Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer wird Ende der Woche nach Wilhelmshaven
zur Rekrutenvereidigung reiſen. In derſelben Zeit
wird die Kaiſerin mit der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
in Gmunden einen Beſuch abſtatten.
Das däniſche Königspaar iſt geſtern nachmittag
zu ſeinem Antrittsbeſuch am deutſchen Kaiſerhofe in
Berlin eingetroffen.
Die Typhuskrankheit im Hanauer
Eiſen=
bahnregiment hat jetzt das 20. Opfer gefordert.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
25. Februar 1813: Freiherr vom Stein trifft in Breslau
beim König ein; er wohnt im „Zepter”, wo Lützow ſein
Werbequartier aufgeſchlagen hat.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Die innere Lage.
— Wir leben jetzt in einer recht ernſten Zeit, nicht
nur, daß die Weltlage einen gefahrdrohenden Charakter
trägt, auch am innerpolitiſchen Horizont ſcheint ſich
dunk=
les Gewölk aufzutürmen. Der Reichstag hat ſich bisher
in der Hauptſache mit kleineren Dingen befaßt, der
wich=
tigſte Teil der Tagung ſteht erſt noch bevor, wenn es gilt,
die in Vorbereitung befindliche Militärvorlage
unter Dach und Fach zu bringen. Wie es heißt, iſt das
Kriegsminiſterium mit der Ausarbeitung nunmehr fertig
geworden und hat den Entwurf an das Reichsſchatzamt
weitergegeben, damit dieſes die finanzielle Seite der
Angelegenheit bearbeiten kann. Wie immer iſt auch
diesmal die Deckungsfrage der ſchwerer zu löſende Teil,
und es läßt ſich heute noch keineswegs überſehen, welchen
Weg man dabei einſchlagen wird.
In den letzten Jahren gingen Heeres= und
Marine=
vorlagen im Reichstage ziemlich glatt durch, zumal ſich
die Reichsregierung in der Hauptſache mit kleineren
For=
derungen und ſolchen überwiegend techniſcher Natur
be=
gnügte. Jetzt kommt aber ſeit längerer Zeit wieder
ein=
mal eine ſehr umfangreiche Forderung, zu einer Zeit,
wo zwar die auswärtige Lage dazu beiträgt, ziemlich
mühelos die Begründung zu liefern, wo aber die
Kon=
ſtellation in der Volksvertretung infolge der letzten
Reichstagswahlen keine günſtige iſt. 110
Sozialdemokra=
ten fallen gar ſehr in die Wagſchale, vermehrt durch die
Polen und andere Proteſtler. Wie ſchon gleich nach den
Reichstagswahlen wiederholt ausgeführt worden iſt,
hängt gleich wie in dem 1906 aufgelöſten Reichstage alles
vom Zentrum ab, das gerade in dieſer hochwichtigen
Frage das Zünglein an der Wage darſtellt. Nun iſt aber
augenblicklich wegen der Jeſuitenfrage das Verhältnis
des Zentrums zur Regierung ein recht geſpanntes, und
die Partei wird daher die Vorlage nicht unbeſehen
hin=
nehmen, ſondern auch ſchon mit Rückſicht auf den
finan=
ziellen Effekt dieſe ſehr eingehend prüfen. Wenn auch an
der Zuſtimmung der bürgerlichen Parteien zu der
Mili=
tärvorlage, wenn vielleicht auch unter gewiſſen Abſtrichen,
ſchließlich nicht zu zweifeln iſt, ſo dürfte doch ein heißer
Streit um die Deckungsvorlage entbrennen, und man darf
mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß verſchiedene
Par=
teien, darunter auch das Zentrum, den Standpunkt
ver=
treten, nichts zu bewilligen, wofür keine Deckung
vorhan=
den iſt, und da kann es leicht zu einem Konflikt kommen,
da die Meinungen über die Art und Weiſe der Deckung
weit auseinandergehen.
Es fehlt daher ſchon jetzt nicht an Stimmen, die eine
ſchwere innere Kriſis vorausſagen und die Meinung
ver=
treten, daß es beim Scheitern der Militärvorlage,
reſpek=
tive der neuen Finanzreform, zu einer Auflöſung des
Reichstages kommen werde. Im allgemeinen hat ja die
Regierung, wenn Rüſtungsfragen und eine ſchwierige
Weltlage in Frage ſtanden, bei einer Reichstagsauflöſung
meiſt nicht ſchlecht abgeſchnitten. Der Erfolg bleibt aber
immer zweifelhaft, da die Agitation der Parteien meiſt
ſtärker iſt, als der Einfluß der Regierung, und die Wähler
ſich nicht immer von allgemeinen Intereſſen leiten laſſen.
Der Welfenfonds.
8 Ueber die Beſchlagnahme des
Privatver=
mögens des früheren Königs von
Han=
nover ſind ſo viele falſche Mitteilungen in die
Oeffent=
lichkeit gekommen, daß eine uns von unterrichteter Seite
zugegangene Darſtellung der Angelegenheit gewiß
er=
wünſcht ſein wird.
In dem 1. Artikel der Kapitulation von Langenſalza
war feſtgeſetzt, daß dem König von Hannover ſein
Pri=
vatvermögen zu ſeiner Verfügung bleibe. Dabei iſt
daran zu erinnern, daß der König von Hannover beim
Ausbruch des Krieges mit Zuſtimmung der ſämtlichen
Räte ſeiner Krone Wertpapiere im Betrage von etwa 19
Millionen Talern hatte nach England retten laſſen. Als
ihm aber Anfang Juli 1866 berichtet wurde, daß dieſe
geretteten Werte zum überwiegenden Teile Staatsgelder
ſeien, befahl er, daß dieſe Gelder bis zur Herſtellung des
Friedens nicht angetaſtet werden ſollten. Die preußiſche
Regierung in Hannover machte am 11. Auguſt 1866
be=
kannt, daß auf jene Wertpapiere, deren Nummern
nam=
haft gemacht wurden, weder Zinszahlungen noch
Rück=
zahlungen an Kapital erfolgen würden, während die
Bankhäuſer ſich erboten, die Wertpapiere von König
Georg V. käuflich zu erwerben.
Infolge der Zurückweiſung des vom König von
Han=
nover an den König von Preußen gerichteten Schreibens
vom 27. Juli 1866 aus Wien war eine direkte
Verhand=
lung des Königs Georg mit der Krone Preußens
un=
möglich geworden. Doch kam es durch die Vermittlung
der engliſchen Regierung zu Verhandlungen über das
Vermögen des Königs Georg V. Im Januar 1867
war es endlich ſoweit gekommen, daß die
Bevollmächtig=
ten des Königs Georg, die Staatsminiſter a. D. De=
Windthorſt und Erxleben, zum Beginn der
Verhand=
lungen nach Berlin reiſten. In der Inſtruktion derſelben
war hervorgehoben, daß ſie ſich auf keinerlei Vorſchläge
einzulaſſen hätten, aus welchen direkt oder indirekt eine
Anerkennung der Annexion gefolgert werden könne. Als
dann gleichwohl von preußiſcher Seite ein Entwurf des
zu treffenden Abkommens vorgelegt wurde, deſſen erſter
Artikel lautete: „Der König Georg erkennt die
Einver=
leibung des ehemaligen Königreichs Hannover in die
preußiſche Monarchie an”, wurde dieſer Punkt mit den
klarſten Worten abgelehnt und ausdrücklich gefordert, daß
das zu treffende Abkommen auf die
Privatvermögensver=
hältniſſe des hannoverſchen Königshauſes beſchränkt
bleibe. Nach mancherlei Verhandlungen kam am 29.
Sep=
tember 1867 ein Vertrag zuſtande, deſſen § 1 lautete:
„Sr. Majeſtät dem König Georg V. verbleibt: 1. das
Schloß zu Herrenhauſen nebſt Zubehör, 2. die Domäne
Calenberg, letztere gegen angemeſſenes Aequivalent,
je=
doch bleiben dieſe Vermögensobiekte ſolange
in preußiſcher Verwaltung, bis Se Majeſtät
der König Georg V. auf die hannoverſche
Königs=
krone für ſich und ſeine Erben ausdrücklich
ver=
zichtet.”
In den folgenden Paragraphen ſind die
Hauptbe=
ſtimmungen, daß die königlichen Schlöſſer uſw. und das
Grundeigentum des Königl. Hannoverſchen Hauſes der
Dispoſition der Krone Preußens unterliegen ſolle, dafür
aber, ſowie für ſonſtige dem König Georg V. zuſtehende
Einnahmen derſelbe die Summe von 11
Millio=
nen Taler Kurant in 4½prozentigen
preußiſchen Stalatspapieren und 5 Mil.
lionen Taler Kurant bar erhalten ſolle;
die aus hannoverſchen Kaſſen und Fonds entnommenen
Obligationen und baren Gelder werden dagegen
zurück=
erſtattet. Ueberſchrieben iſt dieſes Abkommen: „Vertrag
über die Vermögensverhältniſſe Sr. Majeſtät des Königs
Georg V.‟ Von preußiſcher Seite war ausdrücklich
noch geltend gemacht, daß der Vertrag vor Ablauf des
mit dem 30. September 1867 zu Ende gehenden Jahres
der abſoluten Herrſchaft des Königs von Preußen über
Hannover geſchloſſen ſein müſſe, da er ſonſt der
Geneh=
migung des preußiſchen Landtages unterliege. Der Abe
ſchluß des Vertrages erfolgte am 29. September 1867,
Schon im November 1867 ließ der König Georg V. die
nach England geretteten Gelder an die preußiſchen
Be=
vollmächtigten ausliefern. Dagegen wurde von preußiſcher
Seite der Vermögensvertrag mit dem König Georg V.
dem Landtage vorgelegt und unterm 28. Februar 1868
ein Geſetz veröffentlicht, in welchem die Entnahme der
oben erwähnten 16 Millionen Taler aus beſtimmten,
namhaft gemachten Mitteln genehmigt wurde. Und
die=
ſelbe Nummer des preußiſchen Staatsanzeigers vom
3. März 1868, in welcher dieſes Geſetz veröffentlicht
wurde, enthielt die königliche Verordnung vom 2. März
1868, durch welche das in den Händen Preußens
befind=
liche Privatvermögen des Königs Georg V.
mit Beſchlag belegt wurde. Als im Beginn des
Jahres 1869 der preußiſche Landtag über dieſe königliche
Verordnung verhandelte, wurde dieſelbe ſanktioniert
und nur noch die Verſchärfung hinzugefügt, daß die
Auf=
hebung der Beſchlagnahme nur durch Geſetz erfolgen
könne. Verwandt werden ſollten die Einkünfte dieſes auf
16 Millionen Taler feſtgeſetzten Vermögens (des ſogen.
Welfenfonds) laut § 2 jener königlichen
Verord=
nung in folgender Weiſe: „Aus den in Beſchlag
genom=
menen Objekten und Revenüen ſind, mit Ausſchließung
der Rechnungslegung an den König Georg, die Koſten
der Beſchlagnahme und der Verwaltung, ſowie der
Maß=
regeln zur Ueberwachung und Abwehr der
gegen Preußen gerichteten
Unterneh=
mungen des Königs Georg, und ſeiner
Agenten zu beſtreiten. Verbleibende Ueberſchüſſe ſind
dem Vermögensbeſtande zuzuführen.”
Die Verwendung der Zinſen dieſes welfiſchen
Pri=
vatvermögens — dieſelben beliefen ſich in der langen
Zeit auf mehr als 50 Millionen Mark — fand erſt durch
das Geſetz vom 10. April 1892, betr. die Aufhebung der
durch die Verordnung vom 2. März 1868 verhängten
Beſchlagnahme des Vermögens des Königs Georg, ihr
Ende durch eigenes Eingreifen des Kaiſers Wilhelm II.
Die Zinſen werden ſeitdem dem rechtmäßigen
Eigen=
tümer, dem Herzog von Cumberland und zu
Braun=
ſchweig und Lüneburg abgeliefert, während das
Ka=
pital ſich noch in preußiſcher Verwaltung befindet.
Deutſches Reich.
— Die Militärvorlage. Der Köln. Ztg. wird
aus Berlin geſchrieben: An der Militärvorlage wird im
Kriegsminiſterium mit Hochdruck gearbeitet, jedoch wird
immerhin noch einige Zeit vergehen, bis ſie an den
Bun=
desrat gelangt, wo die Frage der Koſtendeckung gleich mit
zur Beratung gebracht wird. Dem Reichstag wird die
Vorlage, wie es jetzt den Anſchein hat, noch vor den
Oſterferien zugeſtellt werden können, und es gewinnt an
Wahrſcheinlichkeit, daß ſie dann mit dem Etat für die
Verwaltung des Reichsheeres auf das Rechnungsjahr
1913 gemeinſchaftlich behandelt wird. Eine derartige
Zuſammenziehung beider Vorlagen hat inſofern einen
erheblichen Nachteil, als die für den 1. April 1913
beab=
ſichtigten Neuformationen nicht rechtzeitig zur
Durch=
führung gebracht werden können, wenn ſich die
Verab=
ſchiedung des Etats über dieſen Zeitpunkt hinaus
ver=
zögert. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die Militärvorlage
bei ihrer Ueberweiſung an den Bundesrat gleichzeitig die
Angabe der erforderlichen einmaligen und dauernden
Koſten enthält, über die ſich genaue Angaben zurzeit
nicht machen laſſen, während das Reichsſchatzamt wegen
der Koſtendeckung die erforderlichen Vorlagen gleichzeitig
bereitſtellt.
Das Reichstheatergeſetz. In der
Kon=
ferenz über das Reichstheatergeſetz, die am Samstag im
Reichsamt des Innern fortgeſetzt wurde, behandelte man
eingehend die für Muſiker wichtigen Fragen. Man
be=
ſprach zunächſt die Ausbildung der Muſiker. Die
Vertre=
ter des Bühnenvereins verſprachen wieder das größte
Entgegenkommen, ſo daß in Zukunft die
Lehrlingszüch=
terei mit den ſchärfſten Beſtimmungen bekämpft werden
ſoll. Kein Entgegenkommen fanden dagegen die Wünſche
der Muſiker in Koſtümzulagen und Ruhepauſen. Ferner
wurde eingehend die Konzeſſionsfrage debattiert. Die
Vertreter des Bühnenvereins ſtimmten mit den
Angeſtell=
ten darin überein, daß, wo eine Varietékonzeſſion beſteht,
nicht eine große Theaterkonzeſſion verliehen werden darf.
Krankenkaſſen für
Poſtunterbe=
amte. Im Reichspoſtgebiet treten vom 1. März ab im
Bezirk jeder Ober=Poſtdirektion beſondere Krankenkaſſen
für Unterbeamte in Wirkſamkeit. Dieſe Einrichtung
ent=
ſpricht einem langjährigen Wunſche der Poſtunterbeamten.
Die neuen Krankenkaſſen gewähren in Erkrankungsfällen
den Unterbeamten, ſoweit ſie nicht
krankenverſicherungs=
pflichtige Mitglieder der Poſtkrankenkaſſe ſind, gegen
mä=
ßige Beiträge und mit Hilfe eines Reichszuſchuſſes
ärzt=
liche Hilfe, Arznei und Heilmittel für ihre eigene Perſon
und die Angehörigen ihres Hausſtandes. Den
Unter=
beamten wird rechtzeitig Gelegenheit gegeben werden, zu
dem Entwurf der Satzung ihre Wünſche zu äußern. Eine
große Zahl dieſer Wünſche hat bei der endgültigen
Feſt=
ſtellung der Satzungen Berückſichtigung gefunden,
nament=
lich auch die freie Arztwahl. Von der Entwickelung der
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Nummer 47.
neuen Krankenkaſſen wird es abhängen, ob ſich ſpäterhin
auch ſolche Wünſche verwirklichen laſſen, die auf eine
Er=
höhung der Kaſſenleiſtungen. und eine Exweiterung des
Kreiſes der anſpruchsberechtigten Perſonen hinzielen
Beigetreten ſind der neuen Einrichtung ſchon jetzt 54000
Unterbeamte und mit Einſchluß ihrer Familienmitglieder
nahezu 200000 Perſonen.
— Neue Geſetzentwürfe zur Reform des
Strafrechts. Wie Berliner Blätter erfahren, wird
das Reichsjuſtizamt demnächſt den Entwurf eines
Ein=
führungsgeſetzes zum neuen Strafrecht ausarbeiten, um
das Verhältnis des künftigen Strafrechts zum
Landes=
ſtrafrecht der einzelnen Bundesſtaaten feſtzuſtellen.
Fer=
ner iſt der Entwurf eines Strafvollzugsrechts in
Aus=
ſicht genommen, das die geſetzgebenden Körperſchaften
gemeinſam mit dem materiellen Strafrecht beſchäftigen
ſoll. Der große Ausſchuß hofft die zweite Leſung des
Strafrechts im Herbſt d. J. zu beendigen und hat dann
die ihm geſtellte Aufgabe gelöſt. Im nächſten Jahre
dürften die Verhandlungen über die vorliegenden
Ent=
würfe zwiſchen dem Reichsjuſtizamt und dem preußiſchen
Juſtizminiſterium ihren Anfang nehmen. Die
Straf=
prozeßordnung, die bekanntlich im verfloſſenen Reichstage
nicht zuſtande gekommen iſt, wird die geſetzgebenden
Körperſchaften erſt nach der Verabſchiedung des neuer
Strafrechts, alſo vorausſichtlich nicht vor dem Jahre 1920,
beſchäftigen.
— Die Regierung und der ſozialdemo
kratiſche Terrorismus. In der Beſprechung der
Tagungen des Bundes der Landwirte und des Deutſchen
Handelstages führt die Nordd. Allg. Ztg. aus:
„Mit bemerkenswerter Schärfe ſind ſowohl von den
Vertretern der Landwirtſchaft wie von denen des
Han=
dels ſozialpolitiſche Fragen zur Sprache gebracht worden
Der ſozialdemokratiſche Terrorismus beſchäftigt, wie ſich
auch hierbei ergab, die weiteſten Kreiſe. Wir möchten
erneut die Meinung zurückweiſen, als ſtände die Regie
rung dieſen Fragen mit ſchwächlicher Sorgloſigkeit gegen
über oder wäre ſie gar zu Kompromiſſen mit den politi
ſchen Beſtrebungen der Sozialdemokratie geneigt. Zu
ſolchen Auffaſſungen hat keine verantwortliche Stelle der
Reichsregierung berechtigten Anlaß gegeben.
Anderer=
ſeits iſt mit Recht darauf hingewieſen worden, daß neben
der geſetzlichen Bekämpfung terroriſtiſcher
Ausſchreitun=
gen noch manches geſchehen kann, um die Selbſthilfe und
Widerſtandskraft des Bürgertums zu organiſieren.”
— Die Lohnbewegung der
Saarberg=
leute. Eine Konferenz der Vorſitzenden des
Gewerk=
vereins der chriſtlichen Bergarbeiter in Saarbrücken
be=
ſchloß die definitive Beendigung der Lohnbewegung der
Saarbergleute. Bekanntlich hatte eine
Delegiertenkonfe=
renz am 29. Dezember 1912 beſchloſſen, einen
Waffenſtill=
ſtand eintreten zu laſſen, nachdem die königliche
Berg=
werksdirektion die Erklärung abgegeben hatte, die Löhne
der Bergleute erhöhen zu wollen. Die angeſtellten
Er=
hebungen hatten ergeben, daß eine bemerkbare, teilweiſe
ſogar weſentliche Erhöhung eingetreten iſt. Die Konferenz
ſprach die Erwartung aus, daß der Fiskus auf Minen
gruben, wo die Löhne noch nicht zufriedenſtellend ſind,
noch eine Lohnerhöhung vornehmen und die Löhne bei
weiterer guter Konjunktur auch weiter erhöhen werde.
— Die Tarifverhandlungen im
Bau=
gewerbe. Die weiteren Verhandlungen behufs
Ab=
ſchluſſes eines neuen Tarifvertrages für das Baugewerbe
ſind am Montag im Reichstagsgebäude wieder
aufge=
nommen worden. In der Zwiſchenzeit hat bis jetzt eine
Klärung über die weiter zu verhandelnden Fragen, na
mentlich über die von den Arbeitnehmern verlangte
Ga=
rantie für eine allgemeine Lohnerhöhung, nicht
ſtattge=
funden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Einſtellung der Oppoſition in
Un=
garn? In den letzten Tagen fanden in der Wohnung
Franz Koſſuths Konferenzen der Führer der
oppoſitio=
nellen Parteien ſtatt zu dem Zwecke, die einzelnen
oppo=
ſitionellen Parteien auf ein gemeinſchaftliches Programm
zu einigen. Die Unabhängigkeitspartei wurde aufgefor
dert, ihre Forderung nach Perſonalunion fallen zu laſſen,
damit dadurch eine regierungsfähige, einheitliche Parte
geſchaffen werden könne. Alle oppoſitionellen Parteien
ſind bereit, in einen einheitlichen Parteiverband einzu=
treten, und die Koſſuth=Partei und ein großer Teil der
Juſth=Partei iſt geneigt, den erwähnten Punkt aus ihrem
Programm tatſächlich zu ſtreichen. Damit wäre der
taatsrechtlichen Oppoſition, die ſeit dem Ausgleich vom
Jahre 1867 durch fruchtloſe Kämpfe die
parlamentari=
ſchen Arbeiten gehemmt hat, für alle Zeit der Boden
ent=
zogen, und es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß tatſächlich dieſe
Parteivereinigung beſtimmend auf die nächſte Geſtaltung
der politiſchen Lage in Ungarn einwirken wird. — Der
Peſter Lloyd veröffentlicht ein Interview mit dem
Mi=
niſterpräſidenten Lukacs, der entſchieden erklärt, daß er
ſich durch die Angriffe der Oppoſition nicht beirren laſſe,
ſondern, ſo lange er im Beſitze des Vertrauens der
Mehr=
heit und des Königs iſt, von ſeinem Platze nicht weichen
werde.
Frankreich.
In der Erörterung der Rede di San
Giulianos ſchreibt der Rappel: Niemand wird mehr
ſagen können, daß Deutſchland ſich von ſeinen
Verbün=
deten iſoliert fühle. Wir ſind jetzt weit entfernt von der
franzöſiſch=italieniſchen Walzertour, von der einſt Fürſt
Bülow ſprach. Der Lieblingswalzer Giulianos iſt ein
öſterreichiſcher oder ein deutſcher. Für die Franzoſen iſt
es jedenfalls beſſer, zu wiſſen, wie ſie dran ſind. Die
Action Frangaiſe meint, die Erklärung Giulianos, daß
keine Macht mehr das Mittelmeer als „Mare Noſtrum”
für ſich in Anſpruch nehmen dürfe, kennzeichne in
diplo=
matiſcher Form jene Politik, die ſeinerzeit zu den „
Car=
thago” und „Manouba”=Zwiſchenfällen geführt hat
Erbauung von Lenkballons. Der Leiter
des Militärflugweſens, General Hirſchauer, kündigte
auf einem ihm zu Ehren veranſtalteten Bankett an, daß
der Kriegsminiſter ſoeben Verträge für die Erbauung
von ſieben Lenkballons von 20000 Kubikmetern und einer
Geſchwindigkeit von 75 Kilometern pro Stunde
abge=
ſchloſſen habe. Alle jene Lenkballons, die eine höhere
Stundengeſchwindigkeit haben und in kürzerer als der
feſtgeſetzten Zeit eine Höhe von 2000 Metern erreichen
ſollen noch beſondere Prämien erhalten
Die marokkaniſche Aktion. Gegenüber dem
ſeit kurzem verbreiteten Gerücht, daß die in Oſt=Marokko
liegenden franzöſiſchen Beſatzungstruppen ſofort nach Be
endigung der Regenzeit den Marſch nach Taza antreten
ſollten, erklärt das Journal des Debats, es glaube nicht
daß ein derartiges Unternehmen in der Abſicht der Re
gierung liege. Der Miniſter des Aeußern habe ſchon als
Generalgouverneur von Algerien die Anſicht vertreten
daß mit der Durchdringung Marokkos mit äußerſter
Vor=
ſicht vorgegangen werden müſſe. Er denke gerade jetzt,
wo er die gegenwärtig ſo ſchwere Laſt der Leitung der
auswärtigen Angelegenheiten auf ſich genommen habe,
gewiß nicht daran, die marokkaniſche Aktion Frankreichs
in überflüſſiger Weiſe zu überſtürzen.
England.
In dem neuen Flottenbauprogramm
ſind, nach dem Obſerver, fünf große Panzer im Typ
zwi=
ſchen Dreadnought und Schlachtſchiffkreuzer, acht leichte
gepanzerte Schiffe, neun Torpedobootszerſtörer, die auch
unter Waſſer fahren können und verſchiedene kleinere
Un=
terſeeboote für die Küſtenverteidigung vorgeſehen. Die
neuen Schlachtſchiffkreuzer werden zum Schutze gegen
Luftſchiffangriffe beſondere Mörſer und eine teilweiſe
Deckpanzerung erhalten
Japan.
Der Landtag tritt am Dienstag zuſammen.
Ba=
ron Oſaki und ſeine Anhänger ſind aus der Seiyukai=
Partei ausgetreten und ſtellen ſelbſt ein Parteiprogramm
auf, in welchem ſie eine ſtrikte Parteiregierung fordern.
Die Seiyukai hielten eine Generalverſammlung ab. Alle
Miniſter waren anweſend, und die Miniſter der
Finan=
zen, des Ackerbaues und des Verkehrs traten formell der
Partei bei. Der Premierminiſter ſagte in einer Anſprache
er habe der Partei ſeit ihrer Gründung durch Fürſt Ito
ſympathiſch gegenübergeſtanden; er würde ihren Grund
ſätzen und ihrem Programm und der Politik des
Kabi=
netts Saionyi folgen.
* Berlin, 24. Febr. Der Kaiſer reiſt Ende der
Woche an die Nordſee, um an dem Stapellauf des neuen
Kriegsſchiffes und an der Rekrutenvereidigung in
Wil=
helmshaven teilzunehmen. Wahrſcheinlich wird er auch
eine Hochſeefahrt nach Helgoland unternehmen. Während
der Abweſenheit des Kaiſers von Berlin werden die
Kaiſerin und Prinzeſſin Viktoria Luiſe
in Gmunden dem Herzogspaar von Cumberland einen
Beſuch abſtatten. Die Rückkehr erfolgt Anfang nächſter
Woche.
* München, 24. Febr. Der Prinz=Regent
wird mit ſeiner Gemahlin am Donnerstag, den 6. März,
früh 6 Uhr 10 Minuten, die Reiſe nach Berlin zum=
Beſuche des Kaiſerhauſes antreten. Die Fahrt erfolgt mit
Sonderzug über Nürnberg-Probſtzella im ſtrengſten
Inkognito, und ſind nur die für den Maſchinenwechſel
unbedingt nötigen Aufenthalte vorgeſehen. In der
Be=
gleitung werden ſich befinden: Miniſterpräſident Dr.
Freiherr v. Hertling, der Oberſthofmeiſter, der Hofmar="
ſchall, der Chef des Kabinetts, der Generaladjutant und
die Flügeladjutanten, ſowie die Oberhofmeiſterin und
eine Hofdame. Die Ankunft in Berlin erfolgt
nachmit=
tags 3 Uhr. Das Program für die Feierlichkeit in
Ber=
lin iſt noch nicht vollſtändig fertiggeſtellt. Am Samstag,
den 8. März, nachmittags 4 Uhr, wird der Regent mit
Gemahlin und Gefolge Berlin verlaſſen und mit
Sonder=
zug im ſtrengſten Inkognito nach Dresden reiſen,
um dem König von Sachſen einen Beſuch abzuſtatten.
Am 10. März, abends um 10 Uhr, wird die Rückreiſe
über Hof-Regensburg angetreten; am 11. März, früh
um 7 Uhr, erfolgt die Ankunft in München.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Februar.
