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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Geheime Baurat i. P., frühere Profeſſor an der
Tech=
niſchen Hochſchule, Dr.=Ing. Eduard Schmitt, iſt
vorgeſtern hier im 71. Lebensjahre geſtorben.
Die ſozialdemokratiſche Partei Belgiens
beabſichtigt, den Generalſtreik für den 14. April zu
erklären.
Die Großmächte arbeiten eine Antwort auf die
Note der Balkandelegierten mit den
Frie=
densbedingungen aus. Man nimmt an, daß die
Großmächte die Uebermittlung der harten Bedingungen
an die Türkei ablehnen und deren Milderung verlangen
werden.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
18. März 1813: Einſchließung von Stettin das am 21.
No=
vember kapituliert; die franzöſiſche Beſatzung
kriegs=
gefangen.
Einzug der Ruſſen in Hamburg.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Zur Lage am Balkan.
C Wie von diplomatiſcher Seite zuverläſſig
ver=
lautet, ſind die Friedensbedingungen, unter
denen die verbündeten Balkanſtaaten die Mediation der
Großmächte annehmen wollen, nicht darnach angetan, den
Großmächten die Uebernahme der Mediation zu
ermög=
lichen. Eine derartige Auffaſſung der Großmächte kann
niemand in Erſtaunen ſetzen; denn die
Friedensbedingun=
gen des Balkanbundes ſind faſt in allen Punkten ſo
außer=
ordentlich ſchwer, daß die Großmächte ſchon wegen der
vorauszuſehenden Ablehnung der Pforte gegen die
Ueber=
nahme der Mediation Bedenken tragen müſſen. Die
Ge=
bietsforderungen überſchreiten ſowohl betreffs der
bul=
gariſch=türkiſchen Grenze, wie in bezug auf Skutari und
die Aegäiſchen Inſeln das berechtigte Maß, und das gleiche
gilt von dem Verlangen nach Zahlung einer
Kriegsentſchä=
digung, ganz zu ſchweigen von der geforderten Vergütung
für Schäden, die vor dem Kriege entſtanden ſind. Somit
ſcheint als brauchbare Grundlage für
Friedensverhand=
lungen nur die beanſpruchte Desintereſſements=Erklärung
bezüglich Kretas und die Forderung der Fortdauer der
Kriegsoperationen übrig zu bleiben; denn auch in der
Forderung, daß die Behandlung der Staatsangehörigen
des Balkanbundes, ſeiner Kaufmannſchaft uſw., im
dtto=
maniſchen Reiche durch den endgültigen Friedensvertrag
geregelt werden ſollen, können ſich Anſprüche verbergen,
deren Regelung vermittels des Friedensvertrages der
Tür=
kei unbillige Laſten aufbürdete.
Wie aber werden ſich die Dinge geſtalten, wenn die
Großmächte die Mediation formell abgelehnt haben? Läßt
ſich hierauf im Augenblick auch keine beſtimmte Antwort
geben, ſo iſt es doch in hohem Grade wahrſcheinlich, daß
der Krieg fortgeſetzt wird. Denn die Feſtigkeit der
Tſcha=
taldſchaſtellung auf türkiſcher Seite, eine gewiſſe
Kriegs=
müdigkeit der verbündeten Regierungen auf der anderen
Seite, können der Türkei die Fortſetzung des Widerſtandes
geraten erſcheinen laſſen. Für Europa würde die
Fort=
ſetzung des Krieges bedeuten, daß der längſt nur zu ſchwer
empfundene Druck, der infolge des Balkankrieges auf dem
wirtſchaftlichen Leben laſtet, fortdauert. So beklagenswert
dieſer Zuſtand iſt, ſo unausbleiblich dürfte er ſein; denn
das einzige, was Wandel ſchaffen, d. h. den Balkanbund
zur Einſchränkung ſeiner Forderungen beſtimmen könnte,
iſt ein Macht wort Europas, und dieſes wird
ſchwer=
lich geſprochen werden. Warum? Weil hinter dem
Bal=
kanbunde, mögen auf der Londoner Botſchafter=
Vereini=
gung auch manche Gegenſätze beſtimmter Großmächte
aus=
geglichen oder verkleiſtert worden ſein, der auf
Frank=
reich geſtützte ruſſiſche Panſlavismus ſteht,
der kaum ſeine Zuſtimmung dazu geben wird, daß
bei=
ſpielsweiſe öſterreichiſch=ungariſche Exekutionstruppen in
das Gebiet des Balkanbundes einrücken oder engliſche
Kriegsſchiffe Saloniki und Warna beſchießen.
Die Rechnung auf die Uneinigkeit Europas hat den
Balkanbund zu ſeinen jetzigen Forderungen ermuntert; es
ſieht einſtweilen nicht darnach aus, daß ihre Ermäßigung
und ein ſo ermöglichter Friedensſchluß von etwas anderem
zu erwarten ſeien, als von den Verhältniſſen des
Balkan=
bundes ſelbſt und der Nachhaltigkeit des türkiſchen
Wider=
ſtandes,
Die Militärvorlage und die
vermögensababde,
Die Bayeriſche Staatszeitung widmet in einem von
großem Optimismus getragenen, ſchwungvollen Artikel den
kommenden Wehrvorlagen eine eingehende Rückſchau, in
der ſie ſchreibt:
Seit zwei Wochen beſchäftigt ſich die öffentliche
Mei=
nung Deutſchlands mit der Vermögensabgabe.
Deutſch=
land hat bei dieſen Erörterungen wahrhaftig nicht ſchlecht
abgeſchnitten. Es iſt Pflicht und Freude, dieſes
feſtzuſtel=
len. Kein irgendwie ernſt zu nehmender Widerſpruch hat
ſich gegen den Gedanken erhoben, die im Intereſſe unſerer
Weltſtellung unumgänglichen Koſten einer
außerordent=
lichen Wehrvorlage durch außerordentliche, ausſchließlich
vom Beſitz zu tragende Beiträge aufzubringen. Im
Ge=
genteil, dieſer Gedanke der Reichsleitung hat überall in
deutſchen Landen verſtändnisvolle Zuſtimmung gefunden,
nicht zuletzt in den Kreiſen, in denen ſich Beſitz und
Ver=
mögen verkörpern. Mit der verſtandesmäßigen
Anerken=
nung der Notwendigkeit daß eine außerordentliche
Maß=
regel außerordentliche Mittel erheiſche, verband ſich
war=
mes vaterländiſches Empfinden. Aus allen Betrachtungen,
die die bürgerliche Preſſe Deutſchlands der
Vermögenst=
abgabe widmete ſprach die Vereitwilliakeit der
Bevölke=
rungsklaſſen, deren Anſchauungen dieſe Preſſe vertritt, ſich
einmütig zu dem großen Opfer zuſammenzuſchließen, das
Deutſchland nach Ueberzeugung der berufenen Stellen auf
ſich nehmen muß. Dieſe Geſchloſſenheit der Zuſtimmung
aus allen bürgerlichen Kreiſen des Reichs hat ihren
Ein=
druck auf das Ausland nicht verfehlt. Zaghafte Gemüter
hatten gerade nach dieſer Richtung hin eine ungünſtige
Wirkung der in Ausſicht genommenen Vermögensabgabe
befürchten zu müſſen geglaubt. Sie ſahen Deutſchlands
finanzielles Anſehen gefährdet, ſeinen Kredit erſchüttert,
das Geſtändnis eigener Leiſtungsunfähigkeit vor einer
gan=
zen Welt des Neides abgelegt. Die ſo dachten, haben ſich
gründlich darüber getäuſcht, wie hoch die Volks= und
Fi=
nanzkraft des Deutſchen Reiches im Ausland tatſächlich
eingeſchätzt wird. Die fremden Völker wiſſen ganz genau,
was Deutſchland mit ſeiner raſtloſen und unerſchöpflichen
Arbeitskraft, mit ſeiner die geſamte Kulturwelt an ſich
zie=
henden Induſtrie, mit ſeinem zäh und machtvoll ſich
durch=
ſetzenden Handel wert iſt. Sie haben daher, wie dies die
Aeußerungen ihrer Preſſe erkennen laſſen, die
Vermögens=
abgabe, die Deutſchland ſich für Rüſtungszwecke auferlegen
will, durchaus nicht etwa als Ausfluß einer irgendwie
ge=
arteten Schwäche, ſondern als Merkmal kraftvoller
natio=
naler Betätigung gedeutet. und ſie haben damit recht
gehabt. Der Geſetzentwurf, durch den der patriotiſche
Ge=
danke einer einmaligen Vermögensabgabe zu
außerordent=
lichen Rüſtungszwecken in die Sprache nüchterner Begriffe
und Tatſachen umgeſetzt werden ſoll, wird in Bälde dem
deutſchen Volk und ſeiner parlamentariſchen Vertretung
vorliegen.
Mit ihm werden auch die Vorſchläge zur Erörterung
geſtelt werden, die ſich auf die Deckung der Koſten
be=
ziehen, die durch dauernde und unerläßliche Verſtärkung
unſerer Heeresmacht veranlaßt ſind. Es iſt vorauszuſehen,
daß die Prüfung, der die bürgerlichen Parteien dieſe in
das wirtſchaftliche Leben der Nation tief einſchneidenden
Vorlagen unterziehen werden und unterziehen müſſen,
nicht vor dem Flammenzeichen vaterländiſchen Empfindens
halt machen, ſondern daß ſie ſehr ernſthaft auf die
Ein=
zelheiten der Vorſchläge der Reichsleitung eingehen wird.
Keine der beteiligten Parteien aber möge vergeſſen daß
bei der Erörterung dieſer Fragen das Ausland auf uns
ſchaut, und daß die achtungsvolle Aufnahme, der der
Ge=
danke der deutſchen Vermögensabgabe bei den anderen
Na=
tionen begegnet iſt, raſch einer unſerem Anſehen
abträg=
lichen Beurteilung Platz machen müßte, wollten
Krämer=
oder Philiſtergeiſt an ausſchlaggebender Stelle im deutſchen
Volke zu Wort kommen.
Wenn Deutſchland dieſe wahrhaft großen Opfer auf
ſich nehmen will, dann kann und darf es ſie nur würdig
auf ſich nehmen. Dieſe Opfer mögen der deutſchen
Volls=
wirtſchaft, den deutſchen Bundesſtaaten, dem einzelnen
Deutſchen ſchwer fallen, aber ſie müſſen gebracht werden,
in der Ueberzeugung, daß ſie die ſtärkſte Büraſchaft dafür
bieten, daß uns der Friede und damit das Feld für die
Betätigung deutſcher Arbeit, deutſchen Handels und
deut=
ſcher Induſtrie geſichert bleibt.
Von angeblich gut unterrichteter Seite werden über die
Deckung der neuen Heeresvorlage folgende
Einzelheiten berichtet:
Im Verfolge der Finanzminiſterkonferenz, die in der
letzten Woche in Berlin getagt hat, ſind die mittleren
Bundesſtaaten mit ihrer ablehnenden Haktung
gegen die Vermögenszuwachsſteuer
durch=
aus durchgedrungen. Wenn auch vorläufig nur die
unge=
fähre Feſtlegung auf eine Reihe von „Steuern auf den
Be=
ſitz das Ergebnis der Konferenz bildete, ſo muß jener
Vorſchlag des Reichskanzlers als inzwiſchen endgültig
ge=
fallen gelten. Jedenfalls wird dafür keine
Bundes=
ratsmehrheit erzielt werden. Die Steuern auf den
Beſitz, die ihre endgültige Geſtaltung zurzeit im
Reichs=
ſchatzamt erhalten, ſollen zum Teil in der Form von
Stempelabgaben erhoben werden, u a. den Lurus ſtark
treffen und auch die Börſe nicht auslaſſen. Ein
Spiritus=
monopol wird nicht zu den neuen Steuerquellen gehören.
Die Bundesratsſitzung, die zur
Heeresvor=
lage Stellung nehmen wird, findet in dieſer Woche vor
Oſtern ſtatt. Man nimmt an, daß der Bundesrat ſich über
die Vorlage in einer Sitzung ſchlüſſig macht, da mit den
Bundesregierungen bereits vorher eine eingehende
Er=
örterung und Einigung über die einzelnen Details
ſtatt=
gefunden hat. Am 28. März kommt dann die Vorlage
be=
kanntlich an den Reichstag. Die Zahl der
Mehraushebun=
gen zur Verſtärkung der Friedenspräſenz geht, wie es
heißt, über die Ziffer 68 000 nicht hinaus.
Deutſches Reich.
— Die Veranlagung zur
Wertzuwachs=
ſteuer. Um Härten bei der Veranlagung der
Wertzu=
wachsſteuer zu vermeiden, hat der Bundesrat folgendes
beſchloſſen: Die Zuwachsſteuer iſt auf Antrag inſoweit zu
ermäßigen, als 1. ihre Erhebung durch die
Nichtberück=
ſichtigung von Aufwendungen der in § 14, Ziffer 3, 4 des
Zuwachsſteuergeſetzes genannten Art neben dem
Erwerbs=
preis veranlagt iſt, die von dem Steuerpflichtigen
zwar=
vor Beginn des für die Steuerberechnung maßgebenden
Zeitraumes, aber nach Abſchluß des Veräußerungsgeſchäfts
nachweislich auf ſeine Rechnung und im eigenen Intereſſe
gemacht und weder bei der letzten Steuerveranlagung, noch
bei Bemeſſung des Erwerbspreiſes angerechnet worden
ſind; 2. die Anwendung der Vorſchrift des § 65 des
Zu=
wachsſteuergeſetzes zur Feſtſetzung eines Steuerbetrages
führt, der höher iſt als derjenige, der ſich ohne Anwendung
dieſer Vorſchrift ergeben würde. — Infolge der
Berück=
ſichtigung der Aufwendungen tritt eine Verlängerung der
Steuerberechnungsfriſt nicht ein. Eine bereits rechtskräftig
feſtgeſetzte Steuer iſt auf Antrag nach näherer Beſtimmung
der Landeszentralbehörde inſoweit nachträglich zu
er=
mäßigen und gegebenenfalls zu erſtatten, als die
Voraus=
ſetzungen von 1 oder 2 gegeben ſind. Mit dieſem Beſchluß
iſt nur eine Auslegung einzelner Beſtimmungen des
be=
ſtehenden Geſetzes gegeben; für die Beſtrebungen nach
einer grundlegenden Aenderung des Zuwachsſteuergeſetzes
iſt er nur von untergeordneter Bedeutung.
— Die wirtſchaftliche und finanzielle
Bedeutung der Opfergabe. Ueber dieſes Thema
ſchreibt Das neue Deutſchland, Wochenſchrift für
konſer=
vativen Fortſchritt:
Die dauernde Verſchlechterung des deutſchen
Geld=
marktes verdient die ernſteſte Beachtung, ſie ſteht im
voll=
ſten Widerſpruch zu der günſtigen Entwicklung der
Reichs=
finanzen ſeit der Reichsfinanzreform. Nur mit Schrecken
kann man ſich ausmalen, wie die Dinge ſich geſtaltet hätten,
wenn das Reich in der Schulden= und Deſizitwirtſchaft
ſtecken geblieben wäre. Die großen Anforderungen für
Rüſtungszwecke laſſen die Gefahr eines Rückfalls in die
Pumpwirtſchaft überaus bedrohlich erſcheinen. Eine
Mil=
liardenanleihe auf unſerem in kritiſcher Lage ſtehenden
Geldmarkt, das wäre an ſich eine ſchwere wirtſchaftliche
Gefahr Der ſo geringe Erfolg der vor wenigen Tagen
ſtattgehabten Anleihebegebung muß jeden Zweifel darüber
nehmen. daß eine Milliardenanleihe des Reiches eine
wei=
tere Steigerung des Zinsfußes und einen bedenklichen
Kursſturz hätte herbeiführen müſſen. Daß das durch die
Opfergabe vermieden wird, liegt nicht nur im
Allgemein=
intereſſe, ſondern kommt ganz beſonders auch dem
deut=
ſchen Kapital zugute, dem hierdurch ein Ausgleich für ſeine
Steuerbelaſtung geboten iſt. Indem die Milliarde für
ein=
malige Ausgaben nicht durch Anleihe, ſondern auf dem
Wege der Opfergabe gedeckt wird, iſt aber zugleich auch
der Bedarf für die laufenden Ausgaben um über 50 bis
60 Millionen Mark vermindert. Denn die Verzinſung und
Tilgung dieſer Milliardenanleihe hätte durch den
Reichs=
haushalt und mithin durch die Steuerzahler aufgebracht
werden müſen. Die Steuerzahler können denmach von
50 bis 60 Millionen Mark jährlicher Belaſtung verſchont
bleiben. Dadurch wird naturgemäß das Zuſtandekommen
der Deckungsvorlage weſentlich erleichtert werden. Dank
der Opfergabe dürfen wir hoffen, daß die Heeres= und
Deckungsvorlage vor Pfingſten zur Erledigung gelangt.
— Aus dem „roten. Landtag”. Aus
Rudol=
ſtadt wird gemeldet: Es iſt Friede geworden! Die
Re=
gierung hat, wie ſchon gemeldet, die Vorlage betr.
Er=
höhung der Pfarrergehälter zurückgezogen. Sie hat ferner
ihren auf der Linken ſcharf befehdeten Entwurf zur
ein=
ſchneidenden Aenderung der Wahlrechtsbeſtimmungen vom
31. Januar d. J. zurückgezogen und dem Wunſche der
Mehrheit des Landtages entſprechend die alte Steuerreform
und die unerhebliche Wahlrechtsänderung vom Februar
1912 wieder eingebracht. Daraufhin hat dann der
Land=
tag die Beſoldungserhöhungen für die Beamten und
Leh=
rer, ſowie den Etat in erſter und zweiter Leſung
ange=
nommen. Nachdem man dann noch den ſeit einem Jahre
überhaupt penſionierten Landtagsausſchuß wiedergewählt
hatte, iſt der Landtag bis zum 2. April in die Ferien
ge=
gangen. Jedenfalls dürfte hiernach der alte Krieg in
Schwarzburg=Rudolſtadt wenigſtens bis auf weiteres
end=
gültig beendet ſein.
Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Nummer 65.
Linstand.
Kullen.
Die geſeogeveriſche Tätigreit der
Kammer. Bei der Debatte über das Budget des
In=
nern wies Miniſterpräſident Giolitti die Kammer auf die
bedeutende geſetzgeberiſche Tätigkeit der letzten beiden
Jahre hin. Die Kammer habe die Strafprozeßordnung,
das Verſicherungsmonopol, die neue Juſtizverwaltung, das
Notariatsgeſetz, das Marinedienſtgeſetz und zahlreiche
an=
dere wichtige Gegenſtände angenommen und hiermit die
lebhafte Tätigkeit der Majorität gezeigt. Giolitti ſagte
ferner, er habe ſehr großes Vertrauen auf die guten
Re=
ſultate des allgemeinen Stimmrechts und auf das Werk
der neuen Legislaturperiode, aber gleichzeitig habe er die
feſte Ueberzeugung, daß dieſe ſchwerlich das übertreffen
würde, was die letzte Nationalverſammlung mit
begrenz=
tem Stimmrecht zum Wohle des Vaterlandes tun konnte
Die Kammer nahm ſodann das Budget an und vertagte ſich
bis zum 22. April.
Frankreich.
Eine friedliche Anſprache des
Präſi=
denten. Nach Beendigung der Parade in Vincennes
hielt Präſident Poincaré in Erwiderung auf Anſprachen
des Deputierten des Bezirks und des Bürgermeiſters eine
Rede, in der er erklärte: Wenn Frankreich die berechtigte
Sorge hat, ſeine Stellung in der Welt unverſehrt aufrecht
zu erhalten, und wenn es imſtande ſein will, ſeine Ehre
zu verteidigen, ſo beweiſe es doch alle Tage die
Aufrichtig=
keit ſeiner friedlichen Abſichten, indem es ohne
Hinter=
gedanken an dem Einvernehmen Europas mitarbeitet, ſo
daß die Ehrlichkeit ſeiner ſriedfertigen Abſichten nicht
be=
ſtritten werden könne. Die Regierung der Republik werde
als getreue Dolmetſcherin des Willens der Nation
fort=
fahren, ohne Schwäche eine Politik des Friedens und der
Würde durchzuführen, wie ſie gleichzeitig den Intereſſen
Frankreichs und denjenigen der Ziviliſation entſpreche.
Die Stellung des Senats zu der
Wahl=
reform= und der Militärvorlage. Der
radi=
kale Senator des Seine=et=Oiſe=Departements Aimond
erklärte auf einem Bankett in Nantes, daß 159 Senatoren
ſich verpflichtet hätten, gegen den von der Kammer
ange=
nommenen Wahlreformentwurf und für das
Mehrheits=
prinzip zu ſtimmen; nur 110 Senatoren würden für das
Verhältniswahlſyſtem ſtimmen, 28 Senatoren dürften ſich
wahrſcheinlich der Stimmabgabe enthalten. Betreffs der
von der Regierung eingebrachten Militärvorlagen erklärte
Aimond, daß die radikale Gruppe im Senat dieſe Vorlage
nur dann bewilligen würde, wenn ſie durch Aufklärungen
der verantwortlichen Miniſter des Heeres und der
Finan=
zen im Ausſchuß des Senats die völlige Ueberzeugung
erlangt hätten, daß die Vermehrung der Mannſchafts=
Be=
ſtände unerläßlich ſei.
Die dreijährige Dienſtzeit. Eine Note der
Agence Havas dementiert die in den Couloirs der Kammer
und des Senats verbreiteten Gerüchte, die Beſchlüſſe des
Oberſten Kriegsrates über die dreijährige Dienſtzeit ſeien
nicht einſtimmig gefaßt worden. Der Oberſte Kriegsrat
habe nach Erörterung jeder einzelnen Frage ſeine
Be=
ſchlüſſe einſtimmig gefaßt.
Belgien.
Ein großer militäriſcher Skandal iſt in
Sicht. Obwohl ſeit einem Jahre alles getan wird, um die
Sache zu vertuſchen, wird ſie doch infolge einer Anfrage in
einer der nächſten Kammerſitzungen das Parlament
be=
ſchäftigen. Es handelt ſich um die Befeſtigungen an der
Schelde. Durch ſträflichen Leichtſinn der dort ſtehenden
militäriſchen Leiter ſind die dortigen Befeſtigungen
nie=
mals ausgebeſſert worden, ſo daß ſie unbrauchbar waren,
lals man die 1910 gelieferten Geſchütze dort aufſtellen
wollte. Die Geſchütze wurden deshalb — in Schuppen
verpackt, weil Verſuche gezeigt hatten, daß ſie dort immer
noch beſſer ſtänden als im Freien an der Schelde, weil ſie
ſich in den Scheldebefeſtigungen nicht abfeuern ließen,
ohne den Belgiern mehr Schaden zu tun als den Gegnern
Die Offiziere hatten auch von dieſer Feſtſtellung nicht
einmal Mitteilung gemacht.
* Wien, 16. März. Die Reihe der anläßlich der
Jahrhundertffeier der Befreiungskriege
geplanten Feſtlichkeiten wurde durch eine Feier vor dem
Denkmal Theodor Körners eröffnet. Anweſend waren
u. a. der deutſche Botſchafter, Statthalter Frhr. v. Bienerth,
die Vizebürgermeiſter Porzer und Hoß, Vertreter des
Un=
terrichtsminiſteriums, zahlreiche Gemeinderäte, Vertreter
der Preſſe und Vereine. Nach der von dem Stadtrat
To=
mola gehaltenen Feſtrede legte Vizebürgermeiſter Porzer
an dem Denkmal einen Kranz nieder, worauf die Vereine
Kränze niederlegten. Mit einer patriotiſchen Anſprache
Por=
zers und dem Vorbeimarſch der Schulkinder und Vereine
vor dem Denkmal endete die Feier.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. März.
* Vom Hofe. Der Fürſt zu Solms=Lich reiſte
am Samstag nachmittag 4 Uhr 23 Minuten wieder ab.
Die Großherzoglichen Herrſchaften wohnten am Samstag
vormittag dem Gottesdienſt in der Hofkirche an. Abends
Uhr traf Prinz Heinrich von Preußen im
Auto zum Beſuch im Neuen Palais ein. (Darmſt. Ztg.)
* Ordensverleihungen. Se. Könial. Hoheit der
Großherzog haben dem Kreisbauinſpektor Baurat
Lucius zu Mainz die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer
verliehenen Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe erteilt, dem
Kreisſtraßenmeiſter Jakob Friedrich Weyhing zu
Wimpfen anläßlich ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand
das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Arbeit und der
Hebamme Katharine Kullmer zu Münzenberg die
Silberne Verdienſtmedaille des Ludewigs=Ordens aus
Anlaß der Niederlegung ihres Dienſtes verliehen.
* Uebertragen wurden den Lehrern Philipp Geibel
zu Ober=Saulheim, Kreis Oppenheim, und Georg Lehr
zu Ranſtadt, Kreis Büdingen, Lehrerſtellen an der
Ge=
meindeſchule zu Pfungſtadt, Kreis Darmſtadt.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Reallehrer
an der höheren Mädchenſchule zu Offenbach Heinrich
Flath auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
langjährigen treuen Dienſte, vom 1. April 1913 an und
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben ihm
aus dieſem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen;
ferner wurde in den Ruheſtand verſetzt die Lehrerin an
der höheren Bürgerſchule zu Heppenheim a. d. B. Anna
Hitzel auf ihr Nachſuchen.
* Ernaunt wurde der Großh. Steueraufſeher
Thaddäus Franz zu Mainz vom Tage ſeines
Dienſt=
antritts an zum Pfandmeiſter für den Beitreibungsbezirk
Fürth.
* Erledigte Stelle. Eine Stelle für einen
evange=
liſchen Lehrer an der Volksſchule in Bad Nauheim.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 7 vom
17. März hat folgenden Inhalt: 1. Wahlordnung für
die Wahl der Mitglieder der Genoſſenſchaftsverſammlung
und des Genoſſenſchaftsvorſtandes der land= und
forſt=
wirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft für das
Großher=
zogtum Heſſen. 2. Bekanntmachung, die Bildung der
Amtsgerichtsbezirke Gießen und Lich betreffend. 3.
Be=
kanntmachung, das Ortsgericht und das Standesamt
Koſtheim betreffend. 4. Bekanntmachung, Anſchlußgleis
der Firma Buderusſche Eiſenwerke in Wetzlar betreffend.
5. Bekanntmachung, die „Leferenzſche Stiftung” in
Lampertheim betreffend.
g. Strafkammer. Wegen Urkundenfälſchung
und Betrug ſtand der oft vorbeſtrafte 25jährige
Schloſ=
ſergeſelle Jakob Graſſer aus Damm vor der
Straf=
kammer. Der Angeklagte war auf der Wanderſchaft nach
Seligenſtadt gekommen, wo er bei einem Wirt zunächſt
eine Zeche von 1,50 Mark machte, um dann zu
verſchwin=
den Einem dortigen Fahrradhändler legte er eine
ge=
fälſchte Arbeitsbeſcheinigung vor und bewog dieſen
da=
durch zur Ausleihung eines Fahrrades, mit dem der
An=
geklagte angeblich ſeine Sache holen wollte. Er fuhr mit
dem Rade, das einen Wert von etwa 70 Mark hatte, nach
Aſchaffenburg, wo er es verſetzte. Das Gericht billigte
ihm nochmals mildernde Umſtände zu und verurteilte ihn
zu ſieben Monaten Gefängnis. — Der 36järige
Schloſſer Wilhelm Schaffner und ſeine 24jährige Ehe=
frau, beide von Rüſſelsheim, waren vom Schöffengericht
Groß=Gerau wegen Mißhandlung ihrer jetzt zehn Jahre
alten Tochter zu dreibezw. zwei Wochen
Ge=
fängnis verurteilt worden, gegen welches Urteil ſie
Be=
rufung verfolgten. Der Angeklagte heiratete im Jahre 1909
zum zweiten Male und brachte das Mädchen mit in die
Ehe. Es befand ſich zunächſt ein Jahr bei den Großeltern.
Als es dann in das Elternhaus zurückkehrte, wurde es,
wie aus den Zeugenausſagen hervorging, oft unmenſchlich
mißhandelt. Zeugen, die mit im Hauſe wohnten,
be=
kunden, daß ſie das Schreien des Mädchens nicht
mehr mit anhören konnten und daß ſie deshalb auszogen.
Bei dem Züchtigen des Kindes benutzten die Angeklagten
Ausklopfer, Leibriemen, Kochlöffel oder was ſie ſonſt
ge=
rade in Händen hatten. Dieſe Züchtigungen ſollen faſt
jeden Tag, oft mehrmals täglich, ſtattgefunden haben. Die
Mißhandlungen kamen dadurch zur Anzeige, daß das
Mädchen nach einer abermaligen Mißhandlung davon lie
und ſich zu ſeinen Großeltern flüchtete. Der Arzt ſtellte
dann am Körper der Kleinen unzählige Spuren von
ſchwe=
ren Züchtigungen feſt, worauf die Anzeige erfolgte. Det
Angeklagte gibt eine Ueberſchreitung des Züchtigungsrechts
zu, er will dies aber nur in der Erregung über die
Bos=
haftigkeit des Kindes getan haben und bezweckt
Umwand=
lung der Gefängnisſtrafe in Geldſtrafe mit ſeiner
Be=
rufung, während die Stiefmutter jede Mißhandlung in
Ab=
rede ſtellte und freigeſprochen ſein will. Nach dem
Er=
gebnis der Zeugenvernehmung nahmen die Angeklagten,
dem Vorſchlag des Vorſitzenden folgend, ihre
ausſichts=
loſe Berufung zurück.
* Geheimer Baurat Dr. Eduard Schmitt F. Sonntag
nachmittag iſt Herr Dr. phil. und Dr.=Ing. Eduard
Schmitt, Geheimer Baurat und früher ordentlicher
Pro=
feſſor der Ingenieurwiſſenſchaften an der Techniſchen
Hoch=
ſchule in Darmſtadt, im 71. Lebensjahre verſtorben.
Der Verſtorbene war am 5. Mai 1842 in Prag geboren und
hatte auch in Prag an der Techniſchen Hochſchule und
Uni=
verſität, ſowie in Wien an der Techniſchen Hochſchule
ſiu=
diert. In Prag und in Wien übte er auch zunächſt ſeine
Lehrtätigkeit aus, bis er 1872 einem Ruf an die Univerſität
Gießen Folge leiſtete. Schon 1874 wurde er dann als
ordentlicher Profeſſor an die Techniſche Hochſchule nach
Darmſtadt berufen, woſelbſt er bis zum 1. Oktober 1912,
alſo faſt vier Jahrzehnte hindurch, wirkte. Am 1. Oktober
1912 trat der Verſtorbene, 70 Jahre alt. in den Ruheſtand,
deſſen er ſich nicht mehr lange erfreuen ſollte. Viermal hat
Geheimrat Schmitt während ſeiner Tätigkeit an der
Hoch=
ſchule das Amt des Rektors bekleidet, und zwar 1875, 76,
84 und 85. Die Techniſche Hochſchule Berlin=
Charlotten=
bura verlieh ihm 1905 die Würde des Dr.=Ing. h. e. In
zahlreichen Schriften und Bänden hat der Verſtorbenc
Früchte ſeines reichen Wiſſens, beſonders auf dem Gebiete
des Tiefbaues des Straßen= und Eiſenbahnbaues u. v. a.,
niedergelegt. Er war Mitarbeiter an Luegers „Lexikon der
geſamten Technik” und vielen anderen Werken. R. i. p.
