Abonnementspreis
Inſerake
176. Jahrgang
honatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
pärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſtren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bet
ſr Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibungoder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
hriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Urgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
hie heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Del Reichstag vertagte ſich bis Mittwoch, den
5Februar.
Inf’ nem offiziöſen Artikel weiſt die Nordd. Allg. Ztg.
dWPolen=Interpellation im Reichstag
ah einen Eingriff in die einzelſtaatlichen
Richte zurück.
Derfrühere deutſche Botſchafter in
Waſhing=
n. Theodor v. Holleben, iſt in Berlin im Alter
vr 75 Jahren geſtorben.
Nachétägigem Aufenthalt im Taunus iſt am Samstag
diſK ön igin Wilhelmina von Königſtein über
Finkfurt a. M. nach den Niederlanden
zurückge=
kert.
Die franzöſiſche Kammer nahm in der Affäre
Pch de Elam eine Tagesordnung an, in der der
Re=
frung das Vertrauen mit 533 gegen
3 (timmen ausgeſprochen wird.
dieſ
Der lrkiſche Generaliſſimus Izzet Paſcha richtete an
allqKorpskommandanten der Armee einen
Tages=
beehl, in dem aufgefordert wird, das Vaterland und
ſtegierung zu verteidigen.
Argeskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
. Fekuar 1813: Kgl. Preuß. Bekanntmachung (d. d.
Bres=
laufdie Bildung von Jäger=Detachements aus
Frei=
willen betreffend, die in der Folge aus allen Ständen.
undlllen Altern herzuſtrömen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Derseburtstag der
Befreiungs=
kriege.
*„ So wird mit Recht der 3. Februar 1813
ge=
ſannt, n welchem eine von Hardenberg unterzeichnete
Bekanmachung erſchien, betreffend die Einſtellung von
Freiwigen in die bei den preußiſchen
Infanteriebatail=
ſonen id Kavallerie=Regimentern zu formierenden
Fägerdachements. Der Aufruf richtete ſich an alle
die=
ſenigenienſttüchtigen, aber aus irgendeinem Grunde vom
Militärenſt befreiten jungen Leute, welche ſich ſelbſt
jekleide und beritten machen konnten und nun in einer
hrer Eiehung und ihren ſonſtigen Verhältniſſen
ange=
eſſenerForm Gelegenheit zur Auszeichnung haben,
ſo=
pie dur ihre Bildung und ihren Verſtand befähigt ſein
pllten, gleich, ohne vorherige Dreſſur, gute Dienſte zu
kiſten id demnächſt geſchickte Offiziere und Unteroffiziere
fbzugeb.
Dur dieſen Aufruf, welcher für die Geſchichte des
freußiſen und deutſchen Volkes von höchſter Bedeutung
ſeworde iſt, erlangten die Gedanken und Geſinnungen
in Voliden erſten offiziellen Ausdruck. Mit einer
Be=
ſeiſterm ohnegleichen folgte man ihm, beſonders an
ſen Unirſitäten und den oberen Klaſſen der Gymnaſien;
mſehnlie Summen wurden geſammelt, damit auch
un=
kmittel junge Leute als Freiwillige eintreten konnten.
6s hattnur dieſes Rufes bedurft, um die Flammen zu
ctzünde welche in den Herzen aller Klaſſen der
Bevöl=
hrung gaſt brannten. Das Volk ſtand auf mit einer
ſraft ur einem Willen, wie ſelbſt das klaſſiſche Altertum
lum eiweiſpiel hat. Jede Provinz, jede Stadt, jedes
Jorf, je, Familie, Greiſe, Kinder, Frauen, Arme und
ſeiche 1Eiferten. Es war das Signal zur ſittlichen
Ehebungres ganzen deutſchen Volkes. Der Mut und
de Opfaölligkeit unſerer Väter war um ſo mehr
anzu=
ckkennengas der Feind ſich noch im Lande befand, der
Aohlſtarkvernichtet war. Aber die gemeinſame Not
hitte dießs dahin ſchroff geſchiedenen Stände vereinigt,
de Vorzril des Unterſchieds der Konfeſſionen beſeitig;
die ſittlienſraft im Volke geſtärkt und deſſen
Selbſtver=
thuen ge en. Nun gab es kein Halten mehr, der Drang
zir Befr’g vom fremden Joche ließ ſich nicht länger
endämmgger ward ſtärker und ſtärker, bis es zum
Kiege czu den Uſurpator kam, der jahrelang, unſer
Vterlanßlknechtet hatte, bis ſein Uebermut ihn ſtürzte.
Demn rufe an die Freiwilligen folgten noch weitere
thiglichg ſndgebungen, wie diejenige wegen
Einſchrän=
lng der Fnahmen von der Verpflichtung zum
Heeres=
dinſte, uimi der Beförderung und Verſorgung der
Mi=
liſirs unſergen Tragens der Nationalkokarde — ſie alle
bereiteten das Volk vor für die ſchweren Opfer, die ſeiner
noch harrten, ihm aber die Freiheit der deutſchen Nation
brachten.
Reichstag und auswärtige
Politik.
In der Dienstagsſitzung des Reichstages hat
Geheimrat Lehmann die Anfragen beantwortet, die der
Abgeordnete Baſſermann — vermutlich im Einvernehmen
mit dem Reichskanzler — betreffs mehrerer
Angelegen=
heiten der auswärtigen Politik an die Regierung gerichtet
hatte. Von den drei Fragen des Abgeordneten
Baſſer=
mann, die ausnahmslos Gegenſtände von Belang
betra=
fen, war die wichtigſte die, ob zwiſchen den Mächten der
Tripel=Entente Vereinbarungen über die
Abgren=
zung der gegenſeitigen Intereſſenſphären in der
aſiati=
ſchen Türkei getroffen ſeien. Die Antwort des
Ge=
heimrats Lehmann, daß „unzweideutige und
vertrauens=
würdige Erklärungen, die gelegentlich des
Meinungsaus=
tauſches zwiſchen den Großmächten aus Anlaß des
Bal=
kankrieges abgegeben worden ſind, das Vorhandenſein
derartiger Vereinbarungen als ausgeſchloſſen erſcheinen
laſſen”, iſt vom Reichstage mit Lachen aufgenommen
wor=
den. Hat hiermit der Reichstag ſeinen Zweifel an der
Glaubwürdigkeit jener Erklärungen bekundet, ſo wird in
der Preſſe dieſe Haltung des Reichstages benützt, um der
Regierung den Vorwurf der Vertrauensſeligkeit zu
machen.
Nach dem Schickſal, das die Statusquo=Erklärungen
der Großmächte gehabt haben, iſt es begreiflich, wenn der
europäiſchen Diplomatie im allgemeinen mit Mißtrauen
begegnet wird. Das Mißtrauen auch auf ſolche
Erklärun=
gen zu erſtrecken, die von verantwortlicher Seite
ausdrück=
lich als „unzweideutig und vertrauenswürdig” bezeichnet
werden, wird der Kritiker ablehnen dürfen, der jene
Er=
klärungen im Zuſammenhange mit der Kaiſergeburtstags=
Rede des Botſchafters Freiherrn von
Wangen=
heim beurteilt. Freiherr von Wangenheim hat
bekannt=
lich betont: Heute ebenſowenig wie in Zukunft werde
jemand die Hand an Anatolien legen können, wo wir
Lebensintereſſen haben; wenn die Türkei ihre
Zukunft in Kleinaſien ſuche, dann werde dies ein
Rühr=
michnichtan der deutſchen Politik bilden. Solche
Feſt=
ſtellungen des deutſchen Botſchafters am Goldenen Horn
können natürlich nicht erfolgen, ſofern ſie nicht vollſtändig
im Rahmen der deutſchen Orientpolitik liegen und ihr
dienſtbar gemacht werden ſollen. Aus den Feſtſtellungen
des Freiherrn von Wangenheim fällt daher hinreichendes
Licht auf die Umſtände, unter denen die Mächte der Tripel=
Entente die von Geheimrat Lehmann erwähnten
Erklärun=
gen abgegeben haben. Je weniger die Tripel=Entente
im Zweifel darüber ſein kann, daß wir in der aſiatiſchen
Türkei „Lebensintereſſen” haben, die für uns ein
Rühr=
michnichtan ſind, um ſo vertrauenswerter erſcheinen die
Erklärungen der Entente=Mächte, daß ſie keine
Vereinba=
rungen über die Aufteilung der aſiatiſchen Türkei in
Intereſſenſphären getroffen haben.
Wenn Geheimrat Lehmann mit ſeiner hierauf
bezüg=
lichen Mitteilung keinen Eindruck auf den Reichstag
er=
zielte, ſo trägt die Schuld daran teilweiſe die Regierung
ſelbſt. Der Reichstag iſt es gewohnt, daß wichtige
Er=
klärungen nicht von Kommiſſaren, ſondern von den
höch=
ſten Reichsbeamten ſelbſt abgegeben werden. Den
Kom=
miſſaren, ſo tüchtig ſie ſein mögen, fehlt eben der Nimbus,
der mit den höchſten Aemtern verbunden iſt. Nimmt man
hinzu, daß die kleinen Anfragen wiederholt von einem
Staatsfekretär oder einem Unterſtaatsſekretär beantwortet
worden ſind, ſo iſt es pſychologiſch zu verſtehen, daß der
Reichstag glaubt, eine weniger wertvolle Auskunft zu
er=
halten, ſobald ſie „nur” durch einen Kommiſſar erteilt wird.
Andererſeits muß die immer häufigere Verwendung von
Kommiſſaren dem Reichstage ſelbſt zur Laſt geſchrieben
werden. In der kurzen Zeit, die ſeit der Einführung
der kleinen Anfragen verſtrich, hat der Reichstag
das neu geſchaffene Inſtrument zu häufig gebraucht, um
erwarten zu können, daß die höchſten Reichsbeamten das
Bedürfnis nach eigener Beantwortung empfinden. Wie
abgegriffen das Inſtrument der kleinen Anfragen ſowohl
dem Reichstage ſelbſt, als auch dem Publikum bereits
er=
ſcheint, hat ſich gerade in der Dienstags=Sitzung des
Reichstages mit handgreiflicher Deutlichkeit gezeigt. Denn
trotz der Wichtigkeit der Anfragen war das hohe Haus
dürftig beſetzt, und auf den Tribünen des Publikums und
der Journaliſten herrſchte eine gähnende Leere. Der
Reichstag ſollte hieran erkennen, daß die Häufung kleiner
Anfragen das Intereſſe an dieſen ebenſo abſtumpft, wie
die ewigen Wiederholungen in den langen Reden die
Teil=
nahme für letztere verringern.
Deutſches Reich.
Ein Erlaß des Kaiſers zur
Jahr=
hundertfeier. Der Kaiſer erſuchte, wie der
Reichs=
anzeiger meldet, den Reichskanzler, folgenden Erlaß zur
öffentlichen Kenntnis zu bringen: „Ich habe bei meinem
Eintritt in ein neues Lebensjahr wiederum zahlreiche
Glück= und Segenswünſche von Gemeinden, Vereinen,
Korporationen und einzelnen Patrioten erhalten. In
al=
len Kreiſen des deutſchen Volkes im In= und Auslande
iſt man bemüht geweſen, mich durch Kundgebungen
herz=
licher Teilnahme und treuer Anhänglichkeit zu erfreuen.
Mein Geburtstag leitete in dieſem Jahre eine Reihe von
Gedenktagen ein, die uns die Begebenheiten der
natio=
nalen Erhebung Preußens vor hundert Jahren wieder
lebhaft vor Augen führen. Beim Rückblick auf jene Zeit
größter Not und höchſten Ruhmes erkennen wir mit
Be=
wunderung, was ein Volk zu vollbringen vermag, deſſen
Vertrauen auf Gott für König und Vaterland, Freiheit
und Ehre auch das Letzte einſetzt, was ihm an Gut und
Blut geblieben iſt. Möge dieſe Erinnerung an die
Ver=
gangenheit dazu beitragen, uns ſtets gegenwärtig zu
hal=
ten, was wir dem Vaterland ſchulden und uns anſpornen,
bei den unſerer Generation von der Vorſehung geſtellten
Aufgaben die gleiche Treue, Opferfreudigkeit und
Ein=
mütigkeit zu betätigen, wie es vor hundert Jahren von
unſeren Vätern geſchehen iſt. Mit dieſem Wünſche möchte
ich das deutſche Volk in die bevorſtehenden, patriotiſchen
Gedenktage geleiten. Allen denen aber, welche mir in
die=
ſen Tagen ihre vertrauensvolle Liebe und Anhänglichkeit
bezeugt haben, möchte ich meinen Dank ausſprechen.”
Die Reichstagskommiſſion für die
Konkurrenzklauſel führte die allgemeine
Be=
ſprechung weiter. Es handelte ſich faſt ausſchließlich um
die Frage, ob ein glattes Verbot der Konkurrenzklauſel
für die Handlungsgehilfen erfolgen könne oder nicht. Der
Regierungsvertreter gab auf ausdrückliche Anfrage noch
einmal die Erklärung ab, daß die bisherigen Verſuche,
das Verbot der Klauſel zu begründen, nicht überzeugen
könnten und daß die verbündeten Regierungen beſtimmt
die Vorlage zurückziehen würden, falls die Kommiſſion
ein ſolches Verbot beſchließen ſollte. Der Abgeordnete
Behrens zog ſchließlich ſeinen Verbotsantrag zurück und
wollte ihn am Schluß der erſten Leſung wieder einbringen.
Die Sozialdemokraten aber hielten ihren
gleichgerichte=
ten Antrag aufrecht. Er wurde mit zehn gegen acht
Stim=
men abgelehnt. Mit den ſechs Sozialdemokraten ſtimmte
der Abgeordnete Behrens und der Nationalliberale
Mar=
quart, der Verbandsſekretär des Verbandes deutſcher
Handlungsgehilfen in Leipzig, für das Verbot.
— Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstages beſchloß, die Wahl des Abgeordneten
Pachnicke (Fortſchr. Volkspt.) zu beanſtanden.
Die Verhandlungen der Fleiſch=
En=
quete=Kommiſſion. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt:
Die Fleiſch=Enquete=Kommiſſion ſetzte unter dem
Vor=
ſitz des Staatsſetretars Delbrück die Verhandlungen fort.
Bei den derzeitigen und den folgenden Verhandlungen
der Kommiſſion handelt es ſich um Vernehmung der aus
allen beteiligten Kreiſen — Landwirtſchaft, Handel und
Fleiſchergewerbe — benannten 180 Sachverſtändigen aus
den verſchiedenſten Teilen des Reiches. Gegenüber
Aeuße=
rungen, daß die Kommiſſion zu langſam arbeite, muß
immer wieder hervorgehoben werden, daß es von
vorn=
herein nicht Aufgabe der Kommiſſion ſein konnte,
Maß=
nahmen zur Behebung der augenblicklichen Teuexung zu
beſchließen. Die Kommiſſion hat vielmehr ganz beſtimmte
Fragen zu erörtern, von deren Klärung weitere:
Ent=
ſchließungen erſt abhängen ſollen. Während
augenblick=
lich die Sachverſtändigen aus dem Verſorgungsgebiet
Berlins zu Worte kommen, werden zu den nächſten
Sitzun=
gen Gruppen von Sachverſtändigen aus anderen Teilen
Der Zweck der
des Reichsgebietes eingeladen werden.
Anhörung der Sachverſtändigen iſt, den Mitgliedern der
Kommiſſion und den Vertretern der Regierungen
Ge=
legenheit zu geben, ſich auf Grund des lebhaften
Meinungs=
austauſches ein vollſtändiges obiektives Bild über alle
einſchlägigen Fragen zu verſchaffen. Beſchlüſſe werden
dabei nicht gefaßt, wohl aber iſt den Sachverſtändigen,
die in ihrer weitaus größten Mehrzahl Männer des
praktiſchen Lebens ſind, in umfaſſender Weiſe
Gelegen=
heit geboten. Wünſche und Anregungen zu den
einſchlä=
gigen Fragen zu äußern Am Vormittag der letzten
Sitzung wurde das geſchäftliche Verfahren der
Waren=
häuſer beim Fleiſchverkauf, insbeſondere auch die dort
durchgeführte Barzahlung gegenüber der im
Detailver=
kehr vom Bublikum in weitem Umfange beanſpruchten
Kreditgewährung, in allen Einzelheiten beſprochen.
Nach=
mittaas wurde über Statiſtiken, ſowie über das geſamte
Nachrichtenweſen und das Zuſtandekommen der Zahlen
für die Fleiſchpreiſe verhandelt. Heute wird das
Ein=
greifen der Kommunen in die Organiſation des
Fleiſch=
verkaufs erörtert. Nach Abſchluß der
Sachverſtändigen=
vernehmung wird in einer Schlußſitzung der Kommiſſion
ohne Zuziehung der Sachverſtändigen eine Beſprechung
über den Geſamteindruck herbeigeführt und dabei auch
über die Verwertung des umfangreichen Materials
Be=
ſchluß gefaßt werden.
— Die Fahrkartenſteuer. In der Sitzung
der Budgetkommiſſion des Reichstages erklärte
Reichs=
ſchatzſekretär Kühn, auf den Ertrag von 20 Millionen
der Fahrkartenſteuer im Intereſſe der Allgemeinheit nicht
verzichten zu können. Vielleicht könne verſucht werden,
eine Reform herbeizuführen, die die Einnahmen nicht
be=
einträchtige.
— Wahlen zur Hamburger
Bürger=
ſchaft. Nach den letzten vorläufigen Berechnungen
er=
hielten bei der halbſchichtigen Erneuerungswahl zur
Bür=
gerſchaft die Parteien der Rechten zuſammen 18, die
Ver=
einigten Liberalen 8 und die Sozialdemokraten 10 Sitze.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Freundſchaftliche Beziehungen
zwi=
ſchen den Höfen von Wien und
Peters=
burg. Das Wiener Fremdenblatt ſchreibt:
Oberſt=
leutnant Gottfried Prinz Hohenlohe begibt ſich in den
nächſten Tagen als Träger eines Handſchreibens des
Kai=
ſers an den Zaren nach Petersburg. Der direkte Verkehr
zwiſchen den beiden Monarchen entſpricht den
freundſchaft=
lichen Beziehungen, welche zwiſchen den Höfen von Wien
und Petersburg beſteht.
Frankreich.
Der Fall du Paty de Clam in der
fran=
zöſiſchen Kammer. In der Deputiertenkammer
interpellierte der Abg. Violette den Kriegsminiſter Etienne
wegen der Wiedereinſtellung des Oberſtleutnants du Paty
de Clam.
Er erinnerte an die Rolle, die du Paty de Clam in
der Dreyfus=Affäre geſpielt hat und fragte, ob dieſe
Wiedereinſtellung ein beſonderer Fall ſei oder ob weitere
analoge Maßnahmen beabſichtigt ſeien. Der frühere
Kriegsminiſter Millerand erklärte unter allgemeiner
Aufmerkſamkeit des Hauſes, es ſei Ehrenſache für den
Kriegsminiſter geweſen, deſſen elementare Pflicht es ſei,
den Untergebenen jederzeit das Beiſpiel gewiſſenhafter
Achtung vor dem gegebenen Wort zu geben. Millerand
gab ſodann einen Ueberblick über die Geſchichte der
Wiedereinſtellung du Paty de Clams vom 27. Juni 1911
an. Da der Ausſchuß, der über die Angelegenheit zu
ent=
ſcheiden hatte, erkannte, daß in den Akten du Paty de
Clams zu deſſen Nachteil ein ſehr weſentlicher Irrtum
unterlaufen ſei erfolgte die Wiedereinſtellung auf dem
gewöhnlichen Wege. Die perſönlichen Sympathien hätten
bei einer Entſcheidung in einer Ehrenfrage nicht
mitzu=
ſprechen. — Der frühere Kriegsminiſter Meſſimy nahm
Millerands Platz auf der Tribüne ein und erklärte, er
bedauere, daß dieſer ſeit einem Jahre nicht mit ihm über
die Frage du Paty de Clams ſich unterhalten habe. Seine
(Meſſimys) Ausführungen würden ſeinen Standpunkt
ge=
ändert haben. Abg. Painlevé forderte den Miniſter auf,
die republikaniſche Partei zu beruhigen. Jaurés
ver=
ſpottete die Kriegsminiſter, welche, um die öffentliche
Mei=
nung zu beruhigen, die verſchleierte Dame wieder an die
Spitze der franzöſiſchen Armee hätten ſtellen wollen, und
gab ſodann ſeinem lebhafteſten Erſtaunen Ausdruck, daß
man du Paty de Clam gegenüber eine Verpflichtung auf
Wiedereinſtellung eingehen konnte. Der Wiedereintritt
du Paty de Clams ſei ein Affront für die Armee und für
Frankreich. Kriegsminiſter Etienne antwortete kurz, er
habe nur die Haltung eines höheren Offiziers zu
beur=
teilen, der, nachdem ihm eine außerordentliche Gunſt
zu=
teil geworden ſei, ſich ſpäter nicht geſcheut habe, ſich in
maßloſen Ausdrücken über die Chefs der Armee zu ergehen.
Daher habe er (Etienne) zur Ehre der franzöſiſchen Armee
nicht gezögert, zu entſcheiden, daß dieſes Vergehen beſtraft
werde. Seine Haltung werde Billigung finden.
Nie=
mand hier werde es wagen, zu fordern, daß dieſem
Offi=
zier das Wiedereinſtellungspattent ausgefolgt werde.
(Lang anhaltender Beifall auf der Linken.)
Darauf wurde die einfache Tagesordnung
vorgeſchla=
gen, deren Annahme Briand im Namen der Regierung
ablehnte. Er werde nur die Tagesordnung annehmen,
welche ſeine Erklärungen billige. Alsdann wurde unter
dem Beifall der Linken die Tagesordnung mit 533 gegen
3 Stimmen angenommen, nachdem die einfache
Tages=
ordnung mit 466 gegen 61 Stimmen abgelehnt
wor=
den war.
Spanien.
Eine Erklärung des Minkſteriums
be=
ſagt, daß das Kabinett ſich hauptſächlich mit
wirtſchaft=
lichen Problemen befaſſen werde, ferner ein
Arbeitsmini=
ſterium ſchaffen, das obligatoriſche Schiedsgericht für die
Arbeiterfragen prüfen, die Beziehungen zu den
befreun=
deten Nationen feſter knüpfen und die ſpaniſche Expanſion
in Marokko betreiben werde. Es werde ferner das Heer
reorganiſieren, die Kolonialarmee ſchaffen und eine
Po=
litik treiben, die den königstreuen Elementen erlaubt, an
der friedlichen Neubelebung Spaniens mitzuarbeiten.
China.
Die Sechsmächte=Anleihe. Wie das
Reu=
terſche Bureau erfährt, haben die Geſandten der ſechs
Mächte nach ihrer letzten Zuſammenkunft dem
chineſi=
chen Auswärtigen Amt den Entwurf einer Denkſchrift
übermittelt, welche die chineſiſche Regierung auf Wunſch
der Mächte in die an die ſechs Mächte zu richtende Note
aufnehmen ſoll. Die Denkſchrift enthält die endgültige
Verpflichtung, drei ausländiſche Beiräte in der
Verwal=
tung der Salzzölle, im Rechnungsdepartement und im
Anleihedepartement zu ernennen. Der Anleihevertrag
ſetzt einen Zinsfuß von 5½ Prozent feſt und iſt in
fünf=
zehn Jahren al pari konvertierbar.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Februar.
Vom alten Bahnhof.
m Vor dem alten Stationsgebäude der Main=
Neckar=
bahn iſt ſeit einiger Zeit eine intereſſante Maſchine mit
dem Abheben der ſeitherigen Fußſteige zwiſchen den alten
Gleislagern beſchäftigt. Mit ſpielender Leichtigkeit nimmt
der Schöpfbagger mit einem ſtarken aus Eiſen
hergeſtell=
ten walzenförmigen Tonnenſchöpfer die Sandmaſſen gierig
in ſich auf, hebt ſie ſchwebend in die Höhe und läßt, ſich
nach dem Eiſenbahnwagen drehend, die Erdmaſſen durch
ſeinen ſich automatiſch öffnenden Boden mit großer
Ge=
nauigkeit in die Waggons fallen. Das Material dient
zum Anſchütten beim Bahnhofsumbau in Babenhauſen.
Da auf dem obengenannten Platze noch gewaltige
Men=
gen von Erde entfernt werden müſſen, iſt es nur
erklär=
lich, daß der Straßendurchbruch Bismarckſtraße-
Dorn=
heimer Weg vorerſt noch ruhen muß. Wenn die
abzu=
hebende Erde alle entfernt iſt, können die zum
Erd=
transport nötigen Geleiſe weggenommen und der
ange=
fangene Durchbruch raſch vollendet werden. Ein altes
Gebäude verſchwindet nach dem andern auf dem alten
Bahnhof. Dieſe Arbeiten nähern ſich raſch ihrem Ende,
während das Abbrechen der alten eiſernen
Fußſteigbe=
dachungen Schwierigkeiten verurſacht und längere Zeit
erfordert. Es iſt ſehenswert, den Dampfkran bei ſeiner
Arbeit zu beobachten. Sein jetziger Standort bietet
hier=
zu bequeme Gelegenheit. Man weiß nicht, was man
mehr bewundern ſoll die Kraft und Manövrierfähigkeit
der Maſchine oder die Intelligenz der Ingenieure. Ir
kaum zwei Minuten iſt ein Eiſenbahnwagen mit Erde
gefüllt. Das Niederſtürzen der Erdmaſſen aus dem
Schöpfer in die Wagen läßt dieſe in ihren ſtarken
Fe=
dern erheblich ſchwanken. Drei Schöpfer voll Erde
ge=
nügen, um dem Waggon ſeine gehörige Laſt zuzuführen.
Iſt die Erde auf acht bis zehn Meter Entfernung
abge=
hoben, ſo nimmt der Bagger mit eiſernen Zähnen das
hinter ihm liegende Stück des eigenen Gleiſes und bringt
es im Schwunge vor ſich, wo es dem Gleiſe, auf dem
der Bagger eben ruht, eingefügt und ſo zum Vordringen
der Maſchine nutzbar gemacht wird. Eine
Rangier=
maſchine ſchiebt die leeren Waggons fortwährend vor den
Bagger, damit deſſen gewaltige Arbeit keine
Unter=
brechung erleidet. Eine ungeheure Arbeit iſt zu
bewäl=
tigen. Fordert doch der hohe Damm, der bei Babenhauſen
aufgeſchüttet wird, nicht weniger als eine Million
Kubik=
meter Erde, wozu nicht nur die aufgeſchüttete Erde in den
Bahnhöfen, ſondern auch der alte Odenwalddamm durch
die Maſchine abgehoben werden müſſen, ohne ganz das
verlangte Material von hier aus liefern zu können Der
Unternehmer erhält für das Abheben 29 Pfennig für
einen Kubikmeter Erde.
