Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße. 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Bund der Landwirte trat geſtern in den
Räumen des Zirkus Buſch zu ſeiner diesjährigen
Ge=
neralverſammlung zuſammen.
*,
Die Tarifverhandlungen im deutſchen
Schneidergewerbe ſind durch Schiedsſpruch mit
Einverſtändnis beider Parteien beendet worden.
Heute tritt der neue Präſident in Frankreich, Poincaré,
ſeine Präſidentſchaft an.
*
Der Waffenſtillſtand in Mexiko iſt geſtern
vor=
mittag für beendigt erklärt worden. Der Kampf
wurde auf beiden Seiten mit großer Heftigkeit wieder
aufgenommen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
18. Februar 1813: Errichtung von Lützows „Schwarzer
Schar”.
1814: Schlacht bei Montereau (Frankreich); Sieg
der Franzoſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Das Fiasko der Mächte und
die hoffnungsfreudige deutſche
Regierung.
*⁎* Mit dem Wiederbeginn der Feindſeligkeiten auf
der Balkanhalbinſel ſind nun ſchon vierzehn
Tage verfloſſen, ohne daß auf irgend einem Teile des
Kriegsſchauplatzes eine Entſcheidung gefallen wäre. Mit
der von offiziöſer Seite vorausgeſagten kurzen Dauer
dieſes zweiten Abſchnittes des Krieges ſcheint es alſo
nichts zu ſein, vielmehr ſieht es ganz ſo aus, als ob der
Kampf jetzt erſt recht ſeinen Fortgang nähme. Adrianopel,
deſſen Kapitulation ſchon ſo und ſo oft „für die nächſten
Tage” angekündigt worden iſt, hält trotz der in
ſkrupelloſe=
ſter Weiſe durchgeführten Beſchießung, zu welcher die
Bul=
garen auch ſerbiſche Hilfe herangezogen haben, tapfer
Stand, und Skutari, um deſſen künftigen Beſitz man ſich
ſchon herumzankt, ohne daß man es hat, fordert unter den
Montenegrinern fortgeſetzt furchtbare Opfer. An die
Tſchataldſchalinie wagen ſich die Bulgaren nicht
heran, ſie haben ihre Haupttätigkeit nach der
Marmara=
küſte verlegt, doch fehlen zuverläſſige Nachrichten über den
Erfolg der dortigen Operationen. Hatte man nämlich
bisher allen Grund, den türkiſchen Kriegsmeldungen
we=
nig Vertrauen zu ſchenken, ſo hat man neuerdings
Ver=
anlaſſung, auch der amtlichen bulgariſchen
Berichterſtat=
tung nicht unbedingt zu glauben. Jedenfalls iſt vorläufig
an das Ende des Krieges kaum zu denken, ſomit haben
auch die Bemühungen der Mächte um die
Friedens=
vermittelung ein Fiasko erlitten.
Dieſes Fiasko iſt um ſo größer, als vor der
Wieder=
aufnahme der Feindſeligkeiten ſowohl bei der Türkei wie
bei den Verbündeten ein entſchiedenes Friedensbedürfnis
beſtand, aber die Tätigkeit der Großmächte war, wie wir
ſchon wiederholt betont haben, zu einſeitig, ſie ſtärkte den
Balkanſtaaten in ihrer Ablehnung jeglicher Zugeſtändniſſe
an die Türkei den Rücken und zwang letztere, alles auf
eine Karte zu ſetzen. Auch während des zweiten Teiles
des Krieges fuhren die Großmächte fort, im Sinne des
Friedens zu wirken, aber der Erfolg iſt bisher
ausgeblie=
ben. Dies wird von offiziöſer deutſcher Seite
beſtätigt, indem zugegeben wird, daß „auch aus
neuer=
lichen Mitteilungen türkiſcher Würdenträger für die Mächte
keine Handhabe zu entnehmen geweſen ſei, die es
ermög=
licht hätte, mit Ausſicht auf Erfolg bei den kriegführenden
Regierungen die Niederlegung der Waffen zu
befür=
worten. Die Mächte ſeien aber bereit, jeden geeigneten
Anlaß zu vermittelnden Schritten zu ergreifen‟. Die
Ver=
mittelungsaktion iſt alſo noch um nichts vorgeſchritten.
Trotz des Fiaskos der Mächte verfehlt man an
amt=
licher deutſcher Stelle nicht, weiter hoffnungsvoll in die
Zukunft zu blicken. So hinſichtlich der
bulgariſch=
rumäniſchen Schwierigkeiten, zu deren Löſung die
Mächte ihre ernſtlichen Bemühungen fortſetzen. Ob
dieſe freilich Erfolg verſprechen, wird nicht geſagt.
Auch bezüglich der Abgrenzung Albaniens ſollen
nach offiziöſer Auffaſſung die Bedenken
über=
ſchätzt werden. Daß ſolche aber noch in hohem
Maße vorhanden ſind, wird zugegeben. Zu der
Beurtei=
lung des Erfolges der Miſſion des Prinzen Hohenlohe
nimmt die deutſch=offiziöſe Auslaſſung ebenfalls Stellung,
indem ſie der Anſicht, daß dieſe Entſendung ihren Zweck
verfehlt habe, entgegentritt und glaubt, die politiſche
Füh=
lungnahme zwiſchen den beiden Monarchen werde auf die
Löſung von Einzelheiten der Balkanfragen erleichtert
nach=
wirken.
Wir wollen wünſchen, daß die Hoffnungen der
deut=
ſchen Regierung ſich erfüllen und alle Schwierigkeiten, die
ſich bei der Löſung der Balkanfrage noch zeigen, aus dem
Wege geräumt werden und nicht noch neue Fiaskos der
Mächte zu verzeichnen ſind.
Politiſche Ausblicke.
Von Raymond Poincaré,
Präſidenten der franzöſiſchen Republik.
* Am 18. Februar tritt Raymond Poincaré ſein
Amt als Präſident der franzöſiſchen Republik an. Wir
können einen Aufſatz aus ſeiner Feder vorlegen, in dem
intereſſante Streiflichter ſeine Auffaſſung von dem hohen
Amt erhellen. Seine Ausführungen dürften gerade in
dieſem Augenblick beſondere Aufmerkſamkeit erregen.
„Sicher wird noch der Tag kommen, an dem die
Po=
litik zu ihrer eigentlichen Rolle zurückgeführt wird. Sie
wird dann kein Hilfsmittel für Intriganten und
durch=
triebene Leute mehr ſein, ſie wird auf unlautere,
hinter=
liſtige Mandver, auf Beſtechungen, auf die ganze
Stra=
tegie der Hinterhältigkeit und auf alle Schliche verzichten,
um wieder das zu werden, was ſie ſein ſoll: eine
mo=
raliſche Wiſſenſchaft, der vollkommene Ausdruck aller der
verſchiedenen Beziehungen von Intereſſen, Handlungen
und Sitten. An jenem Tage wird ſie das Gewiſſen wie
den Geiſt unter ihre Macht beugen und der menſchlichen
Das
Geſellſchaft die Regeln des Rechtes vorſchreiben.
war im Jahre 1873 die Hoffnung Gambettas. Seitdem
iſt die Politik noch immer kaum eine moraliſche
Wiſſen=
ſchaft geworden, unter deren Macht das Gewiſſen ſich
beu=
gen müßte. Noch ſcheint ſie ſich nicht endgültig von „
In=
trigen” und Schlichen” freigemacht zu haben, wiederholt
iſt ſie ohne Scham der „Beſtechung” unterlegen, und da
ſie ſich durch „unlautere hinterliſtige Manöver”
hindurch=
ſchlängeln mußte, konnte ſie ſich bis heute nicht zu der
Höhe einer allgemein anerkannten Lehre erheben.
Ge=
wiſſe Ideen Gambettas, die falſch verſtanden und
ent=
ſtellt wurden, mögen mit dieſem niederdrückenden
Schick=
fal der Politik im Zuſammenhang ſtehen, und der
Op=
portunismus mag in ſeknem Bemühen, ſich von Illuſionen
in der philoſophiſchen Erfaſſung des geſellſchaftlichen
Ge=
ſchehens zu hüten, zur Unſicherheit in den Methoden
und zur Mittelmäßigkeit in der Wahl der Hilsmittel
ge=
langt ſein. Sprach Gambetta es doch öffentlich aus, daß
nur durch verſtändnisvolle Beobachtung gegenwärtiger
und vergangener Geſchehniſſe die Theorie dazu kommen
könne, künftige Tatſachen vernunftgemäß vorauszuſehen:
er berückſichtigte dabei wohl, daß die Geſetze der politiſchen
Erſcheinungen etwas Relatives ſind und ſich aus den
wechſelnden Bedingungen der Zeiten und der
Kultur=
zuſtände ergeben. Aber dieſe Vorſtellung, die die der
poſitiven Philoſophie oder ſogar noch einfacher des
ge=
ſunden Menſchenverſtandes iſt, wurde ſeitdem bis zur
Aufgabe jedes leitenden Prinzips und bis zu der
aben=
teuerlichen Anwendung eines blinden, ohne jeden inneren
Zuſammenhang wirkenden Empirismus herabgedrückt.
Jeder begreift oder vielmehr jeder fühlt, daß dieſer
Niedergang der Politik ein Anfang nationaler Gefahr iſt.
Dieſe Beſorgnis, die alle hegen, drückt ſich in unklaren
oder banalen Formen aus: „Das muß aufhören”, „Etwas
iſt da nicht richtia”, „So kann es nicht weiter gehen”.
Die Männer der Regierung indeſſen die den
verſchieden=
artigſten und auch natürlichen Beſtrebungen nachgehen,
gewöhnen ſich dadurch, mit einem Uebel zu leben, das ſie
beſſer kennen als jeder andere: die Männer der
Oppo=
ſition entſtellen wieder ſeinen Charakter und übertreiben
ſeine Schwere. Wie von einem grell aufzuckenden Blitz
erleuchtet, ſehen manche von Zeit zu Zeit deutlich die
zu=
nehmende Zerſtörung: aber dann beruhigen ſie ſich raſch
wieder in einer abergläubiſchen Zuverſicht zu irgend einer
verborgenen Kraft des Zuſammenhalts, die der
Geſell=
ſchaft innewohnen ſoll: andere wieder meſſen parteiiſch
beſtimmten Perſonen eine Schuld bei, die alle trifft und
für die man in der Tat keinen einzelnen verantwortlich
machen kann; um ihren politiſchen Leidenſchaften zu
fröh=
nen, verdrehen ſie eine Situation, zu deren Herbeiführung
ſie ebenſo viel beigetragen haben wie ihre Gegner, und
als Löſung ſchlagen ſie Formeln und Aeußerlichkeiten vor.
So kommt es, daß „nichts aufhört”; auf gut Glück geht
es weiter” und — unmerklich — wird mit jſedem Tage
unrichtiger, was „da nicht richtig iſt”
Seitdem die Verfaſſungen von 1791 und 1793 den
Grundſatz aufgeſtellt haben, daß die Nation die
Oberherr=
ſchaft ausübe und daß dieſe unteilbar, unwandelbar und
unübertragbar ſei, hat dieſes Prinziv mehr als einen Stoß
erlitten. Nacheinander ergriffen verſchiedene
Einzelver=
ſonen die Oberherrſchaft, oder ſie wurde durch
Verſamm=
lungen ausgeübt, die die Gewalt an ſich riſſen. Die
Re=
publik wurde gegründet, um das Volk von den
Miß=
bräuchen der verſönlichen Herrſchaft zu befreien: die freie
Regierung ſollte organiſiert werden, wobei die
Demo=
kratie das Recht hatte, ſich durch Bevollmächtigte vertreten
zu laſſen. Um dieſe Bevollmächtigten nicht in die
Ver=
ſuchung zu bringen, ſich an die Stelle derer zu ſetzen, die
ihnen die Vollmacht verliehen, wurden ihnen einzelne,
beſtimmt umſchriebene Befugniſſe anvertraut. Nach und
nach iſt aber eine belagenswerte Verwirrung in die
Aus=
übung dieſer verſchiedenen Vollmachten eingedrungen.
Jeder Schreiber bildete ſich ein, ein Auftraggeber zu ſein,
jeder Diener hielt ſich für einen Herrn, jeder Abgeordnete
glaubte in ſich das ganze Volk zu verkörpern. So ſind
alle Rollen und Verantwortlichkeiten in ſchrecklicher
Un=
ordnung durcheinander gewirrt, ſo daß jetzt alles im
Staate verkehrt iſt, die ausübende wie die geſetzgebende
und die gerichtliche Macht, und daß ohne den Kongreß
und ohne die Möglichkeit der Reviſion die ſchlechten
Ge=
wohnheiten die wichtigſten Elemente der republikaniſchen
Verfaſſung in ihr Gegenteil verkehren würden.
Nach dem Wortlaut dieſer Verfaſſung ſoll es einen
Präſidenten und Miniſter, d. h. eine Regierung, geben,
ferner eine Kammer und einen Senat, d. h. ein
Parla=
ment. Im Verein mit den Mitgliedern der beiden
Kam=
mern ſollte der Präſident das Recht haben, Geſetze
einzu=
führen, über die bewaffnete Macht zu verfügen, alle
Zi=
vil= und Militärbeamten zu ernennen und bei nationalen
Feierlichkeiten den Vorſitz zu führen (Artikel 3 des
Ge=
ſetzes vom 25./28. Februar 1875). Erlangte er die
Zu=
ſtimmung des Senats, ſo durfte er die
Abgeordneten=
kammer vor dem geſetzlichen Ablauf ihres Mandats
auf=
löſen (Artikel 5). Ihm ſtand das Recht zu, innerhalb der
für die Veröffentlichung feſtgeſetzten Friſt von den
Kam=
mern eine neue Beratung beſchloſſener Geſetze zu fordern
(Artikel 7 des Geſetzes vom 16/18. Juli 1875) Er hatte
über Verträge zu unterhandeln und ſie zu beſtätigen (
Ar=
tikel 8). Von all dieſen Befugniſſen hat er jedoch nur die
letzte unter denen, die ihm Artikel 3 des Februar=
Ge=
ſetzes einräumte faſt unangetaſtet bewahrt: den Vorſitz
bei nationalen Feierlichkeiten.
Neben dem Präſidenten ſollten Miniſter ſtehen, die
vor den Kammern für die allgemeine Politik der
Re=
gierung ſolidariſch haftbar und für ihre perſönlichen
Handlungen verantwortlich wären (Artikel 6 des Februar=
Geſetzes). Wahrlich, wir haben nach 1875 ebenſo wie
vor=
her viele Miniſterien gehabt die Zahl der Regierungen
mag etwas geringer geweſen ſein — da muß ich mich
tatfächlich fragen, wie die Miniſter Meiſter in der
Re=
gierungskunſt ſein konnten. Seit der Zeit, in der J.J.
Weiß einmal mit geiſtreicher Detaillierung den Tageslauf
eines Miniſters ſchilderte hat man dieſen hohen
Staats=
gejangenen kaum mehr Muße gegönnt. Dreimal in der
Wochen halten ſie Rat, und natürlich nimmt man an, daß
ſie bei dieſen Ausſprachen die allgemeine Politik und
große öffentliche Intereſſen behandeln. Sie müſſen eine
ſehr hohe Meinung von ihrer Miſſion haben, die ihnen
die Zufälligkeiten der parlamentariſchen Kräfteverteilung
anvertraut haben Sie ſind auch hoch genug geſtelt, um
einen allgemeinen Ueberblick über die Lage zu haben,
und doch wieder der Demokratie nahe genug, um ihre
Stimme zu hören. Man frage den Ofizier, der die
Re=
gimentsfahne trägt, ob er nicht, wenn ſeine Hand den
Fahnenſchaft umfaßt in ſich etwas wie eine Verkörperung
der Maſſe und vervielfachten Mut fühlt! Dieſe Miniſter
wiſſen natürlich, daß ſie die höchſtgeſtellten Dolmetſcher
des Volkswillens ſind: es erſcheint ſelbſtverſtändlich, daß
ſie immer, wenn ſie zuſammenkommen, gemeinſam beraten,
was ihre Vorfahren „große Angelegenheiten” nannten.
Und daß ſie mit der Treibkraft einer gemeinſamen Idee
die innere und die äußere Aktion der franzöſiſchen
Re=
gierung leiten. So denkt man ſichs. Ach, laßt dieſen
Frrtum jahren! Morgen werden ſie die großen
Angs=
legenheiten beſchäftigen, heute ſind ja noch ſo piel kleine
Dinge zu ordnen! Da iſt der Abgeordnete, der mit der=
Ernennung eines Steuereinnehmers unzufrieden iſt und
heute nachmittag deswegen interpellieren wird; im Laufe
der Debatte können ſich alle möglichen Zwiſchenfälle
er=
eignen, die man vorausſehen muß, und die
Tagesord=
nungen ſind vorzubereiten, die man porlegen will. Ein
anderer Abgeordneter verlangt für einen Schützling den
Poſten eines Gerichtspräſidenten, den ein Senator wieder
für einen anderen Kandidaten wünſcht. Ein ſchwerer
Konflikt: wen ſoll man da zufriedenſtellen? Der,
Se=
nator iſt treu, der Abgeordnete ein unſicherer Kantoniſt.
Man überlegt lange, und ſchließlich trägt, wie es ſich
ge=
hört, der Abgeordnete den Sieg davon. Es ſchlägt 10 Uhr.
½11 Uhr. 11 Uhr. Der Miniſter der auswärtigen
An=
gelegenheiten hat wichtige Nachrichten empfangen, die er
dem Miniſterrat mitzuteilen wünſcht. Der Finanzminiſter
hat große Reſormideen, die eine eingehende Prüſung
verlangen. Was tun? Es iſt ſpät. Der Miniſter des
Innern wird von den Journaliſten erwartet, die
Aus=
kunft von ihm wünſchen. Man muß fort. Und
ſchließ=
lich, weiß denn der Miniſter des Auswärtigen nicht beſſer
als jeder andere, was er zu beſchließen hat? Und iſt
der Finanzminiſter nicht kraft ſeines Amtes in
Finanz=
fragen der kompetenteſte Beurteiler? Iſt’s nicht alſo das
Beſte, ihnen unbedingte Vollmacht zu laſſen? Man kann
ja an einem anderen Tage von der allgemeinen Polftik
ſprechen, und wieder an einem anderen Tage von
Frank=
reich. . .
Deutſches Reich.
Die Durchführung der
Krankenver=
ſicherung. Die Vorarbeiten für die Durchführung des
zweiten Buches der Reichsverſicherungsordnung ſchreiten
andauernd fort, nachdem die Grundzüge für die fünftige
Organiſation der Krankenverſicherung faſt in allen
Be=
zirken feſtgelegt ſind. Es läßt ſich ſchon heute überſehen,
daß mit der Einführung der Reichsverſicherungsordnung
auf dem Gebiete der Krankenverſicherung eine erhebliche
Umgeſtaltung des Krankenkaſſenweſens erfolgen wird, da
eine große Anzahl Ortskrankenkaſſen eingehen dürfte und
zentrale Kaſſen an ihre Stelle treten werden. Mit großer
Sicherheit aber iſt anzunehmen, daß die Neuorganiſation
der Krankenverſicherung ein wirkſames Mittel ſein wird,
die Verwaltung der Kaſſe von dem Einfluſſe politiſcher
Bewegungen fernzuhalten.
— Die zentralen
Tarifverhandlun=
gen im deutſchen Schneidergewerbe ſind
nach achttägiger Dauer am Sonntag in Dresden durch
Schiedsſpruch beendet worden. Danach wird eine
Lohn=
erhöhung von 5—7 Prozent feſtgeſetzt, je nach den
Orts=
verhältniſſen. Der Tarif gilt für unbeſtimmte Zeit, kann
jedoch nach dreimonatiger Kündigung aufgehoben werden.
Beide Parteien ſind mit dem Schiedsſpruch einverſtanden.
45 Ortsverwaltungen müſſen noch ihre Zuſtimmung
er=
klären, dieſe iſt jedoch faſt überall ſicher.
— Herr von Tirpitz und das Zentrum.
Gleich der Germania ſucht nunmehr auch die Kölniſche
Volkszeitung die Bedeutung des Zuſammenſtoßes des
Zentrums und dem Staatsſekretär von Tirpitz
abzu=
ſchwächen und den Rückzug der Partei zu verhüllen. Das
Blatt ſchreibt:
„Für den Außenſtehenden iſt ein ſolcher Zwiſchenfall
an ſich ſchwer begreiflich. Man möchte faſt ein
Mißver=
ſtändnis annehmen, das aus einer an ſich doch gewiß
nicht ſonderlich bedeutſamen Frage, die durch ſachliche
Er=
örterung wohl unſchwer zu klären war, einen
hochpoliti=
ſchen Konfliktsſtoff machte .. Weder dem Reichstag
noch der Regierung könnte es erwünſcht ſein, noch dazu
in dieſem Augenblick, der Welt das Schauſpiel eines „
Kon=
fliktes” in einer derartigen Frage zu bieten, ganz
abge=
ſehen davon, daß es geradezu als eine moraliſche
Unge=
heuerlichkeit bezeichnet werden müßte, wenn der
Reorga=
niſator unſerer Marine, deſſen große Verdienſte von aller
Welt und in allen Parteien nach Gebühr gewürdigt
wer=
den, über einen Antrag dieſer Art zu Fall käme
Die ſüddeutſche Zentrumspreſſe ſcheint dagegen die
Sache anders aufzufaſſen. Die Augsburger Poſtzeitung
ſchreibt folgendes:
„Drohungen verſangen nicht, wenigſtens bei uns nicht.
Wenn die Regierung ſich einbilden ſollte, daß die ſchärfere
Tonart den gordiſchen Knoten löſen wird — des Menſchen
Wille iſt ſein Himmelreich! —, aber der Reichstag iſt kein
Kaſernenhof, und eine Regierung, die ſich in der
gegen=
wärtigen ſchweren Zeit etwa von Reichstagsauflöſungen
und ähnlichen veralteten und oft genug daneben geratenen
Mitteln etwas verſpricht, verdient nur noch Mitleid.”
— Reichstagsabgeordneter Schädler f.
Mit dem Abgeordneten Schädler hat das Zentrum eine
ſeiner hervorragendſten Perſönlichkeiten verloren.
Schäd=
ler beſaß in der Reichstagsfraktion, ſowie in der Fraktion
des bayeriſchen Landtages, deren Führer er bis zum
vori=
gen Jahre war, beſonders unter der demokratiſchen
An=
hängerſchaft der Zentrumspartei im Lande
außerordent=
lichen Einfluß. Schädler, der in Oggersheim in der
Rhein=
pfalz geboren war, hat ein Alter von 61 Jahren erreicht.
Dem bayeriſchen Landtag gehörte er 22 Jahre, von 1890
bis 1912, an, dem Reichstag ſeit 1890 bis zu ſeinem jetzt
erfolgten Tode. Hier vertrat er den Wahlkreis
Ober=
franken 5, Bamberg.
— Die Geſamtausſchußſitzung der
Wel=
fenpartei in Hannover nahm einſtimmig folgende
Entſchließung an: „Die deutſch=hannoverſche Partei
be=
grüßt mit aufrichtigem Danke für Gottes gnädige Fügung
die Verlobung des Prinzen Ernſt Auguſt mit der
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe von Preußen als den erſten
Schritt auf dem Wege des Friedens, und ſie erblickt in
der dadurch vollzogenen Annäherung der Fürſtenhäuſer
Welf und Hohenzollern die Möglichkeit der Beendigung
des Bruderzwiſtes zwiſchen den königstreuen Niederſachſen
und dem preußiſchen Volke. Indem die deutſch=
hannover=
ſche Partei weiter eintreten wird für das Recht auf allen
Gebieten des öffentlichen Lebens, erſtrebt ſie, zu einem
wahrhaften, ehrlichen Frieden und Ausgleich der
vorhan=
denen Gegenſätze zu kommen, um der Einigkeit und Größe
unſeres deutſchen Vaterlandes willen. Für dieſe zu
kämp=
fen, iſt dem niederſächſiſchen Volke und dem mit ihm
verbundenen Fürſtenhauſe der Welfen durch ein
Jahr=
tauſend nie verletzte Pflicht geweſen. In ſolchem Kampfe
für das Recht und den Frieden erſchöpft ſich die Aufgabe
der deutſch=hannoverſchen Partei.”
Ausland.
Frankreich.
Erhöhung der Wehrmacht. Der erſte
Mi=
niſterrat unter dem Vorſitz Poincarés am Dienstag wird
der allgemeinen Beſprechung der Mittel zur Erhöhung
der Wehrmacht gewidmet ſein. Der Figaro empfiehlt
30monatige Dienſtzeit für alle Waffengattungen. Von
anderer Seite wird die Rückkehr zu der dreijährigen
Dienſtzeit, wenigſtens für die Artillerie und Kavallerie,
empfohlen.
Belgien.
Die Heeresforderungen. Die geheime
Kam=
merſitzung, in der Miniſterpräſident Broqueville ſeine
ver=
traulichen Mitteilungen über die internationale Lage
ge=
macht hat, war nur von kurzer Dauer. Wie verlautet, hat
der Miniſter eine Erklärung verleſen, deren
eindrucksvoll=
ſter Beſtandteil die Bekundung der Tatſache war, daß
ver=
ſchiedene Großmächte, die der Miniſter nicht nannte, der
belgiſchen Regierung den Wunſch ausgedrückt haben,
Bel=
gien möge ſich beſſer in den Stand ſetzen, die ihm durch
ſeine Neutralität auferlegten Pflichten der wirkſamen
Ver=
teidigung ſeiner Landesgrenzen zu erfüllen. Als der
Mi=
niſter geendet hatte, erwiderten ihm die ſozialiſtiſchen
Par=
teiführer, es habe ſich wirklich nicht gelohnt, die
Oeffent=
lich auszuſchließen, denn die Mitteilungen hätten nichts
geſagt, was nicht ſchon zuvor in allen Zeitungen geſtanden.
Darauf wurde die Sitzung öffentlich fortgeſetzt, und der
Miniſterpräſident begann unter häufigen ſtürmiſchen
Unterbrechungen der Oppoſition die Notwendigkeit der
Heeresvermehrung zu begründen.
Rußland.
Vervollkommnung der
Landesver=
teidigung. Die Kriegs= und Marinekommiſſion der
Reichsduma hat eine Geſetzesvorlage betreffend die
Be=
willigung von Krediten für die Ausgeſtaltung der
Ar=
tillerie und die Vervollkommnung der Landesverteidigung
angenommen und gleichzeitig den Wunſch nach einer
wei=
teren Vervollkommnung der Landesverteidigung ausge
ſprochen.
Perſien.
Britiſch=ruſſiſche Unterſtützung. Wie
das Reuterſche Bureau aus Teheran erfährt, haben die
bri=
tiſche und die ruſſiſche Regierung einen gemeinſchaftlichen
Vorſchuß an Perſien im Betrag von 400000 Pfund
Ster=
ling vorbereitet. Die Bedingungen ſtehen noch nicht
eſt.
* Der Fall Eulenburg im preußiſchen
Abgeordnetenhauſe. Im preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe kam der Zentrumsabgeordnete Zimmer im
Verlaufe der Beratung des Juſtizetats auf den Fall
Eulenburg zu ſprechen und erklärte, es ſei wünſchenswert,
daß einmal offen geſagt wird, wie die Sache ſteht:
Juſtiz=
miniſter Dr. Beſeler antwortete darauf: Der Eulenburg=
Prozeß mußte im Jahre 1908 vertagt werden, weil der
Angeklagte nicht im Vollbeſitze ſeiner geſundheitlichen
Kräfte war. Der Kranke mußte nach der Charité gebracht
werden und es kam ſchließlich ſo weit, daß er im Bette
liegend vor ſeine Richter gebracht wurde; dabei war ſein
Leben in Gefahr. Da hat das Gericht geſagt, daß es nicht
weiter verhandeln könne und ich weiß nicht, wie es hätte
anders gemacht werden können. Dann iſt der Angeklagte
weiter beobachtet und unterſucht worden, da man doch
Ge=
wißheit über ſeinen Geſundheitszuſtand haben wollte.
