Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelſ. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Anterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der bisherige preußiſche Geſandte in Darmſtadt, Freiherr
v. Jeniſch, hat ſeinen Abſchied aus dem Reichs=
und Staatsdienſte erbeten. An ſeiner Stelle iſt der
bis=
herige Geſandte in Brüſſel, v. Flotow, für den
Botſchafterpoſten in Rom auserſehen.
Die Nordd. Allg. Ztg. bezeichnet in einer offiziöſen
Aus=
laſſung die Meldungen, daß im Schoße der Regierung
Meinungsverſchiedenheiten wegen der
Heeresvorlage beſtänden, als falſch.
Das engliſche Unterhaus hat ſich bis zum
6. März vertagt.
Die Inſel Kreta wurde Griechenland
ein=
verleibt.
Das kanadiſche Unterhaus nahm die
Regie=
rungsreſolution, die die Bewilligung von 35 Millionen
Dollars für drei Dreadnoughts als Beitrag
für die britiſche Reichsflotte vorſieht, mit
32 Stimmen Mehrheit an.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
17. Februar 1813: Beginn der Belagerung von Thorn.
Herr von Tirpitz und das
Zentrum.
— Unter Wilhelm II. iſt es keinem Miniſter oder
Staatsſekretär möglich geweſen, ſo lange im Amte zu
bleiben, wie Herrn von Tirpitz, der ſich infolge ſeiner
ge=
ſchickten Geſchäftsführung und ſeiner Verdienſte um den
Ausbau der Flotte des Vertrauens des Monarchen in
hohem Maße ſeit faſt fünfzehn Jahren erfreut. In den
letzten Jahren hatte er auch eine große Mehrheit im
Parlamente für ſich, wo er ſtets mit großer Klugheit zu
yverieren verſtand; er wußte ſich allenthalben, auch auf
der Linken, Freunde zu erwerben und ſelbſt mit der
Oppo=
ſition ſich auf guten Fuß zu ſtellen. So ging es
jahr=
aus jahrein, und man entſinnt ſich noch des einzig
da=
ſtehenden Momentes, wie in einem Jahre, wo auf dem
Gebiete der Außenpolitik die Dinge auf des Meſſers
Schneide ſtanden, der Marineetat glatt und ohne
jede Debatte genehmigt wurde. Man muß auch ſagen,
der Staatsſekretär hat dieſes Vertrauen niemals
miß=
braucht, er iſt ruhig ſeines Weges geſchritten, ſtets ein
Ziel im Auge, obwohl es nicht an Stürmern und
Drän=
gern fehlte, die weit über das hinaus wollten, als er
ſelber verantworten zu können meinte.
Am letzten Mittwoch freilich hat Herr von Tirpitz
Pech gehabt, zwei Reſolutionen lagen bei der Beratung
des Marineetats der Budgetkommiſſion vor, die der
Staatsſekretär auf das entſchiedenſte bekämpfte; die eine
betraf die Herabſetzung der Dienſtzeit für die Marine=
Infanterie und Matroſen=Artillerie. Man weiß, mit wie
großen Bedenken ſeinerzeit bei den Fußtruppen der
Armee die zweijährige Dienſtzeit eingeführt worden iſt,
und daß es keineswegs ſo leicht iſt, in dieſer Friſt die
Mannſchaften vollſtändig und zweckmäßig auszubilden.
Der Dienſt in der Marine iſt aber weit ſchwerer, und alle
Sachverſtändigen ſind ſich einig darüber, daß unter eine
dreijährige Dienſtzeit nicht herabgegangen werden kann.
Wenn trotzdem ein derartiger Antrag vorlag, ſo müſſen
hierzu beſtimmte Gründe vorhanden ſein, ohne daß dieſe
in weiteren Kreiſen bekannt ſind. Es war daher
begreif=
lich, wenn Herr von Tirpitz gegen dieſe Reſolution
Stel=
lung nahm, die von der Mehrheit des Zentrums, der
Polen und der Sozialdemokraten angenommen wurde.
Noch ſchärfer tat er dies aber bei einer anderen
Reſolu=
tion, welche verlangte, daß die den Offizieren während
des Dienſtes an Bord gewährten Meſſegelder uſw.
wäh=
rend des Dienſtes im Hafen nicht mehr bezahlt werden
ſollten. Dieſe Forderung brachte Herrn von Tirpitz ſo
in Harniſch, daß er erklärte, keinen Tag länger im Amte
verbleiben zu wollen, wenn dieſer Vorſchlag zum Geſetz
erhoben würde. Ueber die Notwendigkeit der Gewährung
derartiger Gelder auch im Hafendienſt, der den Offizier
zwingt, den größten Teil des Tages an Bord ſeines
Schiffes zu bleiben, iſt man in Fachkreiſen durchaus einig,
und derartige Mitgelder werden in ſämtlichen anderen
Kriegsmarinen ebenfalls gezahlt, was ſchon für ihre
Bil=
ligkeit ſpricht.
Man kann ſich daher des Eindrucks nicht erwehren, als
ſob es ſich um ein parteitaktiſches Manöver handelt, das
ſich vielleicht nicht ſo gegen die Perſon des Herrn von
Tirpitz richtet, als vielmehr um einen Vorſtoß gegen die
Reichsregierung überhaupt. Das Zentrum hat deshalb
allerlei Liebenswürdigkeiten zu hören bekommen. Am
Freitag wurde dann auch die Forderung auf Gewährung
einer Zulage für den Marineattaché in Buenos=Aires
durch dieſelbe Mehrheit abgelehnt.
Das Zentrum verwahrt ſich dagegen, daß es einen
Vorſtoß gegen Herrn von Tirpitz habe unternehmen
wol=
len und wird vorausſichtlich den Antrag, gegen deſſen
Annahme ſich Herr von Tirpitz ſo ſcharf ausgeſprochen
hat, zurückziehen. Die Germania läßt ſich aus
parlamen=
tariſchen Kreiſen ſchreiben: Die Art und Weiſe, in der
der Staatsſekretär ſeine Erklärungen abgab, war zum
mindeſten ungewöhnlich, wir können nur annehmen, daß
es ſich um ein Mißverſtändnis handelt, das ſich wohl bei
der weiteren Beratung der Streitfrage klären dürfte. Es
iſt ſelbſtverſtändlich, daß dem Zentrum ein Vorſtoß gegen
den Staatsſekretär von Tirpitz durchaus fern gelegen hat,
mit Recht aber hat ein Kommiſſionsmitglied des
Zen=
trums auf die Erklärung des Staatsſekretärs erwidert,
daß es nicht üblich ſei, in ſolcher Weiſe Anträge zu
beant=
worten. Zu einer ſachlichen Beſprechung habe ſich ja das
Zentrum ſtets bereit gezeigt.
In Anknüpfung hieran und an das
Mißtrauens=
votum, das Zentrum, Polen und Sozialdemokraten
in der vor den Reichstag gebrachten Poleninterpellation
dem Reichskanzler erteilt haben, iſt ein parteioffiziöſer
Ar=
tikel beſonders beachtet worden, den die Köln. Volksztg.
und andere Zentrumsblätter über die kommende
Heeres=
vorlage veröffentlichten und in dem betont wurde, daß
die Heeres= und die Deckungsfrage unlöslich miteinander
verbunden ſeien, daß vor der Heeresvorlage die
Deckungs=
frage erledigt werden müſſe, daß eine erweiterte
Erb=
ſchaftsſteuer, die zum Symbol der Zwietracht geworden,
auszuſcheiden habe und die Deckung in einer
Vermögens=
zuwachsſteuer zu ſuchen ſei, für die die erforderliche
Mehrheit auf ſeiten der bürgerlichen Parteien beſtehe.
Die hier umſchriebene Taktik ſoll ohne Zweifel vom
Zen=
trum befolgt werden. Was im Augenblick aber mehr
intereſſiert, iſt die Mahnung, in die die Köln. Volksztg.
den programmatiſchen Artikel ausklingen läßt. Das
Köl=
ner Zentrumsorgan führt nämlich die „ewigen
Kriegsan=
drohungen” des Auslandes darauf zurück, daß man uns
nicht mehr überall in dem nötigen Maße reſpektiert und
auch auf unſere innerpolitiſche Zwietracht
baut. „Gerade deshalb”, folgert die Köln. Volksztg., „tut
es not, in dieſer ernſten Zeit eine möglichſt
ein=
mütige Stellung der ſtaatserhaltenden Parteien
des Reichstages zu erzielen.”
Man erſieht hieraus, welche Kluft zwiſchen der
augen=
blicklichen Zentrumstaktik und jener beherzigenswerten
Mahnung der Köln. Volkszig. beſteht.
Deutſches Reich.
— Aus den Reichstagskommiſſionen.
Die 6. Kommiſſion des Reichstages begann die zweite
Le=
ſung des Entwurfes eines Reichs= und
Staatsangehörig=
keitsgeſetzes. In der Faſſung der erſten Leſung wurden
angenommen: §§ 1—7. Der in erſter Leſung beſchloſſene
§ 7b wurde jetzt als § 8a in folgender Faſſung in den
Entwurf eingeſtellt: „Ein ehemaliger Deutſcher, der als
Minderjähriger die Reichsangehörigkeit durch Entlaſſung
verloren hat, muß auf ſeinen Antrag von dem
Bundes=
ſtaat, in deſſen Gebiet er ſich niedergelaſſen hat,
eingebür=
gert werden, wenn er den Erforderniſſen des § 7 Abſ. 1
entſpricht und den Antrag innerhalb zweier Jahre nach
der Volljährigkeit ſtellt. Die Vorſchrift des § 7 Abſ. 5
findet Anwendung.” § 8 (Aufnahme der Witwe uſw.
eines Ausländers) wurde in der Faſſung der erſten
Le=
ſung angenommen. Nächſte Sitzung iſt Mittwoch, den
19. Februar. — Die 13. Kommiſſion des Reichstages beriet
einen zu § 2 der Vorlage, betreffend das Verfahren gegen
Jugendliche, geſtellten Antrag Dr. Kerſchenſteiner, der die
Jugendrichter angeht. Er wurde ſchließlich zurückgezogen,
und ſtatt ſeiner einſtimmig die folgende Faſſung
ange=
nommen: „Als Jugendrichter ſind beſonders erfahrene,
namentlich in Vormundſchaftsſachen bewanderte Richter
zu beſtellen.‟ Damit iſt die Perſonalunion des Straf= und
Vormundſchaftsrichters feſtgelegt. Die weitere Debatte
ergab ein weitgehendes Einverſtändnis in wichtigen
Grundfragen, aber große Verſchiedenheit bezüglich der
Form. Um eine Annäherung der Anſchauungen nach
die=
ſer Richtung, und damit eine Erleichterung und
Förde=
rung der Arbeiten herbeizuführen, wurde der Vorſitzende
ermächtigt, in Verbindung mit einigen Mitgliedern eine
vermittelnde Form zu ſuchen und ſie der nächſten Sitzung
am Donnerstag zu unterbreiten.
— Dr. Solf über afrikaniſche
Ver=
kehrspolitik. Am Freitag fand in Berlin im Hotel
Adlon ein kolonialer Vortragsabend ſtatt, zu dem der
Staatsſekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf
einge=
laden hatte. Nach einem Vortrag des Geh. Oberbaurats
Baltzer über die Erſchließung Afrikas durch Eiſenbahnen,
gab der Staatsſekretär Dr. Solf ſelbſt über ſeine
afri=
kaniſche Verkehrspolitik eine programmatiſche Erklärung
ab, in der er u. a. ſagte:
Der Ueberblick zeigt, daß Afrika noch in den Anfängen
des Verkehrsweſens ſteckt, daß noch unendlich viel zu tun
iſt, denn Afrika hat mit ſeinen 30 Millionen
Quadrat=
kilometern 4500 Kilometer Schienen, während z. B.
Deutſchland mit einer halben Million Quadratkilömeter
über ein Schienennetz von 60 000 Kilometer verfügt, alſo
67mal ſoviel als Afrika. Da iſt noch viel zu tun übrig,
das gilt für die anderen Nationen, das gilt auch
für uns. Der Nordweſten ſowohl wie der Südoſten
Afrikas entbehren noch der Bahn. In Togo hat
ſie den Weg bis zur Nordgrenze noch nicht einmal zu
einem Drittel zurückgegelegt, in Kamerun iſt ſo gut wie
alles zu tun; ſelbſt das ſchon reicher bedachte
Südweſt=
afrika wird nicht lange ſtillſtehen dürfen. Die
Kolonial=
verwaltung iſt bereit und hält es für eine ihrer
vornehm=
ſten Aufgaben, in eine Prüfung aller Projekte und
Vor=
ſchläge über die weitere Ausgeſtaltung des Bahnnetzes
einzutreten, die ihr von Intereſſenten und
Sachverſtändi=
gen unterbreitet werden. Die Verſicherung kann ich
ab=
geben, daß wir nicht die Abſicht haben, uns mit dem
be=
ſtehenden Bahnnetz zu begnügen, ſondern nach Kräften
weiter bauen werden. In Zukunft werden wir es leichter
haben, im Bahnbau fortzuſchreiten, denn eins iſt ſicher
erreicht worden: Wir haben gelernt wie wir in den
Ko=
lonien Bahnen zu bauen haben. Mit Stolz habe ich auf
meiner Fahrt auf der Ugandabahn den Wunſch des mich
begleitenden enaliſchen Ingenteurs regiſtriert, daß er ſich
gern unſere Uſambara= und Tanganjika=Bahn anſehen
möchte, um dabei zu lernen, wie man es machen muß.
Unſere Technik iſt den großen künftigen Aufgaben, auch
den ſchwierigſten, gewachſen Der Staatsſekretär
verbrei=
tete ſich dann weiter über die Frage der richtigeren
Aus=
nutzung der vorhandenen Bahnen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Italieniſche Rechtsfakultät. Der Budget‟
ausſchuß des öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſes nahm
mit 35 gegen 4 Stimmen die Regierungsvorlage über die
italieniſche Rechtsfakultät an. Dieſe iſt ſpäteſtens im
Winterſemeſter 1915/16 zu errichten. Als Sitz der
Fakul=
tät wurde Trieſt beſtimmt.
Frankreich.
Die Wahlreform. Miniſterpräſident Briand
erklärte einer Abordnung der Kammergruppe für
Durch=
führung der Wahlreform, daß er feſt entſchloſſen ſei, vor
dem Senat im Laufe der nächſten Woche für die baldige
Erörterung des Wahlreformentwurfs einzutreten und die
weſentlichen Punkte der Vorlage, insbeſondere die
Wahl=
quotienten, energiſch verteidigen. Falls er in dieſer
Frage geſchlagen werden ſollte, dann werde er wiſſen,
was ihm zu. tun übrig bleibe.
Heeresverſtärkung. Zu der vom
Reichskanz=
ler v. Bethmann Hollweg im Deutſchen
Landwirtſchafts=
rat gehaltenen Rede ſchreibt der Temps unter anderem:
Der Reichskanzler hat erklärt, daß Deutſchland die
Opfer für die Heeresverſtärkung als Bürgſchaft für den
Frieden anſehe. Wir glauben, daß man rüſten und friede
fertig ſein kann. Nach unſerer Anſicht hätte auch niemand
das Recht, gegen Frankreich, ſobald es neue militäriſche
Maßnahmen ergreifen ſollte, Anklage zu erheben, daß es
aufgehört habe, friedfertig zu ſein. Militäriſche Fragen
müſſen als ſolche nicht ſo behandelt werden. Die einzige
Antwort, die man auf Rüſtungen zu erteilen hat. ſind
nicht politiſche Erwägungen ſondern Rüſtungen. Von
dieſem Geſichtspunkte aus beurteilen wir die Rede des
Reichskanzlers, der äußerte, daß Deutſchland friedfertig
iſt. Wir zweifeln keineswegs an ſeiner Aufrichtigkeit. Er
erklärte daß Deutſchland ſein Landheer vermehren muß
und wir glauben, daß Frankreich das ſeine vermehren
muß, indem es dabei ebenſo wie Deutſchland durchaus
friedfertig bleibt. Der Temps erörtert die verſchiedenen
möglichen Maßnahmen wie die Einführung der
dreijähri=
gen Dienſtzeit und beſſere Ausnützung und Ausbildung
der Reſerven, und meint unter Hinweis auf die von den
Politikern erhobenen Bedenken: Es handelt ſich darum,
zwiſchen den Beguemlichkeiten der Politiker und der
Sicherheit des Landes die Wahl zu treffen. Die
Beſpre=
chungen welche ſeit einigen Wochen zwiſchen dem
Mi=
niſterpräſidenten, dem Kriegsminiſter dem Miniſter der
Auswärtigen Angelegenheiten und dem der Finanzen
ſtattfinden, ſcheinen ein Beweis zu ſein, daß die Regierung
ſich anſchickt, ihre Pflicht zu erfüllen. Es iſt unerläßlich,
die öffentliche Meinung ohne allzu große Verzögerungen
von den getroffenen Entſcheldungen zu unterrichten. Die
Eutſcheidung aber wird uns geſtatten, mit Würde friedlich
zu bleiben, was unſer Ziel iſt, indem wir unſere
Vertei=
digungsmittel auf die gleiche Höhe mit denen unſerer
möglichen Gegner ſtellen. Der Krieg wird darum nicht
mehr und nicht weniger wahrſcheinlicher, aber der Friede
wird um ſo ehrenvoller ſein.
Belgien.
Die Heeresvermehrung. Zu Beginn der
Sitzung gab der Kriegsminiſter am Freitag ohne jegliche
Störung die tags vorher durch Tumult unmöglich
ge=
machten Erklärungen über die äußere Lage ab, welche die
Vermehrung des Heeres erforderlich mache. Nach
Wieder=
herſtellung der Oeffentlichkeit erläuterte der Kriegsminiſter
die Vorlage, wobei er öfters von den Sozialiſten ſtürmiſch
unterbrochen wurde.
England.
Vertagung des Unterhauſes. Das
Unterhaus hat ſich bis zum 6. März vertagt. Es tritt
dann nochmals zuſammen, um über die
Abänderungsan=
träge zu verhandeln, welche das Oberhaus einigen
klei=
neren Bills angefügt hat. Am 7. März wird das
Unter=
haus definitiv vertagt. Die Pauſe in den Verhandlungen
iſt notwendig, um die Homerule=Bill und die Bill
be=
treffend Trennung von Kirche und Staat in Wales unter
die Beſtimmungen der Parlamentsakte zu bringen, wonach
eine Bill einen Monat vor Ende der Seſſion zum
Ober=
haus geſandt werden muß. Die Bill betreffend
Tren=
nung von Kirche und Staat in Wales gelangte erſt am
6. Februar zum Oberhaus.
Die Lage in Perſien. Im Unterhauſe äußerte
ſich Parlamentsunterſekretär Acland über die Lage in
Perſien:
Ein hoffnungsvolles Zeichen iſt, daß ein neues
Ka=
binett gebildet wurde, das weit fähiger und mehr von
öffentlichem Geiſt beſeelt iſt als irgend ein anderes in
Perſien ſeit geraumer Zeit. Die britiſche Regierung
be=
ſchloß deshalb im Verein mit der indiſchen, Perſien einen
Vorſchuß zu gewähren, der beſonders für die Verwaltung
der Provinz Schiras dienen ſoll. Ferner beſchloß die
bri=
tiſche Regierung mit der ruſſiſchen, auch einen Vorſchuß
für die allgemeinen Bedürfniſſe der perſiſchen Regierung
zu gewähren. Acland führte weiter aus, es ſei nicht zu
befürchten, daß die prädominierenden britiſchen Intereſſen
im Perſiſchen Golf hintangeſetzt würden, oder daß man
ſie in die Hände anderer fallen laſſen würde. Die Lage
Perſiens unter dem neuen Kabinett erſcheine in jeder
Be=
ziehung für die Zukunft geſicherter und hoffnungsvoller
als ſie unter dem Generalſchatzmeiſter Schuſter geweſen
ſei. Am Schluß beſchäftiate ſich Acland mit der Frage
der Zurückziehung der ruſſiſchen Truppen und ſagte, die
ruſſiſche Regierung ſei derſelben Meinung wie die
eng=
liſche darüber, daß das jetzige Kabinett eine größere
Ge=
währ für eine energiſche und konſequente Verwaltung
biete, als es zuvor in Perſien der Fall war. Trotzdem
ſei die ruſſiſche Regierung noch nicht gewillt, ihre Truppen
zurückzuziehen. „Wir hoffen natürlich” fuhr der Redner
fort, „daß, ſobald die neue perſiſche Regierung zeigen
wird, daß ihre Hoffnungen zu verwirklichen ſind, die
ruſ=
ſiſche Regieruna geneiat ſein wird, allmählich ihre
Trup=
pen zurückzuziehen. Die ruſſiſche Regierung teilte uns
nichts mit, was uns zu einem anderen Schluſſe führen
könnte.”
Spanien.
Einberufung von Klerikern. Aus
Barce=
lona wird gemeldet: Ein königlicher Erlaß ruft die
Kle=
riker, die einer religiöſen Vereinigung angehören, unter
die Fahnen. Der Fall iſt in der ſpaniſchen Geſchichte noch
nie dageweſen und erweckt in der konſervativen Preſſe
lebhafte Proteſte.
Kanada.
Beitrag für die britiſche
Reichs=
flotte. Die Reſolution der Regierung, die die
Bewilli=
gung von 35 Millionen Dollars für drei Dreadnoughts
als Beitrag für die britiſche Reichsflotte vorſieht, wurde
im kanadiſchen Unterhaus mit 32 Stimmen Mehrheit
an=
genommen. Mehrere Abänderungsanträge der
Nationa=
liſten wurden abgelehnt. Das Abſtimmungsergebnis
wurde mit patriotiſchen Beifallsrufen begrüßt.
Premier=
miniſter Borden teilte mit, er werde in der nächſten Woche
eine Bill vorlegen, durch welche die Reſolution Rechtskraft
erlangen ſoll.
* Karlsruhe 14. Febr. In der heute hier
ſtatt=
gehabten Generalverſammlung des
Landes=
verbandes vom Deutſchen Frauenverein
vom Roten Kreuz für die Kolonien, in welcher über
die Errichtung eines Krankenhauſes und
Geneſungs=
heimes in Kamerun entſchieden werden ſollte, wurde
Vertagung der Beſchlußfaſſung bis zur Rückkehr des
Gouverneurs von ſeiner Reiſe ins Hochland beſchloſſen.
Es ſollen inzwiſchen weitere Erhebungen angeſtellt
wer=
den. Die Tagung ſtand unter dem Vorſitz der
Ehren=
präſidentin Herzogin Johann Albrecht zu Mecklenburg.
* Chriſtiania, 14. Febr. Das Königspaar
von Dänemark iſt hier eingetroffen, um ſeinen
An=
trittsbeſuch abzuſtatten. Am Bahnhof wurde es vom
Königspaar, den Zivil= und Militärbehörden und einem
zahlreichen Publikum herzlichſt begrüßt. Zu Ehren des
Königs und der Königin von Dänemark fand abends
große Galatafel ſtatt, in deren Verlauf herzliche
Trink=
ſprüche ausgetauſcht wurden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. Februar.
Fürſtenbeſuch. Am Samstag mittag mit dem
fahrplanmäßigen Zuge 12,12 Uhr trafen der Herzog
Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent
von Braunſchweig, und Gemahlin zum Beſuche
am Großherzoglichen Hofe, von Karlsruhe kommend, in
Darmſtadt ein. Zum Empfange fuhren im offenen
Zwei=
ſpänner kurz vor 12 Uhr das Großherzogspaar am
Haupt=
bahnhofe vor. Im Gefolge befanden ſich Oberſtallmeiſter
Frhr. Riedeſel zu Eiſenbach Exz., ſowie die
Hof=
dame Freiin von Rotsmann und Flügeladjutant
von Schröder. Der Zug lief mit zirka 4 Minuten
Verſpätung auf dem Bahnſteig 1 ein. Die hohen
Herr=
ſchaften begrüßten ſich ſehr herzlich. Herzog Johann
Albrecht trug die Uniform ſeines braunſchweigiſchen
Totenkopf=Huſaren=Regiments. In der Begleitung des
Herzogspaares befanden ſich der perſönliche Adjutant des
Herzogs und die Hofdame der Herzogin. Nach
Vorſtel=
lung der beiderſeitigen Gefolge begaben ſich die
Herr=
ſchaften durch den Fürſtenſalon nach dem Bahnhofsplatz
und fuhren in offenen Wagen zum Neuen Palais. Im
erſten Wagen ſaßen die beiden Fürſtinnen, im zweiten
der Großherzog und Herzog Johann Albrecht. Auf dem
Bahnſteig und auf dem Bahnhofsplatz hatte ſich eine
zahl=
reiche Menſchenmenge eingefunden.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Kanzlei=
diener bei dem Landgericht der Provinz Oberheſſen Ernſt
Kliffmüller, zurzeit in Darmſtadt, auf ſein
Nach=
ſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen Dienſte:
achträglich der Lehrer an der Volksſchule zu
Darm=
ſtadt Otto Krenz wegen geſtörter Geſundheit, unter
Zurücknahme ſeiner Entlaſſung aus dem Schuldienſte
ferner haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog
den Aktuar bei dem Amtsgericht Ober=Ingelheim Heinrich
Maus auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 15. März
1913 und unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte in den Ruheſtand verſetzt.
* Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorſch
Adolf Plaage den Charakter als Amtsgerichtsrat”.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 4 vom
15. Februar hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die Prüfungsordnung für Tierärzte betreffend.
2. Bekanntmachung, Stipendienfonds der Techniſchen
Lehranſtalten zu Offenbach betreffend. — 3.
Bekannt=
machung, die Aufhebung der Standesämter Worms
(Pfifflieheim) und Worms (Hochheim) betreffend.
* Militärdienſtnachrichten. Illing,
Militär=
gerichtsaſſiſt. von der Großh. Heſſ. (25.) Div., zum
Kriegs=
gerichtsſekretär befördert. Becker (Friedrich),
Proviant=
meiſter in Darmſtadt, zum Proviantamtsdirektor ernannt.