* Zum Beſuch des Großherzogspaares am 6‟
Hof. Aus Anlaß des Antrittsbeſuches, den di
herzogspaar dem Großherzoglichen Hof von Mea
Schwerin abgeſtattet, fand in Schwerin eine Rei
zender höfiſcher Feſtlichkeiten ſtatt an denen die
Großherzogspaare teilnahmen. Bei dieſer Geleg
rat wieder die alte Schweriner Leibwache in Fung
Infolge der Militärübereinkunft mit Preußen
9. Dezember 1872 beſitzt das Großherzogtum Meckl
burg=Schwerin ebenſowenig wie die anderen norddet
ſchen Mittel= und Kleinſtaaten eigene Truppen mit eiger
Uniformen. Bei beſonders feſtlichen Anläſſen aber 1
gibt ſich der Großherzog mit einer glänzend uniformier
Leibwache. Auch diesmal bekamen die Schweriner d 4
ſtattliche Paradetruppe zu ſehen, deren Erſcheinung 1
längſt vergangene Zeiten der Landesgeſchichte erinr t1
Die Bevölkerung der Hauptſtadt erfreute ſich des glän u
den Schauſpiels, das ihr die Hoffeſtlichkeiten boten, fi
jubelte ihrem Großherzogspaare und ſeinen heſſi’ſe
Gäſten überall begeiſtert zu, wo ſich die Fürſtlichk
öffentlich zeigten. Gleich der Empfang des heſſiz=
Großherzogspaares auf dem Schweriner Bahnhof
Anlaß zu freundlichen Ovationen der Menge.
Erledigte Stellen. Die mit einem eve
liſchen Lehrer zu beſetzende erſte Lehrerſtelle an der-,
meindeſchule zu Schönberg, Kreis Bensheim.
der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden. Dem
Fürſten und Grafen zu Erbach=Schönberg ſtehten
Zwei Lehrerſtellen ang
Präſentationsrecht zu.
evangeliſchen Schule zu Lampertheim, Kreis Nr
heim. — Die Oberförſtereien Beſſungen und Ni
vom 1. April d. Js. aft.
d
Doktor=Ingenieurprüfung. Der Diplom=Ing
Erich Stephan aus Eiſenberg hat ſich am 31. J ur
dieſes Jahres an der hieſigen Techniſchen Hochſchu ar
mündlichen Doktor=Ingenieur=Prürſer
im Ingenieur=Fach unterzogen und „mit Auszeick,ng
beſtanden.
ng‟
Jugendtag in Darmſtadt. Das Großh.
ſterium des Innern, Abteilung für
Schulangelegeieini=
hat auf Antrag des Landesausſchuſſes von Asten,
deutſchland genehmigt, daß denjenigen Lehrteg
den am 19. Februar ſtattfindenden Jugendti die
ſuchen wollen, der hierzu erforderliche Urlaub
ibe=
verde. Der Jugendtag bringt eine Reihe von Vorb eilt
die ſich mit der Körperpflege, dem Seelenleb’en,
Jugend, den Pflichten von Staat und Gemeinde, der
Jugendpflege und den ſeitherigen Erfahrungen auf der
Gebiete beſchäftigen. Die Tagung beginnt vor eſem
0½ Uhr im Städtiſchen Saalbau. Alle Freuf zags
Bundes „Jungdeutſchland” ſind dazu willkomme des
Gründung eines Impfzwanggegner=
Darmſtadt. Schriftſteller Wegener aus iteins
furt a. M. hielt hier ſeinen erſten Vortrag, in de
eank=
wenigen Zügen die Grundgedanken, die der ISir in
zugrunde liegen, klarlegte und darauf ſeinen geg
ſung
Standpunkt beleuchtete. Er erklärte ausdrücklluſchen
nicht ſo ſehr gegen die Impfung ſelbſt, als gelg ſich
ungeſetzlich ausgeübten Zwang zu wenden. Er
den
harten Gewiſſenszwang beſeitigt wiſſen. Der den
war die Einzeichnung einer großen Reihe von ? rfolg
den als Mitglieder des nunmehr gegründeten
eſen=
zwanggegner=Vereins Darmſtadt.
pf=
V. V. Volksvorſtellungen. Auf die nächſte
tags=Nachmittags=Volksvorſtellungen im Gro
ſonn=
theater machen wir auch an dieſer Stelle beſonf!
Hof=
merkſam.
* Die Uhren an dem ehemaligen Ludwigig auf=
Man ſchreibt uns: Auf Veranlaſſung des Bezi hnhof.
Innenſtadt wurde der Möbelfabrikant Gg. Ehr ereins
der Eiſenbahndirektion Mainz bittend vorſtellig, dt bei
Uhren auf dem alten Bahnhof der früheren Luksch die
wieder anbringen zu laſſen. Es wurde ihm d sbahn
erteilt, daß die Uhren in 4 bis 6 Wochen wieder Guſage
werden ſollen, da ſie vorher erſt wieder in Stt
ebracht=
werden müßten. Das Entgegenkommen der geſetzt
Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion
Lönigl.
dankbar empfunden worden.
inz iſt
* Roſenmontags=Feſtvorſtellung im Orpheu
bend (Roſenmontag) findet im närriſchen tn Heute
Orpheum wiederum die zu Ehren des Prinzengztheater
der in der Woogsreſidenz zum Beſuche ſeinet rneval,
angekommen iſt, veranſtaltete prunkvolle Betreuen
montags=Feſtvorſtellung ſtatt, zu etloſen=
Karneval mit ſeinem glänzenden Gefolge erſchſd Prinz
Dieſe Feſtvorſtellung wiederum zu einem dit wird.
der Faſchingsfreuden zu geſtalten und zu einer, nzpunkt
punkt aller derjenigen, die eine frohſinnig”
ammel=
lieben, iſt Sorge getragen, und iſt ein frokzuſtigkeit
Abend ſchon durch die heitere Künſtlerſchar i gnügter
dener Belvedere geſichert. Pünktlich 8.11 Uhrch
Dres=
närriſche Hoheit mit dem großen Rat der Kaiſgird die
ſchaft Narrhalla unter Fanfarengeſchmetter
Klängen der karnevaliſtiſchen Nationalhymne
nülgeſell=
den
Himmelserſcheinungen im
Februar.
AK. Um mehr als neun Bogengrade ſteigt die
Sonne in ihrer ſcheinbaren Jahresbahn im Monat
Februar zum Norden empor. Ihre Deklination betrug
am 1. noch — 17 11' 58.‟9, während ſie ſich am 28. auf
8 5 48.‟1 vermindert haben wird. Da ſie am
Winter=
ſolſtitium, dem 22. Dezember 1912, — 23% 27' betrug,
nimmt ſie bis zum 28. Februar insgeſamt 15‟ 21' ab.
Die Mittagshöhen der Sonne wachſen
dementſpre=
chend im Februar für den Parallel von 54‟ (Norddeutſ.
land) von 18‟ 48' am 1. bis auf 27 54' am 28., für den
Parallel von 51‟ (Mitteldeutſchland) von 21‟ 48’ am 1.
bis auf 30 54 am 28. und für den Parallel von 48‟ (
Süd=
deutſchland und Oeſterreich, etwa um die Breite von
Wien) von 24‟ 48’ am 1. bis auf 33 54' am 28. Die
Tagesdauer erfährt daher eine Verlängerung im
nördlichen und mittleren Gebiete von 9 auf 10¾ Stunden
und im ſüdlichen Gebiete von 9½ auf 11 Stunden. Durch
die im Februar morgens und abends je ¾ Stunden
wäh=
renden Dämmerungen wird die Tageshelligkeit noch um
insgeſamt anderthalb Stunden verlängert.
Unſer Mond wechſelt im Februar zu folgenden
Zei=
ten ſeine Phaſen: Neumond am 6., um 6 Uhr 22 Min.
vor=
mittags, Erſtes Viertel am 14., um 9 Uhr 34 Minuten
vormittags, Vollmond am 21., um 3 Uhr 3 Min.
vormit=
tags, und Letztes Viertel am 27., um 10 Uhr 15 Minuten
nachmittags. Der Mond befindet ſich am 7. Februar, um
9 Uhr vormittags, in ſeiner Erdferne bei einem Abſtand
von 63.7 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilometer, und am 21.
Februar, um 1 Uhr vormittags, in ſeiner Erdnähe bei
einem Abſtande von 56 Erdhalbmeſſern.
Die Beobachtung der großen Planeten geſtaltet
ſich im Februar im allgemeinen recht günſtig; Venus und
Saturn beherrſchen den Abendhimmel, Jupiter ſtrahlt vor
Sonnenaufgang im Oſten. Merkur, der um Mitternacht
zwiſchen dem 12. und 13. Februar in ſeine obere
Sonnen=
konjunktion gelangt, bleibt unſichtbar. Seinen größten
Erdabſtand erreicht er ſchon am 5. bei einer Entfernung
von 1.407 Erdbahnhalbmeſſern à 149.48 Millionen
Kilo=
meter. Venus, die das Sternbild der „Fiſche”
durch=
wandert, erreicht am 12. Februar, um 3 Uhr nachmittags
ihre größte öſtliche Ausweichung von der Sonne mit 46
41; ſie leuchtet daher ſchon in der hellen
Abenddämme=
rung im Südſüdweſten auf und bleibt vier Stunden lang
nach Sonnenuntergang ſichtbar, an Glanz alle anderen
Sterne des Himmels weitaus übertreffend. Ihr
Erdab=
ſtand nimmt von 0.78 bis auf 0.60 Einheiten (
Erdbahn=
halbmeſſer) ab und verringert ſich noch bis zum 25. April,
an dem der Planet bei einem Erdabſtande von 0.29
Ein=
heiten ſeine untere Konjunktion durchläuft. Der
ſchein=
bare Durchmeſſer der Venus, die im nicht umkehrenden
(terreſtriſchen) Fernrohre als Phaſe ihre konvexe Seite
nach rechts unten wendet, vergrößert ſich von 21.‟6 bis au
28.‟7
Am 10. Februar, nachmittags um 1 Uhr, kommt
der Mond mit Venus in Konjunktion, wobei der Mond
ſüdlich von dem Planeten fortſchreitet; doch ſteht er au
während des ganzen Abends noch nahe ſüdöſtlich (links)
von Venus. Für diejenigen, die den Planeten am Tage
beobachten wollen, was jetzt mit einem ſchwachen
Inſtru=
ment möglich iſt, ſeien ſeine Orte hier angegeben; dieſe
ſind am 15. Februar AR Oh 44m 45.13s und D — 6% 360
31.‟3, am 28. Februar AR 1h 27m 34.4s und D — 12% 34
52.‟8. — Mars bleibt wegen ſeiner Sonnennähe
unſicht=
bar, er hält ſich in der Morgendämmerung verborgen. Er
nähert ſich langſam der Erde, ſeine Entfernung betrug
am 1. Februar 2.28, am 28. Februar beträgt ſie 2.16
Ein=
heiten. — Jupiter erſcheint im Bilde des „Schützen”
zwei Stunden vor der Sonne am ſüdöſtlichen
Morgen=
himmel. Sein Abſtand von der Erde verkleinert ſich von
6.02 bis auf 5.70 Einheiten, während ſein
Scheibendurch=
neſſer ſich von 33.‟2 bis auf 35.‟3 vergrößert. Am 2.
Fe=
bruar, um 10 Uhr abends, hatte der Mond mit Jupiter
Konjunktion (Mond 5 ſüdlich); am 3. morgens iſt jedoch
der Mond, der in abnehmender Sichel glänzt, ſchon eine
Strecke nach Oſten (links unten) zu von derche
fortgeſchritten. — Saturn, rechtläufig imheſlaneten
„Stiers”, zwiſchen Aldebaran und Siebengeſtitnlde des
erſt gegen 7 Uhr, zuletzt ſchon um 5 Uhr abendee ſteht
zu=
dian, und geht am Monatsanfang gegen 3 Uhan
Meri=
natsſchluſſe bereits gegen 1 Uhr vormittags m Mo=
Entfernung der Erde vom Saturn betrug amſpär. Die
8.76, am 28. Februar beträgt ſie 9.19 chFebruar
radien, der Scheibendurchmeſſer des
ſerdbahn=
entſprechend 18.‟6 und 17.‟7
Mitte Feb), Kaneten
die große Achſe der Ringellipſe
mißt
kleine Achſe 17.‟6; die letzte hat alſo faſt dienz
die
Saturnkörpers. In einem genügend ſtarkenäleite des
bietet der Planet daher jetzt eine recht großeidernrohre
und zwar die Südfläche, die uns das Ringſyſt; iche dar,
Durchgange der Erde durch die Ringebene „ſeit dem
ſicht) im Jahre 1907, zuwendet. Am 14. Kantenan=
4 Uhr nachmittags, kommt der Mond mit Sathruar, um
junktion, doch bleibt der Mond ziemlich weit in in Kon=
Saturn. — Uranus, der erſt am 24. Janurdlich von
nenkonjunktion ſtand, iſt unſichibar. Sein Erde in
Son=
mindert ſich von 20.78 bis auf 20.61 Erdbahſtand ver=
Neptun gewährt für große Inſtrumenhalbmeſſer.
Beobachtungsverhältniſſe, da er erſt im Janu ſehr gute
ſition ſtand; er kulminiert in den „Zwilling in
Oppo=
um 11 Uhr, ſchließlich bald nach 9 Uhr abends” anfangs
abſtand wächſt von 29.04 bis auf 29.28 EinSein
Erd=
ſcheinbarer Durchmeſſer iſt gleich 2.‟6.
ten, ſein
Den Glanz des Firſternhimmels
das Mondlicht an den Abenden vom 10. bis inträchtigt
bruar (Vollmond 21.). Richtet man den um 23.
Fe=
gegen 10 Uhr an das Firmament, ſo ſieht maick abends
ſtraße im Süden aufſteigen, hoch widie Milch=
Zenit vorüberziehen und im Nordnordwlich beim
unter dem Horizont verſchwinden. Genau ſen wieder
findet man das Bild des „Großen Hundes” m Süden
rius, darüber links neben der Milchſtraße dt dem Si=
Hund” mit Prokyon und die „Zwillinge”, rech „Kleinen
Milchſtraße den „Orion”, das ſchönſte der nebende
hinterlichen.
zug halten, um in der großen Mittelloge der
Feſtvor=
ſtellung beizuwohnen. Große Ueberraſchungen ſind
vor=
geſehen, auch ſtehen Ordensverleihungen bevor. Das
ge=
ſamte Künſtlerperſonal des jetzigen Programms wird ſich
der gegebenen Karnevalſtimmung beſtens anpaſſen. Den
Narren und Närrinnen wird ſich nochmals Gelegenheit
bieten zum Austauſch zarter Gefühle von Tiſch zu Tiſch,
von den Logen zum Parterre, zum Feſtknüpfen der
Roſen=
bande, die in froher Luſt mehr oder weniger merklich die
gleichgeſtimmten Herzen umfangen. Denn nur wer die
Faſchingstage in einer Kette froher Feſte zu genieße:
weiß, kann den Becher der Freude bis zum Grunde leeren.
Und nur der wird des Aſchermittwochs Daſeinsſchwere
wieder leicht ertragen. (Siehe Anzeige.)
* Zum Einbruchsdiebſtahl in der Rheinſtraße. Der
Polizei iſt es bisher trotz aller Bemühungen noch nicht
ge=
lungen, des entſprungenen Verbrechers habhaft zu
wer=
den. Der zweite Einbrecher wurde in das hieſige
Unterſuchungsgefängnis eingeliefert.
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Zum jungtürkiſchen Staatsſtreich in
Konſtantinopel: Mahmud Schefket verkündet ſelbſt ſeine
Ernennung zum Großweſir; ein Demonſtrationszug der
Jungtürken in Konſtantinopel; Bilder zu den politiſchen
Ereigniſſen in der Türkei. Das Wrack des Poſtdampfers
„Veroneſe‟. Bilder von der Ankunft des
Großherzogs=
paares in Schwerin.
Elektrifizierung der Dampfbahn nach
Griesheim.
— Griesheim, 1. Febr. In der am Donnerstag
ab=
gehaltenen Gemeinderatsſitzung wurde der
Ver=
tragsentwurf über die Umwandlung des
Dampfbahn=
betriebes in elektriſchen durch Herrn Direktor Möller,
als Vertreter der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft,
eingehend begründet. Im allgemeinen iſt die Stimmung
für die Elektrifizierung der Bahn eine günſtige, da den
Anwohnern Griesheims eine ganze Reihe von Vorteilen
gewährt werden wird. Direktor Möller hob beſonders
hervor, daß nach Errichtung von Doppelgleiſen auf
eige=
nem Bahnkörper, von der Breiten=Allee bis nach
Gries=
heim, die Fahrzeit von 24 Minuten auf etwa 16—17
Mi=
nuten verkürzt werden könnte, da die Aufſichtsbehörde in
Ausſicht geſtellt hätte, eine erhöhte Geſchwindigkeit
zuzu=
laſſen. Durch die dichtere und häufigere Wagenfolge als
bisher, würde nach Ausbau der Doppelgleiſe zur gewiſſen
Zeit ein 30 Minuten Verkehr und nach Bedarf ein
Wagenabſtand von 15 Minuten eingerichtet. Auch könnten
beſondere Fahrten ausgeführt werden, ohne daß die
ein=
zelnen Züge auf Kreuzungen auf den Weichen wie heute
zu warten hätten. Durch die Einführung des elektriſchen
Betriebs würden morgens gegen 4 Uhr ſchon Wagen für
die Bewältigung des Gemüſeverkehrs einzuſtellen ſein,
die den Marktleuten Gelegenheit böten, nach Frankfurt
und Offenbach auf den Markt zu fahren. Theater= und
Arbeitswagen würden auch vorgeſehen. Die einzelnen
elektriſchen Wagen ſchneller bereit zu ſtellen, ſei leichter als
bei den Dampfbahnzügen. Beſonders wurde
hervorge=
hoben, daß durch die Einlegung von Sonderwagen die
Arbeiter mittags nach Griesheim und nach Darmſtadt
zurückfahren könnten, um an ihrer Wohnſtätte das
Mit=
tagsbrot einzunehmen. Den Angeſtellten und
Geſchäfts=
leuten würde ihre Ruhezeit im Hauſe ebenfalls verlängert
wenn durch eine dichtere Wagenfolge der Betrieb
ver=
ſtärkt wird. Wichtig ſei auch die Beförderung der
Ar=
beitermaſſen morgens und abends von und nach
Gries=
heim, welche ihre Arbeitsſtellen in entfernt gelegenen
Stadtteilen Darmſtadts hätten. Zur Bewältigung dieſes
Maſſenverkehrs könnten einzelne elektriſche Triebwagen
derart in den Fahrplan eingeſtellt werden, daß die
Fahr=
gäſte direkt in die Nähe ihrer Arbeitsſtellen befördert
wer=
den, was bei dem heutigen Dampfbahnbetrieb vollkommen
unmöglich ſei.
All dieſe Vorteile kämen ganz beſonders den in
Griesheim wohnenden und in Darmſtadt beſchäftigten
Fahrgäſten zugute, indem diejenige Zeit, welche ſie heute
zwiſchen ihrer Beſchäftigungsſtelle und der Wohnung in
Griesheim benötigten, erheblich verkürzt würde. Alle
dieſe Verkehrsvergünſtigungen können jedoch nur
durch=
geführt werden, wenn die Bahnanlage zweigleiſig
durch=
geführt, für elektriſchen Betrieb ausgebaut und dadurch
die Einſtellung von einzelnen Wagen möglich wird.
Außer=
dem ſei noch hervorzuheben, daß die elektriſchen Wagen
erheblich ruhiger und ſtoßfreier fahren, mit eiter
beſſe=
ren Beleuchtung ausgeſtattet werden könnten und
regel=
mäßig elektriſch beheizt würden. Auch für die Raucher
würde die Annehmlichkeit geſchaffen, auf der vollkommen
abgeſchloſſenen Plattform Unterkunft zu ſuchen, und
ſo=
mit nicht mehr dem Zuge ausgeſetzt ſind wie heute.
Durch die Verlängerung der jetzigen Bahnanlage bis
zur Bürgermeiſterei um etwa 450 Meter, wird die Bahn
in das Herz der Gemeinde Griesheim eingeführt, und
da=
durch einem größeren Teil der Fahrgäſte der Weg bis zur
Bahn, insbeſondere den nach dem Markt fahrenden
Frauen, verkürzt. Den Marktleuten wird nicht allein hier
eine Erleichterung geſchaffen, ſondern es iſt beabſichtigt,
ſämtliche Gemüſewagen auf den Darmſtädter Markt zu
leiten, wodurch die Unbequemlichkeit der Marktbeſucher,
ihre Körbe von der Rheinſtraße bis zum Markt zu tragen
wegfällt. Außer all’ den oben angeführten Vorteilen, den
der elektriſche Betrieb gegenüber dem jetzigen
Dampf=
betrieb aufweiſen wird, haben die Gemeinde= und die
Grundſtücksbeſitzer die Vorteile, daß die Bodenwerte durch
den Zuzug neuer Anwohner ſteigen, beſſergeſtellte Leute
wieder nach den Vororten ziehen und hierdurch für die
Gemeinde eine Erhöhung der Steuerkraft erbringen.
Die eingehenden und allgemein anerkannten Darlegungen
wurden mit dem alten Sprichwort geſchloſſen: „Verkehr
bringt Verkehr” und von Herrn Direktor Möller noch
darauf aufmerkſam gemacht, daß bei derartigen
Verbeſſer=
ungen die Vororte die moraliſche Verpflichtung hätten
ein derartiges großes Unternehmen zu unterſtützen, zumal
die Stadt Darmſtadt die erheblich höheren Laſten
über=
nommen hätte. Sollten jedoch die Vororte ſich gegen das
Projekt ablehnend verhalten, ſo müßte eben der alte
Zu=
ſtand beſtehen bleiben, da man der einen Seite nicht alles
zumuten könne.
Herr Gemeinderat Maus hob insbeſondere die
Vor=
teile, die durch die Einführung der elektriſchen Bahn den
Einwohnern gebracht würde, hervor, und war der Anſicht,
daß man nach Berückſichtigung einiger Wünſche auf den
Vorſchlag der Kreisämter eingehen ſolle und warnte vor
einer vollkommen ablehnenden Haltung. Er hob hervor,
daß die Stadt Darmſtadt bezw die Heag, wenn ſich die
Vororte ablehnend verhalten ſollten, auch imſtande ſei
die Bahn zu elektrifizieren, jedoch dann wohl aus
berech=
tigten Gründen auch den Tarif erhöhen würde, wodurch
dem einzelnen Einwohner bezw. dem Fahrgaſt eine
er=
hebliche Mehrausgabe im Jahr erwachſen würde. Herr
Gemeinderat Baſſenauer ſprach ſich im allgemeinen
für die Eintführung des elektriſchen Betriebs aus, war
jedoch der Anſicht, daß man denſelben auch erhalten
könne, ohne daß die Gemeinde Griesheim Zinsgarantie
übernehme. In der nächſten Gemeinderatsſitzung ſoll über
die ganze Angelegenheit nochmals beraten werden.
Lindenfels, 1. Febr. Bei der ſtaatlichen Prüfung der
Bahntraſſe für die neue Bahn haben einige Herren aus
Worms, die auf der Linie Villen beſitzen,
Einwend=
ungen erhoben, wodurch wiederum
Verzöger=
ungen in der Inangriffnahme der Arbeiten zum
Bahn=
bau Bensheim-Lindenfels entſtehen werden.
Mainz, 1. Febr. Der Großherzog wird, wie
das M. T. erfährt, am Montag zur Beſichtigung
des Faſtnachtszuges hier in größerer Geſellſchaft
eintreffen; im ganzen ſoll mit dem Beſuch von 25
Perſonen gerechnet werden. Der Großherzog wird vom
Kreisamtsgebäude aus den Zug anſehen. — Der
Zwangs=
zögling Wendelin Scheuermann aus Koſtheim wurde
geſtern von einem Anſtaltsbeamten hierher gebracht, um
als Zeuge an der Strafkammer zu fungieren. Auf dem
Gange benutzte er die Gelegenheit, um
durchzubren=
nen. Als der Wärter die Flucht entdeckte, wendete er
ſi=
ſofort nach Kaſtel. Der Flüchtling konnte jedoch nicht
er=
griffen werden.
Worms, 1. Febr. Im Güterbahnhof geriet
heute vormittag beim Ausladen eines Wagens der 2
Jahre alte, bei der Metallwarenfabrik Georg Jäger &
Cie, beſchäftigte Arbeiter Joh. Baumgärtner
zwi=
ſchen zwei Puffer, wodurch er, jedenfalls erhebliche.
Verletzungen erlitt. Der Verletzte wurde ſofort in das
Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Heidesheim, 1. Febr. Der Gaſtwirt Jak. Bieber
war bis 1909 Rendant der hieſigen Spar= und
Darlehens=
kaſſe. In letzter Zeit hat ſich herausgeſtellt, daß er der
Kaſſe 60000 bis 70000 Mark veruntreut hat. Geſtern
wurde Bieber in Mainz von der Staatsanwaltſchaft
vernommen und nach der Vernehmung in
Unter=
ſuchungshaft abgeführt.
Friedberg, 1. Febr. Verhaftet und als der
Brandſtiftung verdächtig wurde geſtern ein
Dienſtmädchen in der Apothekergaſſe. Das Mädchen iſt
17 Jahre alt und aus dem Stadtteil Fauerbach gebürtig.
* Ober=Mörlen, 1. Febr. Durch Senatsentſcheidung
des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatverſicherung in
Berlin vom 21. Mai 1912 iſt die Auflöſung der
Kranken=Unterſtützungskaſſe „Mathilde‟
(E. H.=K. Nr. 6) zu Ober=Mörlen genehmigt worden;
die der Kaſſe nach § 75a des Krankenverſicherungsgeſetzes
erteilte Beſcheinigung wird hiermit widerrufen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. Febr. Der Kaiſer
fuhr geſtern vormittag nach Friedrichshagen hinaus, um
dort in der Bildgießerei der Aktiengeſellſchaft Gladenbeck
dem feſſelnden Schauſpiel eines großen Bronzeguſſes
bei=
zuwohnen. Und im Anſchluß an den Flammenguß des
Kopfes des rieſigen Frithjof, der als Geſchenk des Kaiſers
ür Norwegen beſtimmt iſt, ließ ſich dann der Monarch
eingehend über alle Formen des Bronzeguſſes
unter=
richten. — Die Budgetkommiſſion des
Abgeordneten=
hauſes beriet in der geſtrigen Abendſitzung über die für
Erweiterungen und Neubauten für die
Muſeen in Berlin angeforderte Rate von zwei
Mil=
lionen Mark. Hierbei wurden die
Fundamentierungs=
arbeiten auf der Muſeumsinſel, die durch Einſchiebung
eines Kolks ſehr erſchwert werden würden, beſprochen.