Nun wurde noch ein wiſſenſchaftliches Gutachten der
me=
diziniſchen Deputation eingefordert. Dieſes Gutachten
ging dahin, daß es vielleicht nicht ausgeſchloſſen ſei, die
Verhandlung fortzuführen. Daher wurde ein neuer
Ter=
min angeſetzt im Jahre 1909. Dieſer Termin wurde
ab=
gehalten. Der Angeklagte war in einer ſolchen Verfaſſung,
daß er unmöglich der Verhandlung folgen konnte. Auf
das Gutachten der Aerzte hin mußte das Gericht ſich
ver=
tagen. Seitdem iſt jährlich eine Unterſuchung
vorgenom=
men worden über den Geſundheitszuſtand des
Angeklag=
ten. Die ärztlichen Gutachten gehen aber ſtets dahin, daß
der Angeklagte nicht vernehmungsfähig iſt. Die
Ent=
ſcheidung iſt den Gerichten überlaſſen. Selbſtverſtändlich
kann ich die Gerichte nicht beeinfluſſen. Vom Gericht wird
alles mögliche getan, um die Sache zum Abſchluß zu
bringen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Februar.
* Vom Hofe. Am Samstag kamen der Darmſt,
Ztg. zufolge nachmittags um 2 Uhr 26 Min. Prinz.
und Prinzeſſin Hermann zu Stolberg=
Wernigerode hier an und nahmen im Neuen
Palais Wohnung. — Am 16. Februar abends 9 Uhr.
41 Min. traf die Gräfin Kuno zu Stolberg=
Roßla hier ein und nahm im Neuen Palais
Wohnung. — Zur Abendtafel am 15. und 16. Februar
war Prinz Ernſt zu Stolberg=Roßla
zuge=
zogen. — Geſtern nachmittag begab ſich Se. Königl.
Hoheit der Großherzog mit Sr. Hoh. dem Her=o
Johann Albrecht zu Mecklenburg im Auto
nach Mainz zur Beſichtigung des Großh. Palais
und des Muſeums daſelbſt.
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch weder Audienzen erteilen,
noch Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Forſtwart der
Kommunal=
forſtwartei Kirtorf, Heinrich Schäfer V. zu Kirtorf aus
Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand das
Allge=
meine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte‟
am Bande des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen verliehen, ferner dem Güterbodenarbeiter in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Alois Maus
zu Bingen aus Anlaß ſeines am 1. November v. Js.
erfolgten Ausſcheidens aus dem Staatseiſenbahndienſt
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
treue Arbeit”.
* Ernennungen. Im Namen der Großb. Regierung
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
voll=
zogene Ernennungen und Beförderungen (vom 1. Januar
bis 1. Februar 1913): zum Zugführer der Schaffner
Mill zu Mainz; zum Lokomotivheizer der Hilfsheizer
Hirſchberger zu Worms.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 5 enthält:
Bekanntmachung, die Abänderung und
Ergänzung=
der Ordnung für die Unterſuchung der Rheinſchiffe
be=
treffend. 2. Bekanntmachung, die Verleihung der
Rechts=
fähigkeit an die Hilfskaſſe des ärztlichen Landesvereins
für das Großherzogtum Heſſen betreffend. 3.
Bekannt=
machung, die „Eckhard=Stiftung” betreffend. 4.
Bekannt=
machung, die „Rendant=Klipſtein=Stiftung” betreffend.
Die Weinernte im Großherzogtum Heſſen im
Jahr 1912. In Rheinheſſen betrug im Jahr 1912)
die im Ertrag ſtehende Weinbaufläche der Darmſt. Ztg.,
zufolge 12584 Hektar. Der Geſamtertrag des
ge=
ernteten Moſtes berechnet ſich nach den Angaben der
Großh. Bürgermeiſtereien zu 410 492 Hektoliter oder auf
ein Hektar zu 32,6 Hektoliter, gegen 30,6 Hektoliter im
Vorjahr und gegen 22,2 Hektoliter im 10 jährigen
Durchſchnitt 1902/11. Einen verhältnismäßig geringen
Herbſt hatten Bingen und Mainz mit ihrer Umgegend
(21 bis 24 Hektoliter pro Hektar), während in den
übrigen Gebieten der Ertrag ungefähr dem
Provinz=
durchſchnitt entſpricht. — Trotz der ungünſtigen Witterung
m Spätherbſt hat der Moſt die Qualitätsnote 2,7
er=
halten (Note 2 — gut und 3 — mittel). Da ſich auch
die Quantität weit über eine Normalernte (284041 Hekton
liter im 10 jährigen Durchſchnitt) ſtellte, ſo erreichte der
Geldwert des Moſtes faſt die doppelte Höhe des
Durchſchnittswertes der letzten 10 Jahre, nämlich 1950
Millionen Mark und bleibt hinter dem Geldwert des=
Vorjahres mit 23 Millionen Mark nicht ſehr weit
zurück. Die im Ertrag ſtehende Rebfläche lieferte
durchſchnittlich pro Hektar einen Geldrohertrag von
1555 Mk. (gegen 827 Mk. im Durchſchnitt der letzten
10 Jahre). — An der Bergſtraße fiel die Weinernte wie
in früheren Jahren wieder gering aus. Die 275 Hektar
große Rebfläche brachte nur einen Moſtertrag von
3268 Hektoliter — 11,9 Hektoliter pro Hektar. Der
Geld=
wert berechnet ſich auf 121271 Mk., alſo auf 37,1 Mk.
pro Hektoliter. Der Durchſchnittsgeldrohertrag von
1 Hektar Rebfläche beläuft ſich nur auf 441 Mk. gegen
heinheſſen
555 M
g. Strafkammer. Drei auf Wanderſchaft befindlichs
Arbeiter haben in der Nacht zum 17. und zum 18. Dezem=
Aus der eiſernen Zeit:
Die Lützower.
(Zum 18. Februar.)
*⁎* Die Gloriole jugendlicher Kühnheit und feurigen
Ungeſtüms, die von allen Schöpfungen des Krieges ja am
hellſten die Freikorps umleuchtet, hat ſich unter allen
Truppengattungen der großen Befreiungszeit im
verklä=
rendſten Glanze um die Schar der Lützower
ge=
ſponnen. Auf den Flügeln heldenhafter Dichtung, von
den hinreißenden Klängen getragen, die ein großer Meiſter
der Töne, Karl Maria von Weber, erſonnen, ſchwebt
uns dies tapfere Häuflein heute vor als ein Symbol der
Jugend, des „heiligen Frühlings” der ſich ſelbſt dem
Vaterland zum Opfer darbrachte. Steffens hat in einem
ſchönen Wort die Freikorps mit der Lyrik des Krieges”
verglichen, die mit ihrem hellen Gefühlsüberſchwang das
„großartige Epos” wie es Landwehr und Landſturm
darſtellten, ein wenig verdunkelte. Lützows Freiſchar
mußte erfahren, wie Guſtav Freytag ſich ausdrückt, „daß
rauhes Schickſal den Schöpfungen höchſter Begeiſterung
gern feindlich gegenübertritt”
Die geniale Improviſation hatte mehr eine ideale
als eine ſtrategiſche Wirkung; ſie entſprach nicht ganz den
hochgeſpannten Erwartungen und hat ſpäter einen Teil
ihrer tüchtigſten Kräfte an andere Kriegskörper
abgege=
ben. Aber dieſe wundervolle Idee der „ſchwarzen Schar”
der Schar der Rache, die, ähnlich wie die thebaniſche im
Altertum, ſich dem Tod fürs Vaterland weihte, hat das
Große vollbracht, daß ſie die edelſte Jugend auch außerhalb
Preußens unter die Fahnen rief, die Phantaſie zu
herr=
lichſten Entfaltungen entzündete und wie eine
Sturm=
chwalbe dem großen Wirbel der Volkserhebung
voran=
flog. Es iſt kein Zufall, daß hier die „Ideologen” und
Dichter ihren würdigen Platz fanden, vor allem Theodor
Körner, der ſtrahlendſte Heldenſänger der Befreiung, dann
Jahn, der Poet Friedrich Förſter u. a. Den Fleikorps
galt ja damals die beſondere Verehrung aller
Vater=
landsfreunde. In ſchönſtem Lichte erglänzt das Andenken
an Schills kühne Tat, an die ſchwarze Schar des
Braunſchweiger Herzogs. Die Gründung ſolcher
Korps hatte daher mit einer beſonders günſtigen
Stim=
mung zu rechnen.
So wandte ſich denn, bald nachdem das Freiwilligen=
Manifeſt in weitere Kreiſe gedrungen war, am 9. Februar
der Major Adolf von Lützow, dem ſich der Major
von Petersdorff angeſchloſſen hatte, an den König
mit der Bitte, ein Freikorps errichten zu dürfen. Lützow,
ein Freund und Waffengenoſſe Schills, hatte an deſſen
Aufbruch im Jahre 1809 hervorragenden Anteil
genom=
men. Scharnhorſt ſetzte in ihn wie andere „
Schwarm=
geiſter” kein ſonderliches Vertrauen; aber er kannte
ſo=
gleich die hohe ſittliche Bedeutung dieſes Gedankens, durch
den es möglich war, die zahlreichen Deutſchen, die zum
Kampfe für die Freiheit entſchloſſen, aber dem Wehrgeſetze
des preußiſchen Staates nicht unterworfen waren, in die
allgemeine Organiſation einzugliedern. An ganz
Deutſch=
land war daher auch der warm=patriotiſche Aufruf
Lützows gerichtet, wie es die am 18. Februar
ge=
währte Erlaubnis forderte, nach der er die Mannſchaften
vorzugsweiſe im Auslande anwerben ſelbſt einkleiden
und remontieren ſollte. Später erhielten noch andere
Offiziere die gleiche Erlaubnis, und zwar der Hauptmann
von Reiche zur Errichtung eines „ausländiſchen
freiwilli=
gen Jägerkorps” und der Oberſtleutnant von Reuß zur
Aufſtellung „eines oder mehrerer Bataillone freiwilliger
Ausländer”. Keine dieſer Schöpfungen aber hat auch nur
m entfernteſten jenen Ruhm erreicht, der dem „
König=
lich preußiſchen Freikorps” wie es amtlich
hieß, den Lützowern, wie es das Volk ſogleich nannte,
von Anfang an zufiel. Der Werbeſtelle der freiwilligen
Jäger gegenüber, an der Schmiedebrücke in Breslau, hatte
Lützow im Gaſthof zum Goldenen Szepter ſein
Haupt=
quartier aufgeſchlagen. Die kriegeriſchen Geſtalten der
beiden Offiziere zogen viele Studenten an; auch die ſchöne
junge Frau Lützows, eine geborene Gräfin Ahlefeldt, die
ſpätere Freundin Immermanns, die ſich voller
Begeiſter=
ung der vaterländiſchen Sache und der Förderung der
Freiſchar widmete, trug viel dazu bei, den Zulauf zu
ver=
mehren. Sie war gleichſam die Muſe dieſer von einem
poetiſchen Duft umfloſſenen Schar. Auch die ſchwarze
Kleidung erhöhte die Stimmung; man ſah darin die
Trauer über die Knechtſchaft, den Geiſt der
todesverachten=
den Rache ausgedrückt. In Wahrheit aber wurde die
ſchwarze Montierung aus einem höchſt nüchternen Grundg
gewählt, „weil nur bei dieſer Farbe die Kleidungsſtücke,
velche ſie ſchon haben, durch Färben gebraucht werden
können” wie es in dem Immediatbericht der Rüſtungs=
Kommiſſion heißt. In dem Werbegeſchäft unterſtützte den
Major bald der Turnlehrer Friedrich Ludwig Jahn, der
eine große Anzahl ihm blind ergebener junger Männer
nach ſich zog.
Mitten in dieſem kriegeriſch enthuſiaſtiſchen Treiben,
in einem elenden Dachſtübchen des Wirtshauſes,
wo die Lützower hauſten, lag, vom
Nerven=
fieber geſchüttelt und „an den Rand des Grabes
gebracht” ein unbeachteter Mann voll ſtolzer Hoheit: der
Freiherr vom Stein. Er hatte den Entwurf des
ruſſiſch=preußiſchen Bündniſſes nach Breslau gebracht,
wurde aber vom Hofe noch als von Napoleon Verbannter
ignoriert und nur von den Lützowern aufgenommen. So
gab ſeine Anweſenheit der Schar gleichſam die höhere
ge=
ſchichtliche Weihe; aber die eigentlich heroiſche
Verklär=
ung erhielt ſie durch den Eintritt eines jungen Sachſen,
eines damals ſchon berühmten Dichters: Theodor
Körner. Den Grundton der ganzen Geſinnung der
Schar ſprach er in den herrlichen Worten aus, in denen
er ſeinem Vater ſeinen Entſchluß mitteilte: „Zum
Opfer=
tode für die Freiheit und für die Ehre der Nation iſt
kei=
ner zu gut, wohl aber ſind viele zu ſchlecht dazu! Hat mir
Gott wirklich etwas mehr als gewöhnlichen Geiſt
einge=
haucht, der unter deiner Pflege denken lernte, wo iſt der
Augenblick, wo ich ihn mehr geltend machen kann! Eine
große Zeit will große Herzen, und ich fühl’ die Kraft in
mir, eine Klippe ſein zu können in dieſer
Völkerbrand=
ung, ich muß hinaus und dem Wogenſturme die mutige
Bruſt entgegendrücken” Hatten die Lützower vorher das
Reiterlied aus dem Wallenſtein angeſtimmt und ſich als
„Holks wilde Jagd” gefühlt, ſo ſangen ſie nun Körners
Lieder und wurden erſt zu dem, was ſie in der Geſchichte
des deutſchen Geiſtes bedeuten.
ber vorigen Jahres in Biebesheim und Walldorf mehrerg
Einbruchsdiebſtähle und Einbruchsverſuche
ver=
übt und hatten ſich deshalb geſtern vor der hieſigen
Straf=
kammer zu verantworten. Angeklagt waren der 20
jäh=
rige unbeſtrafte Taglöhner Karl Friedrich Wilhelm
Siebel aus Kirchhörde, der 24jährige vorbeſtrafte
Meſſerſchmied Ferdinand Frauenholz aus Berndorf
und der 22jährige Taglöhner Joſeph Ulm aus Glogau.
Unter der Anführung von Frauenholz gingen die drei bei
ihren Einbrüchen ſehr planmäßig vor; während Ulm
Schmiere ſtand, drückten die beiden anderen ein Fenſter
ein, durch das ſie dann Eingang in die Häuſer erhielten.
Es fielen ihnen in zwei Fällen geringwertige Gegenſtände
in die Hände, Zigarren, Poſtkarten, Kleingeld uſw. Das
Gericht ſah zwei Einbruchsdiebſtähle und drei
Einbruchsverſuche als erwieſen an und erkannte
gegen Frauenholz auf 1 Jahr 6 Monate und gegen
Siebel und Ulm auf je 1 Jahr Gefängnis. Von
Der Unterſuchungshaft wurden jedem 6 Wochen
angerech=
iet. — Der aus Galizien ſtammende Gelegenheitsarbeiter
Beorg Borat hat am 26. Dezember einen
Platin=
diebſtahl begangen, bei dem er bedeutende
Quanti=
räten dieſes koſtbaren Metalls erbeutete. Da er in der
Kunſtſeidefabrik in Kelſterbach beſchäftigt war, wußte er
nit den Oertlichkeiten genau Beſcheid. Er ſtieg
nächtlicher=
veiſe in das Muſterzimmer ein und entwendete dort 88
Stück Platindüſen im Werte von 836 Mark. Dieſe
Platin=
tücke verſetzte er bei einem Frankfurter Trödler für 500
Mark, der ihm jedoch vorerſt nur 50 Mark Anzahlung gab.
ells B. die Reſtſumme abholen wollte, wurde er
feſtge=
mommen, da der Trödler, der inzwiſchen Verdacht geſchöpft
datte, die Polizei benachrichtigte. Das Gericht verurteilte
den Angeklagten zu 1 Jahr 6 Monaten
Gefäng=
ais, und da er ſich bei ſeiner Feſtnahme einen falſchen
Namen beigelegt hatte, zu 2 Wochen Haft. Außerdem
rkannte das Gericht auf 3 Jahre Ehrverluſt. — Der 35 Schreiner Eduard Julius Bechmann jetzt zu
Heldenbergen wohnhaft, hatte ſich wegen Zechbetruges zu
verantworten. Der Angeklagte hatte am 16. September
worigen Jahres in Diedesheim eine Arbeit auszuführen
und begab ſich zu dieſem Zweck von Klein=Steinheim,
ſei=
ſem damaligen Wohnort, nach Diedesheim. Am Abend
mmachte er bei einem dortigen Wirt eine Zeche von 1,08
Mark und verſchwand, ohne zu bezahlen. Er gab an, daß
ür noch Geld hatte, daß er aber von ſeinem Zechkumpan
zum Bier eingeladen war und er deshalb annahm, dieſer
würde die Zeche bezahlen. Dieſer bekundete aber, daß er
ine derartige Abſicht nicht geäußert habe. Da der Ange=
Kagte ſchon wegen ähnlicher Betrügereien erheblich
vor=
reſtraft iſt, ſcheint ſeine Ausrede wenig glaubhaft. Das
Gericht verurteilt ihn unter Zubilligung mildernder
Um=
ände wegen Rückfallsbetruges zu der Mindeſtſtrafe von
rei Monaten Gefängnis.
— Vom Großh. Hoftheater. Das Großh. Hoftheater
leibt heute, Dienstag, geſchloſſen. Für Mittwoch iſt ein
mtereſſanter, muſikaliſcher Einakterabend angeſetzt, in
deſſen Rahmen die Erſtaufführung der komiſchen Oper
OOnkel Dazumal” von Jaques Dalcroze ſtattfindet. Das
Werk, das Kapellmeiſter Kleiber dirigiert und
Oberregiſ=
eur Valdek ſzeniſch leitet, beſchäftigt Fräulein Jüttner
und die Herren Globerger und Weber. Die Vorſtellung,
ie um 7½ Uhr beginnt, fällt auf den
Abonnementsbuch=
fraben D. Im Anſchluß an dieſe Erſtaufführung gelangt
ſgranz von Suppés „Schöne Galathee” die hier ſeit
vie=
len Jahren nicht mehr gegeben wurde, in vollkommener
Neueinſtudierung zur Aufführung. Die Hauptpartien
ſind im Beſitze der Damen Kallenſee und Schaub, ſowie
der Herren Globerger und Jürgas. Den Abend beſchließt
Helene Thiele=Leonhardts Ballett „Champagnerviſionen”
Auch die beiden letztgenannten Werke dirigiert Herr
Klei=
her. Die Neueinſtudierung der Suppèſchen Operette leitet
Herr Valdek. Das Ballett iſt von Frau Thiele=Leonhardt
karrangiert. Für Donnerstag iſt eine Wiederholung von
Thomas „Mignon” als 124. Abonnementsvorſtellung,
Buchſtabe B 32, angeſetzt. Es gelten die kleinen Preiſe.
* 80. Geburtstag. Heute Dienstag, begeht, wie man
ums mitteilt, Frau Helene Chriſt, Witwe des Großh.
Kofküchenwärters Adam Chriſt, Pankratiusſtraße 71, in
voller Geiſtesfriſche und Rüſtigkeit ihren 80. Geburtstag.
— Das Konzert in der Stadtkirche, das vom
Evangeliſchen Kirchengeſangverein unter
Mitwirkung der Chorſchule am Sonntag abend
veranſtal=
tt wurde, hatte eine ſo ſtarke Anziehung ausgeübt, daß
hiele, ohne einen Platz zu finden, wieder umkehren
muß=
ten. Fräulein Lilli Hickler, welche die Violinpartie
des Abends übernommen hatte, begleitete zwei von
Ar=
nold Mendelsſohn komponierte Choral=Paraphraſen für
Frauenchor und hatte dann beſonders in einem Adagio
teligioſo von Vieuxtemps und einem Andante von
Cou=
berin=Kreisler Gelegenheit, ihre hier ſchon längſt geſchätzte
Kunſt von neuem zu zeigen. Der beſeelte Ton, den ſie
ihrer Geige zu entlocken verſteht, deſſen Reinheit auch in
den Höhen im Pianiſſimo nichts einbüßt, hinterließen
einen tiefen Eindruck bei den andächtig lauſchenden Hörern.
Einen ausgezeichneten Orgelvirtuoſen lernten wir in dem
Organiſten der Frankfurter St. Katharinenkirche, Herrn
Karl Breidenſtein, kennen, der den ihm
voraus=
gehenden Ruf als vollberechtigt erwies. Die Choral
variationen über „O Gott, du frommer Gott” von J. S
Bach und beſonders J. Rheinbergers „Paſſacaglia”
lie=
ßen in Vortrag und Auffaſſung, in der geſchmackvollen
Wahl der Klangfärbungen und Stärkegrade, ihn als
gro=
ßen Meiſter ſeines Inſtruments erkennen. Der
künſtle=
riſche Vortrag, der den thematiſchen Aufbau für jeden klar
herausarbeitete, das fließende Spiel mit dem auch an
ſchwierigen Stellen ſich unbemerkt vollziehenden
Ueber=
gang von einem Manual zum anderen, ließen die
Schwie=
rigkeit der zu Gehör gebrachten Kompoſitionen nicht ahnen.
An Vokalmuſik wies das Programm die ſchon erwähnten
Frauenchöre und zwei Chorgeſänge von Arnold
Men=
delsſohn auf, ſowie Chorwerke älterer Meiſter, die,
von der Chorſchule und dem Kirchengeſangverein unter
Leitung ihrer Dirigenten vollendet vorgetragen, zu
her=
vorragender Wirkung kamen. Möchte dem hohen Genuß,
den dieſes bei freiem Eintritt gebotene Konzert gewährte,
auch der Ertrag der Kollekte zum Beſten der Darmſtädter
Reformationskirche einigermaßen entſprochen haben!
* Jubiläums=Vereinigung ehemaliger 116er. Am
Sonntag fand eine Sitzung des großen Feſtausſchuſſes
ſtatt, an der auch eine Abordnung des Offizierkorps des
Regiments teilnahm. Nach Mitteilung des erſten
Vor=
ſitzenden, Rechtsanwalt Kaufmann, zählt die Vereinigung
jetzt 46 Vereine mit 9672 Mitgliedern. Der
Geſamtvor=
anſchlag für das Feſt beträgt 25500 Mark. Auf den
Auf=
ruf des Regiments haben ſich ſchon jetzt 550 Veteranen
angemeldet. Der Preis für Uebernachtung einſchließlich
Kaffee iſt auf 1,50 Mark feſtgeſetzt. Bis jetzt ſtehen in
Gießen 73 Quartiere für Offiziere und 1040 für
Mann=
ſchaften, in Wieſeck 150 für Mannſchaften zur Verfügung.
Das Mittageſſen ſoll 1,25 Mark koſten. Es wird
be=
ſchloſſen, daß als letzter Tag für Einſendung der
Teil=
nehmerliſten (für den Druck), Beſtellung der
Regiments=
geſchichte, Einſendung der Quartier= und Eßliſten ſamt
den Geldbeträgen, Beſtellung von Platzkarten für die
Zu=
ſchauertribüne und der Denkmünzen der 15. April zu
gel=
ten habe. Bis zum 1. April ſollen die Vereine ihre
Wünſche bezüglich der Ankunfts= und Abfahrtszeiten
et=
waiger Sonderzüge äußern und die Teilnehmerzahl
melden.
— Badener=Verein. Ein genußreicher Abend wurde
den Mitgliedern des Badener=Vereins und ſeinen
zahl=
reichen Gäſten letzten Samstag im gefüllten
Mathilden=
höh=Saal geboten. Zu dem Familienabend war das
ſchöne Geſchlecht zum großen Teil in reizenden
Fa=
ſchingsanzügen erſchienen, wie Schäferinnen, Polinnen,
Griechinnen uſw. In ſeiner Begrüßungsanſprache
ge=
dachte der 1. Vorſitzende, Herr Scheyrer, der kürzlich
vollzogenen Verlobung unſerer Kaiſertochter mit dem
Wunſche, daß die an dieſes freudige Ereignis geknüpften
Hoffnungen in perſönlicher wie politiſcher Beziehung ſich
in vollem Maße erfüllen möchten. Nachdem die Fräulein
S. und O. Stoll die Duette Gruß” von Mendelsſohn=
Bartholdy und „Am Brünneli” von Ruſt mit ihren
fri=
ſchen Stimmen vorgetragen, führte „Miſter
Stra=
delli” (Herr Th.) ſeinen neueſten Geſangsautomaten vor,
fünf Damen, deren Köpfe die entſprechenden Figuren auf
einer ſpaniſchen Wand vervollſtändigten, während ſie in
beſtem Zuſammenklang die Eigenheiten von Mitgliedern
beſangen. Es folgten einige beifälllig aufgenommene
Vorträge des Herrn Wagner und hierauf der Schwan
„Die Brieftaſche” von Nüthlein, in Darmſtädter Mundart
von ſechs Vereinsmitgliedern flott unter der ſicheren
Leitung von Fräulein Spamer abgeſpielt. Nachdem noch
Herr Winter einige hübſche Vorträge geſpendet,
be=
ſchloſſen den erſten Teil des Abends die Damen Frl.
S. Stoll und Frl. E. Keil mit einer Darſtellung
des 1. und 3. Streiches von Max und Moritz in köſtlichen
Masken. Sie entfeſſelten Stürme von Heiterkeit. Den
Dank an die Vortragenden ſprach Herr Kübeler aus,
worauf ein munterer Tanz den Abend beſchloß.
Richard Wagner=Verein. Der Arnold
Men=
delsſohn=Abend, den der Richard Wagner=Verein
heute mit der berühmten Altiſtin Tilly Koenen
veran=
ſtaltet, iſt die ſiebente Veranſtaltung, die der Verein den
großen Darmſtädter Komponiſten widmet. Das Pro
gramm weiſt 16 Lieder Mendelsſohns auf, von denen bei
dieſer Gelegenheit eine ganze Reihe öffentlich zum erſten
Male zum Vortrag gelangen. Von bekannten Sachen
ſingt Fräulein Koenen u. a. mehrere der ſchönſten Lieder,
die Mendelsſohn geſchaffen, darunter „Portum inveni”.
das Eichendorffſche „Weihnachtslied” Gottfried Schwabs
„Unkenlied”, „Wanderers Nachtlied” von Goethe und ſein
Meiſterſtück „Aus dem Nachtlied Zarathuſtras” deſſen
voll=
endete Wiedergabe durch Fräulein Koenen allein ſchon
einen Beſuch des Konzertes lohnen würde.
* Märchenfeſt beim kleinen König. Ein Märchenfeſt
wird die Wohltätigkeitsveranſtaltung ſein, die auf
An=
regung und unter dem Protektorat Ihrer Königlichen
Hoheit der Großherzogin für Ende Mai d. J. zum Beſten
des Alice=Frauenvereins für
Kranken=
pflege (Landesfrauenverein vom Roten Kreuz)
geplant iſt. Unter Mitwirkung zahlreicher Kinder ſoll es
draußen im Orangerie=Garten in Beſſungen ſtattfinden
Hier wird der „Kleine König” eine aus Hanns
Pellars Bilderbuch gleichen Namens bekannte
Märchenfigur, die Märchenwelt zu Gaſt laden.‟
Muſikauf=
führungen, Tänze und Gruppierungen der einzelnen
Mär=
chen ſind vorgeſehen. Buntes Jahrmarktstreiben wird ſich
im weiten Plan des Gartens entfalten. Eine Opern=
Auf=
führung im Freien wird ſich gegen Abend anſchließen.
Das Feſt ſoll ſich auf zwei Nachmittage erſtrecken.
— Heſſiſcher Jugendtag. Die Verhandlungen
be=
ginnen am Mittwoch, den 19. Februar, worauf hier
nochmals hingewieſen ſei, pünktlich um 10½ Uhr, mit
einer Anſprache des erſten Vorſitzenden des Heſſiſchen
Landesverbandes „Jungdeutſchland” Herrn
General=
major Frhrn. v. Heyl, über Zweck und Ziele des
Jungdeutſchlandbundes, der ſich weiteren Anſprachen
der Herren Profeſſor Kiſſinger=Tarmſtadt und
Bürgermeiſter Mueller=Darmſtadt anſchließen. Dann
folgt ein Vortrag des Herrn Lehrer Schorn=Mainz
über „Die Eigenart des jugendlichen Seelenlebens” und
am Nachmiitag um 3½ Uhr ein Vortrag des Herrn
Pfarrer Müller=Offenbach über „Allgemeine
Er=
fahrungen aus der praktiſchen Vereinsarbeit‟ Daran
ſchließen ſich die Beratungen über die
Verbandsange=
legenheiten an. Bei dem allgemeinen Intereſſe, deſſen
ſich die Jungdeutſchlandbewegung auch in Heſſen in den
weiteſten Kreiſen zu erfreuen hat, darf mit Recht eine
ſehr rege Beteiligung an dieſer Tagung aus allen Teilen
unſeres Großherzogtums erwartet werden.
