Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Reichsregierung lehnte in der geſtrigen
Reichs=
tagsſitzung die Beantwortung der Polen=
In=
terpellation ab, da es ſich um eine preußiſche
An=
gelegenheit handle, für die der Reichstag nicht
zuſtän=
dig ſei.
Der Hamburgiſche Viermaſter „Tangani”
ſank bei dem Cap de la Hague. 30 Mann der
Be=
ſatzung werden vermißt.
Der frühere ſpaniſche Miniſterpräſident Moret iſt in
Madrid geſtorben.
Die Antwort der Pforte auf die Note der Mächte
ſollte Mittwoch nachmittag oder ſoll heute vormittag
überreicht werden.
Die geſtern den türkiſchen Delegierten überreichte Note
der Balkanſtaaten erklärt die Londoner
Verhandlungen für abgebrochen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Die National=Flugſpende.
* Am Samstag den 25. Januar, hat der
Verwal=
tungsausſchuß des Kuratoriums der National=
Flugſpende unter dem Vorſitz des Grafen
Poſa=
dowsky=Wehner die erſte Sitzung abgehalten, um
über die Ausführung der in der Kuratoriums=Sitzung
vom 20. Dezember 1912 feſtgelegten Grundſätze an der
Hand umfaſſender Erhebungen und vorbereitender
Ar=
beiten Beſchluß zu faſſen. Das Wolffſche Bureau teilt
darüber folgendes mit:
Den Ausgangspunkt der Verhandlungen bildete die
vom Kuratorium als wichtigſte Aufgabe bezeichnete
Aus=
bildung von Fliegern. Die Ausbildung von
Fliegern hängt mit der generellen Frage, in welcher
Weiſe unſere poſitiven Leiſtungen im Flugweſen am
ſicherſten und ſchnellſten geſteigert werden und der etwaige
Vorſprung anderer Nationen eingeholt werden kann, auf
das engſte zuſammen.
Es ergab ſich nach eingehender Debatte die
Unmög=
lichkeit, die Ausbildung von Fliegern ſeitens des
Kura=
tpriums der National=Flugſpende ſelbſt in die Hand zu
nehmen. Die Anforderungen an den Flugzeugführer ſind
lſowohl hinſichtlich ſeiner techniſchen Ausbildung als auch
ſinsbeſondere bezüglich ſeiner perſönlichen Eigenſchaften
ſo mannigfaltig und groß, daß ſich ein ſicherer Maßſtab
für die Qualifikation der ſich meldenden Perſonen nicht
laufſtellen läßt. Die Auswahl durch die National=
Flug=
ſpende würde daher die Gefahr begründen, daß
ungeeig=
nete Verfönlichkeiten ausgebildet würden, die während
der Ausbildungs=Periode wieder ausgeſchieden werden
Amüßten. Damit aber gingen die aus der National=
Flug=
lſpende aufgewendeten Mittel zum großen Teil verloren.
AAus dieſen Erwägungen ergab ſich, daß das für
Zu=
wendungen aus der National=Flugſpende entſcheidende
Moment der Nachweis einer Leiſtung ſein müſſe und daß
dieſer Grundſatz auch anf die Ausbildung von Fliegern
unbedingt anzuwenden ſei. Die Zuwendung des für die
Ausbildung aufzuwendenden Durchſchnittsſatzes in Höhe
lbis zu rund 8000 Mark ſoll daher erſt erfolgen, wenn die
AAusbildung beendet und der ausgebildete Tlieger oder
die ihn ausbildende Fabrik den Nachweis erbringt, daß
der Flieger den an ihn zu ſtellenden Anforderungen, die im
weſentlichen den Anforderungen des Feldpiloten=Eramens
in praktiſcher und theoretiſcher Hinſicht entſprechen ſollen,
gewachſen iſt.
Der Kreis der Fabriken, denen die Ausbildung von
Fliegern für die National=Flugſpende überlaſſen werden
kann, wird nicht auf die für die Miltär= und Marine=
Verwaltung liefernden Fabriken beſchränkt ſondern durch
eine beſondere Zulaſſung auf Grund allgemeiner
Nor=
mativ=Beſtimmungen feſtgeſetzt werden. Für die
Aus=
bildung ſoll ein ins einzelne auszuarbeitender Plan
zu=
ſrunde gelegt werden, deſſen Befolgung durch eingehende
Prüfung des ausgebildeten Fliegers ſowohl in
theoreti=
ſcher als auch in praktiſcher Hinſicht feſtgeſtellt wird. Erſt
lnach Beſtehen der Prüfung werden die Ausbildungskoſten
in der vorerwähnten Höhe, und zwar unter Wahrung
er Intereſſen der ausbildenden Fabriken und der
Flie=
her erſtatte: werden. Dabei wird auf eine umfaſſende
Mitarbeit der Vereine bezüglich der Abhaltung der
Prü=
ffungen gerechnet. Bei ſachgemäßer Organiſation und
ntſprechender Normierung der allgemeinen Bedingungen
lwird die Verauslagung der für die Ausbildung
erforder=
ſichen Mittel nicht auf Schwierigkeiten ſtoßen.
In konſequenter Durchführung des Grundgedankens,
daß einer Zuwendung aus der National=Flugſpende eine
boſitive Leiſtung gegenüberſtehen muß, ſoll das
Prä=
mienſyſtem ferner derart erweitert werden, daß
un=
ler noch feſtzulegenden Bedingungen eine beſtimmte
Grundprämie von etwa 1000 Mark durch Ableiſtung eines
Einſtundenfluges erflogen werden kann. Dieſe Prämie
vird ferner bei einem Dauerfluge für jede vollendete
wei=
liere Stunde um etwa 1000 Mark erhöht. Für die höchſte
eſamtſtundenleiſtung eines Jahres wird außerdem ein
beſonderer Preis ſowohl für den Flieger als auch für das
Fabrikat vorgeſehen. Die Prämie für den Einſtunden=
flug wird im Jahre 1913 naturgemäß nur den ſchon
vor=
handenen Fliegern, in den nächſten Jahren jedoch auch
denen zugute kommen, die inzwiſchen auf Grund der
Aus=
bildungsprämie ihr Feldpilotenexamen beſtanden haben.
Die Durchführung dieſes auf einen großen
allge=
meinen Impuls berechneten Syſtems macht eine
bal=
dige Löſung der Verſicherungsfrage
wün=
ſchenswert. Die Verhandlungen des Kuratoriums über
dieſe ungewöhnlich ſchwierige Materie befinden ſich noch
in der Schwebe.
Zur Sicherung der Flieger und Erhöhung ihrer
Leiſtungen müſſen ferner nach einheitlichem Plan über
das ganze Reich verteilte Flugſtützpunkte angelegt
werden. An ihrer Errichtung wird ſich die National=
Flugſpende nach Möglichkeit mit Zuſchüſſen beteiligen,
doch muß bei der Beſchränktheit der zur Verfügung
ſtehenden Mittel die Aufbringung der Koſten der
Flug=
ſtützpunkte in der Hauptſache den in Betracht kommenden
Städten überlaſſen bleiben.
Das in Vorſchlag gebrachte Syſtem der Gewährung
von Prämien für die Ausbildung von Fliegern in Höhe
der Ausbildungskoſten, ſowie der Prämienflüge hat den
Vorteil, daß dadurch die National=Flugſpende mittelbar
den aviatiſchen Unternehmungen insbeſondere der
In=
duſtrie und den Flugplätzen, zugute kommt.
Den Flugzeugfabriken wird es ermöglicht, Flugſchüler zu
erhalten, da die Höhe der Prämien nicht nur die
aufge=
wendeten Koſten einſchließlich des Riſikos für ungeeignete
Flugſchüler decken, ſondern auch noch einen anſehnlichen
Verdienſt ermöglichen wird. Die Stunden=Flug=Prämien
aber werden es den Flugplatz=Verwaltungen rein
indu=
ſtrieller wie allgemeiner Art ermöglichen, die
vorausſicht=
lich häufigen Bewerbungen um derartige Preiſe der
Na=
tional=Flugſpende zu Veranſtaltungen auszugeſtalten und
dadurch das dauernde Intereſſe der Vereine und des
Publikums an ihrem Flugplatze und am Flugweſen im
allgemeinen zu erhöhen. Dagegen können
Bargeldunter=
ſtützungen weder in der Form von Darlehen noch in der
von reinin Geſchenken oder von Beteiligung gemacht
werden. Es würden derartige Maßnahmen ſtets zu
Un=
gerechtigkeiten führen.
Eine ſolche Erleichterung der Arbeitsbedingungen wird
ſich jedoch im Rahmen der vom Kuratorium ſeſtgelegten
zunächſt
Grundſätze dadurch ermöglichen laſſen, daß
verſuchsweiſe — eine Zentralſtelle für die
Nachprüfung neuer Erfindungen auf ihre
praktiſche Brauchbarkeit geſchaffen wird. Das Kuratorium
der National=Flugſpende wird demgemäß jede Erfindung,
um deren Förderung ſie erſucht wird, durch anerkannte
Sachverſtändige unter dankenswerter Mitarbeit der
Wiſ=
ſenſchaftlichen Geſellſchaft für Flugtechnik daraufhin
prü=
fen laſſen, ob ſie bei dem gegenwärtigen Stande der
Tech=
nik durchführbar iſt und einen Fortſchritt auf dem
Ge=
biete der Flugtechnik erhoffen läßt. Bei günſtigem
Aus=
fall dieſer Prüfung wird der Verwaltungsausſchuß im
einzelnen Falle beſchließen, wie die praktiſche Erprobung
zu ermöglichen ſein wird.
Der vorſtehende Arbeitsplan iſt vom
Verwal=
tungsausſchuß grundſätzlich genehmigt und feſtgeſetzt
worden. Die Ausarbeitung im einzelnen ſoll mit größter
Beſchleunigung durchgeführt und in der nächſten Sitzung
des Verwaltungsausſchuſſes, die vorausſichtlich in etwa
drei Wochen ſtattfinden wird zur endgültigen
Beſchluß=
faſſung vorgelegt werden. Die in der Sitzung vom
25. Januar gefaßten Beſchlüſſe ſind durchweg mit
Ein=
ſtimmigkeit gefaßt worden. Es beſtand die einmütige und
auch von den anweſenden Vertretern der am Flugweſen
unmittelbar beteiligten Reſſorts gebilligte Auffaſſung, daß
der vorgelegte Arbeitsplan geeignet ſei, dem deutſchen
Flugweſen einen neuen mächtigen Impuls zu geben, daß
damit dem Willen der Spender und der Abſicht der
Na=
tional=Flugſpende am beſten gedient ſei und darum nicht
davor zurückgeſcheut werden dürfte, die Mittel der
Na=
tional=Flugſpende ſchon im Laufe der nächſten drei bis
fünf Jahre zu verausgaben.
Die Lebensverſicherung der
Privatangeſtellten.
* Der Reichsanzeiger veröffentlicht
Erläuterun=
gen zu den Ausführungsbeſtimmungen zu den §§ 390 und
392 des Verſicherungsgeſetzes für
Ange=
ſtellte (Schutz des mit Lebensverſicherungsgeſellſchaften
eingegangenen Verſicherungsverhältniſſes).
Die Erläuterungen beſagen: Die Vorſchriften ſetzen
voraus, daß es ſich um Verſicherung bei
Lebens=
verſicherungs=Unternehmungen handelt, die
den Angeſtellten berechtigt hatten, einen Antrag auf
Be=
freiung von der Beitragspflicht nach § 390 zu ſtellen. Es
iſt notwendig für die Anwendbarkeit des § 392, daß der
Angeſtellte ſich tatſächlich von der Beitragsleiſtung zur
Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat befreien
laſſen. Die Vorſchriften ſetzen weiter voraus, daß der
Arbeitgeber den Zuſchuß zu den Beiträgen für die
Verſicherung des Angeſtellten in den Fällen des § 390
Abſ. 1 ſchon vor dem 5. Dezember 1911 und in den Fällen
des § 390 Abſ. 2 vor dem Eintritt in die
Verſicherungs=
pflicht geleiſtet hat. Die erſte Ausführungsbeſtimmung
regelt die Frage, welcher Betrag für den Beitragsanteil
des Arbeitgebers zur Weiterzahlung an die
Lebensver=
ſicherungs=Unternehmungen in Betracht kommen kann.
Das Geſetz ſetzt voraus daß der Angeſtellte eine
Ver=
ſicherung in einer ſolchen Höhe abgeſchloſſen hat, welche
mindeſtens ſeinem Beitragsteil bei Inkrafttreten des
Ge=
ſetzes entſpricht, wenn er nach § 390 von der
Beitrags=
pflicht zur Reichsverſicherungsanſtalt befreit ſein will.
Der Beitragsteil des Arbeitgebers ſoll der
Reichsverſiche=
rungsanſtalt zufließen. Demnach wird höchſtens derjenige
Betrag vom Beitragsteil des Arbeitgebers für die
Weiter=
zahlung an die Lebensverſicherungsunternehmungen in
Betracht kommen können, der über das geſetzliche Maß des
Beitragsteiles des Angeſtellten hinausgeht, d. h. höchſtens
der Unterſchied zwiſchen der Prämie für die
Lebensver=
ſicherung und dem Beitragsteil des Arbeitgebers
Wenn der Angeſtellte den Arbeitgeber wechſelt und
der neue Arbeitgeber ſich nicht an der Prämienzahlung
für die Lebensverſicherung beteiligt, ſo wird die
Reichs=
verſicherungsanſtalt erwägen, ob und in welcher Weiſe ſich
die Fortzahlung der Verſicherungsprämie ermöglichen
läßt, da ſie ein Intereſſe an der Aufrechterhaltung der
Verſicherung hat. Die Reichsverſicherungsanſtalt hat unter
allen Umſtänden aus den Beitragsteilen des Arbeitgebers
den Angeſtellten die halben geſetzlichen Leiſtungen zu
ge=
währen. Wenn nun Bruchteile des Beitragsteiles des
Arbeitgebers an eine Lebensverſicherungs=Unternehmung
weiter gezahlt werden, ſo muß der Angeſtellte einen
Teil der Zorderung aus ſeinem
Verſiche=
rungsvertrage mit der Lebensverſicherungs=
Unter=
nehmung an die Reichsverſicherungs anſtalt
abtreten. Die Abtretung erfolgt nur in ſolcher Höhe,
daß die Reichsverſicherungsanſtalt für die Leiſtung der
weiter gezahlten Beträge die entſprechende erforderliche
Deckung erhält. Die Prämie wird ſich natürlich nach dem
Alter des Angeſtellten am Tage der Abtretung eines
Teiles ſeiner Forderung aus dem Verſicherungsvertrage
richten. Da die Reichsverſicherungsanſtalt unbedingt eine
Gegenleiſtung für die weitergezahlten Beträge haben muß,
ſo war ferner notwendig, zu beſtimmen, daß nur aus
ſol=
chen Verſicherungsverträgen ein Teil abgetreten werden
kann, bei denen feſtſteht, daß der Eintritt der Verpflichtung
des Verſicherers zur Leiſtung gewiß iſt. Die
Reichsver=
ſicherungsanſtalt muß aber auch gegen Nachteile geſchützt
werden, die ihr entſtehen, wenn der Verſicherte ſeine
Ver=
ſicherung infolge Nichtzahlung der Prämie verfallen läßt.
Daher iſt der Anſtalt eingeräumt, den abgetretenen Teil
der Verſicherung unabhängig von dem Fortbeſtehen der
übrigen Verſicherung, fortzuſetzen.
Private Penſionskaſſen und öffentlich=
recht=
liche Penſionskaſſen werden durch die Beſtimmungen der
Bekanntmachung von der Anwendung des § 392
ausge=
ſchloſſen, weil bei ibnen der Eintritt der Pflicht des
Ver=
ſicherers zur Erfüllung der vereinbarten Leiſtung nicht
ſicher iſt. Es iſt jedoch dringend erwünſcht, daß auch bei
der Verſicherung in dieſen Kaſſen die Weiterzahlung des
Arbeitgeberbeitrages nicht ausgeſchloſſen wird, daher iſt
die Möglichkeit von Vereinbarungen unter den Beteiligten
offen gehalten. Wegen der Verſchiedenheit der
Verhält=
niſſe bei dieſen Kaſſen war der Erlaß genereller
Beſtim=
mungen nicht durchführbar, deshalb mußte die Regelung
auf die Einzelfälle beſchränkt werden.
Deutſches Reich.
Der Seniorenkonvent des
Reichs=
tages trat am Dienstag zu einer Sitzung zuſammen.
Vom Präſidium wurde der Wunſch ausgeſprochen, im
In=
tereſſe der Förderung der Geſchäfte des Hauſes die
Viel=
rederei möglichſt einzuſchränken. Es wurde beſchloſſen,
am Mittwoch die Interpellation der Polen betreffend das
Enteignungsgeſetz auf die Tagesordnung zu ſetzen.
Wei=
ter ſoll es durch Einſchiebung des Schwerinstages,
näm=
lich des 5. Februars, ermöglicht werden, den
ſozialdemo=
kratiſchen Antrag betreffend die Wahlrechtsfrage zur
Be=
ratung zu ſtellen. Ein Tag der darauffolgenden Woche
iſt für die Beratung des Jeſuitenantrages des Zentrums
vorgeſehen.
Die Reichstagsmehrheit. Wie ſchon
mitgeteilt, hat die Budgetkommiſſion des Reichstags trotz
der dringlichen Befürwortung des Staatsſekretärs Krätke
die Oſtmarkenzulage für die Beamten der Reichspoſt= und
Telegraphenverwaltung abgelehnt. Die Mehrheit beſtand
aus Zentrum, Polen und Sozialdemokraten. Weiter iſt
im Reichstag eine vom Zentrum unterſtützte
Interpella=
tion der Polen eingebracht, die lautet:
„Die preußiſche Staatsregierung hat die Enteignung
polniſcher Gutsbeſitzer für die Zwecke der
Anſiedlungs=
kommiſſion in Angriff genommen. Was gedenkt der Herr
Reichskanzler zu tun. um dieſer mit dem Geiſte der
Reichs=
verfaſſung und mit der Reichsgeſetzgebung unvereinbaren,
in politiſcher, wie in ſozialer Beziehung die Bevölkerung
aufs tiefſte erregenden Maßnahme entgegenzutreten?
Die Interpellation wird unterſtützt von 55
Zentrums=
mitgliedern. Dieſe Reichstagsinterpellation deckt ſich im
weſentlichen mit der Poleninterpellation im
Abgeord=
netenhaus, die Ende Oktober dort verhandelt wurde. Die
Wiederholung der Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus
kann nur den Zweck haben, mitsHilfe eines
Interpella=
tionsantrags einen Beſchluß gegen den Reichskanzler
herbeizuführen, in dem Sinne, daß deſſen Behandlung
der Enteignungsfrage nicht der Anſicht im Reichstage
ent=
ſpreche. Eine Mehrheit für dieſen Beſchluß iſt vorhanden.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
Nummer 25.
Dazu ſtehen außer den 18 Polen 90 Zentrumsabgeordnete
und 110 Sozialdemokraten, alſo im ganzen 218
Abgeord=
nete (19 mehr als die Mehrheit) zur Verfügung. Dieſelbe
Mehrheit wird auch für die Aufhebung des
Jeſuiten=
geſetzes vorhanden ſein. — Die Reichstagswähler haben
ſes ſo gewollt!
— „Parſifal” im Reichstag. Die Petition,
betreffend Verlängerung des „Parſifal”=Schutzes, die dem
Reichstage zugegangen iſt, und die unter anderen auch
die Unterſchrift des Kronprinzen trägt, wird im
Reichs=
tage vorausſichtlich am 7. Februar zur Beſprechung
ge=
langen. Die Regierung wird dabei durch ihren
Beauf=
tragten eine Erklärung abgeben laſſen.
— Eine offiziöſe Entgleiſung. Die
Baye=
riſche Staatszeitung hatte die Berufung des früheren
deut=
ſchen Geſandten in Brüſſel, Grafen Wallnitz, mit ſeinen
verwandtſchaftlichen Beziehungen zum Fürſten Bülow
in Verbindung gebracht, was unliebſames Aufſehen
er=
regt hatte. Das offiziöſe Organ geſteht nachträglich zu,
daß dieſe Notiz nicht in den Rahmen einer
Staats=
zeitung hineingepaßt habe, und entſchuldigt dieſe
Ent=
gleiſung, mit den techniſchen Schwierigkeiten, mit denen
eine neue Zeitung in den erſten Tagen zu kämpfen hat.
— Die bayeriſchen Biſchöfe gegen die
Leichenverbrennung. Die Erzbiſchöfe und
Bi=
ſchöfe Bayerns werden gegen die Leichenverbrennung
einen gemeinſamen Faſtenhirtenbrief erlaſſen. Der
Bayeriſche Kurier teilt einen Auszug daraus mit, wonach
jedem Katholiken verboten iſt, einem
Leichenverbrennungs=
verein anzugehören und ſeine eigene Leiche oder die
Leiche eines anderen verbrennen zu laſſen. Die kirchlichen
Exequien ſeien mit der Leichenverbrennung unvereinbar.
Wer ſelbſt die Verbrennung ſeiner Leiche anordnet,
empfängt keine Sterbeſakramente und iſt von den
kirch=
lichen Exequien ausgeſchloſſen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Parlamentsgarde. Nach
dem bekannt gegebenen Statut für die neu aufgeſtellte
ungariſche Parlamentsgarde hat die Garde die Aktionen
des Parlamentspräſidenten mit bewaffneter Hand zu
unterſtützen. Die militäriſch organiſierte Truppe
unter=
ſteht der Militärgerichtsbarkeit und den Dispoſitionen
des Parlamentspräſidenten.
Frankreich.
Die Pulverfrage. Die Deputiertenkammer
be=
riet über den Budgetpoſten „Pulver und Salpeter‟ Der
frühere Unterſtaatsſekretär André Lefévre, der in der
Pul=
verfrage an Bord von Kriegsſchiffen eine lange
Unter=
ſuchung durchführte, wies darauf hin, daß das franzöſiſche
Pulver trotz der Kritik das Pulver des Sieges für die
Balkanſtaaten ſei. Die Kataſtrophen in der franzöſiſchen
Marine, namentlich auf dem Panzerkreuzer „Liberté”,
ſeien ſeiner Anſicht nach nicht notwendig dem Pulver
zu=
zuſchreiben. Das Nitroglyzerinpulver verderbe viel
ſchneller als das B=Pulver. Er glaube an den Sieg der
Nitrozelluloſe. Auf jeden Fall gäbe es gegenwärtig kein
rauchloſes Pulver, das nicht bei der Berührung mit
Waſſer der Selbſtentzündung ausgeſetzt ſei. Lefévre ſchloß
mit der Bemerkung, er habe gegen die unter den
See=
leuten und deren Familien verbreitete Unruhe auftreten
und das Vertrauen des Landes wieder befeſtigen wollen.
Die marokkaniſche Anleihe wird nach einer
offiziöſen Meldung ungefähr 150 Millionen Francs
be=
tragen, wovon 35 Millionen zur Liquidierung der
Schul=
den des Maghzen, 46 Millionen für die Ende März zur
Submiſſion gelangenden Hafenbauten von Caſablancg
und der Reſt zu dem Bau von Straßen, Spitälern,
Schu=
len und Baulichkeiten für die verſchiedenen Dienſtzweige
der Generalreſidentſchaft verwendet werden ſollen. Der
Anleihe=Entwurf wird in kurzem dem Parlament
vor=
gelegt werden.
Portugal.
Die Deputiertenkammer lehnte mit 47
gegen 43 Stimmen einen Antrag Santos ab, der eine
Verſöhnung mit der königlichen Familie vorſchlägt. Der
Premierminiſter und zwei weitere Miniſter gaben ihre
Stimme gegen den Antrag ab.
Vereinigte Staaten.
Börſenreform. Der Vorſtand der New=Yorker
Börſe referierte wegen der vom Gouverneur
vorgeſchlage=
nen Börſenreform.
