dieſe vom Schöffengericht
beſtätigten Strafbefehle. Er gibt an, er habe keine
Kell=
nerin gehabt, ſondern eine Geſchäftsführerin, und dieſe
rauche er nicht anzumelden; auch komme für ihn nicht die
verkürzte Polizeiſtunde in Frage, da er ja keine Kellnerin
habe. Die Strafkammer ſetzte die Strafe auf zweimal je
ine Mark feſt, da erwieſen wurde, daß die angebliche
Ge=
häftsführerin auch Gäſte bedient hat.
g. Der Provinzialausſchuß verhandelte in ſeiner
ſtrigen Sitzung zunächſt über das Geſuch der Dorothea
tieß zu Lorſch um Erteilung des
Wander=
ewerbeſcheins für den Handel mit Steingut und
Küchengeräten. Das Kreisamt Bensheim hatte die
Geſuch=
ſtellerin abgewieſen, weil dieſe eine genügende Aufſicht
für ihre drei Enkelkinder, die ſie bei ſich hat, nicht
nach=
weiſen konnte. Der Vater der Kinder ſei ein
arbeits=
ſcheuer, liederlicher Menſch, der die Kinder nicht beaufſich
tigen könne. Es wurde beſchloſſen, Beweis darüber zu
erheben, ob die Geſuchſtellerin in Lorſch einen feſten
Wohnſitz hat, ob ſie rechtlich verpflichtet iſt, für die
Ver=
orgung ihrer Enkelkinder aufzukommen, ob die Familie
nicht unter die zigeunerartig umherziehenden Perſonen
zu rechnen iſt und wo der Sohn geboren iſt und ſich zurzeit
mit ſeinen Kindern aufhält. — Das Geſuch der Marie
Fuchs, geb. Brüſſermann aus Darmſtadt um
Erlaub=
nis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft im Hauſe
Grafen=
ſtraße Nr. 2 wurde vertagt. — Hans Brückner zu
Leutzſch klagte um Ausdehnung ſeines
Wandergewerbe=
ſcheins. Er will in Wirtſchaften ein ſogen. Olympia=
Billard aufſtellen, bei dem mit Bällen nach numerierten
Löchern geworfen wird. Das Kreisamt hatte die
Aus=
dehnung abgelehnt, da es der Anſicht iſt, daß es ſich hier
um ein Glücksſpiel handelt. Der Geſuchſteller behauptet
demgegenüber, daß es ein Geſchicklichkeitsſpiel ſei. Der
Provinzialausſchuß lehnt das Geſuch ebenfalls ab unter
Verurteilung des Klägers in die Koſten des Verfahrens.
Das Großh. Kreisamt Offenbach beantragte, dem
Trödler Georg Nikolaus Hahn zu Offenbach den
Ge=
werbebetrieb als Trödler zu unterſagen. Hahn hat bis
vor kurzem in Frankfurt ſein Trödlergewerbe betrieben.
Bei ſeinem Umzug nach Offenbach erkundigte ſich die
Offenbacher Polizeibehörde bei dem Polizeipräſidium in
Frankfurt nach dem Vorleben des Hahn. Auf Grund der
zahlreichen Vorſtrafen beantragte deshalb das Kreisamt
auf Antrag der Polizeibehörde, den Gewerbebetrieb zu
unterſagen. Der Provinzialausſchuß erkannte demgemäß.
Der Arbeiter Thimotheus Boll zu Offenbach will die
Schankwirtſchaft im Hauſe Hoſpitalſtraße übernehmen.
Da er ſchon mehrfach vorbeſtraft iſt, nahm das Offenbacher
Kreisamt Anſtand, die beantragte Konzeſſion zu erteilen,
da Grund zu der Annahme iſt, daß Boll die Konzeſſion
zur Begünſtigung der Hehlerei benutzen würde. Der
Pro=
vinzialausſchuß lehnte das Konzeſſionsgeſuch des Boll ab
unter Verurteilung in die Koſten des Verfahrens.
Ein neues Eiſenbahn=Werkſtättenamt. Mit
dem 1. April d. J. wird in Darmſtadt ein neues
Eiſenbahn=Werkſtättenamt mit der Bezeichnung 1b
er=
richtet. Das bisherige Werkſtättenamt 1 in Darmſtadt
erhält von dieſem Tage ab die Bezeichnung 1a.
* Jubiläum. Man ſchreibt uns: Am 1. April beging
der hier im Ruheſtand in voller Rüſtigkeit lebende
Gar=
niſonverwaltungsdirektor Herr Rechnungsrat Dörr die
Feier der Wiederkehr des Tages, an dem er vor 50
Jah=
ren in das Heer eingetreten war. Am Vormittag wurden
dem Jubilar durch die Herren Garniſonverwaltungs=
Oberinſpektor Hannemann und Lazarett=
Oberinſpek=
tor Steinmann im Namen der oberen Beamten der
Garniſonverwaltung, des Garniſonlazaretts Darmſtadt
und der Garniſonverwaltung des Truppenübungsplatzes
unter Ueberreichung eines ſchönen Blumenarrangements
herzliche Glückwünſche überbracht. Am Abend
verſam=
melten ſich ſämtliche oberen Beamten genannter Verwal
tungen mit dem Jubilar im „Kaiſerſaal” Herr
Garniſon=
verwaltungsoberinſpektor Hannemann feierte in
kur=
zen Worten den Jubilar und wünſchte ihm, ſowie ſeiner
Familie im Namen der Anweſenden ein recht langes
Leben in voller Friſche und Geſundheit. Herr
Rechnungs=
rat Dörr dankte den Herren für die liebenswürdige
Auf=
merkſamkeit und ſchilderte in launigen Worten ſeinen
Werdegang bis zum heutigen Tage. Herr
Lazarettober=
inſpektor Steinmann verſchönte den Abend noch durch
Klaviervorträge, ſo daß alle Herren in reger Unterhaltung
bis zu ſpäter Stunde vereint blieben.
O
Ein Darmſtädter Forſcher, Herr Dr. Albert
von Le Cog hat geſtern eine zweite Forſchungsreiſe
zwecks Ausgrabungen nach Chineſiſch=Turkeſtan
angetreten, deren Ausdehnung bis jetzt noch nicht bekannt
iſt. Seiner Verdienſte wegen wurde Herrn von Le Cog der
Profeſſortitel verliehen.
Künſtlerfeſt am 5. April im Saalbau. Man ſchreibt
uns: Es wird intereſſieren, zu erfahren, daß der geniale
Kölner Generalmuſikdirektor Fritz Steinbach, der
dem diesjährigen Feſte eine hohe künſtleriſche Bedeutung
geben wird, ſchon ſeit Jahren unſerer Hofkapelle nahe
ſteht. Unter ſeiner Führung feierte die Kapelle auf den
Muſikfeſten in Köln, Straßburg, Bonn uſw. ihre größten
Triumphe. Es konnte darum auch kein anderer als eben
Steinbach in Frage kommen, als es hieß, ſich für das
Künſtlerfeſt am 5. April einer Dirigentenkraft von Weltruf
zu verſichern. Steinbach hat als Nachfolger Hans von
Bülows das Meininger Hoforcheſter durch die
bedeutend=
ſten Kunſtſtädte des In= und Auslandes geführt und auf
eine Höhe des Ruhmes gebracht, die ſpäter nicht mehr
überſchritten werden konnte. Seine Meiſterſchaft wird am
Samstag auch hier in Darmſtadt Eindrücke von
gigan=
tiſcher Größe ſchaffen. Den als Soliſten berufenen Guſtav
Havemann hat mittlerweile gerade der Vortrag des
Beet=
hovenſchen Violinkonzertes in die vorderſte Reihe der
Geiger geſtellt. Seinem Namen begegnet man bei allen
größeren Muſikveranſtaltungen nicht nur in Deutſchland,
ſondern auch in Rußland, England und Skandinavien.
* Frl. Suſanne Homann, Werkſtätte für moderne
Lichtbildkunſt, hat den ehrenvollen Auftrag erhalten, auf
der internationalen Baufachausſtellung in
Leipzig in der wiſſenſchaftlichen Abteilung für
Städte=
bau ꝛc. eine Kollektion ihrer vorbildlichen
Architekturauf=
nahmen zur Ausſtellung zu bringen. Von der Jury
wurde aus den eingeſandten Aufnahmen eine Serie von
100 Bildern ausgewählt, die zu einer Art
Sonderaus=
ſtellung „Der Kirchturm im Straßenbild” vereinigt
wer=
den. Wir hatten Gelegenheit, die Mehrzahl der Bilder zu
ſehen. Es ſind in der Tat ganz hervorragend ſchöne
Auf=
nahmen, die wiederum beweiſen, wie trefflich Frl.
Homann es verſteht, in den Straßen= und Städtebildern
der alten deutſchen Städte das wirklich wertvolle
Mate=
rial herauszufinden und in ihren techniſch natürlich
vol=
lendeten Aufnahmen das Charakteriſtiſche mit dem
bild=
mäßig Schönen zu vereinen. So bilden dieſe
Photo=
graphien, die faſt durchweg als Kunſtblätter gelten
dürf=
ten, ein unſchätzbares Anſchauungsmaterial. Die Bilder
werden von kompetenter Seite noch wiſſenſchaftlich
bear=
beitet und jeweils mit Text verſehen, ſo daß ſie auch eine
Bereicherung der literariſchen Abteilung bilden. Es ſind
Anſichten aus Danzig, Hamburg, Quedlinburg,
Schwä=
biſch=Hall, Meißen, Braunſchweig, Limburg, Zittau,
Bü=
dingen, Kaſſel, Bingen und viele andere.
Das diesjahrige Kirchenkonzert des
Frauen=
vereins der Johannesgemeinde zum Beſten der
Kinderſchule und Krippe im Johannesviertel wird am
Dienstag, den 15. April, abends um 8 Uhr, ſtattfinden.
Es haben hierfür Frau Konzertſängerin Schmidt=
Illing, Frl. Senfter aus Oppenheim (Violine), ſowie
der unter Leitung von Frl. Lilli Keil ſtehende Damen=
chor ihre gütige Mitwirkung zugeſagt. Die Orgelpartie
hat Herr Muſikdirektor Klaſſert freundlichſt übernommen.
Näheres demnächſt.
Der Naturwiſſenſchaftliche Verein hält am
Dienstag, den 8. April, abends, ſeine 285. Sitzung
im Fürſtenſaal ab. Regierungsrat Knöpfel ſpricht
über den Geburtenrückgang im Großherzogtum Heſſen,
erläutert durch Wandtafeln, Geh. Hofrat Profeſſor
Dr. Wiener über Anſchauung und Formalismus im
mathematiſchen Unterricht.
Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende
Pakete auf Beſtellung aus den Wohnungen abholen
läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine
Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Paket
abzu=
holen bei (Name und Wohnung)” unfrankiert in
den nächſten Briefkaſten zu werfen oder einem
Brief=
träger mitzugeben und die Sendung wird bei der nächſten
Paketbeſtellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom
Hauſe des Abſenders abgeholt. Das Verfahren iſt
ein=
fach und bequem und beſonders ſolchen Perſonen zu
empfehlen, denen kein Dienſtbote zur Verfügung ſteht.
— Ein Automobilfrevel iſt am Sonntag abend auf
der Staatsſtraße zwiſchen Mainz und Bingen glücklich
verhindert worden. Ein Darmſtädter Automobil mit fünf
Herren von hier fuhr dort abends gegen 8 Uhr, und als
es die Strecke zwiſchen Ober=Ingelheim und Wackernheim
paſſierte, war ein ſchweres, zwölf Meter langes
gußeiſer=
nes Waſſerleitungsrohr quer über die Straße gelegt;
dazu waren die in der Nähe befindlichen Laternen zum
Teil ausgelöſcht. Nur durch das ruhige und beſonnene
Fahren und das rechtzeitige ſcharfe Bremſen wurde ein
Unglück verhütet, denn es gelang dem Chauffeur, das
Auto zum Stehen zu bringen, nachdem die Vorderräder
bereits über das Rohr hinweggeſprungen waren. Von
dem Vorfall iſt der Staatsanwaltſchaft in Mainz ſofort
Anzeige erſtattet worden. Mit Rückſicht darauf, daß ſich
in letzter Zeit derartige rohe Delikte häufiger
wieder=
holen, hat der Heſſiſche Automobilklub für die
Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 Mark
aus=
geſetzt.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während des
Monats März wurde die Leſehalle im ganzen von
3709 Perſonen beſucht (im März 1912: von 3880),
durch=
ſchnittlich an jedem Tag 119 Beſucher. Aus der
Bücher=
halle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen 11655
Bände (1912: 11997), darunter 4127 wiſſenſchaftliche und
belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April d. J.
neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 4670. Während des
abgelaufenen Verwaltungsjahres (1. April 1912 bis
31. März 1913) wurde die Leſehalle insgeſamt von 41086
Perſonen beſucht (42 149 im Vorjahre). Wegen baulicher
Veränderung und Umzug war ſie vom 19. bis 24. Auguſt
geſchloſſen. Aus der Bücherhalle nach Hauſe entliehen
wurden zuſammen 115112 Bände (im Vorjahre 110 477,
darunter 42 784 wiſſenſchaftliche und belehrende Werke.
Die Geſamtzahl der eingeſchriebenen Leſer betrug 4670
(im Vorjahre 4608). An Büchergeſchenken gingen in
dieſem Monat weiter ein: Von Herrn Aſſeſſor H. Becker=
Fürth i. O. ein von ihm verfaßtes Werk, von Herrn
Lehrer Cleemann 3 Bde., von Herrn Referendar
Eigen=
brodt 5 Bde., von der Großh. Kabinettsbibliothek
10 Jahrg. Zeitſchriften, von Herrn Stud. H. Mangold
15 Bde., von Frl. O. Rady 25 Bde. und 2 Jahrg.
Zeitſchr., von Frau Oberſt Scholl 2 Jahrg. Zeitſchr.,
von Herrn Ingenieur Willner 12 Jahrg. Zeitſchr. Allen
Gebern herzlichen Dank! Weitere Schenkungen von
Büchern, ſoweit ſolche nicht veraltet, ſind jederzeit
will=
kommen.
Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat März ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 370 offene
Haus=
türen und Tore wurden vorgefunden; 91 mal brannte
Licht in Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und
Bodenräumen, reſp. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen;
15 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel wurden vorgefunden; 11 offenſtehende
Parterre=
fenſter wurden ermittelt und 9 Hausbewohnern, die ihre
Schlüſſel vergeſſen hatten, wurde geöffnet.
* Kinotheater. Wie aus der heutigen Anzeige
erſicht=
lich, bringen ab Samstag das Olympia=Theater,
ſowie der I. Darmſtädter Kino den
hochintereſſan=
ten, wiſſenſchaftlichen und ſpannenden Film „Die letzten
Wege des Kapitäns Scott” Vor einigen Wochen füllten
die Berichte über den Kampf um den Südpol die Spalten
der Preſſe und Tageszeitungen. Nur durch die Kunſt des
Films können wir uns die gefahrvollen Wege der
eng=
liſchen Helden vergegenwärtigen und man muß ſtaunen,
in welch prächtiger Weiſe dieſe Aufnahmen gelungen ſind.
Bild um Bild rollt vorüber, jedes zeigt die Mutigen am
Werke, und die Eisregionen in ihrer ſchauerlichen
Un=
bewegtheit erſtehen vor den Blicken. Die lange Handlung
zeigt uns die Expedition von Anfang bis Ende, die
Ent=
behrungen und den Wagemut, die die tapfern Polarforſcher
Kind, das ſich in rührendem Vertrauen und zarteſter Liebe
dem fremden Manne gibt, dann die verratene Maria des
„Clavigo” und Cäcilie in „Stella‟.. Goethe ſelbſt ſchrieb
ſpäter an Frau v. Stein: „Ich mußte ſie in einem
Augen=
blick verlaſſen, wo es ihr faſt das Leben koſtete.” Ihr
Lebensglück hat es ihr jedenfalls gekoſtet. Kein
rühren=
deres Bild der treulos im Stich Gelaſſenen läßt ſich
den=
ken, als das, das ein anderer großer Dichter von ihr
ge=
zeichnet, der unglücklich geniale Lenz, der vergebens da
fortzulieben gedachte, wo Goethe aufgehört, ſein
Nach=
folger ſein wollte in Leben wie Dichten. Noch nicht ein
Jahr nach Goethes Flucht erſcheint dieſer phantaſtiſch
zer=
riſſene Jüngling im Seſenheimer Pfarrhaus, und der
Tragödie folgt die tragiſche Groteske: Friederike war
da=
zu auserſehen, noch einmal die Flammen im Herzen eines
großen Poeten zu entzünden, aber es war kein ſtarkes,
helles Feuer, ſondern ein düſter flackerndes Irrlicht. Lenz
dieſer ewig Verliebte, der ſtets nur ſeine Phantaſiegebilde
anbetete, ſah die liebliche Pfarrerstochter, verklärt von
jenem Schmerz, den ihr einer angetan, deſſen Dichtergröße
damals nur wenige ſo voll erkannten, als der ſchwächere
Nebenbuhler in Apoll, „Zwar ſtill und bleich, von
Kum=
mer krank, doch Engeln gleich.”
„Denn immer, immer, immer doch
Schwebt ihr das Bild an Wänden noch
Von einem Menſchen, welcher kam
Und ihr als Kind das Herze nahm.”
Er ſchildert dann in dieſem zart wehmütigen Gedicht
von der „Liebe auf dem Lande”, wie ſie „ſtets an der
Er=
innerung ſog” wie er immer vor ihr ſteht in Wachen und
Träumen. Friederike ſoll ſpäter, wie Gervinus bezeugt
vermieden haben, von ihrem Verhältnis zu Goethe zu
ſprechen. Tat ſie es aber, dann ſagte ſie wohl: er ſei zu
groß und ſeine Laufbahn zu hoch geweſen, als daß er ſich
Ne
hätte mit ihr verbinden können, und dann
fan=
ſchönen Worte: „Wer Goethe geliebt hat, kan
Eili=
deren mehr lieben.” So hat ſie den Lenz, den ar, guten
Jungen, wohl getröſtet und ſeine ſterbenswunde Seele
gütig gepflegt und gehegt, wie er denn in ihr noch in
Wahnſinns Nacht ein hohes, reines Frauenbild, den guten
Stern ſeines trüben Geſchicks verehrte, aber ſeine Neigung
hat ſie nicht erwidert. „Sie war wohl wieder heiter,”
er=
zählt ihre von ihr unzertrennliche Schweſter Sophie über
die Veränderung, die mit ihr nach ihrer erſten und
ein=
zigen Liebe vorgegangen. „Doch ſagten die Leute alle,
ſie wäre nie wieder geworden, was ſie geweſen.