* Vom Hofe, Ihre Königl. Hoheit die
Großher=
zogin und Prinzeſſin Marie zu Solms=Lich begaben ſich
am Samstaa vormittag 9 Uhr 30 Minuten im Auto
nach Lich. Die Rückkehr Ihrer Königl. Hoheit erfolgte
abends 7 Uhr 15 Minuten. — Die Großherzoglichen‟
Herrſchaften beſuchten am Sonntag vormittag den
Gottesdienſt in der Hofkirche. — Prinz und Prinzeſſin
Victor zu Erbach=Schönberg, ſowie Graf und Gräfin
Victor Széchényi und Gräfin Mariette Széchényi nahmen
am Sonntag an der Frühſtückstafel im Neuen Palais
teil. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Graß=
herzog die Bureaugehilfen Auguſt Meckel und
Heinrich Weber, beide in Darmſtadt, zu
Bureau=
aſſiſtenten bei dem Oberverſicherungsamt in Darmſtadt,
ſowie den Stellenanwärter Heinrich Wehling zu
Bens=
heim zum Pedellen an dem Ernſt Ludwigs=Seminar zu
Bensheim mit Wirkung vom 1. März 1913 an; ferner
wurde der Hauptſteueramtsdiener bei dem
Hauptſteuer=
amt Offenbach Nikolaus Schwöbel zu Offenbach zum
Steueraufſeher ernannt und ihm eine Steueraufſeherſtelle
bei dieſem Hauptſteueramt übertragen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Adam Krug zu=
Stein=Bockenheim, Kreis Alzey, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Raunheim, Kreis Groß=Gerau, mit=
Wirkung vom 1. April d. J. an.
* Militärdienſtnachrichten. Durch Kabinettsorder
vom 18. Februar ſind die deutſchen Offiziere, die mehrere
Jahre als Inſtrukteure in der Türkei gewirkt haben und
aus der preußiſchen Armee ausgeſchieden waren, im
Heere wieder angeſtellt worden. Es befindet
ſich darunter v. Rogiſter, zuletzt Eskadronchef im Garde=
Dragoner=Regiment Nr. 23, der dem Stabe des Jäger=
Regiments zu Pferde Nr. 2 in Langenſalza zugeteilt
wurde.
Vom Großh. Hoftheater. In der Neuinſzenierung
weiſt Goethes „Egmont” auch einige Veränderungen in
der Beſetzung der Hauptrollen auf, ſo ſpielt Frl. Pils zum
erſten Male das Klärchen, Herr Weſtermann den Alba und
Herr Ehrle den Brackenburg. Die ſzeniſche Leitung des
Abends, die im Abonnement auf den Buchſtaben B fällt,
hat Herr Baumeiſter. Es gelten die kleinen Preiſe. Füc
Mittwoch iſt eine Wiederholung von Flotows „Martha
als 128. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe A. 32,
ange=
ſetzt. Auch Karl Rößlers erfolgreiches Luſtſpiel „Die fünf
Frankfurter” gelangt im Laufe dieſer Woche wieder zur
Aufführung.
* Zum Beſten des Darmſtädter Feſthauſes iſt für
Montag, den 3. März, im Hoftheater eine muſikaliſche
deklamatoriſche Soiree in Ausſicht genommen
bei welcher neben den erſten Kräften des Hoftheaters
auch illuſtre Gäſte (darunter Wilhelm Backhaus)
mit=
wirken werden. Im Rahmen eines Bunten Abends
werden Geſangsvorträge, Rezitationen und
Inſtrumental=
darbietungen miteinander abwechſeln. Den Beſchluß ſoll
ein heiteres Spiel bilden. Während der erſte Teil des
Programms den ſeriöſen Muſen vorbehalten bleibt,
wird die zweite Abteilung lediglich humoriſtiſche
Vor=
träge bieten.
Von der Oberpoſtdirektion. Dem ſeit dem 1. April
1906 bei der hieſigen Oberpoſtdirektion beſchäftigten
Poſt=
rat Gehlhar iſt unter Beförderung zum Oberpoſtrat
vom 1. April ab die Stelle eines Abteilungsdirigenten
bei der Oberpoſtdirektion Erfurt übertragen worden.
Der erſte Kinotheater=Bau.
Am Nollendorfplatz in Berlin wird in den nächſten
Tagen ein Kino eröffnet, der nicht, wie ſeither üblich, in
mehr oder minder geſchickt umgebauten Räumen
unter=
gebracht ſein wird, ſondern, wohl zum erſten Male in
Deutſchland, ein eigenes und richtiges Theater gebaut
be=
kommen hat. Es dürfte damit ein neues Kapitel in der
Baukunſt: die Kinoarchitektur, anheben, und es iſt
erfreulich, feſtſtellen zu können, daß dieſer Auftakt mit
einem künſtleriſch vollendeten Bauwerk gemacht wird
Manches große und ganz große Bühnenhaus, das wir
eben entſtehen ſahen, entbehrt leider der Qualitäten, die
hier ein feinfühliger Baumeiſter erreicht hat.
Oskar Kaufmann, Erbauer des Berliner Hebbel= und
Bremerhavener Stadttheaters, von dem die Freien
Volks=
bühnen in Berlin und Wien gegenwärtig eigene
Schau=
ſpielhäuſer erhalten, iſt der Mann, der dieſem erſten
Kino=
theater vorbildliche Form gegeben hat. Die Aufgabe an
ſich iſt ja einfach. Außer dem Zugangsraum, der
Ein=
gangshalle, der Operationszelle und einer Art
Bühnen=
rahmen für die weiße Flimmerfläche, den Ein= und
Aus=
gängen, bedarf es keiner Räumlichkeiten, die den
Grund=
riß komplizieren könnten. Wenn das Grundſtück wie hier
einigermaßen gerade geſchnitten iſt, ſo würde ein einfacher
Kubus entſtehen, der architektoniſch in gute Form zu
brin=
gen wäre. Eine Erſchwerung der Aufgabe, oder wenn
man will, ein reizvoll neuartiges Problem, wäre die
Er=
kenntnis, daß hier ein ganzes Haus nur aus Mauerflächen
ohne jede Fenſterunterbrechung zu geſtalten wäre. Was
ſollen im Kino noch die Fenſter, wo jeder von außen
ein=
fallende Lichtſtrahl lediglich als Störung empfunden
wer=
den muß? Kaufmann hat ſehr geſchickt dieſe charakte=
riſtiſche Eigentümlichkeit des Kinotheaters zu betonen
gewußt. Er gliedert die Seitenwände in ganz leichte:
Profilierung durch fünf Oeffnungen, aus denen als eigent
lich ſtarker Akzent je eine Plaſtik von Franz Metzner
her=
ausſpringt. In der Vorderfront zieht er zwiſchen den
beiden Eingängen die Kaſſenhalle in einem leichten Oval
heraus, das mit einem famoſen Tanzfries nach oben ſeinen
Abſchluß findet. Die darüber entſtehende Niſche füllt eine
ebenfalls von Metzner geſchaffene ſitzende Figur. Den
Abſchluß nach den Seiten zu bringen zwei ſchmale bis zu
dem Firſt durchlaufende bunte Glasfenſter, die, von inner
erleuchtet,allerlei Figuren und Szenen zeigen, wie ſie der
Film an den Augen vorübertanzen läßt. Dieſer einfachen
Klarheit gegenüber hat das Dach eine bewegtere Kontur
und einen grünen Anſtrich erhalten. Im Zuſchauerraum,
der 800 Perſonen faßt, ſpürt man im gleichen Maße die
feſte Hand des Architekten, der ſich ſeiner Wirkungen
be=
wußt iſt und auch ohne die in den Kinos ſonſt üblicher
Harlekinaden auszukommen weiß. Die Brüſtung des
ver=
deckten Orcheſters, die klare Kurve des weit vorgezogenen
Ranges — das alles gibt es ſchon in dieſem Kientopp —
aparte Holztreppen, die zu dieſem Ranggeſchoß
emporfüh=
ren, amüſante Beleuchtungskörper an der Decke, ein
leb=
haft profilierter Bühnenrahmen und als Beiwerk ein
bis=
chen bunt angemalte plaſtiſche Ornamentik, das alles gibt
dieſem wahrhaft intimen Theaterraum die heitere
Leben=
digkeit.
Kein Zweifel, in dieſem erſten Kinotheater iſt ein
Bühnenhäuschen entſtanden, ſo vornehm, ſo gefällig, und
ſo kultiviert, wie man es in unſeren Großſtadtſtraßen öfter
ſehen möchte. Man mag zu der Filmerei ſtehen, wie man
will: mit ſolch einer wohl geratenen Architektur muß ſie
moraliſche Eroberungen machen.
Paul Weſt heim.
Senſation um jeden Preis.
Durch die rohe und lärmende Luſt an Senſationen
ſind unſere Nerven ſo abgeſtumpft, daß wir ſo leicht nicht
mehr erſchrecken. Mitunter aber begegnet man auf dieſem
Gebiet doch einer moraliſchen Perverſität, die
im Intereſſe der öffentlichen Sittlichkeit angehalten
wer=
den muß.
Als die grauenvollen Verbrechen des Mörders
Ster=
nickel jeden redlichen Menſchen ſchaudern machten, brachte
das Berliner Tageblatt in ſeinem Feuilleton (alſo
in ſeinem Kunſt= und Kulturteil) in hervorgehobenen
Druck unter dem Titel „Sternickel” einen Artikel, der nicht
gerne mit dem Tag dahinwelken ſollte.
Zunächſt greift der talentvolle Verfaſſer in die Saiten
um auf ſeine beſondere Art den feigen Meuchelmörder
anzuſingen. Ein Name voll Saft und Kraft! Kein
Schwachmatikus! Kein Schwindſuchtskandidat! Kein
Dummkopf! Ein empfindſames Gemüt, das die
unſchul=
digen Tauben liebt, ganz wie es bei einem echten Räuber
der Räuberromantik ſein ſoll. Daher ein erfolgreicher
Held bei den Weibern. —
Was den Räubern der Räuberromane eine gewiſſe
volkstümliche Romantik verſchaffte, war der Umſtand, daß
eine mißhandelte und unterdrückte Bevölkerung ſie als
ſoziale Rächer empfand, die zudem im Kampf mit den
obrigkeitlichen Gewalten im Stile Karl Moors ihr Leben
heldenhaft aufs Spiel ſetzten. „Rinaldini, edler Räuber”
heißt es in dem bekannten Lied. Wir brauchen vor
un=
ſeren Leſern kaum zu erwähnen, daß von dieſen
Eigen=
ſchaften keine auf den feigen Hund paßt, der ſeine Opfel
hinterrücks überfiel, wehrloſe Weiber niederſchlachtete und
Nummer 47.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Seite 3.
Bezrisverein Nard=df. Der neugegtündete aus
dem Martinsviertelverein hervorgegangene Bezirksverein
Nord=Oſt hielt am Samstag im Gartenſaale der
Brauerei Fay ſeine erſte Hauptverſammlung ab.
Anweſend waren außer einer großer Anzahl Herren aus
dem Martinsviertel eine Anzahl von Stadtverordneten.
Nach begrüßenden Worten des Herrn A. Meixner, worin
er beſonders für das Erſcheinen und das Intereſſe der
Vertreter der anderen Bezirksvereine dankte, erſtattete
Herr A. Kahn ein eingehendes Refergt über die Gründe,
die zur Bildung eines neuen Bezirksvereins geführr
haben. Er ſchilderte weiter in längeren Ausführungen
Zweck und Ziele des Bezirksvereins Nord=Oſt, der mit
den anderen Bezirksvereinen Hand in Hand gehen ſoll,
und insbeſondere die Förderung der Intereſſen des
Mar=
tinsviertels im Auge hat. Sämtliche Vertreter der
ande=
ren Bezirksvereine begrüßten die Neugründung des
Be=
zirksvereins Nord=Oſt aufs wärmſte und vertraten die
Anſicht, daß mit Rückſicht auf die in dem Bezirksverein
Martinsviertel jetzt beſtehenden ungeſunden Verhältniſſe
eine Trennung von dieſem die einzig richtige Löſung war.
Dem Verein traten ſofort 50 neue Mitglieder bei und aus
der hierauf vorgenommenen Vorſtandswahl gingen die
Herren Operpoſtaſſiſtent H. Jäger als 1. Vorſitzender, W.
Brauns, J. Hahn, H. Hille, A. Kahn, Gg. Krämer, A.
Meixner, L. Pohl und Gg. Weber als Vorſtandsmitglieder
hervor. Der Vorſitzende ſchloß die überaus anregende
Verſammlung mit dem Hinweis, daß jeder, der zur
För=
derung der Intereſſen des Nord=Oſt=Viertels mitarbeiten
will, ohne Rückſicht auf Parteizugehörigkeit, als Mitglied
willkommen iſt. Anmeldungen können bei den
obenge=
nannten Vorſtandsmitgliedern erfolgen.
* Zu dem Jubiläum der Sanitätskolonne. Der
Großherzog hat eine Abordnung der
Frei=
willigen Sanitäts=Hauptkoloyne vom
Roten Kreuz Darmſtadt, beſtehend aus den Herren
Oberleutnant Lotheißen, Silz und Vogel,
emp=
fangen, die ein Exemplar der Jubiläumsſchrift
überreichte, welche der Großherzog mit Intereſſe
entgegen=
nahm. Zu dem Feſtakt, der zur Feier des 25jährigen
Jubiläums der Kolonne am Sonntag, den 2. März, im
großen Saal des ſtädtiſchen Saalbaus ſtattfindet, haben
der Großherzog und die Großherzogin ihr
Er=
ſcheinen beſtimmt in Ausſicht geſtellt. Eintrittskarten zu
den Feſtberanſtaltungen werden, ſoweit es der Raum
ge=
ſtattet, in der Geſchäftsſtelle der Kolonne im alten Theater,
Hochſchulſtraße, und in dem elektriſchen Bureau Wilh.
Schöller, Rheinſtraße 7, unentgeltlich abgegeben. Die
Ehrenkarten berechtigen, worauf hier ausdrücklich
hinge=
wieſen ſei, für alle Veranſtaltungen am Feſttage zum
freien Eintritt; etwa nicht benötigte Ehrenkarten werden
baldgefälligſt an die Geſchäftsſtelle zurück erbeten. Die zur
Feier des Jubiläums erſchienene Feſtſchrift enthält eine
ausführliche Darſtellung über die Entwickelungsgeſchichte
der Kolonne vom Abteilungsführer Herrn Phil. Vogel
und einen beſonders intereſſierenden Aufſatz über
Ent=
ſtehung, Zweck und Tätigkeit der Kolonne ſowie über den
Rettungs= und Krankenbeförderungsdienſt in Darmſtadt
aus der Feder des Herrn Miniſterialrat Dr. Kratz. Dieſe
Jubiläumsſchrift, die zum Preiſe von 1 Mark von der
vorerwähnten Geſchäftsſtelle, wie vom Verkehrsbureau
am Ernſt=Ludwigsplatz zu beziehen iſt, ſollte von
jeder=
mann im Intereſſe der Sache bezogen werden.
Der Heſſiſche Richterverein hat am Samstag
eine ungewöhnlich gut beſuchte
Hauptverſamm=
lung in Frankfurt gehalten und einſtimmig
be=
ſchloſſen: „Wir halten es für dringend notwendig, daß
die organiſche Beſoldungsreform, die in anderen Staaten
ſchon vor 5—6 Jahren vorgenommen wurde, nun endlich
auch in Heſſen zuſtande kommt. Daß nicht nur den
unteren und mittleren, ſondern auch den akademiſch
gebildeten Beamten die preußiſchen Gehaltsſätze
ge=
währt werden, iſt, wie auch die Regierung anerkennt,
ein Gebot der Gerechtigkeit. Wir müſſen deshalb an
dieſer Forderung grundſätzlich feſthalten und könnten
uns mit einer Zurückſtellung nur dann einverſtanden
erklären, wenn die gegenwärtige Finanzlage ſie
recht=
fertigen ſollte. Wir erachten jedoch eine durchgreifende
Reform der Anrechnung der Beſoldungsvordienſtzeit
auch für die bereits angeſtellten und eine Abkürzung
der Friſt, innerhalb deren die beförderten Beamten
das Endgehalt erreichen, für dringend geboten. Dies
um ſo mehr, als gerade in der Juſtiz, und zwar nicht
allein wegen des ſtarken Andrangs, die Wartezeit faſt
unerträglich lang iſt und die Beförderungsverhältniſſe
ungünſtig ſind.”
* Paſſionsfeiern in der Stadtkirche. Unter
Mit=
wirkung des Kirchengeſangvereins und
des Knabenchors finden auch in dieſem Jahre
wieder in der Stadtkirche liturgiſche
Paſſions=
feiern ſtatt, in denen die Paſſionsgeſchichte in
Wechſel=
wirkung tritt mit Chören, Gemeindegeſängen und einer
das Ganze zuſammenfaſſenden Anſprache. Die erſte
wird Mittwoch, den 26. Februar, abends 8 Uhr, gehalten.
Sie wird unter anderem zwei Orgelvorträge und vier
Chöre des Kirchengeſangvereins bringen.
Der dritte Vortrag über Volksgeſundheitspflege,
den Herr Sanitätsrat Dr. Noellner im Auftrag der
Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge in der
haus=
wirtſchaftlichen Fortbildungsſchule hält, wird nächſten
Mittwoch, abends 8¼ Uhr, in der Turnhalle,
Rundeturm=
ſtraße 9 (Eingang auch Landgraf=Georgſtraße 40),
ſtatt=
finden. Herr Dr. Noellner wird über die Ernährung
des Säuglings ſprechen. An den Vortrag werden
ſich praktiſche Demonſtrationen anſchließen, ausgeführt
von der Wanderlehrerin der Zentrale Schweſter von
Below.
Fremdſprachliche Vorträge. Der fünfte
Vortrag findet am Mittwoch ſtatt. Herr Brouard.
der zurzeit Vorleſungen über franzöſiſche Literatur
in Düſſeldorf hält, wird über den Aiglon, eins der
Hauptwerke Ed. Roſtands, ſprechen. (Siehe Anzeige.)
Marcell Salzer. Man ſchreibt uns: Profeſſor
Marcell Salzer wird auch in dieſem Winter wieder nach
Darmſtadt kommen und am Samstag, den 8. März,
hier im „Kaiſerſaal” einen ſeiner berühmten „Luſtigen
Abende” geben. Der große Humoriſt, der in dieſer
Saiſon überall vor ausverkauften Sälen ſprach, bring
ein vollſtändig neues Programm mit, auf dem
Bier=
baum, Karl Ettlinger, Sekma Lagerlöf, Liliencron
Börries v. Münchhauſen, Rideamus, Peter Roſegger,
Ludwig Thoma, Ernſt von Wolzogen uſw. vertreten
ſein werden. — Der Vorverkauf im Verkehrsbureau hat
begonnen.
— Die Stenographie=Vereinigung „Gabelsberger”
veranſtaltet aus Anlaß des 124. Geburtstages des Meiſters
Franz Kaver Gabelsberger am nächſten Sonntag im Kaiſer
ſaal” eine Gabelsberger=Feier. An dieſem
Abend ſoll auf ſtenographiſchem Gebiete etwas ganz
Hervorragendes geboten werden, denn Herr Dr. med. et
phil. Kranz=Buſch aus Wiesbaden, ein eifriger Kämpfer
der Gabelsbergerſchen Stenographie, hat ſich in
liebens=
würdiger Weiſe bereit erklärt, über „Die Entwicklung
der deutſchen Stenographie” einen ſehr lehrreichen und
intereſſanten Lichtbilder=Vortrag zu halten, der
von ganz beſonderem Intereſſe ſein dürfte; dem
Vor=
trag wird ſich ein Tanz anſchließen. (Siehe Anzeige.)
Der Verein der Württemberger feierte das
Ge=
burtsfeſt des Königs von Württemberg im
Ver=
einslokal, Ballonplatz 4. Die intime Feier wurde durch
einen von Fräulein Dina Wagner ſchön vorgetragenen
Prolog eröffnet. Die in ein dreifaches Hoch auf den
König ausklingende Feſtrede des erſten Vorſitzenden,
Herrn Günther, wurde mit ſtürmiſchem Beifall
auf=
genommen. Auch auf den Großherzog wurde ein
Toaſt ausgebracht. Durch gemeinſchaftliches Singen
ſchwäbiſcher Lieder ſtellte ſich bald echte ſchwäbiſche
Ge=
mütlichkeit ein, welche noch durch zündende Vorträge
des Herrn Bingenheimer erhöht wurde.
* Der Verein ſtädtiſcher Arbeiter und Arbeiterinnen
hielt am Samstag in der Ludwigshalle ſeine
Haupt=
verſammlung ab. Nach einer herzlichen Begrüßung
der zahlreich erſchienenen Mitglieder durch den erſten
Vor=
ſitzenden, Herrn Weber, gedachte dieſer der im laufenden
Jahre verſtorbenen Kollegen, deren Andenken durch
Er=
heben von den Sitzen geehrt wurde. Aus dem
Rechen=
ſchaftsbericht des Rechners geht hervor, daß der
Verein am 1. Januar 1913 202 Mitglieder hatte und ganz
erhebliche Summen für Unterſtützungszwecke verausgabte.
So wurden 528 Mark 50 Pfg. Krankengeld und 205 Mark
Sterbegeld ausbezahlt. Aus dem Jahresbericht war zu
erſehen, daß der Vorſtand ſtets eifrig bemüht war, die
Intereſſen der Geſamtheit, ſowie auch der einzelnen
Mit=
glieder zu fördern. Die gemachten Eingaben und die
dar=
auf erfolgten Antwortſchreiben wurden verleſen und von
der Verſammlung mit großem Intereſſe
entgegengenom=
men. Dem geſamten Vorſtand wurde für ſeine
auf=
opfernde und ſegensreiche Tätigkeit in warmen Worten
gedankt. Der Vorſtand wurde ſodann durch Zuruf
wieder=
gewählt. Neu gewählt wurde ein Vertreter der
Stadt=
gärtnerei. Nach Beſprechung verſchiedener wichtiger
An=
gelegenheiten ſchloß der erſte Vorſitzende die
Verſamm=
lung.
Das 24. Konzert (Milchkränzchen) für arme und
kränlliche Kinder am Samstag im Chauſſeehaus hatte
ſich eines außerordentlichen Zuſpruches zu erfreuen.
Ein=
geleitet durch die Ouvertüre zu „Iphigenia in Aulis” von
Ritter von Gluck (Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts.
Nr. 61), wurde eine Fülle künſtleriſcher Darbietungen
ge=
boten. Der Vorſitzende des Komitees, Herr Rentner
Freund begrüßte die Gäſte und Herrn Pfarraſſiſtent
Adolph von der Petrusgemeinde und wies mit
treff=
lichen Worten auf den Zweck der guten Sache hin. Als
Vertreter des Herrn Bürgermeiſters Mueller überbrachte
Herr Amtmann Krapp den Dank der Stadt. Die
Mit=
wirkenden boten durchweg auserleſene Kunſtgenüſſe.
Fräulein Anna Bürſtlein, eine ſtimmbegabte
Sänge=
rin, erfreute durch Lieder, wobei das Schubertſche „Ave
Maria” und die Arie „Wie nahte mir der Schlummer”
aus Freiſchütz beſonders gefielen. Fräulein Tony Penk
bot Rezitationen. Herr Hofopernſänger Carl Jahn vom
Hoftheater ſang den Prolog aus dem „Bajazzo”. Herr
Muſikdirektor Hans A. Hayn hatte zu allen Geſängen
die Klavierbegleitung mit echt künſtleriſchem Verſtändnis
übernommen. Das Mitglied unſeres Hoftheater=
Orcheſters, der Kamermuſiker und Virtuoſe auf dem
Cor=
net à Piſton, Herr Kümmel, brachte meiſterhafte
Vor=
träge auf ſeinem Inſtrument. Herr Obermuſikmeiſter
Weber nahm deshalb auch gerne Veranlaſſung, dem
Künſtler und Freund den wohlverdienten Lorbeerkranz
mit ſinniger Widmung zu überreichen. Herr Fritz
Erbes brachte humoriſtiſche Vorträge. Der faſt 80jährige
Komponiſt Herr Wiggl Gebhart, war ſogar von
Eberſtadt gekommen, um durch ſeine Kunſt dem
wohl=
tätigen Unternehmen ſeine Unterſtützung zu leihen. Er
dirigierte zwei ſeiner Werke ſelber. Das Braunſche
Vo=
kalquartett (die Herren Braun, Enzbrenner, Schüppel und
Geyer, ſämtlich vom Hoftheater) erfreute durch gut
ge=
wählte Lieder. Sämtlichen Mitwirkenden wurde
lebhaf=
ter, dankbarer Beifall gezollt. Herr Kunſtgärtner
Schulz hatte den Saal prächtig und koſtenlos
ſchmücken laſſen. Die Veranſtaltung war ein wahrer,
Kunſtabend, durchdrungen von Herzlichkeit für den edlen
Zweck. Zum Schluſſe des Programms dankte Herr
Wein=
händler Biermann nochmals allen, die ihr Können
uneigennützig in den Dienſt der Wohltätigkeit ſtellten, und
dann folgte ein Ball.
Teeabend des Katholiſchen Frauenbundes. Am
Sonntag hat der Katholiſche Frauenbund einen
Teeabend veranſtaltet, der recht zahlreich beſucht war
Profeſſor Laufer ſprach in beredten Worten über das
hochintereſſante Thema „Elternhaus und Schule‟ Er
zeigte, wie die Eltern gemeinſam mit den Lehrern die
Er=
ziehung der Kinder durchführen müſſen, um ein
willens=
kräftiges Geſchlecht zu erziehen.
Silberne Hochzeit. Heute Dienstag, den 25. Febr.,
feiern Herr Guido Kneip und deſſen Gattin Marie,
geb. Kneip, Kiesſtraße 34, das Feſt der ſilbernen Hochzeit.
m. Im alten Bahnhofe, im Main=Neckarbahngebäude,
iſt man ſehr eifrig mit dem Fortſchaffen der Alten ꝛc.
be=
ſchäftigt. Nach einem Beſuche der Eiſenbahndirektion iſt
der Plan feſtgeworden, das alte. Main=
Neckarbahnhofs=
gebäude zu Dienſtzwecken um= und
auszu=
bauen. Das Gebäude ſoll, nach der Südſeite hin
be=
deutend erweitert, zur Unterbringung von Bureaus
her=
gerichtet werden. Wie verlautet, ſoll der Gedanke, in dem
alten Main=Neckarbahngebäude die Hofbibliothek
umter=
zubringen, ſchon ventiliert worden ſein.
* Orpheum. Das Gaſtſpiel des Belvedexe=
Enſembles geht mit Donnerstag, 27. Februar, zu Ende.
Am Freitag, 28. Februar, fällt die Vorſtellung aus.
(Siehe Anzeige.)
§ Selbſtmord. Ein 62 Jahre alter Mann wurde
am Sonntag nachmittag gegen 5 Uhr im Walde nach
Nieder=Ramſtadt zu tot aufgefunden. Derſelbe hat
ſeinem Leben durch einen Revolverſchuß ein Ende
gemacht.
§ Unfall. In der Nacht von Sonntag auf Montag
gegen 1 Uhr wurde ein 25 Jahre alter Taglöhner aus
Nieder=Ramſtadt in der Nieder=Ramſtädterſtraße am
Steinberg von Straßenbahnbedienſteten mit einer großen
blutenden Kopfwunde am Boden liegend aufgefunden.
Derſelbe iſt von ſeinem Fahrrad abgeſtürzt. Der
Verletzte iſt nach Anlegung eines Notverbandes auf dem
VI. Polizeirevier mittelſt Räderbahre in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht worden.
§ Feſtgenommen. Ein 28 Jahre alter Schloſſer aus
Budapeſt wurde wegen Körperletzung feſtgenommen.