Er beantwortete die Spezialbotſchaft, indem er
aus=
führte, daß gewiſſe Anſätze bereits in mehreren Vorlagen
des Gouverneurs enthalten ſeien, die dieſer früher bei
der Staatslegislaturperiode eingereicht habe. Die
Spe=
zialbotſchaft des Gouverneurs ſtützt ſich auf das Zeugnis
einiger leitenden Perſönlichkeiten der Börſe. Sie läßt
keinen Zweifel darüber, daß die Börſe entweder nicht
im=
ſtande oder gewillt ſei, Maßregeln zu treffen, um die
Uebelſtände auszurotten. Für den Staat ſei der Zeitpunkt
gekommen, augenſcheinliche Mißbräuche, ränkevolle
An=
chläge und liſtige Kombinationen zu beendigen, die dazu
dienen, das argloſe Publikum zu umgarnen und zu
täu=
ſchen. Die Spezialbotſchaft enthielt auch ein Geſetz, das
die Veröffentlichung falſcher Angaben bezüglich des
Wer=
tes von Aktien und der Finanzlage von Geſellſchaften als
ein ſtrafwürdiges Vergehen kennzeichnet. Sie empfiehlt
ſerner Geſetze bezüglich Leerverkäufe, Verpfändung von
Wertpapieren, ferner bezüglich der Winkelbörſen und
Wu=
cherer, worunter der Gouverneur die Erhöhung der
Zins=
ſätze für tägliches Geld rechnet. Der Führer der
demo=
kratiſchen Maforität der Legislatur erklärte, niemand
brauche zu befürchten, daß die geſetzgebenden
Körperſchaf=
ten etwas unternehmen werden, was das legitime und
ehrliche Börſengeſchäft verhindern werde. Alle Teile
wer=
den Gelegenheit erhalten, ſich zu der Vorlage zu äußern.
* Madrid, 28. Jan. Der ehemalige
Miniſterprä=
ſident Moret iſt heute geſtorben. Er war ſeit dem
letzten Freitag, an dem er noch der Sitzung einer wiſſene
ſchaftlichen Geſellſchaft beigewohnt hatte, krank und mußte
das Bett hüten. Heute fühlte er ſich wohler und ſollte
aufſtehen. Als er aber gegen Mittag das Bett verlaſſen
hatte, wurde er von einer Ohnmacht befallen. Bald
dar=
auf erlöſte ihn ein ſanfter Tod. Der König, die Miniſter
und viele hervorragende Perſönlichkeiten haben der
Fa=
milie des Verſtorbenen Beileidsbeſuche abgeſtattet. Auch
die Bevölkerung von Madrid iſt von dem Dahinſcheiden
des ehemaligen Miniſterpräſidenten ſchmerzlich berührt.
Moret hat ſich in ſeinem Teſtament alle Ehrenbezeugungen
aus Anlaß ſeines Todes verbeten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Januar.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem neuen deutſchen Botſchafter
in Rom, Freiherrn von Jeniſch, das Großkreuz des
Se. Königl Hoheit der
Ludewigs=Ordens verliehen.
Großherzog haben dem ſtändigen Hilfsarbeiter im
Auswärtigen Amt, Kaiſerlichen Regierungsrat Dr. Ernſt
Schmitt in Berlin, die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem deutſchen
Kai=
ſer, König von Preußen, verliehenen Roten Adler=
Ordens 4. Klaſſe erteilt.
g. Strafkammer. Des gemeinſamen Diebs
ſtahls waren geſtern der 26jährige Portefeuiller Heinr,
Johann Horch und der 18jährige Otto Stephan
Hei=
ninger, beide aus Offenbach, angeklagt. Horch war in
der Offenbacher Verkaufsſtelle einer Frankfurter
Firma=
gegen einen auskömmlichen Lohn angeſtellt. Trotzdem
ent=
wendete er nach und nach etwa 30 Meter Stoffe und einige
Taſchen im Geſamtwerte von etwa 60 Mark; ferner
er=
brach er ſeiner Wirtin ein verſchloſſenes Käſtchen, dem er=
5,50 Mark entnahm. Gemeinſam mit dem Angeklagten
Heininger verſchafften ſie ſich mit falſchen Schlüſſeln in
das Bureau eines anderen Arbeitgebers Eingang, wo ſie
eine Kaſſette mit 18 Mark Inhalt entwendeten. Horch
der bereits einmal vorbeſtraft iſt, beſtreitet, daß das
Käſt=
chen bei der Frau Rupp verſchloſſen war. Das Gericht
erkennt gegen ihn auf ein Jahr gegen Heininger
auf=
acht Monate Gefängnis; beiden werden von der
Unterſuchungshaft ein Monat und zwei Wochen in An=,
rechnung gebracht. — Der 22jährige Weißbinder Sebaſtian
Heuſohn aus Offenbach feierte am 26. Oktober ſeine
Entlaſſung aus der Zellenſtrafanſtalt Butzbach in
Frankfurt=
mit einer Bierreiſe. Frühmorgens begab er ſich mit einem
Schuhmacher auf den Heimweg nach Offenbach.
Unter=
wegs ſchlug er die Scheibe eines Feuermelders ein. Er
hatte ſich deshalb geſtern vor der hieſigen Strafkammer
wegen Beſchädigung einer öffentlichen
Zwecken dienenden Telegraphenanlage
(§ 317 Strafgeſetzbuches) zu verantworten. Er gebrauchte
die wenig glaubhafte Ausrede, er habe die Scheibe mit
ſeinem Schirm aus Verſehen eingeſchlagen. Das Gericht
verurteilte ihn nach dem Antrage des Staatsanwalts zu
ſechs Wochen Gefängnis.
* Meiſterprüfungen für Handwerker in der
Pro=
vinz Starkenburg. Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai
908 (ſog. kleiner Befähigungsnachweis) dürfen
bekannt=
lich im allgemeinen nur noch ſolche Perſonen Lehrlinge
anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden haben,
ie Friſt, bis zu welcher die Meiſterprüfung noch ohne
Nachweis der beſtandenen Geſellenprüfung abgelegt
werden kann, läuft am 1. Oktober 1913 ab. Um daher
noch möglichſt vielen Handwerkern die Teilnahme an
der Prüfung nach den erleichterten Beſtimmungen zu
ermöglichen, iſt neben der für Herbſt dieſes Jahres vor
geſehenen terminlichen Prüfung noch die Abhaltung
einer außerterminlichen Meiſterprüfung im Frühjah
dieſes Jahres angeordnet worden. Zwecks Zulaſſun
zu derſelben iſt an das Sekretariat der Handwerks
kammer zu Darmſtadt die Prüfungsgebühr mit 35 Mk
einzuzahlen. Mit der Quittung hierüber verſendet die
Kammer zugleich das vorgeſchriebene Anmeldeformular
das ausgefüllt mit ſämtlichen geforderten Anlagen
(Nachweiſen) an den Vorſitzenden der
Meiſterprüfungs=
kommiſſion für die Provinz Starkenburg, Herrn
In=
genieur Markwort zu Darmſtadt, Kaſinoſtraße 8
baldigſt einzureichen iſt. Für die Zulaſſung weiblicher
Gewerbetreibender ſind die für die männlichen
Kandidaten=
geltenden Beſtimmungen maßgebend, doch werden
während der bis 1. Oktober 1913 erſtreckten
Ueber=
gangszeit weibliche Handwerker auch dann zur
Meiſter=
prüfung zugelaſſen, wenn die vorgeſchriebene Lehr= und
Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung nicht
nachgewieſen werden kann.
* Deutſch Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe
Darmſtadt. Das neu eröffnete Abendheim,
Wald=
ſtraße 21, erfreut ſich des Wohlwollens weiter Kreiſe,
welche durch freundliche Gaben das Heim ausſtatten. St
ſpendeten die Firmen C. Bayer, J. Schaaf und O.
Nietſch=
mann verſchiedene Haushaltungsgegenſtände H. Lautz und
E. Thomaſius ſchenkten Briefmappen, Briefpapier und
Karten, V. Brückner und B. Finger Kuchen und Kreppel,
L. Fertig, K. Steinhäuſer, ſowie Schade u. Füllgrabe
Kaffee, Tee und Zucker, von Firma A. Geiger erhielt das
Heim eine Tiſchdecke und von L. Borné eine ſchöne
Wand=
uhr. Dank allen gütigen Spendern. Bis jetzt erfreut ſich
nur eine kleine Zahl von alleinſtehenden Mädchen der
Wen Frauen lieben.
*⁎* Ueber die große Schickſalsfrage, welcher Mann
den Frauen am beſten gefällt, haben ſich eine Reihe der
führenden engliſchen Romanſchriftſtellerinnen im Strand
Magazine geäußert und bieten damit einen intereſſanten
Beitrag zu dieſer gewiß wichtigen „Frauenfrage‟ Den
Anlaß zu dieſen Meinungsäußerungen bot eine Stelle in
einem Roman der vielgeleſenen Dichterin Ada Leverſon.
„Groß, ſtark und ſchön, mit mehr als durchſchnittlicher
Klugheit, aber mit nichts Beunruhigendem darin, gut
gelaunt bei Poſſen, eiferſüchtig in der Liebe — das iſt
wohl der Typus, den die Frauen am meiſten lieben. Es
iſt barer Unſinn, zu ſagen, daß Frauen eine Freude daran
haben, tyranniſiert zu werden. Soweit man
verallgemei=
nern kann, darf geſagt werden, daß Frauen am liebſten
ein guten, tüchtigen Mann haben, dem ſie immer trauen
und den ſie gelegentlich (wenn es notwendig iſt) betrügen
können.”
Auf dieſe Stimme antwortet nun ein vieltöniger
Chorus, der ſich in Zuſtimmung und Ablehnung
tempe=
ramentvoll äußert. Beſonders oft wird der ſchöne
Mann abgelehnt. „Sicherlich werden viele Frauen
einen häßlichen Mann mit einer Seele einem Adonis ohne
Seele vorziehen” ſchreibt Adelaide Arnold; „und wenn
alle Frauen einen brutalen Menſchen verabſcheuen,
wer=
den viele heimlich einen, der ſie beherrſcht, lieben.” „Die
Art Mann, die die Frauen am meiſten lieben” erklärt
Mrs. Askew, „muß gut ausſehen, daß er in der Menge
mitläuft, aber für den ſogen. ſchönen Mann habe ich nichts
übrig. Er muß liebe Augen haben und ein ſtarkes Kinn
— nichts Gemeines im Geſicht. Er muß weiſe genug ſein,
um Kinder zu verſtehen, und ein guter Freund von
Hun=
den; (!) Hunde müſſen immer gleich zu ihm kommen.”
Für das Kindliche im Manne ſpricht ſich auch
Maud Yardley aus: „Als Liebhaber und Gatten wollen
Frauen einen Mann, der, ganz gleich, wie er ausſieht, gut
und liebreich iſt zu kleinen Kindern und dummen Tieren.”
Mey Wynne iſt der Anſicht, daß ein ſchönes Geſicht kaum
Frauen anzieht, dagegen lieben ſie nach ihrer Meinung
ſicherlich eine große Geſtalt und Kraft; auch Maud
Annesley will Muskelkraft durchaus nicht unterſchätzt
wiſſen, „Das ſcheint mir ein Teil vom Ideal des
Männ=
lichen zu ſein. Ihr Typ ſieht folgendermaßen aus:
„Aeußere Erſcheinung unwichtig, Stimme von großer
Bedeutung, Temperament leidenſchaftlich, aber nicht
lau=
niſch, aufmerkſam in Kleinigkeiten, taktvoll, zuverläſſig,
gutmütig, ſtark, liebevoll, klug natürlich, und außerdem
muß er Sinn für Humor haben.”
Nach Majorie Bowen gibt es nur eins, was die Frau
dem Manne nicht verzeiht: Willensſchwäche. Phyſiſche
Kraft iſt vielen reizlos. Die 4 wichtigſten
Eigen=
ſchaften eines Mannes ſollten nach meiner Meinung
ein: „Mut, Klugheit, Heiterkeit, ſympathiſches Weſen, und
wenn man hinzufügt: Liebenswürdigkeit und Edelmut,
dann iſt die Vollkommenheit erreicht.” „Wenn man den
Gatten wie neue Hüte beſtellen würde, meint Mrs. H. H.
Penroſe, „dann würde zweifellos jedes Mädchen
verlan=
gen, daß ihr Mann groß, ſtark und ſchön iſt. Aber wenn
ſie ſich wirklich verliebt, ſo ſieht ſie in dem Gegenſtand
ihrer Neigung etwas Vollkommenes, mag er auch klein,
gebrechlich und häßlich ſein.” Männer, die von Frauen
zu Ehemännern begehrt werden, müſſen nach ihrer
Mei=
nung haben: Gemeinſamkeit der Intereſſen, geduldige
Gutmütigkeit, jenen Sinn für Humor, der die Räder des
Lebens ölt, und endlich Charakterſtärke.” Andere der
Schriftſtellerinnen umſchreiben anders jenes gewiſſe
Etwas, das ſie vom Manne verlangen. Sophie Cole
for=
dert vor allem die Fähigkeit des Verſtehens.
Mrs. Philip Campion nennt Ritterlichkeit die Eigenſchaft,
die am meiſten anzieht, und May Edington, die dem
Aus=
ſehen nur ganz geringe Bedeutung beilegt, begeiſtert ſich
für einen Mann, der „Romantik mit ſich bringt”. „Die
Frau will täglich ihre kleine Portion Romantik haben;
es können ein paar Worte ſein, ein Blick, ein Kuß, eine
Berührung, eine Blume.”
Das gleiche fordert Mrs. Baillie Reynolds von dem,
den ſie liebt: die Fähigkeit des Mannes, zu
faſzi=
nieren. „Sie beſteht in einer gewiſſen Kaltherzigkeit,
einer Fähigkeit, ganz unbeeinflußt von jedem Gefühl zu
erſcheinen.‟ Die Selbſtſüchtigen und die
Kal=
ten haben nach ihrer Meinung das meiſte Glück. Es
fehlt auch nicht die Frau, die im Mann den guten
Kame=
raden ſucht, und eine Menſchenkennerin definiert das
Ideal in dem paradoxen Satz: „Ich denke, daß wir Frauen
die Art Mann am meiſten lieben, von der wir zu Anfang
denken, wir könnten ſie am wenigſten lieben.” Jene
Halbgötter mit allen möglichen Tugenden würden
auf die Dauer unendlich langweilig werden,
während die rechte Miſchung von Fehlern und Tugenden
tets von neuem intereſſiert. Mrs. Alfred Sidgwick aber
möchte ſchon ſo einen Tugendhelden haben, wenn ſie nur
nicht — ſo ſchrecklich ſelten wären.
Konzerte.
W. Am Dienstag veranſtaltete der Richard=
Wag=
ner=Verein einen Arien= und Liederabend
der Konzertſängerin Frau Maria Freund aus
Bres=
lau. Das Programm, in dem deutſche, franzöſiſche und
ruſſiſche Komponiſten zu Worte kamen, war mit
vorneh=
mem Geſchmack zuſammengeſtellt, allerdings unter
Be=
vorzugung des franzöſiſchen Liedes, denn unter 17 Liedern
waren ſechs franzöſiſch geſungene. Außer der erſten
Nummer, Klagelied der Lelia von Claude Debuſſy aus
deſſen Over L Enfant Prodigue, die im traditionellen
Opernſtil gehalten iſt, gehörten die vorgetragenen Lieder
dem volkstümlichen Genre an. Ihre muſikaliſche
Behand=
lung durch die verſchiedenen Komponiſten, in der ſich ein
unerſchöpflicher Reichtum an muſikaliſchen Formen und
Gedanken kundgab, war das Intereſſanteſte an
dem=
ramm . Guſtav Mahler, von dem es ſechs meiſtens nach
Texten aus „Des Knaben Wunderhorn” enthielt, weiß
den volkstümlichen Inhalt der Lieder in eine Kunſtform
zu kleiden, die trotz der prinzipiellen Gegenſätzlichkeit die
Kongruität zwiſchen beiden in bewundernswerter Weiſe
wahrt, weil er nicht wie andere in den Fehler verfällt,
das Hauptgewicht auf das Formelle zu legen. In dieſem
Sinne ſind die vier Lieder aus „Des Knaben
Wunder=
horn”: „Scheiden und Meiden” „Das irdiſche Leben”
„Rheinlegendchen” und „Wer hat das Liedlein erdacht?
namentlich aber die beiden letzteren, kleine Kunſtwerke,
Das ſchönſte von den vorgetragenen Liedern war jedoch
das ernſte Lied „Ich bin der Welt abhanden gekommen”
deſſen tiefer Stimmungsgehalt muſikaliſch in herrlicher
Weiſe feſtgehalten und zum Ausdruck gebracht worden iſt.
Außerdem enthielt das Programm vier Lieder von
Claude Debuſſy, die vorzugsweiſe wegen ihrer eleganten
Form Beachtung verdienen, daneben an die Kunſt des
Vortrags hohe Anforderungen ſtellen. Eine gewiſſe
Ein=
förmigkeit der Faſſung ſchwächt aber das Intereſſe an
hnen wieder etwas ab. Am beſten gefiel das kleine, genial
hingeworfene Lied „Mandoline‟ Die drei Lieder von
Georg Henſchel konnten kein tieferes Intereſſe erwecken,
In dem erſten Liedchen von Heine: „Es war ein alten
König” wirken der tonliche Aufwand und der tieftragiſche
Grundton faſt komiſch. Das als „Berceuſe” bezeichnete
chwermütige Lied von Modeſt Mouſſorgsky, das eher ein
Totenlied iſt, iſt von herbem Charakter, wenn auch
nicht=
tnintereſſant. Von den beiden Liedern von Alexander
Gretſchaninoff geſiel „Der Gefangene” hauptſächlich
wegen der anſprechenden Schlußſtrophe, am meiſten.
Die Sängerin, Frau Freund, beſitzt einen
um=
fangreichen und ausgiebigen Mezzoſopran, der nur beim
Forcieren in der Höhe bisweilen ſcharf wird, und ſingt
mit vielem Geſchmack und vornehmem künſtleriſchen
Empfinden. Ihre vollendete Vortragskunſt fand in den
Liedern von Mahler und Debuſſy eine dankbare Aufgabe
und verlieh auch den weniger anſprechenden Liedern immer
noch einen gewiſſen Grad von künſtleriſchem Intereſſe=
Auch die Art, wie ſie eine kleine ſtimmliche Indispoſition
zu Beginn des Abends zu cachieren wußte, verriet die
routinierte Sängerin.
Die Klavierbegleitung lag bei Herrn Kapellmeiſter
Rehbock in bewährten Händen.
Gerügt werden muß die ungenügende Heizung des
Saales, in dem es überdies noch zog. Unter dem Gefühl
körperlichen Unbehagens kann man eines Kunſtgenuſſes
ſchwer teilhaftig werden, und mit der Gefährdung der
Geſundheit iſt er zu teuer erkauft.
Annehmlichkeit des Heims. Möchten dieſe Zeilen dazu
beitragen, daß von Abend zu Abend die Zahl der
Be=
ucherinnen ſich mehrt.
* Der Zweigverein Darmſtadt des Vogelsberger
höhenklubs veranſtaltet am kommenden Samstag abendim
Saale des Hotel Köhler einen Bunten Abend. Dem
Ver=
tehmen nach ſind die Vorbereitungen hierzu derart
ge=
rroffen, daß den Mitgliedern und Gäſten einige überaus
genußreiche Stunden in Ausſicht geſtellt werden können.
Siehe Anz.)
* Eine Ortsgruppe des Kirchlichen Blauen
Kreuzes iſt, wie man uns mitteilt, hier ins Leben
gerufen worden. Das Kirchliche Blaue Kreuz (zu
unter=
cheiden von dem hier ſchon vorhandenen Barmer Blauen
Kreuz) will als evangeliſch=kirchliche Arbeitsgemeinſchaft
in Treue zur Kirche und im Einvernehmen mit dem
Seelſorgeramt und den Vertretungen der Gemeinden,
ſowie den Vereinen und Anſtalten der Inneren Miſſion
ſein Werk treiben, um deſſen vollen Ertrag dem Aufbau
des Gemeindelebens zu gute kommen zu laſſen. Als
hervorragendes Mittel zur Erreichung ſeiner Zwecke hat
das Blaue Kreuz die völlige Enthaltſamkeit vom Genuß
geiſtiger Getränke erprobt. Zur Abſtinenz verpflichten ſich
alſo alle ſeine Mitglieder und Anhänger.
— Prämiierungen. Auf der in den Tagen vom 25.
bis 27. Januar d. J. ſtattgehabten XVI. nationalen
Ge=
flügelausſtellung zu Chemnitz erhielt Herr Gg. Schleidt
auf 1912er Bronce=Puten einen 1. und einen 2. Preis.
Herr Pet. Dietz II. zu Wixhauſen auf Zwerg=Wyandottes
einen 1. und zwei 3. Preiſe. Gewiß ein ſehr bedeutender
Zuchterfolg. Beide Herren ſind Mitglieder des
Geflügel=
zuchtvereins „Ornis‟ Darmſtadt.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. In feſtlicher
Beleuchtung wird der Abend des großen
Geſell=
chaftsmaskenballes am Samstag, den 1.
Fe=
bruar, in doppelter Beziehung erſtrahlen: Der große
Saal hat nämlich jetzt durchweg elektriſches Licht erhalten.
den 6 großen Lampen, die ſchon ſeit einiger Zeit anſtelle
des früheren Kohlenglühlichts elektriſches Licht haben,
iſt nun auch der große vielkerzige Lüſter gefolgt, der
ebenfalls für elektriſches Licht umgewandelt wurde, das
ſam Samstag zum erſten Male erſtrahlen wird. Die
Probebeleuchtung zeigte außerordentlich gute Reſultate.
Der feſtlichen Beleuchtung wird ſich die feenhafte
Deko=
ation würdig einpaſſen, ſo daß dem ſchönen Maskenfeſte
in durchaus wirkſamer und ebenſo ſchöner Rahmen wird.
Vie immer, werden auf den Galerien Chambres ſeparées
aufgeſchlagen, die den des Tanzes Müden lauſchige
Plätz=
hen zur Ruhe und Erholung und Stärkung mit
perlen=
em Schaumwein bieten ſollen zu neuem fröhlichem Tun.
Im großen Saale wird eine Sekthalle errichtet werden,
wvo offener Schaumwein glasweiſe zum Ausſchank kommt.
Blumenhallen uſw. ergänzen die Ausſtattung. Der Große
iat macht übrigens noch beſonders auf die
Vergünſtig=
ingen für Beſucher des Bunten Abends und für
Zug=
ndszeichner im Bezug von Karten zum Maskenball
auf=
nerkſam. Das Nähere darüber iſt in den Anzeigen uſw.
rſichtlich.
Der Odenwaldklub Frankonia hält am 9. Februar
einen diesjährigen Maskenball in ſämtlichen Räumen
es Kaiſerſaals ab.
Orpheum. Der tolle Schwank „Der zerbrochene
Spiegel” deſſen urkomiſche Darſtellung durch die Herren
Camillo und Karl Schwarz in dem heute zu Ende
gehenden Programm Tauſenden Lachtränen entlockte,
wird heute Donnerstag zum letztenmal gegeben. —
Morgen Freitag fällt die Vorſtellung aus. — Am
Samstag, den 1. Februar, findet die Premiére dies
dies=
jährigen Gaſtſpiels des Dresdener Belvedere=
Enſembles ſtatt. Die beliebten Gäſte bringen u. a.
wieder eine aktuelle Jahresrevue, betitelt: „Los auf den
Bummel!‟ Die Vorbereitungen für die ſeit Jahren
ſeinen Glanzpunkt des Karnevals bildende
Roſen=
im ontags=Vorſtellung ſind im Gange. — Näheres
fplgt. (Siehe Anzeige.)
Hotel Heß. Jeder muß ſeine helle Freude darar
haben, daß derzDarmſtädter Karneval von Jahrzu
Jahr mehr gehoben wird. Die Karnevalfeſtlichkeiten
m Hotel Heß ſind entſchieden Glanzpunkte der
Faſchingszeit. So ſind auch für dieſes Jahr wieder
große Arrangements getroffen worden. Bei den närriſchen
Dekorationen ſollen auch „Die fünf Frankfurter” und
„Die fünf Meenzer” nicht vergeſſen worden ſein.
S. Auerbach, 29. Jan. Gelegentlich des Kaiſer=
Eſſens im „Hotel zur Krone” dem auch Herr
Hofopern=
änger Leo Schützendorf nebſt ſeinem Bruder Euger
beiwohnten, trug erſterer außer mehreren anderen
Lie=
dern auch ein von letzterem komponiertes „Teinklied‟
unter rauſchendem Applaus der Zuhörer vor.