* Der zweite Vortrag über Volksgeſundheitspflege,
den Herr Sanitätsrat Dr. Noellner im Auftrage der
Zentrale für Mutter= und Säußlingsfürſorge in der
hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule hält, wird
näch=
ſten Mittwoch, abends 8¼ Uhr, in der Turnhalle,
Runde=
turmſtraße 9 (Eingang auch Landgraf=Georg=Straße 40),
ſtattfinden. Thema dieſes und des folgenden Vortrages
wvird „Säuglingsfürſorge” ſein, und zwar Ernährung
des Säuglings. Wir machen darauf aufmerkſam, daß
auch Intereſſentinnen, die nicht die Koch= und Nähkurſe
der Fortbildungsſchule beſuchen, an den Vorträgen
teil=
nehmen können.
* Farbenphotographie. Wir machen auch an dieſer
Stelle darauf aufmerkſam, daß heute Dienstag, abends
3 Uhr, im großen Hörſaal des Phyſikaliſchen Inſtituts
der 2. Vortrag zu Gunſten des Photographiſchen
Inſtitutes der Hochſchule ſtattfindet. Thema:
„Ueber Farbenphotographie‟ Näheres in der
diesbezüg=
lichen Anzeige.
Vortrag. Zu dem heute abend im Kaiſerſaale
ſtattfindenden Vortrage des engliſchen
homöo=
pathiſchen Arztes Dr. Hoyle wird uns noch
mitgeteilt, daß dieſer Herr ſeinen erſten Vortrag über
dasſelbe Thema vor kurzem in Berlin und zwar vor
einer außerordentlich großen Verſammlung aus allen
Kreiſen der Bevölkerung gehalten hat. Wenn, wie zu
erwarten iſt, auch hier in Darmſtadt u. a. die neueſten
Ergebniſſe auf dem Gebiete der Serumforſchung und
phyſikaliſchen Chemie in ihrer Beziehung zur
Kranken=
behandlung beſprochen werden — ein großes
Tatſachen=
material, das in der Homöopathie ſchon lange nutzbar
gemacht worden ſein ſoll, bevor es wiſſenſchaftlich
über=
haupt einigermaßen bekannt war —, ſo dürften die
Be=
ucher des Vortrags auch hier einen recht anregenden
Abend verleben.
Orpheum. Das fortgeſetzte Gaſtſpiel des
belieb=
ten Enſembles vom Dresdener Königl.
Belve=
dere bringt in der neuen Spielfolge eine äußerſt
zuge=
kräftige neue Revue die wieder eine Reihe von
tref=
fenden Schlagern aufweiſt. Die aktuelle Revue „
Darm=
ſtadt, das iſt etwas für Dich!” von Dr. Richard Hirſch,
enthält auch einige der wirkungsvollſten Nummern der
vorjährigen Revue. Im Vorſpiel „Fauſt III. und
un=
widereuflich letzter Teil” gibt Mephiſto (Walter Ritter)
dem nach Reformen dürſtenden Schüler (Maria Lee) eine
Commére auf den Weg durch die Revuenwelt, den die
beiden auch alſobald antreten. Im erſten Bild kommt
Käte Funk mit ihrem Spielzeug Moritz alias Rieſen=
Teddybär (Bruno Müller) dem Publikum als allerliebſtes
Baby. Walter Ritter mit ſeiner vorjährigen
Glanz=
nummer, „Der Bakterien=Menſch”, Alfred Indra mit
ſeinen humorvollen ſächſiſchen Kouplets „Der
Theater=
habitué” und „Auf, in den Kino” ernten rieſigen
Lach=
erfolg. Von ungemein reizvoller Wirkung iſt das „Schäfer=
Idyll” nach Watteau, in dem die Damen Käte Funk,
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Darmſtädter Künſtler. Herr Sandro
Aenges, der ſeit Herbſt als jugendlicher Heldentenor
arn Stadttheater in Barmen wirkt, wurde ſoeben unter
ſehhr günſtigen Bedingungen nach Ablauf ſeiner Barmer
Verpflichtung auf 5 Jahre an das Hoftheater in
Karls=
ruhe engagiert. — Fräulein Hertha Neuhaus, eine
junge Darmſtädterin, zurzeit als erſte Sängerin am
Stadt=
tbeater Güſtrow, iſt nach erfolgreichem Probeſingen
auf drei Jahre unter ſehr günſtigen Bedingungen für
das Stadttheater in Bremen verpflichtet worden.
— Das Steigen und Fallen der Ope
rette im Spieljahr 1911 — 191 2. Das bereits
etwähnte „Regiſter des deutſchen Bühnenſpielplans”
Verlag Oeſterheld u. Co., Berlin W. 15, ſoeben
veröffent=
ſicht, bietet ein hochintereſſantes Bild von Angebot und
ſachfrage im Operettengeſchäft. Da dieſes erſt ſo
eigent=
lich mit der fünfzigſten Aufführung eines Werkes einſetzt,
lwar der Erfolg bei Adolfis „Marmorweib” zum Beiſpiel,
das bei Abſchluß des Regiſters ſchon 48 Aufführungen
aufweiſen konnte, ſichergeſtellt. Gleiches ließ ſich von
Aſchers „Hoheit tanzt Walzer” und ſeinem „Lockvogel”
vie von Berenys „Mädel von Montmartre” und Eyslers
Frauenfreſſer” vorausſagen. Andere Neuheiten. z. B
Lanner=Sterns „Alt=Wien” Lewins „Luſtiger Kakadu”
und Gilberts „Autoliebchen” brachten es zu höheren
Zah=
ſert, hatten aber auch längere Zeit zur Entwicklung,
zu=
mal „Die moderne Eva” die nach der Uraufführung die
ſtolze Höhe von 657 Vorſtellungen erreichte. Nirgends
gilt das Recht des Neuen vor dem des Aelteren ſo viel
wie auf dem Operettenmarkte. Vor Lehärs „Eva” z. B
pelche auf 936 ſtieg, ſank „Der Graf von Luremburg” von
(794 Aufführungen des Vorjahres auf 475 jäh herab. Das
leiche Schickſal teilten eine ganze Reihe von
Leidensge=
gefährten, u. a. Jarnos „Förſterchriſtl”, Falls „
Dollar=
prinzeſſin” und „Geſchiedene Frau”, beſonders ſein
das von 592 auf 48 ſtürzte. Nicht an=
Buppenmädel
ers erging es Eyslers „Unſterblichem Lump”. Lehärs
„Zigeunerliebe‟ Nelſons „Miß Dudelſack” und Jarnos
„Muſikantenmädels” mit ſeiner ehemaligen Zahl von
1092, die ſich auf 357 verminderte. Nur „Der keuſchen
Suſanne” Gilberts und ſeiner „Polniſchen Wirtſchaft
konnten die Neulinge nichts anhaben. Offenbachs „Schöne
Helena” verdankte allerdings ihren neuen Aufſtieg von 82
auf 446 der Reinhardtſchen Regie, indeſſen lebten
Sulli=
vans „Mikado” Suppés „Fatinitza”, Zellers „
Oberſtei=
ger”. Millöckers „Gaſparone” ohne derartige Nachhilfe zu
friſchem Wachstum auf; der alte „Bettelſtudent” brachte
es ſogar wieder auf 269 Aufführungen. Alſo ein raſches
Abſpielen des Angebotenen und eine ſtarke Nachfrage
nach Neuem, dabei im Zurückgreifen auf ältere Erfolge,
ſo lautet die Tendenz des Operettenmarktes von 1911/12.
* Polarexpeditionen. Die Vorbereitungen
für eine neue Hilfsexpedition für die
Schrö=
der=Strantz=Expedition ſind am Samstag in
einer Beſprechung in Frankfurt a. M. weſentlich gefördert
worden. Dem Berliner Lokal=Anzeiger zufolge, ſollten
die Beratungen am Montag nachmittag in Berlin, wo in
zwiſchen Geheimrat Hergeſell eingetroffen iſt, fortgeſetzt,
eventuell zu Ende geführt werden. Eine namhafte
Summe für die Zwecke einer neuen Hilfsexpedition, die
unter deutſcher Oberleitung ſtehen, aber mit einem
nor=
wegiſchen Schiff ausgeführt werden ſoll, iſt vom Grafen
Zeppelin geſtiftet worden. — Die wiſſenſchaftlichen
Mitar=
beiter der vorzeitig zum Abſchluß gekommenen
Filch=
nerſchen Südpolarexpedition Dr. Barko, Dr
Brennecke, Dr. von Goedel, Dr. Heim, ſowie der erſte
Offizier Lorenzen, der zweite Offizier Mueller und der
Chefingenieur Heineck vom Expeditionsſchiff „
Deutſch=
land” ſind mit dem am Samstag von Buenos Aires
an=
gekommenen Dampfer „Cap Vilano” in beſter Geſundheit
nach Hamburg zurückgekehrt. Zum Empfang hatten ſich
Vertreter der Seewarte und der Geographiſchen
Geſell=
ſchaft eingefunden. Es fand eine Zuſammenkunft der
Fahrtteilnehmer ſtatt, der auch Vertreter der Seewarte
und der Geographiſchen Geſellſchaft beiwohnten. — Dem
Figaro zufolge, bereitet der Geograph Julius de Payer,
ein Sohn des berühmten öſterreichiſchen Polarforſchers,
der Franzoſe geworden iſt, eine arktiſche
Expedi=
tion vor, deren Ziel das von ſeinem Vater im Jahre
1873 entdeckte Franz=Joſef=Land ſein ſoll. Die
franzö=
ſiſche Regierung habe das Programm de Payers junior
genehmigt und ihm die Ermächtigung erteilt, für ſeinen
Stab einen Schiffsleutnant, einen Schiffsfähnrich, zwel
Kapitäne für lange Fahrt. zwei Militärärzte, einen
Mili=
tärflieger und einen Geologen anzuwerben.
Ein unterirdiſches Wunderwerk der Natur. Unter
die bedeutendſten und wichtigſten unterirdiſchen Höhlen
Europas wird von nun an die Grotte von
Remou=
champs in der Nähe von Spa in Belgien zu rechnen
ſein, denn die Natur hat ſich hier als Baumeiſter und
De=
korateur in ſo großartiger Weiſe betätigt, daß ſie alle
menſchlichen Phantaſien weit in den Schatten ſtellt. Die
Höhle, die erſt vor einiger Zeit entdeckt wurde, iſt
nun=
mehr ſorgfältig erforſcht worden und wird auch der
Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Einer der
Entdecker und Erforſcher, E. Rahir, erzählt in der Nature
von dem märchenhaften Palaſt und der geheimnisvollen
unterirdiſchen Welt der Abgründe, Gänge und Flüſſe, die
die Natur ſich da geſchaffen hat. Durch die Anbringung
einer Reihe von Leitern gelang es, in die oberen
Gale=
rien der Höhle einzudringen, die ſich, gleichſam in einem
dritten Stockwerk der Grotte, über 100 Meter weit
aus=
dehnen. Dann wurden die Leitern auf Schiffen über den
unterirdiſchen Fluß transportiert, der dieſes Reich der
Tiefe durchſchneidet; man ſtieg an den ſenkrechten ſteilen
Wänden empor und gelangte durch eine kleine
Oeffnung=
plötzlich in einen Saal von rieſenhaften Verhältniſſen,
hinter dem ſich neue Abgründe und neue Säle öffneten.
Dieſer Hauptraum, den man „die Kathedrale”
ge=
nannt hat, ein Saal mit ſenkrechten Wänden und flacher
Decke, iſt mehr als 100 Meter lang, 40 Meter breit und
etwa 60 Meter hoch. Eine ſich abzweigende Galerie bildet
den „Chor” dieſes Domes, während ſich an einer Seite
ein kleinerer, kapellenartiger Raum befindet. Dieſer
grandioſe Prachtraum der Natur iſt mit den herrlichſten
Kriſtalliſationen verſchwenderiſch ausgeſchmückt und
ge=
währt im blitzenden Schimmer des Lichts, in dem
viel=
geſtaltigen Reichtum der Formen einen überwältigenden
Eindruck. Auf einer natürlichen Felsbrücke, der „Brücke
Frieda Röck und Lea Seidl mitwirken. „Beim
Roſen=
kavalier”, die treffende Charakteriſtik der verſchiedenen
Theaterbeſucher, erweckt ebenfalls wieder lebhafte
Heiter=
keit. Den Schluß der Revue bildet ein Bild in der Tanz=
Bar mit Tanz= und Geſangs=Darbietungen: „Um 12 Uhr
in der Mitte der Nacht”, „Fifi”, „Der Schieber”, „Prinz
Karneval” (Trude Troll) und „Bärentanz‟ Den erſten
Teil des Programms bildet ein „Bunter Teil” in dem
Käte Funk, Trude Troll, Alfred Indra, Bruno Müller und
Walter Ritter in ihrem Repertoire auftreten. Käte Funk
trägt einige allerliebſte Liedchen vor, Trude Troll als
Tanz=
kobold mit dem an ihr ſo hoch geſchätzten natürlichem
Charme einige Tanzliedchen. Bruno Müller führt einige
groteske Tänze vor. Schließlich produziert ſich Alfred
Indra wieder als unſchätzbarer Humoriſt. Auch Walter
Ritter, der als Konferenzier fungiert, ſei nicht
uner=
wähnt gelaſſen, er erfreut ebenfalls mit einigen
humo=
riſtiſchen Kouplets. Eingeleitet wird der Bunte Teil
mit einer humoriſtiſchen Duo Szene, in der Maria Lee
gar treffend die ſich ihrer Macht bewußt gewordene junge
Ehegattin darſtellt, während Walter Ritter den
zerknirſch=
ten Ehemann, der zuletzt ſein empörtes Weibchen mit
einem zarten Angebinde verſöhnt, ſpielt.
Bahnamrliche An= und Abfuhr von
Stück=
gütern. Um dem geſchäftstreibenden Publikum und den
Privatleuten die Aufgabe von Fracht= und
Eilſtückaut=
ſendungen zu erleichtern, beſtehen bei der
Staatseiſen=
bahnverwaltung überall da, wo bahnamtliche
Rollfuhr=
keute beſtellt ſind, folgende Einrichtungen: Die täglich
mehrmals den Beſtellbezirk durchfahrenden bahnamtlichen
Rollfuhren nehmen jederzeit Stückgüter zur Ablieferung
bei der Güterabfertigung an. Die vormittags dem
Roll=
fuhrunternehmer abgelieferten Güter werden in der
Hauptſache ſchon bis zum Abend oder in der folgenden
Nacht mit der Eiſenbahn abrollen; die nachmittags
über=
gebenen Güter werden zum Teil auch noch nachts,
jeden=
falls aber am folgenden Tage abgehen. Da nun die
bahnamtlichen Rollfuhrwerke täglich nicht jeden Punkt
ihres Bezirks berühren, iſt dem Publikum die
An=
meldung für die Abholung der Güter durch den
Roll=
fuhrmann möglichſt erleichtert. Sie kann mündlich oder
telephoniſch bei der Güterabfertigung ſelbſt erfolgen.
Beſonders bequem iſt in den großen, weitausgedehnter
Städten die Anmeldung durch eigens zu dieſem Zweck
hergeſtellte Poſtkarten, welche an allen Fahrkarten=,
Ge=
päck=, Güter= und Eilgutabfertigungen, ſowie den
Aus=
kunftsbureaus unentgeltlich dem Publikum abgegeben
werden. Dieſe Karten ſind unfrankiert in den
Poſt=
briefkaſten zu werfen. Die ankomhmenden Güter werden
den Empfängern durch den bahnamtlichen Rollfuhrmann
in der Weiſe zugeſtellt, daß die dem Rollfuhrmann von
der Güterabfertigung übergebenen Eilgüter innerhalb
4 Stunden nach der Uebernahme, die ihm am Vormittag
bis 8 Uhr übergebenen Frachtſtückgüter bis ſpäteſtens
3 Uhr nachmittags und die ihm am Nachmittag bis
3 Uhr übergebenen Frachtſtückgüter noch am gieichen
Tage den Empfängern ausgeliefert werden. Die
Ge=
bührenſätze für die An= und Abfuhr ſind ſowohl aus
dem Gebührentarif, den der Rollfuhrmann bei
Aus=
übung des Rollgeſchäftes ſtets bei ſich zu führen und
auf Verlangen vorzuzeigen hat, als auch bei der Eilgut=
und Güterabfertigung zu erfahren. Aus dem im
Adreß=
buch der Stadt Darmſtadt Seite 47 und 48
veröffent=
lichten Eiſenbahnbericht (5. Abſchnitt des Anhangs) iſt
weiteres zu erſehen.
* Möbelhandel. Man ſchreibt uns: Dem regulären
Möbelhandel wird ſeit einiger Zeit dadurch ganz
bedeutender Schaden zugefügt, daß durch
Zeitungs=
annoncen Möbelverkäufe zu ſehr billigen Preiſen wegen
„Rückgang” oder „Auflöſung einer Verlobung”
ange=
boten werden. Nach Anſicht des hieſigen Detailliſtenver
eins ſollen in den meiſten Fällen den Anzeigen Angaben
zugrunde liegen, die nicht den Tatſachen entſprechen.
Ge=
nannter Verein hat deshalb gegen einen hieſigen Ge
ſchäftsmann durch ſeinen Rechtsbeiſtand, Herrn Dr.
Hoff=
mann II. Klage auf Unterlaſſung geſtellt. In
der Verhandlung vor der Kammer für Handelsſachen
beſtritt der Beklagte allerdings jede Schuld. Er machte
geltend, daß verſchiedene Käufer nach Anzahlungen vom
Verkauf zurückgetreten ſeien und er deshalb in der Lage
ſei, wegen „Rückgang” beſonders billig zu verkaufen.
Man wird abwarten müſſen, wie das Urteil des Gerichts
den Fall auffaßt. Jedenfalls wird es ſich der
De=
tailliſtenverein angelegen ſein laſſen, auch weiter
hin gegen alle unreellen Auswüchſe gerade auf dem
Ge=
biete des Möbelhandels vorzugehen.
m Selbſttätige Weichenanlage. Vor dem
Ver=
kehrshäuschen wurde vor einigen Tagen eine
ſelbſttätige Weiche in den Gleiskörper eingefügt.
Die Wagen der roten Linie mußten ſeither, bevor ſie die
Halteſtelle vor dem Hauptportal an der Schloßwache er=
reichen konnten, an der Zufahrt zum Marktplatz halten
bis der Schaffner die Weiche mittels Hebels herumgelegt
hatte. Dieſes Halten iſt nun nicht mehr nötig, denn eine
elektriſche ſelbſttätige Vorrichtung beſorgt jetzt das
Her=
umlegen der Weiche. Dieſe iſt durch Kabel mit dem
Ober=
leitungsdraht verbunden worden. Die Einrichtung wirkt
ſo, daß ſich beim Ankommen des Wagens auf dieſer Stelle
die Weiche zur Fahrt nach dem Halteplatz vor dem
Schloſſe ſelbſt herumgelegt, und nach Paſſieren des
Wa=
gens wieder in ihre frühere Lage zurückkehrt.
* Olympia=Theater. Man ſchreibt uns: Das
Olym=
pia=Theater bieten von heute bis inkl. Freitag ein
Welt=
ſtadtprogramm. „Der Schatten des Meeres” ein
nor=
diſcher Kunſtfilm mit Henny Porten in der Hauptrolle
iſt der Hauptſchlager. Es iſt ein Film von wunderbarer
Naturtreue. Als Einlage läuft das große Werk „In den
Krallen‟ Drama aus dem Leben eines Goldſuchers. Ein
Beſuch des Theaters wird einen jeden weit über ſein
Erwarten befriedigen.
* Feuer. Geſiern vormittag 6 Uhr 8 Min. wurde
der Feuerwache gemeldet Feuer Marktplatz 10. In dem
2. Obergeſchoß des Hauſes brannte das Holzwerk des
Treppen=Podeſtes. Von herausgefallenen brennenden
Holzſtücken war auch der Fußoden des darunter
liegen=
den Podeſtes angebrant. Durch Aufſchütten von
Waſſer und Herausnehmen der verbrannten Balken uſw.
fand die Angelegenheit raſche Erledigung. Größerer
Schaden wurde durch das raſche Eingreifen der
Feuer=
wache verhütet. Feuerwache zurück 6 Uhr 33 Min.
Das Feuerwehrkommando meldet noch hinzu: Geſtern
norgen 6 Uhr 8 Min. wurde die Feuerwache nach
Marktplatz 10 gerufen. In dem 2. Obergeſchoß des
Hauſes brannte das Holzwerk des Treppenpodeſtes.
Durch herabgefallene brennende Holzſtücke war auch der
Fußboden des darunter liegenden Podeſtes angebrannt.
Durch Aufſchütten von Waſſer und Herausnehmen der
verbrannten Balken uſw. fand das Feuer raſche Er
ledigung. Größerer Schaden wurde verhütet.
Bensheim, 17. Febr. Man teilt uns mit: Vom
27. dieſes Monats bis zum 10. März finden hier
A ufführ ungen des großen
vaterlän=
diſchen Feſtſpiels „Deutſchlands Erwachen
Erhebung und Einigung” im „Deutſchen
Haus=
ſtatt. Veranſtalter iſt der Kriegerverein. Der Reinertrag
ſoll zur Errichtung eines Denkmals für den ruhmreichen
Führer, weiland Großherzog Ludwig IV verwendet
wer=
den. Das Feſtſpiel läßt Preußen und Deutſchland
zu=
nächſt in ihrer tiefſten Erniedrigung ſchauen: das
Vater=
land liegt zertreten unter dem Fuß des erſten Napoleon,
und all das Elend, das „die Zeit der ſchweren Not” mit ſich
brachte, das Fürſt und Volk in gleichem Maße
nieder=
drückte, zieht an uns vorüber. Dann bereitet ſich die Zeit
der Erhebung vor, und das Erwachen erfolgt. Aber auch
die goldene Frucht des todesmutigen Ringens ſehen wir
vor uns erſtehen, die Wiederaufrichtung des Deutſchen
Kaiſerreiches, und das Ganze klingt an eine gewaltige
Huldigung, an das geeinte deutſche Vaterland und an
unſeren erhabenen Kaiſer aus. Das Feſtſpiel iſt
durch=
ſetzt von prächtigen, tief ergreifenden und begeiſternden
Bildern, aber auch ein friſcher, wohltuender Humor kommt
zu ſeinem Recht; über dem Ganzen liegt der Glanz, den
Direktor Paul Werning ſeinen Darbietungen zu geben
verſteht. Die handelnden und in den lebenden Bildern
mitwirkenden Perſonen ſind in großer Anzahl längſt
Hel=
den und Lieblinge Preußens und Deutſchlands: Königin
Luiſe, König Friedrich Wilhelm III., unſer alter Kaiſer
Wilhelm. Kaiſer Friedrich III., Blücher, Körner,
Bis=
marck, Moltke, Roon und wie die Herrlichen ſonſt alle
heißen. Und auch der erſte und der dritte Napoleon nebſt
vielen anderen hiſtoriſchen Perſönlichkeiten treten vor
unſere Augen.
Mainz, 17. Febr. Die Frau des Sattlers Antonius
Kriſcher in Amöneburg reinigte am Samstag ihre
Wohnung. Sie ſtellte dabei einen Koffer an einen Schrank,
auf dem eine Flaſche mit Opium ſtand, das von ihrem
Manne als Schlafmittel gebraucht wurde. In einem un
bewachten Augenblick kletterte das vierjährige Söhnchen
auf den Koffer, ergriff die Flaſche, trank von dem Opium
welches das Kind bald in tiefen Schlaf verſenkte. Ein
ſofort herbeigerufener Arzt ſtellte eine Opiumvergiftung
feſt und ließ das Kind in das Rochushoſpital bringen.
Den Spitalärzten gelang es, das Kind auf kurze Zeit zur
Beſinnung zu bringen, doch ſtarb das bedauernswerte
Weſen geſtern morgen. Außer dem ſchweren Verluſt wird
wohl noch eine Anklage wegen fahrläſſiger Tötung die
Folge für die Eltern ſein. — Zur
Droſchkentkut=
ſcherfalle wurde in jüngſter Zeit eine Bierwirtſchaft
in der Rochusſtraße. Die Wirtſchaft hat zwei
Ein=
gänge, einen in der Heringsbrunnengaſſe, den anderen
in der Nochusſtraße. Es kam nun öfters vor, daß ſich
junge Leute ſtundenlang von Droſchkenkutſchern ſpazieren
fahren ließen und dann an der betreffenden Wirtſchaft am
Eingang in der Heringsbrunnengaſſe halten ließen. Sie
luden den Kutſcher zu einem Glas Bier ein und betraten
das Lokal, um es, während der Kutſcher den Strang
aus=
hängte, ſofort durch den anderen Ausgang zu verlaſſen.
Gewöhnlich waren es Kutſcher, die mit den
Lokalverhält=
niſſen der Wirtſchaft nicht vertraut waren. Am Samstag
abend machte ein junger Mann von hier dasſelbe
Manö=
ver mit einem Kutſcher. Zufällig befand ſich aber ein Gaſt
in der Wirtſchaft, der den Schwindler kannte. Der
Kut=
ſcher fuhr nach einer angegebenen Wirtſchaft am Markt,
wo er ihn traf und zur Bezahlung zwang.
Worms, 17. Febr. In einer hieſigen Gaſtwirtſchaft
logierte ſich geſtern ein junger Schirmflicker mitz
einer um ſechs Jahre älteren Frau und einem 9jährigen
Mädchen ein, die er als ſeine Frau und ſein Kind ausgab.
Heute früh ſtellte ſich ein Fabrikarbeiter aus
Ludwigs=
hafen hier ein, der nach ſeiner ſeit kurzem verſchwundenen
Frau und ſeinem Töchterchen fahndete. Mit Hilfe der
Po=
lizei wurden die Geſuchten hier ausfindig gemacht, und es
ſtellte ſich alsbald heraus, daß der Schirmflicker, der ſich
einen falſchen Namen beigelegt hatte, von der
Staatsan=
waltſchaft Landau wegen Diebſtahls und von verſchiedenen
anderen Behörden zwecks Strafvollzuges ſteckbrieflich
ver=
folgt wird. Die ungetreue Gattin trat, nachdem ſie von
ihrem betrogenen Mann in der ihr gebührenden Weiſe
„behandelt” und belehrt worden war, mit ihren
Angehö=
rigen alsdann die Rückreiſe nach ihrer Heimat
Ludwigs=
hafen an.
Guntersblum, 17. Febr. Auf Wohnſtätten aus
früheſter Zeit iſt man hier bei der Ausſchachtung
in der Nähe des mehrere Jahrhunderte alten
Julianen=
brunnens geſtoßen. Man nimmt an, daß es
Höhlenwoh=
nungen aus vorchriſtlicher Zeit ſind.
(*) Gießen, 16. Febr. In der Lumda ertrank auf
dem Heimwege der Arbeiter Kaufmann aus Wieſeck.
Ein brutaler Arbeiter warf in Niederbiel das 5jährige
Kind ſeines Arbeitgebers, der ihn entlaſſen hatte, in
einen tiefen Brunnen. Zum Glück merkte man
rechtzeitig die Tat, ſo daß das arme Kind gerettet werden
konnte
(*) Allendorf a. d. Lahn, 16. Febr. Ein ſchwerer
Unfall ereignete ſich in der hieſigen Volksſchule
während des Unterrichts. Der 12jährige Schüler
Hilde=
brandt hantierte unter dem Tiſch mit einer Schachtel, die
Exploſionsſtoff enthielt. Plötzlich gab es einen furchtbaren
Krach; durch Reibung hatte ſich der Stoff entzündet. Dem
Jungen wurden die vier Finger der linken Hand
abge=
riſſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. Febr. Geſtern
nach=
mittag ſind der Großherzog und die
Großher=
zo gin von Sachſen hier eingetroffen und haben im
Königlichen Schloß Wohnung genommen. Sie wohnten
der Tauffeierlichkeit bei dem Prinzen und der Prinzeſſin
Auguſt Wilhelm in deren Palais in der Wilhelmſtraße
bei. — Der Staatsſekretär des Innern Dr. Delbrück
hat ſich nach Schluß der Beratungen des Etats des
Reichsamts des Innern im Reichstage mit kurzem
Ur=
laub nach Partenkirchen begeben. Der
Staatsſekre=
tär gedenkt die Dienſtgeſchäfte in den erſten Tagen des
März wieder aufzunehmen. — Nach längerer Krankheit
iſt Generalmajor z. D Guſtav Becker, einer der
älte=
ſten und eifrigſten deutſchen Vorkämpfer des
Automobilis=
mus, in Weſtend geſtorben. — Aus Anlaß der 100
jäh=
rigen Feier der Befreiungskriege finden
in Berlin und der Mark am 10. März zur Erinnerung des
hiſtoriſchen Ereigniſſes des Aufrufes „An mein Volk”
in ſämtlichen Schulen und in vielen Kirchen beſondere
Feiern ſtatt. Auf den Schlachtfeldern wird das
Gedächt=
nis der Gefallenen geehrt werden. — Die neue
Stadt=
flagge von Berlin iſt beim Einzuge des Brautpaares
Prinz Ernſt Auguſt, Herzog zu Braunſchweig=Lüneburg, und
der Prinzeſſin Viktoria Luiſe zum zweiten Male auf der=
Spitze des Rathausturmes gehißt worden. Oben und
unten iſt je ein wagerechter roter Streifen, auf die
Zuge=
hörigkeit Berlins zur Mark und zur Hanſa deutend; im
weißen Mittelfelde der nach rechts ſchauende ſchwarze
Bär; im oberen roten Streifen die weiße fünftürmige
Mauerkrone. — Der myſteriöſe Leichenfund auf
dem Tempelhofer Felde iſt bereits auufgeklärt,
Es ſcheint ſicher, daß der 39 Jahre alte Bierfahrer
Ri=
chard Tietz, als der der Tote rekognosziert wurde, nicht
ermordet worden iſt, ſondern Selbſtmord begangen hat.
