Abonnementspreis
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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Zweite Kammer hat geſtern nach nur
zwei=
tägigen Verhandlungen die Generaldebatte
über den Etat 1913 beendigt.
Die geſtrige Stadtverordnetenverſammlung
beſchloß die Einführung einer ſtädtiſchen
Billettſteuer ab 1. April 1913.
=Prinzeſſin Viktoria Luiſe und ihr
Bräuti=
gam ſind geſtern in Begleitung der Kaiſerin in
Ber=
lin angekommen und auf dem Bahnhof von dem
Ober=
bürgermeiſter mit einer Anſprache begrüßt worden.
Der Regent von Braunſchweig, Herzog Johann
Albrecht zu Mecklenburg und Gemahlin ſind geſtern
nachmittag in Karlsruhe eingetroffen.
Der Reichskanzler teilte in einer Rede auf dem
Feſteſſen des Deutſchen Landwirtſchaftsrates mit, daß
der Reichstag die neuen
Militärvor=
lagen um Oſtern verhandeln werde.
Die Kommiſſion des Reichstages zur
Be=
ratung des Petroleum=Monopolgeſetzes
nahm in zweiter Leſung die Paragraphen 1 und 2 der
Vorlage an.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Das Echo.
— Es iſt begreiflich, daß die Ankündigung von
der verſtärkten deutſchen Rüſtungen bei den
Entente=Mächten, ſpeziell Frankreich und England, mit
gecht gemiſchten Gefühlen aufgenommen worden iſt,
wenn=
gleich die offiziellen Stellen naheſtehenden Blätter ſich
krampfhaft bemühten, ein möglichſt gleichmütiges Geſicht
zu zeigen. Jedenfalls iſt es aber bezeichnend, daß der
franzöſiſche Miniſterrat ſofort zuſammentrat, um auch
ſei=
nerſeits darüber zu beraten, welche Gegenmaßnahmen
erforderlich ſeien. Man iſt dahin übereingekommen, an
das Parlament mit einer neuen außerordentlichen
Kredit=
orderung für die Verſtärkung des Heeres heranzutreten.
Wor allem ſoll die ſchwere Artillerie vermehrt werden,
auch will man neue große Truppenübungs= und
Schieß=
polätze ſchaffen. Die kommende Vorlage will man
aus=
drücklich mit der deutſchen Heeresverſtärkung begründen.
Daß man an der Seine nicht ſehr angenehm berührt
iſt, hat noch tiefer liegende Gründe. Man muß mit
Er=
ſtaunen ſehen, daß hinter den Kuliſſen plötzlich doch in
der Rüſtungsfrage eine Annäherung zwiſchen
Deutſch=
and und England erfolgt iſt, die ihren Ausdruck in einer
Art Verſtändigung — ſei ſie nun feſtgelegt oder nicht —
anſcheinend bereits gefunden hat. Auf dieſe Weiſe kann
Frankreich in die Lage kommen, in der Hauptſache den
verſtärkten Stoß Deutſchlands aushalten zu müſſen, und
s kann leicht ſein, daß unter ſolchen Umſtänden die ſo viel
geprieſene Entente, die ſich auch während der
Balkan=
wirren nicht ſonderlich bewährt hat, ein kleines Loch
er=
hält. Die franzöſiſche Rüſtung ſoll ſich aber auch aus
guten Gründen auf die Marine erſtrecken, und bei der
Beratung in der Deputiertenkammer erklärte der
Marine=
ntiniſter, Frankreich ſei entſchloſſen, die Ueberlegenheit im
Mittelmeerbecken zu behaupten. Das volle
Mariner=
programm werde bereits vier Jahre früher, als
vorge=
ſehen, ausgeführt ſein, und damit würde die franzöſiſche
Flotte eine geringe Ueberlegenheit gegenüber den
See=
ſrreitkräften Jialiens und Oeſterreich,=Ungarns
auf=
weiſen; ſollten dann die beiden genannten Staaten
wei=
ter gehen, dann würde auch Frankreich mit entſprechenden
Maßnahmen antworten.
Zu gleicher Zeit tagte auch das engliſche Unterhaus,
und hier bildete das Wort des deutſchen Admirals von
Tirpitz von den 10:16 den Gegenſtand einer Anfrage.
Ein Unterſtaatsſekretär erklärte zwar, daß es beſſer ſei,
zu warten, bis das Budget vorläge, er wolle aber nicht
verfehlen, der allgemeinen Genugtuung Ausdruck zu
geben, die durch den freundſchaftlichen Ton geweckt
wor=
den ſei, der die jüngſte deutſche Aeußerung in der
Ma=
frinefrage charakteriſiiert habe. Das klingt etwas anders,
als das Echo an der Seine, und bei der weittragenden
Bedeutung, die für beide Länder eine Verſtändigung über
die neue Rüſtung bildet, muß uns recht viel daran
ge=
legen ſein, mit England auf gutem Fuße zu leben,
wäh=
rend die franzöſiſche Heeresſtärke uns keinen ſonderlichen
Schrecken einzujagen vermag, zumal die Machthaber an
der Seine es ſich wohl nicht nur zwei, ſondern dreimal
überlegen würden, mit Deutſchland anzubinden, wenn ſie
ſich auch ſeit Jahrzehnten hierauf einrichten.
Eine politiſche Rede des
Reichs=
kanzlers im Landwirtſchaftsrat.
* Der Deutſche Landwirtſchaftsrat
ver=
anſtaltete am Mittwoch abend ein Feſteſſen im Hotel
Adlon zu Berlin, an dem etwa 150 Perſonen teilnahmen,
darunter der Reichskanzler, mehrere Staatsſekretäre
und Miniſter. Als erſter Redta ſprach der Präſident des
Deutſchen Landwirtſchaftsrates Graf v. Schwerin=Löwitz,
der einen Rück= und Ausblick über die wirtſchaftliche,
na=
mentlich die landwirtſchaftliche
Entwicke=
lung des verfloſſenen Jahres gab. Er
er=
innerte daran, wie das Jahr 1912 für die deutſche
Land=
wirtſchaft beſonders reich an ſchönen großen Hoffnungen,
zugleich jedoch auch an ſchweren Enttäuſchungen geweſen
ſei, und wie namentlich auch die Winzer ſchwer enttäuſcht
worden ſeien. Das deutſche Volk, das ſein ganzes
Kapi=
tal in gewerblichen und landwirtſchaftlichen
Unterneh=
mungen anlege, habe es ganz beſonders notwendig, ſich
gegen Kriegsſchäden zu verſichern. Eine ſolche
Verſicherung ſtelle die Unterhaltung unſeres
Volks=
heeres dar. Neben den nationalen und ideellen
Ge=
ſichtspunkten ſeien es daher auch rein praktiſche
wirtſchaft=
liche Erwägungen, die das deutſche Volk verpflichteten,
für die Verſicherung des Nationalvermögens durch eine
ausreichende Heeresmacht zu ſorgen. Die Rede ſchloß mit
einem dreifachen Hurra auf den Kaiſer und König, die
deutſchen Fürſten und die freien Städte. Der zweite
Vor=
ſitzende toaſtete auf die erſchienenen Gäſte.
Sodann erhob ſich der Reichskanzler und hielt
folgende Anſprache:
Hochverehrte Herren! Ich bin der liebenswürdigen
Einladung zu dem heutigen Feſtmahl mit Freuden gefolgt.
Neben der guten Ernte brachte uns das Jahr ſelbſt auch
einige Meinungsverſchiedenheiten Ich
weiß, die Landwirte billigen nicht alles, was ich in letzter
Zeit im volkswirtſchaftlichen Gebiete veranlaßte.
Trotz=
dem müſſen Sie mir geſtatten, daß ich gerne zu Ihnen
komme, daß ich mich wohl bei Ihnen fühle. In der
Ein=
ladung ſehe ich ein Zeichen, daß es nur die Ueberzeugung
iſt, was uns in den Fällen trennt, wo wir einmal
glau=
ben, verſchiedene Wege gehen zu miſſen. Wir haben die
Ernte des letzten Jahres in Frieden bergen können,
und ich lebe der Hoffnung, daß der deutſche Landmann
auch fürderhin ungeſtört ſeiner Arbeit wird nachgehen
können.
Das Friedensbedürfnis, das, wie ich glaube,
alle Großmächte beſeelt, und das uns hoffentlich auch über
die Balkankriſe hinweghelfen wird, hat die
ge=
ſundeſte Grundlage in dem überall lebendigen Bedürfnis,
die Kräfte der Nationen in immer fortſchreitender
Ar=
beit zu entwickeln. In welchem Maße die deutſche
Landwirtſchaft darauf angewieſen iſt. immer mehr
zu ſchaffen und zu produzieren, um ihren Platz im
Volls=
ganzen auszufüllen, das wiſſen Sie ſelbſt am beſten, das
haben uns die letzten Jahre und das haben uns die
Ver=
handlungen von heute vormittag eindringlich gelehrt. Ich
bitte den Deutſchen Landwirtſchaftsrat, wie bisher, ſo
auch fernerhin, dieſe Entwicklung kräftig zu fördern. Ich
hoffe, daß ich in der großen Frage der inneren
Ko=
loniſation im Deutſchen Landwirtſchaftsrat immer
einen treuen und ſtarken Bundesgenoſſen haben werde.
(Beifall.) In dem Jahre, das wir begonnen haben, wird
es kein Feſt und keine Feier geben, in die nicht
Hundert=
jahr=Erinnerungen hinüberklingen. Laſſen Sie uns als
Beſtes davon den Opfermut feſthalten, der 1813 unſere
Väter erfüllte.
Wir werden in dieſem Jahre unſere
Rüſtun=
gen zu Lande verſtärken müſſen. (Lebhafter
Bei=
fall.) Darin ſind alle verantwortlichen Stellen, das will
ich hier hervorheben, eines Sinnes. (Lebhaſtes Bravo!)
und das Volk, wenn ich es recht verſtehe will, daß, wer
wehrfähig iſt, auch Soldat wird. (Lebhafter Beifall)
Reich, Staat, Haus und Hof ſind uns mit allem, was ſie
an Hab und Gut für Seele und Leib umſchließen. zu
hei=
lig, als daß wir ſie nicht mit den äußerſten Mitteln gegen
den Krieg und die Kriegsgefahr zu ſichern und zu
ver=
teidigen entſchloſſen wären. (Beifall.) Darin iſt, davon
bin ich überzeugt, die Nation einig und wird es auch
blei=
ben, wenn wir im Reichstag — um Oſtern wird es
ſein — die Vorlagen verhandeln. Aber Opfer wird es
koſten. Gott hat dem deutſchen Volke eine Stelle auf dem
Erdball angewieſen und unſere Geſchichte ſo gefügt, daß
Opfer, große Opfer unſer ſchweres Erbteil ſind. Sie
willig zu bringen, ſei unſer Stolz. (Beifall.) Sie, meine
Herren, und ich darf mich zu Ihnen rechnen, ſind als
Landwirte mit dem Boden der Heimat beſonders eng
verwachſen. Aus dieſem Heimatboden ſprießt nicht nur
Korn, das uns nährt, ſondern aus ihm ſollen ſich immer
aufs neue Fleiß, Zähigkeit, Genügſamkeit und Zuverſicht
verjüngen, die im Wechſel von Jahrzehnten und
Jahr=
bunderten unſere Väter und Urväter im Schweiße ihres
Angeſichts im Saatkorn in ihn eingeſät haben. Halten
Sie dieſe Güter auch fernerhin in fürſorglicher Obhut,
dann wird der Boden, auf dem wir ſtehen, niemals
wan=
ken. Daß ſich dies bewahrheiten möge, darauf erhebe ich
mein Glas mit dem Rufe: Die deutſche Landwirtſchaft
lebe hoch! (Lebhafter Beifall.)
Ein ſozialpolitiſcher Mord:
** Nach Drahtberichten über die Ermordung
des ſozialdemokratiſchen Abg.
Schuh=
meier durch den chriſtlich=ſozialen Arbeiter Kunſchal
ſcheint das Verbrechen auf ſozialpolitiſche Antriebe
zu=
rückzugehen. Kunſchak iſt aus mehreren Arbeitsſtellen
verdrängt worden, weil er ſich geweigert hat, der
ſozial=
demokratiſchen Gewerkſchaft beizutreten. Es wird auch
von Verurteilungen wegen Erpreſſung berichtet, die auf
die Anzeige Kunſchaks gegen zwei Vertrauensmänner
einer ſozialdemokratiſchen Organiſation erfolgt ſeien. Die
bevorſtehende Gerichtsverhandlung dürfte in dieſer
Hin=
ſicht volle Aufklärung ſchaffen. Ob die ſozialdemokratiſche
Preſſe auch in dem vorliegenden Falle ihrer Gewohnheit
treu bleiben wird, den Verbrecher als ein Opfer der
Ver=
hältniſſe zu entſchuldigen? Die Tat ſelbſt verdient
natür=
lich ſchärfſte Verurteilung, denn Mord bleibt Mord, und
politiſcher Mord iſt allemal ein Zeichen ſchlimmer ſozialer
Entartung und verhängnisvoller Verwüſtung der Sitten
Wenn die ſozialdemokratiſche Preſſe aber jetzt den Mord
Schuhmeier in allen Tonarten ſittlicher Entrüſtung
ver=
dammen wird, ſo muß man verlangen, daß ſie künftig
auch Attentate auf gekrönte Häupter und Miniſter für
ver=
abſcheuungswürdig erklärt. Die Frankf. Ztg. ſchreibt zu
dem Attentat:
Es bedarf nicht vieler Worte dafür, daß das Attentat
ebenſo beklagenswert wie zu verurteilen iſt; es wäre das
natürlich auch dann, wenn Schuhmeier ſelbſt den
Atten=
täter ins Unglück getrieben hätte was aber auch nach
deſſen Ausſage nicht der Fall iſt. Daß aber das Vorgehen
ſozialdemokratiſcher Kreiſe manchmal einen Mann zur
Verzweiflung treiben kann, ſo daß er der vernünftigen
Ueberlegung nicht mehr fähig iſt, das iſt allerdings leider
auch wahr. Es iſt nicht leicht, über dieſe Dinge zu reden.
Auf der rechten Seite ſtehen diejenigen, die auf jedes
Vor=
kommnis und Wort lauern. das geeignet erſcheinen könnte,
ihre Forderung nach Verſchärfung der Strafgeſetze zu
ſtützen, auf der anderen Seite ſind die, die gar keine
Nei=
gung haben, hierfür Material zu liefern, weil ſie die
Strafgeſetze für ausreichend halten und überhaupt der
Anſicht ſind, daß alle Geſetze der Welt den Terrorismus
nicht beſeitigen werden, wenn er nicht aus der Geſinnung
verſchwindet. Daß aber die Sozialdemokratie da und
dort Terrorismus ausübt, das weiß man auch auf dieſer
Seite ſehr gut, und es muß auch ausgeſprochen werden.
Wir wiſſen nicht genau, inwieweit die öſterreichiſche
So=
zialdemokratie, beſonders die ſozialdemokratiſchen
Ge=
werkſchaften, die Methoden der deutſchen praktizieren.
Wenn ſie es aber einigermaßen tun, dann iſt es ſchon
alaubhaft daß der Wiener Eiſendreher Kunſchak durch
Terrorismus aus ſeinen Stellen vertrieben worden ſei.
Es wird beſtätigt, daß er ein Bruder des chriſtlich=
ſozia=
len Abgeordneten Kunſchak iſt, er wird alſo wohl auch ein
Chriſtlich=Sozialer ſein. Der Umſtand, daß einer ein
Chriſtlicher (oder ein Hirſch=Dunckerſcher) iſt, hat auch in
Deutſchland oft genügt, daß er von ſeinen
ſozialdemokra=
tiſchen Kollegen zu leiden hatte und aus Lohn und Brot
getrieben wurde. Die ſozialdemokratiſch=gewerkſchaftlichen
Kreiſe, die dieſe Praktiken üben, ſind auf einem böſen
Wege, und es könnte die Zeit kommen, wo alle
Beſon=
nenheit, die im Bürgertum beſteht, nicht mehr ausreichte,
der Empörung, die der Terrorismus hervorruft, die Wage
zu halten Die Angehörigen einer Partei, die täglich und
ſtündlich über wirkliche oder vermeintliche Ungerechtigkeiten
klagt, hätten wahrhaftig allen Grund, in ihrem praktiſchen
Verhalten ein Vorbild ſtatt immer wieder Anlaß zu
ſchar=
fer Mißbilligung zu geben. Es wäre zu wünſchen, daß
der tragiſche Wiener Vorfall die Terroriſten ein wenig
zur Beſinnung brächte.
Deutſches Reich.
— Die Ausſichten des Reichs= und
Staatsangehörigkeitsgeſetzes. Die lange
Unterbrechung in den Kommiſſionsberatungen über die
Vorlage eines Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetzes
und der beiden zugehörigen militäriſchen Geſetze hat in
der Preſſe zu der Anſchauung geführt, daß auf ein
Zu=
ſtandekommen dieſer wichtigen Vorlage in der
gegen=
wärtigen Tagung des Reichstages nicht mehr zu rechnen
ſei. Dieſe Auffaſſung iſt jedoch nicht zutreffend. Die
Kommiſſionsberatungen werden am Freitag wieder
auf=
genommen. Die lange Unterbrechung iſt lediglich
verur=
ſacht durch die Arbeiten der Redaktionskommiſſion, die
auf Grund der erſten Leſung des Entwurfes in der
Kom=
miſſion eine Umarbeitung der Vorlage vorgenommen hat,
die nunmehr vorliegt. Ueber alle weſentlichen Fragen des
Geſetzes iſt es zu einer Verſtändigung zwiſchen der
Reichs=
regierung und den Parteien gekommen. Die weiteren
Arbeiten in der Kommiſſion dürften in einigen Sitzungen
zu erledigen ſein.
— Zur Fleiſchteuerung. Der
geſchäfts=
führende Ausſchuß des Deutſchen Handwerks= und
Ge=
werbekammertages hat ſich nach Anhörung von Sachver=
ſtändigen zur Fleiſchteuerung dahin geäußert, daß er in
der Uebernahme des Ein= und Verkaufes von Vieh und
Fleiſch in eigene Regie der Städte, wie ſie infolge des
Er=
laſſes der Reichsregierung vom 28. September 1912
ein=
geſetzt hat, keine wirkſame Hilfe gegen die beſtehende
Fleiſchteuerung erblicken kann. Er ſieht in dieſen
Maß=
nahmen ebenſo wie in der geplanten Einführung von
mehrjährigen Lieferungsverträgen, den Anfang des
Aus=
ſchluſſes der Selbſtändigkeit des Fleiſchergewerbes, die im
Intereſſe der Volkswohlfahrt unbedingt aufrechterhalten
werden muß, und erwartet baldigſte Einſtellung der
ge=
troffenen und unbedingte Unterlaſſung der geplanten
Ein=
richtungen. Hierzu bemerkt die Köln, Ztg.: Der
Aus=
ſchuß des Deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertages
war bei dieſer Entſchließung, wie uns ſcheint, ſchlecht
be=
raten. Einzelne Städte haben den Ein= und Verkauf von
Fleiſch und Vieh in eigene Regie nur widerwillig und
nur deshalb übernommen, weil ein Teil der Metzgerſchaft
bei allen Verſuchen, eine Linderung der Fleiſchteuerung
herbeizuführen, verſagte. Die Metzger glaubten eben an
vielen Orten, die Entwickelung aufhalten zu können, und
ſo iſt die Entwickelung über ſie hinweggegangen. Daß
die Städte, ſobald wieder normale Verhältniſſe auf dem
Vieh= und Fleiſchmarkte herrſchen, das Feld wieder den
Fleiſcherhandwerk überlaſſen müſſen, iſt ganz
ſelbſtver=
ſtändlich; von dem Plane aber, mit den
Landwirtſchafts=
kammern langjährige Verträge auf Lieferung von
Schwei=
nen zu feſten Preiſen abzuſchließen, werden die Städte
im Intereſſe der minderbemittelten Bevölkerung, die
hauptſächlich auf Schweinefleiſch angewieſen iſt, nicht
ab=
gehen dürfen.
— In der Zweiten Kammer des
elſaß=
lothringiſchen Landtages wurde das Geſetz
über die erhöhte Bergwerksſteuer, ſowie das Beamten=
und Lehrerbeſoldungsgeſetz in dritter Leſung
angenom=
men. Der Etat des kaiſerlichen Statthalters gelangte in
der Faſſung zur Annahme, daß 100000 Mark (bisheriger
Bezug 200000 Mark) künftig wegfallen ſollen. Die
Her=
abſetzung des Dispoſitionsfonds gab wieder Anlaß zu
einer Diskuſſion. Abg. Burger (liberal) erklärte namens
ſeiner Fraktion, daß die Entſchließung bezüglich der
Her=
abſetzung wenig glücklich ſei. Man ſollte im
gegenwärti=
gen Augenblick die Stellung des kaiſerlichen Statthalters
nicht ſchwächen. Ein Teil ſeiner Fraktion werde gegen
den Antrag ſtimmen. Abg. Emmel (Soz.) richtete an die
Regierung die Anfrage, ob der kaiſerliche Statthalter die
elſaß=lothringiſchen Bundesratsbevollmächtigten
in=
ſtruiert habe, bei der Beratung über die Militärvorlage
im Bundesrat nicht für eine Vermehrung der Heereslaſten
einzutreten. Der Staatsſekretär Zorn v. Bulach erklärte,
daß er eine poſitive Antwort heute noch nicht geben könne
Wenn die Vermehrung des Heeres aber zur Verteidigung
des Reiches notwendig ſei, würde die elſaß=lothringiſche
Regierung die Konſequenz ziehen und ſie gut heißen
denn wenn das Deutſche Reich nicht ſo ſtark wäre, dann
wäre der Friede ſchon längſt gefährdet geweſen.
— Die Welfenpartei. In Hannover fand
eine ſtark beſuchte Vertrauensmänner=Verſammlung der
deutſch=hannoverſchen Partei ſtatt, in der Freiherr von
Scheele, der Vorſitzende des Direktoriums der Partei,
er=
klärte, daß ſich durch die Verlobung des Prinzen Ernſt
Auguſt mit der Prinzeſſin Viktoria Luiſe von Preußen
an der Stellung der Partei nichts geändert habe. — Die
Verſammlung ſtimmte nach einer längeren Ausſprache
die=
ſer Auffaſſung durch die Annahme folgender Entſchließung
zu:
Gegenüber den durch die Preſſe verbreiteten
Be=
hauptungen über die Auflöſung der deutſch=hannoverſchen
Partei ſtellen wir feſt, daß für eine Einſtellung unſerer
politiſchen Tätigkeit eine Veranlaſſung nicht vorliegt.
Wir werden nach wie vor in niederſächſiſcher Zähigkeit
und in ſtets neuem Vertrauen den Kampf für die
unver=
jährbaren Rechte des Hauſes Braunſchweig=Lüneburg
und des hannoverſchen Volkes fortſetzen, zum Segen
un=
ſerer Heimat und des geſamten lieben deutſchen
Vater=
landes. Für uns wird es ſtets und immerdar heißen:
Mit Gott für Fürſt und Vaterland. Durch Kampf zum
Sieg.
Danach ſcheint die Welfenpartei in Zukunft eine.
komiſche Rolle ſpielen zu wollen.
Ausland.
Italien.
Keine Anleihe. Die Agenzia Stefani erklärt
die einem Londoner Blatte aus Paris zugegangene
Mel=
dung, Italien würde demnächſt eine Anleihe in
beträcht=
licher Höhe auf dem franzöſiſchen Markte aufnehmen, für
vollſtändig falſch. Das italieniſche Schatzamt dachte
nie=
mals daran, eine Anleihe im Auslande aufzunehmen und
deckte auch alle Bedürfniſſe durch die kürzlich ausſchließlich
in Italien untergebrachten fünfjährigen Schatzſcheine.
Dementi. Die Agenzia Stefani teilt mit:
Die Meldung der Times über angebliche
Feind=
ſeligkeiten von den tripolitaniſchen Arabern im
Lande Orfella und vor Suara gegen die
Ita=
liener, denen die Araberſtämme große Verluſte zugefügt
hätten, ſind in allen Teilen falſch. Ein Zuſammenſtoß
zwiſchen italieniſchen Truppen und Arabern hat nicht
ſtattgefunden.
England.
Deutſche und engliſche Luftſchiffe. Der
konſervative Abgeordnete Hunt fragte im Unterhauſe den
Kriegsminiſter, ob er wiſſe, daß Deutſchland fünf ſehr
große ſtarre Luftſchiffe beſitze, die ohne Gefahr nachts
fahren können und fähig ſind, große Mengen von
Explo=
ſionsſtoffen mit ſich zu führen und auf die engliſchen
Docks, Schiffe und Magazine zu ſchleudern, und fragte
weiter, ob England ein Luftſchiff von mehr als einem
Drittel Größe des kleinſten dieſer fünf Luftſchiffe beſäße.
Der Kriegsminiſter bejahte beide Anfragen und gab
fer=
ner zu, daß England keine großen Luftſchiffe gebaut habe.
Darin liege aber keine Nachläſſigkeit. Ueber getroffene
oder noch zu treffende Maßregeln ſich zu äußern, lehne
er ab.
Belgien.
Generalſtreik als politiſche
Demon=
ſtration. Das Komitee, das den Generalſtreik
vorbe=
reitete, erläßt einen Auruf an die Bevölkerung, in dem
die Gründe auseinandergeſetzt werden, die Arbeiter zu
zwingen, den Generalſtreik zu proklamieren. Aus dem
Aufruf geht hervor, daß die Partei noch heute willens iſt,
einen vermittelnden Vorſchlag anzunehmen, wenn er bis
zum 14. April gemacht iſt. Ferner erklärt das Komitee,
daß man nötigenfalls ein Wahlrecht mit dem 25.
Lebens=
jahr und einer Zuſatzſtimme für jeden Familienvater
annehme.
Japan.
Das neue Kabinett iſt eine Koalition von
An=
hängern der Partei Saiyukwai und der Okuminto=
Par=
tei und den Nationaliſten. Die Miniſter für
Auswär=
tiges, für Krieg und Marine wurden vom Kaiſer ernannt,
um die Bildung einer rivaliſierenden Clique zu ver
meiden. Man glaubt, daß Kato, Kigoſhi und Saito
da=
her in ihren Aemtern bleiben. Das übrige Kabinett ſetzt
ſich folgendermaßen zuſammen: Finanzen Matſuda,
Eiſenbahnamt Hara, Juſtiz Haſeba, Verkehr Inukai,
öffentlicher Unterricht Ozaki. Es verlautet, daß der
Land=
tag eine Woche vertagt wird, um das Miniſterium in den
Stand zu ſetzen, ſich zu konſtituieren und das
Regierungs=
programm vorzubereiten.
* Adis=Abeba, 12. Febr. Der Konflikt, der
bei dem Wechſel der Palaſtwache des
Kaiſer=
lichen Ghebbi entſtanden war, iſt durch die
Inter=
vention des Biſchofs friedlich beigelegt worden. Der
Palaſtkommandant Fitaurari Gabre Mariam begab ſich
am Sonntag zu dem Biſchof, der ihn. bis zur Aburteilung
bei ſich behält. Während des Kampfes, der am Samstag
ſtattfand. feuerte ein Teil der Angreifer fortgeſetzt auf das
von Menelik bewohnte Haus und zertrümmerte deſſen
Tore und Fenſter. Die Kaiſerin flüchtete mit dem Kai=
ſer in den Keller, wo die beiden die Nacht verbrachten.
Die Truppenabteilungen, welche die Geſandtſchaften
be=
wachen, ſind zurückgezogen worden. In der Stadt herrſcht
Ruhe.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. Februar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheiten der
Groß=
herzog und die Großherzogin, ſowie das
Großherzogs=
paar von Sachſen folgten am Mittwoch mit Gefolge
einer Einladung des Prinzen und der Prinzeſſin Leopold
zu Iſenburg=Birſtein zur Frühſtückstafel. — Abends 8 Uhr
fand im Neuen Palais Abendgeſellſchaft ſtatt, zu welcher
61 Einladungen ergangen waren. (Darmſt. Ztg.)
*
Der Großherzog und die Großherzogin von
Sachſen=Weimar ſind geſtern vormittag mit dem
fahr=
planmäßigen Zuge um 11 Uhr 12 Minuten wieder von
hier aögereiſt und von dem Großherzogspaar zur Bahn
geleitet worden.
Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstag weder Audienzen erteilen,
noch Meldungen entgegennehmen. — Die Vorträge der
Miniſter pp. finden im Neuen Palais ſtatt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Direktor der Volksoper in
Wien Rainer Simons zu Wien die Erlaubnis zur
Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj.
dem König von Württemberg verliehenen Ritterkreuzes
1. Klaſſe des Friedrichs=Ordens erteilt und dem
Pfand=
meiſter Georg Willenbücher in Lampertheim aus
Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand die Krone
zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
katho=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Heppenheim a. d. B. Dem Inhaber
der Stelle können die Funktionen eines Hauptlehrers
übertragen werden. — Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Trais=
Münzen=
berg. Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn
Fürſten zu Solms=Braunfels und dem Herrn Grafen zu=
Solms=Laubach zu. Mit der Stelle iſt Organiſten=
und Lektorendienſt verbunden.
g. Ausloſung der Geſchworenen. Für die am
Mon=
tag, 3. März beginnende erſte diesjährige
Schwurgerichts=
periode, die unter dem Vorſitz von Landgerichtsrat Dr.
Güngerich ſtattfindet, wurde geſtern folgende
Ge=
ſchworenenliſte ausgeloſt: Beigeordneter Heinrich Bäcker
in Biblis: Geſchäftsführer Wilh. Hutmann in
Arheil=
gen; Buchhalter Wilhelm Schweinfurth in
Reichen=
bach i. O.; Fabrikant Dr. Georg Oemig in Ober=
Ram=
tadt; Hauptmann a. D. Reinhard Hofmann in
Darm=
ſtadt; Fabrikant Wilhelm Haſſenzahl II. in
Pfung=
ſtadt; Kaufmann Siegfried Haas in Bensheim;
Speng=
ler Johann Adolf Klein in Groß=Gerau; Chemiker Dr.
Chriſtian Rudolf in Offenbach; Prokuriſt Paul Fey in
Darmſtadt; Steinbruchbeſitzer Wilhelm Ruſſel in Klein=
Steinheim; Kaufmann Matthias Schwab in Klein=
Krotzenburg; Bürgermeiſter Hallſtein in Hainſtadt;
Gene=
ralarzt a. D. Dr. Emil Lindemann in Darmſtadt;
Möbel=
händler Johann Thoma in Seligenſtadt; Profeſſor
Hans Rupp in Heppenheim; Landwirt Georg Heleing
in Gundernhauſen; Kaufmann Siegmund Anſpach in
Darmſtadt; Rentner Arthur v Chrismar in
Darm=
ſtadt; Landwirt Johann Olt III. in Würzberg;
Land=
wirt Friedrich Reinheimer XVII. in Groß=Bieberau;
Bäckermeiſter Georg= Göckel in Reinheim; Metzger
Jo=
hann Jakob Miſchler in Dieburg; Rentner Heinrich
Koch II. in Darmſtadt; Landwirt Georg Walter, in
Ober=Schönmattenwag: Landwirt Heinrich
Hart=
mann II. in Rohrbach bei Reichelsheim; Direktor
Hein=
rich Döring in Guſtavsburg; Beigeordneter Philipp=
Siegmund in Rüſſelsheim; Gärtner Wilhelm Friedrich
Därmer I. in Offenbach; Forſtmeiſter Müller in
Neuſtadt.
g. Strafkammer. Der 24jährige verheiratete Schloſs
ſer Ludwig Delp von hier wurde geſtern von der
Straf=
kammer wegen Zuhälterei zu einer Gefängnisſtrafe
von acht Monaten und fünf Jahren Ehrverluſt, ſowie
Ueberweiſung an die Landespolizeibehörde verurteilt
Der Angeklagte lebte mit der 20jährigen Anna Scheler
zu=
ſammen, die vor kurzem von der hieſigen Strafkammer
wegen Diebſtahls zu acht Monaten Gefängnis verurteilt
wurde. Sie hatte damals einem hieſigen Handelsmann
etwa 100 Mark Erſparniſſe und einen wertvollen Ring
geſtohlen. Mit dem Geld waren die beiden nach
Luxem=
burg gefahren. Mit dem Reſt des geſtohlenen Geldes
wurde der nach Darmſtadt zurückgekehrte Angeklagte
feſt=
genommen, während die Scheler in Koblenz, wo ſie eine
Das Opfer des Südpols.
