Darmstädter Tagblatt 1913


03. März 1913

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176. Jahrgang
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lommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Kaiſer iſt am Samstag in Wilhelmshaven
eingetroffen.
Die Kaiſerin iſt am Samstag nachmittag mit dem
Brautpaare in Gmunden eingetroffen und feſtlich
empfangen worden.
Wie die Nordd Allg. Ztg. erfährt, beſteht bei der Reichs=
leitung
die Abſicht, die einmaligen Koſten
der Heeresvorlage durch eine einmalige Ab=
gabe
vom Vermögen zu decken.
Bei dem Stapellauf des Linienſchiffes S.
der am Samstag in Gegenwart des Kaiſers auf der
Kaiſerlichen Werft zu Wilhelmshaven ſtattfand, hielt
Herzog Albrecht von Württemberg die
Taufrede Das Schiff wurde König getauft.
Beim Rodeln ſind in Frauenwalde (Thüringen)
fünf Kinder verunglückt, von denen zwei
den Verletzungen erlegen ſind.
Die Agenzig Stefani meldet aus London: Die otto=
maniſche
Regierung teilte der engliſchen Re=
gierung
mit, ſie gebe ſich bezüglich des Friedens=
ſchluſſes
vollkommen in die Hände der Mächte.

Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
3. März 1813: Die Franzoſen räumen Frankfurt a. O.
und demit die Oderlinie Die ruſſiſche Avantgarde des
Korps Wittgenſtein überſchreitet die Oder nördlich
Küſtrin.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Der Streit um die Deckungs=
frage
.

* Der Reichskanzler hat, wie die Tägl. Rund=
ſchau
erfährt, am Freitag nachmittag mit verſchiedenen
Parteiführern Beſprechungen gepflogen, die ſich auf
die Behandlung der Militärvorlage und der Deckungsvor=
lage
, ſowie auf eine Tagung des Reichstages über Pfing=
ſten
hinaus bezogen haben. Der Reichsſchatzſekretär
Kühn iſt von ſeiner Reiſe nach Süddeutſchland zurückge=
kehrt
, und zwar unverrichteter Dinge. Er hat
die ſüddeutſchen Regierungen für die Vermögenszuwachs=
ſteuer
nicht zu gewinnen vermocht.
Die Geldforderungen für die neue
Wehrvorlage belaufen ſich, wie mitgeteilt wird, auf
230 bis 250 Millionen Mark. Nach anderen
Angaben betragen die Geſamtkoſten eine Milliarde. Die
Verhandlungen zwiſchen dem preußiſchen Kriegs=
miniſterium
und dem Reichsſchatzamt werden zu
Anfang dieſer Woche beginnen. Das Kriegsmini=
ſterium
iſt jetzt damit beſchäftigt, einen Sonderetat
auszuarbeiten, der die wichtigſten Forderungen der neuen
Wehrvorlage enthält, deren raſche Durchführung im In=
tereſſe
der Landesverteidigung als notwendig erachtet
wird. Die Verabſchiedung dieſes Etats gemeinſam mit
dem dem Reichstage vorliegenden Heeresetat würde die
Kriegsverwaltung in die Lage ſetzen, eine Reihe wichtiger
militäriſcher Maßnahmen noch in dieſem Jahre durchzu=
führen
.
Die Köln. Ztg. glaubt nach einer Zuſchrift aus parla=
mentariſchen
Kreiſen als feſtſtehend bezeichnen zu können,
daß Militärvorlage und Deckungsvorlage gleichzeitig an
den Reichstag gelangen werden. Sie knüpft daran eine
Betrachtung über die Geſchäftslage des Reichstages und
glaubt, feſtſtellen zu können, daß eine Sommer=
tagung
nach Pfingſten notwendig wird. Es darf
als feſtſtehend angenommen werden, daß die verbündeten
Regierungen unter keinen Umſtänden eine Verſchiebung
lder Erledigung der Wehrvorlagen auf den Herbſt, und
damit in das Jahr 1914, zulaſſen werden. Würde dies
jgeſchehen, dann würde der Erfolg der Wehrvorlagen erſt
ſauf den 1. Oktober 1914 verwirklicht werden können.
Zu der Frage über Rüſtung und Deckung ſchreibt die
Mationalliberale Korreſpondenz parteioffiziös:
Mehr und mehr tritt zutage. auch Aeußerungen nam=
hafter
Zentrumsabgeordneter ſprechen dafür, daß das
Zentrum die Bewilligung der Wehrvorlage von der
Art der Koſtendeckung abhängig machen will. Eine ſolche
Politik wäre natürlich für uns ausgeſchloſſen. Die Na=
tionalliberale
Partei wird unter allen Umſtänden ihre
vaterländiſche Pflicht erfüllen. Wohin wir aber nach wie
vor wirken müſſen, das iſt eine gleichzeitige Be=
handlung
der Koſtendeckung und der Militärvorlage. Wir
ſind der Meinung, daß ſie nicht auf die lange Bank ge=
ſchoben
werden dürfe. Das geſchieht aber, wenn man
jetzt ſchon, ehe man noch die angekündigten Vorlagen
keunt, für eine Vertagung zum Herbſt eintritt. Ergeben
ſich unüberwindliche Schwierigkeiten, dann wird man ſich
dem Zwange der Verhältniſſe fügen müſſen Aber von
vornherein den Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen

und die ſinanziellen Sorgen einer ungewiſſen Zukunft an=
heimzugeben
, das halten wir nicht nur für eine große
Schwäche, ſondern auch für unvereinbar mit den in den
letzten Tagen ſo oft und ſo feierlich verkündigten Grund=
ſätzen
einer ſoliden Finanzwirtſchaft.
Inzwiſchen wird vom Berliner Lokalanzeiger, an=
ſcheinend
von derſelben Seite, von der auch die letzten
Vorſtöße kamen, abermals für eine Vertagung der
Deckungsfrage plädiert. Es würde, ſo heißt es da u. a.,
eine Enttäuſchung ſein, wenn der Reichstag die Rüſtungs=
und Deckungsfrage gleichzeitig behandeln wollte.
In ſolchem Falle wäre eine ſchnelle Erledigung ſo gut
wie ausgeſchloſſen, da die Kämpfe um die Beſitzſteuer
dem folgenſchweren Zank um die Reichsfinanzreform an
Heftigkeit nicht nachſtehen würden. Damit wäre die Ge=
fahr
gegeben, daß der Herbſt ins Land zöge, ohne daß
etwas zuſtande gekommen wäre. Und dann wörtlich:
Wenn die Reichsregierung ſich nicht vom Reichstag
das Heft aus der Hand nehmen laſſen will, ſo muß ſie
von vornherein mit aller Energie die getrennte Er=
ledigung
der beiden Fragen betreiben. Den zwin=
genden
politiſchen Gründen, unter die nicht zuletzt der
Eindruck im Ausland zu zählen iſt, wird ſich auch die
Volksvertretung nicht verſchließen können. Erſt Rüſtung,
dann Deckung. Darüber ſollte eine Regierung nicht im
Zweifel ſein, die gewillt iſt, das Steuer feſt in der Hand
zu halten und die gewillt iſt. dem Lande die notwendige
militäriſche Sicherheit zu geben.
Die Germania beſtätigt, daß zurzeit Verhandlungen
vom Reichskanzler mit den Parteien angeknüpft werden,
um die Vorlagen noch in einer Sommertagung des
Reichstages nach Pfingſten zu erledigen. Bei den Par=
teien
, einſchließlich der Sozialdemokratie ſoll übrigens,
wie die Germania mitteilt, die Bereitwilligkeit beſtehen,
dem Wunſche der Regierung nach dieſer Sommertagung
zu entſprechen. Die Germania will weiter erfahren haben,
daß der Schatzſckretär Kühn auf ſeiner Reiſe nach Süd=
deutſchland
hauptſächlich wegen der Uebertragung
der Stempelſteuern auf das Reich die dortigen
Regierungen habe ſondieren wollen. Die Germania
ſchreibt:
Wir glauben zu wiſſen daß die Reichsregierung den
Schwerin=Löwitzſchen Vorſchlägen nicht ablehnend gegen=
überſteht
. Ihre Bedenken ſind durchaus nicht ſachlicher=
ſondern
lediglich taktiſcher Natur. Die Ausarbeitung
einer diesbezüglichen Vorlage würde einmal wegen der
bei Uebertraguna der Stempelſteuern von den Einzel=
ſtaaten
auf das Reich notwendig werdenden Verfaſſungs=
änderungen
in den Einzelſtaaten, ſowie wegen der Schwie=
rigkeiten
der geſetzgeberiſchen Faſſung des Schwerin= =
witzſchen
Vorſchlages mindeſtens ſechs Monate in An=
ſpruch
nehmen. Da aber die Reichsregierung den drin=
genden
Wunſch hat, die Wehrvorlage ſo ſchnell als
möglich verabſchiedet zu ſehen, ſo iſt es immer=
hin
fraglich, ob dieſer Weg der Deckung von ihr be=
ſchritten
werden wird. Fraglich wäre zudem, wie der
Bundesrat ſich zu den Vorſchlägen ſtellen würde. Die
Reichsregierung würde es zweifellos gerne ſehen, wenn
die Deckungsfrage nach der Richtung gelöſt würde.

Deutſches Reich.

Die Börſenſteuer hat in den erſten zehn
Monaten des laufenden Rechnungsjahres eine Einnahme
von 77,5 Millionen Mark erbracht. Davon kamen 48,4
Millionen Mark auf den Stempel für Wertpapiere, 7,6
Millionen Mark auf die Talonſteuer und 21,5 Millionen
Mark auf den Stempel für Kauf= und ſonſtige Anſchaf=
fungsgeſchäfte
: Für das ganze Rechnungsjahr wird im
Haushalt von der Börſenſteuer die Summe von 87,6 Mil=
lionen
Mark erwartet, wobei zu beachten iſt, daß von die=
ſer
Summe 18 Millionen Mark erſt durch den gelegentlich
der Vorlegung der Heeresvorlage eingebrachten Nachtrag
in den Haushalt eingeſtellt ſind. Zuerſt war der Jahres=
ertrag
der Börſenſteuer für 1912 im Haushalt mit 69,C
Millionen angenommen. Entſprechen die beiden letzten
Monate des laufenden Rechnungsjahres in ihren Ein=
nahmen
aus der Börſenſteuer den voraufgegangenen zehn
Monaten, ſo wird die Jahreseinnahme aus der Börſen=
ſteuer
nicht weniger als 92 Millionen Mark ausmachen.
Damit würde der jetzt im Haushalt befindliche Anſchlag
um nahezu 4½ Millionen Mark, der urſprünglich einge=
ſtellt
geweſene, aber um 22½ Millionen Mark überſchritten
werden.
Vertagung der Kriſe in dem Leucht=
ölausſchuß
. Die elfte Sitzung der Leuchtölkommiſſion
war zum Teil wieder ſehr lebhaft, insbeſondere wandten
ſich die Redner der liberalen Parteien und die Sozial=
demokraten
gegen das Zentrum und ſeine Art der Be=
kämpfung
des Geſetzentwurfs. Der Unterſtaatsſekretär des
Schatzamts erklärte auch in der letzten Sitzung, die Re=
gierung
wolle zu den einzelnen Beſchlüſſen der zweiten
Leſung nicht ſchon Stellung nehmen, ſondern erſt, nach=
dem
der ganze Geſetzentwurf nach den Beſchlüſſen der

zweiten Leſung vorliege. Doch äußerte ein anderer Re=
gierungsvertreter
weſentliche Bedenken gegen die Feſt=
legung
eines Höchſtpreiſes. Bei der Abſtimmung wurde
der Antrag des Zentrums (Höchſtpreis 16 Pf. ab Tank)
gegen Zentrum und Konſervative abgelehnt. Der Antrag
der Sozialdemokraten (Feſtſetzung eines Höchſtpreiſes für
eine Reihe von Jahren, aber erſt in der dritten Leſung
Beſtimmung des Satzes) wird gegen Nationalliberale
und der Mehrheit der Volkspartei angenommen.
Der Cumberländer und die Welfen.
Geheimer Rat von der Wenſe weilte, wie Berliner
Blätter melden, in den letzten Tagen als Träger einer
Sondermiſſion des Gmundener Hofes in Berlin, von der
Wenſe iſt am 24. Februar in Berlin eingetroffen und am
27. Februar wieder nach Gmunden abgereiſt. Der Ver=
trauensmann
des Herzogs von Cumberland hat in Berlin
mit mehreren welfiſchen Reichstagsabgeordneten mehr=
ſtündige
Beſprechungen abgehalten. Den größten Teil
ſeines Berliner Aufenthaltes verbrachte der Kammerherr
in Geſellſchaft des welfiſchen Abgeordneten von Scheele.
Wie verlautet, hat Herr von der Wenſe den Welfenführern
Weiſungen des Gmundener Hofes bezüglich ihres weiteren
Verhaltens in der hannoverſchen Frage überbracht. Es
hat auch eine gründliche Ausſprache über die weitere par=
lamentariſche
Tätigkeit der Welfenfraktion ſtattgeſunden,
die damit geendet haben ſoll, daß vorerſt eine Aenderung
des bisherigen Zuſtandes nicht eintreten ſoll. Abgeord=
neter
von Scheele hat ſich nach der Abreiſe des Kammer=
herrn
nach Hannover begeben, um die Getreuen im Lande
von der Willenskundgebung des Herzogs zu unterrichten.
Der Sitz des Kolonialgerichtshofes.
In dem neuen Geſetzentwurf, betr. die Errichtung eines
Kolonialgerichtshofes, der, wie gemeldet, dem Bundesrat
zuging, iſt nach Blättermeldungen Berlin als Sitz des
Gerichtshofes vorgeſehen. Bei dem im Jahre 1910 dem
Reichstage vorgelegten Entwurf, der infolge von Mei=
nungsverſchiedenheiten
zwiſchen Regierung und Reichs=
tag
über die Zulaſſung von Verwaltungsbeamten zur
richterlichen Rechtſprechung ſcheiterte, waren bekanntlich
unter den Abgeordneten zahlreiche Stimmen für Hamburg
als Sitz des Gerichtshofes eingetreten.
Der Gouverneur von Kamerun, der
eine mehrmonatige Reiſe nach den öſtlichen Teilen des
Schutzgebietes unternahm, iſt nach einer telegraphiſchen
Meldung mit ſeiner Expedition am oberen Benue ein=
getroffen
und von dort am 14. Februar nach Kuſſeri, dem
bisherigen Sitz der Reſidentur der deutſchen Tſchadſee=
länder
, weitermarſchiert.
Tarifverhandlungen im Schneider=
gewerbe
. Die Schiedsſprüche der Unparteiiſchen wegen
der neuen Tarife der Herrenmaßſchneider für ganz Deutſch=
land
ſind von beiden Parteien angenommen worden, ſo
daß die Gefahr eines allgemeinen Streiks nunmehr als
beſeitige gilt.
Differenzen im Malergewerbe. Die
Arbeitgeber im Malergewerbe haben den Schiedsſpruch
der Unparteiiſchen abgelehnt. Streiks und Ausſperrun=
gen
erſcheinen jetzt unvermeidlich. Bezüglich der Maurer=,
Zimmerer= und Hilfsarbeiterforderungen finden neue
Verhandlungen am 9. März ſtatt.
Die antimilitariſtiſche Sozial=
demokratie
. Der ſozialdemokratiſche Vorwärts ver=
öffentlicht
in deutſcher und franzöſiſcher Sprache ein
Manifeſt der franzöſiſchen und deutſchen Sozialdemokratie
gegen den Rüſtungswahnſinn. Darin wird die ſchieds=
gerichtliche
Schlichtung der Völkerſtreitigkeiten und die Be=
ſeitigung
der ſtehenden Heere gefordert. Mit aller Energie
werde die Sozialdemokratie dafür kämpfen, daß die ſinan=
ziellen
Laſten, falls es doch zu neuen militäriſchen Rüſtun=
gen
kommen ſollte, auf die Wohlhabenden und Reichen ab=
gewälzt
werden. Das Manifeſt iſt vom 1. März aus Ber=
lin
=Paris datiert und trägt die Unterſchriften der Partei=
vorſtände
und parlamentariſchen Fraktionen beider Län=
der
. Jaurés erklärt in der Humanité, daß die deutſche
und die franzöſiſche Sozialdemokratie zu gleicher Stunde
den Gedanken des gemeinſamen Manifeſtes gehabt hätten.
Neues Landtagswahlgeſetz für
Sachſen=Anhalt. Der anhaltiſche Landtag iſt am
Freitag eröffnet worden. Unter den eingebrachten Ge=
ſetzesvorlagen
befindet ſich der Entwurf eines neuen
Landtagswahlgeſetzes. Es iſt eine Vermehrung der Mir=
glieder
des Landtages von 36 auf 44 in Ausſicht genon=
men
, um eine ſtärkere Vertretung von Induſtrie und Han=
del
zu ermöglichen, um ferner auch den kleineren Gewerbe=
treibenden
, dem Handwerkerſtande und der Arbeiterſchaft
Mandate zu ſichern, und um endlich die Zahl der Abge=
ordneten
in einem der gegenwärtigen Bedeutung einzel=

[ ][  ][ ]

ner Wahlkreiſe entſprechenden Maße zu erhöhen. An
Stelle der indirekten Wahl tritt die direkte Wahl, und
zwar nicht nur in den ſtädtiſchen, ſondern auch in den
ländlichen Wahlkreiſen. Schließlich ſoll der Zenſus, von
dem die Wahlberechtigung bei den allgemeinen Wahlen
der Städte und des platten Landes bisher abhängig war,
für die überwiegende Mehrzahl der aus dieſen Wahlen
hervorgehenden Mandate in Wegfall kommen. Es ſind
den Anregungen aus dem Landtage gegenüber alſo weit=
gehende
Zugeſtändniſſe gemacht worden. Auf der an=
deren
Seite hat die Regierung aus Rückſicht auf das
Staatswohl verſchiedene Beſtimmungen in die Vorlage
aufgenommen, die einer Verdrängung der ſtaatserhalten=
den
Kräfte, insbeſondere auch der beſitzenden und ſteuer=
lich
hauptſächlich belaſteten Kreiſe der Bevölkerung, aus
einem angemeſſenen Einfluß auf die Geſetzgebung und
Verwaltung des Landes vorbeugen ſollen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Generalſtreik in Peſt. Der Generalſtreik in
Peſt wird für Montag erwartet. Die Polizei hat den für
den erſten Tag des Ausſtandes angekündigten Demonſtra=
tionsumzug
verboten, ebenſo die für den zweiten Tag
einberufenen Volksverſammlungen. Die Stadtbehörde
hat die Bevölkerung aufgefordert, ſich für zwei Tage mit
Lebensmitteln zu verſorgen, da ſie mit einer zweitägigen
Dauer rechnet
Italien.
Naſis Mandat ungültig. Die Wahlprü=
ſungskommiſſion
der Kammer prüfte die Gültigkeit der
Wahl des bekannten früheren Miniſters Naſi, der ſelbſt
ſeine Wählbarkeit verteidigte. Die Kommiſſion beſchloß
mit 18 gegen 6 Stimmen bei einer Stimmenthaltung der
Kammer vorzuſchlagen, die Wahl für ungültig zu erklären,
da Naſi infolge ſeiner Verurteilung durch den Gerichtshof
nicht wählbar ſei.
Frankreich.
Die Vermehrung der Mannſchaftsbe=
ſtände
der Kriegsflotte. Der Marineminiſter
läßt gegenwärtig von ſeinem Generalſtab verſchiedene
Maßnahmen zur Vermehrung der Mannſchaftsbeſtände
der Kriegsflotte prüfen, da der Bedarf im Jahre 1918
nach Vollendung des gegenwärtigen Flottenprogramms
den gegenwärtigen Beſtand um mindeſtens 20000 Mann
überſchreiten dürfte, und im ganzen 77000 Mann betra=
gen
werde, wobei namentlich die Bedürfniſſe der großen
Schlachtſchiffe berückſichtigt werden ſollen. U. a. ſoll das
Rekrutierungsgeſetz für die Marine, das auf dem zwei=
jährigen
Dienſt beruht, entſprechend dem bevorſtehenden
Parlamentsbeſchluß, über die Erhöhung der Dienſtzeit
des Landheeres abgeändert werden. Ferner ſoll unter=
ſucht
werden ob alle gegenwärtig im Dienſt ſtehenden
Kriegsſchiffe jenen militäriſchen Wert beſitzen, welcher
ihre Ausrüſtung und ihren Mannſchaftsbeſtand rechtfer=
tigt
.
Vereinigte Staaten.
Wilſon und das Panamakanalgeſetz.
Wilſon teilte mehreren demokratiſchen Senatoren, die eng
mit ihm befreundet ſind, mit, er ſtehe dem Rootſchen Ab=
änderungsantrag
zur Panamakanalbill ſympathiſch gegen=
über
. Dieſe Stellungnahme Wilſons war bisher nicht
allgemein bekannt geworden, und deshalb wurde die
Nachricht mit Mißtrauen aufgenommen, bis ſie aus zu=
ſtändiger
Quelle beſtätigt wurde. Das bedeutet für die
amtlichen Kreiſe Waſhingtons eine vollkommene Ueber=
raſchung
, da der Senator Ogormann=Newyork, der mehr
oder weniger als das Sprachrohr Wilſons angeſehen
wird, ein unermüdlicher, beſtändiger Vorkämpfer für die