Es iſt feſtgeſtellt worden, daß Tietz für ſeine Verhältniſſe
bedeutende Schulden gehabt hat. Er hatte längere Zeit
mit ſeiner Brauerei nicht abgerechnet und ſchuldete dieſer
6000 Mark, die ihm allerdings von der Brauerei geſtundet
worden waren. Außerdem hatte er eine Wechſelſchuld
von 6000 Mark, die geſtern fällia war und für die er das
Geld nicht auftreiben konnte. Außer dieſen 12000 Mark
hatte er noch kleinere Schulden.
Hamburg, 17. Febr. An Bord des Dampfers „Eckardt”
wurden geſtern morgen fünf in ihrer Kabine ſchlafende
Heizer vollſtändig bewußtlos aufgefunden.
Sie=
waren durch Kohlenoxydgaſe, die dem Ofen entſtrömt
waren, vergiftet worden. Die Schwerkranken wurden, der
Deutſchen Tageszeitung zufolge, nach dem Krankenhaus
gebracht, wo drei von ihnen bereits geſtorben ſind.
Frankfurt a. O., 17. Febr. Die Verhandlung
gegen Sternickel wird, wie bereits mitgeteilt, in
der am 10. oder 11. März beginnenden
Schwurgerichts=
periode ſtaitfinden. Die auf Raubmord, Beihilfe uſw.
lautende Anklageſchrift iſt den Angeklagten, dem
Müller=
geſellen Auguſt Sternickel aus Mſchamma (Kreis Rybnick)
den Arbeitern Willi und Georg Kerſten aus Berlin und
dem Knecht Schliewenz aus Kunitz zugeſtellt worden. Für
die Verhandlung ſind drei Tage in Ausſicht genommen.
Die polizeiliche und gerichtliche Vernehmung Sternickels
wegen des Mordes in Plagwitz und der weiteren
Verbre=
chen dauert fort Am Donnerstag wurde er in
verſchie=
denen Stellungen photographiert. Durch Verſendung der
Bilder ſollen die Nachforſchungen wegen noch
unaufge=
klärter Verbrechen erleichtert werden. Bisher iſt es noch
nicht möglich geweſen, den Aufenthalt Sternickels im
Jahre 1908 zu ermitteln.
Königsberg, 17. Febr. Die Königsberger
Kai=
erhoch=Affäre hat den Präſidenten des Bundes
jüdiſcher Korporationen in Berlin veranlaßt, das
Ober=
hofmarſchallamt telegraphiſch zu befragen, ob vom
Ober=
hofmarſchallamt der Wunſch ausgeſprochen worden ſei, das
Kaiſerhoch nach dem Fackelzuge ſolle nicht von einem
Mit=
gliede einer konfeſſionellen Verbindung, ſondern von
einem Kaiſerdeputierten ausgebracht werden. Wie das
Präſidium des Bundes jüdiſcher Korporationen mitteilt,
iſt folgende telegraphiſche Antwort des Oberhofmarſchalls
Grafen Eulenburg eingegangen: „Fragliche
Angelegen=
heit hier völlig unbekannt.” (Wir hatten die Richtigkeit
der Titanen”, gelangt man von dem Fluß aus zu der
Kathedrale und dann zu einer Flucht von weiteren Sälen,
unter denen zwei beſonders hervorragen. Der „weiße
Saal” hat an ſeiner Decke und ſeinen Wänden einen
ſolchen Ueberfluß von Stalaktiten und Stalagmiten von
ganz heller Färbung, daß ſie eine ſchneeige und völlig
reine Weiße hervorrufen, die kaum irgendwo anders
ihresgleichen hat. Ebenſo eigenartig iſt ein anderer Saal
aus Schiefer, der über und über mit Tropfſteingebilden
aus Kalkſtein geſchmückt iſt. Von der Decke hängen ſchlanke
Stalaktiten hernieder, während an den Wänden
Stalag=
miten in üppigem Gewirr emporwachſen und der Boden
mit leuchtenden kleinen Kriſtallen bedeckt iſt. Der Raum
iſt nicht nur von hohem wiſſenſchaftlichem Intereſſe,
ſon=
dern ſtrahlt in ſeinem iriſierenden und opaliſierenden
Schimmer auch einen hohen äſthetiſchen Zauber aus. Die
Höhle von Remouchamps wird mit ihren drei
Stockwer=
ken von übereinanderliegenden Galerien dem Publikum
leicht zugänglich ſein; der Beſuch nimmt nur zwei
Stun=
den in Anſpruch. Man durchſchreitet zunächſt die oberen
Galerien und Säle und beſteigt dann, im Innern der Höhle
angelangt, ein Boot zu einer ſtimmungsvollen
unter=
irdiſchen Waſſerfahrt, die an den unteren
Gale=
rien vorbei den ganzen unterirdiſchen, Rubikon
ge=
nannten. Fluß entlang führt. Dieſe halbſtündige
Boot=
fahrt, für die 9 Schiffe und 18 Führer bereit ſtehen, iſt
von wirklich märchenhaftem Reiz. Wenn erſt die
not=
wendigen Arbeiten, die einen bequemeren Beſuch der
Höhle ermöglichen, vollendet ſein werden, wird die Grotte
von Remouchamps jedenfalls eine Sehenswürdigkeit erſten
Ranges darſtellen.
CK. Die Fledermaus im Kampfe gegen die Malaria
Seit Jahren beſchäftigt ſich die Wiſſenſchaft mit dem Pro
blem, die Malaria auszurotten und eine ganze Reihe von
Methoden wurden, teilweiſe mit recht günſtigen
Ergeb=
niſſen, erprobt. Vor allem galt es jene Mücken und Larven,
die als Träger der Malariakeime die Krankheit
hervor=
rufen, zu beſeitigen, und zu dieſem Zwecke empfahl man
die Austrocknung der Sümpfe, die den Mücken als
Brut=
plätze dienen. Mehrfach wurde auch verſucht, die
Sumpf=
gegenden mit Petroleum zu tränken; es bildet ſich dann aus
der Oberfläche eine Petroleumſchicht, die zur Vernichtung
der Mückenlarven führt. Nun hat ein amerikaniſcher Forſcher
De. Campbell, wie in der France médicale ausgeführt
wird, in Texas ein neues Verfahren zur Bekämpfung der
Malaria angewandt, deſſen Ergebniſſe nach den
bis=
herigen Erfahrungen die Erfolge aller anderen Methoden
noch bei weitem übertreffen. Dr. Campbell ließ in der
Malaria=Gegend eine 12 Meter hohe Holz=Pyramide
er=
richten, die auf 4 Holzpfeilern ruht. Die 4 Seiten der
Pyramide wurden durch wagerechte Oeffnungen geteilt,
die in ihrer Art etwa einer halbgeöffneten Jalouſie
ähnel=
ten. Die Pyramide iſt dazu beſtimmt, Fledermäuſen einen
Zufluchtsort zu bieten; nach ihren Dimenſionen iſt ſie
im=
ſtande, etwa 10000 Fledermäuſe aufzunehmen. Im
Inneren ſind Schlupfwinkel und Brutſtätten für die Tiere
eingerichtet. Die ganze Pyramide iſt beweglich, ſodaß ſie
von Zeit zu Zeit an einem anderen Orte aufgeſtellt
wer=
den kann. Der Verſuch brachte überraſchende Reſultate
Seit der Verpflanzung der Fledermäuſe in die Malaria
Gegend iſt die Krankheit aus dieſem vorher völlig
ver=
ſeuchtem Diſtrikte ſo gut wie ganz verſchwunden. Dent
die Fledermäuſe ſind die erbitterten Feinde jener Mücken
die die Malaria übertragen und nur in der Nacht
ſchwär=
men. Es hat ſich gezeigt, daß die Fledermäuſe ungleich
mehr dieſer Inſekten vertilgen, als jede Vogelart. Und
zugleich konnte man feſtſtellen, daß der Feldzug von den
Fledermäuſen gegen die Malaria=Mücken viel gründlicher
geführt wird, als von jenen Fiſchen, die man ſchon
mehr=
fach in Malaria=Sümpfen ausſetzte, um die Larven der
Inſekten zu vertilgen. So wird die vielgeſchmähte
Fledermaus zum Verteidiger der Menſchheit und im
Kampfe um die Beſeitigung der Malaria zum
Bundes=
genoſſen des Arztes.
** Aus der Schule. Ein Schulbube beſchwerte ſich
wiederholt bei ſeinem Vater, daß ihn der Lehrer ſo
ſchika=
niere. Da ging endlich der Vater mit ſeinem Buben zu
dem Lehrer und fragte dieſen, wie es komme, daß er
ſei=
nen Buben fortwährend ſchikaniere. — „Das iſt ja
durch=
aus nicht der Fall, ich möchte den Knaben nur ſo weit
bringen, daß er mit den anderen fortkommt, namentlich
im Rechnen iſt er ſo ſchwach. Sag’ einmal, Taverl,
wie=
viel iſt 3X3?‟ — „Sigſt, Vater, jetzt fangt er ſchon wieder
an”, ſagte der Bub.
der Senſationsmeldung des Berl. Tagblatts von
vorn=
herein bezweifelt.)
Paris, 17. Febr. Bei dem Brande einer
Alumi=
niumgießerei ereignete ſich eine Exploſion, bei
der 13 Feuerwehrleute und Polizeibeamte ſchwer verletzt
wurden.
Marſeille, 17. Febr. Der Dampfer „Ville
d’Al=
gier” der vorgeſtern abend in Tunis eintreffen ſollte, iſt
ſeit 30 Stunden überfällig. Die Verſpätung wäre
zwar infolge des ſchlechten Wetters erklärlich, doch iſt man
wegen des Schickſals des Dampfers beſorgt, weil es,
ob=
wohl mit funkentelegraphiſchem Apparat ausgerüſtet,
bis=
her keine Nachricht von ſich gegeben hat. An Bord befindet
ſich der Generalreſident von Tunis, Alapetite.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 17. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet um 1 Uhr 20 Minuten die Sitzung. Das Andenken
des in der Nacht vom Samstag zu Sonntag in Bamberg
verſtorbenen Abgeordneten Dr. Schädler wird vom
Präſidenten Dr. Kaempf in einem längeren Nachruf, in
dem er den Verſtorbenen als einen treuen, eifrigen
Kol=
legen geſchildert, ſowie durch Erheben von den Sitzen
geehrt. — Darauf wird die
Generaldebatte über den Poſtetat
fortgeſetzt. — Abg. Zubeil (Soz.): Die
Sozialdemo=
kratie wird den Etat ſo lange ablehnen, ſo lange die
Mehrheit dieſes Hauſes Unſummen für unkulturelle
Zwecke bewilligt. Für die Beamtenwünſche hat der
Staatsſekretär immer ein glattes Nein. Eine feſte
Grund=
lage der Beſchäftigungsart für die höheren Unterbeamten
wäre notwendig, damit bei anderen Beamten, die jetzt
dieſelbe Arbeit zu leiſten haben, keine Unzufriedenheit
entſteht. Den Telegraphen= und Telephonarbeitern, die
fern von ihrer Wohnung ihre Arbeitsſtätte haben und
infolgedeſſen Sonntags nicht nach Hauſe kommen können,
ſollten die geſetzlichen Sonn= und Feiertage bezahlt
wer=
den. Die Telegraphenarbeiter ſollten mit in die
Be=
triebskaſſen aufgenommen oder ſonſt für ſie in
Krank=
heitsfällen von der Verwaltung geſorgt werden. Die
Poſtbauſekretäre wünſchen Gleichſtellung mit den mittleren
Beamten. Die Poſt= und Telephongehilfinnen ſind die
einzige Begmtenklaſſe, die nicht nach einer gewiſſen
Dienſtzeit lebenslänglich angeſtellt werden. Man ſollte
doch nach Ablauf einer angemeſſenen Friſt ihre kündbare
Stellung in eine unkündbare umwandeln, vielleicht mit
der Klauſel, daß im Falle der Verheiratung die
Unkünd=
barkeit in Fortfall kommt. Eine Aufbeſſerung der
Mar=
kenverkäuferinnen iſt dringend nötig. Es trifft nicht zu
daß die Mehrzahl dieſer Damen Witwen ſind und außer
2,70 Mark eine Penſion beziehen. Dem Reichstage ſollte
wieder einmal eine Nachweiſung vorgelegt werden, aus
der man erſehen kann, wie die Unterſtützungen für höhere
und mittlere Beamte verteilt werden. Die Klagen auch
der bürgerlichen Abgeordneten bleiben bei dem
Staats=
ſekretär und ſeinen Stellvertretern unerhört. Die Herren
haben Watte in den Ohren. (Heiterkeit.) Bei den
Gra=
tifikationen werdin die Oberbeamten reichlich bedacht,
während die Arbeitsbienen, die Aſſiſtenten und
Unter=
beamten, dagegen meiſt leer ausgehen. Die Verwaltung
der Krankenkaſſen der Poſtbeamten, die jetzt in den
Hän=
den der Oberpoſtdirektioen liegt, ſollte man den Beamten
ſelber überlaſſen und auch die Unterbeamten hinzuziehen.
Auch bei dieſen Kaſſen ſollte das Prinzip in Anwendung
kommen, daß das Augenmerk auf den Schutz der
wirt=
ſchaftlich Schwachen gerichtet wird. Die ſchikanöſen
Dienſt= und Prüfungsvorſchriften müſſen beſeitigt
wer=
den. Der Unterſtützungsfonds für die Poſtbeamten in
Berlin iſt den Unterbeamten völlig verſchloſſen, dieſer
wird deshalb nicht vollſtändig verwertet. Den Beamten
wurde bei Beſchwerden geantwortet: „Gehen Sie zu
Zu=
beil.‟ Ein hoher Beamter fügte noch hinzu: „Zubeil
kann uns den Buckel herunterrutſchen.” (Heiterkeit.)
Ob=
wohl mein Material noch lange nicht erſchöpft iſt, ſo
wer=
den meine Darlegungen doch hoffentlich dazu beitragen,
daß der Staatsſekretär veranlaßt wird, den unteren und
mittleren Beamten in wirtſchaftlicher Beziehung mehr
Gerechtigkeit zuteil werden zu laſſen. (Beifall bei den
So=
zialdemokraten.) — Abg. Kiel (Fortſchr. Vpt.): Die
For=
derungen der Beamten ſind ein Rückſchlag des ganzen
Wirtſchaftsſyſtems. Die Finanzreform hatte die
Reichs=
einnahmen zunächſt vermehrt. Aber die
Wirtſchafts=
haltung wurde dadurch verteuert, und infolgedeſſen
kom=
men die Beamten und Arbeiter mit der Bitte um
Auf=
beſſerung ihrer Gehälter. Wir müſſen die weitere
Be=
ſteuerung des Konſums einſtellen und eine Beſitzſteuer
ſchaffen. Die Anſtellungsverhältniſſe der Bauſekretäre
ſind ungenügend und bedürfen der Verbeſſerung. Nach
meiner Erfahrung und Mitteilung, die mir gemacht
wurde, werden Beamte, wenn ſie auch noch ſo
unzufrie=
den ſind, niemals zu Sozialdemokraten. (Ledebour ruft:
Aus Angſt!) Nein, nicht aus Angſt, ſondern aus
Klug=
heit. Ich hoffe, daß die Reichsregierung den Wünſchen
des Reichstages ſich nicht verſchließen wird. Bei dem
guten Reſultat der Poſtverwaltung hätte das billige
Weltpoſtporto ſchon längſt eingeführt ſein müſſen. Die
meiſten Staaten ſind dazu bereit. Durch eine direkte
Telephonverbindung mit England dürfte die Annäherung
zwiſchen den beiden Völkern wirkſam unterſtützt werden.
Erwünſcht wäre die Wiedereinführung der
Zweipfennig=
poſtkarten. Auch der Herausgabe einer Regierungs=
Ju=
biläums=Marke müßte unbedingt nähergetreten werden;
gerade im gegenwärtigen Augenblick kann ein derartiger
Hinweis auf das 25jährige Regierungsjubiläum Kaiſer
Wilhelms nur wünſchenswert ſein.
Vizepräſident Dr. Paaſche bittet, nicht die ganze
Weltaeſchichte in die Debatte hineinzuziehen.
Abg. Dr. Kuckhoff (Ztr.): Durch dreiſtündige
Zu=
beih=Reden und Simpliciſſimus=Witze kann den
Poſt=
beamten nicht geholfen werden. Die Poſtbeamten weiſen
die Ausführungen ſozialdemokratiſcher Redner, die ſie als
Sklaven hinſtellen, energiſch zurück. Wir ſtehen für alle
Fälle auf dem Standpunkt, daß die heutigen Gehälter
nicht ausreichen. Die Oſtmarkenzulage hätte nicht erſt
eingeführt werden ſollen, dann wäre den Beamten der
SSchmerz ihrer Beſeitigung erſpart geblieben. Die
Be=
amten ſollten ſtolz ſein, daß ſie von dem niederdrückenden
Gefühl befreit werden ſollen, das ſie zu Angehörigen
einer beſtimmten Parteirichtung macht. — Staatsſekretär
Krätke: Daß von den Beamten die Oſtmarkenzulage
als Laſt empfunden wurde, davon iſt mir nichts bekannt
rund wird auch mit Ernſt ſicher nicht behauptet. Es wurde
aauch nicht ein einziger Fall vorgetragen, in dem ein
Be=
amter einer beſtimmten Parteirichtung zugeführt wurde
Differenzierungen zwiſchen Militär= und Zivilanwärtern
ſſind bei der Schaffung der Beſoldungsordnung nicht
be=
abſichtigt. — Abg. Liz. Mumm (Wirtſch. Vgg.): Das
lebhafte Eintreten der Sozialdemokraten für die Beamten
muß den ganz ſonderbar berühren, der weiß, daß ein
ſſozialdemokratiſcher Abgeordneter in der
Budgetkommiſ=
ſion von den dickwanſtigen Beamten ſprach. Die
Kinder=
zulagen haben einen hohen ethiſchen Wert. Zu empfehlen
iſt eine Erhöhung der Bezüge der Altpenſionäre. Bei der
Feſtſetzung der Unterſtützung und dem
Feſtſetzungsver=
fahren ſollte mehr nach allgemeinen Grundſätzen
gehan=
delt werden. Sehr wünſchenswert wäre eine Erhöhung
der Tagegelder für die Telegraphenarbeiter und
Ge=
währung eines Zehrgeldes für die Sonntage, an denen
ſie nicht ihren Wohnort erreichen können.
Damit ſchließt die Generaldebatte. — Vizepräſident
Dr. Paaſche: Bei der Rede des Abg. Dr. Kuckhoff iſt
von einem Mitoliede der Zuruf gemacht worden: „Iſt ja
nicht wahr” und „Schwindelmeier”. Ich möchte den
Ab=
geordneten zur Ordnung ruſen. Es meldet ſich niemand.
(Unruhe im Hauſe, dann ſteht der Abg. Haberland auf.)
Das Gehalt des Staatsſekretärs wird bewilligt. Die
Reſolution auf Gleichſtellung der Poſtbeamten in den
Reichslanden mit den Beamten in der
Eiſenbahnverwal=
tung wird angenommen.
Nächſte Sitzung: Dienstag 1 Uhr.
Weiterbera=
tung, kurze Anfragen, Wahlprüfungen. — Schluß 6 Uhr
15 Minuten.
Bund der Landwirte
* Berlin, 17. Febr. Die
Generalverſamm=
lung des Bundes der Landwirte wurde heute
mittag im Zirkus Buſch durch den Vorſitzenden Freiherrn
v. Wangenheim eröffnet. Anweſend waren etwa 7000
Perſonen. In ſeiner Eröffnungsanſprache beklagte der
Vorſitzende, daß im Vorjahre aus Anlaß der angeblichen
Fleiſchnot eine Breſche in den landwirtſchaftlichen
Zoll=
ſchutz gelegt worden ſei. Von einer Fleiſchnot könne keine
Rede ſein. Redner ſchloß mit einem begeiſtert
aufge=
nommenen Hoch auf den Kaiſer, die deutſchen
Bundes=
fürſten und die freien Städte. Die Verſammlung ſang:
„Heil Dir im Siegerkranz”. Es wurde beſchloſſen, an
den Kaiſer ein Huldigungstelegramm abzuſenden.
Berlin, 17. Febr. Die
Generalverſamm=
lung des Bundes der Landwirte ſandte
fol=
gendes Huldigungstelegramm an den Kai
ſer: „Die Generalverſammlung des Bundes der
Land=
wirte bringt in unwandelbarer Treue Eurer Majeſtät zu
Allerhöchſtderſelben 25jährigem Regierungsjubiläum ihre
Huldigung dar. Die Landwirtſchaft, von Dank erfüllt für
die gnädige Förderung, die ſie durch Eure Majeſtät
er=
fährt, iſt ſtolz auf die Mitarbeit Eurer Majeſtät in ihrem
Berufe und wird in ernſter Arbeit beſtrebt ſein, die ihr
geſtellte, von Eurer Majeſtät ſelbſt als zutreffend und
not=
wendia anerkannte große Aufgabe zu erfüllen: die
alleinige Sicherſtellung der Ernährung des deutſchen
Vol=
kes aus der deutſchen Scholle, die Stärkung der Nährkraft
und Wehrkraft unſeres Volkes und, der Ermahnung Eurer
Majeſtät entſprechend, ihrer Weſensart gemäß, die
Er=
haltung von Gottesfurcht und Königstreue. Die
deut=
ſchen Landwirte werden, wie bisher, niemals verſagen,
wenn es gilt, einzutreten für Kaiſer und Reich, und ſo
auch in Zukunft beweiſen, daß in ihnen noch der alte Geiſt
der Treue und Opferwilligkeit lebt, welcher vor hundert
Jahren ihre Vorfahren beſeelte.”
An die Prinzeſſin
Viktoria Luiſe wurde folgendes Telegramm geſandt:
„Unſerer Prinzeſſin und ihrem hohen Verlobten bringen
7000 deutſche Bauern ihre Glück= und Segenswünſche
dar.”
Zur Heeresvorlage.
* München, 17. Febr. Die Bayeriſche
Staats=
zeitung bemerkt zu der Aeußerung der Norddeutſchen
All=
gemeinen Zeitung zur Heeresvorlage an leitender
Stelle des Blattes: „Die ernſten nachdrücklichen Worte,
mit denen die Norddeutſche Allgemeine Zeitung zur
Wehrfrage Stellung nimmt, ſind dazu angetan, vollem
Verſtändnis in allen jenen Kreiſen zu begegnen, in denen
man die Notwendigkeit der Opfer begreift, die vom
Deut=
ſchen Reiche zu bringen ſind. Es hieße an dem geſunden
Sinn des deutſchen Volkes irre werden, wollte man
an=
nehmen, daß dies Verſtändnis durch Erwägungen
partei=
politiſcher Natur ernſtlich eingeengt werden könnte. Ueber
allem, was noch dazu die teilweiſe recht kurzfriſtigen
Intereſſen der Parteien verlangen mögen, ſteht
gebiete=
riſch die patriotiſche Pflicht. Was dieſe Pflicht erheiſcht,
iſt vom Kaiſer und vom Kanzler mit hinreichender
Deut=
lichkeit geſagt worden. Es wäre tief zu beklagen, wenn
die ſpätere Zeit feſtſtellen müßte, daß die Stimme
war=
nender Sorge, die Kaiſer und Kanzler erhoben, beim
deut=
ſchen Volke ungehört verhallte, weil ihm der Austrag
ſeiner Parteiintereſſen wichtiger dünkte, als die Erfüllung
einer nationalen Notwendigkeit.”
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* London, 17. Febr. Die Times ſchreibt: Die
an=
dauernde Entſchloſſenheit der Mächte, die Sache des
Friedens zu fördern, iſt einer der wenigen
hoffnungs=
reichen Züge der allgemeinen Lage. Dieſe Entſchloſſenheit
iſt ſehr deutlich und von der größten Bedeutung. Es wird
allerdings zugegeben, daß die Botſchafter noch kein
voll=
ſtändiges Einverſtändnis über die Zukunft Albaniens
er=
reicht haben. Für uns und, wie wir glauben, für alle
ver=
antwortlichen Staatsmänner und ſelbſtändigen
Beobach=
ter, iſt es einfach undenkbar, daß irgend ein Staat ſich
wegen einer ſo trivialen Frage in einen Krieg ſtürzen
müßte. Wir haben kürzlich mit Freuden den Artikel im
Wiener Fremdenblatt geleſen, der verſichert, daß das, was
noch an Differenzen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rußland übrig bleibe, keinen wirklichen Intereſſenkonflikt
mehr darſtelle. Wir bedauern, daß ein gewiſſer Teil der
öffentlichen Meinung in Rußland, anſtatt dieſe Erklärung
zu begrüßen, die Gelegenheit ergriffen hat, eine noch
aggreſſivere Haltung einzunehmen als zuvor. Heute
be=
grüßen wir mit nicht geringerer Genugtuung als die
Er=
klärung des Fremdenblattes die kluge und offene
Erklär=
ung der Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung. Dieſes
Organ weigert ſich entſchieden, die gefliſſentlich
verbrei=
tete Auffaſſung anzunehmen, daß die Miſſion des
Prin=
zen Hohenlohe in Petersburg von Mißerfolg begleitet
geweſen ſei und glaubt im Gegenteil, daß die politiſche
Fühlung zwiſchen den beiden Kaiſern und den beiden
be=
nachbarten Staaten zur Erledigung der Details des
Bal=
kanproblems beitragen werde. Die Norddeutſche Allgem.
Zeitung behauptet nicht, daß die Lage befriedigend ſei;
ſie enthält ſich jeden törichten Optimismus, aber zugleich
ermutigt ſie die ſchüchterne Hoffnung auf den geſunden
Sinn und den guten Glauben Europas.
* Paris, 16. Febr. Hakki Paſcha, der heute
nachmittag von hier nach London abgereiſt iſt, erklärte
einem Redakteur des Temps u. a., er habe keinerlei
amtliche Miſſion. Er ſei von ſeiner Regierung
lediglich zu den türkiſchen Delegierten nach London
ent=
ſandt worden, um ihnen mit ſeiner Erfahrung und
Kennt=
nis der in den Friedensverhandlungen erörterten Fragen
beizuſtehen. Die Verhandlungen ſeien zwar abgebrochen
aber die Sache der Türkei ſei durch die Antwortnote der
franzöſiſchen Regierung den Händen der Großmächte
übergeben worden. Dieſe haben die Note noch nicht
be=
antwortet und die Botſchafter fahren fort, die Lage und
die etwaige Löſung zu prüfen.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Sofia, 17. Febr. Die Bulgaren behaupten
ihre Stellungen bei Tſchataldſcha und,Bulair. Die
Konſtantinopeler Meldung von geſtern, nach der ein
be=
deutender Kampf bei Bulair ſtattgefunden haben ſoll, iſt
unrichtig. In Wahrheit wurde nur eine
Sanitätsabtei=
lung, die zur Bergung türkiſcher Gefallener, die noch ſeit
der Schlacht vom 8. Februar vor der bulgariſchen Front
lagen, ausgerückt war, aus der türkiſchen Feſtung
beſchof=
ſen. Die Abteilung zog ſich zurück, worauf das Feuer
ein=
geſtellt wurde.
* Sofia, 16. Febr. Hinſichtlich der Fremden in
Adrianopel iſt beſchloſſen worden, daß den Konſuln
und Ausländern, welche die Stadt verlaſſen wollen, dieſe
Möglichkeit geboten wird, ſobald die Liſte mit den Namen
derjenigen Perſonen überreicht wird, die das Recht dazu
haben ſollen, als Ausländer die Stadt zu verlaſſen.