— Vom Großh. Hoftheater. Am Oſtermontag nimmt
das Hoftheater nach einwöchiger Pauſe ſeine Tätigkeit mit
einer Aufführung von Verdis „Arda” unter der
muſikali=
ſchen Leitung Paul Ottenheimers, der als Dirigent
vom Beginn der nächſten Spielzeit ab in den Verband des
Hoftheaters tritt, wieder auf. Die Titelpartie ſingt
erſt=
malig Gertrud Geyersbach. Am Nachmittag dieſes
Feier=
tages wird der Zyklus der Volksvorſtellungen zu
ermäßig=
ten Preiſen mit einer Aufführung des hiſtoriſchen
Luſt=
ſpiels „Die Anna=Liſe” weitergeführt Für den dritten=
Feiertag iſt eine Repriſe von Millöckers Der
Bettel=
ſtudent” in Ausſicht genommen. Der Vorverkauf für dieſe
Vorſtellungen beginnt heute an der Kaſſe des Hoftheaters
und wird täglich, mit Ausnahme von Charfreitag und
Oſterſonntag, daſelbſt fortgeſetzt. Der Kartenvorverkauf
für die 24. Volksvorſtellung „Die Anna=Lieſe” findet
aus=
ſchließlich im Verkehrsbureau ſtatt.
Die Frühlingsfeſtſpiele des Großh.
Hoftheaters. Dem Gedächtnis Richard
Wag=
ners gilt der Zyklus feſtlicher Aufführungen
ſeiner Meiſterwerke, mit welchem die Leitung des
Hoſ=
theaters die Inſtitution der Frühlings=Feſtſpiele in
Darm=
ſtadt einführen wird. Den, Auftakt zu den großzügigen
Veranſtaltungen des Wagnerjahres bildet die am 30.
März ſtattfindende Aufführung von „Triſtan und Iſolde‟
unter Leitung von Artur Nikiſch mit Kammerſänger Prof.
Dr. Alfred von Bary als Triſtan und Kammerſängerin
Cäcilie Rüſche=Endorf als Iſolde. Die ſzeniſche Leitung
des erſten Feſtabends hat Rainer Simons, der Direktor
der Wiener Volksoper. Die neuen Dekorationen und
Koſtüme ſind nach Originalentwürfen von Prof. Hein
rich Leffler hergeſtellt. Die Feſtaufführungen von
Richard Wagners „Ring des Nibelungen” ſind auf den
10. April (Rheingold), 13. (Walküre), 20. (Siegfried)) und
24. (Götterdämmerung) angeſetzt. Die beiden erſten Abende
der Tetralogie dirigiert Hofkapellmeiſter Leo Blech=
Friedrich Hebbel.
Zu ſeinem hundertjährigen Geburtstage.
(1813 — 18. März — 1913).
Von Richard Krauſe.
Nachdruck verboten.)
Wir feiern in dieſem Jahre den 100jährigen
Geburts=
tag und zugleich auch den 50. Todestag ſeiner
Unſterblich=
lichkeit. Sein Leben wird durch die Jahreszahlen 1813 und
1863 begrenzt, und man nimmt in unſerer Zeit jede
Ge=
legenheit gern war, Friedrich Hebbel zu feiern; denn
Heb=
bel, der vor nahezu einem halben Jahrhundert die Augen
ſchloß, gehört unſerer Zeit viel mehr an, als jenen Tagen,
da er ſein Leben ließ. Hebbels Leben iſt eine Paſſions
geſchichte. Auch als er längſt von der Not der Armut
be=
freit war, litt er noch vhyſiſch und ſeeliſch unter den
Fol=
gen ſeiner Armut. Das halbe Jahrhundert aber, das ſeit
ſeinem Tode verfloſſen, iſt ein Erwachen ſeines Geiſtes zu
immer lichterer Helligkeit. Heute lebt er mehr unter uns
denn je zu ſeinen Erdentagen.
Man hat in dieſem Maße wie bei Hebbel es wohl
ſelten erlebt, daß ein Dichter ſeinem Volke erſt ſo recht
nach ſeinem Tode ans Herz wächſt. In der deutſchen
Literaturgeſchichte iſt nur ein Fall noch bekannt: Kleiſt,
mit dem Hebbel viel verwandte Züge hat. Freilich,
Heb=
bel ſteht uns heute viel näher als Kleiſt, Hebbel iſt wohl
der bedeutendſte Dramatiker der modernen Literatur; er
iſt den Ibſen und Gerhart Hauptmann verwandter als
irgend einem. Er iſt aus der nachklaſſiſchen Literatur
der=
jenige, der dem modernen Empfinden jedenfalls am
näch=
ſten ſteht.
Die Urſache dafür iſt leicht gefunden: er hat die
ſozia=
len Kämpfe, unter derem Einfluß unſer ganzes modernes
Geiſtesleben ſteht, am eigenen Leibe mitgemacht. Wir
betrachten heute Kunſt und Leben, Moral und Sittlichkeit
aus dem ſozialen Geſichtspunkte heraus. Friedrich Hebbel,
der ſich aus größter Not und Elend durchringen mußte
zur geiſtigen Höhe, der dieſen Kampf ums Daſein in ſein
Dichten hineingetragen, berührt in ſeinen Werken Saiten
die wir moderne Menſchen beſſer verſtehen und empfinden
können als ſeine Zeitgenoſſen, denen noch nicht der Blick
genügend geweitet war für dieſe ſozialen Abſtände.
Friedrich Hebbel iſt am 18. März 1813 zu Weſſelburen
in Holſtein als Sohn eines bettelarmen Maurers geboren.
In der Ortsſchule erhielt er die notdürftigſte Bildung.
„Bis in mein 14. Jahr” ſo erzählt er, „habe ich, obwohl
ich Verſe machte, keine Ahnung gehabt, daß ich für die
Poeſie beſtimmt ſein könne. Sie ſtand mir bis dahin wie
ein Ungeheueres vor der Seele, und eher würde ich es
meinen körperlichen Kräften zugemutet haben, eine Alp zu
erklimmen, als meinen geiſtigen, mit einem Dichter zu
wetteifern, obwohl mich beides reizte. Ich ſtand in einem
Verhältnis zur Poeſie wie zu meinem Gott, von dem ich
wußte, daß ich ihn in mich aufnehmen, aber ihn nicht
er=
reichen könne. Deutlich erinnere ich mich übrigens noch der
Stunde, in welcher ich die Poeſie in ihrem eigentümlichen
Weſen und ihrer tiefſten Bedeutung zum erſtenmal ahnte
Ich mußte meiner Mutter immer aus einem alten
Abend=
ſegenbuch den Abendſegen vorleſen, der gewöhnlich mit
einem geiſtlichen Liede ſchloß. Da las ich eines Abends
das Lied von Paul Gerhard, worin der ſchöne Vers:
Die blauen Sternlein prangen
Am blauen Himmelsſaal,
vorkommt. Dies Lied, vorzüglich aber dieſer Vers, ergriff
mich gewaltig; ich wiederholte es zum Erſtaunen meiner
Mutter in tiefſter Rührung gewiß zehnmal. Damals ſtand
der Naturgeiſt mit ſeiner Wünſchelrute über meiner
jugendlichen Seele; die Metalladern ſprangen, und ſie
er=
wachte wenigſtens aus einem Schlaf.‟ Die Bibel und die
Chronik von Dithmarſchen waren ſeine Lektüre in den
Knabenjahren; daß er dieſe Bücher mit Nutzen geleſen
daß die Bibel tief Eindrücke auf ihn gemacht, erſehen wir
an „Judith” und „Herodes und Mariamne”, die die Früchte
dieſer Saat waren.
Zur Not der Armut und der Geiſtesnot, die ihn den
hochſtrebenden Geiſt ſo armſelig bilden ließ, kamen
De=
mütigungen. Der Vierzehnjährige ward Schreiber des
Kirchſpielvogts, der ihn hochmütig behandelte wie ſeine
Dienſtboten. Aber dieſe Demütigungen, denen er
aus=
geſetzt war, brachten es mit ſich, daß der nach Freiheit
dür=
ſtende Jüngling nun vor allem trachtete, die Ketten zu
ſprengen. Er klagte ſein Leid in Gedichten, die er an die
Hamburger Modezeitung ſchickte; vielleicht das einzige
Blatt, das ihm mit Gedichten zu Geſicht kam, und einige
dieſer Gedichte fanden Aufnahme in dieſer Zeitung.
So kam die Herausgeberin, Amalie Schoppe, mit ihm
in brieflichen Verkehr und verſchaffte dem nach geiſtiger
Bildung Dürſtenden die Mittel, nach Hamburg zu
kom=
men, um dort ſich zum Studium vorzubereiten.
Inzwi=
ſchen war aus dem Knaben ein Mann geworden, der die
Demütigungen noch ſchwerer empfand, die Freitiſche der
reichen Hamburger Kaufherren, welche Amalie Schoppe
ihm verſchafft hatte; ward ihm doch von einem dieſer
Her=
ren die Bedingung geſtellt, nicht zu ſprechen, wenn er ſich
auch ſatt eſſe.
Aber während die Reichen ihm Kärgliches im
Ver=
hältnis zu ihrem Reichtum hochmütig boten, gewährte ihm
eine arme Arbeiterin, Eliſe Lenſing, aus ihren
allerbe=
ſcheidenſten Mitteln, was ſie nur entbehren konnte. Voll
weiblicher Teilnahme für ſein Schickſal, mit hingebender
Begeiſterung den Verſen lauſchend, die der Dichter ihr
vortrug, gab ſie ihm alles, was ſie nur hatte. Aus
Heidel=
berg, wo er ſeine Studien fortſetzte, ſchreibt Hebbel dann
an Eliſe: „Unſer Verhältnis iſt auf gegenſeitiger Achtung
gegründet; trat ein Sinnenrauſch dazwiſchen, ſo wollen
wir das nicht bedauern, aber noch weniger, daß er
vor=
über iſt.” Aber dieſe allzu vernünftige Erklärung ſchreckt
Eliſe nicht ab, von ihrem beſcheidenen Verdienſt den
buch=
ſtäblich Hunger leidenden Dichter zu unterſtützen, beſon
ders nach Hebbels Rückkehr nach Hamburg, wo ſie wieder
im vollſten Maße die Vertraute ſeiner Leiden, ſeine
See=
lenfreundin ward.
Und während die Aufführung ſeines erſten Trauer
ſpieles „Judith” ihm glückverheißend neues Hoffen in
ein Inneres goß, regten ſeine äußeren Lebensumſtände
ihn tief innerlich auf: er war durch Eliſe Lenſing Vater
eines Kindes geworden, und während Eliſe beglückt ſich
des Dichters Braut nannte, fühlte Hebbel nur zu ſehr, daß
er ſie niemals wirklich geliebt hatte.
Dann leuchtete zum erſten Male dem Dreißigjährigen
ein voller, warmer Sonnenſtrahl des Glücks; ſein
Landes=
herr, der König von Dänemark, nahm perſönlich ſein
Geſuch um ein Reiſeſtipendium entgegen und hielt ſein
Nummer 65.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Seite 3.
Berlin, die beiden letzten Abende Generalmuſikdirektor
Bruno Walter=München. Auch für die
Haupt=
partien im „Ring des Nibelungen” wurden
hervor=
ragende Gäſte verpflichtet. Die neuen Dekorationen zu
dieſen vier Abenden ſind von Leo Impekoven=Berlin
ent=
worfen. Am 22. Mai, dem Geburtstag des Meiſters,
werden die „Meiſterſinger von Nürnberg” als
Feſtvor=
ſtellung zur Aufführung gelangen.
* In der Angelegenheit der zweiten Hypothek hat ſich
der Vortrupp veranlaßt geſehen, dieſer Frage näher zu
treten und eine Eingabe an den Herrn Oberbürgermeiſter
zu machen, in der ein ablehnender Standpunkt
be=
gründet iſt. Es heißt darin u. a.: Der jetzt, wie es ſcheint,
tatſächlich beſtehende Mangel an Kapital für zweite
Hypo=
theken bewirkt eine ſinkende Tendenz der
Grundſtücks=
preiſe. Er iſt aber vielleicht nicht nur die Urſache, ſondern
auch die Wirkung einer ſolchen Tendenz; eine ſolche
Ten=
denz wäre nicht auffallend, denn auf die in den letzten
Jahrzehnten beobachtete allgemeine Preisſteigerung des
Bodens muß einmal ein Rückſchlag kommen, und es iſt
ſehr wohl denkbar, daß dieſer Rückſchlag durch die jetzige
allgemeine wirtſchaftliche Lage ausgelöſt iſt. Wenn die
Stadt Darmſtadt, dem Wunſche der Antragſteller
ent=
ſprechend, Geld auf zweite Hypotheken ausleiht oder
ga=
rantiert, ſo hat ſie das dringendſte Intereſſe daran, daß die
Preiſe der Hausgrundſtücke nicht fallen. Es wäre aber im
volkswirtſchaftlichen und im öffentlichen Intereſſe überhaupt
im höchſten Grade bedenklich, wenn die Stadt von ihrem
privatwirtſchaftlichen Standpunkt aus gegen das Sinken
der Preiſe der Hausgrundſtücke intereſſiert wäre. Das
bis=
her Ausgeführte gilt von einer Beleihung bebauter
Grund=
ſtücke, von einer Beleihung, die nicht den Zweck hat,
daß=
das geliehene Geld in das Grundſtück oder das Gebäude
verwendet wird, ſondern nur den Zweck hat, einen
ange=
nommenen Wert des Grundſtücks zu realiſieren oder ſeine
Realiſierung vorzubereiten. Ganz anders verhält es ſich
mit einer Beleihung unbebauter Grundſtücke zum Zwecke
der Bebauung oder bebauter Grundſtücke zum Zwecke des
weiteren Ausbaues. Die Bereitſtellung ſolcher
Meliora=
tionshypotheken liegt im öffentlichen Intereſſe, da jede
Schaffung neuer Werte im allgemeinen Intereſſe liegt, ſo
lange nicht eine offenbare Ueberproduktion droht. Daß
aber für alle Arten von Wohnungen hier in Darmſtadt das
Bedürfnis zu angemeſſenen Preiſen gedeckt ſei, kann im
Ernſt nicht behauptet werden. Es wäre alſo zu begrüßen,
wenn die Stadt Darmſtadt einen Betrag für dieſe Zwecke
zur Verfügung ſtellte oder für ſolche Hypotheken die
Ga=
rantie übernähme. Doch ſollte dies nur unter Bedingungen
geſchehen, welche die ſpekulative Preisſteigerung
verhin=
dern; als eine der wichtigſten Bedingungen wäre die
Amortiſation in Ausſicht zu nehmen, aber nicht die jetzt
übliche viel zu geringe, ſondern eine möglichſt ſtarke
Amortiſation.
Der Heſſiſche Sparkaſſenverband hielt am Samstag
im Kaiſerkeller in Frankfurt a. M. unter dem Vorſitz des
Verbandsvorſitzenden Geheimerats Mickel=Grünberg
eine außerordentliche Haupttagung ab. Die
Tagung beſchäftigte ſich in der Hauptſache mit der Frage
der Liquidität der Sparkaſſen und der
kürz=
lich bei den Landtagsverhandlungen angeregten Frage über
den Ankauf heſſiſcher Staatspapiere durch
die Sparkaſſen, um den Kurs der Staatspapiere zu heben.
Weiter beſchäftigte ſich die Tagung mit der Feſtſetzung der
Höhe des Reſervefonds für Sparkaſſen. Es wurde
be=
chloſſen, die Höhe des Reſervefonds gemäß den
Beſtim=
mungen des kürzlich verabſchiedeten preußiſchen
Geſetzent=
wurfs feſtzulegen, wonach den Sparkaſſen zur Pflicht
ge=
macht wird, einen Reſervefonds von 15 bis 25 Prozent zu
bilden. Es wurde von verſchiedenen Vertretern anerkannt,
daß viele Sparkaſſen nicht in der Höhe Wertpapiere
be=
ſitzen, wie dies im Intereſſe der Sparkaſſe notwendig wäre.
Durch den gefaßten Beſchluß über die Höhe des
Reſerve=
fonds wird naturgemäß die Hypothekenbeleihung
einge=
ſchränkt. Der Prozentſatz des Ankaufs von Wertpapieren
ſoll nach näher feſtzulegenden Beſtimmungen für größere
und kleinere Sparkaſſen begrenzt werden. Die nächſte
ordentliche Haupttagung findet in Worms ſtatt.
* Darmſtädter Lehrerinnen=Verein. Am Samstag
erreichten die von dem Darmſtädter Lehrerinnen=Verein
veranſtalteten kunſtgefchichtlichen Vorträge ihr Ende. Der
Vortragende, Herr Dr. Kienzle, Direktor des hieſigen
Gewerbemuſeums, ging in ſeinen Ausführungen von der
Antike aus und erläuterte dann beſonders in mehreren
Stunden die charakteriſtiſchen Merkmale des romaniſchen
und gotiſchen Stiles, nicht nur in der Architektur, ſondern
auch in der Plaſtik und im Kunſtgewerbe. Beiſpiele für
Renaiſſance und Barock ſchloſſen die Reihe der feſſelnden
Darbietungen, die im Anſchluß an die zahlreichen
Licht=
bilder gegeben wurden. Die Vorträge waren bis zum
Schluſſe gut beſucht, nicht nur von Vereinsmitgliedern,
ſondern auch von außerhalb des Vereins ſtelenden
Damen. Nach Oſtern ſoll noch eine Exkurſion unter
Führung von Herrn Kienzle ſtattfinden, eventuell nach
Würzburg.
Der Landesverein heſſiſcher Zeitungsredakteure hielt
am Sonntag im „Alten Kaiſer” zu Worms ſeine
dies=
jährige Hauptverſammlung ab, die von
Mitglie=
dern aus Darmſtadt, Mainz, Offenbach, Worms und
Gie=
ßen zahlreich beſucht war. Der Jahresbericht des
Vor=
ſitzenden und der Kaſſenbericht ließen erkennen, daß der
Verein, der jetzt auf ein ſechsjähriges Beſtehen zurückblickt,
auf feſter Grundlage weiterbaut und ſich kräftig entwickelt.
Bei der Neuwahl des engeren Vorſtandes wurden der
erſte Vorſitzende, Herr Dr. Waldaeſtel=Darmſtadt, und der
Kaſſierer, Herr Behre=Darmſtadt, wiedergewählt, und an
Stelle des wegen Weggangs aus Darmſtadt ausſcheidenden
Herrn Dr. Sander, Herr Streeſe=Darmſtadt als 1.
Schrift=
führer gewählt. Einen großen Teil der Tagesordnung
nahm ein Referat des zweiten Vorſitzenden, Herrn Faude=
Offenbach, über das Projekt der Errichtung eines Er
holungsheims des Reichsverbandes der deutſchen Preſſe
ein. Anfang Mai ſoll eine Mitgliederverſammlung in
Lindenfels i. O. ſtattfinden. Als Ort der nächſten
Haupt=
verſammlung wurde Gießen gewählt. Nach Erledigung
der Tagesordnung vereinigte man ſich im „Alten Kaiſer”
bei trefflicher Bewirtung zu einem Mahle, an dem auch
mehrere Damen teilnahmen.
* Kriegsſpiel des Bibelkränzchens. Man ſchreibt uns:
Dem Rufe zu den Fahnen des B.=K. waren 84 friſche
Jungens gefolgt und verſammelten ſich am Botaniſchen
Garten zu fröhlichem Kriegsſpiel, um nach der ſtrengen
Arbeit der letzten Wochen Erholung zu ſuchen. Die
Mann=
ſchaft wurde eingeteilt in zwei Kompagnien, „Rot” und
„Blau”, die jede aus zwei Zügen zu je zwei Gruppen
be=
ſtanden. Die Gefechtslage war kurz folgende: Eine „rote‟
Vorpoſtenkompagnie hat das als Stützpunkt für
militä=
riſche Operationen äußerſt wichtige Gelände an der
Darm=
quelle beſetzt. Eine „blaue‟ Armee, die in der Richtung
von Darmſtadt her im Anmarſch iſt, hat die Aufgabe, die
„rote” Kompagnie aus ihrer Stellung zu vertreiben und
ſich unter Einſetzung äußerſter Energie in den Beſitz der
Brunnenſtube zu ſetzen. Die Aufgabe gilt als gelöſt, wenn
10 Mann von „Blau” lebend die Plattform vor dem
Brunnen erreichen. Die „blaue” Armee löſte die Aufgabe
mit glänzendem Sieg durch einen ſchneidig durchgeführten
Sturm auf die „rote‟ Stellung. Eine Umkehrung der
Auf=
gabe hatte ein unentſchiedenes Gefecht zur Folge, in dem
nun zwar „Rot” an die Plattform gelangte, aber faſt alle
Kämpfer beider Parteien lebten noch, denn zu einem
eigentlichen Gefecht war es gar nicht gekommen. In einem
dritten Spiel hatte „Rot” eine faſt uneinnehmbare Höhe
zu beſetzen, ſo daß es „Blau” nicht gelang, die „rote” Macht
zu vernichten. Einen Pyrrhusſieg endlich errang die „rote
Abteilung in einem Schlußgefecht, nach dem noch 17 „Rote‟
und 15 „Blaue” am Leben waren. Eine ſehr ſchöne, 15
Minuten lange Andacht inmitten des Tannengrüns
ſam=
melte die Gemüter um den König, der im Mittelpunkt der
B.=K.=Sache ſteht, Jeſus von Nazareth. Darauf geſtaltete
ſich der Heimmarſch unter Geſang recht nett, und ebenſo
verlief ein daran angeſchloſſener Parademarſch für beide
Abteilungen glänzend. Mit freudigem, dankbarem
Ab=
ſchiedsgruß trennte man ſich mit dem Wunſche, daß das
am dritten Oſterfeiertag ſtattfindende große Kriegsſpiel
auf dem Alsbacher Schloß ebenſo fröhlich und harmoniſch
verlaufen möge.
* Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Im Schaufenſter der
Kunſthandlung von Heinrich Lautz (Rheinſtraße) iſt zur
Er=
innerung an die Erhebung Deutſchlands vor hundert
Jah=
ren ein Bild der Königin Luiſe ausgeſtellt, welches von
Herrn Rechnungsrat Jungmann in Paſtell ausgeführt iſt.
Gleichzeitig iſt von ihm ein Oelbild ausgeſtellt, welches die
Königin Luiſe als Kind mit ihrer Großmutter, der
Land=
gräfin Albertine Luiſe im Gartenſaale von Schloß
Brauns=
hard darſtellt. — Ferner ſind ausgeſtellt ein kleineres
Oel=
bild der Landgräfin Albertine Luiſe und ein zweites von
derſelben in Aquarell gemalt und mit ſeidenem Stoff
be=
kleidet, welches ſehr originell iſt. Sehr intereſſant iſt der
eiſerne Schmuck, drei Ringe und eine Halskette, letztere von
ganz hervorragender und bewundernswerter Arbeit.
* Köſener S. C. Die diesjährige Muſikkneipe des
A. H. K. S. C. V. findet am Samstag, den 29. März, im
Städtiſchen Saalbau ſtatt. (S. Anz.)
Die zweckmäßigſte Konfirmations= und
Oſter=
gabe iſt eine Heimſparbüchſe der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
* Deutſchlandfahrt der Heſſen in Amerika. Die
Heſ=
ſen in Amerika unternehmen bekanntlich in dieſem
Jahre eine Deutſchlandfahrt. Die Abfahrt
er=
folgt am 28. Mai mit dem Dampfer „Pretoria”, die
An=
kunft in Hamburg am 10. Juni. Dann geht die
Rund=
reiſe nach Berlin, Dresden, Leipzig, Nürnberg, München,
Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg. Die Abreiſe von Hei=
delberg erfolgt am 27. Juni vormittags über Worms nach
Darmſtadt. In Darmſtadt werden unſere Landsleute
vom Großherzog empfangen werden. Dann
geht es nach Mainz, deſſen Oberbürgermeiſter die
Reiſe=
geſellſchaft bereits herzlich eingeladen hat. Ebenſo iſt in
Bingen offizieller Empfang. Es folgt eine Rheinfahrt
bis Koblenz, dann der Beſuch der Städte Gießen und
Frankfurt.
* Zur Exploſion in der Mädchenmittelſchule wird
uns folgendes mitgeteilt: Im Lehrplan der Klaſſe III
iſt die Behandlung des Sauerſtoffs vorgeſchrieben. Dieſer
wird in mehreren Klaſſen alljährlich hergeſtellt, indem in
einer Glasretorte Braunſtein und chlorſaueres Kali erhitzt
werden. Dieſe Verſuche wurden ſeit Jahren
vorgenom=
men, ohne daß der geringſte Unfall vorkam. Vor kurzem
hat Fräulein Raiß den Verſuch gemacht; dabei ſprang die
Retorte. Dies Ereignis veranlaßte die Schule nach einer
Retorte Umſchau zu halten, die jede Möglichkeit eines
Un=
falls ausſchließt. Herr Zimmer ließ es ſich angelegen ſein,
alle Vorkehrungen zu treffen, die hier zum Ziele führen
konnten. Er ſprach auch mit Naturwiſſenſchaftlern höherer
Lehranſtalten über dieſe Gegenſtände. Einer hieſigen
Firma trug er ſeinen Wunſch vor. Dieſe empfahl ihm eine
gußeiſerne Retorte, die allen gefährlichen Zufällen
vorbeu=
gen ſollte. Im Lager war eine ſolche nicht vorhanden, ſie
mußte erſt von auswärts bezogen werden. Herr Zimmer,
ein erfahrener, gewiſſenhafter Lehrer, glaubte nun vor
al=
len Zwiſchenfällen ſicher zu ſein. Er überließ aber den
Verſuch nicht der Lehrerin, ſondern wollte ihn ſelbſt
vor=
nehmen; außerdem war der Leiter der Anſtalt, Herr
Haupt=
lehrer Huff, anweſend. Als Zeit des Verſuchs wurde die
vierte Stunde des letzten Donnerstags gewählt; die
bei=
den dritten Klaſſen wurden hierbei vereinigt. Einige
Mi=
nuten nach 11 Uhr begann der Verſuch. Die Entwickelung
ging gut vonſtatten. Luftblaſen entwichen, und der
Sauer=
ſtoff bildete ſich. Als der Zylinder über ein Drittel mit
Sauerſtoff gefüllt war, worauf die beiden Herren
aufmerk=
ſam machten, erfolgte plötzlich ein furchtbarer Knall, und
das Zimmer war in Staub gehüllt. Herr Huff, der auf
dem Katheder geſeſſen, wurde herabgeſchleudert, ſtürzte,
von heftigem Sauſen im Kopf getrieben, auf den Flur,
kehrte aber ſofort um und trug Sorge, daß die
Schüle=
rinnen den Saal raſch verließen. Aus den übrigen
Schul=
ſälen eilten die Lehrer und Lehrerinnen herbei und
be=
mühten ſich eifrigſt um die verletzten Schülerinnen und den
verletzten Lehrer. Verletzt ſind drei Schülerinnen,
näm=
lich Anna Kämmerer in Klaſſe IIlb, die auf der
zweit=
hinterſten Bank ſaß, Anna Jayme und Anita Dönges in
Klaſſe IIIa. Anna Jayme hat nur eine ungefährliche
Fleiſchwunde, die Verletzung der Schülerin Dönges iſt
un=
bedeutend. Leider iſt Anna Kämmerer am Schlüſſelbein,
an Luft= und Speiſeröhre ſchwer verletzt, doch war
die Nacht vom Sonntag auf Montag für ſie beſſer, die
Lage iſt wohl ſehr ernſt, aber doch nicht hoffnungslos, falls
nicht noch Verwickelungen ſich einſtellen. Herr Zimmer iſt
leicht verletzt, hat aber einen Nervenchoc erlitten: ebenſo
iſt die Lehrerin noch ſehr angegriffen. Herr Huff, neben
dem ein Stück der Retorte die Wandtafel zerſchmetterte, iſt,
wie durch ein Wunder, dem Tod entgangen. Eine
Verneh=
mung der beteiligten Lehrkräfte war bis jetzt durch die
Rückſicht auf ihre Nervenerregung ausgeſchloſſen. So
konnte auch noch nicht feſtgeſtellt werden, wann und von
wem die benutzten Stoffe bezogen worden ſind. Das aber
iſt als Tatſache anzuerkennen, daß ſeitens der Schule alle
Vorſichtsmaßregeln getroffen wurden, die als notwendig
gelten.
* Olympia=Theater. Man ſchreibt uns: Nur für drei
Tage bringt das Olympia=Theater den einzigartigen Welt=
Schlager in dem Film „Europäiſches Sklavenleben”
Wei=
ter läuft noch der Detektiv=Film „Die Schlinge” ſowie
das Drama „Künſtlerliebe”. (Siehe Anzeige.)
gs- Unfall. Geſtern vormittag kurz vor 12 Uhr
ſpielte ein 11jähriger Junge mit einer Platzpatrone,
zündete dieſelbe an, wodurch ſie explodierte und ihm die
vorderen Glieder der rechten Hand abriß. Der Junge
wurde mittels Krankenkraftwagens von der
Rettungs=
wache in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
* Pfungſtadt, 17. März. In hieſiger Turnhalle fand
eine Entlaſſungsfeier der Schüler und
Schülerin=
nen der Volksſchule ſtatt. Zahlreich waren die Eltern der
austretenden Kinder und Freunde der Schule der
ergan=
genen Einladung gefolgt. Das ſchön zuſammengeſtellte,
17 Nummern umfaſſende Programm, wurde mit einem
mehrſtimmigen Choral eröffnet. Dieſer Chor, wie auch die
weiteren geſanglichen Darbietungen wurden von der
gro=
ßen Sängerinnen= und Sängerſchar trefflich unter der
Leitung des Herrn Lehrers Kadel zu Gehör gebracht.
Nachdem eine Schülerin einen Prolog vorgetragen hatte,
entbot Herr Oberlehrer Ickes allen Anweſenden dank=
Verſprechen, es ihm zu geben, und die Großen
Kopen=
hagens: Thorwaldſen, Oehlenſchläger und andere
bedeu=
tende Männer, verkehrten mit ihm. Dann gab ihm das
Reiſeſtipendium die Möglichkeit, Paris zu ſehen, wo die
Wogen des Lebens ihn umfluteten.
Hier entſtand ſein bürgerliches Trauerſpiel „Maria
Magdalena” das ſeit ſeiner Studienzeit in ihm rumorte,
eine Schöpfung, zu der es bis in die Tage der Modernen
hinein, außer Schillers „Kabale und Liebe” kein
Gegen=
ſtück wohl in der deutſchen Literatur gab, eine Dichtung,
in der auf dem Boden des realen Lebens ethiſche
Kon=
flikte mit logiſcher Schärfe vorgeführt werden. Es waren
eigene Erlebniſſe, die er dort ſchilderte; ſolch Werk kann
nur aus der Wirklichkeit heraus geboren werden. Als
er in München ſtudierte, hatte er im Hauſe des
Tiſchler=
meiſters Anton Schwarz mit deſſen Tochter jene
Erleb=
niſſe, deren Niederſchläge zum Teil dies Drama ſind.
Von Paris wanderte er nach Italien, wo wieder
Einſamkeit, Heimweh, das Gefühl der Armut und der
demütigen Abhängigkeit ihn erfaßten. Ueber Wien wollte
er dann in ſeine nordiſche Heimat zurückkehren.
Da lernte er in der Donauſtadt Chriſtine Enghaus
kennen, die bereits gefeierte Burgſchauſpielerin war und
durch die Wien ihm zur zweiten Heimat wurde, für die
letzten zwei Jahrzehnte ſeines Lebens. Chriſtine
Eng=
haus hatte gleich ihm ſich aus der Armut emporringen
müſſen; ſie hatte, wie er, unſäglich Trauriges erfahren
und konnte ihm durch ihre glänzende Stellung am
Burg=
theater ein Heim bieten, in dem er ruhig ſchaffen konnte.
Am 26. Mai 1846 vermählte er ſich mit ihr.