Befreiung der amerikaniſchen Küſtenſchiffahrt von den
Kanalzöllen geweſen iſt. Jetzt wird als wahrſcheinlich
angeſehen, daß Wilſons Unterſtützung den Gegnern der
Gebührenfreiheit im Senat die Gelegenheit gibt, in einer
zukünftigen Seſſion ein Amendement durchzuſetzen, wo=
durch
die Gebührenfreiheit aufgehoben wird. Das Ma=
rinekomitee
des Senats hat ſämtliche am Mittwoch vom
Repräſentantenhauſe geſtrichenen Poſten der Flottenbill
einſchließlich zweier Schlachtſchiffe wiederhergeſtellt.
Schiffsbauten. Der Senat hat den Vorſchlag
der Regierung, zwei Linienſchiffe zu bauen, angenommen.
Der Geſetzentwurf geht nach dem Repräſentantenhauſe zu=
rück
, da dies nur ein Linienſchiff bewilligt hat.
* Ein Kaiſerlicher Dankerlaß. Der
Reichs=Anzeiger veröffentlicht folgenden an den Reichs=
kanzler
gerichteten kaiſerlichen Dankerlaß: Anläßlich der
Verlobung meiner geliebten Tochter Prinzeſſin
Viktoria Luiſe mit Sr. Königlichen Hoheit dem
Prinzen Ernſt Auguſt, Herzog zu Braunſchweig=
Lüneburg, ſind mir wie Ihrer Majeſtät der Kaiſerin und
Königin und dem Brautpaare aus allen Teilen des Deut=
ſchen
Reiches Glück= und Segenswünſche in einer ſolchen
Fülle zugegangen, daß es nicht möglich iſt, dieſe Kund=
gebungen
im einzelnen zu beantworten. Hocherfreut über
die herzliche Teilnahme aller Schichten des deutſchen Vol=
kes
an dem frohen, bedeutungsvollen Exeignis möchte ich,
zugleich im Namen der Kaiſerin und des Brautpaares,
allen an den mannigfachen Aeußerungen liebevoller An=
hänglichkeit
Beteiligten hiermit unſeren wärmſten Dank
ausſprechen. Gott der Herr aber gebe allen den treuen
Wünſchen und Hoffnungen und Gebeten, womit das
deutſche Volk den Herzensbund der jungen Fürſtenkinder
begleitet, gnädige Erfüllung zum Segen der beiden fürſt=
lichen
Häuſer und des Vaterlandes. Ich erſuche Sie, die=
ſen
Erlaß alsbald zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
Berlin, 27. Februar. Wilhelm I. R.
Ethik und Sozialdemokratie. Mit
großer Wärme beſpricht der Vorwärts das Schickſal des
däniſchen Dichters Hermann Bang, der wegen ſeiner
homoſexuellen Veranlagung ruhelos durch die Welt irrte
und Selbſtbekenntniſſe hinterließ, die den erfolgloſen
Kampf mit der eigenen Natur ſchildern ſollen. Bangs
Selbſtbekenntniſſe beſtimmen den Vorwärts zu folgender
Bemerkung: Iſt dies nicht eine wertvolle Waffe im
Kampfe gegen eine rückſtändige Geſetzgebung
und iſt es nicht zugleich eine vollſtändige Rehabilitierung
Bangs? Dieſe Auffaſſung ſteht in direktem Gegen=
ſatze
zu der Haltung, die der Vorwärts und die geſamte
Sozialdemokratie beobachtete, als homoſeruelle preußiſche
Junker die Oeffentlichkeit beſchäftigen. Damals war der
ſozialdemokratiſchen Preſſe keine Verurteilung der Homo=
ſexualität
ſcharf genug, damals wurden ſene Fälle als Be=
weis
für die Entartung des preußiſchen Junkertums ange=
führt
. Es iſt überflüſſig, Namen zu nennen, ſie ſind aus
den Skandalprozeſſen der jüngſten Vergangenheit aller
Welt bekannt. Klagen über die Rückſtändigkeit unſerer
Geſetzgebung hat man damals von der ſozialdemskrati=
ſchen
Preſſe nicht gehört. Im Gegenteil! Einem Teil
der Sozialdemokratie iſt zu jener Zeit die deutſche Geſetz=
gebung
noch nicht ſtreng genug erſchienen , weil es ſich
um preußiſche Junker handelte. Im Falle Bang aber hat
die Sozialdemokratie es nicht mit einem parteipolitiſchen
Gegner zu tun; darum behandelt der Vorwärts ohne Vor=
behalt
Bang als das Opfer einer rückſtändigen Geſetz=
gebung
. Der ſozialdemokratiſche Standpunkt in der Be=
urteilung
ethiſcher Fragen kann nicht greller zutage treten,
als in dem verſchiedenen Maße, mit dem man auf der
einen Seite den ausländiſchen Dichter, auf der andern
Seite den preußiſchen Junker mißt. Er bedeutet die
Anpaſſung des ethiſchen Urteils an das Bedürfnis der
Parteiagitation.
* New=York, 28. Febr. Der Streik der
Arbeiter in der Bekleidungsinduſtrie der
ſeit Januar andauert und 150000 Perſonen umfaßt, hat
ſein Ende erreicht. Die Arbeiter haben die Bedingungen
der Arbeitgeber angenommen, die in einer Lohnerhöhung
und einer Aenderung des Arbeitsverhältniſſes in den Ge=
ſchäften
beſtehen, die außerhalb der Arbeitgeberorganiſa=
tion
bleiben.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 3. März.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
empfingen am Freitag mittag 12 Uhr im
Neuen Palais Frau Hahn Exzellenz und hierauf den
Major a. D. Selzam. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Oberſt v. Helldorff,
Kommandeur des Leibgarde=Infanterie=Regiments
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Oberſtleutnant Zierbld,
Kommandeur des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, den Oberſtleutnant Eggersſ, Kommandeur
des Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=
Regiments Nr. 25, den Major Ritter und Edler v. Loeßl
beim Stabe des Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23, den Major Freiherrn v. Stetten, Komman=
deur
des Großh. Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18, den
Major Freiherrn Weſterweller v. Anthoni beim Stabe
des Dragoner=Regiments Prinz Albrecht von Preußen
Litthauiſches) Nr. 1, den Major Freiherrn v. Lehmann,
Bataillons=Kommandeur im 2. Lothring. Infanterie=
Regiment Nr. 131 in Mörchingen, den Rittmeiſter von
Kummer, Eskadronchef im Leib=Dragoner=Regiment
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, den Hauptmann v. Selaſinski
im 7. Lothringiſchen Infanterie=Regiment Nr. 158 in
Paderborn, den Pächter der Hofmeierei Schwarz; zum
Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabi=
netts
Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Königl. Preuß. Archiv=
direktor
a. D. Geheimen Archivrat Dr. Guſtav Könnecke
zu Marburg das Komturkreuz 2. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Oberleutnant a. D. Reinhard Lotheißen
zum Hauptmann à la suite der Infanterie; ferner den
zweiten Profeſſor am evangeliſchen Predigerſeminar zu
Friedberg, D. Dr. Jakob Schoell, mit Wirkung mit
vom 1. April 1913 zum Direktor und erſten Profeſſor
desſelben.
* Militärdienſtnachrichten. Die Oberleutnants
Madelung vom 2. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. (Kaiſer
Wilhelm) Nr. 116, Willich gen. v. Pöllnitz vom
2. Großh. Heſſ. Drag.=Regt. Nr. 24 und Mertens
vom Großh. Artillerie=Korps (Feld=Art.=Regt. Nr. 25)
für den Sommerkurſus 1913 zur Militärturnanſtalt
Der bisherige Militärattachs bei
kommandiert.
der preußiſchen Geſandtſchaft in München, Major Frhr.
Schäffer von Bernſtein, iſt von ſeinem Poſten
abberufen und zum Generalſtab des Generalkommandos
in Münſter i. W. verſetzt worden. Als ſein Nachfolger iſt
Major v. Lewinski bisher im Generalſtabe der 25.
(Großh. Heſſiſchen) Diviſion zum Militärattaché er=
nannt
worden.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 6 vom
1. März hat folgenden Inhalt: 1. Geſetz, die Heran=
ziehung
der Grundſtückseigentümer im Gebiet der Süd=
und Südweſtfront in Mainz zu den Koſten des Straßen=
geländeerwerbs
betreffend. 2. Verordnung, die Vor=
bereitung
für den Staatsdienſt im Juſtiz= und Verwal=
tungsfache
betreffend. 3. Bekanntmachung, die ſtädtiſche
elektriſche Straßenbahn zu Offenbach a. M. betreffend.
4. Bekanntmachung, die Zuteilung der Gemarkung
Ronneburg zum Ortsgericht und zum Standesamt Alt=
Wiedermus betreffend.
* Bei der vorläufigen Neuregelung der Dienſtbezüge
der Staatsbeamten für 1912 ſind auch Mittel zur Auf=
beſſerung
bedürftiger Penſionäre und Hinterbliebenen be=
willigt
worden. An dieſen Aufbeſſerungen waren die
Altpenſionäre der heſſiſchen Staatseiſenbahnen und die
Hinterbliebenen ehemaliger Eiſenbahnbeamten nicht zu
beteiligen. Da die geſamte Penſionslaſt und Hinter=
bliebenenverſorgung
der heſſiſchen Staatsbahnbedienſte=
ten
einſchließlich derjenigen der früheren Oberheſſiſchen
Eiſenbahnen und der Main=Neckar=Bahn von der Eiſen=
bahngemeinſchaft
zu tragen iſt, fallen dieſer auch etwaige
Leiſtungen für die Aufbeſſerung ſolcher heſſiſcher Penſio=
näre
und Hinterbliebenen zur Laſt, die an den geſetzlichen
Aufbeſſerungen der letzten Jahre nicht teilgenommen
haben, Für ſolche Zuwendungen ſind im Etat der Eiſen=
bahngemeinſchaft
bereits für 1912 Mittel bereitgeſtellt
worden. Nach dem Etatsentwurf für 1913 ſollen ſie er=
heblich
verſtärkt werden. Die bei dem Finanzminiſterium
eingelaufenen Geſuche und Fragebogen ſind ſeinerzeit an

Himmelserſcheinungen
im März.

Am 21. März, um 6 Uhr vormittags, durchſchreitet die
Erde in ihrer Jahresbahn den Frühlingspunkt.
Die Sonne tritt dabei in das Kalenderzeichen des Wid=
ders
, ihr wahrer Ort im Tierkreiſe liegt aber nicht auf
der Grenze der Sternbilder Fiſche=,Widder ſondern
im weſtlichen Teile der Fiſche; ſeit Einführung der Tier=
kreiszeichen
vor zwei Jahrtauſenden ſind die durch ſie
hezeichneten Sternbilder infolge der Wirkung der allge=
meinen
Präzeſſion heute ſchon um etwa 30 Grade vor=
gerückt
. Am 21. März paſſiert die Sonne den Aequator
von Süden nach Norden, ihre Deklination betrug am
1. März noch 7 43' 6."0, am 21. März wird ſie 0 und
am 31. März iſt ſie bereits auf 4 55.6 angewachſen.
Zur Zeit des Aequatorſtandes der Sonne ſind auf der
ganzen Erde Tag und Nacht gleich lang, Aequi=
noktium
, und auf der nördlichen Halbkugel beginnt der
Frühling. Aus der Deklination der Sonne ergeben
ſich als Mittagshöhen über dem Horizont für den
Parallel von 54 (Norddeutſchland) 28 17 am 1. März
und 40% 1' am 31. März, für den Parallel von 51 ( Mit=
teldeutſchland
) 31 17 am 1. und 43 1' am 31. März,
endlich für den Parallel von 48 (Süddeutſchland und
Oeſterreich, etwa die Breite von Wien) 34 17 am 1 und
46% 15
31. März. Die Tagesdauer verlängert ſich
daher im nördlichen Gebiete von 10½ auf 1254 Stunden,
im mittleren Gebiete von 10¾ auf 12¾ und im ſüdlichen
Gebiete von faſt 11 auf 12¾ Stunden.
Der Mond zeigt folgenden Phaſenwechſel: Neu=
mond
am 8. März, um 1 Uhr 22 Minuten vormittags,
Erſtes Viertel am 15. März, um 9 Uhr 58 Min. nachm.,
Vollmond am 22. März, um 12 Uhr 56 Min. nachmittags,
und Letztes Viertel am 29. März, um 1 Uhr 58 Min.
nachmittags. Der Mond ſteht in ſeiner Erdferne am
6. März, um 9 Uhr vormittags, bei einem Abſtande von
13.75 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilometer und am 21. März,
um 12 Uhr mittags, in ſeiner Erdnähe bei einem Abſtand
von 56.254 Erdhalbmeſſern. Von den ſich im März ereig=
enden
vier Sternbedeckungen durch den Mond iſt
ulr die erſte günſtig zu beobachten; ſie findet am 31. März
tatt, und zwar wird das Sternchen 23 im Stier (Größe

4.2) bedeckt. Der Eintritt erfolgt für Berlin um 11 Uhr
6.8 Minuten, der Austritt um 11 Uhr 50.4 Minuten nach=
mittags
.
Auf den 22. März fällt die erſte der fünf diesjährigen
Finſterniſſe, eine gleich allen anderen hier unſichtbaren
totale Mondfinſternis. Sie beginnt um 10 Uhr
16 Min. vormittags und endigt um 3 Uhr 39 Min. nach=
mittags
. Ihre Größe iſt gleich 1.58 des Monddurchmeſ=
ers
. Sichtbar iſt die Finſternis in Nordamerika, im weſt=
lichen
Südamerika, im Stillen Ozean, in Auſtralien, im
öſtlichen Indiſchen Ozean und in Aſien, mit Ausnahme
des ſüdweſtlichen Teiles.
Für die Beobachtung der großen Planeten lie=
gen
die Verhältniſſe im März recht günſtig, denn von den
mit bloßem Auge ſichtbaren Planeten bleibt nur Mars
verborgen. Merkur der am 11. März, vormittags um
8 Uhr, ſeine größte öſtliche Ausweichung, 18 19', erreicht,
doch ſchon am 28. März, um 4 Uhr vormittags, in ſeine
untere Sonnenkonjunktion kommt, zeigt ſich in der erſten
Monatshälfte etwa eine halbe Stunde lang am Abend=
himmel
, taucht dann aber ſchnell in die helle Dämmerung
ein. Sein Erdabſtand, der zuerſt 1.17 Einheiten, d. h. Erd=
bahnhalbmeſſer
à 14948 Millionen Kilometer, beträgt,
nimmt bis auf 0.59 Einheiten ab; ſein ſcheinbarer Durch=
meſſer
wächſt dementſprechend von 5."7 bis auf 11.3. Am
9. März, um 4 Uhr nachmittags, hat der Mond mit Mer=
kur
Konjunktion, und zwar befindet ſich der Mond bei
dieſer 1 27 ſüdlich von dem Planeten. Nach Eintritt
der Dämmerung, wenn die Geſtirne hervortreten, iſt der
Mond allerdings ſchon ein Stück nach Oſten zu weiter=
geſchritten
, gleichwohl hat man noch eine vortreffliche
Gelegenheit, dieſen den meiſten Menſchen völlig unbekann=
ten
und ſelbſt von dem großen Kopernikus nie geſehenen
ſonnennächſten Planeten aufzufinden; er ſteht bei begin=
nender
Dunkelheit nahe rechts von der noch äußerſt zarten
Sichel des jungen Mondes. Venus tritt am 4. März
aus dem Bilde der Fiſche in das des Widders über,
das ſie dann weiter durchwandert. Sie erreicht am 19.
März, um 6 Uhr abends, ihren größten Glanz und iſt
um dieſe Zeit, wie auch ſchon vorher, ſelhm Tage bei
vollem Sonnenſchein zu beobachten ihre Ort freilich
muß man kennen. Venus nähert ſich der Erde von 0.57
bis auf 0.37 Einheiten, ihr Scheibendurchmeſſer vergrößert
ſich dabei von 29.5 bis auf 46."0; im Fernrohr erkennt
man daher leicht ihre Phaſengeſtalt. Am 11. März, um

9 Uhr abends Venus bleibt bis gegen halb 11 Uhr über
dem Horizont hat der Mond mit dem Planeten Kon=
junktion
, der ſichelförmige Mond ſteht dabei 2 6.5 ſüdlich
von dem in herrlichem Glanze ſtrahlenden Abendſtern
und gewährt mit dieſem einen ſelten ſchönen Anblick.
Mars hält ſich noch weiter in der hellen Morgendäm=
merung
verborgen. Seine Entfernung von der Erde
nimmt langſam ab, ſie beträgt anfänglich 2.16, zuletzt 2.02
Einheiten; ſein ſcheinbarer Durchmeſſer iſt noch ſehr ge=
ring
, er wächſt von 4.3 auf 4."6. Jupiter weilt am
Morgenhimmel im Bilde des Schützen und geht am
Monatsanfange vor 5 Uhr, am Monatsſchluſſe ſchon vor
3 Uhr im Südoſten auf. Auch ſein Erdabſtand verringert
ſich, von 5.69 bis auf 5.23 Einheiten; gleichzeitig nimmt
ſein Scheibendurchmeſſer von 35."1 bis auf 38.2 zu. Am
2. März, um 1 Uhr nachmittags, und am 30. März, um 3
Uhr vormittags, hatte der Mond Konjunktionen mit
Jupiter; bei der letzten gehen beide Geſtirne, der Mond
5 18 ſüdlich von dem hell erleuchtenden Planeten, etwa
zu gleicher Zeit auf. Saturn ſteht im Bilde des
Stiers am Abendhimmel und bleibt zuerſt noch bis
gegen 1 Uhr nachts über dem Horizont, geht aber zuletzt
ſchon vor Mitternacht unter. Seine Entfernung von der
Erde nimmt von 9.22 bis auf 9.67 Einheiten zu, ſein
Scheibendurchmeſſer von 17."7 bis auf 16."7 ab; die größte
Achſe des jetzt ſehr weit geöffneten und von Süden aus
ſichtbaren Ringſyſtems mißt in der Mitte des Monats
40.8, die kleine Achſe 17.1, die letzte erſcheint alſo faſt
unter demſelben Winkel wie die Saturnſcheibe ſelbſt. Am
14. März, um 1 Uhr vormittags, kommt der Mond mit
Saturn in Konjunktion, wobei der Mond 6" 18.5 nördlich
vom Saturn ſteht; in ähnlicher Stellung befinden ſich
beide ſchon vor ihrem Untergange. Uranus, im Bild
des Steinbocks iſt mit dem Fernrohre am ſüdöſtlichen
Morgenhimmel zu beobachten. Sein Erdabſtand vermin=
dert
ſich von 20.61 bis auf 20.24 Einheiten, ſein Scheiben=
durchmeſſer
aber vergrößert ſich nur von 4."0 bis auf 4.1.
Neptun kann im Bilde der Zwillinge während
des größten Teiles der Nacht mit ſtärkeren Inſtrumenten
beobachtet werden. Der Erdabſtand des Planeten wächſt
von 29.29 bis auf 29.74 Einheiten, der Scheibendurchmeſſer
Neptuns beträgt aber bloß 2.6.
Am Firſternhimmel ſchwindet allmählich die
Schönheit der Winterſternbilder dahin, eins nach dem an=
dern
taucht in der ſtetig ſich verſpätenden Abenddämme=

[ ][  ][ ]

die Eiſenbahndirektionen Frankfurt a. M. und Mainz zur
Entſchließung abgegeben worden. Etwaige weitere Geſuche
wären ebenfalls an dieſe Stellen zu richten. (Darmſt. Ztg.)
Städtiſche Gelder für die Duncanſchule? Seit
einiger Zeit laufen Notizen durch die Blätter über einen
der Duncanſchule auf der Marienhöhe aus ſtädtiſchen
Mitteln gewährten Zuſchuß oder dergleichen, an die
mehr oder weniger offene Angriffe reſpektive Vorwürfe
gegen die Stadtverwaltung geknüpft wurden mit Bemer=
lungen
, die geeignet ſind, durch die ſchiefe Darſtellung der
Tatſachen Beunruhigung in der Bevölkerung zu erwecken.
Wie wir auf Erkundigung an zuſtändiger Stelle erfahren,
liegt abſolut kein Anlaß zu Angriffen oder
zur Beunruhigung vor. Die Stadtverordneten=
Verſammlung hat in geheimer Sitzung beſchloſſen, der
Duncanſchule ein größeres Darlehen zu bewilli=
gen
, deſſen das Unternehmen zur Sicherung ſeines Fort=
beſtandes
bedurfte. Dieſes Darlehen wurde gegen
Verpfändung der Liegenſchaften und
gegen Bürgſchaft einer Anzahl Herren
aus Frankfurt bewilligt. Die Bürgen, deren Na=
men
uns bekannt ſind, zählen zu den reichſten Herren
Frankfurts und repräſentieren ein Vermögen von weit
über hundert Millionen. Das Darlehen, das für zehn
Jahre gegeben wurde, wurde aus Mitteln der
Sparkaſſe entnommen, die nach den beſtehenden Be=
ſtimmungen
zu anderen Ausleihezwecken
nicht verwendet werden dürfen. Es iſt alſo
eventuellen anderen Darlehnsſuchenden nichts entzogen wor=
den
. Selbſtredend wird das Darlehen von der
Duncanſchule, reſpektive von den Bürgen, verzinſt,
und zwar um ¼ Prozent höher als das ſonſt aus
Sparkaſſenmitteln ausgeliehene Geld, nämlich mit 4½
Prozent. Durch dieſe Darſtellung fallen alle Kombina=
tionen
, die an die Darlehnsgewährung geknüpft wurden,
in nichts zuſammen. Es wäre vielleicht richtiger geweſen,
wenn die Stadt ſelbſt alsbald nach dem damaligen Stadt=
verordnetenbeſchluß
eine kurze ſachliche Mitteilung ge=
geben
hätte. Man muß aber ſchließlich doch der Stadtver=
waltung
das Recht zugeſtehen, ſoweit ſie Gründe dafür
hat, einen in geheimer Sitzung gefaßten Beſchluß auch
geheim zu halten.
n. Strafkammer. In der Samstagsſitzung wurde die
Berufung des vom Schöffengericht Lorſch wegen Wider=
ſtands
und Beleidigung zu ſechs Monaten
Gefängnis verurteilten 30 Jahre alten Schloſſers
Michael Strubel I aus Bürſtadt verworfen. Es
handelte ſich um eine jener, leider recht häufigen, Aus=
ſchreitungen
auf der Eiſenbahn, denen die Betriebsbeamten
oder Fahrgäſte durch rohe Elemente manchmal unter Ge=
fährdung
der Verkehrsſicherheit ausgeſetzt ſind. Am
Sonntag, den 28. Juni vorigen Jahres, vom Fußballſpiel
in Heppenheim kommend, hatte der Angeklagte nur zehn
Becher Bier getrunken und befand ſich in jener Stim=
mung
, auf die auch zahlreiche ähnliche Vorſtrafen ſchlie=
ßen
laſſen. Er band im Triebwagen auf der Fahrt nach
Lorſch mit dem Schaffner Bücking an, beleidigte ihn durch
Schimpfworte und verſuchte tätlich zu werden, ſo daß er
mit dem Stockſchlag zufällig eine Mitreiſende traf, rauchte
trotz des allgemeinen Verbots und beläſtigte andere In=
ſaſſen
. Als der Schaffner auf Station Lorſch den Vorfall
meldete packte ihn Strubel im Dienſtzimmer brutal an,
ſo daß B’s Uniform zerriſſen wurde, benahm ſich in roher
Weiſe und ſtieß noch beim Einſteigen in den Zug Drohun=
gen
aus, wie er auch vorher nach einem ihm Vorhaltungen
machenden Fahrgaſt auf dem Bahnſteig geſchlagen und
deſſen Frau getroffen hatte. Das Berufungsgericht hatte
bei der Schwere der Ausſchreitung und dem Vorleben
Str.s durchaus keine Veranlaſſung, auf die von ihm er=
ſtrebte
Ermäßigung der Strafe einzugehen, beſtätigte ſie
vielmehr als völlig wohlverdient.
Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß be=
ſchäftigte
ſich am Samstag mit Verfehlungen der
Firma Landzettel und Rückert, Tiefbauunter=
nehmer
zu Roßdorf, bei Ausführung von Tief=
bauarbeiten
auf der Mathildenhöhe zu Darmſtadt.
Die Firma ſchachtete im April vorigen Jahres auf der
Mathildenhöhe im Autrage der Waſſerwerksverwaltung
einen Graben aus um ein altes Waſſerleitungsrohr frei=
zulegen
. Der Graben wurde 3,10 bis 3,20 Meter tief aus=
geführt
und ohne Einſchalung hergeſtellt. Als der Gra=

ben etwa auf 3 Meter tiefgeführt war, ſtürzte er auf eine
Länge von 5 Metern ein und gleichzeitig ein 1,70 Meter
hoher Fundamentpfeiler von dem früheren Ausſtellungs=
gebäude
. Die Sohle des Grabens lag 1,20 Meter unter
dem eingeſtürzten Fundamentpfeiler. Der Boden iſt an
der Stelle 1 bis 2 Meter aufgefüllt, und auch die ausge=
hobene
Erde wurde noch 1 Meter hoch aufgefüllt. Der
Einbruch erfolgte zufällig, als die Arbeiter eine Pauſe
machten, und es iſt nur dieſem günſtigen Umſtande zu
verdanken, daß Menſchen bei dem Unfall nicht zu Schaden
gekommen ſind. Auch an anderen Stellen ſollen die bei=
den
Unternehmer die Vorſichtsmaßregeln außer Acht ge
laſſen haben. Aus dieſen Erwägungen heraus ſtellte der
Oberbürgermeiſter beim Kreisamt den Antrag, den beiden
Unternehmern auf Grund des § 35a der Gewerbeordnung
die Führung des Gewerbebetriebes zu unterſagen, wel=
ches
die Sache dem Provinzialausſchuß abtrat. Der Pro=
vinzialausſchuß
verhandelte bereits einmal in der Ange=
legenheit
und hatte damals die Ladung von mehreren
Zeugen beſchloſſen. Ein Unternehmer, der neben der Ein=
ſturzſtelle
Arbeiten ausführte, ſagt aus, daß er die Ar=
beiter
wiederholt ermahnte, zu ſtützen oder eine Böſchung
herzuſtellen. Bauunternehmer Sames wurde am Tage
nach dem Einſturz von der Baupolizei zur Unfallſtelle
gerufen. Die Sohle des Grabens war 45 Zentimeter breit
und 1,30 Meter höher nur 50 Zentimeter breit. Ein ſo
tiefer Graben in aufgefülltem Grunde könne nach Anſicht
des Zeugen überhaupt nicht ohne Abſprießen hergeſtellt
werden. Nach dem Verdingungsprotokoll hat ſich die
Firma dazu verpflichtet, bei Ausſchachtungen über 2 Meter
den Graben ordnungsmäßig auszuzimmern. Der als Sach=
verſtändiger
geladene Ingenieur Markwort kann nach dem
Ergebnis die Unterlaſſung als grobe Fahrläſſigkeit be=
zeichnen
. Das Abſprießen ſei an jener Stelle unbedingte
Notwendigkeit geweſen. Der Provinzialausſchuß be=
ſchließt
, dem Antrage ſtattzugeben und den beiden Tief=
bauunternehmern
die Konzeſſion zu entziehen
unter Verurteilung in die Koſten des Verfahrens bei ſoli=
dariſcher
Haftung. Der Streitwert wurde auf 2500 Mark
ſeſtgeſetzt.
Das Kreisamt Erbach beantragt die Unterſagung
des Kleinhandels mit Bier des Benedikt Ihrig
zu Günterfürſt. Ihrig wurde zweimal rechtskräftig ver=
urteilt
, weil er Flaſchenbier verkaufte, das auf ſeinem
Hofe und vor ſeinem Hauſe getrunken wurde. Er be
hauptet, er habe im erſten Falle nicht gewußt, daß das
Bier nicht im Hofe getrunken werden dürfe. Beim zwei=
ten
Falle ſei er nicht zugegen geweſen. Der Provinzial=
ausſchuß
ſpricht die beantragte Entziehung
aus
Durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung
vom 14. November 1912 wurde die Stelle eines zweiten
tändigen ſtellvertretenden Vorſitzenden des Verſicherungs=
mtes
mit der Amtsbezeichnung Verſicherungsamtmann
geſchaffen. Das Kreisamt Offenbach beanſtandete dieſen
Beſchluß, da er die Befugniſſe der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
überſchreite. Es veranlaßte daher gemäß
§ 233 der Städteordnung den Oberbürgermeiſter, jenen
Beſchluß zu beanſtanden. Am 10. Januar 1913 berichtete
Oberbürgermeiſter Dr. Dullo, daß die Stadiverord=
neten
=Verſammlung durch Beſchluß vom 9. Januar auf
ihrem Standpunkt beharrt. Es wurde daraufhin das
Verwaltungsſtreitverfahren eingeleitet, das am Samstag
den Provinzialausſchuß beſchäftigte. Das Kreisamt ver=
tritt
den Standpunkt, daß die Bezeichnung Amtman=
ein
Titel iſt, der nach landesrechtlichem Brauch nur den
akademiſch gebildeten Beamten verliehen werde und Aller=
höchſter
Entſchließung vorbehalten ſei. Oberbürgermeiſter
Dr. Dullo führte aus daß die Stadtverordneten= Verſamm=
lung
nicht den Titel verliehen, ſondern die Amtsbezeich=
nung
geſchaffen habe. Amtmann ſei auch keine Amtsbe=
zeichnung
, deren Gebrauch dem Staate vorbehalten ſei,
denn ſo habe Darmſtadt und Worms Stadtamtmänner,
und auch die Standesherren bezeichnen ihre Beamten, die
die Vermögensverwaltung ausüben, mit Rentamtmann,
Domänenamtmann uſw. Er bitte, der Beanſtandung des
Kreisamtes nicht beizutreten. Der Provinzialausſchuß
gebt den Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlunc
auf unter der Verurteilung in die Koſten des Verfahrens
Der Provinzialausſchuß geht von der Erwägung aus, daß
ach § 39 der Reichsverſicherungsordnung die Amtsbe=
zeichnung
lautet: Stellvertreter des Vorſitzenden des
Verſicherungsamtes‟ Im übrigen iſt der Provinzialaus=
ſchuß
der Anſicht, daß Amtsbezeichnungen nur durch Er=
laß
eines Ortsſtatuts eingeführt werden können. Die
Frage, ob Amtmann ein Titel oder eine Amtsbezeich=
tung
iſt, wurde nicht geprüft.
Die Firma Wayß u. Freytag A.=G. zu Neuſtadt
a. H. klagte gegen ihre Heranziehung zur Ge=
verbeſteuer
in Rüſſelsheim. Die Firma führte
Bauten für die Opelwerke aus, die mehrere Jahre dauer=