Nieder=Modau, 29. Jan. An dem Zuſammenbruch
der Kaſſe in Nieder=Modau ſind auch mehrere
Leh=
rer von dort und aus der Umgegend beteiligt. Dieſe
müſſen nun nicht nur mit ihrem geſamten Vermögen
haf=
ten, ſondern ihr Gehalt über 1500 Mk. wurde nun auch
mit Beſchlag belegt. Für ältere Lehrer bedeutet dies
eine Einbuße an Gehalt von 1900 Mk. pro Jahr
Babenhauſen, 29. Jan. Gleichzeitig mit den
Abräu=
mungsarbeiten am alten Hauptbahnhof in Darmſtadt
werden die Vorarbeiten für den großen
Um=
bau am hieſigen Bahnhof vorgenommen. Der
dort gewonnene Boden wird hier zur Ausfüllung des
Terrains benützt. Dabei wird auf der Südweſtſeite
un=
er Städtchen durch einen Damm leider völlig
einge=
chloſſen. Es ſind im ganzen eine Million Kubikmeter
Erde anzufahren, wozu eine Friſt von 1¼ Jahr geſetzt iſt
Täglich gehen jetzt ſchon vier anſehnliche Materialzüge
von Darmſtadt hierher.
Guſtavsburg, 29. Jan. Das durch heißes Waſſer
verbrühte Kind des Bäckers Füllner iſt ſeinen
Verletzungen erlegen.
Offenbach, 29. Jan. Ein Kurſus über
Woh=
nungsaufſicht wurde von der Zweigverwaltung
Offenbach des Deutſchen Technikerverbandes in dieſem
Monat veranſtaltet. 41 Herren aus dem Großherzogtum
Heſſen, der Provinz Heſſen=Naſſau und dem Fürſtentum
Waldeck nahmen daran teil. Landeswohnungsinſpektor
Gretzſchel aus Darmſtadt hat es verſtanden, die
Teil=
nehmer in wichtige und volkswirtſchaftliche Fragen
einzu=
führen und beſonders mit der Wohnungsfrage vertraut
zu machen, welche im gegenwärtigen Zeitalter als eine
der wichtigſten Fragen ſozialpolitiſcher und
volkswirt=
ſchaftlicher Art von den verſchiedenartigſten Volkskreiſen
anerkannt wird. Die Vorleſungen haben folgende
The=
men behandelt: 1. Das Weſen der Sozialpolitik und ihre
volkswirtſchaftliche Bedeutung. 2. Die Wohnungsfrage,
Entwicklung des Wohnweſens, die gegenwärtigen
Ver=
hältniſſe und ihre Folgen. 3. Maßgabe der
Wohnungs=
reform. Stand der Geſetzgebung der Wohnungsreform.
. Weſen und Aufgabe der Wohnungsinſpektionen.
Haupt=
zweck des Kurſes war, Wohnungsaufſichtsbeamte
heranzu=
bilden, damit bei Sthaffung und Einführung eines
Reichswohnungsaufſichtsgeſetzes den Behörden geeignet
vorgebildete Anwärter für den Wohnungsaufſichtsdienſt
zur Verfügung ſtehen.
Mainz, 29. Jan. Zwiſchen der ſtädtiſchen
Verwal=
tung und dem Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die
Provinz Starkenburg ſchweben ſoeben Verhandlungen
wegen Abſchluß eines langfriſtigen
Ver=
trags, betr. die Lieferung von
Maſtſchwei=
nen durch Landwirte der Provinz Starkenburg.
Dem=
nächſt findet dieſerhalb eine gemeinſame Beſprechung mit
einem Vertreter der Stadt Mainz, zu welcher auch
Land=
wirte von Starkenburg und Schweinemäſter, die ſich für
dieſe Angelegenheit intereſſieren, Einladungen erhalten,
ſofern ſie ihren diesbezüglichen Wunſch dem
Landwirt=
ſchaftskammer=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg
mitteilen.
Worms. 29. Jan. Ein Einbruchsdiebſtahl
bei dem den Tätern Silberzeug in die Hände fiel, wurde
in der Wohnung des ſeit einigen Tagen auf Reiſen be=
findlichen Fabrikanten Karl Enzinger in der
Sieg=
friedſtraße, verübt. Gelegentlich des Rundganges eines
Wächters der Wach= und Schließgeſellſchaft fiel dieſem auf,
daß im Hofe die Kellertüre nicht ganz geſchloſſen war.
Durch den Keller begab er ſich alsdann durch eine in den
dausflur führende Türe nach der offen ſtehenden
Wohn=
ung, wo man wahrnehmen konnte, daß ſämtliches
Silberzeug geſtohlen war und zwar nur Silber,
während z. B. an den Tafelaufſätzen die Glasſchalen
ab=
gebrochen und zurückgelaſſen wurden. Die Polizei wurde
ſofort in Kenntnis geſetzt, doch fehlt bezüglich der Täter
noch jede Spur. Der Wert der geſtohlenen Sachen konnte
noch nicht feſtgeſtellt werden, da die beſtohlene Herrſchaft
und das Dienſtperſonal auswärts iſt. Ob der Diebſtahl
in letzter Nacht oder ſchon früher verübt wurde, iſt noch
nicht aufgeklärt.
Eich, 28. Jan. Die Vereinigung
rüben=
bauender Landwirte für Heſſen und die Pfalz
hatte im „Löwen” eine Bürgerverſammlung
einberufen, die gut beſucht war. Nachdem Bürgermeiſter
Menger über die Vorteile und Notwendigkeit einer
Or=
ganiſation der Rübenbauern geſprochen, gründete ſich
eine Ortsgruppe der Vereinigung rübenbauender
Landwirte, der rund 100 Mitglieder mit ungefähr 500
heſ=
ſiſchen Morgen Rübenbaufläche und 100000 Zentnern
Zuckerrüben als Durchſchnittsertrag beitraten.
Nackenheim, 29. Jan. Das Feſt der goldenen
Hochzeit begehen am Samstag, den 1. Februar, die
Eheleute Ortsgerichtsvorſteher und Altbürgermeiſter
Heinrich Joſeph Mann II. im engeren
Familien=
kreiſe. Das Jubelpaar erfreut ſich einer guten Geſundheit
und einer ſeltenen körperlichen und geiſtigen Friſche und
iſt 76 bezw. 75 Jahre alt. Der Jubilar iſt ein Muſter als
Familienvater und bekleidet ſeit Beſtehen der Ortsgerichte
das Amt eines Ortsgerichtsvorſtehers mit der größten
Gewiſſenhaftigkeit bis heute. Den Bürgermeiſterpoſten
hatte er 36 Jahre lang inne, vom 11. Januar 1875 bis 11.
Dezember 1910, und hat alsdann auf eine Wiederwahl
verzichtet. Geachtet und hochgeehrt von ſeiner
vorgeſetz=
ten Behörde war er jederzeit ein Muſter ſeines Standes.
Er iſt Inhaber des Ritterkreuzes 2. Klaſſe mit der Krone.
Friedberg, 29. Jan. Nachdem erſt in der hieſigen
Apotheke durch böswillige Brandſtiftung ein
Brand entſtanden war, auf den man den Beſitzer durch
einen Dcohbrief vorher aufmerkſam gemacht hatte,
gingen jetzt wieder verſchiedenen Bürgern derartige
Briefe zu. Obwohl ſcharf aufgepaßt wurde, ging geſtern
in einer Buchbinderei ein Vorratsraum in Flammen auf.
Die Einwohner befinden ſich infolge dieſer Vorfälle in
großer Aufregung. Die Staatsanwaltſchaft hat bereits
umfangreiche Unterſuchungen vorgenommen.
Büdingen. 28. Jan. Bei Büdingen entſpann ſich
geſtern zwiſchen fünf Wilddieben und
ebenſo=
viel fürſtlichen Förſtern ein regelrechtes Gefecht.
Ein Wilddieb wurde angeſchoſſen, von den anderen aber
in Sicherheit gebracht. Umfangreiche Hausſuchungen mit
Hilfe von Polizeihunden werden vorgenommen
* Nieder=Gemünden, 29. Jan. Am 12. Februar feiern
die Konrad Herbſt Eheleute hier im engſten
Familien=
kreiſe das Feſt der goldenen Hochzeit. An
dieſem Tage wird es dem Jubelpaare, das auf eine
ar=
beitsreiche, mit Erfolgen gekrönte Vergangenheit blickt
und ſich allgemeiner Beliebtheit erfreut, an Ehrungen nicht
fehlen.
Regelung des Arbeitsnachweiſes in der
Provinz Starkenburg.
— Auf Einladung der Provinzialdirektion fand am
Dienstag nachmittag hier unter dem Vorſitz des
Pro=
vinzialdirektors Fey eine Beſprechung wegen Regelung
der öffentlichen Arbeits= und Stellenvermittelung in der
Provinz Starkenburg ſtatt. Anweſend waren ein
Ver=
treter des Miniſteriums des Innern, Vertreter der
ein=
zelnen Kreisämter der Provinz, der Städte Darmſtadt,
Feuilleton.
* Ruſſiſche Jubiläumsbriefmarken. Am 21. Februar
dieſes Jahres feiert Rußland den 300. Jahrestag der
Re=
gierung des Hauſes Romanow. Die Poſtverwaltung hat
für das laufende Jahr Jubiläumsbriefmarken
ausge=
geben, die ſeit dem 1. (14.) Januar neben den alten Typen
ſin Gebrauch ſind. Die neuen Marken ſind in weit
größe=
rem Format angeſertigt und mit den ſehr gut geſtochenen
Bildern der populärſten Herrſcher geſchmückt. Die beiden
angbarſten Werte, die Sieben= und Zehn=Kopekenmarken,
e für den einfachen In= oder Auslandsbrief, tragen das
Zildnis Nikolaus II. Die gelbe Ein=Kopeken= und die
kote Vier=Kopekenmarke zeigen Jugendbildniſſe Peters
des Großen, die grüne Zwei=Kopekenmarke Alexander II.
Die Drei=Kopekenmarke iſt rot und ſtellt Alexander III.
ar. Die blaugrüne 14=Kopekenmarke ſchmückt ein
Me=
daillon Katharinas II., die braune 15=Kopekenmarke der
Kopf Nikolaus I., die moosgrüne 20=Kopekenmarke zeigt
Alexander I. in der bekannten Uniform und Haartracht
er Freiheitskriege. Die 25=Kopekenmarke ſtellt den
Za=
en Alexej Michailowitſch, 35=Kopekenmarke Paul I., 50=
Kopekenmarke Eliſabeth I., 70=Kopekenmarke den Zaren
Nichael Feodorowitſch dar. Die höheren Werte ſind in
em länglichen Format, wie unſere 1=Mark=Marken
her=
geſtellt und tragen Bilder vom Kreml, Winterpalais und
iſtoriſchen Ereigniſſen. Da die Jubiläumsmarken nur
in dieſem Jahre verwandt werden ſollen, werden
Brief=
markenſammler gut tun, ihre in Rußland lebenden
Ver=
wandten mit den Wunſchzetteln für ihre
Markenſammlun=
gen zu beglücken.
C. K. „Wie ich die Alpen überflog”. Mir iſt, als ſei
ſch wahnſinnig.‟ Das waren die erſten Worte, die
Bielo=
bucic, der junge peruaniſche Pilot, der nun die Alpen
lücklich überflogen hat, ausrief, als er vom Sitze ſeines
Flugzeuges, däs ſich tief in den Schnee grub, bei
Domo=
doſſola abſprang. Einen Augenblick, ſo erzählt ein
eng=
iſcher Augenzeuge, ſtarrte der Flieger mit
weitaufgeriſſe=
hen Augen auf ſeine Maſchine; dann aber überwand er
ie Aufregung, in die ihn die glückliche Vollendung des
ühnen Fluges verſetzt hatte, und umarmte lächelnd die
u ſeinem Empfang herbeigeeilten Freunde. Auf der
Fahrt nach Domodoſſola erzählte er dann im Auto von
ſeinem Fluge. „Als ich einige hundert Meter hoch war,
ſetzte plötzlich mein Motor aus. Ich war gerade über der
iefe der ſchrecklich ſchwarzen Saltineſchlucht. Ich
er=
annte die Gefahr, aber es gelang mir glücklicherweiſe
en Motor wieder in Gang zu bringen: in
ſpiralenförmi=
en Kurven konnte ich wieder höher hinaufſteigen. Den
Simplon überflog ich in einer Höhe von 10000 Fuß. Worte
önnen den beklemmenden Eindruck nicht ſchildern, den
ſch hatte, während ich emporſtieg. Die Alpen ſchienen
unter mir zu verſinken. Nur der Weißmeiß und der
Monte Leone wollen nicht fallen. Höher ſteige ich empor,
und nun endlich habe ich auch den Weißmeiß unter mir.
Vom Simplon zum Gaby=Paß geht es ſchnell hinüber.
Ich flog nun in einer Höhe von 10600 Fuß über den
Zaby=Paß; zu meiner Linken gähnt das furchtbare
Gondo=
tal, deſſen Luftſtrömungen Chavez verſchlangen und die
er den „Korridor der Hölle” nannte. Es gelingt mir, ihn
zu vermeiden, ich halte gerade auf den Monte Monscera
zu. Aber plötzlich packen einige Luftſtrömungen von dem
Weißmeißgletſcher meine Maſchine, durchrütteln ſie.
fühle mich verloren. Wird der „Korridor der Hölle” auch
mich verſchlingen? Aber nein, meine Maſchine
trium=
phiert, trotzt dem Winde, befreit ſich, und nun ſchwebe ich
über dem Monte Monscera. Alles unter mir iſt weiß,
ſo weiß, daß ich faſt geblendet bin. Gott ſei Dank, nach
ein paar Minuten öffnet ſich vor meinen Augen das braune
Oſſolatal. Welche Befreiung! Da iſt Italien! Es iſt mein
Ziel. Da iſt der Sieg. Ich ſtelle meinen Motor ab und
gehe nieder.‟ Eine halbe Stunde ſpäter eilte Bielovucic
zu der Stelle, wo ſein Landsmann Chavez zu Boden
kam, und bedeckte das Grabmal ſeines Freundes mit
Blumen.
BB. Ein eigenartiges Unternehmen iſt in Berlin
er=
öffnet worden: die Geſellſchaft Sieſta hat ihre im Hauſe
Unter den Linden 56 eingerichteten
Erholungs=
räume den Ruhe= und Erholungſuchenden
zur Verfügung geſtellt. Es ſind insgeſamt 50 einzelne
Kabinen, die, ausgeſtattet mit einer Chaiſelonge, einem
Tiſch, einem Stuhl und Waſchgelegenheit und verſehen
mit elektriſcher Beleuchtung, zur Ruhe einladen. In der
erſten Klaſſe koſtet die erſte Stunde 80 Pfg., jede weitere
Stunde 50 Pfg., in der zweiten Klaſſe koſtet jede erſte
Stunde 60 Pfg. und jede weitere 40 Pfg. Speiſen werden
nicht verabfolgt, doch iſt der Verkauf von alkoholfreien
Getränken und Kaffee erlaubt worden. Die Sieſta will
allen denjenigen Gelegenheit zu kurzem Schlummer
bie=
ten, die am Tage einige Stunden freie Zeit haben, aber
nicht wiſſen, was ſie damit anfangen ſollen. In Betracht
kommen hauptſächlich in weiteren Vororten wohnende
Angeſtellte, Durchreiſende, auswärtige Gerichtszeugen uſw.
Dieſen ſoll die Gelegenheit gegeben werden, unter
Um=
gehung des Hotels und des unnützen Aufenthaltes in den
Gerichts= und Bahnhofs=Warteräumen die Zeit „
nutz=
bringend” anzuwenden. Sollte ſich die Berliner Sieſta
bewähren, dann iſt gevlant, in anderen größeren Städten
ebenfalls derartige Mittagsſchlummer=Gelegenheiten zu
ſchaffen, u. a. in Hannover, Eſſen, Bremen, Breslau,
Dan=
zig, Poſen, Leipzig, Dortmund Chemnitz, Hamburg,
Nürnberg, Darmſtadt, Elberfeld.
— Das Privattheater der Millionärin. Aus New=
York wird berichtet: Frau Philipp Lydig, deren Ehrgeiz
es iſt, in der Schar der New=Yorker „Vierhundert” eine
führende Stellung zu erobern, hat eine neue Art
geſelli=
ger Unterhaltung in Szene geſetzt, indem ſie in ihrem
New=Yorker Heim eine regelrechte große
Theateraufführ=
ung veranſtaltete, die zugleich eine amerikaniſche
Urauf=
führung darſtellte. Das Stück, das im Hauſe der Frau
Lydig ſeine Premiére erlebte, iſt von Miß Lounsbery
verfaßt und führt den Titel „Judith‟ Die Handlung
deckt ſich mit der bekannten Geſchichte aus der Bibel, in
der Judith das belagerte Betulien durch die Ueberliſtung
und Ermordung des Holofernes rettet. Die Hauptrollen
wurden von der Pariſer Schauſpielerin Mme. Yorska
vom Odéon=Theater und von Edouard Denax, dem
frü=
heren Partner Sarah Bernhardts, kreiert; die beiden
Künſtler waren eigens für dieſe Aufführung von Paris
nach New=York gekommen und ihrer Reiſe gingen
um=
faſſende engliſche Sprachſtudien voraus, da die
Aufführ=
ung in engliſcher Sprache ſtattfand. Frau Lydig hatte
ihren prächtigen Ballſaal zu einem regelrechten
Theater=
raum umgebaut und eigens für dieſe Vorſtellung
orien=
taliſch ausſtatten laſſen. Die erleſene Geſellſchaft, in der
man die bekannteſten Salongrößen der Fünften Avenue
ſah, wurde beſonders überraſcht durch die Muſik, die hin
und wieder ertönte und bald aus der Nähe, bald aus der
Ferne zu kommen ſchien. Man hatte zu dieſem Zwecke
Klaviere, Orgel= und Flötenſpieler in allen Räumen des
Hauſes aufgeſtellt, ſo daß die Muſik bald aus dem Keller
heraufzuſteigen, bald vom Dache herniederzuſchweben
chien. Ein Sklavenmädchen wurde von Ruth St. Denis
geſpielt, die auf dem Parkett des Ballſaales, alſo inmitten
der Zuſchauer, tanzte, um die auf der Bühne
zuſchauen=
den Judith und Holofernes zu unterhalten. Die
Klage=
geſänge der Kinder Iſraels erklangen hinter einem
kunſt=
voll geflochtenen Vorhang von Roſen und Blumen.
* Für ein Paar Goethe=Pantoffeln — hundert Mark.
In der Verſteigerung von Goethe= und Schiller=Reliquien
aus dem Nachlaß von Goethes Sekretär, Rat Theodor
Kräuter, im Kunſtauktionshaus Gebr. Heilbron in Berlin
wurden für zwei rotſamtene Pantoffeln von Goethe 100
Mark bezahlt. Sie enthalten in Schwarz auf Gold die
Inſchrift Suleika, und ſind ein Geſchenk der Frau von
Eylenberg an den Dichter. Ein bekannter Berliner
Schuh=
warenhändler, der eine Sammlung von Fußbekleidungen
berühmter Perſönlichkeiten beſitzt, erwarb dieſe Goethe=
Reliquie.
* Knieriem auf der Eiſenbahn. Man ſchreibt der
Frkf. Ztg. aus Bayreuth: Ein artiges Eiſenbahnidyll
er=
lebten dieſer Tage die Paſſagiere eines Mittagszuges in
Holenbrunn. Aus dem Wunſiedler Zuge ſtieg ein
ehr=
ſamer Meiſter Knieriem aus und rief de Hofer Poſtzug
entlang: „Chriſtel, Chriſtel!‟ Es dauerte nicht lange, da
öffnete ſich eine Tür des Frauencoupés und eine ältere
Handelsfrau meldete ſich zur Stelle. Der Meiſter brachte
aus ſeiner Taſche Meßwerkzeug, Notizbuch und Bleiſtift,
Chriſtel reckte den Fuß weit aus der Coupstür, und der
Schuſter waltete unter dem Halloh der Mitreiſenden ſeines
Amtes. Als er an den Füßen A Chriſtel gehörig Maß
genommen, klappte die Tür zu, die Pfeife des
Konduk=
teurs ſchrillte, und weiter ging die Reiſe,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar
Nummer 25.
Oenbach, Bensheim, Gernsheim und Langen, ſowie die
Geſchäftsführer der zurzeit in der Provinz beſtehenden
Arbeitsnachweisſtellen.
Nach einer Begrüßung der Erſchienenen führte der
Vorſitzende aus: Die vorhandenen Arbeitsnachweiſe
der Provinz haben ſich im vergangenen Jahr durch den
neu gegründeten Kreisarbeitsnachweis Bensheim
ver=
mehrt. Auch die an die Bürgermeiſterei Darmſtadt
ange=
gliederte Zentralanſtalt für Arbeits= und
Wohnungs=
nachweis in Darmſtadt hat ſich vergrößert. Die Tätigkeit
der einzelnen Arbeitsnachweiſe nimmt im ſteigenden
Maße zu. Je lebensfähiger die einzelnen Stellen
wer=
den, um ſo mehr müſſen ſie darauf bedacht ſein,
ſelbſt=
ſtändiger und unabhängiger als ſeither zu werden und
die Arbeits= und Stellenvermittelung in ihrem Bezirke
womöglich ſelbſt oder, wenn dies nicht vollſtändig
durch=
führbar iſt mit Hilfe der angrenzenden Arbeitsnachweiſe
und der Zentralanſtalt in Darmſtadt zu beſorgen. Um
einen ſolchen Erfolg zu ermöglichen, iſt ein enges
Zuſam=
mengehen der geſamten Arbeitsnachweiſe der Provinz
erforderlich. Die Provinz muß ſich immer mehr als
ge=
ſchloſſene Organiſation bei dieſen wichtigen Fragen
ſo=
zialpolitiſcher Natur zeigen. Der Mitteldeutſche
Arbeits=
nachweisverband in Frankfurt a. M., deſſen
geſchäfts=
führendem Ausſchuſſe Provinzialdirektor Fey ſeit
länge=
ren Jahren angehört, dürfe nicht verwechſelt werden mit
der Städtiſchen Arbeitsnachweisſtelle in Frankfurt. Der
Mitteldeutſche Arbeitsnachweisverband habe in weitem
Gebiete auf den öffentlichen Arbeitsnachweis allgemein
ehr anregend und fördernd gewirkt, auch ohne Zweifel
ſehr ſchöne Erfolge aufzuweiſen, jetzt aber ſei es an der
Zeit, daß auch in den einzelnen Bezirken, der
Arbeits=
nachweis beſſer ausgebaut werde. Vor allem dürfe der
Arbeitsnachweis nicht bureaukratiſch, ſondeon müſſe
nach kaufmänniſchen
Grundſätzen
ein=
gerich tet und betrieben
wer=
den. Die einzelnen Bezirksarbeitsnachweiſe ſeien
gewiſſermaßen Agenturen, die wieder ihre
Unteragen=
turen haben, ſich aber ſelbſt zu einer Generalagentur
zu=
ſammenſchließen müſſen. Als ſolche Generalagenturen
ſeien die öffentlichen Arbeitsnachweisſtellen zu
Darm=
ſtadt und Offenbach gedacht. Die allzu große
Abhängig=
keit der Bezirksarbeitsnachweiſe von der Städtiſchen
Ar=
beitsvermittelungsſtelle in Frankfurt a. M. müſſe nach
und nach verringert werden, das liege im wirtſchaftlichen
Intereſſe der Provinz und ihrer öffentlichen
Arbeits=
nachweiſe. Dieſe Verringerung wünſche man übrigens
auch in Frankfurt. Vor allem komme es hierbei aber
auch auf die Arbeitgeber an, welche freie Stellen,
wenn irgend möglich, bei ihrem
Bezirks=
arbeitsnachweiſe anmelden müßten. Daran
liege außerordentlich viel. Könne die Stelle dann nicht
mit Arbeitskräften aus dem Bezirke beſetzt werden, ſo ſei
es Sache der Bezirksarbeitsnachweisſtelle, ſich nach außen
hin zu wenden. Der Abwanderung der Arbeitskräfte
wird dadurch vorgebeugt werden und die Seßhaftigkeit
der einheimiſchen Arbeiter wird gefördert, ebenſo können
aber auch die eingeſeſſenen Arbeiter gegen
Benachteilig=
ung ihrer Intereſſen durch auswärtigen unnötigen
Zu=
gang geſchützt werden. Aus all dieſen Gründen iſt ein
engeres Zuſammenarbeiten der Arbeitsnachweiſe der
Provinz nötig.