Der Miniſter der öffentlichen Arbeiten, ſowie die
Ver=
treter des Kultus= und des Finanzminiſteriums nahmen
dazu das Wort. Die durch den Kolk verurſachten Koſten
betragen annähernd 5 Millionen Mark. Die angeforderte
Summe wurde einſtimmig genehmigt. Von der
Regier=
ung wird eine ſachverſtändige Darſtellung in den
Fach=
zeitſchriften erfolgen. — Der Abſchluß der Städ
tiſchen Sparkaſſe für die Zeit vom Oktober bis
Dezember vorigen Jahres weiſt gegen den Abſchluß des
Vorvierteljahres einen erheblichen Rückgang auf, der mit
der Sorge vor Kriegswirren in Zuſammenhang gebracht
wird. — Die Verkehrsſtörung infolge des heftigen
Schneefalls konnte bis zur ſpäten Abendſtunde noch
nicht behoben werden. Auch bei den Hoch= und
Unter=
grundbahnen, ſowie bei den Stadt= und Vorortzügen
war es nicht möglich, den fahrplanmäßigen Verkehr
ein=
zuhalten. — In dem Prozeß gegen den
Eiſenbahn=
räuber Dreyer erkannte das Gericht geſtern in dem Fall
Eckard auf zwei Jahre Gefängnis, in dem Fall Kleiſt auf
ein Jahr Gefängnis, und wegen der beiden Betrugsfälle
auf je einen Monat Gefängnis. Die Strafe wurde
zu=
ſammengezogen und auf eine Geſamtſtrafe von drei
Jahren Gefängnis erkannt. 11 Monate Unterſuchungs
haft wurden angerechnet. — Die Wiederaufnahme des
Verfahrens wegen Mordes gegen den
Brunnen=
bauer Guſtav Kolbe iſt heute beſchloſſen worden. —
Geſtern abend wurden auf der Strecke Spandau-
Char=
lottenburg die Arbeiter Haſſe=Seegefeld, Gehde und
Kas=
pozak, alle aus Spandau, von dem D=Zuge 15
über=
ahren und getötet. Die Genannten wurden von
dem Unternehmer Meier=Spandau mit Legen von Kabeln
beſchäftigt.
Frankfurt, 1. Febr. Die Königin Wilhelmina
von Holland begab ſich heute nachmittag nach
ſechs=
tägigem Aufenthalt im Taunus über Frankfurt direkt
nach dem Haag, während der Prinzgemahl noch ſechs bis
acht Wochen auf dem Sanatorium Hohemark bei Oberurſel
weilen wird.
Hannover, 31. Jan. In Fallingboſtel wurden geſtern
früh bei einem Fahrradhändler deſſen drei Kinder im
Alter von 10 bis 5 Jahren, als ſie zum Schulgang
ge=
weckt werden ſollten, tot aufgefunden. Der Arzt
ſtellte den Tod durch Gasvergiftung feſt, die durch
heraus=
fallende Gluten aus dem ſchadhaften Ofen entſtanden iſt.
Fallersleben, 31. Jan. Heute mittag ſtürzte aus
dem D=Zuge Berlin-Hannover zwiſchen der hieſigen
und der Station Kalberlah ein etwa 15jähriger Franzoſe
der ſich an einer nicht feſtgeſchloſſenen Tür angelehnt
hatte, aus einem Wagen 2. Klaſſe und ſtarb an den
Ver=
letzungen.
Werne bei Langendreer, 31. Jann. In der Wohnung
des Paſtors Luther wurden in deſſen Arbeitszimmer der
Paſtor ſelbſt und der ihm befreundete aus Arnsberg
tammende Gutsbeſitzer Großbraukmann erſchoſſen
aufgefunden. Der Fall iſt bis jetzt
unaufge=
klärt.
Halle a. S., 1. Febr. Ein goldenes Diadem,
dicht mit Perlen beſetzt, das vermutlich aus dem 15. oder
16. Jahrhundert ſtammt, iſt in Halle aufgefunden
worden und ſoll dem Halleſchen Muſeum einverleibt
wer=
den. Bei Ausſchachtungsarbeiten für den Juſtizpalaſt in
Halle wurden vor 12 Jahren wertvolle altertümliche
Kunſtgegenſtände in der Erde gefunden, von denen man
bis heute noch nicht weiß, woher ſie ſtammen. Ein großer
Teil der Gegenſtände wurde indes von den Arbeitern
nicht abgeliefert. Eine Reihe von Prozeſſen wurde
da=
mals geführt, und die Schuldigen wurden beſtraft. Jetzt,
nach 12 Jahren, kommt auf einmal das wertvollſte des
damals gefundenen Schmuckes zum Vorſchein. Ein
Kauf=
mann, der damals im Auftrage der Stadt die Ausgra=
Sternbilder und zugleich der ſchönſte Schmuck des ganzen
Himmelsgewölbes. Die unter den drei Gürtelſternen des
„Orion” (dem „Jakobsſtab”) ſchräg abwärts führende
Sternreihe, das „Schwert” des „Orion”, enthält in der
Mitte den berühmten großen Gasnebel, den ſchon ein
Opernglas deutlich erkennen läßt; hier wimmelt es
über=
haupt von allerlei Merkwürdigkeiten: doppelte, mehrfache
und veränderliche Sterne finden ſich in dieſer Gegend
be=
ſonders zahlreich, ebenſo gibt es in ihr viele ſogenannte
Heliumſterne, d. h. Sonnen, in deren Atmoſphäre das
He=
liumgas durch das Spektroſkop nachgewieſen worden iſt.
Ueber dem „Orion” ſteht der „Stier” in deſſen Gebiet jetzt
abends der Saturn ſtark in die Erſcheinung tritt. Alle dieſe
Bilder gruppieren ſich längs des fernen galaktiſchen
Ster=
nenſtromes, der Milchſtraße, ſie ſetzen ſich fort im „Fuhr
mann” „Perſeus” und in der „Caſſiopeja”, deren W hock
im Nordweſten mitten über den Schimmer der Myriaden
von unendlich weiten Sonnen ausgebreitet liegt. Am
nordnordweſtlichen Horizont ſchließt der „Schwan” mit
Deneb die Reihe ab. Gerade im Nordpunkte funkelt
am Horizont die helle Wega in der „Leier”. Im Weſten
geht der „Widder” mit dem leicht trennbaren hellen
Dop=
pelſterne Gamma bald unter; etwas höher, mehr nach
Norden zu (rechts) ſieht man die drei ſtrahlenden Sterne
der „Andromeda” über deren mittelſtem, Beta, der
gewal=
tige Sternſpiralnebel, ein anderes galaktiſches Weltſyſtem,
gleich einem feinen Wölkchen zu uns herüberſchaut. Hoc
im Südſüdoſten bemerken wir im Tierkreiſe den „Löwen”
mit Regulus und im Oſtpunkte das um 10 Uhr gerade
aufgehende Bild der „Jungfrau” Am nordöſtlichen
rizont erhebt ſich der rotgrün glitzernde Arcturus im
„Bootes” und etwas ſpäter links von dieſem der
diadem=
geſchmückte Sternenkranz der „Krone” Ueber dem „
Boo=
tes” thront das, eine weite Fläche bedeckende Bild des
„Großen Bären” unter deſſen ſieben Hauptſternen (dem
„Wagen”), der mittelſte Schweifſtern, Mizar genannt, mit
dem nahen Alkor, dem „Reiterlein”, als ein großartiges
mehrfaches Sternſyſtem erkannt worden iſt. Mizar ſelb
zeigt ſchon ein gutes Handfernrohr als prächtige
Doppeſ=
ſonne. Den Nordpol des Himmels bezeichnet die Polaris,
der letzte Schweifſtern des „Kleinen Bären”.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Die Münchener
Zei=
kung teilt mit, daß Direktor Rainer Simons von
der Wiener Volksoper eingeladen worden iſt, für die
Wagner=Feſtſpiele des Hoftheaters in
Darmſtadt den „Triſtan” zu inſzenieren. — Der Autor
von „Taifun” und der „Zarin” Melchior Lengyel
der ſich durch dieſe Bühnenwerke in die vorderſte Reihe
der bedeutenden, lebenden ungariſchen Bühnenſchriftſteller
geſtellt hat. hat ein neues Luſtſpiel vollendet, das
Lengyel „Tante Roſa” betitelt. Da Lengyel mit
dem Drei=Masken=Verlag in München einen
Generalver=
trag abgeſchloſſen hat, iſt „Tante Roſa” das erſte Stück,
das in dieſem Verlage gemäß des Vertrages erſcheint.
„Tante Roſa” erlebte ihre Uraufführung am 1. Februar
im Peſter Ungariſchen Theater und wird bald darauf in
deutſcher Sprache ihre Uraufführung aller
Wahrſcheinlich=
keit nach an einer erſten Wiener Bühne erleben. Der neue
Lengyel iſt eine Wiener Geſellſchaftsſatire, in deren
Mit=
telpunkt drei Frauen ſtehen: eine ſpekulierende Mutter,
eine von dieſem Weſen geſchobene Tochter und eine mit
allen Waſſern gewaſchene Amme vom Lande, die in dem
Stücke der Deus ex machina iſt und alle Fäden der
In=
trige vereinigt.
C) Schillers Schwägerin. (Zu Caroline von
Wol=
zogens 150. Geburtstag, 3. Februar.) Während Schillers
Lotte nur im Lichte ihres großen Gatten unſterblich
fort=
lebt, dürfte ihrer Schweſter Caroline, auch wenn ihr
Da=
ſein und Werk nicht ſo innig mit des Dichters Eriſtenz
verknüpft wäre, als einer eigenen bedeutenden
Perſönlich=
eit das Andenken der Nachwelt geſichert ſein. Neben
der anmutig zarten, harmoniſch ruhigen Lotte ſteht ſie als
eine fieberhaft erregte, leidenſchaftlich fordernde und
un=
beſtändig ſchwankende Erſcheinung, als eine „Titanide‟.
wie ſie Schiller bereits in Charlotte von Kalb kennen
ge=
ernt hatte. Es war natürlich, daß ſich des Dichters Seele
zu der hellen Klarheit und ſonnigen Heiterkeit im Weſen
der jüngeren Schweſter hingezogen fühlte; er geſtand
ſpä=
ter, daß er mit Caroline nie ſo glücklich gelebt haben
würde, wie mit Lotte, denn „ſie würden einer an den
andern zu viele Forderungen gemacht haben” Aber
zu=
nächſt fand ſein Geiſt, als er in den Kreis der Familie
Lengefeld eintrat, den ſtärkeren Widerhall in der feurigen
Anteilnahme der älteren Schweſter, die damals in wenig
glücklicher Ehe mit einem Herrn von Beulwitz lebte
Schillers Freundſchaft eröffnete ihr ein neues, reicheres
Leben, brachte ſie zum Bewußtſein ihres inneren Wertes;
alles Edle zog er aus ihrer Seele ans Licht. Mit
weh=
mütiger Begeiſterung hat ſie noch ſpäter jene
unvergeß=
ichen Erlebniſſe geſchildert: „Wie wir uns beglückte
Geiſter denken, von denen die Banden der Erde abfallen
und die ſich in einem reineren leichteren Element der
Frei=
heit eines vollkommeneren Einverſtändniſſes erfreuen, ſo
war uns zu Mute.” Aber es war die Tragik ihres Lebens.
daß ihr weder an der Seite Schillers, noch des von ihr ſo
heiß geliebten Karl von Dalberg ein neues Lebensglück
erblühen ſollte. Reſignation war ihr Los; zart und klug
hat ſie das Seelenband zwiſchen dem Dichter und der
Schweſter geknüpft; ſie ſelbſt trat nach der Scheidung von
Beulwitz 1794 in eine äußerlich glückliche Ehe mit dem
Jugendfreunde Wilhelm von Wolzogen und wurde durch
den Uebertritt ihres Mannes in weimariſche Dienſte eine
tief mitlebende Genoſſin von Schillers großer
ſchöpferi=
ſcher Periode. Damals regte ſich auch ihr ſchriftſtelleriſches
Talent ſtärker; in Schillers Horen erſchien, von Schiller
leicht überarbeitet, ihr vielgeleſener Roman „Agnes von
Lilien‟ Die ſchönſte Frucht dieſes Zuſammenlebens mit
Schiller aber wurde ihre Biographie des
Dich=
ters, deren Stil Wilhelm von Humboldt ſo enthuſiaſtiſch
geprieſen hat und die Treue des guten Beobachters mit
der Wärme begeiſterter Verehrung unvergleichlich
ver=
einiat. Durch dies Werk, das man leſen wird, ſo lange
Schillers Perſönlichkeit wirkt, iſt ſie unſterblich geworden.
Sie ſelbſt hat nach dem Tode des Gatten und des
ein=
zigen Sohnes die große Zeit lange überlebt. Als ſie am
1. Januar 1847 mit 84 Jahren ihr Daſein zu Jena in
ſtiller Zurückgezogenheit beſchloß, ſtarb mit ihr die Letzte
aus Weimars klaſſiſchen Tagen.
— Ein Feſt der Kinder in Paris. Aus Paris wird
berichtet: Auf Anregung des Pariſer Stadtrats Lajarrige
hat ſich in dieſen Tagen ein Komitee gebildet, das ſich das
Ziel geſteckt hat, fortan regelmäßig im Frühjahr zu Ehren
bungen vornahm, hatte einen großen Topf mit
Kunſt=
gegenſtänden zurückbehalten. Nicht einmal ſeine nächſten
Verwandten wußten etwas von dem Fund. Der
Kauf=
mann, der inzwiſchen in eine ſchlechte finanzielle Lage
geraten iſt, hat ſich — die Verjährung iſt jetzt eingetreten
an den Magiſtrat der Stadt Halle gewandt mit dem
Vorſchlag, er wolle die Kunſtgegenſtände abgeben, wenn
man ſeinem Sohne eine Stellung verſchaffe und ihm in
einem Altersheim Aufnahme gewähre. Die Stadt hat
die Kunſtgegenſtände vorläufig konfisziert. Das
Koſt=
barſte an dem Schmuck iſt, wie geſagt, ein ungemein
rei=
ches Diadem, von dem allerdings noch nicht feſtgeſtellt
werden konnte, wer es trug und wann es vergraben
wurde. Der Wert des Goldes und der Perlen und Steine
an und für ſich iſt nicht ſo enorm, der Kunſtwert dagegen
ſoll außergewöhnlich ſein; Zahlen laſſen ſich vorläufig
noch nicht nennen.
Hamburg, 1. Febr. Auf der Hamburger
Hoch=
bahn iſt wegen Lohnforderungen heute morgen ein
all=
gemeiner Streik des Perſonals ausgebrochen. Der
geſamte Betrieb iſt beinahe lahmgelegt und die Folgen
für das Geſchäftsleben ſind recht unangenehm. So
konn=
ten die Arbeiter, die in den Vorſtädten wohnen, infolge
des geſtörten Bahnbetriebes ihre Arbeitsſtätten nicht
er=
reichen. In den meiſten Bureaus und Geſchäftshäuſern
war gegen 9 Uhr erſt wenig Perſonal erſchienen, denn
auch auf den anderen Verkehrsinſtituten gab es große
Störungen.
Wilhelmshaven, 31. Jan. Heute morgen ſiedelte das
ſeit ſeiner Bildung hier liegende 3. Stamm=
See=
bataillon nach Kuxhaven über, wo es dauernd
Garniſon bezieht.
Poſen, 31. Jan. Frau Dr. Blum, die im
Septem=
ber vorigen Jahres ihren Ehemann, den Aſſiſtenten am
Poſener Kaiſer Friedrich=Muſeum erſchoſſen hatte, iſt
aus dem hieſigen Unterſuchungsgefängnis zur
Beobach=
tung ihres Geiſteszuſtandes einer Berliner
Heil=
anſtalt zugeführt worden.
Wien, 31. Jan. Heute nachmittag fand die
feier=
liche Beiſetzung dess Erzherzogs Rainer
ſtatt, zu welcher der Erzherzog Franz Ferdinand in
Ver=
tretung des Kaiſers erſchienen war. Kaiſer Wilhelm ließ
ſich durch den deutſchen Botſchafter vertreten. Außerdem
hatten ſich eingefunden: die Erzherzöge und die
Erzherzo=
ginnen des Kaiſerlichen und Königlichen Hauſes,
zahl=
reiche fremde Fürſtlichkeiten, darunter die Herzogin von
Cumberland, die Prinzeſſin Olga von Braunſchweig,
Prinz Georg von Sachſen, die Herzogin Maria Thereſia
von Württemberg und Herzog Robert von Württemberg.
Die Leiche wurde von der Hofkirche, wo ſie aufgebahrt
war, in die Kapuzinerkirche übergeführt und dort in der
Familiengruft beigeſetzt. Auf dem ganzen Wege bildeten
Truppen und ein vieltauſendköpfiges Publikum Spalier.
Paris, 1. Febr. Ueber den vor einigen Tagen
gemel=
deten Zuſammenbruch der Bodenkreditbank von
Südſpanien verlautet noch Folgendes: Der ſpaniſche
Geſandte in Paris, Caballero, wird ſeine Demiſſion
geben, um ſich dem Richter zur Verfügung zu ſtellen und
die übrigen ſpaniſchen Angeklagten verteidigen zu
kön=
nen, da ſeine jetzige Stellung die Immunität mit ſich
bringt. Vor ſeiner Demiſſion will er noch 50000 Francs
in die Kaſſe der Geſellſchaft einzahlen. Einige
Verhaft=
ungen in der Angelegenheit ſtehen noch bevor.
London, 31. Jan. Der Vizekönig von Indien,
Lord Hardinge mußte noch ein zweites Mal
ope=
riert werdan, da ſich die Wunde nicht ſchloß. Es wurden
Holz= und Metallſtücke aus der Wunde entfernt. Letzt=
Nacht verbrachte der Patient ſchlaflos unter ſtarken
Schmerzen.
Saloniki, 1. Febr. Die Unterſuchung in der
Ange=
legenheit des auf der Jagd erſchoſſenen
deut=
ſchen Ingenieurs Baumann hat noch nicht zur
Ermittelung des Täters geführt. Nach dem Tatbeſtand zu
ſchließen, dürfte Raubmord vorliegen, da bei der
Leiche weder das Gewehr noch Uhr und Barſchaft
vor=
gefunden worden ſind. Die Anzeige von dem Mord und
der Auffindung der Leiche erfolgte bei dem deutſchen
Konſulat durch bulgariſche Soldaten. Dieſe begaben ſi
ſſofort mit den Mitgliedern der deutſchen
Konſulats=
behörde nach der bezeichneten Stelle, wo die Leiche
an=
fangs trotz eifrigen Suchens nicht gefunden wurde. Ge=
wiſſe Anzeichen laſſen darauf ſchließen, daß Baumann ſich
des Angreifers zu erwehren trachtete. Dem Begräbnis
wohnten das Perſonal der Fa. Dyckerhoff &
Witt=
mann bei, welcher Baumann bis vor kurzem angehörte.
Die Herren des deutſchen Konſulates, viele Mitglieder der
deutſchen Kolonie, ſowie die Witwe und die Kinder des
Ermordeten ſind abgereiſt.
New=York, 31. Jan. Caſtro iſt gegen Bürgſchaft
bis zur Entſcheidung des Habeas=Corpus=Verfahrens
freigelaſſen worden.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 1. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. — Zunächſt
erfolgt die dritte Leſung des Geſetzes betreffend die
vorübergehende
Zollerleichterung bei der Fleiſcheinfuhr.
In der Generaldiskuſſion ergriff als erſter Redner das
Wort Abg. Dr. Quarck=Frankfurt a. M. (Soz.): Der
vorübergehende Charakter des Geſetzes darf uns nicht
hindern, dafür zu ſorgen, daß ſeine Anwendung möglichſt
ausgiebig erfolgt. Dieſes Geſetz wird im Lande wieder
Enttäuſchung hervorrufen; denn gleichzeitig, wo man das
Volk zur Unterernährung verurteilt, iſt man drauf und
dran, Ausnahmegeſetze zu ſchaffen. Hüten Sie ſich, daß
Sie den Bogen nicht überſpannen. Ein ſolches Syſtem
muß bald zuſammenbrechen.
Abg. Pauly=Cochem
Zentr.): Die Aufrechterhaltung unſeres jetzigen
Wirt=
ſchaftsſyſtems kann nur zum Segen für das Volk
aus=
ſchlagen Wenn man daran ginge, die Schafzucht in
Deutſchland zu fördern, ſo könnte eine erhebliche
Milde=
rung der Fleiſchknappheit erzielt werden. — Abg. Heck
(natl.): Wir erkennen die Fleiſchnot oder Fleiſchteuerung
unumwunden an und ſind bereit, der Kalamität mit
Kräf=
ten zu begegnen. Die letzten Viehzählungen haben
un=
zweifelhaft ergeben, daß unſer Viehſtand erheblich
zu=
nimmt und daß unſere Landwirtſchaft ſehr wohl imſtande
ſein wird, den Bedarf voll zu decken.
Abg.
Arn=
ſtadt (konſ.): Wir ſind keine Gegner der inneren
Kolo=
niſation, ſie muß ſich aber in beſtimmten Grenzen halten.
Vizepräſident Dr. Paaſche: Es handelt ſich hier
um vorübergehende Fleiſchzollerleichterungen, nicht um
die innere Koloniſation. — Abg. Arnſtadt (konſ.): Wir
wollen die Intereſſen der Anſiedler wahren und ſichern.
Abg. Krömer (Fortſchr Volkspt.): Der Bauer hat
ein großes Intereſſe an der Aufhebung der
Futtermittel=
zölle. Schaffen wir genügend Futtermittel, damit der
Bauer in der Lage iſt, mehr Vieh mäſten zu können,
da=
mit können wir dann das deutſche Volk ernähren. — Abg.
Löſcher (Reichspt.): Es iſt feſtgeſtellt, daß das
Gefrier=
fleiſch minderwertig iſt.
Damit ſchließt die Debatte. Eingegangen iſt eine
Re=
ſolution der Sozialdemokraten, allen Gemeinden das
ausländiſche Fleiſch zugängig zu machen, die die
erforder=
ichen Schutzeinrichtungen haben. Die Abſtimmung über
dieſe Reſolution wird eine namentliche ſein und in der
nächſten Woche ſtattfinden. — Das Geſetz wird
ſo=
dann angenommen.
Darauf wird die
Etatsberatung
fortgeſetzt. Etat des Innern. (12. Tag.) Kapitel
Reichs=
geſundheitsamt. — Abg. Dittmann (Soz.): Wir
for=
dern eine Unterſuchung der geſundheitlichen Verhältniſſe
der Bergarbeiter und der geſundheitlichen Vorkehrungen
auf den Bergwerken des Reiches. Die Reinhaltung der
Flußläufe ſollte Aufgabe des Geſundheitsamtes ſein. Ein
Reichsgeſetz iſt nötig, da eine große geſundheitliche
Ge=
fahr nicht zu leugnen iſt. — Abg. Dr. Gerlach (Zentr.):
Für das Krankenpflegeweſen iſt eine geſetzliche Regelung
unbedingt zu fordern. In der Bekämpfung der
Tuber=
kuloſe darf kein Mittel unverſucht bleiben. Vor allen
Dingen iſt es nötig, im Volke aufklärend über den
Charak=
ter der Krankheit und ihre Uebertragung zu wirken.
Namentlich müſſen die Schulen mitwirken. — Abg. Strac
(natl.): Die Gewerbeordnung muß revidiert werden. Die
Bekämpfung der Maul= und Klauenſeuche muß mit
er=
höhter Energie betrieben werden. — Abg. Haegy (Elſ.):
Das Weingeſetz muß dahin geändert werden, daß der
Im=
port der Südweine einer ſchärferen Kontrolle
unter=
worfen wird.
Abg. Laux (b. k. P.): Die Schweinepeſt, die
aller=
dings in der Hauptſache im Auslande vorkommt, tritt
auch hier bei uns von Zeit zu Zeit auf. Ein wirkſames
Serum muß zu billigem Preis zur Verfügung geſtellt
werden.
Direktor im Reichsgeſundheitsamt Dr.
Bumm: Ueber die Schweineſeuche und Schweinepeſt
hat das Reichsgeſundheitsamt eingehend Forſchungen
angeſtellt und die Ergebniſſe bereits veröffentlicht. Ein
Rückgang dieſer Krankheit iſt ſchon jetzt zu verzeichnen.
Abg. Antrick (Soz.): Meine Ausführungen über die
Mißſtände im Krankenpflegeweſen waren nicht
übertrieben. Ich habe nichts
zurückzunehmen.
Bei meinem Vorwurf der Nationalliberalen Partei
gegenüber habe ich nicht, wie der Abgeordnete Thoma
vehauptet, fahrläſſig, leichtſinnig und frivol gehandelt,
ſondern Thoma ſelber. (Vizepräſident Dr. Paaſche rügt
dieſe Aeußerung.) Seinerzeit hat der nationalliberale
Entemann mir gegenüber ſcharf Stellung genommen.
Abg. Herold (Ztr.): Der Reſolution auf Schaffung
eines Inſtituts für Milchwirtſchaft ſtehen wir freundlich
gegenüber, doch iſt es Landesſache, in dieſer Hinſicht etwas
vorzunehmen.
Abg. Koßmann (Ztr.): Die
Rein=
haltung der Flußläufe iſt unbedingt zu ſichern.
Damit ſchließt dieſe Debatte. Das Kapitel wird
be=
willigt. Die Abſtimmung über die Reſolutionen erfolg:
päter.
Bei dem Kapitel „Biologiſche Anſtalten
wünſcht Abg. Baumann (Ztr.) Förderung der Bienen=
Das Kapitel wird bewilligt.
wirtſchaft.
Kapitel „Patentamt” Abg. Bell (Ztr.): Das zu
erwartende Patentgeſetz muß vor ſeiner Einbringung
allen Intereſſentenkreiſen zugänglich gemacht werden
Wird nur eine neue Organiſation des Verfahrens und
des Beamtenapparates erfolgen oder auch eine
Aender=
ung des materiellen Rechts? Auf die Dauer iſt es ein
unhaltbarer Zuſtand, daß die Gerichte ein Patent, welches
vom Patenamt erteilt iſt, nachträglich doch noch für
un=
gültig erklären können. Der Schutz des Erfinderrechts
iſt neben der Konkurenzklauſel die energiſchſte Forderung
der Angeſtellten. Der heutige Zuſtand iſt einfach
unhalt=
bar. Er bedeutet eine Expropriation auf geiſtigem
Ge=
biete ohne Entſchädigung. Auch müſſen die
Patentgebüh=
ren revidiert werden. Die Patentbureaus haben ſich
ge=
radezu zum Krebsſchaden herausgebildet, zum Schaden
der kleinen Erfinder.
Abg. Werner=Hersfeld
(Deutſche Rfpt.): Der Uebergang der diätariſchen
Be=
ſchäftigung der Patentangeſtellten muß beſeitigt werden.
Das Kapitel wird bewilligt.
Darauf wird die Weiterberatung auf Mittwoch,
den 5. Februar, mittags 1 Uhr, vertagt. Schluß nach
½4 Uhr.
Die Polen=Interpellation im
Reichstage.
* Berlin, 1. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Auf der Grundlage einer von den
Polen und einem Teil des Zentrums eingebrachten
Interpellation wurde die preußiſche
Oſt=
markenpolitik bezüglich der Anwendung des
Ent=
eignungsgeſetzes zum Gegenſtand der Kritik des
Reichstags gemacht. Hierin liegt der Verſuch einer
Verſchiebung der verfaſſungsrechtlichen Zuſtändigkeiten.