ten. Sie verwahrt ſich nun gegen die Heranziehung zur
Gewerbeſteuer aus rechtlichen Gründen, die vom Kreis=
ausſchuß
nicht als berechtigt anerkannt wurden. Der Re=
kurs
der Firma wurde deshalb abgewieſen. Der Pro=
vinzialausſchuß
ſchließt ſich dem Vorurteil an und weiſt
den Rekurs als unberechtigt zurück.
V. V. Volksvorſtellung. Auf die Volksvorſtellung
am Sonntag, den 9. März, nachmittags ½3 Uhr, ſei
hiermit hingewieſen. Zur Aufführung gelangen: Guten
Morgen, Herr Fiſcher! hierauf: Die ſchöne Galathee‟
und zum Schluß: Champagner=Viſionen (Ballett).
* Volksbildungsverein. Der Vortrag Kunſt und
Moral des Herrn Profeſſor Dr. Goldſtein wird nicht
am Dienstag, den 4. März, ſandern erſt am Freitag,
den 7. März, im Kaiſerſaal ſtattfinden.
* Die Nationalliberale Partei veranſtaltet, wie be=
reits
erwähnt, am Dienstag abend eine große
öffentliche Verſammlung im Kaiſerſaal in
der Herr Univerſitätsprofeſſor Dr. Staehlin aus
Heidelberg über das Orientproblem und die gegen=
wärtige
Lage ſprechen wird. Der Redner iſt ein nam=
hafter
Balkankenner und beſchäftigt ſich als Hiſtoriker in
zahlreichen Publikationen mit den weltpolitiſchen Strö=
mungen
und Konflikten unſerer Tage. Der Vortrag wird=
die
Stellung der Dreibundmächte zu der
Balkanfrage hiſtoriſch begründen und die Bedeutung der
Veränderungen am Balkan klarlegen. Die freie Dis
kuſſion wird Gelegenheit zu weiterer Ausſprache bie=
ten
. Der Beſuch auch von Damen iſt ſehr willkommen.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Auf die am Dienstag
in der Reſtauration Rummel Bleichſtraße, ſtartfin=
dende
Mitgliederverſammlung, in der Herr
Zöller=Rüſſelsheim über Arbeiterfragen in der Volks=
partei
ſprechen wird, ſei hiermit nochmals hingewieſen.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Die von dem Orts=
gewerbeverein
Darmſtadt in der Handwerkerſchule dahier
abgehaltenen Vorbereitungskurſe Xl und XII für die
theoretiſche Meiſterprüfung im Handwerk wurden am
Samstag nachmittag geſchloſſen. An denſelben beteiligten
ſich insgeſamt 62 Herren und 12 Damen.
Der gegenwärtige Kampf um Lehrfreiheit und
Bekenntnis. Ueber dieſen jetzt im Mittelpunkte des reli=
giöſen
und kirchlichen Intereſſes ſtehenden Gegenſtand
wird am Donnerstag, den 13. März, Pfarrer Th. Wahl=
Eſſen (Ruhr) im Kaiſerſaal ſprechen. Wie das Thema
des Vortrages ſo iſt auch die Perſönlichkeit des Redners
geeignet, die Aufmerkſamkeit weiterer Kreiſe zu erwecken.
Zu dem Vortrage hat ihn die Kirchlich=poſitive
Vereinigung aufgefordert, die zu der auch hier in
letzter Zeit mehrmals beſprochenen religiöſen Frage
öffentlich Stellung nehmen möchte. Neben dem Vor=
tragenden
werden noch andere, Geiſtliche und Laien, das
Wort ergreifen. Näheres wird durch beſondere Anzeige
bekannt gemacht werden
Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Anfang Juni
dieſes Jahres wird das Geſchäftshaus der Firma Gebr.
Rothſchild, Markt 2, durch einen Erweiterungsbau be=
deutend
vergrößert. Die zukünftige Geſamtanſicht und
Perſpektive ſind zurzeit in dem Schaufenſter der Firma
Gebr. Rothſchild ausgeſtellt.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. In der Woche
vom 23. Februar bis 1. März wurden 486 Schweine
und 191 Kälber aufgetrieben.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Der neue Präſident von Frankreich
Poincaré, ſeine Vorgänger und franzöſiſche Staats=
männer
; das Völkerſchlachtdenkmal bei Leipzig, vom Bal=
lon
aus aufgenommen; die Dardanellen aus der Vogel=
ſchau
; ſtrenger Winter im ſonnigen Rom.

Das Ausländertum an der Techniſchen
Hochſchule.

* Man ſchreibt uns: Im Laufe des letzten Jahres
wurde von Studierenden verſchiedener Hochſchulen Proteſt
erhoben gegen das Ueberhandnehmen der Ausländer. Da
beſonders an der Darmſtädter Hochſchule die Ausländer=
frage
ſehr aktuell iſt (28 Prozent Ausländer), wurden hier
ſchon verſchiedentlich von deutſchen Studierenden Ver=
uche
gemacht, eine Beſſerung dieſer Zuſtände herbeizu=
führen
. Die bisher von den Behörden unternommenen
Schritte haben jedoch den Erwartungen der deutſchen:
Studierenden in keiner Weiſe entſprochen. Deshalb ſahen
ſich die letzteren wiederum veranlaßt, zu der Ausländer=
frage
Stellung zu nehmen. Von einer im Kaiſerſaal ſtattge=
fundenen
Verſammlung deutſcher Studierender wurde dem

rung unter. Das Mondlicht ſtört vorwiegend in der Zeit
vom 11. bis zum 24. März. Wenden wir unſeren Blick
etwa um 10 Uhr abends zum Firmament, ſo ſehen wir im
Weſtnordweſten den Widder, das erſte Tierkreisbild, in
dem zu Hipparchs Zeiten der Frühlingspunkt lag, zuerſt
hinabſinken, ihm folgt bald der Stier, während die
Zwillinge um dieſe Zeit noch nahe dem Süden ſtehen.
Ueber beiden funkelt Capella im Fuhrmann und unter=
halb
gewahrt man den hoch aufgerichteten Orion links
unten von dieſem den Sirius im Großen Hund ſowie
zwiſchen dieſem und Caſtor und Pollux den Prokyon im
Kleinen Hunde‟ Nach Oſten zu ſetzen der Löwe mit
Regulus und die Jungfrau mit Spica den Tierkreis
fort. Die Milchſtraße zieht ſich vom Südſüdweſthorizont
in nach Weſten herabgeneigtem Bogen, zwiſchen Stier
und Zwillinge den Zodiakus durchſchneidend, zu dem
Nordhorizont herab; auf ihrem Schimmer markieren ſich
rechts vom Fuhrmann der Perſeus, im Nordweſten
das W der Caſſiopeja und gerade im Norden der
Schwan mit Deneb. Tief im Nordweſten leuchten die
drei hellen Sterne der Andromeda, tief im Nordnord=
öſten
funkelt Wega in der Leier während im Oſten
Arctur im Bootes hervortritt, neben dem links die
Krone glitzert. Der Große Bär ſteht hoch oben öſt=
lich
neben dem Zenith und darunter (rechts über Arctur)
das feine Haar der Berenike Vom Pol nach Nordoſten
herab erſtreckt ſich der Kleine Bär mit dem Polarſterne.

Feuilleton.

C Die neueſten Ausgrabungen in Paestum, Cumge
und Pompeji. Seit einigen Jahren werden in Paestum
Cumae und Pompeji von Profeſſor Spinazzola nach ganz
neuen Syſtemen Ausgrabungen unternommen, die zu ſehr
bedeutſamen Ergebniſſen geführt haben. Auf Grund von
Mitteilungen des Leiters dieſer Arbeiten faßt Federigo
Hermanin in der Kunſtchronik dieſe Reſultate zuſammen
Von Paestum glaubte man bisher, daß mit Aus=
nahme
der großen Tempelbauten alles von der alten
Stadt gänzlich zerſtört und verſchwunden ſei. Es gelang
jedoch Spinazzola nach vielem Suchen, die zwei Achſen

des altgriechiſchen Ortes wiederzufinden und dann an
den Seiten der zwei großen Straßen die Reſte der Bür=
gerſteige
, der Lauben und vieler großer Gebäude aufzu=
decken
. Außerdem wurde die gelbrote Terrakotta= Deko=
ration
der Dachtraufe und Rinne des archaiſchen
Tempels in einer Länge von 21 Meter gefunden. Da=
mit
war das Problem der urſprünglichen Ausſchmückung
gelöſt: als ein leuchtender Kranz bekrönte die polychrome
Dachrinne den erſten Tempelbau. Auch der Name des
Gottes, dem der Tempel geweiht war, der des Neptun,
iſt durch die neuen Ausgrabungen feſtgeſtellt. Aus der
römiſchen Zeit traten das Forum, die Baſilika und vieles
andere, ſo eine goße Statue des Kaiſers Clau=
dius
, ans Licht. Während in Paestum noch der Tem=
pel
als ein Zeichen uralter Kultur ragte, ſchienen an Cu=
mae
ſeit Jahrhunderten nur noch die Geſänge Homers
und Virgils zu erinnern, die von der geheimnisvollen
Sibylle und dem dunklen Hadestor verkündeten. Nun iſt
der Tempel Apollos, zu dem Aeneas hinaufſtieg,
bevor er ſich in die Höhle der Seherin wagte, auf einen
Hügel entdeckt worden. Wenigſtens die Säulen erzählen
nun noch von ihm mit ihren joniſchen Kapitälen und
Fragmenten des Frieſes, die das Symbol Apolls, die
Kithara, zeigen. Die Baſis eines dem Dionyſos geweih=
ten
Rundtempels und Statuen ſind aus römiſcher Zeit
freigelegt. Frei und impoſant ſtehen jetzt, von Schutt und
Pflanzengerank befreit, die großen Befeſtigungen
der Stadt da. Die Wichtigkeit der neuen Ausgrabungs=
art
, die Spinazzola anwendet, hat ſich am deutlichſten bei
den Ausgrabungen in Pompeji gezeigt. Die Via
abundantiae iſt jetzt ganz freigelegt, indem man mit den
Grabungen von oben begann und ſchichtenweiſe vorging,
wobei die Reſtaurierung der aufgedeckten Bauteile damit
Hand in Hand ging. Zum erſten Male ſehen wir ſo die
Dächer, die Logen, Fenſter und Lauben eines antiken
Straßenzuges in ihrer urſprünglichen Form erhalten.
Einen lebendigen Blick in das ſtädtiſche Leben des alten
Pompeji vermitteln die Malereien an den Außenwänden
der Häuſer, wo man unter anderem Wahlpro=
gramme
entwickelt und Kandidaten empfiehlt. Da auch
Frauen dieſen oder jenen Kandidaten rühmen, ſo begeg=
nen
wir hier antiken Suffragetten. In einem
Zimmer ſteht noch ein Bett mit Elfenbeinornamenten,

und eine Erfriſchungsſtube iſt mit ihren ganzen
erhaltenen Gerätſchaften aufgedeckt worden.
(3 Der Kinowagen im D=Zuge. Den Schlaf=,
Speiſe= und Ausſichtswagen im modernen Eiſenbahnver=
kehr
folgt jetzt das Neueſte: der Kinowagen. Einer
amerikaniſchen Eiſenbahngeſellſchaft, der Pitsburg= Har=
mony
=Butler= und Newcaſtle=Eiſenbahn iſt es nach einem
Berichte des Dr. Gradenwitz in der Zeitſchrift Nature
vorbehalten geblieben, dem reiſenden Publikum die Ein=
töniakeit
einer längeren Fahrt durch kinematographiſche
Vorführungen zu verkürzen. Der neukonſtruierte Kino=
wagen
nähert ſich in ſeiner Form dem gewöhnlichen gro=
ßen
durchgehenden amerikaniſchen Salonwagen; er bietet
alſo etwa das Bild eines langen ſchmalen Zuſchauer=
raums
, an deſſen einem Ende der Vorführungsapparat
aufgeſtellt iſt. Die Projektionsfläche iſt auf einer Platt=
form
errichtet; ſie iſt beweglich, kann durch einen einfachen
Handgriff beiſeite geſchoben werden und ermöglicht es ſo,
in den Pauſen zwiſchen den Vorſtellungen das Kino als
gewöhnlichen Reiſewagen zu benutzen. Während der Vor=
ſtellungen
werden die Jalouſien herabgelaſſen. Man
fürchtete anfangs, daß die ſtarke Erſchütterung eines fah=
renden
Zuges die Klarheit und Deutlichkeit der Film=
bilder
beeinträchtigen würde; aber die Praris hat diefe
Bedenken widerlegt; es zeigte ſich, daß der Apparat auch
während der Höchſtgeſchwindigkeit des Zuges vollkom=
men
einwandfrei arbeitet.
Ein periodiſch auftretender See in Baden. Eitte
große geologiſche Merkwürdigkeit bildet der Eichener See
bei Schopfheim in Baden. Der See iſt oft mehrere Jahre
trocken und ſein Grund wird als Feld= und Wieſen=
gelände
verwendet. Unvermutel füllt ſich dann plötzlich
das Becken durch unterirdiſche Zuflüſſe und vernichtet zur
Sommerszeit den Saatbeſtand und die Ernte. Der Ab=
fluß
erfolgt oft erſt nach Monaten und auch unterirdiſch
und unſichtbar. Neuerdings iſt nun der See wieder in
Erſcheinung getreten, ohne jedoch Schaden anzurichten.
Unweit davon befindet ſich die Erdmannshöhle, eine der
großartigſten Tropfſteinhöhlen im deutſchen Muſchelkall=
gebiet
. Dieſe iſt für den Touriſten zugänglich gemacht und
wird mit 66 Glühlampen elektriſch beleuchtet.

[ ][  ][ ]

Rektorat und durch deſſen Vermittlung dem Großh. Heſſi=
ſchen
Miniſterium folgendes Schreiben unterbreitet:
Einem hohen Rektorat der Großh. Techniſchen Hoch=
ſchule
zu Darmſtadt erlauben ſich Unterfertigte im Auf=
trage
der am Donnerstag, den 20. Februar 1913, im
Kaiſerſaal ſtattgefundenen Verſammlung deutſcher Studie=
render
folgende Beſchlüſſe zu unterbreiten: Die Verſammlung
bittet ein hohes Rektorat, in den Aufnahmebeſtimmungen
folgende Geſichtspunkte wahren zu wollen: 1. Die Anzahl
der Ausländer darf 15 Prozent der Geſamtzahl der Stu=
dierenden
nicht überſchreiten. Aus einem Staate dürfen
nicht mehr als 7 Prozent aufgenommen werden. Aus=
länder
, die Abſolventen von als vollwertig anerkannten
deutſchſprachigen Schulen ſind werden von dieſen Beſtim=
mungen
nicht betroffen. 2. Ausländer haben ſich einer
akademiſchen Prüfung in der deutſchen Sprache zu unter=
ziehen
. Erſt das Beſtehen der Prüfung berechtigt zu:
Teilnahme an den Uebungen und Praktika. 3. An auslän=
diſche
Studierende und Hörer werden erſt 14 Tage nach
dem programmäßigen Beginn der Vorleſungen Plätze in
GHör= und Uebungsſälen vergeben. 4. In den Ausführ=
ungsbeſtimmungen
zu § 2 der Aufnahmebeſtimmungen
bitten wir den Punkt a) 9 wie folgt zu ändern: (Zur Auf=
nahme
als Studierender an der Darmſtädter Hochſchule
berechtigen:) Die Reifezeugniſſe der achtklaſſigen ruſſi=
ſchen
Gymnaſien, wenn die Abiturienten auf Grund des
beſtandenen Konkurrenzexamens oder unter ausdrücklicher
Dispenſierung davon auf Grund hervorragender Schul
kleiſtungen zum Beſuche einer ruſſiſchen Techniſchen Hoch=
ſchule
zugelaſſen ſind. Wir bitten um Mitteilung, inwie=
weit
ein hohes Rektorat gewillt iſt, unſern Beſchlüſſen ent=
gegen
zu kommen. Gleichzeitig bitten wir darum, daß dem
Großh. Heſſiſchen Miniſterium beigefügte Abſchrift über=
reicht
und ihm ſomit die Beſchlüſſe der Verſammlung
deutſcher Studierender bekannt gegeben werden
Die Verſammlung ſtellte ſich auf den Standpunkt,
daß durch dieſe Ergänzungen der Aufnahmebeſtimmungen
die beſtehenden Mißſtände am beſten gehoben werden
könnten. Die Forderungen wurden aus den Geſichts=
deutſche

punkten heraus angenommen, daß eine
Hochſchule in erſter Linie für deutſche Studie=
rende
da ſei, und daß Ausländer, wenn ſie auf=
genommen
werden wollten, den deutſchen Unternichts=
betrieb
nicht ſtören dürften und deshalb über die nötige
Vorbildung (Forderung 4) und die nötige Kenntnis in
der deutſchen Sprache (Forderung 2) verfügen müßten.
Vorliegende Forderungen müſſen immer noch als
milde aufgefaßt werden, da den deutſchen Studierenden
auf Grund ihres deutſchen Reifezeugniſſes nicht die Ge=
legenheit
geboten iſt, ohne beſondere Aufnahmeprüfung im
Ausland zu ſtudieren. Als einzige deutſche Hochſchule
wahrt nur die Stuttgarter das Prinzip der Gegenſeitigkeit.
w. Gernsheim, 1. März. Der hieſige Bahnhof ent=
ſpricht
ſeit einer Reihe von Jahren nicht mehr den An=
forderungen
der Neuzeit. Die Eiſenbahndirektion Mainz
hat nun die erforderlichen Mittel zur Verfügung geſtellt
ſo daß der Umbau am 1. April beginnen kann. Hoffent=
lich
werden die Unterführungen auf den Bahnſteigen auch
bald gebaut, denn im letzten Jahre koſtete dieſer Mißſtand
bereits ein Menſchenleben=
d
. Heppenheim, 1. März. Sein 25jähriges Dienſt=
zubiläum
kann heute der Feldſchutz Leonhard
Schmitt von hier begehen.
Offenbach, 1. März. Bei einer Schlägerei heute
macht wurde der 31 Jahre alte Heizer Wenzel Schrepf
durch einen Stich in das linke Schulterblatt lebensge
fährlichverletzt. Er wurde in das Städtiſche Kran=
Kkenhaus gebracht. Als Täter wurde heute morgen der 24
Jahre alte Taglöhner Schwebel verhaftet.
Mainz, 1. März. In vergangener Nacht fanden Paſ=
ſanten
die Witwe Mayer aus der Münſterſtraße dort
mit zerſchmetterten Gliedern auf der Straße liegend vor.
Die ſofort eingeleitete Unterſuchung ergab, daß dieſe Frau
aſthmaleidend war und ſich jedenfalls ans offene Fenſter
begeben hatte, um Luft zu ſchöpfen, dabei jedoch offenbar
das Gleichgewicht verlor und aus dem zweiten
Stockwerke hinabſtürzt e. Sie war ſofort
tot. Die Leiche wurde nach dem Friedhofe
übergeführt. Der Oberbürgermeiſter hat mit Zu=
ſtimmung
des Ausſchuſſes für Finanzangelegenheiten den
Antrag an die Stadtverordneten=Verſammlung geſtellt, zu
beſchließen: 1. daß zum Andenken an das 25 jäh=
rige
Regierungsjubiläum Sr. Maj. des Deut=
ſchen
Kaiſers Wilhelm II. unter dem Namen Kaiſer=
Wilhelm=Jubiläumsſtiftung alljährlich der Be=
trag
von 25000 Mark zur Verwendung für wohl=
tätige
Zwecke nach der jeweiligen Beſtimmung der
Stadtverordneten=Verſammlung in die ſtädtiſche Be=
triebsrechnung
einzuſtellen iſt; 2. als Beitrag der Stadt
Mainz zu den Koſten der gemeinſamen Huldigungsadreſfe
der deutſchen Städte einen Kredit von 500 Mark zur Ver=
fügung
zu ſtellen.
Worms, 1. März. Der 32 Jahre alte verheiratete
Fabrikarbeiter Wilhelm Drackert, der geſtern morgen
auf dem Bahnkörper nächſt der Knappenſtraße bewußtlos
neben dem Gleis liegend aufgefunden wurde, iſt bald nach
ſeiner Einlieferung, ohne das Bewußtſein wieder erlangt
zu haben, im Krankenhaus geſtorben. Zweifellos hatte
er, um einen Weg zu ſparen, den Zug während der Fahrt
verlaſſen und ſich dadurch die ſchweren Kopfverletzungen
zugezogen. Ein jugendlicher Kaſſenräuber
wurde geſtern in der Perſon eines 10 Jahre alten Knaben
von hier feſtgenommen. Der Junge benützte geſtern
mittag die Gelegenheit, während der Stationsvorſteher
eines Nachbarortes einen Zug abfertigte, aus dem offen
ſtehenden Kaſſenraum den Inhalt der Stationskaſſe im
Betrage von 15 Mark zu ſtehlen. Der Diebſtahl wurde
alsbald entdeckt und es gelang ſpäter, den flüchtig ge=
gangenen
Dieb im Stadtteil Worms=Pfiffligheim zu er=
mitteln
und anzuhalten. Von dem geſtohlenen Gelde hatte
er inzwiſchen 60 Pfg. für Näſchereien verausgibt; das
ührige wurde ihm abgenommen. Außerdem hat der Junge
zuvor in der Petersſtraße und in der Badgaſſe mittels
Einſchleichens zwei Taſchenuhren geſtohlen.
Worms, 1. März. Der Dieb, der kürzlich aus de
Villa Enzinger in der Siegfriedſtraße ſämtliches
Silberzeug im Werte von mehreren 1000 Mark ge=
ſtohlen
hat, iſt nunmehr in der Perſon des Chauffeurs
Adam Motſchmann aus Gärtnershof in Frankfurt
a. M. ermittelt und verhaftet worden. Der Täter war
früher zwei Jahre lang in dem genannten Hauſe als
Diener tätig und war ebenſo in einem Hauſe in Saar
brücken, in welchem gleichfalls kürzlich ein großer Silber=
diebſtahl
vorkam, angeſtellt. Dadurch fiel der Verdacht
auf Motſchmann, nämentlich aus dem Grunde, weil die
Art und Weiſe der Ausführung dieſer und noch weiterer
Diebſtähle übereinſtimmte. Als Mittäter wurde noch ein
Schloſſer namens Röder und ein Chauffeur Zainin=

ger verhaftet. Die Diebe haben bereits ein umfaſſendes
Geſtändnis abgelegt. Die geſtohlenen Sachen haben ſie
zu einem Althändler Oswald Planitzer in Kaſtel gebracht
der ſie wieder an einen Althändler Max Urnſtein in Mainz
weiter verhandelt hat. Eine bei Urnſtein vorgenommene
Durchſuchung förderte eine Menge geſtohlener Silder=
und Goldſachen, Uhren uſw. zutage. Die Sachen waren
in einem unterirdiſchen Raum unter einem alten Pferde=
ſtall
verſteckt. Sämtliches Silberzeug war zerſchlagen. Die
Uhren und Goldwaren ſind noch gut erhalten. Der Ge=
ſamtwert
der verſchiedenen Diebſtähle beträgt etwa 45000
Mark.
Herr Kommerzienrat C. A.
Bingen, 1. März.
Fiſcher wurde mit Verleihung des Ehrenbürgerbriefes
geehrt. Die Firma hat anläßlich ihres Jubiläums
ihren Angeſtellten namhafte Barbeträge überreicht und
die volle Leiſtung der Angeſtelltenverſicherung übernom
men. Ferner wurden von der Firma die bereits be=
ſtehenden
Lebensverſicherungen der verheirateten Ange=
ſtellten
bedeutend erhöht. Der Seniorchef der Firma,
Herr Kommerzienrat C. A. Fiſcher, hat der Stadt Bin=
gen
für die Baugewerk= und Gewerbeſchule in Bingen
10000 Mark und für die Armen der Stadt Bingen weitere
10000 Mark geſtiftet.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

C2) Zum Konzert Sigrid Arnoldſon. Wie
bereits mitgeteilt, wird die berühmte ſchwediſche Nachti=
gall
die Kgl. Kammerſängerin Sigrid Arnoldſon
am 7. März, in dem Saale der Traube hier ein ein=
maliges
Konzert veranſtalten. Die Künſtlerin, deren Ge=
ſangskunſt
ihren Namen im Fluge über die Welt getragen,
iſt in Darmſtadt keine Fremde mehr. Wer erinnert ſich
nicht der Triumphe, die ſie im Hoftheater feiern durfte
als Mignon ſiie war das Ideal einer Mignon ,
Lakmé Violetta uſw., der Tatſache, daß ſie nament=
lich
als Mignon ihre Hörer geradezu bezauberte? Die
Triumphe ſind der Künſtlerin treu geblieben bis in die
jüngſte Zeit und ihr erſtmaliges Auftreten im Konzert=
ſaal
dürfte ſicher das allgemeinſte Intereſſe erwecken. Im
vorigen Monat gaſtierte die Künſtlerin in Hannover und
begeiſterte nicht nur das Publikum, auch die Kritik. So
ſchreibt u. a. das H. T.: Schon oft hat ſie als Violetta
unſerer Kunſtgemeinde Bewunderung abgenötigt, und
jedesmal, wenn ſie in dieſer ihrer Individualität ſo recht
liegenden Rolle auftritt, darf man ſich tief ergreifender
Eindrücke verſichert halten. Im erſten Akte war man allzu
ſehr geneigt, ſich ganz den Wirkungen der ſchönen, weichen
und biegſamen Stimme und des eleganten geſanglichen
Schliffs hinzugeben, womit das Figurenwerk und die
Kantilene in Erſcheinung traten. Dieſe wundervoll ge=
bildeten
Töne, die dank einer vorzüglichen Atemökonomie
im vollkommenſten legato dahinfloſſen, dieſe Unfehlbar=
keit
in der Beherrſchung der Singſtimme, die ſelbſt im
Feuer leidenſchaftlichen Empfindens ihr edles Gepräge
bewahrte, dieſer gleichmäßige Wohlklang des ſtellenweis
wie in Erregung leiſe vibrierenden Geſangstones: das
alles umſchmeichelte unſer Ohr und ließ für nichts anderes
Raum. Erſt vom 2. Akte ab wuchs daneben das Intereſſe
für die oft und glanzvoll bewährte darſtelleriſche Kunſt
Sigrid Arnoldſons, die ihren Höhepunkt in der Sterbe=
ſzene
erreichte. Man erlebte das Ergreifende in der
Sterbeſtunde mit, hing mit jeder Faſer des Herzens
an den Vorgängen, die den befreienden Eintritt des
Todes vorbereiteten. Den Kartenverkauf hat die Firma
Gg. Thies Nachflg. (Leop. Schutter) übernommen.
* Liederabend Paula Manecke. Die junge
nun auch im Konzertſaale ſchon beſtens bekannte Darm=
ſtädter
Lautenſängerin Fräulein Paula Manecke
wird am Mittwoch, den 12. März, im Saale der Traube‟
wieder einen eigenen Konzertabend veranſtalten, und
zwar unter Mitwirkung der Herren Konzertmeiſter Paul
Schnurrbuſch (Violine), Hofmuſiker H. Winkler
(Klavier) und Hofmuſiker W Manecke (Laute). Nach
dem uns vorliegenden intereſſanten Programm (auf das
wir übrigens noch zurückkommen) wird die junge Künſt=
lerin
außer ihren genügſam als vorzüglich bekannten
Liedern zur Laute auch zur Klavierbegleitung ſingen.
Fräulein Paula Manecke, die ihre ſchöne Kunſt oft und
gern in liebenswürdigſter Weiſe in Vereinen uſw. zur
Verfügung ſtellt, hat auch bei ihrem erſten eigenen Kon=
zert
einen unbeſtrittenen künſtleriſchen Erfolg geerntet.
Nach den vorliegenden Kritiken aus neuerer Zeit hat die
Künſtlerin emſig und ernſt an ihrer Vervollkommnung
gearbeitet, und zwar mit beſtem Erfolge, ſo daß der
Abend viel Intereſſantes und Schönes verſpricht. Allge=
mein
wird ihr ſchöner weicher und wohllautender Mezzo=
ſopran
gerühmt und ihr anmutiger, liebenswürdiger
Humor, mit dem ſie die ſchlichten Lieder zur Laute ſingt.
deren Textgehalt ſie aber auch ſeeliſch erfaßt und erſchöpft,
Die Namen der übrigen Mitwirkenden bürgen für ein gu=
tes
Gelingen auch des inſtrumentalen Teils des Kon
zerts. Nähere Mitteilungen folgen. (S. auch Anzeige.)