** Drei Jahre ſind verſtrichen. Am Morgen hatten
Zeitungsausrufer mit heiſeren Stimmen den Triumph
Shackletons durch die Straßen Londons gerufen. Bis
auf 97 geographiſche Meilen vom Südpol war Shackleton
vorgedrungen. Wenn irgend wer die Bedeutung dieſer
Leiſtung ſchon im erſten Augenblick in ihrem vollen
Um=
fange würdigen konnte, ſo war das jener britiſche
Marine=
offizier, der jetzt zur Abendſtunde, nach einem anſtrengen
den Arbeitstage in der Admiralität, in ſein kleines
hüb=
ſches Häuschen am Buckingham=Palace=Road zurſckkehrte.
Ein Freund erwartete den Heimkommenden, und aus
ihrem Atelier eilte die junge Frau, den braunen
Leinen=
kittel der Arbeit noch über ihr Kleid geworfen, herbei, um
den Gatten zu begrüßen. An jenem Abend, der den Keim
ſeines künftigen Schickſals in ſich trug, war Robert Falcon
Scott in gehobener Stimmung. Die Begeiſterung über
den Triumph des Kameraden war ſo groß und ehrlich,
daß ſie ſogar die heitere und ſtille Gelaſſenheit des
Kapi=
täns durchbrach. Der Freund, den der Zufall zum Augen
zeugen dieſes Abends im friedlichen Heime machte, erzählt,
wie die Frevde über den Erfolg ſeines einſtigen Leutnants
in ſeinen Augen wiederſtrahlte. Von einem kleinen Tiſche
nahm Scott ſeine Pfeife, und lächelnd holte die junge
Frau, die die Gedanken ihres Mannes ſo gut erriet, die
große Karte der Südpolarregionen herbei. Auf ſeinen
Knien breitete der Kapitän den Bogen aus, die Frau kniete
neben ihm an der Seitenlehne des Seſſels, und mit dem
Finger oder mit der Pfeife zeigte Robert Falcon Scott
den Weg, den ſein Freund Shackleton und deſſen Getreuen
im Kampfe mit dem Schnee und dem Eiſe überwunden
haben mußten. Schritt um Schritt erklärte er die gefahrvolle
Reiſe, hob immer wieder die Schwierigkeiten hervor, die
Shackleton überwunden haben mußte, und ſprach von dem
Lande, mit dem einſt auch er gerungen hatte, ſprach von
den Schrecken und den Schönheiten der Schneeinſamkeit in
den Regionen des Südpels. Und in ſeinen Worten leuch
tete immer wieder die große Freude über das Errungene
auf, während die Frau lauſchte und der heimliche Stolz
auf ihren Mann ſich in ihrem Antlitz immer deutlicher
ſpiegelte. „Wirſt Du wieder hinausziehen?” fragt ihn der
Freund; und Scott ſchwieg einen Augenblick, dann blickte
er auf ſeine Frau und ſchüttelte leiſe den Kopf. In ſeinen
Augen aber, ſo berichtet der Freund, leuchtete doch das
Feuer der Entdeckerfreude wieder, der Wille des Mannes,
wieder hinauszuziehen und im Kampfe mit der
Einſam=
keit feindlicher Elemente zu krönen und zu vollenden, was
er einſt begonnen. Seine Pfeife ging aus, ſein Blick wurde
unbeſtimmt und ſchien in weiten Fernen zu weilen, und
nun ſprach er von dem gewaltigen grenzenloſen Eisfelde,
das durchquert werden müſſe, ſprach von der Anzahl der
Meilen, die täglich bewältigt werden könnten, wenn
Men=
ſchen ihre ganze Kraft und ihren ganzen Willen einſetzen.
Er ſprach von den Hunden, ihren Gewohnheiten, ihrer
Zähigkeit, und die junge Frau neben ihm wurde etwas
unruhig, als ſie fühlte, wie immer ſtärker die Wanderluſt
des Eutdeckers in ſeine Worte ſtrömte.
An jenem Abend entſchieden Robert Falcon Scott und
Kathleen Scott über ihr Schickſal. Sie war ſchweigſam,
und man ſah, wie ſie mit einem Entſchluſſe kämpfte, der
ihr ſchwerer wurde, als Worte das zu ſchildern vermöchten.
Aber in dieſer Stunde der Kriſis blieb Kathleen Scott die
Siegerin, mit ſtummer Selbſtüberwindung ſtellte ſie ſeine
heimliche Sehnſucht über die Wünſche ihrer Liebe. Und
eine halbe Stunde ſpäter ermutigte ſie ihn, die Fahrt in
ſein Reich wieder zu wagen, beſtärkte ihn in ſeinem
heim=
lichen Vorſatze. Erſt einige Wochen ſpäter erfuhr die
Welt, daß Kapitän Scott willens ſei, noch einmal die
Fahrt gen Süden anzutreten, aber der Entſchluß zu dieſem
Beginnen, das nun ein ſo tragiſches Ende genommen hat,
ward an jenem ſtillen Abend erweckt, da er mit ſeiner
Frau auf der Karte Shackletons Lauf verfolgte und ſie ihm
wortlos das höchſte Opfer brachte, das eine glückliche Frau
ſich abringen kann.
Zwei Jahre und ein paar Monate ſpäter ſaß dieſe
Frau in demſelben Zimmer des kleinen Hauſes, aber
dies=
mal allein. Das war im März 1911; an jenem Tage
be=
ſuchte ſie ein befreundeter engliſcher Journaliſt. Wieder
hielt Kathleen Scott jene Südpolarkarte vor ſich, in ihren
Zügen lag eine froße gefeſtigte Zuverſicht, und während
ihr Finger über die Polregion hinglitt, ſagte ſie mit einem
Lächeln, in dem Freude und ein leiſes Bangen der
Unge=
wißheit ſich ſeltſam vermählten: „Hier iſt der Südpol.
Das alles iſt Eis und Schnee und eine Kälte von 50% C. Null. Irgendwo dort arbeiten ſich jetzt mein Mann
und ſeine Expedition ihrem Ziele entgegen.” Und dann
rief ſie aus dem Nebenzimmer ein blondlockiges kleines
Kindlein herbei und wies ihm lächelnd die Karte: „Komm,
ſiehl wo Dein Pappi jetzt iſt.” Und dann erzählte ſie: „Ich
werde ihm zu ſeiner Rückkehr nach Neu=Seeland
entgegen=
fahren. Noch weiß ich nicht, wann das ſein wird. Ich
habe ihn ſo lange nicht geſehen, und für ich und unſeren
kleinen Sonny iſt es ohne ihn ſo einſam.” Und noch heute,
während die Welt das traurige Ende des Entdeckers
be=
reits kennt, wartet dieſe Frau froh und hoffnungsvoll auf
das Wiederſehen, blickt hinaus über die Fluten des Stillen
Ozeans und zählt freudig die Meilen, die ſie ihrem Ziele
und dem Wiederſehen näher führen ſollen. Vor ein paar
Wochen erſt war ſie von daheim aufgebrochen, hatte ihre
Arbeit beiſeite geſtellt, ihr Bildhaueratelier verſchloſſen,
war nach Amerika gefahren, und vor ein paar Tagen erſt
iſt der Dampfer, der ſie nach Neu=Seeland bringt, von San
Franzisko ausgelaufen. Noch verhüllt ihr die Weite des
Ozeans die furchtbare Wahrheit, die ſie ſchwerer treffen
muß, als irgend einen Menſchen auf dieſer Welt.
Frau Scott iſt eine berühmte Bildhauerin und
ſteht unter der kleinen Zahl von Frauen, die den Stein
zum Material ihres Kunſtſchaffens erwählen, mit an erſter
Stelle. Sie iſt die jüngſte der 7 Töchter des Kanonikus
Lloyd Stewart Bruce. Frau Scott iſt eine hervorragend
ſchöne Frau, und Mutter eines Sohnes, des kleinen, im
Jahre 1909 geborenen Peter Scott. Sie hatte es unter
ihrem Mädchennamen Kathleen Bruce als Bildhauerin
bereits zu Anſehen gebracht, als ſie im September 1908 die
Gattin des Kapitäns Robert Falcon Scott wurde. Unter
den Werken, die man dem Meiſel von Mrs. Scott
ver=
dankt befindet ſich die 2 Meter hohe Statue des in
Boucne=
mouth zu Tode gekommenen Fliegers C. v. Rolls in Dover
Daneben iſt eine Reihe von ihr geſchaffener Porträtbüſten
als bedeutungsvolle Arbeiten zu mennen,
Stellung als Dienſtmädchen angenommen hatte, verhaftet
wurde. Die Anklage wegen Anſtiftung zum Diebſtahl
konnte gegen Delp nicht aufrecht erhalten werden. Er
wurde dagegen geſtern wegen Zuhälterei abgeurteilt, da
eſtgeſtellt wurde, daß er ſich von der Scheler unterhalten
ieß. — Der 22jährige Taglöhner Georg Götz II. aus
Hähnlein hatte die Abſicht, zur Marine zu gehen. Vorher
ntwendete er einem Fabrikarbeiter in Hähnlein einen
Anzug, indem er ſich in das unverſchloſſene Haus
ein=
chlich. In Wilhelmshaven angelangt, erfaßte ihn die
Reue über den Diebſtahl und er ſchickte ſchleunigſt dem
Beſtohlenen den Anzug zurück. Um den Abſender nicht
erkennen zu laſſen, ſetzte er einen falſchen Namen auf die
Adreſſe. Er hatte ſich deshalb geſtern wegen des
Dieb=
tahls und Urkundenfälſchung zu verantworten. Das
Gericht nahm an, daß die Zeit, zu der der Diebſtahl
be=
gangen wurde, nicht als Nachtzeit anzuſehen ſei und
er=
annte deshalb wegen einfachen Diebſtahls auf 5 Wochen
und wegen der Urkundenfälſchung auf 2 Wochen
Gefäng=
nis. Es wurde hieraus eine Geſamtſtrafe von 6 Wochen
Gefängnis gebildet.
— Vom Großh. Hoftheater. In der heutigen Repriſe
von Melchior Lengyels effektvollem Schauſpiel „Taifun”
die unter der ſzeniſchen Leitung von Oberregiſſeur Valdek
ſteht, ſpielt Frl. Pils zum erſten Mal die Helene Laroche,
Herr Baumeiſter den Bninsky. Die Herren Weſtermann,
Lagner, Heinz, Schneider, Jürgas, Peterſen, Kräger,
Riechmann, Hacker und Knispel ſind im Beſitze der von
ihnen früher mit Erfolg dargeſtellten Rollen verblieben.
Die Vorſtellung, die im Abonnement auf die Serie D fällt
beginnt um 7½ Uhr. Es gelten die kleinen Preiſe. Am
Samstag wird auf Allerhöchſten Befehl aus Anlaß der
lnweſenheit des Regenten von Braunſchweig Karl
Röß=
lers erfolgreiches Luſtſpiel „Die fünf Frankfurter” zur
Wiederholung gelangen. Die nächſte Volksvorſtellung zu
irmäßigten Preiſen bringt das beliebte Luſtſpiel „
Char=
leys Tante‟ Der Vorverkauf im Verkehrsburczu hat
be=
eits begonnen. Sonntag abend geht zur Nachfeier von
Richard Wagners dreißigſtem Todestag „Der fliegende
Holländer” auf Allerhöchſten Befehl in Szene. Das
In=
tereſſe an der Aufführung wird neben der vollkommen neuen
zeniſchen Gewandung des Werkes, die unter der Leitung
on Richard Lert geſchaffen wurde, der Gaſt des Abends,
Kammerſänger Walter Soomer vom Kgl. Opernhaus in
dresden, der in der Titelrolle ein einmaliges Gaſtſpiel
bſolviert, auf ſich konzentrieren. Der Künſtler, dem von
Bayreuth ein hervorragender Ruf als Wagner=Interpret
orangeht, zählt die Partie des Holländers zu den
Glanz=
eiſtungen ſeines Repertoires. Das Abonnement iſt an
ieſem Abend aufgehoben. Heute beginnt der allgemeine
Vorverkauf zu gewöhnlichen Preiſen.
Dr.=Ingenieur=Prüfung. Der Diplom=Ingenieur
Simon Streicher aus Sugenheim hat ſich am
2. Februar an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der
nündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung
m Chemiſchen Fach unterzogen und „mit Auszeichnung”
eſtanden.
* Zur Beerdigung des Geheimerats Wilhelm Haas
pird uns noch mitgeteilt: Das Großh. Poli eiamt
armſtadt ließ durch den Vorſtand, Herrn Reg.=Rat
ennes, einen Kranz am Sarge niederlegen mit der
nſchrift: „Seinem erſten und langjährigen Chef — das
broßherzogliche Polizeiamt Darmſtadt”. Ferner
betei=
igte ſich eine Deputation des Großh. Polizeiamts,
be=
ehend aus Oberbeamten, Revierkommiſſären und einer
unzahl Schutzleuten, an der Beerdigungsfeier.
„Künſtlertee‟. Im Atelier Pellar (Ernſt=
Ludwigshaus) fand am geſtrigen Nachmittag ein
Künſtler=
ee ſtatt, dem Prinz und Prinzeſſin Viktor zu
Er=
ach=Schönberg, Baron und Baronin v. Heyl,
xzellenz Staatsminiſter v. Ewald Baron und
Ba=
onin v. Oetinger und andere erleſene Gäſte — im
anzen 20 Perſonen — beiwohnten. Herr
Hofopern=
ſänger Jung aus Mannheim erfreute durch
Liedervor=
äge, Madame Gertrud Leiſtikow, die bekannte
Nünchener Tanzkünſtlerin, die heute in der Freien lite
riſch=künſtleriſchen Geſellſchaft auftritt, führte einige
rer charakteriſtiſchſten Tanzſchöpfungen vor und riß die
Anweſenden zu ſpontanen Beifallsbezeugungen hin.
Erbſchaft. Das im Dezember verſtorbene Fräulein
* Sehrt hat die Stadt Darmſtadt zur Erbin ſeines
nicht unbeträchtlichen Vermögens eingeſetzt.
Der Richard Wagner=Verein Darmſtadt hielt
m Mittwoch abend im „Kaiſerſaal” ſeine diesjährige
rdentliche Hauptverſammlung ab. Nach dem von
em Vorſitzenden, Herrn Major von Hahn
erſtatte=
en Jahresbericht kann der Verein wiederum auf
n außerordentlich erfolgreiches Vereinsjahr von
erfreu=
icher künſtleriſcher Aufwärtsentwickelung zurückblicken
Seine Mitgliederzahl, die zu Anfang des Jahres 1912
10 betrug, iſt bis Ende 1912 bei 199 Neueintritten auf
)09 Perſonen geſtiegen und hat damit den höchſten
Be=
tand ſeit Beſtehen des Vereins erreicht. Ueber hundert
Einwohner umliegender Ortſchaften, wie Alsbach,
Auer=
bach, Babenhauſen, Bensheim, Braunshardt, Buchſchlag,
Dieburg. Eberſtadt, Gernsheim,
Goddelau,
Gra=
fenhauſen, Griesheim, Groß=Gerau, Groß=Umſtadt,
Jugenheim, Nauheim, Pfungſtadt, Reinheim, Roßdorf,
Schönberg, Traiſa, Zwingenberg, ja ſelbſt von Michelſtadt,
Heppenheim, Oppenheim, Bingen und Worms, bilden
treue Mitglieder und regelmäßige Beſucher der
Vereins=
veranſtaltungen.
Im vergangenen Jahre konnten 14 Vereinsabende
veranſtaltet werden, die ausnahmslos von großem
künſtle-
riſchem Erfolge begleitet waren. Eine ganze Reihe von
Neuheiten (ſo von Franz Berwald, Claude Debuſſy,
Fritz Fleck, Philipp Gretſcher, Robert Kahn, Hugo Kaun,
Eugen Lindner, Franz Mickorey, Emanuel Moor, Walter
Niemann, Wilhelm Peterſon=Berger, Hans Pfitzner, Max
Reger, Alexander Ritter, Alexander Scriabine, Chriſtian
Sinding, Emil Sjögren, Sergei Tanejeff und Otto
Vries=
lander) gelangten in Darmſtadt zur erſten Aufführung.
Neue Künſtlererſcheinungen, mit denen der
Ver=
ein das Darmſtädter Publikum bekannt machte, waren
Frau Kammerſängerin Annie Gura=Hummel, die
Bari=
oniſten Kammerſänger Hermann Gura und Alfred Kaſe
der Baſſiſt Theodor Lattermann, die Pianiſtinnen Frau
Marcelle Chéridjian=Charrey, Frau Marie Panthés, Frau
Ellen Saatweber=Schlieper und Fräulein Germaine
Schnitzer, die Geigerinnen Frau Renée Chemet und Frau
Lillv Petſchnikoff, die Violoncelliſtin Frl. Lotte Hegyeſi,
die Pianiſten Willy Bardas, Albert Bing, Lorenzo
Ma=
toſſi und Marcus Stahl. Ferner wurde das Pariſer
Capet=Quartett durch den Verein in Darmſtadt eingeführt.
Die Klaviervirtuoſin Frau Elly Ney=van Hoogſtraaten
und der Geiger Profeſſor Alexander Petſchnikoff, die hier
beide ſchon beſtens bekannt waren, traten im Wagner=
Verein zum erſten Male auf. Die Meininger Hofkapelle
gab, zum erſten Male unter Max Regers Leitung ſtehend,
im Verein ihr drittes und viertes Konzert, Frau Suſanne
Deſſoir, ein beſonderer Liebling des Darmſtädter
Publi=
kums, ihren ſechſten und letzten Liederabend. Ferner
be=
grüßte der Verein in den Sängerinnen Ottilie Metzger,
Erika Wedekind und Elſa Laura von Wolzogen, dem
Pia=
niſten Bruno Hinze=Reinhold und den Violinvirtuoſen
Profeſſor Henri Marteau und Joan de Manén gute alte
Bekannte. Der 201. Vereinsabend fand zum Beſten des
Feſthaus=Vereins Darmſtadt ſtatt, für den der
Wagner=Verein fortgeſetzt eine rege Werbetätigkeit
ent=
altet hat. Zwei Vereinsabende (der 195. und der 200.)
wurden durch den Beſuch des Großherzogs und der
Groß=
herzogin ausgezeichnet.
Aus der Richard Wagner=
Stipendien-
ſtiftung, die der Verein regelmäßig durch einen
nam=
haften jährlichen Beitrag unterſtützt, erhielten 8 Perſonen
Freikarten und Reiſeentſchädigungen für Bayreuth. 20
vom Verein angekaufte Eintrittskarten zu den
Bühnenfeſt=
ſpielen des Sommers 1912 gelangten unter den
Vereins=
mitgliedern zur Verloſung. Der Leſezirkel des Vereins,
der 60 Zeitſchriften umfaßt, und die Bibliothek, die um
52 Bände vermehrt wurde, erfreuten ſich reger Benutzung.
Mit einem Rückblick auf den glänzenden Verlauf des am
7. November 1912 gefeierten Jubiläums des 200.
Vereins=
abends, das dem Waaner=Verein Dank, Anerkennung und
Ehrungen aus ganz Deutſchland in überreicher Fülle
ein=
trug, ſchloß der ſehr beifällig aufgenommene Jahresbericht.
Nach der nun folgenden Rechnungsablage des
Schatzmeiſters betrugen die Einnahmen im abgelaufenen
Vereinsjahre 19601,54 Mark, die durch die Ausgaben
19658,46 Mark) leider um 56,92 Mark überſtiegen
wur=
den. Eine lebhafte Diskuſſion, in der beſonders auch die
immer ſchwieriger werdenden Konzertſaalverhältniſſe
be=
ſprochen und dem Vorſtande für ſeine gegen die
Ueber=
füllung getroffenen Maßnahmen gedankt wurde, ſchloß ſich
an. Lebhaft bedauert wurden die immer unerſchwinglicher
werdenden Honorarforderungen, die es ganz unmöglich
machen, Künſtler wie z. B. Aino Akté, Julia Culpo oder
Tereſa Carreno, Eugen d’Albert oder Ferrucio Buſoni
Bronislaw Hubermann oder Fritz Kreisler nach
Darm=
ſtadt einzuladen. Ein Antrag, von der Verloſung der
Freikarten für Bayreuth unter die Mitglieder künftig
Ab=
ſtand zu nehmen, wurde einſtimmig angenommen.
Die zum Schluſſe vorgenommene Neuwahl des
Vorſtandes ergab die einſtimmige Wiederwahl
ſämt=
licher ſeitheriger Vorſtandsmitglieder. Mit den üblichen
Dankeskundgebungen wurde die harmoniſch verlaufene
Hauptverſammlung nach zweiſtündiger Dauer geſchloſſen.
— Verband für Jugendwohlfahrt und
Jugendfür=
ſorge. Der Verband für Jugendwohlfahrt und
Jugend=
fürſorge in der Stadt Darmſtadt hielt am Mittwoch im
Herrſchaftsſaal des Städtiſchen Saalbaus eine
Ver=
ſammlung ab, auf deren Tagesordnung als
Haupt=
gegenſtand ein Vortrag der Wormſer
Wohnungs=
inſpektorin Fräulein Dr. Kröhne ſtand. Herr
Amt=
nann Krapp eröffnete die Verſammlung mit einigen
Mitteilungen, worauf Frl. Sonne Ausführungen über
das von der Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſch=
evange=
liſchen Frauenbundes vor vier Wochen im Hauſe
Wald=
ſtraße 21, eröffnete Abendheim machte und mit
warmen Worten um Unterſtützung und Empfehlung dieſer
ſchönen Einrichtung bat. Fräulein Dr. Kröhne hielt
dann ihren angekündigten Vortrag über das Thema „Die
Beziehungen der Wöhnungsfürſorge zur ſozialen
Für=
ſorge überhaupt und zu den Frauen” Von dem durch
ihre praktiſche Arbeit ihr zur feſten Ueberzeugung
gewor=
denen Grundſatz ausgehend, daß die Wohnungsfürſorge
die Grundlage aller ſozialen Fürſorge ſei, betonte ſie u. a.,
daß die ſchlechten Leiſtungen von Schulkindern nur zum
Teil auf mangelnde Veranlagung zurückzuführen ſeien,
zum größeren Teil aber auf ſchlechte Familienverhältniſſe.
Sie begründete dieſe ſchlechten Verhältniſſe damit, daß das
heutige Erwerbsleben weit in das Familienleben
ein=
greife, weswegen dieſes in ſich verarmen müſſe. Beweiſe
dafür ſeien die Volksküchen, Heime aller Art und ſonſtige
Einrichtungen, die die Gemütlichkeit und die
Annehmlich=
keiten der Häuslichkeit erſetzen ſollten. Iſt man ſich nun
ſchon ſeit langem darüber klar, daß auf dem Gebiet der
Wohnungsfürſorge viel getan werden muß, ſo tritt damit
auch die Frage der Betätigung der Frau heran. Die Frau
hat für die Geſunderhaltung der Familie zu ſorgen, das
Erziehen, Erhalten und Betreuen von materiellen,
geiſtigen und ſittlichen Werten fällt ihr zu. So iſt die
Frau imſtande, ein reiches Familienleben zu ſchaffen und
zu erhalten. Und ihr erblüht in der Wohnungsfürſorge
eine reiche Aufgabe; die Frau wirkt auf die Frau. In
ihren weiteren Ausführungen trat die Rednerin für die
Heimarbeit der Frau in geſunden Wohnungen ein
wo=
durch auch die Wohnungsfrage in Verbindung mit der
Fürſorge eine Beſſerung Frfahre. Wo keine
Wohnungs=
inſpektorin angeſtellt ſei, könnten deren Funktionen von
im Dienſt gemeinnütziger verwandter Organiſationen
ſtehenden Perſonen recht gut verſehen werden. Beſondere
Wichtigkeit mißt die Vortragende der Erziehung der
Fa=
milie durch die Jugend bei und möchte beſonders der
weiblichen Jugend in der Hauspflege und in der
Betätig=
ung in Haus und Familie ein weit größeres Arbeitsfeld
zugewieſen wiſſen. Auch der Dienſtbotenfrage widmete
ſie noch einige kurze Bemerkungen und kam dann zu dem
Schluß, daß die Frau bei der Wohnungsfürſorge eine ſehr
willkommene Helferin ſei. — Herr Amtmann Krapp
dankte der Referentin für ihre Ausführungen. Er betonte
dann vom Standpunkt der Verwaltung, daß dieſe nichts
durchſchlagendes und durchgreifendes erreichen, ſondern
nur lindern könne, da ihr beſtimmte Grenzen gezogen
ſeien. Auch in das Gebiet der Wohnungsfürſorge habe
ſie ſchon helfend eingegriffen, ſo bei den
Tuberkuloſe=
kranken. Das Gebiet der Wohnungsinſpektion halte ſich
zu ſehr an das negative und ſchaffe.zu wenig poſitives. Da
müſſe auf geſetzlichem Wege eine Ergänzung geſchaffen
werden. Hier in Darmſtadt, ſo fuhr er fort, wollen wir
auf dem Gebiet weiter gehen, Frau Profeſſor Alt iſt es
zu danken, daß dieſe Frage mehr in Fluß gekommen iſt.
In greifbarer Geſtalt wollen wir die drei wichtigſten
Fragen auf der poſitiven Seite löſen. Zuerſt die
Geld=
frage. Geld muß vorhanden ſein, um den Leuten (als
Ausfluß der Wohlfahrtspflege, nicht von Armenwegen)
zu ermöglichen, ſolche Wohnungen zu beziehen, die ihren
Verhältniſſen und beſonders ihrer Kinderzahl angemeſſen
ind, wenn ſie auch über ihren Verdienſt hinausgehen.
Neben dieſer Beſchaffung von Wohnungen wollen wir
aber auch eine Wohnungspflege einrichten. Dazu gehört
auch die Armenpflege, die Grundlage unſerer ganzen
Er=
fahrungen und Kenntniſſe. — Nach weiteren kurzen
Aus=
führungen der Referentin wurde die Verſammlung
ge=
chloſſen.
nn. Der Bezirksverein Johannesviertel hielt am
Mittwoch im „Frankfurter Hof” unter dem Vorſitze des
Stadtv. Sames ſeine Hauptverſammlung ab.
Der Vorſitzende begrüßte die Vereinsmitglieder,
insbe=
ſondere den Vorſitzenden des Ausſchuſſes der vereinigten
Bezirksvereine, Sanitätsrat Dr. Kolb und berichtete
ſo=
dann über den Ausbau der elektriſchen Straßenbahn
Darmſtadt-Arheilgen-Eberſtadt und trat dem Gerücht
entgegen, als würden einzelne Teilſtrecken nicht gebaut
werden. Die Durchführung der Linie Bismarckſtraße-
Dornheimer Weg-Bahnhof werde nach dem Abhub des
alten Bahnhofsgeländes baldigſt in Angriff genommen.
Ebenſo ſei die Durchführung der Bleichſtraße im Zug des
neuen Bahnhofes bald zu erwarten. Auch würde die
Teil=
ſtrecke Bismarckſtraße=Wendelſtadtſtraße bis zum
Juſtiz=
palaſt durchgeführt und damit eine Regelung des Tarifs
für die Bewohner des Johannes= und Martinsviertels
verbunden. Der Ausbau der Strecke Arheilgen wurde
durch Verhandlungen über Geländeerwerb mit der
Ge=
meindevertretung noch verzögert. Ingenieur von Voß
erſuchte hierbei um Entfernung der gebrochenen Schienen
auf dem Arheilger Bahnkörper und eingleiſige Inbetrieb=
Konzerte.
mm. Der Inſtrumental=Verein hielt unter
er bewährten Leitung ſeines verdienſtvollen Dirigenten
derrn Direktor Wilhelm Schmitt ſein drittes
Kon=
ert in dieſer Saiſon am Mittwoch im Städtiſchen
Saal=
bau bei recht guter Beteiligung ab. Das Vereinsorcheſter
par für dieſes Konzert in den Kontrabaß= und
Bläſer=
immen durch Mitglieder der Kapellen des
Infanterie=
egiments Nr. 115 und des Feldartillerie=Regiments
ſr. 61 ergänzt worden. Von den drei Orcheſterſtücken, die
as, Programm enthielt, war die muſikaliſch wertvollſte
ummer die Kompoſition Opus 34 für Streichorcheſter
ſon Edward Grieg: „Zwei elegiſche Melodien” nach
edichten von A. O. Vinje (Herzwunden und Frühling)
ne edle und einfache Art von Programm=Muſik, der die
rweiterte Liedform in volkstümlichem Ausdruck
zu=
frunde liegt. Dieſe originell und fein gearbeiteten,
be=
keits vor einigen Jahren im Inſtrumental=Verein zur
rſtaufführung gelangten Stücke erzielten auch diesmal
ieder einen durchſchlagenden Erfolg. Im Wert ſchließt ſich
hnen die zu Anfang geſpielte hübſche Orcheſterſuite
LArléſienne” von G. Bizet an, deren 2. und 4. Satz
Menuetto und Carillon) wohl befriedigen konnten. Nicht
n gleichem Maße gelangen in der Ouvertüre die
Bläſer=
tellen (mit Ausnahme der Hörner und Flöten, die ſich gut
hielten); man darf dabei allerdings nicht vergeſſen, daß
dieſen Inſtrumenten eine viel ſchwierigere Aufgabe als
den Streichern zufällt. Das Streichorcheſter, deſſen
eiſtungen dagegen die vollſte Anerkennung verdienen,
hildet doch den eigentlichen feſten Kern des Vereins, und
deshalb dürfte wohl ihm ein breiterer Raum in den
künftigen Programmen zugewieſen werden. zumal es doch
luch eine erwünſchte Abwechſelung in dieſe bringt. Das
erweiterte große Orcheſter nahm eine umfangreichere
Kompoſition von Tſchaikowski in Anſpruch, für
deſſen Werke etwas Vorliebe im Verein zu beſtehen
ſcheint. Aeußerlich effektvoll klingt wohl ſein „Capriccio
Italien”, Opus 45; es gehört aber weder zu den feiner
empfundenen, noch auch beſonders originell
inſtrumen=
tierten Arbeiten Tſchaikowskis und weiſt von „
italieni=
ſcher” Grazie nicht das mindeſte auf, bliebt vielmehr ein
ziemlich plumper ruſſiſch=polniſcher ländlicher Tanz. Für
die Ausführenden war es dagegen ein ſehr dankbares
Stück, das zumal durch ſeine wirkſamen Trompetenſätze
faſt den reichſten Beifall fand.
Als Soliſtin des Abends trat Fräulein Johanna
M. E. Schot aus Berlin mit Liedern von Brahms und
Schumann und einer Arie mit Orcheſterbegleitung von
Vaccaj auf. Auch die Begleitung dieſer Arie gelang dem
Orcheſter unter der umſichtigen und gewandten Leitung
von Herrn Direktor Wilhelm Schmitt recht aut; die
obligate Harfenpartie führte dabei Herr Muſikdirektor
Klaſſert auf der Celeſta geſchickt aus. Die hübſche
ympathiſche Altſtimme von Frl. Schot hat eine
wohl=
tuende, nicht ſehr dunkle Färbung, dabei feſte und ſichere
Tongebuna. Ein Vorzug iſt das Vermeiden des ſo oft
zu hörenden leidigen Tremolierens. Der ungeſucht
na=
türliche Vortrag konnte am beſten zur Geltuna kommen
in den fünf Liedern, von denen ihr Brahms „Weit über
das Feld”, das zugegebene „Die Sonne ſcheint nicht
mehr” ſowie Schumanns „Sandmann” und desſelben
Komponiſten ernſtes Lied „Zum Schluß” ſehr gut lagen
Eine hervorragende Leiſtung war Schumanns lebhaft
bewegtes Lied „Frühlingsnacht‟. Die Klavierbegleitung
wurde wiederum von Frl. Marie Schwan von hier
in muſtergültiger Weiſe ausgeführt.
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
S. Webers „Aufforderung um Tanz” und
das Konzertpublikum. Man ſchreibt uns: Ihr
Herr Muſikreferent ſchreibt am Schluſſe ſeiner Rezenſion
über das Konzert der Meininger Hofkapelle
am letzten Montag ſehr zutreffend: „Daß das
Konzert=
publikum des Richard Wagner=Vereins die „Aufforderung
um Tanz” nicht kennt, und nach dem Beiſpiel eines
Som=
mer=Konzertpublikums vor Beendigung des Stückes
Bei=
fall klatſchte, war niederſchmetternd.‟ Dieſen Eindruck
haben in der Tat viele gehabt. Zur Zubilligung
mildernder Umſtände mag aber darauf hingewieſen ſein,
daß dem Publikum des Großh. Hoftheaters am
vergangenen Sonntag genau das Gleiche paſſierte, und
daß Max Reger dem Schreiber dieſes mitteilte, er habe
noch keine Aufführung der „Aufforderung” dirigiert, bei
der nicht unfehlbar das nämliche Vorkommnis eintcat.
