Darmstädter Tagblatt 1913


26. März 1913

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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
2
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Das wichtigſte vom Tage.

Prinz Heinrich von Preußen iſt geſtern früh
von hier zu den Beiſetzungsfeierlichkeiten nach Athen
abgereiſt.
Prinz Leopold von Bayern iſt anläßlich ſeines
Rücktritts als Generalinſpekteur der 4. Armee= Inſpek=
tion
vom Kaiſer zum Chef des Infanterie=
Regiments von Alvensleben (6. Branden=
burgiſches
) Nr. 52 ernannt worden.
Montenegro hat die Forderung Oeſterreich=
Ungarns auf freien Abzug der Zivilbevölkerung von
Skutari angenommen und zugleich Proteſt bei den
Großmächten gegen die Haltung Oeſterreich=Ungarns
eingelegt.
Nach einer Meldung aus Sofia wurde geſtern der Ge=
neralſturm
auf die Feſtung Adrianopel
unternommen.
Der Orkan richtete in Omaha furchtbare Verwüſtun=
gen
an und zerſtörte ganze Stadtviertel.

Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
26. März 1913. Die Franzoſen räumen Dresden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.

König Konſtantin und die
neue Lage.

*. Zum Charakterbilde des Königs Kon=
ſtantin
von Griechenland trägt der gegenwärtig
in London weilende bekannte griechiſche Politiker und
frühere Vizepräſident des griechiſchen Parlaments Major
Gregoriades einige intereſſante Züge bei. Gregoriades
äußerte: Der neue Herrſcher iſt anders wie ſein Vater
geartet. Er iſt eine ſtark ausgeprägte Perſönlichkeit und
ein Mann von entſchloſſener Willenskraft. Darum wird
er vielleicht noch beſſer wie ſein Vater imſtande ſein, nach
dem Kriege die Monarchie zuſammenzuſchweißen und jene
ſchwierigen Fragen zu löſen, die nach dem
Friedensſchluß erſtehen werden. Es wird ſich um
die Beſiedelung der neuen Grenzen handeln, um die Aſſi=
milierung
der Gegenden mit gemiſchter Bevölkerung, und
dann ſchließlich wird die große Frage des Heeres erſtehen.
Eine Armee iſt nach einem erfolgreichen Kriege oft ſchwer
zu behandeln, wenn die Frage der Verteilung der Ehren
und Titel auftaucht, und in dieſer Beziehung wird die
griechiſche Armee keine Ausnahme bilden. Auch die Feſt=
ſetzung
der Grenzen birgt manche politiſchen Schwierig=
keiten
; erſt vor wenigen Tagen war ich Zeuge, wie in der
griechiſchen Kammer Redner darauf hinwieſen, daß ſelbſt
jetzt Griechenland auch nicht halb ſo viel erhalte, als ihm
zukomme, und man verlangte Kavalla und Dedeagatſch.
Um all dieſer Dinge Herr zu werden, wird es eines ſtar=
ken
Mannes bedürfen, und darum iſt es wohl möglich,
daß in der Regelung der Dinge nach dem Kriege der neue
König geeigneter erſcheinen kann als ſein Vater. Denn
König Georgs große Fähigkeiten lagen mehr in der An=
paſſung
an die Strömungen der öffentlichen Meinung, als
in der Neigung, ihnen zu trotzen. Der neue König, der
Diadok wörtlich der Nachfolger hat in der Ar=
mee
und in dem Lande einen ungewöhnlich ſtarken An=
hang
. Seine perſönliche Tapferkeit iſt unbeſtritten, und
er verfügt über ſehr gründliche militäriſche Kenntniſſe;
nach dem Kriege von 1897 hat er mit großem Eifer mili=
täriſche
Studien getrieben. Die ganze Armee hat zu ihm
als Soldaten das größte Vertrauen, und er iſt auch po=
pulär
.
Der König iſt am Sonntag nachmittag an Bord der
Jacht Amphitrite mit dem Miniſterpräſidenten Veni=
zelos
in Athen eingetroffen. Die fremden Kriegsſchiffe
Maria Thereſia, Goeben, Bruix, Yarmouth und
Uralez feuerten den Königsſalut. Die Jacht Amphi=
trite
ging in der Nähe des Wohnortes des Königs vor
Anker, wo auch das ruſſiſche Kanonenboot Uralez ver=
ankert
liegt. Die Ueberführung der Leiche des verſtor=
benen
Königs dürfte am Donnerstag, vielleicht auch ſchon
am Mittwoch erfolgen. Vor der Beiſetzung, die auf den
30. d. M. angeſetzt iſt, dürften Entſchließungen des Königs
kkaum zu erwarten ſein.

Zur Neuregelung
der Konzeſſionserteilung für
Cheater.

* Die große Zahl der Zuſammenbrüche von Schau=
ſpielunternehmungen
, die in letzter Zeit vor allem in der
Reichshauptſtadt zu verzeichnen ſind, zeigt deutlich, wie
notwendig die von der Reichsregierung im Zuſammen=
hang
mit der reichsgeſetzlichen Regelung des Theater=
weſens
geplante Aenderung in bezug auf die Konzeſſions=
erteilung
iſt. Gegenwärtig kann die Erlaubnis für ein
derartiges Unternehmen nur verſagt werden, wenn der
Nachſuchende den Beſitz der nötigen Mittel nicht nachwei=
ſen
kann, oder wenn ſeine Perſon in ſittlicher, artiſtiſcher
und finanzieller Hinſicht zu Bedenken Anlaß gibt. Für
eine Verſagung der Konzeſſion wegen der Beſchaffenheit
und Lage der Räume waren reichsgeſetzliche Vorſchriften
nicht vorhanden. In Zukunft ſollen die Landeszentral=
behörden
befugt ſein, generelle Vorſchriften über die Be=
ſchaffenheit
und Lage der für Bühnenunternehmungen be=
nutzten
Räumlichkeiten zu erlaſſen. Die vielen Fälle, in
denen in den letzten Jahren Angeſtellte von Bühnenunter=
nehmungen
ihrer Honoraranſprüche verluſtig gingen, weil
der Unternehmer in Vermögensverfall geriet, haben zu
der Beſtimmung Anlaß gegeben, daß die Stellung
einer Kaution gefordert werden kann, um die An=
ſprüche
der Angeſtellten ſicherzuſtellen. In bezug auf die
verlangte Zuverläſſigkeit in ſittlicher, artiſtiſcher und fi=
nanzieller
Beziehung iſt ebenfalls eine wichtige Aenderung
vorgeſehen. Bisher mußte die Behörde auf Grund von
Tatſachen die Ueberzeugung gewinnen, daß die erforder=
liche
Zuverläſſigkeit nicht vorhanden war. Die Beweis=
führung
dafür lag alſo der Behörde ob. In Zukunft ſoll
jedoch der Unternehmer dieſen Nachweis ſeiner
Zuverläſſigkeit ſelbſt erbringen. Neu iſt
ferner die Vorſchrift, nach der der Bundesrat anordnen
kann, in welcher Weiſe Bühnenunternehmer ihre Bücher
zu führen und welcher polizeilichen Kontrolle ihres Ge=
ſchäftsbetriebes
ſie ſich zu unterwerfen haben. Die Vor=
ſchriften
der Gewerbeordnung aus den Geſetzen vom
Jahre 1878 und 1891, welche einen Schutz der Angeſtell=
ten
und der Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Ge=
ſundheit
durch entſprechende Einrichtungen vorſchreiben,
ſollen in Zukunft auch für Schauſpielunternehmungen
gelten.

Deutſches Reich.

Der neue türkiſche Botſchafter in
Berlin Mahmud Muktar Paſcha, der Sohn des frü=
heren
Großweſirs Ghaſi Ahmed Muktar, gehörte elf
Jahre hindurch der preußiſchen Armee an. Sein helden=
haftes
Vorgehen bei Kirk=Kiliſſe iſt noch in friſcher Erinne=
rung
. Gelegentlich eines Erkundigungsrittes an der
Tſchataldſchalinie wurde er ſchwer verwundet. Man
brachte ihn in das Konſtantinopeler deutſche Krankenhaus,
wo er nach ſechs Wochen genas. In diplomatiſchen Stel=
lungen
war der General bisher nicht tätig, nur vor zwei
Jahren ſtand er an der Spitze der Miſſion des Sultans,
die den ruſſiſchen Zaren in Livadia begrüßte. Mahmud
Muktar iſt mit einer ägyptiſchen Prinzeſſin, einer Couſine
des Khediven, verheiratet.
Die Deckung der Wehrvorlage. Be=
züglich
der zur einmaligen Wehrabgabe heranzuziehenden
großen Einkommen verlautet, daß zunächſt die Einkommen
über vierzig= oder fünfzigtauſend Mark in Betracht kom=
men
werden.
Verſtärkter Feſtungsſchutz unſerer
Oſtgrenze. Die beabſichtigte Verſtärkung des rein
verteidigungsmäßigen Schutzes unſerer Oſtgrenze, deſſen
große Koſten aus der einmaligen Vermögensabgabe be=
ſtritten
werden ſollen, gilt in allererſter Linie der Feſtung
Graudenz. Sie will man zu einem Waffenplatz größten
Ranges machen und einem Gouverneur unterſtellen. An=
geſichts
der hohen ſtrategiſchen Wichtigkeit der Stadt als
Weichſelbrückenkopf und Eiſenbahnknotenpunkt iſt dieſe
Abſicht wohl verſtändlich. Auch Königsberg i. Pr., Poſen
und Breslau, ſowie eine Reihe kleinerer öſtlicher Feſten
werden in ihren fortifikatoriſchen Anlagen erheblich aus=
gebaut
werden, zum Teil, ebenſo wie Graudenz, Militär=
luftſchiffhallen
, Radio=Großſtationen, Fliegergeſchwader
und andere moderne kriegstechniſche Behelfsmittel er=
halten
.
Die neuen Muſterſatzungen der
Krankenkaſſen, die von der geſamten Induſtrie und

allen anderen beteiligten Stellen ſeit Monaten erwartet
wurden, ſind vom Reichskanzler nunmehr im Zentralblatt
für das Deutſche Reich veröffentlicht worden, ſo daß die
Kaſſen jetzt endlich in die Lage kommen, ihre Satzungen
der Reichsverſicherungsordnung anzupaſſen und zur Ge=
nehmigung
einzureichen.
Die Deckung des Pferdebedarfs der
Heeresvorlage. Durch die Heeresvorlage wird bei
der Armee im Herbſt d. J. ein Mehrbedarf von etwa 40000
Pferden eintreten, von denen etwa 30000 Pferde allein
auf die Etatserhöhungen der Feldartillerie entfallen. Um
dieſen ſehr großen Bedarf möglichſt im eigenen Lande
decken zu können, iſt es vor allem notwendig, daß von
jetzt an aus unſeren Koppeln keine jungen Pferde mehr
an das Ausland verkauft werden. Hierbei iſt um ſo grö=
ßere
Aufmerkſamkeit notwendig, als Rußland ſchon ſeit
einiger Zeit durch Unterhändler umfangreiche Pferdean=
käufe
in unſeren öſtlichen Provinzen vornehmen läßt. Die
Landwirtſchaftskammern und die Geſtütverwaltungen ha=
ben
daher, wie man hört, jetzt den Pferdezüchtern ange=
raten
, ihr volljähriges Pferdematerial bis zum Herbſt
nicht zu veräußern und es dann der Heeresverwaltung
zur Verfügung zu ſtellen.
Die Berufsgenoſſenſchaften im
Jahre 1911. Die Zahl der verſicherten Perſonen ſtellte
ſich bei den Berufsgenoſſenſchaften zuſammen durch=
ſchnittlich
auf 27025 599. Hierzu treten für die 556 Aus=
führungsbehörden
1001071 Verſicherte, ſo daß im Jahre
1911 bei den Berufsgenoſſenſchaften und Ausführungs=
behörden
zuſammen 28026670 Perſonen gegen die Fol=
gen
von Betriebsunfällen verſichert geweſen ſind. In die=
ſer
Zahl erſcheinen aber etwa 3,4 Millionen Perſonen
doppelt, die gleichzeitig in gewerblichen und landwirt=
ſchaftlichen
Betrieben beſchäftigt und verſichert waren.

Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.

Um die deutſch=tſchechiſchen Aus=
gleichsverhandlungen
, die ſeit dem vorigen
Sommer ſtocken, wieder in Fluß zu bringen, wird die Re=
gierung
, wie die Neue Freie Preſſe meldet, im April noch=
mals
einen nachdrücklichen Verſuch machen. Sollten je=
doch
die Bemühungen ſcheitern, ſo iſt die Niederlegung
der Mandate ſeitens des böhmiſchen Landesausſchuſſes
in Ausſicht genommen, und ſolange die deutſche Obſtruk=
tion
andauert, iſt eine Neuwahl des Landesausſchuſſes
ausgeſchloſſen. Für dieſen Fall iſt die Einſetzung eines
Regierungskommiſſariats für das Land Böhmen in Aus=
ſicht
genommen. Gleichzeitig würde der böhmiſche Land=
tag
aufgelöſt werden.
Die Koſten der militäriſchen Rüſtun=
gen
. Den nächſten Delegationen werden, wie die Wiener
Neue Freie Preſſe erfährt, die Koſten der militäriſchen
Rüſtungen in Form von Nachtragskrediten zum Budget
von 1913 vorgelegt werden. Soweit verlautet, iſt aus die=
ſem
Titel bis jetzt ein Betrag verbraucht worden, der die
Summe von 300 Millionen nicht weſentlich überſteigt.
Wenn die Balkanvorgänge nicht unerwartete neue Auf=
wendungen
nötig machen, dürfte demnach der von den
Delegationen geforderte Kredit ſich zwiſchen 300 und 350
Millionen Kronen belaufen. In dieſem Betrag ſind jene
125 Millionen nicht einbegriffen, welche die Kriegsver=
waltung
in den im Herbſt vorigen Jahres getroffenen
Vereinbarungen mit beiden Regierungen für die Zeit nach
1915 für neue Rüſtungen zu fordern ſich vorbehalten hat.

Frankreich.

Die Regierungserklärung. Die Miniſter
einigten ſich in einem am Oſtertage abgehaltenen Kabi=
nettsrat
über den Text der in den Kammern zu verleſen=
den
Regierungserklärung. Das Kabinett wird ſeinen
Aillen kund tun, ſich hauptſächlich den Reformen zu wid=
men
, deren parlamentariſche Erledigung am dringendſten
erſcheine: der dreijährigen Dienſtzeit, der Wahlreform und
der Verteidigung der Laienſchule. Was die Wahlreform
anbetrifft, ſo zweifle die Regierung nicht daran, daß es
ihr gelingen wird, die Vertretung der Minderheiten auf=
recht
zu erhalten mit Modalitäten, die die Einigung der
beiden Kammern ſichern. Die Regierung iſt einmütig für
den Geſetzentwurf, betreffend die dreijährige Dienſtzeit,
man verſichert indeſſen, daß ſie, um die Prüfung einer ſo
ernſten Frage nicht zu überſtürzen, zuſtimmen würde, daß
die Verhandlungen über den Geſetzentwurf in den erſten
Tagen nach dem Wiederzuſammentritt der Kammern An=

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fang Mai ſtattfinden. Wahrſcheinlich wird die Regierung
inzwiſchen ihre Abſicht bekannt geben, diejenigen, die in
dieſem Jahre entlaſſen werden müßten nach dem Geſetz
von 1905, unter den Fahnen zu behalten.
Der Geſetzentwurf über die drei=
jährige
Dienſtzeit. Wie in parlamentariſchen
Kreiſen verlautet, ſei die Abſicht der Regierung, die Er=
örterung
des Geſetzentwurfs über die dreijährige Dienſt=
zeit
erforderlichen Falles bis zur Jommerſeſſion zu ver=
tagen
, hauptſächlich darauf zurückzuführen, daß mehrere
Kabinettsmitglieder, nämlich Handelsminiſter Maſſé und
Finanzminiſter Charles Dumont dem gegen jede Ueber=
ſtürzung
der Militärvorlagen gerichteten Beſchlußantrag
der ſozialiſtiſch=radikalen Gruppe Rechnung tragen woll=
ten
. Uebrigens hat der Heeresausſchuß der Kammer die
Beratung des Geſetzentwurfes über die dreijährige
Dienſtzeit noch lange nicht beendet. Er iſt gegenwärtig
noch mit der Prüfung verſchiedener Geſetzentwürfe be=
ſchäftigt
. Auch die Erörterung der 42 Artikel des Geſetz=
entwurfes
wird noch geraume Zeit in Anſpruch nehmen.

England.

Stellungnahme Englands im Falle
eines Krieges. Im Unterhauſe fragte Byles an, ob
England Frankreich gegenüber verpflichtet ſei, bei gewiſſen
Ereigniſſen bewaffnete Streitkräfte nach dem Feſtlande
zu entſenden? Auch King fragte an, ob die engliſche aus=
wärtige
Politik gegenwärtig frei von Verträgen, Abkom=
men
und Verpflichtungen ſei, wonach die engliſchen Streit=
kräfte
unter Umſtänden an militäriſchen Operationen auf
dem Feſtlande teilnehmen müßten. Weiter richtete King
an die Regierung die Anfrage, ob England in den Jahren
1905, 1908 und 1911 freiwillig Frankreich die Unterſtützung
der engliſchen Armee zu Operationen auf dem Feſtlande
für den Fall eines europäiſchen Konfliktes angeboten
habe. Premierminiſter Asquith antwortete: Wie ich be=
reits
wiederholt feſtgeſtellt habe, iſt England durch keine
geheimen, dem Parlament unbekannten Verpflichtungen
gezwungen, an irgend einem Kriege teilzunehmen; mit an=
deren
Worten: Wenn ein Krieg zwiſchen den europäiſchen
Mächten entſteht, gibt es keine nicht veröffentlichten Ab=
machungen
, welche die Freiheit der Regierung und des
Parlaments beſchränken und ſie hindern, ſich zu entſchei=
den
, ob England am Kriege teilnehmen ſoll oder nicht.
Welcher Gebrauch von Armee und Flotte gemacht würde,
falls die Regierung und das Parlament beſchließen ſoll=
ten
, am Kriege teilzunehmen, darüber kann aus offen=
ſichtlichen
Gründen keine öffentliche Erklärung abgegeben
werden.
Zur Gewerkſchaftsbewegung. Es iſt eine
bemerkenswerte Erſcheinung in der engliſchen Gewerk=
ſchaftsbewegung
, daß ſich Gewerkſchaften gegen die immer
ſtärker werdenden zentraliſierenden Tendenzen der Ar=
beiterorganiſationen
aufzulehnen beginnen. Soeben hat
ſich der Austritt der Gasworker and General Labourers'
Union aus dem allgemeinen Gewerkſchaftsverbande voll=
zogen
. Das bedeutet einen Verluſt von 82000 Mitglie=
dern
. Zu gleicher Zeit ſind die Liverpooler Hafenarbeiter
aus dem Gewerkſchaftsverbande ausgetreten. Damit hat
der Verband weitere 13000 Mitglieder verloren. Es
läßt ſich freilich noch nicht beurteilen, ob es ſich nur um
eine vereinzelte Erſcheinung handelt, oder ob man am
Beginn einer dezentraliſierenden Bewegung gegenüber
der alles verſchlingenden Zentraliſation ſteht, was die
Rückkehr zu den alten engliſchen Gewerkſchaftsidealen be=
deuten
würde. Aus den Gründen, die von einem Ver=
treter
der Gasworker and General Labourers Union
für den Austritt angegeben werden, geht allerdings her=
vor
, daß man ſich in dieſen Kreiſen nach dem alten Ge=
werkſchaftsgrundſatz
zurückſehnt, der die materiellen
Intereſſen der Arbeiter über ſozialiſtiſche und politiſche
Beſtrebungen ſtellte. Nach ſeinen Erklärungen trat ſeine
Gewerkſchaft aus, weil die Mitglieder nach ihrer
Anſicht keine gerechte Behandlung im Verbande er=
hielten
. Man ſei daher zu dem Schluſſe gekommen, daß
man den Intereſſen der Mitglieder beſſer dienen könne,
wenn die Gewerkſchaft geſondert von anderen Organiſa=
tionen
beſtehe. Die ausgetretenen Gewerkſchaften beab=
ſichtigen
, die großen Summen, die ſie bisher in die Ver=
bandskaſſe
zahlten, für die Vorteile ihrer eigenen Mit=
glieder
, alſo für Streik= und Ausſperrungsgelder, für Ar=
beitsloſenunterſtützungen
und für die gerichtliche Ver=
fechtung
der Intereſſen ihrer Mitglieder zu verwenden.

Belgien.

Der Generalſtreik der Sozialdemo=
kratie
. Der Parteitag der Sozialdemokratie ſprach ſich
gegen eine verſchwindende Minderheit für den General=
ſtreik
aus, trotzdem der Arbeiterführer Vandervelde vor
einem derartigen Beſchluß warnte. Als Datum des Ge=
neralſtreiks
wird der 14. April feſtgehalten.
*
* Hamburg, 24. März. Zur hundertjährigen Er=
innerung
an die Befreiung Hamburgs von der
Fremdherrſchaft wurden bereits am Oſterſamstag
an den Grabſtätten und an den Denkmälern derjenigen
Männer und Frauen, die vor hundert Jahren Gut und
Blut für das Vaterland geopfert haben, Gedächtnisfeiern
veranſtaltet. Am Oſterſonntag wurden in allen Kirchen
Feſtgottesdienſte veranſtaltet. In der Großen Mi=
chaelskirche
, wo neben dem Altar Deputationen der
Krieger=, Turn= und ſonſtigen Vereine mit ihren
Fahnen ſtanden, fanden ſich Bürgermeiſter Schrö=
der
, Mitglieder des Senats, der Bürgerſchaft, ſo=
wie
der preußiſche Geſandte von Bülow mit dem
diplomatiſchen Korps, Offiziere, Beamte und zahlreiche
Andächtige ein. Die Feſtpredigt hielt Hauptpaſtor Hun=
zinger
. Nachmittags bewegte ſich durch die feſtlich ge=
ſchmückten
Hauptſtraßen bei gutem Wetter der große hiſto=
riſche
Feſtzug, welcher u. a. den Einzug des ruſſiſcher
Generals Tettenborn in Hamburg im März 1813 dar=
ſtellte
. Weitere Gruppen veranſchaulichten das Leben
Hamburgs in der damaligen Zeit, die vorübergehende
Rückkehr des franzöſiſchen Militärs, die Gründung der
hanſeatiſchen Legion und ſchließlich den Einzug Blüchers
in Hamburg. Als der Feſtzug auf dem Rathausmarkt
erſchien, hielt Bürgermeiſter Schröder vom Rathausbal=
kon
eine Anſprache. Weithin erklang über den Rathaus=
markt
ſeine Mahnung, alle Zeit einig zu ſein, alle Zeit
Hamburg nach den beſten Kräften zu dienen, und alle
Zeit treu zu ſtehen zu Kaiſer und Reich. Brauſend erklang
das Hoch auf Kaiſer Wilhelm und Hamburg. Am heu=
tigen
Abend werden an vierzehn verſchiedenen Stellen
patriotiſche Abendfeiern veranſtaltet, darunter eine Feier
in der Börſe. Später folgen auf den Hauptplätzen Pro=
menadenkonzerte
und Illuminationen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 26. März.
Prinz Heinrich von Preußen iſt geſtern morgen
4 Uhr 30 Minuten nach Frankfurt abgereiſt, um ſich
von dort nach Athen zur Beiſetzung des Königs Georg I.
von Griechenland zu begeben.
* Schulamtsperſonalien. Uebertragen wurden den
Lehrern Ludwig Braun zu Groß=Hauſen, Kreis Bens=
heim
, Ludwig Koch zu Crumſtadt, Kreis Groß=Gerau,
Johann Heinrich Muth zu Friedberg, Jakob Schmitt
an der höheren Bürger= (Mädchen=) Schule zu Bens=
heim
, den Schulamtsaſpiranten Georg Berg aus Mörlen=
bach
, Kreis Heppenheim, Adam Born aus Fränkiſch=
Crumbach, Kreis Dieburg, Heinrich Scherffius aus
Rockenberg, Kreis Friedberg, Johann Rohr aus Mainz,
Friedrich Auguſt Wenzel aus Ober=Ingelheim, Kreis
Bingen, und Heinrich Werner aus Mainz Lehrerſtellen
an der Volksſchule zu Mainz, ſowie den Schulamts=
aſpirantinnen
Aloyſia Bauſemer aus Mainz,
Wilhelmine Kreiling aus Gießen, Sabina Lambinet,
Maria Möll und Henriette Weil aus Mainz
Lehrerinnenſtellen an der Volksſchule in Mainz; dem
Lehrer Georg Höchſt zu Maar, Kreis Lauterbach, die
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Odenhauſen, Kreis=
Gießen; den Lehrern Friedrich Euler zu Annerod,
Kreis Gießen, Jakob Momberger zu Grüningen, Kreis
Gießen, den Schulamtsaſpiranten Chriſtian Breidecker
aus Koſtheim, Kreis Mainz, Friedrich Otterbein
aus Lauterbach, den Schulamtsaſpirantinnen Auguſte
Haggenmüller aus Gießen und Emma Weitze
aus Ober=Ingelheim, Kreis Bingen. Lehrer= bezw.
Lehrerinnenſtellen an der Volksſchule zu Gießen; dem Schul=
verwalter
Johannes Immel zu Homberg a. d. Ohm
eine Lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule daſelbſt; dem
Schulverwalter Ludwig Schuchardt zu Schotten eine
Lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule daſelbſt; der
Schulverwalterin Ida Kahn zu Sprendlingen ( Rhein=
heſſen
) eine Lehrerinſtelle an der höheren Bürgerſchule
daſelbſt, ſämtlich mit Wirkung vom 1. April 1913 an.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer an der
Gemeindeſchule zu Raunheim, im Kreiſe Groß=Gerau,
Johannes Floch auf ſein Nachſuchen vom 1. April
1913 an bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit.
* Erledigte Stelle. Die Stelle des Forſtwarts
der Forſtwartei Elpenrod in der Oberförſterei Burg=
Gemünden.
* Militärdienſtnachrichten. Generalleutnant von
Zaſtrow (früher im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115)
Inſpekteur der Landwehr=Inſpektion Köln, zum Kom=
mandanten
von Graudenz ernannt. Generalmajor Rie=
del
(früher Kommandeur des Inf.=Regts. Nr. 168), Kom=
mandeur
der 41. Infanterie=Brigade (in Mainz) unter
Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der
7. Diviſion (in Magdeburg) ernannt. Generalmajor