Ohne Bedenken hatte Hebbel — mit dem Rechte des
Genies — den Bruch mit Eliſe Lenſing vollzogen. Wohl
fühlte er vollkommen, was er ihr ſchuldig war; er machte
ihr das Anerbieten, nach Wien zu kommen und in ſeiner
jungen Häuslichkeit zu leben. Er und ſeine edle Gattin
meinten es gut mit ihr, aber ſie nahmen die arme,
un=
ſcheinbare, häßliche Eliſe nicht recht als Weib. Sie kam
auch wirklich nach Wien; verſtändig, ſelbſtlos und
hoch=
herzig, wie ſie war, ließ ſie keine Bitterkeit in ſich
auf=
kommen, ſondern ſchloß aufrichtige Freundſchaft mit
Chri=
ſtinen. Bald aber kehrte ſie wieder nach Hamburg zurück;
ihre Freundſchaft jedoch währte bis zum Tode,
Hebbel lebte auf in dem Glück einer behaglichen
Häuslichkeit und unter den Sonnenſtrahlen ſeines
er=
wachenden Dichterruhmes: Seine Gattin trat im
Burg=
theater in ſeiner Judith auf, und eine Reihe von
dichte=
riſchen Plänen, die in ihm lange gegärt, durften jetzt
rei=
en: „Der Rubin”, „Ein Trauerſpiel in Sizilien” „
Hero=
des und Mariamne”, „Michel Angelo”, „Agnes Bernauer”.
„Gyges und ſein Ring”, und die Nibelungen=Trilogie
entſtanden.
Dieſes letzte große und größte Werk Hebbels
ver=
ſchönte ihm durch den Erfolg, den es als Buch und auf
der Bühne hatte, ſeine letzten Lebensjahre. Er durfte
mit ſeiner Gattin nach Weimar reiſen, wo Chriſtine in
dem Werke auftrat, und beide, Hebbel und ſeine Gattin,
vom Großherzogspaar in der liebenswürdigſten Weiſe
aufgenommen wurden. Das geiſtig ſo hochſtehende
Für=
ſtenpaar wollte den Dichter und die Künſtlerin dauernd
an Weimar feſſeln, aber Dingelſtedt hintertrieb es. So
blieb Hebbel in Wien, wo er noch das Glück genoß, durch
den Erfolg ſeiner „Nibelungen” ſich gewiſſermaßen
ge=
feiert und im Mittelpunkt des literariſchen Intereſſes zu
ſehen.
Aber nicht lange durfte er ſich dieſes erwachten
Ruh=
mes erfreuen, der den Höhepunkt erreichte, als man ſeine
„Nibelungen” mit dem Schillerpreis krönte. Als er die
beglückende Nachricht erhielt, lag er bereits auf dem
Kran=
kenbette, und die Freude preßte ihm die Worte ab: „Bald
fehlt der Wein, bald fehlt der Becher
Bereits dem Tode verfallen, arbeitete er an ſeinem
„Demetrius”; auch Schiller beſchäftigte ſich bekanntlich
ſterbend mit dieſem dichteriſchen Problem, und wie dieſer,
ließ auch Hebbel dies Werk unvollendet zurück. Eine
Kno=
chenerweichung, wohl die Folge ſeiner armſeligen,
durch=
hungerten Jugend und der entbehrungsreichen
Jünglings=
jahre, machte ſeinem Leben am 13. Dezember 1863 ein
Ende.
Wie erwähnt, hat Deutſchland erſt lange nach
Heb=
bels Tode, erſt nach über einem halben Jahrhundert, ſein
reiches Erbe angetreten. Erſt nach Veröffentlichung von
Hebbels „Tagebücher” und ſeiner Briefe erkannte man
erſt vollkommen, was man in dieſem Dichter beſaß, den
der Großherzog Karl Alexander ſehr richtig einmal einen
„Fürſten der Gedanken” nannte. Zahlloſe Stoffe
durch=
wühlten ſein Inneres, beſchäftigten ihn unausgeſetzt, und
man wird beim Leſen dieſer Tagebücher von unendlicher
Wehmut erfüllt, daß gerade dieſem reichen Geiſt ein ſo
kurzes und dazu durch Entbehrungen geſchwächtes Leben
beſchieden war, daß gerade dieſer Gedankenfülle
gegen=
über der Körper, die phyſiſche Kraft, verſagte.
Wir müſſen es beklagen, weil Hebbel wohl der
deutſcheſte Dichter genannt werden kann. Man vermag ſich
ſeine Worte in einer fremden Sprache ebenſo wenig
vor=
uſtellen, wie etwa diejenigen Richard Wagners, und es
iſt vielleicht kein Zufall, daß beide in einem Jahre, in dem
der deutſche Nationalgeiſt in ſeltenem Maße erwacht war,
geboren wurden; vielleicht auch kein Zufall, daß in einem
Jahre voll gewaltiger dramatiſcher Vorgänge in der
Wirklichkeit die beiden größten Dramatiker ihrer Zeit das
Licht der Welt erblickten
Auch äußerlich trug Friedrich Hebbel ganz den Typus
des Deutſchen mit blondem Haar, blauen Augen und
weißer Hautfarbe, und deutſch waren ſeine Vorzüge wie
ſeine Schwächen. Mit leichterem Temperament, mit
dünnerem Künſtlerblut, das nicht das Leben allzu ſchwer
nahm, hätte er vielleicht ein glücklicheres Leben führen
können. Er hatte ſchwere Leidenszeiten durchgemacht, aber
er machte ſich auch das Leben zu einer Leidenszeit noch,
als es ihm ſchon von der SSonne des Glücks beſtrahlt war.
Robert Hamerling nennt ihn einmal treffend einen „König
Lear der Freundſchaft”: er erntete überall von ſeinen
Freunden Undank, aber freilich nicht ganz ohne eigenes
Verſchulden. Seine Schwerlebigkeit war ſchwer
erträg=
lich. So hat er ſich wohl ſelbſt um manche Freude,
man=
chen Erfolg gebracht.
Seiner Gattin war es noch beſchieden geweſen, zu
erleben, wie ganz Deutchland teilnahm an den Worten
des Dichters; ſie durfte ſogar einer Vorſtellung der
Schöpfungen Hebbels an der Seite des deutſchen Kaiſers
lauſchen.
„Man ſchläft ein auf Stroh und erwacht in einem
Palaſt!”
ſchrieb Hebbel am Abend ſeines kurzen Lebens,
Anfang und Ende betrachtend, in ſein Tagebuch.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Nummer 65.
baren Gruß für ihr Erſcheinen. Anſchließend an den
Pro=
log verglich er Schule und Haus mit einem Garten, in dem
fleißige und planvolle Arbeit erforderlich ſei, wenn der
Samen ausgeſtreut, untergebracht und aufkeimen und die
Saat gedeihen ſolle. Sein Thema klang dahin aus: Ihr
Eltern bringt der Schule mehr Intereſſe entgegen und ſteht
den Lehrern in ihrem verantwortungsvollen Berufe zu
eurem und eurer Kinder Wohlergehen mehr als ſeither zur
Seite. — Später ramen recht exaktes Knabenturnen unter
dem Befehl des Herrn Kadel und anmutiges
Mädchentur=
nen unter der Leitung des Fräulein Heckmann zur
Darſtellung. Hierauf übermittelte Herr Kreisſchulinſpektor
Profeſſor Dr. Frenzel die Grüße Großh.
Kreisſchul=
kommiſſion Darmſtadt. In beredten Worten wendete er
ſich zunächſt an die Eltern der Kinder und wies nach, wie
Schule und Haus, Eltern und Lehrer zuſammengehören
und wie beide, um die Erziehung der Kinder gedeihlich
zu fördern, gewiſſe Pflichten gegeneinander zu erfüllen
haben. Alsdann richtete er mahnende Worte an die vor
der Entlaſſung aus der Schule ſtehenden Kinder zur
Dank=
barkeit, zur Treue und zum Fleiß im neuen Beruf und
be=
tonte, daß die Schule nur das Fundament zu ihrer
Aus=
bildung habe legen können, worauf dann jeder mit allen
Kräften weiter bauen müſſe, damit ſie tüchtige Glieder der
menſchlichen Geſellſchaft werden könnten. Unter den
herz=
lichſten Glück= und Segenswünſchen für den Lebensweg
ſchloß Herr Profeſſor Frenzel ſeine eindrucksvolle
An=
ſprache Nun folgten noch einige deklamatoriſche Vorträge
ſowie einige Geſänge, die recht friſch und hübſch klangen.
Unter der Leitung der Lehrerin Fräulein Niſchwitz
ſan=
gen deren Schülerinnen das Lied: „Sandmännchen” mit
ſchöner Ausſprache muſterhaft. Mit dem Liede: „Danket
dem Herrn”, ſchloß die erhebende Feier.
* Dieburg, 17. März. Man ſchreibt uns: Auf der
geſtrigen Internationalen Hundeausſtellung zu
Frankfurt a. M. wurden wieder mehrere deutſche
Schäfex=
hunde (Polizeihundraſſe) aus unſerem Kreiſe prämiiert,
und zwar: Argus v. Melibokus, Eßwein=Klein=Zimmern;
Carlo Dreiburg, Kopp=Groß=Zimmern und Cora
Drei=
burg, Werkmeiſter Kern=Dieburg. Die letztgenannte
Hün=
din, ein prachtvolles Tier, erhielt den 1. Preis in der
Jugendklaſſe und wurde ſofort um die Summe von 1600
Mark verkauft
Bensheim, 15. März. In der
Taubſtummen=
anſtalt fand am Samstag am Schluſſe des Schuljahres
die öffentliche Prüfung ſtatt. Die Anſtalt war
von 71 Taubſtummen beſucht, 42 Knaben und 29 Mädchen.
Von den Zöglingen ſind 38 katholiſch 30 proteſtantiſch, 2
freiproteſtantiſch und 1 iſraelitiſch. Die Kinder wurden
in 8 Klaſſen unterrichtet. An der Anſtalt wirken außer
Direktor Hemmes 7 Reallehrer, 3 Religionslehrer und
eine Handarbeitslehrerin. Ein Hilfslehrer iſt der Anſtalt
zur ſpeziellen Ausbildung überwieſen. Das neue
Schul=
jahr beginnt am 7. April.
Auerbach a. d. B., 16. März. Durchgegangen iſt ein
hieſiger Steinhauermeiſter. Als er durch einen
Gendar=
men zu ſeiner Vernehmung auf das Gericht geholt werden
ſollte, fand der ihn ladende Gendarm ihn in einer
Wirt=
ſchaft, und als er ihn aufforderte, mitzugehen, beſtieg er
eilig ſein Rad und verſchwand.
Offenbach, 17. März. Eine unangenehme
Ueber=
raſchung erlebte ein Beſucher des ſtädtiſchen
Schwimm=
bades, als er beim Untertauchen auf einen lebloſen
Körper ſtieß, der infolgedeſſen an die Oberfläche des
Waſſers getragen wurde. Mit einem zweiten. Beſucher
zu=
ſammen wurden ſofort Wiederbelebungsverſuche gemacht,
die nach vielen Bemühungen von Erfolg gekrönt waren.
Mainz, 17. März. Ein ſchwerer Unfall ereignete
ſich Sonntag vormittag 8 Uhr auf der Ingelheimer Aue.
Der Gasarbeiter Joſeph Nickenig von hier verließ um
dieſe Zeit das dortige Gaswerk und ging einen links neben
dem Geleiſe der Straßenbahn herlauſenden Graben
ent=
lang. Hinter ihm her kam ein Straßenbahnwagen
deſſen Führer den Mann durch fortgeſetzte Glockenſignale
auf das Herannahen des Wagens aufmerkſam machte. Da
der Mann auf die Signale ſeinen Weg ruhig fortſetzte,
nahm der Wagenführer an, er wolle dieſe Richtung
bei=
behalten. Als der Wagen dann beinahe auf gleicher Höhe
mit dem Arbeiter angelangt war, änderte dieſer plötzlich
ſeinen Weg und ging nach rechts, um das Geleiſe zu
überſchreiten. Hierbei wurde er von dem Wagen
erfaßt, zu Boden geworfen und zwiſchen dem Wagen und
der Trottoirkante eine Strecke geſchleift und derart
ge=
quetſcht, daß der Tod alsbald eintrat. Wie ſpäter
feſt=
geſtellt wurde, war der Verunglückte ſeit einiger Zeit
ſchwerhörig. — Bei einem Güterzug von
Vin=
gerbrück nach Biſchofsheim zerriß am Samstag
nach=
mittag auf der Gleisſtrecke von Bahnhof Mainz=
Mom=
bach bis zu der Kaiſerbrücke die Kuppelung zwiſchen
zwei zuſammen beladenen
Langholzwa=
gen, Die Ladung der zwei Wagen, beſtehend aus etwa
12 Meter langen Telegraphenmaſten, fiel infolgedeſſen auf
den Bahnkörper, ſo daß längere Zeit beide Geleiſe für den
Verkehr geſperrt waren. Der Zug war erſt langſam
an=
gefahren; der Vorfall wurde ſofort wahrgenommen und
die Zugteile zum Halten gebracht. — Großfeuer
mel=
dete geſtern nachmittag um 1 Uhr der Feueralarm von den
Türmen der Stadt. Es brannte in der Rochusgaſſe im
Dachſtuhl des Hauſes Nr. 34, in deſſen Parterreräumen
der Beſitzer des Hauſes, Kaufmann Kohl, eine
Spezerei=
handlung betreibt. Wie das Feuer entſtanden iſt, konnte
bis jetzt nicht einwandfrei feſtgeſtellt werden, doch erſcheint
ahrläſſige Brandſtiftung nicht ausgeſchloſſen.
Ein Mieter wurde von der Polizei alsbald
feſtgenom=
men. Der Brand erſchien bei dem herrſchenden ſehr
ſtar=
kem Winde in dem eng gebauten Straßenviertel anfangs
recht bedenklich, doch gelang es der von allen Bezirken
raſch eintreffenden Feuerwehr bald, das Feuer auf ſeinen
Herd zu beſchränken. Der Dachſtuhl und das obere
Stock=
werk des Hauſes ſind vollſtändig abgebrannt. Auch der
übrige Teil des Hauſes hat durch das Waſſer ſtark gelitten.
Ueber die Entſtehungsurſache ſteht bis jetzt nur ſoviel feſt,
daß ein im oberen Stockwerk wohnender Schuhmacher
um dieſe Zeit alte Abfälle im Ofen verbrannte und ſich
dann entfernte.
Worms, 17. März. Im Rhein, in der Nähe des
Mittelbuſches, wurde heute morgen durch einen Fiſcher
eine männliche Leiche geländet. Nach den
Aus=
weispapieren, die bei der Leiche gefunden wurden, iſt der
Tote ein gewiſſer Hugo Baader, Schloſſer, geboren am
26. Februar 1883 zu Inningen, Bezirk Augsburg. In der
Taſche fanden ſich 14 Pfennig vor. Ob Selbſtmord oder
Unglücksfall vorliegt, iſt noch nicht ermittelt.
Oppenheim, 17. März. Höhenfeuer loderten
geſtern abend nach Eintritt der Dunkelheit allenthalben
auf den Höhen rechts und links des Rheines aus Anlaß
der Gedenkfeier an die große Zeit der deutſchen
Volkserhebung vor hundert Jahren zum nächtlichen
Him=
mel empor. Die gewaltigen Freudenfeuer, die oft in
langer Kette auf den rebenbedeckten Höhen wie bei Oppen
Nackenheim,
Boden=
heim, Undenheim, Nierſtein,
heim und weiter rheinabwärts bei Ingelheim uſw.
ſicht=
bar waren, boten dem Beſchauer einen tiefen nachhaltigen
Eindruck.
Budenheim, 17. März. Auf der Strecke Heidesheim=
Budenheim mußte am Samstag nachmittag vom
Lokomo=
tivführer ein Zug geſtellt werden, weil quer über die
Schienen ein großes Stück Holz lag. Ob das
gefährliche Hindernis abſichtlich gelegt wurde oder von
einem Güterzuge abgefallen iſt, konnte nicht feſtgeſtellt
werden.
(*) Friedberg, 15. März. Die
Stadtverordne=
ten=Verſammlung genehmigte den Voranſchlag für
1913 in Höhe von 725319 Mark. Größere Ausgabepoſten
ſind: Beiträge zur Kreiskaſſe 54000 Mark, Volksſchulen
70000 Mark, Gewerbe=Akademie 73 411,
Straßenunterhal=
tung und Reinigung 38000 Mark, Verwaltung 54 406 Mark,
Zinſen und Tilgung 105000 Mark. Die Gemeindeſteuer
wurde auf 289700 Mark feſtgeſetzt. Für die Erbauung
eines Volksſchulgebäudes ſind als erſte Rate 100000 Mark
eingeſtellt.
Bad Nauheim, 17. März. Der Hundevergifter
von Ingelheim, dem dort bekanntlich vor mehreren
Wochen zahlreiche wertvolle Hunde zum Opfer fielen, hat
hier Schule gemacht. Seit knapp acht Tagen ſind auch
hier viele Hunde durch Vergiftung mit Strychnin
einge=
gangen, ohne daß es bisher gelang, der
gemeingefähr=
lichen Täter habhaft zu werden. Auf die Ermittlung
die=
ſer iſt von den Beſitzern eine hohe Belohnung ausgeſetzt
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. März. Der
Fackel=
zug, den die Vaterländiſche Geſellſchaft
zur Verbreitung von
Geſchichtskennt=
niſſen veranſtaltete, und an dem ſich zwanzig
Gruppen mit zehn Muſikkorps und eine große
Reihe nationaler Vereine und Körperſchaften, zuſammen
etwa 4000 bis 5000 Perſonen, beteiligten, verlief glänzend,
obwohl Regen und Wind den Teilnehmenden übel
mit=
ſpielten. Gegen 7 Uhr erſchien die Spitze des Zuges vom
Muſeum herauf im Luſtgarten. Muſik erſcholl und
Fackeln und Fahnen nahten. Gleichzeitig erblickte man
das Kaiſerpaar an dem großen offenen Balkonfenſter
über dem Portal 4 des Schloſſes. Der Zug entlang am
Dom bildete auf dem Luſtgarten Schlangenlinien, ſo daß
bald der ganze Platz ein Flammenmeer war. Voran
wurden Kränze getragen, die an den Denkmälern des
Königs Friedrich Wilhelm III. und den Helden der
Frei=
heitskriege niedergelegt wurden. Den Zug eröffneten die
Chargierten der Studentenſchaft in Wichs mit Fahnen zu
Wagen. Die erſten Wagen waren begleitet von
Mann=
ſchaften in der Uniform von 1813. Es folgten die Scharen
der teilnehmenden Vereine, dem Kaiſerpaar mit Hoch=,
Hurra= und Heilrufen huldigend, nach den Klängen der
Muſik „Deutſchland, Deutſchland über alles,”
das
Preußenlied und die Wacht am Rhein ſingend. Der Kaiſer
ſalutierte andauernd. Die Turner, Schützengeſellſchaften,
Pfadfinder, Wandervögel, die evangeliſchen Männer= und
Jünglingsvereine und katholiſche Arbeitervereine
ſchloſſen=
ſich hier dem Zuge an. Sie ſangen mit Begleitung eines
Muſikkorps das „Niederländiſche Dankgebet.” Unter den
Klängen der Nationalhymne und Hurrarufen marſchierte
dann der Zug über die Schloßbrücke. Der Vorbeimarſch
dauerte dreiviertel Stunden. Mit Beginn des Aufzuges
empfing der Kaiſer das Komitee. Gegen ½9 Uhr traf die
Spitze des Feſtzuges am Kreuzberg ein. Mit klingendem
Spiel und wehenden Fahnen ging es die gewundenen
Wege zum Nationaldenkmal auf den Kreuzberg hinauf.
Auf der Plattform gruppierten ſich die Banner= und
Fahnenträger umloht von flammenden Fackeln. Exzellenz
Generalleutnant Wrochem hielt mit helltönender, weithin
ſchallender Stimme eine Anſprache. Nach dreifachem
Hurra auf das Vaterland, wurde unter Begleitung der
Muſikkapellen, „Deutſchland, Deutſchland über Alles” ge.
ſungen. Dann zog man nach dem Tempelhofer Felde, wo
die Fackeln zuſammengeworfen wurden. — Das Ende
des Familienbadbetriebes am Wannſee iſt
nun beſchloſſene Sache; ſchon im vorigen Jahr war ſeine
Aufhebung in Ausſicht genommen. Die
Betriebsgeſell=
ſchaft für das Familienbad Wannſee hielt geſtern eine
Aufſichtsratsſitzung in der Badeanſtalt ab. Nach
eingehen=
der Beſprechung wurde beſchloſſen, die vorjährige
Ent=
ſcheidung aufrechtzuerhalten, wonach der
Familienbad=
betrieb völlig abgeſchafft wird. Es bleiben alſo nur noch
die getrennten Bäder für Damen und Herren übrig. —
Heute nachmittag unternahmen fünf Schüler der
Sie=
mensſchen Oberrealſchulen, ohne die Erlaubnis des
zu=
ſtändigen Lehrers zu haben, mit einem Motorboot der
Anſtalt von dem Schulboothaus aus eine Fahrt auf der
Havel. Bei dem ſehr hohen Wellengang kenterte das
Boot in der Höhe von Neu=Kladow. Hilfe war ſchnell zur
Stelle. Es gelang nach kurzer Zeit vier der Schüler in
Sicherheit zu bringen, auch der fünfte, Walter Eiſen/
konnte geborgen werden. Er hatte jedoch bereits die
Be=
ſinnung verloren und gab nur noch ſchwache Lebenszeichen
von ſich. Wiederbelebungsverſuche, die in einer
benach=
barten Villa angeſtellt wurden, blieben erfolglos. — Bei
einer Penſionsinhaberin, in der Friedrichſtraße, wohnte
ein Chauffeur Vieck. Mit deſſen etwas jüngerer Frau
knüpfte ein ebenfalls in der Penſion logierender
Im=
preſario einer im Wintergarten auftretenden chineſiſchen
Gauklertruppe ein Liebesverhältnis an, das dazu führte,
daß die Frau mit ihrer fünfjährigen Tochter ihren
Ehe=
mann verließ und ſich zunächſt in Berlin verborgen hielt.
Vor acht Tagen entführte der Impreſario die Frau
mit dem Kinde nach London. Als er am Samstag von
der Reiſe zurückkehrte, wurde er von Vieck zur Rede
ge=
ſtellt und aufgefordert, ſein Kind herauszugeben. Es kam
zu erregten Auseinanderſetzungen. Plötzlich hörte die
Penſionsinhaberin drei Schüſſe fallen. Als ſie in das
Zimmer drang, fand ſie den Impreſario mit zwei
Wun=
den in der Bruſt blutend, beſinnungslos auf dem
Fuß=
boden liegend. Vieck entfernte ſich, ſprach auf der Straße
den erſten Schutzmann an, der ihm begegnete und folgte
ihm zur Wache.
Konſtanz, 15. März. Vor etwa 14 Tagen verübte in
einer hieſigen Badeanſtalt ein Individuum
Selbſt=
mord durch Erſchießen. Die Perſönlichkeit des
Selbſt=
mörders konnte damals noch nicht feſtgeſtellt werden,
wes=
halb die Beerdigung auf dem hieſigen Friedhofe erfolgte.
Nunmehr wird bekannt, daß es ſich um einen
Poſt=
defraudanten Kühnemund handelt, der nach
größeren Unterſchlagungen an einem Poſtamt in Ahlbeck,
vor einiger Zeit flüchtig gegangen war. Die Leiche wurde
auf Veranlaſſung der Staatsanwaltſchaft ausgegraben
und die Identität des Defraudanten zweifellos feſtgeſtellt.
Hamburg, 16. März. In Hagenbecks Tierpark
in Stellingen wurde heute nachmittag der Kaſſierer der
Löwengrabenkaſſe, der trotz wiederholter Warnung
un=
berechtigterweiſe den Raum der Löwenſchlucht betrat und
den größten der dort befindlichen Löwen mit der
Peitſche ſchlug, von dieſem angefallen und zu Boden
ge=
worfen. Der Löwe brachte ihm mehrere Fleiſchwunden an
den Beinen bei. Um den Verletzten aus der Schlucht
herauszuholen, wurden die Löwen durch Schüſſe
zurück=
geſchreckt; der angreifende große Löwe wurde erſchoſſen.
Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Verletzte
ins Krankenhaus geſchafft.
Kiel, 16. März. Die Konfirmation des
Prin=
zen Sigismund wurde heute vormittag im Schloſſe
zu Kiel im engeren Familienkreis des Prinzenpaares
Heinrich von Preußen vollzogen. Außer den prinzlichen
Eltern waren Prinz Waldemar und der Hofſtaat zugegen.
Flensburg, 17. März. Der Rendant der Spar= und
Darlehnskaſſe in Illingſtädt, Landmann, der 103000
Mark unterſchlagen hat, iſt feſtgenommen und ins
Flensburger Gefängnis eingeliefert worden.
London, 17. März. Eine feindlich geſinnte Menge
von etwa 10000 Perſonen erwartete die Eröffnung
der üblichen Sonntagsverſammlung der An==
Feuilleton.
* Das künftige Heim der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
Prinz Ernſt Auguſt von Cumberland und Prinzeſſin
Viktoria Luiſe werden, wie bekannt, nach ihrer
Vermäh=
lung zunächſt in Rathenow, der Garniſon des Prinzen,
reſidieren. Als Wohnſitz des prinzlichen Paares iſt die
Villa des Fabrikbeſitzers Robert Eggert gemietet worden
die ſehr einſach anmutet. Die Villa liegt inmitten der
Stadt, neben dem Offizierskaſino der Rathenower Huſaren
Sie iſt natürlich neu ausgeſtattet worden, mit allen
mo=
dernen Einrichtungen, wie man ſie auch in der Großſtadt
nicht beſſer findet, verſehen, und hat eine ungefähre Größe
von zwölf Zimmern. Die Villa ſoll bereits Anfang Junf
bezogen werden.
— Die Weltreiſe einer Schwalbe. Von einem ſeltenen
Falle der Weltreiſe einer Schwalbe berichtet die britiſche
Zeitſchrift für Vogelkunde Britiſh Birds. Die Zeitſchrift
hatte während der letzten zwei Jahre über 32000 kleine
Ringe verteilt, die von den Leſern ungezähmten Vögeln
angeheſtet werden ſollten. Nun hat am 23. Dezember 191;
in Natal ein Bewohner Utrechts 30 Kilometer von der
Stadt auf der Farm von Roodeyand eine Schwalbe
ge=
fangen, die einen dieſer Ringe trug. Nach der Nummer
des Ringes war es leicht möglich, den Vogel zu
identiſi=
zieren. Der Ring war dieſer Schwalbe am 6. Mai 1911
von Mr. G. R. B. Maſefield in Roſehill in Mittelengland
angelegt worden; dort hatte die Schwalbe ihr Neſt gebaut
Damit wird zum erſten Male ein Fall beobachtet, in den
eine gewöhnliche, in Europa herangewachſene Schwalbe
in Südafrika überwintert hat, alſo ganz Europa und den
ganzen afrikaniſchen Weltteil der Länge nach durchquerte
um ein Winterquartier zu finden. Die bisher beobachte
ten Fälle haben nach der Angabe der engliſchen
Fachzeit=
ſchrift Schwalbenreiſen von ſolcher Länge noch nicht
er=
geben, wenn auch ſchon mehrfach einzelne im Sommer in
Europa mit Ringen gezeichnete Schwalben zur
Winters=
zeit in der nördlichen Hälfte Afrikas feſtgeſtellt werden
konnten.
** Der neueſte Kotillon=Scherz. Von dem neueſten
Kotillon=Scherz der Pariſer, der ſeine Premiere bei dem
letzten Ball der Polytechniſchen Hochſchule erlebte und ſich
jetzt die Salons erobert, berichtet die Revue de la Danſe.
Vor dem Ball werden, beinahe wie Tiſchkarten, kleine
Zettel angefertigt, die der Hausherr an die Tänzer
ver=
teilt. Die Zettel tragen luſtige Inſchriften, wie z. B. „Der
Herr, deſſen Handſchuhe nach Benzin riechen”; „Der Herr,
der wegen des Bufetts gekommen iſt‟: Der Herr mit dem
geliehenen Frack‟ Der Herr, der die Röllchen mitbrachte‟
uſw. Während des Kotillons geht der Hausherr umher,
wählt eine junge Dame, konſultiert dann ſeine Liſte und
ruft mit lauter Stimme den Partner: „Der Herr, deſſen
Handſchuhe nach Benzin riechen”; und der Inhaber des
Zettels muß ſich zum Tanze melden. Sehr oft verlieren
die Tänzer bei dieſem bizarren und wenig ſchmeichelhaften
Aufruf die Faſſung, es kommt zu komiſchen Situationen,
ja, wenn es ſich bisweilen ergibt, daß die Inſchrift des
Zettels auch nur leiſe, durch eine Tücke des Zufalls,
indis=
kret der bitteren Wirklichkeit nahekommt, dann ſieht mar
die Herren wie junge Mädchen erröten, und die Heiterkeie
aller Zuſchauer wird um ſo größer. Es iſt zwar richtig,
daß dieſer neueſte Pariſer Kotillon=Scherz bisweilen
Ge=
fahr läuft, die Grenzen des Zartgefühls zu überſchreiten,
aber ſeine Erfolge ſind trotzdem durch das ſtürmiſche
Lachen beſtätigt worden, die er bei den letzten Bällen
über=
all erregte. Und beſonders die Damen ſind von dem
Ein=
fall entzückt, und werden nicht müde, ſich über ihre
unglück=
lichen Tänzer harmlos zu amüſieren.
* Der Preis=Chor für das große Wettſingen in
Frankfurt im Mai dieſes Jahres lautet wie folgt:
Wir ſeufzten ſieben Jahr entrechtet,
Wir knurrten ſieben Jahr geknechte‟
Und haben grimmig Schmach getragen,
Die ſtrenge Stunde hat geſchlagen
Wir brachen auf mit Roß und Wagen,
Wie Halmenmeere
Wogten Wehre,
Die Straßen ſchütterten von Heeren
Und Morgen, Mittag, Mitternacht,
Drei Tage mordete die Schlacht,
Drei Tage donnerte die Erde
Von Männerſprung
Und Sturm der Pferde,
Drei Tage ſpieen Tod die Stücke. (?)
Da brach dem Korſen Glück und Macht
Und unſere Kette ſprang in Stücke.
Wo Gewürg und Kampf vertoſten,
Wo die Pulverringe verſchwelten,
Lebt ein tränenſchweres Grauen.
Hier verhauchten tapfere Seelen,
Die den Heldentod erloſten.
Waiſen ſtöhnen auf und Frauen,
Keine Scholle, wo nicht einer ſank,
Keine Scholle, die das Blut nicht trank.
Nicht einer ſchläft umſonſt im Grunde,
Nicht einem ſchlug umſonſt die Wunde
Der Völkerſtreit.
Wir ſtehen gerüſtet auf den Warten,
Und freudig fliegen unſere Standarter
In alle Zeit!
Von der Kommiſſion wurde die Anregung gegeben,
in dem Tert die Zeit des großen Freiheitskrieges zu
be=
rückſichtigen. Verfaſſer des Gedichtes iſt der Germaniſt
Profeſſor Adolf Frey in Zürich. Daß das Gedicht
allge=
meinen Beifall finden wird, möchten wir bezweifeln.
Nummer 65.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Seite 5.
hängerinnen des Frauenſtimmrechts im
Hydepark. Die Leiterin Drumon hatte kaum den Wagen
beſtiegen, der als Rednertribüne dienen ſollte, als ihr ein
Raſenſtück auf den Mund geworfen wurde.
Obwohl ihre Stimme in dem Lärm unterging, ſprach ſie
eine halbe Stunde lang, während ſie fortgeſetzt mit
Apfelſinen, Schmutz und Steinen beworfen wurde. Einer
jungen Rednerin, die danach ſprach, erging es nicht beſſer.
Die Polizei erklärte die Verſammlung für geſchloſſen
und verſuchte die Frauenrechtlerinnen nach der nächſten
Untergrundbahnſtation zu geleiten. Die Menge jedoch
überwältigte die Polizei und jagte die Weiber auf der
Orfordſtreet auf und nieder. Der Verkehr auf der Straße
erlitt eine halbſtündige Unterbrechung. Schließlich gelang
es der verſtärkten Polizeimannſchaft, die Verfolgten auf
den Untergrundbahnhof zu bringen, deſſen Eingang
ge=
ſchloſſen wurde. Die Mehrzahl der Teilnehmerinnen der
Verſammlung wurden übel zugerichtet. Vielen
hing die Kleidung in Fetzen am Leibe.