Arheilgen, 22. Febr. Geſtern abend hielt Herr
Kreis=
ſchulinſpektor Profeſſor Dr. Frenzel im hieſigen
Rat=
hausſaale vor einer zahlreichen Zuhörerſchaft einen
Vor=
trag über die Ziele des „Heſſiſchen Landesvereins für
Heimat= und Wohlfahrtspflege‟. Im Anſchluß hieran
bil=
dete ſich auch hier eine Ortsgruppe genannten
Ver=
eins.
— Griesheim, 24. Febr. In der Nacht zum Samstag
drang in das an der Darmſtädter Landſtraße gelegene
Hotel Roth=Woelfing ein raffinierter Dieb ein
der über die räumlichen Verhältniſſe des Hauſes genau
Beſcheid gewußt haben muß. Er hob einige ſchwere
Türen aus und gelangte zunächſt in die Küche, wo er nur
mit den ausgeſuchteſten Speiſevorräten ſeinen Hunger
ſtillte. Sodann machte er ſich ein großes Paket von den
feinſten Eßwaren bereit und drang, nachdem er das
Wohnzimmer vergebens durchſucht hatte, in das
Gaſt=
zimmer, konnte jedoch nicht mehr ſeinen Durſt ſtillen, denn
er mußte vor der Jagdflinte des Hoteliers durch das
Fenſter flüchten unter Zurücklaſſung der geſammelten
Vorräte.
h- Auerbach, 22. Febr. Heute nachmittag wurde auß
der Darmſtädter Straße das Söhnchen des in Darm=
einen kräftigen Mann nur mit Hilfe von drei bis vier
Spießgeſellen zwang, trotzdem er ihn meuchelmörderiſch
anfiel. Die Räuberromantik (nicht Mörder= und am
allerwenigſten Meuchelmörderromantik) iſt in dieſem
Fall nur die gefälſchte literariſche Form, in der das Gift
der Mörderverherrlichung dem deutſchen Volk beigebracht
verden ſoll.
Nachdem der feuilletoniſtiſche Berliner
Tageblatt=
dichter zunächſt mit einer gewiſſen Wucht in die Saiten
türmte, wird er ſchließlich elegiſch und ſchreibt:
„Was hätte aus dieſem kräftigen Menſchen werden
können, wenn ihn die Vorſehung nicht als Müllerknecht
und Meuchelmörder in die Welt geſetzt hätte? Vielleicht
wäre er ein guter Schauſpieler geworden, die Anlagen
azu hat er gewiß; vielleicht ein Taubenzüchter und
Tier=
ändler; vielleicht gar ein Hüter des Geſetzcs der Mörder
gewiſſenhaft aufzuſpüren verſtand . . . Und nun,
Ster=
nickel — 20
Ach ja, ach ja, welch hoher und edler Geiſt ward hier
zerſtört! Es hätte nur anderer Lebensumſtände bedurft,
dann hätte uns ſeine Mörderſeele mit künſtleriſchen Offen
barungen beglückt! Was macht denn den Schauſpieler
eigentlich aus? Er weiß ſich auf der Bühne zu verſtellen.
Das aber wußte der vortreffliche Sternickel der Polizei
gegenüber auch. Quod erat demonstrandum.
Man weiß nicht recht, ob man weinen oder lachen ſoll,
wenn einem ein derartiger äſthetiſcher Jargon begegnet
Es braucht vor meinem Publikum nicht erſt ausgeführt
zu werden, daß der Schauſpieler ſelbſtverſtändlich wie
jeder andere Künſtler ſeine wahre innere Natur nicht
ver=
birgt, ſondern im Gegenteil durch ſein Spiel offenbart.
Mit den gemeinen Verſtellungskünſten der Verbrecher hat
das ſchauſpieleriſche Talent ſo wenig zu tun wie etwa
der feuilletoniſtiſche Mitarbeiter des Berliner Tageblatts
mit dem Empfinden des deutſchen Volkes. —
Zum Schluß wird dann feſtgeſtellt, daß Herr
Ster=
nickel in dieſem Fall mit Blut werde zahlen müſſen, und
dann heißt es:
„Ein Ruhm aber wird ihm bleiben, der Ruhm des
letzten Räubers und — der Neid aller derer, die ihr
Leben lang im Schatten der Moral vergebens um ein
Hundertſtel der Beachtung ringen, wie ſie heute der
Mord=
brenner Auguſt Sternickel findet.”
Merken wir uns das alſo: der entartete
Jammer=
burſche hat immerhin einen „Ruhm” erſtritten. Und
wäh=
rend jeder geſunde Menſch vor dem Gedanken
ſchau=
dert daß jemals einer aus ſeinem Blut eine derartige
Beachtung fordern könnte, regt ſich in der verfaulten Seele
dieſes Schriftſtellers der Neid. Und Herr Sternickel
wird zu einer Art von Uebermenſch, der im Licht ſeiner
Morde immer noch in ſeiner beſonderen Art über die
triumphiert, die im „Schatten (!) der Moral” leben. Wir
wollen offen ausſprechen, daß uns gegenüber dieſer
raffi=
nierten Vergiftung jeder geſunden ſeeliſchen Regung ſelbſt
die gemeinſten Kolportageromane relativ harmlos
vor=
kommen wollen.
Aus dem Märzheft des „Türmers”
(Stuttgart, Greiner & Pfeiffer).
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Baden Weimar und Heſſen auf der
Jahrhundertausſtellung Breslau 1913.
Gleich den übrigen deutſchen Bundesfürſten haben auch
die Großherzöge von Baden, Weimar und
Heſſen ihr Intereſſe an dem großen nationalen Werke
der Jahrhundertfeier der Freiheitskriege, die in Breslau
von Mai bis Oktober ſtattfindet, dadurch bekundet, daß ſie
die koſtbarſten Schätze aus der Franzoſenzeit, die ihre
Archive und Privatſammlungen zahlreich bergen, der
Ausſtellungsleitung bereitwilligſt zur Verfügung geſtellt
haben. Die Sammlungen aus Karlsruhe und
Darmſtadt betreffen teils das Heeresweſen, teils die
Geſchichte der fürſtlichen Häuſer dieſer beiden Staaten.
Aus Darmſtadt kommen aus dem Großh. Schloſſe
unter anderem ſehr ſchöne und wertvolle Erinnerungen
an Napoleon und prachtvoll gearbeitete Waffen, Geſchenke
Napoleons an den erſten Großherzog Ludewig. Ferner
eine große Anzahl von Doſen und anderen Gegenſtänden
mit den Bildniſſen Napoleons. Die Gemäldegalerie in
Karlsruhe entſendet ein bekanntes Bild von Arthur
Kampf „die Einſegnung von Freiwilligen im Jahre 1813‟.
Die Großh. Kunſthalle in Karlsruhe hat ferner ein
wirk=
ungsvolles Gemälde von Nikutowsky zur Verfügung
ge=
ſtellt, das in packender Darſtellung den Uebergang über
die Bereſina behandelt. Der Großherzog von Sachſen=
Weimar hat Kunſtwerke angemeldet, die den
verſchieden=
ſten Abteilungen der Ausſtellung zugute kommen werden;
unter anderem ein ſchönes Bild des Großherzogs Karl
Auguſt in Küraſſieruniform von G. E. Heinſius gemalt
Ferner ein Porträt der Königin Luiſe von Alexander
Macco. Auch ausgezeichnete Miniaturen, die Angehörige
des Weimarer Hofes darſtellen und zum überwiegenden
Teile von Iſabey gemalt ſind werden das Auge vieler
Kunſtfreunde entzücken. Aus Weimar kommen außerdem
noch intereſſante Erinnerungen aus der Großh.
Biblio=
thek und aus dem Goethe= und Schiller=Archiv So
ent=
ſendet das Letztere unter anderem ein Portefeuille das ein
eigenhändiges Gedicht Goethes und einen Golddukaten
mit dem Bilde Karl Theodors aus dem Jahre 1764
ent=
hält. Goethe hat dieſes Goldſtück bei einer Wette mit
Direktor Peucer verloren. Der Dichter, der, wie man
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Nummer 47.
ſtadt angeſtellten Poſtboten Gg. Bauer von einem
Automobil überfahren. Der Junge wurde ein
Stück mitgeſchleift und an Kopf und Körper verletzt. Ob
den Führer des Automobils eine Schuld trifft, wird die
Unterſuchung ergeben. Die Inſaſſen nahmen ſich des
Jungen ſofort an und erſtatteten auf der Bürgermeiſterei
ſelbſt Anzeige von dem Unfall.
-h- Auerbach, 22. Febr. Vergangene Nacht verſtarben
dahier Herr Beigeordneter Axt im Alter von 56 Jahren
und Herr Georg Schön, das älteſte Mitglied des
hieſi=
gen Gemeinderats, im Alter von 78 Jahren. Letzterer
war in Jägerkreiſen in weiter Umgegend bekannter
Jagdliebhaber und ausgezeichneter Schütze.
h. Reichenbach i. O., 24. Febr. Geſtern abend
veran=
ſtaltete der unter Leitung des Herrn Lehrers Keil
ſtehende Leſeverein eine Jahrhundertfeier.
Herr Profeſſor Flegler hielt einen Vortrag über das
Thema: „Vor 100 Jahren‟. Den unterhaltenden Teil
des Abends beſtritten die Herren Jöckel (Rezitation),
Kugler (Geſang), Horn (Violine) und Frau Jöckel
(Klavier), ſämtlich aus Darmſtadt. Das zahlreich
er=
ſchienene Publikum zeigte ſich für alles außerordentlich
dankbar und lohnte namentlich die muſikaliſchen
Dar=
bietungen mit rauſchendem Beifall.
Beerfelden, 23. Febr. Ein bedauerlicher
Un=
glücksfall ereignete ſich geſtern kurz vor der
Feier=
abendſtunde auf dem Anweſen der Holzſchneiderei von
Gebr. Weber, wo zurzeit ein Brunnen gegraben wird. Der
Arbeiter H. Groß ließ ſich in einem großen Holzeimer
aus dem Schacht nach oben ziehen, als er wieder in die
Tiefe ſtürzte. Dabei erlitt er einen komplizierten
Bruch des rechten Beines über dem Knöchel, Verletzunger
im Kreuz und andere geringere Beſchädigungen. Der
Verunglückte wurde ins Krankenhaus nach Erbach
ge=
bracht.
Offenbach, 24. Febr. Am Samstag abend wurde die
69jährige Ehefrau Tiefenbach, die in dem Hauſe
Marktplatz 9 wohnt, beim Ueberſchreiten des Marktplatzes
von einer Frankfurter Automobildroſchke angefahren.
Sie kam dabei zu Fall, wobei ihr die Vorderräder des
Autos über die Füße gingen. Die Frau trug erhebliche
Verletzungen davon. — Der in der Schuhfabrik „Haſſia”
ausgebrochene Streik hat inſofern eine weitere
Aus=
dehnung erfahren, als der Inhaber der Firma, E.
Lieb=
mann, nunmehr auch den Schreinern, Leiſtenmachern und
Schloſſern gekündigt hat. Der Grund der Kündigung
iſt darin zu ſuchen, daß von dem Inhaber eine
ent=
gegen den Beſtimmungen der Fabrikordnung veränderte
Arbeitszeit feſtgelegt wurde, mit der ſich aber dieſe
Ar=
beiterkategorie nicht einverſtanden erklärte.
r- Buchſchlag=Sprendlingen, 23. Febr. Die hieſige
Villa Gottſchalk wurde während Abweſenheit der
ver=
reiſten Eigentümerin von Einbrechern heimgeſucht, denen
eine wertvolle Beute in die Hände fiel. Die genaue Zeit
der Tat ſteht da niemand im Hauſe weilte, nicht feſt, doch
dürfte die Ausführung in den letzten Tagen geſchehen
ſein. Am Samstag wurde zuſällig der Sachverhalt
ent=
deckt, und geſtern konnten nach Rückkehr der
Eigentüme=
rin die geſtohlenen Sachen näher beſtimmt werden. Außer
einem Samtmantel (Wert 100 Mark) und einem
Her=
melinpelzkragen (Wert 300 Mark) fehlen noch
altertüm=
liche Gegenſtände, ſo eine ſilberne getriebene Ampel,
wert=
volle Porzellanteller (chineſiſche uſw.), Schmuckſachen,
eine goldgeſtickte Damenkoſtümhaube mit Opalen beſetzt,
italieniſche, franzöſiſche und ſonſtige ausländiſche
Geld=
ſtücke uſw. Die Einbrecher, bezüglich deren bis jetzt
An=
haltspunkte fehlen, waren mit Dietrichen durch ein
Kel=
lerfenſter ins Innere gelangt, hatten die Telephonleitung
abgeſchnitten und alles durchſucht. Vermutlich kamen ſie
von Frankfurt und kehrten dorthin zurück.
M. Stockſtadt, 24. Febr. „Deutſch und frei” war das
Motto der Veranſtaltung des hieſigen
Kirchengeſangver=
eins, der im Saale des Herrn Kraft eine
Gedächtnis=
feier an die Befreiungskriege veranſtaltete
In einem Vortrag des Herrn Pfarrers Wagner
wur=
den den Anweſenden die Zeit der napoleoniſchen
Zwing=
herrſchaft und die Befreiung des deutſchen Volkes aus
dem Joche des korſiſchen Eroberers klar vor Augen
ge=
führt. Deklamationen von Gedichten von E. M. Arndt,
Körner u. a. Dichtern der Freiheitskriege gaben Kunde
von der heiligen Begeiſterung, der Opferfreudigkeit und
dem Sehnen nach Freiheit des deutſchen Volkes. Ein
llängeres Stück, „Deutſch und frei” von Mitgliedern des
Vereins ſehr gut und flott geſpielt, unterſtützt von
hiſto=
rifchen Gewändern und Uniformen, trug dazu bei, daß
die Aufführung einen durchſchlagenden Erfolg zeitigte,
und auf allſeitigen Wunſch dieſe genußreiche
Veranſtalt=
ung noch einmal wiederholt werden wird.
Mainz, 24. Febr. Der Sanitätswache wurde am
Sonntag morgen gemeldet, daß auf der Hechtsheimer=
Chauſſee ein Mann läge, der anſcheinend
erfro=
ren ſei. Sie Sanitätswache brachte den „Erfrorenen” ins
Rochushoſpital, wo er alsbald als geſund entlaſſen
wurde. Er hatte in der Nacht bei der Heilsarmee
genäch=
tigt und ſollte dafür der Stadt einige Stunden Arbeit
leiſten; er zog es aber vor, den „Erfrorenen” zu ſpielen.
Er kam erſt am Samstag aus Wiesbaden, wo er im
Hoſpital ſich befand und entlaſſen worden war. — Der
Matroſe Neuwinter aus Ruhrort ſtürzte in der
ver=
gangenen Nacht die Treppe, die auf die alte
Eiſenbahn=
brücke führt, herab. Er wurde dort von
Vorübergehen=
den bewußtlos aufgefunden. Die Sanitätswache
brachte den Verunglückten ins Rochushoſpital, wo ſchwere
innere Verletzungen konſtatiert wurden.
Koſtheim, 24. Febr. Am Samstag nachmittag hatte
ſich der 13jährige Peter Krimmel, Sohn des
Fabrik=
arbeiters Heinrich Krimmel, an das hintere Laſtauto der
hieſigen Papier= und Zelluloſenfabrik gehängt. Beim
Ab=
ſpringen kam er zu Fall und wurde von einem von Kaſtel
kommenden Auto überfahren. Das Auto ging ihm
über Kopf und Leib. Er wurde ins Rochushoſpital
ge=
bracht.
Gießen, 24. Febr. Die von der Zentrale für Mutter=
und Säuglingsfürſorge in Heſſen erbaute und ſeit dem
1. Oktober 1912 in Betrieb genommene Kinderklinik
wurde von der Zentrale der Landesuniverſität zu
Unterrichtszwecken zur Verfügung geſtellt und iſt
von dem Großherzoglichen Miniſterium des Innern als
Univerſitätsklinik den übrigen mediziniſchen
Unterrichts=
inſtituten angegliedert worden. — Einen tragiſchen
Tod fand der Kandidat des höheren Lehramts, Dr. F.
Ziehl aus Ludwigshöhe. Er hatte vor einiger Zeit
ſei=
nen Doktor mit beſtem Erfolge gemacht und ſtand nun
vor dem Staatsexamen. Infolge Ueberanſtrengung im
Studium wurde ſein Nervenſyſtem zerrüttet und in einem
Anfall von geiſtiger Störung ſuchte und fand der
Unglück=
liche den Tod. Die Leiche des Verſtorbenen, der in
ſtuden=
tiſchen Kreiſen als Senior des klaſſiſch=philologiſchen
Se=
minars große Sympathien genoß, wurde am Samstag
mit ſtudentiſchen Ehren zur Bahn gebracht.
Gießen, 24. Febr. Vom 6. bis 27. April wird hier in
den Räumen der alten Klinik, die von der
Stadtverord=
netenverſammlung dazu bewilligt wurde, eine große
Völkerkundliche Ausſteklung ſtattfinden. Die
Veranſtaltung geht aus von der Basler
Miſſionsgeſell=
ſchaft, die dafür ihr ſeit Jahrzehnten geſammeltes
reich=
haltiges Material aus China, Indien, der Goldküſte und
Kamérun zur Verfügung ſtellt.
Friedberg, 24. Febr. Der
Landespferde=
zuchtverein im Großherzogtum Heſſen hielt unter
dem Vorſitz des Oekonomierats Müller=Neuhof am
Montaa im Hotel Trapp zu Friedberg ſeine 36.
ordent=
liche Mitgliedervarſammlung ab. Als
Ver=
treter der Regierung wohnte der Vorſitzende der
Miniſte=
rialabteilung für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe,
Miniſterialrat Hölzinger=Darmſtadt, den Verhandlungen
bei. Nach Eröffnung der Verſammlung gedachte der
Vorſitzende zunächſt zweier verdienſtvoller verſtorbener
Mitglieder, des erſten und langjährigen
Vereinspräſi=
denten, Sr. Exzellenz des Herrn Oberſthofmarſchalls
Frei=
herrn v. Weſterweller, ſowie des langjährigen
Vorſtandsmitglieds Herrn Oekonomierats Dettweiler=
Wintersheim. Auch den übrigen im Laufe des Jahres
1912 verſtorbenen Mitgliedern widmete der Vorſitzende
einen ehrenden Nachruf. Darauf wurde in die
Tages=
ordnung eingetreten. Rittmeiſter Fenner gab zunächſt
einen Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins im letzten
Geſchäftsjahre. Aus demſelben iſt hervorzuheben: Die
Mitgliederzahl hat ſich um rund 50 gehoben. An
Weide=
geldzuſchüſſen wurden gezahlt 2480 Mark, an
Prämien=
geldern bei Provinzial= und Bezirksſchauen 3000 Mark.
an Prämienzuſchüſſen für die Pferdemärkte 1750 Mark
außerdem für Prämiierungszwecke von dem Pferdemarkt
Darmſtadt aus eigenen Mitteln rund 4000 Mark, ſo daß
im ganzen im Intereſſe der Pferdezucht im Jahre 1912
11230 Mark aufgewendet worden ſind. Der Voran
ſchlag für 1913 ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit
10900 Mark ab. Es ſind vorgeſehen für
Verwaltungs=
koſten 1550 Mark, für das Vereinsorgan 700 Mark, für
Weidegeldzuſchüſſe 3400 Mark für Preiſezuſchüſſe 4750
Mark und für verſchiedene Ausgaben 500 Mark. Zum
erſten Schriftführer wurde wiedergewählt Herr
Ritt=
meiſter Fenner, Darmſtadt. Als nächſter
Verſamm=
lungsort im Jahre 1914 wurde Darmſtadt beſtimmt.
Hierauf hielt der Geſchäftsführer der Rheiniſchen
Pferde=
zuchtvereine, Herr Schumacher aus Köln, einen ſehr
intereſſanten und mit großem Beifall aufgenommenen
Vortrag mit Lichtbildern über das Thema
„Kaltblutzucht, insbeſondere Behandlung trächtiger
Stuten, ſowie Aufzucht der Fohlen und Weidebetrieb”
(3
Butzbach. 23. Febr. Die Frage der Sanierung
der Butzbach=Licher=Eiſenbahn beſchäftigte
geſtern wiederum den Stadtvorſtand. Die Vertreter der
beteiligten Gemeinden ſollen nochmals hierher eingeladen
werden, um den endgültigen Abſchluß des Vertrages
zwi=
ſchen der Bahngeſellſchaft und den Gemeinden in die
Wege zu leiten. In der Amortiſation ſoll eine dreijährige
Pauſe eintreten. Die Gemeinden erhalten ab 1. April
2¾4 Prozent Zinſen.
Schotten, 24. Febr. Durch Beſchluß des Kreistags
hat der Kreis Schotten ein Kapital von 50000 Mark zur
Verfügung geſtellt, aus deſſen Zinſen und Beſtand an alle
im Kreis wohnenden Feldzugsteilnehmer, ohn=
Rückſicht auf die Frage ihrer Bedürftigkeit, ein jährlich
auszuzahlender Ehrenſold bewilligt wird. Dieſe Zu=
wendung wird als „Kaiſer Wilhelm=
Jubi=
läumsſpende” zum erſten Male zum bevorſtehenden
Regierungsjubiläum des Kaiſers zur Auszahlung
ge=
langen.
(*) Orteßberg, 23. Febr. Ein ſchwerer Unfall
trug ſich in der Mühle des Müllers Ulrich in
Glas=
hütten zu. Die vierzehnjährige Tochter wollte das Waſſer
abſtellen, wobei Haare und Kleider von der Welle erfaßt
wurden. Dem Kinde wurde die Schädeldecke zertrümmert,
wodurch der Tod augenblicklich eintrat.
(*) Büdingen, 23. Febr. Ueber den Bahnbau
Büdingen=Hanau wurde geſtern im
Stadtvor=
ſtand beraten. Nachdem die Stadt Hanau 200000 Mark
bewilligt hat, erklärte ſich auch unſer Stadtvorſtand zu
Opfern bereit.
Kunſtnotizen.
leber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— In Fräulein Eliſabeth Bokemeyer,
die bei dem heutigen Konzert des Richard Wagner=
Vereins mitwirkt, wird das Darmſtädter Publikum
eine der bedeutendſten Erſcheinungen unter der jüngeren
Pianiſtinnen=Generation kennen lernen. Von den
be=
geiſterten Preßurteilen, die uns über die Künſtlerin
vor=
liegen, mögen nur die nachſtehenden hier angeführt ſein:
„Fräulein Bokemeyer ſpielte Werke von Bach, Mozart,
Schumann, Chopin, Mendelsſohn und Schubert und Liſzt.
Und wie beherrſcht dieſes liebreizende Mädchen alle
Wir=
kungen, die dem Klavier möglich ſind. Wie eingelebt zeigte
ſie ſich in den Feinheiten dieſer muſikaliſchen Dichtungen;
wie natürlich ſtellte ſie ſich in den Dienſt ihrer Kunſt. Wie
ſchön hat ſie ſich die demütige Ehrfurcht vor dem Kunſt
werke bewahrt. Der unerhörte Beifall des Publikums
ver=
anlaßte die Künſtlerin, noch einige Stücke zuzugeben.”
„Kaum waren die erſten Takte des Beethovenſchen C-moll=
Konzertes erklungen, als ſich aller Anweſenden eine hier
ſelten bemerkte Spannung bemächtigte. Wer es nicht
hörte, fühlte es wenigſtens, daß ſich hier etwas ganz
Außergewöhnliches vorbereitete. Eine erſtaunliche
Tech=
nik machte ſich geltend, vereinigt mit einem geradezu
idealen Anſchlag, der bei wunderbarer Kraftentfaltung
trotzdem ſich weich und empfindſam gab, ohne in das
Sen=
timentale zu verfallen. Es war eine Freude, dieſer
glän=
zenden Pianiſtin lauſchen zu dürfen. Der ungeheuere
Bei=
fall erwirkte eine Zugabe.”— „Fräulein Bokemeyer iſt eine
gottbegnadete Künſtlerin, der jedwede techniſche Schwie
rigkeit am Klavier fremd iſt. Sie brachte ihre Vorträge
mit einer Vollendung heraus, die bei ihrer Jugend
dop=
pelt bewundernswert iſt. Auch den geiſtigen Gehalt ihres
bedeutſamen Programmes völlig erſchöpfend, bot ſie ſo
erleſene Genüſſe, daß wir den Jubel wohl zu verſtehe
vermögen, den aller Orten das Erſcheinen dieſer holden
Zauberin hervorzurufen pflegt. Jeder Vortrag war in
ſeiner Art eine Kunſtleiſtung erſten Ranges, die zur
Be=
wunderung hinriß.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Febr. Dem König
und der Königin von Dänemark wird, wie
be=
reits mitgeteilt, bei ihrer Ankunft in Berlin am Montag
ein großer Empfang bereitet werden. Man erinnert ſich,
daß früher bei ähnlichen Anläſſen dem
Oberbürger=
meiſter der Reichshauptſtadt nebſt den
Dele=
gierten der ſtädtiſchen Körperſchaft die Aufgabe zuteil
ward, fürſtliche Gäſte am Brandenburger Tor zu
begrü=
ßen. Mit dieſem alten Brauch iſt nun gebrochen. Bei
dem Empfang des Königspaares werden
Oberbürger=
meiſter Wermuth und die anderen ſtädtiſchen
Repräſentan=
ten den König und die Königin ebenfalls auf dem Lehrter
Bahnhof begrüßen. — Eine Million Kubikmeter
Schnee iſt mit dem Schneefall am Vormittag des 31.
Januar dieſes Jahres in Berlin niedergegangen. Dec
Schnee hatte eine durchſchnittliche Höhe von zehn
Zenti=
meter; das ergibt bei einer Straßenfläche von rund el
Millionen Quadratmeter eine loſe Schneemenge von der
erwähnten Größe. Es wurden zuſammen 100914
Kubik=
meter feſte Schneemaſſe beſeitigt. Das dürfte einer loſen
Schneemaſſe von rund 400000 Kubikmeter entſprechen; die
übrige niedergegangene Schneemaſſe von 600000
Kubik=
meter iſt demnach durch Schmelzen in die Kanaliſation
ab=
gegangen. Die Geſamtkoſten für Wegſchaffung der
Schnee=
mengen betragen 115467 Mark. — Auf dem
Grune=
waldſee in der Nähe von Paulsborn kam es geſtern
zu einer Eiskataſtrophe. 21 Perſonen brachen ein,
wurden jedoch alle gerettet. Einige gerieten in wirkliche
Lebensgefahr. Der 12jährige Sohn eines
Kriminalwacht=
meiſters war mit mehreren Mitſchülern unter Führung
eines Lehrers nach dem See gefahren und hatte mit Mutter
und Schweſter verabredet, daß ſie ihn in Paulsborn treffen
ſollten. Die beiden Damen begaben ſich ſelbſt auf das
Eis, als das letztere nachgab. Die Mutter verſchwand als
bald in den Fluten. Die Tochter ſprang ihr nach. In=
weiß, der großen Volksbewegung wenig vertrauensvoll
gegenüber ſtand, hatte gewettet, daß nach dem im Juni
abgeſchloſſenen Waffenſtillſtande im Jahre 1813 nicht
mehr gegen Napoleon gefochten werden würde. Wir
dürfen wohl annehmen, daß er ſich über den für ihn
un=
günſtigen Ausgang der Wette nicht allzuſehr gegrämt
haben wird.
*
Photographiſche Ausſtellung in
Braunſchweig. Im ſtädtiſchen Muſeum zu
Braun=
ſchweig hat Herr Prof. Dr. Limmer aus Darmſtadt,
welcher bis vor kurzem als Privatdozent an der
Herzog=
lich Techniſchen Hochſchule in Braunſchweig wirkte, eine
große Zahl photographiſcher Aufnahmen (120 Stück)
aus=
geſtellt. Die Motive der Bilder entſtammen der Stadt
Braunſchweig, ſowie den Nachbarorten Goslar und
Hil=
desheim. Die Landeszeitung ſchreibt: Man fühlt bei der
Betrachtung der ausgeſtellten Arbeiten, daß hier ein
Fach=
mann mit künſtleriſch feinem Empfinden tätig war dem
es nicht nur darauf ankam Photographien zu ſchaffen,
ſondern der durch dieſelben der Kunſt dienen will. Neben
der ſtets günſtig gewählten Beleuchtung trägt die geſchickt
benutzte Staffage zur künſtleriſchen Geſtaltung der
Arbei=
ten bei, die freilich nur durch Momentaufnahmen ſo
reiz=
voll und lebensvoll erzielt werden konnte.
