Darmstädter Tagblatt 1913


01. April 1913

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176. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Prinz von Wales beſichtigte geſtern mit dem
Grafen Zeppelin die Luftſchiffbau= An=
lage
in Friedrichshafen.
Das franzöſiſche Parlament hat ſich bis zum
6. Mai vertagt.
Die Beiſetzung des Königs Georg wird am
Mittwoch um 10 Uhr vormittags in Athen erfolgen.
Eine Depeſche aus Rom meldet, daß dort der ameri=
kaniſche
Finanzier John Pierpont Morgan geſtern
mittag geſtorben iſt.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
1. April 1813: Beginn der Belagerung von Spandau.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Die Friedenspräſenzſtärke des
deufſchen Heeres.

** Die ſoeben veröffentlichte Militärvorlage iſt hin=
ſichtlich
der aufzuwendenden Mittel und in bezug auf die
Erhöhung der Friedenspräſenzſtärke unſeres Heeres die
umfangreichſte ſeit dem Beſtehen des Reiches. Ein kurzer
Rückblick wird das zeigen.
In der Verfaſſung des Norddeutſchen Bundes war die
Friedenspräſenzſtärke auf 1 Prozent der Bevölkerung feſt=
geſetzt
worden, was auch nach der Gründung des Reiches
Geltung behielt. So wurde ſie bis Ende 1874 auf 401 659
Gemeine, Gefreite und Unteroffiziere etatiſiert, und die
gleiche Ziffer blieb auch für das erſte Septennat vom
1. Januar 1875 bis zum 31. Dezember 1881 maßgebend,
nur wurden die Einjährig=Freiwilligen nicht mehr in die
Zahl eingerechnet. Dreiviertel Jahr vor Ablauf des Sep=
tennats
trat eine Novelle zum Reichsmilitärgeſetz in Kraft,
welche die Friedenspräſenzſtärke bis zum 31. März 1888
auf 427 274 erhöhte. Auch dieſe Friſt wurde nicht ganz ein=
gehalten
. Die andauernde Vermehrung des ruſſiſchen und
franzöſiſchen Heeres veranlaßte die Reichsregierung, im
November 1886 dem Reichstage eine weitere Erhöhung
der Friedenspräſenz auf 468 409 für die Zeit bis 31. März
1894 vorzuſchlagen. Es bedurfte erſt der Auflöſung des
Reichstages, um dieſe Forderung durchzuſetzen. Aber auch
das dritte Septennat fand ein vorzeitiges Ende, denn durch
Geſetz vom 15. Juli 1890 kam eine neue Erhöhung auf
486983 bis zum 31. März 1894 zuſtande. Das Geſetz vom
3. Auguſt 1893 ſetzte die Friedenspräſenz bis Ende März
1899 auf 479 229 feſt die ſcheinbare Verringerung er=
klärt
ſich daraus, daß die Unteroffiziere nicht mehr mitge=
zählt
wurden . Gleichzeitig trat die zweijährige Dienſt=
zeit
für Fußtruppen, zunächſt verſuchsweiſe, in Kraft. Die
Geltungsdauer des erſten Quinquennats wurde bis 30.
September 1899 verlängert, alsdann kam das zweite, ſpä=
terbis
zum 31. März1905 verlängerte Quinquennat mit einer
Erhöhung der Friedenspräſenzſtärke auf 495 500. Seitdem
ward letztere bis auf 505839 Mann erhöht, das dann dem
Reichstage vorgelegte neue Quinquennat, welches 515321
Mann vorſah, ſollte bis 31. März 1916 Geltung haben,
aber ſchon 1912 kam eine weitere Erhöhung auf den gegen=
wärtigen
Stand von 544211 Mann, der nunmehr auf
661 176 ſteigen ſoll.

Die Reichsvermögens=
abgibe
in den Lugen enes
Sückdkeuſehten=

Von Fabrikdirektor W. Tafel,
Stellvertr. Vorſitzenden der Bayeriſchen Reichspartei.
Auch für die Steuern gilt das Wort, daß des Menſchen
Wille ſein Himmelreich iſt, und daß man jeden nach ſeiner
Faſſon ſelig werden laſſen ſoll. Jahre hindurch hat die
linksliberale und demokratiſche Preſſe, die immerhin einen
bedeutenden Teil der Beſitzenden vertritt, Tag für Tag den
Ruf nach Beſitzſteuern ertönen laſſen, immer wieder hat
ſie die Forderung aufgeſtellt, daß neue Laſten des Reiches
nur auf die ſogenannten ſtarken Schultern gelegt werden
dürften. Da die gleiche Forderung ſelbſtverſtändlich auch
aus den Reihen der ſozialdemokratiſchen Wähler erhoben
wird, ſo iſt’s wohl nicht zu verwundern, daß die Herren,
die an des Reiches Steuerruder ſtehen, nun den Leuten

*) Aus der Zeitſchrift Das neue Deutſchland, Wochen=
ſchriſt
für konſerpativen Fortſchritt. Wir geben den Auſſatz
lediglich als Beitrag zu der jetzt viel erörterten Frage der
Vermögensabgabe hier wieder. D. Red.

ihren Willen erfüllen wollen, um ſo weniger, als für ſie
ein bequemerer Weg nicht wohl denkbar iſt. als einer.
der ihnen die vielgefürchtete Oppoſition auf der äußerſten
Linken im Reichstage vom Leibe hält. Alſo ſollen die
neuen Militärlaſten diesmal von den Beſitzenden allein
getragen werden. Es iſt ja nun außerordentlich ergötzlich,
zu ſehen, daß die gleiche Preſſe, deren Lieblingsforderung
damit erfüllt iſt, ſich durchaus nicht im Himmel zu fühlen
ſcheint; daß ſie ſich vielmehr windet und dreht und Be=
denken
über Bedenken erhebt. Wer hinter die Kuliſſen
ſieht, kennt den Grund! Die Wähler und Leſer auf der
Linken hatten gleichmütig und mit verſtändnisinnigem
Lächeln dieſe Forderung immer und immer wieder ver=
nommen
und gedacht: Das gehört zum Handwerk, gleich=
ſam
zur politiſchen Bühnendekoration; der Eingeweihte
weiß, daß all das nichts als Pappe und Papier iſt; ernſt
wird’s damit nicht werden, denn ſo etwas wäre ja
gar nicht durchführbar. Und nun, da es auf einmal doch
ernſt werden ſoll, meinen ſie, daß ihre Preſſe, daß ihre
Politiker ihnen da etwas Niedliches angerichtet hätten.
Alſo muß wenigſtens nach Linderung des erſten Schrecks
geſucht werden: nicht auf einmal, ſondern ratenweiſe ſoll
gezahlt werden! Vielleicht läßt ſich auch an dem Gefor=
derten
Reichliches abſtreichen; auf alle Fälle richtet der
Linksliberalismus ſich, ſoweit noch Zeit bleibt, einſtweilen
ſchon ſo ein, daß er auf ein gutes Stück Arbeit im Dienſte
der Beſitzenden hinweiſen kann, bis das Schlimme einge=
treten
ſein wird. Die Rechtsparteien aber werden es ſich
zur Aufgabe machen müſſen, den Bemühungen, in den
Sachverhalt ein wenig Unklarheit zu bringen und unter
ihrem Schutze ſich aus der Affäre zu ziehen, entgegenzu=
treten
und immer wieder den Linksparteien gegenüber
darauf hinzuweiſen: Ihr habt’s gewollt und gefor=
dert
.; Alſo habt Ihr, auch in erſter Linie die Ver=
antwortung
dafür zu tragen! Das iſt um ſo nötiger, als
ſich recht viele Handhaben und Stützpunkte bieten, die dem
Linksliberalismus bei ſeinen Windungen und Drehungen
zu Hilfe kommen. Wenn z. B. die Frankfurter Zeitung
ſchreibt, daß es im Grunde genommen gleich ſei, ob dem
Volke wir leiden ja ohnehin an chroniſcher Geldknapp=
heit
eine Milliarde in Form einer einmaligen Abgabe
entzogen werde, oder ob eine Anleihe aufgenommen werde,
für welche das Reich den Geldgebern Zinſen zahlt, wäh=
rend
es den gleichen Geldgebern, d. h. den Beſitzenden,
die für die Zinszahlung nötigen Mittel in Form einer
Beſitzſteuer wieder abnimmt, ſo iſt das zweifellos richtig
und ſcharf gedacht. Nur wird unterlaſſen, zu erwähnen,
daß im erſteren Falle die gezahlten Beträge voll dem ge=
wollten
Zweck zufließen, während im Falle der Anleihe
noch recht beträchtliche Verdienſte für die Banken und
andere Leute entſtehen, ſo daß alſo in dieſem Falle ein
Teil der Beſitzenden beſſer, der Reſt natürlich entſprechend
ſchlechter abſchneiden würde.
Nicht weniger berechtigt iſt, wenn weiter angeführt
worden iſt, daß es in keiner Weiſe der Gerechtigkeit und
Billigkeit entſprechen könne, zu ſagen, je mehr einer Ver=
mögen
hat um ſo leichter kann er für die Wehrvorlage bei=
ſteuern
. Denn es iſt doch auf der Hand liegend. daß= von
einer ſolchen Steuer etwa eine Witwe, deren Rente aus
einem Vermögen von z. V 50 00 Mark ihre und ihrer
Kinder einzige Einnahme bildet, ungleich härter getroffen
werden würde, als etwa ein Junggeſelle, der zwar nur
5000 Mark Vermögen hat, aber als Direktor einer Geſell=
ſchaft
eine Einnahme gleich dem Zehnfachen der Rente der
Witwe bezieht. Der Vorſchlag, für jedes Kind einen be=
ſtimmten
Vermögensteil frei zu geben, ſcheint deshalb
wohl berechtigt.
Auch der Vergleich des Opferjahres von 1813 hinkt.
und zwar in ſehr viel ſtärkerem Maße, als Vergleiche ſonſt
zu hinken pflegen. Vor allem waren die Opfer von 1813
freiwillig, und dieſe Freiwilligkeit bringt es mit ſich.
daß jede Ungerechtigkeit ſich von ſelbſt ausſchaltet, während
ſie bei jedem Schema, d. h. bei jedem Zwang. bis zu einem
gewiſſen Grade unvermeidbar iſt. Ganz falſch wäre ſes
natürlich, etwa die Meinung zu vertreten. als brauche man
ſich um die Ungerechtigkeiten, weil ſie eben unvermeidbar
ſeien, nicht zu kümmern; die dem Geſetzgeber geſtellte Auf=
gabe
lautet, ſie auf ein Mindeſtmaß zu beſchränken. Das
einzige, was die Opfer für das Vaterland von 1813 und
die Vermögensabgabe von 1913 miteinander gemeinſam
haben, iſt, daß in beiden Fällen der national Denkende zur
Leiſtung herangezogen wird, während die nicht nationalen
Teile des Volkes von ihr frei bleiben. Es erſcheint mir
aber zum mindeſten fraglich, ob das beſonders erziehlich
wirken wird. Es gibt Politiker, welche eine Abſchwächung
der durch die Sozialdemokratie geſchaffenen und mehr und
mehr verſchärften Gegenſätzlichkeit zwiſchen den einzelnen
Gliedern unſeres Voltes von dem neuen Deckungsverfah=
ren
erhofen. Ich für meine Perſon halte eine ſolche Mei=
nung
für ausgemachten Optimismus und für politiſchen
Kinderglauben. Die ſozialdemokratiſchen Wähler werden
die Befreiung von der Steuer niemals den Beſitzenden,
auch nicht dem Reiche, ſondern ausſchließlich der Tätigkeit
ihrer eigenen Partei zugute rechnen. Ihre Führer werden
ſagen: Wir haben Euch dank dem Einfluſſe, den die letz=
ten
Wahlen uns gebracht haben, von der Abgabe befreit;
arbeitet weiter in dieſem Sinne, ſo werdet Ihr weitere
Erfolge erzielen und am Ende von allen Laſten befreit
und mit allen Rechten verſehen ſein! Schärfſte Kritik
der Wehrvorlage aus ſozialdemokratiſchem Munde hört
man ja jetzt ſchon trotz der Befreiung der ſozialdemokrati=
ſchen
Wähler von der Zahlpflicht. Man wird mir ent=
gegnen
, daß ja auch nationale Elemente von der Ab=
gabe
befreit ſind. Das iſt richtig, aber einmal hin ich der
Meinung, daß dieſe, wenn eine energiſche Staffeluna vor=
genommen
worden wäre, eine kleine Gabe zur Mehrung
unſerer Wehrmacht gerne geleiſtet hätten. Eher würde

es noch einen Sinn haben, gerade die nationalen
Kreiſe mit geringem Einkommen und nur dieſe von der
Abgabe zu befreien. Ich nenne als Beiſpiel nur die An=
gehörigen
der nationalen Arbeiterſchaft. Das hätte inſo=
fern
Berechtigung, als dieſe ohnehin durch ihre exponierte
Stellung der Pflege des nationalen Sinnes außerordent=
liche
Opfer bringen. Mit der Befreiung der internatio=
nalen
Elemente ſetzt man dagegen auf internatio=
nale
Geſinnung von Reichs wegen eine
Prämie aus, und ich fürchte, daß das mehr ſchaden
als nützen wird.
Daß im übrigen der Gedanke, der ſo genial genannt
worden iſt, nicht neu iſt es war immer in oder vor
Zeiten des Verfalls, wenn er auftauchte , iſt ſchon viel=
fach
hervorgehoben worden. Es iſt eben eines der Uebel
unſerer Tage, daß der Fortſchritt unſerer Zeit vornehmlich
die Neigung zeigt, zu den Fehlern vergangener Perioden
zurückzuſchreiten. Aengſtlichen Gemütern wird nun die
Beruhigung gegeben, daß dieſe Rückkehr zu den Fehlern
des Altertums in Deutſchland nur alle hundert Jahre ein=
mal
zuläſſig ſein ſolle. Geſetze können aber bekanntlich
ſpäter durch Majoritätsbeſchlüſſe umgeſtoßen werden, und
der kommende Kanzler, der ſeinem Volke ſagen wollte:
Zwar hat die Generation von 1913 dieſen Weg beſchrit=
ten
, aber ſie hat dabei den kommenden Generationen ver=
boten
, das Gleiche zu tun, wäre nicht in einer beneidens=
werten
Lage. Das iſt ein anderes Uebel unſerer Zeit.
daß man die eigenen Pflichten gern auf andere, gern auf
ſpätere Zeiten abſchiebt. Als nach Agadir infolge des
Kongohandels, der uns materiell mehr Schaden als Nutzen
und ideell eine nie dageweſene feindſelige Stimmung der
Franzoſen eingetragen hat, der Reichstag unzufrieden wer=
den
wollte brachte man ein Geſetz ein, daß künftige Ge=
ſchlechter
gleiches ohne die Genehmigung des Parlaments
nicht mehr machen dürften. In Zukunft haben Kanzler
in ſolchen Fällen die Volksvertretung vor Vertragsabſchluß
zu fragen! Gut iſt es nicht, die Nachfolger auf etwas feſt=
zulegen
, das man ſelbſt nicht tut. Beſſer, rückſichtsvoller
iſt es, umgekehrt zu ſagen: Ich ſelbſt will mich an das
und jenes halten, aber kommende Staatsmänner und Ge=
ſchlechter
will ich nicht feſtlegen; die müſen frei ſein, nach
dem Bedürfnis ihrer Zeit und nach ihrer Ueberzeugung
zu handeln. Was ſpäter falſch und ſchlecht und gefährlich
iſt, iſt’s doch ſchon heute! Und was ich ſpäteren Geſchlech=
tern
verwehre, ſollte ich vor allem mir ſelbſt verſagen.
Was ſollen nun die Rechtsparteien tun? Sollen ſie
aus ſolchen Bedenken die Konſeguenzen ziehen und der
geplanten Beſtenerung Widerſtand entgegenſetzen? Das
erſcheint unmöglich, denn die Dinge brennen uns auf die
Nägel. Unſere berufenen Sachverſtändigen verlangen heute
zur Ergänzung unſeres Heeres. zur Ausfüllung von Lücken
auf verſchiedenen Gebieten eine Milliarde, obwohl dem
deutſchen Volke ſeit vielen Jahren immer verſichert wor=
den
iſt, daß alles in beſter Ordnung ſei. Das läßt darauf
ſchließen, daß man während der Balkankriſis ſchärfer als
bisher zugeſehen hat, und daß ſich dabei leider recht be=
trächtliche
Mängel herausgeſtellt haben. Da außerdem
dem deutſchen Volke durch die an der franzöſiſchen und
ruſſiſchen Grenze marſchbereit ſtehenden Truppen die
Augen für den Ernſt der Lage, d. h. für die Möglichkeit
eines Krieges nach zwei Fronten. geſchärft worden ſind, da
endlich eine wachſende feindſelige Stimmung gegen
Deutſchland in manchen Nachbarländern unverkennbar iſt
(ſie kann nur von jemand beſtritten werden, der nicht oder
lediglich bei Feſtgelegenheiten mit ihnen in Fühlung
kommt), ſo kann für keinen, dem ſein Vaterland lieb iſt,
ein Zweifel beſtehen, daß das Mögliche geſchehen muß, um
die Mängel abzuſtellen. Weiter, daß dafür geſorgt wer=
den
muß, daß nicht wieder halbe Arbeit getan wird. End=
lich
kann kein Zweifel ſein, daß die Verbeſſerung unſerer
Heereseinrichtungen, da einmal die Abſicht dazu aller Welt
bekannt geworden iſt, ſo raſch als irgend angän=
gig
durchgeführt werden muß. Denn die zwiſchen der
Aeußerung einer ſolchen Abſicht und ihrer Durchführung
liegende Zeit birgt ſelbſtverſtändlich manche Gefahr in ſich.
Alles in allem: wer heute lange fackeln und aus thepreti=
ſchen
Ueberlegungen heraus irgend eine Verzögerung ver=
ſchulden
will, lädt eine ſchwere Verantwortung gegen ſein
Vaterland auf ſich. Alſo werden die Rechtsparteien gar
nicht anders können, als für diesmal ihre Bedenken zurück=
zuſtellen
mit der Begründung, daß wir uns in einer Not=
lage
befinden, in welcher das Wie gegen das Was
zurückzutreten hat. Trotzdem müſſen aus Ueberlegungen
wie den obenſtehenden von den Rechtsparteien gewiſſe
Konſequenzen unter allen Umſtänden gezogen werden. Ich
möchte ſie in folgende Punkte zuſammenfaſſen:
1. Die Bedenken ſind bei den parlamentariſchen Ver=
handlungen
in klarer Weiſe zum Ausdruck zu bringen, da=
mit
ſie in anderen ſpäteren Fillen, in denen eine ſolche
Notlage nicht vorliegt, berückſichtigt werden können.
2. Die Rechtsparteien müſſen darauf hinweiſen, daß
dieſe Uebertragung wichtiger finanzieller Aufgaben für
das Reich nur auf einen Teil des deutſchen Volkes ein
Gedanke des Freiſinns und der Demokratie iſt. Sie dürfen
ſich mit Rückſicht darauf bei der poſitiven Faſſung dieſes
Gedankens nicht wieder in die vorderſte Reihe drängen.
Sie ſollten vielmehr erklären, daß ſie zwar jedem billigen,
gerechten und mit einigermaßen befriedigendem Wirkungs=
grad
arbeitenden Steuerverfahren (einen ſchlechten Wir=
kungsgrad
haben die Methoden, bei denen die Erhebungs=
koſten
einen großen Teil des Steuerbetrages alfzehren),
zuſtimmen werden. Sie ſollen aber die poſitiven Vor=
ſchläge
, ſoweit ſie nicht von der Reichsregierung gemacht
werden, den Urhebern dieſes Gedankens, alſo der Linken,
überlaſſen. Was vermieden werden muß, iſt meiner An=
ſicht
nach, daß nach vollendeter Arbeit der Freiſinn zu den
von der Steuer Betroffenen ſagen kann: Wir ſind un=

[ ][  ][ ]

ſchuldig, die anderen haben es gemacht!, dagegen zu den
Geſchonten: Wir haben es getan, uns verdankt Ihr die
Schonung.
3. Die Rechtsparteien müſſen auf der Hut ſein, daf
es mit der Beſitzſteuer zur Deckung der Milliarde nicht
geht, wie es ſchon bei der Erbſchaftsſteuer vermutlich ge=
gangen
wäre, wenn man den Dingen ihren Lauf gelaſſen
hätte: daß nämlich der Linksliberalismus irgend ein klei=
nes
Endchen des Geſetzes ſchließlich zum Vorwand nimmt
um ſich vor der ganzen Sache rechtzeitig zu drücken. Bei
den Beſitzloſen würde es dann heißen: dem Freiſinn iſt
die Idee zu verdanken, aber die Form, die man für der
Gedanken vorgeſchlagen hat, hat es uns unmöglich ge=
macht
, für unſer eigenes Kind zu ſtimmen. Und bei den
Beſitzenden: Euertwegen haben wir dagegen geſtimmt, be=
dankt
Euch bei der Rechten für die ſchwere Belaſtung
Anzeichen dafür daß man mit einem Auge nach ſolchem
Ausweg ſchielt, ſind vorhanden. Gelingt es den Rechtspar=
teien
nicht, dieſen Gang der Dinge zu verhindern und die
Linke auf die Verantwortlichkeit feſtzunageln, die ihr fak
tiſch zukommt, dann verdienen ſie kein anderes Los, als
ein ſchlechtes. Die Zeit, wie ſie nach der Reichsfinanz=
reform
war, darf ſich diesmal nicht wiederholen.
4. Es muß verlangt werden, daß Hinterziehungen
möglichſt erſchwert und wo ſie dennoch vorkommen, hart,
d. h. mit entehrender Strafe, bedroht werden. Denn wer
in dieſem Falle das Vaterland betrügt um das, was ihm
zukommt, ſoll keine Schonung erwarten.
Wenn ſo verfahren wird, mag die Sorge des Patrio=
ten
ob dieſes neuen Schrittes zur Demokratiſierung unſeres
deutſchen Volkes vor dem Wunſch zurücktreten, es ſo raſch
als irgend möglich zu ſtärken gegen die äußeren Feinde,
die es ringsum bedrohen.

Deutſches Reich.

Bundesrat und Heeresvorlage. Die
Vorlagen des Kriegsminiſteriums über die Verſtärkung
der deutſchen Heeresrüſtung ſind wie die Mil.=pol.
Korreſpondenz von beſonderer Seite erfährt ſowohl von
dem Ausſchuß wie von dem Plenum des Bundesrats ein=
ſtimmig
und ohne jeden Abſtrich gutgeheißen worden. Da=
gegen
iſt es bis zum letzten Augenblick nicht möglich ge=
weſen
, über die Deckungsfrage eine völlige Einigkeit zu
erzielen. Insbeſondere hat die vom Reichsſchatzamt vor=
geſchlagene
Deckungsbeſchaffung für die dauernden Aus=
gaben
der Heeresvorlage bei den Regierungen einiger
Bundesſtaaten ganz entſchiedenen Widerſpruch hervorge=
rufen
, weil ſie darin einen Eingriff in die Finanzhoheit
der Einzelſtaaten erblicken. Die betreffenden Regierungen
haben auch im Gegenſatz zu der von der Norddeutſchen
Allgemeinen Zeitung verkündeten Einmütigkeit im Bun=
desrat
ihren Widerſtand gegen die Steuerpläne der Reichs=
regierung
keineswegs aufgegeben, ſondern nur einſtweilen
zurückgeſtellt, in der beſtimmten Erwartung, daß der
Reichstag eine Korrektur der Bundesratsbeſchlüſſe in
ihrem Sinne vornehmen wird.
Die Erhöhung der Mannſchaftslöhne.
Mit dem 1. April dieſes Jahres tritt für die Mannſchaf=
ten
der Armee und der Marine die Erhöhung der Mann=
ſchaftslöhne
in Kraft, die durch die Ergänzung zum Etat=
geſetz
für das Rechnungsjahr 1912 feſtgelegt iſt. Die Er=
höhung
beträgt 8 Pfennig. Die Löhnung ſtellt ſich da
durch alſo auf 30 Pfennig täglich. Bei der bisherigen
Friedenspräſenzſtärke erfordert die Erhöhung der Mann=
ſchaftslöhnung
15 Millionen Mark für die Armee und
1 Million Mark für die Marine, die kommende Wehrvor=
lage
mit ihrer weſentlichen Erhöhung der Friedenspräſenz
wird dieſe Mehraufwendungen naturgemäß entſprechen!
ſteigern.
Die Konferenz zur Unterſuchung der
Preisbildung auf dem Fleiſchmarkt, die auf
Veranlaſſung des Reichsamts des Innern berufen wurde,
wird heute im Reichstagsgebäude wieder tagen, um die
Vernehmung von Sachverſtändigen fortzuſetzen. Es dürfte
ſich bei der Konferenz nunmehr um die Anhörung von
Sachverſtändigen aus dem ſüddeutſchen Verſorgungsgebiet
handeln, und zwar kommen Sachverſtändige aus München
ſund Karlsruhe in Betracht. Ueber das Verſorgungsge=

biet Berlin iſt die Vernehmung abgeſchloſſen und ein hier=
für
eingeſetzter beſonderer Ausſchuß hat ſich beſonders
mit dieſem Gebiet zu beſchäftigen. Im ganzen ſollen etwa
180 Sachverſtändige gutachtlich gehört werden.
Die Ausſperrung der Maler. Auf An=
regung
des Staatsſekretärs des Innern werden in dieſen
Tagen Verhandlungen wegen Aufhebung der Ausſperrung
der Maler ſtattfinden. Der Staatsſekretär hatte die Vor=
ſitzenden
der Arbeitgeber=Organiſation, die ſich bisher al=
len
Einigungsverhandlungen gegenüber ablehnend ver=
hielten
, zu einer Beſprechung eingeladen, deren Ergebnis
die Bereitwilligkeit zu einer Konferenz mit den Delegier=
ten
der Malergehilfen iſt.

Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.

Die öſterreichiſchen Heeresverſtärkun=
gen
. Wie die Zeit meldet, ſollen die neuen Wehrvor=
lagen
noch vor den Sommerferien eingebracht werden. Die
Friedenspräſenzſtärke ſoll um 50000 Mann erhöht wer=
den
, das bedeutet eine Mehreinſtellung von 25000 Rekru=
ten
pro Jahr, die 100 Millionen an einmaliger Koſten=
deckung
erfordern. Dieſe Summe ſoll auf mehrere Jahre
verteilt werden.

Frankreich.

Die Vertagung des Parlaments. Die Tat=
ache
, daß ſich die Kammer bis zum 6. Mai vertagt hat,
ohne das neue Geſetz der dreijährigen Dienſtzeit zu dis=
utieren
, und daß auch die Armeekommiſſion ihre Arbeiten
bis Ende April unterbrochen hat, wird von einem großen
Teil der franzöſiſchen Preſſe ſcharf getadelt.
Der Figaro beklagt in heftigen Worten, daß ſich das
Parlament, anſtatt die geforderten Maßregeln für die
nationale Verteidigung zu beraten, mit der Amneſtierung
von Verbrechern beſchäftigt habe. Während der verlorenen
Zeit vermehrten ſich die Gefahren der allgemeinen Kriſe
Der Wettſtreit der Rüſtungen mit ſeinen ernſten Gefahren
nehme in ganz Europa zu, und auf der anderen Seite der
Vogeſen würden die Rüſtungen fieberhaft betrieben, ohne
Widerſtand, ohne Diskuſſion. Die reaktionäre Preſſe for=
dert
das Land auf, ſich gegen den Verrat ſeiner Abgeord=
neten
zu erheben und empfiehlt den Staatsſtreich. Der
Gaulois ſagt: Man wird bald gewahr werden, daß es
aus der gegenwärtigen Situation nur einen Ausweg gibt,
der außerhalb der Geſetzmäßigkeit liegt und Echo de
Paris erklärt: Das Land muß ſich bewußt werden, daß
es von ſeinen Führern nichts mehr zu erwarten hat. Wenn
Frankreich gerettet werden ſoll, ſo muß es ſich ſelbſt retten,
ohne das Parlament, trotz des Parlaments, gegen das
Parlament.

England.

Die Vermehrung der Rüſtungen. Daily
Chronicle ſchreibt: Wir können es nicht oft genug wie=
derholen
, daß es unrichtig und böswillig iſt, die Vermeh=
rung
der Rüſtungen ſo zu behandeln, als ob ſie eine Ver=
mehrung
diplomatiſchen Uebelwollens in Europa an=
zeigten
, da ſie nur von der aller allgemeinſten diplomati=
ſchen
Tatſache abhängt, von der Tatſache, daß keine Föde=
ration
und kein Bündnis der europäiſchen Staaten be=
ſteht
, ſondern ſechs unabhängige Großmächte, deren Inter=
eſſen
oder Ambitionen im gewiſſen Grade auf beträcht=
licher
Verſchiedenheit der Richtungen mit einander kolli=
dieren
oder kollidieren können. Solange das der Fall iſt,
und ſolange keine Abkommen ihre militäriſchen und mari=
timen
Rüſtungen einſchränken, können Verbeſſerungen der
diplomatiſchen Lage, ſo bedeutend ſie auch ſind, die Ar=
meen
und Flotten nicht berühren. Sie müſſen erkennbar
und ſogar deutlich ſichtbar werden, gerade wenn Armeen
und Flotten am ſtärkſten vermehrt werden. Dies iſt un=
ſeres
Erachtens der Fall und wir können nur hoffen, daß
die Verbeſſerung anhält, und daß ſie eine bedeutende Aen=
derung
herbeiführt. Die Ausſicht, daß unſer König eine
Reihe europäiſcher Beſuche in Berlin und anderwärts ma=
chen
wird, iſt ſehr zu begrüßen als eine Mitwirkung zu
dieſem allgemeinen, aber wirklichen und ſteigenden Wachs=
tum
internationalen Wohlwollens.

Rußland.

Der Bericht für das Budget des Ma=
rineminiſterium
tadelt ſehr ſcharf den ruſſiſchen
Kriegsſchiffbau, der an einer ſchädlichen Langſamkeit
kranke. Der Bau eines Linienſchiffes dauere ſieben Jahre,
wodurch der Schiffbau verteuert werde. Auch ſeien die
Schiffe, wenn ſie endlich fertig würden, neben denen der
ausländiſchen Flotten veraltet. Der Bericht verlangt des=
halb
die Beſchleunigung des Baues der Linienſchiffe.
Könne man dieſe Bedingung nicht erfüllen, ſo ſolle man
offen zugeſtehen, daß man zum Bau einer tauglicheren
Flotte, die ſich mit denen der Nachbarn meſſen könne, un=
fähig
ſei. Als eine Forderung von grundlegender Wichtig=
keit
unterſtreicht der Bericht die Vorbereitung und Ver=
mehrung
des Offizieretats. Innerpolitiſche Erfahrungen
ſind wohl der Grund für die Anregung; man ſolle die
Mannſchaften nicht, wie bisher, vorzüglich aus den Kreiſen
der Fabrikarbeiter und techniſch gebildeten Handwerkern,
ſondern mehr aus Freiwilligen ergänzen.

* Beſuch des engliſchen Königspaares
im Ausland. Wie aus Londoner Hofkreiſen mitge=
teilt
wird, beabſichtigt das engliſche Königspaar, im kom=
menden
Mai den Höfen in Berlin, Wien und Paris einen
Beſuch abzuſtatten. Der Beſuch ſoll insgeſamt vierzehn
Tage dauern. Die Abreiſe wird wahrſcheinlich am 10.
oder 12. Mai vor ſich gehen. Zuerſt ſoll Paris beſucht
werden. Das Königspaar wird, wie weiter mitgeteilt
wird, die Reiſe allein unternehmen. Die Ankunft des
Herzogs von Connaught in England ſteht mit dieſer Reiſe
in Verbindung.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. April.

* Vom Hofe. Prinz Waldemar von Preußen iſt
am Samstag abend 8 Uhr 5 Minuten abgereiſt. An
der Abendtafel im Großherzoglichen Hoftheater nahmen
am Sonntag teil: Die Fürſtin Mutter zu Erbach=
Schönberg, der Fürſt zu Erbach=Schönberg, Prinz und
Prinzeſſin Victor zu Erbach=Schönberg und Gräfin
Széchényi. (Darmſt. Ztg.)
* Hoftrauer. Wegen des Ablebens Seiner Hoch=
fürſtlichen
Durchlaucht des Fürſten Heinrich XIV.
zu Reuß j. L. iſt auf Allerhöchſten Befehl eine Hof=
trauer
vom 29. März bis zum 2. April d. Js. ein=
ſchließlich
angeordnet worden.
* Von der Landesuniverſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den ordentlichen Profeſſor an
der Univerſität Greifswald Dr. Friedrich Engel zum
ordentlichen Profeſſor in der philoſophiſchen Fakultät der
Landesuniverſität Gießen ernannt.
* Von der Großh. Techniſchen Hochſchule. Se.
Königl. Hoheit der Großherzog haben den Profeſſor
an der Techniſchen Hochſchule in Hannover Dr.=Ing.
Ernſt Braun zum ordentlichen Profeſſor für Maſchinen=
bau
, insbeſondere für das Fach der Waſſerkraftmaſchinen,
an der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt ernannt.
* Ernannt wurde der Lehrer Karl Weide zu
Jugenheim, Kreis Bensheim, zum Reallehrer an dem
Realgymnaſium zu Darmſtadt unter Belaſſung in der
Kategorie der Volksſchullehrer.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 10 vom
31. März hat folgenden Inhalt: 1. Geſetz über die
Aenderung des Geſetzes vom 6. Auguſt 1902, die
Handelskammern betreffend. 2. Geſetz, die Abänderung
des Geſetzes vom 6. Auguſt 1902 über die Landeskredit=
kaſſe
betreffend. 3. Bekanntmachung, die Organiſation
der Kreisveterinärämter betreffend. 4. Bekanntmachung,
Anſchlußgleis der Firma Leopold H. Kaufmann iin
Frankfurt a. M. betreffend.
g. Strafkammer. Der 26jährige Taglöhner Andreas
Schumacher von Gernsheim, der nebenbei auch Tanz=
unterricht
erteilt, hatte von einem dortigen Landwirt 20
Mark erhalten, die er mit der Poſt an deſſen Sohn in
Ludwigshafen zur Begleichung eines Strafbefehls ſenden
ſollte. Dieſen Betrag behielt der Angeklagte aber für ſich
und gab ſeinem Auftraggeber eine gefälſchte Quittung,
die dieſer für echt hielt, trotzdem der Stempel auf dem
Abſchnitt fehlte. Als die Gendarmerie den Strafbefehl
vollſtrecken wollte, ſtellte ſich die Unredlichkeit des Schu=
macher
heraus. Der geſtändige Angeklagte wird unter
Zubilligung mildernder Umſtände zu 4 Wochen Ge=
ſängnis
verurteilt. Wegen Rückfallsbetru=

Eine Bismarck=Erinnerung.

Zum 1. April.
on Paul Lindenberg.
Eine dieſer Tage aus Waſhington erhaltene Todes=
anzeige
friſcht die Erinerung an ein Erlebnis auf, das
eng mit dem Fürſten Bismarck zuſammenhängt und
gerade zum 1. April, dem Geburtstage Bismarcks, erzählt
werden mag, zumal die Heldin jetzt nicht mehr unter
den Lebenden weilt. Anfangs der 90er Jahre erſchien in
Berlin eine ſehr elegante und intereſſante Amerikanerin,
Mrs. S., deren Gatte Kommandant eines amerikaniſchen
Kriegsſchiffes war, während die Lady in der Welt umher=
reiſte
, und zwar meiſt im Auftrage einer der erſten ameri=
kaniſchen
Monatsſchriften: The Forum‟ Da zu deren
Mitarbeitern auch der Schreiber dieſes gehörte, ergab ſich
ein öfteres Zuſammenſein mit Mrs. S., die als große
Dame im Hotel Royal wohnte und auch nähere Beziehun=
gen
zur Botſchaft ihres Landes und beſonders zum dama=
ligen
Botſchafter White hatte. Bei einem behaglichen
Diner zu Zweien ſagte mir die Dame plötzlich: Wiſſen
Sie auch, warum ich nach Deutſchland gekommen? Ich
will vom Fürſten Bismarck einen Beitrag für mein Jour=
nal
haben! Nachdem ich mich vom erſten Staunen er
holt, ſetzte ich der Unternehmungsluſtigen das Unmögliche
ihres Vorhabens auseinander, der Fürſt empfänge über=
haupt
niemanden mehr, der irgendwie Beziehungen zur
Preſſe hätte, Friedrichsruh und ſeine Bewohner hielten
ſich völlig abgeſchloſſen, ich ſpräche aus Erfahrung, da
ich die dortigen Verhältniſſe genau kenne. Mrs. S. =
chelte
etwas überlegen: Einer Amerikanerin iſt nichts
unmöglich! Zum Fürſten zu kommen, macht mir keine
Sorge . .
Na, da möcht’ ich doch wetten . . .!"
Wetten Sie nicht, Sie könnten verlieren!
Und ich hätte verloren, ſogar glänzend. Denn als ich
am übernächſten Abend Mrs. S. in ihrem Hotel aufſuchte,
zeigte ſie mir mit zufriedenem Ausdruck in den Mienen
eine Depeſche, die ungefähr folgenden Wortlaut hatte:

Der Fürſt dankt Ihnen beſtens und wird Sie gern emp=
fangen
. Es empfiehlt ſich, den Morgenſchnellzug von Ber
lin aus zu benutzen, er hält auf Ihr Verlangen in Fried
richsruh. Geben Sie mir vorher Nachricht. Graf Herbert
Bismarck.
Nun ſagen Sie bloß, Mrs. S., wie
haben Sie das gemacht?
O, das iſt ſchnell er=
klärt
. Ich ſchrieb dem Fürſten und erzählte ihm wahr=
heitsgemäß
, daß ich im Hauſe des Generals Grant, zu
welchem er ſtets freundſchaftliche Beziehungen gehabt, auf=
gewachſen
ſei, und daß ich ihm wichtige Mitteilungen vom
Präſidenten Harriſon zu überbringen hätte; ich weilte
zum Beſuch in Berlin, und eine Zuſammenkunft mit ihm
würde für mich die ſchönſte Erinnerung bedeuten, und ſo
weiter. Dann ging ich zu Borchardt in der Franzöſiſchen
Straße und beſtellte ein mächtiges Schiff mit den ſchön=
ſten
Früchten und erleſenſten Delikateſſen, an den Maſten
die deutſchen und amerikaniſchen Flaggen. Dieſe kleine
Aufmerkſamkeit brachte nebſt meinem Briefe ein Ange=
ſtellter
des genannten Geſchäfts geſtern perſönlich nach
Friedrichsruh, und voilä, dieſe heute mittag empfangene
Depeſche bedeutet den Erfolg! Großartig, meine Be=
wunderung
! Sie haben die Sache ſehr ſchlau angefangen!
und der Koſtenvunkt? Ah bah, hier ſpielen doch ein
paar hundert Mark keine Rolle. Und wenn es Tauſende
wären! Denken Sie, wenn The Forum einen Bei=
trag
von Bismarck ankündigte . . .!" Na, Mrs.
S., ſo weit ſind Sie doch noch nicht! Aber ich komme
dahin, und da müſſen Sie mir helfen. Ein Sekretär ſoll
mich begleiten, er muß engliſch ſprechen und ſtenographie=
ren
können, damit, wenn der Fürſt mir etwas diktiert, er
es gleich ſtenographiſch niederſchreiben kann. In Amerika
würde ich mich einfach an ein Bureau wenden und ſofort
einen ſolchen Herrn erhalten, hier iſt’s, wie man mir be
reits im Hotel geſagt, ſchwieriger. Begleiten Sie michte
Leider unmöglich. Erſtens bin ich in Friedrichsruh
bekannt und dann habe ich zu Dr. Chryſander ſo außer=
ordentlich
freundſchaftliche Beziehungen, daß ich ſie in bei=
derſeitigem
Intereſſe nicht auffriſchen möchte. Doch halt,
heute abend komme ich mit Kollegen und ſonſtigen Freun=
den
zuſammen. Zu unſerer Tafelrunde gehört Dr. L.;
wenn er einwilligt, könnten Sie keinen beſſeren Sekretär

erhalten, er ſpricht geläufig engliſch, gehörte zum Stabe
unſeres Reichskommiſſars auf der Chicagoer Weltausſtel=
lung
, ſieht elegant aus.
Eilen Sie und bringen Sie
mir Ihren Freund her!
Und eine Stunde ſpäter ſaßen wir zu Dreien im Hotel
Royal und wurde alles Nötige verabredet. Am nächſten
Morgen fuhr Mrs. S. mit ihrem Sekretär nach Fried=
richsruh
! Die Aufnahme daſelbſt war, wie mir Dr. L.
noch am gleichen Abend erzählte, eine ſehr herzliche, ich
konnte manches ſofort aufzeichnen, das heute beſonderes
Intereſſe haben dürfte.
Die Unterhaltung an der Tafel wurde
teils in engliſcher, teils in deutſcher Sprache geführt. Dies
war die Veranlaſſung, daß das Geſpräch die Verſchieden=
heit
der Völker berührte. Die Betrachtungen zuſammen=
faſſend
, meinte der Fürſt: Ich finde, daß Völker in ihrem
Leben ſoweit nur von endgültigem Erfolg gekrönt wer=
den
, als ſie teutoniſches Blut in ihren Adern haben, und
ſo lange, als ſie die Eigentümlichkeiten dieſer Raſſe be=
wahren
. Die Engländer waren ein wirklich großes Volk
nur damals, als das Trinken bei ihnen zum guten Ton
gehörte. Die Irländer ſind ein weibliches Volk, viel Ge=
fühl
, wenig mit dem Verſtande operierend. Alle Völker
und Raſſen ſind mir zum Schluß verſtändlich, nur gegen
Neger vermag ich eine Abneigung nicht zu überwinden.
Sie erſcheinen mir ein Zerrbild der Weißen. Um ſo mehr
haben mich die Vereinigten Staaten gefeſſelt, in deren Le=
ben
dieſe Raſſe weſentliche Bedeutung hat. Wenn in die=
em
Lande die Sozialdemokratie keine hervorragende Rolle
ſpielt, eigentlich nur in den großen Städten aufgetreten
iſt, und dort mit Energie zurückgedrängt werden konnte,
ſo liegt dies wohl auch in der geringen Dichtigkeit der
Bevölkerung. Nur da, wo die Menſchen eng gehäuft woh=
nen
, gedeiht die Treibhauspflanze unſerer Kultur. Als
Ideal eines amerikaniſchen Geſchäftsträgers erſchien mir
immer Bancroft. Er ſtach mit ſeiner wiſſenſchaftlichen
Ruhe um ſo vorteilhafter ab, als einer ſeiner Vorgänger
durch ſeine Frau mir manchen Aerger bereitet hatte. Dieſe
Dame hielt ſich zu jeder Rückſichtsloſigkeit berechtigt. Bei
den Empfängen des diplomatiſchen Korps ſtellte ſie ſich
immer in den freien Raum, der für den Durchgang der

[ ][  ][ ]

ges hatte ſich geſtern der 44jährige Händler Bernhard
Krämer von Güttersbach, zuletzt in Viernheim woh=
nend
, vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten. Er
hatte von einem Birkenauer Makler 12 Zentner Obſt im
Werte von etwa 40 Mark gekauft, das er gegen Barzahl=
ung
von dem Landwirt Stabel in Ober=Mumbach abholen
ſollte. Dieſem verſchwieg er die Bedingung, daß er nur
gegen Barzahlung liefern ſollte und überredete ihn durch
mancherlei Vorſpiegelungen zur Hergabe des Obſtes ohne
Bezahlung. Der Geſchädigte iſt natürlich nicht zu ſeinem
Gelde gekommen, trotzdem beſtreitet der Angeklagte jede
betrügeriſche Abſicht. Er wird zu 3 Monaten Ge=
fängnis
verurteilt.
* Todesfall. Am 29. März verſtarb zu Darmſtadt
der Großh. Gerichtsaſſeſſor Auguſt Reinheimer im
37. Lebensjahre. Aus Klein=Gerau gebürtig, beſtand er
im Sommer 1898 das Fakultätsexamen in Gießen und im
Herbſt 1901 das Staatsexamen für das Juſtiz= und Ver=
waltungsfach
und war vom Jahre 1902 ab als Gerichts=
ſchreiber
bei den Landgerichten der Provinzen Rheinheſſen,
Oberheſſen und Starkenburg, als Amtsanwalt in Groß=
Umſtadt und ſeit dem 29. Mai 1906 bei dem Großh. Ober=
landesgericht
Darmſtadt verwendet. Der ſo frühzeitig
Verſtorbene hat ſich durch Fleiß, Gewiſſenhaftigkeit und
regen Eifer in allen ſeinen Dienſtſtellen ausgezeichnet und
infolge einer guten Beanlagung und ſeiner guten Kennt=
niſſe
dem Staate erſprießliche Dienſte geleiſtet. Trotz
eines jahrelangen ſchweren körperlichen Leidens hat er
bis zum letzten Tage ſeines Lebens ein Vorbild treueſter
Pflichterfüllung gegeben. Von Vorgeſetzten und Unter=
gebenen
wegen ſeines geraden, zuverläſſigen und vorzüg=
lichen
Charakters in gleicher Weiſe geſchätzt und geachtet,
war er auch bei ſeinen Kollegen wegen ſeiner Gefälligkeit
und ſeines guten Gemütes beliebt. Sein allzu frühes
Hinſcheiden mitten aus ſeiner Berufstätigkeit heraus iſt
um ſo ſchmerzlicher zu empfinden, weil er unmittelbar)
vor ſeiner definitiven Anſtellung im Staatsdienſt ſtand
die er in elfjähriger Wartezeit erſehnt hatte. Sein An=
denken
wird bei allen, die den trefflichen Menſchen gekannt
haben, ſtets in Ehren gehalten werden
* Vom Landesmuſeum. Die künſtleriſche Ausgeſtalt=
ung
des Platzes vor dem Großh. Heſſiſchen Landesmuſeum
geht nunmehr ihrer Vollendung entgegen. So wurde vor
kurzem das große Brunnenbecken vor dem Eingang mit
echtem Woogswaſſer gefüllt. Die Leitung führt bekannt=
lich
unterirdiſch über die Obergaſſe, und durch den koloſſa=
len
Druck, den ſie dadurch erhält, wird der Springbrun=
nen
in der Mitte des Beckens bis zu 13 Meter Höhe
emporgetrieben. Das Waſſer des Beckens wird belebt durch
allerhand ſeltene Amphibien uſw.
Ferner wurden
die beiden hölzernen Fahnenmaſten durch ſolche aus
Bronze erſetzt, mit reicher künſtleriſcher Verzierung. Die
beiden Grasbeete rechts und links, die ſich ſeither im troſt=
loſen
Zuſtande befanden, haben ſich dank der eifrigen
Pflege endlich ſoweit erholt, daß auch jetzt die ſcheußlichen
Umzäunungen entfernt werden können. Die beiden Löwen
des Herrn Profeſſor Jobſt gelangen heute früh zur Auf=
ſtellung
und vervollſtändigen nunmehr das architektoniſch
wie künſtleriſch ſchöne Bild. Die offizielle Beſichtigung
der ganzen Anlage findet heute vormittag um 11 Uhr ſtatt.
C. Ein Gedenktag. Heute ſind 25 Jahre ſeit der
Eingemeindung Beſſungens in Darmſtadt
verfloſſen. An dieſem für beide Gemeinden ſo vorteil=
haften
Werk, das erſterer u. a. die längſt gewünſchte
Waſſerverſorgung ihrer höher gelegenen Straßen und
Darmſtadt einen namhaften Zuwachs ſeines Waldbeſitzes
verſchaffte, war namentlich der damalige Provinzial=
direktor
Dr. Goldmann tätig.
C. Herr Biſchof Dr. Kirſtein traf am Sonntag
abend 5½ Uhr hier ein, wurde vom Wagen des Herrn
Hauptmann Freytag abgeholt und am Portale der
St. Ludwigskirche feierlich empfangen. Nachdem er im
Gotteshauſe die üblichen Gebete verrichtet, erfreute er
die zahlreich erſchienenen Gläubigen mit einer weihe=
vollen
Anſprache und gab ihnen den biſchöflichen Segen.
Am Montag morgen fand ein feierliches Hochamt ſtatt,
das mit Darbietungen des Kirchengeſangvereins St.
Ludwig und der Kapelle des 61. Artillerieregiments ver=
bunden
war. Der Biſchof hielt eine tief zu Herzen
gehende Predigt und ſpendete dann 440 Angehörigen
der drei hieſigen und mehrerer henachbarten Pfarreien
das Sakrament der Firmung. Die Erſtkommunion war
am Sonntag vorausgegangen.
* Literariſcher Verein. Auf die heutige Anzeige
dieſes Vereins, der ſeine einzige Aufgabe darin ſieht,
ſeine Mitglieder das ganze Jahr über ſowohl mit unter=