Liſſabon, 17. März. Geſtern iſt eine Luſtjacht mit
acht Studenten an Bord bei Viasma=do=Caſtello
geſchei=
tert. Fünf Studenten ſind ertrunken.
New=York, 17. März. Einbrecher durchhöhlten
geſtern die Kellermauer des Pfandinſtituts in der Heſter=
Street und erbrachen die Safes. Sie ſollen außer Juwelen
im Werte von einer Viertelmillion Dollars Aktien im
Werte von 70 Millionen Dollars, und zwar
51 900 Vorzugsaktien und 55000 Stammaktien der Union=
Pazifik=Bahn und 1000 Stammaktien der Southern=
Pa=
zifikbahn erbeutet haben, die angeblich aus dem
Vermö=
gen E. H. Harrimans herrühren.
Der Balkankrieg.
Die Vermittelung der Mächte.
* London, 17. März. Die Times ſchreibt: Die
Er=
widerung der Balkanverbündeten an die Mächte zeigt
daß ein ſtärkerer Druck von ſeiten Europas notwendig ſein
wird, den Krieg zu beendigen. Die Erwiderung nimmt
die Vermittelung im Prinzip an, knüpft ſie aber an
Be=
dingungen, die gänzlich unzuläſſig ſind und daher die
Annahme in ihrer gegenwärtigen Form illuſoriſch machen.
Das Blatt nimmt Bezug auf die gewichtige und objektive
Beſprechung der Lage in der Norddeutſchen Allgemeinen
Zeitung und betont, daß verſchiedene Bedingungen der
Verbündeten derart ſeien, daß, wenn die Verbündeten in
der Lage wären, ſie der Türkei aufzuerlegen, Europa
durch ſeine eigenen Intereſſen genötigt ſein würde, ſein
Veto dagegen auszuſprechen. Natürlich, fährt die Zeitung
fort, ſind die Verbündeten ſich deſſen bewußt;
nichtsdeſto=
weniger iſt ihre Erwiderung ſo aufzufaſſen, daß ſie
beab=
ſichtigten, die Vermittelung zu vereiteln. Allgemein
nimmt man hier und in anderen Hauptſtädten an, daß
die Vorſchläge von einem realeren und beſtimmteren
Charakter getragen ſind. Es wäre politiſcher und
höf=
licher geweſen, wenn ſie bereits in ihrer Antwort geſagt
hätten, was ſie wirklich zu bekommen erwarteten. Das
Blatt nimmt an, daß die Vermittelung der Mächte den
Verbündeten im Grunde nicht unwillkommen wäre und
ſchließt aus gewiſſen Wendungen der Rede des
Miniſter=
präſidenten Geſchow, daß die Verbündeten noch nicht ihr
letztes Wort geſprochen haben. Das Blatt ſchließt: Auf
allen Seiten empfindet man, daß der Friede in Europa
notwendig geworden iſt. Der Krieg iſt eine ernſtliche
Be=
drohung für die guten Beziehungen der Mächte geweſen
und wenn auch die Gefahr nicht immer akut iſt, ſo
ver=
mehrt doch die Fortſetzung des Konfliktes die ſchweren
Sorgen der Miniſter von Wien bis London. Europa kann
nicht dulden, daß ſeine Intereſſen für eine weitere Zeit
von unbeſtimmter Dauer präjudiziert werden durch die
Fortſetzung des Konfliktes, deſſen grundlegendes
Ergeb=
nis unwiderruflich feſtſteht. Der Friede iſt Europa ebenſo
notwendig wie für die kriegführenden Parteien, und
ebenſo ſicher muß Europa mit Feſtigkeit auf die Annahme
der Vermittelung beſtehen.
Ein Mißtrauensvotum der türkiſchen Offiziere.
* Konſtantinopel, 16. März. Eine
Offiziers=
gruppe überreichte dem Großweſir ein
Memoran=
um, in dem er unter Hinweis darauf, daß der
jungtür=
iſche Putſch und der Regierungswechſel nichts genützt,
ſondern die Wiederaufnahme der Kämpfe zur Folge
ge=
habt hätten, um derentwillen der Pforte ſchlimmere
Frie=
densbedingungen auferlegt werden ſollen, zum letztenmal
ufgefordert wird, ſich zurückzuziehen und das Schickſal
des Landes einer vertrauenswürdigen Regierung zu
berlaſſen.
Das Memorandum iſt von etwa 3000 Offizieren
unterzeichnet worden und lautet: Die letzte Revolution,
der die Kündigung des Waffenſtillſtandes und die
Wieder=
aufnahme des Kampfes folgte, bewies, daß eine Handvoll
Leute nur auf die Befriedigung ambitiöſer eigenſüchtiger
Zwecke abzielt. Leider wurde auch der Großweſir, der in
der Armee allſeitige Hochachtung genießt, zum
Handlan=
ger dieſer SStrömung. Wenn es durch den
Regierungs=
wechſel möglich wäre, das Intereſſe des Vaterlandes zu
wahren, ſo hätten die Offiziere die Regierung unterſtützt.
nglücklicherweiſe konnte aber die neue Regierung nicht
die gleichen Vorteile ſichern, wie die frühere Regierung.
Dieſe konnte es durchſetzen, daß Adrianopel unter dem
Schutze des Sultans bleibe, bewahrte die Nation vor der
Zahlung einer Kriegsentſchädigung und ſicherte die
Grenzlinie, welche die ſtrategiſch wichtigen Orte
Goeld=
ſchina, Dimotika, Dedeagatſch und Kirk=Kiliſſe für
Oſt=
rumelien erlangten, ſowie außerdem die Autonomie
Alba=
tiens unter türkiſcher Souveränität. Die neue Regierung,
velche zur Macht kam, um größere Vorteile zu ſichern,
onnte ſeit einem halben Monat keine Erfolge aufweiſen;
ie hat vielmehr das bedauerliche Ereignis des Falles von
Janina erlebt und es verſchuldet, daß die Alliierten ihre
früheren Friedensbedingungen anulliert haben und auf
den bekannten Bedingungen beſtehen. Das Offizierkorps,
welches überzeugt iſt, daß der Regierungswechſel nur
per=
ſönlichen Ambitionen diente, ſieht ſich deshalb gezwungen,
eine Tätigkeit wieder aufzunehmen und ſtellt an den
Großweſir folgende Fragen: Wenn Eure Hoheit überzeugt
iſt, daß es die militäriſche Lage der Türkei geſtattet, das
Intereſſe des Landes beſſer als die frühere Regierung zu
verteidigen, warum verlangen Sie noch in den erſten
Wochen nach Uebernahme der Macht den Frieden unter
mgünſtigeren Bedingungen? Warum eruierten Sie nicht
die Mörder des früheren Kriegsminiſters, da doch die
Zahl der ſchuldigen uniformierten Perſonen, welche in die
Pforte eingedrungen ſind, gering war? Weshalb haben
ſich Eure Hoheit dem Vertuſchungsmanöver gegenüber
chweigſam verhalten? Das Offizierkorps wird nicht
dul=
den, daß das Intereſſe des Landes zum Spielball einer
Handvoll habſüchtiger Leute werde und wird dieſelben
wegen des auf die Armee geworfenen Makels zur
Rechen=
ſchaft ziehen. Das Offizierkorps empfiehlt dem Groß=
weſir zum letzten Male, die Leitung der Geſchäfte allſeitig
vertrauenswürdigen Perſonen zu überlaſſen.
Die bulgariſch=rumäniſche Streitfrage.
* Sofia, 17. März. Miniſterpräſident Geſchow
und der Sobranje=Präſident Dr. Danew haben geſtern
im Sitzungsſaal der Sobranje eine aus 700 Perſonen
beſtehende Abordnung der Bezirke von Siliſtria,
Baltſchik, Kavarna und Dobritſch empfangen, welche
ge=
kommen war, um gegen eine eventuelle Abtretung
bulgariſchen Bodens an Rumänien
Verwah=
rung einzulegen und um bei der Regierung darauf zu
dringen, ſie möge nicht geſtatten, daß Rumänien von dem
bulgariſchen Grenzgebiete Beſitz ergreife. Geſchow und
Dr. Danew gaben der Abordnung gegenüber die
Verſiche=
rung ab, daß die Regierung die durch die Haltung des
Nachbarn im Norden hervorgerufene Beunruhigung der
Deputation teile. Sie werde die Großmächte über die
nichtberechtigten rumäniſchen Anſprüche weiterhin
aufklä=
ren und alles, was in ihren Kräften ſtehe, tun, um das
bulgariſche Vaterland vor einer Amputation zu bewahren
und um die Heimat der tapferen Soldaten, die im Kampf
gegen den Feind ihr edles Blut vergoſſen, dem Vaterland
zu erhalten. Die Nation könne auf die Gerechtigkeit der
Großmächte vertrauen, die gewiß nicht jetzt zerſtören
wer=
den, was Rußland in Europa vor 35 Jahren geſchaffen
habe. — Wie verlautet, wird der Proteſt der Bevölkerung
der oben genannten Bezirke den Vertretern der
Groß=
mächte überreicht werden. — Dr. Danew wird am
Diens=
tag nach Petersburg abreiſen.
Aus der bulgariſchen Sobranje.
* Sofia, 16. März. Das Haus verhandelte heute
über die geſtrigen Erklärungen des
Miniſter=
präſidenten Geſchow. Die Führer der
Oppoſi=
tionsparteien billigten im allgemeinen die Erklärungen
Geſchows, machten jedoch Vorbehalte betreffs der
opti=
miſtiſchen Anſchauung der Regierung hinſichtlich der
ſchließlichen Ergebniſſe des vom Balkanbund
unternom=
menen Werkes. Sie verurteilten in kräftigen Worten die
Haltung der Griechen und Serben, die eine
Eroberungs=
politik zum Nachteile der Bulgaren verfolgten, die ſie
durch allerlei Beläſtigungen und Gewalttätigkeiten zu
ent=
nationaliſieren trachteten. Das anfängliche Ziel des
Bal=
kanbundes und des Krieges habe territorialen
Eiferſüchte=
leien Platz gemacht. Der Balkanbund befinde ſich daher
infolge der bei den Verbündeten entfeſſelten
chauviniſti=
ſchen Leidenſchaften in Gefahr. Angeſichts dieſer Haltung
der Verbündeten müſſe die Regierung die Intereſſen der
Nation energiſch verteidigen. Verſchiedene Redner
ver=
urteilten die Politik der Regierung in dem rumäniſch=
bul=
gariſchen Streitfalle und erklärten, die Forderungen von
Rumänien trügen geradezu den Charakter der Erpreſſung,
zumal ſie ganz unbegründet ſeien. Da Bulgarien auf die
Dobrudſcha endgültig verzichtete, um die Freundſchaft
Rumäniens zu beſitzen, ſei es zu der Erwartung berechtigt,
daß Rumänien ſelbſt den Wert der Freundſchaft
Bulga=
riens ſchätzen werde, ohne irgend einen Landerwerb
anzu=
ſtreben. Der Führer der Liberalen, Radoslawoff,
bezeich=
nete es als notwendig, nach Möglichkeit die
abgeſchloſ=
ſenen Verträge bekannt zu geben, damit die öffentliche
Meinung über die Verpflichtungen, welche der Nation
auferlegt ſeien, aufgeklärt werde. Abgeordneter
Straſchi=
minow, Führer des Landwirteverbandes, erklärte,
Salo=
niki ſei ein Hafen für ganz Mazedonien, ſogar für Sofia,
und könne keineswegs an Griechenland fallen. Der Führer
der Demokraten, Malinow, beſprach die Vermittelung für
den Friedensſchluß. Er ſagte: Wir werden mit Ruhe die
Entſcheidung der Mächte abwarten, weil dieſe jetzt
Ge=
legenheit haben, zu beweiſen, daß es in Europa
Gerechtig=
keit und Ziviliſation gibt, für welche wir kämpfen. Der
Führer der Jungliberalen, Tonſchew, warf der Regierung
vor, ſie ſei in der Löſung der Orientfrage nicht bis ans
Ende gegangen.
Trotz der vorgebrachten Kritiken erklärten die
Füh=
rer ſämtlicher Parteien daß ſie der Regierung
ihre volle Unterſtützung zur Verteidigung der nationalen
Intereſſen gegen den Feind und gegen die
konkurrieren=
den Beſtrebungen gewähren würden.
Nach den Sprechern der Oppoſition ergriff
Finanz=
miniſter Theodorow das Wort und erklärte namens
der Regierung, daß, da der Krieg noch nicht beendet und
die aufgetauchten Differenzen nicht beigelegt ſeien, jede
Kritik verfrüht ſei. Man werde die Politik der
Regie=
rung nach ihren Ergebniſſen beurteilen müſſen. Die
Re=
gierung appelliere an die Oppoſition, ihr die Unterſtützung
nicht zu entziehen, ſo lange ſich Bulgarien Feinden oder
Rivalen gegenüber befände. Die Einmütigkeit der
Sla=
wen werde dem Lande die Verwirklichung der erſehnten
Erfolge ermöglichen.
Ein neuer Erfolg der „Hamidije‟.
* London, 16. März. Aus Konſtantinopel wird
gemeldet, daß die „Hamidije” geſtern wiederum einen
ſerbiſchen Transportdampfer im Süden von Durazzo
an=
gegriffen und in Grund gebohrt hat, wobei gegen
100 Serben ertranken. Die „Hamidije” nahm darauf
Rich=
tung gegen Valona, um mehreren griechiſchen
Kanonen=
booten aufzulauern. Man glaubt deshalb, daß es heute
oder morgen zu einem Seegefecht kommen werde.
Inzwi=
ſchen iſt die „Hamidije” vor Valona geſichtet worden.
Vermiſchtes.
* Aufruf des Deutſchen Wehrvereins.
Die letzte Geſamtvorſtandsſitzung des Wehrvereins hat
einen Aufruf genehmigt, der an alle Deutſche einen
zün=
denden Appell richtet, auch bei der bevorſtehenden
Vervoll=
kommnung unſerer Rüſtung dem Vaterlande zu geben,
was des Vaterlandes iſt. Der Aufruf ſchließt mit
folgen=
den Worten:
Deutſchland begehrt keinerlei Beſitz ſeiner Nachbarn.
Wer es anders ſagt, verleumdet. Aber es darf auch
keinerlei Zweifel aufkommen laſſen, daß es entſchloſſen iſt,
zu behaupten, was es hat. Begegnen aber kann es ſolchen
Zweifeln nur durch offenkundige Anſpannung aller ſeiner
Kräfte. Der Wehrverein iſt ſtets eingetreten für die volle
Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht. Was wir
ein=
mal waren, aber nicht mehr ſind, ſind unſere weſtlichen
Nachbarn: Ein Volk in Waffen. Nach Wiedereinführung
der dreijährigen Dienſtzeit wird ihr Heer das unſrige an
Friedensſtärke weit übertreffen. Eine höchſt bedenkliche
Steigerung der Angriffskraft und Angriffsluſt wird davon
die ſichere Folge ſein. Damit iſt die Stellung unſeres
Vereins gegeben. Was er an Kraft beſitzt, wird und muſ
er in den Dienſt der neuen Wehrvorlage ſtellen. Darum
herbei, Ihr Deutſchen, die Ihr an die Zukunft unſeres
Volkes glaubt und ſie ſichern wollt, helft dem Wehrverein
in ſeiner guten, in ſeiner großen Sache. In der Hingebung
ans Vaterland gebe es keinen Unterſchied der Parteien,
der Bekenntniſſe; unſer aller Glück und Wohlfahrt hängen
an ihm. Nur in dieſer Geſinnung vermochten unſere
Väter vor hundert Jahren ſich zu befreien vom fremden
Druck. Als Blücher 1815 mit ſeinem Heere in drei Tagen
zwei Schlachten geſchlagen, eine Niederlage erlitten und
einen glänzenden Sieg errungen hatte, da richtete er an
ſeine Soldaten die Worte: „Nie wird Preußen
unter=
gehen, wenn Eure Söhne und Enkel Euch gleichen.” Wir
Deutſche werden im Ernſtfalle unſerer Väter und
Groß=
väter nicht unwürdig ſein; ſeien wir es auch nicht im
Frieden, wenn das Vaterland ruft. Es bedarf der Waffen;
denn: „Bereit ſein, iſt alles.” Laßt uns deshalb kein Opfer
ſcheuen; zeigen wir den Nachbarn, daß Wille gegen Wille
ſteht!
* Aerztliche Hilfe auf dem Lande.
Ueber mangelhafte Beſetzung des platten Landes mit
Aerzten iſt ſchon vielfach und neuerdings wieder in den
Parlamenten geklagt worden. Dieſe Verhältniſſe werden
ſich aber noch verſchlimmern, wenn am 1. Januar 1914 die
neue Krankenverſicherung in Kraft tritt. Der Grund
da=
für, daß ſich verhältnismäßig ſo wenige Aerzte auf dem
Lande niederlaſſen, liegt in erſter Linie in den zumeiſt
ge=
ringen Ausſichten auf einen auskömmlichen Erwerb und
die Landflucht der Aerzte würde noch einen viel größeren
Umfang annehmen, wenn bisher die Landärzte ſich nicht
wenigſtens noch auf einige Privatpraxis ſtützen könnten;
das wird ſich aber vom nächſten Jahre ab vollſtändig
än=
dern, weil nahezu die geſamte landwirtſchaftliche
Bevöl=
kerung den Krankenkaſſen zugeführt wird.
Verſicherungs=
pflichtig ſind dann alle in der Landwirtſchaft beſchäftigten
Arbeiter, Dienſtboten, Hofmeiſter uſw.,
verſicherungsberech=
tigt ſind außerdem alle Familienangehörigen des
Arbeit=
gebers, die ohne eigentlichen Arbeitsverdienſt und ohne
Entgelt in ſeinem Betriebe tätig ſind, ferner alle
Betriebs=
inhaber, welche regelmäßig keine oder höchſtens zwei
Ver=
ſicherungspflichtige beſchäftigen. Alle dieſe Perſonen
dür=
fen ſolange in der Krankenkaſſe bleiben, bis ihr
Jahres=
einkommen nachweislich 4000 Mark überſteigt. Daß unter
olchen Umſtänden die ärztliche Privatpraxis auf dem
Lande verſchwinden muß, iſt ſelbſtverſtändlich. Bei den
weiten Entfernungen, die der Arzt auf dem Lande
zurück=
legen muß, kann der Landarzt heutzutage ohne das teuere
Fuhrwerk oder Auto ſeine Praxis gar nicht betreiben.
Da=
zu kommt, daß ſich bei den Behörden immer mehr die
Ge=
pflogenheit einbürgert, Impfungen, Leichenſchau und die
Gutachtertätigkeit für Berufsgenoſſenſchaften,
Landesver=
ſicherungsanſtalten und Angeſtellten=Verſicherung den
praktiſchen Aerzten zu entziehen und den Kreis= oder
Be=
zirksärzten zu übertragen, d. h. dem Landarzt die
Neben=
einnahmen, auf die er angewieſen iſt, zu verringern.
Be=
denkt man noch die Schwierigkeiten und die hohen Koſten
der Kindererziehung, den Verzicht auf ſtädtiſche Genüſſe
und Bildungsmöglichkeiten, ſchließlich die großen
körper=
lichen Strapazen, denen der Landarzt ausgeſetzt iſt, ſo muß
man ſich wundern, daß die Dinge nicht noch weit
ſchlim=
mer liegen, als es jetzt ſchon der Fall iſt, und das alles,
obwohl tatſächlich in Deutſchland ein ſehr erheblicher
Ueberfluß an Aerzten vorhanden iſt. Dieſer Ueberfluß
kann aber nur dann auf das Land abgeleitet werden, wenn
ſich diejenigen Gemeinden, welche ſich einen Arzt erhalten
wollen, zur Zahlung eines auskömmlichen Zuſchuſſes für
eine Reihe von Jahren verpflichten, wenn ferner die
Ver=
ſicherungsbehörden auf eine angemeſſene Entlohnung der
Aerzte durch die Krankenkaſſen hinwirken. Eine weitere
Erhöhung der Geſamtzahl der Aerzte, welcher leider von
verſchiedenen Seiten das Wort geredet wird, hätte
ledig=
lich eine Zunahme des Heeres der beſchäftigungs= und
er=
werbsloſen Aerzte in den Großſtädten zur Folge, eine ſehr
unerfreuliche Erſcheinung, womit niemandem gedient
wäre.
— Aus dem Palmengarten in Frankfurt
am Main. Immer noch übt die Blütengalerie ihren alten
Reiz auf die Beſucher des Palmengartens aus. Eine Fülle
von Schönheit drängt ſich uns hier entgegen und nimmt
auf Schritt und Tritt unſere Aufmerkſamkeit in Anſpruch.
Auf der öſtlichen Seite ſind es Pflanzen aus der Sippe der
Mandeln und Pflaumen, natürlich in Zierformen, deren
zart roſa Blüten das Auge erfreuen; die gefüllte
Mandel=
ſorte Clara Meyer” und die Mandelpflaume. In der
Ecke iſt das Bild bunter, da baut ſich eine
Zuſammen=
ſtellung von den als Zimmerpflanzen ſo beliebten Clivien
mit den orangegelben Blütenſtänden auf, unterſtützt von
Cinerarien, gelbem Cytiſus, Primeln und Goldlack. Der
Fuß der reichgeſchmückten Vaſe iſt gebildet aus der
tief=
blauen Seilla sibiries, einem der reizendſten
Zwiebel=
gewächſe. Prächtige Syringen in gefüllten und einfachen
Varietäten, Schneeball, die kaukaſiſche Pimpernuß wechſeln
auf der Nordſeite ab, ſie entlocken dem Beſucher einen
Aus=
ruf des Staunens ob der Schönheit der Blüten und deren
reicher Entwicklung. Auch die gelben Forſythien, bekannte
Frühjahrsſträucher, entfalten ihre glockenähnlichen Blumen,
In der weſtlichen Ecke ſehen wir einen reichen Flor,
Hya=
zinthen, Tulpen, Azalien uſw. ſind zu einem anmutigen
Ganzen vereinigt. Von dort richtet ſich der Blick auf den
Weſtgang, in dem die teilweiſe über 100 Jahre alten
Azalea indica ſtehen, deren Flor jetzt auf der Höhe iſt; ſie
prangen in lila und weißer Farbe, und aus ihnen haben
ſich durch ſorgfältige Kreuzung alle die ſchönen
Farben=
ſpiele entwickelt, die wir in kurzer Zeit in dem Haus
der Schauhäuſergruppe ſehen werden und die in ihrer
bei=
ſpielloſen Farbenpracht den Gipfelpunkt des
Frühjahrs=
flors bilden. Die jetzt in der Blütengalerie blühenden
Azalien ſtammen zum großen Teile noch aus den
Winter=
gärten des Herzogs Adolf von Naſſau in Biebrich, ſie
bil=
deten mit anderen Pflanzen ſeinerzeit den Grundſtock der
Pflanzenſammlungen des Palmengartens. Noch viele
andere Pflanzen zieren die Blütengalerie und tragen zu
der ſchönen Wirkung des Geſamtbildes bei. — Auch in den
Pflanzenſchauhäuſern findet man, wie immer,
Intereſſan=
tes und Schönes. Vor allem ſind es wieder die Orchideen,
die in verſchiedenen Arten in Blüte ſind, dann wird man
ſich der reizenden Wirkung nicht verſchließen können, die
der Inhalt der Häuſer 12 und 13 auf den Beſucher ausübt
Hier zeigt ſich ein farbenfrohes Bild, in dem einen Hauſe
aus Alpenveilchen und Nelken, in dem anderen Hauſe aus
Begonien, Primeln und Vergißmeinnicht beſtehend.
Be=
ſonders die kräftige gelbe Farbe der Primula kewensis
einer neuen Errungenſchaft der Blumengärtnerei, tritt in
einem Rahmen von zartblauen Vergißmeinnicht gut hervor.
Auf die Ampeln mit Triteleia in Haus 12 ſei noch
auf=
merkſam gemacht: die Verwendung dieſes lieblichen
Zwie=
belgewächſes in dieſer Form iſt ſehr anſprechend.
Literariſches.
E. A. Seemanns „Meiſter der Farbe‟
(Abonnementspreis pro Heft 2 M.) haben mit dem
Ja=
nuarheft ihren zehnten Jahrgang begonnen. Wern es
einem großzügigen literariſchen Unternehmen gelungen
iſt, ſich ein Dezennium hierdurch in ſteigendem Maße die
Gunſt weiter Kreiſe zu gewinnen und zu ſichern, ſo liegt
darin ein ſo erfreuliches Moment, daß die Dekade
förm=
lich zwingt, rückblickend zu erörtern, was war der Zweck
des ganzen Unternehmens und was iſt bisher erreicht.
Die „Meiſter der Farbe” bilden mit ihren rund 650
Num=
mern die Hauptgruppe der nach Ziel und Ausführung
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Nummer 65.
gleichartigen Publikationen des Leipziger Kunſtverlags;
ſie wollen zuſammen eine Enzyklopädie der Malerei, eine
Art von Univerſal=Pinakothek geben, und zwar in
far=
bigen, originalgetreuen Wiedergaben. Dafür iſt eine der
Hauptvorbedingungen durch die geradezu erſtaunliche
Ent=
wickelung in der Technik des farbigen
Vervielfältigungs=
verfahrens erfüllt. Mit ſeltener Einmütigkeit hat die
Tagespreſſe, die Fachkritik und vor allem die
Künſtler=
ſchaft ſelbſt ihrer Befriedigung über die erreichte
farben=
treue Wiedergabe Ausdruck verliehen. Der Malerei in
allen ihren Richtungen Verſtändnis und Freude zu
er=
wecken, dadurch im höchſten Sinne des Wortes
mitzu=
ſchaffen an der veredelnden Bildung unſerer Zeit, iſt
(Zweck und Ziel der „Meiſter der Farbe” und dieſer
Auf=
gabe wird auch der neue zehnte Jahrgang mit all ſeinen
Nachfolgern gerecht werden.
— Norman Angell, „Die falſche
Rech=
nung”. (Was bringt der Krieg ein?) Preis: Elegant
gebunden 1,25 Mark. (Vita, Deutſches Verlagshaus,
Ver=
lin-Charlottenburg.) Das Buch, das bei ſeinem
Erſchei=
men in engliſcher Sprache ſo großes Aufſehen erregte, von
Staatsmännern, wie Lloyd George, Edward Grey, Jean
Jaurés, und vielen anderen in langen Auszügen den
Par=
lamenten ihrer Staaten vorgetragen wurde, liegt nun in
vollſtändiger deutſcher Ausgabe zu einem bemerkenswert
niedrigen Preis, elegant ausgeſtattet und dauerhaft
ge=
bunden, vor.
— Werden. Ein Blatt für die deutſche
Ju=
gend aller Stände. Probenummer 1. — Februar
1913. Die reichhaltige, zielbewußte Zeitſchrift, die der
undeutſchen und verhetzenden ſozialdemokratiſchen „
Arbei=
terjugend” ein Blatt gegenüberſtellen will, das, unter
Ver=
meidung aller engen Bevormundung, der Jugend aller
Stände den Zugang zu deutſcher Bildung öffnet, ſei der
männlichen Jugend zwiſchen vierzehn und achtzehn und
allen ihren Freunden beſtens empfohlen. Sie erſcheint im
Verlage der Schriftenvertriebsanſtalt, G. m. b. H., in
Ber=
lin SW. 68, Alte Jakobſtraße 129, koſtet 50 Pfg im
Vier=
teljahr und kann bei Buchhandlungen, bei der Poſt und
von 5 Exemplaren an auch direkt vom Verlage bezogen
werden.
* Neuerſchienene Broſchüren. Fanzöſiſcher
Boykott, Deutſche Abwehr, ein Mahnruf an die deutſche
Frau von Arthur Dix. Verlag von Guſtav Hohns in
Kre=
feld, Preis 0,75 Mk. — Katechismus der Jeſuitenmoral.
Kl. 8', geh. 1 Mk., geb. 1,50 Mk. Verlag von Breitkopf u.
Härtel, Leipzig. — Schriften des Verbandes zum Schutze
des deutſchen Grundbeſitzes und Realkredits (E. V.),
Ber=
llin. Herausgegeben vom Verbandsdirektor Kaiſerl.
Prä=
ſident a. D. Dr. R. van der Borght. Heft Nr. 5:
Boden=
reform und öffentliche Meinung. Von Syndikus Dr.
Ru=
dolf Görnandt, Berlin 1913. Selbſtverlag des Verbandes
zum Schutze des deutſchen Grundbeſitzes und Realkredits
(E. V.), Berlin W., Taubenſtraße 44/45. — Iſt Aſthma
heilbar? Gemeinverſtändlich dargeſtellt von Dr. med. J.
Pick, Spezialarzt in Berlin=Charlottenburg. Verlag von
Oskar Coblentz, Berlin W 30. — Drängende Fragen. Die
Orientreiſe und ihre Folgen für Oeſterreich=Ungarn und
das Deutſche Reich. Von einem öſterreichiſchen Politiker.
Verlag von L. W. Seidel u. Sohn, k. u. k. Hofbuchhändler,
Wien I, Graben 13. — Ueber die Wahrſcheinlichkeit eines
Krieges zwiſchen Deutſchland und England und über die
Zukunft der beiden Länder, nebſt einer Beſchreibung der
Engländer von heutzutage. Von Mariano Herggelet,
Lon=
don. 114 Seiten, Preis 1,50 Mk. Verlag von Otto
Wi=
gand m. b. H., Leipzig, Hoſpitalſtr. 11a. — Iſt ein zukünf.
tiges deutſches Petroleummonopol exiſtenzfähig? Ein
zahlenmäßig belegter Beitrag zur Frage der rationellſten
billigſten und hygieniſch vorteilhafteſten Lichterzeugung aus
Kohlen. Von Carl Adam, Berlin N. 39, Sparrſtr. 18 I.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 17. März. Der Kaiſer ließ ſich heute
vormittag die Pläne und Modelle für das Stadion im
Grunewald durch einige Herren des Vorſtandes des
deut=
ſchen Reichsausſchuſſes für olympiſche Spiele vorführen.
Erſchienen waren: Staatsminiſter von Podbielski,, Ober=
Regierungsrat Oertzen, Geh. Baurat March, Rittmeiſter
Wolf, Oberleutnant Rösler und Graf Adalbert
Sier=
ſtorpff.
* Schwenningen, 17. März. Die 48jährige Ehefrau
des Flaſchners Karl Pfaff in dem badiſchen Dorf
Mönch=
weiler bei Fillingen ſollte heute auf der Bürgermeiſterei
vernommen werden, da ſie im Verdacht ſtand, einen
ano=
nymen Brief geſchrieben zu haben. Aus Erregung
dar=
über gab ſie ihren drei Kindern im Alter von 3 und 2
Jah=
ren und 9 Monaten Lyſol und trank hierauf ſelbſt ein
größeres Quantum. Die vier wurden mit
lebensgefähr=
lichen inneren Verbrennungen aufgefunden. Das
zwei=
jährige Kind wurde in das Fillinger Krankenhaus gebracht,
während die übrigen Kinder und die Mutter in der
Woh=
nung behandelt werden. Die Mutter kam nur kurze Zeit
zum Bewußtſein und konnte noch nicht über ihre Tat
ver=
nommen werden.
* Stettin, 17. März. Die Stettiner Reederei
Kunſt=
mann erhielt auf telegraphiſche Erkundigungen geſtern
Nachrichten aus Norwegen, daß in der Nachbarſchaft von
Namſos Wrackſtücke angetrieben wurden, aus
denen mit Beſtimmtheit geſchloſſen wurde, daß ſie von
dem vermißten Dampfer „Peruvia” herrühren. Mit
dem etwa 6000 Tonnen großen Schiffe dürfte die geſamte
Beſatzung von 28 Mann untergegangen ſein. Der
Kapi=
tän des Schiffes war E. Graeſe aus Swinemünde.