Mit ſolch milder Reſignation trat ſie Goethe 1779
gegenüber, als er ſie noch einmal beſuchte. Nachdem er
den „ſchönen Grasaff” Lili „zu ſeinem Ergötzen” recht
glück=
lich verheiratet in Straßburg vorgefunden hatte, trennte
ex ſich von den Reiſegenoſſen und ritt ſeitwärts nach
Seſenheim, wo er die Familie beiſammen fand, wie vor
acht Jahren, und „mein Andenken ſo lebhaft unter ihnen,
als ob ich kaum ein halb Jahr weg wäre‟. „Ich blieb,
berichtet er Frau v. Stein, „die Nacht und ſchied den an
dern Morgen bei Sonnenaufgang, von freundlichen Ge
ſichtern verabſchiedet, daß ich nun auch wieder mit
Zufrie=
denheit an das Eckchen der Welt hindenken und in Friede
mit den Geiſtern dieſer Ausgeſöhnten in mir leben kann.”
Es war der friedliche ſchlichte Abſchied dieſer
Liebes=
geſchichte, der berühmteſten der deutſchen Dichtung. Am
30. März 1780 verzeichnet noch das Tagebuch: „ein guter
Brief von Rieckchen B.‟ Dann waren ihre Wege für
immer geſchieden: der ſeine führte empor auf die Höhen
der Menſchheit, der ihre durch mancherlei Niederungen
von Entbehrungen und Not in die beſcheidene Enge eines
ſtillen, menſchenfreundlichen Wirkens
Nicht lange ſollte der traute Verein der Familie Brion
wie ihn Goethe noch gefunden, erhalten bleiben. 1782
heiratete die ältere Schweſter den Pfarrer Marx; der
Bru=
der Chriſtian, der „Moſes” von „Dichtung und Wahrheit”
wurde Pfarrer zu Rothan im Steintal; 1786 ſtarb die
Mutter, 1787 der Vater. Die beiden, nun allein
zurück=
bleibenden Schweſtern, Friederike und Sophie, zogen zum
Bruder. „Die aroße Tant” und das „Täntele” wie ſie
zum Unterſchied von einander von der Gemeinde genannt
wurden, entfalteten eine ſegensreiche Tätigkeit,
unterrich=
teten die Mädchen in Handarbeiten und ſpendeten reichlich
von dem Wenigen, was ſie durch ihrer Hände Arbeit
ver=
dienten. In den Jahren 1788 bis 1792 ſcheint Friederike bei
einer Jugendfreundin in Paris und Verſailles zu Beſuch
ge=
weſen zu ſein. Die Unruhen der Revolution ſchaute ſie ſo
aus nächſter Nähe; ſie hielten ſie auch wohl zunächſt ab nach
Hauſe zurückzukehren. Dann lebte ſie wieder ſtill beim
Bruder, bis die kränkliche Schweſter Salomea ſie 1801 zu
ihrer Unterſtützung rief. Im Hauſe des Schwagers blieb
ſie nun und erzog nach dem Tode der Schweſter, wie ſie
ihr auf dem Totenbett gelobt, ihre jüngſte Nichte als ihr
geliebtes Pflegekind. Als eine freundliche, milde,
hilfs=
bereite, hagere „alte Jungfer” wird ſie in jener Zeit
ge=
ſchildert, als ein „gütiges und wohltätiges Mädchen”. Sie
erlebte noch die Hochzeit ihres Lieblings. „Sechs Wochen
danach trug man ihren Sarg aus dem Hauſe. Nur ihrer
Schwäche wegen war ſie in den letzten Tagen im Bett
ge=
blieben. Sie war, wie Sophie ſich ausdrückte, abgelebt,
ohne zu altern.
Ein Jahr vor ihrem Tode war der zweite Teil von
„Dichtung und Wahrheit” erſchienen; ihr Andenken ſtand
im Mittelpunkt einer der reifſten Schöpfungen Goetheſcher
Proſa. Sie ſelbſt hat ſich wohl nie in dieſem Spiegel der
Dichtung geſchaut; aber ihr Bild war nun auf ewig mit
dem ſtillen Seſenheim verbunden, wohin Verehrer des
Dichters, zuerſt Tieck und nach ihm viele andere,
wallfahr=
teten. Leider iſt bei dieſen Pilgerfahrten viel Klatſch und
Gerede aufgerührt worden, deren Haltloſigkeit der jüngſte
Biograph Friederikens, Adolf Metz, in eingehender
Un=
terſuchung nachgewieſen hat. „Die edle und rührende
E=
ſtalt Friederikens” ſo lautet ſein Urteil, „iſt auch in ihrem
wirklichen Leben der Anmut und Würde, mit der die
Dichtung ſie bekleidete, treue geblieben; ihr Andenken iſt
rein und unantaſtbar, und ihr ſchuldlos getragenes Leiden
wird ſie fort und fort zum Gegenſtand der Verehrung
er=
höhen.
zu beſtehen hatten, bis ſie nach langen Kämpfen und
Ent=
ſagen, vom Schneeſturm überraſcht, ihren Tod fanden. Es
handelt ſich hier um eine wirklich wertvolle wiſſenſchaft
liche und unterhaltende Vorführung. — Das Reſidenz
Theater, das am Samstag den Vitaſkope=Film „Der
Andere” von Paul Lindau als Hauptſchlager in ſein
Re=
pertoire aufgenommen hat, ſchreibt uns über die
Urauf=
führung des Lindau=Baſſermann=Films: Die Erſte
Inter=
nationale Filmzeitung=Berlin hatte für Dienstag, den
21. Januar d. J., das literariſche und künſtleriſche Berlin
zur erſten öffentlichen Vorführung des Vitaſkope=Films
„Der Andere” von Paul Lindau in die Lichtſpiele am
Nollendorfplatz gebeten. Das beſte Publikum folgte der
Einladung; das Militär war durch hohe und höchſte
Rang=
klaſſen vertreten. Von Bühnenkünſtlern waren
verſchie=
dene Größen anweſend, ſowie die bedeutendſten
Mitglie=
der des Reinhardtſchen Enſembles und Mitglieder vieler
anderer Theater. Faſt alle Theaterdirektoren Berlins
hat=
ten ſich eingefunden, auch die angeſehenſten
Bühnenſchrift=
ſſteller wohnten dem Ereignis bei. Die Tagespreſſe hatte
die Chefredakteure und die Feuilletonredakteure als
Publi=
kum entſandt. Aus all dieſem iſt zu entnehmen, daß an
dieſe Kino=Leiſtungen der denkbar größte Maßſtab gelegt
worden iſt.
Offenbach, 2. April. Im Eiſenbahnpräſidiumsgebäude
zu Frankfurt a. M. fand eine Beſprechung über das
An=
halten der Züge auf dem Offenbacher Bahnhof zwiſchen
der Eiſenbahnverwaltung und Vertretern der Stadt und
des Kreiſes Offenbach unter dem Vorſitz des
Eiſenbahn=
präſidenten Reuleaux ſtatt. Es wurde gleich bei
Be=
ginn der Verhandlungen die Mitteilung gemacht, daß ohne
Rückſicht auf den Vertrag von 1868, wonach bekanntlich
in Offenbach ſämtliche Züge halten müſſen, zehn Züge
und zwei Luxuszüge in Offenbach nicht
mehr halten werden. Die Vertreter der Stadt
mach=
ten geltend, daß ſie auf dem Vertrag von 1868
be=
ſtehen bleiben müßten. Sie machten wiederum eine
An=
zahl Kompenſationen geltend, auf die jedoch nicht weiter
eingegangen wurde. Man verſprach ſchließlich, Offenbach
ſo zu behandeln, wie eine preiziſche Stadt von der
glei=
chen Größe und Bedeutung. Man einigte ſich ſchließlich
dahin, den Vertretern der Stadt Offenbach bis zum 10.
April die Möglichkeit zu laſſen, Wünſche vorzubringen.
Nach Anordnung der Eiſenbahnverwaltung werden vom
1. Mai ab an Offenbach herum= oder vorbeifahren nach
jeder Richtung ſechs Berlin=Frankfurter Züge, und zwar
nach jeder Richtung je drei, zwei Frankfurt=Münchener,
zwei Frankfurt=Wiener und zwei Luxuszüge, nach jeder
Richtung hin einer. — Der Verfaſſungsausſchuß
der Stadtverordnetenverſammlung beriet über dieſe von
der Eiſenbahnverwaltung beſchloſſene Maßnahme. Der
Ausſchuß will ein Gutachten der Handelskammer
ein=
fordern. Falls dieſe mit der erwähnten Maßnahme
ein=
verſtanden iſt, will der Ausſchuß vorſchlagen, unter
fol=
genden Bedingungen dem Gutachten zuzuſtimmen: 1. Es
muß für hinreichende Anſchlüſſe an die
betreffen=
den Züge auf dem Bahnhof Offenbach und dem
Haupt=
bahnhof Frankfurt geſorgt werden. 2. Die
Gepäckbe=
förderung ſoll durch die Frankfurter Gepäckträger=
Vereinigung bis Offenbach ausgedehnt werden. 3. Die
Eiſenbahnverwaltung ſoll ſich mit dem Erwerb der
Lokal=
bahn Offenbach-Frankfurt durch die Verwaltungen dieſer
beiden Städte einverſtanden erklären und beim
Miniſte=
rium einen entſprechenden Antrag ſtellen. Wenn in einem
Jahre keine Vereinbarung erzielt wird, ſoll der Verzicht
außer Kraft treten. — Der Oberbürgermeiſter ſetzte ſich
mit dem heſſiſchen Miniſterium in Verbindung, damit
von der Eiſenbahnverwaltung anerkannt werde, daß der
Verzicht nicht das Zugeſtändnis bedeute, daß
Verkehrs=
mangel die Maßnahme rechtfertige.
— Reinheim i. O., 2. April. Hier fand eine ſehr gut
beſuchte Verſammlung der Rechner der
Ortskran=
kenkaſſen und Gemeindekrankenverſicherungen des Kreiſes
Dieburg ſtatt. Es wurden in dieſer Verſammlung
Fra=
gen beſprochen, die bei Ausſtellung der Quittungskarten
bei Berechnung und Einziehung der
Invalidenverſicher=
ungsbeiträge, bei Prüfung der Verſicherungspflicht, der
Verſicherungsberechtigung und dergleichen zu Zweifeln
An=
laß gegeben haben. Die Beantwortung dieſer Fragen
hatten in liebenswürdigſter Weiſe Beamte der
Landes=
verſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen übernommen
Die Herren Kontrollinſpektor Simon und
Kontroll=
beamter Mansfeld haben alle Zweifel dieſer Fragen
aufgeklärt und war dieſe Verſammlung gerade für Rech=
ner eine ſehr intereſſante und lehrreiche. Am Schluſſe
wurde noch über die Organiſation der Krankenkaſſen im
Kreiſe Dieburg geſprochen. Es war der allgemeine Wunſch
ſämtlicher Anweſenden, eine Landkrankenkaſſe neben einer
Allgemeinen Ortskrankenkaſſe nicht zu ſchaffen. Bemerkt
wurde, daß die Notwendigkeit einer Landkrankenkaſſe im
Kreiſe Dieburg von den Vertretern der Arbeitgeber und
Arbeitnehmer verneint wurde. Es wurde noch beſchloſſen,
öfters derartige Verſammlungen einzuberufen und wurde
als nächſter Ort der Tagung Babenhauſen beſtimmt.
Heppenheim, 2. April. Man ſchreibt uns: Zur
Ab=
ſchiedsfeier für Herrn Pfarraſſiſtent Hechler und
Frau im „Halben Mond” bot der muſikaliſche Teil des
Abends viel Intereſſantes und Wertvolles. Herrn
Schä=
fer, einen jungen, ſehr ſympathiſchen Geiger, der, im
Süßſchen Konſervatorium in Darmſtadt ausgebildet, von
jetzt ab in der Nauheimer Kurkapelle unter Winderſtein
tätig ſein wird, hörten die Heppenheimer nicht zum
erſten=
mal. Er iſt hochbegabt und hat ſicher eine erfolgreiche
künſt=
leriſche Laufbahn vor ſich. In der „Fantaſia appaſſionata
von Vieuxtemps, die groß aufgefaßt war und mit Schwung
und Feuer vorgetragen wurde, konnte er zeigen, daß er
auch techniſch auf einer hohen Stufe ſteht. Die „Romanze
von Wieniawski, die „Meditation” von Bach=Gounod
und die pikante ſogenannte „Kubelik=Serenade” ſang die
Geige köſtlich und ließ den großen, weichen Strich
be=
wundern, während das zierliche „Menuett” von Haydn
rhythmiſch wohl das reizvollſte Stück war. Gut mit Herrn
Schäfer eingeſpielt zeigte ſich Herr Lahl, ein ganz
vor=
trefflicher Begleiter, der feinfühlend und verſtehend jeder
Nüance des Geigers folgte.
Mainz, 2. April. Mit Genehmigung des Kaiſers
werden von den Werken von Mainz aufgelaſſen: die
Lünetten Erbenheim und Hochheim, das Fort
Großherzog von Heſſen, die Redoute und der
Kehlkopf auf der Petersau nebſt Verbindungslinie von
Kehlkopf bis zur Eiſenbahnbrücke. Die Uebergabe an die
Reichskommiſſion iſt in die Wege geleitet.
Worms, 2. April. Der Oberbürgermeiſter der Stadt
Worms hat gegen den Lazarus Dreifuß und Konſ., die
Eigentümer des Gebietes Kämmererſtraße 25 ſind, einen
Polizeibefehl erlaſſen auf Wiederherſtellung des
Zuganges zu dem Gebäudekomplex in der
Hafergaſſe. Trotzdem ein Baubeſcheid abgelehnt
wor=
den war, ſoll der Zugang in der Haferſtraße baulich
ver=
ändert worden ſein. Dagegen erhoben die Beſitzer Klage
Nach längerer Verhandlung beſchloß der
Provinzialaus=
ſchuß, durch eine Kommiſſion eine Ortsbeſichtigung
vor=
nehmen zu laſſen.
(*) Butzbach, 1. April. Sein 50jähriges
Jubi=
läum feierte heute der über weite Kreiſe des
Heſſenlan=
des bekannte Apotheker Medizinalrat Dr. Vogt. Der
Jubilar iſt Vorſitzender des Heſſiſchen Apothekervereins
und gehört dem Vorſtand des Deutſchen
Apothekerver=
bandes an. Beſonders groß iſt ſeine Tätigkeit in der
Kriegerkameradſchaft Haſſia.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Crwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Richard Wagner=Verein Darmſtadt
Das Programm des 214. Vereinsabends verſpricht neben
einer Reihe ſchönſter klaſſiſcher Gaben von J. S. Bach,
Gluck und Mozart moderne Lieder und Violinſtücke von
Camillo Saint=Saéns, Eduard Grieg und dem — hier
noch unbekannten — ſchwediſchen Komponiſten Frederik
Lindblad. Beſonderes Intereſſe dürften auch die
Lieder=
kompoſitionen von Eugen Onégin erregen, den der Richard
Wagner=Verein heute in Darmſtadt erſtmalig einführt
und der die von ſeiner berühmten Gattin geſungenen
Lieder am Flügel ſelbſt begleiten wird. Profeſſor Felix
Berber wird hier u. a. ſeine Glanznummer, Bachs Cha
conne, vortragen, in deren Wiedergabe er zurzeit
uner=
reicht ſein dürfte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. April. Im Zirkus
Schumann kam es heute zu verſchiedenen
Unglücks=
fällen. Zunächſt wurde ein Reiter von einem Pferde
gebiſſen, zu Boden geriſſen und durch die Manege
ge=
ſchleift.
Er trug Hautabſchürfungen davon. In der
großen Attraktion des Abends ſtürzte einer der beiden
Artiſten, die ſich in einer Höhe von 15 Metern in einer
Art Reifen im Kreiſe drehen, ab, und blieb ſchwer
ver=
letzt liegen. Schließlich wurden bei der Produktion der 10
chineſiſchen Gaukler zwei der Chineſen, die an einem hoch
geſpannten Seil mit den Zöpfen zu Boden gleiten, ſchwer
verletzt. Das Publikum verhielt ſich bei den verſchiedenen
Unglücksfällen verhältnismäßig ruhig. Die Vorſtellung
er=
litt keine Unterbrechung. — Frau Wolf Wertheim
wurde von der römiſchen Polizei auf Veranlaſſung des
Direktors der Deutſchen
Transportverſicherungsgeſell=
ſchaft bei der die als geſtohlen angemeldeten Juweler
verſichert ſind, ausführlich vernommen. Sie bezifferte
den Schaden zunächſt auf eine viertel Million Mark,
redu=
zierte ihn jedoch dann auf 180000 Mark und zog am
Schluß des Verhörs ihre Anſprüche gänzlich zurück.—
Von internationalen D=Zug=Dieben wurden einem
Charlottenburger Herrn auf der Rückreiſe von Capri nach
Berlin für etwa 10000 Mark Schmuckſachen geſtohlen.
Erſt bei ſeiner Ankunft merkte der Beſtohlene den Verluſt.
Ob der Diebſtahl ſchon auf dem Bahnhofe in Neapel oder
erſt während der Fahrt verübt wurde, kann der Beſtohlene
nicht ſagen.
Wiesbaden, 2. April. Für die Feſtſpiele im Kgl.
Hoftheater in Anweſenheit des Kaiſers iſt jetzt das
Programm feſtgeſetzt. Die Feſtſpiele finden in der Zeit
vom 4. bis 8. Mai mit eintägiger Unterbrechung, an
wel=
chem Tage der Geſangwettſtreit in Frankfurt a. M. vo
ſich geht, ſtatt. Zur Aufführung gelangen „Oberon
„Flachsmann als Erzieher”, „Der Verſchwender” und
„Der Freiſchütz”. Es ſteht noch nicht feſt, ob der Kaiſer
während dieſer Zeit im hieſigen Schloß wohnt oder ob er
allabendlich zum Beſuch der Vorſtellungen aus Hombur
im Automobil herüberkommt. Das ſonſt alljährl
übliche, ſeit zwei Jahren aber immer wieder ausgefallen
Galakonzert im Kurhaus findet in dieſem Jahre nicht
ſtatt.
Detmold, 2. April. Bei Kanaliſationsarbeiten
wur=
den heute morgen von herabſtürzenden Erdmaſſen drei
Arbeiter verſchüttet. Einer war ſofort tot, der
zweite wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo
er bereits geſtorben ſein ſoll; der dritte erlitt einen
kompli=
zierten Beinbruch.
Solingen, 2. April. Die Zahl der infolge
Vergif=
tung erkrankten Perſonen im Solinger Bezirl
iſt bereits über 300 geſtiegen. In Solingen=Wald und
Höhſcheid werden allein 121 Perſonen behandelt. 350
Fälle ſind amtlich gemeldet worden.
Eſch a. d. Alzette, 2. April. Als der Unternehmer
Le=
febre heute morgen mit einem Automobil nach
Saſſenheim fuhr, begegnete er zwei Trunkenbolden. Bei
dem Verſuch, auszuweichen, ging das Automobil in
Trüm=
mer; ſeltſamerweiſe blieben die Inſaſſen unverletzt. Von
den Trunkenbolden wurde einer getötet, der andere
verlor ein Bein.