0 Privates Verdingungsweſen. Die heſſiſche
Handwerkskammer hat Erhebungen angeſtellt über
das Vorhandenſein privater Verträge und
Ver=
dingungsunterlagen, die das Handwerk
ſchädi=
gende Beſtimmungen enthalten. Es ſind Verträge
ein=
gereicht worden, die den Unternehmern von Arbeiten
un=
erträgliche Laſten auferlegen. Vorſchriften wie z. B., daß
alle und jede Nebenarbeiten, die ſich im Laufe des Baues
ergeben, wie dieſelben auch heißen mögen, von den
Unter=
nehmern ausgeführt werden müſſen, ohne daß denſelben
ein Anſpruch auf beſondere Vergütung zuſteht, daß für
Schriftſtücke und Telephongeſpräche der Unternehmer dem
Architekten beſtimmte Beträge zu zahlen hat, daß der
Bau=
leiter berechtigt ſein ſoll, auf Koſten des Unternehmers
ederzeit an den Bezugsort ſeiner Materialien zu
rei=
ſen uſw. Infolgedeſſen hat die heſſiſche
Hand=
werkskammer im Anſchluß an eine Beſprechung mit
den Vorſtänden baugewerblicher Korporationen in
Darmſtadt nunmehr auch in Offenbach und
Mainz herbeigeführt, die außerordentlich ſtark beſucht
geweſen ſind. Dem ſchloß ſich an eine Beſprechung mit
den Vorſtänden baugewerblicher Korporationen in
Worms. Das der Handwerkskammer mitgeteilte
Mate=
rial iſt ein derart bedeutungsvolles, daß beabſichtigt iſt,
nachdem noch die Vertreter der baugewerblichen
Korpo=
rationen in Oberheſſen gehört ſind, eine allgemeine
Vertreterverſammlung in Darmſtadt
ein=
zuberufen. In allen Verſammlungen wurde der
heſſi=
chen Handwerkskammer lebhafter Dank
des Baugewerbes dafür ausgeſprochen, daß ſie die
Regelung des privaten Vergebungsweſens in die Hand
genommen, das im Gegenſatz zum ſtaatlichen Vergeb=
ungsweſen ſchwere Mängel aufweiſt, die nur auf dem
Wege gemeinſamen Vorgehens der geſamten Baugewerbe
beſeitigt werden können.
L Südveutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Ein=
nahmen im Monat Januar 1913 betrugen: 1.
Perſonen=
verkehr 599577 Mk. (gegen 534 685 Mk. im Januar 1912.)
2. Güterverkehr 76632 Mk. (66 103 Mk.) 3.
Neben=
einnahmen 6547 Mk. (5687 Mk.) 4. Geſamteinnahmen
682756 Mk. (606 475 Mk.).
V.V. Volksvorſtellung. Auf die am Sonntag
nachmittag 3 Uhr im Hoftheater ſtattfindende
Volks=
vorſtellung „Hänſel und Gretel” ſei hiermit
auf=
merkſam gemacht.
* Im Silberkranz. Herr Bauunternehmer und
Stadtverordneter Heinrich Sames und Frau feiern.
f tm
d
eſt der Silhernen Hochzeit.
am
Arbeitsjubiläum. Der Arbeiter Philipp
Hebe=
rer konnte dieſer Tage auf eine 25jährige
Tätigkeit=
bei der Firma Lippmann May zurückblicken. Aus
dieſem Anlaß wurden ihm verſchiedene Ehrungen von
der Firma und ſeinen Mitarbeitern zuteil.
M.V. Muſikvereins=Konzert. Am Montag, den 24.
Februar d. J., wird der Muſikverein zur Vorfeier
von Carl Amand Mangolds 100. Geburtstag
(8. Oktober 1913) deſſen Konzertdrama „Frithjof” ir
hieſigen ſtädtiſchen Saalbau aufführen. Das Werk iſt ein
der ſchönſten Schöpfungen unſeres heimiſchen Meiſters
und früher überall mit größtem Beifall aufgenommen
worden. Um möglichſt vielen ſeine Kenntnis zu
ver=
mitteln, wird ausnahmsweiſe auch die
Haupt=
probe zu dem Konzert gegen Eintrittsgeld allgemein
zugänglich ſein. Sie findet am Sonntag, den 23.
Fe=
bruar, vormittags 10 Uhr, im Saalbau ſtatt; der
Ein=
trittspreis beträgt 1,50 Mark. Im übrigen ſei auf die
Anzeigen (ſ. in dieſer Nummer d. Bl.) und Plakate
ver=
wieſen.
Sprachverein. Auf den Vortrag über
Kauf=
nannsdeutſch den Herr K. Lettenbaur heute
abend im Fürſtenſaale halten wird, ſeien die Kaufleute
wie alle anderen Freunde einer guten Geſchäftsſprache
nochmals aufmerkſam gemacht. (Eintritt frei.)
Die Evangel. Jugendvereinigungen Darmſtadts
veranſtalten anläßlich des heſſiſchen Jugendtags
am nächſten Mittwoch im ſtädtiſchen Saalbau einen
Unterhaltungsabend mit muſikaliſchen,
turne=
riſchen und dramatiſchen Darbietungen. Der Abend ſoll
dazu dienen, das Intereſſe an dieſer Bewegung in weiten
Kreiſen wachzurufen und zu fördern. Möge dieſer
Ver=
mſtaltung ein guter Beſuch beſchieden ſein. (Siehe Anz.)
* Vortrag. Man ſchreibt uns: In dem Vortrag über
Deutſches Bürgertum und deutſcher Arbeiterſtand” den
Herr Reallehrer Kahl am Dienstag abend im National= Verein halten wird, ſoll der Nachweis verſuch
werden, daß das Bürgertum weder dem Bedürfnis des
Arbeiterſtandes nach einer höheren Teilnahme an den
Gütern der Kultur, noch dem Ringen desſelben
nac
Gleichberechtigung und Beſſerung ſeiner wirtſchaft
ſch.
Lage und ſozialen Stellung ablehnend oder gar feit
gegenüberſteht. Dem Bürgertum liegt deshalb die Pflich
ob, ſich mehr als bisher mit der modernen Arbeiter
bewegung und beſonders mit den kulturellen Beſtrebungen
des Arbeiterſtandes vertraut zu machen. Aber durch die
Verbindung der wirtſchaftlichen Beſtrebungen der
Ar=
beiterſchaft mit den parteipolitiſchen Zielen der
ſozialdemo=
kratiſchen Partei, nicht weniger auch infolge des von einem
großen Teile der Gewerkſchaften in Verbindung mit der
Sozialdemokratie geführten Klaſſenkampfes iſt es dem
Bürgertum erſchwert, den Forderungen des
Arbeiter=
ſtandes uneingeſchränkte Unterſtühzung und Förderung
zuteil werden zu laſſen. Da die Sozialdemokratie wie
ein Bleigewicht an der aufwärts ſtrebenden
Arbeiter=
bewegung hängt, eine geſunde Entwicklung der
Arbeiter=
bewegung hemmt und dieſelbe in bedauerlicher Weiſe
ſchädigt, ſo wird der Vortrag die Anſicht vertreten, daß
der Arbeiterſtand nur dann ohne große Kämpfe Erfolge
erhoffen kann, wenn die Arbeiterbewegung ſich auf den
Boden unſerer gegenwärtigen Staats= und
Wirtſchafts=
ordnung ſtellt und der Arbeiterſtand dem Bürgertum zur
Seite mitarbeitet an der Stärkung der Macht und dem
wirtſchaftlichen Gedeihen unſeres Vaterlandes. So lange
aber die Sozialdemokratie in der Zerſtörung der heutigen
Staatsordnung ein erſtrebenswertes Ziel erblickt und ſich
elbſt als unverſöhnlichen Feind der bürgerlichen
Geſell=
ſchaft zu erkennen gibt, muß jedes Wahlbündnis mit dieſer
Partei unter allen Umſtänden abgelehnt werden. Der
Vortrag wird deshalb die Frage der Unterſtützung der
ſozialdemokratiſchen Partei bei Landtags= und
Reichs=
tagswahlen auch in Beziehung auf die heſſiſchen
Verhält=
niſſe eingehend erörtern
* „Urſprung. Entwicklung und Zulunft unſerer Erde‟
Vortrag des Vereins für Verbreitung von
Volksbildung. Von jeher hat die Menſchheit
ver=
ucht, ſich ein Bild von der Entſtehung der Erde und des
Irdiſchen zu machen. Hiervon zeugen die vielgeſtaltigen
Schöpfungsſagen. Dieſe genügten der Menſchheit ſo
lange als die Naturwiſſenſchaften der realen Forſchung
entbehrten und ſich in leeren Spekulationen ergingen.
Als jedoch Kopernikus der Erde im neugeſchaffenen
Sonnenſyſtem ihre richtige Stellung angewieſen, war der
Grund gelegt für eine natürliche Erklärung des Urſprungs
der Erde, wie ſie in der Kant Laplaceſchen Theorie zum
Was die Offenſive der Türken
bedeutet.
C5 Ueber die militäriſchen Vorgänge am Balkan macht
Luigi Barzini auf Grund ſeiner Beobachtungen in Kon
ſtantinopel im Corriere della Sera einige Mitteilungen
die in ihrer Geſamtheit die von beiden Parteien durch
Widerſprüche verſchleierten Umriſſe der Ereigniſſe
deut=
licher hervortreten laſſen. Seit dem 9. Februar ſind die
Türken eifrig damit beſchäftigt, an den verſchiedenſten
Küſtenpunkten des Marmara=Meeres und des Schwarzen
Meeres kleinere Truppenabteilungen zu landen. Die
Aktion beginnt ſich zu zerſplittern, wird dem Betrachter
immer rätſelhafter, und in der Tat liegen die
Verhält=
niſſe heute ſo daß der Anſchein erweckt wird: die bisher
errungenen Erfolge ſind moraliſcher Natur und zielen
zunächſt darauf ab, die bulgariſche Heeresführung zu
ver=
wirren. Man ſpürt in dieſem Plan der kleinen
An=
griffe den Geiſt Enver Beys und Fethi Beys, die nun den
„Beduinismus” auf den großen Krieg übertragen:
nach allem, was man hört und erfährt, hat dieſe Taktik
jedenfalls den Erfolg aufzuweiſen, die Bulgaren bis auf
weiteres in eine abwartende Haltung gedrängt zu haben;
„die Bulgaren begehen den Fehler, inmitten ſo vieler
An=
griffspunkte ihre Untätigkeit zu verlängern, und wenn ſie
nicht der vielfältigen türkiſchen Offenſive eine ſchnelle
Initiative entgegenſetzen, geraten ſie in Gefahr, in
ſchwie=
rige Situationen zu kommen.”
Die Landung in Midia iſt eine Aktion, die den
Stem=
pel des Kleinkrieges trägt; ſie erfolgte mit etwa 6000
Mann, die nach heftigem Kampfe das kleine bulgariſche
Reſervebataillon zurückwarfen. Zu gleicher Zeit landeten
die Türken öſtlich des Derkos=Sees eine Truppe von 2000
Mann, die aber in einen Hinterhalt gerieten und durch
Maſchinengewehrfeuer faſt vollkommen aufgerieben
wur=
den. Glücklicher verlief die Landung in Silivri, die mit
6000 Mann erfolgte; die Bulgaren legten ihre
Verteidig=
ungsminen zurück. Am wichtigſten iſt die Landung bei
Rodoſto. Sie erfolgte mit der 30. und 31. Diviſion und
einer Diviſion Redifs; ſie ſtehen unter dem Befehl Ferik
Paſchas, bei dem Enver Bey als Generalſtabschef tätig
iſt. Dieſe Heeresmacht erreicht 20000 oder 25000 Mann;
aber eines wird dem Beobachter in Konſtantinopel
frag=
lich: Die Soldaten ſind ausgezeichnet ausgerüſtet, aber
bei ihrer Einſchiffung fiel auf, daß es an Hilfskräften
für den Traindienſt und die Munitionsverſorgung
man=
gekte; nur wenige Mauleſel wurden mit eingeſchifft, nur
ſehr wenige Wagen, „die Truppen zogen aus wie zum
großen Manöver” Allerdings war ihr Ziel ein Land
das von der Bevölkerung nicht verlaſſen iſt, die chriſtlichen
Bewohner ſind nicht geflüchtet, und man kann darauf
rechnen. Vorräte an Nahrungsmitteln vorzufinden. Aber
zweifelhaft bleibt es, wie ſich auf dieſer inneren
unge=
wiſſen Baſis größere Kriegsoperationen aufbauen ſollen
„Täglich ſieht man hier jetzt 2 oder 3 Schiffe abgehen, die
Verſtärkungen nach Rodoſt, bringen; wenn die
bulga=
riſche Untätigkeit anhält, werden in kurzer Zeit in
Ro=
doſto 30000 Mann konzentriert ſein. Man ſchifft
präch=
tige neue Gebirgsbatterien franzöſiſchen Muſters ein und
eine große Reihe neueſter Kruppſcher Schnellfeuergeſchütze.
Auch viele Kavallerie ging ab, was auf die Abſicht
ſchlie=
ßen läßt, die rückwärtigen Verbindungen der Bulgaren
zu ſtören. Die ganze prächtige und wilde
Kurden=
kavallerie, die bisher auf dem kleinaſiatiſchen Ufer lag,
iſt auf das europäiſche Ufer übergeführt, und um neue
Reitertrupps zu bilden, konfisziert man in
Konſtantino=
pel ſogar die Wagenpferde. Ein Teil der eingeſchifften
Truppen, insbeſondere die Artillerie, kam aus der
Tſcha=
taldſchalinie, die anderen ſind neu formiert; ſogar die
Feuerwehr von Konſtantinopel iſt zu einem Regiment
vereinigt und eingeſchifft worden.”
Was aber gegenüber der abwartenden Haltung der
Bulgaren dem Beobachter in Konſtantinopel vor allem
auffällt, iſt der neue Geiſt, der die jetzt ausziehenden
türkiſchen Truppen beſeelt. „Dieſe Truppen ſind voll
Hoffnung und Vertrauen, ſie ziehen mit einer
neuerwach=
ten Kühnheit hinaus; die Bulgaren verfügen, moraliſch
betrachtet, über eine ungewöhnliche Zähigkeit, aber der
tratzige Widerſtand Adrianopels und vor allem die jetzige
Räumung früher mit furchtbaren Opfern erkämpfter
Stellungen kann im Heere die ſtolze Siegesgewißheit
ge=
fährlich erſchüttern.” Strategiſch iſt die Stellung der=
Bulgaren heute wohl die günſtigere und numeriſch ſind
die neuen Gegner einander annähernd gleich. Aber die
bisher errungenen türkiſchen Erfolge fallen einſtweilen
mehr politiſch und moraliſch, als militäriſch ins Gewicht.
Der ſtrategiſche Wert der neubeſetzten Stellungen und
Punkte iſt unabhängig von der Tatſache, daß die Türken
jetzt Gegenden und Landſtriche wieder beſetzt haben, die
ſchon verloren geweſen waren. „Die Küſten der beiden
Binnenmeere ſind heute nicht mehr bulgariſch, und die
Friedensverhandlungen, auf die alle Hoffnung noch nicht
geſchwunden iſt, werden dieſer neuen Situation Rechnung
tragen müſſen.”
Ausdruck kommt.
ſuch weiterer unabläſiger
Forſchungs=
arbeit und dank dr mannigfachſten Hilfsmittel vermag
die heutige Wiſſenſhaft auch in der Frage der Lebewelt
und ihrer aufſteigelden Entwicklung auf ſicher begründete
Tatſachen hinzuweiſen und ſo den denkenden
Gegenwarts=
menſchen in ſeinem Suchen nach dem Anfang der Dinge
zu befriedigen. Möchten recht viele ſolcher Suchenden ſich
zu dem Vortrag efnfinden, der in dem Thema angekündigt
iſt: „Urſprung, Antwicklung und Zukunft unſerer Erde‟
dargeboten von em Kuſtos der geologiſchen und
mine-
ralogiſchen Abteflung des Großh. Landesmuſeums, Herrn
Dr. Oskar Happt. Den Vortrag werden vortreffliche
Lichtbilder veranſchaulichen; er findet ſtatt am
Donners=
tag, den 20. Februar, im Saale der Techniſchen Hochſchule
und iſt zugänglich für jedermann. (Siehe auch die heutige
Anzeige.)
— Dautſcher Techniker=Verband. In der
Zweigver=
waltung Darmſtadt des Deutſchen
Technikerver=
bandes hielt Herr Architekt Münch einen Vortrag über
„Sozial=ethiſche und techniſche Eindrücke aus dem
rhei=
niſch=weſtfäliſchen Induſtriegebiet” Von der rheiniſchen
Metropole Köln ausgehend, die Deutſche
Städteausſtel=
lung 1912 in Düſſeldorf ſtreifend, unterzog er
insbeſon=
dere die von den Kommunalverwaltungen, darunter auch
Darmſtadt, dort ausgeſtellten Pläne und Modelle ihrer
Verwaltungsgebäude, Schulen, Krankenhäuſer uſw
ſo=
zialen, hygieniſchen, ſanitären und verkehrstechniſchen
Anlagen einer eingehenden Würdigung. Das von Prof.
Olbrich erbaute Geſchäftshaus Tietz zu Düſſeldorf gab
dem Redner Veranlaſſung, die Größe dieſes Künſtlers
er=
neut zu würdigen. Die Wohlfahrtseinrichtungen der Fa.
Krupp=Eſſen, beſonders die Arbeiterhauskolonien und die
Kolonie „Margarethenhof” die von Prof. Gg.
Metzen=
dorf zurzeit erbaut wird rühmte Redner als muſtergültig.
Als Ideal des Eigenheimbaues dürfte die auf
genoſſen=
ſchaftlicher Grundlage erbaute Gartenſtadt „Hüttenau an
der Ruhr” gelten, die den dortigen Arbeitern und kleinen
Beamten geſunde, angenehme Einfamilienhäuſer bietet
die zum billigen Zinsfuß von 4½ Prozent einſchließlich
Amortiſation käuflich erworben werden können. Nach
einer intereſſanten Darſtellung eines
Kohlenbergwerkbe=
triebes ging Redner auf die ſozialen Verhältniſſe im
all=
gemeinen näher ein, um dieſe von ethiſchen
Geſichtspunk=
ten zu betrachten, beſonders betonend, daß der Ingenieur
und Techniker in ſeiner Vertrauensſtellung zwiſchen
Unter=
nehmer und Arbeiter der berufene Pionier ſei, um die ſich
immer tiefer auftuende Kluft zu überbrücken, die trotz
moderner Wiſſenſchaft und Technik ſich immer mehr
zwi=
ſſchen den einzelnen Berufsklaſſen bilde, was nur erreicht
würde, wenn der Einzelne ſich der ethiſchen Erfüllung
ſei=
ner geſellſchaftlichen Pflichten voll und ganz bewußt
wäre.
* Vortrag. Paul Graetz, bekannt durch ſeine
Durchquerung Afrikas im Automobil, iſt von ſeiner
zweiten Durchquerung des ſchwarzen Erdteils mit dem
Motor in die Heimat zurückgekehrt und wird am
26. Februar im Städtiſchen Saalbau einen durch
kine=
matographiſche Orioinalaufnahmen und farbige
Licht=
bilder erläuterten Vortrag halten über den Nachweis des
Kongoquellfluſſes, eine Erkundungsfahrt durch Neu=
Kamerun und die Vollendung der Durchqnerung Afrikas
im Motorboot, der nicht nur eine Fülle lehrreichen
Stoffes auf geographiſchem Gebiete üher den dunklen
Erdteil bringen wird, ſondern vor allem ein offenes,
durch eigene Anſchauung gebildetes Urteil über die
politiſchen, wirtſchaftlichen und geſundheitlichen
Verhält=
niſſe unſeres neuen Kolonialbeſitzes Neu=Kamerun, und
zwar aus dem unparteiiſchen Munde eines Kenners
unſerer afrikaniſchen Kolonien.
* Die Deutſche Zentralſtelle zur Förderung der
Volks= und Jugendlektüre (Abteilung des
Zentralaus=
ſchuſſes für Innere Miſſion) veröffentlicht ſoeben einen
Wegweiſer durch die Geſchenkliteratur zur
Konfir=
mation. Dieſer umfaßt vier Seiten und bringt
200 Titel von Büchern aus allen Lebensgebieten.
Gleich=
zeitig veröffentlicht die Zentralſtelle ein Verzeichnis
vaterländiſcher Gedenkbücher im Umfange
von acht Seiten, das über 100 der beſte Bücher aus
dem Gebiete der vaterländiſchen Literatur nennt. Allen,
die der konfirmierten Jugend ein ſchönes, inhaltreiches
Geſchenk machen wollen, wird durch dieſe
Literatur=
verzeichniſſe gedient ſein. Die Verzeichniſſe ſind durch
die Zentralſtelle (Berlin=Lichterfelde 3, Altenſteinſtraße 51)
und im Buchhandel durch H. G. Wallmann=Leipzig zu
beziehen. Ein Exemplar koſtet 5 und 10 Pfg., bei größeren
Beſtellungen tritt eine Preisermäßigung en.
* Aus der Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48)
wurden im Januar 1484 Bücher entliehen; eingeſchriebene
Leſer ſeit 1. April 498. Geſchenke gingen ein: Von Herrn
Apotheker Dieſtelmann 54 Bde., von Geh.
Obermedizinal=
rat Dr. Burmann Erben 4 Bde. und 7 Jahrg. Zeitſchr.,
von Frl. Schwarz 1 Jahrg. desgl., von Ungenannt
1 Jahrg. desgl., von Eiſenbahn=Oberſekretär Nüchter
4 Jahrg. desgl., von Freifrau v. Schenck zu Schweinsberg
Jahrg. desgl., vom Heſſ. Landeslehrerinnenverein
2 Jahrg. desgl. Den gütigen Gebern herzlichen Dank!
Anmeldungen weiterer Spenden von Büchern und guten
Zeitſchriften, ſowie Beiteittserklärungen zum „Verein für
Verbreitung von Volksbildung” (Mindeſtbeitrag 2 Mark)
werden vom Vorſtand des Vereins gerne
entgegengenom=
men. Unentgeltliche Bücherausgabe: Dienstag,
Donners=
tag und Samstag von abends 7½—9 Uhr. Dort auch
Bücherverzeichniſſe zu 20 Pfg.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. In der Woche vom
10.—15. Februar 1913 wurden 442 Schweine und 183
Käl=
ber aufgetrieben.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von
Gleisver=
legungsarbeiten wird die Eliſabethenſtraße
zwiſchen der Neckar= und Saalbauſtraße vom 17. Februar
fd. Js. an bis zur Beendigung der Bauarbeiten etwa
3—10 Tage für den Fuhrwerks= und
Radfahr=
verkehr geſperrt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Zur Verlobung im deutſchen
Kaiſer=
hauſe: das Brautpaar mit Prinz Oskar von Preußen
auf einem Spaziergang, die Eltern und Schweſtern des
Prinzen Ernſt Auguſt, Herzogs zu Braunſchweig und
Lüneburg; zum Untergang der Südpolexpedition des
Kapitäns Scott: der verunglückte Kapitän Scott hält eine
Anſprache an ſeine Mannſchaft der Weg der Expedition;
das Ringen um Adrianopel.
— Arheilgen, 15. Febr. Der Eiſenbahnarbeiter
Vetter aus Wixhauſen kam geſtern abend in eine
hie=
ſige Wirtſchaft und merkte, als er bezahlen wollte, daß er
ſein Portemonnaie mit zirka 23 Mark Inhalt verloren
hatte. Darauf wurde ihm mitgeteilt, daß Herr Kaul
einen Hund beſitzt, der event, die Spur aufnehmen könnte.
Es gelang dann auch deſſen Hund, die Spur ſofort
aufzu=
nehmen und in wenigen Minuten kam der Hund mit dem
Portemonnaie zurück.
Beerfelden, 15. Febr. Das Komitee für den
Pferdemarkt zu Beerfelden beabſichtigt, mit dem am
4. Juli dieſes Jahres ſtattfindenden Pferdemarkt eine
Verloſung von Pferden und Fohlen,
Rin=
dern und Schweinen, ſowie von landwirtſchaftlichen
Gebrauchsgegenſtänden zu verbinden. Das Großh.
Mi=
niſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung
er=
teilt, daß bis zu 20000 Loſe, zu 1 Mark das Stück,
aus=
gegeben werden dürfen und mindeſtens 60 Prozent des
nach Abzug der Reichsſtempelabgabe verbleibenden
Bruttoerlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf
von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Zugleich
wurde der Vertrieb der Loſe im Großherzogtum Heſſen
geſtattet.
Mainz, 15. Febr. Der Weinhändler Wilhelm Heß,
der Inhaber eines der älteſten Weinhäuſer in Wiesbade=
und Vorſitzender des Verbandes der Weinhändler des
Rhein= und Maingaues, hat, wie ſchon kurz mitgeteilt,
geſtern nachmittag Selbſtmord verübt, indem er ſich auf
der Kaiſerbrücke vor einen Zug warf. Er
wurde ſofort getötet. Heß hatte am Donnerstag abend
noch in Wiesbaden die Generalverſammlung des
Verban=
des der Weinhändler des Rhein= und Maingaues als
Vorſitzender geleitet. Nach Blättermeldungen ſoll der
Grund des Selbſtmordes in geſchäftlichen Verluſten zu
ſuchen ſein.
Gau=Algesheim. 14. Febr. Ein ſchweres
Un=
glück paſſierte letzte Nacht gegen 12 Uhr vor der hieſigen
Apotheke. Die Pferde eines Mainzer Weinfuhrwerkes
ſcheuten und rannten in den eiſernen Staketenzaun vor
der Stadtapotheke. Das eine Pferd ſpießte ſich auf und
verendete gleich darauf an Verblutung; das andere Pferd
kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Fuhrmann,
der zwiſchen den Pferden lag, wurde an dem einen Arm
ſchwer verletzt.
Gießen. 15. Febr. In der Nacht auf Donnerstag
ver=
ſuchten Diebe, in einer Fellhandlung ſam Krofdorfer
Weg einzubrechen, wurden aber durch den großen
Hof=
hund verſcheucht. Sie ließen drei große Pappſchachteln,
in denen das geſtohlene Gut verborgen werden ſollte, am
Platze zurück.
Geſtern abend gegen ½10 Uhr wurde
in einem Hauſe der Kaplansgaſſe ein
Keller=
brand entdeckt. Die herbeigeholte Feuerwehr löſchte
den Brand und ſtellte feſt, daß ein Holzbalken in der Decke
brannte. Die Entſtehungsurſache wird zurückgeführt auf
die am Nachmittag von ſtädtiſchen Arbeitern ausgeführte
Schnakenvertilgung durch Ausbrennen des Kellers.