* Hedwig v. Bismarck f. Die Kreuzztg.
mel=
det: Am Dienstag abend iſt die Seniorin des
Bismarck=
ſchen Geſchlechts, Fräulein Hedwig von Bismarck, eine
Touſine und Spielgefährtin des Reichskanzlers, im 98.
Lebensjahre entſchlafen. Die Verſtorbene war am 10.
Au=
guſt 1815 — wenige Monate nach der Geburt ihres Vetters
in Schönhauſen geboren. Sie ſchrieb im Alter von 95
Jahren ihre Lebenserinnerungen.
* Entartung des Münchener Karnevals
und das Münchener Künſtlertheater. Die
Münchener Polizei gibt eine Mitteilung über den
Münche=
ner Karneval 1913 heraus und kommt zu dem Reſultat,
daß der Münchener Karneval zu entarten deohe, Für dieſe
Entartung des Münchener Karnevals macht die
Münche=
ner Polizei die Reinhardtſche Inſzenierung des
Münche=
ner Künſtler=Theaters in gewiſſem Sinne verantwortlich.
Dieſe Ausführungen, die nicht ohne Widerſpruch bleiben
werden, lauten:.. . Ein zweiter Punkt iſt die freie
Koſtü=
mierung bei Koſtümfeſten. Hier hat offenbar das
Vorbild der Reinhardtſchen Regie und das im
Münche=
ner Künſtler=Theater gepflegte Koſtümſpiel den
Anſtoß gegeben. Auf alle Fälle müßte bei ſolchen
Veran=
ſtaltungen zwiſchen Feſtaufführung und geſellſchaftlichem
Teil reinlicher geſchieden werden. Wenn etwa beim
Feſt=
aufzuge und bei der Feſtvorſtellung größerer
Veranſtal=
tungen dünne Koſtüme dominieren, und auch die Ideen
der Anreger zu freieren Koſtümen führen, ſo mag das
viel=
leicht eine gewiſſe künßleriſche Berechtigung haben. Wenn
ſetzung der elektriſchen Bahn nach dem Schlachthof.
Stadt=
verordneter Kolb hält ebenfalls eine Beſeitigung der
Ge=
leismißſtände im Intereſſe der Bewohner der Frankfurter
Straße für nötig. Der Vorſitzende berichtete hierauf über
die Gemeindeſteuerreform und die
Sonder=
ſteuern, insbeſondere über die Grundzüge der von der
Stadtverwaltung eingeführten Warenhausſteuer. Redner
beſprach noch die Kanal=Einlaufgebühr. insbeſondere
deren Staffelung. Herr Rechnungsrat Götz beſpricht
ein=
gehend die Wirkungen der Filialſteuer. Herr F. Mahr
wendet ſich in ſcharfer Weiſe gegen die geplante
Kanal=
einlaufſteuer, die den Hausbeſitzerſtand aufs neue belaſte.
Den Waldfriedhof, den Bau des Luxus=Schwimmbadcs,
die Bildung eines Ausgleichsfonds, ſowie die Beleihung
der Duncanſchule hält er finanziell nicht für richtig.
Nach=
dem noch Herr Sanitätsrat Dr. Kolb über die ſanitären
Maßnahmen der Stadtverwaltung, insbeſondere über den
Bau eines neuen Schulhauſes am Liebfrauenplatz, über
die Schweſternverſorgung, Einführung der
Heimſparkaſ=
ſen in den Schulen, die Speiſung armer Kinder und
Rege=
lung der Notſtandsarbeiterfrage berichtet hatte, erfolgte
der Kaſſebericht durch den Schatzmeiſter, Herrn Köſter
Die Einnahmen betragen 271 Mark, die Ausgaben 55,10
Mark. Das Vereinsvermögen beträgt 1454,37 Mark. Die
Rechnung wurde für richtig befunden und dem Rechner
mit Dank Entlaſtung erteilt. Bei der Vorſtandswahl
wurde Herr Sames einſtimmig wiedergewählt, ebenſo
die übrigen Herren. Neugewählt wurden die Herren
Illert und Schäfer. Als Delegierte in den Ausſchuß der
Bezirksvereine wurden die Herren Sames, Götz und
Jäger beſtimmt. Die Beteiligung an dem Feſtſpielhaus
wurde genehmigt.
b. Der Kriegerverein Darmſtadt hielt am Mittwoch in
der Turnhalle am Woogsplatz ſeine
Hauptverſamm=
lung ab. Vor Eröffnung der Verſammlung erwähnte
der erſte Vorſitzende, Herr Hauptmann a. D. Waldecker,
die Verlobung der einzigen Tochter unſeres Kaiſerpaares
mit dem Prinzen Ernſt Auguſt von Cumberland. Nach
Verleſung und Genehmigung des Protokolls der letzten
Monatsverſammlung wurde in die Tagesordnung
ein=
getreten. Der Vorſitzende berichtete über die Tätigkeit
des Vorſtandes in den letzten beiden Monaten, und ehrte
die Verſammlung das Andenken der ſeit der letzten
Ver=
ſammlung verſtorbenen Kameraden durch Erheben von
den Sitzen. Hierauf konnte der Vorſitzende nachbenannte
Kameraden durch Verleihung des Verbandsabzeichens
auszeichnen, und zwar für 40jährige Mitgliedſchaft den
Kameraden Wilhelm Neurath, ſowie für 25jährige
Ver=
einsangehörigkeit die Kam. Ingelfinger, Anton Spahn
Gg. Becker, Friedr. Borger und Ludw. Hohenſtein.
De=
durch den erſten Schriftführer, Kam. Junge, erſtattete
Jahresbericht lag im Druck vor. Der
Rechnungs=
abſchluß, der ebenfalls im Druck vorlag, wurde von dem
Rechner Kam. Bruchhäuſer erläutert. Im wurde
Entlaſtung erteilt. Der Vorſitzende ſprach hierauf dem
Geſamtvorſtand für ſeine Tätigkeit im abgelaufenen Jahr
ſeinen Dank aus. Um die an den Vorſtand
herantreten=
den vielſeitigen Arbeiten leichter bewältigen zu können,
gibt die Verſammlung dem Vorſtand die Ermächtigung,
ſich durch Heranziehung dreier jüngerer Mitglieder zu
er=
gänzen. Dem Beiſpiel vieler Haſſiavereine folgend wurde
beſchloſſen, die Verbandszeitung „Der Heſſiſche Kamerad”
jedem Vereinsmitglied ab 1. April koſtenlos zuzuſtellen bei Er
höhung des Monatsbeitrages von 5 Pfg. Der
Geſamt=
vorſtand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Der
Vor=
ſitzende ſchloß mit einem dreifachen Hoch auf das Blühen
und die gedeihliche Weiterentwicklung des
Haſſiaverban=
des, ſowie des Vereins die Verſammlung
— Für die Feier des 25jährigen Jubiläums der
Freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten Kreuz
Darmſtadt ſind die Vorbereitungen jetzt in vollem Gange.
In einer am Mittwoch abend im „Darmſtädter Hof”
ſtatt=
gehabten Sitzung der verſchiedenen Ausſchüſſe wurde das
Programm für die Feſtveranſtaltungen endgültig
feſt=
geſetzt. Eingeleitet wird der Feſttag, Sonntag, den
2. März, mit einem Akt der Pietät, indem eine Abordnung
der Kolonne früh um 8 Uhr die Gräber der verſtorbenen
Kameraden und des erſten Führers der Kolonne,
Herrn Regierungsrat Fröhlich, mit Kränzen ſchmücken
wird. Der Feſtakt findet am Vormittag im
Städti=
ſchen Saalbau ſtatt unter Mitwirkung der Kapelle des
Leib=Garde=Rigiments und des Katholiſchen Kirchen=
Ge=
ſangvereins St. Ludwig. Neben einer
Begrüßungs=
anſprache des Kolonnenführers, Herrn Oberleutnant a. D
Lotheißen, wird ein von Herrn Stadtſekretär Göbe
verfaßter ſzeniſcher Prolog mit lebenden Bildern zur
Auf=
führung gelangen. Im Anſchluß an den Feſtakt wird im
Garten des Städtiſchen Saalbaues ein Appell der
Kolonne in Gegenwart der Ehrengäſte und der
Vor=
geſetzten der Kolonne abgehalten werden. Am Nachmittag
iſt im Städtiſchen Saalbau ein offizielles Feſteſſen,
an welchem auch ſämtliche Mitglieder der Kolonne und
ihre auswärtigen Gäſte teilnehmen werden und wobei die
Tafelmuſik ebenfalls von der vorgenannten
Regiments=
kapelle ausgeführt wird. Am Abend findet dann ein
geſellige Vereinigung der Kolonnenmitglieder
mit ihren Familien und Gäſten bei Konzert, Aufführun=
gen uſw ſtatt und den Abſchluß ſoll ein Tanzkränzchen
für die jüngeren Mitglieder bilden. Das ausführliche
Programm wird in den nächſten Tagen bekannt gegeben.
Ein Ehrenausſchuß unter Vorſitz des Herrn Miniſters
v. Hombergk zu Vach als Territorialdelegierten
für das Großherzogtum Heſſen, wird demnächſt aus den
angeſehenſten Kreiſen der Stadt gebildet werden und mit
einer Einladung für die Feier an die Oeffentlichkeit tre
ten. Zur Teilnahme an den Veranſtaltungen werden die
Karten unentgeltlich an noch näher mitzuteilenden
Aus=
gabeſtellen verabfolgt.
— Abſchiedsfeier. Man ſchreibt uns: Die
Orts=
gruppe der oberen Garniſonverwaltungs=
und Lazarettbeamten Darmſtadt und
Uebungs=
platz veranſtaltete am Mittwoch zu Ehren des in den
Ruheſtand getretenen und nach Berlin überſiedelnden
Gar=
niſonverwaltungsinſpektors Sudau einen
Abſchieds=
kommers, wozu im feſtlich geſchmückten Saale des
„Heſſiſchen Hofes” ſich ſämtliche oberen Beamten und
Herr Oberzahlmeiſter Jung eingefunden hatten. Nach
der Begrüßung feierte Herr
Garniſonverwaltungsinſpek=
tor und Kontrolleführer Uhr in einer eindrucksvollen
Anſprache Herrn Sudau als einen äußerſt tüchtigen
Beamten mit ſeltener Begabung. Als Andenken über
reichte er Herrn Sudau im Namen ſämtlicher oberen
Beamten der beiden Verwaltungen und des
Garniſon=
lazaretts, ſowie des Herrn Rechnungsrats Dörr einen
prachtvollen, mit Widmung verſehenen Spazierſtock. Herr
Sudau dankte gerührt für die ihm erwieſene Ehrung.
Hierauf nahm Herr Garniſonverwaltungsdirektor a. D
Rechnungsrat Dörr das Wort und feierte die
ſchätzens=
werten Eigenſchaften des Abſchiednehmenden. Nachdem
noch Herr Garniſonverwaltungs=Oberinſpektor
Hanne=
mann im Namen der Kollegen des Uebungsplatzes und
Herr Lazarett=Oberinſpektor Steinmann im Namen
der Kollegen des Garniſonlazaretts Herrn Sudau ihre
beſten Wünſche auf den Weg gegeben hatten, toaſtete Herr
Garniſonverwaltungsinſpektor Sack auf deſſen
Ge=
ſundheit.
— Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglings=
fürſorge in Heſſen. Die unentgeltliche ärztliche
Be=
ratungsſtunde der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfürſorge in der Ludwigshöhſtr. 4, Beſſungen,
findet vom 14. Februar ab Dienstags und Fre tags
wieder nachmittags von ½5—½6 Uhr ſtatt. Das Lokal
iſt geheizt.
Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft. Man
teilt uns mit, daß der Großherzog und die
Groß=
herzogin ihr Erſcheinen in der Freien
litera=
riſch=künſtleriſchen Geſellſchaft (Tanzabend
von Gertrud Leiſtikow) für heute abend beſtimmt zugeſagt
haben. Die Beſucher werden um pünktliches
Er=
ſcheinen (8 Uhr) gebeten
— Ortsgewerbeverein. Auf den heute abend in
Reſtaurant Sitte ſtattfindenden Vortrag des Herrn
Rechtsanwalts Geißner über „
Schadenerſatzverpflich=
tung des Handwerkers” ſei hiermit nochmals hinge
wieſen. Es liegt im Intereſſe eines jeden
Gewerbetrei=
benden, auch über dieſe Fragen genau unterrichtet zu ſein
Die ſich hierzu in dieſem Vortrage bietende Gelegenheit
ſollten ſich daher die Mitglieder und ſonſtige
Intereſſen=
ten nicht entgehen laſſen.
* Der Vortrag über den Balkankrieg, den der bekannte
Kriegsberichterſtatter Reichsfreiherr von Binder=
Krieglſtein halten wird, iſt auf den 27. ds. Mts.
verſchoben worden
Komitee zur Verabreichung eines warmen
Frühſtücks an arme und kränkliche Schulkinder.
Unter dieſer Deviſe finden im Stadtteil Beſſungen
jährlich Veranſtaltungen ſtatt, wobei der Reinertrag
obigem Komitee zugewieſen wird. Das ſogenannt
Milchkränzchen, welches ſchon ſeit 24 Jahren im
Chauſſeehaus abgehalten wird, findet, wie bereits ange
kündigt, dieſes Mal am Samstag, den 22. Februar,
abends 8 Uhr, ſtatt. Ihre Mitwirkung haben bereits
zugeſagt: Herr Kammermuſiker Rohde, das Braunſche
Volksquartett: die Herren Braun, Gutbrenner, Schüppel,
Geyer, außerdem Herr Wiggl Gebhart, Komponiſt; Herr
Obermuſikmeiſter Weber und vor allem ſein Orcheſter
treten bereits zum 14. Mal bei obiger Veranſtaltung in
den Dienſt der Wohltätigkeit. Außerdem ſteht die
Mit=
wirkung hervorragender hieſiger Kräfte in Ausſicht,
worüber Näheres in den Tageszeitungen bekannt
ge=
macht wird.
Handels=Verein Darmſtadt E. V. Die
Mit=
glieder ſind zu dem am nächſten Montag im Fürſten
ſaal ſtattfindenden Vortrag des Darmſtädter
Sprach=
vereins über „Das Kaufmannsdeutſch” eingeladen.
(Siehe heutige Anzeige.)
* Heſſiſcher Richtertag. Der heſſiſche
Richter=
verein, dem ſämtliche Richter des Großherzogtums
mit nur verſchwindend wenigen Ausnahmen angehören
hält am Samstag, den 22. Februar, im „Kaiſerhof” zu
Frankfurt eine außerordentliche
Hauptver=
ſammlung ab. Wie bereits alle heſſiſchen
Beamten=
kategorien, ſo wollen auch die Richter Stellung nehmen
zu der Beſoldungsreform. Außerdem findet eine
Neu=
wahl des erſten Vorſitzenden ſtatt, da der bisherige Prä=
ſident, Geh. Juſtizrat v. Heſſert, aus dem Staatsdienſt
ausgeſchieden iſt.
Verſchönerungsverein. Die auf den 14. Februa
anberaumte Feier des 50jährigen Beſtehens
des Verſchönerungsvereins iſt auf Samstag
den 15. Februar, verlegt worden. Sie findet im
Gartenſaal des Saalbaus abends 8 Uhr ſtatt.
* Stenographiekurſe. Der unter dem Protektora
des Großherzogs ſtehende Gabelsberger Steno
graphenverein von 1861 eröffnet nach Oſtern fü
Damen und Herren Kurſe in der Gabelsberger
ſchen Schnellſchrift. Den Herrenkurſus leite
Herr H. Werner, der vor Jahresfriſt das ſtaatlich
Examen als Lehrer der Stenographie beſtand, für
Damen Fräulein Klara Eppert. Nach Schluß jede
Anfängerkurſes findet ein Wettſchreiben mit Auszeich
nung für die Tüchtigſten ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.
Ein Kurſus in ſtatiſcher Berechnung vor
Baukonſtruktionen für Bauhandwerker und Bau
techniker, den die Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
in Darmſtadt von Ingenieur Ackermann zum dritten
Male abhalten läßt, nimmt am Samstag, der
5. Februar, nachmittags 5 Uhr, ſeinen An
ang, ſofern ſich zu dieſem Zeitpunkte eine ausreichende
Tellnehmerzahl einfindet. Eine Anzahl Anmeldungen
liegt bereits vor, jedoch müßten ſich noch weitere Teil
nehmer melden, was in dem Kurſus am Samstag=
Nachmittag noch geſchehen kann, um das
Zuſtande=
kommen des Kurſes zu ſichern. Alles Nähere wird be
Beginn des Kurſes noch mitgeteilt.
— Geburtstagsfeier Gabelsbergers. Der
Gabels=
berger Stenographenverein Darmſtadt, nebſt
Damenſtenographenverein „Gabelsberger”
be=
geht am Samstag im „Kaiſerſaal” den Geburtstag
ſeines Meiſters Gabelsberger in Form einer aka
demiſchen Feier mit darauffolgendem Ball. Gäſte
können zu dieſer Feier eingeführt werden.
Sz Polizei= und Schutzhund=Dreſſuren. Der
Heſſiſche Polizei= und Schutzhund=Verein
Sitz Darmſtadt, macht in ſeiner heutigen Anzeige die
Vereinsmitglieder, ſowie Intereſſenten auf die an
Sonntag, den 16. Februar, auf dem Gelände der Ziegelei
Karlshof wieder beginnenden Dreſſur=Uebungen
aufmerkſam. Die Uebungen finden regelmäßig Sonntag
von 8½ bis 11½ Uhr ſtatt und berechtigt die Mitglied
ſchaft zur koſtenloſen Dreſſurteilnahme.
Jagdbeute. Man ſchreibt uns: Im November
vergangenen Jahres gelang es dem Herrn P. W. A
Bullrich, Gutsbeſitzer auf Honneroth, Kreis Altenkirchen
(Rheinland), im Norden Ontarios (Kanada) einen außer
gewöhnlich ſtarken Elch zu erlegen. Dieſes kapitale Tier
hatte ein Gewicht von 1200 Pfund und eine
Geweihaus=
lage von 1,45 Meter. Der Kopf des Elches wurde in
Atelier des Konſervators Ernſt Achen, Grafenſtraße 22,
präpariert und kann daſelbſt von Intereſſenten beſichtigt
werden.
Orpheum. Wie bereits erwähnt, bringt das
Belvedere=Enſemble heute Freitag eine neut
Revue mit voraufgehendem Bunten Teil. — Die
Spiel=
foige der einzelnen Bilder iſt aus der heutigen Anzeige
erſichtlich
Union=Theater (Rheinſtraße 6). Man ſchreibt uns:
Wenn es noch eines Beweiſes bedurft hätte, darzutun,
daß auch im Kinotheater etwas Künſtleriſches geboten
werden kann, ſo wäre er Mittwoch erbracht mit der
Vor=
führung des Kunſtfilms „Menſchen unter
Men=
chen”, deſſen Vorführung beinahe drei Stunden in
An=
ſpruch nahm. Das 500 Perſonen faſſende Theater war
ausverkauft und viele mußten wieder umkehren, weil ſie
keinen Platz bekommen konnten. Da auch der Verkauf für
die Donnerstags=Vorſtellung ein ſehr reger war, beſchloß
die Direktion, das Drama auch heute, Freitag, nachmittag
zur Vorführung zu bringen, damit jedermann Gelegenheit
gegeben iſt, ſich den ſeltenen Genuß zu verſchaffen. Das
Erfreuliche iſt aber, daß die Beſtrebungen der Direktion,
auf Senſation zu verzichten und das Kino auf die ge
wünſchte Stufe zu bringen, beim Darmſtädter Publikum
Verſtändnis gefunden haben
* Weiterſtadt, 13. Febr. Hier wurde die
Dele=
giertenverſammlung zu dem Pfingſten
ſtattfin=
den Geſangswettſtreit des Geſangvereins Sän
gerluſt”=Weiterſtadt abgehalten. 21 Vereine beteiligen
ſich am Wettſtreit und waren durch Delegierte vertreten,
Die Beratungen verliefen in ruhiger und ſachgemäßer
Weiſe.
Offenbach, 13. Febr. Für die
Gehaltserhöhun=
gen der Beamten und Lehrer werden rund ein
Viertelmillion Mark erforderlich. Als vorläuſige
Remu=
neration hatten die gegen Jahresgehalt beſchäftigten
Beamten, Angeſtellten und Lehrer der Stadt Offenback
mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 vorbehaltlich der
ſpä=
teren Aufrechnung bei der endgültigen
Geſamtregulier=
ung Zuſchläge zu ihrem Gehalt aus folgenden
Jahres=
ſätzen: bei einem Dienſteinkommen bis 1200 Mark 84
Mark, über 1200 bis 2000 Mark 168 Mark, über 2000 bis
2500 Mark 180 Mark und über 2500 Mark 228 Mark. Die
aber die alſo leicht Bekleideten ſich dann unter die anderen
Feſtteilnehmer mengen, wenn zudem weitere Beſucher
ohne an der Aufführung beteiligt zu ſein, gar zu leichte
Koſtüme wählen, muß dies die ſchwerſten Bedenken aller
derer erwecken, denen an der Aufrechterhaltung der guten
Sitten liegt. Die Polizeidirektion wird nicht unterlaſſen
ihre Bedenken gegenüber den Veranſtaltern ſolcher Feſte
im kommenden Jahre eindringlichſt geltend zu machen.”
* Profeſſor Reisners Entdeckungen in
Innern der Sphinx. Der Profeſſor der Aegypto
logie an der Harvard=Univerſität Reisner hat über ſeine
Unterſuchungen über die Sphinx eine bemerkenswerte
Arbeit veröffentlicht. Profeſſor Reisner hat im Innern
der Sphinx einen der Sonne geweihten Tempe
gefunden. Dieſer Tempel iſt, wie Prof. Reisner feſtgeſtellt
hat, das älteſte bekannte Bauwerk, da es nachgewieſener
maßen noch älter iſt als die Pyramiden. Es ſoll aus dem
Jahre 6000 vor Chriſti Geburt ſtammen. Eine Statue des
Königs Mona befindet ſich im Innern der Sphinr
Augenblicklich ſind die Arbeiten nur bis zum Kopfe der
Sphinx vorgeſchritten, in welchem ſich ein 18 Mete
langer und vier Meter breiter Saal befindet, der mit den
Sonnentempel durch einen langen Korridor verbunden iſt
Der Sonnentempel ſelbſt befindet ſich in einem der beiden
Vorderfüße der Sphinx. Es wurden noch zahlreiche
heilige Geräte zum Teil aus Gold, gefunden. Außerden
befindet ſich eine kleine Pyramide im Innern. Profeſſor
Reisner erklärt, daß ſeiner Meinung nach die Pyramide
zu dieſer Zeit nichts anderes bedeutet hat, als einen
Trä=
ger rieſiger Sonnenuhren. So zeigt z. B. die
Cheops=
pyramide aufs genaueſte die Zeit an. Profeſſor Reisner
will ſeine Arbeiten der weiteren Erforſchung der Sphin
fortſetzen und hofft noch vieles Intereſſante zu entdecken.
Allerdings werden ſeine Arbeiten durch die arabiſchen Ar
beiter ſehr verzögert, da dieſe ſich weigern, im Innern der
Sphinx zu ſchlafen, indem ſie behaupten, daß ſie dann
von böſen Geiſtern verfolgt werden würden.
Der echte Revolutionsfilm. Einer
unternehmen=
den amerikaniſchen Filmgeſellſchaft iſt es vorbehalten
ge=
blieben, die mexikaniſchen Unruhen auf höchſt einfach
Art und Weiſe zu Kriegs= und Revolutionsfilms zu
ver=
arbeiten, deren Realismus durch keine künſtlichen Maſſen
arrangements überboten werden kann. Der Leiter der
Film=Expedition, ein Mr. Wilbert Melville, Direktor
einer Filmgeſellſchaft, befand ſich mit ſeinen Leuten im
ſüdlichen Texas, als ihm plötzlich die Idee kam, im be
nachbarten Mexiko ein paar ſchöne Revolutionsaufnahmen
zu machen. Man zog nach El Paſo an der Grenze, und
bald beobachtete man am mexikaniſchen Ufer des Rio
Grande eine Revolutionstruppe, die einige hundert Manr
zählte. Die Gelegenheit war zu günſtig. Melville eilte
über den Fluß und verhandelte mit den Führern dieſer
Revolutionsarmee wegen der Veranſtaltung einer
Schlacht. Die mexikaniſche „Armee” war Feuer und
Flamme für die Idee, die Mitglieder der Filmgeſellſchaft
markierten eine Regierungspatrouille, und nun begann
der Kampf. Aber in ihrer Aufregung und in ihrem
wil=
den Kampfeseifer begannen die Mexikaner auch ſcharf zu
ſchießen und die Geſchoſſe ſurrten über die Köpfe der
Zu=
ſchauermenge hinweg, die ſich an beiden Seiten der Grenz=e
eingefunden hatte, um dem Schauſpiel beizuwohnen. Die
Folge war, daßſſlie Filmleute nach der Rückkehr auf
ame=
rikaniſches Gebiet von dem Polizeichef in El Paſo ſofort
verhaftet wurden, während man zugleich einen Boten zu
der benachbarten mexikaniſchen Stadt Juarez ſandte, um
den Behörden eine Entſchuldigung auszuſprechen, denn
auch auf mexikaniſcher Seite hatte das wilde Knallen
große Aufregung hervorgerufen, und in Juarez war man
überzeugt geweſen, daß eine der vielen
Revolutions=
armeen die Stadt überfallen wolle. Aber Ende gut, alles
gut. Die unternehmenden Leute der Filmgeſellſchaft
wur=
den, wie eine engliſche Wochenſchrift erzählt, dem
Bür=
germeiſter von El Paſo vorgeführt. „Ihr Streich hätte
leicht zu internationalen Komplikationen führen können”
erklärte der Beamte tadelnd, als der Filmunternehmer
geltend machte, daß er an nichts Böſes gedacht habe.
Schließlich wurden alle Teilnehmer der Expeditionſje zu
5 Dollar Strafe verurteilt und außerdem mußte die
Geſellſchaft die Koſten übernehmen. Der findige
Film=
direktor aber rieb ſich die Hände: ſo billig war ſelten eine
Maſſenaufnahme zu ſtehen gekommen, denn die
mexika=
niſchen Revolutionäre waren anſcheinend mit den ſonſt
bei ſolchen Gelegenheiten gezahlten Preiſen und Gagen
nicht recht vertraut und lieferten ihre Schlacht ſozuſagen
für ein Butterbrot.
* Der Geldbrief als Reklame. Die Fahrgäſte eines
Pariſer Omnibuſſes, der an der Börſe vorbeifährt, hatten
jüngſt in ihrer Mitte einen Mann mit einer Aktentaſche,
der augenſcheinlich ein Bankbote oder dergleichen war. Er
kramte in ſeinen Papieren, las einige Blätter, ließ ein
paar hinfallen, ſammelte ſie ſorgſam wieder auf, verſchloß
ſeine Mappe gewiſſenhaft und ſtieg wieder ab. Er hatte
aber einen mehrfach verſiegelten Brief vergeſſen, wie ſich
bald herausſtellte. Einer der Fahrgäſte griff danach
meinte, es werde wohl ein Geldbrief ſein, und bedauerte
den armen Kerl, der nun wohl den Inhalt erſetzen müſſe
Wie ſollte man ihn ausfindig machen? Der Brief trug
keine Aufſchrift, auch keine Adreſſe eines Abſenders. Viel
leicht gibt der Inhalt irgend einen Anhalt, meinte ein
anderer der Omnibus=Fahrgäſte. Der Brief wird
geöff=
net, alle Fahrgäſte ſtecken die Köpfe zuſammen und leſen
auf dem herausgenommenen Briefbogen — die Anzeige
eines neueröffneten Reſtaurants in der Nähe der Börſe
Frage der Gehaltsregulierung ſoll in den Ausſchüſſen ſo
beſchleunigt werden, daß ſie in einer der nächſten
Stadt=
verordnetenſitzungen noch vor dem 1. April erledigt
wer=
den kann. — Von der Straßenbahn überfahrenwurde
der neunjährige Schulknabe Franz Heuſohn und
da=
bei am rechten Schienbein erheblich verletzt. Der Unfall
iſt darauf zurückzuführen, daß zwei Straßenbahnwagen
hintereinander fuhren und der zweite Wagen von dem
Knaben nicht beachtet wurde.
Mainz, 13. Febr. In der geſtrigen
Stadtverord=
netenſitzung wurde ein Schreiben der Loge der
Freunde zur Eintracht zur Verleſung gebracht, in dem der
Stadt ein Muſeum für Säuglingsfürſorge
an=
getragen wird. Nachdem mehrere hieſige Aerzte die
An=
regung mit Freuden begrüßt haben, ſetzte man ſich mit
dem Vorſitzenden der Säuglingsfürſorgebeſtrebungen im
Großherzogtum Heſſen, Regierungsrat Dr. Piſtor in
Darmſtadt, in Verbindung. Für das Muſeum ſind
Ab=
bildungen aus der Ausſtellung der Menſch 1912 in
Aus=
ſicht genommen. Geheimrat Lingner=Dresden wird die
Zuſammenſtellung der auszuſtellenden Gegenſtände
über=
nehmen. Die Stadtverordnetenverſammlung ſtimmt der
Schenkung zu. Nach den Ausführungen des
Oberbürger=
meiſters muß der Loge für dieſe unentgeltliche Beſchaffung
der Dank aller Volksfreunde werden. Die
Mutterberat-
ungsſtelle kann in dieſem Muſeum für ihre Ziele
Propa=
ganda machen. An welchem Orte die Einrichtung des
Mu=
ſeums erfolgt, kann zurzeit noch nicht angegeben werden.
Weiter wurde über die geplante Aufſtellung eines Richard
Wagner=Denkmals im Foyer des Stadttheaters
berichtet. Der Maler Hendrich, der ſich durch ſeine
Nibe=
lungenbilder einen Namen geſchaffen hat, machte vor
einigen Jahren der Stadt den Vorſchlag, der Errichtung
einer Nibelungenhalle in den Anlagen. Die Stadt ſollte
nur den Platz ſtellen, die Koſten der Halle ſollten durch
Eintrittsgelder gedeckt werden. Der Künſtler knüpfte die
Bedingung daran, daß eine Anzahl ſeiner Gemälde zur
Ausſtellung kämen. Der Arbeitsausſchuß beſchäftigte ſich
damals eingehend mit der Frage. Die Verhandlungen
zer=
ſchlugen ſich jedoch; man verzichtete auf das Geſchenk. Das
Vorhandenſein von 3400 Mark, die infolge eines Aufrufes
zur Errichtung der Nibelungenhalle geſpendet waren, gab
jedoch Veranlaſſung zu einer weiteren Stellungnahme.
Durch ein Rundſchreiben des Oberbürgermeiſters erklärten
die befragten Stifter ſich damit einverſtanden, daß die
Beträge der Stadt zur Verfügung geſtellt werden. Es iſt
damit eine Ehrung des Meiſters in Geſtalt einer Büſte
gedacht, die am 100. Geburtstage (22. Mai 1913) im
Stadt=
theater aufgeſtellt werden ſoll. Es iſt gelungen, die
Aus=
führung der Büſte dem Bildhauer Waderé in München
zu übertragen, der auch ein großes Wägner=Denkmal in
München zu demſelben Tage fertig zu ſtellen hat. Dieſes
wird Richard Wagner darſtellen in dem Augenblick, in dem
er, Biebrich verlaſſend die Türme des goldenen Mainz
erblickt. Die Stadtverordneten erteilten ihre Genehmigung
zur Aufſtellung der Büſte, wie auch zur Bewilligung von
300 Mark, die zur Verſtärkung der Decke nötig ſind. Das
Denkmal ſoll eine überlebensgroße Büſte in karrariſchem
Marmor auf einem Marmorſockel ſein. — In der nicht
öffentlichen Sitzung wurde die Aufnahme eines
Dar=
lehens von zwei Millionen Mark bei der
Heſſi=
ſchen Landeshypothekenbank in Darmſtadt genehmigt.
