Darmstädter Tagblatt 1913


03. Februar 1913

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Inſerake
176. Jahrgang

honatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
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ſtren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bet
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hriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Urgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

hie heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Del Reichstag vertagte ſich bis Mittwoch, den
5Februar.
Inf’ nem offiziöſen Artikel weiſt die Nordd. Allg. Ztg.
dWPolen=Interpellation im Reichstag
ah einen Eingriff in die einzelſtaatlichen
Richte zurück.
Derfrühere deutſche Botſchafter in Waſhing=
n
. Theodor v. Holleben, iſt in Berlin im Alter
vr 75 Jahren geſtorben.
Nachétägigem Aufenthalt im Taunus iſt am Samstag
diſK ön igin Wilhelmina von Königſtein über
Finkfurt a. M. nach den Niederlanden zurückge=
kert
.
Die franzöſiſche Kammer nahm in der Affäre
Pch de Elam eine Tagesordnung an, in der der Re=
frung
das Vertrauen mit 533 gegen
3 (timmen ausgeſprochen wird.

dieſ

Der lrkiſche Generaliſſimus Izzet Paſcha richtete an
allqKorpskommandanten der Armee einen Tages=
beehl
, in dem aufgefordert wird, das Vaterland und
ſtegierung zu verteidigen.

Argeskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
. Fekuar 1813: Kgl. Preuß. Bekanntmachung (d. d. Bres=
laufdie
Bildung von Jäger=Detachements aus Frei=
willen
betreffend, die in der Folge aus allen Ständen.
undlllen Altern herzuſtrömen.

Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Derseburtstag der Befreiungs=
kriege
.

* So wird mit Recht der 3. Februar 1813 ge=
ſannt
, n welchem eine von Hardenberg unterzeichnete
Bekanmachung erſchien, betreffend die Einſtellung von
Freiwigen in die bei den preußiſchen Infanteriebatail=
ſonen
id Kavallerie=Regimentern zu formierenden
Fägerdachements. Der Aufruf richtete ſich an alle die=
ſenigenienſttüchtigen
, aber aus irgendeinem Grunde vom
Militärenſt befreiten jungen Leute, welche ſich ſelbſt
jekleide und beritten machen konnten und nun in einer
hrer Eiehung und ihren ſonſtigen Verhältniſſen ange=
eſſenerForm
Gelegenheit zur Auszeichnung haben, ſo=
pie
dur ihre Bildung und ihren Verſtand befähigt ſein
pllten, gleich, ohne vorherige Dreſſur, gute Dienſte zu
kiſten id demnächſt geſchickte Offiziere und Unteroffiziere
fbzugeb.
Dur dieſen Aufruf, welcher für die Geſchichte des
freußiſen und deutſchen Volkes von höchſter Bedeutung
ſeworde iſt, erlangten die Gedanken und Geſinnungen
in Voliden erſten offiziellen Ausdruck. Mit einer Be=
ſeiſterm
ohnegleichen folgte man ihm, beſonders an
ſen Unirſitäten und den oberen Klaſſen der Gymnaſien;
mſehnlie Summen wurden geſammelt, damit auch un=
kmittel
junge Leute als Freiwillige eintreten konnten.
6s hattnur dieſes Rufes bedurft, um die Flammen zu
ctzünde welche in den Herzen aller Klaſſen der Bevöl=
hrung
gaſt brannten. Das Volk ſtand auf mit einer
ſraft ur einem Willen, wie ſelbſt das klaſſiſche Altertum
lum eiweiſpiel hat. Jede Provinz, jede Stadt, jedes
Jorf, je, Familie, Greiſe, Kinder, Frauen, Arme und
ſeiche 1Eiferten. Es war das Signal zur ſittlichen
Ehebungres ganzen deutſchen Volkes. Der Mut und
de Opfaölligkeit unſerer Väter war um ſo mehr anzu=
ckkennengas
der Feind ſich noch im Lande befand, der
Aohlſtarkvernichtet war. Aber die gemeinſame Not
hitte dießs dahin ſchroff geſchiedenen Stände vereinigt,
de Vorzril des Unterſchieds der Konfeſſionen beſeitig;
die ſittlienſraft im Volke geſtärkt und deſſen Selbſtver=
thuen
ge en. Nun gab es kein Halten mehr, der Drang
zir Befr’g vom fremden Joche ließ ſich nicht länger
endämmgger ward ſtärker und ſtärker, bis es zum
Kiege czu den Uſurpator kam, der jahrelang, unſer
Vterlanßlknechtet hatte, bis ſein Uebermut ihn ſtürzte.
Demn rufe an die Freiwilligen folgten noch weitere
thiglichg ſndgebungen, wie diejenige wegen Einſchrän=
lng
der Fnahmen von der Verpflichtung zum Heeres=
dinſte
, uimi der Beförderung und Verſorgung der Mi=
liſirs
unſergen Tragens der Nationalkokarde ſie alle

bereiteten das Volk vor für die ſchweren Opfer, die ſeiner
noch harrten, ihm aber die Freiheit der deutſchen Nation
brachten.

Reichstag und auswärtige
Politik.

In der Dienstagsſitzung des Reichstages hat
Geheimrat Lehmann die Anfragen beantwortet, die der
Abgeordnete Baſſermann vermutlich im Einvernehmen
mit dem Reichskanzler betreffs mehrerer Angelegen=
heiten
der auswärtigen Politik an die Regierung gerichtet
hatte. Von den drei Fragen des Abgeordneten Baſſer=
mann
, die ausnahmslos Gegenſtände von Belang betra=
fen
, war die wichtigſte die, ob zwiſchen den Mächten der
Tripel=Entente Vereinbarungen über die Abgren=
zung
der gegenſeitigen Intereſſenſphären in der aſiati=
ſchen
Türkei getroffen ſeien. Die Antwort des Ge=
heimrats
Lehmann, daß unzweideutige und vertrauens=
würdige
Erklärungen, die gelegentlich des Meinungsaus=
tauſches
zwiſchen den Großmächten aus Anlaß des Bal=
kankrieges
abgegeben worden ſind, das Vorhandenſein
derartiger Vereinbarungen als ausgeſchloſſen erſcheinen
laſſen, iſt vom Reichstage mit Lachen aufgenommen wor=
den
. Hat hiermit der Reichstag ſeinen Zweifel an der
Glaubwürdigkeit jener Erklärungen bekundet, ſo wird in
der Preſſe dieſe Haltung des Reichstages benützt, um der
Regierung den Vorwurf der Vertrauensſeligkeit zu
machen.
Nach dem Schickſal, das die Statusquo=Erklärungen
der Großmächte gehabt haben, iſt es begreiflich, wenn der
europäiſchen Diplomatie im allgemeinen mit Mißtrauen
begegnet wird. Das Mißtrauen auch auf ſolche Erklärun=
gen
zu erſtrecken, die von verantwortlicher Seite ausdrück=
lich
als unzweideutig und vertrauenswürdig bezeichnet
werden, wird der Kritiker ablehnen dürfen, der jene Er=
klärungen
im Zuſammenhange mit der Kaiſergeburtstags=
Rede des Botſchafters Freiherrn von Wangen=
heim
beurteilt. Freiherr von Wangenheim hat bekannt=
lich
betont: Heute ebenſowenig wie in Zukunft werde
jemand die Hand an Anatolien legen können, wo wir
Lebensintereſſen haben; wenn die Türkei ihre
Zukunft in Kleinaſien ſuche, dann werde dies ein Rühr=
michnichtan
der deutſchen Politik bilden. Solche Feſt=
ſtellungen
des deutſchen Botſchafters am Goldenen Horn
können natürlich nicht erfolgen, ſofern ſie nicht vollſtändig
im Rahmen der deutſchen Orientpolitik liegen und ihr
dienſtbar gemacht werden ſollen. Aus den Feſtſtellungen
des Freiherrn von Wangenheim fällt daher hinreichendes
Licht auf die Umſtände, unter denen die Mächte der Tripel=
Entente die von Geheimrat Lehmann erwähnten Erklärun=
gen
abgegeben haben. Je weniger die Tripel=Entente
im Zweifel darüber ſein kann, daß wir in der aſiatiſchen
Türkei Lebensintereſſen haben, die für uns ein Rühr=
michnichtan
ſind, um ſo vertrauenswerter erſcheinen die
Erklärungen der Entente=Mächte, daß ſie keine Vereinba=
rungen
über die Aufteilung der aſiatiſchen Türkei in
Intereſſenſphären getroffen haben.
Wenn Geheimrat Lehmann mit ſeiner hierauf bezüg=
lichen
Mitteilung keinen Eindruck auf den Reichstag er=
zielte
, ſo trägt die Schuld daran teilweiſe die Regierung
ſelbſt. Der Reichstag iſt es gewohnt, daß wichtige Er=
klärungen
nicht von Kommiſſaren, ſondern von den höch=
ſten
Reichsbeamten ſelbſt abgegeben werden. Den Kom=
miſſaren
, ſo tüchtig ſie ſein mögen, fehlt eben der Nimbus,
der mit den höchſten Aemtern verbunden iſt. Nimmt man
hinzu, daß die kleinen Anfragen wiederholt von einem
Staatsfekretär oder einem Unterſtaatsſekretär beantwortet
worden ſind, ſo iſt es pſychologiſch zu verſtehen, daß der
Reichstag glaubt, eine weniger wertvolle Auskunft zu er=
halten
, ſobald ſie nur durch einen Kommiſſar erteilt wird.
Andererſeits muß die immer häufigere Verwendung von
Kommiſſaren dem Reichstage ſelbſt zur Laſt geſchrieben
werden. In der kurzen Zeit, die ſeit der Einführung
der kleinen Anfragen verſtrich, hat der Reichstag
das neu geſchaffene Inſtrument zu häufig gebraucht, um
erwarten zu können, daß die höchſten Reichsbeamten das
Bedürfnis nach eigener Beantwortung empfinden. Wie
abgegriffen das Inſtrument der kleinen Anfragen ſowohl
dem Reichstage ſelbſt, als auch dem Publikum bereits er=
ſcheint
, hat ſich gerade in der Dienstags=Sitzung des
Reichstages mit handgreiflicher Deutlichkeit gezeigt. Denn
trotz der Wichtigkeit der Anfragen war das hohe Haus
dürftig beſetzt, und auf den Tribünen des Publikums und
der Journaliſten herrſchte eine gähnende Leere. Der
Reichstag ſollte hieran erkennen, daß die Häufung kleiner

Anfragen das Intereſſe an dieſen ebenſo abſtumpft, wie
die ewigen Wiederholungen in den langen Reden die Teil=
nahme
für letztere verringern.

Deutſches Reich.

Ein Erlaß des Kaiſers zur Jahr=
hundertfeier
. Der Kaiſer erſuchte, wie der Reichs=
anzeiger
meldet, den Reichskanzler, folgenden Erlaß zur
öffentlichen Kenntnis zu bringen: Ich habe bei meinem
Eintritt in ein neues Lebensjahr wiederum zahlreiche
Glück= und Segenswünſche von Gemeinden, Vereinen,
Korporationen und einzelnen Patrioten erhalten. In al=
len
Kreiſen des deutſchen Volkes im In= und Auslande
iſt man bemüht geweſen, mich durch Kundgebungen herz=
licher
Teilnahme und treuer Anhänglichkeit zu erfreuen.
Mein Geburtstag leitete in dieſem Jahre eine Reihe von
Gedenktagen ein, die uns die Begebenheiten der natio=
nalen
Erhebung Preußens vor hundert Jahren wieder
lebhaft vor Augen führen. Beim Rückblick auf jene Zeit
größter Not und höchſten Ruhmes erkennen wir mit Be=
wunderung
, was ein Volk zu vollbringen vermag, deſſen
Vertrauen auf Gott für König und Vaterland, Freiheit
und Ehre auch das Letzte einſetzt, was ihm an Gut und
Blut geblieben iſt. Möge dieſe Erinnerung an die Ver=
gangenheit
dazu beitragen, uns ſtets gegenwärtig zu hal=
ten
, was wir dem Vaterland ſchulden und uns anſpornen,
bei den unſerer Generation von der Vorſehung geſtellten
Aufgaben die gleiche Treue, Opferfreudigkeit und Ein=
mütigkeit
zu betätigen, wie es vor hundert Jahren von
unſeren Vätern geſchehen iſt. Mit dieſem Wünſche möchte
ich das deutſche Volk in die bevorſtehenden, patriotiſchen
Gedenktage geleiten. Allen denen aber, welche mir in die=
ſen
Tagen ihre vertrauensvolle Liebe und Anhänglichkeit
bezeugt haben, möchte ich meinen Dank ausſprechen.
Die Reichstagskommiſſion für die
Konkurrenzklauſel führte die allgemeine Be=
ſprechung
weiter. Es handelte ſich faſt ausſchließlich um
die Frage, ob ein glattes Verbot der Konkurrenzklauſel
für die Handlungsgehilfen erfolgen könne oder nicht. Der
Regierungsvertreter gab auf ausdrückliche Anfrage noch
einmal die Erklärung ab, daß die bisherigen Verſuche,
das Verbot der Klauſel zu begründen, nicht überzeugen
könnten und daß die verbündeten Regierungen beſtimmt
die Vorlage zurückziehen würden, falls die Kommiſſion
ein ſolches Verbot beſchließen ſollte. Der Abgeordnete
Behrens zog ſchließlich ſeinen Verbotsantrag zurück und
wollte ihn am Schluß der erſten Leſung wieder einbringen.
Die Sozialdemokraten aber hielten ihren gleichgerichte=
ten
Antrag aufrecht. Er wurde mit zehn gegen acht Stim=
men
abgelehnt. Mit den ſechs Sozialdemokraten ſtimmte
der Abgeordnete Behrens und der Nationalliberale Mar=
quart
, der Verbandsſekretär des Verbandes deutſcher
Handlungsgehilfen in Leipzig, für das Verbot.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstages beſchloß, die Wahl des Abgeordneten
Pachnicke (Fortſchr. Volkspt.) zu beanſtanden.
Die Verhandlungen der Fleiſch= En=
quete
=Kommiſſion. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt:
Die Fleiſch=Enquete=Kommiſſion ſetzte unter dem Vor=
ſitz
des Staatsſetretars Delbrück die Verhandlungen fort.
Bei den derzeitigen und den folgenden Verhandlungen
der Kommiſſion handelt es ſich um Vernehmung der aus
allen beteiligten Kreiſen Landwirtſchaft, Handel und
Fleiſchergewerbe benannten 180 Sachverſtändigen aus
den verſchiedenſten Teilen des Reiches. Gegenüber Aeuße=
rungen
, daß die Kommiſſion zu langſam arbeite, muß
immer wieder hervorgehoben werden, daß es von vorn=
herein
nicht Aufgabe der Kommiſſion ſein konnte, Maß=
nahmen
zur Behebung der augenblicklichen Teuexung zu
beſchließen. Die Kommiſſion hat vielmehr ganz beſtimmte
Fragen zu erörtern, von deren Klärung weitere: Ent=
ſchließungen
erſt abhängen ſollen. Während augenblick=
lich
die Sachverſtändigen aus dem Verſorgungsgebiet
Berlins zu Worte kommen, werden zu den nächſten Sitzun=
gen
Gruppen von Sachverſtändigen aus anderen Teilen
Der Zweck der
des Reichsgebietes eingeladen werden.
Anhörung der Sachverſtändigen iſt, den Mitgliedern der
Kommiſſion und den Vertretern der Regierungen Ge=
legenheit
zu geben, ſich auf Grund des lebhaften Meinungs=
austauſches
ein vollſtändiges obiektives Bild über alle
einſchlägigen Fragen zu verſchaffen. Beſchlüſſe werden
dabei nicht gefaßt, wohl aber iſt den Sachverſtändigen,
die in ihrer weitaus größten Mehrzahl Männer des
praktiſchen Lebens ſind, in umfaſſender Weiſe Gelegen=
heit
geboten. Wünſche und Anregungen zu den einſchlä=
gigen
Fragen zu äußern Am Vormittag der letzten
Sitzung wurde das geſchäftliche Verfahren der Waren=
häuſer
beim Fleiſchverkauf, insbeſondere auch die dort
durchgeführte Barzahlung gegenüber der im Detailver=
kehr
vom Bublikum in weitem Umfange beanſpruchten
Kreditgewährung, in allen Einzelheiten beſprochen. Nach=
mittaas
wurde über Statiſtiken, ſowie über das geſamte

[ ][  ][ ]

Nachrichtenweſen und das Zuſtandekommen der Zahlen
für die Fleiſchpreiſe verhandelt. Heute wird das Ein=
greifen
der Kommunen in die Organiſation des Fleiſch=
verkaufs
erörtert. Nach Abſchluß der Sachverſtändigen=
vernehmung
wird in einer Schlußſitzung der Kommiſſion
ohne Zuziehung der Sachverſtändigen eine Beſprechung
über den Geſamteindruck herbeigeführt und dabei auch
über die Verwertung des umfangreichen Materials Be=
ſchluß
gefaßt werden.
Die Fahrkartenſteuer. In der Sitzung
der Budgetkommiſſion des Reichstages erklärte Reichs=
ſchatzſekretär
Kühn, auf den Ertrag von 20 Millionen
der Fahrkartenſteuer im Intereſſe der Allgemeinheit nicht
verzichten zu können. Vielleicht könne verſucht werden,
eine Reform herbeizuführen, die die Einnahmen nicht be=
einträchtige
.
Wahlen zur Hamburger Bürger=
ſchaft
. Nach den letzten vorläufigen Berechnungen er=
hielten
bei der halbſchichtigen Erneuerungswahl zur Bür=
gerſchaft
die Parteien der Rechten zuſammen 18, die Ver=
einigten
Liberalen 8 und die Sozialdemokraten 10 Sitze.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Freundſchaftliche Beziehungen zwi=
ſchen
den Höfen von Wien und Peters=
burg
. Das Wiener Fremdenblatt ſchreibt: Oberſt=
leutnant
Gottfried Prinz Hohenlohe begibt ſich in den
nächſten Tagen als Träger eines Handſchreibens des Kai=
ſers
an den Zaren nach Petersburg. Der direkte Verkehr
zwiſchen den beiden Monarchen entſpricht den freundſchaft=
lichen
Beziehungen, welche zwiſchen den Höfen von Wien
und Petersburg beſteht.
Frankreich.
Der Fall du Paty de Clam in der fran=
zöſiſchen
Kammer. In der Deputiertenkammer
interpellierte der Abg. Violette den Kriegsminiſter Etienne
wegen der Wiedereinſtellung des Oberſtleutnants du Paty
de Clam.
Er erinnerte an die Rolle, die du Paty de Clam in
der Dreyfus=Affäre geſpielt hat und fragte, ob dieſe
Wiedereinſtellung ein beſonderer Fall ſei oder ob weitere
analoge Maßnahmen beabſichtigt ſeien. Der frühere
Kriegsminiſter Millerand erklärte unter allgemeiner
Aufmerkſamkeit des Hauſes, es ſei Ehrenſache für den
Kriegsminiſter geweſen, deſſen elementare Pflicht es ſei,
den Untergebenen jederzeit das Beiſpiel gewiſſenhafter
Achtung vor dem gegebenen Wort zu geben. Millerand
gab ſodann einen Ueberblick über die Geſchichte der
Wiedereinſtellung du Paty de Clams vom 27. Juni 1911
an. Da der Ausſchuß, der über die Angelegenheit zu ent=
ſcheiden
hatte, erkannte, daß in den Akten du Paty de
Clams zu deſſen Nachteil ein ſehr weſentlicher Irrtum
unterlaufen ſei erfolgte die Wiedereinſtellung auf dem
gewöhnlichen Wege. Die perſönlichen Sympathien hätten
bei einer Entſcheidung in einer Ehrenfrage nicht mitzu=
ſprechen
. Der frühere Kriegsminiſter Meſſimy nahm
Millerands Platz auf der Tribüne ein und erklärte, er
bedauere, daß dieſer ſeit einem Jahre nicht mit ihm über
die Frage du Paty de Clams ſich unterhalten habe. Seine
(Meſſimys) Ausführungen würden ſeinen Standpunkt ge=
ändert
haben. Abg. Painlevé forderte den Miniſter auf,
die republikaniſche Partei zu beruhigen. Jaurés ver=
ſpottete
die Kriegsminiſter, welche, um die öffentliche Mei=
nung
zu beruhigen, die verſchleierte Dame wieder an die
Spitze der franzöſiſchen Armee hätten ſtellen wollen, und
gab ſodann ſeinem lebhafteſten Erſtaunen Ausdruck, daß
man du Paty de Clam gegenüber eine Verpflichtung auf
Wiedereinſtellung eingehen konnte. Der Wiedereintritt
du Paty de Clams ſei ein Affront für die Armee und für
Frankreich. Kriegsminiſter Etienne antwortete kurz, er
habe nur die Haltung eines höheren Offiziers zu beur=
teilen
, der, nachdem ihm eine außerordentliche Gunſt zu=
teil
geworden ſei, ſich ſpäter nicht geſcheut habe, ſich in
maßloſen Ausdrücken über die Chefs der Armee zu ergehen.
Daher habe er (Etienne) zur Ehre der franzöſiſchen Armee
nicht gezögert, zu entſcheiden, daß dieſes Vergehen beſtraft
werde. Seine Haltung werde Billigung finden. Nie=
mand
hier werde es wagen, zu fordern, daß dieſem Offi=
zier
das Wiedereinſtellungspattent ausgefolgt werde.
(Lang anhaltender Beifall auf der Linken.)
Darauf wurde die einfache Tagesordnung vorgeſchla=
gen
, deren Annahme Briand im Namen der Regierung
ablehnte. Er werde nur die Tagesordnung annehmen,
welche ſeine Erklärungen billige. Alsdann wurde unter

dem Beifall der Linken die Tagesordnung mit 533 gegen
3 Stimmen angenommen, nachdem die einfache Tages=
ordnung
mit 466 gegen 61 Stimmen abgelehnt wor=
den
war.
Spanien.
Eine Erklärung des Minkſteriums be=
ſagt
, daß das Kabinett ſich hauptſächlich mit wirtſchaft=
lichen
Problemen befaſſen werde, ferner ein Arbeitsmini=
ſterium
ſchaffen, das obligatoriſche Schiedsgericht für die
Arbeiterfragen prüfen, die Beziehungen zu den befreun=
deten
Nationen feſter knüpfen und die ſpaniſche Expanſion
in Marokko betreiben werde. Es werde ferner das Heer
reorganiſieren, die Kolonialarmee ſchaffen und eine Po=
litik
treiben, die den königstreuen Elementen erlaubt, an
der friedlichen Neubelebung Spaniens mitzuarbeiten.
China.
Die Sechsmächte=Anleihe. Wie das Reu=
terſche
Bureau erfährt, haben die Geſandten der ſechs
Mächte nach ihrer letzten Zuſammenkunft dem chineſi=
chen
Auswärtigen Amt den Entwurf einer Denkſchrift
übermittelt, welche die chineſiſche Regierung auf Wunſch
der Mächte in die an die ſechs Mächte zu richtende Note
aufnehmen ſoll. Die Denkſchrift enthält die endgültige
Verpflichtung, drei ausländiſche Beiräte in der Verwal=
tung
der Salzzölle, im Rechnungsdepartement und im
Anleihedepartement zu ernennen. Der Anleihevertrag
ſetzt einen Zinsfuß von 5½ Prozent feſt und iſt in fünf=
zehn
Jahren al pari konvertierbar.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 3. Februar.
Vom alten Bahnhof.
m Vor dem alten Stationsgebäude der Main= Neckar=
bahn
iſt ſeit einiger Zeit eine intereſſante Maſchine mit
dem Abheben der ſeitherigen Fußſteige zwiſchen den alten
Gleislagern beſchäftigt. Mit ſpielender Leichtigkeit nimmt
der Schöpfbagger mit einem ſtarken aus Eiſen hergeſtell=
ten
walzenförmigen Tonnenſchöpfer die Sandmaſſen gierig
in ſich auf, hebt ſie ſchwebend in die Höhe und läßt, ſich
nach dem Eiſenbahnwagen drehend, die Erdmaſſen durch
ſeinen ſich automatiſch öffnenden Boden mit großer Ge=
nauigkeit
in die Waggons fallen. Das Material dient
zum Anſchütten beim Bahnhofsumbau in Babenhauſen.
Da auf dem obengenannten Platze noch gewaltige Men=
gen
von Erde entfernt werden müſſen, iſt es nur erklär=
lich
, daß der Straßendurchbruch Bismarckſtraße- Dorn=
heimer
Weg vorerſt noch ruhen muß. Wenn die abzu=
hebende
Erde alle entfernt iſt, können die zum Erd=
transport
nötigen Geleiſe weggenommen und der ange=
fangene
Durchbruch raſch vollendet werden. Ein altes
Gebäude verſchwindet nach dem andern auf dem alten
Bahnhof. Dieſe Arbeiten nähern ſich raſch ihrem Ende,
während das Abbrechen der alten eiſernen Fußſteigbe=
dachungen
Schwierigkeiten verurſacht und längere Zeit
erfordert. Es iſt ſehenswert, den Dampfkran bei ſeiner
Arbeit zu beobachten. Sein jetziger Standort bietet hier=
zu
bequeme Gelegenheit. Man weiß nicht, was man
mehr bewundern ſoll die Kraft und Manövrierfähigkeit
der Maſchine oder die Intelligenz der Ingenieure. Ir
kaum zwei Minuten iſt ein Eiſenbahnwagen mit Erde
gefüllt. Das Niederſtürzen der Erdmaſſen aus dem
Schöpfer in die Wagen läßt dieſe in ihren ſtarken Fe=
dern
erheblich ſchwanken. Drei Schöpfer voll Erde ge=
nügen
, um dem Waggon ſeine gehörige Laſt zuzuführen.
Iſt die Erde auf acht bis zehn Meter Entfernung abge=
hoben
, ſo nimmt der Bagger mit eiſernen Zähnen das
hinter ihm liegende Stück des eigenen Gleiſes und bringt
es im Schwunge vor ſich, wo es dem Gleiſe, auf dem
der Bagger eben ruht, eingefügt und ſo zum Vordringen
der Maſchine nutzbar gemacht wird. Eine Rangier=
maſchine
ſchiebt die leeren Waggons fortwährend vor den
Bagger, damit deſſen gewaltige Arbeit keine Unter=
brechung
erleidet. Eine ungeheure Arbeit iſt zu bewäl=
tigen
. Fordert doch der hohe Damm, der bei Babenhauſen
aufgeſchüttet wird, nicht weniger als eine Million Kubik=
meter
Erde, wozu nicht nur die aufgeſchüttete Erde in den
Bahnhöfen, ſondern auch der alte Odenwalddamm durch
die Maſchine abgehoben werden müſſen, ohne ganz das
verlangte Material von hier aus liefern zu können Der
Unternehmer erhält für das Abheben 29 Pfennig für
einen Kubikmeter Erde.