Frankfurt a. O., 2. April. Gegen den
Raubmör=
der Sternickel ſollte bekanntlich am 7. d. M. in
Hirſchberg in Schleſien die Verhandlung vor dem
Schwur=
gericht ſtattfinden. Im Einverſtändnis zwiſchen den
bei=
den Staatsanwaltſchaften in Frankfurt a. O. und
Hirſch=
berg in Schleſien iſt der Termin für dieſe Verhandlung
vorläufig aufgeſchoben worden, weil am 5. d. M. bereits
das dreifache Todesurteil gegen Sternickel rechtskräftic
wird, da St. hiergegen weder Reviſion eingelegt noch ein
Gnadengeſuch eingereicht hat. Außerdem ſcheint bei der
Staatsanwaltſchaft die Befürchtung zu beſtehen, daß es
bei dem Transport nach Hirſchberg trotz aller Vorſicht dem
alten geriebenen Verbrecher vielleicht doch gelingen könnte,
zu entwiſchen.
Swinemünde, 1. April. Der Bürgermeiſter der Stadt
Uſedom, Troemel, der, wie erinnerlich, bereits ſeit
einiger Zeit ſpurlos verſchwunden war, dann aber von
Paris nach Uſedom zurückkehrte, wo er nach Einleitung
eines Verfahrens wieder in ſein Amt eingeſetzt worden
war, wird ſeit Freitag vergangener Woche wieder
vermißt. Am genannten Tage nahm er noch in
Swine=
münde an der Sitzung des Kreistages teil, fuhr von dort
nach Berlin und iſt ſeitdem nicht wieder zurückgekehrt.
Er gab auch keine Nachricht. Der Magiſtrat von Uſedom
hat der Kreisbehörde von Swinemünde von dem
unauf=
geklärten Fernbleiben des Bürgermeiſters Mitteilung
ge=
macht
Helgoland, 2. April. Aus dem Wrack des
Torpe=
dobootes „§ 178” wurde geſtern die Leiche des Hei=
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 1. April.
Der Trompeter von Säkkingen.
Wl. Neßlers populäre Oper „Der Trompeter von
Säkkingen” deren Hauptpartien den Sängern dankbare
Aufgaben ſtellen und deshalb auch wohl gern geſungen
werden, gelangte vor mäßig beſuchtem Hauſe unter Lei
tung des Herrn Kapellmeiſters Kleiber heute
wie=
der zur Aufführung. Dem Jung=Werner verlieh Herr
Semper eine ſchmucke Verkörperung und bewährte ſich
in der an die ſtimmliche Qualität ihres Vertreters nicht
geringe Anforderungen ſtellenden Partie als ſtimmfriſcher
und ſangestüchtiger Sänger, konnte aber mit dem
Takt=
ſtock des Dirigenten keine rechte Fühlung gewinnen. Die
Partie der Marie ſang erſtmalig Fräulein Jüttner.
Wenn man davon abſieht, daß die Vertreterin des
Sou=
brettenfaches ſtimmlich für ſie weniger beanlagt iſt, muß
man ihrer Leiſtung an ſich gerechte Anerkennung zuteil
werden laſſen, denn ſie ſang mit außerordentlicher
Sauber=
keit und Feinheit des Vortrags. Ganz prachtvoll, ſo ſchön
wie ſelten zuvor, ſang Herr Stephani die Partie des
Freiherrn; ein würdiger Vertreter des Conradin war
Herr Schützendorf. Daß man Frau Müller=
Rudolph die Partie der Gräfin zugewieſen hatte, war
ein Fehler, und man erweiſt weder ihr, noch der Kritik, die
Frau Müller=Rudolph ſonſt ihrer ſchauſpieleriſchen
Vor=
züge wegen ſtets loben kann, einen Gefallen damit, wenn
man ſie an falſche Stelle ſetzt. Die Partie muß, wie früher
immer geſchehen, durch die Altiſtin geſungen werden. Die
kleineren Rollen waren entſprechend beſetzt. Daß man
aus dem Damian eine Karikatur macht, iſt aber nicht
nötig.
In der größeren Balletteinlage taten ſich die Damen
Huber Croneberg und Rehr ſoliſtiſch beſonders
hervor. Der Trompeter hinter der Bühne, der früher
ſtets ſo wundervoll blies, ſchien heute nervös zu ſein. Es
war wohl nicht Herr Kümmel.
Die von uns in dieſer Oper und im „Waffenſchmied‟
von Anfang an und wiederholt gerügte dreiſilbige
Aus=
ſprache des Namens Marie, die kaum erträglich iſt, iſt jetzt
endlich, wohl unter dem Einfluß der neuen Regie des
Herrn Riechmann, abgeſtellt worden, indem man, wo drei
Noten auf den Namen kommen, allgemein Maria ſang
Man ſieht, wie einfach und leicht es iſt, Schönheitsfehler
abzuſtellen — wenn man nur will!
Feuilleton.
* Pierpont Morgan als Sammler. Pierpont Morgan
der neben der Hundezucht und dem Jachtfahren das
Sam=
meln alter Kunſtwerke als edelſten Sport trieb, war nicht
etwa ein ſnobiſtiſcher Aufhäufer hoher Werte. Er hatte
Freude und mit dem Gelde auch Verſtand für die Kunſt.
Sein Londoner Muſeum mit den herrlichſten Gobelins
des 18. Jahrhunderts und den ſchönſten Porträtwerken
der großen Engländer, voran der ſeinerzeit in der
Ber=
liner Akademie bewunderten Miß Elizabeth Farren von
Lawrence geſchmückt, war mit höchſtem Geſchmack in der
Verteilung all der Schätze zu einem wahren Tempel der
Kunſt geſtaltet. Und hier ruhen in bronzebeſchlagenen
Schränken die teuerſten Handſchriften und Inkunabeln.
Aber ſie liegen, wie Adolph Donath in ſeiner „Pſychologie
des Kunſtſammelns” erzählt, in verſchloſſenen Gewölben,
ebenſo wie ein Teil ſeines Kunſtgewerbes. Und von
die=
ſem Muſeum führt ein unterirdiſcher Gang zu dem
Wohn=
hauſe Morgans das mit großer Schlichtheit
ausge=
ſtattet iſt. Faſt ein Rätſel bleibt, wie Morgan dieſe Schätze
zuſammenbrachte, die ihn nach der niedrigſten Schätzung 180
Millionen Dollars koſteten Der Rat der beſten Kenner
hat ihm niemals gefehlt. So hat Wilhelm Bode den
Ka=
talog der italieniſchen Bronzen für ihn gemacht, wofür ſich
Morgan durch eine Schenkung für das Berliner Muſeun
erkenntlich zeigte. Aber auch der Milliardär ſelbſt war ein
fleißiger Muſeumsbeſucher, der überall zur Vertiefung
ſeiner Kennerſchaft Stapel von Photographien aufkaufte.
Und in jeder Stadt des europäiſchen Kunſtmarktes ſaß der
beſte Experte als ſein bevollmächtigter Miniſter. Ueberall,
wo in Italien etwas von hervorragendem altem
Kunſt=
beſitz frei wurde, da erſchien — oder man glaubte ſie
wenigſtens immer zu ſehen: das haftete an ihr vom
Fliegenden Holländer — an der Küſte Morgans Jacht,
die ſich um keine Zollreviſion und Ausfuhrverbote zu
ſcheren brauchte. Dafür hat ihn ein Einfuhrzoll bis in
ſeine letzten Lebensjahre geärgert: erſt als man kürzlich
den Zoll, den die Vereinigten Staaten auf die Einfuhr
von Kunſtwerken legten, aufhob, begann Morgan ſeine
Sammlungen hinüberzuſchaffen. Dort iſt ihnen ein
be=
ſonderer Flügel des New=Yorker Metropolitan=Muſeums
gebaut worden. Ueberhaupt war Morgan tief davon
durchdrungen, daß er nicht für ſich ſammelte, ſondern für
die Allgemeinheit. Lange Zeit hing in der Londoner
Na=
tionalgalerie Raffaels Jugendwerk aus ſeinem Beſitz, die
große Madonnentafel aus dem Nonnenkloſter St. Antonio
in Perugia, die ihn 2 Millionen Mark koſtete. Einen Teil
ſeines Kunſtgewerbes beſaß das South=Kenſington=
Mu=
ſeum, bis nun alles nach New=York kam. Wie aus einem
alten Meiſter geſtohlen war Morgans Kopf, der auf einer
hochgewachſenen Geſtalt ſaß —
man konnte ihn
allſom=
merlich in den großen Muſeen Europas ſehen wie er
un=
ermüdlich Frau und Schwägerin durch die Sammlungen
führte
C2) Hiſtoriſche Federn. Nur wenige wiſſen von einem
intereſſanten kleinen Muſeum, das ſeinerzeit auf Veran
laſſung des Präſidenten Loubet im franzöſiſchen
Miniſte=
rium des Aeußern eingerichtet worden iſt. Neben den
Archivräumen ſteht eine Vitrine, in der eine Reihe
hiſto=
riſcher Federn und Federhalter verwahrt werden. Hier
ſieht man die Feder mit der Bismarck und Jules Favre
1871 in Verſailles die Friedenspräliminarien
unterzeich=
neten; die Feder wurde damals von der Mme. Jeſſé, bei
der Bismarck wohnte, in Verwahrung genommen und
ſpäter ihrem Enkelkinde M. Jeſſé=Curéely, der
Botſchafts=
ſekretär war, geſchenkt. Daneben liegt, wie der Figaro
berichtet, das Schilfrohr, mit dem Mulai Hafid und der
Geſandte Regnault am 30. März 1912 den Vertrag
auf=
ſetzten, der Marokko endgültig unter franzöſiſches
Protek=
torat ſtellte. Hier ſieht man auch die Feder, mit der am
12. Auguſt 1898 der amerikaniſche Präſident Mc. Kinley
und der franzöſiſche Botſchafter Jules Cambon die
Frie=
denspräliminarien zwiſchen Spanien und den Vereinigten
Staaten unterzeichneten. Das kleine Muſeum wird regel
mäßig durch Gaben und Stiftungen bereichert; ſo
über=
wies ihm vor einiger Zeit Hanotaux die Feder, mit der
ſeinerzeit Gambetta ſeine Demiſſion als Miniſterpräſident
unterſchrieb.
C.K. Die franzöſiſche Parfüm=Induſtrie. Ein
lehr=
reiches Bild von der gewaltigen Entwicklung der
fran=
zöſiſchen Blumenzucht und von der franzöſiſchen Parfüm=
Induſtrie gewährt eine umfangreiche Arbeit, die Henri
Pozzi veröffentlicht und aus der im Temps einige
An=
gaben wiedergegeben werden. Trotz der Verheerungen
der Phylloxera hat ſich die Blumenzucht von der
franzöſi=
ſchen Riviera und den ſüdlichen Departements auch in die
Weinländer des Rhonekanals und der Provence
ausge=
breitet Die gewaltigen Mengen gezüchteter Blüten gehen
it beſonderen Zügen nach Graſſe, das bekanntlich das
Zentrum der franzöſiſchen Parfüm=Induſtrie iſt, um
dort deſtilliert zu werden. In den letzten Jahren
wurden von den Parfüm=Deſtillationen in Graſſe
im Durchſchnitt jährlich verbraucht: 2 Millionen Kilt
zers Schilling geborgen. Die Leiche wurde nach
Wil=
helmshaven übergeführt.
Rom, 2. April. Nach dem Veſuv iſt nun auch der
Aetna in Tätigkeit getreten. Der Vulkan ſtößt eine dicke
Rauchſäule aus. Man nimmt an, daß beide Phänomen in
Zuſammenhang ſtehen.
Brüſſel, 1. April. Das größte Theater= und
Zirkus=
gebäude Belgiens, die 10000 Perſonen faſſende
Alham=
bra in Antwerpen, wurde geſtern durch einen
Brand vollſtändig zerſtört.
Reims, 2. April. Die Staatsanwaltſchaft hat gegen
ein hieſiges Blatt eine ſtrafrechtliche Unterſuchung wegen
Verbreitung beunruhigender falſcher Nachrichten
einge=
leitet, weil dieſes als Aprilſcherz die Meldung
ge=
bracht hatte, daß ein Zeppelinluftſchiff infolge eines
Schraubendefektes gezwungen geweſen ſei, in der Nähe
von der Stadt zu landen. Infolge dieſer Meldung hatten
ſich nach der von dem Blatte bezeichneten Stelle Tauſende
von Menſchen zu Fuß und zu Wagen begeben, die über
dieſe Myſtifikation ſehr entrüſtet waren.
New=York, 2. April. Das Hochwaſſer des Ohio
wandert ſtromabwärts in die Umgebung der Stadt Cairo.
Zum Schutze dieſer Stadt und anderer Orte iſt geſtern
nachmittag der Damm bei Shawneetown durchſtochen
worden, um einem Teil des Hochwaſſers dort einen
Ab=
fluß zu verſchaffen, wo es weniger Schaden anrichtet.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 2. April. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten mit folgenden
Worten: Nach den Oſterferien, die, wie ich hoffe, uns allen
die notwendige Erholung gebracht haben, begrüße ich Sie
im neuen Seſſions Abſchnitt zu neuer, ernſter
Arbeit, zum Zwecke der Löſung der hohen, wichtigen und
tiefeinſchneidenden Fragen, die unſer in der neuen
Seſ=
ſion harren. Möge die glückliche Löſung dieſer wichtigen
Fragen uns gelingen zum Heil unſeres Vaterlandes.
Lebhaftes Bravo!) — Seine Durchlaucht der regierende
Fürſt von Reuß j. L. Heinrich XIV. iſt am 29.
März im Schloß zu Greiz ſeinem Leiden erlegen. Wir
werden dem verſtorbenen Fürſten ein ehrendes Andenken
bewahren. (Die Mitglieder ſämtlicher Parteien erheben
ſich von ihren Plätzen.) — Aus Anlaß des fluchwürdigen
Attentats auf Se. Maj. den König der Hellenen,
das deſſen Leben ein ſo tragiſches Ende bereitete, habe ich
dem griechiſchen Geſchäftsträger das aufrichtigſte Beileid
des Reichstages ausgedrückt. Der Geſchäftsträger hat
dar=
auf mit warmen Worten geantwortet und der griechiſchen
Regierung Mitteilung gemacht. — Es iſt Ihnen bekannt
geworden, daß ein ſchweres Unglück einen Teil der
Ver=
einigten Staaten von Nordamerika betroffen hat. Das
deutſche Volk nimmt herzlichen Anteil an der Heimſuchung
des befreundeten Volkes. Sie haben ſich von Ihren
lätzen erhoben. Ich ſtelle dies feſt.
Auf der Tagesordnung ſteht zunächſt der Antrag der
Freiſinnigen auf Verbot der
Errichtung und Erweiterung von Familien=
Fideikommiſſen,
owie Auflöſung beſtehender Familien=Fideikommiſſe.
Abg. Gothein (Fortſchr. Vpt.): Die Einrichtung der
Fideikommiſſe iſt die unberechtigtſte Einrichtung, die der
moderne Staat hat. Sie ſtellt ein ſchweres Unrecht dar,
das im deutſchen Recht abſolut unbegründet iſt. Die
Fideikommiſſe widerſprechen der Verfaſſung und unſerem
Rechtsgefühl vollkommen. Ihre Aufrechterhaltung wird
begründet damit, daß der Familienſinn erhalten wird.
Nichts iſt falſcher als das, denn nichts widerſpricht mehr
dem Gemeinſinn, als die Bevorzugung eines einzelnen vor
den übrigen Familienmitgliedern. Die Folge der
Fidei=
kommiſſe iſt, daß der Inhaber eines derartigen
Fidei=
kommiſſes die übrigen Familienmitglieder zu erhalten
ver=
pflichtet iſt und in der dritten Generation das Beſitztum
nur durch eine reiche Heirat aufrecht erhalten werden
kann. Dazu kommt der große wirtſchaftliche Nachteil, daß
der durch Fideikommiſſe feſtgelegte Grund und Boden dem
freien Grundſtücksverkehr entzogen wird und der ſeßhafte
Bauernſtand immer mehr zurückgedrängt wird. Daß der
Großgrundbeſitz das platte Land entvölkert, hat ſchon
Ernſt Moritz Arndt vor 100 Jahren feſtgeſtellt. Die innere
Koloniſation kommt nicht vorwärts, wenn man die
Fidei=
kommiſſe aufrecht erhält. So kommen wir zu engliſchen
Verhältniſſen. Der Einwand, die
Fideikommißgeſetz=
gebung unterliege nicht der Kompetenz des Reiches, iſt
nichtig. In der Deckungsvorlage für die Heeresverſtärkung
wird das Fideikommißweſen ebenfalls berührt. Alle
materiellen und ethiſchen Gründe ſprechen gegen die
Auf=
rechterhaltung der Familien=Fideikommiſſe. Das
Inter=
eſſe des Volkes wird mit dieſem Inſtitut nicht gewahrt.
Es wird die höchſte Zeit, daß der Reichstag hier energiſch
vorgeht im Intereſſe des deutſchen Volkes. (Beifall links.)
Abg. Hierl (Soz.): Für die Ernährung des Volkes
iſt der kleine Grundbeſitz von viel größerer Wichtigkeit, als
der Großgrundbeſitz. Es iſt deshalb in hohem Grade
be=
dauerlich, daß zahlreiche Großgrundbeſitzer die in der
Nähe ihres Beſitzes liegenden kleinen Grundſtücke aufkaufen
und ihren großen Gütern einverleiben. Es müßte deshalb
geſetzliche Vorſorge getroffen werden, daß beſtehende
Fideikommiſſe nicht erweitert werden können. Leider
ſcheinen einzelne Bundesſtaaten nicht dafür zu haben zu
ein, deshalb muß dieſe Materie reichsgeſetzlich geregelt
werden. Der Großgrundbeſitz hat nicht die wirtſchaftliche
Bedeutung, die ihm zugeſchrieben wird; er wird nur als
Spekulationsobjekt betrachtet und ſchädigt dadurch die
All=
gemeinheit, er dient zur Bereicherung Einzelner und zur
Ausſaugung des Volkes, deshalb müſſen die Verhältniſſe
anders geregelt werden. Eine größere Aenderung iſt nötig,
deshalb ſtimmen wir dem Antrag zu. — Abg. Dr. Spahn
(Zentr.): Es iſt bereits in früheren Verhandlungen über
die Frage, ob die Beibehaltung der Fideikommiſſe als
Not=
wendigkeit erſcheint, darauf hingewieſen worden, daß es
ſich hier nicht um die Kompetenz des Reiches handelt,
ſon=
dern daß vielmehr die Bundesſtaaten für die Regelung
der Frage zuſtändig ſeien. Mißſtände infolge übergroßer
Ausdehnung der Fideikommiſſe haben ſich bisher lediglich
in einigen Teilen der preußiſchen Monarchie gezeigt. Wir
halten deshalb eine reichsgeſetzliche Regelung für
über=
flüſſig. — Abg. Dr. Thoma (natl.): Es handelt ſich hier
um die Frage, ob jetzt die Zeit, die Frage des
Fideikom=
miſſes der Staatsgeſetzgebung zu nehmen und der
Reichs=
geſetzgebung anzugliedern, gekommen iſt oder nicht. Die
Bildung von Fideikommiſſion iſt noch ein mittelalterliches
Ueberbleibſel. Damals verſuchte man, das
Familienver=
mögen zu erhalten. Dieſe Tendenz läßt ſich heute nicht
mehr durch dieſes Mittel verwirklichen, ohne die Exiſtenz
eines Volkes zu vernichten; deshalb ſtimmen wir dem
freiſinnigen Antrag zu.
