Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
taonatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
pärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
teren Beſtell entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſtr Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Landwirtſchaftskammer für das
Broßherzogtum Heſſen beſchloß geſtern die
Erbauung eines Geſchäftshauſes in Darmſtadt,
wofür ein Kredit von 250000 Mark bewilligt wurde.
ſie leitenden Miniſter und die Finanzminiſter der
Bun=
esſtaaten haben in ihrer Konferenz die
Notwen=
igkeit der vorgeſchlagenen
Heeresver=
ſärkung einſtimmig anerkannt und der
Er=
ebung einer einmaligen Abgabe vom
Ver=
frögen zur Deckung der einmaligen Koſten zugeſtimmt.
farrer Jatho iſt im Krankenhauſe zu Köln=
Linden=
thal im 63. Lebensjahre geſtorben,
ſie Reiſe des Cumberländer
Herzogs=
gares nach Berlin iſt endgültig auf den 27. März
feſtgeſetzt worden.
ſn offizielles Communigué beſtätigt die beſchloſſene
Hemobiliſierung Rußlands und
Oeſter=
reich=Ungarns an der öſterreichiſch=ruſſiſchen
Grenze.
ſie Sammlung zur Schaffung einer
öſter=
reichiſchen Luftflotte hat bisher eine Million
Kronen ergeben.
it verbündeten Balkanſtaaten haben
be=
ſchloſſen, die Vermittlung der Mächte
an=
zunehmen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
März 1813: Beginn der Einſchließung Glogaus.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
er Ausbau unſerer Luftflotte.
* In dem Nachtragshaushalt für die
Luft=
ftee, der der zuſtändigen Reichsbehörde ſeit einiger Zeit
ſelzegt und in dem über 20 Millionen für Zwecke der
ſürtärluftſchiffahrt angefordert werden, dürften, wie die
ſſ mitteilt, nicht Forderungen für eine beſtimmte Anzahl
ſſin Luftſchiffen und Flugzeugen enthalten ſein, ſondern
ſſie allgemein gehaltene Summe, die es der
feresverwaltung überläßt, die Mittel zum Bau von
Lufi=
ſfien und des geſamten Zubehörs (Hallen, Gaswerke
Abo, ſowie für Flugzeuge und ſonſtige Bedürfniſſe zu
n enden. Eine Erhöhung des
Mannſchafts=
ſtandes der Luftſchifferbataillone uſw. iſt in dem
itttragshaushalt nicht enthalten, da hierfür in der neuen
Piesvorlage entſprechende Mittel eingeſtellt ſind.
Geplant iſt, von den angeforderten Mitteln mit
mög=
llſter Beſchleunigung 10 Lenkſchiffe ſtarren
ſttems zu bauen. Weiter ſoll der Bau von Parſe=
Alſchiffen gefordert werden, und ſelbſtverſtändlich
fden auch Luftſchiffe anderer Syſteme übernommen,
Ann ſie für Heereszwecke ſich als tauglich erweiſen. Wenn
Azlich in der Preſſe behauptet wurde, daß der Bau von
.=Schiffen eingeſtellt werden ſolle, ſo trifft dies nicht
i Man wird zunächſt die Erfahrungen mit dem im
Um=
pefindlichen „M. 4” abwarten, um dann entſprechende
Atſchließungen zu treffen.
Fnfolge der beabſichtigten Luftflottenvermehrung
wer=
vereits bis Mitte d. J. im ganzen 5 neue
ſiffe als Zuwachs unſerer Luftflotte eingereiht
wer=
imneingerechnet der bereits übernommenen neuen Er=
Mſchiffe „Z. 1" und „P. 2‟. Es kommen 2
Zeppelin=
bft, 1 Schütte=Lanz, 1 „P.‟=Schiff, ſowie 1 neues „M.” hinzu. Gegenwärtig beſchäftigt man ſich bereits mit
AAbnahme eines neuen „Z.‟=Schiffes, das als „Z. 4" in
Luftflotte eingereiht werden ſoll. Im Frühſommer
le Jahres ſoll ein weiteres „Z.‟=Schiff („Z. 5‟)
ge=
rt werden. Weiter iſt ein zweites Luftſchiff vom Typ
Gitre=Lanz beſtellt, bei dem weſentliche Verbeſſerungen
den vorliegenden Erfahrungen angebracht werden
An. Ein weiteres Parſeval=Schiff („P. 4‟) iſt gleichfalls
Mlifftrag gegeben und ſoll im Sommer geliefert werden.
Otter wird der „M. 4” im Mai zur Ablieferung gelangen,
ſilaß wir im ganzen an verwendungsbereiten Einheiten
Luftflotte 5 „Z."=Schiffe, 2 Schütte=Lanz=Schiffe,
38f.=Schiffe und 1 „M.”=Schiff, im ganzen alſo Mitte des
dlees 11 vollwertige Schiffe zur Verfügung haben,
wo=
dohh wir uns einen erheblichen Vorſprung vor
an=
doln Mächten ſichern. Die neuen Mittel ermöglichen dann
eielln weiteren ſchnellen Ausbau unſerer Luftflotte.
Das friedliche England.
Am Montag iſt, wie gemeldet, das engliſche
Parlament wieder eröffnet worden, und bei dieſer
Gelegenheit hat es eine Thronrede gegeben, die in
einer ſo kritiſchen Zeit wie der jetzigen recht
bedeutungs=
voll genannt werden kann. Die Kundgebung iſt durchweg
von einem überaus friedlichen Geiſte getragen,
ſie gipfelt in dem Satz, daß die engliſche Regierung
fort=
fahren werde, mit den anderen Mächten in dem ernſteſten
Wunſche zuſammen zu wirken, Europa den Frieden zu
ſichern. Beſonders eingehend wird außerdem noch
be=
greiflicherweiſe der Kriegslage gedacht und
hervorge=
hoben, wie die Mächte ſtets bemüht waren, in ihren
An=
ſichten und ihrem Vorgehen Gemeinſamkeit zu wahren.
Weit intereſſanter und wichtiger für uns in
Deutſch=
land als die Thronrede ſelbſt geſtaltete ſich aber die ſich
anknüpfende Adreßdebatte, in der auf Deutſchland
ausdrücklich Bezug genommen wurde, während die
Thron=
rede keine einzelnen Macht beſonders erwähnte. Bei
die=
ſer Gelegenheit hob der Premierminiſter Asquith ganz
be=
ſonders hervor, daß England bei den Balkanwirren in
einmütigem Wunſche mit Deutſchland zuſammengearbeitet
habe. In dieſem Umſtande erblickt der engliſche
Kabinetts=
chef ein noch weitergehendes bedeutſames Moment, indem
er anfügte, daß dieſes Zuſammenarbeiten nicht nur den
Weg der Diplomatie angenehmer geſtaltet, ſondern auch
gegenſeitiges Vertrauen hervorgerufen habe,
das zwiſchen den beiden großen Nationen andauern werde.
Das ſind Worte, wie man ſie ſchon ſeit langem nicht von
jenſeits des Kanals herüberklingen gehört hat. Mit dieſer
ganzen Lage im Einklang ſteht auch die ziemlich unerwartet
gekommene Ankündigung, daß der engliſche Thronfolger
in dieſen Tagen Deutſchland beſuchen werde.
Da ſowohl Staatsſekretär v. Kiderlen=Waechter wie
ſein Nachfolger v. Jagow gleichfalls das deutſch=engliſche
Zuſammenarbeiten betont haben, iſt nur zu wünſchen, daß
der demnächſt bekannt zu gebende neue engliſche
Flotten=
etat die angebahnte Annäherung nicht ſtöre. In anderer
militäriſcher Richtung hat Asquith das Gerücht zerſtreut,
England ſei verpflichtet, eine bedeutende bewaffnete Macht
zur Vornahme von Operationen nach Europa zu entſenden.
Dieſe Aufklärung iſt nicht weniger erfreulich, als die
Kenn=
zeichnung, die das Parlamentsmitglied Cecil einer
der=
artigen Verpflichtung Englands angedeihen ließ, indem er
die darüber umlaufenden Gerüchte eine „abenteuerliche‟
Politik nannte. Auch in ſolcher Einſchätzung des
Ge=
dankens, Deutſchland durch ein engliſches Landungsheer
mit zu bekämpfen, liegt ein willkommener
Meinungsum=
ſchwung, von dem nur zu wünſchen iſt, daß er in
Groß=
britannien möglichſt allgemein werde und andauere.
Die Weſtminſter=Gazette ſchreibt zu der
Er=
klärung, die Premierminiſter Asquith auf
die Anfrage Hugh Cecils abgab: Man kann
anerkannter=
maßen nicht behaupten, daß wir unter irgendwelchen
Ver=
tragsverpflichtungen ſtehen, aber es handelt ſich nicht um
Vertragsverpflichtungen ſchlechtweg. Nach dem Gerücht,
auf das Cecil anſpielte, gaben wir vielmehr diplomatiſche
Verſicherungen, die eine Ehrenſchuld darſtellen ſollen. Die
Anhänger der allgemeinen Wehrpflicht machten vielfach
Ge=
brauch von dem Gerücht, und dies ſchadete uns im
Aus=
lande viel. Es war die höchſte Zeit, daß die Regierung
ein maßgebendes Wort ſprach. Wir hoffen, daß die
Er=
klärung des Premierminiſters die Kombinationen beendet,
die durch das Gerücht angeregt wurden Wir ſind es dem
eigenen Lande und den europäiſchen Nachbarn ſchuldig zu
ſagen, daß wir keine derartige geheime
Di=
plomatie haben. Unſere Vertragsverpflichtungen ſind
aller Welt bekannt, und ſie enthalten keine Verpflichtung
oder Garantie, daß wir unſer Landheer für militäriſche
Operationen auf dem europäiſchen Feſtlande zur Verfügung
zu ſtellen haben. Wir gingen keine Ehrenſchuld ein, die
uns verpflichtete, die Wehrverfaſſung zu ändern. Unſere
Politik und unſere Diplomatie beruhen weſentlich auf
un=
ſerer Seemacht. Das beſte Mittel, um uns ſelbſt zu
ver=
teidigen und Freunden in der Not beizuſtehen, iſt. die Flotte
in der höchſten Leiſtungsfähigkeit zu erhalten. Wir halten
es für eine völlige Verkennung der Tatſachen, daß wir als
Faktor in der europäiſchen Politik nicht beachtenswert ſein
ſollten, weil wir nicht eine große Militärmacht in
euro=
päiſchem Sinne ſind. Wir wünſchen unſere Seemacht für
den Frieden und nicht für den Krieg zu
ge=
brauchen. Aber es liegt in unſerem eigenen Intereſſe und
in dem unſerer europäiſchen Freunde, daß wir uns hierauf
konzentrieren und unſere Kräfte nicht durch militäriſche
An=
ſtrengungen zerſplittern, die im Vergleiche mit den
An=
ſtrengungen der Militärmächte völlig unzureichend wären.
Deutſches Reich.
Die Finanzminiſter und die
Wehr=
vorlage. Die leitenden Miniſter und die Finanzminiſter
der Bundesſtaaten haben am Montag und Dienstag
un=
ter dem Vorſitz des Reichskanzlers die Wehrvorlage und
die Vorſchläge zur Deckung ihrer Koſten beraten. Die
Notwendigkeit der vorgeſchlagenen Heeresverſtärkung
wurde einſtimmig anerkannt und der Geſetzentwurf zur
Be=
ratung der Einzelheiten ſofort den Ausſchüſſen für das
Landheer und die Feſtungen und für das Rechnungsweſen
überwieſen. Allgemeine Zuſtimmung fand desgleichen die
Erhebung einer einmaligen Abgabe vom Vermögen zur
Deckung der einmaligen Koſten. Was endlich die
fort=
laufenden Ausgaben betrifft, ſo wurden die Grundſätze
ſowohl für die Beſteuerung des Beſitzes als auch für die
ſonſt noch erforderlichen Steuern vereinbart. Die
zuſtän=
digen Bundesratsausſchüſſe werden nunmehr die vom
Reichsſchatzamt ausgearbeiteten Geſetzentwürfe in den
Einzelheiten feſtſtellen.
Die Kreuzzeitung bemerkt hierzu: Wenn die Regierung
heute noch nicht in der Lage iſt, ihre Pläne bezüglich den
Deckung der fortlaufenden Ausgaben auch nur in den
Grundzügen der Oeffentlichkeit mitzuteilen, ſo liegt das an
der Schwierigkeit der Materie, doch geht wenigſtens aus
der Bekanntmachung hervor, daß die kaufenden Ausgaven
für die Heresvermehrung nicht vom Beſitz allin getragen
werden ſollen. — Der Berliner Lokalanzeiger ſagt: Der
äußere Schein ſpricht dafür, daß nach den preußiſchen
Vor=
ſchlägen dem Reichstag eine Vermögenszuwachsſteuer
vor=
gelegt werden ſoll. Für dieſe zu ſtimmen, würden ſich
ver=
mutlich auch die Parteien der Rechten entſchließen können,
während eine reine Vermögens= oder Erbſchaftsſteuer nur
mit Hilfe der Sozialdemokraten eine Mehrheit im
Reichs=
tage finden kann. — Die Berliner Morgenpoſt ſchreibt:
Was ſind das für „ſonſt noch erforderliche Steuern” außer
den Beſitzſteuern? Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch
gibt es außer Steuern auf den Beſitz nur noch ſolche auf
Konſum und Verkehr. Sollen die peſſimiſtiſchen
Zeitge=
noſſen Recht behalten, die den Verdacht äußerten, daß die
Vermögensabgabe nur ein etwas größer als ſonſt
ge=
ratenes Feigenblatt vor der neuen geplanten
Maſſenkon=
ſum=Beſtenerung ſein ſolle — Das Berliner Tageblatt
be=
merkt: Es iſt einmal verdächtig, daß nichts von einer
all=
gemeinen Beſitzſteuer geſagt wird, zum andern aber, daß
ſonſt noch erforderliche Steuern kommen werden. Kein
Berufsſtand weiß nicht, ob die Regierung ihm nicht direkt
oder indirekt eine Sonderlaſt zukommen laſſen wird=
— Verhandlungen im Baugewerbe.
Nach dreitägigen Verhandlungen der Vertragsparteien
des deutſchen Baugewerbes wurden die Unparteiiſchen
er=
mächtigt, ein Tarifmuſter auszuarbeiten, das den
Ver=
tragsparteien unterbreitet werden ſoll. Die
Verhandlun=
gen zeigen, daß noch über viele Fragen
Meinungsver=
ſchiedenheiten beſtehen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Oppoſition. Der leitende
Ausſchuß der Oppoſition hat über die gegen die
Regie=
rung einzuſchlagende Taktik beraten. Die Einzelheiten
dieſer Beratung ſind vorläufig nicht bekannt, doch wird
aus dem Umſtand, daß ſich Julius Juſth und Graf Albert
Apponyi über ein einheitliches Vorgehen einigten,
ge=
ſchloſſen, daß die Lärmmacher die Oberhand gewonnen
haben. Es heißt allgemein, daß die geſamte Oppoſition
vielleicht heute im Abgeordnetenhauſe erſcheinen und dort
verſuchen wird, die Verhandlung über die Aenderung der
Hausordnung durch techniſche Obſtruktion zu verhindern.
Ueber die Haltung der Arbeiter iſt bisher nichts bekannt.
Frankreich.
Die dreijährige Dienſtzeit. Nach einem
Bericht des Figaro lauteten die Erklärungen, welche
Kriegsminiſter Etienne geſtern im Heeresausſchuß der
Kammer abgegeben hat, im weſentlichen folgendermaßen:
Da ſich die europäiſche Lage, insbeſondere infolge der
Balkanereigniſſe geändert hat, darf man ſich nicht
wun=
dern, wenn Deutſchland ſeine Militärgeſetze von 1907, 1911
und 1912 als unzureichend anſieht und durch eine neue
Vor=
lage ſeine unverzüglich mobiliſierungsſähigen
Mann=
ſchaftsbeſtände auf 800 000 Mann mit Ausſchluß der
Re=
ſerviſten erhöht. Deutſchland erblickt in der Stärke ſeiner
Armee eine Bürgſchaft des Friedens. Seit 40 Jahren hat
das republikaniſche Frankreich eine entſchloſſene friedliche
Politik ohne jeden Anariffsgedanken verfolgt. Es will
mehr denn je bei dieſer Politik verharren, und gerade dieſe
Politik iſt es, welche Frankreich zwingt. das Beiſpiel
Deutſchlands nachzuahmen. Frankreich kann das wegen
der ſtändigen Abnahme ſeiner Geburtenziffern nur mittels
einer Verlängerung der Dienſtzeit erreichen und es wird
nach Wiedereinführung des dreijährigen Dienſtes
einer=
ſeits gleich Deutſchland einige ſofort mobiliſierungsfähige
Armeekorps ohne Reſerviſten haben, andererſeits werden
diejenigen Truppen, welche Zeit haben, ihre Reſerviſten
abzuwarten, viel ſtärker ſein infolge der großen Zahl von
aktiven und gut ausgebildeten Soldaten, welche die Reſer=
viſten einrahmen werden. So wird man anſtatt der
Trup=
penkörper, wo die Reſerviſten die Mehrheit bildeten,
nun=
mehr Truppenkörper haben, wo die aktiven Soldaten in
der Mehrheit ſind. — Die Erklärungen Etiennes machten,
dem Figaro zufolge, auf den Ausſchuß einen
ausgezeich=
neten und tiefen Eindruck.
Z u Asquiths Rede. Ueber die von
Premier=
miniſter Asquith abgegebene Erklärung, daß England
kei=
nerlei Verpflichtung zur Entſendung einer ſtarken Armee
nach Europa habe, ſchreibt der Eclair: Der Beifall, mit
welchem dieſe Worte von den Anhängern dieſes
Miniſte=
riums aufgenommen worden ſind, iſt ſehr bezeichnend.
Wir können Asquith wegen ſeines Freimutes nicht zürnen,
aber welche Rolle ſpielen diejenigen Franzoſen, welche auf
eine ſo trügeriſche Politik von nicht vorhandener oder
un=
möglicher Hilfeleiſtung ſpekuliert haben. Sie haben nur
das franzöſiſche Volk getäuſcht, das ſich in eine gefährliche
Ruhe einſchläfern ließ, aus welcher es jetzt durch das
über=
raſchende Geſtändnis Asquiths aufgeſchreckt wird.
England.
Im Unterhauſe wurde die Debatte über die
Ant=
wortadreſſe wieder vertagt. Es wird erwartet, daß ſie
Freitag beendet werden wird.
Spanien.
Die franzöſiſch=ſpaniſche Marokko=
Kommiſſion hat ſich über die Art der
Konzeſſionsver=
leihung der geplanten Bahnlinie Tanger-Fez geeinigt.
Die Geſellſchaft wird nach dem franzöſiſchen Geſetz
er=
richtet, ihre Satzungen jedoch der Genehmigung der
ſpa=
niſchen Regierung unterbreitet werden. Die 300 Kilometer
lange Strecke wird in drei Strecken eingeteilt werden, eine
von 200 Kilometer in der franzöſiſchen Zone, 100
Kilo=
meter in der ſpaniſchen Zone und etwa 15 Kilometer in
der internationalen Zone von Tanger. Die finanzielle
Selbſtändigkeit der einzelnen Strecken wird den beiden
Regierungen den Rückkauf der ihre Zone durchquerenden
Bahnlinien erleichtern. In der franzöſiſchen Zone wird die
Bahn von Fez über Mekines gehen und den Sebu=Fluß
in der Mündung des Rdom=Fluſſes überſchreiten.
Schweden.
Der Reichstag verhandelte über die Vorlage,
betreffend die Herabſetzung des Zuckerzolles. Der
Reichs=
tagsausſchuß hatte eine Zollerleichterung um 3 Oere per
Kilogramm vorgeſchlagen. Die Regierung nahm einen
Kompromißvorſchlag an, indem ſie die urſprüngliche
Vor=
lage fallen ließ und die Annahme zur Vertrauensfrage
machte. Die Erſte Kammer ſtimmte dem Vorſchlag mit
119 gegen 12 Stimmen zu, die Zweite Kammer mit 139
gegen 78 Stimmen.
Perſien.
Rückkehr des Schahs? In gut unterrichteten
Kreiſen meint man, daß der frühere Schah beabſichtige,
im Frühjahr nach Perſien zurückzukehren. Er werde ſich
zweifellos der Provinz Aſerbeidſchan, die unter dem
Ein=
fluß der Reaktionäre ſteht, leicht bemächtigen können. Der
Regent hat die Regierung vor dieſer Gefahr gewarnt und
ihr dringend nahegelegt, ſofort Gegenmaßregeln zu treffen.
* Eine Havasnachricht, die durch die Preſſe geht,
be=
richtet von einem Glückwunſchtelegramm des
Kaiſers an ſeine Schweſter, die Kronprinzeſſin
von Griechenland, zum Falle von Janina.
Natür=
lich wird es an Verſuchen einer politiſchen Ausdeutung
nicht fehlen. Demgegenüber wird darauf hingewieſen, daß,
wenn das Telegramm überhaupt wirklich vorhanden iſt,
der Hergang jedenfalls der war, daß die Kronprinzeſſin
ihrem Bruder von der Waffentat ihres Mannes Mitteilung
gemacht und der Kaiſer ſeiner Schweſter dafür einen
freundlichen Dank geſandt hat. Es handelt ſich alſo um
einen rein familiären Vorgang, dem jeder politiſche
Bei=
geſchmack fehlt.
* London, 11. März. Es wird amtlich
bekannt=
gegeben, daß der Prinzvon Wales am nächſten
Mon=
tag nach Deutſchland abreiſt, wo er ſich einige Wocher
zum Studium der deutſchen Sprache aufhalten wird. Der
Prinz reiſt inkognito. Nach dem Beſuch mehrerer Städte
wird er ſich als Gaſt des Königs und der Königin von
Württemberg nach Stuttgart begeben.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. März.
Jahrhundertfeier in der Stadt Darmſtadt.
O Am 17. März ſind hundert Jahre verfloſſen, ſeit
der denkwürdige Aufruf des Preußenkönigs Friedrich
Wilhelm „An mein Volk” erſchien. Groß war das
Ver=
trauen des Fürſten auf ſein Volk, groß war die Antwort
des Volkes. Ein Gedanke erfüllte alle Schichten: Es gilt
dem Vaterland! Es kamen die freudig bewegten und doch
ſo ſchmerzlichen Tage, da das hochaufatmende
Vater=
land ſeine Söhne hinausſandte in den heiligen Streit,
die deutſchen Gauen endlich wieder von den Fremdlingen
zu befreien, die darin zu lange gehauſt. Nur ein freies
Vaterland ſieht uns wieder, ſo klang das Abſchiedswort
der pflichtbewußten Männer. Der Kampf begann, die
Völkerſchlacht kam, das Wort ward gehalten und
Deutſch=
land wurde frei vom fremden Joch.
Das Gedächtnis großer Zeiten in der Nachwelt
leben=
dig zu erhalten, iſt Sache aller Vaterlandsfreunde auch
unſerer Tage. Ueberall veranſtaltet das preußiſche Volk
jetzt Erinnerungsfeierlichkeiten an jene gewaltige
Wend=
ung ſeines und aller Deutſchen Schickſals. Auch in
un=
ſerer Stadt iſt die Veranſtaltung einer entſprechenden
Feier als ſelbſtverſtändlich geplant, und zwar ſoll ſie am
Jahrestage der Schlacht bei Leipzig abgehalten werden,
wie uns von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird. Wir
ver=
öffentlichen dieſe Abſicht in der feſten Ueberzeugung, daß
eine derartige Gedächtnisfeier gewiß den Wünſchen der
Bevölkerung unſerer Stadt entſprechen und lebhaften
Widerhall finden wird.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herrſchaften
begaben ſich am Dienstag vormittag 10 Uhr 30
Mi=
nuten mit Gefolge im Auto zum Beſuche der
Kunſt=
halle nach Mannheim, beſichtigten die
Theaterkunſtaus=
ſtellung, ſowie die ſtädtiſche Sammlung und den
Vor=
tragsſaal der Akademie und folgten hierauf einer
Ein=
ladung der Frau Geheime Kommerzienrat Lanz zum
Frühſtück. Die Rückkehr nach Darmſtadt erfolgte
nach=
mittags 5 Uhr 25 Minuten. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Hauptmann Keim im
Generalſtabe der Großh. Heſſ. (25.) Diviſion, den
Re=
gierungsaſſeſſor Dr. Spieß, Vorſtand des Großh. Heſſ
Eiſenbahn=Verkehrsamts, den Amtsrichter Jöckel von
Langen; zum Vortrag den Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Hauptmann v. Selaſinsky beim Stabe des
Lothringiſchen Infanterie=Regiments Nr. 158, ſeither
Oberleutnant im Infanterie=Leib=Regiment Großherzogin
(3. Großh. Heſſ.) Nr. 117; das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift „Für Verdienſte” dem
Vizewacht=
meiſter a. D. Hoffmeiſter, ſeither Trompeter im
Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24;
dem Reichsbevollmächtigten für Zölle und Steuern,
Geheimen Oberfinanzrat Bornſcheuer zu Hannover,
die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm
von Sr. Hoheit dem Herzog Johann Albrecht zu
Mecklen=
burg uſw., Regent des Herzogtums Braunſchweig,
ver=
liehenen Offizierkreuzes des Herzoglich Braunſchweigiſchen
Ordens Heinrichs des Löwen erteilt; — zum 12. März
d. J. dem katholiſchen Pfarrer Jakob Friedrich Muth
in Spiesheim aus Anlaß ſeines 50jährigen
Prieſter=
jubiläums die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den von Sr. Erl. dem Grafen zu Erbach=
Fürſtenau auf die zweite evangeliſche Pfarrſtelle zu
Beerfelden präſentierten Pfarrverwalter Hans Deggau
daſelbſt, den von Sämtlichen Riedeſel Freiherren zu
Eiſenbach auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Freienſteinau
präſentierten Pfarrverwalter Wilhelm Döll daſelbſt, den
von Sämtlichen Riedeſel Freiherren zu Eiſenbach auf die
evangeliſche Pfarrſtelle zu Hopfmannsfeld präſentierten
Pfarraſſiſtenten Auguſt Gerich zu Mainz und den von
Sr. Durchl. dem Fürſten zu Löwenſtein=Wertheim=
Roſen=
berg auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Ober=Klingen
präſentierten Pfarraſſiſtenten Wilhelm Sehrt zu Neu=
Iſenburg — für dieſe Stellen beſtätigt.
* Perſonalnachrichten der Eiſenbahndirektion
Mainz. Ernannt: Gütervorſteher Wittkob in
Darm=
ſtadt zum Verkehrskontrolleur; die Reſerve=
Lokomotiv=
führer Schuhmacher in Darmſtadt, Ruppel in Groß=
Gerau, Rech 2 in Alzey, Kornmann, Linkenbach in
Worms, Mayer in Oberroden, Urf in Biſchofsheim
zu Lokomotivführern; Schaffner i. Pr. Ruther in
Wies=
baden zum Schaffner; Hilfsſtellwerkſchloſſer Kopſch in
Wiesbaden zum Stellwerkſchloſſer (Wſt.);
Hilfsrotten=
führer Keiper in Nieder=Walluf zum Rottenführer,
Dem Eiſenbahnaſſiſtenten Knapp in Mainz iſt der
Titel „Oberbahnaſſittent” beigelegt worden. Verſetzt:
Regierungsaſſeſſor Dr. Spieß von Frankfurt (Main)
nach Darmſtadt unter Uebertragung der Wahrnehmung
der Geſchäfte des Vorſtandes des dortigen
Verkehrs=
amts; die Bahnhofsvorſteher Fiſcher von
Weiſenau=
nach Biſchofsheim (Heſſen), Große von Zwingenberg
nach Heppenheim (Bergſtr.), Rall von Heppenheim nach
Buchholz (Kr. Harburg Bez. Münſter); Oberbahnaſſiſtent
Sattler von Mainz nach Halberſtadt (Dir.=Bez.