* Zum Beſuch des Großherzogspaares am 6
Hof. Aus Anlaß des Antrittsbeſuches, den di
herzogspaar dem Großherzoglichen Hof von Mea
Schwerin abgeſtattet, fand in Schwerin eine Rei
zender höfiſcher Feſtlichkeiten ſtatt an denen die
Großherzogspaare teilnahmen. Bei dieſer Geleg
rat wieder die alte Schweriner Leibwache in Fung
Infolge der Militärübereinkunft mit Preußen
9. Dezember 1872 beſitzt das Großherzogtum Meckl
burg=Schwerin ebenſowenig wie die anderen norddet
ſchen Mittel= und Kleinſtaaten eigene Truppen mit eiger
Uniformen. Bei beſonders feſtlichen Anläſſen aber 1
gibt ſich der Großherzog mit einer glänzend uniformier
Leibwache. Auch diesmal bekamen die Schweriner d 4
ſtattliche Paradetruppe zu ſehen, deren Erſcheinung 1
längſt vergangene Zeiten der Landesgeſchichte erinr t1
Die Bevölkerung der Hauptſtadt erfreute ſich des glän u
den Schauſpiels, das ihr die Hoffeſtlichkeiten boten, fi
jubelte ihrem Großherzogspaare und ſeinen heſſi’ſe
Gäſten überall begeiſtert zu, wo ſich die Fürſtlichk
öffentlich zeigten. Gleich der Empfang des heſſiz=
Großherzogspaares auf dem Schweriner Bahnhof
Anlaß zu freundlichen Ovationen der Menge.
Erledigte Stellen. Die mit einem eve
liſchen Lehrer zu beſetzende erſte Lehrerſtelle an der-,
meindeſchule zu Schönberg, Kreis Bensheim.
der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden. Dem
Fürſten und Grafen zu Erbach=Schönberg ſtehten
Zwei Lehrerſtellen ang
Präſentationsrecht zu.
evangeliſchen Schule zu Lampertheim, Kreis Nr
heim. Die Oberförſtereien Beſſungen und Ni
vom 1. April d. Js. aft.
d
Doktor=Ingenieurprüfung. Der Diplom=Ing
Erich Stephan aus Eiſenberg hat ſich am 31. J ur
dieſes Jahres an der hieſigen Techniſchen Hochſchu ar
mündlichen Doktor=Ingenieur=Prürſer
im Ingenieur=Fach unterzogen und mit Auszeick,ng
beſtanden.
ng‟
Jugendtag in Darmſtadt. Das Großh.
ſterium des Innern, Abteilung für Schulangelegeieini=
hat
auf Antrag des Landesausſchuſſes von Asten,
deutſchland genehmigt, daß denjenigen Lehrteg
den am 19. Februar ſtattfindenden Jugendti die
ſuchen wollen, der hierzu erforderliche Urlaub ibe=
verde
. Der Jugendtag bringt eine Reihe von Vorb eilt
die ſich mit der Körperpflege, dem Seelenleb’en,
Jugend, den Pflichten von Staat und Gemeinde, der
Jugendpflege und den ſeitherigen Erfahrungen auf der
Gebiete beſchäftigen. Die Tagung beginnt vor eſem
0½ Uhr im Städtiſchen Saalbau. Alle Freuf zags
Bundes Jungdeutſchland ſind dazu willkomme des
Gründung eines Impfzwanggegner=
Darmſtadt. Schriftſteller Wegener aus iteins
furt a. M. hielt hier ſeinen erſten Vortrag, in de eank=
wenigen
Zügen die Grundgedanken, die der ISir in
zugrunde liegen, klarlegte und darauf ſeinen geg
ſung
Standpunkt beleuchtete. Er erklärte ausdrücklluſchen
nicht ſo ſehr gegen die Impfung ſelbſt, als gelg ſich
ungeſetzlich ausgeübten Zwang zu wenden. Er
den
harten Gewiſſenszwang beſeitigt wiſſen. Der den
war die Einzeichnung einer großen Reihe von ? rfolg
den als Mitglieder des nunmehr gegründeten eſen=
zwanggegner
=Vereins Darmſtadt.
pf=
V. V. Volksvorſtellungen. Auf die nächſte
tags=Nachmittags=Volksvorſtellungen im Gro ſonn=
theater
machen wir auch an dieſer Stelle beſonf!
Hof=
merkſam
.
* Die Uhren an dem ehemaligen Ludwigig auf=
Man ſchreibt uns: Auf Veranlaſſung des Bezi hnhof.
Innenſtadt wurde der Möbelfabrikant Gg. Ehr ereins
der Eiſenbahndirektion Mainz bittend vorſtellig, dt bei
Uhren auf dem alten Bahnhof der früheren Luksch die
wieder anbringen zu laſſen. Es wurde ihm d sbahn
erteilt, daß die Uhren in 4 bis 6 Wochen wieder Guſage
werden ſollen, da ſie vorher erſt wieder in Stt ebracht=
werden
müßten. Das Entgegenkommen der geſetzt
Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion
Lönigl.
dankbar empfunden worden.
inz iſt
* Roſenmontags=Feſtvorſtellung im Orpheu
bend (Roſenmontag) findet im närriſchen tn Heute
Orpheum wiederum die zu Ehren des Prinzengztheater
der in der Woogsreſidenz zum Beſuche ſeinet rneval,
angekommen iſt, veranſtaltete prunkvolle Betreuen
montags=Feſtvorſtellung ſtatt, zu etloſen=
Karneval mit ſeinem glänzenden Gefolge erſchſd Prinz
Dieſe Feſtvorſtellung wiederum zu einem dit wird.
der Faſchingsfreuden zu geſtalten und zu einer, nzpunkt
punkt aller derjenigen, die eine frohſinnig ammel=
lieben
, iſt Sorge getragen, und iſt ein frokzuſtigkeit
Abend ſchon durch die heitere Künſtlerſchar i gnügter
dener Belvedere geſichert. Pünktlich 8.11 Uhrch Dres=
närriſche
Hoheit mit dem großen Rat der Kaiſgird die
ſchaft Narrhalla unter Fanfarengeſchmetter
Klängen der karnevaliſtiſchen Nationalhymne nülgeſell=
den

Himmelserſcheinungen im
Februar.

AK. Um mehr als neun Bogengrade ſteigt die
Sonne in ihrer ſcheinbaren Jahresbahn im Monat
Februar zum Norden empor. Ihre Deklination betrug
am 1. noch 17 11' 58.9, während ſie ſich am 28. auf
8 5 48.1 vermindert haben wird. Da ſie am Winter=
ſolſtitium
, dem 22. Dezember 1912, 23% 27' betrug,
nimmt ſie bis zum 28. Februar insgeſamt 15 21' ab.
Die Mittagshöhen der Sonne wachſen dementſpre=
chend
im Februar für den Parallel von 54 (Norddeutſ.
land) von 18 48' am 1. bis auf 27 54' am 28., für den
Parallel von 51 (Mitteldeutſchland) von 21 48 am 1.
bis auf 30 54 am 28. und für den Parallel von 48 ( Süd=
deutſchland
und Oeſterreich, etwa um die Breite von
Wien) von 24 48 am 1. bis auf 33 54' am 28. Die
Tagesdauer erfährt daher eine Verlängerung im
nördlichen und mittleren Gebiete von 9 auf 10¾ Stunden
und im ſüdlichen Gebiete von 9½ auf 11 Stunden. Durch
die im Februar morgens und abends je ¾ Stunden wäh=
renden
Dämmerungen wird die Tageshelligkeit noch um
insgeſamt anderthalb Stunden verlängert.
Unſer Mond wechſelt im Februar zu folgenden Zei=
ten
ſeine Phaſen: Neumond am 6., um 6 Uhr 22 Min. vor=
mittags
, Erſtes Viertel am 14., um 9 Uhr 34 Minuten
vormittags, Vollmond am 21., um 3 Uhr 3 Min. vormit=
tags
, und Letztes Viertel am 27., um 10 Uhr 15 Minuten
nachmittags. Der Mond befindet ſich am 7. Februar, um
9 Uhr vormittags, in ſeiner Erdferne bei einem Abſtand
von 63.7 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilometer, und am 21.
Februar, um 1 Uhr vormittags, in ſeiner Erdnähe bei
einem Abſtande von 56 Erdhalbmeſſern.
Die Beobachtung der großen Planeten geſtaltet
ſich im Februar im allgemeinen recht günſtig; Venus und
Saturn beherrſchen den Abendhimmel, Jupiter ſtrahlt vor
Sonnenaufgang im Oſten. Merkur, der um Mitternacht

zwiſchen dem 12. und 13. Februar in ſeine obere Sonnen=
konjunktion
gelangt, bleibt unſichtbar. Seinen größten
Erdabſtand erreicht er ſchon am 5. bei einer Entfernung
von 1.407 Erdbahnhalbmeſſern à 149.48 Millionen Kilo=
meter
. Venus, die das Sternbild der Fiſche durch=
wandert
, erreicht am 12. Februar, um 3 Uhr nachmittags
ihre größte öſtliche Ausweichung von der Sonne mit 46
41; ſie leuchtet daher ſchon in der hellen Abenddämme=
rung
im Südſüdweſten auf und bleibt vier Stunden lang
nach Sonnenuntergang ſichtbar, an Glanz alle anderen
Sterne des Himmels weitaus übertreffend. Ihr Erdab=
ſtand
nimmt von 0.78 bis auf 0.60 Einheiten ( Erdbahn=
halbmeſſer
) ab und verringert ſich noch bis zum 25. April,
an dem der Planet bei einem Erdabſtande von 0.29 Ein=
heiten
ſeine untere Konjunktion durchläuft. Der ſchein=
bare
Durchmeſſer der Venus, die im nicht umkehrenden
(terreſtriſchen) Fernrohre als Phaſe ihre konvexe Seite
nach rechts unten wendet, vergrößert ſich von 21.6 bis au
28.7
Am 10. Februar, nachmittags um 1 Uhr, kommt
der Mond mit Venus in Konjunktion, wobei der Mond
ſüdlich von dem Planeten fortſchreitet; doch ſteht er au
während des ganzen Abends noch nahe ſüdöſtlich (links)
von Venus. Für diejenigen, die den Planeten am Tage
beobachten wollen, was jetzt mit einem ſchwachen Inſtru=
ment
möglich iſt, ſeien ſeine Orte hier angegeben; dieſe
ſind am 15. Februar AR Oh 44m 45.13s und D 6% 360
31.3, am 28. Februar AR 1h 27m 34.4s und D 12% 34
52.8. Mars bleibt wegen ſeiner Sonnennähe unſicht=
bar
, er hält ſich in der Morgendämmerung verborgen. Er
nähert ſich langſam der Erde, ſeine Entfernung betrug
am 1. Februar 2.28, am 28. Februar beträgt ſie 2.16 Ein=
heiten
. Jupiter erſcheint im Bilde des Schützen
zwei Stunden vor der Sonne am ſüdöſtlichen Morgen=
himmel
. Sein Abſtand von der Erde verkleinert ſich von
6.02 bis auf 5.70 Einheiten, während ſein Scheibendurch=
neſſer
ſich von 33.2 bis auf 35.3 vergrößert. Am 2. Fe=
bruar
, um 10 Uhr abends, hatte der Mond mit Jupiter
Konjunktion (Mond 5 ſüdlich); am 3. morgens iſt jedoch
der Mond, der in abnehmender Sichel glänzt, ſchon eine

Strecke nach Oſten (links unten) zu von derche
fortgeſchritten. Saturn, rechtläufig imheſlaneten
Stiers, zwiſchen Aldebaran und Siebengeſtitnlde des
erſt gegen 7 Uhr, zuletzt ſchon um 5 Uhr abendee ſteht zu=
dian
, und geht am Monatsanfang gegen 3 Uhan Meri=
natsſchluſſe
bereits gegen 1 Uhr vormittags m Mo=
Entfernung der Erde vom Saturn betrug amſpär. Die
8.76, am 28. Februar beträgt ſie 9.19 chFebruar
radien, der Scheibendurchmeſſer des ſerdbahn=
entſprechend
18.6 und 17.7
Mitte Feb), Kaneten
die große Achſe der Ringellipſe
mißt
kleine Achſe 17.6; die letzte hat alſo faſt dienz
die
Saturnkörpers. In einem genügend ſtarkenäleite des
bietet der Planet daher jetzt eine recht großeidernrohre
und zwar die Südfläche, die uns das Ringſyſt; iche dar,
Durchgange der Erde durch die Ringebene ſeit dem
ſicht) im Jahre 1907, zuwendet. Am 14. Kantenan=
4 Uhr nachmittags, kommt der Mond mit Sathruar, um
junktion, doch bleibt der Mond ziemlich weit in in Kon=
Saturn. Uranus, der erſt am 24. Janurdlich von
nenkonjunktion ſtand, iſt unſichibar. Sein Erde in Son=
mindert
ſich von 20.78 bis auf 20.61 Erdbahſtand ver=
Neptun gewährt für große Inſtrumenhalbmeſſer.
Beobachtungsverhältniſſe, da er erſt im Janu ſehr gute
ſition ſtand; er kulminiert in den Zwilling in Oppo=
um
11 Uhr, ſchließlich bald nach 9 Uhr abends anfangs
abſtand wächſt von 29.04 bis auf 29.28 EinSein Erd=
ſcheinbarer
Durchmeſſer iſt gleich 2.6.
ten, ſein
Den Glanz des Firſternhimmels
das Mondlicht an den Abenden vom 10. bis inträchtigt
bruar (Vollmond 21.). Richtet man den um 23. Fe=
gegen
10 Uhr an das Firmament, ſo ſieht maick abends
ſtraße im Süden aufſteigen, hoch widie Milch=
Zenit vorüberziehen und im Nordnordwlich beim
unter dem Horizont verſchwinden. Genau ſen wieder
findet man das Bild des Großen Hundes m Süden
rius, darüber links neben der Milchſtraße dt dem Si=
Hund mit Prokyon und die Zwillinge, rech Kleinen
Milchſtraße den Orion, das ſchönſte der nebende
hinterlichen.

[ ][  ][ ]

zug halten, um in der großen Mittelloge der Feſtvor=
ſtellung
beizuwohnen. Große Ueberraſchungen ſind vor=
geſehen
, auch ſtehen Ordensverleihungen bevor. Das ge=
ſamte
Künſtlerperſonal des jetzigen Programms wird ſich
der gegebenen Karnevalſtimmung beſtens anpaſſen. Den
Narren und Närrinnen wird ſich nochmals Gelegenheit
bieten zum Austauſch zarter Gefühle von Tiſch zu Tiſch,
von den Logen zum Parterre, zum Feſtknüpfen der Roſen=
bande
, die in froher Luſt mehr oder weniger merklich die
gleichgeſtimmten Herzen umfangen. Denn nur wer die
Faſchingstage in einer Kette froher Feſte zu genieße:
weiß, kann den Becher der Freude bis zum Grunde leeren.
Und nur der wird des Aſchermittwochs Daſeinsſchwere
wieder leicht ertragen. (Siehe Anzeige.)
* Zum Einbruchsdiebſtahl in der Rheinſtraße. Der
Polizei iſt es bisher trotz aller Bemühungen noch nicht ge=
lungen
, des entſprungenen Verbrechers habhaft zu wer=
den
. Der zweite Einbrecher wurde in das hieſige
Unterſuchungsgefängnis eingeliefert.
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex=
pedition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Zum jungtürkiſchen Staatsſtreich in
Konſtantinopel: Mahmud Schefket verkündet ſelbſt ſeine
Ernennung zum Großweſir; ein Demonſtrationszug der
Jungtürken in Konſtantinopel; Bilder zu den politiſchen
Ereigniſſen in der Türkei. Das Wrack des Poſtdampfers
Veroneſe‟. Bilder von der Ankunft des Großherzogs=
paares
in Schwerin.

Elektrifizierung der Dampfbahn nach
Griesheim.

Griesheim, 1. Febr. In der am Donnerstag ab=
gehaltenen
Gemeinderatsſitzung wurde der Ver=
tragsentwurf
über die Umwandlung des Dampfbahn=
betriebes
in elektriſchen durch Herrn Direktor Möller,
als Vertreter der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft,
eingehend begründet. Im allgemeinen iſt die Stimmung
für die Elektrifizierung der Bahn eine günſtige, da den
Anwohnern Griesheims eine ganze Reihe von Vorteilen
gewährt werden wird. Direktor Möller hob beſonders
hervor, daß nach Errichtung von Doppelgleiſen auf eige=
nem
Bahnkörper, von der Breiten=Allee bis nach Gries=
heim
, die Fahrzeit von 24 Minuten auf etwa 1617 Mi=
nuten
verkürzt werden könnte, da die Aufſichtsbehörde in
Ausſicht geſtellt hätte, eine erhöhte Geſchwindigkeit zuzu=
laſſen
. Durch die dichtere und häufigere Wagenfolge als
bisher, würde nach Ausbau der Doppelgleiſe zur gewiſſen
Zeit ein 30 Minuten Verkehr und nach Bedarf ein
Wagenabſtand von 15 Minuten eingerichtet. Auch könnten
beſondere Fahrten ausgeführt werden, ohne daß die ein=
zelnen
Züge auf Kreuzungen auf den Weichen wie heute
zu warten hätten. Durch die Einführung des elektriſchen
Betriebs würden morgens gegen 4 Uhr ſchon Wagen für
die Bewältigung des Gemüſeverkehrs einzuſtellen ſein,
die den Marktleuten Gelegenheit böten, nach Frankfurt
und Offenbach auf den Markt zu fahren. Theater= und
Arbeitswagen würden auch vorgeſehen. Die einzelnen
elektriſchen Wagen ſchneller bereit zu ſtellen, ſei leichter als
bei den Dampfbahnzügen. Beſonders wurde hervorge=
hoben
, daß durch die Einlegung von Sonderwagen die
Arbeiter mittags nach Griesheim und nach Darmſtadt
zurückfahren könnten, um an ihrer Wohnſtätte das Mit=
tagsbrot
einzunehmen. Den Angeſtellten und Geſchäfts=
leuten
würde ihre Ruhezeit im Hauſe ebenfalls verlängert
wenn durch eine dichtere Wagenfolge der Betrieb ver=
ſtärkt
wird. Wichtig ſei auch die Beförderung der Ar=
beitermaſſen
morgens und abends von und nach Gries=
heim
, welche ihre Arbeitsſtellen in entfernt gelegenen
Stadtteilen Darmſtadts hätten. Zur Bewältigung dieſes
Maſſenverkehrs könnten einzelne elektriſche Triebwagen
derart in den Fahrplan eingeſtellt werden, daß die Fahr=
gäſte
direkt in die Nähe ihrer Arbeitsſtellen befördert wer=
den
, was bei dem heutigen Dampfbahnbetrieb vollkommen
unmöglich ſei.
All dieſe Vorteile kämen ganz beſonders den in
Griesheim wohnenden und in Darmſtadt beſchäftigten
Fahrgäſten zugute, indem diejenige Zeit, welche ſie heute
zwiſchen ihrer Beſchäftigungsſtelle und der Wohnung in
Griesheim benötigten, erheblich verkürzt würde. Alle
dieſe Verkehrsvergünſtigungen können jedoch nur durch=
geführt
werden, wenn die Bahnanlage zweigleiſig durch=
geführt
, für elektriſchen Betrieb ausgebaut und dadurch
die Einſtellung von einzelnen Wagen möglich wird. Außer=
dem
ſei noch hervorzuheben, daß die elektriſchen Wagen
erheblich ruhiger und ſtoßfreier fahren, mit eiter beſſe=
ren
Beleuchtung ausgeſtattet werden könnten und regel=
mäßig
elektriſch beheizt würden. Auch für die Raucher
würde die Annehmlichkeit geſchaffen, auf der vollkommen
abgeſchloſſenen Plattform Unterkunft zu ſuchen, und ſo=
mit
nicht mehr dem Zuge ausgeſetzt ſind wie heute.

Durch die Verlängerung der jetzigen Bahnanlage bis
zur Bürgermeiſterei um etwa 450 Meter, wird die Bahn
in das Herz der Gemeinde Griesheim eingeführt, und da=
durch
einem größeren Teil der Fahrgäſte der Weg bis zur
Bahn, insbeſondere den nach dem Markt fahrenden
Frauen, verkürzt. Den Marktleuten wird nicht allein hier
eine Erleichterung geſchaffen, ſondern es iſt beabſichtigt,
ſämtliche Gemüſewagen auf den Darmſtädter Markt zu
leiten, wodurch die Unbequemlichkeit der Marktbeſucher,
ihre Körbe von der Rheinſtraße bis zum Markt zu tragen
wegfällt. Außer all’ den oben angeführten Vorteilen, den
der elektriſche Betrieb gegenüber dem jetzigen Dampf=
betrieb
aufweiſen wird, haben die Gemeinde= und die
Grundſtücksbeſitzer die Vorteile, daß die Bodenwerte durch
den Zuzug neuer Anwohner ſteigen, beſſergeſtellte Leute
wieder nach den Vororten ziehen und hierdurch für die
Gemeinde eine Erhöhung der Steuerkraft erbringen.
Die eingehenden und allgemein anerkannten Darlegungen
wurden mit dem alten Sprichwort geſchloſſen: Verkehr
bringt Verkehr und von Herrn Direktor Möller noch
darauf aufmerkſam gemacht, daß bei derartigen Verbeſſer=
ungen
die Vororte die moraliſche Verpflichtung hätten
ein derartiges großes Unternehmen zu unterſtützen, zumal
die Stadt Darmſtadt die erheblich höheren Laſten über=
nommen
hätte. Sollten jedoch die Vororte ſich gegen das
Projekt ablehnend verhalten, ſo müßte eben der alte Zu=
ſtand
beſtehen bleiben, da man der einen Seite nicht alles
zumuten könne.
Herr Gemeinderat Maus hob insbeſondere die Vor=
teile
, die durch die Einführung der elektriſchen Bahn den
Einwohnern gebracht würde, hervor, und war der Anſicht,
daß man nach Berückſichtigung einiger Wünſche auf den
Vorſchlag der Kreisämter eingehen ſolle und warnte vor
einer vollkommen ablehnenden Haltung. Er hob hervor,
daß die Stadt Darmſtadt bezw die Heag, wenn ſich die
Vororte ablehnend verhalten ſollten, auch imſtande ſei
die Bahn zu elektrifizieren, jedoch dann wohl aus berech=
tigten
Gründen auch den Tarif erhöhen würde, wodurch
dem einzelnen Einwohner bezw. dem Fahrgaſt eine er=
hebliche
Mehrausgabe im Jahr erwachſen würde. Herr
Gemeinderat Baſſenauer ſprach ſich im allgemeinen
für die Eintführung des elektriſchen Betriebs aus, war
jedoch der Anſicht, daß man denſelben auch erhalten
könne, ohne daß die Gemeinde Griesheim Zinsgarantie
übernehme. In der nächſten Gemeinderatsſitzung ſoll über
die ganze Angelegenheit nochmals beraten werden.
Lindenfels, 1. Febr. Bei der ſtaatlichen Prüfung der
Bahntraſſe für die neue Bahn haben einige Herren aus
Worms, die auf der Linie Villen beſitzen, Einwend=
ungen
erhoben, wodurch wiederum Verzöger=
ungen
in der Inangriffnahme der Arbeiten zum Bahn=
bau
Bensheim-Lindenfels entſtehen werden.
Mainz, 1. Febr. Der Großherzog wird, wie
das M. T. erfährt, am Montag zur Beſichtigung
des Faſtnachtszuges hier in größerer Geſellſchaft
eintreffen; im ganzen ſoll mit dem Beſuch von 25
Perſonen gerechnet werden. Der Großherzog wird vom
Kreisamtsgebäude aus den Zug anſehen. Der Zwangs=
zögling
Wendelin Scheuermann aus Koſtheim wurde
geſtern von einem Anſtaltsbeamten hierher gebracht, um
als Zeuge an der Strafkammer zu fungieren. Auf dem
Gange benutzte er die Gelegenheit, um durchzubren=
nen
. Als der Wärter die Flucht entdeckte, wendete er ſi=
ſofort
nach Kaſtel. Der Flüchtling konnte jedoch nicht er=
griffen
werden.
Worms, 1. Febr. Im Güterbahnhof geriet
heute vormittag beim Ausladen eines Wagens der 2
Jahre alte, bei der Metallwarenfabrik Georg Jäger &
Cie, beſchäftigte Arbeiter Joh. Baumgärtner zwi=
ſchen
zwei Puffer, wodurch er, jedenfalls erhebliche.
Verletzungen erlitt. Der Verletzte wurde ſofort in das
Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Heidesheim, 1. Febr. Der Gaſtwirt Jak. Bieber
war bis 1909 Rendant der hieſigen Spar= und Darlehens=
kaſſe
. In letzter Zeit hat ſich herausgeſtellt, daß er der
Kaſſe 60000 bis 70000 Mark veruntreut hat. Geſtern
wurde Bieber in Mainz von der Staatsanwaltſchaft
vernommen und nach der Vernehmung in Unter=
ſuchungshaft
abgeführt.
Friedberg, 1. Febr. Verhaftet und als der
Brandſtiftung verdächtig wurde geſtern ein
Dienſtmädchen in der Apothekergaſſe. Das Mädchen iſt
17 Jahre alt und aus dem Stadtteil Fauerbach gebürtig.
* Ober=Mörlen, 1. Febr. Durch Senatsentſcheidung
des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatverſicherung in
Berlin vom 21. Mai 1912 iſt die Auflöſung der
Kranken=Unterſtützungskaſſe Mathilde‟
(E. H.=K. Nr. 6) zu Ober=Mörlen genehmigt worden;

die der Kaſſe nach § 75a des Krankenverſicherungsgeſetzes
erteilte Beſcheinigung wird hiermit widerrufen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 1. Febr. Der Kaiſer
fuhr geſtern vormittag nach Friedrichshagen hinaus, um
dort in der Bildgießerei der Aktiengeſellſchaft Gladenbeck
dem feſſelnden Schauſpiel eines großen Bronzeguſſes bei=
zuwohnen
. Und im Anſchluß an den Flammenguß des
Kopfes des rieſigen Frithjof, der als Geſchenk des Kaiſers
ür Norwegen beſtimmt iſt, ließ ſich dann der Monarch
eingehend über alle Formen des Bronzeguſſes unter=
richten
. Die Budgetkommiſſion des Abgeordneten=
hauſes
beriet in der geſtrigen Abendſitzung über die für
Erweiterungen und Neubauten für die
Muſeen in Berlin angeforderte Rate von zwei Mil=
lionen
Mark. Hierbei wurden die Fundamentierungs=
arbeiten
auf der Muſeumsinſel, die durch Einſchiebung
eines Kolks ſehr erſchwert werden würden, beſprochen.
Der Miniſter der öffentlichen Arbeiten, ſowie die Ver=
treter
des Kultus= und des Finanzminiſteriums nahmen
dazu das Wort. Die durch den Kolk verurſachten Koſten
betragen annähernd 5 Millionen Mark. Die angeforderte
Summe wurde einſtimmig genehmigt. Von der Regier=
ung
wird eine ſachverſtändige Darſtellung in den Fach=
zeitſchriften
erfolgen. Der Abſchluß der Städ
tiſchen Sparkaſſe für die Zeit vom Oktober bis
Dezember vorigen Jahres weiſt gegen den Abſchluß des
Vorvierteljahres einen erheblichen Rückgang auf, der mit
der Sorge vor Kriegswirren in Zuſammenhang gebracht
wird. Die Verkehrsſtörung infolge des heftigen
Schneefalls konnte bis zur ſpäten Abendſtunde noch
nicht behoben werden. Auch bei den Hoch= und Unter=
grundbahnen
, ſowie bei den Stadt= und Vorortzügen
war es nicht möglich, den fahrplanmäßigen Verkehr ein=
zuhalten
. In dem Prozeß gegen den Eiſenbahn=
räuber
Dreyer erkannte das Gericht geſtern in dem Fall
Eckard auf zwei Jahre Gefängnis, in dem Fall Kleiſt auf
ein Jahr Gefängnis, und wegen der beiden Betrugsfälle
auf je einen Monat Gefängnis. Die Strafe wurde zu=
ſammengezogen
und auf eine Geſamtſtrafe von drei
Jahren Gefängnis erkannt. 11 Monate Unterſuchungs
haft wurden angerechnet. Die Wiederaufnahme des
Verfahrens wegen Mordes gegen den Brunnen=
bauer
Guſtav Kolbe iſt heute beſchloſſen worden.
Geſtern abend wurden auf der Strecke Spandau- Char=
lottenburg
die Arbeiter Haſſe=Seegefeld, Gehde und Kas=
pozak
, alle aus Spandau, von dem D=Zuge 15 über=
ahren
und getötet. Die Genannten wurden von
dem Unternehmer Meier=Spandau mit Legen von Kabeln
beſchäftigt.
Frankfurt, 1. Febr. Die Königin Wilhelmina
von Holland begab ſich heute nachmittag nach ſechs=
tägigem
Aufenthalt im Taunus über Frankfurt direkt
nach dem Haag, während der Prinzgemahl noch ſechs bis
acht Wochen auf dem Sanatorium Hohemark bei Oberurſel
weilen wird.
Hannover, 31. Jan. In Fallingboſtel wurden geſtern
früh bei einem Fahrradhändler deſſen drei Kinder im
Alter von 10 bis 5 Jahren, als ſie zum Schulgang ge=
weckt
werden ſollten, tot aufgefunden. Der Arzt
ſtellte den Tod durch Gasvergiftung feſt, die durch heraus=
fallende
Gluten aus dem ſchadhaften Ofen entſtanden iſt.
Fallersleben, 31. Jan. Heute mittag ſtürzte aus
dem D=Zuge Berlin-Hannover zwiſchen der hieſigen
und der Station Kalberlah ein etwa 15jähriger Franzoſe
der ſich an einer nicht feſtgeſchloſſenen Tür angelehnt
hatte, aus einem Wagen 2. Klaſſe und ſtarb an den Ver=
letzungen
.
Werne bei Langendreer, 31. Jann. In der Wohnung
des Paſtors Luther wurden in deſſen Arbeitszimmer der
Paſtor ſelbſt und der ihm befreundete aus Arnsberg
tammende Gutsbeſitzer Großbraukmann erſchoſſen
aufgefunden. Der Fall iſt bis jetzt unaufge=
klärt
.
Halle a. S., 1. Febr. Ein goldenes Diadem,
dicht mit Perlen beſetzt, das vermutlich aus dem 15. oder
16. Jahrhundert ſtammt, iſt in Halle aufgefunden
worden und ſoll dem Halleſchen Muſeum einverleibt wer=
den
. Bei Ausſchachtungsarbeiten für den Juſtizpalaſt in
Halle wurden vor 12 Jahren wertvolle altertümliche
Kunſtgegenſtände in der Erde gefunden, von denen man
bis heute noch nicht weiß, woher ſie ſtammen. Ein großer
Teil der Gegenſtände wurde indes von den Arbeitern
nicht abgeliefert. Eine Reihe von Prozeſſen wurde da=
mals
geführt, und die Schuldigen wurden beſtraft. Jetzt,
nach 12 Jahren, kommt auf einmal das wertvollſte des
damals gefundenen Schmuckes zum Vorſchein. Ein Kauf=
mann
, der damals im Auftrage der Stadt die Ausgra=