In der anſchließenden Diskuſſion ſprachen ſich die
Geſchäftsführer der Arbeitsnachweiſe Dieburg, Langen,
Bensheim, Offenbach und Darmſtadt über die gemachten
Erfahrungen aus. Kreisamtmann Dr. Reitz=
Offen=
bach, Bürgermeiſter Regierungsrat Löslein=
Bens=
heim, Beigeordneter Rech=Offenbach, Bürgermeiſter
Mueller=Darmſtadt, Bürgermeiſter Metzger=
Langen machten Vorſchläge zum weiteren Ausbau der
Einrichtungen in der Provinz. Nach allſeitiger Anſicht
iſt vorerſt immer eine ſtärkere Inanſpruchnahme der
Ar=
beitsnachweiſe beſonders durch die Arbeitgeber
anzu=
ſtreben. Um dies zu erreichen, bedarf es noch einer
beſſe=
ren Werbetätigkeit, die u. a. durch Annoncieren in den
geleſenſten Zeitungen des Arbeitsgebietes hauptſächlich
mit gutem Erfolg geſchehen kann. Im Kreis Bensheim
hat ſich die von Großh. Kreisamt angeregte Mithilfe der
Bürgermeiſtereien als ſehr erfolgreich erwieſen.
Unter Zuſtimmung ſämtlicher Anweſenden wurden
darauf auf Antrag von Kreisamtmann Dr. Reitz=
Offen=
bach folgende Richtlinien aufgeſtellt:
1. Intereſſenten, insbeſondere Arbeitgeber, ſollen ſich,
wenn ſie die Vermittelungstätigkeit eines
Arbeits=
nachweiſes in Anſpruch nehmen, zuerſt immer an den
öffentlichen Arbeitsnachweis ihres Bezirks wenden.
Meldungen an einen fremden Arbeitsnachweis ſind
von dieſem dem örtlichen Arbeitsnachweis zur
vor=
zugsweiſen Erledigung zurückzugeben.
2. Muß ein Arbeitsnachweis der Provinz einen
frem=
den Arbeitsnachweis vermittelnd angehen, dann ſoll
er ſich zunächſt der Regel nach — Ausnahmen können
vorkommen — immer an die Zentralanſtalt für
Ar=
beits= und Wohnungsnachweis Darmſtadt und, was
das Offenbacher Wirtſchaftsgebiet betrifft, an den
Kreisarbeitsnachweis in Offenbach wenden. Dieſen
Arbeitsnachweiſen bleibt überlaſſen, wenn ſie ſelbſt
geeignete Arbeitskräfte nicht haben, mit der
ſtädti=
ſchen Arbeitsvermittelungsſtelle in Frankfurt ſich ins
Bemehmen zu ſetzen.
8. Die Lehrſtellenvermittelung ſoll unter Mithilfe der
Provinzialdirektion nach beſonders feſtzuſetzenden
Grundſätzen geſchehen.
Allſeitig wurde der Wunſch nach Wiederholung
der=
artiger Beſprechungen geäußert. Der Vorſitzende ſagte
dies zu.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Jan. Der Herzog=
Regent von Braunſchweig wohnte heute abend
in der Kgl. Hochſchule für Muſik einem Konzert des
Phil=
harmoniſchen Orcheſters und des Philharmoniſchen Chors
unter Leitung von Profeſſor Siegfried Ochs bei. Zur
Aufführung gelangte zum erſten Male der 121. Pſalm von
Oskar v. Chelius und das deutſche Requiem von Brahm.
Am Schluß des Konzerts dankte der Herzog=Regent für
die vollendeten Leiſtungen des Chors und des Orcheſters.
Unter dem Verdacht des
Bankſchwin=
dels iſt, wie ſchon gemeldet, der Prokuriſt Guſtav
Horſt=
mann aus der Bülowſtraße verhaftet worden. Er war
angeſtellt bei dem Londoner Bankgeſchäft M. Marx u. Co.,
deſſen Inhaber Oppenheim und Brüggemeyer in Berlin
ein Zweiggeſchäft betreiben. Für dieſes mieteten ſie im
Kerkaupalaſt vier Räume im vierten Stock und bezahlten
dafür jährlich 4600 Mark. Horſtmann leitete als
Pro=
kuriſt das Zweiggeſchäft, in dem außer ihm noch drei
Herren und zwei Damen tätig waren. Bald beſchäftigte
ſich die Behörde mit dem hieſigen Unternehmen der
Her=
ren Oppenheim und Brüggemeyer, die nur von Zeit zu
Zeit nach Berlin kommen. Man warf ihnen vor, daß ſie
mit Agenten, beſonders in der Provinz, verbotene
Ge=
ſchäfte machten. Das Verfahren wurde aber eingeſtellt.
Die Agenten, die leichtſinnige Leute zu
Börſenſpekulatio=
nen verleitet haben ſollten, wurden entlaſſen. In der
letz=
ten Zeit gingen wieder Klagen von vielen Leuten ein
die behaupteten, daß ſie durch das Bankgeſchäft geſchädigt
ſeien. — Der ſchon ſeit längerer Zeit geſuchte
Einbre=
cher Felix Godorr konnte heute morgen feſtgenommen
werden. Man führte ihn zur Wache des ſiebenten
Polizei=
reviers in der Novalisſtraße. Als er dort einer
körper=
ichen Unterſuchung unterzogen werden ſollte, verſetzte
Godorr dem damit beauftragten Schutzmann plötzlich
einen wuchtigen Stoß gegen den Unterleib und ſtürzte
ich mit einem Hechtſprung durch das Doppelfenſter
des Wachzimmers in den Hof hinab. Durch Glasſplitter
verletzt und über und über mit Blut bedeckt, blieb er
dort liegen und wurde in dieſem Zuſtand nach der
Charité gebracht, wo er infolge der Verletzungen ſtarb.
zweibrücken, 28. Jan. Der äußerſt ſeltene Fall, daß
dieſelbe Anklageſache ein Schwurgericht zum
zwei=
ten Male beſchäftigt, wird ſich am kommenden
Donners=
tag hier vor dem pfälziſchen Schwurgericht ereignen.
Gerade vor einem Jahr verurteilte das gleiche Gericht
den Grubenſchloſſer Friedrich Rojan aus Homburg
(Pfalz) zu zwei Jahren Zuchthaus wegen
Mein=
eids. Er hatte in einem Verfahren beſchworen, mit einer
Fraueisperſon keinerlei Umgang gehabt zu haben, was
vom Schwurgericht als Meineid beurteilt wurde und zu
der angegebenen Strafe führte. Kurz nach der
Verurteil=
ung ergaben ſich aber Zweifel an der Ausſage einiger
Be=
laſtungszeugen, weshalb der Verurteilte Antrag auf
Wie=
deraufnahme des Verfahrens ſtellte, den das Landgericht
Zweibrücken am 22. Juli 1912 als unzuläſſig abwies.
Auf Beſchwerde zum oberſten Landesgericht in München
hob dieſes den Beſchluß der Strafkammer auf, indem es
den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens als
zu=
läſſig erachtete. Unterm 22. Oktober 1912 verwarf jedoch
das Landgericht den Antrag erneut als unbegründet. Auf
nochmals erhobene Beſchwerde zum oberſten Landesgericht
verfügte dieſes höchſte Gericht in Bayern die Erneuerung
der Hauptverhandlung und Unterbrechung der
Strafvoll=
treckung. Der Verurteilte wurde auf telegraphiſche
An=
rdnung in Freiheit geſetzt. Dieſer Beſchluß des höchſten
Gerichtes war ein Außerkraftſetzen des rechtskräftigen
Schwurgerichtsurteils. Ein derartiger Fall iſt äußerſt
ſel=
ten, da angeſichts der eminenten Bedeutung eines
rechts=
kräftigen Urteils und der dadurch geſchaffenen
Rechts=
ſicherheit für die Aufhebung nur durchſchlagende und
über=
zeugende Gründe maßgebend ſein können. Für die neue
Verhandlung ſind nicht weniger als 97 Zeugen geladen.
Bottrop, 28. Jan. Geſtern abend geriet auf der
Zeche „Rheinbaben” bei einer Kohlenförderung der
Förderkorb unter die Seilſcheibe, wodurch das Seil riß.
Beide Förderkörbe ſtürzten in den Sumpf. Durch das
umherſchwingende Seil wurden das
Fördermaſchinen=
haus, die Fördermaſchine und der Schachtbau ſchwer
be=
ſchädigt. Der Betrieb iſt für mehrere Tage geſtört. Die
3500 Mann zählende Belegſchaft wurde, ſoweit möglich,
in den benachbarten fiskaliſchen Zechen untergebracht.
Menſchen ſind nicht zu Schaden gekommen.
Wien, 29. Jan. Als kürzlich
Radiotele=
ramme der Heeresverwaltung zwiſchen Wien und den
ſüdlichen Garniſonen ihre Beſtimmungsſtation garnicht
oder verſtümmelt erreichten, wurde feſtgeſtellt, daß dieſe
Telegramme von einer geheimen Funkenſtation
auf dem Dach der den Jeſuiten gehörigen 40
Stiegen=
kirche im Schloßpark in Graz aufgefangen wurden.
Dieſe Jeſuiten ſtanden durch dieſe Station mit ihren
Ordensbrüdern im Norden und Süden der Monarchie in
regem Wechſelverkehr. Allen öſterreichiſch=ungariſchen
Jeſuiten=Niederlaſſungen, die auf dieſe Weiſe gegen das
ſtaatliche Telegraphenmonopol verſtießen, wurde
be=
fohlen, binnen drei Tagen die Radiotelegrammſtationen
zu entfernen.
Paris, 28. Jan. Ein mit großer Frechheit
ausge=
führter Raubanfall hat ſich vor den Toren von Paris
ereignet. Ein elektriſcher Straßenbahnwagen wurde gegen
5 Uhr nachmittags, alſo am hellen Tage, in Noiſy=le=ſec
von ſechs Banditen überfallen, die den erſchreckten
Schaffner mit vorgehaltenem Revolver zwangen, ihnen
ſeine Tageseinnahme von etwa 50 Francs auszuhändigen
und ſich dann an die Ausraubung der Paſſagiere machten.
Während ſie noch damit beſchäftigt waren, bemerkten
einige in der Nähe weilende Poliziſten den Vorfall
und eilten herbei. Es entſtand ein Revolverkampf.
Schließlich gelang es den Poliziſten, drei Banditen
kampf=
unfähig zu machen und zu verhaften, während die übrigen
entflohen. Als der Wagen von Noiſy=le=ſec wieder nach
Paris zurückfahren ſollte, wurde er vorſichtshalber von
drei Poliziſten in Zivil begleitet. Dieſe Vorſicht erwies
ſich auch als ſehr angebracht, denn nach kurzer Zeit
ſpran=
gen die entflohenen Banditen wieder auf den Wagen und
verſuchten, die Ausplünderung der Fahrgäſte fortzuſetzen.
Die Polizeibeamten in Zivil zogen aber ſofort ihre
Re=
volver, und nach einer längeren Schießerei gelang es
ihnen, auch noch die letzten drei Banditen feſtzunehmen.
Es handelt ſich durchweg um Burſchen von 18 bis 20
Jahren.
Paris, 28. Jan. Einer Blättermeldung zufolge wurde
der in die Angelegenheit der Südſpaniſchen
Hypo=
thekenbank verwickelte Bankier Pequignot heute
vormittag im Auftrag des Unterſuchungsrichters Drioux
verhaftet.
Paris, 28. Jan. In der Nähe der Baugrube dec
Untergrundbahn, in der geſtern eine Exploſion
ſtattfand, brach das Kanaliſationsrohr. Das ausſtrömende
Waſſer zwang die Arbeiter, ſchleunigſt die Arbeit zu
ver=
laſſen. Der Verkehr iſt vollſtändig unterbrochen, da neue
Einſtürze befürchtet werden. Vorſichtsmaßnahmen ſind
getroffen.
Paris, 28. Jan. Große Aufregung herrſchte geſtern
in dem kleinen eleganten Villenvorort von Paris, Neuilly,
als dort plötzlich eine große Anzahl von Polizei=
Automo=
bilen vor einem kleinen Hotel hielt. Die erſchreckten
Be=
wohner glaubten nämlich, daß es ſich um einen neuen An
riff der Automobilbanditen handele, doch beruhigten ſie
ſich allmählich wieder, als ſie erfuhren, diß nur die
Feſt=
nahme eines ungetreuen Ehemannes
bevor=
ſtand, der von der Polizei in klagranti ertappt werden
ſollte. Groß war aber das Erſtaunen der Parifer
Ge=
ſellſchaft, als man hörte, daß es ſich in dieſem Falle um
Herrn Durieu handelte. Dieſer iſt bekanntlich der
Satte der Baronin Vaughan. Die Baronin
Vaug=
han trug ſich ſeit längerer Zeit mit der Abſicht, ſich von
Herrn Durieu, den ſie nach dem Tode des Königs Leopold
geheiratet hatte, ſcheiden zu laſſen, hat dieſen
Herzens=
wunſch aber bisher infolge der Weigerung Durieus nicht
durchſetzen können, obwohl ſie ihrem Manne die
reſpek=
table Abfindungsſumme von drei Millionen Francs in
Ausſicht ſtellte, falls er in die Scheidung willige: Um
nun aber doch zu ihrem Ziele zu gelangen, verſuchte jetzt
die Baronin ihren Gatten mit Hilfe der Polizei des
Ehe=
bruchs zu überführen. Nette Geſellſchaft!
Paris, 29. Jan. Im Walde von Senart, wo im
vorigen Jahre die Autobanditen Bonnot und Genoſſen
ihre verbrecheriſchen Anſchläge verübten, wurden geſtern
abend von mehreren Radfahrern
Revolveratten=
ate gegen zwei Automobile zweier Pariſer
Waren=
häuſer verübt. Die Chauffeure, die von den Kugeln nicht
getroffen wurden, konnten ſich retten, indem ſie mit der
größten Schnelligkeit davon fuhren. Die von der
Gen=
darmerie noch nachts im Walde vorgenommenen Nach
forſchungen hatten keinerlei Ergebnis.
Petersburg, 28. Jan. Die Hauptverwaltung für Poſt
und Telegraphie plant mit Unterſtützung Libauer
Finanz=
kreiſe eine telephoniſche Verbindung Libau=
Memel. Ein Börſenkomitee hat für den genannten
Zweck bereits 10000 Rubel bewilligt.
Los Angeles, 28. Jan. Der Deutſche Karl Warr
alias Reidelbach, der am 19. November v. J. mit einer
Kiſte Dynamit im Polizeihauptquartier erſchien, um einen
hohen Polizeibeamten in die Luft zu ſprengen, und
da=
durch eine 1½ſtündige Panik verurſachte, wurde zu 20
Jahren Zuchthaus verurteilt.
Delhi, 29. Jan. Die Heilung der Wunde des
Vizekönigs geht nicht ſehr ſchnell vorwärts. Dier
Urſache iſt ein kleiner Fremdkörper in der Wunde. Eine
weitere Unterſuchung mit Röntgenſtrahlen dürfte
notwen=
dig ſein.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 29. Jan. Der Finanzauss
ſchuß der Erſten Kammer hielt heute eine ſehr
ausgedehnte Vorberatung über das Budget für 1913 ab,
in der namentlich die Abanderungsvorſchläge der Zweiten
Kammer zum neuen Voranſchlag eingehend erörtert und
die Stellungnahme des Finanzausſchuſſes bei der
mor=
gigen gemeinſamen Beratung näher feſtgelegt wurde.
*X* Darmſtadt 29. Jan. Der Dritte
Aus=
chuß der Zweiten Kammer trat heute zu einer
Sitzung zuſammen und beſchäftigte ſich zunächſt mit einer
Vorſtellung des Fachlehrers Pfeiffer für Obſt= und Gar
tenbau in Oppenheim, der wegen Krankheit penſionier
worden war und wieder angeſtellt zu werden wünſcht
Der Ausſchuß beſchloß, die Regierung um einige nähere
Ermittelungen darüber zu erſuchen. Eine Vorſtellung der
Steinbrucharbeiter zu Aſchbach, daß der Staat ein Granit
lager im Odenwald zur Ausbeutung freigeben möge
wurde mit Hinweis darauf für erledigt erklärt, daß in
zwiſchen ein Fabrikant daſelbſt einen Steinbruch eröffnet
habe und ſomit die gewünſchte Arbeitsgelegenheit
ge=
boten ſei. Der Vierte Ausſchuß der Zweiter
Kammer hielt heute ebenfalls eine Sitzung ab und
beſchäftigte ſich zunächſt wiederum mit dem Antrag der
Abgg. Raab und Adelung, betreffend die
Reichsverſicher=
ungsordnung in Verbindung mit der Vorſtellung des
Vorſtandes der Ortskrankenkaſſe Mainz, betreffend Errich
tung von Landkrankenkaſſen. Das von der Regierung
er=
teilte Antwortſchreiben auf dieſen Antrag wurde
ein=
gehend beſprochen, jedoch von einer Beſchlußfaſſung ab
geſehen, weil die einzelnen Mitglieder über dieſe wichtige
Frage erſt Rückſprache mit ihren Fraktionen nehmen
wollen. Dann wurde der Antrag Adelung, betreffend dier
Baggerverhältniſſe auf dem Rhein, beſprochen und die
Punkte 1 und 2 des Antrags, betreffend die Abänderung
des Submiſſionsverfahrens und die Ermäßigung des
Durchſchnittspreiſes für den Kubikmeter Baggergut,
ab=
gelehnt, dagegen Punkt 3 angenommen, daß die
Hand=
baggerei auch in Zukunft gebührenfrei bleiben ſoll. Di
Regierung möge namentlich auch die kleinen Unternehmen
mehr berückſichtigen.
Verband für Jugendwohlfahrt und
Jugendfürſorge in der Stadt Darmſtadt.
St. Darmſtadt, 29. Januar.
Der Arbeitsausſchuß I des Verbandes (bewahrende
Jugendfürſorge) hielt heute nachmittag im Saalbau eine
Sitzung ab, zu der auch Ihre Exz. Frau von
Hom=
bergk zu Vach, ferner die Arbeitsausſchüſſe II (Ret
tende Jugendfürſorge) und III (Jugendpflege im ſchul=
und vorſchulpflichtigen Alter), ſowie die Leiter der
ſtädti=
ſchen Voklsſchulen eingeladen und zahlreich erſchienen
waren. Der Vorſitzende, Profeſſor Kiſſinger, hieß die
Erſchienenen herzlich willkommen und erteilte nach einigen
Mitteilungen internen Charakters alsbald der Referentin
Frl. Luiſe Schweisgut, das Wort zu
ihrem=
trag über:
Die Pflichtfortbildungsſchule für Mädchen in Heſſen,
Der Vortrag gipfelte in folgenden Leitſätzen
1. Die künftige Pflichtfortbildungsſchule für Mädchen
hat die Aufgabe zu löſen, die hauswirtſchaftliche und
be=
rufliche Ausbildung der die Volksſchulen verlaſſenden
Mädchen miteinander in Einklang zu bringen. Sie be
darf bei dieſer Zweiteilung einer größeren Zahl von
Jah=
resſtunden als die Fortbildungsſchule für Knaben.
. Die allgemeine Fortbildungsſchule für Mädchen
zer=
fällt in a) hauswirtſchaftliche Schulen, b) gewerbliche
Schulen und e) landwirtſchaftliche Schulen. Von ihrem
Beſuch befreit nur der Eintritt in eine mindeſtens gleichs
wertige Fachſchule. — 3. Sie erſtreckt ſich in den Städten
auf drei, auf dem Lande auf zwei Jahre. In den Städten
darf die Zahl der Jahresſtunden nicht weniger als 240
betragen (erwünſcht ſind 288), auf dem Lande nicht
weni=
ger als 120. Der Unterricht findet an ein, zwei oder drei
Wochentagen in der Zeit von 7 Uhr früh bis 7
Uhr=
abends ſtatt; er iſt unentaeltlich. Der Sonntag muß unter
allen Umſtänden frei bleiben.
4. Hauswirtſchaftliche Schulen für
Haus=
töchter. Dienſtboten und Laufmädchen. Der Unterricht
um=
faßt Kochen, Nähen, Flicken. Bügeln, Deutſch, Rechnen
Lebenskunde. Bürgerkunde. Turnen und
Geſundheits=
lehre. Erziehungslehre, Säuglings=, Kinder= und
Kran=
kenpflege und wird auf fünf Winter= und drei
Sommer=
monate verteilt. Die freiwillige hauswirtſchaftliche
Fach=
ſchule iſt von zweijähriger Dauer. Das erſte Jahr ha
Vor= und Nachmittagsunterricht während des ganz
Jahres; das zweite beſchränkt ſich auf ſechs Wochenſtunden
in den Wintermonaten.
5. Gewerbliche Schulen ſind nach Berufe
gegliedert und zerfallen in Fachklaſſen für a) kaufmänniſche
Angeſtellte, b) gewerbliche Arbeiterinnen und c)
unge=
lernte Arbeiterinnen. Ihr Lehrplan entſpricht demfen
gen der kaufmänniſchen und gewerblichen Knabenklaſſen
unter Berückſichtigung der weiblichen Berufsarten. D
Unterricht fällt in die fünf Wintermonate. — 6. Im
Som=
mer findet für die Schülerinnen dreimonatlicher
verbind=
licher Unterricht in Haushaltungskunde, Säuglings= und
7. Wo die
Kinderpflege und in Krankenpflege ſtatt.
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
Zahl der Schülerinnen zur Gründung von eigenen
Fach=
klaſſen nicht genügt, müſſen die Mädchen den
entſprechen=
den Knabenklaſſen eingereiht werden. — 8. Kaufmänniſche
weibliche Angeſtellte und gewerbliche Arbeiterinnen
kön=
nen auf ihren Antrag von der allgemeinen
Pflichtfort=
bildungsſchule befreit werden, wenn ſie Aufnahme in
einer dreijährigen freiwilligen kaufmänniſchen oder
ge=
werblichen Fachſchule finden. Erſtreckt ſich hier der
Un=
terricht auf das ganze Schuljahr, ſo iſt den jungen
Mäd=
chen der zum mindeſtens halbjährige Beſuch der
haus=
wirtſchaftlichen Fachſchule vor Eintritt in den Beruf zur
Pflicht zu machen. Fällt der Unterricht der Fachſchulen
in das Winterhalbjahr allein, ſo nehmen die Schülerinnen
in drei Sommern an den Kurſen der allgemeinen
gewerb=
lichen Fachſchulen in Säuglings=, Kinder= und
Kranken=
pflege teil.
9. Landwirtſchaftliche Schulen. Auf dem
Lande iſt die Pflichtfortbildungsſchule den Bedürfniſſen
der Landwirtſchaft anzupaſſen. Für die ländliche
gewerbe=
treibende weibliche Jugend ſind Fachklaſſen einzurichten,
oder ſie wird den beſtehenden Fachklaſſen für Knaben
zu=
geteilt. Wanderhaushaltungsſchulen erſetzen die
Fort=
bildungsſchule nicht, können ſie aber ergänzen. — 10. Der
Unterricht iſt an der Fortbildungsſchule für Mädchen
vor=
wiegend in die Hand von Frauen (Lehrerinnen,
Meiſte=
rinnen, Schweſtern) zu legen. Zu ihrer Ausbildung
er=
leichtere man ihnen den Beſuch von Handels= und
Ge=
werbeſchulen, von Kurſen und Seminaren für
Fortbil=
dungsſchullehrer.
Der Vortragenden wurde dankbarer Beifall zuteil
den der Vorſitzende auch in Worte kleidete. Es folgte eine
Diskuſſion,
in der der Vorſitzende ſich dagegen ausſprach, daß in den
Fällen Dispenſion eintreten ſoll, in denen die Eltern oder
die Herrſchaft ſelbſt den Mädchen Anleitungen geben.
Dieſe Fälle ſollte man auf das Mindeſtmaß beſchränken.
Weiter ſolle der freie Samstag=Nachmittag nicht der
Pflichtfortbildungsſchule geopfert werden, ſondern frei
bleiben. In der Feſtſtellung des Lehrplanes müſſe man
Grundſätze ſchaffen, die möglichſt für das ganze Land
gelten können. — Die Referentin erklärte ſich im
weſentlichen damit einverſtanden. — Herr Profeſſor Dr.