Brüſſel, 17. März. Der Nationalrat der
ſozial=
demokratiſchen Partei für das allgemeine
Wahl=
recht hat nach längerer Sitzung beſchloſſen, dem Parteitag
der Oſtern in Brüſſel zuſammentritt, wiederum
vorzu=
ſchlagen, den Generalſtreik für den 14. April zu
er=
klären, nachdem es die Regierung abgelehnt hat, eine
Verfaſſungsreviſion in die Wege zu leiten.
H. B. München, 17. März. Geſtern und heute hat ſich
durch Automobile in München großes Unheil
ereig=
net. In einem Vorort fuhr ein Auto auf den Bürgerſteig
und drei Inſaſſen wurden ſchwer, zwei leichter verletzt.
Bei einem anderen Autounfall kamen zwei Perſonen ums
Leben.
München, 17. März. In Nieder=Pöcking, am
Starnberger Sce, erſchoß ſich der 26jährige
Stu=
dierende an der Münchener techniſchen Hochſchule, Robert
Kreuells aus Kloſter Oeſede bei Osnabrück. Der
Grund ſoll ſchlecht beſtandenes Examen ſein.
— Düſſeldorf, 17. März. Heute nacht verwundete der
Penſionsinhaber Rupp einen Koſtgänger durch
Revol=
verſchüſſe. Er gab ſodann auf ſeine Frau und zwei
Schutzleute Fehlſchüſſe ab und erſchoß ſich darauf ſelbſt.
Das Motiv zu der Tat iſt unbekannt.
— Oldenburg, 17. März. Bei einem Damm ſtürzte
ein Automobil um. Zwei Inſaſſen wurden leicht
ver=
letzt, zwei Damen lebensgefährlich.
* Peſt, 17. März. Miniſterpräſident Lukacs
er=
klärte, der Zeitpunkt der Einberufung der
Dele=
gationen ſei noch nicht endgültig feſtgeſtellt und hänge
in erſter Linie von der Geſtaltung der auswärtigen Lage
ab. Es ſei auch noch keine feſte Vereinbarung getroffen
worden, ob die Delegationen im Frühjahr oder im Herbſt
ſtattfinden.
— Amſterdam, 17. März. Der engliſche
Dam=
pfer „Eaſtwell” der Firma Tyezak Branſoot in
New=
caſtle on Thyne, iſt geſtern dicht vor dem Hafen Ymuiden
infolge hohen Seeganges auf den Hafendamm
aufge=
laufen. Das Schiff ſank innerhalb von 20 Minuten.
Die aus 75 Mann beſtehende Beſatzung wurde mit
großer Mühe gerettet. Mit dem Dampfer gingen
ver=
loren 80000 Ballen Reis.
— Paris, 17. März. Geſtern nachmittag ſtürzte
ſich eine 25jährige elegant gekleidete Frau von der
zweiten Etage des Eiffelturmes in
ſelbſt=
mörderiſcher Abſicht herab. Der Körper ſchlug auf das
Dach des in der erſten Etage liegenden Theaters auf und
kollerte dann auf die Plattform, wo er bis zur
Unkenntlich=
keit verſtümmelt liegen blieb. Bei der Selbſtmörderin
be=
fanden ſich keinerlei Papiere.
HB. Paris, 17. März. Der Matin meldet aus Turin,
daß die ehemalige ſächſiſche Kronprinzeſſin, Frau
To=
ſelli dem Wunſche Ausdruck gegeben habe, nach
Oeſter=
reich zurückkehren zu dürfen unter folgenden Bedingungen:
1. Man müſſe ihr ein Schloß zur Verfügung ſtellen, damit
ſie ihrem Range als Erzherzogin entſprechend leben
könne; 2. Gewährung eines kleinen Hofſtaates; 3.
Zu=
billigung voller Freiheit bei Spaziergängen unter
Berück=
ſichtigung vorgeſchriebener Grenzen. — Zu dieſer
Ange=
legenheit meldet derſelbe Berichterſtatter, daß die bekannt
gegebenen Bedingungen Ausſicht hätten, angenommen
zu werden und daß die letzten Reiſen des Königs von
Sachſen nach Wien mit der Regelung dieſes Vorſchlages
in Verbindung ſtände.
— Chriſtiania, 17. März. Neun Schiffer deren
Schiff bei Fredericksheld in Norwegen ankerte, baten um
Urlaub. Als ſie zurückkehrten, kenterte ihr Boot.
Acht ertranken.
IIB. London, 417. März. Morgen dürfte der Prinz
von Wales inkognito die Reiſe nach Deutſchland
an=
treten, um einige Wochen in Württemberg zu verbringen.
Trotzdem es wiederholt dementiert wurde, glaubt man
doch, daß er ſich auch nach Berlin begeben wird, wo ihm
der deutſche Kaiſer den Schwarzen Adlerorden verleihen
dürfte. Man ſpricht ſogar davon, daß der Prinz der
Flottenſchau in Wilhelmshaven und der Frühjahrsparade
auf dem Tempelhofer Felde beiwohnen wird.
Briefkaſten.
K., hier. Der Preis des Loſes iſt doch
aufge=
druckt. Der Mehrbetrag dürfte für Porto und Liſte ſein.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinenſtale Hochdruckgebiet weicht vor einer
tarken, von Norden her vordringenden Depreſſion
ſüd=
wärts zurück. Auf der Vorderſeite dieſes
Tiefdruck=
gebietes herrſchen bei uns ſtürmiſche ſüdweſtliche Winde.
Die Temperaturen ſind ſeit geſtern etwas geſtiegen;
Niederſchläge fielen in Norddeutſchland verbreitet, im
Süden nur vereinzelt. Die Depreſſion wird über uns
hinwegziehen und uns heute noch Regen bringen. Morgen
haben wir auf ihrer Rückſeite wechſelnde Bewölkung und
Niederſchläge in Schauern (im Gebirge Schnee) zu
er=
warten.
Ausſichten für Dienstag, 18. März. Wechſelnd
bewölkt, Niederſchläge in Schauern, etwas kälter,
nord=
weſtliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Wie magere Leute volle Körperformen
erlangen können.
Den zahloſen Präparaten u. Behandlungen nach zu
ſchließen, welche fortwährend gegen Magerkeit, zur
Ent=
wicklung der Büſte, ſowie im allgemeinen zur
Umwand=
lung hagerer, eckiger Formen in die normale Fülle
blühen=
der Geſundheit u. Schönheit annonciert werden, exiſtieren
augenſcheinlich eine Menge Leute beiderlei Geſchlechts, denen
ihr mageres, überſchlankes Ausſehen ſehr nahegeht. Für
dieſe dürfte die nachſtehende Vorſchrift für ein
fleiſchbilden=
des Nähr= u. Kräftigungsmittel zweifellos von Intereſſe
ſein, mit dem in ſolchen Fällen Abhilfe geſchaffen werden
kann. Bei einigermaßen regelmäßiger Anwendung erzielt
man nämlich meiſt ſchon in kurzer Zeit eine ganz erfreuliche
Gewichtszunahme. Mit dieſer geht eine Hebung des
Allge=
meinbefindens Hand in Hand, u. das Auftreten von großer
Schwäche, Nervoſität u anderer läſtiger Beglelterſcheinungen
übergroßer Magerkeit wird verhindert; trübe Augenwerden
hell, u. friſche roſige Wangen zeugen von guter Geſundheit.
Das abſolut harmloſe Mittel kann man ſich in jeder
Apotheke nach folgendem Rezept zuſammenſtellen kaſſen:
15 gr. Cardamommtinktur 90 gr. einfacher Zuckersir up,
60 gr. Salrado comp. Man miſche die Beſtandteile in
einer Flaſche von 250 gr. Inhalt gut durcheinander und
fülle dann mit deſt. Waſſer vollſtändig auf. Man nehme
davon 1—2 Eßlöffel etwa 20 Minuten vor jeder Mahlzeit
und vergeſſe beim Eſſen nicht, alles tüchtig zu kauen.
Zur Beachtung! Obwohl das obige Regept ſich
auch bei körperlicher Entkräftung uſw. vorzüglich bewährt
hat, ſollte es wegen ſeiner fleiſchbildenden Eigenſchaften
doch nur von ſolchen angewandt werden, welche an
Körpergewicht zunehmen möchten.
(6605
Kenry Sckel &Co.
Spernay.
In Deutschland auf Flaschen gefüllt.
Beste Sektmarke.
CARL WILL
Weinkellerei
Königl. und Großherzogl. Hoflieferant
Ernst-Ludwigstraße 7. (6585imd
2a
afige O h7obe
Hiedest
brauchk nicht auszufallen, meine Herren,
wenn Sie ſich angewöhnen, Wyberk=
Tab=
letten bei ſich zu führen und bei belegter
Stimme o. rauhem Hals davon zu nehmen.
Es gibt kein beſſeres Mittel, um die
Stimme ſofort klar und friſch zu machen.
Dies iſt der Inhalk zahlloſer Zeugniſſe über die in ihrer Wirkung
un=
erreichken Wyberk=Tablekten, die in allen Apotheken und Drogerien
1 Mark pro Schachkel koſten.
Landschaftsgärtnerei
Rudolf r1ank
Moosbergstraße 24
Anlage und
Unterhal-
tung v. Gärten jeden
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garantiert rein e 7i. Il. W. Prasser 10.
Der Stadtauflage heutiger Ausgabe unſeres
Len
Blattes liegt ein Proſpekt bei von dem
Reformgeſchäft „Ariſta”, Inhaber Anton
Braun=
warth, Ernſt
Ludwigſtraße 3, über alkoholfreie
Weine, worauf hiermit hingewieſen wird.
(6611
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Heute morgen verſchied ſanft nach längerem,
ſchwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, unſere
liebe und treubeſorgte Mutter, Großmutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Marie Schäfer Wwe.
geb. Kilian
im 53. Lebensjahre.
(6624
Die trauernden Hinterbliebenen.
Arheilgen, den 16. März 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. März,
nachmittags ½4 Uhr, vom Trauerhauſe,
Zoeller=
ſtraße 1, aus ſtatt.
Nachruf.
Am 14. März 1913 verſchied zu
Mann=
heim infolge Unfalles unſer verehrter (6610
Herr Betriebsleiter
Valentin Sauer.
Wir verlieren in ihm einen ſtrebſamen,
tüchtigen und gewiſſenhaften Geſchäftskollegen.
Seine ſympathiſche und kollegiale Geſinnung
ſichert ihm bei uns ein dauerndes Andenken.
Darmſtadt, den 17. März 1913.
Die Beamten
der Darmſtädter Eiſen= und Brückenbau=
Anſtalt Georg Donges.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchweren Verluſt unſeres Vaters,
Schwiegervaters, Großvaters, Urgroßvaters,
Schwagers und Onkels ſagen wir innigen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Johann Georg Castritius,
Bäckermeiſter.
Darmſtadt, den 17. März 1913. (B6631
Danksagung.
Für die wohltuenden Beweiſe
innig=
ter Teilnahme bei dem allzufrühen
Heimgange unſeres teueren
Entſchlafe=
nen ſagen wir aufrichtigen, tiefgefühlten
Dank.
In tiefer Trauer:
Jettchen Sander, geb. Neuburger.
Egon Sander.
(6606
Nummer 65.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Seite 7.
Todes-Anzeige.
Gestern nachmittag 2 Uhr entschlief nach längerem Leiden
Herl Ccheie Saararrrel.Fr. Dr. Dhtt. u. Dr. Ing. Lauard Schnter.
Seine erfolgreiche und langjährige Tätigkeit als ordentlicher Professor der
Ingenieur-
wissenschaften unserer Technischen Hochschule wird dem Lehrkörper der Hochschule stets in
dankbarer Erinnerung bleiben.
Darmstadt, 17. März 1913.
(6657
Der Rektor der Grossherzoglichen Technischen Hochschule
I. V.: Dr. H. Schenck.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. d. Mts., mittags 12 Uhr, vom Portale des
Darmstädter Friedhofes aus, statt.
Unterfertigter Ausſchuß erfüllt hiermit die
traurige Pflicht, die Herren Studierenden von
dem Ableben des Herrn Profeſſors
Geh. Baurat Dr. phil. Dr.IIng.
Eduard Schmitt
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
19. ds. Mts., mittags 12 Uhr, vom Portale des
Städt. Friedhofs aus, ſtatt.
Die verehrl. Korporationen und die Herren
Nichtinkorporierten werden höfl. erſucht, an der
Beerdigung teilzunehmen.
(6660
Der Ausschuss der Studierenden
an der Grossh. Techn. Hochschule
J. A.:
L. Böttinger. Eugen Faatz.
Tageskalender.
Ausſtellung von Handarbeiten der Viktoriaſchule in
der Turnhalle (geöffnet von 10—1 und 3—6 Uhr).
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Für die innige Teilnahme bei dem herben
Ver=
luſte meiner unvergeßlichen Frau, unſerer Mutter
Marie Kaffenberger
geb. Rapp
ſowie für die uns in ſo reichem Maße von hier
und auswärts zugegangenen Kranzſpenden und
Beileidsbezeugungen, ganz beſonders Herrn Pfarrer
Heinemann für ſeine troſtreichen Worte am Grabe,
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Roßdorf, den 18. März 1913.
In tiefer Trauer
(6659
Ludwig Kaffenberger u. Kinder.
Vider vom Dage. (Anziage Rheinſraſt 20). Von
den Jahrhundertfeiern der Befreiungskriege; Porträts
vom Tage; vom Beſuch des Prinz=Regenten Ludwig
von Bayern auf dem Flugplatz von Johannisthal bei
Berlin; zur Einnahme der türkiſchen Feſtung Janina
durch die Griechen.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 19. März.
Acker=Verſteigerung des Philipp Andel um 11
Uhr auf dem Ortsgericht I.
Dünger=Verſteigerung um 11 Uhr im ſtädtiſchen
Schlachthof.
Brennholz=Verſteigerung um 8½ Uhr in der
Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Rathaus zu Ober=
Ramſtadt.
Dankſagung.
Für die uns bewieſene herzliche Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meiner lieben Gattin und meiner
guten Mutter
(6576
Frau Minna Jordan, geb. Peters
ſowie für die Kranzniederlegung des Werkmeiſter=
Bezirksvereins Darmſtadt, der techniſchen,
kauf=
männiſchen und Betriebsbeamten der Firma
Ge=
brüder Roeder, dem Werkverein der Firma
Ge=
brüder Roeder, wie auch den Arbeitern meiner
Abteilung ſagen wir herzlichen Dank, insbeſondere
Herrn Pfarrer Dingeldey für die troſtreichen
Worte am Grabe, ſowie den drei Schweſtern
der Johannesgemeinde für ihre liebevolle,
auf=
opfernde Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Jordan, Werkmeiſter, u. Sohn.
Darmſtadt, den 17. März 1913.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Vaters,
Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers und
Onkels
(B6630
Herrn Karl Eberhardt
ſprechen wir Allen unſeren herzlichſten und
tief=
gefühlten Dank aus. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Wagner für die troſtreiche
Grab=
rede, der Singmannſchaft der Turngemeinde
Beſſungen für den ehrenden Grabgeſang, den
Beamten und Arbeitern der Firma J. Schröder
A.=G. für ihre Beteiligung und ferner für die
zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Bingerbrück u. Darmſtadt, den 16. März:
1913.
Druc und Berlagt z. 6. Pilichſche Haſbuchtrnchert.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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per Flaſche ohne Glas Mk. 1.—
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Kurſe vom 17. März 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 86,
75,40
do.
4 Preuß. Schatzanweifg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 86,30
75,60
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 96,90
91,50
do.
½,
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,60
84,75
3½
do.
76,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 96,90
4 do. do. (unk. 1918) 96,90
do.
84,50
73,30
do.
3 Sächſiſche Rente.
76,60
4 Württemberger v. 1907 97,30
3½
v. 1875 93,50
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 98,80
Griechen v. 1887 . .
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 86,40
4 do. Goldrente . . . 89,90
4 do. einheitl. Rente 83,50
3 Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 65,80
3. do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 99,40
v. 1890 . . 90,30
4 do.
v. 1905 . . 86,50
4 do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,00
do. v. 1902 . . . . 89,90
do. v. 1905 . . . . 99,70
90,30
1 Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 79,80
4 Türk. Admin. v. 1903 77,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,90
4 Ungar. Goldrente . . . 85,50
4 do. Staatsrente. . . 82,40
InProt=
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 99,70
84,20
½ Chile Gold=Anleihe. 92,10
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,90
do.
4½ Japaner . . . . . . . 91,10
5 Innere Mexikaner . . . 90,5
57,60
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 83,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 97,30
3 Buenos Aires Provinz 67,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten,
)Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 151,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,00
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 127,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,30
6 Baltimore und Ohio . 99½
6 Schantungbahn . . . . 124,50
6½ Luxemb. Prince Henri —
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23,70
6 Pennſylvania R. R. . 118,00
Letzte Induſtrie=
Divid.
Aktien.
3 Brauerei Werger
64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
532,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . .
..242,00
30 Farbwerke Höchſt
623,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . . 144,00
30 Chem. Werke Albert 440,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 333,00
5 Lahmeyer . . . . . . . 123,50
In Proz.
Letzte
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 139,60
12 Siemens & Halske .209,50
5 Beramann Electr.
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 160,60
0 Gummi Peter . . . . 74,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 67,00
30 Adler=Fahrradwerke
.574,75
Kleyer ..
10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,70
15 Zellſtoff Waldhof . . 233,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
196,30
häuſel. . . .
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 75,00
3 Südd. Immobilien . 57,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede
.172,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 211,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 158,00
10 Gelſenkirchener . . . . 190,50
9 Harpener . . . . . . . 188,00
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 252,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 80,75
6 Laurahütte . . . . . . 173,50
10 Kaliwerke Aſchersleben —
Weſteregeln 206,75
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. —
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 91,20
4 Franz=Jofefs=Bahn ..
3 Prag=Durer . .
73,30
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 90,30
do.
75,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
do.
74,30
In Proy
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,70
75,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 91,80
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,10
86,50
4 Wladichawchas . . . . 86,30
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 75,00
87,00
do.
24 Livorneſer
68,50
3 Salonique=Monaſtir . 62,20
4 Baadadbahn . . . . . . 80,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,00
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 70,50
4 Northern=Paciſic . .
4 Southern=Pacific
. 93,20
5 St. Louis und San
Franeisco. . .. . 80,70
5 Tehnantepec . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . .
150,60
9½ Berlin. Handelsgeſ. .166,10
6½ Darmſtädter Bank . 122,00
½ Deutſche Bank
253,60
6 Deutſche Vereinsbank . 117,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . .
118,75
10 Diskonto=Kommandit 188,00
8½ Dresdener Bank . 1535
9
Frankf. Hypoth.=B. 215,5
6½ Mitteld. Kreditbank 120,2
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,50
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 133,75
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,90
7½ A. Schaaffhauſen
Bankverein . . . . 113,00
7½ Wiener Bankverein . 134,10
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,00
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank.
86,80
S. 19 . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
97,20
S. 52 . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,00
86,50
do
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,00
3½
86,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98,40
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
98,55
18—23 . . . . . . .
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 86,40
S. 3—5 . . . . . . . . 86,20
86,30
S. 9—11 . .
4 Meininger Hyp.=Bank 97,40
86,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,70
3½ do. (unk. 1914) . . 86,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 98,50
87.50
do.
3½
Städte=
Obligationen.
97,00
Darmſtadt . . . .
3½ do.
87,50
98,70
Frankfurt. . . .
31
95,20
do.
4 Gießen . . . . . . . .
3½
do.
Heidelberg . . . . . . 95,30
5
86,50
do.
96,50
Karlsruhe . .
88,00
31
do.
4 Magdeburg. . . . . .
3½
do.
Mainz . . . . . . . . 96,30
3½
do.
Mannheim . . . . . . 95,80
3
do.
87,00
München . . . . . . . 99,30
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 96,75
3u
do.
86,00
4 Offenbach . . . . . . .
Bf.
In Proz.
3½ Offenbach . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 97,75
88,00
3½ do.
4 Worms . . . . . . . . 97,00
do.
3½
88,50
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe
4 Badiſche . . Tlr. 100 177,20
3½ Cöln=Mindner , 100 140,20
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,80
3 Oldenburger . . . . . . 130,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,20
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Augsburger . . . . . fl. 7
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Freiburger . . . . Fs. 15
Mailänder . . . . Js. 45 —
do. . . . . Fs.10 2
Meininger . . . . .
fl. 7 35,40
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl. 100 473,00
Ungar. Staats . . fl. 100 378,50
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 156,60
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Amerikaniſche Noten . . . 4,18¼
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 168,50
Italieniſche Noten . . . . 79,70
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,40
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75
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Nummer 65.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
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Nachiehend bringe ich die mit dem 1. April ds. Is, in Kraſt treiende Sahung bes ſtädtſchen Leihamts zu Darmſtadt zur öfenlichen Kenninis,
Darmſtadt, den 1. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Satzung des ſtädtiſchen Leihamts zu Darmſtadt.
Auf Grund der Art. 15 und 93 der Städteordnung,
gemäß Beſchluß der Stadtverordnetenverſammlung vom
1. Februar und 25. April 1912 und mit Genehmigung
Großh. Miniſteriums des Innern vom 11. November 1912
wird folgende Satzung erlaſſen:
Zweck des Leihamts.
§ 1.
Das Leihamt iſt eine ſtädtiſche Anſtalt und hat den
Zweck, Einwohnern Darmſtadts und ſeines wirtſchaftlichen
Umkreiſes, ſowie durchreiſenden Fremden, die ſich in
augenblicklicher Geldverlegenheit befinden, Darlehen auf
Pfänder zu gewähren.
Welcher Bezirk als wirtſchaftlicher Umkreis anzuſehen
iſt, wird durch beſondere Anordnung des Ober=
Bürger=
meiſters nach Anhörung der Leihamtsdeputation feſtgeſetzt.
Verwaltung des Leihamts.
§ 2.
Die obere Verwaltung des Leihamts ſteht dem Ober=
Bürgermeiſter und der gemäß Ortsſtatut vom 1. Juli 1894
gebildeten Leihamts=Deputation zu.
Die laufenden Geſchäfte werden durch die
Leihamts=
verwaltung wahrgenommen, die aus dem Vorſteher (
zu=
gleich Kontrolleur), dem Rechner und dem Lagerverwalter
beſteht; der letztere verſieht zugleich das Amt eines
Schätzers. Für die Dienſtführung dieſer Beamten und
etwa weiter im Betriebe beſchäftigter Perſonen, wie für
den Bureaudiener gelten die einſchlägigen Beſtimmungen
der Städteordnung, das Statut über die
Dienſtverhält=
niſſe der Beamten der Stadt Darmſtadt vom 1. Auguſt
1901, ſowie die beſonderen Dienſtvorſchriften.
Soweit es ſich um die Begründung einer Verpflichtung
handelt, ſind der Vorſteher und der Rechner oder deren
Stellvertreter nur in Gemeinſchaft zur Vertretung der
Anſtalt ermächtigt.
Prüfung der Legitimation des Verpfänders.
Beſchaffenheit der Pfänder
§ 3.
Die Verwaltung iſt berechtigt, aber nicht verpflichtet,
zu prüfen, ob der Verpfänder zur Verfügung über das
Pfand berechtigt, und ob ein im Namen des Verpfänders
handelnder Dritter zu deſſen Vertretung ermächtigt iſt.
§ 4.
Als Pfänder werden nur ſolche bewegliche
Gebrauchs=
gegenſtände angenommen, die einen allgemein gangbaren
Wert haben, keinen allzu großen Raum beanſpruchen und
weder dem Verderb noch während der vorausſichtlichen
Dauer der Verpfändung einer Wertabnahme ausgeſetzt
ſind.
Die Verwaltung iſt zur Annahme eines Pfandes nicht
verpflichtet. Sie hat die Annahme insbeſondere dann zu
verweigern, wenn:
a) mit der Verpfändung Zwecke verfolgt werden, die
das Leihamt beſtimmungsgemäß (§ 1) nicht zu
unter=
ſtützen berufen iſt,
b) Handelsgeſchäfte mit den Pfandſcheinen betrieben
werden ſollen,
c) Waren zur Beleihung angeboten werden, die
offen=
bar zum Zweck der Verſteigerung angefertigt worden
ſind.
WWerden Gegenſtände unter Umſtänden zum Pfande
angeboten, die gegen den Verpfänder oder deſſen etwaigen
Auftraggeber den Verdacht des rechtswidrigen Erwerbs
erwecken, ſo hat die Verwaltung ungeſäumt die
Polizei=
behörde zu benachrichtigen und die Gegenſtände, wenn
tunlich vorläufig zurückzuhalten.
Perſonen, die glaubhaft machen, daß ihnen
Gegen=
ſtände geſtohlen worden oder ſonſt abhanden gekommen
ſind, kann von der Verwaltung Einſicht in das Verſatzbuch
und Zutritt zu dem Pfandlager gewährt werden, wenn
der Verdacht begründet iſt, daß ſich die Sachen im
Pfand=
hauſe beſinden. Die Verwaltung iſt berechtigt, zu
ver=
langen, daß beim Beſuche des Pfandlagers ein
Polizei=
beamter zuzuziehen iſt.
§ 5.
Ausgeſchloſſen von der Verpfändung ſind neue, für
den Handel beſtimmte Waren, ſowie ganze Warenpoſten.
ferner Wertpapiere jeder Art, mit dem Stempel des
Reiches eines Bundesſtaates oder einer anderen
öffent=
lichen Körperſchaft gezeichnete Gegenſtände Kirchengeräte,
Getreide. Flüſſigkeiten, Schränke und ähnliche Möbelſtücke,
Bettwerk. Pelzwaren, militäriſche Ausrüſtungs= und
Be=
kleidungsſtücke. Waffen aller Art, Ordensauszeichnungen,
Bücher. Gemälde, Kupferſtiche und ſonſtige Kunſtſachen,
Spiegel, Glas, Porzellan, unreines Weißzeug,
abge=
tragene, ſowie unreine Kleider.
Neue, für den Handel beſtimmte Waren ſowie ganze
Warenpoſten können jedoch von Darmſtädter
Ein=
wohnern für den Fall zum Verſatz angenommen
werden, daß der Verpfänder eine beſondere Notlage
glaubhaft nachweiſt, und die Verwaltung den Umſtänden
nach annehmen kann, daß eine Auslöſung erfolgen wird.
Abſchätzung der Pfänder.
§ 6.
Jeder als Pfand angebotene Gegenſtand wird vor der
Beleihung nach ſeinem wahren Werte durch den Schätzer
oder erforderlichenfalls durch beſondere Sachverſtändige
abgeſchätzt. Bei Gold= und Silbergegenſtänden, abaeſehen
von Uhren hat ſich die Schätzuna lediglich auf den
Metall=
wert zu beſchränken. Wenn die Abſchätzung eines Pfandes
dem Leihamte beſondere Koſten verurſacht, ſo iſt hierfür
ſofort entſprechende Vergütung zu leiſten; im übrigen
er=
folgt die Abſchätzung unentgeltlich.
§ 7.
Für mehr als drei Viertel des Abſchätzungswertes
wird ein Pfand nicht beliehen. Die Abſchätzung der
Pfän=
der erfolgt nur für die Zwecke des Leibamtes und
ver=
pflichtet dieſes in keiner Weiſe gegen Dritte.
Verfallzeit.
Die Verfallzeit der Pfänder beträgt, unbeſchadet der
Beſtimmungen in den §§ 20 und 21 dieſes Statuts, ein
Jahr.
Dem Verpfänder ſteht es jedoch frei. das Pfand auch
ſchon vor Eintritt der Verfallzeit auszulöſen.
Betrag des Darlehens, Zinsfuß und Verſatz der Pfänder.
§ 9.
Das Leihamt gibt Darlehen nicht unter 2 Mark und
nur in vollen Markbeträgen.
§ 10.
Die Darlehen ſind mit 12 vom Hundert jährlich zu
verzinſen.
Durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung
kann der Zinsfuß inſoweit erhöht werden, als es erforden
lich iſt um einen Zuſchuß aus Mitteln der Stadt zu den
Betriebskoſten entbehrlich zu machen.
§ 11.
Die Berechnung der Zinſen beginnt mit dem Tage
der Ausfolgung des Darlehens; die Zinſen werden nach
Monaten berechnet; ergeben ſich dabei Bruchteile eines
Monats, ſo gelten dieſe als ganze Monate. Als
Mindeſt=
zeit für die Zinsberechnung gelten drei Monate.
Bei den im Verſteigerungsprotokoll enthaltenen
Pfändern ſind die Zinſen bis zum Ende des Monats zu
berechnen, in dem die Verſteigerung ſtattfindet.
§ 12.
Ueber die Verpfändungen wird ein Verſatzbuch
ge=
führt, in dem eingetragen werden:
a) die Zeit der Verpfändung,
b) der Namen des Verpfänders,
c) der Verfalltermin,
d) die genaue Beſchreibung des Pfandes nach
Gat=
tung, Zahl und Wert und, wenn es in
Koſtbarkei=
ten beſteht, mit Angabe des Gewichts und der
Probe,
e) Bezeichnung der Lagerabteilung, in der das Pfand
aufbewahrt wird,
der Abſchätzungsbetrag,
g) der Darlehensbetrag,
h) die Nummer des erneuerten Pfandſcheines,
i) die Zeit der Auslöſung oder Verſteigerung des
Pfandes.
§. 13.
Mit dem Eintrage in dem Verſatzbuche genau
über=
einſtimmend, wird ein von dem Vorſteher und dem
Rechner oder deren Stellvertreter zu unterſchreibender
Pfandſchein ausgefertigt und dem Verpfänder mit dem
Darlehensbetrage ausgehändigt.
Aufbewahrung der Pfänder.
§ 14.
Die Pfänder werden in hierzu beſtimmten
Räumlich=
keiten, Gold= Silber=, Brillant= und dergleichen Pfänder
in einem möglichſt feuerſicheren Gewölbe, gelagert.
Für in Verſatz gegebene Fahrräder wird eine
be=
ſondere Lagergebühr in Höhe von 2 vom Hundert des
Darlehens, wenigſtens aber 50 Pfg berechnet und bei
Auslöſung oder Verſteigerung des Pfandes erhoben.
Haftung des Leihamts.
§ 15.
Das Leihamt hat den durch den Verluſt oder die
Be=
ſchädigung eines Pfandes entſtehenden Schaden zu
er=
ſetzen, es ſei denn, daß der Schaden durch höhere
Ge=
walt, durch die Beſchaffenheit des Pfandes oder durch das
Lagern, insbeſondere durch Motten= und Mäuſefraß
ent=
ſtanden iſt. Ueber den Schätzungswert des Pfandes
hin=
aus haftet die Anſtalt nicht.
Die Verpflichtung des Schuldners wird durch den
Verluſt oder die Beſchädigung des Pfandes nicht berührt.
Das Leihamt hat Schadenserſatz nach Abſatz 1 nur
gegen Rückgabe des Pfandſcheines und, im Fall des
Er=
ſatzes des vollen Abſchätzungswertes, nur gegen Abtretung
des Eigentums an dem Pfandgegenſtand zu leiſten.
§ 16.
Gegen Brandſchaden und Einbruchsdiebſtahl werden
die Pfänder des Leihamtes in der Höhe des
Schätzungs=
wertes verſichert. Im Falle der Zerſtörung oder
Beſchä=
digung von Pfändern durch Brand oder
Abhandenkom=
mens infolge Einbruchsdiebſtahls leiſtet das Leihamt
Scha=
denerſatz bis zur Höhe des Schätzungswertes. Es hat
da=
für die Entſchädigungsleiſtung der betreffenden
Verſiche=
rungsgeſellſchaft ungeteilt zu beanſpruchen.
Auslöſung und Verfall der Pfänder, Verlängerung
der Verfallzeit.
§ 17.
Das Leihamt braucht die ihm verpfändeten Sachen
nur gegen Bezahlung des darauf gewährten Darlehens
herauszugeben. Dies gilt auch dann, wenn die Sache
geſtohlen, verloren gegangen oder ſonſtwie abhanden
ge=
kommen war.
§ 18.