Magde=
burg); die Eiſenbahnaſſiſtenten Kuhn von Stockſtadt
(Main) nach Hanau Oſt, Bock von Wiesbaden nach
Magdeburg=Neuſtadt, Roſentreter von Darmſtadt nach=
Weiſenau; Oberbahnaſſiſtent Ackermann von Groß=
Gerau nach Zwingenberg als Bahnhofsverwalter; die
Eiſenbahn=Unteraſſiſtenten Gerbig von Nieder=Walluf
nach Eberſtadt, Felten von Gau=Odernheim nach
Biſchofsheim, Eckes von Laubenheim nach Nieder=
Walluf; die Eiſenbahngehilfen Stein von Kranichſtein
nach Darmſtadt, Balz von Biſchofsheim nach Gau=
Odernheim; die Weichenſteller Fiſcher von Höchſt=
Neu=
ſtadt nach Schöllenbach, Seip von Schöllenbach nach
Abteiſchneiſe (Blockſtelle); Stationsſchaffner Bügner von
Bacharach nach Ingelheim. Geſtorben: Bahnwärter
Bolbach in Groß=Gerau.
Erledigte Schulſtelle. In Dreieichenhaing
Kreis Offenbach, eine mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle. Mit ihr iſt ein Teil des
Orga=
niſtendienſtes verbunden.
Vom Staatsſchuldbuch. Die am 1. April 1913
fälligen Zinſen der in das Heſſiſche
Staats=
ſchuldbuch eingetragenen Forderungen werden bei
allen in Betracht kommenden Heſſiſchen Kaſſen und bei
den Reichsbankanſtalten vom 18. März ab
ge=
zahlt. Vom gleichen Tage ab wird die
Staatsſchulden=
kaſſe die durch die Poſt oder durch Gutſchrift auf
Reichs=
bank=Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinſen
über=
weiſen.
r. Strafkammer. Einer jener nicht ſeltenen Fälle
mangelhafter Führung von
Handels=
büchern und unterlaſſener Bilanzziehung
trug in der geſtrigen Verhandlung den beiden
Inhabern=
einer in Konkurs geratenen Lämmerſpieler Firma,
Pe=
ter Anton Roth und Joſeph Peter Jans, je40
Mark Geldſtrafe reſp. 8 Tagen Gefänngis ein
Dem Vollkaufmann liegt jene Verpflichtung ob, und ihre
Vernachläſſigung wird zum Vergehen gegen § 240 der
Konkursordnung, ſobald Bankerott eintritt. Die zwei
An=
geklagten haben ſich als Schloſſer und Gürtler aus dem
Arbeiterſtand heraufgearbeitet und ſeit 1899 eine
Metall=
warenfabrik betrieben, die im vorigen Jahr in Konkurs
geraten iſt. In den letzten Jahren hatte das Unternehmen
beträchtlichen Umfang, beſchäftigte etwa 200 Arbeiter und
es wurden jährlich 118000 Mark für Löhne, ſowie 112000
Mark für Rohſtoffe bezahlt. Trotzdem erfolgte im Lauſſ
der Jahre nur eine einzige Bilanzziehung und
Handelsbücher gewährten keinen Ueberblick über den e
ſchäftsſtand. Die Angeklagten hatten ſich auf kaufmänniſche
Angeſtellte verlaſſen, was jedoch ihre Verantwortlichkeit
und Strafbarkeit nicht ausſchließt. — Weiter wurde in
einer unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit geführten
Ver=
handlung der 28 Jahre alte Portefeuiller Guſtaf
Fath aus Rumpenheim wegen Verbrechens gegen
§§ 174 Abſ. 1, 173 Abſ. 2 Strafgeſetzbuch mit mildernden
Umſtänden zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt,
Er hat ſich an einem Pflegekind vergriffen. — Eine
Meſſerausſchreitung recht gefährlicher Art
war in der Nacht des 26. Januar d. J. in Offenbach von
dem 20 Jahre alten Fabrikarbeiter Wilhelm
Rettig verübt worden und aus geringfügiger Ver
anlaſſung hervorgegangen. Der Angeklagte hatte ſich
da=
mals als Matroſe verkleidet und trug zu dieſem Anzug
auch ein Dolchmeſſer. Er markierte in einer Wirtſchäft
ſeine Rolle mit einem gewiſſen Schneid, geriet darüber mit
Gäſten in Streit und wurde deshalb vom Wirt andie
Luft geſetzt. Erboſt trieb ſich R. vor dem Lokal herum
ſtieß prahleriſche Drohungen aus und griff einige heim
gehende Gäſte ohne weiteres an, obwohl man ihn zu be
gütigen ſuchte. Einen warf er mit großer Wucht aufs
Pflaſter und zwei andere ſtach er in den Kopf und Schultel
Die Stiche waren lebensgefährlich, doch entgingen die
Der Prinz von Wales.
D Der engliſche Thronfolger wird, wie eine
Mel=
dung aus London mitteilt, Deutſchland in der
näch=
ſten Woche einen Beſuch abſtatten und das Oſterfeſt in
unſerem Lande verbringen. Der junge Prinz benutzt zu
dieſer Reiſe die Univerſitätsferien, denn er iſt
gegen=
wärtig Student in Orford, wie jeder andere, und nimmt
es mit ſeinen Pflichten als Bürger der ehrwürdigen
Bil=
dungsſtätte ſehr genau. Obgleich er erſt 18 Jahre alt iſt,
ſo kann er doch ſchon auf eine Reihe arbeitsreicher Jahre
zurückblicken, die der Vorbereitung für ſeinen hohen Beruf
gewidmet waren. Kein Erbe des engliſchen Thrones iſt
je ſo früh in den Dienſt eingetreten, als der jetzige Prinz
von Wales. Schon während der frohen Jugendzeit in
Sandringham wachten ſein Großvater und Vater darüber,
daß das Lernen nicht vernachläſſigt wurde, und bereits
mit 13 Jahren trat er als Seekadett in die Marine,
um von Grund auf den Seedienſt kennen zu lernen, auf
dem Englands Größe und Macht beruht. Es war damals
gerade in der Ausbildung der Marineoffiziere ein
Um=
ſchwung eingetreten; das Studium der Maſchinentechnik
wurde vertieft; die Anſprüche an die Ingenieurkenntniſſe
der Offiziere ſtiegen beträchtlich. So hatte der fürſtliche
Kadett ein übervolles Maß Arbeit zu verrichten, denn
neben ſeiner Seemannstätigkeit ging noch ein normaler
Schulunterricht her, und daneben legte man beſonderes
Gewicht auf ſeine Ausbildung im Maſchinenfach; der
Prinz war dabei angehalten, ſeine Hände ſo gut zu
ge=
brauchen wie ſeinen Kopf. Nachdem er zunächſt 2 Jahre
auf der Kadettenſchule in Osborne verbracht
hatte, kam er auf 2 weitere Jahre auf das Royal
Na=
val College in Dartmouth, wo er bis zum April
1911 die reguläre Vorbildung für die Offizierslaufbahn
in der engliſchen Marine erhielt. Dann mußte er auf be
ſonderen Wunſch König Georgs ſogleich ein praktiſches
Halbjahr bei der Marine durchmachen und wurde Mid=
ſhipman des Kriegsſchiffes „Hinduſtan” Auf
die=
ſem Schiff der Heimatsflotte machte er eine längere Fahrt
und erfuhr die ganze Strenge ſeiner ſeemänniſchen
Pflich=
ten, denn auf ausdrücklichen Befehl durfte auf ſeine hohe
Stellung nicht die geringſte Rückſicht genommen werden.
Von Anfang an war bei der Erziehung des Prinzen
das Beſtreben des Königs und faſt noch mehr der Königin
darauf gerichtet, daß der künftige Herrſcher auch nicht die
leiſeſte Bevorzugung erfahre. Zu Hauſe hatte ihn die
Mutter erzogen als ein Glied der zahlreichen Familie, das
ſich ebenſo unterzuordnen habe, wie die anderen
Ge=
chwiſter. In der Kadettenſchule durfte ebenfalls keine
Rückſicht irgendwelcher Art auf ihn genommen werden
und auf der „Hinduſtan” unterſtand der Prinz der
Diſzip=
linargewalt ſeines Kapitäns Cambell, der ſeinerzeit an
der Ausbildung König Georgs an Bord der „Britannia”
ſchon teilgenommen hatte. Die älteren Offiziere waren
angewieſen, Leiſtung und Führung des Prinzen mit
be=
ſonderer Strenge zu beurteilen. Er lernte den ganzen
praktiſchen Dienſt kennen, verſah ſogar eine Zeitlang das
Amt des Feuerwehrleutnants. Ueber die Tätigkeit des
Prinzen ſprach ſich ſein Vorgeſetzter folgendermaßen aus
„In allen Dienſtzweigen mußte er arbeiten wie jeder
andre, erfüllte freudig und eifrig ſeine Pflichten, die
an=
genehmen wie die unangenehmen, und hat jetzt einen
Ueberblick über das Zuſammenwicken aller Faktoren au
einem großen Schlachtſchiff. Am Geſchütz iſt er gedrillt
worden und hat wie ein einfacher Matroſe gelernt.
Zu=
letzt war er hauptſächlich bei kleinen Landungsmanövern
im Dienſt und noch geſtern bei der Kohlenübernahme
be=
ſchäftigt, an einem Poſten, der bekanntlich wenig beneidet
iſt. Seine Zähigkeit, ſeine Arbeitsfähigkeit haben Hoch
und Niedrig überraſcht, denn der junge Prinz hat vollauf
bewieſen, was ein menſchlicher Wille und ein menſchlicher
Körper leiſten kann.”
Unterdeſſen war der junge Prinz, ſo ſtreng man ihn
auch von allen Hoffeſtlichkeiten fernhielt, doch ſchon
gleich=
ſam in den Vorhof ſeineg hohen Stellung getreten,
Zwiſchen ſeinem Vater und ihm ſpielte ſich jene ergrei
fendſte Szene der Krönung Georgs ab, als der ſchön
Jüngling als erſter Untertan dem Vater huldigte. Wenige
Tage danach wurde der Prinz feierlich mit den Inſignien
des Hoſenbandordens bekleidet, und dann kam
erſte große Zeremonie, in deren Mittelpunkt er ſtand
ſeine Belehnung mit dem Fürſtentum Wales zua
nar von Caſtle. Damals huldigte das Volk Voll
Wales ſeinem Fürften, und Prinz Edward hielt ſeine erſte
Rede. Sie lautete: „Ich bin noch ſehr jung, aberich
habe ein großes Beiſpiel vor mir. Ich habe meinene
ren Vater und meine teure Mutter, und Freunde, diem
helfen werden. Und ſo hoffe ich, meine Pflicht zu tunſſit
meinen König, für Wales und für Euch alle.” Nach ſeill
Lehrjahren in der Marine begann die Studienzeit
Prinzen auf Grund eines Programms, deſſen Gru
linien noch König Eduard feſtgelegt hatte. Sie bega
Oſtern 1912 mit einem Aufenthalt in Paris,he
dem dem Prinzen der Marquis de Breteuil, ein alten
Freund ſeines Vaters und Großvaters, begleitete. Prißz
Edward war entzückt von den künſtleriſchen Genüſſen, die
ihm die Sonnenſtadt an der Seine bot. Er bekannte ſich
als leidenſchaftlicher Freund des Sports, doch ſeine
größte Liebe galt der Marine. „Einfaches Leben als
Landwirt” ſei ſein Ideal und er freue ſich auf ſeine
Stu=
dienzeit in Orford, wo er alles haben werde, wie er es
wolle: „Viel Sport, Arbeit und Stille.‟ Dieſer erſte
Aufenthalt im Ausland hatte ihm, der bisher ſo garnicht
hervorgetreten war, das rechte Gefühl für ſeine hohe
Stell=
ung gegeben. „Man hat mich behandelt, faſt wie wenn ich
der König wäre. Obwohl ich noch ein Knabe bin, hat
man mich als Mann genommen, und das hat mir
Ver=
trauen in mich ſelbſt gegeben.” So fand denn die
Groß=
jährigkeitserklärung am 23. Juni 1912, an dem
er 18 Jahre alt wurde, einen ſeiner bewußten und in ſich
gefeſtigten Jüngling, der dann fröhlich die Studienzeit in
Orford aufnahm, aus der ihn nun ſein Beſuch nach
Deutſchland führt,
Verwundeten dem Tode. Der bereits einmal wegen
Kör=
rververletzung vorbeſtrafte Angeklagte wurde zu 1 Jahr
4 Monaten Gefängnis verurteilt und ging, da er
teilweiſe leugnete und ſich auf Notwehr berief, jeder
An=
rrechnung von Unterſuchungshaft verluſtig. Er erkannte
Idas Urteil an
Von der Darmſtädter Fliegerſtation. Die von
er hieſigen Firma Holzbau „Syſtem Meltzer”, G. m. b. H.
gals Gencralunternehmerin gebaute Flugzeughalle auf
dem Griesheimer Truppenübungsplatz geht ihrer
Vollen=
dung entgegen, nachdem obige Firma in letzter Zeit
Tag und Nacht mit über 100 Mann daran hat arbeiten
aſſen. Die neuartige patentamtlich geſchützte
Holz=
konſtruktion dieſer Firma bedeutet nach einſtimmigem
Arteil von Hochſchulprofeſſoren und anderen Fachleuten
einen hervorragenden auf wiſſenſchaftlicher Baſis ruhenden
Fortſchritt auf dem Gebiete der Holzbauweiſe und
cheint eine große Zukunft zu haben. Augenblicklich
be=
chäſtigt die Fabrik hier bereits über 150 Leute und
ollen andere große Bauten, darunter 2 Flugzeughallen
n Metz, die wie die hieſige je 168 Meter lana und
*1 Meter breit ſind, im Bau und nahezu fertig ſiin
* Heſſiſche Reichspartei. Am Samstag, den 15. März,
abends, ſpricht im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, der bekannte
eichsparteiliche Führer Dr. Otto Arendt, Mitglied
ges Reichstags und Preußiſchen Abgeordnetenhauſes,
über: „Die politiſche Lage des Reichs und die
meue Wehrvorlage” in öffentlicher Verſammlung,
au der alle vaterländiſch geſinnten Männer und Frauen
ingeladen ſind. Bei der Perſönlichkeit des Redners und
tes in der gegenwärtigen ernſten Lage doppelt
bedeut=
amen Gegenſtandes ſei auf dieſe Verſammlung nochmals
eingewieſen. (Siehe auch Anzeige in heutiger Nummer.)
r. Zum Fall Adam, Nieder=Modau.
Ebenſo
ußergewöhnlich und alles bisher Dageweſene
über=
preffend, wie der Umfang des Zuſammenbruchs der
Nieder=Modauer Spar= und Darlehnskaſſe iſt, wird
ich auch die demnächſtige Verhandlung vor der hieſigen
Strafkammer I geſtalten. Die Länge der Vorunterſuchung,
ie Größe der gegen die vier Beſchuldigten, Adam, Beck,
Fſaak und Ihrig, erhobenen Anklage und die hierfür, ſowie
ſeitens der Verteidigung benannten Beweismittel laſſen
iit Beſtimmtheit auf eine lange Dauer der Verhandlung
ſchließen. Sie beginnt am 7. April d. J., und es ſind
be=
eits nahezu hundert Zeugen geladen, ſo daß deren
Ver=
eilung zur Vernehmung nebſt der vorausgehenden Abhöre
er Angeklagten ſich auf etwa drei Wochen erſtreckt.
Außer=
em wird die Verteidigung zahlreiche Entlaſtungszeugen
aufbieten, und die Beweisaufnahme wird durch weiteres
Urkundenmaterial. Gutachten der Sachverſtändigen uſw.
vergrößert, auch dürften in Anbetracht der langen Dauer
ver Tagung wohl einige Tage als Erholungspauſen
not=
wendig ſein. Vielleicht laſſen ſich manche
Beweiserhebun=
gen abkürzen, andererſeits muß aber auch mit
unvorher=
eſehenen Zwiſchenfällen gerechnet werden, ſo daß die
genaue Dauer des ganzen Falles vorerſt nicht überblickt zu
neerden vermag. Unter allen Umſtänden aber iſt er der
größte, der unſeres Erinnerns in Heſſen vor einem
Straf=
nericht ſtattgefunden hat. Soweit Adam in Betracht
kummt, ſtand bisher der vollſtändigen Ahndung ſeiner
Ver=
lhlungen ein gewiſſes Hindernis inſofern entgegen, als
ſäine Auslieferung ſeitens der Vereinigten Staaten von
Amerika nur wegen eines Teils erfolgt war. Einmal
ent=
hält der maßgebende Staatsvertrag nicht alle fraglichen
elikte, und dann war, als der erſte Auslieferungsantrag
aſtellt werden mußte und daraufhin die Auslieferung ſelbſt
effolgte, der volle Umfang von Adams Straftaten noch
ncht bekannt; er ergab ſich erſt nachträglich, als Adam
hier=
her gebracht war und ſein Geſtändnis die erforderliche
Grrundlage für weitere Ermittlungen bot. Demgemäß
wurde ſpäter der Auslieferungsantrag
ent=
ierechendergänzt, bezw. neu geſtellt, und auch auf
die weiteren Schuldpunkte erſtreckt, und die Auslieferung
bg greift jetzt die geſamte Anklage, vor allem auch die
Un=
reue (im Betrage einer halben Million), das Vergehen
gagen das Genoſſenſchaftsgeſetz (Bilanzverſchleierung),
Arſtiftung Becks zur Untreue und viele Wechſelfälſchungen
in, während er vorher nur wegen Verbrechens im Amt,
Fülſchung öffentlicher und einzelner privater Urkunden
usgeliefert war und nur deshalb Verurteilung hätte
ſtatt=
ſinden können. Adam ſelbſt hatte den dringenden Wunſch
daß alles zur Verhandlung gelange, weil er ſeine Schuld
gunz büßen will. Die amerikaniſche Behörde gab dem
nach=
rüglichen Antrag mit Rückſicht auf die Ungewöhnlichkeit
es Falles und zum Zwecke völliger Aufklärung ſtatt. Dieſe
Emtſcheidung iſt jetzt eingelaufen.
— Der Kirchengefangverein der Johannesgemeinde
Sanſtaltet: ſeine diesjährige muſikaliſche
Paſ=
ionsfeier am Palmſonntag, abends um 8 Uhr, in
Johanneskirche. Die hierbei gebotenen Geſangsſtücke
ind ſämtlich Kompoſitionen unſeres Profeſſors Arnold
lendelsſohn die zum Teil hier ihre Uraufführung
Den; ſo zum Beiſpiel ein altes Paſſionslied für
wei Frauenſtimmen: Ein neuer armer Judas, darüber
ms zu klagen not iſt; ferner kommen zur Aufführung
horalparaphraſen für zweiſtimmigen Frauenchor, Orgel
und Streichinſtrumente über die Choräle: „Mache dich,
mein Geiſt, bereit”, „Herr, wie du willſt, ſo ſchick’s mit
mir” „O, Lamm Gottes”, das „Vaterunſer” für Bariton,
Violine und Orgel, und endlich, hier ſchon öfter gehört
„Das Leiden des Herrn” nach einem altdeutſchen
Volks=
lied für vierſtimmigen Chor, Soli, Orgel und Orcheſter.
Es wird alſo die Feier zugleich ein kirchenmuſikaliſcher
Arnold Mendelsſohn=Abend werden, die auch ſchon aus
dieſem Grunde weitere Kreiſe intereſſieren dürſte. Der
Eintritt iſt frei für die, welche ſich am Eingang mit einem
Text (20 Pfg.) verſehen. Doch wird auf freiwillige Gaben
veim Ausgang der Kirche zur Deckung der nicht
unbeträcht=
lichen Koſten gerechnet. Als Soliſten werden mitwirken
Fräulein Martha Müller (Sopran), Fräulein Paula
Ma=
recke (Alt), Herr Emil Sulzmann (Bariton); die
Orgel=
begleitung hat Herr Muſikdirektor Klaſſert gütigſt
über=
nommen, das Violinſolo Herr B. Stumpf.
Sektion Darmſtadt, Deutſcher und Oeſterr.
Alpen=
verein. In der Monatsverſammlung ſprach Herr
Sani=
tätsrat Dr. Fr. Maurer im dichtgefüllten Saale des
Muſikvereins über ſeine Nordlandreiſe, wobei, wie bei
dem Redner nicht anders zu erwarten iſt, eine Fülle der
prächtigſten Lichtbilder, z. T. in Farben, dem geſprochenen
Wort erhöhte Anſchaulichkeit verliehen. Die vom Wetter
begünſtigte Reiſe ging von Hamburg nach der Fjordküſte
Norwegens, deren ſteile Ufer, grüne Mätten, Schneefelder
und Waſſerfälle das Auge des Touriſten die
abwechſe=
lungsreichſten Bilder ſchauen ließen. Die
Ueberlandfahr=
ten im Kariol, ſowie die alten Städte, Bergen, Drontjem
und Hammerfeſt gaben reiche Gelegenheit, Land und Leute
kennen zu lernen. Nachdem man das alte Europa mit
dem Nordkap hinter ſich hatte, tat ſich auf der Fahrt ins
Eismeer bis 80,20 Grad nördlicher Breite und mit dem
Beſuch von Spitzbergen wieder eine Welt von neuen
An=
ſchauungen und Eindrücken für den Reiſenden auf und
er=
öffnete, auch naturwiſſenſchaftlich, intereſſante Einblicke in
die Bildung der Erde, wovon die Pflanzenabdrücke eine
deutliche Sprache redeten. Wie der geſchätzte Redner die
glückliche Gabe beſitzt, das Große und Neueſte mit
offe=
nem Sinn zu betrachten, die Geſtaltungen der Natur mit
dem Blick des feinfühligen Künſtlers zu beobachten und
auf der Platte vollendet feſtzuhalten, ſo darf er ſich auch
rühmen, in ſeinen Zuhörern eine lebendige Vorſtellung
durch die gewandte und liebenswürdige Art ſeiner
Mit=
teilung zu erwecken. Von allen Anweſenden und von
dem Vorſitzenden wurde ihm aufrichtigſter Dank geſpendet.
Hermann Knispel=Abend. Für den am Montag,
den 17. März, im „Traube‟=Saal ſtattfindenden
Rezi=
tationsabend zeigt ſich ein lebhaftes Intereſſe, denn
die Verkaufsſtelle der Karten (Bergſträßers
Hofbuch=
handlung) verfügt nur noch über einige Plätze. Das
Programm, das „eine heitere Stunde” in Ausſicht ſtellt,
baben wir bereits im Auszug mitgeteilt. Es bringt
hochdeutſche und mundartliche Dichtungen in ſorgfältiger
Auswahl.
— Generalverſammlung des Ortsgewerbevereins.
Die am Freitag abend im Reſtaurant Sitte
ſtatt=
findende Generalverſammlung des Ortsgewerbevereins
wird ſich mit mancherlei intereſſanten und ebenſo
wichti=
gen Fragen zu beſchäftigen haben. In dem Bericht über
die Vereinstätigkeit wird unter anderem Aufſchluß über
die von dem Vorſtand an Staat und Stadt veranlaßten
Eingaben zwecks Erhöhung der Stundenlöhne
bei Ausführung ſtaatlicher bezw. ſtädtiſcher
Unterhaltungsarbeiten gegeben werden. Mit
beſonderem Intereſſe dürfte gerade dieſe Arbeit
aufge=
nommen werden, da ſie für jeden Handwerker und
Ge=
werbetreibenden von Bedeutung ſein muß. Gelegenheit
zur Ausſprache iſt geboten, und zwar nicht allein hierüber,
ſondern auch bezügl. der ſonſtigen allgemein
intereſſieren=
den Fragen, die noch erörtert werden ſollen. Im
Vorder=
grund ſteht weiter die Neuwahl der
Vorſitzen=
den, die fernerhin die Geſchicke des
Ortsgewerbe=
vereins leiten ſollen und deren Löſung für die kommende
Entwicklung des Vereins von einſchneidendſter Bedeutung
iſt. Noch viele andere Pünkte ſtehen zur Verhandlung; ſie
alle werden den Beſuchern der Generalverſammlung
Ge=
legenheit geben, ſich von dem Wirken des Vereins zu
überzeugen, wie andererſeits der Vorſtand gerne
An=
regungen entgegennehmen und weiter verfolgen wird.
T. G. B. Die Turngemeinde Beſſungen hält von
Sams=
tag ab in ihren Wochenverſammlungen verſchiedene
Vor=
träge über die Reichsverſicherungsordnung, worauf
hier=
durch nochmals aufmerkſam gemacht ſei.
— Poſtaliſches. Jeder Landbriefträger führt auf
ſeinem Beſtellgang ein Annahmebuch mit ſich, welches
zur Eintragung der von ihm angenommenen
Tele=
gramme, Wert= und Einſchreibſendungen
Poſtan=
weiſungen, Zahlkarten, gewöhnlichen Paketen,
Nachnahme=
ſendungen und Zeitungsbeſtellungen, ſowie der zur
Frankierung der Sendungen, zur Beſtellung der Zeitungen
und zur Beſchaffung von Wertzeichen ihm übergebenen
Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch führt jeder
Inhaber einer Poſthilfſtelle für die bei dieſer nieder=
gelegten Wertſendungen uſw. Es iſt zweckdienlich, daß
die Aufgeber die Eintragung der Sendungen uſw. in
die bezeichneten Annahmebücher eigenhändig beſorgen
oder ſich wenigſtens von der Buchung durch den
Land=
briefträger oder den Poſthilfſtelleninhaber überzeugen.
Da dieſe Beſtimmungen noch immer nicht ausreichend
bekannt ſind, werden ſie erneut zur öffentlichen Kenntnis
gebracht.
Der zweite Hauptgewinn der Alsfelder Geldlotterie,
5000 Mark, fiel in die Kollekte des Herrn Fr. Marguth,
Lotterie=Agentur hier.
* Orpheum. Aus dem abwechſelungsreichen
Reper=
toire von Exls Tiroler Bühne hat bisher das Roſeggerſche
Volksſchauſpiel „Am Tage des Gerichts” den
ſtärk=
ten Anklang gefunden. Das effektvolle Werk, das neben
dramatiſchen auch viele humoriſtiſche Szenen enthält, iſt
auch deshalb eine intereſſante Vorſtellung, als es das
einzige dramatiſche Werk des bekannten alpenländiſchen
Volksſchriftſtellers Roſegger iſt. Die Direktion ſieht ſich
nun infolge des großen Erfolges des Stückes veranlaßt,
dasſelbe heute abend 8¼ Uhr wiederum anzuſetzen.
Morgen gelangt der tolle Schwank: „Die
Salon=
bäurin” und am Samstag als Abſchiedsvorſtellung
das humorvolle Volksſtück: „Zivilehe” von Ph. Hartl=
Mituis zur Aufführung. — Wir werden übrigens
dar=
auf aufmerkſam gemacht, daß Roſeggers „Am Tage des
Gerichts” durch Exls Tiroler Bühne hier bereits am 31.
März 1907 in der Turnhalle zum erſten Male gegeben
wurde.
gs. Rettungswache. Geſtern nachmittag wurde in der
Ziegelei am Kranichſteiner Bahnhof ein Mann von der
Transmiſſion erfaßt und herumgeſchleudert, ſo
daß er mehrere Knochenbrüche und innere Verletzungen
davontrug. Die Rettungswache brachte den Verunglückten
mit dem Krankenautomobil in das Städtiſche
Kranken=
haus.