Rumänien und Bulgarien.
* Sofia, 16. Febr. Wie von zuſtändiger Seite
ver=
lautet, hat Dr. Danew dem rumäniſchen Delegierten
Ghika den bulgariſchen Gegenvorſchlag
überreicht, welcher zwar den rumäniſchen Forderungen
nicht vollſtändig entſpricht, aber doch einigermaßen
ent=
gegenkommt und überdies den Wunſch enthält, die
Ver=
handlungen zu beſchleunigen, die ſomit fortgeſetzt werden
könnten. Die Gegenäußerungen Rumäniens wird jetzt
erwartet. Sollte dieſe wider Erwarten Bulgariens
un=
günſtig lauten, ſo gedenkt die bulgariſche Regierung die
Vermittelung aller Großmächte zur gütlichen Beilegung
der Streitpunkte anzurufen.
— Sofia, 17. Febr. Die Geſandten der
Großmächte ſuchen eifrig zwiſchen Bulgarien und
Rumänien zu vermitteln. Alle Ratſchläge ſollen wegen
der beiderſeitigen Unnachgiebigkeit fruchtlos geweſen ſein.
Man müſſe ſich, wie von Diplomaten verſichert wird,
dar=
auf gefaßt machen, daß die Verhandlungen ſpäteſtens am
Mittwoch abgebrochen werden und daß Rumänien nach
Abreiſe der rumäniſchen Geſandtſchaft, das heißt nach
Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen, das geforderte
Territorium beſetzt.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 17. Febr. Das Amtsblatt
veröffentlicht ein proviſoriſches Geſetz, wodurch die
Re=
gierung ermächtigt wird, am 14. Februar die in den
Kaſ=
ſen des Finanzminiſteriums hier und in den
Pro=
vinzen befindlichen Gelddepots in Form einer Anleihe
zu entnehmen, jedoch werden die Depotinhaber ihre
De=
pots auf Anſuchen ſofort zurückerhalten können.
Die Revolution in Mexiko.
* Waſhington 17. Febr. Madero
telegra=
phierte an Präſident Taft es beſtehe keine Gefahr für
die Angehörigen der Vereinigten Staaten, wenn ſie ſich
auf der Gafhrenzone entfernten. Die Regierung
über=
nehme die Verantwortlichkeit für alle materiellen Schäden,
die den Ausländern erwüchſen. Er bäte Taft, keine
Trup=
penlandung in Mexiko zuzulaſſen, weil ſolche ſchreckliche
Folgen hätte und die Lage noch ernſter geſtalten würde.
Das Kabinett der Vereinigten Staaten trat am Montag
früh zuſammen und telegraphierte als Antwort auf
Ma=
deros Bitte eine Erklärung, welche Politik die
Ver=
einigten Staaten zu verfolgen gedächten. Ihre Politik
bleibe dieſelbe wie in den beiden letzten Jahren. Nach
einem Telegramm des Botſchafters Wilſon in Mexiko
hatte Wilſon am Samstag früh eine Konferenz mit ſeinen
engliſchen, deutſchen und ſpaniſchen Kollegen, um die Lage
zu beſprechen. Das Automobil, das den engliſchen
Ge=
andten abholen ſollte, wurde beſchoſſen und getroffen,
obwohl ein Oberſt und ſechs Soldaten der Bundestruppen
im Automobil ſaſſen.
* Waſhington, 16. Febr. Nach einer bis nack
Mitternacht dauernden Sitzung des Miniſterrats iſt
folgende offizielle Erklärung abgegeben worden: Die
bis=
her erhaltenen Nachrichten bilden keine Grundlage zu
einer Abänderung der Politik der
Vereinig=
ten Staaten, wie ſie ſchon viele Male während der
etzten beiden Jahre angekündigt worden iſt.
Vermiſchtes.
Berufswahl und Handelsgewerbe.
Alljährlich zu Oſtern treten tauſende von jungen Menſchen
beiderlei Geſchlechts nach der Entlaſſung aus der Schule
in das berufliche Leben ein, und gerade jetzt wieder
be=
ſchäftigt die Frage der Berufswahl viele Eltern und
Vor=
münder. Da iſt es wohl angebracht, vor der
Entſchei=
dung einige ſachverſtändige Winke und Ratſchläge
anzu=
nehmen; hängt doch von der Berufswahl oft das ganze
Lebensglück der Kinder und Schutzbefohlenen ab. Der
Kampf um die wirtſchaftliche Sicherſtellung hat heute
lei=
der in faſt allen Berufen eine große Verſchärfung
er=
fahren, ſo daß ſchon aus dieſem Grunde eine überaus
vor=
ſichtige Prüfung der geiſtigen und körperlichen Fähigkeiten
der der Schule entwachſenden jungen Menſchen erfolgen
müßte. Das iſt bisher leider häufig verſäumt worden,
ſo daß das Bedürfnis nach ſachverſtändiger
Berufsbera=
tung im Intereſſe des Einzelnen wie der geſamten
deut=
ſchen Volkswirtſchaft endlich dazu zu führen ſcheint, ein
Zuſammenarbeiten von Eltern, Erziehern, Aerzten.
Be=
rufsvereinen. Jugendpflege=Organiſationen und
Regie=
rungsbehörden in dieſer wichtigen Frage zu veranlaſſen.
Einſtweilen kann allerdings von einem einheitlichen
Zu=
ſammenwirken dieſer Faktoren noch wenig die Rede ſein,
weshalb jeder Einzelne nach beſter Möglichkeit für die
nötige Aufklärung Sorge tragen muß. Der Verein für
Handlungs=Commis von 1858, Hamburg, wendet ſich
da=
her an alle Eltern und Vormünder mit der dringenden
Bitte, ſich wegen Berufsberatung an ſeine
Landesge=
ſchäftsſtelle, Frankfurt a. M., Pariſer Hof, zu wenden,
wenn ſie die Abſicht haben, einen Sohn, eine Tochter
oder ein Mündel dem Handelsgewerbe zuzuführen.
Lang=
jährige reiche Erfahrungen haben erwieſen, daß die
jun=
gen Mädchen im allgemeinen und insbeſondere ſofort nach
der Entlaſſung aus der Schule den Anforderungen des
Handelsgewerbes durchaus nicht gewachſen ſind, daß es
vielmehr in ihrem eigenſten Intereſſe richtiger wäre, wenn
ſie ſich einem der vielen hauswirtſchaftlichen Berufe
wid=
men würden, in denen es heute genügend angeſehene
Stellungen mit auskömmlichen Gehältern und Löhnen
ibt. Der junge Mann aber, der ſich dem kaufmänniſchen.
Berufe zuwenden will, muß unter allen Umſtänden außer
einer feſten körperlichen Geſundbeit eine gute Vorbildung
beſitzen und darüber hinaus mit ſolcher Luſt und Liebe
an den erwählten Beruf herangehen, daß ihm dieſe Eigens
ſchaften über alle Enttäuſchungen, die nicht ausbleiben
werden, hinweghelfen können. Gar mancher junge Mann
hätte wohl lieber ein Handwerk erlernt, wenn er früh
ge=
nug über die wirtſchaftliche Lage der Handlungsgehilfen
aufgeklärt worden wäre. „Drum prüfe, wer ſich ewig
bindet!” ſollte alſo bei der Berufswahl der erſte
Grund=
ſatz ſein.
C. K. Eine Ausſtellung der
holländi=
ſſchen Frau von 1813 und 1913. Eine
eigen=
artige Ausſtellung wird in dieſem April in Amſterdam
unter dem Titel „Die Frau 1813—1913” eröffnet werden.
Die Holländerin ſoll hier in einem lebendigen
Kontraſt=
bild jene großen Veränderungen durchleben, die während
eines Jahrhunderts in der geſamten Lebenskultur ſich
vollzogen haben. Ein Bürgerhaus aus dem Anfang
des 19. Jahrhunderts wird mit allen Einzelheiten genau
im Stile des Jahres 1813 eingerichtet werden; die Küche
enthält nur Geräte, wie ſie damals üblich waren, und es
ſollen in ihr Gerichte nach alten Rezepten bereitet werden,
damit die moderne Frau ſich mit eigener Zunge davon
überzeugen kann, wie die Urgroßmütter kochten. Ein
Em=
piregarten mit einem niedlichen Freundſchaftstempelchen
bildet den Rahmen dieſer retroſpektiven Ausſtellung;
Da=
men in der Mode von 1813 werden das bunte Bild
be=
leben. Als Gegenbild aber wird ein modernes Haus mit
allem Komfort von 1913 eingerichtet; die Küche zeigt all
die Vervollkommnungen des Gerätes, der Koch= und
Ein=
legeapparate, die wir heute beſitzen. Hier wird uns ge
zeigt, wie ſich die Holländerin im Laufe eines
Jahrhun=
derts verändert hat, nicht nur in der Tracht und in der
äußeren Lebenshaltung, ſondern auch in ihrem
Bildungs=
ſtreben, in ihrem Anteil an Literatur, Kunſt und
Wiſſen=
ſchaft.
Feuerverſicherung. Die im Jahre 1821
eröffnete Gothaer Feuerverſicherungsbank
auf Gegenſeitigkeit, deren Geſchäftsbereich ſich
auf das Deutſche Reich, die Deutſchen Schutzgebiete und
die Schweiz erſtreckt, hat mit dem Jahre 1912 das 92. Jahr
ihrer gemeinützigen Tätigkeit vollendet. Am Schluß des
Geſchäftsjahres 1912 belief ſich die Verſicherungsſumme
auf 7261040 700 Mk. (gegen das Vorjahr mehr 185739 200
Mk.). Die Prämieneinnahme betrug im Jahre 1912:
24 249065,70 Mk. (gegen das Vorjahr mehr 460 213,70 Mk.).
Von der Prämieneinnahme wird in jedem Jahre der
jenige Betrag, der nicht zur Bezahlung der Schäden und
Verwaltungskoſten, ſowie für die Prämienreſerve
er=
forderlich iſt, den Verſicherten zurückgewährt. Nach dem
jetzt veröffentlichten Rechnungsabſchluſſe für das Jahr
1912 beträgt dieſer an die Verſicherten zurückfließende
Ueberſchuß 18423 492,20 Mk. oder 74 Prozent der
einge=
zahlten Prämie. Im Durchſchnitt der letzten zehn Jahre
ſind alljährlich 73,50 Prozent der eingezahlten Prämien
als Ueberſchuß an die Verſicherten zuruckerſtattet worden.
Literariſches.
Das „Hochzeitsleben der Skorpione”
ſchil=
dert der Hallenſer Zoologe F. Marſhall an Hand
un=
vergleichlich ſchöner, zumeiſt von dem bekannten
franzöſi=
ſchen Inſektenforſcher P. H. Fabre ſtammender,
photo=
graphiſcher Natururkunden in den ſoeben erſchienenen
Lieferungen 12—14 des reich illuſtrierten Prachtwerks
„Die Wunder der Natur” (65 Lieferungen zu je
60 Pfg., Deutſches Verlagshaus Bong u. Ko., Berlin
W. 57). In denſelben Lieferungen berichtet u. a. A.
Heil=
born über das Alter der Rieſenſchnecke und bildet dabei
ein mindeſtens 150jähriges Exemplar ab. Ueber „
ſelbſt=
leuchtende Fiſche” plaudert C. W. Neumann. Raoul H.
Francé ſchildert den merkwürdigen, auf Jamaika heimiſchen
„Spitzenborkenbaum” deſſen Zweige natürliche
Spitzen=
krauſen liefern. Ein reich illuſtrierter Artikel Theſings
gibt eine treffliche Vorſtellung von der ſogenannten
„Mimikcy” der Inſekten. Die „Gletſcher im Hochgebirge‟
ſchildert Prof. Dr. A. Marcuſe uſf. Auch dieſes Heft zeigt
zur Genüge, daß in „Die Wunder der Natur” ein Werl
im Erſcheinen begriffen iſt, das allen Freunden der
Natur=
wiſſenſchaften Stunden unendlichen Genuſſes ſchaffer
wird. Wir können deshalb „Die Wunder der Natur
beſtens empfehlen.
— Apollinaris=Sport=Kalender 1913
Die Aktiengeſellſchaft Apollinaris=Brunnen, vormals
Georg Kreuzberg, Neuenahr (Rheinland), verſendet
ſo=
eben an die Sportwelt und ihren weiteren Bekannten
kreis die diesjährige, vervollſtändigte Ausgabe ihres im
Jahre 1912 erſtmals erſchienenen und allgemein mit
gro=
ßem Beifall aufgenommenen Apollinaris=Sportkalender.
Der Apollinaris=Sportkalender gibt, wie im Vorjahre,
in geſchickter und überſichtlicher Anordnung eine
Zuſam=
menſtellung der ſportlichen und beſonderen und feſtlichen
Veranſtaltungen für das Jahr 1913, welche durch
Auf=
nahme wichtiger ausländiſcher Sport=Termine noch
er=
weitert iſt. Der Apollinaris=Sportkalender wird
zweifel=
los von jedem Sportsmann mit Freuden begrüßt, iſt auch
für weitere Kreiſe von großem Intereſſe und hat ſich nach
fachmänniſchem Urteil als ein äußerſt praktiſches und
zu=
verläſſiges Terminverzeichnis erwieſen.
— Neumann, Kritiſche Berliner
Bör=
ſentabelle, 3. Jahrgang 1913, gebunden 3 Mk.
Fi=
nanzverlag Alfred Neumann, G. m. b. H., Berlin W 57.
Der neue Jahrgang dieſer, durch die letzten
außergewöhn=
lich großen Kursſchwankungen, beſonders intereſſanten
Tabelle iſt erſchienen. Angenehm fällt die
Ueberſichtlich=
keit der Anordnung und die Handlichkeit des Formats
auf. Bei dem billigen Preiſe von 3 Mk. dürfte ſich der
Freundeskreis des Buches ſchnell erweitern. Zu beziehen
iſt die Tabelle direkt vom Verlage oder durch alle
Buch=
handlungen.
Herzog Johann Albrecht in der Deutihen
Kolonialgeſellſchaft Abteilung Darmſtadt.
Die Deutſche Kolonialgeſellſchaft veranſtaltete aus
Anlaß der Anweſenheit des Herzogs Johann
Al=
brecht zu Mecklenburg geſtern abend im oberen
Saale der „Vereinigten Geſellſchaft” einen Bierabend,
dem u. a. auch Staatsminiſter Dr. v. Ewald Exz.
bei=
wohnte. Nach halb 10 Uhr erſchien auch Se. Hoheit der
Herzog Johann Albrecht mit den Herren ſeines Gefolges.
Der Vorſitzende der Abteilung Darmſtadt, Geh. Juſtizrat
Grünewald, hielt eine kurze Begrüßungsanſprache,
in der er der Freude darüber Ausdruck gab, Se. Hoheit
im Kreiſe der Angehörigen der Abteilung Darmſtadt
be=
grüßen zu können. Die Rede ſchloß mit dem Wunſche,
daß der Herzog noch recht lange die Zügel der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft in Händen behalten möge.
Herzog Johann Albrecht erwiderte darauf
mit Worten des Dankes für den ihm bereiteten
freund=
lichen Empfang. Er habe der Einladung mit beſonderer
Freude Folge geleiſtet, weil ſie ihn mit der friſch
arbeiten=
den, kraftvoll aufblühenden Abteilung Darmſtadt bekannt
mache, deren Vorſitzenden er ſchon von den Sitzungen des
Hauptvereins her kenne. Der Herzog wies weiter
dar=
auf hin, daß er bei Gelegenheit ſeiner erſten Rede als
Präſident der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft ſich zu dem
Wunſche veranlaßt ſah, daß anſtatt der vielen Tinte, die
unnütz verſchrieben würde, mehr friſches Blut pulſieren
möge. Das ſei heute anders geworden, zum Beſten der
Geſellſchaft. Beſonders im Rheinlande, überhaupt im
Weſten, werde rege praktiſche Arbeit geleiſtet, die er
dank=
bar anerkenne. Mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß das
auch in Zukunft ſo bleiben möge, und dem Wunſche für
das fernere Blühen und Gedeihen der Abteilung Darmſtadt
ſchloß der Herzog ſeine Rede mit einem dreifachen Hoch
auf die Abteilung Darmſtadt.
Um 10 Uhr 10 Min. verließ der Herzog den Kommers
und fuhr direkt zur Bahn, um mit dem fahrplanmäßigen
Schnellzug 10 Uhr 25 Min. nach Braunſchweig
zurückzu=
reiſen. Das Großherzogspaar und die
Herzo=
gin hatten ſich vom Palais direkt zur Bahn begeben zur
Verabſchiedung des fürſtlichen Beſuches.
(Wir möchten nicht unterlaſſen zu bemerken, daß die
Vertreter der Preſſe in der Anweiſung der Plätze nicht die
gebührende Berückſichtigung fanden. Das muß um ſo
mehr gerügt werden, als die D. K.=G. bei anderen
Ge=
legenheiten ſehr wohl das Wohlwollen der Preſſe in
An=
ſpruch zu nehmen weiß. Die anweſenden Vertreter der
vier Darmſtädter Blätter haben ſich wegen der
unange=
meſſenen Aufnahme der Vertreter der Preſſe
beſchwerde=
führend an deren berufene Vertretung, den Landesverein
Heſſiſcher Zeitungsredakteure, gewandt. Von
eingehen=
der Berichterſtattung über den Abend mußte aus dieſem
Grunde abgeſehen werden. D. Ref.)
Darmſtadt, 18. Februar.
g. Kaufmannsdeutſch. Auf Veranlaſſung des
Darm=
ſtädter Sprachvereins ſprach geſtern abend im
„Fürſtenſaal” Herr Karl Lettenbaur über
Kauf=
mannsdeutſch. Der Vorſitzende des Sprachvereins
Profeſſor Dr. A. E. Berger, begrüßte die zahlreich
Erſchienenen und führte aus, daß der Sprachverein ſchon
vor ſünf Jahren beabſichtigte, einen Vortrag über die
Kaufmannsſprache zu veranſtalten. Doch ſei dies durch
mancherlei Umſtände erſt jetzt möglich geworden, und er
glaube, gerade der Umſtand, daß ein Angehöriger des
einheimiſchen Kaufmannsſtandes dieſen Vortrag halte
habe viel für den guten Beſuch beigetragen. — Es ergriff
ſodann Herr Karl Lettenbaur das Wort zu ſeinem
Vortrage. Nach Umgrenzung des Begriffs „Kaufmann”
unterſuchte Redner einleitend die Entſtehung des ſogen.
Kaufmannsdeutſchs. Bis zum Anfang, ja bis zur Mitte
des 14. Jahrhunderts wurden die kaufmänniſchen Briefe
in lateiniſcher Sprache abgefaßt. Allmählich ging man
dann dazu über, die damals ziemlich darniederliegende
deutſche Sprache einzuführen. Durch den unheilvollen
dreißigjährigen Krieg wurden dann nicht nur viele
mate=
rielle Güter, ſondern auch ideelle vernichtet und damit
auch die deutſche Sprache. Durch die in deutſchen Landen
umherziehenden fremden Kriegsſcharen wurde
außer=
ordentlich viel fremdes Sprachgut in die deutſche Sprache
eingeführt. und die ſpäter einſetzende Franzöſelei, der
ſich auch der mitten im Leben ſtehende Kaufmann nicht
entziehen konnte, tat ein übriges, um einen ſchwülſtigen,
mit fremden Sprachbrocken durchſetzten Briefſtil entſtehen
zu laſſen. Der Kaufmann könne ſich heute den
Be=
ſtrebungen auf größere Reinheit der deutſchen Sprache
auch nicht entziehen. Redner erörterte dann kurz die
Bedingungen, die man an ein gutes und reines Deutſch
ſtellen muß. Das Deutſch des Kaufmanns ſoll einfach,
klar und möglichſt kurz gefaßt ſein. Als weitere
Be=
dingung ſei zu ſtellen, daß die Briefe grammatikaliſch
richtig ſind. Beſondere Schwierigkeit macht das
Zeit=
wort; die erſte und zweite Vergangenheitsform werde
ſogar oft von Gebildeten verwechſelt. Redner möchte der
einfachen Form aus Schönheitsgründen den Vorzug
geben. Weiter geißelt Redner die geſuchten oder
un=
gewollten Schachtel=, Stopf= und Treppenſätze. Der
ſchwulſtige Satz ſei erfreulicherweiſe bei dem
Kaufmanns=
ſtande nicht mehr viel im Gebrauch, denn er habe zuerſt
begriffen, daß Geld Zeit iſt. Weiter erörterte der
Vor=
tragende die Umſtellung nach „und”, die Verwechſelung
von „als” und „wie” und den Gebrauch von „welcher”.
Die heikelſte Frage ſei der Gebrauch des Fremdwortes.
Nur uns Deutſchen ſei es beſchieden, ein
Fremdwörter=
buch zu beſitzen. Die Fremdwörter ganz zu beſeitigen
ſei nicht angängig. Es ſei Aufgabe, unſere Sprache von
den Fremdwörtern zu reinigen und ſie gleichzeitig zu
be=
reichern. Redner gab dann Beiſpiele für Fremdwörter
die nicht gut zu überſetzen ſeien. Zum Schluß empfahl
er dann allen Kaufleuten, fremde Sprachen zu lernen,
denn erſtens ſei dies nicht nur materiell für ihn
vorteil=
haft, auch für die Bereicherung der deutſchen Sprache
und ihre Anwendung ſei die Kenntnis fremder Sprachen
von großem Nutzen. — Lebhafter Beifall folgte den oft
durch humoriſtiſche Beiſpiele erläuterten Vortrag. Der
Vorſitzende dankte dem Vortragenden im Namen des
Vereins. Stadtv. Pickert regte u. a. eine
Verdeut=
ſchung des jetzt häufig gebrauchten Wortes „Detailliſt”
an, für das er das Wort „Verſchleißer” empfehlen möchte.
Die ſich anſchließende Haupt=
Verſamm=
lung der Mitglieder des Sprachvereins
wurde von Herrn Prof. Dr. Berger mit der Erſtattung
des Jahresberichtes eröffnet. Auf eine Eingabe
an das Reichspoſtamt, die der Deutſche Handelstag ſich
zu eigen machte, daß im Internationalen Telegraphen=
Verzeichnis bei Städten Ungarns die deutſchen Namen
durch magyariſche erſetzt wurden, iſt die Antwort
er=
gangen, daß dieſe Streichung der deutſchen Namen von
der magyariſchen Verwaltung veranlaßt wurde. Es
wurden Anweiſungen erlaſſen, daß Telegramme mit
deut=
ſchen Städtenamen angenommen werden und bei der
Ab=
ſendung von den Beamten durch die magyariſchen Namen
erſetzt werden. Ferner war der Verein in mehrfacher
Weiſe im Intereſſe der Reinigung der deutſchen Sprache
tätig. Der Sprachenausſchuß erledigte vier Anfragen
Den Mitgliedern wurden mehrere Vorträge geboten.
Verſtorben ſind vier Mitglieder, neu eingetreten drei
Mit=
glieder. Der Verein hat jetzt 121 Mitglieder. Ein
Bei=
trag an die Deutſche Dichtergedächtnisſtiftung wurde be
willigt. Ueber den Beſcheid der Reichspoſtverwaltung
entſpann ſich eine angeregte Debatte. Ferner wurde
an=
geregt, daß ſich auch der Sprachverein an dem Empfang
der demnächſt Darmſtadt beſuchenden Deutſch=Amerikaner
beteiligen ſolle. Der Kaſſenbericht, der in
Ein=
nahme 427.68 Mk. und in Ausgabe 372.61 Mk. beträgt, ſo
daß ein Vermögen von 55,07 Mk. verbleibt, wurde gutge
heißen.
gs. Von der Rettungswache. Geſtern nachmittag kurz
vor 2 Uhr wurde eine 73 Jahre alte Frau in einem Ge
ſchäft in der Heidelbergerſtraße von einem Schlaganfall
betroffen. Dieſelbe wurde durch die Rettungswache im
Krankenwagen nach dem ſtädt. Krankenhauſe verbracht,
woſelbſt ſie gleich nach der Einlieferung verſtarb. — Kurz
nach 7 Uhr abends verunglückte in der Landwehrſtraße ein
Fuhrmann dadurch, daß ihm infolge Scheuwerdens der
Pferde ſein Rollwagen über die Bruſt ging und er
ſchwere innere Verletzungen davontrug. Der
Verun=
glückte wurde mittels Räderbahre von der Rettungswache
in das ſtädt. Krankenhaus verbracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 17. Febr. Heute vormittag begann vor dem
Schwurgericht des Landgerichts Berlin III die
Ver=
handlung gegen den 43jährigen Eiſendreher Paul Stein
aus Borſigwalde=Berlin, der beſchuldigt iſt, im Juni 1912
in der Nähe des Grenzdorfes Arnaville auf
franzöſi=
ſchem Boden ſeine Nichte, die 25jährige Emilie Stein aus
Metz, durch Meſſerſtiche getötet zu haben. Der Angeklagte
gibt die Tat zu, behauptet jedoch, die Nichte auf
ausdrück=
liches Verlangen getötet zu haben, da dieſe wegen
Liebes=
kummer in den Tod gehen wollte. Zu der Verhandlung
ſind zahlreiche Zeugen geladen, darunter der franzöſiſche
Unterſuchungsrichter und der Gerichtsarzt aus Toul.
* Straßburg, 17. Febr. Die Denkſchrift über
die Teuerungsvorlage, die bis zur
Verabſchie=
dung der Beſoldungsgeſetze den Beamten eine
Gehaltszu=
lage garantieren ſoll, iſt von der Regierung fertiggeſtellt.
Die Teuerungszulage wird bei den unteren Beamtenklaſe
ſen 10 Prozent des Gehalts betragen und ſich nach oben
entſprechend verringern. Die höheren Beamtenkategorien,
ſowie die mittleren Beamten mit einem Gehalt von 5000
Mark an aufwärts werden von der vorläufigen
Beſſerſtel=
lung nicht berührt.
* Peſt, 17. Febr. Vor dem hieſigen Strafgericht
be=
gann heute die Verhandlung des
Verleumdungs=
prozeſſes, den Miniſterpräſident Lukacs gegen
den Abgeordneten und früheren Staatsſekretär Zoltan
Deſy angeſtrengt hat, weil dieſer ihn als Panamiſt
be=
zeichnet hatte.
Briefkaſten.
R. P. Die durch Verordnung vom 2. März 1868 über
das Vermögen des Königs Georg von Hannover (
Welfen=
fonds) verhängte Beſchlagnahme iſt bereits im Jahre 189.
aufgehoben und das Kapital im vollen Betrage von 60
Millionen Mark damals an den derzeitigen Herzog Ernſt
Auguſt von Preußen zur Auszahlung gebracht worden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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(125ai
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Groß=
(*4428
mutter, Schwägerin und Tante
Frau Marie Stroh
Wagners Wwe., geb. Reinhard
nach mit Geduld getragenem Leiden im Alter
von 76 Jahren zu ſich abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. ds.
Mts., um ½4 Uhr nachmittags, von der
Fried=
hofskapelle aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die wohltuende Anteilnahme anläßlich
des Hinſcheidens unſerer teuren Entſchlafenen
Frau
n
Marcin Hartmann Wiere
geb. Weber
(4291
ſagen wir Allen herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 15. Februar 1913.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Verluſte meiner lieben Frau und meiner
Mutter
(4308
Frau Marie Becker
geb. Hamann
ſagen wir allen Freunden und Bekannten unſeren
innigſten Dank. Insbeſondere danken wir dem
Lokomotivführer=Verein und dem Darmſtädter
Sportklub 1905 für ihre Kranzſpenden, dem Herrn
Pfarrer Dingeldey für ſeine troſtreiche Grabrede
und den Schweſtern der Johannesgemeinde für
ihre liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Becker, Lokomotivführer.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe freundlicher
Anteilnahme beim Heimgange ihres lieben
Hans Zahn
ſagen tiefgefühlten herzlichen Dank.
(4293
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 18. Februar 1913.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſte meines lieben
Sohnes, unſeres Bruders, Enkels u. Schwagers,
des Herrn Telegraphenaſſiſtenten
Karl Schacht
insbeſondere den Herren Vorgeſetzten des
Tele=
graphenamts, den Herren Kollegen, welche ihn
zur letzten Rube trugen, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden ſprechen wir unſeren
tiefgefühl=
teſten Dank aus.