Heute noch gilt, was die von dem Fürſten Bismarck am
Dezember 1885 im Reichstage verleſene allerhöchſte
Bot=
ſchaft ausführt: „Es gibt keine Reichsregierung, welche
berufen iſt, unter der Kontrolle des Reichstags die
Auf=
ſicht über die einzelnen Bundesſtaaten zu führen, ſoweit
das Recht dazu nicht ausdrücklich dem Reiche
über=
tragen worden iſt.‟ Der Reichskanzler war daher
ver=
pflichtet, jenen mit dem deutſchen Verfaſſungsrechte im
Widerſpruch ſtehenden Verſuch zurückzuweiſen.
Trotz=
dem iſt im Reichstage mit Hilfe des Zentrums und der
Sozialdemokraten der polniſche Antrag angenommen
worden, daß die Zulaſſung der Enteignung für die Zwecke
der preußiſchen Anſiedlungskommiſſion durch den
Reichs=
kanzler nicht der Auffaſſung des Reichstags entſpreche.
Solchem im Anſchluſſe an die Interpellation von der
Mehrheit des Reichstags beſchloſſenem Votum kommt
umſoweniger ſtaatsrechtliche Bedeutung zu, als ſein
Gegenſtand überhaupt der Zuſtändigkeit im Reiche
entzogen iſt. Die politiſche Folge dieſes
Ein=
griff’s in einzelſtaatliche Rechte wird aber
ſein, daß die Polen in ihrer Agitation gegen das
deutſche Anſiedlungswerk in den Oſtmarken ſich
ge=
ſtärkt fühlen. Das kann jeder deutſche Mann, ob
Preuße oder Nichtpreuße, Anhänger oder Gegner der
Ent=
eignung, nur lebhaft bedauern.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Köln, 31. Jan. Die Kölniſche Zeitung meldet
aus Berlin: Der Eindruck der türkiſchen
Ant=
wort iſt nicht ungünſtig. Er zeugt von einer
gewiſſen=
haften Ueberlegung, mit der Mahmud Schefket die
Frie=
densfrage behandelte. Sie ſcheint geeignet als
Aus=
gangspunkt weiterer Erörterungen. Es iſt
Grund zu der Annahme vorhanden, daß von den
Bot=
ſchaftern in London wie auch von der engliſchen Politik
mäßigend auf die Balkanvertreter eingewickt werde. Es
iſt fraglich, ob die Balkanſtaaten den eigenen Intereſſen
dienen, wenn ſie die wohlgemeinten Ratſchläge der Mächte
um Zwangsmaßregeln handelt es ſich natürlich nicht —
unberückſichtigt laſſen wollten.
Konſtantinopel, 31. Jan. Diplomatiſche
Kreiſe glauben, daß ein Kollektivſchritt der
Mächte in Konſtantinopel unmittelbar
bevor=
ſtehe. Die Demarche werde jedoch aus Zeitmangel nicht
chriftlich, ſondern mündlich erfolgen. Trotz der
patrioti=
ſchen Bewegung glaubt man noch an die Möglichkeit, die
Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten zu verhindern.
Sollte es dazu kommen, ſo meint man, würden die
Bul=
garen nur Adrianopel angreifen, an der
Tſchataldſcha=
linie jedoch untätig bleiben. Die Tatſache, daß ſeit dem
Augenblick der Kündigung des Waffenſtillſtandes an der
Börſe eine ſtändige Hauſſe herrſcht, macht Eindruck. Der
Generaliſſimus Izzet Paſcha iſt aus Tſchataldſcha
zurück=
gekehrt. Er präſidierte geſtern bei einer wichtigen
Bera=
tung von höheren Offizieren im Kriegsminiſterium.
Das Kriegsminiſterium hat, wie die Blätter melden, die
Hafenpräfektur angewieſen, die Abfahrt der im Hafen
liegenden ottomaniſchen Handelsſchiffe bis auf weiteres
zu unterſagen und die geſamte Ladung löſchen zu laſſen.
* Sofia, 31. Jan. Die türkiſche
Antwort=
note wird zwar an maßgebenden Stellen als
unbe=
friedigt bezeichnet, doch iſt der allgemeine Eindruck
derſelben nicht allzu ungünſtig. Diplomatiſche Kreiſe
ſind ſogar der Anſicht, daß aus dem Inhalt der
Antwort=
note auf eine weitere Nachgiebigkeit der Türkei geſchloſſen
werden könne, ſodaß die Möglichkeit weiterer
Ver=
handlungen nicht ausgeſchloſſen ſei.
London, 31. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, hatten im Gegenſatz zu anders lautenden
Meldun=
gen die türkiſchen Delegierten bis heute nachmittag 3 Uhr
noch keine Inſtruktion erhalten, von London abzureiſen.
Die Anſichten der Verbündeten haben ſeit der
Veröffentlichung des Textes der türkiſchen Antwortnote
keine Aenderung erfahren. Das Reuterſche Bureau
erfährt weiter, daß Dr. Danew dem Miniſter des Aeußern
Sir Edward Grey den Entſchluß der Verbündeten
mit=
geteilt habe, daß ohne die Abtretung Adeianopels
die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen werden
würden, und daß Grey dies geſtern nach dem Beſuch
Dr. Danews den türkiſchen Delegierten bekanntgegeben
habe
* Konſtantinopel, 31. Jan. Der Chef des
Generalſtabes Izzet Paſcha, der als Generaliſſimus
fungieren ſoll, iſt geſtern abend nach dem Hauptquartier in
Tſchataldſcha abgereiſt, wohin beträchtliche Mengen
Muni=
tion geſandt wurden. Der Großweſier der geſtern abend
nach Tſchataldſcha reiſen ſollte, verſchob die Abreiſe.
* Saloniki, 31. Jan. Alle hier weilenden
bul=
gariſchen Offiziere echielten Weiſung, ſich zu
anderweitiger Verwendung bereit zu halten. Das
Militärlazarett der Prinzeſſin Helene iſt nach Epirus
verlegt worden. Die Kronprinzeſſin Sofie richtete auf
Levka ein Militärlazarett ein, das von deutſchen Aerzten
und Schweſtern geleitet wird.
Bildung des Komitees für nationale Verteidigung in
Konſtantinopel.
* Konſtantinopel, 1. Febr. Auf Anregung des
Komitees für Einheit und Fortſchritt fand geſtern
nach=
mittag eine Verſammlung zur Bildung des
Komi=
tees für nationale Verteidigung ſtatt, an
der ungefähr 800 Perſonen teilnahmen, darunter die
ſämtlichen Senatoren und Notabilitäten der
jungtürki=
ſchen Partei. Prinz Sabal Eddin und Lutfi Fikri
von der liberalen Entente waren nicht erſchienen, obwohl
ſie eingeladen waren. Den Vorſitz führte Marſchall
Fuad. Es wurde eine Reihe patriotiſcher Reden
gehal=
ten. Der muſelmaniſche Publiziſt Aghajew, der aus
Rußland ſtammt, ſagte: Wir haben Europa vor uns, aber
hinter uns ſtehen 400 Millionen Muſelmanen, die trauern
und uns helfen wollen; wenn wir untergehen, muß dier
Welt erſchüttert werden. Die Verſammlung ſetzte ein
Exekutivkomitee ein, ſowie weitere Ausſchüſſe zur
Anwerbung von Freiwilligen, zur Schaffung von
Ambu=
lanzen, zur Aufklärung der öffentlichen Meinung, zur
und zu Freuden der Jugend ein großes Kinderfeſt zu
feiern. Dieſes Feſt, oder beſſer: dieſe ganze Reihe von
Feſttagen ſollen jeweils die Zeit vom 9. bis zum 13. Mai
umfaſſen und in großzügiger Organiſation eine Kette
von Maſſenunterhaltungen, Schauſtellungen und
Feſt=
zügen bringen. Das Programm umfaßt große
Kinder=
ſpiele in den Tuileriengärten, einen großen
Kinderjahr=
markt, Fackelzüge, Konzerte, Bälle und
Kinderaufführun=
gen in Pariſer Theatern, insbeſondere im Chätelet. Die
Hauptfeier aber ſoll ein großer Umzug der Kinder bilden,
bei dem die Jugend, nach Nationalitäten geordnet, durch
die Hauptſtraßen von Paris ziehen ſoll, begleitet von Feſt‟
wagen. Zwiſchen den Wagen ſollen weißgekleidete
Mäd=
chen Körbe mit friſchen Frühlingsblumen, Veilchen,
Ro=
ſen und Gänſeblümchen tragen und den duftenden Inhalt
dieſer Körbe im Dahinſchreiten dem Publikum zuwerfen:
als ein Symbol und einen Gruß des „Lebensfrühlings”
Zu den Feiern ſollen regelmäßia Abordnungen der
Schu=
len aus den franzöſiſchen Provinzſtädten und aus den
Hauptſtädten der befreundeten Nationen zu Gaſt geladen
werden. — In Frankreich hat man bekanntlich die Kinder
nötig.
CK. Das „Du” des Präſidenten. Schon die erſten
Taten und Aeußerungen Poincarés nach ſeiner Wahl zum
Präſidenten laſſen erkennen, daß er nicht Neigung hat, ſich
um die Vorſchriften des berühmten „Protokolls” und der
Etikette allzuſehr zu kümmern. So werden, meint der Gil
Blas, ſeine alten Freunde ihn auch weiter duzen können,
ohne Gefahr zu laufen, daß ihnen einmal etwas
Aehn=
liches begegnet, wie in früheren Tagen dem
gegenwärti=
gen Kriegsminiſter mit dem Präſidenten Felix Faure.
Faure und Etienne waren Kollegen im Miniſterium
ge=
weſen, und ihre Beziehungen waren die denkbar herzlich
ſten — wenigſtens ſchien es Etienne ſo, der unmittelbar
nach der Wahl Faures zum Präſidenten ihn aufſuchte und
ihm mit überſtrömender Herzlichkeit ſeine Glückwünſche
darbrachte. Faure hörte den Herzenserguß ſeines Freun
des zunächſt ſchweigend an; aber man ſah, daß er
unge=
duldig wurde und ſich ärgerte. Schließlich unterbrach er
ihn. „Das alles iſt ja ſchön und gut, mein Lieber” ſagte
ex, „und ich bin darüber tief gerührt, aber die Umſtände
bringen doch jetzt eine gewiſſe Aenderung in unſere
Be=
ziehungen. Erlauben Sie mir daher, Sie um eine
Gefäl=
ligkeit zu bitten: Sagen Sie nicht mehr Du zu mir!“
Etienne, der ſich nicht ſo leicht verblüffen läßt, und auch
nichts tragiſch nimmt, antwortete mit vergnügtem
Lä=
cheln: „Sehr ſchön, aber erlaube mir, daß ich nur noch
ein=
mal Du zu Dir ſage, — ſcher Dich zum Teufel!
Und damit drehte er ſich um und ging ſeines Weges. Aber
Felix Faure ſchien nichtsdeſtoweniger mit dem Reſultat
ſeiner kleinen Lektion in der Etikette ſehr zufrieden und
ſiezte” fortan alle ſeine ehemaligen Freunde.
Eröffnung einer Subſkription, zur Gründung eines
Sub=
komitees für die Provinz. Eine Reſolution wurde
angenommen, in der hervorgehoben wird, daß die
inne=
ren Zwiſtigkeiten, die einzige Stütze der Feinde, auf
ewig begraben ſeien. Von nun an werde eine einzige
ottomaniſche Nation gegen den Feind ſtehen. Die
Reſo=
lution ſchließt: Alle werden Eigentum, Leben und Geiſt
in den Dienſt des Vaterlandes ſtellen. Dank dieſem
mora=
liſchen und materiellen Kapital werden die
fluchwürdi=
gen Ziele unſerer gegenwärtigen Feinde zunichte
ge=
macht. Kein anderes Ziel lebt heute in den Gedanken
der Ottomanen. Es lebe der Patriotismus, es lebe die
Einheit!
Der Großweſir hat 1000 Pfund für die
natio=
nale Verteidigung gezeichnet.
Ein Tagesbefehl des türkiſchen Generaliſſimus.
* Konſtantinopel, 31. Jan. Der
Generaliſſi=
mus Izzet Paſcha richtete an alle
Korpskommandan=
ten der Armee einen Tagesbefehl, in dem er
zu=
nächſt ſeine Ernennung zum Generaliſſimus mitteilte und
dann ſagte: Im Vertrauen auf den Beiſtand und die
an=
geborene, ganz hervorragende Tapferkeit der türkiſchen
Armee habe ich den hohen Poſten angenommen, dem ich
meine ganze Exiſtenz weihen werde. Ihr alle wißt, daß
unſere Feinde ſehr grauſam gegen uns handeln dadurch,
daß ſie höchſt ungerechte Forderungen ſtellen. Das Leben,
die Zukunft des Vaterlandes und die hiſtoriſche Ehre
der Nation iſt heute unſeren Händen anvertraut.
Hoff=
nung und Leben der Nation beruhen darauf, daß alle
Mannſchaften und Offiziere mit Todesverachtung ihr
Leben der Erfüllung der Pflicht als Soldaten weihen.
Das Schickſal ruft uns heute auf, das Vaterland und die
Regierung zu verteidigen. Laßt uns beweiſen, daß wir
würdige Söhne unſerer Vorfahren ſind und daß das
ottomaniſche Blut nicht verſiegt iſt. Eine Nation, die
entſchloſſen iſt, für ihren Glauben und ihr Vaterland zu
ſterben, hat immer Erfolg und lebt ewig.
Die Balkandelegierten.
* London, 1. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, haben die Balkandelegationen mit
Rück=
ſicht auf die Mächte ihre Beziehungen zu London und der
britiſchen Regierung nicht völlig gelöſt, indem jede von
ihnen eines oder mehrere ihrer Mitalieder zurücklaſſen.
Die Friedenskonferenz könne daher jeden
Augen=
blick ohne große Schwierigkeiten und Mühe wieder
zuſammengebracht werden. Daraus dürfte
folgen, daß die endgültige Friedensverhandlung in
Lon=
don geſchloſſen werden wird.
Sonſtige Meldungen.
* Belgrad, 31. Jan. Bei ſeinem Einzug in
Prizrend wurde Kronprinz Alexander in feſtlicher
Weiſe begrüßt; der Begrüßung wohnten der
öſterreichiſch=
ungariſche Konſul Prohaska und der ruſſiſche Konſul bei,
die dem Kronprinzen von dem General Jankowitſch
vor=
geſtellt wurden.
* Belgrad, 31. Jan. Die Politika meldet: Unter
den türkiſchen Kriegsgefangenen in Negotin
iſt der Flecktyphus ausgebrochen. Von 342
Er=
krankten ſeien bisher 142 geſtorben. Auch der die
Kranken behandelnde ſerbiſche Arzt iſt geſtorben. Da die
Krenkheit auch unter der Bevölkerung von Negotin ſich
ausbreitet, herrſche eine Panik in der Stadt.
Letzte Nachrichten.
* London, 1. Febr. Die Mitglieder der
ſerbi=
ſchen Delegation, außer Wesnitſch, ſind heute früh
direkt nach Belgrad abgereiſt.
* London, 1. Febr. Der griechiſche
Miniſterpräſi=
dent Venizelos iſt, begleitet von dem Delegierten
Streit, abgereiſt. Bei ſeiner Abreiſe erklärte
Veni=
zelos einem Vertreter des Reuterſchen Bureaus: Ich ſage
Ihnen nicht Lebewohl, ſondern auf Wiederſehen. Ich
bin überzeugt, daß wir in einiger Zeit in London
wie=
der zuſammenkommen werden, um den Frieden
ab=
zuſchließen. Vorher müſſen jedoch die Türken die
Friedenspräliminarien auf dem Schlachtfelde
unter=
zeichnen.
* London, 1. Febr. Danew ſagte vor ſeiner
Abreiſe einem Vertreter des Reuterſchen Bureaus, das
Bemerkenswerteſte an der Lage ſei die Einigkeit der
Mächte und die Tatſache, daß niemand den Wunſch
hege, ſich die ſchwierige Lage der Dinge im nahen Oſten
zunutze zu machen. Er ſei überzeugt, daß alle Mächte
ohne Ausnahme Frieden wünſchten, und ſchätze ihre
Be=
mühungen, den Ausgleich zu fördern. Danew
wieder=
holte, daß die in der Antwortnote der Pforte aufgeſtellten
Bedingungen unannehmbar ſeien.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 2. Februar.
„Prima=Ballerina‟.
W-l. Der Faſtnachtsſonntag hat die Operette von
Otto Schwarz Prima=Ballerina” der wir den Vorzug
von den Lehärſchen Operetten geben, wieder zum Leben
erweckt. Die Aufführung fand vor vollbeſetztem Hauſe
ſtattt. Die Titelpartie hatte in Frau Becker=Gerder
eine neue Vertreterin erhalten, die ſich durch ihr
Tem=
perament und ihre ſtimmlichen Eigenſchaften beſonders
für ſie eignet. Sie beſitzt eine hübſche, in allen Lagen
gleich ausgiebige Soubrettenſtimme, die uns wie ihr
Vor=
traa überhaurt an Frl. Saceur erinnerte. Sie beherrſchte
geſanglich und darſtelleriſch ihre Aufgabe mit großer
Sicherheit und entbehrte auch in der Darſtellung nicht der
perſönlichen Note. So iſt es begreiflich, daß ſie dem
Publikum gefiel und reichen Beifall erntete. Herr
Jor=
dan als Graf Stieglitz wurde dem humoriſtiſchen Teile
der Aufführung mit köſtlicher Laune und draſtiſcher
Cha=
rakteriſtik in Spiel und Geſang gerecht; ihm ſekundierte
Frau Müller=Rudolph als Ulrike aufs beſte. Herr
Thomſen als Huſarenleutnant ſang ſeine Partie mit
einzelnen Ausnahmen lobenswert, müßte aber mehr
Tem=
verament und Charakteriſtik im Spiel entfalten. An der
richtigen Stelle in der Doppelrolle als Peter und
Kammer=
zofe war Herr Peterſen, der für ſeine komiſche
Be=
gabung in ihr erwünſchte Betätigung fand. Als Karoline
legte Frl. von Blank ein routiniertes Spiel an den
Tag; ihre Stimme iſt aber zu ſcharf und der Vortrag
entbehrt der künſtleriſchen Veredlung. Eine Prachtfigur
war der Wachtmeiſter des Herrn Riechmann. Im
Ballettſaal des dritten Aktes erntete Herr Jürgas als
ausübender Ballettmeiſter ſtürmiſchen Beifall, ſo daß er
den Tanz wiederholen mußte.
Die Aufführung, die im ganzen als wohlgelungen
bezeichnet werden darf und von der das Publikum
ſicht=
lich befriedigt war, wurde von Herrn Kapellmeiſter
Kleiber geleitet. Die Regie hatte wieder Herr
Valdek.
* Belgrad, 1. Febr. Die‟Stampa” fordert die
Regierung auf, noch vor der Fortſetzung des Krieges ein
Einvernehmen mit Bulgarien anzuſtreben
derart, daß dieſes als eine Gegenleiſtung für die
Teil=
nahme der ſerbiſchen Armee an dem Kampfe um
Adria=
nopel und an der Tſchataldſchalinie in die Ausdehnung
der ſerbiſchen Grenzen bis nach Saloniki einwillige.
* Paris, 1. Febr. Nach einer offiziöſen Meldung
hat der franzöſiſche Botſchafter in London, Cambon,
geſtern in mehrfachen Unterredungen mit Dr. Danew
unter Hinweis auf den verſöhnlichen Grundton der
tür=
kiſchen Antwort eindringlich betont, daß die
Balkan=
verbündeten die Dinge nicht überſtürzen
möchten. Dr. Danew habe erwidert, daß er ebenſo
leb=
haft einen möglichſt baldigen Abſchluß des Friedens
herbeiwünſche, aber er glaube nicht, daß die
Wiederauf=
nahme der Feindſeligkeiten dieſen Friedensſchluß
ge=
fährden könnte, ſei doch der italieniſch=türkiſche Krieg
zleichfalls gleichzeitig mit den Verhandlungen in Ouchy
fortgeſetzt und der Friede trotzdem abgeſchloſſen worden
Dasſelbe würde auch jetzt der Fall ſein.
* Petersburg, 1. Febr. Mit Rückſicht auf die
Meldungen Wiener Blätter über ein angebliches
Inter=
view, das der ruſſiſche Miniſter des Aeußern,
Saſo=
now, einem Redakteur der Birſchewija Wjedomoſti
ge=
währt haben ſoll, wird von dem Miniſterium des Aeußern
erklärt, daß Saſonow in letzter Zeit überhaupt nicht mit
einem Redakteur der Birſchewija Wjedomoſti geſprochen
hat. Die in der Birſchewija Wjedomoſti vom 16.—29.
Januar veröfentlichte Unterhaltung mit einem
Diplo=
maten bringt in keiner Weiſe die Anſichten des
Miniſte=
riums des Auswärtigen zum Ausdruck.
* Köln, 1. Febr. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Die Konſtantinopeler Meldung des Wiener
Kor=
reſpondenz=Bureaus, wonach in dortigen diplomatiſchen
Kreiſen geglaubt wird, daß ein gemeinſamer
Schritt der Mächte bei der Pforte bevorſtehe,
beruht auf einem Irrtum. Gemeinſame Schritte der
unſeres Wiſſens weder bei der Pforte, noch den
Balkan=
ſtaaten gegenüber geplant. Die Einwirkung au
die Erhaltung des Friedens kann auf andere
Weiſe geſchehen, über die die heutige
Botſchafterverſamm=
lung in London beſchließt. Entgegen den Gerüchten iſt
licht zu befürchten, daß die Botſchafterverſammlung ſich
gegenwärtig ausſchalte oder ausſchalten laſſe. Die Mächte
werden bis zum letzten Augenblick tätig ſein, um dem
Wiederausbruch des Krieges entgegenzuwirken.
Deutſch=
land iſt, was die Ratſchläge an die Balkanſtaaten betrifft,
nach unſeren Erkundigungen bereits mit gutem Beiſpiel
vorangegangen.
* Berlin, 2. Febr. Die Nordd. Allg. Zeitung
chreibt in ihrer Wochenrundſchau: In dem Augenblick, da
dieſe Zeilen erſcheinen, iſt die Hoffnung noch nicht
ge=
ſchwunden, es könnte nach den letzten Erklärungen der
Pforte dem einhelligen Bemühen der
Groß=
mächte gelingen, ein erneutes Blutvergießen zu
ver=
hindern. Ueber den Ernſt der europäiſchen
Friedensbeſtre=
bungen können die der Türkei und den Balkanſtaaten nach
beiden Teilen zugehenden wohlgemeinten Ratſchläge nicht
zweifelhaft ſein. Mit dieſer Einwirkung werden die
Mächte nicht nachlaſſen. Sollten wider Verhoffen die
Feindſeligkeiten abermals beginnen, ſo ſteht ſchon jetzt
eſt, daß in dieſem Falle die Mächte auch für den
zwei=
ten, vorausſichtlich nur kurzen Teil des Balkankrieges
neutrale Zurückhaltung beobachten und jede
Sonderunter=
nehmung vermeiden werden, durch die eine Beſchränkung
des Kampfes auf ſeinen Herd erſchwert würde.
* Wien, 2. Febr. Das Fremdenblatt ſchreibt: Im
Intereſſe des Friedens und der auf die Beendigung des
Kriegszuſtandes gerichteten Bemühungen Europas
iſt es unbedingt notwendig, daß die Türkei die ſich in
ihrer Antwort auf die Kollektivnote der Mächte
entgegen=
kommend gezeigt hat, ſich auch dem Rate der Mächte
vollkommen anſchließt, da die Mächte nicht von ihrer
Auffaſſung abgehen werden, die in der
Kollektiv=
note niedergelegt iſt. Andererſeits werden die Mächte
keinen Druck auf die Balkanſtaaten ausüben, um ſie zur
nnahme der türkiſchen Vorſchläge zu veranlaſſen, die ja
bisher den Wünſchen der Großmächte nicht vollſtändig
ent=
ſprechen.
* Paris, 2. Febr. Der Bukareſter „Temps”=
Korre=
ſpondent will aus guter Quelle erfahren haben, daß im
bulgariſch=rumäniſchen Zwiſt eine
Ent=
pannung eingetreten und eine Verſtändigung als
ge=
wiß anzuſehen ſei. Die Verſtändigung werde auf
folgen=
der Grundlage erfolgen: Rumänien wird auf die
Abtre=
tung mehrerer Punkte verzichten, betreffs welcher das
bul=
gariſche Nationalgefühl ſich unnachgiebig zeigen würde
dagegen werde Bulgarien über die von Dr. Danew in
London vorgeſchlagenen Zugeſtändniſſe hinausgehen und
wahrſcheinlich größere Gebietsabtretungen an der Küſte
des Schwarzen Meeres bewilligen. Die Feſtung
Sili=
ſtria würde geſchleift werden, aber bulgariſch bleiben.
Die beiden Regierungen wünſchen, daß das angeſtrebte
Abkommen die Grundlage einer dauernden Freundſchaft
bildet.
* London, 2. Febr. Nach der
Botſchafterkon=
ferenz richteten die Botſchafter an ihre Regierungen
Telegramme, welche die Anſichten der Konferenz über die
türkiſche Antwort wiedergeben. Es herrſcht allgemein die
Anſchauung, daß die türkiſche Antwort die
Möglich=
keit einer Grundlage gewährt, auf der die
Friedens=
verhandlungen wieder aufgenommen
wer=
den können. Die Botſchafter bringen in Vorſchlag, dieſe
Anſicht der bulgariſchen Regierung zur Kenntnis zu geben.
Man glaubt, daß in den offiziellen Kreiſen Londons eine
ähnliche Anſchauung herrſche. Der heutige Beſuch
Da=
news auf dem auswärtigen Amt wird damit in Verbin
dung gebracht. Es ſcheint alſo, daß die Mächte verſuchen
wollten, der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten
vorzu=
beugen, obwohl es ernſthaftem Zweifel unterliegt, ob die
Bemühungen ſich als erfolgreich erweiſen werden.
* Sofia, 2. Febr. Nach Mitteilungen aus beſter
Quelle haben die türkiſchen Delegierten in London den
Balkandelegierten zu verſtehen gegeben, daß ſie zur
Fort=
ſetzung der Verhandlungen bereit ſeien.
Die Balkandelegierten erwiderten darauf, daß ſie den
Vorſchlag unter der Bedingung annähmen, daß die
Tür=
kei vorher den Bedingungen des Balkanbundes zuſtimme.
Die Antwort der Türken hierauf iſt noch unbekannt.
* Konſtantinopel, 2. Febr. Der Großweſir
erklärte in einem Interview, er hege die volle
Ueberzeug=
ung, daß ſich Rumänien mit Bulgarien
verſtän=
digen werde. Er wünſche aufrichtig auf Grund ſeiner
per=
önlichen Sympathien für das rumäniſche Volk und deſſen
Lenker, daß Rumänien ſeine Haltung in dem
gegenwär=
tigen Konflikte in Zukunft nicht zu bedauern haben würde.
Ein Handſchreiben des Kaiſers Franz Joſef.