Frentzel hielt den Lehrplan, den die Referentin
auf=
geſtellt hat, für viel zu weitgehend. Nur wenn man den
Lehrplan ſo einfach wie möglich hält, ſind praktiſche
Er=
folge zu erwarten. Widerſtand von ſeiten der Herrſchaft
iſt wenig zu befürchten. In der Praxis würde auch der
für landwirtſchaftliche Schulen vorgeſchlagene Lehrplan
verſagen, da wir kaum noch Ortſchaften mit rein
land=
wirtſchaftlicher Bevölkerung haben. Außerordentlich
dan=
kenswert iſt es, daß die Referentin den
hauswirtſchaft=
llichen Unterricht in den Vordergrund ſtellte. Das müſſe
immer die Hauptſache bleiben. — Herr Hauptlehrer Löſch
erörtert die Frage, ob die Pflichtfortbildungsſchule
über=
haupt nötig und erwünſcht iſt. Wenn auch die Lehrer als
Erzieher die Frage ohne weiteres bejahen, ſo gebe es doch
viele Kreiſe, die ſich ſehr energiſch dagegen wenden. Heute
noch werde gegen die Knabenfortbildungsſchule agitiert.
Jedenfalls ſolle man die Pflichtfortbildungsſchule für
Mädchen, wenn man ſie einführt, gleich für alle zur
Pflicht machen, und die Hauswirtſchaftsſchule vor allem.
Ja es empfehle ſich, die beſtehende hauswirtſchaftliche
Fortbildungsſchule zur Pflichtfortbildungsſchule zu
machen und nicht den Fehler begehen, der bei
Erricht=
ung der Knabenfortbildungsſchule begangen wurde,
in=
dem man Privatſchulen nebenher beſtehen laſſe. — Frl.
Welſch vom Lehrerinnenſeminar möchte nicht die
kauf=
männiſche und gewerbliche Vorbildung vernachläſſigt
wiſſen, damit nicht die Frauenberufsarbeit minderwertig
werde. — Herr Hauptlehrer Schäfer betont die
Not=
wendigkeit vor allem des Haushaltungs= und
Hand=
arbeitsunterrichts. Alle anderen Zweige müſſen
Neben=
zweige bleiben. — Frl. Joſt wünſcht die Feſtlegung
eines weiteren Schuljahres für die Mädchen; damit wäre
ſehr viel für die zur Erörterung ſtehenden Fragen
ge=
wonnen. — Frau Oberfinanzrat Balſer ſtimmt
die=
ſer Forderung zu und bittet, die Einführung der
Pflicht=
fortbildungsſchule möglichſt zu beſchleunigen.
Der
Vorſitzende ſtellt feſt, daß die Schaffung der
Pflichtfort=
bildungsſchule vor 1915 nicht möglich ſein wird. Der
Vorſchlag des Herrn Löſch, die beſtehende
hauswirtſchaft=
liche Fortbildungsſchule in eine Pflichtſchule
umzuwan=
deln, ſei nicht zu unterſtützen. — Nach weireren Aus
führungen des Herrn Profeſſors Frentzel und einem
Schlußwort der Referentin wird die Beſprechung
ge=
ſchloſſen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 29. Jan. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet um 1 Uhr 17 Minuten die Sitzung. Das Haus iſt
gut beſucht. Auf der Tagesordnung ſteht die
Interpellation der Polen,
betreffs die Enteignung polniſcher Grundbeſitzer. Auf
Befragen des Präſidenten Dr. Kaempf erklärt
Staatsſekretär Dr. Lisco: Die Interpellation,
be=
trifft die Handhabung des preußiſchen Geſetzes vom 20.
März 1908 über die Maßnahmen zur Stärkung des
Deutſch=
tums in den Provinzen Weſtpreußen und Poſen, durch
das dem Staate das Recht verliehen worden iſt,
Grund=
ſtücke zum Zweck der Anſiedelungskommiſſion zu
enteig=
nezt. Den gleichen Gegenſtand betraf eine Interpellation,
die im Januar 1908 kurz vor Erlaß jenes Geſetzes zur
Verhandlung ſtand. Damals iſt von meinem
Amtsvor=
gänger nachgewieſen worden, daß das Geſetz mit dem
Geiſte der Verfaſſung und mit dem Bürgerlichen
Geſetz=
buch nicht im Widerſpruch ſteht. Die damals gegebene
Interpretation trifft noch heute zu. (Widerſpruch.) Die
Ausübung und Handhabung des Geſetzes iſt lediglich
An=
gelegenheit Preußens. (Widerſpruch.) Die Interpellation
liegt heute aus dieſem Grunde außerhalb der Kompetenz
des Reichstages und der Herr Reichskanzler läßt
erklä=
ren, daß er deshalb die Beantwortung ablehnt. (Gcoße
Unruhe.) Die Regierungsvertreter
ver=
laſſen den Saal.
Auf Antrag des Abg. v. Czarlinski (Pole) findet
Beſprechung der Interpellation ſtatt. Dagegen ſtimmen
die Konſervativen, die Reichspartei, die Wirtſchaftliche
Vereinigung, die Nationalliberalen und die Mehrzahl der
Abg. Seyda (Pole): Da die Enteig=
Freiſinnigen. —
nung tatſächlich angewendet worden iſt, ſind wir nicht
nur berechtigt, ſondern ſogar verpflichtet, den Gegenſtand
hier zu erörtern. Er hat die größte Bedeutung für das
ganze Reich. Tatſache iſt, daß Privatbeſitz lediglich aus
politiſchen Gründen enteignet wird. Mit der Auslegung
des Begriffes „Enteignung zur Abrundung deutſchen
Beſitzes” wird das Unglaublichſte geleiſtet. Von voller
Entſchädigung kann keine Rede ſein, denn in ſolchen
Fällen können nicht Millionen den Verluſt der eigenen
Scholle wieder gut machen und überdies ſind die
bezahl=
ten Gelder weit niedriger als der Ankaufspreis. Wir
ſind der Ueberzeugung, daß das Enteignungsgeſetz
rechts=
ungültig iſt, da es gegen Reichsgeſetz und Reichsver
faſſung verſtößt. — Abg. Wendel (Soz.): Die
Regie=
rung macht es ſich ſehr bequem. Der Reichskanzler ſchickt
uns ein Stück Papier und einen Staatsſekretär, die
Re=
gierung räumt darauf das Feld und verſchwindet. Dieſe
Haltung iſt nicht geeignet, den Parlamentarismus in ein
helleres Licht zu rücken. Wir haben eine boshafte
Scha=
denfreude, denn die Weltgeſchichte ſtellt wieder einmal
die Dinge auf den Kopf. Wic Umſtürzler von Beruf
müſſen die Verfaſſung ſchützen gegen die Staatsretter
von Beruf, wir, die Internationalen, müſſen die
natio=
nalen Rechte eines unterdrückten Staates ſchützen gegen
die Bannerträger des nationalen Gedankens. Wir Feinde
des Privateigentums nüſſen das Privateigenttum
ver=
teidigen gegen ſeine allerfanatiſchſten Anhänger. Wir machen
Front gegen dieſe Politik aus dem Gefühl von Recht
und Gerechtigkeit heraus. Die Polenpolitik reiht ſich
wür=
dig an die preußiſche Politik an, die die Arbeiterklaſſen
Deutſchlands rechtlos macht. Es wird immer „Jedem
das Seine” genommen. (Heiterkeit.) Friedrich der Große
iſt mitſchuldig an dem Verbrechen der Teilung Polens.
(Glocke. Schallendes Gelächter bei den Soz. Präſident
Dr. Kaempf ſchreitet gegen die Aeußerung ein, bleibt aber
bei der großen Unruhe des Hauſes unverſtändlich.) Hätte
der Herr Präſident mich ausreden laſſen, ſo hätte er
ge=
hört, daß dieſes Wort geſprochen worden iſt von einem
Freiherrn von Stein. (Schallendes Gelächter.) Die
Po=
lenpolitik, die eine ungeheuere Preistreiberei im
Güter=
verkehr mit ſich bringt, ſchafft den Junkern große Vorteile.
Deshalb machen ſie ſie mit. Die Beamten bekommen ihre
Oſtmarkenzulage und die Großinduſtrie im Weſten
bil=
lige Arbeitskräfte. Das nennt man mit einem
Fremd=
wort „germaniſieren” Angeſichts der großen
Umwälz=
ungen im nahen Orient ſollte ſich die Regierung doch
fragen, ob ihre Politik noch die richtige iſt. Die
Enteig=
nung ſollte nur zur Verteidigung des Deutſchtums
die=
nen. Sie iſt entſtanden aus Furcht nicht vor den Polen,
ondern vor den Polenfreſſern, den Alldeutſchen,
Enteig=
nung iſt uns an und für ſich das ſympathiſchſte Wort der
deutſchen Sprache. (Abg. Arendt: Entſchädigung!)
Dar=
über reden wir ſpäter. Dieſe Enteignung iſt aber nicht
ſozialiſtiſch, ſondern anarchiſtiſch. Die Grundlagen der
heutigen Geſellſchaft ſind mit dieſer Gnteignung
durch=
brochen, wenn auch die Vorfahren unſerer heutigen
Jun=
ker, die Lüderitze, Itzenplitze und Kückeritze, auf den
Land=
ſtraßen ſchon eine energiſche Enteignungspolitik betrieben
haben. Das Enteignungsgeſetz iſt der politiſche
Sünden=
fall der Konſervativen und der Nationalliberalen. Wir
werden dereinſt mit dem gleichen Maße meſſen.
Der Antrag, in dem dem Reichskanzler die
Mißbillig=
ung ausgeſprochen werden ſoll, wird vom Zentrum, den
Sozialdemokraten, dem Dänen Hansſen und dem frei
innigen Abgeordneten Fegter unterſtützt. Auf Antrag
des Abg. Dombeck (Pole) wird namentliche
Ab=
ſtimmung beſchloſſen. Dieſe findet erſt morgen ſtatt.
Abg. Graf v. Praſchma (Ztr.): Das
Enteignungs=
geſetz kann beſeitigt werden. Die Enteignung iſt nie
wie=
der gut zu machen. Es war falſch von dem Reichskanzler,
ſich auf das Formale zurückzuziehen. Von den erſten
An=
fängen an iſt unſere Gegnerſchaft der Polenpolitik
gegen=
über die gleiche geblieben. Die preußiſche Polenpolitit
radikaliſiert die polniſche Bevölkerung. Das ſollte man
bedenken bei der neuen Heeresvorlage; wichtiger als
Ar=
meekorps iſt die Zuverläſſigkeit unſerer Grenzſtädte. Die
Rechtsſicherheit und das Rechtsbewußtſein im Volke iſt
durch das Enteignungsgeſetz auf das ſchärfſte gefährdet.
Es iſt ein Spielen mit Feuer, wie es ſchlimmer nicht
ge=
tan werden kann. Wir ſtimmen einmütig dem polniſchen
Antrag zu. — Abg. Schlee (natl.): Es iſt nicht richtig,
daß das Enteignungsgeſetz nur angewendet werden muß
und wird gegen die Polen. Die Polen würden bei
umge=
kehrten Verhältniſſen uns gegenüber genau ſo handeln.
(Rufe: Niemals!) Das haben ſie in Weſtpreußen zu
Zei=
ten des Königreichs Polen bewieſen. Auch in Galizien
handeln ſie ebenſo. Die Polen haben in Preußen von
jeher Unſicherheit geſät. Sie und die katholiſche
Geiſt=
lichkeit. Daram iſt nicht zu zweifeln. Wir haben das gute
Recht, uns zuſammenzuſchließen und Front zu machen
gegen den Boykott, den die Polen lange vor der
Enteig=
nung in Weſtpreußen in Szene geſetzt haben. Unſere
Pflicht iſt es, einen deutſchen Bauernſtand heranzuziehen,
der umbedingt eine feſte Stütze des Vaterlandes bildet.
Dann werden auch wie mit den Polen und
Sozialdemo=
kraten fertig werden. — Abg. Graf v. Carmer=
Zie=
ſerwitz (konſ.): Die Polen haben ſich ſtets als erbitterte
Feinde Preußens erwieſen. Dieſe Materie gehört nicht
vor das Forum des Reichstages, ſie iſt Landesſache. Die
Vorwürfe des ſozialdemokratiſchen Redners reichen nicht
heran an die Größe Preußen. (Lebhafter Beifall rechts.)
Es handelt ſich hier um eine Frage des öffentlichen Rechts
und der öffentlichen Intereſſen zur Wahrung des
Staats=
wohls in Preußen. Deshalb muß man die
Verantwort=
lichkeit hierfür auch Preußen überlaſſen. Wir ſtimmen
gegen den Antrag, da wir auf dem Standpunkt der
Re=
gierung ſtehen. (Beifall.)
Abg. Pachnicke (Fortſchr. Vpt.): Unſere
Beden=
ken gegen das Geſetz haben ſich vollkommen beſtätigt. Das
Enteignungsgeſetz trägt den Stempel der Schwäche an
ſich Die Regierung hat den Hakatiſten nachgegeben. Auch
rein wirtſchaftlich genommen, macht der preußiſche Staat
das ſchlechteſte Geſchäft, ſittlich genommen, iſt es eine
Verletzung des Privatrechts, die die Polen hinüberdrängt
nach Weſt= und Oſtpreußen und Poſen. Die
Anſiedelungs=
politik iſt uns an ſich durchaus ſympathiſch, nur müßte
ſie ſich auf alle Provinzen erſtrecken. Für die
Beſchwer=
den iſt nicht der Reichstag, ſondern der preußiſche
Land=
tag zuſtändig. Die Zuſtändigkeit müſſen wir
reſpektie=
ren, deshalb enthalten wir uns bei der Abſtimmung der
Stimme. Sachlich verwerfen wir die
Regierungsmaß=
nahmen bei der Ausführung des Enteignungsgeſetzes.
Abg. Mertin (Reichsp.): Nach dem ſoeben gehörten
diplomatiſchen Meiſterſtück (Heiterkeit) iſt es ſchwer, hier
zu reden. (Heiterkeit.) Es handelt ſich hier nicht um
einen Willkürakt, ſondern um die Ausführung eines
be=
ſtehenden Geſetzes. Die Interpellation ſoll eine
Demon=
ſtration ſein. Dazu ſollte ſich der Reichstag nicht
her=
geben. Herr Wendel hat ſich als ein witziger Mann
ge=
zeigt, das iſt aber hier wenig angebracht. Den
Betei=
ligten iſt die Angelegenheit jedenfalls bitter ernſt. Es
liegt im Intereſſe der Selbſterhaltung Preußens, die
Polenpolitik weiter zu führen. Daß dieſe Politik eine
ſtetige bleibt, das ſind wir Preußen dem deutſchen Volke
ſchuldig. — Abg. v. Morawski= Dzierzykraj
(Pole): Das Vorgehen gegen den polniſchen
Großgrund=
beſitz iſt nicht zu trennen von dem Schickſal des
preußi=
ſchen Großgrundbeſitzes. Die preußiſchen Junker ſägen
damit den Aſt ſelbſt ab, auf dem ſie ſitzen. Die
Sozial=
demokraten wären dumm, wenn ſie nicht den Weg
ein=
ſchlagen würden, den die Konſervativen ihnen zeigen.
Was wir hier verteidigen und verteidigen müſſen, das
iſt unſer heiliger Boden, den man uns geraubt hat. —
Abg. Hansſen (Däne): Wir ſtimmen der Interpellation
voll und ganz zu, iſt ſie doch eine Kritik der Gewaltpolitik
den fremden Nationalitäten gegenüber. Wie ſind die
Er=
folge dieſer Gewaltpolitik? Ganz anders, als ſie zu
An=
fang gewünſcht wurden. Die Deutſchen ſollten von den
Engländern lernen und die Nationalitäten ſelbſtändig
machen. — Abg. Thumann (Elſ.=Lothr.): Wir haben
lange genug unter Ausnahmegeſetzen zu leiden gehabt,
deshalb proteſtieren wir auch gegen jedes
Ausnahme=
geſetz. Wir verurteilen vollſtändig den Hakatismus. —
Abg. Ledebour (Soz.): Wenn auch die Form des
Ent=
eignungsgeſetzes die Anwendung auch auf Deutſche
zu=
läßt, ſo gilt es doch lediglich den Polen. Eine klägliche
Rolle ſpielen die Freiſinnigen. Die Mehrzahl des
deut=
ſchen Volkes lehnt die Polenpolitik ab.
Abg. von
Trampczynski (Pole): Das Enteignungsgeſetz ſtellt
geradezu einen offenen Straßenraub dar. — Abg. Liz.
Mumm (wirtſch. Vgg.): Wir lehnen es ab, uns an der
Debatte zu beteiligen, da der Reichstag in der Frage
nicht zuſtändig iſt. — Abg. Pachnicke (Fortſchr Vp.):
Wir enthalten uns der Abſtimmung, da wir über die
Kompetenz nach wie vor Bedenken hegen. — Abg.
Lede=
bour (Soz.): Der Reichstag iſt ſehr wohl berechtigt,
darüber zu wachen, ob die einzelnen Bundesſtaaten das
Recht ihrer Bürger achten. —
Hiermit ſchließt die
Be=
ſprechung.
Nächſte Sitzung Donnerstag 1 Uhr. —
Nament=
liche Abſtimmung über die Poleninterpellation und
vorübergehende Zollerleichterungen bei der
Fleiſch=
einfuhr.
Ausſchreitungen der engliſchen
Stimmrechtlerinnen.
* London, 28. Jan. Heute abend erſchien eine
Abordnung von zwanzig Anhängerinnen des
Frauen=
ſtimmrechts vor dem Parlamentsgebäude und
ver=
langte den Schatzkanzler Lloyd George zu ſehen. Als
die=
ſer den Empfang ablehnte, weigerten ſich die Mitglieder
der Abordnung, ſich zu entfernen, worauf es zu einem
Zuſammenſtoß mit der Polizei kam. Mehrere
Frauen, darunter ihre Führerin Frau Drummond,
wur=
den verhaftet. Im Verlaufe des Abends wurden in der
Nachbarſchaft von Whitehall eine Anzahl Fenſterſcheiben
eingeworfen. Auch dort ſind mehrere Frauen verhaftet
worden.
* London, 29. Jan. Bei den
Ausſchrei=
tungen der Frauenrechtlerinnen wurden
geſtern abend auch an den Gebäuden der Hamburg=
Amerika=Linie Fenſter eingeworfen. Der
ange=
richtete Schaden wird auf mehrere tauſend Mark geſchätzt.
* Dublin, 28. Jan. Drei Anhängerinnen
des Frauenſtimmrechts wurden verhaftet unter
der Beſchuldigung, heute früh ſechzehn Fenſterſcheiben des
Schloſſes Dublin, der offiziellen Reſidenz des
Vizekönigs von Irland, eingeworfen zu haben. Die
Angeklagten wurden zu einmonatiger
Zwangs=
arbeit verurteilt.
Schiffsunfall,
* Havre 28. Jan. In der vergangenen Nacht ſtieß
der Dampfer „Phryne” von Algier nach Rouen
gehend bei dem Cap de la Hague mit dem
Hambeur=
ger Viermaſter „Tangani” von Hamburg nach
Valparaiſo, zuſammen. Der Dampfer traf den Segler
mittſchiffs mit voller Wucht. Der „Tangani” ſank in
kurzer Zeit. Vier Mann wurden von der „Phryne”
auf=
genommen. Die übrigen 30 Mann der Beſatzung
werden vermißt.
Paris, 29. Jan. Wie aus Havre noch zu dem
Zuſammenſtoß des Dampfers „Phryne” mit dem
Hamburger Viermaſter „Tangani” der übrigens nach
anderen Berichten „Balgand” heißen ſoll, gemeldet wird,
befand ſich der Viermaſter auf der Fahrt von Hamburg
nach Jquique. Das von dem Kapitän Junge befehligte
Segelſchiff erlitt ein großes Leck und ſank alsbald. Von
der 34 Mann zählenden Beſatzung konnten nur
vier von der „Phryne” gerettet werden, nämlich der
zweite Offizier, zwei Matroſen und ein Schiffsjunge.
Man befürchtet, daß die übrigen Leute, die bei dem
Zu=
ſammenſtoß im Schlafe lagen, nicht die Zeit gehabt haben,
die Rettungsboote ins Waſſer zu laſſen und ertrunken ſind.
Der Kapitän der „Phryne” die beträchtliche Havarie
er=
litten hat, behauptet, daß der „Tangani” ohne Lichter
ge=
fahren ſei.
Der Balkankrieg.
Die neue türkiſche Regierung.
* Konſtantinopel, 28. Jan. Das Kabinett
iſt nunmehr vollſtändig, abgeſehen von dem
Präſi=
dium des Staatsrats, das dem ehemaligen Großweſir
Kutſchuk Said angeboten wurde. Die Verhandlungen
mit dem früheren Großweſir Hakki Paſcha, um ihn zum
Eintritt in das Kabinett zu bewegen, werden fortgeſetzt.
Hakki Paſcha ſoll ſich bereit erklärt haben, irgend ein
Por=
tefeuille anzunehmen, falls einige Miniſter wechſeln und
ſein allgemeines politiſches Programm angenommen
wird. Dieſes Programm würde eine verſöhnliche Politik
gegenüber den einzelnen Nationalitäten, ſowie allgemeine
Reformen, insbeſondere die Umgeſtaltung der
Verwal=
tung in weſteuropäiſchem Geiſte, in ſich ſchließen.
HB Konſtantinopel, 29. Jan. Der Korreſpondent
des Matin hatte eine Unterredung mit dem
Großweſir Mahmud Schefket Paſcha. Der
Korreſpondent fragte ihn: Werden Sie morgen den Krieg
haben? Schefket Paſcha antwortete: Was ſollen wir
da=
von reden; wir müſſen erſt ſehen, was wir tun können,
um auf die Mitwirkung und Gerechtigkeit der anderen
Mächte rechnen zu dürfen. Wir haben nicht ſehr viele
Freunde in Europa, und das iſt bis zu einem gewiſſen
Punkte unſere eigene Schuld. Wir haben zu viel
ver=
ſprochen und zu wenig gehalten. Die Mitarbeit des
Auslandes würde uns weſentlich unterſtützen, und es iſt
durchaus nötig, daß unſere Verwaltung reformiert wird.
Wir erwarten Vorſchläge von allen Seiten. Wir werden
einen anderen Inſpektionsdienſt einrichten. Ich weiß,
daß die fremden Kapitaliſten ſich über die Wahrhaftigkeit
unſerer Regierung beklagen und ebenſo unwillig über
die langen und fruchtloſen Verhandlungen der
Delegier=
ten ſind. Wir wollen Handelsfreiheit ſchaffen,
Aktien=
geſellſchaften gründen und Eiſenbahnen bauen. Wir
wer=
den die Mittel ſuchen und fildn, unſeren Kredit zu
heben. Das ſind Beſchlüſſe und keine leeren Worte. Ob
Friede oder Krieg ſein wird, fragen Sie. Es iſt Friede,
falls Europa dieſen nicht unmöglich macht. Wir werden
den Mächten auseinanderlegen, was die ernſte Lage der
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar
Türkei erfordert. Dann wird wohl der Friede möglich
werden, den wir ſo ſehnlich wünſchen. Wir wünſchen
niemals unſeren Säbel zu ziehen, und wir ziehen ihn
nur dann, wenn wir abſolut dazu gezwungen werden.
Die Antwortnote der Türkei.
Konſtantinopel, 28. Jan. Der Entwurf
der Antwortnote wurde heute ins Franzöſiſche
überſetzt. Wie es heißt, erklärt die Pforte in dieſem
Entwurf, der wahrſcheinlich vom Miniſterrat nochmals
geprüft werden wird, daß ſie die von den ottomaniſchen
Bevollmächtigten in der Sitzung vom 3. Januar bereits
gemachten Zugeſtändniſſe annehme, alſo, was das
Wila=
jet Adrianopel anbetrifft, die Grenzlinie, die der alten
Grenze bis zum Fluſſe Arda folgt, deſſen Lauf ſie bis zur
Einmündung des Soeguedlue Tſchat folgen wird, um,
Guemueldſchina öſtlich liegen laſſend, am See Buru Goel
zu enden. Ihre Rechte auf die Inſeln halte die Pforte
aufrecht.
Die Mächte.