Sternbilder und zugleich der ſchönſte Schmuck des ganzen
Himmelsgewölbes. Die unter den drei Gürtelſternen des
Orion (dem Jakobsſtab) ſchräg abwärts führende
Sternreihe, das Schwert des Orion, enthält in der
Mitte den berühmten großen Gasnebel, den ſchon ein
Opernglas deutlich erkennen läßt; hier wimmelt es über=
haupt
von allerlei Merkwürdigkeiten: doppelte, mehrfache
und veränderliche Sterne finden ſich in dieſer Gegend be=
ſonders
zahlreich, ebenſo gibt es in ihr viele ſogenannte
Heliumſterne, d. h. Sonnen, in deren Atmoſphäre das He=
liumgas
durch das Spektroſkop nachgewieſen worden iſt.
Ueber dem Orion ſteht der Stier in deſſen Gebiet jetzt
abends der Saturn ſtark in die Erſcheinung tritt. Alle dieſe
Bilder gruppieren ſich längs des fernen galaktiſchen Ster=
nenſtromes
, der Milchſtraße, ſie ſetzen ſich fort im Fuhr
mann Perſeus und in der Caſſiopeja, deren W hock
im Nordweſten mitten über den Schimmer der Myriaden
von unendlich weiten Sonnen ausgebreitet liegt. Am
nordnordweſtlichen Horizont ſchließt der Schwan mit
Deneb die Reihe ab. Gerade im Nordpunkte funkelt
am Horizont die helle Wega in der Leier. Im Weſten
geht der Widder mit dem leicht trennbaren hellen Dop=
pelſterne
Gamma bald unter; etwas höher, mehr nach
Norden zu (rechts) ſieht man die drei ſtrahlenden Sterne
der Andromeda über deren mittelſtem, Beta, der gewal=
tige
Sternſpiralnebel, ein anderes galaktiſches Weltſyſtem,
gleich einem feinen Wölkchen zu uns herüberſchaut. Hoc
im Südſüdoſten bemerken wir im Tierkreiſe den Löwen
mit Regulus und im Oſtpunkte das um 10 Uhr gerade
aufgehende Bild der Jungfrau Am nordöſtlichen
rizont erhebt ſich der rotgrün glitzernde Arcturus im
Bootes und etwas ſpäter links von dieſem der diadem=
geſchmückte
Sternenkranz der Krone Ueber dem Boo=
tes
thront das, eine weite Fläche bedeckende Bild des
Großen Bären unter deſſen ſieben Hauptſternen (dem
Wagen), der mittelſte Schweifſtern, Mizar genannt, mit
dem nahen Alkor, dem Reiterlein, als ein großartiges
mehrfaches Sternſyſtem erkannt worden iſt. Mizar ſelb
zeigt ſchon ein gutes Handfernrohr als prächtige Doppeſ=
ſonne
. Den Nordpol des Himmels bezeichnet die Polaris,
der letzte Schweifſtern des Kleinen Bären.

Feuilleton.

* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Die Münchener Zei=
kung
teilt mit, daß Direktor Rainer Simons von
der Wiener Volksoper eingeladen worden iſt, für die
Wagner=Feſtſpiele des Hoftheaters in
Darmſtadt den Triſtan zu inſzenieren. Der Autor
von Taifun und der Zarin Melchior Lengyel
der ſich durch dieſe Bühnenwerke in die vorderſte Reihe
der bedeutenden, lebenden ungariſchen Bühnenſchriftſteller
geſtellt hat. hat ein neues Luſtſpiel vollendet, das
Lengyel Tante Roſa betitelt. Da Lengyel mit
dem Drei=Masken=Verlag in München einen Generalver=
trag
abgeſchloſſen hat, iſt Tante Roſa das erſte Stück,
das in dieſem Verlage gemäß des Vertrages erſcheint.
Tante Roſa erlebte ihre Uraufführung am 1. Februar
im Peſter Ungariſchen Theater und wird bald darauf in
deutſcher Sprache ihre Uraufführung aller Wahrſcheinlich=
keit
nach an einer erſten Wiener Bühne erleben. Der neue
Lengyel iſt eine Wiener Geſellſchaftsſatire, in deren Mit=
telpunkt
drei Frauen ſtehen: eine ſpekulierende Mutter,
eine von dieſem Weſen geſchobene Tochter und eine mit
allen Waſſern gewaſchene Amme vom Lande, die in dem
Stücke der Deus ex machina iſt und alle Fäden der In=
trige
vereinigt.
C) Schillers Schwägerin. (Zu Caroline von Wol=
zogens
150. Geburtstag, 3. Februar.) Während Schillers
Lotte nur im Lichte ihres großen Gatten unſterblich fort=
lebt
, dürfte ihrer Schweſter Caroline, auch wenn ihr Da=
ſein
und Werk nicht ſo innig mit des Dichters Eriſtenz
verknüpft wäre, als einer eigenen bedeutenden Perſönlich=
eit
das Andenken der Nachwelt geſichert ſein. Neben
der anmutig zarten, harmoniſch ruhigen Lotte ſteht ſie als
eine fieberhaft erregte, leidenſchaftlich fordernde und un=
beſtändig
ſchwankende Erſcheinung, als eine Titanide‟.
wie ſie Schiller bereits in Charlotte von Kalb kennen ge=
ernt
hatte. Es war natürlich, daß ſich des Dichters Seele
zu der hellen Klarheit und ſonnigen Heiterkeit im Weſen
der jüngeren Schweſter hingezogen fühlte; er geſtand ſpä=
ter
, daß er mit Caroline nie ſo glücklich gelebt haben
würde, wie mit Lotte, denn ſie würden einer an den

andern zu viele Forderungen gemacht haben Aber zu=
nächſt
fand ſein Geiſt, als er in den Kreis der Familie
Lengefeld eintrat, den ſtärkeren Widerhall in der feurigen
Anteilnahme der älteren Schweſter, die damals in wenig
glücklicher Ehe mit einem Herrn von Beulwitz lebte
Schillers Freundſchaft eröffnete ihr ein neues, reicheres
Leben, brachte ſie zum Bewußtſein ihres inneren Wertes;
alles Edle zog er aus ihrer Seele ans Licht. Mit weh=
mütiger
Begeiſterung hat ſie noch ſpäter jene unvergeß=
ichen
Erlebniſſe geſchildert: Wie wir uns beglückte
Geiſter denken, von denen die Banden der Erde abfallen
und die ſich in einem reineren leichteren Element der Frei=
heit
eines vollkommeneren Einverſtändniſſes erfreuen, ſo
war uns zu Mute. Aber es war die Tragik ihres Lebens.
daß ihr weder an der Seite Schillers, noch des von ihr ſo
heiß geliebten Karl von Dalberg ein neues Lebensglück
erblühen ſollte. Reſignation war ihr Los; zart und klug
hat ſie das Seelenband zwiſchen dem Dichter und der
Schweſter geknüpft; ſie ſelbſt trat nach der Scheidung von
Beulwitz 1794 in eine äußerlich glückliche Ehe mit dem
Jugendfreunde Wilhelm von Wolzogen und wurde durch
den Uebertritt ihres Mannes in weimariſche Dienſte eine
tief mitlebende Genoſſin von Schillers großer ſchöpferi=
ſcher
Periode. Damals regte ſich auch ihr ſchriftſtelleriſches
Talent ſtärker; in Schillers Horen erſchien, von Schiller
leicht überarbeitet, ihr vielgeleſener Roman Agnes von
Lilien‟ Die ſchönſte Frucht dieſes Zuſammenlebens mit
Schiller aber wurde ihre Biographie des Dich=
ters
, deren Stil Wilhelm von Humboldt ſo enthuſiaſtiſch
geprieſen hat und die Treue des guten Beobachters mit
der Wärme begeiſterter Verehrung unvergleichlich ver=
einiat
. Durch dies Werk, das man leſen wird, ſo lange
Schillers Perſönlichkeit wirkt, iſt ſie unſterblich geworden.
Sie ſelbſt hat nach dem Tode des Gatten und des ein=
zigen
Sohnes die große Zeit lange überlebt. Als ſie am
1. Januar 1847 mit 84 Jahren ihr Daſein zu Jena in
ſtiller Zurückgezogenheit beſchloß, ſtarb mit ihr die Letzte
aus Weimars klaſſiſchen Tagen.
Ein Feſt der Kinder in Paris. Aus Paris wird
berichtet: Auf Anregung des Pariſer Stadtrats Lajarrige
hat ſich in dieſen Tagen ein Komitee gebildet, das ſich das
Ziel geſteckt hat, fortan regelmäßig im Frühjahr zu Ehren

[ ][  ][ ]

bungen vornahm, hatte einen großen Topf mit Kunſt=
gegenſtänden
zurückbehalten. Nicht einmal ſeine nächſten
Verwandten wußten etwas von dem Fund. Der Kauf=
mann
, der inzwiſchen in eine ſchlechte finanzielle Lage
geraten iſt, hat ſich die Verjährung iſt jetzt eingetreten
an den Magiſtrat der Stadt Halle gewandt mit dem
Vorſchlag, er wolle die Kunſtgegenſtände abgeben, wenn
man ſeinem Sohne eine Stellung verſchaffe und ihm in
einem Altersheim Aufnahme gewähre. Die Stadt hat
die Kunſtgegenſtände vorläufig konfisziert. Das Koſt=
barſte
an dem Schmuck iſt, wie geſagt, ein ungemein rei=
ches
Diadem, von dem allerdings noch nicht feſtgeſtellt
werden konnte, wer es trug und wann es vergraben
wurde. Der Wert des Goldes und der Perlen und Steine
an und für ſich iſt nicht ſo enorm, der Kunſtwert dagegen
ſoll außergewöhnlich ſein; Zahlen laſſen ſich vorläufig
noch nicht nennen.
Hamburg, 1. Febr. Auf der Hamburger Hoch=
bahn
iſt wegen Lohnforderungen heute morgen ein all=
gemeiner
Streik des Perſonals ausgebrochen. Der
geſamte Betrieb iſt beinahe lahmgelegt und die Folgen
für das Geſchäftsleben ſind recht unangenehm. So konn=
ten
die Arbeiter, die in den Vorſtädten wohnen, infolge
des geſtörten Bahnbetriebes ihre Arbeitsſtätten nicht er=
reichen
. In den meiſten Bureaus und Geſchäftshäuſern
war gegen 9 Uhr erſt wenig Perſonal erſchienen, denn
auch auf den anderen Verkehrsinſtituten gab es große
Störungen.
Wilhelmshaven, 31. Jan. Heute morgen ſiedelte das
ſeit ſeiner Bildung hier liegende 3. Stamm= See=
bataillon
nach Kuxhaven über, wo es dauernd
Garniſon bezieht.
Poſen, 31. Jan. Frau Dr. Blum, die im Septem=
ber
vorigen Jahres ihren Ehemann, den Aſſiſtenten am
Poſener Kaiſer Friedrich=Muſeum erſchoſſen hatte, iſt
aus dem hieſigen Unterſuchungsgefängnis zur Beobach=
tung
ihres Geiſteszuſtandes einer Berliner Heil=
anſtalt
zugeführt worden.
Wien, 31. Jan. Heute nachmittag fand die feier=
liche
Beiſetzung dess Erzherzogs Rainer
ſtatt, zu welcher der Erzherzog Franz Ferdinand in Ver=
tretung
des Kaiſers erſchienen war. Kaiſer Wilhelm ließ
ſich durch den deutſchen Botſchafter vertreten. Außerdem
hatten ſich eingefunden: die Erzherzöge und die Erzherzo=
ginnen
des Kaiſerlichen und Königlichen Hauſes, zahl=
reiche
fremde Fürſtlichkeiten, darunter die Herzogin von
Cumberland, die Prinzeſſin Olga von Braunſchweig,
Prinz Georg von Sachſen, die Herzogin Maria Thereſia
von Württemberg und Herzog Robert von Württemberg.
Die Leiche wurde von der Hofkirche, wo ſie aufgebahrt
war, in die Kapuzinerkirche übergeführt und dort in der
Familiengruft beigeſetzt. Auf dem ganzen Wege bildeten
Truppen und ein vieltauſendköpfiges Publikum Spalier.
Paris, 1. Febr. Ueber den vor einigen Tagen gemel=
deten
Zuſammenbruch der Bodenkreditbank von
Südſpanien verlautet noch Folgendes: Der ſpaniſche
Geſandte in Paris, Caballero, wird ſeine Demiſſion
geben, um ſich dem Richter zur Verfügung zu ſtellen und
die übrigen ſpaniſchen Angeklagten verteidigen zu kön=
nen
, da ſeine jetzige Stellung die Immunität mit ſich
bringt. Vor ſeiner Demiſſion will er noch 50000 Francs
in die Kaſſe der Geſellſchaft einzahlen. Einige Verhaft=
ungen
in der Angelegenheit ſtehen noch bevor.
London, 31. Jan. Der Vizekönig von Indien,
Lord Hardinge mußte noch ein zweites Mal ope=
riert
werdan, da ſich die Wunde nicht ſchloß. Es wurden
Holz= und Metallſtücke aus der Wunde entfernt. Letzt=
Nacht verbrachte der Patient ſchlaflos unter ſtarken
Schmerzen.
Saloniki, 1. Febr. Die Unterſuchung in der Ange=
legenheit
des auf der Jagd erſchoſſenen deut=
ſchen
Ingenieurs Baumann hat noch nicht zur
Ermittelung des Täters geführt. Nach dem Tatbeſtand zu
ſchließen, dürfte Raubmord vorliegen, da bei der
Leiche weder das Gewehr noch Uhr und Barſchaft vor=
gefunden
worden ſind. Die Anzeige von dem Mord und
der Auffindung der Leiche erfolgte bei dem deutſchen
Konſulat durch bulgariſche Soldaten. Dieſe begaben ſi
ſſofort mit den Mitgliedern der deutſchen Konſulats=
behörde
nach der bezeichneten Stelle, wo die Leiche an=
fangs
trotz eifrigen Suchens nicht gefunden wurde. Ge=

wiſſe Anzeichen laſſen darauf ſchließen, daß Baumann ſich
des Angreifers zu erwehren trachtete. Dem Begräbnis
wohnten das Perſonal der Fa. Dyckerhoff & Witt=
mann
bei, welcher Baumann bis vor kurzem angehörte.
Die Herren des deutſchen Konſulates, viele Mitglieder der
deutſchen Kolonie, ſowie die Witwe und die Kinder des
Ermordeten ſind abgereiſt.
New=York, 31. Jan. Caſtro iſt gegen Bürgſchaft
bis zur Entſcheidung des Habeas=Corpus=Verfahrens
freigelaſſen worden.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 1. Febr. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. Zunächſt
erfolgt die dritte Leſung des Geſetzes betreffend die
vorübergehende
Zollerleichterung bei der Fleiſcheinfuhr.
In der Generaldiskuſſion ergriff als erſter Redner das
Wort Abg. Dr. Quarck=Frankfurt a. M. (Soz.): Der
vorübergehende Charakter des Geſetzes darf uns nicht
hindern, dafür zu ſorgen, daß ſeine Anwendung möglichſt
ausgiebig erfolgt. Dieſes Geſetz wird im Lande wieder
Enttäuſchung hervorrufen; denn gleichzeitig, wo man das
Volk zur Unterernährung verurteilt, iſt man drauf und
dran, Ausnahmegeſetze zu ſchaffen. Hüten Sie ſich, daß
Sie den Bogen nicht überſpannen. Ein ſolches Syſtem
muß bald zuſammenbrechen.
Abg. Pauly=Cochem
Zentr.): Die Aufrechterhaltung unſeres jetzigen Wirt=
ſchaftsſyſtems
kann nur zum Segen für das Volk aus=
ſchlagen
Wenn man daran ginge, die Schafzucht in
Deutſchland zu fördern, ſo könnte eine erhebliche Milde=
rung
der Fleiſchknappheit erzielt werden. Abg. Heck
(natl.): Wir erkennen die Fleiſchnot oder Fleiſchteuerung
unumwunden an und ſind bereit, der Kalamität mit Kräf=
ten
zu begegnen. Die letzten Viehzählungen haben un=
zweifelhaft
ergeben, daß unſer Viehſtand erheblich zu=
nimmt
und daß unſere Landwirtſchaft ſehr wohl imſtande
ſein wird, den Bedarf voll zu decken.
Abg. Arn=
ſtadt
(konſ.): Wir ſind keine Gegner der inneren Kolo=
niſation
, ſie muß ſich aber in beſtimmten Grenzen halten.
Vizepräſident Dr. Paaſche: Es handelt ſich hier
um vorübergehende Fleiſchzollerleichterungen, nicht um
die innere Koloniſation. Abg. Arnſtadt (konſ.): Wir
wollen die Intereſſen der Anſiedler wahren und ſichern.
Abg. Krömer (Fortſchr Volkspt.): Der Bauer hat
ein großes Intereſſe an der Aufhebung der Futtermittel=
zölle
. Schaffen wir genügend Futtermittel, damit der
Bauer in der Lage iſt, mehr Vieh mäſten zu können, da=
mit
können wir dann das deutſche Volk ernähren. Abg.
Löſcher (Reichspt.): Es iſt feſtgeſtellt, daß das Gefrier=
fleiſch
minderwertig iſt.
Damit ſchließt die Debatte. Eingegangen iſt eine Re=
ſolution
der Sozialdemokraten, allen Gemeinden das
ausländiſche Fleiſch zugängig zu machen, die die erforder=
ichen
Schutzeinrichtungen haben. Die Abſtimmung über
dieſe Reſolution wird eine namentliche ſein und in der
nächſten Woche ſtattfinden. Das Geſetz wird ſo=
dann
angenommen.
Darauf wird die
Etatsberatung
fortgeſetzt. Etat des Innern. (12. Tag.) Kapitel Reichs=
geſundheitsamt
. Abg. Dittmann (Soz.): Wir for=
dern
eine Unterſuchung der geſundheitlichen Verhältniſſe
der Bergarbeiter und der geſundheitlichen Vorkehrungen
auf den Bergwerken des Reiches. Die Reinhaltung der
Flußläufe ſollte Aufgabe des Geſundheitsamtes ſein. Ein
Reichsgeſetz iſt nötig, da eine große geſundheitliche Ge=
fahr
nicht zu leugnen iſt. Abg. Dr. Gerlach (Zentr.):
Für das Krankenpflegeweſen iſt eine geſetzliche Regelung
unbedingt zu fordern. In der Bekämpfung der Tuber=
kuloſe
darf kein Mittel unverſucht bleiben. Vor allen
Dingen iſt es nötig, im Volke aufklärend über den Charak=
ter
der Krankheit und ihre Uebertragung zu wirken.
Namentlich müſſen die Schulen mitwirken. Abg. Strac
(natl.): Die Gewerbeordnung muß revidiert werden. Die
Bekämpfung der Maul= und Klauenſeuche muß mit er=
höhter
Energie betrieben werden. Abg. Haegy (Elſ.):
Das Weingeſetz muß dahin geändert werden, daß der Im=
port
der Südweine einer ſchärferen Kontrolle unter=
worfen
wird.
Abg. Laux (b. k. P.): Die Schweinepeſt, die aller=
dings
in der Hauptſache im Auslande vorkommt, tritt
auch hier bei uns von Zeit zu Zeit auf. Ein wirkſames
Serum muß zu billigem Preis zur Verfügung geſtellt
werden.
Direktor im Reichsgeſundheitsamt Dr.
Bumm: Ueber die Schweineſeuche und Schweinepeſt
hat das Reichsgeſundheitsamt eingehend Forſchungen
angeſtellt und die Ergebniſſe bereits veröffentlicht. Ein
Rückgang dieſer Krankheit iſt ſchon jetzt zu verzeichnen.
Abg. Antrick (Soz.): Meine Ausführungen über die
Mißſtände im Krankenpflegeweſen waren nicht
übertrieben. Ich habe nichts
zurückzunehmen.
Bei meinem Vorwurf der Nationalliberalen Partei
gegenüber habe ich nicht, wie der Abgeordnete Thoma
vehauptet, fahrläſſig, leichtſinnig und frivol gehandelt,
ſondern Thoma ſelber. (Vizepräſident Dr. Paaſche rügt
dieſe Aeußerung.) Seinerzeit hat der nationalliberale
Entemann mir gegenüber ſcharf Stellung genommen.
Abg. Herold (Ztr.): Der Reſolution auf Schaffung
eines Inſtituts für Milchwirtſchaft ſtehen wir freundlich
gegenüber, doch iſt es Landesſache, in dieſer Hinſicht etwas
vorzunehmen.
Abg. Koßmann (Ztr.): Die Rein=
haltung
der Flußläufe iſt unbedingt zu ſichern.
Damit ſchließt dieſe Debatte. Das Kapitel wird be=
willigt
. Die Abſtimmung über die Reſolutionen erfolg:
päter.
Bei dem Kapitel Biologiſche Anſtalten
wünſcht Abg. Baumann (Ztr.) Förderung der Bienen=
Das Kapitel wird bewilligt.
wirtſchaft.
Kapitel Patentamt Abg. Bell (Ztr.): Das zu
erwartende Patentgeſetz muß vor ſeiner Einbringung
allen Intereſſentenkreiſen zugänglich gemacht werden
Wird nur eine neue Organiſation des Verfahrens und
des Beamtenapparates erfolgen oder auch eine Aender=
ung
des materiellen Rechts? Auf die Dauer iſt es ein
unhaltbarer Zuſtand, daß die Gerichte ein Patent, welches
vom Patenamt erteilt iſt, nachträglich doch noch für un=
gültig
erklären können. Der Schutz des Erfinderrechts
iſt neben der Konkurenzklauſel die energiſchſte Forderung
der Angeſtellten. Der heutige Zuſtand iſt einfach unhalt=
bar
. Er bedeutet eine Expropriation auf geiſtigem Ge=
biete
ohne Entſchädigung. Auch müſſen die Patentgebüh=
ren
revidiert werden. Die Patentbureaus haben ſich ge=
radezu
zum Krebsſchaden herausgebildet, zum Schaden
der kleinen Erfinder.
Abg. Werner=Hersfeld
(Deutſche Rfpt.): Der Uebergang der diätariſchen Be=
ſchäftigung
der Patentangeſtellten muß beſeitigt werden.
Das Kapitel wird bewilligt.
Darauf wird die Weiterberatung auf Mittwoch,
den 5. Februar, mittags 1 Uhr, vertagt. Schluß nach
½4 Uhr.

Die Polen=Interpellation im
Reichstage.

* Berlin, 1. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Auf der Grundlage einer von den
Polen und einem Teil des Zentrums eingebrachten
Interpellation wurde die preußiſche Oſt=
markenpolitik
bezüglich der Anwendung des Ent=
eignungsgeſetzes
zum Gegenſtand der Kritik des
Reichstags gemacht. Hierin liegt der Verſuch einer
Verſchiebung der verfaſſungsrechtlichen Zuſtändigkeiten.
Heute noch gilt, was die von dem Fürſten Bismarck am
Dezember 1885 im Reichstage verleſene allerhöchſte Bot=
ſchaft
ausführt: Es gibt keine Reichsregierung, welche
berufen iſt, unter der Kontrolle des Reichstags die Auf=
ſicht
über die einzelnen Bundesſtaaten zu führen, ſoweit
das Recht dazu nicht ausdrücklich dem Reiche über=
tragen
worden iſt. Der Reichskanzler war daher ver=
pflichtet
, jenen mit dem deutſchen Verfaſſungsrechte im
Widerſpruch ſtehenden Verſuch zurückzuweiſen. Trotz=
dem
iſt im Reichstage mit Hilfe des Zentrums und der
Sozialdemokraten der polniſche Antrag angenommen
worden, daß die Zulaſſung der Enteignung für die Zwecke
der preußiſchen Anſiedlungskommiſſion durch den Reichs=
kanzler
nicht der Auffaſſung des Reichstags entſpreche.
Solchem im Anſchluſſe an die Interpellation von der
Mehrheit des Reichstags beſchloſſenem Votum kommt
umſoweniger ſtaatsrechtliche Bedeutung zu, als ſein
Gegenſtand überhaupt der Zuſtändigkeit im Reiche
entzogen iſt. Die politiſche Folge dieſes Ein=
griff’s
in einzelſtaatliche Rechte wird aber
ſein, daß die Polen in ihrer Agitation gegen das
deutſche Anſiedlungswerk in den Oſtmarken ſich ge=
ſtärkt
fühlen. Das kann jeder deutſche Mann, ob
Preuße oder Nichtpreuße, Anhänger oder Gegner der Ent=
eignung
, nur lebhaft bedauern.

Der Balkankrieg.