* Neue Briefmarken. Der Segen von neuen
Brief=
marken, der im Zuſammenhang mit den Ereigniſſen
am Mittelmeer und am Balkan über die
Samm=
ler niedergeht, nimmt kein Ende. Am intereſſanteſten für
die Briefmarkenfreunde ſind die proviſoriſchen
Wert=
zeichen die Italien jetzt für die von ihm beſetzten
ägäi=
ſchen Inſeln ausgegeben hat: gewöhnliche italieniſche
Wertzeichen, die den Ausdruck tragen
„Egeo”
und die außerdem noch durch Aufdrucke für die einzelnen
Inſeln verwendbar gemacht wurden. Sie lauten
Ca=
limno, Caſo, Cos, Karki, Leros, Lipſo Niſiroe, Patmos
Piscopi, Rodi, Scarpanto, Suni und Stampalia.
Außer=
dem hat Italien für die Benutzung in Tripolis
gewöhn=
liche Wertzeichen überdruckt mit der Bezeichnung „Libia‟
Am eifrigſten von allen Balkankriegführenden widmet ſich
Griechenland der ſchönen Aufgabe, prompt neue Marken
auszugeben. Für die von griechiſchen Truppen beſetzten
Gebiete ſind die Marken ſofort mit dem Aufdruck „
Hel=
lenike Divikeſis” (griechiſche Verwaltung) verſehen
wor=
den. Außerdem hat Griechenland Marken der Serie von
1901 und 1911 mit dem Aufdruck „Lemnos”. Die Inſel
Nika=
ria, die ſich zur ſelbſtändigen Republik proklamierte, hat auch
neue Marken ausgegeben; ſie zeigen das Profil der Göttin
Hera und die Wertangaben erſtrecken ſich von zwei Lepta
bis zu fünf Drachmen. Sie werden beſonders hohen
Sammelwert erhalten, da ſeit der Beſetzung der Inſel
durch die Griechen die Macken bereits wieder eingezogen
ſein ſollen. Auch Samos iſt mit zwei neuen Ausgaben
hervorgetreten; auf der einen ſieht man die Landkarte der
Inſel, die zweite zeigt den Kopf des Götterboten Hermes
* Ein hübſches Blumenwunder. Bis zur Ankunft der
friſchen Frühlingsblumen machen ſich ihre künſtlichen
Schweſtern in den Salons breit. Und damit die Illuſion
zu einer vollkommenen wird, hat eine Pariſer
Schau=
ſpielerin den guten Gedanken gehabt, künſtliche Blumen
auf richtige Blütenſtengel zu ſtecken. Dieſe neue
Erfin=
dung hat ein hübſches Wunder zutage gefördert: in der
warmen Atmoſphäre eines durch Zentralheizung
erwärm=
ten Raumes ſchlug ein natürlicher Fliederſtengel, auf dem
ſich künſtliche Blüten befanden, aus, und ſo ſah man, wie
ſich die lebende Blume bemühte, etwas von ihrem Duft
der künſtlichen abzugeben, mit der ſie zuſammen auf einem
Stengel ſaß. — Um die Täuſchung zwiſchen künſtlichen
und natürlichen Blumen vollkommen zu machen, hat
fer=
ner ein Pariſer Fabrikant ein Mittel entdeckt, die
künſt=
lichen Blumenblätter den wirklichen ſo ähnlich zu geſtalten,
daß man ſelbſt beim Anfaſſen keinen Unterſchied bemerken
kann. Dies erreicht er mit Hilfe der kleinen Haut, die ſich
unter der Schale des gekochten Eis befindet. So ſtellt er
künſtliche Blumen her, die den friſchen täuſchend ähnlich
ſehen und ſich ſogar noch waſchen laſſen.
* Lang und kurz. Der deutſchen Sprache wird oft der
Vorwurf gemacht, ſie bilde übermäßig lange Wörter und
zum Teil iſt dieſer Vorwurf berechtigt, wenn
Wortunge=
heuer, wie „Ziegeleigrundſtücksentwäſſerungsunternehmen
oder „
Ziegelſtrangpreſſenſtahlabſchneidedrahtbefeſtigungs=
winkelſtützeneinſatz” auch ſeltene Ausnahmen ſind. Andere
Sprachen haben auch ſolche Bandwurmwörter, und zwar
ſolche, die nicht gewaltſam zuſammengeſetzt ſind. Die
mexikaniſchen Oberprieſter hatten z. B. nach Humboldt
den Titel Nothlazomahuitztesputzkatzin. Das
Rekordwor=
iſt eine geographiſche Bezeichnung: der amerikaniſche
Staat Maſſachuſetts iſt ſtolz auf ſeinen See mit den
Namn „
Hhargoggagoggmanchauggagoggchaubunagunga=
maugg‟. Dem gegenüber kann man mit Freude
feſt=
ſtellen, daß es auch recht kurze Wörter gibt. Als Rekork
der Kürze unter den Eigennamen gilt allgemein der der
franzöſiſchen Adelsfamilie d’O. Aus einem Berichte der
Londoner Gerichte iſt jedoch zu erſehen, daß gegenwärtig
in London ein Mann anſäſſig iſt, der mit Nachnamen U
heißt und dazu den kurzen Vornamen Ba hat. Er ſtammt
aus Birma, hat jedoch in England die Prüfung eines
„Bachelor of Arts” beſtanden, ſo daß alſo ſeine
Viſiten=
karte ſo ausſieht: „Ba U, B. Ag=
Nummer 47.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Seite 5.
zwiſchen kamen zahlreiche Schüler, unter ihnen auch der
erwartete Knabe. Als dieſer Mutter und Schweſter in
Lebensgefahr ſah, ſprang er ins Waſſer, ohne jedoch helfer
zu können. Ein Referendar und ein Aſſeſſor brachen, als
ſie verſuchten, Hilfe zu bringen, ebenfalls ein. Schließlich
lagen 21 Perſonen, meiſt Schüler und junge Leute, im
Waſſer. Geheimrat Profeſſor Kirchner gehörte zu denen,
die ſich um die Verunglückten bemühten, die ſchließlich
ſämtlich auf feſtes Eis und an Land geſchafft wurden.
Die Mutter des Knaben trug einen ſo ſchweren
Nerven=
chok davon, daß ſie ins Krankenhaus geſchafft werden
mußte. Die Eingebrochenen erholten ſich ſämtlich
ver=
hältnismäßig raſch.
Frankfurt, 24. Febr. Im D=Zug Hamburg-
Frank=
furt, der am Sonntag abend 10,33 Uhr hier eintraf, kam
einem Reiſenden die Brieftaſche mit 2000 Mark
abhanden.
Hanau, 24. Febr. Die Typhusepidemie im
Eiſenbahn=Regiment Nr. 3 hat das 20. Opfer
gefordert. Geſtern nachmittag iſt der Pionier Kuhr aus
Weſtpreußen, der der erſten Kompagnie angehörte,
ge=
ſtorben. Sonſt iſt der Krankheitszuſtand folgender: 52
Kranke befinden ſich noch im Lazarett, darunter 3
Schwer=
kranke, 157 Geneſende auf Urlaub, 35 im Geneſungsheim;
7 Beurlaubte ſind bereits wieder in die Kaſerne
zurück=
gekehrt.
Ludwigshafen, 24. Febr. Geſtern abend überraſchte
der verheiratete Fabrikarbeiter Johann Walceskini
in ſeiner Wohnung ſeine 27jährige Ehefrau mit ihrem
Schwager Maroni Domonico bei einem intimen
Zuſam=
menſein. Walceskini ſchlug in der Aufregung mit einem
Prügel auf beide ein und verletzte ſie ſo ſchwer, daß beide
kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus verſtarben
Der Täter iſt verhaftet.
Waldalgesheim, 24. Febr. In der Nacht zum
Sonn=
tag wurde in der Waſchküche des Berliner Hofes
Feuer entdeckt, aus der es ſich über die ganzen
Ge=
bäude dieſes Anweſens verbreitete, die denn auch
voll=
ſtändig bis auf eine Scheune niederbrannten. Der
Scha=
den iſt ſehr groß. Er iſt durch Verſicherung gedeckt. Bei
dem niedergebrannten Wohnhauſe handelt es ſich un
eines der wenigen in altdeutſchem Stile erbauten alter
tümlichen Häuſer, deſſen Fach= und Balkenwerk erſt vor
zwei Jahren renoviert worden war. Die Feuerwehr
ver=
mochte nicht ſehr viel gegen das Feuer auszurichten da
bei dem ſtarken Froſt das Waſſer in den Schläuchen gefror.
Hamburg, 24. Febr. Der Kabarettſänger und „König
der Boheme”, wie er ſich ſelbſt zu nennen pflegte, Danny
Gürtler, der bereits am Freitag morgen einen
unlieb=
ſamen Straßenauflauf verurſacht, indem er das
Publi=
kum von ſeiner Wohnung aus mit Apfelſinen
bombar=
dierte, nachdem er vorher zum Fenſter hinaus Reden
ge=
halten hatte, iſt, wie der Berl. Lokalanzeiger mitteilt, in
die Irrenanſtalt gebracht worden. Der Kranke
konnte nur mit Mühe von zehn Wärtern der Staatlichen
Irrenanſtalt gebändigt werden. Beim Transport aus
ſeiner Wohnung in den Krankenwagen rief er mit ſei
ner bekannten überlauten Stimme: „Rettet mich, rettet
mich! Sie wollen mich in die Irrenanſtalt bringen.” Schon
am Samstag abend war er im Alſterpavillon durch ſein
exaltiertes Weſen aufgefallen.
Hamburg. 24. Febr. Heute nachmittag fand man
in dem Hauſe Martaſtraße 54 einen großen Holzkoffer,
in den man die Leiche der 27jährigen Verkäuferin Marta
Pickel hineingepreßt hatte. Das Mädchen muß geſtern
abend getötet worden ſein.
Elſterwerda, 24. Febr. In dem Neubertſchen
Gaſt=
hofe in Burdorf ereignete ſich am Samstag abend 10 Uhr
eine Azetylen=Exploſion. Die Neubertſchen
Eheleute wurden ſchwer verletzt, der Sohn getötet. Am
Gebäude wurde großer Schaden angerichtet.
Neuſtrelitz, 23. Febr. In dem großen
Wilderer=
prozeß gegen eine Anzahl hieſiger Einwohner,
dar=
unter angeſehene Perſönlichkeiten, iſt nach zweitägiger
Verhandlung das Urteil geſprochen worden. Der An
geklagte Bauſemer wird zu einem Jahr zwei Wochen, der
Angeklagte Otto Bader zu zehn Monaten, der Angeklagte
Heinrich Bader zu fünf Monaten, der Angeklagte
Winkel=
mann zu drei Monaten und der Angeklagte Mitritz zu
rei Wochen und einem Tag Gefängnis verurteilt. Die
Angeklagten Senftleben und Witt werden freigeſprochen.
Die Begründung des Urteils würdigt eingehend die Be
weisaufnahme und kommt zu dem Schluß, daß bei
Bau=
ſemer und Otto Bader gewerbsmäßiges Wildern vorliege,
und daß auch die übrigen Verurteilten der ihnen zur Laſt
gelegten Straftaten überführt ſeien. Bei Senftleben und
Witt ſeien zwar Verdachtsmomente vorhanden, doch
reich=
ten dieſe zu ihrer Verurteilung nicht aus.
Wien, 23. Febr. Ein ſchweres
Automobil=
unglück hat ſich heute zwiſchen Heimberg und
Preß=
burg zugetragen. Ein Fabrikant Gelb aus Wien nebſt
Frau befanden ſich in dem Auto, das mit aller Wuch
gegen einen Prellſtein fuhr, ſo daß beide Inſaſſen
ſo=
fort tot waren. Der ſchuldtragende Chauffeur
er=
hängte ſich kurz nach dem Unglück.
Brüſſel, 24. Febr. Zu einem heftigen Kampf iſt es
in der Nacht zum Sonntag im Brüſſeler Villenort Laeken
zwiſchen Gendarmen und Einbrechern
gekom=
men. Viele der dort ſtehenden Landhäuſer ſind nur im
Sommer bewohnt und ſie werden daher im Winter von
Einbrechern heimgeſucht. In der Nacht zum Sonntag
wurde eine ganze Bande von Einbrechern ertappt. Als
ſich die Polizei näherte, gaben die Einbrecher aus
Brow=
ning=Piſtolen Feuer auf die Gendarmen. Einer wurde
ſofort getötet, zwei andere lebensgefährlich verletzt. Die
Diebe entkamen ſpurlos im Dunkeln.
Der Beſuch des däniſchen
Königspaares in Berlin.
* Roſtock, 24. Febr. Das däniſche
Königs=
paar iſt heute früh um 5 Uhr 15 Minuten auf dem
hie=
ſigen Bahnhof eingetroffen. Die Herrſchaften verblieben
im Salonwagen. Die Weiterfahrt nach Berlin erfolgte
um 10 Uhr 27 Minuten.
* Berlin, 24. Febr. Zu einem glanzvollen Akte
ge=
ſtaltete ſich heute mittag die Ankunft des däniſchen
Königspaares in Berlin. Der Lehrter Bahnhof,
auf dem die Ankunft erfolgte, war feſtlich geſchmückt und
zeigte eine große, in den däniſchen Landesfarben
gehal=
tene Ehrenpforte mit der Kaiſerkrone. Bald nach 2 Uhr
nahm auf dem weſtlichen Bahnſteig die Ehrenkompagnie
des 2. Garde=Regiments zu Fuß Aufſtellung und nach und
nach trafen die zum Empfang geladenen Gäſte ein. Alle
in Berlin und Potsdam anweſenden Prinzen und
Prin=
zeſſinnen mit ihren Adjutanten, die Miniſter und
Staats=
ſekretäre fanden ſich auf dem Bahnhofe ein. Reichskanzler
von Bethmann Hollweg war in Uniform, in Begleitung
ſeines Adjutanten, erſchienen. Auch die däniſche Kolonic
erſchien auf dem Bahnhofe zur Begrüßung ihres
Landes=
fürſten. Kurz nach ½3 Uhr traf der Kaiſer, der die
däniſche Generalsuniform trug, mit der Kaiſerin und
der Prinzeſſin Viktoria Luiſe ein. Pünktlich um 3 Uhr
lief der königliche Hofzug auf dem Bahnhofe ein. Die
Ehrenkompagnie präſentierte und die Kapelle intonierte
den Präſentiermarſch. Der Kaiſer und die Kaiſerin
ſchrit=
ten ſofort auf den Wagen zu, dem der König und die
Kö=
nigin von Dänemark entſtiegen. Der däniſche König
hatte die Uniform des Huſaren=Regiments Friedrichs II.
angelegt. Nach kurzer herzlicher Begrüßung begab ſich
das Kaiſerpaar mit den königlichen Gäſten in das Fürſten
zimmer, wo Oberbürgermeiſter Wermuth der
Königin einen Strauß aus roten Roſen und weißen
Or=
chideen überreichte Dann hielt Oberbürgermeiſter
Wer=
muth eine Anſprache an das Königspaar. Er ſagte u. a.:
Mit Freude heißt die Reichshauptſtadt Eure Majeſtäten
willkommen. Ein neues Familienband gibt uns ein
frohes Zeichen und die ſichere Gewähr, daß die Gefühle,
die bisher zwiſchen dem Reich im Norden und dem im
Herzen Europas beſtanden, auch fernerhin erhalten wer
den. Wir hoffen, daß die Beziehungen zur benachbarten
Nation, mit der wir einen regen Austauſch an geiſtigen
und wirtſchaftlichen Gütern haben, erhalten bleiben, und
daß beide Nationen gemeinſam die Aufgaben der Kultur
Schulter an Schulter durchführen. Beſonders unſere Stadt
hat ſtets in dieſem Sinne gewirkt. Möge der Empfang
in Euren Majeſtäten den gleichen Eindruck erwecken.
* Berlin, 24. Febr. Der feierliche Empfang fand
ſeinen Abſchluß durch den Vorbeimarſch der ge=
ſamten Berliner Garniſon im Luſtgarten,
wel=
chem der Kaiſer und der König vor dem Schloſſe
bei=
wohnten.
Luftfahrf.
Darmſtadt, 24. Febr. Heute nachmittag führten
auf dem Truppenübungsplatz drei Euler=
Doppel=
decker größere Platzflüge aus. Es flogen
Leut=
nant Sommer mit Oberleutnant v. Oheimb als Be
obachter, Leutnant v. Mirbach mit Leutnant Blumen
bach und Leutnant Koch mit Paſſagier. Die Flüge
wur=
den ganz vorzüglich ausgeführt.
Ein deutſcher Luftkreuzer für das Ausland.
H.B. Beclin, 24. Febr. Die ruſſiſche Regierung,
die ſchon 1910 von der Luftfahrzeug=Geſellſchaft in Bitter
feld einen Luftkreuzer bezogen hatte, hat mit der
Geſell=
ſchaft abermals einen Kaufvertrag auf Liefer
ung eines Luftſchiffes abgeſchloſſen. Das
neue Luftſchiff, das 18., das die Geſellſchaft bauen ſoll,
koſtet 600 000 Mark.
Vermiſchtes.
. Allgemeiner Verein für deutſchen
Gruß. Eine neue Ortsgruppe wurde gegründet ir
Deggendorf (Niederbayern). Leiter der Ortsgruppe iſt
Herr Seminarlehrer Grießmann. Der Genannte hatte im
vorigen Jahre ſchon eine Vereinigung zwecks Einführung
des militäriſchen Grußes gebildet, ohne von dem Darm
ſtädter Verein Kenntnis zu haben. Jene Vereinigung hat
ſich dieſem nun angeſchloſſen.
CK. Die tiefſten Bergwerke der Welt
Die Bergwerke, die am tiefſten in das Dunkel des
Erd=
reiches hinabſteigen, um der Finſternis metallene Schätze
zu entreißen, ſind nach den Ausführungen der Nature die
großen Kupferbergwerke am Oberen See in Nordamerika.
Die auf dem Steingeröll von Tamarak liegenden Minen
erreichen eine Tiefe von 1554 Meter und die Minen von
Calumet und Hekla 1493 Meter. Sie bilden eine
inter=
eſſante und unzweideutige Betätigung der Geſetze, nach
denen ſich in gewiſſen Tiefen der Kupfergehalt verringert.
Lange Zeit arbeiteten dieſe Bergwerke mit einem
Kupfer=
erträgnis von 4—5 Prozent der geförderten Maſſen; im
Jahre 1906 ſank dieſe Ziffer auf 1,26, 1907 auf 1,1, 1908
auf 1,05 und 1911 auf 1 Prozent. Damit bleibt der
Me=
tallgehalt in ſeinem Verhältnis zur Fördermaſſe ſogar:
noch hinter dem der Porphyrminen von Utah zurück, wo
der Prozentſatz durchſchnittlich 1,50 beträgt. Die
Kupfer=
minen am Oberen See können ihre Arbeit mit Erfolg nur
auf Grund der beſonders günſtigen Umſtände fortſetzen,
unter denen die Erzſcheidung in jenen Regionen
ausge=
führt wird. Die Fördermaſſen weiſen in der Tat außer
Rohkupfer kaum noch andere Metallbeſtandteile auf, und
das Kupfer wird gewiſſermaßen von der Natur ſchon in
einem gereinigten Zuſtande geliefert. Seit ihrer
Be=
gründung im Jahre 1871 haben die Calumet=Minen
rund 480 Millionen Mark in Dividenden ausgeſchüttet.
Die Schächte dieſer nordamerikaniſchen Kupferbergwerke
beſitzen in der Regel eine Neigung von 40 Grad. Die
ſenkrechten Schächte, durch die man die mehr oder minder
tiefliegenden Kupferablagerungen erreicht, ſind im
Gegen=
ſatz zu den europäiſchen Methoden ſelten. Aber die Red
Jacket=Mine beſitzt einen ſenkrechten Schacht von 1500
Meter Tiefe. Die Temperatur des Geſteins in dieſen
Tiefen geht über 31 Grad Celſius hinaus.
C. K. Entdeckung prähiſtoriſcher Tiere
in England. Ein Maulwurfshügel an einer Stelle
des Cane Hill Aſylum=Gebietes von Coulsdon in Surrer
erregte die Aufmerkſamkeit des engliſchen Gelehrten Sir
James Moody, und die daraufhin von ihm veranſtalteten
Grabungen ergaben ſehr bedeutſame Reſultate. In einer
Schicht von hohem Alter wurden Teile von dem Schäde
eines Hippopotamus und zwei Stücke eines
elſenbeiner=
nen Stoßzahnes, die wahrſcheinlich von einem Mammuth
herrühren, gefunden. Von dem Schädel ſind Teile der
Kinnlade mit Zähnen und andere Knochen gefunden,
ebenſo ein Knochen der Wirbelſäule. Die Reſte dieſer
prähiſtoriſchen Tiere werden im Horniman=Muſeum
Auf=
ſtellung finden.
Kunſthalle am Rheintor.
Stätten der Arbeit.
II.
Wie vorauszuſehen, hat die Ausſtellung „Stätten der
Arbeit” für deren Vermittelung dem Kunſtverein
beſon=
derer Dank gebührt, auch hier lebhaftes Intereſſe
ge=
funden. Ueber den allgemeinen Eindruck haben wir uns
bereits geäußert. Die Zahl der Einzelbilder, die die
Stätten der Arbeit in der Kunſt, und zwar faſt
aus=
ſchließlich in der modernen Kunſt, verkörpern, iſt zu groß,
als daß wir uns mit jedem Werke beſchäftigen könnten
Wir haben aber ſchon hervorgehoben, daß
erfreulicher=
weiſe auch eine ganze Reihe unſerer hervorragendſten
Maler, die ſonſt faſt nur aus dem unendlich reichen Born
der Natur ihre Schönheitswerke ſchöpfen, ſich dem
we=
niger poeſievollen Reiche der Arbeit zugewendet haben
um deren Stätten wenigſtens mit dem Schleier ihrer
Poeſie zu umweben, ſie durch die Kunſt zu verſchönen.
Zu ihnen gehört vor allem Altmeiſter Eugen
Bracht, deſſen Lebenswerk wir vor kurzem in
Darm=
ſtadt ſahen. Zählen die beiden Bilder, die er zu der
Kollektion ſandte, auch nicht gerade zu ſeinen beſten, ſo
ſind ſie doch bedeutſame Dokumente einer
Schaffens=
periode und geben in echt künſtleriſchen Ausdrucksformen
Empfindungen wieder. In dieſer Mittagspauſe
im Hoeſch=Stahlwerk” fühlt man, daß die Ruhe nur
eine momentane iſt, die noch die ganze Nervoſität des
Rieſenbetriebes, in dem es keinen Stillſtand geben darf,
durchzittert. Aber die Stimmung, die über dieſes Bild.
wie auch über „die Muldenhütten” ſich breitet, iſt das
Wollen reifer, abgeklärter Künſtlerſchaft, die auch dieſen
ernſten Bildern eine Fülle von Farben und Tönen liel
— Mit einem ganz köſtlichen Werke, deſſen intime
Schön=
heiten ſich allerdings erſt bei längerem Schauen und
in=
nigem Vertiefen offenbaren, iſt auch Leopold Graf
Kalckreuth vertreten. Sein Bild „Hamburger
Ha=
fen” zeigt bei aller trüben, faſt düſteren, aber
außer=
ordentlich charakteriſtiſchen Stimmung eine Fülle klaſſiſcher
als ſolches iſt es auch ein
Reize und iſt als Ganzes
Großes — brillant aufgefaßt. Waſſer und Wolken, Stadt
und Schiffe und Dampfer in ſchier unentwirrbarer Fülle,
aber doch in einem einheitlichen großen ſicheren Zuge feſt.
gehalten. Nicht ganz ſo reich an Gehalt, wohl aber an
Stimmung iſt „Cuxhaven”.
Sehr Erfreuliches ſandte auch Profeſſor Rudolf
Hellwag=Karlsruhe in ſeinen Londoner und Mann=
heimer Hafen= und Flußbildern. Bei aller Sachlichkeit
zeigen dieſe Bilder, auch die beiden kleineren
Themſe=
bilder, die unverkennbare Großzügigkeit der Auffaſſung,
die ihnen die Bildwirkung garantiert, und rein maleriſch
bergen auch ſie viel Reizvolles. — Viel farbenfroher und
friſcher, aber nicht weniger ernſt in der Darſtellung und
Erſchöpfung des Vorwurfs ſind die Bilder von Fritz
Oßwald=München aus dem Duisburger Hafen, aus
Steinbrüchen und Hüttenwerken. Faſt jedes dieſer Werke
iſt wert, in ſeinen Inhalt ſich zu vertiefen. Die plaſtiſche
Darſtellung der Arbeit, der Bewegung, flüchtig erhaſcht
mit dem Auge des Künſtlers und in flotter lockerer
Technik auf die Leinwand geworfen, in einer Fülle von
Farben gelöſt und wieder gefügt, ſo in ſeltener
Voll=
endung das Steife, unmöglich und gezwungen Scheinende
der Momentphotographie künſtleriſch verſchönend und
ver=
edelnd, läßt dieſe Bilder zu Größen anwachſen, die ſie
zu Kulturdokumenten ſtempeln. — Mehr noch kommt das
Geſagte zu einheitlich künſtleriſchem Ausdruck in den
Bil=
dern, die ſprühende Feuersgluten, fließendes, glühendes
Metall und dergleichen feſthalten. So namentlich in dem
prächtigen. auch rein maleriſch feſſelnden Bild „Baruther
Glashütte” von Profeſſor Otto Seeck=Berlin, ähnlich
auch, aber nicht in gleicher Großzügigkeit in den
Hoch=
öfen von Pierre Paulus in Brüſſel, der natürlich in
der Technik ganz andere Wege wandelt. — Auch „Am
Schmelzofen” von Erich Kuithan=Wannſee darf hier
lobend hervorgehoben werden, wenngleich es uns keine
reſtliche Löſung der Aufgabe dünkt. Wohl aber ſind
dies die flott gemalten und ſicher erfaßten Glashütten
von Profeſſor Theod. Hummel=München.
Profeſſor Carlos Grethe=Stuttgart wächſt in
den beiden Bildern, die er der Sammlung einverleibte
aus ſeiner ruhigen Sachlichkeit, die er auch da nicht
ver=
leugnet, wo er ganz die moderne flotte Technik anwendet,
zu einer Größe in Auffaſſung und Darſtellung, die
faſ=
ziniert, obwohl wir ſchon viel Gutes und Großzügiges,
beſonders in Meer= und Wolkenſzene von dem Künſt
ler hier ſahen, dabei weiß er auch das ruß= und
rauch=
geſchwängerte Innere eines Dampfhammerwerkes mit
maleriſchen Reizen zu ſchmücken und in der Kompoſition
das Monumentale dieſes Kruppſchen Rieſenwerkes
feſt=
zuhalten. Gleiche Vorwürfe geben wohl wegen des
trutzig Monumentalen, das Menſchengeiſt der Natur
ent=
gegenſtellt oder einordnet, um ihre Kräfte und Schätze
ſich dienſtbar zu machen, noch anderen Künſtlern willkom
mene Schaffensobjekte, ſo Maurice Blieck=Brüſſel,
Arnold Buſch=Breslau, Walter Friederici=
Dres=
den, Fritz Gärtner=Mallinckrodt, der in ſeinem
rheiniſch=weſtfäliſchen Motiv „Wintermorgen im Guß=
ſtahlwerk” eine ſehr bemerkenswerte Arbeit ſandte, weiter
H. Heyenbrock=Blaricum, Enno Jenner= und
Paul Oberhof=Dresden, und Waldemar Rösler.