v. Worgitzky (früher Adjutant der 25. Diviſion), In=
ſpekteur
der Landwehr=Inſpektion Breslau, der Charakter=
als
Generalleutnant verliehen. Major v. Schultzen=
dorff
(früher im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115), Ba=
taillonskommandeur
im 3. Garde=Regiment zu Fuß und
außeretatsmäßiges Mitglied des Reichs=Militärgerichts
(in Berlin), zum Oberſtleutnant befördert. Major von
Wilms (früher im Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23),
beauftragt mit der Führung des Jäger=Regiments zu
Pferde Nr. 6 (in Erfurt), zum Kommandeur dieſes Regi=
ments
ernannt. Major Schenck zu Schweinsberg
(früher im Leibgarde=Regiment Nr. 115), im Generalſtab
des 3. Armeekorps (in Berlin), als Bataillonskommandeur
in das Infanterie=Regiment Nr. 115 verſetzt. Major von
Negenborn (früher im Leib=Dragoner=Regiment Nr
24), beim Stabe des Küraſſier=Regiments Nr. 5 (in Rie=
enburg
), zum Kommandeur der Kavallerie= Unteroffizier=
ſchule
des Militär=Reitinſtituts in Hannover ernannt.
Major Gandenberger von Moiſy, aggr. dem
Grenadier=Regiment Kaiſer Wilhelm I. Nr. 110 (in Heidel=
berg
), tritt zum Stabe des Regiments über. Hauptmann
Riedel im Großen Generalſtab (in Berlin), in den
Generalſtab der 31. Diviſion (in Saarbrücken) verſetzt.
(Beide Letztgenannten ſind geborene Heſſen=Darmſtädter)=
Hauptmann v. Hanſtein (früher im Inf.=Regt. Kaiſer
Wilhelm Nr. 116), im Inf.=Regt. Nr. 81 (in Frankfurt),
unter Beförderung zum überzähligen Major in das Inf.=
Regt. Nr. 75 (in Bremen) verſetzt. Oberleutnant Frhr.
v. Dörnberg (früher im Garde=Drag.=Regt. Nr. 23),
im Küraſſier=Regiment Nr. 4 (in Münſter i. W.), unter
Beförderung zum Rittmeiſter, vorläufig ohne Patent,
zum Eskadronchef ernannt. Oberleutnant v. Roques
im Drag.=Regt. Nr. 6 (in Mainz) in das Drag.=Regt.
Nr. 14 (in Kolmar i. E.) verſetzt. Oberleutnant v. Bo=
gen
im Garde=Grenadier=Regiment Nr. 5 (in Spandau),
auf ein ferneres Jahr zur Dienſtleiſtung beim Großen
Generalſtab kommandiert. (Beide Letztgenannten gehör=
ten
früher dem Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115 an.) General=
major
Frhr. v. Buddenbrock (früher im Leib=Drag.=
Regt. Nr,, 24), Kommandeur der 7. Kavalleriebrigade in
Magdeburg), in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches
mit der geſetzlichen Penſion unter Verleihung des Charak=
ters
als Generalleutnant zur Dispoſition geſtellt. General=
major
v. Loeben (früher im Inf.=Leib=Regiment Groß=
herzogin
Nr. 117), Kommandant von Neubreiſach, auf ſein
Geſuch mit der geſetzlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt.
Oberſt Frhr. v. Sell (früher im Leibgarde=Inf.=Regt
Nr. 115), Kommandeur des Landwehrbezirks Hagen, auf
ſein Geſuch unter Verleihung des Charakters als Gene=
ralmajor
von ſeiner Dienſtleiſtung enthoben.
Vom Großh. Hoftheater. Heute gelangt Schnitz=,
lers Szenenreihe Anatol als 144. Abonnementsvorſtel=
lung
, Buchſt. B 37, zum erſten Male bei kleinen Preiſen
zur Aufführung. Beginn 7½ Uhr. Morgen gelangt
Maſſenets Manon als 145. Abonnementsvorſtellung,
Buchſt. C 36, zur Wiederholung. Am Freitag gehl
Schillers Jungfrau von Orleans in vollkommener
Neueinſtudierung in neuer Beſetzung der Hauptrollen in
Szene. Sonntag werden die Fruhlings=Feſtſpiele mit der
Neuinſzenierung von Triſtan und Iſolde mit Kammer=
ſängerin
Cecilie Rüſche=Endorf als Iſolde, Kammerſänger
Prof. Dr. Alfred von Bary als Triſtan unter muſikaliſcher
Leitung von Prof. Artur Nikiſch und Regie von Direktor
Rainer Simons eröffnet. Der Vorverkauf hat bereits am
erſten Tage mit ſolcher Intenſität eingeſetzt, daß das Haus
nahezu ausverkauft iſt. Die Kartenausgabe wird nach
Maßgabe der noch vorhandenen Plätze an der Hoftheater=
Tageskaſſe und im Verkehrsbureau täglich fortgeſetzt. In.
den Tagen des 10., 13., 20. und 24. April werden die Feſt=
ſpiele
mit der Tetralogie Der Ring des Nibelungen von
Richard Wagner fortgeſetzt. Den neuen ſzeniſchen Rah=
men
für dieſes Werk ſchuf Leo Impekoven, der berühmte
Mitarbeiter von Prof. Max Reinhardt, nach einem neuen
Dekorationsprinzip. Die muſikaliſche Leitung der erſten
beiden Abende hat Hofkapellmeiſter Leo Blech Berlin,
Siegfried und Götterdämmerung dirigiert General=
muſikdirektor
Bruno Walter=München. Von hervorragen=
den
Gäſten ſeien heute ſchon genannt die Damen Rüſche=
Endorf (Walküren=Brünhilde), Mottl=Faßbender ( Brün=
hilde
) und die Herren Henſel (Loge, Siegmund), Feinhals
(Wotan), Soomer (Wanderer), Menszinsky (Siegfried).
D. Techniſche Hochſchule. Die Studierenden Erich=
Allſtädt aus Langenſalza und Erich Bauer aus
Errinal, die in den Fall Weiſer verwickelt waren und
zu 3 Monaten bezw. zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt
wurden, ſind durch Beſchluß des Großen Senates auf
Grund des § 9 Ziffer 3 der Diſziplinar=Beſtimmungen
vom Beſuch der Hochſchule bis zum 1. Oktober 1913
ausgeſchloſſen worden.
VV. Volksvorſtellungen. Auf die Volksvorſtellungen
am Sonntag, den 30. März, Die fünf Frankfurter und
am Sonntag, den 6. April, Sappho, ſei hiermit beſon=
ders
hingewieſen.
Vortrag über die Reichsverſicherungsordnung.
Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich, hält Herr Amt=
mann
Kröll am Samstag, den 29. März, in der Turn=
halle
am Woogsplatz einen Vortrag über die Reichs=
verſicherungsordnung
. Für Intereſſenten wird beſonders
darauf hingewieſen, daß Herr Amtmann Kröll hierin
praktiſch tätig iſt.

Ein Drama aus dem Tierleben.

Pünktlich, dem Kalender gehorchend, hatte der Früh=
ling
ſchon am zweiten Tage ſeiner offiziellen Verkündi=
gung
ſich mit einer Pracht angelaſſen, als wolle er mit
einem Schlage die Unbilden ſeines rauhen Vorgängers
Winter aus unſerem Gedächtnis und Empfinden aus=
löſchen
. Ein warmer Sonnenſchein flutet über die nach
neuem Leben ringende Natur und froher Vogelſang ver=
vollſtändigt
dieſes Bild herzerquickender Frühlingsſym=
phonie
: Was Wunder, wenn man, von dieſen Reizen an=
gelockt
, hinaus ins Freie drängt, um ſein Herz im Ange=
ſicht
der friſchen und freien Natur zu weiten und zu er=
ſchließen
für ihre ewig=gleiche Schönheit? Im Walde
iſt das winterliche Ausſehen noch wenig verändert, hier
keimt und ſprießt es noch verborgen und ſtill. Aber um
ſo eifriger bereiten uns Sonnenſchein und Vogelſtimmen
auf das Naturerwachen vor. Und es iſt eine Luſt, durch
den Buchenwald zu wandern, an deſſen Pfad hie und
da der Lenz mit ſeinen friſch=grünen Boten den Wanderer
grüßt.
Doch nicht allein den Frühlingszauber zu genkeßen,
iſt der Zweck meines Waldſpazierganges. Auch in dem
jetzt noch ſtill und verlaſſen im Walde liegenden Gebäude
gilt es, einmal nachzuſehen, ob das Wetter oder andere
Störenfriede keinen Schaden angerichtet haben. Ein
magiſches Halbdunkel braut in dem großen Saale; durch
den Schlitz der Fenſterläden und die geöffneten Ober=
lichter
ſtehlen ſich einige Sonnenſtrahlen herein, als woll=
ten
ſie das griesgrämige Dämmerlicht necken. Ich öffne

die Türen, und herein ſtrömt der helle Sonnenſchein in
flutenden Wellen, die Szene im Augenblick verändernd.
Doch was ſchwebt dort für ein geſpenſtiſches Weſen im
Saale? Treibt hier ein Geiſt ſeinen wüſten Spuk? Ich
trete näher, um mir die ſeltſame Erſcheinung zu er=
klären
, und ſtehe einem tragiſchen Ereignis gegenüber:
eine Eule (Waldkauz) hat ſich in den herabhängenden
Schnüren eines Oberlichtfenſters elendig erhängt. Trau=
rig
hängt das runde Köpfchen mit ſeinem hellfarbigen
Schleier auf der Bruſt, und die großen, runden Augen
blicken mich ſchmerzvoll an, als klagten ſie mir ihr Leid.
Nanu, alter Kauz? frage ich den Entſeelten, iſt jetzt
auch in der Tierwelt das bisher den Herren der Schöpfung
vorbehaltene Privilegium der Selbſtentleibung im
Schwange? Dir, den die Fabel längſt als griesgrämiger
Einſiedler voll tugendſamer Maximen und weisheits=
voller
Sprüche ſchildert, ſieht es allerdings ganz ähnlich
dieſen verlaſſenen Ort mit ſeiner tückiſchen Schlinge zum
Schauplatz Deines tragiſchen Ablebens zu wählen
Und der Kauz hebt leicht den Kopf und entgegnet
mir leiſe: Wenn die Dämmerung ihre Schatten über den
Wald breitet, dann breche ich aus meinem dunklen Ver=
ſteck
hervor. Mit leiſem Flügelſchlage ſtreiche ich unhör=
bar
durch die Lüfte, um mir meine Nahrung zu ſuchen und
den Feinden Eures Eigentums den Mäuſen und Ratten.
nachzuſtellen. Von unſerem Schöpfer mit einem das Dun=
kel
der Nacht durchdringenden Blicke und mit feinem Ge=
hör
ausgerüſtet, bin ich öfters hier durch die Fenſterluke
geſchlüpft, um Euch vor Mäuſeſchaden zu bewahren. Da
letzthin geriet ich unverſehens mit meinem Kopf in dieſe

Schlinge; ich wollte raſch empor, aber die Schlinge drehte
ſich immer feſter und feſter, noch ein paar matte Flü=
gelſchläge
und zum Dank für meine Sorge um Euer
Eigentum ward mir der Tod.
Gerührt von dieſem traurigen Bekenntnis wagte ich
ſchüchtern dem Verlebten zu entgegnen: Du ſtehſt ſeit
altersgrauen Zeiten im Rufe beſonderer Neigung zu tie=
fem
Nachdenken und philoſophiſchem Studium, Du, der
Vogel der Pallas Athene oder Minerva, wirſt von den
Univerſitäten und Akademien als Sinnbild im Siegel ge=
führt
, konnteſt Du, mit dieſer Weisheit begnadet, dieſer
dummen Schlinge nicht aus dem Wege gehen?
Eine kurze Pauſe, und der ſcharfe Schnabel öffnet
ſich zu folgender Replik: Ja, ja, das iſt es eben. Ge=
rade
wegen meiner Unbehilflichkeit im praktiſchen Leben
bin ich von der abſtrakten Gelehrſamkeit zu ihrem Sym=
bol
erhoben worden, während mir die ungelehrte Welt
Dummheit und Beſchränktheit nachſagt.
Ueberwältigt von der Wahrheit dieſer freimütigen
Antwort, nahm ich den lebloſen Körper mit ſeinen großen,
ſpitzigen Flügeln, ſeinem weichen Gefieder und den ſchar=
fen
Krallen aus der verhängnisvollen Schlinge, um den
armen Kauz, der ein Opfer ſeines gemeinnützigen Be=
rufes
geworden iſt, ausſtopfen zu laſſen. Und dieſe Ehre,
die auch ihm ein Fortleben ſichert, hat er redlich ver=
dient
, denn der Waldkauz frißt nur in der Hungersnot
Vögel; er geht bei der Mäuſevertilgung verſtändiger zu
Werke, als der homo sapiens, der mit dem Auslegen von
Giftweizen zugleich eine Unmaſſe ſchöner und nützlicher
Singvögel grauſam hinmordet.
E d. Schn

[ ][  ][ ]

Für die Kommandanten der Freiwilligen und
Pflichtfeuerwehren des Kreiſes Darmſtadt iſt zum
30. März d. J. auf der Feuerwache hier eine Verſamm=
lung
anberaumt. Kreisfeuerwehr=Inſpektor Fiſcher er=
teilt
Anleitungen über Uebungs= und Branddienſt.
* Ausſtellung. Auf die am 26., 27. und 28. März im
Penſionat Dupré ſtattfindende Ausſtellung von
Handarbeiten der Schülerinnen werden Intereſſenten und
Freunde auch an dieſer Stelle aufmerkſam gemacht. (S.
Anzeige.)
Sanitätsverein Einigkeit Auf die am Samstag
im Saale Zur Stadt Koburg ſtattfindende General=
verſammlung
des Sanitätsvereins Einigkeit ſei
auch hiermit noch hingewieſen.
Freireligiöſe Gemeinde. Auf die Anzeige, betreffend
den Religionsunterricht der Freireligiöſen Gemeinde, wird
an dieſer Stelle hingewieſen.
Priv. Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Das
Eröffnungsſchießen am 2. Oſterfeiertag erfreute ſich einer
äußerſt zahlreichen Beteiligung. Die Ehrenſcheiben
ſchoſſen die Herren A. Ritter und Profeſſor Dr. H.
Hohenner.
Stenographieunterricht. Der Gabelsberger Steno=
graphenverein
(1861) eröffnet wieder neue Lehrgänge für
Damen und Herren. Um eine fühlbare Lücke auszu=
füllen
, werden für Herren erſtmals nach Stadtteilen
getrennte Kurſe abgehalten. Der genannte Verein
erteilt außerdem Maſchinenſchreibunterricht, der jederzeit
begonnen werden kann. Die Kurſe werden durch be=
währte
Lehrkräfte mit Gewiſſenhaftigkeit und Gründlich=
keit
erteilt. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Verein der Hundefreunde von Darmſtadt und Um=
gegend
. Auf der großen Internationalen Hunde=
Ausſtellung am 23. und 24. März in Heilbronn
erhielt Herr Robert Petri, Mitglied des Vereins der
Hundefreunde von Darmſtadt und Umgegend, für ſeine
ausgeſtellten braunen Dobermannpinſcher 10 erſte und
Ehrenpreiſe.
D Steuern zahlen! Wir weiſen unſere Leſer wieder=
holt
darauf hin, daß das ſechſte Ziel der Gemeindeſteuern
für das Rechnungsjahr 1912 bis längſtens Ende laufenden
Monats an die Stadtkaſſe zu entrichten iſt.
g. Ausgebrochen iſt in der Nacht zum Dienstag ein
gefährlicher Verbrecher aus dem hieſigen Provinzial=
Arreſthaus. Es iſt ein am 3. März von Groß=Gerau ein=
gelieferter
Fahrraddieb Richard Laubinger aus
Schöllhütte bei Backnang. Er hatte bei ſeiner Feſtnahme
Papiere bei ſich, die auf den Namen Karl Kegel aus
Höfen lauteten und ein anſcheinend gefälſchtes Spar=
kaſſenbuch
über 800 Mark, auf denſelben Namen ausge=
tellt
. Der richtige Name des 31jährigen Verbrechers iſt
jedenfalls Robert Pfeil. Der Ausbruch aus dem Arreſt=
haus
iſt anſcheinend zwiſchen 3 und 4 Uhr morgens erfolgt.
Als man gegen 6 Uhr ſein Verſchwinden bemerkte, war
eine Verfolgung nutzlos. Der Ausbrecher iſt 1,71 Meter
groß, hat dunkelblonde Haare, hellblaue weit geöffnete
Augen, kurzen Schnurrbart und verſchiedene auffallende
Tätowierungen: R. P. auf dem linken Arm, einen Pferde=
kopf
und zwei Säbel auf dem rechten Arm, auf der linken
Hand einen Anker, am Ring= und kleinen Finger einen
tätowierten Ring.
Pfungſtadt, 25. März. Der hieſige Kirchen=
eſangverein
veranſtaltete in der evangeliſchen
kirche ein Konzert, das durch die Mitwirkung zweier
auswärtiger Kräfte (Frl. A. Bürſtlein=Darmſtadt und
Herrn Muſikdirektor und Konzertmeiſter Stauffer=Mainz)
den zahlreichen Beſuchern einen außerordentlich hohen
Kunſtgenuß bot. Unter der Orgelbegleitung des Organi=
ſten
, Herrn Lehrers Neff, deſſen Orgelvortrag ( Prälu=
dium
und Fuge von Bach) das Kirchenkonzert ſtimmungs=
voll
einleitete, ſpielte Herr Stauffer das Violinſolo:
Vorſpiel und Adagio aus dem G=moll=Konzert von Max
Bruch und zwei weitere Stücke mit einer bewundernswer=
ten
Virtuoſität. Dieſer Künſtler, der als erſter Konzert=
meiſter
des ſtädtiſchen Mainzer Theaterorcheſters auch in
Baſel mit großem Erfolg kürzlich aufgetreten iſt, entlockte
ſeinem Inſtrument Töne, die alle Zuhörer in den Bann
ſchlugen. Frl. Anna Bürſtlein ſang mit ihrer wohlgeſchul=
ten
, reinen Sopranſtimme vier ſchöne Lieder, die ebenfalls
von Herrn Neff begleitet wurden. Den größten Eindruck
erzielte ſie mit dem Sopranſolo: Mache mich ſelig (von
A. Becker). Verſtärkt wurde die Wirkung dieſes Liedes
durch den von Herrn Pfarraſſiſtenten Bürſtlein von hier
geleiteten Knabenchor, der den Refrain aus der Sakriſtei
als Echo ſang. Der Kirchengeſangverein trug unter der
trefflichen Leitung des Herrn Pfarrers Bürſtlein vier
ſchöne Chöre mit größter Präziſion vor. Der Vorſtand
des evangeliſchen Kirchengeſangvereins hat ſich durch die
ganze Veranſtaltung ein Verdienſt erworben.
Auerbach, 25. März. Feſtgenommen wurde in
Zürich der Steinmetzmeiſter Titus Groh von hier, der
verſchiedene Kreditſchwindeleien begangen hatte.
Bensheim, 25. März. Erhängt hat ſich der 68
Jahre alte Taglöhner Karl Laiſt I. in der Stallung ſeiner
Behauſung.

W. Lampertheim, 25. März. Wie an vielen anderen
Orten, fand auch hier am letzten Dienstag abend eine
Verſammlung der Rübenpflanzer ſtatt. Es
wurde einſtimmig dem Beſchluß der Vereinigung, ſo lange
keine Rüben zu bauen, ſolange nicht die Zuckerfabriken
bereit ſind, einen Lieferungsvertrag gemeinſam mit der
Vereinigung aufzuſtellen, beigetreten. Ein großer Teil
der für den Zuckerrübenbau beſtimmten Aecker iſt bereits
mit Sommergetreide beſtellt; die übrigen ſeither hierfür
bereit gehaltenen Aecker können ſehr leicht mit Tabak, Kar=
toffeln
und Futterpflanzen beſtellt werden, ſo daß den
Landwirten nicht die geringſten Nachteile entſtehen.
Eine letzthin hier eingetroffene polniſche Saiſonarbeiterin
mußte gleich bei ihrer Ankunft ins Krankenhaus aufge=
nommen
werden, da ſie an epileptiſchen Anfällen zu lei=
den
ſchien. Im Krankenhaus ſtellten ſich noch Tobſuchts=
anfälle
ein, ſo daß die Frau in die Irrenanſtalt ver=
bracht
werden mußte.
Beerfelden, 25. März. Die hieſigen Vieh= und
Schweinemärkte ſind nun wieder eingeführt und
werden fürs laufende Jahr an folgenden Tagen abge=
halten
werden: 31. März, 14. April, 5. und 19. Mai, 2., 16.
und 30. Juni, 14. und 28. Juli, 11. und 25. Auguſt, 8. und
22. September, 6. Oktober. Der große Pferde=, Fohlen=
Faſel= und Zuchtviehmarkt fällt auf den 14. Juli. Das
Wiederaufleben der Märkte veranlaßte eine Anzahl
Landwirte. Dieſer Umſtand gibt die Garantie, daß die
Märkte auf entſprechende Frequenz rechnen dürfen. Zur
Erleichterung des Befahrens wird vorläufig ein Stand=
geld
nicht erhoben.
Mainz, 25. März. Großfeuer meldeten am
erſten Oſtertage morgens um 8 Uhr die Sturmglocken der
Stadt. In der Sattlerwerkſtätte des elektriſchen Straßen=
bahnamtes
war aus bis jetzt noch unbekannter Urſache
Feuer ausgebrochen, das indes durch Bedienſtete der
Wagenhalle mittels der vorhandenen Schlauchleitungen
bald gelöſcht war. Der Polizeibericht meldet: Ein aus=
wärtiger
Schuhmachergeſelle, der in einem Café
einen jungen Mann zum Eintritt in die Frem=
denlegion
zu verleiten ſuchte, wurde in Haft ge=
nommen
.
Eine Stiftung für Mainzer
Schüler hat in Petersburg der Baurat Hermann Gör=
in
Erinnerung an ſeine hier in der Realſchule verbrachte
Schulzeit errichtet. Er hat dem Deutſchen Muſeum in
München den Betrag von 1500 Mark überwieſen mit
der Beſtimmung, daß aus den Zinſen alljährlich einem
Schüler der Großherzoglichen Realſchule in Mainz
nach Vorſchlag der Direktion eine Reiſe nach Mün=
chen
und das Studium des Deutſchen Muſeums ermög=
licht
werden ſoll. Die Stiftungsurkunde iſt künſtleriſch
ausgeführt und in einer gepreßten Ledermappe gehalten.
Mainz, 25. März. Wie hieſige Blätter melden, ſoll
Sternickel in Hirſchberg eingeſtanden haben, daß er vor
cht Jahren in Mainz ein Dienſtmädchen ermordet hat.
Tatſächlich ſoll vor acht Jahren in der Rheinſtraße
als die Herrſchaft des Mädchens, eine hochbetagte Haupt=
mannswitwe
, zur Kirche gegangen war, ein Mädchen er=
tochen
worden ſein. Ein Menſch drang damals in die
Wohnung ein und ſtach nach kurzem Kampfe dem Mädchen
ein Meſſer in die Bruſt. Das Mädchen lief die Treppe
hinunter und brach im Nebenhauſe tot zuſammen. Den
Mörder konnte man niemals finden. Wie feſtgeſtellt ſein
ſoll, hat ſich Sternickel zu jener Zeit in der Nähe in einem
preußiſchen Dorfe als Knecht verdingt gehabt. Zu jener
Zeit ſind auch in der Nähe zwei andere rätſelhafte Morde
vorgekommen. Man fand bei Biebrich die Leiche eines
Landſtreichers. Der Mörder konnte niemals feſtgeſtellt
werden, ebenſo auch nicht der Name des Ermordeten. Am
Niederwalddenkmal fand man die Leiche eines jungen
Radfahrers deſſen Perſonalien niemals feſtgeſtellt werden
konnten. Man vermutete damals in dem Ermordeten
den Sohn eines Frankfurter Schloſſermeiſters, was ſich
aber nicht beſtätigte. Auch der Mörder dieſes Menſchen
war nicht zu ergründen. Ob Sternickel die obigen An=
gaben
gemacht hat, weil er die Taten wirklich verübt hat,
oder ob er dies nur tut, um eine Gerichtsver=
handlung
zu erzwingen, iſt nicht aufgeklärt.
Die Staatsanwaltſchaft bewahrt Stillſchweigen.
Worms, 25. März. Ein ſehr unerfreulicher Vorfall
ſpielte ſich am erſten Feiertag abends in Worms ab. Wegen
Verkaufs von fünf Zigaretten auf einmal wurde
eine im Zentralautomat in der Kämmererſtraße ange=
ſtellte
Dame verhaftet und zur Polizeiwache gebracht.
Wie die W. Volksztg. erfährt, war von der Polizei im
Automat mehrmals vor dem Verkauf von mehr als zwei
Zigaretten an Gäſte gewarnt worden. Der Geſchäfts=
führer
des Automats machte nun eine Probe und holte
ſich aus einem anderen großen Reſtaurant fünf Zigaretten.
Als er zurückkehrte, war die Verkäuferin im Automat auf
Veranlaſſung des Reviervorſtehers Keil verhaftet und zur
Wache gebracht worden. Der Geſchäftsführer begab ſich
nun ſofort zur Polizei und legte Beſchwerde ein; die
Dame wurde dann auch entlaſſen und konnte ihre Tätig=
keit
wieder aufnehmen.
Gonſenheim. 25. März. In der am Samstag abend
abgehaltenen Gemeinderatsſitzung wurde Regierungs=

aſſeſſor Alexander aus Mainz, zurzeit mit der Füh=
rung
der Polizeigeſchäfte in Bingen beauftragt, zum be=
ſoldeten
Bürgermeiſter der Gemeinde Gonſenheim
gewählt. Nach drei Wahlgängen fielen im letzten
Wahlgang auf die Regierungsaſſeſſoren Alexander aus
Mainz und Rücker aus Heppenheim je 7 Stimmen; bei der
Losziehung durch den Beigeordneten Secker wurde Alexan=
der
gezogen. Herr Alexander ſteht im 32. Lebensjahr.
Heppenheim a. W., 25. März. Mittwoch findet hier
früh 6½ Uhr in den Bergwieſen und Kiſſelwieſen ein
Räucher= und Heizverſuch zum Schutze der Obſt=
blüten
gegen die gefürchteten Frühjahrsfröſte ſtatt.
(*) Gießen, 25. März. Die hieſige Gewerbe=
ſchule
feiert ihr 75jähriges Jubiläum am 6.
April durch einen Feſtakt im Hotel Großherzog von
Heſſen‟ Damit iſt eine Jubiläumsausſtellung
der Gewerbeſchule verbunden.
(*) Butzbach, 25. März. Die 6. heſſiſche Landes=
verbands
=Ausſtellung der Kaninchenzüch=
ter
im Großherzogtum Heſſen findet am 31. Mai und
Juni in Butzbach ſtatt. Die ſogenannte Heſſen=
Schau in Darmſtadt iſt auf den 13. April feſtgelegt.
Dieſe Kaninchen=Ausſtellung iſt für alle Ausſteller im
Großherzogtum offen und wird von der Landwirtſchafts=
kammer
unterſtützt. Auch ein Verkaufsmarkt und ein
Fleiſchmarkt ſind damit verbunden.
Mücke, 24. März. Ertrunken iſt in einem
Waſſergraben der 70 Jahre alte Förſter Jäger aus
Elpenrod. Er war in der Dunkelheit vom Wege abge=
raten
und in den tiefen Graben geſtürzt.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltunger
deren im Nacht
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Der Richard Wagner=Verein wird auf
ſeinem für den 3. April in Ausſicht genommenen 214. Ver=
einsabend
in der Kammerſängerin Frau Lilly Hoff=
mann
=Onégin von der Hofoper in Stuttgart eine der
bedeutendſten Altiſtinnen der Gegenwart in Darmſtadt
erſtmalig einführen. Wir leſen über die Künſtlerin in
einer Berliner Muſikzeitung: Zu einem vollen Triumph
geſtaltete ſich der Liederabend von Lilly Hoffmann=Onégin.
Dieſe phänomenal begabte Sängerin verfügt über eine
geradezu großartige Geſtaltungskraft und einen faſzinie=
renden
Vortrag, der das Publikum bedingungslos in den
Bann ihrer Perſönlichkeit zwingt. Ihre glänzende kräf=
tige
Stimme, die gleich mühelos in allen Lagen anſpricht,
iſt in vollkommener Weiſe gebildet. Selten ſind alle Vor=
züge
ſo in einer Perſon vereinigt wie bei dieſer jungen
Künſtlerin, und es gehört keine beſondere Prophetengabe
dazu, um ihr eine außerordentlich glanzvolle Zukunft vor=
auszuſagen
. Die Sängerin wird hier am Flügel von
ihrem Gatten, dem Komponiſten Eugen Onégin, be=
gleitet
, von dem ſie mehrere Lieder ſingen wird. Für eine
ganze Reihe der deutſchen Muſikfeſte dieſes Jahres wurde
die Künſtlerin bereits feſt verpflichtet. Der letzte Ver=
einsabend
dieſes Winters, der für den 10. April angekün=
digt
war wurde mit Rückſicht auf die Rheingold= Auf=
führung
im Großherzoglichen Hoftheater auf den 9. April
verlegt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 24. März. Prinz Ernſt
Auguſt, Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg, ver=
abſchiedete
ſich mittags vom Kaiſerpaar. Der Prinz reiſte
in Vertretung ſeines Vaters, des Herzogs von Cumber=
land
, zu den Trauerfeierlichkeiten nach Athen. Der Be=
ſuch
der eumberländiſchen Herrſchaften wird infolge der
Trauer um den verſtorbenen Bruder der Frau Herzogin
erſt ſpäter ſtattfinden. Der Kaiſer die Kaiſerin
und Prinzeſſin Viktoria Luiſe werden ſich am 27. März
abends vom Neuen Palais zu längerem Aufenthalt nach
Homburg v. d. Höhe begeben. Der Ausflugsver=
kehr
war an beiden Feiertagen ziemlich leb=
haft
. Das Wetter blieb hinter hochgeſpannten Erwartun=
gen
zurück. Am Oſterſonntag trat mehrfach Regen ein, am
zweiten Feiertag wurde es ſchon am frühen Abend emp=
indlich
kühl. Die Koſten des Prozeſſes ge=
gen
den Animierbankier Otto Sattler
werden ſich nach den vorläufigen Feſtſtellungen auf an=
nähernd
40000 Mark belaufen. Infolge unvorſich=
tigen
Aufſpringens auf einen in Bewegung be=
findlichen
Stadtbahnzug iſt auf dem Bahnhof Tier=
garten
die 20jährige Verkäuferin Frieda Lamprecht töd=
lich
verunglückt. Das Mädchen blieb beim Aufſpringen
mit dem Rock hängen und geriet dann unter den Zug. Die
echte Schulter und die rechte Hand wurden total abge=
fahren
. In hoffnungsloſem Zuſtand wurde die Verun=
glückte
ins Krankenhaus Weſtend eingeliefert.
Wetzlar, 24. März. Die hervorragenden Dienſte, welche
die deutſche Optik und Mechanik der Wiſſenſchaft aller Län=
der
geleiſtet hat, werden von allen Seiten willig aner=
kannt
. Für die Wertſchätzung, deren ſich die deutſchen

Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

* Heſſiſches Evangeliſches Sonntags=
blatt
. In dieſen Tagen waren es fünfundzwan=
zig
Jahre her, daß das Heſſiſche Evangeliſche Sonn=
tagsblatt
zum erſtenmal erſchien. Den Plan zur Grün=
dung
dieſer Zeitſchrift faßte der Verleger, Buchdruckerei=
beſitzer
Chriſtian Friedrich Winter, während eines Kur=
aufenthaltes
in Corſica im Winter 1887. Dekan Chriſtian
Wilhelm Stromberger (18261900) in Zwingenberg rief
eine Anzahl Geiſtlicher, darunter den im vorigen Sommer
verſtorbenen Ludwig Frohnhäuſer, Guſtav Römheld in
Beſſungen, Heinrich Freienſehner in Lindenfels, Ludwig
Göhrs in Bickenbach u. a., zur näheren Erörterung des
Planes zuſammen. Das Ergebnis der Beſprechung war
die Gründung des Sonntagsblattes, das im März 1888
zum erſtenmal erſchien. Die Redaktion des Blattes hatte
Pfarrer Guſtav Römheld in Beſſungen (geb. zu Großen=
Linden am 2. Oktober 1832) übernommen; er behielt ſie
bis zu ſeinem Tode, der am 29. März 1899 erfolgte. Die
in jeder Nummer enthaltene Weltumſchau hatte den
Pfarrer Heinrich Dietz, damals in Meſſel, zum Verfaſſer.
Nach Römhelds Tode führte der Verleger, Friedrich Win=
ter
, eine kurze Zeit lang die Redaktionsgeſchäfte ſelbſt,
bis ſie im April 1899 Pfarrer Ernſt Widmann übernahm,
der ſie heute noch führt. Nach dem Tode des Pfarrers
Dietz wurde ſein Nachfolger in der Weltumſchau Theo=
dor
Wahl, damals Pfarrer in Langen, der ſich mehrfach
literariſch betätigt hatte und im Frühjahr 1907, einem
Rufe nach Eſſen folgend aus dem Dienſt der heſſiſchen
Landeskirche ausſchied. Von da ab übernahm die Welt=
umſchau
Prälat D. Karl Walz, der noch heute
in dieſer Weiſe für das Sonntagsblatt tätig iſt.
Zu dem Erfolge des Blattes haben zahlreiche Mit=

arbeiter, vor allem aus den Kreiſen der Pfarrer und Leh=
rer
, ihr Scherflein beigetragen. Sind auch inzwiſchen
andere Sonntagsblätter in Heſſen entſtanden, ſo haben
dieſe doch keinen Rückgang der Abonnenten= und Leſer=
zahl
des Heſſiſchen Evangeliſchen Sonntagsblattes her=
beiführen
können und das auch wohl nicht beabſichtigt.
Das Verdienſt müſſen ſie aber dem Begründer des Sonn=
tagsblattes
unumwunden zugeſtehen, daß er ein im Groß=
herzogtum
Heſſen vorhandenes Bedürfnis nach einem ſol=
chen
Blatte als Erſter richtig erkannt und ihm abge=
holfen
hat.
* Bühnengenoſſenſchaft. Der in Italien
weilende Präſident Niſſen hatte, wie gemeldet, ſein
Rücktrittsgeſuch mit Krankheit begründet und betont, in
den Tagen der ſchweren Kämpfe um das Recht ſei es
ſeine Pflicht geweſen, auszuharren, jetzt aber dürfe die
Genoſſenſchaft in keiner Weiſe an die Perſonenfrage ge=
bunden
ſein. Auf Antrag des Vorſitzenden Rickelt wurde
das Geſuch nicht angenommen, Niſſen mit 117 von 137
Stimmen wiedergewählt, und er hat denn auch
bereits telegraphiſch ſein Bleiben zugeſagt. Der Syndikus
Rechtsanwalt Dr. Seelig=Mannheim berichtete über das
deutſch=öſterreichiſche Kartell. Das Frauenkomitee hat jetzt
141 Vertrauensdamen, die die Oeffentlichkeit über die
oziale Lage der Schauſpielerinnen auf=
klären
. Für das neu zu gründende Kinderheim liegen
11 Anmeldungen vor. Die Koſtümzentrale wird noch
wenig benutzt, weil ſie nur gegen bar liefert. Minder=
bemittelte
bekämen geringere Preiſe angeſetzt; Koſtüme,
die 30 Mark Wert hätten, ſeien ſchon zu 2 und 3 Mark
abgegeben worden. Rickelt vertrat das Verlangen, daß
im neuen Geſetz die Lieferung der Koſtüme auf Koſten
der Theater durchgeſetzt werden müſſe. Die Koſtüme ge=
hörten
zu den Betriebsmitteln, und ein Theater, das dieſe
nicht aufbringen könne, habe keine Daſeinsberechtigung.
Dem Frauenkomitee werden vorläufia 1000 Mark jährlich
überwieſen. Ein Antrag auf Abſchaffung des Ehrenrats

wird mit allen gegen eine einzige Stimme angenommen,
weil der Zentralausſchuß zur Regelung von Standes=
fragen
ausreiche. Der Antrag auf Beſoldung des
Präſidenten wurde angenommen. Zur ausnahms=
weiſe
künſtleriſchen Betätigung bedarf er der Zuſtimmung
des Zentralausſchuſſes von Fall zu Fall. Annahme fand
erner ein Antrag auf Errichtung einer Engage=
ments
=Vermittelungsſtelle, weil die Agenten
einen zu großen Teil der Gage verſchlingen. Rickelt führte
dazu aus, höchſtens 20 Prozent der Schauſpieler erhielten
eine Gage von 3000 Mark jährlich und darüber, mehr als
40 Prozent blieben unter 1000 Mark. (?) Zum Schluß
der Tagung kam eine längere Auseinanderſetzung über
das Verhältnis der Schauſpieler zur Film=
in
duſtrie. Es wurden harte Urteile gegen dieſe laut,
weil ſie ihre Darſteller zu ſchlecht bezahlte und weil ſie
ihre Aufnahmen auf Gebiete ausdehnte, die dem Weſen
der wortloſen Darſtellung widerſtrebten und darum der
Bühne allein gehörten. Es kamen aber auch Freunde des
Kinos zum Wort, die zu einem Proteſt keinen Grund
ſahen. Eine Reſolution ermächtigte den Zwölferaus=
ſchuß
, das Erforderliche zu veranlaſſen, d. h. mit den
Filmfabriken in Verbindung zu treten und einen Aus=
gleich
über die vorgetragenen Beſchwerden zu erreichen.
Errichtung einer Opernſchule in
Mannheim. Nach dem Beſchluß des dortigen Stadt=
rats
hat der neue Intendant des Mannheimer Hofthea=
ters
, Alfred Bernau, am 15 April die Leitung des Hof=
theaters
zu übernehmen. Der Stadtrat gab ſein Ein=
verſtändnis
zu der Errichtung einer Opernſchule des
Großh. Hoftheaters, die der Hochſchule für Muſik ange=
gliedert
werden ſoll. Die Leitung wird dem Hofkapell=
meiſter
Bodanſky übertragen. Für die Propaganda der
Opernſchule ſtellt der Stadtrat einen angemeſſenen Zu=
ſchuß
bereit.
Darmſtädter Künſtler auswärts.
Unter reger Beteiligung ſeitens einer zahlreich verſam=

[ ][  ][ ]

Erzeugniſſe auf dieſem Gebiete in der ganzen Welt er=
freuen
, ſpricht wohl am beſten die Tatſache, daß eine un=
ſerer
bedeutendſten optiſch=mechaniſchen Werkſtätten, die=
jenige
der Firma Ernſt Leitz in Wetzlar, kürzlich
das 150000 Mikroſkop vollendet hat. Die Firma
Leitz hat das wertvolle Inſtrument zu einer Ehrung deut=
ſchen
Forſchergeiſtes auserſehen, indem ſie dasſelbe Seiner
Exzellenz Geheimrat Profeſſor Dr. Ehrlich in Frank=
furt
a. M. als Dedikation überreichen ließ. Das 100000.
Leitz=Mikroſkop wurde ſeinerzeit dem Begründer der
modernen Bakteriologie, Robert Koch, gewidmet.
Heidelberg, 24. März. Der Prinz von Wales iſt
heute nachmittag 3 Uhr von Darmſtadt im Automobil
hier eingetroffen. Der Prinz hat im Europäiſchen Hof
Wohnung genommen.
Ludwigshafen a. Rh., 25. März. Heute morgen kurz
vor 6 Uhr brach aus noch unbekannter Urſache in dem am
unteren Rheinufer gegenüber dem Hauptbahnhof gelege=
nen
und von der Firma Gebrüder Zimmern u. Co. ge=
pachteten
Lagerhaus Großfeuer aus. Die Flammen
ſchlugen hoch empor. Bei den Löſcharbeiten ſtürzte eine
Leiter um, auf der ſich drei Feuerwehrleute befanden. Der
Spenglermeiſter Wagner und der Bäckermeiſter Seewald
wurden getötet, der dritte Mann wurde ſchwer verletzt.
Stuttgart, 23. März. Wegen Hinterziehung
von Zeitungsgebühren wurden 5 Zeitungsange=
ſtellte
von der Strafkammer in Stuttgart zu 23974 Mark
Geldſtrafe verurteilt. Es handelt ſich um die
Beförderung der radikal=ſozialiſtiſchen Göppinger Freien
Volkszeitung von Stuttgart nach Göppingen. Die im
Jahre 1910 gegründete Zeitung wurde anfänglich in der
Druckerei der Schwäbiſchen Tagwacht in Stuttgart her=
geſtellt
; der Poſtbehörde war als Erſcheinungsort Stutt=
gart
angegeben und mit der Poſt in Stuttgart erfolgte
auch die Abrechnung. Die für Göppingen und das Fils=
tal
beſtimmten Exemplare nahm eine Zeitlang der dama=
lige
Redakteur, der jeden Tag zu den Redaktionsgeſchäf=
ten
nach Stuttgart kam, auf der Rückfahrt nach Göppin=
gen
mit. Dort nahm der Geſchäftsführer die Pakete in
Empfang und ließ dann die Exemplare verteilen. Die
Poſtverwaltung erblickte in dieſem Verfahren ein
Vergehen gegen das Poſtgeſetz und belegte ſämtliche an
dem Verſand beteiligten Perlonen im ganzen 11
mit der Straße des vierfachen Betrags des hintergange=
nen
Portos in Höhe von gegen 30000 Mark. Die Straf=
kammer
verurteilte nun den Geſchäftsführer zu 8381 Mark,
den Expedienten zu 8013 Mark, den Redakteur zu 7470
Mark und vier weitere Angeklagte zu je 55 Mark Geld=
ſtrafe
.
Stuttgart, 25. März. In Plochingen wurde die
60jährige Kaufmannswitwe Schiller in ihrer Wohn=
ung
erſchoſſen aufgefunden. Der bei ihr bedienſtete
Knecht Schmidt hat geſtanden, die Frau ermordet
und beraubt zu haben.
Kannſtatt, 25. März. Hier iſt im Alter von 41 Jahren
Direktor Adolf Daimler verſtorben. Der Verſtorbene
war Vorſtandsmitglied der Daimler=Motoren=Geſellſchaft,
Stuttgart.
Köln, 24. März. In erſchreckender Weiſe mehren ſich
die nichtswürdigen Anſchläge auf Automobili=
ſten
im Rheinland. Als ein Architekt in der Nacht vom
erſten zum zweiten Feiertag im Automobil den zwiſchen
Bonn und Köln gelegenen Ort Godorf paſſierte, bemerkte
er plötzlich, daß eine Reihe großer Steine quer über die
Straße gelegt worden war. Durch ſcharfes Bremſen
konnte er den Anprall zwar abſchwächen, aber nicht mehr
verhindern. Als der Architekt die weitere Strecke abſuchte
und ein entgegenkommendes Automobil warnte, beobachtete
er, daß aus dem Chauſſeegraben mehrere Perſonen auf=
ſprangen
und davonliefen. Geſtern wurde auf derſelben
Straße eine holländiſche Familie durch Hinderniſſe aus
dem Automobil geſchleudert. Sämtliche Perſonen wur=
den
derart verletzt, daß ſie die Rückkehr mit der Bahn
nach Holland antreten mußten. Die Behörden ſind eifrig
bemüht, den Verbrechern auf die Spur zu kommen.
Hannover, 25. März. Auf der Landſtraße zwiſchen
Stöcken und Behrenboſtel kam geſtern ein nach Hannover
fahrendes Automobil ins Schleudern und ſtürzte,
ſich überſchlagend, in den Chauſſeegraben. Der Führer
des Wagens wurde ſchwer verletzt und nach dem Kranken=
hauſe
in Hannover gebracht, während der Inſaſſe, Brod=
mann
=Behrenboſtel, getötet wurde.
Frankfurt a. d. O., 24. März. In den letzten Tagen
fanden im Amtsgerichtsgefängnis zu Frankfurt a. d. O.
mehrſtündige gerichtliche Vernehmungen des zum Tode
verurteilten Raubmörders Sternickel ſtatt, in
denen verſucht wurde, Aufklärung über weitere Mord=
taten
zu erlangen. Sternickel bezeugte aber wenig Luſt,
Rede und Antwort zu ſtehen. Er gab trotzigen und aus=
weichenden
Beſcheid. Das Vorleben Sternickels iſt nahezu
lückenlos feſtgeſtellt, nur die ſchleſiſche Affäre iſt noch in
Dunkel gehüllt. Die Hirſchberger Verhandlung wird aller
Vorausſicht nach auch nicht ſtattfindengda Beſchlüſſe vor=
liegen
, wonach ein Transport Sternickels nicht
mehr vorgenommen werden ſoll. Am 5. April
werden einige zwanzig Zeugen aus Schleſien in Frank=

furt a. d. O. vernommen werden, um nach Möglichkeit
die Beteiligung Sternickels an den weiteren Mordtaten
aufzuklären.
Graz, 25. März. Der Buchhalter der Spar= und
Vorſchußkaſſe des Marktortes Turffer bei Cilli, der 65 jäh=
rige
Villenbeſitzer Joſeph Droez, hat Unterſchlagungen
in Höhe von 400000 Mark begangen. Als die Verfehll=
ungen
entdeckt wurden, erſchoß er ſich.
London, 23. März. Miß Silvia Pankhurſt, die
Frauenrechtlerin, iſt wieder aus dem Gefängnis
entlaſſen worden, nachdem ſie fünf Wochen von der
zweimonatigen Strafe abgeſeſſen hatte, die man ihr am
18. Februar wegen Sachbeſchädigung zudiktierte. Seit
Beginn dieſes Jahres mußten nicht weniger als 66
Frauenrechtlerinnen in das Gefängnis gehen. Von ihnen
ſind bisher 8 wieder entlaſſen worden, weil ſie mit dem
Hungerſtreik begannen. Silvia Pankhurſt wurde zweimal
des Tages gewaltſam ernährt. Da ſie trotzdem zugrunde
gegangen wäre, ließ man ſie am Freitag wieder frei. Sie
hat alſo ihren Zweck erreicht und der engliſchen Rechts=
pflege
von neuem ein Schnippchen geſchlagen,

Zum Wechſel in der IU. Armeeinſpektion.

* München, 24. März. Prinz Leopold von
Bayern iſt, wie bereits mitgeteilt, von ſeiner Stellung
als Generalinſpekteur der IV Armeeinſpektion zurückge=
treten
. Aus dieſem Anlaß hat der Kaiſer folgendes
Handſchreiben an den Prinzen gerichtet:
Durchlauchtigſter Fürſt, freundlich lieber Vetter! Aus
Eurer Königlichen Hoheit Schreiben vom 6. März d. Js.
habe Ich mit aufrichtigem Bedauern erſehen, daß Euere
Königliche Hoheit in Rückſicht auf Ihr vorgeſchrittenes
Lebensalter um Enthebung von der Stellung als General=
Inſpekteur der Vierten Armee=Inſpeltion bitten. So un=
gern
Ich Euere Königliche Hoheit aus dieſem Dienſtver=
hältnis
ſcheiden ſehe, ſo vermag Ich doch Ihrem bezüg=
lichen
Wunſche nicht entgegen zu ſein. Indem Ich Euere
Königliche Hoheit daher von der gedachten Stellung hier=
mit
enthebe, kann Ich es Mir nicht verſagen, Euerer
Königlichen Hoheit Meinen von Herzen kommenden Dank
und Meine warme Anerkennung auszuſprechen, für die
mit hingebendſter Pflichttreue faſt 21 Jahre lang in dieſer
Stellung geleiſteten hervorragenden Dienſte. Euere König=
liche
Hoheit wollen ein erneutes Zeichen Meiner perſön=
lichen
Freundſchaft und hohen Wertſchätzung darin er=
blicken
, daß Ich Euere Königliche Hoheit beſeelt von
dem Wunſche, Sie in engſter Verbindung mit einem der
Preußiſchen Armeekorps zu erhalten, das während der
ganzen Dauer Euerer Königlichen Hoheit Kommandofüh=
rung
der Vierten Armee=Inſpektion angehörte hierdurch
zum Chef des Infanterie Regiments von
Alvensleben (6. Brandenburgiſchem) Nr. 52 ernenne.
Dieſes tapfere Regiment, welches Anweiſung erhalten hat,
Euerer Königlichen Hoheit den Rapport und die Offiziers=
rangliſte
vorſchriftsmäßig einzureichen, wird ſich der Aus=
zeichnung
, in Euerer Königlichen Hoheit ſeinen hohen
Chef verehren zu dürfen, ſtets würdig zeigen. Und Euere
Königliche Hoheit werden in der Wahl gerade dieſes Re=
giments
erkennen, daß Ich hierbei des früheren langjäh=
rigen
Regimentschefs, Ihres in Gott ruhenden Herrn
Bruders des Prinzen Arnulf von Bayern Königliche
Hoheit, wohl eingedenk war. Indem Ich noch hinzufüge,
daß in Euerer Königlichen Hoheit Verhältnis als Chef
des Weſtfäliſchen Dragoner=Regiments Nr. 7 eine Aende=
rung
nicht eintritt, verbleibe Ich mit der Verſicherung
der vollkommenen Hochachtung. Neues Palais, den 22.
März 1913. Euerer Königlichen Hoheit freundwilliger Vet=
ter
. gez.: Wilhelm R.
An den Prinzen Rupprecht von Bayern, der
an Stelle des Prinzen Leopold zum Generalinſpekteur der
IV. Armeeinſpektion ernannt worden iſt, hat der Kaiſer
nachſtehendes Handſchreiben gerichtet:
Durchlauchtigſter Fürſt, freundlich lieber Vetter! Ich
wünſche Euerer Königlichen Hoheit ebenſowohl Meine
perſönliche Freundſchaft wie auch Meine hohe Wertſchätz=
ung
Ihrer Leiſtungen als Truppen=Kommandeur dadurch
zu betätigen, daß Ich Euerer Königlichen Hoheit im Ein=
verſtändnis
Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Lud
wig, Regenten des Königreichs Bayern, Ihres hochver=
ehrten
Herrn Vaters die Stellung des General= In=
ſpekteurs
der Vierten Armee=Inſpektion
übertrage. Ich freue Mich, Euerer Königlichen Hoheit
hierdurch Gelegenheit zu geben, ſowohl über Preußiſche
wie über die Königlich Bayeriſchen Truppenteile berichten
zu können. Das Mir vertragsmäßig zuſtehende Inſpizie=
rungsrecht
Königlich Bayeriſcher Truppenteile wird hier=
durch
nicht berührt. Indem Ich Euerer Königlichen Hoheit
eine Abſchrift der unter dem 9. Juni 1904 erlaſſenen Vor=
ſchrift
für die Tätigkeit der General=Inſpekteure der
Armee=Inſpektionen beifolgend zugehen laſſe, verbleibe
Ich mit der Verſicherung der vollkommenen Hochachtung.
Neues Palais, 22. März 1913. Euerer Königlichen Hoheit
freundwilliger Vetter. gez.: Wilhelm R.

Der Balkankrieg.

Oeſterreich=Ungarn und Montenegro.
* Cetinje, 25. März. Montenegro hat die
Forderung Oeſterreich=Ungarns auf freien
Abzug der Zivilbevölkerung von Skutari angenom=
men
und gleichzeitig Proteſt bei den Groß=
mächten
gegen die Haltung Oeſterreichs erhoben.
* Cetinje, 25. März. In einer an alle Groß=
mächte
gerichteten Zirkularnote beklagt ſich
Montenegro über die Aktion Oeſterreich=Ungarns,
durch welche die Einſtellung des Bombardements von
Skutari bis zum Abzuge der Zivilbevölkerung gefordert
und im Falle der Ablehnung Gewaltmaßnahmen ange=
droht
werden. Die Regierung betrachtet die Aktion
Oeſterreich=Ungarns als eine Breſche in die Neutralität
und teilt mit, daß ſie die zum Abzuge der Zivilbevölke=
rung
aus Skutari notwendigen Maßnahmen tref=
fen
werde. Zu gleicher Zeit mit dieſer Zirkularnote hat
die Regierung auf der öſterreichiſch=ungariſchen Geſandt=
ſchaft
eine Note überreicht, in der ſie von ihrem Entſchluß
und von ihrem Proteſt gegen die Haltung Oeſterreich= Un=
garns
bei den Mächten Mitteilung macht.
Damit iſt die Gefahr eines Konfliktes einſtweilen be=
ſeitigt
.
Wie die Agence Havas meldet, habe auch die deut=
ſche
Regierung ihren Geſandten in Cetinje angewieſen,
bei der montenegriniſchen Regierung geeignete Schritte
zu tun, um den Standpunkt Oeſterreich=Ungarns zu unter=
ſtützen
. Ferner unternahm der italieniſche Geſandte im
Auftrage ſeiner Regierung einen Schritt bei der montene=
griniſchen
Regierung und verlangte ebenſo wie Oeſterreich=
Ungarn, daß die Beſchießung Skutaris eingeſtellt werde,
bis die Zivilbevölkerung die Stadt verlaſſen habe. Auch
der ruſſiſche Geſandte von Giers unternahm im Auftrage
ſeiner Regierung eine Demarche in Cetinje und verlangte
nachdrücklichſt, daß die Zivilbevölkerung von Skutari die
Erlaubnis erhalte, die Stadt zu verlaſſen und daß bis zu
dem vollzogenen Abzuge die Beſchießung eingeſtellt bleibe.
Somit konnte Montenegro keinen Widerſtand mehr leiſten.
Die Lage in Skutari.
* Rom, 24. März. Die Agenzia Stefani meldet
aus Skutari vom 5. März: Die Montenegriner, die ſeit
fünf Monaten mit Zwiſchenpauſen die Stadt beſchießen,
geſtalteten ſeit drei Wochen das Bombardement in=
tenſiver
, auch des Nachts. Ihre Abſicht iſt deutlich: ſiet
wollen die Stadt zerſtören ohne Rückſicht auf die
Kirchen, Moſcheen, Hoſpitäler, Konſulate und Wohn=
häuſer
der fremden Untertanen und ohne Rückſicht darauf,
daß auf dieſen Gebäuden Fahnen fremder Staaten oder
des Roten Halbmonds gehißt ſind. Das Leben der
Ausländer iſt beſtändig in ernſter Gefahr.
Der italieniſche und der öſterreichiſch=ungariſche Konſul
ſprachen das Verlangen aus, daß die Untertanen ihrer
Staaten und alle Ordensangehörigen der Stadt abziehen
ſollten, aber die militäriſchen Behörden widerſetzten ſich
oder lehnten dies kategoriſch ab. Auch die von dem ruſ=
ſiſchen
und dem franzöſiſchen Konſul unternommenen
Schritte hatte keinen beſſeren Erfolg. Die Konſuln Oeſter=
reichs
und Italiens wollten außerdem ein offenes Tele=
gramm
abſenden, um ihre Regierungen über die für ihre
Untertanen ſehr ernſte Lage zu unterrichten. Auch dieſer
Bitte wurde nicht entſprochen, weil von den Montene=
grinern
auf die türkiſchen Parlamentärs, welche die Note
des italieniſchen Konſuls dem italieniſchen Geſandten in
Cetinje überbringen ſollten, geſchoſſen wurde, obwohl ſiet
die Parlamentärflagge trugen. Bei der Beſchießung der
Stadt ſind von der muſelmaniſchen Bevölkerung nur
Frauen und Greiſe zu Schaden gekommen, da die
vaffenfähigen Männer in den Befeſtigungen bleiben
Außerdem erlitten die Chriſten Schaden, die über=
haupt
nicht am Kriege teilnehmen und keinen Einfluß auf=
die
Kapitulation der Stadt haben können. Seit drei Wo=
chen
beſchießen die Montenegriner ausſchließlich dier
Stadt, namentlich das chriſtliche Stadtviertel. Die Kon=
uln
beſtanden darauf, daß mindeſtens ihren Schutzbefoh=
lenen
der Abzug gewährt wird, die bei einer Bevölkerung
von ungefähr 40000 zweihundert ausmachen. Binnen
kurzem werden die Lebensmittel fehlen, auch für
die Ausländer und ihre Anſtalten.
Einigung der Mächte wegen Albaniens.
* London, 24. März. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, ſind die Mächte über die Grenze= Alba=
niens
von Djakowa bis zum Ochrida=See einig. Un=
ter
den Orten, über die ein Einverſtändnis erzielt worden
iſt, befinden ſich Skutari und Djakowa. Eine offizielle
Erklärung darüber ſteht unmittelbar bevor und wird
wahrſcheinlich morgen erfolgen. Die Verbündeten wer=
den
eine Kollektivnote der Mächte über dieſes

