Darmstädter Tagblatt 1913


30. Januar 1913

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang

monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Die Reichsregierung lehnte in der geſtrigen Reichs=
tagsſitzung
die Beantwortung der Polen= In=
terpellation
ab, da es ſich um eine preußiſche An=
gelegenheit
handle, für die der Reichstag nicht zuſtän=
dig
ſei.
Der Hamburgiſche Viermaſter Tangani
ſank bei dem Cap de la Hague. 30 Mann der Be=
ſatzung
werden vermißt.
Der frühere ſpaniſche Miniſterpräſident Moret iſt in
Madrid geſtorben.
Die Antwort der Pforte auf die Note der Mächte
ſollte Mittwoch nachmittag oder ſoll heute vormittag
überreicht werden.
Die geſtern den türkiſchen Delegierten überreichte Note
der Balkanſtaaten erklärt die Londoner
Verhandlungen für abgebrochen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Die National=Flugſpende.

* Am Samstag den 25. Januar, hat der Verwal=
tungsausſchuß
des Kuratoriums der National=
Flugſpende unter dem Vorſitz des Grafen Poſa=
dowsky
=Wehner die erſte Sitzung abgehalten, um
über die Ausführung der in der Kuratoriums=Sitzung
vom 20. Dezember 1912 feſtgelegten Grundſätze an der
Hand umfaſſender Erhebungen und vorbereitender Ar=
beiten
Beſchluß zu faſſen. Das Wolffſche Bureau teilt
darüber folgendes mit:
Den Ausgangspunkt der Verhandlungen bildete die
vom Kuratorium als wichtigſte Aufgabe bezeichnete Aus=
bildung
von Fliegern. Die Ausbildung von
Fliegern hängt mit der generellen Frage, in welcher
Weiſe unſere poſitiven Leiſtungen im Flugweſen am
ſicherſten und ſchnellſten geſteigert werden und der etwaige
Vorſprung anderer Nationen eingeholt werden kann, auf
das engſte zuſammen.
Es ergab ſich nach eingehender Debatte die Unmög=
lichkeit
, die Ausbildung von Fliegern ſeitens des Kura=
tpriums
der National=Flugſpende ſelbſt in die Hand zu
nehmen. Die Anforderungen an den Flugzeugführer ſind
lſowohl hinſichtlich ſeiner techniſchen Ausbildung als auch
ſinsbeſondere bezüglich ſeiner perſönlichen Eigenſchaften
ſo mannigfaltig und groß, daß ſich ein ſicherer Maßſtab
für die Qualifikation der ſich meldenden Perſonen nicht
laufſtellen läßt. Die Auswahl durch die National= Flug=
ſpende
würde daher die Gefahr begründen, daß ungeeig=
nete
Verfönlichkeiten ausgebildet würden, die während
der Ausbildungs=Periode wieder ausgeſchieden werden
Amüßten. Damit aber gingen die aus der National= Flug=
lſpende
aufgewendeten Mittel zum großen Teil verloren.
AAus dieſen Erwägungen ergab ſich, daß das für Zu=
wendungen
aus der National=Flugſpende entſcheidende
Moment der Nachweis einer Leiſtung ſein müſſe und daß
dieſer Grundſatz auch anf die Ausbildung von Fliegern
unbedingt anzuwenden ſei. Die Zuwendung des für die
Ausbildung aufzuwendenden Durchſchnittsſatzes in Höhe
lbis zu rund 8000 Mark ſoll daher erſt erfolgen, wenn die
AAusbildung beendet und der ausgebildete Tlieger oder
die ihn ausbildende Fabrik den Nachweis erbringt, daß
der Flieger den an ihn zu ſtellenden Anforderungen, die im
weſentlichen den Anforderungen des Feldpiloten=Eramens
in praktiſcher und theoretiſcher Hinſicht entſprechen ſollen,
gewachſen iſt.
Der Kreis der Fabriken, denen die Ausbildung von
Fliegern für die National=Flugſpende überlaſſen werden
kann, wird nicht auf die für die Miltär= und Marine=
Verwaltung liefernden Fabriken beſchränkt ſondern durch
eine beſondere Zulaſſung auf Grund allgemeiner Nor=
mativ
=Beſtimmungen feſtgeſetzt werden. Für die Aus=
bildung
ſoll ein ins einzelne auszuarbeitender Plan zu=
ſrunde
gelegt werden, deſſen Befolgung durch eingehende
Prüfung des ausgebildeten Fliegers ſowohl in theoreti=
ſcher
als auch in praktiſcher Hinſicht feſtgeſtellt wird. Erſt
lnach Beſtehen der Prüfung werden die Ausbildungskoſten
in der vorerwähnten Höhe, und zwar unter Wahrung
er Intereſſen der ausbildenden Fabriken und der Flie=
her
erſtatte: werden. Dabei wird auf eine umfaſſende
Mitarbeit der Vereine bezüglich der Abhaltung der Prü=
ffungen
gerechnet. Bei ſachgemäßer Organiſation und
ntſprechender Normierung der allgemeinen Bedingungen
lwird die Verauslagung der für die Ausbildung erforder=
ſichen
Mittel nicht auf Schwierigkeiten ſtoßen.
In konſequenter Durchführung des Grundgedankens,
daß einer Zuwendung aus der National=Flugſpende eine
boſitive Leiſtung gegenüberſtehen muß, ſoll das Prä=
mienſyſtem
ferner derart erweitert werden, daß un=
ler
noch feſtzulegenden Bedingungen eine beſtimmte
Grundprämie von etwa 1000 Mark durch Ableiſtung eines
Einſtundenfluges erflogen werden kann. Dieſe Prämie
vird ferner bei einem Dauerfluge für jede vollendete wei=
liere
Stunde um etwa 1000 Mark erhöht. Für die höchſte
eſamtſtundenleiſtung eines Jahres wird außerdem ein
beſonderer Preis ſowohl für den Flieger als auch für das
Fabrikat vorgeſehen. Die Prämie für den Einſtunden=

flug wird im Jahre 1913 naturgemäß nur den ſchon vor=
handenen
Fliegern, in den nächſten Jahren jedoch auch
denen zugute kommen, die inzwiſchen auf Grund der Aus=
bildungsprämie
ihr Feldpilotenexamen beſtanden haben.
Die Durchführung dieſes auf einen großen allge=
meinen
Impuls berechneten Syſtems macht eine bal=
dige
Löſung der Verſicherungsfrage wün=
ſchenswert
. Die Verhandlungen des Kuratoriums über
dieſe ungewöhnlich ſchwierige Materie befinden ſich noch
in der Schwebe.
Zur Sicherung der Flieger und Erhöhung ihrer
Leiſtungen müſſen ferner nach einheitlichem Plan über
das ganze Reich verteilte Flugſtützpunkte angelegt
werden. An ihrer Errichtung wird ſich die National=
Flugſpende nach Möglichkeit mit Zuſchüſſen beteiligen,
doch muß bei der Beſchränktheit der zur Verfügung
ſtehenden Mittel die Aufbringung der Koſten der Flug=
ſtützpunkte
in der Hauptſache den in Betracht kommenden
Städten überlaſſen bleiben.
Das in Vorſchlag gebrachte Syſtem der Gewährung
von Prämien für die Ausbildung von Fliegern in Höhe
der Ausbildungskoſten, ſowie der Prämienflüge hat den
Vorteil, daß dadurch die National=Flugſpende mittelbar
den aviatiſchen Unternehmungen insbeſondere der In=
duſtrie
und den Flugplätzen, zugute kommt.
Den Flugzeugfabriken wird es ermöglicht, Flugſchüler zu
erhalten, da die Höhe der Prämien nicht nur die aufge=
wendeten
Koſten einſchließlich des Riſikos für ungeeignete
Flugſchüler decken, ſondern auch noch einen anſehnlichen
Verdienſt ermöglichen wird. Die Stunden=Flug=Prämien
aber werden es den Flugplatz=Verwaltungen rein indu=
ſtrieller
wie allgemeiner Art ermöglichen, die vorausſicht=
lich
häufigen Bewerbungen um derartige Preiſe der Na=
tional
=Flugſpende zu Veranſtaltungen auszugeſtalten und
dadurch das dauernde Intereſſe der Vereine und des
Publikums an ihrem Flugplatze und am Flugweſen im
allgemeinen zu erhöhen. Dagegen können Bargeldunter=
ſtützungen
weder in der Form von Darlehen noch in der
von reinin Geſchenken oder von Beteiligung gemacht
werden. Es würden derartige Maßnahmen ſtets zu Un=
gerechtigkeiten
führen.
Eine ſolche Erleichterung der Arbeitsbedingungen wird
ſich jedoch im Rahmen der vom Kuratorium ſeſtgelegten
zunächſt
Grundſätze dadurch ermöglichen laſſen, daß
verſuchsweiſe eine Zentralſtelle für die
Nachprüfung neuer Erfindungen auf ihre
praktiſche Brauchbarkeit geſchaffen wird. Das Kuratorium
der National=Flugſpende wird demgemäß jede Erfindung,
um deren Förderung ſie erſucht wird, durch anerkannte
Sachverſtändige unter dankenswerter Mitarbeit der Wiſ=
ſenſchaftlichen
Geſellſchaft für Flugtechnik daraufhin prü=
fen
laſſen, ob ſie bei dem gegenwärtigen Stande der Tech=
nik
durchführbar iſt und einen Fortſchritt auf dem Ge=
biete
der Flugtechnik erhoffen läßt. Bei günſtigem Aus=
fall
dieſer Prüfung wird der Verwaltungsausſchuß im
einzelnen Falle beſchließen, wie die praktiſche Erprobung
zu ermöglichen ſein wird.
Der vorſtehende Arbeitsplan iſt vom Verwal=
tungsausſchuß
grundſätzlich genehmigt und feſtgeſetzt
worden. Die Ausarbeitung im einzelnen ſoll mit größter
Beſchleunigung durchgeführt und in der nächſten Sitzung
des Verwaltungsausſchuſſes, die vorausſichtlich in etwa
drei Wochen ſtattfinden wird zur endgültigen Beſchluß=
faſſung
vorgelegt werden. Die in der Sitzung vom
25. Januar gefaßten Beſchlüſſe ſind durchweg mit Ein=
ſtimmigkeit
gefaßt worden. Es beſtand die einmütige und
auch von den anweſenden Vertretern der am Flugweſen
unmittelbar beteiligten Reſſorts gebilligte Auffaſſung, daß
der vorgelegte Arbeitsplan geeignet ſei, dem deutſchen
Flugweſen einen neuen mächtigen Impuls zu geben, daß
damit dem Willen der Spender und der Abſicht der Na=
tional
=Flugſpende am beſten gedient ſei und darum nicht
davor zurückgeſcheut werden dürfte, die Mittel der Na=
tional
=Flugſpende ſchon im Laufe der nächſten drei bis
fünf Jahre zu verausgaben.

Die Lebensverſicherung der
Privatangeſtellten.

* Der Reichsanzeiger veröffentlicht Erläuterun=
gen
zu den Ausführungsbeſtimmungen zu den §§ 390 und
392 des Verſicherungsgeſetzes für Ange=
ſtellte
(Schutz des mit Lebensverſicherungsgeſellſchaften
eingegangenen Verſicherungsverhältniſſes).
Die Erläuterungen beſagen: Die Vorſchriften ſetzen
voraus, daß es ſich um Verſicherung bei Lebens=
verſicherungs
=Unternehmungen handelt, die
den Angeſtellten berechtigt hatten, einen Antrag auf Be=
freiung
von der Beitragspflicht nach § 390 zu ſtellen. Es
iſt notwendig für die Anwendbarkeit des § 392, daß der
Angeſtellte ſich tatſächlich von der Beitragsleiſtung zur
Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat befreien
laſſen. Die Vorſchriften ſetzen weiter voraus, daß der
Arbeitgeber den Zuſchuß zu den Beiträgen für die
Verſicherung des Angeſtellten in den Fällen des § 390
Abſ. 1 ſchon vor dem 5. Dezember 1911 und in den Fällen
des § 390 Abſ. 2 vor dem Eintritt in die Verſicherungs=
pflicht
geleiſtet hat. Die erſte Ausführungsbeſtimmung
regelt die Frage, welcher Betrag für den Beitragsanteil
des Arbeitgebers zur Weiterzahlung an die Lebensver=
ſicherungs
=Unternehmungen in Betracht kommen kann.
Das Geſetz ſetzt voraus daß der Angeſtellte eine Ver=
ſicherung
in einer ſolchen Höhe abgeſchloſſen hat, welche

mindeſtens ſeinem Beitragsteil bei Inkrafttreten des Ge=
ſetzes
entſpricht, wenn er nach § 390 von der Beitrags=
pflicht
zur Reichsverſicherungsanſtalt befreit ſein will.
Der Beitragsteil des Arbeitgebers ſoll der Reichsverſiche=
rungsanſtalt
zufließen. Demnach wird höchſtens derjenige
Betrag vom Beitragsteil des Arbeitgebers für die Weiter=
zahlung
an die Lebensverſicherungsunternehmungen in
Betracht kommen können, der über das geſetzliche Maß des
Beitragsteiles des Angeſtellten hinausgeht, d. h. höchſtens
der Unterſchied zwiſchen der Prämie für die Lebensver=
ſicherung
und dem Beitragsteil des Arbeitgebers
Wenn der Angeſtellte den Arbeitgeber wechſelt und
der neue Arbeitgeber ſich nicht an der Prämienzahlung
für die Lebensverſicherung beteiligt, ſo wird die Reichs=
verſicherungsanſtalt
erwägen, ob und in welcher Weiſe ſich
die Fortzahlung der Verſicherungsprämie ermöglichen
läßt, da ſie ein Intereſſe an der Aufrechterhaltung der
Verſicherung hat. Die Reichsverſicherungsanſtalt hat unter
allen Umſtänden aus den Beitragsteilen des Arbeitgebers
den Angeſtellten die halben geſetzlichen Leiſtungen zu ge=
währen
. Wenn nun Bruchteile des Beitragsteiles des
Arbeitgebers an eine Lebensverſicherungs=Unternehmung
weiter gezahlt werden, ſo muß der Angeſtellte einen
Teil der Zorderung aus ſeinem Verſiche=
rungsvertrage
mit der Lebensverſicherungs= Unter=
nehmung
an die Reichsverſicherungs anſtalt
abtreten. Die Abtretung erfolgt nur in ſolcher Höhe,
daß die Reichsverſicherungsanſtalt für die Leiſtung der
weiter gezahlten Beträge die entſprechende erforderliche
Deckung erhält. Die Prämie wird ſich natürlich nach dem
Alter des Angeſtellten am Tage der Abtretung eines
Teiles ſeiner Forderung aus dem Verſicherungsvertrage
richten. Da die Reichsverſicherungsanſtalt unbedingt eine
Gegenleiſtung für die weitergezahlten Beträge haben muß,
ſo war ferner notwendig, zu beſtimmen, daß nur aus ſol=
chen
Verſicherungsverträgen ein Teil abgetreten werden
kann, bei denen feſtſteht, daß der Eintritt der Verpflichtung
des Verſicherers zur Leiſtung gewiß iſt. Die Reichsver=
ſicherungsanſtalt
muß aber auch gegen Nachteile geſchützt
werden, die ihr entſtehen, wenn der Verſicherte ſeine Ver=
ſicherung
infolge Nichtzahlung der Prämie verfallen läßt.
Daher iſt der Anſtalt eingeräumt, den abgetretenen Teil
der Verſicherung unabhängig von dem Fortbeſtehen der
übrigen Verſicherung, fortzuſetzen.
Private Penſionskaſſen und öffentlich= recht=
liche
Penſionskaſſen werden durch die Beſtimmungen der
Bekanntmachung von der Anwendung des § 392 ausge=
ſchloſſen
, weil bei ibnen der Eintritt der Pflicht des Ver=
ſicherers
zur Erfüllung der vereinbarten Leiſtung nicht
ſicher iſt. Es iſt jedoch dringend erwünſcht, daß auch bei
der Verſicherung in dieſen Kaſſen die Weiterzahlung des
Arbeitgeberbeitrages nicht ausgeſchloſſen wird, daher iſt
die Möglichkeit von Vereinbarungen unter den Beteiligten
offen gehalten. Wegen der Verſchiedenheit der Verhält=
niſſe
bei dieſen Kaſſen war der Erlaß genereller Beſtim=
mungen
nicht durchführbar, deshalb mußte die Regelung
auf die Einzelfälle beſchränkt werden.

Deutſches Reich.

Der Seniorenkonvent des Reichs=
tages
trat am Dienstag zu einer Sitzung zuſammen.
Vom Präſidium wurde der Wunſch ausgeſprochen, im In=
tereſſe
der Förderung der Geſchäfte des Hauſes die Viel=
rederei
möglichſt einzuſchränken. Es wurde beſchloſſen,
am Mittwoch die Interpellation der Polen betreffend das
Enteignungsgeſetz auf die Tagesordnung zu ſetzen. Wei=
ter
ſoll es durch Einſchiebung des Schwerinstages, näm=
lich
des 5. Februars, ermöglicht werden, den ſozialdemo=
kratiſchen
Antrag betreffend die Wahlrechtsfrage zur Be=
ratung
zu ſtellen. Ein Tag der darauffolgenden Woche
iſt für die Beratung des Jeſuitenantrages des Zentrums
vorgeſehen.
Die Reichstagsmehrheit. Wie ſchon
mitgeteilt, hat die Budgetkommiſſion des Reichstags trotz
der dringlichen Befürwortung des Staatsſekretärs Krätke
die Oſtmarkenzulage für die Beamten der Reichspoſt= und
Telegraphenverwaltung abgelehnt. Die Mehrheit beſtand
aus Zentrum, Polen und Sozialdemokraten. Weiter iſt
im Reichstag eine vom Zentrum unterſtützte Interpella=
tion
der Polen eingebracht, die lautet:
Die preußiſche Staatsregierung hat die Enteignung
polniſcher Gutsbeſitzer für die Zwecke der Anſiedlungs=
kommiſſion
in Angriff genommen. Was gedenkt der Herr
Reichskanzler zu tun. um dieſer mit dem Geiſte der Reichs=
verfaſſung
und mit der Reichsgeſetzgebung unvereinbaren,
in politiſcher, wie in ſozialer Beziehung die Bevölkerung
aufs tiefſte erregenden Maßnahme entgegenzutreten?
Die Interpellation wird unterſtützt von 55 Zentrums=
mitgliedern
. Dieſe Reichstagsinterpellation deckt ſich im
weſentlichen mit der Poleninterpellation im Abgeord=
netenhaus
, die Ende Oktober dort verhandelt wurde. Die
Wiederholung der Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus
kann nur den Zweck haben, mitsHilfe eines Interpella=
tionsantrags
einen Beſchluß gegen den Reichskanzler
herbeizuführen, in dem Sinne, daß deſſen Behandlung
der Enteignungsfrage nicht der Anſicht im Reichstage ent=
ſpreche
. Eine Mehrheit für dieſen Beſchluß iſt vorhanden.

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Nummer 25.

Dazu ſtehen außer den 18 Polen 90 Zentrumsabgeordnete
und 110 Sozialdemokraten, alſo im ganzen 218 Abgeord=
nete
(19 mehr als die Mehrheit) zur Verfügung. Dieſelbe
Mehrheit wird auch für die Aufhebung des Jeſuiten=
geſetzes
vorhanden ſein. Die Reichstagswähler haben
ſes ſo gewollt!
Parſifal im Reichstag. Die Petition,
betreffend Verlängerung des Parſifal=Schutzes, die dem
Reichstage zugegangen iſt, und die unter anderen auch
die Unterſchrift des Kronprinzen trägt, wird im Reichs=
tage
vorausſichtlich am 7. Februar zur Beſprechung ge=
langen
. Die Regierung wird dabei durch ihren Beauf=
tragten
eine Erklärung abgeben laſſen.
Eine offiziöſe Entgleiſung. Die Baye=
riſche
Staatszeitung hatte die Berufung des früheren deut=
ſchen
Geſandten in Brüſſel, Grafen Wallnitz, mit ſeinen
verwandtſchaftlichen Beziehungen zum Fürſten Bülow
in Verbindung gebracht, was unliebſames Aufſehen er=
regt
hatte. Das offiziöſe Organ geſteht nachträglich zu,
daß dieſe Notiz nicht in den Rahmen einer Staats=
zeitung
hineingepaßt habe, und entſchuldigt dieſe Ent=
gleiſung
, mit den techniſchen Schwierigkeiten, mit denen
eine neue Zeitung in den erſten Tagen zu kämpfen hat.
Die bayeriſchen Biſchöfe gegen die
Leichenverbrennung. Die Erzbiſchöfe und Bi=
ſchöfe
Bayerns werden gegen die Leichenverbrennung
einen gemeinſamen Faſtenhirtenbrief erlaſſen. Der
Bayeriſche Kurier teilt einen Auszug daraus mit, wonach
jedem Katholiken verboten iſt, einem Leichenverbrennungs=
verein
anzugehören und ſeine eigene Leiche oder die
Leiche eines anderen verbrennen zu laſſen. Die kirchlichen
Exequien ſeien mit der Leichenverbrennung unvereinbar.
Wer ſelbſt die Verbrennung ſeiner Leiche anordnet,
empfängt keine Sterbeſakramente und iſt von den kirch=
lichen
Exequien ausgeſchloſſen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Parlamentsgarde. Nach
dem bekannt gegebenen Statut für die neu aufgeſtellte
ungariſche Parlamentsgarde hat die Garde die Aktionen
des Parlamentspräſidenten mit bewaffneter Hand zu
unterſtützen. Die militäriſch organiſierte Truppe unter=
ſteht
der Militärgerichtsbarkeit und den Dispoſitionen
des Parlamentspräſidenten.
Frankreich.
Die Pulverfrage. Die Deputiertenkammer be=
riet
über den Budgetpoſten Pulver und Salpeter‟ Der
frühere Unterſtaatsſekretär André Lefévre, der in der Pul=
verfrage
an Bord von Kriegsſchiffen eine lange Unter=
ſuchung
durchführte, wies darauf hin, daß das franzöſiſche
Pulver trotz der Kritik das Pulver des Sieges für die
Balkanſtaaten ſei. Die Kataſtrophen in der franzöſiſchen
Marine, namentlich auf dem Panzerkreuzer Liberté,
ſeien ſeiner Anſicht nach nicht notwendig dem Pulver zu=
zuſchreiben
. Das Nitroglyzerinpulver verderbe viel
ſchneller als das B=Pulver. Er glaube an den Sieg der
Nitrozelluloſe. Auf jeden Fall gäbe es gegenwärtig kein
rauchloſes Pulver, das nicht bei der Berührung mit
Waſſer der Selbſtentzündung ausgeſetzt ſei. Lefévre ſchloß
mit der Bemerkung, er habe gegen die unter den See=
leuten
und deren Familien verbreitete Unruhe auftreten
und das Vertrauen des Landes wieder befeſtigen wollen.

Die marokkaniſche Anleihe wird nach einer
offiziöſen Meldung ungefähr 150 Millionen Francs be=
tragen
, wovon 35 Millionen zur Liquidierung der Schul=
den
des Maghzen, 46 Millionen für die Ende März zur
Submiſſion gelangenden Hafenbauten von Caſablancg
und der Reſt zu dem Bau von Straßen, Spitälern, Schu=
len
und Baulichkeiten für die verſchiedenen Dienſtzweige
der Generalreſidentſchaft verwendet werden ſollen. Der
Anleihe=Entwurf wird in kurzem dem Parlament vor=
gelegt
werden.
Portugal.
Die Deputiertenkammer lehnte mit 47
gegen 43 Stimmen einen Antrag Santos ab, der eine
Verſöhnung mit der königlichen Familie vorſchlägt. Der
Premierminiſter und zwei weitere Miniſter gaben ihre
Stimme gegen den Antrag ab.
Vereinigte Staaten.
Börſenreform. Der Vorſtand der New=Yorker
Börſe referierte wegen der vom Gouverneur vorgeſchlage=
nen
Börſenreform.
Er beantwortete die Spezialbotſchaft, indem er aus=
führte
, daß gewiſſe Anſätze bereits in mehreren Vorlagen
des Gouverneurs enthalten ſeien, die dieſer früher bei
der Staatslegislaturperiode eingereicht habe. Die Spe=
zialbotſchaft
des Gouverneurs ſtützt ſich auf das Zeugnis
einiger leitenden Perſönlichkeiten der Börſe. Sie läßt
keinen Zweifel darüber, daß die Börſe entweder nicht im=
ſtande
oder gewillt ſei, Maßregeln zu treffen, um die
Uebelſtände auszurotten. Für den Staat ſei der Zeitpunkt
gekommen, augenſcheinliche Mißbräuche, ränkevolle An=
chläge
und liſtige Kombinationen zu beendigen, die dazu
dienen, das argloſe Publikum zu umgarnen und zu täu=
ſchen
. Die Spezialbotſchaft enthielt auch ein Geſetz, das
die Veröffentlichung falſcher Angaben bezüglich des Wer=
tes
von Aktien und der Finanzlage von Geſellſchaften als
ein ſtrafwürdiges Vergehen kennzeichnet. Sie empfiehlt
ſerner Geſetze bezüglich Leerverkäufe, Verpfändung von
Wertpapieren, ferner bezüglich der Winkelbörſen und Wu=
cherer
, worunter der Gouverneur die Erhöhung der Zins=
ſätze
für tägliches Geld rechnet. Der Führer der demo=
kratiſchen
Maforität der Legislatur erklärte, niemand
brauche zu befürchten, daß die geſetzgebenden Körperſchaf=
ten
etwas unternehmen werden, was das legitime und
ehrliche Börſengeſchäft verhindern werde. Alle Teile wer=
den
Gelegenheit erhalten, ſich zu der Vorlage zu äußern.

* Madrid, 28. Jan. Der ehemalige Miniſterprä=
ſident
Moret iſt heute geſtorben. Er war ſeit dem
letzten Freitag, an dem er noch der Sitzung einer wiſſene
ſchaftlichen Geſellſchaft beigewohnt hatte, krank und mußte
das Bett hüten. Heute fühlte er ſich wohler und ſollte
aufſtehen. Als er aber gegen Mittag das Bett verlaſſen
hatte, wurde er von einer Ohnmacht befallen. Bald dar=
auf
erlöſte ihn ein ſanfter Tod. Der König, die Miniſter
und viele hervorragende Perſönlichkeiten haben der Fa=
milie
des Verſtorbenen Beileidsbeſuche abgeſtattet. Auch
die Bevölkerung von Madrid iſt von dem Dahinſcheiden
des ehemaligen Miniſterpräſidenten ſchmerzlich berührt.
Moret hat ſich in ſeinem Teſtament alle Ehrenbezeugungen
aus Anlaß ſeines Todes verbeten.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Januar.

* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem neuen deutſchen Botſchafter
in Rom, Freiherrn von Jeniſch, das Großkreuz des
Se. Königl Hoheit der
Ludewigs=Ordens verliehen.
Großherzog haben dem ſtändigen Hilfsarbeiter im
Auswärtigen Amt, Kaiſerlichen Regierungsrat Dr. Ernſt
Schmitt in Berlin, die Erlaubnis zur Annahme und

zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem deutſchen Kai=
ſer
, König von Preußen, verliehenen Roten Adler=
Ordens 4. Klaſſe erteilt.
g. Strafkammer. Des gemeinſamen Diebs
ſtahls waren geſtern der 26jährige Portefeuiller Heinr,
Johann Horch und der 18jährige Otto Stephan Hei=
ninger
, beide aus Offenbach, angeklagt. Horch war in
der Offenbacher Verkaufsſtelle einer Frankfurter Firma=
gegen
einen auskömmlichen Lohn angeſtellt. Trotzdem ent=
wendete
er nach und nach etwa 30 Meter Stoffe und einige
Taſchen im Geſamtwerte von etwa 60 Mark; ferner er=
brach
er ſeiner Wirtin ein verſchloſſenes Käſtchen, dem er=
5,50 Mark entnahm. Gemeinſam mit dem Angeklagten
Heininger verſchafften ſie ſich mit falſchen Schlüſſeln in
das Bureau eines anderen Arbeitgebers Eingang, wo ſie
eine Kaſſette mit 18 Mark Inhalt entwendeten. Horch
der bereits einmal vorbeſtraft iſt, beſtreitet, daß das Käſt=
chen
bei der Frau Rupp verſchloſſen war. Das Gericht
erkennt gegen ihn auf ein Jahr gegen Heininger auf=
acht
Monate Gefängnis; beiden werden von der
Unterſuchungshaft ein Monat und zwei Wochen in An=,
rechnung gebracht. Der 22jährige Weißbinder Sebaſtian
Heuſohn aus Offenbach feierte am 26. Oktober ſeine
Entlaſſung aus der Zellenſtrafanſtalt Butzbach in Frankfurt=
mit
einer Bierreiſe. Frühmorgens begab er ſich mit einem
Schuhmacher auf den Heimweg nach Offenbach. Unter=
wegs
ſchlug er die Scheibe eines Feuermelders ein. Er
hatte ſich deshalb geſtern vor der hieſigen Strafkammer
wegen Beſchädigung einer öffentlichen
Zwecken dienenden Telegraphenanlage
(§ 317 Strafgeſetzbuches) zu verantworten. Er gebrauchte
die wenig glaubhafte Ausrede, er habe die Scheibe mit
ſeinem Schirm aus Verſehen eingeſchlagen. Das Gericht
verurteilte ihn nach dem Antrage des Staatsanwalts zu
ſechs Wochen Gefängnis.
* Meiſterprüfungen für Handwerker in der Pro=
vinz
Starkenburg. Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai
908 (ſog. kleiner Befähigungsnachweis) dürfen bekannt=
lich
im allgemeinen nur noch ſolche Perſonen Lehrlinge
anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden haben,
ie Friſt, bis zu welcher die Meiſterprüfung noch ohne
Nachweis der beſtandenen Geſellenprüfung abgelegt
werden kann, läuft am 1. Oktober 1913 ab. Um daher
noch möglichſt vielen Handwerkern die Teilnahme an
der Prüfung nach den erleichterten Beſtimmungen zu
ermöglichen, iſt neben der für Herbſt dieſes Jahres vor
geſehenen terminlichen Prüfung noch die Abhaltung
einer außerterminlichen Meiſterprüfung im Frühjah
dieſes Jahres angeordnet worden. Zwecks Zulaſſun
zu derſelben iſt an das Sekretariat der Handwerks
kammer zu Darmſtadt die Prüfungsgebühr mit 35 Mk
einzuzahlen. Mit der Quittung hierüber verſendet die
Kammer zugleich das vorgeſchriebene Anmeldeformular
das ausgefüllt mit ſämtlichen geforderten Anlagen
(Nachweiſen) an den Vorſitzenden der Meiſterprüfungs=
kommiſſion
für die Provinz Starkenburg, Herrn In=
genieur
Markwort zu Darmſtadt, Kaſinoſtraße 8
baldigſt einzureichen iſt. Für die Zulaſſung weiblicher
Gewerbetreibender ſind die für die männlichen Kandidaten=
geltenden
Beſtimmungen maßgebend, doch werden
während der bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Ueber=
gangszeit
weibliche Handwerker auch dann zur Meiſter=
prüfung
zugelaſſen, wenn die vorgeſchriebene Lehr= und
Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung nicht
nachgewieſen werden kann.