Neben den Eiſen= und Stahlwerken ſind Glgshütter
noch mehrfach gemalt worden, ſo von Albert
Hart=
mann=Berlin, und dann die Hafenbilder mit löſchen
den oder ladenden Dampfern, Kohlenarbeitern, oder
Schiffsbauereien und dergleichen. Solcher Art ſind die
Bilder von Walter Bertelsmann=Worpswede,
Karl Alex Brendel=Bruchmühle, Profeſſor Philipr
Franck=Wannſee, Max Frohberg=Dresden, Ulrich
Hübner=Travemünde, Emil Nolde=Berlin, Paul
Paeſchke Charlottenburg, Leonhard Sandrock=
Berlin und Willy Tiedjen=München.
Es iſt eine nicht ganz gleiche Aufgabe, die die
Künſt=
ler ſich geſtellt, denen die fauchenden Eiſenbahnzüge oder
deren „Häfen” die Rieſenhallen der modernen Bahnhöfe
mit ihrem Gewirr von Eiſen und Stein und Glas, und
dem ſie durchziehenden alänzenden Schienenſträngen
will=
kommene Objekte für Pinſel und Palette boten. Die
Mehrzahl der Künſtler löſt aber auch dieſe Aufgaben
mit mehr oder weniger Gelingen. Das „Mehr” an
Ge=
lingen darf konſtatiert werden von Franz Heckendorf=
Berlin und Walter Klemm=Dachau, der den
Leip=
ziger und Münchener Bahnhof malte, Prof. Pleuer 7,
Fritz Preiß=Berlin und auch von dem ſchon genannten
Sandrock.
Ein gutes Erzeugnis ſeiner Kunſt ſandte auch
Pro=
feſſor Mar Liebermann=Berlin in dem „
Muſchel=
fiſcher” (Blaue See). Mit Hans Meid=Berlin (
Haus=
abbruch), Alfred Partikel=Berlin (Steinbruch), Kurt
Peiſer=Antwerpen, Artur v. Kampf=Berlin (der
Bauſchreiner), E. Gotzmann=Conrad=
Charlotten=
burg (Dreſchmaſchine), Erich Büttner=Berlin (
Falze=
rinnen= und Buchbinderſaal) und Ernſt Rich. Dietze=
Dresden (Zimmerplatz und Elbkai) iſt die Reihe der
Maler der „Stätten der Arbeit” dann erſchöpft. — Den
Gemälden ſchließen ſich noch über 170 Werke der
Gra=
phik an, in denen eine ganze Reihe der Vorgenannten
ebenfalls vertreten ſind. Es ſind köſtliche Blätter
dar=
unter, allerdings auch weniger gutes aber die Fülle
nimmt uns die Möglichkeit, Einzelheiten zu behandeln.
Wohl aber ſeien die leider auf drei Stücke
be=
ſchränkten Plaſtiken noch hervorgehoben. C.
Bur=
gers=Aachen „Wehrhafter Schmied” iſt eine prachtvoll
erfaßte Geſtalt, die ebenſo wie H. J. Pagels’ „
Walzen=
gießer” und „Der Streikende” ſämtlich Bronzen, eine
Welt von Arbeit, Energie und — Leidenſchaft verkörpern
M. 5
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar IV1a.
ummer
Literariſches.
— Ein verläßlicher Ratgeber in allen Dingen des
Brautſtandes für Bräute und Brautmütter iſt das zehnte
Heft des 26. Jahrganges der Wiener Mode. Der
bunte Umſchlag zeigt beiderſeitig einen Hochzeitszug, im
Innern des Blattes plaudert Renée Francis in einem
„Für Bräute” betitelten Artikel über alle in Betracht
kom=
menden Toilettefragen für Bräute und über eine
zeit=
gemäße, moderne Ausſtattung. Außerdem enthält das
Heft eine große Anzahl einfacher und auch eleganter
Brauttoiletten neuartige Koſtüme, Abendtoiletten, Blu
ſen, Hauskleider, Mäntel ꝛc. Beſonders zu erwähnen
wäre noch der reiche Handarbeitsteil, der aparte Neuheiten
bringt und ein ſehr intereſſanter, reich illuſtrierter Artikel
„Allerlei vom Hochzeitsfeſteſſen‟ Die Reichhaltigkeit des
für 60 Heller überall erhältlichen Heftes der Wiener Mode
iſt wirklich überraſchend.
200 Grad Kälte iſt die tiefſte Temperatur, die die
moderne Wiſſenſchaft im Laboratorium erzeugen kann. Sie
iſt damit dem ſogenannten abſoluten Nullpunkt, alſo der
tiefſten Temperatur, die überhaupt möglich iſt und die zu
273 Grad Kälte theoretiſch längſt ermittelt iſt, recht nahe
gekommen. Bei dieſen außerordentlich tiefen
Tempera=
turen treten allerlei merkwürdige phyſikaliſche und
chemi=
ſche Umwandlungen ein. Im neueſten 13. Heft der
illu=
ſtrierten Zeitſchrift Zur Guten Stunde (Deutſches
Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W 57. Preis des
Vierzehntagsheftes 40 Pfg.), unternimmt es ein
Fach=
mann an der Hand hervorragender Illuſtrationen, uns
darüber in populärer Weiſe zu belehren. Auch ſonſt
ent=
hält das neue Heft der beliebten Zeitſchrift eine Fülle von
belehrenden und unterhaltenden Artikeln. Ueber die
Vor=
züge der Fleiſch= und Pflanzenkoſt wird geplaudert, über
die Furcht der Tiere vor Menſchen, über moderne
Brot=
fabrikation uſw. Novellen und Gedichte ſchließen ſich an.
Den Hauptinhalt des Heftes bilden die beiden großen
Ro=
mane „Lehrer Mathieſen” von Hans Hyan und „Der
Lebensſtümper” von Hedda Freihold, beides eigenartige
Erzählungswerke voll Kraft und Spannung. Eine
be=
ondere Rubrik iſt den Frauen gewidmet. Das Heft iſt
ſehr reich illuſtriert und enthält auch eine farbige
Kunſt=
beilage
Neu erſchienene Broſchüren: Wie man
ſeine unſtreitigen Außenſtände ohne Anwaltskoſten gegen
geringſte Amtsgebühren ohne Zivilprozeßkoſten einziehen
kann. Ein praktiſcher Ratgeber für die deutſchen
Gläubi=
ger. Leichtverſtändlich dargeſtellt mit vielen
Formularbei=
ſpielen und gebrauchsfertigen Formularen. 5.—8.
Tau=
ſend. Herausgegeben von Dr. jur. Ed. Karlemeyer. Preis
75 Pfg. Wiesbaden, Verlagsanſtalt Emil Abigt. — Die
Balkanſtaaten und der Balkankrieg. Vortrag von Pfarrer
Lic. Dr. Schwarzloſe. Auf Grund eigener Studienreiſen
und perſönlicher Kenntnis aller Balkanländer gehalten
am 11. November 1912 bei der unter dem Protektorate
Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Prinzeſſin Friedrich Karl von
Heſſen ſtehenden Hilfsveranſtaltung für die verwundeten
Balkankrieger im Palmengarten zu Frankfurt.
Frank=
furt a. M. Verlag von Moritz Dieſterweg, 1912. — Im
Kampf um die Weltanſchauung: 1. Hat der Menſch eine
Seele? von Pfarrer Veit. 2. Kümmert ſich Gott um den
Einzelnen? von Pfarrer Kübel. 3. Gibt es eine ſittliche
Verantwortlichkeit? von Pfarrer Lueken. 4. Was wiſſen
wir vom Leben nach dem Tode? von Pfarrer Zurhellen
Frankfurt a. M. Verlag von Moritz Dieſterweg, 1912.
Der religiöſe Wert der Reformation. Ein Vortrag,
ge=
halten zu Marburg am 1. November 1912 von Profeſſor
Dr. Adolf Jülicher. Marburg i. H. N. G. Elwertſche
Verlagsbuchhandlung, 1913. — Im Kampf um die
Welt=
anſchauung. Frankfurter Vorträge; ſechſte Reihe.
Frank=
furt a. M. Verlag von Moritz Dieſterweg, 1912. — Der
Kinematograph von heute — eine Volksgefahr, von Prof.
Dr. Karl Brunner, Berlin, 1913. Verlag des
Vaterländi=
ſchen Schriftenverbandes, Berlin SW. 11, Bernburger
Straße 15/16. Preis 50 Pfg.
Verbeſſerte amerikaniſche
Buchfüh=
rung zugleich eine Einführung in das Ganze der
kauf=
männiſchen Rechnungsführung. Von Dr. O. Hertel,
Handelsſchuldirektor in Straßburg i. E. Dritte
verbeſ=
ſerte und vermehrte Auflage mit einer bildlichen
Dar=
ſtellung des Abſchluſſes. Preis 2.75 Mk. gebunden.
Ver=
lag der modernen kaufmänniſchen Bibliothek, G. m. b. H.,
Leipzig=R. Das Buch, welches bei ſeinem Erſcheinen von
anerkannten Autoritäten auf dem Gebiete der Buchhaltung
eine glänzende Kritik erfahren hat, vermittelt in einer auch
dem Laien verſtändlichen Sprache den Einblick in das
Ganze der Buchführung und ſodann in eine beſonders
empfehlenswerte Sonderart derſelben. Daß bei der Flut
der einſchlägigen Literatur nach kurzer Zeit eine dritte
Auflage notwendig wird, iſt ein ſprechender Beweis für
die Güte des Buches.
Im Verlag Ullſtein u. Co., Berlin, erſchienen:
Das lockende Spiel. Roman von Walter
Bloem. Preis 1 Mk. Ein Buch vom Theater, von ſei
ner berückenden Magie, die keinen aus ihrem Zauberkreis
entläßt, der einmal ihr verfiel. Den Hintergrund der
perſönlichen Schickſale bildet ein farbenprangendes
Ge=
mälde des modernen Berliner Theaterlebens mit ſeinen
charakteriſtiſchen Geſtalten, mit der Fülle ſeiner geiſtigen
Kämpfe, mit all dem zähen Ringen um Lorbeer, Erfolg
und Glück. — Die Entzauberten. Roman von
Pierre Loti. Preis 1 Mk. Eine geheimnisvolle
Welt voll ſeltſamen Reizes erſchließt Pierre Loti den aufs
höchſte gefeſſelten Leſern dieſes merkwürdigen Buches.
Die moderne türkiſche Frau, ein Rätſelweſen für den
Abendländer, wird hier in dem durch die jetzt übliche
europäiſche Erziehung und Bildung geſchaffenen Kontraſt
gezeigt zu den ererbten ſtrengen Anſchauungen des
Js=
lams. — Die verbotene Frucht. Roman von
Paul Oskar Höcker. Preis 1 Mk. In dem
vor=
liegenden Buche „Die verbotene Frucht” hat der bekannte
Romanſchriftſteller den gewaltigen Karawanenzug des
europäiſchen und amerikaniſchen Reiſepublikums
geſchil=
dert, der alljährlich zur Winterzeit die
vergnügungs=
hungrige große Welt in das geheimnisreiche
Pharaonen=
land, an die Ufer des uralten Nilſtromes trägt. Auf
die=
ſer großen Reiſeſtraße ſpielt die Handlung: ein Kampf
des freien, kühnen, zielbewußten Menſchen gegen alle
Standesvorurteile, ein Sieg wahrer Herzensliebe über
den Zwang der Scheinehe.
Der Balkankrieg.
Die Zahlung einer Kriegsentſchädigung durch die Türkei
* Sofia, 23. Febr. Das Finanzminiſterium
veröffentlicht ein Expoſé, betreffend die Zahlung
einer Kriegsentſchädigung von der Türkei
an die kriegführenden Balkanſtaaten, die erklärten, daß ſie
einen Teil der ottomaniſchen Staatsſchuld übernehmen
In dem Expoſé heißt es:
Der Anſpruch der Verbündeten auf Zahlung einer
Kriegsentſchädigung ſtützt ſich auf rechtmäßige Gründe
Die Verantwortung für den Krieg fällt vollkommen auf
die Pforte zurück, die im Laufe von 35 Jahren keine
Re=
formen durchführte und die Note der Verbündeten mit
Hohn zurückwies. Das Scheitern der
Friedensvechand=
lungen und die Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten
fallen gleichfalls der Türkei zur Laſt. Durch die
Kriegs=
führung wird die Volkswirtſchaft der Verbündeten hart
mit=
genommen. Die Verluſte an Menſchen, Vieh und
Kriegs=
material, ſowie das völlige Stocken der Geſchäfte legen
Bul=
garien große Opfer auf und drohen eine große Kriſe
herbeizuführen. Die annektierten Provinzen, die
verwüſtet und entvölkert ſind, bilden keine genügende
Hilfsquelle, um den neuen finanziellen Laſten Stand
hal=
ten zu können. Da die Gläubiger der Türkei auch die
Gläubiger der Verbündeten werden, ſo dürfen ſie dieſe in
finanzieller Hinſicht nicht in Verlegenheit kommen laſſen,
da ſie über geringere Einnahmen verfügen als die Türkei.
Die Verbündeten beſtehen nicht auf unverzügliche
Bezahl=
ung der Kriegsentſchädigung. Dieſe wird durch die in
den Staatsſchatz fließenden Einnahmenüberſchüſſe
der ottomaniſchen Staatsſchuld gewährleiſtet werden
müſſen. Die Dette Publique wird auf dieſe Weiſe die
Regelung der Verpflichtungen zwiſchen der Türkei und
den Verbündeten vermitteln. Da die Einkünfte aus den
aſiatiſchen Provinzen die Einnahmen des ottomaniſchen
Budgets bilden und da die europäiſchen Provinzen einen
großen Teil der Einkünfte nicht mehr abſorbieren, wird
der Dienſt der ottomaniſchen Staatsſchuld darunter nicht
leiden. Falls es die Sachlage erfordert, werden die
Ver=
bündeten darauf beſtehen, daß die Dette Publique neue
Garantien erhält. Die Zahlung einer
Kriegsentſchädig=
ung iſt eine weſentliche Bedingung für den Abſchluß des
Friedens.
Die rumäniſch=bulgariſche Streitfrage.
* Sofia, 23. Febr. Die Vertreter der
Groß=
mächte unternahmen heute nachmittag 1 Uhr einzeln
eine Demarche bei dem Miniſterpräſidenten und Miniſter
des Aeußern, Geſchow, dem ſie den dringenden Rat
er=
teilten, die Löſung der bulgariſch=rumäniſchen
Streitfrage der Entſcheidung der ſechs
Groß=
mächte zu unterwerfen. Geſchow erwiderte, er werde
darüber dem Miniſterrat berichten und ſodann antworten.
* Rom 24. Febr. Die Agenzia Stefani meldet aus
Sofia: Bulgarien hat die Mediation der Mächte
angenommen. Die Antwort wird den Vertretern der
Mächte mitgeteilt werden, nachdem ſie durch den
Miniſter=
rat geprüft worden iſt.
Die Türkei und die Mächte.
* London, 24. Febr. Wie das Reuterbureau
er=
fährt, wieſen die Mächte auf die letzte Demarche der
Türkei hin, durch die um die guten Dienſte erſucht wird
und darauf, daß die an die Pforte gerichtete Kollektivnote
noch nicht angenommen worden ſei. Ueber die Grenzen
von Albanien werde jetzt zwiſchen Wien und Petersburg
direkt verhandelt. Oeſterreich=Ungarns und Rußlands
friedliche Abſichten und ihr fortgeſetzter Wille,
Feindſelig=
keiten zu vermeiden, wird, wie gehofft wird, zu einem
Kompromiß führen, das den Botſchaftern bei der nächſten
Sitzung am Donnerstag mitgeteilt werden ſoll.
Die Revolution in Mexiko.
Die Ermordung Maderos.
* Mexiko, 23. Febr. Ueber den Tod Maderos
und Suarez äußerte ſich Huerta folgendermaßen:
Um Mitternacht griff eine Schar von 50 Mann die aus
100 Mann beſtehende Eskorte der Gefangenen an. Dieſen
wurde befohlen, die Wagen zu verlaſſen. Sie wurden
von einer Wache von 30 Mann umgeben, während die
übrige Mannſchaft das Feuer erwiderte. Der Kampf
dauerte 20 Minuten, nach deſſen Beendigung Madero,
Suarez, zwei Soldaten und ein Bürger tot aufgefunden
wurden. Die Angreifer ſind geflüchtet.
* Paris, 24. Febr. Wie von mehreren Blättern
aus Mexiko gemeldet wird, findet dort die amtliche
Darſtellung von der Tötung Maderos und
Suarez wenig Glauben; man ſei im Gegenteil
über=
zeugt, daß die Geſchichte von dem Angriff auf dem
Trans=
port eine bloße Erfindung ſei und daß Madero und
Suarez von den Rotten Huertas ermordet worden ſeien
Die Geſandten der Vereinigten Staaten und Japans
hatten wiederholt dringende Schritte um die Freilaſſung
Maderos und Suarez’ unternommen.
* Mexiko, 24. Febr. Die genaueren
Um=
ſtände des Todes Maderos und Suarez’ ſind
noch unbekannt. Huerta erklärt, Madero und Suarez
ſeien zufällig bei einem Zuſammenſtoß der Wache mit
Maderos Anhängern gefallen, die verſucht hätten, die
Ge=
fangenen zu befreien, de la Barra erklärt, die
Gefange=
nen ſeien getötet worden, als ſie zu entweichen
verſuch=
ten. Keiner von beiden ſagte, wer die tödlichen Schüſſe
abgab, vielleicht ſind ſie beiden unbekannt. Das Voll
ſteht in der Mehrheit den amtlichen Berichten ſkeptiſch
gegenüber. Am Sonntag war die Stadt ruhig. Die
Re=
gierung verſichert weiter, ſie werde die Umſtände des
Todes Maderos und Suarez’ unterſuchen und die
Schul=
digen beſtrafen.
* New=York, 24. Febr. Eine amtliche
Dar=
ſtellung aus Mexiko ſagt über den Tod Maderos
und Suarez: Beide wurden um Mitternacht aus dem
Palaſt gebracht, um nach dem Gefängnis übergeführt zu
werden. Die Automobile wurden von 100 Rurales
eskor=
tiert. In der Nähe des Gefängniſſes bemerkte man, daß
ein Volkshaufen den langſam fahrenden Automobilen
folgte. Aus der Dunkelheit fielen Schüſſe. Die
Rura=
les ſchloſſen ſich um die Wagen zuſammen und befahlen
den Gefangenen, auszuſteigen. Dieſe wurden von 30
Rurales umgeben, während ſich der Reſt gegen die etwa
50 Mann ſtarken Angreifer wandte. Nachdem etwa 20
Minuten lang Schüſſe gewechſelt worden waren, flohen
die Angreifer. Madero und Suarez, zwei Rurales und
eine Zivilperſon waren getötet worden. Die Leichen
wurden ins Gefängnis gebracht. Drei Offiziere der
Es=
korte wurden in Unterſuchungshaft genommen. Verwandte
und Freunde der Toten bemühen ſich um die Herausgabe
der Leichen.
* New=York, 23. Febr. Präſident Taft erhielt
die Nachricht von dem Tode Maderos, als er in
einen Zug nach Waſhington einſteigen wollte. Der
Prä=
ſident gab ſeinem Bedauern über den Vorfall Ausdruck
erklärte aber, daß er darin keinen Grund zur Intervention
erblicke.
* Waſhington, 24. Febr. Nach einem Telegramm
des Botſchafters Wilſon in Mexiko beſchloß das
diplomatiſche Korps, das von dem Miniſter
Barra zum Frühſtück geladen worden iſt, der Einladung
nicht zu folgen, ſolange die Umſtände, unter denen
Ma=
dero und Suarez den Tod fanden, nicht genügend
auf=
geklärt ſind.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 24. Febr. Zu dem Unfall auf dem
Grunewaldſee wird noch gemeldet, daß die meiſten
der in Mitleidenſchaft gezogenen Perſonen, auch Frau
Pluta und ihr Sohn, außer Lebensgefahr und auf dem
Wege der Beſſerung ſich befinden.
H.B. Genf, 24. Febr. Die ſchweizeriſche
Re=
gierung hat beſchloſſen, einen Tunnel unter
dem Mont Blanc herzuſtellen.
* Charbin, 24. Febr. Im Rayon Peilintſi fand ein
heftiger Kampf zwiſchen chineſiſchen
Trup=
pen und Tſchuntſchuſen ſtatt. Ueber hundert
Tſchuntſchuſen wurden getötet, dreißig gefangen
genom=
men und ſofort hingerichtet. Die Straße nach Charbin
iſt jetzt von Tſchuntſchuſen frei. Die Chineſen ſetzen die
Verfolgung fort.
Briefkaſten.
L. W. Beſondere Beſtimmungen hierüber gibt es
nicht. Sollte der betreffenden Partei aus dieſer
mangel=
haften Wahrnehmung ihrer Intereſſen Schaden erwachſen,
ſo kann ſie Erſatz dieſes Schadens von dem
Bevollmäch=
tigten verlangen.
K. 100. 1. Die Forderung aus der uns vorgelegten
Urkunde verjährt in 30 Jahren nach der letzten
Zinszahl=
ung. 2. Ja.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hoch, das ſeit einigen Tagen unſer.
Wetter beeinflußt, zieht ſich ſüdoſtwärts zurück, um einem
von Island her vordringenden Tief Platz zu machen
Im Bereich des hohen Drucks haben wir trockenes
Froſt=
wetter. Die Morgentemperaturen liegen heute in unſerem
Bezirk zwiſchen —9‟ und 11‟. Die von Weſten
vor=
dringende Depreſſion ſtellt einen Wetterumſchlag in
Aus=
ſicht, doch dürften wir morgen noch unter
Hochdruck=
einfluß bleiben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 25. Febr.:
Wechſelnd bewölkt, noch meiſt trocken, milder, ſüdweſtliche
Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Wie man ſich ein faſzinierendes,
perſönliches Parfüm verſchaffen kann.
Deſſen Selbſtherſtellung im Hauſe.
Trotz der vielen auf dem Markte befindlichen Parfüms
iſt jede Dame beſtändig der Unannehmlichkeit ausgeſetzt,
ihr Lieblings=Parfüm, das ſie gewiſſermaßen als ihr
eigenes betrachtet, bei anderen Leuten wahrnehmen zu
müſſen. Weniger Bemittelte können zudem die teuren
Kriſtallflakons, die farbigen Seidenbändchen nicht
er=
ſchwingen, welche den Preis der an und für ſich teuren,
modernen Parfüms nur noch weiter in die Höhe ſchrauben,
und müſſen daher entweder zu minderwertigen Präparaten
greifen, die leider nur zu leicht als ſolche zu erkennen
ſind, oder aber von einem Parfüm ganz abſehen. Nun iſt
einmal nichts Anderes imſtande, einer Frau jenen
un=
definierbaren Reiz zu verleihen, wie ihn der zarte
Duft=
eines von gutem Geſchmack zeugenden Parfüms um ſie
webt. Nach verſchiedenen Experimenten entdeckte nun ein
wohlbekannter Spezialiſt eine Kombination, die einzig in
ihrer Art daſteht; ſie iſt auf verſchiedene Blumen=Eſſenzen
baſiert und beſitzt die ſeltene Eigenſchaft, ſich der Haut
in individueller Weiſe anzupaſſen, derart, daß ſich bei
jeder Dame ein ganz perſönliches Parfüm entwickelt.
Das Rezept dazu iſt eigentlich ganz einfach, die benötigten
Beſtandteile kann man in jeder größeren Apotheke oder
Drogerie erhalten und die Herſtellung des Parfüms
zu=
hauſe wie folgt ſelbſt vornehmen: Man miſche 20 gr
Petalias=Extrakt mit 85 gr reinem (90%igen) Alhohot
und füge dann nacheinander 3 gr einfache Benzostinktur
und 10 gr Roſenwaſſer zu. So erhält man beinahe
¼ Liter derartig ſtark konzentriertes Parfüm, daß ein
einziger Tropfen völlig hinreicht, um einen lange
an=
haltenden Effekt hervorzubringen, einen feinen,
undefinier=
baren Duft, der auf der Haut einer Brünetten an Nelken,
Roſen und Cyklamen erinnert; bei einer Blondinen
gleicht der erzielte Duft dagegen mehr Veilchen, Flieder
oder Maiglöckchen. Es beſteht aber keine beſtimmte Regel,
das Parfüm entwickelt vielmehr je nach der Haut eine
verſchiedenartige zum Weſen der betreffenden Dame
paſſende Nüance, alſo ein ganz individuelles Parfüm. (4784
Eine Trinkkur im Hause
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Blutarme u. Bleichsüchtige
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zum ersten Frühstück,
zwischen 10—11 Uhr Vormittags
zwischen 4—5 Uhr Nachmittags
vor dem Schlafengehen
also viermal täglich!
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MAEMHAHEEHHEE
Nummer 47.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Seite 2.
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft meine treue,
gute Mutter, unſere liebe Großmutter,
Schwieger=
mutter, Schweſter und Tante
(4857
Frau
geb. Albrecht
im 81. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Gg. Zimmerschitt.
Darmſtadt, den 24. Februar 1913.
Bleichſtraße 40.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Febr.,
nachmittags
Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied im Alter von 79 Jahren
unſer lieber Schwiegervater, Großvater,
Bru=
der und Onkel
(B4848
Peter Simmermacher
Margarethe Krumb
Privatier.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Schäfer und Kinder,
Mathildenſtraße 9.
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
26. Februar, nachmittags 2½ Uhr, vom Portale
des Friedhofes aus.
Dankſagung.
Für die uns beim Heimgang unſeres
lieben Vaters bewieſene Teilnahme
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Anna u. Elisabeth Horst,
Familie J. Völker.
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag entſchlief ſanft nach
langem Krankenlager im 79. Lebensjahre unſer
lieber Vater, Schwiegervater und Großvater
Herr Ludwig Harres
Großh. Baumeister.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Familie Professor Lade,
Generaloberarzt Dr. Vollbrecht,
,,
Postdirekior Harres,
Ida Harres.
Darmſtadt, Konſtantinopel, Bensheim,
den 23. Februar 1913.
(4828
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Febr.,
nachmittags 2 Uhr, ſtatt.
Von
Beileids=
beſuchen bittet man abſehen zu wollen.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7 Uhr, Ende
nach 10½ Uhr: „Egmont”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum
Konzert von Eliſabeth Bokemeyer und Paul Grümmer
um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Vortrag von Waldemar Richter um 8½ Uhr im „
Für=
ſtenſaal” (Mazdaznan=Vereinigung).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Generalverſammlung des Bundes der Landwirte in
Zirkus Buſch in Berlin; die große Feuersbrunſt in
Konſtantinopel; ein bulgariſches Belagerungsgeſchütz
vor Adrianopel; Baronin Bertha v. Suttner, die Vor
kämpferin der Friedensbewegung, bei einem öffentlichen
Vortrag.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 26. Februar.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz.
Holzverſteigerung um 4 Uhr im Gaſthaus „Zum
Mühltal” zu Eberſtadt.
Brenn= und Nutzholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Nieder=Beerbacher Gemeindewald (
Zuſam=
menkunft am Hofe Breitenloh).
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9½ Uhr in der Hebererſchen Wirtſchaft zu Meſſel.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
jedaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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InProz.
(8
Staatspapiere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 99,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,10
77,30
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 88,10
2
77,50
do. do.
-
4 Bad. Staatsanleihe .
92,60
3½
do
do.
3
8 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,80
86,60
do.
4½
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,70
4 do. do. (unk. 1918) 98,50
86,50
(31
do.
3
75,20
do.
3 Sächſiſche Rente.
78,70
Württemberger v. 1907 99,10
34.
do. v. 1875 93,90
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . . —
Italiener Rent=
4½ Oeſterr. Silberrente 86,30
4 do. Goldrente . . . 90,60
14 do. einheitl. Rente . 83,30
3 Portug. unif. Serie I 63,30
3 do. unif. Ser. III 66,30
9,60
do. Spezial . .