melten Zuhörerſchaft veranſtaltete der Pianiſt Philipp
Daus im kleinen Liedertafelſaal zu Mainz ein Konzert.
Als Geſangsſoliſtin wirkte Frau Lilli Bornträger=
Ludewig (aus Darmſtadt), Schülerin der Frau Anna
Rau in Darmſtadt. Das Mainzer Tagblatt ſchreibt dar=
über
: Die Dame, die unſeres Wiſſens zum erſtenmal vor
einem größeren Zuhörerkreis hier an die Oeffentlichkeit
trat, führte ſich ſehr vorteilhaft als eine Koloraturſängerin
von beträchtlichem Können ein. Die Höhe beſonders
ſpricht außerordentlich leicht und ſicher bei ihr an, die
Töne werden mühelos ohne jegliche Anſtrengung produ=
ziert
, ſie beſitzen ſelbſt auch im mezza voce ebenſo viel
Tragfähigkeit wie Beweglichkeit, um beim Legato= wie
beim Koloraturgeſang mit gleichem Erfolge beſtehen zu
können. In der Wahl der Lieder, von denen die unge=
mein
ſchwierige Glöckchenarie aus Lakmé von Delibes,
Erinnerung von Mahler und Oenothera von Weingart=
ner
beſonders intereſſierten, dokumentierte ſich ein gutes
Auffaſſungsvermögen und der gebildete Kunſtgeſchmack
einer ebenſo talentierten wie ſtrebſamen Sängerin.
C.K. Poſtlagernd. Die ſittenpädagogiſchen Verſuche
der franzöſiſchen Poſtverwaltung, die ſich über die lockere
Moral der heranwachſenden Jugend ſchwere Sorgen ge=
macht
hat, haben mit einem Schlage ins Waſſer geendet.
Man erinnert ſich vielleicht noch, daß die franzöſiſche Poſt=
verwaltung
vor einiger Zeit eine Beſtimmung erließ, nach
der fürderhin poſtlagernde Chiffrebriefe an junge Män=
ner
von weniger als 18 Jahren und an Mädchen von
weniger als 16 Jahren nicht mehr ausgehändigt werden
ſollten. Die Abſicht dieſer Beſtimmung fand damals viel
Anerkennung. Jetzt iſt ein Vierteljahr nach dem In=
krafttreten
dieſes Erlaſſes ergangen und reſigniert muß
eingeräumt werden, daß die frommen Wünſche der Poſt=
behörden
ſich nicht erfüllt haben. Der amtliche Bericht

gibt zu, daß die Erfolge nicht ſehr ermutigend ſind; denn
die jungen Franzoſen und Franzöſinnen, die unter
Chiffrebriefen poſtlagernd ihre Herzensergüſſe und ihre
Zukunftsträume austauſchen, ſind erfinderiſcher, als die
geſtrenge Behörde ſich das vorſtellen konnte. Die kleinen
Empfängerinnen und die jungen Empfänger poſtlagern=
der
Chiffrebriefe haben recht mühelos Mittel und Wege
gefunden, die löblichen Abſichten der Poſt zu durchkreuzen.
Es iſt nicht ſchwer, die Schalterbeamten über ſein Alter
zu täuſchen. Und wenn das nicht gelingt, ſo findet man
doch ſtets leicht einen Freund oder eine Freundin, die
aus Gefälligkeit ohne weiteres den Brief abholt, den der
Beamte der allzu jugendlichen Empfängerin vorenthielt.
Ja, mehr als das: die Beſtimmung hat wider Erwarten
eine ganze Reihe; von kleinen Agenturen entſtehen
laſſen, die es ſich angelegen ſein laſſen, den Briefwechſel
zwiſchen Minderjährigen zu erleichtern. Und außerdem
findet man heute in jedem größeren Poſtamt irgend einen
Herumlungerer, der ohne weiteres für einen Sous oder
für zwei zum Schalter geht und den erſehnten Chiffre=
brief
abholt.
Poincarés Arbeitsleiſtung in Zahlen. Den erſten
Monat ſeiner Präſidentſchaft hat Poincaré hinter ſich,
und damit zugleich das Bewußtſein, den Tätigkeitsrekord
aller früheren Präſidenten geſchlagen zu haben. Poincaré
ſcheint es ſich zum Prinzip gemacht zu haben, keine Ein=
adung
abzulehnen. Und nicht genug damit: er beſucht
Krankenhäuſer, Ausſtellungen, ja bisher ſah man ihn
ſogar auf allen wichtigeren Generalproben im Theater,
ſo daß ſeine boshaften Gegner behaupten, er müſſe ſehr
viel Zeit haben. Aber daß dies eine leichtfertige Ver=
leumdung
ſein muß, beweiſt die erſte Monatsbilanz des
neuen Präſidenten. Poincaré hat das reſpektable Kunſt=
ſtück
fertiggebracht, im Laufe der letzten 30 Tage nicht we=
niger
als 42 große Bankette mitzumachen, von denen 5

ſogar am ſelben Tage ſtattfanden. In der gleichen Zeit
hat er aber außerdem noch nicht weniger als 214 offizielle
Beſuche abgeſtattet und empfangen, ſo daß ſelbſt der
gelbe Neid es dem Präſidenten laſſen muß, daß er ſeine
Zeit auszufüllen verſteht.
* Ein Haus in Poſtpaketen. Die Amerikaner, die es
ſchon ſeit langem verſtehen, Häuſer in einem Stück oder
in zwei Teilen von einer Straße nach der anderen zu be=
ördern
, haben ihren eigenen Rekord in dieſer Beziehung
jetzt weit übertroffen. Es iſt jetzt nämlich ein großes
Haus von New=York nach Chicago per Poſt
befördert worden, um auf der dortigen Induſtrie=
Ausſtellung zur Schau geſtellt zu werden. Selbſtverſtänd=
lich
iſt dieſes Haus nicht in einem Stück verſandt worden.
ſondern es wurden 25000 Pakete angefertigt, die nach
ihrer Ankunft in Chicago ausgepackt werden, und dann
wird dort das Haus aus ſeinen einzelnen Teilen wieder
zuſammengeſetzt werden. Der Beſitzer des Hauſes wird
durch dieſen Hausverſand der Gewinner eines nam=
haften
erſten Preiſes werden. Nach Schluß der Aus=
ſtellung
wird das Haus in derſelben Weiſe wieder nach
New=York zurücktransportiert werden.
Kiebitzeier. Oſtern iſt wieder gekommen, und die
zu dem Feſt von jeher als auserleſener Leckerbiſſen be=
ſonders
beliebten Eier des Kiwitt ſind in Berlin ein=
getroffen
. 22 Stück, die mit je 2,50 Mark bezahlt wurden
Das heißt: den ſtädtiſchen Verkaufsmittlern. Was reiche
Privatleute heute dafür zahlen müſſen, iſt jedenfalls er=
heblich
mehr. Später, in der heimiſchen Legezeit, werden
die Kiebitzeier mit ſteigenden Zufuhren ja billiger. Was
ſagen denn die Vogelſchutzvereine zu der Roheit des Aus=
nehmens
der Neſter dieſer nützlichen Vögel? Die Roheil
wird dadurch doch nicht gemildert, daß die Eier eßbar
ſind.

[ ][  ][ ]

Ergebnis erhalten. Damit ſind zwei der heikelſten
Punkte geregelt, und da den Verbündeten deutlich erklärt
werden wird, daß Europa dieſe Frage erledigen wird,
wird es nicht mehr nötig ſein, die militäriſchen Operatio=
nen
fortzuſetzen, deren Ergebnis doch an der Entſcheidung
der Mächte nichts ändern würde. Die Botſchafter wer=
den
ſodann die ſüdlichen Grenzen Albaniens erörtern, für
welche bei Italien und Oeſterreich=Ungarn beſondere Ge=
ſichtspunkte
beſtehen. Obgleich die Verhandlungen hier=
über
langwierig ſein können, beſteht kein Grund, Schwie
rigkeiten zu befürchten.
Die Friedensbedingungen der Mächte.
* Sofia, 24. März. Ueber die Antwort auf die
neue Friedensbaſis der Großmächte wird
noch zwiſchen den Verbündeten verhandelt. Man hofft,
in drei Tagen eine Verſtändigung zu erzielen. Wie
verlautet, wollen die Verbündeten den Vorſchlag der
Großmächte als Baſis für die Friedensverhandlungen an=
nehmen
; ſie hoffen jedoch, noch einige Bedingungen zu
ihren Gunſten ändern zu können.
* Sofia, 24. März. Das Blatt Mir beſpricht die
dem Miniſterpräſidenten am Samstag durch die Vertreter
der Großmächte überreichte Mitteilung und ſchreibt:
Wir ſind gewiß, daß die Vermittelung ſich nicht auf die=
ſen
Schritt beſchränken, ſondern weitergehen und den
vollen Erfolg erzielen wird, der den verbündeten Balkan=
ſtaaten
die ihnen gebührende Befriedigung verſchafft. Was
den kategoriſchen Wunſch nach Einſtellung der Feindſelig=
keiten
betrifft, ſo zweifeln wir, daß die Verbündeten ſich
dieſer Probe unterziehen könnten, ohne eine Gewähr
für den baldigen Friedensſchluß zu beſitzen.
Die Erinnerung an den erſten Waffenſtillſtand, deſſen Er=
gebnis
die Londoner Verhandlungen waren, iſt nicht ge=
eignet
, ſie in dieſer Hinſicht zu ermutigen.
* Konſtantinopel, 24. März. Die türkiſche
Preſſe beginnt, die öfſentliche Meinung auf den Frie=
den
vorzubereiten. Der Tanin, der bis vorgeſtern
für Fortſetzung des Krieges bis zum äußerſten eingetre=
ten
war, ſagt jetzt, nicht die Pforte, ſondern die Armee
müſſe ſich über die Annahme äußern und erklären, ob es
möglich ſei, den Krieg mit Ausſicht fortzuſetzen und Adria=
nopel
und den Reſt der europäiſchen Türkei zu retten.
Wenn die Armee von der Notwendigkeit des Friedens=
ſchluſſes
überzeugt ſei, dann würde die Pforte die Einzel=
heiten
erörtern. Ikdam meint, da die Mächte auf der
Pforte bereits vorher ſondiert haben, dürfe man die feſt=
geſetzten
Bedingungen nicht als unannehmbar betrachten;
der Friede ſtehe vor der Tür. Sabah ſchreibt: Wenn
die Pforte die Gründe, die für die Notwendigkeit des
Friedens ſprechen, darlegt, dann werde die öffentliche
Meinung ſie würdigen können. Nur die Regierung ſei
imſtande, dieſe Möglichkeit zu erkennen. Wir werden
dann, ſagt das Blatt, den Frieden annehmen
müſſen, nachdem wir Garantien für die Uebernahme des
Teils der türkiſchen Staatsſchuld durch die verbündeten
Staaten auch hinſichtlich des auf Grund des Berliner Ver=
trages
auf Bulgarien und Oſt=Rumelien entfallenden Tei=
les
erhalten und die Stützpunkte für unſere Armee und
Flotte auf den Inſeln des Archipels, ſowie die Rechte der
Muſelmanen, Iſraeliten und Kutzowallachen in den abge=
tretenen
Gebieten geſichert haben.
* Konſtantinopel, 25. März. In dem Blatte
Vazife begründet Prinz Sabah Eddin die Notwendigkeit
es Friedensſchluſſes. Die Fortſetzung des
Krieges würde ſelbſt im Falle eines Erfolges Selbſtmord
bedeuten. Der Prinz verurteilt die bisherige äußere Po=
litik
der Pforte und erklärt, jetzt müſſe der Friede
ſchnell geſchloſſen werden, um gegen Skutari und
Adrianopel andere Vorteile einzutauſchen. Eine neue
Niederlage würde den Verluſt Konſtantinopels bedeuten.
Nach dem Kriege müßten ſoziale Reformen durchgeführt
werden, wenn die Türkei nicht unter das Joch von Frem,
den geraten wolle.
Eine neue Friedenskonferenz?
Rom 24. März. Heute ſind in San Remo
mehrere bekannte bulgariſche und ſerbiſche Perſönlichkeiten
angekommen und ſuchten in den großen Hotels Räumlich=
keiten
für eine Zuſammenkunft. Man vermutet, daß es
ſich um Vorbereitungen zu Friedensverhandlun=
gen
handelt.
Mailand 24. März. Die Meldung über eine
neue Friedenskonferenz in San Remo wird
durch ein Telegramm der Turina Stampa beſtätigt, wo=
nach
einige Abgeſandte der Balkanſtaaten mit der Stadt
gemeinde behufs Ueberlaſſung von Räumen im Kaſino
Unterhandlungen angeknüpft haben.
Sturm auf Adrianopel.
* Sofia, 25. März. (Agence Bulgare.) Heute früh
wurde vor Adrianopel der Generalſturm auf alle
Sektoren (Feſtungsabſchnitte), gegen die vorgeſchobenen
Poſitionen der Türken und alle befeſtigten Punkte unter=
nommen
. Der Oſtſektor wurde im Sturm ge=
nommen
.

Vermiſchtes.

. An größeren Gaben für die National=
ſpende
zum Kaiſerjubiläum für die chriſtlichen Miſſio=
nen
in den deutſchen Kolonien ſind nach einem erſten, vor=
läufig
vorliegenden Berichte u. a. eingegangen von:
Arnold, Geh. Kommerzienrat, Magdeburg, 10000 Mk.;
Donner, R. H., Hamburg, 5000 Mk.; Flemming, Kommer=
zienrat
, Magdeburg, 5000 Mk.; Dr. Graf Hohenthal= Döl=
kau
, 6000 Mk.; Merck u. Co., H. J., Hamburg, 5000 Mk.;
Riedel. Geh. Kommerzienrat, Magdeburg, 3000 Mk.;
Schinckel, Max, Hamburg, 5000 Mk.; Freiherr von
Schroeder, Rudolf, Hamburg, 3000 Mk.; Siemers, Ed=
mund
J. A., Hamburg, 5000 Mk.; Ungenannt. Stuttgart,
5000 Mk.; Zuckſchwerdt, Geh. Kommerzienrat, Magde=
burg
, 10000 Mk.
Für den 1. Deutſchen Kongreß für alkohol=
reie
Jugenderziehung, der ſeit einiger Zeit
inter der Geſchäftsführung des Deutſchen Vereins gegen
den Mißbrauch geiſtiger Getränke vorbereitet wird, iſt
jetzt der Tagungsplan feſtgeſtellt. Der Kongreß wird in

der Oſterwoche ſtattfinden und drei Tage (26. bis 28.
März) in Anſpruch nehmen. Für die Vorträge und Be=
richte
ſind neben einem hervorragenden ärztlichen Fach=
mann
eine Reihe von ſachkundigen und angeſehenen Ver=
tretern
und Vertreterinnen des niederen und höheren
Bildungs= und Erziehungsweſens, der ſozialen und Nüch=
ternheitsbeſtrebungen
, der Kirche uſw. gewonnen. Eine
Ausſtellung über Jugend und Alkohol und eine große
öffentliche Volksverſammlung an einem der Abende wer=
den
mit dem Kongreſſe verbunden werden.
CK. Die amerikaniſchen Ausgrabungen
am Nil. Die großen Ausgrabungen, die im Auftrage
des New=Yorker Metropolitan=Muſeums unter der Lei=
tung
des Kurators der ägyptiſchen Abteilung Albert
Lythgoe auf der weſtlichen Seite des Niltales vorgenom=
men
wurden, ſind jetzt zu ihrem Abſchluß gekommen. Die
Arbeiten deren Endergebniſſe Pierpont Morgan in den
letzten Wochen als Direktor des Metropolitan=Muſeums
beſichtigte, erſtreckten ſich über 2 Jahre. Ihr wichtiges Er=
gebnis
iſt die Freilegung des bei Luxor liegenden Pa=
laſtes
des Amenhotep III., der etwa im 14. Jahrhundert
v. Chr. in Aegypten herrſchte. Außer dem Palaſte wurde
eine ganze Siedelung von altägyptiſchen Häuſern und
Läden freigelegt. Die bei dem Bau des Königspalaſtes
benutzten ſonnengetrockneten Backſteine waren mit dem
Namenszug des Königs abgeſtempelt und tragen auch den
Namen des Schloſſes, das das Haus der Freude ge=
nannt
wurde. Beſonders reich iſt die Ausbeute an poli=
chromen
Töpfereien und koſtbaren altägyptiſchen Ma=
nuſkripten
.

Literariſches.

Griebens Reiſeführer, Band 106:
Venedig und Umgebung 4. Auflage. Mit 3
Karten und 2 Grundriſſen. 1,50 Mk. Verlag Albert
Goldſchmidt, Berlin W. 35. Der ſoeben in vierter, neu
bearbeiteter Auflage erſchienene Griebenſche Reiſeführer
von Venedig kann als zuverläſſiger Berater allen Be=
ſuchern
der ſchönen Lagunenſtadt warm empfohlen wer=
den
. Die lange, verſtändige Einleitung, ſowie die prak=
tiſchen
Winke für die Reiſe ſind ſehr beachtenswert, die
ausführlichen Angaben über Unterkunft, Verpflegung,
Verkehr uſw. durchaus zweckentſprechend und erſchöpfend.
Eine kurze Ueberſicht der Entwickelung Venedigs und ein
ebenfalls in knappeſter Form gehaltener Abriß der Kunſt=
geſchichte
bereiten auf die berühmten Sehenswürdigkeiten
der wunderbaren Inſelſtadt vor. Vorzügliche Karten, die
genau revidiert ſind, darunter ein neuer Plan vom Lido,
vervollſtändigen den empfehlenswerten Band.
Das Märzheft von Buttericks Moden=
Revue iſt diesmal mit ganz beſonderer Sorgfalt her=
geſtellt
und ein Muſterſtück in drucktechniſcher, bildlicher
und redaktioneller Beziehung. In keinem Journal findet
man eine ſolche Fülle der verſchiedenartigſten Modelle
für die kommende Frühjahr= und Sommer=Saiſon vom
Eleganteſten bis zum Einfachſten, alles in dem anerkannt
gediegenen Geſchmack der Firma Butterick. Beſondere
Anziehungskraft dürfte der Roman Dora Dunckers aus=
üben
, der in dieſem Heft beginnt. Dieſer neueſte Roman
gibt einen hochintereſſanten Einblick in ein Künſtlerleben
mit ſeinen Problemen, mehr wollen wir im voraus
nicht verraten. Probeheft 60 Pfg., im Abonnement
monatlich 50 Pfg. durch alle Buchhandlungen, ſowie
durch die Aktien=Geſellſchaft für Buttericks Verlag,
Berlin W. 8, Leipzigerſtraße 102.
A. Hemberger: Illuſtrierte Geſchichte
des Balkankrieges 1912. Mit vielen Illuſtratio=
nen
, Porträts, zahlreichen Karten und Plänen. In etwa
40 Heften zu 50 Pfennig. (A. Hartlebens Verlag in
Wien und Leipzig.) Bisher ausgegeben 6 Hefte. Die ge=
naue
Kenntnis der Vorgänge auf dem Balkan und in den
europäiſchen Staatskanzleien iſt der Schlüſſel zum Ver=
ſtändnis
unſerer Zeit und ihrer Gefahren für den Welt=
frieden
. Die Illuſtrierte Geſchichte des Valkankrieges
1912 vermittelt dieſe Kenntnis in der feſſelndſten Form.
In breiteſter Ausführlichkeit iſt hier jede Phaſe des
Krieges, jedes in Betracht kommende politiſche Moment
geſchildert, das vorliegende reiche Quellenmaterial iſt
ſtreng geſichtet, und neben größter hiſtoriſcher Treue iſt
höchſte Anſchaulichkeit das Ziel des Verfaſſers. Beſtes
Illuſtrationsmaterial unterſtützt dieſes Beſtreben in her=
vorragendem
Maße. Die bisher vorliegenden ſechs Liefe=
rungen
enthalten die Kriegsgeſchichte bis zur Schlacht bei
Lüle=Burgas.
Das Tote Meer, von dem wir alle in den Tagen
unſerer Kindheit mancherlei Wunderbares hörten, iſt in
neuerer Zeit vielfach der Gegenſtand wiſſenſchaftlicher
Unterſuchungen geworden. Im neueſten 15. Heft der illu=
ſtrierten
Zeitſchrift Zur Guten Stunde (Deutſches
Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, Preis des Vier=
zehntagsheftes
40 Pfg.) berichtet ein Fachmann an der
Hand wundervoller Aufnahmen über dieſes eigenartige
Meer. Das Heft enthält auch ſonſt eine Fülle von be=
lehrenden
und unterhaltenden Aufſätzen. Den Hauptleſe=
ſtoff
des Heftes bilden zwei Romane: Lehrer Mathieſſen
von Hans Hyan und Der Lebensſtümper von Hedda
Freihold. Zwei Extrarubriken Erfindungen und Ent=
deckungen
und Für unſere Frauen bringen das Neueſte
aus Haus und Hof, Wiſſenſchaft und Technik. Aus dem
ſehr reichen Illuſtrationsmaterial ſei beſonders die far=
bige
Kunſtbeilage Schloß Windfor bei Nacht nach einem
Gemälde von Douzette hervorgehoben und der prächtige
Holzſchnitt Der Tod der Prinzeſſin Lamballe, der eine
wüſte Szene aus der franzöſiſchen Revolution meiſterhaft
zur Darſtellung bringt.

Orkan in Amerika.

* Chicago, 24. März. Ein Wirbelſturm, der
neuerlich Omaha (Nebraska) und Indiana heimſuchte, hat
ungeheure Schäden angerichtet. Die Telegraphenlinien
ſind unterbrochen und zerſtört. Zahlreiche Verluſte an
Menſchenleben ſind zu beklagen. Einige Meldungen geben
die Zahl der Todesfälle auf 100, andere auf 1000 an.
* New=York 24. März. Wie der Gouverneur
von Nebraska und der Bürgermeiſter von Omaha
heute mittag erklärten, ſind mindeſtens 200 Menſchen
in Omaha durch den Orkan ums Leben gekom=

men. 40 Straßen Omahas wurden zum größten Teil
zerſtört; im Reſidenzviertel wurden 150 Wohnhäuſer fort=
geweht
, 250 teilweiſe zerſtört, ebenſo 15 Kirchen und acht
Schulen. In verſchiedenen Teilen der Stadt brach Feuer
aus. Da die Straßen voll von Trümmern waren, geſtal=
teten
ſich die Löſcharbeiten ſchwierig, doch kam ein ſtär=
kerer
Regenfall ihnen ſpäter zugute. Zahlreiche Plünde=
rungen
wurden verübt. Wie gemeldet wird, ſind auch drei
Vororte Omahas vollſtändig zerſtört worden.
Der Orkan fegte geſtern durch das Miſſourital und richtete
in Illinois, Miſſouri, Kanſas, South= Da=
kota
ebenfalls großen Schaden an. Um Mitternacht er=
reichte
er Chicago, wo 100 Perſonen verwundet wurden
und zahlreiche Brände ausbrachen. Noch jetzt ſind die
Verbindungen größtenteils unterbrochen.
New=York, 24. März. Zu den Gebäuden, die
in Omaha durch den Sturm zerſtört wurden, gehört
auch ein Kinematographentheater, in dem 30 Menſchen
umgekommen ſein ſollen.
* New=York, 24. März. Auch auf dem Atlan=
tiſchen
Ozean herrſchte geſtern ein heftiger Sturm.
Die von den Ozean=Dampfern eingelaufenen drahtloſen
Telegramme melden mehrere Unfälle. Der Dampfer
Texas von Chriſtiania nach Mexiko unterwegs, wurde
derart beſchädigt, daß 43 Paſſagiere auf offenem Meer
auf den Dampfer Tietgen gebracht werden mußten.
Indianapolis (Indiana), 25. März. Nach
einem Orkan und durch ſtrömenden Regen ſind die Flüſſe
über die Ufer getreten. Man fürchtet Ueberſchwem=
mungen
, wie ſie ſeit vielen Jahren nicht dageweſen ſind.
Mehrere Städte ſind überflutet. Fünf Perſonen ſind
ertrunken, Häuſer ſind zerſtört, viel Vieh umgekommen und
die Ernte vernichtet. Die Bevölkerung der überſchwemm=
ten
Gegenden iſt in hochgelegenes Land geflüchtet.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. März. Der Oberpräſident der Provinz
Brandenburg genehmigte die von den Berliner Gemeinde=
behörden
beſchloſſene Steuer auf kinematogra=
phiſche
Vorſtellungen, ſowie die Umwandlung
des Braumalz=Steuerzuſchlages in eine Bierſteuer. Beide
Steuern ſollen am 1. April in Kraft treten.
Schleuſingen, 25. März. Am erſten Oſterfeiertag
fuhr auf der Straße zwiſchen Schleuſingen und Eisfeld
an einer ſcharfen Kurve das Automobil des Ge=
ſchirrhalters
Köllner aus Großtabarz gegen einen Stein=
haufen
. Das Automobil überſchlug ſich und die
vier Inſaſſen wurden herausgeſchleudert. Der Beſitzer
des Schießhauſes in Großtabarz, Echarti, wurde ſofort
getötet ſeine Gattin und der Beſitzer Köllner erlit=
ten
ſchwere Verletzungen. Der vierte Inſaſſe, ein Flei=
ſchermeiſter
aus Waltershauſen, blieb unverletzt.
Helmſtedt, 25. März. Auf einem der Gewerkſchaft
Braunſchweig=Lüneburg gehörenden Schachte bei Gras=
leben
ſtürzten am Oſterſamstag, wie die Braunſchwei=
giſche
Landeszeitung meldet, zwei Bergleute in den
Fahrſchacht; einer, der Vater von ſieben Kindern, war ſo=
fort
tot, der andere wurde ſchwer verletzt nach dem Kran=
kenhauſe
verbracht.
* Zittau, 25. März. Heute vormittag ereignete ſich
kurz vor der Station Grottau ein Eiſenbahnun=
glück
. Von dem um 9 Uhr 15 Minuten aus Reichen=
berg
in Zittau eintreffenden Perſonenzuge entgleiſten in=
folge
vorzeitiger Weichenſtellung vier der letzten Per=
onenwagen
, der letzte ſtürzte um. Ein Reiſender wurde
chwer, drei Reiſende und zwei Eiſenbahnbeamte leichter
verletzt.
Heidelberg, 25. März. Der Prinzvon Wales
unternahm heute früh 9 Uhr hier einen Spaziergang und
im Anſchluß daran eine größere Fahrt über Eberbach,
Amorbach nach Miltenberg. Die Rückkehr erfolgte über
Erbach. Die Abreiſe nach Stuttgart wird morgen mittag
angetreten.
Mancheſter, 25. März. Die unabhängige Arbeiter=
partei
hielt geſtern eine Konferenz ab, wozu den
Suffragetten der Zutritt unterſagt wurde. Die
Suffragetten zogen eine ſchwere Eiſenkette durch die Griffe
der beiden Torflügel und verſchloſſen dieſe mit einem
ſchweren Verhängeſchloß. Die Verſuche der Eingeſperrten,
die Türen zu öffnen, waren vergeblich. Es wurde ein
Schloſſer herbeigeholt. Als die Delegierten den Saal ver=
ließen
, wurden ſie mit Flaſchen und anderen Gegenſtän=
den
bombardiert. Mehrere Frauen wurden verhaftet.
Petersburg. 25. März. Die durch die Zuſammen=
ſtöße
mit den Offizieren wegen Verweigerns des Salu=
tierens
unter den Studenten der militär= medizini=
ſchen
Akademie hervorgerufene Gärung iſt ſo ſtark,
die Regierung beſchloſſen hat, die Anſtalt für einige
Zeit zu ſchließen.