Eberſtadt, 12. März. Man ſchreibt uns: Die in dem
Bergſträßer Hof” abgehaltene Schlußprüfung der
Freiwilligen Sanit ätskolonne hatte ſich
eines zahlreichen Beſuches zu erfreuen. Erſchienen waren
ein Vertreter der Ortsbehörde, einige Gemeinderäte, der
Vorſitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Herr
Pfarrer Paul, ſowie ein zahlreiches Publikum. Nach
Be=
endigung der Prüfung ergriff Herr Oberleutnant von
Olberg=Darmſtadt das Wort zu einer kernigen
An=
ſprache. Er hob hervor, daß die Kolonne Eberſtadt die
Prüfung glänzend beſtanden habe; die Gemeinde
könne ſtolz darauf ſein, Männer zu beſitzen, die ſich in den
Dienſt der Allgemeinheit ſtellen zum Nutzen und Segen
der Gemeinde und er wünſche, daß letztere und die
Ko=
lonne immer Hand in Hand arbeiten mögen. Er gab
fer=
ner ſeiner Freude Ausdruck darüber, daß er der
Schluß=
prüfung beiwohnen konnte und wünſchte, daß das gute,
kameradſchaftliche Verhältnis zwiſchen beiden Kolonnen
beſtehen bleibe.
Im Verlaufe des nun folgenden
zwangloſen Beiſammenſeins ergriff Herr Oberleutnant
von Olberg nochmals das Wort, um derer zu gedenken,
unter deren Schutz und Schirm das Rote Kreuz zu ſolch
hoher Blüte gelangt iſt: Sr. Majeſtät des Kaiſers und
Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs nebſt hohen
Gemah=
linnen. Der Kolonnenführer, Herr Kölſch, dankte im
Namen der Kolonne allen Erſchienenen für ihren Beſuch.
Der Abend vereinigte die Sanitäter mit ihren
Ange=
hörigen zu einem gemütlichen Beiſammenſein im „
Deut=
ſchen Hof”
Offenbach, 11. März. Der Sonderausſchuß zur
Verſorgung der Bevölkerung mit Fiſch= und
Fleiſch=
nahrung hat in ſeiner Sitzung beſchloſſen, die
Ein=
wohner Offenbachs in der bisherigen Weiſe für die
Oſter=
feiertage mit Fleiſch zu verſorgen, jedoch nach Oſtern die
weitere Einfuhr von holländiſchem Rindfleiſch vorläufig
einzuſtellen. Der Bezug von holländiſchem
Schweine=
fleiſch ſoll einſtweilen fortgeſetzt und die endgültige
Ent=
ſcheidung über die Einſtellung der Einfuhr dieſer
Fleiſch=
ſorte der nächſten Sitzung vorbehalten bleiben. Seefiſche
werden bis auf weiteres nicht mehr bezogen.
n. Offenbach, 12. März. Der Stichwunde, die er
in der Nacht des 1. März d. J. durch den Arbeiter Schwöbel
erhielt, iſt nunmehr der Arbeiter Schröpf im ſtädtiſchen
Krankenhauſe hier erlegen. Der ſeitdem in
Unterſuchungs=
haft befindliche Täter hatte ſich damals in einer Wirtſchaft
ungebührlich benommen, wurde deshalb vor die Tür
ge=
ſetzt und fiel dann mit dem Meſſer über Schröpf her. Der
Stich in die Schulter verurſachte Entzündung und tödliche
Blutvergiftung. Schwöbel wird vor das nächſte
Schwur=
gericht kommen.
Mainz, 12. März. Es wird in letzter Zeit viel von
Anwerbungen zur franzöſiſchen
Fremden=
legion in der hieſigen Gegend geſprochen; aus ſeinem
Leſerkreis wird dem M. Tgbl. folgender Fall mitgeteilt:
Der 19 Jahre alte Schneidergeſelle Wenzel aus
Leip=
zig war etwa acht Monate bei einem hieſigen
Schneider=
meiſter in Stellung, der mit ihm recht zufrieden geweſen
war und ſeinen am 8. März erfolgten Austritt bedauerte.
Konzerte.
Einen Liederabend veranſtaltete am Dienstag
bend der Tenoriſt Herr Dr. Georg Voigt im Saale des
bettels „Zur Traube” unter Mitwirkung des Pianiſten
eurrn Georg Zſcherneck. Erſterer hatte Lieder von
Znahms, Dvorak, Rubinſtein, R. Strauß und Schumann
us ſein Programm geſetzt, in deren Vortrag er ſich als
ſin intelligenter und muſikaliſch gebildeter Sänger
er=
ies, deſſen lobenswerten künſtleriſchen Intentionen
in=
eſſen vorerſt noch durch die ſtimmlichen Mittel und
nen Behandlung eine Grenze geſetzt iſt. Das Organ,
a’s in der Tiefe ausgiebiger und klangvoller iſt, als in
er Höhe, iſt, wenn man aus manchen Anzeichen nicht
uf eine momentane Indispoſition ſchließen ſoll, für
Lie=
er,, wie die meiſtens gewählten reichlich ſpröde und des
lussdruckes ſeeliſcher Empfindungen im allgemeinen
we=
ig fähig, während es an anderen Stellen wieder durch
nerwartete Klangfülle überraſchte, So blieb man bei der
inggleichheit der tonlichen Behandlung der Lieder über
ſſie ſtimmliche Qualität des Sängers etwas im unklaren.
eier Georg Zſcherneck begleitete die Lieder auf dem
liigel und bewährte ſich hier wie in dem Vortrage der
beiethovenſchen Es=dur=Sonate, Op. 27, deſſen Schlußſatz
beſten gelang, als ein Pianiſt von künſtleriſchem
Ge=
hrnack und bedeutendem techniſchen Können.
Feuilleton.
* Saturn und Mond. Während der erſten Nacht=
Ufte vom 13. zum 14. März wird der ſich dem Erſten
ſierrtel nähernde Mond nördlich über den Planeten
Sa=
rmr hinſchreiten. Die größte Annäherung beider
Ge=
me, die um 1 Uhr nachts ſtattfindet, beträgt aber noch
Grade. Immerhin bietet die Konjunktion,
insbeſon=
re; auch noch durch die Nähe des hellen Sternes Alde=
baran im Bilde des „Stiers” in dem der Saturn ſich jetzt
aufhält, einen ſchönen Anblick; gibt auch denen, die den
Standort des Saturn nicht kennen, eine bequeme
Ge=
legenheit, dieſen ſich einzuprägen.
C.K. Radiumnot in England. Für England beſteht die
Gefahr, daß das Land ſeinen ganzen Vorrat an Radium
verliert, der gegenwärtig nicht im Gebrauch iſt. Dieſer
Vorrat von 500 Milligramm, der ſich im Beſitze der
Bri=
tiſchen Radiumgeſellſchaft befindet, ſoll von Japan für
nicht näher bezeichnete Zwecke angekauft werden. Darob
herrſcht die größte Aufregung und Beunruhigung in den
großen Londoner Krankenhäuſern, wo die ſegensreiche
Subſtanz bei der Behandlung von Krebs= und anderen
Krankheiten ſo gute Dienſte leiſtet. „Der größte Teil
unſerer unglücklichen Patienten”, ſo erklärt Dr. Lazarus=
Barlow, der Direktor des Londoner Laboratoriums für
Krebsforſchung, „muß ſterben, weil wir nicht genügend
Radium beſitzen, um ihre Leiden zu lindern oder in einem
großen Teil von Fällen ſogar eine glückliche Kur
durch=
zuführen. Da wir nur eine geringe Menge Radium zu
unſerer Verfügung haben, ſo ſind alle unſere
Anſtreng=
ungen, den Patienten zu helfen, jammervoll beſchränkt
Andererſeits wäre der Segen gar nicht zu beſchreiben,
wenn der Nutzen von 500 Milligramm Radium mehr den
Kranken zuteil werden könnte. Es dürfte nicht geduldet
werden, daß der ganze Radiumvorrat aus dem Lande
geht. Die Regierung müßte es ankaufen und an die
Krankenhäuſer verleihen.” Eine Bewegung iſt im Gange,
die darauf hinzielt, dies koſtbare Heilmittel dem Lande
zu erhalten; die Beſitzer, die ſonſt für das Milligramm
Radium 400 Mark verlangen, haben ſich bereit erklärt
das Radium für die Krankenhäuſer zu einem niedrigeren
Preiſe zu verkaufen. Eine Summe von 150000 Mark
wäre dazu nötig.
— Amateur=Schmugglerinnen. Die engliſchen
Zoll=
behörden führen bittere Klagen über einen neuen Sport,
dem ſich die wohlhabenden Engländerinnen auf der
Rück=
kehr von ihren Reiſen ins Ausland immer eifriger
er=
geben: ſie ſchmuggeln. Und ſie ſchmuggeln im Grunde
gar nicht, um Zoll zu erſparen, ſie ſchmuggeln, weil das
Spannung, Aufregung und Unterhaltung mit ſich bringt
und weil es ihnen Freude macht, durch ihre Schlauheit
die geſtrengen Herren von der Zollbehörde zu überliſten.
Am Samstag entdeckte man eine Dame dabes, eine Dame
aus wohlhabenden Kreiſen, die ſich ſogar ein beſonderes
Kleid hatte machen laſſen, um Saccharin
einzuſchmug=
geln. Der Zoll beträgt in England nicht ganz 60 Pfg.
für das Pfund, alſo die paar Schilling, die geſpart
wer=
den ſollten, ſpielten gar keine Rolle gegenüber dem
Auf=
wand. Ein hoher Zollbeamter, der im Zuſammenhang
mit dieſer Angelegenheit interviewt wurde, erklärte
kopf=
ſchüttelnd, daß die Angehörigen der wohlhabenden Kreiſe
die ſchlimmſten Schmuggler ſeien. Die Herren machen ſich
ein Vergnügen daraus, ein paar Kiſten Zigarren oder
Zigaretten einzuſchmuggeln, nur um das Gefühl
aus=
koſten zu können, die Zollbehörde hineingelegt zu haben;
aber die Majorität der Schmuggler bilden doch die
Damen. Erſt kürzlich fertigte man in London die
Hut=
ſchachtel einer reichen Dame der Geſellſchaft an. In der
Schachtel lag ein neuer Pariſer Frühjahrshut. Aber dem
Zollbeamten fiel unwillkürlich auf, daß dieſe. Schöpfung
einer Pariſer Modekünſtlerin ganz auffällig nach Tabak
roch. Und bei näherer Inſpektion zeigte ſich dann. Haß
die Dame ſich das Vergnügen gemacht hatte, das Futter
ihres Hutes mit Havanna=Zigarren auszufüllen. Aber
die Zollbeamten haben auch ihr Vergnügen. mit Behagen
beobachten ſie, welche ſinnreichen und mühſamen Kniffe
die Damen anwenden, um Spitzen einzuſchmuggeln. Die
Amateur=Schmugalerinnen wiſſen nämlich gar nicht, daß
ſeit 50 Jahren Spitzen in England überhaupt zollfrei
ſind. . . .
Als Grund gab der Gehilfe an daß er Montag, den 10.
März, abends, nach Paris fahren würde, um dort
Stel=
lung zu nehmen. Am 10. März ſchrieb er eine Poſtkarte
von Marſeille aus hierher, daß er ſich kurz in Paris
aufgehalten hätte und dann nach Marſeille gefahren
wäre. Hier würde er aber nicht bleiben, ſondern nach
der — „franzöſiſchen Schweiz” reiſen. Er hatte nur etwa
25 Mark bei ſich und es iſt wohl kein Zweifel, daß
Wen=
zel einem Anwerber der Fremdenlegion in die Hände
ge=
fallen iſt.
Worms, 11. März. Die letzte
Stadtverordne=
tenſitzung dauerte nur eine halbe Stunde. Es wurde
in der Hauptſache die formelle Erledigung der
Stadt=
rechnung und des
Verwaltungsrechen=
ſchaftsberichts für 1911 torgenommen. Die
Be=
triebsrechnung ſchließt in Einnahme mit 4011001 M., in
Ausgabe mit 3846 285 M., ſo daß ſich ein
Einnahmeüber=
ſchuß von 164715 M. ergibt. Der Abſchluß der
Stadt=
rechnung, der einen um 67938 M. höheren Ueberſchuß
gegenüber dem Vorjahre aufweiſt, kann als günſtig
be=
zeichnet werden. Die Urſachen des günſtigen Abſchluſſes
ſind im weſentlichen zu ſuchen in geſteigerten Erträgniſſen
der Gas=, Waſſer= und Elektrizitätswerke und in geringen
Zuſchüſſen zu dem Betrieb der Straßenbahn. Anſehnliche
Mehreinnahmen brachten ferner die Rubriken „Schlacht=
„Kommunalſteuern”
haus” „Kapitalzinſen” „Oktroi”
und Beſitzwechſelabgabe und Wertzuwachsſteuer”.
Letz=
tere Rubrik lieferte allein den bedeutenden Mehrertrag
von 38000 M., worunter als außergewöhnlicher Poſten
von rund 25000 M. die Abgabe enthalten iſt, die eine
hie=
ſige Firma anläßlich der Umwandlung in eine G. m. b. H.
zu entrichten hatte. Die Vermögensrechnung enthält in
Einnahme 2644843 M. und in Ausgabe 2 411389 M., es
ergibt ſich alſo ein Rechnungsreſt von 233 453 M. Das
Geſamtvermögen beträgt 50 489392 M., die
Geſamtſchul=
den 25 140159 M., ergibt alſo einen Vermögensüberſchuß
von 25 349 232 M.
Oſthofen, 12. März. Der aus Oſthofen gebürtige
Landwirt Heinrich Knierim VI. wurde auf der Straße
von Mettenheim nach Oſthofen, auf einem Wagen ſitzend,
von Strolchen überfallen, bewußtlos geſchlagen und
ſei=
ner Barſchaft beraubt. Das Pferd mit Wagen fuhr
weiter allein nach Hauſe. Hierauf wurde man aufmerkſam
und ſuchte nach Knierim, der in einer Blutlache bewußtlos
auf der Straße lag. Erſt geſtern morgen ſtellte ſich das
Bewußtſein wieder ein und er konnte angeben, daß
even=
tuell zwei Radfahrer in Betracht kommen könnten, die
kurz vorher an ihm vorbeigefahren ſeien, denn gleich
dar=
auf habe er einen Hieb auf den Kopf erhalten, ſonſt wiſſe
er von nichts mehr.
Oppenheim, 11. März. Durch einen Gaunerſtreich
wußte ein auswärtiger Schwindler ſich hier eine größere
Partie teurer Flaſchenweine zu verſchaffen. Bei einer
hieſigen Weinfirma erſchien der Mann, während der
In=
haber jetzt gerade auf Reiſen iſt, am Samstag bei der
Mutter und wußte dieſe durch allerhand Vorſpiegelungen
dahin zu bringen, daß ihm eine ganze Kiſte wertvoller
Flaſchenweine überlaſſen wurde, die er mit der Bahn nach
Frankfurt expedierte. Dort verſchleuderte er den Wein zu
65 Pfg. für die Flaſche und hatte infolge deſſen bald „
aus=
verkauft‟ Durch einen Geſchäftsfreund der betrogenen
Weinhandlung kam die Sache heraus, doch hatte
inzwi=
ſchen der Gauner das Weite geſucht.
Siefersheim, 11. März. Ein hieſiger Dienſtknecht
wollte vor einer Anzahl junger Leute als
Feuer=
reſſer ſich produzieren. Er nahm den Mund voll
Spiritus und wollte, während er dasſelbe ausſpie,
anzün=
den. Kaum hatte er das Feuerzeug in die Nähe der
Lippen gebracht, ſo erfolgte auch ſchon ein
markerſchüttern=
der Aufſchrei. Der junge Mann hatte ſich dermaßen
ver=
brannt, daß ſofort ärztliche Hilfe herbeigerufen werden
mußte.
Eſſelborn, 11. März. Gerüchte von einem
aufgedeck=
ſten Mord durchſchwirrten in der letzten Woche unſere
Gegend. Beim Kartoffelhacken hatte eine Frau ein
menſchliches Skelett gefunden, das man ſofort mit dem
Verſchwinden eines Dienſtmädchens vor etwa 4 Jahren
in Zuſammenhang brachte. Die gerichtliche Unterſuchung
des Grabes ergab jedoch, lt. M. J., daß es ſich
wahrſchein=
lich um ein Grab aus der Steinzeit handelt, die
Gerüchte von dem aufgedeckten Mord alſo jeder
Grund=
lage entbehren. Auf einem Acker in der Nähe wurde
be=
reits vor einiger Zeit von Sanitätsrat Köhl in Worms
eein ſogen. Hockergrab ausgehoben. Die geringe Tiefe,
Konrad Dreher=Abend.
Der Darmſtädter Vortragsverband
veranſtaltete am Dienstag abend im großen Saale des
Kaiſerſaales einen luſtigen Vortragsabend von Konrad
Dreher, der eine ſo außergewöhnliche Anziehungskraft
ausgeübt hatte, daß der Saal ausverkauft war. Obwohl
es ſchon lange her iſt, ſeit Konrad Dreher in Darmſtadt
war, hatte man ihn noch in ſo gutem Gedächtnis. Bereut
wird es niemand haben, den Abend beſucht zu haben
denn er wurde in Wahrheit das, als was er angekündigt
war, ein „Luſtiger Abend‟ Herr Dreher nimmt
unter den Humoriſten der Jetztzeit eine einzigartige
Stel=
lung ein. Sein Humor iſt ſo natürlich und urwüchſig,
und darum von ſo unmittelbarer Wirkung, wie ſie nur
von einem Menſchen ausgehen kann, der eine nie
ver=
ſagende heitere Lebensauffaſſung hat; einen ſonnigen
Humor, der jedem, auch dem ernſteſten Schickſalsſchlage,
mit Erfolg die Stirne bieten kann, der über alle
Lebens=
ſchwere ſieghaft hinweghilft. Nur ein gefeſtigter großer
Geiſt kann zu einer ſolchen Lebensauffaſſung ſich
hin=
durchringen. Und Konrad Dreher iſt ein ſolcher. Wenn
wirs nicht wüßten, ſein kurzer Lebenslauf, den er, in
Reime gefaßt, zum Beſten gab, mußte es beweiſen.
So war denn alles, was der Künſtler brachte, von
un=
gemein tiefer Wirkung, ſowohl ſeine köſtlichen
Erzäh=
lungen aus der Zeit ſeines Bauerntheaterdirektoriums
wie ſeine Erinnerungen an unvergeßliche Stunden bei
Bismarck und an die kaiſerlichen Bierabende in
Wies=
baden. Aber auch als Interpret iſt Konrad Dreher
her=
vorragend. Die Art, wie er Dichtungen von Ettlinger,
Thoma, Flüggen uſw. zum Vortrag brachte, war
meiſter=
haft. Er mußte, dem jubelnden Beifall am Schluſſe des
Abends nachgebend, eine Zugabe folgen laſſen und er gab
in dieſer galant ein „Lob der Frauen
Konrad Dreher, der eine Tournee durch Deutſchland
macht, konnte dieſer Tage in Görlitz den hundertſten
bend feiern. Faſt ganz Deutſchland, die Schweiz und
Böhmen wurden bereiſt, von Königsberg bis Krefeld und
von Bern bis Auſſig ging die Künſtlerfahrt und
allenthal=
ben hatte der Münchener Humor mit den Schlagern von
Thoma, Ettlinger, Flüggen. Hartl=Mituis glänzenden
Erfolg. Die Tournee wird ſich noch auf etwa fünfzig
Städte in der Pfalz, den Rheinlanden und an der
Nord=
ſeeküſte erſtrecken. Konrad Dreher hat als muſikaliſchen
Begleiter Herrn Kapellmeiſter Emil Kaiſer bei ſich,
der in einigen Wochen nach München zurückkehren wird,
um um 1. Mai mit dem neuen Ausſtellungsorcheſter im
Hauptreſtaurant der Ausſtellung die Saiſon zu eröffnen.
von einem halben Meter, in der das Skelett gefunden
wurde, erklärt ſich daraus, daß bei einem früheren
Chauſſeebau hier die Erde abgetragen und das Grab, das
urſprünglich tiefer lag, näher an die Erdoberfläche zu
liegen kam. Das Muſeum in Worms wurde von dem
Funde benachrichtigt.
Wolfsheim, 11. März. Während der bisherige
Pacht=
preis der hieſigen Jagd nuc 850 Mark betragen hatte,
wurden bei der letzten Verpachtung 2725 Mark, alſo mehr
als der dreifache Betrag, erzielt. Die Jagd umfaßt 2200
Morgen. Da die Jagd auf neun Jahre verpachtet wurde,
ſo erzielte die Gemeinde durch den erhöhten Betrag einen
Mehrerlös von 16875 Mark.
(*) Bad=Nauheim, 11. März. Die Frage der
Ka=
naliſation der beiden Städte Friedberg und
Bad=Nauheim iſt jetzt ſo weit gediehen, daß unſere Stadt
die Arbeiten in Angriff genommen hat. Infolge der
hohen Koſten für Kanaliſation, Feldbereinigung und
andere Poſten, hat die Stadt bei der
Landeshypotheken=
bank eine Anleihe von einer halben Million gemacht. Der
Fiskus ſoll 100000 Mark zu der Kanaliſation beitcagen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Der Johann Sebaſtian Bach=Abend
den der Richard Wagner=Verein heute
Donners=
tag im Feſtſaale der Turngemeinde veranſtaltet, übt trotz
der Ueberfülle der Veranſtaltungen der letzten Tage
au=
unſer muſikaliſches Publikum eine große Anziehungskraft
aus. Es gibt die ſelten gebotene Gelegenheit, nicht
weni=
ger als drei Klavierkonzerte des Altmeiſters (in E=dur=
Dedur und Demoll) zu hören. Außerdem enthält das
reichhaltige Programm die Partita in D=dur, eine
Fan=
taſie in C=moll und vier Präludien und Fugen aus dem
„Wohltemperierten Klavier”. So kann Wilhelm Backhaus
als Bachſpieler einmal ſo recht aus dem Vollen ſchöpfen.
Unterſtützt wird er dabei durch das 30 Köpfe ſtarke
Streich=
orcheſter des Inſtrumentalvereins Darmſtadt unter
Lei=
tung von Direktor Wilhelm Schmitt, das damit zum erſten
Male im Rahmen der Richard Wagner=Vereins=Konzerte
erſcheint.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. März. Der Vorſtand
des Aerzteausſchuſſes von Groß=Berlin hat ſich in ſeiner
letzten Sitzung mit der Frage der Errichtung einer
tele=
phoniſchen Aerztezentrale nach Wiener Muſter
beſchäftigt. Der Vorſtand beſchloß, ſich zunächſt in Wien
auf das genaueſte zu informieren, und bittet daher die
Aerzte, ſich vorläufig wegen des Anſchluſſes an eine zu
begründende Telephonzentrale nirgends zu binden.
Aus Angſt vor den Störungen im
geſchäft=
lichen Leben durch die dreijährige Bauperiode für
die ſtädtiſche Untergrundbahn haben zahlreiche
Ladenbeſitzer in der Friedrichſtraße und deren
Verlänger=
ung ſich veranlaßt geſehen, ſich zuſammen zu ſchließen,
um Schädigungen nach Möglichkeit abzuwenden. — Der
Voſſiſchen Zeitung zufolge hat die Polizei in
Oranien=
burg den Inſtallateur Mix, aus Altona gebürtig,
ver=
haftet, der ſich wochenlang mit verſchiedenem lichtſcheuen
Geſindel umhertrieb. Am Morgen des
Automobil=
attentats bei Hennigsdorf verſchwand er
plötzlich mit einem fremden Mann. Vor ſeinem
Ver=
ſchwinden hatte er einem Freund gegenüber geäußert, daß
er einen Gewaltſtreich vollführen werde, von dem die
ganze Welt ſprechen werde. — Ein Schwindler
ver=
ſuchte heute auf einem geſtohlenen Scheck die Summe von
10000 Mark bei der Deutſchen Bank zu erheben. Der erſt
20 Jahre alte Burſche hatte aber vergeſſen, den Scheck mit
der erforderlichen Unterſchrift zu verſehen, und ſo war
es nicht ſchwer, ihn feſtnehmen zu laſſen. Es iſt ein erſt
kürzlich aus der Provinz zugereiſter Diener, der den
Scheck einem bei einer hieſigen Firma angeſtellten
Inge=
nieur geſtohlen hatte. — Verhaftet wurde heute der
25jährige Buchhalter Erich Schröder, der bei einer
perſi=
ſchen Teppichgeſellſchaft in Täbris etwa 37000 Mark
unterſchlug, als er bei der hieſigen Dresdener Bank einen
Kreditbrief vorwies. Die Teppichgeſellſchaft hatte den
Betrüger bereits den Banken aviſiert.
Zweibrücken, 12. März. Vor dem Amtsgericht
ſtand für heute im zivilrechtlichen Verfahren gegen den
Oberſten und Regimentskommandeur Emil Hennigſt
vom hieſigen 22. Infanterie=Regiment wegen des
bekann=
ten Vorfalles am 5. Januar Hauptverhandlung an. Im
ſtrafrechtlichen Verfahren war der Oberſt am 8. Februar
vom Kriegsgericht der 3. Diviſion in Landau zu 50 Mark
Geldſtrafe oder 5 Tagen Haft verurteilt worden. Zwecks
Herbeiſchaffung der Akten dieſes Gerichts, die ſich zurzeit
im Kriegsminiſterium in München befinden, mußte die
Verhandlung vertagt werden.
Stuttgart, 12. März. Der Selbſtmord des
Bankiers Fritſch hat in Stuttgart ſehr großes
Aufſehen erregt, und der Zuſammenbruch ſeiner Firma
zieht immer weitere Kreiſe. Es iſt jetzt feſtgeſtellt, daß
Depoſiten= und Mündelgelder unterſchlagen
wur=
den und das Defizit ſchon jetzt über eine Million Mark
beträgt. In Mitleidenſchaft gezogen ſind auch der
Zweig=
verein des Roten Kreuzes in Stuttgart, die Ortsgruppe
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft und viele andere
Ver=
eine, deren Vertrauensmann Fritſch war. Auch der
nam=
hafte Staatsbeitrag, den die Genenaldirektion der
würt=
tembergiſchen Staatsbahnen dem Verkehrsverein bewilligt
hat, iſt von Fritſch unterſchlagen worden. Erſt am 25.
Februar d. J. war Fritſch anläßlich des Geburtstages
des Königs wegen ſeiner Verdienſte zum Hofrat ernannt
worden.
Vom Harze, 12. März. Der Nordh. Ztg. wird
ge=
ſchrieben: Wir konnten vor kurzem berichten, wie die in
unſere Harzberge verpflanzten Wildſchafe aus
Kor=
ſika wohl gedeihen. Der Beſtand dürfte indeſſen auf
100 angewachſen ſein. Der Abſchuß hat bereits begonnen
und das neue Wild hat auch gaſtronomiſch
außerordent=
lich befriedigt. Die Vermehrung iſt ſchneller vor ſich
ge=
gangen, als man ahnte, der tatſächliche Ueberſchuß hat
aber vom Harzgeroder Bezirk in andere gewechſelt.
Be=
ſonders fällt es auf, daß der Mufflon bei ſeiner
Beſchei=
denheit in der Nahrung die Aeſung des Rot= und
Reh=
wildes im Harze gar nicht beeinträchtigt und keinen
Wild=
ſchaden verurſacht. Es iſt ſicher zu erwarten, daß das
neue vortreffliche Wild in einer Reihe von Jahren alle
Nadelholzbeſtände des Harzes bevölkern wird.