5 Rumänier v. 1903. . . 99,60
44 do. v. 1890. . . 92,80
4 do. v. 1905. . . 87,20
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,60
44 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 99,70
41
Schweden . . .
3 Serbier amort. v. 1895 80,
4 Türk. Admin. v. 1903 77,
4 Türk. uniſiz. v. 1903 86,40
4 Ungar. Goldrente . . . 86,6
4 do. Staatsrente. . . 83,70
Zſ.
In Proz=
5 Argentinier . . . . . . 100,60
86,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 92,30
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,00
41
92,70
do.
4½ Japaner . . . . . . . 90,30
5 Innere Mexikaner . . . 91,00
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 84,00
5 Gold=Mexikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 68,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 150,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,00
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ.
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,75
6 Baltimore und Ohio . 103,50
6 Schantungbahn . . . . 129,25
64 Luxemb. Prince Heuri —
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23,70
6 Pennſylvania R. R. .
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
--
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 533,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 240,50
30 Farbwerke Höchſt . . 624,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 356,00
10 Cement Heidelberg . . 144,50
30 Chem. Werke Albert 436,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 331,75
5 Lahmeyer. . . . . . . 121,50
Letzte
In Proz
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 143,20
12 Siemens & Halske .216,00
5 Bergmann Electr. . 120,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 160,10
25 Gummi Peter . . .
0 Kunſtſeide Frankfurt 74,90
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 592,75
10 Maſchinenf. Badenia 178,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 149,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 236,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 199,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 89,00
3 Südd. Immobilien 59,50
Bergwerks=Aktien,
12 Aumeß=Friede . . . . 176,50
12½ Bochumer Bergb. 1
Gußſt. . . . . . . 213,25
11 Deutſch=Luxemburg.
Bergb. . . . . . . 161,00
10 Gelſenkirchener . . . . 194,60
9 Harpener . . . . . . . 192,75
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 255,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,40
6 Laurahütte . . . . . . 175,50
10 Kaliwerke Aſchersleben —
Weſteregeln 204,50
11
7½ South Weſt Africa —
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 83,00
4
Nordd. Lloyd=Obl. 99,30
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 87,20
3 Prag=Duxer
73,90
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 91,25
do.
76,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,80
do.
75,50
Znpres,
84.
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,80
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,8
4½ Moskau=Kaſan . .
86.70
do.
4 Wladichawchas . . .
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,50
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 75,10
do.
½
½ Livorneſer
69,20
3 Salonique=Monaſtir . 62,00
80,50
4 Baadadbahn . .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,00
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 70,20
4 Northern=Paciſic . . . 98,00
4 Southern=Pacific . . . 93,50
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 81,30
5 Tehuantepec . . . . . . 97,10
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zütrich . . 187,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,20
9½ Berlin. Handelsgef. . 167,50
6½ Darmſtädter Bank 123,80
12½ Deutſche Bank . . . 256,50
6 Deutſche Vereinsbank. 123,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 189,50
8½ Dresdener Bank . . 155,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,5
6½ Mitteld. Kreditbank 120,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank .
137,30
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,40
7½ A. Schaaffhauſen
Bankverein . . . . 114,90
7½ Wiener Bankverein . 132,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,00
34
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank.
86,80
S. 19. . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . . . . . 97,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,25
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Ban
S. 12, 13, 16 .
98.60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . .
98,90
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . .
87,20
,
4 Meininger Hyp.=Bank 97,60
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Ban
(unk. 1921) . . 97,40
3½ do. (unk. 1914) . . 86,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
3½
87,80
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . .
7,50
3½
do.
88
98,80
Frankfurt. .
3½
do
96,00
4 Gießen . . .
.
4 Heidelberg . . . . . . 96,70
31
do
37,70
4 Karlsruhe . . . . . . 97,00
31
do.
88,10
4 Magdeburg: . . . . .
do.
4 Mainz . . . . . . . . —
31
do.
88,40
4 Mannheim
96,70
31
do.
90,00
4 München
99,30
3½ Nauheim . . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 98,50
31
do
4 Offenbach.
Zf.
In Proz
3½ Offenbach . . . . . . —
4 Wiesbaden . . . . . . 98,70
31
89,00
do.
Worms . . . . . . . . 97,30
do.
88,50
4 Liſſaboner v. 1888 . 77,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 140,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 111,90
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,80
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,40
3 Oldenburger . . . . . . 130,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl.
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs.45
do. . . . . Fs.10 33,00
Meininger . . . . . fl. 7 35,40
Oeſterreicherv. 1864fl. 100
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30 —
Türkiſche . . . . Fs. 400 157,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . .
16,31
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Engliſche Noten . . . .
Franzöſiſche Noten. . . . 81,25
Holländiſche Noten. . . . 168,85
79,90
Italieniſche Noten ..
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,55
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75
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Nummer 47.
armſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Seite 9.
Weltausstellung Turin 1911 „Grand Prix‟
Zu Gunsten der deutsch-englischen
Luftschiff-Expedition zur Erforschung von Neu-Guinea
2
Mittwoch, den 26. Februar 1913, abends 8 Uhr,
im Städtischen Saalbau:
VORRAG
mit Lichtbildern und kinematographischen Vorführungen332244
von Oberleutnant Paul Graetz
über:
Eine Erkundungsfahrt durch Neu-Kamerun
der Nachweis des Kongo-Ouellflusses und Vollendung 28. Februar 1913:
der Durchquerung Afrikas im Motorboot.
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V. Vortrag
Mittwoch, den 26. ds. Mts., nachmittags 5½ Uhr,
in der Turnhalle der Liebigs-Oberrealschule
Ed. Brouard: LAiglon.
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Fürstensaal (Restaurant Gg. Christ), Grafenstr. 20.
Vier öffentliche Vorträge
über wichtige Zeitfragen von Chemiker Woldemar Richter, Leipzig.
Dienstag, den 25. Februar:
Die Entwickelung der Geisteskräfte
Mittwoch, den 26. Februar:
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Verabreichung von Kostproben.
Donnerstag, den 27. Februar:
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Das Neueste aus aller Welt.
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Donnerstag, den 27. Februar 1913:
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Dienstag
Heute
25. Febr. u.
Mittwoch, 26.
Donnerstag, 27. f Februar
Letzte 3 Tagel s
Die aktuelle Revue:
mat
„Darmoladt,
17
das ist was tur dich
Vorher Operette:
Donnerstag, 27. Februar
Abschieds-Abend
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Guſtav Semler
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Geheimſchreiber . Emil Kroczak
Gomez) unt. Alba Frz. Herrmann
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Charlotte Pils
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Seiſen=(5
Auguſt Kräger
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Richard Jürgas
Paul Peterſen
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Buyk, Soldat
un=
ter Egmont . . W. Riechmann
Ruyſum, Invalide
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Vanſen, ein
Schreiber .
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furter.” Gew. Pr. Anf. 7½ 1
Freitag, 28. Febr. 130. Ab.=Vſt.
33. Zum erſten Male
wieder=
holt: „Unkel Dazumal”.
Hierauf: „Die ſchöne
Gala=
thee‟ — Zum Schluß:
Cham=
pagner=Biſionen (Ballett).
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 1. März. 131. Ab.=Vſt.
33. „Jedermann.” Gew.
Preiſe. Anfang. 8. Uhr.
Seite 16.
rmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Nummer 47.
Tigareffen
.
Schülerwanderungen der höheren
Schulen in Darmſtadt.
— In dem abgelaufenen Wanderjahre ſind auch die
Schülerwanderungen an den höheren Lehranſtalten mit
gleicher Liebe gepflegt worden, wie in den Vorjahren.
Seit dem Jahre 1909 wurden 94 Wanderungen dieſer
Art für Knaben und 36 für Mädchen veranſtaltet. Davon
fallen auf das Jahr 1912 auf die höheren Knabenſchulen
22 Ausflüge, auf die höheren Mädchenſchulen 20.
Letz=
tere teilen ſich in zwei Gruppen; es wurden Märſche
unternommen von Lehrern und Lehrerinnen der Viktoria=
und Eleonorenſchule und ſolche, bei denen ſich Mädchen
aus verſchiedenen Anſtalten beteiligten. Dieſe letzte
Ab=
teilung begeht demnächſt bei einem weiteren Ausflug ein
kleines Dekorierungsfeſt, bei dem einer Anzahl von
regel=
mäßigen Teilnehmerinnen die in Geſtalt einer ſchlichten
Broſche umgearbeitete Klubnadel überreicht werden ſoll.
Die Zahl der Mädchen, die ſich bei den 20 Wanderungen
zuſammenfanden, beträgt 510. Das Wanderziel der meiſt
eintägigen Gänge boten Odenwald, Neckartal und Rhein=
gebiet. Die Koſten waren ſtets ſehr gering. Darauf wird
ſchon deswegen regelmäßig geachtet, um den Eltern die
Erlaubnis zur Teilnahme zu dieſen ihren Töchtern
dienen=
den Unternehmungen leichter zu machen. An den
Aus=
flügen der männlichen Jugend beteiligten ſich Lehrer und
Schüler der beiden Gymnaſien, des Realgymnaſiums und
der Liebigs=Oberrealſchule. Auch dieſe Wanderungen
waren zum größten Teil eintägig, doch befinden ſich auch
ſolche von einer Dauer von 2 und 10 Tagen darunter. Die
letztgenannte ging in den Schwarzwald. Die übrigen
Märſche führten durch die heimiſchen Gefilde, zu den
un=
ſere Provinz umgebenden Flußtälern, und zum
Nieder=
wald. Die Teilnehmerzahl war bei den einzelnen
Wan=
derungen recht verſchieden. Einmal beteiligten ſich 85
Wanderer; die Geſamtzahl betrug 400. Auch den
Schü=
lern der höheren Schulen ſtellt der Odenwaldklub gerne
die kleine Klubnadel zur Verfügung. Den Führern und
Führerinnen aber gebührt neben dem Dank der Schüler
und deren Eltern auch der des Klubs, der auch den
Direk=
toren dafür dankbar iſt, daß ſie die Bekanntgabe der
Wan=
dertage ihren Schülern und Schülerinnen übermittelten
und die Ausführung der Wanderungen in freundlicher
Weiſe unterſtützen.
Landwirtſchaftliches.
Holzverſteigerungen.
A Groß=Bieberau i. O., 22. Febr. Das
Ergeb=
nis der am 31. Januar abgehaltenen
Holzverſteige=
rung war im Durchſchnitt bei Nutzholz:
Eichen=
ſtämme pro Feſtmeter 19,15 Mark, Kiefern 29,54 Mark,
Fichten 9,01 Mk., Derbſtangen Lärchen 10,04 Mk.,
Derb=
ſtangen Fichten 8,10 Mk.; bei Brennholz: Scheiter
Buchen pro Rm. 11,45 Mk., Eichen 7,58 Mk., Kiefern 7,27
Mark, Knüppel Buchen 7,50 Mk., Eichen 5,20 Mk., Kiefern
5,00 Mk., Fichten 3,00 Mk., Wellen Buchen pro 100 Stück
14,51 Mk., Eichen 12,00 Mk., Kiefern 9,10 Mk., Fichten 6,40
Mark, Stöcke Buchen pro Rm. 3,22 Mk.
Vermiſchtes.
* * Die Vergnügungspaſſagiere des Dampfers „
Cleve=
land‟. Eine Fülle von Einzelheiten über die Paſſagiere
eines Vergnügungsdampfers, deren Herkunft, Beruf,
Ver=
hältniſſe, ja ſelbſt die Beſchaffenheit ihres Herzens und
Portemonnaies lieſt man in einem Artikel der in Japan
erſcheinenden Zeitung „The Japan Advertiſer” (Die betr.
Nummer iſt uns aus Tokio zugeſandt worden. D Red.),
den dieſe am Tage der Ankunft des Schiffes in Tokio
ver=
öffentlichte. Die neunzeilige, vielverſprechende Ueberſchrift
und die Beſchreibung der deutſchen Kröſuſſe dürfte den
ahnungsloſen Japanern Deutſchland als das Land, wo
Milch, Honig und Liebe fließt, und als das „der lüſtigen
und ſchönen Witwen” erſcheinen laſſen.
Zu dem letzten Schluſſe ſind die Japaner um
ſo mehr berechtigt durch die Tatſache, daß auf der
deutſchen „Cleveland” unter den
Vergnügungsreiſen=
den nicht weniger als zweiundvierzig junge
und hübſche Witwen ſich befanden, die, übri=
gens wie alle anderen Reiſenden, mehr Geld beſaßen, als
man ausgeben kann. So eine Weltreiſe iſt lang, und bald
ſind internationale Beziehungen angeknüpft, und neben
Diners, Tees, Scherz, Spiel und Tanz tritt auch Gott
Amor in Szene. Nun, auch hier hieß es: „Deutſchland
in der Welt mit Mut voran” und ein biederer Weſtfale,
Herr Funke, war bald in die hübſche Amerikanerin Miß
Myra Baeder verliebt — und was ohne Zweifel noch
wichtiger — verlobt. Die eifrigen Schreiber vom
Ad=
vertiſer wiſſen noch mehr: Herr Funke war der reichſte
Paſſagier an Bord, er iſt in Weſtfalen an Kohlen= und
Eiſenwerken intereſſiert, ſein Vater war Teilhaber von
Krupp. (?) Er änderte ſchleunigſt ſein Reiſeziel und wird
anſtatt nach den Südſeeinfeln nach New=York reiſen, um
unter die liebſte aller Hauben zu kommen. Er iſt ſich der
Abwicklung dieſes Programms ſo ſicher, daß er per Kabel
bereits zwei Plätze für „Herrn und Frau Funke” bei der
Hamburg=Amerika=Linie beſtellte, um am 22. Februar die
zweijährige Hochzeitsreiſe vorerſt nach Nizza anzutreten.
In ausgiebiger Weiſe werden dann die Paſſagiere=
„ſpezifiziert‟. Da iſt ein amerikaniſcher Schuhfabrikant,
der ſeine eigene Jacht in Villefranche im Stiche ließ und
ſich der luſtigen „Cleveland”=Geſellſchaft anſchloß. Später
kam Graf Metternich, der vorletzte Botſchafter in London,
an Bord; er will ſich nach Deutſch=Oſtafrika begeben und
wird bei Lord Kitchener zu Gaſt ſein; es ſeien alte
Freunde und ſie planten einen größeren Abſtecher auf dem
Weißen Nil. Da iſt ein Herr Alby, der ſein „Schäfchen
ins Trockene brachte” bei der Stahllieferung für die
be=
rühmte Brooklyn=Brücke in New=York; er hat ſich jetzt
vom Geſchäft” zurückgezogen und macht ſeine zweite
Weltreiſe. Geſchäftlich unterwegs iſt Herr Kammerherr
von Brandis von den höchſten Berliner Kreiſen. Auch ein
Landsmann von uns, Herr Hofrat Edward, iſt
an=
geführt als a famous actor of the Court of Darmstadt.
Von der „ſiebenten Großmacht” ſind zwei berühmte
Ver=
treter an Bord, Herr Roßen aus Wiesbaden, der „Star
feature writer” für das Scherlkonſortium, und Herr
Keesling. Unter den Kröſuſſen fällt durch ſeine
Ver=
ſchwendung ein Miſter William Langemann auf; er ſelbſt
ſagte: „Meine beiden Brüder verdienen in Deutſchland
jährlich 2700 Mark, ich verdiene an einem Tage
mehr. Viel verfolgt von den „42” wurde der „ſchönſte
Mann” an Bord, Fred Griffith von Los Angeles Um
mit den Superlativen weiter zu arbeiten, ſei noch Herr
A. Edye Seniorchef von der „größten” Hamburger
Schiffs=
firma, und Herr J. Hosmann aus Buenos Aires, der
„bedeutendſte‟ Einkäufer in Japan, erwähnt. Das iſt
nur ein kleiner Auszug aus der Reihenfolge.
Um die Paſſagiere — und deren Geld — zu zerſtreuen,
wurde während der Reiſe alles nur erdenkliche
veranſtal=
tet und arrangiert, ſo daß von einem Rekord in dieſer
Beziehung geſprochen werden kann, wer einen ſolchen in
bezug auf die Höhe des Fahrpreiſes aufſtellen wollte, dem
ſtanden auch alle Wege offen. Ihre Geldbörſen hatten ſie
reichlich geöffnet. Als in Nagaſaki Bai angelaufen wurde,
war der Wechſelbeſtand der Bank von 40000 Yen im Nu
weg; vielleicht trug dieſer Umſtand zu den großen
Er=
wartungen der Tokioer und zu den Verhimmelungen in
dem 1½ Meter langen Begrüßungsartikel bei. — Geſchäft
iſt Geſchäft, ſcheint auch das Motto im Gelben Reiche zu
ſein.
Der
Denndeidsbrannen
Dau
Salzschlirf
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Dienstag, 25. Februgr.
1913.
Bekanntmachung,
betreffend die Meiſterprüfungskommiſſion für die Provinz Starkenburg.
Auf Grund des § 3 der Bekanntmachung, die Errichtung von
Prüſungskommiſ=
ſionen zur Abnahme der Meiſterprüſungen betreffend, vom 30. Dezember 1901 haben
wir auf Vorſchlag der Handwerkskammer zu Darmſtadt an Stelle und für die
Amts=
zeit des auf ſeinen Wunſch ausſcheidenden Herrn Ingenieur Georg Markwort Herrn.
Stadtbaurat Heinrich Steinberger zu Darmſtadt zum Vorſitzenden der
Prüfungs=
kommiſſion zur Abnahme der Meiſterprüfungen in der Provinz Starkenburg ernannt.
Darmſtadt, den 28. Januar 1913.
(4815
Großherzogliches Miniſterium des Innern,
Abteilung für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe.
Hölzinger.
Bekanntmachung
g.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1927, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verſäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1913
von heute ab bis 31. März 1913 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag au
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Befreiungs=Anträge, die nach dem 1. April 1913 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht,
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19 . .".
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich gelieſert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Rummerplate zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Nadfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
die das Fahread e e Seftrberungmitet zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen:
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
da=
hingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium:
des Innern das Kreisamt, bei dem die Stempelavgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum Mit=:
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriſten über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41 40, 50, 58, 60, 30 erforderlichen Erkaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derienige.
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritk
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913)
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4792a
Bekanntmachung.
Nachſtehende Schießtage auf dem Truppenübungsplatz bringen wir hierdurch
zur allgemeinen Kenntnis.
(4789a
Darmſtadt, den 20. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 25. Februar bis 20. März 1913.
Dauer der
Die Abſperrung
Abſperrung
Truppenteil
Datum
Tag
erſtreckt ſich
von 1 bis
25. Februar Dienstag
Maſchinengewehr=
27. Februar Donnerstag
Ausbildungskurſus 8oV. 20 N.BiszumLandgraben
28. Februar Freitag
Bekanntmachung.
Zur Aufklärung der Bevölkerung und zur Warnung vor gewiſſenloſer
Aus=
beutung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis:
Im November 1912 iſt an manchen Orten über einen Mangel an kleinen
Zah=
lungsmitteln Klage geführt worden. Es konnte jedoch feſtgeſtellt werden, daß in den
Fällen, wo ein ſolcher Mangel gemeldet wurde, verabſäumt worden war, die
nächſt=
gelegenen Reichsbankanſtalten für die Deckung des Bedarfs in Anſpruch zu nehmen,
die mit kleinen Zahlungsmitteln ſtets reichlich verſorgt geweſen ſind. Die Auffaſſung,
daß die Reichsbank kein Silber verausgabe, iſt leider von unreellen Geſchäftsleuten
genährt und in ſelbſtſüchtiger Abſicht verbreitet worden. Geldwechsler haben in
man=
chen Gegenden die kleinen Ortſchaften bereiſt und unter allerhand falſchen
Vorſpiege=
lungen von Kriegsgefahr und Zurückhaltung der Gold= und Silberbeſtände bei der
Reichsbank den betörten Kleinſtädtern und Dorfbewohnern Banknoten und Kaſſenſcheine
gegen Gold und Kurant mit einem hohen Agio umgewechſelt. Durch ein derartiges
Vorgehen iſt der Zurückziehung von Umlaufsmitteln und ihrer Aufſpeicherung durch
Private in einem für die Geldmarktverhältniſſe höchſt ſchädlichen Umfang
Vorſchub=
geleiſtet worden.
Um das Gebaren ſolcher Geſchäftsleute möglichſt zu kennzeichnen und die
Oeffent=
lichkeit zu warnen, hat der Herr Staatsſekretär des Reichsamts des Innern die
Ange=
legenheis in einer Rede im Reichstag am 16. Januar d. Js. kurz beſprochen.
(4786
Darmſtadt, dir 21. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
Nummer 23.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Dienstag, den 25. Februar 1913.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des § 1 der Pferde=Aushebungs=Vorſchrift vom 15. Seprember
1902 wird für das laufende Jahr die Vormuſterung des Pferdebeſtandes des
Kreiſes Darmſtadt in folgender Weiſe vorgenommen:
1. Dienstag, den 11. März 1913, vormittags 820 Uhr zu Pfungſtadt am
Ausgang nach Hahn, die Pferde aus der Gemeinde Pfungſtadt:
2. Dienstag, den 11. März 1913, vormittags 930 Uhr zu Hahn am
Aus=
gang nach Pfungſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Hahn;
. Dienstag, den 11. März 1913, vormittags 10 Uhr zu Eſchollbrücken
am Ausgang nach Hahn, die Pferde aus den Gemeinden Eich und Eſchollbrücken;
4. Mittwoch, den 12. März 1913, mittags 12 Uhr, zu Darmſtadt in
der Heinrichſtraße zwiſchen Wieners= und Gervinusſtraße — Zugang von der
Wieners=
ſtraße, Abgang nach der Gervinusſtraße — die Pferde aus den Straßen des VI.
Poli=
zeirevier=Bezirks;
5. Mittwoch, den 12. März 1913, nachmittags 3 Uhr zu Roßdorf am
Ausgang nach Darmſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Roßdorf;
Donnerstag, den 13. März 1913, vormittags 8 Uhr zu Darmſtadt in
der Blumenthalſtraße zwiſchen Lagerhaus= und Landwehrſtraße — Zugang von der
Lagerhausſtraße, Abgang nach der Landwehr= bezw. Aliceſtraße — die Pferde aus den
Straßen des III. Polizeirevier=Bezirks;
7. Donnerstag, den 13. März 1913, vormittags 930 Uhr zu
Weiter=
ſtadt am Ausgang nach Schneppenhauſen, die Pferde aus der Gemeinde Weiterſtadt:
8. Donnerstag, den 13. Marz 1913, vormittags 950 Uhr zu
Brauns=
hardt am Wege Weiterſtadt=Schneppenhauſen, die Pferde aus der Gemeinde
Braunshardt;
9. Donnerstag, den 13. März 1913, vormittags 10 Uhr zu
Schneppen=
hauſen am Ausgang nach Weiterſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Schneppenhauſen;
10. Donnerstag, den 13. März 1913, vormittags 1020 Uhr zu
Gräfen=
hauſen am Ausgang nach Schneppenhauſen, die Pferde aus der Gemeinde
Gräfen=
hauſen;
11. Donnerstag, den 13. März 1913, vormittags 11 Uhr zu Erzhauſen
auf dem Vicinalweg nach Wixhauſen, in der Nähe der Dreſchhalle, die Pferde aus
der Gemeinde Erzhauſen;
12. Freitag, den 14. März 1913, vormittags 8 Uhr zu Darmſtadt am
Platz vor dem Hallenſchwimmbad, die Pferde aus den Straßen des I. und II.
Poli=
zeirevier=Bezirks;
13. Freitag, den 14. März 1913, vormittags 1020 Uhr zu Griesheim am
Ausgang nach Darmſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Griesheim;
14. Samstag, den 15. März 1913, vormittags 8 Uhr zu Darmſtadt in der
Landgraf Philipp=Anlage, zwiſchen Wald= und Hügelſtraße — Zugang von der
Hügel=
ſtraße, Abgang durch die Waldſtraße — die Pferde aus den Straßen des IV.
Poli=
zeirevier=Bezirks;
15. Samstag, den 15. März 1913, vormittags 945 Uhr zu Eberſtadt am
Ausgang nach Seeheim, die Pferde aus den Gemeinden Malchen und Eberſtadt;
6. Samstag, den 15. März 1913, vormittags 11 Uhr zu Nieder=Beerbach
am Ausgang nach Eberſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Nieder=Beerbach:
17. Montag, den 17. März 1913, vormittags 8 Uhr zu Darmſtadt am
Rhönring zwiſchen Moller= und Schuknechtſtraße — Zugang von der Mollerſtraße,
Abgang nach der Schuknechtſtraße — die Pferde aus den Straßen des VII.
Polizei=
revier=Bezirks;
18. Montag, den 17. März 1913, vormittags 91½ Uhr zu Wixhauſen in
der Nähe des Bahnhofs, die Pferde aus der Gemeinde Wixhauſen;
19. Montag, den 17. März 1913, vormittags 945 Uhr zu Arheilgen am
Ausgang nach Kranichſtein, die Pferde aus der Gemeinde Arheilgen;
20. Montag, den 17. März 1913, vormittags 1020 Uhr zu Kranichſtein
auf der Straße nach Meſſel, die Pferde des Hofgutes Kranichſtein;
21. Montag, den 17. März 1913, vormittags 1110 Uhr zu Meſſel am
Ausgang nach Darmſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Meſſel;
22. Dienstag, den 18. März 1911, vormittags 8 Uhr zu Nieder=
Ramſtadt am Ausgang nach Ober=Ramſtadt, die Pferde aus den Gemeinden
Waſchenbach, Traiſa und Nieder=Ramſtadt;
23. Dienstag, den 18. März 1913, vormittags 9 Uhr zu Ober=Ramſtadt
am Ausgang nach Nieder=Ramſtadt, die Pferde aus der Gemeinde Ober=Ramſtadt;
24. Dienstag, den 18. März 1913, vormittags 11 Uhr zu Darmſtadt
in der Klappacherſtraße zwiſchen Wittmann= und Schießhausſtraße — Zugang von der
Schießhausſtraße, Abgana nach der Wittmannſtraße — die Pferde aus den Straßen des
V. Polizeirevier=Bezirks.
Jeder Pferdebeſitzer iſt verpflichtet, ſeine ſämtlichen Pferde vorzuführen, mit
Ausnahme:
a) der unter 4 Jahre alten Pferde;
b) der Hengſte;
c) der Stuten, die entweder hochtragend ſind (deren Abfohlen innerhalb der
nächſten 4 Wochen zu erwarten iſt), oder noch nicht länger als 14 Tage
abgefohlt haben;
d) der Vollblutſtuten, die im „Allgemeinen deutſchen Geſtütbuch” oder den
hierzu gehörigen offiziellen — vom Unionklub geführten — Liſten
einge=
tragen und von einem Vollbluthengſt laut Deckſchein belegt ſind, auf
An=
trag des Beſitzers;
der Pferde, welche auf beiden Augen blind ſind;
k) der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten;
g) der Pferde, welche wegen Erkrankung nicht marſchfähig ſind oder wegen
Anſteckungsgefahr den Stall nicht verlaſſen dürfen;
h) der Pferde, welche bei einer früheren, in der betreffenden Ortſchaft
abge=
haltenen Muſterung als dauernd kriegsunbrauchbar bezeichnet worden ſind;
der Pferde unter 1,50 Mtr. Bandmaß.
Unter beſonderen Umſtänden, namentlich in dringenden Fällen, kann durch uns
eine Befreiung von der Vorführung geſtattet werden.
In den unter e—g aufgeführten Fällen ſind vom Ortsvorſtand ausgefertigte
Beſcheinigungen vorzulegen, denen bei hochtragenden Stuten (e) auch der Deckſchein
beizufügen iſt.