Briefkaſten.

L. 100. Zu 1. Nein, es muß ein Vormund beſtellt
werden. Zu 2. Ja, durch gerichtlichen oder notariellen
Ehe vertrag.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Der Frühling lacht von grünen Höh’n,
und die Welt feiert die blühende Jugend des Jahres.
Keine Zeit aber iſt für die Geſundheit gefährlicher,
als gerade das Frühjahr, und nun erſt recht muß
man ſich ſtets vor Erkältungen hüten. Man beugt
ihnen vor, wenn empfindliche Menſchen auf
Spaziergängen ſich ſtets mit Fays ächten Sodener
Mineral=Paſtillen verſehen und ſie nach Vorſchrift
gebrauchen. Die Schachtel koſtet nur 85 Pfg.;
achten Sie aber auf den Namen Fay und weiſen
Sie Nachahmungen zurück. Weiteres Kennzeichen:
Amtliche Beſcheinigung des Bürgermeiſter=Amtes
Bad Soden a. T. auf weißem Kontrollſtreifen. (I,5953

efjug‟ Caspari-Roth Roffi u. Pelzer
Ateetellte bes
380.
zst.
Schne
Institut der Bränche in
Oegeßerlin, Leipriger Strasse 113= Frank-
ägen
furt a. M., Rosemarkt 2. Ecke Steinneg.

2
nach Pilsner Art
nach Muncnner Art
Hell Export 36GG
feinste Tafelbiere


in Flaschen und Syphons.
11
3826a

[ ][  ][ ]

Oilicn Meater
Rheinſtraße 6 Telephon 2170.

(*7939

Nur 3 Tage!
Ein erſtklaſſ., abwechslungsreiches Progeamm
Vergutmütige Morit
Komödie in 2 Akten, geſpielt von Herrn Prince.

Als Einlage:

Cheodor Körner
von der Wiege bis zum Grabe.
Hiſtoriſches Drama in 3 Akten
ſowie auserwählte Humoresken,
Dramen, Natur= u. wiſſenſch. Films.

Sei Nierenkranken ſowohl wie bei Gichtleidenden
ſpielt die Reizloſigkeit der Nahrung eine große Rolle.
Es iſt deshalb oft ſehr ſchwer, den Wünſchen nach Ab=
wechſelung
in den Speiſen gerecht zu werden, weil die
Auswahl der Gerichte eine beſchränkte iſt. Kufeke‟
vermag hier Abhilfe zu ſchaffen, beſonders, da es in
mannigfaltiger Form, als Getränk, Suppe oder in Ge=
müſen
gereicht werden kann; man bediene ſich dazu des
in den Verkaufsſtellen gratis erhältlichen, kleinen Koch=
II, 7099
buches, das 104 wertvolle Rezepte enthält.

Eine komplette
Braut-Ausstattung
ist einige Tage in meinen Schaufenstern
und z. T. im Geschäftslokal ausgestellt.
C. F Erb Nachf.

Obere Elisabethenstr

(*7848

an ſchreibt uns: Bis zu 50 Prozent können Sie
Me ſparen an Ihren Ausgaben für Kleidung, wenn
Sie dauerhafte, elegante Stoffe direkt vom Fabrikanten
beziehen. Schwetaſch=Stoffe ſind elegant, modern
und dabei außerordentlich durabel. Aus tauſenden von
Anerkennungen iſt zu erſehen, daß ſie ihres billigen
Preiſes wegen, aber auch in ihrer Qualität, Dauerhaftig
keit, in ihrem guten Sitz und im vornehmen Aus=
ſehen
bevorzugt werden. Die heutige Zeitungsbeilage
enthält das Nähere.
IV, 7106,23

Die enorm hohen Fleiſchpreiſe zwingen die Haus=
frau
zur Sparſamkeit, wobei ihr Türk & Pabſt’s
Fiſch= und Fleiſch=Paſten in Tuben nützliche
Dienſte leiſten. Unſeren Leſerinnen werden auf Ver=
langen
T. & P’s. reichhaltige Kochrezepte (4. verbeſſerte
Auflage) von der Firma Türk & Pabſt in Frankfurt
a. Main koſtenlos zugeſandt.

an ſchreibt uns: Ueber hundert Millionen
Päckchen ſind im Jahre 1912 von Dr. Oetkers
Fabrikaten verkauft. Das iſt der beſte Beweis für
die hervorragende Güte von Dr. Oetkers Fabrikaten und
für den ſtändig wachſenden Anklang, den ſie bei den
Hausfrauen finden. Jede Hausfrau achte beim Einkauf
darauf, daß auf den Päckchen der Name Dr. Oetker ſteht.

Zur geſl. Beachtung!

Wahrend
GesUnlb
de
unſerer Geſchäftsſtelle Rhein=
ſtraße
23 befindet ſich der Ein=
gang
zu derſelben durch das
Hoftor rechts.
Darmſtädter Tagblatt.

Unterrichtsweſen.

Darmſtädter Stenotypiſtenſchule. Die
Stenographie hat, insbeſondere im letzten Jahrzehnt,
eine außerordentliche Verbreitung gefunden, weil die
Nachfrage nach ihr immer ſtärker wurde. Sie wird nicht
nur im Handelsſtande, in den Schreibſtuben der Rechts=
anwälte
uſw. allgemein angewandt, ſondern bürgert ſich
auch in den Kanzleien der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Behörden immer mehr und mehr ein. Für alle ſchreiben=
den
Berufe iſt die Stenographie tatſächlich unentbehrlich
geworden. Das gleiche gilt auch für die Schreibmaſchine,
die einen notwendigen Beſtandteil eines jeden modernen
Bureaus geworden iſt. Durch die Schreibmaſchine kann
die Leiſtungsfähigkeit des Stenographen beträchtlich er
höht werden, es iſt deshalb ein unbedingtes Erfordernis
für den Stenographen, ſich Fertigkeit im Maſchinen=
ſchreiben
anzueignen. Die Kaufmänniſche Steno=
graphen
=Geſellſchaft Gabelsberger hat
als erſter Stenographen=Verein Deutſchlands den
Schreibmaſchinenunterricht als 2. Lehr=
ach
unter eigner Regie in größerem Maßſtabe auf=
genommen
. Der Stenographieunterricht wird in 15
Abteilungen mit jährlich über 5000 Unterrichts=
beſuchern
in den eignen Räumen Mathilden=
platz
8 in ſyſtematiſcher Weiſe gepflegt. Die
Geſchäftsſtelle der genannten Geſellſchaft gibt koſten=
freie
Auskunft in dieſen Berufsfragen. (Näh ſiehe Anz.,
Das Pädagogium Neuenheim= Heidel=
berg
mit kleinen Gymnaſial=Realklaſſen iſt bekannt
durch ſeine modern bewährten Einrichtungen für körper=
liche
und geiſtige Erziehung. Spiele auf großem, eigenem,
Spielfeld. Wanderungen. Gartenarbeit. Werkſtätte. Einzel=
behandlung
. Förderung körperlich ſchwacher und zarter
Zöglinge. Vorzüglich empfohlenes Familienheim. Im
verfloſſenen Jahre wurden die gleichgünſtigen Erziehungs=
ergebniſſe
erzielt wie in früheren Jahren, ſowohl in der
Ueberleitung der Schüler in die Oberſekunda (7 Kl.) und
Unterprima (8 Kl.) der Gymnaſien, Realgymnaſien und
Oberrealſchulen als auch in der Einjährigen=Prüfung
(es beſtanden Oſtern und Herbſt 1912 jeweils alle
Sekundaner). Weitere Nachrichten ſind im Jahresbericht
und in den Prüfungsergebniſſen enthalten.
Das Städtiſche Friedrichs= Polytech=
nikum
zu Cöthen (Anhalt) iſt eine akademiſche
Lehranſtalt, welche jungen Leuten mit Einjährigen=
Zeugnis eine harmoniſch abgeſchloſſene akademiſche Aus=
bildung
zum Ingenieur oder Ingenieurchemi=
ker
gewährleiſtet. Als Polytechnikum ſteht es zwiſchen
den Techniken und den Staats=Hochſchulen, in ſeiner Or=
ganiſation
iſt es den Handelshochſchulen am meiſten ver=
wandt
. Es hat den Zweck, für die techniſchen Berufs=
arten
unter beſonderer Berückſichtigung der praktiſchen
Bedürfniſſe die höhere Ausbildung zu gewähren.
Ausführliche Programme durch das Sekretariat des
Friedrichs=Polytechnikums Cöthen=Anhalt.

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adopph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Cincinnati von New=York nach Genua,
19. März 2 Uhr nachm. von Funchal. Pretoria, von
New=York kommend 20. März 2 Uhr 15 Min. morgens
in Hamburg. Weſtindien, Mexiko: Calabria nach
Havana und Mexiko, 19. März 5 Uhr nachm. von
Bilbao. Corcovado heimkehrend, 19. März von Pto.
Mexico. Sardinia von Weſtindien kommend, 20. März
8 Uhr morgens auf der Elbe. Ypiranga von Mexikv
und Havana kommend, 19. Marz 7 Uhr abends in
Hapre. Südamerika, Weſtküſte Amerikas: Acilia‟,
ausgehend, 14. März in Valparaiſo. Rugia‟ 19. März
11 Uhr morgens in Santos. Siegmund von dem
La Plata kommend, 20. März 8 Uhr 25 Minuten
morgens auf der Elbe. Thuringia, ausgehend,
Oſtaſien: Armenia, von
12. März in Valparaiſo.
Oſtaſien kommend, 20. März 4 Uhr morgens auf der
Elbe. Belgravia 19. März 10 Uhr morgens von
Hongkong nach Manila. Braſilia von Antwerpen
kommend, 20. März 7. Uhr 25 Min. morgens auf der
Elbe. O. J. D. Ahlers 19. März von Schanghai nach
Hongkong. Scandia, ausgehend, 19. März in Schang=
hai
. Spezia, ausgehend, 19. März in Schanghai.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 18. März vorm. von New=York abgegangen.
Nieuw Amſterdam 16. März 1 Uhr 45 Min. nachm.
Lizard paſſiert. Noordam 14. März vorm. in
Rotterdam eingetroffen. Ryndam 11. März vorm.
von New=York abgegangen. Potsdam 19. März
nachm. in New=York eingetroffen.

Familiennachrichten.

Marine-Stabsarzt Dr. Buchinger
u. Frau Else Buchinger, geb. Sander,
zeigen die Geburt ihres zweiten Sohnes
an.
Flensburg, am 19. März 1913.
Südergraben 26.
(*7816

Todes=Anzeige.
Heute, am Oſtermontag, abends gegen
6 Uhr, entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem,
mit größter Geduld ertragenem Leiden meine
innigſtgeliebte Frau, unſere treuſorgende, gute
Mutter
(7109
Frau Marie von Voss
geb. Reumont
im Alter von 48 Jahren.
In tiefer Trauer:
Friedrich von Voss,
Franz von Voss,
Günther von Voss.
Rudi von Voss,
Marie-Liese von Voss.
Darmſtadt, den 24. März 1913.
Die Beerdigung findet am Freitag, 28. März,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Fried=
hofes
zu Darmſtadt aus, ſtatt.

Geſtern entſchlief ſanft nach längerem
Leiden im 81. Lebensjahre unſere liebe Mutter
Frau verw. Bergdirektor
Julie Klemm
geb. Heuer.
Darmſtadt, am 25. März 1913. (*7829
Im Namen der Hinterbliebenen:
Bergrat Prof. Dr. Guſtav Klemm,
Ingenieur Max Klemm (Staßfurt).
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. März,
5 Uhr nachmittags, von der Kapelle des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
innigſtgeliebten Gatten, Vaters, Sohnes, Bruders,
Schwagers, Schwiegerſohnes und Onkels (7133
Philipp Schwinn
Elektro-Monteur
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
unſeren tiefſtgefühlten Dank. Insbeſondere
danken wir noch Herrn Pfarrer Widmann für die
ſo troſtreichen Worte, dem Doppel=Quartett Rhein=
gold
für den erhebenden Grabgeſang, ferner der
Firma Schöller und der Direktion des Orpheums,
den Stammgäſten der Reſtauration Zum Wein=
berg
ſowie für die ſchönen Blumen= und Kranz=
ſpenden
, die uns von allen Seiten zuteil wurden,
und ſeinen Freunden und Kollegen, die den Ent=
ſchlafenen
zur letzten Ruheſtätte geleiteten.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 24. März 1913.

Dankſagung.
Für die uns bewieſene herzliche Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſagen
wir Allen unſeren tiefſtgefühlten Dank.
(7132
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Bott.
Darmſtadt, den 25. März 1913.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet das geſtern über England lag,
iſt weiter oſtwärts vorgeſchritten und lagert über der
Nordſee. Heſſen war geſtern meiſt trocken; im übrigen
Deutſchland fielen verbreitete Niederſchläge. Die Mor=
gentemperaturen
ſind etwas geſunken. Das über der
Biscaya lagernde Tief wird unſere Witterung noch nicht
beeinfluſſen, ſo daß wir für die nächſten Tage unter dem
Einfluß des Hochdruckgebietes ſtehen werden und heiteres,
trockenes Wetter zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Mittwoch, 26. März: Meiſt
heiter, trocken, mild.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: Anatol.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Verſammlung des Allgemeinen Vereins gegen Ver=
armung
und Bettelei um 3 Uhr im Rathausſaal.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): König
Georg I. von Griechenland der neue König von
Griechenland; zum Präſidentſchaftswechſel in den Ver=
einigten
Staaten von Amerika; der Einzug der Griechen
in Janina; vom Oſterreiten in der Wendei.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 27. März.
Hofreite=Verſteigerung des Hermann Geyer
(Schloßgaſſe 18) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Johann Gg. Klenk
Hohler Weg 20) um 9 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Pferde=Verſteigerung um 10½ Uhr am Stall
der Kommandantur des Truppen=Uebungsplatzes.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Meſſeler Ge=
meindewald
(Zuſammenkunft auf der Kreuzung von
Thomashütten= und Koſakenſchneiſe).
Stamm= und Nutzholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Gaſthaus Zur Krone zu Groß=Gerau.
Großh. Landesmuſeum. Geöffner Sonn= und
Feiertags von 101 Uhr und 24 Uhr, Freitags
von 101 Uhr, ſowie Mittwochs von 24 Uhr
eintrittsfrei; Dienstags, Donnerstags und Samstags
von 111 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Gerande

(ca. 10000 am) mit bequemem Straßenzugang, als Lager=
platz
vorzüglich geeignet, ganz oder geteilt zu verpachten.
Intereſſenten werden gebeten, ihre Offerte unter § 22 an
die Exped. d. Bl. einzureichen.
(6701a

Chaiselonque
neu, verſtellbar, la Bezug, 26 Mk.,
eleg. Diwan, modern, 38 Mk. (neu).
Näh. Heinheimerſtr. 42, part. (*7934
ſoderner Kinder=Klappwagen,
Mſowie ſchöner dunkelbl. Liege
wagen und 2 Turteltauben mit
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Rhönring 121, 2. Stock.

Zu verk.: 1 große franz Nußb.=
Bettſt. m. Sprungr., 1 kl. rund.
Nußb.=Tiſch, 1 eleg. Mahag.= Salon=
tiſch
u. groß. Diwan, 1 gr. Kommode
mit Marmorpl., 1 ſehr groß. Eichen=
ſchrk
. m Verzier., all. gut erh. Einzuſ.
v. 10-4 Uhr Waldſtr. 50, II. (*7927

Fenig gebr. Teppich, 175X250cm,
umzugshalber billig abzug.
*7801) Dieburgerſtr. 61, 1. St.

Es wird ein neues humoriſtiſches
Buch mit dem Titel
Aus dem der
Weltes Wirbel‟
erſcheinen. Man ſucht einen Käufer
oder einen Ausgeber, der das Buch
in Verlag nehmen will. Angebote
unter T 39 an die Exp. (*7890

Kurſe vom 25. März 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach,

InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 86,00
75,60
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,80
3½ do. Conſols . . . 86,10
75,50
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,10
91,50
do.
3½
82,00
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,10
84,40
do.
31
76,20
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,40
do. do. (unk. 1918) 96,90
84,80
do.
3½
73,4
do.
76,50
Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 93,00
do. v. 1875 94,10
3½
Bulgaren=Tabak=Anl. 98,90
Griechen v. 1887 . . 54,35
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 85,40
4 do. Goldrente . . . 90,10
do. einheitl. Rente 82,50
3 Portug. unif. Serie I
do. unif. Ser. III 65,20
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 99,50
do. v. 1890 . . 90,70
v. 1905 . . 86,20
do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . .
4 do. v. 1902 . . . . 89,60
4½ do. v. 1905 . . . . 99,70 120 Verein chem. Fabriken
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,40
77,00
4 Türk. Admin. v. 1903
Türk. unifiz. v. 1903 85,50
4 Ungar. Goldrente . . . 85,30
4 do. Staatsrente. . . 82.40

In Prei=
Zſ.
5 Argentinier . . . . . . 99,30
do.
½ Chile Gold=Anleihe. 91,50
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,10
41
92,40
do.
4½ Japaner . . . . . . . 90,70
5 Innere Mexikaner . . . 89,40
do,
4 Gold=Mexikanerv. 1904 83,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 97,00
3 Buenos Aires Provinz 67,40
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 151,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 113,75
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 127,20
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,25
6 Baltimore und Ohio . 1001
6 Schantungbahn . . . . 124,50
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23½
6 Pennſylvania R. R. . 118,30
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
3 Brauerei Werger
64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
542,00
Fabrik . .
14 Chem. Fabrik Gries=
.244,00
heim . .
30 Farbwerke Höchſt . . 626,00
Mannheim . . .
10 Cement Heidelberg . . 143,25
30 Chem. Werke Albert 440,00
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 336,50
5 Lahmeyer . . . . . . . 120,00

Letzte
In Proz.
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 140,90
12 Siemens & Halske .209,50
5 Bergmann Electr. .
10Deutſch. Ueberſee Electr. 159,80
0 Gummi Peter . . . 70,10
0, Kunſtſeide Frankfurt 62,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 562,00
10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr.
15 Zellſtoff Waldhof . . 233,00
12½ Bad. Zucker=Wag
häuſel. . . . . . . 199,75
O Neue Boden=A. A.=Geſ. 74,00
3 Südd. Immobilien . 57,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede .
. . 172,60
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 213,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 159,50
10 Gelſenkirchener . . . 192,50
9 Harpener . . . . . . . 190,30
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 256,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 81,80
6 Laurahütte . . . . . . 174,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 207,00
11
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,75
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
Eliſabethbahn, freie . . 91,20
Franz=Jofefs=Bahn . . 86,30
3 Prag=Duxer . . . .
73,50
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn 90,30
do.
74,90
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,75
do.
74,10

In Proz.
Bf.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,60
3 Raab=Oedenburg
76,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 90,90
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 94,90
85,80
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,30
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,40
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,20
do.
86,75
24
Livorneſer . . . .
68,10
3 Salonique=Monaſtir . 61,70
4 Baadadbahn . . . .
80,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. 93,80
4 Miſſouri=Pacific. . .. 69,80
4 Northern=Paciſic . . . 96,80
4 Southern=Paciſie .
92,76
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 80,70
5 Tehuantepec . . . . . . 95,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,50
9½ Berlin. Handelsgef. .167,00
6½ Darmſtädter Bank . 122,75
12½ Deutſche Bank . . . 255,50
6 Deutſche Vereinsbank . 115,90
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 179,30
8½ Dresdener Bank 155,30
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 114,50
Nationalb. für Deutſchl. 120,60
Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 134,00
Rhein. Kreditbank. . . 135,90
A. Schaaffhauſen.
* Bankverein . . . . 113,40
7½ Wiener Bankverein . 134,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 97,70

Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Banl
S. 19 . .
86,20
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
97,00
S. 52 . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,00
3½
do
86,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 98,70
3½
86,20
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . .
98,20
S. 14, 15, 17, 24/26
1823 . . . . . .
98,30
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 86,20
S. 35 . . . . . . . . 86,00
S. 911 .
86,10
4 Meininger Hyp.=Bank 97,40
31
do.
86,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,70
3½ do. (unk. 1914) . . 85,90
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 98,50
3½
do.
86,90
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . .
96,80
do.
3½
4 Frankfurt. .
98,30
do.
3½
95,20
4 Gießen
-
3½ do.
Heidelberg . . . . . . 95,30
3½
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 96,30
3½
do.
88,30
4 Magdeburg. . . . . .
31.
.
4 Mainz . . . . . . . . 95,10
do.
3t
4 Mannheim . . . . . . 96,00
3½
do.
89,80
München
99,20
3½ Nauheim . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 96,00
3½
do.
87,00
4 Offenbach .

Zf.
In Proz.
3½ Offenbach . . . . . .
Wiesbaden . . . . . . 97,30
31
88,00
do.
4 Worms . . . . . . . . 97,050
3½
do.
86,00
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 179,10
3½ Cöln=Mindner , 100 139,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,25
3 Madrider . . Fs. 100 72,25
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 136,70
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,00
3 Oldenburger . . . . . . 129,10
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,75
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
Freiburger . . . . Fs. 15 100,10
Mailänder . . . . Fs.45
do. . . . . Fs. 10 37,90
Meininger . . . . fl. 7 34,60
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 563,00
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl.100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 156,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 26,41
20 Franks=Stücke . . . . 16,30
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,05
Holländiſche Noten. . . . 167,45
Italieniſche Noten . .
79,55
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,30
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,70
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7

[ ][  ][ ]

13. Vorbereitungskursus für die theoretische
Meisterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog. kleiner Befähig=
ungsnachweis
) dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche
Perſonen Lehrlinge anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden
haben. Ueberdies läuft am 1. Oktober 1913 die Friſt ab, bis
zu welcher die Meiſterprüfung noch ohne Nachweis der
beſtandenen Geſellenprüfung abgelegt werden kann. (Die Be=
ſtimmungen
finden gleichermaßen auf männliche wie auf weibliche
Gewerbetreibende Anwendung.)
Infolge der überaus großen Beteiligung an der jetzt beginnenden
außerterminlichen Meiſterprüfung wurde, um noch möglichſt vielen
Handwerkern die Teilnahme an der Prüfung nach den erleichterten
Beſtimmungen zu ermöglichen, die Abhaltung einer zweiten außer=
terminlichen
Meiſterprüfung für dieſes Jahr angeordnet. Wir beab=
ſichtigen
daher zur Vorbereitung auch auf den theoretiſchen Teil
dieſer Meiſterprüfung nochmals einen Kurſus in Buchführung,
Wechſellehre, Scheckverkehr, Gewerbe=Verſicherungs= uud Ge=
noſſenſchaftsgeſetzgebung
abzuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 2. April beginnen
und am 16. Mai endigen. Als Unterrichtszeit ſind die Mittwoch=
und Samstag=Nachmittage vorgeſehen.
Anmeldungen werden auf der Handwerkskammer zu Darm=
ſtadt
, Georgenſtr. 9, bis ſpäteſtens 29. März entgegen genommn.
Die Teilnehmergebühr mit 10 Mk. iſt im Voraus zu entrichten.
(6176a
Darmſtadt, den 11. März 1913.
Der Vorstand des Ortsgewerbevereins zu Darmstadt.

Höhere Privatſchule Darmſtadt.
Grüner Weg 19 Leiter: H. Rupp. Fernſprecher 1512
Die Anſtalt bereitet in durchaus perſönl. Unterricht zur Einj.=,
Prim.=, Fähnrich= und Reifeprüfung, ſowie zum Eintritt in irgend
eine Klaſſe einer höheren ſtaatlichen Lehranſtalt vor. Mit der An=
ſtalt
iſt ein kleines Familienpenſionat verbunden. Schule und Pen=
ſion
ſind von beſten Kreiſen vorzüglich empfohlen. Anmeldungen
werden täglich von 121 oder 35 Uhr nachmittags von dem
Vorſteher oder deſſen Stellvertreter, Herrn Lehramtsaſſeſſor Michel,
in der Anſtalt entgegen genommen. Proſpekte und Prüfungs
(B4853
ergebniſſe durch den Vorſteher.
H. Rupp.

Hofmännisches Institut
10kl. höhere Mädchenschule u. Seminar für moderne
Sprachen, deutsche Literatur und Erziehungslehre.
Das neue Schuljahr beginnt Dienstag, den 1. April,
8 Uhr. Anmeldungen im Schulhause, Neckarstr. 5.
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geſellſchaftl. Ausbildung. Beſuch von Theater, Konzerten, Vorträgen
u. Kunſtſammlungen. Garten am Hauſe. Honorar 1200 Mk. p. a.
Empfehlungen durch Eltern früh. Penſionärinnen. An dem wiſſen=
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, Handarbeits= u. Kochunterricht können auch externe
Schülerinnen teilnehmen. Proſpekte u. nähere Auskunft täglich von
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1112 u. 45 Uhr durch die Vorſteherin
Fri. Clementine Dupre, staatl. gepr. Oberlehrerin.
Zur Besichtigung der am 26., 27. und 28. März im Institut aus-
gestellten
Handarbeiten der Schülerinnen wird höflich eingeladen.
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1. im Schulhaus am Ballonplatz, 2. St.,
Donnerstag, 3. April, abends 8½ Uhr;
2. im Schulhaus der Mittelſchule II,
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bereitung
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Aller Art Uebersetzungen.
Mit grossem Erfolge sind Vorträge
in den höheren Schulen od. öffent-
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in Darmstadt, Mainz, Worms,
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Biebrich, Oppenheim, Alzey, An-
dernach
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Gefl. Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. Stets
Gelegenheit zum Anſchluß an Privatkurſe. Einzelunterricht auf
Wunſch. Nachhilfe in allen Tänzen.
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meldungen begonnen und erbitte ich weitere Anmeldungen
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Einstudieren von Tanz-Arrangements aller Art. (*7918
Neue Gesellschaftstänze: One step. Tango, Boston etc.
Baldgefl. Anmeldungen im Institut erbeten.

[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dachshund, 1 Dobermann. 1 Dachshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (7111

Warenhaus= und Filialſteuer.