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 1. März. Gegen den erſten
ſtädtiſchen Finanzſekretär den der Magiſtrat
Berlins zur Mitwirkung an der Reform des Kaſſenweſens
von außerhalb heranziehen will, wendet ſich eine Petition
die aus Militäranwärterkreiſen den Stadtverordneten
unterbreitet worden iſt. Die Petition wendet ſich dagegen,
daß für dieſen Poſten ein Steueramtsaſſiſtent aus dem
Großherzogtum Heſſen in Ausſicht genommen ſei, und
bittet um Ablehnung der neugeſchaffenen Stelle. Der
bekannte Grundſtücksſpekulant Leo Schiffmann iſt,
dem Berliner Tageblatt zufolge, von neuem verhaftet
worden, nachdem er im vorigen Jahre aus der Haft ent=
laſſen
worden war. Als geſtern nachmittag der Alt=
eiſenhändler
Müller aus Luckenwalde auf einem Hofe
Eiſen ſortierte fand er eine Granate, die er für
entladen hielt. Er warf ſie in eine Ecke zu anderem alten
Eiſen. Plötzlich gab es einen mächtigen Knall. Die Gra=
nate
war explodiert und verletzte den Müller ſo ſchwer,
daß die Aerzte die ſofortige Ueberführung nach der Kgl.
Klinik anordneten. Dortſtarb der Mann, der am ganzen
Körper Brandwunden erlitten hatte, unter entſetzlichen
Qualen. Ein Mann, der unter dem Namen Alexander
Smith reiſt, verſuchte in Bologna mit einem von der
Dresdener Ban k in Frankfurt a. M. gegen bar
erhobenen Kreditbrief einen Betrug zu verüben, in=
dem
er verſuchte, durch auf dem Kreditbrief vorgenom=
mene
Fälſchungen eine größere Summe zu erheben, als
nach den vorangegangenen Abhebungen noch zuläſſig
war. Der Betrug wurde bemerkt, doch gelang es dem
Betrüger, bevor die Polizei zu ſeiner Verhaftung ſchrei=
ten
konnte, mit dem Kredi’briefe zu entkommen. Vor
Zahlungen auf den Kreditbrief, welcher die Nummer
Frankfurt 763 trägt, wird gewarnt.

Köln, 28. Febr. Das Schöffengericht verhan=
delte
heute den Beleidigungsprozeß des Grafen
von Oppersdorff gegen den Redakteur der Köln.
Volkszeitung Ernſt Heinrich Kley wegen eines Artikels
dieſes Blattes mit der Ueberſchrift Parteidisziplin und
Sonderbeſtrebungen‟. Der inkriminierte Artikel ſtand be=
reits
in Augsburg gegen die Augsburger Poſtzeitung
unter Anklage. Dieſer Prozeß iſt durch Vergleich erledigt
worden. Bei dem heutigen Termin entſchied das Schöf=
fengericht
, daß die Klage verjährt ſei und der Privat=
kläger
die Koſten zu tragen habe. Der Pripatkläger ſei
abzuweiſen, weil er ohne Not den Ausgang des Augs=
burger
Prozeſſes abgewartet habe. Das Beſtreben der
modernen Geſetzgebung gehe dahin, daß ſolche Sachen
nicht noch nach Jahren verfolgt werden könnten. Der
Privatkläger hat Berufung eingelegt.
Hagen (Weſtf.), 28. Febr. Vor dem Schwurge=
richt
hatten ſich geſtern und heute die Brüder Johann
und Ludger Wippich und Wilhelm Retberg zu
verantworten. Die Angeklagten hatten in der Nacht vom
30. zum 31. Auguſt vor. Js. zuſammen mit dem ſpäter auf
der Flucht erſchoſſenen Bruder der beiden Wippich, als
ſie bei einem Einbruch überraſcht worden waren, im
Ennepetal fünf Polizeibeamte durch Revol=
verſchüſſe
teilweiſe ſchwer verletzt. Das Urteil lau=
tete
gegen den bisher unbeſtraften Ludger Wippich auf
vier Jahre Zuchthaus, gegen die mit Zuchthaus vorbe=
ſtraften
Retberg und und Johann Wippich auf 12 bezw.
15 Jahre Zuchthaus.
Leipzig, 28. Febr. Das Reichsgericht hat die
Reviſion des Redakteurs des Vorwärts, Albert Wach,
verworfen, der am 8. November 1912 vom Landgericht
Berlin I wegen Beleidigung des preußiſchen Abgeord=
netenhauſes
, das er in einem Zeitungsartikel als Toll=
haus
bezeichnet hatte, zu 200 Mark Geldſtrafe verurteilt
worden war. Dagegen wurde auf Reviſion der Staats=
anwaltſchaft
das Urteil inſofern aufgehoben, als es den
Angeklagten, der das Abgeordnetenhaus ein Geldſack=
parlament
genannt hatte, freiſprach.
Vienenburg, 1. März. Durch die Unvorſichtigkeit
eines Lehrlings, der im Sachlager ſein Frühſtückspapier
entzündete, entſtand in der Merkſchen Guano= und Phos=
phatfabrik
Großfeuer, das den ganzen Mittelbau des
Fabrikgebäudes in Aſche legte. Nur die beiden
Seitenflügel konnten von der Feuerwehr gerettet wer=
den
. Der Schaden wird auf mehrere 100000 Mark be=
ziffert
.
Wien, 28. Febr. Aus Wiener Neuſtadt wird
gemeldet, daß die Patronenhülſenfabrik auf
dem Steinfelde brennt. Der Brand nimmt eine immer
größere Ausdehnung an und gefährdet die in unmittel=
barer
Nähe befindliche Munitionsfabrik, Munitions=
objekt
Nr. 16, wo die Pulvervorräte eingelagert ſind. Das
Militär und die Feuerwehr arbeiten mit großer Aufopfer=
ung
an der Bewältigung des Brandes. In ſpäter Nacht=
ſtunde
dauerte der Brand noch fort.
Olmütz, 1. März. Als der Gendarmeriewachtmeiſter
Schleida in einem Wäldchen bei Howzd den wegen
Straßenraubes verfolgten Zigeuner Iſtvan ver=
haftete
, ſtürzten ſich fünf Zigeunerinnen auf ihn und
verſuchten, den Verhafteten aus ſeiner Gewalt zu befreien.
Um ſich der tobenden Weiber zu erwehren, mußte der
Wachtmeiſter von ſeiner Waffe Gebrauch machen. Zwei
Zigeunerinnen wurden durch Bajonettſtiche verwundet.
Erſt dann ließen die anderen von ihren Gewalttaten ab.
Der Verhaftete wurde ins Kreisgericht eingeliefert, die
Verletzten ſind ins Spital gebracht worden.
London, 28. Febr. Die York=Shire Evening Poſt
bringt geſtern eine Aufklärung über die in York=Shire an=
geblich
beobachteten geheimnisvollen Luftſchiff=
lichter
. Am Sonntag morgen hätte eine Anzahl För=
ſter
einen Freiballon auf dem Houghten Moor gefunden.
Der zirka 4 Fuß hohe Ballon iſt zum Teil entleert und die
Zünder ganz trocken. Der Ballon ſcheint erſt vor kurzem
dort niedergegangen zu ſein. Der Ort liegt mitten in dem
Gelände, über welchem die Lichter des geheimnisvollen
deutſchen Luftkreuzers geſpukt haben ſollen. Das Ge=
ſpenſterluftſchiff
wäre alſo glücklich damit entlarvt.
Riga, 1. März. Im Rigaer Meerbuſen ſitzen dreißig
Dampfer im Eiſe feſt. Eisbrecher ſind zur Hilfe=
leiſtung
ausgelaufen.
Omaha (Nebraska), 28. Febr. Das hieſige Hotel
Bewey iſt niedergebrannt. Wie bereits ge=
meldet
, ſollen über 20 Perſonen umgekommen ſein.
Das Feuer iſt wahrſcheinlich durch eine Easexploſion ent=
ſtanden
und richtete einen Schaden von etwa 240000
Dollars an. Einige Bewohner des Hotels konnten das
Nachbarhaus erreichen, aber viele wurden unter den ein=
ſtürzenden
Trümmern begraben. Mehrere Perſonen
ſprangen aus den Fenſtern und kamen auf dieſe Weiſe
ums Leben.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 1. März. Präſidenk Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 11 Uhr 3 Minuten.
Auf der Tagesordnung ſteht der
Marineetat.
Abg. Vogtherr (Soz.): Ich bitte den Staatsſekre=
tär
, ſich darüber zu äußern, wie er ſich das Verhältnis
der deutſchen Marine zur engliſchen denkt. Dies iſt not=
wendig
, um ein beſſeres Urteil über die gegenwärtige
Situation und die Stimmungen zu bekommen, wie ſie
zwiſchen Deutſchland und England beſtehen. Herr von
Tirpitz war ſelbſt einigermaßen verblüfft darüber, welch
ungeheuerlichen Eindruck ſeine an ſich recht einfachen Dar=
legungen
in der Kommiſſion gemacht haben. Seine Aus=
führungen
wurden gleichſam begrüßt als der Beginn einer
neuen Aera. Sie wurden betrachtet als frohe Botſchaft,
die uns nun endlich, wie man meinte, einen Stillſtand in
den maritimen Rüſtungen bringen müßte. Davon iſt
ſelbſtverſtändlich keine Rede. Für uns bedeutete der Sta=
tus
10 zu 16 bei weitem noch kein Ideal. Wir verlangen
auch weiterhin, daß alsbald zu einer beiderſeitigen Ab=
rüſtung
geſchritten werde. (Sehr richtig! bei den Sozial=
demokraten
.) Auf uns machte die Rede des Staatsſekre=
tärs
den Eindruck, als ob man das Volk erſt etwas ver=
ſchnaufen
laſſen wollte. Das Rüſtungsfieber iſt in der
Regierung wie in den bürgerlichen Parteien noch lange
nicht beſeitigt. Das beweiſt die neue Heeresvorlage und
die Tatſache, daß das Flottengeſetz uns auf Jahre hinaus
Millionen an Ausgaben auferlegt. Wenn Herr Oertel in
ſeiner Preſſe dafür eintritt, die Deckung für dieſe Aus=
gaben
durch eine vernünftige Steuer zu beſtreiten, ſo
meint er ſicherlich nicht damit eine Beſitzſteuer, nicht eine
Erbſchaftsſteuer, ſondern wiederum eine Belaſtung der
breiten Volksmaſſen. So ſieht es ſicherlich in ſeiner
ſchwarzen Seele aus. (Präſident Dr. Kaempf ruft den
Redner zur Ordnung. Gelächter bei den Sozialdemo=
kraten
.) Wir betämpfen auch die Kolonialpolitik, weil ſie
uns nur weitere Koſten auferlegt und Anlaß zu Flotten=
rüſtungen
gibt. Nach Anſicht des Flottenvereins iſt unſere

[ ][  ][ ]

Flotte noch immer unzureichend. Unſere Panzerplatten=
und Munitions=Induſtriellen haben nur ein patriotiſches
Intereſſe an dem Wachſen unſerer Flotte, ſolange ſie et=
was
daran verdienen. Den Erſatz der Kaiſerlichen Jacht
Hohenzollern lehnen wir ab. Will der Kaiſer ein Lurus=
und Spazierſchiff haben, ſo mag er es ſich auf ſeine eige=
nen
Koſten bauen laſſen. Der preußiſche Geiſt, der die
Sozialdemokratie unter allen Umſtänden bekämpfen will
zeigt ſich auch in den Reichsbetrieben. Gegen eine der=
artige
Schlamperei werden wir ſtets ankämpfen. ( Präſi=
dent
Dr. Kaempf ruft den Redner wegen des Ausdrucks
Schlamperei zur Ordnung.) Abg. Vogtherr ( fort=
fahrend
): Wür werden nicht nur das deutſche Volk, ſon=
dern
auch über ſeine Grenzen hinaus alle Völker daran
erinnern, daß gemeinſamer Widerſtand geleiſtet werden
muß gegen dieſen Rüſtungswahnſinn und daß die ge=
meinſamen
Friedensbeſtrebungen ſtärker ſein können als
der größte Chauvinismus und die größte Machtpolitit
der Mächte.
Abg. Erzberger (Zentr.): Auch der Vorwärts hat
anerkannt, daß Deutſchland mit ſeinen Rüſtungen nicht
vorangegangen ſei, ſondern nur den Rüſtungen anderer
folgen mußte. Wenn auch manches in Preußen mir als
SSüddeutſchen nicht gefällt, ſo kann ich doch nicht verſtehen,
wie man in Preußen von Schlamperei ſprechen kann. Da
zeigt ſich eine politiſche Krankheit bei dem Vorredner. Bei
Schaffung unſerer Luftflotte muß dafür geſorgt werden,
daß wir vor allen Dingen genügend Hallen bekommen.
Der Ausbau von Helgoland als Verteidigungs= und Ab=
wehrſtation
macht erfreuliche Fortſchritte. Der Staats=
ſekretär
ſollte darauf ſehen, daß die Panzerplattenpreiſe
bald heruntergehen. Bei den Lieferungen für die Ma=
rine
muß auch Süddeutſchland mehr als bisher herange
zogen werden. Die vielen Millionen, die wir für die
Flotte ausgegeben haben, ſind nicht nutzlos ausgegeben
worden. Eine veraltete Flotte können wir nicht gebrau=
chen
. Nachprüfungen ſind aber notwendig, ob nicht Ein=
zelheiten
bei unſerer Flotte reformbedürftig ſind. Das
bezieht ſich namentlich auf die Tafelgelder, für die ver=
langt
werden muß, daß keine blinden Tafelgelder ausbe=
zahlt
werden. Für die Deckoffiziere muß eine Beſſer=
ſtellung
geſchaffen werden, damit wir uns dieſen wertvol=
len
Teil unſerer Marine erhalten und nicht zu Zuſtänden
kommen wie in Frankreich und Amerika, die ihre Schiffs=
beſatzungen
nicht vervollſtändigen können. Die zweijährige
Dienſtzeit für Marine=Infanterie und Matroſen=Artillerie
iſt eine Forderung, von der wir nicht laſſen werden. Wir
haben ſtets verlangt, daß eine moderne Flotte vorhanden
iſt; dafür werden wir auch in Zukunft ſorgen. Die Aus=
gaben
für unſere Schiffe ſollten nicht auf Anleihen genom=
men
werden. In bezua auf die Größe unſerer Schiffe,
von der wieder die Kaliber der Geſchütze abhängig ſind,
müſſen wir mit dem Ausland Schritt halten. Die Koſten
für die Marine drücken, das Volk außerordentlich, deshalb
müſſen alle Kreiſe auch zu den neuen Koſten beiſteuern.
(Beifall im Zentrum.)
Staatsſekretär Großadmiral v Tirpitz: Trotz aller
Ausgaben in unſeren Rüſtungen wirtſchaften wir doch um
viele Millionen billiger als die franzöſiſche Flotte und
auch als die amerikaniſche. Ein Erſatz für die Kaiſerjacht
Hohenzollern iſt dringend nötig. Es handelt ſich nicht
um ein Lurusſchiff, ſondern um ein Schiff für repräſenta=
tive
und dienſtliche Zwecke des Kaiſers, die er nach den
Beſtimmungen der Verfaſſung als Oberbefehlshaber der
Marine auszuführen hat. In bezug auf unſere Luftflotte
hoffen wir, bald einen brauchbaren Maſſentyp zu bekom=
men
. Ein großer Mangel beſteht allerdings zurzeit noch
bezüglich der drehbaren Hallen. Die allgemeine Spar=
ſamkeit
im Marineetat muß anerkannt werden. Wir be=
mühen
uns, aus einer Mark einen Taler zu machen. Das
iſt auch hinſichtlich der Panzerplatten der Fall. Unſere
Bedürfniſſe decken wir auf allen Küſtenſtationen nach
Möglichkeit gleichmäßig. Was ein Seeoffizier ſich aus ſei=
nem
Gehalt herausſparen kann, das möchte ich ſehen. An
den Tafelgeldern muß feſtgehalten werden. Was das
Dreitageprinzip anlangt, ſo werden wir noch immer Er=
wägungen
anſtellen. Auch bezüglich der Deckoffiziere ha=
ben
wir ſtets ein warmes Herz. Wir werden es erwägen,
ob für ſie nicht eine beſondere Klaſſe zwiſchen Offizieren
und Mannſchaften zu ſchaffen iſt. Großes Entgegenkom=
men
meinerſeits kann ich in dieſer Frage hier zuſichern.
(Bravo.) In bezug auf die zweijährige Dienſtzeit bin ich
anderer Anſicht als das Zentrum, insbeſondere die Küſten=
verteidigung
und die Ausbildung unſerer Marine als
Pioniere und in anderen Dienſtzweigen laſſen die drei=
jährige
Dienſtzeit als notwendig erſcheinen. Für die
Marine=Infanterie beſtehen die gleichen Zuſtände. Für
die Truppen in Kiautſchou iſt die zweijährige Dienſtzeit
ja ohne weiteres ausgeſchloſſen. Rütteln Sie bitte nicht
an der Homogenität der Marine, laſſen ſie die Verhältniſſe
beſtehen, wie ſie ſind. (Beifall.)
Abg. Dr. Paaſche (natl.): Wir haben nie daran
gedacht, eine Angriffsflotte zu bauen. Die Nervoſität be=
dauern
wir, die ſich kundtut, ſobald wir ein Schiff bauen.
Wir haben eine große Flotte nötig zum Schutz unſerer

Weltwirtſchaft. Der patriotiſche Ton, wie er aus der
Rede des Herrn Erzberger herausklang, hat angenehm
überraſcht. Daß jedes neue Schiff teurer gebaut wird, als
das vorhergegangene, iſt bei den Fortſchritten der Technik
ſelbſtverſtändlich. Das Torpedoweſen ſteht auf der Höhe
und über den Ausbau Helgolands freuen wir uns. Die
Luftflotte muß kräftiger gefördert werden. Die Marine=
dienſtzeit
abkürzen, halten wir nicht für richtig. Die Kai=
ſerjacht
Hohenzollern bedarf dringend der Erneuerung,
Unter allen Umſtänden muß dem Kaiſer ein abſolut zu=
verläſſiges
, leiſtungsfähiges Schiff zur Verfügung geſtell=
werden
, wie das jeder Staat, auch die Republiken, ihren
Staatsoberhäuptern einräumen. Der Zuſtand, daß uns
die Verzinſung der Schiffe, die ſchon lange zum alten
Eiſen geworfen ſind, immer noch drückt, kann auf die
Dauer nicht beibehalten bleiben. (Beifall bei den Na=
tionalliberalen
.)
Abg. Cramer (konſ.): Angeſichts der vorſichtigen
Art der Etatsaufſtellung ſollte man von den in der Kom=
miſſion
beſchloſſenen Abſtrichen abſehen. Der Erſatz der
Hohenzollern iſt erfreulicherweiſe allſeitig, mit Aus=
nahme
der Sozialdemokraten, bewilligt worden. Unſer
Unterſeeboots= und Torpedobootsweſen ſteht auf der
Höhe. Agitatoren, welcher Partei ſie auch angehören,
gehören nicht in die Betriebe und Werkſtätten unſerer Ma=
rine
. Die dreijährige Dienſtzeit für die Marine iſt nötig
Bei Vergebung von Lieferungen muß das Reichsmarine=
amt
die Submiſſionsbedingungen Preußens benutzen
und auf angemeſſene Preiſe ſehen, ſowie die Handwerker
und Kleingewerbetreibenden bei der Vergebung der Lie=
ferungen
berückſichtigen. Wir freuen uns, daß unſere
Marine auf der erreichten Höhe ſteht und danken ihrem
Leiter, daß er gewillt iſt, ſie auf dieſer Höhe weiter zu er=
halten
. (Beifall rechts.)
Staatsſekretär Großadmiral v. Tirpitz: Die Be=
willigung
der angeforderten Departements= Direktoren=
ſtelle
liegt lediglich im dienſtlichen Intereſſe. Hier eine
Erſparnis machen zu wollen, wäre verfehlt. Das Sub=
miſſionsweſen
wird einer Reviſion unterzogen werden.
Abg. Dr. Wiemer (Fortſchr. Vpt.): Bei Beurteil=
ung
des Marineetats haben wir ein Gefühl der Genug=
tuung
. Der Etat gibt wenig Anlaß zu Beanſtandungen.
Dem konſervativen Antrag auf Wiederherſtellung des De=
partementsdirektors
ſtimmen wir zu. Anzuerkennen iſt,
daß der Staatsſekretär in bezug auf die Aufbeſſerung des
Ingenieurkorps vorangegangen iſt, trotz der geteilten
Stimmung im Hauſe im vorigen Jahre. Ueber den war=
men
Ton für die Intereſſen der Deckoffiziere freuen wir
uns. Hoffentlich folgt den warmen Worten auch die Tat.
(Bravo!) Eine Vereinheitlichung des Marineverwaltungs=
betriebes
iſt nötig. In bezug auf die Marineinfanterie
ſcheint der Widerſtand des Staatsſekretärs nicht unüber=
windlich
zu ſein, wenn auch die Beſatzungstruppe für
Kiautſchou wird einnehmen müſſen. Schwieriger wird
es ſein hinſichtlich der Marineartillerie. Wir werden aber
dieſe Forderung immer wieder ſtellen müſſen. Wir ſind
zu Opfern bereit, verlangen aber zeitgemäße Reformen.
Unberechtigte Vorrechte müſſen beſeitigt werden, um die
Opferfreudigkeit des Volkes aufrecht zu erhalten, für das
Vaterland Opfer zu bringen. (Beifall.)
Abg. Schultz=Bromberg (Reichspt.): Bei uns
kann kein Zweifel beſtehen, daß wir nicht zu Opfern be=
reit
ſind. Die zweijährige Dienſtzeit einzuführen ſollten
wir in einer Zeit, wo Frankreich die dreijährige Dienſt=
zeit
wieder einzuführen ſich anſchickt, nicht erwägen.
Abg. Hoff (Fortſchr. Vpt.): Steuern bewilligen, heißt
noch nicht Opfer bringen. Der Deckoffizier= und der Unter=
offiziererſatz
iſt eine ſehr wichtige Frage. Unſer Beſtre=
ben
iſt darauf gerichtet, daß den Beamten, Arbeitern und
Angeſtellten das Petitionsrecht gewahrt bleibt. Die
Kommiſſions=Reſolution auf Erhebung über die Er=
ſchwerung
des Erwerbs der alteingeſeſſenen Fiſcher an
der Kieler Förde durch die Marineanlagen, Schießübun=
gen
uſw. begrüßen wir, ebenſo daß Mittel zur Entſchä=
digung
in den demnächſtigen Etat eingeſtellt werden.
Staatsſekretär v. Tirpitz: Das Ausſcheiden der
Unteroffiziere, weil ſie beſſere Anſtellung in der Privat=
induſtrie
bekommen, liegt in der Konjunktur begründet.
Von einem fluchtartigen Ausſcheiden kann keine Rede
ſein. Das Petitionsrecht ſoll den Beamten und Arbeitern
in keiner Weiſe beſchränkt werden; es ſteht nur feſt, daß
Kollektiveingaben ſtets einen ſonderbaren Beigeſchmack
haben und daß ſie nicht den Erfolg haben wie Einzelein=
gaben
. Abg. Herzog (Wirtſch. Vgg.): Erfreulich iſt,
daß ſich der Etat innerhalb der Grenzen des Flotten
geſetzes bewegt. Wir hoffen, daß es bald gelingt, die
Ausgaben für unſere Flotte aus laufenden Steuermitteln
Abg. Hoff (Fortſchr. Vpt.): Meine
zu beſtreiten.
Klagen über die Behandlung höherer Verkehrsbeamten
gründen ſich auf Informationen, die von durchaus zuver=
läſſiger
Seite ſtammen. Der Herr Staatsſekretär hatte
keinen Anlaß, in dieſem Ton zu entgegnen. Ich mußte

die Fälle hier vorbringen, da Kollektiveingaben unterſagt
wurden. Die konſervative Preſſe hatte die ganze Ange=
legenheit
aufgebauſcht und ſie zu einer Sache der Volks=
partei
gemacht.
Staatsſekretär v. Tirpitz: Die Aus=
führungen
des Abg. Hoff haben in Kiel immenſe Erreg=
ung
hervorgerufen, ſo daß die Beamten Verwahrung da=
gegen
einlegten. Da mir keine Gelegenheit geboten war
bei der vorjährigen Etatsberatung dagegen Stellung zu
nehmen, war ich auf die Norddeutſche Allgemeine Zei=
tung
angewieſen. Nach weiteren Bemerkungen des
Abg. Struve (Fortſchr. Vpt.) wird die Weiterberatung
auf Montag 1 Uhr vertagt. Schluß 4 Uhr 45 Mi=
nuten
.