Köln, 11. März. Pfarrer Jatho iſt heute abend
7,15 Uhr nach langwieriger Krankheit im Krankenhauſe
zu Lindenthal, 62 Jahr alt, infolge Blutvergiftung, die
er ſich beim Ausſteigen aus einer Droſchke in Halle a. d. S.
zuzog, geſtorben.
Hannover, 11. März. Heute vormittag ſtießen auf dem
Rangierbahnhof Seelze zwei Lokomotiven
zuſam=
men. Der Lokomotivführer Wolter murde aetötet.
der Reſervelokomotivführer Hoppe erlitt einen doppelten
Unterſchenkelbruch und der Hilfsſchaffner Rotting eine
leichte Kopfverletzung.
Rathenow, 12. März. Der Bankdirektor Rödel vom
Bankverein Rathenow hat heute Selbſtmord
began=
gen. Die Beweggründe ſind unaufgeklärt.
Paris, 11. März. Aus Verdun wird gemeldet
daß ſich in dem Dorfe Montceau le Neuf geſtern abend ein
fürchterliches Kinematographenunglück
zuge=
tragen hat. Das von dem Unglück betroffene Kino liegt
im erſten Stockwerk eines Hauſes in der
Hauptgeſchäfts=
ſtraße. Gegen 10 Uhr abends explodierte plötzlich
ein im Kino befindlicher Gasballon, ohne jedoch größeren
Schaden anzurichten. Durch den Knall wurden jedoch
die über hundert Beſucher der ſtattfindenden Vorſtellung
in große Aufregung verſetzt; es entſtand eine Panik,
bei der alles verſuchte, die ſchmale Treppe hinunter ins
Freie zu gelangen. In dem großen Gedränge wurden
viele Perſonen ohnmächtig. Frauen ſchrien und erlitten
Nervenchoks. Gegen zwanzig Perſonen ſprangen in
ihrer Aufregung aus dem Fenſter auf die Straße und
ge=
rieten zum Teil unter einen vorbeifahrenden Wagen.
Gegen zehn Perſonen wurden auf dieſe Weiſe ſchwer
ver=
letzt. Insgeſamt wurden, wie ſchon gemeldet, 46
Per=
onen erheblich verletzt, von dieſen 10
töd=
lich. Die meiſten Verletzungen beſtehen in
Knochen=
brüchen, ſchweren inneren Verletzungen und
Quetſch=
wunden.
Paris, 12. März. Nach einem dem
Kolonialminiſte=
rium zugegangenen Kabeltelegramm wurde die Inſel
Réunion am 4. ds. Mts. von einem furchtbaren
Wirbelſturm heimgeſucht, der an den Hafen= und
Eiſenbahnbauten, Fabrikanlagen, Wohnhäuſern und
Pflanzungen ſehr großen Schaden anrichtete.
Brüſſel, 11. März. In der Kunſtſeidenfabril
von Tubize, die dreitauſend Arbeiter beſchäftigt, fand
eine gewaltige Exploſion von Aetherdämpfen
ſtatt. Wegen der Gefährlichkeit wird die Kunſtſeide in
getrennten Gebäuden fabriziert. In dem Kollodium=
Filtergebäude arbeitete eine Schicht von dreißig Frauen
und Männern, als plötzlich aus unbekannter Urſache di
Aethergaſe ſich entzündeten. Eine 1600 Kilogramm
wie=
gende, eiſerne Miſchretorte wurde durch das Dach des
Gebäudes in die Luft geſchleudert und zertrümmerte einen
danebenſtehenden Fabrikationspavillon. Dem die Retorte
bedienenden Arbeiter wurde der Kopf abgeriſſen
und ein im Nebenraum arbeitendes Mädchen zwiſchen
zwei umſtürzenden Eiſenpfeilern völlig zerquetſcht.
Außer=
dem erlitten vierzehn männliche und weibliche Arbeiter
durch die umhergeſchleuderten Maſchinenteile und
bren=
nenden Aethergaſe Verletzungen, darunter ſechs ſehr
ſchwere. Ein durch die Exploſion erzeuater Brand äſcherte
das ſchon zertrümmerte Gebäude vollſtändig ein, konnte
aber auf ſeinen Herd beſchränkt werden.
Brüſſel. 12. März. Der
Obligationenfäl=
cher Neſtor Wilmart hat ſich ſeit ſeiner Flucht in
dem kleinen Städtchen Long in einem Hotel aufgehalten.
Er hatte ſich eine Beſitzung in der Nähe von Fetieux (
De=
partement Aisne) gekauft, die er umbauen ließ und wo
er ſich niederlaſſen wollte. Er erklärte in Long, er ſei der
Reiſende einer großen Oel= und Petroleumhandlung in
Le Havre. Da dies der Polizei auffiel, forſchte ſie dort
nach und dies habe zu ſeiner Entlarvung geführt. Er iſt
nach Reims in ein Hotel geflüchtet, wo er verhaftet wurde
und wird bereits in drei Tagen in Brüſſel eintreffen.
London, 11. März. Von den fünf
Anhängerin=
nen des Frauenſtimmrechts, die geſtern den
königlichen Zug durchbrachen, um dem König eine
Bitt=
ſchrift zu überreichen, wurde eine zu einem Monat
Ge=
fängnis verurteilt, während die vier anderen drei
Wochen Gefängnis erhielten. Alle fünf beriefen ſich
dar=
auf, daß ihre Handlungsweiſe der Verfaſſung nach
geſetz=
mäßig geweſen ſei.
London, 12. März. Vor dem Suffragetten=
Hauptquartier in der Prachtſtraße Kingsway
fuh=
ren heute Möbelwagen, Radfahrer und zahlloſe
Liefe=
rantenwagen mit Kohlen, Holz, Bier uſw. vor. Die
Geg=
ner der Suffragetten hatten aus Rache Beſtellungen im
Namen der Suffragetten=Union über ganz London
aus=
geſät.
London, 12. März. Wie ſchon berichtet, iſt der deutſche
Botſchafter auf ſeinem Wege nach dem
Parlaments=
gebäude durch das Scheuen ſeiner Pferde au
gehalten worden. Die Pferde wurden dann ausgeſpannt,
um 13 Poliziſten Platz zu machen, die den Wagen bis an
ſein Ziel brachten. Der Zwiſchenfall war nicht ſo
harm=
los, wie es anfangs ſchien, ſondern hätte nach der
Be=
ſchreibung von Augenzeugen zu einer ſchweren Kataſtrophe
führen können. Der Wagen des Fürſten Lichnowsky, den
zwei feurige junge Tiere zogen, war eben in den Mall
eingebogen, als plötzlich eine außerordentlich ſtarke
Mi=
litärkapelle mit einem gewaltigen Akkord die Stille
durch=
brach, in der die Volksmaſſen dem Königszuge
entgegen=
ſahen. Die Pferde ſcheuten, ſchlugen hinten aus oder
ſtiegen auf, zerrten erſchrocken an ihren Strängen und
hätten entweder den geſchloſſenen Wagen umgeworfen,
in dem der Botſchafter und ſeine Gemahlin ſaßen, oder
wären durchgebrannt, was eine ſchwere Kataſtrophe zut
Folge gehabt haben dürfte, denn, wie geſagt, die
Stra=
ßen waren von unabſehbaren Menſchenmaſſen umſäumt;
der Kutſcher vermochte die Tiere nicht mehr zu bändigen.
Da warf ſich ihnen der Polizeiſergeant Weſt entgegen,
aber die Angſt der Tiere zu bannen ging über ſeine Kraft.
Mit großer Geiſtesgegenwart wußte der Sergeant
in=
deſſen das wild ausſchlagende Geſpann gegen einen
Baum zu leiten. Im Anprall brach freilich die Deichſel
des Staatswagens, aber die Pferde konnten wenigſtens
nicht weiterrennen. Alles wäre jetzt wohl glücklich
ver=
laufen, wenn die Menge ſich ruhig verhalten hätte; ſtatt
deſſen umdrängten Hunderte von hilfsbereiten, aber
hilf=
loſen Männern und Frauen die Tiere, wobei drei
Per=
ſonen zu Schaden kamen. Ambulanzen waren bald zur
Stelle und brachten die Verletzten nach dem Charing=
Croß=Hoſpital, wo ihre Wunden verbunden wurden.
Schnell wurden dann die Pferde ausgeſpannt und 13
Po=
liziſten brachten den Wagen unter dem Hurra der Maſſen
bis zum Eingange des nahen Oberhauſes. Der Fürſt
und ſeine Gemahlin hatten keinen Schaden erlitten.
London, 12. März. Ueber New=York wird gemeldet,
daß der britiſche Dampfer „Lugano” auf der
Fahrt nach Kuba bei Ajax=Kei, einer Inſel im
mexi=
kaniſchen Golf, ſtrandete. Es gelang, 116 Paſſagiere
zu retten. Der Kapitän und die Mannſchaft blieben auf
der „Lugano” zurück, um womöglich die Ladung zu
ber=
gen. Das Schiff, das ein gewaltiges Leck hat, iſt
wahr=
ſcheinlich ſamt ſeiner Ladung verloren. In der Nähe
von Ajar=Kei ſoll noch ein anderes Schiff „Howth Head”
geſtrandet ſein.
Zarskoje Selo, 11. März. Die Tochter des Kaiſers,
die Großfürſtin Tatjana, iſt an typhöſem Fieber
erkrankt. Ihr Befinden iſt den Umſtänden nach
be=
friedigend.
Eine offiziöſe Erklärung über
die europäiſche Lage.
* Berlin, 12. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung bringt heute abend folgenden Artikel: In
ein=
zelnen deutſchen Zeitungen ſind in dieſen Tagen
alar=
mierende Artikel mit Bezug auf die gegenwärtige
oder die demnächſt zu erwartende europäiſche Lage
verbreitet worden. Wie die amtlichen deutſchen Stellen,
welche dieſen Artikeln gänzlich fernſtehen, die Situation
beurteilen, iſt wiederholt in der Norddeutſchen
Allgemei=
nen Zeitung ausgeführt worden. Die gemeinſamen
Be=
mühungen der Großmächte haben bereits, wie auch der
engliſche Premierminiſter es ſoeben klar feſtgeſtellt hat,
wertvolle Ergebniſſe erzielt. Wir halten daran feſt, daß
es dieſer gemeinſamen Arbeit gelingen wird, auch der
noch verbliebenen Schwierigkeiten Herr zu werden. Dieſe
Zuverſicht hat eine beſondere Stärkung durch die von
Eu=
ropa dankbar begrüßte Vereinbarung erfahren, wel=
Oeſterreich=Ungarn und Rußland ſoeben über die
Reduk=
tion ihrer militäriſchen Maßnahmen getroffen haben.
Wenn in den erwähnten Artikeln anderſeits die geplante
deutſche Heeresverſtärkung mit einer
angeb=
lichen Verſchlechterung der Beziehungen
Deutſchlands zu dem einen oder anderen Nachbar
motiviert wird, die zu einem kriegeriſchen Konflikt
dränge, ſo ſind derartige Ausführungen auf das
entſchie=
denſte zurückzuweiſen. Daß die geſamten europäiſchen
Machtverhältniſſe durch die Vorgänge auf dem Balkan
eine Verſchiebung erlitten haben, von der mittelbar auch
Deutſchland berührt wird, iſt einem jeden einleuchtende
Tatſache. Solange der ewige Weltfriede noch nicht
ga=
rantiert iſt, muß Deutſchland damit rechnen, daß es in
einem Kriege genötigt ſein kann, ſeine weitgeſtreckten
Grenzen nach mehreren Seiten zu verteidigen, und daß
es dereinſt um ſeine Exiſtenz ringen wird. Für eine
ſolche Eventualität, die Deutſchland gegen ſeinen
Willen aufgenötigt werden kann, ſoll die neue
Wehr=
vorlage Vorkehrung treffen, indem ſie in Ausführung
der allgemeinen Wehrpflicht die militärtaugliche, aber
bisher freigelaſſene junge Mannſchaft zum Dienſte mit
der Waffe heranzieht. Kein Deutſcher wird die
Verant=
wortung auf ſich nehmen wollen, daß in einem Kampfe
der uns aufgenötigt werden ſollte, nicht alle Wehrfähigen
als Soldaten zur Verteidigung von Haus und Herd
bereitſtehen. Dieſe Ueberzeugung, daß es unſere Pflicht
iſt, hierfür Voſorge zu treffen, iſt ſo ſehr Gemeingut des
ganzen Volkes, daß ſie durch die jeder Grundlagen
ent=
behrenden Kriegstreibereien nur entſtellt werden kann.
Indem wir dies nachdrücklich betonen, müſſen wir
gleichzeitig gegen die maßloſe Sprache Front machen, mit
der in einigen franzöſiſchen Zeitungen unſere
Heeresvorlage als eine Herausforderung und
Drohung gegen Frankreich hinzuſtellen verſucht wird.
Un=
ſſerer nationalen Würde entſpricht es, ſolchen Hetzereien
entgegenzutreten, aber kaltblütig und ohne
Stimmungs=
ausbrüche, die im Inlande und Auslande
Mißverſtänd=
nis hervorrufen und die auf Bewahrung des Friedens
unter den Großmächten gerichtete Haltung unſerer
Po=
litik verdunkeln.
Luftfahrt.
* Paris, 11. März. Der Flieger Perreyon
hat heute vormittag auf dem Flugplatz Buc bei Verſailles
mit einem Eindecker in einer Stunde ſieben Minuten eine
Höhe von 6000 Metern erreicht und damit einen
neuen Weltrekord aufgeſtellt.
C.K. Das Maſchin engewehr auf dem
Flugzeug. Aus London wird berichtet: Auf Grund
einer Reihe von umfaſſenden Verſuchen, die im Auftrag
der britiſchen Heeresverwaltung auf dem Flugplatze bei
Alderſhot veranſtaltet wurden, hat das engliſche
Kriegs=
miniſterium den Beſchluß gefaßt, eine Anzahl von
Mili=
tärflugzeugen mit Maſchinengewehren auszurüſten. Bei
dem erſten Verſuche war ein Maſchinengewehr in einen
Zweidecker eingebaut worden; aus einer Höhe von 300
bis 350 Metern wurden im Fluge Salven abgegeben, und
das Ergebnis ſcheint vollauf befriedigt zu haben. Die mit
Maſchinengewehren ausgerüſteten Flugzeuge werden eine
beſondere Fliegerabteilung bilden, eine Art fliegende
Maſchinengewehrabteilung. Es handelt ſich dabei um
Farmanſche Zweidecker, bei denen der Propeller hinter
dem Flugzeugführer und dem Schützen angeordnet iſt.
Eine Anzahl dieſer fliegenden Maſchinengewehre ſollen
bereits bei den diesjährigen Manövern Verwendung
fin=
den. Intereſſant bleibt die Feſtſtellung, daß ſelbſt beim
Schnellfeuer der dauernde Rückſtoß auf das Flugzeug ohne
Einfluß geblieben. iſt
Handel und Verkehr.
* Ludwigshafen, 11. März. In der heutigen
Aufſichtsratsſitzung der Pfälziſchen Bank kam der
Geſchäftsbericht für 1912 zur Vorlage. Der Bruttogewinn
beträgt 8629942 Mark gegen 7922128 Mark im Vorjahre
Der Nettogewinn beträgt 6087298 Mark gegen 5518860
Mark im Jahre 1911. Nach den Beſchlüſſen des
Aufſichts=
rates werden 7 Prozent Dividende vorgeſchlagen, wie im
Vorjahre; 132229 Mark auf Bank=Immobilien
abgeſchrie=
ben, 300000 Mark für Zurückſtellungen, 125000 Mark für
Talonſteuer, 163376 Mark für Gratifikationen und
Or=
ganiſation verwandt und 670000 Mark auf neue
Rech=
nung vorgetragen, im Vorjahre 575000 Mark.
Der Balkankrieg.
Die Demobiliſierung.
* Petersburg, 11. März. Die Petersburger
Telegraphen=Agentur teilt folgendes identiſche s
Communiqué der ruſſiſchen und öſterreichiſch=
unga=
riſchen Regierung mit: „Der Briefwechſel, der in der
letzten Zeit zwiſchen dem Kaiſer Franz Joſef und
dem Kaiſer Nikolaus ſtattgefunden hat, hat von
neuem den Beweis erbracht, daß die Ereigniſſe auf der
Balkanhalbinſel den freundſchaftlichen Gefühlen zwiſchen
den beiden Souveränen keinen Eintrag getan haben und
daß die Erhaltung des Friedens fortgeſetzt
das Ziel ihrer Bemühungen bildet. Demgemäß ſind die
beiden Regierungen zu dem Schluß gelangt, daß gewiſſe
Maßregeln rein defenſiver Art, welche in den Grenz
provinzen der beiden Staaten ergriffen worden
wa=
ren, durch die Umſtände nicht mehr erfordert
zu werden ſcheinen. Daher iſt die Herabſetzung der
Stärke der Truppen Oeſterreich=Ungarns in
Ga=
lizien auf den normalen Stand ſoeben beſchloſſen worden
Ebenſo wird die Entlaſſung der ruſſiſchen Reſer
viſten derjenigen Jahresklaſſe, die im Herbſt vorigen
Jahres hätte entlaſſen werden ſollen, verfügt werden.
Um das identiſche Communiqué der ruſſiſchen und öſter
reichiſch=ungariſchen Reaierung zu ergänzen, iſt die Pe=
tersburger Telegraphen=Agentur ermächtigt worden,
mit=
zuteilen, daß, wie aus den Beſprechungen mit dem
Wie=
ner Kabinett hervorgehe, Oeſterreich=Ungarn keine
An=
griffspläne gegen ſeinen ſüdlichen Nachbar hegt.
* Wien 11. März. Zu dem Communigué in
be=
treff der Entlaſſung der Reſerviſten an der
öſterreichiſch=ruſſiſchen Grenze ſchreibt das
Fremdenblatt an leitender Stelle: Nicht nur in
Oeſter=
reich und Rußland, ſondern auch im übrigen Europa
wird man das Ergebnis des heutigen Tages als eine
Er=
leichterung in der politiſchen Situation und als eine
Be=
ſtärkung der Hoffnungen bewerten, von denen wir alle
von Herzen wünſchen, daß ſie ſich erfüllen mögen. Man
wird an dieſem Tag vor allem das Bedürfnis haben, der
beiden Souveräne zu gedenken, aus deren hochherziger
Geſinnung die entlaſtenden militäriſchen Verfügungen
hervorgegangen ſind. Der Gedankenaustauſch zwiſchen
den Monarchen, als deſſen Ergebnis die Entſcheidung in
betreff der Entlaſſung der Reſerviſten anzuſehen iſt, hat
vor aller Welt den Fortbeſtand traditioneller Beziehungen
zwiſchen den beiden Dynaſtien bekräftigt und ein neues
Zeuanis für das freundſchaftliche Verhältnis geliefert. in
welchem die Souveräne zueinander ſtehen und deſſen
koſt=
bares Unterpfand ſie ſtets in der gleichen Fürſorge für
den europäiſchen Frieden erblickt haben. Die Rück
gängigmachung der Grenzmaßnahmen hat
aber ſelbſtverſtändlich nicht nur dynaſtiſche, ſondern auch
politiſche Bedeutung. Wir erblicken ſie darin, daß durch
die in Rede ſtehenden Verfügungen zweifellos ein Zeichen
des Vertrauens zu ſinngefälligem Ausdruck gelangt,
wel=
ches die beiden Mächte einander geben wollten und das
Ergebnis erſcheint hinſichtlich des weiteren Verlaufes der
politiſchen Kriſe günſtigere Erwartungen zu begründen.
Der Rückſchlag, den der Balkankrieg auf das Verhältnis
zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Rußland ausgeübt haben
mag, iſt nicht durch reale Gegenſätze zu erklären. Es geht
dies ganz deutlich aus den Prinzipien hervor, die für uns
während dieſes ſo ſchweren und unſere Intereſſen ſo nahe
berührenden Krieg maßgebend geweſen ſind und die ſich
als ein direkter Ausfluß aus unſerem jahrzehnte alten
Orientprogramm ergeben haben. Unſere geſchichtliche
Orientpolitik hat immer den wahren Vorteil der Monarchie
in der Förderung der vollen Unabhängigkeit der
Balkan=
ſtaaten erblickt und ſtets ein freundnachbarliches
Verhält=
nis mit ihnen angeſtrebt. Dieſe Erkenntnis hat ſich, wie
in der Vergangenheit, ſo auch mit beſonders deutlicher
Ausprägung während der Kriſe betätigt. Durch getreue
und konſequente Anwendung ihres Programms in den
letzten Monaten hat die Monarchie in den geſchichtlich
ent=
ſcheidenden Tatſachen Beweiſe für die Aufrichtigkeit ihrer
Politik, die nicht auf Eroberungen ausgeht, geliefert. Die
gleichzeitige Abrüſtung an den Grenzen wird man als ein
gutes Zeichen dafür nehmen dürfen, daß ſich dieſe Politik
nunmehr auch in Petersburg die ihr gebührende
Aner=
kennung errungen, und daß ſich auch im ruſſiſchen Volke
eine Auffaſſung durchgeſetzt habe, die in dem Ergebnis
des Balkankrieges erfreulicherweiſe die Möglichkeit
er=
kennt, die einzigen Quellen des Zwiſtes zwiſchen Wien
und Petersburg endgültig zu verſchütten. Noch iſt die
Kriſe, die uns ſeit Monaten in ihrem Banne hält, nicht
ge=
löſt, wir wollen aber hoffen, daß mit dem heutigen Tage
ein Markſtein auf dem Wege ihrer Entwirrung errichtet
worden iſt.
* Wien 12. März. Die Blätter beſprechen das
Communiq ué über die Abrüſtung mit
gro=
ßer Befriediaung und heben hervor, daß, obwohl die Kriſe
noch ungelöſt ſei, doch anzunehmen wäre, die Abrüſtung
ſei ein Vorbote des Friedens. Daß die Demobiliſierung
nicht auch im Südoſten der Monarchie erfolgte, ſei nicht
beunruhigend. Es handle ſich gewiß um begründete
Vor=
ſichtsmaßregeln, die den Aufſchub erklärten
Die Vermittlung der Mächte.
* Sofia. 11. März. Das Blatt Mir ſchreibt: Die
Verbündeten haben beſchloſſen, die
Vermitt=
lung der Mächt e anzunehmen. Die Verhandlungen
werden daher durch Vermittlung der Mächte und auf den
Grundlagen der in London aufgeſtellten Bedingungen
fortgeſetzt werden unter Hinzufüguna der Forderung einer
Kriegsentſchädigung, auf der die Verbündeten beſtehen
werden. Die Feindſeligkeiten werden jedoch nicht
einge=
ſtellt werden und ihre Entwickelung wird natürlicherweiſe
auf den Gana der Verhandlungen Einfluß haben, da neue
Opfer neue Kompenſationen fordern.
* Sofia, 11. März.
Da Serbien ſowie
Bulgarien geſtern erklärt haben, die Mediation der
Mächte anzunehmen wird die Antwort heute im
Mi=
niſterrate redigiert und am Mittwoch überreicht werden.
Es verlautet, daß an der bekannten Grenzlinie und ar
der Forderung der Kriegsentſchädigung feſtgehalten wird
* London 11. März. Die Botſchafter
kom=
men wieder am Donnerstag zuſammen, in der Hoffnung,
daß bis dahin von den Verbündeten der Balkanſtaaten
die Antwort eingegangen iſt. Bis zum Eintreffen
dieſer Antwort liegen den Botſchaftern keine beſtimmt
um=
grenzten Angelegenheiten zur Beſprechung vor.
Vermiſchtes.
— Südweſtdeutſche Konferenz für
In=
nere Miſſion. Die 49. Jahresverſammlung der
Konferenz findet in dieſem Jahre auf heſſiſchem Gebiete
ſtatt. Sie ſoll vom 25. bis 27. Mai in Worms
abgehal=
ten werden. Bedeutende Männer ſind als Referenten
ge=
wonnen. Sonntag, den 25. Mai, abends 5 Uhr
iſt Feſtgottesdienſt; um 8 Uhr Familienabend. Bei
dem=
ſelben werden die Herren Profeſſor D. von Wurſter von
Tübingen und Pfarrer D. Dr. Diehl von Darmſtadt
An=
ſprachen halten. Letzterer wird aus der Geſchichte
Rhein=
heſſens erzählen. Am Montag vormittag findet die erſte
Hauptverſammlung ſtatt, bei welcher mit Rückſicht auf das
vaterländiſche Jahr über „Die vaterländiſche Bedeutung
der Inneren Miſſion” ein Referat erſtattet werden ſoll.
Nachmittags 3 Uhr iſt eine Mitgliederverſammlung des
Heſſiſchen Landesvereins für Innere Miſſion; um 4 Uhr
die zweite Hauptverſammlung mit dem Thema: „Die
Ar=
beit der Inneren Miſſion an der weiblichen Jugend”.
Referent iſt vorausſichtlich Pfarrer Haſſe in Eſſen. Am
Dienstag vormittag refertiert nach einer Sitzung der
ver=
einigten Ausſchüſſe Pfarrer Wüterich über: „Die
Stel=
lung der Inneren Miſſion zur modernen
Jugend=
pflege” Am Nachmittag findet bei gutem Wetter eine
Rheinfahrt mit einem Beſuch in Oppenheim ſtatt.
Möch=
ten ſich viele Arbeiter und Freunde der Inneren Miſſion
in dieſem Jahre in der alten Lutherſtadt Worms
zuſam=
menfinden! Ein ausführliches Programm wird ſpäter
bekannt gegeben werden. Wegen einer Feier am
Luther=
denkmal am Sonntag oder Montag ſchweben noch
Ver=
handlungen.
Literariſches.
Velhagen u. Klaſings Volksbücher.
Preis jedes Bandes 60 Pf. Nr. 68: Uhland. Von Dr.
Max Mendheim. Mit 35 Abbildungen und einem far=
bigen Umſchlagbild. Nr. 69: Murillo. Von Dr.
Auguſt Mayer. Mit 26 Abbildungen und einem farbigen
Umſchlagbild Nr. 70: Riviera II: San Remo
und Mentone. Von Viktor Ottmann. Mit 32
Ab=
bildungen einem farbigen Umſchlagbild und einer
Ueber=
ſichtskarte. Nr. 71: Chriſtenfreude. Von Ludwig
Richter. Mit 32 Abbildungen und einem farbigen
Um=
ſchlagbild. Den beliebten und prächtig ausgeſtatteten
Volksbüchern noch beſondere Worte der Empfehlung mit
auf den Weg zu geben, iſt nicht mehr nötig. Sie haben
ſich bereits ſelbſt aufs beſte eingeführt.
Zu den intereſſanteſten, weil umſtrittenſten
Punk=
ten im gegenwärtigen Balkankrieg gehört die Feſtung
Adrianopel. Von nicht geringer Bedeutung iſt die Rolle,
die die Feſtung in den diplomatiſchen Verhandlungen
ſpielt. Die Bulgaren erklären, es ſei für ſie
ſchlechter=
dings unmöglich, ohne ihren Beſitz Frieden zu ſchließen.
Auf der anderen Seite erklären die Türken mit gleichem
Nachdruck, ſie könnten unter keinen Umſtänden auf
Adria=
nopel verzichten. Die „Gartenlaube” bringt nun
in Heft 9 dieſes Jahrganges einen Beitrag aus der Feder
des Freiherrn v. Mackay, der an der Hand
geographiſch=
geſchichtlicher Ergebniſſe über den Wert der Stadt
wer=
volles Material beibringt. Es wird von ganz beſonderein
Intereſſe ſein für den Tag, da ſich das Glück der Feſtung
endgültig entſcheiden wird, wie auch immer der Ausgang
ſein mag.
Letzte Nachrichten.