Zur Lage.
* Köln, 31. Jan. Die Kölniſche Zeitung meldet
aus Berlin: Der Eindruck der türkiſchen Ant=
wort
iſt nicht ungünſtig. Er zeugt von einer gewiſſen=
haften
Ueberlegung, mit der Mahmud Schefket die Frie=
densfrage
behandelte. Sie ſcheint geeignet als Aus=
gangspunkt
weiterer Erörterungen. Es iſt
Grund zu der Annahme vorhanden, daß von den Bot=
ſchaftern
in London wie auch von der engliſchen Politik
mäßigend auf die Balkanvertreter eingewickt werde. Es
iſt fraglich, ob die Balkanſtaaten den eigenen Intereſſen
dienen, wenn ſie die wohlgemeinten Ratſchläge der Mächte
um Zwangsmaßregeln handelt es ſich natürlich nicht
unberückſichtigt laſſen wollten.
Konſtantinopel, 31. Jan. Diplomatiſche
Kreiſe glauben, daß ein Kollektivſchritt der
Mächte in Konſtantinopel unmittelbar bevor=
ſtehe
. Die Demarche werde jedoch aus Zeitmangel nicht
chriftlich, ſondern mündlich erfolgen. Trotz der patrioti=
ſchen
Bewegung glaubt man noch an die Möglichkeit, die
Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten zu verhindern.
Sollte es dazu kommen, ſo meint man, würden die Bul=
garen
nur Adrianopel angreifen, an der Tſchataldſcha=
linie
jedoch untätig bleiben. Die Tatſache, daß ſeit dem
Augenblick der Kündigung des Waffenſtillſtandes an der
Börſe eine ſtändige Hauſſe herrſcht, macht Eindruck. Der
Generaliſſimus Izzet Paſcha iſt aus Tſchataldſcha zurück=
gekehrt
. Er präſidierte geſtern bei einer wichtigen Bera=
tung
von höheren Offizieren im Kriegsminiſterium.
Das Kriegsminiſterium hat, wie die Blätter melden, die
Hafenpräfektur angewieſen, die Abfahrt der im Hafen
liegenden ottomaniſchen Handelsſchiffe bis auf weiteres
zu unterſagen und die geſamte Ladung löſchen zu laſſen.
* Sofia, 31. Jan. Die türkiſche Antwort=
note
wird zwar an maßgebenden Stellen als unbe=
friedigt
bezeichnet, doch iſt der allgemeine Eindruck
derſelben nicht allzu ungünſtig. Diplomatiſche Kreiſe
ſind ſogar der Anſicht, daß aus dem Inhalt der Antwort=
note
auf eine weitere Nachgiebigkeit der Türkei geſchloſſen
werden könne, ſodaß die Möglichkeit weiterer Ver=
handlungen
nicht ausgeſchloſſen ſei.
London, 31. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, hatten im Gegenſatz zu anders lautenden Meldun=
gen
die türkiſchen Delegierten bis heute nachmittag 3 Uhr
noch keine Inſtruktion erhalten, von London abzureiſen.
Die Anſichten der Verbündeten haben ſeit der
Veröffentlichung des Textes der türkiſchen Antwortnote
keine Aenderung erfahren. Das Reuterſche Bureau
erfährt weiter, daß Dr. Danew dem Miniſter des Aeußern
Sir Edward Grey den Entſchluß der Verbündeten mit=
geteilt
habe, daß ohne die Abtretung Adeianopels
die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen werden
würden, und daß Grey dies geſtern nach dem Beſuch
Dr. Danews den türkiſchen Delegierten bekanntgegeben
habe
* Konſtantinopel, 31. Jan. Der Chef des
Generalſtabes Izzet Paſcha, der als Generaliſſimus
fungieren ſoll, iſt geſtern abend nach dem Hauptquartier in
Tſchataldſcha abgereiſt, wohin beträchtliche Mengen Muni=
tion
geſandt wurden. Der Großweſier der geſtern abend
nach Tſchataldſcha reiſen ſollte, verſchob die Abreiſe.
* Saloniki, 31. Jan. Alle hier weilenden bul=
gariſchen
Offiziere echielten Weiſung, ſich zu
anderweitiger Verwendung bereit zu halten. Das
Militärlazarett der Prinzeſſin Helene iſt nach Epirus
verlegt worden. Die Kronprinzeſſin Sofie richtete auf
Levka ein Militärlazarett ein, das von deutſchen Aerzten
und Schweſtern geleitet wird.
Bildung des Komitees für nationale Verteidigung in
Konſtantinopel.
* Konſtantinopel, 1. Febr. Auf Anregung des
Komitees für Einheit und Fortſchritt fand geſtern nach=
mittag
eine Verſammlung zur Bildung des Komi=
tees
für nationale Verteidigung ſtatt, an
der ungefähr 800 Perſonen teilnahmen, darunter die
ſämtlichen Senatoren und Notabilitäten der jungtürki=
ſchen
Partei. Prinz Sabal Eddin und Lutfi Fikri
von der liberalen Entente waren nicht erſchienen, obwohl
ſie eingeladen waren. Den Vorſitz führte Marſchall
Fuad. Es wurde eine Reihe patriotiſcher Reden gehal=
ten
. Der muſelmaniſche Publiziſt Aghajew, der aus
Rußland ſtammt, ſagte: Wir haben Europa vor uns, aber
hinter uns ſtehen 400 Millionen Muſelmanen, die trauern
und uns helfen wollen; wenn wir untergehen, muß dier
Welt erſchüttert werden. Die Verſammlung ſetzte ein
Exekutivkomitee ein, ſowie weitere Ausſchüſſe zur
Anwerbung von Freiwilligen, zur Schaffung von Ambu=
lanzen
, zur Aufklärung der öffentlichen Meinung, zur

und zu Freuden der Jugend ein großes Kinderfeſt zu
feiern. Dieſes Feſt, oder beſſer: dieſe ganze Reihe von
Feſttagen ſollen jeweils die Zeit vom 9. bis zum 13. Mai
umfaſſen und in großzügiger Organiſation eine Kette
von Maſſenunterhaltungen, Schauſtellungen und Feſt=
zügen
bringen. Das Programm umfaßt große Kinder=
ſpiele
in den Tuileriengärten, einen großen Kinderjahr=
markt
, Fackelzüge, Konzerte, Bälle und Kinderaufführun=
gen
in Pariſer Theatern, insbeſondere im Chätelet. Die
Hauptfeier aber ſoll ein großer Umzug der Kinder bilden,
bei dem die Jugend, nach Nationalitäten geordnet, durch
die Hauptſtraßen von Paris ziehen ſoll, begleitet von Feſt‟
wagen. Zwiſchen den Wagen ſollen weißgekleidete Mäd=
chen
Körbe mit friſchen Frühlingsblumen, Veilchen, Ro=
ſen
und Gänſeblümchen tragen und den duftenden Inhalt
dieſer Körbe im Dahinſchreiten dem Publikum zuwerfen:
als ein Symbol und einen Gruß des Lebensfrühlings
Zu den Feiern ſollen regelmäßia Abordnungen der Schu=
len
aus den franzöſiſchen Provinzſtädten und aus den
Hauptſtädten der befreundeten Nationen zu Gaſt geladen
werden. In Frankreich hat man bekanntlich die Kinder
nötig.
CK. Das Du des Präſidenten. Schon die erſten
Taten und Aeußerungen Poincarés nach ſeiner Wahl zum
Präſidenten laſſen erkennen, daß er nicht Neigung hat, ſich
um die Vorſchriften des berühmten Protokolls und der
Etikette allzuſehr zu kümmern. So werden, meint der Gil
Blas, ſeine alten Freunde ihn auch weiter duzen können,
ohne Gefahr zu laufen, daß ihnen einmal etwas Aehn=
liches
begegnet, wie in früheren Tagen dem gegenwärti=
gen
Kriegsminiſter mit dem Präſidenten Felix Faure.
Faure und Etienne waren Kollegen im Miniſterium ge=
weſen
, und ihre Beziehungen waren die denkbar herzlich
ſten wenigſtens ſchien es Etienne ſo, der unmittelbar
nach der Wahl Faures zum Präſidenten ihn aufſuchte und
ihm mit überſtrömender Herzlichkeit ſeine Glückwünſche
darbrachte. Faure hörte den Herzenserguß ſeines Freun
des zunächſt ſchweigend an; aber man ſah, daß er unge=
duldig
wurde und ſich ärgerte. Schließlich unterbrach er
ihn. Das alles iſt ja ſchön und gut, mein Lieber ſagte
ex, und ich bin darüber tief gerührt, aber die Umſtände
bringen doch jetzt eine gewiſſe Aenderung in unſere Be=
ziehungen
. Erlauben Sie mir daher, Sie um eine Gefäl=
ligkeit
zu bitten: Sagen Sie nicht mehr Du zu mir!
Etienne, der ſich nicht ſo leicht verblüffen läßt, und auch
nichts tragiſch nimmt, antwortete mit vergnügtem =
cheln
: Sehr ſchön, aber erlaube mir, daß ich nur noch ein=
mal
Du zu Dir ſage, ſcher Dich zum Teufel!
Und damit drehte er ſich um und ging ſeines Weges. Aber
Felix Faure ſchien nichtsdeſtoweniger mit dem Reſultat
ſeiner kleinen Lektion in der Etikette ſehr zufrieden und
ſiezte fortan alle ſeine ehemaligen Freunde.

[ ][  ][ ]

Eröffnung einer Subſkription, zur Gründung eines Sub=
komitees
für die Provinz. Eine Reſolution wurde
angenommen, in der hervorgehoben wird, daß die inne=
ren
Zwiſtigkeiten, die einzige Stütze der Feinde, auf
ewig begraben ſeien. Von nun an werde eine einzige
ottomaniſche Nation gegen den Feind ſtehen. Die Reſo=
lution
ſchließt: Alle werden Eigentum, Leben und Geiſt
in den Dienſt des Vaterlandes ſtellen. Dank dieſem mora=
liſchen
und materiellen Kapital werden die fluchwürdi=
gen
Ziele unſerer gegenwärtigen Feinde zunichte ge=
macht
. Kein anderes Ziel lebt heute in den Gedanken
der Ottomanen. Es lebe der Patriotismus, es lebe die
Einheit!
Der Großweſir hat 1000 Pfund für die natio=
nale
Verteidigung gezeichnet.
Ein Tagesbefehl des türkiſchen Generaliſſimus.
* Konſtantinopel, 31. Jan. Der Generaliſſi=
mus
Izzet Paſcha richtete an alle Korpskommandan=
ten
der Armee einen Tagesbefehl, in dem er zu=
nächſt
ſeine Ernennung zum Generaliſſimus mitteilte und
dann ſagte: Im Vertrauen auf den Beiſtand und die an=
geborene
, ganz hervorragende Tapferkeit der türkiſchen
Armee habe ich den hohen Poſten angenommen, dem ich
meine ganze Exiſtenz weihen werde. Ihr alle wißt, daß
unſere Feinde ſehr grauſam gegen uns handeln dadurch,
daß ſie höchſt ungerechte Forderungen ſtellen. Das Leben,
die Zukunft des Vaterlandes und die hiſtoriſche Ehre
der Nation iſt heute unſeren Händen anvertraut. Hoff=
nung
und Leben der Nation beruhen darauf, daß alle
Mannſchaften und Offiziere mit Todesverachtung ihr
Leben der Erfüllung der Pflicht als Soldaten weihen.
Das Schickſal ruft uns heute auf, das Vaterland und die
Regierung zu verteidigen. Laßt uns beweiſen, daß wir
würdige Söhne unſerer Vorfahren ſind und daß das
ottomaniſche Blut nicht verſiegt iſt. Eine Nation, die
entſchloſſen iſt, für ihren Glauben und ihr Vaterland zu
ſterben, hat immer Erfolg und lebt ewig.
Die Balkandelegierten.
* London, 1. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, haben die Balkandelegationen mit Rück=
ſicht
auf die Mächte ihre Beziehungen zu London und der
britiſchen Regierung nicht völlig gelöſt, indem jede von
ihnen eines oder mehrere ihrer Mitalieder zurücklaſſen.
Die Friedenskonferenz könne daher jeden Augen=
blick
ohne große Schwierigkeiten und Mühe wieder
zuſammengebracht werden. Daraus dürfte
folgen, daß die endgültige Friedensverhandlung in Lon=
don
geſchloſſen werden wird.
Sonſtige Meldungen.
* Belgrad, 31. Jan. Bei ſeinem Einzug in
Prizrend wurde Kronprinz Alexander in feſtlicher
Weiſe begrüßt; der Begrüßung wohnten der öſterreichiſch=
ungariſche
Konſul Prohaska und der ruſſiſche Konſul bei,
die dem Kronprinzen von dem General Jankowitſch vor=
geſtellt
wurden.
* Belgrad, 31. Jan. Die Politika meldet: Unter
den türkiſchen Kriegsgefangenen in Negotin
iſt der Flecktyphus ausgebrochen. Von 342 Er=
krankten
ſeien bisher 142 geſtorben. Auch der die
Kranken behandelnde ſerbiſche Arzt iſt geſtorben. Da die
Krenkheit auch unter der Bevölkerung von Negotin ſich
ausbreitet, herrſche eine Panik in der Stadt.
Letzte Nachrichten.
* London, 1. Febr. Die Mitglieder der ſerbi=
ſchen
Delegation, außer Wesnitſch, ſind heute früh
direkt nach Belgrad abgereiſt.
* London, 1. Febr. Der griechiſche Miniſterpräſi=
dent
Venizelos iſt, begleitet von dem Delegierten
Streit, abgereiſt. Bei ſeiner Abreiſe erklärte Veni=
zelos
einem Vertreter des Reuterſchen Bureaus: Ich ſage
Ihnen nicht Lebewohl, ſondern auf Wiederſehen. Ich
bin überzeugt, daß wir in einiger Zeit in London wie=
der
zuſammenkommen werden, um den Frieden ab=
zuſchließen
. Vorher müſſen jedoch die Türken die
Friedenspräliminarien auf dem Schlachtfelde unter=
zeichnen
.
* London, 1. Febr. Danew ſagte vor ſeiner
Abreiſe einem Vertreter des Reuterſchen Bureaus, das
Bemerkenswerteſte an der Lage ſei die Einigkeit der
Mächte und die Tatſache, daß niemand den Wunſch
hege, ſich die ſchwierige Lage der Dinge im nahen Oſten
zunutze zu machen. Er ſei überzeugt, daß alle Mächte
ohne Ausnahme Frieden wünſchten, und ſchätze ihre Be=
mühungen
, den Ausgleich zu fördern. Danew wieder=
holte
, daß die in der Antwortnote der Pforte aufgeſtellten
Bedingungen unannehmbar ſeien.

Großherzogliches Hoftheater.

Sonntag, den 2. Februar.
Prima=Ballerina‟.
W-l. Der Faſtnachtsſonntag hat die Operette von
Otto Schwarz Prima=Ballerina der wir den Vorzug
von den Lehärſchen Operetten geben, wieder zum Leben
erweckt. Die Aufführung fand vor vollbeſetztem Hauſe
ſtattt. Die Titelpartie hatte in Frau Becker=Gerder
eine neue Vertreterin erhalten, die ſich durch ihr Tem=
perament
und ihre ſtimmlichen Eigenſchaften beſonders
für ſie eignet. Sie beſitzt eine hübſche, in allen Lagen
gleich ausgiebige Soubrettenſtimme, die uns wie ihr Vor=
traa
überhaurt an Frl. Saceur erinnerte. Sie beherrſchte
geſanglich und darſtelleriſch ihre Aufgabe mit großer
Sicherheit und entbehrte auch in der Darſtellung nicht der
perſönlichen Note. So iſt es begreiflich, daß ſie dem
Publikum gefiel und reichen Beifall erntete. Herr Jor=
dan
als Graf Stieglitz wurde dem humoriſtiſchen Teile
der Aufführung mit köſtlicher Laune und draſtiſcher Cha=
rakteriſtik
in Spiel und Geſang gerecht; ihm ſekundierte
Frau Müller=Rudolph als Ulrike aufs beſte. Herr
Thomſen als Huſarenleutnant ſang ſeine Partie mit
einzelnen Ausnahmen lobenswert, müßte aber mehr Tem=
verament
und Charakteriſtik im Spiel entfalten. An der
richtigen Stelle in der Doppelrolle als Peter und Kammer=
zofe
war Herr Peterſen, der für ſeine komiſche Be=
gabung
in ihr erwünſchte Betätigung fand. Als Karoline
legte Frl. von Blank ein routiniertes Spiel an den
Tag; ihre Stimme iſt aber zu ſcharf und der Vortrag
entbehrt der künſtleriſchen Veredlung. Eine Prachtfigur
war der Wachtmeiſter des Herrn Riechmann. Im
Ballettſaal des dritten Aktes erntete Herr Jürgas als
ausübender Ballettmeiſter ſtürmiſchen Beifall, ſo daß er
den Tanz wiederholen mußte.
Die Aufführung, die im ganzen als wohlgelungen
bezeichnet werden darf und von der das Publikum ſicht=
lich
befriedigt war, wurde von Herrn Kapellmeiſter
Kleiber geleitet. Die Regie hatte wieder Herr
Valdek.

* Belgrad, 1. Febr. Die‟Stampa fordert die
Regierung auf, noch vor der Fortſetzung des Krieges ein
Einvernehmen mit Bulgarien anzuſtreben
derart, daß dieſes als eine Gegenleiſtung für die Teil=
nahme
der ſerbiſchen Armee an dem Kampfe um Adria=
nopel
und an der Tſchataldſchalinie in die Ausdehnung
der ſerbiſchen Grenzen bis nach Saloniki einwillige.
* Paris, 1. Febr. Nach einer offiziöſen Meldung
hat der franzöſiſche Botſchafter in London, Cambon,
geſtern in mehrfachen Unterredungen mit Dr. Danew
unter Hinweis auf den verſöhnlichen Grundton der tür=
kiſchen
Antwort eindringlich betont, daß die Balkan=
verbündeten
die Dinge nicht überſtürzen
möchten. Dr. Danew habe erwidert, daß er ebenſo leb=
haft
einen möglichſt baldigen Abſchluß des Friedens
herbeiwünſche, aber er glaube nicht, daß die Wiederauf=
nahme
der Feindſeligkeiten dieſen Friedensſchluß ge=
fährden
könnte, ſei doch der italieniſch=türkiſche Krieg
zleichfalls gleichzeitig mit den Verhandlungen in Ouchy
fortgeſetzt und der Friede trotzdem abgeſchloſſen worden
Dasſelbe würde auch jetzt der Fall ſein.
* Petersburg, 1. Febr. Mit Rückſicht auf die
Meldungen Wiener Blätter über ein angebliches Inter=
view
, das der ruſſiſche Miniſter des Aeußern, Saſo=
now
, einem Redakteur der Birſchewija Wjedomoſti ge=
währt
haben ſoll, wird von dem Miniſterium des Aeußern
erklärt, daß Saſonow in letzter Zeit überhaupt nicht mit
einem Redakteur der Birſchewija Wjedomoſti geſprochen
hat. Die in der Birſchewija Wjedomoſti vom 16.29.
Januar veröfentlichte Unterhaltung mit einem Diplo=
maten
bringt in keiner Weiſe die Anſichten des Miniſte=
riums
des Auswärtigen zum Ausdruck.
* Köln, 1. Febr. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Die Konſtantinopeler Meldung des Wiener Kor=
reſpondenz
=Bureaus, wonach in dortigen diplomatiſchen
Kreiſen geglaubt wird, daß ein gemeinſamer
Schritt der Mächte bei der Pforte bevorſtehe,
beruht auf einem Irrtum. Gemeinſame Schritte der
unſeres Wiſſens weder bei der Pforte, noch den Balkan=
ſtaaten
gegenüber geplant. Die Einwirkung au
die Erhaltung des Friedens kann auf andere
Weiſe geſchehen, über die die heutige Botſchafterverſamm=
lung
in London beſchließt. Entgegen den Gerüchten iſt
licht zu befürchten, daß die Botſchafterverſammlung ſich
gegenwärtig ausſchalte oder ausſchalten laſſe. Die Mächte
werden bis zum letzten Augenblick tätig ſein, um dem
Wiederausbruch des Krieges entgegenzuwirken. Deutſch=
land
iſt, was die Ratſchläge an die Balkanſtaaten betrifft,
nach unſeren Erkundigungen bereits mit gutem Beiſpiel
vorangegangen.

* Berlin, 2. Febr. Die Nordd. Allg. Zeitung
chreibt in ihrer Wochenrundſchau: In dem Augenblick, da
dieſe Zeilen erſcheinen, iſt die Hoffnung noch nicht ge=
ſchwunden
, es könnte nach den letzten Erklärungen der
Pforte dem einhelligen Bemühen der Groß=
mächte
gelingen, ein erneutes Blutvergießen zu ver=
hindern
. Ueber den Ernſt der europäiſchen Friedensbeſtre=
bungen
können die der Türkei und den Balkanſtaaten nach
beiden Teilen zugehenden wohlgemeinten Ratſchläge nicht
zweifelhaft ſein. Mit dieſer Einwirkung werden die
Mächte nicht nachlaſſen. Sollten wider Verhoffen die
Feindſeligkeiten abermals beginnen, ſo ſteht ſchon jetzt
eſt, daß in dieſem Falle die Mächte auch für den zwei=
ten
, vorausſichtlich nur kurzen Teil des Balkankrieges
neutrale Zurückhaltung beobachten und jede Sonderunter=
nehmung
vermeiden werden, durch die eine Beſchränkung
des Kampfes auf ſeinen Herd erſchwert würde.
* Wien, 2. Febr. Das Fremdenblatt ſchreibt: Im
Intereſſe des Friedens und der auf die Beendigung des
Kriegszuſtandes gerichteten Bemühungen Europas
iſt es unbedingt notwendig, daß die Türkei die ſich in
ihrer Antwort auf die Kollektivnote der Mächte entgegen=
kommend
gezeigt hat, ſich auch dem Rate der Mächte
vollkommen anſchließt, da die Mächte nicht von ihrer
Auffaſſung abgehen werden, die in der Kollektiv=
note
niedergelegt iſt. Andererſeits werden die Mächte
keinen Druck auf die Balkanſtaaten ausüben, um ſie zur
nnahme der türkiſchen Vorſchläge zu veranlaſſen, die ja
bisher den Wünſchen der Großmächte nicht vollſtändig ent=
ſprechen
.
* Paris, 2. Febr. Der Bukareſter Temps= Korre=
ſpondent
will aus guter Quelle erfahren haben, daß im
bulgariſch=rumäniſchen Zwiſt eine Ent=
pannung
eingetreten und eine Verſtändigung als ge=
wiß
anzuſehen ſei. Die Verſtändigung werde auf folgen=
der
Grundlage erfolgen: Rumänien wird auf die Abtre=
tung
mehrerer Punkte verzichten, betreffs welcher das bul=
gariſche
Nationalgefühl ſich unnachgiebig zeigen würde
dagegen werde Bulgarien über die von Dr. Danew in
London vorgeſchlagenen Zugeſtändniſſe hinausgehen und
wahrſcheinlich größere Gebietsabtretungen an der Küſte
des Schwarzen Meeres bewilligen. Die Feſtung Sili=
ſtria
würde geſchleift werden, aber bulgariſch bleiben.
Die beiden Regierungen wünſchen, daß das angeſtrebte
Abkommen die Grundlage einer dauernden Freundſchaft
bildet.
* London, 2. Febr. Nach der Botſchafterkon=
ferenz
richteten die Botſchafter an ihre Regierungen
Telegramme, welche die Anſichten der Konferenz über die
türkiſche Antwort wiedergeben. Es herrſcht allgemein die
Anſchauung, daß die türkiſche Antwort die Möglich=
keit
einer Grundlage gewährt, auf der die Friedens=
verhandlungen
wieder aufgenommen wer=
den
können. Die Botſchafter bringen in Vorſchlag, dieſe
Anſicht der bulgariſchen Regierung zur Kenntnis zu geben.
Man glaubt, daß in den offiziellen Kreiſen Londons eine
ähnliche Anſchauung herrſche. Der heutige Beſuch Da=
news
auf dem auswärtigen Amt wird damit in Verbin
dung gebracht. Es ſcheint alſo, daß die Mächte verſuchen
wollten, der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten vorzu=
beugen
, obwohl es ernſthaftem Zweifel unterliegt, ob die
Bemühungen ſich als erfolgreich erweiſen werden.
* Sofia, 2. Febr. Nach Mitteilungen aus beſter
Quelle haben die türkiſchen Delegierten in London den
Balkandelegierten zu verſtehen gegeben, daß ſie zur Fort=
ſetzung
der Verhandlungen bereit ſeien.
Die Balkandelegierten erwiderten darauf, daß ſie den
Vorſchlag unter der Bedingung annähmen, daß die Tür=
kei
vorher den Bedingungen des Balkanbundes zuſtimme.
Die Antwort der Türken hierauf iſt noch unbekannt.
* Konſtantinopel, 2. Febr. Der Großweſir
erklärte in einem Interview, er hege die volle Ueberzeug=
ung
, daß ſich Rumänien mit Bulgarien verſtän=
digen
werde. Er wünſche aufrichtig auf Grund ſeiner per=
önlichen
Sympathien für das rumäniſche Volk und deſſen
Lenker, daß Rumänien ſeine Haltung in dem gegenwär=
tigen
Konflikte in Zukunft nicht zu bedauern haben würde.

Ein Handſchreiben des Kaiſers Franz Joſef.
* Wien, 2. Febr. In einer Zuſchrift aus politiſchen
Kreiſen an das Neue Wiener Tagblatt heißt es bezüglich
des Handſchreibens des Kaiſers an den Ha=
ren
: Es müſſen nicht gerade Differenzen ſein, wel=
che
auf der Londoner Botſchafter=Réunion in Bezug auf
die Abgrenzung Albaniens zwiſchen den beiden Mächten
ſich ergeben haben, und welche das Handſchreiben veran=
laſſen
. Man darf nicht überſehen, daß noch ein anderer,
ſehr bedeutſamer, allgemeiner Grund zu ſolchem Brief=
wechſel
vorliegt: Rußland häufte im Herbſt unter dem Ti=
tel
Probemobiliſierung Hunderttauſende von Truppen an
unſerer Grenze an und verſtärkte die Konzentration noch
ſo, daß jetzt eine große ruſſiſche Armee an der galiziſchen
Grenze angeſammelt iſt. Die Monarchie iſt dadurch ge=
zwungen
worden, gleichfalls gewiſſe militäriſche Vor=
ichtsmaßregeln
zu treffen, welche nun ſchon ſeit Monaten
andauern und große Koſten verurſachen. Liegt es nun
unter ſolchen Umſtänden nicht nahe, den Verſuch zu un=
ternehmen
, ob durch eine wechſelſeitige Ausſprache zwiſchen
den oberſten Lenkern der beiden Reiche dieſem unleidli=
chen
Zuſtande ein Ende gemacht werden könnte? In po=
litiſchen
Kreiſen meint man demnach, daß aus der derzei=
tigen
Situation heraus in dieſen bewegten Zeiten es wirk=
lich
als nichts Außergewöhnliches, ſondern als eine Selbſt=
verſtändlichkeit
anzuſehen wäre, wenn kaiſerliche Hand=
ſchreiben
über die betreffenden Umſtände gewechſelt wür=
den
. Bismarck erklärte in den achtziger Jahren anläß=
lich
eines ähnlichen Falles im Reichstag, es ſei eine miß=
liche
Sache, über Mobiliſierungen und Truppenkonzentrie=
rungen
auf diplomatiſchem Wege Aufklärung zu verlan=
gen
. Er habe es darum Rußland gegenüber unterlaſſen.
Was jedoch dem Diplomaten als mißlich und peinlich er=
ſcheinen
mag, verliert ſeinen odioſen Charakter, wenn ein
Souverän ſich an den anderen wendet, um zu verſuchen,
durch eine offene Ausſprache die Situation zu kläreg.
Darum begrüßt man in politiſchen Kreiſen dieſe Initiative
unſeres Kaiſers, der bisher mit ſeiner ganzen, unvergleich=
lichen
Autorität und Energie ſich für den Frieden eingeſetzt
hat und ihn auch weiterhin erhalten will.
* Wien 2. Febr. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt:
Die Annahme, daß das bevorſtehende Jubiläum des
Hauſes Romanow zu dem Handſchreiben des Kai=
ſers
Franz Joſef Anlaß gegeben habe, iſt unrichtig.
Das Handſchreiben nimmt vielmehr ausdrücklich Bezug
auf die zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Rußland ſchwe=
benden
Differenzen und iſt als ein bedeutſamer Akt der
auswärtigen Politik aufzufaſſen. Es geht daraus hervor,
daß von der Abſendung die öſterreichiſch=ungariſchen di=
plomatiſchen
Vertretungen im Auslande verſtändigt wor=
den
ſind. Die Abſendung eines Spezialgeſandten hat
möglicherweiſe auch darin ihren Grund, daß der öſterrei=
chiſch
=ungariſche Botſchafter in Petersburg in den letzten
Tagen bettlägerig geweſen iſt.

Luftfahrt.