Die nachſtehenden, von den Großh. Miniſterien des Innern
und der Finanzen genehmigten Ortsſatzungen treten am 1. April
ds. Js. in Kraft.
a) Ortsſatzung
betreffend die Erhebung einer Warenhausſteuer in Darmſtadt.
Auf Grund der Artikel 19 ff. des Geſetzes, die Gemeinde=
umlagen
betreffend, vom 8. Juli 1911 und des Artikels 15 des Ge
ſetzes, die Städteordnung betreffend, vom 8. Juli 1911, wird auf
Beſchluß der Stadtvertretung vom 30. Januar 1913 nach gutächtlicher
Aeußerung des Oberbürgermeiſters und des Kreisausſchuſſes und
mit Genehmigung der Großh. Miniſterien des Innern und der
Finanzen vom 19. März 1913 für den Gemeindebezirk der Stadt
Darmſtadt folgendes beſtimmt:
Gewerbliche Unternehmen, inſoweit ſie den Kleinhandel mit
Waren verſchiedener Gattungen nach Art der Warenhäuſer, Groß
baſare, Abzahlungs=, Verſteigerungs= und Verſandgeſchäfte im großen
betreiben, ſind zur Zahlung einer beſonderen Gewerbeſteuer Waren=
hausſteuer
an die Stadt Darmſtadt verpflichtet.
§ 2.
Steuerpflichtig ſind ſowohl Hauptniederlaſſungen als auch
Zweigniederlaſſungen auswärtiger Geſchäfte der in § 1 bezeichneten
Art. Beſitzt eine gewerbliche Unternehmung in Darmſtadt Filial
betriebe in Darmſtadt, ſo iſt ſie mit dieſen als ein Ganzes zu be
urteilen.
§ 3.
Maßgebend für die Pflicht zur Zahlung der Warenhausſteuer
iſt der Umſatz des letzten, zur Zeit der Veranlagung abgelaufenen
Geſchäftsjahres. Hat das Unternehmen noch kein volles Geſchäfts=
jahr
beſtanden, ſo iſt der Jahresumſatz nach den zur Zeit der Ver=
anlagung
vorliegenden Anhaltspunkten zu ſchätzen. Während des
Steuerjahres eintretende Aenderungen ſind erſt bei der Beſteuerung
für das folgende Jahr zu berückſichtigen.
Die Betriebsinhaber ſind verpflichtet, auf die an ſie ergehende
Aufforderung der zuſtändigen Steuerveranlagungsbehörde innerhalb
einer von dieſer vorzubeſtimmenden Friſt eine Erklärung über
den erzielten Umſatz, ſowie darüber einzureichen, welcher Teil des
Anlage= und Betriebskapitals und welcher Teil des Ertrags auf den
Kleinhandel entfällt. In der Aufforderung iſt der Rechtsnachteil
anzudrohen, daß nach fruchtloſem Ablauf der Friſt die entſprechenden
Feſtſtellungen ohne weitere Mitwirkung des Beteiligten von Amts
wegen erfolgen würden, daß ihm für das betreffende Steuerjahr eine
Einſprache dagegen nicht zuſtehe, und daß er zur Steuer herangezogen
werde, als wenn er lediglich den Kleinhandel betreibe.
§ 4.
Die Warenhausſteuer wird nach dem im Kleinhandel erzielten
Jahresumſatz des Unternehmens erhoben und beträgt:
von mehr als bis einſchließlich
des Umſatzes
150090
300000
vom Hundert
300000
450000
1½
600000
450000
,
600000
1000000
2½
1000000
Ueberſteigt die hiernach berechnete Warenhausſteuer nachweis=
lich
15% des Ertrags im Sinne des Artikels 11 Abſatz 3 des Ge
ſetzes, die Gemeindeumlagen betreffend, ſo iſt ſie auf Antrag des
Pflichtigen auf dieſen Betrag, keinesfalls aber auf weniger als 1%
des Umſatzes zu ermäßigen.
§ 5.
Die Warenhausſteuer wird durch die Inſtanzen veranlagt, von
denen die Gewerbeſteuer veranlagt wird. Gegen deren Entſcheidungen
finden die gegen die Zuziehung zu den Gemeindeumlagen zuläſſigen
Rechtsmittel ſtatt.
§ 6.
Iſt bei einem gewerblichen Unternehmen die Vorausſetzung für
die Erhebung von Warenhaus= und Filialſteuer gegeben, ſo gelangt
nur diejenige Steuer zur Erhebung, die den höheren Steuerertrag
ergibt.
Im übrigen gelten die Vorſchriften des Geſetzes, die Gemeinde=
(7054md
umlagen betreffend, vom 8. Juli 1911.
§ 8.
Dieſe Ortsſatzung tritt am 1. April 1913 in Kraft.
Darmſtadt, den 22. März 191
Der Oberbürgermeiſter.
b) Ortsſatzung
betreffend die Erhebung einer Filialſteuer in Darmſtadt.
Auf Grund der Artikel 24 kk des Geſetzes, die Gemeindeum
lagen betreffend, vom 8. Juli 1911 und des Artikels 15 des Geſetzes,
die Städteordnung betreffend, vom 8. Juli 1911 wird auf Beſchluß
der Stadtvertretung vom 30. Januar 1913, nach gutächtlicher Aeuße
rung des Oberbürgermeiſters und des Kreisausſchuſſes und mit
Genehmigung der Großh. Miniſterien des Innern und der Finanzen
vom 19. März 1913 für den Gemeindebezirk der Stadt Darmſtadt
folgendes beſtimmt:
§ 1.
Gewerbetreibende, die im Gemeindebezirk der Stadt Darm
ohne in ihm ihren Wohnſitz oder Hauptbetriebsſitz zu
ſtadt
haben Verkaufsſtellen oder Lager unterhalten, von denen aus
Waren zum Verkauf abgegeben werden, ſind zur Zahlung einer be=
ſonderen
Gewerbeſteuer Filialſteuer an die Stadt Darmſtadt
verpflichtet.
§ 2.
Die Filialſteuer wird nach dem Jahresumſatz der Verkaufs
ſtelle oder des Lagers erhoben und beträgt:
1000 50000 Mk. einſchl. 1 v. H.
von einem Umſatz von
über 50006100000
1½
vom weiteren
100000200000
,, ,

,
200000 Mk.


Ueberſteigt die hiernach berechnete Filialſteuer nachweislich 15%
des Ertrags im Sinne des Artikels 11, Abſ. 3 des Geſetzes, die Gemeinde=
umlagen
betreffend, ſo iſt ſie auf Antrag des Pflichtigen auf dieſen
Betrag, keinesfalls aber auf weniger als 1% des Umſatzes zu ermäßigen.
Beſitzt ein Gewerbetreibender im Gemeindebezirk Darmſtadt
mehrere Verkaufsſtellen oder Lager, ſo ſind dieſe als ein Ganzes
zu beurteilen.
§ 3.
Maßgebend für die Pflicht zur Zahlung der Filialſteuer iſt de=
Umſatz des letzten zur Zeit der Beranlagung abgelaufenen Geſchäfts=
jahres
. Hat das Unternehmen noch kein volles Geſchäftsjahr be
ſtanden, ſo iſt der Jahresumſatz nach den zur Zeit der Veranlagung
vorliegenden Anhaltspunkten zu ſchätzen. Während des Steuerjahres
eintretende Aenderungen ſind erſt bei der Beſteuerung für das fol=
gende
Jahr zu berückſichtigen.
Die Betriebsinhaber ſind verpflichtet, auf die an ſie ergehend
Aufforderung der zuſtändigen Steuerveranlagungsbehörde innerhalb
einer von dieſer vorzubeſtimmenden Friſt eine Erklärung über den
Umfang ihres Geſchäftsbetriebs und weitere für die Steuerveranlagung
erhebliche Tatſachen einzureichen. In der Aufforderung iſt der Rechts=
nachteil
anzudrohen, daß nach fruchtloſem Ablauf der Friſt die ein=
ſchlägigen
Verhältniſſe ohne weitere Mitwirkung der Beteiligten von
Amts wegen feſtgeſtellt würden, und daß ihnen, abgeſehen von der
etwa verwirkten Strafe, für das betreffende Steuerjahr eine Ein=
ſprache
dagegen nicht zuſtehe.

5 4.
Die Steuer wird durch die Inſtanzen veranlagt, von denen die
Gewerbſteuer veranlagt wird. Gegen deren Entſcheidung finden die
gegen die Zuziehung zu den Gemeindeumlagen zuläſſigen Rechts
mittel ſtatt.
§ 5.
Iſt bei einem gewerblichen Unternehmen die Vorausſetzung
für die Erhebung von Warenhaus= und Filialſteuer gegeben, ſo ge=
langt
nur diejenige Steuer zur Erhebung, die den höheren Steuer=
ertrag
ergibt.
§ 6.
Im übrigen gelten die Vorſchriften des Geſetzes, die Gemeinde=
umlagen
betreffend, vom 8. Juli 1911.
§ 7.
Dieſe Ortsſatzung tritt am 1. April 1913 in Kraft.
Darmſtadt, den 22. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.

Säuberung der Bäume, Sträucher, Hecken
von Raupenneſtern uſw.

Zufolge Verfügung Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 7. Ja=
nuar
d. Js. bringen wir die nachſtehende Polizeiverordnung mit dem
Anfügen zur Kenntnis der Intereſſenten, daß die Viſitationen durch
das Feldſchutzperſonal, zu welchen ſich die Grundeigentümer und
Pächter einfinden wollen, am 31. ds. Mts. beginnen und zu den fol=
genden
Terminen in den hierbei angegebenen Gemarkungsteilen ſtatt
finden werden
1. Im Oberfeld am 31. März d. Js.:
a) Von vormittags 7½ Uhr an in allen von der Erbacherſtraße
bis zu den drei Brunnen rechts, ſodann in den in der Mühl=
ſtraße
, der Soder= und Darmſtraße, der Nieder= Ramſtädter=
ſtraße
und der Kiesſtraße bis zur ſeitherigen Beſſunger Grenze
liegenden Gärten und Baumſtucken.
b) Von nachmittags 1 Uhr an in dem zwiſchen der Erbacherſtraße
und der Dieburgerſtraße bis zum Wald liegenden Gemarkungsteile.
2. Im Heinheimerfeld am 1. April ds. Js.:
a) Von vormittags 7½ Uhr an in den Baumſtücken und den
Gärten zwiſchen Dieburger= und Kranichſteinerſtraße bis zur
Faſaneriemauer.
b) von nachmittags 1 Uhr an in den Baumſtücken und Gärten
zwiſchen der Kranichſteiner= und Frankurterſtraße.
3. Im Löcher= und Niederfeld am 2. April ds. Js.:
a) von vormittags 7½ Uhr an in allen von der Frankfurterſtraße
links liegenden Gärten ꝛc., ſodann in denjenigen vor den ſo=
genannten
Main= Rhein= und Neckartoren bis zur Arheilger
reſp. ſeitherigen Beſſunger Grenze.
b) von nachmittags 1 Uhr an in den Hausgärten.
4. Im ſeitherigen Beſſunger Feld, und zwar:
a) Am 3. April ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den
ſüdlich der Heinrichſtraße und öſtlich der Martinſtraße, ſowie
des Martinspfads belegenen Gärten und Baumſtücken.
b) Am 4. April ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den
zwiſchen Martinspfad, Martinſtraße, Heinrichſtraße und Heidel=
bergerſtraße
belegenen Gärten und Baumſtücken.
c) Am 5. April ds. Js., von vormittags
Uhr an, in den
weſtlich der Heidelbergerſtraße belegenen Gärten und Baum=
ſtücken
in der Gemarkung Beſſungen.
Die Beteiligten, die ſich bis zu den angeführten Terminen der
fraglichen Arbeit nicht unterzogen haben, werden auf Grund des § 3
nachſtehender Polizeiverordnung beſtraft, und es wird die nötig wer
dende Säuberung der Bäume und Entfernung der Aeſte und Zweige
ſowie das Ausſchneiden der Miſteln auf ihre Koſten verfügt.
Darmſtadt, den 22. März 1913.
(7061im
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jgeger.
Polizei=Verordnung.
Betreffend: Säuberung der Bäume, Sträucher, Hecken von
Raupenneſtern ꝛc.
Auf Grund des Artikels 43 Abſ. 2 und 37 des Feldſtrafgeſetz
buches vom 13. Juli 1904, der Artikel 78 und 48, V, Nr. 2 der Kreis=
und Provinzial=Ordnung vom 12. Juni 1874 und des § 368 Nr. 2
des Reichsſtrafgeſetzbuches wird mit Zuſtimmung des Kreis= Aus=
ſchuſſes
und mit Genehmigung des Großherzoglichen Miniſteriums
des Innern vom 10. Februar 1905 zu Nr. M. d. J. III 1335 für den
Kreis Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, alljährlich
bis ſpäteſtens 15. März ſämtliche auf ſeinem Grundſtück befindliche
Bäume, Sträucher und Hecken von Raupenneſtern zu ſäubern und
alle mit Raupenneſtern behafteten Zweige und Aeſte in geeigneter
Weiſe zu entfernen und zu vernichten.
2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten,
alljährlich bis ſpäteſtens 15. März, die auf den Bäumen wachſenden,
denſelben ſchädlichen Miſteln auszuſchneiden.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die in § 1 und § 2 getroffenen
Anordnungen werden auf Grund des § 368 Nr. 2 des Reichsſtraf
geſetzbuches, bezw. des Artikels 37 des Feldſtrafgeſetzbuches mit Geld=
ſtrafe
bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen beſtraft.
Auch wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und
Entfernung der Aeſte und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln
auf Koſten der Säumigen verfügt.
Darmſtadt, den 14. Februar 1905.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.


Geſchäfts=Uebernahme.
Einem geehrten Publikum von Darmſtadt teile ich ergebenſt
mit, daß ich das
Spezial=Geſchäft für Molkerei=Produkte
von M. Pfannkuch
käuflich übernommen habe. Ich bitte das der Firma bisher geſchenkte
Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen und verſichere, nur
beſte und friſche Ware zum Verkauf zu bringen. Hoffend, Ihren
gütigen Zuſpruch zu erhalten, empfehle ich mich
Hochachtungsvoll
Christine Jehmlich,
Karlſtraße 63.
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Bekanntmachung.

Freitag, den 4. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter Wil=
helm
Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
298 Hofreite Kranich=
194
II
5 157 Grab= ſteiner=
garten
) ſtr. 35
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K94/12
Falls andere rechtliche Hinder
niſſe nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung aud
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, den 6. März 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V,5680

Bekanntmachung.

Mittwoch, 2. April 1913,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Schreinermeiſter
Friedrich Creter II. zu Darmſtadt
zugeſchriebenen Lieg nſchaften:
Flur Nr. qm
VI 790 242 Hofreite Orange=
rieſtr
. Nr. 8,
VI 791 74 Grabgarten da=
ſelbſt
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
(K106/12
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (VI,4883

Vferde=Verkauf.
Donnerstag, den 27. ds. Mts.,
1090 vormittags
wird am Stall der Kommandantur
ein zum Dienſtgebrauch nicht ge=
eignetes
Reitpferd öffentlich meiſt
bietend gegen Barzahlung ver=
ſteigert
.
(7089
Kommandantur des Truppen=
übungsplatzes
Darmſtadt.

Matratzenſtren=Verkauf.
Samstag, den 29. März,
8
Uhr vormittags,
wird auf dem Hofe der Artillerie=
kaſerne
, Heidelbergerſtraße 47, die
Matratzenſtreu der 1. Batterie meiſt=
bietend
verkauft
(7077
II. Abteilung
Feldartillerie=Regiments Nr.25,

Matratzenſtreu=Verkauf.
Samstag, den 29. ds. Mts.,
um 8 Uhr vormittags, wird im
Hofe der Artilleriekaſerne am
Beſſungerweg die Winterma=
tratzenſtreu
aus einem Batterie=
ſtall
öffentlich und meiſtbietend
verſteigert.
(6931smf
Darmſtadt, im März 1913.
I. Abteilung Feld=Art.=Regts. 61.


Dünger=Verkauf.
Am 26. und 28. d. M.,
jedesmal von 10 Uhr vormit=
tags
ab beginnend, wird auf den
Hofe der Train=Kaſerne Eſcholl
brückerſtraße 24 die Matratzen=
ſtreu
je einer Kompagnie öffentlich
meiſtbietend verſteigert. (7049im

1
Aufforde- ung.
Diejenigen, welche an den Nach=
laß
der Marie Magdalene Veitk
hier, Müllerſtraße 5, etwas zu
fordern haben, wollen ihre An=
ſprüche
innerhalb 10 Tagen bei dem
Unterzeichneten geltend machen,
andernfalls ſie keine Berückſichtig=
ung
finden können.
(7152
Darmſtadt, 27. März 1913.
Ernst Wolff, Mühlſtr. 62,
Nachlaßpfleger.

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[ ][  ][ ]

Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.

Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich nachſtehendes
Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes vereinbart
iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten Mietzins
(7161
an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
Darmſtadt, den 20. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach An=
hörung
des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J
37271 folgendes Orsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten
.Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines Kalender=
vierteljahres
, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des fol=
genden
Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des fol=
genden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des fol=
genden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im §1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und et=
waigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mit=
tags
, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des Miet=
verhältniſſes
ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetztich oder ver=
tragsmäßig
zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2 bezeich=
neten
Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
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und kaut ſich beſſer als
der polierte Reis. Der ge=
ſchälte
, polierte Reis entbehrt
der ſogenannten Kleberſchicht,
des Silberhäutchens; wie
wichtig gerade dieſe Kleber=
ſchicht
iſt, beweiſt aber die
Tatſache, daß beim dauernden
Genuß von poliertem Reis
die Erkrankungen an Beri=
Beri (einer der gefährlichſten
Tropenkrankheiten) bei den
Eingeborenen ſich um faſt
50% ſteigern, während ſie bei
der Ernährung mit rotem
Reis, der das Silberhäutchen
noch hat, auf ein Minimum
ſinken. Geſchälter Reis hat
nur noch 0,8% dieſer ſog.
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Antzholz=Verſteigerung Nr. 14.

(Stadtwald.)
Freitag, den 28. März l. J., vormittags ½9 Uhr,
ſollen im Saale der hieſigen Turngemeinde (Woogsplatz 5) aus
den Abteilungen 24 (Vorderwieſenſchlag), 27 (An der wilden Sau),
28 (Steckertswieſenſchlag) und verſchiedenen Abteilungen der Forſt=
wartei
Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr, Klappacherſtraße 84 bier),
147,76 fm Nutzholz verſteigert werden, und zwar:
=Stämme I. Kl. 3 Stück 3,74 fm
Eichen
7,11
II.

- 15,19
III
17

,
IV. 76
,,
7 45,08
,
5
, 21,44

II.
, 14,07
50
IV
(0,97
Eſchen
,
7 2,15
VI. 69 12,28
1,10
Buchen
II.
1,84
III.
,
0,75
IV.
0,59
Hainbuchen
,

1,80
VI.
, 20,44
Ulmen
V.
1
, 0,46
VI.
,
, 0,86
Lärchen
III.
0,64
IV.
,
2,96
.
Fichten
, 8,27

Eſchen=Derbſtangen I. 8
4,71
Buchen
0,72
. 11
3 0,38
Lärchen
I.
,
0,21
II. 15
Fichten
Sämtliches Holz iſt an gut fahrbare Wege gerückt. Unter=
ſtrichene
Nummern kommen nicht zur Verſteigerung. Nummerver=
zeichniſſe
ſind bei dem oben genannten Förſter zu haben.
In der Forſtwartei Beſſunger Laubwald finden weitere
Verſteigerungen nicht mehr ſtatt.
Darmſtadt, den 12. März 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt
Kullmann.
(6680mm

Autzholz=Verſteigerung Nr. 15.

(Stadtwald.)
Samstag, 29. März l. J., vormittags ½9 Uhr,
ſollen im Saale der hieſigen Turngemeinde (Woogsplatz 5) aus
den Abteilungen 7 (Spitz am Zaun), 13 (Saufang), 2 und 3 ( Hinter=
hecke
), 55 (Kahleberge), ſowie aus verſchiedenen Abteilungen der Forſt=
wartei
Heiligkreuz (Forſtwart Hofmann) 231,64 fm Nutzholz
verſteigert werden, und zwar:
Eichen
=Stämme I. Kl. 3 Stück 6,12 fm
21,83
II. 16

III. 30 27,44

IV. 122 72,41

V. 92 36,51

0,33
P
I. = 3,24
Buchen
,
III
4,61
,
V 5 3,25
Hainbuchen
4 1,49
,
, 2 0,81
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Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten.).
11)

Ein langer, weher Blick ſog ſich in Signes Augen feſt.
Es kam ihr wie ein tiefes, unſagbares Erſchauern an unter
dieſem Blick. Etwas Heißes, Quälendes debte in ihr.
Sie wollte ihren Blick ſenken und kam doch nicht los von
dem dunklen, brennend auf ſie gerichteten Augenpaar. Eine
rätſelhafte, geheimnisvolle Gewalt hielt und band. Eine
Furcht unausſprechlicher Art kam Signe an. Sie fühlte
ſich verſucht, davonzueilen, ſchreiend und in ungeſtümer
Haſt.
Aber ſie kam nicht davon. Ihre Füße waren wie ge=
lähmt
, und das Vermögen, ein Glied ihres Körpers zu
bewegen, deuchte ſie dahin.
Es ſind meines Kindes Augen, flüſterte die Frau in
ſich hinein. . . . Und wenn es nicht tot wäre, könnte es
ſein. . . . Aber es iſt ja ſchon lange tot. . . .
Das ſtumme, quälende Suchen in ihren Augen ſank
traurig verglimmend in ſich zuſammen und an ſeine Stelle
trat der alte, müde, krankhafte Ausdruck.
Signe fühlte ſie wie befreit von einer grauſen Laſt
und atmete tief. Ein gewiſſes Vorhaben bedenkend, ſchickte
ſie ſich zu entſchloſſenem Handeln an. Kommen Sie wohl
noch zu Fuß bis zur Stadt? fragte ſie.
Meine Kraft iſt zu Ende, verſicherte die Fremde mit
leiſer Stimme. Laſſen Sie mich bier nur ruhig ſterben.

öch warie gen auf den Tad, der nich dald dein ud n
meinem Kinde bringen wird.
Signe ſchüttelte energiſch den Kopf. Sie dürfen nicht
verzagen. Es wird ſchon noch alles gut werden. Seien
Sie nur ganz ruhig. Meine Mutter weiß ganz gewiß
Rat. Ich will mich beeilen, daß ich zu ihr komme.
Sie achtete nicht mehr auf die matte Handbewegung
der Fremden, die wohl eine abwehrende ſein ſollte, hatte
nur noch einen kurzen, freundlichen Gruß und eilte den
Weg hinab.
Während ſie das Stück bis zur Stadt in fliegender
Eile zurücklegte, war ihr Sinnen immerfork bei der ein=
ſamen
Frau am Wege. Dem Strauß ſpäter Blüher in
ihrer Rechten und der wahrſcheinlichen Freude, die Hen=
ning
darüber haben würde, galt kaum noch ein flüchtiger
Gedanke. Ihre Haſt fiel auf, und die ihr Begegnenden
ſahen ſich erſtaunt nach ihr um. Knapp einen Gruß bot
oder erwiderte ſie.
Auch Henning, der bei ihrem Eintritt ins Haus ge=
rade
über den Flur ging, muſterte ſie mit einem verwun=
derten
Blick und blieb ſtehen.
Wo iſt Mutter? war ihre erſte Erkundigung.
Aber Signe, was haſt Du nur? forſchte er, ſtatt einer
Antwort auf ihre Frage. Du biſt ja ungemein aufgeregt.
Er trat einen Schritt zu ihr hin und ſah ſie aufmerkſamer
an. Du glühſt förmlich vom ſchnellen Lauf. Iſt Dir et=
was
Unangenehmes bozegert, haſt Du Dich geängſtigt?

Kut as ſe den Mehiſt, nleht abernit uiß at
Bruns fragend.
Henning war augenſcheinlich enttäuſcht und konnte
nicht umhin, leiſe den Kopf zu ſchütteln.
Aber Signe, das iſt doch kein Grund zu einer Aufreg=
ung
, wie Du ſie zeigſt, wenn Du unterwegs eine kranke
Frau gefunden haſt.
Sie glaubte, einen leiſen Anflug von Spott in ſeiner
Stimme zu entdecken und fühlte eine entſchiedene Miß=
ſtimmung
in ſich aufſteigen. Wohl zum erſten Male in
ihrem Leben war ſie mit dem Bruder nicht zufrieden,
Merklich gereizt, entgegnete ſie: Ich verſtehe Dich nicht,
Henning
Nun, nun Schweſterchen, beruhigte er, ihre glühende
Wange zärtlich ſtreichelnd. Du darfſt mir nicht böſe ſein.
Und ich will Dich nicht aufhalten. Mutter wirſt Du ge=
wiß
oben finden. Er nickte ihr lächelnd zu und ging.
Trotz aller ſeiner zuletzt zum Ausdruck gebrachten
Freundlichkeit war Signe nicht mit ihm zufrieden. Aber
ſie kam jetzt nicht dazu, über dieſes Gefühl weiter nachzu=
denken
. In Haſt ſtürmte ſie die Treppe hinauf, eilte durch
alle Zimmer und fand Frau Bruns in keinem. Die alte,
halbtaube Uſche konnte ihr auch keinen Beſcheid geben.
Da warf ſie den Feldblumenſtrauß achtlos auf einen
Stuhl, daß Uſche nicht umhinkonnte, eine unwillige Be=
merkung
hinter ihr drein zu murren, und eilte nach dem
Kontor hinab.

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Herr Bruns ſah unwirſch auf, als ſie ſo ſtürmiſch ein=
trat
, und tadelte: Aber Signe!
Verzeihe, Vater! Ich ſuche Mutter und finde ſie nir=
gends
. Weißt Du . . .
Aber Signe! Wieder tadelnd, wie vorhin. Was iſt
Dir, was haſt Du? Er ſtand in Haſt auf. Da möchte man
ja faſt an ein Unglück denken, das Du zu melden haſt.
Sie berichtete von neuem und erntete ein eigenes
Lächeln, das zu ſagen ſchien: Du törichtes Kind! Und dann
kaum mehr. Nuc noch ein mattes, ſchon von dem ſtär=
keren
Intereſſe für die Arbeit am Schreibtiſch überſpon
nenes: Ich kann Dir auch nicht ſagen, wo Du die Mutter
findeſt.
Signe ſtand ſtarrend einen Augenblick. Sprach da
Härte oder Gleichgültigkeit? Sie hatte das lebhafteſte,
wärmſte Intereſſe bei allen ihren Familienangehörigen
für ihren Findling vermutet und war nun bereits bei
Vater und Bruder kaum einem knappen Verſtändnis be=
gegnet
.
Voller Niedergeſchlagenheit ging ſie. Und Herr To=
bias
Bruns murrte ein Dummes Mädel! hinter ihr her.
Signes feſtes Hoffen und gewiſſes Vertrauen waren
dennoch nicht dahin. Beides galt nach wie vor in alter
Stärke dem von der Mutter erhofften Beiſtand.
Spähend trat ſie vor die Haustür, gerade, als der
Briefträger draußen vorüberging.
Haben Sie meine Mutter nicht geſehen, Vater Buls?
Gottfried Bols ſtand wie gerammt, zeigke ein pfiffig=
geheimnisvolles
Geſicht und ſagte, nach ſeiner Gewohnheit
das linke Auge zudrückend, während das andere nach dem
Himmel ſchielte: Nu, eben woll gewiß, Fräulein Signe.
Als ich geradewegs von der Oberpfarre her quer links über
den Markt bog und ſo halbweg rechts an der Türmecke
vorbeiſehen konnte, da ging die Frau Bruns juſtement
zu dem Herrn Bürgermeiſter ins Haus.
Schönen Dank, Vater Bols! ſagte Signe mit einem
erleichterten Aufatmen.
Der alte Bols dienerte. Keine Urſach! Und ein luſtig
Wetter heut. Rein zum Freuen.

Ja, ja, nickte Signe, mit ihren Gedanken ſchon beim
Ueberlegen, ob ſie noch warten ſolle, bis die ſehnlichſt Her=
beigewünſchte
kommen würde, oder ob es beſſer ſei, gleich
zu Sörenſen zu gehen und dort mit ihr zu ſprechen.
Gottfried Bols war längſt weitergegangen, andere
Leute waren ſchon vorübergekommen, und Signe wartete
wohl bereits über fünf Minuten.
Noch ein Weilchen! nahm ſie ſich vor. Sie ſah zur
Turmuhr hoch. Bis es halb ſchlägt, nUd nach Sekunden
kaum: Oder gehe ich lieber ſofort? Eine peinigende Un=
ruhe
, die ihr wie eine Angſt auf der Seele laſtete, nahm
ihr das letzte Zaudern. Nun ging ſie ſchon quer über die
ſonnenhelle Straße.
Die alte Haustür bei Sörenſens kreiſchte, und die auf=
merkſame
Wächterin, eine große Glocke mit weitgeſchweif=
tem
Bauch und plärrendem Munde, machte ſo viel Auf=
hebens
von Signes Eintritt, daß ſie erſchrocken zuſammen=
fuhr
und ängſtlich in den weiten, halbdunklen Flur ſah=
Als ihr Fuß noch zaudernd ſtockte, ging hinten rechts
ſchon eine Tür, die auch knarrte, und Eduard Sörenſen
wurde ſichtbar.
Ach, Fräulein Signe! Ausnehmende Ehre! Und halb
in das Zimmer zurück: Frau Bruns, das Fräulein Toch=
ter
kommt. Das Wort Tochter kam mit einer ſcharfen
Betonung heraus.
Er ging Signe, die immer noch zögernd unter der Tür
ſtand, ein paar Schritte entgegen. Aber, bitte ſehr, treten
Sie doch näher, Fräulein Signe!
Meine Mutter iſt hier? fragte ſie nur.
Ja, gewiß. . . . Sein beabſichtigtes Weiterreden wurde
von dem Erſcheinen Frau Bruns’ unterbrochen.
Sie ging Signe entgegen. Du ſuchſt mich, mein Kind?
Es iſt doch nichts geſchehen? Ganz verängſtigt und ver=
ſtört
ſiehſt Du aus!
Auch Frau Sörenſen trat jetzt auf den Flur. Und
hinter ihr erſchien der Bürgermeiſter im Hausflauſch, die
lange Pfeife rauchend. Hoha, Kindchen, hoha! Was
paſſiert?