Von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde ſind ausgenommen:
Mitglieder der regierenden deutſchen Familien;
2. die Geſandten fremder Mächte und das Geſandtſchaftsperſonal;
3. die aktiven Offiziere und Sanitätsoffiziere bezüglich der von ihnen zum
Dienſtgebrauch gehaltenen Pferde;
4. Beamte im Reichs= oder Staatsdienſte, hinſichtlich der zum Dienſtgebrauch,
ſowie Aerzte und Tierärzte, hinſichtlich der zur Ausübung ihres Berufes
an dem Tage der Muſterung unbedingt notwendigen eigenen Pferde;
5. die Poſthalter, hinſichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur
Beförderung der Poſten kontraktmäßig gehalten werden muß;
6. die ſtädtiſchen Berufsfeuerwehren.
Diejenigen, die ihre geſtellungspflichtigen Pferde nicht rechtzeitig oder
vollzählig vorführen, haben außer der geſetzlichen Strafe bis zu 150 Mark zu
gewärtigen, daß auf ihre Koſten eine zwangsweiſe Herbeiſchaffung der nicht
geſtellten Pferde vorgenommen werden wird. Die Vorführung der Pferde hat
durch zuverläſſige Perſonen und mit der erforderlichen Vorſicht zu geſchehen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An das Großherzogliche Polizeiamt Darmſtadt und die Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Indem wir Sie auf vorſtehende Bekanntmachung hinweiſen, empfehlen wir Ihnen,
dem Muſterungsgeſchäfte beizuwohnen, um dabei die nötige Unterſtützung zu leiſten
und durch Ihre Kenntnis der Perſonen und Pferde das Vorkommen von Unterſchleifen
und Täuſchungen verhüten zu helfen. Insbeſondere wollen Sie dafür beſorgt ſein,
daß die zu muſternden Pferde nicht allein zur beſtimmten Stunde pünktlich
vor=
geführt, ſondern auch gemeindeweiſe in der oben angegebenen Ordnung und
innerhalb der Gemeinden in der Reihenfolge Ihrer Liſte aufgeſtellt werden.
Dieſe Aufſtellung hat nicht erſt auf dem Muſterungsplatze zu erfolgen, die
Pferde müſſen vielmehr in dieſer Ordnung ſchon dahin verbracht werden.
Es empfiehlt ſich daher, die ordnungsmäßige Aufſtellung ſchon in Ihren
Gemeinden vorzunehmen und bei dem Marſch zum Muſterungsplatze dieſe
Ordnung einzuhalten. Die Pferde werden abgeſchirrt gemuſtert.
Die Vorführungsliſten werden Ihnen mit beſonderer Verfügung in den nächſten
Tagen wieder zugehen.
Gleichzeitig machen wir darauf aufmerkſam, daß die erforderlichen Vorkehrungen
zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Verhütung von Unglücksfällen, von Ihnen
rechtzeitig zu treffen ſind.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
(4507a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Unter Bezug auf die im „Verein für ländliche Heimat= und Wohlfahrtspflege‟
ſtattgehabten Ausführungen teilen wir Ihnen mit, daß es im Intereſſe des
Heimat=
ſchutzes öringend erwünſcht erſcheint, wenn in höherem Maße, als dies vielfach geſchieht,
diejenigen Friedhöfe, die durch die Art ihrer Anlage, durch alten Baumwuchs, durch
Grabdenkmäler oder in anderer Hinſicht bemerkenswert ſind, möglichſt in ihrem
be=
ſtehenden Zuſtand bewahrt bleiben.
Auf die Erhaltung des Baumwuchſes, welcher dem Friedhof ſehr häufig ſeine
Eigenart gibt und ſein Ausſehen weſentlich verbeſſert, iſt beſonderer Wert zu legen.
Da der Baumbeſtand ferner die Vorbedingung dafür zu erfüllen vermag, daß die
Friedhöfe ſpäter, nach dem Aufhören ihrer Benutzung zur Leichenbeſtattung, öffentliche
Anlagen werden können, iſt ſeine Erhaltung ebenfalls geeignet. Daher ſollen unter
keinen Umſtänden Bäume nur aus dem Grunde entfernt werden, um aus dem Wert
des Holzes Nutzen zu ziehen. Aber auch da, wo etwa aus anderen Rückſichten
die Anpflanzung von Bäumen unterblieben iſt, ſollte das Verſäumte allmählich
nachgeholt werden. Wenn vorhandene ſchöne Bäume oder Baumgruppen die
Regel=
mäßigkeit der Gräberreihen ſtören oder zu ſtören drohen, ſollte, bevor zu deren
Be=
eitigung geſchritten wird, genau unterſucht werden, ob nicht der mit der
Regelmäßig=
keit der Gräberreihen verfolgte Zweck, auf andere Weiſe, nötigenfalls durch entſprechende
Vergrößerung des Friedhofs erreicht und dieſem dadurch der Schmuck, den die Bäume
für ihn bilden, erhalten werden kann. In den für die Friedhöfe anzufertigenden
Lageplänen iſt bei der Beſtimmung der Reihengräber, ſowie der Erbbegräbniſſe, ferner
auch bei der Einteilung der Wege auf vorhandene Bäume und Baumgruppen möglichſt
Rückſicht zu nehmen. Um Zweifel zu vermeiden, bemerken wir ausdrücklich, daß die
in den neueren Friedhofordnungen enthaltenen Vorſchriften nach den vorſtehend
an=
geführten Grundſätzen auszulegen ſind. Ferner weiſen wir darauf hin, daß in
den=
jenigen Fällen, in welchen der Friedhof oder Teile desſelben, insbeſondere auch
vor=
handener Baumbeſtand, zur Umgebung eines Baudenkmals gehören, unter Umſtänden
die Mitwirkung des zuſtändigen Denkmalpflegers in Anſpruch zu nehmen iſt (vergl.
insbeſondere Artikel 2, 11, 31 des Denkmalſchutzgeſetzes).
Eine günſtige Gelegenheit, nicht nur das beſtehende landſchaftliche Bild einer
Gegend zu verbeſſern, ſondern auch in dem Ausſehen des Friedhofs ſelbſt hierauf
Rückſicht zu nehmen, bietet ſich bei der Neuanlage eines Friedhofs. Wenn nicht bereits
mit Bäumen angepflanzte Grundſtücke (Wälder, Parke und dergleichen) gewählt
werden, kann hier die für den Friedhof erforderliche Fläche ſo bemeſſen werden, daß
außer dem Platz für die Grabſtätten auch noch ſolcher für Baumpflanzungen übrig
bleibt.
Die Eigenart eines Friedhofs kann außer durch den Baumſchmuck vor allem
durch die Art der Grabdenkmäler bedingt ſein. Daher iſt anzuſtreben, daß die älteren
künſtleriſch und geſchichtlich oder ſonſt durch ihre Eigenart bedeutſamen Grabdenkmäler
geſchützt und erhalten werden. Derartige Grabdenkmäler ſind namentlich für die
Er=
haltung und Förderung der heimatlichen Grabmalkunſt von größerer Bedeutung.
Auf den meiſten Friedhöfen, insbeſondere auf denen, die jetzt nicht mehr benutzt
werden, befinden ſich erhaltenswerte Grabdenkmäler, welche oft jetzt ſchon ſtark in
Verfall geraten und allmählich ihrem vollſtändigen Untergang entgegengehen. Viele
von ihnen werden an Stellen aufbewahrt, wo ſie der Witterung ſtark ausgeſetzt ſind,
viele auch dienen beſonderen Zwecken als Abdeckſteine von Mauern, Brückenſteine
über Gräben und dergleichen. In letzter Zeit iſt es gelungen, gerade von dieſen,
ſofern ſie mit der Schrift= und Bildſeite nach unten lagen, eine größere Anzahl zu
retten und ſo manche für die Ortsgeſchichte bedeutſame Erinnerung durch
Wieder=
aufſtellung des Grabmals an würdigerer Stelle zu erhalten.
Für die Art, in der bedeutſame Grabdenkmäler geſchützt und erhalten werden
können, ſind im weſentlichen folgende Grundſätze zu beachten:
Es kommen ſowohl ſteinerne als auch eiſerne und hölzerne Grabdenkmäler in
Betracht.
Alle Grabdenkmäler von Stein oder Eiſen, die noch an ihrer urſprünglichen Stelle
ſich befinden, ſollen möglichſt dort belaſſen werden, ſofern die Stelle nicht für neue
Gräber oder andere Zwecke des Friedhofs in Anſpruch genommen werden muß oder
ſofern nicht der baldige Verfall der Grabdenkmäler infolge wenig widerſtandsfähigen
Materials und allzu ungünſtigen Klimas zu erwarten ſteht. Diejenigen
Grabdenk=
mäler, die von ihrer urſprünglichen Stelle verſetzt werden müſſen, werden am
zweck=
mäßigſten an den Außenſeiten der Kirche — aber immer von der Wetterſeite abgekehrt,
alſo in der Richtung nach Norden oder Oſten zu, — in Vorräumen der Kirche, oder
wenn geeigneter Platz vorhanden iſt, im Innern der Kirche ſelbſt aufgeſtellt oder in
der Wand eingelaſſen. In entſprechender Weiſe kann als Aufbewahrungsſtelle die
Ein=
friedigungsmauer eines Friedhofes benutzt werden.
Unter den eiſernen Grabdenkmälern ſind meiſtens nur die ſchmiedeeiſernen
er=
haltenswert. Dieſe können oft durch geringe und billige Ausbeſſerungen, die der Schmied
im Orte auszuführen in der Lage iſt, insbeſondere auch durch rechtzeitige Erneuerung
des Anſtrichs, auf längere Zeit weiter erhalten werden.
Hölzerne Grabdenkmäler haben kaum eine längere Dauer als 30—50 Jahre. Sie
ſind aber dort, wo ſie in eigenartigen Formen üblich waren, ſehr beachtenswert und es
empfiehlt ſich hier, die noch erhaltenen Stücke dieſer Art vor ihrer vollſtändigen
Zer=
ſtörung in geſchloſſenen Raum unterzubringen.
Schließlich iſt es noch als wünſchenswert zu bezeichnen, daß bedeutſame Inſchriften
der älteren Grabdenkmäler jetzt, bevor noch die Schriftzeichen durch weitere
Verwitter=
ungen ganz unleſerlich geworden ſind, abgeſchrieben und in einem beſonderen Buch
gewahrt werden.
Damit dieſe Grundſätze möglichſt einheitlich durchgeführt und gehandhabt
wer=
den, beſtimmen wir folgendes:
Alle im Eigentum einer juriſtiſchen Perſon des öffentlichen Rechts ſtehenden
Grab=
denkmäler unterliegen ohne weiteres den Vorſchriften des Denkmalſchutzgeſetzes, ſobald
ſie als Baudenkmäler im Sinne des Artikel 1 des Denkmalſchutzgeſetzes zu gelten haben.
Sie wollen allmählich feſtſtellen, welche Grabdenkmäler dieſer Art vorhanden ſind, und
deren Eintrag in das nach Artikel 8 des Denkmalſchutzgeſetzes zu führende
Verzeich=
nis veranlaſſen.
Da die im Privateigentum befindlichen Baudenkmäler im Sinne des Artikel 1
des Denkmalſchutzgeſetzes den Vorſchriften dieſes Geſetzes nur dann unterſtehen, wenn
ſie rechtskräftig in die Denkmalliſte eingetragen ſind, empfehlen wir zu veranlaſſen, daß
auch die bedeutenderen Grabdenkmäler dieſer Art in die Denkmalliſte eingetragen werden.
Aber auch bei denjenigen Grabdenkmälern in öffentlichem oder Privateigentum,
welche keine Baudenkmäler im Sinne des Denkmalſchutzgeſetzes ſind, für die aber
den=
noch Gründe zu ihrer Erhaltung vorliegen, empfiehlt es ſich Vorſorge zu treffen, daß
derartige Grabdenkmäler nicht ohne zwingende Gründe beſeitigt, veräußert oder
ver=
ändert werden. Sie wollen daher in allen Fällen, in denen zu Ihrer Kenntniß gelangt,
daß Grabdenkmäler der genannten Art beſeitigt, veräußert oder verändert werden, dem
zuſtändigen Denkmalpfleger für die Baudenkmäler alsbald Anzeige machen. Wir
ver=
weiſen noch auf das vorbildliche Vorgehen in der Gemeinde Trebur zu Erhaltung der
alten Denkmäler und zur Wahrung der Eigenart des Friedhofs und empfehlen Ihnen,
die dortigen Erfahrungen ſich zu Nutzen zu machen. Wegen Ausführung des
Vor=
ſtehenden wollen Sie ſich mit den Kirchenvorſtänden ins Benehmen ſetzen und
deren Mitwirkung hierbei in die Wege leiten.
Darmſtadt den 18. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4787
Betreffend: Ausführung des Reichsimpfge
etzes.
Alle Eltern und Pflegeeltern, welche in dieſen Tagen von uns aufgefordert
worden ſind, den Nachweis zu führen, daß die Impfung ihrer im Jahre 1912
impf=
pflichtig geweſenen Kinder und Pflegebefohlenen erfolgt oder aus einem geſetzlichen
Grund unterblieben iſt, machen wir darauf aufmerkſam, daß dieſer Nachweis durch
Vorlage des Impfſcheins oder eines ärztlichen Zeugniſſes am
Mittwoch, den 26. Februar und 19. März d. J.,
nachmittags von 2—3 Uhr,
in dem Schulhaus in der Rundeturmſtraße 9 geführt werden muß, wenn ſie ſich
nicht einer Beſtrafung auf Grund des § 14 des Reichsimpfgeſetzes ausſetzen wollen.
Darmſtadt, 20. Februar 1913.
(4605a
Großherzogliches Kreisgeſundheitsamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Beſt.
Darmſtadt, 5. Februar 1913.
Betreffend: Die Führung der Rekrutierungsſtammrollen; hier Zu= und Abgänge
Militärpflichtiger.
Der Zivil=Vorſitzende der Großherzoglichen Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf die Beſtimmungen des § 46 Poſ. 13 der Wehr=Ordnung vom
22. November 1888 (Neuabdruck im Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901) hinweiſe, nach welcher
von jeder An= und Abmeldung eines Militärpflichtigen zur bezw. von der
Stamm=
rolle infolge Aufenthaltswechſel, behufs Berichtigung der alphabetiſchen und Reſtanten=
Liſten, hierher Mitteilung zu machen iſt, empfehle ich Ihnen, die entſprechenden
Anzeigen — bei Anmeldungen unter Vorlage des Loſungsſcheins — für jeden Mann
getrennt, alsbald zu erſtatten.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
(2715a
Nummer 23.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Dienstag, den 25. Februar 1913.
Bekanntmachung.
Die Einſtellung von Drei= und Vierjährig=Freiwilligen für das III.
See=
bataillon (Marine=Infanterie) in Tſingtau (China) findet Oktober 193 ſtatt;
Aus=
reiſe nach Tſingtau: Januar oder Frühjahr 1914, Heimreiſe Frühjahr 1916 bezw. 1917.
Bedingungen: Mindeſtens 1,65 m groß, kräftig, geſunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1894
geboren (jüngere Leute nur bei beſonders guter körperlicher Entwicklung). In Tſingtau
wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.
Die Vierjährig=Freiwilligen erhalten im 4. Dienſtjahre eine tägliche Ortszulage von
1,50 Mark. Meldungen mit genauer Adreſſe ſind unter Beifügung eines
unterzeich=
neten, vom Zivilvorſitzenden ausgeſtellten Meldeſcheins zum freiwilligen Dienſteintritt
auf drei bezw. vier Jahre zu richten an: das Kommando des III.
Stamm=
ſeebataillons, Wilhelmshaven.
Darmſtadt, den 7. Februar 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die Einſtellung von Drei= und Vierjährig=Freiwilligen für die
Matroſen=
artillerie=Abteilung Kiautſchou (Küſtenartillerie) in Tſingtau (China) findet
Oktober 1913 ſtatt; Ausreiſe nach Tſingtau: Januar 1914 bezw. 1915, Heimreiſe
Früh=
jahr 1916 bezw. 1917. Bedingungen: Mindeſtens 1,64 m groß, kräftig, geſunde Zähne,
vor dem 1. Oktober 1894 geboren (jüngere Leute nur bei beſonders guter körperlicher
Entwicklung). In Tſingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark
Teuerungszulage gewährt. Die Vierjährig=Freiwilligen erhalten im 4. Dienſtjahre
eine tägliche Ortszulage von 1,50 Mark. Meldungen mit genauer Adreſſe ſind unter
Beifügung eines vom unterzeichneten Zivilvorſitzenden ausgeſtellten Meldeſcheins
zum freiwilligen Dienſteintritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten an: das Kommando
der Stammabteilung der Matroſenartillerie Kiautſchou, Cuxhaven.
Darmſtadt, den 7. Februar 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
(3714a
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(4818
BDeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 19. Februar, und die folgenden Mittwoche,
ſolange Bedürfnis, von nachmittags ½3 Uhr ab unentgeltliche
Impftermine im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im
Vor=
jahr impfpflichtige, bis jetzt noch nicht geimpfte Kinder.
Angeordnete Wiederimpfungen werden in dieſen Terminen
ebenfalls vorgenommen.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe.
Nachſtehende Verhaltungs=Vorſchriften werden zur Beachtung
bekannt gegeben:
Aus einem Hauſe, in welchem anſteckende Krankheiten, wie
Scharlach, Maſern, Diphtherie, Krup, Keuchhuſten. Flecktyphus,
roſenartige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen,
dürfen die Impflinge zum allgemeinen Termine nicht gebracht werden.
Die Eltern des Impflings oder deren Vertreter haben dem
Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere oder noch
beſtehende Krankheiten des Kindes Mitteilung zu machen.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913.
(4232a
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Das Umpflügen von an Feldwege
ſtoßenden Grundſtücken.
Vor der ietzt beginnenden Feldarbeit mache ich hierdurch darauf
aufmerkſam, daß das Einpflügen in die Feldwege, ſowie das
ſchaden=
bringende Wenden der Pflüge auf denſelben verboten iſt und
Zu=
widerhandlungen gemäß den Beſtimmungen des Art. 39 des
Feld=
ſtrafgeſetzes Strafe nach ſich ziehen.
Das Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, die Befolgung dieſes
Gebots zu überwachen und Zuwiderhandelnde unnachſichtig zur
Anzeige zu bringen.
(4759oi
Darmſtadt, den 20. Februar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Wie in der Zeit vom 1. Aprik 1913 bis 31. März 1914 bei dem
ſtädtiſchen Gaswerk vorkommenden Rohrgrabenarbeiten ſollen
L
vergeben werden. Die Vergebungsbedingungen können bei
unter=
zeichneter Verwaltung, Frankfurterſtraße 29, I., Zimmer 3, in den
Dienſtſtunden eingeſehen werden.
Angebote ſind bis Montag, den 10. März I. Js.,
vor=
mittags 10 Uhr, verſchloſſen und mit dem Vermerk „Erdarbeiten
verſehen, einzureichen.
(4658soi
Darmſtadt, den 20. Februar 1913.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.
Die Fuhrleiſtungen beim ſtädtiſchen Gaswerk ſollen für die Zeit
vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 vergeben werden.
Die Vergebungsbedingungen können bei der unterzeichneten
Verwaltung, Frankfurter Straße 29, I., Zimmer 3, in den
Dienſt=
ſtunden eingeſehen werden.
Angebote ſind bis Montag, den 10. März, vormittags
11 Uhr, verſchloſſen und mit dem Vermerk „Fuhrleiſtungen” ver=
(4775oid
ſehen, einzureichen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1913.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 26. Februar 1913, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 dahier (Reſtauration
„Zur Roſenhöhe”) verſchiedene Möbel, als:
Vertikos, Kleiderſchränke, Waſchkommoden, Waſchſchränke,
1 Diwan, Tiſche, 1 Sofa, 1 Schreibkommode, Stühle,
Schreibtiſche, Konſolſchränkchen, 1 Ruhebett, Trumeauſpiegel,
1 Serviertiſch, 1 Bücherſchrank, 1 Umbau, ferner Pianinos,
Jalouſieſchränke, amerikaniſches Rollbureau, 1
Schreib=
maſchine, 1 Kartotheke, 1 Galerieſchrank. Nähmaſchinen,
Ladenregale, Ladentheken, eiſerne Behälter, 3 Anzüge,
1 Bibliothek, verſchiedene Werke, Bohrmaſchinen,
Schraub=
ſtöcke, Stanzen, Amboſſe, 1 Eiſenſchere, 1 Handwagen,
2 Fahrräder, eine große Partie
Sticke=
reien, Stickereikragen, Spitzen, Tüll ꝛc.
(4832
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sache findet ſicher ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
Stamm= und Autzholz=Verſteigerung.
Freitag, den 28. Februar I. J., von vormittags 9½ Uhr
an, werden im Gundernhäuſer Gemeindewald verſteigert:
1.53 Feſtmeter
3 Stück Eichen=Stämme
0,89
„ Eſchen
16
9,49
Kiefern „
,
3,40
10 „ Lärchen „
202
64,09 „
„ Fichten
Derbſtangen 102,54
,
1886 „
Reisſtangen 12,43
1191 „
Die Fichten=Stämme werden von Abzählungs=Nr. 676 bis 884,
1122 bis 1135, 1180 bis 1210, 1632 bis 1665 und 1702 bis 1729
aus=
geboten. Die übrigen Fichten=Stämme werden nicht verſteigert.
Die Zuſammenkunft iſt auf dem Meſſeler Weg am Eingang
(4722si
des Waldes.
Gundernhauſen, den 20. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
J.=Nr. 296/454.
Der Dragoner (Hilfstrompeter,
Julius Triebſch der 3. Eskadron,
welcher ſich am 29. Januar d.
aus der Garniſon entfernte, iſt
auf=
gegriffen und hierher zurückge=
(4816
bracht worden.
Die gegen denſelben erlaſſenen
Steckbriefe werden
zurückgenom=
men.
Darmſtadt, 20. Februar 1913.
Frhr. v. Brandenſtein,
Major u. Regimentskommandeur.
la Nußb.=Stämme
(deutſche)
la Kirſchb=Stämme
aſtrein, ca. 5 Waggon, rund od.
nach Dimenſionen eingeſchnitten,
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Die diesjährigen Geſellenprüfungen finden im Monat
März ſtatt.
An derſelben können alle jungen Handwerker unſeres Gewerbes
teilnehmen, deren Lehrzeit ſpäteſtens am Schluß der Prüfungen
beendet iſt.
Anmeldungen zur Prüfung ſind unter Benutzung des
vor=
geſchriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum
28. Februar 1913 an den unterzeichneten Ausſchuß zu richten. Die
Prüfungsgebühr beträgt 5 Mark und iſt mit der Anmeldung an den
Unterzeichneten einzuſenden.
Wir machen insbeſondere darauf aufmerkſam, daß die
Ablegung der Geſellenprüfung zwingende Vorbedingung für die
Zulaſſung zur Meiſterprüfung iſt, künftig aber nur durch das
Beſtehen der letzteren die Befugnis zum Auleiten von
Lehr=
lingen erworben werden kann. Die Verſäumnis der
Geſellen=
prüfung hat alſo ſpätere empfindliche, nicht mehr nachzuholende
Nachteile im Gefolge.
Darmſtadt, den 21. Februar 1913.
(*5005
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Pen=
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werden täglich von 12—1 oder 3—5 Uhr nachmittags von dem
Vorſteher oder deſſen Stellvertreter, Herrn Lehramtsaſſeſſor Michel,
in der Anſtalt entgegen genommen. Proſpekte und
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Fehrnar 1913.
Nummer 47.
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Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
19
Bei Tiſch ſagte Irma ganz unvermittelt: „Wenn es
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Mama in den Süden. Der Doktor meint ja auch, daß ich
Luftveränderung dringend nötig hätte. Onkel Vahlen
ſchenkt mir das Reiſegeld. Und während meiner
Abweſen=
heit könnteſt Du alles mit Eldenau einrichten. Ich bin
überzeugt, daß Nika Lansky glücklich ſein wird, Dich als
Inſpektor zu gewinnen.
Wie? Du hätteſt nichts dagegen, in Eldenau zu
leben? rief Fabian erfreut, Fabian wunderte ſich
eigent=
lich, daß er jetzt ſo ruhig Nika gegenüber war. Sogar
die Ausſicht des täglichen Zuſammenſeins mit ihr brachte
ihn nicht aus dem ſeeliſchen Gleichgewicht. Die
materiel=
len Sorgen waren ſo ſchwer, daß ſie alle anderen
Be=
denken überwogen. Für uns wäre es ein großes Glück,
wenn ich die Stelle bekäme; das Gehalt in Eldenau iſt
ſehr hoch, und wir könnten Heidegg dann ohne Mühe
halten.
Alſo Heidegg zuliebe, Fabi, mir ſoll alles recht ſein,
ſagte Irma.
Er umfing und küßte ſie. Du haſt mir ein großes
Geſchenk gemacht, rief er.
Sie lächelte müde. Dieſe Heidegger Kinder hingen
ja mit ſolch einer ſchwärmeriſchen Liebe an dem Grund
und Boden, der ihnen doch nur halb gehörte. Nun ſogar
auch Erikg.
Irma verſtand das nicht. Sie wäre mit Fabian auf
einer einſamen Südſeeinſel glücklich geweſen, dort hätte
ſie auch ſicher mehr von ihm gehabt als hier, wo
Vahlen=
hof, Borgheide, Heidegg und nun ſogar auch noch Eldenau
ihn ihr doch fortgeſetzt rauben würden.
Monika Lansky ſaß an einem ſehr ſonnigen
Nach=
mittag auf dem breiten Balkon ihres Wohnzimmers und
begann einen Brief an ihre Schwägerin, die Admiralin:
Stell’ Dir das Neueſte vor, liebſte Stephanie, ich habe den
ſeinerzeit uns ſo warm empfohlenen Helmering von heute
auf morgen entlaſſen müſſen! Zum Glück war im
Kon=
trakt eine ſolche Möglichkeit vorgeſehen. Ich habe mit
Freuden dem Patron ſein Jahresgehalt auszahlen laſſen,
um ihn ſchleunigſt los zu werden. Denke Dir bloß: dieſer
Helmering erfrechte ſich, mir brieflich eine glühende
Lie=
beserklärung mit nachfolgendem Heiratsantrag zu machen!
Er war ja eine kurze Zeitlang mit der armen Editha
Hei=
degg verlobt — wie infam ſich Helmerings gegen die
Hei=
degger betragen haben, das erfuhr ich durch Tante Chriſtel
leider viel zu ſpät. Ich antwortete meinem ſauberen
In=
pektor durch eine lakoniſche Kündigung. Noch am ſelben
Nachmittag verließen Mamn Helmering und Tochter
Eldenau — der edle Gaſton folgte ihnen am nächſten
Morgen auf meinen deutlich geäußerten Wunſch hin
ich aber ſaß nun bei beginnender Ernte ohne Inſpektor
da. Ich ſchrieb ſofort meinem Jugendfreund Fabian
Hei=
degg und bat ihn, mir einen Inſpektor zu verſchaffen. Zu
meiner Freude erklärte ſich Fabian bereit, ſelber als
Hel=
merings Nachfolger in Eldenau einzutreten und im Ok=
tober hierher überzuſiedeln — fürs erſte hat er mir einen
Eleven aus Vahlenhof, der ſchon was von der
Landwirt=
ſchaft verſtehen ſoll, geſandt. So bin ich denn nun aus
allen Nöten.
*
Wieder einmal wurde es Weihnachten auf Heidegg.
Aber eine leiſe Wehmut lag über der Feſtſtimmung.
Die Gräber waren noch zu friſch. Der Weihnachtsabend
vereinte wie in alter Zeit die Heidegger um den
Lichter=
baum. Edelchen und Iſa hatten ganz heimlich auf ihrer
Stube Nüſſe und Tannenzapfen vergoldet. Vaters Platz
in der Halle war ja leer.