Bodenheim, 13. Febr. Bei der geſtrigen
Bürger=
meiſterwahl erhielten Heinrich David Haub 324
Stimmen, Karl Thomas Lorch 264 Stimmen. Haub iſt
ſomit zum Bürgermeiſter gewählt. — Bei der Nachfeier
erklärte der neugewählte Bürgermeiſter, daß er ſeinen
Wählern keinen Freitrunk ſpende, dagegen werde er 200
Mark für die barmherzigen Schweſtern und 300 Mark für
arme Hilfsbedürftige zur Verfügung ſtellen.
Worms, 13. Febr. Dem Musketier
Meſſer=
ſchmidt im Infanterie=Regiment Nr. 118 wurde vom
Kaiſer die Rettungsmedaille am Bande verliehen.
Dienheim, 12. Febr. Heute morgen wurde die Witwe
Bernhard Siegriſt hier in ihrem Zimmer erhängt
aufgefunden. Langjährige Krankheit dürfte die alte
Frau in den Tod getrieben haben.
Ober=Ingelheim, 13. Febr. Da die Rampe der
Landebrücke der Köln=Düſſeldorfer Geſellſchaft bei
Frei=Weinheim ſich bei Hochwaſſer als zu niedrig
erwieſen hat und den anfahrenden Dampfern bei hohem
Waſſerſtand die Landung erſchwert war, wollte die
Geſell=
ſchaft bekanntlich dieſe Landeſtelle überhaupt aufgeben
Nach einem neuen Beſchluß ſoll die Landebrücke nun doch
beibehalten werden, jedoch unter der Bedingung,
daß die Rampe erhöht wird. Die von den intereſſierten
Gemeinden eingeleiteten Verhandlungen, die dahin
gingen, daß die Regierung die aus dieſer Erhöhung
er=
wachſenden Koſten übernehmen möge, haben zu keinem
Ergebnis geführt. Nun ſollen die bei einer Erhöhung
um 0.80 Meter ſich auf 9000 Mark belaufenden Koſten ſo
eingeteilt werden, daß die Regierung davon 6000 Mark
übernimmt. Die Gemeinde Frei=Weinheim hat ſich zur
Uebernahme von 1000 Mark bereit erklärt, die Gemeinde
Nieder=Ingelheim übernimmt 800 Mark. Die Gemeinde
Ober=Ingelheim ſoll 600 Mark übernehmen, weitere 600
Mark ſollen die anderen Gemeinden des Selztales tragen.
Die Gemeinderatsſitzung in Ober=Ingelheim bewilligte
die auf Ober=Ingelheim entfallende Summe unter der
Bedingung, daß die Erhöhung ſachgemäß durchgeführt
wird und der Beitrag ein einmaliger iſt.
(*) Gießen, 12. Febr. Eine
Bürgermeiſter=
konferenz fand im Felſenkeller unter dem Vorſitz des
Bürgermeiſters Leun ſtatt. Es wurden Beſprechungen
abgehalten über Aufſtellung von Urſprungszeugniſſen,
Beglaubigung von Rentenquittungen, Dienſtbezüge der
Bürgermeiſter.
Gießen, 13. Febr. Durch einen eigenartigen Unfall
kam in Kappel ein vierjähriger Junge zu Tode. Er ſtieß
beim Spielen mit dem Kopf an einen Tiſch und zog ſich
dabei eine Blutvergiftung zu, der er nach kurzer Zeit
erlag.
Friedberg, 13. Febr. Die Vorbereitungen für eine
geſetzliche Sicherung des in den Kreiſen Gießen,
Büdin=
gen und Friedberg auf weite Strecken noch recht gut
er=
haltenen römiſchen Pfahlgrabens ſind nahezu
abgeſchloſſen. Auch die Eintragung der Limesſtrecken in
die Denkmalsliſten iſt bald beendet; ſie erlitt eine
Ver=
zögerung dadurch, daß erhebliche Beſitzveränderungen in
einzelnen Bezirken vorkamen. Man hofft, durch
alljähr=
liche Bereitſtelluna von Mitteln den Pfahlgraben, ſoweit
er von der Limeskommiſſion freigelegt iſt, in ſeinem
ur=
ſprünglichen Zuſtand erhalten zu können.
*) Butzbach, 12. Febr. Eine Vergrößerung
des hieſigen Exerzierplatzes iſt geplant. Die
Stadt ſtimmte dem Plan der Militärbehörde zu, wonach
der Platz 1200 Meter lang werden ſoll, und bewilliate
12,5 Hektar Waldbeſtand. Die geſamte einmalige
Entſchä=
digung ſoll 18000 Mark betragen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Febr. Prinz Carol
von Rumänien, der älteſte, 20jährige Sohn des
Kronprinzen von Rumänien, trifft Donnerstag nachmit
tag in Berlin ein. Er wird ſeine Mutter, die
Kronprin=
zeſſin, als Pate bei der am Samstag ſtattfindenden Taufe
des Sohnes des Prinzen Auauſt Wilhelm vertreten. —
Der Magiſtrat von Wilmersdorf beſchloß
aus Anlaß des bevorſtehenden Regierungsjubiläums des
Kaiſers eine Stiftung in Höhe von 100000 Mark zu
errichten. Das Kapital wird mündelſicher angelegt. Die
Zinſen ſollen zu gemeinnützigen oder wohltätigen Zwecker
verwendet werden. — Die Verzweiflung hat die
geſchiedene 40 Jahre alte Frau Jenny Okkenga zu einer
Tat geführt, die ſie am Dienstag unter der Anklage der
Tötung ihres achtjährigen unehelichen Sohnes vor das
Schwurgericht des Landgerichts I führte. Sie hatte ſich
im Sommer 1894 mit dem Lederzurichter Okkenga
ver=
heiratet, die Ehe war aber unglücklich, da ihr Ehemann
ſie vielfach verprügelte und auch ſonſt arg mißhandelte
Sie ging von ihm wea, und nach einigen Jahren wurde
die Ehe geſchieden. Die Angeklagte hatte, um ihre im
Laufe der Jahre ſehr ramponierte Wirtſchaft zu ergänzen
ſich dazu verleiten laſſen, ihrem Arbeitgeber gegenüber
einige Unregelmäßigkeiten zu begehen. Der Arbeitgeber
ſagte ihr zu. von einer Strafanzeige abzuſehen, wenn ſie
10 Mark wöchentlich von ihrem Verdienſte abzahlen
würde. Die Angeklagte kam dieſer Verpflichtung auch
einige Zeit hindurch nach. Da ſie ſich dann noch einmal
einer Unterſchlagung ſchuldig machte, drohte ihr doch eine
Strafanzeige und ſie geriet darüber in einen Zuſtand
großer Erregung und Verzweiflung. In der Nacht zum
4. September faßte ſie den Plan, ſich ſelbſt das Leben zu
nehmen, aber ihren Sohn mit ins Jenſeits zu nehmen
da dieſer ganz auf ſie angewieſen war. Der Junge war
ein geiſtesſchwaches Kind, das in eine Hilfsſchule ging
und faſt blind war, da auf ſeinen beiden Augen die
Re=
genbogenhaut fehlte. Als am 4. September früh der
Ar=
beiter Kühn, mit dem ſie zuſammen wohnte, zur Arbeit
gegangen war, ging ſie zur Ausführung ihrer
Verzweif=
lungstat; ſie legte ſich in der Küche zu ihrem Sohne und
ſperrte den Hahn ihres Gaskochers auf. Als der Zeuge
Kühn gegen Mittag nach Hauſe kam, wurde er durch einen
ſtarken Gasgeruch erſchreckt, und da er die Küche
verſchloſ=
ſen fand, ahnte ihm Böſes. Er ſchlug die Küchentür ein
und fand in der Küche die Angeklagte bewußtlos am
Boden liegen und im Bett den unglücklichen Knaben, der
nur noch ganz ſchwache Lebenszeichen gab. Als der
ſchleu=
nigſt herbeigeholte Arzt erſchien war der Knabe bereits
tot. Die Mutter wurde in beſinnungsloſem Zuſtande
nach der Charité gebracht. — Die Angeklagte verſicherte
im Termin, daß ſie völlig kopſtos geweſen ſei, als ſie die
Tat beging. Die Geſchworenen verneinten die Schuldfrage,
worauf die Freiſprechung der Angeklagten erfolgte.
Karlsruhe, 12. Febr. Die Karlsruher Feſttage fanden
heute abend leider einen bedauerlichen Abſchluß durch einen
Unglücksfall, der ſich kurz nach 7 Uhr in der
Akademie=
ſtraße ereignete. Das Automobil des Prinzen Ernſt
Auguſt von Cumberland, des Verlobten der Kaiſertochter,
in dem der Prinz ſelbſt ſaß, überfuhr den 16
Jahr=
alten Lehrling Ludwig Gänger, wohnhaft in der Wald
hornſtraße, der beim Spielen mit Kameraden
blind=
lings in das Automobil hineingerannt war
und von dieſem überfahren wurde. Der junge Mann trug
einen Schädel= und einen Armbruch und außerdem mehrere
Rippenbrüche davon und wurde ſchwer verletzt ins
Kran=
kenhaus gebracht. Der Prinz hatte ſich an der
Verbring=
ung des Verletzten in das Krankenhaus noch beteiligt,
worauf er in einem dem Prinzen Mar gehörenden
Auto=
mobil die Fahrt zum Bahnhof fortſetzte. Der Lehrling iſt
um 9 Uhr abends an den erlittenen Verletzungen
ge-
ſtorben.
Paris, 13. Febr. Wie aus Nancy gemeldet wird,
unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß der als Urheber
des Anſchlages gegen den Militärflugpark
verhaftete Auguſt Röder ein Wahnſinniger iſt, der ſich
ohne jeden Grund der Verübung dieſes Attentats
beſchul=
digt hat. Der Richter ließ den Verhafteten durch einen
Arzt unterſuchen, der auch ohne viele Mühe ſeinen
Geiſtes=
zuſtand feſtſtellen konnte und veranlaßte, daß Röder in
ſeine Familie zurückgebracht wurde.
Paris, 13. Febr. Nach einer Blättermeldung hat die
Weſtbahnverwaltung infolge der ſeit einiger Deit auf ihren
Linien überhand nehmenden Diebſtählen bSchloſſen, in
allen Bahnhöfen Polizeihunde zu
verwen-
den die beſonders auf die Verfolgung von
Eiſenbahn=
dieben dreſſiert ſind. Zunächſt wurde der Bahnhof von
Reims mit zwei Polizeihunden ausgeſtattet.
Nizza, 13. Febr. Geſtern nachmittag fuhr ein von
einer Pariſer Dame gelenktes Automobil auf der
Promenade des Anglais in eine Gruppe von
Spazier=
gängern. Ein 19jähriges Mädchen wurde getötet, drei
Perſonen wurden verletzt.
New=York, 12. Febr. Auf dem Platz vor dem
Ge=
richtsgebäude in Houſton. Miſſiſſippi, lynchte am
Sams=
tag nachmittag eine aufgereate Menſchenmenge einen
Neger, den ſie für den Mörder einer hochangeſehener
weißen Frau hielten, die am Donſterstag tot in ihrer
Woh=
tung aufgefunden wurde. Auf denſelben Verdacht hin
wurde ſchon am Freitag ein anderer Neger gelyncht. Der
Neger, den die Menge am Samstag nachmittag aufgriff,
hatte einen ähnlichen Diamantring am Finger, wie ihr
die Ermordete trua, und das war Beweis genug, daß er
der Täter war. Das unglückliche Opfer wurde auf den
Gerichtsplatz geſchleppt und mit Ketten an einen
Eiſen=
pfahl gebunden. Er wurde gefedert und geteert.
Wäh=
rend der ganzen Zeit beteuerte der Neger ſeite Unſchuld
bis ſchließlich der Bruder der Ermordeten den Holzſtoß
anzündete. Der Vater der Ermordeten machte den Qualen
des Negers ein ſchnelles Ende, indem er ihm vier Kugeln
durch den Kopf jagte. Die Lyncher behaupten, daß der
Neger den Mord eingeſtand und den anderen ſtark der
Beihilfe belaſtete.
Stadtverordnetenverſammlung.
19. Sitzung.
St. Darmſtadt, 13. Februar.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um ¾4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen
Der Vorſitzende des Gewerbe= und
Kaufmanns=
gerichts, Herr Rechtsanwalt Dr. Stein, hat für die
Er=
höhung ſeiner Bezüge gedankt.
Eine Stiftung.
Herr Geh. Kommerzienrat Heichelheim und Frau in
Gießen haben zum ehrenden Andenken an ihre
verſtorbe=
nen Eltern bezw. Schwiegereltern, der Bankier H.
Neu=
ſtadt Eheleute in Darmſtadt, ein Kapital von
25000 Mark geſtiftet, deſſen Erträgnis zugunſten
wür=
digen und bedürftiger Perſonen in Darmſtadt beſtimmt
iſt. (Bravo!) Die Stiftung wird angenommen und den
hochherzigen Stiftern der Dank der Stadtverwaltung
ausgeſprochen.
Die neuerbaute Marktanlage für den Verkauf von
Schlachtvieh (Schlachtviehhof) iſt am 3. Februar d. J
dem Betrieb übergeben worden. Die
Schlachthofverwalt=
ung führt ſeitdem die Bezeichnung „Schlacht= und
Viehhofdirektion”
Stadtv. K. Lautz fragt
an, ob es richtig iſt, daß das Tor des Schlachthofes an
der Frankfurterſtraße geſchloſſen wird. Die Metzger ſeien
darüber ſehr erregt. Der Vorſitzende will die
Angelegen=
heit unterſuchen.
Der Vorſitzende weiſt auf die von dem Kunſtverein
veranſtaltete Ausſtellung „Stätten der Arbeit” hin
und empfiehlt deren Beſuch.
Stadtv. Möſer wünſcht beſſere Beleuchtung des
Dornheimer Wegs und der Pallaswieſenſtraße und
Be=
feſtigung des Fußſteiges, Stadtv. Katn ſchließt ſich dem
an. — Stadtv. Dr. Noellner fragt, wie es mit dem
Durchbruch der Teichhausſtraße ſteht und erſucht um
Beſſerung der Kanalanlagen in dieſer Straße. — Stadtv.
Henrich wendet ſich gegen die Abſicht, die
Reparatur=
werkſtätten der Heag am Böllenfalltor zu vergrößern, reſp
alle dorthin zu verlegen. — Beig. Ekert ſtellt feſt, daß
die Abſicht nicht beſteht.
Baudispensgeſuche.
Auf dem Anweſen Bismarckſtraße 48 ſoll ein
Seitengebäude errichtet werden, ohne daß die in § 32 des
Ortsbauſtatuts vorgeſchriebene Durchfahrt vorhanden iſt.
Der Hochbau=Ausſchuß hat die nachgeſuchte Befreiung
von dieſer Vorſchrift befürwortet. Die Verſammlung
ſtimmt dem nach dem Referat des Stadtv. Wagner zu.
Ein Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme von der
Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für Errichtung
eines Wohnhauſes nächſt der Nieder=Ramſtädterſtraße
außerhalb des Bebauungsplans hat der Hochbau=
Aus=
ſchuß unter den üblichen Bedingungen befürwortet. Dem
Geſuch wird ſtattgegeben. (Ref.: Stadtv. Wittmann.)
Aenderung der Fluchtlinie.
Stadtv. Wagner: Aus Anlaß der Verlegung eines
Anſchlußgleiſes in der Weiterſtädterſtraße hat ſich die
Notwendigkeit einer Aenderung der Fluchtlinie auf der
Nordſeite dieſer Straße nächſt der Kirſchenallee ergeben.
die der Hochbau=Ausſchuß befürwortet.
In Verbindung mit der Aufſtellung des
Bebauungs=
planes über die Durchführung der Bleichſtraß”
durch die alten Bahnanlagen hat man im Intereſſe einer
zweckmäßigen Aufteilung der anſchließenden Baublöcke
für notwendig erachtet, die Fluchtlinienfeſtſetzung ſchon
jetzt weiter auszudehnen und die Grenzen der Baublöcke
feſtzulegen. Für die Durchführung der Bleichſtraße iſt
eine trichterförmige Erweiterung nach dem alten
Bahn=
hofsplatz hin vorgeſehen. Der Hochbau=Ausſchuß hat der
Feſtſetzung der Fluchtlinien in dieſer Weiſe zugeſtimmt.
Die Verſammlung beſchließt demgemäß.
Baufällig.
Stadtv. Möſer: Die in den Liebfrauenplatz
fallen=
den Baulichkeiten der Hofreite Schwanenſtraße 21
ſollen niedergelegt werden, da ſie in ſehr baufälligem
Zu=
ſtande ſind und der Platz für die Errichtung eines
Schul=
hauſes in Ausſicht genommen iſt. Der Hochbau=Ansſchuß
empfiehlt die alsbaldige Niederlegung. Die
Verſamm=
lung ſtimmt zu.
Notſtandsarbeiten.
Stadtv. Dr. Bender: Das Tiefbauamt hat zur
Be=
ſchaffung von Arbeitsgelegenheit für Notſtandsarbeiter
die Chauſſierung der Ohlyſtraße zwiſchen
Niebergallweg und Grüner Weg, ſowie der
Verbindungs=
ſtraße zwiſchen Gräfenhäuſer Straße und Helfmannſtraße
beantragt. Tiefbau=Deputation und Finanz=Ausſchuß
haben die Herſtellungen gutgeheißen und Bewilligung
der erforderlichen Mitel zu Laſten des Voranſchlags für
1913 empfohlen, ſoweit nicht die Anlieger die Koſten
hier=
für zu übernehmen haben. Die Verſammlung iſt damit
einverſtanden.
Vom Hallenſchwimmbad.
Stadtv. Nohl: Für die Dampfkeſſelanlags
des Hallenſchwimmbades ſollen einige Apparate beſchafft
werden, die eine genaue Kontrolle des Dampfkeſſelbetriebs
geſtatten. Die Woogs= und Bäder=Deputation hat der
Anſchaffung zugeſtimmt und der Finanz=Ausſchuß die
Bewilligung der erforderlichen Mittel befürwortet. Die
Verſammlung ſtimmt zu und genehmigt weiter die
An=
ſchaffung eines Waſſermeßapparates, über die Beig=
Ekert referiert
Vom Hopfengarten.
Stadtv. Möſer: Das zum ſtädtiſchen Beſitztum
„Hopfengarten” gehörige Acker= und Gartengelände wird
durch die Errichtung von Militärbauten in Anſpruch
ge=
nommen, weshalb das beſtehende Pachtverhältnis für
dieſes Gelände gekündigt werden mußte. Es iſt aus
die=
ſem Grunde eine anderweite Feſtſetzung des Pacht= oder
Mietbetrags für die Gebäulichkeiten pp des genannten
Beſitztums erforderlich, bezüglich deren das
Pachtverhält=
nis zurzeit noch beſteht. Landwirtſchafts=Deputation und
Finanz=Ausſchuß haben Feſtſetzung des Mietbetrags auf
jährlich 400 Mark beantragt. Der Antrag wird
ange=
nommen.
„Hohe Tanne‟
Stadtv. Möſer: Der zu dem ſtädtiſchen Gut
Gehaborn gehörige Walddiſtrikt „Hohe Tanne” iſt
ab=
geholzt worden, damit das Gelände in die Berieſelung
einbezogen und landwirtſchaftlich benutzt werden kann.
Das Gelände ſoll dem Gutspächter vachtweiſe überlaſſen
werden, und zwar nach dem Vorſchlaa der
Landwirt=
ſchafts=Deputation der Teil, der jetzt ſchon ertragsfähig
iſt, alsbald, und der reſtliche Teil von 1914 ab. Das
Pachtgeld für den erſtgenannten Teil beantragen die
zu=
ſtändigen Ausſchüſſe auf 8 Mark für den Morgen
feſtzu=
ſetzen. Die Verſammlung ſtimmt auch dieſem Antrag
debattelos zu. — Ueber die
Erhebung einer Billettſteuer
referiert Stadtv. Dr. Noellner. Nach der hierzu vom
Finanz=Ausſchuß feſtgeſetzten Ortsſatzung wird u. a.
be=
ſtimmt: Die im Gemarkungsbezirk der Stadt Darmſtadt
ſtattfindenden Veranſtaltungen nachbenannter Art
unter=
liegen einer vom Eintrittsgeld zu berechnenden Abgabe
(Billettſteuer). Es kommen in Betracht:
Theater=
vorſtellungen aller Art einſchließlich derjenigen in
Va=
rietétheatern, Muſik= und Geſangsaufführungen und
Kon=
zerte jeder Art, Kabarett=, Zirkus=, Kunſtreiter= und
kine=
matographiſche Vorſtellungen, Darbietungen in
Schau=
buden und Panoramen, komiſche und ſpiritiſtiſche
Vor=
träge, Karnevalſitzungen. Masken= und Koſtümbälle,
Pettrennen, Wettfahren,
Koſtümbaſare. Koſtümfeſte,
Wettrudern, Wettſchwimmen, Wettſpiele, ſowie
Unter=
nehmungen ähnlicher Art.
Der Stouer unterliegen nicht: 1. Die
Theatervorſtellungen im Großh. Hoftheater, 2.
Unter=
nehmungen der in § 1 bezeichneten Art auf Meſſen und
Märkten, ſowie bei allgemeinen Volksfeſten, 3.
Veran=
ſtaltungen der in § 1 bezeichneten Art, bei denen der
Einzeleintrittspreis weniger als 20 Pfg. beträgt. Die
Veranſtaltungen von Vereinen, die Mitgliederbeiträge
er=
heben, unterliegen nur inſoweit der Steuer, als ein
be=
ſonderes Eintrittsgeld in irgend einer Form erhoben
wird. Die Steuer kann von dem Oberbürgermeiſter in
Ausnahmefällen erlaſſen werden, wenn ein wohltätiger
oder gemeinnütziger Zweck in Betracht kommt.
Die Steuer beträgt 10 Prozent des
Eintrittspreiſes, mindeſtens jedoch 5 Pfg. für
den Einzeleintrittspreis. Der bei der Berechnung ſich
er=
gebende Steuerbetrag iſt ſtets auf einen durch fünf
teil=
baren Betrag nach oben abzurunden. Unentgeltlich
aus=
gegebene Eintrittskarten (Freikarten) ſind nur dann
von der Steuer befreit, wenn ſie als ſolche von dem
Ober=
bürgermeiſter anerkannt ſind. Sie müſſen mit dem
ſtädti=
ſchen Dienſtſtempel und dem amtlichen Vermerk „
ſteuer=
frei” verſehen ſein. Werden Ausweiſe mit Berechtigung
zum Beſuch einer beſtimmten Zahl von Veranſtaltungen
(Dutzendkarten, Abonnementskarten) ausgegeben, ſo
unterliegt der Geſamtwert eines derartigen Ausweiſes,
ohne Rückſicht auf den jeweiligen Kaſſenpreis der
Ver=
anſtaltungen, der Steuer.
Jede ſteuerpflichtige Veranſtaltung muß ſpäteſtens 24
Stunden vorher bei einer von dem Oberbürgermeiſter zu
beſtimmenden Stelle (Anmeldeſtelle) angemeldet werden.
Zur Anmeldung iſt ſowohl der Veranſtalter als auch der
Beſitzer der Räume uſw., in denen die Veranſtaltungen
ſtattfinden, verpflichtet. Bei der Anmeldung müſſen die
zur Beurteilung der Steuerpflicht und der Steuerhöhe
er=
forderlichen Merkmale angegeben und das Lokal bezeichnet
werden, in welchem die Veranſtaltung ſtattfindet. Zugleich
ſind auf Grund eines doppelt auszufertigenden
Verzeich=
niſſes (Vordrucke hierzu ſind bei der Anmeldeſtelle
erhält=
lich) ſämtliche Eintrittsausweiſe zur Abſtempelung
vor=
zulegen. Die Eintrittsausweiſe müſſen fortlaufend
nume-
riert ſein und den Namen des Veranſtalters, den Tag der
Veranſtaltung und den Preis aufgedruckt enthalten. Ein
Anmeldeverzeichnis, mit entſprechendem Vermerk verſehen,
wird mit den abgeſtempelten Kacten zurückgegeben. Am
Vormittag des auf die Veranſtaltung folgenden Werktags
iſt alsdann eine Nachweiſung der eingenommenen
ſteuer=
pflichtigen Eintrittsgelder, unter Angabe der Einzelpreiſe,
bei der Anmeldeſtelle einzureichen. Die nichtverkauften
Eintrittsausweiſe ſind hierbei vorzulegen. Die Steuer
wird berechnet und iſt ſofort bei der Anmeldeſtelle zu
be=
zahlen. Die Anmeldeſtelle kann auch verlangen, daß die
Steuer bei der Abſtempelung von Eintrittsausweiſen im
voraus entrichtet wird. Die Rückvergütung etwa zuviel
erhobener Steuer erfolgt alsdann nach Einreichung und
Prüfung der Abrechnung. Bei Veranſtaltungen kleineren
Umfangs oder von längerer Dauer iſt die Feſtſetzung eines
Pauſchſteuerbetrags für jede Vorſtellung zuläſſig. Dieſer
Pauſchbetrag iſt immer im voraus zu entrichten. Dem
Oberbürgermeiſter bleibt es vorbehalten, an Stelle der
vorerwähnten Steuerberechnungsverfahgen andere
Maß=
nahmen einzuführen, insbeſondere auch zu verlangen, daß
für gewiſſe Veranſtaltungen ſämtliche Eintrittsausweiſe
gegen Entrichtung der Selbſtkoſten von der Stadt bezogen
werden müſſen. Wenn die für den ſtädtiſchen
Steuer=
anſpruch maßgebenden Anmeldungen nicht oder nur
un=
vollſtändig erfolgen, auch nicht durch ordnungsmäßige
Auf=
zeichnungen nachgewieſen werden, ſo iſt der
Oberbürger=
meiſter vorbehältlich der Strafbeſtimmungen in § 6 befugt,
für jeden Veranſtaltungstag einen Pauſchalbetrag
feſtzu=
ſetzen. Für den richtigen Eingang der Steuer haften die
Unternehmer der Veranſtaltungen und die Beſitzer der
Räume, in denen ſteuerpflichtige Veranſtaltungen
ſtattfin=
den, als Geſamtſchuldner. Es iſt das Recht und die Pflicht
der Saalbeſitzer uſw., ſich zu vergewiſſern, daß für die in
ihren Räumen uſw. ſtattfindenden Veranſtaltungen das
für die Steuereinziehung vorgeſchriebene Verfahren
beob=
achtet wurde. Sämtliche Eintrittsausweiſe müſſen mit dem
ſtädtiſchen Steuerſtempel verſehen ſein, auch muß eine
be=
ſcheinigte Anmeldung vorliegen. War die Steuer als
Pauſchalſumme feſtgeſetzt worden, dann genügt die erteilte
Steuerquittung als Nachweis für die Erfüllung der
Be=
ſtimmungen dieſer Ortsſatzung. Den mit der Kontrolle
des richtigen Steuereingangs betrauten ſtädtiſchen Beamten
iſt jederzeit freier Zutritt zu allen Veranſtaltungen zu
ge=
währen. Auf Verlangen iſt ihnen zum Zweck der
Nach=
prüfung der gemachten Angaben der Einblick in die
vor=
handenen Geſchäftsbücher, Belege und ſonſtigen
Geſchäfts=
papiere zu geſtatten.
Wer den Vorſchriften dieſer Ortsſatzung
zuwider=
handelt, wird mit Geldſtrafe bis zu 500 Mark
beſtraft, ſofern nicht nach geſetzlichen Vorſchriften eine
höhere Strafe verwirkt iſt. Die hinterzogene Abgabe iſt Staatsſekretärs wird bewilligt. Zunächſt wird über die
nachzuentrichten.
Die Satzung tritt am 1. April 1913 in Kraft.
Es entſteht eine längere
Debatte
zu der Vorlage. Stadtv. Dr. Fulda erklärt, ſeine Par=
Steuer. Sie haben im Gegenſatz zu der damit
beabſichtig=
ten Steuer belaſtung einen Aitrag auf Entlaſtung der ſtücksweſen abgelehnt. Die Reſolution der Nationallibe=
Bevölkerung eingereicht. Der Antrag hat folgenden
Wortlaut: Die Unterzeichneten erlauben ſich auf Grund
des Artikel 59 des Gemeindeumlagengeſetzes vom 8. Juli
1911 zu beantragen, es wolle durch Ortsſatzung für die
Gemeinde Darmſtadt beſtimmt werden: 1. Daß Vermögen
bis zum Werte von 3000 Mark allgemein von der Steuer
werbsunfähige Perſonen, deren Vermögen bei einem
Ge=
ſamteinkommen von weniger als 750 Mark den Betrag
von 10000 Mark nicht erreicht, und unter den gleichen
Vorausſetzungen Witwen, wenn ſie nicht etwa ihr
Ver=
mögen und Einkommen durch freiwillige Vermögens= findet Hammelſprung ſtatt. Es ſtimmen für ſechs Reichs
vorſtehenden Beträge vermindert haben, von der Steuer mit nur fünf Reichsanwälte bewilligt. — Der Reſt des
freit bleiben; — 3, daß von der Gemeindeſteuer vom Ein= Leſung erledigt.
kommen die Einkommen der Einkommensklaſſen bis 900
Mark ausſchließlich von unten anfangend ganz oder
teil=
weiſe befreit ſein ſollen. gez. Dr. Fulda. Aßmuth. und der Reichsdruckerei. Titel 1 „Gehalt des Staats
Friedrich.
rich eingebracht iſt und die Verwaltung beſchäftigt. —
etwa ein anderes Unternehmen ähnlicher Art aufmacht, des Reichstages, ohne Rückſicht auf eine vernünftige So
dieſe Steuerfreiheit nicht Platz greift. — Stadtv. Dr. zialpolitik. Der Ueberſchuß wird ſyſtematiſch auf Koſter
Fulda rügt die Beſtimmung, daß Veranſtaltungen des Perſonals, beſonders der unteren Schichten heraus
unter 20 Pfg, freibleiben ſollen. Man ſollte doch min= gewirtſchaftet. Mit nichtigen Gründen lehnt man di
oder gemeinnüihzigen Charaters. — Stadtv. Ahmuth
bittet ebenfalls, die 20 Pfg.=Veranſtaltungen frei zu laſſen.
— Stadtv. Henrich ſpicht ſich gegen dieſe Forderung
aus. — Stadtv. Dr. Bender: Die vorgeſchlagene Steuer
iſt ebenſo wie die noch in Ausſicht ſtehende Kanalſteuer
un=
populär. Sie ſind auch uns nicht ſympathiſch, aber wir
müſſen ſie eben unbedingt haben, wenn wir die allgemeine
Steuerſchraube nicht fortgeſetzt anziehen wollen.
Nach weiterer Debatte wird die Vorlage gegen
3 Stimmen angenommen und das
Orts=
ſtatut genehmigt. Damit iſt die Sitzung
er=
ſchöpft.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 13. Febr. Präſident Dr Kaempf
er=
öffnet nach 1¼ Uhr die Sitzung mit der Mitteilung, daß
er aus Anlaß der Verlobung der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
mit dem Prinzen Ernſt Auguſt von Cumberland, Herzog
zu Braunſchweig und Lüneburg, dem Kaiſer und der
Kai=
ſerin, ſowie den hohen Verlobten die Glückwünſche des
Reichstags übermittelt hat. Von dem Kaiſer iſt folgende
Antwort eingegangen: Die Kaiſerin und ich danken
herz=
lich für die freundlichen Glückwünſche des Reichstags zur
Verlobung unſerer Tochter. Wilhelm. — Im Namen der
Prinzeſſin Viktoria Luiſe hat Oberhofmarſchall Graf zu
Eulenburg ein Danktelegramm an den Präſidenten
ge=
richtet. Prinz Ernſt Auguſt hat ebenfalls telegraphiſch
ſeinen Dank ausgeſprochen.