* Deutſch Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe
Darmſtadt. Das neu eröffnete Abendheim, Wald=
ſtraße
21, erfreut ſich des Wohlwollens weiter Kreiſe,
welche durch freundliche Gaben das Heim ausſtatten. St
ſpendeten die Firmen C. Bayer, J. Schaaf und O. Nietſch=
mann
verſchiedene Haushaltungsgegenſtände H. Lautz und
E. Thomaſius ſchenkten Briefmappen, Briefpapier und
Karten, V. Brückner und B. Finger Kuchen und Kreppel,
L. Fertig, K. Steinhäuſer, ſowie Schade u. Füllgrabe
Kaffee, Tee und Zucker, von Firma A. Geiger erhielt das
Heim eine Tiſchdecke und von L. Borné eine ſchöne Wand=
uhr
. Dank allen gütigen Spendern. Bis jetzt erfreut ſich
nur eine kleine Zahl von alleinſtehenden Mädchen der

Wen Frauen lieben.

** Ueber die große Schickſalsfrage, welcher Mann
den Frauen am beſten gefällt, haben ſich eine Reihe der
führenden engliſchen Romanſchriftſtellerinnen im Strand
Magazine geäußert und bieten damit einen intereſſanten
Beitrag zu dieſer gewiß wichtigen Frauenfrage‟ Den
Anlaß zu dieſen Meinungsäußerungen bot eine Stelle in
einem Roman der vielgeleſenen Dichterin Ada Leverſon.
Groß, ſtark und ſchön, mit mehr als durchſchnittlicher
Klugheit, aber mit nichts Beunruhigendem darin, gut
gelaunt bei Poſſen, eiferſüchtig in der Liebe das iſt
wohl der Typus, den die Frauen am meiſten lieben. Es
iſt barer Unſinn, zu ſagen, daß Frauen eine Freude daran
haben, tyranniſiert zu werden. Soweit man verallgemei=
nern
kann, darf geſagt werden, daß Frauen am liebſten
ein guten, tüchtigen Mann haben, dem ſie immer trauen
und den ſie gelegentlich (wenn es notwendig iſt) betrügen
können.
Auf dieſe Stimme antwortet nun ein vieltöniger
Chorus, der ſich in Zuſtimmung und Ablehnung tempe=
ramentvoll
äußert. Beſonders oft wird der ſchöne
Mann abgelehnt. Sicherlich werden viele Frauen
einen häßlichen Mann mit einer Seele einem Adonis ohne
Seele vorziehen ſchreibt Adelaide Arnold; und wenn
alle Frauen einen brutalen Menſchen verabſcheuen, wer=
den
viele heimlich einen, der ſie beherrſcht, lieben. Die
Art Mann, die die Frauen am meiſten lieben erklärt
Mrs. Askew, muß gut ausſehen, daß er in der Menge
mitläuft, aber für den ſogen. ſchönen Mann habe ich nichts
übrig. Er muß liebe Augen haben und ein ſtarkes Kinn
nichts Gemeines im Geſicht. Er muß weiſe genug ſein,
um Kinder zu verſtehen, und ein guter Freund von Hun=
den
; (!) Hunde müſſen immer gleich zu ihm kommen.
Für das Kindliche im Manne ſpricht ſich auch
Maud Yardley aus: Als Liebhaber und Gatten wollen
Frauen einen Mann, der, ganz gleich, wie er ausſieht, gut
und liebreich iſt zu kleinen Kindern und dummen Tieren.
Mey Wynne iſt der Anſicht, daß ein ſchönes Geſicht kaum
Frauen anzieht, dagegen lieben ſie nach ihrer Meinung
ſicherlich eine große Geſtalt und Kraft; auch Maud
Annesley will Muskelkraft durchaus nicht unterſchätzt
wiſſen, Das ſcheint mir ein Teil vom Ideal des Männ=
lichen
zu ſein. Ihr Typ ſieht folgendermaßen aus:
Aeußere Erſcheinung unwichtig, Stimme von großer
Bedeutung, Temperament leidenſchaftlich, aber nicht lau=
niſch
, aufmerkſam in Kleinigkeiten, taktvoll, zuverläſſig,
gutmütig, ſtark, liebevoll, klug natürlich, und außerdem
muß er Sinn für Humor haben.
Nach Majorie Bowen gibt es nur eins, was die Frau
dem Manne nicht verzeiht: Willensſchwäche. Phyſiſche
Kraft iſt vielen reizlos. Die 4 wichtigſten Eigen=
ſchaften
eines Mannes ſollten nach meiner Meinung

ein: Mut, Klugheit, Heiterkeit, ſympathiſches Weſen, und
wenn man hinzufügt: Liebenswürdigkeit und Edelmut,
dann iſt die Vollkommenheit erreicht. Wenn man den
Gatten wie neue Hüte beſtellen würde, meint Mrs. H. H.
Penroſe, dann würde zweifellos jedes Mädchen verlan=
gen
, daß ihr Mann groß, ſtark und ſchön iſt. Aber wenn
ſie ſich wirklich verliebt, ſo ſieht ſie in dem Gegenſtand
ihrer Neigung etwas Vollkommenes, mag er auch klein,
gebrechlich und häßlich ſein. Männer, die von Frauen
zu Ehemännern begehrt werden, müſſen nach ihrer Mei=
nung
haben: Gemeinſamkeit der Intereſſen, geduldige
Gutmütigkeit, jenen Sinn für Humor, der die Räder des
Lebens ölt, und endlich Charakterſtärke. Andere der
Schriftſtellerinnen umſchreiben anders jenes gewiſſe
Etwas, das ſie vom Manne verlangen. Sophie Cole for=
dert
vor allem die Fähigkeit des Verſtehens.
Mrs. Philip Campion nennt Ritterlichkeit die Eigenſchaft,
die am meiſten anzieht, und May Edington, die dem Aus=
ſehen
nur ganz geringe Bedeutung beilegt, begeiſtert ſich
für einen Mann, der Romantik mit ſich bringt. Die
Frau will täglich ihre kleine Portion Romantik haben;
es können ein paar Worte ſein, ein Blick, ein Kuß, eine
Berührung, eine Blume.
Das gleiche fordert Mrs. Baillie Reynolds von dem,
den ſie liebt: die Fähigkeit des Mannes, zu faſzi=
nieren
. Sie beſteht in einer gewiſſen Kaltherzigkeit,
einer Fähigkeit, ganz unbeeinflußt von jedem Gefühl zu
erſcheinen. Die Selbſtſüchtigen und die Kal=
ten
haben nach ihrer Meinung das meiſte Glück. Es
fehlt auch nicht die Frau, die im Mann den guten Kame=
raden
ſucht, und eine Menſchenkennerin definiert das
Ideal in dem paradoxen Satz: Ich denke, daß wir Frauen
die Art Mann am meiſten lieben, von der wir zu Anfang
denken, wir könnten ſie am wenigſten lieben. Jene
Halbgötter mit allen möglichen Tugenden würden
auf die Dauer unendlich langweilig werden,
während die rechte Miſchung von Fehlern und Tugenden
tets von neuem intereſſiert. Mrs. Alfred Sidgwick aber
möchte ſchon ſo einen Tugendhelden haben, wenn ſie nur
nicht ſo ſchrecklich ſelten wären.

Konzerte.

W. Am Dienstag veranſtaltete der Richard= Wag=
ner
=Verein einen Arien= und Liederabend
der Konzertſängerin Frau Maria Freund aus Bres=
lau
. Das Programm, in dem deutſche, franzöſiſche und
ruſſiſche Komponiſten zu Worte kamen, war mit vorneh=
mem
Geſchmack zuſammengeſtellt, allerdings unter Be=
vorzugung
des franzöſiſchen Liedes, denn unter 17 Liedern
waren ſechs franzöſiſch geſungene. Außer der erſten
Nummer, Klagelied der Lelia von Claude Debuſſy aus
deſſen Over L Enfant Prodigue, die im traditionellen

Opernſtil gehalten iſt, gehörten die vorgetragenen Lieder
dem volkstümlichen Genre an. Ihre muſikaliſche Behand=
lung
durch die verſchiedenen Komponiſten, in der ſich ein
unerſchöpflicher Reichtum an muſikaliſchen Formen und
Gedanken kundgab, war das Intereſſanteſte an dem=
ramm
. Guſtav Mahler, von dem es ſechs meiſtens nach
Texten aus Des Knaben Wunderhorn enthielt, weiß
den volkstümlichen Inhalt der Lieder in eine Kunſtform
zu kleiden, die trotz der prinzipiellen Gegenſätzlichkeit die
Kongruität zwiſchen beiden in bewundernswerter Weiſe
wahrt, weil er nicht wie andere in den Fehler verfällt,
das Hauptgewicht auf das Formelle zu legen. In dieſem
Sinne ſind die vier Lieder aus Des Knaben Wunder=
horn
: Scheiden und Meiden Das irdiſche Leben
Rheinlegendchen und Wer hat das Liedlein erdacht?
namentlich aber die beiden letzteren, kleine Kunſtwerke,
Das ſchönſte von den vorgetragenen Liedern war jedoch
das ernſte Lied Ich bin der Welt abhanden gekommen
deſſen tiefer Stimmungsgehalt muſikaliſch in herrlicher
Weiſe feſtgehalten und zum Ausdruck gebracht worden iſt.
Außerdem enthielt das Programm vier Lieder von
Claude Debuſſy, die vorzugsweiſe wegen ihrer eleganten
Form Beachtung verdienen, daneben an die Kunſt des
Vortrags hohe Anforderungen ſtellen. Eine gewiſſe Ein=
förmigkeit
der Faſſung ſchwächt aber das Intereſſe an
hnen wieder etwas ab. Am beſten gefiel das kleine, genial
hingeworfene Lied Mandoline‟ Die drei Lieder von
Georg Henſchel konnten kein tieferes Intereſſe erwecken,
In dem erſten Liedchen von Heine: Es war ein alten
König wirken der tonliche Aufwand und der tieftragiſche
Grundton faſt komiſch. Das als Berceuſe bezeichnete
chwermütige Lied von Modeſt Mouſſorgsky, das eher ein
Totenlied iſt, iſt von herbem Charakter, wenn auch nicht=
tnintereſſant
. Von den beiden Liedern von Alexander
Gretſchaninoff geſiel Der Gefangene hauptſächlich
wegen der anſprechenden Schlußſtrophe, am meiſten.
Die Sängerin, Frau Freund, beſitzt einen um=
fangreichen
und ausgiebigen Mezzoſopran, der nur beim
Forcieren in der Höhe bisweilen ſcharf wird, und ſingt
mit vielem Geſchmack und vornehmem künſtleriſchen
Empfinden. Ihre vollendete Vortragskunſt fand in den
Liedern von Mahler und Debuſſy eine dankbare Aufgabe
und verlieh auch den weniger anſprechenden Liedern immer
noch einen gewiſſen Grad von künſtleriſchem Intereſſe=
Auch die Art, wie ſie eine kleine ſtimmliche Indispoſition
zu Beginn des Abends zu cachieren wußte, verriet die
routinierte Sängerin.
Die Klavierbegleitung lag bei Herrn Kapellmeiſter
Rehbock in bewährten Händen.
Gerügt werden muß die ungenügende Heizung des
Saales, in dem es überdies noch zog. Unter dem Gefühl
körperlichen Unbehagens kann man eines Kunſtgenuſſes
ſchwer teilhaftig werden, und mit der Gefährdung der
Geſundheit iſt er zu teuer erkauft.

[ ][  ][ ]

Annehmlichkeit des Heims. Möchten dieſe Zeilen dazu
beitragen, daß von Abend zu Abend die Zahl der Be=
ucherinnen
ſich mehrt.
* Der Zweigverein Darmſtadt des Vogelsberger
höhenklubs veranſtaltet am kommenden Samstag abendim
Saale des Hotel Köhler einen Bunten Abend. Dem Ver=
tehmen
nach ſind die Vorbereitungen hierzu derart ge=
rroffen
, daß den Mitgliedern und Gäſten einige überaus
genußreiche Stunden in Ausſicht geſtellt werden können.
Siehe Anz.)
* Eine Ortsgruppe des Kirchlichen Blauen
Kreuzes iſt, wie man uns mitteilt, hier ins Leben
gerufen worden. Das Kirchliche Blaue Kreuz (zu unter=
cheiden
von dem hier ſchon vorhandenen Barmer Blauen
Kreuz) will als evangeliſch=kirchliche Arbeitsgemeinſchaft
in Treue zur Kirche und im Einvernehmen mit dem
Seelſorgeramt und den Vertretungen der Gemeinden,
ſowie den Vereinen und Anſtalten der Inneren Miſſion
ſein Werk treiben, um deſſen vollen Ertrag dem Aufbau
des Gemeindelebens zu gute kommen zu laſſen. Als
hervorragendes Mittel zur Erreichung ſeiner Zwecke hat
das Blaue Kreuz die völlige Enthaltſamkeit vom Genuß
geiſtiger Getränke erprobt. Zur Abſtinenz verpflichten ſich
alſo alle ſeine Mitglieder und Anhänger.
Prämiierungen. Auf der in den Tagen vom 25.
bis 27. Januar d. J. ſtattgehabten XVI. nationalen Ge=
flügelausſtellung
zu Chemnitz erhielt Herr Gg. Schleidt
auf 1912er Bronce=Puten einen 1. und einen 2. Preis.
Herr Pet. Dietz II. zu Wixhauſen auf Zwerg=Wyandottes
einen 1. und zwei 3. Preiſe. Gewiß ein ſehr bedeutender
Zuchterfolg. Beide Herren ſind Mitglieder des Geflügel=
zuchtvereins
Ornis‟ Darmſtadt.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. In feſtlicher
Beleuchtung wird der Abend des großen Geſell=
chaftsmaskenballes
am Samstag, den 1. Fe=
bruar
, in doppelter Beziehung erſtrahlen: Der große
Saal hat nämlich jetzt durchweg elektriſches Licht erhalten.
den 6 großen Lampen, die ſchon ſeit einiger Zeit anſtelle
des früheren Kohlenglühlichts elektriſches Licht haben,
iſt nun auch der große vielkerzige Lüſter gefolgt, der
ebenfalls für elektriſches Licht umgewandelt wurde, das
ſam Samstag zum erſten Male erſtrahlen wird. Die
Probebeleuchtung zeigte außerordentlich gute Reſultate.
Der feſtlichen Beleuchtung wird ſich die feenhafte Deko=
ation
würdig einpaſſen, ſo daß dem ſchönen Maskenfeſte
in durchaus wirkſamer und ebenſo ſchöner Rahmen wird.
Vie immer, werden auf den Galerien Chambres ſeparées
aufgeſchlagen, die den des Tanzes Müden lauſchige Plätz=
hen
zur Ruhe und Erholung und Stärkung mit perlen=
em
Schaumwein bieten ſollen zu neuem fröhlichem Tun.
Im großen Saale wird eine Sekthalle errichtet werden,
wvo offener Schaumwein glasweiſe zum Ausſchank kommt.
Blumenhallen uſw. ergänzen die Ausſtattung. Der Große
iat macht übrigens noch beſonders auf die Vergünſtig=
ingen
für Beſucher des Bunten Abends und für Zug=
ndszeichner
im Bezug von Karten zum Maskenball auf=
nerkſam
. Das Nähere darüber iſt in den Anzeigen uſw.
rſichtlich.
Der Odenwaldklub Frankonia hält am 9. Februar
einen diesjährigen Maskenball in ſämtlichen Räumen
es Kaiſerſaals ab.
Orpheum. Der tolle Schwank Der zerbrochene
Spiegel deſſen urkomiſche Darſtellung durch die Herren
Camillo und Karl Schwarz in dem heute zu Ende
gehenden Programm Tauſenden Lachtränen entlockte,
wird heute Donnerstag zum letztenmal gegeben.
Morgen Freitag fällt die Vorſtellung aus. Am
Samstag, den 1. Februar, findet die Premiére dies dies=
jährigen
Gaſtſpiels des Dresdener Belvedere=
Enſembles ſtatt. Die beliebten Gäſte bringen u. a.
wieder eine aktuelle Jahresrevue, betitelt: Los auf den
Bummel! Die Vorbereitungen für die ſeit Jahren
ſeinen Glanzpunkt des Karnevals bildende Roſen=
im
ontags=Vorſtellung ſind im Gange. Näheres
fplgt. (Siehe Anzeige.)

Hotel Heß. Jeder muß ſeine helle Freude darar
haben, daß derzDarmſtädter Karneval von Jahrzu
Jahr mehr gehoben wird. Die Karnevalfeſtlichkeiten
m Hotel Heß ſind entſchieden Glanzpunkte der
Faſchingszeit. So ſind auch für dieſes Jahr wieder
große Arrangements getroffen worden. Bei den närriſchen
Dekorationen ſollen auch Die fünf Frankfurter und
Die fünf Meenzer nicht vergeſſen worden ſein.
S. Auerbach, 29. Jan. Gelegentlich des Kaiſer=
Eſſens im Hotel zur Krone dem auch Herr Hofopern=
änger
Leo Schützendorf nebſt ſeinem Bruder Euger
beiwohnten, trug erſterer außer mehreren anderen Lie=
dern
auch ein von letzterem komponiertes Teinklied‟
unter rauſchendem Applaus der Zuhörer vor.
Nieder=Modau, 29. Jan. An dem Zuſammenbruch
der Kaſſe in Nieder=Modau ſind auch mehrere Leh=
rer
von dort und aus der Umgegend beteiligt. Dieſe
müſſen nun nicht nur mit ihrem geſamten Vermögen haf=
ten
, ſondern ihr Gehalt über 1500 Mk. wurde nun auch
mit Beſchlag belegt. Für ältere Lehrer bedeutet dies
eine Einbuße an Gehalt von 1900 Mk. pro Jahr
Babenhauſen, 29. Jan. Gleichzeitig mit den Abräu=
mungsarbeiten
am alten Hauptbahnhof in Darmſtadt
werden die Vorarbeiten für den großen Um=
bau
am hieſigen Bahnhof vorgenommen. Der
dort gewonnene Boden wird hier zur Ausfüllung des
Terrains benützt. Dabei wird auf der Südweſtſeite un=
er
Städtchen durch einen Damm leider völlig einge=
chloſſen
. Es ſind im ganzen eine Million Kubikmeter
Erde anzufahren, wozu eine Friſt von 1¼ Jahr geſetzt iſt
Täglich gehen jetzt ſchon vier anſehnliche Materialzüge
von Darmſtadt hierher.
Guſtavsburg, 29. Jan. Das durch heißes Waſſer
verbrühte Kind des Bäckers Füllner iſt ſeinen
Verletzungen erlegen.
Offenbach, 29. Jan. Ein Kurſus über Woh=
nungsaufſicht
wurde von der Zweigverwaltung
Offenbach des Deutſchen Technikerverbandes in dieſem
Monat veranſtaltet. 41 Herren aus dem Großherzogtum
Heſſen, der Provinz Heſſen=Naſſau und dem Fürſtentum
Waldeck nahmen daran teil. Landeswohnungsinſpektor
Gretzſchel aus Darmſtadt hat es verſtanden, die Teil=
nehmer
in wichtige und volkswirtſchaftliche Fragen einzu=
führen
und beſonders mit der Wohnungsfrage vertraut
zu machen, welche im gegenwärtigen Zeitalter als eine
der wichtigſten Fragen ſozialpolitiſcher und volkswirt=
ſchaftlicher
Art von den verſchiedenartigſten Volkskreiſen
anerkannt wird. Die Vorleſungen haben folgende The=
men
behandelt: 1. Das Weſen der Sozialpolitik und ihre
volkswirtſchaftliche Bedeutung. 2. Die Wohnungsfrage,
Entwicklung des Wohnweſens, die gegenwärtigen Ver=
hältniſſe
und ihre Folgen. 3. Maßgabe der Wohnungs=
reform
. Stand der Geſetzgebung der Wohnungsreform.
. Weſen und Aufgabe der Wohnungsinſpektionen. Haupt=
zweck
des Kurſes war, Wohnungsaufſichtsbeamte heranzu=
bilden
, damit bei Sthaffung und Einführung eines
Reichswohnungsaufſichtsgeſetzes den Behörden geeignet
vorgebildete Anwärter für den Wohnungsaufſichtsdienſt
zur Verfügung ſtehen.
Mainz, 29. Jan. Zwiſchen der ſtädtiſchen Verwal=
tung
und dem Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die
Provinz Starkenburg ſchweben ſoeben Verhandlungen
wegen Abſchluß eines langfriſtigen Ver=
trags
, betr. die Lieferung von Maſtſchwei=
nen
durch Landwirte der Provinz Starkenburg. Dem=
nächſt
findet dieſerhalb eine gemeinſame Beſprechung mit
einem Vertreter der Stadt Mainz, zu welcher auch Land=
wirte
von Starkenburg und Schweinemäſter, die ſich für
dieſe Angelegenheit intereſſieren, Einladungen erhalten,
ſofern ſie ihren diesbezüglichen Wunſch dem Landwirt=
ſchaftskammer
=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg
mitteilen.
Worms. 29. Jan. Ein Einbruchsdiebſtahl
bei dem den Tätern Silberzeug in die Hände fiel, wurde
in der Wohnung des ſeit einigen Tagen auf Reiſen be=

findlichen Fabrikanten Karl Enzinger in der Sieg=
friedſtraße
, verübt. Gelegentlich des Rundganges eines
Wächters der Wach= und Schließgeſellſchaft fiel dieſem auf,
daß im Hofe die Kellertüre nicht ganz geſchloſſen war.
Durch den Keller begab er ſich alsdann durch eine in den
dausflur führende Türe nach der offen ſtehenden Wohn=
ung
, wo man wahrnehmen konnte, daß ſämtliches
Silberzeug geſtohlen war und zwar nur Silber,
während z. B. an den Tafelaufſätzen die Glasſchalen ab=
gebrochen
und zurückgelaſſen wurden. Die Polizei wurde
ſofort in Kenntnis geſetzt, doch fehlt bezüglich der Täter
noch jede Spur. Der Wert der geſtohlenen Sachen konnte
noch nicht feſtgeſtellt werden, da die beſtohlene Herrſchaft
und das Dienſtperſonal auswärts iſt. Ob der Diebſtahl
in letzter Nacht oder ſchon früher verübt wurde, iſt noch
nicht aufgeklärt.
Eich, 28. Jan. Die Vereinigung rüben=
bauender
Landwirte für Heſſen und die Pfalz
hatte im Löwen eine Bürgerverſammlung
einberufen, die gut beſucht war. Nachdem Bürgermeiſter
Menger über die Vorteile und Notwendigkeit einer Or=
ganiſation
der Rübenbauern geſprochen, gründete ſich
eine Ortsgruppe der Vereinigung rübenbauender
Landwirte, der rund 100 Mitglieder mit ungefähr 500 heſ=
ſiſchen
Morgen Rübenbaufläche und 100000 Zentnern
Zuckerrüben als Durchſchnittsertrag beitraten.
Nackenheim, 29. Jan. Das Feſt der goldenen
Hochzeit begehen am Samstag, den 1. Februar, die
Eheleute Ortsgerichtsvorſteher und Altbürgermeiſter
Heinrich Joſeph Mann II. im engeren Familien=
kreiſe
. Das Jubelpaar erfreut ſich einer guten Geſundheit
und einer ſeltenen körperlichen und geiſtigen Friſche und
iſt 76 bezw. 75 Jahre alt. Der Jubilar iſt ein Muſter als
Familienvater und bekleidet ſeit Beſtehen der Ortsgerichte
das Amt eines Ortsgerichtsvorſtehers mit der größten
Gewiſſenhaftigkeit bis heute. Den Bürgermeiſterpoſten
hatte er 36 Jahre lang inne, vom 11. Januar 1875 bis 11.
Dezember 1910, und hat alsdann auf eine Wiederwahl
verzichtet. Geachtet und hochgeehrt von ſeiner vorgeſetz=
ten
Behörde war er jederzeit ein Muſter ſeines Standes.
Er iſt Inhaber des Ritterkreuzes 2. Klaſſe mit der Krone.
Friedberg, 29. Jan. Nachdem erſt in der hieſigen
Apotheke durch böswillige Brandſtiftung ein
Brand entſtanden war, auf den man den Beſitzer durch
einen Dcohbrief vorher aufmerkſam gemacht hatte,
gingen jetzt wieder verſchiedenen Bürgern derartige
Briefe zu. Obwohl ſcharf aufgepaßt wurde, ging geſtern
in einer Buchbinderei ein Vorratsraum in Flammen auf.
Die Einwohner befinden ſich infolge dieſer Vorfälle in
großer Aufregung. Die Staatsanwaltſchaft hat bereits
umfangreiche Unterſuchungen vorgenommen.
Büdingen. 28. Jan. Bei Büdingen entſpann ſich
geſtern zwiſchen fünf Wilddieben und ebenſo=
viel
fürſtlichen Förſtern ein regelrechtes Gefecht.
Ein Wilddieb wurde angeſchoſſen, von den anderen aber
in Sicherheit gebracht. Umfangreiche Hausſuchungen mit
Hilfe von Polizeihunden werden vorgenommen
* Nieder=Gemünden, 29. Jan. Am 12. Februar feiern
die Konrad Herbſt Eheleute hier im engſten Familien=
kreiſe
das Feſt der goldenen Hochzeit. An
dieſem Tage wird es dem Jubelpaare, das auf eine ar=
beitsreiche
, mit Erfolgen gekrönte Vergangenheit blickt
und ſich allgemeiner Beliebtheit erfreut, an Ehrungen nicht
fehlen.
Regelung des Arbeitsnachweiſes in der
Provinz Starkenburg.
Auf Einladung der Provinzialdirektion fand am
Dienstag nachmittag hier unter dem Vorſitz des Pro=
vinzialdirektors
Fey eine Beſprechung wegen Regelung
der öffentlichen Arbeits= und Stellenvermittelung in der
Provinz Starkenburg ſtatt. Anweſend waren ein Ver=
treter
des Miniſteriums des Innern, Vertreter der ein=
zelnen
Kreisämter der Provinz, der Städte Darmſtadt,

Feuilleton.

* Ruſſiſche Jubiläumsbriefmarken. Am 21. Februar
dieſes Jahres feiert Rußland den 300. Jahrestag der Re=
gierung
des Hauſes Romanow. Die Poſtverwaltung hat
für das laufende Jahr Jubiläumsbriefmarken ausge=
geben
, die ſeit dem 1. (14.) Januar neben den alten Typen
ſin Gebrauch ſind. Die neuen Marken ſind in weit größe=
rem
Format angeſertigt und mit den ſehr gut geſtochenen
Bildern der populärſten Herrſcher geſchmückt. Die beiden
angbarſten Werte, die Sieben= und Zehn=Kopekenmarken,
e für den einfachen In= oder Auslandsbrief, tragen das
Zildnis Nikolaus II. Die gelbe Ein=Kopeken= und die
kote Vier=Kopekenmarke zeigen Jugendbildniſſe Peters
des Großen, die grüne Zwei=Kopekenmarke Alexander II.
Die Drei=Kopekenmarke iſt rot und ſtellt Alexander III.
ar. Die blaugrüne 14=Kopekenmarke ſchmückt ein Me=
daillon
Katharinas II., die braune 15=Kopekenmarke der
Kopf Nikolaus I., die moosgrüne 20=Kopekenmarke zeigt
Alexander I. in der bekannten Uniform und Haartracht
er Freiheitskriege. Die 25=Kopekenmarke ſtellt den Za=
en
Alexej Michailowitſch, 35=Kopekenmarke Paul I., 50=
Kopekenmarke Eliſabeth I., 70=Kopekenmarke den Zaren
Nichael Feodorowitſch dar. Die höheren Werte ſind in
em länglichen Format, wie unſere 1=Mark=Marken her=
geſtellt
und tragen Bilder vom Kreml, Winterpalais und
iſtoriſchen Ereigniſſen. Da die Jubiläumsmarken nur
in dieſem Jahre verwandt werden ſollen, werden Brief=
markenſammler
gut tun, ihre in Rußland lebenden Ver=
wandten
mit den Wunſchzetteln für ihre Markenſammlun=
gen
zu beglücken.
C. K. Wie ich die Alpen überflog. Mir iſt, als ſei
ſch wahnſinnig. Das waren die erſten Worte, die Bielo=
bucic
, der junge peruaniſche Pilot, der nun die Alpen
lücklich überflogen hat, ausrief, als er vom Sitze ſeines
Flugzeuges, däs ſich tief in den Schnee grub, bei Domo=
doſſola
abſprang. Einen Augenblick, ſo erzählt ein eng=
iſcher
Augenzeuge, ſtarrte der Flieger mit weitaufgeriſſe=
hen
Augen auf ſeine Maſchine; dann aber überwand er
ie Aufregung, in die ihn die glückliche Vollendung des
ühnen Fluges verſetzt hatte, und umarmte lächelnd die
u ſeinem Empfang herbeigeeilten Freunde. Auf der
Fahrt nach Domodoſſola erzählte er dann im Auto von
ſeinem Fluge. Als ich einige hundert Meter hoch war,
ſetzte plötzlich mein Motor aus. Ich war gerade über der
iefe der ſchrecklich ſchwarzen Saltineſchlucht. Ich er=
annte
die Gefahr, aber es gelang mir glücklicherweiſe
en Motor wieder in Gang zu bringen: in ſpiralenförmi=
en
Kurven konnte ich wieder höher hinaufſteigen. Den
Simplon überflog ich in einer Höhe von 10000 Fuß. Worte
önnen den beklemmenden Eindruck nicht ſchildern, den
ſch hatte, während ich emporſtieg. Die Alpen ſchienen
unter mir zu verſinken. Nur der Weißmeiß und der
Monte Leone wollen nicht fallen. Höher ſteige ich empor,
und nun endlich habe ich auch den Weißmeiß unter mir.