Fabian und Nika fuhren am heiligen Abend
mit=
einander nach Heidegg. Es war prachtvolles Schneewetter.
Fabian führte ſelber die Zügel. Sie ſprachen lebhaft über
wirtſchaftliche Angelegenheiten, um die ſich Nika unter
Fabians Leitung nunmehr auch ſelber kümmerte.
Weißt Du, Fabi, ſagte Nika plötzlich — meine
Schwä=
gerin, die Admiralin, hat mir heute einen obligaten
Weih=
nachtsbrief geſchrieben. Ich habe die gute Stephani
ehr=
lich gern, aber in manchen Dingen verſtehen wir einander
doch nicht ſo ganz. Laß mich offen gegen Dich ſein, fuhr
Nika in ihrer lebhaften Naivität fort, findeſt Du es nicht
auch lächerlich, daß Stephanie mir ſchreibt, es ſei nicht
paſſend, daß ich mit einem Strohwitwer auf Eldenau
hauſe? Ich finde ſoche Bedenken lächerlich und habe ſofort
Stephanie meine Meinung geſagt. Mein Gott, wir ſind
doch alte Kameraden; und Deine Frau kommt ja im
Sommer nach Hauſe — ich hoffe dann, auch ihre Freund=
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kleinlich ſein.
er fuhr
Fabian ſchoß das Blut in die Schläfen
plötzlich ſo ſcharf, daß die beiden Rappen wie toll den
Schnee aufwarfen. Du haſt ganz recht, Nika, es iſt
klein=
lich, erwiderte er dann.
Sie merkte nicht, daß ſeine Stimme ein wenig
un=
ſicher klang. Ihre prachtvolle Unbefangenheit war ein
Schutz gegen ſein rebelliſches Blut. Man iſt nicht
unge=
ſtraft mit einer jungen, klugen und hübſchen Frau täglich
zuſammen, beſonders, wenn man früher dieſe Frau geliebt
hat. Er ſah plötzlich klar: es war eine Tollkühnheit von
ihm geweſen, nach Eldenau zu gehen. Aber hatte Irma
nicht ſelber den letzten Anſtoß dazu gegeben? Sie, die
früher ſo eiferſüchtig geweſen, — auf Mutter Chriſtel
ſo=
gar, auf die Geſchwiſter —, hatte ihn doch dringend
über=
redet, zuzugreifen.
Irma ſchrieb ihm alle vierzehn Tage, ſo ruhig, ſo
ge=
laſſen. Fabian wußte bereits auswendig, was in dem
Schreiben ſtand, noch bevor er es geleſen hatte: Es ginge
Mama ſchlecht mit den Nerven, aber ihrer, Irmas,
Ge=
ſundheit gut, und ſie hätten einen netten Kreis, und das
Wetter wäre ſo ſchön.
Frau Ehriſta hatte den Nachfolger des alten Paſtor
Pohl eingeladen, nach dem Weihnachtsgottesdienſt den
Abend auf Haus Heidegg zu verbringen. Der junge Paſtor
war noch unverheiratet, ein langer, ſchlanker Mann, mit
einem intelligenten Geſicht, dem man ſeine finniſche
Ab=
ſtammung nicht anmerkte. Oder lieber ſchlankweg „
eſth=
niſche”, denn Paſtor Hans Tammiks Eltern waren kleine
eſthniſche Pächtersleute geweſen, die den Ehrgeiz beſeſſen
hatten, ihren einzigen Sohn ſtudieren zu laſſen.
Nika fühlte ſich in Heidegg ganz als Hauskind — ihre
friſche und herzliche Art half Frau Chriſta am beſten über
die ſchweren Erinnerungen, die ſich heute abend mit alier
Macht herandrängten, hinweg. Ihre völlige
Unbefangen=
heit Fabian gegenüber gab dieſem im Laufe des Abends
ſeine alte Sicherheit wieder. Aber er überlegte doch, daß
es um Nikas willen vielleicht ganz gut wäre, wenn ſie
irgend eine ältere, ſympathiſche Dame als Geſellſchafterin
ins Haus nähme. In den nächſten Tagen ergriff er die
Gelegenheit, mit Mutter Chriſtel darüber zu reden
Frau Chriſta ſtimmte ihm ſogleich bei: Wir hätten
ſchon früher daran denken ſollen. Auf Nika darf kein
fal=
ſcher Schein fallen.
Sie ſprach mütterlich mit der jungen Frau. Mein
gutes Kind, ſchloß ſie, die Menſchen ſind nun mal ſo,
Deine Schwägerin hat ganz recht.
Alſo einen Anſtandswauwau, rief Nika kläglich. Gut.
Ich füge mich diesmal ausnahmsweiſe Eurer beſſeren
Ein=
ſicht. Vielleicht iſt Donna Elvira, meine ehemalige
Gou=
vernante, erreichbar. Erika kennt ſicher ihre Adreſſe.
Bei Nika mußte immer alles „Schlag auf Blitz” gehen.
Depeſchen folgen hin und her — und noch im alten Jahr
hatte ſie die freudige Zuſage des alten Fräuleins in
Händen.
Daß ich mich nicht ſchon früher um die Liebe, Gute
gekümmert habe! rief Nika, ich mache mir Vorwürfe. Das
ärmſte Elvirchen hat, nach ihrem überſchwenglichen
Dan=
kesbrief zu urteilen, bei ihren Verwandten kein leichtes
Brot gehabt. Ach — es iſt herrlich, einem alten, müden
Menſchen einen euhigen, ſorgloſen Lebensabend zu
be=
reiten!
In den erſten Tagen des Januar hatte Nika alle
Hei=
degger und auch den Paſtor zu ſich zu Tiſch geladen.
Letz=
terer verſpätete ſich ein wenig, und man ſah es ſeinem
Aeußeren ſogleich an, daß er der Ueberbringer einer
wich=
tigen Nachricht ſein müſſe.
Wir haben Krieg, ſprach er.
Diez! rief Frau Chriſta ſchmerzlich. Ein ſchweres,
furchtbares Zukunftsbild erhob ſich vor aller Augen. Nach
der erſten Beſtürzung redeten alle durcheinander. Iſa hing
ſich an Klaus' Arm: Glaubſt Du, daß Onkel Regi auch
mit in den Krieg muß? flüſterte ſie.
Kind — wer kann das wiſſen, es müſſen Unzählige
darauf gefaßt ſein.
Nika umarmte und küßte Frau Chriſta beim Abſchied
beſonders innig: Tante Chriſta, ich denke an die Worte,
welche Diez mir bei ſeinem Scheiden geſagt hat: Alle
Ja=
panerkugeln treffen nicht!
Ein paar Reſerviſten aus dem Heidegger Dorf
wur=
den eingezogen, daruntee auch zwei Verheiratete. Die
Mütter und Frauen der Krieger kamen weinend und
kla=
gend ins Herrenhaus. Frau Chriſta tröſtete und
be=
chenkte ſie.
Fabi war eines leichten Fußleidens wegen der
Lanp=
wehr zugezählt worden. Wutzelchen bedauerte, daß er
nicht mit ins Feld konnte, und beneidete Diez.
Es iſt genug für mich, um einen Sohn bangen zu
müſſen, ſagte Frau Chriſta verweiſend.
Du haſt aber auch gar nichts von einer ſpartaniſchen
Muter an Dir, meinte Wutzel.
Mag ſein. Ich bin auch gar nicht für den Krieg,
weder für dieſen, noch für einen anderen. Ja —
achtzeyn=
hundertdreizehn — gegen Napoleon — da wäre ich
viel=
leicht ſogar ſelber mit hinausgeezogen. Das war aber
auch etwas ganz anderes.
Von Diez kamen Abſchiedsdepeſchen; er war gefund,
fidel und freute ſich aufs Losſchlagen.
Echt unſer Diez, meinten Edelchen und Iſa ſtolz.
Nika ſorgte unter Beihilfe des Paſtors für die
Hin=
terbliebenen der einberufenen Bauern im Kirchſpiel.
Da=
durch beruhigt man alle dieſe aufgeregten Gemüter am
beſten, meinte ſie in ihrer praktiſchen Weiſe.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913
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[ ← ][ ]Seite 18,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Februar 1913.
Nummer 47.
Luftfahrt.
sr. Ein 50000 Fr.=Preis für
Waſſerflug=
maſchinen wurde von dem Beſitzer des New=Yorker
Herald Mr. Gordon=Bennett geſtiftet, und zwar auf
An=
regung des bekannten franzöſiſchen Sportsman Jacques
Schneider. Der Wettbewerb um dieſen Preis ſoll im
erſten Jahre an der Riviera in der Bucht von Beaulien
zwiſchen Kap Martin und St. Hoſpice, in der Nähe von
Monte Carlo. auf einer etwa 200 Kilometer langen Strecke
ausgetragen werden. — Die Summe wird dem
Franzöſi=
ſchen Aeroklub überwieſen werden, der auch das nähere
Reglement ausarbeitet.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferdeſport. Rennen zu Enghien. Prix
de Artois; Diſtanz 2800 Meter, 3000 Francs: 1. Monſ.
Jean Sterns Morale (W. Head), 2. Veniſo (J. Harty),
3. Toinette IV (Lovegrove). Tot. 53:10. — Prix de la
Scarpe; Diſtanz 3400 Meter, 4000 Francs: 1. Monſ. de
Caſtelbajacs Urbaine (Umhauer), 2. Ramſes (J. Harty),
3. Paſſau (Riolfo). Tot. 30110. — Prix du Cambreſis;
Diſtanz 3700 Meter, 3000 Francs: 1. Monſ. Jean Lieux'
Charlotte I (Gaudinett), 2. Segre (Wicks), 3. Tremolo
(Debiſhop). Tot. 48:10. — Prix de la Flandre; Diſtanz
3200 Meter, 4000 Franes: 1. Monſ. F. Guibails Saut de
Loup (Parfrement), 2. Rupeſtris II (A. Garter). 3. Guſel
(Powers). Tot. 3110. — Prix du Hainaut; Diſtanz 3500
Meter, 4000 Francs: 1. Monſ. G. Ehlers Le Matifan
(L. B. Moreau), 2. Balagan (Parfrement), 3. Burwood
(Umhauer). Tot. 32:10. — Prix de IOiſe; Diſtanz 3000
Meter 5000 Francs: 1. Monſ. du Verdiers Danſeur II
(M. Barat), 2. Kurwenal (Thibault), 3. Manoir (
Ber=
teaux). Tot. 84:10.
Rennen zu Auteuil. Prix Turco; Diſtanz 3100
Meter, 3000 Francs: 1. Monſ. Gaſton Dreyfus Vico (M.
Barat), 2. Retardataire (O'Connor), 3. Piece d’Or (W.
Head). Tot. 84:10. — Prix Calabrais; Diſtanz 4500
Me=
ter, 8000 Francs: 1. Monſ. Ch. Lienarts Sanſovino (W.
Head), 2. Montagnard (G. Mitchell). Tot. 14:10. — Prir
Beugnot: Diſtanz 3800 Meter, 15 000 Franes: 1. Monſ.
A. Veil=Picards Lord William (Parfrement), 2. Rouvrou
(Lancaſter), 3. Remue Menage (R. Sauval). Tot. 75:10.
Prir Blaviette: Diſtanz 4000 Meter, 15 000 Francs:
1. Monſ. Camille Blancs Port=au=Prince (R. Sauval),
2 Loup (G. Mitchell). Tot. 31:10. — Prir Saint Bris;
Diſtanz 3800 Meter, 4000 Francs: 1. Monſ. F. Jay=
Goulds Conti la Belle (A. Chapmann), 2. La Clochette
(OConnor), 3. Ripoſata (Lancaſter). Tot. 23:10. — Prix
Elf: Diſtanz 3500 Meter, 4000 Francs: 1. Monſ. M. de
Rothſchilds Nickel (M. Barat) ging allein über die Bahn.
* Radſport. Radrennen zu Paris. Am
Sonn=
tag ging auf der Pariſer Winterbahn die Begegnung des
amerikaniſchen Weltmeiſters Kramer mit dem Dänen
Ellegaard vor ſich. Wie am Sonntag vorher gegen
Hour=
lier, ſo beſtätigte Kramer auch diesmal ſeine
hervor=
ragende Form, indem er beide Läufe des Matches
ge=
wann. Im erſten Lauf kam Ellegaard erſt gar nicht zum
Spurten, denn Kramer lief ihm davon und ſiegte gegen
den zum Schluß wieder aufrückenden Dänen mit einer
Länge. Beim zweiten Lauf hatte Kramer anfangs die
Führung. Etwa 300 Meter vor dem Ziel ſetzte Ellegaard
plötzlich aus zweiter Poſition zum Spurt ein und
er=
kangte einen beträchtlichen Vorſprung. Der fliegende
Yankee ließ ſich jedoch nicht überraſchen und folgte ſeinem
Gegner, den er noch mit Handbreite zu ſchlagen vermochte.
Das 60 Kilometer=Rennen hinter Motoren gewann
Guignard in 48:12,4 vor Wiley, der infolge
Reifen=
ſchadens 8 Runden zurückblieb. Dritter wurde Seres
Im Handikap vermochte der Amerikaner Fogler als
Mal=
mann nur dadurch zu ſiegen, daß er mit ſeinen
ausge=
ſpreizten Ellenbogen und durch unruhige Fahrweiſe ſeine
Gegner behinderte. Zweiter wurde der Berliner
Packe=
buſch (40 Meter) vor Ricaur (38 Meter).
Sr. Winterſport. Die Feldberg=Ski=
Wett=
läufe brachten am Samstag, dem zweiten Tage der
Veranſtaltung, bei außerordentlich günſtigem Wetter am
Vormittag die Kämpfe um den Heer=Langlauf über 15
Kilometer. Von den geſtarteten 37 Teilnehmern gaben
mehrere infolge des ſchwierigen Geländes auf. Sieger
plieb Musketier Weck (Inf.=Regt. 171, Kolmar) in 1. St.
13 Min. vor ſeinem Regimentskameraden Gefreiter
Kugelmeyer, der nur 10 Sekunden mehr für die
Zurück=
legung der Strecke benötigte. Dritter wurde Einjähriger
Jenne (Inf.=Regt. 113=Freiburg) in 1 Stunde 15 Min.
Am Nachmittag um 3 Uhr wurde zum Senioren=
Lang=
lauf erſter Klaſſe über 15 Kilometer geſtartet, der den
erſten Teil der Schwarzwald=Ski=Meiſterſchaft bildet. Von
den 20 Konkurrenten erreichte Arwid Berg vom
Norwegi=
ſchen Skiklub=München nach 44 Min. 41 Sek. als Erſter
das Ziel. Zweiter wurde v. Tſchudi=München in 46:49
und Dritter Gruber=Davos in 46:55. — Die Schneeſchuh=
Wettläufe nahmen Sonntag bei prächtigem Wetter ihren
Fortgang. Das Hauptintereſſe richtete ſich auf die
Ent=
ſcheidung der Akademiſchen Skimeiſterſchaft von
Deutſch=
land um den Goldpokal des Kronprinzen und die
Mei=
ſterſchaft vom Skiklub Schwarzwald. Beide
Meiſterſchaf=
ten wurden von Villinger=Freiburg gewonnen; die erſtere
mit der Note 1,21, die zweite mit der Note 1,31.
Villin=
ger war überhaupt der Held des Tages, da er noch den
Hindernislauf für Herren gegen 29 Konkurrenten
gewin=
nen konnte und auch im Sprunglauf für die erſte Klaſſe
gegen 17 Konkurrenten Sieger blieb, vor Luther=München.
Im Sprunglauf für die zweite Klaſſe ſtarteten 34
Teil=
nehmer. Gößmann=Freiburg ſiegte mit der Note 1.,7. Den
Bismarck=Wettlauf gewann Ruph=Schönau in 1 Min. 27
Sekunden und den Hindernis=Wettlauf für Damen Frl,
Schmidt=Freiburg. Der Ehrenpreisbecher für den
ſchön=
ſten Sprung wurde Villinger=Freiburg zugeſprochen.
Kunſtlauf=Weltmeiſterſchaft auf dem
Eiſe. Das Kunſtlauf=Meeting des Training=Eisklubs
in Wien erreichte am Sonntag mit der Entſcheidung der
Weltmeiſterſchaft im Kunſtlaufen ſeinen Höhepunkt. Der
Verteidiger der Meiſterſchaft, Kachker=Wien, der eine
prachtvolle Kür lief, errang einen überlegenen Sieg mit
der Platzziffer 5 vor ſeinem Landsmann, dem
öſterreichi=
ſchen Meiſter Boeckl=Klagenfurt mit Platziffer 14.
Drit=
ter wurde Szende=Peſt (Platzziffer 16) vor Oppacher=Wien
(Pl. 22), dem dichtauf der ruſſiſche Meiſter Malinin=
Mos=
kau (Pl. 23) folgte. Sechſter wurde Rooth=Stockholm
(Pl. 29), und dann erſt folgte Rittberger=Berlin (Pl. 31).
der ſehr ſtark enttäuſchte, vor ſeinem Klubkameraden
Die Junioren=Meiſterſchaft
Metzner=Berlin (Pl. 40).
wurde von Berger=Wien gewonnen.
Eishockey=Weltmeiſterſchaft Die Kämpfe
um die Meiſterſchaft der Internationalen Eishockey=Liga,
der ſogenannten Eishockey=Weltmeiſterſchaft, nahmen am
Samstag in St. Moritz ihren Anfang. Es beteiligten ſich.
neben dem Verteidiger, dem Berliner Schlittſchuhklub
als Vertreter Deutſchlands, noch Frankreich, Böhmen,
England und die Schweiz. Die Orford Canadians
hat=
ten in letzter Stunde abgeſagt. Das Treffen zwiſchen
Frankreich und Böhmen brachte den Franzoſen nach
ſchar=
fem Kampfe einen knappen Sieg von 211 England
ver=
mochte dagegen im Spiele gegen die Schweiz unit 7.1
überlegen abzuſchneiden. In dem darauffolgenden Kampf
zwiſchen Frankreich und Deutſchland mußten die
deut=
ſchen Vertreter 24 eine unerwartete Niederlage einſtecken.
Sonntag errang Frankreich einen dritten Siea und zwar
mit 621, zog ſich dann aber von Engländern mit 02 eine
Niederlage zu. Der Berliner Schlittſchuhklub feierte zwe
ſchöne Erfolge. Er ſiegte gegen Böhmen mit 710 und
gegen die Schweiz mit 13:0. Die Kämpfe erreichten am
Montag ihr Ende.
Das Deutſche Bobſleigh=Derby wurde
in Schierke am Harz zum Austrag gebracht. Sieger blieb
der Bob „Komet” (Führer Reinicke=Halberſtadt).
Zwei=
ter wurde der Bob. Meteor” (Braun=Hamburg) vor
„Blitz” (Führer Hupfeld=Leipzig).
Die Deutſche
Bobfleigh=Meiſterſchaft um den Goldpokal des
Kronprinzen bildete am Sonntag die Hauptnummer des
umfangreichen Programms, das der Thüringer
Winter=
ſportverband in Oberhof zum Austrag brachte. Die
Mei=
ſterſchaft und damit der wertvolle kronprinzliche
Ehren=
preis fiel leider nach dem Auslande durch den Sieg des
Bob „Condor” (Marienbad). Bob „Wickersdorf”
pla=
zierte ſich als zweiter vor „Teufel” (Weferlingen). In
der Meiſterſchaft von Thüringen im Einſitzer=Rodeln ſiegte
Scheuch=Frankfurt a. M. (Rodellub Taunus) vor G. Feeh=
Apolda (Winterſportverein Apolda) und Thune=Oberhof.
Die Zweiſitzer=Meiſterſchaft fiel an das Ehepaar Thune=
Oberhof. Als Zweite plazierten ſich G. Koch und Dame
(Erfurt) vor G. Feeh und Dame (Apolda).
sr. Generalverſammlung des Deutſchen Lawn=Tennis=
Bundes. Die ordentliche Hauptverſammlung des
Deut=
ſchen Lawn=Tennis=Bundes fand am Sonntag in Leipzig
ſtatt. Der Präſident Geheimrat Bartels=Braunſchweig
er=
ſtattete den Jahresbericht, der ebenſo wie der
darauffol=
gende Kaſſenbericht des Bundesſchatzmeiſters Dr. Beck=
Charlotenburg gutgeheißen wurde. Dr. Beck berichtete
dann über die Beteiligung des Bundes an den
Olympi=
ſchen Spielen 1916 in Berlin Den wichtigſten Punkt der
Tagesordnung bildete die Beteiligung Deutſchlands an
den Ausſcheidungskämpfen um den Davos=
Cup und an den Weltmeiſterſchaften in Paris. Es
wurde einſtimmig beſchloſſen, daß ſich Deutſchland an den
beiden großen Veranſtaltungen beteiligen ſoll. Die
Aus=
wahl der deutſchen Spieler zur Teilnahme an dieſen
Kämpfen wurde den Herren Dr. Behrens=Hamburg und
Dr. W. Schomburgk=Leipzig übertragen. Die
Verſamm=
lung beſchloß ferner, dem am nächſten Sonntag in Paris
zu gründenden Interngtionalen Lawn=Teumis=Verband
beizutreten. Durch dieſen Verband ſoll beſonders eine
einheitliche Regelung der Amateur=Beſtimmungen
ange=
ſtrebt werden.
sr. Das Sportprogramm für die 6. Olympiade 1916.
In einer am Sonntag im Palaſt=Hotel zu Berlin
ſtatt=
gefundenen Sitzung des
Wettkampfausſchuſ=
ſes des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Olympiſche
Spiele wurde das Programm für die 6. Olympiade 1916
beraten und genehmigt. Der von Dr. Martin geleiteten
Sitzung lagen die Programmvorſchläge der Deutſchen
Turnerſchaft und der Sportverbände vor die nach
weni=
gen Abſtrichen gutgeheißen und zum Geſamtprogramm
zuſammengeſtellt wurden. Beſonders erfreulich war des
bei das gute Einvernehmen zwiſchen Turnen und Sport,
was ſchon dabei zutage trat, daß auf Vorſchlag des
Ge=
neralſekretariats als Leitſatz der Olympiade in Berlin
die beſondere Aufgabe einſtimmig geſtellt wurde im
Gegenſatz zu früheren Olympiſchen Spielen ein
umfaſſen=
des Bild vom deutſchen Turnen zu geben, damit dieſes
deutſcherſeits entwickelte Gebiet der Leibesübungen zur
vollen Geltung kommt. Zu dem bekannten Programm
Radfahren,
Turnen, Leichtathletik, Schwerathletik,
Schwimmen, Rudern, Lawn=Tennis, Fußball, Fechten,
Schießen, Moderner Fünſkampf und Eislaufen wurde
noch Golf hinzugefügt, die Aufnahme von Ericket
da=
gegen abgelehnt. Das ſo beſchloſſene Programm wird
nun dem internationalen Olympiſchen Komitee auf deſſen
Kongreß in Lauſanne in der Zeit vom 5. bis 11. Mai
vor=
gelegt.
sr. Die Berliner Hockeyſpiele um die
Verbandsmeiſter=
ſchaft nahmen am Sonntag mit zwei Spielen ihren
Fort=
gang. Der Verliner Sporilud beſiegte den Tennis= und
Hockeyklub Friedenau 99 mit der hohen Torziffer von
14:2, nachdem der Kampf bei der Pauſe bereits 8:2 zu
Gunſten des Berliner Sportklubs ſtand. Gleichfalls ſehr
überlegen gewann der Sportklub Charlottenburg mit 7u
(2:0) gegen den Sportklub Komet. — In einem
Geſell=
ſchaftsſpiele unterlag die erſte Mannſchaft des
Magdebur=
ger Hockehlubs mit 0:7 (03) gegen die zweite Mannſchaft
des Berliner Hockeyklubs.
* Leichtathletik. Man ſchreibt uns: Der Wald= oder
Gelände= (Groß Country=) Lauf iſt der anregendſte
und intereſſanteſte Laufſport. Durch Wälder, Sümpfe,
Gräben und Bäche, über Felder, Wieſen, Hecken, Zäune
führt die Strecke. Keiner Schwierigkeit des Geländes wird
ausgewichen; durch ſtändige Ueberraſchungen wird dieſer
Lauf eine angenehme Abwechſelung gegen das öde
Einer=
lei der Bahn. In tauſend Windungen und Ecken zieht ſich
die Strecke hin, an nichts gebunden und kaum durch
un=
überwindlich erſcheinende Hinderniſſe beſchränkt
Natür=
lich werden dabei an die allgemeine Leiſtungsfähigkeit des
Körpers nicht unerhebliche Anſprüche geſtellt, und iſt
des=
halb ein kürzerer Waldauf ein ausgezeichnetes
Vortrai=
ning für jede Art Laufſport. Am 20. April wird der
Fuß=
ballklub „Olympia 1898‟ die diesjährige
A’hletik=
ſaiſon, in deren Verlauf er auf ſein 15jähriges Beſtehen
zurückblicken kann, mit einem ſolchen Waldlauf
er=
öffnen.
* Fußballſport. Die Fußballſpiele um den
Pokal von England wurden mit den Kämpfen der
dritten Serie fortgeſetzt. Totenham Hotſpur-Sheffield
United 1.0, Bradford City-Chelſea 222. Sunderland-
Swindon 4:4, Blackburn Rowers-Reading 211, Aſton
Villa-Cryſtall Palace 510, Oldham Athletics-Mancheſter
Untted 010. Everton Briſtol-Rovers 410, Newcaſtle
Uni=
ted-Liverpool 111, Bradford-Sheffield Wednesday 231.
sr. Die Berliner Fußball=
Meiſterſchafts=
ſpiele nähern ſich ihrem Ende. Am Sonntag fanden
nur drei Ligakämpfe ſtatt. Herta verlor endgültig jede
Ausſicht auf die Meiſterſchaft da ſie von Britannf
mit 2:3 geſchlagen wurde. Der ſehr intereſſante Kampf
ſtand bis zu Ende noch unentſchieden 010.
Preußen
und Vorwärts lieferten ſich durch die Schuld von
Vor=
wärts einen unnötig ſcharfen Kampf. Das Spiel war
ziemlich gleichmäßig verteilt, doch erwies ſich Preußen
durch beſſeres Zuſammenſpiel gefährlicher und erzielte
durch den halbrechten Stürmer Krüger in der 25. Minute
das einzige Tor der erſten Spielhälſte. Der Kampf endete
unentſchieden 1.1. — Alemann ia unterlag mit 1:5
(122) gegen Minerva. — In der erſten Klaſſe ſicherte
ſich Beroling die Meiſterſchaft durch einen Sieg von
3:0 (010) über Germania. Norden=Nordweſt beſiegte
Viktoria=Spandau mit 21 (131) und iſt damit ondgültiger
Meiſter in der Abteilung A. Ferner ſchlug Union=
Ober=
ſchöneweide mit 5:3 (4:0) den Fußballklub Weißenſee
1900, Fortung mit 231 (110) Tennis Boruſſia Helgoland
1.0 (070) Konkordia. Der Sportverein des Weſtens
be=
ſiegte den Verliner Sportklub mit 340 (020). Sportklub
Charlottenburg-Triton=Spandau ſpielten unentſchieden
22 (01). Das Spiel Rapide=Verein für
Bewegungs=
ſpiele fiel aus, des ſchlechten Wetters wegen. — In einem
Geſellſchaftsſpiele unterlag die Mannſchaft des Garde=
Füſidier=Regiments mit 0:3 (0:0) gegen den Liga=Verein
Tasmania.
Die Fußball=Meiſterſchaft des Süddeutſchen
Fußballverbandes (Südkreis) wurde am Sonntag in
Karksruhe von den Stuttgarter Kickers mit 2a0) gegen den
Erſten Fußballklub Pforzheim gewonnen. Die beiden,
an der Spitze mit gleicher Punktzahl führenden Vereine
lieferten ſich einen ſehr intereſſanten Entſcheidungskampf,
der bis zur Pauſe noch unentſchieden 010 ſtand.
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