HB. Berlin, 12. März. Wie geſtern im
Staatsmini=
ſterium beſchloſſen worden iſt, wird beabſichtigt, die
ein=
malige Vermögensabgabe, die auf mehrere Jahre
verteilt werden ſoll, in Höhe von 0,6 Prozent ohne
Staf=
felung zu erheben unter Freilaſſung der ganz kleinen
Ver=
mögen bis zu 6000 oder 10000 Mark.
* Karlsruhe, 12. März. Großherzogin Luiſe
von Baden hat ſich heute vormittag 7 Uhr 19 Minuten
nach Langenburg begeben.
Halle (Saale), 12. März. In Salzwedel
wurde quer über einen Promenadenweg von einem
Un=
bekannten ein ſtarker Draht geſpannt. Zwei
Radfahrer ſtürzten von ihren Rädern. Der eine
wurde ſchwer, der andere leicht verletzt
HB. Hamburg, 12. März. Ein folgenſchweres
Schiffsunglück hat ſich in den frühen
Morgenſtun=
den in der Elbemündung ereignet. Das Feuerſchiff
Elbe I” meldet, daß drei Seemeilen nordnordweſt von
ihm ein größerer Segler geſunken iſt, deſſen Maſten
ge=
rade noch aus dem Waſſer herausragen. Es handelt ſich
wahrſcheinlich um das Vollſchiff „Glen Akvon”. In der
Nähe des Wracks treibt der Fiſcherdampfer „Senator von
Behrenberg=Goßler” und man nimmt an, daß der
Dampfer durch Kolliſſion den Segler zum Sinken gebracht
hat. Ueber den Verbleib der 36 Mann ſtarken Beſatzung
des Seglers iſt noch nichts bekannt.
Kuxhaven, 12. März. Das engliſche
Segel=
ſchiff Glen Alvon”, mit Salpeter von Südamerika
kommend, iſt heute früh 6,45 Uhr drei Seemeilen
nord=
weſtlich vom Leuchtſchiff „Elbe I” von dem
Fiſch=
dampfer „Senator von Behrenberg” gerammt
wor=
den und geſunken. Die Mannſchaft des „Glen
Alvon” wurde von dem Fiſchdampfer gerettet und nach
Kuxhaven gebracht.
HB. Dresden. 12. März. Die von römiſchen
Blät=
tern verbreitete Nachricht, daß der Kronprinz von
Sachſen in einem Hotel von Neapel mit ſeiner Mutter,
der Frau Toſelli, zuſammengetroffen ſei, iſt nicht
richtig. Der Kronprinz von Sachſen befindet ſich in
Dres=
den. Angeblich unternimmt ſein Bruder, Prinz Friedrich
Chriſtian, eine Reiſe durch Italien und Spanien. Es iſt
nicht unmöglich, daß Frau Toſelli in Neapel ſich den Weg
zu ihm gebahnt und die erwähnte Begegnung mit dem
Prinzen ſtattgefunden hat. Ueber die Zwecke der Reiſe
des Königs Friedrich Auguſt nach Salzburg zur
Groß=
herzogin von Toskana und die Begegnung des Prinzen
mit Frau Toſelli iſt aus Hofkreiſen nichts genaues in
Er=
fahrung zu bringen.
— Rathenow, 12. März. Zu dem Selbſtmord
des Bankdirektors Roedel wird noch gemeldet, daß
an=
ſcheinend nervöſe Ueberreizung Anlaß zur Tat war. Die
Kaſſenbeſtände des Rathenower Kaſſenvereins ſind
voll=
ſtändig intakt.
London, 12. März. Auf ſeinem Gute in der Nähe
von Newport iſt geſtern der reichſte Mann Englands,
Viscount Tredegar, geſtorben. Sein jährliches
Ein=
kommen wird auf 20 Millionen geſchätzt.
HB. London, 12. März. Zu einer gewalttätigen
Gegendemonſtration gegen die Wahlweiber kam
es geſtern in Nottingham. Tauſende von Männern und
halbwüchſigen Burſchen drangen in den Saal und
zer=
trümmerten alles. Viele Revolverſchüſſe wurden
abge=
geben. Die Frauen rannten erſchreckt nach den Türen,
wurden aber von der Menge zurückgedrängt. Zwiſchen
den Männern beider Parteien kam es zu ernſten
Zuſam=
menſtößen. Mehrere Männer und Frauen wurden
ver=
wundet.
H. B. Petersbura. 12. März. Die
Typhuser=
krankung der 15jährigen Großfürſtin Tatjana.
der zweitälteſten Tochter des Zaren, trat ganz plötzlich
ein und hat große Unruhe und Sorge beim Zarenpaar
hervorgerufen. Großfürſtin Tatjana hat ſich
wahrſchein=
lich entweder bei der Feier des Romanow=Jubiläums in
der Kaſan=Kathedrale erkältet, oder ſie hat ungekochtes
Newawaſſer getrunken.
— Kiew, 12. März. Bei den Südweſtbahnen iſt man
großen Unterſchleifen auf die Spur gekommen
Es wurden wertvolle Stückgüter entwendet und durch
wertloſen Plunder erſetzt. Der Schaden ſoll mehrere
Mil=
lionen Rubel betragen.
El Paſo, 12. März. Nach einer verſpätet
eingelau=
fenen Nachricht aus Parral in der Provinz Chihuahua
fand am 5. März eine Schlacht zwiſchen 15000 Mann
Bundestruppen und 1500 Mann Aufſtändiſchen ſtatt.
Die=
ſelbe dauerte 50 Stunden. Die Aufſtändiſchen wurden
ſchließlich mit großen Verluſten zurückgeſchlagen. Die
Stadt hat durch die Beſchießung ſehr gelitten. Die
Bevöl=
kerung beaing allerhand Ausſchreitungen, ſteckte die
Markt=
halle in Brand und ariff die Banken an. Die Soldaten
waren gezwungen, auf die Menge zu ſchießen.
Stets neue günstige Erfolge!
Bioſon hat bei meinem 71 jähr. Vater geradezu
über=
raſchend gewirkt, die Nervoſität verſchwand allmählich,
er bekam einen normalen Appetit und ſein Magen
wurde derart geſtärkt, daß er bald wieder gut eſſen
konnte. Er fühlt ſich auch im allgemeinen recht wohl
und hat jetzt ein geſundes Ausſehen, wie man es bei
Leuten in ſeinem Alter ſelten findet. Hermine Laſius,
Linden, Limmerſtr. 61. Unterſchrift beglaubigt: 25. Nov. 12.,
Kilo)
Wendte, Kgl. Notar. Bioſon, Blechdoſe (ca.
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FaP- Der Stadtauſtage heutiger Ausgabe liegt ein
Proſpekt bei von dem Darmſtädter
Tapeten=
verſandhaus Wilhelm Ehrhardt, Ernſt=
Ludwig=
ſtraße 4, am weißen Turm, worauf hiermit hin=
(6241
gewieſen wird.
Für die uns zum Jubiläum ſo
DanF. überaus zahlreich zugekommenen
Ehrungen, Glückwünſche und
Ge=
ſchenke, ganz beſonders hoher Militär= u.
Zivil=
behörde für das Entgegenkommen u. Teilnahme
an unſerem Feſte, ſowie dem Herrn Hauptmann
à la suite Lotheißen für die ſo ſchön angepaßte
Feſtrede, dem Doppel=Quartett „Rheingold”
für den hübſchen Geſang, dem Fräulein Weiſe
für den ſo ſchönen Prolog und das ergreifende
Gedicht, ſowie allen Mitwirkenden u. Teilnehmern
ſagen wir unſeren tiefgefühlten Dank.
(6166
Der Vorstand
des Militärvereins Darmstadt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Südeuropa liegt noch immer ein
Hochdruck=
gebiet, das ſich aber, ebenſo wie die nördliche Zyklone,
etwas verflacht hat. Randwirbel dieſer brachten geſtern
in Norddeutſchland verbreitete leichte Regen; der Süden
blieb ganz trocken. Heute morgen iſt es vielfach heiter
bis nebelig. Die Morgentemperaturen liegen im Reiche
bei vorwiegend nordweſtlichen Winden zwiſchen 1 Grad
und 6 Grad. Während über Deutſchland der Luftdruck
etwas geſtiegen iſt, beginnt er in England wieder zu
Statt jeder besonderen Anzeige.
Tieferschüttert hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass uns gestern
abend 9 Uhr mein heissgeliebter, treubesorgter Gatte und herzensguter Vater,
Schwiegersohn, Schwager und Onkel
(6223
Max Sander
nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 54 Jahren unerwartet durch
einen sanften Tod entrissen wurde.
In tiefer Trauer:
Jettchen Sander, geb. Neuburger,
Egon Sander.
Darmstadt, den 12. März 1913.
Die Beerdigung findet Freitag vormittag 11 Uhr, vom Trauerhause Saalbaustrasse 76 aus, auf
dem israelitischen Friedhofe statt.
Nachruf.
Nach kurzem, ſchwerem Leiden verſchied
geſtern abend 9 Uhr im Alter von 54 Jahren
unſer allverehrter, guter Chef
(6222
Herr Max Sander.
Ausgeſtattet mit den beſten
Charakter=
eigenſchaften und wertgeſchätzt von Allen, die
ihm nahe ſtanden, war er uns ſtets ein
über=
aus guter Vorgeſetzter. Nur allzufrüh wurde
er uns durch den Tod entriſſen.
Sein Andenken werden wir ſtets in hohen
Ehren halten.
Das Personal
der Fa. A. H. Sander Sohn.
fallen. Jedoch dürfte uns das weſtliche Tief nicht
erheb=
lich beeinfluſſen.
Ausſichten für Donnerstag, 13. März: Zeitweiſe
heiter, meiſt trocken, mild.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7½ Uhr, Ende
gegen 10½ Uhr: „Samſon und Dalila”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Johann Sebaſtian Bach=Abend des
Klavier=
virtuoſen Wilhelm Backhaus um 8 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Vortrag von Pfarrer Wahl um 8¼ Uhr im „
Kaiſer=
ſaal” (Kirchlich=poſitive Vereinigung).
Fachwiſſenſchaftlicher Vortrag von Karl
Paulke um 9 Uhr im „Fürſtenſaal” (Friſeur= und
Pe=
rückenmacher=Innung).
Prüfungsvorſpiel um 5 Uhr im Konſervatorium
für Muſik (Mühlſtraße 70).
Verſammlung des Vereins der Hundefreunde von
Darmſtadt und Umgegend um 9 Uhr im „Perkeo”.
Konzerte: Hotel Heß um 3 und 8 Uhr. — Heſſiſcher
Hof um 7 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr. —
Rummel=
bräu um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Expedition
Rhein=
ſtraße 23): Die Unglücksſtelle des Berliner
Automobil=
verbrechens; ein montenegriniſches Belagerungsgeſchütz
vor Skutari; Vorführung von Waſſerflugzeugen vor dem
deutſchen Kaiſer in Wilhelmshaven; Leipzig im Zeichen
der Reklame.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 14. März.
Hofreite=Verſteigerung des Johann Georg
Jakob (Große Ochſengaſſe 1) um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Lunſthalle am Rheinor, geöfnet Wertags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Drik und Belagt z. g. Siltihſihe Heftuchunchente=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
8
Boemol-Warfer der Beste!
Ruuf
5 Würfel 20 Pfg., einzelne Würfel 5 Pfg.
(VI,6197
arsame früche
(ace
Hessische Reichsparrel
Am Samstag, den 15. März, abends 8½ Uhr
ſpricht im Kaiſerſaal (Grafenſtraße)
Herr Dr. Otto Arendt
Mitglied des Reichstags u. des Preussischen Abgeordnetenhauses
über:
Die politische Lage des Reichs
und die neue Wehrvorlage.
Hierzu laden wir alle vaterländiſch geſinnten Männer und
Frauen ein.
(6178ds
Eintritt frei!
nfant.=Gewehr, Modell 71,
8 Mk., Mandolinenkaſten
2 Mk., großes Bild (
Stahl=
ſtich) 8 Mk. zu verkaufen. Näh.
in der Expedition.
(6239dfs
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Zu verkaufen krankheitshalber
2 Autos in ſehr gutem Zuſtande,
1 Sommerwagen u. Landaulett.
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Reſtau=
rätion, Darmſtadt.
(6230a
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„Bockshaut‟.
Heute Donnerstag: (*6974
Metzerſuppe.
urngemeinde
Besungen
§ E. V. Vereinshaus Heidelbergerstr. 131.
Wir laden unſere Mitglieder zu den an den
Samstagen, den 15., 22. und 29. März, abends
9 Uhr, in der Wochenverſammlung ſtattfindenden Vorträgen des=
Herrn Reviſor Friedrich Weimar über die Reichsverſicherungsords
nung höflichſt ein und bitten um recht zahlreichen Beſuch.
(136243
Der Vorstand.
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Off. u. P 45 an d. Exp. erb. (*6866d
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an Strada Romana.
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Besitzer: J. Albrecht.
(Sommerhaus Mathildenbad Wimpfen o. d. Neckar.)
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Anzug, f. mittl. Figur paſſ., Hinterer Abſchlußz Rheinſtr. 47
bill. z. verk. Gervinusſtr. 42, pt. (*ſofort verkäuflich.
der Einfahrt
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Die Prüfungsvorſpiele und=Konzerte finden in der Zeit vom
3.—19. März ſtatt. Das Programm berechtigt zu freiem Eintritt;
Programme à 20 Pfg. auf der Direktion und in der
Hofmuſikalien=
handlung Gg. Thies Nachfolger erhältlich.
Das Sommerhalbjahr beginnt am 3. April. Anmeldungen
werden von jetzt an entgegengenommer
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Salon-Damen-Orchester
„Schneeglöckchen‟ (5518a
Stets freier Eintritt.
Salvator im Anstich.
(c
Zi
V. I. C.
Sehee
Zweigverein
Ae
Darmstadt.
Wir laden unsere Mitglieder
zu der nächsten Samstag, den
15. März, abends 9 Uhr im
Gartensaal der Brauerei Fay
(Alexanderstr.) stattfindenden
Hauptversammlung
freundlich ein und bitten um
(6164
zahlreiches Erscheinen.
Der Vorstand. Pensee geſucht. Off.
3000 u. P 74 Exp. (*6944df Nur noch 3 Tagel
Karwoche geschlossen! Oſter=Haſen
und Eier
für Wiederverk. hat noch ein.
groß. Poſten bill. abzugeb. (*6920dsi
Dv Schokolade- u.
L. Gilber g Zuckerwaren. AHentel Donnerstag,
den 13. März:
Am Tage des Gerichts
Volks-Schauspiel in 4 Akten
von P. K. Rossegger. Freitag, den 14. März:
Die Salonbäuerin
ländl. Schwank mit Gesang
und Tanz in 4 Akten von
I. Willhardt. Sportwag., verk., daſ. auch kl.
(*6875
Puppenſportwagen.
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Alexanderſtr. 25, 1. St. rchts. (*6912
2 Plätze, 1. Rang
(Abonnement B)
für den Reſt der Spielzeit
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geben, event. auch einzeln.
(*6584imd
Zu erfragen
Aliceſtraße 5, Kontor Schmidt.
Zwei Balkonlogen (Vorderplätze)
ganz od. geteilt v. 1. April od. jetzt
ab für den Reſt der Spielzeit
ao=
zugeben Friedrichſtr. 12. (5932oid
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 13. März. 1913.
140. Abonnem.=Vorſtellung. C 35.
Samſon und Dalila.
Große Oper in 3 Akten v. Camille
Saint=Saéns.
Perſonen:
Dalila.
. . . Anna Jacobs
Georg Becker
Samſon . .
Der Oberprieſter
Georg Weber
des Dagon
Abi=Melech, Satrap
L. Schützendorf
von Gaza .
Ein alter Hebräer
Ein Kriegsbote d.
Philiſter . . . Karl Jahn
Erſter
K. Bernhardt
Zweiter) Philiſter
Willy André
** Ein alter Hebräer:
Wolf=
gang Ritter von Schwind,
v. Hoftheater in Karlsruhe, a. G.
Vorkommende Tänze,
arrangiert v. Helene Thiele=
Leon=
hardt: 1. Akt: „Tanz der
Prieſte=
rinnen des Dagon” ausgef. von
den Damen des Corps de Ballet.
2. Akt: „Bacchanale”, ausgef. von
den Damen des Corps de Ballet.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
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In den Waldungen der Gemeinde Ober=Ramſtadt werden
nachbenannte Holzſortimente meiſtbietend verſteigert:
Montag, den 17. März, im Diſtrikt Eichelberg:
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270 Stück Eichen=Wellen, 16 rm Buchen=, 6 Eichen=, 99 Fichten=
Stöcke.
Zuſammenkunft vormittags 9 Uhr im Diſtrikt Eichelberg auf
dem Frankenhäuſer Weg.
Mittwoch, 19. März, vorm. 9 Uhr anfangend,
auf dem Rathaus dahier, das in den Diſtrikten Schorrsberg,
Geiſen=
wald, Löhchen, Buchwald, Finſterhöllenberg und Griesbach
zerſtreut liegende und ſitzende Dürr= und Windfallholz:
21 Fichten=Stämme von 13—30 cm mittl. Durchmeſſer und
10—17 m Länge,
Knüppel, rm: 6 Buchen, 71 Eichen, 153 Kiefern, 169 Fichten,
510 Stück Eichen=Wellen, 71 rm Fichten=Stöcke,
verſteigert.
Nähere Auskunft erteilt Förſter Trautmann dahier.
(6163ds
Ober=Ramſtadt, den 10. März 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
13. Vorbereitungskursus für die theoretische
Meisterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog. kleiner Befähig‟
ungsnachweis) dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche
Perſonen Lehrlinge anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden
haben. Ueberdies läuft am 1. Oktober 1913 die Friſt ab, bis
zu welcher die Meiſterprüfung noch ohne Nachweis der
beſtandenen Geſellenprüfung abgelegt werden kann. (Die
Be=
ſtimmungen finden gleichermaßen auf mönnliche wie auf weibliche
Gewerbetreibende Anwendung.)
Infolge der überaus großen Beteiligung an der jetzt beginnenden
außerterminlichen Meiſterprüfung wurde, um noch möglichſt vielen
Handwerkern die Teilnahme an der Prüfung nach den erleichterten
Beſtimmungen zu ermöglichen, die Abhaltung einer zweiten
außer=
terminlichen Meiſterprüfung für dieſes Jahr angeordnet. Wir
beab=
ſichtigen daher zur Vorbereitung auch auf den theoretiſchen Teil
dieſer Meiſterprüfung nochmals einen Kurſus in Buchführung,
Wechſellehre, Scheckverkehr, Gewerbe=Verſicherungs= nud
Ge=
noſſenſchaftsgeſetzgebung abzuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 2. April beginnen
und am 16. Mai endigen. Als Unterrichtszeit ſind die Mittwoch=
und Samstag=Nachmittage vorgeſehen.
Anmeldungen werden auf der Handwerkskammer zu
Darm=
ſtadt, Georgenſtr. 9, bis ſpäteſtens 29. März entgegen genommn.
Die Teilnehmergebühr mit 10 Mk. iſt im Voraus zu entrichten.
(6176a
Darmſtadt, den 11. März 1913.
Der Vorstand des Ortsgewerbevereins zu Darmstadt.
Selbständigen Damen
wird sachkundige, praktische Anleitung zur
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mögensverwaltung erteilt in der
Darmstädter Sprach- und Handelsschule
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Beeidigter Bücher-Revisor.
Beginn des Sonderkursus: Anfangs April.
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Grabgeländer werd. m.
wetter=
feſter Farbe geſtrichen, Steine
werd. geſchrieb., gerein. u. d. Schrift.
friſch vergold., bei billigſt. Berechn.
Ad. Haun, Dieburgerſtr. 5.(*6883do
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1957, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verſäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1913 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
oei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf. die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag au
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Befreiungs=Anträge, die nach dem 1. April 1913 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tariſes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht,
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind.
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchaft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgellich gelieſert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal. und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Rummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Nabfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplate
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führer, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit‟
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht:
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
4. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde de
ingehend, daß das Fahrad u d eiwil e gend zu dernſlichen Zweten
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei odt.2 Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern. das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1 dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 190 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt. ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 90 erforderlichen Erkaubnfsſcheine und
Karten zu löſen, verfält in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder, der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haſtet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derienige
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde,
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenninis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen,
Darmſtadt, den 15. Februar 1913
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(4792a
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Pflegekinderaufſicht in den Landgemeinden des Kreiſes.
Ein Kind unter 6 Jahren darf im Kreiſe Darmſtadt in entgeltliche Pflege
nur mit Erlaubnis der Ortspolizeibehörde untergebracht werden. Ehe dieſe
Er=
laubnis erteilt werden kann, ſind die perſönlichen und häuslichen Verhältniſſe der
Pflegeeltern eingehend durch die Behörden zu prüfen. Dies erfordert ſtets einige Zeit.
Wir empfehlen deshalb denjenigen, in den Landgemeinden des Kreiſes
wohnen=
den Perſonen, die Pflegekinder aufnehmen wollen, ſich vorher, und zwar
als=
bald, bei den Großh. Bürgermeiſtereien, oder der Kreispflegerin der Großh. Zentrale
für Mutter= und Säuglingsfürſorge, die regelmäßig die Landgemeinden beſucht,
anzumelden. Die Pflegeſtellen werden alsdann geprüft und geeignetenfalls
vor=
gemerkt.
Vor Erteilung der ortspolizeilichen Genehmigung darf kein Pflegekind
an=
genommen werden. Bei Zuwiderhandlungen kann die Eltern, ſowie diejenigen
Mittelsperſonen, welche das Kind in Pflege gegeben haben eine Geldſtrafe von 40
bis 150 Mark treffen. Auch kann die Auflöſung des Pflegeverhältniſſes in ſolchen
Fällen herbeigeführt werden.
Die Pflegemütter werden daher in ihrem eigenen Intereſſe davor
ge=
warnt, ein Pflegekind aufzunehmen, ehe die ortspolizeiliche Genehmigung und
der darüber auszufertigende Erlaubnisſchein erteilt worden iſt. Auch die
Pflege=
mütter trifft die geſetzliche Strafe, wenn ſie gegen die Vorſchriften des Geſetzes vom
10. September 1878 verſtoßen.
Bei dieſem Anlaſſe fordern wir die Pflegemütter, welche fremde Kinder gegen
Entgelt in Pflege haben, wenn ſie in Landgemeinden wohnen, in denen
unent=
geltliche ärztliche Veratungsſtellen der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfürſorge beſtehen, andurch auf, dieſe regelmäßig zu beſuchen, ſolange das
Pflegelind noch nicht älter als 1½ Jahre iſt.
Darmſtadt, den 7. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt.
Die obenſtehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald und alsdann
regel=
mäßig am Anfang jeden Vierteljahres ortsüblich bekannt machen. Sie wollen jede
Gelegenheit benützen, um die Kenntnis dieſer Vorſchriften bei den Beteiligten zu
ver=
breiten, damit ſo einer Beſtrafung vorgebeugt wird. Verfehlungen gegen die
Vor=
ſchriften ſind bei uns jeweils zur Anzeige zu bringen. Vor Erteilung der
Er=
laubnis zur Unterbringung eines Pflegekindes in einer Pflegeſtelle gegen Entgelt
iſt die Kreispflegerin der Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge
zu hören. Bei Meinungsverſchiedenheiten mit dieſer wollen Sie uns Vorlage machen.
Stirbt ein Pflegekind, ſo iſt gemäß § 16 der Inſtruktion ſofort, d. h. an
dem=
ſelben Tage, Abſchrift des Todeszeugniſſes unter Vermerk Eilt” anher vorzulegen.
Jeder Todesfall wird nach Vorſchrift von uns und den ſonſt zuſtändigen Steilen
unterſucht werden. Liegt der Verdacht einer ſtrafbaren Handlung vor, ſo iſt die
Großh. Staatsanwaltſchaft und der Großh. Kreisarzt von Ihnen ebenfalls ſofort zu
benachrichtigen.
Darmſtadt, den 7. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(5971id
Fen.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß das Proviantamt Darmſtadt
den Heuankauf eingeſtellt hat. Roggen, Hafer und Roggenſtroh (Flegel=,
Maſchinen=
glatt= und Preßlangſtroß) wird weiter gekauft.
(6208dd
Darmſtadt, den 8. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Eine Sitzung des Kreistags findet
Donnerstag, den 27. März 1913, vormittags 11 Uhr,
im Rathausſaale dahier (Marktplatz 8) ſtatt.
Auf der Tagesordnung ſtehen folgende Gegenſtände:
1. Vorlage der Verwaltungsberichte des Kreis=Ausſchuſſes pro 1911 für die
Kreiskaſſe und die Kreis=Abdeckereikaſſe.
2. Prüfung und Begutachtung der Kreiskaſſerechnung und der Rechnung der
Kreis=Abdeckereikaſſe für 1911.
3. Feſtſetzung der Voranſchläge über Einnahmen und Ausgaben der Kreiskaſſe
und der Kreis=Abdeckereikaſſe für 1913.
4. Ausbau des Verbindungsweges vom Bahnhof Kranichſtein nach der
Kreis=
ſtraße Darmſtadt-Meſſel als Kreisſtraße.
5. Die Organiſation der Krankenkaſſen nach der Reichsverſicherungs=Ordnung.
6. Wahl der Taxatoren und Stellvertreter für die nach §§ 15 und 16 der Pferde=
Aushebungs=Vorſchrift vom 17. Juli 1900 zu bildenden Aushebungs=
Kom=
miſſionen auf die Dauer von 6 Jahren, 1913 bis einſchließlich 1918. Es
ſcheiden aus:
a) Aushebungsbezirk Darmſtadt:
Stellvertreter:
Taratoren;
1. Landwirt Adam Gründler dahier,
1. Landwirt Adam Kaus dahier,
2. Poſthalter Walther dahier,
2. Rudolf Reimann dahier,
3. Fabrikant Auguſt Keller in Eber=
3. Rentner Heinrich Kramer II. in
ſtadt.
Pfungſtadt.
b) Aushebungsbezirk Eberſtadt:
Stellvertreter:
Taxatoren:
1. Auguſt Dörner in Eberſtadt,
1. Peter Breitwieſer in Eberſtadt (ge=
2. Landwirt Leonhard Hill daſelbſt,
ſtorben),
3. Gemeinderatsmitglied Auguſt Eis in
2. Ludwig Engel I. in Pfungſtadt,
Ober=Ramſtadt.
3. Chriſtian Steinmetz III. daſelbſt.
(6174a
Darmſtadt, den 10. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Provinzialtag.
Samstag, den 15. März d. Js., vormittags 10¼ Uhr, tritt im
Rathaus=
ſaal zu Darmſtadt (Marktplatz 8) der Provinzialtag der Provinz Starkenburg zu
einer öffentlichen Sitzung zuſammen.
Auf der Tagesordnung ſtehen folgende Gegenſtände:
1. Vorlage des Verwaltungsberichts des Provinzial=Ausſchuſſes und der
Pro=
vinzial=Pflegeanſtalt vom Jahr 1911 Rj.
2. Prüfung der Rechnung der Provinzialkaſſe und der
Provinzialpflegeanſtalts=
kaſſe für 1911 Ri.
3. Feſtſtellung des Voranſchlags der Provinzialkaſſe und der
Provinzialpflege=
anſtalt für 1913 Rj.
4. Ergänzungswahl der Mitglieder des Provinzial=Ausſchuſſes. Wegen
abge=
laufener Dienſtzeit treten aus die Herren:
a. Mitglieder:
Geheimer Juſtizrat Dr. Lahr von Darmſtadt,
Bürgermeiſter Nuß von Gernsheim,
Rentner Schmidt von Offenbach,
Bürgermeiſter Oekonomierat Trautmann von Rimbach.