Der Stapellauf des Linien=
ſchiffes
König‟.

* Wilhelmshaven, 1. März. Der Kaiſer
traf heute vormittag um 10 Uhr hier ein und fuhr mit
dem Herzog Albrecht zu Württemberg im
Automobil nach dem Exerzierhaus, wo die Vereidig=
ung
der Marinerekruten ſtattfand. Die alten
Mannſchaften bildeten Spalier. Das Publikum begrüßte
den Kaiſer mit herzlichen Kundgebungen. Das Wetter iſt
ſehr ſchön
* Wilhelmshaven, 1. März. Zu dem Sta=
pellauf
des Linienſchiffes S. auf der kaiſer=
lichen
Werft hatten ſich längs der einen Seite des unge=
heuren
Schiffsrumpfes Deputationen der Arbeiterſchaft,
Schulen und Kriegervereine aufgeſtellt. Bei der Tauf=
kanzel
verſammelten ſich die Flaggoffiziere, die höheren
Baubeamten der Werſt, verſchiedene Würdenträger,
Vertreter des Reichsmarineamts, der Städie Wil=
helmshaven
und Rüſtringen, eine Deputation des würt=
tembergiſchen
Landesverbandes deutſchen Flottenvereins
mit dem Vorſitzenden Erbprinzen zu Hohenlohe= Lingen=
burg
an der Spitze. Auf den Tribünen hatten die gelade=
nen
Damen Platz genommen. Um 12 Uhr erſchien der
Kaiſer mit dem Herzog Albrecht im Automobil,
ferner Prinz Heinrich und die Umgebungen der Fürſtlich=
keiten
. Der Kaiſer ſchritt mit dem Herzog die Front
der vom 2. Seebataillon geſtellten Ehrenkompagnie ab und
begab ſich mit dem Herzog auf die Taufkanzel. Der Herzog
hielt die Taufrede, in der er u. a. ausführte: Unſer
Land liegt weit ab vom Meere, im Süden des Reiches,
aber warm iſt bei uns das Verſtändnis für die Kaiſerliche
Marine, lebendig der Wunſch, daß ſie ſtark und mächtig ſich
entwickele. Dies bezeugt die ſtattliche Zahl der in den
Reihen der Kriegsmarine ſtehenden Württemberger. Das
ſtolze Schiff wird, Achtung gebietend, in Friedenszeiten
deutſchem Handel, deutſchem Beſitz, deutſchen Intereſſen
mächtigen Schutz gewähren. Es war der Schwaben Vor=
recht
in früheren Zeiten, daß ſie im Streite des Reiches
Banner, die Reichsſturmfahne, vorantragen durften allen
deutſchen Stämmen, als erſte in der Schlachtreihe kämp=
fend
. Dies ſei auch dir beſchieden, du ſtolzes Schiff! Und
wenn dein Kaiſer zu den Waffen ruft, mögeſt du ſtets das
erſte ſein am Feinde, und allen voran tragen in Ruhm
und Ehren des Reiches Flagge durch Kampf zum Sieg!
Gott ſchütze dich auf allen deinen Wegen! Der Herzog
taufte ſodann das Schiff König‟. Die Muſik ſpielte die
Nationalhymne. Darauf begaben ſich der Kaiſer und die
anderen Fürſtlichkeiten an die Waſſerſeite, um dem Stapel.
lauf zuzuſehen. Das Schiff lief unter begeiſterten Hoch=
rufen
, den Klängen der Nationalhymne und unter dem
Salut der Geſchütze glatt ab. Der Kaiſer fuhr darauf mit
dem Herzog und den übrigen Fürſtlichkeiten und Würden=
trägern
zum Frühſtück in die Marineoffiziers=Speiſeanſtalt.

Militariſches.

* Das Armee=Verordnungsblatt bringt die Beſtim=
mungen
über die diesjährigen großen Trup=
penübungen
. Ueber das Kaiſermanöver des 5. und
6. Armeekorps von Einzelheiten nur, daß die Parade des
5. Armeekorps am 26. Auguſt bei Poſen, die des 6. am
29. Auguſt bei Breslau von Seiner Majeſtät abgehalten
wird, und daß das eigentliche Kaiſermanöver am 10., 11.
und 12. September ſtattfindet. Die Kriegsgliederung iſt
vom Chef des Generalſtabes der Armee dem Kaiſer zur
Genehmigung zu unterbreiten. Bei allen übrigen Armee=
korps
ſind 2= bis 3tägige Korpsmanöver abzuhalten
von ihnen ſind bei acht Armeekorps, darunter auch das
18., ein eintägiges Korpsmanöver gegen markierten Feind
von einem dazu beſtimmten General=Inſpekteur einer
Armee=Inſpektion zu leiten. Größere Pionierübungen
finden bei Koblenz und Ulm ſtatt. Angriffsübungen (mit
ſchwerer Artillerie des Feldheeres) ohne Scharfſchießen

Großherzogliches Hoftheater.

Sonntag, 2. März.
Zum erſten Male:
Manon.
Oper in 4 Akten und 6 Bildern von J. Maſſenet.
W-l. Die Oper Manon von Maſſenet, dem Kom=
poniſten
der Oper Der Gaukler unſerer lieben Frau
gelangte heute zum erſten Male zur Aufführung. Die
Handlung der Oper iſt dem Roman des Abbe Prévoſt,
Manon Lescaut, entnommen, der öfters, u. a. auch von
Auber und zuletzt von Puccini, bearbeitet worden iſt. Sie
ſpielt im Jahre 1721.
Die ſechzehnjährige, arme, aber hübſche und
daneben leichtſinnige Manon wird von ihren Ver=
wandten
in ein Kloſter geſchickt. In einer Wirtſchaft zu
Amiens erwartet ſie ihr Vetter Lescaut, um ſie zu be=
gleiten
. Hier lernt ſie den Chevalier des Grieux kennen,
er verliebt ſich in ſie und entführt ſie kurzerhand in dem
Wagen des Pächters Guillot nach Paris, um ſie zu ſeiner
Frau zu machen. Der reiche Brétigny weiß ſie aber mit
Hilfe ihres Vetters durch eine Liſt dem Geliebten, der
entführt wird, abſpenſtig zu machen. Sie folgt ſeinen
Lockungen und ſtürzt ſich in den Strudel des Lebens, er=
wacht
aber aus ihrem Taumel, als ſie hört, daß des Grieur
den ſie wirklich geliebt hat, aus Kummer und Verzweif=
lung
über ihre Untreue beſchloſſen hat, Geiſtlicher zu
werden. Raſch entſchloſſen begibt ſie ſich zu ihm ins Se=
minar
von St. Sulpiee und gewinnt ſeine Liebe wie=
der
. Sie entfliehen; bald aber geraten ſie infolge des
Lebenswandels, den Manon zu führen gewohnt iſt, in
Not, und er verſucht ſein Glück im Spiel. Er wird des
Falſchſpiels beſchuldigt und mit Manon verhaftet. Manon
ſoll deportiert werden. Auf der Landſtraße nach Hapre
befreit der aus dem Gefängnis entlaſſene des Grieux ſie
mit Hilfe Lescauts, aber Manons Lebenskraft iſt gebro=

chen. Sie ſtirbt in ſeinen Armen, nachdem ſie ſeine Ver=
zeihung
erhalten hat das iſt die Geſchichte von Ma=
non
Lescaut
Die Oper wurde zum erſten Male im Jahre 1884 in
Paris aufgeführt.
Der Handlung gereicht es nicht zum Vorteil, daß die
Hauptperſon der Oper, gleichwie die Violetta, mit der
ſie ja manches Verwandte hat, eine Romanfigur iſt, wes=
halb
ihr das dramatiſche Leben fehlt. Der Text ſetzt zu
viel als bekannt voraus und es fehlt den einzelnen Ab=
ſchnitten
des Romans die logiſche Verbindung; auch ſind
der Charakter und die Handlungsweiſe der Manon un=
genügend
motiviert
Deſtomehr befriedigt die Muſik. Der Komponiſt zeigt
ſich hier als ein äußerſt ſtilgewandter Muſiker von feinem
künſtleriſchen Empfinden, der ſich ebenſo ſicher in dem Stil
der leichtgraziöſen, wie in dem der ernſtpathetiſchen Oper
bewegt und für die tändelnde Ballettmuſik ebenſo wie für
den feierlichen Kirchengeſang den entſprechenden Ausdruck
findet, des geſteigerten Phatos ſich aber nur dann be=
dient
, wenn es dem Inhalt der Handlung entſpricht. Sein
Geſchmack und ſein Verſtändnis für die Erforderniſſe
einer Bühnenoper laſſen ihn weder trivial noch gelehrt
werden, und er bleibt ſowohl in ſeiner muſikaliſchen Er=
findung
als auch in ſeiner Technik immer intereſſant. In=
folgedeſſen
konzentriert ſich das Hauptintereſſe an der
Oper auf die Muſik.
Im erſten Akte bezeichnen die friſchen und lebendigen
Chöre und das Liebesduett zwiſchen Manon und Grieug
den Höhepunkt, der zweite Akt enthält zwei ſchöne Lied=
nummern
, nämlich das Lied Manons (Abſchied an das
Tiſchchen) und Grieur’ (Traum); ein reizendes graziöſes
Vorſpiel, das auch als Begleitmuſik wiederkehrt, leitet den
dritten Akt ein, deſſen Gavotte und Ballettmuſik außer=
dem
beſonders hervorzuheben ſind; der zweite Teil die=
ſes
Aktes, der in dem Seminar St. Sulpice ſpielt, iſt auf
den tragiſchen Ton geſtimmt, das Duett zwiſchen Manon
und Grieur im großen Stil gehalten; der Schluß dieſes
Aktes bezeichnet den dramatiſchen Höhepunkt der Oper;

im vierten Akt intereſſiert das ſehr geſchickt gearbeitete
Enſemble im Spielſaal, ein großzügiges Duett zwiſchen
Grieux und der ſterbenden Manon bildet den wirkungs=
vollen
Abſchluß.
Die Aufführung, deren muſikaliſche Leitung Herr
Kapellmeiſter Lert hatte, während Herr Riechmann
die Regie führte, ließ erkennen, daß man auf die Ein=
ſtudierung
viel Liebe und Fleiß verwendet hatte, und ſo
klappte alles vortrefflich. Frl. Geyersbach, welche
die Manon ſang, war in ihrer Auffaſſung der Pariſer
Courtiſane etwas ideal, ſang aber die hohe Anſprüche
ſtellende Partie glänzend und ſicherte der Aufführung in
erſter Linie ihren Erfolg. Nicht weniger glücklich war
Herr Globerger als Chevalier des Grieux, deſſen
ſchönes, jugendfriſches Organ und geſchmackvolle Vor=
tragsart
der Partie die ihr gebührende Bedeutung ver=
liehen
. Die übrigen Partien treten hinter dieſe zurück.
Lobend zu erwähnen ſind noch der Lescaut des Herrr
Semper, der Brétigny des Herrn Schützendorf.
die drei Freundinnen der Damen Jüttner, Schaub
und Jacobs, der Graf des Herrn Weber und der
Guillott des Herrn Bernhardt, deſſen gaumige Ton=
gebung
aber oft ſtörte. Die Chöre waren gut. In dem
etwas gewaltſam motivierten, von Frau Thiele=
Leonhardt geſchmackvoll und fein arrangierten
Ballett auf der Straße, das ein unterhaltendes Inter=
mezzo
bildet, taten ſich außer dem Ballettkorps die Damen
Huber, Croneberg, Rehr, Baranoff, Lede=
rer
und Müller hervor.
Die an der Oper vorgenommenen Striche ſind zu
billigen. Außer den Herren Lert und Riechmann,
den erfolgreichen Leitern der Aufführung, haben ſich auch
die Herren Kempin und Schwerdtfeger durch die
Inſzenierung um das Gelingen der Vorſtellung verdient
gemacht. Neue und hervorragend ſchöne Szenenbilder
waren das erſte (Hof der Gaſtwirtſchaft) und das letzje
(Landſtraße nach Havre). Das Publikum nahm die Oper
ſehr beifällig auf.

[ ][  ][ ]

werden beim 2. und 11. Armeekorps im Manöver abge=
halten
. Erſtmalig werden auch bei den Verkehrstruppen
größere Uebungen ausgeführt, und zwar eine Fernſprech=
übung
und eine Funkerübung bei der 1. Inſpektion und
eine Funkerübung bei der 2. Inſpektion der Telegraphen
truppen. Der Ausbildung der Kavallerie wird in weſent=
lich
höherem Maße Rechnung getragen. Während in den
Vorjahren nur zwei bis vier Kavallerie=Diviſionen übten,
werden in dieſem Jahre ſieben Diviſionen aufgeſtellt und
dazu nicht weniger als 22 Brigaden mit 44 Regimentern
herangezogen. Je zwei derſelben üben auf den Truppen
Uebungsplätzen Alten=Grabow (beim 4. Armeekorps) und
Munſter (10. Armeekorps), ſowie eine Diviſion in der
Senne (7. Armeekorps), und im Gelände die Diviſion I
beim 17. und F beim 14. Armeekorps. Bezüglich der Zu=
teilung
von reitender Artillerie iſt zu bemerken, daß erſt=
malig
einer Diviſion eine reitende Abteilung zu 3 Batte=
rien
(vermutlich zur praktiſchen Prüfung der bekannten
Streitfrage: ob Abteilung zu 2 Batterien à 6, oder zu 3.
à 4 Batterien?) beigegeben iſt. Außer der bisher ſchon
üblichen Zuteilung je einer Maſchinengewehr=Abteilung
erhalten fünf Diviſionen je eine Radfahrer=Abteilung von
Jäger=Bataillonen, und die Diviſion E ſogar ein voll=
ſtändiges
Jäger=Bataillon, die beiden im Gelände übenden
Diviſionen E und F außerdem noch je eine Pionier=, Nach=
richten
= und Flieger=Abteilung und Funkenſtation.

Die Militärvorlage und ihre
Deckung.

* Berllin, 1. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Bei der Reichsleitung beſteht die Ab=
ſicht
, die ganz beſonders ins Gewicht fallenden ein=
maligen
Koſten der Heeresvorlage durch
eine einmalige Abgabe vom Vermögen zu
decken. Hierüber findet heute nachmittag eine Beſprech=
ung
der ſtimmführenden Mitglieder des Bundesrats ſtatt.
* Berlin, 1. März. Wie verlautet, ſollen die ein
maligen Koſten der neuen Heeresvorlage durch eine ein=
malige
prozentuale Vermögensabgabe an
das Reich gedeckt werden, wobei die Vermögen von 20000
bis 30000 Mark freibleiben ſollen. Daneben und neben
der Reichsvermögensſteuer in der einen oder anderen
Form, auf der die Regierung zu beſtehen ſcheine, iſt die
Beſeitigung der Steuerfreiheit der Für=
ſten
in Ausſicht genommen. Die einmaligen Koſten der
Militärvorlage werden ſich nahe an 1000 Millionen
Mark ( 1 Milliarde) belaufen. Die Militärverwalt=
ung
hält die Bewilligung der Militärvorlage bis Pfing=
ſten
für unbedingt notwendig.
Das heute in Preußen zur Ergänzungsſteuer heran=
gezogene
Vermögen beträgt über 100 Milliarden, ſo daß
man die entſprechende Ziffer für das Reich auf mehr als
150 Milliarden veranſchlagen kann. Eine einmalige Um
lage von einer Milliarde auf dieſe Summe im einheit=
lichen
Prozentſatz würde alſo einer Beſteuerung von etwa
Prozent entſprechen. Werden, wie angekündigt, die
kleinen Vermögen bis 30000 oder 50000 Mark von dieſer
Umlage freigelaſſen, müßte ſich der Prozentſatz auf etwa
1 Prozent erhöhen; allerdings iſt hierbei die Steuerfrei=
heit
der Landesfürſten nicht berückſichtigt.

Feier des 25jährigen Beſtehens
der Freiw. Sanitäts=Haupt=
Kolonne vom Roten Kreuz,

St. Darmſtadt, 3. März
Die Jubelfeier der Darmſtädter Sanitätskolonne, die
geſtern aus Anlaß ihres 25jährigen Beſtehens im Städti=
ſſchen
Saalbau feſtlich begangen wurde, nahm einen
ſaußerordentlich würdigen und erhebenden Verlauf und
gab beredtes Zeugnis davon, welcher hohen Achtung und
Wertſchätzung ſich die Tätigkeit der Sanitätskolonne in
allen Schichten der Bevölkerung zu erfreuen hat und wie
ihr ſegensreiches Wirken im Frieden als Schule für den
Krieg ſich immer mehr zu vollſter Anerkennung durchringt.
Die Feier begann um 11.30 Uhr vormittags mit einem
Feſtakt
dem auch Ihre Kgl. Hoheiten der Großherzog und die
Großherzogin ſowie u. a. die Herren Staatsminiſter
Dr. von Ewald, Finanzminiſter Dr. Braun Miniſter
des Innern von Hombergk zu Vach Geheimerat Dr.
Becker Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel Geheime=
rat
Römheld Provinzialdirektor Fay, Oberbürger=
meiſter
Dr. Gläſſing, Bürgermeiſter Mueller,
Generäle von Plüskow und von Randow u. v. a.
beiwohnten.
Für den Feſtakt war ein ebenſo reichhaltiges, wie
künſtleriſch gediegenes Programm aufgeſtellt. Die Ouver=
ture
zu Rienzi von R. Wagner, trefflich geſpielt von der
Kapelle des Leibgarde=Infanterie=Regiments 115 untar
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſter Hauske leitete die
Feier ein. Es folgte Rezitativ und Chor aus Die
Schöpfung von J. Haydn geſungen vom Katholiſchen
Kirchengeſangverein St. Ludwig unter Leitung des Herrn
Muſikdirektor Klaſſert. In dem mit feinem künſtle=
riſchen
Takt einſtudierten und mit beſtem Gelingen vorge=
tragenen
Tonwerk ſangen das Soloterzett: Sopran: Frau
Marg. Böcking=Baer Tenor: Herr Dentiſt Walter
Baer Baß: Herr Regierungsbaumeiſter Joſ. Gerlach.
Darauf hielt der Kolonnenführer, Herr Hauptmann à la.
suite Lotheißen, die Begrüßungsanſprache, in der er
beſonders Ihren Kgl. Hoheiten dem Großherzog und der
Großherzogin für das durch die perſönliche Teilnahme an
der Jubelfeier der Sanitätskolonne erwieſene Wohlwollen
herzlichſt dankte und im Namen der Kolonne das Gelübde
ablegte, daß dieſe weiter ihre große und hehre Aufgabe
nach Kräften zu erfüllen beſtrebt bleiben werde im Sinne
der Worte Sophokles’: Des Menſchen ſchönſtesWerk iſt es,
mit dem zu helfen, was er hat und kann.
Herr Stadtſekretär Göbel hatte wie ſo oft ſchon, ſein
ſchönes Talent in den Dienſt der guten Sache geſtellt und
einen ſzeniſchen Prolog gedichtet, in dem das ſegenvolle
Wirken des Roten Kreuzes in Krieg und Frieden durch
eine Reihe außerordentlich eindrucksvoller lebender Bilder
vortreffliche Würdigung fand und der mit einer Huldigung
für den Schöpfer des Roten Kreuzes ſchloß. Die beiden
fallegoriſchen Figuren, die den verbindenden Text zu den
Bildern ſprachen, waren das rote Kreuz das Frl. Ilſe
Berka ſprachtechniſch hervorragend verkörperte und Der
Krieg den Herr Friedrich Zulauf eindrucksvoll mit
beſter Wirkung darſtellte und ſprach. DieBilder und dieDich=
tung
wurden mit rauſchendem Beifall ausgezeichnet.
Den Schluß des Feſtaktes bildete der Vortrag des Ge=