Das Leihamt iſt berechtiat, aber nicht verpflichtet, zu
prüfen, ob der Inhaber des Pfandſcheins darüber zu
ver=
fügen berechtigt iſt. Das Leihamt wird auch durch die
Leiſtung an einen nicht zur Verfügung berechtigten
In=
haber des Pfandſcheines befreit.
§ 19.
Die Pfänder können gegen Rückgabe des Pfandſcheins
und des empfangenen Darlehens nebſt Zinſen und
Geher=
ren nur bis zum Ablauf der Verfallzeit ausgelöſt werden.
Kann der Pfandſchein nicht vorgelegt werden, ſo iſt nach
§ 30 dieſer Satzung zu verfahren.
Bei Verſendungen nach auswärts, die auf Koſten und
Gefahr des Empfängers bewirkt werden, ſind für
Ver=
packung kleinerer Gegenſtände 30 Pfg., größerer 50 Pfg.,
im voraus zur Leihamtskaſſe zu entrichten.
§ 20.
Nach Ablauf der Verfallzeit hat das Leihamt das
Recht, die Pfänder zu verſteigern, doch kann die Auslöſung
gemäß § 19 noch bis zum Verſteigerungstage geſtattet
werden; iſt das Pfand bereits in das
Verſteigerungspro=
tokoll aufgenommen, ſo iſt gleich wie bei den zur
Verſtei=
gerung gelangenden Pfändern die in § 27 feſtgeſetzte
Ver=
ſteigerungsgebühr zu entrichten.
§ 21.
Die Auslöſungsfriſt kann um weitere zwölf Monate
(§ 8) erſtreckt werden (Verlängerung der Verfallzeit), wenn
neben den erwachſenen Zinſen eine Erneuerungsgebühr
von 3 v. H. des empfangenen Darlehensbetrages entrichtet
wird. Für den gleichzeitig zurückzugebenden Pfandſchein
wird ein neuer ausgeſtellt, auf dem die Nummer des alten
vermerkt wird.
Bei jeder Verlängerung iſt eine neue Abſchätzung
vor=
zunehmen. Findet ſich hierbei, daß das Pfand zu hoch
beliehen war, ſo muß der Unterſchied herausbezahli
werden.
Ein Anſpruch auf Verlängerung der Verfallzeit ſteht
dem Verpfänder nicht zu.
Bei wollenen Waren, Nähmaſchinen, Fahrrädern und
Schuhwaren iſt eine Verlängerung der Verfallzeit
aus=
geſchloſſen.
§ 22.
Bevor ein Pfand dem Auslöſenden ausgehändigt
wird, ſoll es vorgezeigt und mit der Beſchreibung auf dem
Pfandſchein verglichen werden. Hat der Auslöſende das
Pfand als das richtige anerkannt und angenommen, ſo
erliſcht damit jeder Anſpruch wegen Beſchädigung,
unvoll=
ſtändiger Ablieferung oder Verwechſelung.
§ 23.
Ueber die zur Leihamtskaſſe entrichteten
Auslöſungs=
beträge kann eine Quittung nicht verlangt werden.
Verſteigerung der Pfänder.
§ 24.
Der Verkauf eines nicht rechtzeitig ausgelöſten
Pfan=
des wird durch öffentliche Verſteigerung bewirkt.
Alljährlich ſollen drei Pfänderverſteigerungen — in
der Regel in den Monaten Januar, Mai und September
— ſtattfinden. Innerhalb der dem Oſter= und dem
Weih=
nachtsfeſt vorausgehenden ſechs Wochen darf keine
Ver=
ſteigerung abgehalten werden.
Der Verſteigerung ſind alle diejenigen Pfänder zu
unterwerfen, die bei Feſtſetzung des
Verſteigerungster=
mins verfallen und bis zu letzterem nicht ausgelöſt
wor=
den ſind. Die Zurückſtellung derartiger Gegenſtände für
die nächſte oder eine weitere Verſteigerung darf nur aus
Gründen des Betriebs, niemals lediglich deshalb erfolgen,
um dem Verpfänder die Friſt zur Auslöſung zu
ver=
längern.
Der Zuſchlag erfolgt an den Meiſtbietenden mit der
Maßgabe daß der Steigerer den Kaufpreis bei Meidung
des Verluſtes ſeiner Anſprüche ſofort bar zu
ent=
richten hat.
Für etwaige Mängel der verſteigerten oder aus freier
Hand veräußerten (§ 29) Sache iſt das Leibamt nicht
ver=
antwortlich. (§ 461 B. G. B.)
§ 25.
Die Verſteigerung wird rechtzeitig mehrmals in den
zu amtlichen Bekanntmachungen dienenden hieſigen, nach
Ermeſſen der Leihamtsverwaltung auch in auswärtigen,
hierzu geeignet erſcheinenden, Blättern unter Angabe dee
Nummern der in die Verſteigerung fallenden Pfänder
be=
kannt gemacht. Hierbei ſind die Pfänder nach Art und
Gattung zu bezeichnen und die Tage beſonders anzugeben,
an denen die Gold=, Silber= und Edelſtein=Pfänder
ver=
ſteigert werden ſollen.
§ 26.
Hat der Meiſtbietende nicht vor dem Schluſſe der
Ver=
ſteigerung an dem betreffenden Tage die Ablieferung
gegen Zahlung des Kaufgeldes verlangt, ſo kann die
Sache anderweit verſteigert werden.
Der Meiſtbietende wird zu einem weiteren Gebote
nicht zugelaſſen; er haftet für den Ausfall, auf den
Mehr=
erlös hat er keinen Anſpruch.
§ 27,
Von den zur Verſteigerung gelangenden Pfändern
wird eine Verſteigerungsgebühr von 4 vom Hundert des
Darlehnsbetrags erhoben. (Vergl. hierzu auch § 20,
Satz 2.)
§ 28.
Soweit der Erlös aus dem Pfande zur Befriedigung
des Leihamtes nicht erforderlich iſt, wird er vom Ende
des Monats, in den die Verſteigerung fällt, ein Jahr lang
für den Empfangsberechtigten aufbewahrt.
Die Auszahlung des Ueberſchuſſes erfolgt innerhalb
dieſer Friſt von dem auf die Verſteigerung folgenden
Mo=
nat an gegen Aushändigung des Pfandſcheines,
Aus=
ſtellung einer Quittung und unter Abzug einer
Hinter=
legungsgebühr von drei vom Hundert, wenigſtens aber
von drei Pfennigen; eine angefangene Mark des
Ueber=
ſchuſſes kommt bei Berechnung der Hinterlegungsgebühr
voll in Anſatz. Mehrerlöſe bis einſchließlich 10 Pfg.
fließen in die Kaſſe des Leihamts.
§ 29.
Wird auf ein Pfand weniger geboten, als die
Forde=
rung des Leihamts beträgt, ſo iſt das Pfand zur nächſten
Verſteigerung zurückzulegen. Ergibt ſich auch hierbei ein
Wenigergebot, dann iſt die Verwaltung berechtigt, die
Veräußerung aus freier Hand vorzunehmen.
Verluſt des Pfandſcheins.
§ 30.
Iſt ein Pfandſchein abhanden gekommen, ſo hat die
Leihamtsverwaltung auf Antrag der Berechtigten den
In=
haber der Urkunde unter der Androhung des
Rechtsnach=
teils, daß nach Ablauf von 14 Tagen die
Kraftloserklär=
ung des Pfandſcheins erfolgen werde, einmal in dem
Darmſtädter Tagblatt zur Geltendmachung ſeiner
An=
ſprüche aufzufordern. Die Koſten der Bekanntmachung
hat der Antragſteller im Voraus zu erlegen.
Werden innerhalb der genannten Friſt keine
An=
ſprüche erhoben, ſo wird der Pfandſchein für kraftlos
er=
klärt und dem Antragſteller eine zweite, als ſolche
beſon=
ders bezeichnete Ausfertigung des Pfandſcheins erteilt.
Nach Einleitung des Aufgebotsverfahrens kann dem
Antragſteller gegen Stellung einer Sicherheit im Betrage
des Schätzungswerts das Pfand vorläufig überlaſſen
wer=
den, wenn er nachweiſt, daß er den Gegenſtand dringend
benötigt. (Siehe auch § 19.)
Schlußbeſtimmungen.
§ 31.
Die Vorſchriften des Bürgerlichen Geſetzbuches finden
auf den Geſchäftsbetrieb des Leihamts inſoweit keine
An=
wendung, als ſie mit den Beſtimmungen dieſer Satzung
im Widerſpruch ſtehen.
§ 32.
Die Satzung tritt am 1. April 1913 in Kraft. Mit
dem gleichen Zeitpunkt iſt das Statut, betr. die ſtädtiſche
Pfandleihanſtalt zu Darmſtadt, vom 18. Auguſt 1900
auf=
gehoben.
Darmſtadt, 1. März 1915.
(6658
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
Dienstag, 18. März.
1913.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1957, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verſäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1913
von heute ab bis 31. März 1913 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag au
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Befreiungs=Anträge, die nach dem 1. April 1913 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
C
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April.
bis 31. März des folgenden Jahres. beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht,
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (füredas Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind.
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarter Farde ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
blatte verſehen ſein Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchriſt von beiden Seiten gut ſichtbar iſt Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Rummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führer, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22. Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde da=
bingehend, daß das Fahrad üben wiegend zu bienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei ode? Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würder
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1890 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 90 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriſten des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenigel
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde,
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignes
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4792a
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf Artikel 33 des Geſetzes vom 24. März 1910 wird hiermit
zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Stempel:
für Verkaufs= oder Waagautomaten,
2. für automatiſche Kraftmeſſer,
für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen,
4. für alle in öffentlichen Wirtſchaftslokalen aufgeſtellten Klaviere oder ſonſtige
Muſikwerke,
5. für Luxuswagen und Luxusreitpferde,
deren Verſteuerung am 31. März 1913 abläuft, wenn die Abgabepflicht fortdauert
im Monat März zu entrichten iſt.
Die Entrichtung des Stempels erfolgt an allen Wochentagen des Monats
März, vormittags von 9—12 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde im
Regierungs=
gebäude (Reckarſtraße Nr. 2 Zimmer Nr. 9) dahier.
(5811a
Darmſtadt, den 4. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
In Vertr.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Nachſtehende Schießtage auf dem Truppenübungsplatz bringen wir hierdurch
zur allgemeinen Kenntnis,
(4789a
Darmſtadt, den 20. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 25. Februar bis 20. März 1913.
Dauer der
Die Abſperrung
Abſperrung
Datum
Truppenteil
Tag
erſtreckt ſich
von 1 bis
Maſchinengewehr=
18. März Dienstag
20. MärzDonnerstag 1) Ausbildungskurſus )80V. 20 N.) Bis zum
Land=
graben.
Betreffend: Ausführung des Reichsimpfgeſetzes.
Alle Eltern und Pflegeeltern, welche in dieſen Tagen von uns aufgefordert
worden ſind, den Nachweis zu führen, daß die Impfung ihrer im Jahre 1912
impf=
pflichtig geweſenen Kinder und Pflegebefohlenen erfolgt oder aus einem geſetzlichen
Grund unterblieben iſt, machen wir darauf aufmerkſam, daß dieſer Nachweis durch
Vorlage des Impfſcheins oder eines ärztlichen Zeugniſſes am
Mittwoch, den 26. Februar und 19. März d. J.,
nachmittags von 2—3 Uhr,
in dem Schulhaus in der Rundeturmſtraße 9 geführt werden muß, wenn ſie ſich
nicht einer Beſtrafung auf Grund des § 14 des Reichsimpfgeſetzes ausſetzen wollen.
(4605a
Darmſtadt, 20. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisgeſundheitsamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Beſt.
Großh. Miniſterium des Innern hat dem Stadtmagiſtrat zu Rothenburg a. d. T.
die Erlaubnis erteilt, ſtatt der urſprünglich (ausgefallenen) einmaligen Ziehung mit
5000 Loſe für die nunmehr geplanten 2 Serien mit je 3000 Loſe à 3 Mk. in Heſſen
zu vertreiben. Der Ziebungstermin der 1. Serie wurde auf den 22. und 23. Oktober
(6581
1913 feſtgeſetzt.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Nummer 65.
Bekanntmachung.
Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im
Gewerbe=
betrieb der Bäcker, Friſeure und Photographen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme
uuf die Bekanntmachung des Großh. Kreisamts Darmſtadt vom
27. Dezember 1907 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage auf
Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die
Sonn=
tagsruhe zur allgemelnen Kenntnis zu bringen:
I. Am Karfreitag und an den beiden Oſterfeiertagen darf
im Handelsgewerbe auf Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts
vom 6. September 1907 weder eine Beſchäftigung von Gehilfen,
Lehrlingen und Arbeitern, noch ein Gewerbebetrieb in offenen
Ver=
kaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung
ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Oſterfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5 bis
9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler nnd Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr;
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 11 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (
Zei=
tungs= und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen
ohne Zeitbeſchränkung.)
B. Für den Karfreitag und den zweiten Oſterfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 bis nachmittags
1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nachmittags 3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von
vor=
mittags 7 Uhr bis 12 Uhr
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 8 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 11 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
7. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.
II. In den Bäckereien darf an dem Karfreitag eine Arbeits
ſchicht wie an den Werktagen eingelegt werden, jedoch mit der
Ein=
ſchränkung, daß die Schicht ſpäteſtens um 2 Uhr nachmittags beendigt
iſt, und unter der Bedingung, daß den Gehilfen und Lehrlingen vom
12. Feiertags abends 10 Uhr bis zum nächſten Tage abends 7 Uhr
eine ununterbrochene Ruhezeit gewährt wird.
III. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am Karfreitag
und am erſten Oſterfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags.
Am zweiten Oſterfeiertag iſt jeglicher Gewerbebetrieb
ein=
ſchließlich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An ſämtlichen drei vorgenannten Feſttagen iſt, wie an allen
Sonn= und Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die
Be=
ſchäftigung von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb
der Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der
Vorbereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und
Schauſtel=
lungen geſtattet.
IV. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Oſterfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am Karfreitag
und am zweiten Oſterfeiertag iſt die Ausübung des
Gewerbe=
betriebes und die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und
Ar=
beitern in den photographiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließlich
zum Zweck der Aufnahme von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr
nach=
mittags.
V. Wenn die Sonn= und Feiertagsarbeiten länger als 3
Stun=
den dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag
für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in
der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche
während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens
von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu laſſen. Wenn
die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche des
Gottes=
dienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten Sonntag
die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft beauftragt, die richtige
Ein=
haltung der vorſtehend bekanntgegebenen Beſchäftigungs= und
Ver=
kaufszeiten ſtreng zu überwachen und Uebertretungen unnachſichtlich
zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 5. März 1913.
(6329sid
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Neuorganiſation der Krankenkaſſen nach der
Reichsverſicherungsordnung.
Nach den Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung können
mit Wirkung vom 1. Januar 1914 neben den Ortskrankenkaſſen
ſoge=
nannte Landkrankenkaſſen errichtet werden.
Mitglieder dieſer Landkrankenkaſſen ſind die in der
Landwirt=
ſchaft Beſchäftigten, die Dienſtboten, die im Wandergewerbe
Beſchäf=
tigten, die Hausgewerbetreibenden und ihre hausgewerblich Beſchäf
tigten, die in der Gärtnerei, im Friedhofsbetrieb, in Park= und
Gartenpflege Beſchäftigten, wenn ſie in Teilen landwirtſchaftlicher
Betriebe tätig ſind. (§ 235 R. V.O.)
An ſich wäre für den Bezirk der Stadt Darmſtadt eine
Land=
krankenkaſſe zu errichten. Die Beſchlußfaſſung hierüber wäre Sache
der Stadtverordneten=Verſammlung. Nach § 229 R. V. O. kann aber
die Errichtung einer Landkrankenkaſſe neben der Allgemeinen
Orts=
krankenkaſſe mit Genehmigung des Oberverſicherungsamts
unter=
bleiben, wenn das Verſicherungsamt nach Anhören beteiligter
Arbeit=
geber und Verſicherungspflichtiger das Bedürfnis verneint.
Die hieſige Vereinigte Ortskrankenkaſſe hat ihre Zulaſſung als
„Allgemeine Ortskrankenkaſſe” für den Bezirk der Stadt Darmſtadt
nach Maßgabe der Beſtimmungen des zweiten Buches der
Reichs=
verſicherungsordnung beantragt. Es fragt ſich hiernach, ob neben
dieſer Kaſſe, deren Zulaſſung zweifellos erfolgen wird, eine
Land=
krankenkaſſe für den Bezirk der Stadt Darmſtadt errichtet werden ſoll,
oder ob es ſich empfiehlt, hiervon Abſtand zu nehmen. Im letzteren
Falle würden die an ſich zur Landkrankenkaſſe gehörigen Verſicherten
der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe zufallen.
Wir fordern hiermit alle die Perſonen, die einer der eingangs
erwähnten Klaſſen von Verſicherten angehören, ſowie deren
Arbeit=
geber auf, ihre Meinung über die Frage der Errichtung einer
Land=
krankenkaſſe für den Bezirk der Stadt Darmſtadt bis ſpäteſtens
Samstag, den 22. ds. Mts., in Zimmer 5 des ſtädtiſchen
Hauſes Waldſtraße 6 zum Ausdruck zu bringen. Inſoweit
Er=
klärungen nicht abgegeben werden, nehmen wir an, daß die
Betei=
ligten die Errichtung einer ſolchen Kaſſe neben der Allgemeinen
Orts=
krankenkaſſe nicht für erforderlich halten. Wir bemerken, daß die
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt in ihrer jetzigen Geſtalt etwa
15000 Mitglieder hat und daß die Zahl der vom 1. Januar 1914 an
landkrankenkaſſenpflichtigen Perſonen im Bezirk der Stadt auf etwa
5000 geſchätzt wird.
(6547oid
Darmſtadt, den 15. März 1913.
Verſicherungsamt der Stadt Darmſtadt.
Fröll.
Wir nehmen Zeichnungen unſerer Mitglieder auf die am
Mittwoch, den 19. März 1913
à 95.90%
aufliegende
V5 Darmstädter Stadtamſenle
unkündbar bis 1925
ſpeſenfrei entgegen.
(6572
Darmstädter Volksbank
Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
Haferlieferung.
Die Lieferung von 60 Zentner
Hafer für die Faſelſtallungen iſt
zu vergeben.
Angebote und Haferproben ſind
bis
Donnerstag, den 20. Ifd. Mts.,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen. Die Bedingungen
liegen im Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, zur Einſicht auf. (6420si
Darmſtadt, 12. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Lieferung
von Papier u. Briefumſchlägen
für die ſtädtiſche Verwaltung
im Rechnungsjahr 1913.
Angebote nebſt Muſter von
Schreib=und Deckenpapier,
Schreib=
maſchinenpapier, ſowie von Brief
umſchlägen ꝛc. ſind bis
Dienstag, den 18. März 1. Js.
(6430si
einzureichen.
Bedingungen und Muſter liegen
im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht auf.
Darmſtadt, 11. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Steuer=Erhebung.
Das 6. Ziel der Gemeinde
ſteuer für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, den 1. März 1913.
Die Stadtkaſſe.
(5587a
Koch.
Kanalbau.
Die Ausführung eines
Zement=
rohrkanals in der verlängerten
Heidenreichſtraße ſoll verdungen
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem Tiefbau
amte, Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
offen. Auch werden dort die
An=
gebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 20. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(6531oi
reichen.
Darmſtadt, 14. März 1913.
Tiefbauamt.
Dünger=Verſteigerung
im ſtädtiſchen Schlacht= und
Viehhof, Frankfurterſtraße 69,
Mittwoch, 19. März 1913,
vormittags 11 Uhr.
Der geſteigerte Dünger kann
noch 4 Wochen nach der
Verſteige=
rung in den Gruben belaſſen
(6321si
werden.
Städtiſche Schlacht= und
Viehhofdirektion.
Bekanntmachung.
Freitag, 4. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Gaſtwirt Georg
Martin Junghans II. Eheleuten
zu Reinheim, im Grundbuch
hie=
ſiger Gemarkung zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
17
17 768 Hofreite
Sand=
ſtraße Nr. 42,
17 18 189 Hofreitegrund u.
Wirtſchaftshalle
Riedeſelſtraße,
17 19 213 Wohnhaus u.
Hof=
raum
Riedeſel=
ſtraße 53,
17 19¾/10 46 Grabgarten
da=
ſelbſt,
17 20 35//10 Wohnhaus mit
Hofraum
da=
ſelbſt,
17 20¾/10 225/10 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K15/13
Darmſtadt, 15. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V,4266
Betr. . Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit.
Ich beſtimme hiermit, daß die Tauben vom 15. I. Mts. bis
zum 15. k. Mts. eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39 Ziffer 2 des
Feld=
ſtrafgeſetzes mit Geldſtrafen bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu
einer Woche beſtraft.
Mit Rückſicht auf die großen Schäden, die von den Tauben
zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, muß eine genaue
Be=
obachtung der Vorſchrift im landwirtſchaftlichen Intereſſe verlangt
werden.
Eine ſtrenge Ueberwachung der Durchführung dieſer Anordnung
iſt daher veranlaßt worden.
Auf die Militärbrieftauben der Mitglieder des hieſigen
Brief=
taubenklubs findet vorſtehendes nur in ſoweit Anwendung, als dies
das Reichsgeſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben
betreffend, zuläßt.
Darmſtadt, den 13. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
(6635im
J. V.: Jaeger.
Naturwein=Verſteigerung
in
Ionler Bingen a. Rh. (Bahnhofsaal) Ioner
Am 26. März 1913, vormittags 12 Uhr, läßt Herr
Jean Schneider,
Weingutsbeſitzer in Ebernburg, Altenbamberg,
Schloßböckel=
heim und Siefersheim, wohnhaft zu Siefersheim (Rheinheſſen),
29 Nummern 1911er
Naturwein
1910er
3
zuſammen ca. 33½ Stück, worunter eine größere Anzahl hochfeiner
Rieslingweine, Ausleſe und Spätleſe aus den allerbeſten Lagen
obiger Gemarkungen, verſteigern.
Probetage in der Behauſung des Verſteigerers zu Siefersheim
(IV,5188,41
für die Herren Kommiſſionäre am 4. und 5. März.
Allgemeine Probetage am 14., 15. und 20. März. In Bingen,
Bahnhofsſaal, am 11. und 12. März und am Verſteigerungstage
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 19. März 1913, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokal Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „zur
Roſenhöhe‟
verſchiedene Möbel, als Kleiderſchränke, Kommoden,
Vertikos, Diwans, 1 Büfett, 1 Spiegelſchrank, 1
Schreib=
kommode, 1 Waſchkommode, Schreibtiſche, Trumeauſpiegel,
Ruhebett, Pianinos, 1 Porzellanſchrank, 1 Bücherſchrank,
Nähmaſchinen, 1 Jalouſieſchrank, 1 vollſt. Bett, ferner
Ladenregale, Ladentheken, eiſ. Behälter, 2 gr.
Kaſſen=
ſchränke, 1 iriſcher Ofen, Bohrmaſchinen, Amboſe,
Schraub=
ſtöcke, 1 Eiſenſcheere, 1 Handwagen, 1 Schreibmaſchine,
1 Anzug und 3 Schläger
(6642
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt.
Großer freihändiger Möbel=Verkauf
im Auktions- und Möbelhaus
Telephon 1774
Bleichstrasse 1
Telephon 1774
aus hochherrſchaftl. Hauſe wegen Wegzug zu Verſteigerungspreiſen:
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Das Stärkſte.
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Das Sehnen des jungen Mädchenherzens, das Zagen
vor dem Ueberſchreiten der Schwelle, hinter der der
Kind=
heit Traumland liegt, und vor der es ſich breitet wie
knoſpender Roſen Duft und Fülle, war ſo innig ſtark bei
Signe ausgebildet, daß ſie nicht anders konnte, als nur
mit zitterndem Träumen und heiliger Scheu an das
Dunkle vor ihr zu denken und dabei doch ſelig froh zu
ſein vor Luſt am kommenden ſtärker pulſenden Leben.
Der ſcharfe Nordoſt zauſte an ihrem Kleide und wehte
ihr Strähnen des vollen, aſchblonden Haares in das
er=
wartungsſelige Geſicht. Und ihre junge Geſtalt reckte
ſich und trug ſich gewiſſer und feſter. Wäre nicht der kurze
Rock geweſen, man hätte ein junges Mädchen an die
achtzehn in ihr vermuten können.
Dicht vor dem Bahnhof, als ſchon das Läuten der
Signalglocken gewiß an ihr Ohr drang und es aus der
Ferne wie dumpfes Dröhnen kam, galten alle ihre
Ge=
danken nur noch Gerhard und Henning. Sie hatte beide
lieb, aber ſie ſtand dem Jüngeren näher. Gerhard war
iel von Hauſe fern geweſen. Seit ſeinem achtzehnten
Jahre hatte ſie ihn meiſtens nur für Tage, ſelten während
nehrerer Wochen geſehen. Unter Hennings Augen war
ſie gleichſam aufgewachſen. Er hatte mit ihr geſpielt.
Mit ihm hatte ſie ihre kleinen Freuden und Leiden
ge=
teilt. Und als ſchon der erſte Flaum auf ſeiner Lippe
gekeimt, war ſie noch auf ſeinem Rücken Huckepack durch
Haus und Garten geritten. Ja, ihn mochte ſie wohl im
Grunde lieber, wenngleich ſie ſich ſagte, daß eigentlich
kein Anlaß vorliege, Gerhard zurückzuſetzen. Nein, ſie
wollte keinem unrecht tun, und es war gewiß, daß ſie
ihre beiden Brüder gleich lieb hatte. —
Als ſie aber dann, hart an der Spree ſtehend, den
beiden Ankömmlingen entgegenwartete, gingen ihre
Augen doch zuerſt nach Henning auf die Suche und
leuch=
teten im hellen Licht der Wiederſehensfreude, als ſie ſein
lächelndes Geſicht fand. Ihm bot ſie auch den erſten
Gruß, und ihm ſtreckte ſie zuerſt die Hand entgegen.
Er zog die hell Erglühende ſofort an ſich und gab
ihr einen herzhaften Kuß. n Tag, Signe, Mädel! Das
iſt eine liebe Ueberraſchung, Dich hier ſchon am Bahnhof
zu finden!
Der Aeltere ſtand hinter beiden. Holla, Fräulein
Schweſter, wir ſind auch noch da! Es klang wie leiſes
Mißfallen aus ſeiner Stimme. Signe glaubte wenigſtens
ein ſolches zu unterſcheiden und reichte nun auch Gerhard
die Hand.
Er behielt ſie in der ſeinen und muſterte Signes
Ge=
ſtalt vom Kopf bis zum Fuß. Sieh’ einer, wie nett Du
gewachſen biſt in dem letzten Jahr! Beinahe um einen
Kopf. Man kennt Dich faſt nicht wieder. Wie eine junge
Dame ſiehſt Du aus. Ueber den vielen Worten blieb es
beim bloßen Händedruck. Oder unterließ er eine
herz=
lichere Begrüßung abſichtlich?
Signe hatte dies Empfinden. Sie zog ihre Hand
in beinahe ſcheuer Haſt zurück und lächelte verlegen. Und
über ihre Seele dunkelte leiſer Schatten hin.
Das heitere Geplauder während des Heimwegs
ſcheuchte ihn nicht ganz . . . Signes Frohnatur ſchien von
einer Beklemmung eingedämmt. Sie hörte dem vielen
Erzählen Gerhards, der von ſeiner bevorſtehenden großen
Reiſe und ſeinen Plänen und Hoffnungen ſprach, nur mit
halber Aufmerkſamkeit zu und war im Grunde genommen
froh, als ſie Hattinghauſens Gaſſen betraten und ihrer
Unterhaltung damit andere Bahnen gewieſen wurden.
Während des ganzen Abends ſah ſie die Brüder dann
nur noch flüchtig beim Abendeſſen. Herr Tobias hatte
auf die Heimgekehrten Beſchlag gelegt und ſaß mit ihnen
im Kontor, wo Geſchäftsfragen und Zukunftspläne in
ausgiebiger Weiſe zur Beſprechung kamen.
Signe war es nur recht, daß ſie mit der Mutter allein
bleiben durfte. Der kommende Tag war ſo wichtig und
ernſt mit dem Geſchehnis, das er bringen würde, und es
deuchte Signe ſo wertvoll und ſchön, davon mit dem
Menſchen, der ihr am nächſten ſtand, zu reden, daß ſie
das Zuſammenſein mit den Brüdern gar nicht vermißte.
Frau Barbara hatte mit ihrem Manne
verſchiedent=
lich darüber geſprochen, ob es ratſam ſei, Signe an ihrem
Konfirmationstage über ihre wahre Herkunft aufzuklären=
Es einmal zu tun, hatten beide längſt als eine ihnen
ob=
liegende Verpflichtung erkannt. Aber ſie waren plötzlich
dahin übereingekommen, vorläufig zu ſchweigen. Signe
war nach ihrer Meinung für eine derartig ſchwerwiegende
und weitiragende Enthüllung noch zu jung.
So fand denn die Stille des Abends ein
Menſchen=
paar vexeinf, das ſich innig verknüpft fühlte. Signes
Lange zöatliche Hingabe galt Frau Barbara als dem We=
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Nummer 65.
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ſen, in dem ſie ihre leibliche Mutter wähnte. Es waren
kaum Dinge nebenſächlicher Art, nicht ſolche, die die
Aeu=
ßerlichkeiten des nächſten Tages angingen, von dem man
redete, ſondern der Gedankenaustauſch bewegte ſich faſt
nur auf Gebicten, die das ernſte Leben berührten. Und
obwohl die zwiſchen ihnen beſtehende innige Gemeinſchaft
kaum noch einer Vertiefung fähig war, deuchte es Frau
Barbara nach dem Auseinandergehen doch, als wenn die
ſeit langem von Herzen zu Herzen gewobenen Fäden
heute abend zu unlösbaren geknüpft ſeien.
Zu derſelben Zeit kam Thom Lürs aus dem
ange=
ſtrengteſten Nachdenken nicht heraus. Das Geſicht des
Mannes, der nun ſchon ſeit über einer Stunde in dem
dunkelſten Winkel der Gaſtſtube ſaß und das ihm auf ſein
Verlangen vorgeſetzte Glas Bier kaum berührt hatte,
mußte er doch ſchon irgendwo einmal geſehen haben!
Flüchtig vielleicht nur und dazu vor ſchon ſehr langer
Zeit. Aber geſehen hatte er es ganz gewiß. Dazu waren
die brennendrote Narbe über die linke Stirnhälfte weg
bis zur Naſenwurzel hin und der eigentümlich ſtechende
Blick zu beſtimmt ſich geltend machende Erinnerungsmale,
um durch ſie nicht aufmerkſam gemacht zu werden.
Daß Thom Lührs mit ſeinem Suchen im
Erinne=
rungskaſten keinen Erfolg hatte und ſchließlich den Deckel
unwirſch zuſchlug, war kein Wunder. Sechzehn Jahre
reiſen nicht ohne Mitnahme von Wegzehrung an einem
vorüber. Auch bei Thom Lührs hatten ſie dieſes und
je=
nes mitgehen heißen. Das helle Licht ſeiner Augen hatten
ſie ihm entführt, und ſeinem einſt ſo raſchen und gewiſſen
Denken hatten ſie lahmere Füße gegeben. Er war mit
ſeinen fünfundſechzig Jahren eben kein Junger mehr.
Wenn der Fremde wenigſtens im hellen Lichte geſeſſen!
Schließlich half der ſtille Gaſt ſelbſt zu einem
Zurecht=
finden. Ganz unerwartet kam eine Frage über ſeine Lip=
pen: In der Stadt gäbe es wohl einen Kaufmann Bruns?
Das ſei ſchon recht. Tobias Bruns am Markt. . . .
Und ob der Mann Kinder habe?
Es wären drei da.
Söhne oder auch Töchter?
Thom Lührs verdroß das viele Gefrage. Er nahm
ſich vor, nicht mehr zu antworten. Aber der Fremde
wiederholte eindringlicher: Sind es nur Söhne?