Außerdem iſt für das verſtorbene Mitglied, Herrn Bürgermeiſter
Dr. Frenay von Bensheim (für den Reſt deſſen Dienſtzeit: Ende 1916) ein
neues Mitglied zu wählen.
b) Erſatzmänner:
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing von Darmſtadt,
Beigeordneter L. Müller von Eberſtadt.
5. Angeſtellenverſicherung des früheren Rechners und Hausverwallres der
Provinzial=Pflegeanſtalt Ludwig Korell zu Berlin.
(5333isd
Darmſtadt, den 22. Februar 1913.
Der Vorſitzende des Provinzialtags.
Fey.
Kohlenlieferung.
Die Lieferung von circa 2000 Zentner Ruhrkohlen (Nuß II) für die Kreis=
Abdeckerei des Kreiſes Darmſtadt, ſowie der erforderlichen Anthrazit= und Nußkohlen
zur Heizung der vom Kreiſe benutzten Räumlichkeiten im Erdgeſchoß des Hauſes
Neckarſtraße Nr. 3, lieferbar nach Bedarf in der Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März
1914, ſoll an den Wenigſtnehmenden vergeben werden.
Angebote, welche frei Magazin in der Anſtalt, Gräfenhäuſerweg 201, bezw
Keller des Hauſes Neckarſtraße 3, und einſchließlich Oktroi zu verſtehen ſind, werden,
mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis 31. d. Mts. erbeten.
Die Zeche, von welcher die Kohlen bezogen werden ſollen, iſt anzugeben.
Für die Kreis=Abdeckerei iſt waggonweiſe direkt ab Zeche zu liefern.
(6111i
Darmſtadt, den 10. März 1913.
Der Kreis=Ausſchuß des Kreiſes Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
Bekanntmachung.
Am 3., 4., 7., 11., 14., 28., 31. März 1913 von 8¾ Uhr vormittags bis
zum Dunkelwerden wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 19. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V: Dr. Reinhart.
(5123a
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf Artikel 33 des Geſetzes vom 24. März 1910 wird hiermit!
zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Stempel:
1. für Verkaufs= oder Waagautomaten,
2. für automatiſche Kraftmeſſer,
3. für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen,
4. für alle in öffentlichen Wirtſchaftslokalen aufgeſtellten Klaviere oder ſonſtige
Muſikwerke,
5. für Luxuswagen und Luxusreitpferde,
deren Verſteuerung am 31. März 1913 abläuft, wenn die Abgabepflicht fortdauert,
im Monat März zu entrichten iſt.
Die Entrichtung des Stempels erfolgt an allen Wochentagen des Monats
März, vormittags von 9—12 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde im
Regierungs=
gebäude (Neckarſtraße Nr. 3, Zimmer Nr. 9) dahier.
Darmſtadt, den 4. März 1913.
(5811a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
In Vertr.: Dr. Michel.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Dachshund, 2 Dobermann.
1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um
(6192
10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Ueberwachung der Pflegekinder.
Das Unterbringen eines Kindes unter 6 Jahren in entgeltliche
Pflege iſt nur mit Erlaubnis der Ortspolizeibehörde zuläſſig.
Ehe dieſe Erlaubnis erteilt werden kann, ſind die perſönlichen und
häuslichen Verhältniſſe der Pflegeeltern eingehend durch die Behörde
zu prüfen. Dies erfordert ſtets einige Zeit.
Wir empfehlen deshalb denjenigen Perſonen, die Pflegekinder
aufnehmen wollen, ſich vorher und zwar alsbald bei uns oder der
Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge (
Heinheimer=
ſtraße 21) anzumelden. Die Pflegeſtellen werden alsdann eingehend
geprüft und geeignetenfalls vorgemerkt.
Vor Erteilung der ortspolizeilichen Genehmigung darf kein
Pflegekind angenommen werden. Im Zuwiderhandlungsfalle trifft
die Eltern, ſowie diejenige Mittelsperſon, welche das Kind in Pflege
gegeben hat, eine Geldſtrafe von 40—150 Mk. Das
Pflegever=
hältnis wird aufgelöſt.
Die Pflegemütter werden in ihrem eigenen Intereſſe davor
gewarnt, ein Kind aufzunehmen, ehe die ortspolizeiliche
Geneh=
migung erteilt worden iſt.
Darmſtadt, den 11. März 1913.
(6193ds
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Aufforderung.
Die Witwen von Hofmarſtallbedienſteten, welche bei der am
20. April d. J. ſtattfindenden, legatmäßigen Zinſenverteilung „Der
Stiftung des Großh. Oberſtleutnants a. D. Karl von Kreß zum
An=
denken an ſeinen Sohn Fritz von Kreß” Berückſichtigung finden wollen,
werden hierdurch aufgefordert, ſich, unter Vorlage eines Zeugniſſes
des einſchlägigen Ortsgerichts über Würdigkeit und Bedürftigkeit,
längſtens bis zum 20. März d. J. ſchriftlich oder perſönlich bei
uns zu melden.
(5891od
Darmſtadt, 6. März 1913.
Großherzogliches Hofmarſtall=Amt.
Riedeſel Freiherr zu Eiſenbach.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 13. März 1913,
nachmit=
tags 3 Uhr, und folgende Tage verſteigere ich im
Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung
a) für beſtimmt: 140 Paar Glacéhandſchuhe, 73 Paar
Lederfutterhandſchuhe, 197 Paar Damen= und
Herren=
handſchuhe (farbige lederne), 50 Paar
Damenhand=
ſchuhe, 610 Paar Damenhandſchuhe (ſeidene und
Flor=
handſchuhe);
b) um 4 Uhr beſtimmt: 1 Küchenſchrank und 1
Näh=
maſchinengeſtell;
e) voransſichtlich: 1 Pianino, 8 Vertikos, 4 Sofas,
Diwans, 2 Schreibtiſche, 1 Schreibmaſchine, 2 Fahrräder,
2 Nähmaſchinen, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen, 3
Laden=
theken, 1 große Partie Kokosmatten, 1 Partie Läufer,
Teppiche pp.
Darmſtadt, den 12. März 1913.
(6169
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Die Dachdecker=, Spengler=
und Glaſerarbeiten
für den Erweiterungsbau der
Stadtkaſſe ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 20. März 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(6102md
Darmſtadt, 11. März 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Del=Lieferung.
Die Anlieferung von ca. 8000 kg
Fußbodenöl ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen.
Die Verdingungsunterlagen
wer=
den nach auswärts nicht verſandt.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 26. März 1913,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(6206df
Darmſtadt, 12. März 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 27. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Gärtner Hermann
Geyer II. zu Eberſtadt im
Grund=
buch hieſiger Gemarkung
zugeſchrie=
bene Liegenſchaft:
Flur Nr.
qm
268 34//10 Wohnhaus
Schloßgaſſe 18,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K79/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 7. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(V,3902
5874a
zu ver=
1gebr. Liegewag. kaufen
Mollerſtraße 43, 1. Stock. (*6886
guter Ton, bill
Cello — abzugeben
Alte Ireneſtr. 4, parterre. (*6720
Tadelloſ. ſchw. Damast-Seidenkleid
zu jed. annehmb. Preiſe zu verkauf.
Karlſtraße 115, 1. Stock. (*6889
Nutzholz-Verſteigerung.
Mittwoch, den 26. März I. J., vormittags 9 Uhr,
werden in der Reſtauration „Zum heiligen Kreuz” (Halteſtelle der
elektriſchen Straßenbahn) zu Darmſtadt (Dieburgerſtraße Nr. 234)
verſteigert:
I. Stämme.
Hainbuchen: 1 Stück II. Kl. — 0,49 fm, 8 Stück IV. Kl. —
3,81 fm, 18 Stück V. Kl. = 5,69 fm, 3 Stück VI. Kl. —
0,82 fm; Birken: 1 Stück III. Kl. — 0,49 fm, 2 Stück IV. Kl.
— 0,48 fm, 7 Stück V. Kl. — 1,99 fm; Ulmen: 1 Stück VI. Kl.
— 0,23 fm; Linden: 1 Stück III. Kl. — 0,99 fm, 2 Stück
IV. Kl. — 1,19 fm, 2 Stück V. Kl. — 0,71 fm; Kiefern:
1 Stück II. Kl. — 1,91 fm, 8 Stück III. Kl. — 11,25 fm,
1 Stück IV. Kl. — 0,60 fm.
II. Nutzſcheiter.
Eichen: 36,2 rm I. Kl., 710 rm II. Kl. (hiervon
380 rm rund).
Nummerverzeichniſſe werden von der unterzeichneten Stelle
ab Samstag, den 15. l. Mts., koſtenlos geliefert, Revierkarten gegen
portofreie Einſendung von 50 Pfg. Nähere Auskunft erteilen die
Oberförſterei, ſowie die im Nummerverzeichnis namhaft gemachten
Forſtwarte, die auch das Holz auf Wunſch für ihren Bezirk vorzeigen.
Darmſtadt, den 11. März 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(6162
Letzte Brennholz=Verſteigerung.
Mittwoch, 19. März I. J., vormittags ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen ſämtliches in
Forſtwartei Kranichſtein ſitzende Brennholz (Nr. 417—1014), ſowie
das Durchforſtungsholz aus Rottwieſenſchlag (an der
Speierhügel=
ſchneiſe und Meſſeler Chauſſee, Nr. 537—631), Forſtwartei Einſiedel,
verſteigert:
Scheiter, rm: 157 Buchen I. Kl., 234 Buchen II. Kl.,
202 Eichen, 2 Birken, 2 Kiefern, 10 Fichten; Knüppel, rm:
274 Buchen, 165 Eichen, 2 Birken, 1 Kiefer, 10 Fichten;
Reiſig, Wellen: 2395 Buchen; Stöcke, rm: 77 Buchen,
53 Eichen, 5 Fichten.
Die Buchenknüppel im Rottwieſenſchlag ſind meiſt
Stamm=
knüppel; das Holz ſitzt größtenteils in der Nähe der Meſſeler Chauſſee.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft
erteilen Forſtwart Karn zu Kranichſtein, Forſtwart Lohfink zu
Einſiedel.
Darmſtadt, den 12. März 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(6161
Ausſchreibung.
Die Lieferung unſeres Bedarfs an Kohlen=Briketts für das
Rechnungsjahr 1913/14 ſoll baldmöglichſt vergeben werden.
Ver=
dingungsunterlagen ſind gegen Entrichtung einer Gebühr von M. 0.50
an unſerer Kaſſe, Luiſenſtraße 22, erhältlich. Angebote ſind bis
ſpäteſtens 20. März bei der unterzeichneten Direktion einzureichen.
Darmſtadt, den 11. März 1913.
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(Nachdruck verboten.)
2
Thom Lührs fluchte nicht. Er hatte ſchon wieder ſein
goldenes Lächeln im Geſicht und ſagte nach geraumer Zeit:
Fehlgeſchoſſen, meine Lieben. Wer Kinder in die Welt
ſetzt, ſoll ſie ſich nicht vom Halſe wälzen. Das geht gegen
alle Ordnung. Schließlich . .. aber was rede ich viel! . .
Kaſpar, lauf ſofort zum Herrn Bürgermeiſter rüber und
melden den Vorfall. Und er möchte den Rackelmann auf
die Fährte ſetzen. Die Leutchen müſſen zurück und ſollen
ſich ihr Würmchen holen. Und ich will ihnen erne Predigt
halten, daß ihnen das Blut zu Kopf geht. Lauf, Kaſpar
Die Trine ſoll dem Kinde derweil eine Morgenſuppe
kochen.
Und lächelnd trug er das Bündel aus dem dunſtigen
Saal. ——
Herr Johannes Sörenſen ſaß beim Morgenkaffee, als
ihm eine „preſſierende Neuigkeit” gemeldet wurde. Ho
ha, eine Neuigkeit zu früher Stunde? Ho ha! Der Bömken
ſoll vortreten! . . .
Ho ha, na, Bömken, was preſſiert?
Ein Kind, Herr Bürgermeiſter! Bömken hatte noch
Schweiß auf der Stirn und ſuchte nach Atem
Na, Bömken, ho ha, keine Späßchen! verwies das
Stadtoberhaupt, ſtreckte die Beine weit unter den Tiſch
und ſah den Neuigkeitsmelder mißbilligend an.
Bei meiner Seel’, Herr Bürgermeiſter, keine Späßchen.
Und er berichtete umſtändlich das Geſchehnis,
Während er im beſten Zuge war, kam Herr Sörenſens
Gattin im lila=verſchoſſenen Mörgenkleide und trug alle
Anzeichen der Erregung auf ihrem wohlgerundeten Geſicht.
Gott, Johannes, ein Kind, ein . . . weißt Du ſchon.
im „Güldenen Ring”, im Saal . . . nein, dieſe
gottver=
geſſene Brut . . . dieſe . .
Ho ha — Malvine! erbat Johannes Schweigen. Und
von Kaſpar forderte er herriſch: Weiter, weiter!
Der kam denn glücklich zu Ende. . . Und den langen
Schwall ſeiner weitſchweifigen Berichterſtattung löſte des
Herrn Bürgermeiſters ſich überſtürzendes Sprechen ab.
Ja gewiß, der Rackelmann! Sofoct der Rackelmann! Er
muß nach, raſend ſchnell nach. Die Bande muß zurück.
Denn das Kind behalten? Er ſtreckte abwehrend beide
Hände vor und blies die Luft von ſich. Ho ha, das wäre
Laſten, Laſten! Der Stadt Laſten aufhalſen! Nee! Das
Kind muß fort. Gleich den Rackelmann! Bömken, ſofort
den Rackelmann zur Stelle!
Es verging eine gute Stunde, ehe der Befehl des
Stadtgewaltigen zur Ausführung kam. Denn Rackelmann
Ratsbote und oberſtes ausführendes Polizeiorgan
Hat=
tinghauſens in einer Perſon, der von Bömken erſt aus
den Federn gejagt wurde, erklärte ſeelenruhig: Erſt wir
und dann die Auskneifer. Soll ich mir nüchtern die Lunge
aus dem Leibe laufen?
Es war ſchon gegen halb zehn hin, als er endlich vor
dem Herrn Bürgermeiſter ſtand. Rackelmann, ho ha,
Rackelmann, wo bleiben Sie? Das Pack iſt derweil über
das Mondgebirge. Hören Sie: Sie laufen nach
Bröm=
dahl zu. Dabin wollten die Halunken, meinte der Böm=
ken. Sie kriegen ſie, greifen ſie, bringen ſie! Es koſtet Sie
Ihr Amt, wenn Sie nicht . . . aber Rackelmann, ſo laufen
Sie doch!
Jürgen Rackelmann verſicherte, alles verſuchen zu
wollen, um die „nichtsnutzigen, vermaledeiten
Poppen=
ſpäler” zur Stelle zu ſchaffen, verneigte ſich gravitätiſch
und ging. Schon hinter der Tür lächelte er und tippte
ſich mit dem Zeigefinger gegen die Stirn. Lauf du man,
Bürgermeiſter. Ich nich! Und wer dieſe ſchmählichen
Ge=
danken des zur Völligkeit neigenden Jürgen Rackelmann
gekannt hätte, würde es nie geglaubt haben, daß die
fah=
renden Leute nach Hattinghauſen je zurückkommen würden.
Rackelmann kam an dem Tage nie bis Brömdahl.
Schon dicht hinter Hattinghauſen fand er Geſellſchaft,
zwei alte Bekannte aus Greenshuſen. Die ſchlugen ihm
einen kleinen Erholungsſchoppen im Kruge zu
Büldens=
büttel, einem Dorfe, das alle deei paſſierten, vor. Daß
der Herr Ratsbote ein ausgedehntes Sitzen der wilden
Jagd auf fahrendes Volk vorzog, braucht kaum erwähnt
zu werden, ſo einleuchtend wird das ſein. Trotzdem
mel=
dete er am Nachmittag:
Verfolgung bis weit hinter Brömdahl ausgedehnt,
alles abgeſucht und überall gefragt, aber nichts gefunden!
Dem Kinde Signe war damit natürlich nicht geholfen.
Was ſollte nun werden?
Faſt ganz Hattinghauſen wußte es ſeit dem Mittag:
Die Puppenſpieler haben ein Kind hiergelaſſen. Der
Bömken vom „Güldenen Ring” hat es gefunden. Es hat
einen wunderlichen Namen. Und es iſt häßlich wie eine
Kröte. Und das beſte wäre .
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Jeder glaubte, das Beſte zu wiſſen. Es war viel
Herzloſes unter dieſem Beſten. Auch die Roheit blickte
hier und dort gierig durch. Und die Narrheit im
klingen=
den Schellengewande ſtand grinſend dicht nebenan.
Nur über wenige Lippen ging: Das arme Kind! Die
meiſten Mäuler verdammten die kleine Signe, redeten
von ihr, als ſei ſie nur des Ausſpeiens wert, und wußten
nichts vom Gebot der Liebe.
Derweil trug Thom Lührs behende Sorge um das
Findelkind. Trine Barkens hatte dem Wurm eine
Mor=
genſuppe gekocht, von der das wenigſte über die welken
Lippen gegangen war. Thom Lührs’ Haushälterin meinte,
das Kind erlebe den Abend nimmer. Dazu lächelte der
Ringwirt und dachte an manches: an ſeines jungen
Le=
bens Ehehälfte, die im Kindbett von ihm gemußt, ſamt
dem Geborenen. Und dies Lächeln während des
Er=
innerns an jenes zwiefache Sterben war ein Lächeln
kaum, eher ein übertünchtes Weinen Und er hatte den
Gedanken an ſein ſo ſtilles einſames Leben. Wenn er
nun . . . . ach nein! Das Kind nicht. Er war ſo bequem
geworden und ſo umſtändlich. Nur kein kleines Kind hier
hinein. Und da lächelte er zum andern Male Das ſah
hilflos aus. . . . Und hierauf dachte er an Rackelmann.
Der mußte nun bald wieder hier ſein. Dann hatte die
Plage ein Ende.
Denn eine Plage, eine rechte Plage fürwahr, war’s
mit dem elenden Dinge. Seit dem Mittag war das
kläg=
liche Wimmern zum zerriſſenen Schreien geworden. Trine
Barkens ſchaffte nichts. Da nahm Thom Lührs das Kind
in ſeine Arme, trug es von Zimmer zu Zimmer,
ver=
ſäumte ſein Geſchäft und ſang der Verlaſſenen leiſe
Wiegenlieder, wie er ſie noch von ſeiner Kindheit her in
der Erinnerung hatte. Manchmal haperte es mit dem
Text. Aber dann fing Thom Lührs immer wieder getreu=
lich von vorn an. Und gegen den Abend hin hatte ſich das
Würmchen in den Schlaf geweint. Nun legte es Thom
Lührs in ſein Bett, ſetzte ſich in die leere, halbdunkle
Gaſt=
ſtube und dachte nach. Irgend etwas mußte doch geſchehen.
Endlich beſchloß er, nach Rackelmann zu fragen.
Der Regen ſickerte noch. Und alle Hattinghauſener
gingen mit aufgeſpannten Schirmen an Thom Lührs
vor=
über. Nur Thom Lührs trug keinen Schirm und ließ ſich
die Sprühtropfen in ſein lächelndes Geſicht wehen. Denn
trotz aller Sorge um das Kind hatte er in der Hoffnung
auf einen guten Ausgang das alte glückliche Lächeln
wie=
dergefunden. Ehe er links vor St. Sebaldus abbog, quer
zur Bürgermeiſterei hinüber, rief jemand ſeinen Namen.
Es war eine klangvolle, reine Stimme. Und das
Ge=
ſicht, in das er nun ſah, war auch rein wie dieſe Stimme
und neben aller Strenge im Schnitt doch gütig und lind.
Thom Lührs verbeugte ſich. Guten Abend, Frau
Bruns, ſagte er. Und Frau Barbara Bruns legte
ver=
traulich ihre Rechte auf ſeinen Arm und bat: Kommen
Sie mit nach Ihrem Hauſe. Ich möchte mir das fremde
Kind holen.
Da lächelte Thom Lührs ſein hellſtes Sonnenlächeln,
preßte Frau Barbaras Hand feſt in der ſeinen und ſagte:
Gott ſei Dank, nun brauche ich den Rackelmann nicht mehr.
Er wird die Puppenſpieler ſowieſo nicht wiederbringen. ..
Aber das Kind iſt grundhäßlich, Frau Bruns.
Wozu ſagen Sie mir das, lieber Lührs?
Man
muß ſich auch des häßlichen verlaſſenen Kindes annehmen.
Und dann gingen beide zum Güldenen Ring, wo
Signe ſchon wieder das alte wimmernde, zerriſſene
Weinen weinte und Trine Barkens ſich umſonſt Mühe gab,
es zu ſtillen.
Die Familie Bruns war in Hattinghauſen ſeit un=
beilichen Zeier auſiſige Sc behaldeden wonglans die
Hattinghauſener. Und das war ſicher: während des
großen Krieges hatte ein Stadthauptmann Eberhard
Bruns den Schweden die Zähne gezeigt.
Seine Nachkommen trieben ein friedſameres Gewerk:
ſie waren ehrſame Kaufleute und handhabten Maß und
Gewicht. Aus dem kleinen Spezereiladen in der
Ros=
maringaſſe entwickelte ſich allmählich ein
Kokonialwaren=
geſchäft, das ſich mit Stolz das erſte Hattinghauſens
nannte. Die engbrüſtige Rosmaringaſſe war längſt mit
dem breiten Markt vertauſcht, wo das Brunsſche Haus
ſeine ſtolze Front mit den beiden Stockwerken vor St.
Se=
baldus breit machte.
Die Wohlhabenheit der Bruns, war in Hattinghauſen
ſprichwörtlich, und ſie war ſo ſicher fundamenriert wie die
Sandſteinquadern von St. Sebaldus. Der Nachfolger im
Geſchäft hatte immer auf der Solidität und Tüchtigkeit
ſeines Vorgängers in alter Weiſe weitergebaut und vom
vorhandenen Werk keinen Stein verrückt. Da mußte es
ſchließlich einen ſtolzen, wetterharten Bau geben, dem auch
widrige Zeitläufte nicht zu ſchaden vermochten.
Alle erſtgeborenen Söhne in der Familie waren ſeit
vier Generationen Tobias genannt worden. Der
derzei=
tige Herr Tobias Bruns hatte mit dieſer Tradition
ge=
brochen und ſeinen älteſten Sohn Gerhard taufen laſſen.
Man war dieſer Abweichung vom Althergebrachten in
ganz Hattinghauſen mit verwundertem Kopfſchütteln
be=
gegnet, und beſonders peſſimiſtiſch veranlagte Gemüter
prophezeiten dem alten Hauſe infolge dieſer pietätloſen
Handlungsweiſe den Ruin. Gerhard Bruns war zurzeit
zehn Jahre alt und damit ſeinem Bruder Henning um
zwei Jahre voraus.
(Fortſetzun
Landwirtſchaftskammer.
11. Hauptverſammlung, 3. Tag.
g. Darmſtadt, 12. März.
Die Sitzung wird um 9¾ Uhr durch den 1.
Vorſitzen=
den Oekonomierat Walter=Lergafeld eröffnet. Die
Kammer fährt in der Beratung des
Hauptvoranſchlags für 1913/14
fort. Mitgl. Bähr erklärt, wenn die Worte, weswegen
er geſtern einen Ordnungsruf erhalten habe, tatſächlich
ge=
fallen ſeien, ſo bedauere er es er habe ſich in der Wahl
des Ausdrucks vergriffen. — Mitgl. Brauer ſpricht die
Hoffnung aus, daß ſolche perſönlichen Angriffe, wie ſie
Mitgl. Bähr gegen die Regierung gemacht habe, in
Zu=
kunft unterbleiben und weiſt darauf hin, daß nur durch
ein einmütiges Zuſammengehen von Regierung und
Landwirtſchaftskammer den Intereſſen der Landwirtſchaft
gedient werden könne. Von der
Landwirtſchaftsfreund=
lichkeit des Herrn Miniſterialrats Hölzinger ſei er au
Grund eigener Kenntnis feſt überzeugt. Es komme nicht
darauf an, daß man den Beteiligten gegenüber ſchöne
Worte mache und ſpäter nicht halte, was man verſpreche,
ſondern es ſei das Richtige, gegebenenfalls auch offen
einem Verlangen ſich entgegenzuſtellen, wenn man von
ſeiner Undurchführbarkeit oder Unzweckmäßigkeit überzeugt
ſei. Herr Miniſterialrat Hölzinger verhalte ſich in der
letztgeſchilderten Weiſe und hierfür müſſe man ihm
dank=
bar ſein. Redner wendet ſich darauf gegen die
Ausfüh=
rungen des Mitgl. Saalwächter.
Regierungsrat Spamer gibt dann Antwort
äuf die Anfrage des Mitglieds Schneider nach
Ein=
ſicht der Akten. Die Regierung habe ſich wegen des von
ihm vorgetragenen Falles im Juni 1912 an die
Oberberg=
behörde gewandt, und es ſei der Landwirtſchaftskammer
eine Antwort erteilt worden, welche wohl auch
dem Mitglied Schneider mitgeteilt worden ſei. — Mitgl.
Wichmann=Rumpenheim tritt warm für die Schaffung
eines Landesgeſtüts im Kreiſe Offenbach ein. Er wünſcht,
daß die Anregung zur Schaffung von Geſtüten nicht nur
von Landtagsabgeordneten erfolgen könne, ſondern, daß
auch die Landwirtſchaftskammer die Anregungen bei der
Regierung gebe.
Dr. Müller ſtellt feſt, daß die Wünſche aus
dem Kreiſe Offenbach ſchon mehrere Jahre
zurück=
liegen. Die Errichtung wird von der Regierung
ſchon längere Zeit in Erwägung gezogen und iſt, ſoweit
ihm bekannt, die Errichtung eines Landesgeſtüts im
Land=
kreiſe Offenbach ſchon im nächſten Etat in Ausſicht
genom=
men. — Mitgl. Scholl=Altheim wünſcht, daß auch
Rheinheſſen bei Errichtung von Landesgeſtüten berückſichtigt
werde. Es ſei nicht angängig, eine Provinz gegen die
andere auszuſpielen. — Oberlandesſtallmeiſter v.
Wil=
lich freut ſich, das rege Intereſſe für die Pferdezucht zu
bemerken. Der Hauptpunkt bei der Errichtung von
Ge=
ſtüten ſei, daß dieſelben nicht in die Stadt zu liegen
kom=
men. — Mitgl. Schwinn regt die vermehrte Abhaltung
von Viehmärkten an. — Mitgl. Bär wünſcht
Milch=
viehverkaufsſtellen, damit der Bauer direkt vom Bauer
kaufen kann. Die Viehmärkte ſollten am Samstag
ſtatt=
finden. — Mitgl. Schätzel=Selzen bedauert, daß die
Politik in die Debatte gezogen wurde. Er geht dann
näher auf die Ausführungen des Mitgliedes Wolf ein.
Mitgl. Schneider will ſich mit der Antwort der
Re=
gierung zufriegen geben. Er wiſſe, daß die Regierung
keine Macht zu Zwangsmaßregeln beſitze. Es ſei ein
Mangel im Berggeſetz, der die Landwirtſchaft im
Ver=
gleich zur Induſtrie benachteiligt. Er wünſche, daß bei
einer Reviſion zum mindeſten die Parität gewahrt werde.
Hiermit iſt die Rednerliſte erſchöpft.
Ueber den Antrag Mogk, den erledigten Voranſchlag
auch denjenigen Mitgliedern der Provinzialausſchüſſe und
der Kommiſſionen, inſoweit ſie nicht Mitglieder der
Land=
wirtſchaftskammer ſind zuzuſtellen, entwickelt ſich
noch=
mals eine Debatte. Der Antrag wird ſodann
ange=
nommen.