(B4301
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
C. Schacht Wwe., Karlſtraße 56.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueler Nordoſteuropa lagert hoher Druck, dem ein
Tief über der Biscaya gegenüberliegt. Unter dem
Ein=
fluß eines ſeiner Randwirbel iſt heute früh bei uns
Schneefall eingetreten. Bei öſtlichen Winden liegen die
Morgentemperaturen in Deutſchland unter 0
Nieder=
ſchläge fielen nur vereinzelt. Wir haben morgen auf der
Grenze zwiſchen hohem und tiefem Druck wechſelnde
Be=
wölkung und leichte Niederſchläge zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 18. Febr.:
Wechſelnd bewölkt, leichte Niederſchläge, Temperatur
wenig verändert.
Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48).
Unent=
geltliche Verleihung von Büchern an jedermann.
Ge=
öffnet: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½—9 Uhr.
Tageskalender.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Arnold Mendelsſohn=Abend von Tilly Koenen
um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Vortrag von Profeſſor Dr. Limmer um 8 Uhr im
phyſi=
kaliſchen Hörſaal der Techniſchen Hochſchule.
Vortrag mit Lichtbildern von Dr. med. Petri Hoyle um
8 Uhr im „Kaiſerſaal”
Vortrag von Reallehrer Kahl um 8½ Uhr im
Reſtau=
rant Sitte (Nationalliberaler Verein).
Kräppelkaffee mit Luſtſpielaufführung um 5 Uhr in
der Vereinigten Geſellſchaft.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Verlobung im Kaiſerhauſe: Das Brautpaar auf einem
Spaziergang in Karlsruhe, die Eltern und Schweſtern
des Bräutigams; zum Untergang der Südpolexpedition
des Kapitäns Scott, der verunglückte Kapitän hält eine
Anſprache an ſeine Mannſchaft; Ueberſichtskarte über
den Weg zur Expedition; das Ringen um Adrianopel,
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 19. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Ballé und
Jakob Mohr (Dieburgerſtraße 90) um 11 Uhr auf dem
Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 und 3 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr in der Reſtauration
„Zum Einſiedel
Faſelochs=Verſteigerung um 11½ Uhr in der
Faſelhofreite zu Ober=Ramſtadt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Blaxchtbschheim Bothanien
in Darmstadt, Elisabethenstrasse 25½.
Das Diakoniſſenheim Bethanien iſt eine Filiale des Bethanien=
Vereins e. V. in Frankfurt a. M.
Es übernimmt die Pflege von Kranken in Privathäuſern
ohne Unterſchied der Religion oder der Konfeſſion.
Näheres durch die Verwaltung.
(4322a
Schwester Dora Fink.
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Aufnahme bei deutſcher Hebamme
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V
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Kurſe vom 17. Februar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
(7,40
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 88,20
77,50
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,40
92,80
do.
3½
83,75
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
do.
86,70
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99, 10
t do. do. (unk. 1918) 99,20
do.
87—
3½
do.
75,70
3 Sächſiſche Rente.
(8,80
4 Württemberger v. 1907 99,30
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl. —
4 Griechen v. 1887 . . —
Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 87,10
do. Goldrente . . . 91,10
do. einheitl. Rente 84,—
3 Portug. unif. Serie I 63,40
do. unif. Ser. III 66,30
3 do. Spezial . . . 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 99,50
do. v. 1890 . . 92,80
do.
v. 1905 . . 99,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,
do. v. 1902 . . . . 89,60
4½ do. v. 1905 . . . . 99,50
3½ Schweden . . . . .
Serbier amort. v. 1895 80,10
4 Türk. Admin. v. 1903 77,80
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,80
4 Ungar. Goldrente . . . 87,25
4 do. Staatsrente. . . 84,49
InProt.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 100,90
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 92,10
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,30
½
91,90
do.
91,20
Japaner . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 90,00
do.
1 Gold=Mexikanerv. 1904 84,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,40
3 Buenos Aires Provinz 68¾
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
jahrt . . . . . . . 148,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 115,50
3½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 128,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 112,25
6 Baltimore und Ohio . 103¾
6 Schantungbahn . . . . 129,—
-
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 231
5 Pennſylvania R. R. . 122,00
Induſtrie=
Leß
divid. Aktien.
-
3 Brauerei Werger
5 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 533,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 241,00
30 Farbwerke Höchſt . . 624,—
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,80
10 Cement Heidelberg . . 146,00
30 Chem. Werke Albert 442,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 323,00
5 Lahmeyer . . . . . . . 123,00
Letzte
In Proz.
d.
7½ Schuchert, Nürnberg 142,20
12 Siemens & Halske .212½
19,40
5 Beramann Electr.
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 16
78
25 Gummi Peter . . . . —
0 Kunſtſeide Frankfurt 76,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 585,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren —
8 Steana Romana Petr. 149,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 232,00
2½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel.
.. 199,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 93,00
3 Südd. Immobilien 59,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 172,00
12½Bochumer Bergb. u
Gußſt. . . . . . . 210½
11 Deutſch=Luremburg.=
Bergb. . . . . . . 159,50
10 Gelſenkirchener . . . . 192,00
9 Harpener . . . . . . . 190,00
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 254,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,00
6 Laurahütte . . . . .
173,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 202,00
11
7½ South Weſt Africa —
Prioritäts=
Obligationen.
31 Südd. Eiſenb.=Geſ. —
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 91,90
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . .
74,30
5 Oeſterr. Staatsbahn
-
4 Oeſterr. Staatsbahn .
do.
76,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,10
do.
75,60
Zf.
Inprst.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,00
3 Raab=Oedenburg .
76,80
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,50
4½ Moskau=Kaſan . . .
do.
4 Wladichawchas . . . . 86.50
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
4½
do.
24) Livorneſer
68,50
3 Salonique=Monaſtir 62,20
4 Baadadbahn . . . .
80,60
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,10
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 70,50
4 Northern=Paciſic . . . 98,50
4 Southern=Pacific . . . 93,90
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 82,20
5 Tehuantepec . . . . . . 97,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,70
9½ Berlin. Handelsgeſ. .167,75
6½ Darmſtädter Bank
24,30
12½ Deutſche Bank . . . 254,50
6 Deutſche Vereinsbank . 123,20
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,30
10 Diskonto=Kommandit 188,80
8½ Dresdener Bank . . 156,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,70
6½ Mitteld. Kreditbank 120,40
Nationalb. für Deutſchl. 122,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 138,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,50
A. Schaaffhauſen.
* Bankverein . . . . 114,25
7½ Wiener Bankverein . 132,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,00
Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 86,8)
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . .
97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
31
do.
37,2
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,3
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Banl
S. 12, 13, 16 . .
98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . . . . . 87,20
Meininger Hyp.=Bank 97,60
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,80
3½ do. (unk. 1914) . . 86,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
3½
87,80
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . .
98,
3½
do.
88,4
4 Frankfurt. . . . . . . 98,80
do.
96,00
4 Gießen . . . .
97,50
do.
3½
87,60
Heidelberg . . . . . . 97,10
3½
do.
87,70
Karlsruhe . . .
96,70
3½
do.
38,10
4 Magdeburg. . . . . . —
31.
.
4 Mainz . . . . . . . . 97,50
31
do.
88,70
4 Mannheim . . . .
97,30
3½
do.
90,00
München.
99,30
3½ Nauheim . . . . . . —
Nürnberg. . . . . . . 98,50
3½ do.
87,60
4 Offenbach . . . .
97,60
Zf.
In Proz.
3½ Offenbach . . . . . . —
4 Wiesbaden . . . . . . 98,75
do.
89,00
4 Worms . . . . . . . . 97,30
do.
3½
89,10
4 Liſſaboner v. 1888 . 76,70
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 141,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 112,00
3 Madrider . . Fs. 100 73,80
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,00
Oeſterr. 1860er Loſe . 177,40
3 Oldenburger . . . . . . 129,20
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . .
fl. 7 33,50
Braunſchweiger Tlr. 20 198,40
Freiburger . . . . Fs. 15 89,00
Mailänder . . . . Fs.45
do. . . . . Fs. 10 34,00
Meininger . . . . . fl. 7.
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 —
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100 378,40
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 157,00
Gold, Silber und
Banknoten.
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Engliſche Noten . . . . . 20,44
Franzöſiſche Noten. . . . 81,20
Holländiſche Noten. . . . 168,95
Italieniſche Noten . . . . 79,75
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . .
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3—5 Uhr, in den betr. Schulgebäuden entgegengenommen. Von
Darmſtädter Schülern ſind die von der Rheinſtraße, Alexanderſtraße
und Dieburgerſtraße ſüdlich wohnenden in der Ludwigs=Oberrealſchule,
die nördlich wohnenden in der Liebigs=Oberrealſchule, von
aus=
wärtigen Schülern die am Bahnhof Darmſtadt=Oſt ankommenden
in der Ludwigs=Oberrealſchule, die im Hauptbahnhof eintreffenden
in der Liebigs=Oberrealſchule anzumelden. Das letzte Schulzeugnis,
der Geburts= und Impfſchein ſind bei der Anmeldung vorzulegen.
Großh. Direktionen der Ludwigs= und Liebigs=Oberrealſchule.
Dr. Dersch.
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jeden Alters Aufnahme.
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Mittwoch, den 2. April, beginnt ein neuer Kurſus.
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meldungen von Schülerinnen im Alter von 15—30 Jahren werden
Montag und Donnerstag zwiſchen 10 und 12 Uhr (bei vorheriger
Anmeldung jederzeit) von der unterzeichneten Vorſteherin
entgegen=
genommen. Reflektantinnen haben die beſte Ausſicht, lohnende
Stellung durch den Heſſiſchen Fröbel=Verein zu erhalten.
Proſpekte ſind daſelbſt, ſowie im Seminar zu haben. (4124a
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uas idt wad lur uich
Revue in 8 Bildern u. einem
Vorspiel
von Dr. Rich. Hirsch.
Vorher:
Bunter Teil.
Ermässigter Vorverkauf wie bekannt
Num. Park. à 3 M. b. Hugo de Wanl,
Rheinstrasse 14. (4325
Antnntr 3 Ie
Seegeseseseeeeee222
eggna
Weltstadt-rlogt amm
vom 18. Februar bis
21. Februar 1913:
Bubi kommt aus
dem Zirkus.
Humoristisch. — Lachen ohne
Ende.
Der Schatten
des Meeres.
Nordischer Kunstfilm,
Drama in 2 Akten. In der
Hauptrolle Henny Porten.
Ein Tag in Jerusalen.
Naturaufnahme.
Das Gewissen.
Drama.
Nunne als
Sonntagsjäger.
Humoristisch. (4292
Als Einlage:
In den Krallen.
Das grosse, spannende
Drama aus dem Leben
eines Goldsuchers.
Hessischer Dagendrdg
Mittwoch, 19. Februar 1913, vorm. 10½ Uhr,
im Städtiſchen Saalbau zu Darmſtadt.
Alle Mitglieder des Bundes Jungdeutſchland,
ſowie alle Freunde und Freundinnen der
Jungdeutſch=
landbeſtrebungen ſind herzlichſt eingeladen.
Um pünktliches Erſcheinen wird gebeten. (4302
Deutscher und Oesterreichischer
Sektion
IN Gegründet
Darmstadt Aibenveren,
1870
Mittwoch, 19. Febr. 1913, abends
8½ Uhr im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20
Monats=Verſammlung
Vortrag des Herrn Apotheker Dr. Th. Tenner: „
Frühjahrs=
wanderungen in der Weſt=Schweiz. Eine Herbſtfahrt durch Süd=
Tirol.” Mit Vorführung von Lichtbildern.
Die Familienangehörigen der Mitglieder und eingeführte Gäſte
ſind willkommen
4309)
Der Vorstand.
Gdug
des Herrn Dr. med. Petri Hoyle aus London
über
Wesen, Bedeutung und Ausbreitung der
Homöopathie
mit Erläuterungen durch Lichtbilder
(im Auftrage des internationalen Bundes hom. Aerztevereine)
Dienstag, 18. Febr., abends 8 Uhr, im Kaisersaal, Grafenstr. 18.
Eintritt: 1. Platz 1 Mk., Saal und Galerie 50 Pfg. — Kartenverkauf
beim Verkehrsverein und bei Müller & Bühle, Elisabethenstr. 5. (IV3843,1
Vorträge zu Gunſten des Photographiſchen Inſtituts
der Großh. Techniſchen Hochſchule
18. Februar 1913, abends pünktlich 8 Uhr, im großen
phyſikaliſchen Hörſaal
(3277a
2. Vortrag: Prof. Dr. Fr. Limmer
„Ueber Farbenphotographie‟
Vorverkauf im Bureau des Verkehrsvereins. Num. Platz:
Saal 1.50 M. (Stud.) 1 M., Galerie 0.50 M., Galerie=Stehpl. 0.30 M.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
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Jugend und Fonnen
von Urban Gad.
In der Hauptrolle
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werden ausgebeſſert
Anzüge und gebügelt,
daſelbſt 1 ſchw. Havelock und
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jetzt Erbacherſtraße 13, I. (*4353
(Dnabenanzüge werd. angeſ. in u.
(*4340
außer dem Hauſe
Neue Niederſtr. 17, Htb., Frau Rödder.
Cisaleffe
ELINN
Naturwiſſenſchaftlicher Verein
zu Darmſtadt.
Der Vorſitzende, Profeſſor Dr. Liſt, erſtattete in der
letzten Sitzung zunächſt den Jahresbericht. Es
fan=
den 7 wiſſenſchaftliche Sitzungen ſtatt, die durchſchnittlich
von 80 Perſonen beſucht waren. An den Vorträgen und
Mitteilungen beteiligten ſich 11 Herren. Die Zahl der
Mitglieder betrug am 1. Januar 1913 398. Nach dem
Kaſſenbericht, den für den verhinderten Rechner Bergrat
Köbrich Profeſſor Liſt erſtattete, betrugen die
Einnah=
men 465,05 Mark, die Ausgaben 417,71 Mark, das
Ver=
mögen des Vereins 946,60 Mark. Dem Vorſchlage des
Vorſitzenden, die Gedenktafel für den Nordpolarforſcher
Carl Weyprecht vollſtändig aus den Mitteln des Vereins
zu beſtreiten, wurde zugeſtimmt. Auf Vorſchlag von
Pro=
feſſor Dr. Ihne wurde der ſeitherige Vorſtand einſtimmig
wiedergewählt.
Dr. L. Nick ſprach über Bau und Lebensweiſ
foſſiler und rezenter Reptilien Es gibt
kaum eine Klaſſe des Tierreichs, die ſo einheitlich und in
ſich geſchloſſen daſteht und dabei gleichzeitig derartig
man=
nigfache geſtaltete Formen in ſich ſchließt, als die Reptilien.
Ein Blick auf ihre rezenten Vertreter zeigt dies zur
Ge=
nüge: Eidechſen, Schlangen Schildkröten, Krokodile und
die altertümliche Brückenechſe haben ein ſo verſchiedenes
Ausſehen, daß der Laie ſie kaum zu einer größeren
ſyſte=
matiſchen Einheit zuſammenfaſſen wird, wie etwa die
Ordnungen der Vögel. Das Bild des Reptilienſtammes
wird aber noch verwirrender und bunter, wenn man auch
die ſehr zahlreichen ausgeſtorbenen Ordnungen und
Fa=
milien berückſichtigt. Unter ihnen findet man der äußeren
Geſtalt nach alle Vertreter des Wirbeltierreichs. Da ſtehen
Reptilien, die wie Fiſche ausſehen, neben vogelartigen und
fledermausartige neben känguruhförmigen. Doch ſind ſie
alle dem ganzen Bau nach wohl geſondert von den den
Reptilien am nächſten ſtehenden Klaſſen, den niedriger or=
ganiſierten Amphibien und den höher organiſierten Vögeln
und Säugetieren. Auch das bei den Foſſilen meiſt allein
erhaltene Skelett geſtattet ſelbſt in Bruchſtücken meiſt eine
ſichere Beſtimmung.
Phylogenetiſch abgeleitet werden die Reptilien von
einer ausgeſtorbenen Amphibienfamilie, den
Stegocepha=
len, deren Blütezeit in Carbon und Perm fällt und die in
der Trias ausgeſtorben ſind. Es waren zum Teil recht
anſehnliche Tiere, die meiſt eine kriechende Lebensweiſe
geführt haben dürften, ähnlich wie unſere
Landſalaman=
der; in ſehr vielen Merkmalen ſtehen ſie den Amphibien
bereits näher wie den heutigen Amphibien. Die
Rep=
tilien ſind aber nicht land= oder amphibiſch lebende
For=
men geblieben wie dieſe ihre Vorfahren, ſondern haben
ſich an die allermeiſten Lebensbezirke der Erde anpaſſen
können und müſſen nach unſerer Kenntnis der Foſſilen
in dem Mittelalter der Erde, dem Meſozoikum, geradezu
geherrſcht haben. In den Meeresablagerungen treffen
wir ſtellenweiſe außerordentlich häufig die Ichthyoſaurier.
Eine genauere Betrachtung ihres Skeletts und ein Ver
gleich mit demjenigen der Fiſche zeigt, daß ſie eine ganze
Reihe von Eigentümlichkeiten der letzteren erworben haben
durch den Einfluß der gleichen Umgebung. Offenbar ſind
ſie, wie die typiſchen Fiſche, durch kräftige Schläge der
Schwanzfloſſe, verbunden mit einer Krümmung des
Kör=
pers, geſchwommen, während die paarigen Floſſen
vor=
wiegend Steuer waren. Letztere laſſen die typiſchen
Ske=
lettelemente der Reptilienexremität in den Geundzügen
erkennen, haben aber außerordentlich weitgehende Umbil
dungen aufzuweiſen, Spezialiſationen infolge der
beſon=
deren Lebensweiſe. Bei den geologiſch jüngeren Formen
weiſen beſtimmte Merkmale, die ſich zum Beiſpiel mit
denen der tauchenden Wale vergleichen laſſen, darauf hin,
daß ſie von einem Leben an der Oberfläche des Meeres
dazu übergegangen ſind, auf freier See in größerer Tiefe
zu tauchen. An das Leben im Meere angepaßt waren auch
damals eine große Anzahl krokodilartiger Formen, zum
Beiſpiel der im Bild gezeigte Metriorhynchus. Die
heu=
tigen wenigen Süßwaſſerarten ſind der kümmerliche Reſt
des einſt blühenden Stammes. Küſtentiere waren der
ganzen Körperform nach die Pleſioſaurier. Im Gegenſatz
zu der Fiſchform der Ichthyoſaurier ſind ſie ſehr flach ge
baut und haben einen querovalen Körperquerſchnitt. Der
verhältnismäßig kurze Schwanz bei ſehr kräftig
ausgebil=
deten Ruderfloſſen weiſt darauf hin, daß ſie ſich
hauptſäch=
lich durch Rudern im Waſſer fortbewegten. Das Skelett
der Extremität hat in ſeiner Umformung zur Floſſe in
vielem manche ähnliche Umbildungen erfahren wie bei
den Ichthyoſauriern, die ſich an foſſilem Material
ſtufen=
weiſe verfolgen laſſen. Ein innerer Panzer auf der
Bauchſeite in Geſtalt von Bauchrippen, wie bei dem
prachtvoll erhaltenen Thaumatoſaurus victor dürfte ein
Widerlager beim Ruhen auf dem Lande geweſen ſein
gleichzeitig ein Schutz gegen die Unbill der Brandung. In
manchem gleichen die Pleſioſaurier in der Form den
heu=
tigen Seeſchildkröten. Auch die beiden marin lebenden
Schildkrötenfamilien, die Dermochelyiden und
Che=
loniiden haben Ruderfloſſen als Lokomotionsorgane und
einen flach ovalen Körper. Ein beſonderes Intereſſe
be=
anſprucht Dermochelys wegen ihres Panzers, der von
dem aller übrigen Schildkröten außerordentlich abweicht.
Sein oberflächlich liegendes Knochenmoſaik iſt ein Erſatz
für den tiefliegenden mit dem Innenſkelett verbundenen
Knochenpanzer der übrigen Schildkröten, der, nach der
Auffaſſung des Brüſſeler Palaentologen Dollo, bei den in
der Hochſee lebenden Vorfahren der Lederſchildlröte
ver=
loren ging. Schlangenform, etwa wie die Aale, zeigen
die bis 12 Meter langen Moſaſaurier, nahe Verwandte
der Eidechſen, die die Meere der Kreidezeit bewohnten
Manche weiſen ähnliche Anpaſſungen an das Tauchen auf,
wie die jüngeren Ichthyoſaurier.
Wie im Waſſer, ſo ſind auch auf dem Lande die
Rep=
tilien an alle möglichen Lebensbedingungen angepaßt ge=
weſen. Leider fließt hier die palaeontologiſche
Ueberliefe=
rung viel ſpärlicher, weil die Bedingungen für eine
Foſſi=
liſation ungleich ungünſtiger ſind. Was heute an
Land=
reptilien lebt, Eidechſen, Schlangen, Landſchildkröten, iſt
ärmlich und ſpielt den höher organiſierten Vögeln und
Säugetieren gegenüber eine förmlich untergeordnete
Rolle. Meiſt ſind es an den Boden gebundene, laufende
oder kriechende Formen. Eine kriechende Lebensweiſe
re=
ſultier aus Anpaſſungen an verſchiedene Umgebungen
und hat ſich recht haufig innerhalb einzelner Familien
entwickelt, oft ſogar unter den Angehörigen einer Gattung
ſo daß ſich alle Uebergänge zwiſchen ſchreitenden und
triechenden Formen darin finden, wie bei der
mediter=
ranen Eidechſengattung Chalcides. Ueberhaupt iſt die
Umbildungsfähigkeit innerhalb einzelner Ordnungen
außerordentlich groß, wie zum Beiſpiel bei der der
Dino=
ſaurier, zu der die größten Landwirbeltiere gehören. Hier
finden wir bis elefantengroße Raubtiere die ihre Beute
im Sprung ergriffen haben, wie Megaloſaurus. Daneben
ſtehen die unbeholfenen, rieſenhaften Pflanzenfreſſer oder
Kleintierfreſſer, wie Diplodocus und Brontoſaurus. Ein
im ganzen känguruhartiges Ausſehen haben die
Jguano=
donten; ſie ſind auf zwei Füßen gegangen oder gelaufen,
allerdings ohne ſich dabei, wie die Känguruhs, auch des
Schwanzes zu bedienen; bewieſen iſt dies durch die
Fähr=
ten. Der Gang auf zwei Füßen rief Umbildungen
her=
vor, die überraſchende Aehnlichkeiten mit den ebenfalls
bipeden Vögeln gezeitigt haben, ſowohl in der Form des
Beckens wie in den Laufbeinen. Das genauere
morpho=
logiſche Studium zeigt jedoch deutlich ein Reptilienbecken
bei Jguanodon, das lediglich die Form des Vogelbeckeus
erhielt, weil es weſentlich gleiche Aufgaben wie dieſes zu
erfüllen hatte, ein Fall der Konvergenz, der
gleichgerich=
teten Anpaſſung an gleiche Bedingungen. Wie das
Jgu=
anodonbecken funktionell wieder zu dem Becken der auf den
Füßen gehenden Tiere und damit dem Becken etwa des
Diplodocus, ähnlich weren kann, zeigen Stegoſaurus oder
Triceratops, die abenteuerlich geſtalteten Rieſen mit ihren
koloſſalen Knochenplatten, die wohl einen wirkſamen
Schutz für Angriffe gebildet haben.
Auch die Luft haben ſich die Reptilien erobert. Wir
haben heute kleine Eidechſen, die mit Hilfe von
Flug=
häuten ihren Abſprung von Bäumen herunter beträchtlich
verlängern können. Die foſſilen Flugſaurier aber ſind
aktiv geflogen, die bekannten und häufigen Pterodactylen,
nach Körper und Flügelform in unſtetem Flatterflug wie
die Fledermäuſe, Ramphorhynchus aber und noch mehr
der faſt ſieben Meter klafternde Pteranodon als
ausge=
zeichnete Flieger, wie Möven und Albatroſſe. Daß ſie
auch eine ähnliche Lebensweiſe wie dieſe führten, beweiſt
außer anderem der Umſtand, daß ihre Reſte in
land=
ferneren Meeresablagerungen gefunden werden. Während
die Flugſaurier ein toter Aſt des Reptilienſtammes und
heute ganz erloſchen ſind, ſehen wir in dem Vogelreptil
Archaeopterix eine richtige Zwiſchenform zwiſchen den
beiden Klaſſen, eine Form, die den Ahnen unſerer Vöael
ſehr nahe ſteht.
Graubigelufe
iſt das Merkmal der Bureaux und
Fabrik=
ſäle und den Atmungsorganen in hohem
Maße ſchädlich. Darum neigen ſo viele
Beamte und Arbeiter bei rauhem Wetter
W
zu Huſten und Heiſerkeit. Den meiſten ſind
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vo keine Ratte mehr in di
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den
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ſchädlichen Nagetieren mit wahrem Hei
ſtannend wirken. Nur echt in plombierten
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d 5.— M. Man laſſe ſich nichts anderes aufreden.
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(*4417
beten an
Ludwig Schmidt,
Tanzlehrer,=Rundethurmſtr. 2.
Dienstag, 18. Februar.
Bekanntmachung.
Gemäß der Vorſchrift des Art. 79 bezw. des Art. 43 letzter Satz der Kreis= und
Provinzial=Ordnung vom 8. Juli 1911 bringen wir hiermit den Auszug der von
Großherzoglicher Oberechnungskammer unverändert abgeſchloſſnen Rechnung der
Provinzialkaſſe der Provinz Starkenburg für 1910 — Rj. — zur öffentlichen Kenntnis.
Rubrik
Betrag
Einnahme.
2
1. Beiträge der Kreiſe . . . 557 607.—
3. Beſondere Abgaben . .
4. Beiträge des Staates zum
Neubau von Kreisſtraßen 32710.—
6. Kapitalzinſen
458.35
8. Koſten des öffentlichen
Ver=
fahrens
1744.09
,
10. Erſatzpoſten .
5 260.17
17. Neu aufzunehmende
Kapi=
talien
76000.−
20. Kaſſevorrat aus
vorher=
gehenden Jahren . . . . 30 634.06
Rubrik
Betrag
Ausgabe.
N. 5,
21. Kapitalzinſen . . . .
28 006.12
Beſoldungen
. . 1800.−
23
Diäten und Gebühren
3 455.35
24. Botenlohn und
Verkündi=
gungskoſten
503.19
25. Für Bureaubedürfniſſe und
Gerätſchaften
3125.01
26. Penſionen und
Unterſtüt=
zungen
1924.75
28. Bau und Unterhaltung der
Kreisſtraßen.
451 142.34
29. Uneinbringliche Ausſtände
58.05
30. Zuſchuß in andere Kaſſen 6350.—
31. Koſten des öffentlichen
Ver=
fahrens.
865.09
32. Koſten der
Naturalverpfle=
aungsſtationen .
18981.38
33. Für die
Provinzialpflege=
anſtalt .
64 828.25
37. Auszuleihende Kapitalien.
38. ZurückzuzahlendeKapitalien 9 219.72
Summe der Einnahme 704 413.67
Summe der Ausgaben 590 259.25
Abſchluß.
Die Einnahme beträgt .
704 413 ℳ 67 ₰
Die Ausgabe beträgt .
590 259 . 25 „
Verglichen bleibt Reſt . 114 154 ℳ 42 ₰
und dieſer beſteht:
a) in barem Vorrat
114 133 ℳ 47 ₰
b) in liquidierten Ausſtänden .
20 „ 95 „
Summe wie oben . 114 154 ℳ 42 ₰.
Darmſtadt, den 13. Februar 1913.
Der Provinzial=Ausſchuß der Provinz Starkenburg.
Fey.
Bekanntmachung.
Die freie Innung der Friſeure und Perückenmacher in den Landgemeinden
des Kreiſes Darmſtadt hat bei uns beantragt für die Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt Beſtimmungen zu treffen, daß der Gewerbebetrieb im geſamten Barbier=,
Friſeur= und Verückenmachergewerbe ſowohl innerhalb wie außerhalb der
Betriebs=
ſtätten am 2. Weihnachts=, Oſter= und Pfingſtfeiertage unterſagt, dieſer Gewerbebetrieb,
ſowie die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern an dieſen Tagen
jedoch inſoweit geſtattet werde, als dies zur Vorbereitung der öffentlichen
Theater=
vorſtellungen und Schauſtellungen erforderlich ſein ſollte.
Gemäß §§ 171, 122 der Ausführungsanweiſung zur Gewerbeordnung vom
20. März 1912 machen wir hiermit öffentlich bekannt, daß wir den Großh.
Kreisamts=
gehilfen Herling zum Kommiſſär zur Herbeiführung und Leitung der Abſtimmung
der beteiligten Gewerbetreibenden beſtellt haben.