Nein, es iſt auch ein Mädel da, ſtieß Thom Lührs
nun doch unwirſch heraus.
Der Fremde nickte und ſank dann plötzlich in ſich
zu=
ſammen, etwas Unverſtändliches murmelnd. Plötzlich
richtete er ſich ſtraff auf, ſah Thom Lührs mit einem
ſtechenden Blick an und ſagte: Aber das Mädchen iſt wohl
nicht das eigene Kind?
Das Stechende in den Augen wandelte ſich zu einem
tückiſchen Lauern, wie es Raubtieren eigen iſt, wenn ſie
kurz vor dem Sprunge ſtehen. Der Blick ſchien Thom
Lührs zu hypnotiſieren. Es kam nicht zu der
beabſich=
tigten Bejahung. Es war ihm unmöglich, die
Unwahr=
heit zu ſagen. Und gleich nach ſeinem „Nein” riß ihm
ein plötzliches Erinnern die Vergangenheit lebendig. Sie
ſtand vor ihm auf wie etwas ganz durchſichtig Klares
und deuchte ihn wie der Tag von geſtern . . . . Dieſer
da war einer, der einſt
Und er erhob ſich aus
ſei=
ner Ecke am grünglaſierten Kachelofen, dem man infolge
des heurigen, unwirſchen Frühlings den Bauch noch
im=
mer tüchtig füllen mußte, erhob ſich ſo jäh und ſo voller
Zorn, daß der Tiſch vor ihm ins Wanken kam, und ſchrie
es faſt: Alſo, da wären wir wieder, Herr Puppenſpieler!
. Das war ja ein nettes Endchen ſeit Anno dazumal!
Er ſtürmte auf den jählings Erbleichenden zu, um ihm
den Weg zur Tür abzuſchneiden, durch die er zu
entkom=
men trachtete.
Und er entkam auch. Denn der Fremde war behender,
ſehniger und ſchien auf dieſe Wendung vorbereitet. Schon
flog die Tür mit einem harten Krachen ins Schloß, und
Thom Lührs ſtand ganz verblüfft, ſo verblüfft, daß er
vergaß, den Mund zu ſchließen. Als er endlich wieder
Herr ſeines Lebens war und dazu kam, auf die Einfahrt
zu treten, war der Flüchtling nicht mehr zu ſehen. Ganz
ſtill, wie tot lag die abenddunkle Straße, kaum ungewiß
erhellt von einzelnen elend brennenden
Petroleumlater=
nen. Und der Wirt zum „Güldenen Ring” ging im Zorn
in das Gaſtzimmer zurück. Im zwiefachen Zorn. Einmal
im Zorn über ſich ſelbſt. Wo waren nur ſeine Augen
ge=
weſen, daß ſie dieſen Menſchen nicht früher erkannt! Nun
war er ihm entſchlüpft, und vor einem Wiederkommen
würde er ſich in acht nehmen. Dieſer pflichtvergeſſene,
jetzt wohl ganz und gar heruntergekommene Landſtreicher!
Ja, es war ein heißer, lebendiger Zorn in Thom Lührs
über dieſen Mann. Und allgemach geſellte ſich ihm das
Grübeln zu: Was treibt ihn nach ſechzehn Jahren bald
in dieſen Ort zurück? . Etwa gar die Sehnſucht nach
ſeines Kindes Geſicht?
Hätte man an Stephan Frank dieſe Frage gerichtet,
ſo würde ſeine Entgegnung ein höhniſches Lächeln
ge=
weſen ſein. Was ihn die Sehnſucht kümmerte! Dies
weichmäulige, erinnerungsſchwere Weibsbild. Satt und
froh machte die nicht. Und eher half ſie zum Sterben
als zum Leben.
Er wußte ſchon was er wollte.
Verteufelt nur, daß man ihn bereits erkannte! Die
Leute hierzulande hatten ein merkwürdig ſcharfes
Ge=
dächtnis. Hoffentlich hetzte ihm der vom „Güldenen
Ring” nicht die Polizei auf den Hals.
(Fortſetzuna folgt.z
Nummer 65.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
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Seite 16.
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Die diesjährige Muſikkneipe
des A. H. K. S. C.-V. Darmstadt
findet
am Samstag, den 29. März, abends 8 h. e. t.
im Gartenſaal des ſtädtiſchen Saalbaus
ſtatt. Alle Mitglieder eines dem H. K. S. C. V. angehörigen Korps
ſind zur Teilnahme freundlichſt aufgefordert. — Es wird gebeten, in
Farben zu erſcheinen.
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Der Ausschuß des A. H. K. S. C. V.-Darmstadt.
Zivilmuſiker=Vereinigung Darmſtadt.
Donnerstag, den 20. März, abends präzis 9 Uhr:
Außerordentliche Generalverſammlung
im Vereinslokal „Zur Reichspoſt”, Grafenſtraße 8.
Zahlreiches Erſcheinen erwünſcht. — Nach der Verſammlung
Geſchäfteverteilung. Muſikaufträge werden jederzeit im
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lokal entgegengenommen.
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(*7404
[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Nummer 65.
Gegen ehert
Gat
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Achtung: Es gibt ganz werrloſe
Nau=
ahmungen in täuſchend ähnlicher Verpackung!
Man verlange ausdrücklich Forman!
(I,6439
Luftfahrt.
sr. Neue deutſche Dauerflug=Rekords
wurden auf dem Flugfelde Johannisthal von den
Flie=
gern Friedrich und Sedlmayer aufgeſtellt. Friedrich
ver=
beſſerte den ihm gehörenden Dauerflugrekord ohne
Paſſa=
gier, der auf 5 Stunden 10 Minuten ſtand, um 6 Minuten
Gleich nach Beendigung des Rekordfluges ſtieg
Sedl=
mayer auf, um den Rekord abermals zu verbeſſern. Es
gelang ihm auch, eine um 46 Minuten beſſere Zeit zu
er=
zielen und mit 6 Stunden 2 Minuten abermals eine neue
deutſche Höchſtleiſtung zu ſchaffen. Friedrich erhält für
ſeinen Rekordflug aus der Nationalflugſpende eine
Prämie von 5000 Mark. An Sedlmayer fällt eine 6000
Mark=Prämie und eine monatliche Rente von 2000 Mark
bis zum 1. Januar 1914, falls nicht vorher der Rekord von
einem anderen Flieger überboten wird.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußball. Darmſtädter Sportklub 1905
(A=Meiſter). Am Sonntag gelang es der Meiſterſchafts=
Elf des Darmſtädter Sportklubs 1905 nach ſchönem Spiel
einen einwandfreien Sieg von 4:2 Toren über die 1.
Mannſchaft des Altmeiſters des Nordkreiſes, den F.=K.
Hanau 1893, davonzutragen. Die Einnahmen des äußerſt
fairen und mit techniſchen Feinheiten durchgeführten,
Spiels fließen dem Veteranenfonds zu und waren
außer=
ordentlich gut. — Das Spiel der 2. Mannſchaft wurde von
Britannia=Frankfurt abgeſagt; es gelang jedoch dem Spiel=
ausſchuß des Darmſtädter Sportklubs 1905, noch in letzter
Stunde, die 2. Elf des F.=K. Olympia=Arheilgen zu
ver=
pflichten. Auch dieſes Spiel endigte zugunſten des
Sport=
klubs mit 4:3 Toren. Die durch Erſatz geſchwächte 3.
Mannſchaft des Sportklubs verlor mit 211 Toren in
Frank=
furt gegen die gleiche Team Britannias.
Paris ſchlägt Berlin im Fußball=Städtekamp
1:0. Die mit großer Spannung erwartete Begegnung der
beiden repräſentativen Mannſchaften von Paris und
Ver=
lin ging am Sonntag zum erſten Male in der franzöſiſchen
Hauptſtadt vor ſich. Wider Erwarten war der deutſchen
Mannſchaft kein Erfolg beſchieden, da ſie ſich trotz beſſeren
Spieles dem Gegner mit 1:0 beugen mußte. Das Spiel
wurde dadurch etwas beeinträchtigt, daß der engliſche
Schiedsrichter wiederholt wegen angeblichen Abſeitsſtehen
der Deutſchen das Spiel unterbrach und auch ein von dem
halblinken Stürmer Arndt geſchoſſenes Tor wegen „
ab=
ſeits” nicht anerkannte. Seitens der deutſchen Mannſchaft
wurde das Verhalten des Schiedsrichters nicht für
ein=
wandfrei gehalten. Das Publikum, das in Stärke von
etwa 5000 Perſonen erſchienen war, verhielt ſich
muſtergül=
tig und brachte den Pariſern nach ihrem Siege ſtürmiſche
Ovationen, doch wurden auch die Deutſchen, die weger
ihres beſſeren Spieles den Sieg eigentlich verdient hätten,
lebhaft applaudiert.
sr. Hockey. Der Berliner Hockeyklub hatte
auf ſeinem Sportplatz in Dahlem den
Uhlen=
horſter Hockeyklub zu Gaſte und ſiegte überlegen
mit 3:0. Bis zur Pauſe war der bis dahin offen
Kampf unentſchieden, 0:0; nach dem Seitenwechſel wurden
die Berliner aber weſentlich beſſer und entſchieden den
Kampf zu ihren Gunſten. — Das Treffen der 2.
Mann=
ſchaften beider Klubs ſah die Hamburger mit 911 (411) er
folgreich. Die Begegnung der Damen=Mannſchaften des
Berliner Hockeyklubs mit dem Zehlendorfer Hockeyverein
endete 0:0. — Der Akademiſche Sportverein Dresden
be=
ſiegte mit 4:2 den Tennis= und Hockeyklub Friedenau 1899.
sr. Radfahrſport. Der Böhme Franz gewinnt die
Straßenfernfahrt Berlin-Kottbus-
Ber=
zin. Mit der 6. Radfernfahrt Berlin-Kottbus-Berlin
wurde am Sonntag die deutſche Straßenradrennſaiſon vom
Gau 20 des Deutſchen Radfahrerbundes eingeleitet. Nicht
weniger als 100 unſerer beſten Straßenfahrer erſchienen
morgens um 7 Uhr am Start bei Mariendorf, eine Zahl,
die für dieſes Rennen einen Rekord bedeutet. Infolge
des ſtarken Sturmes war das Tempo zunächſt kein allzu
ſchnelles, ſo daß ſich der in ſchlechter Poſition liegende
Lewis, der zum erſten Male als Berufsfahrer ſtartende
Sieger der olympiſchen Fernfahrt „Rund um den Mälar=
See” langſam nach vorn arbeiten konnte. Bei ſeinem Ver=
uche, das Feld in der Nähe von Zoſſen zu ſprengen,
ſtürzte aber der Südafrikaner und mit ihm noch
verſchie=
dene andere. Vor Zoſſen gab bereits Arthur Stellbrink
auf; ſeinem Beiſpiel folgten Großmann und Marx. Vor
Luckau (73,5 Kilometer) ſchied dann Lewis infolge
Vor=
derradbruches aus, während Hübner=Dresden von den an
der Spitze liegenden Roſellen, Aberger, Düwel und Bauer
abgehängt wurde. Jetzt machte ſich der Böhme Franz
durch unaufhörliche Vorſtöße von dem ca. fünf Minuten
hinter der Spitzengruppe liegenden Feld frei und traf
gerade am Wendepunkt in Kottbus (119,8 Kilometer) ein,
als dieſer von den Führenden Roſellen, Aberger, Bauer
und Düwel verlaſſen wurde. Hinter Vetſchau (136,2
Kilo=
meter) erreichte Franz den Anſchluß und alle fünf ſtrebten
nun gemeinſam dem Ziele zu. Auf der weiteren Fahrt
wurde nur Düwel abgehängt; dafür aber kam Huſchke
etwa 4 Kilometer vor Mariendorf an die Spitzengruppe
heran. Am Ziel in Mariendorf erwarteten trotz des
zeit=
weiſe orkanartigen Sturmes ungefähr 10000 Menſchen die
Ankunft der Fahrer. Bereits 400 Meter vor dem Ziel
begann der Endkampf. Kurz vor dem Band ſah Roſellen
ſchon wie der ſichere Sieger aus, als Franz in den letzten
Metern unaufhaltſam aufrückte und den Kölner noch um
eine knappe Länge ſchlug. Bauer, Huſchke und Aberger
folgten dicht auf als Nächſte. Kurz nach dem Bande
er=
eignete ſich leider ein Maſſenſturz. Einer der Fahrer fuhr
einen Gendarmen an, ſtürzte und über ihn hinweg fielen
die übrigen vier Mann der Spitzengruppe, doch kamen alle
ohne Schaden davon. Das genaue Reſultat war: 1. Franz=
Fiſchern (Böhmen) in 8 Stunden 32 Minuten 49
Sekun=
den; 2. Roſellen=Köln ¾ Lg.; 3. Bauer=Charlottenburg
2 Lg.; 4. Huſchke=Berlin, dichtauf; 5. Aberger=Berlin,
dicht=
auf; 6. Düwel=Neukölln; 7. Schulze=Trebbin; 8. Kotſch=
Kyritz.
Kramer ſchlägt Hourlier. Auf der Pariſer
Winterbahn erlitt am Sonntag der franzöſiſche
Cham=
pion Hourlier durch den amerikaniſchen Weltmeiſter Frank
Kramer in beiden Läufen des Matches eine eklatante
Nie=
derlage ſo daß wohl nach dieſem Ergebnis die
Ueber=
legenheit Kramers gegenüber Hourliers unzweifelhaft
feſt=
teht. Im erſten wie im zweiten Lauf gelang es dem
Franzoſen jedesmal, ſich beim Glockenzeichen die Spitze
zu ſichern. Kramer folgte dann ſtets wie ein Schatten am
Hinterrade Hourliers, griff dieſen dann in der letzten
Kurve an und überſpurtete ihn in der Geraden mit halber
Vorderradlänge reſp. halber Länge. Im 50 Kilometer=
Rennen hinter Motoren lieferte Seres ein prächtiges
Ren=
nen und gewann nach 41 Minuten 34 Sekunden mit 4
Run=
den vor Guignard. Dritter wurde Bruni, 6 Runden, vor
Root, der 22 Runden zurück blieb. Im Handikap wurde
der Berliner Wegener Dritter hinter Sergent und Polledri.
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ner (Dr. Rieſe), 2. Beautiful Eve (Lt. Frhr. v. Berchem),
3. MaſterBowes (Hr. v. Hatten). Tot. 21:10. Pl. 13, 16,
14:10. Unpl. Lucky Jap (4), Kilmallok (5), Pfeffermünz,
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2000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. v. Brezas Oſtia
(Th. Baſtian), 2. Silvia (Naſh), 3. Droma (Kaliſch). Tot.
41:10. Pl. 13, 11:10. Unpl.: Aeronaut (gef.). Kampf
Hals—1 Lg. — Preis vom Bötzſee, 3600 Mark, Diſtanz
2000 Meter: 1. Maj. M. Schmidts Cheſtnut Hackle (Th.
Baſtian), 2. Brookdale (Weishaupt), 3. Atlanta (Kauliſch).
Tot. 21:10. Pl. 13, 22, 20.10. Unpl.: Szeſzely (4), Myſtie
Light, Peene (lahm angehalten), Altieri entlief am Start
und nahm am Rennen nicht teil, die Einſätze wurden
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rückgezahlt. Kanter 8—2 Lg. — Blumenthal=Jagd=
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nen, Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1.
Hrn. Dr. F. Rieſes Künſtler (Beſ.), 2. Baiſſe (Lt. Frhr.
v. Berchem), 3. Hellia (Lt. Graf Strachwitz). Tot. 13:10.
Pl. 11, 12, 14:10. Unpl.: Sälde (4), Abeland, Pallaſch,
Preisfrage, Carol. Sicher ¾—3 Lg.
Dortmund, 16. März. Eröffnungs=Jagdrennen.
2000 Mack, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hrn. R. Then=Berghs
Flottweg (Kreiſel), 2. Colombine (Kühl), 3. Raubritter
(Piplies). Tot. 65:10. Pl. 19, 12, 20:10. Unpl.:
Her=
zogin v. Gerolſtein, Braſſert, Donatello, Rune II (4).
Leicht 2—3½ Lg. — Jockei=Jagdrennen. 2000 Mark,
Di=
ſtanz 3000 Meter: 1. Hrn. E. v. Bennigſens Pelzmaus
(Holoubeck), 2. Iſtvan (Miſchon), 3. Wild Girl (Kreiſel)
Tot. 84:10. Pl. 22, 26:10. Unpl.: Grasmücke. Sicher
—3 Lg. — Frühjahrs=Jagdrennen. 2000 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Lt. Winterers Kale (Kühl), 2. Lynch Law
(Dyhr), 3. Highland Fling (Holoubeck). Tot. 26:10. Pl.
12, 13, 15.10. Unpl.: Wahn (4), Red Plume, Dongal.
—8 Lg. — Vorkaufs=Jagdrennen, 2000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Hrn. v. Redens Engadi (E. Francke), 2.
Sajodin (Ludwig), 3. Ormsby (Piplies). Tot. 178:10.
Pl. 31. 18, 14:10. Unpl.: Fickleneß (4), Rabenlocke,
Cra=
gette, Chalabre, Roſy (4), Rockledge. Ueberlegen 8—5
Lg. — Kronenburg=Jagdrennen, 2500 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Hrn. A. Hungers Florimond Robertet (Kühl),
2. Mobile (Holoubeck), 3. Malotru (Gädicke). Tot. 21:10.
Pl. 15, 24:10. Unpl.: The Bun (4), Burgmann, Saint
Landgrafen=Jagdrennen,
Diſtaff (gef.). 2½—15 Lg.
2000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. A. Schürmanns
Saint Rules (Gädicke), 2. Pempete III (Prater), 3.
Car=
mel (Krauſe). Tot. 15:10. Pl. 14, 17110. Unpl.: Sands
(4), Sournoiſe, Corodexter (ausgebr.). Sehr ſicher 2½
bis 6 Lg.
Nizza, 16. März. Prix des Violettes. 4000 Francs,
Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ. Cto. de la Cimeras Nuba
(A. Woodland), 2. Capoue (Beech), 3. Rouchtchouk (Bella)
Tot. 61:10. Pl. 19, 38, 59110. Unpl.: Sir Peter,
Finſter=
munz, Quardia, La Giralda, La Pelouſe. — Prix de la
Société d’Encouragement, 5000 Francs, Diſtanz 2400
Meter: 1. Monſ. Ch. Blanchets Fronton Basque (
Roup=
nel), 2. Miß Raffles (O'Neill). Tot. 50110. Pl. 19, 17110.
Prix de Bellemare, 5000
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Unpl.: Lady T. Orphin.
Francs, Diſtanz 1300 Meter: 1. Monſ. d’Harcourts
Cale=
don (Kennedy), 2. La Paloma (Gaudinet), 3. Holly Hill
(G. Stern). Tot. 51:10. Pl. 25, 84:10. Unpl.: Quida,
Pretendante. Eſtella. — Grand Prix de Nice, 100 000
Francs, 2200 Meter: 1. Monſ. Doutſch de la Meurthes
Fosling (J. Childs), 2. Le Cid III (G. Stern), 3.
Wa=
gram II (Jennings). Tot. 98:10. Pl. 34, 29, 28:10. Unpl.:
Templier III, Linois, Monſ. Guerin, Eupatoria, Le
Mo=
nayeur, Valmy V, Qui, Amadou, Neſtor III, Renard
Bleu III, Manthorpe, Jſard II, Gomez. — Prix des
Li=
las, 5000 Francs, 2200 Meter: 1. Monſ. G. Sommaires
Pinwire (Kennedy), 2. Spinelle (Ch. Hobs), 3. Manoel
Johnſon). Tot. 141:10. Pl. 32, 22, 27110. Unpl.: Hulda,
Fribourg, Bicarra, Eoliharpe, Gentilly.
Foxling, Sieger im Grand Prix de Nice.
Das dreitägige Flachrenn=Meeting in Nizza erreichte am
Sonntag mit der Entſcheidung des Grand Prix de Nice,
einer mit 100000 Francs dotierten Prüfung über 2200
Meter, ſeinen Höhepunkt. Das Rennen endete mit einer
Ueberraſchung, da der im Beſitz des bekannten Sportsman
Monſ. J. Deutſch de la Meurthe befindliche Foxling ſehr
leicht gewann. Die herrlich gelegene Bahn zeigte einen
enormen Beſuch. Auch viele deutſche Sportsmen, darunter
der Handikaper Hart, Generalkonſul v. Weinberg, Dr.
Lembcke und Herr Felix Simon wohnten den Rennen bei.
Als Favoriten in dem 100000 Francs=Rennen gingen
Wagram II und Amadou an den Start. Es gelang bald
ein guter Ablauf. Old Patoria führte vor Qui, Renard
Bieu, Le Cid III und Foxling. Old Patoria behielt die
Führung bis zum Einlauf, wo ſie geſchlagen war. Dort
rückte der von Jockei J. Childs geſteuerte Foxling außen
auf und gewann ſehr leicht. Hinter ihm gab es einen
ſcharfen Kampf um die Plätze. Le Eid III (G. Stern)
wurde Zweiter vor Wagram II (Jemings) und vierzehn
weiteren Gegnern. Tot. 98:10. Pl. 34, 29 28:10.
Auteuil, 16. März. Prix du Pre Cartelan;
Di=
ſtanz 4000 Meter, 3000 Francs: 1. Monſ. E. Fiſchhofs
Bruges (Powers), 2. Caubet Tauzia (E. Doux), 3. Segre
(Wicks). Tot. 47110, Pl. 18, 28, 16:10. Unpl.: Hindou II,
Luzifer III, Silver Cliff, Brunehilde (gef.), Electriſee,
Thule. 1—5 Lg. — Prix des Pins; Diſtanz 3100 Meter,
4000 Francs: 1. Monſ. M. de Kiß Valmy VII (W. Head),
2. Mondego (Groom), 3. Ouques (G. Smith). Tot. 16110,
Pl. 12, 19, 36110. Unpl.: Karagouzel, Luna Park II,
Ur=
bino, Pervenche III (gef.), Parthenay. Jowa. 3—½ Lg.
Prix d’Auteuil; Diſtanz 3500 Meter, 20000 Francs:
1. Monſ. F. Gouttons Oiſelette (Berteaux), 2. Tripot II
Powers), 3. Make Haſte II (E. Hardy). Tot. 157110,
Pl. 30, 20, 26:10. Unpl.: Roſely, Galafron, Ultimatum,
Hodeon (gef.), Soulard, Canfranc, Sanſovino,
Fau=
ſtine II. Hals-Kopf—½ Lg. — Prix Juigne; Diſtanz 3500
Meter, 15000 Francs: 1. Monſ. Jam. Henneſſys Beny
Gloe (A. Carter), 2. Tres Chic (Head), 3. Braviſſimo (P.
Kalley). Tot. 29:10, Pl. 20, 35:10. Unpl.: Lumigny,
Tri=
bun II, Ekwanok. 3—2 Lg. — Prix Amadou; Diſtanz
3800 Meter, 5000 Francs: 1. Monſ. Ed. Champonnois”
Lady Fiſh (N. Turner), 2. Lord Loris (A. Carter), 3.
Sy=
billa (Hawkins). Tot. 36:10, Pl. 19, 19110. Unpl.: Laſt
Pätron, Conti la Belle, Hoche. 3—½ Lg. — Prix
Veniri=
loque; Diſtanz 3500 Meter, 4000 Francs: 1. Monſ. Cte.
Lairs Fontenoy (R. Sauval), 2. Ex Abrupto (Head),
3. Stoure (Parfrement). Tot. 42110, Pl. 14, 18, 15:10.
Unpl.: Roghui, Roßhampton, Lutteuſe, Violent IV,
Fon=
toenoy. 1½—½ Lg.
Stimmen aus dem Publikum.
Redaktion
ift übernimmt
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Uebe
rund des
2 des
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt au
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Bevorzugung der Heſſiſchen
Eiſen=
bahn=Aktien=Geſellſchaft durch die
Stadtverwaltung.
Es wird angefragt, aus welchen Gründen man der
Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft heute noch genau
in derſelben Weiſe die Aufträge auf Ausführung von
Ar=
beiten in den ſtädtiſchen Gebäuden freihändig überträgt,
wie dies früher beim ſtädtiſchen Elektrizitätswerk der Fall
war. Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft iſt heute
ein Privatunternehmen wie jedes andere Geſchäft auch,
und trotzdem erhält ſie fortgeſetzt von ſeiten der
Stadt=
verwaltung größere Aufträge ohne Konkurrenz und ohne
Preisanſtellungin Auftrag. So wurden der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft für mehrere hieſige Schulen
Aufträge auf Lieferung von Apparaten, Ausführung von
Leitungsanlagen, ſowie Lieferung von größeren
Schalt=
tafeln übertragen. Da jedoch die Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft für Schalttafeln nicht, eingerichtet iſt
ſo hat ſie die Lieferung der Schalttafeln an auswärtige
Firmen vergeben. In Darmſtadt haben wir einige
Fir=
men zu verzeichnen, welche ſich mit dem Bau von
Schalt=
tafeln ſchon ſeit längerer Zeit befaſſen und auch ſchon
grö=
ßere Schalttafeln für höhere Schulen geliefert haben.
Warum hat die Stadtverwaltung die Lieferung der
erfor=
derlichen Schalttafeln nicht an dieſe Firmen vergeben?
Oder warum hat die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=
Geſell=
ſchaft dieſe Firmen nicht berückſichtigt? Wir haben doch
einen techniſchen Beigeordneten, welcher für
Unterſtütz=
ung der hieſigen Firmen eintreten müßte; oder hat er ſich
vielleicht die Bevorzugung der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft zur Aufgabe gemacht?
Wir erfahren hierzu auf Information an zuſtändiger
Stelle das Folgende: Ueber freihändige Aufträge, die
neuerdings an die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft
für Inſtallationen in ſtädtiſchen Schulen erteilt worden
ſeien, iſt hier nichts bekannt. Die durch die Heſſiſche
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft in Ausführung begriffenen
Einrichtungen ſind ſchon vor der Gründung der
Geſell=
ſchaft ſ. Zt. der ſtädtiſchen Elektrizitätwerksverwaltung in
Auftrag gegeben geweſen. Größere Anlagen für ſtädtiſche
Gebäude wurden in der letzten Zeit vom Stadtbauamt
öffentlich ausgeſchrieben, wobei der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft, die ſich mitbeworben hatte, kein
Zu=
chlag erteilt wurde. Für die Erweiterungen von
Tele=
phon= und Klingelleitungen in öffentlichen Gebäuden und
deren Unterhaltung kann nur die frühere ſtädtiſche
Ver=
waltung, jetzt Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft, in
Betracht kommen, was ſchon mit Rückſicht auf
Gewähr=
leiſtung des Funktionierens der ſtädtiſchen Geſamtanlage
geboten iſt. Ueber das Ausſchreibungs= und
Verdingungs=
verfahren bei Inſtallationen für ſtädtiſche öffentliche
Ge=
bäude iſt eine Neuregelung geplant, die nächſtens bei der
Stadtverwaltung zur Vorlage gelangen wird. D. Red.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 65.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Seite 21.
Ich mache ganz
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sonders darauf
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keine Bluse fertig
beziehe, sond.
aus-
schliesslich meine
Eigen. Verarbeitung,
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erstklassigem
Ma-
terial geben Ihnen
Gewähr für gute
Be-
dienung. Fragen Sie
bitte meine Kunden,
welche mit Recht
meine Blusen als
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Mass-
arbeit bezeichnen.
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lier anfertigen lasse.
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an die Exped.
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*7322id) Grafenſtr. 22, I.
Schneiderin empf. ſich 1. Anfert. u.
Umänd. in u. auß. d. H. Näh. Frau
Mainzer, Kranichſteinerſtr. 49, p. (*7299
Reinliche Frau ſucht nachm. von
½ 2—4 Uhr Beſchäftigung. Näh.
Sandbergſtr. 29, Hth., II., I. (B6567
Junges beſſeres Fräulein,
welches das Kleidermachen erlernt
hat, ſucht Stellung zu Kindern
bis 15. April oder ſpäter in
Darm=
ſtadt oder Umgegend. Off. u. P 64
(*6919dsi
an die Exped. d. Bl.
-
20jähr.” kräft. Mädchen, welch.
ſchon gedient, ſucht Stelle als
Al=
leinmädch. z. 1. April. Emma Frank,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
(*7324
Karlſtr. 31.
Ein beſſ. j. Kinderfrl. m. guten
Zeugn. ſucht Stelle, geht auch
aus=
wärts. Elisabeth Cronert, gewerbsmäßi
Stellenvermittlerin, Mühlſtr. 23. (*7373
Frau nimmt noch Kund. an
Waſch. Alexanderſtr. 13. Stb. (*7312
Gewandtes Hausmädchen mit
guten Zeugniſſen ſucht Stelle bis
1. April oder ſpäter in fein. Hauſe.
Off. u. R 86 in der Exp. (*7308
oder Putzen. Mathildenplatz 5,
Hinterhaus, 3. Stock links. (*7372
ſuch. mehr. Allinmädch,
Stellen Stütze, Haus= u.
Kinder=
mädch. z. 1. April d. Johannette
Weißmantel, gewerbsmäßige Stel=das gut bürgerlich kochen kann und
lenvermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*73881. April in kinderloſen Haushalt
Mädchen v. Land, d. etw. koch
kann u. Hausarbeit verſteht, ſucht
Stellung, auch auswärts. Offert.
u. § 12 a. d. Exp. d. Bl. (*7416
Männlich
Ruchalter. Uebern, das
Ein=
richten v. Büchern, Beitragen
u. Abſchließen derſ. ꝛc. unt. ſtreng.
Diskret. Anfr. u. R 94 Exp. (*7338
neh
I
Uhmlacher.
Oſtern Lehrſtelle in einem
Uhren=
u. Goldwarengeſchäft.
Gewiſſen=
hafte Ausbildung Bedingung, Koſt
u. Wohnung im Hauſe des Lehrh.
Gefl. Off. erb. u. R 19 a. d. Exped
Suche für meinen Sohn, weicher
bereits ein Jahr gelernt hat,
Um=
ſtände halber per 1. April
ander=
weitig kaufmänniſche Lehre in
Engros=Geſchäft.
(*7409im
Gefl. Offerten erbitte u. § 11
an die Expedition ds. Blattes.
Ofe Stelle
Beiblich
2 tücht. Verkäuferinnen
für Herren=Artikel,
Strumpf=
waren und Trikotagen per
bald od. ſpäter geſucht. (*7389
Arthur Sittig
4 Lonisenplatz 4.
Tüchtige Arbeiterin
bei guter Bezahlung ſofort geſ
*7309) Konf. E. Mayer, Karlſtr. 11, II.
Eine jüng Schneiderin geſucht
z. Mitgehen mit Schneiderin i. nur
guten Häuſern. Vorzuſtellen den
19. März Schießhausſtr. 33, I. (*7352
Lenrmädchen
aus guter Familie bei ſof. Vergüt.
geſucht
(6577
D. Faix & Söhne.
aus guter Familie geſucht.
Junge Frau ſucht Aushilfſtelle 19J. Ph. Leuthuer, Hoſpapierhdlg
Meldungen Ernſt= Ludwigs=
platz 2, 2. St. r. erbeten. (4532a Eücht., gewandtes Mädchen
Hausarbeit übernimmt, wird zum
bei gutem Lohn geſucht. (B6012
Näheres Herdweg 72. welches etwas
Dienſtmädchen, kochen kann,
per 1. April geſucht
(6421soi
Schuchardſtr. 8, im Laden. Ein tücht. zuverläſſiges Mäd=
chen zum 1. April geſucht (B6515
Frau Professor Finger,
Rückertſtraße 21. Saubere, zuverläſſige Lauffrau
vorm. 3, nachm. 2 Stund. geſucht
*7252oim) Taunusſtr. 1, 1. St. in Pelzarbeiten ei=
Für meinen Sohn ſuche zu 1Mädchen, fahren, find. b. gut.
Lohn dauernde Beſchäftigung.