* Wien, 2. Febr. In einer Zuſchrift aus politiſchen
Kreiſen an das Neue Wiener Tagblatt heißt es bezüglich
des Handſchreibens des Kaiſers an den
Ha=
ren: Es müſſen nicht gerade Differenzen ſein,
wel=
che auf der Londoner Botſchafter=Réunion in Bezug auf
die Abgrenzung Albaniens zwiſchen den beiden Mächten
ſich ergeben haben, und welche das Handſchreiben
veran=
laſſen. Man darf nicht überſehen, daß noch ein anderer,
ſehr bedeutſamer, allgemeiner Grund zu ſolchem
Brief=
wechſel vorliegt: Rußland häufte im Herbſt unter dem
Ti=
tel Probemobiliſierung Hunderttauſende von Truppen an
unſerer Grenze an und verſtärkte die Konzentration noch
ſo, daß jetzt eine große ruſſiſche Armee an der galiziſchen
Grenze angeſammelt iſt. Die Monarchie iſt dadurch
ge=
zwungen worden, gleichfalls gewiſſe militäriſche
Vor=
ichtsmaßregeln zu treffen, welche nun ſchon ſeit Monaten
andauern und große Koſten verurſachen. Liegt es nun
unter ſolchen Umſtänden nicht nahe, den Verſuch zu
un=
ternehmen, ob durch eine wechſelſeitige Ausſprache zwiſchen
den oberſten Lenkern der beiden Reiche dieſem
unleidli=
chen Zuſtande ein Ende gemacht werden könnte? In
po=
litiſchen Kreiſen meint man demnach, daß aus der
derzei=
tigen Situation heraus in dieſen bewegten Zeiten es
wirk=
lich als nichts Außergewöhnliches, ſondern als eine
Selbſt=
verſtändlichkeit anzuſehen wäre, wenn kaiſerliche
Hand=
ſchreiben über die betreffenden Umſtände gewechſelt
wür=
den. Bismarck erklärte in den achtziger Jahren
anläß=
lich eines ähnlichen Falles im Reichstag, es ſei eine
miß=
liche Sache, über Mobiliſierungen und
Truppenkonzentrie=
rungen auf diplomatiſchem Wege Aufklärung zu
verlan=
gen. Er habe es darum Rußland gegenüber unterlaſſen.
Was jedoch dem Diplomaten als mißlich und peinlich
er=
ſcheinen mag, verliert ſeinen odioſen Charakter, wenn ein
Souverän ſich an den anderen wendet, um zu verſuchen,
durch eine offene Ausſprache die Situation zu kläreg.
Darum begrüßt man in politiſchen Kreiſen dieſe Initiative
unſeres Kaiſers, der bisher mit ſeiner ganzen,
unvergleich=
lichen Autorität und Energie ſich für den Frieden eingeſetzt
hat und ihn auch weiterhin erhalten will.
* Wien 2. Febr. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt:
Die Annahme, daß das bevorſtehende Jubiläum des
Hauſes Romanow zu dem Handſchreiben des
Kai=
ſers Franz Joſef Anlaß gegeben habe, iſt unrichtig.
Das Handſchreiben nimmt vielmehr ausdrücklich Bezug
auf die zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Rußland
ſchwe=
benden Differenzen und iſt als ein bedeutſamer Akt der
auswärtigen Politik aufzufaſſen. Es geht daraus hervor,
daß von der Abſendung die öſterreichiſch=ungariſchen
di=
plomatiſchen Vertretungen im Auslande verſtändigt
wor=
den ſind. Die Abſendung eines Spezialgeſandten hat
möglicherweiſe auch darin ihren Grund, daß der
öſterrei=
chiſch=ungariſche Botſchafter in Petersburg in den letzten
Tagen bettlägerig geweſen iſt.
Luftfahrt.
* Von der Fliegerſtation. Am Samstag
wurden während des Schießens des Feldart.=Regts. Nr.
25 intereſſante Verſuche gemacht, nämlich die Erkundung der
Ziele durch Flugzeuge und die Beobachtung der Schüſſe.
Die Meldungen wurden in eine Büchſe gepackt und über
den Batterieen abgeworfen. Die Reſultate waren ſehr gut
und vollauf genügend. Es ſtiegen nacheinander zu
Erkun=
dungsflügen die Feldpiloten Leutnant von Mirbach,
Leut=
nant Sommer und Leutnant Reinhardt mit den Lt.
Bickel, Mertens und v. Lynker vom Großh. Art.=Korps
und Lt. Wagner vom Feld=Art.=Rgt. 61 auf. Es war ein
ungewohntes, ſchönes Bild, den regen Betrieb auf unſerer
Station mitanzuſehen. Der Apparat, der über der Stadt
kreuzte, wurde von Leutnant Sommer mit Hauptmann
v. Felſall als Beobacher geſteuert.
* Petersburg, 2. Febr. Die geſtern in Kraft ge
tretene Beſtimmung betreffend die Luftſchiffahrt
verpflichtet ausländiſche Flieger, im Falle einer
Ueber=
ſchreitung der Grenze ſofort zu landen.
Vermiſchtes.
Heſſiſches Heimat= und Trachtenfeſt
zur Tauſendjahrfeier Kaſſels. Dieſe
Veran=
ſtaltung wird einen Hauptanziehungspunkt unter den im
Sommer und Herbſt geplanten Feſtlichkeiten bilden.
Be=
kanntlich haben ſich in vielen Teilen des ehemaligen „
Kur=
heſſen” noch bis in die Gegenwart jene maleriſchen
Volks=
trachten erhalten, die ſoviel Poeſie über Land und Leute
ausſtrahlen. Bei dem kulturgeſchichtlichen und zugleich
volkstümlichen Grundzug, den die Kaſſeler
Tauſendjahr=
ſeier im Gegenſatz zu dem ſonſt vielfach üblichen
Vergnü=
gungsrummel zu wahren gedenkt, lag der Gedanke nahe,
dieſes intereſſante Stück lebendig gebliebener Vergangen
heit als einen charakteriſtiſchen Ausdruck bodenſtändigen
heſſiſchen Weſens in den Rahmen der Veranſtaltungen
einzubeziehen. Die der ländlichen Bevölkerung in dieſem
Sinne gegebenen Anregungen, bei dem Feſt mitzuwirken,
vurden allenthalben freudig aufgenommen. Die) Zahl
dieſer Feſtteilnehmer wird keine geringe ſein, denn die
heſ=
ſiſchen Trachten ſind recht mannigfaltig und oft von Dorf
zu Dorf verſchieden. Am zäheſten halten an den alten
Sitten und Trachten wohl die Bewohner der
Schwalm=
gegend feſt. Auch das Heſſiſche Hinterland, amtlich Kreis
Biedenkopf genannt, iſt übrigens beſonders reich an
ver=
ſchiedenartigen reizvollen Trachten, die ebenfalls auf dem
Heimatfeſt vertreten ſein werden. Noch heute ſieht man
auf dem Kaſſeler Wochenmarkt am Königsplatz die
Schwälmer Butterverkäufer in blauen, mit Stickereien
geſchmückten Kitteln, mit Schnallenſchuhen und der
typi=
chen mit Schafpelz beſetzten Kopfbedeckung, der „
Bram=
betzel” Selbſtverſtändlich wird auch die ſchönſte und
kleid=
ſamſte der heſſiſchen Trachten, diejenige der Marburger
Gegend, auf dem Feſte zu bewundern ſein, wie auch die
Schaumburger Schönen ihre originellen
bändergeſchmück=
ten Hauben zur Schau tragen werden, um nur ein
einzi=
ges herauszugreifen. — Die hiſtoriſche Karlsaue, die für
die Veranſtaltung einen wirkungsvollen Rahmen abgeben
wird, wird alſo auf einige Stunden eine Art
Freiluft=
muſeum für heſſiſche Volkstrachten darſtellen. Auf dem
Bowlingreen wird ſich das frohbewegte Treiben einer
„heſſiſchen Kirmes” abſpielen, wobei natürlich auch die
charakteriſtiſchen ländlichen Tänze, beſonders die
berühm=
ten „Schwälmertänze” nicht fehlen werden. Auch in dem
geplanten Feſtzug ſoll ein Ausſchnitt heſſiſchen Volks= und
Landlebens durch Vorführung von Ernte= und
Braut=
wagen gezeigt werden.
Eine erhebliche Erſtarkung des
Deutſchtums in Südweſtafrika konnte auf
Grund der Abnahme der fremdländiſchen und der
erfreu=
lichen Zunahme der deutſchen Elemente bei der letzten
amtlichen Volkszählung feſtgeſtellt werden. Das iſt nicht
zum kleinſten Teil den Bemühungen des Frauenbundes
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft zu danken, die ſeit über
5 Jahren dieuadiung deuticher n
Südweſt tatkräftig unterſtützt und fördert. Durch die
Vermittelung des Frauenbundes der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft und mit Reiſeunterſtützung
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft gingen in dem
ver=
floſſenen Jahre 1912 im ganzen 106 deutſche Mädchen
in kontraktlich feſte häusliche Stellungen in unſere
Siede=
lungskolonie Südweſtafrika. Die Auswanderung hat in
den letzten Jahren ſtändig zugenommen. Während in
den Jahren 1898—1905 nur 39 Mädchen hinausgingen,
waren es im Jahre 1910 74 und im Jahre 1911 96
Mäd=
chen. Der Frauenbund der Deutſchen
Kolo=
nialgeſellſchaft, der unter dem Protektorate des
Förderers kolonialer Beſtrebungen, S. H. des Herzogs
Johann Albrecht zu Mecklenburg, ſteht, leiſtet in den
Kolo=
nien eine nationale Arbeit von allergrößter Bedeutung,
an der ſich jede deutſche Frau beteiligen ſollte, indem ſie
dem Bunde beitritt In der kurzen Zeit ſeines erſt
fünf=
jährigen Beſtehens hat der Verein in Keetmanshoop ein
Heimatshaus für deutſche Frauen und Mädchen und ein
Jugendheim in Lüderitzbucht ins Leben gerufen und eine
Anzahl von Orten im Schutzgebiet mit gut
zuſammen=
geſtellten Bibliotheken verſorgt. Der Frauenbund der
Deutſchen Kolonialgeſellſchaft will ſeine Tätigkeit jetzt
auch auf Deutſch=Oſtafrika erſtrecken. Jede gewünſchte,
die Frauenfrage in den deutſchen Kolonien betreffende
Auskunft erteilt die Geſchäftsſtelle des Bundes,
Ber=
in W. 35, Karlsbad 10 (Afrikahaus).
Literariſches.
— Neue Erfolge der Fernphotographie, der es z. B.
gelungen iſt, verhältnismäßig ſcharf gezeichnete
Photos=
in fünfzehn Minuten von Monte=Carlo nach Paris zu
übertragen, veranſchaulicht =Egon Berg in einem
inter=
eſſanten und reichilluſtrierten Aufſatz in dem ſoeben
er=
ſchienenen Heft 2 von „Zeit im Bild” (Neue Deutſche
Verlagsanſtalt in München), das auch durch ſeinen
übri=
gen textlich wie illuſtrativ bedeutſamen Inhalt
allgemei=
nes Intereſſe beanſpruchen kann. Prächtige Bilder
ſchmücken den Artikel „Von Jena, Goethe und dem
From=
mannſchen Hauſe” von (K. Woltereck, ſowie Dr. W.
Kup=
pers intereſſante Ausführungen über „Fleiſchfreſſende
Pflanzen” mit Aufnahmen aus dem Münchener
Bota=
niſchen Garten. In feinſinniger Weiſe entrollt Edgar
Steiger den „Münchener Theaterfilm” dem geiſtigen Auge
des Leſers. Dr. Alfons Goldſchmidt ſchildert Emil
Kir=
dorfs finanzpolitiſche Bedeutung. Steinzeichnungen aus
der Umgebung Berlins von Rudolf Großmann
verdie=
nen neben den ſonſtigen vorzüglichen Illuſtrationen
be=
ſondere Erwähnung.
— Das „Induſtriebeamten=
Taſchen=
buch, deſſen Ausgabe für 1913 der Bund der
techniſch=
induſtriellen Beamten ſoeben herausbringt, zeichnet ſich
auch diesmal wieder durch die beſondere Fülle und
Mannigfaltigkeit ſeines Inhalts aus. Neben einer
grö=
ßeren Anzahl wertvoller literariſcher Arbeiten über
Gegenſtände der Volkswirtſchaft, der Sozialpolitik, des
Angeſtelltenrechts, der Angeſtelltenverſicherung, der
Orga=
niſationspraxis, iſt vor allem der lexikaliſche Teil mit
ganz außerordentlicher Sorgfalt ausgeſtaltet worden.
Unentbehrlich für Angeſtellte, die ihren
Beſchäftigungs=
ort wechſeln, iſt das Ortsregiſter, das für etwa 500 Orte
genaue Angaben über Lebens= und Preisverhältniſſe
Wohnungsmieten, Kommunalſteuer=Zuſchläge uſw.
bringt. Preis in Leinenband 1,50 Mk.
— Adelheid Weber, „Immer luſtik”
Ro=
man aus dem Königreich Weſtfalen. Heilbronn, Verlag
von Eugen Salzer. Broſch. 3 Mk., geb. 4 Mk. Recht
herein in die große Gedenkzeit an 1813 kommt dieſer
prächtige hiſtoriſche Roman, in dem etwas von dem
Geiſte eines Willibald Alexis pulſiert. In ſatter
Lebens=
wirklichkeit ſtehen die Geſtalten vor uns. Keine hübſch
angezogenen Theaterſtatiſten. Ebenſowenig patriotiſche
Mache, der die Tendenz das Genick bricht. Aus dem
weſt=
fäliſchen Großbauerntum erwächſt Not und Hoffnung der
Zeit der Fremdherrſchaft.
— Aus der Mappe eines Glücklichen. Von
Richard Jahnke. 3. Auflage. Mit Buchſchmuck.
(119 S.) 8%. 1912. Geb. 1,80 Mk. Verlag von B. G.
Teub=
ner, Leipzig. Das friſch und lebensfreudig für jung und
alt geſchriebene Büchlein, das bereits in dritter Auflage
vorliegt und auf deſſen künſtleriſche Ausſtattung
beſon=
dere Sorgfalt verwandt wurde, iſt recht geeignet, den
alten Erbfeind der Menſchheit und gerade des deutſchen
Volkes, dem Peſſimismus, Abbruch zu tun, vor allem
unſerer Jugend, deren Herzen noch empfänglich ſind, die
Freude am Leben zu erhalten.
Darmſtadt, 3. Februar.
* Das Großherzogspaar hat ſich von Schwerin
zum Beſuch des Prinzenpaares Heinrich von Preußen
nach Kiel begeben. Die Rückkehr von dort war für
heute früh vorgeſehen.
— Großh. Hoftheater. In der Mittwochsvorſtellung
von Hermann Bahrs Luſtſpiel „Das Prinzip” wird
unſer ehemaliges Mitglied Frl. Tereſina Oſter,
Kgl. Sächſ. Hofſchauſpielerin, die Rolle der Lene Kuk
als Gaſt ſpielen.
Der große Geſellſchaftsmaskenball der
Karneval=
geſellſchaft Narrhalla, der am Samstag vor Faſtnacht
ſchon ſeit Jahrzehnten alle lebens=, freud= und
faſchingskundigen Genießer und Genießerinnen zu
fröh=
lichem Mummenſchanz vereinigt in den feſtlich=närriſch
dekorierten und erleuchteten Räumen des Städtiſchen
Saalbaues, verlief auch heuer wieder in glänzender
Weiſe. Schon von 8 Uhr ab begannen ſich die Räume
beſonders der große Saal, in dem fortgeſetzt zwei
Muſik=
kapellen zum Tanze aufſpielten, zu füllen, und gegen
½11 Uhr war’s „geſtoppte voll” wie der Heiner zwar
weniger ſchön, aber zuareffend ſich auszudrücken beliebt.
Es herrſchte ununterbrochen ein Auf und Nieder in dem
lebendigen, farbenfrohen Bild, das ſich beſonders ſchön
von den Galerien aus anſchaute. Ein Auf und Nieder
und ein wirbelndes, ſinnbetörendes Drehen ſchöner
Masken, die nicht gerade beſſeres zu tun hatten, als ihren
übermütigen Spott über Gerechte und Ungerechte in Frack
und Smoking auszuſchütten. War’s unten Muſik und
Tanz und Schelmerei, ein Suchen und Haſchen und
Fin=
den und Entſchlüpfen, was den Mummenſchanz beherrſchte,
ſo begann in den oberen und Nebenräumen der
gefähr=
liche kleine Schelm Amor ſeine Herrſchaft vorzubereiten.
Auch er hatte ja hier die Schellenkappe aufs
Lockenköpf=
chen gedrückt, und ſie wurde für ihn zur Tarnkappe, die
ihn unſichtbar, aber deſto gefährlicher machte. Keiner
ahnte, woher ſeine Pfeile kamen und wo ſie trafen. Aber
daß ſie trafen, alle, die der kleine Schelm verſchickte, das
konnte überall beobachtet werden, ſo verſchieden ſich auch
die Wirkung äußerte, über die übrigens hier nichts
ver=
raten werden ſoll. Aber ſchön wars oben und unten und
überall. Sehr ſchön ſogar, und allgemein herrſchte die
fröhlichſte Stimmung, die bis zum dämmernden Morgen
vorhielt und dann in ſchöne, ſeelige Erinnerung ſich
um=
wandelte. —
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Hamburg, 1. Febr. Die vereinigten Liberalen
ge=
winnen nach dem endgültigen Ergebnis der Wahlen
einen Sitz, die Rechte gewinnt vier, das linke Zentrum
verliert fünf Sitze. Die Linke und die Sozialdemokraten
behaupten ihren Beſitzſtand.
Hamburg, 1 Febr. Die Hochbahn hat infolge
eines angeblich durch die Ausſtändigen
herbeige=
führten Kurzſchluſſes heute Abend zwiſchen 9 und 10
Uhr den Betrieb eingeſtellt. Die Züge liegen auf der
Strecke feſt. Eine Unterſuchung iſt eingeleitet. Die
Polizei=
behörde beſetzte die Zugänge des Bahnkörpers mit Poſten.
Hamburg, 2. Febr. Die Verhandlungen zwiſchen
der Hochbahn=Geſellſchaft und den
Streiken=
den führten zu einer Verſtändigung. Der
regel=
mäßige Betrieb wurde heute vormittag 10 Uhr wieder
aufgenommen. Bis zu dieſer Zeit konnte nur beſchränkter
Verkehr mit Hilfe des Aufſichtsperſonals durchgeführt
werden. Den Ausſtändigen iſt eine Lohnerhöhung in
Ausſicht geſtellt und die Wiedereinſtellung von ſieben
wegen Agitation entlaſſenen Zugführern zugeſtanden
worden.
* Detmold, 1. Febr. Bei den vier
Stich=
wahlen zum Landtag zwiſchen Freiſinnigen und
So=
zialdemokraten der dritten Wählerklaſſe ſiegten die
Frei=
ſinnigen. Der lippeſche Landtag iſt nunmehr
fol=
gendermaßen zuſammengeſetzt: 10 Konſervative, 2
Na=
tionalliberale, 7 Freiſinnige, 1 Chriſtlich=Sozialer und
1 Sozialdemokrat. Der Beſitzſtand der Parteien iſt
un=
verändert geblieben.
* Peſt, 2. Febr. Der Generaldirektor der
Grund=
beſitz= und Verwertungsbank A.=G. Alexius Rado iſt
wegen Kautionsſchwindels verhaftet worden. Die
Veruntreuungen belaufen ſich auf 57000 Kronen. Die
Bank war ohne Aktien und ohne Kapitalszeichnung
ge=
ründet worden.
Amſterdam, 1. Febr. Wie amtlich gemeldet wird,
beſſerte ſich das Befinden des Prinzen Heinrich
der Niederlande erheblich, der ſich zur Hebung ſeiner
Neuraſthenie ſeit drei Wochen in Oberurſel im Taunus
aufhält. Der Prinz beginnt ſich viel wohler zu fühlen.
* Amſterdam, 2. Febr. Königin Wilhelmine kehrte
nachts aus Königſtein hierher zurück. Am Bahnhof wurde
die Königin vom deutſchen Geſandten begrüßt.
Paris, 1. Febr. General Lyautey, der heute
über Bordeaux nach Caſablanca abgereiſt iſt, erklärte
einem Berichterſtatter, er hätte zwar in Paris noch
man=
cherlei in betreff der Organiſierung des marokkaniſchen
Dienſtes zu tun, aber die gegenwärtige Lage in Marokko
erheiſche ſeine Anweſenheit, denn eine vollſtändige
Frei=
heit in der Leitung ſei unbedingt notwendig. Das Gebiet
der militäriſchen Unternehmungen in
Ma=
rokko habe ſich beträchtlich erweitert, die
Mannſchaftsbe=
ſtände ſeien jedoch nicht vermehrt worden. „Ich verſtehe
die Gründe” fuhr Lyautey fort, „die es der Regierung
verbieten, in einer Periode europäiſcher Spannung der
Armee des Mutterlandes weitere Streitkräfte zu entziehen.
Wenn wir mehr Leute in Marokko hätten, wäre unſere
Auf=
gabe offenbar leichter, aber wir werden auch ſo den
Schwierigkeiten die Stirn bieten können.” Sodann wies
Lyautey auf die Notwendigkeit hin, Marokko mit einem
entſprechenden Hafen auszuſtatten. Frankreich habe nicht
nur den eigenen, ſondern auch den fremden Kaufleuten
egenüber, welche unter dem Mangel eines ſolchen
Ha=
ens ſchwer leiden, Pflichten zu erfüllen. Die Pläne ſeien
fertig und in einem Monat würden die Arbeiten für den
Hafen in Caſablanca zur Submiſſion gelangen.
Paris, 1. Febr. Als Oberſt Guiſe,
Ordonnanz=
offizier des Präſidenten Falliéres, heute mittag auf der
Cours de la Reine ſpazieren ritt, ſcheute das Pferd
vor einem Automobil, ſodaß es in die Höhe ſtieg
und ſich überſchlug. Der Reiter geriet unter das Pferd
und ſchlug mit dem Kopfe gegen die Bordſchwelle. Der
Oberſt wurde ins Militärlazarett Val de Grace gebracht.
Man befürchet, daß er einen Schädelbruch erlitten hat,
Das Pferd war ſofort tot.
Paris, 2. Febr. Nach einer Blättermeldung aus
Madrid hat der ſpaniſche Botſchafter in Paris, Pere=
Caballero deſſen Name anläßlich der Angelegenheit
der Südſpaniſchen Hypothekenbank genannt wurde, ſeine
Entlaſſung eingereicht, welche zweifellos
angenom=
men werden dürfte.
Marſeille, 2. Febr. Die Offiziere des Dampfers
„Kanada” der nach New=York beſtimmt iſt, ſind an
Land gegangen. Sie fordern die Inkraftſetzung des
Reglements für Schiffsoffiziere, das infolge des letzten
Ausſtandes der eingeſchriebenen Seeleute ausgearbeitet
wurde und von den übrigen Schiffsgeſellſchaften
an=
gewendet wird.
Cherbourg, 2. Febr. Aus unbekannter Urſache
brach in dem neuen Torpedobootzerſtörer „Francis
Garnier” während einer Uebungsfahrt Feuer aus. Der
Torpedobootzerſtörer konnte in den Hafen zurückkehren.
Die Beſchädigungen ſind bedeutend
* Bukareſt, 2. Febr. Prinz Eitel Friedrich
von Preußen iſt geſtern abend hier eingetroffen. Am
Bahnhof wurde er vom König, dem Kronprinzen, den
Miniſtern und dem deutſchen Geſandten empfangen.
Spä=
ter fand im königlichen Palais ein Diner in kleinem
Kreiſe ſtatt.
London, 2. Febr. Dr. Danew und die Sekretäre
der bulgariſchen Miſſion ſind heute früh nach Paris
ab=
gereiſt, wo Danew bis zum Dienstag zu bleiben gedenkt.
* Petersburg, 2. Febr. Die Ausarbeitung des
Ent=
wurfs über die Reform der Polizei iſt beendet.
Zur Begutachtung berief der Miniſter des Innern eine
Konferenz der Gouverneure nach Petersburg
Saloniki, 2. Febr. ie ſerbiſchen Behörden in
Monaſtir forderten die Direktion der rumäniſchen
Schule auf, den Unterricht einzuſtellen. Die Serben
gingen in der gleichen Weiſe gegen die bulgariſche Schule
in Iſchtip vor.
* Waſhington, 2. Febr. Der Senat nahm mit
einer Majorität von zwei Dritteln eine Reſolution an,
welche befürwortet, die Amtsdauer des
Präſi=
denten auf ſechs Jahre zu verlängern, eine
Wie=
derwahl jedoch auszuſchließen. Im Laufe der Debatte
wurde darauf hingewieſen, daß dieſe Maßregel ſich gegen
etwaige Beſtrebungen Rooſevelts nach einer dritten
Prä=
ſidentſchaft richtet. Die Reſolution geht jetzt an das
Re=
bräſentantenhaus.
* Waſhington, 2. Febr. Die Geſetzesvorlage über die
Einwanderung, welche die Beſtimmung über das
Mindeſtmaß der Schulbildung enthält, iſt vom Senat
an=
genommen worden und geht dem Präſidenten Taft zur
Unterſchrift zu.
Berlin, 1. Febr. Die preußiſche
Staats=
regierung ließ nun heute im
Abgeordneten=
hauſe ausdrücklich Verwahrung einlegen gegen die
Ueberſchreitung der Zuſtändigkeit des Reichstags
durch die letzte Polendebatte. Der Miniſter des Innern
v. Dallwitz ſchloß ſeine Erklärung an eine Rrde des
Ab=
geordneten Caſſel an und äußerte ſich dabei auch über
die Wahlreform. Der Miniſter führte folgendes
aus:
Wenn der Abgeordnete Caſſel das preußiſche
Land=
tagswahlrecht in Grund und Boden verdammt hat und
lediglich das Reichstagswahlrecht gelten laſſen will, ſo
nimmt er wohl an, daß das Wahlrecht und das
Wählen Selbſtzweck, und daß es gleichgültig ſei,
welche Wirkung in der ſachgemäßen Ausübung der
Ge=
chäfte des Landes es hervorruft, und daß das Wahlrecht,
das der demokratiſchen Tendenz am meiſten entſpricht,
ohne Rückſicht auf die Eigenart der beſonderen
Verhält=
niſſe des Landes den Vorzug verdient. Demgegenüber iſt
doch zu betonen, daß ſelbſt die erbittertſten Gegner des
preußiſchen Wahlrechts nicht im Ernſt beſtreiten wollen,
daß die auf Grund des preußiſchen Wahlrechts gewählten
Vertretungen bisher die Intereſſen des
Lan=
des in ſachlicher und erſprießlicher Weiſe
wahrgenom=
men haben (Lebhafter Beifall der Rechten), und daß ſie
insbeſondere die materiellen und die ideellen Intereſſen
der minderbegüterten Kreiſe der Bevölkerung nach
Kräf=
ten gefördert haben und daß die materielle und ideelle
Ent=
wicklung des Landes auch in der letzten Legislaturperiode
eine hocherfreuliche und günſtige Förderung ſeitens dieſes
auf Grund des preußiſchen Wahlrechts gewählten
Abge=
ordnetenhauſes gefunden hat. (Lebhafter Beifall rechts
und im Zentrum.) Es kann nicht beſtritten werden, daß
man zu einem erheblichen Grad den Wert eines
Wahl=
rechts bemeſſen kann nach den praktiſchen Leiſtungen des
betreffenden Parlaments, und da wird das preußiſche
Wahlrecht nicht ſchlecht abſchneßden. (Beifall rechts.)