Signe ſtand unter dem Kreuzfeuer von vier Augen=
paaren
. Die Verlegenheit trieb ihr eine Blutwelle über
die andere in das Geſicht. Sie bereute jetzt, nicht daheim
gewartet zu haben. Hier zu reden, deuchte ſie eine Un=
möglichkeit
.
Aber Frau Bruns fragte beherzt von neuem, die Frau
Bürgermeiſter ließ ihre Augen voll brennender Neugierde
nicht von ihrem Geſicht, und Herr Johannes ſtieß zwiſchen
ſeinem ſchnellen Paffen ein Hoha! über das andere her=
aus
. . . . Dazu Eduards halb begehrliches, halb hämiſches
Lächeln. Sie mußte reden.
Ganz zaghaft und leiſe erzählte ſie.
Schon nach den erſten Sätzen unterbrach der Bürger=
meiſter
: Hoha, eine Frau? Dieſe Perſon muß in Ge=
wahrſam
. Landſtreicherpack, hoha, Landſtreichergeſindel.
Rackelmann ſoll
Nein, Rackelmann ſoll nicht, Herr Bürgermeiſter, un=
terbrach
Signe ſcharf, Eduard, der ſeinem Vater beipflich=
tend
zugenickt hatte, einen zornigen Blick zuwerfend.
Rackelmann hat da nichts zu ſuchen. Sie ſah nun Frau
Bruns an. Die arme Frau iſt krank, Mutter, und wir
wollen ihr helfen. Sie wartet, ich hab’s ihr verſprochen.
Das Geſindel! krähte Herr Johannes ſofort los. Nicht,
Frau Bruns, hoha, nicht? Rackelmann ſoll hin. Recher=
chieren
. Was weiß das Kind da von dieſem Landſtraßen=
geſindel
! Schnaps, hoha, Schnaps in den Gliedern.
Signe war empört. Aber, Herr Bürgermeiſter, wie
dürfen Sie das behaupten? Mutter, ſo komm doch!
Ja, Kind. Frau Bruns war einigermaßen verlegen.
Ihre Augen gingen von einem zum andern. Gewiß, wenn
Hilfe nötig iſt, dann wird es ſelbſtverſtändlich ſein. Herr
Bürgermeiſter, iſt denn Platz im Krankenhauſe?
Rackelmann ſoll mal nachſehen. Aber
Nicht doch, lieber Herr Bürgermeiſter. Signe wird
doch wiſſen, was ſie ſagt.
(Fortſetzung folgt.)

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(räh
(22f
ohne an eine Erkältung und ihre Folgen
zu denken. Aengſtliche Mütter halten ſie

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dann gern im Zimmer, obwohl die Zimmer=

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Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernit
Redaktion
S 8 21
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund de
Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.;

Das traurige Ereignis in der Mädchen=Mittelſchule
hat begreiflicherweiſe weite Kreiſe der Bevölkerung und
beſonders die Eltern ſchulpflichtiger Kinder in Unruhe
und Beklommenheit verſetzt. Daß die Behörden ſich ein=
gehend
mit der Angelegenheit befaſſen bezw. eine genaue
Unterſuchung einleiten und von den beteiligten Perſo=
nen
Rechenſchaft fordern werden, iſt ſo ſelbſtverſtändlich,
daß es wohl keiner Mahnung hierzu in öffentlichen Blät=
tern
bedurft hätte. Ein Herr Ernſt W. Müller glaubt ſich
jedoch in einem Eingeſandt berufen, die Behörden nicht
nur an ihre Pflicht erinnern, ſondern ihnen ſogar durch
eine Reihe von Frageſtellungen mit wiſſenſchaftlicher Geſte
den Weg zeigen zu müſſen, den ſie zu beſchreiten hätten.
Was die aufgeworfene Frage betrifft, ob der fragliche
Lehrſtoff in Volks= und Mittelſchulen am Platze ſei, und
ob die nicht akademiſche Ausbildung der Volksſchullehrer
in Chemie eine Gewähr für die Sicherheit der Jugend
verbürge, ſo darf hierzu folgendes bemerkt werden: Die
cheutigen Lehrpläne ſind kein Produkt der neueſten Zeit,
ſie ſtammen aus dem Anfange der ſiebziger Jahre, für
größere Schulen wurden ſie ſpezialiſiert, für die Mittel=
ſchulen
etwas erweitert und die einfachſten Vorgänge auf
dem Gebiete der Chemie, ſo die Bedeutung des Sauer=
ſtoffes
bei allen Lebensprozeſſen, in ſie aufgenommen.
Von Hantieren mit Naturgewalten iſt darin weder die
Rede, noch wird derärtiges in den Schulen tatſächlich ge=
pflegt
. Seit jener Zeit aber hat die Landwirtſchaft, ge=
rade
durch die Chemie, ſowie auch die Induſtrie einen
derartigen Aufſchwung genommen, daß es gar keinem
Zweifel unterliegen kann, ob man ſowohl der ländlichen
als auch der ſtädtiſchen Jugend die allereinfachſten Vor=
gänge
auf einem Gebiete, das die Lebensvorgänge und
beſonders das Erwerbsleben ſo ſtark beeinflußt, zugäng=
lich
machen muß. Es hieße jeglichen Fortſchritt gegenüber
dem Auslande hemmen, es hieße die heſſiſchen Schulen
auf den Stand weit entlegener Zeiten zurückſchrauben,
wollte man auf Grund dieſes Unglücksfalles nach Wunſch
des Herrn Ernſt W. Müller das Kind mit dem Bade aus=
ſchütten
. Daß man in Ausführung der Lehrpläne den
Kindern nicht mit theoretiſchen Erörterungen dient, ſon=
dern
durch einfache Demonſtrationen ihnen das Verſtänd=
nis
des Stoffes näher zu bringen ſucht, iſt für jedermann
verſtändlich. Haben ſich die Volksſchullehrer nun dieſer
Aufgabe gewachſen gezeigt? In Hunderten, ja, wenn
man über die Grenzen des Heſſenlandes hinausgeht, in
Tauſenden von Klaſſen wurden die Sauerſtoff= und an=
dere
geeignete einfache Verſuche von Volksſchullehrern ſeit
mehr als dreißig Jahren ausgeführt, ohne daß ein ähn=
llicher
Unfall bekannt wurde, eine Tatſache, die gewiß.
keine Veranlaſſung gibt, Befürchtungen in die Kreiſe des
Volkes hineinzutragen. Weit zahlreicher ſind Unglücks=
fälle
, die beim Turnen entſtanden, zu geſchweigen der
Kataſtrophen, die bei Ausflügen, Wanderungen uſw. ſich
ereigneten.
Wird man deshalb von Unfähigkeit der betreffenden
Lehrperſonen reden oder gar die Einſtellung dieſer Ein=
richtung
verlangen? Die Entwickelung des Sauerſtoffes
aus chlorſaurem Kalium und Braunſtein als Katalyſator
iſt, wenn in Probiergläſern, beſonders ſolchen aus Hart=
glas
und Retorten aus gleichem Material, mit Vorſicht
ausgeführt, harmlos Verheerungen, wie in dem Falle
der Mädchen=Mittelſchule, ſind undenkbar. Der Verſuch
wird auch überall in der gleichen Weiſe ausgeführt, und
der wiſſenſchaftliche Arbeiter kann in dieſem Falle auch
nicht anders, nicht ſicherer verfahren, als der Volksſchul=
lehrer
, wenn er mit Ruhe und Ueberlegung an das Experi=

S Daß öſters Gläſer
etwa an den kleinen Feuererſcheinungen, verurſacht durch
Kohle oder Schwefelpartikel im Braunſtein, oder an über=
großem
inneren Gasdruck, als vielmehr an der ungleich=
mäßigen
Erwärmung der Gläſer, deren Wände nicht
überall gleich dick ſind, und deren Feſtigkeit gegen trockene
Hitze oft durch Schlieren, Blaſen uſw. ſehr gemindert
wird. Solche Gläſer werden ſpringen, ob der Vorgang
wiſſenſchaftlich überwacht wird oder nicht. Auch der Rück=
tritt
des Waſſers bei verzögerter Gasentwickelung kann
den heißen Kolben zum Platzen bringen. Bei Verwend=
ung
einer Glasröhre ſtatt eines Gummiſchlauches iſt dies
jedoch leicht zu vermeiden. Wie nun auch der Fall ein=
treten
möge, das Glas bekommt einen Riß, fällt auch ein=
mal
auseinander, wird aber nie mit Wucht fortgeſchleu=
dert
; zudem können papierdicke Glasteilchen keine nennens=
werten
Verletzungen herbeiführen. Die weiteren Fragen
des Herrn Einſenders über Volumen der Retorte, etwaige
Orydation des Eiſens, Quantität und Qualität des ver=
wendeten
Materials, ob Zuſatz von Chlorkalium uſw.,
klingen zwar recht wiſſenſchaftlich, erledigen ſich aber ganz
elementar, da durchaus keine akademiſche Bildung not=
wendig
iſt, um zu wiſſen, daß man aus Atomgewicht und
dem Gewicht von einem Liter Sauerſtoff die benötigte
Menge von Material leicht beſtimmen kann, alſo ein für
das Volumen der verwendeten Retorte allzu großes
Quantum ſich ſicher vermeiden läßt; und daß die Benütz=
ung
von Chlorkalium faſt nirgends empfohlen wird und
wohl auch überflüſſig iſt, da ja bei der erſten Periode des
Prozeſſes je zwei Moleküle, Kaliumchlorat in Sauerſtoff,
Kaliumperchloral und in das vom Einſender gewünſchte
Chlorkalium, zerfallen. Bei dem zweiten Teile des Vor=
ganges
, der mehr ſtürmiſchen Entwickelung des Gaſes,
iſt alſo das etwas bremſende Chlorkalium bereits vorhan=
den
. Die heutigen Brenner aber, die von der ſtärkſten
Hitze bis zur leuchtenden Flamme reguliert werden können,
geſtatten leicht, den Vorgang nach Bedürfnis zu ver=
zögern
. Die Volksſchullehrer ſtehen alſo keineswegs hilf=
los
dieſen Erſcheinungen gegenüber, wie Herr Ernſt W.
Müller glaubt entdeckt zu haben; von dem Betrieb einer
Volksſchule hat er nicht die Ahnung. Es iſt leicht, jetzt,
unter dem Eindrucke der allgemeinen Erregung, über den
tief beklagenswerten Fall Mißmut und Verſtimmung
gegen einen ganzen Stand hervorzurufen, der ſich vertei=
digen
muß gegen Vorurteil und Unkenntnis ſeiner Tätig=
keit
. Gedient wird mit ſolchen Angriffen niemand, weder
den bedauernswerten Eltern, dem unglücklichen Lehrer,
noch der Allgemeinheit, deren Intereſſen weit mehr durch
die eingeleitete Unterſuchung, als durch unbegründete
Verdächtigungen vertreten werden.
Was den Ausfall desſelben Herrn in einem weiteren
Eingeſandt betrifft, in dem er die heutige Ausbildung des
weiblichen Geſchlechts verwirft, ſo mag zugegeben wer=
den
, daß einige Gedanken nicht von der Hand zu weiſen
ſind, den Lehrplänen und dem Schulbetrieb aber ſind die
gerügten Mißſtände wohl weniger zuzumeſſen als ge=
wiſſen
modernen Erziehungsgrundſätzen, die von ganz an=
derer
Seite als von der Schule propagiert werden. Von
dem Vorhandenſein von Frauenſchulen und hauswirt=
ſchaftlichen
Fortbildungsſchulen für einfachere Verhältniſſe
ſcheint Herr Ernſt W. Müller ebenſowenig zu wiſſen, wie
über Lehrziele und Einrichtungen von Volksſchulen. Wer
ſich aber beſtimmt glaubt, öffentliches Gewiſſen ſpielen
zu müſſen und aus einigen Zuſtimmungen, die durch die
Nachwirkung des Eindrucks über das Unglück ſich leicht
erklären, für ſich die Kraft herleitet, als Reformator im
geſamten Erziehungsweſen aufzutreten, der ſollte doch
weniger oberflächlich, weniger mit Worten, als mit be=
gründeten
Beweismitteln dieſen Weg beſchreiten. P.
In den Nummern 67 und 68 des Darmſtädter Tag=
blatts
beſpricht Herr E. W. Müller das beklagenswerte
Unglück, welches in der hieſigen Mädchenmittelſchule bei
der Herſtellung von Sauerſtoff vorgekommen iſt und
äußert den Wunſch nach einer ſachkundigen Aufklärung der
Exploſion, welcher leider ein Menſchenleben zum Opfer
fiel. Obgleich im allgemeinen kein Freund derartiger
öffentlicher Erörterungen, halte ich es doch für zweckmäßig,
der Anregung des Einſenders zu entſprechen, in der Er=
wägung
, daß ein älterer Chemiker, der die Darſtellung
des Sauerſtoffs aus Kaliumchlorat und Braunſtein aus
eigener Erfahrung gründlich kennt, beſſer in der Lage iſt,
dies zu tun, wie die jüngere Generation, welche gewohnt
iſt, den zu chemiſchen Arbeiten nötigen Sauerſtoff aus der
mit dem komprimierten Gaſe gefüllten, mit einem Druck=
reduzierventil
verſehenen Stahlbombe zu entnehmen.
Die Darſtellung von Sauerſtoff auf die angegebene Weiſe
iſt ein faſt gefahrloſer Verſuch, welchen ich ſchon als Ter=
tianer
des hieſigen Gymnaſiums (1872) oft vorgenommen
habe. Ich bediente mich damals einer dünnwandigen
gläſernen Kochflaſche, welche zur Hälfte mit einer Miſch=
E

Gewichtsteilen Kalumckborat und
Braunſtein gefüll, und mit einem durchbohrlen Korkſtop=
fen
, durch den ein Gasableitungsrohr führte, verſchloſſen
war. Durch mäßiges Erhitzen dieſes Apparates mit
einer Spirituslampe entwickelte ſich genügend reiner
Sauerſtoff, der in weithalſigen Flaſchen geſammelt wurde
und zur Vorführung lebhafter Verbrennungserſcheinun=
gen
diente. Ein Unfall iſt dabei niemals vorgelommen.
Soweit es möglich iſt, ſich aus den von intereſſierter
Seite ausgehenden Darſtellungen ein Urteil über die Ur=
ſachen
der Exploſion zu bilden, komme ich zu folgender
Erklärung des folgenſchweren Unfalls: Die ſauerſtoffab=
gebende
Miſchung iſt zweifellos richtig bereitet worden.
Daß die benutzten Materialien unrein waren (Gehalt des
Kaliumchlorats an Kaliumperchlorat, des Braunſteins an
organiſchen Subſtanzen), kann wohl als ausgeſchloſſen
angenommen werden. Die Urſache des Unglücks iſt in der
angewandten Apparatur zu ſuchen. Es waren dem Ver=
nehmen
nach 2 verſchiedene Formen des Entwickelungs=
gefäßes
vorgeſchlagen worden. Erſtens ein eiſerner mit
einer rundum laufenden Rinne verſehener Tiegel, in die
ein, am höchſten Punkte mit einem Gasableitungsrohre
verſehener Helm eingepaßt werden ſollte. Die Rinne
ſollte mit feuchtem Ton ausgeſtrichen werden. Es iſt klar,
daß bei Benutzung dieſes Apparates eine Exploſion aus=
geſchloſſen
geweſen wäre, denn bei einer zu ſtarken Gas=
entwickelung
mußte zuerſt die Verkittung nachgeben und
dann konnte höchſtens der Helm abgeworfen werden. In
zweiter Linie wurde eine eiſerne, mit einem Tubus ver=
ſehene
Retorte vorgeſchlagen. Bei Benutzung dieſes Ap=
parates
hätte nur der Stopfen des Tubus herausgeſchleu=
dert
werden können. Bedauerlicherweiſe wurde von dem
Lehrer eine untubulierte eiſerne Retorte gewünſcht, die
erſt von auswärts beſtellt werden mußte Da nun bei der
Verwendung dieſer Retorte der Sauerſtoff auf demſelben
Wege entweichen mußte, auf dem zuvor die Miſchung von
Kaliumchlorat und Braunſtein eingefüllt worden war, ſo
liegt die Möglichkeit vor, daß Teile dieſer Miſchung im
Ableitungsrohr liegen blieben und deſſen Querſchnitt ver=
ringerten
. Es wurde dann die beſchick e Retorte mit einem
Gasbrenner erhitzt und der Sauerſtoff in einen Zylinder
geleitet. Das Gas mußte alſo, da der Zylinder mit Waſ=
ſer
gefüllt war, den Widerſtand einer Waſſerſäule über=
winden
. Ich nehme nun an, daß durch den ſich ſtürmiſch
entwickelnden Sauerſtoff Teile des Gemiſches, insbeſon=
dere
der feingepulverte Braunſtein, nach vorn geriſſen wor=
den
ſind und den engen vorderen Teil des Halſes verſtopft
haben. Dadurch entſtand, da die Verſtopfung bei der Un=
durchſichtigkeit
der Retorte nicht bemerkt werden und das
Erhitzen daher nicht rechtzeitig unterbrochen werden
konnte, ein ſtarker Druck im Innern des Entwicklungsge=
fäßes
, der zur Exploſion und zur Zertrümmerung der
Retorte führte. Die Füllung wirkte hierbei genau ſo, wie
die Ladung eines Hohlgeſchoſſes. Auch die Wirkung der
Exploſion war dieſelbe, wie die einer Granate, denn die
am weiteſten entfernt ſitzende Schülerin wurde am ſchwer=
ſten
verletzt. Will man annehmen, daß eine Verſtopfung
des Retortenhalſes nicht eingetreten iſt, ſo mußte der
Sauerſtoff bei zu ſchneller Entwicklung in ſtarkem Strom
durch das abſperrende Waſſer hindurchtreten, wobei wohl
eine Zertrümmerung des vorgelegten Glaszylinders, aber
keine Exploſion der Retorte hätte eintreten können. Der
Unfall läßt ſich alſo, wie erſichtlich, recht einfach erklären.
Wenn Herr E. W. Müller derartige Verſuche aus Mit=
telſchulen
verbannt wiſſen will, ſo iſt dies angeſichts der
traurigen Folgen der Exploſion leicht verſtändlich. An=
dererſeits
aber eignet ſich das Sauerſtoffgas ſo gut zu
gefahrloſen und inſtruktiven Verſuchen, daß ein Vorfüh=
ren
ſeiner Eigenſchaften von hohem Lehrwerte auch für
Mittelſchulen iſt. Man entwickele künftig den Sauerſtoff
in einem beſonderen Vorbereitungsraume unter Benutz=
ung
eines Glasgefäßes oder des vorſtehend an erſter Stelle
genannten eiſernen Apparates und bringe erſt die mit dem
Gaſe gefüllten Zylinder in die Klaſſe. Eine Wiederkehr
ähnlicher Vorkommniſſe iſt dann nicht zu befürchten.
Zum Schluſſe mache ich noch darauf aufmerkſam.
ähnliche Apparate wie der in der Mädchenmittelſchule
benutzte auch in neueren Lehrbüchern der Chemie empfoh=
len
werden. So beißt es in dem vortrefflichen Lehrbuch
der anorganiſchen Chemie von Profeſſor Dr. H. Erd=
mann
, Braunſchweig 1906, Seite 102: Statt der eiſernen
Retorte können übrigens auch die ſchmiedeeiſernen Fla=
ſchen
, in welchen das Queckſilber verſendet wird, zur
Darſtellung des Sauerſtoffes in größerem Maßſtabe be=
nutzt
werden. Auch dieſe Flaſchen ſind nicht tubuliert.
Es würde demnach nicht richtig ſein, dem Lehrer, welcher
den Verſuch ausgeführt hat, einen Kunſtfehler vorzu=
werfen
.
Profeſſor Dr. W. Sonne,
Vorſtand der Großh. chemiſchen Prüfungsſtation für die
Gewerbe.


Eine interessante Autwort.
Liebe Grete!
Beſten Dank für Deinen wichtigen Rat! Ich habe ihn
glücklicherweiſe vor Monaten ſchon befolgt. Damals hatte
ich Mühe, meinen 16jährigen Fritz unte Oringen. Man
wies ihn überall ab. Höchſtens als L. urſche wollte
man ihn nehmen. Der Junge ſah in dem abgetragenen
Anzug ſeines Vaters auch gar zu armſelig aus. Auch die
kleine Mädi hatte ſchlimme Zeiten; ihre Mitſchülerinnen
hänſelten ſie immer ob ihres verwaſchenen Fähnchens.
Und die Große hätte gar ſo gerne mit ihren Freundinnen

die Tanzſtunde beſucht; aber ſie hatte doch nichts zum An=
ziehen
! Da erinnerte ich mich Deines freundſchaftlichen
Rates und Hans bekam einen flotten Anzug, dazu Hut,
Stiefel und Hemden; die Kleine ein drolliges Matroſen=
kleidchen
mit Jacke; die Große aber ein duftiges Stickerei=
kleid
und einen koketten Hut. Der Erfolg blieb nicht aus=
Hans fand eine bezahlte Volontärſtelle in erſtem Hauſe,
die Kleine lachte wieder und meine Große bekam Anteil
an des Lebens Lenz und verlobte ſich in der Tanzſtunde
mit einem jungen Apotheker. Aber ich ging noch weiter;
für das Wohnzimmer kaufte ich Vorhänge, eine Wanduhr
und Bilder, für Küche und Haushalt ſehr praktiſche Ge=
räte
und meinem Mann eine Zigarrentaſche und ein Rauch=
ſervice
. Da gefiel es meinem Mann und meinem Aelteſten

ſo gut zu Hauſe, daß ſie ſich das allabendliche Ausgehen
abgewöhnten. Das viele Geld, das ſie dabei ſparten, floß
in meine Wirtſchaftskaſſe. Mein Mann aber überraſchte
mich zum Danke mit der langerſehnten Armbanduhr. Er
hatte meine Bezugsquelle entdeckt: Man erhält dort alles
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Luftfahrt.

* Eine Nachtballonfahrt Wiesbaden-
Berlin in 7 Stunden. Am Freitag abend 6 Uhr 50
Min, ſtieg bei dem Wiesbadener Gaswerk der Ballon
Mainz=Wiesbaden, des mittelrheiniſchen Ver=
eins
für Luftſchiffahrt unter der Führung des Haupt=
manns
Eberhard vom Artillerie=Regiment Oranien
mit den Herren v. Hachenburg und Kölſch als Mit=
fahrende
zu einer Nachtfahrt auf. Die Luftſtrömung
führte den Ballon in flotter Fahrt über Kaſſel, Münden,
den Harz, Magdeburg und Potsdam nach Berlin, das in
ſieben Stunden erreicht wurde.
sr. Die Bitterfelder Ballon=Zielfahrt
hat folgende Ergebniſſe gezeitigt. Sieger wurde der Bal=
lon
Fiedler mit Dr. Korn als Führer, der 16 Kilometer
vor dem Ziel entfernt bei Schwerin a. Warthe niederging.
Elbe mit Herrn Gebauer in der Gondel plazierte ſich
als Zweiter, 33 Kilometer vom Ziel entfernt niedergehend.
Ein Transport=Wettbewerb für Flug=
maſchin
en veranſtaltet der Schleſiſche Aero=Klub an=
läßlich
der ſchleſiſchen Flugwoche vom 8. bis 15. Juni in
Breslau. Das preußiſche Kriegsminiſterium hat für die=
ſen
neuartigen Wettbewerb bereits 10000 Mark ſubven=
tioniert
. Alle an der Konkurrenz teilnehmenden Apparate
haben zunächſt über das Flugfeld Leerbeutel einen Flug
von beſtimmter Dauer und Höhe auszuführen und dann
zu landen. Gleich darauf muß dann der Abbau der Ma=
ſchinen
vorgenommen werden. Dieſe werden dann mit=
tels
Automobile nach einem den Fliegern vorher bekannt
gegebenen Orte gebracht, wo ſie ſo ſchnell wie möglich
wieder zuſammenmontiert werden und von dem Piloten
auf ſchnellſtem Wege zurück nach dem Flugplatz geſteuert
werden ſollen.

Sport, Spiel und Turnen.

* Pferdeſport. Die Karlshorſter Premiere am Oſter=
montag
hatte bei dem trockenen, wenn auch etwas kühlem
Wetter rieſige Beſucherſcharen nach der Wuhlheide gelockt.
Die Reſultate waren: Glückauf=Hürden=Rennen; 4200 Mark,
Diſtanz 2700 Meter: 1. Hrn. L. Balls Lohengrin II (Th.
Baſtian), 2. Jeſſonda (Kocholaty), 3. Omama (Streit).
Tot. 63:10. März=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 3000
Mark, Diſtanz 3400 Meter: 1. Lt. v. Seydel und Meyers
Criſtalloide (Lt. v. Zobel), 2. Sea Squaw (Lt. Loog), 3.
Voigt (Rittm. v. Roſenberg). Tot. 213:10. Bievra=
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 3200 Mark, Diſtanz 3400
Meter: 1. Hrn. R. Jäck=Jaffe Old Port (Dr. Rieſe), 2.
Kebty (Lt. Loog), 3. Landesvater (Lt. v. Egan=Krieger).
Tot. 54:10. Oſter=Preis; 15000 Mark, Diſtanz 3400
Meter: 1. Hrn. A. Aldags Little Ben (H. Aylin), 2. Ru=
ſticus
(H. Brown), 3. Chicard (Printen). Tot. 96:10.
Preis von Schönhauſen, Ehrenpreis und 7000 Mark,
Diſtanz 3600 Meter: 1. Hrn. H. Schützes Reveuſe (Dr.
Rieſe), 2. Edelmann (Lt. v. Zobeltitz), 2. Edda (Lt.