haltender, wie belehrender Lektüre zu verſehen, ſei hier=
mit
nochmals hingewieſen.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Auf die heute
abend im Fürſtenſaal ſtattfindende Mitgliederver=
ſammlung
ſei hiermit nochmals hingewieſen.
* Wohltätigkeitsfeſt zum Beſten des Roten Kreuzes.
Die Kinder=Anmeldungen für den Märchenzug des am
31. Mai und 4. Juni im Orangeriegarten in Beſſungen
tattfindenden Märchenfeſtes beim Kleinen
König ſind ſo zahlreich eingelaufen, daß Herr Maler
Hans Pellar, in deſſen Atelier am Samstag nachmittag
eine beratende Sitzung geweſen iſt, insgeſamt 25 Märchen=
Gruppen (mit weit über 200 Kindern) bilden konnte. Sie
werden die nachfolgenden bekannten Kindermärchen ver=
anſchaulichen
: Der kleine König, Dornröschen, Schnee=
wittchen
, Aſchenbrödel, Rotkäppchen, Hänſel und Gretel,
Goldene Gans, Schweinehirt, Geſtiefelte Kater, Königs=
kinder
, Sieben Schwaben, Rübezahl und Das tapfere
Schneiderlein. Tauſend und eine Nacht ſoll mit einer
großen Gruppe vertreten ſein, der ſich Ali Baba mit den
40 Räubern anſchließen wird. Zu dieſen Märchen kom=
men
bekannte Bilderbuch=Figuren, wie Struwelpeter, Pau=
linchen
, der böſe Nikolaus mit den Tintenbuben und Nuß=
knacker
mit den Holzſoldaten. Auch der Rieſe Goliath und
der kleine Däumling werden nicht fehlen. Ebenſo ſind die
Geſtalten vertrauter deutſcher Sagen, wie Genoveva, Till
Eulenſpiegel und Rattenfänger von Hameln, in den Zug
aufgenommen, ſo daß dieſer dem Auge ein buntes viel=
geſtaltiges
, von Pellars Künſtlerhand zu einem ſchönen
Ganzen geeintes Bild bieten wird das als Glanz= und
Mittelpunkt der beiden Feſttage gelten dürfte.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Der Ortsgewerbe=
verein
hatte ſeine Mitglieder am Sonntag zu ſeiner erſten
Familienwanderung für dieſes Jahr eingeladen. Herr=
licher
Frühlingsſonnenſchein und der blaue Himmel hatten
eine ſtattliche Zahl, etwa 70 Wanderinnen und Wanderer,
veranlaßt, mit hinauszuwandern in das Erwachen der
Natur. Von Station Egelsbach, wohin die Teilnehmer
die Bahn gebracht, ging es an Mörfelden vorbei, bis zum
Bahnübergang am Forſthaus Nikolauspforte. Das warme
Wetter und der Sonnenſchein geſtattete, im Freien Raſt
zu machen. Maleriſche Gruppen lagerten am Wieſen=
rand
, die Ruckſäcke wurden geleert und die Pumpe des
Bahnwärterhauſes ſtiftete einen köſtlichen Trunk. Eine
photographiſche Aufnahme verewigte die Raſt, und weiter
zings nun in den Groß=Gerauer Park. Manches Rudel,
verraten durch die weißen Hirſche, trabte durch die Wald=
gründe
, Grund genug, zu fröhlichem Staunen von alt und
jung. An der mächtigen Ludwigseiche wurde noch kurze
Raſt gemacht, zwei ſchöne Gruppen im Apparat feſtgelegt
und nach einer Wanderung von 4 Stunden im ganzen
langte man in Groß=Gerau im Adler an. Nachdem
Durſt und Hunger geſtillt, der Führer die Erſchienenen
begrüßt und dem Ortsgewerbeverein Groß=Gerau für ſein
liebenswürdiges Entgegenkommen gedankt hatte, ent=
wickelte
ſich bald ein fröhliches Treiben. Rundgeſang, die
chönen Liedervorträge der Frau Eckle und manch Tänz=
hen
ließen die Zeit viel zu ſchnell ſchwinden, und nach
Abſchied von den Groß=Gerauern brachte die Bahn die
Teilnehmer um 8,40 Uhr wohlbefriedigt wieder in die
Heimat zurück. Es wird an dieſer Stelle auf die nächſte
Tageswanderung nach Oppenheim aufmerkſam gemacht.
Da dieſe Wanderung insbeſondere auch der Baumblüte
auf der Nonnen=Aue gilt, ſo hängt ſie von dem Wetter ab
und findet vorausſichtlich noch im April oder Anfang des
nächſten Monats Mai ſtatt. Näheres folgt in den An=
zeigen
.
* Stenographiſche Anfänger kurſe. Man ſchreibt
uns: Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
Gabelsberger eröffnet, wie aus dem Anzeigenteil
unſeres Blattes erſichtlich, am Freitag, den 4. April, in
ihren eigenen Unterrichtsräumen Mathildenplatz 8 neue
Lehrgänge für Anfänger. Die Kurſe erfreuen ſich durch
den Umſtand, daß der Unterricht nicht in Schulräumen,
ondern in muſtergültig eingerichteten Unterrichtsräumen
abgehalten wird, ſtets eines zunehmenden Beſuches.
Der Unterricht iſt für ältere und jüngere Teilnehmer ge=
trennt
, wodurch eine individuelle Erteilung erreicht wird.
Durch den einzigen Verein Deutſchlands, der Schreib=
maſchinenunterricht
unter eigener Regie betreibt iſt den
Teilnehmern gleichzeitig Gelegenheit geboten, auch das
Maſchinenſchrelben zu erlernen.
Das Doppelquartett Rheingold feiert am Sonntag
im Kaiſerſaal ſein 10. Stiftungsfeſt. Um dem Pu=
blikum
vor Augen zu führen, was während der kurzen

Zeit des Beſtehens unter der vorzüglichen Leitung ſeines
verdienten Dirigenten, Herrn Franz Damm, geleiſtet
wurde, hat der Verein die bis jetzt errungenen 28 Preiſe
bis zum Samstag, den 5. April, in dem Schaufenſter
Alexanderſtraße 6 ausgeſtellt.
S. Ludewigsmonument. Die, welche ſich in der ver=
gangenen
Nacht auf dem Luiſenplatz eingefunden hatten,
um die Renovierungsarbeiten am Monument änzuſehen,
wurden daran erinnert, daß um 12 Uhr der erſte April
begonnen hatte und ſie in den April geſchickt
waren.
* Tragiſcher Tod eines Darmſtädters. Von einem
chweren Schickſalsſchlag wurde die Familie Gg. Keller
Witwe hierſelbſt betroffen. Der hoffnungsvolle, erſt 27
Jahre alte Sohn Georg Otto Keller wurde am
18. Dezember v. Js. in Foondo auf Malaita (Mala),
zu den britiſchen Salomonsinſeln gehörig, von Eingebo=
renen
ermordet.
Zuſammenſtoß. Geſtern mittag 1 Uhr 43 Minuten
ereignete ſich in der Nähe der Halteſtelle Ludwigshöhe
ein Eiſenbahnunfall. Der von Darmſtadt kom=
mende
Zug 44a der Dampfſtraßenbahn fuhr bei der
Moltkeſtraße der neuen Villenkolonie gegen den hinteren
Teil eines beladenen Möbelwagens, deſſen
Kutſcher verſucht hatte, noch vorher über das Gleis zu
kommen. Der Anprall war ziemlich heftig, ſo daß die
Maſchine entgleiſte und der Möbelwagen
umſtürzte. Dem Lokomotivführer war es nicht mehr
möglich, den Zug auf 10 bis 11 Meter zum Stehen zu
bringen, als er den Möbelwagen bemerkte. Der Betrieb
wurde durch Umſteigen aufrecht erhalten. Es bedurfte
etwa anderthalb Stunden, um die entgleiſte Maſchine
wieder auf das Gleis zurückzubringen.
* Kinotheater. Olympia=Theater. In dem
dieswöchentlichen Programm vom Dienstag bis ein=
ſchließlich
Freitag bringt das Theater das Naturbild
Venedig, die Königin der Adria‟ Dieſe Prachtbilder,
unter Italiens blauem Himmel aufgenommen, geben
einen getreuen Begriff von den vielgeprieſenen Schön=
heiten
Venedigs. Der Film Stumme Verehrung iſt ein
dramatiſches Lebensbild in zwei Akten, eine urgelungene
Komödie iſt der Film Ein Genieſtreich Hervorragend
iſt das Drama Lucretias Tod, ein Dreiakter aus der
Römerzeit, herrlich koloriert.

Liquidation der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank.

Eine ſchwere Kriſis.
Das Heſſiſche landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen
hat zurzeit eine ſchwere Kriſis durchzumachen, die durch
die bedauerlichen Fälle von Ober=Mockſtadt, Nieder=
Modau u. a. hervorgerufen wurde. Dieſe Kriſis kommt
jetzt in ein neues, akutes Stadium. Geſtern erſt iſt gemel=
det
worden, daß die Hilfsaktion im Nieder=Modauer Kon=
kurs
endlich zuſtande gekommen iſt, ſo daß jetzt die Spar=
einleger
der Nieder=Modauer Kaſſe wenigſtens wieder
bares Geld, wenn auch einſtweilen nur 50 Prozent ihrer
urſprünglichen Guthaben, in die Hand bekommen werden.
Nun folgt dieſer günſtigen Nachricht eine andere ſehr
ernſte: die Landwirtſchaftliche Genoſſen=
chaftsbank
in Darmſtadt ſieht ſich zur Anſuchung
eines Moratoriums genötigt. Die Kriegsfurcht der
letzten Monate, die ja im ganzen Lande viele Sparer zur
Abhebung ihrer Einlagen trieb, ſowie die ſchwere Ver=
wertbarckeit
der letzten Getreideernte, die durch die Näſſe
vielfach unverkäuflich wurde und dadurch das Kreditbe=
dürfnis
der ländlichen Bevölkerung ſtark vermehrte, ver=
einigten
ſich mit der ſpeziellen Beunruhigung der heſſi=
ſchen
Bauern, die durch dieſe Vorgänge im Genoſſen=
chaftsweſen
hervorgerufen war. Und der unglückliche
Effekt aller dieſer Urſachen waren Abhebungen bei der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank in einem Um=
fange
, für den auf die Dauer auch das Abkommen mit der
Landwirtſchaftlichen Kreditbank in Frankfurt nicht aus=
reichen
konnte ſie werden uns auf nicht weniger als
6 Millionen Mark, alſo auf rund ein Drittel der geſamten
Einlagen, beziffert.
Landwirtſchaftliche Gegoſſen=
Die
ſchaftsbank hat den ihr angeſchloſſenen Genoſſenſchaf=
ten
die Mitteilungen zugehen laſſen, daß zur ſtillen
Liquidation der Landwirtſchaftlichdn Ge=
eine
Zentralkaſſe der
noſſenſchaftsbank
heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſen=

Herrſchaften beſtimmt war. Wie ein General ſtand ſie
vor der diplomatiſchen Schlachtreihe. Ein Kammerherr
nach dem anderen erſchien, um ſie in die Front an ihren
Platz zu führen. Einzelangriffen aber hielt ſie Stand.
Zum Schluß rückte dann eine Armee von Kammerherren
an, die, in Schlachtordnung gegen ſie vorgehend, ſie zum
Weichen veranlaßte. Bei der Frage, ob ein neuerdings
unliebſam aufgefallener Amerikaner, der kürzlich in beſon=
derer
Veranlaſſung in Deutſchland weilte und gern mit
der Freundſchaft eines ſehr hohen Herrn prahlte, Sohn
oder Neffe dieſer kriegeriſchen Dame ſei, fiel der Ausruf
des Fürſten: Auch zum Neffen möchte ich den Kerl nicht
haben.
Die angewandten militäriſchen Gleichniſſe brachten
das Geſpräch auf die Stellung des Fürſten in der Armee
und auf den ihm vom Kaiſer geſchenkten Küraß. Dieſer
wurde zur Anſicht herumgereicht. Der Fürſt erzählte, er
habe nie einen Küraß getragen, würde daher auch dieſen
nur tragen, wenn er damit einer durch die Verhältniſſe
verlangten Notwendigkeit ſich fügen müſſe. Es ſei ihm
ein unbequemes Kleidungsſtück. Als ich das letzte Mal
im Schloſſe , waren ſechs oder ſieben Offiziere meines
Regiments anweſend, die im Küraß zu dem zwei bis drei
Stunden lang dauernden Diner befohlen waren. Ich be=
dauerte
ſie von meinem Standpunkte um ſo mehr, als ich
mir ſagte, ich ſei die Veranlaſſung zu dem, was mir als
eine Qual erſchien. Es wurde erwähnt, daß der Kaiſer
ebenfalls im Küraß in Friedrichsruh ein Diner eingenom=
men
habe. Hierauf erwiderte der Fürſt: Kaiſer müſſen
und dürfen manches tun, was wir nicht müſſen und nicht
dürfen.
Auffallend war es, wie gut der Fürſt die engliſche
Sprache beherrſchte. Er bemerkte, daß ſein Aufenthalt
in England für ihn in dieſer Beziehung die hohe Schule
gebildet habe. Der Fahrt dahin verdanke er ſein erſtes
Krankheitsgefühl. Die Seefahrt ſei ſtürmiſch geweſen und
er habe ſich ſehr elend gefühlt. Ein quälender Gedanke ſei
für ihn geweſen, daß er im Waſſer, zwiſchen den verſchie=
denen
Strömungen hin und her geworfen, ſcheinbar zer=
mahlen
werden könne und, ſo in die Tiefe gelangend, alle
die Opfer des Kanals vermehren würde. In ſeiner
Phantaſie hätten ſich ihm alle die Leichen, die Schiffsreſte
gezeigt, die den Grund bedeckten. Uebrigens habe er ſchon
in ſeiner Jugend engliſch geſprochen. Während ſeiner
Dienſtzeit als Einjähriger ſei ihm in bezug hierauf noch

folgendes Erlebnis gegenwärtig: Beſtaubt und beſchmutzt
mußte ich vom Dienſt einſt direkt in das Hotel gehen, in
dem ich meine Mahlzeiten einnahm. Dort kam ich neben
eine an jenem Tage angekömmene engliſche Familie zu
ſitzen. Mein nicht ſalonmäßiges Aeußere veranlaßte die
Glieder derſelben zu Betrachtungen darüber, was ich ſei.
Unmöglich, meinte eine der Damen, ſei ich ein Offizier.
Meine Hand jedoch ſei nicht die eines Gemeinen. Still=
ſchweigend
hörte ich die Diskuſſion mit an. Plötzlich griff
die Dame nach einer Moſtrichdoſe. Da ſie dieſelbe nicht
ganz erreichen konnte, übergab ich ſie ihr und ſagte dabei
in meinem beſten Engliſch: Sie iſt leer, wenn Sie eine
andere wünſchen, ſo werde ich den Kellner beauftragen,
Ihnen eine gefüllte zu holen. Tableau!
Der Fürſt wandte ſich mehrfach deutſch an Dr. L. und
glaubte aus den Erwiderungsworten den Berliner zu er=
kennen
. Dieſes Deutſch, von Gebildeten geſprochen er=
wähnte
er, halte ich für das beſte, es zeigt am wenigſten
Dialekt. Unter dieſem Geſichtspunkt iſt mir immer das
Ruſſiſche ſehr intereſſant geweſen. Fürſt wie Bauer ſpre=
chen
dieſelbe Sprache im ganzen Reiche, ebenſo gleich=
mäßig
ſind auch die Schriftzüge, ob der Schreiber in Aſtra=
chan
oder Moskau zu Hauſe iſt. Auf die Bemerkung, daß
der reine Berliner Dialekt für Fremde etwas agreſſives
enthalte, ſagte der Fürſt: Mir hat er wenigſtens eine
Menſur eingetragen. In Göttingen gebrauchte ich einſt
in einer Geſellſchaft von Hannoveranern die Wendung:
Ick ooch. Es wurde mir bedeutet, daß ooch keine Be=
rechtigung
habe. Es hieße hochdeutſch auch, oder platt=
deutſch
: ock. Ein Wort gab das andere, bis dieſe lingui=
ſtiſche
Frage nur durch Anwendung der Schläger entſchie=
den
werden konnte. Als das Geſpräch auf die ſich in
der Gegenwart überſtürzenden politiſchen und ſonſtigen
Ereigniſſe kam, auf die ſich raſch folgenden neuen Erfin=
dungen
und Entdeckungen, ſagte der Fürſt: Wenn ich ſo
auf mein Leben zurückdenke, ſo iſt der Fortſchritt unge=
heuer
. Ungeheuer iſt aber auch der Wechſel in der Auf=
faſſung
, auch in meiner Auffaſſung. In meiner Jugend
ſchien mir z. B. der ſiebenjährige Krieg und der Befrei=
ungskrieg
zeitlich gar nicht ſo getrennt. Doch waren es
zweiundfünfzig Jahre. Alles ſchob ſich in dieſer Bezieh=
ung
zuſammen. Welche lange Zeit habe ich durchlebt.
Ich hätte ja noch Napoleon den Erſten ſehen können. Glück=
licherweiſe
hat uns das Geſchick zu verſchiedenen Epochen
wirken laſſen.

Als das Frühſtück ſich ſeinem Ende näherte, beauf=
tragte
Bismarck ſeinen Kammerdiener Pinnow, mehrere
ſeiner neueren photographiſchen Aufnahmen zu holen, eine
derſelben mit Widmung verſehend und ſie ſeiner Nach=
barin
überreichend. Undnun kam der Effekt: Durch=
laucht
erlauben wohl daß ich das Bild in meiner Zeit=
ſchrift
veröffentliche? Sehr erſtaunt blickte der Fürſt
unter den buſchigen Brauen die lächelnde Amerikanerin
an, die übrigen waren wie aus den Wolken gefallen
Sie ſind Schriftſtellerin, Journaliſtin? fragte nach einer
kleinen, etwas bänglichen Pauſe der Fürſt. Jawohl,
Durchlaucht, hier iſt das neueſte Heft der durch mich ver=
tretenen
Zeitſchrift, und ſie reichte dem Fürſten das ſtatt=
liche
Heft des Forum hin. Die größte Ehre würde es
für uns ſein, einen Beitrag von Ew Durchlaucht zu er=
halten
! Alle blickten auf den Fürſten, der gemäch=
lich
in dem Heft blätterte, hier und da einen kurzen Satz
leſend, und der nach einer Weile zum höchſten Erſtaunen
erwiderte: Nun ja, warum nicht! Mrs. S. ſchwamm
in Seligkeit: Wenn Durchlaucht Neigung hätten, meinem
Nein, nein, ſagte
Sekretär etwas zu diktieren . .
lächelnd der Fürſt, ſo ſchnell geht’s doch nicht! Erſt muß
ich’s überlegen, irgend eine Erinnerung, ſpäter, ſpäter.
Und nun wird man Ihnen und Ihrem Begleiter Zimmer
anweiſen, falls Sie ſich etwas ausruhen wollen. In zwei
-
Stunden, zum Kaffee, ſehen wir uns hier wieder.
Bald nach dem Kaffee trat Mrs. S. mit ihrem Sek=
retär
die Rückreiſe nach Berlin an, eine nochmalige An=
frage
bezüglich eines Beitrages war wiederum mit einem
freundlichen ſpäter, ſpäter beantwortet worden, und da=
bei
iſt’s denn auch geblieben: der Fürſt hat nie daran ge=
dacht
, einen Aufſatz für das Forum zu ſchreiben, er
wollte durch eine halbe Zuſage nur weitere Bitten ab=
ſchneiden
. Aber Amerikanerinnen ſind zähe. Später
hörte ich von der Beſitzerin des Gaſthauſes in Friedrichs=
ruh
, daß Mrs. S. nochmals dort eingetroffen ſei, ſie hätte
vom Gaſthauſe aus einen Brief an den Fürſten ge=
chickt
, gleich darauf wäre Graf Rantzau gekommen und hätte
in liebenswürdiger Weiſe das Bedauern des Fürſten ausge=
ſprochen
, Mes. S. nicht empfangen zu können, da er ſich
nicht ganz wohl fühle: Am beſten, gnädige Frau, Sie
nehmen den in einer halben Stunde abgehenden Zug nach
Hamburg, von dort haben Sie dann gleich direkten An=
ſchluß
nach Berlin!
Ein Bismarck ließ ſich nur einmal überrumpeln!

[ ][  ][ ]

ſchaften gegründet wurde. Das Rundſchreiben
der Genoſſenſchaftsbank lautet:
Trotzdem unſer Aufſichtsrat und die Bankdirektion
verſchiedentlich in Ausſchreiben die einzelnen angeſchloſſe=
nen
Genoſſenſchaften aufgefordert haben, gegenüber der
Bank das alte Verhältnis aufrecht zu erhalten und treu
den Geld= und Kreditverkehr mit ihrer Bank weiter fort=
zuſetzen
, wurde dies doch nicht von der großen Mehrzahl
der angeſchloſſenen Genoſſenſchaften befolgt. Die Ab=
hebungen
vermehrten ſich täglich während
die Eingänge immer geringer wurden. Unſere Bank kann
dieſen geſteigerten Anforderungen auf die Dauer nicht
mehr genügen. Wie es ja bekannt ſein dürfte, hat unſere
Bank erhebliche Beträge bei der Reichsgenoſſenſchafts=
bank
, Aktiengeſellſchaft, Frankfurt a. M., feſtgelegt. Ebenſo
ſteckt viel Geld direkt und indirekt in unſeren Genoſſen=
ſchaften
. Alle dieſe feſtgelegten Mittel können nicht ohne
weiteres und ſofort flüſſig gemacht, d. h. zu barem Geld
gemacht werden, zumal die Zuſtände auf dem offenen
Geldmarkte außerordentlich ſchwierige und knappe ſind,
durch die Beunruhigung infolge der noch nicht geklärten
politiſchen Lage.
Man hat es deshalb nach eingehender Beratung aller
maßgebenden Kreiſe für nötig befunden, um die alte Bank
nicht vor die Notwendigkeit einer zwangsweiſen Ab=
wicklung
zu ſtellen, ſtill zu liquidieren und eine
neue Geldausgleichſtelle und Kredit=
quelle
zu ſchaffen. Zu dieſem Zweck haben die
Spar= und Daclehnskaſſen Waldülversheim, Heßloch,
Sprendlingen (Rheinh.), Michelſtadt i. Odenwald, Nier=
ſtein
, Arheilgen, Gau=Odernheim, Biebesheim, Wöreſtadt,
Alsheim und die Zentralgenoſſenſchaft der heſſiſchen land=
wirtſchaftlichen
Konſumvereine, hier, die durchweg als
Gläubiger an unſerer Bank ſtark intereſſiert ſind, eine
neue Zentralkaſſe gegründet unter dem Namen
Zentralkaſſe der heſſiſchen landwirtſchaft=
lichen
Genoſſenſchaften
in der Form einer eingetragenen Genoſſenſchaft mit be=
ſchränkter
Haftpflicht. Nächſte Woche wird eine Verſamm=
lung
der Aktionärgenoſſenſchaften und Gläubiger der
Bank ſtattfinden, um ein Moratorium zu er=
wirken
d. h. herbeizuführen, daß ſich die einzelnen
Vereine verpflichten, ihre jetzigen Guthaben bei der Bank
eine gewiſſe Zeit gegen Weiterverzinſung ſtehen zu laſſen,
damit der Vorſtand nicht gezwungen iſt, einen weiteren
Schritt zu tun und eine zwangsmäßige Abwicklung zu
beantragen. Wir bitten Sie deshalb, Ihre Anforderungen
uns gegenüber einzuſchränken, und, falls Sie Geld nötig
haben, ſich an die neue Zentralkaſſe zu wenden und ihr
beizutreten. Ruhe und Vertrauen ſind um geordnete
Verhältniſſe wiederherzuſtellen und größeren Verluſten
aus dem Weg zu gehen, abſolut nötig. Denn nur da=
durch
kann eine zwangsweiſe Abwicklung vermieden
werden.
Das Rundſchreiben der neugegründeten Zentral=
kaſſe
der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften lautet: Wir geſtatten uns, er=
gebenſt
mitzuteilen, daß ſich am 27. März 1913 durch die
obengenannten Genoſſenſchaften, die an der Landwirt=
ſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank zu Darmſtadt als Gläubiger
und Aktionäre beträchtlich beteiligt ſind, eine neue Zen=
tralkaſſe
unter dem Namen Zentralkaſſe der heſſiſchen land=
wirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften, eingetragene Genoſſen=
ſchaft
mit beſchränkter Haftpflicht gebildet hat. Die neue
Kaſſe ſoll den ganzen Geld= und Kreditverkehr der Land=
wirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank übernehmen, um ſo
deren ſtille Liquidation durchführen zu können, und ſoll den
Vorſtand der alten Bank nicht zwingen, eine zwangsweiſe
Durchführung der Liquidation zu beantragen, was für die
Gläubigergenoſſenſchaften und Aktionäre einen Ausfall bei
ihren Forderungen bringen könnte, welcher bei ſtiller Li=
quidation
ſich auf das geringſte Maß beſchränken würde.
Der Gegenſtand des neuen Unternehmens
iſt nach § 2 des Statuts der Betrieb eines Kredit= und
Geldausgleichsgeſchäfts behufs Förderung der Intereſſen
der Genoſſen. insbeſondere 1. durch Gewährung von Kre=
dit
an dieſelben, 2. durch Annahme und Verzinſung ihrer
überſchüſſigen Geldvorräte. Alle anderen Ge=
ſchäfte
ſind nach dem Statutausgeſchloſſen
Es iſt die Abſicht der Gründer, eine neue Zentralkaſſe und
Geldausgleichſtelle zu ſchaffen, die vollſtändig rein iſt von
allen Beteiligungen und Kreditgewährungen an anderg
Unternehmungen, und die als Genoſſenſchaft allein den
Intereſſen und Bedürfniſſen der ihr ange=
ſchloſſenen
Genoſſenſchaften dient. Die Or=
gane
der neuen Genoſſenſchaft ſind der Vorſtand, der Auf=
ſichtsrat
und die Generalverſammlung. Der Vorſtand
ſetzt ſich aus drei Perſonen zuſammen, die die Geſchäfte
mit gleichen Rechten und mit gleicher Verantwortung füh=
ren
. Es wurden gewählt: 1. Herr Philipp Becker aus
Wörrſtadt, 2. Herr Karl Schuppert aus Guntersblum,
3. Herr Dr. Peter Gottſchämmer aus Darmſtadt. Der
Aufſichtsrat beſteht vorläufig aus ſechs Perſonen und
ſetzt ſich zuſammen aus folgenden Herren: 1. Lehrer
Solms, Nierſtein: 2. Weinhändler Julius Grode,
Gau=Odernheim; 3. Bürgermeiſter Becker, Sprendlingen
(Rheinh.); 4. Lehrer Keidel, Michelſtadt; 5. Landwirt
Volz, Biebesheim; 6. Bürgermeiſtereiſekretär Hirſch,

Arheilgen. (Drei Mitglieder für Oberheſſen ſind vorbe=
halten
.)
Das eigene Kapital der Genoſſenſchaft wird aufge=
bracht
durch die Geſchäftsanteile. Jede Mitgliedsgenoſſen=
ſchaft
hat laut Statut einen Geſchäftsanteil von 500 Mark
zu übernehmen, der ſofort mit 100 Mark einzuzahlen iſt.
Die weiteren 400 Mark werden in jährlichen Raten von je
200 Mark, alſo innerhalb zweier Jahre, eingezahlt. Jedes
Mitglied kann weitere Geſchäftsanteile bis zu zehn er=
werben
. An einen Geſchäftsanteil knüpft ſich eine Haft=
ſumme
von 1000 Mark. Die neue Zentralkaſſe wird ſich der
Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe
n Berlin anſchließen und ſoll von ihr den ihr ange=
ſchloſſenen
Genoſſenſchaften Kredit beſchaffen. Die mit der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank in Kreditverkehr
ſtehenden Genoſſenſchaften können ihr Kreditbedürfnis in
Zukunft bei der neuen Zentralkaſſe befriedigen, wenn ſie
ſich derſelben als Mitglied anſchließen, und diejenigen Ge=
noſſenſchaften
, die überſchüſſige Gelder haben, können ſie an
dieſelbe abſtoßen. Es liegt dies im Intereſſe aller einzel=
nen
Genoſſenſchaften.
Heute, Dienstag, wird eine Verſammlung der ange=
ſchloſſenen
Genoſſenſchaften ſtattfinden, die über die Neu=
geſtaltung
der Dinge zu befinden haben wird.