Miniſterialrat Hölzinger teilt ſodann mit, daß
Se. Königl. Hoheit der Großherzog den 1. Vorſitzenden
der Landwirtſchaftskammer, Herrn Oekonomierat
Wal=
ter=Lengfeld, zum Mitglied der Erſten Kammer der
Stände als Vertreter der Landwirtſchaft berufen habe.
Die Kammer tritt ſodann in die Prüfung der
ein=
zelnen Ausgaben=Poſitionen zum
Hauptvoran=
ſchlag für 1913 ein.
Eine Reihe von Poſitionen werden ohne Debatte
ge=
nehmigt; bei Poſition 4a: Prämiierung klein
bäuerlicher Wirtſchaften für die 500 Mark
vor=
geſehen ſind, frägt Mitgl. Mogk an, auf welche Weiſe
dieſe Summe verwendet werden ſoll. — Dr. Hamann
teilt mit, daß nach vom Vorſtand zu erlaſſenden
Beſtim=
mungen alljährlich vielleicht zweimal auf Antrag
Beſich=
tigungen von Wirtſchaften vorgenommen werden ſollen.
Auf Grund dieſer Beſichtigungen ſollen dann die
Prä=
miierungen ſtattfinden.
Bei Poſition 7: Zuſchußbedarf der
land=
wirtſchaftlichen Zeitſchrift und der
land=
wirtſchaftlichen Korreſpondenz, äußert
Mi=
niſterialrat Hölzinger, daß es der Regierung
unmög=
lich ſei, Beamte mit rückwirkender Kraft definitiv
anzu=
ſtellen. — Nach weiterer Debatte wird beſchloſſen, die
Bureaubeamten mit Wirkung vom 1. April 1913 definitiv
anzuſtellen und die Anrechnung der Vordienſtzeit den
Be=
ſtimmungen der Beſoldungsordnung gemäß erfolgen zu
laſſen.
Es folgt Poſition 2—4:
Förderung der Tierzucht,
des Obſ‟ Wein=, Gemüſe= und Gartenbaues und
För=
derung der Landeskultur.
Die Mehrforderungen der Landwirtſchaftskammer und
der Landwirtſchaftskammerausſchüſſe an Staatszuſchüſſen
betragen insgeſamt 45 400 Mark.
Zur Begründung der Mehrforderungen, deren
Bereit=
ſtellung durch Staatszuſchüſſe bei Großh. Miniſterium des
Innern unterm 27. Januar 1913 beantragt wurde, wird
folgendes ausgeführt: Eine der vornehmſten Aufgaben
unſerer deutſchen Volkswirtſchaft, und der Landwirtſchaft
im beſonderen, iſt wohl ohne Zweifel die Verſorgung
unſerer Bevölkerung mit Fleiſch zu einem angemeſſenen
Preiſe. Die Schwierigkeiten, die gerade das letzte Jahr
in dieſer Beziehung gezeigt hat, weiſen mit Notwendigkeit
darauf hin, daß von der Landwirtſchaft ſelbſt, aber auch
von allen Organen, welchen die Förderung der Tierzucht
anvertraut iſt, alles geſchehen muß, um die Erfüllung
die=
ſer Aufgabe zu ermöglichen. Das erſcheint aber gerade
jetzt um ſo notwendiger, als die Viehbeſtände, infolge der
Futternot 1911 und der großen Schäden, die die Maul=
und Klauenſeuche in den letzten Jahren verurſacht hat,
ſehr beträchtlich verringert worden ſind bezw.
einge=
ſchränkt werden mußten, Auch für Heſſen ergibt die Vieh=
zählung vom 1. Dezember 1912 einen recht beträchtlichen
Rückgang der Viehbeſtände; derſelbe beträgt nämlich für
Rindvieh 9 Prozent, Schweine 12,7 Prozent und Schafe
26,4 Prozent. Sollen die Lücken, die die 2 letzten Jahre
der Viehhaltung auch in Heſſen geſchlagen haben, wieder
ausgefüllt werden, ſo muß von ſeiten der berufenen
Or=
gane alles geſchehen, was in dieſer Richtung möglich iſt
Der Vorſtand der
Landwirtſchaftskam=
mer beantragt: „Die Hauptverſammlung wolle für
Bereitſtellung der geforderten Mittel durch Erhöhung der
Staatszuſchüſſe an die Landwirtſchaftskammer
nachdrück=
lichſt eintreten.”
Miniſterialrat Hölzinger betont, daß die
Regie=
rung die Beantragung der Mehrforderungen von einer
Begründung und den Nachweis eines Bedürfniſſes
ab=
hängig machen mußte. Ferner mußte ſie einen Plan für
die Verwendung der Mittel und den Nachweis dafür
ver=
langen, ob ſie einen Erfolg haben können. Redner ging
dann auf die Ausführungen des Mitgliedes Brauer ein,
der behauptete, Baden wende viel mehr als Heſſen für
ſeine Landwirtſchaft auf. Nach amtlichen
Zuſammen=
ſtellungen gebe Heſſen für die Landwirtſchaft 1 237092
Mark aus, denen 428727 Mark Einnahmen
gegenüber=
ſtehen, ſo daß ſich eine reine Aufwendung von 808 365
Mark ergibt, demgegenüber gibt Baden 1340350 Mark
und Württemberg 1516610 Mark aus. Es entfällt auf
den Kopf der Bevölkerung in Heſſen 63, in Baden 63 und
in Württemberg 62 Pfennig. Auf einen Quadratkilometer
der Bodenfläche in Heſſen 105,14, in Baden 88,94 und in
Württemberg 78 Mark und auf den Kopf des
Viehbe=
ſtandes 31, bezw. 33, bezw. 29 Pfennig. Das Verhältnis
Heſſens ſei demnach durchaus nicht ungünſtig. Nach
wei=
teren Ausführungen des Mitgliedes Brauer der zu
bedenken bittet, daß in dieſen Zahlen die für Heſſen hohen
Aufwendungen für Unterrichtszwecke enthalten ſind, wird
der Antrag des Vorſtandes ſodann einſtimmig
an=
genommen.
Nach einer kürzeren Pauſe wird in der Prüfung der
einzelnen Poſitionen fortgefahren. Zu der Poſition
Förderung der Pferdezucht bittet
Oberlandes=
ſtallmeiſter v. Willich um Auskunft über die
Grund=
ſätze der Verteilung der Mittel. Dr. Müller gibt die
Aus=
kunft, daß die Verteilung nach dem Ergebnis der
Vieh=
zählung von 1907 erfolge. v. Willich meint, daß dieſer
Grundſatz völlig verfehlt ſei, denn nicht die Pferde
haltung, ſondern die Pferdezucht ſolle unterſtützt
werden. — Bei Förderung der Rindviehzucht
gibt auf Anregung des Herrn Miniſterialrats Hölzinger
Generalſekretär Leithiger die Erklärung ab, daß die
Einführung und Zucht von Niederungsvieh in Oberheſſen
neben dem Vogelsberger und dem Simmenthaler
Rind=
vieh auf Unterſtützung der Kammer nicht rechnen kann.
Beim Titel Förderung des Obſt=, Wein=,
Gemüſe= und Gartenbaues ſind zwei
An=
träge geſtellt worden. Der erſte Antrag verlangt, die
Regierung zu erſuchen, beim Reichskanzler und
Bundes=
rat um uneingeſchränkte Aufrechterhaltung des
Reblaus=
geſetzes von 1904 vorſtellig zu werden, ferner auf
Erhöh=
ung des Einfuhrzolles und Einführung des
Deklarations=
zwanges für ausländiſche Weine. Der zweite Antrag
er=
ſucht die Regierung, die zur Bekämpfung der Gelbſucht
der Reben erforderlichen 2000 Mark in das Staatsbudget
einzuſtellen. Die Anträge werden einſtimmig
an=
genommen. Zu Titel „Förderung der allgemeinen
Landeskultur uſw.” iſt ein Antrag geſtellt, zu veranlaſſen,
daß die Gebühren für die Unterſuchung von Futter= und
Düngemitteln durch die Landwirtſchaftliche
Verſuchs=
ſtation herabgeſetzt werden. Gegen dieſen Antrag ſpricht
Geheimerat Wagner; er könne lediglich dafür eintreten,
daß die Tarife für die Unterſuchung von Futtermitteln
den Konſumenten ermäßigt werden, was aber
Gelegen=
heit zu Umgehungen biete. Nach einer Erklärung zu
ſeiner geſtrigen Rede wird ſodann der Antrag
einſtim=
mig angenommen.
Im Anſchluß an die Bemerkung eines Vertreters
von Rheinheſſen, daß demnächſt an die Kammer
heran=
getreten werde, um die definitive Anſtellung des Wein=
und Obſtbautechnikers des Provinzialausſchuſſes für
Rhein=
heſſen zu erlangen, entſpann ſich eine ausgedehnte Debatte
über die Anſtellung und Tätigkeit der Weinbautechniker.
Sodann werden der Reſt der Ausgaben und die
Ein=
nahmen ohne weitere Debatte genehmigt.
Ueber den Entwurf der
Satzung zur Verſicherung der Weide=
Aus=
ſtellungs=, Import= und Faſeltiere
referiert zunächſt Herr Rechtsanwalt Meiſel. Die
Satz=
ung ſieht neben der bisherigen Verſicherung für Verluſt
eine fakultative Verſicherung für Wertminderung vor.
Regierungsrat Spamer betont, daß die Regierung
weſentliche Anſtände an dem Entwurf nicht hat. — Di
Paragraphen 1 bis 7 werden nach eingehender Debatte
ohne weſentliche Abänderung, die übrigen Paragraphen
werden en bloc angenommen. Hierbei wurden
einige Aenderungen vorgenommen, u. a. bei § 25 die Be
ſtimmung über die Bildung des Schiedsgerichts dahin,
daß der Verſicherte und die Landwirtſchaftskammer je
einen Beiſitzer ernennen, die ihrerſeits einen Obmann
wählen. In Zweifelsfällen ſoll dieſer vom Miniſterium
des Innern, Abteilung 3, ernannt werden.
Zu dem Antrag, die Abhaltung einer
land=
wirtſchaftl. Landes=Ausſtellung im Jahre 1915,
ſtellt Mitgl. Dr. Dehlinger den Antrag, dieſe Aus
ſtellung nicht zu beſchließen, und den hierfür benötigten
Betrag von 50000 Mark zu dem Bau eines eigenen
Geſchäftshauſes zu verwenden. Dieſer Antrag
findet Unterſtützung. Der Antrag des Vorſtandes auf
Abhaltung einer Ausſtellung wird abgelehnt. Der
Teil des Antrages Dehlinger den exſparten Betrag von
50000 Mark für den Geſchäftsbau zu reſervieren, wird
zurückgezogen.
Zum Punkt:
Bau eines eigenen Geſchäftshauſes,
referiert Generalſekretär Leithiger. Die Einzelheiten
und Begründung der Vorlage haben wir bereits
mitge=
teilt. — Miniſterialrat Hölzinger möchte zu bedenken
geben, daß die Landwirtſchaftskammer bei einem Neubau
auf jeden Fall teuerer wegkommt als bisher. Bei der
Koſten des Neubaues ſeien beſonders nicht die Koſten der
inneren Einrichtung einbegriffen. — Mitgl. Dr.
Deh=
linger ſpricht ſich für den Hausbau aus und ſtellt den
Antrag, die Regierung zu erſuchen, zur Deckung der Koſten
eine Novelle zum Landwirtſchaftskammer=Geſetz bei den
Ständekammern einzubringen, durch die die
Landwirt=
ſchaftskammer eine außerordentliche Umlage von 10 Pfg.
pro 1000 Mark zu erheben berechtigt wird. Ein weiterer
Antrag von Mitgl. Keutzer verlangt Ermächtigung
des Vorſtandes, das zum Neubau erforderliche Gelände
käuflich zu erwerben und zu dieſem Zweck und zum Zweck
des Neubaues einen Kredit von 250000 Mark
einzuräu=
men, der durch eine Anleihe zu erlangen iſt.. Der
An=
trag Dehlinger findet nicht die genügende Unterſtützung
Der Vorſtand zieht ſeinen Antrag zugunſten des Antrages
Keutzer zurück. Dieſer Antrag wird ſodann mit großer
Mehrheit angenommen.
Mit Dankesworten an die Mitglieder und die
Regie=
rungsvertreter wurde die Tagung vom 1. Vorſitzenden
geſchloſſen.
Handel und Verkehr.
4proz. Darmſtädter Stadtanleihe. Für
die auf den 12. ausgeſchriebene 8 Millionen Mark
vierpro=
zentige Darmſtädter Stadtanleihe waren in den
Sub=
miſſions=Bedingungen inſofern beſondere Erſchwerungen
vorgeſehen, als darin feſtgeſetzt war, daß der Anleihe
Erlös zum großen Teil am 26. ds. Mts., zur Verfügung
geſtellt, und bis zu ſeiner Verwendung zum Satze für
Ul=
timogeld verzinſt werden ſollte. Infolgedeſſen haben, wie
die Frankf. Ztg. mitteilt, eine größere Anzahl Banken und
Firmen ſich überhaupt nicht an der Submiſſion beteiligt
und auch die eingereichten Offerten haben ſich namentlich
in bezug auf die Verzinſung des Anleihe=Erlöſes nicht an
die Bedingungen der Ausſchreibung gehalten. Wie wir
erfahren, bot eine Gruppe, beſtehend aus der Diskonto=
Geſellſchaft in Frankfurt a. M., der Frankfurter
Bank=
häuſer J. Dreyfuß u. Co. und L. und E. Wertheimber
dem Barmer Bankverein, der Commerz= und Diskontoz
Bank, der Stahl und Federer A.=G. in Stuttgart, ſowie
den Bankhäuſern F. W. Krauſe u. Co. in Berlin, Simon
Hirſchland in Eſſen und Nauheim u. Co. in Darmſtadt für
4 Millionen Mark 94,49 Prozent und für 8 Millionen
Mark 94,26 Prozent. Das Gebot einer zweiten, unter
Führung der Darmſtädter Bank ſtehenden Gruppe ging
auf 94 Prozent.
Sport, Spiel und Turnen.
— Jungdeutſchland. Der hieſige Fußballklub
Olympia veranſtaltet am 20. April d. J., nachmittags
halb 4 Uhr, einen Mannſchafts=Waldlauf unter
Aufſicht der Deutſchen Sportbehörde für Athletik. An
dieſer Sportveranſtaltung können ſich u. a. alle hieſigen
Jungdeutſchland angehörigen Vereine
beteiligen. Start und Ziel ſind am Oberwaldhaus.
Nähere Auskunft erteilt Herr Dr. K. Grünewald=
Landwehrſtr. 46. Anmeldungen bis 12. April an dieſen.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Man ſchreibt uns:
Die erſte Mannſchaft des Darmſtädter Sportklubs errang
über den Neckargaumeiſter der Klaſſe A einen glänzenden
Sieg mit 311. Am nächſten Sonntag veranſtaltet der
Darmſtädter Sportklub mit dem „Erſten Hanauer
Fuß=
ballklub 1893” ein Wettſpiel in Hanau; der Erlös dieſes
Spieles ſoll aus Anlaß der hundertjährigen Wiederkehr
der Freiheitskämpfe der Kaſſe des deutſchen
Veteranen=
fonds überwieſen werden. Weitere intereſſante Spiele
finden in nächſter Zeit auf dem Sportklub=Platz ſtatt, ſo
am erſten Oſterfeiertag gegen den Nordkreismeiſter der
Klaſſe A, den Fußballklub Viktoria=Offenbach, und an
folgenden Sonntagen gegen die Ligamannſchaften des
Sportklubs Bürgel, Offenbacher Kickers und den
Nord=
kreismeiſter, den Frankfurter Fußballverein, welcher am
Sonntag den Südkreismeiſter, Stuttgarter Kickers, mit
1:0 beſiegte. Auch die Leichtathletik=Abteilung hat jetzt
ihre Trainings wieder begonnen und ſchon gute
Leiſtun=
gen zutage gefördert.
(I,6181
Madere una Unterernährte
sollten regelmäßig morgens
und abends eine große Tasse
Kasseler Hafer-Kakao (Nur
echt in blauen Kartons für
1 M., niemals lose!) zu sich
nehmen, denn dieser ist ein
Vorzügliches Kräftigungsmittel
für Jung und Alt.
Gewinnauszug
der
2. Prenßiſch-Küddentſchen
(228. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
3. Klaſſe 1. Ziehungstag 11. März 1913
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 3000 Mk. 58867
6 Gewinne zu 1000 Mk. 91471 139405 155362
6 Gewinne zu 500 Mk. 63230 138831 165007
30 Gewinne zu 400 Mk. 1000 15005 17872 18634
18875 44366 45091 47658 77487 99437 148000
156452 184017 220269 223722
84 Gewinne zu 300 Mk. 4452 5007 9680 9897
13181 25796 36359 43011 56394 57940 61511. 75576
77067 81705 85135 88546 93676 95385 100428
102216 102651 103479 126745 127120 131593 139190
142823 146341. 147435 149492 155647 166782 178506
192941 195069 201000 204125 206428 211964 217019
218007 223316
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über!
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 5000 Mk. 119594
2 Gewinne zu 1000 Mk. 98154
14 Gewinne zu 500 Mk. 66054 110602 114873i
124709 125919 170824 206559
30 Gewinne zu 400 Mk. 36418 61972 89798 98468
98671. 98994 106390 132069 165302 172013 179373.
184064 194609 212137 222335
74 Gewinne zu 300 Mk. 14141 15375 24008 316781
34989 40338 46366 56699 59277 63247 67837 70876
72208 99088 99197 106390 125287 126260 130364
137128 156416 156880 158069 159707 174531 177783
182242 185154 192966 195972 196086 200457 201242)
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Kalk-
gehalt der Brote um das 4fache erhöht.
Bitte auch den Artikel im lokalen Teil „Kalkbrot” zu beachten.
Der seitherige Verkaufspreis der Brote bleibt bestehen.
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Zweite Kammer der Stände.
66. Sitzung.
St. Darmſtadt, 12. März.
Am Regierungstiſche: Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach Exz., Geheimeräte Beſt, Süffert,
Miniſterialrat Dr. Kratz, Geh. Oberfinanzrat Dr.
(Rohde, Oberfinanzrat Balſer, Legationsrat Dr.
Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 10¼ Uhr.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Geheimerat
Süffert folgende
Erklärung
ab: Bei der Beratung des Etatskapitels 38 (Höhere
Schulen) hat der Herr Abgeordnete Urſtadt im
An=
ſchluß an ſeine Ausführungen über die Koedukation und
unter Berufung auf Veröffentlichungen in der Preſſe
Vor=
würfe gegen die Dienſtführung des Leiters des
Gymna=
ſiums zu Bensheim erhoben.
Eine daraufhin vorgenommene eingehende
Unter=
ſuchung hat nichts ergeben, was dieſe
Vor=
würfe zu begründen vermöchte.
Insbeſon=
dere hat ſich auch das Verfahren des Direktors in dem
an=
gezogenen auf die Koedukation bezüglichen Fall als
takt=
voll und ſchonend erwieſen.
Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten.
Erſter Gegenſtand iſt die Regierungsvorlage, die
Dienſt=
bezüge der Staatsbeamten und
Volks=
ſſchullehrer und deren Hinterbliebenen
be=
treffend. Den mündlichen Bericht erſtattet Abg.
Molthan: Da keine Möglichkeit mehr beſteht, die
Be=
ſoldungsvorlage zu verabſchieden, hat die Regierung, um
den in Frage kommenden Beamten die ihnen proviſoriſch
gewährte Erhöhung nicht wieder zu nehmen, ein
Not=
geſetz eingebracht, in dem den Beamten die ihnen
provi=
ſoriſch gewährten Bezüge geſichert werden. — Nach
kur=
zer Debatte, in der die Abgg. Henrich und Ulrich
Be=
denken gegen die Vorlage geltend machen, beantragt der
Abg. Dr. Oſann, die Vorlage nochmals an den
Finanz=
ausſchuß zurückzuverweiſen. Der Antrag wird
jedoch abgelehnt und der Ausſchußantrag
ange=
nommen. Nach dieſem Ausſchußantrag ſind die
Ar=
tikel 1, 2, 3, 5 in der Faſſung der Regierungsvorlage
an=
genommen (die ſſeinerzeit mitgeteilt wurde), der
Ar=
ſtikel 4 in redaktionell geänderter Faſſung.
Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, betreffend:
Geländetauſch zwiſchen dem
Großherzog=
tum=Landeseigentum und der Philippine
Schaurer in Frei= Weinheim. Der in der
Ge=
markung Frei=Weinheim von der Regierung nachgeſuchte
Geländetauſch gegen ein in der Gemarkung Nieder=
Ingel=
heim gelegenes Grundſtück erhöht den wirtſchaftlichen
Wert des fiskaliſchen Grundbeſitzes. Der Ausſchuß
bean=
tragt: Zuſtimmung zu dem Tauſch. Der Antrag wird
debattlos angenommen.
Ueber die Regierungsvorlage, den Geſetzentwurf, die
Wahl des Gemeinderats, des
Bürger=
meiſters und des Beigeordneten der
Ge=
meinde Buchſchlag betreffend, berichtet der
Ausſchuß wie folgt: Bei Bildung der Gemeinde
Buch=
ſchlag erfolgt die erſtmalige Wahl des Gemeinderats, des
Bürgermeiſters und des Beigeordneten auf Grund der
vom Minſterium des Zimern zu erlaſſnden Vorſchriften,
Das Miniſterium des Innern wird insbeſondere
ermäch=
tigt, hierbei Beſtimmungen über Wahlberechtigung,
Wählbarkeit, ſowie über die Einleitung und
Durchführ=
ung des Wahlverfahrens auch in Abweichung von
ein=
zelnen Vorſchriften der Landgemeindeordnung zu treffen.
Die Koſten des Wahlverfahrens trägt die Gemeinde
Buch=
ſchlag. Der Ausſchuß geht bei ſeinen Anträgen von der.
Vorausſetzung aus, daß weitere Abänderungen als die
in der Begründung vorgeſehenen von Großherzoglicher
Regierung nicht getroffen werden, daß ferner zum
Aus=
druck komme, daß alle Perſonen, welche nach der
Land=
gemeindeordnung wahlberechtigt wären, weil ſie zu
Ge=
meindeſteuern heranzuziehen wären, auch bei den erſten
Wahlen in Buchſchlag wahlberechtigt ſind, auch wenn ſie
keine Staatsſteuer entrichten. Der Ausſchuß
bean=
tragt: Annahme der Vorlage.
Abg. Henrich bittet um Auskunft darüber, ob durch
die Neuordnung der Dinge in Buchſchlag in irgend einer
Form Benachteiligung von Perſonen eintreten könne, die
Rechte an die Buchſchlag=Geſellſchaft geltend zu machen
haben. — Abg. Dr. Oſann: Es ſind mit der Zeit
anar=
chiſche Zuſtände in Buchſchlag eingeriſſen, die dringend
der Aenderung bedürfen. Daß die Buchſchlag=Geſellſchaft
öffentliche Einrichtungen getroffen hat, hat zu
Mißſtän=
den geführt. Es wäre dringend erwünſcht, daß die
Oeffentlichkeit etwas erfährt über die Vereinbarung des
Fiskus und der Buchſchlag=Geſellſchaft über deren
Aus=
ſcheiden. — Abg. Hauck berichtet über eine Vorſtellung
des Architekten Robe, der die Anſprüche einiger
Einwoh=
ner gegen die Buchſchlag=Geſellſchaft vertritt, und
bean=
tragt Zurückverweiſung der Vorlage, bis dieſe Dinge
ge=
regelt ſind. — Abg. Ulrich bekämpft die
Zurückver=
weiſung, weil ſie überflüſſig ſei. Es ſei zu befürworten,
daß die Regierung endlich Ordnung in die Verhältniſſe
bringen will. — Abg. v. Brentano ſtimmt dem
Vor=
redner vollſtändig bei. Die Regierung macht mit der
Vorlage den unhaltbar gewordenen Zuſtänden in
Buch=
ſchlag ein Ende. Die Sache muß beſchleunigt werden.
Irgend welche Anſprüche müſſen und können im
Prozeß=
wege erledigt werden. Die heute geltend gemachten
Schwierigkeiten ſind bedeutungslos.
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.:
Die Bildung der Gemeinde kann erſt erfolgen, wenn die
Verhältniſſe zwiſchen der Geſellſchaft und dem Fiskus
ge=
regelt ſind. Dieſe Regelung ſteht aber
unmit=
telbar bevor. Der gegenwärtige Geſetzentwurf hat damit
gar nichts zu tun. Er will lediglich die Möglichkeit geben,
einen Gemeinderat einzuſetzen, den Bürgermeiſter zu
wäh=
len uſw., was nach der gegenwärtigen Geſetzgebung nicht
möglich iſt. Die Beſtimmungen der
Landgemeindeord=
nung können nicht angewendet werden auf die Neubildung
einer Gemeinde; denn in der Landgemeindeordnung heißt
es unter anderem: Wahlberechtigt ſind alle, die in der
Ge=
meinde wohnen. Es muß alſo erſt eine Gemeinde
ge=
bildet werden, und dazu ſoll das neue Geſetz erlaſſen
wer=
den. Mit dieſer Vorlage haben wir uns zunächſt zu
be=
ſchäftigen. Sie eilt, weil die beiden Häuſer ſich
voraus=
ſichtlich in den nächſten Tagen vertagen werden. Sobald
die Auseinanderſetzung zwiſchen der Buchſchlag=
Geſell=
ſchaft und dem Domanialfiskus ſtattgefunden hat, wird
die Gemeindebildung erfolgen, und damit das Geſetz in
Kraft treten.
Geheimerat Beſt erwidert auf die Anfrage des Abg.
Hauck, ob die eventuellen Anſprüche gegen die Buchſchlag=
Geſellſchaft durch die Neubildung der Gemeinde erloſchen
ſind. Es wurde ſchon ausgeführt, daß die
Gemeindebil=
dung nicht eher erfolgt, als die Auseinanderſetzung
zwi=
ſchen der Buchſchlag=Geſellſchaft und dem Domanialfiskus
erledigt iſt. Das kann in der Weiſe erfolgen, daß die
Ge=
ſellſchaft aus den bisherigen Rechtsverhältniſſen völlig
ausſcheidet; es iſt aber auch anders denkbar. Wir haben
nur dafür Sorge zu tragen, daß, wenn die Bildung der
Gemeinde erfolgt, die neue Gemeinde vor klaren
Verhält=
niſſen ſteht, beſonders bezüglich der Eigentumsrechte der
Straßen, Kanäle, Gas und Waſſer uſw. Wir werden nun,
wie geſagt, die Bildung der Gemeinde nicht eher
aus=
ſprechen, als klare Verhältniſſe geſchaffen wurden. Die
Bildung der Gemeinde erfolgt durch einen Akt der
Staats=
regierung. Erſt daran knüpfen ſich die Gemeindewahlen.
Ich glaube alſo, daß die Frage des Abg. Hauck dahin
be=
antwortet werden kann, daß durch die Gemeindebildung
die privatrechtlichen Anſprüche der Geſellſchaft und die
von Privaten an die Geſellſchaft nicht berührt werden.
Abg. Reh: Ich möchte nur feſtſtellen, daß die
Re=
gierung von der Beſtimmung des dreijährigen Wohnſitzes
in der Gemeinde Buchſchlag Abſtand genommen hat. Ich
hoffe, daß das auch in Zukunft ſo bleibt. (Heiterkeit.)