dichtes Columbus von L. Brachmann, Muſik von F.
Krinninger, inſtrumentiert von M. Klaſſert, das vom
Kirchengeſangverein St. Ludwig mit feinem Verſtändnis
für die von Herrn Klaſſert meiſterhaft gelöſte künſtleriſche
Aufgabe geſungen wurde und in dem Herr Fredr
Wiener mit gleichgutem Gelingen den deklamatoriſchen
Teil der Aufgabe wohl reſtlos erſchöpfte.
Um 1 Uhr fand im Garten
Appell
der Kolonne Darmſtadt ſtatt. Hierzu verſammelten ſich
die Ehrengäſte auf der Terraſſe, vor welcher die Ko=
lonne
Paradeaufſtellung genommen hatte. Herr Haupt=
mann
Lotheißen überreichte Sr. Exz. dem Herrn Mi=
niſter
des Innern von Hombergk zu Vach den Rap=
port
, worauf Se. Exzellenz in kurzer Anſpracht
als Landesdelegierter des Roten Kreuzes im Großher=
zogtum
Heſſen und auch namens der Großh. Staatsregie=
rung
der Sanitätskolonne Darmſtadt zu ihrem 25jähriger
Jubiläum die herzlichſten Glückwünſche ausſprach und
gleichzeitig ihr die aus dieſem Anlaß verliehenen Gnaden
beweiſe überbrachte. S. M. der Kaiſer haben ſich be=
wogen
gefunden, die Rote Kreuzmedaille 2. Klaſſe zu ver=
leihen
: 1. dem Kolonnenführer=Stellvertreter und Rechner
Herrn Joh. Bapt. Silz, 2. dem Leiter der Außenabteil=
ungen
der Hauptkolonne Herrn Chriſtovh Wambold.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mit Ent=
ſchließung
vom 5. Februar eine Allerhöchſte Kabinetts=
order
erlaſſen, in der mitgeteilt wird, daß der Landesherr
das Protektorat über die Sanitätshauptkolonne über=
nommen
habe. Außer der bereits bekannt gegebenen Er=
nennung
des Kolonnenführers Oberleutnant a. D
Lotheißen zum Hauptmann à la suite der Infanterie hat
der Großherzog verliehen: Das Silberne Kreuz des Ver=
dienſtordens
Philipps des Großmütigen dem Kolonnen=
zugführer
Joh. Phil. Vogel, das Allgemeine Ehrenzei=
chen
am Bande des Philippsordens dem Kolonnenzug=
führer
Joh. Stier.
Der Miniſter überreichte den Dekorierten die Auszeich
nungen und ſchloß ſeine Anſprache mit der Aufforderung
den Gefühlen der Dankbarkeit und unverbrüchlichen Treuc
und Ergebenheit Ausdruck zu geben in dem Rufe: Se.
Majeſtät der Kaiſer und Se. Kgl. Hoheit der Großherzog
hurra! hurra! hurra!
Es folgte eine Reihe von Glückwünſchen und Ueber=
reichung
von Ehrengaben. Im Namen des Vorſtandes
des heſſiſchen Landesvereins ſprach Herr Oberpoſtdirektor
Milkau, in Namen der Stadtverwaltung Herr Ober
bürgermeiſter Dr. Gläſſing, für das Großh. Polizeiamt
und die Schutzmannſchaft Darmſtadt Herr Regierungsra
Gennes, Namens des Vereins heſſiſcher Zahnärzte
Herr Zahnarzt Repp, der einen Beitrag zur Beſchaffung
des zweiten Krankenautomobils überreichte. Weiter lie=
ßen
durch Deputationen Glückwünſche ausſprechen die
Kolonnen von Offenbach und Bürgel, Friedberg, Gießen
Herr Hauptmann Lotheißen, der ſämtlichen Red=
nern
durch herzliche Anſprachen gedankt hatte, gab dann
für den Ehrentag die Parole aus Ernſt Ludwig und
das Rote Kreuz und verlas folgenden
Kolonnen=Befehl:
Die Zweigkolonne Nieder=Ramſtadt und die Ab=
teilung
Roßdorf werden mit heute von der Kolonn=
Darmſtadt abgetrennt und vereinigen ſich zu einer ſelb=
ſtändigen
Kolonne unter dem Kolonnenführer= Stellver=
treter
Wamboldt. Wir werden für die neuzubildende
Kolonne die Erlaubnis zur Führung des Roten Kreuzes
nachſuchen und den Kolonnenführerſtellvertreter Wam=
boldt
als Kolonnenführer in Vorſchlag bringen. 2. Die
Hauptkolonne Darmſtadt ernennt anläßlich ihres Jubi=
läums
zu Ehrenmitgliedern: a) Vom Vorſtand
deſſ Heſſiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz: Herrn
Oberkonſiſtorialpräſident Nebel, Herrn Provinzialdirektor
Fey, Herrn Major a. D. Maaß, ferner: b) Herrn Sani=
tätsrat
Dr. Markel, e) Herrn Kreisamtmann Emmerling
in Worms, d) Herrn Bahnbeamten Karl Gaß. Die
Ehrendiplome gehen den Herren ſpäter zu. 3. In der
Kolonne wird ernannt: Der Kolonnenführer= Stellvertre=
ter
J. B. Silz zum Ehren=Kolonnenführer= Stellver=
treter
, der Zugführer Stier zum Ehren= Zugführer, der
Zugführer=Stellvertreter Kreiter zum Ehren= Zugfüh=
rer
=Stellvertreter. 4. Die geſamte Ehrenführerſchaft er=
hält
Sitz und Stimme bei allen Beratungen der Kolonne.
5. Es werden befördert: a) Zu Kolonnenführer=
Stellvertretern: der Oberleutnant der Reſerve
von Olberg, der Zugführer Vogel; b) Zum Zugfüh=
rer
; der Zugführer=Stellvertreter Rolshauſen; der=
ſelbe
übernimmt die Führung des erſten Zuges: e) zum
Zugführer=Stellvertreter: der Gruppen=
führer
Obmann Schmidt; derſelbe wird beauftragt mit
der Führung des zweiten Zuges; d) ferner zu Zugführer=
Stellvertretern die Gruppenführer: Willenbücher beim
dritten Zug. Beyer beim erſten Zug; e) zum Gruppen=
führer
: der ſtändige Wachtmann G. A. Schneider; f) mit
der Führung des dritten Zuges wird beauftragt der
Leutnant der Reſerve Lechner. 6. Das Diplom für ſünf
jährige Dienſtleiſtung in der Kolonne erhalten die Mit=
glieder
: M. Wiſſenbach, Gg. Griesheimer, Ad. Jockel und
Karl Reeg.
Im Namen der neuernannten Ehrenmitglieder ſprach
Herr Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel der Kolonne
mit dem Dank für die Ehrung die herzlichſten Wünſche
aus. Dann beſchloß ein ſchneidiger Parademarſch
den Appell.
Um 3 Uhr fand im großen Saalbauſaale Feſteſſen
ſtatt.
Geſellige Vereinigung.
Den Abſchluß des Feſttages der Sanitätskolonne bil=
dete
abends eine geſellige Vereinigung der Ko=
lonnen
=Mitglieder mit ihren Angehörigen und Gäſten
Der große Saal des ſtädtiſchen Saalbaus konnte die Er=
ſchienenen
kaum faſſen. Ein von Fräulein M. Frölich
vorzüglich geſprochener gehaltvoller Prolog leitete den
Abend ſtimmungsvoll ein. Es folgten zwei maleriſche
lebende Billder Huldigung des Gründers des
Roten Kreuzes und Huldigung der noch aktiven Grün=
der
der Freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten
Kreuz Darmſtadt‟. Die Damen Frl. Stoll und Frl.
Keil brachten mit feinem Verſtändnis für den draſtiſchen
Humor drei Max= und Moritz=Streiche zum Vortrag und
ernteten damit großen Beifall. Der von 16 Damen auf=
geführte
maleriſche Roſenwalzer fand einen derartigen
Anklang, daß er wiederholt werden mußte. Die Feſtver=
ſammlung
ſang ſodann ein allgemeines Lied, das von der
Gründung und der Tätigkeit des Roten Kreuzes berichtete.
Herr Oberleutnant d. 2. Olberg nahm Veranlaſſung,
im Auftrag der Kolonne Herrn Stadtſekretär und Leutn
d. 7. Göbel den Dank auszuſprechen für den ſzeniſchen
Prolog mit lebenden Bildern; der Kolonnenführer Herr
Hauptmann Lotheißen ſprach nochmals allen denen
den Dank der Kolonne aus, die ihre Zeit und ihr Geld
zum Gelingen des eindrucksvollen Feſtaktes zur Verfügung
ſtellten. Zum Schluß wurde dann eine burleske Pan=

tomime Das Rote Kreuz als Eheſtifter aufgeführt, die
wahre Heiterkeitsſtürme entfeſſelte. Ein Tänzchen ſchloß
ſich der Veranſtaltung an.
Die elektriſche Beleuchtung des Feſtaktes und für die
Aufführungen, ſowie die Scheinwerfer uſw hatte die
Firma W. Schöller, Elektrotechniſches Bureau, dan=
kenswert
zur Verfügung geſtellt.

Die deutſche Kaiſerin in
Gmunden.

* Gmunden, 1. März. Allenthalben wird die letzte
Hand an die Ausſchmückung gelegt. In der Straße vom
Bahnhof bis zum Schloß herrſcht ein bewegtes Leben.
Aus den umliegenden Orten trifft, teils in den maleriſchen
Trachten des Salzkammerguts, die Landbevölkerung ein,
ihrer freudigen Anteilnahme Ausdruck gebend. Nach leich=
tem
Schneefall herrſcht ſchönes Wetter.
Geſtern abend ging mit der Weſtbahn ein prachtvoller
Orchideenſtrauß von Wien nach Gmunden von
Kaiſer Franz Joſef für die deutſche Kaiſerin
ab. Es war der beſondere Wunſch des Kaiſers, daß zu
dieſem Strauße nur Orchideen, darunter hauptſächlich
ſolche aus Schönbrunn, verwendet würden. Der Strauß
iſt 1 Meter hoch und 1¼ Meter breit. Er beſteht aus 600
Orchideen verſchiedener Gattung und Färbung. Ein Hof
gärtner fuhr mit dem Strauß nach Gmunden. Für die
Zeit der Anweſenheit der deutſchen Kaiſerin in Gmunden
iſt eine eigene telephoniſche und telegraphiſche direkte Linie
nach Berlin hergeſtellt worden.
Gmunden, 1. März. Die Bevölkerung der Stadt,
die ſeit jeher innigſten Anteil an dem Haus Cumberland
genommen hat, hat ihre Freude an dem Einzug der
Prinzeſſinbraut in das Haus ihres herzoglichen Schwie=
gervaters
und des Bräutigams durch eine prächtige
Ausſchmückung der Stadt ſowie dadurch bewieſen
daß ſie den hohen Gäſten einen aufrichtigen und herz=
lichen
Empfang bereitete. Im Sonderzuge war die
Kaiſerin mit der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
und dem Prinzen Ernſt Auguſt um 3 Uhr 7 Min.
in den feſtlich geſchmückten Bahnhof von Attnang
eingefahren. Herzog Ernſt Auguſt von Cumberland
mit Gemahlin, Herzogin Thyra und deren Tochter Prin=
zeſſin
Olga, die Schweſter des Herzogs Prinzeſſin Frie=
derike
, Großherzog Friedrich Franz und Großherzogin
Alexandra von Mecklenburg=Schwerin, Prinz und
Prinzeſſin Max von Baden waren von Gmunden aus
mittels Sonderzuges zum Empfang der hohen Gäſt=
nach
Attnang gefahren. Nach der Ankunft in Att=
nang
begaben ſich die hohen Herrſchaften in den Hof=
warteſalon
. Pünklich um 3 Uhr 7 Min. fuhr der Hof=
ſonderug
der Kaiſerin auf der Station ein
Das Herzogpaar von Cumberland und die übrigen Herr=
ſchaften
begaben ſich aus dem Hofwarteſalon direkt in
den Salonwagen der Kaiſerin, wo die Begrüßung der
Gäſte ſtattfand. Nach kurzem Aufenthalt ſetzte ſich der
Hofſonderzug zur Fahrt nach Gmunden in Bewegung.
Um 3 Uhr 30 Min. fuhr der Hofſonderzug ein.
Dem Salonwagen entſtieg zunächſt der Herzog von
Cumberland, ſowie Großherzog von Mecklenburg=Schwerin
und Prinz Max von Vaden. Es folgte die Kaiſerin in
einem grünſamtenen Reiſekleid mit grünem Straußfeder=
hut
, der der Herzog von Cumberland beim Verlaſſen des
Wagens half. Sodann entſtieg dem Wagen das Braut=
paar
. Die Prinzeſſin trug ein hellblaues Reiſekleid mit
Pelzboa und ſchwarzen Samthut mit weißen Strauß=
federn
, Prinz Ernſt Auguſt die Uniform des Zieten=
Huſaren=Regiments. Hierauf folgten die übrigen hohen
Gäſte und ſodann das Gefolge. Der Herzog von Cumber=
land
, der die Uniform ſeines öſterreichiſch=ungariſchen
Infanterie=Regiments angelegt hatte, ſtellte der Kaiſerin
die zur Aufwartung erſchienenen Herren vor, welchen die
Kaiſerin die Hand reichte Der Bürgermeiſter von
Gmunden, Dr. Krakowitzer, gab in einer kurzen An
ſprache der Freude der Gmundener Bevölkerung über
den Beſuch der Kaiſerin und des hohen Brautpaares
Ausdruck und übermittelte die herzlichſten Glückwünſche
der Bevölkerung. Die Kaiſerin erwiderte mit einigen
Worten herzlichen Dankes. Inzwiſchen ſtellte Prinz
Ernſt Auguſt ſeiner Braut die zum Empfang erſchienenen
Herren vor. Bürgermeiſter Dr. Krakowitzer überreichte
der Prinzeſſin ein großes Bukett aus weißen Roſen
weißem Flieder und Maiglöckchen, mit rot=weißer
Schleife, den Farben der Stadt Gmunden, und über=
mittelte
die herzlichſte Gratulation der Gmunder Be=
völkerung
. Die Prinzeſſin dankte in liebenswürdigen
Worten für den herzlichen Willkomm. Nach der Vor=
ſtellung
der beiderſeitigen Gefolge begaben ſich die
Herrſchaften durch den Hofwarteſalon zum Ausgange
des Stationsgebäudes, wo ſie von dem Publikum mit
ſtürmiſchen Hochrufen begrüßt wurden. Im erſten Wagen,
einem Landauer=Viererzug, nahmen der Hausmarſchall,
der Hofmarſchall und der Kammervorſteher des Herzogs
von Cumberland Platz. Es folgte ein Vorreiter in rotem
engliſchen Rock. In einem Sechſer=Landauerzug, die
Pferde reich geſchirrt, die Kutſcher mit pelzverbrämten
roten Mänteln, folgten im Fond die Kaiſerin
Auguſte Viktoria, daneben die Herzogin Thyra von Cum=
berland
und gegenüber das Brautpavr. In Landauer=
Viererzügen folgten die übrigen Gäſte. Den Schluß=
bildeten
die Gefolge. Auf dem ganzen langen Wege, der
über die Eſplanade durch die Stadt ins Schloß führte
bildeten ein zahlreiches Publikum, Feuerwehr, Veteranen=
vereine
und Schulkinder Spalier, welche den Gäſten
allenthalben ſtürmiſch zujubelten. In dem herrlich ge=
legenen
Schloß des Herzogs von Cumberkand, das Mitte
des 13. Jahrhunderts erbaut iſt, und von ſeineſ
Zinnen einen wundervollen Blick auf den See und das
Gebirge bietet, war für die Prinzeſſinnenbraut die im
erſten Stockwerk gelegenen Appartements, von deren
Fenſtern man den Traunſee, ſowie die ſchönſten Partien
des Höllengebirgs ſieht, reſerviert, mit ſeltenen Blatt=
und Blumenpflanzen reich geſchmückt. Im Augenblick
der Ankunft der hohen Gäſte wurde auf den Zinnen die
Standarte der Kaiſerin hochgezogen. Hierauf nahmen
die Herrſchaften im engſten Familienkreiſe den Tee ein.
Um ½9 Uhr abends fand im Schloß Familientafel ſtatt
und gleichzeitig Marſchallstafel für die Gefolge in der
Villa der Königin von Hannover.
Gmunden, 2. März. Der Aufenthalt der
Kaiſerin und der Prinzeſſin Biktoria Luiſe
wird durch das denkbar ſchönſte Wetter begünſtigt.
Ein wolkenlos blauer Himmel und ſtrahlender Sonnen=
ſchein
läßt die ſchneebedeckten Kuppen der Berge er=
glänzen
. Heute vormittag beſuchte die Kaiſerin mit der
Prinzeſſin zunächſt die neben dem Haupteingang des
Schloſſes befindliche Welfengruft, die Ruheſtätte der
Königin Marie von Hannover, des Prinzen Chriſtian,
der Prinzeſſin Mary und des Prinzen Georg Wilhelm.
Hierauf unternahm die Kaiſerin, das Brautpaar und die
übrigen Fürſtlichkeiten einen längeren Spaziergang in

[ ][  ][ ]

den herrlichen Schloßpark. Die Kaiſerin war entzückt
über den unvergleichlichen Fernblick über den See und
die winterliche Gebirgslandſchaft. Sie äußerte auch
heute wiederholt ihre ganz beſondere Freude und Dank=
barkeit
über den freundlichen und glänzenden Empfang,
den ihr die Bewohner Gmundens und die Bevölkerung
der Umgegend bereiteten. Um 12 Uhr 15 Min. begaben
ich die Kaiſerin, die Herzogin von Cumberland, das
Brautpaar und die übrigen Herrſchaften zum Gottes=
dienſt
in die Schloßkapelle, wo ſich bereits die Suiten
und die evangeliſche Gemeinde Gmundens eingefunden
hatten. Superintendant Koch predigte über das Evan=
zelium
Johannes 6, Vers 57 bis 69. Nach Beendigung
des Gottesdienſtes wurde um 1 Uhr im Schloß das Fa=
miliendejeuner
eingenommen. Gleichzeitig fand in der
Villa der Künigin Marſchalltafel ſtatt.
* Wien 2. März. Das Neue Wiener Tagblatt
bewillkommt wärmſtens die deutſche Kaiſerin
in Gmunden. Das Blatt hebt ihre Frauentugenden her=
vor
und betont, daß Oeſterreich ſich glücklich ſchätzt, dem
Brautglück der Tochter des deutſchen Kaiſerpaares, wenn
auch nur ein flüchtiges Heim zu gewähren. Es weiſt ſo=
dann
auf die Innigkeit des Bündniſſes zwiſchen
Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn hin
und ſchließt: Mag die deutſche Kaiſerin nun auch wirk=
lich
nur als deutſche Frau Oeſterreich beſuchen, um ſich in
treuer Mutterliebe an dem Glück ihrer Kinder zu erfreuen:
ſie bleibt den Bürgern dieſes Reiches ein Symbol des
Bundes, deſſen pertodiſche Erneuerung wahrhaftig nur
als Formſache bewertet wird, denn dieſer Bund iſt eine
edle dauernde Notwendigkeit. Sonniges Glück leuchte
den Tagen in Gmunden.

Luftfahrt.

* Königsberg, 1. März. Der geplante pſtpreu=
ßiſche
Rundflug kann nach Mitteilungen des Vor=
ſitzenden
des Oſtpreußiſchen Vereins für Luftſchiffahrt,
Regierungsrat Götte als geſichert gelten, nach=
dem
der Miniſter des Innern dem genannten Verein eine
Lotterie von 150000 Mark bewilligt und das Kuratorium
der Nationalflugſpende eine Beihilfe von
1520000 Mark in Ausſicht geſtellt hat, ſofern auch die an
der Flugveranſtaltung beteiligten oſtpreußiſchen Städte
eine angemeſſene Unterſtützung leiſten. Als Zeit iſt der
14. bis 17. Auguſt feſtgeſetzt. Gerechnet wird mit Flieger=
preiſen
in Höhe von 3035000 Mark. Der Flug wird ſich
erſtrecken über Königsberg-Inſterburg--Allenſtein- =
nigsberg
, oder Königsberg-Allenſtein-Inſterburg- =
nigsberg
. Am letzten Tage findet ab Königsberg noch ein
militäriſcher Flug Königsberg-Cranz und zurück ſtatt.

Der Balkankrieg.

Ausſicht auf Frieden?
* London, 28. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
feſtſtellt, waren heute nachmittag ſowohl in London wie
auf dem Kontinent neuerliche Gerüchte von einem baldi=
gen
Friedensſchluß verbreitet. In hieſigen amt=
lichen
Kreiſen wird äußerſte Verſchwiegenheit bewahrt.
Es iſt bekannt, daß Tewfik Paſcha am Anfang dieſer Woche
im Auswärtigen Amt neue Vorſchläge unterbreitet hat,
daß dieſe aber wegen ihres unbeſtimmten Charakters
die Mächte nicht in den Stand geſetzt haben, die ge=
wünſchte
Aktion zu unternehmen. Es wurde darauf hin=
gewieſen
, daß kein Fortſchritt gemacht werden könnte,
bis die Türkei die Note der Mächte angenommen habe.
Darauf wurde ein weiterer Bericht nach Konſtantinopel
verſprochen; heute nachmittag wurde erklärt, daß die
Antwort der Pforte augenblicklich erwartet werde.
In ottomaniſchen Kreiſen iſt keine Information zu er=
halten
. Es ſind Anzeichen vorhanden, daß ein baldi=
ger
Friedensſchluß zu erwarten iſt. In an=
deren
diplomatiſchen Kreiſen ſcheint die Atmoſphäre hoff=
nungsvoller
, was zu der Annahme führt, daß bereits
einige Anzeichen dafür vorliegen, daß die Antwort der
Türkei annehmbar ſein wird. Da das Ziel des letzten
chrittes der Türkei war, die Mächte dazu zu bringen,
mit den Balkanverbündeten über die Friedensbedingun=
gen
zu verhandeln, meſſen dieſe der Meldung aus Sofia
daß ſich die Türkei bemühe, mit Bulgarien ſich ins Ein=
vernehmen
zu ſetzen, nicht viel Bedeutung bei. Es
wird erklärt, die Türkei wiſſe, daß die Unterhandlungen
mit den Balkanverbündeten als einem Ganzen geführt
werden müßten.
Der Albaneſenkongreß.
* Wien, 1. März. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Trieſt: Heute begann hier der Albaneſenkon=
greß
. Es ſind über 500 Albaneſen hier eingetroffen.
Der Kongreß wird vorausſichtlich drei Tage in Anſpruch
nehmen. Die Tagesordnung wird drei Punkte umfaſſen:
Die Abgrenzung, wobei die Einbeziehung der Wila=
ets
Janina, Skutari. Monaſtir und Uesküb verlangt
wird: 2. die Forderung, daß die Kutzowallachen dem
neuen Albanien angeſchloſſen werden, und 3. die Regier=
ungsform
. In dieſer Richtung ſoll entſchieden werden,
daß der neue Staat vollſtändig unabhängig ſein ſoll, mit
einem konſtitutionellen König an der Spitze. Der Kon=
greß
wird in albaniſcher Sprache abgehalten werden. Es
ſind Vertreter aus Albanien, Dalmatien, Griechenland,
Spanien und Italien eingetroffen.
Kriegsoperationen.
Der amtliche
* Konſtantinopel, 28. Febr.
Kriegsbericht beſagt: Da das Terrain vollkommen auf=
geweicht
und die Flüſſe aus den Ufern getreten ſind, trug
ſich geſtern an der Tſchataldſchalinie und vor
Bulair nichts von militäriſcher Bedeutung zu. Adria=
ropel
wurde geſtern an der öſtlichen Front durch Feld=
geſchütze
ſchwach beſchoſſen.
Konſtantinopel, 1. März. In allernächſter
Zeit wird eine große Schlacht bei Tſchorlu er=
wartet
.
* Sofia, 28. Febr. Die Sobranje iſt zur ordent=
lichen
Seſſion zuſammengetreten. Finanzminiſter Theo=
doroff
unterbreitete einen Geſetzentwurf, betreffend die
Bewilligung eines Eraänzungskredits von 50
Millionen Lei für die Bedürfniſſe der Armee, der durch
Scharauleiden zu decken iſt.

Die Revolution in Mexiko.

* Waſhington, 1. März. Der amerikaniſche
Geſandte in Mexiko, Wilſon, beſtätigt, daß
Emilio Madero an der Spitze einer Truppe Inſurgenten
in Nordmexiko eingefallen iſt. Vom Tode Paoul Ma=
deros
liegt keine Beſtätigung vor. Die Lage in Süd=

mexiko beſſert ſich zuſehends. Der amerikaniſche Konſul
in Durango teilte mit, daß auf der zentralmexikaniſchen
Bahn nördlich von Torreon fünfzehn Brücken verbrannt
wurden.
Mexiko, 28. Febr. General Felix Diaz hat
die Kandidatur für die Präſidentſchaft angenommen. Sie
wurde ihm von einem Parteiausſchuß angeboten, der aus=
ſchließlich
für ſeine Wahl organiſiert worden war.

Darmſtadt, 3. März.
Großherzogliches Hoftheater. Die nächſte Woche
bringt die Neueinſtudierung des Oedipus von
Sophoklesin der Bearbeitung von Willamowitz=
Moellendorf. Ferner iſt ein Gaſtſpiel von Miß Yſadora
Duncan vorgeſehen, die gewonnen wurde, am 15. März
im Rahmen einer Tanzakademie im Hoftheater aufzutreten.

Mainz, 1. März. Die beiden wegen Beleidigung
des ehemaligen Beigeordneten Berndt und der Frau
Polizeiaſſiſtentin Schapiro ergangenen Urteile gegen
den Cheſredakteur des Mainzer Neueſter Anzeiger
Heinrich Hirſch, die zuſammen auf 6 Monate Ge=
fängnis
lauteten, ſind nunmehr von der Erſten Straf=
kammer
des Landgerichts Darmſtadt in eine Geſamt=
gefängnisſtrafe
von 4 Monaten zuſammen umgewandelt
worden. Der Verurteilte, der im 64. Lebensjahre ſteht,
wird den Begnadigungsweg beſchreiten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 3. März. Als in der ſpäten Abendſtunde
der Berliner Juwelier Plunz mit ſeiner Familie von
einem Automobilausflug zurückkehrte, rannte er auf der
Chauſſee zwiſchen Marwitz und Hennigsdorf mit ſeinem
Kraftwagen gegen 2 Drahtſeile, die Ver=
brecher
quer über die Straße geſpannt hatten. Das
Ehepaar Plunz wurde von den Seilen ſtranguliert und
ofort getötet, die 19 jährige Tochter lebensgefähr=
lich
verletzt. Eine befreundete Familie folgte dem Auto
in kurzem Abſtand, der Führer des Autos konnte noch
rechtzeitig bremſen. Die Verfolgung der Verbrecher, die
durch das Erſcheinen des zweiten Autos an dem ge=
planten
Ueberfall gehindert wurden, wurde ſofort auf=
genommen
.
* Wilhelmshaven, 1. März. Der Kaiſer begab ſich
um 5 Uhr 30 Min. mit dem Fürſten zu Fürſtenberg im
Automobil nach der Marineflugſtation bei der
Kaiſer Wilhelm=Brücke. Hier hatten ſich eingefunden Prinz
Heinrich, Herzog Albrecht von Württemberg, der württem=
bergiſche
Geſandte Freiherr von Varnbüler, General von
Gräwenitz, die Admirale Graf Baudiſſin und von Inge=
wohl
u. a. Zwei Albatroßdoppeldecker D III mit Kapi=
tänleutnant
Schröter und D V mit Oberleutnant zur
See Langfeld als Piloten lagen bereit. Unter Leitung
des Korvettenkapitäns Gygas begannen ſofort die Uebun=
gen
, die eine halbe Stunde dauerten. Beide Flugzeuge
gingen auf das Waſſer, erhoben ſich in die Luft und ließen
ſich im Fluge auf die Waſſerfläche nieder, worauf ſie zuerſt
ſchleiften, um darauf im Waſſer zu fahren und landeten
ſodann. Nach fünf Uhr kehrte der Kaiſer an Bord des
Kaiſer zurück.
Wilhelmshaven, 2. März. Der Kaiſer hielt
heute vormittag an Bord des Linienſchiffes Kaiſer
Gottesdienſt ab und verweilten einige Zeit in der
Offiziersmeſſe des Schiffes bei dem Offizierskorps. Zur
Frühſtückstafel an Bord des Kaiſer bei Se. Majeſtät
waren geladen: Herzog Albrecht von Württembera mit
dem Ehrendienſt, der württembergiſche Geſandte v. Varn=
büler
, General v. Grävenitz, Miniſterialdirektor Köhler,
Erbprinz zu Hohenlohe=Langenburg, ſowie die Admirale
Graf v. Baudiſſin, Lans, Pohl, v. Kroſigk und andere.
Prinz Heinrich iſt heute vormittag abgereiſt.
* Haag, 1. März. Die Prinzeſſin Juliana
der Niederlande iſt während ihres Aufenthaltes im Tau=
nus
erkrankt. Der aus Utrecht herbeigerufene Arzt
Dr. med. Haverſchmidt ſtellte einen leichten In=
fluenzaanfall
feſt.
* Haag, 1. März. Die urſprünglich für die erſte Hälfte
des September in Ausſicht genommene Eröffnung
des Friedenspalaſtes wird vorausſichtlich bereits
am 29. Auguſt ſtattfinden.
* Peſt, 1. März. Der Oberſtadthauptmann erläßt
in Hinblick auf den bevorſtehenden Generalſtreik
eine Kundgebung, in welcher er die Bürgerſchaft auffor=
dert
, ſich aller ungeſetzlichen Handlungen zu enthalten
und ruhig ihrem Tagwerk nachzugehen. Eine weitere
Polizeiverordnung verbietet u. a. Straßenumzüge und
Demonſtrationen. Wenn es während des Streikes zu
Erzeſſen komme, ſo werde die bewaffnete
Macht von den Waffen Gebrauch machen.
Auch werde, wenn aus den Fenſtern Gegenſtände auf
die Truppen geworfen werden, ſogleich geſchoſſen. Die
Verordnung weiſt darauf hin, daß den Arbeitswil=
ligen
völliger Schutz der Behörden gewährt werde;
an 37 Punkten in der Stadt werden Truppen in der
Stärke einer halben bis einer Kompagnie aufgeſtellt.
* Omaha, 1. März. Zu dem Hotelbrand wird
noch gemeldet, daß von 50 Gäſten des Hotels anſcheinend
nur 16 gerettet worden ſind. Das Feuer verbreitete ſich
nit außerordentlicher Schnelligkeit uber das ganze Ge=
bäude
, ſodaß die Feuerwehren machtlos waren. Faſt
alle Perſonen, die in die Sprungtücher der Feuerwehr
hinabſprangen, verfehlten dieſelben und blieben zerſchmettert
auf der Straße liegen.
* Bogota, 2. März. Die Vorſchläge der Regierung
der Vereinigten Staaten, die der Regierung von Ko=
lumbia
die Summe von 10000000 Dollar, ferner die
Regelung der kolumbiſchen Rechte an der Panamaeiſen=
bahn
und dem Panamakanal, ſowie die Mitwirkung der
Vereinigten Staaten zu einer für Kolumbia günſtigen
Grenzregulierung zwiſchen Kolumbia und der Republik
Panama anbot, wogegen den Vereinigten Staaten für
die Dauer von 75 Jahren eine Kohlenſtation in San
Andres zugeſtanden werden ſollte, wurden abgelehnt,
worauf ſie der amerikaniſche Geſandte zurückzog.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Htreeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Ein beliebtes Hausmittel.
Califig beſitzt nur beſte Eigenſchaften und zeichnet
ſich durch guten Geſchmack und milde Wirkung aus.
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Flaſche Mk. 2,50. Be
Elix. Caryoph. comp.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute nachmittag entſchlief plötzlich meine
liebe Frau, unſere gute Mutter
(5283
Christine Pabst
geb. Kärcher.
Gräfenhauſen, den 28. Februar 1913.
Pfarrer Pabst u. Kinder.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag
2½ Uhr zu Gräfenhauſen ſtatt.