Abg. Dietrich (konſ.): Der Entwicklungsgang
un=
ſerer Verfaſſungsbeſtimmungen bei Regelung des
bürger=
lichen Rechts hatte die Tendenz, nur ſchonend in die
Landesbeſtimmungen einzugreifen. Wir ſind gewiß auch
für Verbeſſerungen, die in mancher Beziehung
wünſchens=
wert ſind. Beſonders für Abänderung der Schäden, die
in ſozialer Hinſicht auftreten, wird jeder Freund der
Bei=
behaltung der Fideikommiſſe ſein. Die hiergegen
gemach=
ten Ausführungen ſind doch aber nicht derart, daß das
Reichsgeſetz in Tätigkeit geſetzt werden muß. Die Natur
des ganzen Inſtituts bringt es aber mit ſich, daß ein
Ein=
greifen des Reiches in die Geſetzgebung eines Staates
nicht notwendig iſt, deshalb muß die Regelung den
Ein=
zelſtaaten vorbehalten bleiben. Eine Sicherheit iſt doch
ſchon in der Beſtimmung gegeben, daß beim Aufkaufen
eines Bauerngutes ein Gutachten des
Wirtſchaftsaus=
ſchuſſes darüber vorgeſchrieben iſt, ob das aufzukaufende
Gut zur Erhaltung des bäuerlichen Betriebes erforderlich
iſt oder nicht. Richtig iſt, daß eine übermäßige Anhäufung
von Grund und Boden nicht ohne Schaden unſeres
Wirt=
ſchaftslebens möglich iſt, beſonders wenn der Grund und
Boden nicht zur Förderung der Produktion, ſondern zu
Jagdliebhabereien und anderen, repräſentativen Zwecken
benutzt wird. Dagegen wird aber von allen Seiten
ge=
ündigt. Die Selbſtbewirtſchaftung iſt und bleibt das
inzig Erſtrebenswerte. Es genügt meines Erachtens,
wenn wir Fideikommiſſe, die bereits 50 Jahre beſtehen,
nicht antaſten. Eine geſunde Miſchung von Klein= und
Großarundbeſitz müſſen wir haben. Wir ſtimmen gegen
den freiſinnigen Antrag.
Abg. Dove (Fortſchrittl.
Volkspt.): Es handelt ſich für uns nicht um ein Schauſtück
unſerer Partei, ſondern um einen durchaus ernſten
An=
trag, der unbedingt nötig iſt zur Verwirklichung einer
ge=
ſunden Volksernährung. Der ländliche Arbeiter kann auf
den Grundbeſitz nicht verzichten. Wir wollen, daß nur
jeder ſo viel Grundbeſitz haben ſoll, als er ſelbſt
bewirt=
ſchaften kann. Dieſe Forderuna iſt in den Grundſätzen
einer geſunden Produktionsmöglichkeit begründet. — Abg.
Bernſtein (Soz.): Es iſt bezeichnend, daß ſich der
Reichstag noch immer mit dieſer Materie beſchäftigen muß.
Gerade jetzt, wo die Jahrhundertfeiern der Befreiung von
der franzöſiſchen Herrſchaft überall begangen werden, die
mit dem ländlichen Großgrundbeſitz aufgeräumt hatte.
(Zurufe: Stein!) Stein hatte dieſe Maßnahme nur aus
Furcht vor der Revolution unternommen.
Hierauf ſchließt die Debatte. Der Antraa der
Fort=
chrittlichen Volkspartei wird in einfacher Abſtimmung
mit geringer Mehrheit angenommen. Darauf wird
vertagt. — Nächſte Sitzung Donnerstag 2 Uhr:
Rech=
nungsſachen, Wahlprüfungen, Petitionen. — Schluß
6¾ Uhr.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation
Geſtern mittag um 1 Uhr iſt auf der hieſigen Fliegerſtation
eine „Taube” von der Fliegerſtation Metz,
Füh=
rer Leutnant Caſtner, mit dem Major vom Stabe bei
Am
Nach=
der Flugtruppe Siegert, eingetroffen. —
mittag beſichtigte Major Siegert die Station. Es wurden
ſodann verſchiedene Luſtmanöver von den Herrn
Leut=
nant Reinhardt mit Leutnant Rücker, Leutnant von
Mirbach mit Oberleutnant von den Hagen und
Leutnant Koch ausgeführt, die alle mit größter Sicherheit
gemacht wurden. Leutnant Sommer brachte ſodann
eine neue Flugmaſchine von den Eulerwerken in
Frank=
furt nach der Station. Auf dem Fluge von Frankfurt
nach Darmſtadt erſüllte er gleichzeitig die Bedingungen
der Nationalfluaſpende über den Einſtundenflug, womit
Herr Leutnant Sommer einen Ehrenpreis erhält.
* Hamburg, 2. April. Leutnant Pretzell
(1. Unterelſäſſiſchen Infanterie=Regiments Nr. 132),
kom=
mandiert zur Fliegerſtation Metz, und Oberleutnant
Kör=
ner (1. Oberelſäſſiſchen Feldartillerie=Regiments Nr. 15)
ſind nach ihrem geſtrigen Fluge Metz-Münſter heute
mor=
gen um 8 Uhr von dort nach Osnabrück und Hamburg
weitergeflogen und um 10½ Uhr auf der Horner
Renn=
bahn bei Wandsbek gelandet. Nach Reparatur
einer unbedeutenden Verbiegung des Propellers
beabſich=
tigen die Flieger, heute nachmittag nach Berlin
wei=
ter zu fliegen.
* Paris, 2. April. Der Flieger Brindejonk
hat geſtern ſeine am Oſtermontag eingetretene Luftreiſe
Paris-Madrid mit einem Fluge von Burgos nach der
ſpaniſchen Hauptſtadt beendet. Am Dienstag war
Brindejonk, von Biaritz kommend, in der Nähe von
Bur=
gos unter ſtrömendem Regen gelandet und hatte
hier=
bei ſeinen Apparat beſchädigt.
Vermiſchtes.
Am 22. März vormittags 9—10 Uhr ſind vom
Konto einer Leiziger Firma 20000 Mark beim
Poſt=
checkamt in Leipzig auf Grund zweier gefälſchter
Schecks abgehoben worden. Die Auszahlung iſt in
Tauſendmarkſcheinen erfolgt. Die
Nachforſch=
ungen nach dem Schwindler, der ſich zur Abhebung des
Geldes vermutlich einer Mittelsperſon bedient hat, waren
bisher erfolglos. Die Perſon, welche die Schecks zur
Ein=
löſung gebracht hat, wird, wie folgt, beſchrieben: Alter:
30—35 Jahre, Größe: 160—165 Zentimeter, Geſicht: friſch,
Bart: Spitzbart blond bis rötlich. Mit Gold eingefaßter
Klemmer, modefarbener Ueberzieher, weicher Hut.
Siche=
res Auftreten. Auf die Ermittelung des Täters und die
Wiedererlangung des erſchwindelten Geldes hat die
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion in Leipzig eine
Beloh=
nung von 800 Mark ausgeſetzt.
— Die Ausſtellung für
Geſchäftsbe=
darf und Reklame in Frankfurt a. M., vom 10.
bis 20. April in der Feſthalle ſoll, wie ſchon ihr Name
an=
deutet, auch der Reklame Gelegenheit geben, ſich als
Aus=
ſtellungsobjekt zu zeigen. Derartige Verſuche ſind ſchon
mehrfach unternommen worden, aber mit nicht gerade
überwältigendem Erfolge. Es kann erwartet werden,
daß ſich die Frankfurter Ausſtellung auch in dieſer
Be=
ziehung von ihren Vorgängerinnen vorteilhaft
unterſchei=
den wird. Der Verein Deutſcher Reklamefachleute, ein
Verein, der zirka 1000 Mitglieder in allen Teilen des
Reiches beſitzt, wird im Rahmen der allgemeinen
Aus=
ſtellung eine Reklame=Kollektivausſtellung veranſtalten.
Entſprechend der Art ſeiner Mitglieder wird ſich dieſe in
eine Abteilung für Reklameproduzenten und
Reklamever=
braucher gliedern, deren eine Erzeugniſſe der
vervielfäl=
tigenden und ſonſtigen Reklame=Induſtrien enthalten
wird, während die andere an hervorragenden Beiſpielen
zeigen wird, wie vielſeitig die Möglichkeiten ſind, die ſich
heute dem Reklame machenden Großbetriebe bieten, und
wie ſich Kunſt und Kunſtgewerbe immer mehr dieſer,
häu=
ig ſo verſchrienen, Erſcheinung unſeres modernen
Wirt=
ſchafts= und Verkehrslebens angenommen haben. Da
die Vereinsleitung ſich das Recht vorbehalten hat,
Aus=
ſtellungsgegenſtände, die ihr ungeeignet erſcheinen,
zurück=
zuweiſen, ſo darf man hoffen, daß die
Kollektivausſtell=
ungen auf einem hohen Niveau ſtehen und für Laien und
Fachleute einen beſonderen Anziehungspunkt bilden
werden.
— Die Poſtwertzeichen=Automaten will
die Reichs=Poſtverwaltung in den Jahren 1913 und 1914
erheblich vermehren. Sie erfreuen ſich beim Publikum
immer größerer Beliebtheit. Im Jahre 1912 iſt die Zahl
der Apparate von 874 auf 1015 angewachſen. Der Abſatz
von Wertzeichen ſtieg von 81½ Millionen Stück auf 107½
Millionen. Der Wert dieſer Zeichen ſtieg gleichfalls von
5 auf 6¾ Millionen Mark. Im Jahre 1911 wie 1912
ver=
kaufte jeder Apparat im Durchſchnitt täglich 290
Wert=
zeichen im Betrage von etwa 18 Mark. Der Berliner
Be=
zirk hat für ſich allein 178 Apparate, die 11 Millionen
Marken und Karten im Werte von 667000 Mark abſetzten.
Es folgt der Ober=Poſtdirektionsbezirk Düſſeldorf mit
65 Apparaten, 8½ Millionen Wertzeichen und 523000
Mark Erlös, Hamburg mit 390600 Mark, Breslau 346 500
Mark, Frankfurt a. M. 322800 Mark, Dortmund 310000
Mark uſw.
* Anpumpen Untergebener ein
Ent=
laſſungsgrund. In einer Schuhfabrik war ein
Werkmeiſter ohne Einhaltung der vereinbarten
Kündi=
gungsfriſt von zwei Monaten ab Monatsſchluß entlaſſen
worden, angeblich aus Gründen, die außerhalb des
Ver=
tragsverhältniſſes lägen. Er fordert mit einer Klage vor
dem Kaufmannsgericht eine Entſchädigung für die Dauer
der Kündigungsfriſt im Betrage von 487,65 Mark. Die
Beklagte hält ſich zur ſofortigen Entlaſſung berechtigt,
weil der Kläger ihm unterſtellte Arbeiter um Beträge
von 20 und 30 Mark angepumpt habe, und ihm ſomit den
Untergebenen gegenüber die für einen Werkmeiſter
unbe=
dingt notwendige Autorität mangele. Das Gericht wies
die erhobene Klage ab, indem es in dem Anpumpen
Un=
tergebener einen wichtigen Grund zur ſofortigen
Entlaſ=
ſung des Klägers erblickte.
Literariſches.
„25 Jahre Friedenskaiſer” Ein
Gedenk=
buch von Oberſtleutnant a. D. v. Duvernoy, 128 S.
Feſtſchrift zum Regierungsjubiläum des Kaiſers. Berlin,
1913, Boruſſia Druck= und Verlagsanſtalt. 80 Pfg. Nicht
nur für die Schulen, ſondern auch für unſere großen
indu=
ſtriellen Werke iſt die Schrift von ſtarkem Intereſſe, denn
als eine rechte Volksſchrift eignet ſie ſich auch vorzüglich
zur Verbreitung unter den Angeſtellten und unter der
Arbeiterſchaft.
— Preußens Geſchichte. Von Rudolf
384 Seiten mit 12 farbigen und 11
Herzog.
ſchwarzen Bildern von Profeſſor Arthur Kampf.
Buchſchmuck und Einband von Profeſſor Georg Belwe.
In Originalgeſchenkband 3,40 Mark. Allenthalben rüſten
wir uns, zwei denkwürdige Ereigniſſe feſtlich zu begehen:
die Taten des Befreiungskrieges und das 25jährige
Re=
gierungsjubiläum unſeres Kaiſers. In ſolchen Tagen
nationalen Beſinnens und vaterländiſcher Freude iſt
Rudolf Herzogs neueſtes Werk geboren, das
Geſchichts=
buch eines Dichters. „Dies Buch” ſo heißt es im
Geleit=
wort, „ſoll ein Buch der Liebe ſein. Der Liebe zur
Hei=
mat, zu jeder Scholle heimiſchen Landes, auf die wir
ge=
ſtellt ſind.” Und in der Tat, dies Buch iſt aus heißer
Heimatliebe heraus geſchrieben. Es will uns zeigen, wie
unſer Reich geworden, wie es den Stürmen der
Jahr=
hunderte getrotzt, wie es geſtützt, geſeſtigt, verteidigt und
Schritt um Schritt ausgebaut wurde zu dem felſenſtarken
und weitragenden Gebäude „Preußen=Deutſchland‟. Es
will vor allem aber auch zeigen, was wir Preußens
gro=
ßen Herrſchern danken, den Trägern dieſer Entwickelung.
Man weiß nicht, ob man mehr die packenden,
feingemei=
ſelten Porträts der großen Preußenkönige oder die
dra=
matiſch bewegten Schilderungen der Schlachten von
Fehr=
bellein, von Torgau, Leuthen, Leipzig, Königgrätz oder
Sedan bewundern ſoll. Wie einen Roman, deſſen
Hand=
lung wir mit Spannung folgen, leſen wir dieſe
Schilder=
ungen, die uns doch Altbekanntes, aber in ganz neuem
Lichte, in neuem Zuſammenhange, zeigen. Herrliche
Balladen unterbrechen zuweilen den Lauf der Darſtellung.
Gedichte wie „Rheinsberger Tage”, „Bei Torgau”, „Blü=
Orangeblüten, 1½ Millionen Kilo Roſen. 1200000 Kilo
Jasminblüten, 400000 Kilo Veilchen, 300000 Tuberoſen,
150000 Nelken, 160000 Kaſſienblüten 20000 Mimoſen,
6000 Reſeda und 50000 Kilo Jonquillen. In ähnlichem
Maßſtabe hat ſich dank der verbeſſerten
Eiſenbahnverbin=
dungen nach Paris und beſonders nach Deutſchland auch
der Verſand von Riviera=Obſt und friſchen Riviera=
Blumen gewaltig geſteigert und erreicht heute bereits
einen Jahresdurchſchnitt von zuſammen rund 250
Mil=
lionen Francs. Bei Fortdauer des Aufſchwunges würde
ſich dieſe Zahl in etwa 10 Jahren verdoppelt haben.
** Der tödliche Zweikampf auf der Bühne, Von einer
wirklichen blutigen Tragödie auf der Bühne, die ſich auf
einem ſpaniſchen Provinztheater abgeſpielt hat, wird aus
Madrid berichtet: Die Zuſchauer, die geſtern abend der
Carmen=Vorſtellung im Arganaſilla=Theater von Alba in
der Provinz Ciudal=Real beiwohnten, wurden Zeugen
einer tragiſchen Szene. Der Bariton Pardo und der
Tenor Martinez waren in einer Liebesaffäre Rivalen und
hatten den Beſchluß gefaßt, das Los eines Zweikampfes
entſcheiden zu laſſen. Um aber die Theaterſaiſon nicht zu
unterbrechen, waren ſie übereingekommen, ihr Duell bei
der letzten Vorſtellung der Saiſon, und zwar auf der
Bühne zum Austrag zu bringen. Man gab „Carmen”
und im dritten Akte wurden die Zuſchauer ſich plötzlich
inne, daß das Duell zwiſchen Joſé und Escamillo über
die Grenzen der Schauſpielkunſt hinausging: es kam zu
einem wirklichen ernſten und blutigen Zweikampf. Der
Kampf aber war nur kurz: nach einer Minute ſank der
Tenor tot vor die Füße ſeines Nebenbuhlers. Der
Bari=
ton Pardo wurde ſofort verhaftet.
* Ein originelles Preisausſchreiben in der
Geſamt=
höhe von 100000 Mark veranſtaltet die illuſtrierte
Wochen=
ſchrift Zeit im Bild. In der Nummer vom 2. April, die
auch die Einzelheiten über das Preisausſchreiben enthält,
beginnt die Zeitſchrift mit der Veröffentlichung eines
Kri=
minalromans aus der Feder von Otto Soyka „Das Glück
der Edith Hilge‟. Der Schluß dieſes Romans wird im
Juli erſcheinen. Der Roman gibt die Schilderung einer
Mordtat, der Mörder wird aber vom Verfaſſer nicht
ge=
nannt. Der Schuldige bleibt unerkannt und verſchiedene
Perſonen geraten in den Verdacht, den Mord begangen zu
haben. Die Leſer ſollen nach den im Roman gegebenen
Indizien ſelbſt entſcheiden und den Nachweis erbringen,
wer als der wirkliche Mörder anzuſehen iſt. Teder der
Verfaſſer noch das Preisrichterkollegium haben eine
vor=
gefaßte Meinung über die Perſon des Täters. Niemand
kennt alſo den Mörder. Der Leſer mag nach ſeinem
Er=
meſſen eine Perſon, auf die ſein Verdacht fällt,
verur=
teilen. Er muß ſein Urteil aber auch möglichſt ſcharfſinnig
begründen. Die erſten ſechs Preiſe betragen der Reihe
nach 50000, 20000. 10000. 5000, 3000 und 2000 Mark in
bar. Außerdem gibts noch zehn Troſtpreiſe zu ie 1000 M.
Der Betrag von 100000 Mark iſt bei der Deutſchen Bank,
Filiale München, hinterlegt.
ſcher zieht über den Rhein”, „König Wilhelms
Helden=
ſchau” und andere mehr werden zu den Perlen
patrioti=
ſcher Dichtung zählen. Aber nicht nur der Inhalt, auch
die äußere Ausſtattung hebt das Werk aus der Reihe
ähn=
licher Veröffentlichungen hervor. Profeſſor Kampf, unſer
beſter Hiſtorienmaler, hat in ſchwarzen und farbigen
Bil=
dern große Geſchehniſſe feſtgehalten. Ein feiner
Buch=
ſſchmuck paßt ſich in Initialen und Schlußſtücken der
Stim=
mung des ganzen trefflich an. So wird auch dies neue
Herzogbuch ſeinen Siegeszug durch deutſche Lande
an=
treten.
Zeiten und Völker. Monatshefte für
Ge=
ſchichte, Kulturgeſchichte, Länder und Völkerkunde.