Das Haus ſetzt die
Beratung des Juſtizetats
fort. — Abg. Dr. Haas=Baden (Fortſchr. Volkspt.): Bei
der Ausbildung unſerer Juriſten ſollte darauf geſehen
werden, daß unſeren Richtern mehr Gelegenheit gegeben
wird, durch perſönliche Anſchauung in die verſchiedenen
Geſchäftsbetriebe Einhlick zu gewinnen. Es iſt notwendig.
daß Volk und Richter wieder einander näher gebracht
werden. Unſere jungen Juriſten ſollten lieber in die
Nationalökonomie eingeführt werden, als daß man ſie
mit veralteten und für den Richter nutzloſen Dingen
be=
laſtet. Unſer Wunſch iſt: Eine moderne Rechtſprechung
dem modernen Deutſchland. — Abg. Dr. Junck (natl.):
Wenn man auch in manchen Fällen von einer
Weltfremd=
heit der Richter ſprechen kann, ſo darf man doch dieſes
Urteil nicht verallgemeinern. Ueber eine Lex=Parſifal
werden wir ſpäter Gelegenheit haben zu ſprechen. Wir
ſollten uns den Kopf darüber zerbrechen, wie wir eine
recht würdige Ausgeſtaltung der Wagnerwerke erzielen,
nicht aber, wie wir die breite Oeffentlichkeit von dieſem
Genuß ausſperren. Auch die Sozialdemokratie ſollte es
für beſſer halten, den ſechſten Reichsanwalt zu
bewilli=
gen, als dieſes Amt von einem Hilfsarbeiter verſehen zu
laſſen. Die Partei lehnt dieſe ſechſte Stelle lediglich als
Demonſtration ab. Davon ſollte ſie ſich fernhalten. Die
ſachlichen Gründe, die das Zentrum zur Ablehnung des
ſechſten Reichsanwalts geführt haben, ſind auch nicht
ſtich=
haltig. Auf keinen Fall dürfte ſich das Zentrum, eine
große nationale Fraktion, von Verſtimmung leiten laſſen.
Die Ueberlaſtung der Reichsanwälte iſt anerkannt.
Hilfs=
arbeitern dieſe ſchwere verantwortungsvolle Tätigkeit zu
Staatsſekretär Dr.
überlaſſen, iſt ſehr bedenklich.
Lisco: Die Ausführungen des Vorredners
hinſicht=
lich des ſechſten Reichsanwalts kann ich durchaus
beſtäti=
gen. Sachlich iſt die Ablehnung dieſer ſechſten Stelle nicht
zu rechtfertigen. Wer den ſechſten Reichsanwalt ablehnt,
verkennt die Arbeit und den Wert des Reichsgerichts.
Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Auf einzelne Seiten des
Schutzes des Parſifal will ich nicht eingehen. Ich meine
nur eine ſo eigenartige Kunſteinrichtung, wie wir ſie in
Bayreuth haben, muß aufrecht erhalten bleiben. Unſere
Verwaltung und Rechtſprechung iſt bedeutend beſſer als
in irgend einem Lande der Welt. Dem nationalliberalen
Antrag auf Einräumung eines Vorkaufsrechts an
Kom=
munen bei Zwangsverſteigerungen können wir nicht
zu=
ſtimmen, wenn auch in den Fragen der
Zwangsverſtei=
gerung viele Mißſtände beſtehen. Die Kreditnot des
Grundbeſitzes iſt ein anerkannter Mißſtand. Unſere
Re=
ſolution kann in dieſer Hinſicht Abhilfe ſchaffen. Ich bitte
Abg.
Birken=
deshalb um Annahme derſelben. —
mayer (Zentr.): Der Abgeordnete Haegy hat ſich
dar=
über beklagt, daß Pfändungspraktiken aus dem übrigen
Süddeutſchland in das Elſaß hinübergetragen werden
zum Nachteil der dortigen Bevölkerung. Ich muß geger
dieſe Vorwürfe Einſpruch erheben. Ebenſo verhält es
ſich mit den anderen von ihm erhobenen Vorwürfen,
ins=
beſondere in bezua auf die Kriminalität und die
unehe=
lichen Kinder. — Der Redner geht unter Vergleichung der
Verhältniſſe zwiſchen Baden und Elſaß=Lothringen auf
dies Thema näher ein und wird dabei häufig von großer
Heiterkeit auf der Rechten und im Zentrum unterbrochen.
Er bleibt auf der Tribüne faſt unverſtändlich.
Damit ſchließt die Generaldebatte. Das Gehalt des
Reſolution der Nationalliberalen auf Einräumung eines
kurzbefriſteten Vorkaufsrechts bei allen Zwangsverſteige
rungen von Grundſtücken abgeſtimmt. Es findet
Hammel=
ſprung ſtatt. Für die Reſolution ſtimmen 125, dagegen
134 Abgeordnete. Sie iſt ſomit abgelehnt.
Die Reſolution auf einen Zwangsvergleich außerhalb
teifreunde ſeien aus prinzipiellen Gründen gegen dieſe des Konkurſes wird angenommen, dagegen die
Reſolu=
tion der Reichspartei auf Hebung der Kreditnot im Grund
ralen, wonach am Schluß von behördlichen
Entſcheidun=
gen die Friſt angegeben ſein muß, ſowie die Form und
die Stelle, bei der die Anfechtung anzubringen iſt, wird
angenommen.
Eine Reihe weiterer Titel wird bewilligt. Bein
Kapitel V, Reichsgericht, beantragen die Sozialdemokra
befreit bleiben; — 2 daß elternloſe Minderjährige und er= ten, ſtatt ſechs Reichsanwälte, nur fünf zu bewilligen.
Ohne Debatte wird abgeſtimmt. Da das Reſultat auck
diesmal zweifelhaft bleibt (es ſtimmen für den Antrag
der Kommiſſion entaegen dem ſozialdemokratiſchen
An=
traa die bürgerlichen Parteien außer Zentrum und Polen)
abtretung an Kinder oder ſonſtige Angehörige unter die! anwälte 116, dagegen 143 Abgeordnete. Es werden ſo
vom Grundbeſitz, Gewerbebetrieb undKapitalvermögen be= Juſtizetats wird bewilligt. — Dieſer iſt ſomit in zweiter
Es folgt der
Etat der Reichspoſt= und Telegraphen=Verwaltung
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing teilt mit, daß ein ſekretärs, 44000 Mark” — Abg. Ebert (Soz.): Die
Ein=
nahmen der Poſtverwaltung zeigen einen Ueberſchuß von
ähnlicher Antrag ſchon ſeit längerem vom Stadtv. Hen= 51 Millionen, die Ausgaben eine Zunahme von 32
Mil=
lionen. Dem Reichsſäckel ſollen nicht weniger als 14
Stadtv. Möſer bedauert, daß das Hoftheater der Billett= Millionen aus dem Poſtetat zufließen. Der Ueberſchuf
ſteuer nicht unterliegt und hofft, daß, wenn der Großherzog wird herausgewirtſchaftet unter Mißachtung der Beſchlüſſ
deſtens die 20 Pfg.=Veranſtaltungen noch freilaſſen. —1 Portofreiheit für Soldatenpakete ab. Bei dem Poſtſcheck=
Stadtv. Dr. Noellner verbreitet ſich eingehender über verkehr ſtößt man fortgeſetzt auf neue Schwierigkeiten
die eventl. freizulaſſenden Veranſtaltungen wohltätigen: Den ſchärſſten Widerſpruch ruft aber die Poſtverwaltung
mit ihrer Verſonabolik bergus. Die
Anſtelungver=
hältniſſe haben ſich nicht bewährt und mit der Zahl der
neuen Stellen wird nicht gut gemacht, was in den letzten
Jahren verabſäumt worden iſt. Die
Beſoldungsver=
hältniſſe der gehobenen Stellen laſſen gleichfalls noch viel
zu wünſchen übrig. Hoffentlich tritt der Reichstag den
Kommiſſionsbeſchlüſſen auf Erhöhung der Tagegelder der
Poſtboten bei. Eine gleiche Miſere herrſcht auch bei den
Unterbeamten hinſichtlich der Gehälter, die den Anforde
rungen des täglichen Lebens in keiner Weiſe entſprechen,
Es müßten den Unterbeamten Kinderzulagen gewährt
werden. Der Reſolution für die Reichsbeamten ſtimmen
wir zu. das bedingt aber eine Aenderung des
Beſoldungs=
geſetzes keineswegs. Es ſind auch keine neuen
Forderun=
gen, ſondern nur Einlöſung früherer Verſprechungen,
Die Bekämpfung durch die Regierung ſcheint mir ſehr
geſucht. Alle bürgerlichen Parteien, einſchließlich der
Konſervativen, haben Schuld an der ſchlechten Lage der
Poſtbeamten, deshalb ſollte der ganze Reichstag für eine
Beſſerſtellung dieſer Beamten eintreten. Den
Poſtarbei=
tern müſſen die Arbeiterausſchüſſe gewährt werden. Die
Koalitionsfreiheit und die freie Ausübung des Wahlrechts
muß ihnen zugebilligt werden, will man ſie nicht in der
Menſchenwürde herabſetzen und ſie zu Heloten machen,
(Präſ. Dr. Kaempf ruft den Redner zur Ordnung.)
Staatsſekretär des Reichsſchatzamts Kühn: Der
Vor=
redner meinte, die Kommiſſionsbeſchlüſſe über die
Zu=
lagen könnten ohne weiteres in den Etat eingeſtellt und
ohne weiteres in Kraft treten. Es muß aber feſtgeſtellt
werden, daß es ſich nicht um Zulagen, ſondern um
Auf=
beſſerungen der Gehälter umfaſſender Art handelt und daß
darum eine Abänderung des Beſoldungsgeſetzes aus
ſtaatsrechtlichen Gründen unbedingt erforderlich wäre.
Dieſen Grundſatz hat auch der Reichstag ſtets
eingehal=
ten. Einem Wunſch auf Steigerung oder Erhöhung von
Poſitionen kann nur dadurch Rechnung getragen werden,
daß die Reſolutionen in der Kommiſſion eingebracht
werden, und daß dann eine Einigung zwiſchen Reichstag
und Regierung erfolgt. Ich wäre auch in eine ſachliche
Prüfung der Frage eingetreten. Nähere Mitteilungen
kann ich aber zu meinem Bedauern nicht machen. Ich
muß es mir vorbehalten, bis die verbündeten
Regierun=
gen dazu Stellung genommen haben. — Abg. Dr.
He=
genſcheidt (Reichspt.): Der Reſolution der
Budget=
kommiſſion ſtimmen wir zu, die den Wunſch ausſpricht,
daß die Beamten der Aſſiſtentenſtellen ein höheres Gehalt
bekommen und daß durch Vermehrung der Stellen der
gehobenen Unterbeamten und zweckentſprechenden Ausbau
der Unterbeamtenſtellen den Unterbeamten beſſere
Beför=
derungsgelegenheit geboten werden kann. Wenn dadurd
größere Koſten entſtehen ſollten, ſo muß an anderen
Po=
ſitionen entſprechend abgeſtrichen werden, wenn dies nur
nicht an falſchen Stellen geſchieht. Meine Partei würde
es ſehr bedauern, wenn der Reichstag dem Kommiſſions
beſchluß, die Oſtmarkenzulage zu ſtreichen, beitreten würde
Davon würden nur Unſchuldige betroffen werden, denn
die Beamten haben in den Oſtmarken einen ſchweren
Dienſt. — Abg. Win deck (Elſ.=Lothr.): Wir bitten, daß
den in Elſaß=Lothringen tätigen Beamten wie den
Be=
amten bei der Reichseiſenbahnverwaltung penſionsfähige
Zulagen gewährt werden. Wir bitten um Annahme
un=
ſerer diesbezüglichen Reſolution. — Abg. Dr. Werner=
Gießen (Wirtſch. Vgg.): Dem Streben der gehobenen
Unterbeamten nach günſtigen Beförderungsmöglichkeiten
ſollte nachgegeben werden. Den zum Etat vorliegenden
Reſolutionen ſtimmen wir zu.
Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr. — Weiterberatung.
Schluß 7 Uhr.
* Berlin, 13. Febr. In der heutigen Sitzung der
Budgetkommiſſion des Reichstages, in der
die Beratung des Marineetats feſtgeſetzt wurde,
ge=
langte die Reſolution des Zentrums, den Reichskanzler
zu erſuchen, die Verbeſſerung der Geſamtſtellung der Deck
offiziere in Erwägung zu ziehen, einſtimmig zur Annahme,
Die Reſolution des Zentrums, welche die
zweijährige Dienſtzeit für die Marine=Infanterie und die
Matroſen=Artillerie geſetzlich feſtgelegt wiſſen will, wurde,
trotzdem Admiral v. Tirpitz die ſchwerſten Bedenken gegen
die Annahme der Reſolution äußerte, ſchließlich
mit=
den Stimmen des Zentrums und der
So=
zialdemokraten angenommen. Zu Kap. 52
des Marineetats (Indienſthaltungen) lag eine
Reſo=
lution des Zentrums vor, die beſagt:
Verpfle=
gungen, Tafel= und Meſſegelder, Landzulagen uſw.
wer=
den gezahlt für die Tage der dauernden Abweſenheit bei
Fahrten auf hoher See, alſo nicht beim Dienſt im Hafen=
Staatsſekretär v. Tirpitz erklärte hierzu: Ich glaube,
es iſt niemand in der hohen Kommiſſion, der ſich nicht
ganz darüber klar iſt, daß ich an dem Tage, wo dieſer
An=
trag Geſetz wird. aufhöre, Staatsſekretär des Reichsamts
der Marine zu ſein. Ich halte den Antrag für gänzlich
undurchführbar. Die freie Verpflegung für Offiziere und
Mannſchaften auf See und im Hafen iſt die unerläßliche
Vorbedingung für einen geregelten Dienſtbetrieb an Bord.
Solange die vreußiſch=deutſche Marine beſteht, und in
al=
len fremden Marinen, iſt die freie Verpflegung vorhanden.
Mehr habe ich in dieſer Angelegenheit nicht zu ſagen. Die
Abſtimmung wurde auf die nächſte Sitzung verſchoben.
* Berlin, 13. Febr. Bei der erſten Leſung in der
Leuchtölkommiſſion des Reichstages war
bekanntlich infolge Durchkreuzung von Anträgen das in
dem Paragraphen 1 des Geſetzes enthaltene Grundprinzip
abgelehnt worden. In der heutigen zweiten
Le=
ſung wurden nach nochmaliger lebhafter Debatte und
längeren Ausführungen der Regierung über die
Verſor=
gungsfrage und das Privatmonopol der Standard Oi
Company die §§ 1 und 2 des Entwurfs (Reichsmonopol
und Vertriebsgeſellſchaft) mit nicht weſentlichen
Aende=
rungen in der Faſſung der Regierungsvorlage mit den
Stimmen aller Parteien gegen das Zentrum und die
Polen angenommen.
Der Einzug des Brautpaares in Berlinl
* Berlin, 13. Febr. Die Kaiſerin,
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe, Prinz Ernſt Auguſt
von Cumberland und Prinz und
Prinzeſ=
ſin Max von Baden ſind heute vormittag um 8½
Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof eingetroffen. Zum
Empfange waren erſchienen der Kaiſer, die Prinzen
des Königlichen Hauſes, ſoweit ſie in Berlin und Potsdam
anweſend ſind, ferner die Kabinettschefs, das Kaiſerliche
Hauptquartier, der Gouverneur und der Kommandant
von Berlin, der Präſident des Staatsminiſteriums und
die Mitglieder desſelben, der Oberbürgermeiſter von
Ber=
lin und der Polizeipräſident. Auf dem Bahnſteig war
eine Ehrenkompagnie des 2. Garde=Regiments mit
Fah=
nen und Muſik aufgeſtellt mit den direkten Vorgeſetzten
bis zum kommandierenden General des Gardekorps. Vor
dem Bahnhof war eine Eskadron des Huſaren=Regiments
von Zieten Nr. 3 aufgeritten. Die Herrſchaften fuhren in
vierſpännigen offenen Wagen durch das Brandenburger
Tor nach dem Königlichen Schloß. Cce halbe Eskadron
Die Verlobung im Kaiſerhaufe.
[ ← ][ ][ → ] ritt vor dem Wagen, eine halbe nach dem Wagen als
Es=
korte.
Trotz des trüben regneriſchen Wetters beſetzte eine
vieltauſendköpfige Menſchenmenge die Straßen, welche
die Herrſchaften beim Einzuge paſſierten. Alle öffentlichen
und zahlreiche Privatgebäude haben geflaggt.
Brauſen=
des Hurra und Tücherſchwenken geleitete den Zug, der ſich
vom Potsdamer Bahnhof durch die Königgratzer Straße,
die Siegesallee, Brandenburger Tor und Linden in
flot=
tem Trabe nach dem Königlichen Schloß bewegte. Im
Fonds des Wagens ſaßen die Kaiſerin und die Prinzeſſin,
auf dem Rückſitz der Kaiſer und Prinz Ernſt Auguſt. Das
Prinzenpaar Max von Baden folgte in einem beſonderen
Wagen. Die Herrſchaften erwiderten freundlich die Grüße
des Publikums.
Im Luſtgarten hatte die zweite und fünfte Schwadron
des Zieten=Huſaren=Regiments mit der Front nach dem
Schloß Aufſtellung genommen. Auch der Verein
ehema=
liger Zieten=Huſaren mit Fahne hatte ſich eingefunden.
Vor dem Portal 4 des Schloſſes ſtanden die Prinzen
Eitel Friedrich, Auguſt Wilhelm und Oskar. Nach 9 Uhr
verkündeten brauſende Hurrarufe das Nahen des Zuges.
Die Kapelle der Huſaren intonierte den Torgauer Marſch.
Nach dem Abfahren der Front entſtiegen die Herrſchaften
vor dem Portal den vier Wagen. Die dort befindlichen
rinzen überreichten der Kaiſerin und ihrer Schweſter
Blumenſträuße. Inzwiſchen hatte das Offizierkorps der
Zieten=Huſaren abgeſeſſen und meldete ſich in corpore
beim Kaiſer, um ſodann dem Bräutigam und der Braut
ihre Glückwünſche darzubringen.
Prinz Ernſt Auguſt erhielt heute die Order, nach der
er bei dem Zieten=Huſaren=Regiment eingeſtellt iſt. Der
Prinz reichte jedem Offizier die Hand. Es folgte der
Vorbeimarſch des Zieten=Huſaren=Regiments in Zügen.
Hierauf gingen die Herrſchaften ins Schloß, wo ſie im
Pfeilerſaale von den Oberſten. Ober= und
Vizeoberhof=
chargen empfangen wurden, deren Glückwünſche das
Brautpaar darauf entgegennahm.
* Berlin, 13. Febr. Zur Begrüßung auf
dem Bahnhof hatten ſich auch
Oberbürger=
meiſter Wermuth, Bürgermeiſter Reicke und der
Stadtverordnetenvorſteher eingefunden. Wermuth hielt
unter Ueberreichung eines Orchideenſtraußes folgende
An=
prache an das Brautpaar: Die Landes= und
Reichs=
hauptſtadt, in die Eure Königlichen Hoheiten, ſtrahlend
von Liebe und Glück, ihren Einzug halten, öffnet weit
hr Tor und Herz in inniger Mitfreude und bringt in
Ehrexbietung ihr Willkommen dem erlauchten Brautpaare
dar, das in ſeinem eigenen Glück uns zugleich ein
herr=
liches Pfand für Deutſchlands Einheit und Größe
be=
ſchert.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
g. Darmſtadt, 13. Febr. Leutnant Reinhardt
mit Leutannt Blumenbach als Begleiter iſt heute
nachmittag mit ſeinem Euler=Apparat in einſtündigem
Fluge von Heidelberg nach Darmſtadt
zurück=
gekehrt. Ebenſo Leutnant Sommer mit Hauptmann
Dewall und Leutnant v. Mirbach mit Leutnant
v. Beers. — Heute mittag 12 Uhr iſt Oberleutnant
Donnevert, der ſeit einigen Tagen hier Station
machte, mit Leutnant Warſow als Beobachter von der
Straßburger Fliegerſtation mit ſeiner Rumplertaube von
dem Truppenübungsplatz zum Fluge nach Gotha
über Fulda aufgeſtiegen.
* Friedrichshafen, 13. Febr. Der Kaiſerliche
Marinebaumeiſter des Reichsmarineamts in Berlin
Pietzker, weilt ſeit einigen Tagen hier zu
Vorbeſprech=
ungen mit dem Luftſchiffbau Zeppelin wegen
Erbau=
ung eines weiteren Marineluftſchiffes.
Das neue Militärluftſchiff „Z. 4” dürfte in acht bis zehn
Tagen fertiggeſtellt ſein.
Stimmen aus dem Publikum.
Redaktion
t überni
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Uebe
und des 3
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt au
Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Daß manche Leute ihre Herzensergüſſe nicht
an=
ders als in Eingeſandts von ſich geben können, iſt eine
alte Tatſache, die ſo lange beſtehen bleiben wird, als dieſe
Herren kein anderes Arbeitsfeld für ihren ſchriftlichen
Tätigkeitstrieb gefunden haben. Wenn dabei noch
nie=
mand zu nahe getreten wird, kann man ihnen den Spaß
ja laſſen, wenn ſie aber, wie in Nr. 34 dieſes Blattes,
einen ganzen Stand in nicht mißzuverſtehender Weiſe
angreifen, ſo verdienen ſie eine ebenſo deutliche
Zurück=
weiſung. Oder iſt der Herr Einſender vielleicht in der
Lage, für ſeine ſo allgemein gefaßte Behauptung, die
den Milchhändlern ohne Ausnahme Unſauberkeit und
Unreinlichkeit vorwirft, einen ſchlüſſigen Beweis zu
er=
bringen? Wenn ihm einzelne Fälle, die wir ebenſo
ver=
urteilen, bekannt geworden ſind, dann mag er ſich an die
betreffenden Händler halten, ein Recht zu einer
derarti=
gen Verallgemeinerung müſſen wir ihm aber ganz
ent=
ſchieden abſprechen. Und was hat denn die Beſchaffenz
zeit der Kleidung, die niemals mit der Milch, ſondern
nur mit der Außenſeite der Maßinſtrumente in
Berühr=
ung kommt, mit der Reinlichkeit der Milch zu tun? Wenn
durch die Behandlung der Milch im Stalle bis zur
An=
kunft beim Händler und nach der Ablieferung nicht mehr
Schmutz in die Milch gelangt, als durch das Berühren
des Inſtruments mit dem Aermel, dann kann der
Einſen=
der ſehr zufrieden ſein. Und das bißchen Straßenſtaub,
das durch Ausſpülen des Gefäßes vor dem Ausmeſſen
in der Küche des Kunden meiſtenteils leicht beſeitigt
wer=
den kann und wird, wird ihm ſo wenig ſchaden, wie der
ſonſtige Staub und Schmutz, den er durch Genießen
an=
derer Speiſen oder durch Einatmen in ſich aufnimmt.
Viel unappetitlicher dünkt uns die von ihm geſchilderte
Methode, die in ſeiner Heimat üblich ſein ſoll. Denn
entweder hängt das Maßinſtrument ſo tief, daß es
ir=
die Milch taucht; dann muß es jedesmal abgewiſcht
wer=
den, wenn der Boden oder Tiſch des Kunden nicht durch
herabtropfende Milch verunreinigt werden ſoll, und daß
das reinlicher wäre, wird niemand behaupten. Oder
aber das Inſtrument hängt höher, wobei aber aller
Schmutz, der an demſelben außen hängt, leicht in die
Milch herabfallen kann. Ganz abgeſehen von dieſen
Ge=
ſichtspunkten, iſt bei der Beſchaffenheit der im Gebrauch
befindlichen Gefäße ein Anbringen der Maßinſtrumente
im Innern der Kannen ganz unmöglich.
Um dem Herrn Einſender übrigens einen Beweis zu
liefern, wie wenig die Verallgemeinerung einiger
weni=
ger Fälle gerechtfertigt iſt, wollen wir nur auf die
Ver=
öffentlichung in Nr. 35 des Darmſtädter Tggblatts,
Seite 3, verweiſen. Von den 39389 Prüfungen mußten
ganze 13 wegen Schmutzgehaltes beanſtandet werden.
Und wenn er weiter ſieht, daß von den 123 überhaupt
zur Anzeige gebrachten Uebertretungen 90 auf die Pro=
duzenten und 33 auf die Händler entfielen, dann wird er
einſehen, wo die Urſache der Unreinlichkeit zu ſuchen iſt
Vielleicht gibt dieſe amtliche Feſtſtellung dem um die
Milchhändler ſo ſehr beſorgten Herrn Veranlaſſung, das
vermeintliche Uebel an der Wurzel anzufaſſen und dahin
zu wirken, daß eine einheitlichere und umfangreichere
Stallkontrolle eingeführt wird. Er wird ſich dadurch
ſicher=
lich den Dank nicht nur des Publikums, ſondern aller
Darmſtädter Milchhändler erwerben.
Der „Milchhändlerverein Darmſtadt und Umgebung”.
Der Balkankriege
Vom Kriegsſchauplatze.
* Dimotika, 13. Febr. (Agence Bulgare.) Ein
Com=
munigué aus dem Hauptquartier beſagt: Alle
aus Konſtantinopel kommenden Nachrichten über die
militäriſchen Operationen der zweiten
Kriegs=
periode, welche den türkiſchen Waffen angeblich Siege über
die Bulgaren zuſchreiben, ſind vollſtändig falſch. Das
Communigué ſchildert dann den Gang der Operationen
ſeit der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten bis heute.
Am 4. Februar ſchlugen die Bulgaren die Türken bei
Gal=
lipoli ſüdlich des Fluſſes Kavak. Am 8. ds. Mts.
un=
ternahmen 6 türkiſche Diviſionen einen Angriff gegen
un=
ſere Truppen, welche in Stellungen ungefähr 5 Kilometer
von Bulair verſchanzt waren. Die Türken wurden
voll=
ſtändig von den Bulgaren geſchlagen. Sie zwangen durch
einen Bajonett=Angriff die Türken, panikartig zu flüchten
Die Landungsverſuche der Türken an den Küſten des
Schwarzen Meeres und des Marmarameeres wurden an
allen Punkten mit beträchtlichen Verluſten der Türken
zu=
rückgeſchlagen. Was den Rückzug der bulgariſchen
Vor=
poſten bei Tſchataldſcha aus der erſten Linie anbe
langt, ſo iſt der Rückzug nichts anderes, als die genaue
Ausführung eines vorher gefaßten, präziſen Planes. Die
Belagerung von Adrianopel dauert fort und die
Bul=
garen rücken methodiſch erfolgreich vor.
Konſtantinopel, 13. Febr. In offiziellen
Kreiſen iſt man über die übertriebenen
bulga=
riſchen Siegesmeldungen auf Gallipoli
empört. Die türkiſchen Verluſte betrügen nicht mehr als
800 Mann. Die Bulgaren ſeien keinen Schritt vorwärts
gerückt und die türkiſchen Truppen ſeien in ihren
Verſchan=
zungen bei Bulair geblieben. Der Wiederbeginn der
Frie=
densverhandlungen ſteht in den nächſten Tagen bevor.
* Konſtantinopel, 13. Febr. Wie das Blatt
Alendar meldet, haben die türkiſchen Streitkräfte in
Ja=
nina den Paß Zavroko angegriffen und nach 3½
ſtün=
digem Kampfe die Griechen vernichtet. Von einem
Regiment wurden nur 8 Mann, von denen 6 verwundet
waren, gerettet. Den Türken fielen 13 Kanonen in die
Hände, ebenſo eine Menge Munition. Nach Meldungen
aus Skutari wagen die Montenegriner keinen Angriff
mehr. Die Truppen ſollen ihnen ihre Unterſtützung
ver=
weigert haben.
* Wien, 12. Febr. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Konſtantinopel: Geſtern wurde der erneute Verſuch der
Bulgaren, bei Fenikoj, ſüdweſtlich vom Derkos=See,
die Tſchataldſchalinie zu durchbrechen, nach heftigem Kampf
iegreich abgewehrt. Der Geſchützdonner war bis
ſpät abends in den Vororten Peras hörbar.
Neue Friedensverhandlungen.
* London, 13. Febr. Tewfik Paſcha ſoll vor
eini=
gen Tagen um die Intervention der Mächte im
Intereſſe des Friedens erſucht haben. Es wurde ihm
ge=
antwortet, daß eine Intervention unmöglich ſei, ſofern nicht
die Türkei Vorſchläge unterbreite, die annehmbar
erſchie=
nen. Es ward die Anſicht verbreitet, daß Hakki Paſcha der
Ueberbringer neuer Vorſchläge iſt. Die
Botſchafter=
konferenz beſchäftigte ſich geſtern ausſchließlich mit den
Forderungen der Türkei. Die Botſchafter werden am
Freitag die Beſprechung der albaniſchen Frage wieder
auf=
nehmen.
* Konſtantinopel, 13. Febr. Der über die
Wahr=
heit der Nachrichten aus London, daß man kurz vor der
Wiederaufnahme der
Friedensverhand=
lungen ſtehe, befragte Großweſir erklärte, die
Nachrich=
ten entbehrten nicht der Wahrheit. Die Wiederaufnahme
der Friedensverhandlungen oder die Fortſetzung der
Be=
prechung mit den Mächten, ſo fuhr der Großweſir fort,
iſt natürlich. Die Verhandlungen können auf Grund der
Antwortnote der Pforte wieder aufgenommen werden. Er
habe das Großweſirat übernommen, nicht allein zu dem
Zweck, den Krieg fortzuſetzen, ſondern dazu, alle
Anſtren=
gungen zu machen, um unter ſolchen Bedingungen, die ſo
viel als möglich die Intereſſen des Landes wahren, den
Frieden zu ſchließen. Die Regierung wird den Krieg
fort=
ſetzen, wenn ſie es für dieſen Zweck für nützlich erachtet.
Die militäriſchen Aktionen zeigen, mit welcher Energie die
Regierung entſchloſſen iſt, das Land zu verteidigen; aber
es iſt die Pflicht der Regierung, auf diplomatiſchem Wege
auf den Frieden hinzuarbeiten. Die Regierung
beſchäf=
tigt ſich alſo mit dem Schickſal der den Mächten
überreich=
en Antwortnote und wird ſich bemühen, auf der
Grund=
lage dieſer Note den Frieden zu ſchließen
* Konſtantinopel, 13. Febr. (11 Uhr 50 Min.
vorm.) Wie verſichert wird, ſandte die Pforte an ihre
Botſchafter eine Zirkularnote, in der es heißt, da
die letzte Antwortnote der Pforte für geeignet befunden
worden ſei, die Grundlage für weitere
Friedensverhand=
lungen zu bilden, ſollten die Botſchafter in dieſem Sinn
die Mächte ſondieren. Die Zirkularnote iſt im Sinne der
vom Großweſir abgegebenen Erklärungen gehalten.
Rumänien und Bulgarien.
* Sofia, 12. Febr. Der bulgariſche und
der rumäniſche Delegierte, Sarawoff und
Chika, hatten heute nachmittag im Miniſterium des
Aeu=
ßern ihre erſte Unterredung, die eine Stunde dauerte.
Die Delegierten tauſchten im Laufe der Unterhaltung in
freundſchaftlicher Weiſe ihre Anſchauungen über eine
Verſtändigung in den ſchwebenden Fragen aus.
— Wien, 13. Febr. Auf Erſuchen Rumäniens
haben außer Oeſterreich=Ungarn auch Deutſchland,
Ita=
lien und England in Sofia Schritte getan. Rumänien
ſelber erklärte in Sofia, es könne den Frieden nicht
auf=
rechterhalten, falls ſeine Mindeſtforderungen nicht
bewil=
ligt würden. Eine Entſcheidung wird innerhalb drei
Ta=
gen erwartet.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 13. Febr. Es verlautet,
daß der Miniſter des Innern, welcher ſeit drei
Tagen nicht im Miniſterium erſchienen iſt,
demiſſio=
nieren werde, weil er mit dem Großweſir bezüglich der
Friedensfrage ſich in Meinungsverſchiedenheiten befindet.
Der Scheik ül Islam, ſowie der Präſident des Staatsrats
Said Paſcha ſollen ſich mit dem Großweſir identiſch
erklären.
Die Revolution in Mexiko.
* Mexiko (City), 12. Febr. Vier Stunden lang
haben die Bundestruppen faſt ohne Wirkung die
Stellungen der Aufſtändiſchen beſchoſſen.
Dieſe erwiderten das Feuer lebhaft. Ihre ſchweren
Ge=
chütze ſchleuderten Schrapnells und Vollkugeln in die
Mittelpunkte des Geſchäftsviertels. Die Aufſtändiſchen
haben ihre Stellung durch Aufpflanzen weiterer
Feld=
geſchütze auf einem Vereinsgebäude befeſtigt und etwa
8000 bis 5000 Gefangene aus den Gefängniſſen befreit,
die ſie bewaffneten. Die Geſchütze haben die größten
Ge=
bäude im Zentrum der Stadt ſehr beſchädigt. Auf den
Straßen liegen Trümmer, und der Kugelregen aus den
Maſchinengewehren praſſelt gegen die Häuſerwände. Die
Aufſtändiſchen haben zeitweiſe ihre Geſchütze gegen das
Gebäude der engliſchen Geſandtſchaft gerichtet,
die das Feuer aus den dort zum Schutze aufgeſtellten
Ge=
ſchützen erwiderte. Die Pläne, eine Zuſammenkunft der
Vertreter beider Parteien zu ermöglichen, ſind geſcheitert.