Erbprinz von Bentheim). Tot. 33110. Schüler=Jagd=
Rennen, Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Hrn. Ziethens Muſchy (Lt. Demnig), 2. Nelusco (Lt. v.
Egan=Krieger), 3. Allgeſchwind (Lt. v. Bottlenberg). Tot.
37110. Reſidenz=Hürden=Rennen; 4000 Mark, Diſtanz
2700 Meter: 1. Hrn. R. A. Waughs La Turbie (H. Teich=
mann
), 2. Bilbao (H. Aylin), 3. Oſtia (Fritſche). Tot.
106:10.
Eröffnungs=Rennen in Dresden. Be=
grüßungs
=Jagd=Rennen; 2500 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Hr. E. v. Arnim’s Blitz (Brederecke), 2. Banagher II
(Perny), 3. Freude (Gojny). Tot. 70.10. Damenpreis=
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2300 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Major Graf Wuthenau’s Tetzel (Lt. Moſch),
2. Hellia (Lt. Graf Strachwitz), 3. Kapitany (Lt. Streſe=
mann
). Tot. 49:10. Oſter=Hürden=Rennen; 3000 Mark.
Diſtanz 2600 Meter: 1. Hr. W. Thiede’s Germania
(Jentzſch), 2. Aladin (Jangl), 3. Gruna (Kuttke jr.). Tot.
17110.
Wiederſehen=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und
3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Lt. Prinz von Schaum=
burg
=Lippe’s Kilmallock (Lt. Graf Strachwitz), 2. The
Gun (Lt. v. Witzleben), 3. Triglav (Rittm. Keyſer). Tot.
50:10. Frühjahrs=Hürden=Rennen; 2300 Mark, Diſtanz
2600 Meter: 1. Hr. E. Hering’s Feſtiva (Rybka), 2. Cu=
ſtozza
(Kuttke jr.), 3. Lina (Kauliſch). Tot. 8410,
März=Jagd=Handikap: Ehrenpreis und 2500 Mark,
Diſtanz 3500 Meter: 1. Lt. Graf Strachwitz’s Nowton
(Beſ.), 2. Blondel (Lt. v. Treskow), 3. Habsburg (Lt.
Mentz). Tot. 61:10.
Rennen zu Paris=Auteuil, 23. März. Prix
du Bois; 3000 Fr., Diſtanz 3500 Meter: 1. Monſ. Grumetz
Gaubet Tauzia (E. Doux), 2. La Sauge (Seaton), 3.
Monſ. Cauchois (Berteaux). Tot. 49110. Prir le
Gourzy; 20000 Fr.. Diſtanz 4000 Meter: 1. Monſ. de Kiß
Valmy VII (A. Carter), 2. Rebuiſſon (A. V. Chapman)
3. Nereſtan (W. Head). Tot. 56:10. Prix du Preſident
de la Republique; 50000- Fr., Diſtanz 4500 Meter: 1.
Monſ. Courveilles Sybilla (A. Bates), 2. Sanſovino
(Head), 3. Make Haſte II (E. Hardy). Tot. 785110.
Prix Turenne; 6500 Fr., Diſtanz 4000 Meter, 1. Monſ.
de Royers Lalla Roukh (Monſ. Marc), 2. Titurel (Monſ. Gue=
rin
), 3. Galet (Monſ. Mortier). Tot. 94:10. Prix d’Apre=
mont
, 6000 Fr., Diſtanz 4200 Meter: 1. Monſ. J. Hen=
neſſys
Upholſterer (Hawkins), 2. Beny Gloe (A. Carter),
3. Yquem (Head). Tot. 24:10. Prix du Pont d’Jena;
5000 Fr Diſtanz 3100 Meter: 1. Monſ. Kohlers Pug=
gings
(F. Williams), 2. Pane (Powers), 3. Bercy (A.
Chapman). Tot. 58:10.
Rennen zu Le Tremblay 24. März. Prix du
Perreur; 3000 Fr., Diſtanz 1100 Meter: 1. Monſ. J.
Lieux Cerita (J. Childs), 2. Mirliflor III (ONeill), 3.
Phenecienne (Garner). Tot. 29:10. Prir de Joinville
le Pont; 5000 Fr., Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ. C. de
Berteur’ Verwood (J. Childs), 2. Reindeer (O'Neill), 3.
Gobernador (Bona). Tot. 44:10. Prix de Chemevieres
4000 Fr., Diſtanz 1400 Meter: 1. Monſ. Je. Sterns Tur=
lupin
(Garner), 2. Salami (O'Neill), 3. Le Banquier
(Charpe). Tot. 59110. Prix de la Société de Sport de

France; 40000 Fr., Diſtanz 2150 Meter: 1. Baron Gour=
gauds
Oukoida (O'Neill), 2. Sainte Gemme (F. Lane),
3. Chippewa (Mac Gee). Tot. 92:10. Prix de Nogent;
6000 Fr., Diſtanz 1600 Meter: 1. Monſ. Hart’s Sigismond
(Jennings), 2. Scrap (Marſh), 3. M. de Scuderi (F
Lane). Tot. 139:10. Prix de la Marne; 10000 Fr.,
Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ. H. Andre’s Le Municipal
(M. Henry), 2. Linois (Ch. Childs), 3. La Begude (J.
Childs). Tot. 61:10.
* Radſport. Eröffnung der Berliner Rad=
rennſaiſon
. Das Eröffnungsmeeting der Berliner
Olympiabahn hatte ſich am Oſtermontag ſehr guten Be=
ſuchs
zu erfreuen. Neulingsfahren: 1. Krupkat, 2. Linſe=
ner
, 3. Amelang. Prüfungsrennen, 25 Kilometer: 1. Kjeld=
ſen
19119,2, 2. Inske 1110 Meter, 3. Jak. Eſſer 4630 Meter,
4. Sykora 5870 Meter, zurück. Eröffnungsfahren: 1.
Finn, 2. Rudel, Radlänge, 3. Freiwald, 4. Schmittchen.
25 Kilometer=Rennen: 1. Janke 18:55,1, 2. Huybrechts
1450 Meter zurück. Nettelbeck und Miquel aufgegeben.
Oſterpreis, 60 Kilometer: 1. Janke 45.35, 2. Nettelbeck 1940
Meter, 3. Huybrechts 2530 Meter, 4. Kjeldſen 3290 Meter,
5. Miquel 8170 Meter zurück.
Die Kölner Radrennſaiſon wurde am Oſter=
Sonntag mit dem über 1000 Kilometer führenden Großen
Oſterpreis in drei Läufen eröffnet. Das Rennen wurde im
Geſamtklaſſement von dem Belgier Linart gewonnen,
doch waren die Reſultate der einzelnen Läufe infolge ver=
ſchiedener
Defekte nicht immer einwandfreie. 1. Linart mit
99,800 Kilometer, 2. Stellbrink 98,320 Kilometer, 3. van
Neck 97,080 Kilometer, 4. Walthour 92,50 Kilometer.
Leipziger Eröffnungs=Rennen. Die ein=
zelnen
Reſultate des Großen Oſter=Preiſes waren: 40
Kilometer=Lauf: 1. Miquel 30 Min. 8,2 Sek., 2. A. Vander=
ſtuyft
31 Min. 22 Sek., 3. Scheuermann 31:40,1, 4. Ebert
33:01,4, 5. Günther. 60 Kilometer=Lauf: 1. Günther
43:35, 2. Miquel 44:29,4, 3. Scheuermann 45:03,2, 4. A.
Vanderſtuyft 45.20,1, 5. Ebert. Geſamtklaſſement: 1. Mi=
quel
in 1114:38,1, 2. Arthur Vanderſtuyft 1:16:42,1, 3.
Scheuermann 1:16:43,3, 4. Günther, 5. Ebert. In den
Fliegerrennen zeigte der kleine Berliner Finn ein ausge=
zeichnetes
Können der das Prämienfahren gegen Frei=
wald
und Zſchwernick und das Handikap gegen Freiwald,
Linſener und Zſchwernick gewann, im Hauptfahren aber
gegen Otto Meyer mit einer Länge unterlag. Dritter
wurde Schwab vor Fuchs.
Die Eröffnungsrennen der Pariſer
Prinzenparkbahn gingen am Sonntag vor ſich.
In den Vorläufen zum Großen Oſterpreis ſiegten Kramer,
Ellegaard, Hourlier, Dupré, Moretti, Perchicot, Schilling,
Schilles. Im Tandem=Rennen erwies ſich die Mannſchaft
Ellegaard=Moretti überlegen und ſchlug Hourlier= Per=
chicot
mit halber Länge; Dupré=Mart endeten dichtauf
als Dritte. Das Match hinter Motoren zwiſchen Seres,
Darragon und Guignard brachte ſowohl im 20= Kilometer=
lauf
wie im 30=Kilometerlauf Seres einen Erfolg, der ſich
ſeinen Gegnern bedeutend überlegen zeigte. Seres ge=
wann
den 20=Kilometerlauf in 14 Minuten 56 Sekunden
mit 650 Meter vor Darragon und zwei Runden vor
Guignard. Im 30=Kilometerlauf landete der Franzoſe
nach 21 Minuten 58,2 Sekunden als Sieger; Darragon
2½ Runden, Guignard 11 Runden zurück. Das Prämien=
fahren
brachte Quaiſſard an ſich, der noch im Ziel Jac=
quard
und den Dresdener Süßmilch abfertigte. Am
Oſtermontag qualifizierte ſich als neunter Teilnehmer für
die Zwiſchenläufe des Großen Preiſes der Berliner We=
gener
durch einen ſchönen Sieg im Hoffnungslauf über
den Pariſer Paul Didier und den Italiener Polledri. Im
erſten Zwiſchenlauf ſiegte Houlier leicht vor Moretti und
Schilles, im 2. Zwiſchenlauf Ellegaard knapp vor Schil=
llings
, Perchicot, im 3. Zwiſchenlauf Kramer vor Dupré
Wegener. Im Endlauf trat Hourlier bereits ausgangs
der vorletzten Kurve, 500 Meter vor dem Ziele, an und
eroberte ſich im Augenblick einen Vorſprung von ſechs
Längen, den er ſogar noch vergrößerte. Man glaubte ſchon
an einen Sieg Hourliers, als Kramer mit Ellegaard am
Hinterrad in den letzten 50 Metern noch ſehr ſchnell auf=

Auch ein Kranker

sagt der Arzt darf Kaffee genießen,
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[ ][  ][ ]

kam und Hourlier auf dem Bande faſt noch mit halber
Länge ſchlug. Ellegaard knapper Dritter. Das Stunden=
fahren
brachte dem alten Darragon mit 82,650 Kilometer
einen Sieg vor Seres, 80,660 Kilometer, Guignard 80,320
Kilometer und Parent 70,820 Kilometer. Leon Didier
gab wegen Motorſchadens auf. Im Handikap unterlag
der bis kurz vor dem Ziel eingeſchloſſene Kramer knapp
gegen Polledri (20 Meter) und Fournous (25 Meter).
Ein Prämienfahren gewann Quaiſſard mit einer Länge
vor Jacquard und Ruß.
Paris-Roubaix. Die franzöſiſche Straßenrad=
rennſaiſon
wurde am Oſterſonntag mit der klaſſiſchen
Fernfahrt Paris=Roubaix über 265 Kilometer eröffnet.
Francois Faber gewann das Rennen im Endſpurt mit
einer Länge Vorſprung vor de Ruyter und Crupelandt
in der neuen Rekordzeit von 7 Stunden 26 Min. 20 Sek.
In Brüſſel kam ein 100=Kilometerrennen ohne
Schrittmacher nach Punktwertung zur Entſcheidung, das
von dem Belgier Vandenberghe in 2 Stunden 41 Min.
14,4 Sekunden mit 18 Punkten gewonnen wurde. Zweiter
blieb ſein Landsmann Debaets mit 32 Punkten vor Thys
mit 41, Vandervelde 42 und dem Franzoſen Beyl mit 47
Punkten.
Fechtſport. Jubiläumswettfechten in
Offenbach. Anläßlich des 40jährigen Beſtehens hatte
die Fechtriege des Offenbacher Turnver=
eins
für die Fechter, die der Deutſchen Turnerſchaft an=
gehören
, an den Oſtertagen ein Jubiläumswettfechten
veranſtaltet. Bei den Wettkämpfen in Florett und Säbel
waren 84 Fechter mit 160 Meldungen vertreten. Die Be=
wertung
der Kämpfe für Florett jr. und ſchwere Säbel
ſen, erfolgte nach den für das Deutſche Turnfeſt aufge=

ſtellten Regeln, während für die übrigen Fechtaxten eine
für ſpätere Turniere vorbildliche Wettfechtordnung auf=
geſtellt
worden war. Die Turnierleitung lag in den
Händen des dipl. Fechtmeiſters Arturo Gazzera= Offen=
bach
, Heinrich Schäfer= und Karl Zimmermann=Offenbach,
Unparteiiſche waren Erckrath de Bary=Offenbach
Kreisfechtwart Straſſen=Hanau und Auguſt Petry= Offen=
bach
. Erſte Preiſe erhielten: in Florett (Juniorabteilung):
W. Schöndube=Frankfurt a. M., (Seniorabteilung):
G. Stöhr=Offenbach und W. Löffler=Darmſtadt; in
deutſchem ſchweren Säbel: K. Urſprung=Bornheim,
und in italieniſchem leichten Säbel: W. Löffler=
Darmſtadt
Fußballſport. Die Berliner Fußball=
ſpiele
brachten in den Oſtertagen als größtes Ereignis
den Beſuch der holländiſchen Ligamannſchaft Haagſche
Foetball=Vereeniging Quick. Quick eröffnete
die Tournee mit einem erfolgreichen Spiel in Breslau
gegen die dortigen Sortfreunde von 3.2 und vermochte
auch am Oſterſonntag in der Reichshauptſtadt den Ber=
liner
Ballſpiel=Klub mit dem gleichen Reſultat von 3:2.
(Halbzeit 211) zu beſiegen. Am Oſtermontag hatte die
holländiſche Mannſchaft Hertha zum Gegner und unter=
lag
mit 0:3 (Halbzeit 0:2). Ferner unterlag Minerva
gegen den Leipziger Fußball=Klub Eintracht mit 1:3
(Pauſe 0:0) und Alemania gegen den Magdeburger
Fußball=Klub von 1900 mit 2:3 (Halbzeit 0:2), während
Berolina mit Norden=Nordweſt unentſchieden 414
(Halbzeit 1:2) ſpielte.
Am zweiten Oſterfeiertag ſtand der F.=K. Teu=
tonia
=Weiterſtadt 1911 mit ſeiner 1. Mannſchaft
in Rüſſelsheim a. M. der 1. Mannſchaft des dortigen

Sportklubs Haſſia 1906 gegenüber und mußte mitz
einer Niederlage von 211 Toren den Platz verlaſſen.
* Hockey. Landhockey München-Berlin,
Der Münchener Männer=Turnverein beendete am Oſter=
Sonntag ſeine Berliner Hockey=Tournee mit dem Spiel=
gegen
den Berliner Sportklub. Die Berliner zeigten ſicht
den Gäſten weit überlegen, und nur der ausgezeichnete
Münchener Torwächter verhinderte eine größere Nieder=
lage
als die mit 4:0 (Pauſe 210) erlittene.
Deutſche Hockeyſpieler in England. Die
Internationale engliſche Riviera=Land=Hockeywoche, an
der ſich auch zwei deutſche Mannſchaften beteiligten, hat
jetzt ihren Anfang genommen. Die deutſche Scratch= Mann=
ſchaft
erlitt bei ihrem erſten Spiel gegen Deal in Aſhford
trotz tapferer Gegenwehr eine knappe Niederlage mit 64.
Die Landhockeywoche brachte in ihrem weiteren Ver=
lauf
den beteiligten deutſchen Mannſchaften ſchöne Er=
folge
. Die deutſche Scratch=Mannſchaft ſiegte in Haſtings
gegen die dortigen Rabbits überlegen mit 8:3. Auch der
Münchener Sportklub zeigte eine gute Form und gewann
ebenfalls in Haſtings gegen die Vagabonds mit 411.
Am Oſtermontag hatten die deutſchen Mannſchaften wei=
tere
Siege zu verzeichnen. Die deutſche Scratch=Mannſchaft
ſchlug Aſhford mit 511, während der Münchener Sportklub
die South Saxons mit 410 abfertigte.
Berliner Hockeyſpiele. Die Hockeymannſchaft
des Magdeburger Sportvereins Viktoria verlor am Oſter=
ſonntag
gegen die zweite Mannſchaft von Preußen mit
03 und am Oſtermontag gegen die Berliner Turnerſchaft
mit 1:6. Ein Geſellſchaftsſpiel zweier kombinierter
Mannſchaften des Berliner Hockeyklubs und von Preußen
endete unentſchieden 5.5 (222).

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von Joh. Brahms. 5. Siegmunds
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Donnerstag, den 27 März, abends 6 Uhr,

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im Restaurant Kaisersaal‟.
Tagesordnung:
1. Jahresbericht und Rechnungsablage.
2. Verſchiedenes.
Um möglichſt zahlreiche Beteiligung an dieſer Hauptverſamm=
lung
wird gebeten.
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Der Vorstand.

Samstag, den 29. März, abends 8½ Uhr im großen Saale
der Turnhalle am Woogsplatz
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oenentlicher vorfrags
des Herrn Amtmann Kröll
über die Reichsversicherungs-Ordnung.
Unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen (auch Damen)
werden zu dieſem ſehr wichtigen Vortrag eingeladen. Gäſte ſind
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Beſuch dieſes Programms ſehr zu empfehlen.

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Die Vorstände.

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Die Pflichtfortbildungsſchule für Mädchen
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Alle, die ein Intereſſe an der Ausgeſtaltung dieſer Schulgattung
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des Hoftheaters am Donners=
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den
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Durch eine Anzeige im, Darmſtädter
Tagblatt ſind derartige Artikel
raſch verkauft.

DIESEL-MOTOREN-ANLAGEN

12c

Ps

Ueber

500

im

Betrieb

Sauggas-Motoren

Gasmotorenfabrik A.-G., Cöln-Ehrenfeld
(V1816
(vormals C. Schmitz).

Lokomobilen

Lokomotiven

letzte Auereichnungen: Brüset 1910: Grand Prir
Budapest 1911: Grosse goldene Staatsmedaille

[ ][  ][ ]

Nachdruck

on Sone,
Iih Versana

Schanze 4.

WDie Görlitzer Tuchfabrik Otto Schwetasch G. m. b. H. Görlitz.
versendet nachfolgend verzeichnete eigene Fabrikate zu billigen Vorzugspreisen
direkt an die Verbraucher:

ſcheviots englischer Arf die neuest Mode-
farben
, schöner als engl. Ware und ganz be-
deutend
billiger, schon von . . . M. 4.90 an
Kammgarn-Anzugstoffe, feine, moderne
Muster in allen möglichen Ausführungen,
M. 12. bis M. 5.80
Sehr beliebt ist Qualität 1200,
pro Meter M 7.80 bis M. 8.95
Solide, dunkle Buckskins lankbare Anzug-
stoffe
, kräft Strapazierware M. 5.75 bis M. 4.50
Ein grosser Erfolg ist diesmal Genre 200,
warme, mollige Qualität, nur M. 7.50 pro Meter

Gute, billige Zwirnstoffe trotz des bil-
ligen
Preises von tadelloser Beschaffenheit
M. 3.70, 2.50, 1.90
Paletofs und Ulsfer in den verschiedensten
Qualitäten, Covercoats, Meltons, Cheviots,
Kammgarne . . . . . . M. 11.80 bis M. 5.50
Feine graue Melton-Anzugstoffe,
die grosse Mode, feiner Promenadenanzug aus
original englischem Spezialgarn gewebt, nur
M. 9.80 und M. 10.20 pro Meter

Beinkleidersioffe, für grösste Haltbarkeit
ausprobierte Spezialqualitäten, besond. kräft.
solide, feine Strapazierware, M. 11.50 bis M. 5.50
Prächtige, dunkle Cheviofs, vorzügl.
Qualität, in Tausenden von Familien erprobt,
und immer wieder gekauft, M. 2.10 pro Meter
Blaue Anzugsfoffe, besonders beliebt und
stets modern, garantiert aus reinem Kammgarn,
M. 10.50 bis M. 5.50
Hochfeine schwarze Gehrockstoffe,
besonders gediegen . . . M. 12. bis M. 8.90


reisausschreiven

en

Es ist uns daran gelegen, in jeder Saison baldigst festzustellen, welche unserer neuen Muster
den meisten Beifall finden, um uns mit der Fabrikation darauf einrichten zu können.
Wir setzen deshalb zwölf Preise aus, und zwar:
I. Preis: 750 Mk. in bar, 2. Preis: 500 Mk. in bar, 3. Preis: 250 Mk. in bar,
. bis 12. Preis: Stoff zu einem Anzug von demjenigen Muster, welches die meisten Stimmen erhielt.
Wir haben die Geldpreise gegen früher auf das Dreifache erhöht.
Wer einen dieser Preise zu erlangen wünscht, lasse sich unsere Muster kommen, die wir kostenlos
ſind portofrei senden, und teile uns binnen 8 Tage nach Empfang derselben auf einer Postkarte mit,
auf welches Muster wir nach seiner Meinung bis zum 30. April die meisten Bestellungen erhalten,
. h. von welchem wir die grösste Meterzahl verkaufen werden.
Am 15. Mai werden die richtigen Lösungen festgestellt und unter den Einsendern obige Prämien unter
Aufsicht eines kgl. preussischen Notars ordnungsmässig verlost, worauf die Uebersendung sofort erfolgt.
Unser Nutzen aus diesem Preisausschreiben besteht darin, dass wir unsere Fabrikation noch
vorteilhafter einrichten können. Ihr Nutzen besteht in der Aussicht, ohne jeden Einsatz, ohne Kaufver-

bflichtung, einen dieser Preise
Eu gewinnen und sich gleich-
Eeitig von der Reellität unseres

Angebots zu überzeugen.

Pas Resultat des letzten Preisausschreibens
finden Sie auf nächster Seite.

Inser täglicher Versand nach allen
Gegenden bis in die fernsten Erd-

Leile geht in die Tausende, und wir ver-
Hanken mindestens die Hälfte unsers
Umsatzes der Weiterempfehlung durch
Aufriedene Kunden. Lassen Sie sich
unsere Fuster kommen, und Sie wer-
len
zelbst fertstellen können, dass ein
Massanzug aus ungeren hervorragend
ſchönen und dauerhaften Stoffen, über
Heren Güte und Preiswürdigkeit wir

4 Unsere Muster- 4
skollektion umſasste
7 über 260 hoch-
2
5 eleganie Dessins
2
und wird Ihnen 2
Kaufverpflichtung
porftorei
zugesandt.

Was zind 3 Pfg. Ausgabe an Porto für diese Karte
gegen ev. 2030 M. Ersparnis an einem elnzigen Anzug!
ETETETETETETEOETETETETETETETETETETETETETETETZTETEFETETE!

Senden Sie mir sofort franko, ohne Kaufverpflichtung, eine

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Tausende von Anerkennungen

Eus allen Bevölkerungskreisen be-
itzen
, tatzächlich so billig kommt.
Machen Sie den Versuch, Sie
ſerden sehr zufrieden sein!

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STOFFE
Iwerden umgetauschl !
oder das Geld
ohne Einwendung
wieder zurück-
gesandt
.

25
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Name:

Wohnorf:

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Front; Stempelſteuern erfreuen ſich nirgends einer
früher ſtets lebhaften Wi=
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reibtaung und Der Tepnetttaniſcherr Arrion gebracht. Die
hat Ihnen eine klare Methode zur Durchführung dieſes
Programms vorgeſchlagen. Sie hofft, durch die Ehrlichkeit

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endgü
zw.

[ ][  ]

Eingutsitzender Massanzug
ebenso billig und
billiger als ein fertiggekauften
wenn Sie den Stoff dazu direkt von uns beziehen.
Wirklich gut gekleidet ist man nur, wenn man angemessene Anzüge trägt. Nur solche sitzen
immer tadellos. Es ist derselbe Unterschied wie zwischen einer angemessenen Extra-Uniform und
der Kommiss-Uniſorm von der Kammer.
Ein gutsitzender Massanzug, solide angefertigt aus unseren dauerhaften, eleganten und modernen
Stoffen, kostet fix und fertig mit allen Zutaten für mittelgrosse Figur:
Starker und eleganter Anzug aus Eleganter Promenadenanzug, Feiner Gesellschaftsanzug
schwarz Salon-Kammgarn
rein Kammgarn
Cheviof, fester Strapazierstoff
ca. 64.so M.
ca. 44.60 M.
ca. 23.25 P.
Wir haben zu dem obigen Vergleiche übrigens weder unsere billigsten Stoffe herangezogen, noch
haben wir für den Schneider einen Hungerlohn berechnet, sondern die Rechnung bezieht sich auf gute
solide Stoffe, ordentliche Zutaten und auf gute Arbeit. Wir übernehmen auf Wunsch jederzeit selbst
die Anfertigung zu diesen Preisen, da wir auch eigene grosse Massschneiderei haben.
Ohne dass wir etwa alles aufs knappste berechneten, beweisen wir Ihnen,
dass Sie das Bessere billiger bekommen,
wenn Sie sich stets Massanzüge aus unseren guten, aus tadellosem Rohmaterial solide hergestellten
Stoffen bei einem ordentlichen Schneider anfertigen lassen.
Wir können gut und billig liefern, weil wir
1. eigene grosse und bedeutende Tuch-Fabrik (Spinnerei, Zwirnerei, Weberei, Färberei, Appretur etc.
haben und den weitaus grössten Teil unserer Ware selbst auf modernen Spezialmaschinen herstellen:
2. unsere Ware rasch und gegen Kasse direkt an das Publikum absetzen. Wir haben infolgedessen
keine Verluste durch Unmodernwerden und durch säumige Zahler und brauchen deshalb solche
Verluste auch nicht auf den Fabrikationspreis zu schlagen.
3. Verschenken können wir natürlich nichts. Aber unsere Kundschaft umfasst mehr als 130000 Familien
Wenn wir an jeder Bestellung nur eine Kleinigkeit verdienen, so verdienen wir bei der grossen Masse
immer noch genug und erhalten uns durch unsere gute und billige Bedienung das Vertrauen unserer
Kundschaft. Wollten wir am Meter Stoff das Dreifache verdienen wie jetzt, so würden wir schlechtere
Geschäfte machen als bei mässigem Verdienste und grossem Umsatze.
Wir senden Ihnen unsere Muster portofrei,
ohne dass Sie sich damit zu einer Bestellung verpflichten!
Unsere Kollektionen in Kleiderstoffen enthalten über 260 hochelegante Muster. Schneiden 8ie
die anhängende Postkarte ab, teilen Sie uns auf derselben Ihre genaue Adresse mit, und sofort
erhalten Sie die Muster portofrei zugesandt.

Garantieschein.
Wir garantieren, dass
jeder Stoff genau nach
Muster ausfällt.

Reste und zurückge-
setzte
Waren aus voriger
Saison (passend zu An-
zügen
, Hosen, joppen etc.)
geben wir unter Preis ab.

Schneidermeister, welche tadellos
sitzende Anzüge zu zivilen Preisen anfertigen,
ohne dass der Stoff von denselben geliefert
wird, weisen wir in fast jedem grösserem
Orte nach.EEEE

Drucksache.

An

I
Görlitzer Tuchfabrik
Otto Schwetasch

G. m. b. H.

P
4
2
Z.

* Won den Antworten, die auf das von
Vuns in der vorigen Saison veran-
U staltete Preisausschreiben eingegangen
usind, enthielten 18 die richtige Lösung.
II 1. Preis: 300 M. bar Herr Rudolf Dann,
Langenburg (Württbg.)
§ 2. Preis:200 M. bar Herr Jos. W. Scham
bach, Mainz, Carmelitenstr. 7.
I3. bis 10. Preis, bestehend in Stoff
zu einem Anzuge von Dessin Nr. 331
welches die meisten, nämlich 138,
Stimmen erhielt:
1 Herr Ingenieur Wilhelm Will, Berlin
SW 47, Vorkstrasse 14 IIIr.
Wilhelm Trost, Sprockhövel,
a. Hummelsiepen 27a.
Eugen Bijot, Breitenberg, Bayer
Wald.
E. Müller, Nürnberg, Gibitzenhof-
strasse
16all.
Willy Frick, Berlin-Friedrichs
felde Friedrichstr. 12.
2
I Hugo Eisenhuth, Rüdinghausen
P. Annen, Nr. 69 a.
Schriftsteller Joh. Mayrhofer,
Berlin N3l, Ackerstr. 117.
Frau Küstermann, Hannover, Köni,
wortherstr. 47 III.
Es erhielten also bei der Ver=
Wlosung ¾ der richtigen Antworten au
Preise, ein für die Einsender sehr gün-
§ stiges Ergebnis.
SEEEEEE

der, weil Sie
enossenschaft