Jahr=
gang 1913, Heft 1 und 2 (Sonderheft „1813‟). Jährlich
12 Hefte und 2 Buchbeilagen. 4,80 Mark. Stuttgart
Franckhſche Verlagshandlung. Die „Zeiten und Völker”
dürfen wirklich für ſich das Recht in Anſpruch nehmen, die
beſte volkstümliche Zeitſchrift für die Vermittelung
ge=
ſchichtlichen Wiſſens zu ſein. Durch packende und
gemein=
verſtändliche Darſtellungen ſuchen ſie das Intereſſe für die
Geſchichte, das unzweifelhaft in weiten Schichten der
Be=
völkerung vorhanden iſt, zu beleben und zu fördern. Wie
ſie ihren anerkennenswerten Zielen zu dienen beſtrebt ſind,
erſieht man am beſten aus den vorliegenden Heften.
Johann Peter Lyſer: Muſikaliſche
Novel=
len; herausgegeben, eingeleitet und mit Anmerkungen
verſehen von Ludwig Frankenſtein. Berlin=
Wil=
mersdorf, Hausbücherverlag von Hans Schnippel. Preis
gebunden 3 Mk. Neudrucke aus den 30er Jahren des
vorigen Jahrhunderts in reizender Ausſtattung im Stile
der damaligen Zeit. Die in dieſem Bande enthaltenen
Novellen ſtammen aus den 30er Jahren des vorigen
Jahr=
hunderts; ſie waren zum Teil in der von Robert
Schu=
mann herausgegebenen Neuen Zeitſchrift für Muſik
ent=
halten. Das Publikum las ſie gern und infolgedeſſen war
Schumann auch ein williger Abnehmer der Lyſerſchen
Arbeiten. Die ſechs Novellen entwickeln keine Probleme,
behandeln aber in gewandter, liebenswürdiger Form uns
liebgewordene Geſtalten der Muſikgeſchichte: Bach, Händel,
Beethoven, Mozart, Paganini, in dichteriſcher
Ausge=
ſtaltung.
Der Balkankrieg.
Die Flottendemonſtration gegen Montenegro.
London, 1. April. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt, daß die vom Ausland telegraphiſch eingelaufenen
Nachrichten, wonach die Anſichten der Mächte über
die Flottendemonſtration gegen Montenegro
auseinandergingen, in Londoner amtlichen Kreiſen
Ueber=
raſchung hervorgerufen haben. Es wird erklärt, es ſei
die einmütige Meinung der Mächte, daß, falls
Montenegro ihren Wünſchen nicht entſpräche, die
Flotten=
demonſtration notwendig werde, um die Wünſche der
Mächte zur Geltung zu bringen. Unter dieſen Umſtänden
könnten ſolche Meldungen nur in der Abſicht verbreitet
ſein, einen ſchlechten Eindruck hervorzurufen. Die
Ver=
handlungen zwiſchen den verſchiedenen Regierungen
be=
hufs Ausführung des Entſchluſſes ſeien in dieſem
Augen=
blick dringend angeſichts des Ausbleibens einer Antwort
Montenegros auf die in der letzten Woche von den Mächten
unternommenen Kollektivſchritte.
Die Haltung der verbündeten Balkanſtaaten.
* London, 1. April. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt: Obwohl es bis heute nachmittag nicht amtlich
be=
kannt war, daß die verbündeten Balkanſtaaten
ihre Antwort auf die Vorſchläge der
Mächte, betreffend die Bedingungen der Mediation
tat=
ſächlich überreicht hätten, glaubt man, daß die Antwort
den Vertretern der Mächte heute ausgehändigt werden
wird. Obwohl man heute erwarten konnte, daß Bulgarien
nach dem Fall von Adrianopel ſeine Forderungen erhöhen
würde, hat die Regierung in Sofia in Wirklichkeit ein
weiteres Zugeſtändnis gemacht. Sie hat ihren Standpunkt
auf Forderung der Linie Enos-Midia als türkiſch=
bul=
gariſche Grenze aus Rückſicht auf die Mächte aufgegeben
und iſt bereit, den Vorſchlag Europas, betreffend die Linie
Enos-Midia, mit der geringfügigen Modifikation
anzu=
nehmen, daß nämlich der Endpunkt zehn Meilen öſtlich
von Enos für Enos ſelbſt angeſetzt werde, da dieſe
Ab=
änderung aus geographiſchen und topographiſchen
Grün=
den durchaus berechtigt ſei. Die von den Verbündeten in
dieſer Antwort hinſichtlich der Forderung nach einer
Kriegskontribution oder Kriegsentſchädigung
beob=
achtete Haltung ſei von den Balkanſtaaten mit
dem Wunſche angenommen worden, Verwicklungen
mit den Mächten zu vermeiden. Sie würden
deshalb mit der Zuſtimmung der Mächte zu dem Prinzip
einer Kriegskontribution oder Kriegsentſchädigung
zufrie=
den ſein, deren Einzelheiten und Höhe ſpäter beſtimmt
wer=
den könnte. Balkankreiſe drücken die Anſicht aus, daß die
Antwort der Verbündeten in ihrer Mäßigung den
Frie=
densſchluß in naher Zukunft ſichern müßte.
Griechenlands Anſprüche in Epirus.
* London, 1. April. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt aus London: Griechenland ließ den Mächter
eine energiſche formelle Erklärung zugehen, die die
An=
ſprüche Griechenlands in Epirus zum
Gegen=
ſtand hat. Während bekanntlich einige europäiſche
Re=
gierungen beabſichtigten, einen großen Teil des in Frage
ſtehenden Gebietes dem neuen Albanien zuzuſchlagen,
ſchlägt die griechiſche Regierung vor, die Mächte ſollen eine
Kommiſſion ernennen, die in der jetzt von Griechenland
beanſpruchten, vollſtändig von griechiſchen Truppen
beſetz=
ten Gegend ein Plebiszit veranſtalten ſoll. In der
Er=
klärung heißt es weiter, daß keine griechiſche Regierung
in der Lage ſein werde, den Rückzug der Truppen aus
den jetzt beſetzten Stellungen ſicher zu ſtellen, und daß es
außerdem die Bevölkerung nicht zulaſſen werde, daß die
Truppen, die ſie befreit hätten, ſie der türkiſchen oder
albaniſchen Herrſchaft auslieferten.
Die bulgariſch=rumäniſchen Differenzen.
* Petersburg, 1. April. Die Petersburger
Telegraphen=Agentur erfährt: Die erſte Konferenzſitzung
in den bulgariſch=rumäniſchen Fragen war
nur eine vorläufige, obgleich nunmehr die Haltung der
Mächte eine klarere iſt. Die Vertreter Bulgariens und
Rumäniens hatten ſich mit den fünf Botſchaftern einige
Tage vor der Eröffnung der Konferenz über die ſtrittigen
Punkte auseinandergeſetzt, über die ein
Meinungsaus=
tauſch zwiſchen den Vertretern der Mächte ſtattgefunden
hat. Auf Vorſchlag Saſonows überreichten der
bulga=
riſche Geſandte Bobtſchew und der rumäniſche Geſandte
Nano bei Beginn der Arbeiten der Konferenz ein
Memo=
randum und andere amtliche Dokumente, durch die der
Standpunkt der Regierungen, die Entwickelung des
Kon=
fliktes und ſein gegenwärtiger Stand erklärt wird. In
der erſten Sitzung nahmen die Mitglieder der Konferenz
rach der Aufſtellung der Tagesordnung die ihnen von den
treitenden Parteien vorgelegten Dokumente zur Kenntnis,
ohne in eine ſubſtantielle Diskuſſion einzutreten. Während
des Gedankenaustauſches, der ſich dem offiziellen Teil der
Sitzung anſchloß, drückten die Mitglieder die Hoffnung
aus, daß die Möglichkeit einer friedlichen Löſung des
Konfliktes voll und ganz vorhanden ſei.
Die Vertreter Albaniens in Rom.
* Rom, 1. April. Ismail Kemal Bey, der
Vertreter der vorläufigen albaniſchen Regierung, iſt hier
eingetroffen. Er wird von ſeinen Söhnen Edhem und
Kiazim begleitet. Die Jacht „Mekong” mit dem Herzog
von Montpenſier an Bord, hielt ſich drei Tage in der Bai
von Valona auf. Der Herzog machte bei Kemal Bey
einen Beſuch. Kemal Bey hält den Moment für
gekom=
men, ſich zu den europäiſchen Mächten zu begeben. Er ließ
von denjenigen einen Treueid ſchwören, die er als ſeine
Vertreter zurückließ und reiſte darauf an Bord des „
Me=
kong” am Montag abend mit ſeinen Söhnen, dem
Unter=
richtsminiſter Gorakuki und Iſſa Boljetinaz ab. Die
Tri=
buna erklärt, Kemal Bey verbleibe einige Tage in Rom
und ſuche die Miniſter auf, um ſie über die Lage in
Alba=
nien zu unterrichten. Er erklärte, er werde wahrſcheinlie
auch nach London und anderen Hauptſtädten reiſen, um
die Regierungen über die gegenwärtige Lage Albaniens
zu unterrichten.
Kemal Bey erklärte dem Giornale d’Italia, ſeine
Freunde und die Regierung in Valona hätten ihm
ge=
ſchworen, keine übereilten oder revolutionären
Handlun=
gen vorzunehmen; die Albaneſen würden vielmehr die
friedliche Haltung, die von ihm angeraten und
gewünſ=
werde, weiterhin bewahren. Kemal Bey zollte der Politik
Italiens ſeine Anerkennung und fügte hinzu, er werde
Italien, die Botſchafter und den griechiſchen Geſandten
in Rom bitten, die Blockade von Valona einzuſtellen, da
ſie zwecklos ſei. In 20 Tagen werde Valona vollſtändig
ausgehungert ſein. Die Truppen Djavid Beys in Lüski
bei Scumbli ſeien in einem derartigen Zuſtande, daß ſie
gegen die Griechen nichts unternehmen könnten. Kemal
erklärte weiter, die Abtretung von Konitza, Kiliſſura,
To=
polani, Argyrokaſtro und Santiquaranta an Griechenland
würde eine Amputation Albaniens ſein. Er hoffe, daß
Europa derſelben Anſicht ſein werde. Zwiſchen Albanien
und der Türkei beſtänden friedliche Beziehungen. Die
Tür=
kei habe in Valona offiziell ihre Anerkennung der
Unab=
hängigkeit und des Flaggenrechts Albaniens mitgeteilt
Die Frage der Zugehörigkeit Skutaris befinde ſich, wie
er glaube, auf dem Wege der Löſung. König Nikolaus
ſpreche von Skutari als von einem chriſtlichen Bollwerk,
das dem Iſlam entgegengeſetzt werden müſſe. Wie könne
König Nikolaus daran denken, durch Waffengewalt die
mohammedaniſchen Albaneſen zu bekehren? Kemal ſchloß,
er werde in einigen Tagen nach London abreiſen.
Skutari.
* Wien 2. April. Nach einem Telegramm der
Reichspoſt aus Cetinje errangen die Belagerer
Skutaris große Erfolge. Fünf Forts des
Ta=
raboſch ſind bereits eingenommen. Der Fall der beiden
übrigen kann ſtündlich erfolgen. Auf dem großen und
kleinen Bardanjolt, ſowie bei Brdica rücken die
Monte=
negriner und Serben erfolgreich vor. Die Stadt
brennt an mehreren Stellen.
* Wien, 2. April. Das Bombardement von
Skutari iſt, wie von unterrichteter Seite verlautet, ſeit
geſtern nachmittag proviſoriſch eingeſtellt worden;
angeblich, weil die Belagerer ſerbiſche Verſtärkungen von
San Giovanni di Medua erwarten. Es heißt, das
Bom=
bardement werde morgen wieder aufgenommen werden.
Letzte Nachrichten.
* Paris, 2. April. Angeſichts der ablehnenden
Ant=
wort Montenegros hält man die
Flottende=
monſtration in diplomatiſchen Kreiſen jetzt für
un=
vermeidlich. Frankreich iſt bereit, ſich ihr anzuſchließen,
vorausgeſetzt, daß das verbündete Rußland ihm klar und
deutlich das Mandat erteilt, es zu vertreten. Die Antwort
aus Petersburg, die nicht zweifelhaft erſcheint, wird
un=
verzüglich erwartet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Brüſſel, 2. April. Das Appellgericht fällte im
Prozeß der Prinzeſſinnen Stephanie und
Luiſe gegen den Nachlaß des Königs Leopold das
Ur=
teil. Die Klage wurde abgewieſen und das Urteil der
erſten Inſtanz beſtätigt, ausgenommen des die
Nieder=
füllbacher Stiftung betreffenden Teiles des Urteils, da
dieſe als in Belgien nicht exiſtierend angeſehen wird.
* London, 2. April. Die Torpedoboote 114 und
118 ſind bei Uebungen in der Nähe von Margate
zu=
ſammengeſtoßen. Beide wurden ſchwer beſchädigt.
* Peking, 2. April. Die chineſiſche Regierung hat
be=
ſchloſſen, im Jangtſetal von Pukau nach Singang
an der Bahnlinie Peking-Hankau eine Bahn zu
bauen. Die Konzeſſion für dieſe Strecke war im Jahre
1898 einem britiſchen Syndikat verliehen worden. Die
Strecke wird 260 engliſche Meilen lang ſein. Die Koſten
werden auf 40 Millionen Mark geſchätzt. Die kürzlich
vollendete Bahn von Tſingtau nach Pukau weiſt ſehr
be=
friedigende Einnahmen auf, ſowohl aus dem
Paſſagier=
wie aus dem Frachtverkehr.
München, 2. April. Die 15jährige Tochter des
Schreinermeiſters Schwaier in Dachau, die auf dem
Wege von Föhring nach München verſchwand, wurde als
Leiche bei München geländet. Es iſt wahrſcheinlich, daß
das Mädchen einem Verbrechen zum Opfer gefallen iſt.
— Barmen, 2. April. Neun holländiſche
Vieh=
händler, die eine Wirtſchaft ausplünderten und
demo=
lierten, konnten erſt nach langem Kampfe von der Polizei
überwältigt und verhaftet werden.
— Roſtock, 2. April. Heute früh wurden die
Lei=
chen zweier Knaben, mit Steinen beſchwert, in der
Warnow aufgefunden. Es liegt anſcheinend ein
Doppel=
mord vor.
Loija (Spanien), 2. April. Eine aus 15 Perſonen
beſtehende Familie erkrankte nach dem Genuß von
tri=
chinenhaltigem Schweinefleiſch ſehr ſchwer;
ſieben Perſonen ſind bereits geſtorben.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet, das geſtern über Spanien lag,
iſt nach Mitteleuropa vorgedrungen und bringt uns heute
morgen Aufklärung. Die Temperaturen liegen etwas
tiefer als ſeither. Unter dem Einfluß eines Randwirbels,
der heute über der Oſtſee liegt, gingen geſtern in
Deutſch=
land ſtrichweiſe Regen nieder. Ueber Weſtengland
be=
ginnt der Druck wieder zu fallen. Wir werden morgen
noch vorwiegend unter dem Einfluß des Hochdruckgebietes
bleiben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 3. April.
Wechſelnd bewölkt, leichte Niederſchläge, kühl.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Bioson erfrischt die Nerven!
Ich trank Bioſon zur Stärkung meiner Nerven u. habe
einen glänzenden Erfolg damit erzielt. Für ſolche, die der
Nervenſtärkung bedürfen, gibt es wohl kein beſſeres Mittel
als Bioſon. Bernhard Daszkiewicz, Elberfeld,
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thringerſtr. 14. Unterſchrift beglaubigt: 12. Jan. 1913. Dr.
Geller, Königl. Notar. Bioſon nur echt in großen Paketen à
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Die drohende Erkältung
bleibk aus oder verläuft harmloſer, wenn bei Beginn der Verſchleimung
im Halſe rechtzeitig ein paar Wybert=Tabletten genommen werden. SO
Sie bringen die Heiſerkeit zum Schwinden und erhalken die Stimme
klar und friſch. Sie ſind ein ſo unentbehrliches Hausmiktel, daß
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jenigen, die ihre überraſchende Wirkung kennen, ſie im Hauſe nie
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Hoftor rechts.
„Darmſtädter Tagblatt”.
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger
Teil=
nahme bei ihrem ſchweren Verluſte ſagt
herzlichſten Dank
Familie Lang.
Darmſtadt, 1. April 1913.
(7833
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſchwer betroffenen Verluſte ſagen
wir auf dieſem Wege Allen unſeren
tiefge=
fühlten Dank.
(B7887
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johannette Geiger, geb. Neumeiſter.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute morgen um 5 Uhr verſchied nach
kurzem Leiden unſer innigſtgeliebter Vater und
Großvater
(*8932
Friedr. Korell
Weichenwärter i. P.
im kaum vollendeten 80. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Ferdinand Korell,
Familie Ludwig Korell,
Karl Korell,
„ Otto Cramer,
„ Peter Schnell,
„ Adam Baus.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, den 4. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Beſſunger
Fried=
hof aus, ſtatt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr
(Ab. D): „Der Bettelſtudent”.
Konzert der Kammerſängerin Lilly Hoffmann=Onégin
und Profeſſor Berber=Credner um 8 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme an unſerem
ſchweren Verluſte ſage ich im Namen aller
An=
gehörigen innigſten Dank.
(7908
B. Reinheimer,
Reg.=Baumeiſter.
Klein=Gerau, den 2. April 1913.
Monatsverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Rummelbräu um 8 Uhr. — Bürgerkeller
um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſammlung der Gläubiger des Spar= und
Kredit=
vereins Nieder=Modau um 8 Uhr bei Gaſtwirt Georg
Schneider II. zu Ober=Ramſtadt.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 4. April.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Martin
Jung=
hans (Sandſtraße 42) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Hermann
(Kranichſteinerſtraße 35) um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr
Karl=
ſtraße 53½.
Todes=Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es
gefallen, meine liebe, gute Frau, unſere
treu=
beſorgte Mutter, Großmutter, Schwiegermutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
(7884
Frau Margarete Klein
geb. Blumenschein
heute vormittag 8 Uhr nach längerem Leiden
zu ſich zu nehmen, was wir hiermit Verwandten,
Freunden und Bekannten tiefbetrübt mitteilen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lehrer Heinrich Klein.
Gräfenhauſen, am 2. April 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, den 4. April,
nachmittags 3 Uhr, ſtatt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Kochen nicht unerfahren. Off. u.
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Fauleil in kleinem Haushalt
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unt. V58 an die Expedition (*8838
e
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Hausverwalter, oder ſonſtig.
Ver=
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Haushalt tagsüber geſucht
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ſtraße 70, II.
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je 3 Stdn. geſucht
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allen vorkommenden Hausarbeiter
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mädchen auf ſof. geſ. Karolina Beck,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtraße 22, II.
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Beckſtraße 83, 1. Stock.
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oder gut angelerntes ſauberes
Mädchen, welches Luſt z. Koch. hat
Off. unt. V 73 an die Exp. (B7907 Schulentl. ehrl ſ. Nädeh. v. 8—3 U. z.
Hausarb. geſ. Hügelstr. 89.
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mittlerin, Kiesſtr. 35.
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kön., Alleinmädch., welche ſelbſtand.
koch. kön., Mädchen in Geſchäfts=
häuſer, Hotelzimmermädch. für ſof.,
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mittlerin, Eliſabethenſtraße 5,
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Bezugsangebot von Mk. 730 000.— neuen Aktien.