Darmſtadt, den 6. Februar 1913
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Im Anſchluß an obige Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts
Darm=
ſtadt vom 6. Februar l. Js. mache ich hierdurch bekannt, daß die Liſte der beteiligten
Vollſtändigkeit
und Richtigkeit, ſowie Aeußerungen für und gegen den oben mitgeteilten Antrag
ſchriftlich bis zum 28. Februar ds. Js. einſchließlich oder mündlich in der Zeit vom
20. Februar bis 28. Februar l. Js. einſchließlich bei mir abzugeben ſind.
Die Abgabe der mündlichen Aeußerungen kann während des angegebenen
Zeit=
raumes werktäglich von 11 bis 12 Uhr vormittags in den Dienſträumen des
Groß=
herzoglichen Kreisamts, Neckarſtraße 3, 1. Stock, Zimmer Nr. 19, erfolgen.
Ich fordere daher alle Gewerbetreibenden, welche im Bezirke der Landgemeinden
des Kreiſes Darmſtadt das Friſeur= oder Perückenmachergewerbe ausüben, zur Abgabe
ihrer Aeußerungen mit dem Bemerken auf, daß nur ſolche Erklärungen, welche
erkennen laſſen, ob der Erklärende dem oben mitgeteilten Antrag zuſtimmt oder nicht,
gültig ſind und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Aeußerungen
unberückſichtigt bleiben.
Darmſtadt, den 14. Februar 1913.
(4146
Der Kommiſſar: Herling, Kreisamisgehilfe.
Bekanntmachung.
Die Einſtellung von Drei= und Vierjährig=Freiwilligen für das III.
See=
bataillon (Marine=Infanterie) in Tſingtau (China) findet Oktober 1913 ſtatt;
Aus=
reiſe nach Tſingtau: Januar oder Frühjahr 1914, Heimreiſe Frühjahr 1916 bezw. 1917.
Bedingungen: Mindeſtens 1,65 m groß, kräftig, geſunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1894
geboren (jüngere Leute nur bei beſonders guter körperlicher Entwicklung). In Tſingtau
wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0.50 Mark Teuerungszulage gewährt.
Die Vierjähria=Freiwilligen erhalten im 4. Dienſtjahre eine tägliche Ortszulage von
1,50 Mark. Meldungen mit genauer Adreſſe ſind unter Beifügung eines
unterzeich=
neten, vom Zivilvorſitzenden ausgeſtellten Meldeſcheins zum freiwilligen Dienſteintritt
auf drei bezw. vier Jahre zu richten an: das Kommando des III.
Stamm=
ſeebataillons, Wilhelmshaven.
Darmſtadt, den 7. Februar 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die Einſtellung von Drei= und Vierjährig=Freiwilligen für die
Matroſen=
artillerie=Abteilung Kiautſchon (Küſtenartillerie) in Tſingtau (China) findet
Oktober 1913 ſtatt; Ausreiſe nach Tſingtau: Januar 1914 bezw. 1915, Heimreiſe
Früh=
jahr 1916 bezw. 1917. Bedingungen: Mindeſtens 1,64 m groß, kräftig, geſunde Zähne,
vor dem 1. Oktober 1894 geboren (jüngere Leute nur bei beſonders guter körverlicher
Entwicklung). In Tſingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark
Teuerungszulage gewährt. Die Vierjährig=Freiwilligen erhalten im 4. Dienſtjahre
eine tägliche Ortszulage von 1,50 Mark. Meldungen mit genauer Adreſſe ſind unter
Beifügung eines vom unterzeichneten Zivilvoritzenden ausgeſtellten Meldeſcheins
zum freiwilligen Dienſteintritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten an: das Kommando
der Stammabteilung der Matroſenartillerie Kiautſchou, Cuxhaven.
Darmſtadt, den 7. Februar 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
(3714a
Dr. Reinhart.
Darmſtadt, 3. Februar 1913.
Betreffend: Die Führung der Rekrutierungsſtammrollen; hier Zu= und Abgänge
Militärpflichtiger.
Der Zivil=Vorſttzende der Großherzoglichen Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf die Beſtimmungen des § 46 Poſ. 13 der Wehr=Ordnung vom
22. November 1888 (Neuabdruck im Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901) hinweiſe, nach welcher
von jeder An= und Abmeldung eines Militärpflichtigen zur bezw. von der
Stamm=
rolle infolge Aufenthaltswechſel, behufs Berichtigung der alphabetiſchen und Reſtanten=
Liſten, hierher Mitteilung zu machen iſt, empfehle ich Ihnen, die entſprechenden
Anzeigen — bei Anmeldungen unter Vorlage des Loſungsſcheins — für jeden Mann
getrennt, alsbald zu erſtatten.
(3715a
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(4273
Bekanntmachung.
Die Polizeiverordnung, betr. die Bekämpfung der
Schnaken=
plage, vom 11. März 1911 iſt aufgehoben worden. An ihre Stelle
treten die nachſtehend abgedruckten Vorſchriſten. Nach dieſen ſind
zur Bekämpfung der Schnakenplage hinfort nicht mehr allein die
Grundſtückseigentümer (Vermieter, Verpächter) ſondern falls die
Grundſtücke vermietet oder verpachtet ſind, die Mieter oder
Pächter verpflichtet.
Darmſtadt, den 11. Februar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung.
Auf Grund des Artikel 64 der Kreis= und Provinzialordnung
vom 8. Juli 1911 wird nach Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes mit
Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innein vom 29. Januar
1913 zu Nr. M. d. J. II. 464 für den Kreis Darmſtadt verordnet,
was folgt:
Wenn die Gemeindeverwaltungen die Bekämpfung der
Schnaken=
plage beſchließen und vornehmen, ſind die Grundſtückseigentümer
oder, falls die Grundſtücke vermietet oder verpachtet ſind, die Mieter
oder Pächter, ſoweit ſie nicht nachſtehend zu einer unmittelbaren
Mitwirkung herbei berufen ſind, zur Duldung der
gemeindepolizei=
lichen Maßnahmen verpflichtet.
§ 2.
Jeder Verpflichtete hat auf Aufforderung der
Ortspolizei=
behörde in ſeinen Kellern mindeſtens einmal in der dazu geeigneten,
von der Ortspolizeibehörde bezeichneten Zeit und zwar bei
Froſt=
wetter, die überwinterten Schnaken durch Ausbrennen oder, wo dies
nicht angängig iſt, durch Ausräuchern zu vernichten.
3.
Jeder Verpflichtete hat auf Aufforderung der Ortspolizeibehörde
in den von ihr bezeichneten Orts= und Gemarkungsteilen in den
Monaten April bis September einſchließlich mindeſtens einmal
monatlich die auf ſeinem Grundſtück befindlichen Jauchen= und
Abort=
aruben mit einem zur Vernichtung der Schnakenbrut geeigneten
Mittel (Saprol, Petroleum oder dgl.) zu übergießen.
Falls die Verpflichteten ungeachtet der Aufforderung der
Orts=
polizeibehörden die ihnen nach den §§ 2 und 3 obliegenden
Maß=
nahmen nicht ausführen, ſo ſind die Ortspolizeibehörden berechtigt,
das Erforderliche auf Koſten der Säumigen zu veranlaſſen.
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der §§ 2 und 3
können nach geeigneter Verwarnung auf Grund des Artikel 64 der
Kreis= und Provinzialordnung vom 8. Juli 1911 mit Geldſtrafe bis
zu 30 Mark beſtraft werden.
§ 6.
Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag ihrer Verkündigung in Kraft.
Mit dem gleichen Tage iſt die Polizeiverordnung, betr. die
Bekämpfung der Schnakenplage vom 11. März 1911 aufgehoben.
Darmſtadt, den 6. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Deffentliche Aufforderung.
Nach § 2 der Polizeiverordnung des Großh. Kreisamts
Darmſtadt vom 6. Februar 1913 über die Bekämpfung der
Schnaken=
plage haben nicht mehr allein die Grundſtückseigentümer ſondern,
falls die Grundſtücke vermietet oder verpachtet ſind, die Mieter oder
Pächter auf Aufforderung der Ortspolizeibehörde in den Kellern
ihrer Hofreiten mindeſtens einmal in der dazu geigneten Zeit, und
zwar bei Froſtweiter, die überwinternden Schnaken durch Ausbrennen
oder, wo dies nicht angängig iſt, durch Ausräuchern zu vernichten.
Wir fordern daher ſämtliche hieſigen
Grundſtückseigen=
tümer und ſoweit die Grundſtücke vermietet oder verpachtet
ſind, ſämtliche Mieter und Pächter hiermit auf, alsbald und
zwar ſpäteſtens bis zum 1. März das Ausbrennen der Keller
vornehmen zu laſſen.
Das Ausbrennen der Keller geſchieht am beſten mit einer
Spiritusfackel, die man ſich leicht ſelbſt herſtellen kann. Man befeſtige
am Ende einer Stange Lappen, Werg oder einen ähnlichen Stoff,
tränkt dieſen mit Spiritus und zündet ihn an. Vor einem alzu
reichlichen Tränken des Stoffes mit Spiritus wird nachdrücklich
gewarnt, da der Spiritus ſich beim Brennen ausdehnt und dann
leicht brennender Spiritus abtropft, wodurch Unfälle entſtehen können.
Ebenſo iſt es ſtets zu vermeiden, daß in der Nähe des Ausbrennenden
ein Geſäß oder eine Kanne mit Spiritus ſteht, weil die von dem
Spiritus ausgehenden Dämpfe an der offenen Flamme leicht
ent=
zündbar ſind.
Da bei dem Ausbrennen der Keller zur Vermeidung von
Brandfällen große Vorſicht geboten iſt, empfiehlt es ſich, das
Ausbrennen von Feuerwehrleuten vornehmen zu laſſen. Geſuche
um Ueberlaſſung von Feuerwehrleuten für genannten Zweck ſind
entweder an die zuſtändigen Polizeireviere oder direkt an die
ſtändige Feuerwache hinter der Stadtkirche (Telephon Nr. 177
zu richten. Die Koſten für das Ausbrennen (50 Pfennig für
die Stunde einſchl. Fackeln) ſind von den Grundſtückseigentümern,
Mietern oder Pächtern gegen Quittung an die Feuerwache zu zahlen.
Das Abbrennen der Schnaken, die erfahrungsgemäß in dunklen
Ecken und Winkein in großen Haufen zuſammenſitzen, hat in der
Weiſe zu geſchehen, daß man an der höchſten Stelle des Kellers
beginnt und von da aus langſam an den Wänden herunterfährt.
Man darf auf keinen Fall unten anfangen, weil die anſteigende
Wärme die weiter oben ſitzenden Schnaken verſcheucht.
In Kellern, in denen Petroleum, Benzin, Spiritus oder
ähn=
liche feuergefährliche Stoffe lagern, muß das Ausbrennen wegen der
damit verbundenen Feuersgefahr unterlaſſen werden. Solche Keller
ſind auszuräuchern. Das Ausräuchern geſchieht am einfachſten
mittels Schweſels, der auf eine Pfanne einen Tiegel oder einen
Blechtopf zu legen und anzuzünden iſt. Die Kellerluken und =Fenſter
müſſen vorher geſchloſſen werden.
Vom 1. März ds. Js. an werden Polizeibeamte und
Keuerwehrleute kontrollieren, ob die Grundſtückseigentümer,
Mieter oder Pächter ihrer Verpflichtung zum Ausbrennen der
Keller ſämtlich nachgekommen ſind. Im Falle der Unterlaſſung
wird das Ausbrennen der Keller durch Feuerwehrleute auf
Koſten der ſäumigen Grundſtücksbeſitzer, Mieter oder Pächter
ausgeführt werden. Die Genannten haben zu dieſem Zwecke
ihre Keller den Polizeibeamten oder Feuerwehrleuten zugänglich
zu machen. (§ 1, 2 und 4 der genannten Polizeiverordnung)
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der erwähnten
Polizeiverordnung können nach geeigneter Verwarnung mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft werden.
Darmſtadt, den 11. Februar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
(4051dis
En unſer Handels=Regiſter, Ab=
Iteilung 2, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 3. Februar 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Karl Pfaff & Co.,
Darm=
ſtadt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 13. Februur 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Friedrich Dahlen,
Darm=
ſtadt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 14. Februar 1913.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Gebrüder Sender,
Darm=
ſtadt.
Geſchäft und Firma ſind
auf die Kaufleute Jakob
Sender und Joſeph Sender,
beide in Darmſtadt, als
per=
ſönlich haftende Geſellſchafter
übergegangen. Offene
Han=
delsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am
28. Januar 1913 begonnen.
2. Heinrich Braun,
Darm=
tadt.
Die Prokura der Heinrich
Braun Maurermeiſter
Ehe=
frau, Emma, geborene Heil,
in Darmſtadt, iſt erloſchen.
3. H. Uhde, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma ſind
auf Hermann Uhde, Witwe,
Anna Marie, geb. Wagner,
in Darmſtadt, übergegangen.
Rudolf Uhde, Buchdrucker
in Darmſtadt, iſt zum
Pro=
kuriſten beſtellt.
Am 14. Februar 1913.
Neu eingetragen die Firmat
Joſef Wartensleben II.,
Pferdehandlung,
Darm=
ſtadt, und als deren
Inha=
ber: Joſef Wartensleben II.,
Pferdehändler in Darm=
(4284
ſtadt.
Darmſtadt, 14. Februar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Verſteigerungen
und
Tarationen
aller Art übernimmt unter billig=
(3375a
ſter Rerechnung
F. Kurtz, Auktionator u. Taxator,
Pädagogſtraße 2. Teleph. 1202.
werden poliert u. repariert
(2229a
Möbel Neugaſſe 1.
Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 20. u. Freitag, den 21. Februar 1913
jedesmal 9 Uhr vormittags anfangend, werden auf hieſigem
Rat=
hauſe aus hieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Klingsacker= und
Malchertanne
ca. 11 Raummeter Buchen=Scheiter,
Knüppel,
„ Stöcke,
310 Stück
Wellen,
53. Raummeter Kiefern=Scheiter,
659
Knüppel,
183 „
„ Stöcke,
5890
Wellen
meiſtbietend verſteigert. Die Forſtwarte Haas und Weingärtner
erteilen Auskunft.
(4205oi
Pfungſtadt, den 11. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Im Büttelborner Gemeindewald kommen an Ort und
Stelle zur Verſteigerung
Freitag, den 21. Februar 1913:
Scheiter: 3 rm Buchen, 32 rm Birken, 262 rm Kiefern, 18 rm Pappel;
Wellen: 775 Hainbuchen, 2625 Eichen, 10250 Kiefern, 425 Pappel.
Samstag, den 22. Februar 1913:
1,03 fm
5 Eſchen=Stämme, 14—47 cm Durchm., 4—6 m Länge
4—8
8 Birken
— 3,33 „
27—38
,
3—12, „ — 27,83 „
44 Eichen „ 25—60 „
,
14—19 „
3₰ , — 4,51 „
70
(Einfriedigungspfoſten)
7 Kiefern=Stämme, 31—40 cm Durchm., 8—10m Länge — 6,58 fm
0,55 „
8—13 „
3—15
4 Fichten
9 Pappel
22—48 „ „ 4—6 „ „ — 4,15 „
7—8
— 0,55
14 Fichten=Derbſtg. 8—9
2 rm Eſchen=Scheiter, 28rm Eichen=Rundſcheiter, 116 rm Eichen=Scheiter.
Zuſammenkunft an beiden Tagen vormittags um 9 Uhr au
der Darmſtädter Chauſſee, am Eingang des Waldes. Sämtliche
Kiefern=Wellen im Bräunshardter Tännchen und in der Hardtanne
beliebe man zuvor einzuſehen, da ſolche in der Mittagspauſe zum
Ausgebot kommen. Stammholzverzeichniſſe ſind unentgeltlich durch
die Bürgermeiſterei zu beziehen.
Büttelborn, 15. Februar 1913
(4286
Großh. Bürgermeiſterei Büttelborn.
Seußfelder.
Holzverſteigerung.
Montag, den 24. Februar I. J., von vorm. 9 Uhr an,
ſollen in der Heberer’ſchen Wirtſchaft in Meſſel aus dem Meſſeler
Gemeindewald Diſtr. I Gemeindswäldchen, Abt. 7, Diſtr. II
Hügel=
teile und III Mittelhecke aus verſchiedenen Abt. verſteigert werden:
A. Nutzholz:
39 Stück Fichtenſtämme V. Kl. — 9,02 fm,
„ Lärchenderbſtange — 0,06 fm,
290 „
Fichtenderbſtangen I. und II. Kl. — 11,89 fm,
1rm Eichen=Ründſcheit, 2,5m lang.
B. Brennholz:
Scheiter, rm: 3 Eichen I. Kl., 29 Eichen II. Kl., 1 Erle, 7 Kiefern;
Knüppel, rm: 1 Buche, 42 Eichen, 12 Erlen, 351 Kiefern;
Knüppel, Reiſig, rm: 1 Buche, 11 Eichen, 41 Kiefern;
Reiſig, Wellen: 220 Buchen, 1630 Eichen, 100 Erlen, 3600 Kiefern;
Stöcke, rm: 40 Eichen, 48 Kiefern, grob geſpalten.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Engel zu Meſſel.
Meſſel, 17. Februar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Meſſel.
Hickler.
(4324
Pappel=Stamm= und Brennholz=
Verſteigerung.
Donnerstag, den 20. I. Mts., von 10 Uhr vorm. ab,
werden am Ortsausgang nach Darmſtadt circa 30,00 fm
Pappel=
ſtammholz, ſowie 26rm Brennholz und 3,7 Hdt. Wellen meiſtbietend
verſteigert.
Es wird bemerkt, daß das Holz direkt an der Kreisſtraße
Darmſtadt-Eſchollbrücken lagert und gut abzufahren iſt.
Zahlungsfriſt bis Martini 1913.
Eſchollbrücken, den 17. Februar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Götz.
(4323im
Vergebung von Kohlen.
Die für das Elektrizitätswerk Pfungſtadt pro Rj. 1913 benötigten
Kohlen ſollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden.
Bedingungen über die Anlieferung der Kohlen liegen auf der
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt ab 15. Februar 1913 zur Einſich
auf und ſind für auswärtige Intereſſenten von dort zu
beziehen.
Angebote ſind mit entſprechender Aufſchrift bis zum 27. Februar
1913, vormittags 11½ Uhr, ebendaſelbſt einzureichen. (4259id
Pfungſtadt, den 15. Februar 1913.
Städtiſches Elektrizitätswerk Pfungſtadt.
Laug.
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 19. Februar 1913,
vormittags 11½ Uhr,
läßt die Gemeinde Ober=Ramſtadt in der Faſelhofreite dahier, zwei
gutgehaltene zur Zucht untauglich gewordene
Faſelochſen
meiſtbietend öffentlich verſteigern.
Die Gemeinde beabſichtigt wieder
Zjunge, ſprungfähige Faſelochſen(SimmentalerRaſſe
anzukaufen und ſind Offerten innerhalb 8 Tagen an die Großh
Bürgermeiſterei dahier einzuſenden.
Ober=Ramſtadt, den 14. Februar 1913.
Großherzogl. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt
Rückert.
(4200s
Zu verk. 1 eiſ. u. 3 Holzbetſt,
gebr. Schneider=Nähmaſchine,
1 alt. Sofa, einige Stühle u. Bilder
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Ztr. 2.20 Mark, abzugeben, ferner
1 Fahrrad 28 Mk., 1 Aquarium
mit Springbrunnen zu verkaufen
*4423imd) Mühlſtraße 5, part.
Bekanntmachung.
Freitag, 4. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Gaſtwirt Georg
Martin Junghäns II. Eheleuten
zu Reinheim, im Grundbuch
hie=
ſiger Gemarkung zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
17 17 768 Hofreite
Sand=
ſtraße Nr. 42,
17 18 189 Hofreitegrund u
Wirtſchaftshalle
Riedeſelſtraße,
17 19 213 Wohnhaus u.
Hof=
raum
Riedeſel=
ſtraße 53,
17 19¾/10 46 Grabgarten
da=
ſelbſt,
17 20 35¾0 Wohnhaus mit
Hofraum
da=
ſelbſt,
17 20¾/10 22¾/10 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K15/13
Darmſtadt, 15. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,4266
Der Plan über die Herſtellung
unterirdiſcher
Telegraphen=
linien in Darmſtadt liegt bei dem
Kaiſerlichen Telegraphenamt hier
von heute ab 4 Wochen aus. (4276
Darmſtadt, 17. Februar 1913.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Bekanntmachung.
Die am 13. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt
Die Abfuhrſcheine können vom
20. ds. Mts. an bei den
betreffen=
den Kaſſenſtellen in Empfang
ge=
nommen werden.
Die Ueberweiſung erfolgt am
21. Februar,
(4310
Darmſtadt, 17. Februar 1913.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
V.: Kindhäuſer.
Großherzogl. Forſtaſſeſſor.
Bekanntmachung.
Die am 10. ds. Mts. im
Roß=
dörfer Gemeindewald abgehaltene
Stamm= und Stangenholz=Ver
ſteigerung iſt genehmigt.
Mittwoch, den 19. ds. Mts., iſt
erſter Abfuhrtag.
(4326
Roßdorf, 15. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
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geſtrickt Liebfrauenſtr. 68, II. (*4433
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näſche z. Waſch. u. Büg. w. angen.
Wfür nach ausw. Nähe Darmſt.
Auskunft ert. Kiesſtr 75, II. (*4182soi
Stärkwäſche al. Art z. Bgl. w. ang.
Ludwiashöhſtr. 60.
(3751a
Schlachtviehmärkte Darmſtadt
im Schlachtviehhof neben dem ſtädtiſchen Schlachthof. — Schweines
märkte: Montags, Mittwochs und Donnerstags. Kälbermärkte:
Montags und Donnerstags. Bei Kälbermärkten iſt der Verkauf
von Großvieh geſtattet. Bahnanſchluß. Modernſte, ſeit 3. Februar
ds. Js. geöffnete Neuanlagen.
(4329a
Nähere Auskunft erteilt die
Schlacht= und Viehhofdirektion.
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1 Jalouſieſchrank, 1 Diwan, Vertikos, Tiſche, Schreibtiſche, ferner
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eiſ. Behälter, Ladentheken, 1 Browning=Piſtole, 1 große
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Manſchetten, Herrenhemden, Unterjacken, Damenjacken,
Kinderſtrümpfe, Damenſtrümpfe, Herrenhandſchuhe,
Socken, Kamiſole, Stickereien, Seidenband, Taft,
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Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher
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131
Editha hatte etwas Sicheres in ihrem Auftreten. In
der Art, wie ſie Reginald anredete, lag ſogar eine Art
Protektion. Guten Tag, Herr von Steenhuſen, wie geht
es Ihnen?
Danke, Baroneß, ausgezeichnet. Und Ihnen? Wie ich
ſehe, ganz vorzüglich. Reginald hob zum zweitenmal
leicht die Rechte zum Mützenrand. Darf ich die Damen
mit meiner Frau bekannt machen, — Warinka — bitte, die
Baroneſſen Heidegg —
Es fügte ſich alles ſo ſelbſtverſtändlich. Die
Vergangen=
heit war ſchon beim erſten Gruß völlig überbrückt. Nur
Erika ſchürzte etwas unmutig ihre Lippen, als ſie neben
Regi im Landauer ſaß. Sie hatte ihm noch nichts
ver=
ziehen. Sie haßte überhaupt die Männer. Wie ein Strich
ſah ſie aus in ihrem ſportmäßigen Koſtüm, die
kurzver=
chnittenen, glanzloſen Haare unter ein Herrenhütchen
ge=
borgen. Kein einziges Härchen kräuſelte ſich um ihre
Schläfen. Alles war glatt, „wie geleckt”, behauptete Diez.
Und Erika hielt ſich immer kerzengerade. Man fuhr alſo
von der Bahn zu viert durch das herbſtliche Land.
Warinka war einſilbig und verdrießlich. So öde war
alles hier. Aber dann wurde ſie lebhafter, als Editha von
Nizza begann. Wie dunkle und düſter das Moor dalag,
von kleinen Birken an ſeinem Rande begrenzt. Editha
unterbrach ihre Lobrede auf den Süden und ſagte: Es hat
aber doch auch ſeinen Reiz, alte, bekannte Gegenden
auch ſolche, nach denen man in der Ferne keine Sehnſucht
empfundenn hat — wiederzuſehen.
Reginald dachte an ſein väterliches Gut. Das wollte
er lieber gar nicht wiederſehen — er konnte es ja doch
nicht zurückkaufen. Ganz leiſe ſpürte er bereits den Druck
der Kette. Es iſt ja ein böſes Ding mitunter, der arme
Mann einer reichen Frau zu ſein.
Warinka hatte Kopfweh nach der Eiſenbahnfahrt. O,
daß Molly gerade jetzt krank werden mußte, ſeufzte ſie und
ſchloß halb die Augen.
Eine Freundin? fragte Editha, verbindlich bedauernd.
Ein Kleinod, erwiderte Warinka leidenſchaftlich, meine
Kammerzofe.
Erika lächelte ſpöttiſch mit ihren ſchmalen, farbloſen
Lippen. O — wie ſie es Reginald gönnte! . . .
Paß auf, Chriſtel: Regi, mon cheri, wird noch mal
ſeine Kinder warten müſſen, ſagte der Freiherr halb
lachend, halb verärgert — verkehrte Welt.
Aber, lieber Matthias.
Es wundert mich, daß Dir Dein lieber Bruder nicht
leid tut, Chriſtel, mein ſtilles Mitgefühl beſitzt er
jeden=
fall. Komm her, liebe Alte, Du biſt doch die Beſte und
Liebſte von der Welt.
Der Freiherr küßte ſeine Gattin beinahe ſo heiß, wie
in den erſten Jahren ſeiner Ehe.
Frau Chriſta erglühte. Aber Matthias — wir ſind
doch alte Leute — ums Jahr vielleicht Großeltern . . .
Aber ſie ließ ſich doch gern küſſen. —
Zu dem Polterabendball auf Heidegg waren
Maſſen=
einladungen verſchickt worden. Das letzte Gaſtbett im
großen Hauſe mit ſeinen zahlreichen Fremdenzimmern
war beſetzt; ſogar in der Spinn= und Webeſtube
Logier=
beſuch untergebracht. Auch Fernerſtehende waren
einge=
laden — und ſo kam es, daß der neue „Bevollmächtigte
der Baronin Lansky‟, Herr Gaſton von Helmering, ein
großer, blonder Mann in den Dreißigern, ebenfalls zu
den Bevorzugten gehörte. Die Helmerings waren vom
jüngſten Adel, mütterlicherſeits beſaß Gaſton jedoch einen
alten Stammbaum. Vorerſt lebte er allein in dem
In=
ſpektorhauſe auf Eldenau, demnächſt ſollten ſeine Mutter
und eine ältere, unverheiratete Schweſter zu ihm
über=
ſiedeln. Frau von Helmering liebäugelte ſchon „par
diſtance” mit dem Herrenhauſe — doch das öffnete ſeine
Türen einzig und allein der Gutsherrſchaft,
Gaſton Helmering betrachtete ſeine ſtattliche Figur im
Spiegel, er wußte, daß ihn der Geſellſchaftsanzug ſehr
gut kleidete. Heute ſollte er in Heidegg den ganzen Adel
des Kirchſpiels kennen lernen. Er hatte überall, wo es
ihm dienlich erſchienen war, Beſuche gemacht — im
gan=
zen durfte er ja mit dem Empfang, der ihm zuteil
gewor=
den, zufrieden ſein —, aber die Farben auf ſeinem neuen
Wappen waren doch „noch nicht ganz trocken”; zudem hing
beſagtes Wappen noch nicht im Ritterſaale der Hauptſtadt
der Provinz. So geringfügig dieſer Umſtand
Uneinge=
weihten erſcheinen mochte — für Helmering war er
den=
noch die chineſiſche Mauer, die ihn von dem „
immatriku=
lierten Adel” trennte. Es war lächerlich, vorgntflutlich
— aber es war nun mal ſo. Nun hieß es für Helmering,
ſich um die Aufnahme in die Matrikel bewerben.
Dazu bedurfte er der einflußreichen Protektior — am
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beſten war es jedenfalls, er heiratete, wie er es nannte,
„in den dickſten Adel hinein‟ Dann würde die
Verwandt=
ſchaft ſeiner Gattin das Nötige beſorgen. Er gab ſeinem
dicken, blonden Schnurrbart, der ſeinen nicht unſchönen
Zügen etwas Unternehmendes verlieh, noch ein paar
Bürſtenſtriche. Dann. fuhr er nach Heidegg.