Gottl. Lorz, Hofkürſchner,
5963a) Eſchollbrückerſtr. 3. Zuverläſſiges Mädchen von
8 Uhr bis nach dem Spülen geſ.
Zu erfragen in der Exp. (*7304id Geſucht per 1. April od. früher
tüchtiges Allein=Mädchen
Viktoriaſtraße 53, parterre. (6593 7350
Eine Lauffrau geſucht
Magdalenenſtr. 3. Dillmann. Laufmädchen
für den ganzen Tag, z. Austragen
uſw., gegen gute Bezahlung ge=
ſucht. Näh. in der Exped. (6596im Ausk.=Stelle f. Frauenberufe sucht
n. Brüſſel Kinderfrln., w. ſchnei
dern kann, für Penſionat in Croy=
don=London jg. Mädch., w. deutſch
u. franz. unterricht k., etw. Muſik
erw. Off. Hochſchulſtr. 1, Sprech=
ſtunde Mittwoch, 3—6 Uhr. (6608 Reinl. Mädchen von 8—3 Uhr
zum 1. April geſucht. Näheres
zu erfr. vormittags Landwehr=
ſtraße 8, 2. St.
(*7347im Zu einer Familie von Z erwachſ.
Perſonen wird weg. Erkrankung
des ſeith. Mädchens für ſof. od.
1. April ein tücht. Alleinmädchen
geſucht. Nur ſolche mit gut. Zeugn.
mögen ſich melden bei Frau Prof.
Beck, Sandſtr. 32, 1. St.
(*7375
Zum 1. April wird ein geſundes,
fleißiges Mädchen für
Haus= und Küchenarbeit bei guter
Behandlung und Bezahlung
ge=
ſucht Penſion „Haus Holthuſen”
(B6590
Orangerie=Allee 10.
Tücht. Laufrau od. Mädchen
(B6632
per 1. April geſucht
Seekatzſtraße 6.
Suche per 1. April ein ſauberes
u. ordentliches Mädchen. Näheres
Landwehrſtr. 29, i. Lad. (*7400imd
Laufmädchen
ſuchen
(6626
Strauß & Mayer.
Gesucht
braves Mädchen
das kochen kann, Hausarbeit
ver=
ſteht u. gute Zeugniſſe beſitzt, zu
einer Dame zum 1. April. (*7391id
Wittmannstraße 39, part.
Saub., fleiß. Laufmädchen ſofort
geſucht Inſelſtraße 19, II. (6615
Serviermädchen
ſucht Hochſtraße 10.
ſofort ge=
(*7339
Dienſtmädchen, das ſich fürs
Kochen intereſſiert, per 1. April
geſucht Eliſabethenſtr. 52. (*7356
Eine Beamtenfamilie
mit Kindern ſucht ein junges
braves Mädchen vom Lande.
*7349) Rhönring 115, I. Etage.
Wegen Erkrankung des jetzigen
Mädchens wird ſpäteſtens zum
1. April ein in Küche u. Hausarbeit
erfahrenes Dienſtmädchen
in kleinen Haushalt geſucht.
Näheres Roquetteweg 26,
parterre.
(*7343im
Tüchtiges, zuverläſſiges
Alleinmädchen
das kochen kann, in kleinen Haus=
(*7385
halt per 1. April geſucht.
Neue Darmſtr. 67, I.
Suche Köchinnen, Hausmädch.,
w. koch. u. n. koch. könn.,
Küchen=
mädch. f. hier u. auswärts. Frau
Hinna Dingeldein, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Eliſabethen=
(*7406
ſtraße 5, Tel. 531.
Eine verfekte Köchin vom
15. Mai ab für einen Kurort im
Odenmald geſucht.
Anerbieten unter R 93 an die
Expedition d. Bl.
. (*7342im
Männien
General-Agentur.
Von einer ersten alteingeführten
Lebensversicherungs-
Gesellschaft
wird zur baldigen Neubesetzung
ihrer Generalagentur für
Darmstadt und Umgegend
eine geeignete Persönlichkeit
ge-
sucht, welche auch in der Lage
ist, das bestehende Geschäft zu
vergrössern. Offert. u. W. 2468 an
Haasenstein & Vogler A.-G. in
Frank-
furt a. M. erbeten.
(II,6395
Angehender Kommis
zur Aushilfe geſucht. Offert. unt.
R 59 an die Exp. d. Bl. (6533oi
Junge
10
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Herr oder Dame mit ſchöner
Schrift, flottem Stenogramm,
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ſchinenſchreiber (Adler) per ſofort
geſucht.
(6603
Off. unt. R 89 a. d. Exped.
Größ. Fabrikgeſchäft
bei Darmſtadt ſucht einen tüchtig.,
jungen und militärfreien
Kaarmann
welcher perfekter Stenograph und
Maſchinenſchreiber ſein muß, für
dauernde Poſition.
Offert. mit Gehaltsangabe unt.
P 87 an die Exp.
(6263fsi
RedegewandteHerren
mit guten Umgangsformen u.
Er=
fahrungen in d. Feuer= u.
Einbruch=
diebſt.=Verſicherg. werd. b. hoh. Verd.
v. d. Gen.=Agt. einer alt., erſtkl. Geſ.
zu klein. Fam. als Beamte f. d. Außendienſt geſucht.
Offert. unt. § 10 an die Exp. (*7396
Für eine gänzl. neue
ſuche ich einige tücht.
Sache
Frivatreisende!
Nur gutgekleidete Leutemit ſicherem
Auftreten wollen ſich am
Diens=
tag und Mittwoch von 5—8 Uhr
Wenckſtr. 4, part., melden. (*7369
Lehrmädchen
aus achtbarer Familie, welche den Konfektionsverkauf
er=
lernen wollen, gegen ſofortige Vergütung geſucht.
(6644
Es wollen ſich nur ſolche mit guter Figur melden.
D. Rehfeld & Co., G. m. b. H., Ludwigstr. 5.
Nummer vo.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Marz 1913.
Seite 22.
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erforderlich, ſo daß wir Herren jeden Standes berückſichtigen
könn=
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ernſtlich beſtrebt iſt, auf reeller Baſis ſich ſelbſtändige Exiſtenz
mit einem Jahresverdienſt bis zu Viertauſend Mark zu ſchaffen. —
Da weitgehendſte Unterſtützung unſererſeits erfolgt, genügen zur
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16 Jahre, für Eiſenarbeit.
Näheres in der Expedition. (*7300
Solider und tüchtiger
Fuhrmann
f. dauernd geſucht B. M.
Hachen-
burger, Kohlenhandlung. (6589id
Für das Rollfuhrwerk eines hieſ.
Engroshauſes wird alsbald ein
(6609
kräftiger, nüchterner
Fuhrmann
geſucht, der ſicherer Fahrer und
guter Pferdepfleger iſt und auf
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umgehen u. Schweine füttern kann.
12 Mk. pro Woche, freie Station.
Zu erfragen Karl Rieſterer,
Offizier=Kaſino, Truppen=Uebungs=
(6602
platz, Darmſtadt.
Für ſofort wird ein
ehrlich., kräftiger Laufjunge
geſucht. Näh. i. d. Exp. (*7402
Für Schüler der
oberen Klaſſen
einer höheren Lehranſtalt bietet
ſich bei uns günſtige
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heit zur Erlernung des
literar=
iſchen und wiſſenſchaftlichen
halbe Tage zur Verfügung. 100
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zwiſchen 11 u. 12 Uhr.
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Spengler= u. Inſtallat.=Lehrling
geſucht.
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König=
ſtein ſofort geſucht. Meldungen
mit Lohnanſprüchen an die
Be=
triebsdirektion der Kleinbahn in
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Pfund 1.10
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Pfand 1.20
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Pfund 35 ₰
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Pfund 60 ₰ 50 ₰
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Pfund 48 ₰
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55
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Pfund 1.00, 80 ₰
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10 St. 30 ₰, 100 St. 2.50
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5 Stück 20 ₰
Waffelhasen u. Eier
gefüllt, Stück 5 ₰
(6614
DARMSTADT, obere Rheinstr. 5, Telephon 1558.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 65
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. März 1913.
Seite 23.
Die Geſundheits= u. Sterblichkeits=Verhältniſſe
im Kreiſe Darmſtadt im Jahre 1912.
1. Die Zahl der Geſtorbenen nach dem Lebensalter.
1912 1911 1910
Es ſtarben
E
§ 55
Ci
62
6.
2
2
5
2
2
einer Einwohner=
21
3834452315187547151287187085150686
zahl von .
„
im Alter von
212
217
1
0— 1 Jahren. . . 168 12
192
12
133
1—15 „ . . . . 139 7
3 96
4
119
15—30 . „ . . .
30
11
11.
30—60 „ . . . 33
294
132
4 19
10
60—70 „ . . . 2
105
111
262 170
über 70 „ .
271 168
152
Im ganzen 11225 638111971 74011110 710
Die Sterblichkeitsziffer
berechnet ſich demnach
auf das Tauſend der
. 113,85 12,1913,36) 14,4312,72) 14,0
Bevölkerung . .
2. Die Todesfälle in den einzelnen Monaten.
1912
1911
1910
Es ſtarben
5 2
5
2
E
2
6
00
im Januar
. . .1
49
Februar . .10
10
76
März . . . .
105
57
April . . . .
100
61
Mai
100
49
Juni . . . .
64
Juli . . . . .
5 38 1 5o
Auguſt . . .
7
62
September . . .
. .106
Oktober .
50
88
45
43
88
November . . .
55 96 36 117 74
Dezember . . . 123
3. Die durch Magen= und Darmerkrankungen
ver=
urſachten Todesfälle in den einzelnen Monaten.
1912
1910
191
-
2
-
2
Es ſtarben an Magen=
1s
Eu
und Darmkrankheiten
2
a.
1
25
5
2
2
2
2
6
im Januar
, „
Februar .
3
März . . . .
5
April . . . .
Mai.
4
Juni . . . . .
21
12
12
Juli . . . .
ect
12
7„
Auguſt
, „
15
17
5
2.
Septemher . . .
1
Oktober . . . .
2
November . .
-
5
Dezember . . . 1 2
4. Die Todesurſachen.
1911
1912
1910
Es ſtarben
E
8
2u
(25
Sa
2
5
35
2
—
-
49 40
an angebor. Lebensſchwäche.
65
39) 42
„ Altersſchwäche
781 88
3 64r 46 51
„ Kindbettfieber od. anderen
8
Folgen der Geburt
2
6
7 301
„akuten anſteck. Krankheiten
und zwar an
Scharlach . . . . . .
Maſern
,„,
13
Diphtherie. . . . .
12
Keuchhuſten . .
, ,
Unterleibstyphus . .
-
Roſe
,„
*
Wundkrankheiten . .
114
114
„ Lungentuberkuloſe .
0 1 2
31 12
„ Tuberkuloſe and. Organe
5
7
„ Miliartuberkuloſe
„ akuten entzündlichen Er=
56
50124141 108
krank. der Atmungsorgane
11
14
7
8 2
„ Influenza
Krankheiten der Kreislauf=
71184
78
71165
209
organe
,„,,
68
871 341 773
„ Gehirnſchlag .
„ anderen Krankheiten des
N
40 46 501 51 5
67
Nervenſyſtems
63 69
„ Magen= u. Darmkrankh. . 44 40 111110
„ anderen Krankheiten des
63 8 45 10
391 14
Verdauungsapparates
„ Blinddarm=Entzündung 1 151 — 1 101 —1 20 1
„ Krankheiten der Harn= u.
37
21
46 19
12 14
Geſchlechtsorgane
„ Neubildungen, meiſt kreb=
45
114
ſiger Natur ...
13
15 3.
17
„ Selbſtmord.
2
3 2
Körperverletzung 1
Verunglückung oder and.
6
18
gewalſamer Einwirkung . 1 24 10 12
341 55 23
anderen benannt. Krankh. I 43. 20 6
„unbenannten Krankheiten 71 6 1 19 81 19 10
5. Bevölkerungszuwachs der Stadt Darmſtadt
durch Geburten.
Im Jahre
1912 1911 1910 1909 1908
wurden bei einer
Be=
völkerung von . . . 1883448754786757 85964 85171
Lebend geboren
1736 I 1694 1927 1966 I 2065
Mit Tod gingen ab . . 1225 1197 1110 1306 1316
Es betrug danach der
Bevölkerungszuwachs
817
660 749
511 497
durch Geburten. .
und
die Geburtsziffer auf
das Tauſend der
Be=
völkerung . . . . . 1 19,65 1 19,35 1 22,15 22,8 1 24,2
6. Ueberſicht über die im Jahre 1912 von den
behandelnden Aerzten gemeldeten Fälle von
anzeige=
pflichtigen Krankheiten.
250
Es wurden gemeldet
2
(25
Fälle von
E.
5
(O
5
J. 54.
3
124
238
aus Darmſtadt . . .
3
Arheilgen
2
.
Braunshardt . .
169
Eberſtadt . . . .
Erzhauſen
, ,
Gräfenhauſen . .
-
Griesheim . .
Malchen . . . .
Meſſel
Nieder=Beerbach
2
-
Nieder=Ramſtadt . 3.
-
Ober=Ramſtadt
—
Pfungſtadt
7
-
-
Schneppenhauſen .
-
Roßdorf . . .
-
—
Traiſa
,
-
-
Waſchenbach. . .
Weiterſtadt.
-
3 20 —
Wixhauſen
Die Sterblichkeitsziffer des Jahres 1912 iſt für die
Stadt Darmſtadt um eine Kleinigkeit größer, als im
Vor=
jahre, nachdem die Ziffern der vorangegangenen Jahre von
Jahr zu Jahr eine Abnahme gezeigt hatten. Dieſe
Zu=
nahme mag zum Teil auf die größere Zahl von
Todes=
fällen an anſteckenden Krankheiten und Krankheiten der
Kreislauforgane zurückzuführen ſein. Die Sterblichkeit im
Landbezirk, die ſeither immer größer war, als in der Stadt
Darmſtadt, zeigt in dieſem Jahre ein verhältnismäßig
ſtarkes Sinken. Viel weniger Opfer hat das vergangene
Jahr durch Krankheiten des Magendarmapparats
gefor=
dert im Gegenſatz zu dem vorangegangenen Jahre, wo die
lange dauernde Hitzperiode den Tod vieler Säuglinge
ver=
urſachte. Der Sommer des Berichtsjahres hatte eine meiſt
ihle Witterung, ſo daß es zu keiner Ueberhitzung in den
Wohnungen kam und die Nahrung der künſtlich genährten
Säuglinge nicht ſo leicht der Zerſetzung ausgeſetzt war.
Tabelle 3 gibt in dieſer Hinſicht intereſſante Aufſchlüſſe
über die Beeinfluſſung der Kinderſterblichkeit — 90
Pro=
zent aller dort aufgeführten Todesfälle betreffen
Säug=
linge — durch die Witterung.
Die Zahl der Todesfälle an Tuberkuloſe iſt in der
Stadt gleichgeblieben, hat aber im Landbezirk eine geringe
Steigerung erfahren. Es iſt zu hoffen daß die allſeits
einſetzenden und durchgeführten Verhütungsmaßregeln
im Laufe der nächſten Jahre ein weiteres Sinken der Zahl
der Todesfälle herbeiführen werden.
Von anſteckenden Krankheiten hatten Maſern,
Diph=
therie und Keuchhuſten in der Stadt Darmſtadt und in
einzelnen Orten des Kreiſes eine größere Ausdehnung
ge=
nommen und in häufigen Fällen zum Tode geführt.
Auf=
fallend iſt die Erſcheinung, daß Scharlach, der meiſt eine
viel gefährlichere Krankheit zu ſein pflegt und als ſolche
auch im Publikum angeſehen wird, verhältnismäßig viel
ſeltener den Tod im Gefolge hatte, während Maſern und
Keuchhuſten, die in der Bevölkerung meiſt als bedeutend
harmloſere Krankheiten betrachtet werden, in zahlreichen
Fällen den Tod herbeiführten.
Die Todesfälle durch Erkrankungen der
Kreislauf=
organe zeigen im Laufe der letzten Jahre eine ſtetige
Zu=
nahme, während ſie ſich im Landbezirk auf gleicher Höhe
halten. Ob hier die von Jahr zu Jahr zunehmende
Un=
raſt der Großſtadt eine Rolle dabei ſpielt? Wir möchten
dieſe Frage bejahen. machen wir doch auch die Erfahrung,
daß die durch Hirnblutungen bedingten Todesfälle in der
Stadt immer mehr zunehmen.
Dem kühlen Witterungscharakter des vergangenen
Sommers war es zu danken, daß die Zahl der Todesfälle
an Magen= und Darmkrankheiten in Stadt und Land eine
bedeutende Senkung gegenüber dem Vorjahre erfahren hat.
Die bereits in den Vorjahren feſtgeſtellte Tatſache,
wo=
nach die Todesfälle an Blinddarmentzündung immer vder
faſt nur in der Stadt ſich ereignen, finden wir auch in
die=
ſem Jahre beſtätigt. Die ſchwereren Fälle werden eben
in voller Würdigung des Erfolges bei möglichſt
frühzeiti=
gem chirurgiſchen Eingreifen den ſtädtiſchen
Kranken=
häuſern zugeführt.
Die in den letzten Jahren immer mehr abnehmende
Geburtsziffer in der Stadt Darmſtadt hat im Berichtsjahre
zum erſten Male wieder eine geringe Steigerung gebracht.
Ob dieſer erfreuliche Lichtblick von Dauer ſein wird? Wir
möchten es bezweifeln, obgleich es im Intereſſe der
Volks=
wohlfahrt ſehr zu wünſchen wäre. Die Neigung zur
will=
kürlichen Beſchränkung der Geburten beſteht ungehindert
fort und findet in immer weiteren Kreiſen Eingang.
Eitel=
keit, Bequemlichkeit, Genußſucht und Verteuerung der
Lebenshaltung ſpielen die ausſchlaggebende Rolle dabei.
Die Erkrankungen an Scharlach nahmen in der Stadt
weiterhin ab, während Diphtherie in verſtärktem Maße
auftrat. In Nieder=Ramſtadt kam es zu einer heftigeren
Scharlachepidemie, die im Anfange namentlich noch nicht
ſchulpflichtige Kinder erariffen hatte und am Ende des
Jahres nur noch vereinzelte Errkankungen zeigte. Ein
töd=
licher Ausgang war nicht zu beklagen. In Erzhauſen,
Gräfenhauſen und Griesheim trat Scharlach häufiger auf.
Diphtherie nahm in Arheilgen, Griesheim, Malchen
und Wirhauſen eine größere Ausdehnung an; in Eberſtadt,
wo ſchon ſeit Mitte des Jahres 1910 eine ausgedehnte
Epidemie beſteht, trat eine erfreuliche Abnahme der
Er=
krankungsziffer ein. Trotz aller nur erdenklichen
Vor=
beugungsmaßregeln ſind wir noch nicht an dem
wünſchens=
werten Ziel angelangt. Uns will ſcheinen, als ob bei
Krankheitsfällen die Abſperrungsmaßregeln von der
Be=
völkerung nicht aufs peinlichſte durchgeführt werden und
der Verkehr zwiſchen den Familien nicht eingeſtellt wird.
Während in Darmſtadt nur 3 Typhusfälle vorkamen,
wurde im Landkreiſe nur ein Fall in Eberſtadt beohachtet
bei dem die Infektionsquelle in einem Nachbarkreis zu
ſuchen war.
In Darmſtadt kamen noch je 3 Fälle von
Waſſer=
blattern bei Erwachſenen und von Trachom (ägyptiſche
Augenkrankheit) zur Beobachtung.
Darmſtadt, 25. Februar 1913.
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Brief- und Telegramm-Adresse: Nektar Worms. — Telefon No. 31l.
IInbestritten gehören frische Früchte und deren süsse Säfte zu den
gesündesten Nahrungs- und Genussmitteln und sind sämtliche
Hygieniker darin einig, dass speziell die Fruchtsäfte, welche die
verdau-
lichen Bestandteile der Früchte allein ohne Häute, Kerne und Zellstoff
enthalten, noch zu wenig gewürdigt werden.
Durch die geringe Haltbarkeit der frischen Frucht und deren Auszüge
war der Genuss derselben auf nur kurze Zeit beschränkt, denn gekochte
Früchte können nicht als Ersatz der frischen Frucht betrachtet werden; ebenso
wenig dürfen konservierte Früchte und Säfte, die wohl zum Teil den Charakter
der frischen Frucht geschmacklich tragen mögen, aber mit chemischen
Kon-
serierungsmitteln (Salyzilsäure, Borsäure Benzoesäure etc.) haltbar gemacht
sind, als einwandfreier Ersatz gelten, weil die erwähnten chemischen Zusätze
der Gesundheit auf die Dauer keinesfalls förderlich sein können!
Herrn Prof. Dr. Müller-Thurgau, der sich eingehend mit Forschungen
auf diesem Gebiete betätigte, ist es dann gelungen, ein Verfahren aufzustellen,
das es ermöglichte, ohne Verwendung gährungshemmender Mittel und ohne
Einbusse der guten Eigenschaften der frischen Frucht, Obstsäfte lediglich durch
eine dem Wesen der frischen Früchte angepasste Sterilisation, beliebig lang
haltbar zu machen. Dieses theoretische Verfahren haben wir zuerst nach
Anleitung des Herrn Prof. Dr. Müller-Thurgau für die Praxis umgearbeitet
und später unter Leitung unseres Herrn Dr. E. Gfeller, langjährigen
Assisten-
ten Dr. Müller-Thurgau’s weiter ausgebaut. — Unser Wormser Nektar ist nach
diesem Original-Verfahren eingelegt und mit dem Safte der frischen
Frucht, soweit die überschüssigen Pectin- und Eiweisstoffe etc. nicht
aus-
geschiede- wurden, gehaltlich identisch. — Wie sich jeder Laie beim
Versuchen schon überzeugen kann, zeichnet sich unser
Könn
Allonelreier Wermser Milentur
66
durch den absolut näturreinen, der trischen Frucht,
auf-
fallend ähnlichen Geschmack, besondere Mundigkeit und
Wohlbekömmlichkeit aus; der so widerliche Koch- und
sonstige fremde Beigeschmack, der unrichtig behandelten
Produkten oft in so starkem Maße anhaftet, ist unseren
Erzeug-
nissen fremd.
Ein wichtiger Bestandteil der frischen Frucht, die wertvollen
Nährsalze, die durch Kochen oder Ueberhitzen aus den frischen
Frucht-
säften ausgeschieden oder chemisch verändert werden, sind unseren auf
wissenschaftlicher Basis hergestellten Getränken in möglichst hohem
Masse in unveränderter Form erhalten, sodass dieselben nicht
nur vom Körper resorbiert, sondern auch sehr leicht assimiliert werden.
Aerztlicherseits wird unser Wormser „Nektar” bestens
em-
pfohlen und mit Erfolg angewandt bei
Alkohol-Entziehungs-Kuren, Gicht und chronischem
Rheuma-
tismus, Ekrankung des Herzens, der Blase und Nieren, bei
Verdauufgs-Störungen. Hämorrhoidal-Leiden, Neurasthenie,
Neuralgie, Blutungen, Lungeilleiden, bei akuten und chronischen
Darmaffektionen, sowie bei Diabetes erc.
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[ ← ][ ][ → ] Namhaſte Hygleniker und Autoritäten auf dem Gebiete der
Gesund-
heitspflege:
Geh. Sanitätsrat Dr. Baer, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Binswanger,
Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Ebstein, Geh. Medizinalrat Prof. Dr.
Fied-
ler, Prof. Dr. Kraepelin, Prof. Dr. August Forel, verurteilen und
verpönen den täglichen Genuss alkoholischer Getränke!
Unsere Erzeugnisse sind seit Jahren in einer grösseren Anzahl
von Krankenhäusern, Sanatorien, Kliniken mit bestem Erfolge eingeführt und
tausende unserer Privatkunden trinken unseren „Wormser Nektar” in ihren
Familien zu jeder Tageszeit als bekömmlichstes, wohlschmeckendes und
er-
frischendes Tafelgetränk. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle noch weiter
auf die diätetischen Vorzüge unserer Wormser „Nektar”-Getränke einzugehen
und lassen wir nachstehend einige Auszüge aus Analysen, sowie einige
Ab-
schriften der uns vielseitig zugekommenen Anerkennungsschreiben folgen.
Auszüge aus Analysen.
Chemisches Laboratorium Fresenius, Wiesbaden.
Die uns von Ihnen übersandten beiden Proben Ihres unvergorenen
Alkoholfreien Traubenweines, rot und weiss, sind Ihrem Wunsche gemäss
einer genauen Untersuchung unterworfen worden etc. Die Prüfung auf
Salizyl-
säure, Benzoesäure und Saccharin ergab in beiden Fällen negative Resultate.
Die Zusammensetzung beider Proben ist derartig, wie sie bei reinem,
unver-
vorenem Traubensaft in ganz gleicher Weise beobachtet wird. Die spezielle
Prüfung auf zugesetzte Konservierungsmittel ergab deren Abwesenheit etc.
Grossherzogl. Chemische Prüfungsstation Darmstadt.
P. P.
Konservierungsmittel, insbesondere Borsäure, Salyzilsäure und Saccharin,
konnten in keinem der beiden Traubensäfte nachgewiesen werden, ebenso
fehlten in dem roten Traubensaft (No. 7833) künstliche Farbstoffe . . . . . .
Chem. Untersuchungsamt der Stadt Worms, Dr. Peters.
P. P.
Die Probe ist auf Grund dieses Befundes als reiner unvergorener
Trauben-
saft zu betrachten. . . . .
Allgemeiner deutschei Zentralverband zur Bekämpfung des Alkoholismus.
Unser Chemiker hat die erste Quartalsuntersuchung Ihrer Getränke
be-
endet und im Apfelsaft, Riesling, St. Petersberger und Tokayer keine Spuren
von Alkohol gefunden. Sämtliche Getränke bezeichnet er als sehr
wohl-
schmeckend und von tadelloser Beschaffenheit.
Abschriften von Anerkennungsschreiben.
Frankfurt a. M.
An die Gesellschaft „Nektar‟ Worms.
Wollen Sie mir 20 Flaschen alkoholfreien Wein schicken, wie er
am kaiserl. Hof in Potsdam getrunken wird, Ich habe ihn dort während
meines Aufenthaltes täglich getrunken und denselben sehr schmackhaft
gefunden.
(gez.) Prof. Dr. Moritz Schmidt
Wirkl. Geheimrat, Exz.
Beachten Sie unsere Schutzmarke!
[ ← ][ ][ → ] Bad Tölz.
Dem Unterzeichneten gereicht es zum Vergnügen, Ihnen für die Einführung
eines unvergorenen alkoholfreien Trauben- bezw. Obstweines seinen Dank
auszu-
sprechen. — Der alkoholfreie Trauben- und Obstwein ist eine wertvolle
Unterstützung in der Diätetik gewisser Kranker; vor allem bei Prostase-,
Blasen- und Nierenleidenden.
gez. Hofrat Dr. M. Höfler.
Stuttgart.
Wir sind immer gleich zufrieden mit dem herrlichen Getränk und
hatten schon wiederholt Gelegenheit, dasselbe unter Familien und Bekannten
zu empfehlen.
gez. Prof. Dr. Diez.
Rostock.
Nach meiner Ansicht gehört Ihr „Nektar” sehr wohl in den Rahmen der
Tuberkulosenbehandlung hinein.
gez. Prof. Dr med. Kobert.
Der Unterzeichnete muss, der Wahrheit gemäss, erklären, dass die
alkohol-
freien Weine der „Gesellschaft zur Herstellung alkoholfreier Weine, Bern‟
1. „Dem Magen durchaus zuträglich sind, ganz in ähnlicher Weise wie frische
Obstsäfte und mit den gleichen Eigenschaften.
2 „Dass sie einen sehr angenehmen Geschmack haben.‟
Prof. Dr. Aug. Forel, Chigny pres Morges
gew. Prof. der Universität Zürich.
Was ein französischer Offizier, welcher unter der glühenden
Tropen-
sonne Madagaskars im Felde steht, uns schreibt:
Platz Diego-Suarez.
Antsirane, 15. Kolonial-Infanterie-Regiment.
Ich beehre mich, Ihnen für Ihre Sendung, welche mir im besten Zustand
durch das Paketboot „Calédonie” zukam, meinen besten Dank zu übermitteln.
Ich musste hier Fr. . . . Zoll zahlen, was die Ausgaben, um Ihre
ausgezeich-
neten Produkte zu kosten, auf Fr. . . . . erhöhte. Dies verhindert leider etwas die
grosse Ausdehnung, welche Ihre menschenfreundliche Industrie nehmen sollte.
A. R., Capitaine.
Genehmigen Sie etc.
Freiburg.
Br. zurück mit dem erg. Erwidern, dass ich die unvergorenen Trauben- und
Obstweine mit gutem Erfolge bei Nervenleiden, chronischer Obstipation, Herz-
und Nierenleiden anzuwenden pflege.
Hochachtungsvoll
gez. Hofrat Dr. Suchier.
Bad Kissingen.
Nach längerem eigenen Gebrauche und nach Benützung in zahlreichen
Fällen von Krankheiten, bei denen man als Arzt alkoholfreie Getränke zu
ver-
ordnen hat, kann ich Ihren sterilisierten Fruchtsäften, speziell Ihrem Apfelsaft, in
Verdünnung von 1 Teil auf 2 Teile Mineralwasser (Victoria, Rhenser, Apollinaris
u. s. w.) das beste Zeugnis ausstellen. Der Trank ist ebenso wohlschmeckend als
gut bekömmlich. Bei Arthritikern, bei harnsaurer Diathese, bei Neurasthenikern
und anderen Nervenkranken und vor allem bei Herz- und Nierenkranken haben
diese alkoholfreien Getränke meine und meiner Patienten volle Zufriedenheit
er-
worben und verdienen sie daher die grösste Beachtung seitens der Aerzte wie
der Kranken.
gez. Dr. Scherpf, Kgl. Bayer. Hofrat.
Freudenstadt.
Der Unterzeichnete hat seit 6 Jahren bei den Patienten seines Sanatoriums
Ihre alkoholfreien Weine ausschliesslich verwendet. Die Wirkung bei
Nerven-
kranken war stets eine erwünschte. Nachteile zeigten sich nie. Der gute
Frucht-
geschmack der Weine wurde stets anerkannt. Der Unterzeichnete kann „Nektar‟
warm empfehlen.
gez. Oberamtsarzt Dr. Lieb,
Sanatorium für Nervenkranke
Beachten Sie, unsere Schutzmarke!
[ ← ][ ] Prof. Dr. A. Rossel
a. Präsident des schweiz. Obst- und Weinbauvereins.
Die analysierten Muster sind vollständig klar, ohne jede Spur von
Mikroorganismen, welche die Zusammensetzung der alkoholfreien Weine ändern
könnten. Dieselben besitzen einen reinen Geschmack, welcher an die Trauben
erinnert, aus denen die Weine hergestellt wurden. Dieselben enthalten gar
keine fremden Beimengungen und es werden diejenigen, welche die
Schwierig-
keiten, die die Lösung des Problems, d. h. die Konservierung süsser Säfte in
vollständiger Reinheit und ohne Gärung bietet, kennen, das Talent der
Her-
steller eines so gut geratenen Produktes bewundern.
(Der Preis für Sekt versteht sich mit Glas.)
Aufbewahrung.
„Nektar” muss liegend in trockenem, frostfreiem Keller aufbewahrt
werden, eine angebrochene Flasche stehend, gut verkorkt, kühl gestellt und
möglichst innerhalb 3 Tagen verbraucht werden.
„Nektar” ist, kühl getrunken, oder je nach Geschmack mit
kohlen-
säurehaltigem Wasser versetzt, bekömmlichstes und zugleich nahrhaftes
Erfrischungsgetränk.
Ueberreicht durch:
Reformgeschäft Arista
Gesundheitliche Nahrungs- und Genussmittel.
Anton Braunwarth: Darmstadt.
Eigentumsrecht der Verfasserin.
Nachdruck auch auszugsweise verboten.