Vom Simplon zum Gaby=Paß geht es ſchnell hinüber.
Ich flog nun in einer Höhe von 10600 Fuß über den
Zaby=Paß; zu meiner Linken gähnt das furchtbare Gondo=
tal
, deſſen Luftſtrömungen Chavez verſchlangen und die
er den Korridor der Hölle nannte. Es gelingt mir, ihn
zu vermeiden, ich halte gerade auf den Monte Monscera
zu. Aber plötzlich packen einige Luftſtrömungen von dem
Weißmeißgletſcher meine Maſchine, durchrütteln ſie.
fühle mich verloren. Wird der Korridor der Hölle auch
mich verſchlingen? Aber nein, meine Maſchine trium=
phiert
, trotzt dem Winde, befreit ſich, und nun ſchwebe ich
über dem Monte Monscera. Alles unter mir iſt weiß,
ſo weiß, daß ich faſt geblendet bin. Gott ſei Dank, nach
ein paar Minuten öffnet ſich vor meinen Augen das braune
Oſſolatal. Welche Befreiung! Da iſt Italien! Es iſt mein
Ziel. Da iſt der Sieg. Ich ſtelle meinen Motor ab und
gehe nieder. Eine halbe Stunde ſpäter eilte Bielovucic
zu der Stelle, wo ſein Landsmann Chavez zu Boden
kam, und bedeckte das Grabmal ſeines Freundes mit
Blumen.
BB. Ein eigenartiges Unternehmen iſt in Berlin er=
öffnet
worden: die Geſellſchaft Sieſta hat ihre im Hauſe
Unter den Linden 56 eingerichteten Erholungs=
räume
den Ruhe= und Erholungſuchenden
zur Verfügung geſtellt. Es ſind insgeſamt 50 einzelne
Kabinen, die, ausgeſtattet mit einer Chaiſelonge, einem
Tiſch, einem Stuhl und Waſchgelegenheit und verſehen
mit elektriſcher Beleuchtung, zur Ruhe einladen. In der
erſten Klaſſe koſtet die erſte Stunde 80 Pfg., jede weitere
Stunde 50 Pfg., in der zweiten Klaſſe koſtet jede erſte
Stunde 60 Pfg. und jede weitere 40 Pfg. Speiſen werden
nicht verabfolgt, doch iſt der Verkauf von alkoholfreien
Getränken und Kaffee erlaubt worden. Die Sieſta will
allen denjenigen Gelegenheit zu kurzem Schlummer bie=
ten
, die am Tage einige Stunden freie Zeit haben, aber
nicht wiſſen, was ſie damit anfangen ſollen. In Betracht
kommen hauptſächlich in weiteren Vororten wohnende
Angeſtellte, Durchreiſende, auswärtige Gerichtszeugen uſw.
Dieſen ſoll die Gelegenheit gegeben werden, unter Um=
gehung
des Hotels und des unnützen Aufenthaltes in den
Gerichts= und Bahnhofs=Warteräumen die Zeit nutz=
bringend
anzuwenden. Sollte ſich die Berliner Sieſta
bewähren, dann iſt gevlant, in anderen größeren Städten
ebenfalls derartige Mittagsſchlummer=Gelegenheiten zu
ſchaffen, u. a. in Hannover, Eſſen, Bremen, Breslau, Dan=
zig
, Poſen, Leipzig, Dortmund Chemnitz, Hamburg,
Nürnberg, Darmſtadt, Elberfeld.
Das Privattheater der Millionärin. Aus New=
York wird berichtet: Frau Philipp Lydig, deren Ehrgeiz
es iſt, in der Schar der New=Yorker Vierhundert eine
führende Stellung zu erobern, hat eine neue Art geſelli=
ger
Unterhaltung in Szene geſetzt, indem ſie in ihrem
New=Yorker Heim eine regelrechte große Theateraufführ=
ung
veranſtaltete, die zugleich eine amerikaniſche Urauf=
führung
darſtellte. Das Stück, das im Hauſe der Frau

Lydig ſeine Premiére erlebte, iſt von Miß Lounsbery
verfaßt und führt den Titel Judith‟ Die Handlung
deckt ſich mit der bekannten Geſchichte aus der Bibel, in
der Judith das belagerte Betulien durch die Ueberliſtung
und Ermordung des Holofernes rettet. Die Hauptrollen
wurden von der Pariſer Schauſpielerin Mme. Yorska
vom Odéon=Theater und von Edouard Denax, dem frü=
heren
Partner Sarah Bernhardts, kreiert; die beiden
Künſtler waren eigens für dieſe Aufführung von Paris
nach New=York gekommen und ihrer Reiſe gingen um=
faſſende
engliſche Sprachſtudien voraus, da die Aufführ=
ung
in engliſcher Sprache ſtattfand. Frau Lydig hatte
ihren prächtigen Ballſaal zu einem regelrechten Theater=
raum
umgebaut und eigens für dieſe Vorſtellung orien=
taliſch
ausſtatten laſſen. Die erleſene Geſellſchaft, in der
man die bekannteſten Salongrößen der Fünften Avenue
ſah, wurde beſonders überraſcht durch die Muſik, die hin
und wieder ertönte und bald aus der Nähe, bald aus der
Ferne zu kommen ſchien. Man hatte zu dieſem Zwecke
Klaviere, Orgel= und Flötenſpieler in allen Räumen des
Hauſes aufgeſtellt, ſo daß die Muſik bald aus dem Keller
heraufzuſteigen, bald vom Dache herniederzuſchweben
chien. Ein Sklavenmädchen wurde von Ruth St. Denis
geſpielt, die auf dem Parkett des Ballſaales, alſo inmitten
der Zuſchauer, tanzte, um die auf der Bühne zuſchauen=
den
Judith und Holofernes zu unterhalten. Die Klage=
geſänge
der Kinder Iſraels erklangen hinter einem kunſt=
voll
geflochtenen Vorhang von Roſen und Blumen.
* Für ein Paar Goethe=Pantoffeln hundert Mark.
In der Verſteigerung von Goethe= und Schiller=Reliquien
aus dem Nachlaß von Goethes Sekretär, Rat Theodor
Kräuter, im Kunſtauktionshaus Gebr. Heilbron in Berlin
wurden für zwei rotſamtene Pantoffeln von Goethe 100
Mark bezahlt. Sie enthalten in Schwarz auf Gold die
Inſchrift Suleika, und ſind ein Geſchenk der Frau von
Eylenberg an den Dichter. Ein bekannter Berliner Schuh=
warenhändler
, der eine Sammlung von Fußbekleidungen
berühmter Perſönlichkeiten beſitzt, erwarb dieſe Goethe=
Reliquie.
* Knieriem auf der Eiſenbahn. Man ſchreibt der
Frkf. Ztg. aus Bayreuth: Ein artiges Eiſenbahnidyll er=
lebten
dieſer Tage die Paſſagiere eines Mittagszuges in
Holenbrunn. Aus dem Wunſiedler Zuge ſtieg ein ehr=
ſamer
Meiſter Knieriem aus und rief de Hofer Poſtzug
entlang: Chriſtel, Chriſtel! Es dauerte nicht lange, da
öffnete ſich eine Tür des Frauencoupés und eine ältere
Handelsfrau meldete ſich zur Stelle. Der Meiſter brachte
aus ſeiner Taſche Meßwerkzeug, Notizbuch und Bleiſtift,
Chriſtel reckte den Fuß weit aus der Coupstür, und der
Schuſter waltete unter dem Halloh der Mitreiſenden ſeines
Amtes. Als er an den Füßen A Chriſtel gehörig Maß
genommen, klappte die Tür zu, die Pfeife des Konduk=
teurs
ſchrillte, und weiter ging die Reiſe,

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar

Nummer 25.

Oenbach, Bensheim, Gernsheim und Langen, ſowie die
Geſchäftsführer der zurzeit in der Provinz beſtehenden
Arbeitsnachweisſtellen.
Nach einer Begrüßung der Erſchienenen führte der
Vorſitzende aus: Die vorhandenen Arbeitsnachweiſe
der Provinz haben ſich im vergangenen Jahr durch den
neu gegründeten Kreisarbeitsnachweis Bensheim ver=
mehrt
. Auch die an die Bürgermeiſterei Darmſtadt ange=
gliederte
Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungs=
nachweis
in Darmſtadt hat ſich vergrößert. Die Tätigkeit
der einzelnen Arbeitsnachweiſe nimmt im ſteigenden
Maße zu. Je lebensfähiger die einzelnen Stellen wer=
den
, um ſo mehr müſſen ſie darauf bedacht ſein, ſelbſt=
ſtändiger
und unabhängiger als ſeither zu werden und
die Arbeits= und Stellenvermittelung in ihrem Bezirke
womöglich ſelbſt oder, wenn dies nicht vollſtändig durch=
führbar
iſt mit Hilfe der angrenzenden Arbeitsnachweiſe
und der Zentralanſtalt in Darmſtadt zu beſorgen. Um
einen ſolchen Erfolg zu ermöglichen, iſt ein enges Zuſam=
mengehen
der geſamten Arbeitsnachweiſe der Provinz
erforderlich. Die Provinz muß ſich immer mehr als ge=
ſchloſſene
Organiſation bei dieſen wichtigen Fragen ſo=
zialpolitiſcher
Natur zeigen. Der Mitteldeutſche Arbeits=
nachweisverband
in Frankfurt a. M., deſſen geſchäfts=
führendem
Ausſchuſſe Provinzialdirektor Fey ſeit länge=
ren
Jahren angehört, dürfe nicht verwechſelt werden mit
der Städtiſchen Arbeitsnachweisſtelle in Frankfurt. Der
Mitteldeutſche Arbeitsnachweisverband habe in weitem
Gebiete auf den öffentlichen Arbeitsnachweis allgemein
ehr anregend und fördernd gewirkt, auch ohne Zweifel
ſehr ſchöne Erfolge aufzuweiſen, jetzt aber ſei es an der
Zeit, daß auch in den einzelnen Bezirken, der Arbeits=
nachweis
beſſer ausgebaut werde. Vor allem dürfe der
Arbeitsnachweis nicht bureaukratiſch, ſondeon müſſe
nach kaufmänniſchen
Grundſätzen ein=
gerich
tet und betrieben wer=
den
. Die einzelnen Bezirksarbeitsnachweiſe ſeien
gewiſſermaßen Agenturen, die wieder ihre Unteragen=
turen
haben, ſich aber ſelbſt zu einer Generalagentur zu=
ſammenſchließen
müſſen. Als ſolche Generalagenturen
ſeien die öffentlichen Arbeitsnachweisſtellen zu Darm=
ſtadt
und Offenbach gedacht. Die allzu große Abhängig=
keit
der Bezirksarbeitsnachweiſe von der Städtiſchen Ar=
beitsvermittelungsſtelle
in Frankfurt a. M. müſſe nach
und nach verringert werden, das liege im wirtſchaftlichen
Intereſſe der Provinz und ihrer öffentlichen Arbeits=
nachweiſe
. Dieſe Verringerung wünſche man übrigens
auch in Frankfurt. Vor allem komme es hierbei aber
auch auf die Arbeitgeber an, welche freie Stellen,
wenn irgend möglich, bei ihrem Bezirks=
arbeitsnachweiſe
anmelden müßten. Daran
liege außerordentlich viel. Könne die Stelle dann nicht
mit Arbeitskräften aus dem Bezirke beſetzt werden, ſo ſei
es Sache der Bezirksarbeitsnachweisſtelle, ſich nach außen
hin zu wenden. Der Abwanderung der Arbeitskräfte
wird dadurch vorgebeugt werden und die Seßhaftigkeit
der einheimiſchen Arbeiter wird gefördert, ebenſo können
aber auch die eingeſeſſenen Arbeiter gegen Benachteilig=
ung
ihrer Intereſſen durch auswärtigen unnötigen Zu=
gang
geſchützt werden. Aus all dieſen Gründen iſt ein
engeres Zuſammenarbeiten der Arbeitsnachweiſe der
Provinz nötig.
In der anſchließenden Diskuſſion ſprachen ſich die
Geſchäftsführer der Arbeitsnachweiſe Dieburg, Langen,
Bensheim, Offenbach und Darmſtadt über die gemachten
Erfahrungen aus. Kreisamtmann Dr. Reitz= Offen=
bach
, Bürgermeiſter Regierungsrat Löslein= Bens=
heim
, Beigeordneter Rech=Offenbach, Bürgermeiſter
Mueller=Darmſtadt, Bürgermeiſter Metzger=
Langen machten Vorſchläge zum weiteren Ausbau der
Einrichtungen in der Provinz. Nach allſeitiger Anſicht
iſt vorerſt immer eine ſtärkere Inanſpruchnahme der Ar=
beitsnachweiſe
beſonders durch die Arbeitgeber anzu=
ſtreben
. Um dies zu erreichen, bedarf es noch einer beſſe=
ren
Werbetätigkeit, die u. a. durch Annoncieren in den
geleſenſten Zeitungen des Arbeitsgebietes hauptſächlich
mit gutem Erfolg geſchehen kann. Im Kreis Bensheim
hat ſich die von Großh. Kreisamt angeregte Mithilfe der
Bürgermeiſtereien als ſehr erfolgreich erwieſen.
Unter Zuſtimmung ſämtlicher Anweſenden wurden
darauf auf Antrag von Kreisamtmann Dr. Reitz= Offen=
bach
folgende Richtlinien aufgeſtellt:
1. Intereſſenten, insbeſondere Arbeitgeber, ſollen ſich,
wenn ſie die Vermittelungstätigkeit eines Arbeits=
nachweiſes
in Anſpruch nehmen, zuerſt immer an den
öffentlichen Arbeitsnachweis ihres Bezirks wenden.
Meldungen an einen fremden Arbeitsnachweis ſind
von dieſem dem örtlichen Arbeitsnachweis zur vor=
zugsweiſen
Erledigung zurückzugeben.
2. Muß ein Arbeitsnachweis der Provinz einen frem=
den
Arbeitsnachweis vermittelnd angehen, dann ſoll
er ſich zunächſt der Regel nach Ausnahmen können
vorkommen immer an die Zentralanſtalt für Ar=
beits
= und Wohnungsnachweis Darmſtadt und, was
das Offenbacher Wirtſchaftsgebiet betrifft, an den
Kreisarbeitsnachweis in Offenbach wenden. Dieſen
Arbeitsnachweiſen bleibt überlaſſen, wenn ſie ſelbſt
geeignete Arbeitskräfte nicht haben, mit der ſtädti=
ſchen
Arbeitsvermittelungsſtelle in Frankfurt ſich ins
Bemehmen zu ſetzen.
8. Die Lehrſtellenvermittelung ſoll unter Mithilfe der
Provinzialdirektion nach beſonders feſtzuſetzenden
Grundſätzen geſchehen.
Allſeitig wurde der Wunſch nach Wiederholung der=
artiger
Beſprechungen geäußert. Der Vorſitzende ſagte
dies zu.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 28. Jan. Der Herzog=
Regent von Braunſchweig wohnte heute abend
in der Kgl. Hochſchule für Muſik einem Konzert des Phil=
harmoniſchen
Orcheſters und des Philharmoniſchen Chors
unter Leitung von Profeſſor Siegfried Ochs bei. Zur
Aufführung gelangte zum erſten Male der 121. Pſalm von
Oskar v. Chelius und das deutſche Requiem von Brahm.
Am Schluß des Konzerts dankte der Herzog=Regent für
die vollendeten Leiſtungen des Chors und des Orcheſters.
Unter dem Verdacht des Bankſchwin=
dels
iſt, wie ſchon gemeldet, der Prokuriſt Guſtav Horſt=
mann
aus der Bülowſtraße verhaftet worden. Er war
angeſtellt bei dem Londoner Bankgeſchäft M. Marx u. Co.,
deſſen Inhaber Oppenheim und Brüggemeyer in Berlin
ein Zweiggeſchäft betreiben. Für dieſes mieteten ſie im
Kerkaupalaſt vier Räume im vierten Stock und bezahlten
dafür jährlich 4600 Mark. Horſtmann leitete als Pro=
kuriſt
das Zweiggeſchäft, in dem außer ihm noch drei
Herren und zwei Damen tätig waren. Bald beſchäftigte
ſich die Behörde mit dem hieſigen Unternehmen der Her=
ren
Oppenheim und Brüggemeyer, die nur von Zeit zu

Zeit nach Berlin kommen. Man warf ihnen vor, daß ſie
mit Agenten, beſonders in der Provinz, verbotene Ge=
ſchäfte
machten. Das Verfahren wurde aber eingeſtellt.
Die Agenten, die leichtſinnige Leute zu Börſenſpekulatio=
nen
verleitet haben ſollten, wurden entlaſſen. In der letz=
ten
Zeit gingen wieder Klagen von vielen Leuten ein
die behaupteten, daß ſie durch das Bankgeſchäft geſchädigt
ſeien. Der ſchon ſeit längerer Zeit geſuchte Einbre=
cher
Felix Godorr konnte heute morgen feſtgenommen
werden. Man führte ihn zur Wache des ſiebenten Polizei=
reviers
in der Novalisſtraße. Als er dort einer körper=
ichen
Unterſuchung unterzogen werden ſollte, verſetzte
Godorr dem damit beauftragten Schutzmann plötzlich
einen wuchtigen Stoß gegen den Unterleib und ſtürzte
ich mit einem Hechtſprung durch das Doppelfenſter
des Wachzimmers in den Hof hinab. Durch Glasſplitter
verletzt und über und über mit Blut bedeckt, blieb er
dort liegen und wurde in dieſem Zuſtand nach der
Charité gebracht, wo er infolge der Verletzungen ſtarb.
zweibrücken, 28. Jan. Der äußerſt ſeltene Fall, daß
dieſelbe Anklageſache ein Schwurgericht zum zwei=
ten
Male beſchäftigt, wird ſich am kommenden Donners=
tag
hier vor dem pfälziſchen Schwurgericht ereignen.
Gerade vor einem Jahr verurteilte das gleiche Gericht
den Grubenſchloſſer Friedrich Rojan aus Homburg
(Pfalz) zu zwei Jahren Zuchthaus wegen Mein=
eids
. Er hatte in einem Verfahren beſchworen, mit einer
Fraueisperſon keinerlei Umgang gehabt zu haben, was
vom Schwurgericht als Meineid beurteilt wurde und zu
der angegebenen Strafe führte. Kurz nach der Verurteil=
ung
ergaben ſich aber Zweifel an der Ausſage einiger Be=
laſtungszeugen
, weshalb der Verurteilte Antrag auf Wie=
deraufnahme
des Verfahrens ſtellte, den das Landgericht
Zweibrücken am 22. Juli 1912 als unzuläſſig abwies.
Auf Beſchwerde zum oberſten Landesgericht in München
hob dieſes den Beſchluß der Strafkammer auf, indem es
den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens als zu=
läſſig
erachtete. Unterm 22. Oktober 1912 verwarf jedoch
das Landgericht den Antrag erneut als unbegründet. Auf
nochmals erhobene Beſchwerde zum oberſten Landesgericht
verfügte dieſes höchſte Gericht in Bayern die Erneuerung
der Hauptverhandlung und Unterbrechung der Strafvoll=
treckung
. Der Verurteilte wurde auf telegraphiſche An=
rdnung
in Freiheit geſetzt. Dieſer Beſchluß des höchſten
Gerichtes war ein Außerkraftſetzen des rechtskräftigen
Schwurgerichtsurteils. Ein derartiger Fall iſt äußerſt ſel=
ten
, da angeſichts der eminenten Bedeutung eines rechts=
kräftigen
Urteils und der dadurch geſchaffenen Rechts=
ſicherheit
für die Aufhebung nur durchſchlagende und über=
zeugende
Gründe maßgebend ſein können. Für die neue
Verhandlung ſind nicht weniger als 97 Zeugen geladen.
Bottrop, 28. Jan. Geſtern abend geriet auf der
Zeche Rheinbaben bei einer Kohlenförderung der
Förderkorb unter die Seilſcheibe, wodurch das Seil riß.
Beide Förderkörbe ſtürzten in den Sumpf. Durch das
umherſchwingende Seil wurden das Fördermaſchinen=
haus
, die Fördermaſchine und der Schachtbau ſchwer be=
ſchädigt
. Der Betrieb iſt für mehrere Tage geſtört. Die
3500 Mann zählende Belegſchaft wurde, ſoweit möglich,
in den benachbarten fiskaliſchen Zechen untergebracht.
Menſchen ſind nicht zu Schaden gekommen.
Wien, 29. Jan. Als kürzlich Radiotele=
ramme
der Heeresverwaltung zwiſchen Wien und den
ſüdlichen Garniſonen ihre Beſtimmungsſtation garnicht
oder verſtümmelt erreichten, wurde feſtgeſtellt, daß dieſe
Telegramme von einer geheimen Funkenſtation
auf dem Dach der den Jeſuiten gehörigen 40 Stiegen=
kirche
im Schloßpark in Graz aufgefangen wurden.
Dieſe Jeſuiten ſtanden durch dieſe Station mit ihren
Ordensbrüdern im Norden und Süden der Monarchie in
regem Wechſelverkehr. Allen öſterreichiſch=ungariſchen
Jeſuiten=Niederlaſſungen, die auf dieſe Weiſe gegen das
ſtaatliche Telegraphenmonopol verſtießen, wurde be=
fohlen
, binnen drei Tagen die Radiotelegrammſtationen
zu entfernen.
Paris, 28. Jan. Ein mit großer Frechheit ausge=
führter
Raubanfall hat ſich vor den Toren von Paris
ereignet. Ein elektriſcher Straßenbahnwagen wurde gegen
5 Uhr nachmittags, alſo am hellen Tage, in Noiſy=le=ſec
von ſechs Banditen überfallen, die den erſchreckten
Schaffner mit vorgehaltenem Revolver zwangen, ihnen
ſeine Tageseinnahme von etwa 50 Francs auszuhändigen
und ſich dann an die Ausraubung der Paſſagiere machten.
Während ſie noch damit beſchäftigt waren, bemerkten
einige in der Nähe weilende Poliziſten den Vorfall
und eilten herbei. Es entſtand ein Revolverkampf.
Schließlich gelang es den Poliziſten, drei Banditen kampf=
unfähig
zu machen und zu verhaften, während die übrigen
entflohen. Als der Wagen von Noiſy=le=ſec wieder nach
Paris zurückfahren ſollte, wurde er vorſichtshalber von
drei Poliziſten in Zivil begleitet. Dieſe Vorſicht erwies
ſich auch als ſehr angebracht, denn nach kurzer Zeit ſpran=
gen
die entflohenen Banditen wieder auf den Wagen und
verſuchten, die Ausplünderung der Fahrgäſte fortzuſetzen.
Die Polizeibeamten in Zivil zogen aber ſofort ihre Re=
volver
, und nach einer längeren Schießerei gelang es
ihnen, auch noch die letzten drei Banditen feſtzunehmen.
Es handelt ſich durchweg um Burſchen von 18 bis 20
Jahren.
Paris, 28. Jan. Einer Blättermeldung zufolge wurde
der in die Angelegenheit der Südſpaniſchen Hypo=
thekenbank
verwickelte Bankier Pequignot heute
vormittag im Auftrag des Unterſuchungsrichters Drioux
verhaftet.
Paris, 28. Jan. In der Nähe der Baugrube dec
Untergrundbahn, in der geſtern eine Exploſion
ſtattfand, brach das Kanaliſationsrohr. Das ausſtrömende
Waſſer zwang die Arbeiter, ſchleunigſt die Arbeit zu ver=
laſſen
. Der Verkehr iſt vollſtändig unterbrochen, da neue
Einſtürze befürchtet werden. Vorſichtsmaßnahmen ſind
getroffen.
Paris, 28. Jan. Große Aufregung herrſchte geſtern
in dem kleinen eleganten Villenvorort von Paris, Neuilly,
als dort plötzlich eine große Anzahl von Polizei= Automo=
bilen
vor einem kleinen Hotel hielt. Die erſchreckten Be=
wohner
glaubten nämlich, daß es ſich um einen neuen An
riff der Automobilbanditen handele, doch beruhigten ſie
ſich allmählich wieder, als ſie erfuhren, diß nur die Feſt=
nahme
eines ungetreuen Ehemannes bevor=
ſtand
, der von der Polizei in klagranti ertappt werden
ſollte. Groß war aber das Erſtaunen der Parifer Ge=
ſellſchaft
, als man hörte, daß es ſich in dieſem Falle um
Herrn Durieu handelte. Dieſer iſt bekanntlich der
Satte der Baronin Vaughan. Die Baronin Vaug=
han
trug ſich ſeit längerer Zeit mit der Abſicht, ſich von
Herrn Durieu, den ſie nach dem Tode des Königs Leopold
geheiratet hatte, ſcheiden zu laſſen, hat dieſen Herzens=
wunſch
aber bisher infolge der Weigerung Durieus nicht
durchſetzen können, obwohl ſie ihrem Manne die reſpek=
table
Abfindungsſumme von drei Millionen Francs in
Ausſicht ſtellte, falls er in die Scheidung willige: Um

nun aber doch zu ihrem Ziele zu gelangen, verſuchte jetzt
die Baronin ihren Gatten mit Hilfe der Polizei des Ehe=
bruchs
zu überführen. Nette Geſellſchaft!
Paris, 29. Jan. Im Walde von Senart, wo im
vorigen Jahre die Autobanditen Bonnot und Genoſſen
ihre verbrecheriſchen Anſchläge verübten, wurden geſtern
abend von mehreren Radfahrern Revolveratten=
ate
gegen zwei Automobile zweier Pariſer Waren=
häuſer
verübt. Die Chauffeure, die von den Kugeln nicht
getroffen wurden, konnten ſich retten, indem ſie mit der
größten Schnelligkeit davon fuhren. Die von der Gen=
darmerie
noch nachts im Walde vorgenommenen Nach
forſchungen hatten keinerlei Ergebnis.
Petersburg, 28. Jan. Die Hauptverwaltung für Poſt
und Telegraphie plant mit Unterſtützung Libauer Finanz=
kreiſe
eine telephoniſche Verbindung Libau=
Memel. Ein Börſenkomitee hat für den genannten
Zweck bereits 10000 Rubel bewilligt.
Los Angeles, 28. Jan. Der Deutſche Karl Warr
alias Reidelbach, der am 19. November v. J. mit einer
Kiſte Dynamit im Polizeihauptquartier erſchien, um einen
hohen Polizeibeamten in die Luft zu ſprengen, und da=
durch
eine 1½ſtündige Panik verurſachte, wurde zu 20
Jahren Zuchthaus verurteilt.
Delhi, 29. Jan. Die Heilung der Wunde des
Vizekönigs geht nicht ſehr ſchnell vorwärts. Dier
Urſache iſt ein kleiner Fremdkörper in der Wunde. Eine
weitere Unterſuchung mit Röntgenſtrahlen dürfte notwen=
dig
ſein.

Parlamentariſches.

*X* Darmſtadt, 29. Jan. Der Finanzauss
ſchuß der Erſten Kammer hielt heute eine ſehr
ausgedehnte Vorberatung über das Budget für 1913 ab,
in der namentlich die Abanderungsvorſchläge der Zweiten
Kammer zum neuen Voranſchlag eingehend erörtert und
die Stellungnahme des Finanzausſchuſſes bei der mor=
gigen
gemeinſamen Beratung näher feſtgelegt wurde.
*X* Darmſtadt 29. Jan. Der Dritte Aus=
chuß
der Zweiten Kammer trat heute zu einer
Sitzung zuſammen und beſchäftigte ſich zunächſt mit einer
Vorſtellung des Fachlehrers Pfeiffer für Obſt= und Gar
tenbau in Oppenheim, der wegen Krankheit penſionier
worden war und wieder angeſtellt zu werden wünſcht
Der Ausſchuß beſchloß, die Regierung um einige nähere
Ermittelungen darüber zu erſuchen. Eine Vorſtellung der
Steinbrucharbeiter zu Aſchbach, daß der Staat ein Granit
lager im Odenwald zur Ausbeutung freigeben möge
wurde mit Hinweis darauf für erledigt erklärt, daß in
zwiſchen ein Fabrikant daſelbſt einen Steinbruch eröffnet
habe und ſomit die gewünſchte Arbeitsgelegenheit ge=
boten
ſei. Der Vierte Ausſchuß der Zweiter
Kammer hielt heute ebenfalls eine Sitzung ab und
beſchäftigte ſich zunächſt wiederum mit dem Antrag der
Abgg. Raab und Adelung, betreffend die Reichsverſicher=
ungsordnung
in Verbindung mit der Vorſtellung des
Vorſtandes der Ortskrankenkaſſe Mainz, betreffend Errich
tung von Landkrankenkaſſen. Das von der Regierung er=
teilte
Antwortſchreiben auf dieſen Antrag wurde ein=
gehend
beſprochen, jedoch von einer Beſchlußfaſſung ab
geſehen, weil die einzelnen Mitglieder über dieſe wichtige
Frage erſt Rückſprache mit ihren Fraktionen nehmen
wollen. Dann wurde der Antrag Adelung, betreffend dier
Baggerverhältniſſe auf dem Rhein, beſprochen und die
Punkte 1 und 2 des Antrags, betreffend die Abänderung
des Submiſſionsverfahrens und die Ermäßigung des
Durchſchnittspreiſes für den Kubikmeter Baggergut, ab=
gelehnt
, dagegen Punkt 3 angenommen, daß die Hand=
baggerei
auch in Zukunft gebührenfrei bleiben ſoll. Di
Regierung möge namentlich auch die kleinen Unternehmen
mehr berückſichtigen.

Verband für Jugendwohlfahrt und
Jugendfürſorge in der Stadt Darmſtadt.
St. Darmſtadt, 29. Januar.

Der Arbeitsausſchuß I des Verbandes (bewahrende
Jugendfürſorge) hielt heute nachmittag im Saalbau eine
Sitzung ab, zu der auch Ihre Exz. Frau von Hom=
bergk
zu Vach, ferner die Arbeitsausſchüſſe II (Ret
tende Jugendfürſorge) und III (Jugendpflege im ſchul=
und vorſchulpflichtigen Alter), ſowie die Leiter der ſtädti=
ſchen
Voklsſchulen eingeladen und zahlreich erſchienen
waren. Der Vorſitzende, Profeſſor Kiſſinger, hieß die
Erſchienenen herzlich willkommen und erteilte nach einigen
Mitteilungen internen Charakters alsbald der Referentin
Frl. Luiſe Schweisgut, das Wort zu ihrem=
trag
über:
Die Pflichtfortbildungsſchule für Mädchen in Heſſen,
Der Vortrag gipfelte in folgenden Leitſätzen
1. Die künftige Pflichtfortbildungsſchule für Mädchen
hat die Aufgabe zu löſen, die hauswirtſchaftliche und be=
rufliche
Ausbildung der die Volksſchulen verlaſſenden
Mädchen miteinander in Einklang zu bringen. Sie be
darf bei dieſer Zweiteilung einer größeren Zahl von Jah=
resſtunden
als die Fortbildungsſchule für Knaben.
. Die allgemeine Fortbildungsſchule für Mädchen zer=
fällt
in a) hauswirtſchaftliche Schulen, b) gewerbliche
Schulen und e) landwirtſchaftliche Schulen. Von ihrem
Beſuch befreit nur der Eintritt in eine mindeſtens gleichs
wertige Fachſchule. 3. Sie erſtreckt ſich in den Städten
auf drei, auf dem Lande auf zwei Jahre. In den Städten
darf die Zahl der Jahresſtunden nicht weniger als 240
betragen (erwünſcht ſind 288), auf dem Lande nicht weni=
ger
als 120. Der Unterricht findet an ein, zwei oder drei
Wochentagen in der Zeit von 7 Uhr früh bis 7 Uhr=
abends
ſtatt; er iſt unentaeltlich. Der Sonntag muß unter
allen Umſtänden frei bleiben.
4. Hauswirtſchaftliche Schulen für Haus=
töchter
. Dienſtboten und Laufmädchen. Der Unterricht um=
faßt
Kochen, Nähen, Flicken. Bügeln, Deutſch, Rechnen
Lebenskunde. Bürgerkunde. Turnen und Geſundheits=
lehre
. Erziehungslehre, Säuglings=, Kinder= und Kran=
kenpflege
und wird auf fünf Winter= und drei Sommer=
monate
verteilt. Die freiwillige hauswirtſchaftliche Fach=
ſchule
iſt von zweijähriger Dauer. Das erſte Jahr ha
Vor= und Nachmittagsunterricht während des ganz
Jahres; das zweite beſchränkt ſich auf ſechs Wochenſtunden
in den Wintermonaten.
5. Gewerbliche Schulen ſind nach Berufe
gegliedert und zerfallen in Fachklaſſen für a) kaufmänniſche
Angeſtellte, b) gewerbliche Arbeiterinnen und c) unge=
lernte
Arbeiterinnen. Ihr Lehrplan entſpricht demfen
gen der kaufmänniſchen und gewerblichen Knabenklaſſen
unter Berückſichtigung der weiblichen Berufsarten. D
Unterricht fällt in die fünf Wintermonate. 6. Im Som=
mer
findet für die Schülerinnen dreimonatlicher verbind=
licher
Unterricht in Haushaltungskunde, Säuglings= und
7. Wo die
Kinderpflege und in Krankenpflege ſtatt.