Im weiteren Verlaufe des Kampfes ſind zwei
Granaten in die Kabelſtation eingeſchlagen. Dieſe wurde
ſtark beſchädigt. 300 Anhänger des Generals Zapata ſind
in die Stadt eingerückt und haben die Bundestruppen
angegriffen.
* New=York, 12. Febr. Nach Telegrammen aus
Mexiko ſind die Aufſtändiſchen heute morgen um
9 Uhr gegen den Nationalpalaſt vorgerückt. Sie
ſchienen heute ſchwerere Geſchütze als geſtern zu benutzen
und richteten ihr Feuer gegen den Palaſt und gegen
höhere Gebäude im Geſchäftsviertel. Auf vielen von
dieſen Gebäuden ſtellten die Bundestruppen
Maſchinen=
gewehre und Scharfſchützen auf. Das vierſtöckige, maſſive
Gebäude der Mutual Life Inſurance Company wurde
durch die Aufſtändiſchen in Brand geſchoſſen.
* Waſhington, 12. Febr. Das
Quartier=
meiſteramt gibt bekannt, daß die Vorbereitungen für
die Abſendung von Truppentransporten
von Newport=News nach Mexiko beendet ſind. Ob
noch weitere Vorſichtsmaßregeln getroffen würden, wird
wahrſcheinlich durch die Entwickelung der Dinge heute
beſtimmt. Es befänden ſich jetzt zwei amerikaniſche
Kontreadmirale in den mexikaniſchen Gewäſſern, einer
an der Weſtküſte, ein anderer an der Oſtküſte. Alle Schiffe,
die für den Dienſt in den merikaniſchen Gewäſſern
be=
ordert worden ſeien, wären Schiffe erſten Ranges, die
eine Beſatzung von je 700 Mann hätten. So würde die
Beſatzung der Schiffe der Vereinigten Staaten in den
dortigen Gewäſſern noch vor Ende dieſer Woche eine
Stärke von 5000 Mann haben. Die Kommandanten der
Kriegsſchiffe ſollten ſowohl den Schutz der
Euro=
päer und Aſiaten, wie der Amerikaner
über=
nehmen.
*
Waſhington, 12. Febr. Es ſind
Vorbereit=
ungen getroffen worden, um 2500 Marineſoldaten
nach Veracruz zum eventuellen Entſatz der ausländiſchen
Geſandtſchaften zu entſenden. Die 3000 Mann ſtarke erſte
Brigade der 1. Armeediviſion iſt angewieſen worden,
ich für die Expedition dienſtbereit zu halten.
* Berlin, 13. Febr. Nach einer Meldung des
deutſchen Geſandten in Mexiko ſind bei den
Kämpfen in der Hauptſtadt keine Verluſte an deutſchem
Leben zu beklagen.
Letzte Nachrichten.
Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 13. Febr. Heute mittag 12½ Uhr fand die
feierliche Vereidigung des Erzbiſchofs von Köln,
Dr. v. Hartmann, im Königlichen Schloſſe ſtatt. Der
Erzbiſchof traf vom Hotel „Royal” aus im Königlichen
Wagen um 12¼ Uhr im Königlichen Schloſſe ein. Im
Ritterſaal erwartete der Kaiſer den Erzbiſchof in
Ge=
genwart des Reichskanzlers, des Oberſtkämmerers Fürſten
zu Solms=Baruth, des Miniſters des Königlichen Hauſes
Grafen zu Eulenburg, des Juſtizminiſters, des Miniſters
des Innern, von drei Kabinettschefs, ſowie des
Komman=
danten und der dienſttuenden Herren des Hauptquartiers.
Der Kultusminiſter, begleitet von dem Unterſtaatsſekretär
Dr. v. Chappius, geleitete den Erzbiſchof nebſt Gefolge
in den Saal und ſtellte ihn dem Kaiſer vor, worauf die
Vereidigung auf das Evangelienbuch erfolgte. Die
Kai=
ſerin empfing darauf den Erzbiſchof im Pfeilerſaal. Um
1Uhr war Frühſtückstafel bei dem Kaiſer, an welcher u. a.
teilnahmen: der Reichskanzler, der Juſtizminiſter, der
Kultusminiſter, der Miniſter des Innern,
Unterſtaats=
ſekretär Dr. v. Chappius Erzbiſchof Hartmann, die
beiden Herren ſeiner Begleitung, die drei Kabinettschefs
und die Herren des Gefolges. Der Kaiſer ſaß zwiſchen
dem Reichskanzler und dem Erzbiſchof. Abends 8 Uhr
fand Familientafel bei dem Kaiſerpaar ſtatt.
* Berlin, 13. Febr. Wie von zuverläſſiger Quelle
ge=
meldet wird, beſtimmte Hans v. Bleichroeder,
Seniorchef des Berliner Bankhauſes, aus Anlaß ſeines
60. Geburtstages eine Million Mark zur
Erbau=
ung eines Erholungsheims für unbeſcholtene,
bedürftige Perſonen ohne Unterſchied der Konfeſſion und
überwies dem Penſionsfonds für die Beamten ſeines
Bankhauſes 500000 Mark.
Karlsruhe, 13. Febr. Der Herzog=Regent
von Braunſchweig und Gemahlin trafen
heute mittag um 11 Uhr von Colmar hier ein. Am
Bahn=
hof waren zur Begrüßung das Großherzogspaar
er=
ſchienen. Die Herrſchaften nahmen im Großherzoglichen
Palais Wohnung.
*
Jefferſon, 12. Febr. Der Oberſte Gerichtshof hat
ein Urteil gefällt, wonach die Standard Oil
Com=
pany dauernd von dem Staate Miſſouri ausgeſchloſſen
wird.
* Tokio, 13. Febr. Infolge des Entſchluſſes der
Par=
tei der Seiyukai, das Koalitionskabinett nicht zu
unter=
ſtützen, iſt die politiſche Lage verwickelt. Die
Einführung des Premierminiſters wurde aufgeſchoben.
Der Untergang der Scottſchen Expedition.
* Chriſtchurch (Neuſeeland). 12. Febr. (Reuter.) Die
Terracva” hat alle brieflichen Aufzeichnungen der
Scott=
ſchen Expedition heimgebracht, einſchließlich der
Privat=
tagebücher, die den Hinterbliebenen der Verunglückten
ausgeliefert werden. Kapitän Scott hat ſein Tagebuch
bks zum 24. März geführt. Man hätte auch die Leichen
zurückbringen können, aber die Rettungsexpedition
be=
ſchloß einſtimmia, ſie in ihrem Schneegrabe
zurückzulaſ=
en. Leutnant Evans, der jetzt die Expedition
komman=
diert, lehnte es ab, ſich über das Ende des Kapitäns
Scott und das der anderen Mitglieder der Expedition zu
äußern. Die Notſchlitten haben häufig verſaat, ſo daß die
Expedition ordentlich froh war, als der letzte
unbrauch=
bar geworden war. Leutnant Evans wird Kapitän
Scotts Darſtellung der Expedition vollenden, die dann in
Buchform veröffentlicht wird. Alle an Bord der „Terra
Nova” Befindlichen ſind wohlauf und man ſieht ihnen
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 14. Februar 1913.
Nummer 38.
die Anſtrengungen und Entbehrungen nicht an, die ſie
durchgemacht haben. Die Strecke, die Kapitän Scott
zu=
rücklegte beträgt 1842 engliſche Meilen. Kapitän Scott
hatte am 10. März am Butpoint zurück ſein wollen. Au
die Frage nach den Vorräten an Heizmaterialien in den
Depots erklärte Leutnant Evans, Kapitän Scott habe
Vorräte für einen Monat nach dem mutmaßlichen Datum
ſeiner Rückkehr gehabt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
MMlen
Gteletstäpisten
Kinder auch bei rauhem Wetfer gern,
ohne an eine Erkältung und ihre Folgen
zu denken. Aengſtliche Mükter halken ſie
dann gern im Zimmer, obwohl die
Zimmer=
lufk ſie verweichlichk und zu Erkälkungen
noch eher geneigt machk. Richtiger iſt es.
ihnen bei ungünſtiger Witkerung einige der ausgezeichneten Wybert=
Tablekten zu geben, die die Atmungsorgane kräftigen. Unentbehrlich
ſind die Wyberi=Tabletten bei einkrekendem Huſten, den ſie raſch
und ſicher vertreiben; ſie koſten in allen Apotheken und Drogerien
1 Mark pro Schachkel. Niederlagen in Darmſtadt: in
ſämt=
lichen Apotheken; Drogerie von Fr. Beckenhaub,
Kirch=
ſtraße 27; Drogerie Gg. Liebig & Co., Luiſenſtraße 4,8
Martins=Drogerie, Pankratiusſtraße 41: Drogerie
Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8; Drogerie C. Watzinger,
Wilhelminenſtr. 11; Central=Drogerie, Eliſabethenſtr. 30.
ide als er ſich erklären wollte
es war beim Dollarprinzeſſinnen=Walzer -überkam
mich ein Huſtenanfall; wir mußten ausſetzen und
der günſtige Augenblick war verpaßt. Wer weiß
wann er nun ſprechen wird!‟ — „Das kommt
davon! Du weißt, daß du erkältet biſt, und; doch
haſt du deine Sodener nicht mitgenommen. Wie
oft muß ich dir ſagen, daß man eine Sodener
Paſtille wenigſtens auf dem Weg zur Geſellſchaft
im Munde zergehen laſſen ſoll, und auch in der
Unterhaltung kann man einr Sodener unauffällig
lutſchen. Das erhält die Kehle geſchmeidig und iſt
ein ausgezeichneter Schutz gegen Erkältungen. Aber
man muß Fays ächte Sodener fordern, weil ſie aus
den zum Kurgebrauch benutzten Gemeindeheilquellen
gewonnen ſind. — Die Schachtel koſtet 85 Pfg. (I,3986
klimatisch. Kurort in Süd-Tirol
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Saison Septbr.—Juni. 1911/12:
31.502 Kurgäste. Städt, Kur- und
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wasseranstalt, kohlens. u. alle medikam. Bäder,
Schwimm-
bad, Inhalationen, Radium-Emanatorium, Trauben-
Mineral-
wasser-Kuren, Terrain-, Freiluftliege-Kuren. Kanalisation,
Hochquellenleit. Theater, Sportplatz, Konzerte. 20 Hotels
I. Ranges, Sanatorien, zahlr. Pensionen u. Fremden-Villen.
Prospekte gratis durch die Kurvorstehung. (1666a
Nachfolgende Hotels I. Ranges sind mit allem Komfort der
Neuzeit ausgestattet, geben Pensions-Arrangement u. senden
Prospekte auf Verlangen. Die Zahlen bedeuten die
Betten-
zahl. Grand Hotel und Meraner Hof 330, Frau Emma 260,
Erz-
herzög Johann 220, Palast 220, Bristol 190, Kaiserhof 180,
Habs-
burgerhof 140, Park 140, Savoy 130, Tirolerhof 115, Aders 90,
Minerva 85, Erzherzog Rainer 80, Austria und Villa imperial 70.
Hassfurther 65, Bavaria 65.
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Stadtkapelle. Freitag, 14. Februar, abends
8 Uhr: Paſſionsandacht. Pfarrer Beringer.
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ELSE JECK
HANS WINT
VERLOBTE
Darmstadt Februar 1913 Florenz
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Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute morgen 3 Uhr entſchlief ſanft nach
kurzem, ſchwerem Leiden meine liebe, gute
Frau, unſere liebe Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter
(4045
Frau Emilie Rohde
geb. Hermoneit.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Ulrich Rohde, Kammermuſiker.
Darmſtadt, den 13. Februar 1913.
Die Einſegnung findet Freitag, den 14. Febr.,
nachmitt. 5¼ Uhr, im Trauerhauſe Taunus
ſtraße 25, die Einäſcherung am Samstag, den
15. Febr., in Offenbach in aller Stille ſtatt
OHSESESEESEGRSEC
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schweſter, Tante und Großtante
Frau
Martk Hartmann Wieid
geb. Weber
heute früh nach ſchwerem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden im Alter von 74 Jahren
(4039
aus dieſem Leben abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Louis Graßs,
Familie Carl Moritz,
Familie Wilhelm Hirsch.
Darmſtadt, den 13. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
2 Uhr, vom Sterbehaus Kranichſteinerſtr. 66
aus, ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die mir anläßlich des Todes meines Vaters
Herrn Ludwig Meyenberg
Maſchinenmeiſter i. P.
zuteil geworden ſind, ſpreche ich hiermit beſonders
dem Herrn Pfarrer Kleberger für ſeine troſtreiche
Grabrede, ſowie allen Freunden und Bekannten
meinen tiefempfundenen Dank aus.
(4031
Hermann Meyenberg.
Frankfurt a. M., Saalgaſſe 27, 13. Febr. 1913.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinke.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 14. Februar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 45 Min.
Samstag, den 15. Februar:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Jugendgottesdienſt
und Predigt 4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 15. Februar:
Vorabend 5 Uhr 10 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 16. Februar, an:
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich ſeit geſtern nicht weſentlich
geändert. Das kontinentale Hoch beginnt langſam ſich
zu verflachen. Ueber Island iſt eine ſtarke Depreſſion
erſchienen. Unter dem Einfluß des hohen Drucks haben
wir heiteres, trockenes Wetter. Tags ſtieg die Temperatur
bis —10” um nachts nnter den Gefrierpunkt zu ſinken.
Das nördliche Tief ſucht Einfluß auf unſere Witterung
zu gewinnen, dürfte uns aber morgen noch keine
durch=
greifende Aenderung des Wetters bringen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 14. Febr.:
Morgennebel, ſpäter langſam aufklarend, meiſt trocken,
etwas kälter, ſtellenweiſe Nachtfroſt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7½ Uhr,
Ende gegen 11 Uhr: „Taifun”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Orcheſtiſche Tanzſpiele von Gertrud Leiſtikow
um 8 Uhr im „Mathildenhöhſaal” (Freie
literariſch=
künſtleriſche Geſellſchaft)
Fremdſprachlicher Vortrag von Dr. Smith um
5½ Uhr in der Turnhalle der Liebigs=Oberrealſchule.
Vortrag von Liz. Traub um 8¼ Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz (Freie landeskirchliche Vereinigung).
Vortrag von Rechtsanwalt Geißner um 8½ Uhr im
Reſtaurant Sitte (Ortsgewerbeverein).
Verſteigerungskalender
Samstag, 15. Februar.
Stamm= und Stangenholz=Verſteigerung
um 9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zuſam=
menkunft auf der Straße Ober=Ramſtadt-Nieder=
Modau am Eingang des Waldes).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 13. Februar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 99,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
77,40
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 88,30
77,3
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,40
92,80
do.
3½
84,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
3½
86,90
do.
3
do.
77,70
4 Hamburger Staatsanl. 98,70
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,90
4 do. do. (unk. 1918) 99,50
3½
do.
87,10
3
do.
75,80
3 Sächſiſche Rente.
78,75
4 Württemberger v. 1907 99,75
3½
do. v. 1875 93,90
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,80
3¾ Italiener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente 87,10
do. Goldrente . . . 91,20
do. einheitl. Rente 84,25
3 Portug. unif. Serie I 63,60
do. unif. Ser. III 66,45
3 do. Spezial . . . . 9,75
5 Rumänier v. 1903 . . 99,70
v. 1890 . . 93,00
4 do.
do.
v. 1905 . .. 87,20
4 Ruſſen v. 1880 . . . .
do. v. 1902 . . . . 90,25
4½ do. v. 1905 . . . . 99,9.
4½ Schweden . . . . . . 91.70
4 Serbier amort. v. 1895 80,80
4 Türk. Admin. v. 1903 77,80
t Türk. uniſiz. v. 1903 85,80
4 Ungar. Goldrente . . . 87,50
do. Staatsrente. . . 84,40
InProt.
Zf.
5 Argentinier . . . . . .100,10
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,60
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,60
41
do.
91,75
4½ Japaner . . . . . . . 91,30
5 Innere Mexikaner . . . 90,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 84,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,70
3 Buenos Aires Provinz 68¾
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=Paket=
fahrt . . . . . . . 150,50
5 Nordd. Lloyd . . .
116½
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 128,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,75
6 Baltimore und Ohio . 104%
6 Schantungbahn . . . . 129,00
6½ Luxemb. Prince Henri
Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23,90
6 Pennſylvania R. R. . 123,00
Letzte Induſtrie
Aktien.
Divid.
3 Brauerei Werger
65,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 535,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.246,00
30 Farbwerke Höchſt . . 629,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,80
10 Cement Heidelberg . . 145,50
30 Chem. Werke Albert 442,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 328,00
5 Lahmeyer . . . . . . . 124,00
In Proz.
Letzie
Divid.
½ Schuchert, Nürnberg 145,20
12 Siemens & Halske .216,30
5 Beramann Electr. . . 121,00
ODeutſch. Ueberſee Electr. 163,50
25 Gummi Peter . . . . 75,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 72,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 611,50
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren —
8 Steana Romana Petr. 150,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 233,80
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 199,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 93,00
3 Südd. Immobilien . 60,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 175,50
12½Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 214,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 162,05
10 Gelſenkirchener . . . . 195%
9 Harpener . . . . . . . 192½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,75
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,50
6 Laurahütte . . . . . . 176,75
10 Kaliwerke Aſchersleben 160,00
Weſteregeln 205,10
1,
7½ South Weſt Africa 127,36
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 82,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,20
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,50
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 87,30
3 Prag=Duxer . . . .
. 74,20
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,90
do.
76,30
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
dr.
In Proz.
Bf.
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,30
76,80
3 Raab=Oedenburg .
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
do.
-
4 Wladichawchas . . . . —
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,30
87,50
do.
% Livorneſer
68,70
3 Salonique=Monaſtir . 62,80
80,60
4 Baadadbahn . . . .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,30
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 70,50
4 Northern=Paciſic . . . 98,90
4 Southern=Pacific . . . 94,10
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 82,30
5 Tehuantepec . . . . . . 97,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,60
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
149,70
9½ Berlin. Handelsgef. .168,50
6½ Darmſtädter Bank . 124,50
12½ Deutſche Bank . . . 256,50
6 Deutſche Vereirsbank . 123,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,25
10 Diskonto=Kommandit 189, 10
8½ Dresdener Bank . . 156,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,50
6½ Mitteld. Kreditbank 120,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,25
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,70
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,60
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 114,50
7½ Wiener Bankverein . 132,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,00
In Proz.
Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
S. 19 . . . . ..
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
97,80
S. 52 . . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,
3½
do.
87,2.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
do.
3½
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 „
98,6
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,90
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,11
S. 9—11 . . . . . . . 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
3½
86,50
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 86,80
4 Südb. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
3½
87,80
Städte=.
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 97,50
do.
3½
4 Frankfurt. . . . . . . 99,00
3½
do.
96,00
4 Gießen . . . . . . . .
86,80
3½ do.
Heidelberg . . . . . . 96,80
do.
87,70
3½
4 Karlsruhe . . . . . . 96.70
Zu
do.
88,10
4 Magdeburg. . . . . . —
31
do.
4 Mainz . . . . . . . . 97,50
do.
3½
88,40
4 Mannheim . . . . . . 97,30
do.
31
88,40
München . . . . . . . 99,30
3½ Nauheim . . . . . . —
do.
87,40
4 Offenbach . . . . . . . 97,60
do. 89,00 4 Worms . . . . . . . . 97,30 do.
3½ 88,50 4 Liſſaboner v. 1888 . 76,80
Verzinsliche
Anlehensloſe
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner, 100 141,00
Holl. Komm. . fl. 100 112,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,75
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,00
3 Oldenburger . . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,80
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,00
Braunſchweiger Tlr. 20 197,40
Freiburger . . . . Fs. 15 80,90
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs.10 34,30
Meininger . . . . . fl. 7 35,40
Oeſterreicherv. 1864fl. 100.
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,30
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 16,23½
Amerikaniſche Noten . . . 4, 18½
Engliſche Noten . . . . . 20,44
Franzöſiſche Noten. . . . 81,20
Holländiſche Noten. . . . 168,95
Italieniſche Noten . . . . 79,95
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,70
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Kunstlichtspiele
Rheinstr. 6 Tel. 2170
Auf vielfachen Wunsch
heute Freitag, den 14. Febr.
drei Vorstellungen
nachm. 3 Uhr, ½6 Uhr und abends 8½ Uhr:
Das grosse Meisterwerk nach dem berühmten
Romane von Victor Hugo:
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unter
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in 4 Serien und 9 Akten
Gewöhnliche Preise
Plätze sind numeriert.
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Num. Parkett bei Hugo de Waal,
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am weissen Turm.
Heute letzter Tag
der Aufführung
alleiniges
Aufführungs-
recht für Darmstadt.
Eine Tragödie in 3 Akten.
im Parterre auf Extra-Tischen aufgelegt.
(4026
Aur noch. kurs. 221. I.
Srpheam
Gastspiel des Ensemble
vom Königl. Belvedere,
Dresden. (4042
Freitag,
HEUTE) 14. Febr.:
Neuer Spielplan!
Neue Revue:
nmotad
„Darmstaut,
6
je
uas ist Has lar ulcn
.dvorspielteere
Faust III. und unwiderruflich
letzter Teil.
Modernes Spielzeng.
Der
Hygiene-Mensch, ein Opfer der
Ausstellung. — Die konfiszierte
Nackttänzerin. — Schäfer-Idyl!
nach Watteau. — Im Mädchen-
Pensionat. — Auf in’s Kino.
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4. Paris und Brüssel. 23. Mai bis 2. Juni. 320 M.
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5. London, Brüssel, Paris. 17. Mai bis 2. Juni. Preis 530 M.
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7 Uhr bis abends 6 Uhr. Zu
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Liebfrauenſtr 35. (*4075
Großherzogl. Hoftheater
Freitag, den 14. Februar 1913.
121. Abonnem.=Vorſt. D 30.
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von Melchior Lengyel.
Perſonen:
Dr. Nitobe
To=
keramo .
Kt. Weſtermann
Toyu Yoshikawa Ludw. Wagner
Jyeyaſu Koba=
yashi .
Inoſe Hironari
Dr. Sheikwa
Omayi
Yoshi Yotomo
Dr. Kigin
Kita=
maru.
Johann. Heinz
Frz. Schneider
Richard Jürgas
Paul Peterſen
Auguſt Kräger
Hs. Baumeiſter
Emil Kroczak
Gerichtspräſident W. Riechmann
Verteidiger . . . Guſtav Semler
Herm. Knispel
Adolf Klotz
Hobermann=Hündin zugelaufen
Abzuholen bei Pfrimmer,
*3858mdf)
Wilhelmſtr. 59.
Nankwaku Hatori Samska Asbel
Anzai Yamoshi . Ludwig Indorf
Raſan Amamari. Arthur Vetter
Naokata Miyake. Ad. Jungmann
Dr. Theodore
Du=
pont, Profeſſor . Adolf Jordan
Frau Dupont. . Agn. Wisthaler
Charles Renard=
Bninsky,
Schrift=
ſteller
Hélène Laroche . Charlotte Pils
Thereſe Meunier . Käthe Gothe
Georges Pontac,
Diener bei
To=
keramo.
Staatsanwalt . . Heinrich Hacker
Dolmetſch
Schriftführer
Ein Geſchworener Frz. Herrmann
Gerichtsdiener
Franz Geibel
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Beurlaubt:
Käthe Meißner, Barb. Uttmann.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M.,
Mittel=
loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., Erſte Galerie 1.05 M.,
Zweite Galerie 0.55 M.
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Kartenvk. v. 91 —1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 15. Febr. 122. Ab.=Vſt.
31. Auf Allerhöchſten
Befehl
„Die fünf
Frank=
furter
Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Sonntag, 16. Febr. Nachmitt.
2½ Uhr: Zwanzigſte
Volksvor=
ſtellung zu ermäßigten Preiſen.
„Charley’s Tante.”
Vor=
verkauf bis einſchließlich Samstag,
15. Febr., nur im Verkehrsbüro
(Ernſt=Ludwigsplatz). Verkauf der
noch vorhandenen Karten an der
Tageskaſſe im Hoftheater am Tage
der Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr
ab. — Abends 7½ Uhr: Außer
Abonnement. Als Nachfeier von
Richard Wagners Todestag. Auf
Allerhöchſten Befehl. Neu
einſtudiert und neu inſzeniert:
„Der fliegende
Hollän=
der‟ Der Holländer: Walter
Soomer, vom Kgl. Hoftheater in
Dresden, a. G. Gewöhnl. Preiſe.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 14. Februar 1913.
Nummer 38.
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Unſere Mitglieder laden wir zu zahlreichem Beſuche ergebenſt ein.
Der Vorstand.
Fraden Urissrappe Barmstaut
des Vereins für das Deutschtum im Ausland
(Allg. Deutscher Schulverein.) E. V.
Haupt-Versammlung
Montag, den 17. Febr., vormittags 10½ Uhr
im Vorstandszimmer des Musikvereins, Steinstraße.
Tagesordnung: Jahresbericht; Rechnungsablage; Gesuche
Neuwahl des Vorstandes.
(3975
Die verehrlichen Mitglieder werden freundlichst dazu
ein-
geladen.
Der Vorstand.
Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Dienstag, den 18. Februar 1913, abends 8 Uhr,
— im Festsaale der Turngemeinde
Arnold Mendelssohn-Abend
von Fräulcin
Tilly Koenen
aus Berlin.
— Am Klavier Der Komponist.
Der Ibach-Transponierflügel (Erfinder: Professor Dr. Felix
von Kraus) ist aus dem Lager der Firma Hoflieferant Heinrich
Arnold (Wilhelminenstrasse 9 und Mühlstrasse 1—3).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 1.50 Mk.,
Studen-
tenkarten zu 1.— Mk. und Schülerkarten zu 50 Pfg. bei Heinrich
Arnold, im Verkehrsbureau und abends an der Kasse.
Beitrittserklärungen für das am 1. Januar 1913 begonnene
meue Vereinsjahr, die noch vor dem obigen Konzerte erfolgen,
berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Jahresbeitrag
be-
trägt 12 Mk., für einen Sperrsitzplatz 20 Mk.
(3971
Der Vorstand.
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Heinheimerſtr. 98, 1. St. rechts.
Wir machen hiermit unsere verehrl. Mtiglieder und
Inter-
essenten auf die am Sonntag, den 16. Febr. auf dem Gelände der
Ziegelei Karlshof beginnenden Dressurübungen
aufmerksam; dieselben finden regelmässig Sonntags von 8½
bis 11½ Uhr statt. — Die Mitgliedschaft berechtigt zur
kosten-
losen Dressurteilnahme. Neuanmeldungen nimmt der 1.
Vor-
sitzende Revier-Polizeikommissär Lindemann. Lagerhausstr. 5,
DER VORSTAND.
(3981)
entgegen.
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Dienstag, 18. Febr., abends 8 Uhr, im Kaisersaal, Grafenstr. 18.
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beim Verkehrsverein und bei Müller & Rühle, Elisabethenstr. 5. (IV3843,1
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Freitag, den 14. Februar 1913, abends 8½ Uhr,
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eingetragene Genossenschaft mit beschränkter -Haftpflicht.
Wir beehren uns hiermit, unſere Mitglieder zur
Ordentlichen
Generalverſammlung
auf Dienstag, den 4. März 1913, abends 8¼ Uhr,
in das
Restaurant des Herrn GeorgChrist, Grafenstr. 18/20, Fürstensaal‟
ergebenſt einzuladen, mit der Bitte um zahlreiches und pünktliches
Erſcheinen, da zur Beſchlußfaſſung über den Punkt 2 der
Tages=
ordnung die Anweſenheit von mindeſtens 100 Mitgliedern
ſtatutengemäß erforderlich iſt.
Tagesordnung:
Rechenſchaftsbericht und Rechnungsablage für 1912,
2. Antrag des Vorſtandes und Aufſichtsrates, den § 17 des
Statuts zu ändern,
3. Bericht des Aufſichtsrates über die Prüfung der
Jahres=
rechnung. Beſchlußfaſſung über die Genehmigung der Bilanz
und die Gewinnverwendung, ſowie über die Entlaſtung der
Verwaltungsorgane
4. Antrag des Vorſtandes und Aufſichtsrates, die neue Faſſung
der Beſtimmungen über Gewährung von Ruhegehalten an
die Beamten, deren Witwen und Kinder zu genehmigen,
5. Bericht über den Allgemeinen Genoſſenſchaftstag in München,
erſtattet von Herrn Georg Rühl, Hofſpengler,
6. Ergänzungswahl des Aufſichtsrates.
Die Jahresrechnung liegt zur Einſichtsnahme der Genoſſen im
Geſchäftslokale offen.
Darmſtadt, den 7. Februar 1913.
(3980a
Der Aufſichtsrat:
Der Vorſtand:
Ludwig Roll, Vorſitzender. Stein. L. Habicht. Thomas.
Verſchonerungs=Verein
Einladung
Samstag, 15. Febr. 1913, abends 8 Uhr,
findet im Gartensaale des Saalbaues
die Feier des 50 jähr. Beſtehens d. Verſchönerungsvereins
u. gleichzeitig die diesjährige Generalverſammlung ſtatt.
Tagesordnung:
Vortrag des Vorſitzenden, Herrn Geheimerat Wilbrand,
über: „50 Jahre Arbeit des Verſchönerungsvereins.”
2. Vortrag des Herrn Geh. Oberforſtrat Dr. Walther über:
„Unſere Wälder.”
3. Beratung des Voranſchlags für 1913, Rechnungsablage ꝛc.
Gäſte, auch Damen, ſind herzlichſt willkommen!
(4004
Die urſprünglich auf Freitag, 14. Febr., anberaumte Feier
muß auf Samstag, 15. Febr., verlegt werden. Sie findet nicht
im Herrſchaftsſaal, ſondern im Gartenſaal des Saalbaues ſtatt.
Darmstaut
Handels verei
E. V.
Zu dem am Montag, den 17. Febr. 1913, abends 8½ Uhr
im „Fürstensaal” stattfindenden VORTRAG über (3974
16
„Das Kaufmannsdeutsch
sind unsere Mitglieder freundlichst eingeladen. Der Vorstand.
Vereinigte Gesellschant.
Dienstag, den 18. Februar, um 5 Uhr:
Kräppelkaffee
Um 6¼ Uhr:
4
„Der weisse Othello‟
Luſtſpiel von B. A. Herrmann,
aufgeführt von Damen und Herren der Vereinigten Geſellſchaft unter
Leitung des Herrn Hofſchauſpielers und Regiſſeurs Hacker.
Nach der Aufführung: TANZ.
(4010
Karten für den Kräppelkaffee zum Preiſe von 70 Pf. ſind
bis zum 18. Februar, mittags 1 Uhr, bei dem Hausmeiſter zu löſen.
Ludwig
Shöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
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für 1913/14 ſind bis Ende Februar=— Schloßgartenplatz 14
einzureichen, wo auch Mengen und Bedingungen zu erfahren ſind.
Gendarmerie=Korps=Verwaltung. (4006
Nachlaßz=Verſteigerung.
Montag, den 17. Februar, vormittags 10 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag aus dem Nachlaß des Herrn Baurat O. Wolff
2 Pädagogſtraße 2 (nahe der Stadtkirche)
folgendes Mobiliar, freiwillig meiſtbietend, gegen Barzahlung:
Schreibtiſch (Diplomat), Meſſing=Reformbett mit Matratze,
Waſchtiſch mit Marmor und Spiegel, Vertiko mit Gold,
Vertiko (Mahagoni), 2tür. Eisſchrank, 3 Tiſche, komplettes
Bett (Roßhaar), Federzeug, 2 Kommoden, 2 Diwans,
Damen=
ſchreibtiſch, 12 Stühle, Spieltiſch (Kirſchbaum), Weinſchrank,
Kleiderſchrank, Nachttiſch, faſt neuer Krankenfahrſtuhl mit
Gummi, Chaiſelongue, Sitzbadewanne, Nippſachen,
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ſchiedene elektr. Lüſter, 2 Standuhren, Blumentiſch,
Nacht=
ſtuhl, ovaler Tiſch, Teppich, ſowie ferner
Kaſſenſchrank.
Obige Gegenſtände ſind gut erhalten und können Samstag
nach=
mittag von 3—5 Uhr beſichtigt werden.
(*4033
F. Kurtz, Auktionator und Tarator,
Telephon 1202. Pädagogſtraße 2. Telephon 1202.