Alsfeld, 15. Febr. Der Hiſtoriſche Verein für
Heſſen beabſichtigt, im Laufe des Sommers eine
Samm=
lung von Alsfelder Familienwappen
her=
auszugeben. Auf etwa 12 Tafeln werden nahezu 140
Wappen vertreten ſein; außerdem werden in ungefähr
16—20 Seiten Erläuterungen der Abbildungen und
fami=
iengeſchichtliche Notizen gegeben. Viele heute noch
blü=
hende Alsfelder Familien ſind darunter vertreten,
manche mit mehreren verſchiedenartigen Wappen. Der
Geſchichts= und Altertumsverein der Stadt Alsfeld hat
auch einen Beitrag zu den Herſtellungskoſten bewilligt:
auch eine Zahl auswärtiger Bürger, deren
Familien=
wappen in der Sammlung vertreten iſt, wird durch eine
Un erſtützung die Veröffentlichung des Werkes
ermög=
lichen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 15. Febr. Das
Kaiſer=
paar fuhr geſtern nachmittag mit der Prinzeſſin Viktoria
und dem Prinzen Ernſt Auguſt aus. Heute abend fand im
Eliſabethſaal Tafel beim Kaiſerpaar ſtatt. Außer vielen
Fürſtlichkeiten waren u. a. geladen der Reichskanzler,
mehrere Staatsſekretäre, die Präſidenten des Reichstages,
des Herrenhauſes und des Abgeordnetenhauſes und der
Kommandeur der Ziethenhuſaren. Nach der Tafel war
muſikaliſche Unterhaltung. — Die Exploſion zweier
Poſtpakete aus Berlin mit falſch deklariertem Inhalt
(ſie waren als exploſible Knallkorken und Flaſchenkorken
deklariert) auf dem Bahnhof von Krakau, wodurch
ſeiner-
zeit der öſterreichiſche Oberpoſtkontrolleur Strzel=Bicka
tödlich und andere Poſtbeamte ſchwer verletzt wurden, kam
heute beim Landgericht I in Berlin zur Verhandlung.
Angeklagt werden als Abſender der Kaufmann Richard
Ladewig und ſein Handlungsgehilfe Max Hermann auf
Grund des § 335 des öſterreichiſchen Strafgeſetzes wegen
fahrläſſiger Tötung. Die öſterreichiſchen Geſchädigten
traten als Nebenkläger auf. Das Gericht beſchloß, Beweis
über die Behauptung des Angeklagten zu erheben, es habe
die Selbſtentzündung des Korkes aus chemiſchen Gründen
ſtattgefunden, nicht durch Stöße bei der Umladung der
Pakete auf dem Bahnhof. — Ein ſchwerer
Bauun=
fall ereignete ſich geſtern nachmittag auf dem
Tempel=
hoferfelde. Dort wurde an einem Wohnhausneubau in
der Höhe des zweiten Stockes ein Schutzdach angebracht.
Als es fertig war, traten leichtſinniger Weiſe zwei Arbeiter
darauf, ſo daß es unter der Laſt zuſammenbrach. Einer
der Arbeiter wurde ſo ſchwer verletzt, daß er ins
Kranken=
haus gebracht werden mußte. Der andere kam mit
leich=
teren Verletzungen davon
Mülheim (Ruhr): 15. Febr. Auf einem alten Schacht
der dem Mülheimer Bergwerksverein gehörigen Zeche
„Wieſche” in Heißen wurden heute morgen 5 Uhr bei der
Seilfahrt vier Bergleute getötet. Der Unfall iſt
vermutlich entſtanden, daß ſich bei der Auffahrt das
Ver=
ſchlußtor des Förderkorbes löſte und die Bergleute
her=
ausfielen. Die Leichen konnten bisher nicht geborgen
werden.
Hamburg, 15. Febr. Der am Mittwoch morgen von
Hamburg nach Alexandrien abgegangene Dampfer
„Galatha” der deutſchen Levante=Linie iſt bei
Bor=
kum mit dem Stettiner Dampfer „Kriſtian” in dichtem
Der „Kriſtian” ſank
Nebel zuſammengeſtoßen.
nach drei Minuten. 5 =Mann der Beſatzung ſind dabei
ertrunken.
Frankfurt a. d. O., 15. Febr. Die Verhandlungen
gegen den Raubmörder Sternickel ſollen in der
am 1. März beginnenden Schwurgerichtsperiode
ſtatt=
finden.
Paris, 15. Febr. Wie die Blätter melden, glaubt die
Pariſer Polizei den gegenwärtigen Aufenthalt des
Auto=
mobilbanditen Lacombe, nach dem ſie ſeit
Monaten vergeblich fahndet, ausfindig gemacht zu
haben. Heute früh ſoll unter Leitung des Sicherheitschefs
Thichard eine große Anzahl Detektive die Gegend von
Andreſy im Departement Seine=et=Oiſe durchſtreifen, wo
Lacombe ſich verſteckt halten ſoll Lacombe hat unter
an=
deren einen Gendarmen im Bahnhof von Otubray und
Feuilleton.
* Am Hofe von Gmunden. Am Hofe von Gmunden,
der durch die Verlobung der deutſchen Kaiſertochter mit
dem Prinzen von „Cumberland” erhöhtes Intereſſe
ge=
wonnen hat, herrſcht ein Zeremoniell, das in jeder
Bezieh=
ung das Zeremoniell eines Königshofes iſt. Der
un=
geheuere Reichtum über den das welfiſche
Für=
ſtengeſchlecht verfügt, gewährt ihm die Mittel, auch jetzt
noch einen größeren Hofſtaat zu unterhalten. Die
Hof=
haltung weiſt ebenſo wie die Hofhaltung regierender
Kö=
nige Oberzeremonienmeiſter und Zeremonienmeiſter,
Kammerherren und Hofdamen und alle anderen
Einrich=
tungen auf, die der Hofhaltung eines Monarchen das
eigentümliche Gepräge geben. Sowohl in Gmunden
wie in Wien, wo der Hof einen Teil des Jahres
ver=
bringt, ſind alle Vorkehrungen getroffen, um eine würdige
Repräſentation und eine genaue Durchführung der alten
höfiſchen Vorſchrift zu ermöglichen. Es iſt übrigens das
Zeremoniell am Hofe von Gmunden noch genau dasſelbe,
wie zu der Zeit vor 1866, als die Welfen noch als Könige
in Hannover herrſchten. Dem entſpricht auch der Aufwand
der Hofhaltung, der ſich in dem täglichen Leben des
Her=
zogs, in den veranſtalteten Feſten und in der Ausſtattung
des herzoglichen Schloſſes ausſpricht. Dieſes Schloß, ein
richtiger hiſtoriſcher Königsſitz, liegt dicht bei Gmunden
und iſt in der Bauweiſe des 13. Jahrhunderts erbaut. Es
iſt angefüllt mit wertvollen hiſtoriſchen und künſtleriſchen
Schätzen, Waffen, Gemälden, Bildwerken, Juwelen und
Sammlungen. Die Räume ſind mit wahrhaft königlicher
Pracht ausgeſtattet. Im Schloß hat auch vor kurzem der
berühmte Welfenſchatz Platz gefunden, den der abgeſetzte
König von Hannover bei ſeinem Fortgange aus
Deutſch=
land nach Wien geſchafft hatte. Dieſer außerordentlich
wertvolle Schatz, der ſich vor allem aus zahrgichen
wun=
derbaren Erzeugniſſen mittelalterlicher Kleinkünſt
zuſam=
menſetzt, war vordem in Wien im Oeſterreichiſchen Muſeum
untergebracht und wurde erſt viel ſpäter vom Herzog von
Cumberland in das alte Welfenſchloß zu Gmunden
über=
geführt. Berühmt ſind auch die Gemälde= und
Waffen=
ammlungen. Unter den zahlloſen Waffen befinden ſich
Bele, die mit der Geſchichte des ruhmreichen Geſchlechts
auf das engſte verknüpft ſind und die in den mancherlei
Kämpfen, an denen Angehörige des Welfenhauſes
teil=
genommen haben, von Welfen geführt wurden.
— Der Krater eines Vulkans als Feſtung. Dem
Feſtungsbau der amerikaniſchen Armee=Ingenieure iſt es
vorbehalten geblieben, zum erſten Male die Krater von
Vulkanen in den Dienſt einer Landesverteidigung geſtellt
zu haben; im American Magazine werden einige
inter=
eſſante Tatſachen über die neuen, erſt kürzlich vollendeten
Befeſtigungen auf der Inſel Hawai mitgeteilt. Zunächſt
ſind die Krater der Vulkankette auf der Inſel Oahu zu
modernen Forts ausgebaut worden, deren Feuerbereich
die Stadt und den Hafen von Honolulu und auch die
amerikaniſche Marineſtation von Pearl Harbor beherrſcht.
Es handelt ſich natürlich um erloſchene Vulkane; in den
Kratern hat man nach umfaſſendem Umbau ſchwere
Ge=
ſchütze aufgeſtellt. Ehe die amerikaniſchen Armee=
Inge=
nieure dieſen kühnen Plan verwirklichten, hatte die
Vul=
kankette des Diamond Head nur die Aufgabe, die
Land=
ſchaft zu verſchönern denn faſt nie unterzog ſich ein Mann
der Strapazen die ſteilen Felshänge zu dem etwa 700
Me=
ter hoch gelegenen Krater emporzuklettern. Und die
Ein=
geborenen vermieden die Berge mit abergläubiſcher Scheu,
weil in ihnen einſt die Göttin Pele ihr Heim
aufgeſchla=
gen haben ſollte, ehe die Feuer der Vulkane erloſchen. Der
Ausbau dieſer Vulkangipfel zu modernen Feſtungswerken
begann vor etwa fünf Jahren, und vor kurzem ſind die
erſten großen ſchweren Geſchütze in den neuen Poſitionen
aufgeſtellt worden. Bis jetzt iſt eine Batterie großer 12 Haubitzen eingebaut. Einem Gegner von der
Seeſeite aus wird es ſchwer möglich ſein, die Poſition
dieſer Batterie genau feſtzuſtellen, während der
amerika=
niſchen Artillerieleitung die natürlichen ſchroffen
Krater=
formationen die beſten Gelegenheiten zur Feuerleitung
und zur Kontrolle der Feuerwirkung bieten. Die kürzlich
abgehaltenen Schießübungen müſſen ungewöhnlich
gün=
tige Reſultate erbracht haben, denn ſie führten zu dem
Beſchluſſe, dieſe Kraterbatterien noch zu verſtärken und
auch den Salzwaſſerkrater auf dem Pukakiberge auf die
gleiche Weiſe zu einem Fort auszubauen. Dieſer Bera
liegt neun engliſche Meilen weſtlich von Honolulu und
beherrſcht die Marineſtation von Pearl Harbor auf der
Weſtſeite. Mit dem Bau der Batterien im Krater dieſes
zweiten Vulkans wird demnächſt begonnen.
** Poincaré und der König der Köche. Der 18.
Februar, der Tag, an dem M. Poincaré ſein Amt als
Präſident der franzöſiſchen Republik formell antritt, wird
auch für die Gaſtronomen bis in die fernſten Zeiten eine
köſtliche Erinnerung bedeuten. M. Escoffier, der
be=
rühmteſte aller franzöſiſchen Köche, hat nämlich zur Feier
des Ereigniſſes ein eigenes Diner Poincaré komponiert,
das von jedem ſtilechten Feinſchmecker am 18. Februar
gegeſſen werden muß. Das Werk Escoffiers ſoll nach dem
Urteil der Kenner geradezu ein „Gedicht” ſein, und zwar
iſt es ein lothringiſches „Gedicht” zu Ehren des
Heimat=
landes des neuen Präſidenten. Um die Bewunderung
der Gaſtronomen noch zu ſteigern. hat der Meiſterkoch bei
dieſer Gelegenheit zwei neue Gerichte erfunden, die „
Pou=
larde Poincaré” und die Schlagſahne „aux parles de
Lor=
raine‟. Die einzelnen Gänge ſind, wie das Journal
mit=
teilt, die folgenden: franzöſiſche Fleiſchbrühe — Farelle
in Moſelwein — Poularde Poincaré — Gebackener
Schin=
ken — Kleine friſche Erbſen mit Salat — Entenbraten
à Vorange — Artiſchocken mit Pilzen — Schlagſahne
„aux perles de Lorraine‟ — Madeleinen von Commercy
Früchte.
Urkundenfälſchung aus edlen Motiven. Eine
liebe=
volle Pflegemutter hat ihre Anhänglichkeit an ihr früheres
Pflegekind mit einigen Tagen Gefängnis büßen müſſen.
Die Frau eines hieſigen Arbeiters hatte, weil ſie ſelbſt
kinderlos, das uneheliche Kind eines Dienſtmädchens in
Pflege genommen. Als ſich die Mutter ſpäter verheiratete,
mußte ſie das Pflegekind wieder herausgeben. Kind und
Pflegemutter hatten mit großer Liebe aneinander
gehan=
gen, und dieſes Verhältnis dauerte an, als ſich das Kind
ſchon lange Zeit bei der richtigen Mutter befand. Um
das Kind öfter bei ſich haben zu können, beeinflußte die
frühere Pflegemutter das Kind dahin, die Schule nicht zu
beſuchen; ſie ſelbſt ſtellte dem Kinde Entſchuldigungszettel
aus. Als ihr nun bedeutet wurde, daß nur die richtigs
Mutter giltige Entſchuldigungszettel ſchreiben dürfe
ver=
anlaßte ſie eines Tages eine Freundin, auf einen
Ent=
ſchuldigungszettel den Namen der richtigen Mutter zu
fälſchen. Die Sache kaum bald heraus und brachte der
Pflegemutter und ihrer Freundin Anklagen wecen
Ur=
kundenfälſchung ein. Das Gericht ſah die Sache ſehr milde
an und verurteilte die Anſtifterin zu drei Tagen, die
eigentliche Fälſcherin zu einem Tage Gefängnis,
den berantworilichen Redakteur des Mates Anarchie
Dufert erſchoſſen, den er beſchuldigt hatte, im Dienſte der
Polizei zu ſtehen.
50 Jahre
Verſchönerungsverein.
St. Darmſtadt, 17. Febr.
Der Verſchönerungsverein Darmſtadt beging am
Samstag abend im Städtiſchen Saalbau die Feier ſeines
50jährigen Beſtehens in Verbindung mit der
General=
verſammlung. Der Gartenſaal war aus Anlaß der Feier
mit friſchem Grün ſtimmungsvoll und ſinnig geſchmückt.
Zahlreiche Ehrengäſte wohnten der Feier bei, u. a
die Herren Miniſterialrat Hölzinger,
Oberbürger=
meiſter Dr. Gläſſing, viele Stadtverordnete uſw.
Den Vorſitz führte Herr Geheimrat Wilbrand der
nach herzlicher Begrüßung der Erſchienenen eine Reihe
von Glückwunſchſchreiben verlas. Solche waren
einge=
gangen von Sr. Exz. dem Herrn Finanzminiſter
Dr. Braun, Herrn Beigeordneten Ekert, der
Provin=
zialdirektion, dem Verein für ländliche Wohlfahrts= und
Heimatpflege, Herrn Rechnungsrat Kiſſel, Bad=
Nau=
heim und Rechtsanwalt Dr. Wenck, der dem Verein ein
Jubiläumsgeſchenk von 100 Mark überwies. Mit
herz=
lichem Dank wird die Zuweiſung entgegengenommen und
das Geſchenk zur Nachahmung warm empfohlen.
Herr Geheimerat Wilbrand hielt ſodann einen
inter=
eſſanten Vortrag über: „50 Jahre Arbeit des
Ver=
ſchönerungsvereins”. Der Vortragende führte
ſeine Hörer im Geiſte zurück in die Zeiten um 1863, da
das geflügelte Wort entſtand: „So lang und breit die
Rheinſtraße iſt, es wimmelt darauf ein Akzeſſiſt” Kein
Wunder, daß es damals ſo war, denn da den Straßen
jeg=
licher Baumſchmuck fehlte, machte die Stadt einen
lang=
weiligen, öden Eindruck, und wer irgend Zeit hatte, ging
hinaus in die Wälder. Heute iſt das anders geworden.
Tatſächlich hat der Verſchönerungsverein faſt ſämtliche
Alleen in den Straßen unſerer Stadt angeplanzt, was
heute kaum ein Menſch weiß oder gar dankt. Insgeſamt
hat der Verein 3240 Bäume in unſeren Straßen
gepflanzt. Er hat weiter unſere prächtigen Wälder den
Spaziergängern erſt erſchloſſen dadurch, daß er die
Wäl=
der mit ſchönen Wegen und Pfaden durchzog, Ruhebänke
aufſtellte und Schutzhütten und Ausſichtstempel erbaute
und vieles andere mehr. Ja, ſeine Tätigkeit ging ſogar
ſo weit, Straßenpflaſterungen herzuſtellen. In einer
intereſſanten Feſtſchrift, der erſten größeren
Veröffentlich=
ung, ſind all die Arbeiten zuſammengeſtellt. (Vergl.
auch den Artikel in Nr. 37 vom 13. Februar des
Darmſtädter Tagblatts. Der Ref.) An Wegen
hat der Verein 63 363 laufende Meter im Walde und
11753 laufende Meter im Felde angelegt; das kommt
einer Strecke von Darmſtadt über Frankfurt nach
Butz=
bach gleich. An vielen Stellen im Walde hat die Fürſorge
des Vereins dem Wanderer den Genuß eines friſchen
Trunkes verſchafft. Zahlreiche Quellen wurden gefaßt
und eine ganze Anzahl Brunnen und Brünnchen
ange=
legt. Große und koſtſpielige Verſchönerungsanlagen ſchuf
er auf der Kraftsruhe, am Böllenfalltor u. a. m. 711 Bänke
wurden im Laufe der Jahre errichtet. Mit Recht ſchloß
der Vortragende ſein Schaffensbild mit der Frage: „Was
wäre Darmſtadt ohne den Verſchönerungsverein?” Sicher
darf der Verein ſich einen erheblichen Anteil an dem
Auf=
ſchwung Darmſtadts auf ſein Konto ſchreiben. Wohl
liegt Darmſtadt ſchöner als kaum eine andere Stadt, aber
um die Naturſchönheiten dem Genuß zu erſchließen, iſt
Menſchenarbeit notwendig, und die hat der
Verſchöner=
ungsverein geleiſtet und wird ſie auch weiter leiſten. Denn
der Verſchönerungsverein wird niemals überflüſſig
wer=
den, das zeigt die alljährlich notwendig werdende Arbeit.
Als ſolche der Zukunft winken die Errichtung von
Aus=
ſichtstürmen auf dem Kirchberg und Glasberg, die
Fort=
führung der Ohlyſtraße bis zum Walde und die
Be=
pflanzung mit doppelten Reihen von Alleebäumen, denn
es bietet die großzügige Ohlyſtraße, deren wichtigſter
Teil zwiſchen Wilhelmsſtraße und Herdweg leider noch
immer ſeines Durchbruchs harrt, bei dem ſchönen
Paulus=
platze einen prächtigen Blick auf den Wald und die
Lud=
wigshöhe, der wert iſt, durch zukünftige Gebäude nicht
ganz verdeckt und mindeſtens in einer
dorthin
zu proiektierenden Straße erhalten zu
werden.
Der Vortragende ſchloß mit Anerkennung der Tatſache,
daß die Bevölkerung der Stadt den Schöpfungen des
Vereins ſiets in wirklicher Weiſe Schutz angedeihen läßt.
und mit dem Wunſche, daß das immer ſo bleiben und
daß dem Verein auch in Zukunft ein reicher Zuwachs an
Mitteln und Mitgliedern zuteil werden möge, damit er
in der Lage bleibt, ſeine Aufgaben zu erfüllen. (Beifall.)
Danach hielt Herr Geh. Oberforſtrat Dr. Walther
einen feſſelnden Vortrag über „Unſere Wälder‟. Er
verbreitete ſich zunächſt in hiſtoriſchen Betrachtungen auf
Grund eingehenden geſchichtlichen Quellenmaterials über
die Bedeutung der Waldungen im allgemeinen, die man
früher unterſchätzt hat und erſt in der jüngeren Zeit
be=
gann, die Sünden wieder gut zu machen. In
muſtergül=
tiger Weiſe ſind hierin unſere weſtlichen Nachbarn
vorge=
gangen, die Millionen Hektare aufforſteten. Auch in
Deutſchland iſt ſchon viel aufgeforſtet worden, doch bleiben
da noch große Aufgaben zu erfüllen. In Heſſen, im oberen
Vogelsberg ſind noch 3000 Hektar aufzuforſten. In Europa
beträgt die Waldfläche 31 Prozent der geſamten
Boden=
fläche, das ſind 14 Millionen Hektar. Davon entfallen au
Heſſen 244000 Hektar. Neuerdings rinat ſich immer mehr
die Erkenntnis durch, daß eine gute Waldbewirtſchaftung
für die Gemeinden die beſte Kapitalsanlage iſt. Seit
Jahr=
zehnten iſt der Holz= und damit der Waldwert erheblich
geſtiegen, d. h. ſoweit die Nutzholzzucht in Frage kommt.
Für Heſſen wäre es ſehr wünſchenswert, wenn es noch
etwa 10 Prozent mehr Nutzhölzer anbauen würde, ſo daß
das Verhältnis anſtatt 50:50, 60:40 betragen würde.
Aller=
dings iſt dabei zu berückſichtigen, daß beſonders für die
Städte die Anlegung von Laubwäldern von größerem
Wert iſt, um kapitalkräftige Waldbeſucher anzuziehen. Der
gemiſchte Wald iſt der idealſte und auch der ſchönſte. Die
Wälder um Darmſtadt ſind etwa 5000 Hektar groß, in
ge=
ſundheitlicher Beziehung von außerordentlich großer
Be=
deutung. (Lebhafter Beifall.) (Wir kommen auf den
Vortrag noch eingehender zurück. Die Red.)
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ſprach ſodann
namens der Stadt Darmſtadt dem Verein und
inſonder=
heit dem verdienſtvollen Vorſitzenden, Herrn Geheimerat
Wilbrand, die herzlichſten Glückwünſche und den wärmſten
Dank aus. Der Verein habe tatſächlich Außerordentliches
und Hervorragendes geleiſtet, wofür die Stadtverwaltung
ihm dauernd Dank ſchuldet. Er gab der Hoffnung
Aus=
druck, daß der Verein auch in Zukunft mit der Stadt
ge=
meinſam zu ihrem Beſten arbeiten möge. Was die
Ge=
ſtaltung des Paulusplatzes betrifft, ſo wird die
Verwal=
tung beſtrebt ſein, ſoweit die finanziellen Rückſichten das
geſtatten, den geäußerten Wünſchen Rechnung zu tragen.
(Bravo.)
Für den Verkehrsverein ſprach deſſen
Vor=
ſitzender, Herr Stadtv. Stemmer, die herzlichſten
Glückwünſche aus. Der Verkehrsverein erkenne
rückhalt=
los an, daß ihm der Verſchönerungsverein eine
unſchätz=
bare Pionierarbeit geleiſtet hat und noch fortgeſetzt leiſtet.
Redner ſprach den dringenden Wunſch aus, daß das
Ju=
biläum recht vielen Darmſtädtern einmal zum Bewußtſein
bringt, was der Verſchönerungsverein ſchon alles für ſie
getan hat und daß es eine kleine Pflcht der Dankbarkeit
iſt, doch wenigſtens dem Verſchönerungsverein als
Mit=
glied beizutreten, oder ihn durch Stiftungszuwendungen
zu unterſtützen. Der Verkehrsverein überweiſe dem
Ver=
ſchönerungsverein zu ſeinem Jubiläum 250 Mark und
ſpreche dabei den Wunſch aus, daß recht viele Vereine das
gleiche tun mögen. (Bravo.)
Es folgte der Rechenſchafts= und Geſchäftsbericht und
die Beratung des Voranſchlags für 1913. Wir geben
daraus folgendes wieder: Im Laufe des Jahres 1912 ſind
im ganzen 40 neue Bänke aufgeſtellt worden. Der
Geſamt=
aufwand für dieſe 40 Bänke einſchließlich kleiner
Repa=
raturen, beläuft ſich auf 604,34 Mark. Die Koſten für die
Herſtellungen an der Lindenbergsquelle belaufen ſich auf
269,60 Mark. Für die laufende Unterhaltung der
be=
ſtehenden Anlagen wurden in 1912 im ganzen verausgabt
1187 Mark, die Koſten der Neuanlagen, einſchließlich der
Koſten für die Aufſtellung neuer Bänke betragen 1142
Mark, die Verwaltungskoſten, einſchließlich eines Teils
der Koſten für den Bericht, ſtellen ſich auf 784 Mark,
ſo=
mit Geſamtausgabe in 1911 — 3113 Mark. Die
Einnah=
men des Jahres 1912 ſtellen ſich wie folgt: Reſt aus 1911
1043 Mark, Mitgliederbeiträge 1982 Mark, Zinſen 69
Mark, Geſchenke 500 Mark, verſchiedene Einnahmen 300
Mark, zuſammen 3894 Mark, verglichen mit der Ausgabe
von 3113 Mark bleiben rund 780 Mark. Für 1913 wurden
die Mitgliederbeiträge veranſchlagt zu 2120 Mark. An
ſonſtigen Einnahmen — Beitrag der Stadt „Darmſtadtz
aus Zinſen uſw. — werden erwartet 330 Mark. Im
ganzen ſind ſomit für 1913 verfügbar
3 230 Mark.
Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1911 749. In
1912 ſind abgegangen: durch Tod 16, durch Wegzug 6
durch freiwilligen Austritt 16, zuſammen 38; zugegangen:
7. Stand Ende 1912: 718. Die Rechnung für 1911
iſt von Herrn Rechnungsrat Scharmann geprüft
worden, Anſtände haben ſich hierbei nicht ergeben.
Da eine Beanſtandung aus der Mitte der
Verſamm=
lung nicht erfolgt, wird ſtillſchweigend Entlaſtung des
Rechners angenommen. Zugleich wird dem Rechner, Herrn
Rechnungsrat Wambold, vollſte Anerkennung für die
Kaſſe= und Rechnungsführung ausgeſprochen. Weiter ſagt
der Verein beſten Dank 1. für den Schenkung der
ver=
ſtorbenen Frau Rechnungsrat Petry Witwe hier im
Be=
trage von 500 Mark; 2. Herrn Rechtsnungsrat Scharmann
für die unentgeltliche Prüfung der Rechnung; 3. Herrn
Hof=
buchbinder Greſſer für die unentgeltliche Beſorgung der
Buchbinderarbeiten.
Der Voranſchlag ballanciert in Einnahme und
Aus=
gabe mit 3 250 Mark. Bericht und Voranſchlag wurden
genehmigt. Die Tagesordnung iſt damit erſchöpft
und die Sitzung wird geſchloſſen.
Namens der Provinzialdirektion und des
Kreisamtes hat Herr Provinzialdirektor Fey dem
Ver=
ſchönerungsverein folgendes Glückwunſchſchreiben
überſandt: „Dem Verſchönerungsverein geſtatten wir
uns anläßlich ſeines 50jährigen Jubiläums die beſten
Glückwünſche darzubringen. Gerne gedenken wir heute
der gemeinnützigen, nicht nur in der Stadt Darmſtadt,
ſondern auch in deren Umgebung entwickelten Tätigkeit
des Vereins. Dieſe Tätigkeit hat die Arbeit der
Ver=
waltungsbehörden in einer ſehr wichtigen Richtung
er=
gänzt, ſie hat in hervorragender Weiſe öffentliche und
allgemeine Intereſſen wahrgenommen und gefördert.