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Zahl der Schülerinnen zur Gründung von eigenen Fach=
klaſſen
nicht genügt, müſſen die Mädchen den entſprechen=
den
Knabenklaſſen eingereiht werden. 8. Kaufmänniſche
weibliche Angeſtellte und gewerbliche Arbeiterinnen kön=
nen
auf ihren Antrag von der allgemeinen Pflichtfort=
bildungsſchule
befreit werden, wenn ſie Aufnahme in
einer dreijährigen freiwilligen kaufmänniſchen oder ge=
werblichen
Fachſchule finden. Erſtreckt ſich hier der Un=
terricht
auf das ganze Schuljahr, ſo iſt den jungen Mäd=
chen
der zum mindeſtens halbjährige Beſuch der haus=
wirtſchaftlichen
Fachſchule vor Eintritt in den Beruf zur
Pflicht zu machen. Fällt der Unterricht der Fachſchulen
in das Winterhalbjahr allein, ſo nehmen die Schülerinnen
in drei Sommern an den Kurſen der allgemeinen gewerb=
lichen
Fachſchulen in Säuglings=, Kinder= und Kranken=
pflege
teil.
9. Landwirtſchaftliche Schulen. Auf dem
Lande iſt die Pflichtfortbildungsſchule den Bedürfniſſen
der Landwirtſchaft anzupaſſen. Für die ländliche gewerbe=
treibende
weibliche Jugend ſind Fachklaſſen einzurichten,
oder ſie wird den beſtehenden Fachklaſſen für Knaben zu=
geteilt
. Wanderhaushaltungsſchulen erſetzen die Fort=
bildungsſchule
nicht, können ſie aber ergänzen. 10. Der
Unterricht iſt an der Fortbildungsſchule für Mädchen vor=
wiegend
in die Hand von Frauen (Lehrerinnen, Meiſte=
rinnen
, Schweſtern) zu legen. Zu ihrer Ausbildung er=
leichtere
man ihnen den Beſuch von Handels= und Ge=
werbeſchulen
, von Kurſen und Seminaren für Fortbil=
dungsſchullehrer
.
Der Vortragenden wurde dankbarer Beifall zuteil
den der Vorſitzende auch in Worte kleidete. Es folgte eine
Diskuſſion,
in der der Vorſitzende ſich dagegen ausſprach, daß in den
Fällen Dispenſion eintreten ſoll, in denen die Eltern oder
die Herrſchaft ſelbſt den Mädchen Anleitungen geben.
Dieſe Fälle ſollte man auf das Mindeſtmaß beſchränken.
Weiter ſolle der freie Samstag=Nachmittag nicht der
Pflichtfortbildungsſchule geopfert werden, ſondern frei
bleiben. In der Feſtſtellung des Lehrplanes müſſe man
Grundſätze ſchaffen, die möglichſt für das ganze Land
gelten können. Die Referentin erklärte ſich im
weſentlichen damit einverſtanden. Herr Profeſſor Dr.
Frentzel hielt den Lehrplan, den die Referentin auf=
geſtellt
hat, für viel zu weitgehend. Nur wenn man den
Lehrplan ſo einfach wie möglich hält, ſind praktiſche Er=
folge
zu erwarten. Widerſtand von ſeiten der Herrſchaft
iſt wenig zu befürchten. In der Praxis würde auch der
für landwirtſchaftliche Schulen vorgeſchlagene Lehrplan
verſagen, da wir kaum noch Ortſchaften mit rein land=
wirtſchaftlicher
Bevölkerung haben. Außerordentlich dan=
kenswert
iſt es, daß die Referentin den hauswirtſchaft=
llichen
Unterricht in den Vordergrund ſtellte. Das müſſe
immer die Hauptſache bleiben. Herr Hauptlehrer Löſch
erörtert die Frage, ob die Pflichtfortbildungsſchule über=
haupt
nötig und erwünſcht iſt. Wenn auch die Lehrer als
Erzieher die Frage ohne weiteres bejahen, ſo gebe es doch
viele Kreiſe, die ſich ſehr energiſch dagegen wenden. Heute
noch werde gegen die Knabenfortbildungsſchule agitiert.
Jedenfalls ſolle man die Pflichtfortbildungsſchule für
Mädchen, wenn man ſie einführt, gleich für alle zur
Pflicht machen, und die Hauswirtſchaftsſchule vor allem.
Ja es empfehle ſich, die beſtehende hauswirtſchaftliche
Fortbildungsſchule zur Pflichtfortbildungsſchule zu
machen und nicht den Fehler begehen, der bei Erricht=
ung
der Knabenfortbildungsſchule begangen wurde, in=
dem
man Privatſchulen nebenher beſtehen laſſe. Frl.
Welſch vom Lehrerinnenſeminar möchte nicht die kauf=
männiſche
und gewerbliche Vorbildung vernachläſſigt
wiſſen, damit nicht die Frauenberufsarbeit minderwertig
werde. Herr Hauptlehrer Schäfer betont die Not=
wendigkeit
vor allem des Haushaltungs= und Hand=
arbeitsunterrichts
. Alle anderen Zweige müſſen Neben=
zweige
bleiben. Frl. Joſt wünſcht die Feſtlegung
eines weiteren Schuljahres für die Mädchen; damit wäre
ſehr viel für die zur Erörterung ſtehenden Fragen ge=
wonnen
. Frau Oberfinanzrat Balſer ſtimmt die=
ſer
Forderung zu und bittet, die Einführung der Pflicht=
fortbildungsſchule
möglichſt zu beſchleunigen.
Der
Vorſitzende ſtellt feſt, daß die Schaffung der Pflichtfort=
bildungsſchule
vor 1915 nicht möglich ſein wird. Der
Vorſchlag des Herrn Löſch, die beſtehende hauswirtſchaft=
liche
Fortbildungsſchule in eine Pflichtſchule umzuwan=
deln
, ſei nicht zu unterſtützen. Nach weireren Aus
führungen des Herrn Profeſſors Frentzel und einem
Schlußwort der Referentin wird die Beſprechung ge=
ſchloſſen
.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 29. Jan. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
um 1 Uhr 17 Minuten die Sitzung. Das Haus iſt
gut beſucht. Auf der Tagesordnung ſteht die
Interpellation der Polen,
betreffs die Enteignung polniſcher Grundbeſitzer. Auf
Befragen des Präſidenten Dr. Kaempf erklärt
Staatsſekretär Dr. Lisco: Die Interpellation, be=
trifft
die Handhabung des preußiſchen Geſetzes vom 20.
März 1908 über die Maßnahmen zur Stärkung des Deutſch=
tums
in den Provinzen Weſtpreußen und Poſen, durch
das dem Staate das Recht verliehen worden iſt, Grund=
ſtücke
zum Zweck der Anſiedelungskommiſſion zu enteig=
nezt
. Den gleichen Gegenſtand betraf eine Interpellation,
die im Januar 1908 kurz vor Erlaß jenes Geſetzes zur
Verhandlung ſtand. Damals iſt von meinem Amtsvor=
gänger
nachgewieſen worden, daß das Geſetz mit dem
Geiſte der Verfaſſung und mit dem Bürgerlichen Geſetz=
buch
nicht im Widerſpruch ſteht. Die damals gegebene
Interpretation trifft noch heute zu. (Widerſpruch.) Die
Ausübung und Handhabung des Geſetzes iſt lediglich An=
gelegenheit
Preußens. (Widerſpruch.) Die Interpellation
liegt heute aus dieſem Grunde außerhalb der Kompetenz
des Reichstages und der Herr Reichskanzler läßt erklä=
ren
, daß er deshalb die Beantwortung ablehnt. (Gcoße
Unruhe.) Die Regierungsvertreter ver=
laſſen
den Saal.
Auf Antrag des Abg. v. Czarlinski (Pole) findet
Beſprechung der Interpellation ſtatt. Dagegen ſtimmen
die Konſervativen, die Reichspartei, die Wirtſchaftliche
Vereinigung, die Nationalliberalen und die Mehrzahl der
Abg. Seyda (Pole): Da die Enteig=
Freiſinnigen.
nung tatſächlich angewendet worden iſt, ſind wir nicht
nur berechtigt, ſondern ſogar verpflichtet, den Gegenſtand
hier zu erörtern. Er hat die größte Bedeutung für das
ganze Reich. Tatſache iſt, daß Privatbeſitz lediglich aus
politiſchen Gründen enteignet wird. Mit der Auslegung
des Begriffes Enteignung zur Abrundung deutſchen
Beſitzes wird das Unglaublichſte geleiſtet. Von voller
Entſchädigung kann keine Rede ſein, denn in ſolchen
Fällen können nicht Millionen den Verluſt der eigenen
Scholle wieder gut machen und überdies ſind die bezahl=
ten
Gelder weit niedriger als der Ankaufspreis. Wir

ſind der Ueberzeugung, daß das Enteignungsgeſetz rechts=
ungültig
iſt, da es gegen Reichsgeſetz und Reichsver
faſſung verſtößt. Abg. Wendel (Soz.): Die Regie=
rung
macht es ſich ſehr bequem. Der Reichskanzler ſchickt
uns ein Stück Papier und einen Staatsſekretär, die Re=
gierung
räumt darauf das Feld und verſchwindet. Dieſe
Haltung iſt nicht geeignet, den Parlamentarismus in ein
helleres Licht zu rücken. Wir haben eine boshafte Scha=
denfreude
, denn die Weltgeſchichte ſtellt wieder einmal
die Dinge auf den Kopf. Wic Umſtürzler von Beruf
müſſen die Verfaſſung ſchützen gegen die Staatsretter
von Beruf, wir, die Internationalen, müſſen die natio=
nalen
Rechte eines unterdrückten Staates ſchützen gegen
die Bannerträger des nationalen Gedankens. Wir Feinde
des Privateigentums nüſſen das Privateigenttum ver=
teidigen
gegen ſeine allerfanatiſchſten Anhänger. Wir machen
Front gegen dieſe Politik aus dem Gefühl von Recht
und Gerechtigkeit heraus. Die Polenpolitik reiht ſich wür=
dig
an die preußiſche Politik an, die die Arbeiterklaſſen
Deutſchlands rechtlos macht. Es wird immer Jedem
das Seine genommen. (Heiterkeit.) Friedrich der Große
iſt mitſchuldig an dem Verbrechen der Teilung Polens.
(Glocke. Schallendes Gelächter bei den Soz. Präſident
Dr. Kaempf ſchreitet gegen die Aeußerung ein, bleibt aber
bei der großen Unruhe des Hauſes unverſtändlich.) Hätte
der Herr Präſident mich ausreden laſſen, ſo hätte er ge=
hört
, daß dieſes Wort geſprochen worden iſt von einem
Freiherrn von Stein. (Schallendes Gelächter.) Die Po=
lenpolitik
, die eine ungeheuere Preistreiberei im Güter=
verkehr
mit ſich bringt, ſchafft den Junkern große Vorteile.
Deshalb machen ſie ſie mit. Die Beamten bekommen ihre
Oſtmarkenzulage und die Großinduſtrie im Weſten bil=
lige
Arbeitskräfte. Das nennt man mit einem Fremd=
wort
germaniſieren Angeſichts der großen Umwälz=
ungen
im nahen Orient ſollte ſich die Regierung doch
fragen, ob ihre Politik noch die richtige iſt. Die Enteig=
nung
ſollte nur zur Verteidigung des Deutſchtums die=
nen
. Sie iſt entſtanden aus Furcht nicht vor den Polen,
ondern vor den Polenfreſſern, den Alldeutſchen, Enteig=
nung
iſt uns an und für ſich das ſympathiſchſte Wort der
deutſchen Sprache. (Abg. Arendt: Entſchädigung!) Dar=
über
reden wir ſpäter. Dieſe Enteignung iſt aber nicht
ſozialiſtiſch, ſondern anarchiſtiſch. Die Grundlagen der
heutigen Geſellſchaft ſind mit dieſer Gnteignung durch=
brochen
, wenn auch die Vorfahren unſerer heutigen Jun=
ker
, die Lüderitze, Itzenplitze und Kückeritze, auf den Land=
ſtraßen
ſchon eine energiſche Enteignungspolitik betrieben
haben. Das Enteignungsgeſetz iſt der politiſche Sünden=
fall
der Konſervativen und der Nationalliberalen. Wir
werden dereinſt mit dem gleichen Maße meſſen.
Der Antrag, in dem dem Reichskanzler die Mißbillig=
ung
ausgeſprochen werden ſoll, wird vom Zentrum, den
Sozialdemokraten, dem Dänen Hansſen und dem frei
innigen Abgeordneten Fegter unterſtützt. Auf Antrag
des Abg. Dombeck (Pole) wird namentliche Ab=
ſtimmung
beſchloſſen. Dieſe findet erſt morgen ſtatt.
Abg. Graf v. Praſchma (Ztr.): Das Enteignungs=
geſetz
kann beſeitigt werden. Die Enteignung iſt nie wie=
der
gut zu machen. Es war falſch von dem Reichskanzler,
ſich auf das Formale zurückzuziehen. Von den erſten An=
fängen
an iſt unſere Gegnerſchaft der Polenpolitik gegen=
über
die gleiche geblieben. Die preußiſche Polenpolitit
radikaliſiert die polniſche Bevölkerung. Das ſollte man
bedenken bei der neuen Heeresvorlage; wichtiger als Ar=
meekorps
iſt die Zuverläſſigkeit unſerer Grenzſtädte. Die
Rechtsſicherheit und das Rechtsbewußtſein im Volke iſt
durch das Enteignungsgeſetz auf das ſchärfſte gefährdet.
Es iſt ein Spielen mit Feuer, wie es ſchlimmer nicht ge=
tan
werden kann. Wir ſtimmen einmütig dem polniſchen
Antrag zu. Abg. Schlee (natl.): Es iſt nicht richtig,
daß das Enteignungsgeſetz nur angewendet werden muß
und wird gegen die Polen. Die Polen würden bei umge=
kehrten
Verhältniſſen uns gegenüber genau ſo handeln.
(Rufe: Niemals!) Das haben ſie in Weſtpreußen zu Zei=
ten
des Königreichs Polen bewieſen. Auch in Galizien
handeln ſie ebenſo. Die Polen haben in Preußen von
jeher Unſicherheit geſät. Sie und die katholiſche Geiſt=
lichkeit
. Daram iſt nicht zu zweifeln. Wir haben das gute
Recht, uns zuſammenzuſchließen und Front zu machen
gegen den Boykott, den die Polen lange vor der Enteig=
nung
in Weſtpreußen in Szene geſetzt haben. Unſere
Pflicht iſt es, einen deutſchen Bauernſtand heranzuziehen,
der umbedingt eine feſte Stütze des Vaterlandes bildet.
Dann werden auch wie mit den Polen und Sozialdemo=
kraten
fertig werden. Abg. Graf v. Carmer= Zie=
ſerwitz
(konſ.): Die Polen haben ſich ſtets als erbitterte
Feinde Preußens erwieſen. Dieſe Materie gehört nicht
vor das Forum des Reichstages, ſie iſt Landesſache. Die
Vorwürfe des ſozialdemokratiſchen Redners reichen nicht
heran an die Größe Preußen. (Lebhafter Beifall rechts.)
Es handelt ſich hier um eine Frage des öffentlichen Rechts
und der öffentlichen Intereſſen zur Wahrung des Staats=
wohls
in Preußen. Deshalb muß man die Verantwort=
lichkeit
hierfür auch Preußen überlaſſen. Wir ſtimmen
gegen den Antrag, da wir auf dem Standpunkt der Re=
gierung
ſtehen. (Beifall.)
Abg. Pachnicke (Fortſchr. Vpt.): Unſere Beden=
ken
gegen das Geſetz haben ſich vollkommen beſtätigt. Das
Enteignungsgeſetz trägt den Stempel der Schwäche an
ſich Die Regierung hat den Hakatiſten nachgegeben. Auch
rein wirtſchaftlich genommen, macht der preußiſche Staat
das ſchlechteſte Geſchäft, ſittlich genommen, iſt es eine
Verletzung des Privatrechts, die die Polen hinüberdrängt
nach Weſt= und Oſtpreußen und Poſen. Die Anſiedelungs=
politik
iſt uns an ſich durchaus ſympathiſch, nur müßte
ſie ſich auf alle Provinzen erſtrecken. Für die Beſchwer=
den
iſt nicht der Reichstag, ſondern der preußiſche Land=
tag
zuſtändig. Die Zuſtändigkeit müſſen wir reſpektie=
ren
, deshalb enthalten wir uns bei der Abſtimmung der
Stimme. Sachlich verwerfen wir die Regierungsmaß=
nahmen
bei der Ausführung des Enteignungsgeſetzes.
Abg. Mertin (Reichsp.): Nach dem ſoeben gehörten
diplomatiſchen Meiſterſtück (Heiterkeit) iſt es ſchwer, hier
zu reden. (Heiterkeit.) Es handelt ſich hier nicht um
einen Willkürakt, ſondern um die Ausführung eines be=
ſtehenden
Geſetzes. Die Interpellation ſoll eine Demon=
ſtration
ſein. Dazu ſollte ſich der Reichstag nicht her=
geben
. Herr Wendel hat ſich als ein witziger Mann ge=
zeigt
, das iſt aber hier wenig angebracht. Den Betei=
ligten
iſt die Angelegenheit jedenfalls bitter ernſt. Es
liegt im Intereſſe der Selbſterhaltung Preußens, die
Polenpolitik weiter zu führen. Daß dieſe Politik eine
ſtetige bleibt, das ſind wir Preußen dem deutſchen Volke
ſchuldig. Abg. v. Morawski= Dzierzykraj
(Pole): Das Vorgehen gegen den polniſchen Großgrund=
beſitz
iſt nicht zu trennen von dem Schickſal des preußi=
ſchen
Großgrundbeſitzes. Die preußiſchen Junker ſägen
damit den Aſt ſelbſt ab, auf dem ſie ſitzen. Die Sozial=
demokraten
wären dumm, wenn ſie nicht den Weg ein=
ſchlagen
würden, den die Konſervativen ihnen zeigen.
Was wir hier verteidigen und verteidigen müſſen, das

iſt unſer heiliger Boden, den man uns geraubt hat.
Abg. Hansſen (Däne): Wir ſtimmen der Interpellation
voll und ganz zu, iſt ſie doch eine Kritik der Gewaltpolitik
den fremden Nationalitäten gegenüber. Wie ſind die Er=
folge
dieſer Gewaltpolitik? Ganz anders, als ſie zu An=
fang
gewünſcht wurden. Die Deutſchen ſollten von den
Engländern lernen und die Nationalitäten ſelbſtändig
machen. Abg. Thumann (Elſ.=Lothr.): Wir haben
lange genug unter Ausnahmegeſetzen zu leiden gehabt,
deshalb proteſtieren wir auch gegen jedes Ausnahme=
geſetz
. Wir verurteilen vollſtändig den Hakatismus.
Abg. Ledebour (Soz.): Wenn auch die Form des Ent=
eignungsgeſetzes
die Anwendung auch auf Deutſche zu=
läßt
, ſo gilt es doch lediglich den Polen. Eine klägliche
Rolle ſpielen die Freiſinnigen. Die Mehrzahl des deut=
ſchen
Volkes lehnt die Polenpolitik ab.
Abg. von
Trampczynski (Pole): Das Enteignungsgeſetz ſtellt
geradezu einen offenen Straßenraub dar. Abg. Liz.
Mumm (wirtſch. Vgg.): Wir lehnen es ab, uns an der
Debatte zu beteiligen, da der Reichstag in der Frage
nicht zuſtändig iſt. Abg. Pachnicke (Fortſchr Vp.):
Wir enthalten uns der Abſtimmung, da wir über die
Kompetenz nach wie vor Bedenken hegen. Abg. Lede=
bour
(Soz.): Der Reichstag iſt ſehr wohl berechtigt,
darüber zu wachen, ob die einzelnen Bundesſtaaten das
Recht ihrer Bürger achten.
Hiermit ſchließt die Be=
ſprechung
.
Nächſte Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Nament=
liche
Abſtimmung über die Poleninterpellation und
vorübergehende Zollerleichterungen bei der Fleiſch=
einfuhr
.

Ausſchreitungen der engliſchen
Stimmrechtlerinnen.

* London, 28. Jan. Heute abend erſchien eine
Abordnung von zwanzig Anhängerinnen des Frauen=
ſtimmrechts
vor dem Parlamentsgebäude und ver=
langte
den Schatzkanzler Lloyd George zu ſehen. Als die=
ſer
den Empfang ablehnte, weigerten ſich die Mitglieder
der Abordnung, ſich zu entfernen, worauf es zu einem
Zuſammenſtoß mit der Polizei kam. Mehrere
Frauen, darunter ihre Führerin Frau Drummond, wur=
den
verhaftet. Im Verlaufe des Abends wurden in der
Nachbarſchaft von Whitehall eine Anzahl Fenſterſcheiben
eingeworfen. Auch dort ſind mehrere Frauen verhaftet
worden.
* London, 29. Jan. Bei den Ausſchrei=
tungen
der Frauenrechtlerinnen wurden
geſtern abend auch an den Gebäuden der Hamburg=
Amerika=Linie Fenſter eingeworfen. Der ange=
richtete
Schaden wird auf mehrere tauſend Mark geſchätzt.
* Dublin, 28. Jan. Drei Anhängerinnen
des Frauenſtimmrechts wurden verhaftet unter
der Beſchuldigung, heute früh ſechzehn Fenſterſcheiben des
Schloſſes Dublin, der offiziellen Reſidenz des
Vizekönigs von Irland, eingeworfen zu haben. Die
Angeklagten wurden zu einmonatiger Zwangs=
arbeit
verurteilt.

Schiffsunfall,

* Havre 28. Jan. In der vergangenen Nacht ſtieß
der Dampfer Phryne von Algier nach Rouen
gehend bei dem Cap de la Hague mit dem Hambeur=
ger
Viermaſter Tangani von Hamburg nach
Valparaiſo, zuſammen. Der Dampfer traf den Segler
mittſchiffs mit voller Wucht. Der Tangani ſank in
kurzer Zeit. Vier Mann wurden von der Phryne auf=
genommen
. Die übrigen 30 Mann der Beſatzung
werden vermißt.
Paris, 29. Jan. Wie aus Havre noch zu dem
Zuſammenſtoß des Dampfers Phryne mit dem
Hamburger Viermaſter Tangani der übrigens nach
anderen Berichten Balgand heißen ſoll, gemeldet wird,
befand ſich der Viermaſter auf der Fahrt von Hamburg
nach Jquique. Das von dem Kapitän Junge befehligte
Segelſchiff erlitt ein großes Leck und ſank alsbald. Von
der 34 Mann zählenden Beſatzung konnten nur
vier von der Phryne gerettet werden, nämlich der
zweite Offizier, zwei Matroſen und ein Schiffsjunge.
Man befürchtet, daß die übrigen Leute, die bei dem Zu=
ſammenſtoß
im Schlafe lagen, nicht die Zeit gehabt haben,
die Rettungsboote ins Waſſer zu laſſen und ertrunken ſind.
Der Kapitän der Phryne die beträchtliche Havarie er=
litten
hat, behauptet, daß der Tangani ohne Lichter ge=
fahren
ſei.

Der Balkankrieg.

Die neue türkiſche Regierung.
* Konſtantinopel, 28. Jan. Das Kabinett
iſt nunmehr vollſtändig, abgeſehen von dem Präſi=
dium
des Staatsrats, das dem ehemaligen Großweſir
Kutſchuk Said angeboten wurde. Die Verhandlungen
mit dem früheren Großweſir Hakki Paſcha, um ihn zum
Eintritt in das Kabinett zu bewegen, werden fortgeſetzt.
Hakki Paſcha ſoll ſich bereit erklärt haben, irgend ein Por=
tefeuille
anzunehmen, falls einige Miniſter wechſeln und
ſein allgemeines politiſches Programm angenommen
wird. Dieſes Programm würde eine verſöhnliche Politik
gegenüber den einzelnen Nationalitäten, ſowie allgemeine
Reformen, insbeſondere die Umgeſtaltung der Verwal=
tung
in weſteuropäiſchem Geiſte, in ſich ſchließen.
HB Konſtantinopel, 29. Jan. Der Korreſpondent
des Matin hatte eine Unterredung mit dem
Großweſir Mahmud Schefket Paſcha. Der
Korreſpondent fragte ihn: Werden Sie morgen den Krieg
haben? Schefket Paſcha antwortete: Was ſollen wir da=
von
reden; wir müſſen erſt ſehen, was wir tun können,
um auf die Mitwirkung und Gerechtigkeit der anderen
Mächte rechnen zu dürfen. Wir haben nicht ſehr viele
Freunde in Europa, und das iſt bis zu einem gewiſſen
Punkte unſere eigene Schuld. Wir haben zu viel ver=
ſprochen
und zu wenig gehalten. Die Mitarbeit des
Auslandes würde uns weſentlich unterſtützen, und es iſt
durchaus nötig, daß unſere Verwaltung reformiert wird.
Wir erwarten Vorſchläge von allen Seiten. Wir werden
einen anderen Inſpektionsdienſt einrichten. Ich weiß,
daß die fremden Kapitaliſten ſich über die Wahrhaftigkeit
unſerer Regierung beklagen und ebenſo unwillig über
die langen und fruchtloſen Verhandlungen der Delegier=
ten
ſind. Wir wollen Handelsfreiheit ſchaffen, Aktien=
geſellſchaften
gründen und Eiſenbahnen bauen. Wir wer=
den
die Mittel ſuchen und fildn, unſeren Kredit zu
heben. Das ſind Beſchlüſſe und keine leeren Worte. Ob
Friede oder Krieg ſein wird, fragen Sie. Es iſt Friede,
falls Europa dieſen nicht unmöglich macht. Wir werden
den Mächten auseinanderlegen, was die ernſte Lage der

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar

Türkei erfordert. Dann wird wohl der Friede möglich
werden, den wir ſo ſehnlich wünſchen. Wir wünſchen
niemals unſeren Säbel zu ziehen, und wir ziehen ihn
nur dann, wenn wir abſolut dazu gezwungen werden.
Die Antwortnote der Türkei.
Konſtantinopel, 28. Jan. Der Entwurf
der Antwortnote wurde heute ins Franzöſiſche
überſetzt. Wie es heißt, erklärt die Pforte in dieſem
Entwurf, der wahrſcheinlich vom Miniſterrat nochmals
geprüft werden wird, daß ſie die von den ottomaniſchen
Bevollmächtigten in der Sitzung vom 3. Januar bereits
gemachten Zugeſtändniſſe annehme, alſo, was das Wila=
jet
Adrianopel anbetrifft, die Grenzlinie, die der alten
Grenze bis zum Fluſſe Arda folgt, deſſen Lauf ſie bis zur
Einmündung des Soeguedlue Tſchat folgen wird, um,
Guemueldſchina öſtlich liegen laſſend, am See Buru Goel
zu enden. Ihre Rechte auf die Inſeln halte die Pforte
aufrecht.
Die Mächte.
* Wien, 29. Jan. Das Fremdenblatt konſtatiert,
daß, ſoweit auch die Kombinationen und Meinungen
der europäiſchen Blätter über den bevorſtehenden Ent=
ſchluß
des türkiſchen Miniſterrates ausein=
andergehen
, der Dreibund und die Tripel=
entente
darüber vollſtändig einig ſind, daß das neue
türkiſche Kabinett, falls es ſich dem in der Kollektivnote
der Mächte geäußerten Wunſche nicht anpaßt, auf die
Unterſtützung der Mächte in keiner Weiſe rech=
nen
könne. In dieſem Sinne ſind der Dreibund und die
Tripelentente vollſtändig einig, was mit um ſo grö=
ßerem
Nachdruck hervorgehoben werden muß, als anläß=
lich
des Konſtantinopeler Putſches neuerlich der Verſuch
unternommen wurde, der europäiſchen Oeffentlichkeit die
lächerliche Fabel aufzutiſchen, als ob Oeſterreich ins=
geheim
der jetzigen Umwälzung in der Türkei und da=
mit
dem türkiſchen Widerſtand gegen die Annahme der
Friedensbedingungen Vorſchub geleiſtet hätte. Weiter
beſtehe eine vollkommene Uebereinſtimmung darüber, daß
in dem unerwarteten Falle einer ablehnenden Antwor:
der Türkei auf die Kollektivnote der Mächte dieſelben jede
iſolierte Aktion unterlaſſen müßten.
Die rumäniſch=bulgariſche Frage.
* Bukareſt, 29. Jan. Der hieſige bulgariſche Ge=
ſandte
erklärte, die bulgariſch=rumäniſchen
Verhandlungen würden in fünf bis ſechs Tagen
zu einem beiderſeits befriedigenden Abſchluß gelangen.
Bulgarien werde nicht auf Adrianopel verzichten, ſondern
lieber den Krieg wieder beginnen, dann aber bei Adria=
nopel
nicht ſtehen bleiben.
* Bukareſt, 29. Jan. Dem Verlangen Rumäniens
entſprechend, ſind der rumäniſche Geſandte Miſchu und
der bulgariſche Delegierte Dr. Danew übereingekom=
men
, ein Protokoll abzufaſſen, das die rumäniſchen Forde=
rungen
und die bulgariſchen Konzeſſionen enthält und den
Kabinetten in Bukareſt und Sofia vorgelegt wird.
Die Londoner Verhandlungen.
* London, 28. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, übergeben die Delegierten der Balkan=
ſtaaten
ihre Note dem Aelteſten der Delegierten, No=
wakowitſch
, der ſie Reſchid Paſcha überreichen ſoll, ſobald
er es für angebracht hält. Es iſt Grund zu der Annahme
vorhanden, daß die Note morgen überreicht wird. Die
Delegierten der Verbündeten meinen, daß mit der Ueber=
reichung
der Note ihre Miſſion in London be=
endet
ſei. Der Tag der Abreiſe iſt indeſſen noch nicht
feſtgeſetzt. Venizelos reiſt jedenfalls noch vor Ende der
Loche nach Athen ab; überhaupt wird wahrſcheinlich die
Mehrzahl der Delegierten London in wenigen Tagen ver=
laſſen
. Nach Reuters Informationen erwähnt die Note
das Ende des Waffenſtillſtandes nicht: über dieſe Frage
werden die Regierungen und die Oberbefehlshaber im
Felde entſcheiden.
* London, 29. Jan. Die heute den türkiſchen
Delegierten überreichte Note der Verbünde=
ten
erklärt die Verhandlungen für abge=
brochen
.
* London, 29. Jan. Der ſerbiſche Geſchäftsträger
Gruitſch begab ſich heute nachmittag um 3 Uhr in das
Carlton=Hotel, wo er vom Sekretär der türkiſchen Miſſion
empfangen wurde. Er wurde hierauf zu Reſchid
Paſcha geführt, dem er die formelle Note der Verbün=
deten
über den Abbruch der Verhandlungen überreichte.
Darauf verließ er das Hotel und begab ſich ſofort in das
Auswärtige Amt, um Edward Grey eine Abſchrift der
Note zu übermitteln.

Vermiſchtes.