Aufträge werden beſtens ausgeführt.
Antzholz=Verſteigerung Nr. 9.
(Stadtwald.)
Freitag, den 21. Februar I. J., vormittags 8 Uhr,
werden im Saale der hieſigen Turngemeinde (Woogsplatz 5)
— 235,15 fm Nutzholz aus der Forſtwartei Beſſunger Laubwald
(Förſter Lehr, Klappacher Straße 84, hier), verſteigert, und zwar:
aus den Abteilungen 12, 13, 14 und 15 (Franzoſenberg), 7 (
Pfarr=
winkelfleck) und 3 (Dieterſchlag):
Eichen=Stämme
1 Stück II. Kl. — 1,26 fm
, „ , III. , 2 6,01 , 28 , IV. , — 12,21 , „ — 11,45 125 , I. , 2 22,35 Buchen= , „ II. „ — 1,63 , , III. , — 27,88 , IV. , 36,66 „ , Lärchen= „ , , e 2,2117, Fichten= , „ II. „ 2 3,62 „ , III. , — 7,42 , „ IV. , — 7,70 15 , V. , 2 54,98 Eichen=Derbſtangen , I. „ — 0,45 Buchen= I. „ — 1,04 Fichten= 8. „ I. „ — 8,59 321 , II. , — 8,01 Fichten=Reisſtangen 475 I. , 2 3,72 194 , II. , 0,67
Sämtliches Holz iſt an gut fahrbare Wege gerückt.
Unter=
ſtrichene Nummern kommen nicht zur Verſteigerung.
Nummerver=
zeichniſſe ſind bei dem obengenannten Forſtwart zu haben.
Darmſtadt, den 31. Januar 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(3973fm
Holz=Verſteigerung.
Dienstag, den 18. Februar I. J., vormittags 9 Uhr
be=
ginnend werden in Weiterſtadt in der Deußer’ſchen Wirtſchaft aus
dem Gemeindewald, Diſtrikt Täubcheshöhl und Löſer, verſteigert:
1. 217½ Raummeter Kiefern=Scheiter,
2. 187
Knüppel,
3. 9330
„ Wellen,
4. 188½
Stöcke.
Das Holz wolle man vorher einſehen. Auskunft erteilt
Forſt=
wart Becker, Weiterſtadt.
Weiterſtadt, 11. Februar 1913.
(3915dfs
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.
Holzverſteigerung.
Montag, den 17. Februar I. J., vorm. 10 Uhr,
werden im Zeilharder Gemeindewald, Diſtrikt Mark, verſteigert.
Stämme:
7 Eichen — 9,21 fm, 199 Eſchen — 60,12 fm, 1 Hainbuche
0,27 fm, 4 Fichten — 1,57 fm, Derbſtangen 59 Eſchen — 3,84 fm.
Brennholz:
Scheiter: rm 45 Eichen, 1 Eſche, 3 Kiefern.
Fichten, 1900
Knüppel: „ 20 „ 65 „
verſchiedene Wellen.
Stöcke:
6 Fichten.
24
24
Das Stammholz kommt zuerſt zum Ausgebot. Die
Zuſammen=
kunft iſt bei Gaſtwirt Heberer, Station Meſſel.
(II,3725
Zeilhard, den 8. Februar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
fühn.
Fesrbtar!
Zu dem an Pfingsten ds. Js. stattfindenden
gesangswettstreit ist der Festplatz für Karussell,
Schiffschaukel, Schiess-, Schau-, Zucker- und
Ver-
kaufsbuden zu vergeben. Reflektanten wollen sich
Sonntag, den 23. Febr., nachmittags 1 Uhr
im Saale „Zum weissen Schwanen” einfinden.
Gesang-Verein Sängerlust, Weiterstadt b. Darmstadt.
*4064)
Der Vorstand.
FIERMANN WEKrIEiM, Bankgeschaft
TELEPHON Nr. 2495.
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An- und Verkauf von Wertpapieren zur Anlage und
zur Spekulation an allen in- und ausländischen Börsen.
Ständiger Vorrat solider Anlagewerte.
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auf Contobücher täglich kündbar . . . . . . 4)0
auf feste Termine nach Vereinbarung.
in allen die Belegung von Kapitalien
Seriöse Raterteilung betreffenden Fragen.
(1294a
Bekanntmachung.
Freitag, den 21. Februar I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Georg Philipp
Volz II. zu Groß=Bieberau, im
Grundbuch hieſiger Gemarkung
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 481 260 Hofreite
Eck=
hardtſtraße
Nr. 35,
III 481¾/10 151 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K4/13
Darmſtadt, 15. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
V1943
Müller.
Bekanntmachung.
Freitag, den 7. März 1913,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Philipp von der
Schmitt, unbekannten Aufenthalts,
dahier zugeſchriebenen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
728 27 Bauplatz
Mar=
tinſtraße,
(alt II 412//10 27 Bauplatz
Mar=
tinſtraße),
V 11565/0 36 Weg,
(alt II 487¾/10 36 Bauplatz
Mar=
tinſtraße),
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmannſtraße 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 28. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (VI2969
Bekanntmachung.
Freitag, den 14. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Johann Georg Jacob
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
162 201 Hofreite Große
Ochſengaſſe
Nr. 1,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K8/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 30. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(V2999
Jachtrag zum Steckbrief gegen
M Dragoner (Hilfstrompeter)
Ju=
lius Triebſch, 3. Eskadron Garde=
Dragoner=Regiments Nr. 23, geb.
am 18. Mai 1893 zu Sommersdorf,
Kreis Wolmirſtedt, Prov. Sachſen:
„Triebſch trägt Zivil,
ver=
mutlich dunkle Hoſe und
Rock, dunkelblaue Weſte u.
grauen Ueberzieher. (3976
Darmſtadt, 12. Februar 1913.
Garde=Dragoner=
Regiment Nr. 23
Frhr. v. Brandenſtein,
Major u. Regimentskommandeur.
In unſer Handels=Regiſter, Ab
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und
Induſtrie in Darmſtadt.
Dem Bankbeamten Arthur
Si=
mon in Berlin iſt Prokura für die
Niederlaſſungen in Berlin u. Darm=
(4041
ſtadt erteilt.
Darmſtadt, 10. Februar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I
Schweinemetzgerei
Mathildenplatz 10 (*4079
ſowie auf dem Schillerplatz
(Wochenmarkt).
90 Pfg.
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Fleiſchw., Schwartenm. 90 „
90 „
Schmalz
Leber= und Blutwurſt 70 „
Hochachtend
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zu
Frankfurterſtr. 53, I.
Großh. Realgymnaſtum zu Darmſtadt.
Die Anmeldungen neuer Schüler für das Schuljahr 1913/14
werden im Realgymnaſialgebäude (Eingang durch das Portal am=
Kapellplatz) auf dem Direktorzimmer
Dienstag, den 25. Februar ds. Js.,
von 9—12 Uhr vormittags
entgegengenommen.
Geburts= und Impfſchein ſind dabei vorzulegen.
(4027as
Großh. Direktion des Realgymnaſiums.
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H
Haus Heidegg.
Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
10)
Da nahm Lansky ihre Hände ohne weiteres in die
ſeinen und beugte ſich über die ſchmalen, von der
Früh=
jahrsſonne leicht gebräunten Finger: Ich danke Ihnen
für Ihr Vertrauen, Nika, ſprach er ſanft, Sie ſollen es nie
bereuen.
Er konnte ſich in dieſe junge Mädchenſeele
hinein=
denken, ſo ſehr, als hätte er in ſeinem Leben niemals
etwas anderes getan, als Monika Loens Charakter zu
ſtudieren, Schon als er ſie vor Jahren in Wiesbaden
kennen lernte, hatte ſie es ihm angetan. Er hätte um ſie
geworben, auch wenn ſie bettelarm geweſen wäre, Er war
ſelber reich und unabhängig. Die Gräfin hatte ſeine
Neig=
ung erraten und war ihm entgegengekommen. Beſſer
plaziert konnte Nika gar nicht werden, als an der Seite
eines ſolchen Gatten. Als ſie ſich entſchloſſen hatte, ihr
Haus zu beſtellen, hatte ſie Lansky gebeten, nach Eldenau
zu kommen.
Nika hatte nie geahnt, daß er ſich für ſie intereſſierte.
Sie hatte ihn überhaupt nicht beachtet. Wie follte ſie auch
wiſſen, mit welcher Leidenſchaft und Tiefe er ſie von Tag
zu Tag mehr liebte. Er kannte ſie nun ſo gur und wußte,
warum ſie, was niemand begreifen konnte, ihr
wunder=
volles Haar abgeſchnitten hatte.
Arme Kleine — dadurch hatte ſie ſich helfen wollen!
lihr Knabenkopf nicht auch entzückend war. Jeden
ſenetnen der diten Aeſeninger höite Lanech iſen
mögen. Er ahnte auch, warum ſie nun darauf beſtand,
ihre überſtürzte Verlobung nicht zu löſen. Aber ſie ſollte
nichts bereuen, die kleine, wilde, trotzige Phantaſtin.
Die ganze Nachbarſchaft war voller Aufregung über
die Begebenheiten in Eldenau. Es war ja Schlag auf
Schlag dort niedergegangen — man mußte ſich erſt an all
die Veränderungen gewöhnen.
Diez brachte die Neuigkeiten, die er durch Paſtors
erfahren hatte, mit heim. Er war häufig im Pfarrhauſe
unter dem Vorwande, mit dem Paſtor Schach zu ſpielen.
In Wahrheit ſchnitt er Paſtors Lenchen die Cour. Wie
gewöhnlich kam er auch heute zu ſpät zum Abendbrot
heimgeritten — der Vater beſprach im Kontor mit dem
Inſpektor Wirtſchaftsſachen, die Mutter ſaß mit den
bei=
den älteſten Söhnen in ihrem Wohnzimmer. Dorthin,
auf einem gemütlichen Tiſcheckchen, wurden Diez Tee und
Butterbrot nachſerviert.
Verdient haſt Du es nicht, du Schlingel, drohte Frau
Chriſta — aber weil Du doch jetzt immer in ſolch
ſtram=
mer Zucht biſt, und weil Oſterferien ſind
Diez nahm ſich kaum Zeit, ein paar Biſſen zu eſſen,
und platzte ſogleich mit allen Neuigkeiten, die er bei
Paſtors vernommen hatte, heraus.
Frau Chriſta ſchlug ihre Hände zuſammen. Aber,
Kinder, das iſt ja unerhört, Monika verlobt, und ſo über
ihren eigenen Kopf hinweg.
Sie hatte ſtets einen oft nur ſchlecht verhehlten
Wi=
derwillen gegen die alte Gräfin gehegt — aber ſo empört
wie heute war ſie noch nie geweſen. Senſationslüſtern
e e ernen
ſie ſich gelangweilt — dieſe überraſchende Verlobung war
natürlich auch nur ihr Werk. Ein himmelſchreiendes
Un=
recht war’s, die Siebzehnjährige in ſolch eine ungleiche
Ehe zu ſetzen. Dann überwog wieder das Mitleid mit
der Kranken Frau Chriſtas Zorn über den unglaublichen
Unverſtand.
Und denkt euch bloß, erzählte Diez weiter, Nika, der
famoſe Racker, ſpringt vom Tiſch auf und läuft ihrem
Bräutigam einfach davon.
Er lachte dabei, daß er ſich ſchüttelte; ihm kam die
ganze Sache wie ein unbezahlter Ulk vor. Na, und dann
fiel die alte Dame ſprachlos vor Wut um. Bums, da lag
ſie!
Aber, Diez, tadelte Frau Chriſta, du vergißt ganz,
daß von einer Kranken die Rede iſt. Du gebrauchſt
über=
haupt immer viel zu ſtarke Ausdrücke, mein Sohn.
Findeſt Du wirklich? Na, nicht böſe ſein, Muttchen!
Aber, paßt mal auf, jetzt kommt die Krone vom ganzen
Trödel. Stellt euch vor: um ihre Großmutter zu ärgern,
ſäbelt ſich Nika, während die feierliche Verſammlung noch
ziemlich ſtumm vor Schrecken über ihre Flucht vom
Ver=
lobungsdiner daſitzt — ritſch, ratſch, — ihre ganzen Zöpfe
ab. Die Gräfin ſoll nämlich ſo ſtolz auf Nikas blond=
Mähne ſein, als ob es ihre eigene gepuderte Perücke
wäre, ſagt Paſtors Lenchen. Na, das Entſetzen der Alten
kann ich mir vorſtellen.
Diez — Diez, die Gräfin iſt vielleicht eine Sterbende,
Ach, Muttchen, noch lange nicht, nur gute Menſchen
ſterben s lrg erwiderte Diez, dem, wie Klaus
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weiſes Sparen übt die
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billiger iſt, reichlicher verwendetz
in Zeiten, wo es knapp und
deshalb teurer iſt, damit jedoch
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behauptete, nichts heilig war, aber er brachte ſeine
Un=
arten, die kleinen und die großen, immer ſo liebenswürdig
vor, daß man ihm nie lange gram ſein konnte.
Frau Chriſta ſeufzte: Arme Nika — armes,
mutter=
loſes Kind! Sie wollte am nächſten Tage gleich nach
Eldenau. Nun hatte die Feindſchaft zwiſchen den Gütern
doch ein Ende — wo es zu helfen gab, war Frau Chriſta
immer zu haben. Am liebſten hätte ſie Nika unter ihre
Flügel genommen.
Fabian hatte wortlos mit dem Rücken zu den
an=
deren am Fenſter geſtanden und die blaſſe, von einem
leichten Nebeldunſt verhüllte Frühlingslandſchaft geblickt.
Nun kam er langſam auf die Mutter zu und küßte ihr die
Hand. Es war kein Licht in der Stube, ſo fiel es auch
niemanden auf, wie bleich Fabian war.
Gute Nacht, Mutter! Es klang anders, als ſonſt.
Frau Chriſta merkte auf. Sie verſtand in den
Stim=
men ihrer Kinder ebenſo gut zu leſen, wie in deren Augen
und Gedanken. Ihr Mutterherz wußte nun genau
Be=
ſcheid. Sie hatte es von jeher geahnt, daß Fabian Nika
gern hatte, und ſich’s ausgemalt, daß er ſie, wenn die
Zeit da war, ihr als Tochter zuführen würde. Die etwas
ſchrullenhafte großmütterliche Erziehung hatte dem
Kinde doch nicht viel ſchaden können. In Nika ſteckte ein
guter Kern — aber ſie mußte nun auch endlich in gute
Hände kommen. Noch war es ja lange nicht ausgemacht,
daß ſie den Mann, den die Gräfin ihr zum Gatten
aus=
geſucht, heiraten würde. Fabi ſollte ſich doch nicht unnütz
grämen.
Frau Chriſta lag ſchlaflöos in dieſer Nacht und
be=
neidete faſt ihren Gatten, der ruhig den Schlaf des
Ge=
rechten ſchlief. So war es immer: er trug murrend und
geduldig, je nach den äußeren Sorgen oder den
mate=
riellen Nöten, welche die Kinder verurſachten, aber ſie,
die Mutter, litt alles Leid mit ihnen. Und die wußten
es nicht einmal. Ihr war’s oft, als wären ihre Kinder
immer noch untrennbar ein Teil ihres eigenen Ichs.
Frei=
lich, auch die Freuden der Kinder genoß ſie mit — das
war der Lohn für das andere. Da hatte ſie etwas vor
ihrem Matthias voraus, der, wenn es ſich um
Erzie=
hungsfragen handelte, immer nur ſchimpfte oder lachte,
wie er juſt bei Stimmung war. Ja, ja, ihr lieber
Matthias verſtand ſich zu wenig auf unperſönliche
Ge=
ſichtspunkte.
Hätte ſie ihm, zum Beiſpiel, eben ihre Aengſte wegen
Fabias Herzenskummer mitgeteilt, er hätte ſie wohl
be=
haglich ausgelacht: Unſinn — Du ſiehſt Geſpenſter,
Chriſtel, wegen des Kükens wird der Junge nicht gleich
Trübſal blaſen. Es gibt auch andere nette Mädchen.
Aber Frau Chriſta kannte ihren großen Jungen beſſer.
Das war keine Liebelei, kein Augenblicksrauſch, wie
dazu=
mal bei Regi — die Liebe zu Nika war mit Fabian
zu=
ſammen groß geworden, war aus der Kinderfreundſchaft
entſtanden. Frau Chriſta ſchlummerte in dieſer Nacht
erſt dann ein, nachdem ſie Fabians Schritt im Korridor
vernommen hatte. Um in ſein Zimmer zu gelangen
mußte er hier vorüber — er trat ſehr leiſe auf, aber das
Mutterohr war geſchärft. Sie hatte ihn überhaupt nicht
das Haus verlaſſen ſehen — aber ſie wußte doch ganz
genau, daß er die Einſamkeit unter freiem Himmel
auf=
geſucht hatte. So hätte ſie’s auch getan im gleichen Fall
und ihre Kinder waren in ſeeliſcher Beziehung alle
mehr oder weniger nach ihr geartet, ſogar der wilde Diez,
der junge, gärende Wein. Es wunderte Frau Chriſta
auch keineswegs, daß Fabian am nächſten Tage, als die
Nachricht vom Tode der Gräfin eintraf, von ſeiner
Ab=
reiſe ſprach. Es war ja auch beſſer ſo, denn zur
Bei=
ſetzung mußten die Heidegger doch nach Eldenau.
Als Frau Chriſta heute vormittag dort vorgefahren
war, hatte man gerade die Tote im Kuppelſaal unter
den Ahnenbildern aufgebahrt. Nika war für niemanden
ſichtbar; ſie hatte ſich von allem zurückgezogen, und
Lanskys vollendete Höflichkeit vermochte keine Sympathie
in Frau Chriſta zu erwecken. So fuhr ſie, durch den Tod
der alten Nachbarin doch recht bewegt und voller Sorge
um Nikas und Fabis Zukunft, in gedrückter Stimmung
hin. Immer Kopf hoch, mein Junge! wollte ſie flüſtern
— aber ſie ſchwieg. — Auch als Mutter durfte ſie nicht
an das rühren, was Fabian mit ſich allein abzumachen
nach Hauſe. Sie küßte Fabi beim Abſchied wärmer als
hatte.
Die Beſtattung der Gräfin Suhr verlief großartig
mit einer Unmenge von Kränzen, mit fackeltragenden
Bauern und allerhand ſonſtigem Gepränge. Nika ſtand
am offenen Grabe zwiſchen ihrem Verlobten und der
Schwägerin Admiralin. Frau Chriſta hatte gedacht, daß
ſie ſich ihr in die Arme werfen würde — nachdem alle
in das Trauerhaus zurückgekehrt waren: Tante Chriſta,
hilf und rate Du mir! Dieſe Bitte hatte die Baronin
erwartet. Aber nichts von alledem geſchah, Nika küßte
ihr nur die Hand nach alter Gewohnheit und ſagte —
aber es klang wie geiſtesabweſend: Wie lieb von Dir,
daß Du gekommen biſt, Tante Chriſta. Und dann fügte
ſie raſch hinzu: Ich ſage Dir gleich Lebewohl, ich fahre
heute abend mit meiner Schwägerin nach Petersburg.
Frau Chriſta war gekränkt. Hatte Nika denn
ver=
geſſen, daß Haus Heidegg in früheren Zeiten wie ihr
zweites Heim geweſen war? Aber Nika ſah ſo vergrämt
aus, — das rührte ſie gleich wieder. Sie ſtrich ihr
lieb=
koſend über das kurze Haar: Vergiß uns nicht, Kind.
Nika ſchüttelte ſtermm den Kopf. Sie wollte es
nie=
mand merken laſſen, wie ſchwer ihr der Abſchied von
Eldenau fiel.
(Fortſetzung folgt.)
M
G
ZoßGahennch Olaz
Ae
über 34,000 ähnlich lautende ſchriftliche Anerkennungen!
Kongreſſe und Verbandstage.
4. Verbandstag der Heimarbeiterinnen
Deutſchlands.
II.
— Berlin, 12. Febr. In der heutigen Schlußſitzung
wurde die Nutzbarmachung und der Ausbau
der Geſetzgebung verhandelt. Als erſter Referent
ſprach der Direktor des Badiſchen Gewerbeaufſichtsamtes
Oberregierungsrat Dr. Bittmann=Karlsruhe, über das
Thema: „Hausarbeitsgeſetz und
Gewerbe=
ordnungsnovelle‟ — Das Haupthema des
heu=
tigen Tages bildete jedoch das zweite Referat, welches der
Katechet Fritz Klingler=Nürnberg über „
Heimarbei-
terkind und Kinderſchutz hielt, indem er ſich an
das Kinderſchutzgeſetz anlehnte. Der Redner führte u. a.
aus, daß für den Schutz der erwerbstätigen deutſcher
Jugend neben dem Kinderſchutzgeſetz noch die
Gewerbe=
ordnung und das Hausarbeitsgeſetz in Frage kämen. Das
Kinderſchutzgeſetz und die betreffenden Beſtimmungen des
Hausarbeitsgeſetzes ſind ergänzend neben die
Beſtimm=
ungen der Gewerbeordnung getreten. Durch die
Gewerbe=
ordnung wird die Fabrikarbeit von Kindern unter 13
Jahren verboten. Die unmittelbare Folge davon war eine
Abwanderung der freigewordenen Kinder zur
Haus=
induſtrie. Als nun das Kinderſchutzgeſetz auch die
Be=
ſchäftigung von Kindern in fremden Werkſtätten erſchwerte
und teilweiſe beſeitigte, trat eine abermalige
Abwander=
ung der bisher noch in fremden Werkſtätten arbeitenden
Kinder in die noch viel unzulänglicheren
Heimarbeits=
räume der Eltern ein. Trotzdem enthält das Kinderſchutz
geſetz gerade den heimarbeitenden Kindern gegenüber
manche Ausnahmeſtellungen, die den gewollten
Kinder=
ſchutz wieder aufheben. Alle dieſe Zugeſtändniſſe an die
Heimarbeit ſind im weſentlichen aus wirtſchaftlichen
Grün=
den diktiert und ſind daher den wahren Intereſſen der
Heimarbeiter eher von Nachteil als von Vorteil, da die
Konkurrenz der Kinderarbeit einen allgemeinen Lohndruck
zur Folge hat. Darum iſt im Intereſſe der erwachſenen
Arbeiter eine Einſchränkung der Kinderarbeit deingend
wünſchenswert. Zu dem geſetzlichen Schutz muß aber auch
die kommunale und private Fürſorge treten, umſomehr,
je mehr durch die Preisſteigerung der ganzen
Lebens=
haltung einerſeits und durch die wachſende
Induſtrialiſier=
ung Deutſchlands andererſeits die Heimarbeit der Frauen
und Kinder zunimmt. Deshalb fordert der Redner zur
Durchführung des Geſetzes Kinderſchutz=Kommiſſionen, die
aus allen Bevölkerungsſchichten: Schule, Gewerbeamt,
Schularzt, Jugendpfleger, Arbeitgeber, Arbeitnehmer uſw
zuſammengeſetzt werden ſollen. Dieſe
Kinderſchutzkom=
miſſionen ſollten gleichzeitig auch für die Erholungspflege
der heimarbeitenden Kinder ſorgen, und zwar durch
Wan=
derungen, Errichtung von Jugendhorten, Jugendgärten ꝛc.
Zweifellos wäre, ſo ſchließt der Redner, der beſte
Kinder=
ſchutz die Hebung der wirtſchaftlichen Lage und der
heim-
arbeitenden Bevölkerung. Um dies zu erreichen, iſt der
Zuſammenſchluß aller deutſchen Heimarbeiterinnen im
Ge=
werkverein nötig, der es ſich zur Aufgabe gemacht habe
die wirtſchaftlichen, ſozialen und ſittlichen Intereſſen der
Heimarbeiterinnen mit allen vom Geſetz geſtatteten
Mit=
teln zu fördern.
In der ſehr ausgedehnten Diskuſſion ergriff auch der
Abgeordnete Graf Poſadowsky däs Wort. Er
be=
tonte, daß der Frau in unſerem volkswirtſchaftlichen Leben
die Stellung erkämpft werden müſſe, die ſie verdiene in
anbetracht des Platzes, den ſie als Frau und Mutter im
Volke einzunehmen hat. — Eine Anzahl von Leitſätzen,
die ſich im Sinne der Ausführungen des Referenten
be=
wegen, werden einſtimmig angenommen. — Zum Schluß
ſprach noch der Reichstagsabgeordnete Becker=Arnsberg,
über die „Reichsverſicherungsordnung”. — Hierauf ſchloß
die Vorſitzende Margarete Behm, mit den üblichen
Dankesworten die diesjährige Tagung.
Morgen ſchließt ſich eine nichtöffentliche
Mitglieder=
verſammlung an.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußballſport. Darmſtädter Sportklub
1905. Am Sonntag iſt dem Darmſtädter Publikum
Ge=
legenheit geboten, einem hochintereſſanten Wettkampfe
zweier Bezirksmeiſter auf dem Sportplatz am alten
Schießhaus beizuwohnen. Es kommt hier das 2.
Kreis=
ſpiel um die Weſtkreismeiſterſchaft zwiſchen der
Sport=
vereinigung Metz und dem Darmſtädter Sportklub 1905
zum Austrag. Die hieſige Mannſchaft mußte ſich am
letzten Sonntag in Metz mit 2:0 geſchlagen bekennen.
Handel und Verkehr.
— Schiffsliſte für billige Briefe nach den
Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg.
für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung erſtreckt ſich nur
auf Briefe, nicht auch auf Poſtkarten, Druckſachen uſw. und
gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von
Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B.
Kanada. „Prinz Friedrich Wilhelm” ab Bremen 15.
Fe=
bruar, „Kronprinzeſſin Cecilie” ab Bremen 18. Februar,
„Kleiſt” ab Bremen 22. Februar, „Amerika” ab Hamburg
25. Februar, „Preſident Lincoln” ab Hamburg 27. Februar,
„Kaiſer Wilhelm II.” ab Bremen 4. März, „Kaiſerin
Auguſte Viktoria” ab Hamburg 6. März, „George
Waſhing=
ton” ab Bremen 8. März, „Kronprinzeſſin Cecilie” ab
Bre=
men 18. März; Poſtſchluß für alle nach Ankunft der
Früh=
züge. Alle dieſe Schiffe, außer „Preſident Lincoln” ſind
Schnelldampfer oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor
dem Abgange die ſchnellſte Beförderungsgelegenheit bieten
Es empfiehlt ſich, die Briefe mit einem Leitvermerke wie
„direkter Weg” oder „über Bremen oder Hamburg” zu
verſehen.
Gewerbebibliothek (Neckarſtraße 3). Nachſtehende
Zugänge ſind zu verzeichnen: Worringer:
Formpro=
bleme der Gotik, 1912. Worringer: Lukas Cranach, 1908.=
Worringer: Die altdeutſche Buchilluſtration, 1912. Kurth:
Suzuki Harunobo, 1910. Schmidt: Möbel, 1913.
Lade=
wig: Politik der Bücherei, 1912. Paul Wallot und ſeine
Schüler, 1912. Finhold: Augen auf oder Beutel auf, 1912.
Heuer: Das Zeichnen der Schloſſer= und
Maſchinenbau=
lehrlinge. Rückert: Denkſchrift über die Errichtung einer
Gartenſtadt für kleine Leute und Arbeiter auf dem Gelände
der Darmſtädter Aktienziegelei, 1911. Katalog der
Biblio=
thek der Korporation der Kaufmannſchaft von Berlin,
Nachtrag 1, 1912. Kollbach: Deutſcher Fleiß, zweiter Band,
1912. Wohnungskunſt: Das bürgerliche Heim, 3.
Jahr=
gang, 1911. Blätter, gemeinnützige, für Heſſen und Naſſau,
13. Jahrgang, 1911. Amrein: Die Behandlung der
Lun=
gentuberkuloſe im Hochgebirge, 1910. Krieger: Die
Haft=
pflicht der Eiſenbahn bei Bruchſchäden an Dachziegeln und
Dränröhren, 1912. Arendt und Zimmermann:
Taſchen=
buch des Bauführers, 1910. Baſtian: Die Schwierigkeiten
der Geſchäftskrreſpondenz, 1913. Pieſchel: Die
Kalkula=
tion im Metällgewerbe und Maſchinenbau, 1912. Beetz:
Kleinwohnungshäuſer, 1910. Wagner: Kapitalanlage in
Wertpapieren, 1912. Roſenhammer: Die
Unfallverſiche=
rung bei Bauten in der Reichsverſicherungsordnung, 1912.
Naumann: Kunſt und Volkswirtſchaft, 1912. Krauſe:
Praktiſches Lehrbuch über Holzverband, Anſchlagen,
Kröp=
fungen, Werkzeugkunde uſw., 1912. Hübener: Das
Haus=
arbeitsgeſetz, 1912. Die Mängelrüge in der Ton=, Zement=
und Kalkinduſtrie, 1912. Speckhardt: Der Wechſelverkehr
1912. Stier: Maße, Meßwerkzeuge und Meſſen, 1912.
Stier: Schleifmittel, Schleifen, Polieren, 1911. Pietzſch
und Pohl: Die Statik an Baugewerbſchulen, Hoch= und
Tiefbau, erſter Teil, 1912. Chenaux=Repond: Die
kauf=
männiſche Bilanz und der Bücherabſchluß, 1912. Baldauf
und Pietzſch: Entwerfen und Zeichnen von Hochbauten,
1912. Moſer: Deutſche Buchführung, 1912.
Bücherver=
zeichnis der Städtiſche Leſe= und Bücherhalle zu
Darm=
ſtadt, 1912. — Vorbilderſammlung. Butſch:
Bücher s Ornamentik der Renaiſſance, 1878 und 1881
Le Musée de Sculpture comparée du Pallais du
Troca-
dero, les derniéres acquisitions. Series I-IIV.
Tarchitecture et la decoration frangaises aux
XVIII=
et XIx. siécles. II. serie. Contet: Documents de
ferronnerie ancienne. Epoques Louis XV. et Louis XVI
III. série. Graul: Alte Leipziger Goldſchmiedearbeiten,
1910. Schuette: Alte Spitzen, 1. Lieferung, 1912.
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orientaliſche Teppiche, herausgegeben vom K. K.
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reichiſchen Muſeum für Kunſt und Induſtrie in Wien. 25
Tafeln, 1908. Das mittelalterliche Hausbuch. Im
Auf=
trage des deutſchen Vereins für Kunſtwiſſenſchaft
heraus=
gegeben von Boſſert und Storck, 1912. Gebr. Klingſpor
in Offenbach a. M.: Eine deutſche Schrägſchrift nach
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nung von Koch, 1912. Gebr. Klingſpor in Offenbach a. M.:
Eine Mediaeval=Kurſiv von Tiemann, 1912.
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graphien von Grabdenkmälern und hölzernen Grabkreuzen
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Gewerbe=
muſeum Kaiſerslauter, 1912; elf Stück.
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Deutſchlands Anteil an der
neuen Zeit in China und Japan.
Von Lic. theol. Witte=Berlin.
Deutſchland iſt ein Weltvolk geworden durch ſeinen
Handel und ſeine Flottenmacht. An den Küſten Chinas
nd Japans ſind große deutſche Kolonien entſtanden. Bis
in das Innere dieſer Länder hinein erſtrecken ſich die
Be=
ziehungen des deutſchen Volkes. Wenn wir auf die
Zu=
ſtände vor 40 Jahren zurückblicken, ſo können wir auf das
Erreichte ſtolz ſein. Wir haben große Kolonien, wir
haben ausgedehnte Handelsbeziehungen, wir haben eine
geachtete Stellung unter den Völkern. Nur eines dürfen
wir nicht vergeſſen, daß die Weltentwickelung raſtlos
fort=
chreitet und daß wir unſere Stellung nur erhalten, wenn
wir immer Größeres ſchaffen. Denn je mehr wir uns
mühen, um ſo mehr mühen ſich auch die anderen Völker.
Wenn wir nicht Schritt halten mit der Entwickelung der
anderen Völker, ſo werden wir nicht auf der erreichten
Höhe bleiben.
Das ſieht man ganz deutlich an der Entwickelung
Oſt=
aſiens. Auf China ſind jetzt aller Blicke gerichtet. Rieſige
Umwälzungen vollziehen ſich dort. In Japan hat unſere
europäiſche Kultur ſchon einen gewiſſen Boden gewonnen.