Ihre umſichtige Vereinsarbeit hat außerordentliche
Er=
folge erzielt. Möge Ihre Wirkſamkeit auch fernerhin dem
allgemeinen Wohl in ſo ausgezeichneter Weiſe zugute
kommen und ſo ſichtbare und hocherfreuliche Ergebniſſe
ruſweiſen, wie dies ſeither der Fall war.
Der Heſſſiſche Verein für ländliche
Hei=
mat= und Wohlfahrtspflege übermittelte
fol=
genden Glückwunſch: „Dem Verſchönerungsverein zu
Darmſtadt geſtattet ſich unſer Verein zu ſeiner
langjähri=
gen erfolgreichen Tätigkeit herzlich Glück zu wünſchen!
Unſer Verein, welcher unſere Heimat in Wald und Feld
chützen, den Sinn für die Schönheit unſerer heimatlichen
Landſchaft ſtärken und entwickeln will, ſieht in Ihrem
Verein einen ausgezeichneten Bundesgenoſſen und einen
vortrefflichen Förderer auch ſeiner Beſtrebungen und
Ziele. Unſer Verein hofft und wünſcht daher heute gerne,
daß es Ihnen auch fernerhin ſtets gelinge, den
erfriſchen=
den, verjüngenden Genuß unſerer heimatlichen Gefilde
und die Freude an der Natur zu erleichtern und zu
mehren.”
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 15. Febr. Vizepräſident Dr. Paaſche
eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 16 Minuten. Die
zweite Beratung des Etats für die Reichspoſt= und
Telegraphenverwaltung
wird fortgeſetzt. — Abg. Dunajski (Pole): Die ſeit
Jahren von uns vorgebrachten Klagen über ſchikanöſe
Behandlung polniſch adreſſierter Briefſachen müſſen wir
auch diesmal wieder erheben. Die Oſtmarkenzulage dient
ediglich politiſchen Zwecken. Die Beamten werden den
Beſtrebungen des Hakatismus dienſtbar gemacht. Wir
bitten, die Vorlage rundweg abzulehnen. — Abg.
Wen=
del (Soz.): Unſere Haltung dem Poſtetat gegenüber iſt
eine andere, als den übrigen Etatsteilen gegenüber. Das
liegt in der Geſchichte des Poſtweſens. Die Aufgaben der
Poſt ſind immer die gleichen geblieben bei allem Wechſel
in der Geſellſchaftsordnung. Staatsſekretär Kühn weiſt
die Beamten mit ſtaatsrechtlichen Bütteleien ab, davon
werden ſie aber nicht ſatt. Dr. Oertel hat geſtern das
Prinzip der Staatsleibeigenſchaft für die Poſtbeamten
proklamiert, indem er Lobſprüche auf den
Staatsſekre=
tär anſtimmte, weil dieſer Herr der Meinung iſt, noch in
der Zeit des Sozialiſtengeſetzes zu leben. Damit hat
Oertel gegen die Verfaſſung verſtoßen und zu ſtrafbaren
Handlungen aufgereizt. (Große Unruhe und Zurufe.
Vizepräſident Dr. Paaſche ruft den Redner zur
Ord=
nung.) Solange die Beamten nicht den Willen zur Tat
zeigen, werden ſie nichts erreichen. Wir ſtreben nach
abſolut Gutem. Auch bei der Poſt läßt ſich manches
beſſern. Die Entziehung des Telephons eines Berliner
Rechtsanwalts mißbilligen wir. Das Seitenſtück wäre,
daß mir wegen Beleidigung eines ſtädtiſchen Beamten
die Kanaliſierung geſperrt würde. (Heiterkeit.) Die
Plus=
macherei verurteilen wir, ebenſo verurteilen wir die
Polenpolitik und als Konſequenz lehnen wir die
Oſt=
markenzulage ab. Leider ſcheint der Staatsſekretar davon
abzukommen, zum Regierungsjubiläum Marken
heraus=
zugeben. Ich könnte ihm empfehlen, für die roten
Zehn=
pfennig=Marken die Sozialdemokratie als vorübergehende
Erſcheinung darzuſtellen und die Zwanzigpfennig=
Mar=
ken in ſchwarz und blau erſcheinen zu laſſen. (
Vizepräſi=
dent Dr. Paaſche: Solche Bemerkungen gehören nicht
hierher.) Das iſt ſchade. Der Miniſthr würde ſehr
rich=
tig in dem Sinne deſſen handeln, nach deſſen Willen
Mi=
niſter kommen und gehen. Wenn es nach dem Willen des
Volkes gehen würde und nach dem der Poſtbeamten, dann
ſäße auf dem Stuhl dort ſchon längſt ein anderer. (Beifall
bei den Soz. Große Unruhe.) — Staatsſekretär Krätke:
Ich verzichte darauf, auf die Art, wie der Vorredner
Ein=
richtungen der Poſt kritiſiert, hier einzugehen. (Sehr gut!)
Ich will nur proteſtieren dagegen, auf welche niedrige
Weiſe (große Unruhe bei den Soz.) er die Poſtbeamten
einſchätzt. Dieſe werden es verſtehen, wie die Liebe und
das Intereſſe der Sozialdemokraten für ſie ſich kundgibt
(Bravo! bei der Mehrheit), wenn der Vorredner im
offe=
nen Reichstag die Beamten lächerlich zu machen ſucht und
erklärt, ſie ſeien Leibeigene und Sklaven. Ich quittiere
Abg. Bruhn
über dieſe Ausdrücke. (Beifall.)
(Rfpt.): Wir erwarten von der Regierung, daß ſie den
Beſchlüſſen der Kommiſſion beitritt, damit ſie durch die
Zulagen die Dienſtfreudigkeit der Poſtunterbeamten und
Aſſiſtenten aufrecht erhält.
Vizepräſident Dove teilt mit, daß von den Polen
beantragt wird, über alle zur Oſtmarkenzulage geſtellten
Anträge namentlich abzuſtimmen.
Abg. Diez=Konſtanz (Zentr.): Die ungeahnte
Steigerung der Laſten unſerer Poſtverwaltung auf allen
Einzelgebieten gibt ein getreues Spiegelbild der
Entwick=
lung unſeres geſamten Wirtſchaftslebens. Die
Pauſchal=
ſumme für die Telephonanſchlüſſe wird namentlich in den
kleineren Städten und von den kleineren Geſchäftsleuten
für zu hoch erachtet. Es wäre angebracht, hier einen
ge=
rechten Ausgleich zu ſuchen. Die Kritik der
Sozialdemo=
kraten iſt nicht geeignet, wirkliche Reformen zur
Durch=
führung zu bringen. Wir wünſchen eine Erweiterung des
Ortsgrenzverkehrs. Bei der Vergebung von Lieferungen
ſollte die Poſtverwaltung mehr die Provinz, beſonders
die Schwarzwälder Feinmechanik in Baden berückſichtigen-
Die Statiſtik zeigt, daß die kinderreichſten Familien in den
unteren Beamtenklaſſen zu finden ſind. Daher müſſen
dieſe zunächſt durch die Kinderzulage gehoben werden.
Wir hoffen und wünſchen daß die Poſtverwaltung na=
Möglichkeit für ihre Beamten ſorgt. (Beifall im Zentr.)
Abg. Dr. Quarck=Koburg (natl.): Als
Mitteldeu=
ſcher kann ich beſtätigen, daß im Süden des Vaterland
immer mehr das Gefühl des Dankes an Preußen beſtel
da es unſere Vormacht gegenüber dem Auftreten des
Polentums aufrecht zu erhalten ſucht. Die Polenpoliti
wird für eine deutſche Not, für eine deutſche Sache
gehal=
ten. (Beifall bei den Nationalliberalen. Zurufe bei de
Sozialdemokraten: Sie leſen ja alles ab. —
Vizepräſi=
dent Dove: Es iſt allerdings immer mehr
Gepflogen=
heit geworden, ſich an das Manuſkript zu halten. Ich
bitte die Redner, ſich von dieſer Gepflogenheit zu eman
zipieren.) Wenn Herr Wendel die Bezeichnung Sta
diener ins Lächerliche gezogen hat, ſo kann ich konſtatieren.
daß das Wort „Staatsdiener” nach wie vor ein Ehrer
name für die Beamten bleibt. (Zuſtimmung rechts.) Wir
bedauern, daß das Zentrum die Oſtmarkenzulage aus Ver
ärgeruna ablehnen will. Wir verlangen, daß im
Be=
amtentum Diſziplin herrſcht. Wir verwerfen aber den
Kaſernenhofton. (Beifall bei den Nationalliberalen.)
Abg. Graf v. Carmer=Zieſerwitz (konſ.): Ohne
die Finanzreform wäre es nicht möglich geweſen. die
Be=
amtengehälter zu erhöhen. Die Poſtbeamten müßten alle
14 Tage einen ganzen freien Sonntag haben. Die
Poſt=
agenten haben heutzutage die Stelle eines Beamten voll
auszufüllen. Es iſt daher nicht gerechtfertigt, ſie ſowohl
im Range wie in der Beſoldung als Halbbeamte zu
be=
trachten und die Poſtverwaltung wird ſich dem Wunſche
der Poſtagenten auf Aufbeſſerung der Vergütungen nicht
verſchließen können. zumal im Hinblick auf die zunehmende
Preisſteigerung der Mieten und Lebensmittel. Weiter
wünſchen wir für die Poſtagenten einen jährlichen
Ur=
laub. Die Briefbeförderung auf dem platten Lande läßt
viel zu wünſchen übrig. Für den Telephonverkehr
wün=
ſchen wir die Schaffung von Nahzonen. Es wäre
durch=
aus möglich, Telephongeſpräche in einer Entfernung von
20 Kilometern für 10 Pfennig zuzulaſſen. Ich bitte den
Staatsſekretär, dieſe Frage in Erwägung zu ziehen.
Staatsſekretär der Reichspoſt= und Telegraphen=
Ver=
waltung Krätke: Die Herſtellung von billigen
Nah=
zonen für den Telephonverkehr war in dem
Telephonent=
wurf vorgeſehen; dieſer iſt ja in der Kommiſſion
begra=
ben worden. Es zeigt ſich allmählich die Notwendigkeit,
den Entwurf wieder einzubringen. Naturgemäß wird in
dieſem Entwurf gefordert werden, daß derjenige, der das
Telephon der Stadt gebraucht, auch etwas mehr bezahlt.
(Sehr richtig!) In Berlin und Hamburg iſt die
Steige=
rung des Telephonverkehrs erheblicher als in New=York.
(Hört! hört!) Für die Poſtagenten die ihr Amt als
Nebenamt verſehen, geſchieht heutzutage mehr als es
früher der Fall war. Dazu kommt, daß der Agent ſich
von Familienmitgliedern im Dienſt ablöſen laſſen kann.
Die Urlaubsfrage wird wohlwollend geprüft werden.
Bei Aenderungen der Beſtellungen ſiber Land ſind die
Intereſſenten zu hören. Bezüglich der
Sonntags=
ruhe der mittleren und unteren Beamten iſt vieles
chon beſſer geworden. Die Beſſerung im Avancement der
höheren Beamten laſſen wir uns angelegen ſein=
Die Reſolution, den Aſſiſtenten, die das Höchſtgehalt
be=
ziehen und vor 1900 eingetreten ſind, eine Zulage zu
ge=
währen, wäre eine Ungerechtigkeit den ſpäter
eingetrete=
nen Aſſiſtenten gegenüber. Die Diätatzeit für Unterbeamte
wird ſtändia abgekürzt. Die Angeiffe auf den erſten
Ge=
neralpoſtmeiſter muß ich zurückweiſen. Herr v. Stephan
hat in ſozialer Hinſicht ſehr viel getan und als Schöpfer
des Weltvoſtvereins den Poſtbeamtenſtand gehoben. (Bravo.)
Die Unterbeamten waren früher ſchlechter geſtellt im
Be=
förderungsweſen als die anderen Beamten. Die Schaffung
der gehobenen Unterbeamten iſt ein glücklicher Schritt. Die
weitere Entwickelung muß abgewartet werden. Für den
1914 ſtattfindenden Poſtkonareß haben wir mehrere
An=
regungen geplant. So wollen wir die Ungleichheiten im
Tarif verſchiedener Länder beſeitigen. Dieſe ſind das
Haupthemmnis für einen Einheitstarif. Eine
Ermäßig=
ung für nicht frankierte Briefe iſt in Ausſicht genommen.
Dafür ſollte man der Verwaltung dankbar ſein. (Bravo,
rechts.) Die von dem polniſchen Redner vorgebrachten
Beſchwerden beruhen lediglich auf Verſehen der
Poſt=
beamten; daran darf nicht gezweifelt werden. Schikanöſe
Behandlunchliegt uns völlig fern.
Aba. Bubrich=Oberbarnim (Fortſchr. Volkspt.);
Die Beſchtüſſe der Budgetkommiſſion auf Zulage umfaſſen
nicht alle Beamtenklaſſen. Sie wollen in Form von
Zu=
lagen demjenigen was geben, was den anderen in Form
von Gehältern bezahlt wird. Es kommt in Betracht nur
das älteſte Drittel der Beamtenſchaft, alſo jene, die
rela=
tiv wie abſolut ſeinerzeit am ſchlechteſten weggekommen
etwa hundert Metqn Beamten ſollen leer ausgehen. Der
den, da ſich deutlig; Zurückhaltung genug geübt und dürfte
Strecke befinden. peitere Konzeſſionen zu machen. Mit
alarmiert worden.Reichstags in dieſer Frage iſt nicht zu
noch nicht feſtgeſtel’ ſollte der Bundesrat keine unnötigen
Heddernheithren. Eine Verfaſſungsbeſtimmung, die
Niederlande gehindert, die Ausgaben im Etat zzu
än=
mobil in der Hal. Die ſeit dem 1. April 1905 in gehobene
Prinz ließ ſofore Unterbeamten müſſen bezüglich ihrer
Ge=
anlaßte die Uebf den vor dieſem Zeitpunkt beförderten
nach dem Städr Unterbeamtenklaſſe gleichgeſtellt werden
rifft den Wagen wir, daß die Beamten der
Poſtaſſiſtenten=
mem Torwes 1 Poſtſchaffnerklaſſe für 1903 gewährten
pen=
ſt * Ludwigsßulagen bei Verſetzungen aus einer Stelle
mtgleiſtenn eine Stelle ohne Zulage den
anrechnungs=
fägshafen dieiltern hinzugerechnet werden. Die im Etat
ve Zuges D) Erhöhungen der Vergütungen für
Poſt=
age bisher rügen nicht. Wir bitten, daß im nächſten Jahr
hienand, deſedeutendere Aufbeſſerung eintritt. Eine
Ver=
meite mit zer Stellenzulagen für die Beamten, beſonders
füretzen. bberſelretäre und Poſtmeiſter, iſt dringend zu
wü‟ Stra Dem Proteſt des Staatsſekretärs gegen die
Auen eiungen des Abgeordneten Wendel, der den
Poſt=
beatelmikunterſtellt, ſie liebäugelten mit dem
Streikgedan=
ken,i Kokeße ich mich an. (Bravo.) Die Beamtenſchaft
hältebeſſe Ausführungen des Abgeordneten Wendel für
eineKiekleidigung oder aber für einen verſpäteten
Faſt=
nachuncherz. Das Pflichtbewußtſein der Beamten iſt ein
Grar k, auf dem Herr Wendel ſich die Zähne ausbeißt.
(Sehrl gut und Beifall links.) — Abg. De. Trendel
(Ztr.): Die Poſtverwaltung ſollte entgegen dem bisherigen
Brauch zulaſſen, daß Sendungen z. B. mehrerer Zeitungen
unter einer Adreſſe befördert werden. — Abg. Dr. Schatz
(Elſ.): Die Poſtunterbeamten empfinden es ſchmerzlich, daß
ie ſchlechter geſtellt ſind, als die gleichen Kategorien der
Eiſenbahnbeandten. Die Perſonalakten ſind ein
Krebs=
ſchaden am Beamtenkörper und ſollten beſeitigt werden.
Die Weiterberatung wird ſodann auf
Mon=
tag 1 Uhr vertagt. — Schluß 5 Uhr.
Der Balkankrieg.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Sofia, 14. Febr. Die Beſchießung
Adria=
nopels dauert fort; in einigen Stadtteilen ſind
Feuers=
brünſte ausgebrochen. Ein türkiſches Detachement iſt mit
den Waffen ins bulgariſche Lager deſertiert. Auf den
anderen Kriegsſchauplätzen iſt der geſtrige Tag ruhig
ver=
laufen. Ueber die Landung der Türken bei
Tſcharkoej werden folgende Einzelheiten gemeldet:
Während die Schlacht bei Bulair im Gange war,
unter=
nahmen die Tücken zwei Kilometer von Tſcharkoej eine
Landung. Am 8. Februar brachten 40 Transportſchiffe
und zahlreiche Segelſchiffe ein Landungskorps unter dem
Schutze von ſieben oder acht Panzerſchiffe dorthin. Die
Transportſchiffe legten ſich in drei Kolonnen hinter die
Kriegsſchiffe, welche aus Brückenböcken und Pontons
Landungsſtege herſtellten. Sodann begann die
Ausſchiff=
ung der türkiſchen Truppen. Die Bulgaren, welche
Tſchar=
koej beſetzt hielten eröffneten auf die Türken das Feuer.
Die türkiſchen Kriegsſchiffe feuerten unausgeſetzt auf die
Bulgaren, jedoch ohne Erfolg. Die Ausſchiffung
wurde am 9. Februar fortgeſetzt. Es wurden acht
Batail=
lone gelandet; 15000 bis 20000 Mann blieben auf den
Transportſchiffen. Die Türken nahmen eine Stellung
nordweſtlich von Tſcharkoej bis Geibanderen ein. Am
Nachmittag ſchloſſen die bulgariſchen Truppen in drei
Kolonnen die Flanken des Feindes ein und zwangen ihn
durch einen Bajonettangriff, zum Meer zurückzugehen.
Während der Schlacht verſuchten die türkiſchen
Trans=
portſchiffe zweimal ſich der Küſte zu nähern, doch wurden
ſie von der bulgariſchen Artillerie gezwungen, wieder
zurückzugehen. Die Verluſte der Türken ſind beträchtlich.
Auf dem Schlachtfelde wurden 1000 Tote aufgefunden.
Die Türken ließen eine 20 Meter lange Schiffstreppe und
neun Aluminiumpontons im Stich. Tückiſche Gefangene
vom 96. Infanterie Regiment erklären, das
Landungs=
korps ſei in Konſtantinopel bei der Selimie=Kaſerne an
Bord gegangen und habe Ismid und Panderma paſſiert.
Viele Soldaten ſeien vor der Einſchiffung deſertiert.
* Cetinje, 14. Febr. (Amtlich.) Geſtern und
vor=
geſtern beſchoß die montenegriniſche Artillerie
die Feſtung Skutaritepe und die in der Ebene von
Skutari aufgeſtellten türkiſchen Batterien. Die türkiſche
Artillerie erwiderte das Feuer ſchwach. Auf der ganzen
Linie fanden unbedeutende Scharmützel ſtatt. Die
tür=
kiſchen Verluſte in der Schlacht von Bardanjelt ſind
ſo groß, weil die Tücken, als ſie die erſten Stellungen bei
Bardanjelt verloren hatten, dreimal Gegenangriffe
mach=
ten, um ſie wieder zu gewinnen.
Weitere Verhandlungen.
* Paris 15. Febr. Das Echo de Paris will
wiſſen, Hakki Paſcha ſei beauftragt, in London
fol=
gende Löſung vorzuſchlagen: Die Pforte würde den
Balkanverbündeten alles türkiſche Gebiet bis zur Linie
Midia=Enos abtreten, Adrianopel würde jedoch eine
un=
abhängige muſelmaniſche Gemeinde bleiben. Dieſer
Vor=
chlag erſcheint zwar nicht ſehr praktiſch, gleichwohl aber
würden mehrere Großmächte eine ſolche Löſung einer
Verlängerung der Feindfeligkeiten vorziehen.
* London 14. Febr. In der heutigen
Konfe=
renz der Botſchafter wurde die Begrenzung des
zukünftigen Albaniens beſprochen. Die Botſchafter ſeien
jetzt in dem Beſitz des öſterreichiſch=ungariſchen und des
ruſſiſchen Vorſchlags hinſichtlich der Grenzen des in
Aus=
ſicht genommenen autonomen Staates.
Kreta in Griechenland einverleibt.
* Athen, 15. Febr. Wie aus Kanea gemeldet wird,
begab ſich der Kommandant des engliſchen
Kriegsſchiffes „Yacmouth” bevor er die Suda=
Bai verließ, mit einer Kompagnie Seeſoldaten an Land,
ließ die Flaggen der Großmächte und die
tür=
kiſche Flagge unter militäriſchen Ehrenbezeigungen
einziehen und die Flaggen nach den betreffenden
Kon=
ulaten, die türkiſche Flagge nach dem deutſchen Konſulat
bringen. Unmittelbar danach wurde an Stelle der
tür=
kiſchen Flagge die griechiſche gehißt. Der
General=
gouverneur von Kreta und eine zahlreiche Menge begaben
ich nach der Suda=Bai. Die Begeiſterung der Kreter iſt
unbeſchreiblich.
Die albaniſche Grenzfrage.
* London, 15. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
aus diplomatiſchen Kreiſen erfährt, zeitigten die
Be=
ſprechungen der Botſchafter hinſichtlich der
aus=
einandergeheden Anſichten, die Oeſterreich=Ungarn und
Rußland über die Grenzen Albaniens hegen, keine
Foxtſchritte. Außerhalb der beiden genannten Mächte
ſind jedoch andere mächtige Einflüſſe am Werk und es
be=
ſteht die Hoffnung, daß es gelingen wird, einen Weg zu
finden, der für Wien und Petersburg annehmbar iſt.
Des=
halb glaubt man auch, daß für die Lage, die jetzt als
ſchwie=
rig und ernſt bezeichnet wird, eine friedliche Löſung
ſchließ=
lich gefunden wird. Für den Augenblick jedoch bleibt die
Frage in der Schwebe. Im Gegenſatz zu den Meldungen,
die in London eingetroffen ſind, wird erklärt, daß die
Haltung Oeſterreich=Ungarns ſich nicht
ge=
ändert habe. Seine Anſichten hinſichtlich der Grenzen
Al=
baniens ſind noch dieſelben. Der Standpunkt Oeſterreich=
Ungarns iſt lediglich der, daß Albanien Grenzen erhalten
müſſe, die es in den Stand ſetzen, als autonomer
Staat zu exiſtieren, und daß dies unmöglich ſei, falls
ſeine wichtigſten Glieder von ihm abgetrennt werden.
Rußland und Oeſterreich.
* Wien 15. Febr. In einem von beſonderer Seite
herrührenden Artikel über die Handſchreiben des
Kaiſers Franz Joſef und des Zaren ſagt das
Neue Wiener Tageblatt: Alle hohen politiſchen Kreiſe
ſind einig in der Anſchauung, daß der ausſchließliche Zweck
des Kaiſerlichen Handſchreibens darin beſtand, die alten
freundſchaftlichen Beziehungen Oeſterreich=Ungarns und
Rußlands auch in der neuen Phaſe der auswärtigen
Po=
litik zu dokumentieren, ſie feſtzulegen, ſie angeſichts der
großen Miſſion, welche dieſen beiden Staaten bei der
weiteren Ausgeſtaltung der Neuorientierung der
inter=
nationalen Situation zukommt. Die Haupttendenz war
die Erhaltung des europäiſchen Friedens im allgemeinen.
der ja der Leitſtern des Monarchen und ſeiner unerreichten
Staatskunſt iſt. So muß das Handſchreiben einzig und
allein dahin gewertet werden daß es bei der notwendigen
Erledigung und Austragung der ſchwebenden Fragen,
welche die Ereigniſſe der letzten Monate akuter und
viel=
fach ſchwieriger geſtaltet haben, als vorhandenes
Doku=
ment im Sinne des Friedens eine kraftvolle Wirkung
aus=
üben wird. Die Kooperation der Großmächte bei
Schlich=
tung der Streitigkeiten erſcheint verbürgt, wenn die hohe
Miſſion des Prinzen Hohenlohe Erfolg hatte.
Diesbezüg=
lich kann nur geſaat werden, daß man an maßgebenden
Stellen zufrieden iſt mit dem Verlauf der Miſſion und
die Hoffnung ſtark betont wird, die energiſche
Dokumen=
tierung der friedlichen Geſinnung werde weiterwirken.
Die aufrichtigen Freundſchaftsverſicherungen, welche in
dieſem Handſchreiben, in dieſem hiſtoriſchen Dokument
niedergelegt ſind, werden bei der Austragung der
ſchwe=
benden Differenzen und aktuellen Fragen eine entſcheidende
Kraft haben; das gemeinſame Vorgehen Oeſterreich=
Un=
garns und Rußlands erſcheint verbürgt durch dieſe der
Form und internationaler und höfiſcher Uebung nach
tarke Friedensdokument von ſeiten des Kaiſers von
Oeſterreich und des Zaren. Eine wichtige Erleichterung
bei der Erledigung der ſchwebenden Fragen ſcheint
ge=
geben.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 15. Febr. (Wiener Korr.=
Bureau.) Wie verlautet, hat die Regierung neuerdings
Verhandlungen mit hieſigen Banken
we=
gen eines beträchtlichen Vorſchuſſes angeknüpft. Man
hofft, daß die Verhandlungen zum Ziele führen.
Ande=
rerſeits verlautet, daß die Dette Republique geneigt iſt,
unter gewiſſen Bedingungen einen Vorſchuß von
500000 Pfund zu gewähren.
* Konſtantinopel, 15. Febr. Ein amtlicher
Kriegsbericht beſagt: Der geſtrige Tag vor Adrianopel
verlief ruhig. Vor Gallipoli, bei Bulair und an der
Tſchataldſchalinie iſt keine Aenderung eingetreten. Der
Feind iſt damit beſchäftigt, die Höhen im Weſten von
Kard=
chakoej und an Akalan zu befeſtigen. Sonſt hat ſich nichts
beſonderes ereignet.
* Sofia, 15. Febr. Die Regierung hat dem Erſuchen
der fremden Konſuln in Adrianopel für die
Sicherheit der in der Stadt befindlichen Ausländer Sorge
zu tragen, im Prinzip zugeſtimmt. Sie ſucht jetzt im
Ein=
verſtändnis mit dem Generalſtab Maßnahmen, welche
die=
ſem Zweck genügen würden, ohne die Operationen der
Be=
lagerungsarmee zu beeinträchtigen.