* Von der Fliegerſtation. Am Samstag
wurden während des Schießens des Feldart.=Regts. Nr.
25 intereſſante Verſuche gemacht, nämlich die Erkundung der
Ziele durch Flugzeuge und die Beobachtung der Schüſſe.
Die Meldungen wurden in eine Büchſe gepackt und über
den Batterieen abgeworfen. Die Reſultate waren ſehr gut
und vollauf genügend. Es ſtiegen nacheinander zu Erkun=
dungsflügen
die Feldpiloten Leutnant von Mirbach, Leut=
nant
Sommer und Leutnant Reinhardt mit den Lt.
Bickel, Mertens und v. Lynker vom Großh. Art.=Korps
und Lt. Wagner vom Feld=Art.=Rgt. 61 auf. Es war ein
ungewohntes, ſchönes Bild, den regen Betrieb auf unſerer
Station mitanzuſehen. Der Apparat, der über der Stadt
kreuzte, wurde von Leutnant Sommer mit Hauptmann
v. Felſall als Beobacher geſteuert.
* Petersburg, 2. Febr. Die geſtern in Kraft ge
tretene Beſtimmung betreffend die Luftſchiffahrt
verpflichtet ausländiſche Flieger, im Falle einer Ueber=
ſchreitung
der Grenze ſofort zu landen.

Vermiſchtes.

Heſſiſches Heimat= und Trachtenfeſt
zur Tauſendjahrfeier Kaſſels. Dieſe Veran=
ſtaltung
wird einen Hauptanziehungspunkt unter den im
Sommer und Herbſt geplanten Feſtlichkeiten bilden. Be=
kanntlich
haben ſich in vielen Teilen des ehemaligen Kur=
heſſen
noch bis in die Gegenwart jene maleriſchen Volks=
trachten
erhalten, die ſoviel Poeſie über Land und Leute
ausſtrahlen. Bei dem kulturgeſchichtlichen und zugleich
volkstümlichen Grundzug, den die Kaſſeler Tauſendjahr=
ſeier
im Gegenſatz zu dem ſonſt vielfach üblichen Vergnü=
gungsrummel
zu wahren gedenkt, lag der Gedanke nahe,
dieſes intereſſante Stück lebendig gebliebener Vergangen
heit als einen charakteriſtiſchen Ausdruck bodenſtändigen
heſſiſchen Weſens in den Rahmen der Veranſtaltungen
einzubeziehen. Die der ländlichen Bevölkerung in dieſem
Sinne gegebenen Anregungen, bei dem Feſt mitzuwirken,
vurden allenthalben freudig aufgenommen. Die) Zahl
dieſer Feſtteilnehmer wird keine geringe ſein, denn die heſ=
ſiſchen
Trachten ſind recht mannigfaltig und oft von Dorf
zu Dorf verſchieden. Am zäheſten halten an den alten
Sitten und Trachten wohl die Bewohner der Schwalm=
gegend
feſt. Auch das Heſſiſche Hinterland, amtlich Kreis
Biedenkopf genannt, iſt übrigens beſonders reich an ver=
ſchiedenartigen
reizvollen Trachten, die ebenfalls auf dem
Heimatfeſt vertreten ſein werden. Noch heute ſieht man
auf dem Kaſſeler Wochenmarkt am Königsplatz die
Schwälmer Butterverkäufer in blauen, mit Stickereien
geſchmückten Kitteln, mit Schnallenſchuhen und der typi=
chen
mit Schafpelz beſetzten Kopfbedeckung, der Bram=
betzel
Selbſtverſtändlich wird auch die ſchönſte und kleid=
ſamſte
der heſſiſchen Trachten, diejenige der Marburger
Gegend, auf dem Feſte zu bewundern ſein, wie auch die
Schaumburger Schönen ihre originellen bändergeſchmück=
ten
Hauben zur Schau tragen werden, um nur ein einzi=
ges
herauszugreifen. Die hiſtoriſche Karlsaue, die für
die Veranſtaltung einen wirkungsvollen Rahmen abgeben
wird, wird alſo auf einige Stunden eine Art Freiluft=
muſeum
für heſſiſche Volkstrachten darſtellen. Auf dem
Bowlingreen wird ſich das frohbewegte Treiben einer
heſſiſchen Kirmes abſpielen, wobei natürlich auch die
charakteriſtiſchen ländlichen Tänze, beſonders die berühm=
ten
Schwälmertänze nicht fehlen werden. Auch in dem
geplanten Feſtzug ſoll ein Ausſchnitt heſſiſchen Volks= und
Landlebens durch Vorführung von Ernte= und Braut=
wagen
gezeigt werden.
Eine erhebliche Erſtarkung des
Deutſchtums in Südweſtafrika konnte auf
Grund der Abnahme der fremdländiſchen und der erfreu=
lichen
Zunahme der deutſchen Elemente bei der letzten
amtlichen Volkszählung feſtgeſtellt werden. Das iſt nicht
zum kleinſten Teil den Bemühungen des Frauenbundes
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft zu danken, die ſeit über
5 Jahren dieuadiung deuticher n

[ ][  ][ ]

Südweſt tatkräftig unterſtützt und fördert. Durch die
Vermittelung des Frauenbundes der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft und mit Reiſeunterſtützung
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft gingen in dem ver=
floſſenen
Jahre 1912 im ganzen 106 deutſche Mädchen
in kontraktlich feſte häusliche Stellungen in unſere Siede=
lungskolonie
Südweſtafrika. Die Auswanderung hat in
den letzten Jahren ſtändig zugenommen. Während in
den Jahren 18981905 nur 39 Mädchen hinausgingen,
waren es im Jahre 1910 74 und im Jahre 1911 96 Mäd=
chen
. Der Frauenbund der Deutſchen Kolo=
nialgeſellſchaft
, der unter dem Protektorate des
Förderers kolonialer Beſtrebungen, S. H. des Herzogs
Johann Albrecht zu Mecklenburg, ſteht, leiſtet in den Kolo=
nien
eine nationale Arbeit von allergrößter Bedeutung,
an der ſich jede deutſche Frau beteiligen ſollte, indem ſie
dem Bunde beitritt In der kurzen Zeit ſeines erſt fünf=
jährigen
Beſtehens hat der Verein in Keetmanshoop ein
Heimatshaus für deutſche Frauen und Mädchen und ein
Jugendheim in Lüderitzbucht ins Leben gerufen und eine
Anzahl von Orten im Schutzgebiet mit gut zuſammen=
geſtellten
Bibliotheken verſorgt. Der Frauenbund der
Deutſchen Kolonialgeſellſchaft will ſeine Tätigkeit jetzt
auch auf Deutſch=Oſtafrika erſtrecken. Jede gewünſchte,
die Frauenfrage in den deutſchen Kolonien betreffende
Auskunft erteilt die Geſchäftsſtelle des Bundes, Ber=
in
W. 35, Karlsbad 10 (Afrikahaus).

Literariſches.

Neue Erfolge der Fernphotographie, der es z. B.
gelungen iſt, verhältnismäßig ſcharf gezeichnete Photos=
in
fünfzehn Minuten von Monte=Carlo nach Paris zu
übertragen, veranſchaulicht =Egon Berg in einem inter=
eſſanten
und reichilluſtrierten Aufſatz in dem ſoeben er=
ſchienenen
Heft 2 von Zeit im Bild (Neue Deutſche
Verlagsanſtalt in München), das auch durch ſeinen übri=
gen
textlich wie illuſtrativ bedeutſamen Inhalt allgemei=
nes
Intereſſe beanſpruchen kann. Prächtige Bilder
ſchmücken den Artikel Von Jena, Goethe und dem From=
mannſchen
Hauſe von (K. Woltereck, ſowie Dr. W. Kup=
pers
intereſſante Ausführungen über Fleiſchfreſſende
Pflanzen mit Aufnahmen aus dem Münchener Bota=
niſchen
Garten. In feinſinniger Weiſe entrollt Edgar
Steiger den Münchener Theaterfilm dem geiſtigen Auge
des Leſers. Dr. Alfons Goldſchmidt ſchildert Emil Kir=
dorfs
finanzpolitiſche Bedeutung. Steinzeichnungen aus
der Umgebung Berlins von Rudolf Großmann verdie=
nen
neben den ſonſtigen vorzüglichen Illuſtrationen be=
ſondere
Erwähnung.
Das Induſtriebeamten= Taſchen=
buch
, deſſen Ausgabe für 1913 der Bund der techniſch=
induſtriellen
Beamten ſoeben herausbringt, zeichnet ſich
auch diesmal wieder durch die beſondere Fülle und
Mannigfaltigkeit ſeines Inhalts aus. Neben einer grö=
ßeren
Anzahl wertvoller literariſcher Arbeiten über
Gegenſtände der Volkswirtſchaft, der Sozialpolitik, des
Angeſtelltenrechts, der Angeſtelltenverſicherung, der Orga=
niſationspraxis
, iſt vor allem der lexikaliſche Teil mit
ganz außerordentlicher Sorgfalt ausgeſtaltet worden.
Unentbehrlich für Angeſtellte, die ihren Beſchäftigungs=
ort
wechſeln, iſt das Ortsregiſter, das für etwa 500 Orte
genaue Angaben über Lebens= und Preisverhältniſſe
Wohnungsmieten, Kommunalſteuer=Zuſchläge uſw.
bringt. Preis in Leinenband 1,50 Mk.
Adelheid Weber, Immer luſtik Ro=
man
aus dem Königreich Weſtfalen. Heilbronn, Verlag
von Eugen Salzer. Broſch. 3 Mk., geb. 4 Mk. Recht
herein in die große Gedenkzeit an 1813 kommt dieſer
prächtige hiſtoriſche Roman, in dem etwas von dem
Geiſte eines Willibald Alexis pulſiert. In ſatter Lebens=
wirklichkeit
ſtehen die Geſtalten vor uns. Keine hübſch
angezogenen Theaterſtatiſten. Ebenſowenig patriotiſche
Mache, der die Tendenz das Genick bricht. Aus dem weſt=
fäliſchen
Großbauerntum erwächſt Not und Hoffnung der
Zeit der Fremdherrſchaft.
Aus der Mappe eines Glücklichen. Von
Richard Jahnke. 3. Auflage. Mit Buchſchmuck.
(119 S.) 8%. 1912. Geb. 1,80 Mk. Verlag von B. G. Teub=
ner
, Leipzig. Das friſch und lebensfreudig für jung und
alt geſchriebene Büchlein, das bereits in dritter Auflage
vorliegt und auf deſſen künſtleriſche Ausſtattung beſon=
dere
Sorgfalt verwandt wurde, iſt recht geeignet, den
alten Erbfeind der Menſchheit und gerade des deutſchen
Volkes, dem Peſſimismus, Abbruch zu tun, vor allem
unſerer Jugend, deren Herzen noch empfänglich ſind, die
Freude am Leben zu erhalten.

Darmſtadt, 3. Februar.
* Das Großherzogspaar hat ſich von Schwerin
zum Beſuch des Prinzenpaares Heinrich von Preußen
nach Kiel begeben. Die Rückkehr von dort war für
heute früh vorgeſehen.
Großh. Hoftheater. In der Mittwochsvorſtellung
von Hermann Bahrs Luſtſpiel Das Prinzip wird
unſer ehemaliges Mitglied Frl. Tereſina Oſter,
Kgl. Sächſ. Hofſchauſpielerin, die Rolle der Lene Kuk
als Gaſt ſpielen.
Der große Geſellſchaftsmaskenball der Karneval=
geſellſchaft
Narrhalla, der am Samstag vor Faſtnacht
ſchon ſeit Jahrzehnten alle lebens=, freud= und
faſchingskundigen Genießer und Genießerinnen zu fröh=
lichem
Mummenſchanz vereinigt in den feſtlich=närriſch
dekorierten und erleuchteten Räumen des Städtiſchen
Saalbaues, verlief auch heuer wieder in glänzender
Weiſe. Schon von 8 Uhr ab begannen ſich die Räume
beſonders der große Saal, in dem fortgeſetzt zwei Muſik=
kapellen
zum Tanze aufſpielten, zu füllen, und gegen
½11 Uhr war’s geſtoppte voll wie der Heiner zwar
weniger ſchön, aber zuareffend ſich auszudrücken beliebt.
Es herrſchte ununterbrochen ein Auf und Nieder in dem
lebendigen, farbenfrohen Bild, das ſich beſonders ſchön
von den Galerien aus anſchaute. Ein Auf und Nieder
und ein wirbelndes, ſinnbetörendes Drehen ſchöner
Masken, die nicht gerade beſſeres zu tun hatten, als ihren
übermütigen Spott über Gerechte und Ungerechte in Frack
und Smoking auszuſchütten. War’s unten Muſik und
Tanz und Schelmerei, ein Suchen und Haſchen und Fin=
den
und Entſchlüpfen, was den Mummenſchanz beherrſchte,
ſo begann in den oberen und Nebenräumen der gefähr=
liche
kleine Schelm Amor ſeine Herrſchaft vorzubereiten.
Auch er hatte ja hier die Schellenkappe aufs Lockenköpf=
chen
gedrückt, und ſie wurde für ihn zur Tarnkappe, die
ihn unſichtbar, aber deſto gefährlicher machte. Keiner
ahnte, woher ſeine Pfeile kamen und wo ſie trafen. Aber
daß ſie trafen, alle, die der kleine Schelm verſchickte, das
konnte überall beobachtet werden, ſo verſchieden ſich auch
die Wirkung äußerte, über die übrigens hier nichts ver=
raten
werden ſoll. Aber ſchön wars oben und unten und
überall. Sehr ſchön ſogar, und allgemein herrſchte die
fröhlichſte Stimmung, die bis zum dämmernden Morgen
vorhielt und dann in ſchöne, ſeelige Erinnerung ſich um=
wandelte
.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Hamburg, 1. Febr. Die vereinigten Liberalen ge=
winnen
nach dem endgültigen Ergebnis der Wahlen
einen Sitz, die Rechte gewinnt vier, das linke Zentrum
verliert fünf Sitze. Die Linke und die Sozialdemokraten
behaupten ihren Beſitzſtand.
Hamburg, 1 Febr. Die Hochbahn hat infolge
eines angeblich durch die Ausſtändigen herbeige=
führten
Kurzſchluſſes heute Abend zwiſchen 9 und 10
Uhr den Betrieb eingeſtellt. Die Züge liegen auf der
Strecke feſt. Eine Unterſuchung iſt eingeleitet. Die Polizei=
behörde
beſetzte die Zugänge des Bahnkörpers mit Poſten.
Hamburg, 2. Febr. Die Verhandlungen zwiſchen
der Hochbahn=Geſellſchaft und den Streiken=
den
führten zu einer Verſtändigung. Der regel=
mäßige
Betrieb wurde heute vormittag 10 Uhr wieder
aufgenommen. Bis zu dieſer Zeit konnte nur beſchränkter
Verkehr mit Hilfe des Aufſichtsperſonals durchgeführt
werden. Den Ausſtändigen iſt eine Lohnerhöhung in
Ausſicht geſtellt und die Wiedereinſtellung von ſieben
wegen Agitation entlaſſenen Zugführern zugeſtanden
worden.
* Detmold, 1. Febr. Bei den vier Stich=
wahlen
zum Landtag zwiſchen Freiſinnigen und So=
zialdemokraten
der dritten Wählerklaſſe ſiegten die Frei=
ſinnigen
. Der lippeſche Landtag iſt nunmehr fol=
gendermaßen
zuſammengeſetzt: 10 Konſervative, 2 Na=
tionalliberale
, 7 Freiſinnige, 1 Chriſtlich=Sozialer und
1 Sozialdemokrat. Der Beſitzſtand der Parteien iſt un=
verändert
geblieben.
* Peſt, 2. Febr. Der Generaldirektor der Grund=
beſitz
= und Verwertungsbank A.=G. Alexius Rado iſt
wegen Kautionsſchwindels verhaftet worden. Die
Veruntreuungen belaufen ſich auf 57000 Kronen. Die
Bank war ohne Aktien und ohne Kapitalszeichnung ge=
ründet
worden.
Amſterdam, 1. Febr. Wie amtlich gemeldet wird,
beſſerte ſich das Befinden des Prinzen Heinrich
der Niederlande erheblich, der ſich zur Hebung ſeiner
Neuraſthenie ſeit drei Wochen in Oberurſel im Taunus
aufhält. Der Prinz beginnt ſich viel wohler zu fühlen.
* Amſterdam, 2. Febr. Königin Wilhelmine kehrte
nachts aus Königſtein hierher zurück. Am Bahnhof wurde
die Königin vom deutſchen Geſandten begrüßt.
Paris, 1. Febr. General Lyautey, der heute
über Bordeaux nach Caſablanca abgereiſt iſt, erklärte
einem Berichterſtatter, er hätte zwar in Paris noch man=
cherlei
in betreff der Organiſierung des marokkaniſchen
Dienſtes zu tun, aber die gegenwärtige Lage in Marokko
erheiſche ſeine Anweſenheit, denn eine vollſtändige Frei=
heit
in der Leitung ſei unbedingt notwendig. Das Gebiet
der militäriſchen Unternehmungen in Ma=
rokko
habe ſich beträchtlich erweitert, die Mannſchaftsbe=
ſtände
ſeien jedoch nicht vermehrt worden. Ich verſtehe
die Gründe fuhr Lyautey fort, die es der Regierung
verbieten, in einer Periode europäiſcher Spannung der
Armee des Mutterlandes weitere Streitkräfte zu entziehen.
Wenn wir mehr Leute in Marokko hätten, wäre unſere Auf=
gabe
offenbar leichter, aber wir werden auch ſo den
Schwierigkeiten die Stirn bieten können. Sodann wies
Lyautey auf die Notwendigkeit hin, Marokko mit einem
entſprechenden Hafen auszuſtatten. Frankreich habe nicht
nur den eigenen, ſondern auch den fremden Kaufleuten
egenüber, welche unter dem Mangel eines ſolchen Ha=
ens
ſchwer leiden, Pflichten zu erfüllen. Die Pläne ſeien
fertig und in einem Monat würden die Arbeiten für den
Hafen in Caſablanca zur Submiſſion gelangen.
Paris, 1. Febr. Als Oberſt Guiſe, Ordonnanz=
offizier
des Präſidenten Falliéres, heute mittag auf der
Cours de la Reine ſpazieren ritt, ſcheute das Pferd
vor einem Automobil, ſodaß es in die Höhe ſtieg
und ſich überſchlug. Der Reiter geriet unter das Pferd
und ſchlug mit dem Kopfe gegen die Bordſchwelle. Der
Oberſt wurde ins Militärlazarett Val de Grace gebracht.
Man befürchet, daß er einen Schädelbruch erlitten hat,
Das Pferd war ſofort tot.
Paris, 2. Febr. Nach einer Blättermeldung aus
Madrid hat der ſpaniſche Botſchafter in Paris, Pere=
Caballero deſſen Name anläßlich der Angelegenheit
der Südſpaniſchen Hypothekenbank genannt wurde, ſeine
Entlaſſung eingereicht, welche zweifellos angenom=
men
werden dürfte.
Marſeille, 2. Febr. Die Offiziere des Dampfers
Kanada der nach New=York beſtimmt iſt, ſind an
Land gegangen. Sie fordern die Inkraftſetzung des
Reglements für Schiffsoffiziere, das infolge des letzten
Ausſtandes der eingeſchriebenen Seeleute ausgearbeitet
wurde und von den übrigen Schiffsgeſellſchaften an=
gewendet
wird.
Cherbourg, 2. Febr. Aus unbekannter Urſache
brach in dem neuen Torpedobootzerſtörer Francis
Garnier während einer Uebungsfahrt Feuer aus. Der
Torpedobootzerſtörer konnte in den Hafen zurückkehren.
Die Beſchädigungen ſind bedeutend
* Bukareſt, 2. Febr. Prinz Eitel Friedrich
von Preußen iſt geſtern abend hier eingetroffen. Am
Bahnhof wurde er vom König, dem Kronprinzen, den
Miniſtern und dem deutſchen Geſandten empfangen. Spä=
ter
fand im königlichen Palais ein Diner in kleinem
Kreiſe ſtatt.
London, 2. Febr. Dr. Danew und die Sekretäre
der bulgariſchen Miſſion ſind heute früh nach Paris ab=
gereiſt
, wo Danew bis zum Dienstag zu bleiben gedenkt.
* Petersburg, 2. Febr. Die Ausarbeitung des Ent=
wurfs
über die Reform der Polizei iſt beendet.
Zur Begutachtung berief der Miniſter des Innern eine
Konferenz der Gouverneure nach Petersburg
Saloniki, 2. Febr. ie ſerbiſchen Behörden in
Monaſtir forderten die Direktion der rumäniſchen
Schule auf, den Unterricht einzuſtellen. Die Serben
gingen in der gleichen Weiſe gegen die bulgariſche Schule
in Iſchtip vor.
* Waſhington, 2. Febr. Der Senat nahm mit
einer Majorität von zwei Dritteln eine Reſolution an,
welche befürwortet, die Amtsdauer des Präſi=
denten
auf ſechs Jahre zu verlängern, eine Wie=
derwahl
jedoch auszuſchließen. Im Laufe der Debatte
wurde darauf hingewieſen, daß dieſe Maßregel ſich gegen
etwaige Beſtrebungen Rooſevelts nach einer dritten Prä=
ſidentſchaft
richtet. Die Reſolution geht jetzt an das Re=
bräſentantenhaus
.
* Waſhington, 2. Febr. Die Geſetzesvorlage über die
Einwanderung, welche die Beſtimmung über das
Mindeſtmaß der Schulbildung enthält, iſt vom Senat an=
genommen
worden und geht dem Präſidenten Taft zur
Unterſchrift zu.
Berlin, 1. Febr. Die preußiſche Staats=
regierung
ließ nun heute im Abgeordneten=
hauſe
ausdrücklich Verwahrung einlegen gegen die
Ueberſchreitung der Zuſtändigkeit des Reichstags
durch die letzte Polendebatte. Der Miniſter des Innern

v. Dallwitz ſchloß ſeine Erklärung an eine Rrde des Ab=
geordneten
Caſſel an und äußerte ſich dabei auch über
die Wahlreform. Der Miniſter führte folgendes
aus:
Wenn der Abgeordnete Caſſel das preußiſche Land=
tagswahlrecht
in Grund und Boden verdammt hat und
lediglich das Reichstagswahlrecht gelten laſſen will, ſo
nimmt er wohl an, daß das Wahlrecht und das
Wählen Selbſtzweck, und daß es gleichgültig ſei,
welche Wirkung in der ſachgemäßen Ausübung der Ge=
chäfte
des Landes es hervorruft, und daß das Wahlrecht,
das der demokratiſchen Tendenz am meiſten entſpricht,
ohne Rückſicht auf die Eigenart der beſonderen Verhält=
niſſe
des Landes den Vorzug verdient. Demgegenüber iſt
doch zu betonen, daß ſelbſt die erbittertſten Gegner des
preußiſchen Wahlrechts nicht im Ernſt beſtreiten wollen,
daß die auf Grund des preußiſchen Wahlrechts gewählten
Vertretungen bisher die Intereſſen des Lan=
des
in ſachlicher und erſprießlicher Weiſe wahrgenom=
men
haben (Lebhafter Beifall der Rechten), und daß ſie
insbeſondere die materiellen und die ideellen Intereſſen
der minderbegüterten Kreiſe der Bevölkerung nach Kräf=
ten
gefördert haben und daß die materielle und ideelle Ent=
wicklung
des Landes auch in der letzten Legislaturperiode
eine hocherfreuliche und günſtige Förderung ſeitens dieſes
auf Grund des preußiſchen Wahlrechts gewählten Abge=
ordnetenhauſes
gefunden hat. (Lebhafter Beifall rechts
und im Zentrum.) Es kann nicht beſtritten werden, daß
man zu einem erheblichen Grad den Wert eines Wahl=
rechts
bemeſſen kann nach den praktiſchen Leiſtungen des
betreffenden Parlaments, und da wird das preußiſche
Wahlrecht nicht ſchlecht abſchneßden. (Beifall rechts.)
Darüber kann doch kein Zweifel ſein, daß die preußiſche
Geſetzgebung bezüglich des Unterrichtsweſens, des Steuer=
weſens
und des Kommunalweſens der Geſetzgebung an=
derer
Länder diesſeits und jenſeits des Ozeans in keiner
Weiſe nachſteht. (Sehr gut! rechts und Widerſpruch links.)
Der Abgeordnete Caſſel hat auf den Verſuch hingewieſen,
einen Gegenſatz zwiſchen dem Staatsſekretär
des Innern und mir zu konſtruieren. Dieſen Ver=
uch
habe ich bereits geſtern zurückgewieſen. Wenn aber
der Abgeordnete Korfanty den Verſuch gemacht hat, die
Einbringung einer Interpellation über die An=
wendung
des preußiſchen Enteignungsgeſetzes im
Reichstage zu rechtfertigen, ſo muß ich im Namen
der preußiſchen Regierung ausdrücklich und mit aller Ent=
ſchiedenheit
erklären, daß dieſer Verſuch die Zuſtän=
digkeit
des Reichstags überſchreitet, daß
lediglich der preußiſche Landtag für die Erörterung dar=
über
zuſtändig iſt, ob ein preußiſches Geſetz zu Recht oder
zu Unrecht angewandt wird. (Sehr richtig! rechts.) J
der Verſuch, eine derartige Erörterung in den Reichstag
hinüberzuſpielen, überſchreitet die Zuſtändigkeit des
Reichstages. (Zuſtimmung rechts und bei den National=
liberalen
.)
HB. Berlin, 1. Febr. Der frühere Botſchafter in
Waſhington, Exzellenz von Holleben, iſt in der letzten
Nacht in ſeiner Wohnung, Kantſtraße 134 in Charlotten=
burg
, im 75. Lebensjahre geſtorben. Herr von Hol=
leben
lag 14 Tage zu Bett. Er hatte eine Blinddarment=
zündung
durchgemacht. Der Tod trat infolge von Herz=
ſchwäche
ein. Der Verſtorbene war unverheiratet.
Wien, 1. Febr. Die Ankündigung des Fremden=
blatts
von der bevorſtehenden Entſendung des
Prinzen Hohenlohe nach Petersburg be=
chäftigt
die geſamte Preſſe aufs lebhafteſte. Ein Teil der
Blätter ſieht darin ein Zeichen der beginnenden Ent=
ſpannung
oder wenigſtens den Verſuch, eine ſolche herbei=
zuführen
. Das Neue Wiener Tagblatt erfährt von unter=
richteter
Seite dazu, die Entſendung eines kaiſerlichen
Handſchreibens ſei nichts Außergewöhnliches, da es faſt
ſchon ein Herkommen geworden ſei, daß in bewegten Zei=
ten
ein direkter Meinungsaustauſch zwiſchen den befreun=
deten
Herrſchern ſtattfinde. Das Handſchreiben dürfte
ſicherlich in engſter Beziehung zur allgemeinen Lage ſtehen;
ein beſtimmter Fall habe aber nicht den Anlaß geboten.
Der äußere Anlaß für dieſen Akt iſt zweifellos das Ro=
manowjubiläum
. Prinz Hohenlohe, der jüngſte Sohn des
geweſene: Oberſthofmeiſters, iſt der Schwiegerſohn des
Erzherzogs Friedrich und war vor ſeiner Vermählung
mehrere Jahre Militärattaché in Petersburg und dort
persona gratissima.
Verſailles, 1. Febr. Heute früh iſt der Bandit
Renard enthauptet worden, der nach einem Ein=
bruch
den ihn verfolgenden Gendarmen erſchoſſen und
dann erſt nach dieſem Morde überwältigt und gefeſſelt
werden konnte.
London, 1. Febr. Eine Anhängerin des
Frauenſtimmrechts zerſchlug im Tower einen
Glaskaſten, in dem ein Orden aufbewahrt wurde. Sie
wurde verhaftet. Der Kenſington=Palaſt, der Hampton
Court=Palaſt und der Holyrood=Palaſt in Edinburgh ſind
für das Publikum geſchloſſen worden, da man weitere
Beſchädigungen befürchtet.