Dürfen Schulkinder wegen Ver=
äumnis
des Gottesdienſtes gezüchtigt
werden? Die Zentralauskunftsſtelle der katholiſchen
Preſſe ſchreibt: Die Frage, ob Schulkinder wegen Ver=
ſäumnis
des Gottesdienſtes gezüchtigt werden dürfen,
wurde durch die Strafkammer des Landgerichts Mainz
dieſer Tage verneint. Ein katholiſcher Pfarrer hatte drei
Mädchen im Alter von 9 bis 11 Jahren mit einem Rohr=
ſtock
gezüchtigt, weil ſie den Gottesdienſt verſäumt haben.
Da ein Arzt eine Ueberſchreitung des Züchtigungsrechts
als vorliegend erachtete und Striemen auf dem Rücken
eines der Kinder feſtſtellte, wurde der Geiſtliche zu 30 Mk.
Geldſtrafe verurteilt. In der Begründung des Urteils
heißt es, dem Geiſtlichen ſtehe ein Züchtigungsrecht wegen
Verſäumnis des Gottesdienſtes überhaupt nicht zu.
CK. Eine Weltſtatiſtik der drahtloſen
Telegraphie. Nach der jüngſten Zuſammenſtellung
des Internationalen Bureaus hat die Zahl der dem
Publikum geöffneten drahtloſen Küſtenſtationen für Tele=
graphie
gegenwärtig die ſtattliche Ziffer von 375 Anlagen
erreicht. An der Spitze ſtehen die Vereinigten Staaten
mit 142 Stationen, England beſitzt 43, Kanada 33, Deutſch=
land
mit ſeinen Kolonien 22, Italien 19, Rußland 19,
Frankreich 17, Spanien 10, Dänemark 9 und die übrigen
Staaten folgen mit geringeren Zahlen. Auch in der Zahl
der an Bord von Kriegsſchiffen angebrachten Einrichtun=
gen
für drahtloſe Telegraphie ſtehen die Vereinigten

Staaten mit 247 Funkſpruchapparaten an der Spitze. Es
folgt die britiſche Kriegsmarine mit 213, die franzöſiſche
mit 141, die deutſche mit 112, die italieniſche mit 77, die
japaniſche und die ruſſiſche mit je 70 und die öſterreichiſch=
ungariſche
Kriegsmarine mit 37 Funkſprucheinrichtungen.
Bei der Handelsmarine lauten die entſprechenden Zahlen:
England 455, die Vereinigten Staaten 253, Deutſchland
206, Frankreich 68, Italien 47, und ihnen folgen die übri=
gen
Handelsflotten.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 29. Jan. Der Kaiſer beauftragte mit
ſeiner Vertretung bei der am nächſten Sonntag ſtatt=
findenden
Taufe des jüngſt geborenen Prinzen
von Rumänien den Prinzen Oskar. Der Prinz
wird begleitet von dem Generaladjutanten von Pleſſen,
dem Flügeladjutanten Oberſt von Friedeburg, dem
Flügeladjutanten Grafen von Soden und dem perſön=
lichen
Adjutanten, Oberleutnant von Bock und Polach.
Berlin, 29. Jan. Admiral v. Holtzendorff. Chef
der Hochſeeflotte, iſt von ſeiner Stellung enthoben und
Vizeadmiral v. Ingenohl, Chef des zweiten Ge=
chwaders
, mit der Führung der Hochſeeflotte beauftragt
worden. v, Kroſigk, zur Verfügung des Chefs der
Marineſtation der Nordſee, iſt zum Direktor des allge=
meinen
Marinedepartements im Reichsmarineamt und
gleichzeitig zum ſtellvertretenden Bevollmächtigten zum
Bundesrat ernannt. Konteradmiral Scheer, Direktor des
allgemeinen Marinedepartements des Reichsmarineamts
iſt unter Aufhebung des ſeinerzeit erteilten Mandats zum
ſtellvertretenden Bevollmächtigten des Bundesrats mit
der Führung des zweiten Geſchwaders beauftragt und
gleichzeitig der Marineſtation der Oſtſee zugeteilt worden.
* Jekaterinenburg, 29. Jan. Ein Weinlager kam
beim Filtrieren von Spiritus zur Exploſion. Eine
Perſon wurde getötet, 15 verletzt, 8 davon gefährlich.

Berlin, 29. Jan. Unter dem Vorſitz des Präſiden=
ten
des Abgeordnetenhauſes v. Wedel hat ſich ein Ko=
mitee
gebildet, das zur Sammlung einer National=
ſpende
zum Kaiſerjubiläum für die
chriſtlichen Miſſionen in den Kolonien und
Schutzgebieten auffordert.
H. B. Leipzig, 29. Jan. Vor dem hieſigen Schwur=
gericht
begann heute der Prozeß gegen den 32 Jahre
alten Flieger und Ingenieur Eugen Hugo Walter
Wincziers aus Holkowitz, der des Meineides und des
betrügeriſchen Bankerotts angeklagt iſt. Wegen Beihilfe
dazu nahm neben ihm auf der Anklagebank die Privatiere
Joſephine verwitwete Henſel aus Berlin Platz. Für die
Verhandlungen, zu welchen 29 Zeugen geladen wurden,
ſind 14 Tage in Ausſicht genommen.
H.B. Poſen, 29. Jan. Ein großer Feuerver=
icherungsbetrug
zum Schaden der Poſener Pro=
vinzial
=Feuer=Sozietät iſt in dem Orte Mrotſchen im
Kreiſe Wirſitz aufgedeckt worden. Die 2500 Einwohner
zählende Stadt wurde innerhalb ſechs Wochen über 20mal
von Bränden heimgeſucht, ſo daß ſchließlich der
Verdacht der Brandſtiftung auftauchte. Ein Poſener Kri=
minalbeamter
logierte ſich unter falſchem Namen als Ver=
ſicherungsagent
in Mrotſchen ein und es gelang ihm in
kurzer Zeit, ſeine Recherchen ſoweit zu bringen, daß ſieben
Einwohner wegen Brandſtiftung verhaftet werden konn=
ten
. Weitere Verhaftungen ſtehen bevor.
H. B. Warſchau, 29. Jan. Auf der Strecke bei der
Station Winkowice wurden eine Anzahl fahrender Kauf=
leute
, ſowie ein Hochzeitszug von 20 maskierten Räu=
bern
. überfallen. Die Ueberfallenen wurden nach
heftigem Kampfe vollſtändig ausgeraubt. Zwei Gen=
darmen
in Zivil, die ſich in der Hochzeitsgeſellſchaft be=
fanden
, wurden ermordet und auf ſchreckliche Weiſe ver;
ſtümmelt. Die Räuber entkamen.

So wirkt nur Bioson!

Nach überſtandener, ſchwerer Krankheit war ich ſehr
geſchwächt und nahm daber zur Stärkung Bioſon. Es
hat mich wunderbar gekräftigt und mir überhaupt in jeder
Beziehung ſehr gute Dienſte geleiſtet. Frau Müngers=
dorf
, Cöln=Sülz, Palanterſtr. 8 b. Unterſchr. beglaubigt:
8. Oktober 1912. Kreifelts, Kgl. Notar. Bioſon, Blech=
doſe
(ca. ½ Kilo) 3 Mk. erhältlich in Apotheken, Dro=
gerien
. Verlangen Sie vom Bioſonwerk Frankfurt a. M.
Gratisprobe und Broſchüre.
III,2896

Nervöse Schulkinder

würde es nicht mehr geben, wenn jede
Mutter ihren schülpflichtigen Lieblingen
als tägliches Frühstücksgetränk Kasseler
Hafer-Kakao (Nur echt in blauen Kartons
für 1 M., niemals lose!) reichen würde.
Systematische Stärkung und Kräftigung
des Körpers schützt am besten gegen

Geistige Gberanstrengung.

Ferdinand Carl Winter
Hoflieferant Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs
Spezialgeschäft für Herren-Wäsche
fertig und nech Mass
Unterzeuge, Cravaften. Sporfarkikel.

124a

Mundwassen

Das Klagelied der Selbſtverſchuldung

wird tagtäglich in ungezählten Variationen ges
ſungen. Beſonders ſchmerzlich klingt es, wenn vers
altete Leiden den Menſchen zu der Einſicht zwingen,
daß er leicht ſich hätte helfen können, wenn er nur beis
zeiten etwas getan hätte. Das gilt vor allem für vers
nachläſſigte Katarrhe. Wer gegen neue Katarrhe ſo=
ort
Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen ges
braucht, wird Katarrhe gar nicht ins chroniſche Sta=
dium
kommen laſſen. Aber auch bei chroniſchen
Katarrhen ſind Fays ächte Sodener eine ausgezeiche
Hilfe, die nicht dringend genug empfohlen werden
kann. Man verlange aber ausdrücklich Fays
Sodener u. weiſe alle Nachahm. entſch. zurück. (I1636

Frauer-Kostüme anterigung nach Mes i a n
Trauer-Kleider: :: :: :: innerhalb 24 Stunden.
Trauer-Mäntel:
Frauer-Blusen
(2626a
Trauer-Röcke
Trauer-Häte Carl Schürmann & Co

in stets groß. Auswahl. Ecke Elisabethen- u. Wilhelminenstrasse.,

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte ſagen
wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Rückert
für ſeine troſtreiche Grabrede, den Schweſtern für
die liebevolle Pflege, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden unſeren tiefgefühlteſten Dank.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Frau J. Vogt Wwe.

Darmſtadt, den 29. Januar 1913.
Moosbergſtraße 32.

(B2936

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Das Hochdruckgebiet hat ſeinen Kern etwas ſüde
wärts verſchoben. Die Depreſſion hat ihre Lage kaum
verändert. Im Bereiche des Hochs haben wir vielſach
heiteres Wetter bei mäßig kalten Temperaturen. Die
Winde wehen meiſt aus Nordoſt, Niederſchläge ſindin
eutſchland uur ganz vereinzelt gefallen. Wr haben
auch morgen mit derſelben Witterung wie ſeither zu
rechnen.
Ausſichten für Donnerstag, den 30. Janua
Meiſt heiter und trocken, kalt.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Sondervorſtellung), Anfan
8 Uhr: Alt=Heidelberg
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lichtbilder=Vortrag von Sanitätsrat Dr. Mal
rer um 8½ Uhr im Muſikverein.
Konzert um 8 Uhr im Rummelbräu.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Admis
ral von Hollmann : Dr. Martin Rücker Freiherr von
Jeniſch; das neue franzöſiſche Kabinett; die Mönchs=
epublik
am Berge Athos; Trauerfeier für den Prinz=
Regenten Luitpold in der Sixtiniſchen Kapelle in Rom

Verſteigerungskalender.
Freitag, 31. Januar.

Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ra=
haus
zu Arheilgen.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammen
kunft am Diſtrikt Buchwald oberhalb dem Gemeinde=
Steinbruch).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſen
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

60
11


2

nach Pilsner Art E
nach Münchner Art
Hell Export GuEG
E feinste Tafelbiere
in Flaschen und Syphons=

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Seite 7.

Vor Eintreffen der Frühjahrs-Schuhwaren werden die noch vor-
handenen
Restbestände zu nachstehend billigen Preisen ausverkauft.
HERREN-
DAMEN-
KINDER-

Moderne Boxleder-Schnürstiefel
Boxleder-Zug- u. Schnallenstiefel
Kalbleder- und Chevreaux- Zug-
stiefel
, 39/40 .
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe,
früher 12. . .
Elegante braune Schnürstiefel .
Hellbraune Schnürschuhe, 40/46 .
Ia Wichsleder-Schnür- u. Zugschuhe
Leder-Hausschuhe, 4046 .
Imit. Kameelhaar-Schuhe, 40 46
Gummi-Ueberschuhe, 4045 .
Boxl.-Knaben-Schnürstiefel, 3639
Wixleder-Knaben-Zugstiefel, 36/37

jetzt 6.75 jetzt 6.90 jetzt 4.50 jetzt 6. jetzt 7.50 jetzt 6. jetzt 4. jetzt 2.40 jetzt 1.50 jetzt 2.50 jetzt 5.75 jetzt 2.50

EchtChevreaux-Schnürstiefel, 36/39
Chevreaux-Knopfstiefel, teils Good-
vear
Welt, 36/39, früher 10. .
Moderne Boxleder-Schnürstiefel .
Eleg. braune Chevr.-Schnürstiefel
Eleg. Halbschuhe mit Lackkappen
Moderne schwarze Laschenschuhe
Braune Knopf- u. Schnürstiefel .
Wichsleder-Knopf- u. Schnürstiefel
Wichsleder-Schnür- und Spangen-
schuhe
, 36/38
Gummi-Ueberschuhe, 3642 .
Leder-Hausschuhe, 3642 .
Imit. Kameelhaar-Hausschuhe .

jetzt 4.75 jetzt 5.50 jetzt 6.50 jetzt 7.50 jetzt 6.50 jetzt 5.50 jetzt 4.50 jetzt 5. jetzt 2.75 jetzt t 2.50 jetzt 1.75 jetzt 1.

Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17/19
Schwarze Leder-Knopfstiefel, 17/20
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17/22
Braune Leder-Schnürstiefel, 17/22
Braune Schnürschuhe, 27/30
Boxleder-Schnürstiefel, 25/26 . .
Boxleder-Schnürstiefel, 27/30 . .
Boxleder-Schnürstiefel, 31/33 .
Wichsleder-Knopfstiefel, 27/30 .
Wichsleder-Knopfstiefel, 31/35 .
Filz-Schnallenstiefel, 30/35 .
Hausschuhe, warm gefüttert, 27/30

jetzt 1.
jetzt 1.25
jetzt 1.75
jetzt 1.85
jetzt 2.60
jetzt 3.50
jetzt 4.
jetzt 4.50
jetzt 3.
jetzt 3.50
jetzt 1.25
jetzt .50

Eleg. Chevr.-Damen-Schnürstiefel
Derby, Lackkappen
6.%

Moderne
Damen-Lack-Schnürschuhe

Ferner grössere Rest-Posten:

Damen-Halbschuhe, nur kleine Nummern, darunter elegante Sachen, früherer Preis bis Mk. 12.50
jetzt 4.50
Damen-Ballschuhe in schwarz und farbig, vorherrschend kleine Nummern
jetzt 1.75
Damen-Kid- und Kalbleder-Knopf- und Schnürstiefel, früherer Preis bis Mk. 15.
jetzt 7.
Herren-Kalbleder-Zugstiefel, erstklassiges Fabrikat, früherer Preis bis Mk. 16.
jetzt 7.50
Herren-Lackbesatz-Schnür- und Zugstiefel, erstklass. Fabrikat, Nr. 39, 40, 44, 45, 46, früher Mk. 20. jetzt 8.
Herren-Lack-Schnürschuhe in spitzer und breiter Form, früherer Preis bis Mk. 12.
jetzt 5.
Damen-Melton-Schnür- und Zugstiefel mit Lederbesatz, warm gefüttert, früherer Preis bis Mk. 6.50 . jetzt 3.
Hochelegante farbige Herren- und Damen-Knopfstiefel jetzt zur Hälfte des früheren Preises!
Kinder-Schnür-, Knopf-, Ohren- und Spangenschuhe sowie Winter-Schuhwaren weit unter Preis!

Keine Auswahlsendungen!
Schuhwaren-
Shaus
1 Louisenplatz L.

Verkauf gegen bar!

(2881

Telephon 2545.

I Louisenplatz 1.

Tuche für außerordentl. begabten,
ſehr braven, aber unbemittelten

RRealgymnaſiaſt., d. Oſtern in Ober=
ſekunda
eintritt, Unterkunft in e.
Hauſe, wo er geg. fr. Koſt u. Wohn.
die Schulaufg. d. Kind. beaufſicht.
ſönnte. Anerb. an evang. Pfarramt
Heinsheim bei Groß=Gerau. (2900

Enel. u. franz. Unterr., Konv., Gram.,
Mit. Sprachen im Ausland erlernt. Grüner
Weg 17, p., zwisch. 10 u. 12 vorm (2357a

Stolze-
5
2 Schrey’sch
Stenograph.-
Verein
Unterricht,
Fortbild. De-
C2 battenschr.
Uebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof, Wilhelminonstr. 1, I.

Warieienne, weltutries Alpſome
donnerait des lecons. s’adr.
Franvensteinstr. 49, III. r. (2429a

wünſcht engliſch.
Ungländerin Unterricht zu er=
eilen
Wilhelminenplatz 10, I. (38a

Gründl. Klavier- u.

Violin-Unterricht
rteilt Georg Göbel, Muſiklehrer,
ſckarſtr. 3, Mittelb, part. (908a

Tüch=
tige
Klavierlehrerin
erteilt Unterricht.
(2145a
Waldſtraße 50, I. St.

Kehnet chene=
von
Mk. 1.50 an. (2372a
Joseph’s Zahnatelier, Soderstr. 7.

Ein Sofa 2 M., alt. Schrank 3 M.,
CHolzbettſtelle 3 M., eiſernes Bett
mit Patentmatratze 10 M. billig
z. verk. Neue Ireneſtr. 12, II., r. (*221i

1 gute Spindel-Kopierpresse
mit Schränkchen abzug. Näheres
Alice-Bazar, Wilhelminens r. 21. (*2670

Regiſtrier=Kaſſe
mit Total=Addition, Scheck, Kon=
trollſtreifen
, National, neu, 375 Mk.
zu verk Hügelſtraße 4.
(2212a

Zu verk.: 2 Damenbl. (fant neit,
1 Schlafrock, 2 Frühſ.= Herren=
mänt
m. Peler., 1 Gaslampe, 1 Paar
Stiefelböcke(42), 1Fenſteruhr, Trans=
parent
Kaſinoſtr. 18, 1. St. (2286

eg. ſchwarz. Domud (br. 19,
für 20 Mk. zu verk. (*2572md
Schulſtraße 14, 1. St.

hübſche Maskenkoſtüme bill.
zu verl. od. zu verk. (*256)md
Schwanenſtr. 7, 1. St.

(Dornröschen, Skla=
Masken vin ꝛc) zu verleihen
od. zu verk. Karlſtr. 11, III. (2358a
Veue Chansonette, Soubr. u. Domino
7 zu verl. Grafenſtr. 4. I. (2692a

Hocheleg. Damenmasken
darunter neue Chanſonette,
billig zu verleihen
Gr. Kaplaneigaſſe 14, part. (2753a
Namen=Mask., H.=Domino zu verl.
od. zu verk. Kiesſtr. 32. (1327a

Hocheleg. ſeid. Maskenkoſt. (Kön.
Luiſe, 1mal getr.), ſow. Tirolerin
bill. zu verl. Soderſtr. 79, I. (*2383imd Gnocheleg. Mask.: goldg. Kücken,
Dneu, Soubr., Wint., Zigeunerin,
Spanierin, Vergißmeinn., Bauern=
mädch
., Winzerin, Baby u. Strand=
dame
, vier noch nicht getragen.
*2421imd) Arheilgerſtr. 4, 2. St. Einige neue hochaparte ſeid.
Damenmasken, daſ. auch
verſch. einf. ſ. ſchicke Koſt. bill. zu verl.
2082a) N.=Ramſtädterſtr. 49, 1. St. askenkoſtüm (Soubrette) zu
Mverl. Alexanderſtr. 7, II. (2758a D elez. Chanſonetts (Samt mit
Seidenpliſſee) à 5 M. zu verl.
Heidelbergerſtr. 17½, 3. St. (2502a 2 eleg. Maskenkoſtüme zu ver=
leihen
Viktoriaſtr. 26, I. *2542md 3 eleg. Dam.=Mask. bilig zu
verleihen Ludwighöhſtr. 52. (B2849 (Spanierin
2 eleg. Maskenkost. u. Spanier)
für mittl. Figur, auch einzeln zu
verl. Schuchardſtr 15, III. (*2539md Damenmaste (Holländerin) bill.
Dzu vl. Dieburgerſtr. 42, II (* Eeg. D.=Maste 3 M., zinderm.,4b.
C10g., 75 Pf., z. pl. Geiſtberg 5. (*ds Macher
iim (Edelweiß) bill zu
Mläsken kostunl verk. od. zu verl.
*2695) Mauerſtraße 32, 1. St. I. eleg. D.=Masken=Anzüge ſehr
bill. zu verl. od. zu verk. (*2606
Näh. Erbacherſtr. 12, Vdh., I. I. Damen-Maskenkost. u. Domino bill.
zu verleihen Mauerſtr. 20. (*2679df eleg. Damenmasken zu ver=
2 leihen. Näh. Exped.
(*2646

Kaskenkoſtüm (Chanſ.) bill. zu
Mverl. od. zu verk. Zuerſr. b.
4 Uhr nachm. Friedrichſtr. 9, p. (*ds

u (Italienerin)
1Maskenkoſtüm zu verkaufen
Gutenbergſtr. 61, 3. Stock. (*2677

3 ſehr eleg. Maskenkoſtüme zu
verleih. Anzuſeh. abends von 7 bis
10 Uhr. Hermannſtr. 9, II. (B2931

Gutacher. Trachten=Koſtüme
Herr und Dame, mittl. Fig., neu,
zu verkauf. od. zu verleihen N.
(*26=
Ireneſtraße 66, part. l.

Schöne Herrenmaske (Pierot) zu
Overk. Neue Ireneſtr. 61, III., I. (*41
ſchöne Soubretten=Anzüge
4 bill. zu verk. od. zu verl. (*2424id
Meinhardt, Balionpl. 5, Hths.
Elegante Damen=Maske bill. zu
Cverl. Karlſtr. 18, 2. St. (2746a

Fastnacht-Sonntag.
naok wie Italien., Pierott,
Herrenmadk., Zigeuner Engländ.,
Reiſeonkel, Domino, billig zu verl.
231ds)
Mauerſtr. 8, 2. St.

bilig zu
Schön. Maskenkoſt. verl.
*2610)
Mühlſtraße 26, part.

Sübſche Maske (Pierette, weiß=
O.
lila) für 6 Mk. zu verl.
*2613) Neue Ireneſtr. 70, 3. St.
Gelbes Maskenkoſt. bill. z. verk.
603) Landwehrſtraße 6.
Elea. Damen=Maske bill. z. verl.
E Kiesſtraße 11, I.
(*2625ds

Eleg. ſchicke Maskenkoſt. bill.
zu verleihen
(*2715
Neue Ireneſtraße 64, part.

askenkoſtüm Rubim zu ver=
We leihen. Liebigſtr 18, I. (*264s

Feidene Damenmaske zu verl.
SErnſt=Ludwigſtr. 7, III. (*2641dfs

Dominos, ſchwarze
Damen- ſeidene, bill. zu verl.
*2635df) Riedeſelſtraße 25, III.

Eleg. Mask. (Spanierin u. Span.,
Samt=Soubrette) billig zu verl.
2481md Liebfrauenſtr. 63, part.

ask. (Zigeun. u. Würfelkoſt.),
Mnochneu, bill zu verl. beiös,
Wedel. Luiſenſtr. 32, 2. St. (*2558md

Gleg. Smoking=Anzug, mittiere
Figur, zu verkaufen (*2570md
Magdalenenſtr. 9, 1. Stock.

Steg,
neu, zm
chiee Damenmaske, verleih.
Frank, Schulſtraße 9. (2551sid
Masken=Anzüge bilig zu verl.
Mühlſtr. 8, 1. Stock.
(2030a

Sch. Maskenkoſt. ſind b. z. verl.
2383a) Kleine Ochſengaſſe 4.

Eleg. Dam. Maske (Domino),
1mal getr., preiswert zu verleihen
Schloßgartenſtr. 9, 1. St. (*2435is
Kleg. Damenmaske billig zu verl.
E Nied.=Ramſtädterſtr. 16, I. (1705a

Aparte Damenmasken, noch nicht
getr. Trachten. Phantaſie= und
Blumenkoſt., z. verl. Elisabethenstr. 1,
gegenüb. d. Stadt Pfungſtadt. (2276a

Fleg. D.=Maske (Kaſtanien) zu vl.
*2415ic) Moosbergſtr. 14, part.

Gerrench. Damennaske imuſt=
Okaliſch. Elown) zu verl. (*242id
Pallaswieſenſtr. 42, 3. St.

Verrenmarke, ſchw. Samtanz., bill.
z. verl. Wendelſtadtſtr. 26. (*2518mf

[ ][  ][ ]

Die grösste Auswahl in
Fansehalen
zu niedrigsten Preisen ſinden Sie bei uns.
und
Tanzschuhe, schwarz 1.50 1.80 2.25 2.75 3.25 3.75 4.50 5.50 höher

und
Tanzschuhe, weiss . . 2.25 2.75 3.50 4.50 5.50 höher.

Satin-Tanzschuhe
2
blau
weiss . . .
rosa .
121.5

1 Posten
schwarze Lackschuhe
Gr. 36/37 1.

1 Posten
weisse Tanzschuhe

Nummer 25.

(2923

Gr. 36/37

Schwarze
Herren-Chie-Schuhe

3.50

Markt
5

Gebr Kan

Markt
5

Unsere Sperial- Ab-
teilung
in TANZ-
schuhen
I. Stock.

obere Rheinstrasse 5 Darmstadt obere Rheinstrasse 5.

Telephon 1558.

Gerducherte
Pleischwaren

Blutwurst Pfund 65 Pf.

Rotwurst
15
Leberwurst, Nordd. 75 Pf.
Ia Fleischsülze 1.00
Dörrfleisch, westf. 1 ff
1.10
Speck, dick,
Presskopf, hess. 1.20
ohne
Cornet beef Sehnen, Pfd. 1.20
deutsche Ware 2 Pfd.-Dose 2.35
Pfund 1.45
Teewurst
Schinken, gekocht ¼ Pfd. 45 Pf.
Schweineschmalz
garantiert rein Pfd. 75, 60 Pf.
Rinderfett
Pfand 60 pf.
Sackfett

Kunstbutter
(Margarine)
Pfund 75, 70, 65,

Fste. Süssrahm-Margarine
Pfund 1.00 Mk., 90,

Feinste holländ.
Süssrahmbutter,
Teebutter Pfd. 20

ETE R
10 Stück 60 Pfg.
grosse frische
Siedeier
10 Stück 85, 00 Pfg.

Trinkeiere
gestempelt, 10 Stück 60

Pfg.

Phlonik-Katfee
naturelle Röstungen
Pfd. 1.70, 1.60, 1.55, 1.50, 1.40
Malzgerste, lose 18 Pf.
Nährsalzkaffee
Familienwohle, Pfund 45 Pf.
10 prima Bouillonwürfel
30 Pf.

ssückinge, süsse, St. 7 Pf.
Sprotten . Pfund 80 Pf.
Sardellen, holl.
¼ Pfd. 45 Pf. Pfd. 1.60
marinierte Heringe
Stück 10 Pfg.

Harzer Kümmelkäschen
goldgelb 10 Stück 30 Pfg.
Camemberts 35, 30 Pfg.
Tilsiter, vollfett, Pfd. 1.00
Pfund 1.00
Edamer

Mr. 2. 2. . . I. . S I.

jetzt Elisabethenstrasse 5, I.
empfiehlt sich bei Bedarf im
(2919
Plissieren und Gaufrieren
unter Zusicherung prompter Bedienung und tadelloser Ausführung.
Neueste Flachplisseeröcke
auch für stärkere Damen.

Zen ean
Privatklinik
für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe
von Dr. Machenhauer, Darmstadt
Lagerhausstrasse 24.
Telephon 288.
Besuchszeit: täglich von 24 Uhr nachm.
Aerztliche Sprechstunde nur in der Privatwohnung:
Riedeselstr. 52, Werktags von 24 Uhr nachm. Telephon 334.

Gebr. Geſchäftswagen
(Break) zu verkaufen
(2762a
Heinrich Grimm, Schulſtr. 16.
gut erhalten, für
Ueberzieher, 10 Mk. abzugeb.
Schäfer, Frankfurterſtr. 130. (*2637.

Jahrrad f. 15 M. Singernrh=
maſchine
u. 1 ſchwer. warm.
Mantel billig zu verk.
(*2605
Ludwigshöhſtr. 78.

Neuer ſchwarzer Gehrock=Anzug
ſehr billig zu verk.
(*2
2693
Ludwigsplatz 2, 2. St.

Eeie ieeten
in der Nähe von Kaſernen ſind
auf Hektoliter zu vergeben. Näh.
bei Georg Crößmann, Grafen=
ſtraße
16, Teleph. 2154. (*2615dfs

Neue kalifornische
Dilaumen
per Pfd. 45. 50, 60, 70,
80 Pfg. und 1., zum
Rohessen u. Kochen.
Bei Mehrabnahme billiger.
Hoflieferant
Sreimer
Telephon Nr. 76.
NB. Versand aller Delikatessen
und Kolonialwaren nach allen
Stadtteilen u. auswärts.
Auf Wunsch lasse täglich
nachfragen. (2395a

Total-Ausverkauf
(2659a
wegen Geschäfts-Aufgabe.
495900 Sach eisarren und eigarerten

Erstklassige Fabrikate!

Garantie: Zurücknahme.

Für Wiederverkäufer beste Einkaufs-Gelegenheit!
W. BAUER: 6 Ludwigstrasse 6.

(noch vollſt. neu) als: prachtvoll.,
apart. Speiſezimmer, echt Eiche,
ganz kompl., mit Standuhr, echt.
Lederſtühlen ꝛc. ꝛc. (prima hieſiges
Fabrikat), ferner hochf. modernes
Schlafzimmer, ganz kompl. m. beſt.
Bettinhalt, ſowie feine Küchen=
einrichtung
, echt pitch-pine, alles
mit Linoleumbelag, alles zuſam.
für nur Mk. 1150. abzugeben.
Daſelbſt prachtvoll. Herrenzimmer
(Barock) mit ſchwerer Schnitzerei,
hübſch. Lüſter, div. Silber, alles
*2624
billig zu verkaufen.
Heidelbergerſtr. 85, 2. Stock.

Holzbettſtelle m. Sprungf.=Matr.,
Deckbett und Kiſſen
25.
2 eiſ. Bettſt. m. 3 t. Matr. à 15.
6.-
1 lack. Waſchkommode
. 2.50
1 lack. Nachttiſch
1 viereck. Tiſch
3.
5.-
1 größ. Fliegenſchrank
Spiegel u. Verſchiedenes zu verk.
*2619)
Gutenbergſtr. 28, III.

Antike
Biedermeier=Möbel
Kommode, 2 Vitrinen (Glasſchr.),
Tiſche Stühle, Barockkommode,
1 Kirſchbaum=Dieluhr.
(*2616
Karlſtraße 41.

Geines Tuchkoſtümtleid 2 M.,
Gr. 44; warmer hochfeiner
Abendmantel auf Seide 16 Mk.,
(*2647
zu verkaufen.
Karlſtraße 115, I.

Rehme noch einige Danen zum=
täglichen
Friſieren an.
(1892a
Damenfriseur,
Paul Fröhling, Rheinstraße 37
neben Hotel Britannia.
Telephon 1919.

Luftschlangen
Knallerbsen
Luftschlangen=
P
istolen
ſowie ſämtliche anderen
Karneval=
Artike
liefere an Wiederverkäufer zu
Engros-Preisen
Jakob Skurnik
Wendelſtadtſtr. 28. Telephon 1791.
Billigſte Bezugsquelle
Mar
(2503a
für Vereine.
Kartoffel (Industrie)
zentner= und kumpfweiſe zu
verkaufen Kiesſtr. 13. (1391a
Kreppel5l
ſehr fein im Geſchmack
per Schoppen 50 u. 60 Pfg.
Oelhandlung
Karlſtraße 26. (*2642

ſhine gebr. Handmaſchine, 1 Trei=
maſchine
u. 1 H. u. Fuß mit.
6 Schiebl. u. Gar., ſehr billig zu
(*2640
erk. Hölgesſtr. 3, pt.

Tadellos erh. Petroleumofen für=
Mk. zu verk. Anzuſ. vorm.
*2691df) Erbacherſtr. 69, 2. St.

.Rheinstr. 38
Tel. 945

(2899

Frisch eingetroffen:
1 Waggon
Orangen
Extragroße
Blut-
Orangen
Verkauf:
en gross en detail
A. Soratia

Früchte
Internationdl

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Seite 9.

Mainzer Aktien-Bierbrauerei Mainz.
Während der Fastnachtstage:

Wiener Bock
(von ganz heller Farbe)

Dunkles Märzen
(Münchener Brauart)

In Darmstadt im Ausschank bei:

N. Adler, Wenckstrasse 43, M. Fabian, z. Alexandereck, A. Graf, zum Mainzer Rad, Frz. Hippler, zum Schillereck, F. Hoth, Martinstr. 101.
(2890
Versand in Flaschen:
Viktoriastr. 58
Leonhard Kaisers
Biergrosshandtung, relephon 129.

eeen
Mfe
Einkamilien-Haus
Villenkolonie Eberstadt
mod. Stil, Diele, 7 ger. Zimmer,
Zubehör, Zentralheizung, Pergola,
gr. Garten zu 25000 Mk. zu verk.
Näh. bei Hofl. Ludwig Alter, ſowie
Artillerieſtr. 4, I., Darmstadt. (B64

In vornehmſter Lage des Herd=
wegs
iſt ein
2½ſtöckiges
5 Bimmerhaus
ſehr ſolid gebaut, mit ſchönem Vor=
garten
und prächtigem Obſtgarten
wegen vorgerückten Alters des Be=
ſitzers
zu einem äußerſt billigen
Preiſe zu verkaufen. Nähere Aus=
kunft
erteilt
B50
C. W. Braun,
Martinſtraße 74.