Die ordentliche Generalversammlung unserer Aktionäre vom 12. März 1913 hat beschlossen, das
Grundkapital von derzeit Mk. 3650000.− durch Zusammenlegung von je 5 auf je 2 Aktien auf
Mk. 1 460 000.— herabzusetzen und durch Ausgabe von 1540 neuen, vom 1. Januar 1913 ab
dividenden-
berechtigten Inhaber-Aktien à Mk. 1000.— um nom. Mk. 1 540 000.— auf Mk. 3 000 000.— unter Ausschluss des
gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre wieder zu erhöhen.
Die neuen Aktien sind von der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken A.-G., Elberfeld, mit der
Verpflichtung übernommen worden, hiervon einen Teilbetrag von Mk. 730000.— den alten Aktionären
zum Kurse von 103% zuzüglich 4% Stückzinsen vom 1. Januar 1913 derart zum Bezuge anzubieten, dass
auf nom. Mk. 5000 alte oder nom. Mk. 2000 in Gemässheit des obigen Beschlusses zusammengelegte Aktien
eine neue Aktie von Mk. 1000 bezogen werden kann. Wir fordern unsere Aktionäre auf, das
Bezugs-
recht unter folgenden Bedingungen auszuüben:
1. Auf je nom. Mk. 5000 alte oder nom. Mk. 2000 zusammengelegte alte Aktien kann eine neue
Aktie von nom. Mk. 1000 zum Betrage von Mk. 1030.— zuzüglich 4% Stückzinsen vom 1. Januar
1913 bis zum Zahlungstage bezogen werden. Das Bezugsrecht ist bei Vermeidung des Verlustes
auszuüben in der Zeit vom 7. bis 23. April d. J. einschliesslich
in Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie,
in Frankfurt a. M. bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie,
bei Herrn E. Ladenburg,
in Heilbronn bei den Herren Rümelin & Co.,
während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden.
2. Bei der Anmeldung sind diejenigen Aktien, auf welche das Bezugsrecht ausgeübt werden soll!
ohne Dividendenscheine, mit Anmeldeschein in doppelter Ausfertigung und arithmetisch geordnetem
Nummernverzeichnis zur Abstempelung einzureichen. Formulare sind bei den Anmeldestellen
erhältlich. Der eine dieser Anmeldescheine, von der Anmeldestelle unterzeichnet, dient dem
Einreicher als Quittung und Legitimation zum späteren Bezug der neuen Aktien.
Gleichzeitig sind für jede zu beziehende neue Aktie von nom. Mk. 1000.− 103%
— Mk. 1030.− sowie 4% Stückzinsen vom 1. Januar 1913 bis zum Zahlungstage und der
Schluss-
scheinstempel bar zu zahlen, worüber auf dem Anmeldeschein quittiert wird.
3. Die eingereichten alten Aktien werden nach der Abstempelung zurückgegeben.
4. Die Ausgabe der neuen Aktien findet bei derjenigen Stelle, bei der die Anmeldung erfolgt ist,
gegen Rückgabe des quittierten Anmeldescheins an einem noch besonders bekannt zu machenden
Zeitpunkt statt.
5. Die Anmeldestellen sind bereit, behufs Regulierung von nicht durch Mk. 5000.− bezw.
Mk. 2000.— teilbaren Aktienbeträgen den An- und Verkauf von Aktien oder Bezugsrechten
zu vermitteln.
Kelsterbach a. M., im April 1913.
Vereinigte Kunstseide-Fabriken Actiengesellschaft
Der Vorstand:
Dr. Pemsel.
Long.
(7879a
für Beamte, Kaufleute und Ge-
werbetreibende (Verſicherungs=Verein
Kramienhusse auf Gegenſeitigkeit) zu Darmstadt
General-Versammlung
am Sonntag, 20. April 1913, vormittags 10 Uhr,
im Mathildenhöhſaal, bei Mitglied Fuchs, Dieburgerſtr.
Tagesordnung: 1. Erſtattung des Jahresberichts. 2. Vorſtands
Ergänzungswahl. 3. Vorlage des neuen Statuts. 4. Verſchiedenes.
Zu zahlreichem Beſuch ladet freundlichſt ein
Der Vorstand:
J. A.: Carl Kaiser, Vorſitzender.
7848a)
12
Gebdäderkibbrach.
Das der Firma Gebr. Rothſchild gehörige alte Wohn= und Ge
ſchäftshaus, Marktplatz 1, ſoll behufs Errichtung eines Neubaues am
1. Juni d. Js. abgebrochen werden. Reflektanten zur Uebernahme
dieſer Abbrucharbeit können die erforderlichen Angebotsunterlagen
und Bedingungen auf dem Baubüro des unterzeichneten Architekten
einſehen und auch Abſchriften erhalten.
(7830ds
Darmſtadt, den 1. April 1913.
K. Kiee, Architekt
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(7275a
Kurſe vom 2. April 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Z.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 86,40
76,60
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99, 10
3½ do. Conſols . . . 86,50
76,70
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 98,00
91,50
do.
3½
91,30
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,40
85,00
do.
3½
76,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
97,75
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 97,50
85,00
do.
3½
do.
74,50
3
76,90
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 98,30
do. v. 1875 93,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
4 Griechen v. 1887 . . —
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 86,10
4 do. Goldrente . . . 90,40
do. einheitl. Rente . 83,30
3 Portug. unif. Serie I 63,10
3 do. unif. Ser. III 65,50
3 do. Spezial . . . . 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 99,30
v. 1890 .
do.
do. v. 1905 . . 87,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,10
4 do. v. 1902 . . . . 89,50
½ do. v. 1905 . . . . 99,50
3½ Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,70
4 Türk. Admin. v. 1903 77,25
4 Türk. uniſiz. v. 1903 86,80
4 Ungar. Goldrente . . . 85,70
4 do. Staatsrente. . . 82,75
Zf.
In Prot.
5 Argentinier . . . . . . 100,00
84,00
do.
4½ Chile Gold=Anleiße.
5 Chineſ. Staatsanleihe. 101,60
4½
93,00
do.
4½ Japaner .
. . . . . 91,60
5 Innere Mexikaner . . . 90,80
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 81,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,15
3 Buenos Aires Provinz 68,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 149,40
7 Nordd. Lloyd . . . . . 116,40
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 126,30
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 115,25
6 Baltimore und Ohio . 101,00
6 Schantungbahn . . . . 129,25
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 24,65
6 Pennſylvania R. R. . 118,30
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. 558,25
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 249,00
30 Farbwerke Höchſt . . 637,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 348,00
10 Cement Heidelberg . . 144,90
30 Chem. Werke Albert 457,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 344,40
5 Lahmeyer. . . . . . . 121,00
Lete
Juhrot.
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 144,90
12 Siemens & Halske .2135)
5 Bergmann Electr.
119,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,40
0 Gummi Peter . . . . 75,90
0 Kunſtſeide Frankfurt 64,00
30 Adler=Fahrradwerke
.566,00
Kleyer . . . ..
9 Maſchinenf. Badenia 168,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 150,20
15 Zellſtoff Waldhof . . 239,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 199,00
O Neue Boden=A. A.=Beſ. 83,00
3 Südd. Immobilien . 55,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede .
. . 178,50
14 Bochumer Bergb. 1
Gußſt. . . . .
.217,80
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 161,90
10 Gelſenkirchener . . . . 193,25
9 Harpener . . . . . . . 191½
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 83,80
6 Laurahütte . . . . . . 174,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
13
Weſteregeln 209,50
7½ South Weſt Africa 128,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 84,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,90
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 87,50
3 Prag=Duxer .
. . . 73,20
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 91,40
do.
75,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,90
do.
3t.
In Protz.
2‟ Oeſt. Sädb. (Lomb.) 53,10
3 Raab=Oedenburg
76,70
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,10
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,90
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,70
do.
Livorneſer . . . . . 68,50
3 Salonique=Monaſtir . 61,20
4 Baadudbahn .
. 80,10
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,10
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 70,00
4 Northern=Paciſic . . . 97,00
4 Southern=Paciſic . . . 92,50
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . . 81,30
5 Tehuantepec . . . . . . 96,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
.. . 151,80
9½ Berlin. Handelsgeſ. .169,90
6½ Darmſtädter Bank . 122,30
12½ Deutſche Bank . . . 248,10
6 Deutſche Vereinsbank 116,00
6½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,20
10 Diskonto=Kommandit 181,70
8½ Dresdener Bank . 150,20
10 Frankf. Hypoth.=B. 207,00
6½ Mitteld. Kreditbank 115,50
Nationalb. für Deutſchl. 115,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 133,80
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,25
5½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,20
7½ Wiener Bankverein . 135,40
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 97,70
Bt.
Znpran.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
86,00
S. 19 . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv
97,70
S.52 . ..
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,00
3½
86,50
o.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 98,70
3½
do.
86,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Banl
S. 12, 13, 16 .
98,.20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,30
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 86,20
S. 3—5 . . . . . . . . 86,00
S. 9—11 . . . . . . . 86,10
4 Meininger Hyp.=Bank 97,40
31
86,10
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,70
3½ do. (unk. 1914)
86,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 98,50
do.
3½
86,60
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . .
96,50
3½
do.
87,80
Frankfurt. . . . . . . 98,50
3½
do.
95,20
4 Gießen . . . . . . .
3½
do.
85,10
Heidelberg . . . . . . 95,00
3½ do.
Karlsruhe . . . . . . 95,50
3½
do.
88,00
4 Magdeburg. . . . . .
3½
do.
-
Mainz . . . . . . . . 96,00
3½ do.
88,40
4 Mannheim . . . . . . 96,00
3½
do.
86,00
4 München . . . . . . . 98,80
3½ Nauheim . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 95,50
3½
do.
87,00
4 Offenbach. .
In Proz.
Zf.
3½ Offenbach . . . . . . 88,20
4 Wiesbaden . . . . . . 97,00
do.
3½
4 Worms . . . . . . . . 97,00
3½
85,60
do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 175,10
31 Cöln=Mindner , 100 —
3 Holl. Komm. . fl. 160 106,50
3 Madrider . . Fs. 100 73,00
4 Meininger Pr.=Pfand=
. . . 135,50
briefe . . . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,40
3 Oldenburger . .
128,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,00
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
Freiburger . . . . Fs. 15 99,80
Mailänder . . . . Fs.45
do. . . . . Fs. 10 35,00
Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 563,00
do. v. 1858fl. 100 476,00
Ungar. Staats . . fl. 100 375,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,41
20 Franks=Stücke . . . . 16,21
Amerikaniſche Noten . . . 4,19%
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,15
Holländiſche Noten. . . . 168,70
Italieniſche Noten . . . . 79,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Dannerstag, 3. Aprel.
Vekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung über den Verkehr von Fuhrwerken und
Fahr=
zeugen im Kreiſe Darmſtadt tritt am 1. April d. Js. in Kraft.
Wir weiſen die Intereſſenten, Beſitzer von Fuhrwerken und Fahrzeugen, ſowie
vornehmlich die Führer ſolcher beſonders auf die neuen Beſtimmungen in den §§ 1. 2
und 3 hin. Ihre genaueſte Beachtung muß mit Rückſicht auf den ſtändig wachſenden
Ver=
kehr von Fuhrwerken und Fahrzeugen auf den Straßen im Intereſſe der
Verkehrsſicher=
heit verlangt werden.
Darmſtadt, den 25. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(7284dsi
Fey.
Polizei=Verordnung
über den Verkehr von Fuhrwerken und Fahrzeugen im Kreiſe Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 64 des Geſetzes. betreffend die innere Verwaltung und
die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen vom 12. Juni 1874 in der Faſſung der
Bekanntmachung vom 8. Juli 1911, ſowie des § 366, Ziffer 10 des
Reichsſtrafgeſetz=
buches, wird unter Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes und mit Genehmigung Großh.
Miniſteriums des Innern vom 17. März 1913 zu Nr. M. d. J. 4674 für den Kreis
Darmſtadt Folgendes verordnet:
§ 1.
Alle auf öffentlichen Straßen verkehrende Fuhrwerke und Fahrzeuge haben,
ſo=
fern die Beſchaffenheit der Straßen es geſtattet, die rechte Seite der Fahrbahn
einzu=
halten.
Die Vorſchriften über das Ausweichen werden hierdurch nicht berührt.
Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer Wendung, nach
links in weitem Bogen zu fahren.
Fahrzeuge im Sinne dieſer Polizei=Verordnung ſind insbeſondere auch alle
Kraft=
fahrzeuge und alle Fahrräder, ſofern dieſe die Fahrbahn benutzen.
§ 2.
Der Führer eines Fuhrwerks oder Fahrzeugs hat ſeinen Sitz auf dem Fuhrwerk
oder Fahrzeug ſo zu wählen, daß er die Fahrbahn auch ſeitlich des Fuhrwerks oder
Fahrzeugs ſtets gut überſehen kann.
§ 3.
Während der Dunkelheit, ſowie bei ſtarkem Nebel müſſen alle auf öffentlichen
Straßen oder Plätzen befindlichen Fuhrwerke mit hellbrennenden Laternen verſehen ſein.
Der Gebrauch von Laternen mit farbigen Scheiben iſt unterſagt. Fuhrwerke, welche
nach ihrer Bauart vorzugsweiſe der Perſonenbeförderung dienen, miſſen auf der
Vor=
berſeite oben rechts und kinls mit Laternen verſehen ſein, die ſo eingerichtet und
an=
gebracht ſind daß ihr Lichtſchein von Entgegenkommenden und Ueberholenden deutlich
wahrgenommen werden kann. Ausnahmsweiſe kann bei Perſonenfuhrwerken von dem
Kreisrat eine von vorerwähnter Beleuchtungsart abweichende Beleuchtung für
aus=
reichend erachtet und zugelaſſen werden.
Bei Fuhrwerken anderer Art genügt in der Regel die Anbringung einer Laterne.
Dieſe iſt an der oberen linken Seite des Fuhrwerks zu befeſtigen und nur, wenn die Art
der Ladung (Feuergefährlichkeit uſw.) die Befeſtigung am Wagen ſelbſt ausſchließt, an
der linken Seite des Zugtieres (bei 2 Zugtieren des linken Zugtieres) anzubringen.
Außer dieſer einen Laterne iſt aber in folgenden Fällen noch eine zweite zu führen:
a) wenn der Lichtſchein der einen Laterne von rückwärts nicht deutlich
wahr=
genommen werden kann:
b) wenn die Ladung von Fuhrwerken ſeitlich oder nach hinten in gefahrbringender
Weiſe hervorſteht (z. B. Langholzfuhrwerke, Möbelwagen uſtw.) und zwar an
dem hervorſtehenden Teil der Ladung.
§ 4.
Fuhrwerke müſſen im Schrittmaß fahren auf allen Strecken, für welche das
Schrittfahren durch Lokalpolizei=Verordnung und durch öffentlichen Anſchlag
angeord=
met iſt.
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften dieſer Polizei=Verordnung werden
mit Geldſtrafe bis zu 6) Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 6.
Dieſe Polizei=Verordnung tritt am 1. April 1913 in Kraft. In Kraft bleibt neben
den vorſtehenden Beſtimmungen die Polizei=Verordnung, betreffend den Verkehr von
Fuhrwerken in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt, vom 20. Februar 1904
Mit Wirkung vom 1 April 1913 treten außer Kraft,
1. die Lokalpolizei=Verordnung, betreffend Vorkehrungen gegen Beſchädigung
durch Fuhrwerke zur Nachtzeit, vom 5. Februar 1875;
2. die Polizei=Verordnung vom 19. Juni 1890, betreffend Sicherung des Verkehrs
auf der Landſtraße;
3. die Polizei=Verordnung vom 12. Juni 1893, betreffend die Verwendung rot
und grün leuchtender Laternen an Straßenführwerlen.
Dacmſtadt, den 25. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Polizeiverordnung
über den Schutz der Hecken und des Buſchwerks,
Auf Grund der Artikel 64 und 48, III Ziffer 1 der Kreis= und
Provinzial=
ordnung vom 12. Juni 1874 in der Faſſung der Bekanntmachung vom 8. Juli 1911
wird mit Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Zumern vom 18. Märg 1918 zu Nr. M. d. Z. 20 für den Kreis
Darmſtadt verordnet.
§ 1. Das Abbrennen von Hecken und Buſchwerk iſt verboten.
§ 2. Das Beſchneiden von Hecken und Buſchwerk in der Zeit vom 1. März bis
1. Oktober eines jeden Jahres iſt verboten.
§ 3. Außerhalb der in § 2 angegebenen Zeit dürfen Hecken und Buſchwerk nur
mittels der von der Ortspolizeibehörde zum ordnungsmäßigen Gebrauch beſtimmten
Werkzeuge (Heckenſchere uſw.) geſchnitten werden.
§ 4. Hecken und Buſchwerk, deren Zweige auf öffentliche Fahr= und Fußwege
hinausragen, ſind von den Beſitzern zurückzubinden oder während der nach §2
erlaubten Zeit zurückzuſchneiden.
§ 5. Zuwiderhandlungen werden, inſoweit nicht nach geſetzlichen Vorſchriften
eine höhere Strafe verwirkt iſt, auf Grund des Art. 64 der Kreis= u.
Provinzialord=
nung mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 6. Die vorſtehenden Beſtimmungen treten mit dem Tage ihrer Verkündigung
im Amtsverkündigungsblatt in Kraft.
Mit dem gleichen Tage treten die Beſtimmungen der Polizeiverordnung vom
14. Februar 1905, betreffend das Beſchneiden der Hecken, außer Wirkung.
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Polizeiverordnung wiederholt ortsüblich
zu veröfentlichen und das Polizeiperſonal mit entſprechender Weiſung zu verſehen.
Nach § 1 dürfen Hecken und Buſchwerk mit Rückſicht auf den Vogelſchutz
fernerhin nicht mehr abgebrannt werden.
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(7834
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Polizei=Verordnung
über das Abbrennen von Grasflächen und Rainen.
Auf Grund des Art. 64 der Kreis= und Provinzialordnung vom 12. Juni 1874
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 8. Jult 1911, des Art. 40 des
Forſtſtraf=
geſetzes und des Art. 43 des Feldſtrafgeſetzes wird mit Zuſtimmung des
Kreisaus=
ſchuſfes und mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom
27. März 1913 zu Nr. M. d. J. III. 3670 für den Kreis Darmſtadt verordnet:
§ 1. Das Abbrennen von Grasflächen und Rainen iſt in der Zeit vom 1. März
bis 1. Oktober eines jeden Jahres verboten.
§ 2. Außerhalb der in § 1 angegebenen Zeit iſt das Abbrennen nur mit
ſchrift=
licher Erlaubnis der Ortspolizeibehörde zuläſſig,
§ 3. Perſonen unter 16 Jahren darf die in § 2 erwähnte Erlaubnis nicht erteilt
werden.
4. Grasflächen und Raine, die weniger als 1000 Meter von Waldungen
entfernt ſind, dürfen nur in Gegenwart von wenigſtens zwei Perſonen über 16 Jahren
abgebrannt werden.
§ 5. Während des Abbrennens darf das Feuer nicht verlaſſen werden.