Allen Denen, die uns beim Hinſcheiden unſerer
lieben Mutter
(*5698
Frau
Maria verw. Neuroth
herzlichſte Teilnahme erwieſen haben, ſagen wir
unſeren innigſten Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Waitz für die troſtreichen Worte
am Grabe, ſowie den Martinsſchweſtern, die uns
ſo hilfreich zur Seite geſtanden haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Geschwister Neuroth.
Darmſtadt, den 1. März 1913.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und
Tante
(5317
Frau Katharmna Happ Witwe
geb. Wörner
ſagen wir Allen unſeren innigſten Dank.
Familie Ad. Hahn.
Darmſtadt, den 2. März 1913.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (außer Abonnement), Anfang
7½ Uhr: Feſtabend, zum Beſten des Feſthauſes.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kammermuſik=Abend des Darmſtädter Streich=
quartetts
um 8 Uhr im Hotel Zur Traube‟
Prüfungsvorſpiel um 5 Uhr im Konſervatorium
für Muſik (Mühlſtraße 70).
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der Krone
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Poin=
caré
, der neue franzöſiſche Präſident, ſeine Vorgänger
und ffranzöſiſchen Staatsmänner; das Völkerſchlacht=
denkmal
bei Leipzig, vom Baldn aus aufgenommen;
die Dardanellen aus der Vogelſchau; ſtrenger Winter im
ſonnigen Rom.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 4. März.
Brennholz=Verſteigerung um 8½* Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Meſſeler Ge=
meindewald
(Zuſammenkunft auf der Thomashütten=
ſchneiſe
bei Brennholz Nr. 708).

[ ][  ][ ]

Unter hohem Protektorat Ihrer Durchlaucht der Fürstin
Marie zu Erbach-Schönberg, Prinzessin von Battenberg.
Prof. Ph. Schmitt’sche
Akademie für Tonkunst
zugleich Gesangschule für Konzert, Oper u. Haus
Fernsprecher 1026 Gegründet 1851 Elisabethenstrasse 36.
Hauptprüfung und Konzert
am 7., 8., 9., 10., II., 12., 13., 14., 15. März, im städt. Saalbau
Prüſungsabteilungen im kleinen, Konzert im groß. Saal.
Eintrittskarten und Programme sind zu haben: In der Akademie,
Elisabethenstr. 35, in den Hofmusikalienhandlungen von Heinrich
Arnold, Wilhelminenstr. 9 u. Gg. Thies, Nachf., Elisabethenstr. 12,
sowie im Verkehrsbureau Ernst-Ludwigsplatz. Numerierte
(5094sod
Konzertkarten nur in der Akademie.
Das Direktorium der Akademie für Tonkanst: Wilhelm Schmitt. Willy Hutter

anekaiverdier Vereit
Oeffentl. Verſammlung

Dienstag, den 4. März 1913, abends 8½ Uhr,
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße 18/20.
Tagesordnung: Vortrag des Herrn Univerſitäts=
profeſſors
Dr. Staehlin aus Heidelberg über
die Orientfrage und die heutige Weltlage.
Zu dieſer Verſammlung lädt der unterzeichnete Vorſtand freund=
(4904mso
lichſt ein; auch Damen ſind willkommen.
J. A.:
Der Vorſtand des nat.=Ub. Vereins.

Einladung
zu der am
Dienstag, den 4. März 1913, abends ½9 Uhr,
in der Reſtauration des Herrn Ph. Rummel, Bleichſtraße

ſtattfindenden

Iiligtieder Versammung.
Referent: Herr Arbeiter Zöller, Rüſſelsheim,

über:

Arbeiterfragen in der Volkspartei.
Allgemeine Diskuſſion ſoll ſich anſchließen und laden wir unſere
Mitglieder und Freunde ergebenſt ein und bitten um zahlreichen
(5264so
Beſuch.
Der Vorstand.

Kriegerverein Darmſtadt.
Monatsverſammlung

Mittwoch, 5. März 1913, abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung: 1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Beſprechung
über eine 100 jährige Erinnerungsfeier von 1813. 3. Geplanter Haſſia=
Ausflug nach Metz. 4. Bücherausgabe.
Zur Beachtung. Der Militär=Verein Darmſtadt feiert am
Sonntag, den 9. März, ſein 25jähriges Stiftungsfeſt. Da wir
unſere Beteiligung an dem vorgeſehenen Feſtzuge zugeſagt haben,
bitten wir unſere Mitglieder, ſich hieran zahlreich zu beteiligen. Zu=
ſammenkunft
: nachmittags 2¼ Uhr Ecke Lauteſchläger= und Kranich=
ſteinerſtraße
.
(5308
Der Vorstand.
Verein für Dogel= und Geſtügelzucht
(5260
(älterer Verein.)
Montag, den 3. März 1913, abends 9 Uhr
im Vereinslokal, Brauerei Zur Krone‟
Monats=Versammlung.
Der Vorstand.
NB. Verloſung von 1 Stamm 1.2 Hamburger Silberlack.
1.1 Japaniſche Seidenhühner.
1 . 1.1 Hamburger Goldſprenkel.
Durger Verei Darmstauf
ie verehrl. Mitglieder werden zu der am Dienstag, den
11. März 1913, abends 9 Uhr, im Vereinshaus ſtattfindenden
braehtl. Gelerdiversammung
ergebenſt eingeladen.
Tagesordnung: Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr,
Kaſſenbericht, Ergänzungswahl zum Vorſtand, Verſchiedenes.
5296os)
Der Vorstand.

E SIIMIME SEMEF HERRN
Grammophon-
Neuaufnahmen
Mk. 3.50.

MR
Volksvorstellungen im Grossite Horfheater.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt in Ausſicht genommen:
Sonntag, den 9. Marz, nachmittags ½3 Uhr
Guten Morgen, Herr Fiſcher
(5306
Hierauf: Die ſchöne Galathee‟
Zum Schluß: Champagner=Viſionen (Ballett).
Beſtellungen hierfür können bis jeweils Mittwoch vor
jeder Vorſtellung bei den betreffenden Vereinsſtellen und beim Ver
kehrs=Büro gemacht werden.
Verkehrs-Verein.

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Potpourri aus Carmen‟
von Bizet.
Potpourri aus Faust von
Gounod.
Erinnerung a. Josef Strauss,
Potpourri von Oskar Fetras.
arrang. von Otto Hohmann,
II. Teil.
I. Teil.
Orchester vom
Palais de danse‟
Kapellmelster
Giorgi Vintilescu.
Ich liebe dich, Walzer von
Waldteufel.
Valse d’Avril, von F. Codin.
The Juggler (DerJongleur)
Two-Step von G. Rosey.
Die Hydropathen, Walzer
von Gungl
Black and Withe (Schwarz
und Weiss) Ragtime-
Two Step von G. Bots-
ford
.
Liliputanergarde, Two-
Step von Carl Zimmer.
Claire Waldoff.
Kusslehre, Walzerl., Text
und Musik von Jobst Has-
linde
.
Es ist nicht gerade an-
genehm
! dto,
Adolf Liebau.
Burschenlust.
Freut euch des Lebens.
Nebe-Quartett.
Der Spielmannsknab‟ (Es
zieht ein Spielmannsknab‟)
Text von R. Brendli, Mu-
sik
von Wilh. Decker.
Glöcklein im Tale (Goldig
erstrahlen im dämmernden
Schein) von A. Thelen.
Grammophon-
Ensemble.
Potpourri 1. Teil, a. Film-
zauber
Text v. Bernauer
und Schanzer, Musik von
Kollo und Bredschneider,
dto. II. Teil.
Tubaphon und
Kirchenglocken.
Horch auf die alte Kirchen
glocke, Gavotte v. Brunc
Seidler-Winkler.
Echo des Bastions, schott
Caprice, von H. Kling.
Carl Grunow. Tubaphon.
Adolf sens, Violine.
Méditation aus Thais‟
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KeSagerstrasse 1
Repräsentant und ofüzielle Ver-
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Anna Jacobs, Minna Müller=
Rudolph, Charlotte Pils.
Hans Baumeiſter, Adolf Jordan,
Richard Jürgas, Auguſt Kräger,
Paul Peterſen, Leo Schützendorf,
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unter Leitung von Richard Lert
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Bombenwürfverſuche der Hanſa.
* Das Zeppelinluftſchiff Hanſa machte am letzten
Freitag zwei größere Fahrten, bei denen ſich lediglich
Offiziere des Kriegsminiſteriums an Bord befanden und
die militäriſchen Charakter trugen. Es handelte ſich um
die Erprobung neuer Zielapparate, mit denen man
ſelbſt aus großer Höhe Bomben auf einen beſtimmten
Punkt zu ſchleudern vermag. Die Hanſa verließ gegen
9 Uhr den Potsdamer Hafen und kreuzte in wechſelnden
Höhen von 1200 bis 1300 Metern, ſchließlich in 1500 Meter
Höhe über dem Truppenübungsplatz Döberitz, wo ſie
mehrere Geſchoſſe abwarf, die als gute Treffer bezeichnet
werden konnten. Dann flog der Lenkbare nach Burg
bei Magdeburg, wendete dort, ſtattete dem Grade=
Flugplatz in Brück einen Beſuch ab und kehrte in
ſeinen Hafen zurück, wo er gegen ½2 Uhr landete. Um 4
Uhr ſtieg das Luftſchiff zu einer zweiten Fahrt auf, bei
welcher die Abwurfverſuche wiederum über zwei Stunden
lang durchgeführt wurden. Nach einer Rundfahrt kehrte
das Z=Schiff in ſeine Halle zurück.

sr. Einen gefährlichen Flug über den
Aermelkanal hatte der franzöſiſche Aviatiker Brinde=
Jone zu beſtehen, der, wie berichtet, vor wenigen Tagen
auf der Strecke Paris-London einen neuen Rekord auf=
ſtellte
. Bei dem Rückfluge von London nach Frankreich
geriet er nach dem Verlaſſen von Dover über dem Kanal
in dichten Nebel. Er verlor vollſtändig die Orientierung
jund konnte ſich ſchließlich nur noch mit Hilfe zufällig an=
getroffener
Fiſcher zurechtfinden. Immerhin hatte er
ſüber, eine Stunde gebraucht, um den Kanal zu über=
queren
.
** Für das Gordon=Bennett=Rennen
der Freiballons hat jetzt auch der Belgiſche Aero=
Klub eine Herausforderung an den Franzöſiſchen Aero=
Klub ergehen laſſen. Er wird zwei Vertreter ſtellen, und
zwar, wie im Vorjahre, die bekannten belgiſchen Luft=
ſchiffer
Leon Gerard und Erneſt Demuyter. Es liegen
nunmehr bereits Herausforderungen von Deutſchland,
Amerika, England, Italien und Belgien vor; dazu kom=
men
drei franzöſiſche Vertreter, ſo daß ungefähr auf 15

Starter zu rechnen iſt, da Deutſchland und Amerika je
drei Konkurrenten, England, Italien und Belgien je zwei
Konkurrenten meldeten.
Einneuer Höhenweltrekord füreinen
Aeroplanflng mit ſechs Paſſagieren wurde
von dem franzöſiſchen Aviatiker Frantz auf einem Sa=
vary
=Doppeldecker auf dem Flugfelde von Chartres auf=
geſtellt
. Frantz erreichte bei einer Geſamtbelaſtung ſeiner
Maſchine von 564 Kilogramm in 15 Minuten eine Höhe
von 620 Metern. Der bisherige Weltrekord mit ſechs
Paſſagieren wurde von dem deutſchen Aviatiker Faller
(Aviatik=Doppeldecker) mit 300 Metern gehalten.

Sport, Spiel und Turnen.

sr. Fußball. Zwei internationale Fuß=
ball
=Länderwettkämpfe fanden in Frankreich
ſtatt. Auf dem Flugfelde von Colombes ſtanden ſich
repräſentative Mannſchaften von England und Frankreich
gegenüber. Die Engländer führten bei Halbzeit mit 2.0
und ſiegten überlegen mit 411. Ferner wurde ein Rugby=
Match zwiſchen Frankreich und Wales vor etwa 15000
Zuſchauern entſchieden. Bei Halbzeit des Spieles, das
im Innenraum der Pariſer Prinzenparkbahn ſtattfand,
führte Wales mit 310. Nach dem Wechſel holten die
Franzoſen auf und zogen kurz vor Schluß des Spieles
3:8 gkeich. Die letzten ſieben Minuten konnten die Eng=
länder
aber noch 3 Punkte buchen und mit 11:8 ſiegreich
den Platz verkaſſen.
* Lawn=Tennis. Das internationale Lawn=
Tennis=Turnier zu Monte Carlo, mit dem die
Riviera=Lawn=Tennis=Saiſon fortgeſetzt wird, zeitigte
intereſſante Kämpfe der beteiligten internationalen Lawn=
Tennisgrößen. Von den deutſchen Spielern konnte Rahe
den Engländer G. Allan 6:1, 6.1 ſchlagen, R. Kleinſchroth
iegte über Duncan 6:3, 644; ferner ſiegten Rahe=H. Klein=
chroth
gegen das franzöſiſch=öſterreichiſche Paar Decugis=
Graf Salm mit 9.7, 9:7, 611. R. Kleinſchroth mit Wil=
ding
als Partner ſiegte über das franzöſiſche Paar Pou=
lin
=Gault 611, 611. Im Einzelſpiel dagegen wurde Rahe
von Decugis mit 775, 4:6, 614 nach intereſſantem Kampfe
geſchlagen.

Handel und Verkehr.

Neue preußiſche und Reichsanleihen.
Die unter Führung der Reichsbank und der Königlichen
Seehandlung (Preußiſche Staatsbank) gebildeten Konſor=
ien
übernahmen von den Finanzverwaltungen 50 Mil=
lionen
Mark Reichsanleihe und 100 Millionen Mark

preußiſche Staatsanleihe, beide mit 4 Prozent verzinsbar
und bis 1925 unkündbar. Die öffentliche Zeichnung findet
am 7. März zum Kurs von 98,60 Prozent ſtatt. Für
Stücke, die unter Sperrung bis zum 15. Januar 1914 in
das Reichs= oder Staatsſchuldbuch eingetragen werden,
beträgt der Zeichnungspreis 20 Pfg. weniger. Ferner
übernahm das unter der Führung der Seehandlung
ſtehende ſogenannte Preußen=Konſortium 400 Millionen
Mark 4prozentige preußiſche Schatzanweiſungen, fällig
1917, die ebenfalls am 7. März zu 99 Prozent zur Zeich=
nung
aufgelegt werden. Die Beſitzer von am 1. April
1913 fällig werdenden Schatzanweiſungen können dieſe
zu pari in Zahlung geben, ſo daß ſie 1 Mark Zuzahlung
auf 100 Mark erhalten. Es iſt im Intereſſe des Anleihe=
kredits
und des Preſtiges des Deutſchen Reichs zu hoffen,
daß der Erfolg der Zeichnung ein befriedigender ſein
wird. Die Firma Hermann Wertheim, Filiale Darmſtadt,
nimmt laut Inſerat Anmeldungen ſchon jetzt entgegen.
Gebrauchsmuſter=Erteilungen. ( Mitge=
teilt
von Dipl.=Ing. Klemens Herszberg u. Co., Patent=
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* Ludwigshafen, 1. März. Der Gewinn der
Pfälziſchen Hypothekenbank in Ludwigshafen
am Rhein aus dem Jahre 1912 beträgt ausſchließlich des
Vortrages aus dem Vorjahre 3192946 Mark gegen
3085 409 Mark im Jahre 1911. Der Aufſichtsrat wird
der am 17. März d. J. ſtattfindenden Generalverſamm=
lung
vorſchlagen, auf das Aktienkapital von 19 Millionen
Mark wieder, wie ſeit Jahren, neun Prozent Dividende
zu verteilen, ferner u. a. dem Reſervefonds II 750000
Mark, dem Rückſtellungskonto 100000 Mark, der Talon=
ſteuerreſerve
125000 Mark dem Beamtenunterſtützungs=
fonds
50000 Mark zuzuweiſen und 315 628 (277145) Mark
auf neue Rechnung vorzutragen. Der aus dem Rückkauf
3,5prozentiger Pfandbriefe erzielte Disagiogewinn von.
669 476 Mark wurde wieder voll auf Disagioreſerve zu=
rückgeſtellt
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[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Hofhund (zugelaufen). Die Hunde könner
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeder
Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(5257

Oeffentliche Impfung.

Mittwoch, den 19. Februar, und die folgenden Mittwoche,
ſolange Bedürfnis, von nachmittags ½3 Uhr ab unentgeltliche
Impftermine im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vor=
jahr
impfpflichtige, bis jetzt noch nicht geimpfte Kinder.
Angeordnete Wiederimpfungen werden in dieſen Terminen
ebenfalls vorgenommen.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der ge=
ſetzlichen
Strafe.
Nachſtehende Verhaltungs=Vorſchriften werden zur Beachtung
bekannt gegeben:
Aus einem Hauſe, in welchem anſteckende Krankheiten, wie
Scharlach, Maſern, Diphtherie, Krup, Keuchhuſten. Flecktyphus,
roſenartige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen.
dürfen die Impflinge zum allgemeinen Termine nicht gebracht werden.
Die Eltern des Impflings oder deren Vertreter haben der
Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere oder noc
beſtehende Krankheiten des Kindes Mitteilung zu machen.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913.
(4232s
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.

Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.

Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 91077 bis 100000 und
Nr. 1 bis einſchließlich Nr. 26018 werden aufgefordert, die Verſatz=
zeit
der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Februar d. J. iſt
die einfache, vom 1. bis 10. März 1913 die doppelte Verlängerungs=
gebühr
zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. März ds. Js. nicht ver=
längert
wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. April ds. Js.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. April d. J.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(1084a
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 5. März I. J., nachmittags 2 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag im Hauſe Landgraf Philipp=
Anlage Nr. 18 im Gartenſaale nachſtehende Gegenſtände:
Eine große Partie Hotel=Kupfergeſchirre in allen Größen
(meiſtens Fabrikat Schwabenland) und ſonſtige Küchen=
geräte
, Chriſtoffel=Beſtecke, Gläſer, Porzellan, Platten,
Teller, Dunſtkrüge, 1 großen Mörſer, 1 Dezimalwage,
großen Tiſch und eine Partie Stühle und ſonſtige Gegen=
ſtände
. Ferner 1 Schreibmaſchine, 2 Bohrmaſchinen,
1 Flaſchenzug und 4 komplette Betten.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
(5265
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 3. März. 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Verſteigerungs-Anzeige.

Samstag, den 8. März 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigert der Unterzeichnete, zum Nachlaß des Tiefbauamtsbuch=
halters
H. Luber dahier, Pankratiusſtraße 40, gehörig, folgende
Gegenſtände erbteilungshalber gegen Barzahlung:
1 Vertiko, 1 Schreibſekretär, 2 Sofas, 2 Kommoden, 1 kompl.
Bett, 1 zweitür. Kleiderſchrank, 2 eintür. Kleiderſchränke,
1 runden Tiſch, 2 viereckige Tiſche, 1 Schreibtiſchſtuhl, diverſe
Stühle, 2 Seſſel, 2 Kuckucksuhren, 1 ſilb. Taſchenuhr nebſt
Kette, 2 Büchergeſtelle, 2 Spiegel, 1 Stehpult, 1 Meyers
Lexikon, 1 Globus, 1 Küchenſchrank, 1 Küchentiſch, 1 Waſſer=
bank
uſw.
(5266od
Darmſtadt, 1. März 1913.
Der Nachlaßverwalter:
G. Stauss, Ireneſtraße 5
(a d. Frankfurterſtraße).

Bekanntmachung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Ober=Ramſtadt für 1913
Rj. liegt auf dem Büro der unterzeichneten Behörde vom 4. bis
einſchl. 10. März 1913 zur Einſicht der Intereſſenten wiederholt offen.
Es können während dieſer Zeit Einwendungen bei dem unter=
zeichneten
Bürgermeiſter vorgebracht werden.
Bemerkt wird noch, daß auch Umlagen erhoben werden, zu
denen die Ausmärker herangezogen werden.
(5274
Ober=Ramſtadt, den 28. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Kohlen=Bezugs=Verein, Glück=AufEberſtadt
Vergebung von Kohlen u. Briketts.
Der Bedarf von zirka 5060 Waggon, beſtehend in
ca. 2 Waggon Nuß II, ca. 46 Waggon
Nuß III, ca. 2 Waggon Nuß IV, 2 Waggon
Fettſchrot (nur aus dem Ruhrgebiet) und
8 Waggon Briketts, Marke Union
(5133so
ſoll vergeben werden.
Angebote ſind verſchloſſen bis 10. März 1913 bei dem Ge=
ſchäftsführer
Jean Bohn, Oberſtraße 25, einzureichen. Lieferungs=
bedingungen
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Filiale Darmstadt, Rheinstrasse 33.

Bekanntmachung.

Nach den für die Abgabe von
Waſſer aus dem Waſſerwerk be=
ſtehenden
Satzungen werden als
Großabnehmer angeſehen diejeni=
gen
Induſtriellen, Gewerbetreiben=
den
und Grundſtückbeſitzer, welche
pro Jahr mehr als 1000 Kubik=
meter
Waſſer verbrauchen und
ſich vor Beginn des Verwaltungs=
fahres
hierzu auf ein Jahr ver=
pflichten
. Es iſt hierbei gleich=
gültig
, ob der Waſſerverbrauch an
einer Stelle ſtattfindet, oder ob
der Abnehmer mehrere eigene Ver=
brauchsſtellen
beſitzt. Im letzteren
Falle wird er indeſſen zum Erſatz
der Koſten herangezogen, welche
der Stadt durch die Ausführung
der weiteren Zuleitung nebſt Waſſer=
meſſer
uſw. erwachſen ſind.
Diejenigen Waſſer=Abnehmer,
welche gemäß dieſer Beſtimmungen
im Verwaltungsjahr 1913 auf den
Großabnehmerpreis Anſpruch zu
machen gedenken, werden erſucht,
bindende ſchriftliche Erklärungen
bis 15. März I. J. an die Städti=
ſche
Waſſerwerksverwaltung ge=
langen
zu laſſen.
Die ſeitherigen Großabnehmer
ſind bei weiterer Beanſpruchung
des Großabnahmepreiſes zur Er=
neuerung
ihrer Erklärung inner=
halb
gedachten Termins ver=
bunden
.
(2710a
Denjenigen Abnehmern, welche
keine Erklärung abgeben, wird das
Waſſer im Verwaltungsjahr 1913
zum gewöhnlichen Preis, bezieh=
ungsweiſe
zur feſtgeſetzten Mini=
maltaxe
berechnet.
Darmſtadt, 23. Januar 1913.
Srädt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.

Die Anfuhr von Kehricht und
Schutt nach der Kehrichtab=
ladeſtelle
am Glasberg kann von
unterzeichnetem Amte bis au
weiteres geſtattet werden und ſind
Erlaubnisſcheine bei dieſem ein=
(5295
zuholen.
Städtiſches Tiefbauamt.

Bekanntmachung.