* Konſtantinopel, 16. Febr. Das Preſſebureau
teilt mit: Am 14. Februar griffen die Montenegriner
mit 16000 Mann und zahlreichen Kanonen die türkiſche
Stellung auf dem Taraboſch und bei Berlitza an. Die
Tür=
ken leiſteteen energiſchen Widerſtand. Die Montenegriner
nußten ſich unter Zurücklaſſung von ſechs Kanonen und
3000 Verwundeten zurückziehen.
* Konſtantinopel, 16. Febr. (Amtlich.) Die
Vortruppen der Türken bei Tſchataldſcha haben die
feind=
ichen Linien angegriffen. Die Bulgaren hatten die
Höhen nordöſtlich von Akalan ſtack mit Artillerie beſetzt,
um den Vormarſch der türkiſchen Truppen zu verhindern.
Die am linken Flügel gegen Sürgünköj vorgehende
tür=
kiſche Kolonne hat dem Feind geſtern früh auf Harabdſchi
und Tſchiftil zurückgetrieben. Auf dem rechten
Flügel hatten die türkiſchen Truppen das Dorf Ormanki
beſetzt und befeſtigt.
* Konſtantinopel, 16. Febr. Zu den bulgariſchen
Vorſchlägen, den Fremden in Adrianopel den Abzug nach
Karagatſch, innerhalb der bulgariſchen Linien, zu geſtatten,
wird in hieſigen unterrichteten Kreiſen erklärt, daß die
Pforte aus militäriſchen Gründen ſich nicht damit
einverſtanden erklären könne, daß die Fremden zu
den Bulgaren gebracht würden; ſie würde es lieber ſehen,
wenn ſich die Fremden nach Konſtantinopel begeben. Auf
jeden Fall ſollten ſie auf türkiſchem Gebiet bleiben. In
diplomatiſchen Kreiſen anerkenne man die Billigkeit des
türkiſchen Standpunktes.
* Sofia 16. Febr. Die Agence Bulgare meldet:
Der türkiſche Panzerkreuzer „Aſſar=i=Twefik,, unter
deſſen Schutz der Verſuch einer Landung türkiſcher
Trup=
pen bei Podima an de Küſte des Schwarzen Meeres
ge=
macht wurde, ſtieß vorgeſtern auf eine von den Bulgaren
gelegte Mine, erlitt ernſthafte Havarien und ſcheiterte.
Die Minenlegerabteilung und die Küſtenbatterie zerſtörten
das Kriegsſchiff vollſtändig und brachte es zum Sinken.
Ein türkiſches Transportſchiff, das ſich an der Landung bei
Scharkoej beteiligt hatte, iſt ſamt der Bemannung von der
bulgariſchen Artillerie, zwei Kilometer ſüdlich dieſer
Ort=
ſchaft in Grund gebohrt worden.
* Berlin 16. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Auf dem
Kriegsſchauplatz in Thrazien brachte die abgelaufene Woche
keine Entſcheidung. Auch aus den neuerlichen
Mitteilun=
gen türkiſcher Würdenträger war für die Mächte keine
Handhabe zu entnehmen, die es ermöglichte, mit Ausſicht
auf Erfolg bei den kriegführenden Regierungen die
Nie=
derlegung der Waffen zu befürworten. Die Mächte
blei=
ben aber bereit, jeden geeigneten Anlaß zu vermittelnden
Schritten zu ergreifen. Auch in den Schwierigkeiten, die
wegen der Wünſche Rumäniens an Bulgarien, noch
be=
tehen, haben die Mächte in freundſchaftlichen Ratſchlägen
ihr Intereſſe an einem günſtigen Ausgang der in Sofia
neu begonnenen Unterhandlungen bereits kundgegeben
und ſie ſetzen ihre ernſtlichen Bemühungen fort, um einem
ergebnisloſen Abbruch dieſer Beſprechungen vorzubeu=
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 14. Februar:
„Taifun‟.
W-l. Nach längerer Pauſe ging heute Lengyels
hoch=
intereſſante und ſpannende Japaner=Tragödie
„Taifun” wieder in Szene; denn eine Tragödie
kann man das Stück mit vollem Recht nennen,
da die Hauptfigur in ihm, Tokeramo, eine
wirk=
liche tragiſche Figur iſt, der in dem Konflikt
zwi=
ſchen Pflicht und Liebe zugrunde geht. Ihr ließ Herr
Weſtermann wieder eine charakteriſtiſche, bis in alle
Einzelheiten fein ausgearbeitete und mit jedem Akt ſich
ſteigernde ergreifende Darſtellung zuteil werden. In dem
Japaner=Enſemble waren auch ſonſt keine weſentlichen
Aenderungen eingetreten. Die Hauptrollen wurden
wie=
der von den Herren Heinz, Wagner und Schneider
mit ſcharf ausgeprägter und einheitlicher Charakteriſtik
geſpielt, die auch für das ganze Enſemble bezeichnend iſt
Die wichtigſte Neubeſetzung war die der Helene durch
Fräulein Pils, die in dieſer Rolle einen Beweis ihrer
hervorragenden ſchauſpieleriſchen Begabuna und ihres
be=
deutenden Könnens ablegte. In der Darſtellung der Rolle
der „europäiſchen Geiſha” verriet ſie echten künſtleriſchen
Impuls und ein leidenſchaftliches Temperament, dank
welchen ſie der Rolle ein erhöhtes Intereſſe verlieh und
der Szene zwiſchen ihr und ihrem unglücklichen Geliebten
zu packender Wirkung verhalf. Die kleine Rolle der
The=
reſe ſpielte Fräulein Gothe mit Natürlichkeit und
Wärme. Der eitle Profeſſor Dupont hatte in Herrn
Jor=
dan und der nervöſe und zerfahrene Schriftſteller Renard
in Herrn Baumeiſter einen berufenen Vertreter
ge=
funden. Als Gerichtspräſident waltete Herr
Riech=
mann mit Würde ſeines Amtes: die Rollen des
Staats=
anwalts und des Verteidigers waren durch die Herren
Hacker und Semler gut vertreten.
Die Inſzenierung des Stückes war die bekannte ſtil=
und ſtimmungsvolle, deren echtes japaniſches Milieu ſchon
bei der erſten Aufführung bewundert worden iſt.
Sonntag, 16. Februar:
Der fliegende Holländer.
W-l Die heutige Aufführung von Richard Wagners
Oper „Der fliegende Holländer” die vor ausverkauftem
Hauſe ſtattfand, trug einen feſtlichen Charakter und war
eine Art Muſtervorſtellung. Dazu ſtempelte ſie nicht nur
die Neuinſzenierung, ſondern vor allem die großartigen
geſanglichen Leiſtungen des Trios Soomer, Geyersbach,
Stephani. Herr Walter Soomer vom Königlichen
Theater in Dresden der als Gaſt die Titelpartie ſang,
ſoll der ſtimmgewaltigſte Bariton der Gegenwart ſein.
Iſt ſeine Tonbildung auch nicht gleichmäßig und — man
kann es nicht verſchweigen — nicht immer ſchön, ſo übt
er doch durch ſein gewaltiges Oraan und die dämoniſche
Macht ſeines Vortrages eine ſo überwältigende Wirkung
auf die Hörer aus, daß der Eindruck, den man von ſeinem
Holländer empfängt, wohl allen unvergeßlich bleiben
wird, denn von ſeinem Organ und ſeinem Geſang geht
ſo etwas wie die Wirkung einer elementaren Macht aus.
Bei dem mit wundervoller Steigerung geſungenen
Mo=
nolog und dem Höhepunkt des grandioſen Duetts „
All=
ewiger, durch dieſe ſei’s” empfand man den Schauer der
Begeiſterung”, und die Verzweiflung und die Sehnſucht
nach Erlöſung fanden einen faſt übermenſchlichen
Aus=
druck. Daß Frl. Geyersbach dieſer Rieſenſtimme
Stand hielt, iſt allein ſchon ein großes Lob für ſie, daß
ſie aber mit dieſer ſtimmlichen Ausdrucksfähigkeit und
Ausdauer eine ſo wunderſchöne tonliche Behandlung der
Senta=Partie und künſtleriſch vollendete Art des
Vor=
trags vereinigte, verhalf der Aufführung im allgemeinen
und dem Duett im beſonderen zu ihrem Erfolge.
Pracht=
voll ſang auch Herr Stephani den Daland; er iſt
übrigens Herr Stephanis beſte Partie, und wir können
ins kaum denken, daß ſie ſchöner geſungen werden kann.
Für die undankbare Partie des Erik ſetzte Herr Becker
vielen ſtimmlichen Aufwand und ſein beſtes Können ein.
Die Inſzenierung und die Regie hatten das Ihrige
getan, um der Aufführung ein außergewöhnliches
Ge=
präge zu verleihen. Die düſtere Stene des erſten Aktes
mit den hohen grauen Felſenriffen und dem
vorüber=
ziebenden Gewölke paßte ſich der Stimmung prachtvoll an,
auch die Einfahrt des Geſpenſterſchiffes war ſehr
wir=
kungsvoll inſzeniert; überraſchend natürlich war das Echo
der Felſen. Das Zimmer in Dalands Hauſe trug den
gewohnten intimen Charakter. Die Mädchen waren
ein=
heitlich koſtümiert und wirkungsvoller gruppiert als
frü=
her. Geſchickte Beleuchtungseffekte erhöhten den
an=
heimelnden Eindruck des Interieurs. Die dritte Szene
zeigte das offene Meer mit dem Holländerſchiff zur
Rech=
ten, das zum Teil durch Felsblöcke verdeckt wird, während
das norwegiſche Schiff ſo weit zurückliegt, daß die Bühne
rei bleibt. Der Effekt der Gruppierungen wird durch
an=
ſteigenden Treppen erhöht. Die Mannſchaft des
Hollän=
ders bleibt unſichtbar. man hört nur fern ſchaurigen
Geſang. In der Schlußſzene iſt die Neuinſzenierung von
der Vorſchrift Richard Wagners abgewichen. Die „
ver=
klärten Geſtalten” Sentas und des Holländers erſchienen
nicht ſtatt deſſen erblickt man den aufgehenden
Sonnen=
ball, der aber als eine alltägliche Erſcheinung, kein
Sym=
bol der Erlöſung des Holländers darſtellen kann. Das
Sinken des Holländerſchiffes glückte nicht ſo, wie man es
ſich wohl gedacht hatte, bei einer Wiederholung dürfte
man darauf bedacht ſein, daß es einen natürlicheren
Ein=
druck macht. Im Vergleich zu dem vielen Schönen und
Gelungenen, das die Neuinſzenierung bot, iſt dies aber
eine Kleinigkeit.
Die Regie, für die Herr Lert verantwortlich
zeich=
nete, hatte vieles verbeſſert, beſonders angenehm fiel die
Belebung der Chöre auf, die ſich übrigens auch ſonſt recht
wacker hielten. Die ganze Aufführung legte Zeugnis
von einer ſehr ſorgfältigen und liebevollen Einſtudierung
ab.
Herr Hofkapellmeiſter de Haan leitete die Aufs
führung mit ganzer künſtleriſcher Hingabe und Energie
und hatte den Erfolg für ſich. Die Geſtaltuna des
Büh=
nenbildes rührte von dem unermüdlich ſchaffenden,
ver=
dienſtvollen Herrn Kurt Kempin und Herrn
Schwerdtfeger her. Die Aufführung fand begeiſterte
Aufnahme. Nach dem zweiten Akte mußte der Vorhang
8—9 und zum Schluſſe 12mal wieder aufgehen.
Der Großherzog und die Großherzogin, der Herzog=
Regent von Braunſchweig und Cemahlin und Prinz und
Prinzeſſin von Stolbera=Wernigerode wohnten mit
Ge=
folge der Aufführung, die erſt kurz vor ½12 Uhr ſtatt um
½11 Uhr endete, in der großen Hofloge bei,
gen. Die Bedenklichkeit der mit der Abgrenzung
Al=
baniens verknüpften Fragen ſcheint in einem Teil der
europäiſchen Preſſe überſchätzt zu werden. Gewiß iſt über
manche Punkte die erforderliche Einigung Europas noch
nicht herbeigeführt worden, es wird aber, nicht ohne
Aus=
ſicht auf das Gelingen, an einem Ausgleich der Intereſſen
gearbeitet. Wir gedenken in dieſem Zuſammenhang der
Entſendung des Prinzen Hohenlohe nach Peterchsurg.
Der gefliſſentlich verbreiteten Anſicht, daß dieſe
Entſen=
dung ihren Zweck verfehlt habe, können wir nicht
zuſtim=
men. Wir glauben vielmehr, daß die politiſche Fühlung
nahme zwiſchen dem Kaiſer Franz Joſef und dem Zaren
auf die Löſung der Einzelheiten der Balkanfragen
erleich=
ternd nachwirken wird.
Die Revolution in Mexiko.
* Mexiko, 14. Febr. Der 5. Tag ging unter
wüten=
den Kämpfen in der Hauptſtadt zu Ende, ohne
daß bei einbrechender Nacht eine oder die andere Seite
einen Vorteil errungen hätte. Die Granaten fegten durch
die Hauptſtraßen und ſchlugen ſowohl in die Privat= als
auch in die Geſchäftshäuſer und öffentlichen Gebäude ein,
für die ſie beſtimmt waren. Die Kugeln aus den
Ma=
ſchinengewehren ſchlugen in alle Winkel der Stadt ein.
Die Gebäude der kubaniſchen und belgiſchen
Geſandtſchaf=
ten ſind ſo zerſtört, daß die Bewohner nach anderen Orten
flüchteten. Das franzöſiſche Konſulat mußte ſeine
Ge=
ſchäftsräume nach der Geſandtſchaft verlegen. Die
Regie=
rung und die Aufſtändiſchen beſtehen darauf, den
Kamp=
bis zum Aeußerſten fortzuſetzen. Infolgedeſſen hat der
ku=
baniſche Geſandte die Regierung um die Ermächtigung,
Sonderzüge zu mieten, welche die Kubaner nach Veracrug
bringen ſollen, von wo aus ſie zu Schiff weiterfahren könns
ten. Die anderen Geſandten wollen ihrem Beiſpiel foll
gen. Geſtern abend rückte in der letzten Stunde der Kämpfe
eine Abteilung Bundestruppen gegen das Zeughaus vor,
wurde aber mit empfindlichen Verluſten zurückgewieſen.
* Mexiko, 14. Febr. Bald nach 8 Uhr morgens
wurden noch fünf Häuſerblocks in der Nähe des Paläſtes
durch das Artilleriefeuer der Aufſtändiſchen zerſtört. Einige
Bewohner ſind getötet worden. Madero ſtellte Diaz
aber=
mals ein Ultimatum, Diaz antwortete mit einem
Granat=
hagel.
* New=York, 14. Febr. Wie aus Mexiko
ge=
meldet wird, legt das Geniekorps Dynamit unter die
Häuſer zwiſchen dem Nationalpalaſt und dem
Ar=
ſenal, um durch Sprengung von vier Straßengevierten
freier und wirkſamer auf das Arſenal feuern zu können.
Diaz verſtärkte das Feuer auf den Nationalpalaſt, nachdem
die Nichtkämpfer gewarnt worden waren. Das
Geſchütz=
feuer dauert ununterbrochen an. Wie weiter aus Mexiko
gemeldet wird, wurde der amerikaniſche Botſchafter
zwei=
mal von ſeiten Maderos erſucht, das Botſchaftsgebäude zu
räumen, da die Regierungstruppen dört Geſchütze
auf=
ſtellen wollten. Der Botſchafter lehnte das Anſuchen ab.
Maderos Privathaus ſtand heute nachmittag in Flammen.
* Mexiko, 15. Febr. Der vorausſichtliche
Nach=
folger Maderos Senator de la Barra, verließ die
engliſche Geſandtſchaft, in der er Zuflucht geſucht hatte.
General Huerta befahl den Bundestruppen geſtern
abend um 6 Uhr, das Feuer einzuſtellen. Der geſtern
durch das Bombardement angerichtete Schaden iſt nicht
ſo groß wie derjenige an den vorhergehenden Tagen. Da
die hochgeſtellten Mexikaner wiſſen, daß die Fortſetzung
der Feindſeligkeiten leicht zu einer Intervention des
Auslandes führen könnte, ſo wenden ſie alle Mühe an,
um zu einer Löſung des Konflikts zu gelangen, de la
Barra begab ſich geſtern abend in Begleitung des
ſpani=
ſchen Geſandten zum Arſenal und zum Palaſt. Ueber die
Natur ſeiner Unterredungen mit Madero und Diaz
be=
wahrte er Stillſchweigen, jedoch drückte er die lebhafte
Hoffnung aus daß die Feindſeligkeiten beendet werden.
* New=York 15. Febr. Nach einer Meldung des
Sun aus Mexiko nahmen die Bundestruppen um
Mitternacht den Angriff auf die Truppen Diaz’ wieder
auf. Madero weigere ſich, zu demiſſionieren, wenn ihn
nicht der Senat dazu erſuchen werde.
* Mexiko, 15. Febr. Dela Barra begab ſich
heute morgen in Begleitung des Befehlshabers der
Bun=
destruppen, des Brigadegenerals F. Angeles, zu
Ma=
dero und erhielt nach einer Beſprechung mit ihm die
Er=
laubnis, mit Diaz über einen Waffenſtillſtand
und über die Ernennung einer Kommiſſion aus
Mitglie=
dern beider Parteien zu konferieren, die die Regelung der
Lage erwägen ſoll. Darauf begab ſich dieſer zu den
Stel=
lungen der Inſurgenten und drang in Diaz, er möge im
Hinblick auf die drohende Einmiſchung des Auslandes
auf einen Waffenſtillſtand eingehen. Diaz erklärte ſich
hierzu bereit, aber zur Verhandlung über den
Friedens=
ſchluß nur dann, wenn vorher Madero und Vizepräſident
Suarez, ſowie das ganze Kabinett abgedankt hätten.
De la Barra behauptete, von einer
Abdankungs=
abſicht Maderos nichts zu wiſſen. Er gab
allerdings zu, er hätte Madero die Frage der Abdankung
vorgelegt. Das Reſultat dieſer Konferenz wurde darauf
Madero mitgeteilt.
Die Geſchütze der Inſurgenten feuern krampfhaft. Die
Bundestruppen erwiderten das Feuer kräftig. Die
an=
dauernde Kanonade wird dahin ausgelegt, daß Madero
beſchloſſen hat, nicht abzudanken.
* Mexiko, 16. Febr. Als die Senatoren geſtern im
Senat erſchienen, um Madero zur Abdankung
aufzu=
fordern, war dieſer nicht anweſend. Er befand ſich in
der Feuerlinie. Wie erklärt wird, blieb Madero
abſicht=
lich der Sitzung des Senats fern. Er erklärte dem
ſpani=
ſchen Geſandten, er wolle lieber ſterben, als abdanken.
Ein Mitglied des Senats hielt eine Anſprache an das
Volk, in der es erklärte Madero ſei geſchlagen und eine
Einmiſchung der Vereinigten Staaten wegen des Schutzes
der Fremden ſtehe bevor. Eine andere Abordnung des
Senats begab ſich zu Diaz und ſuchte ihn zu einem
Waffen=
ſtillſtandes zu beſtimmen. Diaz wiederholte ſeineForderung,
Madero ſolle zuvor abdanken. Der Senat beſteht
nun=
mehr darauf, einen Aufruf an das Volk zu erlaſſen, daß
eine Intervention durch die Vereinigten Staaten drohe,
wenn nicht die Ordnung ſchnellſtens wieder hergeſtelltz
werde. Madero richtete an den Prſſſidenten Taft das
Erſuchen, ſich in die merikaniſchen Verhältniſſe nicht
ein=
zumiſchen, bis der Aufſtand unterdrückt ſei. Taft erz
widerte mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, für die
Sicherheit der Fremden zu ſorgen, falls eine
Interven=
tion vermieden werden ſolle.
* Mexiko, 16. Febr. Heute morgen um 2 Uhr iſt
ein Waffenſtillſtand auf 24 Stunden abgeſchloſſen
worden.
* Waſhington, 15. Febr. Das
Staats=
departement dementiert offiziell die Erklärung
eini=
ger Senatoren in Mexiko, daß die Vereinigten Staaten
eine Intervention beſchloſſen hätten. — Präſident Taft
und Staatsſekretär Knox ſtellen in Abrede, daß ſie die
Entſendung von Marinetruppen nach Mexiko angeordnet
hätten.
Rücktritt des Frhrn. von Jeniſch
* Berlin, 15. Febr. Der bisherige preußiſche
Ge=
ſandte in Darmſtadt, Freiherr v. Jeniſch, der
bekannt=
lich im vorigen Monat für den Poſten des kaiſerlichen
Bot=
ſchafters in Rom beſtimmt war, erkrankte Ende Januar an
einem ſchweren Herzleiden, das ihn nunmehr
ver=
anlaßte, ſeinen Abſchied aus dem Reichs= und
Staatsdienſte zu erbitten. An ſeiner Stelle iſt
der bisherige Geſandte in Brüſſel, v. Flotow für den
Botſchafterpoſten in Rom auserſehen.
Wirklicher Legationsrat Dr. jur. Martin Freiherr von
Rücker=Jeniſch, der früher deutſcher General=Konſul
mit Geſandtenrang in Kairo war und am 1. Mai 1906 zum
preußiſchen Geſandten in Darmſtadt ernannt wurde, als
welcher er am 30. Mai 1906 zum erſten Male von Sr. Kgl.
Hoh. dem Großherzog empfangen wurde, iſt ein Vetter
des Reichskanzlers, deſſe: Mutter, Frau Luiſe von Bülow,
eine geborene Rücker aus Hamburg war, und mit dem
Für=
ſten Bülow auch noch dadurch verwandt, daß ſeine
Schweſter einen jüngeren Bruder des Kanzlers, den
Ritt=
meiſter a. D. Chriſtian von Bülow, geheiratet hat.
Frei=
herr von Rücker=Jeniſch wurde am 8. Juni 1861 in
Ham=
burg geboren, iſt alſo 51 Jahre alt. Sein eigentlicher
Familienname iſt Rücker, er erbte dann mit dem großen
Vermögen und den Beſitzungen der Hamburger
Patrizier=
familie Jeniſch auch deren Namen. Er ſtudierte in Bonn,
wo er dem Preußen=Korps angehörte und trat ſpäter in
den diplomatiſchen Dienſt, der ihn nacheinander auf eine
Reihe auswärtiger Poſten, ſo u. a. nach Süd=Amerika,
nach London, München, Brüſſel führte. Längere Zeit
arbeitete er als vortragender Rat im Auswärtigen Amte
in Berlin, bis er am 25. Februar 1903 als diplomatiſcher
Vertreter des Deutſchen Reichs in Kairo beglaubigt wurde.
Als Herr von Schoen nach St. Petersburg ging, nannte
man Herrn von Jeniſch als ſeinen Nachfolger in
Kopen=
hagen, das als Durchgangsſtation zu einer Botſchaft gilt,
doch mußte er, wie es heißt, auf dieſen Poſten ſeiner
leidenden Geſundheit wegen verzichten, die das nordiſche
Klima nicht vertragen hätte. Seit dem 10. Januar 1905
mit der Gräfin Thyra Grote vermählt, die eine Tochter
des 1898 verſtorbenen früheren hannoverſchen Geſandten
in Madrid und nachmaligen Kammerherrn des Herzogs
von Cumberland iſt, erhielt Dr. Rücker=Jeniſch kurze Zeit
darauf den preußiſchen Freiherrnſtand, deſſen Forterbung
an das Fideikommiß Klein=Flottbeck geknüpft iſt. Klein=
Flottbeck iſt der Geburtsort des Fürſten Bülow, der hier
alljährlich einige Wochen Urlaub als Gaſt ſeines Vetters
zuzubringen pflegt. — Frh. von Jeniſch iſt auch Rittmeiſter
der Reſerve des 1. Garde=Ulanen=Regiments.
Der künftige Botſchafter am italieniſchen Hofe, Hans
von Flotow, iſt am 10. September 1862 in Felſenhagen
geboren, iſt ſomit 50 Jahre alt. Er entſtammt einer
Fa=
milie des mecklenburgiſchen Uradels und iſt ein
Nach=
komme des berühmten Komponiſten der „Martha” Zu
Anfang der 90er Jahre betrat er die diplomatiſche
Lauf=
bahn, wurde 1892 Legationsſekretär in Waſhington, dann
in Dresden und im Haag, wo er 1898 Legationsrat wurde.
Im Jahre 1900 rückte er zum erſten Sekretär auf, um noch
im Juli desſelben Jahres der Geſandtſchaft am päpſtlichen
Stuhl zugewieſen zu werden. Dort verblieb er bis zum
Jahre 1904. In dieſem Jahre ging Herr von Flotow als
erſter Botſchaftsſekretär nach Paris, wo er des öfteren den
Botſchafter zu vertreten hatte und 1907 den Titel und
Rang eines außerordentlichen Geſandten und
bevollmäch=
tigten Miniſters erhielt. Von Paris wurde er 1908 nach
Berlin in das Auswärtige Amt berufen. Den Fürſten
Bülow begleitete er oft auf ſeinen Reiſen nach Norderney
und war auch in Begleitung des jetzigen Reichskanzlers
als dieſer ſich in Wien beim Kaiſer Franz Joſef in ſeiner
neuen Eigenſchaft vorſtellte. Anfang des Jahres 1910
wurde Herr von Flotow zum Geſandten in Brüſſel
er=
nannt. Heer von Flotow iſt mit der Gräfin Marie von
Keller, der Witwe des im ruſſiſch=japaniſchen Kriege
ge=
fallenen ruſſiſchen Generals von Keller und Tochter des
ruſſiſchen Fürſten Chachowsky, verheiratet.
Luftfahrt.
* Leipzig, 15. Febr. Heute vormittag iſt der
Flie=
ger, Obertelegraphenaſſiſtent Lenk, auf dem Flugplatz
Lindenthal aus einer Höhe von 800 Metern abgeſtürzt,
als er nach einem längeren Gleitflug landen wollte. Der
Flieger war ſofort tot. Der Apparat wurde vollſtän
dig zertrümmert.
Frankfurt a. M., 16. Febr. Auf dem Flugplatz
„Rebſtock”=Frankfurt a. M. flog geſtern nachmittag 5 Uhr
15 Minuten der Chefpilot der Gödickerwerke de Waal
mit dem neuen deutſchen Sommer=Pfeildecker” (
Frank=
furt a. M.) in Höhe von 80 Meter fünf Stunden be
einer Windſtärke von 6 bis 8 Metern vor offiziellen
Sportzeugen. Der pfeilförmige Anderthalbdecker zeigte
außerordentliche Stabilität, ſodaß der Flieger zeitweiſe
mit hochgehobenen Händen flog. Bei der Landung
be=
wies der Apparat eine gute Gleitfähigkeit.
Paris, 16. Febr. Die hieſige bulgariſche
Geſandtſchaft veröffentlicht folgende Mitte ilung
Die Konſuln Frankreichs, Englands und
Oeſter=
reichs, welche telegraphiſch um die Ermächtigung
erſucht hatten, mit ihren Staatsangehörigen
Adria=
nopel zu verlaſſen, werden heute durch
Ver=
mittlung eines bulgariſchen Parlamentärs von ſeiten
ihrer Geſandtſchaften in Sofia die Aufforderung erhalten,
eine Liſte ihrer Staatsangehörigen auszufolgen.