Offenbach, 31. März. Der 25jährige Portefeuiller Fr.
Wilhelm Lemkeerſchoß heute früh die 23 Jahre alte
Anna Margareta Herzig und dann ſichſelbſt. Wie
aus einem hinterlaſſenen Briefe hervorgeht, hatten die bei=
den
beſchloſſen, gemeinſam in den Tod zu gehen.
Die beiden hatten ſchon öfter ihren Entſchluß,
zuſammen zu ſterben, geäußert; aber niemand nahm ihre
Worte ernſt. Bei einer Konfirmationsfeier, der ſie am
Nachmittag beiwohnten, waren ſie luſtiger als je zuvor.
Gegen Abend trat das Liebespaar den Heimweg an, und
zwar begleitete das Mädchen den Bräutigam nach deſſen
Wohnung, um dort die letzten Stunden zu verleben. Als
heute morgen gegen 6 Uhr die Wirtsleute den jungen
Mann zur Arbeit wecken wollten, erhielten ſie trotz hefti=
gen
Klopfens und Rüttelns an der verſchloſſenen Türe
keine Antwort. Und als ſie, von bangen Ahnungen er=
üllt
, die Tür gewaltſam öffneten, bot ſich der erſchütternde
Anblick der beiden Toten. Die Heirat war bereits be=
ſchloſſene
Sache, und der Bräutigam verkehrte auch viel
in der Familie ſeiner Braut. Der 33 Jahre alte
Arbeiter Michael Glüh, der bei der Firma
Raps in Frankfurt beſchäftigt iſt, ſtürzte auf dem Grund=
ſtück
der Offenbacher Gummiwerke beim Graben eines
Brunnenſchachtes in dieſen und zog ſich ſo ſchwere Kopf=
verletzungen
zu, daß er in das Krankenhaus gebracht wer=
den
mußte.
Lindenfels, 30. März. Der hieſige Verſchö=
nerungsverein
hatte nach ſeinem Jahresbericht eine
Geſamteinnahme von 2776 Mark und eine Aus=
gabe
von 2326 Mark. Von Kurgäſten gingen an frei=
villigen
Beiträgen 888 Mark ein, wovon auf die Kurgäſte
im Darmſtädter Hof 202 Mk., Hotel Odenwald 158
Mark, Heſſ. Haus 124 Mk., Einſiedel 100 Mk., Vik=
toria‟
92 Mk., Traube‟ 85 Mk., Harfe‟ 63 Mk. entfallen.
Die Gemeinde hat einen neuen Proſpekt drucken laſſen,
wozu der Verein 100 Mk. beiſteuerte, dem Turnverein
wurden für Herſtellung ſeines Turnplatzes 100 Mk. be=
willigt
. Die mit der Plakattafelgeſellſchaft Ibel=Lotz in
Darmſtadt geführten Prozeſſe ſind für den Verein gün=
ſtig
verlaufen. Das Burgfeſt ſoll auch in dieſem
Jahre wieder abgehalten werden. Die Chronik der Stadt
Lindenfels wird in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt.
Vom 1. April ab verkehrt der Kraftwagen wieder
zwiſchen Lindenfels und Bensheim.
Lindenfels, 31. März. Die während des Sommers
hier anſäſſige Familie Schenck in Darmſtadt ſtand mit
der hieſigen Gemeinde in Unterhandlungen wegen
Ankaufs des Köpfchens eines an ihre Villa
grenzenden Waldſtückes. Der Verkauf ſcheiterte je=
doch
, da der Verſchönerungsverein die Bedingungen ſtellen
ließ, daß die Ausſichtspunkte und Felsgruppen, ſowie die
Wege für das Publikum offen gehalten werden. Die
im vorigen Herbſt begonnenen Ausgrabungsarbei=
ten
auf der Burg ſind wieder aufgenommen worden.
Die freigelegten Grundmauern werden bis zur Boden=
höhe
aufgeführt, um ſo den Beſuchern der Burg die Lage
der einzelnen Gebäulichkeiten kenntlich zu machen.
Wald=Michelbach, 31. März. Die Firma Huth &
Schlebach, Lederwerke in Wies=Oppenheim, hat das
ſeither von der Fa. Cornelius Heyl betriebene Fabrikan=
weſen
käuflich erworben und wird am 1. April den Be=
trieb
unter der Firma Heinrich Schlebach & Comp., G. m.
b. H., aufnehmen.
Mainz, 30. März. Eine wilde Rotte ſcheint es auf
die Vorortszüge der Süddeutſchen Eiſenbahn abgeſehen
zu haben. Seit einiger Zeit wurde das Perſonal der
Züge nach Hechtsheim von jungen Burſchen beläſtigt
und mißhandelt. Schon vor einiger Zeit wurde ein
junger Burſche zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Heute
abend gegen 6 Uhr nahmen die Ausſchreitungen einen un=
glaublichen
Umfang an. Als ein Zug aus der Station
Finthen auslief, machten ſich vier junge Burſchen an die
Maſchine heran; ſie ſchoſſen und ſtachen auf
Lokomotivführer und Heizer ein. Als endlich die

Ortspolizei erſchien, war die Bande natürlich verſchwun=
den
. Bei der Fahrt wurde der Zug noch mehrfach mit
Steinen bombardiert. Die Verletzungen der Be=
amten
ſind glücklicherweiſe nicht gefährlich. Von den
Tätern fehlt jede Spur.
Mainz, 31. Marz. Eine 35jährige Friſeuſe ver=
uchte
ſich geſtern durch Opium zu vergiften. Die
Kranke wurde ins Rochushoſpital gebracht.
Weiſenau, 31. März. Geſtern mittag wurde der Tag=
löhner
Franz Kempa in der hieſigen Portland= Zement=
abrik
auf der Hochbahn an den Drehöfen in einer Blut=
lache
tot aufgefunden. Die vorläufige Unterſuchung er=
gab
, daß ein Schweißapparat explodierte, und
durch die Trümmer der Kempa getötet worden ſein
ſoll. Bei dem Apparat wurde der Reſt einer Zigarre ge=
funden
, und es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß ſich dadurch
ausſtrömende Gaſe entzündeten und ſo die Exploſion her=
beigeführt
haben. Der Apparat wurde mit Azetylen ge=
ſpeiſt
. Das Nähere wird die gerichtliche Unterſuchung
ergeben. Kempa iſt verheiratet, 27 Jahre alt und Vater
eines Kindes.
Budenheim, 31. März. Vorgeſtern morgen gegen
9 Uhr verunglückte der 14jährige Jakob Veit in
der chemiſchen Fabrik von Utz & Henſel. Derſelbe wollte
jedenfalls eine Reinigung an der Transmiſſion vorneh=
men
, wurde aber von derſelben erfaßt und herumgeſchleu=
dert
, ſo daß der Todſoforteintrat. Veit war erſt
zwei Tage in der Fabrik tätig.
Worms, 31. März. In einem Hauſe am Wolfsgraben
entſtand geſtern abend zwiſchen einem Proviſionsreiſenden
und einem im ſelben Hauſe wohnenden Taglöhner ein
Wortwechſel, wobei der Reiſende dem Taglöhner mit
einem Meſſer in die Bruſt ſtach. Das Meſſer
blieb ſtecken und konnte von der Ehefrau des Verletzten
nur mit Gewalt entfernt werden. Der Verletzte kam ins
Städtiſche Krankenhaus. Wie inzwiſchen feſtgeſtellt wurde
ſoll zurzeit keine Lebensgefahr beſtehen. Der Täter ward
vorläufig feſtgenommen.
Nieder=Saulheim, 31. März. Die hieſige Spar=
und Darlehnskaſſe war vor einiger Zeit aus
der Verbandskaſſe in Darmſtadt ausge=
treten
und hatte ihre Spareinlagen eingefordert. Nun
liegen die Gelder ſchon viele Monate lang unverzinſt da,
und da die Kaſſe hier einen bedeutenden Geſchäftsumſatz
hat, ſo iſt der dadurch entſtandene Verluſt recht
groß. Das in Frage kommende unverzinſte Kapital be=
trägt
38000 Mark. Am 28. d. M. hatte der Aufſichtsrat
eine Generalverſammlung einberufen; es wurde der Be=
ſchluß
gefaßt, mit der Volksbank in Mainz in Geſchäfts=
verbindung
zu treten.
(*) Gießen, 31. März. Die Ludwigs= und
Alice=Stiftung, die mit dem Landeslehrerverein
verbunden iſt, feiert dieſes Jahr ihr 50jähriges Ju=
biläum
. Die Feier ſoll am 17. September im Städti=
chen
Saalbau zu Darmſtadt abgehalten werden. Vor
dem Feſtakte findet eine außerordentliche Hauptverſamm=
lung
der Stiftung ſtatt. Abends vorher iſt ein Feſtkom=
mers
im Kaiſerſaal, wobei der Sängerchor des Darm=
ſtädter
Lehrervereins mitwirken wird. Die Berliniſche
Lebensverſicherungs=Geſellſchaft hat der Stiftung den Be=
trag
von 2150 Mark überwieſen.
(*) Friedberg, 31. März. Die bedeutenden Ueber=
ſchüſſe
der Sparkaſſe Mathildenſtift wur=
den
dieſer Tage an die Gemeinden verteilt. Vilbel er=
hielt
766 Mk., Rodheim 275 Mk., Heldenbergen 230 Mk.,
Groß=Karben 206 Mk., Altenſtadt 180 Mk., Büdesheim
177 Mk., Klein=Karben 156 Mk. uſw.
(*) Alsfeld, 30. März. Zu dem Entwurf, des
neuen Bahnhofs fand geſtern die landesvoli=
zeiliche
Abnahme ſtatt. Es wohnten bei der Ver=
treter
des Miniſteriums, Geh. Oberbaurat Kilian= Darm=
ſtadt
, Kreisrat Dr. Heinrichs=Alsfeld, Bürgermeiſter Dr.
Völſing und der Stadtvorſtand, ſowie als Vertreter der
Bahnbehörde Geheimerat Rügenberg und Regierungsrat
Dreſcher. Das neue Empfangsgebäude wird bedeutend
größer als das ſeitherige; die Bahnſteige werden auf 10,5
Meter erweitert; an der Marburger Straße ſoll eine Per=
ſonenunterführung
hergeſtellt werden.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
henden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

* Profeſſor Felir Berber, der bei dem Richard
Wagner=Vereins=Abend am nächſten Donnerstag
ſoliſtiſch mitwirkt, wurde 1871 in Jena geboren, erhielt
ſeine muſikaliſche Ausbildung in Dresden und in Leipzig
bei Profeſſor Brodsky, war mehrere Jahre erſter Konzert=
meiſter
des Gewandhaus=Orcheſters in Leipzig, dann Pro=
feſſor
an der Akademie für Tonkunſt in München, von wo
er einen Ruf als Nachfolger Marteaus an das Konſerva=
torium
in Genf erhielt, und gilt jetzt als einer der erſten
deutſchen Geiger. Wir leſen über ihn in einem auswär
tigen Blatte: Das geſtrige Konzert bot uns einen ſelten
reinen muſikaliſchen Genuß. Felix Berber ſpielte zu Be=
ginn
Mozarts D=dur=Konzert in ſeiner einfachen, ſchlichten
Weiſe mit reifſter muſikaliſcher Künſtlerſchaft und ſchlacken=
loſer
Technik vollendet ſchön. Als zweite Gabe ſpendete
er das A=moll=Konzert von Bach großzügig in der muſi=
kaliſchen
Erfaſſung, meiſterhaft in techniſcher Beziehung;

Feuilleton.

* 1200 Mark für eine Widmung Goethes an Frau
von Stein. Kürzlich ſtarb in Celle ein Beamter, in deſſen
Nachlaß ſich ein Band von Werthers Leiden vorfand,
deſſen erſte Seite mit einer eigenhändigen Widmung des
Dichters an Frau v. Stein verſehen war. Goethe hebt in
der Widmung hervor, daß er ihr das erſte Exemplar einer
neuen Auflage zuſende in dem Jahre, in dem vor 50
Jahren Werther zum erſtenmal erſchienen ſei. Die
Witwe des Beamten bot das Buch einem Literaturfreunde
in Celle für 50 Mark an, dieſer aber meinte, es ſei mehr
wert und wandte ſich an das Goethe=Archiv. Dort hatte
man aber nicht genug Geld und ſo kaufte ſchließlich ein
Leipziger Buchhändler das Exemplar für 1200 Mark.
Der Brautkelch der Maria Stuart. Aus London wird
berichtet: Die Nachricht, daß ein Teil der berühmten Samm=
lung
Malcoln verſteigert werden ſoll, hat in Sammlerkreiſen
lebhaftes Aufſehen erweckt. Eines der intereſſanteſten
Stücke, um die ein heißer Wettkampf entbrennen wird iſt
der Brautkelch der Maria Stuart, ein prachtvoll emaillier=
tes
Limoges=Gefäß mit Deckel. Nach der Ueberlieferung
wurde bei der Verlobung der unglücklichen Schotten=
königin
mit dem Dauphin im Jahre 1556 der berühmte
Künſtler Jean Court in Limoges beauftragt, dieſen
Brautkelch herzuſtellen. Er bemalte das Innere des Ge=
fäßes
in Griſaille mit einer Darſtellung des Feſtes der
Götter und ſchmückte dann den Fuß des Gefäßes mit dem
ſchottiſchen Wappen, das in Rot und Gold ausgeführt und
von Masken, Karyatiden und Füllhörnern mit Obſt um=
geben
wurde. Das ſchottiſche Wappen kehrt auch auf dem

Deckel wieder, neben einem Triumphzug der Diana; die
untere Seite des Deckels zeigt Medaillonbilder mit den
Köpfen von Jupiter, Juno Mars und Venus auf arabes=
kengeſchmückten
Grunde. Das koſtbare Stück war ſchon
einmal in Leeds ausgeſtellt. Man darf auf das Schickſal
dieſes Kelches geſpannt ſein und befürchtet, daß er bei der
Verſteigerung am 1. Mai nach Amerika gehen wird, haben
doch auch das Gepgraphiebuch der unglücklichen Königin
und eine Anzahl ihrer Klagebriefe aus der Gefängniszeit
den Weg über den Ozean genommen.
* Schmuck als Verbrecherwerkzeug. Man muß es der
Verbrecherzunft nachſagen, erfinderiſch iſt ſie, wenn es
gilt, neue Schliche und Kniffe in ihren unheimlichen Dienſt
zu ſtellen. In der Oeffentlichkeit iſt es wohl nicht allge
mein bekannt, bis zu welchem Maße Schmuckgegen=
ſtände
von Verbrechern der verſchiedenſten Art als
Handwerkszeug benutzt werden. Die auch für Laien ſehr
leſenswerte Zeitſchrift Die Goldſchmiedekunſt hat über
dieſes intereſſante Thema kürzlich einen feſſelnden Aufſatz
veröffentlicht. Die Tatſache, daß der Diamant den
Einbrechern wegen ſeiner Härte in vielen Fällen ſehr
zweckdienlich erſcheint, hat nichts Ueberraſchendes an ſich,
denn mit ſeiner Hilfe laſſen ſich die Glasſcheiben der
Schaufenſter und Auslagekäſten der Juweliere leicht und
unauffällig durchſchneiden. Nicht ſo einleuchtend auf den
erſten Blick iſt es, daß Uhrketten als Handhabe für
das lichtſcheue Geſindel neuerdings, beſonders in Paris
und London, eine nicht unweſentliche Rolle ſpielen, indem
ſie neben dem mit Blei gefüllten Gummiknüttel als
Schlagwaffe benutzt werden. Um dieſen Ketten, die ſo
ſchwer wie möglich ſind, eine durchgreifende Schlagkraft
zu verleihen, hängt man an ſie große, oft mit ſpitzen

Zacken verzierte Kugeln, ſo daß ein ſolcher Schmuck in
der Hand eines gewalttätigen, zu allem fähigen Ver=
brechers
unter Umſtänden eine ſehr gefährliche Waffe
werden kann. Die Pariſer Apachen bedienen ſich derarti=
ger
Uhrketten mit Vorliebe, um ſich an Revierpoliziſten zu
rächen, die ihren Haß auf ſich gezogen haben. Bei Raub=
überfällen
werden als Schlagwaffe zuweilen Uhren ver=
wendet
, die äußerlich nicht im geringſten von doppel=
deckeligen
Chronometern zu unterſcheiden ſind, aber ſonſt
nichts mit einem wirklichen Zeitmeſſer gemein haben,
denn ihr Gehäuſe iſt mit ſchwerem Metall gefüllt. Im
kriminalwiſſenſchaftlichen Muſeum zu Paris iſt eine ganze
Reihe ſolcher Verbrecheruhren ausgeſtellt. Hier ſieht
man auch kunſtvoll gearbeitete Armbänder, die als leicht
ſchließende Handſchellen zur Feſſelung von Opfern wie
geſchaffen ſind. In Agraffen, Broſchen, Uhren=
anhängſeln
verbirgt man 10 bis 12 Zentimeter lange
haarſcharf geſchliffene Stilets, die ſich wiederholt in der
Hand geſchickter Verbrecher als tödlich wirkende Waffe er=
wieſen
haben. Sie ſind um ſo unheimlichere Mordwerk=
zeuge
, als die durch ſie verurſachten Wunden ſich ſchnell
ſchließen und von den Betroffenen zuweilen erſt empfun=
den
werden, wenn der Attentäter ſich ſchon aus dem
Staube hat machen können. Die Pariſer Apachen, die an
jedem Finger der rechten Hand, vom Daumen abgeſehen,
Ringe zu tragen pflegen, benutzen dieſe im Notfall
als Schlagringe, wozu ſie ſich aus einem beſonderen
Grunde leider nur zu gut eignen. Die fratzenköpfigen
Verzierungen ſind nämlich mit ſcharfen Kanten verſehen,
durch die bei ſtarkem Zuſchlagen ſchwere Verwundungen
verurſacht werden.

[ ][  ][ ]