Darüber kann doch kein Zweifel ſein, daß die preußiſche
Geſetzgebung bezüglich des Unterrichtsweſens, des
Steuer=
weſens und des Kommunalweſens der Geſetzgebung
an=
derer Länder diesſeits und jenſeits des Ozeans in keiner
Weiſe nachſteht. (Sehr gut! rechts und Widerſpruch links.)
Der Abgeordnete Caſſel hat auf den Verſuch hingewieſen,
einen Gegenſatz zwiſchen dem Staatsſekretär
des Innern und mir zu konſtruieren. Dieſen
Ver=
uch habe ich bereits geſtern zurückgewieſen. Wenn aber
der Abgeordnete Korfanty den Verſuch gemacht hat, die
Einbringung einer Interpellation über die
An=
wendung des preußiſchen Enteignungsgeſetzes im
Reichstage zu rechtfertigen, ſo muß ich im Namen
der preußiſchen Regierung ausdrücklich und mit aller
Ent=
ſchiedenheit erklären, daß dieſer Verſuch die
Zuſtän=
digkeit des Reichstags überſchreitet, daß
lediglich der preußiſche Landtag für die Erörterung
dar=
über zuſtändig iſt, ob ein preußiſches Geſetz zu Recht oder
zu Unrecht angewandt wird. (Sehr richtig! rechts.) J
der Verſuch, eine derartige Erörterung in den Reichstag
hinüberzuſpielen, überſchreitet die Zuſtändigkeit des
Reichstages. (Zuſtimmung rechts und bei den
National=
liberalen.)
HB. Berlin, 1. Febr. Der frühere Botſchafter in
Waſhington, Exzellenz von Holleben, iſt in der letzten
Nacht in ſeiner Wohnung, Kantſtraße 134 in
Charlotten=
burg, im 75. Lebensjahre geſtorben. Herr von
Hol=
leben lag 14 Tage zu Bett. Er hatte eine
Blinddarment=
zündung durchgemacht. Der Tod trat infolge von
Herz=
ſchwäche ein. Der Verſtorbene war unverheiratet.
— Wien, 1. Febr. Die Ankündigung des
Fremden=
blatts von der bevorſtehenden Entſendung des
Prinzen Hohenlohe nach Petersburg
be=
chäftigt die geſamte Preſſe aufs lebhafteſte. Ein Teil der
Blätter ſieht darin ein Zeichen der beginnenden
Ent=
ſpannung oder wenigſtens den Verſuch, eine ſolche
herbei=
zuführen. Das Neue Wiener Tagblatt erfährt von
unter=
richteter Seite dazu, die Entſendung eines kaiſerlichen
Handſchreibens ſei nichts Außergewöhnliches, da es faſt
ſchon ein Herkommen geworden ſei, daß in bewegten
Zei=
ten ein direkter Meinungsaustauſch zwiſchen den
befreun=
deten Herrſchern ſtattfinde. Das Handſchreiben dürfte
ſicherlich in engſter Beziehung zur allgemeinen Lage ſtehen;
ein beſtimmter Fall habe aber nicht den Anlaß geboten.
Der äußere Anlaß für dieſen Akt iſt zweifellos das
Ro=
manowjubiläum. Prinz Hohenlohe, der jüngſte Sohn des
geweſene: Oberſthofmeiſters, iſt der Schwiegerſohn des
Erzherzogs Friedrich und war vor ſeiner Vermählung
mehrere Jahre Militärattaché in Petersburg und dort
persona gratissima.
— Verſailles, 1. Febr. Heute früh iſt der Bandit
Renard enthauptet worden, der nach einem
Ein=
bruch den ihn verfolgenden Gendarmen erſchoſſen und
dann erſt nach dieſem Morde überwältigt und gefeſſelt
werden konnte.
— London, 1. Febr. Eine Anhängerin des
Frauenſtimmrechts zerſchlug im Tower einen
Glaskaſten, in dem ein Orden aufbewahrt wurde. Sie
wurde verhaftet. Der Kenſington=Palaſt, der Hampton
Court=Palaſt und der Holyrood=Palaſt in Edinburgh ſind
für das Publikum geſchloſſen worden, da man weitere
Beſchädigungen befürchtet.
Briefkaſten.
Frau S. G. Wenden Sie ſich an einen Arzt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Der Kinder Freude:
Rizinusöl, der Schrecken der Kinderſtube, erſetzt
durch „Califig”.
Wer erinnert ſich nicht aus den Tagen ſeiner
Kind=
heit, welches Grauen man damals vor dem
geheimnis=
vollen Schränkchen hatte, welches das verhaßte Rizinusöl,
bittere Salze, Pulver, Wurmſamen und ähnliche, den
Ge=
chmacksſinn beleidigende Dinge barg. Die Tage dieſer
unangenehmen, draſtiſchen Mittel ſind aber längſt vorüber.
Man hat gelernt, ſich mehr der Natur anzupaſſen, man
hat aus ihrem reichen Schatze Subſtanzen gewählt, die
zugleich eine wohltuende, beſchwerdeloſe Wirkung und
in ihrer Zuſammenſetzung einen höchſt angenehmen,
aromatiſchen Geſchmack beſitzen.
Wir haben hierbei den ſo beliebten Kaliforniſchen
Feigenſirup „Califig” im Sinne. Wenn heutzutage
Appetitmangel, unruhiger Schlaf, belegte Zunge und
andere Anzeichen auf eine Störung der Verdauung, des
Stuhlganges bei unſeren Kleinen hindeuten, dann ſollte
die fürſorgliche Mutter gleich mit einer Doſis „Califig”
bei der Hand ſein, den alle Kinder ſo gerne nehmen.
Die gründliche, reinigende Wirkung des „Califig” tut
dem zarten Organismus des Kindes ordentlich wohl, und
ſie verurſacht keine Beſchwerden; die natürlichen
Funk=
tionen der Verdauung kommen wieder zur Geltung und
der Kleine iſt in Kürze wieder ſo friſch und munter wie
zuvor. „Ealifig” wird von den Aerzten beſonders in der
Kinderpraxis verwendet — ein Beweis, daß er hier
be=
ſonders am Platze iſt. Aber auch bei Erwachſenen eignet
ſich „Califig” beſtens zur Regelung des Stuhlganges und
Vorbeugung chroniſcher Verſtopfung.
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Man ſchreibt uns: Dr. Thompſon’s
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Waſch=
mittel. Es beſteht in der Hauptſache aus einer Kernſeife
beſter Qualität und enthält, wie die Analyſen feſtgeſtellt
haben, keinerlei Beſtundteile, die ſchädlich auf die Wäſche
wirken könnten. Bei Verwendung von Dr. Thompſon’s
Seifenpulver erhält man ohne Raſenbleiche blendend
weiße Wäſche. Ueber die Anwendung belehrt die jedem
Pakete aufgedruckte Gebrauchsanweiſung. Die Wäſche
erhält durch Dr. Thompſon’s Seifenpulver einen
an=
genehmen, friſchen Geruch. Es eignet ſich auch zum
Reinigen der Hände nach grober, ſchmutziger Arbeit und
zum Scheuern beim Hausputz. Dr. Thompſon’s
Seifen=
pulver iſt zu haben in den meiſten Drogen=,
Kolonial=
waren= und Seifengeſchäften. Man achte auf den
Namen „Dr. Thompſon”und auf die Schutzmarke „Schwan”.
Berichtigung.
In dem Hinweis auf die Beilage der Firma
Wilkes & Co., Aachen, die am 22. Januar
dem Darmſtädter Tagblatt beigelegen hat, heißt es irrtüm
lich: Muſterkollektion von Damenſtoffen, während es
richtig heißen muß: „Die Firma verſendet koſtenlos
und ohne Kaufzwang an Jedermann die aus erſten
Neuheiten beſtehende Muſterkollektion von Herren=
und Damenſtoffen.
(IV,3191,21
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Heute nacht entſchlief ſanft nach langem,
ſchwerem Leiden unſer lieber Gatte, Vater,
Bruder, Onkel und Schwager
(3198
Herr
Otto Friedrich Papst
Hofkutscher i. P.
im 47. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Papst u. Sohn.
Darmſtadt, den 2. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
um 3 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofs aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigten hat es gefallen,
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schweſter und Tante
Frau Henriette Wiesenäcker
geb. Buchhammer
Wartfrau
am Samstag abend 5¾ Uhr, nach längerem
Krankenlager, im Alter von 70 Jahren, in ein
beſſeres Jenſeits abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Schwab.
Darmſtadt, den 2. Februar 1913. (3197
Die Beerdigung findet Dienstag, vormittags
11½ Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Heute früh 8 Uhr verschied plötzlich unser guter, innigstgeliebter Vater,
Grossvater und Schwiegervater
(3184
Herr Buchdruckerei-Besitzer
Hermann Uhde
in nahezu vollendetem 72. Lebensjahre.
Wir bitten um stille Teilnahme.
Marie Uhde, geb. Wagner
Heinrich Dippel und Frau, geb. Uhde
Rudolf Uhde
Karl Uhde und Frau, geb. Zissel
Rudolf Schlösser und Frau, geb. Uhde
und 4 Enkel.
Darmstadt, den 1. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Montag, den 3. Febr., nachm. 4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, statt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Geſtern abend 9½ Uhr entſchlief ſanft nach
längerem Krankenlager unſer lieber Vater,
Schwiegervater und Großvater
(3174
Herr
Rechnungsrat Gustay Teit
im vollendeten 86. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenes:
Familie Georg Veit
„ Fritz Picker.
Darmſtadt, Cöln=Lindenthal,
den 1. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Montag, den 3. Febr.,
nachm. 3 Uhr, vom Trauerhauſe
Friedrichs=
ſtraße 38 aus, ſtatt.
Nachruf.
Heute vormittag 8 Uhr verschied
uner-
wartet infolge Herzschlages unser Senior-
Chef, Herr Buchdruckereibesitzer
Hermann Uhde.
Als leuchtendes Beispiel unermüdlicher
Schaffensfreudigkeit und Tüchtigkeit in
sei-
nem Berufe war er uns stets ein Vorbild
und werden wir ihm ein treues Andenken
bewahren.
(3178
Darmstadt, 1. Februar 1913.
Das Personal
der Firma H. Uhde.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die lieben Worte der
Ver-
ehrung u. die prachtvollen Blumenspenden beim Hinscheiden unserer lieben Mutter
Frau Elisabeth Müller, geb. Schneider
sagen herzlichsten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen,
in deren Namen:
K. Müller, Dipl.-Ing., Architekt.
Darmstadt, Auerbach, Bern, München, den 1. Februar 1913.
(B3192
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Verwandten und Freunden hierdurch die
ſchmerzliche Mitteilung von dem Ableben
unſerer lieben, treuen Schweſter, Schwägerin,
Tante und Großtante
(3196
Frau Emma Martin
geb. Müller
Witwe des kaiserl. Postsekretärs Wilh. Martin.
Darmſtadt u. Metz, den 1. Februar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Profeſſor Hermann Müller,
Marie Martin, geb. Müller,
Emma Müller, geb. Zeller,
Paula Becker, geb. Martin,
Johanna Kühn, geb. Martin,
Lina Martin,
Oberſtabsarzt Dr. Th. Becker,
Apotheker E. Kühn,
nebſt Großneffen u. Großnichten.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
4. Februar, vormittags 11 Uhr; die Einſeg=
¼ Stunde vorher im Hauſe Hochſtr. 28.
nung
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Großh. Hoftheater (Kinder=Vorſtellung), Anfang
Abends
4½ Uhr: „Sneewittchen und die Zwerge‟
8 Uhr (außer Abonnement): Heiterer Faſchingsabend.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone”.
Karnevaliſtiſche Konzerte uſw.: Rheiniſcher
Karneval mit Koſtümfeſt im Hotel „Zur Traube‟.
Café Ernſt Ludwig. — Café=Reſtaurant „Zur Oper”.
Kölniſcher
— Schloß=Café. — Palais=Reſtaurant. —
Hof.
Bilder vom Tage (Auslage: Rheinſtraße 23):
Mah=
mud Schefket verkündet ſelbſt ſeine Ernennung zum
Großweſir; ein Demonſtrationszug der Jungtürken in
Konſtantinopel; Bilder zu den politiſchen Ereigniſſen
in der Türkei; das Wrack des Poſtdampfers „Veroneſe‟
Bilder von der Ankunft des Großherzogspaares in
Schwerin.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 4. Februar.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ober=
Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem
Vizinalweg Nieder=Ramſtadt-Nieder=Modau an der
ſogen. Kreuzſtraße).
Kunſthalle am Rheintor, geöfſnet Wertags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Georo Schmitt
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Männlieh
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erfahr. ältere Köchin, welche auck
Hausarbeit übernimmt:
vollkom=
men ſelbſtändig in der bürgerlichen
Küche, kochen, backen und braten
ſowie Einmachen von Obſt u.
Ge=
müſe. Zeugnisabſchrift.,
Lohnan=
ſprüche zu ſenden an Freifrau
v, Graney, Kiel (Holſtein),
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(2929do
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Herrſchaftsköchin zum 1. Apri
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Vor=
gäng. lange Jahre waren. Hoher
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M
Die
Sub-
direktion
einer erſtklaſſ. Lebens= u. Ausſteuer=
Verſicherung ſucht für Heſſen noch
einige tüchtige Bezirksvertreter
gegen feſten Gehalt, Speſen und
Proviſion. Auch Nicht=Fachleute
können ſich melden. Arheilgen=
Darmſtadt, Darmſtädterſtraße 73,
Telephon 2098.
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Saub., ehrlicher Hausburſche,
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Telephon 1747.
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[ ← ][ ][ → ] Fastnacht-Dienstag, abends 7 Uhr 11 Min.
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(3188)
Karneval
Karneval
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Woog unter grossem Vorantritt des Vorgefolges
sowie des Närrischen Ministeriums und vieler
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geschmücktem Hause:
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Heitere Kunst
Los! Auf den Bummel!
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Hirsch. In Szene gesetzt von Dir. Schwarz.
Vorspiel: Um Mitternacht.
In Hellerau, der Schule rhythmischer Nacktkunst. —
Die grossen Frauen. — Aus guter, alter Zeit. — Wo
ist denn die Christine? — Bärentanz. — Im Mode-
Salon (Wie’s gemacht wird!) — Der Theater-
Habitué. — Mondscheinzauber. — Ariadne auf
Leinwand, verlustspielte Oper von Molly R. Strauss
für den Kino bearbeitet.
Gegen Heigerkeit, mloige Mieingens der
Schlager, werden Austen-Bonbons gratis
verabfolgt!
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Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen.
Preise wie gewöhnlieh, neht erhöht. Vorveriaut
wie bekannt. — Freikartengesuche können keine
— Berücksichtigung finden.
Fastnachtdienstag keine Vorstellung.
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Im gelben Saale Gelegenheit
Grosses Karnevalistisches Konzert.
zum Tanzen.
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Der im Winter-Programm vorgesehene
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soll Dienstag, 18. Februar stattfinden.
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Volksvorstellungen im Grossh. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind in Ausſicht genommen:
Sonntag, den 9. Februar, nachm. 2½ Uhr
(3186
„Der G’wissenswurm‟
Sonntag, den 16. Februar, nachm. 2½ Uhr
„Charleys Tante‟
Sonntag, den 23. Februar, nachm. 2½ Uhr
„Hänsel und Gretel‟
Beſtellungen hierfür können bis jeweils Mittwoch vor jeder
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ſtellung bei den betreffenden Vereinsſtellen u. beim Verkehrs=Büro
Verkehrs-Verein.
gemacht werden.
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Großherzogl. Hoftheater
Montag, den 3. Februar 1913.
Außer Abonnement.
Fünfte Kindervorſtellung
zu Volksvorſtellungspreiſen.
Neu einſtudiert:
Sneewittchen u. die Zwerge.
Eine Komödie für Kinder
in 5 Bildern.
1. Bild: Der Zauberſpiegel.
Perſonen:
Die Königin . . Sofie Heumann
Prinzeß
Sneewitt=
chen, ihre
Stief=
tochter
Käthe Gothe
Der Prinz vom
Goldlande.
Frz. Schneider
Otto, ſ. Begleiter Emil Kroczak
Der Miniſter
Guſtav Semler
Eine Hofdame Agn. Wisthaler
Ein Kammerherr Adolf Klotz
Berthold, e. Jäger Aug. Kräger
Die Stimme deslHel. v. Sonnen=
Zauberſpiegels . thal
2 Bild: Bei den 7 Zwergen.
Perſonen:
Blick,
Pick,
Knick,
Die
Nick,
Strick,
Schick,
3. Bild:
Sneewittchen . . Käthe Gothr
. . . Tilli Aetl
. . . Anna Guerdan
. . . Frieda Herbach
, ,
Erna Jungkurth
. . . Lilli Dobski
. . . Erna Steiger
. . . Erna Stoffer
Die falſche Krämerin.
Perſonen:
Die Königin .
Sofie Heumann
Der Miniſter .
Blick,
Pick,
Knick,
Dick,
Strick,
Schick,
Guſtav Semler
Sneewittchen . . Käthe Gothe
. . Tilli Artl
. . . Anna Guerdan
. . Frieda Herbach
. . . Erna Jungkurth
. . . Lilli Dobski
. . . Erna Steiger
. . . Erna Stoffer
Die Stimme desHel. v. Sonnen=
Zauberſpiegels . thal
4. Bild: Die böſe Obſthändlerin.
Perſonen:
Die Königin .
Sneewittchen . .
Blick,
,
Pick,
, ,
Knick,
:
Dick,
5.
,
Nick,
Strick,
,,
,
Schick,
Die Stimme des) Hel. v. Sonnen=
Sofie Heumann
Käthe Gothe
Tilli Artl
Anna Guerdan
Frieda Herbach
Erna Jungkurth
Lilli Dobski
Erna Steiger
Erna Stoffer
Zauberſpiegels . thal
5. Bild: Sneewittchen’s
Er=
löſung und Brautfahrt.
Perſonen:
. Sofie Heumann
Die Königin .
Der Miniſter .
Guſtav Semler
Der Prinz vom
Frz. Schneider
Goldlande.
Otto, ſ. Begleiter Emil Kroczak
Sneewittchen
Blick,
,
Pick,
,
Knick, (8 .
Dick,
Nick,
T.
Strick,
,
Schick,
. Käthe Gothe
Tilli Artl
. Anna Guerdan
. Frieda Herbach
Erna Jungkurth
Lilli Dobski
Erna Steiger
. Erna Stoffer
Die Stimme desHel. v. Sonnen=
Zauberſpiegels . thal
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ober=
inſpektor Ernſt Schwerdtfeger.
Nach dem 2. Bilde längere Pauſe
Beurlaubt: Käthe Meißner,
Bar=
bara Uttmann.
Anfang 4½ Uhr. Ende 6½ Uhr.
Volksvorſtellungspreiſe.
Roſenmontag, abends 8 Uhr.
Außer Abonnement.
Volksvorſtellungspreiſe.
Heiterer Faſchings=Abend
(Bunte Bühne).
Muſikal. Leitung: Richard Lert
und Erich Kleiber.
Programm:
I. Abteilung:
1. „Roſen aus dem Süden”.
Walzer von Johann Strauß. (Die
Großherzogl. Hofkapelle unter
Lei=
tung von Richard Lert.)
2. „Der Tod des Verräters”,
Parodiſtiſches Terzett von Peter
Cornelius. (Otto Thomſen, Otto
Semper, Auguſt Kräger.)
3. Lieder für Sopran: a) Walzer
aus der Operette „Das Modell”
von Franz von Suppé. b) „Roſen”.
Chanſon von A. Béla Laßky.
(Gertrud Geyersbach.)
4. „Oberbayriſches”, Vortrag von
Hans Baumeiſter.
5. „Der Handſchuh”, humoriſt.
Oratorium von Koch, Edler von
Langentreu. (Gg. Becker, Gg. Weber,
Paul Peterſen, Wilh. Riechmann.)
II. Abteilung:
6. Lieder für Sopran: a) „Das
nüchterne Mädel”, Chanſon von
O. Strauß; b) „Karneval hopſaſa‟.
(Olga Kallenſee.)
7. Thereſina Oſter, als Gaſt.
8. Tanzduett. (Käthe Gothe, Rich.
Jürgas, die Großherz. Hofkapelle,
unter Leitung von Erich Kleiber.)
Anfang 8 Uhr. — Ende 9¾ Uhr.
Nach der 1. Abteilung Pauſe.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 4. Febr. 112. Ab.=Vſt.
D 27. Neu einſtudiert: „Die
Hanna
luſtige Witwe.”
Glawari: Joſefine Becker=Gerder,
Danilowitſch: Bruno Harprecht
vom Berliner Theater, als Gäſte.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 5. Febr. 113. Ab.=Vſt.
B 29. „Mein Freund Teddy.”
— Teddy Kimberley: Br.
Harp=
recht vom Berliner Theater, a. G.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
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thek oder Reſtkaufſchilling
auszu=
leihen. Off. u. D 35 Exp. (*2793fo
M. auf zweite Hppother
2000 auszuleihen.
(*2794fo
Offert. unt. D 14 a. d. Exped,
Bekanntmachung.
Anfrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung während ver
Faſtnachtszeit betreffend.
Nachdem in den letzten Jahren wiederholt Ausſchreitungen an
den Faſtnachtstagen vorgekommen ſind, haben wir uns gleichwie im
verfloſſenen Jahre veranlaßt geſehen, den Polizeiaufſichtsdienſt in
den verkehrsreichſten Straßen der Stadt an den Faſtnachtstagen
zu verſtärken.
Die Beamten ſind mit ſtrengſter Weiſung verſehen, gegen alle
Ausſchreitungen unnachſichtlich vorzugehen.
Alle Verkleidungen, ſowie das Anheften und Verteilen von
bildlichen Darſtellungen, Liedern, Zetteln und dergleichen, welche
gegen die guten Sitten verſtoßen ſind verboten.
Ebenſo iſt das unbefugte Tragen von Militär= und
Beamten=
uniformen unterſagt.
Aus feuerpolizeilichen Gründen muß das Tragen von Laternen,
die mit Spiritus, Petroleum oder ähnlichen leicht entzündlichen=
Flüſſigkeiten geſpeiſt werden, bei Maskenbällen, Aufzügen oder
ähn=
lichen Gelegenheiten verboten werden. In öffentlichen
Verſamm=
lungen, wie insbeſondere Ballſälen und Wirtſchaften, iſt in
an=
betracht der Feuersgefahr das Werfen mit Papierſchlangen,
Papierſchnitzeln oder ſonſtigen feuergefährlichen Gegeuſtänden
unzuläſſig. Außerdem müſſen ſämtliche Ein= und Ausgänge,
ſowie die Korridore im Innern der Räume freigehalten werden
und dürfen nicht durch Tiſche, Stühle, Bänke oder dergleichen
verſtellt werden.
Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, ſowie aus den
Häuſern darf nicht mit Drangen, Aepfeln oder ſonſtigen harten
Gegen=
ſtänden geworfen werden. Beim Werfen mit Papierſchlangen iſt
darauf zu achten, daß die Leitungsdrähte der elektriſchen
Straßen=
bahn nicht damit behängt werden.
Aus geſundheitspolizeilichen Gründen iſt das Aufheben und
Anſammeln von Konfetti oder Papierſchlangen von der Straße,
des=
gleichen das Werfen mit aufgehobenem Konfetti oder Papierſchlangen
nicht zuzulaſſen. Ebenſo iſt der Verkauf und Gebrauch von
Pfauen=
federn und Federwedeln zu beanſtanden. Sollten in letzterer
Rich=
tung Beläſtigungen des Publikums hervortreten, ſo iſt die
Beſchlag=
nahme der Gegenſtände zu gewärtigen
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden auf Grund
der beſtehenden geſetzlichen und verordnungsmäßigen Beſtimmungen
geahndet werden.
Indem wir dies zur Kenntnis des Publikums bringen, richten
wir an die Einwohnerſchaft die Bitte, unſere Polizeiorgane in der
Durchführung der getroffenen Maßnahmen nach Möglichkeit
unter=
ſtützen zu wollen.
Darmſtadt, den 1. Februar 1913.
(3189oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 88,25
77,90
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,30
92,75
3½
do.
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,50
3½
do.
87,10
130
do.
77,60
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,25
do.
3½
87,20
do.
75,75
3 Sächfiſche Rente.
78,75
4 Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 93,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,60
Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 89,00
4 do. Goldrente . . . 91,40
4 do. einheitl. Rente . 84,00
3 Portug. unif. Serie I 63,60
8 do. unſf. Ser. III 6550
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
do. v. 1890 . . 93,20
4
ich,
do. v. 1905 . .
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,70
do. v. 1902 . . . . 90,20
4½ do. v. 1905 . . . . 100,00
3½ Schweden . . . . . . 91,50
4 Serbier amort. v. 1895 81,50
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 87,70
(4 Do. Staatsrente. . . 84,90
Zf.
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5 Argentinier . . . . . . 101,00
86,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,50
4½
do.
92,80
½ Japaner . . . . .
5 Innere Merikaner.. . 93,30
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 85,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,90
3 Buenos Aires Provinz 68,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamd.=Anerila=
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fahrt . . . . . . . 153,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 125,25
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 128,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
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30 Adler=Fahrradwerke
Kleher . . . . . . 607,75
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,70
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,75
12½ Bad. Zucker=
Waz=
häuſel. . . . . . . 199,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 94,50
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 178,25
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . .
. 218,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 166,25
10 Gelſenkirchener . . . . 197,50
9 Harpener . . . . . . . 196,50
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,30
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,10
6 Laurahütte
. . . . . 174½
10 Kaliwerke Aſchersleben —
Weſteregeln 205,00
South Weſt Afriea 126,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. —
½ Nordd. Llond=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,00
Franz=Jofefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Durer
75,00
. „
5 Oeſterr. Stoatsbahn . 102,20
4 Oeſter. Staatsbahn . 93,00
do.
76,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,25
4
do.
76,40
Inpers
½ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,
3 Raab=Oedenburg .
76,10
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,10
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,90
4½ Moskau=Kaſan . . .
de.
88,00
4 Wladichawchas . . . . 88,40
4 Rjäſan Koslow . . ..
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,50
do.
½ Livorneſer .
69,30
3 Salonique=Monaſtir . 62,90
4 Baadadbahn . . . .
80,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,50
4 Miffouri=Paeiſte. . . . 71,10
4 Northern=Paeiſie . . . 99,20
4 Southern=Paciſic . . . 93,80
5 St. Louis und San
Franeiscv. . . . . 83,00
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . .
9½ Berlin. Handelsgef. . 168,50
½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . 256,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . .
120,25
10 Diskonto=Kommandit 189,10
8½ Dresdener Bank . 158,00
½
Frankf. Hypoth.=B. 214,70
6½ Mitteld. Kreditbank 120,60
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,40
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . 138,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,70
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,90
7½ Wiener Bankverein . 133,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50
Zf.