Es ſind Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die ein Uebertreten des Feuers auf
fremden Beſitz verhindern.
§ 6. Zuwiderhandlungen werden, inſoweit nicht nach geſetzlichen Vorſchriften
eine höhere Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. beſtraft.
§ 7.
Die vorſtehenden Beſtimmungen treten mit dem Tag ihrer Verkündigung
im Amtsverkündigungsblatt in Kraft.,
Mit dem gleichen Tage iſt die Polizeiverordnung, betreffend das Abbrennen
von Grasflächen, Rainen und Hecken, vom 20. April 1911 aufgehoben.
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Polizeiverordnung wiederholt ortsüblich
bekannt zu machen und das Polizeiperſonal mit entſprechender Weiſung zu verſehen.
Ohne Ihre ſchriftliche Erlaubnis dürfen Grasflächen und Raine nicht mehr
abgebrannt werden (ſ. § 2 der Polizeiverordnung).
(7835
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Wixhauſen bis Gräfenhauſen iſt behufs Einwalzens der
Fahrbahn von Montag, den 7. April d. Js. ab auf ca. 2 Wochen für Fuhrwerke,
Automobile, Motorräder und dergl. geſperrt.
Die Großh. Bürgermeiſtereien Wixhauſen und Gräfenhauſen wollen
Vorſtehen=
des in ortsüblicher Weiſe bekanntgeben.
(7871ds
Darmſtadt, den 29. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Foxterrier. 1 Dachshund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümernbei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (7875
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalarbeiten wird
die Rückertſtraße zwiſchen der Martin= und Hochſtraße vom 3. bis
(7874
zum 5. April Ifd. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt.
Wegen Vornahme von Kanalarbeiten wird die verlängerte
Heidenreichſtraße zwiſchen der Soderſtraße und dem Weg nach dem
Botaniſchen Garten vom 3. bis zum 15. April lfd. Js. für den Fuhr=
(7903
werksverkehr geſperrt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Vorkehrungen gegen Beſchädigungen der Straßenpaſſanten
bei der Vornahme von Dachdecker=Arbeiten.
Wir haben wiederholt die Wahnehmung gemacht, daß
Dach=
decker bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem ſie an beiden
Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen
(quer ausgelegte Latten) aufgeſtellt haben, ohne weiteres Ziegel= und
Schieferſtücke auf die Straße herunterwerfen, die nicht ſelten
außer=
halb des Abſperrungsgebietes niederfallen. Mit Rückſicht auf die
hierdurch hervorgerufene erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden
ſehen wir uns veränlaßt, die betreffenden Handwerker darauf
auf=
merkſam zu machen, daß ſie bei Vornahme von Dach= und Haus=
Reparaturen verpflichtet ſind, nicht nur gemäß Art. 295 Pol.=
Straf=Geſ. Warnungszeichen aufzuſtellen, ſondern mit Rückſicht
auf § 386 Ziff. 8 R.=St.=G.=B. und Art. 292 Pol.=Straf=Geſ. alle
Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen von Ziegel= und
Schieferſtücken zu verhindern. Insbeſondere ſind während der
fraglichen Arbeiten an der unteren Dachkante Brettvorlagen
anzubringen; unter keinen Umſtänden dürfen, auch wenn
War=
nungszeichen ausgeſtellt ſind, Ziegel= oder Schieferſtücke
abſicht=
lich auf die Straße geworfen werden.
Solche Gegenſtände ſind vielmehr in Körben oder dergleichen
zu ſam=— und berunter zu tragen
e heden die Beſtaſung auf Gund der ge
nannten Geſetzſtellen zur Folge.
Da es immerhin vorkommen kann daß trotz aller
Vorſichts=
maßregeln Ziegel= und Schieferſtücke auf die Straße fallen, ſo
er=
ſuchen wir das Publikum, die Warnungszeichen gehörig zu
be=
achten.
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, die Beachtung obiger
Vorſchriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu
erheben. Paſſanten, welche durch herabfallende Gegenſtände verletzt
oder gefährdet werden ſollten, wollen auf dem zuſtändigen
Polizei=
revier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt ſofort
feſtgeſtelt werden kann.
(7873ds
Darmſtadt den 1. April 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verſteigerung von feſten Plätzen auf
dem Darmſtädter Wochenmarkt.
Die am 26. und 28. März ds. Js. abgehaltene Verſteigerung
von feſten Plätzen auf dem hieſigen Wochenmarkt iſt genehmigt.
Die Ausweiskarten können vom Donnerstag, den 3. April
ab, gegen Zahlung des Platzgeldes für das erſte Vierteljahr
(1. April bis Ende Junh bei der Stadtkaſſe Darmſtadt (
Grafen=
ſtraße 2) vormitags von 8 bis 12½ Uhr in Empfang genommen
werden.
Das Platzgeld für das erſte Vierteljahr muß ſpäteſtens bis
zum 10. April bezahlt ſein.
(7632id
Darmſtadt, den 29. März 1913.
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Mittwoch, den 9. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
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hinzu. Um Gottes willen! Nun beugte er ſich ſchon über
ſie, während ſeines Herzens Schläge einem hämmernden,
dröhnenden Pochen glichen, ein flirrendes rotes Licht vor
ſeinen Augen war und in ſeiner Kehle etwas Heißes,
Würgendes hochquoll, das ihn zu erſticken drohte. Es war
wie ein heiſeres Stöhnen, als er abermals ihren Namen
nannte. In verzehrender Angſt hingen ſeine Blicke an
ihrem ſchlohweißen, wie aus Marmor gemeißelten Geſicht
und ruhten auf ihren geſchloſſenen Augen. . . Keine
Be=
wegung, kein Atem. . . Dicht über ihrer Bruſt zuerſt und
dann feſt auf ſie gepreßt lauſchte ſein Ohr: Gott ſei Dank!
Das Herz tat noch ſeine Arbeit.
Was geſchehen, was ihr widerfahren ſein mochte,
er=
wog er nicht. Mit einer harten, entſchloſſenen Bewegung
ſtraffte er ſeinen Körper, ſchlang ſeine ſehnigen Arme um
ihre Geſtalt und hob ſie auf. Langſam, mit den Füßen
taſtend, keuchenden Atems, ſtieg er die Treppe hinan.
Ein wunderſames Hinanſteigen das. Trotz aller
Angſt etwas ungemein Beglückendes, Seliges in ſeinem
Gefühl auslöſend. Trotz des beſorgten Wunſches, ſie erſt
auf einem Lager betten zu können, das leiſe, faſt nicht zum
Bewußtſein kommende Verlangen, ſie noch lange, lange
ſo feſt umſchlungen halten und tragen zu dürfen. Neben
dem Gedanken: Du trägſt Deine Schweſter, das
Glücks=
ſchreien ſeiner Seele: Nein, ſie iſt nicht deinem Leibe
an=
verwandt, ſie iſt dir etwas Fremdes, etwas Fernes —
et=
was, das dir nicht gehört und doch ein Stück deines Seins
ſcheint. Wie in einem wüſten, ſüßen Taumel trug
Hen=
ning Bruns Signe Frank die Stufen hinan, wie in einer
Betäubung. Er fühlte ein Glück in ſich, wie er es noch
nie empfunden, und er lebte in einer Angſt, die
ihresglei=
chen nicht kannte.
So wild und ſo erſchütternd dieſe Angſt auch war,
vermochte ſie doch nicht, ihn ſeiner Ueberlegung zu
be=
rauben. Der im Anfang beabſichtigte Ruf nach ſeiner
Mutter unterblieb. So durfte ſie Signe nicht ſehen. Es
gelang ihm, die Bewußtloſe unbemerkt in ihr Zimmer zu
tragen, wo er ſie auf das Bett legte. Dann ſtürmte er
nach dem Wohnzimmer hinüber. Frau Barbara erhob
ſich ſofort, als er eintrat. Ein heißes Erſchrecken ſpiegelte
ſich in ihrem Geſicht, taſtend griff ſie nach einem Halt.
Was iſt geſchehen, Henning? ſtieß ſie zitternd hervor.
Etwas Unerklärliches, Mutter.
Signe? unterbrach ſie, einem Ahnen folgend.
Ja, ja. . . Aber beruhige Dich. . . Es iſt nicht das
Schlimmſte. Ich fand ſie ohnmächtig unten an der Treppe.
Es muß ihr etwas zugeſtoßen ſein. Ich weiß nicht.
Komm, ich trug ſie ſchon nach ihrem Zimmer.
Frau Barbara flog voraus. Hole den Arzt! rief ſie
zurück. Und als Henning ihrer Aufforderung ſofort
nach=
kam und ſich der Treppe zuwandte, hatte ſie Signes
Zim=
mer ſchon erreicht.
Mit zitternden Knien ſtand ſie vor dem Bett, begann
ofort die Ohnmächtige zu entkleiden und rief dabei
wie=
derholt leiſe, aber doch dringlich ihren Namen.
Ein Erſchauern ſchien jetzt über Signes Körper zu
rinnen, das ſie dem Bewußtſein wiedergab. Ueber die
leiſe geöffneten Lippen rang ſich ein ſtöhnender Laut, und
die Augenlider gingen langſam in die Höhe. Starr, wie
abweſend noch, war der Blick. Dann kam langſam der
Ausdruck zurück. Ihre Augen fanden das über ſie
ge=
beugte angſtdurchfurchte Geſicht, erkannten es — und
ſchloſſen ſich wieder. Und abermals kam das Stöhnen,
das Zittern und Zucken.
Signe, mein geliebtes Kind=
Das war ſo ein warmer, inniger Herzenslaut, von
unſagbarer Angſt und Liebe geboren, daß er Signe wie
ein helles, klärendes Licht durch die Seele glitt. Das
grauſe Dunkel einer entſetzlichen Spanne Zeit von wenigen
Minuten ſank in ſich zuſammen und ſchien zu einem
er=
träumten Erlebnis zu werden. Nein, nein! Es war nicht!
Es war, wie es war. Und unter einem unſagbar innigen,
warmen, vertrauenden Kindeslächeln ſagte Signe: Ich
weiß es ja gewiß, daß Du meine Mutter, meine wirkliche
Mutter biſt.
Ein wahnſinniges Erſchrecken fuhr durch Frau
Bar=
baras Herz.
So wahnſinnig, ſo wild, ſo über alle Maßen
erſchüt=
ternd, daß es ſich ihrem Geſicht aufprägte, was in ihrem
Innern vorging.
Ganz deutlich ſah Signe die Veränderung. Mit
einem Schrei fuhr ſie hoch. Mit einem Schrei, der gellen=
O
barm=
den Nachklang gab. Oder iſt es anders?
herziger Gott, iſt es wirklich anders? . . . Mut . . . Mut . .
Mut . . . ter?
Dreimal ſagte ſie das Wort nur als einen
ſtammeln=
den Laut, ehe es voll über ihre Lippen kam. . Und da
war es noch wie ein ſtöhnendes Klagen, wie ein nicht mehr
Gewagtes. Und als Frau Barbara nichts zu erwidern
vermochte, ſondern wie ein Steinbild ſtand, nur das
Den=
ken erfaſſend: Was ſoll nun werden! O Gott, was ſoll
nun werden? und Signe es von Sekunde zu Sekunde
ge=
wiſſer ward: Es iſt doch anders! ſchrie ſie endlich wieder
auf. Das war wie ein Wimmern, wie ein Sterbelaut.
Wie etwas, das die Seele deſſen, der es vernimmt, heiß
weinen läßt.
(Fortſetzung folgt.?
Kongreſſe und Verbandstage.
— Der Deutſche Werkmeiſter=Verband
Sitz Düſſeldorf, hielt während der Oſterfeiertage ſeinen
Delegiertentag in den Räumen des Lehrerheims in Berlin
ab. Der Verband, der Ende 1912 60000 Mitglieder zählte,
blickt im nächſten Jahre auf eine 30jährige Tätigkeit
zu=
rück, in der er Muſtergültiges durch ſeine Selbſthilfe=
Ein=
richtungen geſchaffen hat. Trotz der Angeſtelltenverſicherung
zeigt die Mitgliederaufnahme keinerlei Rückgang. 1912
traten 5300 Mitglieder bei. Seit Beſtehen des Verbandes
fand in keinem Geſchäftsjahre eine gleichſtarke Aufnahme
ſtatt. Die Stellenloſen=Unterſtützung, die Anfangs 1 Mk.
betrug, wurde auf 1,50 Mk. erhöht, in Ausnahmefällen
aauf 3 Mark. Eine weitere Erhöhung der Stellenloſen=
Unterſtützung iſt anzunehmen. Außerdem plant der
Werk=
meiſterverband die Uebernahme der Beiträge in der
An=
geſtellten=Verſicherung der verſicherten Mitglieder, die
durch Stellenloſigkeit an der Fortzahlung der Beiträge
gehindert werden. Bei den Vertrauensmännerwahlen zu
der Angeſtellten=Verſicherung hat der Verband mit am
beſten abgeſchnitten. Er ſtellt 440 Vertrauensmänner und
680 Erſatzmänner. Beſonders ausgebaut iſt die
Rechts=
ſchutzabteilung des Verbandes, bei der unter Umſtänden
von jeder Wartezeit abgeſehen wird. Sie ſteht den
Mit=
gliedern nicht nur bei Klagen aus dem Dienſtvertrag zur
Verfügung, ſondern auch dann, wenn durch Klagen irgend
welcher Art die Gefährdung der wirtſchaftlichen Exiſtenz
zu befürchten iſt. Im verfloſſenen Jahre hat der Verband
mehrere Klagen durchgeführt, für die Tauſende von Mark
an Gerichts= und Anwaltskoſten aufzuwenden waren.
Im Jahre 1912 zahlte der Verband 835000 Mark an
Sterbegeldern und 819000 Mark für Mitglieder,
Invali=
den und deren Hinterbliebene, für Brandſchäden 34000
Mark. Insgeſamt betrugen die Leiſtungen des Verbandes
für 1912 1682000 Mark an Sterbegeldern und
Unter=
ſtützungen. Seit der Gründung im Jahre 1884 wurden
18 Millionen Mark für dieſe Zwecke ausgegeben. Zur
Sicherſtellung der künftigen Anſprüche der Mitglieder dient
das Vermögen des Verbandes in Höhe von 16 Millionen
Mark. Außerordentliche Inanſpruchnahme erfuhr die
Sparkaſſe des Deutſchen Werkmeiſterverbandes, die ſelbſt
1912 in ſtarkem Umfange von den Mitgliedern und
Freun=
den des Verbandes in Anſpruch genommen wurde. Zur
Zeit verfügt ſie über einen Einlagebeſtand von 8 653000
Mark. Umfangreich iſt die vom Verband im Intereſſe der
Mitglieder geleiſtete Standesarbeit. Zahlreiche Eingaben
zum Angeſtellten=Verſicherungsgeſetz, Koalitionsrecht,
Kon=
kurrenzklauſel, Reichsverſicherungsordnung uſw. zeigen,
daß der Verband ſiets beſtrebt war, die Rechte der
Mit=
glieder ſicher zu ſtellen und die Anſtellungsverhältniſſe zu
beſſern. Zurzeit ſetzt er ſeine ganze Kraft ein, um eine
Beſeitigung der Konkurrenzklauſel herbeizuführen, unter
welcher die techniſchen Angeſtellten am meiſten zu leiden
haben, da viele durch die erſchwerte Konkurrenzklauſel in
ihrem Fortkommen und ihren Einkommensverbältniſſen
gehindert werden.
Sport, Spiel und Turnen.
* Radſport. Frühjahrsgautag des Gau IX
D. R.=B. Sonntag, den 6. April, findet in Fulda der
Frühjahrsgautag des Gau IX des Deutſchen Radfahrer=
Bundes ſtatt. Die Delegiertenſitzung beginnt vormittags
10 Uhr im Städtiſchen Saalbau. Die Tagesordnung
um=
faßt: Bericht des Vorſtandes, Bericht des Zahlmeiſters
und Genehmigung des aufgeſtellten Haushaltungsplanes
pro 1913, Wahl eines Beiſitzers, Wahl der Delegierten
zum 30. Bundestag in Breslau und Beratung der
geſtell=
ten Anträge. Nachmittags 5 Uhr veranſtaltet der
Rad=
ſportklub Fulda im Saalbau ein großes Gala=Saalfeſt
mit Wettbewerb in Kunſt=, Schmuck= und Schulreigen
Radball= und Radpoloſpiel. Aus Anlaß des Gautages
findet vormittags das 100=Kilometer=Rennen Frankfurt
a. M.—Fulda ſtatt.
Handel und Verkehr.
— Gebrauchsmuſter=Erteilungen (
mit=
geteilt von Dipl.=Ing. Klemens Herszberg & Co., Patent=
und Ingenieur=Bureau, Darmſtadt): 33 b. 545 553.
Hand=
täſchchen mit Einrichtung zur Anbringung eines
Armband=
uhrhalters mit Uhr. M Bunzenhäuſer & Co., Offenbach.
28. 2. 13. G. 32 726. 33b 545 574. Zweiteiliger Behälter für
flüſſige und feſte Toilettemittel. Fa. Guſtav Mößmer,
Offenbach a. M. 20. 1. 13. M. 44 912. 54 g. 545 583.
Re=
klameſchild mit auswechſelbaren Schriftzeichen. Joſeph
Weißenrieder, Darmſtadt, Schwanenſtraße 37. 10. 2. 13.
W. 39142. 57c. 545 549. Elektriſche
Wärmevorricht=
ung, insbeſondere für photographiſche Zwecke u. dergl.
Weintraud u. Co., G. m. b. H., Offenbach a. M. 27. 2. 13
81c. 545 288. Verpackung zum getrennten Verſand von
pulverförmigem oder körnigem Material und zum
direk=
ten Miſchen beim Gebrauch. Geka=Werke, Offenbach, Dr.
Gottlieb Krebs, G. m. b. H., Offenbach a. M. 22. 2. 13.
G. 32 662. 81c. 545 653. Militär=Putz= oder Wäſcheſack
mit Kettenverſchluß. Petri u. Stark, G. m. b. H.,
Offen=
bach a. M. 13. 2. 13. P. 23094. 87b. 545 657.
Sicher=
heits=Mundſtück einer Zange. Kunigunde Barbara
Dit=
ter, geb. Ehehalt, Offenbach a. M., Gr. Marktſtraße 42.
15. 2. 13. D. 24 404. —
Patent=Erteilungen.
12g. 258 936. Verfahren zur Darſtellung des O=
Thymo=
tinſäureacetoleſters. Adolf Diefenbach, Bensheim an der
Bergſtr., und Dr. Richard Zahn, Baſel; Vertr.: Adolf
Diefenbach, Bensheim a. d. B. 29. 8. 12. D. 27 484.
49b. 259008. Selbſttätige Schaltvorrichtung für die
Stahlhalter von Hobelmaſchinen; Zuſ. z. Pat. 257700.
Collet u. Engelhard, G. m. b. H., Offenbach a. M. 28. 3. 12.
C. 22 135. 59c. 259013. Hydrauliſcher Widder mit vom
Ablaufwaſſer getriebener Steuerung des Stoßventils.
Anton Ritter, Darmſtadt, Schießhausſtraße 33. 28. 2. 11.