So=
bald dieſe Liſte vorliegt, wird ſich das bulgariſche
Haupt=
quartier mit dem Befehlshaber von Adrianopel betreffs
des Auszuges der in den Liſten Genannten verſtändigen.
Troyes, 16. Febr. Der deutſche Luftſchiffer Becker,
der bei nebligem Wetter über die franzöſiſche Grenze
ge=
trieben wurde und bei Saint Uſage niedergegangen
war, hat von den franzöſiſchen Behörden die Erlaubnis
erhalten, nach Bezahlung der Zollgebühren nach
Deutſch=
land zurückzukehren.
Zur Heeresvorlage.
Berlin, 15. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: „Nachdem der Kaiſer in Königsberg in
feierlicher Stunde auf die kommende Heeresvorlage
hingewieſen hat, ſind vom Reichskanzler bei dem
Feſtmahl des Deutſchen Landwirtſchaftsrats weitere
Mit=
teilungen über die große nationale Aufgabe dieſes Jahres
gemacht worden. Der Reichskanzler hob die
Einmütig=
keit der verantwortlichen Stellen in der Rüſtungsfrage
hervor und machte damit den Andeutungen und
Ver=
mutungen ein Ende, als gäbe es in dieſer Angelegenheit
Differenze n im Schoße der Regierung, Vermutungen,
die ſich noch kürzlich zu der Behauptuſng verdichtet haber
der Kriegsminiſter habe bei den neuen Forderungen vo
Reichskanzler angetrieben werden müſſſen. Es iſt dringer
zu wünſchen, daß derlei haltloſes Getrede nunmehr au
den Zeitungserörterungen verſchwindät.”
Literariſches.
„Die Parteien” das eigehartige, in Carl
Heymanns Verlag zu Berlin erſcheinende Unternehmen
zur Förderung der Parteienkunde, deſſen) erſtes Heft mitt
großem Intereſſe aufgenommen worden iſſt, hat nunmehre
das zweite Heft veröffentlicht. Es erfüllt alle Hoffnungem
die man auf den Fortgang des Unternehmens geſeitzt
hatte, in reichſtem Maße. Das Heft behandelt die
gee=
ſamte Periode des
Reichskagswahl=
kampfes, ſowie die Monate unmittelbar nach dem
Zu=
ſammentritt des neuen Reichstages, alſo eine politiſch
zun=
gemein inhaltsreiche Zeit.
Landwirtſchaftliches.
In
Pferde= und Fohlen=Auktion.
Darmſtadt findet am 25. Februar 1913, vormitſtags
10 Uhr, auf dem Pferdemarktplatz eine Auktnon
von 80 Pferden und Fohlen ſtatt, welche heſſiſſchen
Landwirten gehören. Die Auktion wird von der
Land=
wirtſchaftskammer veranſtaltet, welche auch die zu dem
Eintritt auf dem Pferdemarktplatz berechtigenden Katgloge
gegen Einſendung von 20 Pfg. verſendet.
D Saatgutmärkte. Um den Landwirten die
Möglichkeit zu geben, auf Grund von Proben ſich Scatgut
unſerer ertragsreichſten Sorten von Gerſte,
Hafer, Sommerweizen und Kartoffelſn zu
beſchaffen, veranſtaltet die Landwirtſchaftskammer eine
Reihe von Saatgutmärkten. Dieſelben finden an
nach=
benannten Orten und Tagen ſtatt: Sprendlingen
(Rheinheſſen) Donnerstag, den 20. Febr., von nachmittags
halb 1 bis 4 Uhr im Hotel Demmer; Groß=Gerau
Montag, den 24. Februar, vormittags 9 Uhr bis
nachmit=
tags 1 Uhr, im Reſtaurant „Zum Adler”: Nierſtein
Donnerstag, den 27. Februar, vormittags von 9 Uhr bis
nachmittags 1 Uhr, im Reſtaurant „Zur Krone”
Nie=
der=Ingelheim Montag, den 3. März, vormittags
von 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, im Reſtaurant „Zur
Krone” Beſitzer Franz Joſ. Maier. Auf den
Saatgut=
märkten werden Proben von Getreide, ſowie
Kartoffeln, und zwar nur aus den Saatbauſtellen
der Landwirtſchaftskammer, ausgeſtellt. Es können
hier=
bei Beſtellungen auf das ausgeſtellte Saatgut von den
Landwirten aufgegeben werden. Die Landwirte werden
auf dieſe günſtige Gelegenheit zum Ankauf von
ſorten=
echtem Saatgut beſonders aufmerkſam gemacht.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
Abſ. 2 des
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des
Prengeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortkich.)
— Herr „Dixi” der ſich zum zweitenmal nicht gerade
liebevoll mit den Milchhändlern in Nr. 39 auseinanderſetzt,
ſcheint die Schwäche feiner Stellung richtig erkannt zu
haben, denn ſonſt wären ſeine Gründe wohl etwas beſſer
und ſtichhaltiger ausgefallen, als es geſchehen iſt. Wenn
er geglaubt hatte, daß er die ſchroffen Angriffe gegen
un=
ſeren Stand unbewieſen und unerwidert gegen uns
vor=
bringen könnte, dann hat er ſich gründlich geirrt. Er iſt
auch diesmal jeglichen Beweis für ſeine Behauptungen
ſchuldig geblieben und ſeine Erwiderung verträgt viel eher
den Vergleich mit dem getroffenen Hunde, als unſere
durch=
aus ſachliche Antwort. Zu 1 und 2: Wenn von 39389
Prüfungen 3 wegen Schmutzgehalt beanſtandet werden
hat er doch wahrlich nicht das Recht, dieſe 3 Vorfälle, von
denen übrigens nicht einmal feſtſteht, daß ſie Händlern zur
Laſt fallen, als Regel und die 39386 als Ausnahme zu
be=
zeichnen. Dieſe Logik iſt uns unverſtändlich. Zu 3: Die
Außenſeite des Maßes kommt, da die Milch niemals aus
der Kanne geſchöpft, ſondern ſtets in das Maß gegoſſen
wird, nie mit der Flüſſigkeit in Berührung. Was das
Eintauchen des „furchtbar ſauber gewaſchenen Fingers”
des Herrn „Dixi” in ein Glas Waſſer das er
vergleichs=
weiſe anführt, damit zu tun haben ſoll, muß er uns doch
noch näher erläutern. Hoffentlich ſind alle ſeine
Lebens=
mittel und Speiſen, die er zu ſich nimmt, nur mit ebenſo
„furchtbar ſauberen Fingern” angefaßt. Zu 4 und 5: Der
Herr „Dixi” ſcheint die Art und Weiſe des Ausmeſſens
hier gar nicht kennen, ſonſt könnte er von „Verpantſchen”
überhaupt nicht reden. Ein Vertropfen der Milch kommt
dabei faſt gar nicht vor. Und wenn er meint, daß durch
das Anfaſſen des Maßes, durch Abſtellen auf nicht immer
ſaubere Tiſche, kein Schmutz an dasſelbe kommen könnte
der beim Aufhängen im Innern der Kanne in die Milch
gelangte, ſo irrt er. Wir halten dieſe Methode nach wie
vor für recht unappetitlich.
Wenn Herr „Dixi” übrigens Küchenproben zu
entneh=
men empfiehlt, dann mag er erſt nachweiſen, daß die Milch
nur in „furchtbar ſauber” geſpülte Töpfe geſchüttet, daß ein
ebenſo ſauberes Perſonal damit umgegangen und die
offenſtehende Milch nicht durch Staub, Ruß und ähnlichen
Schmutz nach der Ablieferung verunreinigt iſt. Außerdem
raten wir dem Herrn „Dixi” noch, ſich für die Zukunft mit
ſolchen Angelegenheiten an die zuſtändige Polizeibehörde
zu wenden. Für uns iſt damit die Sache gleichfalls
er=
ledigt, da auch wir nicht beabſichtigen, eine große
Zei=
tungsſchlägerei zu veranſtalten, ſondern nur unberechtigte
Angriffe zurückweiſen mußten.
Der „Milchhändlerverein Darmſtadt und Umgebung”.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. Febr. Am 14. Februar fand im
Stern=
ſaale des Königlichen Schloſſes die Vereidigung des
Prinzen Ernſt Auguſt, Herzogs zu
Braun=
chweig und Lüneburg, in Gegenwart des
Kai=
ſers durch den Kommandanten des Allerhöchſten
Haupt=
quartiers ſtatt. Die Eidesformel war die der preußiſchen
Offiziere. Der Eid wurde auf die Standarte des
Huſaren=
regiments von Zieten, brandenburgiſches Nr. 3, geleiſtet.
* Berlin, 15. Febr. Das Militärwochenblatt gibt
be=
kannt: Prinz Ernſt Auguſt, Oberleutnant im 1.
Baye=
riſchen ſchweren Reiter=Regiment, iſt nach erfolgter
Aus=
ſcheidung als Oberleutnant mit Patent vom 28. Oktober
1909 in das Ziethen Huſaren=Regiment (
Branden=
burgiſches) Nr. 3 eingeſtellt worden.
Berlin, 15. Feor. Prinz Ernſt Auguſt ſtattete
heute nachmittag dem Reichskanzler einen längeren
Be=
ſuch ab.
Berlin, 16. Febr. Heute vormittag iſt auf dem
Tempelhofer Felde am Bahndamm des Südrings ein
gutgekleideter Mann in den mittleren Jahren mit einer
Schußwunde oberhalb des rechten Ohres tot,
wahr=
ſcheinlich ermordet, aufgefunden worden. Die Tar iſt
gen. Die Bedenklichkeit der mit der Abgrenzung
Al=
baniens verknüpften Fragen ſcheint in einem Teil der
europäiſchen Preſſe überſchätzt zu werden. Gewiß iſt über
manche Punkte die erforderliche Einigung Europas noch
nicht herbeigeführt worden, es wird aber, nicht ohne
Aus=
ſicht auf das Gelingen, an einem Ausgleich der Intereſſen
gearbeitet. Wir gedenken in dieſem Zuſammenhang der
Entſendung des Prinzen Hohenlohe nach Petersurg.
Der gefliſſentlich verbreiteten Anſicht, daß dieſe
Entſen=
dung ihren Zweck verfehlt habe, können wir nicht
zuſtim=
men. Wir glauben vielmehr, daß die politiſche
Fühlung=
nahme zwiſchen dem Kaiſer Franz Joſef und dem Zaren
auf die Löſung der Einzelheiten der Balkanfragen
erleich=
ternd nachwirken wird.
Die Revolution in Mexiko.
* Mexiko, 14. Febr. Der 5. Tag ging unter
wüten=
den Kämpfen in der Hauptſtadt zu Ende, ohne
daß bei einbrechender Nacht eine oder die andere Seite
einen Vorteil errungen hätte. Die Granaten fegten durch
die Hauptſtraßen und ſchlugen ſowohl in die Privat= als
auch in die Geſchäftshäuſer und öffentlichen Gebäude ein,
für die ſie beſtimmt waren. Die Kugeln aus den
Ma=
ſchinengewehren ſchlugen in alle Winkel der Stadt ein.
Die Gebäude der kubaniſchen und belgiſchen
Geſandtſchaf=
ten ſind ſo zerſtört, daß die Bewohner nach anderen Orten
flüchteten. Das franzöſiſche Konſulat mußte ſeine
Ge=
ſchäftsräume nach der Geſandtſchaft verlegen. Die
Regie=
rung und die Aufſtändiſchen beſtehen darauf, den Kampf
bis zum Aeußerſten fortzuſetzen. Infolgedeſſen hat der
ku=
baniſche Geſandte die Regierung um die Ermächtigung,
Sonderzüge zu mieten, welche die Kubaner nach Veracruz
bringen ſollen, von wo aus ſie zu Schiff weiterfahren könne
ten. Die anderen Geſandten wollen ihrem Beiſpiel foll
gen. Geſtern abend rückte in der letzten Stunde der Kämpfe
eine Abteilung Bundestruppen gegen das Zeughaus vor,
wurde aber mit empfindlichen Verluſten zurückgewieſen.
* Mexiko, 14. Febr. Bald nach 8 Uhr morgens
wurden noch fünf Häuſerblocks in der Nähe des Palaſtes
durch das Artilleriefeuer der Aufſtändiſchen zerſtört, Einige
Bewohner ſind getötet worden. Madero ſtellte Diaz
aber=
mals ein Ultimatum, Diaz antwortete mit einem
Granat=
hagel.
New=York, 14. Febr. Wie aus Mexiko
ge=
meldet wird, legt das Geniekorps Dynamit unter die
Häuſer zwiſchen dem Nationalpalaſt und dem
Ar=
ſenal, um durch Sprengung von vier Straßengevierten
freier und wirkſamer auf das Arſenal feuern zu können.
Diaz verſtärkte das Feuer auf den Nationalpalaſt, nachdem
die Nichtkämpfer gewarnt worden waren. Das
Geſchütz=
feuer dauert ununterbrochen an. Wie weiter aus Mexiko
gemeldet wird, wurde der amerikaniſche Botſchafter
zwei=
mal von ſeiten Maderos erſucht, das Botſchaftsgebäude zu
räumen, da die Regierungstruppen dört Geſchütze
auf=
ſtellen wollten. Der Botſchafter lehnte das Anſuchen ab.
Maderos Privathaus ſtand heute nachmittag in Flammen.
* Mexiko, 15. Febr. Der vorausſichtliche
Nach=
folger Maderos Senator de la Barra, verließ die
engliſche Geſandtſchaft, in der er Zuflucht geſucht hatte.
General Huerta befahl den Bundestruppen geſtern
abend um 6 Uhr, das Feuer einzuſtellen. Der geſtern
durch das Bombardement angerichtete Schaden iſt nicht
ſo groß wie derjenige an den vorhergehenden Tagen. Da
die hochgeſtellten Mexikaner wiſſen, daß die Fortſetzung
der Feindſeligkeiten leicht zu einer Intervention des
Auslandes führen könnte, ſo wenden ſie alle Mühe an
um zu einer Löſung des Konflikts zu gelangen, de la
Barra begab ſich geſtern abend in Begleitung des
ſpani=
ſchen Geſandten zum Arſenal und zum Palaſt. Ueber die
Natur ſeiner Unterredungen mit Madero und Diaz
be=
wahrte er Stillſchweigen, jedoch drückte er die lebhafte
Hoffnung aus, daß die Feindſeligkeiten beendet werden.
* New=York, 15. Febr. Nach einer Meldung des
Sun aus Mexiko nahmen die Bundestruppen um
Mitternacht den Angriff auf die Truppen Diaz” wieder
auf. Madero weigere ſich, zu demiſſionieren, wenn ihn
nicht der Senat dazu erſuchen werde.
* Mexiko, 15. Febr. Dela Barra begab ſich
heute morgen in Begleitung des Befehlshabers der
Bun=
destruppen, des Brigadegenerals F. Angeles, zu
Ma=
dero und erhielt nach einer Beſprechung mit ihm die
Er=
laubnis, mit Diaz über einen Waffenſtillſtand
und über die Ernennung einer Kommiſſion aus
Mitglie=
dern beider Parteien zu konferieren, die die Regelung der
Lage erwägen ſoll. Darauf begab ſich dieſer zu den
Stel=
lungen der Inſurgenten und drang in Diaz, er möge im
Hinblick auf die drohende Einmiſchung des Auslandes
auf einen Waffenſtillſtand eingehen. Diaz erklärte ſich
hierzu bereit, aber zur Verhandlung über den
Friedens=
ſchluß nur dann, wenn vorher Madero und Vizepräſident
Suarez, ſowie das ganze Kabinett abgedankt hätten.
De la Barra behauptete, von einer
Abdankungs=
abſicht Maderos nichts zu wiſſen. Er gab
allerdings zu, er hätte Madero die Frage der Abdankung
vorgelegt. Das Reſultat dieſer Konferenz wurde darauf
Madero mitgeteilt.
Die Geſchütze der Inſurgenten feuern krampfhaft. Die
Bundestruppen erwiderten das Feuer kräftig. Die
an=
dauernde Kanonade wird dahin ausgelegt, daß Madero
beſchloſſen hat, nicht abzudanken.
* Mexiko, 16. Febr. Als die Senatoren geſtern im
Senat erſchienen, um Madero zur Abdankung
aufzu=
fordern, war dieſer nicht anweſend. Er befand ſich in
der Feuerlinie. Wie erklärt wird, blieb Madero
abſicht=
lich der Sitzung des Senats fern. Er erklärte dem
ſpani=
ſchen Geſandten, er wolle lieber ſterben, als abdanken.
Ein Mitglied des Senats hielt eine Anſprache an das
Volk, in der es erklärte Madero ſei geſchlagen und eine
Einmiſchung der Vereinigten Staaten wegen des Schutzes
der Fremden ſtehe bevor. Eine andere Abordnung des
Senats begab ſich zu Diaz und ſuchte ihn zu einem
Waffen=
ſtillſtandes zu beſtimmen. Diaz wiederholte ſeineForderung,
Madero ſolle zuvor abdanken. Der Senat beſteht
nun=
mehr darauf, einen Aufruf an das Volk zu erlaſſen, daß
eine Intervention durch die Vereinigten Staaten drohe,
wenn nicht die Ordnung ſchnellſtens wieder hergeſtellt
werde. Madero richtete an den Prſſſidenten Taft das
Erſuchen, ſich in die merikaniſchen Verhältniſſe nicht
ein=
zumiſchen, bis der Aufſtand unterdrückt ſei. Taft erz
widerte mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, für die
Sicherheit der Fremden zu ſorgen, falls eine
Interven=
tion vermieden werden ſolle.
* Mexiko, 16. Febr. Heute morgen um 2 Uhr iſt
ein Waffenſtillſtand auf 24 Stunden abgeſchloſſen
worden.
* Waſhington, 15. Febr. Das
Staats=
departement dementiert offiziell die Erklärung
eini=
ger Senatoren in Mexiko, daß die Vereinigten Staaten
eine Intervention beſchloſſen hätten. — Präſident Taft
und Staatsſekretär Knox ſtellen in Abrede, daß ſie die
Entſendung von Marinetruppen nach Mexiko angeordnet
hätten.
Rücktritt des Frhrn. von Jeniſch
* Berlin, 15. Febr. Der bisherige preußiſche
Ge=
ſandte in Darmſtadt, Freiherr v. Jeniſch, der
bekannt=
ich im vorigen Monat für den Poſten des kaiſerlichen
Bot=
ſchafters in Rom beſtimmt war, erkrankte Ende Januar an
einem ſchweren Herzleiden, das ihn nunmehr
ver=
anlaßte, ſeinen Abſchied aus dem Reichs= und
Staatsdienſte zu erbitten. An ſeiner Stelle iſt
der bisherige Geſandte in Brüſſel, v. Flotow für den
Botſchafterpoſten in Rom auserſehen.
Wirklicher Legationsrat Dr. jur. Martin Freiherr von
Rücker=Jeniſch, der früher deutſcher General=Konſul
mit Geſandtenrang in Kairo war und am 1. Mai 1906 zum
preußiſchen Geſandten in Darmſtadt ernannt wurde, als
welcher er am 30. Mai 1906 zum erſten Male von Sr. Kgl.
Hoh. dem Großherzog empfangen wurde, iſt ein Vetter
des Reichskanzlers, deſſe: Mutter, Frau Luiſe von Bülow.
eine geborene Rücker aus Hamburg war, und mit dem
Für=
ſten Bülow auch noch dadurch verwandt, daß ſeine
Schweſter einen jüngeren Bruder des Kanzlers, den
Ritt=
meiſter a. D. Chriſtian von Bülow, geheiratet hat.
Frei=
herr von Rücker=Jeniſch wurde am 8. Juni 1861 in
Ham=
burg geboren, iſt alſo 51 Jahre alt. Sein eigentlicher
Familienname iſt Rücker, er erbte dann mit dem großen
Vermögen und den Beſitzungen der Hamburger
Patrizier=
familie Jeniſch auch deren Namen. Er ſtudierte in Bonn,
wo er dem Preußen=Korps angehörte und trat ſpäter in
den diplomatiſchen Dienſt, der ihn nacheinander auf eine
Reihe auswärtiger Poſten, ſo u. a. nach Süd=Amerika,
nach London, München, Brüſſel führte. Längere Zeit
arbeitete er als vortragender Rat im Auswärtigen Amte
in Berlin, bis er am 25. Februar 1903 als diplomatiſcher
Vertreter des Deutſchen Reichs in Kairo beglaubigt wurde.
Als Herr von Schoen nach St. Petersburg ging, nannte
man Herrn von Jeniſch als ſeinen Nachfolger in
Kopen=
hagen, das als Durchgangsſtation zu einer Botſchaft gilt,
doch mußte er, wie es heißt, auf dieſen Poſten ſeiner
leidenden Geſundheit wegen verzichten, die das nordiſche
Klima nicht vertragen hätte. Seit dem 10. Januar 1905
mit der Gräfin Thyra Grote vermählt, die eine Tochter
des 1898 verſtorbenen früheren hannoverſchen Geſandten
in Madrid und nachmaligen Kammerherrn des Herzogs
von Cumberland iſt, erhielt Dr. Rücker=Jeniſch kurze Zeit
darauf den preußiſchen Freiherrnſtand, deſſen Forterbung
an das Fideikommiß Klein=Flottbeck geknüpft iſt. Klein=
Flottbeck iſt der Geburtsort des Fürſten Bülow, der hier
alljährlich einige Wochen Urlaub als Gaſt ſeines Vetters
zuzubringen pflegt. — Frh. von Jeniſch iſt auch Rittmeiſter
der Reſerve des 1. Garde=Ulanen=Regiments.
Der künftige Botſchafter am italieniſchen Hofe, Hans
von Flotow, iſt am 10. September 1862 in Felſenhagen
geboren, iſt ſomit 50 Jahre alt. Er entſtammt einer
Fa=
milie des mecklenburgiſchen Uradels und iſt ein
Nach=
komme des berühmten Komponiſten der „Martha” Zu
Anfang der 90er Jahre betrat er die diplomatiſche
Lauf=
bahn, wurde 1892 Legationsſekretär in Waſhington, dann
in Dresden und im Haag, wo er 1898 Legationsrat wurde:
Im Jahre 1900 rückte er zum erſten Sekretär auf, um noch
im Juli desſelben Jahres der Geſandtſchaft am päpſtlichen
Stuhl zugewieſen zu werden. Dort verblieb er bis zum
Jahre 1904. In dieſem Jahre ging Herr von Flotow als
erſter Botſchaftsſekretär nach Paris, wo er des öfteren den
Botſchafter zu vertreten hatte und 1907 den Titel und
Rang eines außerordentlichen Geſandten und
bevollmäch=
tigten Miniſters erhielt. Von Paris wurde er 1908 nach
Berlin in das Auswärtige Amt berufen. Den Fürſten
Bülow begleitete er oft auf ſeinen Reiſen nach Norderney
und war auch in Begleitung des jetzigen Reichskanzlers,
als dieſer ſich in Wien beim Kaiſer Franz Joſef in ſeiner
neuen Eigenſchaft vorſtellte. Anfang des Jahres 1910
wurde Herr von Flotow zum Geſandten in Brüſſel
er=
nannt. Herr von Flotow iſt mit der Gräfin Marie von
Keller, der Witwe des im ruſſiſch=japaniſchen Kriege
ge=
fallenen ruſſiſchen Generals von Keller und Tochter des
ruſſiſchen Fürſten Chachowsky, verheiratet.
Luftfahrt.
* Leipzig, 15. Febr. Heute vormittag iſt der
Flie=
ger, Obertelegraphenaſſiſtent Lenk, auf dem Flugplatz
Lindenthal aus einer Höhe von 800 Metern abgeſtürzt
als er nach einem längeren Gleitflug landen wollte. Der
Flieger war ſofort tot. Der Apparat wurde
vollſtän=
dig zertrümmert.
Frankfurt a. M 16. Febr. Auf dem Flugplatz
„Rebſtock”=Frankfurt a. M. flog geſtern nachmittag 5 Uhr
5 Minuten der Chefpilot der Gödickerwerke de Waal
mit dem neuen deutſchen Sommer=Pfeildecker” (
Frank=
furt a. M.) in Höhe von 80 Meter fünf Stunden bei
einer Windſtärke von 6 bis 8 Metern vor offiziellen
Sportzeugen. Der pfeilförmige Anderthalbdecker zeigte
außerordentliche Stabilität, ſodaß der Flieger zeitweiſe
nit hochgehobenen Händen flog. Bei der Landung
be=
wies der Apparat eine gute Gleitfähigkeit.
* Paris, 16. Febr. Die hieſige bulgariſche
Geſandtſchaft veröffentlicht folgende Mitte ilung
Die Konſuln Frankreichs, Englands und
Oeſter=
reichs, welche telegraphiſch um die Ermächtigung
erſucht hatten, mit ihren Staatsangehörigen
Adria=
nopel zu verlaſſen, werden heute durch
Ver=
mittlung eines bulgariſchen Parlamentärs von ſeiten
ihrer Geſandtſchaften in Sofia die Aufforderung erhalten,
eine Liſte ihrer Staatsangehörigen auszufolgen.
So=
bald dieſe Liſte vorliegt, wird ſich das bulgariſche
Haupt=
quartier mit dem Befehlshaber von Adrianopel betreffs
des Auszuges der in den Liſten Genannten verſtändigen.
Troyes, 16. Febr. Der deutſche Luftſch ffer Becker,
der bei nebligem Wetter über die franzöſiſche Grenze
ge=
trieben wurde und bei Saint Uſage niedergegangen
war, hat von den franzöſiſchen Behörden die Erlaubnis
erhalten, nach Bezahlung der Zollgebühren nach
Deutſch=
land zurückzukehren.
Zur Heeresvorlage.
* Berlin, 15. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: „Nachdem der Kaiſer in Königsberg in
eierlicher Stunde auf die kommende Heeresvorlage
hingewieſen hat, ſind vom Reichskanzler bei dem
Feſtmahl des Deutſchen Landwirtſchaftsrats weitere
Mit=
teilungen über die große nationale Aufgabe dieſes Jahres
gemacht worden. Der Reichskanzler hob die
Einmütig=
keit der verantwortlichen Stellen in der Rüſtungsfrage
hervor und machte damit den Andeutungen und
Ver=
mutungen ein Ende, als gäbe es in dieſer Angelegenheit
Differenzen im Schoße der Regierung, Vermutungen,
Pferde= und Fohlen=ern ſucht
In
Darmſtadt findet am 25. Februar h auitags
Brion
10 Uhr, auf dem Pferdemarktplatze
von 80 Pferden und Fohlen ſtatt, we. ß ſiiſchen
urcand=
Landwirten gehören. Die Auktion wird vor Diter dem
wirtſchaftskammer veranſtaltet, welche auch di
Eintritt auf dem Pferdemarktplatz berechtigenden, aloge
gegen Einſendung von 20 Pfg. verſendet.