Ein 2½stockiges
E
5 Zimmerhaus
in freier Lage, mit ſehr großem
Obſt= und Gemüſegarten, iſt ſehr
billig zu verk. Näh. durch C. W.
Braun, Martinſtr. 74.
(B51

in ſchönſter und feinſter Lage des
Gerdwegviertels, in verſchiedenen
Größen, ſind preiswert zu verk.
Näheres durch C. W. Braun,
Martinſtraße 74,
(B52
Zu kaufen geſucht
Baugelände
in der Nähe des Hauptbahn=
hofs
. Off. an Agent. Strouz,
Landwehrſtr. 19½. (*2384imd

Mein
Saison=
Ausverkauf
findet statt
vom 1.15.
Februar.
(2951

Zum Verkauf kommen:

Handschuhe, Krawatten, Oberhemden, Kragen
Manecheiten, Sorenrüger, Perten, Kragensckoner
Socken, Sportstutzen, Sporthemden, Trikotagen.


O
* Everſtadt.
Geſchäftshaus
zu j. Eeſchäft paſſ., zur Zeit Ko=
lonialw
., preiswert zu verkaufen.

Eberſtadt.

ffert. unt. P. 5 poſtlagernd

(2693a

Daokerer

in ſehr guter Lage zu verkaufen,
eventl. auch zu vermieten. Offert.
unter C 79 an die Exp. (*2703dfs

Baugelände
im Bachgang
ca. 1000 D Mtr. Flächeninhalt bei
ca. 20 Mtr. Front, umſtändehalber
ſofort zu verkaufen. Näheres unt.
Chiffre B 64 a. d. Epd. (2598sid

Vermietung.
Ein gutgehendes
Kolonial=, Glas= und
Porzellanwarengeſchäft
in prima Lage iſt ſehr preiswert
zu verm. Näh. durch C. W. Braun,
Martinſtraße 74.
(B59
G
M

80
Selosigeber

(II*

ſucht tücht. Darlehensvermittler.
Off. beförd. sub. A. 492 Haasenstein
& Vogler, A.-G., Strassburg i. Els.

200 Mark.
Darlehen geg. Lebensverſicherungs=
abſchluß
und monatl. Rückzahlung
geſucht. Zinſen nach Uebereink.
Off. u. C 58 Exped.
(*2631

Ml. 6000 (inner=
2. Hypothen halb 65 Prozent
Taxe) a. neues Wohnhaus v. pünktl.
Zinszahler geſucht. Off. nur von
Selbſta. u. C 83 a. d. Exped. (2954a

Khpoth., Baugelder, Betriebska=
pital
, Gelder f. Beamte uſw. werd.
koſtenl. u. ohne Proviſ. nachgewieſ.
Zu ſprech. nachmittags 25 Uhr.
Viktoriaſtraße 63, I.
(*2664

Hypothek (6000 Mk.)
11. geſucht. Offerten unter
C 26 an die Exp.
(*2491ms

Friſche große
Knick=
SSter
per Stück 6 Pfg.
Feinſte
Pflanzenbutter
beſtes
Cocosſpeiſefett
per 1 Pfund nur 55 Pfg.
Mellc
feinſte Pflanzenbutter=Margarine
iſt genau wie
Natur=Butter
zu verwenden
p. Pfund nur 90 Pfg.
Eier=Margarine
per Pfund 75 Pfg.
empfiehlt
(2944
Darmſtädter
Eiergroßhandel
Math. Roſenſtock
Ludwigſtr. 18, Karlſtr. 102,
Kaupſtr. 42 (Riegerplatz),
und Landwehrſtr. 13.
Telephon 490 und 602.

ny auf Ia
14 00015 000 Marn Geſchäfts=
haus
als 2. Hypothek ſofort geſucht.
Off. erb. u. B 68 a. d. Exp. (*2655

Kurſe vom 29. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
8.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,10
77,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,80
3½ do. Conſols . . . 88,3
77,70
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
93,30
do.
3½
do.
4 Bahr. Eiſenbahnanleihe 99,70
87,10
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,70
4 Heſ. Staatsanleihe . . 90,65
4 do. do. (unk. 1918) 99,60
87,40
do.
3½
do.
75,90
8 Sächſiſche Rente.
78,80
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1837 . . 54,00
* Italiener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente 87,70
do. Goldrente . . . 91,40
4 do. einheitl. Rente: 8480
3 Portug. unif. Serie I 63,50
3 dv. uniſ. Ser. III 66,40
3 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 . . 99,75
v. 1890 . . 93,00
4 do.
do. v. 1905 . . 88,40
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,80
do. v. 1902 . . . . 30,00
4½ do. v. 1905 . . . . 99,80
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,90
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,90
1. do. Staatsrente. . . 85.10

In Prot.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 101,40
86,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,50
92,80
do.
4½
91.90
4½ Japaner . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 93,4)
58,90
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 85,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 68,75
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 153,70
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,60
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 128,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 112,25
6 Baltimore und Ohio . 104,75
6 Schantungbahn . . . . 131,85
6½ Luxemb. Prince Henri 156,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,60
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Biotd.
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
.. . 532,00
14 Chem. Fabrik Gries=
. . . 246,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 627,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 145,00
30 Chem. Werke Albert 433,00
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 330,50
5 Lahmeyer . . . . . . . 120,50

Zubreo,
Redie
Tivid.
7½ Schuchert, Nürnberg 145,60
12 Siemens & Halske .216,50
5 Beramann Electr. . . 121,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,00
25 Gummt Peter . . . . 82,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 70,00
30 Adler=Fahrradwerke
.600,00
Kleyer .
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,10
15 Zellſtoff Waldhof . . 236,09
12½ Bab. Zucker=Wag=
198,50
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 95,00
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friebe . . . . 177,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . ..
.216,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 164,50
10 Gelſenkirchener . . . . 196,75
9 Harpener . . . . . . . 193,80
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261½
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 83,00
6 Laurahütte .
. . 171,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gei.
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,10
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . ..
75,40
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,10
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,10
76,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30
do.

Iuprest.
2) Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
3 Raab=Oedenburg
76,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
88,00
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,00
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,20
do.
. Livorneſer
69,40
3 Salonique=Monaſtir . 62,70
80,80
4 Baadadbahn . . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,50
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,20
4 Northern=Paciſic . . . 99,80
4 Southern=Pacific . . . 94,00
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,10
5 Tehuantepec . . . . . . 98,10
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn.
,
.. . . 150,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. .167,75
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . .
120,00
10 Diskonto=Kommandit 188,90
*8½ Dresdener Bank 156,50
9½ Frankſ. Hpbotb.=B.215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 120, 40
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,75
½ Wiener Bankverein . 122,00
Pfandbriefe.
1 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50

8t.
Iupeo,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . .
87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . .
98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank .
97
3½
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . .
98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
1823. . . . . . .
98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 87,30
S. 35 . . . . . . . . 87,10
S. 911
87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
31
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914)
87,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
3½
87,80
Städte=
Obligationen.
97,80
Darmſtadt . . . .
3½
do.
88,50
Frankfurt . . . . . . . 98,90
3½
do.
98,30
4 Gießen . . . . . . . .
3½
bo.
88,00
4 Heidelberg . . . . . .

87,30
do.
1 Karlsruhe . . . . . . 97,50
3.,
do.
88,30
Magdeburg. . . . . .
13½,
do.
4 Mainz . . . . . . . . 97,50
do.
88,60
4 Mannheim . . . . . . 97,00
3½
do.
90,00
München .
99,50
3½ Nauheim . . . . . .
4 Nürnberg. . . . . . . 99,00
27.50
8½,
do.
98,10
4. Offenbach .

3t.
Inzeo.
3½ Offenbach . . . . . .
Wiesbaden . . . . . . 99,00
do.
95,30
Worms . . . . . . . . 97,40
88,00
do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 137,10
Holl. Komm. . fl. 100 111,20
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 136,70
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,80
3 Oldenburger . . . . . . 129,10
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
7 37,00
Augsburger . . . ..
Braunſchweiger Tlr. 20 205,00
freiburger . . . . F2.15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . F8.10
Meininger . . . . . fl. 7 34,50
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 18.26
Amerikaniſche Noten . . . 4, 18½
Engliſche Noten . . . . . 20, 45
Franzöſiſche Noten. . . . 81,35
Holländiſche Noten. . . . 169,20
80,10
Italieniſche Noten . . .
Oterr.=Ungariſche Noten 84,65
Räſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Nummer 25.

6
estaurant Rummelbräu
(2903
Heute Donnerstag Künstler-Konzert!
Metzelsuppe!
eeeseeeeeee Seit Jahren ein Glanzpunht des Faſchings! essassssss
Heute Donnerstag
Wellfleiſch mit Kraut


V

und in Anwekenheit Sr. närr. Nojen=monttagstrektbotkeitung

Auf höchſtnärriſchen Befehl
hoheit des Prinzen Karneval unter großem Vorantritt des vor=
gefolges
ſowie des Närtiſchen Miniſferiums und vieler hoſen=
(kavaliere, bei jeſtlich beleuchtetem und geſchmücktem kauſe:) III orppeum‟

(2956

V
Enſemble 1
ies Königl. Belvedere, Dresden 13. Februar 19131
3. Februar 1913!

(425

usikz Verent.
Donnerstag, 30. Januar, pünktlich ½9 Uhr
abends, im Vereinshaus:
Lichtbilder-Vortrag
des Präſidenten Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer
Eine Nordlandreiſe. (2664od
Die aktiven und inaktiven Mitglieder werden gebeten, recht
Der Vorstand.
zahlreich zu erſchienen.

Auſaltiſche Sangrehſetr Geſelihen
Gabelsberger X (Abteilung Geſelligkeit).
Faſtnacht=Sonntag, den 2. Februar 1913, von abends 6.11 Uhr an
in sämtlichen Räumen des Kaiser- u. Fürstensaals:

Valdfen


Feenhafte Dekoration. Jahrmarkt. Lauſchige Plätzchen.
Bierlauben.
Sektbuden.
Eintritt 50 Pfg.
Saalöffnung 5 Uhr.
Vorverkauf 40 Pfg.: Verkehrsbüro, Zigarrenhandlung Guttmann,
Wendelſtadtſtr. 26, Papierhandlung Hergt, Schützenſtraße, Zigarren=
handlung
Schneider, Ecke Hoch= u. Nieder=Ramſtädterſtraße, Zigarren=
handlung
Möſer, Pankratiusſtraße, Friſeur Welter, Eliſabethenſtr. 31,
Zigarrengeſchäft Sander, Ballonplatz 6, und in unſerer Geſchäfts=
ſtelle
, Mathildenplatz 8.
(2889ds
Der Eintritt iſt für unſere Mitglieder nur gegen Vorzeigung
der Mitgliedskarte frei.

Katholiſcher Geſellenverein Darmſtadt.
Sonntag, 2. Februar, abends 8 Uhr 11 Min.:
in allen Räumen des Geſellenhauſes, Friedrichſtr. 30
Großer pompöſer

uskrenban.

Zu zahlreichem Beſuche ladet freundlichſt ein
2887)
Der Vorstand.

S. S.
V.
(Zweigverein Darmſtadt).
Samstag, 1. Februar, abends 8½ Uhr:
Buntel
Abend

im Saale des Hotel Köhler‟ (Rheinstrasse)
wozu wir unſere Mitglieder und Freunde herzlichſt zu recht zahlreicher
Beteiligung einladen. Mit Friſch auf!
(2902
Reſtauration mit Bier.
Der Vorſtand.

Freitag, den 31. Januar:
*2621df)
Mlall.
Ee Metzelsuppe.
Hochfeiner Stoff im Anſtich.
Schloß=
Dlädcker Schal, gaſſe 25.

IV,2872,1
Zum Schachſpielen
ſucht ält. Dame wöchentlich 1mal
Partner od. Partnerin. Off. unter
K. 710 a. d. Annoncenexpedition
von Chr. Kullmann, Wilhelminenſtr. 9.

unterſtützt stud. Bau=
Wer ingenieur in Aus=
führung
ſeiner maſchinentech=
niſchen
Arbeiten? Offerten unter
: 81 an die Expedition dieſes
Blattes.
(*2704df

Lebend
Frisch

Rheinſalm
Weſerſalm
Silberſalm
Lachsforellen
Seezungen
Steinbutt
Heilbutt
Rotzungen

Forellen
Hummer
Hechte
Karpfen
Schleien
Zander
Auſtern

Nordsee-Schellfisch
Nordsee-Cabliau
i. Merlan, f. Backisch
per Pfund 35 Pfg.

Grosse
Grüne Heringe
per Pfund 30 Pfg.
1
7
ff Elb-Stinte
Stockrisch
Brarbuchlinge
Täglich
friſch gebratene Fiſche
Fischkonserven, Marinaden
Räucherwaren

Hoflieferanten
Grafenstrasse

19

Filiale: (2924
Ludwigsplatz, gegenüber der
Wursthalle.
Telephon 40.

wachſ. Hund m. Hüte Are
1 Schwanenſtraße 12.
(*2658

Bitte Brief abholen:
W. K. 187825

amen

finden ſtreng diskrete liebevolle
Aufnahme bei deutſcher Hebamme
a. D.; kein Heimbericht, kein Vor=
mund
erforderlich, was überall un=
umgänglich
iſt.
(7116s
Witwe L. Baer, Nancy
(Frankreich), Rue Paſteur 36.

Orpheumst

Tel.
Donnerstag
Heute
30. Januar
Zum letzten Male:
Der

Abschieds-Vorstellung
des glänzenden
II. Januar-Programms.

Freitsg. 31. Januar:
Keine Vorstellung.

Samstag, Febr.:
1.
Premiere:
Lost Auf den Bunmel!
Aktuelle Revue
des Ensemble vom Königlichen
Belvedere Dresden. (2955

Weg. Wegzug ſpottb. zu verk.:
2 Dim. m. paſſ. Teppich., neu,
Gash. 3fl., Chaiſelong. (echt Roßh.),
Trum.=Sp., Vert., 6 eich. Lederſt Afe
Schwanenstr. 12 EckeGardistenstr. (*2657df

Schwarzer Gehrock=Anzug f. k.
Figur z. Pr. v. 6 M. zu verkauf.
Soderſtraße 42, II., r.
(*2653

Hofthund ſehet Mete,
(*2652df
ſtadt, Georgenſtr. 7.

Entlaufen
Schwarzer Spitz mit weiß. Bruſt,
Marke Nr. 4014. Abzugeben
Beſſungerſtr. 41.
(B2921

Fortgeflogen
eine Brieftaube (Männch.) (*2697
Abzugeben Martinſtraße 37.

Ein armes Kind verlor am Diens=
tag
einen
(*2699
eru v. Wittmann=
20 Markſchein ſtr. b. Wäſcher.
Hering, Schießhausſtraße. Ehrlicher
Finder wird gebet., denſelb. Herd=
weg
23 gegen Belohnung abzugeb.

Verloren
Eliſabethenſtr. ein Paket (Inhalt
ein Zopf). Abzugeb. geg. Belohn.
Wilhelminenſtr. 44.
(*2717

Verloren
in der Stadt oder auf dem Weg
nach dem Kirchberg-Bordenberg:
goldenes Medaillon
mit Ketichen. Abzugeben geg.
hohe Belohnung, da Andenken.
Karlſtraße 90, 1. Stock. (2748ids

10 Mk. Belohnung.
Damentasche (Wert 14 Mk.), schwarz, Lack, verloren an der
Haltestelle Rheinstrasse-Grafenstrasse. Inhalt: Briefe, Schlüssel
und Postabschnitt.
(*2713
Abzugeben bei Frau Spamer, Ahastr. 20, I.

abends: Bratwurſt.
Morgen Freitag
Metzelſuppe.
2
*2706
Es ladet ergebenſt ein
Hans Görgen, z Reichskrone, Mühlſtr.

(il
üchtige Wiristeufe
für altbeſtehendes Lokal im Herz.
d. Stadt. b. beſonders günſtigen
Beding. von Großbrauerei ſofort
geſucht. Anerbieten unter C 34
(B2802
an die Expedition.

Vorzügl. Friv.-Eiag- u. -Abendlsch
Landwehrſtr. 5, 3. Stock. (2262a

Mlartersploler evtl. mit Trompete=
ſpieler
Sonntag frei. Offert.
unter C 69 an die Expedition

dieſes Blattes.

*2663

Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 30. Januar 1913.
VI. Sonder-Vorstellung.
Alt=Heidelber g.
Schauſpiel in 5 Akten
von Wilhelm Meyer=Förſter.
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
KarlHeinrich, Erb=
prinz
v. Sachſen=
Karlsburg
Frz. Schneider
Staatsminiſter v.
Johs. Heinz
Haugk
Hofmarſch. Frhr.
Guſtav Semler
von Paſſarge
Kammerherr von
Auguſt Kräger
Breitenber=
Kammerh. Baron
von Metzing . . Heinrich Hacker
Dr. phil. Jüttner Ludw. Wagner
Lutz, Kammerdien. Rich. Jürgas
Graf von
Hs. Baumeiſter
Aſterberg
Frz. Herrmann
Karl Bilz

Kurt Engel=
brecht

v. Banſin
v. Reinecke

28
i Emil Kroczak
§* Ad. Jungmann
8
Adolf Braun
v. Wedell, Saxo=
. . Paul Eisner
Boruſſige
. . Ludw. Indorf
. . Samska Asbel
. . Otto Wolf
. . Br. Waigandt
Fünſter 6
Fr. Jachtmann
Rüder, Gaſtwirt. Paul Peterſen
Agn. Wisthaler
Frau Rüder
Frau Dörffel, d.Minna Müller=
Tante .
. . Rudolph
Kellermann . . Adolf Jordan

Erſter
Zweiter
Dritter
Vierter

Käthie
Ein Muſikus
Schöler=
mann
,
Glanz, (
Reuter,

. Käthe Gothe
.Franz Geibel

Adolf Klotz
. . A. Fleiſchmann
Edm. Göllnitz
Nach dem 3. Akte längere Pauſe.
Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Anfang 8 Uhr. Ende 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 31. Jan. 109. Ab.=Vſt.
C 29. Die Fledermaus.
Gew. Pr. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 1. Febr. 110. Ab.=Vſt.
B 28. Die fünf Frank=
furter
. Gew. Pr. Anf. 7½ U.
Sonntag, 2. Febr. Nachmittags
½ Uhr: Achtzehnte Volksvor=
ſtellung
zu ermäßigten Preiſen.
Im weißen Röß’l‟ Vor=
verkauf
bis einſchl. Samstag, den
1. Febr., nur im Verkehrsbüro,
Verkauf der
(Ernſt=Ludwigspl.)
noch vorhandenen Karten an der
Tageskaſſe im Hoftheater am Ta e
der Vorſtellung, vorm. v. 11 Uhr
ab. Abends 7½ Uhr: 111. Ab.=
Vorſtell. A 28. Neu einſtudiert:
Prima=Ballerina. Ge=
wöhnliche
Preiſe.
Aus dem Spielplan.
Montag, 3. Febr. Nachmittags
4½ Uhr. Außer Abonnement.
Fünfte Kindervorſtell. (zu Volks=
vorſtellungspreiſen
). Neu einſtu=
diert
: Sneewittchen und
die Zwerge. Eine Komödie
für Kinder in 5 Bildern. Nac
einem Märchen bearbeitet von C.
A. Görner. Abends 8 Uhr.
Auß. Abon. (zu Volksvorſtellungs=
preiſen
). Heiterer Faſchings=
aben
d. (Bunte Bühne.) Zu bei=
den
Borſtell. vergl. beſ. Anzeige.

Garenkestadrant
Spert
Izuf
Während der Fastnachts-Tage: Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag:
Konzerte der Kapelle
SB

I
A

Eintritt pro Tag 50 Pfg.

Passepartout Mk. 1..

(2952ds

[ ][  ][ ]

13.

Donnerstag, 30. Januar.

1915.

Bekanntmachung.

Das Geſchäftszimmer des Großh. Kreisgeſundheitsamts Darmſtadt befindet
ſich bis auf weiteres im Hanſe Heinrichſtraße Nr. 79 dahier.
Darmſtadt, den 24. Januar 1913.
(2888
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs=
platz
für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1913 bringen wir hierdurch zur
allgemeinen Kenntnis.
(2707id
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Iuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1913.

Dauer der
Die Abſperrung
Datum
Tag
Truppenteil Abſperrung
erſtreckt ſich
von 1 bis
30. Januar Donnerstag Feld=Art.=Rgt. Nr. 63 g00 V. 400N
Ueber das ganze
3e=N. 40 N
31. Januar
Freitag
6
Abſperr=Gelände.
1. Februar) Samstag
20 9-B. 4.M

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Nachſuchung der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt auf
Grund von Schulzeugniſſen.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugniſſe die Berech=
tigung
zum einjährig=freiwilligen Dienſt nachſuchen wollen, werden hierdurch auf die
nachfolgenden bei Anbringung der Geſuche zu beachtenden Vorſchriften mit dem An=
fügen
aufmerkſam gemacht, daß hiernach unvollſtändige Geſuche ohne weiteres zurück=
gegeben
werden.
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum geſtellungspflichtig iſt,
d. h. ſeinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum eintährig=freiwilligen Dienſt kann nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr und muß ſpäteſtens bis zum 1. Februar des Jahres nachgeſucht
werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Sollten einzelne der nachſtehend unter ad aufgeführten Papiere und insbeſondere
das Schulzeugnis wegen noch nicht vollendetem Schulbeſuch bis zu vorangeführtem

Termin nicht vorgelegt werden können, ſo iſt gleichwohl das Geſuch bis zu dieſem Zeit=
punkt
einzureichen und in demſelben anzugeben, daß die etwa noch fehlenden Papiere
nachfolgen würden. Die Einreichung dieſer Papiere muß bei Verluſt des Anrechts
der Berechtigung ſpäteſtens bis 1. April desſelben Jahres erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein und iſt hierzu
ein Bogen im Aktenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch iſt die nähere
Adreſſe anzugeben. Das Geſuch iſt an die unterzeichnete Behörde, ohne perſönliche
Adreſſe zu richten.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtandsregiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber ge=
tragen
werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des geſetz=
lichen
Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber gegenüber zur
Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die Koſten von
der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer gegenüber für die Er=
ſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten, ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten, zur Be=
ſtreitung
der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der geſetzliche
Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten Verbindlich=
keiten
, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des Geſetzes zur
Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder notariellen
Beurkundung.
Der Regel nach iſt dem Schulzeugnis ein entſprechendes Formular bei=
gefügt
, auf welches ausdrücklich Bezug genommen wird.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches für Zöglinge von höheren Schulen
(Gymnaſien, Realgymnaſien, Ober=Realſchulen, Progymnaſien, Realſchulen,
Realprogymnaſien, höheren Bürgerſchulen und ſonſtigen militärberechtigten
Anſtalten) durch den Direktor der Anſtalt, für alle übrigen jungen Leute durch
die Polizei=Obrigkeit oder ihre vorgeſetzte Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Das Schulzeugnis.
Sodann wird noch beſonders bemerkt:
zu pos. d) daß die Schulzeugniſſe, mit Ausnahme der Reifezeugniſſe, für die Uni=
verſität
und die derſelben gleichgeſtellten Hochſchulen und Reifezeugniſſe
für die Prima der Gymnaſien, Realgymnaſien und Ober=Realſchulen,
ſowie Reifezeugniſſe (Zeugniſſe über die beſtandene Schlußprüſung) der
Progymnaſien, Realprogymnaſien und Realſchulen, ſämtlich nach Muſter 18
zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 Neuabdruck Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901 ausgeſtellt ſein müſſen.
Im übrigen wird auf die Beſtimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der an=
geführten
Wehrordnung verwieſen.
Großherzogliche Prüſungs=Kommiſſton für Einjährig=Freiwillige zu Darmſtadt.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
(24005a

Antiche Nachrichten des Groſch. Poliſtants Darmſtad=

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2898

Unterſtützungen aus der Karl Schloſſerſchen Stiſtung.

Aus oben genannter Stiftung ſind von laufendem Jahre ab
fünf Unterſtützungen, und zwar je nach Dauer der Lehrzeit auf drei,
zwei oder ein Jahr zu vergeben. Die jährliche Unterſtützung beträgt
171 Mk 43 Pfg.
Als Bewerber können auftreten die Söhne hieſiger Bürger
und dahier unterſtützungswohnſitzberechtigter Einwohner, die in der
Schule durch Sittlichkeit und Fleiß ſich ausgezeichnet und zur Er=
lernung
eines ehrbaren Gewerbes oder einer Kunſt Anlage und
Neigung haben.
72686od
Schriftliche Bewerbungen ſind bis längſtens 20. Februar
ds. Js. bei mir einzureichen. Belege, aus denen das Vorhandenſein
der oben erwähnten Vorausſetzungen für die Vergebung der Unter=
ſtützung
hervorgeht, ſind beizufügen.
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Mueller.

Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrolle für
die Stadt für 1913.

Alle im Jahre 1893 geborenen, hier wohnhaften oder ſich
dauernd hier aufhaltenden Militärpflichtigen haben ſich in der Zeit
vom 15. bis Ende Januar d. J., vormittags von 912 Uhr, im
ſtädtiſchen Saalbau (Eingang Riedeſelſtraße) zur Stammrolle
anzumelden. Die nicht in Darmſtadt geborenen Militärpflichtigen
haben ihren Geburtsſchein vorzulegen und durch eine Beſcheini=
gung
des Arbeitgebers oder ein ſonſtiges Zeugnis nachzuweiſen, daß
ſie hier dauernden Aufenthalt genommen haben und nicht nur
vorübergehend anweſend ſind.
Außerdem haben ſich in vorbezeichneter Zeit, unter Vorlage
ihres Loſungsſcheines und der vorerwähnten Aufenthaltsbeſcheini=
gung
, alle Militärpflichtigen früherer Jahre zu melden, die bisher
weder einem Truppenteil überwieſen worden ſind, noch einen Aus=
muſterungsſchein
oder eine Ausſtandsbewilligung erhalten haben.
Militärpflichtige, die z. Zt. von hier abweſend ſind, müſſen von
ihren geſetzlichen Vertretern oder Arbeitgebern angemeldet werden.
Eine Unterlaſſung der Anmeldung wird mit Geldſtrafe bis
zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 9. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
1425a)

Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 6. Februar 1913,

vormittags 11 Uhr, wird die Feld= und Waldjagd in der Ge=
markung
Roßdorf in dem Rathaus daſelbſt auf weitere 6 Jahre ver=
lpachtet
. Die Feldjagd umfaßt 2500, die Waldjagd 2200 Morgen. Sie
iſt von der Halteſtelle Beſſunger Forſthaus beziehungsweiſe der
Station Roßdorf in 5 Minuten zu erreichen.
Die Verpachtung erfolgt in 3 Loſen, auf Wunſch auch in 1 Los.
Die Verpachtungsbedingungen liegen auf der Bürgermeiſterei offen.
(2705ids
Roßdorf, den 24. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf bei Darmſtadt.
Lorenz.

Jagd=Verpachtung.

Donnerstag, den 13. Februar I. Js., nachmittags 3 Uhr,
wird im Gemeindehaus dahier, die Waldjagd auf weitere ſechs Jahre
verpachtet. Bemerkt wird, daß die Waldgemarkung unmittelbar an
(2766id
die Bahnſtation Meſſel angrenzt.
Georgenhauſen, den 27. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Georgenhauſen.
Lehr

Zentralhetzungs=Anlage.

Die Niederdruck= Zentralheizungs=
Anlage für das Krematorium ſoll
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem unter=
zeichneten
Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
offen.
Die Angebotsſcheine werden an
auswärtige Firmen nicht abge=
geben
.
Angebote ſind bis
Freitag, 14. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(2685od
reichen.
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Seamtnahung.

Die heute in Roßdorf abgehal=
tene
Holzverſteigerung iſt ge=
nehmigt
. Die Abfuhrſcheine kön=
nen
vom 6. Februar an abgeholt
(2926
werden.
Ober=Ramſtadt, 28. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Daab.

Bekanntmachung.

In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute die Firma Heinrich
Schwinn in Ober=Ramſtadt ge=
(2908
löſcht.
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Keruſaſtärianſt.

Am alten Bahnhof
(Feldbergſtr.) ſind durch
Abbruch
(*2472md
50 Haufen Brennholz
abzugeben.
Näheres auf der Abbruchſtelle.

M
Stuttgarter Geldlotterie, Los 3 Mk.
Ziehung 1. u. 3. Februar er
Wohlfahrts-Lotterie, (z. B. d. deutſch.
Schutzgebiete), Los 3.30 Mk.
Ziehung 20.22. Februar cr.
Alsfelder Geld-Lotterie, Los 1 Mk.
Ziehung 6. u. 7. März cr.
empfiehlt u. verſendet (2374a
Philipp J. Schmidt
Königl. Preuß, Lotterie-Einnchmer
Darmstndt, Rheinstr. 33, Tel. 127.

Hartoſſeine: Geitſt. t.
K"Ztr. 2.20 M. PrimaTafel=
äpfel
Ztr. v. 9. M. an. Schaf=
naſen
8. M. Noch einige Pfd.
fr. Odw. Landbutter wöch. abzug.
Mühſtraße 5. part. (*2361oimd

Habe im Auſtrage einen gut er=
haltenen
Wand=Gasbadeofen
nebſt 2 Zinkwannen billig zu ver=
(2769a
kaufen.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.

Holz=Verſteigerung.

Mittwoch, 5. Februar 1913, vormittags ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen ſämtliches
außerhalb des Parks ſitzende Brennholz der Forſtwartei Bayers=
eich
verſteigert.
Scheiter, rm: 64 Buchen I. Kl., 76 Buchen II. Kl., 18 Eichen,
36 Kiefern, 9 Fichten: Knüppel, rm: 93 Buchen, 5 Hain=
buchen
, 130 Eichen, 153 Kiefern, 25 Fichten; Knüppel=Reiſig,
rm: 47 Eichen 1 Kiefer; Reiſig, Wellen: 2680 Buchen,
4060 Kiefern; Stöcke, rm: 59 Buchen, 8 Eichen, 18 Kiefern,
5 Fichten.
Das Holz trägt die laufenden Nummern 1541. Blau unter=
ſtrichene
Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt Forſt=
wart
Klipſtein zu Bayerseich, Poſt Egelsbach.
Darmſtadt, den 28. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(2882

Stammholz=Verſtergerung.

Dienstag, den 4. und Mittwoch, den 5. Februar 1913,
jedesmal vorm. 9 Uhr anfangend, werden im Ober= Ramſtädter
Gemeindewald in den Diſtrikten Finſterhöllenberg, Griesbach, Eichel=
berg
und Günkelbach
585 Fichte=Stämme v. 1433 cm m. Durchm. u. 820 m Lg.
26
Derbſtg. 1012
1317 .
,
an Ort und Stelle verſteigert.
Zuſammenkunft am erſten Tag auf dem Vicinalweg Nieder=
Ramſtadt-Nieder=Modau auf der ſog. Kreuzſtraße.
Am zweiten Tag im Diſtrikt Eichelberg auf dem Frankenhäuſer
Weg am Pflanzgarten unterhalb dem Breitenſtein.
Nähere Auskunft erteilt Förſter Trautmann.
Ober=Ramſtadt, 24. Januar 1913.
(2637sds
Großherzogl. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Brennholz-Verſteigerung.
Montag, den 3. Februar ds. Js.,

ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne, nach=
verzeichnete
Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle
verſteigert werden. Es gelangen zum Ausgebot=
200 rm kiefern Stockholz,
22 rm buchen Knüppel,
31 rm buchen Scheitholz, 1070 Stück buchen Wellen.
Stock,
3,8 rm
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet vormittags 9½ Uhr
auf der Schirmſchneiſe, Halteſtelle der Dampfſtraßenbahn, ſtatt.
Nähete Auskunft erteilt Forſtwart Kirſchner in Eberſtadt, Müller=
ſtraße
11.
(2775md
Eberſtadt, den 24. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.