* Wien, 29. Jan. Das Fremdenblatt konſtatiert,
daß, ſoweit auch die Kombinationen und Meinungen
der europäiſchen Blätter über den bevorſtehenden
Ent=
ſchluß des türkiſchen Miniſterrates
ausein=
andergehen, der Dreibund und die
Tripel=
entente darüber vollſtändig einig ſind, daß das neue
türkiſche Kabinett, falls es ſich dem in der Kollektivnote
der Mächte geäußerten Wunſche nicht anpaßt, auf die
Unterſtützung der Mächte in keiner Weiſe
rech=
nen könne. In dieſem Sinne ſind der Dreibund und die
Tripelentente vollſtändig einig, was mit um ſo
grö=
ßerem Nachdruck hervorgehoben werden muß, als
anläß=
lich des Konſtantinopeler Putſches neuerlich der Verſuch
unternommen wurde, der europäiſchen Oeffentlichkeit die
lächerliche Fabel aufzutiſchen, als ob Oeſterreich
ins=
geheim der jetzigen Umwälzung in der Türkei und
da=
mit dem türkiſchen Widerſtand gegen die Annahme der
Friedensbedingungen Vorſchub geleiſtet hätte. Weiter
beſtehe eine vollkommene Uebereinſtimmung darüber, daß
in dem unerwarteten Falle einer ablehnenden Antwor:
der Türkei auf die Kollektivnote der Mächte dieſelben jede
iſolierte Aktion unterlaſſen müßten.
Die rumäniſch=bulgariſche Frage.
* Bukareſt, 29. Jan. Der hieſige bulgariſche
Ge=
ſandte erklärte, die bulgariſch=rumäniſchen
Verhandlungen würden in fünf bis ſechs Tagen
zu einem beiderſeits befriedigenden Abſchluß gelangen.
Bulgarien werde nicht auf Adrianopel verzichten, ſondern
lieber den Krieg wieder beginnen, dann aber bei
Adria=
nopel nicht ſtehen bleiben.
* Bukareſt, 29. Jan. Dem Verlangen Rumäniens
entſprechend, ſind der rumäniſche Geſandte Miſchu und
der bulgariſche Delegierte Dr. Danew
übereingekom=
men, ein Protokoll abzufaſſen, das die rumäniſchen
Forde=
rungen und die bulgariſchen Konzeſſionen enthält und den
Kabinetten in Bukareſt und Sofia vorgelegt wird.
Die Londoner Verhandlungen.
* London, 28. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, übergeben die Delegierten der
Balkan=
ſtaaten ihre Note dem Aelteſten der Delegierten,
No=
wakowitſch, der ſie Reſchid Paſcha überreichen ſoll, ſobald
er es für angebracht hält. Es iſt Grund zu der Annahme
vorhanden, daß die Note morgen überreicht wird. Die
Delegierten der Verbündeten meinen, daß mit der
Ueber=
reichung der Note ihre Miſſion in London
be=
endet ſei. Der Tag der Abreiſe iſt indeſſen noch nicht
feſtgeſetzt. Venizelos reiſt jedenfalls noch vor Ende der
Loche nach Athen ab; überhaupt wird wahrſcheinlich die
Mehrzahl der Delegierten London in wenigen Tagen
ver=
laſſen. Nach Reuters Informationen erwähnt die Note
das Ende des Waffenſtillſtandes nicht: über dieſe Frage
werden die Regierungen und die Oberbefehlshaber im
Felde entſcheiden.
* London, 29. Jan. Die heute den türkiſchen
Delegierten überreichte Note der
Verbünde=
ten erklärt die Verhandlungen für
abge=
brochen.
* London, 29. Jan. Der ſerbiſche Geſchäftsträger
Gruitſch begab ſich heute nachmittag um 3 Uhr in das
Carlton=Hotel, wo er vom Sekretär der türkiſchen Miſſion
empfangen wurde. Er wurde hierauf zu Reſchid
Paſcha geführt, dem er die formelle Note der
Verbün=
deten über den Abbruch der Verhandlungen überreichte.
Darauf verließ er das Hotel und begab ſich ſofort in das
Auswärtige Amt, um Edward Grey eine Abſchrift der
Note zu übermitteln.
Vermiſchtes.
— Dürfen Schulkinder wegen
Ver=
äumnis des Gottesdienſtes gezüchtigt
werden? Die Zentralauskunftsſtelle der katholiſchen
Preſſe ſchreibt: Die Frage, ob Schulkinder wegen
Ver=
ſäumnis des Gottesdienſtes gezüchtigt werden dürfen,
wurde durch die Strafkammer des Landgerichts Mainz
dieſer Tage verneint. Ein katholiſcher Pfarrer hatte drei
Mädchen im Alter von 9 bis 11 Jahren mit einem
Rohr=
ſtock gezüchtigt, weil ſie den Gottesdienſt verſäumt haben.
Da ein Arzt eine Ueberſchreitung des Züchtigungsrechts
als vorliegend erachtete und Striemen auf dem Rücken
eines der Kinder feſtſtellte, wurde der Geiſtliche zu 30 Mk.
Geldſtrafe verurteilt. In der Begründung des Urteils
heißt es, dem Geiſtlichen ſtehe ein Züchtigungsrecht wegen
Verſäumnis des Gottesdienſtes überhaupt nicht zu.
CK. Eine Weltſtatiſtik der drahtloſen
Telegraphie. Nach der jüngſten Zuſammenſtellung
des Internationalen Bureaus hat die Zahl der dem
Publikum geöffneten drahtloſen Küſtenſtationen für
Tele=
graphie gegenwärtig die ſtattliche Ziffer von 375 Anlagen
erreicht. An der Spitze ſtehen die Vereinigten Staaten
mit 142 Stationen, England beſitzt 43, Kanada 33,
Deutſch=
land mit ſeinen Kolonien 22, Italien 19, Rußland 19,
Frankreich 17, Spanien 10, Dänemark 9 und die übrigen
Staaten folgen mit geringeren Zahlen. Auch in der Zahl
der an Bord von Kriegsſchiffen angebrachten
Einrichtun=
gen für drahtloſe Telegraphie ſtehen die Vereinigten
Staaten mit 247 Funkſpruchapparaten an der Spitze. Es
folgt die britiſche Kriegsmarine mit 213, die franzöſiſche
mit 141, die deutſche mit 112, die italieniſche mit 77, die
japaniſche und die ruſſiſche mit je 70 und die
öſterreichiſch=
ungariſche Kriegsmarine mit 37 Funkſprucheinrichtungen.
Bei der Handelsmarine lauten die entſprechenden Zahlen:
England 455, die Vereinigten Staaten 253, Deutſchland
206, Frankreich 68, Italien 47, und ihnen folgen die
übri=
gen Handelsflotten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Jan. Der Kaiſer beauftragte mit
ſeiner Vertretung bei der am nächſten Sonntag
ſtatt=
findenden Taufe des jüngſt geborenen Prinzen
von Rumänien den Prinzen Oskar. Der Prinz
wird begleitet von dem Generaladjutanten von Pleſſen,
dem Flügeladjutanten Oberſt von Friedeburg, dem
Flügeladjutanten Grafen von Soden und dem
perſön=
lichen Adjutanten, Oberleutnant von Bock und Polach.
Berlin, 29. Jan. Admiral v. Holtzendorff. Chef
der Hochſeeflotte, iſt von ſeiner Stellung enthoben und
Vizeadmiral v. Ingenohl, Chef des zweiten
Ge=
chwaders, mit der Führung der Hochſeeflotte beauftragt
worden. v, Kroſigk, zur Verfügung des Chefs der
Marineſtation der Nordſee, iſt zum Direktor des
allge=
meinen Marinedepartements im Reichsmarineamt und
gleichzeitig zum ſtellvertretenden Bevollmächtigten zum
Bundesrat ernannt. Konteradmiral Scheer, Direktor des
allgemeinen Marinedepartements des Reichsmarineamts
iſt unter Aufhebung des ſeinerzeit erteilten Mandats zum
ſtellvertretenden Bevollmächtigten des Bundesrats mit
der Führung des zweiten Geſchwaders beauftragt und
gleichzeitig der Marineſtation der Oſtſee zugeteilt worden.
* Jekaterinenburg, 29. Jan. Ein Weinlager kam
beim Filtrieren von Spiritus zur Exploſion. Eine
Perſon wurde getötet, 15 verletzt, 8 davon gefährlich.
Berlin, 29. Jan. Unter dem Vorſitz des
Präſiden=
ten des Abgeordnetenhauſes v. Wedel hat ſich ein
Ko=
mitee gebildet, das zur Sammlung einer
National=
ſpende zum Kaiſerjubiläum für die
chriſtlichen Miſſionen in den Kolonien und
Schutzgebieten auffordert.
H. B. Leipzig, 29. Jan. Vor dem hieſigen
Schwur=
gericht begann heute der Prozeß gegen den 32 Jahre
alten Flieger und Ingenieur Eugen Hugo Walter
Wincziers aus Holkowitz, der des Meineides und des
betrügeriſchen Bankerotts angeklagt iſt. Wegen Beihilfe
dazu nahm neben ihm auf der Anklagebank die Privatiere
Joſephine verwitwete Henſel aus Berlin Platz. Für die
Verhandlungen, zu welchen 29 Zeugen geladen wurden,
ſind 14 Tage in Ausſicht genommen.
H.B. Poſen, 29. Jan. Ein großer
Feuerver=
icherungsbetrug zum Schaden der Poſener
Pro=
vinzial=Feuer=Sozietät iſt in dem Orte Mrotſchen im
Kreiſe Wirſitz aufgedeckt worden. Die 2500 Einwohner
zählende Stadt wurde innerhalb ſechs Wochen über 20mal
von Bränden heimgeſucht, ſo daß ſchließlich der
Verdacht der Brandſtiftung auftauchte. Ein Poſener
Kri=
minalbeamter logierte ſich unter falſchem Namen als
Ver=
ſicherungsagent in Mrotſchen ein und es gelang ihm in
kurzer Zeit, ſeine Recherchen ſoweit zu bringen, daß ſieben
Einwohner wegen Brandſtiftung verhaftet werden
konn=
ten. Weitere Verhaftungen ſtehen bevor.
H. B. Warſchau, 29. Jan. Auf der Strecke bei der
Station Winkowice wurden eine Anzahl fahrender
Kauf=
leute, ſowie ein Hochzeitszug von 20 maskierten
Räu=
bern. überfallen. Die Ueberfallenen wurden nach
heftigem Kampfe vollſtändig ausgeraubt. Zwei
Gen=
darmen in Zivil, die ſich in der Hochzeitsgeſellſchaft
be=
fanden, wurden ermordet und auf ſchreckliche Weiſe ver;
ſtümmelt. Die Räuber entkamen.
So wirkt nur Bioson!
Nach überſtandener, ſchwerer Krankheit war ich ſehr
geſchwächt und nahm daber zur Stärkung Bioſon. Es
hat mich wunderbar gekräftigt und mir überhaupt in jeder
Beziehung ſehr gute Dienſte geleiſtet. Frau
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III,2896
Nervöse Schulkinder
würde es nicht mehr geben, wenn jede
Mutter ihren schülpflichtigen Lieblingen
als tägliches Frühstücksgetränk Kasseler
Hafer-Kakao (Nur echt in blauen Kartons
für 1 M., niemals lose!) reichen würde.
Systematische Stärkung und Kräftigung
des Körpers schützt am besten gegen
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124a
Mundwassen
Das Klagelied der Selbſtverſchuldung
wird tagtäglich in ungezählten Variationen ges
ſungen. Beſonders ſchmerzlich klingt es, wenn vers
altete Leiden den Menſchen zu der Einſicht zwingen,
daß er leicht ſich hätte helfen können, wenn er nur beis
zeiten etwas getan hätte. Das gilt vor allem für vers
nachläſſigte Katarrhe. Wer gegen neue Katarrhe
ſo=
ort Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen ges
braucht, wird Katarrhe gar nicht ins chroniſche
Sta=
dium kommen laſſen. Aber auch bei chroniſchen
Katarrhen ſind Fays ächte Sodener eine ausgezeiche
Hilfe, die nicht dringend genug empfohlen werden
kann. Man verlange aber ausdrücklich „Fays”
Sodener u. weiſe alle Nachahm. entſch. zurück. (I1636
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte ſagen
wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Rückert
für ſeine troſtreiche Grabrede, den Schweſtern für
die liebevolle Pflege, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Frau J. Vogt Wwe.
Darmſtadt, den 29. Januar 1913.
Moosbergſtraße 32.
(B2936
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet hat ſeinen Kern etwas ſüde
wärts verſchoben. Die Depreſſion hat ihre Lage kaum
verändert. Im Bereiche des Hochs haben wir vielſach
heiteres Wetter bei mäßig kalten Temperaturen. Die
Winde wehen meiſt aus Nordoſt, Niederſchläge ſindin
eutſchland uur ganz vereinzelt gefallen. Wr haben
auch morgen mit derſelben Witterung wie ſeither zu
rechnen.
Ausſichten für Donnerstag, den 30. Janua
Meiſt heiter und trocken, kalt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Sondervorſtellung), Anfan
8 Uhr: „Alt=Heidelberg”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lichtbilder=Vortrag von Sanitätsrat Dr. Mal
rer um 8½ Uhr im Muſikverein.
Konzert um 8 Uhr im „Rummelbräu”.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Admis
ral von Hollmann †: Dr. Martin Rücker Freiherr von
Jeniſch; das neue franzöſiſche Kabinett; die
Mönchs=
epublik am Berge Athos; Trauerfeier für den Prinz=
Regenten Luitpold in der Sixtiniſchen Kapelle in Rom
Verſteigerungskalender.
Freitag, 31. Januar.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Ra=
haus zu Arheilgen.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammen
kunft am Diſtrikt Buchwald oberhalb dem Gemeinde=
Steinbruch).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſen
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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2
nach Pilsner Art E
nach Münchner Art
Hell Export GuEG
E feinste Tafelbiere
in Flaschen und Syphons=
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
Seite 7.
Vor Eintreffen der Frühjahrs-Schuhwaren werden die noch
vor-
handenen Restbestände zu nachstehend billigen Preisen ausverkauft.
HERREN-
DAMEN-
KINDER-
Moderne Boxleder-Schnürstiefel
Boxleder-Zug- u. Schnallenstiefel
Kalbleder- und Chevreaux-
Zug-
stiefel, 39/40 .
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe,
früher 12.− . .
Elegante braune Schnürstiefel .
Hellbraune Schnürschuhe, 40/46 .
Ia Wichsleder-Schnür- u. Zugschuhe
Leder-Hausschuhe, 40—46 .
Imit. Kameelhaar-Schuhe, 40— 46
Gummi-Ueberschuhe, 40—45 .
Boxl.-Knaben-Schnürstiefel, 36—39
Wixleder-Knaben-Zugstiefel, 36/37
EchtChevreaux-Schnürstiefel, 36/39
Chevreaux-Knopfstiefel, teils
Good-
vear Welt, 36/39, früher 10.− .
Moderne Boxleder-Schnürstiefel .
Eleg. braune Chevr.-Schnürstiefel
Eleg. Halbschuhe mit Lackkappen
Moderne schwarze Laschenschuhe
Braune Knopf- u. Schnürstiefel .
Wichsleder-Knopf- u. Schnürstiefel
Wichsleder-Schnür- und
Spangen-
schuhe, 36/38
Gummi-Ueberschuhe, 36—42 .
Leder-Hausschuhe, 36—42 .
Imit. Kameelhaar-Hausschuhe .
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17/19
Schwarze Leder-Knopfstiefel, 17/20
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17/22
Braune Leder-Schnürstiefel, 17/22
Braune Schnürschuhe, 27/30
Boxleder-Schnürstiefel, 25/26 . .
Boxleder-Schnürstiefel, 27/30 . .
Boxleder-Schnürstiefel, 31/33 .
Wichsleder-Knopfstiefel, 27/30 .
Wichsleder-Knopfstiefel, 31/35 .
Filz-Schnallenstiefel, 30/35 .
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jetzt 1.25
jetzt 1.75
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8.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,10
77,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,80
3½ do. Conſols . . . 88,3
77,70
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
93,30
do.
3½
do.
4 Bahr. Eiſenbahnanleihe 99,70
87,10
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,70
4 Heſ. Staatsanleihe . . 90,65
4 do. do. (unk. 1918) 99,60
87,40
do.
3½
do.
75,90
8 Sächſiſche Rente.
78,80
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1837 . . 54,00
* Italiener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente 87,70
do. Goldrente . . . 91,40
4 do. einheitl. Rente: 8480
3 Portug. unif. Serie I 63,50
3 dv. uniſ. Ser. III 66,40
3 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 . . 99,75
v. 1890 . . 93,00
4 do.
do. v. 1905 . . 88,40
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,80
do. v. 1902 . . . . 30,00
4½ do. v. 1905 . . . . 99,80
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,90
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,90
1. do. Staatsrente. . . 85.10
In Prot.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 101,40
86,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,50
92,80
do.
4½
91.90
4½ Japaner . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 93,4)
58,90
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 85,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 68,75
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 153,70
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,60
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 128,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 112,25
6 Baltimore und Ohio . 104,75
6 Schantungbahn . . . . 131,85
6½ Luxemb. Prince Henri 156,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,60
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Biotd.
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
.. . 532,00
14 Chem. Fabrik Gries=
. . . 246,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 627,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 145,00
30 Chem. Werke Albert 433,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 330,50
5 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
Zubreo,
Redie
Tivid.
7½ Schuchert, Nürnberg 145,60
12 Siemens & Halske .216,50
5 Beramann Electr. . . 121,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,00
25 Gummt Peter . . . . 82,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 70,00
30 Adler=Fahrradwerke
.600,00
Kleyer .
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,10
15 Zellſtoff Waldhof . . 236,09
12½ Bab. Zucker=Wag=
198,50
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 95,00
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friebe . . . . 177,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . ..
.216,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 164,50
10 Gelſenkirchener . . . . 196,75
9 Harpener . . . . . . . 193,80
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261½
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 83,00
6 Laurahütte .
. . 171,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gei. —
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,10
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . ..
75,40
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,10
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,10
76,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30
do.
Iuprest.
2‟) Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
3 Raab=Oedenburg
76,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
88,00
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,00
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,20
do.
. Livorneſer
69,40
3 Salonique=Monaſtir . 62,70
80,80
4 Baadadbahn . . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,50
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,20
4 Northern=Paciſic . . . 99,80
4 Southern=Pacific . . . 94,00
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,10
5 Tehuantepec . . . . . . 98,10
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn.
,
.. . . 150,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. .167,75
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . .
120,00
10 Diskonto=Kommandit 188,90
*8½ Dresdener Bank 156,50
9½ Frankſ. Hpbotb.=B.215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 120, 40
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,75
½ Wiener Bankverein . 122,00
Pfandbriefe.
1 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50
8t.
Iupeo,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . .
87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . .
98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank .
97
3½
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . .
98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . .
98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11
87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
31
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914)
87,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
3½
87,80
Städte=
Obligationen.
97,80
Darmſtadt . . . .
3½
do.
88,50
Frankfurt . . . . . . . 98,90
3½
do.
98,30
4 Gießen . . . . . . . .
3½
bo.
88,00
4 Heidelberg . . . . . .
87,30
do.
1 Karlsruhe . . . . . . 97,50
3.,
do.
88,30
Magdeburg. . . . . .
13½,
do.
4 Mainz . . . . . . . . 97,50
do.
88,60
4 Mannheim . . . . . . 97,00
3½
do.
90,00
München .
99,50
3½ Nauheim . . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 99,00
27.50
8½,
do.
98,10
4. Offenbach .
3t.
Inzeo.
3½ Offenbach . . . . . .
Wiesbaden . . . . . . 99,00
do.
95,30
Worms . . . . . . . . 97,40
88,00
do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 137,10
Holl. Komm. . fl. 100 111,20
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,70
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,80
3 Oldenburger . . . . . . 129,10
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
7 37,00
Augsburger . . . ..
Braunſchweiger Tlr. 20 205,00
freiburger . . . . F2.15
Mailänder . . . . Fs. 45 —
do. . . . . F8.10 —
Meininger . . . . . fl. 7 34,50
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 18.26
Amerikaniſche Noten . . . 4, 18½
Engliſche Noten . . . . . 20, 45
Franzöſiſche Noten. . . . 81,35
Holländiſche Noten. . . . 169,20
80,10
Italieniſche Noten . . .
Oterr.=Ungariſche Noten 84,65
Räſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
Nummer 25.
6
estaurant „Rummelbräu
(2903
Heute Donnerstag Künstler-Konzert!
Metzelsuppe!
eeeseeeeeee Seit Jahren ein Glanzpunht des Faſchings! essassssss
Heute Donnerstag
Wellfleiſch mit Kraut
V
und in Anwekenheit Sr. närr. Nojen=monttagstrektbotkeitung
Auf höchſtnärriſchen Befehl
hoheit des Prinzen Karneval unter großem Vorantritt des
vor=
gefolges ſowie des Närtiſchen Miniſferiums und vieler hoſen=
(kavaliere, bei jeſtlich beleuchtetem und geſchmücktem kauſe:) III „orppeum‟
(2956
V
Enſemble 1
ies Königl. Belvedere, Dresden 13. Februar 19131
3. Februar 1913!
(425
usikz Verent.
Donnerstag, 30. Januar, pünktlich ½9 Uhr
abends, im Vereinshaus:
Lichtbilder-Vortrag
des Präſidenten Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer
„Eine Nordlandreiſe.” (2664od
Die aktiven und inaktiven Mitglieder werden gebeten, recht
Der Vorstand.
zahlreich zu erſchienen.
Auſaltiſche Sangrehſetr Geſelihen
„Gabelsberger” X (Abteilung Geſelligkeit).
Faſtnacht=Sonntag, den 2. Februar 1913, von abends 6.11 Uhr an
in sämtlichen Räumen des Kaiser- u. Fürstensaals:
Valdfen
Feenhafte Dekoration. Jahrmarkt. Lauſchige Plätzchen.
Bierlauben.
Sektbuden.
Eintritt 50 Pfg.
Saalöffnung 5 Uhr.
Vorverkauf 40 Pfg.: Verkehrsbüro, Zigarrenhandlung Guttmann,
Wendelſtadtſtr. 26, Papierhandlung Hergt, Schützenſtraße,
Zigarren=
handlung Schneider, Ecke Hoch= u. Nieder=Ramſtädterſtraße,
Zigarren=
handlung Möſer, Pankratiusſtraße, Friſeur Welter, Eliſabethenſtr. 31,
Zigarrengeſchäft Sander, Ballonplatz 6, und in unſerer
Geſchäfts=
ſtelle, Mathildenplatz 8.
(2889ds
Der Eintritt iſt für unſere Mitglieder nur gegen Vorzeigung
der Mitgliedskarte frei.
Katholiſcher Geſellenverein Darmſtadt.
Sonntag, 2. Februar, abends 8 Uhr 11 Min.:
in allen Räumen des Geſellenhauſes, Friedrichſtr. 30
Großer pompöſer
uskrenban.
Zu zahlreichem Beſuche ladet freundlichſt ein
2887)
Der Vorstand.
S. S.
V.
(Zweigverein Darmſtadt).
Samstag, 1. Februar, abends 8½ Uhr:
Buntel
Abend
im Saale des „Hotel Köhler‟ (Rheinstrasse)
wozu wir unſere Mitglieder und Freunde herzlichſt zu recht zahlreicher
Beteiligung einladen. Mit Friſch auf!
(2902
Reſtauration mit Bier.
Der Vorſtand.
Freitag, den 31. Januar:
*2621df)
Mlall.
Ee Metzelsuppe.
Hochfeiner Stoff im Anſtich.
Schloß=
Dlädcker Schal, gaſſe 25.
IV,2872,1
Zum Schachſpielen
ſucht ält. Dame wöchentlich 1mal
Partner od. Partnerin. Off. unter
K. 710 a. d. Annoncenexpedition
von Chr. Kullmann, Wilhelminenſtr. 9.
unterſtützt stud. Bau=
Wer ingenieur in
Aus=
führung ſeiner
maſchinentech=
niſchen Arbeiten? Offerten unter
: 81 an die Expedition dieſes
Blattes.
(*2704df
Lebend
Frisch
Rheinſalm
Weſerſalm
Silberſalm
Lachsforellen
Seezungen
Steinbutt
Heilbutt
Rotzungen
Forellen
Hummer
Hechte
Karpfen
Schleien
Zander
Auſtern
Nordsee-Schellfisch
Nordsee-Cabliau
i. Merlan, f. Backisch
per Pfund 35 Pfg.
Grosse
Grüne Heringe
per Pfund 30 Pfg.
1
7
ff Elb-Stinte
Stockrisch
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Täglich
friſch gebratene Fiſche
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19
Filiale: (2924
Ludwigsplatz, gegenüber der
Wursthalle.
Telephon 40.
wachſ. Hund m. Hüte Are
1 Schwanenſtraße 12.
(*2658
Bitte Brief abholen: —
W. K. 187825
amen
finden ſtreng diskrete liebevolle
Aufnahme bei deutſcher Hebamme
a. D.; kein Heimbericht, kein
Vor=
mund erforderlich, was überall
un=
umgänglich iſt.