Iußwa,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,00
S. 52 . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . .
.. . 98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . . . . . 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
3½
do.
87,30
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . . —
8½, do.
,Frankfurt . . . . . . . 98,50
3e
do.
86,50
4 Gießen . . . . . . . . 97,50
do.
3½
88,00
Heidelberg . . . . . . —
do.
87,40
4 Karlsruhe . . . . .
96,50
3,
do.
88,30
Magdeburg. . . . . .
t,
do.
2
Mainz . . . . . . . . —
3½,
do.
-
4 Mannheim . . . . . . 97,50
(3½
do.
900
4 München . . . . .
99,30
Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 98,50
do.
87,60
4 Offenbach . . . . . . . 98,10
InPron.
-
3½ Offenbach . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 99,00
3½
95,30
do.
27,45
Worms . . . . .
3½
do.
89,00
4 Liſſaboner v. 1888 . 77,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner „ 100 137,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 112,25
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,80
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
3 Oldenburger . . . . . . 130,40
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
-
Augsburger . . . . . fl.
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Freiburger . . . . Fs.15 —
Mailänder . . . . Fs.45
do.
. . . F8. 10 34,70
Meininger . . . . . fl. 7 35,40
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 467,00
Ungar. Staats . . fl. 100 —
Venediger . . . . Fs. 30 —
Türkiſche . . . . Fs. 400 161,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 16,29
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . . . 20,43
Franzoſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vor=
mittags um 10 Uhr, ſtatt.
(3165
Angeſtelltenverſicherung.
Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat das unten
abgedruckte Merkblatt für die Entrichtung der Beiträge zur
Ange=
ſtelltenverſicherung aufgeſtellt. Ich verweiſe die Arbeitgeber auf den
Inhalt dieſes Merkblattes und empfehle ihnen, ſich die Vordrucke für
die Nachweiſungen nach § 181 des Verſicherungsgeſetzes für
Ange=
ſtellte rechtzeitig zu beſchaffen. Die Nachweiſungen werden in dem
Bureau Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 1, abgegeben.
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
(2158a
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Mueller.
Merkblatt der Reichsverſicherungsauſtalt für die
Entrichtung der Beiträge zur Angeſtelltenverſicherung.
1. Der Arbeitgeber iſt verpflichtet, die Beiträge für ſich und ſeine
Angeſtellten an die Reichsverſicherungsanſtalt zu zahlen (§§ 176,
177 des Geſetzes). Znwiderhandlungen ſind mit Strafe bedroht
(§ 340 a. a. O.).
2. Der Arbeitgeber hat bei der erſten Beitragszahlung —
erſt=
malig alsbald nach Ablauf des Monats Januar 1913 — eine
Nachweiſung (§ 181 a. a. O.) über ſeine
verſicherungspflich=
tigen Angeſtellten und die fälligen Beiträge aufzuſtellen
und vorher oder bei der Einzahlung der Beiträge an die
Reichs=
verſicherungsanſtalt in Berlin=Wilmersdorf, Hohenzollerndamm,
einzuſenden. Hierzu ſind die Vordrucke bei der
Ausgabe=
ſtelle für die Angeſtelltenverſicherung ſeines Sitzes zu
ent=
nehmen. Bis zu 20 Angeſtellten dient der einſeitige Vordruck.
Bei mehr als 20 Angeſtellten kommen mehrere einſeitige
Vor=
drucke oder Einlagevordrucke, die gleichfalls von der
Ausgabe=
ſtelle abgegeben werden, zur Verwendung. In die Nachweiſung
ſind die Angeſtellten in der Reihenfolge der
Gehalts=
klaſſen, mit der Klaſſe A beginnend, einzutragen.
3. Beſchäftigen mehrere Arbeitgeber den Verſicherten
wäh=
rend des Monats (§ 177 a. a. O.), ſo können an Stelle der
Nachweiſe (Nr. 2) Poſtkartenvordrucke benutzt werden, die
gleichfalls von der Ausgabeſtelle ausgehändigt werden.
Statt der Verwendung von Marken hat die
Reichsverſicherungs=
anſtalt mit Zuſtimmung des Reichskanzlers den Poſtſcheckverkehr
für die Beitragseinzahlung für den Fall des § 176 zugelaſſen,
für den Fall des § 177 vorgeſchrieben (ſiehe auch weiter unten
Nr. 8). Hiernach ſind die aus den Nachweiſungen zu 2 und 3
ſich ergebenden Beitragsſummen bis zum 15. des auf den
Mo=
nat, für den die Beiträge zn zahlen ſind, folgenden Monats
dem Konto der Reichsverſicherungsanſtalt bei dem Poſtſcheckamt
in Berlin zu überweiſen. Hierfür ſind beſondere Zahlkarten
und Ueberweiſungsformulare eingeführt, die der Arbeitgeber
bei ſeiner Poſtanſtalt erhält und zweckmäßig frühzeitig abhebt.
Die Erläuterungen zur Ausfüllung und Benutzung ſind auf
der Rückſeite der Formulare angegeben. Auf der Rückſeite der
Abſchnitte findet man eine Kontrollüberſicht, die zur Nachprüfung
der Beitragsſumme dient und auszufüllen iſt.
5. Für Lehrer und Erzieher aller Art, die bei mehreren
Fami=
lien während eines Monats tätig ſind, können die fälligen
Bei=
träge nach vorheriger Anzeige an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt vierteljährlich eingezahlt werden. In dieſem Falle
müſſen die Poſtkartenvordrucke (Nr. 3) benutzt werden.
6, Bei der zweiten und den folgenden Beitragszahlungen müſſen
die Veränderungen angegeben werden, welche die Abweichung
gegen die vorherige Beitragsſumme klarſtellen. Veränderungen
ſind dann gegeben, wenn Angeſtellte
a) aus dem Dienſt ausſcheiden (Abgang)
b) in den Dienſt neu eingeſtellt werden (Zugang);
c) Gehaltsänderungen erfahren, die den Angeſtellten in eine
andere Gehaltsklaſſe bringen.
In den Fällen der Nr. 3 ſind Veränderungsanzeigen einzuſenden:
a) bei monatlicher Beitragszahlung, wenn es ſich um den
Wechſel in der Perſon des Angeſtellten handelt;
b) bei vierteljährlichen Beitragszahlungen (für Lehrer und
Erzieher) nach Ablauf des Kalendervierteljahres vor oder
bei Einzahlung der Beiträge, wenn in einem
Kalender=
monat des Vierteljahrs ein Wechſel in der Perſon des
Angeſtellten oder eine Aenderung in dem gezahlten
Ent=
gelt eintritt.
7. Zu den Veränderungsanzeigen ſind dieſelben Vordrucke
wie für die erſten Meldungen zu verwenden. Die
Verände=
rungen ſind nach der Einteilung zu Nr. 6 unter a (Zugang),
b (Abgang) und e (Gehaltsänderung) geſondert aufzuführen.
Sind keine Veränderungen eingetreten, ſo iſt dieſes durch
Be=
richtigung des auf den Poſtſcheckformularen unter der
Kontroll=
überſicht (Nr. 4) vorgeſehenen Textes zu vermerken. Die
Ver=
änderungsanzeigen ſind vor der nächſten Beitragszahlung,
ſpäteſtens gleichzeitig mit ihr, an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt abzuſenden.
8. Die Einzahlung der Beiträge an die
Reichsverſicherungs=
nſtalt hat der Arbeitgeber in der Verſicherungskarte durch
Eintragung des Beitrags und Beiſchrift ſeines Namens oder
ſeiner Firma handſchriftlich oder durch Stempel zu vermerken.
Arbeitgeber, die bei ſtändig beſchäftigten Angeſtellten (§ 176)
Marken benutzen wollen, können dieſe nach vorheriger
Einzah=
lung der fälligen Beiträge, tunlichſt auf das Poſtſcheckkonto
(Nr. 4), von der Reichsverſicherungsanſtalt beziehen.
9. Arbeitgeber, die Angeſtellte in mehreren Betrieben (Filialen)
an demſelben oder verſchiedenen Orten beſchäftigen, können die
Beiträge von dem Hauptbetrieb aus zahlen; ſie müſſen alsdann
für jeden Betrieb eine beſondere Nachweiſung (§ 181 a. a. O.,
ſ. Nr. 2) an die Reichsverſicherungsanſtalt einreichen.
Stammholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 6. Februar I. J.,
kommen im hieſigen Gemeindewald nachſtehende Holzſortimente zur
Verſteigerung:
1. Eichen=Stämme:
1 Stück von 60 cm Durchmeſſer, 1,23 km enthaltend
50—60
5,66
3,00 „
„ „ 40—50 „
,
,
„ „ 30—40 „
3,93 „
,
1,77 „
5 „ „ 20—30
1.
2. Kiefern=Stämme:
50 cm und mehr Durchmeſſer, 9,25 km enthaltend
4 Stück von
64,68 „
45 „ „ 40—50 „
71,95 „
81 „ „ 30—40 „
6,12 „
12 „ „ 20—30
3. Fichten=Stämme:
1 Stück von 30 cm Durchmeſſer, 0,91 km enthaltend,
Die Zuſammenkunft iſt vormittags 10 Uhr auf der Mörfelder
Straße am Eingang des Waldes. Gedruckte Verzeichniſſe können
von uns bezogen werden.
(II,2671
Kelſterbach, am 23. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Kelſterbach.
Hardt
Lieferung
von Schlachtſcheinen
Die Lieferung des Bedarfs an
Schlachtſcheinen für den ſtädtiſchen
Schlachthof für das Verwaltungs
jahr 1913 ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen
lie=
gen im Stadthaus, Zimmer Nr. 51,
zur Einſicht offen. Eine
Verſen=
dung dieſer Bedingungen findet
nicht ſtatt. Angebote ſind unter
Beifügung von Papiermuſtern bis
ängſtens Montag, den 10. Febr.
I. Js. einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Jan. 1913.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller. (2947ds
Steuer=Erhebung.
Das 5. Ziel der
Gemeinde=
ſteuer für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(1862a
Grabenarbeit.
Die Ausführung eines Grabens
längs der Brunnenſchneiſe (
Ge=
markung Weiterſtadt) ſoll
ver=
dungen werden.
Arbeitsbe
ſchreibungen u. Bedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 7, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
(3171o
abgegeben.
Angebote ſind bis Montag, den
10. Febr. Ifd. Js., vormittags
10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle
einzureichen.
Darmſtadt, 1. Februar 1913.
Tiefbauamt.
Bekanntmachung.
Montag, 10. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Peter Günther
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
35 Grasgarten (Vor=
XIX 91
garten)
Sand=
bergſtraße,
XIX 91¾10 205 Hofreite
Sand=
bergſtr. Nr. 62,
XIX 9170 112
Grab=
garten ldaſelbſt,
74
Gras=
garten
113 Grab=
XIx 92
Sand=
garten berg=
73
Gras=
garten ſtraße,
XIX 92¾/10 212 Hofreite
Sand=
bergſtr. Nr. 64,
XIX 927/10 37 Grasgarten (
Vor=
garten) daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt
zwangs=
weiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen, falls
kein der Schätzung entſprechendes
Gebot eingelegt wird und andere
rechtliche Hinderniſſe nicht
ent=
gegenſtehen.
Darmſtadt, 17. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen.)
K81/12) Frantz. (VI,2163
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute die Firma „Frau
M. Steinbrecher” in Arheilgen
3153
gelöſcht.
Darmſtadt, 28. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Pferdeverkauf!
Mittwoch, den 5. Februar 1913
vormittags 10 Uhr, wird auf dem
Hofe der Train=Kaſerne in
Darm=
ſtadt, Eſchollbrückerſtraße 24, ein
überzähliges Dienſtpferd
öffent=
lich meiſtmietend gegen Barzahlung
(3175
verſteigert.
Train=Bataillon Nr. 18.
Altmaterial.
Ca. 45 Tonnen alte
Straßenbahn=
ſchienen ꝛc. zu vergeben.
Beding=
ungen zu haben gegen Gebühr
(3173oi
von 50 Pfg.
Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G.
Erfinder.
Wir ſuchen lebensfähige
Er=
findungen od. Ideen auf allen
Gebiet. der Technik od. Chemie,
eventl. geg. Barzahlung,
Vor=
ſchuß od. Lizenz. Erfindungen,
welche patentamtlich geſchützt
werden können, finden
Berück=
ichtigung. Prüfung auf
Patent=
fähigkeit koſtenlos. Ingenieur
Henri Krug-Mueller,
För-
ster, Mülhausen 1. E. (I,2177
Darmſtädter Frühjahrsmeſſe 1913.
Für die in der Zeit vom 13. bis 22. April 1913
ſtatt=
findende Frühjahrsmeſſe werden auf Grund eines neuen
Belegungs=
plans vergeben:
I. Auf dem Wege des ſchriftlichen Angebots die
Plätze für Karuſſells und Schaubuden ꝛc., und zwar:
für ein Dampfkaruſſell bis 18 m Durchmeſſer.
2. für zwei Karuſſells oder Schaukeln (ohne Dampfbetrieb)
bis 12 und 15 m Durchmeſſer,
3. für ein Hippodrom oder großes Schaugeſchäft bis 22 m
Durchmeſſer,
4. für einen Kinematographen oder ein Schaugeſchäft bis=
22 m Front und 12—14 m Tiefe (einſchl. Stützen),
5. für mehrere Schaubuden in verſchiedenen Größen,
6. für mehrere Schießbuden und
7. für eine Photographiebude.
Die Bedingungen mit Angebotſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von mir zu beziehen. Sie liegen nebſt dem
Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (Rathaus am Marktplatz)
zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze müſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen
An=
gebotsſcheine und mit der Aufſchrift „Angebot auf Meßplätze”
ver=
ſehen, bis ſpäteſtens
Dienstag, den 25. Februar, vormittags 11 Uhr,
bei dem Unterzeichneten einzureichen.
II. Die ſämtlichen übrigen Plätze werden öffentlich
verſteigert, und zwar:
1. mehrere Plätze für große Zuckerbuden von 8 X 2½ m,
2.
Waffelbuden bis 8 X 4 m,
3. die ſämtlichen Plätze für Verkaufsbuden und
1
Plätze für Geſchirr, Glas und Porzellan.
Die Verſteigerung findet ſtatt am Dienstag, den 18. März,
vormittags 9 Uhr, im oberen Lokal der Turnhalle am Woogsplatz.
Der Meßplan und die Verſteigerungsbedingungen liegen bei‟
dem ſtädtiſchen Marktmeiſter zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 29. Januar 1913.
(3160a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Lieferung
von Fleiſch, Fleiſchwaren, Brot, Milch, Wein, Flaſchenbier,
Mohnöl, Butter, Eiern, Käſe, Mehl, Kaffee, verſchiedenen
Koch=
viktualien, Seife und dergl. mehr für die ſtädtiſche
Pfründner=
anſtalt, das ſtädtiſche Armenhaus und die Stadtarmen,
ſowie des Bedarfs an Kaffee, Kochviktualien, Seife uſw. für das
„Ohlyſtift” in Gräfenhauſen während des
Verwaltungs=
jahres vom 1. April 1913 bis 31. März 1914.
Die Anlieferung des vorbezeichneten Bedarfs ſoll auf dem
Ver=
dingungswege vergeben werden.
Bei allen Gegenſtänden verſteht ſich die Lieferung auf gute
Qualität. Die Lieferungsbedingungen ſind auf unſerem Bureau
(Stadthaus, Zimmer Nr. 21) einzuſehen, wo auch die
Verzeich=
niſſe über Art und Menge der einzelnen Gegenſtände zur Einſicht
bereit liegen und die Angebotsſcheine verabfolgt werden.
Wir laden Lieferungsluſtige ein, ihre verſchloſſenen, mit
be=
züglicher Aufſchrift verſehenen Angebote Donnerstag, den 6. Februar,
vormittags zwiſchen 10 u. 11 Uhr, in den im unteren linken
Haus=
flur des Stadthauſes aufgehängten Kaſten für Verdingungsangebote
einzulegen.
Die Proben ſind innerhalb derſelben Zeit bei dem
Oberver=
walter des Pfründnerhauſes, Frankfurter Straße 35, abzugeben.
Dabei wird bemerkt, daß die Proben nicht mit dem Namen
des Anbieters verſehen ſein dürfen, ſondern lediglich durch ein
Zeichen (Buchſtabe oder Nummer) kenntlich gemacht ſein ſollen, dieſes
Zeichen muß auch in dem Angebot genau enthalten ſein.
Alle Preiſe ſind (unter Nichtberückſichtigung der ſogenannten
Ladenpreiſe) lediglich per Kilogramm bezw. per Liter zu ſtellen, nur
für das Weißbrot wird Angebot auf den Preis von 3 Pfennig per
50 Gramm verlangt.
(2840ms
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
Krapp.
Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 91077 bis 100000 und
Nr. 1 bis einſchließlich Nr. 26018 werden aufgefordert, die
Verſatz=
zeit der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Februar d. J. iſt
die einfache, vom 1. bis 10. März 1913 die doppelte
Verlängerungs=
gebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. März ds. Js. nicht
ver=
längert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. April ds. Js.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. April d. J.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(1084a
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.
Lieferungs-Vergebung.
Für Großh. Provinzialarreſthaus Darmſtadt ſollen vergeben
werden
I. Für die Zeit vom 1. April 1913 bis 15. Oktober 1913: Die
Lieferung von ungefähr: 600 Kilo weißen Bohnen, 800 Kilo
geſpaltenen Erbſen, 600 Kilo Linſen.
II. Für die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914:
Die Lieferung von ungefähr: 3000 Stück Wecken, 900 Kilo
Ochſenfleiſch, 300 Kilo Schweinefleiſch, 500 Kilo
Schweine=
chmalz, 500 Kilo Sackfett, 40 Kilo Speck, 1200 Kilo
Koch=
ſalz, 600 Kilo Gerſte, 600 Kilo Reis, 500 Kilo Gries, 400 Kilo
Gerſtengrütze, 400 Kilo Hafergrütze, 180 Kilo Kaffee,
ge=
röſtet, 400 Kilo Malzkaffee, 200 Kilo Bandnudeln, 3000 Liter
Milch (Vollmilch), 3000 Stück Heringen, 4500 Stück
Hand=
käſen, 300 Kilo weiße Kernſeife, 1200 Kilo weiße
Schmier=
ſeife, 1000 Kilo Soda;
2. der Bezug der Küchenabfälle und der Knochen und Lumpen.
Die in Anlage A des Erlaſſes der Großh. Miniſterien vom
16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend, enthaltenen
Be=
dingungen, ſowie die beſonderen Lieferungs= und Bezugsbedingungen
liegen auf dem Geſchäftszimmer des Großh. Oekonomen,
Runde=
turmſtraße 8, am 10. und 11. Februar 1913, vormittags zwiſchen
9 und 12 Uhr, ſowie nachmittags zwiſchen 3 und 5 Uhr zur
Ein=
ſicht offen.
Angebote und Warenmuſter (letztere getrennt von den
Ange=
boten) ſind verſchloſſen und mit der Aufſchrift: „Zu der am 30. Januar
1913 ausgeſchriebenen Lieferung” verſehen bis Mittwoch, den
26. Februar 1913, vormittags 10 Uhr, in dem Geſchäftszimmer
des Großh. Oekonomen, Rundeturmſtraße 8, niederzulegen.
Zuſchlagsfriſt: 3 Wochen vom 26. Februar 1913 an.
Darmſtadt, den 30. Januar 1913.
Der Großh. Oberſtaatsanwalt.
(3156os
Dr. Zcuar.
Einkaufsgenossenschaft
selbständiger Maler u. Tüncher
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht
Darmstadt, Rheinstrasse 47.
Bilanz per 31. Dezember 1912
ℳ 1₰.
B. Paſſiva:
A. Aktiva:
ℳ 1₰
1. Schulden lt. Auf=
1. Warenbeſtand lt. Auf=
15 395148
ſtellung .
nahme .
9 24602
2. Geſchäftsanteile der
2. Brennmaterialbe=
Genoſſen eingezahlt 115900
401
2 238/36
3. Kaſſabeſtand . . . 1 220/96) 3. Reſervefonds
17305/74) 4. Außerordentlicher
4. Bankguthaben.
352149
Reſervefonds . .
5. Außenſtände lt. Auf=
8 259159
10079/69) 5. Saldogewinn .
ſtellung
6. Mobiliar lt.
Haupt=
buch
614/48
7. Werkzeug und
Ma=
ſchinen lt. Haupt=
62308
buch
8. Stammanteil Darm=
500
ſtädter Volksbank
9. Sparkaſſe=Guthaben 2 115195
10. Geſchäftsanteile bei
der
Zentraleinkaufs=
genoſſenſchaft der
Maler=
Rohſtoffge=
noſſenſchaft.
Deutſch=
lands, e. G. m. b. H.,
400)-
Mannheim
Iialice
142 14 192
Gewinn= u. Verluſt=Rechnung 1912
4 15
Ergebnis:
Aufwand:
ℳ 9
15 854172
1. Waren=Konto.
1. Unkoſten lt. Unkoſten=
13013
7 216106) 2. Zinſen=Konto . .
konto.
2. Abſchreibung vom
222176
Mobiliar
3. Abſchreibung von
Werkzeug und Ma=
286/44
ſchinen
4. Saldo=Gewinn . . . 1 8 259159
15 984185
15 984185
Zahl der Genoſſen am 1. Januar 1912 . 30
31
Neu eingetreten im Jahre 1912.
Ausgetreten im Jahre 1912
35
Zahl der Genoſſen am 1. Januar 1913 .
Das Geſchäftsguthaben hat ſich im Jahre 1912 vermindert um
Mk. 300.—. Die Haftſummen haben ſich im Jahre 1912 vermindert
um Mk. 300.—. Die Geſamthaftſumme beträgt bei 30 Genoſſen
Mk. 15.600.
Der Vorſtand:
J. Weber. (3154
L Hahn.
Gg. Hillgärtner.
Verdingung.
Die Lieferung von
155,25 cbm eichenen Balken,
66,50
Bohlen,
13,66 „ buchenen Bohlen,
53,18 „ kiefernen Balken,
Bohlen,
206,15 „
kantigen Pfählen,
3,90
runden Pfählen,
und 7733,25 lfd. m
ſoll öffentlich vergeben werden. Lieferzeit bis 15. Juni 1913. Die
Verdingungsunterlagen nebſt Angebotbogen können von unſerem
Zentralbureau gegen poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung von 70 Pfg.
(nicht in Briefmarken) bezogen werden.
Angebote ſind unter Verwendung des Verdingungsheftes
poſt=
frei mit der Aufſchrift:
„Angebot auf Lieferung von Hölzern”
bis zum Eröffnungstermin, Freitag, den 28. Februar 1913,
mit=
tags 12 Uhr, hierher einzureichen. Die Oeffnung der Angebote
findet um dieſe Zeit im Saal 72 des Direktionsgebäudes im Beiſein
der etwa erſchienenen Bewerber oder deren Vertreter ſtatt.
Zuſchlagsfriſt: 15. März 1913.
Mainz, den 25. Januar 1913.
(IV,3166
Königl. Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 13. Februar d. Js., nachmittags 1 Uhr,
wird auf hieſigem Bürgermeiſterei=Bureau die Waldjagd der
Ge=
meinde Zeilhard auf weitere ſechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird,
daß die Waldgemarkung unmittelbar an die Bahnſtation Meſſel
an=
grenzt. Bahn Darmſtadt-Aſchaffenburg.
Zeilhard, den 28. Januar 1913.
(II,2995
Großh. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
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Stelle. Poſtkarte gensat.
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Vorſchule des Großh. Realgymnaſtums und der
beiden Großh. Oberrealſchulen zu Darmſtadt.
Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule
für das Oſtern 1913 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Freitag,
den 7. Februar, vorm. von 10—1 Uhr und nachm. von 3—5 Uhr
und Samstag, den 8. Februar, vorm. von 10—1 Uhr im
Direktor=
zimmer des Realgymnaſiums (Eingang durch das Portal am Kapell=
(2938a
platz). Geburts= und Impfſchein iſt vorzulegen.
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geh. Schulrat.
Peſie dn iher dheniſe i. Porataht.
Aufnahme zu Oſtern 1913.
Anmeldungen bitten wir, ſoweit ſie nicht bereits erfolgt ſind,
Donnerstag, den 6. und Freitag, den 7. Februar von 10. bis
1 Uhr im Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (
Karl=
ſtraße 2) zu machen. Dabei ſind Geburtsſchein und Impfſchein
vor=
zulegen.
(2658a
Darmſtadt, 22. Januar 1913.
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.
Hessische
Mandeistenr anstatt
Fernspr. 923, Darmstadt, Rheinstr. 6II.
Schulmässiger Klassenunterricht in allen Handelsfächern.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 8. April.
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Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben
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Neuaufnahme
14. April 1913.
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Es wird bekannt gemacht, daß die
Wiener Hochschule
für Herren= u. Damenſchneider u. Schneiderinnen
am 6. Februar ihren dritten Zufchneidekurſus beginnt.
Anmeldungen werden entgegengenommen in der Reſtauration
zum Gutenberg, Wieſenſtraße 9, Ecke Grafenſtraße, von 4 bis
10 Uhr abends.
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Greichens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
47)
Und da nahm auch der Major in ſeiner milden,
ruhi=
gen Weiſe das Wort, wie er dem Geſagten in jeder
Hin=
ſicht nur beiſtimmen könnte — niemand hätte das Recht,
Margareta in ihren Entſchlüſſen entgegenzutreten, ſelbſt
er, der Vater, nicht — ſie wäre aber nur von ihrem
über=
zarten Empfinden geleitet, das die Entſcheidung bei der
Mutter ihres verſtorbenen Gatten ſuche — und Mrs.
Cat=
lin möchte dieſen Beweis von Gretchens Liebe und
Ver=
trauen würdigen und den ſchönen Freundſchaftsbund nicht
zerſtören, damit ſie ſich ſelbſt nicht eines Glückes beraube,
das ſie bisher ſo hoch geſchätzt!
Dorothea Catlin ſann und ſann.
Man merkte ihr an, wie es in ihr kämpfte — und da
ſtand ſie auf und verließ plötzlich das Zimmer.
Im erſten Augenblick ſchauten die beiden Herren ſich
er
betroffen an — dann hatte der Major begriffen
hatte den Kern von Dorothea Catlins Weſen richtig
er=
kannt, und Ernſt hatte mit ſeinen Worten unbewußr das
Richtige getroffen.
Ihr ewas ausgehrigte Heriſchegeſcht war ſetzt
von dem Appell an ihre Großmut übertroffen.
Außerdem fühlte ſie ſich nicht frei von Schuld. Ernſts
Worte hatten eine wunde Stelle in ihrem Innern berührt!
Sie hatte gewußt, wie krank ihr Sohn war, und trotzdem
hatte ſie das verſchwiegen und beruhigende Auskunft
ge=
geben!
Daß Gretchen ſich durch den Glanz des Goldes nicht
blenden ließ, hatte ſie bald gemerkt — denn ſelten war ihr
ein ſo beſcheidenes, anſpruchsloſes Weſen begegnet, das
von dem ihm ſo plötzlich zugefallenen Reichtum ſo wenig
perſönlichen Gebrauch machte. Sie hatte ſich für den Vater
geopfert, und man war noch froh geweſen, daß alles ſo
günſtig zuſammengetroffen war.