hier hatte wohl jeder das Gefühl, daß ein ganz Großer zu
ihm ſprach. Berbers Spiel iſt von kriſtallener Klarheit und
von einem wunderbaren Schönheitsſinn getragen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 31. März. Zu Ehren
Puccinis gab geſtern abend im Reſtaurant der Unione
Cooperatina die italieniſche Kolonie ein Ab=
ſchiedsbankett
, das zu einer Huldigung für den illuſtren
Gaſt wurde. Diesmal trug die feſtliche Veranſtaltung
einen ganz familiären Charakter. Zu vorgerückter Stunde
wurde ihm noch eine beſondere Ehrung dadurch zuteil,
daß auch der italieniſche Botſchafter, Exzellenz Bollati,
ſeinen berühmten Landsmann perſönlich begrüßte. Nach
Abſingen der italieniſchen Nationalhymne feierte ihn der
Botſchafter als einen Ruhm Italiens. Das Urteil
in der Strafſache gegen die Animierbankiers Kwiet=
Gans wurde heute mittag von dem Landgerichtsdirektor
Dr. Baumgarten verkündet. Kwiet wurde zu drei Jah=
ren
Gefängnis und 3000 Mark Geldſtrafe, eventuell noch
200 Tagen Gefängnis und drei Jahren Ehrverluſt, Gans
wurde zu fünf Jahren Gefängnis, 5000 Mark Geldſtrafe,
eventuell für je 15 Mark einen Tag Gefängnis und fünf
Jahren Ehrverluſt verurteilt. Donnerstag und Patſchke
erhielten je ſechs Monate Gefängnis und 600 Mark Geld=
ſtrafe
, eventuell noch 40 Tage Gefängnis. Kwiet und Gans
wurden anderthalb Jahre Unterſuchungshaft angerechnet.
Frankfurt, 31. März. Der ſeit dem 19. März vermißte
20jährige Banklehrling Karl Steuernagel hat, wie
ſich heute herausſtellte, dem Bankgeſchäft von A. Mumm
u. Co., bei dem er angeſtellt war, durch Scheckfälſchung
80000 Mark unterſchlagen und iſt mit dieſer Summe
flüchtig gegangen.
Wiesbaden, 30. März. Die Einweihung des
Kaiſer=Friedrich Bades, deſſen Einrichtung
wir bereits geſchildert haben, fand geſtern nachmittag in
Gegenwart einer großen Anzahl von Gäſten ſtatt. Ober=
bürgermeiſter
von Ibell hielt im Namen der ſtädtiſchen
Verwaltung die Begrüßungsanſprache. Als Vertreter des
Regierungspräſidenten überbrachte Oberregierungsrat von
Bizycki die Glückwünſche der Regierung und verteilte dann
die vom Kaiſer verliehenen Ordensauszeichnungen an die
Bauleiter und Arbeiter. Alle Teilnehmer begaben ſich
hierauf zu einem vom Magiſtrat gegebenen Frühſtück ins
Kurhaus.
Homburg v. d. Höhe, 31. März. Der Kaiſer, die
Kaiſerin und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe
unternahmen heute morgen einen Spaziergang über die
Saalburg. Vormittags hörte der Kaiſer den Vortrag des
Chefs des Zivilkabinetts, Wirkl. Geh. Rats v. Valentini.
Kaſſel, 31. März. Geſtern nachmittag kam es zu einer
großen Ausſchreitung
ſtreikender Möbelträger
gegen Arbeitswillige. Zahlreiche Revolverſchüſſe wurden
abgegeben. Ein Beteiligter wurde durch einen Schuß,
mehrere andere durch Hiebe ſchwer verletzt. Viele Fenſter=
ſcheiben
wurden zertrümmert. Eine Anzahl Beteiligter iſt
verhaftet worden.
Friedrichshafen, 31. März. Der Prinzvon Wales
hat die Abfahrt nach Friedrichshafen geſtern im Automobil
runternommen. Der Weg ging über Ulm, wo der Prinz
das Münſter beſichtigte. Geſtern abend ſpeiſte der Prinz
bei dem Grafen Zeppelin in deſſen im Kurgartenhotel
befindlichen Privatwohnung. Den Abend verbrachte der
Prinz in Geſellſchaft des Grafen Zeppelin. Heute vor=
mittag
begab ſich der Prinz nach dem Luftſchiffbau. Um
9 Uhr traf er am Portal des Luftſchiffbaugeländes ein,
wo er von dem Grafen Zeppelin, deſſen Neffen, Gra=
fen
Zeppelin jun., Direktor Colsmann, Oberingenieur
Dürr und dem übrigen Stabe des Grafen empfangen
wurde. Nachdem der Weg über den großen Platz zurück=
gelegt
war, erfolgte zunächſt eine Beſichtigung der Fabri=
kationsräume
. Das Wetter hatte ſich inzwiſchen ſehr böig
geſtaltet. Ein kräftiger Föhn wehte über den See. Von
einem gemeinſamen Aufſtieg wurde deshalb abgeſehen.
Um aber das Luftſchiff dem Prinzen vorzuführen, wurde
es aus der Halle gezogen und unternahm um 9 Uhr 45
Minuten eine kurze Fahrt, die ſich bis 10 Uhr 5 Minuten
ausdehnte und über die nähere Umgebung des Luftſchiff=
baues
erſtreckte. Nach der Landung wurde die Beſichtig=
ung
der Luftſchiffbauanlage fortgeſetzt. Der Prinz ſprach
dem Grafen Zeppelin ſeinen Dank und ſeine Anerkennung
über alles, was er geſehen hatte, aus. Daran ſchloß ſich
eine Fahrt nach Manzell, um den dortigen Waſſerflug=
zeugbau
des Oberingenieurs Kober zu beſichtigen.
Der Pilot Gſell führte auf ſeinem Waſſerflugzeug
bei ſtürmiſchem Winde und ſtark bewegter See dem Prin=
zen
von Wales einige wohlgelungene Rund= und
Gleitflüge vor; daran ſchloß ſich eine Beſichtigung des
Königlichen Schloſſes, worauf die Gäſte mittels Autos
nach Bregenz fuhren. Der jugendliche Prinz, der ein vor=
züglicher
Fußgänger iſt, wollte den Rückweg von Bregenz
zu Fuß machen, was ihm allerſeits abgeraten wurde. Auf
heute abend hat Graf Zeppelin den Prinzen zu einem
Diner in das Kurgartenhotel eingeladen. Eine beſondere
Aufmerkſamkeit des Königs iſt es, daß er ſeinen Flügel=
adjutanten
, Freiherrn Capler von Oedheim, als Begleiter
des Prinzen für den Ausflug nach dem Bodenſee be=
ſtimmte
.
Bremen, 31. März. Als vor einigen Tagen ein in der
Fargerſtraße wohnhafter Bäckermeiſter abends mit einem
Geſpann dieſe Straße befuhr, war über dieſelbe in etwa
dreiviertel Meter Höhe ein zirka 5 Millimeter ſtarker
Eiſendraht geſpannt. Da der Bäckermeiſter den
Draht rechtzeitig bemerkte, blieb das Fuhrwerk von einem
Unglück verſchont. Es wurde ermittelt, daß einige 15= bis
16jährige Burſchen vorher mit Draht auf der Straße
ſpielten.
Liegnitz, 30 März. Bei Obermichelsdorf auf
der Chauſſee Liegnitz=Haynau rannte geſtern abend ein
Automobil, das ſich auf einer Probefahrt befand, mit
voller Wucht gegen einen Baum. Das Fahrzeug über=
ſchlug
ſich. Die Inſaſſen, die herausgeſchleudert und ſo=
fort
getötet wurden, ſind der Deſtillateur Graf aus
Haynau, der Kaufmann Julius Müller aus Haynau und
ein Monteur. Der Chauffeur wurde tödlich verletzt
während der Gaſtwirt Thomas aus Liegnitz einen Vein=
bruch
erlitt.
Rom, 31. März. Der Bericht über den Bau des
Juſtizpalaſtes ſtellt eine Reihe angeſehener Abge=
ordneter
bloß. Unter Leitung des früheren Unterſtaats=
ſekretärs
Pozzi ſchlugen die Bauunternehmer mit Hilfe
befreundeter Abgeordneter immer neue Summen von der
Regierung heraus. Zu den Kompromittierten gehören
u. a. Staatsrat Brunialti und Kaſſationsrat Mosca, letz=
terer
war Mitglied, jener Präſident des Schiedsgerichts
zwiſchen der Regierung und den Bauunternehmern.
Paris, 31. März. Wie aus Bordeaux gemeldet wird,
iſt in mehreren Gegenden Südweſt=Frankreichs
infolge anhaltender Regengüſſe Hochwaſſer eingetre=
ten
. In Perigueur wurden mehrere Straßen über=
ſchwemmt
, deren Anwohner von Soldaten gerettet wur=
den
. 12 Perſonen ſollen ertrunken ſein.

London, 30. März. Die Morning=Poſt meldet aus
Schanghai vom 29.: Ein großes Lagerhaus der
deutſchen Firma Melchers, in dem u. a. Baum=
wollwaren
, Talg= und Oelvorräte aufgeſpeichert waren,
und einige Häuſer am Kai der Zollbehörde ſind durch
Feuer vollſtändig zerſtört worden. Die Feuerwehr
wurde von 300 Matroſen von deutſchen, öſterreichiſchen
und amerikaniſchen Kriegsſchiffen, die im Hafen lagen,
unterſtützt.
Boſton, 29. März. Einer Frauenſtimmrecht=
lerin
aus Birmingham, die ihre Verwandten be=
ſuchen
wollte, wurde die Erlaubnis zum Landen verwei=
gert
, weil ſie wegen Zertrümmerung von Fenſterſcheiben
in London zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wor=
den
iſt.
Warſchau, 31. März. Der Lehr= Pilotenleut=
nant
Perlowski ſtieg geſtern mit einem Flugapparat
auf und ſtellte in einer Höhe von 200 Metern den Motor
ab. Die Maſchine ſtürzte zur Erde und ging in Trümmer,
der Offizier blieb tot. In einem hinterlaſſenen Briefe
teilte er mit, daß er freiwillig den Tod geſucht habe.

In dem Entwurf eines
Geſetzes betr. Henderungen
im Finanzweſen

lauten die Paragraphen 4 und 5:
§ 4/ Der Reichskanzler wird ermächtigt, bis zur
Höhe von einhundertzwanzig Millionen Mark einen zur
Befriedigung eines außerordentlichen Bedarfs dienenden
Beſtand an Silbermünzen zu beſchaffen und hierfür im
gleichen Betrage Prägungen außerhalb der im § 8 des
Münzgeſetzes vom 1. Juni 1909 (Reichs=Geſetzbl. S. 507)
beſtimmten Erenze von 20 Mark für den Kopf der Be=
völkerung
vorzunehmen. Die zur Beſchaffung dieſes Sil=
berbeſtandes
erforderlichen Mittel ſind nach näherer Be=
ſtimmung
des Reichshaushaltsetat bereitzuſtellen. Zu
dieſem Zweck kann auch der aus den Prägungen im Münz=
weſen
ſich ergebende Ueberſchuß verwendet werden, für
das Rechnungsjahr 1913 jedoch nur inſoweit, als er den
Betrag von 10750000 Mark überſteigen wird
§ 5. Der Reichskanzler wird ermächtigt, bis zur
Höhe von hundertzwanzig Millionen Mark weitere
Reichskaſſenſcheine in Abſchnitten zu 5 und 10 Mark aus=
fertigen
zu laſſen. Der Erlös dieſer Reichskaſſenſcheine,
auf welche § 1. Abſ. 2. §§ 5 bis 7 des Geſetzes betr. die
Ausgabe von Reichskaſſenſcheinen vom 30. April 1874
Reichs=Geſetzbl. S. 40 entſprechende Anwendung fin=
den
, iſt zur Beſchaffung eines gleichen Betrages in ge=
münztem
Golde mit der Zweckbeſtimmung des Reichs=
kriegsſchatzes
(Geſetz betreffend die Bildung eines Reichs=
kriegsſchatzes
vom 11. November 1871 Reichs=Geſetzbl.
S. 403 ) zu verwenden.
In der Begründung zu den §§ 4 und 5 heißt es: Der
§ 4 handelt von der Beſchaffung des Silberbeſtandes bis
zur Höhe von 120 Millionen Mark behufs Befriedigung
eines außerordentlichen Bedarfs, für welchen hauptſäch=
lich
der Kriegsfall in Betracht kommt. Eine Verwendung
könnte aber auch ſchon in Zeiten der drohenden Kriegs=
gefahr
oder wegen einer aus ſonſtigen Gründen beſon=
ders
unruhigen Geſtaltung der volkswirtſchaftlichen Ver=
hältniſſe
geboten ſein, um der Reichsbank die Befriedi=
gung
eines geſteigerten Zahlungsmittelbedarfs zu erleich=
tern
. Inſofern iſt die Verwendungsmöglichkeit für die
Silberreſerve eine weitergehende, als diejenige der Gold=
reſerve
(§ 5). Die Inanſpruchnahme der Silberreſerve
würde nach den Vorſchriften erfolgen, die der Bundesrat
gemäß § 6 zu treffen hat. Die Anſammlung der Silber=
reſerve
läßt ſich mit einem Aufwand von rund 54 Mil=
lionen
Mark durchführen, der mithin um etwa 66 Millionen
Mark hinter dem Nennwert, der Silberreſerve zurückblei=
ben
wird. Dieſer Unterſchiedsbetrag würde bei deren
Verwendung im Kriegsfalle dem Reiche nachträglich als
Gewinn zufließen. Der Geſetzentwurf ſieht außerdem die
Heranziehung des Gewinns vor, der aus den laufenden
Prägungen überhaupt erwachſen wird, wobei jedoch für
das Rechnungsjahr 1913 die Einſchränkung gemacht wird,
daß nur der den Betrag von 10750000 Mark überſteigende
Ueberſchuß in Anſpruch genommen werden darf. Mit Rück=
ſicht
auf den außergewöhnlichen Verwendungszweck der
Silberreſerve dürfte es gerechtfertigt ſein, die für ſie er=
forderlichen
Prägungen außerhalb der im § 8 des Münz=
geſetzes
beſtimmten Prägegrenze von 20 Mark für den Kopf
der Bevölkerung vorzunehmen. Dieſer Kopfbetrag iſt zwar
durch die bis Ende Februar 1913 vorgenommenen Silber=
prägungen
erſt bis rund 17 Mark beanſprucht, ſo daß
an ſich ausreichende Prägemengen übrig bleiben würden,
um die Silberreſerve zu bilden. Da jedoch der Umfang
der laufenden, lediglich dem Friedensbedarf dienenden
Prägungen nicht mit Sicherheit zu überſehen iſt, empfiehlt
es ſich, ihnen den größten Spielraum zu belaſſen.
Zufolge des § 5 des Geſetzes ſollen die Mittel zur Be=
ſchaffung
der Goldreſerve im Wege einer entſprechenden
Vermehrung der Reichskaſſenſcheine zu 5 und zu 10 Mark
gewonnen werden. Die Koſten für die Herſtellung dieſer
Reichskaſſenſcheine beziffern ſich auf rund 1750000 Mark.
Danach würde das Reich für die Beſchaffung der beiden
Reſerven etwa 55,750 Millionen Mark aufzubringen haben,
ein Aufwand, der im Vergleich zu der Tragweite der zu
ſchützenden Intereſſen nicht zu hoch erſcheint.
Indem § 6 die Verwaltung der Silber= und Gold=
reſerve
der Aufſicht der Reichsſchuldenkommiſſion unter=
ſtellt
, folgt er nur der Uebung, die auch bei anderen für
beſtimmte Zwecke gebildeten Vermögensmaſſen betätigt
worden iſt, z. B. bei dem Reichskriegsſchatze, bei dem
Reichstagsgebäudefonds, beim Reichsfeſtungsbaufonds,
beim Reichsinvalidenfonds und beim Hinterbliebenenver=

Die baueriſche Staatszeitung über die
Wehr= und Deckungsvorlagen.

* München 31. März. Die Bayeriſche
Staatszeitung widmet ihren heutigen inſpirierten
Leitartikel den Wehr= und Deckungsvorlagen,
zu deren zu erwartender Kritik ſie ausführt: Das ent=
ſcheidende
Wort hat der Reichstag, der die Vorlagen in
Bälde einer eingehenden Prüfung unterziehen wird. Vor
ſeinem Forum wird die Reichsleitung die Gründe dar=
legen
, die ſie in Uebereinſtimmung mit den verbündeten
Regierungen dazu geführt haben, vom deutſchen Volk
ſolch große Opfer zu verlangen. Mit den Wehrvorlagen
ſind der Oeffentlichkeit die Deckungsvorlagen zugegangen,
durch deren Verabſchiedung die Aufbringung ſowohl der
einmaligen, wie der dauernden Koſten des Ausbaus unſe
rer Wehrmacht ſichergeſtellt werden ſoll. Der Reichstag
wird ſich eingehend mit dieſen, tief in das wirtſchaftliche
Leben Deutſchlands einſchneidenden Vorlagen zu befaſſen
haben, deren Erledigung eine der größten Aufgaben be=
deutet
, die die deutſche Volksvertretung ſeit Beſtehen des
Reichs zu löſen gehabt hat. Die Tage, die uns von der

Erörterung der Heeres= und Deckungsvorlagen im Reichs=
tag
trennen, werden reichlich mit Kritik ausgefüllt ſein. Es
iſt zu hoffen, daß die Kritik der bürgerlichen Preſſe, aller
Ausſtellungen unbeſchadet, die ſie im einzelnen an den
Entwürfen zu machen haben mag, ſich von der Ueberzeug=
ung
leiten läßt, daß die verbündeten Regierungen in Er=
kenntnis
einer nationalen Notwendigkeit handeln, wenn
ſie das deutſche Volk zu ſolch einer gewaltigen Leiſtung
aufrufen. Es iſt weiter, beſonders um unſeres Anſehens
im Ausland willen, dringendſt zu wünſchen, daß dieſe
Kritik ſich nicht in Gedankengänge verliert, die den An=
ſchein
erwecken könnten, als ſtünde die Reichsleitung, als
ſtünden die verbündeten Regierungen den Wünſchen des
deutſchen Volkes fremd gegenüber, als deckten ſich ihre
Forderungen und Vorlagen nicht mit den vitalſten Inter=
eſſen
Deutſchlands. Wenn auch vielleicht verſchiedener
Auffaſſung über die einzuſchlagenden Wege, ſo können
und müſſen die verbündeten Regierungen und der Reichs=
tag
ſich einig und geſchloſſen zeigen über das Ziel, das er=
reicht
werden ſoll. Die Intereſſengemeinſchaft, die die im
Deutſchen Reich verbündeten Fürſten und Völker um=
ſchließt
, iſt zu eng, ſie wurzelt zu tief im Boden geheiligter
Ueberlieferungen, ſie ſteht zu feſt auf dem unverrückbaren
Grund blutbeſiegelter Verträge, als daß in nationalen
Fragen eine Kluft der Anſchauungen zwiſchen Reichs=
leitung
und Bundesregierungen einerſeits, und der
Mehrheit der deutſchen Volksvertretung andererſeits ſich
auftun könnte.
Reichsleitung und Bundesrat dürfen endlich erwar=
ten
, daß für die bürgerlichen Parteien bei allem Ernſt der
Prüfung, der ſie die Heeres= und Deckungsvorlagen zu
unterſtellen berechtigt und verpflichtet ſind die Aufrecht=
erhaltung
des Anſehens Deutſchlands der Geſichtspunkt
ſein wird, der für ihre endgültige und grundſätzliche Hal=
tung
den Ausſchlag gibt Die finanziellen Beziehungen
des Reichs zu den Bundesſtaaten werden, wie bei früheren
Vorlagen, auch diesmal im Vordergrund der Diskuſſion
ſtehen. Es iſt dies eine Frage, die, ohne daß die Wirkung
unſerer Verhandlungen über die Wehrverſtärkung dem
Ausland gegenüber beeinträchtigt wird, mit Ernſt und mit
Nachdruck erörtert werden kann. Die Beanſtandungen, die
die Umlegung eines Teilbetrages der dauernden Koſten
auf die Bundesſtaaten bereits hervorgerufen hat, zeigt,
daß dieſe Frage zur Aufklärung weiter Kreiſe erörtert
werden muß. Die Innigkeit der Intereſſengemeinſchaft,
die Reich und Bundesſtaaten verbindet, ſchließt nicht aus,
daß das Reich mit ſeinen Forderungen vor den Grenzen
der einzelſtaatlichen Finanzhoheit Halt macht. Dieſer Ge=
danke
muß mit einwandfreier Klarheit feſtgehalten wer=
den
. Die Kraft des Reichsgedankens, wie ihn uns ſeine
Schöpfer überliefert haben, beruht nicht auf Unitarismus,
ſondern auf der Kraft, auf der Wohlfahrt der Glied=
ſtaaten
. Die Umlegung eines Teils der dauernden Auf=
wendungen
auf die Bundesſtaaten deckt ſich in der Form,
wie der Entwurf ſie vorſieht, mit dem föderativen Cha=
rakter
des Reiches, ſie bedeutet, dies iſt nachdrücklich feſt=
zuſtellen
, keine irgendwie geartete Schwächung des Reichs=
gedankens
, ſondern ſie ſtellt nur den Ausgleich der Inter=
eſſen
des Reichs und der Bundesſtaaten dar, der den ver=
faſſungsmäßigen
Grundlagen des Reichs entſpricht.

Luftfahrt.

Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
* Am Montag nachmittag führte Leutnant Koch mit
Oberleutnant v den Hagen als Begleiter einen
Ueberlandf lug nach Frankfurt a. M. in der
kurzen Zeit von 17 Minuten aus. Der Rückflug er=
folgte
von Frankfurt zunächſt mainabwärts, dann in ſüd=
licher
Richtung und gegen halb 8 Uhr etwa erreichte er,
von Griesheim kommend den Flugplatz. Die Dunkelheit
war inzwiſchen ſchon ſo weit vorgeſchritten, daß dem
kühnen Luftfahrer von der Station das Ziel durch
Leuchtfeuer beſſer kenntlich gemacht wurde. Fer=
nter
flogen Leutnant v. Mirbach Leutnant Sommer
und Leutnant Reinhardt von Frankfurt nach dem
Flugplatz mit neuen Apparaten, die in den Euler=
werken
fertiggeſtellt waren. Weiter wurde im Laufe des
Tages ein Apparat mit einem großen Auto durch die
Stadt transportiert, das ebenfalls von den Eulerwerk=
ſtätten
kam. Dieſe Transporte erfolgten, da die neue
große Halle auf dem Flugplatz jetzt hergeſtellt iſt, und die
Apparate benötigt wurden. Im ganzen ſind demnach auf
der hieſigen Station 14 Flugapparate. Wenn die
noch bei Euler in Auftrag gegebenen 18 Flugapparate ab=
geliefert
ſind, hat demnach unſere Fliegerſtation 32
Apparate.

* Frankfurt a. M., 31. März. Der Frankfurter
Verein für Luftfahrt meldet: Der geſtern vormittag 4 Uhr
von Rüdesheim aus geſichtete Ballon war der Ballon
Tilly vom Frankfurter Verein für Luftfahrt. Führer
war Direktor Neumann und Paſſagier Oberingenieur
Nolte beide aus Frankfurt a. M. Die Fahrt begann
um 9 Uhr vormittags ab Griesheim bei Frankfurt, und
ging über Wiesbaden und Schlangenbad nach dem Gut
Notgottes bei Eibingen. Der Verlauf der Fahrt war ein
ſehr angenehmer. Die größte erreichte Höhe waren 2400
Meter.

Der Balkankriege

Der Fall Adrianopels
* Sofia, 30. März. Das Blatt Mir erklärt, der
Fall Adrianopels räume nicht alle Hinderniſſe für
den Friedensſchluß aus dem Wege, denn das Haupt=
hindernis
ſei nicht der Widerſtand der belagerten türkiſchen
Beſatzung, ſondern die zögernde Türkei und die ermuti=
gende
Haltung Europas geweſen. Wenn Europa wirklich
den Frieden wünſche, ſo müſſe es die türkiſchen Illuſionen
zerſtören, andernfalls werde nichts anderes übrig bleiben,
als weiter zu kämpfen.
* Sofia, 30. März. Nach den erſten vom Haupt=
quartier
eingegangenen Informationen betragen die bul=
gariſchen
Verluſte bei der Erſtürmung
Adrianopels vom 24. bis 26. März ungefähr
11000 Tote und Verwundete; die Serben
haben 1200 Tote und Verwundete. Die Zahl der Gefange=
nen
beträgt ungefähr 60000 Mann und 833 Offiziere, dar=
unter
13 Generäle. Die Kriegsbeute beträgt 650 Kanonen
verſchiedenen Kalibers, 58 Maſchinengewehre, 10 Fahnen
ein Feſſelballon, eine große Menge Waffen, Infanterie=
und Artilleriemunition und eine Anzahl Fahrzeuge, wie
ſie im Feſtungsdienſt gebraucht werden.
Die albaniſche Frage.
* Belgrad. 30. März. Wie offiziös gemeldet wird,
enthält die der ſerbiſchen Regierung geſtern nachmittag
überreichte Note der Großmächte die Mitteilung, daß
ſich die Großmächte vollkommen über die nördliche und die
nordöſtliche Grenze Albaniens geeiniat haben.

[ ][  ][ ]

und daß demnach die Fortſetzung des Krieges keinen Ein=
fluß
auf die albaniſche Frage haben werde Die Groß=
mächte
bitten die ſerbiſche Regierung, die Belagerung Sku=
taris
aufzuheben und die Feindſeligkeiten auf den Ge=
bieten
, die zu Albanien gehören, abzubrechen, ſowie die er=
wähnten
Gebiete ſobald als möglich zu räumen.
Der Schritt der Mächte gegen Montenegro.
H. B. Berlin, 31. März. In hieſigen diplomatiſchen
Kreiſen iſt die Auffaſſungder Lageoptimiſtiſch.
Man meint, eine internatinale Flottendemon=
ſſtration
ſei, falls die Antwort Montenegros auf die
Vorſtellung der Mächte unbefriedigend lauten ſollte, mit
Sicherheit zu erwarten. International wird dieſe De=
monſtration
jedenfalls in dem Sinne ſein, daß ſie auch von
denjenigen Mächten, die ſich nicht mit eigenen Schiffen an
der Kundgebung beteiligen werden, mit allem Nachdruck
klare und unzweideutige Unterſtützung finden wird. In
hieſigen diplomatiſchen Kreiſen iſt man überzeugt, daß auch
London davon liegen unzweideutige Beweiſe vor
ſchon aus Rückſicht auf ſein eigenes Anſehen an den Schrit=
ten
der übrigen Großmächte in Cetinje ſich auch weiterhin
beteiligen wird.
H. B. Paris, 31. März. Der franzöſiſche Miniſter
des Auswärtigen, Pichon, hatte geſtern eine längere
Konferenz mit dem Marineminiſter. In dieſer Konferenz
wurde über die Teilnahme Frankreichs an einer Flot=
ten
=Demonſtration gegen Montenegro be=
raten
. Zwei engliſche Kriegsſchiffe ſind bereits nach Korfu
abgegangen. Weiter wird geſagt, daß die öſterreichiſche
Flotte nach Antivari unterwegs ſei. Rußland wird ſich
an einer Demonſtration nicht beteiligen, trotzdem es die=
ſelbe
gut heißt. Aus Rom eingegangenen Meldungen zu=
folge
wird ſich auch Italien an der Demonſtration nicht
beteiligen, obwohl es ſich mit den anderen Mächten ſoli=
dariſch
erklärt hat.
Paris, 31. März. Der Belgrader Korreſpondent
des Matin meldet, ein einflußreicher ſerbiſcher Staatsmann
und Freund des Miniſterpräſidenten Paſitſch habe ihm ge=
ſagt
: Ich glaube, man darf den Schritt der Groß=
mächte
nicht tragiſch nehmen. Die Mächte haben
vor dem Kriege geſagt, daß die Balkanſtaaten keinen Zoll
breit von dem eroberten Gebiet erhalten würden, und Sie
wiſſen, wie ſie ſeither anderer Anſicht geworden ſind. Es
iſt für die Ehre des ſerbiſchen und des montenegriniſchen
Heeres notwendig, Skutari zu nehmen. Wenn Skutari
gefallen iſt, werden ſich die Großmächte, wie
immer, mit der vollendeten Tatſache ab=
finden
. Es ſcheint mir durchaus unwahrſcheinlich, daß
die Großmächte einen europäiſchen Krieg um Skutaris
willen riskieren, welches Montenegro und Serbien zu viel
Blut gekoſtet hat, als daß ſie darauf verzichten könnten.
Darum hat auch König Nikolaus erklärt, daß er nicht lebend
nach Cetinje zurückkehren würde, wenn er nicht Skutari
einnehme. Weiter meldet der Berichterſtatter, daß am
Samstag 12 ſerbiſche Infanterie=Bataillone, ſowie Ar=
tillerie
und Reiterei vor Skutari angelangt ſeien. Falls
kein Gegenbefehl eintreffe, würde der Geſamtanſturm heute
beginnen. General Bojanowitſch werde den Oberbefehl
über die ſerbiſchen und montenegriniſchen Truppen über=
nehmen
.
* Cetinje, 31. März. Wie amtlich mitgeteilt wird,
unternahmen die Vertreter der Mächte geſtern nach=
mittag
eine gemeinſame Demarche, um der montene=
griniſchen
Regierung mitzuteilen, daß die Pforte
auf Intervention Oeſterreich=Ungarns den Kommandanten
von Skutari beauftragt habe, der Zivilbevölkerung der
Stadt die Erlaubnis zum Abzug zu geben. Die Vertreter
der Großmächte verlangten, daß den in Montenegro wei=
lenden
Militärattachés geſtattet werde. Eſſad Paſcha dieſe
Mitteilung zu übermitteln. Der Miniſter des Aeußern er=
widerte
, er werde das Verlangen der Mächte dem Mi=
niſterrat
unterbreiten und dann eine Antwort erteilen.
Ruſſiſcher Dankgottesdienſt für den Sieg der Balkanvölker.
* Petersburg, 31. März. In der Erlöſerkirche
fand ein Dankgottesdienſt für den den Balkan=
völkern
geſchenkten Sieg ſtatt. Anweſend waren u. a.
die Geſandten Bulgariens und Serbiens, ſowie General
Dmitrijew und Dr. Danew. Dmitrijew wurden beim
Verlaſſen der Kirche Ovationen bereitet. Auch vor der
bulgariſchen und ſerbiſchen Geſandtſchaft kam es zu be=
geiſterten
Kundgebungen. Miniſter Saſonow gab ein
Frühſtück, an dem der bulgariſche Geſandte und General
Dmitrijew teilnahmen.
Nach den Sympathiekundgebungen vor der bulgari=
ſchen
und der ſerbiſchen Geſandtſchaft verſuchte die Menge
vor die öſterreichiſch=ungariſche Botſchaft zu ziehen, um zu
demonſtrieren, ſie wurde jedoch von der Polizei zerſtreut.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 31. März. Nachdem die
Schwierigkeiten der Interpretation beſeitigt ſind, wird
die Note der Mächte heute nachmittag der Pforte
überreicht werden. Die Note benennt als Grenze
Enos-Midia in ziemlich gerader Richtung, ohne den Lauf
der Flüſſe Maritza und Ergene zu berückſichtigen. Die
Inſelfrage bleibt einer ſpäteren Regelung der Mächte über=
laſſen
. Die Pforte wird vermutlich noch heute abend ant
worten, indem ſie die Vorſchläge der Mächte annimmt.
Falls nicht unvorhergeſehene Zwiſchenfälle eintreten, rech=
net
man deshalb jetzt mit einem raſchen Friedensſchluß,
wenigſtens ſoweit es ſich um Bulgarien, Serbien und
Griechenland handelt,

Literariſches.