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Witwe L. Baer, Nancy
(Frankreich), Rue Paſteur 36.
Orpheumst
Tel.
Donnerstag
Heute
30. Januar
Zum letzten Male:
Der
Abschieds-Vorstellung
des glänzenden
II. Januar-Programms.
Freitsg. 31. Januar:
Keine Vorstellung.
Samstag, „ Febr.:
1.
Premiere:
Lost Auf den Bunmel!
Aktuelle Revue
des Ensemble vom Königlichen
Belvedere Dresden. (2955
Weg. Wegzug ſpottb. zu verk.:
2 Dim. m. paſſ. Teppich., neu,
Gash. 3fl., Chaiſelong. (echt Roßh.),
Trum.=Sp., Vert., 6 eich. Lederſt Afe
Schwanenstr. 12 EckeGardistenstr. (*2657df
Schwarzer Gehrock=Anzug f. k.
Figur z. Pr. v. 6 M. zu verkauf.
Soderſtraße 42, II., r.
(*2653
Hofthund ſehet Mete,
(*2652df
ſtadt, Georgenſtr. 7.
Entlaufen
Schwarzer Spitz mit weiß. Bruſt,
Marke Nr. 4014. Abzugeben
Beſſungerſtr. 41.
(B2921
Fortgeflogen
eine Brieftaube (Männch.) (*2697
Abzugeben Martinſtraße 37.
Ein armes Kind verlor am
Diens=
tag einen
(*2699
eru v. Wittmann=
20 Markſchein ſtr. b. Wäſcher.
Hering, Schießhausſtraße. Ehrlicher
Finder wird gebet., denſelb.
Herd=
weg 23 gegen Belohnung abzugeb.
Verloren
Eliſabethenſtr. ein Paket (Inhalt
ein Zopf). Abzugeb. geg. Belohn.
Wilhelminenſtr. 44.
(*2717
Verloren
in der Stadt oder auf dem Weg
nach dem Kirchberg-Bordenberg:
goldenes Medaillon
mit Ketichen. Abzugeben geg.
hohe Belohnung, da Andenken.
Karlſtraße 90, 1. Stock. (2748ids
10 Mk. Belohnung.
Damentasche (Wert 14 Mk.), schwarz, Lack, verloren an der
Haltestelle Rheinstrasse-Grafenstrasse. Inhalt: Briefe, Schlüssel
und Postabschnitt.
(*2713
Abzugeben bei Frau Spamer, Ahastr. 20, I.
abends: Bratwurſt.
Morgen Freitag
Metzelſuppe.
2
*2706
Es ladet ergebenſt ein
Hans Görgen, z Reichskrone, Mühlſtr.
(il
üchtige Wiristeufe
für altbeſtehendes Lokal im Herz.
d. Stadt. b. beſonders günſtigen
Beding. von Großbrauerei ſofort
geſucht. Anerbieten unter C 34
(B2802
an die Expedition.
Vorzügl. Friv.-Eiag- u. -Abendlsch
Landwehrſtr. 5, 3. Stock. (2262a
Mlartersploler evtl. mit
Trompete=
ſpieler Sonntag frei. Offert.
unter C 69 an die Expedition
dieſes Blattes.
*2663
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 30. Januar 1913.
VI. Sonder-Vorstellung.
Alt=Heidelber g.
Schauſpiel in 5 Akten
von Wilhelm Meyer=Förſter.
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
KarlHeinrich,
Erb=
prinz v. Sachſen=
Karlsburg
Frz. Schneider
Staatsminiſter v.
Johs. Heinz
Haugk
Hofmarſch. Frhr.
Guſtav Semler
von Paſſarge
Kammerherr von
Auguſt Kräger
Breitenber=
Kammerh. Baron
von Metzing . . Heinrich Hacker
Dr. phil. Jüttner Ludw. Wagner
Lutz, Kammerdien. Rich. Jürgas
Graf von
Hs. Baumeiſter
Aſterberg
Frz. Herrmann
Karl Bilz
Kurt
Engel=
brecht
v. Banſin
v. Reinecke
28
i Emil Kroczak
§* Ad. Jungmann
8
Adolf Braun
v. Wedell, Saxo=
. . Paul Eisner
Boruſſige
. . Ludw. Indorf
. . Samska Asbel
. . Otto Wolf
. . Br. Waigandt
Fünſter 6
Fr. Jachtmann
Rüder, Gaſtwirt. Paul Peterſen
Agn. Wisthaler
Frau Rüder
Frau Dörffel, d.Minna Müller=
Tante .
. . Rudolph
Kellermann . . Adolf Jordan
Erſter
Zweiter
Dritter
Vierter
Käthie
Ein Muſikus
Schöler=
mann,
Glanz, (
Reuter,
. Käthe Gothe
.Franz Geibel
Adolf Klotz
. . A. Fleiſchmann
Edm. Göllnitz
Nach dem 3. Akte längere Pauſe.
Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Anfang 8 Uhr. — Ende 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 31. Jan. 109. Ab.=Vſt.
C 29. „Die Fledermaus.”
Gew. Pr. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 1. Febr. 110. Ab.=Vſt.
B 28. „Die fünf
Frank=
furter.” Gew. Pr. Anf. 7½ U.
Sonntag, 2. Febr. Nachmittags
½ Uhr: Achtzehnte
Volksvor=
ſtellung zu ermäßigten Preiſen.
„Im weißen Röß’l‟
Vor=
verkauf bis einſchl. Samstag, den
1. Febr., nur im Verkehrsbüro,
Verkauf der
(Ernſt=Ludwigspl.) —
noch vorhandenen Karten an der
Tageskaſſe im Hoftheater am Ta e
der Vorſtellung, vorm. v. 11 Uhr
ab. — Abends 7½ Uhr: 111. Ab.=
Vorſtell. A 28. Neu einſtudiert:
„Prima=Ballerina”.
Ge=
wöhnliche Preiſe.
Aus dem Spielplan.
Montag, 3. Febr. Nachmittags
4½ Uhr. Außer Abonnement.
Fünfte Kindervorſtell. (zu
Volks=
vorſtellungspreiſen). Neu
einſtu=
diert: „Sneewittchen und
die Zwerge.‟ Eine Komödie
für Kinder in 5 Bildern. Nac
einem Märchen bearbeitet von C.
A. Görner. — Abends 8 Uhr.
Auß. Abon. (zu
Volksvorſtellungs=
preiſen). Heiterer
Faſchings=
aben d. (Bunte Bühne.) Zu
bei=
den Borſtell. vergl. beſ. Anzeige.
Garenkestadrant
Spert
Izuf
Während der Fastnachts-Tage: Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag:
Konzerte der Kapelle
SB
I
A
Eintritt pro Tag 50 Pfg.
Passepartout Mk. 1.—.
(2952ds
[ ← ][ ][ → ]ℳ 13.
Donnerstag, 30. Januar.
1915.
Bekanntmachung.
Das Geſchäftszimmer des Großh. Kreisgeſundheitsamts Darmſtadt befindet
ſich bis auf weiteres im Hanſe Heinrichſtraße Nr. 79 dahier.
Darmſtadt, den 24. Januar 1913.
(2888
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1913 bringen wir hierdurch zur
allgemeinen Kenntnis.
(2707id
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Iuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1913.
Dauer der
Die Abſperrung
Datum
Tag
Truppenteil Abſperrung
erſtreckt ſich
von 1 bis
30. Januar Donnerstag Feld=Art.=Rgt. Nr. 63 g00 V. 400N
Ueber das ganze
3e=N. 40 N
31. Januar
Freitag
6
Abſperr=Gelände.
1. Februar) Samstag
„ „ „ „ 20 9-B. 4.M
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Nachſuchung der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt auf
Grund von Schulzeugniſſen.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugniſſe die
Berech=
tigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt nachſuchen wollen, werden hierdurch auf die
nachfolgenden bei Anbringung der Geſuche zu beachtenden Vorſchriften mit dem
An=
fügen aufmerkſam gemacht, daß hiernach unvollſtändige Geſuche ohne weiteres
zurück=
gegeben werden.
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum geſtellungspflichtig iſt,
d. h. ſeinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum eintährig=freiwilligen Dienſt kann nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr und muß ſpäteſtens bis zum 1. Februar des Jahres nachgeſucht
werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Sollten einzelne der nachſtehend unter a—d aufgeführten Papiere und insbeſondere
das Schulzeugnis wegen noch nicht vollendetem Schulbeſuch bis zu vorangeführtem
Termin nicht vorgelegt werden können, ſo iſt gleichwohl das Geſuch bis zu dieſem
Zeit=
punkt einzureichen und in demſelben anzugeben, daß die etwa noch fehlenden Papiere
nachfolgen würden. Die Einreichung dieſer Papiere muß bei Verluſt des Anrechts
der Berechtigung ſpäteſtens bis 1. April desſelben Jahres erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein und iſt hierzu
ein Bogen im Aktenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch iſt die nähere
Adreſſe anzugeben. Das Geſuch iſt an die unterzeichnete Behörde, ohne perſönliche
Adreſſe zu richten.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtandsregiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber
ge=
tragen werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des
geſetz=
lichen Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber gegenüber zur
Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die Koſten von
der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer gegenüber für die
Er=
ſatzpflicht des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten, ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten, zur
Be=
ſtreitung der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der geſetzliche
Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten
Verbindlich=
keiten, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des Geſetzes zur
Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder notariellen
Beurkundung.
Der Regel nach iſt dem Schulzeugnis ein entſprechendes Formular
bei=
gefügt, auf welches ausdrücklich Bezug genommen wird.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches für Zöglinge von höheren Schulen
(Gymnaſien, Realgymnaſien, Ober=Realſchulen, Progymnaſien, Realſchulen,
Realprogymnaſien, höheren Bürgerſchulen und ſonſtigen militärberechtigten
Anſtalten) durch den Direktor der Anſtalt, für alle übrigen jungen Leute durch
die Polizei=Obrigkeit oder ihre vorgeſetzte Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Das Schulzeugnis.
Sodann wird noch beſonders bemerkt:
zu pos. d) daß die Schulzeugniſſe, mit Ausnahme der Reifezeugniſſe, für die
Uni=
verſität und die derſelben gleichgeſtellten Hochſchulen und Reifezeugniſſe
für die Prima der Gymnaſien, Realgymnaſien und Ober=Realſchulen,
ſowie Reifezeugniſſe (Zeugniſſe über die beſtandene Schlußprüſung) der
Progymnaſien, Realprogymnaſien und Realſchulen, ſämtlich nach Muſter 18
zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 — Neuabdruck Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901 — ausgeſtellt ſein müſſen.
Im übrigen wird auf die Beſtimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der
an=
geführten Wehrordnung verwieſen.
Großherzogliche Prüſungs=Kommiſſton für Einjährig=Freiwillige zu Darmſtadt.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
(24005a
Antiche Nachrichten des Groſch. Poliſtants Darmſtad=
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2898
Unterſtützungen aus der Karl Schloſſerſchen Stiſtung.
Aus oben genannter Stiftung ſind von laufendem Jahre ab
fünf Unterſtützungen, und zwar je nach Dauer der Lehrzeit auf drei,
zwei oder ein Jahr zu vergeben. Die jährliche Unterſtützung beträgt
171 Mk 43 Pfg.
Als Bewerber können auftreten die Söhne hieſiger Bürger
und dahier unterſtützungswohnſitzberechtigter Einwohner, „die in der
Schule durch Sittlichkeit und Fleiß ſich ausgezeichnet und zur
Er=
lernung eines ehrbaren Gewerbes oder einer Kunſt Anlage und
Neigung haben.”
72686od
Schriftliche Bewerbungen ſind bis längſtens 20. Februar
ds. Js. bei mir einzureichen. Belege, aus denen das Vorhandenſein
der oben erwähnten Vorausſetzungen für die Vergebung der
Unter=
ſtützung hervorgeht, ſind beizufügen.
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Mueller.
Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrolle für
die Stadt für 1913.
Alle im Jahre 1893 geborenen, hier wohnhaften oder ſich
dauernd hier aufhaltenden Militärpflichtigen haben ſich in der Zeit
vom 15. bis Ende Januar d. J., vormittags von 9—12 Uhr, im
ſtädtiſchen Saalbau (Eingang Riedeſelſtraße) zur Stammrolle
anzumelden. Die nicht in Darmſtadt geborenen Militärpflichtigen
haben ihren Geburtsſchein vorzulegen und durch eine
Beſcheini=
gung des Arbeitgebers oder ein ſonſtiges Zeugnis nachzuweiſen, daß
ſie hier dauernden Aufenthalt genommen haben und nicht nur
vorübergehend anweſend ſind.
Außerdem haben ſich in vorbezeichneter Zeit, unter Vorlage
ihres Loſungsſcheines und der vorerwähnten
Aufenthaltsbeſcheini=
gung, alle Militärpflichtigen früherer Jahre zu melden, die bisher
weder einem Truppenteil überwieſen worden ſind, noch einen
Aus=
muſterungsſchein oder eine Ausſtandsbewilligung erhalten haben.
Militärpflichtige, die z. Zt. von hier abweſend ſind, müſſen von
ihren geſetzlichen Vertretern oder Arbeitgebern angemeldet werden.
Eine Unterlaſſung der Anmeldung wird mit Geldſtrafe bis
zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 9. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
1425a)
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 6. Februar 1913,
vormittags 11 Uhr, wird die Feld= und Waldjagd in der
Ge=
markung Roßdorf in dem Rathaus daſelbſt auf weitere 6 Jahre
ver=
lpachtet. Die Feldjagd umfaßt 2500, die Waldjagd 2200 Morgen. Sie
iſt von der Halteſtelle Beſſunger Forſthaus” beziehungsweiſe der
Station Roßdorf in 5 Minuten zu erreichen.
Die Verpachtung erfolgt in 3 Loſen, auf Wunſch auch in 1 Los.
Die Verpachtungsbedingungen liegen auf der Bürgermeiſterei offen.
(2705ids
Roßdorf, den 24. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf bei Darmſtadt.
Lorenz.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 13. Februar I. Js., nachmittags 3 Uhr,
wird im Gemeindehaus dahier, die Waldjagd auf weitere ſechs Jahre
verpachtet. Bemerkt wird, daß die Waldgemarkung unmittelbar an
(2766id
die Bahnſtation Meſſel angrenzt.
Georgenhauſen, den 27. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Georgenhauſen.
Lehr
Zentralhetzungs=Anlage.
Die Niederdruck= Zentralheizungs=
Anlage für das Krematorium ſoll
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
offen.
Die Angebotsſcheine werden an
auswärtige Firmen nicht
abge=
geben.
Angebote ſind bis
Freitag, 14. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(2685od
reichen.
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Seamtnahung.
Die heute in Roßdorf
abgehal=
tene Holzverſteigerung iſt
ge=
nehmigt. Die Abfuhrſcheine
kön=
nen vom 6. Februar an abgeholt
(2926
werden.
Ober=Ramſtadt, 28. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Daab.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute die Firma Heinrich
Schwinn in Ober=Ramſtadt ge=
(2908
löſcht.
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Keruſaſtärianſt.
Am alten Bahnhof
(Feldbergſtr.) ſind durch
Abbruch
(*2472md
50 Haufen Brennholz
abzugeben.
Näheres auf der Abbruchſtelle.
M
Stuttgarter Geldlotterie, Los 3 Mk.
Ziehung 1. u. 3. Februar er
Wohlfahrts-Lotterie, (z. B. d. deutſch.
Schutzgebiete), Los 3.30 Mk.
Ziehung 20.—22. Februar cr.
Alsfelder Geld-Lotterie, Los 1 Mk.
Ziehung 6. u. 7. März cr.
empfiehlt u. verſendet (2374a
Philipp J. Schmidt
Königl. Preuß, Lotterie-Einnchmer
Darmstndt, Rheinstr. 33, Tel. 127.
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Mühſtraße 5. part. (*2361oimd
Habe im Auſtrage einen gut
er=
haltenen Wand=Gasbadeofen
nebſt 2 Zinkwannen billig zu ver=
(2769a
kaufen.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Holz=Verſteigerung.
Mittwoch, 5. Februar 1913, vormittags ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen ſämtliches
außerhalb des Parks ſitzende Brennholz der Forſtwartei
Bayers=
eich verſteigert.
Scheiter, rm: 64 Buchen I. Kl., 76 Buchen II. Kl., 18 Eichen,
36 Kiefern, 9 Fichten: Knüppel, rm: 93 Buchen, 5
Hain=
buchen, 130 Eichen, 153 Kiefern, 25 Fichten; Knüppel=Reiſig,
rm: 47 Eichen 1 Kiefer; Reiſig, Wellen: 2680 Buchen,
4060 Kiefern; Stöcke, rm: 59 Buchen, 8 Eichen, 18 Kiefern,
5 Fichten.
Das Holz trägt die laufenden Nummern 1—541. Blau
unter=
ſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt
Forſt=
wart Klipſtein zu Bayerseich, Poſt Egelsbach.
Darmſtadt, den 28. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(2882
Stammholz=Verſtergerung.
Dienstag, den 4. und Mittwoch, den 5. Februar 1913,
jedesmal vorm. 9 Uhr anfangend, werden im Ober= Ramſtädter
Gemeindewald in den Diſtrikten Finſterhöllenberg, Griesbach,
Eichel=
berg und Günkelbach
585 Fichte=Stämme v. 14—33 cm m. Durchm. u. 8—20 m Lg.
26
Derbſtg. „ 10—12 „ „
„ 13—17 . „
,
an Ort und Stelle verſteigert.
Zuſammenkunft am erſten Tag auf dem Vicinalweg Nieder=
Ramſtadt-Nieder=Modau auf der ſog. Kreuzſtraße.
Am zweiten Tag im Diſtrikt Eichelberg auf dem Frankenhäuſer
Weg am Pflanzgarten unterhalb dem Breitenſtein.
Nähere Auskunft erteilt Förſter Trautmann.
Ober=Ramſtadt, 24. Januar 1913.
(2637sds
Großherzogl. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Brennholz-Verſteigerung.
Montag, den 3. Februar ds. Js.,
ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
nach=
verzeichnete Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle
verſteigert werden. Es gelangen zum Ausgebot=
200 rm kiefern Stockholz,
22 rm buchen Knüppel,
31 rm buchen Scheitholz, 1070 Stück buchen Wellen.
Stock,
3,8 rm
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet vormittags 9½ Uhr
auf der Schirmſchneiſe, Halteſtelle der Dampfſtraßenbahn, ſtatt.
Nähete Auskunft erteilt Forſtwart Kirſchner in Eberſtadt,
Müller=
ſtraße 11.
(2775md
Eberſtadt, den 24. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 6. Februar 1913, nachmittags 3 Uhr,
wird in dem Rathauſe dahier die Waldiagd der Spachbrücker
Wald=
gemarkung, enthaltend 273 Hektar, öffentlich verpachtet. Bemerkt
wird, daß das Jagdgebiet in 5 Minuten von der Bahnſtation Meſſel
(Mainz-Darmſtadt-Aſchaffenburger Bahn) zu erzeichen iſt und an
die Reſtauration Einſiedel (an der Darmſtädter-Dieburger=Straße)
angrenzt.
Forſtwart May zu Markhaus an der Bahnſtation Meſſel
wird nähere Auskunft erteilen.
(2873ds
Spachbrücken, den 27. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Illert.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
Nummer 25.
Schluss-Tage meines Saison-Ausverkaufes!
3
auf alle regulären, nichtweiter
Donnerstag, Freitag
10 kassen-Ravatt mehr ermässigten Artikel.
und Samstag
Alle Winter-Artikel, sowie Rest-Bestände und Reste
die sich im Laufe des Saison-Ausverkaufes angesammelt haben, sind äusserst billig ausgezeichnet. Die
50/
., .
Ersparnis bsträgt
Inhaber: Robert Blum
Spezial-
Ludwig SchwaD ErnstLudwigstrasse 23
Geschäft
(2932
entr lar ſten Preaiat
Nachbenannte Bedürfniſſe für die Zeit vom 1. April 1913 bis
31. März 1914 ſollen auf dem Wege öffentlichen Angebots vergeben
werden:
1. 38 Mille Zigarren, 2. die Schreibmaterialien, 3. die
Por=
zellan= und Glasgeräte, 4. ſämtliche (Bürſtenwaren, 5. ca. 120 Stück
Fenſterputzleder, 6. ca. 52 Dutzend Kämme, 7. ca. 200 Pack
Kloſett=
papier, 8. ca. 400 kg Makulatur, 9. ca. 2400 kg Kernſeife, 10. ca.
50 kg Mandelſeife, 11. ca. 3500 kg Schmierſeife, 12. ca. 5000 kg
SSoda, 13. ca. 400 Stück Baumwollflanekl=Waſchlappen, 14. ca 150 m
Baumwollebiber, 15. ca. 170 m Baumwolleflanell, 16. ca. 130 m
Baum=
wollezeug, 17. ca. 80 m Bettbarchent, 18. ca. 500 m Druckzeug, 19. ca.
430 m Sarſenet, 20. ca. 130 m Flanell, geſtreift, 21. ca. 230 m
Wolle=
ſtuch und Buckskin, 22. ca. 100 m Wollegarn, 23. ca. 18 kg Bettfedern,
24. ca. 45 Dutzend Schnur, leinen, 25. ca. 80 Stück Betteppiche, weiß
u. grau, 26. ca. 60 St. Strohhüte für Männer, 27. ca. 50 Stück
Schirm=
kappen, 28. die Anfertigung von, Kleidungsſtücken für männliche
Pfleg=
linge, 29. die AnfertigungsundsReparatur des Schuhwerks, 30) die
Backwaren 31. das Ochſen=, Kalb= und Hammelfleiſch ꝛc., 32. das
Schweinefleiſch und die Wurſtwaren, 33. die Milch, 34. ca. 3350 kg
Butter, 35. ca. 45000 Stück Eier, 36. ca. 6000 Handkäſe, 37. ca. 600 kg
Rahmkäſe, 38. ca. 70 kg Schweizerkäſe, 39. ca. 36000 kg Eßkartoffeln.
40. ca. 60 hI Bier, 41. ca. 3½ hl Weißwein, 42. die Abfälle, als:
a) das Geſpül und Gekrötz, b. die Knochen, c. die Lumpen.
Die in der Anlage A. des Erlaſſes Großh. Miniſteriums des
Innern vom 16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend,
ent=
haltenen Bedingungen, ſowie die Lieferungsbedingungen und Muſter
find auf dem Bureau der Anſtalt am 5., 6. und 7. Februar l. Js.,
vormittags von 8—12 und nachmittags von 2—5 Uhr einzuſehen und
Offerten, verſchloſſen und mit der Aufſchrift verſehen: „Submiſſion
zu der am 25. Januar 1913 ausgeſchriebenen Lieferung”, bis zum
Eröffnungstermin, 20. Februar 1913, vormittags 10 Uhr,
hier=
her einzureichen.
Die Bedingungen und Angebotsformulare können gegen
Er=
ſtattung der Selbſtkoſten bezogen werden; dagegen findet der
Ver=
ſand von Muſtern nach auswärts nicht ſtatt.
Die von den Submittenden vorzulegenden Muſter müſſen
ge=
trennt von der Submiſſion verpackt und beſonders adreſſiert werden.
Auch dürfen dieſen Muſtern weder Preiſe noch Namen der
Sub=
mittenten oder deren Firmenſtempel beigefügt werden, vielmehr nur
Zeichen, die in dem Submiſſions=Angebot zu wiederholen ſind. Die
Bedingungen ſind in den Angebotsformularien anzuerkennen.
Zu=
ſchlagsfriſt 4 Wochen.
(2901
Heppenheim, den 25. Januar 1913.
Großherzogliche Direktion der Landes=Heil= und
Pflegeanſtalt.
J. A.: Liſtmann, Großh. Hausverwalter.
Stammholz=Verſteigerung.
Montag, den 10. Februar 1913
ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
260 Stück Kiefern=Stämme von 24—58 cm Durchmeſſer und 3—14 m
Länge öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert werden.
Bemerkt wird, daß ſich hierunter 30 Stück über 200jährige Kiefern,
ſehr ſchönes Schnittholz, befinden. Nähere Auskunft erteilt
Forſt=
wart Kirſchner, Müllerſtraße 11.
Die Zuſammenkunft der Steigerer iſt vormittags 9½ Uhr auf
dem Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Eberſtadt, den 28. Januar 1913.
(2946ds
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Höhere Privatſchule Darmſtadt.