R. 32 652. — Patent=Anmeldungen. 39 b. R. 34815.
Verfahren zur Herſtellung eines Produktes mit den
Eigen=
ſchaften des vulkaniſierten Kautſchuks. Dr. Otto Röhm,
Darmſtadt, Weiterſtädterſtraße 4—6. 30. 1. 12.
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Jahren beſtehende, in der Induſtrie rühmlichſt bekannte
Dampfkeſſelfabrik von G. Rochow hier iſt unter der Firma
G. Rochow, G. m. b. H., in eine Geſellſchaft umgewandelt
worden.
H. Frankfurt a. M., 1. April. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war reichliches Angebot in
Landweizen und Landroggen vorhanden; dabei ſtellte ſich
auch größere Kaufluſt ein, ſo daß ſich der Verkehr lebhaft
geſtalten konnte. Landweizen beſſerer Qualität wurde
bevorzugt, doch drückten die minderen Sorten, die noch
ſtark offeriert wurden, weſentlich auf den Markt.
Land=
roggen blieb gut behauptet. Gerſte lag flauer; ebenſo iſt
Hafer ſchwach bei ſtarkem Angebot. Mais, Futtermehl
und Mehl notieren faſt unverändert bei kleinem Abſatz.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt feſt bei
kaum veränderten Preiſen. An der Berliner
Pro=
duktenbörſe war Weizen nur wenig verändert, da
jede Anregung von auswärts fehlte. Das mildere
Wet=
ter und das reichliche Inlandsangebot hielten die
Kauf=
luſt zurück, aber auch die Abgeber waren nicht
verkaufs=
luſtig. Die ausländiſchen, insbeſondere ruſſiſchen
Offer=
ten, waren nachgiebiger. Hafer ruhig, Lokoware bleibt
reichlich, bei jedoch geringer Nachfrage. Nach den letzten
Kabelmeldungen von den amerikaniſchen
Ge=
treidemärkten (New=York und Chicago) war
Wei=
zen anfangs in beſſerer Frage auf die Käufe der Firma
Armour, dann etwas abgeſchwächt auf den
baiſſelauten=
den Wochenausweis der Weltverſchiffungen, aber
ſchließ=
lich wieder feſter auf die ſtärkere Nachfrage an den
Loko=
märkten; Mais ebenfalls anziehend, da die geringen
Zu=
fuhren im Innern der Vereinigten Staaten den Markt
beeinflußten.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſ. und Wetterauer, 20,75—20,85 M.,
Norddeut=
ſcher 20,75—20,90 M., Kurheſſiſcher 20,75—20,95 M.,
Ruſ=
ſiſcher 23,50—25 M., Kanſas 24—24,25 M., Rumäniſcher
23,50—25 M., Redwinter 24—24,25 M., Manitoba 23 bis
24,25 M., Laplata 23,75—24,25 M., Walla=Walla 24,50 bis
25 M., Roggen, hieſ., 17,75 M., Bayeriſcher (Pfälzer)
17,75—17,80 M Gerſte (Pfälzer) 18,25—18,50 M., hieſige
18—18,25 M., Fränkiſche 18,40—18,60 M., Riedgerſte 18,10
bis 18,35 M., Hafer, hieſ., 17,50—18,50 M., Bayeriſcher
17,50—18,50 M., Ruſſiſcher 18,50—19,50 M.,
Amerikani=
ſcher 17,25—18,25 M., Rumäniſcher 18,50—19,50 M., Mais
mixed 15,10—15,25 M., Ruſſiſcher 15,25—15,75 M.,
Donau=
mais 15,25—15,50 M., Rumäniſcher 15,25—15,75 M.,
La=
plata 15—15,25 M., Weißer Mais 15,25—15,60 M
Wei=
zenſchalen 11—11,15 M., Weizenkleie 10,60—10,80 M.,
Roggenkleie 11,25—11,50 M., Futtermehl 16—16,50 M.,
Biertreber, getrocknet, 14,25—14,50 M., Futtergerſte 16,35
bis 16,60 M., Weizenmehl hieſ. (Baſis ab Mannheim),
Nr. 0 30,75—31 M., feinere Marken 31,25—31,75 M.,
Nr. 1 30—30,25 M., feinere Marken 30,50—30,75 M.,
Nr. 2 28,75—29 M., feinere Marken 29,25—29,50 M.,
Nr. 3 27—27,25 M., feinere Marken 27,50—27,75 M.,
Nr. 4 24—24,25 M., feinere Marken 24,50—24,75 M.,
Roggenmehl, hieſ., Nr. 0 27—27,25 M., Nr. 1 24,75—25 M.,
Nr. 2 22—22,25 M.
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Der Zweck dieser Veranstaltung ist, unseren werten Kunden Gelegenheit zu geben,
Kleider- und Blusenstoffe
unter den sonstigen regulären Verkaufspreisen einkaufen zu können. Auf besonders zu diesem Zweck unternommenen Einkaufsreisen
hatten wir Gelegenheit, grosse Extra-Posten weit unter sonstigen Preisen zu erstehen. Sowohl diese Gelegenheitsposten, als auch
sämt-
liche Kleiderstoffe unserer grossen Läger kommen zu billigeren Preisen zum Verkauf. Da wir wie immer im Einkauf errungene Vorteile
unserer werten Kundschaft zugute kommen lassen, so dürfte eine Besichtigung der Schaufenster, sowie der im Lokal ausgelegten
Gelegen-
heitsposten von grossem Interesse sein, umsomehr, als es sich, worauf wir besonders hinweisen, nur um fehlerfreie moderne Waren handelt.
Beginn heute Donnerstag, den 3. April.
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Blusenstoffe mit und ohne Bordüren.
Kleiderstoffe, doppeltbreit, reine Wolle, in neuer Mustern,
Cheviots, 110 cm breit, reine Wolle.
Kostümstoffe, 130 cm breit, in englischem Geschmack.
Kinder-Kleiderstoffe, reine Wolle, doppeltbreit.
Crépon, letzte Neuheiten, neue Farben.
Alpacca, 110 cm breit, in schwarz und blau, weit unter Preis.
Hierunter befinden sich qualitäten, die regulären Ver-
kaufswert bis 1.80 Mk. repräsentieren.
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Blusenstoffe, „reine Wolle‟, letzte Neuheiten.
Kostümstoffe, 130 cm breit, in prachtvollen Sortimenten.
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ca. 110 cm breit .
Kleiderstoffe, 110 cm breit, reine Wolle, neueste Ausmusterung.
Kostüm-Frotté, letzte Neuheit, 110 cm breit, einfarb. u. gestreift.
Satintuche, schwarz und farbig, reine Wolle.
Regulärer Verkaufswert teilweise das Doppelte.
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130 cm breite Kostümstoffe, in schwarz und marine.
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Hierbei befinden sich Qualitäten, im regulären Ver-
kaufswert bis Mk. 4.80.
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Inze
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Markt 7
Guggenheim & Märx
Markt 7.
M 7.
Restaurant
u
melbrà
4
Heute Donnerstag Künstler-Konzert! (*30
Mozart-Verein.
Montag, 7. April 1913, abends 8 Uhr
im Saalbau.
Mitwirkende: Frau Anna Erler-Schnaudt,
Kammer-
sängerin aus München, Herr Frz. Müller, Konzertsänger von hier
und die Großh. Hofkapelle.
Leitung: Herr Großh. Kapellmeister Fr. Rehbock,
Vortragsordnung:
1) 3 Stücke aus „Die Ruinen von Athen‟ für Chor und
Orchester von L. v. Beethoven. 2) „An die Hoffnung‟ für
eine Altstimme mit Orchester von L. v. Beethoven. 3) „Gesang
der Geister über den Wassern‟ für 8stimmigen
Männer-
chor mit Orchester von Fr. Schubert. 4) 3 Lieder für Alt mit
Orchester von Fr. Schubert: a) „Ganymed‟, b) „Der Tod und das
Mädchen‟, c) „Die Allmacht”. 5) Zwei Chöre mit Orchester
von Carl Bleyle: a) „Ein Harfenklang” mit Alt-Solo, b) „Prometheus‟.
6) Chöre und Soli der „Hirten und Schmiede” mit Orchester
aus „Pandora” von Arnold Mendelssohn. (7889ds
Für Nichtmitglieder sind numerierte Plätze
für Mk. 3.30 in der Hofbuch- und Musikalienhandlung von
Müller & Rühle, Elisabethenstraße 5, zu haben.
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Hauptrolle. — Vorführungsdauer 1½ Stunden.
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Vereinskarten haben keine Gültigkeit.
Beginn der Vorstellung
jeweils Wochentags: 3, 5, 7 und 9 Uhr.
Erste Vorführung Samstag nachmittag 3Uhr.
Vorverkauf ab Freitag an der Kasse
von nachmittags 3 Uhr ab.
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Sonntag Nachmittag 4 und
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3. Wanderung (7843
Sonntag, 6. April 1913
Abfahrt 652 Oſtbahnhof
Fahrt bis Ober=Ramſtadt, v. da
Wanderung nach
Lichten-
berg, Brensbach, Lengfeld.
Marſchzeit 6 Std.
Gäſte ſtets willkommen.
heim, Major Paul Peterſen
5 Adolf Klotz
Emil Kroczak
Willi André
Käthe Gothe
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 3. April 1913.
150. Abonnem.=Vorſtellung. D 38.
Der Bettelſtudent.
Operette in 3 Akten v. C. Millöcker.
Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Palmatica, Gräfin) Minna Müller=
Nowalska
Rudolph
Laura,
Bronis= deren Olga Kallenſee
lawa, Töchter Elſa von Blank
Oberſt Ollendorf,
Gouverneur von
Krakau .
. L. Schützendorf
v.
Wangen=
von Henrici,
Rittmſtr.
von Rochow,
Leutnant
v. Schweinitz, 28
Leutnant
v.
Richthof=
fen, Cornet
Mala=
Bogumil
chowski,
Muſik=
graf von Krakau,
Palmaticas Vett. Auguſt Kräger
Eva, deſſ. Gattin Em. Mühlpfort
Jan Janicki, & § Karl Jahn
Symon
Ry=
manowicz, 0S Otto Thomſen
DerBürgermeiſter
von Krakau . . Frz. Herrmann
Onuphrie,
Palma=
ticas Leibeigener Ad. Jungmann
Enterich, ſächſ.
In=
valide u.
Kerker=
meiſter auf d.
Zi=
tadelle zu Krakau Adolf Jordan
Edm. Göllnitz
Piffke,
Puffke, ) Schließer A. Fleiſchmann
Br. Waigandt
Rei, ein Wirt .
Waclaw, ein Ge=
Ludwig Indorf
fangener . .
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., Erſte Galerie 1.25 M.,
Zweite Galerie 0.65 M.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenverk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 4. April. 151. Ab.=Vſt.
A 38. ℳLa Traviata.: Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 5. April. Keine
Vorſtellung.
Sonntag, 6. April. 152. Ab.=Vſt.
B 39. „Tannhäuſer u. der
Sängerkrieg auf
Wart=
burg.‟” Gew. Pr. Anf. 6½ Uhr.
Vorunzeige!
S5s,
Ab Samstag, den 5. April
bringen wir den Meisterfilm:
ie letzien Wege
des Kapftän Skott
Ewigkeltsdokumente vom Südpol.
Die Wunder
des Südpols
Die letzte Expedition des verunglückten Kapltän
Skott, des großen Helden der Wissenschaft.
Die einzige Aufnahme kurz vor seinem Tode.
Keinslangwelige Fatununahmen, gondern ein
packen-
des Lebensbild dieser braven todesmutigen Männer.
Dieser Film wurde von dem Expeditionsmitglied
M. Ponting aufgenommen.
Nur im
Olympia-
Theater
Rheinstr. 2
Darm-
(7891
städter
Grafenstr.
Von Montag, 7. April ab, kommt mein
Königs=Bier
zum Ausſchank. — Verſand in Flaſchen.
Stoff, wie er von der Konkurrenz noch nicht annähernd
(*8863ds
erreicht wurde.
Brauerei Heinrich Schul.
Renken
Wiesbaden
Sonntag, 6. April und Dienstag, 8. April
Anfang 3 Uhr.
[ ← ][ ] Die Großherzoglich Heſſiſche (25.) Diviſion
in der Schlacht bei Gravelotte-st. Privat.
(Von Becker, Oberſt a. D.)
Ein ganz hervorragendes, vornehm ausgeſtattetes
Buch, entſtanden aus der auch von anderen geteilten
Ueber=
zeugung des Verfaſſers, daß die Tätigkeit der Heſſiſchen
Diviſion in der Schlacht bei Gravelotte=St. Privat bisher
noch keine erſchöpfende, bis in alle Einzelheiten getreue
Darſtellung gefunden hat, in welchem Urſache, Begleit=
— *) Mit 8 Skizzen, einer Ueberſichtskarte und einem
Plan zur Schlacht. Darmſtadt, A. Bergſträßers
Hofbuch=
handlung (W. Kleinſchmidt) 1913. Preis geheftet 6,50 Mk.
Der Reinertrag wird der Vereinigung zur Schmückung
und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und
Denkmäler bei Metz überwieſen.
umſtände und Wirkung jeder Gefachtshandlung völlig
ein=
wandfrei geſchildert werden. Zur Ausfüllung dieſer Lücke
war Oberſt Becker wie kaum ein underer berufen, hat er
doch die Ereigniſſe, die ſich an jenem denkwürdigen 18.
Auguſt 1870 in der Mitte des Schlachtfeldes abſpielten, zu
einem beſonderen Studium gemacht, dem er ſich lange
Jahre gewidmet hat.
Die großen Schwierigkeiten, die ſich ihm
entgegen=
ſtellten, nachdem vier Jahrzehnte ſeit der Schlacht
ver=
gangen ſind, hat er überwunden dunch Bienenfleiß und
eine Gewiſſenhaftigkeit, die ſich nie genug tun konnte und
die ihn allem Drängen ſeiner Freunde auf Herausgabe
des Buches widerſtehen ließ, ſo lange en über die
Genauig=
keit irgend einer Stelle den geringſten Zweifel hegte.
Die offizielle Darſtellung der Schlaicht, gegründet auf
die Gefechtsberichte, die ja faſt immer in Haſt, manchmal
ohne die Mitwirkung der Hauptbeteiligten, die gefallen
oder verwundet ſind, im Biwak geſchrieben werden müſſen
und die ſpäter nicht immer genau berichtigt werden können
lieferte für das von Oberſt Becker zu zeichnende Bild wenig
mehr als den Rahmen und die Umriſſe im Großen. Beide
füllt der Verfaſſer aus mit Einzelheiten, von denen viele,
für die Truppengeſchichte außerordentlich wertvoll, von
ihm der Vergeſſenheit entriſſen worden ſind. Ermöglicht
wurde ihm dies durch die kameradſchaftlliche
Unterſtütz=
ung von 141 Teilnehmern an der Schlacht, deren Namen
die Beilage 4 des Werkes enthält, durch die Kenntnis der
deutſchen und franzöſiſchen Veröffentlichungen über den
Kampf in der Mitte der Schlachtlinie, beſonders aber auch
durch das eingehende Studium des Geländes, der
Vor=
bedingung für jede Darſtellung, welche
Gefechtshandlun=
gen im einzelnen verfolgen will.
Das Ergebnis aller dieſer mühevollen Arbeiten iſt
eben das Buch, eine, ſoweit dies überhaupt erreicht
wer=
den kann, vollkommen getreue kriegsgeſchichtliche
Darſtel=
lung, die eintöniges Aufzählen von Tatſachen ebenſo
ver=
meidet, wie ſchwulſtige Phraſen, und die ſich auszeichnet
durch eine Sprache von muſterhafter Klarheit.
Wird daher ſchon dieſer Vorzüge wegen das Leſen
des Buches allen denen eine Freude bereiten, die Intereſſe
haben an vaterländiſcher Heeresgeſchichte, ſo bietet es
fer=
ner dem Soldaten durch ſeine, bisweilen allertings nur
zwiſchen den Zeilen erkennbare Kritik eine reiche
Fund=
grube der Belehrung. General von Verdy, der große Lehr=
meiſter, wies darauf hin, daß das Studium der
Kriegs=
geſchichte für die Ausbildung in der Truppenführung
da=
durch verwertet werden kann, daß man ſich in die Lage
irgend eines Führers hineindenkt, den der Verlauf der
Gefechtshandlung vor einen Entſchluß ſtellt. Es gibt nicht
viele Bücher, die ſich zu dieſem Zweck beſſer eignen, wie
das von Becker. Vom kommandierenden General, der
nach den Weiſungen des Armee=Oberkommandos
han=
delt, bis zum jüngſten Leutnant, der einen Zug oder ein
Patrouille führt, finden Offiziere aller Grade und aller
Waffen in ihm eine ganze Fülle der verſchiedenſten, nicht
künſtlich gebildeten, ſondern nach der Wirklichkeit
geſchil=
derten Lagen, um ſich daran in der nicht leichten Kunſt der
Truppenführung zu üben.
Daß das Buch in alle größeren Büchereien, nicht nur
des Heeres, gehört, iſt ſelbſtverſtändlich. Mit großem
In=
tereſſe werden es die alten Offiziere leſen, die in der
Schlacht mitgekämpft haben. Sie werden auch mit Stolz
und Freude erfahren, daß die Verehrung, mit der die
ganze Heſſiſche Diviſion zu ihrem tapferen, ritterlichen
Führer, dem Prinzen Ludwig, aufblickte, ein Seitenſtück
fand in der hohen Wertſchätzung ſeiner ſoldatiſchen und
Führereigenſchaften von ſeiten des mit Anerkennung ſo
überaus ſparſamen Oberbefehlshabers der 2. Armee, des
Prinzen Friedrich Karl von Preußen. Es iſt ferner nicht
daran zu zweifeln, daß das Buch auch von den Offizieren
eifrig ſtudiert werden wird, die nach dem Kriege von
1870/71 in Truppenteilen der Heſſiſchen Diviſion
geſtan=
den haben, oder ihnen heute angehören, ſei es aktiv, ſei es
im Beurlaubtenſtande.
Soll zum Schluß in kurzen Worten zuſammengefaßt
werden, was den Hauptwert des mit Skizzen reichlich
verſehenen vortrefflichen Buches ausmacht, ſo iſt dies
fol=
gendes: Es ſchildert, wie der Aufmarſch der 2. Armee zur
Schlacht die Heſſiſche Diviſion in die Mitte der deutſchen
Schlachtlinie geführt hat, es zeigt klar, daß die ihr dort
einem überlegenen tapferen Feinde gegenüber zufallende
ſchwere Aufgabe durch die aus den Verhältniſſen
entſprin=
genden Maßnahmen der höheren Führung nicht erleichtert
wurde, daß ſie aber trotzdem dieſe Aufgabe mit Ehren
ge=
löſt und daher am ſiegreichen Ausgang der Schlacht ihren
vollen Anteil hat.
Korwan,
Generalleutnant z. D.
Ihllie Saheale
Eidenschaf
vieler Kaffeezusätze ist es,
daß sich vonzeinem Kilogramm derselben
aur 200 bis 300 Gramm wirklich lösen.
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täg=
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