Müller=Söllner: Wegweiſer zum
Kunſtgeſang. (Kommiſſionsverlag: Arnold Berg=
ſtraeßers
Hofbuchhandlung, Darmſtadt 1911. 2,50 Mark.)
In der Zeitſchrift Die Muſik (Verlag: Schuſter u. Löff=
ler
, Berlin), Heft 11, März 1913, ſchreibt Hjalmar Arlberg
über dieſes Werk: Auf zwölf Druckſeiten gibt der Ver=
faſſer
in denkbar vollendetſter Weiſe eine Darſtellung des
Weſens höchſter Geſangsunſt und der Mittel, dieſe zu er=
reichen
, wie ſie richtiger logiſcher und idealer nicht ſein
kann. Gleich der erſte Satz über das Weſen des richtig=
ſitzenden
Tones erſchließt uns das große Geheimnis wie
höchſte Kunſt allein ſcheinbar ſelbſtverſtändliche Natur
wird. Hier offenbart ſich ein Meiſter, nicht nur des Ver=
ſtehens
und Erfaſſens, auch klarſter und eindringlichſter
Darſtellung und Erklärung in des Wortes ſchönſter Be=
deutung
. Ein Prediger in der Wüſte, deſſen Worte Nach=
hall
finden müßten in den Ohren und Herzen aller derer,
die wirkliche Geſangskünſtler werden wollen, ſowie auch
aller derer, die das ſchwere und verantwortungsvolle Amt
auf ſich genommen haben, die ihnen anvertrauten Stim=
men
zu höchſter Blüte und Reife zu entfalten, die nicht
des taglichen Brotes willen den Schüler als Erwerbs=
quelle
ausbeuten. Wie viele Hunderte von Stimmen wer=
den
jahraus, jahrein mißhandelt und verdorben, bis der
Schüler, der Jahre ſeines Lebens, Fleiß und Geld um=
ſonſt
geopfert hat weggeworfen wird wie eine ausge=
preßte
Zitrone. Jedem denkenden Schüler, dem Zweifel

an den oft unglaublichen Zumutungen mancher Metho
den wach werden, deſſen geſunder Inſtinkt gegen die Un=
natur
und das Prokruſtesbett ihrer Meiſter rebelliert, kann
dies einzig daſtehende Büchlein ein Rettungsanker wer=
den
, der ihn aus höchſter Not erlöſt zu endlichem Be=
greifen
und Erfaſſen der wahren Kunſt des Geſanges, ihn
auf den Weg führt, der einzig die unumſchränkte Beherr=
ſchung
ſeines Inſtruments bis in das ſpäte Alter hinein
ermöglicht. Aber freilich: lang und mühſam iſt der Weg
der zur Entwickelung bringen ſoll, was an Möglichkeit in
der Stimme, an Fähigkeit im Schüler ſchlummert; keine
forcierte Kraftleiſtung, die dem Unfertigen halsbrecheriſche
Anſtrengungen zumutet, ſondern in langſamem, ſtetigem
Reifen Knoſpe um Knoſpe, Blüte um Blüte zeitigt. Und
wie viele ſind da, die auf ihr rieſenhaftes Material pochen
und ſich nicht zur Einſicht bekehren, daß die ſchönſte und
größte Stimme noch nicht gleichbedeutend iſt mit Singen=
können
. Was wird nicht alles geredet und geklagt über
den Niedergang der Geſangskunſt hier iſt einer, der
den Weg weiſt, welcher ſicher und treu zum höchſten Ziele
führt. Wer wollte ihn nicht gehen?

Landwirtſchaftliches.

Faſelmarkt in Langen. Der diesjährige
Faſelmarkt in Langen findet am Dienstag, den
8. April, vormittags, ſtatt und wird Näheres darüber
noch mitgeteilt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Straßburg, 31. März. Auf Grund des Preßgeſetzes
iſt der Pariſer Matin in Elſaß=Lothringen ver=
boten
worden.
* Homburg, 31. März. Einer Blättermeldung zufolge
wurde geſtern abend bei einer Schlägerei der 30 jäh=
rige
Otto Merz durch einen Stich in den Oberſchenkel,
der die Schlagader getroffen hatte, getötet. Der Bru=
der
des Getöteten, der 24 Jahre alte Guſtav Merz, erhielt
einen Stich in die Bruſt und wurde ſchwer verletzt. Als
der Tat verdächtig wurden zwei Brüder, Karl und Hein=
rich
Mohler aus Kaiſerslautern, feſtgenommen.
* Schleiz, 31. März. Die Beiſetzung des Für=
ſten
Heinrich XIV. iſt endgültig auf den 4. April,
nachmittags, feſtgeſetzt. Unter den Trauerkundgebungen
befinden ſich Beileidskundgebungen des Kaiſers und des
Reichskanzlers.
* Soldau, 31. März. Nach der Soldauer Zeitung
wurde auf der Eiſenbahnſtrecke Allenſtein-Soldau der
Schaffner Oppenkowsky in einem Abteil zweiter Klaſſe
mit geſpaltenem Schädel tot aufgefunden. Nach
den angeſtellten Ermittelungen iſt er, als er ſich aus dem
Fenſter hinausbeugte, von einem Pfeiler der Schönwieſer
Brücke, kurz vor Soldau, getroffen und getötet.
* Lyck, 31. März. Heute nacht um 1 Uhr brannte
die Speiſeanſtalt und die Kantine der Dragonerkaſerne
nieder. Größere Vorräte ſind vernichtet worden.
* Madrid, 31. März. Der König iſt völlig her=
geſtellt
. Er wohnte bereits einer Meſſe in der Kapelle
des Palais bei und machte eine Spazierfahrt im Auto=
mobil
. Geſtern abend ſpeiſte der König mit der königlichen
Familie.
* Athen, 31. März. Die Prinzen Heinrich und
Joachim von Preußen haben in Begleitung der
Prinzen Andreas und Alexander von Griechenland dem
Verteidiger von Janina Eſſad Paſcha einen Beſuch ab=
geſtattet
.
* New=York, 31. März. Wie aus Rom gemeldet wird,
iſt der amerikaniſche Milliardär Pierpont Morgan
dort geſtorben.
John Pierpont Morgan war Mitinhaber der Bank
firmen J. P. Morgan & Co. in New=York, Drexel & Co.
in Philadelphia, Morgan, Grenfell & Co. in London
Morgan, Horrjes & Co. in Paris. Er war am 17. April
1837 in Hartford Conn., geboren und beſuchte die eng=
liſche
High School in Boſton und die Univerſität in Göt=
tingen
. Später trat er in die Bankfirma Duncan, Sher=
man
& Co. in New=York ein, wurde 1857 amerikaniſcher
Vertreter von Peabody & Co. in London und von 1860
an Mitbeſitzer der oben genannten Firmen. In den letz
ten Jahren war er der hauptſächliche Organiſator der
großen amerikaniſchen Eiſenbahngeſellſchaften.
New=York, 31. März. Während ſich die Lage in
der eigentlichen Ueberſchwemmungszone
weiter beſſert, verſchlimmert ſie ſich im Ohiotale, beſonders
in Weſtvirginien und Kentucky, wo Tauſende durch die
Fluten von ihren Wohnſtätten vertrieben wurden. Die
Handelszentren am Ohio ſind von der Ueberſchwemmung
heimgeſucht. In Huntington (Weſtvirginien) ſind 15000
Menſchen obdachlos. Der Schaden wird auf eine Million
Dollar geſchätzt. Das große Geſchäftsviertel ſteht bis
zum zweiten Stockwerk unter Waſſer. Covington in Ken=
tucky
, ſowie Cairo in Illinois ſind von den Fluten ein=
geſchloſſen
. In Cincinnati iſt die Lage unverändert. Der
Schaden wird ſich dort auf etwa 3 Millionen Dollar be=
laufen
. In Louisville, wo die Flut heute erwartet wird,
flüchten die Bewohner.
Eberswalde, 31. März. Der Landwirt Loch fuhr
geſtern mit ſeiner Frau in einem Kahn ſpazieren, wobei
ſie ertranken. Ihre Leichen wurden heute früh geborgen
Kamenz. 31. März. Geſtern ſcheuten bei der Heim=
fahrt
in der Nähe des Dorfes Neuslitz die Pferde des
Gutsbeſitzers Hendrick. Der Wagen ſchlug um und
Hendrick wurde 500 Meter weit mitgeſchleift und von
Hufſchlägen getötet.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß des kontinentalen Hochs war es
geſtern in Deutſchland vielfach heiter und trocken. Die
Temperaturen waren tagsüber ziemlich hoch, nachts tief.
Heute morgen war es in Heſſen vielfach nebelig. Das
kontinentale Hoch verflacht ſich allmählich; doch iſt es noch
ſo ſtark, daß uns die von Südweſten vorrückende De=
preſſion
noch nicht weſentlich beeinfluſſen wird.
Ausſichten für Dienstag
April. Wechſelnd
bewölkt, ſtrichweiſe leichte Niederſchläge, mild.

*4 iſt das übereinſtimmende
Billig und gut
Urteil der Hunderttauſende,
welche Naumann’s Fauſtring Lanolinſeife benutzen.
Stück 20 Pfg., 5 Stück 95 Pfg.
(I.7607

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Saton DamenUrchostol

Dir. Jos. Schmiedel.
Stets freier Elntritt.

(7670
imd

ie Kapitalgewinne von 100000 Mk., 50000 Mk. uſw.,
C
insgeſamt 17553 Geldgewinne im Betrage von
360000 Mk. kommen ſchon in der am 8., 9., 10., 11. und
12. April ſtattfindenden Ziehung der Geld=Lotterie
zum Ausbau der Veſte Coburg zur Entſcheidung
und ohne Abzug zur Auszahlung. Die Coburger Loſe
à 3 Mk. (Porto und Liſte 30 Pfg. extra) ſind zu be=
ziehen
durch das Bankhaus Lud. Müller & Co.,
Berlin W., Werderſcher Markt 10, ſowie durch H. C.
Kröger, Berlin W., Friedrichſtraße 193a, ebenfalls hier
durch alle bekannten Loſeverkaufsſtellen.

Unterrichtsweſen.

Wenn bisher von Vorbereitung für den künftigen
Beruf die Rede war, ſo verſtand man darunter meiſt
nur den Unterricht für die männliche Jugend. In An=
betracht
, daß das allgemeine Streben jetzt dahin geht,
auch der weiblichen Jugend einen Fach=Unterricht zu=
gängig
zu machen, dürfte der Hinweis auf bereits be=
ſtehende
Einrichtungen dieſer Art alle Eltern intereſſieren.
Die Darmſtädter Sprach= und Handels=
ſchule
(Held & Schneider), Luiſenſtraße 10, bildet
ſchon ſeit Jahren neben Herren auch eine große Anzahl
Damen zum kaufmänniſchen Berufe aus. Es können
daſelbſt ſowohl volle Kurſe mit täglich 4 bis 6 Stunden
Unterricht als auch einzelne Fächer belegt werden. Daß
der Unterricht in guten Händen liegt, zeigt der Erfolg
denn die große Anzahl ausgebildeter Schüler erhielt bis=
her
nach Verlaſſen dieſer Schule faſt ausnahmslos kauf=
männiſche
Stellungen. Vor Beendigung des Kurſus
werden Prüfungen in der Schule ſelbſt vorgenommen
z. B. bei Schluß des letzten Winter=Semeſters waren
die Leiſtungen folgende: bei Maſchinenſchreiben bis zu
70 Silben in der Minute; bei Stenographie ( Gabels=
berger
) 120 Silben die Minute; bei Buchführung ſelbſt=
ſtändige
Abſchlüſſe mit Bilanz nach der doppelten und
amerikaniſchen Buchführung; bei Rechnen: Ausfertigung
von Contocorrenten nach progreſſiver, retrograder und
Staffel=Zinsrechnung u. a. m.

Dampfernachrichten.

Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
25. März 2 Uhr nachm. in
Kaiſer Wilhelm II.
Bremerhaven. Kronprinzeſſin Cecilie 26. März 3 Uhr
nachm. in New=York angekommen. Kleiſt 24. März
9 Uhr vorm. in Bremerhaven angekommen. Bremen
24. März 1 Uhr vorm. von Gibraltar abgegangen.
Prinzeß Alice 24. März 3 Uhr nachm. in Schanghai.
Prinz Ludwig 24. März 1 Uhr vorm. von Antwerpen.
Friedrich der Große 25. März 1 Uhr nachm. von
Adelhaid. Zieten 25. März 7 Uhr vorm. in Genua
angekommen. Ganelon 24. März. 1 Uhr nachm. in
Antwerpen angekommen. Heſſen 25. März 3 Uhr
nachm. von Kapſtadt abgegangen. Sierra Ventana
25. März in Bremerhaven. Seydlitz 24. März von
Liſſabon. Norderney 24. März in Antwerpen an=
gekommen
. Crefeld 24. März in Antwerpen. Prinz
Heinrich 24. März 12 Uhré mittags in Alexandrien.
Prinz Ludwig 24. März 9 Uhr vorm. in Marſeille
angekommen. Manila 25. März von Potzdamhaven
nach Singapore abgegangen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 27. März 6 Uhr vorm. von Boulogne ab=
gegangen
. Nieuw. Amſterdam 26. März nachm. in
New=York eingetroffen. Noordam 23. März 1 Uhr
30 Min. nachm. Scilly paſſiert. Ryndam 22. März
vorm. in Rotterdam eingetroffen. Potsdam 25. März
vorm. von New=York abgegangen.

s hat Gott gefallen, meine innigſt geliebte
E
Tochter, unſere liebe Schweſter u. Schwägerin
Emmav. Strzemieczna
in ihrem nicht ganz vollendeten 62. Lebens=
jahre
zu ſich zu nehmen. Sie entſchlief am
30. März kurz nach 6 Uhr abends im Eliſa=
bethenſtift
zu Darmſtadt nach längerem, mit
großer Geduld getragenem Leiden.
Louiſe von Strzemieczna, geb. Schührer,
Alfred von Strzemieczny, Oberſtleutnant a. D.,
und Familie,
Chriſtian Müller, Fürſtl. Kammerdirektor i. P.,
und Familie.
(7626
Michelſtadt i. O., Buchſchlag, Darmſtadt.
Die Einſegnung findet ſtatt: Dienstag, den
1. April, nachmittags 2½ Uhr, im Eliſabethen=
ſtift
; das Begräbnis: Mittwoch, den 2. April,
um 3 Uhr nachmittags, in Michelſtadt i. O.

[ ][  ][ ]

Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Heute nacht entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem
Leiden mein innigstgeliebter Mann, mein guter treuer Sohn, unser Bruder, Schwiegersohn,
Schwager und Onkel
(7600
Herr Lehrer Georg Buss
In tiefster Trauer:
im nicht vollendeten 31. Lebensjahre.
Margarete Buss, geb. Gründler,
Katharine Buss, geb. Steffan,
Langstadt, den 30. März 1913.
Ludwig Buss, Kätchen Buss,
Anna Buss, geb. Gründler.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städt-
Friedhofes zu Darmstadt aus, statt. Von Kodolenzbesuchen bittet man abzusehen.

Dankſagung.
Für die aufrichtigen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
während der ſchweren Krankheit und bei
dem Hinſcheiden meiner lieben Frau und unſerer
(B7649
unvergeßlichen Mutter
Frau Dorothea Gotha
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Velte für die troſtreiche Grabrede, der Geſellſchaft
Allemannia für ihre zahlreiche Vertretung, den
Schweſtern des ſtädtiſchen Krankenhauſes für ihre
liebevolle Pflege, ſowie für die überaus reichen
Kranz= und Blumenſpenden unſeren innigſten, tief=
gefühlten
Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Chriſtoph Gotha.
Darmſtadt, den 1. April 1913.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr
(Ab. B): Der Trompeter von Säkkingen.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Dr. Sauer um 8½ Uhr im Fürſtenſaal
(Fortſchrittliche Volkspartei).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 2. April.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Creter
(Orangerieſtraße 8) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht II.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und für die vielen Blumen= und Kranzſpenden bei
dem Hinſcheiden unſeres innigſtgeliebten Sohnes
Kar
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank. Be=
ſonderen
Dank Herrn Pfarrer Waitz für die vielen
Beſuche am Krankenbett und die tröſtenden Worte
am Grabe, den Schweſtern der Martinsgemeinde
für ihre aufopfernde Pflege, ſeinem Chef Herrn
Architekt Vogel, dem Büroperſonal der Firma
Otto’s Gießerei, ſeinen Schulkollegen und den
(7666
Arbeitern der Firma Luther.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Volz.

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr
Schwanenſtraße 12.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr im
ſtädtiſchen Pfründnerhaus.
Rotkleeſamen=Verſteigerung um 1½ Uhr im
ſtädtiſchen Lagerhaus.
Dünger=Verſteigerung um 10 Uhr in der Train=
kaſerne
(Heidelbergerſtraße).
Gutsverſteigerung um 1 Uhr auf dem Ortsgericht
zu Beedenkirchen i. O.

Todes=Anzeige.
Hierdurch die ſchmerzliche Nachricht, daß
nach einer uns heute gewordenen amtlichen
Mitteilung unſer lieber guter Sohn, Bruder,
Schwager, Onkel und Neffe
(*8657
Georg Otto Keller
am 18. Dezember 1912 in Foondo auf der
Inſel Malaita durch Eingeborene im 27. Lebens=
jahre
ermordet worden iſt und am 19. Dezember
in Auki auf Malaiti beerdigt wurde.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Anna Keller Wwe.
Darmſtadt (Erbacherſtraße 63), Lörrach,
den 31. März 1913.
Von Kondolenzbeſuchen bitten wir abſehen
zu wollen.

Dankſagung.
Für alle Beweiſe der Teilnahme anläßlich des
Ablebens unſeres geliebten
(7668
Herrn
Siegmund May
ſagen wir verbindlichſten Dank.
Darmſtadt, Heidelberg, 1. April 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Siegfried May.

e erte enege 2e
11 und Sonntags vor 10 4 bl.

Drnic und Beriagt 2. g. Wilichſche Sawbrichunhent.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teilbeſtimmte Mittellungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 31. März 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

V
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 85,90
75,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,00
3½ do. Conſols . . . 86,00
76,30
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 98,20
91,80
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,10
85,00
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,20
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,70
84,80
do.
3½
74,20
do.
3 Sächſiſche Rente.
76,
4 Württemberger v. 1907 98,2
31
do. v. 1875. 94,10
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,20
Griechen v. 1837 . . 55,50
3¼ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrent: 85,50
do. Goldrente . . . 90,40
do. einheitl. Rente 83,00
3 Portug. unif. Serie I 62,70
do. unif. Ser. III 65,00
do. Spezial .
. . 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 99,40
4 do. v. 1890 . . 92,70
4 do.
v. 1905 . . 99,90
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,00
do. v. 1902 . . . . 89,50
do. v. 1905 . . . . 99,90
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,85
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,80
4 Ungar. Goldrente . . . 85,80
4 do. Staatsrente. . . 82.70

Zf.
InProt=
5 Argentinier . . . . . . 99,40
83,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 92,60
5 Chineſ. Staatsanleihe. 100,00
4½
92,80
do.
4½ Japaner . . . .
91,40
5 Innere Mexikaner . . . 90,70
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 81,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 97,70
3 Buenos Aires Provinz 67,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 158,10
5 Nordd. Lloyd . . . . 116,90
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 126,30
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 115,25
6 Baltimore und Ohio . 100,25
6 Schantungbahn . . . . 127,75
3½ Luxemb. Prince Henri 162,20
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 24,00
6 Pennſylvania R. R. . 118,30
Letzte Induſtrie=
divid
. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik ..
553,75
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

..248,00
30 Farbwerke Höchſt . . 631,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . .
10 Cement Heidelberg . . 144,25
30 Chem. Werke Albert 450,00
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 342,00
5 Lahmeyer. . . . . . . 121,00

Letzte
In Proz.
Divie
8 Schuchert, Nürnberg 141,80
12 Siemens & Halske .211½
5 Bergmann Electr. 114,25
10Deutſch. Ueberſee Electr. 162,60
0 Gummi Peter . . .
72,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 63,25
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 562,00
10 Maſchinenf. Badenia
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 150,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,00
12½ Bad. Zucker=Wag
199,80
häuſel.
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 82,25
3 Südd. Immobilien 56,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede .
.175½
14 Bochumer Bergb. u
Gußſt. . . . . . . 213,10
11 Deutſch=Luxemburg
Bergb. . . . . . . 160,00
10 Gelſenkirchener . . . . 191,30
9 Harpener . . . . . . . 190,25
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 257,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 81,00
6 Laurahütte . . . . . . 172,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 211,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef.
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,10
4 Franz=Jofefs=Bahn ..
3 Prag=Duxer . . . . . . 73,10
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 91,0
do.
75,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,30
do.
74.60

Inſro,
Sf.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,10
77,00
3 Raab=Oedenburg .
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,20
86,50
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,60
4 Rjäſan Koslow . . . .
-
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,50
do.
68,60
2½, Livorneſer . . .
3 Salonique=Monaſtir 61,00
4 Baadadbahn . .
80, 10
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,10
4 Miſſouri=Paciſtc. . .. 70,30
4 Northern=Paciſic . . . 97,00
Southern=Paciſie . . . 92,50
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 81,20
5 Tehuantepec . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 186,60
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgef. .168,90
6½ Darmſtädter Bank . 122,20
12½ Deutſche Bank . . . 248,25
6 Deutſche Vereinsbank 115,90
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 181,40
8½ Dresdener Bank . 156,90
9½ Frankf. Hypoth.=B. 206,00
6½ Mitteld. Kreditbank 114,50
Nationalb. für Deutſchl. 114,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . 133,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 1169
7½ Wiener Bankverein . 135,10
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
H. 21. . . . . . . 97.70

In Proz.
3.
3½ Frankf. Hypoth.=Banl
S. 19 . . . . . . . 86,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
97,
S. 52 . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,00
86,50
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 98,70
3½
86,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98,20
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
1823. . . . . . . . . 98,30
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Banl
S. 1 u. 2, 68 . . . 86,20
S. 35 . . . . . . . . 86,00
S. 911 . . . .
86, 10
4 Meininger Hyp.=Bank 97,40
3½
do.
86,10
4 Rhein. Hypothek.=Banl
(unk. 1921) 97,70
3½ do. (unk. 1914)
86,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 98,50
do.
3½
86,80
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . .
96,10
3½
do.
4 Frankfurt. . . . . . . 98,20
31
do.
95,20
4 Gießen . . . . . . . . 96,00
3½
do.
85,25
4 Heidelberg . . . . . . 95,00
3½
87,00
4 Karlsruhe . . . . . . 96,70
3½
do.
88,00
4 Magdeburg. . . . . .
3½
do.
4 Mainz . . . . . . . 95,50
31
do.
4 Mannheim . . . . . . 96,00
3½
do.
85,40
München . . . . .
99,20
3½ Nauheim . . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 95,50
3½
do.
87,00
4 Offenbach . .