D Saatgutmärkte. Um den Landwirten die
Möglichkeit zu geben, auf Grund von Proben ſich Saatgut
unſerer ertragsreichſten Sorten von Gerſte,
Hafer, Sommerweizen und Kartoffeln zu
beſchaffen, veranſtaltet die Landwirtſchaftskammer eine
Reihe von Saatgutmärkten. Dieſelben finden an
nach=
benannten Orten und Tagen ſtatt: Sprendlingen
Rheinheſſen) Donnerstag, den 20. Febr., von nachmittags
halb 1 bis 4 Uhr im Hotel Demmer; Groß=Gerau
Montag, den 24. Februar, vormittags 9 Uhr bis
nachmit=
tags 1 Uhr, im Reſtaurant „Zum Adler”: Nierſtein
Donnerstag, den 27. Februar, vormittags von 9 Uhr bis
nachmittags 1 Uhr, im Reſtaurant „Zur Krone”;
Nie=
der=Ingelheim Montag, den 3. März, vormittags
von 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, im Reſtaurant „Zur
Krone” Beſitzer Franz Joſ. Maier. Auf den
Saatgut=
märkten werden Proben von Getreide, ſowie
Kartoffeln, und zwar nur aus den Saatbauſtellen
der Landwirtſchaftskammer, ausgeſtellt. Es können
hier=
bei Beſtellungen auf das ausgeſtellte Saatgut von den
Landwirten aufgegeben werden. Die Landwirte werden
auf dieſe günſtige Gelegenheit zum Ankauf von
ſorten=
echtem Saatgut beſonders aufmerkſam gemacht.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentl
ingen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktio
keinerlei Verantwor
ing; für ſie bleibt auf
und des §
ſ. 2 des
Prenaeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantw
Heer „Dixi” der ſich zum zweitenmal nicht gerade
liebevoll mit den Milchhändlern in Nr. 39 auseinanderſetzt,
ſcheint die Schwäche ſeiner Stellung richtig erkannt zu
haben, denn ſonſt wären ſeine Gründe wohl etwas beſſer
und ſtichhaltiger ausgefallen, als es geſchehen iſt. Wenn
er geglaubt hatte, daß er die ſchroffen Angriffe gegen
un=
ſeren Stand unbewieſen und unerwidert gegen uns
vor=
beingen könnte, dann hat er ſich gründlich geirrt. Er iſt
auch diesmal jeglichen Beweis für ſeine Behauptungen
ſchuldig geblieben und ſeine Erwiderung verträgt viel eher
den Vergleich mit dem getroffenen Hunde, als unſere
durch=
aus ſachliche Antwort. Zu 1 und 2: Wenn von 39 389
Prüfungen 3 wegen Schmutzgehalt beanſtandet werden,
hat er doch wahrlich nicht das Recht, dieſe 3 Vorfälle, von
denen übrigens nicht einmal feſtſteht, daß ſie Händlern zur
Laſt fallen, als Regel und die 39386 als Ausnahme zu
be=
eichnen. Dieſe Logik iſt uns unverſtändlich. Zu 3: Die
Außenſeite des Maßes kommt, da die Milch niemals aus
der Kanne geſchöpft, ſondern ſtets in das Maß gegoſſen
wird, nie mit der Flüſſigkeit in Berührung. Was das
Eintauchen des „furchtbar ſauber gewaſchenen Fingers”
des Herrn „Dixi” in ein Glas Waſſer das er
vergleichs=
weiſe anführt, damit zu tun haben ſoll, muß er uns doch
noch näher erläutern. Hoffentlich ſind alle ſeine
Lebens=
mittel und Speiſen, die er zu ſich nimmt, nur mit ebenſo
„furchtbar ſauberen Fingern” angefaßt. Zu 4 und 5: Der
Herr „Dixi” ſcheint die Art und Weiſe des Ausmeſſens
hier gar nicht kennen, ſonſt könnte er von „Verpantſchen”
überhaupt nicht reden. Ein Vertropfen der Milch kommt
dabei faſt gar nicht vor. Und wenn er meint, daß durch
das Anfaſſen des Maßes, durch Abſtellen auf nicht immer
ſaubere Tiſche, kein Schmutz an dasſelbe kommen könnte,
der beim Aufhängen im Innern der Kanne in die Milch
gelangte, ſo irrt er. Wir halten dieſe Methode nach wie
vor für recht unappetitlich.
Wenn Herr „Dixi” übrigens Küchenproben zu
entneh=
men empfiehlt, dann mag er erſt nachweiſen, daß die Milch
nur in „furchtbar ſauber” geſpülte Töpfe geſchüttet, daß ein
ebenſo ſauberes Perſonal damit umgegangen und die
offenſtehende Milch nicht durch Staub, Ruß und ähnlichen
Schmutz nach der Ablieferung verunreinigt iſt. Außerdem
raten wir dem Herrn „Dixi” noch, ſich für die Zukunft mit
olchen Angelegenheiten an die zuſtändige Polizeibehörde
zu wenden. Für uns iſt damit die Sache gleichfalls
er=
ledigt, da auch wir nicht beabſichtigen, eine große
Zei=
tungsſchlägerei zu veranſtalten, ſondern nur unberechtigte
Angriffe zurückweiſen mußten.
Der „Milchhändlerverein Darmſtadt und Umgebung”.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. Febr. Am 14. Februar fand im
Stern=
ſaale des Königlichen Schloſſes die Vereidigung des
Prinzen Ernſt Auguſt, Herzogs zu
Braun=
chweig und Lüneburg, in Gegenwart des
Kai=
ſers durch den Kommandanten des Allerhöchſten
Haupt=
quartiers ſtatt. Die Eidesformel war die der preußiſchen
Offiziere. Der Eid wurde auf die Standarte des
Huſaren=
regiments von Zieten, brandenburgiſches Nr. 3, geleiſtet.
Berlin, 15. Febe. Das Militärwochenblatt gibt
be=
kannt: Prinz Ernſt Auguſt, Oberleutnant im 1.
Baye=
riſchen ſchweren Reiter=Regiment, iſt nach erfolgter
Aus=
ſcheidung als Oberleutnant mit Patent vom 28. Oktober
1909 in das Ziethen Huſaren=Regiment (
Branden=
burgiſches) Nr. 3 eingeſtellt worden.
Berlin, 15. Feor. Prinz Ernſt Auauſt ſtattete
heute nachmittag dem Reichskanzler einen längeren
Be=
ſuch ab.
Berlin, 16. Febr. Heute vormittag iſt auf dem
Tempelhofer Felde am Bahndamm des Südrings ein
gutgekleideter Mann in den mittleren Jahren mit einer
Schußwunde oberhalb des rechten Ohres tot,
wahr=
cheinlich ermordet, aufgefunden worden. Die Tar iſt
etwa hundert Meter von dem Fundort ausgeführt
wor=
den, da ſich deutliche Schleif= und Blutſpuren auf dieſer
Strecke befinden. Die Berliner Kriminalpolizei iſt ſofort
alarmiert worden. Wer der Ermordete iſt, konnte bisher
noch nicht feſtgeſtellt werden.
Heddernheim, 16. Febr. Prinz Heinrich der
Niederlande überfuhr geſtern mit ſeinem
Auto=
mobil in der Hauptſtraße ein ſiebenjähriges Kind. Der
Prinz ließ ſofort ſeinen Kraftwagen halten und
ver=
anlaßte die Ueberführung des ſchwer verletzten Kindes
nach dem Städtiſchen Krankenhauſe. An dem Unfall
trifft den Wagenführer keine Schuld, da das Kind aus
einem Torwes direkt in das Automobil hineingelaufen iſt.
* Ludwigshafen, 15. Febr. (Amtlich.) Geſtern abend
entgleiſten bei der Einfahrt in den Bahnhof
Lud=
wigshafen die Lokomotive und der folgende Eilgutwagen
des Zuges D. 32 Mannheim-Ludwigshafen-Saarbrücken
aus bisher noch unaufgeklärter Urſache. Verletzt wurde
niemand, der Materialſchaden iſt unerheblich. Der Zuc
konnte mit einer Verſpätung von 18 Minuten die Fahrt
fortſetzen.
* Straßburg, 15. Febr. Von 65 Bewerbern um den
Poſten eines Theaterintendanten als Nachfolger
Wilhelmis fiel heute die engere Wahl der
gemeinderät=
lichen Kommiſſion auf den zuletzt in Wiesbaden als
Rent=
ner lebenden früheren Leiter der Stadttheater in Krefeld
und Kiel, Dr. Otto. Derſelbe hat die Wahl angenom
men und der Bürgermeiſter wird ſich nun mit ihm über
einige noch zu erledigende Bedingungen einigen.
Bamberg, 16. Febr. Der Reichstagsabgeordnete
Prälat Dr. Schädler iſt heute nacht um 12 Uhr
ge=
ſtorben.
* Stettin, 15. Febr. Der Stettiner Dampfer „
Chri=
ſtiania”, der Reederei Emil R. Retzlaff gehörig,
Kapitän Georg Martenſen aus Weſterholz bei
Osna-
brück, mit einer Erzladung von Hülva in Spanien nach
Stettin beſtimmt, iſt auf der Höhe von Borkum vorgeſtern
vormittag mit dem Levantedampfer „Galata”
zuſam=
mengeſtoßen und innerhalb fünf Minuten
geſun=
ken. Das Schiff wurde achtern zwiſchen 3 und 4 getroffen
und zwar ſo ſchwer, daß die aus 25 Mann beſtehende
Be=
ſatzung ſich in Rettungsbooten flüchten mußte. Obgleich die
meiſten der Leute mit Schwimmweſten verſehen waren
und von der Galata” ſofort Rettungsverſuche
unternom=
men wurden, ſind fünf von ihnen ertrunken. Es ſind dies
der 28jährige zweite Maſchiniſt Fritz Aehringhaus aus
Hagen, der 41jährige zweite Offizier Fr. Winkler aus
So=
rau, der 21jährige Zimmermann Amatz aus Wollin, der
18jährige Trimmer Otto Zunk aus Stettin und der 24
jäh=
rige Heizer Karl Schmill aus Weimar. Die „Galata”, die
ſchwer beſchädigt iſt, iſt nach Hamburg zurückgekehrt.
* Peſt, 15. Febr. Der Streik, der am 11. Februar
in der Munitions= und Konſervenfabrik von Weiß in
Cſepel ausgebrochen war, iſt beigelegt worden.
* Brüſſel, 15. Febr. Die hieſige Poſt iſt durch
Fälſchungen deutſcher Poſtanweiſungs=Formulare
ſchwer geſchädigt worden. Die Poſtanweiſungen
waren adreſſiert an einen gewiſſen Otto Müller, der jetzt
unauffindbar iſt.
Brüſſel, 15. Febr. Der Bürgermeiſter lud für den
23. Februar die Bürgermeiſter aller größeren Städte
zu einer Kofferenz ein, um über die
Generalſtreik=
frage und etwa zu ergreifender Maßnahmen zu
be=
raten.
Chriſtiania, 16. Febr. Die Zeitungen „Aften
poſten” und „Tidens Tegn” erhielten folgendes
Tele=
gramm aus Spitzbergen: Die norwegiſche Hilfs
expedition, welche zur Hilfeleiſtung für die
verun=
glückte Schröder=Strantz=Expedition abgeſandt
worden war und zurückgekehrt iſt, war bis nach der Dickſon=
Bucht gelangt, wo tiefer Schnee lag und ſtrenge Kälte
herrſchte. Einem Teilnehmer erfroren die Beine; 7 Hunde
kamen um, zwei Schlitten ſind zertrümmert worden.
Proviant und Kleider mußten in der Dickſon=Bucht
zu=
rückgelaſſen werden. Der Grund für den unglücklichen
Ausfall der Hilfsexpedition liegt darin, daß nicht
ge=
nügend Hunde vorhänden waren, um die ſtark belaſteten
Schlitten zu ziehen. Von der Croßbay wird telegraphiert,
daß man von dort wegen Mangel an Hunden und
Schlitten der Expedition keine Hilfe bringen könne. Wenn
die Hilfe nicht rechtzeitig vom Süden komme, könne zur
Rettung der Expedition nichts unternommen werden.
Paris, 15. Febr. Unter dem Vorſitz des Präſidenten
Falliéres fand heute der letzte Miniſterrat
ſtatt. Miniſterpräſident Briand gab den Gefühlen der
tiefen Dankbarkeit Ausdruck, welche das Vaterland
Fallieres bewahre, der ſeine Geſchicke in ſo hoher
Unparteilichkeit und mit ſo großer Sorgfalt die nationalen
Intereſſen geleitet hat. Briand verſicherte Falliéres der
tiefen Verehrung, welche ſtets ſeine Mitarbeiter für ihn
empfinden würden. Falliéres dankte bewegt und ſagte,
er ſei glücklich, daß er bei den Männern, die zur
Regie=
rung berufen waren, ſolche vertrauensvolle und wirkſame
Mitarbeiter gefunden habe. Seine Pflicht ſei erfüllt und
von morgen an ſei er wieder einfacher Bürger.
London, 15. Febr. Das Handelsamt und die
hauptſächlichen transatlantiſchen Dampferlinien werden
ein Schiff zur Beobachtung des Eiſes nördlich von den
Dampferrouten über den Nordatlantic ausſenden.
Die „Scotia” ein Walfiſchfänger, der früher bei der
ſchot=
tiſchen antarktiſchen Expedition benutzt worden iſt, iſt
ge=
chartert worden und wird im kommenden Frühjahr an
der amerikaniſchen Oſtküſte ſtationiert werden, um den
Beginn des Eisganges zu beobachten und über ſeine
Be=
wegungen auf den Schiffahrtsrouten zu berichten. Das
Schiff, das Ende Februar Dundee verlaſſen ſoll, wird mit
einem Marconi=Apparat für große Entfernungen
ausge=
rüſtet werden, ſo daß es die funkentelegraphiſchen
Statio=
nen von Neufundland und Labrador erreichen kann. Das
Schiff wird drei wiſſenſchaftlich gebildete Männer an
Bord haben. Die Koſten der Expedition werden von der
Regierung und den Schiffahrtslinien getragen.
New=York, 15. Feer. Das Bungesgericht hat zu
Gunſten Caſtros entſchieden, der damit zur Landung
zugelaſſen iſt.
— Hamburg, 15. Febr. Der am Mittwoch morgen
von Hamburg nach Alexandria abgegangene Dampfer
„Galata” der deutſchen Levante=Linie iſt bei Borkum mit
dem Stettiner Dampfer „Kriſtiania” in dichten Nebel
zu=
ſammengeſtoßen. Die „Kriſtiania” iſt nach 3
Mi=
nuten geſunken. Fünf Mann der Beſatzung ſind
er=
trunken. Galata” iſt nach Hamburg zurückgekehrt. Er
wurde allem Anſchein nach etwas an den Platten
be=
ſchädigt.
Paris, 15. Febr. Die Poſtbehörde hat geſtern der
Briefträger Berriſchon, ſeine Frau und deren
Lieb=
haber, einen Schloſſermeiſter, verhaftet. Berriſchon
hat ſeit mehr als vier Jahren über 1000
Poſtanweiſun=
gen, ſowie unzählige gewöhnliche und Einſchreibbriefe
geſtohlen und die Gelder durch Fälſchung der
Poſt=
anweiſungen auf verſchiedenen Poſtämtern durch
Vermit=
telung ſeiner Frau und ihres Geliebten abheben laſſen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Wie erkennſt Du, ob Deinem Kinde
etwas fehlt ?
Winke für Mütter.
Sieh’ Dir ’mal ſeine Zunge an, Mutter! Sie iſt
nämlich der ſicherſte Wetterpropher für den zarten
Organismus unſerer Lieblinge. Wenn die Zunge klar
und rot erſcheint, dann iſt unſer Kleinchen ſo geſuud
wie ein Fiſch im Waſſer; zeigt ſich dagegen die Zunge
gelblich „belegt”, dann iſt ſicher etwas im Anzuge, und
es iſt die höchſte Zeit für „Califig‟—
Californiſcher
Feigenſirup.
Die belegte Zunge zeigt nämlich an, daß irgendwo
in dem wunderbar feinen Organismus des Kindes ſich
etwas geſtaut hat, was den Magen überlaſtet, oder
weiter unten im Darmkanal den glatten Durchgang
der Speiſe, den Weitertransport und die Ausſcheidung
der Abfallſtoffe hindert. Dies macht das Kind fiebetriſch
ſchlaflos, verurſacht übelriechenden Atem und andere
Anzeichen kommenden Unwohl eins.
„Califig”
der ſüße, aromatiſche „Californiſche
Feigenſirup‟ — beſeitigt ſolche Stauungen in kürzeſter
Friſt, er reinigt den Verdauungskanal in gelinder und
doch gründlicher Weiſe, regelt den Stuhlgang und beugt
ſo der gefährlichen chroniſchen Verſtopfung und anderen
Uebeln vor, welche, wenn vernachläſſigt, dem Kinde eine
Laſt fürs ganze Leben werden können. Mit „Califig”
aber erhält das Kind bald wieder ſeine frühere geſunde
Gewohnheit, ſeine fröhliche Laune zurück, welches die
ſicherſten Zeichen einer geſunden Natur ſind. Zudem
ſchmeckt „Califig” ſo angenehm, daß Kinder darin keine
Arznei, eher eine Leckerei ſehen.
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Samstag mittag 12 Uhr entſchlief ſanft
nach kurzem, ſchwerem Leiden mein lieber
Gatte, unſer lieber Vater, Großvater und
Schwiegervater
(4257
Adam Ewald
Schlosser.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Chriſtine Ewald.
Familie Heinr. Ewald.
„ Adam Ewald.
„ Friedrich Ewald, Heilbronn.
Willy Kleinſchmidt.
Paul Ewald.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag
3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute verſchied nach langem, ſchwerem
Leiden meine liebe Frau
(4255
Babette Sonnthal
geb. Wagner.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Fr. Sonnthal.
Die Beerdigung findet Montag, den 17. Febr.,
nachmittags ¾4 Uhr, vom Friedhofsportal
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten Frau
Emilie Rohde
geb. Hermoneit,
ferner für die vielen Blumen= und Kranzſpenden
ſpreche ich allen Freunden und Bekannten meinen
herzlichſten Dank aus; ebenſo dem Herrn Pfarrer
D. Diehl für die troſtreichen Worte am Sarge der
Entſchlafenen.
(4253
Darmſtadt, den 16. Februar 1913.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ulrich Rohde, Großh. Kammermuſiker.
Todes=Anzeige.
Heute früh 10 Uhr verſchied nach ſchwerem
Leiden mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Schwiegerſohn, Bruder, Schwager und Onkel,
Valentin Sattler
Metzgermeister
im 51. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Marie Sattler Wwe.
Ernst Sattler,
Wilhelm Sattler.
Darmſtadt, den 16. Februar 1913.
(Grüner=Weg 4)
Die Beerdigung findet Dienstag, den 18 Februar,
nachmittags ½3 Uhr, vom Portal des
Fried=
hofs aus, ſtatt.
(4256
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe Mutter, Großmutter und
Urgroß=
mutter
(4254
Frau Elise lttmann
geb. Wenzel
heute im 77. Jahre ihres arbeitsreichen Lebens
in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie August Ittmann,
„ Geh. Oberbaurat R.
Klingel-
höffer,
„, Theodor Bücking.
Oberlehrer Prof. Dr. Karl
5₰
Bernius.
Groß=Umſtadt und Darmſtadt,
den 15. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, 18. Februar,
nachmittags 1 Uhr, ſtatt.
Für die mir bewieſene Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben
Sohnes
(4203
Ernst Mittler
ſagt herzlichen Dank
Auguste Mittler,
geb. Goes.
Tageskalender
Konzert der Großh. Hofmuſik um 7 Uhr im Hoftheater
(Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von K. Lettenbaur um 8½ Uhr im „
Fürſten=
ſaal” (Sprachverein).
Hauptverſammlung der Frauen=Ortsgruppe
Darmſtadt des Vereins für das Deutſchtum im Ausland
um 10½ Uhr im Vorſtandszimmer des Muſikvereins.
Generalverſammlung der Krankenkaſſe für die
Angeſtellten der Mitglieder des Gaſtwirtevereins um
3½ Uhr im Reſtaurant Englert.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Verlobung im Kaiſerhauſe: Das Brautpaar auf einem
Spaziergang in Karlseuhe die Eltern und Schweſtern
des Bräutigams; zum Untergang der Südpolexpedition
des Kapitäns Scott, der verunglückte Kapitän hält eine
Anſprache an ſeine Mannſchaft; Ueberſichtskarte über
den Weg zur Expedition; das Ringen um Adrianopelz
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 18. Februar,
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Deußerſchen
Wirtſchaft zu Weiterſtadt.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9½ Uhr im Eberſtädter Gemeindewald (
Zuſammen=
kunft auf dem Bäckerweg, am Eingang des Waldes).
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbei agen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Süsse
Spanische
BlatbrangenC
Blonde Hrangen 3 St. 10 ₰. Extragroße Blutorangen Stück 6 u. 8 ₰
Feinſter italieniſcher
Blumenkohl
2 Köpfe 25, 36 u. 40 ₰
Beſter Pariſer
Kopf=Salat
einzelner6
Kopf . . 109 Köpf. 35 ₰
Friſche ſaft. Zitronen
Stück 4 und 6 ₰
Feinſte Winter=
Malta=Kartoffeln
3 Pfund 32 ₰
Sprotten Pfund 80 ₰
Frankftr. Würſtchen
Paar 25₰
Mittel=Eier
10 Stück 65 ₰
Sied=Eier II 10 St. 72 ₰
Sied=Eier 110 St. 78 ₰
Feinſte friſche 10
Trink=Eier St.60
MOENUS EKTRA-
Margarine, vollkom.G
Erſatz f. Butter, Pfb. 50 ₰
Ringäpfel Pfd. 40 ₰ Pfirſiche ealiforn. Pfd.50 4 Pflaumen Pfo. 28
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ein paar Tage oder die ganze
Woche in oder außer dem Hauſe
zu arbeiten. Näh. Exped. (3994fso
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ſucht Heimarbeit.
Mädchen Näb. Exp. (*4310
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geht auch halbe Tage Waſchen und
Putzen Stiftſtraße 79, II., r. (*429
Aelt. Mädchen, welches etwas
kochen kann, ſucht Stelle als
Haus=
hälterin aufs Land. Offert. unter
(*4313
H 27 an die Exped.
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4901om
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evtl. auch hmittags. Off. unt.
00 an e Exped.
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Jh. ſaub. Frau ſucht vorm. 2 St.
Laufdienſt. Zu erfr. Kranichſteiner=
(*4283
ſtraße 15, Stb., I., I.
ſehr tücht. i. Haush.
Peſſ. Frl., ſucht Stelle n. ausw.
bei beſſ. ält. Herrn. Gute St. w.
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Beſtellungen hierfür können bis jeweils Mittwoch vor
jeder Vorſtellung bei den betreffenden Vereinsſtellen und beim
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Dienstag, den 18. d. Mts., abends ½9 Uhr,
im gelben Saal des Reſtaurants Sitte, hier, Karlſtr. 15.
Tagesordnung:
Vortrag des Herrn Reallehres Hans Kahl über:
Heutſches Bürgertum u. deutſcher Arbeiterſtand.
Zu dieſer Verſammlung laden wir unſere
Mit=
glieder und alle Intereſſenten ergebenſt ein. (4199so
Der Vorſtand des nationalliberalen Vereins.
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Mache hiermit Jedermann darau
aufmerkſam, meiner Frau Eliſabetl
Keppel, geb. Becker, nichts zu
borgen, da ich für nichts
auf=
komme. Albert Keppel. (*4324
Musik-verein.
Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
ge
Arnes konzerr
im Winter 1912/13
(Einundachtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerinnen Frau Sophie Schmidt-Iling
und Fräulein Else Diefenthäler von hier, des Herrn
Kammerſänger Paul Schmedes aus Berlin, des Herrn
Ludwig Guggenheim aus Worms, des Herrn Otto
Brömme aus Frankfurt a. M., ſowie der
Grossherzog=
lichen Hofkapelle.
Montag, den 24. Februar 1913 im Faalbau
Anfang abends 7½ Uhr. — Ende 10 Uhr.
6o
Zur Vorfeier von Mangold’s 100. Geburtstag (8.Okt. 1913)
Frithiof
dramatiſches Gedicht nach J. Tegnér, bearbeitet und
für Soli, Chor und Orcheſter komponiert von
Carl Amand Mangold.
Die verehrlichen Damen werden dringend erſucht, vor
Betreten des Konzertſaales die Hüte abzunehmen.
1üm
Hieng
Fleise der Llafrifskarfen:
Numerierte Plätze in den vier Balkonlogen . . . Mk. 6.00
Beſondere Sperrſitze im Saal .
Mk. 6.00
Mk. 4.50
Numerierte Plätze im Saal und auf den Eſtraden
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 1. Reihe Mk. 4.50
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 2. Reihe Mk. 2.50
Nichtnumerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien)
3. Reihe
Mk. 1.50
„ „ „
Plätze in dem Vorſaal . . . . . . . . . . . . Mk. 1.50
Texte 30 Pfennig.
g Sonntag, 23. Febrnar, vormittags 10 Uhr, im
Haupfpröße. Saalbau. Eintrittskarten Mk. 1.50.
in der A. Bergstraesser‟
Verkauf der Eintrittskartel schen Hofbuchhandlung,
Rheinſtraße 6, ſowie am Sonntag und Montag an der
Kaſſe.
(4242
erlauben sich zu ihrem aus Anlass des hessischen Jugendtages
am 19. Februar 1913, abends 8 Uhr, im städt. Saalbau
stattfindenden
O
Uiter kanungsabond
ganz ergebenst einzuladen.
Die Leiter der Jugendvereinigungen:
Marx. Lautenschläger. Lic. Adolph. Herpel. Müller,
Karten zum Preis von 1.50 Mk., 50 Pfg. und 20 Pfg. sind
in der Hofbuchhandlung von Johs. Waitz (Elisabethenstr. 16)
und bei den Leitern der Jugendvereinigungen erhältlich. (4240
Ullterrieht Hann Zeichnen u. Masasen
in Oel, Aquarell, Pastell, auf Porzellan etc., sowie
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fertigung von Oel- und Pastellporträts, auch nach
Photo=
graphien und Kopieren älterer Bilder. (4252om
Antonie Zimmermann
63 Gervinusstrasse 63.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizekiamts Darmſtadt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Gleisverlegungsarbeiten
wird die Eliſabethenſtraße zwiſchen der Neckar= und
Saalbauſtraß=
vom 17. Februar lfd. Js. an bis zur Beendigung der Bauarbeiten,
etwa 8 bis 10 Tage, für den Fuhrwerks= und Radfahrverkeh
geſperrt.