In China beginnt eben ihre Einführung. Wir Deutſchen
haben ſeit 1897 in China eine kleine Kolonie, um unſere
Intereſſen beſſer zu ſchützen; die anderen Völker nutzen
das aus. Deutſchland ſei Chinas Feind; das zeige ſein
Länderraub. Beſonders die Engländer und Amerikaner
machen ſehr große Anſtrengungen, um den Chineſen zu
zeigen, daß England und Amerika Chinas ſelbſtloſe
Freunde ſind, die China helfen wollen, daß es unſere
europäiſche Kultur bald ganz beſitze.
Es handelt ſich in Oſtaſien nicht um die Frage, ob
China und Japan unſere europäiſche Kultur bekommen
ſollen oder nicht, ſondern um die Frage, ob ſie dieſe
Kul=
tur bekommen ſollen nur durch die Engländer und
Ameri=
kaner, oder ob auch wir Deutſchen uns daran mit
beteili=
gen wollen, daß die Lebenszuſtände in den Völkern
Oſt=
aſiens beſſer werden. Bis jetzt haben wir Deutſchen ſehr
wenig getan, um den Völkern Oſtaſiens zu helfen, daß ſie
unſere Kultur bekommen.
Gewiß, wir haben ihnen unſere Handelsgüter gebracht,
wir haben Eiſenbahnen gebaut. Aber von dieſen Dingen
haben wir ebenſo viel Vorteile, wie jene Völker. Und was
tene Völker am nötigſten brauchen, wenn ſie wirklich
kulti=
viert werden ſollen, das ſind nicht Eiſenbahnen und
euro=
päiſche Handelsartikel, ſondern das ſind die geiſtigen
Güter unſerer Kuturt eine gute Erziehung, ſitliche Tüch=1
tigkeit und eine edle, reine Frömmigkeit. Auch die
Ja=
paner ſehen das von Jahr zu Jahr mehr ein, daß ihnen
ſelbſt ihre Siege über Rußland auf die Dauer nichts nutzen
werden, wenn ſie nicht das Volk durch eine gute Erziehung
ſittlich tüchtig machen. Die japaniſche Regierung hat in
dieſem Jahre ſogar die chriſtlichen Miſſionare dazu
auf=
gefordert, an der inneren Geſundung des Volkes noch
ſtär=
ker mitzuarbeiten. Sie erkennt alſo den Wert der Arbeit
an, die von den chriſtlichen Miſſionaren geleiſtet wird.
In der Tat wird von den proteſtantiſchen Miſſionen
eine ganz außerordentlich aufopferungsreiche und
erfolg=
reiche Arbeit zum Wohl jener Völker geleiſtet. Die
Eng=
länder und Amerikaner verwenden jedes Jahr viele
Mil=
lionen Mark darauf, die großen Miſſionsſchulen in China
und Japan zu unterhalten. In China arbeiten 5016
evan=
geliſche Miſſionare. Dieſelben unterhalten 3893 Schulen
mit 100000 Schülern. In Japan arbeiten 958 evangeliſche
Miſſionare, die an 149 Schulen 15772 Schüler unterrichten.
Ein großer Segen geht von dieſen Anſtalten aus auf das
ganze Leben jener Völker.
Nur wir Deutſchen haben an dieſer Arbeit einen ſehr
geringen Anteil. In China arbeiten nur 174 deutſche
Miſſionare, gibt es nur 165 deutſche Miſſionsſchulen mit
nur 5000 Schülern. In Japan arbeiten nur 6 deutſche
Miſſionare. Deutſche Miſſionsſchulen gibt es dort
über=
haupt nicht.
Dieſe Tatſachen ſind für uns Deutſche ſehr
beſchä=
mend. Tief beſchämend, weil die chriſtlichen Kreiſe
Deutſch=
lands bis heute ein ſehr geringes Verſtändnis für die
außerrodentlich wichtige Tatſache zeigen, daß wir eine
günſtige Miſſionsgelegenheit haben, faſt 500 Millionen
Menſchen das Chriſtentum zu bringen, daß für jene
Völ=
ker ebenſo die wahre Lebensgrundlage bildet wie für uns.
Tief beſchämend, weil die Chineſen und Japaner wohl
von den Engländern und Amerikanern für die ſittliche und
und religiöſe Erziehung ihrer Völker ſehr wertvolle
ſelbſt=
loſe Hilfe erfahren, von uns Deutſchen bisher aber nur
ſehr geringe Unterſtützung in ihrem Emporſtreben
empfan=
gen haben.
Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß die Chineſen und
Japaner diejenigen weſtlichen Völker als ihre Freunde
begrüßen, die ihnen am ſelbſtloſeſten helfen. Es iſt für
uns Deutſche hohe Zeit, daß wir den Vorſprung einholen,
den die anderen Kulturvölker vor uns voraus haben.
Die Völker Oſtaſiens haben ein Recht auf unſere
Hilfe. Denn unſere Kultur kann ihnen nur zum Segen
werden, wenn ſie mit allen anderen Kulturgütern auch
das Chriſtentum bekommen. Es wäre ſittlich ganz un=
verantworlich von und, wem wir ienen Völlern alles
bringen wollten, was wir haben, auch das Minderwertige.
für ſie Wertloſe und Schlechte, und wollten ihnen nur das
eine nicht bringen, was die Kraft unſerer Kultur darſtellt,
nämlich das Chriſtentum.
Das Chriſtentum erhebt mit Recht den Anſpruch, die
Religion zu ſein, die allen Menſchen der Welt zu ihrep
inneren Befriedigung und allen Völkern zu ihrer höchſten
Entwickelung zu helfen imſtande iſt. Wer die anderen
Religionen der Erde kennen gelernt hat, ſieht doppelt klar,
wie turmhoch das Chriſtentum über den anderen
Reli=
gionen ſteht, welche ſchließlich den Völkern zum Unheil
werden. Darin liegt für alle Chriſten die vom
Chriſten=
tum ihnen auferlegte Verpflichtung, dazu mitzuhelfen, daß
dieſe helfende Macht allen Völkern der Erde Segen bringe.
Der Gedanke der Humanität, daß wir allen Menſchen
Menſchenrechte, Menſchenwürde und einen Anteil am
hohen Menſchenglück wünſchen, wird durch die mancherlei
ſegensreichen Arbeiten der Miſſion verwirklicht.
Es gibt Miſſionsgeſellſchaften verſchiedenſter Art,
lutheriſche und reformierte, orthodor gerichtete und
weit=
herzig arbeitende. In Deutſchland und der Schweiz iſt es
der Allgemeine Evangeliſch=Proteſtantiſche
Miſſionsverein (Berlin SWV. 29, Mittenwalder
Straße 42), der in weitherziger Weiſe in unſerem deutſchen
Schutzgebiete Kiautſchou ſeit 13 Jahren und in Japan als
einzige evangeliſch=deutſche Miſſionsgeſellſchaft ſeit 27.
Jahren arbeitet. Er unterhält in China Schulen und
Krankenhäuſer und ſucht in Japan durch Verbreitung
guter Schriften, durch Vorträge und perſönliche
Unterred=
ungen die heilſamen Kräfte des Chriſtentums in das Leben
jener Völker einzupflanzen.
So arbeitet er mit, daß einmal das gleiche
Menſch=
heitsideal auf der ganzen Welt verwirklicht werde und daß
einmal eine ſpätere Zeit ſagen kann, daß auch wir
Deut=
ſchen die Größe unſerer Zeit richtig verſtanden haben und
jenen Völkern geholfen haben, als ſie unſere Hilfe
brauch=
ten. Der Verein braucht dringend hilfreiche
Unter=
ſtützung.
Die Freunde des genannten Vereins in Darmſtadt
werden am 9. März d. J. im Kaiſerſaal einen „
Japani=
ſchen Abend” veranſtalten, auf den ſchon jetzt
hinge=
wieſen ſei. An demſelben wird die Jugendvereinigung
der Johannesgemeinde ein altjapaniſches Schauſpiel
auf=
führen und verſchiedene Damen werden ein von unſerer
früheren Hofſchauſpielerin Fräulein Ethel
zuſammen=
geſtelltes japaniſches Singſpiel darbieten. Die Einübung,
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Nummer 38.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 14. Februar 1913.
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26
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1974
Zweite Kammer der Stände.
47. Sitzung.
St. Darmſtadt, 13. Februar.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter von Ewald
Exz., Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Dr.
Becker, Miniſterialrat Dr. Kratz, Geh. Oberfinanzrat
Dr. Rohde, Legationsrat Dr. Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein und
ſetzt die Beratung des Hauptvoranſchlags fort.
Abg. Henrich:
Die Aufwärtsbewegung der letzten Jahre hat
an=
gehalten und macht ſich in einer weiteren Beſſerung
un=
ſerer Finanzen angenehm bemerkbar. Das zeigt ſich vor
allem in den Reſerven, die in kurzer Zeit angewachſen
ſind. Der Reſtefonds wird Ende 1912, nach dreijährigem
Beſtehen, rund 7 Millionen enthalten, nach Abzug der
Aufbeſſerung der Beamten in 1912. Der Tilgungs= und
Ausgleichsfonds, unſer Juliusturm, wird Ende 1913 die
ſgeſetzliche Höhe von 8 Millionen erreicht haben. Dazu
kommt der Ueberſchuß des Budgets für 1913 mit 2
Millio=
en, dem allerdings eine Forderung von 3 Millionen für
die Beamten gegenüberſteht. Soweit das Sichere. Nun
aber die Zukunftsmuſik nach dem Programm der Erſten
Kammer. Von 1913 ab iſt vorausſichtlich eine Dotierung
des Tilgungs= und Ausgleichsfonds nicht erforderlich.
Bleiben die Eiſenbahnüberſchüſſe in ihrer jetzigen Höhe
beſtehen, dann werden mindeſtens 2 Millionen verfügbar,
die in einen Reſtefonds fließen ſollen. Wenn auf dieſe
Weiſe die von 1915 ab vorgeſehene Steuererhöhung mit
863060 Mark unterbleiben kann, ſo iſt das ebenſo ſehr
zu begrüßen, wenn außerdem die unterſten Steuerklaſſen
befreit werden können. Das macht die Fortſchrittliche
Volkspartei gern mit, wie überhaupt jede
Steuererleich=
terung, ſofern ſie möglich iſt. Die Erſte Kammer win
die weiteren Ueberſchüſſe für einen
Steuerregulierungs=
ffonds feſtlegen, zum Abbau der Steuererhöhung von 1910.
Jedenfalls ein agitatoriſch gut verwertbarer Gedanke.
Hier iſt er ernſter zu prüfen. Erfreulich iſt, daß die
an=
deren Parteien ihn gleichfalls ablehnen. Praktiſch
be=
deuten alle dieſe Pläne, die Eiſenbahnüberſchüſſe mit
mindeſtens 5—6 Millionen, ſtatt der vorgeſehenen 2
Mil=
lionen, zu den laufenden Ausgaben heranzuziehen.
Bis=
her ſind aber in 14 von 15 Jahren die reinen Ueberſchüſſe
unter der Summe von 4 Millionen geblieben. Die
Mein=
rungen ſcheinen ſich in dieſer Hinſicht geändert zu haben.
Als er, Redner, im Vorjahre die Feſtſetzung des Anteils
der Verwaltung an den Eiſenbahneinnahmen auf 2
Mil=
lionen, anſtatt, wie erſt vorgeſehen, 1½ Millionen,
an=
regte, habe man ihm widerſprochen, heute gehe man weit
darüber hinaus und an eine Verwendung der
Eiſenbahn=
überſchüſſe zu Vermögensausgaben zum Zwecke der
Ver=
beſſerung der Eiſenbahnrente denke man überhaupt nicht
mehr. Die Erſte Kammer habe damals eine Bindung
in dieſer Richtung abgelehnt; er, Redner, lehne dagegen
eine Bindung in anderer Richtung lediglich für das
Steuerintereſſe der Erſten Kammer ab. Ueber die
ſpäte=
ren Ueberſchüſſe muß von Fall zu Fall, je nach Lage der
Verhältniſſe, entſchieden werden. Kann die
Steuer=
erhöhung für 1915 unterbleiben und eine Entlaſtung der
unteren Klaſſen ſtattfinden, dann iſt das ſchon eine
reſpek=
table Leiſtung. Haben wir dann noch Geld, dann liegen
tandere Aufgaben näher als eine allgemeine
Steuerherab=
ſſetzung. Vor allem die Herabſetzung der Stempelſteuern,
die Uebernahme der Volksſchullaſten auf den Staat und
anderes. Jedenfalls ſoll man das Fell nicht eher
vertei=
len, bevor der Bär erlegt iſt. Auf alle Fälle aber werden
die Beamten, die bei der Erhöhung ſchlecht weggekom
menen Penſionäre und Witwen, die Schreibgehilfen uſw.
es nicht verſtehen, wenn man ihre Wünſche mit dem
Hin=
weis auf die Finanzlage zurückweiſt, während wir uns
hier darüber unterhalten, was wir mit den erhofften
Ueberſchüſſen anfangen ſollen. Es iſt ebenſo ſehr vor
unberechtigtem Peſſimismus wie vor übertriebenem
Opri=
mismus zu warnen.
Redner beſpricht ſodann die Notwendigkeit der
Re=
viſion des Eiſenbahnvertrages und kritiſiert ſcharf das
Hinausziehen der Verhandlungen über die dieſerhalb
ge=
ſtellten Anträge. Der Eiſenbahnvertrag in ſeiner jetzigen
Geſtalt iſt das größte Hindernis für eine allgemeine
deutſche Eiſenbahngemeinſchaft.
Zur Reichspolitik übergehend, beſpricht Redner die
Beſitzſteuerfrage im Zuſammenhang mit der zu
erwarten=
den Militärvorlage. Obwohl nach dem Antrag
Baſſer=
mann=Erzberger die Beſitzſteuervorlage bis zum 30. April
1913 eingebracht ſein ſoll, iſt bis jetzt noch nichts
beſtimm=
tes darüber bekannt. Eine Steuer, die an dem wohl 300
Milliarden betragenden vorhandenen Beſitz vorübergeht.
ſei keine Beſitzſteuer. Von Intereſſe wäre es, näheres
über die Stellung der heſſiſchen Regierung zu dieſer Frage
zu erfahren, nachdem in einem ſächſiſchen Blatt mitgeteilt
worden iſt, ſie ſei im Gegenſatz zu anderen ſüddeutſchen
Regierungen nicht für die Ausdehnung der
Erbſchafts=
ſteuer. Das ſei wenig verſtändlich, wenn das zuträfe,
zu=
mal die Mehrheit in der heſſiſchen Zweiten Kammer
zweifellos für eine Erbſchaftsſteuer ſei, die zwar nicht
ſteuer übrig bleibe, wenn die Vermögensſteuer nicht er=11912: 1509000 Mk.). Bei den fortgeſetzt ſteigenden
Holz=
reichbar iſt. Redner begrüßt die beſtimmte Reſolution
des Zentralvorſtandes der Nationalliberalen Partei.
Die Klagen über die Fleiſchteuerung ſcheinen leider
zu ſtehenden zu werden. Man muß bei Beurteilung
die=
ſer Frage von den Tatſachen ausgehen. Die Teuerung,
die ſich für breite Volksmaſſen als Fleiſchnot darſtellt, iſt
unbeſtritten. Die Schlachtungen und damit der
Fleiſch=
verbrauch ſind ſeit 10 Jahren erheblich zurückgegangen.
wie an den Ziffern für Darmſtadt nachgewieſen wird.
Ein Tatſache iſt der Rückgang des Viehbeſtandes,
ſpeziell auch in Heſſen. Gewiß haben hier Dürre und
Futternot, ſowie Seuchen eine Rolle geſpielt. Wir ſind
aber von dem anzuſtrebenden Ziel: Deckung des
Fleiſch=
bedarfs aus dem Inlande, weiter abgekommen. Mit der
bloßen Vermehrung der Produktion iſt weder dem Bauer
noch dem Verbraucher geholfen, wenn die Preiſe zu hoch
bleiben. Darum muß die Produktion durch Verbilligung
der Futtermittel verbilligt werden. Der Bauer ſei nicht
ſchuld an den Preiſen, man würdige in den Städten auch
viel zu wenig die ſehr große Mühe und Arbeit, die der
Bauer und ſeine Familie mit der Viehzucht haben. Auf
dem Lande ſolle man aber auch die Notlage des ärmeren
Teiles der Verbraucher verſtehen lernen und ſich nicht den
Maßnahmen widerſetzen, die zur Linderung eines
beſon=
deren, hoffentlich vorübergehenden Notſtandes nötig ſind.
Selbſtverſtändlich iſt für ausreichenden Seuchenſchutz zu
ſorgen. Die Maßnahmen der Reichsregierung waren
un=
genügend und wirkten unſozial. Sie zwangen damit die
Städte, dem ohnehin ſchwer bedrängten Metzgergewerbe
empfindliche Konkurrenz zu machen, weil es auf anderem
Wege unmöglich war, von den Erleichterungen Gebrauch
zu machen. Die Haltung der Agrarkonſervativen, die jede
Hilfe für die breiten Maſſen der Konſumenten ablehnen
und dazu noch andere angreifen, die ihrer ſozialen Pflicht
Genüge tun wollen, ſei nicht zu verſtehen und mit ihrem
ſo oft betonten Chriſtentum nicht zu vereinbaren.
In ſeinen weiteren Ausführungen beſprach Redner
ſeine Stellung zur Gemeindeſteuerreform, zur
Warenhaus= und Filialſteuer (der er aus finanzpolitiſchen
Gründen zugeſtimmt habe), ferner den Antrag des
Finanz=
ausſchuſſes wegen der Domänen und den Kurs der
heſſiſchen Staatspapiere. In letzterer Hinſicht
empfahl Redner u. a., dafür zu ſorgen, daß die
Kapita=
lien der Angeſtelltenverſicherung nicht völlig außerhalb
Heſſens angelegt werden; davon könnten die heſſiſchen
Staatspapiere wie auch die Hypothekengeld Suchenden
Vor=
teil haben. Später regte er Verbeſſerungen für das
Staatsſchuldbuch an. Ein geſetzlicher Zwang für die
Sparkaſſen, heſſiſche Staatspapiere zu erwerben, ſei
abzulehnen. Das könne auch auf anderem Wege erzielt
werden.
Das Beſoldungsgeſetz habe wohl manchen
Beamtengruppen, und namentlich den Volksſchullehrern.
Enttäuſchungen gebracht; es ſei aber zu hoffen, daß bei
einigem guten Willen doch noch Befriedigendes erzielt
werde. (Beifall.)
Staatsminiſter v. Ewald Exz.:
berückſichtigt worden iſt die Bedeutung des
Familien=
eigentums nach der rechtlichen Seite. Es iſt ja richrig,
daß der Landesherr finanzielle Vorteile zur Zeit aus dem
Familieneigentum nicht hat, weil nach Artikel 7 der
Ver=
faſſungsurkunde die Erträgniſſe in den Staatsſäckel
flie=
ßen. Allein darin erſchöpft ſich doch die Bedeutung des
Familieneigentums nicht. Wenn man dem Gedanken
näher treten wollte, das Familieneigentum ins
Landes=
eigentum überzuführen, muß man unbedingt vorher die
rechtliche Seite prüfen. Ich möchte dazu hinweiſen auf
die bemerkenswerten Ausführungen, die Koſſack in ſeinem
Werk über das heſſiſche Staatseigentum macht. Er macht
u. a. darauf aufmerkſam, daß weder Regierung
noch Kammer in der Lage ſind, einen
der=
artigen Geſetzentwurf einzubringen.
Da=
zu iſt erforderlich die Zuſtimmung der Agnaten
des Großherzoglichen Hauſes. Als ſolche kommen in
Be=
tracht die beiden Söhne, die Prinzen Georg und Ludwig,
deren Vertreter alſo ihre Zuſtimmung geben müßten. Ob
das jemals geſchieht, das entzieht ſich völlig unſerer
Be=
urteilung. Jedenfalls bleibt zweifelhaft, ob der
Großher=
zog ſeine Zuſtimmung geben kann in Erwägung etwaiger
künftiger Ereigniſſe. Es kommt weiter hinzu, das
Fami=
lieneigentum haftet nicht dem Staatsgläubiger. Dieſer
hat zwar ein Recht auf die Einkünfte, aber nicht auf die
Subſtanz. Will er aber die Einkünfte in Anſpruch nehmen,
kann er das nur, wenn er auch die Gegenleiſtung erfüllt,
nämlich die Zivilliſte bezahlt. Koſſack weiſt weiter
dar=
auf hin, daß im Falle eines unglücklichen Krieges der
Feind zwar das Staatseigentum ohne weiteres angreifen
kann, nicht aber das Familieneigentum; das verbietet das
Völkerrecht. In dieſem Falle würde alſo die
Großherzog=
liche Familie als einzigen Schutz in der Hand behalten,
was ihr im Familieneigentum verbleibt.
M .H.! Ich denke nicht an ſolche Ereigniſſe, aber
wenn man jemals dem Großherzog ſein Eigentum
ver=
weigern würde, hätte auch da der Großherzog das Recht,
die Einkünfte ſeines Familieneigentums zu beanſpruchen.
Da die Ueberſchüſſe über anderthalb Millionen betragen,
wäre das für das Land durchaus nicht empfehlenswert.
M. H.! Es iſt ja ſchon angedeutet worden, daß das
Ge=
ſchäft, was da vorgeſchlagen, nicht als einſeitiges
Ent=
gegenkommen des Großherzogs gedacht iſt, ſondern daß
das Land ſelbſtredend eine billige Gegenleiſtung erfüllen
ſoll. Wenn dabei an eine Ablöſung durch Geld gedacht
worden iſt, muß doch einmal hingewieſen werden darauf.
was hier eventuell in Betracht kommt. Das ſind die
Forſt=
domänen mit 285000 Morgen im Wert von ca. 180
Mil=
lionen Mark, dann die Kameraldomänen, die
Weinbau=
domänen, die Gebäude, der Akquiſitionsfonds, insgeſamt
233 109 105 (Mark. Dazu kommt noch der Wert der
Jag=
den mit zirka 4 250000 Mark, der Fiſcherei mit 963500
Mark. Es kommen alſo alles in allem 238 Millionen Mk.
Geld ins Auge faſſen, ſo wird auch nicht überſehen
wer=
den dürfen, daß die Rente, die das Familieneigentum
ab=
die idealſte Steuer darſtelle, aber allein noch als Beſitz= wirft, in ſtetem Steigen begriffen iſt (1902: 1 286000 Mk.,
preiſen iſt anzunehmen, daß dieſe Entwickelung noch nicht
abgeſchloſſen iſt, ſondern daß der Ertrag weiter von Jahr
zu Jahr ſteigt. Wollte man das Großherzogliche Haus
abfinden, kann man dieſe ſteigende Tendenz nicht außer
Acht laſſen. Das ſind alles Momente, die die=Durchfähr=
M. ſ. g. H.! Ich habe nicht das Wort ergriffen, um
der billigen Meinung zu begegnen, als ob die vom
Vor=
redner erwähnte anſehnliche Quantität von 9 Pfd.
däni=
ſchem Roaſtbeef etwa auf den Tiſch eines der Herren
Mini=
ſter gewandert iſt (Heiterkeit), ſondern ich wollte zu einem
anderen Punkt ſprechen, damit nicht allzu große
Illuſio=
nen über die Durchführbarkeit des angeregten Projektes
erſtehen. Es handelt ſich um einen Beſchluß des
Finanz=
ausſchuſſes zu Kapitel 6, nach dem die Regierung erſucht
werden ſoll, ein Geſetz vorzulegen,
das Vermögen des Großherzoglichen
Hauſes in das Vermögen des Staates
überzuführen.
Ich habe gegenüber dieſem Beſchluſſe den Eindruck
ge=
wonnen, als ob bei der Regelung dieſer Frage nicht voll
barkeit der Pline als ſehr zweiſelhaſt erſcheinen koſſn.
Es darf endlich nicht überſehen werden, was die ſeitherige
Verwaltung des Großh. Eigentums Gutes geleiſtet hat
auf volkswirtſchaftlichem Gebiete. Wir wollen die
erfolg=
reiche Domänenpolitik doch nicht durchbrechen. U. a. ſind
in den letzten Jahren 9600 Morgen Waldeigentum in die
Hände des kleinen Bauernſtandes übergeführt worden.
Dieſe Kulturaktion würde durch die in Frage ſtehenden
Pläne ſicher nicht erleichtert, ſondern ſehr erſchwert, wenn
nicht in Zukunft ganz unmöglich gemacht. Es iſt aus allen
dieſen Gründen wohl zu empfehlen, daß Sie die
Vor=
ſchläge vorher wohl erwägen. Sie ſollten zunächſt ſich
einmal eine Denkſchrift vorlegen laſſen, und erſt dann
wenn Sie das ganze Material geprüft haben, darüber
be=
finden, wie dem einen oder dem anderen Wunſche etwa
entſprochen werden könnte. Ich empfehle Ihnen in dieſer
Hinſicht den Weg, den die Nationalliberäle Partei
be=
ſchritten hat. (Beifall.)
Abg. Ulrich:
Die Debatte iſt bis jetzt im Gegenſatz zu früher
aus=
nehmend ruhig verlaufen, und ich werde mich bemühen,
dieſe Ruhe nicht zu ſtören, wenn ich auch hin und wieder
werde recht deutlich werden müſſen. Es iſt nicht zu
be=
zweifeln, daß die Finanzlage des Landes erfreulich
gün=
ſtig iſt, daraus erklärt ſich die Zufriedenheit, die die
bis=
herigen Redner offenbarten. Wir wiſſen allerdings nicht,
was das Reich noch für Anforderungen ſtellt. In der Tat
hängt ja doch unſere Finanzlage mit der des Reiches eng
zuſammen. Daher kam es auch wohl, daß einen großen
Raum in der Debatte die allgemeinen Reichsverhältniſſe
einnehmen. Ich kann dem Abg. Dr. Oſann nicht
beiſtim=
men, daß der gute Abſchluß lediglich eine Folge unſerer
Steuererträgniſſe ſei; ich beſtreite, daß die Ueberſchüſſe
aus vorausgezahlten Steuern rekrutieren, wie der Abg.
Molthan meinte. Wir ſind nach wie vor angewieſen auf
die Eiſenbahnüberſchüſſe, und die ſind nach wie vor
un=
beſtändig. Sie werden auch in Zukunft weiter ſchwankend
ſein; das iſt eben eine Folge der kapitaliſtiſchen
Entwick=
lung. Nach den Erfahrungen der letzten 100 Jahre dauert
eine Hochkonjunktur höchſtens fünf Jahre. Das Jahr 1908
hat eigentlich nicht nur einen ſehr geringen Ueberſchuß
)9400), ſondern ſogar ein Defizit errbacht. Dem Vorſchlag,
Steuern abzubauen, wie ihn die Erſte Kammer gemacht
hat, können wir nicht zuſtimmen. Wenn man abbauen
will. ſoll man endlich die Einkommen unter 900 Mk. frei
laſſen, ſoll die jüngſt beſchloſſenen
Feuerverſicherungs=
ſtempel uſw. abſchaffen. Ich wünſchte, daß Herr Miniſter
v. Ewald einmal anweſend iſt, wenn der Kaſſierer kommt
und zu der Prämie auch noch die Stempelkoſten erhebt.
Man ſollte weiter die Belaſtung der Fahrräder
reduzie=
ren. Der erfreulich große Anlauf zur Vereinfachung der
Staatsverwaltung iſt leider ſchnell ins Stocken geraten,
der Widerſtand der einzelnen Miniſterien gegen die
Re=
duktion von Beamten wird immer ſtärker. Man will
ſpa=
ren bei den armen Schreibern, anſtatt, wie ich es oft ſchon
vorgeſchlagen, bei Miniſtern und Räten anzufangen.
Wir hätten mit einer Exzellenz genug. (Heiterkeit.) Aber
ich weiß ja, daß wir allein nichts tun können. Die
Be=
laſtung durch Stempelgebühren iſt allgemein viel zu hoch;
ſie ſteht in keinem Verhältnis zu dem Ertrag der
Ver=
mögensſteuer. Ich bedauere, daß der Abg. Dr. Weber
den Staat aufgerufen hat gegen die ſozialdemokratiſche
Volksverſicherung. Dieſe iſt ein Gebot der
Selbſterhalt=
ung gegenüber der kapitaliſtiſchen Ausbeutung ſeitens der
Verſicherungsgeſellſchaften, die die hohen Dividenden
zahlen. Wenn der Arbeiter ſich nicht mit allen Mitteln
wehrt, wird er herabgedrückt zum Heloten. Das werden
wir zu verhindern ſtreben mit allen Kräften. Auch wenn
Sie (zum Zentrum) fortgeſetzt nach Ausnahmegeſetzen
ſchreien, wie dem Verbot des Streikpoſtenſtehens uſw.
Immer aus den Aermſten werden die Millionen gepreßt.
Heute ſtehen wieder 120 Millionen neue Forderungen in
Ausſicht, die angeblich zu Zwecken der
Landesverteidig=
ung notwendig ſind. Wenn’s dazu notwendig! wäre,
ließe ſich darüber reden, aber es iſt nicht ſo. Ich laſſe mir
meinen Patriotismus nicht ſchmälern, wenn ich auch
Re=
publikaner bin. Das Recht des Stärkeren muß
überwun=
den werden, wie das Fauſtrecht überwunden wurde. Die
Völker müſſen zu einer Einigung kommen, damit die
ewige Kriegsfurcht ſchwindet. Wir freſſen uns gegenſeitig
auf, die Gegenſätze unter uns ſelbſt werden immer größer.
Nieder mit einer Steuerreform, wie ſie der Abg. Molthan
geſtern verteidigt hat, die die Reichen ent= und die Armen
belaſtet. Wir verwahren uns dagegen, den Landtag vor
Nach
den Wagen der indirekten Steuern zu ſpannen. —
eingehender Erörterung lokaler Verhältniſſe von
Offen=
bach im Anſchluß an Ausführungen über das
für Offenbach beabſichtigte Ortsſtatut, die kleinen
Einkommen frei zu laſſen, kommt Redner auf die
Selbſt=
verwaltung der Gemeinden zu ſprechen und fordert, daß
die drei Exzellenzen weniger regieren ſollten, ſich nicht
in alle Einzelheiten der Gemeinden einmiſchen. Beinahe
habe ich dem Herrn Miniſter v. Hombergk zu Vach ein
Lob geſpendet (Große Heiterkeit), nämlich, weil er, trotz
ſeiner damaligen Erklärung, niemals einen
ſozialdemo=
kratiſchen Beigeordneten zu beſtätigen, den Beigeordneten
Eißnert beſtätigte. Aber ich glaube, der Herr Miniſter iſt
daran nicht ſchuld, und wie ich ihn nicht verantwortlich
machen will für Sünden, die er nicht begangen, will ich
ihn lieber nicht loben für etwas, was er nicht getan.
Im=
merhin erkennen wir dankbar an, daß der Herr Miniſter
ſeine Unterſchrift zur Beſtätigung gegeben. Fahren
Sie=
ſſo fort und Sie ſind ein Miniſter nach unſerem Herzen.
(Beifall — Heiterkeit.) Wir fordern nur
Gleichberechtig=
ung, und wir wären ſchlechte Deutſche, wenn wir davon
abſtünden. Was das Gemeindeumlagengeſetz betrifft, ſo
wollen wir erſt einmal die Wirkung abwarten. Gegen die
Warenhaus= und Filialſteuer ſind wir, weil das keine
Vermögensſteuer iſt und das Kapital nicht trifft. Was den
Domänenakquiſitionsfonds, betrifft, ſo iſt Tatſache,
daß=
dieſer alljährlich im Ausſchuß Anlaß zu Erörterungen
gibt. Richtig iſt es, daß die Kammer nicht
einſeitig den urſprünglichen Vertrag löſen kann. Man
muß erſt einmal das Material abwarten, das die
Denk=
ſchrift bringen wird. Redner ſchließt mit dem Bemerken,
daß die Beratung der Beſoldungsordnung aller
Voraus=
ſicht nach nicht ſo glatt ablaufen wird, wie die heutige De=.
Die Generaldebatte iſt damit geſchloſſen.
Nach einer perſönlichen Bemerkung des Abg.
Mols=
than wird in die Spezialberatung eingetreten
in Betracht. Wollte man hierfür eine Entſchädigung an und die „Vorbemerkung” angenommen. Damit
ſchließt die Sitzung.
Nächſte Sitzung Freitag 9 Uhr.
Für Erhojungsbedürftige und leichtere
Sommer und
Kranke. Winter besucht.
Kuranstalt Hofheim i. T.
Gel ven½ Stunde von Frankfurt a. M.
Prospekte durgn Dr. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.