Grüner Weg 19 Leiter: H. Rupp. Fernſprecher 1512
Gründliche und raſche Vorbereitung zu allen Schul= und
Militärprüfungen in durchaus individuellem Unterricht; kleines
Familienpenſionat (höchſtens 6 Penſionäre). — In beſonderen
Nach=
mittagskurſen können Schüler hieſiger höherer ſtaatlicher Lehranſtalten
erfolgreichen Nachhilfeunterricht erhalten und ihre Aufgaben unter
Aufſicht von Lehrern der Anſtalt anfertigen. — Proſpekte und
Prü=
fungsergebniſſe durch den Vorſteher. Anmeldungen werden täglich
zwiſchen 12 und 1 Uhr und nachmittags zwiſchen 3 und 5 Uhr
entgegengenommen.
H. Rupp.
Köngliche jäöhere Auechinem.
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Beginn des Sommer-Halbjahres 1. April.
Programm kostenfrei.
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Schlachtſcheinen für den ſtädtiſchen
Schlachthof für das
Verwaltungs=
jahr 1913 ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen
lie=
gen im Stadthaus, Zimmer Nr. 51,
zur Einſicht offen. Eine
Verſen=
dung dieſer Bedingungen findet
nicht ſtatt. Angebote ſind unter
Beifügung von Papiermuſtern bis
längſtens Montag, den 10. Febr.
I. Js. einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Jan. 1913.
Der Oberbürgermeiſter:
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friſche Sied=Eier
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Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule
für das Oſtern 1913 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Freitag,
den 7. Februar, vorm. von 10—1 Uhr und nachm. von 3—5 Uhr
und Samstag, den 8. Februar, vorm. von 10—1 Uhr im
Direktor=
zimmer des Realgymnaſiums (Eingang durch das Portal am Kapell=
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Princessbohnen, 3 Sorten
Dicke Bohnen, Flageolets
Gemischte Gemüse, 2 Sort.
Cardons, Kohlraby,
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Steinpilze, Morcheln,
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Champignons, 5 Sorten
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Seite 13.
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44
So halte ich Dich jetzt als meine Braut, Du Geliebte
meiner Seele! ſagte er feierlich. Ich laſſe Dich nicht mehr
— uns ſoll nichts wieder trennen! Im nächſten Jahre um
dieſe Zeit biſt Du mein angebetetes Weib!
O, Ernſt, warum quälſt Du mich ſo und malſt mir
ein Glück, wie ich es nimmer mehr erhoffen darf im
Leben? klagte ſie.
Glaubſt Du, törichtes Kind, denn wirklich, daß ein
ſolches Verſprechen, wie es Dir abverlangt worden iſt,
bindend und gültig iſt für ein ganzes Leben? Kein
Menſch hat das Recht, in dieſer Weiſe beſtimmend in das
Geſchick eines anderen einzugreifen! ſagte er ernſt, indem
er Gretchen ſanft von ſeinem Arm herunter ließ. Du
hatteſt ſogar die Pflicht, ihm durch Ablegung jenes
Ver=
ſprechens das Sterben zu erleichtern. Aber es wäre
Wahn=
ſinn, wenn Du darum auf jedes fernere Glück in Deinem
Leben eigenſinnig verzichten wollteſt und damit auch
zu=
gleich das eines anderen vernichteſt! Nein, Gretchen, jeder
frei und vernünftig denkende Menſch wird Dir zuſtimmen,
wenn Du Dich von jener Kette frei machſt, die nur in
Deiner Ueberempfindlichkeit beſteht!
Doch traurig ſchüttelte ſie den Kopf. So eindringlich
er auch geſprochen, mit aller Beredſamkeit, ſie war doch
nicht überzeugt — — ſie hatte keine Hoffnung mehr auf
— und doch ſchrie alles in ihr nach dem geliebten
Glück
Mann — — ſie hatte das heiße, pulſierende Leben wieder
geſpürt, und nur mit aller Macht verſchloß ſie ſich ſeinen
Lockungen.
Margareta blieb ſtehen.
Sie waren allein — kein Menſch war in ihrer Nähe;
das rauhe, unfreundliche Wetter hatte alles vom Strande
verſcheucht.
Tief hingen die Wolken über dem unruhigen Meer,
das aufgeregt ſchäumte und brandete. Sinnend blickte
ſie darüber hin — ſchien es doch ihrem Leben gleich.
Laſſe uns jetzt Abſchied nehmen, mein Ernſt, ſagte ſie
leiſe, es wird ſonſt zu ſpät — hab’ Dank für Deine Liebe,
die mir wie Sonnenſchein geleuchtet hat — ach, wenn es
doch immer ſo ſein könnte.
Es wird ſein! entgegnete er in überzeugungsvollem
Ton. Glaubſt Du, ich laſſe Dich, nachdem ich Dich erſt
ge=
funden? Ich habe Geduld zu warten — aber wenn es an
der Zeit iſt, werde ich kommen — und bis dahin denke ich
an Dich, ſtark und feſt! — Gretchen, das Leben ruft,
ver=
ſchließe Dich doch nicht ſeiner Stimme —
Innig umfing er die Geliebte und küßte ihr die
Trä=
nen von den Augen. Ihm ſelbſt war ſo weh zu Mute,
denn dieſes ſchöne, zarte Geſchöpf war ja ſo mit ſeinem
Denken und Fühlen verwachſen, wie er nie gedacht, daß
je ein Weib ſolchen Einfluß auf ihn haben könnte!
Die Frauen lagen ihm, dem glänzenden Künſtler, zu
Füßen, und er wurde gefeiert wie ſelten jemand; doch ſie
waren ihm alle gleichgültig — ſtark und feſt war er gegen
die Verſuchungen geblieben, die ihm ſo mannigfach und
lockend nahten — um der Einen, Reinen willen, die er
von Anbeginn geliebt!
Er küßte ſie; heiß brannte ſein Mund auf dem ihren
und im Abſchiedsſchmerz klammerte ſie ſich an ihn. O, mein
Geliebter
Lebe wohl, Du ſüße Frau — ich komme wieder
Noch klang es ihr in den Ohren, dieſes
zuverſicht=
liche „ich komme wieder” als er ſie längſt verlaſſen, und
ſie in ihrem Zimmer ſaß.
Sie hatte ſich umgezogen und ſaß nun am Fenſter,
traurig in die Weite blickend. Unaufhörlich tropften die
Tränen aus ihren Augen, und grenzenlos, wie das Meer
ſo war ihr Schmerz.
Alles, was der Geliebte ihr geſagt, ließ ſie noch
ein=
mal an ſich vorüberziehen. Er hatte ja ſo recht —
tau=
ſendmal hatte ſie das gleiche gedacht und gefunden, wie
ungerecht, grauſam und egoiſtiſch jenes Verlangen war;
aber ſie hatte ihr Wort einmal gegeben, und daß ſie deſſen
ſtets eingedenk war, dafür ſorgte ſchon Lionels Mutter,
die immer wieder darauf zurückkam.
Sie kam ſich wie ein Verſchmachtender vor, dem der
Kelch des Lebens in greifbare Nähe gerückt und dem doch
verboten war, daraus zu trinken. —
Wer konnte ſie aus dieſem Zwieſpalt zwiſchen Pflicht
und Liebe löſen?
26. Kapitel.
Längſt hatte ſich der Tag gejährt, an dem Lionel
Cat=
lin ſeine Augen für immer geſchloſſen; das Oſterfeſt ſtand
nahe bevor. Margareta legte jetzt die Trauer um den
Gat=
ten ab. Eine Unruhe, ein Drängen und Sehnen war in
ſie gekommen, und wie die Erwartung von etwas
Wun=
derbarem erfüllte es ſie.
Und der Grund davon war ein Briefchen geweſen,
in dem nur ein paar Worte ſtanden — zu Oſtern komme
ich, du Geliebte meiner Sehnſucht!
Und nun wartete ſie, und tauſend Stimmen jubelten
und frohlockten in ihrem Herzen — ſie würde ihn
wieder=
ſehen! Sie hatte ſich zu der Erkenntnis durchgerungen,
daß ſie doch noch ein Recht auf Glück hatte, und jetzt war
ſie bereit, für ihre Liebe zu kämpfen!
Mrs. Dorothea Catlin hattg, wohl bemerkt, daß ſeit
der Rückkehr von Norderney eine Veränderung mit der
Schwiegertochter vorgegangen war; deren träumeriſches
Sinnen verriet es ihr und ihr Violinſpiel, das jauchzend
und ſehnſüchtig klang, alle Empfindungen ihrer Seele
wiedergebend.
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Gar bald hatte ſie erfahren, was ſie wiſſen wollte —
durch des Majors Erzählungen, der das Zuſammentreffen
mit dem Opernſänger Brand erwähnte! Und daß der
Künſtler Gretchen nicht gleichgültig war, hatte dieſe ihr
ſelbſt zugegeben!
Jetzt hieß es wachſam ſein, damit ſie nicht
wort=
brüchig würde; denn trotz aller ihrer Liebe und Güte hielt
Dorothea Catlin an dem Gedanken feſt, daß die junge
Frau ihr Verſprechen halten müſſe — denn auch ſie gönnte
keinem andern das Glück, das einſt ihr Sohn beſeſſen
deſſen letzter Wunſch war ihr heilig!
---
-
2,
Ein Tag vor Oſtern.
In azurner Bläue wölbte ſich der Himmel über der
vrangenden Erde, und die leuchtende Sonne vergoldete
alles mit ihrem Schein.
Frühzeitig ſchon hatte Margareta das Haus verlaſſen
ſie wollte allein ſein, wenn er kam — geſtern ſchon
var ſie voller Erwartung geweſen — heute mußte er nach
ihrer Berechnung da ſein.
Und ſie würde ihn treffen — ganz ſicher.
Und da ſtand er auch ſchon vor ihr, an den ſie mit
o viel leidenſchaftlicher Sehnſucht gedacht,
Gretchen —
Mein Ernſt
In ſeliger Selbſtvergeſſenheit ſchauten ſie ſich an.
Er fand die Geliebte noch viel ſchöner geworden —
wie ein holdes Märchenbild ſah ſie aus mit dem vor
Freude faſt verklärten Geſicht.
Sie lenkten ihre Schritte einer weniger belebten
Straße zu, da die Vorübergehenden ſchon aufmerkſam auf
die beiden ſchönen Menſchen wurden; mancher
bewun=
dernde Blick blieb auf ihnen haften.
Ernſt Brand erzählte, daß er geſtern ſpät am Abend
gekommen war und heute ganz früh ſchon „Villa
Mar=
gareta” aufgeſucht und daran gewartet hatte, ob ihm das
Glück nicht hold ſei, jemand zu ſehen, dem er Botſchaft
für ſie auftragen konnte — er wollte ſie erſt noch einmal
ſprechen, ehe er ſie in ihrem Hauſe aufſuchte. Nicht lange,
und ſie wäre ſelbſt gekommen; er war ihr nachgegangen
— und da bin ich nun, ſchloß er ſeinen Bericht, und ohne
Dich gehe ich nicht wieder. — — Die Sehnſucht hat mich
manchmal übermannt — wie viele Briefe hab’ ich Dir
ge=
ſchrieben, dann aber wieder vernichtet — ich wollte ſtark
ſein und Dich doch nicht beunruhigen — jetzt aber iſt meine
Prüfungszeit vorbei — —
Ach, Ernſt, mir iſt ſo bange — ich kenne Mrs. Catlins
Anſicht zu genau; gar oft wiederholt ſie mir alles — ſie
quält mich damit —
und doch hat ſie recht! Wer hilft
mir?
Ich, mein Lieb! ſorge Dich nicht, entgegnete er,
vor=
ausgeſetzt, daß Du mich noch liebſt
Ernſt! Faſt vorwurfsvoll klang ihr Ton, und
begüti=
gend lächelte er — ich ſcherzte ja nur! Aber, wenn Du
mir gut biſt, dann kann Dir eine Entſcheidung gar nicht
mehr ſchwer fallen, Gretchen — Du mußt doch auch ein
wenig an mich denken.
Eindringlich ſprach er, und halb beſiegt reichte ſie ihm
jetzt zum Abſchied die Hand.
Verzeih, Ernſt, doch ich möchte gerade heute nicht zu
lange ausbleiben. — Ich erwarte Dich in einer Stunde;
ich werde Papa auf Deinen Beſuch vorbereiten und ich
hoffe, daß es mir mit ſeiner Hilfe gelingen wird, Mama
umzuſtimmen, damit ich Dir angehören kann und Du auf
einen freundlichen Empfang rechnen darfſt! — Sie wird
doch nicht unbarmherzig ſein, wenn ich ſie bitte ſo recht
aus tiefſtem Herzen.
Voll Rührung blickte er auf ſie, in deren großen Augen
ſo viel Hingebung, Liebe und Vertrauen lag. Wie gern
hätte er ſie jetzt an ſeine Bruſt gezogen, ſie geſtreichelt
und geküßt; aber noch mußte er ſich gedulden und ſich mit
dem Kuß begnügen, den er auf ihre ſchlanke, weiße Hand
drückte.
Leb wohl, mein Gretchen! Ich werde pünktlich ſein!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.
Nummer 25.
Luftfahrt.
Die Luftſchiffahrt in Braſilien.
BB. Neuerdings beginnt man in Braſilien ſich
leb=
khaft für die Entwickelung der Luftſchiffahrt, beſonders
der Flugmaſchinen, zu intereſſieren. An der Spitze der
Bewegung ſtehen hervorragende Offiziere, wir nennen den
Feldmarſchall Georg Bormann, der im vorigen Jahre
Deutſchland beſucht hat. Man wird nicht dabei ſtehen
bleiben, die Anſchaffung von Flugmaſchinen der
Heeres=
verwaltung zu überlaſſen. Vielmehr geht eine mächtige
Bewegung durch das Land, die darauf abzielt, in allen
Teilen Luftſchiffer=Vereine zu gründen und
Flug=
maſchinen anzuſchaffen. Es iſt nicht mehr zu verwundern,
daß ſich für die Beſchaffung von Flugmaſchinen und
In=
ſtrukteuren die Blicke Vieler zunächſt nach Frankreich
rich=
ſten. Andererſeits iſt die deutſche Automobilinduſtrie
eine mächtige Schrittmacherin für die Wertſchätzung
deut=
iſcher Motoren in Braſilien geweſen. Ferner erkennt man,
beſonders in militäriſchen Kreiſen, die Fortſchritte
deut=
ſcher Flugtechnik rückhaltlos an. Dennoch wird es für die
bbeteiligte deutſche Induſtrie nicht ſo leicht ſein, gegen die
franzöſiſche das Feld zu behaupten. Der deutſche
Fabri=
ſkant verläßt ſich auf die Güte ſeines Fabrikates und die
bewährte Tüchtigkeit ſeiner Vertreter, er verſchmäht und
verkennt den Wert der Rellame in Südamerika, die der
Franzoſe trefflich auszunutzen verſteht Nirgends in der
Welt aber hat die Reklame größere Bedeutung als in
Südamerika, daran ſollten ſich die dentſchen
Flug=
maſchinen=Fabrikanten erinnern.
Vermiehtese
* Die Rieſenſtädte der Welt. Die Zahl der Städte
mit mehr als einer halben Million Einwohner beträgt
nach den neueſten Zählungsergebniſſen in Europa W0.
An der Spitze ſteht ſelbſtverſtändlich London mit 7 252 963
Einwohnern als Polizeidiſtrikt (Zählung 1911) und mit
4 523 000 Einwohnern als County. Die Eity of London,
der Kern dieſes ungeheuren Häuſer= und Menſchenmeeres,
zählt dabei nur 27000 Einwohner. Der Ruhm der
zweitgrößten Stadt Europas wird dagegen von Paris
mit ſeinen 2888000 Einwohnern (Zählung 1911), ohne
Vororte) nicht mehr lange beanſprucht werden können
denn Groß=Berlin, das 1912 mit Vororten ſchon
3852000 Menſchen einbegreift, dürfte Groß=Paris auch in
dieſem Punkte heute bereits überholt haben. Berlin
ſelbſt wird freilich nur von 2084000 Perſonen bewohnt,
doch ſeine Vororte (Charlottenburg mit 320 000, Neukölln
mit 253000, Schöneberg mit 178000, Wilmersdorf mit
121000, Lichtenberg mit 87000, Steglitz mit 71000,
Bor=
hagen=Rummelsburg mit 52000, Pankow mit 51000
Ein=
wohnern uſw.) ſind zahlreicher und bevölkerter als die
Vororte von Paris, unter denen nur drei (St. Denis
72000, Levallois=Peert 69000, Boulogne=ſur=Seine
51000) mehr als 50000 Einwohner enthalten. Wien, die
viertgrößte Stadt, zählt 2065 000 Einwohner, dann
kom=
men die beiden ruſſiſchen Millionenſtädte Petersburg mit
1908000 und Moskau mit 1617000 Einwohnern (
Zähl=
ung 1912). An ſiebenter Stelle ſteht ſchon Hamburg, das
allein 957000, als Groß=Hamburg mit dem eng
an=
ſchließenden, nur politiſch getrennten Altona aber bereits
1132000 Einwohner zählt. Etwas kleiner iſt
Konſtanti=
nopel mit 943.000 Einwohnern, deren Zahl durch die
Hin=
zurechnung der aſiatiſchen Vororte auf 1106000 anwächſt.
Die nächſte Anwartſchaft auf den Rang einer
Millionen=
ſtadt haben die Hauptſtädte Ungarns und Ruſſiſch=Polens,
deren Entwicklung in den letzten Jahrzehnten wirklich
rieſenhaft zu nennen iſt, denn Budapeſt hat 1910 880000,
Warſchau 856000 Einwohner. Es folgen Glasgow mit
784000, Liverpool mit 747000, Neapel mit 723 000,
Mancheſter mit 714000, Brüſſel mit 629 000, München mit
615000, Leipzig mit 604000, Mailand und Madrid mit je
600 000, Kopenhagen mit 588000, Barcelona mit 587000,
Amſterdam mit 574000, Dresden mit 558 000, Marſeille
mit 551000, Rom mit 540000, Birmingham, Breslau
und Köln je mit 526 000, Lyon mit 524 (100 und Prag mit
514000 Einwohnern.
Die zuverläſſigſten ſtatiſtiſchen Zahlen in den
ande=
ren Erdteilen bietet Amerika, das aber nur zehn
Städte dieſer Größe beſitzt. Es ſind dies Groß=Rew=York
mit 4767000, Chicago mit 2 185000, Philadelphia mit
1549000, Buenos=Aices, deſſen ungeheurer Aufſchwung
in der neueſten Zeit dem von New=York und Chicago
ebenbürtig iſt, mit 1 400 000, Rio de Janeiro mit 900 000,
St. Louis mit 687006, Boſton mit 671000, Cleveland mit
561 000, Baltimore mit 558000 und Pittsburg (
einſchließ=
lich Alleghany) mit 534 000 Einwohnern.
Aſiens größte Stadt iſt Tokio mit 2 186000
Ein=
wohnern. Gleich groß ſind Oſaka und Kalkutta mit
1230000 Einwohnern. Rund eine Million Einwohner
haben die Chineſenſtädte Hſiangtan und Hſingan und das
indiſche Bombay. Es folgen Canton mit 900000, Hankau
a. J. mit 826 000, Tientſin mit 800 000, Peking, deſſen
Einwohnerzahl früher ſehr überſchätzt wurde ſinit
693000 Einwohnern (Zählung 1910), Shanghai und
Bangkok je mit 650 000, Futſchou mit 624000, Tſchungking
a. Z. mit 600 00, Mabras Tſchungling a. Z. mit 600 0ch,
Madras mit 520000, die Chineſenſtädte Tſchantſchou und
Sutſchou und das indiſche Haidarabad je mit 500 000
Ein=
wohnern. Auſtralien hat zwei Städte von mehr als einer
halben Million, nämlich Sydney mit 606000 und
Mel=
bourne mit 562000 Einwohnern, während in Afrika nur
Kairo eine Einwohnerzahl von 680000 erreicht.
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Blumenthal=
ſtraße 111, ein S. Georg. Am 22.: dem Mechaniker
Kon=
rad Müller, Rhönring 53, ein S. Friedrich Konrad.
Am 23.: dem Kaufmann Jakob Friedrich Horn,
Kirch=
ſtraße 14, ein S. Friedrich Nikolaus. Am 27.: dem
Kell=
ner Heinrich Friedrich Wilhelm Lorenz, Kleine
Ochſen=
gaſſe 2, ein S. Friedrich Karl. Am 25.: dem
Straßen=
reiniger Johann Michael Wörlein, Hinkelsgaſſe 16, einet
T. Katharina.
Aufgebotene. Am 23. Jan.: Eierhändler Nikolaus
Göttmann mit Katharina Johannette Schwab Wwe
beide Kaupſtraße 9. Operateur Aegidius Kneis mit
Marting Waldmann, beide in Frankfurt a. M. Am 24.:
Diakon Johann Georg Merdes, hier, mit Anna Maria
Karthaus, Wetter a. d. Ruhr. Rottenarbeiter Adolf
Guſtav Diener mit Fabrikarbeiterin Marie Dauſch,
beide in Straßburg i. Elſ. Am 25.: Kaufmann Fritz
Hermann Schön, hier, mit Bureaugehilfin Anna
Eliſa=
beth Vönſch, Breslau. Vizewachtm. Karl Val. Waldeck,
hier, mit Martha Lina Minna Köſter, Hannover.
Eheſchließungen. Am 21. Jan.: Maſchinenputzer
Leonhard Werner mit Margareta Arndt, beide hier.
Am 22.: Schloſſer Jakob o Kumpf mit Katharing
Schnei=
der, beide hier. Am 23.: Mineralwaſſerfabrikant
Lud=
wig Löffler mit Eliſa Friedrich, beide hier.
Loko=
motivheizer Philipp Grünewald mit Anna
Jung=
becker, beide hier. Kaufmann Heinrich Wilms in
Düſſel=
dorf mit Katharina Hberkorn hier. Am 25.:
Dienſt=
knecht Peter Pfeifer mit Margareta Schwinn, beide
in Nieder=Kainsbach. Sergeant Franz Pieper mit
Eli=
ſabeth Beyer beide hier. Werkzeugmacher Johann
Schmitz mit Anna Saß, beide hier. Schloſſer Adolf:
Faber, hier, mit Katharina Müller in Wiesbaden.
Geſtorbene. Am 23. Jan.: Katharine Karl, geb.
Pfeiffer, Witwe des Monteurs, 54 J., ev.,
Schloßgarten=
ſtraße 9. Küfer Karl Rottmann, 21 J., ev.,
Soder=
ſtraße 62. Am 24.: Joſepha Leonhardt, 11½ St., kath.,
Heinheimerſtraße 22. Am 17.: Weichenſchmierer Johannes
Kolb, 32 J., ev., Hergershauſen. Am 25.: Anna
Eliſa=
beth Wenzel, T. des Taglöhners, 6 Mte., kath.
Gerns=
heim. Fabrikarbeiterin Magdalena Blank, 15 J., kath.,
Dieburg. Kaufmann Wilhelm Delp. 17 J., ev.,
Pfung=
ſtadt. Am 26.: Luiſe Hahn geb. Scherling, Witwe des
Landwirts, 75 J., ev., Beckſtraße 66. Privatin Marie
Mar=
garethe Melanie Simons, 52 J., ev., Inſelſtraße 20.,
Am 27.: Privatin Atalic Mainzer, 49 J., iſr.,
Kaſino=
ſtraße 12. Am 28.: Privatin Dorothee Hild, 64 J., ev.,
Landgraf=Georgſtraße 64. Kaufmann Leopold Sender,
65 J., iſr., Saalbauſtraße 7 Luiſe Sauerwald, geb.
Molitor, Witwe des Kaſſenreviſors, 59 J., kath.,
Ger=
vinusſtraße 49.
Liebig’s Fleisch-Extrakt für 5 Pfennigel
Wir bringen unseren seit fast 50 Jahren in allen Ländern eingeführten Liebig’s Fleisch-Extrakt in einer neuen Packung — „Liebig-Kugeln” genannt — in
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5 Pfennige und werden in Dosen à 5 Stück verkauft. Jede Kugel reicht zur Herstellung von Bouillon oder Suppe für eine Person aus. Die fertig
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gemessene Form macht den Gebrauch der „Liebig-Kugeln” besonders angenehm.
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poon (Pak. 20 ₰), daneben möglichſt
tägliches kräftiges Einreiben des
Haarbodens mit Zucker’s Orig.=
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alsdann gründliches Maſſieren der
Kopfhaut mit Zucker’s Spezial=
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