Editha und Erika fanden es gar nicht ſo übel — „zu
Hauſe zu ſein” Sie fühlten ſich, waren durch ihr Geld
unabhängig jetzt, galten als Partien ſogar, und hatten
jenen ausländiſchen Schick in Toilette und Auftreten, der
in der Provinz meiſt ſehr imponiert.
Editha tanzte nicht mehr — es war eine Art von
Ko=
ketterie bei ihr. Weil ſie wußte, daß ſie jugendlich
aus=
ſah, kokettierte ſie mit ihren Jahren. Sie ließ ſich aber
doch von Helmering zu einer Monſtrequadrille auffordern,
Helmering gefiel ihr.
Er war gereift, verſtand zu plaudern, die kraftvolle
Männlichkeit ſeiner Erſcheinung, die Brutalität, die um
ſeine Lippen lag und von dem dichten Schnurrbart nicht
immer ganz verdeckt wurde, wirkten auf Editha. Ihre
matten Augen belebten ſich — ſie ſehnte ſich noch immer
danach, ganz Weib zu ſein. Doch ſie war vorſichtig
ge=
worden ſeit jener Epiſode mit Regi Steenhuſen, und
ſeit=
dem ſie in Wien einmal beinahe die Beute eines
Hoch=
ſtaplers geworden war, der es auf ihr Geld abgeſehen
hatte.
Gaſton erzählte ihr von ſeiner Mutter, der geborenen
Komteß Steden. In den Quadrillepauſen plauderten ſie
bald wie alte Bekannte miteinander, und auch ſpäter im
Laufe des Abends ſetzte ſich Helmering immer wieder zu
ihr, die in einer ſyringenfarbenen Seidenrobe, mit der
blendenden Hautfarbe der Blondinen, ganz vorzüglich
ausſah.
Warinka tanzte nicht, weil der Arzt es ihr verboten
hatte. Sie litt heute wieder an Migräne, eine Folge
ihres körperlichen Zuſtandes, über den ſie ſich, im
Gegen=
ſatz zu den meiſten jungen Frauen, die in der gleichen
Lage ſich befinden, ärgerte. Regi mußte ihre üble Laune
ausbaden.
Kurz vor dem Souper führte Regi eine Mazurka an.
Er tanzte womöglich brillanter denn als Einjähriger.
Iſa ſchwebte wie eine Schneeflocke neben ihm dahin.
Da regte ſich in Warinka, die neben Frau Chriſta in
einem weichen Armſeſſel ſaß, der Stolz auf ihren Gatten.
Sie folgte ihm mit verliebten Blicken und ſagte: Iſt er
nicht raviſſant? Nest ce pas? In ſein Mazurkatanzen
habe ich mich eigentlich vergafft, als Papa mich vor einem
Jahre, als ich aus dem Inſtitut in Moskau nach Hauſe
kam, zum erſtenmal auf eine Reunion in unſerem Klub
mitnahm. Nachher fiel ich Papa um den Hals und rief:
Papaſcha, den heirate ich, dieſen entzückenden Steenhuſen
oder keinen! Es war ein coup de foudre. Glauben
Sie auch daran, Chriſta?
Nein, ſagte Frau Chriſta ehrlich und raſch.
Mais vraiment? fragte Warinka erſtaunt.
Die Mazurka war zu Ende. Fabian, der mit ſeiner
Braut getanzt hatte, eilte ins Nebenzimmer. In der Tür
traf er Helmering, der eine offene Depeſche in Händen
hielt. Er hatte einen ſorgenvollen Geſichtsausdruck.
Doch keine unangenehme Nachricht? fragte Fabian.
Doch, Herr von Heidegg — mehr noch: eine
Trauer=
nachricht. Mein Prinzipal, Baron Lansky, iſt heute
mor=
gen in Mentone geſtorben . . .
Irma drückte verſtohlen ihres Verlobten Hand.
Mor=
gen um dieſe Stunde war ſie ſeine Frau, dann fuhren ſie
miteinander in die Welt hinaus, auf ein paar Wochen —
Onkel Vahlen hatte die Hochzeitsreiſe geſtiftet.
Was haſt Du nur, Fabi, Du biſt ja ſo ſtill? flüſterte
Irma zärtlich.
Fabian preßte krampfhaft ihre Hand. Nichts, mein
Herz!
Aber er ſah nicht die Lichter, die ihm und ſeiner Brauk
zu Ehren heute in Heidegg brannten, nicht das ſtrahlende
Lächeln auf Irmas Zügen — er dachte an düſtere
Toten=
kerzen, die fern im Süden einen Sarg umſtanden. Am
Sarge ſaß Monika — im Witwenſchleier.
*
*
Die Feſtklänge auf Heidegg waren verhallt, das junge
Ehepaar weg — ein feiner Oktoberregen ſprühte herab,
und der Freiherr dachte behaglich: So, nun kommt man
endlich wieder in ſeine alten Falten.
Reginald und ſeine Frau weilten noch auf Heidegg.
Warinka fühlte ſich ſchlecht und jammerte nach Mollys
Pflege. „Regi — mon cheri” machte ihr ſchließlich doch
nichts recht.
Ganz leiſe, um die junge Frau nicht zu wecken, ſchlich
ſich Reginald frühmorgens aus dem Schlafgemach. Es
war bewunderungswürdig, mit welch frauenhafter
Zart=
heit er Warinka pflegte und ihre Launen ertrug. Man
durfte ja nicht mit ihr rechten. Sie war noch ein halbes
Kind in ihrem Weſen und ſah bereits der Mutterſchaft
entgegen. Frau Chriſta fand die Schwägerin unleidlich.
Editha hatte ihrem Vater am Tage nach dem Ball
erklärt, einige Zeit auf Heidegg bleiben zu wollen. Sie
geſtand ſich’s nicht ein, daß die Bekanntſchaft mit
Hel=
mering weſentlich zu dieſem früher flüchtig erwogenen
Entſchluß beigetragen habe. Die Schweſtern hatten in
der letzten Zeit ein bißchen über ihre Mittel gelebt, die
Zinſen hatten nicht ausgereicht, um Toiletten und Reiſen
zu beſtreiten. Nun wollten ſie den Winter über ſparen
in Heidegg. Das Familienleben war ja auch ſo friedlich.
Aus dem Grunde nahm Frau Chriſta die Nachricht, daß
die Stieftöchter dableiben würden, gelaſſen auf.
(Fortſetzung folgt.)
Sport, Spiel und Turnen.
Der 75. Kreisturntag des Mittelrheinkreiſes
rvurde am 16. Februar in der Turnhalle der Bockenheimer
Turngemeinde abgehalten. Ihm ging am
vorhergehen=
den Tage eine Sitzung des Kreisausſchuſſes, dem der
Geſchäftsführer und Turnausſchuß, ſowie die ſämtlichen
Wauvertreter angehören, voraus. Er bewilligte den
Turnvereinen zu Seelbach, Rheinböllen, Straßebersbach,
Maxheim und Gradbach Unterſtützungen zu ihren Turn=
Ghallebauten und 100 Mark zu dem Denkmal für den
ver=
torbenen Vorſitzenden des Turnausſchuſſes der Deutſchen
Turnerſchaft, Profeſſor Keßler in Stuttgart. Die
Rech=
nungsablage des Kreisgeſchäftsführers Roth=Frankfurt
er=
mibt 18 887,33 Mark Einnahme und 15 637,35 Mark Aus=
Fabe, alſo 3249,98 Mark Kaſſebeſtand. Die verſchiedenen
UInterſtützungskaſſen haben einen Beſtand von 9805,58
Mark, das ganze Vermögen beträgt alſo 13 055,56 Mark.
Der Kreisturntag wird von dem 1. Kreisvertreter,
Schul=
gat Schmuck=Darmſtadt, mit herzlichen Worten an
Die Vertreter der Militär= und Zivilbehörden, ſowie an
Die zahlreich erſchienenen Abgeordneten eröffnet. Von
Ehrengäſten waren anweſend die Herren Major Freiherr
won Hügel, Hauptmann von Prittwitz und Leutnant
Müller vom 81. Infanterie=Regiment, Herr Regierungs=
Aſſeſſor Wehr und Herr Stadtrat Dr. Ziehen, ſowie zwei
Herren vom Art.=Regt. Frankfurt. Herzliche
Begrüßungs=
worte ſprachen für die Regierung Regierungs=Aſſeſſor
Wehr, für die Stadt Frankfurt Herr Stadtrat Dr. Ziehen,
ffür den Gau Frankfurt der Gauvertreter, Herr Profeſſor
Wender, für die Bockenheimer Turngemeinde der
Vor=
ſſitzende, Herr Roth. Der Kreisvertreter dankte. Aus den
Begrüßungsworten ſei zu erkennen, daß wir uns eines
guten Anſehens bei allen Behörden zu erfreuen hätten
und auf ihre Unterſtützung rechnen könnten. Der beſte
DDank ſei das Gelöbnis, wie ſeither, ſo auch in aller Zu=
Runft treu zu ſtehen zu Kaiſer und Reich. Darauſhin „Gut
Heil!” Aus der Beſtandserhebung vom 1. Januar 1913
äſt folgendes zu entnehmen: Die Zahl der Vereine beträgt
*1325 (- 67), die Zahl der Mitglieder 134978 (— 6795),
Darunter ſind 25945 Zöglinge (14—17 Jahre alt, — 1481).
Turnende Mädchen und Frauen hat der Kreis 5060
N- 86), Schüler 11011 (—- 1696), Schülerinnen 2339
(— 301). Eigene Turnplätze haben 381 (—- 21), eigene
Turnhallen 189 (— 6) Vereine. Der Kreisvertreter ſchließt
imit der Erinnerung an die Zeit vor hundert Jahren und
ldem Wunſche, daß unſere Jugend immer ſo erzogen
wer=
iden möge, daß ſie das verteidigt, was uns unſere Väter
gerſtritten haben. Kreisturnwart Volze beſpricht die für
die Einweihung des Völkerſchlachtdenkmals vorgeſehenen
„Eilbotenläufe und bittet die Vereinsvorſitzenden, überall
AAufklärungen über die Fremdenlegion zu geben.
Ein erhebender Augenblick war es, als das
Ehren=
rmitglied des Kreiſes, Otto Schatt=Hanau, dem 1. Kreis=
(vertreter, Schmuck, unter warmer Würdigung ſeiner
Ver=
dienſte in 25jähriger Tätigkeit als Gauvertreter, 2. und=
11. Kreisvertreter den Dank des Vereins ausſprach und
fihm eine künſtleriſch ausgeführte Plakette überreichte. Der
Dank des Kreisvertreters klang in das Verſprechen aus,
fſolange es ihm möglich ſei, ſeine Kräfte der Turnſache
zu widmen. Nach der Wahl der Kampfrichter für das
12. Deutſche Turnfeſt in Leipzig teilt Kreisturnwart Volze
rmit, daß der 9. Kreis ſeinen Sechskampf am Sonntag
rnachmittag, ſeinen Zwölfkampf am Montag und ſein
Kreisturnen am Dienstag morgen hat. Dem Antrag des
Gaues Frankfurt, bei dem Ausſchuß der Deutſchen
Tur=
inerſchaft darauf hinzuwirken, daß bei deutſchen Turnfeſten
auch die Meiſterſchaften in Schleuderball, Barlauf,
Trom=
melball und Waſſerball ausgefochten werden, wird
ſtatt=
gegeben. Der 1. Kreisvertreter macht Mitteilungen über
den Jungdeutſchlandbund und empfiehlt allen Vereinen
iden Einzelanſchluß, damit ſie über die Arbeit in ihm
tunterrichtet ſind und Einſluß darauf gewinnen.
Der Turntag war beſucht von 13 Mitgliedern des
(Geſchäftsführenden und Turnausſchuſſes von 24
Gauver=
tretern, 20 Gauturnwarten und 377 Abgeordneten von
230 Vereinen.
* Hockey. Das am Sonntag hier zwiſchen den erſten
Mannſchaften des Vereins für Raſenſpiele=Mannheim
und des Fußballklubs Olympia=Darmſtadt ausgetragene
Wettſpiel brachte den Gäſten den überraſchend hohen Sieg
von 9.2 über die Einheimiſchen. Bei letzieren machte ſt
der Mangel an Kombination bemerkbar, während die
Mannheimer ein weit beſſeres und flotteres Spiel
liefer=
ten.
* Fußballſport. Am Sonntag ſtand die 1. Mannſchaft
des J.K „Teutonia‟ Weiterſtadt 1911 der
1. Mannſchaft des Sp.=K. „Alemannia‟=Gräfenhauſen 1909
dort gegenüber und konnte nach überlegenem Spiel, 5.2
Toren, obwohl „Alemannia” einen Verbandsſpieler von
Wixhauſen hatte, gewinnen. — Am nächſten Sonntag hat
der F.=K. „Teutonia” die Fußballmannſchaft des Ring=
und Stemmklubs „Germania”=Bornheim=Frankfurt zu
Gaſt.
sr. Sechſtes Turnier deutſcher Pferde. Der erſte Tag
des vom Reichsverband für deutſches Halbblut
veran=
ſtalteten dreitägigen Wettbewerbs geſtaltete ſich am
Sonn=
tag zu einem vollen Erfolg. Im Sportpalaſt in der
Pots=
damer Straße hatten ſich die pferdeſportlichen Kreiſe
Ber=
lins ein Stelldichein gegeben, und die große Arena war
faſt bis auf den letzten Platz gefüllt. Anweſend waren
u. a. Großherzog von Sachſen=Weimar und Gemahlin,
Herzog Ernſt Günther von Schleswig=Holſtein, Herzog von
Ratibor, Generalſeldmarſchall Freiherr von der Goltz,
Graf E. Henckel, die Oberlandſtallmeiſter Graf Lehndorff
und v. Oettingen, die Landſtallmeiſter Graf Siegfried
Lehndorff und Freiherr von Senden, Generalmajor von
Longchamps=Berier, Oberſtallmeiſter Freiherr v. Reiſchach,
Prinx Taxis, Graf A. Bismarck und Kammerherr v.
Re=
kowski. Von den ſechs Konkurrenzen des Programms
war das Ermunterungs=Jagd=Springen mit 49 Konkur=
ene erſteneretrter e ertetergete
ging Rittmeiſter v. Oeſterley vom Militärreitinſtitut
Han=
noper als Sieger hervor. Das Hochſpringen brachte ſechs
Konkurrenten an den Start. Die Leiſtungen der drei
erſt=
plazierten Pferde waren faſt gleichwertig. Alle drei
ſpran=
gen ein Hindernis von 1,80 Meter Höhe fehlerfrei. In den
erſten Preis mußten ſich Leutn. v. Meſſow (Sächſ.
Feld=
artillerie=Regt. Nr. 28) und Leutn. v. Jagow. (Ulanen=
Regt. Nr. 3) teilen. Die Reſultate waren: Große
Mate=
rialsprüfung: 1. Dr. Erich Kunheims Vaſall (Reiter Ltn.
Eggeling, Ukanen=Regt. 15), 2. Ltn. Frhrn. v. Gagerns
Salongeck (Beſ.), 3. Herrn Alfred Gilka=Bötzows Albion;
28 Konkurrenten. — Erwunterungs=Jagdſpringen: 1.
Ritt=
meiſter v. Oeſterleys Pepita (Beſ.), 2. Herrn Rud.
Boehmes Barbara Allan (Beſ.), 3. Ltn. v. Jagows
Ber=
ber (Ltn. Edelmann); 49 Konkurrenten.
Maiden=
Eignungs=Prüfung für Damenpferde: 1. Oberktn. a. D.
Erich Schmidts Püppchen (Frau Nickiſch v. Roſenegk).
2. Herrn W. Huts Hofjäger (Frau v. Funcke), 3. Rittm.
v. Gottbergs Attila Frau v. Gottberg); 7 Konkurrenten.
— Hochſpringen: 1. Ltn. K. Meſſows Silveſter. (Beſ.)
und 1. — Ltn. v. Jagows Greif (Beſ.); totes Rennen;
3. Lin. Delocks Hubertus I (Beſ.); 6 Konkurrenten.
Dreſſur=Prüfung für Reitpferde im Privatbeſitz: 1. Frau
Dr. Vorchardts Swet Voy, 2. Herrn Huts Arminius,
3. Frau Scherings Hans; 11 Konkurrenten. —
Mate=
rials=Prüfung für Wagenpferde: 1. — Herrn Karb
Schwa=
nitz’ Zweiſpänner Omar=Platin (Fahrer: Herr Heinſius)
und 1. — Exz. v. Dirkſens Zweiſpänner Crikie=
Störte=
beker (Fahrer: Herrn v. Simpſon); 2. — Dr. Hübners
Zweiſpänner Kurfürſt=Markgraf und 2.½ Bentſchener=
Taterſalls Zweiſpänner Oceana=Acadia; 8 Konkurrenten.
sr. Pferderennen. Auteuil, 16. Febr. Prix
d'Ou=
verture: 1. Mme. Cl. Procureurs Paſſau (Riolfe), 2.
Sar=
torys Perry, 3. Charlotte (Gaudinet). Tot. 37110, Pl. 17,
38, 38:10. Unpl.: Le Muſicien, Silver Cliff, Jakoutsk,
Elektriſee, Boſton III, Hondou. 1½—6 Lg.
Prix du
Chene=Capitaine: 1. Monſ. A. Veil Picards Balagan (
Par=
frement, 2. Le Roumi (G. Mitchell), 3. La Canche (
Lan=
caſter). Tot. 29110, Pl. 15, 19, 64:10. Unpl.: Laſt Patron,
Verdalle, Pompon du General, Transfuge, Gibelin,
Prix de
Hygie II, Aloes III, Flamma. Hals—3 Lg. —
Bilancourt; 15000 Francs, Diſtanz 3800 Meter: 1 Monſ.
Broſſaults Patricien (Bourdale), 2. Oiſelette (Thibault),
3. Memnon (Parfrement). Tot. 379110, Pl. 65. 22, 21:10.
Unpl.: Lord Loris, Anderſon, Soulard, Sanſovino,
Fauſtine II, La Sauge (gef.), Sulpice (gef.), Lady Fiſh
(gef.), Grand Duc III (gef.). Loup (gef.), 5—2 La. —
Prix Kerym; 15000 Francs, Diſtanz 3500 Meter: 1. Monſ.
G. Braqueſſacs Canfrane (Powers), 2. Boſton IV (R.
Sauval), 3. Upholſterer (A. Carter). Tot. 431:10, Pl. 52,
17, 16:10. Unpl.: Tribun II (4), Minotaure, Lord
William, African King, Roi Pataud, Clariſſe, Harlowe.
*4—3 Lg. — Prir de Colombelles; 5000 Francs, Diſtanz
3500 Meter: 1. Monſ. J. Lieuxs Beliſaire II (Powers),
2. Make Haſte II (E. Hardy) 3. Le Tremblay (Head).
Tot. 87110, Pl. 27, 27, 31:10. Unpl.: Port au Prince (4),
Montagnard, Le Potache, Libretto II, Frelon II, Savate,
La Villetertre Unipar, La Breche, Caubet, Tauzia,
½—6 Lg. — Prix Recruit’ II; 5000 Francs, Diſtanz 3100
Meter: 1. Monſ. G. Wattines Hexagon (A. Carter), 2.
Ma=
noir (Berteauy), 3. Ormuzd (R. Sauval). Tot. 58110,
Pl. 21, 25, 27110. Unpl.: Romarin II (4), Rubinat II,
Ca=
vero, Sarbance II, Moxa (gef.), Kildare II. Vacuum
Cleaner, La Gartempe, L’Epave, Satyrgne, Pierre
Cor=
neille 4 Lg.-Weile.
Eröffnung der franzöſiſchen
Renn=
ſaiſon. Nach Beendigung der ſüdfranzöſiſchen
Hinder=
miskampagne kehrte der Rennſport wieder nach Paris
zurück wo am Samstag in Auteuil die neue Kampagné
eingeleitet wurde. Wie berichtet wird, herrſchte ſonniges
Wetter und die Bahn zeigte den erwarteten Maſſenbeſuch=
Die beiden Hauptkonkurrenzen endeten mit großen
Ueber=
raſchungen. In dem von 13 Pferden beſtrittenen
Prir=
de Bilancourt kamen nicht weniger als 5 Pferde zu Fall
und der Favorit Memnon konnte nur den dritten Platz
beſetzen. Patricien‟ (Bourdale) gewann ſehr leicht mit
5 Längen gegen Oiſelette. Tot. 379110, Pl. 65, 22 21110.
Im Prix Kerym verſagten Lord William und Clariſſe
Harlowe, die favoriſierten Vertreter des Veil=Picardſchen
Stalles. Der in den Wetten völlig vernachläſſigte
Can=
franc (Powers) ſiegte nach Kampf mit dreiviertel
Län=
gen gegen Boſton, während Upholſterer vier Längen
zu=
rück auf dem driten Platz endete. Tot. 431210, P. 52, 17,
16.10. In den übrigen Konkurrenzen ſiegten Paſau
(37110), Balagan (29310), Beliſaire II (87110) und
Hexa=
gon (58:10).
sr. Deutſcher Sieg bei den Nordiſchen Spielen. Die
Nordiſchen Spiele wurden am Samstag mit Automobil=
Konkurrenzen auf dem Eiſe über 10 Kilometer fortgeſetzt.
Wie aus Stockholm gemeldet wird, gelang es dem
bekann=
ten Opelfahrer Förns, mit einem 70 PS.=Wagen die
ſchnelſte Zeit zu erzielen. Er legte den Km. in 20,4 Sek.
zu=
rück. Sein einziger Klaſſengegner, Prinz Wilhelm von
Schweden, verlor bei einer Probefahrt die Herrſchaft über
ſeinen Wagen, fuhr gegen das Ufer und wurde durch einen
heftigen Anprall herausgeſchleudert. Glücklicherweiſe kam
der Prinz mit leichten Armverletzungen davon. In zwei
anderen Klaſſen ſiegte ein Horde=Wagen in 30,9 reſpektive
351. Sek., und in den beiden Klaſſen der kleinen Wagen
ſiegte die Firma E. E. C. Mathis=Straßburg in 41,7 bezw.
51,2 Sekunden.
sr. Radrennen in Paris. Kramer ſchlägt
Hourlier. Das mit Spannung erwartete
Zuſammen=
treffen der beiden Champions, des Amerikaners F. Kramer
mit dem Franzoſen Hourlier, hatte der Pariſer
Winter=
bahn am Sonntag einen Rieſenbeſuch verſchafft. Nach
den gezeigten Leiſtungen im Training war es ſchwierig,
eine Vorausſage zu treffen, doch hatte Hourlier die meiſten
Anhänger. Er bereiteie jedoch ſeinen Freunden eine
Ent=
täuſchung. Als Kramer im erſten Lauf beim
Glockenzei=
chen zum Spurt einſetzte, mußte Hourlier, der anſcheinend
noch nicht ganz auf der Höhe ſeiner Form iſt, ſch darauf
beſchränken, das Hinterrad des Amerikaners zu halten.
Kramer gewann mit einer Länge. Der zweite Lauf
be=
nötigte drei Starts. Der erſte Ablauf wurde infolge
fort=
währender Stillſtandsverſuche der beiden abgeläutet. Der
nachſte Start gelang; aber Kramer ſtieg vom Rad, weil
ihn das Publikum mit Zeitungen und Programmen
be=
warf. Beim dritten Start ſetzte Kramer an die Spitze
und führte in mäßigem Tempo. Als die Glocke
ertönte=
ſpurtete Hourlier aus zweiter Poſition und hatte im Nu
zwei Längen Vorſprung erreicht. Ausgangs der letzten
Kurve kam Kramer mit großer Schnelligkeit auf und ſchlug
ſeinen Rivalen leicht mit einer halben Länge. Das
Publi=
kum bereitete dem „fliegenden Yankee” bei ſeiner
Ehren=
runde ſtürmiſche Obationen. — In den beiden
Dauerren=
nen über 10 und 40 Kilometer zeigte der amerikaniſche
Weltmeiſter Wiley wieder ein ausgezeichnetes Können.
Er gewann beide Läufe gegen Guignard in 8:08,3 bezw.
32101. Guignard, der bei dem langen Rennen Pedalbruch
erlitt, endete 60 Meter bezw. 4¾ Runden zurück. In dem
Verfolgungsmatch zwiſchen dem Amerikaner Fogler und
dem franzöſiſchen Steher Darragon zeigte ſich, daß letzterer
nicht der geeignete Mann für eine derartige Konkurrenz
iſt. Fogler ſiegte nach acht Runden in 3 Min. 7,6 Sek. —
Das Prämienfahren gewann Quaiſſard vor Carapezzi und
dem Auſtralier Schneider.
Sr. Der Fußball=Länderkampf Frankreich-
Ber=
gien, der am Sonntag in Brüſſel zum Austrag kam,
endete mit dem Sieg der Belgier von 3:0. Bei der Pauſe
führte Belgien bereits mit 240.
Der Fußball=Länderkampf England-Irland
kam in Belfaſt zum 32. Male zur Entſcheidung. England
ſiegte mit 210. Von den bislang ſtattgefundenen Länder=
Wettſpielen gewann England nicht weniger als 29,
wäh=
rend drei unentſchieden endeten.
Handel und Verkehr.
* Die Subſkription auf die 4prozentige Anleihe
der Provinz Oberheſſen ergab eine derart
außer=
ordentliche Ueberzeichnung, daß die ſämtlichen
angemelde=
ten Beträge ſehr namhaft reduziert werden mußten.
— Deutſche Vereinsbank. Aus dem ſoeben
erſchienenen Geſchäftsbericht, abgeſchloſſen per 31.
Dezember 1912, iſt zu entnehmen, daß nach den üblichen
Dotierungen und beſonderen Rückſtellungen ein
Rein=
gewinn von 2 752 95 Mark gegen 2 126203 Mark im
Vorjahre, erzielt worden iſt. In der am 6. März ds. Js.
ſtattfindenden Generalverſammlung ſoll auf das
Aktien=
kapital von 30 Millionen Mark wieder eine Dividende
von 6 Prozent, wie ſie ſeit Jahren regelmäßig zur
Ver=
teilung gelangt vorgeſchlagen werden und mit Rückſicht
auf die im Jahre 1913 vorzunehmende Erneuerung der
Dividendenbogen ein Betrag von insgeſamt 156 000 Mark
dem zur Beſtreitung zu zahlender Talonſteuer errichteten
Konto überwieſen werden. Hiernach wird ein Gewinn
von rund 413 000 Mark auf neue Rechnung vorgetragen.
Literariſches.
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leichtverſtänd=
lich geſchrieben, ſo daß auch die ungeübte Köchin danach
kochen kann.
Genſimneng
der
2. Dreußiſch-Küddeutſchen
(228. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotteris
2. Klaſſe 2. Ziehungstag 15. Februar 1913
Auf jede gerogene Rammer ind zwet gleich doehe Gewimne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Rachbnuck verchoten)
(öhn Gewühr u. Stcl. ſ. 3)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 209835
4 Gewinne zu 3000 Mk. 79508 99204
2 Gewinne zu 1000 Mk. 115418
14 Gewinne zu 400 Mk. 97808 97868 122498
126294 142637 197786 213043
34 Gewinne zu 300 Mk. 1139 8544 20215 21168
21698 23920 43488 102169 118439 127101 1273ds
141443 157236 165138 190641 200220 209387
70 Gewinne zu 200 Mk. 8924 14296 15135 23694
27426 3123d 41355 4508 47007 6o7a 5asbr. 65975
62514 63429 86908 89850 69877 103530 112447
119267 124646 125092 127788 141154 147140 151734
153922 165803 182640 187222 206976 211777 213562
214061 21200
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 60000 Mk. 216711
Gewinne zu 5000 Mk. 61430 181921
2 Gewinne zu 1000 Mk. 75764
8 Gewinne zu 500 Mk. 4249 53774 90560
209601
10 Gewinne zu 400 Mk. 103025 147597 175612
200240 214587
24 Gewinne zu 300 Mk. 16088 42104 50936
137532 152083 163180 169324
63384 127858
§7 195933
182406 192.
66 Gewinne zu 200 Mk. 2791 4133 4827 8013
2536t 26355 27019 27507 36507 37262 36364
42561 45450 48225 74927 79087 83219 84228
88209 95819 117571 125830 142388 142830 150228
170673 177230 177820 190650 194034 209281
212988 215208
Wasser und Salz sind billig
daran sollten Sie denken, wenn man Ihnen an Stelle des echten Liebig’s Fleisch-Extrakts ein billigeres „Ersatz‟-Produkt anbietet. Meist enthalten nämlich
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ent-
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(VII,4222
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[ ← ][ ] sind von
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