Briefkaſten.

Frau S. G. Wenden Sie ſich an einen Arzt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Der Kinder Freude:
Rizinusöl, der Schrecken der Kinderſtube, erſetzt
durch Califig.

Wer erinnert ſich nicht aus den Tagen ſeiner Kind=
heit
, welches Grauen man damals vor dem geheimnis=
vollen
Schränkchen hatte, welches das verhaßte Rizinusöl,
bittere Salze, Pulver, Wurmſamen und ähnliche, den Ge=
chmacksſinn
beleidigende Dinge barg. Die Tage dieſer
unangenehmen, draſtiſchen Mittel ſind aber längſt vorüber.
Man hat gelernt, ſich mehr der Natur anzupaſſen, man
hat aus ihrem reichen Schatze Subſtanzen gewählt, die
zugleich eine wohltuende, beſchwerdeloſe Wirkung und
in ihrer Zuſammenſetzung einen höchſt angenehmen,
aromatiſchen Geſchmack beſitzen.
Wir haben hierbei den ſo beliebten Kaliforniſchen
Feigenſirup Califig im Sinne. Wenn heutzutage
Appetitmangel, unruhiger Schlaf, belegte Zunge und
andere Anzeichen auf eine Störung der Verdauung, des
Stuhlganges bei unſeren Kleinen hindeuten, dann ſollte
die fürſorgliche Mutter gleich mit einer Doſis Califig
bei der Hand ſein, den alle Kinder ſo gerne nehmen.
Die gründliche, reinigende Wirkung des Califig tut
dem zarten Organismus des Kindes ordentlich wohl, und
ſie verurſacht keine Beſchwerden; die natürlichen Funk=
tionen
der Verdauung kommen wieder zur Geltung und
der Kleine iſt in Kürze wieder ſo friſch und munter wie
zuvor. Ealifig wird von den Aerzten beſonders in der
Kinderpraxis verwendet ein Beweis, daß er hier be=
ſonders
am Platze iſt. Aber auch bei Erwachſenen eignet
ſich Califig beſtens zur Regelung des Stuhlganges und
Vorbeugung chroniſcher Verſtopfung.
In allen Apotheken zu haben zu 1,50 Mk. die Flaſche.
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Man ſchreibt uns: Dr. Thompſon’s Seifen=
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mittel
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beſter Qualität und enthält, wie die Analyſen feſtgeſtellt
haben, keinerlei Beſtundteile, die ſchädlich auf die Wäſche
wirken könnten. Bei Verwendung von Dr. Thompſon’s
Seifenpulver erhält man ohne Raſenbleiche blendend
weiße Wäſche. Ueber die Anwendung belehrt die jedem
Pakete aufgedruckte Gebrauchsanweiſung. Die Wäſche
erhält durch Dr. Thompſon’s Seifenpulver einen an=
genehmen
, friſchen Geruch. Es eignet ſich auch zum
Reinigen der Hände nach grober, ſchmutziger Arbeit und
zum Scheuern beim Hausputz. Dr. Thompſon’s Seifen=
pulver
iſt zu haben in den meiſten Drogen=, Kolonial=
waren
= und Seifengeſchäften. Man achte auf den
Namen Dr. Thompſonund auf die Schutzmarke Schwan.

Berichtigung.

In dem Hinweis auf die Beilage der Firma
Wilkes & Co., Aachen, die am 22. Januar
dem Darmſtädter Tagblatt beigelegen hat, heißt es irrtüm
lich: Muſterkollektion von Damenſtoffen, während es
richtig heißen muß: Die Firma verſendet koſtenlos
und ohne Kaufzwang an Jedermann die aus erſten
Neuheiten beſtehende Muſterkollektion von Herren=
und Damenſtoffen.
(IV,3191,21

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
Heute nacht entſchlief ſanft nach langem,
ſchwerem Leiden unſer lieber Gatte, Vater,
Bruder, Onkel und Schwager
(3198
Herr
Otto Friedrich Papst
Hofkutscher i. P.
im 47. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Papst u. Sohn.
Darmſtadt, den 2. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
um 3 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofs aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigten hat es gefallen,
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
, Schweſter und Tante
Frau Henriette Wiesenäcker
geb. Buchhammer
Wartfrau
am Samstag abend 5¾ Uhr, nach längerem
Krankenlager, im Alter von 70 Jahren, in ein
beſſeres Jenſeits abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Schwab.
Darmſtadt, den 2. Februar 1913. (3197
Die Beerdigung findet Dienstag, vormittags
11½ Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
Heute früh 8 Uhr verschied plötzlich unser guter, innigstgeliebter Vater,
Grossvater und Schwiegervater
(3184
Herr Buchdruckerei-Besitzer
Hermann Uhde
in nahezu vollendetem 72. Lebensjahre.
Wir bitten um stille Teilnahme.
Marie Uhde, geb. Wagner
Heinrich Dippel und Frau, geb. Uhde
Rudolf Uhde
Karl Uhde und Frau, geb. Zissel
Rudolf Schlösser und Frau, geb. Uhde
und 4 Enkel.
Darmstadt, den 1. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Montag, den 3. Febr., nachm. 4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, statt.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Geſtern abend 9½ Uhr entſchlief ſanft nach
längerem Krankenlager unſer lieber Vater,
Schwiegervater und Großvater
(3174
Herr
Rechnungsrat Gustay Teit
im vollendeten 86. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenes:
Familie Georg Veit
Fritz Picker.
Darmſtadt, Cöln=Lindenthal,
den 1. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Montag, den 3. Febr.,
nachm. 3 Uhr, vom Trauerhauſe Friedrichs=
ſtraße
38 aus, ſtatt.

Nachruf.
Heute vormittag 8 Uhr verschied uner-
wartet
infolge Herzschlages unser Senior-
Chef, Herr Buchdruckereibesitzer
Hermann Uhde.
Als leuchtendes Beispiel unermüdlicher
Schaffensfreudigkeit und Tüchtigkeit in sei-
nem
Berufe war er uns stets ein Vorbild
und werden wir ihm ein treues Andenken
bewahren.
(3178
Darmstadt, 1. Februar 1913.
Das Personal
der Firma H. Uhde.

Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die lieben Worte der Ver-
ehrung
u. die prachtvollen Blumenspenden beim Hinscheiden unserer lieben Mutter
Frau Elisabeth Müller, geb. Schneider
sagen herzlichsten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen,
in deren Namen:
K. Müller, Dipl.-Ing., Architekt.
Darmstadt, Auerbach, Bern, München, den 1. Februar 1913.
(B3192

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Verwandten und Freunden hierdurch die
ſchmerzliche Mitteilung von dem Ableben
unſerer lieben, treuen Schweſter, Schwägerin,
Tante und Großtante
(3196
Frau Emma Martin
geb. Müller
Witwe des kaiserl. Postsekretärs Wilh. Martin.
Darmſtadt u. Metz, den 1. Februar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Profeſſor Hermann Müller,
Marie Martin, geb. Müller,
Emma Müller, geb. Zeller,
Paula Becker, geb. Martin,
Johanna Kühn, geb. Martin,
Lina Martin,
Oberſtabsarzt Dr. Th. Becker,
Apotheker E. Kühn,
nebſt Großneffen u. Großnichten.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
4. Februar, vormittags 11 Uhr; die Einſeg=
¼ Stunde vorher im Hauſe Hochſtr. 28.
nung
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.

Großh. Hoftheater (Kinder=Vorſtellung), Anfang
Abends
4½ Uhr: Sneewittchen und die Zwerge‟
8 Uhr (außer Abonnement): Heiterer Faſchingsabend.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der Krone.
Karnevaliſtiſche Konzerte uſw.: Rheiniſcher
Karneval mit Koſtümfeſt im Hotel Zur Traube‟.
Café Ernſt Ludwig. Café=Reſtaurant Zur Oper.
Kölniſcher
Schloß=Café. Palais=Reſtaurant.
Hof.
Bilder vom Tage (Auslage: Rheinſtraße 23): Mah=
mud
Schefket verkündet ſelbſt ſeine Ernennung zum
Großweſir; ein Demonſtrationszug der Jungtürken in
Konſtantinopel; Bilder zu den politiſchen Ereigniſſen
in der Türkei; das Wrack des Poſtdampfers Veroneſe‟
Bilder von der Ankunft des Großherzogspaares in
Schwerin.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 4. Februar.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ober=
Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem
Vizinalweg Nieder=Ramſtadt-Nieder=Modau an der
ſogen. Kreuzſtraße).

Kunſthalle am Rheintor, geöfſnet Wertags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Georo Schmitt

Telephon 891

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ſam
kocht, u. einen Haushalt gründ=
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Waldſtraße 6. (*2816om

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kleinen Haushalt ein ordentliches
junges Mädchen.
Kochen nicht nötig. Gutes Nähen,
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Moosbergſtraße 93, 1 Treppe.

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Heidelbergerſtr. 4, 1. Stock. (*2998

Gesucht
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anſtändige Frau
geſetzten Alters, welche kochen und
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kann, von morgens 8 bis mittags
2 Uhr Riedeſelſtraße 68, part.
Vorzuſtellen v. 9 Uhr ab. (*3025

Tüchtige 6
per 1. März
zuverläſige Köchin oder früher
geſucht. Nur ſolche mit beſten
Zeugniſſen wollen ſich melden
Wilhelmſtraße 8, part. (*3012omf

Reinl. u. tücht. Monatsfrau od.
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Uhr Gutenbergſtr. 14, I. (*3031

Männlieh

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Kaufmann
für Buchhaltung, Korreſpondenz,
ꝛc.; Bewerber aus der Papier=
branche
bevorzugt. Off. mit Ge=
haltsanſpr
. unt. D 70 an die
Expedition ds. Bl.
(*3009oi

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williges Mädchen
das etw. koch. kann, p. ſofort in
einfach. bürgerl. Haushalt geſucht
Näh. in der Exped.
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Stund. geſ. Moſerſtr. 15, pt. (*2887so
Braves, will. Mädchen
ff. geſ. Näh. Blumentalſtr. 51(*2866soi

Geſucht zum 1. März od. 1. April
erfahr. ältere Köchin, welche auck
Hausarbeit übernimmt: vollkom=
men
ſelbſtändig in der bürgerlichen
Küche, kochen, backen und braten
ſowie Einmachen von Obſt u. Ge=
müſe
. Zeugnisabſchrift., Lohnan=
ſprüche
zu ſenden an Freifrau
v, Graney, Kiel (Holſtein),
Düſternbrook 37.
(2929do

Sauberes Mädchen
für vormittags und nachmittags
geſ. Näh. Wittmannſtr. 4. (B3117

Herrſchaftsköchin zum 1. Apri
zu nur Dame u. Herrn geſ., wo Vor=
gäng
. lange Jahre waren. Hoher
Lohn. Emma Frank, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Karlſtr. 31. (*

M
Die Sub-
direktion

einer erſtklaſſ. Lebens= u. Ausſteuer=
Verſicherung ſucht für Heſſen noch
einige tüchtige Bezirksvertreter
gegen feſten Gehalt, Speſen und
Proviſion. Auch Nicht=Fachleute
können ſich melden. Arheilgen=
Darmſtadt, Darmſtädterſtraße 73,
Telephon 2098.
(*2999om
Saub., ehrlicher Hausburſche,
nicht unter 18 Jahren, geſucht
*3015)
Lauteſchlägerſtr. 11.

geſucht
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Telephon 1747.
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[ ][  ][ ]

Fastnacht-Dienstag, abends 7 Uhr 11 Min.
Grosser
Faschingstanz

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Lauben!
Höhlen!
(3188)

Karneval

Karneval
1913 Okr nzon 1913
’s muss ebbes gebodde wern!e

Hente
Rosen-Montag, 3. Februar
Auf hohen Befehl
und in Anwesenheit Sr. Närr. Hoheit Georg Lud-
wig
I. Prinz Karneval von Hessen und vom
Woog unter grossem Vorantritt des Vorgefolges
sowie des Närrischen Ministeriums und vieler
Hosen-Kavaliere, bei festlich beleuchtetem und
geschmücktem Hause:
(3185

Königl. Belvedere, Dresden
Heitere Kunst
Los! Auf den Bummel!

Aktuelle Revue. Text und Musik von Dr. Richard
Hirsch. In Szene gesetzt von Dir. Schwarz.
Vorspiel: Um Mitternacht.
In Hellerau, der Schule rhythmischer Nacktkunst.
Die grossen Frauen. Aus guter, alter Zeit. Wo
ist denn die Christine? Bärentanz. Im Mode-
Salon (Wie’s gemacht wird!) Der Theater-
Habitué. Mondscheinzauber. Ariadne auf
Leinwand, verlustspielte Oper von Molly R. Strauss
für den Kino bearbeitet.

Gegen Heigerkeit, mloige Mieingens der
Schlager, werden Austen-Bonbons gratis
verabfolgt!

Beglunden Festkonzertes 9.8 Mhr. 220

Einzugdes när. Ministerinms S Phr 11 2in.
unt. Fanfarengeschmetter u. d. Jubel d. Narrenvolks

Karneralstieche Koptbedekungen, gon, nirriche
Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen.

Preise wie gewöhnlieh, neht erhöht. Vorveriaut
wie bekannt. Freikartengesuche können keine
Berücksichtigung finden.

Fastnachtdienstag keine Vorstellung.


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ttc
55
Fastnacht-Dienstae:
*2959so)
Im gelben Saale Gelegenheit
Grosses Karnevalistisches Konzert.
zum Tanzen.

Ei

Ioler Prinz ear
Fastnachts-Dienstag:
Grosses

im oberen Saale. (3075so
Reichhaltiges Büffet. Sckt im Glas.

S e e e e r. ee

Vereiniete Gesellschaft.
Der im Winter-Programm vorgesehene
vel-Kaffee
mit Lustsviel-Aufführung
soll Dienstag, 18. Februar stattfinden.
Näheres wird noch bekannt gemacht.

Ote-Restadrane Hans christ.
Wie alljährlich findet in meinen Lokalitäten
Kem Fasthachtsrummer
statt.
Hans Christ, Rheinstr. 47.
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Luiſenſtraße 38.

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3007) Wendelſtadtſtr. 52, III. St.

Volksvorstellungen im Grossh. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind in Ausſicht genommen:
Sonntag, den 9. Februar, nachm. 2½ Uhr
(3186
Der G’wissenswurm‟
Sonntag, den 16. Februar, nachm. 2½ Uhr
Charleys Tante‟
Sonntag, den 23. Februar, nachm. 2½ Uhr
Hänsel und Gretel‟
Beſtellungen hierfür können bis jeweils Mittwoch vor jeder Vor=
ſtellung
bei den betreffenden Vereinsſtellen u. beim Verkehrs=Büro
Verkehrs-Verein.
gemacht werden.

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ff. Hofhund, zu verkaufen Gr.
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modernen Faſſade einer Dreihäuſer=
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Großherzogl. Hoftheater
Montag, den 3. Februar 1913.
Außer Abonnement.
Fünfte Kindervorſtellung
zu Volksvorſtellungspreiſen.
Neu einſtudiert:
Sneewittchen u. die Zwerge.
Eine Komödie für Kinder
in 5 Bildern.
1. Bild: Der Zauberſpiegel.
Perſonen:
Die Königin . . Sofie Heumann
Prinzeß Sneewitt=
chen
, ihre Stief=
tochter

Käthe Gothe
Der Prinz vom
Goldlande.
Frz. Schneider
Otto, ſ. Begleiter Emil Kroczak
Der Miniſter
Guſtav Semler
Eine Hofdame Agn. Wisthaler
Ein Kammerherr Adolf Klotz
Berthold, e. Jäger Aug. Kräger
Die Stimme deslHel. v. Sonnen=
Zauberſpiegels . thal

2 Bild: Bei den 7 Zwergen.
Perſonen:

Blick,

Pick,
Knick,
Die
Nick,
Strick,
Schick,
3. Bild:

Sneewittchen . . Käthe Gothr
. . . Tilli Aetl
. . . Anna Guerdan
. . . Frieda Herbach
, ,
Erna Jungkurth
. . . Lilli Dobski
. . . Erna Steiger
. . . Erna Stoffer
Die falſche Krämerin.

Perſonen:
Die Königin .
Sofie Heumann

Der Miniſter .
Blick,
Pick,
Knick,
Dick,
Strick,
Schick,

Guſtav Semler
Sneewittchen . . Käthe Gothe
. . Tilli Artl
. . . Anna Guerdan
. . Frieda Herbach
. . . Erna Jungkurth
. . . Lilli Dobski
. . . Erna Steiger
. . . Erna Stoffer
Die Stimme desHel. v. Sonnen=
Zauberſpiegels . thal
4. Bild: Die böſe Obſthändlerin.
Perſonen:

Die Königin .
Sneewittchen . .
Blick,
,
Pick,
, ,
Knick,
:
Dick,
5.
,

Nick,
Strick,
,,
,
Schick,

Die Stimme des) Hel. v. Sonnen=

Sofie Heumann
Käthe Gothe
Tilli Artl
Anna Guerdan
Frieda Herbach
Erna Jungkurth
Lilli Dobski
Erna Steiger
Erna Stoffer

Zauberſpiegels . thal
5. Bild: Sneewittchen’s Er=
löſung
und Brautfahrt.
Perſonen:
. Sofie Heumann
Die Königin .
Der Miniſter .
Guſtav Semler
Der Prinz vom
Frz. Schneider
Goldlande.
Otto, ſ. Begleiter Emil Kroczak

Sneewittchen
Blick,
,
Pick,
,
Knick, (8 .
Dick,

Nick,
T.
Strick,
,
Schick,

. Käthe Gothe
Tilli Artl
. Anna Guerdan
. Frieda Herbach
Erna Jungkurth
Lilli Dobski
Erna Steiger
. Erna Stoffer
Die Stimme desHel. v. Sonnen=

Zauberſpiegels . thal
Geſtaltung d. Bühnenbildes: Hof=
theatermaler
Kurt Kempin u. Ober=
inſpektor
Ernſt Schwerdtfeger.
Nach dem 2. Bilde längere Pauſe
Beurlaubt: Käthe Meißner, Bar=
bara
Uttmann.
Anfang 4½ Uhr. Ende 6½ Uhr.
Volksvorſtellungspreiſe.
Roſenmontag, abends 8 Uhr.
Außer Abonnement.
Volksvorſtellungspreiſe.
Heiterer Faſchings=Abend
(Bunte Bühne).
Muſikal. Leitung: Richard Lert
und Erich Kleiber.
Programm:
I. Abteilung:
1. Roſen aus dem Süden.
Walzer von Johann Strauß. (Die
Großherzogl. Hofkapelle unter Lei=
tung
von Richard Lert.)
2. Der Tod des Verräters,
Parodiſtiſches Terzett von Peter
Cornelius. (Otto Thomſen, Otto
Semper, Auguſt Kräger.)
3. Lieder für Sopran: a) Walzer
aus der Operette Das Modell
von Franz von Suppé. b) Roſen.
Chanſon von A. Béla Laßky.
(Gertrud Geyersbach.)
4. Oberbayriſches, Vortrag von
Hans Baumeiſter.
5. Der Handſchuh, humoriſt.
Oratorium von Koch, Edler von
Langentreu. (Gg. Becker, Gg. Weber,
Paul Peterſen, Wilh. Riechmann.)
II. Abteilung:
6. Lieder für Sopran: a) Das
nüchterne Mädel, Chanſon von
O. Strauß; b) Karneval hopſaſa‟.
(Olga Kallenſee.)
7. Thereſina Oſter, als Gaſt.
8. Tanzduett. (Käthe Gothe, Rich.
Jürgas, die Großherz. Hofkapelle,
unter Leitung von Erich Kleiber.)
Anfang 8 Uhr. Ende 9¾ Uhr.
Nach der 1. Abteilung Pauſe.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 4. Febr. 112. Ab.=Vſt.
D 27. Neu einſtudiert: Die
Hanna
luſtige Witwe.
Glawari: Joſefine Becker=Gerder,
Danilowitſch: Bruno Harprecht
vom Berliner Theater, als Gäſte.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 5. Febr. 113. Ab.=Vſt.
B 29. Mein Freund Teddy.
Teddy Kimberley: Br. Harp=
recht
vom Berliner Theater, a. G.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.

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thek
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leihen
. Off. u. D 35 Exp. (*2793fo

M. auf zweite Hppother
2000 auszuleihen.
(*2794fo
Offert. unt. D 14 a. d. Exped,

Bekanntmachung.
Anfrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung während ver
Faſtnachtszeit betreffend.

Nachdem in den letzten Jahren wiederholt Ausſchreitungen an
den Faſtnachtstagen vorgekommen ſind, haben wir uns gleichwie im
verfloſſenen Jahre veranlaßt geſehen, den Polizeiaufſichtsdienſt in
den verkehrsreichſten Straßen der Stadt an den Faſtnachtstagen
zu verſtärken.
Die Beamten ſind mit ſtrengſter Weiſung verſehen, gegen alle
Ausſchreitungen unnachſichtlich vorzugehen.
Alle Verkleidungen, ſowie das Anheften und Verteilen von
bildlichen Darſtellungen, Liedern, Zetteln und dergleichen, welche
gegen die guten Sitten verſtoßen ſind verboten.
Ebenſo iſt das unbefugte Tragen von Militär= und Beamten=
uniformen
unterſagt.
Aus feuerpolizeilichen Gründen muß das Tragen von Laternen,
die mit Spiritus, Petroleum oder ähnlichen leicht entzündlichen=
Flüſſigkeiten geſpeiſt werden, bei Maskenbällen, Aufzügen oder ähn=
lichen
Gelegenheiten verboten werden. In öffentlichen Verſamm=
lungen
, wie insbeſondere Ballſälen und Wirtſchaften, iſt in an=
betracht
der Feuersgefahr das Werfen mit Papierſchlangen,
Papierſchnitzeln oder ſonſtigen feuergefährlichen Gegeuſtänden
unzuläſſig. Außerdem müſſen ſämtliche Ein= und Ausgänge,
ſowie die Korridore im Innern der Räume freigehalten werden
und dürfen nicht durch Tiſche, Stühle, Bänke oder dergleichen
verſtellt werden.
Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, ſowie aus den
Häuſern darf nicht mit Drangen, Aepfeln oder ſonſtigen harten Gegen=
ſtänden
geworfen werden. Beim Werfen mit Papierſchlangen iſt
darauf zu achten, daß die Leitungsdrähte der elektriſchen Straßen=
bahn
nicht damit behängt werden.
Aus geſundheitspolizeilichen Gründen iſt das Aufheben und
Anſammeln von Konfetti oder Papierſchlangen von der Straße, des=
gleichen
das Werfen mit aufgehobenem Konfetti oder Papierſchlangen
nicht zuzulaſſen. Ebenſo iſt der Verkauf und Gebrauch von Pfauen=
federn
und Federwedeln zu beanſtanden. Sollten in letzterer Rich=
tung
Beläſtigungen des Publikums hervortreten, ſo iſt die Beſchlag=
nahme
der Gegenſtände zu gewärtigen
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden auf Grund
der beſtehenden geſetzlichen und verordnungsmäßigen Beſtimmungen
geahndet werden.
Indem wir dies zur Kenntnis des Publikums bringen, richten
wir an die Einwohnerſchaft die Bitte, unſere Polizeiorgane in der
Durchführung der getroffenen Maßnahmen nach Möglichkeit unter=
ſtützen
zu wollen.
Darmſtadt, den 1. Februar 1913.
(3189oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

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Kurſe vom 1. Februar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
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Staatspapiere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 99,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 86,25
77,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 88,25
77,90
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,30
92,75
3½
do.
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,50
3½
do.
87,10
130
do.
77,60
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,25
do.
3½
87,20
do.
75,75
3 Sächfiſche Rente.
78,75
4 Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 93,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,60
Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 89,00
4 do. Goldrente . . . 91,40
4 do. einheitl. Rente . 84,00
3 Portug. unif. Serie I 63,60
8 do. unſf. Ser. III 6550
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
do. v. 1890 . . 93,20
4
ich,
do. v. 1905 . .
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,70
do. v. 1902 . . . . 90,20
4½ do. v. 1905 . . . . 100,00
3½ Schweden . . . . . . 91,50
4 Serbier amort. v. 1895 81,50
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 87,70
(4 Do. Staatsrente. . . 84,90

Zf.
InProz.
5 Argentinier . . . . . . 101,00
86,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,50
4½
do.
92,80
½ Japaner . . . . .
5 Innere Merikaner.. . 93,30
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 85,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,90
3 Buenos Aires Provinz 68,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamd.=Anerila= palet=
fahrt
. . . . . . . 153,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 125,25
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 128,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſend. 60½
Einz. Mk. 408 . . 114,50
6 Baltimore und Ohio . 106,50
6 Schantungbahn . . . 131,50
6½ Luxemb. Prince Heuri
0 Heſt. Südbahn (Lomb.) 23½
6 Demſploania N. N. .1240
Leßte Induſtrie=
Diod.
Aktien.
3 Brauerei Werger
-
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. 538,00
14 Chem. Fabrik Gries=
heim
. . .
. 246,00
30 Farbwerke Höchſt . . 633,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 144,00
30 Chem. Werle Albert 441,00
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 332,00
5 Lahmezer. . . . . . . 120,50

Ste
InProt.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 146,50
12 Siemens & Halske .219,00
5 Bergmann Electr. . . 121,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 162,80
25 Summi Peter . . . . 80,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 8300
30 Adler=Fahrradwerke
Kleher . . . . . . 607,75
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,70
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,75
12½ Bad. Zucker= Waz=
häuſel
. . . . . . . 199,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 94,50
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 178,25
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . .
. 218,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 166,25
10 Gelſenkirchener . . . . 197,50
9 Harpener . . . . . . . 196,50
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,30
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,10
6 Laurahütte
. . . . . 174½
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,00
South Weſt Afriea 126,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
½ Nordd. Llond=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,00
Franz=Jofefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Durer
75,00
.
5 Oeſterr. Stoatsbahn . 102,20
4 Oeſter. Staatsbahn . 93,00
do.
76,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,25
4
do.
76,40

Inpers
½ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,
3 Raab=Oedenburg .
76,10
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,10
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,90
4½ Moskau=Kaſan . . .
de.
88,00
4 Wladichawchas . . . . 88,40
4 Rjäſan Koslow . . ..
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,50
do.
½ Livorneſer .
69,30
3 Salonique=Monaſtir . 62,90
4 Baadadbahn . . . .
80,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,50
4 Miffouri=Paeiſte. . . . 71,10
4 Northern=Paeiſie . . . 99,20
4 Southern=Paciſic . . . 93,80
5 St. Louis und San
Franeiscv. . . . . 83,00
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . .
9½ Berlin. Handelsgef. . 168,50
½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . 256,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . .
120,25
10 Diskonto=Kommandit 189,10
8½ Dresdener Bank . 158,00
½

Frankf. Hypoth.=B. 214,70
6½ Mitteld. Kreditbank 120,60
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,40
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . 138,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,70
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,90
7½ Wiener Bankverein . 133,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50

Zf.
Iußwa,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,00
S. 52 . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
1823. . . . . .
.. . 98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 87,30
S. 35 . . . . . . . . 87,10
S. 911 . . . . . . . 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
3½
do.
87,30
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . .
8½, do.
,Frankfurt . . . . . . . 98,50
3e
do.
86,50
4 Gießen . . . . . . . . 97,50
do.
3½
88,00
Heidelberg . . . . . .
do.
87,40
4 Karlsruhe . . . . .
96,50
3,
do.
88,30
Magdeburg. . . . . .
t,
do.
2
Mainz . . . . . . . .
3½,
do.
-
4 Mannheim . . . . . . 97,50
(3½
do.
900
4 München . . . . .
99,30
Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 98,50
do.
87,60
4 Offenbach . . . . . . . 98,10


InPron.
-
3½ Offenbach . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 99,00
3½
95,30
do.
27,45
Worms . . . . .
3½
do.
89,00
4 Liſſaboner v. 1888 . 77,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 137,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 112,25
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 137,80
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
3 Oldenburger . . . . . . 130,40
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
-
Augsburger . . . . . fl.
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs.45
do.
. . . F8. 10 34,70
Meininger . . . . . fl. 7 35,40
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 467,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 161,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 16,29
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . . . 20,43
Franzoſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7

[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteige=
rung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vor=
mittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(3165

Angeſtelltenverſicherung.

Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat das unten
abgedruckte Merkblatt für die Entrichtung der Beiträge zur Ange=
ſtelltenverſicherung
aufgeſtellt. Ich verweiſe die Arbeitgeber auf den
Inhalt dieſes Merkblattes und empfehle ihnen, ſich die Vordrucke für
die Nachweiſungen nach § 181 des Verſicherungsgeſetzes für Ange=
ſtellte
rechtzeitig zu beſchaffen. Die Nachweiſungen werden in dem
Bureau Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 1, abgegeben.
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
(2158a
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Mueller.
Merkblatt der Reichsverſicherungsauſtalt für die
Entrichtung der Beiträge zur Angeſtelltenverſicherung.
1. Der Arbeitgeber iſt verpflichtet, die Beiträge für ſich und ſeine
Angeſtellten an die Reichsverſicherungsanſtalt zu zahlen (§§ 176,
177 des Geſetzes). Znwiderhandlungen ſind mit Strafe bedroht
(§ 340 a. a. O.).
2. Der Arbeitgeber hat bei der erſten Beitragszahlung erſt=
malig
alsbald nach Ablauf des Monats Januar 1913 eine
Nachweiſung (§ 181 a. a. O.) über ſeine verſicherungspflich=
tigen
Angeſtellten und die fälligen Beiträge aufzuſtellen
und vorher oder bei der Einzahlung der Beiträge an die Reichs=
verſicherungsanſtalt
in Berlin=Wilmersdorf, Hohenzollerndamm,
einzuſenden. Hierzu ſind die Vordrucke bei der Ausgabe=
ſtelle
für die Angeſtelltenverſicherung ſeines Sitzes zu ent=
nehmen
. Bis zu 20 Angeſtellten dient der einſeitige Vordruck.
Bei mehr als 20 Angeſtellten kommen mehrere einſeitige Vor=
drucke
oder Einlagevordrucke, die gleichfalls von der Ausgabe=
ſtelle
abgegeben werden, zur Verwendung. In die Nachweiſung
ſind die Angeſtellten in der Reihenfolge der Gehalts=
klaſſen
, mit der Klaſſe A beginnend, einzutragen.
3. Beſchäftigen mehrere Arbeitgeber den Verſicherten wäh=
rend
des Monats (§ 177 a. a. O.), ſo können an Stelle der
Nachweiſe (Nr. 2) Poſtkartenvordrucke benutzt werden, die
gleichfalls von der Ausgabeſtelle ausgehändigt werden.
Statt der Verwendung von Marken hat die Reichsverſicherungs=
anſtalt
mit Zuſtimmung des Reichskanzlers den Poſtſcheckverkehr
für die Beitragseinzahlung für den Fall des § 176 zugelaſſen,
für den Fall des § 177 vorgeſchrieben (ſiehe auch weiter unten
Nr. 8). Hiernach ſind die aus den Nachweiſungen zu 2 und 3
ſich ergebenden Beitragsſummen bis zum 15. des auf den Mo=
nat
, für den die Beiträge zn zahlen ſind, folgenden Monats
dem Konto der Reichsverſicherungsanſtalt bei dem Poſtſcheckamt
in Berlin zu überweiſen. Hierfür ſind beſondere Zahlkarten
und Ueberweiſungsformulare eingeführt, die der Arbeitgeber
bei ſeiner Poſtanſtalt erhält und zweckmäßig frühzeitig abhebt.
Die Erläuterungen zur Ausfüllung und Benutzung ſind auf
der Rückſeite der Formulare angegeben. Auf der Rückſeite der
Abſchnitte findet man eine Kontrollüberſicht, die zur Nachprüfung
der Beitragsſumme dient und auszufüllen iſt.
5. Für Lehrer und Erzieher aller Art, die bei mehreren Fami=
lien
während eines Monats tätig ſind, können die fälligen Bei=
träge
nach vorheriger Anzeige an die Reichsverſicherungs=
anſtalt
vierteljährlich eingezahlt werden. In dieſem Falle
müſſen die Poſtkartenvordrucke (Nr. 3) benutzt werden.
6, Bei der zweiten und den folgenden Beitragszahlungen müſſen
die Veränderungen angegeben werden, welche die Abweichung
gegen die vorherige Beitragsſumme klarſtellen. Veränderungen
ſind dann gegeben, wenn Angeſtellte
a) aus dem Dienſt ausſcheiden (Abgang)
b) in den Dienſt neu eingeſtellt werden (Zugang);
c) Gehaltsänderungen erfahren, die den Angeſtellten in eine
andere Gehaltsklaſſe bringen.
In den Fällen der Nr. 3 ſind Veränderungsanzeigen einzuſenden:
a) bei monatlicher Beitragszahlung, wenn es ſich um den
Wechſel in der Perſon des Angeſtellten handelt;
b) bei vierteljährlichen Beitragszahlungen (für Lehrer und
Erzieher) nach Ablauf des Kalendervierteljahres vor oder
bei Einzahlung der Beiträge, wenn in einem Kalender=
monat
des Vierteljahrs ein Wechſel in der Perſon des
Angeſtellten oder eine Aenderung in dem gezahlten Ent=
gelt
eintritt.
7. Zu den Veränderungsanzeigen ſind dieſelben Vordrucke
wie für die erſten Meldungen zu verwenden. Die Verände=
rungen
ſind nach der Einteilung zu Nr. 6 unter a (Zugang),
b (Abgang) und e (Gehaltsänderung) geſondert aufzuführen.
Sind keine Veränderungen eingetreten, ſo iſt dieſes durch Be=
richtigung
des auf den Poſtſcheckformularen unter der Kontroll=
überſicht
(Nr. 4) vorgeſehenen Textes zu vermerken. Die Ver=
änderungsanzeigen
ſind vor der nächſten Beitragszahlung,
ſpäteſtens gleichzeitig mit ihr, an die Reichsverſicherungs=
anſtalt
abzuſenden.
8. Die Einzahlung der Beiträge an die Reichsverſicherungs=
nſtalt
hat der Arbeitgeber in der Verſicherungskarte durch
Eintragung des Beitrags und Beiſchrift ſeines Namens oder
ſeiner Firma handſchriftlich oder durch Stempel zu vermerken.
Arbeitgeber, die bei ſtändig beſchäftigten Angeſtellten (§ 176)
Marken benutzen wollen, können dieſe nach vorheriger Einzah=
lung
der fälligen Beiträge, tunlichſt auf das Poſtſcheckkonto
(Nr. 4), von der Reichsverſicherungsanſtalt beziehen.
9. Arbeitgeber, die Angeſtellte in mehreren Betrieben (Filialen)
an demſelben oder verſchiedenen Orten beſchäftigen, können die
Beiträge von dem Hauptbetrieb aus zahlen; ſie müſſen alsdann
für jeden Betrieb eine beſondere Nachweiſung (§ 181 a. a. O.,
ſ. Nr. 2) an die Reichsverſicherungsanſtalt einreichen.

Stammholz=Verſteigerung.

Donnerstag, den 6. Februar I. J.,
kommen im hieſigen Gemeindewald nachſtehende Holzſortimente zur
Verſteigerung:
1. Eichen=Stämme:
1 Stück von 60 cm Durchmeſſer, 1,23 km enthaltend
5060
5,66
3,00
4050
,
,
3040
3,93
,
1,77
5 2030
1.
2. Kiefern=Stämme:
50 cm und mehr Durchmeſſer, 9,25 km enthaltend
4 Stück von
64,68
45 4050
71,95
81 3040
6,12
12 2030
3. Fichten=Stämme:
1 Stück von 30 cm Durchmeſſer, 0,91 km enthaltend,
Die Zuſammenkunft iſt vormittags 10 Uhr auf der Mörfelder
Straße am Eingang des Waldes. Gedruckte Verzeichniſſe können
von uns bezogen werden.
(II,2671
Kelſterbach, am 23. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Kelſterbach.
Hardt

Lieferung
von Schlachtſcheinen

Die Lieferung des Bedarfs an
Schlachtſcheinen für den ſtädtiſchen
Schlachthof für das Verwaltungs
jahr 1913 ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen lie=
gen
im Stadthaus, Zimmer Nr. 51,
zur Einſicht offen. Eine Verſen=
dung
dieſer Bedingungen findet
nicht ſtatt. Angebote ſind unter
Beifügung von Papiermuſtern bis
ängſtens Montag, den 10. Febr.
I. Js. einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Jan. 1913.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller. (2947ds

Steuer=Erhebung.

Das 5. Ziel der Gemeinde=
ſteuer
für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der Mah=
nung
, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu ent=
richten
.
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
fertigung
an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder abge=
zählt
bereit zu halten.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(1862a

Grabenarbeit.

Die Ausführung eines Grabens
längs der Brunnenſchneiſe ( Ge=
markung
Weiterſtadt) ſoll ver=
dungen
werden.
Arbeitsbe
ſchreibungen u. Bedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 7, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
(3171o
abgegeben.
Angebote ſind bis Montag, den
10. Febr. Ifd. Js., vormittags
10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle
einzureichen.
Darmſtadt, 1. Februar 1913.
Tiefbauamt.

Bekanntmachung.

Montag, 10. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Peter Günther Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebenen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
35 Grasgarten (Vor=
XIX 91
garten) Sand=
bergſtraße
,
XIX 91¾10 205 Hofreite Sand=
bergſtr
. Nr. 62,
XIX 9170 112 Grab=
garten
ldaſelbſt,
74 Gras=
garten

113 Grab=
XIx 92
Sand=
garten
berg=
73 Gras=
garten
ſtraße,
XIX 92¾/10 212 Hofreite Sand=
bergſtr
. Nr. 64,
XIX 927/10 37 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, wiederholt zwangs=
weiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
kann auch dann erfolgen, falls
kein der Schätzung entſprechendes
Gebot eingelegt wird und andere
rechtliche Hinderniſſe nicht ent=
gegenſtehen
.
Darmſtadt, 17. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen.)
K81/12) Frantz. (VI,2163

Bekanntmachung.

In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute die Firma Frau
M. Steinbrecher in Arheilgen
3153
gelöſcht.
Darmſtadt, 28. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Pferdeverkauf!
Mittwoch, den 5. Februar 1913
vormittags 10 Uhr, wird auf dem
Hofe der Train=Kaſerne in Darm=
ſtadt
, Eſchollbrückerſtraße 24, ein
überzähliges Dienſtpferd öffent=
lich
meiſtmietend gegen Barzahlung
(3175
verſteigert.
Train=Bataillon Nr. 18.

Altmaterial.
Ca. 45 Tonnen alte Straßenbahn=
ſchienen
ꝛc. zu vergeben. Beding=
ungen
zu haben gegen Gebühr
(3173oi
von 50 Pfg.
Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G.

Erfinder.
Wir ſuchen lebensfähige Er=
findungen
od. Ideen auf allen
Gebiet. der Technik od. Chemie,
eventl. geg. Barzahlung, Vor=
ſchuß
od. Lizenz. Erfindungen,
welche patentamtlich geſchützt
werden können, finden Berück=
ichtigung
. Prüfung auf Patent=
fähigkeit
koſtenlos. Ingenieur
Henri Krug-Mueller, För-
ster
, Mülhausen 1. E. (I,2177

Darmſtädter Frühjahrsmeſſe 1913.

Für die in der Zeit vom 13. bis 22. April 1913 ſtatt=
findende
Frühjahrsmeſſe werden auf Grund eines neuen Belegungs=
plans
vergeben:
I. Auf dem Wege des ſchriftlichen Angebots die
Plätze für Karuſſells und Schaubuden ꝛc., und zwar:
für ein Dampfkaruſſell bis 18 m Durchmeſſer.
2. für zwei Karuſſells oder Schaukeln (ohne Dampfbetrieb)
bis 12 und 15 m Durchmeſſer,
3. für ein Hippodrom oder großes Schaugeſchäft bis 22 m
Durchmeſſer,
4. für einen Kinematographen oder ein Schaugeſchäft bis=
22 m Front und 1214 m Tiefe (einſchl. Stützen),
5. für mehrere Schaubuden in verſchiedenen Größen,
6. für mehrere Schießbuden und
7. für eine Photographiebude.
Die Bedingungen mit Angebotſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von mir zu beziehen. Sie liegen nebſt dem
Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (Rathaus am Marktplatz)
zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze müſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen An=
gebotsſcheine
und mit der Aufſchrift Angebot auf Meßplätze ver=
ſehen
, bis ſpäteſtens
Dienstag, den 25. Februar, vormittags 11 Uhr,
bei dem Unterzeichneten einzureichen.
II. Die ſämtlichen übrigen Plätze werden öffentlich
verſteigert, und zwar:
1. mehrere Plätze für große Zuckerbuden von 8 X 2½ m,
2.
Waffelbuden bis 8 X 4 m,
3. die ſämtlichen Plätze für Verkaufsbuden und
1
Plätze für Geſchirr, Glas und Porzellan.
Die Verſteigerung findet ſtatt am Dienstag, den 18. März,
vormittags 9 Uhr, im oberen Lokal der Turnhalle am Woogsplatz.
Der Meßplan und die Verſteigerungsbedingungen liegen bei‟
dem ſtädtiſchen Marktmeiſter zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 29. Januar 1913.
(3160a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.

Lieferung

von Fleiſch, Fleiſchwaren, Brot, Milch, Wein, Flaſchenbier,
Mohnöl, Butter, Eiern, Käſe, Mehl, Kaffee, verſchiedenen Koch=
viktualien
, Seife und dergl. mehr für die ſtädtiſche Pfründner=
anſtalt
, das ſtädtiſche Armenhaus und die Stadtarmen,
ſowie des Bedarfs an Kaffee, Kochviktualien, Seife uſw. für das
Ohlyſtift in Gräfenhauſen während des Verwaltungs=
jahres
vom 1. April 1913 bis 31. März 1914.
Die Anlieferung des vorbezeichneten Bedarfs ſoll auf dem Ver=
dingungswege
vergeben werden.
Bei allen Gegenſtänden verſteht ſich die Lieferung auf gute
Qualität. Die Lieferungsbedingungen ſind auf unſerem Bureau
(Stadthaus, Zimmer Nr. 21) einzuſehen, wo auch die Verzeich=
niſſe
über Art und Menge der einzelnen Gegenſtände zur Einſicht
bereit liegen und die Angebotsſcheine verabfolgt werden.
Wir laden Lieferungsluſtige ein, ihre verſchloſſenen, mit be=
züglicher
Aufſchrift verſehenen Angebote Donnerstag, den 6. Februar,
vormittags zwiſchen 10 u. 11 Uhr, in den im unteren linken Haus=
flur
des Stadthauſes aufgehängten Kaſten für Verdingungsangebote
einzulegen.
Die Proben ſind innerhalb derſelben Zeit bei dem Oberver=
walter
des Pfründnerhauſes, Frankfurter Straße 35, abzugeben.
Dabei wird bemerkt, daß die Proben nicht mit dem Namen
des Anbieters verſehen ſein dürfen, ſondern lediglich durch ein
Zeichen (Buchſtabe oder Nummer) kenntlich gemacht ſein ſollen, dieſes
Zeichen muß auch in dem Angebot genau enthalten ſein.
Alle Preiſe ſind (unter Nichtberückſichtigung der ſogenannten
Ladenpreiſe) lediglich per Kilogramm bezw. per Liter zu ſtellen, nur
für das Weißbrot wird Angebot auf den Preis von 3 Pfennig per
50 Gramm verlangt.
(2840ms
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
Krapp.

Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.

Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 91077 bis 100000 und
Nr. 1 bis einſchließlich Nr. 26018 werden aufgefordert, die Verſatz=
zeit
der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Februar d. J. iſt
die einfache, vom 1. bis 10. März 1913 die doppelte Verlängerungs=
gebühr
zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. März ds. Js. nicht ver=
längert
wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. April ds. Js.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. April d. J.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(1084a
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.

Lieferungs-Vergebung.

Für Großh. Provinzialarreſthaus Darmſtadt ſollen vergeben
werden
I. Für die Zeit vom 1. April 1913 bis 15. Oktober 1913: Die
Lieferung von ungefähr: 600 Kilo weißen Bohnen, 800 Kilo
geſpaltenen Erbſen, 600 Kilo Linſen.
II. Für die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914:
Die Lieferung von ungefähr: 3000 Stück Wecken, 900 Kilo
Ochſenfleiſch, 300 Kilo Schweinefleiſch, 500 Kilo Schweine=
chmalz
, 500 Kilo Sackfett, 40 Kilo Speck, 1200 Kilo Koch=
ſalz
, 600 Kilo Gerſte, 600 Kilo Reis, 500 Kilo Gries, 400 Kilo
Gerſtengrütze, 400 Kilo Hafergrütze, 180 Kilo Kaffee, ge=
röſtet
, 400 Kilo Malzkaffee, 200 Kilo Bandnudeln, 3000 Liter
Milch (Vollmilch), 3000 Stück Heringen, 4500 Stück Hand=
käſen
, 300 Kilo weiße Kernſeife, 1200 Kilo weiße Schmier=
ſeife
, 1000 Kilo Soda;
2. der Bezug der Küchenabfälle und der Knochen und Lumpen.
Die in Anlage A des Erlaſſes der Großh. Miniſterien vom
16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend, enthaltenen Be=
dingungen
, ſowie die beſonderen Lieferungs= und Bezugsbedingungen
liegen auf dem Geſchäftszimmer des Großh. Oekonomen, Runde=
turmſtraße
8, am 10. und 11. Februar 1913, vormittags zwiſchen
9 und 12 Uhr, ſowie nachmittags zwiſchen 3 und 5 Uhr zur Ein=
ſicht
offen.
Angebote und Warenmuſter (letztere getrennt von den Ange=
boten
) ſind verſchloſſen und mit der Aufſchrift: Zu der am 30. Januar
1913 ausgeſchriebenen Lieferung verſehen bis Mittwoch, den
26. Februar 1913, vormittags 10 Uhr, in dem Geſchäftszimmer
des Großh. Oekonomen, Rundeturmſtraße 8, niederzulegen.
Zuſchlagsfriſt: 3 Wochen vom 26. Februar 1913 an.
Darmſtadt, den 30. Januar 1913.
Der Großh. Oberſtaatsanwalt.
(3156os
Dr. Zcuar.

[ ][  ][ ]

Einkaufsgenossenschaft
selbständiger Maler u. Tüncher
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht
Darmstadt, Rheinstrasse 47.

Bilanz per 31. Dezember 1912
1.
B. Paſſiva:
A. Aktiva:
1
1. Schulden lt. Auf=
1. Warenbeſtand lt. Auf=
15 395148
ſtellung .
nahme .
9 24602
2. Geſchäftsanteile der
2. Brennmaterialbe=
Genoſſen eingezahlt 115900
401
2 238/36
3. Kaſſabeſtand . . . 1 220/96) 3. Reſervefonds
17305/74) 4. Außerordentlicher
4. Bankguthaben.
352149
Reſervefonds . .
5. Außenſtände lt. Auf=
8 259159
10079/69) 5. Saldogewinn .
ſtellung
6. Mobiliar lt. Haupt=
buch

614/48
7. Werkzeug und Ma=
ſchinen
lt. Haupt=
62308
buch
8. Stammanteil Darm=
500
ſtädter Volksbank
9. Sparkaſſe=Guthaben 2 115195
10. Geſchäftsanteile bei
der Zentraleinkaufs=
genoſſenſchaft
der
Maler= Rohſtoffge=
noſſenſchaft
. Deutſch=
lands
, e. G. m. b. H.,
400)-
Mannheim
Iialice
142 14 192

Gewinn= u. Verluſt=Rechnung 1912
4 15
Ergebnis:
Aufwand:
9
15 854172
1. Waren=Konto.
1. Unkoſten lt. Unkoſten=
13013
7 216106) 2. Zinſen=Konto . .
konto.
2. Abſchreibung vom
222176
Mobiliar
3. Abſchreibung von
Werkzeug und Ma=
286/44
ſchinen
4. Saldo=Gewinn . . . 1 8 259159
15 984185
15 984185

Zahl der Genoſſen am 1. Januar 1912 . 30
31
Neu eingetreten im Jahre 1912.
Ausgetreten im Jahre 1912
35
Zahl der Genoſſen am 1. Januar 1913 .
Das Geſchäftsguthaben hat ſich im Jahre 1912 vermindert um
Mk. 300.. Die Haftſummen haben ſich im Jahre 1912 vermindert
um Mk. 300.. Die Geſamthaftſumme beträgt bei 30 Genoſſen
Mk. 15.600.
Der Vorſtand:
J. Weber. (3154
L Hahn.
Gg. Hillgärtner.

Verdingung.

Die Lieferung von
155,25 cbm eichenen Balken,
66,50
Bohlen,
13,66 buchenen Bohlen,
53,18 kiefernen Balken,
Bohlen,
206,15
kantigen Pfählen,
3,90

runden Pfählen,
und 7733,25 lfd. m
ſoll öffentlich vergeben werden. Lieferzeit bis 15. Juni 1913. Die
Verdingungsunterlagen nebſt Angebotbogen können von unſerem
Zentralbureau gegen poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung von 70 Pfg.
(nicht in Briefmarken) bezogen werden.
Angebote ſind unter Verwendung des Verdingungsheftes poſt=
frei
mit der Aufſchrift:
Angebot auf Lieferung von Hölzern
bis zum Eröffnungstermin, Freitag, den 28. Februar 1913, mit=
tags
12 Uhr, hierher einzureichen. Die Oeffnung der Angebote
findet um dieſe Zeit im Saal 72 des Direktionsgebäudes im Beiſein
der etwa erſchienenen Bewerber oder deren Vertreter ſtatt.
Zuſchlagsfriſt: 15. März 1913.
Mainz, den 25. Januar 1913.
(IV,3166
Königl. Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion.

Jagd=Verpachtung.

Donnerstag, den 13. Februar d. Js., nachmittags 1 Uhr,
wird auf hieſigem Bürgermeiſterei=Bureau die Waldjagd der Ge=
meinde
Zeilhard auf weitere ſechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird,
daß die Waldgemarkung unmittelbar an die Bahnſtation Meſſel an=
grenzt
. Bahn Darmſtadt-Aſchaffenburg.
Zeilhard, den 28. Januar 1913.
(II,2995
Großh. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.

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Vorſchule des Großh. Realgymnaſtums und der
beiden Großh. Oberrealſchulen zu Darmſtadt.

Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule
für das Oſtern 1913 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Freitag,
den 7. Februar, vorm. von 101 Uhr und nachm. von 35 Uhr
und Samstag, den 8. Februar, vorm. von 101 Uhr im Direktor=
zimmer
des Realgymnaſiums (Eingang durch das Portal am Kapell=
(2938a
platz). Geburts= und Impfſchein iſt vorzulegen.
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geh. Schulrat.

Peſie dn iher dheniſe i. Porataht.

Aufnahme zu Oſtern 1913.
Anmeldungen bitten wir, ſoweit ſie nicht bereits erfolgt ſind,
Donnerstag, den 6. und Freitag, den 7. Februar von 10. bis
1 Uhr im Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums ( Karl=
ſtraße
2) zu machen. Dabei ſind Geburtsſchein und Impfſchein vor=
zulegen
.
(2658a
Darmſtadt, 22. Januar 1913.
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.

Hessische
Mandeistenr anstatt
Fernspr. 923, Darmstadt, Rheinstr. 6II.
Schulmässiger Klassenunterricht in allen Handelsfächern.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 8. April.
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Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben
gerichtl. beeidigter Bücherrevisor. (2660a

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Neuaufnahme
14. April 1913.

Nerren-u. Lamenschneider u. Schneiderinnen
Es wird bekannt gemacht, daß die
Wiener Hochschule
für Herren= u. Damenſchneider u. Schneiderinnen
am 6. Februar ihren dritten Zufchneidekurſus beginnt.
Anmeldungen werden entgegengenommen in der Reſtauration
zum Gutenberg, Wieſenſtraße 9, Ecke Grafenſtraße, von 4 bis
10 Uhr abends.
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Greichens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
47)

Und da nahm auch der Major in ſeiner milden, ruhi=
gen
Weiſe das Wort, wie er dem Geſagten in jeder Hin=
ſicht
nur beiſtimmen könnte niemand hätte das Recht,
Margareta in ihren Entſchlüſſen entgegenzutreten, ſelbſt
er, der Vater, nicht ſie wäre aber nur von ihrem über=
zarten
Empfinden geleitet, das die Entſcheidung bei der
Mutter ihres verſtorbenen Gatten ſuche und Mrs. Cat=
lin
möchte dieſen Beweis von Gretchens Liebe und Ver=
trauen
würdigen und den ſchönen Freundſchaftsbund nicht
zerſtören, damit ſie ſich ſelbſt nicht eines Glückes beraube,
das ſie bisher ſo hoch geſchätzt!
Dorothea Catlin ſann und ſann.
Man merkte ihr an, wie es in ihr kämpfte und da
ſtand ſie auf und verließ plötzlich das Zimmer.
Im erſten Augenblick ſchauten die beiden Herren ſich
er
betroffen an dann hatte der Major begriffen
hatte den Kern von Dorothea Catlins Weſen richtig er=
kannt
, und Ernſt hatte mit ſeinen Worten unbewußr das
Richtige getroffen.

Ihr ewas ausgehrigte Heriſchegeſcht war ſetzt
von dem Appell an ihre Großmut übertroffen.
Außerdem fühlte ſie ſich nicht frei von Schuld. Ernſts
Worte hatten eine wunde Stelle in ihrem Innern berührt!
Sie hatte gewußt, wie krank ihr Sohn war, und trotzdem
hatte ſie das verſchwiegen und beruhigende Auskunft ge=
geben
!
Daß Gretchen ſich durch den Glanz des Goldes nicht
blenden ließ, hatte ſie bald gemerkt denn ſelten war ihr
ein ſo beſcheidenes, anſpruchsloſes Weſen begegnet, das
von dem ihm ſo plötzlich zugefallenen Reichtum ſo wenig
perſönlichen Gebrauch machte. Sie hatte ſich für den Vater
geopfert, und man war noch froh geweſen, daß alles ſo
günſtig zuſammengetroffen war.
Darüber durfte Dorothea Catlin nicht nachdenken,
wenn ſie jetzt nicht noch erröten wollte.
Sie fand Margareta ſo, wie ſie ſie verlaſſen. Mit
großen traurigen Augen ſtand dieſe am Fenſter, den blon=
den
Kopf tief auf die verſchlungenen Hände geneigt, und
in dieſer Haltung prägte ſich ſo viel Schmerz aus, daß
Dorothea ſeltſam davon ergriffen war.
Margie
Verwundert wandte ſich Gretchen um hatte ſie ſich
getäuſcht, oder war ihr Name wirklich jo weich von jenem

Ante ungeſtrechen der darhin aſt eit ſo hnleh, har=
tes
niemals für ſie gehabt?
Margie, willſt Du nicht herkommen? Was würdeſt
Du wohl ſagen, wenn ich Dich jetzt zu ihm führte?
Mama, treibe keinen Scherz mit mir jetzt nicht ,
das könnte ich nimmer vertragen, faſt wie ein Schrei
rang ſich das von ihren Lippen.
Liebreich legte da die Aeltere den Arm um die
Jüngere.
Nein, Margie, ſagte ſie weich, ich ſcherze nicht! Ich
ſehe jetzt ein, daß es ein Unrecht iſt, Dir noch länger Dein
Glück vorzuenthalten! Dann faßte ſie Margaretas Rechte
ich will Deinen Wunſch erfüllen und gebe Dit hiermit
Dein Verſprechen zurück, das Du meinem Sohn gegeben
haſt Du biſt frei, Margareta , feierlich klangen dieſe
Worte feſt und ohne zu beben, waren ſie geſprochen.
Mama! mit einem Jubelruf ſank da Gretchen nie=
der
und barg ihr erglühendes Geſicht in Dorothea Cat=
lins
Kleide.
Sie ſchluchzte heftig der Uebergang vom Leid zur
Freude war zu unvermittelt geweſen.
Wie ſegnend legte Dorothea ihre Hand auf den blon=
den
Scheitel Margaretas, trotzdem ſich ihr Herz zuſammen=
zog
in Bitteckeit und Weh, ihre Augen feuchteten ſich

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Wanderſlechte, verſuchte vieles, aber
alles umſonſt. bis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe laß.
Ich kauſte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Dank
Ich ſage Ihnen meinen be
ſo ſpät. weil ich erſt wiſſen wolte
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut
leiden angewandt und iſt in Doſen 2
Mk. 1. 15 und Mk. 2. 20 inden Apotheken
vorütig; aber nur echt in Oriainal=
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Schubert 2. Eo., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.