In Proz=
Zf.
3
Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 97,00
3½
87,50
do.
4 Worms.
97,00
3½
85,60
do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 175,40
3½ Cöln=Mindner 100 137,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,00
3 Madrider . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,00
3 Oldenburger . . . . . . 128,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 118,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,70
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs.10
Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 563,00
v. 1858fl. 100 472,00
do.
Ungar. Staats . . fl. 100 158,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Js. 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,26
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¼
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 168,50
Italieniſche Noten . . . 79,45
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,55
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,70
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Bf. 7

[ ][  ][ ]

An die Großherzoglichen Bürgermetſtereien des Kreiſes.

Unter Bezugnahme auf § 10 der Polizeiverordnung, betreffend die Vertilgung
der Blutlaus, vom 5. April 1905, Tagblatt Nr. 87, ſehen wir bis zum 15. Mai d. J.
Ihrem Bericht über das Ergebnis der Beſichtigungen, des hierauf Veranlaßten und
den Erfolg ihrer Maßnahmen entgegen. Den Berichten iſt ein Verzeichnis der=
jenigen
Perſonen beizufügen, deren Obſtbäume mit Blutläuſen behaftet befunden
wurden.
(7644
Darmſtadt, den 29. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachun
G.

Am 1., 3., 4., 7., 8., 10., 11., 14., 15., 17., 18., 21., 22., 24., 25., 28. und 29. April
1913 von 7½ Uhr vormittags bis zum Einbruch der Dunkelheit wird Schießen ab=
gehalten
.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertwieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt vom 25. September 1909), was zur allgemeinen
Kenntnis gebracht wird.
Darmſtadt, den 19. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
(7555a

Orts=Satzung
für die Quartierleiſtungen und Naturalleiſtungen an die bewaffnete Macht im Frieden
in der Gemeinde Eſchollbrücken.

Auf Grund des § 7 des Reichsgeſetzes vom 25. Juni 1868, die Quartierleiſtungen
für die bewaffnete Macht während des Friedensſtandes betreffend, und § 9 der Inſtruk=
tion
zur Ausführung dieſes Geſetzes vom 31. Dezember 1868 und auf Grund der Geſetze
vom 13. Februar 1875 über die Naturalleiſtungen für die bewaffnete Macht im Frieden
wird hiermit für die Gemeinde Eſchollbrücken auf Beſchluß des Gemeinderats und
mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom 11. März 1913 zu
Nr. M. d. J. 4311 folgendes beſtimmt:
§ 1.
Die Verwaltung der Einquartierungsangelegenheiten wird der von dem
Gemeinderat zu wählenden Einquartierungskommiſſion unter dem Vorſitz des Bürger=
meiſters
oder bei Verhinderung des Bürgermeiſters unter dem Vorſitz des Beigeord=
neten
übertragen.
Die Dienſtzeit der unſtändigen Mitglieder der Kommiſſion endet mit dem
Kalenderjahr, für welches dieſelben gewählt worden ſind.
Die Zahl der unſtändigen Mitalieder der Kommiſſion wird von dem Gemeinde=
rat
jedes Jahr neu beſtimmt.
§ 2.
Die ganze Gemeinde, einſchließlich aller zur Gemarkung gehörigen Gehöfte uſw.,
bildet einen Quartierbezirk.
§ 3.
Die Einquartierungspflicht liegt allen denen ob, die in der Gemeinde eine
Wohnung haben und zur Gemeindeſteuer herangezogen werden, ebenſo Juriſtiſchen Per=
ſonen
, Geſellſchaften und ſolchen Perſonen, die ohne in der Gemeinde zu wohnen, in
der Gemeinde Häuſer, Grundſtücke oder Geſchäftslokale haben und für dieſe zur
Gemeindeſteuer herangezogen werden.
Befreit von der Benutzung zur Einquartierung ſind die in § 4 Abſ. 2 des Reichs=
geſetzes
vom 25. Juni 1868 aufgeführten Gebäude und Gebäudeteile.

Gebäude, in denen ſich mit gefährlichen oder anſteckenden Krankheiten Behaftete
oder Wichnerinnen oder Leichen befinden, ſollen zur Einquartierung nicht benutzt werden.
§ 4.
Bei Verteilung der Einquartierung ſoll auf die Wohnungs=, Wirtſchafts= und
Gewerbebetriebsbedürfniſſe des Qartierpflichtigen Rückſicht genommen werden. Neben
dieſen Grundlagen ſoll bei der Verteilung beachtet werden, daß auf etwa je 10 Mark
Gemeindeſteuer je ein Mann zu übernehmen iſt.
§ 5.
Den Quartierpflichtigen iſt geſtattet, die ihnen obliegende Verbindlichkeit durch
Stellung anderweiter Quartiere (z. B in Wirtshäuſern uſw.) zu erfüllen, jedoch iſt
dies vorher der Einquartierungskommiſſion anzuzeigen. Das zu ſtellende Quartier
muß den Anforderungen entſprechen, welche an den Quartierpflichtigen ſelbſt geſtellt
werden können.
Für richtige Leiſtung iſt nur der Quartierpflichtige haftbar, wie auch die durch
die Ausquartierung dem Quartierpflichtigen etwa entſtehenden Mehrkoſten von dieſem
zu tragen ſind.
§ 6.
Weigert ſich der Quartierpflichtige, die ihm zugedachte Einquartierung zu über=
nehmen
, oder iſt der Quartierpflichtige zeitweilig abweſend, ſo hat die Einquartierung
auf deſſen Koſten anderweit zu erfolgen.
Dieſe Koſten ſind nötigenfalls auf dem für die Gemeindeeinkünfte vorgeſchriebenen
Wege von den Pflichtigen beizutreiben.
§ 7.
Bei der Zuteilung der Einquartierung werden gerechnet:
1 General und die ihm gleichgeſtellten Chargen einſchließlich Bedienung 30 Gemeine,
1 Stabsoffizier
20
1 Hauptmann oder Leutnant .
10
1 Feldwebel uſw.
5
1 Fähnrich oder Vizefeldwebel .
: 3

2
1 Unteroffizier
1 Pferd ohne Fourage .
. 1 Gemeiner
§ 8.
Werden Truppen mit Verpflegung einquartiert, ſo wird den mit Einquartierung
bedachten Einwohnern ein von dem Gemeinderat in dem betreffenden Jahre feſtzuſetzen=
der
Zuſchuß zu der von dem Reiche gewährten Entſchädigung bewilligt. Dieſer Zuſchuß
ſoll mit Rückſicht auf die jeweiligen Lebensmittelpreiſe bemeſſen werden und ſoll mit
Einſchluß der von dem Reiche gewährten Entſchädigung für Mundverpflegung und
Serpis pro Tag für jeden einquartierten und verpflegten Soldaten einſchließlich Unter=
offizier
. Sergeanten und ähnliche Charge den Betrag von 1.80 Mark nicht überſteigen.
Für die einquartierten Offiziere wird den Quartiergebern nur die Reichsent=
ſchädigung
gewährt.
§ 9.
Wird der Gemeinde die Stellung von Fourage oder Vorſpann angeſonnen, ſo
beſchafft die Einquartierungskommiſſion den Bedarf auf die ihr am zweckmäßigſten
erſcheinende Weiſe, möglichſt unter öffentlicher Aufforderung, aus Mitteln der Gemeinde=
kaſſe
, in welche die vom Reiche zu gewährende Vergütung fließt. Nur wenn auf dieſem
Wege dem Anſinnen nicht rechtzeitig entſprochen werden kann oder die Fourage oder
der Vorſpann gegen die von dem Gemeinderat hierfür zuläſſig erachtete Vergütung
nicht zu erlangen iſt, wird die Kommiſſion zu der in Anſpruch genommenen Leiſtung
die Beſitzer von Fouragebeſtänden, Zugtieren und Wagen unmittelbar heranziehen, und
der Gemeinderat ſodann darüber beſchließen, ob und welcher Zuſchuß aus Gemeinde=
mitteln
zu der von dem Reiche zu gewährenden Vergütung zu leiſten iſt.
§ 10.
Die Einquartierungskommiſſion iſt bezüglich der in den §§ 8 und 9 von ihr zu
Laſten der Gemeindekaſſe zuzugeſtehenden Vergütungen an die Weiſungen des Gemeinde=
rats
gebunden.
§ 11.
Dieſe Satzung tritt mit dem 1. April 1913 in Kraft.
Eſchollbrücken, den 22. März 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
7603
Götz.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Foxterrier, 1 Kriegshund=
1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(7612

Verſteigerung von feſten Plätzen auf
dem Darmſtadter Wochenmarkt.

Die am 26. und 28. März ds. Js. abgehaltene Verſteigerung
don feſten Plätzen auf dem hieſigen Wochenmarkt iſt genehmigt.
Die Ausweiskarten können vom Donnerstag, den 3. April
ab, gegen Zahlung des Platzgeldes für das erſte Vierteljahr
(1. April bis Ende Juni) bei der Stadtkaſſe Darmſtadt ( Grafen=
ſtraße
28) vormittags von 8 bis 12½ Uhr in Empfang genommen
werden.
Das Platzgeld für das erſte Vierteljahr muß ſpäteſtens bis
zum 10. April bezahlt ſein.
(7632id
Darmſtadt, den 29. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.

Abhanden gekommene Sparkaſſenbücher.

Die vermißten Einlagenbücher
Nr. 68270 lautend auf den Namen Hoffmann, Emanuel,
Hoffmann, Karl,
68271
138637
Körner, Ludwig,

,
,
Möller, Elfriede,
149432
,
Kaminsky, Guſtav,
170061
*
,
Kaminsky, Fritz,
170062
;
Kaminsky, Klementine,
170063
,

. Kaminsky, Franziska,
170064

,
Graf, Liſette,
193800
,,
Abel, Franz
194369
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt werden nach deren Satzung § 20
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht innerhalb drei Monaten bei
dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
(5119a
Darmſtadt, den 25. Februar 1913.
Der Verwaltungsrat der ſtädt. Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 2. April 1913, nachm. 1½ Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle Städtiſches Lagerhaus, auf
Grund des § 373 H6B. gegen Barzahlung:
20 Ballen Italiener Rotkleeſamen,
ſeidefrei, nach deutſcher Form.
Darmſtadt, den 31. März 1913.
(7590im
Thüre, Großh. Gerichtsvollieher,
Bleichſtraße 9.

Gerrenpaletot billig zu verk.
8503) Hügelſtr. 32, 1. St.

Gut erh. Kinderwag, bill. zu. pf.
*8492) Taunusſtr. 53, I. I.

Nachlaß=Verſteigerung.

Mittwoch, den 2. April 1913,
nachmittags 3 Uhr,
werden im hieſigen ſtädtiſchen
Pfründnerhaus verſchiedene zu
einem Nachlaß gehörige Möbel,
Wäſche= und Kleidungsſtücke meiſt=
bietend
gegen Barzahlung ver=
(7576oi
ſteigert.
Darmſtadt, 29. März 1913.
Städtiſches Armen= und
Fürſorgeamt.

Bekanntmachung.

Für den Verkauf des Holzes in
dem Holzhofe dahier ſind folgende
Preiſe pro Rm. bis auf weiteres
feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10
Kiefern=Scheiter II. Kl. 8
Scheiter II. Kl. beſtehen aus
aufgeſpaltenem Knüppelholz.
Die Beſtellungen des Holzes
haben bei Großh. Bezirkskaſſe
Darmſtadt zu erfolgen.
(2609a
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Großh. Holzmagazing=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.

Dünger=Verkauf.
Am Mittwoch, den 2. April,
vormittags von 10 Uhr ab,
wird auf dem Hofe der Train=
Kaſerne Heidelbergerſtraße 49
die Matratzenſtreu der 2. Kom=
pagnie
öffentlich meiſtbietend ver=
(7365soi
ſteigert.
Train=Bataillon Nr. 18.

Nünger Veriauf.
Donnerstag, 3. April ds. Js.,
vormittags 890 Uhr,
wird auf dem Hofe der Artillerie=
kaſerne
, Heidelbergerſtraße in Darm=
ſtadt
, die Matratzenſtreu der
zweiten Batterie meiſtbietend ver=
kauft

(7592
Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25.

1 faſt neuer Küchenſchrank
u. Tiſch b. zu verk. Näh. Moller=
(*8505
ſtraße 45, bei Simon.

Sehr gut erhalt. Nähmaſchine
für 25 Mk. u. aute Schneider=
maſchine
für 20 Mk.
Ludwigshöhſtr. 78.
*8806)

Verſteigerungs-Anzeige.

Freitag, den 4. April I. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag der Erben aus dem Nachlaß der Frau
Major Kröll Witwe im Hauſe
Karlſtraße 53½, 2. Stock
folgende Gegenſtände:
1 Büfett, 1 Damenſchreibtiſch, beide in Mahagoni, 1 alter
Herrenſchreibtiſch mit Büchergeſtell, 1 Glasſchrank, 1 Bücher=
ſchrank
, 1 kleiner polierter Schrank in nußbaum, 1 Diwan,
1 Sofa mit 1 Seſſel, 1 Sofa mit 6 gepolſterten Stühlen
mit rotem Plüſchbezug, 2 komplette Betten mit Sprung=
feder
= und Roßhaarmatratzen, 2 komplette andere Betten,
2 Nachttiſche, 1 Waſchkommode, 1 Toilettenſpiegel, ver=
ſchiedene
Tiſche, 3 zweitürige und 2 eintürige Kleiderſchränke,
Spiegel, Bilder und Vorhänge, einiges Porzellan und
Weißzeug. Ferner 1 Küchenſchrank,=Tiſch und=Stühle,
1 Gasherd, Lampen und Lüſter und ſonſtigen Hausrat,
(7651id
1 Badeofen mit Wanne.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 1. April 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Verſteigerungs=Inzeige.

Mittwoch, den 2. April I. Js., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag
Schwanenſtraße Nr. 12, Ecke Gardiſtenſtr.
folgendes Mobiliar meiſtbietend gegen Barzahlung:
3 kompl. Betten, 2 Kleiderſchränke, 2 Diwans, 1 Chaiſelongue,
1 Sofa mit Umbau 1 Sofa und 2 Seſſel, 1 Trumeau mit
Spiegel, Spiegel, Weinſchränke eiſ., m. Teppiche, Vorlag.,
Bilder, Bettzeug, Sitzbadewanne Schließkorb, Glasſchränke,
1 komplette, moderne Küchen=Einrichtung, faſt neu, 1 Ko=
lonialwaren
=Einrichtung, beſt. in: Warenregal mit Schub=
laden
und Gefachen, 1 Theke, Oelſtänder, 1 Wage mit Ge=
wichten
, Stehpult ꝛc., ſämtliches Küchengeſchirr und viel
Ungenanntes.
Ferner verkaufe ich freihändig: 2 komplette moderne Betten,
Nachttiſche mit Marmor und Stühle hell eichen, 1 Speiſe=
zimmer
=Einrichtung, Büfett, Kredenz, Lederſtühle, alles
modern eichen gebeizt, 1 Mahagoni=Schränkchen, 1 Trumeau=
ſpiegel
, ſowie 1 kompl. modernes Herrenzimmr, eichen
Ia Fabrikat, Hundehütte mit Hund, Geweihe, Diwan ꝛc.
(7646
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Johannes Krummeck, Ankttonator u. Caxatos,
Bleichſtraße 1.
Telephon 1774
Annahme von Versteigerungen und Verkäufen. Ia Referenzen.

[ ][  ][ ]

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mationstage war er mit ihm hier in demſelben Raum
zuſammengeweſen. Nur verändert ſah der Mann aus.
Noch mehr zerlumpt. Noch mehr heruntergekommen. Aber
im übrigen, in Haltung und Blick, war eine Veränderung
zu ſeinem Vorteil vor ſich gegangen. Das Frechfordernde
das Herriſche war fort, Ganz demütig, beſcheiden, in ſich
zuſammengeſunken ſtand er hart an der Schwelle, hatte
etwas hündiſch Ergebenes in ſeinen Augen und ſeufzte.
Der Kaufmann atmete auf. Etwas wie bange Furcht
hatte ihm im Anfange die Kehle zugeſchnürt. Kaum war
eine Gefahr vorüber, Signe kaum von neuem gewonnen
und vor einer erſchütternden Erkenntnis bewahrt, ſo ſtellte
ſich ſchon eine neue ein. Nun galt es, auch dieſe neue
Gefahr abzuwenden. In halber Ratloſigkeit noch tat
Tobias Bruns die erſte Frage. Was führt Sie abermals
zu mir?
Das alte, Herr Bruns. Und ein Stück neues Elent
obendrein.
Sie ſcheinen ſich unſeres letzten Beiſammenſeins
ſchlecht zu erinnern.
Ich weiß ſehr wohl.
Und Sie wagen es doch? Mann, ich verſtehe Sie
nicht.
Stephan Frank ſank noch mehr in ſich zuſammen und
ſtöhnte tief. Er erweckte ganz den Eindruck eines Zer=
knirſchten
und Vernichteten. O Herr, die Not treibt mich.
Ihre Not kam durch Selbſtverſchulden, erwiderte Herr
Tobias kühl. Ich fand Sie damals mit einer Summe
von 300 Mark endgültig ab. Wenn Sie dies kleine Ka=
pital
vernünftig angelegt hätten, würde es Ihnen zu
einem neuen Anfang geholfen haben.
Ich hatte die beſten Abſichten, verſicherte der Zer=
lumpte
, aber das Schickſal ſtieß mich in neues Elend.
Meine Frau wurde krank, ich mußte alles für Pflege und
Arzt hergeben.
Ein Ekel vor dem Winſelnden packte Herrn Tobias.

Wußte er doch, daß der vor ihm Stehende die Unwahr=
heit
ſagte. Er fühlte ſich verſucht, dem Elenden in das
Geſicht zu ſchlagen, hielt aber noch an ſich und fragte,
ſich zur Ruhe zwingend: Nun iſt doch aber wohl Ihre
Frau wieder geſund, Sie können gemeinſam arbeiten,
Ihren Unterhalt verdienen? Oder iſt es anders? Er
tat ein paar haſtige Schritte durch den Raum und rückte
in ſeiner Erregung einen Stuhl hart beiſeite. Mit ſcharf
muſternden Augen ſtand er vor dem Schmarotzer. Nun?
O Herr, mein Elend ſchreit zu Himmel, ſchluchzte der
Verkommene heraus. Meine Frau iſt mir geſtorben, und
ich habe nichts, um ſie begraben zu können. Erbarmen
Sie ſich, Herr!
Ein zorniger Blick des Abſcheus traf Stephan Frank
Und ſeiner Ruhe nicht mehr mächtig, ſchrie Herr Tobias,
mit der Fauſt donnernd auf den Tiſch ſchlagend: Sie er=
bärmlicher
, gemeiner Lügner! Ihre Frau iſt geſtorben?
Mann, reden Sie!
So wahr ich vor Ihnen ſtehe, wagte der andere zu
entgegnen.
Da verlor Bruns die Beſinnung. Sie Schuft, Sie
erbärmlicher Lump! Ihre Frau lebt, ſage ich Ihnen.
In dem Krankenhauſe unſerer Stadt hat ſie die barm
herzige Liebe wieder geſund gepflegt, nachdem ſie die
eigene Tochter an der Landſtraße gefunden. Wagen Sie
es noch, mich zu belügen?
Ich lüge nicht! Das kam noch in dem alten, weiner=
lichen
Ton heraus. Aber in den Augen wachte ſchon ein
tückiſches Funkeln auf, und die hagere Geſtalt des Land=
ſtreichers
reckte ſich.
Herr Tobias ſprang mit einem Satz zur Tür und
ſtieß ſie auf, daß ſie Juſtus Kröger, der ahnungslos ein
Pfund Kaffee abwog, faſt an den Kopf geflogen wäre
Und in den vollen Laden hinein ſchrie Herr Tobias mit
unentſtellter Stimme: Holt die Polizei! Und zwei, drei
her, die den Schuft hier feſſeln! . . . .

Aber dazu kam es nicht.
Stephan Frank ſtürzte vor, ſtieß Herrn Tobias zur
Seite und ſtürmte mit großen Sätzen durch den Laden ins
Freie. Unter der Tür wandte er ſich um und keuchte
heraus, die Fauſt hebend: Warte, Du Elender, das will
ich Dir eintränken!
Was half’s, daß zwei, drei, vier, die Beſinnung fan=
den
, hinzuſtürzen, um Stephan Frank zurückzureißen! Er
war ſchon im nächſten Augenblick in der Dämmerung ver=
ſchwunden
. Und im Laden ſtanden alle wie unter einer
Betäubung. Bies einer der Kundinnen, Mutter Kathrine
Baſch war’s, mit heller, dünner Stimme die beklemmende
Stille jach tottrat:
Na, ſo was, ſo was doch! Meiner Seel!! Das war
ja wie ’n Raubmörder, ſolch Kerl. . . . Da müßt’ doch
gleich der Herr Rackelmann hinterher. Der würde ihm
ſchon!
Kein Härchen krümmen, fuhr Herr Kröger biſſig fort.
Denn der käm heut nicht mehr in ſeine Stiefel rein.
Ein vergnügtes Lachen füllte den Raum. Dann lie=
fen
viele Stimme ſchwirrend durcheinander, überſpannten
den letzten Reſt der Beſtürzung und ließen die alte, ge=
ſchäftige
, durch nichts Außerordentliches geſtörte Haſt hin=
zu
. Es war im Laden alles wie ehedem. Nur Henning
war nicht bei der Sache. Und nebenan im Kontor ging
Herr Tobias Bruns im erregten Auf und Ab einher und
ſuchte ſeiner empörten Gedanken Herr zu werden. Sie
ſetzten ihm ſo arg zu, daß er aus allem Wirrwar das
Rechte lange nicht herausfand. Bis er’s plötzlich ganz ge=
wiß
hatte. Er riß in einem ſchnellen Entſchluß die
Kontormütze vom Haken und verließ das Gemach durch
einen Seiteneingang, um ſich geradewegs zu dem Stadt=
gewaltigen
zu begeben, der zur Ergreifung und Inhafe
tierung Stephan Franks die nötigen Maßnahmen treffen
ſollte.
(Fortſetzung folgt.;

[ ][  ][ ]

Kongreſſe und Verbandstage.