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.:
Das kann ich nicht verſprechen. (Heiterkeit.) Es ſind doch
andere Verhältniſſe, wenn es ſich um eine neu zu bildende
Gemeinde handelt, oder um eine ſchon beſtehende
Ge=
meinde. Die Beſtimmung des dreijährigen Wohnſitzes
bezieht ſich doch im weſentlichen auf die fluktuierende
Be=
völkerung; von einer ſolchen kann aber in einer
Villen=
kolonie kaum geſprochen werden. (Sehr richtig!)
Abg. Ulrich tritt in längeren Ausführungen
noch=
mals für möglichſte Beſchleunigung der Gemeindebildung
ein, damit endlich in Duchſchlag geordnete Verhältuiſ
geſchaffen werden.
Oberfinanzrat Balſer ſtellt feſt, daß man damit
rechnet, daß ſchon am 1. April die Gemeinde gebildet
wer=
den ſoll. Materiell iſt die Auseinanderſetzung mit der
Buchſchlag=Geſellſchaft ſo gut wie erledigt, und die for
melle Unterzeichnung des Vertrages wird in aller Kürz
erfolgen.
Nach weiteren Ausführungen des Abg. Ulrid
ſchließt die Debatte. — Der Ausſchußantrag wird
angenommen.
Der Verwaltungsvoranſchlag der Zwei
ten Kammer für das Rechnungsjahr 1913 auf Grund
des Artikels 15 der landſtändiſchen Geſchäftsordnung vom
17. Juni 1874 betr. wird nach dem Referat des
Bericht=
erſtatters Abg. Finger debattelos angenommen.
Zum Antrag der Abgg. Ulrich und Genoſſen: die
Ausbildung der Volksſchullehrer betr., die
Regierung zu erſuchen, einen Geſetzentwurf vorzulegen,
der die Ausbildung der Volksſchullehrer einer
Neurege=
lung unterzieht und dabei folgende Geſichtspunkte zur
Geltung bringt:
1. die Präparandenanſtalten ſind aufzuheben reſp.
in höhere Bürgerſchulen oder Realſchulen umzuwandeln;
2. die Vorbereitung für die Lehrerſeminare erfolgt auf
den Realſchulen, deren Abgangszeugniſſe zum Eintritt
in das Seminar ohne weitere Prüfung berechtigen;
3. in den Lehrplan des Seminarſtudiums ſind
Franzö=
ſiſch und Engliſch als obligatoriſche Lehrgegenſtände
auf=
zunehmen. Der Religionsunterricht als ſolcher fällt weg
Zur Zuſammenfaſſung und Vertiefung aller geiſtigen
Bil=
dungsmomente iſt dem Arbeitsplan des letzten
Seminar=
jahres neben der pädagogiſchen Fachbildung, der Geſchichte
und der Philoſophie eine ausgiebigere Behandlung
ein=
zuräumen; 4. die mit den Seminaren verbundenen
In=
ternate ſind aufzuheben; 5. das Abgangszeugnis des
Seminars iſt als Reifezeugnis zum Studium auf der
Uni=
verſität anzuerkennen; hat ſich das Großh. Miniſterium
des Innern geäußert wie folgt:
„Zu dem Antrag der Abgg. Ulrich und Genoſſen, die
Ausbildung der Volksſchullehrer betr., können wir im
weſentlichen auf unſer Schreiben vom 14. Dezember 1909
und die Erklärungen in der 105. Sitzung des vorigen
Landtages verweiſen. Inzwiſchen iſt die von uns in
Ausſicht genommene Einführung des ſechſten
Seminar=
jahres und die organiſche Verbindung der
Präparanden=
anſtalten mit den Seminaren erfolgt.”
Die Mehrheit des Ausſchuſſes iſt
übereinſtim=
mend mit der Großh. Regierung der Anſicht, daß zu einer
veränderten Stellungnahme gegen den Antrag um ſo
weniger Veranlaſſung vorliege, da mittlerweile durch
Einführung des ſechsklaſſigen Seminars ohne Internat,
ſowie durch Errichtung des pädagogiſchen Kurſes für die
Abiturienten der neunklaſſigen höheren Schulen der
An=
trag teilweiſe überholt iſt.
Der Ausſchuß beantragt daher: Poſ. 1 des
Antrages für erledigt zu erklären (einſtimmig), Poſ. 2 des
Antrages für erledigt zu erklären (gegen eine Stimme),
ebenſo Poſ. 3 des Antrages (gegen eine Stimme). Dey
Abg. Korell=Ingelheim modifiziert ſein ablehnendes
Votum dahin, daß dasſelbe ſich nur auf Satz 1 und 2 der
Poſition 3 bezieht, da er den letzten Satz für berechtigt
hält. Die Poſitionen 4 und 5 ſind für erledigt zu erklären
(gegen je eine Stimme).
Abg. Adelung: Wir werden heute von
eingehen=
derer Erörterung der Angelegenheit abſehen, weil uns die
Beratung des Volksſchulgeſetzes Gelegenheit geben wird,
nochmals darauf zurückzukommen. — Abg. Uebel
be=
kämpft den Antrag als veraltet und rügt die Uebung der
Sozialdemokraten, mit konſtanter Bosheit ihre alten
An=
träge immer wieder einzubringen. — Abg. Urſtadt
ver=
breitet ſich in längeren ſchultechniſchen Ausführungen über
den Antrag Ulrich und ſtimmt den Punkten 4 und 5 ganz,
dem Punkt 3 teilweiſe zu. Er wünſcht den Ausbau der
Seminarien. — Abg. Adelung: Wenn der Abg. Urſtadt
dem Antrag ganz oder teilweiſe zuſtimmen will, hat er ja
Gelegenheit dazu bei Beratung des Volksſchulgeſetzes.
Der Abg. Uebel muß ſich ſchon damit abfinden, daß wir
auf der für recht erkannten Anſicht beharren. — Der
Aus=
ſchußantrag wird dann angenommen.
Ein Antrag der Abgg. Grünewald und Genoſſen
betr. die Rechtsverhältniſſe und die
Ver=
waltung der Stiftungen wünſcht, daß eine
ein=
heitliche geſetzliche Regelung der landesgeſetzlichen
Vor=
ſchriften im Anſchluß an das Bürgerliche Geſetzbuch
er=
folge, wie dies beiſpielsweiſe in Baden geſchehen ſei.
Zurzeit befänden ſich dieſe Vorſchriften teils zerſtreut in
verſchiedenen Geſetzen, Verordnungen und
Ausſchreibun=
gen, teils fehlten ſie ganz. Nach Anſicht des
Ausſchuſ=
ſes wird dem Zweck des Antrages, dem Laien die
Ueber=
ſicht über die beſtehenden Beſtimmungen zu erleichtern,
genügt, wenn ſie, einem Vorſchlag der Regierung
entſpre=
chend, amtlich zuſammengeſtellt werden, und es wird
des=
halb beantragt: „Die Kammer wolle beſchließen,
Großh. Regierung zu erſuchen eine amtliche
Zuſammen=
ſtellung der in verſchiedenen Geſetzen zerſtreuten
Beſtim=
mungen über die Stiftungen im Regierungsblatt zu
ver=
öffentlichen.”
I.5957
verordnet der erfahrene Arzt zur Kräftigung und Auffrischung geschwächter und abgespannter Nerven mit vorzüglichem
Erfolg, denn Biocitin ist das einzige Präparat, das 10% physiologisch reines Lecithin, hergestellt nach dem patentierten
Verfahren des Herrn Professor Dr. Habermann enthält. Aber nicht bloß die Nerven, sondern der ganze menschliche Körper
wird durch Biocitin gekräftigt, weil dieses neben seinem hohen Gehalt an Lecithin auch noch andere wertvolle Nährstoffe, wie
das Nuceovitellin, die Kernsubstanz des Eidotters, und das Caseinogen, den natürlichen Eiweißbildner der Milch enthäft,
Reinheil und Oualtät Seines hohen Lecithin-Gehals
und eine im Verhältnis dazu unerreichte Wohlfeilheit verleihen dem
Biockin unter den Lecithin-Präparaten undestritten den ersten Rang.
Im Verein mit dem Lecithin bewirken die im Biocitin enthaltenen
Nährsubstanzen eine schnelle Aufbesserung des Ernährungs- und
Kräfte-
zustandes bei schwächlichen Personen jeden Alters, Rekonvaleszenten
nach schverer Krankheit, bei geistigen und körperlichen
Ermüdungszu-
stämien, gleichviel, durch welche Umstände sie hervorgerufen sein mögen.
Lecithin nach dem patentierten Verfahren des Herrn Professor
Dr. Habermann wird lediglich für Biocitin verwendet. Wir bitten
daher, unbedingt minderwertige Nachahmungen und lose abgewogenes
Präparat zurückzuweisen. Biocitin ist nur in Originatpackungen in
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Die Veröffentlichung im Regierungsblatt wird nicht
angängig ſein; doch wird eine amtliche
Handaus=
gabe der Geſetze erfolgen.
Abg. Ulrich kündigt an, daß er zum Höchſter
Kloſter=
fonds demnächſt einige Anträge einbringen wird.
Der Ausſchußantrag wird dann nach
Strei=
chung der Worte „im Regierungsblatt” angenommen.
Ein Antrag der Abgg. Ulrich und Genoſſen betr
Trennung von Schule und Kirche lautet: Die
Kammer wolle Großh. Regierung um eine Vorlage
er=
ſuchen, welche die vollkommene Trennung von Schule und
Kirche vorſieht und folgende Punkte berückſichtigt: 1. der
Religionsunterricht kommt als obligatoriſcher
Lehrgegen=
ſtand in Wegfall; die konfeſſionelle Unterweiſung
derjeni=
gen Kinder, deren Eltern eine ſolche wünſchen, iſt den
Geiſtlichen der betreffenden Religionsgemeinſchaft zu
über=
laſſen; 2. der Artikel 50 des Volksſchulgeſetzes, wonach
die Lehrer an den Volksſchulen verpflichtet ſind, die
kirch=
lichen Funktionen als Organiſt, Kantor oder Vorleſer zu
übernehmen, wird aufgehoben; 3. der Artikel 69 Abſatz 2
des Volksſchulgeſetzes, wonach den Geiſtlichen als ſolchen
Sitz und Stimme im Schulvorſtand zuſteht, wird
aufge=
hoben; 4. die noch beſtehenden Konfeſſionsſchulen ſind
alsbald in gemeinſame Schulen umzuwandeln.
Der Ausſchuß beantragt hierzu: Zu Ziffer 1:
Ablehnung mit 5 gegen 1 Stimme, zu Ziffer 2: Annahme
mit allen Stimmen, zu Ziffer 3: Ablehnung mit 5 gegen
1 Stimme, zu Ziffer 4: Annahme mit 4 gegen 2 Stimmen.
Die Abgg. Korell und Urſtadt beantragen hierzu
namentliche Abſtimmung über Ziffer 4 des
Aus=
ſchußantrages. — Abg. Raab: Das iſt auch ſo ein
An=
trag, der wie das Mädchen aus der Fremde fortgeſetzt
wiederkehrt. Es iſt erfreulich, daß der Abſatz 4, die
Kon=
feſſionsſchulen in Simultanſchulen umzuwandeln, eine
Mehrheit gefunden hat. Der Unterricht wird dadurch
zweifellos gewinnen, beſonders in den einklaſſigen
Schu=
len. Wir haben weiter beantragt, die Geiſtlichen von der
Pflicht, dem Schulvorſtande anzugehören, zu entbinden.
Den Religionsunterricht halten wir für Ballaſt, der die
wichtigeren Fächer beeinträchtigt. Wir wollen daher es
den Eltern überlaſſen, ihre Kinder in den
Religionsunter=
richt zu ſſchicken oder nicht.
Abg. Korell=
Ingel=
heim tritt dieſen letzten Ausführungen entgegen. Sowohl
Geiſtliche als Pädagogen halten den Religionsunterricht
für unentbehrlich zur Bildung des Charakters, zur
gan=
zen Erziehung. Allerdings ſtehen wir auf dem
Stand=
punkt, daß der Zwangscharakter des Religionsunterrichts
nicht ſollte aufrecht erhalten werden. Wenn die Eltern
wünſchen, daß die Kinder an dem Religionsunterrichte
nicht teilnehmen ſollen und dieſen Wunſch in begründeter
Weiſe vorbringen, ſollte man dem nicht entgegen ſein,
weil ein Unterricht gegen den Willen der Eltern nicht von
großem Segen ſein kann. Der Standpunkt der
Zentrums=
blätter in der Frage des Organiſtendienſtes der Lehrer iſt
eigentlich nicht verſtändlich. Die Lehrer werden auch
frei=
willig den Dienſt übernehmen, und wenn nicht, dann
wer=
den ſich andere Kräfte für den Organiſtendienſt wohl
fin=
den, eventuell genügt ja auch ein Organola. Die
Geiſt=
lichen vom Schulvorſtand auszuſcheiden, halte ich nicht
für recht; allerdings könnte man, wenn ein Geiſtlicher
ſelbſt von dieſer Pflicht entbunden werden will, dem
Rech=
nung tragen. Zur Frage der Simultanſchule ſtehe ich auf
dem Standpunkte, daß die Konfeſſionsſchule keine
Be=
rechtigung mehr hat, da unſere Simultanſchulen ſich in
jeder Beziehung durchaus bewährt haben. Wir bitten,
hierzu den Antrag des Ausſchuſſes zu Poſ. 4
anzuneh=
men. — Abg. Uebel: Wir werden nach wie vor an
unſe=
ren Forderungen, daß der Religionsunterricht die
Grund=
lage zur Erziehung und Bildung des Kindes bleiben
muß, feſthalten. Wer den Religionsunterricht als Ballaſt
erklärt, hat keine blaſſe Ahnung von dem pädagogiſchen
Wert des Religionsunterrichts. Seit Frankreich den
Re=
ligionsunterricht aus den Schulen verbannt hat, genießt
es den Ruf, das Land der jugendlichen Verbrecher zu ſein.
Wir halten auch daran feſt, daß der Geiſtliche in dem
Schulvorſtand bleiben muß. Da die Lehrer ſich ſelbſt
gegen die Uebernahme des Organiſtendienſtes
ausſpre=
chen, haben wir keinen Grund, daran feſtzuhalten. Die
Lehrer haben ja ſelbſt den Schaden davon, denn ſie
be=
geben ſich doch des Mangels auf die Ausübung des
Orga=
niſtendienſtes. — Abg. Bach möchte nur kurz ſeine
Stellung zu den einzelnen Punkten präziſieren. An der
Religion im Volksſchullehrplan halten die Lehrer unter
allen Umſtänden feſt; wir teilen durchaus die Anſicht der
Abgeordneten Korell und Uebel über den Wert des
Reli=
gionsunterrichts. Den Geiſtlichen vom Schulvorſtande
auszuſchließen, halten wir bei der derzeitigen
Organiſa=
tion der Schulbehörden für unberechtigt. Wohl aber
wün=
ſchen die Lehrer den Ausſchluß vom Vorſitz im
Schulvor=
ſtand. Von der Verpflichtung zum Organiſtendienſt
wün=
ſchen die Lehrer befreit zu ſein. Den Punkt 4, betr. die
Simultanſchulen, möchte ich aus ſchultechniſchen Gründen
unterſtützen. — Abg. Hauck hält feſt an dem
obligatori=
ſchen Religionsunterricht und an der Belaſſung der
Geiſt=
lichen im Schulvorſtand. Zur Frage, ob Simultan= oder
Religionsſchule, meine ich, beide ſind berechtigt, und es iſt
nicht liberal, ſich für die eine oder die andere feſtzulegen.
Abg. Wolf hält trotz mancherlei Bedenken an der
Simultanſchule feſt und verurteilt die religionsloſen
Schulen. — Nach weiteren Ausführungen der
Abgeordne=
ten Dorſch, Raab, Korell=Ingelheim, Ulrich,
führt
Geheimerat Süffert führt aus: Die Bemerkung des
Abg. Korell, ich ſcheine ebenfalls der Meinung zu ſein, daß
er ſich in Widerſprüche verwickelt habe, zwingt mich, noch
das Wort zu ergreifen. Ich habe allerdings, als der Abg.
Raab den Widerſpruch in den Ausführungen des Abg.
Korell feſtſtellte, zuſtimmend genickt. Ich glaube in der
Tat, daß ein ſolcher Widerſpruch vorhanden iſt. Ich habe
mich gefreut, wie treffend Herr Korell die Notwendigkeit
des Religionsunterrichts in den Volksſchulen begründet
hat. Trefflicher hätte ich es ſelbſt nicht machen können.
Wenn er aber dann den Zwangscharakter des
Religions=
unterrichts bekämpfte, ſo heißt das doch nichts anderes,
als den obligatoriſchen Charakter des
Religionsunter=
richts bekämpfen. Das iſt doch zweifellos ein
Wider=
ſpruch. (Sehr richtig!) Wir ſtehen auf dem Standpunkt,
daß wir ohne Religionsunterricht nicht auskommen
kön=
nen. Wir haben auch nach dem Volksſchulgeſetz die Pflicht,
den Kindern eine auf religiös=ſittlicher Grundlage
auf=
gebaute Bildung zu vermitteln. Nun ſollten wir, wenn
einige Eltern aus irgend welchen Gründen oder
Beein=
fluſſungen es wünſchen, davon abgehen? Das heißt doch
nichts anderes, als ein Kapitulieren des Staates vor
ein=
zelnen Familien, die unter ſozialdemokratiſchen oder
ſon=
ſtigen Einflüſſen ſtehen. (Sehr richtig!) Das iſt doch
un=
logiſch. Wir ſind ja gar nicht ſo, daß wir die Teilnahme
an einer beſtimmten Religion vorſchreiben. Wir
entbin=
den vielmehr ſtets vom Religionsunterricht, wenn ein
ent=
ſprechender Erſatz dafür geſichert iſt. In dieſen Fällen
üben wir einen Zwang nicht aus. Aber daß wir
kapitu=
lieren ſollen vor einzelnen Eltern, wäre eine
Verſündi=
gung an den einzelnen Kindern, und auch an dem Staate
ſelbſt. Einen Gewiſſenszwang üben wir nicht aus. Aber
ein Staat, der auf chriſtlicher Grundlage beruht, und die
Aufgabe hat, den Kindern eine auf chriſtlicher Grundlage
beruhende Bildung zu vermitteln, würde ein Unrecht
be=
gehen, wenn er den widerſprechenden Wünſchen einzelner
Eltern nachgeben wollte. (Bravo!)
Abg. Korell ſtellt nochmals feſt, daß er ſich
keines=
wegs im Widerſpruch befindet, wenn er fordert, daß auf
Antrag der Eltern eine Befreiung vom
Religionsunter=
richt eintreten kann. Dadurch wird der obligatoriſche
Charakter des Unterrichts durchaus nicht berührt. Ebenſo
wenig, wie es der Fall iſt bei Befreiung vom
Zeichen=
oder Turnunterricht uſw. Im weiteren polemiſiert der
Redner perſönlich gegen den Abg. Ulrich, der nochmals in
gleicher Weiſe repliziert.
Der Ausſchußantragwird in allen
Punk=
tenangenommen; Poſition 4 mit 23 gegen 14
Stim=
men.
Nach perſönlichen Bemerkungen der Abgeordneten
Ur=
ſtadt und Hauck und des Geheimerats Süffert wird
die Sitzung auf Donnerstag 9 Uhr vertagt.
Schluß halb 2 Uhr.
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ahesehe
(20
Ze
Weiblich
n weiches 3. Zt. in
Fräulein, einem hieſigen
Fa=
brikgeſchäfte tätig iſt und durch
mehrjährige Praxis in Buchhaltung,
Stenographie u. Maſchinenſchreiben
durchaus perfekt und zuverläſſig iſt,
ſucht ſich per 1. April zu verändern.
Gefl. Off. u. P 51 Cxp. (*6888ds
Jung. Mädchen aus guter
Fa=
milie, welches den Handelskurs in
der Aliceſchule beſ. hat, ſucht
An=
fangsſtellung. Off. u. P 29 Exp. (*
empfiehlt ſich in u.
Flickerin außer dem Hauſe.
Zu erfrag. b. Fr. Bernhardt,
Ar=
heilgen, Bernhardtſtr.
(*6966
Tüchtige Papierarbeiterin und
Kuvertmacherin ſucht Arbeit. Off.
mit Lohnangabe unter P 79 an
die Expedition.
(*6965
Schneiderin empfiehlt ſich in u.
außer dem Hauſe
(*6805md
Nied.=Ramſtädterſtr. 31, Vdh., 3. St.
Jüngere Landmädchen ſuchen
zum 1. und 15. April Stellen in
Darmſtadt. Frau Berta Neßling,
Ludwigſtraße 8, gewerbsmähige
Stellenvermittlerin.
(*6726mdf
Junge Frau nimmt noch Kundſch.
im Hauſe z. Waſchen u. Bügeln an
*6788md) Landwehrſtr. 37 II. r.
Jung. Mädchen aus gut. Familie,
welches auch etwas Kenntnis im
Nähenhat, ſucht Stellung per 1. April
in beſſ. Hauſe als Kindergärtnerin,
beſſ. Hausmädch. od. dergl., am liebſt.
nach Frankfurt. Gefl. Off. u. B 90
poſtl. Oberurſel i. T. (*6829md
Bürgerl. Köchin u.
Reſtaurations=
köchin u. Hausmädch. v. 16 Jahr.,
kann nähen, ſ. f. 1. April Stellung.
Karolina Beck, gewerbsmäßige
Stellen-
vermittlerin, Elisabethenstr. 22, II. (*6938
Junges beſſeres Fräulein,
welches das Kleidermachen erlernt
hat, ſucht Stellung zu Kindern
bis 15. April oder ſpäter in
Darm=
ſtadt oder Umgegend. Off. u. P64
an die Exped. d. Bl.
(*6919dsi
Anſt. kinderl. Frau ſucht f.
vor=
mittags Beſchäft. od. Aush. Näh.
in der Exped. d. Bl.
(*6913
Beſſeres Mädchen mit
lang=
jährigen Zeugniſſen, das bügeln,
ſervieren und nähen kann, ſucht
Stelle zum 1. April nach auswärts,
geht auch zu einem Kinde. Off. unt.
P 49 g. d. Exp. d. Bl. erb. (*6876
Sauberes anſtändiges Mädchen
ſucht für morgens 2 Stund. und
mitt. 2 Stund. Beſchäft. Näh. bei
Eidemüller, Kaupſtr. 7, I. I. (*6881
Geb. Frl., perf. im Haushalt u. in
Krank.=(Nervenpfl.), wünſcht Stellg.
zu Dame od. Herrn. Prima Zeugn.
Off. u. P65 an die Exped. (*6916
Männlich
Shauſenr
Führerſchein 3b, ſucht Stellung.
Uebernehme jede Haus= u.
Neben=
arbeit bei beſcheidenen Anſprüche.
Gefl. Offerten erbeten an Georg
Hübner, Brandgaſſe 14. (*6887
Für 14jähr. Jungen wird
Be=
ſchäftigung geſucht, nicht Hausb.
Zu erfr. Neue Ireneſtr. 8, III. (*6872
zahle demienigen, der
50 Mk. einem jungen ſtrebſam.
Mann mit ſchöner Handſchrift eine
Lebensſtellung verſchafft als
Kaſ=
ſier, Bürodiener oder ſonſtigen
Vertrauenspoſten. Gute Zeugniſſe
ſind vorhanden. Off. unt. P 61
(*6898
an die Exped. d. Bl.
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ſucht z. 1. 4. 13 ev. früh. Stellung,
möglichſt in Darmſtadt. Offerten
unter P 50 an die Exp. (*6891
Kaufmann, der ſein Geſchäft
aufgibt, ſucht anderweit. Stellung.
Kaution und Kapital zur
Ver=
fügung. Offerten unter P 60
an die Expedition ds. Bl. (*6900
Ofe Stellen
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wird eine jüngere, tüchtige
Kassiererin
zum ſofort. Eintritt geſucht.
Off. mit Lebenslauf und
Gehaltsanſpr. ſind u. P 80 a.
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das ſelbſtändig kochen kann und
die Hausarbeit verſteht. Lohn
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Tücht., gewandtes Mädchen
das gut bürgerlich kochen kann und
Hausarbeit übernimmt, wird zum
1. April in kinderloſen Haushalt
bei gutem Lohn geſucht. (B6012
Näheres Herdweg 72.
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den ganzen Tag per ſof. geſucht.
Näh. in der Exp. ds. Bl. (6060md
Köchinnen, Hausmädch.=
Buche Alleinmädch., Herrſchaft
ſucht weg. Verheir, des Mädch. brav.
Mädch.; Herr mit 2 Kindern ſucht
ein Mädch., welch. gut kocht; ältere
Dame wünſcht Mädch., welch. etw.
koch. u. büg. kann Frau Berta Messling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
(*6723mdf
Ludwigſtraße 8.
die kochen kann, ſofort
Aushilfe, geſucht
(*6785md
Nieder=Ramſtädterſtr. 89, part.
Aelt. Mädchen od. unabh. Frau
zur ſelbſtänd. Führung eines kl.
Haushaltes tagsüber ſof. geſ. Nä
Wilhelminenſtr. 35, Htb. r., pt. (*6661id
Suche zum 1. April mehrere
Köchinnen u. Alleinmädch. Sidonie
Frank, gewerbsmäßige Stellenver=
(*6934
mittlerin, Schulſtraße 9.
ht ſaub. jung. Mädch.
Gesucht bis nach dem Spülen
Hermannſtr. 33, 2. Stock. (*6910
Geſucht von älterer Dame zum
1. April ein Mädchen mit guten
Zeugniſſen, welches kochen kann
und die Hausarbeit beſorgt, gegen
hohen Lohn. Näheres in der
Expedition ds. Bl.
(B5603
Gesucht
ein braves,
ſauberes Dienſtmädchen,
nicht über 20 Jahre, mit guten
Zeugniſſen, per 1. April. (5367a
Frau W. Sundheimer-Nagel
Ernſt=Ludwigſtr. 16, II.
Zuverläſſiges, Mädchen
ſauberes
mit guten Zeugniſſen auf 1. April
bei gutem Vohn in kleinen
Haus=
halt geſucht. Zu erfr. Exp. (*6885ds
Mädchen, d. koch. u. nicht koch,
können, ſowie Küchenmädch. f. g.
Stellung geſucht Karolina Beck,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. 22, II.
(*6937
1. April 1 einf. Stütze
Ich ſuche per e
welche kochen kann und Hausarb.
übernimmt. Offerten unt. P 78
an die Expedition.
(6238dfs
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stets gute u. pass. Stellen durch Jchannette
Weißmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermitt-
zerin, Kasinostr. 17.
(*6956
25
icht
n das gut kochen
Tücht. Mädchen kann p. 1. April.
geſucht Viktoriaſtr. 30, I. (*6926dsm
Suche Stützen, Köchinnen,
Haus=
mädch., Alleinmädch., welche koch. u.
nicht koch. kön., für ſof. u. 1. April
Minna Dingeldein, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Eliſabethen=
ſtraße 5, Telephon 531.
(*6969
Jung. Laufmädch. ſof. geſucht
*6968)
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nachm. und alle 4 Wochen zum
Waſchen. Näh. Exped.
(*6864
ſau ehhente e.
11.—2
Stund.
(*6871
Geſucht Köch., Haus= u. älteres
Kinderm.=, Alleinmädch.; fern. ſuche
ich ein brav. Mädch. in e. Hotel,
ſeh=
aute Stelle Frau Eleonore Roth,
Wwe., gewerbsmäßige Stellenvermitt: Für jöſort wiſſenhaft.
Haus=
lerin. Schloßgartenſtr. 49. (*6877 burſche geſ. Wo? ſagt d. Exp. (*6946
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gut eingefüh ter Vertretungen der
Lebensmittälbranche für
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