(424:
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dobermann. 1 Foxterrier (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(420a
een
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 19. Februar, und die folgenden Mittwoche,
ſolange Bedürfnis, von nachmittags ½3 Uhr ab unentgeltliche
Impftermine im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im
Vor=
jahr impfpflichtige, bis jetzt noch nicht geimpfte Kinder.
Angeordnete Wiederimpfungen werden in dieſen Terminen
ebenfalls vorgenommen.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe.
Nachſtehende Verhaltungs=Vorſchriften werden zur Beachtung
bekannt gegeben:
Aus einem Hauſe, in welchem anſteckende Krankheiten, wie
Scharlach, Maſern, Diphtherie, Krup, Keuchhuſten. Flecktyphus,
roſenartige Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen,
dürfen die Impflinge zum allgemeinen Termine nicht gebracht werden.
Die Eltern des Impflings oder deren Vertreter haben dem
Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere oder noch
beſtehende Krankheiten des Kindes Mitteilung zu machen.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913.
(4232a
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.
Kraſtloserklärung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 23030, 24537, 24678, 27264, 31437, 34079 und
34178 werden hiermit aufgefordert, ihre Anſprüche innerhalb
14 Tagen, vom Tage des Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an
gerechnet, in unſerem Geſchäftszimmer — Kirchſtraße Nr. 9 —
geltend
zu machen, widrigenfalls nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 32 des
Statuts vom 18. Auguſt 1900, betreffend die ſtädtiſche Pfandleihanſtalt
Darmſtadt, die Kraftloserklärung der Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913.
(4208
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
Brennholz=Verſteigerung.
(Harras.)
Montag, 24. Februar 1. J., vormittags 9 Uhr,
ſollen im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus Harras, Abt. 9,
12, 14 und 19, und Trieſch, Abt. 3, 10, 12 und 13 (Abz. Nr. 492—896)
verſteigert werden:
Scheiter: Kiefern 77 rm (rund), 74 rm (geſpalten);
Knüppel: Eichen 2 rm, Kiefern 425 rm
Reiſig=Knüppel: Eichen 4 rm, Kiefern 24 rm (lang), 102rm
(kurz);
Reiſig=Wellen: 2190 Stück Kiefern;
Stöcke (fein): Kiefern 277 rm.
Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Um
vor=
herige Einſichtnahme wird gebeten.
(4211os
Darmſtadt, den 13. Februar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 20. u. Freitag, den 21. Februar 1913,
jedesmal 9 Uhr vormittags anfangend, werden auf hieſigem
Rat=
hauſe aus hieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Klingsacker= und
Malchertanne
ca. 11 Raummeter Buchen=Scheiter,
Knüppel,
„ Stöcke,
310 Stück
Wellen,
53 Raummeter Kiefern=Scheiter,
659
Knüppel,
183
Stöcke,
Wellen
5890
meiſtbietend verſteigert. Die Forſtwarte Haas und Weingärtner
erteilen Auskunft.
Pfungſtadt, den 11. Februar 1913.
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Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
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(1294a
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des am 26.
Septem=
ber 1911 zu Darmſtadt
verſtorbe=
nen Dr. Wilhelm Bieſer,
Ober=
ſtabsveterinär, iſt Termin zur
Gläubigerverſammlung auf
Montag, 24. Februar 1913,
nachmittags 3‟ Uhr,
vor dem Großherzogl. Amtsgericht
Darmſtadt I, Neues
Gerichtsge=
bäude am Mathildenplatz,
Zim=
mer Nr. 219, anberaumt worden.
Es ſoll über den zwiſchen dem
Konkursverwalter und den Erben
des Gemeinſchuldners
abgeſchloſſe=
nen Vergleich Entſchließung gefaßt
werden. Die Urkunde liegt auf
der Gerichtsſchreiberei zur Ein=
(4248
ſicht auf.
Darmſtadt, 10. Februar 1913.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Nutzholz=Verſteigerung Nr. 8
vom 14. Februar l. Js. iſt
geneh=
migt.
Ausgabe der Abfuhrſcheine
am 26. ds. Mts. Tag der
Ueber=
weiſung und erſter Abfuhrtag am
(4206
27. Februar 1913.
Darmſtadt, 14. Februar 1913.
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12.
Lachende Mädchenſtimmen riſſen Fabi aus ſeinem
Vorſichhinbrüten. Er ſprang auf.
Dort ſitzt der Vermißte! Sitzt und träumt, rief
Wutzelchen und kam mit ein paar langen Schritten auf
den Bruder zu. Hinter ihm drein flatterten weiße
Klei=
der — ein Mädchentrio: Edelchen, Iſa, und in ihrer Mitte
eine ſchlanke Brünette.
Guten Tag, gnädiges Fräulein, ſagte Fabian.
Irma von Schenk reichte ihm die Fingerſpitzen; es
ſah ſo aus, als wollte ſie ſchmollen, aber ihre Augen
lachten ihn an.
Man muß Sie ja ſtets ſuchen, Herr von Heidegg, wir
haben uns lange nicht geſehen. Ich fragte neulich Onkel
Gotthold, ob Sie krank ſeien, da Sie nicht zu Tiſch kamen,
als wir, Mama und ich, in Vahlenhoff waren.
Arbeit, gnädiges Fräulein, Ausſaat!
Irma war die Nichte ſeines Prinzipals, eines alten
Junggeſellen. Ach, bei uns iſt man gar nicht ſo — unſer
Inſpektor läßt ſich immer Zeit. Warum hetzen Sie ſich
eigentlich ſo ab, Herr von Heidegg?
Fabian lächelte nur. Er wußte Beſcheid. Borgheide,
das Gut der verwitweten Frau von Schenk, war ziemlich
verwirtſchaftet,
Man ging ins Haus: Fabrian mit Irma, die
an=
deren wie ſelbſtverſtändlich ein paar Schritte zurück. Irma
wurde von ihren Freundinnen mit Fabi geneckt — ſie war
ebenſo naiv wie verliebt in ihn und gab ſich immer
ver=
gebliche Mühe, letzteres zu verbergen. Ihn rührte das
zuweilen. Heute empfand er merkwürdigerweiſe anders
als ſonſt für Irma. Etwas Fieberhaftes lag in ſeinem
Weſen. — Er ſuchte beim Kaffeetiſch ſeinen Platz neben
Irma und fragte, was ſie getrieben in der letzten Zeit:
ob ihre Schimmelſtute noch lahme, ob ſie viel reite, und
ob die Kirſchen in Borgheide ſchon blühten?
Sie antwortete ihm lebhaft und ihre Augen ſtrahlten.
So war Fabi Heidegg ja noch nie gegen ſie geweſen. Wie
hübſch er ausſah! Und wie er lachen konnte. Sie hatte
den Ernſt in ſeinen Zügen allerdings auch anziehend und
intereſſant gefunden. Aber das Lachen ſtand ihm doch
weit beſſer. Sie dachte nur an ihn, ſeitdem ſie aus der
Penſion zurück war.
Ihre Mutter war ſehr erzürnt darüber. Es ſchickt
ſich nicht, Irma — Du mußt Dich zuſammennehmen. Man
zeigt einem jungen Herrn nicht, daß man ihn reizend
findet.
Wenn er es aber iſt, Mama, ſchmollte Irma.
Frau von Schenk war ſehr nervös; ſie hatte ſtets über
ihre Pittel gelebt, nun hieß es, ſich auf Borgheide
ein=
ſchränken‟ Wenn Irma nun eine gute Partie machen
würde, dann käme man aus aller Not. Aber Irma hatte
nur Sinn für den Inſpektor ihres Onkels.
Frau von Schenk, die in ihrer Jugend ſehr hübſch
eder ſch verbät wat, berie mn
mit halbem Ohr auf das, was Frau Chriſta ihr erzählte.
— Ihre Blicke ſchweiften unruhig zu ihrer Tochter und
Fabi hinüber. Ihre Beruhigung war bisher geweſen,
daß er ſich nicht dem jungen Mädchen genähert hatte.
Aber heute — was fiel ihm denn nur heute eigentlich
ein?! Es war ihr größtes Unglück, daß ſie ſchließlich
im=
mer alles tat, was Irma wollte. Heute hatte ſie ſich
ge=
gen die Fahrt nach Heidegg geſträubt — und nun ſaß ſie
doch hier, machtlos, und mußte ſich noch dazu liebens)
würdig unterhalten, obgleich ihr der Boden unter den
Füßen brannte. Es dauerte nicht lange, ſo ſchwärmte
die Jugenb wieder in den Garten. Es war ſchwül, ein
Gewitter im Anzuge.
Bitte, laſſen Sie meinen Wagen anſpannen, ich möchte
nach Hauſe, bevor das Wetter losbricht, ſagte Frau von
Schenk, — und Irma — wo iſt Irma?
Im Park, erwiderte Frau Chriſta ſorglos. Ich ſah
ſie vorhin mit Fabi die Verandaſtufen hinabgehen.
Die Kaleſche aus Borgheide hielt vor der Rampe, —
Frau von Schenk erhob ſich — Ich will doch mal
nach=
ſehen, wo meine Tochter bleibt.
Aber Frau Chriſta verſprach, den Diener in den Park
zu ſenden.
Da brach auch ſchon der Regen los, ein praſſelnder,
echter Gewitterregen. Lachend ſtoben die jungen
Herr=
ſchaften herbei — als Nachzügler — — Fabian und Irma.,
Draußen im Garten hatten ſie ſich, deren Herzen ſchon
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ſſammengefunden fürs Leben. Ein heißer, inniger Kuß
hatte ihr Verlöbnis beſiegelt.
Als Brautpaar, Hand in Hand, traten ſie wieder ins
Haus, um ſich der Eltern und der Mutter Segen zu
erbitten. — Bei ſtrömendem Pfingſtregen feierte man auf
Haus Heidegg Verlobung.
Man betrügt ſich ſelbſt oft am meiſten durch Brücken=
und Schiffeverbrennen. Man glaubt, eine Heldentat
voll=
bracht zu haben, und hat doch in den meiſten Fällen aus
ſeitel Feigheit einen gewaltſamen Schritt getan.
Solchen Reflexionen gab ſich Fabian während ſeiner
Kkurzen Bräutigamszeit allerdings nicht hin, im
Gegen=
ſteil, er gab ſich die redlichſte Mühe, recht von Herzen
glück=
tlich zu ſein. Irma war liebenswürdig, hingebend,
kin=
diſch, — ja, oft vielleicht zu kindiſch, fand Fabian flüchtig.
Im ganzen kritiſierte er ſeine Braut nie — ihre
Zärtlich=
ſkeit, ihre Aubetung verwirrten ihn, machten ihn fürs erſte
furteilslos. Er war jung, und die Rolle des Verlobten
ſdünkte ihm gar nicht übel.
So wetterwendiſch Irma dazwiſchen auch war
Fabi gegenüber zeigte ſie das nicht. Sein Wille war ihr
ſGeſetz. Ihre Mutter, durch die Schule einer
unbefriedi=
igenden Ehe gegangen, warnte ihre Tochter, oft vor einem
zu großen Ueberſchwang der Gefühle: Die Männer
ſverlangen ſogar Widerſtand, liebes Kind. Aber Irma
ſbehauptete, nicht fähig zu ſein, eine andere Meinung zu
ſbeſitzen, als ihr Fabi.
Frau von Schenk ſeufzte und ſchwieg. Sie hatte ſich
ſdazu entſchloſſen, Borgheide ihren Kindern zu überlaſſen
fund nach der Hochzeit des jungen Paares aanz im Süden
ie Schniegeinter dagtbtelden, ubertedte
ihr, auch behagte ihrer zarten Geſundheit der Norden
nicht. Es ließ ſich einrichten, daß Fabi in ſeiner
bisheri=
gen Stellung verblieb und von Borgheide aus auch
Vah=
lenhof nach wie vor bewirtſchaftete. Irma grämte ſich
ſchon jetzt im ſtillen darüber, daß die Wirtſchaft ihren
künftigen Gatten ſo ſehr in Anſpruch nehmen würde. Doch
Fabian war es recht, ihm hätte es widerſtrebt, auf dem
Beſitz ſeiner Gattin zu leben, ohne einen ſelbſtändigen
Erwerb zu haben.
Die Hochzeit wurde auf den Oktober feſtgeſetzt: eine
ſtille Trauung, doch vorher ein großer Ball auf Haus
Heidegg. Das hatte Frau Chriſta ſo gewollt im
Wider=
ſpruch zu allen gewohnten Sparſamkeitsrückſichten. Aber
Edelchen und Iſa ſollten ſich einmal nach Herzensluſt
aus=
tanzen, außerdem war man den Nachbarn ſchon Jahre
hin=
durch ſchuldig, etwas zur Geſelligkeit beizutragen.
Daß Editha und Erika ſich als Hochzeitsgäſte
ange=
meldet hatten, konnte Frau Chriſtas Freudigkeit, mit der
ſie die Anordnungen zu den Feſttagen auf Heidegg
be=
trieb, nicht beeinträchtigen. Ein wenig erſchrak ſie aber
doch, als Regi und ſeine Gattin — ſie waren bereits ſeit
Juni vermählt — telegraphiſch ſich ebenfalls anſagten.
Aber ſchließlich waren die alten Geſchichten ja längſt
ver=
jährt und — verſchmerzt!
O, wenn die Gräfin Suhr mit ihrem boshaften
Lä=
cheln dieſes Zuſammentreffen noch erlebt hätte — — Haus
Heidegg ſollte vielleicht doch noch ſeine Romane zu
ver=
zeichnen haben.
War Fabians überhaſtete Verlobung, welche faſt wie
eine Flucht vor ſich ſelber geweſen, denn etwa nicht die
Einleitung zu einem Romanabſchnitt?
Iin eldenn wveren die Seuſtelt
es Herrenhauſes
nach wie vor verſchloſſen — von der Herrſchaft war keine
Spur zu erblicken —, eines Tages aber drang das
Ge=
rücht nach Heidegg, daß die Baronin Lansky ihren
ſchwer=
kranken Gatten in einem Kurort pflege. —
Das war alſo Warinka, geborene Prinzeß Karniſcheff,
jetzige Frau Reginald Steenhuſen. Aehnlich hatte Frau
Chriſta ſie ſich vorgeſtellt, nach Laune liebenswürdig,
ganz „grande dame” — keinen Satz zu Ende redend, ohne
ein paar franzöſiſche Brecken einzuſtreuen. Der Typ einer
oberflächlichen, vornehmen Ruſſin. Und daneben — Frau
Chriſtas Bruder — breitſchultrig und ſtattlich, mit dem
alten, herzlichen Lächeln und dem immer etwas
ver=
träumten Ausdruck in den Augen. Regi, mon cheri, wie
ſeine Frau ihn beſtändig nannte. Ja, ihr Gatte Matthias
hatte ſchon recht gehabt. Reginald war bei ſeiner
Ver=
lobung mit Warinka nicht das „Karnickel” geweſen, dachte
Frau Chriſta nun auch.
Der Zufall hatte es gefügt, daß Editha und Erika,
ſowie Regi und ſeine junge Gattin, zu gleicher Zeit von
der Bahnſtation nach Heidegg abgeholt wurden. Auf dem
Bahnſteig der kleinen Halteſtelle hatte man einander er=,
kannt und begrüßt. Reginald wur anfangs betroffen, er
hatte ſich Editha vollkommen verblüht vorgeſtellt; anſtatt
deſſen erſchien ſie ihm in ihrer ſchicken Reiſetoilette um
Jahre verjüngt. Er ahnte nicht, was ein ſorgloſes
Da=
ſein, ſtete Körperpflege und — eine gute Schneiderin
ver=
mögen.
(Fortſetzung folgt.)
Vorträge.
* Fremdſprachliche Vorträge. Freitag abend
ſſprach Herr Lektor Dr. Smith über „Engliſh Schools
aand Univerſity‟. Der Vortragende gab einleitend einen
Ueberblick über das engliſche Unterrichtsweſen und ging
Lodann auf die Eigenart der einzelnen Schularten ein,
wwobei er beſonders die Züge hervorhob, die dem engliſchen
Erziehungsſyſtem ihr eigentümliches Gepräge geben. Von
beſonderem Intereſſe waren die Ausführungen über einige
hiſtoriſch berühmte Schulen, das Eton=College und das
Harrow=College, aus denen ſo mancher führende Geiſt
Englands hervorging. Bei der Betrachtung der engliſchen
Univerſität ſchilderte der Vortragende die Eigentümlichkeit
des akademiſchen Lebens, das ſich, beſonders was den
Be=
griff der akademiſchen Freiheit angeht, von dem deutſchen
weſentlich unterſcheidet. Der Vortrag war, durch gute
Lichtbilder unterſtützt, auch für den im Engliſchen
Unge=
übten durchaus verſtändlich und gab ein anſehnliches Bild
des behandelten Gegenſtandes. — Da die Vorträge
beſon=
deren Anklang fanden und zahlreich beſucht werden, iſt es
ermöglicht, einen Vortrag einzuſchieben, ſo daß jetzt noch
zwei Vorträge ſtattfinden. Am 26. Februar wird Heer
Bconard über „L'Aiglon” ſprechen und am 5. März
Herr Lektor Dr. Bodart über „La Femme au XVIII
Siécle.
* Im Ortsgewerbeverein hielt Freitag abend
Herr Rechtsanwalt Geißner einen für Handwerker und
Gewerbetreibende recht intereſſanten Vortrag über
Scha=
denserſatzverpflichtung des Handwerkers
Ausgehend von der Tatſache, daß jedermann heute darauf
bedacht iſt, für den kleinſten Unfall einen
Schadenserſatz=
verpflichteten zu ſuchen, ſei es dringende Pflicht der
Hand=
werker und Gewerbetreibenden, die ja in vielen Fällen als
die Verpflichteten angegangen würden, auch ihrerſeits die
betreffenden Geſetzesbeſtimmungen ſich genau einzuprägen,
um vorkommenden Falles gerüſtet zu ſein. Da die
Ge=
ſſetzesbeſtimmungen ſelbſt ſehr knapp gehalten und nicht
leicht verſtändlich ſeien, müßte man die Auslegungen, die
Reichsgericht und andere höhere Gerichte in ihren
Ent-
ſſcheidungen gegeben hätten, zum beſſeren Verſtändnis mit
heranziehen. Er gab dann nach einer allgemeinen
Be=
ſprechung der Schadensparagraphen des Bürgerlichen
Ge=
ſetzbuchs eine Reihe praktiſcher Beiſpiele und
Entſchei=
dungen aus dem Jahre 1912 bekannt. Sorge für
Ver=
kehrsſicherheit in Haus und Hof, auf den Fußſteigen und
Zugängen zu den Werkſtätten und Verkaufsräumen, Be=
Aeuchtungs= und Streupflicht, Sorge für die Sicherheit des
Verkehrs auf der Straße, Haftung für Verſchulden der
Ge=
ſſellen, Lehrlinge und anderer Hilfsperſonen, Verpflichtung
zur ſtändigen Aufſicht der Hilfsperſonen, Mitwirkung des
Geſchädigten bei der Entſtehung des Schadens, Verſtoß
gegen die guten Sitten, Verrat von Geſchäftsgeheimniſſen
rund zuletzt die Schadensbeſtimmungen des Werkvertrags
kwaren beiſpielsweiſe einige der Punkte, die durch praktiſche
Beiſpiele belegt und ausführlich beſprochen wurden. Mit
rreichem Beifall dankten die Anweſenden dem
Vortragen=
den für ſeine Ausführungen. Nach der anſchließenden
Diskuſſion, in der noch verſchiedene intereſſante und
rwichtige Fragen aus allen Gebieten angeregt und
beſpro=
ichen wurden, ſprach neben dem Vorſitzenden des
Gewerbe=
vereins, Herrn J. Jakobi, noch dem Redner weiter Herr
Regierungsrat Reuter im Namen der Zentralſtelle für
die Gewerbe für die klaren, verſtändnisvollen Ausführungen
herzlichen Dank aus.
Sport, Spiel und Turnen.
* Winterſport. Die Meiſterſchaft von Ungarn
im Skilaufen, die in Tatra=Szeplak ausgetragen
wurde, gewann der in Wien lebende Norweger Mathias
Aas, der im Langlauf Erſter und im Sprunglauf Zweiter
wurde.
Internationales Wettſchlitteln in
Da=
vos. Für das vom Internationalen Schlittelklub Davos
der ſich vor einigen Wochen konſtituierte, veranſtaltete
Freeman=Jubiläums=Wettſchlitteln auf der Schatzalpbahn
fanden ſich nicht weniger als 45 Bewerber ein. Es
gelang=
ten drei Damen= und fünf Hercen=Preiſe zur Verteilung.
In der Konkurrenz der Herren ſiegte Mr. Freeman, zu
deſſen Ehren das Rennen veranſtaltet war, und der ſchon
vor 30 Jahren die erſte derartige Konkuerenz veranſtaltete.
Er benötigte für die 3400 Meter 4 Min. 45¾ Sek. Von
den Damen ſiegte Frl. Gredig in 5.50.
Goldpokal von Davos. Am Freitag wurde
auf der Schatzalp=Bobbahn der Goldpokal von
Davos, ein Wanderpreis im
Vierſitzer
Bob=
rennen ausgefahren. Die Wettverhältniſſe waren
die denkbar günſtigſten und ein zahlreiches Publikum
hatte am Start, den Kurven und am Ziel
Auf=
ſtellung genommen. Der ſieggewohnte Bob „Torpedo”
von der geſchickten Hand Dr. Lüders=Charlottenburg
geſteuert, mit der übrigen Mannſchaft Fick, L. Clauſius
und Becci (Bremſe), war wiederum erfolgreich und
ge=
wann damit das über 3400 Meter führende Rennen zum
dritten Male hintereinander. Die Zeit betrug 3 Min.
25,2 Sek. Zweiter wurde der Bob Croix du ſud” (Steuer:
van der Sandt=Wiesbaden) in 3 Min. 26,2 Sek vor dem
Bob „Jeanne d’Are” (Steuer: Monſ. Fregoliere=Paris),
„Firefly”, „Beowulf” und „Splendid” Während der
Kon=
kurrenz kamen die Bobſleighs „Sport” und „Schwalbe
zu Fall, doch verliefen die Stürze ohne ernſte Folgen für
die Beteiligten.
sr. Einen neuen Weltrekord im Laufen für Berufs
läufer ſtellte in New=York der bekannte Profeſſional
Kolehmainen auf. Der bereits ſeit dem Jahre 1863 be
ſtehende und von White mit 24 Min. 40 Sek. gehaltene
Weltrekord über fünf engliſche Meilen (8,045 Kilometer)
wurde von Kolehmainen auf 24:29½ gedrückt.
Handel und Verkehr.
— Patent=Erteilungen. (Mitgeteilt von
Dipl.=Ing. Klemens Herszberg u. Ko., Patent= und
In=
genieur=Bureau, Darmſtadt, Rheinſtr. 19.) 221. 257 286
Verfahren zur Vorbereitung von chromgarem Leder für
die Leimbereitung. Dipl.=Ing. Willy Prager, Darmſtadt,
Wilhelminenſtr. 17½. 15. 6. 12. P. 29 008. 30 h. 257 473.
Verfahren zur Gewinnung eines Krebsheilmittels. Fa. E.
Merck, Darmſtadt. 18. 1. 12. M. 46 745. — Patent=
An=
meldungen: 121. D. 26 757. Verfahren zur
elektrolyti=
ſchen Zerſetzung von Chloralkalien; Zuſ. z. Anm. D. 23 580.
Dr. Otto Dieffenbach und De. Wilhelm Moldenhauer,
Darmſtadt. 1. 4. 12. 121. D. 23 580. Elektrolytiſche
Zer=
ſetzung von Chloralkalien unter Verwendung beliebiger,
mit den Elektroden nicht in Verbindung ſtehender
Dia=
phragmen. Dr. Otto Dieffenbach und Dr. Wilhelm
Mol=
denhauer, Darmſtadt. 30. 6. 10. 28 f. J. 15026.
Seifen=
kühlvorrichtung mit Blechen auf den Kühlplatten. Fa.
Auguſt Jacobi, Darmſtadt. 17. 9. 12. —
Gebrauchs=
muſter=Erteilungen: 33c. 540 572.
Haarſpangen=
verſchluß F. Heim Söhne, Ober=Ramſtadt bei Darmſtadt.
14. 1. 13. H. 59 102. 34 1. 540 562. Leiter. Georg Schmitt IV.,
Nieder=Liebersbach i. Odenw. 22. 1. 13. Sch. 46 834. 45k.
540 227. Tierfalle, deren Gehäuſe loſe eingeſetzte, abnehm
bare Seitenwände beſitzt. Michael Jäger, Darmſtadt,
Lie=
bigſtraße 46. 25. 10. 11. J. 12055. 45k. 540 228.
Selbſt=
tätig ſich wieder aufſtellende Falle für Mäuſe und andere
Schädlinge. Michael Jäger, Darmſtadt, Liebigſtraße 46.
25. 10. 11. J. 12 056.
Gewinnauszug
der
2. Drenſtiſch-Säddentſchen
(228. Königlich Prenßiſchen) Klaſſenlotteris
2. Klaſſe 1. Ziehungstag 14. Februar 1913
Auf jede gezogene Nummer ſind gwei gleich hohe Gewiang
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. B.)
(Nachdruck verdoten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 20000 Mk. 102914
4 Gewinne zu 1000 Mk. 74722 216485
2 Gewinne zu 500 Mk. 152449
20 Gewinne zu 400 Mk. 44054 48028 52317 6290a
71150 89748 122985 123521 131247 200972
18 Gewinne zu 300 Mk. 48121 61109 109794 123864
171175 173108 174053 186497 190487
76 Gewinne zu 200 Mk. 754 1652 62959 1266a
14715 26648 31953 40237 48144 52311 69230 66276
79051 83718 85862 86384 88600 97328 105264
112583 116934 125499 131565 133808 134725 135493
145927 155255 173631 175788 177691 179799 192005
194289 196222 201695 205788 210296
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 40000 Mk. 87293
2 Gewinne zu 3000 Mk. 197909
2 Gewinne zu 1000 Mk. 187487
10 Gewinne zu 600 Mk. 72502 116168 18698s
161679 170223
6 Gewinne zu 400 Mk. 40209 124068 191635
24 Gewinne zu 300 28677 48276 62432 79216
93877 101527 114744 127516 164282 166282 176997
193932
88 Gewinne zu 200 Mk. 1556 6057 6105 6450
8093 9698 9877 17795 27652 29681 41903 48473
60140 62924 65830 66434 69856 70658 71644 73199
82472 87200 89010 90816 101992 102619 109002
116996 118253 134441 135099 139899 141170 141840
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