Bei der 3. Hauptverſammlung des heſ=
ſiſchen
Landeslehrerinnenvereins
in
Worms war die erſte Mitgliederverſammlung um 9 Uhr
der Erledigung der nötigen geſchäftlichen Angelegenhei=
ten
und der Beratung mehrerer Anträge gewidmet. Aus
dem von Frl. Reuling=Darmſtadt erſtatteten Jahresbericht
geht hervor, daß der Verein in der kurzen Zeit ſeines Be=
ſtehens
eine recht erfreuliche Entwickelung genommen hat.
Auf ſeinem Arbeitsprogramm ſtanden vor allem Jugend=
fürſorge
und Berufsberatung. Der Verein ſteht in enger
Verbindung mit dem Allgemeinen deutſchen Lehrerinnen=
verein
, an deſſen Arbeiten er ſich nach Möglichkeit betei=
ligt
und zu deſſen Hauptverſammlung in Poſen er auch
eine Vertreterin entſenden wird. An die erſte Mitglieder=
verſammlung
ſchloß ſich um 11 Uhr die Sitzung der Ab=
teilung
für höhere Schulen an. Sie beſchäftigte ſich mit
der Methodik des deutſchen Unterrichts auf der Mittel=
und Oberſtufe. Um 2 Uhr vereinigten ſich die Mitglieder
zu einer zweiten Verſammlung, um die Gründung
einer Hilfskaſſe für erkrankte Lehrerin=
nen
zu beraten. Herr Rechnungsrat Harth aus Darm=
ſtadt
hatte die Liebenswürdigkeit, als Sachverſtändiger
den Mitgliedern in finanztechniſcher Hinſicht mit Rat bei=
zuſtehen
. Er konnte die Zweifel, ob die zur Verfügung
ſtehenden Mittel genügen, zerſtreuen, und der Vorſtand
ſah einen langgehegten Wunſch erfüllt, als die Verſamm=
lung
mit großer Stimmenmehrheit die Gründung der
Hilfskaſſe beſchloß. Um 4 Uhr begann in dem ſchönen

Turnſaale der Eleonorenſchule die öffentliche Ver=
ſammlung
, die ſich mit der Frage der Pflichtfortbild=
ungsſchule
für Mädchen, der Erziehung des Mädchens zur
Hausfrau und Mutter, beſchäftigte. Die Wormſer Frauen=
welt
bewies ihr Intereſſe an dieſer Frage mit dem ſtar=
ken
Beſuch der Verſammlung. Anweſend waren Herr
Kreisrat Geh. Regierungsrat Dr. Kayſer, Herr Oberbür=
germeiſter
Köhler mit Gemahlin, Herr Kreisſchulinſpektor
Proſeſſor Luley, Herr Stadtſchulinſpektor Schulrat
Schmeel. Da die erſte Vorſitzende des Vereins, Fräulein
Schweisgut das Referat übernommen hatte, hieß die 2.
Vorſitzende, Sophie Walther=Mainz, die Erſchienenen
herzlich willkommen. Dasſelbe geſchah namens der Orts=
gruppe
Worms durch Fräulein Germann. Herr Oberbür=
germeiſter
Köhler gab ſeiner herzlichen Freude Aus=
druck
, daß er den Landeslehrerinnenverein in Worms be=
grüßen
könne, und er ſprach den Wunſch aus, daß der Ver=
ein
von ſeiner Wormſer Tagung mit Befriedigung und
freundlichen Erinnerungen ſcheiden möge.
Fräulein Schweisgut=Darmſtadt hielt darauf
ihren über die Frage vorzüglich unterrichtenden Vortrag.
Ihr Vorſchlag gipfelte in folgenden Leitſätzen: 1. Die
künftige Pflichtfortbildungsſchule für Mädchen hat die
doppelte Aufgabe: erſtens für den Hausfrauen= und
Mutterberuf vorzubereiten, zweitens fachgewerbliche Aus=
bildung
zu vermitteln. Sie bedarf bei dieſer Zweiteilung
einer größeren Zahl von Jahresſtunden als die Fortbild=
ungsſchule
für Knaben. 2. Sie zerfällt in erſtens hauswirt=
ſchaftliche
Schulen, zweitens gewerbliche Schulen und drit=
tens
landwirtſchaftliche Schulen. Von ihrem Beſuch be=
freit
nur der Beſuch einer mindeſtens gleichwertigen
Schule. 3. Der Unterricht iſt entweder dreijährig oder
zweijährig. Für kaufmänniſch oder gewerblich tätige
Mädchen ſoll er in Ergänzung der zu erſtrebenden drei=
jährigen
praktiſchen Lehrzeit und aus erzieheriſchen Grün=
den
dreijährig ſein. Für Mädchen, die keinen Beruf er=
greifen
(Haustöchter), für ſolche, die ſpäter dienen oder
ſich nachträglich noch zu einem Beruf entſchließen, kann er
zweijährig ſein, wenn im erſten Schuljahr während 40
Wochen 25 bis 30 Wochenſtunden, im zweiten Schuljahr
120 Jahresſtunden erteilt werden. In das zweite und
dritte Schuljahr gehören die Fächer, für die eine gewiſſe
Reife erforderlich iſt (Bürgerkunde, Säuglings=, Kin=
der
= und Krankenpflege). 4. Hauswirtſchaftliche Schulen
für Haustöchter, Dienſtboten und Laufmädchen. Der
Unterricht umfaßt Kochen, Nähen, Flicken, Bügeln, Deutſch,
Rechnen. Lebenskunde, Bürgerkunde, Turnen und Ge=
ſundheitslehre
, Erziehungslehre, Säuglings=, Kinder= und
Krankenpflege. 5. Gewerbliche Schulen ſind nach Be=
rufen
zu gliedern in Fachklaſſen für erſtens kaufmänniſche
Angeſtellte, zweitens gewerbliche Arbeiterinnen und drit=
tens
ungelernte Arbeiterinnen. Ihr Lehrplan entſpricht
demienigen der kaufmänniſchen und gewerblichen Kna=
benklaſſen
unter Berückſichtigung der weiblichen Berufs=
arten
. 6. Auf dem Lande vereinige man die nicht gewerb=
lich
tätige weibliche Jugend zu landwirtſchaftlichen Schu=

ken mit zweſjähriger Schuldauer und mindeſtens 120
Jahresſtunden. Der Unterricht iſt den Bedürfniſſen des
Landlebens anzupaſſen. Wander=Haushaltungsſchulen er=
ſetzen
die Fortbildungsſchule nicht, können ſie aber ergän=
zen
. 7. Dem hauswirtſchaftlichen Unterricht der im Ge=
werbe
und in der Landwirtſchaft arbeitenden Mädchen
muß ſo viel Zeit und Kraft gewidmet werden, daß er ſie
befähigt, ihren ſpäteren Pflichten als Hausfrau und
Mutter gerecht zu werden. Der hauswirtſchaftliche Unter=
richt
darf jedoch die fachgewerbliche Ausbildung nicht ver=
kürzen
. 8. In allen Fortbildungsſchulen findet der Unter=
richt
an einem, zwei oder drei Wochentagen in der Zeit
zwiſchen 7 Uhr früh und 7 Uhr abends ſtatt. Er iſt un=
entgeltlich
. Der Sonntag muß unter allen Umſtänden
frei bleiben. 9. Der Unterricht iſt vorwiegend in die
Hand von Frauen (Volksſchullehrerinnen, Handelslehre=
rinnen
techniſchen Lehrerinnen, Meiſterinnen und Schwe=
ſtern
) zu legen. Zu ihrer Ausbildung erleichtere man
ihnen den Beſuch von Handels= und Gewerbeſchulen, von
Kurſen und Seminaren für Fortbildungsſchullehrer.
An den Vortrag ſchloß ſich eine umfangreiche Diskuſ=
ſion
an, an der ſich beteiligten: Fräulein van Roy, die
Vorſitzende des Verbandes weiblicher kaufmänniſcher An=
geſtellter
, Fräulein Germann, Schulrat Schmeel, Profeſſor
Bonin, Leiter der kaufmänniſchen Fortbildungsſchule,
Frau Dr. Nägeli=Mainz, Fräulein Schweisgut, Syndikus
Engelbach, Kreisſchulinſpektor Luley u. a. Die Vorſitzende,
Frau Walther, faßte darauf das Ergebnis der Ausſprache
wie folgt zuſammen: Die Pflichtfortbildungsſchule für
Mädchen wird von allen Seiten gewünſcht. Die haus=
wirtſchaftliche
Ausbildung iſt für jedes Mädchen gut, auf
dieſer Ausbildung beruht das Glück der Familie und die
Wohlfahrt des Staates. Wie die Pflichtfortbildungs=
ſchule
zu erlangen iſt, das muß Sache der maßgebenden
Perſönlichkeiten ſein, von denen wir hoffen, daß ſie ſich
möglichſt oft mit den Frauen, die etwas davon verſtehen,
in Verbindung ſetzen werden. Wir wollen nicht, daß die
berufliche Ausbildung unter der hauswirtſchaftlichen Aus= leide, aber der Einwand gegen die letztere, daß
ſie die jungen Mädchen am Verdienen hindere, erſcheint
uns nicht glücklich. Zunächſt braucht man für dieſe Aus=
bildung
nicht den ganzen Tag, dann aber iſt das Wohl
der Familie, die Zukunft unſeres Volkes und unſeres
Staates ſo wichtig, daß es durchaus kein Opfer bedeutet,
wenn deutſche Mädchen ein Jahr der Ausbildung als
Hausfrau widmen. Die männliche Jugend widmet dem
Vaterland zwei Jahre. Die fachliche Ausbildung gehört
in die Fachſchule, die Fortbildungsſchule kann zu ihr nur
eine Ergänzung bieten. Wenn wir dieſe Geſichtspunkte
zur Geltung bringen, haben wir der Mädchenfortbildungs=
ſchule
den Weg gebahnt. Das gebe Gott. Die Vorſitzende
ſchloß darauf die Tagung mit Dankesworten an die an=
weſenden
Damen und Herren, mit Dankesworten an den
Wormſer Lehrerinnenverein und mit einem ſinnigen
Gedenkwort an die ſchöne deutſche Stadt Worms.

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führten am Freitag die franzöſiſchen Aviatiker
Bilbert und Combes aus. Gilbert erzielte auf der
Strecke Lyon-Paris einen neuen Geſchwindig=
leitsrekord
über 500 Kilometer, indem er die
525 Kilometer lange Strecke in 3 Stunden 10 Minuten
zurücklegte. Er erzielte eine Durchſchnittsgeſchwindigkeit
von über 163 Kilometern. Eine noch ſenſationellere
Leiſtung vollbrachte Combes, der von Reims aus einen
Ueberlandflug unternahm und nach dem 193 Kilometer
entfernten Tournay flog, wo er bereits nach einer Flug=
zeit
von 55 Minuten eintraf. Wenn die Flugzeiten ſich
beſtätigen, hat er eine Durchſchnittsgeſchwindig=
keit
von 200 Kilometern für die Stunde erreicht.
Die Zeiten ſind dadurch erklärlich, daß zur Zeit der
Flüge ein ſtarker Wind von 20 Sekundenmetern wehte, der
die Eigengeſchwindigkeit der Flugzeuge noch beträchtlich
ſteigerte.

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3400 Meter: 1. Leutn. v. Schmidt=Paulis Edda (Fritſche),
2. Blue Dragee (Johnſon), 3. Quids (Fiſcher). Tot.
23:10. Paſewalker Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hptm. Cornelius Angola
(Leutn. v. Platen), 2. Waldtraut (Leutn. Frhr. v. Ber=
chem
), 3. Emſig I (Leutn. Graf Schmettow). Tot. 222:10.
Frühjahrs=Handikap=Hürdenrennen; 8000 Mark, Diſtanz
8000 Meter: 1. Herrn H. Thiemes Emma Olivia (G. Lom=
matzſch
), 2. La Turbie (H. Teichmann), 3. Obenhinaus
(Printen). Tot. 161:10. Orcadian=Jagdrennen; Ehren=
preis
und 6500 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn Eiſens
Le Micarle (Leutn. Braune), 2. The Sinner (Herr von
Hatten), 3. Hilarion II (Leutn. v. Blixen=Fin). Tot.
19110. Frühjahrs=Preis; Ehrenpreis und 12000 Mark,
Diſtanz 4200 Meter: 1. Herrn H. Schultzes Reveuſe (Th
Baſtian), 2. Ruſticus (H. Brown), 3. Magiſter ( Prin=
ten
). Tot. 67110. Preis von Jürgenſee; Ehrenpreis
und 6000 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Leutn. F. v. Zobel=
titz’
Edelmann (Beſ.), 2. Kilmallock (Leutn. Graf Strach=
witz
), 3. The General (Herr Dodel). Tot. 39110.
Orakel; Ehrenpreis und 5800 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Kgl. Hauptgeſtüt Graditz’ Furka (F. Bullock), 2. Was
ihr wollt (Burns), 3. Jutta (Shatwell). Tot. 23110.
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Ehrenpreis und 2200 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn
Schumanns Dix (Leutn. Domnig), 2. Braw Laddie (Lt.
v. Egan=Krieger), 3. Llanludno (Leutn. Wittmack). Tot
45:10. Preis von Reick; 2700 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Major Graf Wuthenaus Gaboriau (Brederecke), 2. Iren
(Bleuler), 3. Caban (Mac Intyre). Tot. 40110.
Preis von Grimma; 2300 Mark, Diſtanz 3500 Meter:
1. Herrn E. W. Schröders Goldrock (Leutn. v. Stammer)
2. Carntoi (Leutn. v. Egan=Krieger), 3. Pois de Senteur
(Beſ.). Tot. 28:10. Preis von Gruna; 3500 Mark, Diſt
1500 Meter: 1. Herrn Czöcz Silvia (Shurgold), 2. Ruſtic
(Drechsler), 3. Gernot (Jentzſch). Tot. 30:10. Preis
von Schönfeld; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 4000
Meter: 1. Leutn. Martins Haſchiſch (Beſ.), 2. Triumvir
(Leutn. v. Stammer), 3. Aladin (Leutn. Streſemann).

Tot. 41:10. März=Flachrennen; 3200 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herrn Hildebrands Vilja (W. Plüſchke), 2. Fel=
ſenburg
(Bleuler), 3. Phynix (Brederecke). Tot. 100:10.
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2000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Graf F. E. Metternichs
Koromaya (Barleben), 2. Zinia (Kühl), 3. Preſpero
(Sumpter). Tot. 96:10. Jockei=Flachrennen; 2000 Mk.,
Diſtanz 1500 Meter: 1. Herren J. und G. Reimanns Niſſa
(Kühl), 2. Roby Mac Kie (Sumpter), 3. Herodes (R.
Francke). Tot. 49110. Oſter=Jagdrennen; 2000 Mark
Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn H. Brands Colombine
(Kühl), 2. Wild Girl (Dyhr), 3. Raubritter (Piplies).
Tot. 30:10. Hochofen=Jagdrennen; 2500 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Major v. Schierſtädts Ormsby (Piplies),
2. Engadin (E. Franke), 3. Rockledge (M. Krauſe). Tot
29:10. Ardey=Jagdrennen; 2000 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Herrn A. Hungers Florimond Robertet
(Kühl), 2. Malotru (Gädicke), 3. Firſt Flutter (Dyhr)
Tot. 18:10. Markgrafen=Jagdrennen; 2000 Mark, Diſt.
3200 Meter: 1. Herren J. und G. Reimanns Grasmücke
(Kühl), 2. Kunſtſtück (Dyhr). Tot. 31:10.
Rennen zu Auteuil. Prix des Violeites; 3000
Francs, Diſtanz 3500 Meter: 1. Monſ. F. Groumetz’ Hin=
dou
II (E. Doux), 2. St. Leonard (Powers). Tot. 54:10.
Prix du Cerde; 4000 Francs, Diſtanz 2800 Meter:
1. Monſ. W. Flatmans Invocation (F. Williams), 2. Le
Roumi (G. Mitchell), 3. Lancelot II (Doux). Tot. 34:10.
Prix Murat; 30000 Francs, Diſtanz 4500 Meter:
1. Monſ. L. Prates Marteau II (Berteaux), 2. Tre Chie
(R. Sauval), 3. Lord William (Parfrement). Tot
208:10. Prix Marignan; 10000 Francs, Diſtanz 3100
Meter: 1. Monſ. L. Olry=Roederers Maki II (Hawkins),
2. Hexagon (N. Turner), 3. Sulpice (Powers). Tot
52:10. Prix Royal. Junior; 4000 Fr., Diſt. 3500 Meter:
Monſ. A. Harduins Hydromel III (Lancaſter), 2. La
Villetertre (Head), 3. Moxa (Hardy). Tot. 33:10. Prix
des Paquerettes; 5000 Francs. Diſtanz 3500 Meter:
1. Monſ. Cam. Blancs Soulard (R. Sauval), 2. Le Fu=
tur
(Lancaſter), 3. Ex Abrupto (Head). Tot. 30110.
* Radſport. Radfernfahrt Berlin- Leip=
zig
-Berlin. Das vom Konſulat Berlin der Allge=
meinen
Radfahrerunion zum vierten Male veranſtaltete
Straßenradrennen Berlin-Leipzig-Berlin war am
Sonntag vom beſten Wetter begünſtigt. Um 7 Uhr 10
Minuten morgens entließ der Starter die aus 71 Fahrern
beſtehende Gruppe A (Geldpreisfahrer). Die 244,6 Kilo=
meter
lange Strecke führte von Potsdam über Behlitz,
Treuenbrietzen, Wittenberg, Gräfenhainichen, Bitterfeld,
Delitzſch nach dem Wendepunkte Grodenaundorf bei Leip=
zig
und auf dem gleichen Weg zurück. Eine zweite Gruppe
Geldpreisfahrer (Klaſſe B) ſtartete, 36 Mann ſtark, um
7 Uhr 20 Minuten. Dieſen folgte die GruppeC ( Wert=
preisfahrer
) mit 14 Teilnehmern. Für die beiden letzt=
genannten
Gruppen betrug die Strecke 188,2 Kilometer,
mit Bitterfeld als Wendepunkt. Die Reſultate waren:
Gruppe A: 1. Aberger=Berlin 8:16:00, 2. W. Siewert=
Berlin, 4 Längen zurück, 3. E. Franz=Fiſchern 8:23:00, 4
F. Bauer=Charlottenburg, ½ Länge, 5. R. Kotſch=Kyritz,
1 Länge zurück; 6. G. Schulze=Trebbin 8:26:30, 7. F.
Schallwig=Berlin, 3 Längen zur., 8. Meck=Düſſeldorf 8:30.
Gruppe B: 1. G. Nagel=Neukölln 6.34:00, 2. Fr. Fenner=
Wert=
Berlin 6:37, 3. A. Reinhold=Magdeburg 2 Lg.
preisfahrer: 1. A. Joythe (Einzelfahrer) 6:57, 2. E. Wolf
7110, 3. E. Pihoki 7:40.
Radrennen in Straßburg i. Elſ. Anſtelle
des beim Training geſtürzten Franzoſen Simar ſtartete
der Straßburger Gruber. Die Reſultate waren: 10 Kilo=
meter
=Rennen: 1. Böſchlin in 8 Minuten 41 Sekunden,
2. Kraft 400 Meter, 3. Gruber 1140 Meter zurück. 30 Kilo=
meter
: 1. Böſchlin 24114,3, 2. Kraft 60 Meter, 3. Gruber
3200 Meter. 20 Kilometer: 1. Böſchlin 16:36,2, 2. Kraft
½ Radlänge, 3. Gruber 2400 Meter.

Nettelbeck Sieger bei den Brüſſeler
Radrennen. Die Radrennen in der belgiſchen Haupt=
ſtadt
ſahen Sonntag die beiden Deutſchen Nettelbeck
und Jakob am Start. Die beiden anderen Teilneh=
mer
waren der Franzoſe Didier und der Belgier Huy=
brechts
. Der frühere deutſche Meiſterläufer Nettelbeck ge=
wann
zwei Läufe des Rennens, während Eſſer den drit=
ten
gewann. Geſamtklaſſement: 1. Nettelbeck, 2. Eſſer.
* Fußballſport. Darmſtädter Sportklub 1905.
Das Wettſpiel der 1. Mannſchaften des F.=K. Aleman=
nia
=Griesheim a. M. und des Darmſtädter
Sportklubs endete mit 4:6 Toren zugunſten der Hie=
ſigen
. Die 3. Elf Sportklubs gewann in Kaſtel gegen die
gleiche der Vgg. Kaſtel mit 1:0 Toren.
Darmſtädter Sportklub Haſſia 1908.
Die 1. Mannſchaft ſpielte am Sonntag gegen die gleiche
Mannſchaft des Fußballklubs Konkordia= Gerns=
heim
in Gernsheim. Von der ſchönen Witterung be=
günſtigt
, ſpielte der Fußballklub Konkordia in der erſten
Halbzeit 211. Es gelang dem Darmſtädter Sportklub, als
Sieger mit 4:3 Toren aus dem Wettſpiel hervorzugehen.
sr. Berliner Grunewaldlauf. I. Mannſchaft: 1. S. C.
Komet 29145 (Reichner, Jordan, Dahlke I und II, Schö=
bel
, Pech, Müller, Schuhmacher), 2. Berliner Sport=Klub
30105, 3. Berliner Sport=Vereinigung 31.10, 4. S. C
Charlottenburg, 5. Berliner Athletik=Klub, 6. Charlotten=
burger
Turngemeinde, 7. Turngemeinde in Berlin,
3. Mars, 9. Meteor, 10. Titania, II. Mannſchaften: 1. Ber=
liner
Sport=Klub, 2. Berliner Sport=Vereinigung, 3. Ko=
met
, 4. Turngemeinde in Berlin, 5. Titania, 6. Teutonia,
7. Meteor, 8. Volksſport, 9. Olymp.
sr. Hockey. Die engliſche Riviera=Hockey=
Woche hat jetzt ihren Abſchluß erreicht. Die etwas er=
müdete
deutſche Scratch=Mannſchaft unterlag in ihrem
Schlußſpiel gegen Ghoſts=Philiſtinas mit 4:2.

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Der Vorſtand.

Turngemeinde Darmſtadt.
Protektor: Se. Königl. Hoheit der Großherzog.
Samstag, 5. April, abends 9 Uhr
Fortſetzung
der Hauprverſammlung
Srundel
vom 29. März 1913.
Tagesordnung: 1. Vorſtandswahlen u. Wahl der Ausſchüſſe.
2. Verſchiedenes.
(7635
Der Vorſtand.

Fortſchrittliche Volkspartei Darmſtadt.
Mitgliederverſammlung.
Am nächſten Dienstag, den 1. April 1913,
abends 8½ Uhr, ſpricht im Fürſtenſaal ( Kaiſer=
ſaal
), Grafenſtraße
Dr. Arthur Sauer, Zwingenberg,
2
über Reichtum und Familie‟
Unſere Mitglieder werden höfl. eingeladen. Gäſte willkommen.
Der Vorſtand:
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J. A.: Saeng.

Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.

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ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
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Mitglieder beträgt Mk. 25.
Es sind noch einige Tennisplätze zur Vermietung
an Spielgesellschaften frei.
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Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Zweiter Jahrgang:: Heft 3, März 1913
Inhalt: Geheimer Poſtrat Karl Dingeldey: Stammbaum der Familie
Dingeldey. Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Selbſtbiographie
von Chriſtian Rudolph Reinhard Pfnor (17481831). Mathilde
Ploch: Gießen vor hundert Jahren. Bibliothekar Dr. Philipp Loſch:
Der Uriasbrief des Grafen von Schaumburg. Regierungsrat Dr.
Viktor Würth: Wappen blühender heſſiſcher Bürgergeſchlechter. Mit
7 Abbildungen. Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Zur Geſchichte
der Holzſkulpturen der Kirche zu Neunkirchen. O. Jung: Konzeſſions=
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Man abonniert bei dem Verlag der Heſſiſchen Chronik
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
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Pfalz
Karl Jahn
Der Rektor mag
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Perſonen der Oper:
Der Freiherr von
Alfred Stephani.
Schonau
Marie, d. Tochter Kathar. Jüttner
Der Graf v. Wil=
denſtein
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Auguſt Kräger
Deſſen geſchiedene) Minna Müller=
Gemahlin, des/ Rudolph
Frhrn. Schwäg.=
Damian, d. Grafen
Sohn aus zweiter
Ehe
Karl Bernhardt
Werner Kirchhofer Otto Semper
Conradin . . L. Schützendorf
Erſter
. . Fritz Lang
. . A. Fleiſchmann
Zweiter L Adolf Klotz
Dritter
Vierter
Heinrich Geyer
Vorkommendes Ballett=
arrangiert
von Helene Thiele= Leon=
hardt
. Akt 1: Bauerntanz, aus=
geführt
vom Corps de Ballet.
Akt 2: Mai=Idylle. Pantomime
mit Tanz.
Der König Mai . Luiſe Rehr
Prinzeſſin Mai=
blümchen
. . . Sybille Huber
PrinzWaldmeiſter Adh. Croneberg
Perſonen des Zuges
beim Maifeſt:
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Vater Rhein. Moſel und Nahe.
Hirten, Jäger u. Fiſcher. Winzen
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Scharlachberg, Johannisberg, Nier=
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Mittwoch, 2. April. 149. Ab.=Vſt.
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Donnerstag, 3. April. 150. Ab.=
Vorſtell. D 38. Der Bettel=
ſtudent
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Anfang 7 Uhr.
Freitag, 4. April. 151. Ab.=Vſt.
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Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 5. April. Keine
Vorſtellung.
Sonntag, 6. April. Nachmitt.
2½ Uhr. 26. Volksvorſtellung zu
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Vorverkauf bis einſchl. Samstag,
5. April, nur im Verkehrsbüro,
Ernſt=Ludwigsplatz. Verkauf der
noch vorhandenen Karten an der
Tageskaſſe im Hoftheuter am Tage
der Vorſtellung, vormittags von
11 Uhr ab. Abends 6½ Uhr.
152. Ab.=Vorſt. B 39. Tann=
häuſer
und der Sänger=
krieg
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wöhnliche
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Lichtspieltheater-Besitzer
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vom 1. bis inkl. 4. April 1913.
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Lueretias Tod
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Flucht hoch über die Dächer. Halsbrecherische Landung aus
einem Parseval-Ballon an einem 50 m langen Seil auf Bord
eines auf hoher See befindlichen Schiffes.
Dieser Film ist infolge seiner spannenden Handlung,
seiner großen Anzahl unerreichter Attraktionen, der
hervorragenden Darstellung und der brillanten
Inszenierung eine Sensation allerersten Ranges
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