Jagd=Verpachtung.

Donnerstag, den 6. Februar 1913, nachmittags 3 Uhr,
wird in dem Rathauſe dahier die Waldiagd der Spachbrücker Wald=
gemarkung
, enthaltend 273 Hektar, öffentlich verpachtet. Bemerkt
wird, daß das Jagdgebiet in 5 Minuten von der Bahnſtation Meſſel
(Mainz-Darmſtadt-Aſchaffenburger Bahn) zu erzeichen iſt und an
die Reſtauration Einſiedel (an der Darmſtädter-Dieburger=Straße)
angrenzt.
Forſtwart May zu Markhaus an der Bahnſtation Meſſel
wird nähere Auskunft erteilen.
(2873ds
Spachbrücken, den 27. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Illert.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Nummer 25.

Schluss-Tage meines Saison-Ausverkaufes!
3
auf alle regulären, nichtweiter
Donnerstag, Freitag
10 kassen-Ravatt mehr ermässigten Artikel.
und Samstag
Alle Winter-Artikel, sowie Rest-Bestände und Reste
die sich im Laufe des Saison-Ausverkaufes angesammelt haben, sind äusserst billig ausgezeichnet. Die
50/
., .
Ersparnis bsträgt
Inhaber: Robert Blum
Spezial-
Ludwig SchwaD ErnstLudwigstrasse 23
Geschäft
(2932

entr lar ſten Preaiat

Nachbenannte Bedürfniſſe für die Zeit vom 1. April 1913 bis
31. März 1914 ſollen auf dem Wege öffentlichen Angebots vergeben
werden:
1. 38 Mille Zigarren, 2. die Schreibmaterialien, 3. die Por=
zellan
= und Glasgeräte, 4. ſämtliche (Bürſtenwaren, 5. ca. 120 Stück
Fenſterputzleder, 6. ca. 52 Dutzend Kämme, 7. ca. 200 Pack Kloſett=
papier
, 8. ca. 400 kg Makulatur, 9. ca. 2400 kg Kernſeife, 10. ca.
50 kg Mandelſeife, 11. ca. 3500 kg Schmierſeife, 12. ca. 5000 kg
SSoda, 13. ca. 400 Stück Baumwollflanekl=Waſchlappen, 14. ca 150 m
Baumwollebiber, 15. ca. 170 m Baumwolleflanell, 16. ca. 130 m Baum=
wollezeug
, 17. ca. 80 m Bettbarchent, 18. ca. 500 m Druckzeug, 19. ca.
430 m Sarſenet, 20. ca. 130 m Flanell, geſtreift, 21. ca. 230 m Wolle=
ſtuch
und Buckskin, 22. ca. 100 m Wollegarn, 23. ca. 18 kg Bettfedern,
24. ca. 45 Dutzend Schnur, leinen, 25. ca. 80 Stück Betteppiche, weiß
u. grau, 26. ca. 60 St. Strohhüte für Männer, 27. ca. 50 Stück Schirm=
kappen
, 28. die Anfertigung von, Kleidungsſtücken für männliche Pfleg=
linge
, 29. die AnfertigungsundsReparatur des Schuhwerks, 30) die
Backwaren 31. das Ochſen=, Kalb= und Hammelfleiſch ꝛc., 32. das
Schweinefleiſch und die Wurſtwaren, 33. die Milch, 34. ca. 3350 kg
Butter, 35. ca. 45000 Stück Eier, 36. ca. 6000 Handkäſe, 37. ca. 600 kg
Rahmkäſe, 38. ca. 70 kg Schweizerkäſe, 39. ca. 36000 kg Eßkartoffeln.
40. ca. 60 hI Bier, 41. ca. 3½ hl Weißwein, 42. die Abfälle, als:
a) das Geſpül und Gekrötz, b. die Knochen, c. die Lumpen.
Die in der Anlage A. des Erlaſſes Großh. Miniſteriums des
Innern vom 16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend, ent=
haltenen
Bedingungen, ſowie die Lieferungsbedingungen und Muſter
find auf dem Bureau der Anſtalt am 5., 6. und 7. Februar l. Js.,
vormittags von 812 und nachmittags von 25 Uhr einzuſehen und
Offerten, verſchloſſen und mit der Aufſchrift verſehen: Submiſſion
zu der am 25. Januar 1913 ausgeſchriebenen Lieferung, bis zum
Eröffnungstermin, 20. Februar 1913, vormittags 10 Uhr, hier=
her
einzureichen.
Die Bedingungen und Angebotsformulare können gegen Er=
ſtattung
der Selbſtkoſten bezogen werden; dagegen findet der Ver=
ſand
von Muſtern nach auswärts nicht ſtatt.
Die von den Submittenden vorzulegenden Muſter müſſen ge=
trennt
von der Submiſſion verpackt und beſonders adreſſiert werden.
Auch dürfen dieſen Muſtern weder Preiſe noch Namen der Sub=
mittenten
oder deren Firmenſtempel beigefügt werden, vielmehr nur
Zeichen, die in dem Submiſſions=Angebot zu wiederholen ſind. Die
Bedingungen ſind in den Angebotsformularien anzuerkennen. Zu=
ſchlagsfriſt
4 Wochen.
(2901
Heppenheim, den 25. Januar 1913.
Großherzogliche Direktion der Landes=Heil= und
Pflegeanſtalt.
J. A.: Liſtmann, Großh. Hausverwalter.

Stammholz=Verſteigerung.

Montag, den 10. Februar 1913
ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
260 Stück Kiefern=Stämme von 2458 cm Durchmeſſer und 314 m
Länge öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert werden.
Bemerkt wird, daß ſich hierunter 30 Stück über 200jährige Kiefern,
ſehr ſchönes Schnittholz, befinden. Nähere Auskunft erteilt Forſt=
wart
Kirſchner, Müllerſtraße 11.
Die Zuſammenkunft der Steigerer iſt vormittags 9½ Uhr auf
dem Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Eberſtadt, den 28. Januar 1913.
(2946ds
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.

Höhere Privatſchule Darmſtadt.

Grüner Weg 19 Leiter: H. Rupp. Fernſprecher 1512
Gründliche und raſche Vorbereitung zu allen Schul= und
Militärprüfungen in durchaus individuellem Unterricht; kleines
Familienpenſionat (höchſtens 6 Penſionäre). In beſonderen Nach=
mittagskurſen
können Schüler hieſiger höherer ſtaatlicher Lehranſtalten
erfolgreichen Nachhilfeunterricht erhalten und ihre Aufgaben unter
Aufſicht von Lehrern der Anſtalt anfertigen. Proſpekte und Prü=
fungsergebniſſe
durch den Vorſteher. Anmeldungen werden täglich
zwiſchen 12 und 1 Uhr und nachmittags zwiſchen 3 und 5 Uhr
entgegengenommen.
H. Rupp.
Köngliche jäöhere Auechinem.
bauschule Hagen i. W.
für Maschinenbau und Elektrotechnik.
Beginn des Sommer-Halbjahres 1. April.
Programm kostenfrei.
(I,2895

Lieferung
von Schlachtſcheinen
Die Lieferung des Bedarfs an
Schlachtſcheinen für den ſtädtiſchen
Schlachthof für das Verwaltungs=
jahr
1913 ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen lie=
gen
im Stadthaus, Zimmer Nr. 51,
zur Einſicht offen. Eine Verſen=
dung
dieſer Bedingungen findet
nicht ſtatt. Angebote ſind unter
Beifügung von Papiermuſtern bis
längſtens Montag, den 10. Febr.
I. Js. einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Jan. 1913.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V: Mueller. (2947ds

Friſche


Stet
10 Stück 58 Pfg.
friſche Sied=Eier
10 Stück 68 Pfg.
friſche gr. Sied=Eier
10 Stück 78 Pfg.
extra gr. Sied=Eier
10 Stück 88 Pfg.

friſcheſte Eier
10 Stück 98 Pfg.
Sämtliche Sorten Eier ſind neuer
Produktion, daher auch rein=
ſchmeckend
und zuverläſſig.
Von 25 Stück an liefere frei ins
Haus.

Darmstädter

Math. Rosenstock
Ludwigstr. 18 Karlstr. 102
Kaupstr. 42 und
Landwehrstr. 13
Telephon 490 und 602. (2943

v. 6 M. an
Kanarienhähne u. Weib=

chen zu verk. Marktpl. 1½½
Eingang Marktſtraße.

r.,
(265

Handfertigkeits=Unterricht
für ſchulpflichtige Kinder erteilen
Adeli Schäfer, Gertrud Scharvogel,
ſtaatlich geprüfte Kindergärtnerinnen.
(*2609ds
Näheres=Liebigſtraße 28, 1. Stock.

Sosssosessssesseeo999é
Wichtig

für

(117a

5 Magenleidende!
Reformkorsetten
2 z. Knöpfen mit Gummi an
den Seiten Mk. 2.75.
L. & M. Fuld,
Kirchstrasse 12,
* gegenüb. der Stadtkirche.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Soosssgsssssseseseeee

rückzahlbar und unkündbar bis 1953
(2912
gelangen
Samstag, den 1. Februar 1913
zum Kurse von
98½%
zur Subskription.
Deutsche Vereinsbank Filiale Darmstadt.

Fetie e hats latgnechenen den
beiden Großh. Overreatſchulen zu Darmſtadt.
Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule
für das Oſtern 1913 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Freitag,
den 7. Februar, vorm. von 101 Uhr und nachm. von 35 Uhr
und Samstag, den 8. Februar, vorm. von 101 Uhr im Direktor=
zimmer
des Realgymnaſiums (Eingang durch das Portal am Kapell=
(2938a
platz). Geburts= und Impfſchein iſt vorzulegen.
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geh. Schulrat.

Kkademische Zuschneide-Schule
Darmstadt, Waldstrasse 34, II.
Gründlichen Unterricht im Kleidermachen und Zu-
schneiden
, nebst Spezialkursen in Jackettkleidern ( Schnei-
derarbeit
) erteilt
(1859a
Frida Erbes, akad. gebildete Lehrerin.
Eintritt täglich. Schnitimusterverkauf.

Speiſezim. (dkl. eiche), beſt. aus
Büfett, Umbau m. Spiegel, Mokett=
Diwan, Kredenz, Ausziehtiſch,
4 echte Lederſtühle, zuſ. für 365 M.
abzug.; ferner echt eichen Schlaf=
zim
., w. u. Preis, Schreibtiſch m.
Schränken u. Aufſatz 75 M., Büfett,
Vertiko, Trumeauſp., Flurgarde=
robe
, Kleiderſchr., Waſchkommode,
Bettſtellen, Matratzen in nur
prima Ausführung, ſowie hoch=
feine
Diwans und Ottomane
Eliſabethenſtraße 46, part. (*2684

Ein guterhalt. Petroleum= Heiz=
ofen
bill. zu verkaufen Fuhr=
(*2700
mannſtraße 14, II. St.

Gegen Husten und
Erkältungen!
Garant. rein. Bienenhonig
per Pfund 1 Mk. (1214a
a. m. Bienenſtänd. am Hohlen Weg.
L. Engelhard Nachf., Gr. Ochſeng. 27

Tapezier= u. Polſterarbeiten
werden gut u. bill. ausgef. Roth,
Tapez., Schloßgartenſtr. 49. (*2565md

für
(58a
Untersuchungen
jeder Art.
Spez.-Labordtorium
für
Urin-
Untersuchungen.
H. Metzler
Schützenstr. 7. 2. Stock.

Gasbadeofen und Wanne
gebr wegzugshalber zu verkaufen
(*2398
Heidelbergerſtraße 79, I.

Wäſche z. Waſch. u. Bügeln wird
angen. Näh. in der Exped. (*2686

iſt zufrieden, wenn ſie ihre Näh=
maſchine
bei Peter Rickert, Me=
chaniker
, Hölgesſtraße 3, parterre,
reparieren läßt. Poſtk. gen. (*2638

Conserven
Brechspargel, 4 Sorten
Stangenspargel, 6 Sorten
Spargel-Köpfe, 2 Sorten
Erbsen, deutsche, 3 Sorten
Erbsen, franz., 5 Sorten
Erbsen m. Carotten, 2 Sorten
Schnitt- und Brechbohnen
7 Sorten
2 Pfd.-Dose von 35 an
Princessbohnen, 3 Sorten
Dicke Bohnen, Flageolets
Gemischte Gemüse, 2 Sort.
Cardons, Kohlraby,
engl. C6léris
Sellery in Scheiben
Spinat, Tomaten-Purée
Artischokenböden
Steinpilze, Morcheln,
Pfifferlinge,
Champignons, 5 Sorten
Trüffeln, 2 Sorten
A. Reichard
Colonialwarenhaus
Ecke Bleich- u. Casinostr.
Telephon 104. (2442a

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Seite 13.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Empfehle von frischen Zufuhren

Spitzen und

11

Der Vertrieberstklassiger Spezial-
fabrikate
gestattet es mir, die-
selben
bei Verwendung von Ia Material
und bis ins detail durchgearbeitete
Architektur zu konkurrenzlos bil-
ligen
Preisen unter jeder gewünsch-
ten
schriftlichen Garantie abzu-
geben
. Durch rationelle Disposi-
tionen
bin ich in der angenehmen
Lage, auch verwöhnten Ansprüchen
eine aparte Auswahl zur Verfügung
zu stellen, ohne dabei in Phantasie-
preise
zu verfallen. Ich verweise
auf meine laufenden Annoncen. Freie
Besichtigung erbeten.
Georg Schni tt
Möbel u. Dekorationen
Schlossgraben.
1863a)

Markt 7

Guggenheim & Marx

Markt 7.

Ackermanns Nähgarn . . .
Ackermanns Maschinengarn
Ackermanns Untergarn .
Reihgarn . . . . .

820 2060
213 16
. Rolle 8
. Rolle 28
Spule 7

Sternseide . . . . . 50 Meter, Stern 7
Knopflochseide, Gütermann . . Rolle 5

Maschinenseide .
Blitz‟-Nähnadeln
Stecknadeln . .
Stecknadeln . .
ingerhüte . . .

. . . Rolle 28
,
. Briek 7
Brief 100 Stück 3
Karton 50 gr. 20
. . . Stück 1

Futter-Stoffe
Roll-Köper, 80 cm breit Mtr. 50
Roll-Köper, ca. 100 cm br. Mtr. 60
Eng. Cambrie, ca. 100 cm br. Mtr. 85
Rockfutter, ca. 100 cm br. Mtr. 45
Futterlüster, in grossem Farben-
Mtr. 60
sortiment
Gloria-Seide, in grossem Farben-
Sortiment . . . . Mtr. 2.80

Korsetts

Korsett, grau Drell . . . . 95
Korsetts, Frackform
aus Satindrell, weiß . . . 1.90
Korsett, Frackform
Spiralfeder . .
2.20
Korsett, Frackform, blau Satin-
dreil
, tadellose Passform . . 3.50

Halbleinenband .
Stück von 5 an
Reinleinenband . . . Stück von 7 an
Köperband . .
. . von 3 an
Bobinsband . . . Stück 5m von 3 an
Waschknöpfe .
Dtzd. von 6 an
,
Porzellanknöpfe . . . Dtzd. von 29 an
Perlmutter-Hemdenknöpfe, Dtzd. von 8 an
Beinknöpfe
Dtzd. von 6 an
Dtzd. von 5 an
Beinringe
Zentimeter-Maße
Stück von 6 an

2 Dutzend 15
Druckknöpfe .
Druckknöpfe Kohinor‟ Dtzd. 12
Armblätter . . Paar 12, 20, 30
Kragenstützen . Dutzend von 8 an
Fischbein . Dutzend 15, 20, 30
Haken und Augen Pack von 4 an
Holzknopfformen Dtzd. von 2 an
Bleiknöpfe . . .
Stück 3, 5
Besenlitze .
Meter von 8 an
Mohairborde .
Meter 10
Taillenband
Stück 4 Mtr. 15
Rockbund, rund
. Stück 25

1 Posten Einsätze und Spitzen
Meter von 30 an
I Posten Einsätze in Spachtel
Meter von 30 an
1 Posten Spitzen in Spachtel
Meter von 60 an
1 Posten Perlborden, bedeutend
unter Preis
. . . von 85 an
1 Posten Klöppel-Einsätze und
Spitzen, rein Leinen, Mtr.v. 25 an

(2909

Hamzer Warchhaub


Feriia

S Fiſch=
handlung

Karlstrasse 47 Telephon 641

Holländer Schellfische
(VII,2920)
Nordsee-Cabliau im Ausſchnitt
Zander, Schollen, Rotzungen
im Ausſchnitt
Prima Seelachs
Pfund 30
36 pfündiger Cabliau Pfund 30
1a Merlans Pfd. 35 Portionsfische Pfd. 30
Kleine Bratfische Pfund 20
Hochfeine Matjes-Heringe
Neue Winter Malta-Kartoffeln
la Ländbutter bei ganzen Ballen
Pfund 1.15

Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
44

So halte ich Dich jetzt als meine Braut, Du Geliebte
meiner Seele! ſagte er feierlich. Ich laſſe Dich nicht mehr
uns ſoll nichts wieder trennen! Im nächſten Jahre um
dieſe Zeit biſt Du mein angebetetes Weib!
O, Ernſt, warum quälſt Du mich ſo und malſt mir
ein Glück, wie ich es nimmer mehr erhoffen darf im
Leben? klagte ſie.
Glaubſt Du, törichtes Kind, denn wirklich, daß ein
ſolches Verſprechen, wie es Dir abverlangt worden iſt,
bindend und gültig iſt für ein ganzes Leben? Kein
Menſch hat das Recht, in dieſer Weiſe beſtimmend in das
Geſchick eines anderen einzugreifen! ſagte er ernſt, indem
er Gretchen ſanft von ſeinem Arm herunter ließ. Du
hatteſt ſogar die Pflicht, ihm durch Ablegung jenes Ver=
ſprechens
das Sterben zu erleichtern. Aber es wäre Wahn=
ſinn
, wenn Du darum auf jedes fernere Glück in Deinem
Leben eigenſinnig verzichten wollteſt und damit auch zu=
gleich
das eines anderen vernichteſt! Nein, Gretchen, jeder
frei und vernünftig denkende Menſch wird Dir zuſtimmen,
wenn Du Dich von jener Kette frei machſt, die nur in
Deiner Ueberempfindlichkeit beſteht!
Doch traurig ſchüttelte ſie den Kopf. So eindringlich
er auch geſprochen, mit aller Beredſamkeit, ſie war doch
nicht überzeugt ſie hatte keine Hoffnung mehr auf
und doch ſchrie alles in ihr nach dem geliebten
Glück
Mann ſie hatte das heiße, pulſierende Leben wieder
geſpürt, und nur mit aller Macht verſchloß ſie ſich ſeinen
Lockungen.
Margareta blieb ſtehen.
Sie waren allein kein Menſch war in ihrer Nähe;

das rauhe, unfreundliche Wetter hatte alles vom Strande
verſcheucht.
Tief hingen die Wolken über dem unruhigen Meer,
das aufgeregt ſchäumte und brandete. Sinnend blickte
ſie darüber hin ſchien es doch ihrem Leben gleich.
Laſſe uns jetzt Abſchied nehmen, mein Ernſt, ſagte ſie
leiſe, es wird ſonſt zu ſpät hab’ Dank für Deine Liebe,
die mir wie Sonnenſchein geleuchtet hat ach, wenn es
doch immer ſo ſein könnte.
Es wird ſein! entgegnete er in überzeugungsvollem
Ton. Glaubſt Du, ich laſſe Dich, nachdem ich Dich erſt ge=
funden
? Ich habe Geduld zu warten aber wenn es an
der Zeit iſt, werde ich kommen und bis dahin denke ich
an Dich, ſtark und feſt! Gretchen, das Leben ruft, ver=
ſchließe
Dich doch nicht ſeiner Stimme
Innig umfing er die Geliebte und küßte ihr die Trä=
nen
von den Augen. Ihm ſelbſt war ſo weh zu Mute,
denn dieſes ſchöne, zarte Geſchöpf war ja ſo mit ſeinem
Denken und Fühlen verwachſen, wie er nie gedacht, daß
je ein Weib ſolchen Einfluß auf ihn haben könnte!
Die Frauen lagen ihm, dem glänzenden Künſtler, zu
Füßen, und er wurde gefeiert wie ſelten jemand; doch ſie
waren ihm alle gleichgültig ſtark und feſt war er gegen
die Verſuchungen geblieben, die ihm ſo mannigfach und
lockend nahten um der Einen, Reinen willen, die er
von Anbeginn geliebt!
Er küßte ſie; heiß brannte ſein Mund auf dem ihren
und im Abſchiedsſchmerz klammerte ſie ſich an ihn. O, mein
Geliebter
Lebe wohl, Du ſüße Frau ich komme wieder
Noch klang es ihr in den Ohren, dieſes zuverſicht=
liche
ich komme wieder als er ſie längſt verlaſſen, und
ſie in ihrem Zimmer ſaß.
Sie hatte ſich umgezogen und ſaß nun am Fenſter,
traurig in die Weite blickend. Unaufhörlich tropften die

Tränen aus ihren Augen, und grenzenlos, wie das Meer
ſo war ihr Schmerz.
Alles, was der Geliebte ihr geſagt, ließ ſie noch ein=
mal
an ſich vorüberziehen. Er hatte ja ſo recht tau=
ſendmal
hatte ſie das gleiche gedacht und gefunden, wie
ungerecht, grauſam und egoiſtiſch jenes Verlangen war;
aber ſie hatte ihr Wort einmal gegeben, und daß ſie deſſen
ſtets eingedenk war, dafür ſorgte ſchon Lionels Mutter,
die immer wieder darauf zurückkam.
Sie kam ſich wie ein Verſchmachtender vor, dem der
Kelch des Lebens in greifbare Nähe gerückt und dem doch
verboten war, daraus zu trinken.
Wer konnte ſie aus dieſem Zwieſpalt zwiſchen Pflicht
und Liebe löſen?
26. Kapitel.
Längſt hatte ſich der Tag gejährt, an dem Lionel Cat=
lin
ſeine Augen für immer geſchloſſen; das Oſterfeſt ſtand
nahe bevor. Margareta legte jetzt die Trauer um den Gat=
ten
ab. Eine Unruhe, ein Drängen und Sehnen war in
ſie gekommen, und wie die Erwartung von etwas Wun=
derbarem
erfüllte es ſie.
Und der Grund davon war ein Briefchen geweſen,
in dem nur ein paar Worte ſtanden zu Oſtern komme
ich, du Geliebte meiner Sehnſucht!
Und nun wartete ſie, und tauſend Stimmen jubelten
und frohlockten in ihrem Herzen ſie würde ihn wieder=
ſehen
! Sie hatte ſich zu der Erkenntnis durchgerungen,
daß ſie doch noch ein Recht auf Glück hatte, und jetzt war
ſie bereit, für ihre Liebe zu kämpfen!
Mrs. Dorothea Catlin hattg, wohl bemerkt, daß ſeit
der Rückkehr von Norderney eine Veränderung mit der
Schwiegertochter vorgegangen war; deren träumeriſches
Sinnen verriet es ihr und ihr Violinſpiel, das jauchzend
und ſehnſüchtig klang, alle Empfindungen ihrer Seele
wiedergebend.

[ ][  ][ ]

Wir veröffentlichen keine Preise, sondern bitten die verehrlichen Kunden, sich von unseren

reduzierten Preisen

Uhrenfabrikations-
Gesellschaff
Union Horſogere
Biel, Genf. Glashüfte½s.
gegr 1883

Allein-Vertretung
für Darmstadt:

Ludwigstr. 20, Tel. 506
Preislisten kostenlos.

Wirklich solide Uhren
in jeder Preislage

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1915.

Nummer 25.

Schustergasse 16
Telephon 2104

ohne Kaufzwang zu überzeugen.
H. Nau & Sohn

(1903a

Schustergasse 16
Telephon 2104

Habe ſtets größ. Poſten beſſere
und geringere Schlafzimmer,
Wekanntmuchung. Speiſezimmer, Salons, Wohn=
zimmer
, Herrenzimmer, Fremdenzimmer, Klubſeſſel, Stand=
uhren
, Küchen. Viele gute einzelne Möbel:
Betten, Waſchkommoden, Nachtſchränke, Bücher=, Kleider=,
Spiegel= und Wäſcheſchränke, Vertikos, Sekretäre, Diwans, Umbauten,
Garnituren, Schreibtiſche, Paneeldiwans, Auszugtiſche, Stühle,
Trumeauſpiegel, Kommoden, 2 antike Kleiderſchränke, Nähmaſchinen,
1 Poſten Teppiche, Felle, Chaiſelonguedecken, Puppen u. vieles andere.

*0
Mlax Kempf, Möber-Auktionshaus, Frankfurt u. H.
Mainzer Landſtr. 47a, Telephon 10818, 3 Minuten vom Haupt=
bahnhof
, am neuen Theater. Freihändiger Verkauf jeden Tag
von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Fahrt u. Beſichtigung lohnt ſich.
Wenn Sonntags anzuſehen, bitte
(IV,2212,65
Günſtig für Brautleute: um Benachrichtigung.

5 Gemälde
alte und neue, zu verk. *2564md
Georgenſtr. 9, Gartenh., 1. St.

Darmiger Gaslüſter u. Küchen=
lampe
für Gas ſofort billig
(B2718
abzugeben
Mathildenſtraße 31, part.

Große Sendung ſüße
2
Orangen
(2447a
eingetroffen.
3 Stück 10 Pfennig,
Stück 5 Pfg. Dutzend 50 Pfg.
70 Pfg.
6 Pfg.
7 Pfg.
80 Pfg.


90 Pfg.
8 Pfg.


110 Pfg.
10 Pfg.
bei 10) Stück Mk. 3.50, 4, 5 u. 6.
Palermo=Doppelblutorangen
innen blutrot und ohne Kerne
Stück 8 Pfg. Dutzend 90 Pfg.
10 Pfg.
110 Pfg.
bei 100 Stück Mk. 7. u. 8.50.
Mandarinen Pfd. 25 u. 30
Stück 4 u. 5 Pfg.
Citronen
empf. Obſtverſ. Joh. Walther.
Tel. 1598. Wienersſtr. 69.
Heyl & Jonn, Manafaktarwaren. (43a

tertume
2 komplette Biedermeierzimmer in Kirchbaum-
holz
, Wohn- oder Speisezimmer in Eichenholz,
Barock, sowie zahlreiche Einzelmöbel, Truhen,
Sessel, Tische, Schreibpulte, Kommoden, Uhren,
Vitrinen etc., auch einige Kleider- und Wäsche-
schränke
in Eichen- oder Nussbaumholz, preiswert
(2884
zu verkaufen bei
Hofkunsthandlung
H. Sonnthaf, Elisabethenstr. 28

Hoffärberei

auf von Altertümern jeder Art.

UCohkeier

Chemische Waschanstalt (219a
liefert eilige Hachen innerhalb 24 Stunden. Fachmänniſche
Ausführung. Mäßige Preiſe. Läden in allen Stadtteilen.
Größte Färberei und chemiſche Waſchanſtalt in Darmſtadt.

gossassasashösssssssatesssesesseeseeeeese
Die elegankesen
Blumen-Arrangements
zu allen Selegenheilen liecfer
in bekannk geochmackvoller
Gsahung
Lina Hardt
Spezial-Beschäft fur moderne Hlumenbinderet
Rheinstr. 14. Sel. 1070

otrcht neben dem Staorhaud.
(2492a
sgsssgeeggseseGegEeeue
Suppen-Würze
unübertroffen
Literflaschen zu Mk. 4.20,
Korbflaschen per Kilo Mk. 3.20.
Man überzeuge sich durch vorurteils-
(34a
eae freie Erprobung.
Vertreter: Otto Caspary
Darmstadt, Arheilgerstrasse 10, I. Fernsprecher 819.
gabon moderne Muſter, w.
in gut erhalt. Kinderwagen, Ctg
C
faſt neu, bill. zu verk. (*2467mdf St6hpdockoll von 3 Mk. a. gef.

Karlſtraße 41, Seitenb. (56a

Gar bald hatte ſie erfahren, was ſie wiſſen wollte
durch des Majors Erzählungen, der das Zuſammentreffen
mit dem Opernſänger Brand erwähnte! Und daß der
Künſtler Gretchen nicht gleichgültig war, hatte dieſe ihr
ſelbſt zugegeben!
Jetzt hieß es wachſam ſein, damit ſie nicht wort=
brüchig
würde; denn trotz aller ihrer Liebe und Güte hielt
Dorothea Catlin an dem Gedanken feſt, daß die junge
Frau ihr Verſprechen halten müſſe denn auch ſie gönnte
keinem andern das Glück, das einſt ihr Sohn beſeſſen
deſſen letzter Wunſch war ihr heilig!
---
-
2,
Ein Tag vor Oſtern.
In azurner Bläue wölbte ſich der Himmel über der
vrangenden Erde, und die leuchtende Sonne vergoldete
alles mit ihrem Schein.
Frühzeitig ſchon hatte Margareta das Haus verlaſſen
ſie wollte allein ſein, wenn er kam geſtern ſchon
var ſie voller Erwartung geweſen heute mußte er nach
ihrer Berechnung da ſein.
Und ſie würde ihn treffen ganz ſicher.
Und da ſtand er auch ſchon vor ihr, an den ſie mit
o viel leidenſchaftlicher Sehnſucht gedacht,
Gretchen
Mein Ernſt

In ſeliger Selbſtvergeſſenheit ſchauten ſie ſich an.
Er fand die Geliebte noch viel ſchöner geworden
wie ein holdes Märchenbild ſah ſie aus mit dem vor
Freude faſt verklärten Geſicht.
Sie lenkten ihre Schritte einer weniger belebten
Straße zu, da die Vorübergehenden ſchon aufmerkſam auf
die beiden ſchönen Menſchen wurden; mancher bewun=
dernde
Blick blieb auf ihnen haften.
Ernſt Brand erzählte, daß er geſtern ſpät am Abend
gekommen war und heute ganz früh ſchon Villa Mar=
gareta
aufgeſucht und daran gewartet hatte, ob ihm das
Glück nicht hold ſei, jemand zu ſehen, dem er Botſchaft
für ſie auftragen konnte er wollte ſie erſt noch einmal
ſprechen, ehe er ſie in ihrem Hauſe aufſuchte. Nicht lange,
und ſie wäre ſelbſt gekommen; er war ihr nachgegangen
und da bin ich nun, ſchloß er ſeinen Bericht, und ohne
Dich gehe ich nicht wieder. Die Sehnſucht hat mich
manchmal übermannt wie viele Briefe hab’ ich Dir ge=
ſchrieben
, dann aber wieder vernichtet ich wollte ſtark
ſein und Dich doch nicht beunruhigen jetzt aber iſt meine
Prüfungszeit vorbei
Ach, Ernſt, mir iſt ſo bange ich kenne Mrs. Catlins
Anſicht zu genau; gar oft wiederholt ſie mir alles ſie
quält mich damit
und doch hat ſie recht! Wer hilft
mir?