Die am 26. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom
7. kom. Mts. an bei den betreffen=
den
Kaſſenſtellen in Empfang ge=
nommen
werden.
Die Ueberweiſung erfolgt am
(5293
8. März.
Darmſtadt, 28. Februar 1913.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
I. V.: Kindhäuſer,

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Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
24)

Nika gönnte ſich nach ihrer Ankunft kaum Zeit zum
Frühſtücken und Toilettemachen. Der Diener mußte ſo=
gleich
einen geſchloſſenen Wagen für ſie beſorgen. Sie
habe dringende Beſuche und Geſchäftsgänge vor, ſagte ſie,
und tat ſo geheimnisvoll dabei, daß die Admiralin
ordentlich neugierig wurde.
Als ſie zurückkehrte, ſah ſie abgeſpannt und ein wenig
mutlos aus, was zu ihrer ſonſtigen, friſchen Art gar nicht
paßte.
Ach, Stephanie, ſagte ſie und ließ ſich erſchöpft in
einen Seſſel fallen, ſtundenlang bin ich umhergefahren,
bis es mir endlich gelang, Reginald Steenhuſen anzu=
treffen
.
Reginald Steenhuſenſ! echote die Admiralin. Was
willſt Du denn mit dem Nika? Die Admiralin war mit
Reginald durch ſeine Gattin weitläufig verwandt, ver=
kehrte
jedoch nicht oft dort im Hauſe, weil ſie, wie ſie offen=
herzig
erklärte, Warinkas unausſtehliche Art nicht leiden
konnte.
Steenhuſen ſoll mir helfen, entgegnete Nika. ſeinen
Reffen, Iſas Bruder, aufzufinden.
Die Miene der Admiralin wurde noch um einen
Grad erſtaunter. Plötzlich begriff ſie. Trotzdem er=
widerte
ſie mit leichter Bosheit: Ich denke, den haſt Du
doch in Eldenau und daß Du Klaus Heidegg ſucgt, Aan

ig mie auch nich daſcken, da anſt dech ſene bueſe
hier.
Liebſte, Du vergißt, daß Iſa drei Brüder beſitzt, ver=
ſetzte
Nika gereizt. Alſo der dritte Dietmar heißt er
iſt verſchollen. Man hat da nichts mehr von ihm gehört,
ſeitdem er aus ſeiner Entlaſſung aus dem Hoſpital in
Charbin die Heimreiſe angetreten hat. Alle Erkundig=
ungen
ſeiner Angehörigen ſind bisher ohne Erfolg ge=
blieben
; da ließ es mir nun keine Ruhe, weil ich Klaus
und auch Steenhuſen perſönlich ſprechen will. Es müſſen
doch energiſchere Schritte getan werden die Verwir=
rung
auf der Etappenlinie und die mangelhafte Poſt= und
Telegraphenverbindung ſind ja unglaublich!
Die Admiralin legte ihre Hand lächelnd auf den Arm
der jungen Frau. Und nun willſt Du ſozuſagen Himmel
und Hölle in Bewegung ſetzen, um Dietmar Heidegg zu
finden. Natürlich möchteſt Du durchſetzen, was allen an=
deren
nicht gelingt. Liebling, ich verſtehe Dich nicht
ganz.
Ja, das kann ich mir denken! rief Nika, ein wenig
aufgebracht durch den wohlwollenden Spott, den ſie aus
den Antworten ihrer Schwägerin herauszuhören glaubte.
Aber es iſt doch ein Heidegger, für den ich es tun
will.
Der Diener meldete, daß angerichtet ſei, und das Ge=
ſpräch
wurde unterbrochen. Als man nach Tiſch beim
ſchwarzen Kaffee ſaß, wurde der Admiralin eine Viſiten=
karte
gebracht.
Iſt es Klaus? rief Iſa und ſprang auf, um ihrem

Ander entgeden zu eilen dah auf den helbe Wez=
zur
Tür blieb ſie wie verſteinert ſtehen, als der, an den
ſie heute unabläſſig gedacht hatte, plötzlich leibhaftig ror
ihm ſtand. Reginald Steenhuſens Sporen klirrten ge=
dämpft
über den Teppich, einen Augemblick lang lag Iſas
Hand in der ſeinen. Vor ihren Ohren brauſte es, wie in
einem leichten Nebel verſchwammen vor ihren Blicken alle
Gegenſtände im Gemach,
Sie war nicht imſtande, Reginald auch nur ein ein=
ziges
Begrüßungswort zu ſagen. Mit zitternden Knien
ſetzte ſie ſich wieder auf ihren Platz. Faſt wie geiſtes=
abweſend
war ſie und fühlte nur bisweilen, daß Onkel
Regis Blicke wie eine Liebkoſung über ſie hinglitten.
Bald darauf kam auch Klaus. Er fand Iſa ſehr blaß.
Ja, es war die höchſte Zeit, daß das Kind aus Hei=
degg
fortkam, ſagte Nika mütterlich. Ach, Klaus, welch
eine eiſige Luft weht doch jetzt in eurem Heidegg.
Dann wurde ausſchließlich von Diez rätſelhaftem
Verſchwinnden geſprochen.
Die Admiralin fragte ſich im ſtillen, was doch Nika
einfiele, ſo zu tun, als wäre das Schickſal eines Diez Hei=
degg
das Allerwichtigſte für ſie auf der Welt. Was an=
dere
darüber ſagen und denken mochten, war ihr ſelbſt=
verſtändlich
ganz gleichgültig. So war ſie immer: gleich
Feuer und Flamme.
Nika, ſprach die Admiralin, als ſie an dieſem Abend!
mit der jungen Frau allein war, nun ſage mir endlich
offen und ehrlich, wie denkſt Du Dir die Löſung eigent=
lich
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Rauchtiſchchen ſtehen und ſteckte ſich ein wenig umſtändlich
eine Zigarette an.
Erkläre Dich etwas deutlicher, Stephanie, erwiderte
ſie dann und ſetzte ſich kampfesmutig ihrer Schwägerin
gegenüber.
Ja, mein liebes Herz, ſage mir, welchen von den
Heidegger Brüdern willſt Du denn eigentlich heiraten?
begann die Admiralin.
Aber Stephanie, wie kannſt Du nur ſo etwas denken!
unterbrach Nika ſie empört.
Höre mich doch nur an. Frau von Schenk, Irma
Heideggs Mutter, hat, wie mir neulich erzählt wurde,
einer hieſigen Couſine geſchrieben, daß ihre Tochter zu
einer Scheidung von ihrem Gatten gezwungen ſein
würde. Fabi Heidegg liebe eine andere.
Nika warf ihre kaum angerauchte Zigarette zornig
fort: Glaube doch nicht allen Klatſch, den man Dir auf=
tiſcht
, Stephanie! Kein Wort iſt an der Geſchichte wahr.
Irma hat Launen mir tut der arme Fabi ſchon lange
leid. Aber wir lieben einander nicht bitte, Stephanie,
verlaß Dich darauf. Ich denke überhaupt an keine zweite
Ehe, fügte Nika mit Nachdruck hinzu.
Aber Klaus Heidegg liebt Dich, ſprach die Admiralin
ganz unvermittelt ihre feſte Ueberzeugung aus. Ver=
ſchwöre
doch nicht ſo raſch eine zweite Ehe. Klaus iſt ein
ungewöhnlich netter Menſch, überlege es Dir beizeiten,
Nika.
Aber Nika, vor Erregung hochrot im Geſicht, hielt
Stephanie, kein
ich beide Ohren zu: Bitte, bitte =
Wort weiter! Ich reiſe doch ſchon übermorgen nach

Hauſe quäle mich nicht mit Heiratsplänen während
der kurzen Zeit, in der ich Dein Gaſt bin.
Gut, mein Kind es wird ja alles von ſelbſt an
Dich herantreten, erwiderte die Admiralin ohne jede
Empfindlichkeit. Erlaube mir nur eine Frage: was ver=
anlaßt
Dich, Nachforſchungen nach Diez Heidegg anzu=
ſtellen
wo er doch ſeine Verwandten hat, die ſich ſeinet=
wegen
bemühen können.
Aber mir iſt es ja gar keine Mühe, rief Nika eifrig.
Ich tue es furchtbar gern. Und wenn ich mir einmal ein
Ziel geſteckt habe, ſo will ich auch dahin gelangen. Hei=
degg
war, wie Du ja weißt, mir in meiner Kindheit
gleichſam das zweite Elternhaus. Ich habe mich früher
in Eldenan nie ſo wohl gefühlt wie in Heidegg. Und
ſiehſt Du, nun bringt Erika das Gut allerdings wirt=
ſchaftlich
empor, aber ſie bringt Heidegg um ſeinen Cha=
rakter
, der es ſo unendlich treu und gemütlich machte.
Unter Erikas Zepter iſt es das alte Heidegg nicht mehr.
Schau mir doch nur Iſa an, wie verſchüchkert und ver=
kümmert
das arme, kleine Ding geworden iſt.
Ja, meine teuerſte Nika, ich verſtehe Dich trotzdem
noch nicht ganz, warf die Admiralin gelaſſen ein.
Aber das iſt doch klar: Heidegg braucht einen Herrn!
Fabi iſt zu meinem Kummer ſo eigenwillig, daß er von
mir keine Hilfe für Heidegg annimmt, er findet es auch
unzart und überhaupt unmöglich, Erika und ihr Ver=
mögen
aus dem Gut herauszudrängen, nachdem ſie im
kritiſchen Augenblick ſich hilfreich erwieſen hat. Doch,
wenn Diez endlich da iſt, ſo wird um Heidegg geloſt unter
den Brüdern, und wenn er das Gut dann übernehmen
will, und ich ihm zu dieſem Zwecke Geld anbzetze, ſo wird.

er, wie ich ihn kenne, einfach ſagen: Du biſt ein famoſer
Kerl, Nika! und das Geld nehmen. Und dann erwacht
Heidegg zu ſeinem früheren Leben, und die Heidegger
Kinder haben dort wieder ihre Heimat. Ich habe Tante
Chriſtel ſo ſehr lieb gehabt ſie meinte allerdings oft,
ich ſei noch ein bißchen wilder als ihre Buben, und tadelte
mich deswegen, aber lieb hatte ſie mich deswegen doch,
das weiß ich.
Die Admiralin blickte Nika freundlich an: Endlich habe
ich halbwegs eine Erklärung für Deine Handlungsweiſe,
aber Du denkſt Dir dieſes Komplott gegen Erika viel zu
leicht.
Wenn wir nur erſt Diez hier hätten, dann ginge alles,
dann na ja, dann wäre ſchon alles gut! rief Nika voller
Ueberzeugung.
Nein, widerſprach die Admiralin mit Nachdruck, dann
fängt die Verwirrung erſt recht an. Glaubſt Du denn im
Ernſt, daß Du mit einem Ruck ebenſo ſchnell, wie Du Dir
an Deinem Verlobungstage Deine herrlichen Zöpfe ab=
ſchnitteſt
, alles unter Deinen einſtigen brüderlichen Spiel=
gefährten
in Ordnung bringen könnteſt? Nika, Du kleine
Heidegger Vorſehung! Sieh nur zu, daß Du Dir Deine
flinken Fingerchen nicht verbrennſt!
Dieſe Heidegger begannen die lebhafte Phantaſie der
Admiralin zu beunruhigen. Das Küken, wie Iſa von
Nika genannt wurde, ſchien ja ein kleines Herzblatt zu=
ſein
, allein, wer bürgt dafür, daß Iſa nicht auch eines
Tages ihrer neuen Beſchützerin Rätſel aufgeben würde: in
ihren träumeriſchen Augen ſchlummerte eine verhaltene,
unbewußte Sehnſucht.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Milli. ordentliche Landesſynode.

23. Sitzung.
St. Darmſtadt, 1. Mäcz.
Präſident D. Stamm eröffnet die Sitzung um 9½
Uhr. Syn. Wehſarg ſpricht das Gebet. Die Synode
tritt ſofort in die Tagesordnung ein und berät die Vor=
lage
Großh. Oberkonſiſtoriums, betreffend
die Rechnungsablage
über die unter der Verwaltung des Oberkonſiſtoriums
ſtehenden Fonds für die Finanzperiode 1905/1909, über
die Syn. Jaudt Bericht erſtattet. Der Ausſchuß bean=
tragt
: Die Synode wolle die Rechnungsablage Großh.
Oberkonſiſtoriums über die unter ſeiner Verwaltung ſtehen=
den
Fonds für die Rechnungsperiode 1905/1909 gutheißen,
die Kreditüberſchreitungen als gerechtfertigt anerkennen
und den auf die Finanzperiode 1910/1914 zu übertragen=
den
Kaſſevorrat auf 446 122,86 Mark feſtſetzen.
Nach längerer Ausſprache wird der Antrag angenommen.
Es folgt Beratung der Vorlage des Großh. Oberkon=
ſiſtoriums
, betreffend die
Erbauung einer Garniſonkirche
in Darmſtadt.
Die Tatſache, daß die in der Kirchſtraße gelegene
evangeliſche Stadtkirche zu Darmſtadt zugleich der evan=
geliſchen
Militärgemeinde als Garniſonkirche dient, iſt ſeit
Jahrzehnten ſowohl von der Zivil= wie der Militärge=
meinde
als drückend empfunden worden. Beide Gemein=
den
wünſchen für ihre Hauptgottesdienſte günſtige Stun=
den
. Da als ſolche aber nur die von etwa ½10 bis 11 Uhr
vormittags bezeichnet werden können, kann nur eine Ge=
meinde
dieſe günſtigen Stunden benutzen, während die
andere Gemeinde auf eine ungünſtige Zeit angewieſen iſt.
Nach der richtigen Entwickelung, welche die Verhältniſſe
genommen haben, iſt die evangeliſche Zivilgemeinde als
Eigentümerin der Kirche im Beſitz der günſtigen Zeit. Da
ſie auch die Zeit nach dem Hauptgottesdienſt für den Kin=
dergottesdienſt
in Anſpruch nimmt, kommen für die Mili=
tärgemeinde
nur die frühen Tagesſtunden in Betracht.
Zurzeit findet der Militärgottesdienſt in den Sommer=
monaten
um 8 Uhr, in den Monaten Oktober bis März
um 8½ Uhr ſtatt, er muß in den Wintermonaten 9.20 Uhr
beendet ſein. Den ſeit Jahren verſuchten Beſtrebungen der
Militärbehörde auf Gewinnung einer beſſeren Zeit für
ihren Gottesdienſt mußte die Zivilgemeinde ſich ablehnend
gegenüberſtellen, da jede Späterlegung des Militärgottes=
dienſtes
eine Verſchiebung des Gottesdienſtes der Zivil=
gemeinde
auf eine ſo ſpäte Stunde zur Folge hatte, daß
dadurch deſſen Beſuch und ſomit das ganze kirchliche Leben
der evangeliſchen Stadtgemeinde gefährdet wäre. Ins=
beſondere
konnte auch nicht der Meinung beigetreten wer=
den
, die Zeit zwiſchen Militär= und Zivilgottesdienſt zu
verkürzen, um dadurch einen ſpäteren Beginn des erſteren
zu ermöglichen. Die Zivilgemeinde hat mit Recht darauf
hingewieſen, daß die jetzt feſtgeſetzte längere Pauſe zwi=
ſchen
beiden Gottesdienſten nötig iſt, um eine genügende
Lüftung der Kirche zu ermöglichen. Auch pflegen beſon=
ders
an Feſttagen viele Kirchenbeſucher ſo früh zu kommen,
daß bei einer Verkürzung der Pauſe unliebſame Störungen
unausbleiblich wären, So bleibt alſo die Militärgemeinde
nach wie vor auf die erwähnten frühen Stunden angewie=
ſen
. Daß hierin eine Schädigung des kirchlichen Lebens
dieſer Gemeinde liegt, bedarf kaum der Begründung. In=
des
auch für die Zivilgemeinde iſt die Benutzung der
Stadtkirche durch die Militärgemeinde überhaupt uner=
wünſcht
. Iſt ſie auch im Beſitz der günſtigen Stunden, ſo
bringt ihr dieſe Benutzung doch mancherlei Beſchränkungen
und Beläſtigungen. Während der ganzen Verhandlungen,
die teilweiſe einen ernſten Charakter trugen und bei der
Zivilgemeinde in einem früheren Zeitpunkt zum Verſuch
der Kündigung der Mitbenutzung und bei der Militär=
behörde
zur Drohung mit einem Rechtsſtreit geführt
hatten, war es klar geworden, daß die Löſung der für beide

Beteiligte unerwünſchten Lage nur in der Erbauung einer
eigenen Garniſonkirche zu finden ſei.
Nachdem die politiſche Gemeinde Darmſtadt ſich zur
vorlagsweiſen Beſtreitung der Baukoſten einer ſolchen
Kirche gegen Verzinſung und Amortiſation aus der Reichs=
militärkaſſe
bereit erklärt, hatte das preußiſche Kriegs=
miniſterium
dem Gedanken zugeſtimmt. Die Reichs=
finanzverwaltung
hat ſich indes ablehnend verhalten.
Trotzdem will das Kriegsminiſterium erneut verſuchen,
den Neubau zu erreichen, verſpricht ſich aber nur dann
Erfolg, wenn die Heeresverwaltung für die mit der Er=
richtung
eines Neubaues verbundene Aufgabe des Mit=
benutzungsrechts
an der Stadtkirche entſchädigt wird
Außerdem ſieht das Kriegsminiſterium eine Erleichterung
der Verhandlungen in einem von der Heſſiſchen Landes=
kirche
zu den Koſten zu gewährenden Zuſchuß. Der evan=
geliſche
Kirchenvorſtand Darmſtadt hat demgemäß be=
ſchloſſen
, unter Ablehnung einer Verpflichtung zur Lei=
ſtung
eines Zuſchuſſes als freiwillige Gabe den Bauplatz
für die Kirche im Wert von 6742 Mark zu ſtellen, falls die
Garniſonkirche in nächſter Zeit gebaut wird. Eine höhere
Leiſtung kann der evangeliſchen Gemeinde zurzeit nicht
wohl angeſonnen werden, weil ſie beſchloſſen hat, mit
Wirkung von 1913 mit Anſammlung beträchtlicher Mittel
für ihre neu zu erbauende Reformationskirche zu begin=
nen
. Auch iſt zu bemerken, daß die Militärgemeinde an
die evangeliſche Gemeinde Darmſtadt für Benutzung der
Stadtkirche zurzeit jährlich 900 Mark zahlt, welcher Betrag
mit Erbauung einer Garniſonkirche ſelbſtverſtändlich
wegfällt
Nach eingehenden Erwägungen kam das Oberkon=
ſiſtorium
zu der Meinung, daß unter Ablehnung irgend
einer Verpflichtung ein freiwilliger Beitrag aus dem evan=
geliſchen
Zentralkirchenfonds geleiſtet werden ſoll. Bei
Erwägung der Frage nach Art und Höhe des Beitrags
ging man davon aus, daß es für die Zentralbehörden in
Berlin leichter ſein wird, ſich mit einem verhältnismäßig
geringen Zuſchuß zu begnügen, wenn dieſer in Geſtalt
eines beſtimmten Objektes, als wenn er in einem Geld=
betrag
erfolgt. So kam man dazu, als Gabe der Heſſiſchen
Landeskirche eine Orgel im Wert von 15000 Mark zu
bezeichnen.
Der Ausſchuß ſtimmt dem zu und beantragt, Synode
wolle ſich damit einverſtanden erklären: 1. daß Großh.
Oberkonſiſtorium der Reichsmilitärbehörde die Zuſage zur
Gewährung eines freiwilligen Zuſchuſſes in Geſtalt der
Orgel im Wert von 15000 Mark zu den Koſten der Er=
bauung
einer Garniſonkirche in Darmſtadt, falls dieſe in
den Jahren 19131915 in Angriff genommen wird, er=
teilt
; 2. daß wegen Aufbringung dieſer Mittel zunächſt
weitere Entſchließung vorbehalten bleibt.
Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel möchte der Vor=
lage
ein freundliches Wort mit auf den Weg geben. Es
iſt ja eigentlich ſonderbar, daß das Oberkonſiſtorium Mit=
tel
anfordert für eine Kirche, die vom Reich zu erbauen iſt.
Die Verhältniſſe liegen aber nun einmal ſo, daß die For=
derung
befürwortet werden muß. Die Verhältniſſe ſind
nachgerade unhaltbar geworden. Es iſt gar kein Zweifel,
daß ein Gottesdienſt, der um ½8 Uhr morgens beginnt,
nicht ſo gern beſucht wird, wie der zur gewohnten ſpä=
teren
Zeit. Da die Zivilgemeinde naturgemäß auf ihre
günſtigere Zeit nicht verzichten wollte, ließ ſich eine gün=
ſtigere
Zeit für die Militärgemeinde nicht ermöglichen.
Der einzige Ausweg blieb die Erbauung einer Garniſon=
kirche
. Im Intereſſe des baldigen Zuſtandekommens des
Projektes bitte ich, den geforderten Betrag zu bewilligen,
eine Verpflichtung dafür ſolle allerdings nicht anerkannt
werden. Syn. Wagner unterſtützt den Antrag. Auch
er betont, daß keinerlei Bauverpflichtung für die Kirchen=
behörde
vorliegt, daß es ſich vielmehr um eine reine Stif=
tungsangelegenheit
handelt. Er weiſt weiter darauf hin,
daß der heute zu faſſende Beſchluß hinfällig wird, wenn
die Militärbehörde den Bau nicht zu dem bedingten Ter=
min
in Angriff nimmt. Der Antrag des Aus=
ſchuſſes
wird dann angenommen.

Syn. Major von Teichmann und Logiſchen
ſpricht der Synode den Dank der Militärbehörde aus, der
ſicher dazu beitragen wird, die tatſächlich unhaltbar gewor=
denen
Zuſtände zu beſſern.
Eine Anfrage der Abgeordneten Wagner und Ge=
noſſen
lautet: Was iſt von ſeiten Großh. Oberkonſiſtori=
ums
geſchehen und beabſichtigt, um die in der Landes=
ſynode
angeregte
Vereinfachung des kirchlichen Wahl=
verfahrens

herbeizuführen?
Präſident D. Nebel erklärt, das Kirchenregiment
konnte wegen der Fülle der vorliegenden wichtigen Ar=
beiten
der Anfrage noch nicht näher treten. Sobald aber
die bedeutenderen Arbeiten erledigt ſind, wird das ge=
ſchehen
.
Die Angelegenheit iſt damit erledigt.
Nationalſpende.
Ein Antrag der Abgeordneten Wagner und Ge=
noſſen
, Nationalſpende anläßlich des Regierungsjubi=
läums
S. M. des Kaiſers betreffend, lautet: Die Landes=
ſynode
begrüßt mit Freuden die Anregung, das deutſche
Volk anläßlich des bevorſtehenden Jubiläums unſeres
Kaiſers zu einer Nationalſpende für die chriſtlichen Miſ=
ſionen
in unſeren Kolonien und Schutzgebieten aufzu=
rufen
. Sie hofft, daß auch die Evangeliſchen Heſſens mit
Opferfreudigkeit ſich an dieſem Werke beteiligen werden
und ſpricht den Wunſch aus, daß ſich zur Förderung dieſer
Angelegenheit ein Komitee bilden möge, das die nötigen
Vorarbeiten baldigſt in die Hand nimmt.
Syn. Marx erkennt die Tätigkeit der Miſſionen und
die Bedeutung der Unterſtützung ihrer Arbeit durch die
Nationalſpende voll an. Bedauerlich ſei, daß der Aufruf
nur 2 heſſiſche Namen trägt und keinen einzigen eines
Geiſtlichen oder Volksvertreters. Die Miſſion ſei Volks=
arbeit
und es wäre dringend zu wünſchen geweſen, daß
auch andere Namen, als die eines Fürſten und einer
Fürſtin unter den Aufruf gekommen wären. Bei der
Sammlung der Gelder muß man vermeiden, die Behör=
den
, Bürgermeiſtereien oder Kreisämter heranzuziehen
und darauf hinwirken, daß alle Spenden direkt an das
Bankhaus in Berlin gehen. Präſident D. Nebel teilt=
mit
, daß ein Komitee für Heſſen in der Bildung begriffen
iſt, das nicht als ein ſtaatliches, ſondern als ein evange=
liſches
anzuſehen iſt. An die Heranziehung der Bürger=
meiſter
und Kreisämter iſt nicht gedacht, die Arbeit wird
vielmehr in Händen der Geiſtlichkeit bleiben. Es empfiehlt
ſich aber für dieſe ihrerſeits auch wieder Laien heranzu=
ziehen
, damit tatſächlich alle Volkskreiſe an der Spende
intereſſiert werden. Syn. D. Schloſſer verbreitet ſich
nochmals über die Bedeutung dieſer Nationalſpende, er
iſt im übrigen mit den Vorſchlägen einverſtanden. In em=
pfehlendem
Sinne ſprechen ſich weiter aus die Syn. D.
Stamm Loos, Strack. Der Mitantragſteller Syn.
Marx zieht dann den letzten Satz des Antrages von
uns bis nimmt zurück. Es wird dann Schluß der De=
batte
beantragt. Der Antrag wird dann ein=
ſtimmig
angenommen.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. Präſident D.
Stamm weiſt darauf hin, daß im nächſten Jahre die
Neuwahlen ſtattfinden werden und daß er ſeines hohen
Alters wegen wohl nicht mehr in die Synode zurück=
kehren
werde. Er bittet in dieſem Falle ihn in einem
guten Andenken zu behalten. Syn. Dr. Berger ſpricht
dem Präſidenten Dank und Anerkennung für ſeine unpar=
teiiſche
und ſachgemäße Leitung der Synode aus und bittet
die Synodalen, ihrem Dank in dem Wunſche Ausdruck zu
geben, daß Präſident D. Stamm, trotz ſeines hohen Alters,
wiederum in die Synode zurückkehrt und noch lange Jahre
die Leitung der Geſchäfte in ſeinen Händen bleibt.
(Bravo.)
Mit einem von Syn. Widmann geſprochenen
Schlußgebet wird die Synode dann geſchloſſen.

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