Darüber durfte Dorothea Catlin nicht nachdenken,
wenn ſie jetzt nicht noch erröten wollte.
Sie fand Margareta ſo, wie ſie ſie verlaſſen. Mit
großen traurigen Augen ſtand dieſe am Fenſter, den
blon=
den Kopf tief auf die verſchlungenen Hände geneigt, und
in dieſer Haltung prägte ſich ſo viel Schmerz aus, daß
Dorothea ſeltſam davon ergriffen war.
Margie —
Verwundert wandte ſich Gretchen um — hatte ſie ſich
getäuſcht, oder war ihr Name wirklich jo weich von jenem
Ante ungeſtrechen der darhin aſt eit ſo hnleh,
har=
tes „niemals” für ſie gehabt?
Margie, willſt Du nicht herkommen? Was würdeſt
Du wohl ſagen, wenn ich Dich jetzt zu ihm führte?
Mama, treibe keinen Scherz mit mir — jetzt nicht —,
das könnte ich nimmer vertragen, — faſt wie ein Schrei
rang ſich das von ihren Lippen.
Liebreich legte da die Aeltere den Arm um die
Jüngere.
Nein, Margie, ſagte ſie weich, ich ſcherze nicht! — Ich
ſehe jetzt ein, daß es ein Unrecht iſt, Dir noch länger Dein
Glück vorzuenthalten! Dann faßte ſie Margaretas Rechte
ich will Deinen Wunſch erfüllen und gebe Dit hiermit
Dein Verſprechen zurück, das Du meinem Sohn gegeben
haſt — Du biſt frei, Margareta —, feierlich klangen dieſe
Worte — feſt und ohne zu beben, waren ſie geſprochen.
Mama! — mit einem Jubelruf ſank da Gretchen
nie=
der und barg ihr erglühendes Geſicht in Dorothea
Cat=
lins Kleide.
Sie ſchluchzte heftig — der Uebergang vom Leid zur
Freude war zu unvermittelt geweſen.
Wie ſegnend legte Dorothea ihre Hand auf den
blon=
den Scheitel Margaretas, trotzdem ſich ihr Herz
zuſammen=
zog in Bitteckeit und Weh, — — ihre Augen feuchteten ſich
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912a)
Kein Laden.
beim Anblick dieſes jubelnden Glückes. Sie zog die
Kniende zu ſich empor.
Nun komme, Margie, ich will Dich zu ihm führen
Es war, als ob alles Gretchen blendete, als ſie den
Empfangsſalon betrat — ſie ſchloß die Augen, und wie
im Traume hörte ſie Mrs. Catlin ſagen:
Hier bringe ich Ihnen Ihre Braut, Herr Brand —
Aber es war doch kein Traum — es war beglückende
Wirklichkeit — denn ſie lag an des Geliebten Bruſt und
fühlte ſeine Lippen auf ihrer Stirn.
Dann ließ er ſie. Er trat zu Dorothea Catlin:
Dank Ihnen, gnädige Frau! — Nie werde ich dieſe
Stunde vergeſſen, in der ich aus Ihren Händen mein
Lebensglück empfing.
Tief neigte er ſich über ihre Hand und umſchloß
die=
ſelbe mit feſtem Druck.
Und ſie wußte, daß ſie ſich auf ſein Wort verlaſſen
konute — ein Blick in ſein ehrliches Geſicht und ſeine klaren
Augen ſagte es ihr. — Sie empfand ein frohes Gefühl,
und innere Befriedigung erfüllte ſie — ſie hatte recht
ge=
handelt!
Wenn auch Margareta dem Gatten folgte, ſo wurde
Dorothea Catlin doch nicht wieder einſam — beide waren
durch Dankbarkett an ſie gefeſſelt, und das iſt ein ſtärkeres
Band als das der Pflicht! —
Am Abend ſtand der Mond in ſilberner Klarheit am
Himmel und die Sterne funkelten in glitzernder Pracht,
wie man es im Norden nicht kennt.
Wie flüſſiges Silber tropfte das Mondlicht von den
Zweigen der Bäume und Sträucher; breit lag es auf den
Wegen und Raſenflächen des Gartens und übergoß wie
mit einer Glorie Gretchens holdes Geſicht, die an des
Ge=
liebten Seite langſam dem Meere zuſchritt.
Es war ein zauberhafter Abend — die Luft ſo köſtlich
mild, und ein Blühen und Duften ringsumher, als ob die
Natur ſich im Geben nicht genug tun könnte.
Beider Herzen waren von einem unbeſchreiblichen
Glücksgefühl durchdrungen — nach der ſchweren Zeit des
Leides und des Kummers war ihnen jetzt die Freude
ge=
naht, die förmlich verklärend auf ihren Geſichtern lag.
Mit ſtarken Armen hielt er das junge Weib
umſchlun=
gen, das bebend an ſeinem Herzen lag.
In tiefer Bewegung ſah er in ihre leuchtenden Augen,
aus denen ihm ſo viel Liebe und Seligkeit ſtrahlte.
Mein Weib, mein alles, — hab ich Dich endlich
er=
rungen, flüſterte er, nun halte ich Dich, mein Glück! und
leiſe und andächtig küßte er ſie auf die Augen.
Faſt iſt es mir wie ein Traum, Geliebter, daß Du
bei mir biſt — aibt es denn nur ſo viel Glück?
Ihre langen, dunklen Wimpern lagen kief auf den
roſigen Wangen, und ein ſeliges Lächeln ſchwebte um
ihren Mund.
Margareta war hinreißend in dieſem Augenblick, und
förmlich trunken von ihrem Ausſehen ſtand er da.
Und nun läßt Du mich nicht mehr lange warten, bis
ich Dich heimführen kann, bat er leiſe, wir haben doch ſo
viel an Glück nachzuholen —.
Eine roſige Glut färbte ihr Geſicht, — wenn Du mich
rufſt, Geliebter, ſo komme ich —, und tief ſenkte ſie den
blonden Kopf, während zwei klare Tropfen ſich aus ihren
Augen löſten, die er warm auf ſeiner Hand fühlte.
Du weinſt, mein ſüßes Lieb? — erſchreckt hob er ihr
Köpfchen hoch, was ſehe ich — Tränen?
Da ſchlang ſie die Arme um ſeinen Hals und flüſterte
in ſein Ohr: Tränen des Glückes, mein Ernſt.
Ach, Du Geliebte meiner Sehnſucht, — feſt preßte er
ſic an ſich, und heiß ruhte ſein Mund auf ihrem Munde.
So ſtanden ſie ſelige Minuten, der Welt entrückt.
Leiſe rauſchte das Meer; der Nachtwind wehte durch die
hohen Cypreſſen, und geheimnisvoll raunte er ihnen ein
Lied vom Leben und vom Glück der Liebe zu. — —
En de
Die Meiſterprüfung
haben vor der Prüfungskommiſſion für die Provinz
Starkenburg im Jahre 1912 beſtanden und dadurch
die Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen ſowie zur
Führung des Meiſtertitels in Verbindung mit ihrem
Hand=
werk erworben: Benning, Philipp, Bäckermeiſter zu
Heu=
ſenſtamm. Gilch, Heinrich, Bäckermeiſter zu Wiebelsbach.
Hofmann Johannes, Bäckermeiſter zu Reichelsheim.
Krauß, Peter, Bäckermeiſter zu Bensheim. Wohlfahrt,
Jean, Bäckermeiſter zu Heppenheim. Charnet, Karl. Peter
Buchdruckermeiſter zu Offenbach. Schulz, Sebaſtian,
Buch=
druckermeiſter zu Bensheim. Baum, Sophie,
Damen=
ſchneidermeiſterin zu Darmſtadt. Berk, Sophie,
Damen=
ſchneidermeiſterin zu Groß=Umſtadt. Bert, Eliſabeth,
Damenſchneidermeiſterin zu Darmſtadt. Hahn, Auguſte,
Damenſchneidermeiſterin zu Auerbach. Hartmann,
Eliſa=
beth, Damenſchneidermeiſterin zu Burg=Breuberg.
Hilde=
brand, Cäcilie, Damenſchneidermeiſterin zu Offenbach,
Schäfer, Kätha, Damenſchneidermeiſterin zu Darmſtadt.
Schmidt, Katharina, Damenſchneidermeiſterin zu
Darm=
ſtadt. Weintz, Anna Marie, Damenſchneidermeiſterin zu
Darmſtadt. Wenzel, Flora, Damenſchneidermeiſterin zu
Darmſtadt. Klink, Heinrich, Friſeurmeiſter zu Rüſſelsheim.
Kühn, Adam, Friſeurmeiſter zu Rüſſelsheim. Schäfer
Aug., Friſeurmeiſter zu Darmſtadt. Beike, Karl,
Glaſer=
meiſter zu Seligenſtadt. Geißner, Franz, Maler= und
Lackiermeiſter zu Darmſtadt. Weber, Adam, Maurermeiſter
zu Neu=Iſenburg. Becker, Joh. Jakob, Maſchinen=
Schloſ=
ſermeiſter zu Offenbach. Fay, Philipp, Mechanikermeiſter
zu Offenbach. Schweitzer, Johann, Mechanikermeiſter zu
Stockheim. Joſt, Georg, Metzgermeiſter zu Offenbach.
May, Willy, Metzgermeiſter zu Griesheim. Chantre, Adam,
Portefeuillermeiſter zu Neu=Iſenburg. Dörr, Adam,
Portefeuillermeiſter zu Bürgel. Knipper, Karl gen,
Hein=
rich, Portefeuillermeiſter zu Offenbach. Kopp, Pet. Nikol.,
Portefeuillermeiſter zu Bürgel. Luft, Karl Phil.,
Porte=
feuillermeiſter zu Neu=Iſenburg, Maier, Heinr. Joſef,
Portefeuillermeiſter zu Lämmerſpiel. Gieſecke Karl,
Satt=
lermeiſter zu Darmſtadt. Bickelhaupt, Peter, Sattlermeiſter
zu Jugenheim. Schneider, Joh. Jak., Sattlermeiſter zu
Zwingenberg. Schönhagen, Walter, Tapeziermeiſter zu
Darmſtadt. Bechet, Phil. Konr., Schloſſermeiſter zu
Bickenbach. Hartmann, Heinr., Schloſſermeiſter zu
Spach=
brücken. Heilig, Karl, Schloſſermeiſter zu Darmſtadt.
Kling, Georg, Schloſſermeiſter zu Lampertheim.
Schweins=
berger, Jak., Schloſſermeiſter zu Hergershauſen. Fleck,
Adolf, Schmiedmeiſter zu Darmſtadt. Haas, Joh. Andr.,
Schmiedmeiſter zu Gernsheim. Hetzler, Wilhelm,
Schmied=
meiſter zu Hüttenfeld. Paſtre, Philipp, Schmiedmeiſter zu
Rohrbach. Frey, Chriſtian, Schneidermeiſter zu
Offen=
bach. Itzel, Joh., Schneidermeiſter zu Zipfen. Schäfer VII.,
Chriſtian, Schneidermeiſter zu Sprendlingen. Schambach,
Heinrich, Schneidermeiſter zu Bensheim. Schupp, Johann,
Schneidermeiſter zu Darmſtadt. Beck, Georg Friedr.,
Schreinermeiſter zu Bensheim. Beſt, Heinrich,
Schreiner=
meiſter zu Darmſtadt. Rebenich, Adam, Schreinermeiſter
zu Bickenbach. Röth, Peter, Schreinermeiſter zu
Hammel=
bach. Bauer, Georg, Schuhmachermeiſter zu Sonderbach.
Fuchs, Georg, Schuhmachermeiſter zu Jugenheim. Lutz,
Johannes, Schuhmachermeiſter zu Lengfeld. Speyer,
Gg. Friedr., Schuhmachermeiſter zu Darmſtadt. Tramer,
Adam, Schuhmachermeiſter zu Lampertheim. Becker,
Heinrich, Spengler= und Inſtallateurmeiſter zu Darmſtadt.
Grünheit, Leonhardt, Spengler= und Inſtallateurmeiſter
zu Offenbach. Wamboldt, Karl Otto, Spengler= und
In=
ſtallateurmeiſter zu Darmſtadt. Zſchech, Johs., K. A.,
Steindruckermeiſter zu Offenbach. Trares, Philipp,
Wag=
nermeiſter zu Sonderbach. Rebenich, Guſtav,
Zimmer=
meiſter zu Bickenbach. Lambert, Joh., Weißbinder= und
Lackierermeiſter zu Sonderbach. März, Joh. Phil.,
Weiß=
bindermeiſter zu Zwingenberg. Neymeier, Johann
De=
korationsmalermeiſter zu Bensheim. Schmitt, Georg,
Maler= und Weißbindermeiſter zu Darmſtadt. Baumann,
Joſef, Bäckermeiſter zu Münſter bei Dieburg. Herweck I.,
Bäckermeiſter zu Lampertheim. Pfeifer, Peter,
Friſeur=
meiſter zu Bensheim. Absmaier, Jakob,
Portefeuiller=
meiſter zu Offenbach Ritter, Jak. Joſ.,
Portefeuiller=
meiſter zu Dietesheim Schnauber, Michael,
Schloſſer=
meiſter zu Ober=Ramſtadt. Straub, Adam,
Schmied=
meiſter zu Kirch=Brombach. Sahm Peter Joſef,
Schnei=
dermeiſter zu Hainſtadt. Glober, Peter Andr.,
Spengler=
meiſter zu Dieburg. Erdmann, Johann, Zimmermeiſter zu
Götzenhain.
Landwirtſchaftliches.
Vorſtandsſitzung der
Landwirt=
ſchaftskammer. Unter dem Vorſitz des Herrn
Geheimerat Haas fand am Freitag eine Sitzung des
Vorſtandes der Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen ſtatt. Einem
Antrag des Mitgliedes Henſel entſprechend ſoll bei
Großh. Regierung um Auskunft über den derzeitigen
Be=
ſitz des Domanialgeländes angefragt und ferner angeregt
werden, daß bei Verpachtung von Domanialgelände in
erſter Linie, inſoweit angängig, den Wünſchen kleinerer
Landwirte entſprochen wird. Im Verein mit den
Han=
delskammern und den Handwerkskammern ſoll ein
ſtatiſti=
ſches Handbuch herausgegeben werden, in welchem u. a.
auch diejenigen ſtatiſtiſchen Zahlen Aufnahme finden, die
onſt nicht oder nur ſchwer zugänglich ſind. Mit der
Ein=
ührung der Wirtſchaftsberatung und Prämiierung
klein=
bäuerlicher Betriebe auf Grund von Feldbeſichtigungen
und geführter Buchführung ſoll der Anfang gemacht
wer=
den. Der Obſtbautechniker Behne des
Landwirtſchafts=
kammerausſchuſſes Starkenburg wird für allgemein
techniſche Arbeiten und Beratungen dem Obſt= und Gar=
tenbauverein für die Bergſtraße für zirka 20 Tage im Jahr
gegen Erſtattung der Tagegelder und Reiſekoſten an die
Landwirtſchaftskammer zur Verfügung geſtellt. Der
Vor=
ſtand beſchließt, ſich an der gemeinſamen Neuorganiſation
der Zentralſtelle für Obſtverwertung durch die
Landwirt=
ſchaftskammer für Wiesbaden und Kaſſel zu beteiligen,
und ſollen entſprechende Mittel im Voranſchlag
vorge=
ſehen werden. Zur Weiterführung der von der Großh.
Wein= und Obſtbauſchule ſeither eingeleiteten Verſuche
zur Bekämpfung der Rebſchädlinge werden
die ſeitherigen voranſchlagsmäßigen Mittel auch für 1913
bereitgeſtellt. Dem Verein für Hundefreunde von Mainz
und Umgegend wird zur internationalen Ausſtellung von
Hunden aller Raſſen am 2. Juni 1913 je ein Preis zur
Prämiierung von Schäferhunden und rauhhaarigen
Pin=
ſchern bewilligt. Die Landwirtſchaftskammer wird ſich
bei Großh. Regierung dahin ausſprechen, daß die
Geſtat=
tung des Hütens von Vieh an Sonntag=Vormittagen
bei Reviſion des Feldſtrafgeſetzes in Erwägung
ge=
zogen wird.
Handel und Verkehr.
— Jahresbericht der
Einkaufsgenoſſen=
ſchaft ſelbſtändiger Maler und Tüncher.
In dem ſoeben erſchienenen Bericht heißt es u. a., daß
das Geſchäftsjahr 1912 als ein
in ſeinen
Er=
folgen ſehr erfreuliches bezeichnet werden kann, trotzdem
auch die Mitglieder unter dem allgemeinen
Nieder=
gang im Baugewerbe zu leiden hatten. Während der
Umſatz zurückging, iſt der Gewinn auf Waren trotzdem
nicht weniger, ſondern um Einiges mehr als
1911 geworden. Die im Jahre 1911 getroffene
Einrich=
tung, Oelfarben, mit Ausnahme von Bleiweiß, ſelbſt zu
mahlen, hat ſich ſo gut bewährt, daß man genötigt war,
noch eine dritte Farbmühle aufzuſtellen.
Der Mitgliederſtand iſt mit Ende des Jahres
1912 derſelbe geblieben wie im Jahre zuvor; es ſcheidet
das Mitglied Fr. Müller aus, eingetreten iſt Kollege
Joh. Thomas, ſo daß der Mitgliederſtand Ende 1912
30 iſt. Außer den durch den Aufſichtsrat im Laufe des
Jahres vorgenommenen Reviſionen fand auch am
29. März die geſetzlich vorgeſchriebene Reviſion durch
Herrn Direktor Paech ſtatt. Der Bericht hat zu keinen
Beanſtandungen Veranlaſſung gegeben. Der
Warenum=
ſatz betrug 1912 zuſammen 87308 Mk. 97 Pfg. Der
Waren=
ausgang 1911 96 911 Mk, 87 Pfg., mithin der Umſatz im
Jahre 1912 9603 Mk. 90 Pfg. weniger. Es bleibt ein
Netto=
betrag von 85618,96 Mark, welcher bei Berechnung der
Warendividenden in Betracht kommt. Der Saldogewinn
weiſt laut Bilanz den Betrag von 8259,59 Mark auf. Von
dieſem Saldogewinn gegen zunächſt 10 Prozent an den
Reſervefond, das ſind 825,96 Mark; außerdem ſchlägt der
Aufſichtsrat mit dem Vorſtand vor, dem außerordentlichen
Reſervefond 352,49 Mark zuzuweiſen und ferner dem
Auf=
ſichtsrat und Vorſtand 238 Mark, ſodaß zuſammen 1416,45
Mark überwieſen werden, welche bei Berechnung der
Divi=
denden in Abrechnung kommen. Es verbleiben ſonach für
die Dividenden 6843,14 Mark. Zur Verteilung der
Divi=
denden macht der Aufſichtsrat den Vorſchlag, die
Kapital=
dividenden wieder mit 4 Prozent der Geſchäftsanteile
an=
zuſſetzen, während die Warendividenden ebenfalls, wie im
vorigen Jahre, in drei Abteilungen zerfallen ſollen. Die
erſte Abteilung bilden Gips, Kalk, Zement und alle Oele,
und ſollen mit 3 Prozent vergütet werden; die zweite
Ab=
teilung bilden Lacke und Weiß=Lackfarben, und ſollen mit
11 Prozent (1911: 10 Prozent) vergütet werden; die dritte
Abteilung umfaßt alle übrigen Materialien und
Werk=
zeuge und ſoll mit 8 Prozent (1911: 7 Prozent) vergütet
werden. Der Durchſchnittsprozentſatz iſt 7 Prozent (1911:
6,2 Prozent). Der in Betracht kommende Betrag für die
Dividenden iſt 6617,37 Mark. Die Kapitaldividenden
be=
tragen 4 Prozent von den Geſchäftsanteilen im Betrage
von 15600 Mark — 624 Mark; die Warendividenden der
erſten Abteilung betragen 3 Prozent von 2401,46 Mark
726,04 Mark; die Warendividenden der 2. Abteilung
betragen 11 Prozent von 11 798,18 Mark — 1297,79 Mark;
die Warendividenden der dritten Abteilung betragen
8 Prozent von 49,619,32 Mark — 3969,54 Mark, ſo daß an
Kapital= und Warendividenden 6617,37 Mark zur
Vertei=
lung gelangen.
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bei welchem die Klappe durch eine eingefaßte Oeffnung
des Ueberſchlags hindurchgreift und ſo den Verſchluß
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14. 27. 12. 12. H. 58894. 33b. 538 470. Taſchenbügel
mit Schnappverſchluß. Firma Jakob Mönch, Offenbach
a. M. 2. 1. 13. M. 44673. 33 b. 538 471. Sicherung für
Taſchenbügelverſchlüſſe. Firma Jakob Mönch, Offenbach
a. M. 2. 1. 13. M. 44674. 38e. 538 419. Zigarrenlampe
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58 961.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktiot
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 del
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
An den Vorſtand des Mieter=Vereins, hier!
Wie aus einem Inſerat in dem Tagblatt zu
entneh=
men iſt, führt der Hausbeſitzer=Verein in Darmſtadt
von jetzt ab ſogenannte ſchwarze Liſten, das ſind Liſten,
in welche die Mieter eingetragen werden ſollen, die nach
Anſicht der Hausbeſitzer ſchikanieren, zuviel in der
Wohn=
ung gemacht haben wollen, nicht zufrieden zu ſtellen ſind,
die Miete nicht oder nicht pünktlich zahlen und dergleichen
mehr. Es kann unerörtert bleiben ob die Führung ſolcher
Liſten und die Bekanntgabe der Namen der
angeſchwärz=
en Mieter mit den Anſchauungen über die guten Sitten
in Einklang zu bringen iſt; jedenfalls ſteht ſo viel feſt,
daß nun jeder Mieter in Darmſtadt, der ſich
ſchließlich doch auch nicht gerade alles vom Hausbeſitzer
gefallen laſſen muß, der Gefahr ausgeſetzt iſt, „
ange=
chwärzt” zu werden, ſelbſt wenn er nicht ſchikaniert,
keine unberechtigten Anſprüche an den Hausbeſitzer
ge=
ſtellt und ſtets ſeine Miete pünktlich bezahlt hat. Viele
Mieter wiſſen, daß z. B. durch die Kündigung einer
Wohn=
ung häufig Aerger und Verdruß beim Vermieter eintritt;
insbeſondere iſt dies dann der Fall, wenn die Wohnung
infolge jahrelangen Bewohnens vor anderweitigem
Ver=
mieten ganz oder teilweiſe neu hergerichtet werden muß.
An den Mieter=Verein ſtellen wir hiermit die Bitte, ſich
der Angelegenheit mit Energie anzunehmen und dem
Vorgehen des Hausbeſitzer=Vereins in Darmſtadt wirkſam
entgegenzutreten. Iſt der Mieter=Verein im Beſitze einer
Liſte der Mitglieder des Hausbeſitzer=Vereins? Führt
er auch Liſten über gewiſſe Hausbeſitzer?
Mehrere Mieter.
Literariſches.
Das Sperrprinzip, ſeine Anwendung
zwecks Schaffung von Stimmaterial und Erziehung
menſchlicher Stimme zu Leiſtungsfähigkeit und
Schön=
heit. Allgemeinverſtändliche anatomiſch=phyſiologiſche
Abhandlung von Ernſt Hein: Raven. Verlag:
Heinrich Schroth, vorm. K. Buchner, Hofbuchhandlung,
Darmſtadt. Unter vorſtehendem Titel iſt ein Werk
er=
chienen, das, reich mit anatomiſchen Abbildungen,
Künſt=
lerbildern und Röntgenaufnahmen ausgeſtattet, uns die
klare lichtvolle Erklärung des Sperrprinzips einer
Ent=
deckung des Verfaſſers, bietet. Seine gründlichen
ana=
tomiſchen und phyſiologiſchen Studien, die aus dem
geiſt=
voll und überaus einleuchtend geſchriebenen Buche zutage
treten, ſetzten ihn in den Stand, das Prinzip zu entdecken
und für die menſchliche Stimme nutzbar zu machen. Aus
den eingehenden Beobachtungen und Unterſuchungen, die
Herr Raven bei unſeren Geſangsgrößen, die mit
drama=
tiſchen Stimmen begabt ſind, anſtellte, zieht er die
origi=
nellen und richtigen Schlüſſe, daß dieſe Sänger und
Sän=
gerinnen eine ganz gleichartige Konſtitution beſitzen, wir
alſo mit Fug und Recht von einem „Sängertypus”
ſpre=
chen können. Die ſtimmliche Leiſtungsfähigkeit iſt ſomit
in der Tat durch Konſtitutionseigentumlichkeiten bedingt,
eine Erfahrungstatſache, die an den Beiſpielen zutage
tritt, welche uns im Bilde vorgeführt werden. Daß es
möglich iſt, durch Anwendung des Sperrprinzips andere
geſunde menſchliche Lebeweſen den berühmten und
ſtimm=
begabten Sängern gleichartig und ſo vollwertig zu
machen, daß ſie dieſen in Konſtitution und Funktion
ähneln, beweiſt Herr Raven durch ſich ſelbſt und ſeine
Schüler. Die Belege für die Verbeſſerung der ſtimmlichen
Leiſtungsfähigkeit und Dispoſition ſind ziemlich
zahl=
reich. Auch der Bruſtumfang und der ganze körperliche
Ernährungszuſtand werden hervorragend entwickelt, wie
durch ärztliche Atteſte bezeugt wurde. Daneben iſt aber
auch der ärztlichen Wiſſenſchaft durch die Entdeckung des
Verfaſſers zweifellos ein neuer Weg gebahnt. Es iſt
klar, daß durch die günſtige Beeinfluſſung, die der
menſch=
liche Organismus durch Anwendung des „Sperrprinzips”
rfährt, in hygieniſcher Beziehung ein großer Nutzen
ge=
ſchaffen iſt. Dies iſt, ſo ſchreibt Herr Oberarzt Dr.
Wahl=
man=Wiesbaden, ſchon von vielen Aerzten anerkannt,
und es iſt keine Frage, daß das Sperrprinzip‟. Ernſt
Heinz Ravens neben dem geſanglichen Erfolg auch vom
rein mediziniſchen Standpunkte aus eine große
wiſſen=
ſchaftliche Bedeutung haben wird.
— Almanach des kathol. Klerus
Oeſter=
reichs und Ungarns 1913 iſt ſoeben zum zweiten
Male, beſtehend in vier Teilen, in einem Prachtband
er=
ſchienen. Dieſes in Oeſterreich und Ungarn einzig
da=
ſtehende Spezialadreſſenwerk wurde heuer bedeutend
dadurch erweitert, daß die Poſtſtationen bei
den einzelnen Orten angeführt und ſo dem öſterreichiſchen
als auch dem ungariſchen Teile ein genaues
Ortsverzeich=
nis angegliedert wurde. Außer den öſterreichiſchen und
ungariſchen Diözeſen wurde auch die geſamte katholiſche
Geiſtlichkeit der kroatiſch=ſlavoniſchen Kirchenprovinzen,
ſowie die bosniſch=herzegowiniſchen Diözeſen
aufgenom=
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