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Kein Laden.

beim Anblick dieſes jubelnden Glückes. Sie zog die
Kniende zu ſich empor.
Nun komme, Margie, ich will Dich zu ihm führen
Es war, als ob alles Gretchen blendete, als ſie den
Empfangsſalon betrat ſie ſchloß die Augen, und wie
im Traume hörte ſie Mrs. Catlin ſagen:
Hier bringe ich Ihnen Ihre Braut, Herr Brand
Aber es war doch kein Traum es war beglückende
Wirklichkeit denn ſie lag an des Geliebten Bruſt und
fühlte ſeine Lippen auf ihrer Stirn.
Dann ließ er ſie. Er trat zu Dorothea Catlin:
Dank Ihnen, gnädige Frau! Nie werde ich dieſe
Stunde vergeſſen, in der ich aus Ihren Händen mein
Lebensglück empfing.
Tief neigte er ſich über ihre Hand und umſchloß die=
ſelbe
mit feſtem Druck.
Und ſie wußte, daß ſie ſich auf ſein Wort verlaſſen
konute ein Blick in ſein ehrliches Geſicht und ſeine klaren
Augen ſagte es ihr. Sie empfand ein frohes Gefühl,
und innere Befriedigung erfüllte ſie ſie hatte recht ge=
handelt
!
Wenn auch Margareta dem Gatten folgte, ſo wurde
Dorothea Catlin doch nicht wieder einſam beide waren
durch Dankbarkett an ſie gefeſſelt, und das iſt ein ſtärkeres
Band als das der Pflicht!

Am Abend ſtand der Mond in ſilberner Klarheit am
Himmel und die Sterne funkelten in glitzernder Pracht,
wie man es im Norden nicht kennt.
Wie flüſſiges Silber tropfte das Mondlicht von den
Zweigen der Bäume und Sträucher; breit lag es auf den
Wegen und Raſenflächen des Gartens und übergoß wie
mit einer Glorie Gretchens holdes Geſicht, die an des Ge=
liebten
Seite langſam dem Meere zuſchritt.
Es war ein zauberhafter Abend die Luft ſo köſtlich
mild, und ein Blühen und Duften ringsumher, als ob die
Natur ſich im Geben nicht genug tun könnte.
Beider Herzen waren von einem unbeſchreiblichen
Glücksgefühl durchdrungen nach der ſchweren Zeit des
Leides und des Kummers war ihnen jetzt die Freude ge=
naht
, die förmlich verklärend auf ihren Geſichtern lag.
Mit ſtarken Armen hielt er das junge Weib umſchlun=
gen
, das bebend an ſeinem Herzen lag.
In tiefer Bewegung ſah er in ihre leuchtenden Augen,
aus denen ihm ſo viel Liebe und Seligkeit ſtrahlte.
Mein Weib, mein alles, hab ich Dich endlich er=
rungen
, flüſterte er, nun halte ich Dich, mein Glück! und
leiſe und andächtig küßte er ſie auf die Augen.
Faſt iſt es mir wie ein Traum, Geliebter, daß Du
bei mir biſt aibt es denn nur ſo viel Glück?

Ihre langen, dunklen Wimpern lagen kief auf den
roſigen Wangen, und ein ſeliges Lächeln ſchwebte um
ihren Mund.
Margareta war hinreißend in dieſem Augenblick, und
förmlich trunken von ihrem Ausſehen ſtand er da.
Und nun läßt Du mich nicht mehr lange warten, bis
ich Dich heimführen kann, bat er leiſe, wir haben doch ſo
viel an Glück nachzuholen .
Eine roſige Glut färbte ihr Geſicht, wenn Du mich
rufſt, Geliebter, ſo komme ich , und tief ſenkte ſie den
blonden Kopf, während zwei klare Tropfen ſich aus ihren
Augen löſten, die er warm auf ſeiner Hand fühlte.
Du weinſt, mein ſüßes Lieb? erſchreckt hob er ihr
Köpfchen hoch, was ſehe ich Tränen?
Da ſchlang ſie die Arme um ſeinen Hals und flüſterte
in ſein Ohr: Tränen des Glückes, mein Ernſt.
Ach, Du Geliebte meiner Sehnſucht, feſt preßte er
ſic an ſich, und heiß ruhte ſein Mund auf ihrem Munde.
So ſtanden ſie ſelige Minuten, der Welt entrückt.
Leiſe rauſchte das Meer; der Nachtwind wehte durch die
hohen Cypreſſen, und geheimnisvoll raunte er ihnen ein
Lied vom Leben und vom Glück der Liebe zu.
En de

[ ][  ][ ]

Die Meiſterprüfung

haben vor der Prüfungskommiſſion für die Provinz
Starkenburg im Jahre 1912 beſtanden und dadurch
die Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen ſowie zur
Führung des Meiſtertitels in Verbindung mit ihrem Hand=
werk
erworben: Benning, Philipp, Bäckermeiſter zu Heu=
ſenſtamm
. Gilch, Heinrich, Bäckermeiſter zu Wiebelsbach.
Hofmann Johannes, Bäckermeiſter zu Reichelsheim.
Krauß, Peter, Bäckermeiſter zu Bensheim. Wohlfahrt,
Jean, Bäckermeiſter zu Heppenheim. Charnet, Karl. Peter
Buchdruckermeiſter zu Offenbach. Schulz, Sebaſtian, Buch=
druckermeiſter
zu Bensheim. Baum, Sophie, Damen=
ſchneidermeiſterin
zu Darmſtadt. Berk, Sophie, Damen=
ſchneidermeiſterin
zu Groß=Umſtadt. Bert, Eliſabeth,
Damenſchneidermeiſterin zu Darmſtadt. Hahn, Auguſte,
Damenſchneidermeiſterin zu Auerbach. Hartmann, Eliſa=
beth
, Damenſchneidermeiſterin zu Burg=Breuberg. Hilde=
brand
, Cäcilie, Damenſchneidermeiſterin zu Offenbach,
Schäfer, Kätha, Damenſchneidermeiſterin zu Darmſtadt.
Schmidt, Katharina, Damenſchneidermeiſterin zu Darm=
ſtadt
. Weintz, Anna Marie, Damenſchneidermeiſterin zu
Darmſtadt. Wenzel, Flora, Damenſchneidermeiſterin zu
Darmſtadt. Klink, Heinrich, Friſeurmeiſter zu Rüſſelsheim.
Kühn, Adam, Friſeurmeiſter zu Rüſſelsheim. Schäfer
Aug., Friſeurmeiſter zu Darmſtadt. Beike, Karl, Glaſer=
meiſter
zu Seligenſtadt. Geißner, Franz, Maler= und
Lackiermeiſter zu Darmſtadt. Weber, Adam, Maurermeiſter
zu Neu=Iſenburg. Becker, Joh. Jakob, Maſchinen= Schloſ=
ſermeiſter
zu Offenbach. Fay, Philipp, Mechanikermeiſter
zu Offenbach. Schweitzer, Johann, Mechanikermeiſter zu
Stockheim. Joſt, Georg, Metzgermeiſter zu Offenbach.
May, Willy, Metzgermeiſter zu Griesheim. Chantre, Adam,
Portefeuillermeiſter zu Neu=Iſenburg. Dörr, Adam,
Portefeuillermeiſter zu Bürgel. Knipper, Karl gen, Hein=
rich
, Portefeuillermeiſter zu Offenbach. Kopp, Pet. Nikol.,
Portefeuillermeiſter zu Bürgel. Luft, Karl Phil., Porte=
feuillermeiſter
zu Neu=Iſenburg, Maier, Heinr. Joſef,
Portefeuillermeiſter zu Lämmerſpiel. Gieſecke Karl, Satt=
lermeiſter
zu Darmſtadt. Bickelhaupt, Peter, Sattlermeiſter
zu Jugenheim. Schneider, Joh. Jak., Sattlermeiſter zu
Zwingenberg. Schönhagen, Walter, Tapeziermeiſter zu
Darmſtadt. Bechet, Phil. Konr., Schloſſermeiſter zu
Bickenbach. Hartmann, Heinr., Schloſſermeiſter zu Spach=
brücken
. Heilig, Karl, Schloſſermeiſter zu Darmſtadt.
Kling, Georg, Schloſſermeiſter zu Lampertheim. Schweins=
berger
, Jak., Schloſſermeiſter zu Hergershauſen. Fleck,
Adolf, Schmiedmeiſter zu Darmſtadt. Haas, Joh. Andr.,
Schmiedmeiſter zu Gernsheim. Hetzler, Wilhelm, Schmied=
meiſter
zu Hüttenfeld. Paſtre, Philipp, Schmiedmeiſter zu
Rohrbach. Frey, Chriſtian, Schneidermeiſter zu Offen=
bach
. Itzel, Joh., Schneidermeiſter zu Zipfen. Schäfer VII.,
Chriſtian, Schneidermeiſter zu Sprendlingen. Schambach,
Heinrich, Schneidermeiſter zu Bensheim. Schupp, Johann,
Schneidermeiſter zu Darmſtadt. Beck, Georg Friedr.,
Schreinermeiſter zu Bensheim. Beſt, Heinrich, Schreiner=
meiſter
zu Darmſtadt. Rebenich, Adam, Schreinermeiſter
zu Bickenbach. Röth, Peter, Schreinermeiſter zu Hammel=
bach
. Bauer, Georg, Schuhmachermeiſter zu Sonderbach.
Fuchs, Georg, Schuhmachermeiſter zu Jugenheim. Lutz,
Johannes, Schuhmachermeiſter zu Lengfeld. Speyer,
Gg. Friedr., Schuhmachermeiſter zu Darmſtadt. Tramer,
Adam, Schuhmachermeiſter zu Lampertheim. Becker,
Heinrich, Spengler= und Inſtallateurmeiſter zu Darmſtadt.
Grünheit, Leonhardt, Spengler= und Inſtallateurmeiſter
zu Offenbach. Wamboldt, Karl Otto, Spengler= und In=
ſtallateurmeiſter
zu Darmſtadt. Zſchech, Johs., K. A.,
Steindruckermeiſter zu Offenbach. Trares, Philipp, Wag=
nermeiſter
zu Sonderbach. Rebenich, Guſtav, Zimmer=
meiſter
zu Bickenbach. Lambert, Joh., Weißbinder= und
Lackierermeiſter zu Sonderbach. März, Joh. Phil., Weiß=
bindermeiſter
zu Zwingenberg. Neymeier, Johann De=
korationsmalermeiſter
zu Bensheim. Schmitt, Georg,
Maler= und Weißbindermeiſter zu Darmſtadt. Baumann,
Joſef, Bäckermeiſter zu Münſter bei Dieburg. Herweck I.,
Bäckermeiſter zu Lampertheim. Pfeifer, Peter, Friſeur=
meiſter
zu Bensheim. Absmaier, Jakob, Portefeuiller=
meiſter
zu Offenbach Ritter, Jak. Joſ., Portefeuiller=
meiſter
zu Dietesheim Schnauber, Michael, Schloſſer=
meiſter
zu Ober=Ramſtadt. Straub, Adam, Schmied=
meiſter
zu Kirch=Brombach. Sahm Peter Joſef, Schnei=
dermeiſter
zu Hainſtadt. Glober, Peter Andr., Spengler=
meiſter
zu Dieburg. Erdmann, Johann, Zimmermeiſter zu
Götzenhain.

Landwirtſchaftliches.

Vorſtandsſitzung der Landwirt=
ſchaftskammer
. Unter dem Vorſitz des Herrn
Geheimerat Haas fand am Freitag eine Sitzung des
Vorſtandes der Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen ſtatt. Einem
Antrag des Mitgliedes Henſel entſprechend ſoll bei
Großh. Regierung um Auskunft über den derzeitigen Be=
ſitz
des Domanialgeländes angefragt und ferner angeregt
werden, daß bei Verpachtung von Domanialgelände in
erſter Linie, inſoweit angängig, den Wünſchen kleinerer
Landwirte entſprochen wird. Im Verein mit den Han=
delskammern
und den Handwerkskammern ſoll ein ſtatiſti=
ſches
Handbuch herausgegeben werden, in welchem u. a.
auch diejenigen ſtatiſtiſchen Zahlen Aufnahme finden, die
onſt nicht oder nur ſchwer zugänglich ſind. Mit der Ein=
ührung
der Wirtſchaftsberatung und Prämiierung klein=
bäuerlicher
Betriebe auf Grund von Feldbeſichtigungen
und geführter Buchführung ſoll der Anfang gemacht wer=
den
. Der Obſtbautechniker Behne des Landwirtſchafts=
kammerausſchuſſes
Starkenburg wird für allgemein
techniſche Arbeiten und Beratungen dem Obſt= und Gar=

tenbauverein für die Bergſtraße für zirka 20 Tage im Jahr
gegen Erſtattung der Tagegelder und Reiſekoſten an die
Landwirtſchaftskammer zur Verfügung geſtellt. Der Vor=
ſtand
beſchließt, ſich an der gemeinſamen Neuorganiſation
der Zentralſtelle für Obſtverwertung durch die Landwirt=
ſchaftskammer
für Wiesbaden und Kaſſel zu beteiligen,
und ſollen entſprechende Mittel im Voranſchlag vorge=
ſehen
werden. Zur Weiterführung der von der Großh.
Wein= und Obſtbauſchule ſeither eingeleiteten Verſuche
zur Bekämpfung der Rebſchädlinge werden
die ſeitherigen voranſchlagsmäßigen Mittel auch für 1913
bereitgeſtellt. Dem Verein für Hundefreunde von Mainz
und Umgegend wird zur internationalen Ausſtellung von
Hunden aller Raſſen am 2. Juni 1913 je ein Preis zur
Prämiierung von Schäferhunden und rauhhaarigen Pin=
ſchern
bewilligt. Die Landwirtſchaftskammer wird ſich
bei Großh. Regierung dahin ausſprechen, daß die Geſtat=
tung
des Hütens von Vieh an Sonntag=Vormittagen
bei Reviſion des Feldſtrafgeſetzes in Erwägung ge=
zogen
wird.

Handel und Verkehr.

Jahresbericht der Einkaufsgenoſſen=
ſchaft
ſelbſtändiger Maler und Tüncher.
In dem ſoeben erſchienenen Bericht heißt es u. a., daß
das Geſchäftsjahr 1912 als ein
in ſeinen Er=
folgen
ſehr erfreuliches bezeichnet werden kann, trotzdem
auch die Mitglieder unter dem allgemeinen Nieder=
gang
im Baugewerbe zu leiden hatten. Während der
Umſatz zurückging, iſt der Gewinn auf Waren trotzdem
nicht weniger, ſondern um Einiges mehr als
1911 geworden. Die im Jahre 1911 getroffene Einrich=
tung
, Oelfarben, mit Ausnahme von Bleiweiß, ſelbſt zu
mahlen, hat ſich ſo gut bewährt, daß man genötigt war,
noch eine dritte Farbmühle aufzuſtellen.
Der Mitgliederſtand iſt mit Ende des Jahres
1912 derſelbe geblieben wie im Jahre zuvor; es ſcheidet
das Mitglied Fr. Müller aus, eingetreten iſt Kollege
Joh. Thomas, ſo daß der Mitgliederſtand Ende 1912
30 iſt. Außer den durch den Aufſichtsrat im Laufe des
Jahres vorgenommenen Reviſionen fand auch am
29. März die geſetzlich vorgeſchriebene Reviſion durch
Herrn Direktor Paech ſtatt. Der Bericht hat zu keinen
Beanſtandungen Veranlaſſung gegeben. Der Warenum=
ſatz
betrug 1912 zuſammen 87308 Mk. 97 Pfg. Der Waren=
ausgang
1911 96 911 Mk, 87 Pfg., mithin der Umſatz im
Jahre 1912 9603 Mk. 90 Pfg. weniger. Es bleibt ein Netto=
betrag
von 85618,96 Mark, welcher bei Berechnung der
Warendividenden in Betracht kommt. Der Saldogewinn
weiſt laut Bilanz den Betrag von 8259,59 Mark auf. Von
dieſem Saldogewinn gegen zunächſt 10 Prozent an den
Reſervefond, das ſind 825,96 Mark; außerdem ſchlägt der
Aufſichtsrat mit dem Vorſtand vor, dem außerordentlichen
Reſervefond 352,49 Mark zuzuweiſen und ferner dem Auf=
ſichtsrat
und Vorſtand 238 Mark, ſodaß zuſammen 1416,45
Mark überwieſen werden, welche bei Berechnung der Divi=
denden
in Abrechnung kommen. Es verbleiben ſonach für
die Dividenden 6843,14 Mark. Zur Verteilung der Divi=
denden
macht der Aufſichtsrat den Vorſchlag, die Kapital=
dividenden
wieder mit 4 Prozent der Geſchäftsanteile an=
zuſſetzen
, während die Warendividenden ebenfalls, wie im
vorigen Jahre, in drei Abteilungen zerfallen ſollen. Die
erſte Abteilung bilden Gips, Kalk, Zement und alle Oele,
und ſollen mit 3 Prozent vergütet werden; die zweite Ab=
teilung
bilden Lacke und Weiß=Lackfarben, und ſollen mit
11 Prozent (1911: 10 Prozent) vergütet werden; die dritte
Abteilung umfaßt alle übrigen Materialien und Werk=
zeuge
und ſoll mit 8 Prozent (1911: 7 Prozent) vergütet
werden. Der Durchſchnittsprozentſatz iſt 7 Prozent (1911:
6,2 Prozent). Der in Betracht kommende Betrag für die
Dividenden iſt 6617,37 Mark. Die Kapitaldividenden be=
tragen
4 Prozent von den Geſchäftsanteilen im Betrage
von 15600 Mark 624 Mark; die Warendividenden der
erſten Abteilung betragen 3 Prozent von 2401,46 Mark
726,04 Mark; die Warendividenden der 2. Abteilung
betragen 11 Prozent von 11 798,18 Mark 1297,79 Mark;
die Warendividenden der dritten Abteilung betragen
8 Prozent von 49,619,32 Mark 3969,54 Mark, ſo daß an
Kapital= und Warendividenden 6617,37 Mark zur Vertei=
lung
gelangen.
Gebrauchsmuſter=Erteilungen. 11e.
538 177. Als Federklemme ausgebildeter Notizblock. Firma
E. Ph. Hinkel, Offenbach a. M. 7. 1. 13. H. 59018. 21c.
538 209. Vorrichtung zum Feſtſchrauben von Doſenlochern
an Tiſchplatten und dergleichen. Jean Mosbach, Offen=
bach
a. M. Waldſtraße 79. 18. 12. 12. M. 44593, 21h.
538 580. Elektriſcher Heizkörper für verſchiedene Strom=
ſpannungen
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a. M. 9. 1. 13. W. 38809. 28 b. 538 055. Spanabſtreifer
mit leicht regulierbarer Federſpannung. Adam Kreis,
Bieber bei Offenbach a. M. 19 12. 12. K. 56089. 33b.
537902. Klappverſchluß für Handtäſchchen oder dergleichen
bei welchem die Klappe durch eine eingefaßte Oeffnung
des Ueberſchlags hindurchgreift und ſo den Verſchluß be=
wirkt
. Theodor Knipp u. Co., Offenbach a. M. 23. 12. 12.
K. 56 154. 33b. 538 069. Gewalkte Damentaſche aus
einem Stück Leder mit ringsherum eingeſchlagenen Kan=
ten
. Johann Georg Höfle, Offenbach a. M., Kaiſerſtraße
14. 27. 12. 12. H. 58894. 33b. 538 470. Taſchenbügel
mit Schnappverſchluß. Firma Jakob Mönch, Offenbach
a. M. 2. 1. 13. M. 44673. 33 b. 538 471. Sicherung für
Taſchenbügelverſchlüſſe. Firma Jakob Mönch, Offenbach
a. M. 2. 1. 13. M. 44674. 38e. 538 419. Zigarrenlampe
mit ſelbſttätigem Kleinſteller für die Flamme. Firma E.
13. H. 59020. 49 a.
Ph. Hinkel, Offenbach a. M. 7.
538 650. Vorrichtung zum Bearbeiten von Siederohr=
löchern
in Feuerbüchswänden. Collet u. Engelhardt, G.
m. b. H., Offenbach a. M. 27. 6. 12. C. 9614. 75c.

538 365. Schabloniergerät. Heinrich Heil, Worms a. Rh.,
Dirolfſtraße 37, und Ludwig Berkes II., Pfeddersheim
bei Worms. 19. 12. 12. H. 58810. 89d. 537934. Appa=
rat
zum Kühlen von heißen körnigen Produkten, insbeſon=
dere
Rohzucker mittels Kühlturm mit Drehroſt und
Schwerteinlagen. Franz Holl, Worms. 2. 1. 13. G=
58 961.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktiot
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 del
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

An den Vorſtand des Mieter=Vereins, hier!
Wie aus einem Inſerat in dem Tagblatt zu entneh=
men
iſt, führt der Hausbeſitzer=Verein in Darmſtadt
von jetzt ab ſogenannte ſchwarze Liſten, das ſind Liſten,
in welche die Mieter eingetragen werden ſollen, die nach
Anſicht der Hausbeſitzer ſchikanieren, zuviel in der Wohn=
ung
gemacht haben wollen, nicht zufrieden zu ſtellen ſind,
die Miete nicht oder nicht pünktlich zahlen und dergleichen
mehr. Es kann unerörtert bleiben ob die Führung ſolcher
Liſten und die Bekanntgabe der Namen der angeſchwärz=
en
Mieter mit den Anſchauungen über die guten Sitten
in Einklang zu bringen iſt; jedenfalls ſteht ſo viel feſt,
daß nun jeder Mieter in Darmſtadt, der ſich
ſchließlich doch auch nicht gerade alles vom Hausbeſitzer
gefallen laſſen muß, der Gefahr ausgeſetzt iſt, ange=
chwärzt
zu werden, ſelbſt wenn er nicht ſchikaniert,
keine unberechtigten Anſprüche an den Hausbeſitzer ge=
ſtellt
und ſtets ſeine Miete pünktlich bezahlt hat. Viele
Mieter wiſſen, daß z. B. durch die Kündigung einer Wohn=
ung
häufig Aerger und Verdruß beim Vermieter eintritt;
insbeſondere iſt dies dann der Fall, wenn die Wohnung
infolge jahrelangen Bewohnens vor anderweitigem Ver=
mieten
ganz oder teilweiſe neu hergerichtet werden muß.
An den Mieter=Verein ſtellen wir hiermit die Bitte, ſich
der Angelegenheit mit Energie anzunehmen und dem
Vorgehen des Hausbeſitzer=Vereins in Darmſtadt wirkſam
entgegenzutreten. Iſt der Mieter=Verein im Beſitze einer
Liſte der Mitglieder des Hausbeſitzer=Vereins? Führt
er auch Liſten über gewiſſe Hausbeſitzer?
Mehrere Mieter.

Literariſches.

Das Sperrprinzip, ſeine Anwendung
zwecks Schaffung von Stimmaterial und Erziehung
menſchlicher Stimme zu Leiſtungsfähigkeit und Schön=
heit
. Allgemeinverſtändliche anatomiſch=phyſiologiſche
Abhandlung von Ernſt Hein: Raven. Verlag:
Heinrich Schroth, vorm. K. Buchner, Hofbuchhandlung,
Darmſtadt. Unter vorſtehendem Titel iſt ein Werk er=
chienen
, das, reich mit anatomiſchen Abbildungen, Künſt=
lerbildern
und Röntgenaufnahmen ausgeſtattet, uns die
klare lichtvolle Erklärung des Sperrprinzips einer Ent=
deckung
des Verfaſſers, bietet. Seine gründlichen ana=
tomiſchen
und phyſiologiſchen Studien, die aus dem geiſt=
voll
und überaus einleuchtend geſchriebenen Buche zutage
treten, ſetzten ihn in den Stand, das Prinzip zu entdecken
und für die menſchliche Stimme nutzbar zu machen. Aus
den eingehenden Beobachtungen und Unterſuchungen, die
Herr Raven bei unſeren Geſangsgrößen, die mit drama=
tiſchen
Stimmen begabt ſind, anſtellte, zieht er die origi=
nellen
und richtigen Schlüſſe, daß dieſe Sänger und Sän=
gerinnen
eine ganz gleichartige Konſtitution beſitzen, wir
alſo mit Fug und Recht von einem Sängertypus ſpre=
chen
können. Die ſtimmliche Leiſtungsfähigkeit iſt ſomit
in der Tat durch Konſtitutionseigentumlichkeiten bedingt,
eine Erfahrungstatſache, die an den Beiſpielen zutage
tritt, welche uns im Bilde vorgeführt werden. Daß es
möglich iſt, durch Anwendung des Sperrprinzips andere
geſunde menſchliche Lebeweſen den berühmten und ſtimm=
begabten
Sängern gleichartig und ſo vollwertig zu
machen, daß ſie dieſen in Konſtitution und Funktion
ähneln, beweiſt Herr Raven durch ſich ſelbſt und ſeine
Schüler. Die Belege für die Verbeſſerung der ſtimmlichen
Leiſtungsfähigkeit und Dispoſition ſind ziemlich zahl=
reich
. Auch der Bruſtumfang und der ganze körperliche
Ernährungszuſtand werden hervorragend entwickelt, wie
durch ärztliche Atteſte bezeugt wurde. Daneben iſt aber
auch der ärztlichen Wiſſenſchaft durch die Entdeckung des
Verfaſſers zweifellos ein neuer Weg gebahnt. Es iſt
klar, daß durch die günſtige Beeinfluſſung, die der menſch=
liche
Organismus durch Anwendung des Sperrprinzips
rfährt, in hygieniſcher Beziehung ein großer Nutzen ge=
ſchaffen
iſt. Dies iſt, ſo ſchreibt Herr Oberarzt Dr. Wahl=
man
=Wiesbaden, ſchon von vielen Aerzten anerkannt,
und es iſt keine Frage, daß das Sperrprinzip‟. Ernſt
Heinz Ravens neben dem geſanglichen Erfolg auch vom
rein mediziniſchen Standpunkte aus eine große wiſſen=
ſchaftliche
Bedeutung haben wird.
Almanach des kathol. Klerus Oeſter=
reichs
und Ungarns 1913 iſt ſoeben zum zweiten
Male, beſtehend in vier Teilen, in einem Prachtband er=
ſchienen
. Dieſes in Oeſterreich und Ungarn einzig da=
ſtehende
Spezialadreſſenwerk wurde heuer bedeutend
dadurch erweitert, daß die Poſtſtationen bei
den einzelnen Orten angeführt und ſo dem öſterreichiſchen
als auch dem ungariſchen Teile ein genaues Ortsverzeich=
nis
angegliedert wurde. Außer den öſterreichiſchen und
ungariſchen Diözeſen wurde auch die geſamte katholiſche
Geiſtlichkeit der kroatiſch=ſlavoniſchen Kirchenprovinzen,
ſowie die bosniſch=herzegowiniſchen Diözeſen aufgenom=
men
. Das Werk erſcheint im Prachtband, Großoktav, mit
über 1000 Seiten Text, zum Verlagspreiſe von 14 K.
und iſt in allen größeren Buchhandlungen, ſowie im Ver=
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