Ich, mein Lieb! ſorge Dich nicht, entgegnete er, vor=
ausgeſetzt
, daß Du mich noch liebſt
Ernſt! Faſt vorwurfsvoll klang ihr Ton, und begüti=
gend
lächelte er ich ſcherzte ja nur! Aber, wenn Du
mir gut biſt, dann kann Dir eine Entſcheidung gar nicht
mehr ſchwer fallen, Gretchen Du mußt doch auch ein
wenig an mich denken.
Eindringlich ſprach er, und halb beſiegt reichte ſie ihm
jetzt zum Abſchied die Hand.
Verzeih, Ernſt, doch ich möchte gerade heute nicht zu
lange ausbleiben. Ich erwarte Dich in einer Stunde;
ich werde Papa auf Deinen Beſuch vorbereiten und ich
hoffe, daß es mir mit ſeiner Hilfe gelingen wird, Mama
umzuſtimmen, damit ich Dir angehören kann und Du auf
einen freundlichen Empfang rechnen darfſt! Sie wird
doch nicht unbarmherzig ſein, wenn ich ſie bitte ſo recht
aus tiefſtem Herzen.
Voll Rührung blickte er auf ſie, in deren großen Augen
ſo viel Hingebung, Liebe und Vertrauen lag. Wie gern
hätte er ſie jetzt an ſeine Bruſt gezogen, ſie geſtreichelt
und geküßt; aber noch mußte er ſich gedulden und ſich mit
dem Kuß begnügen, den er auf ihre ſchlanke, weiße Hand
drückte.
Leb wohl, mein Gretchen! Ich werde pünktlich ſein!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Seite 15.

Bis zu diesem Tage
gewähre auf fast alle nicht
zurückgesetzte Artikel
einen Rabatt von
10%
bei Barzahlung!

Samstag

Letzter Tag meines
Saisen-Ausverkaufs!
2910
S. Carr CenuE
Ecke Kirchstraße
Trikotagen, Strumpf- und Wollwaren,
u. Schustergasse I Weisswaren, Schürzen, Korsetten, Putz.

den

1. Februar

Mleien
6

ig
Herrſchaftshaus,

50
6
Kledeselstr. 33
Parterre=Wohnung, 6 Zimmer
2 Entreſol, im Preiſe von M
900. per April zu vermieten.

daſelbſt parterre.

billigſt zu vermieten.


Zimmer

Soderſtr. 53 4 Zimmerwohng. zu vermieten.
per ſofort oder 1. April.
(2189a

Wendelstadtstr. 47½
im erſten Stock 4 Zimmer=
Wohn. per ſofort oder ſpäter.
Näh. Zimmerſtr. 1. (44od

ſchöne 2
Küche.
1. Stock.

täheres Lucasweg

One Zimmer

iteie riche

*2n
1
Büro
Nieder=Ramſtädterſtr. 71, Ecke
Heinrichſtr., iſt der 1. St., z. Zt.
Büro d. Bundes Deutſcher Gaſt=
wirte
, per 1. April zu vermieten.
Näheres daſelbſt.
(1268t

Karlstrasse 94.

(2602t

Bismarckstr 80, part.
Hinterbau f. Bureaus, Werk=
ſtätte
, eventl. mit Lagerraum
per 1. April zu verm. (2311t

Geue

Soderſtraße 41, helle Werkſtatt
mit Gas zu vermieten. (*2600ds

Oöbliere Zimmer

Steinstraße 5, part., ein-
ffach
möbl. Zimmer sof. (761t

mit od. ohne Koſt
Schlafstellewienerstr. 73, II. (1304t

Waldſtraße 32, freundl. möbl.
Zimmer zu vermieten.
(1939t

Krau chsteinerstr. 1, I., hübſch möbl.
Wohn= u. Schlafz. ſof. zu vm. (2157t
Bleichſtr. 51, 3. St., ein gut
möbl. Zim., ſof. zu verm. (2501t
Kranichſteinerſtraße 59, IV.,
freundlich möbl. Zimmer mit ſev.
Eing. zu verm. Preis 16 M. (2694t

Eliſabethen=
Pension Mink, ſtraße 4, II.,
relegante, gut möblierte Zimmer
1.mit beſter Penſion ſofort zu ver=
mieten
für längeren und kürzeren
Aufenthalt.
(2640a
s Soderſtr. 53 möbl. Z m. mit
Penſ. per ſof. zu verm. (2647a Ernſt=Lndwigſtraße 18, III.,
möbl. Zim. zu vermieten. (2729t Landwehrſtr. 17, Stb., einfach
möbl. Zim. ſof. zu verm. (*2457imd u. Neckarſtraße 24, III., hübſch
k. möbl. Zimmer zu verm. (2733a Bleichſtraße 45, 1. St., ſchön
u=möbl. Zim. zu verm.
(1592a Nd.=Ramſtädterſtr. 31, Hth. I.,
n. Kapllpl., mbl. Z. a. Frl. o. H. (*2512md Kiesſtr. 45, pt., ſchön, ſep., möbl.
I., Zimmer mit Penſion zu v. (2832t Freundlich möbliertes Zimmer
1tmit Kaffee, pro Monat 16 Mk.,
S=ſofort zu vermieten. Zu erfragen
igLagerhausſtr. 4, 1. St. (*2494mdfs Aliceſtr. 32, I., möbl. Zim. m. od.
es lohne Klav. p. ſof. z. verm. (*2499mdf
id Pallaswieſenſtr. 38, 2. St.,
*möbl. Zim. m. ſep. Eing. z. v. (2855a d Magdalenenſtr. 9, möbl. Z. m.
Schreibt. u. Gas billig. (*257imd Eliſabethenſtr. 35, Hth., II.,
bei Döpcke, freundl. möbl. Zimmer
(*2336idf Karlſtr. 10, II., links, freundl.
möbl. Zimmer.
(*2454ids Waldſtr. 24, Vorderh., I., gut
möbl. Zim. per 1. Febr. zu v. (1542ids Lauteſchlägerſtr. 22,I., ſch.möbl.
3fenſtr. Z. m. G. u. Schreibt. (2384a Lauteſchlägerſtraße 6, II., fein
möbl. Zim., p. Mt. 15 Mk. (*2313ids h1 Karlsſtr. 20, II., möbl. Zim.
ilzu vermieten.
(*2607ds Gutenbergſtr. 28, III., großes,
helles Zimmer in ruhiger Lage m.
gut. Bedien. an Beamten, Lehrer
tlod. dgl. zu vermieten.
*2617df d Schloßgartenſtraße 55, 2. St.,
gut möbl. Zimmer mit oder ohne
(*2628
it Penſion zu vermieten. Karlsſtr. 30, Hth, II. I
frdl.
§1 Zim., 3.50 Mk. pro Woche. (*2673dfs Pallaswieſenſtr. 21, III., nächſt
a d. Frankfurterſtr., ſch. u. gut möbl.
Zim. ſof bill. zu verm. (*2645ds Grafenſtr. 18, III., gut möbl.
Zimmer zu vermieten. (*2668ds . Rheinſtr. 47, Poſtkartenzentr.,
t1möbl. Zimmer zu vermieten. (*2654 Zimmerſtraße 11 (Bräuning),
gut möbliertes Zimmer. (*2661 Rheinſtr. 2, Hinterhaus, möbl.
Zimmer zu vermieten. (*2705dfs Frankfurterſtr. 24, in gut. Hauſe
ein freundliches Zimmer mi
Penſion zu vermieten. (*2guter
7 9df 71 2. Stock links,
Luisenplatz u, vornehm mbl.
Zim., m. od. oh. Penſion, ev. auch vor=
übergeh
. an Paſſanten zu vm. (2949t

Brautbaare
Kaufen Sie bei Bedarf in nachstehenden Preislagen nicht eher, bevor Sie
diese 3 beispiellos billigen Einrichtungen besichtigt haben.

Sterenen

Aelt. Herr find. dauernd. Penſion
in ruh. Villa. Erſtklaſſ. Ver=
ſorg
. Jährl. 3000 Mk. Offert. u.
C 15 a. d. Exped. d. Bl. (2745a

Zueren suht

1 geräum. 4 Zimmer=
Geſucht Wohnung m. Gärtchen
od. Bleichplatz, nicht zu weit von
der Viktoriaſchule. Off. mit Preis=
angabe
u. C 75 an die Exp. (2925

Gediegene 4
Einrichtung
für Mk. 1 720₰−
Speisezimmer
Aunkel eichen
1 Büfett m. Facettverglasung
Anrichtetisch
6 Stühle mit Leder
1 Ausziehtisch
1 Diwan in Mokette.
Herrenzimmer
Aunkel eichen
1 Bücherschrank
1 Diplomatenschreibtisch
1 Schreibsessel mit Leder
1 Tisch
2 Lederstühle
1 Ottomane
1 Diwandecke.
Schlafzimmer
Hei usbaum mit Intareten
2 Bettstellen
2 Nachtschränke
1 Waschtoilette
1 zweitür. Spiegelschrank
2 Rohrstühle
1 Handtuchständer.
Küche
1 Kuchenbüfett
Anrichte mit Aufsatz
1 Tisch
2 Stühle
1 Ablaufbrett.

Elegante
Einrichtung
für Mk. 1950
Speisezimmer
Auniel eichen
1 Büfett, 3teilig
1 Kredenzschrank
1 Ausziehtisch
6 Lederstühle
1 Diwan.
Herrenzimmer
Auntel eichen
1 Bücherschrank
1 Diplomatenschreibtisch
I Schreibsessel mit Leder
1 Tisch
2 Lederstühle
1 Ottomane
1 Diwandecke.
Schlafzimmer
Hell usbaum mit intarslen
2 Bettstellen
2 Nachtschränke
1 Waschtoilette
zweitür. Spiegelschrank
2 Rohrstühle
1 Handtuchständer.
Küche pitsch-pine
1 Kuchenbüfett
1 Anrichte mit Aufsatz
1 Tisch
2 Stühle
1 Ablaufbrett.

Sehr eleg.HHNE
Einrichtung
für Mk. 2275
Speisezimmer
Aunkel eichen
1 dreiteiliges Büfett mit
reicher Schnitzerei
1 Kredenzschrank
Ausziehtisch
6 Lederstühle
1 Divan.
Herrenzimmer
Aunkel eichen
1 dreitürige Bibliothek
1 grosser Dipl.-Schreibtisch
1 Schreibsessel mit Leder
1 runder Tisch
2 Lederstühle
1 Ottomane
1 Diwandecke.
Schlafzimmer
eichen oder heil nusbaun
2 Bettstellen
2 Nachtschränke
1 Waschtoilette
dreitüriger Schrank
2 Rohrstühle
1 Handtuchständer.
Küche pitsch-pine
1 Küchenbälet
Anrichte mit Schrank-Aufs.
1 Tisch
Stühle
1 Ablaufbrett.

Komplette Einrichtungen
für Mark 2600, 3150, 4500, 5300, 6250, 7000, 8000 u. z. w.

Bitte um freie Besichtigung.

Schwab zunior

Rheinstrasse
39.

(2948)

Man beachte unsere Schaufenster!

Ruh. Mieter ſucht v. Sommer
o. Herbſt an in Villa o. 2ſt. Haus
ruh. 5 Zimmerwohn., I., m. Gas
und elettr. Licht, am liebſten mit
Hausbeſ. u. Gartenbenutzung. Off.
(B1916
u. W 25 an die Exp.

Für 1. Juli od. früh. ſucht e. alt. Herr
7 (alleinſt.) f. ſich u. ſ. Wirtſchaftsfr.
m. Mann u. e. 14j. Sohn) zwei 3Z.=
Wohnung., nicht allzuw. v. d. Poſt,
inruh. Hauſe. Off. m. Preisang. erb.
unt. C 11 an die Exp. (2738imd
2=Zimmerwohnung im Zentrum
der Stadt geſucht. Offerten
unter C 57 an die Exp. (*2602

Schöne 3 Zimmerwohnung mit
Gas und Veranda z. 15. März
oder ſpäter geſucht Nähe d. Frank=
furterſtraße
. Offert. unter C 56
(*2604
an die Exp. ds. Bl.
Eleg.
möbl. Zimmer
wenn mögl. mit ſep. Eingang, für
Tage zu mieten geſucht. Off. unt.
(*2701
C 80 an die Exped.
Dame
ſucht per ſofort
gut möbl. 2 od. 1 Zimmer
Nähe Marienplatz od. Heidelberger=
ſtraße
in beſſerem Hauſe.
Adreſſe Frankfurt a. M., Gut=
(*2614
leutſtraße 21, part.
Leb. juuger Mann ſucht möbl.
Zimmer, mögl. als Alleinmiet.
C 71
für ſofort. Angebote unter
(*2660
an die Expedition.


(

10


10
Wer dort? (2485a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.

V
Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Mar Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Teleſon 2097.
(2202a
zu kauf.
Schöner Glasabſchl. geſ. Off.
unt. C 49 an die Exp. (*2573md
Daufe alle Möbeſ ganze Einrich=
tung
. u. Nachläſſe geg. ſof. Kaſſe
J. Lich, Alexanderſtr. 3. (61a
Bchn
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(103a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.

Luche e Ditngerate und
SGeſtell, für Schaukelim Freien
anzubringen, zu kaufen. Offerten
unter C 55 an die Exp. (*2608
(inen ſtark., gebr. Kinder= oder
Holzwagen zu kaufen geſucht.
Off. unt. C 66 an die Exp. (*2649
Ausstellkasten
geeig. für Bilder, zu kaufen geſ. Off.
unter C 67 an die Exped. (*2639
zahle ich für ge=
tragene
Kleider,
Vlel Geid Stiefel, Wäſche,
Bettzeug uſw. S. Zarnicer, Kleine
Bachgaſſe 1. Poſtkarte genügt,
komme ins Haus.
(2940a

Donnerstag frisch eintreffend:
Ia Brat- (2891
Schellfischer20

nmittelgroßé)
Altes Gold,
Cabliau Pfund 24
Schade
Weſſere Geige zu kaufen geſucht.
& Füllgrabe
Offert. unter C 72 an die
(*2675
Expedition.
Filialen in allen
ebr. Bücherſchrank, dunkel Eiche
zu kaufen geſ. Off. m. Preis
Stadtteilen.

Brillanten, Platin, Silber kauft
zum höchſten Wert
(1243a
Kurtz, Juwelenhandlung,
Pädagogſtraße 2.
Telef. 1202.

u. C 63 an die Exp. erb. (*2669ds

[ ][  ][ ]

6 Uhr an

Souper

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Nummer 25,

Fastnacht-Samstag
Fastnacht-Sonntag
Rosen-Montag
rastnacht-Dienstag
Täglich grosse

onzerte

und

in den oberen
Sälen.

Jamstag
den 1. Februar:
Faschings-Anfang!
Mehrere carnevalistische
Konzerte
TANZ in den Sälen. Eintritt frei!
Fastnacht-Sonntag
den 2. Februar, ab 4 Uhr nachmittags:
Große carnevalistische Reunion
mit Riesen-Polonaise
unter Vorantritt der Kapelle WEBER.
Eintritt pro Person 50 Pfg.

Cölner Carneval!
im Hauptlokal die Kapelle WEBER.
Eintritt frei.

rasmnacht-Ulenstag gesliesen.

von 4 bis 6 Uhr
an
Von 6 Uhr
Von 5-6 Uhr: Promenade-Konzert auf dem Balkon. Souperà Mk. 2.50
I Grösstes Carnevalfest der Residenz!!
5 Musikkapellen. im Hauptlokal Kapelle WEBER.
Masken-Redoute, Luftschlangen-Schlachten, Märrisches Treiben, Blütenfestim Familiensaal.
4 Sektbars.
Chambres separés.
Erster Darmstädter Luftschiffhafen. Ausstellung: Der Mensch‟.
Carneval im ganzen Haus.

Eintritt pro Person Mk. 1..

2916

Keller

Samstag, Sonntag und Montag

* Carnevalist. Konzerte (Eintritt frei).

[ ][  ][ ]

N3 25.

Donnerstag, 30. Januar.

Saub. Laufm. ſ. 4mali. d. Woche
v. 10½12 Uhr geſ. Vorzuſt. zw.
1011 Uhr Friedrichſtr. 20, p. (*2601 Fleißiges, ſolid. Mädchen ge=
ſucht
. Näheres Expedition. (*2710 Einzeine ältere Dame ſucht zum
15. Febr. älteres, ſolides Mädchen
für Küche u. Hausarbeit, hoher
Lohn, Hoffmannſtr. 34.
(B2914 Kräftiges,
junges Madchen
für Küche u. Hausarbeit ſof. geſ.
2941)
Britannia=Hotel. m
Nicht zu jg. Monatsm., d. ſaub.
u. pünkl. iſt, geſ. Vorzuſtell. zw. 9 u.
11 Uhr. Gutenbergſtr. 14, I. (*2702 Magg
knan f. gleich
Gute wasch- u. Putzli au geſucht
Dieburgerſtraße 156.
(*2667dfs Geſucht ein Mädchen, das
2659)
Stiftſtraße 9, II. Saubere Lauffrau von 9 bis
10 Uhr morgens geſucht
*2656)
Karlſtr. 99, II. rechts. Große kräftige Lauffrau mit
guten Empfehlungen am 1. Febr.
geſucht in kl. Haushalt.
(B2913
Näheres in der Expedition. Eine
ſaubere Putzfrau
für morgens 2 Stunden geſucht.
Zn melden von 10 Uhr, Luiſen=
platz
4, Arthur Sittig, Herreuart. (*2714 m
feinbürgerl. K öchin, die etwas
Hausarb. übern., bei gut. Lohn gesucht.
Nar Soiche, die auf dauernde Stel=
geſucht
. Dieſem iſtAlung reſlektieren, mögen sich melden
Heinrichstr. 43, Darmstadt. Lehrmädchen in Putz=Salon Aktmodell (evtl. Kind
(*2930ds geſucht. Näh. i. d. Exp. (*2671dsi C
Männtien Aauisiteur
für eine Vereinszeitung
gegen gute
Adreſſe unter B 93 an die
Hausvater Herdes, Herberge z. Heimat. Expedition ds. Bl. (278imd Größere gut eingeführte Fleiſch=
alle
Hausarbeit verſteht. (*2497md waren=Fabrik ſucht tücht. branche=
kundigen

(II,2808
Agenten
Off. u. L. L. 973 an Haasen-
stein
& Vogler, A.-G., Hamburg. Frankfurt a. M.
für
Schreihmaschine und
Stenographie
durchaus ſicher und flott
arbeitender
Herr oder Dame
zu möglichſt baldigem Eintritt
gesucht.
Offerten mit Gehaltsanſpr. unt.
F. N. P. 689 an Rudolf Mosse,
Frankfurt a. M.
(I,2894 Eine tücht. u. zuverl. Schreib= u.
Rechenhilfe für 1 bis 2 Monateg
geſucht. Anerbieten mit Angabe
der
Vergütungsanſprüche pro
Stunde unter C74 an die Exped.
d. Bl. erbeten.
(B2930; Geſucht p. ſofort: General-
agent
v. deutſch. Feuer-
Verſich.=Aktien=Geſ. m.g
Nebenbr. E. D. u. W. für
Hessen-Darmstadt. Dom. Mainz,
Darmstadt oder Offenbach. (I,2893
Offert. kautionsf. Bew. zuae
richten unter U. M. 7682 an H
Rudolf Moſſe, Halle a. S. Haupt-Agentur
einer angeſeh. Lebens- Volks-
u
. Kinder-Vers. Akt.- Ges. für
Darmstadt u. Umgeb. an energ.,
ſelbſttätig. Herrn zu vergeben.
Gewährt werden außer Prov.
feſte Zuſchüſſe ſowie Mittel z.
Anſtell. v. Hilfskr. Angeb. u.
A. 888 an Haasenstein & Vogler,
A.-G. Frankfurt a. M. (II.2670

1913.

Ollengsche

Weiblich

Wchchad ccd an dd c dd an
Fräulein
aus Rheinheſſen, 18 jährig, evang.,
Abſolventin der Luiſenſchule in
Karlsruhe ſucht zur weiteren Aus=
bildung
Aufnahme in geeigneter
Familie bei Zuſicherung williger
Mitarbeit ohne gegenſeitige Ver=
gütung
. Zuſchriften erbeten unter
C 73 a. d. Expedition.
(*2673

Mintern. nnt uech ilden
in u. außer dem Hauſe an (*2599dsm
Gardiſtenſtr. 6, Hinterh. part.

Jung. Mädch. ſ. Monatsſt. Näh.
Krug, Taunusſtr. 28, 1. St. (*2622

Jg., ſ. Frau ſucht Laufdienſt
23 Std. vor= und nachmittags
Schloßgaſſe 12, II. (*2678

har noch Tage im Bügein
Fll. frei Friedrichſtr. 24, III. (*2707

Zit
Junges.

mit la Zeugniſſen ſucht Stellung
als Kindergärtnerin. Eintritt
nach Wunſch. Offerten u. C6
a. d. Expedition d. Bl. (*2688

Männlich

Hochbautechniker
welcher einige Jahre mit der
Projektier. u. Ausführ. von Land=
häuſern
ſelbſtändig tätig war,
ſucht, geſtützt auf gute Zeugn., Ref.
u. Zeichn., in einem Architekturbüro
oder Baugeſchäft als Bauführer
Stellung. Derſ. iſt ſaub. Zeichner,
gut. Konſtrukt., ſicher im Veranſchl.
u. Abrechn. Offert. unt. C 65 an
die Expedition d. Bl.
(*2651dsi
Volontärstelle
ſucht geb. Kaufm. auf ein Bank=
geſchäft
oder größ. Bureau.
Offerten unter E 62 an die
Expedition d. Bl.
(*2687ds

Suche für meinen Sohn
17 Jahre, ſtadtk. Radf., Stelle als
Hansburſche od. dergl. Gefl. Off.
unt C 64 an die Exp. erb. (2918ds

Ein Schiler, der Talent hat im
Zeichnen u. kommende Oſtern die
Mittelſchule verläßt möchte ſich
gerne ausbild. als Möbel= od. Ma=
ſchinenzeichner
. Offerten unter
C 27 an die Exped.
(*2488mdf

Für ordentlichen Jungen
lder zu Oſtern aus der Mittelſchule
entlaſſen wird und gute Schul=
zeugniſſe
beſitzt, wird
auf kaufmänn.
Lehrſtelle Büro geſucht.
Gefl. Offerten unter C 20 an die
(*2439ids
Expedition erbeten.

Ordentlicher Junge aus achth
Familie, welcher die Ober=Realſch.
zu Oſtern verläßt, ſucht Stelle als
LLehrling auf kaufmänniſches od.
kechniſches Bureau. Derſelbe be=
ſitzt
Sprachkenntniſſe in Engliſch
und Franzöſiſch. Offerten unter
C 59 an die Exp. ds. Bl. (*2627

Ofe Stellen

Weiblich

Branchekundige

für Haus= und Küchengeräte
und Lehrmädchen
b. hohem Gehalt geſucht. Off.
u. C47 a. d. Exp. (2852mds

Tüchtige (2911dsi
Verkäuferin
ſer 1. März oder 1. April geſucht.
J. Carl Schmidt
Ecke Kirchſtraße und Schuſtergaſſe.

enk
Blumenverläuferinnen
für Samstags=Maskenball
jeſucht. Näheres Exped. (*2681

Faht ubeiernmnen
ſofort für dauernd geſucht. Kon-
ſektion
Bayer-Haack, Kapell=

Diar de e
werden noch einige
(2934
Verkäuferinnen
geſucht. Näheres beim Portier
des Hotel Hess‟

hlatz 14.

(1861a

ſowie
Lehrmädchen
per 1. März geſucht
(2904d
Adolf Geiger.



Dame

aus beſſeren Kreiſen für Filials etwas kochen kann
geſchäft einer
(2755id
Möbelfabrik
für den hieſigen Platz für baldigſt
geſucht
Off. m. Phot. nebſt Geh.=Anſpr.

ete e
1 Lehrmädchen,
Lehrling
aus guter Familie
Gebräder Neu
2937)
Ludwigsplatz 9.

Lehrmädchen Gelegenheit ge=
boten
, ſich in der Anfertigung Zwischen 10 und 11 Uhr vormittags
ſämtl. Wäſchegegenſtände gründlichoder 6 bis 8 Uhr nachm. (2945dsi
auszubilden.
(2696od
Näheres Schützenſtr. 7, I. St.

geſucht Mauerſtr. 20.
Beren
williges Mädchen,
das etw. koch. kann, z. 1. Febr. in
einfach. bürgerl. Haushalt geſucht.
Näh. in der Exped.
(*1293t

Sier einteitentrcſt= Rchchen.
das im Kochen bewandert und die
Küche ſelbſtändig leiten kann, beill Vergütung geſucht.
hohem Lohn geſucht. (*2536mdf

Zum 1. März ein Mädchen mit
guten Zeugniſſen zu älterem Ehe=
paar
geſucht, das kochen kann und
Herdweg 66, parterre.

Kräftiges, 15 jähriges Mädchen
per 1. Februar geſucht.
2737id) Karlſtraße 69, 1. Stock.

1. u. 2. Hausmäd=
Köchinnen, chen, Alleinmädch. Für erſtes Haus in
erh. gute u. paſſ. Stell. hier u. aus=
wärts
. Näh. Gertrude Hartmann, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Nieder=Ramſtädterſtr. 31. (2883

ein der Schule
Geſucht entlaſſenes Mäd=
chen
tagsüber für ſofort
(2885
Kaſinoſtraße 18, 1. St.

Fleißiges, williges Mädchen
zum 1. Februar geſucht
Schloßgartenſtr. 55, 2. St.

Jung. brav. Mädch., d. z. Hauſe
ſchlaf. k., geſ. Luiſenpl. 1, II. I. (*2694

oder
Alleinmädchen Tagesmädchen
ſofort geſ. Hügelſtr. 69, III. (*2682
Herrſchaftsköchin kann nach=
gewieſen
werden. Emma Frank, ge=
werbsmäßige
Stellnvermittlerin,
(2927
Karlſtraße 31.

Geſucht tüchtige Alleinmädchen,
feine Haus= u. jüngere Kinder=
mädchen
, einfaches, geſetzt. Mädch.
zu einem Herrn. Emma Frank, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
(2928
Karlſtraße 31.

Geſucht zum 1. März od. 1. April
erfahr. ältere Köchin, welche auch
Hausarbeit übernimmt: vollkom=
men
ſelbſtändig in der bürgerlichen
Küche, kochen, backen und braten,
ſowie Einmachen von Obſt u. Ge=
müſe
. Zeugnisabſchrift., Lohnan=
ſprüche
zu ſenden an Freifrau
v. Grancy. Kiel (Holſtein),
(2929do
Düſternbrook 37.

das etwas kochen
Tagmädchen, kann, per ſofort
ir den ganzen Tag geſucht
19650) Eichbergſtraße 25, part.

Mädch. od. Frau f. mittags von
121 Uhr geſucht. Vorzuſt. abends
7 Uhr Wenckſtr. 18, 1. St. (*2644
Köchin, Beiköch., Büfett=
u
. Servierfräul., Haus= u. Küch.=
Mädchen für Hotel u. Reſtaurant
geſucht Minna Dingeldein, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. 5, Teleph. 531. (*2634

Ein Laufmädchen geſucht
*2606) Wienersſtraße 72, 1. St.

rmstact.
Unparteischer Arbeitsnachweis Da
Grafenſtraße 30, part. (Tele=
1. Gewerbliche Abteilung,
phon Nr. 371). Geſchäfts=
ſtunden
von 812½ Uhr und von 2½6 Uhr.
Allgemeiner unentgeltlicher Nachweis für Arbeitgeber
und Arbeitnehmer.
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 6
2. Dienſtboten=Abtellung, (Telephon Nr.371). Geſchäfts=
ſtunden
von 912 Uhr und von 36 Uhr.
(1763af
Von den Herrſchaften wird eine Einſchreibgebühr von
20 Pfg. und eine Vermittlungsgebühr von 1 Mk. erhoben.
Für Dienſtboten iſt die Benutzung der Abteilung koſtenlos.
Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis.

Kunstgewerbler.
Eine Fabrik der Nahrungsmittelbranche ſucht zur Mit=
arbeit
an ihren Packungen, Inſeraten, ſowie ſonſtigen Druck=
ſachen
mit einer geeigneten Perſönlichkeit in Verbindung zu
treten. Gefl. Angebote von Künſtlern, möglichſt mit Arbeits=
proben
, die ſofort zurückgeſandt werden, unter F. 4 W. 4033
an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. erbeten.
(I,2805

ie
Skistenz!

Intelligente Herren und Damen, welche über ein Kapital
von Mk. 200. verfügen, können ſich eine

dauernde Exiſtenz
gründen. Kein Riſiko, kein Lizenzverkauf, grundreelle Sache.
Nur ernſthafte Reſlektanten belieben unter Angabe der ge=
nauen
Adreſſe Offerte unter F. 2942 an Haasenstein &
Vogler, A.-G., Nürnberg, einzureechen.
(II,2892

S
K
Lehrling
N
für kaufm. Büro geſucht.
N Kenntnis der Gabelsb. Stenogr. erwünſcht.
Angebote
K unter C 60 an die Expedition ds. Blattes.
(2967dfs

M

Erfahrener Buchhalter zum
Nachtragen von Büchern und
etwas Korreſpondenz ſtunden=
weiſe
geſucht. Offerten mit Preis
unter C 68 an die Exp. (*2636

Suche sofort
redegewandte Perſonen, auch f.
Dam. paſſ., evtl. g. 35 Mk. Wochen=
lohn
, Viktoriaſtr.63, 1. St. (*2665

Tüchtige Vorarbeiter,
Vorzeichner u. Monteure,
die ſelbſtändig nach Zeichnung ar=
beiten
können, für freitragende
Dachkonſtruktionen in Holz ſofort
geſucht. Offert. unter H. 1116
erbeten an Haaſenſtein & Vogler,
A.=G., Frankfurt a. M. (II,2915

Maeabaßfe
Herischuns-Kaischer

geſ, nur ſoiche mit guten Zeugn.
werd. berückſicht. Off. an Bonte,
Ringſtraße 110.
(*2400id

Friſeurgehilfe
für beſſeres Geſchäft ſofort oder
ſpäter geſucht. Offerten u. C 76
an die Expedition d. Bl.
(*2683

ſofort
Tücht. Friſeurgehilfe geſucht.
Näh. in der Expedition. (*2708

Zeee eene
werden einigetüchtige, jüngere
Zigarren=Verkäufer
(2935
geſucht.
Hotel Hessé.

Einen ordtl. Jungen für nachm.

t Witwe, Ende 30er=
Ernſtgemeint. J., 1Kind, hübſche,
jugendl. Erſch., aufricht. Charakter,
12000 Mk. bar, ſpät. mehr, wünſcht
mit charakterfeſtem Herrn von 40
bis 58 J. in penſionsberecht. Stell.,
Beamte od. Lehrer a. d. Lande nicht
ausgeſchl., zwecks Heirat bekannt zu
werden. Strengſte Verſchwiegenh.
zugeſichert u. wird verlangt. Ano=
nym
zwecklos. Genaue Off. bitte
unt. C 82 an die Exp.
(*2712

bis 9m 1m breiter Linoleum=
8 läufer abzug. Ebenſo einige Ge=
wehre
Herdweg 91, I.
(*2666

Reinl. ſleiß. Hausburſche

(235

Zu Oſtern Lehrling mit guten
Schulkenntniſſen gegen Vergütung
eſucht Jakob Hugenschütz,
Darmſtadt, Langegaſſe 51. (*2452ids

(
zu Oſtern Lehrling

1311a)

Georg Rackur,
Rheinſtr. 47.

(he

Friseurlehrling für ein

Tüchtige Geſchäftsleute ſuchen
Fillale irgend welcher Art
zu übernehmen. Offerten unter
(*2692ds
C 78 an die Exp.

Alle Sorten
feinst. Tafelfische
aus Fluss und See.
Diese Woche besonders zu
empfehlen: (2953
Lachsforellen
(frische, keine gefrorene).
Sechecht
Laberdan, Stockfisch,
Stinte, grüne Heringe,
Seemuscheln
Bratbückinge
Austern, Hummer,
Kaviar
Herings-Salat
in feinster Zubereitung.
Konserven
Mieg
Räucherwaren
risch Marinaden
Als billige Konsumfische
empfehle im Ausschnitt:
Kabliau)
24 Pfg.
Seelachs
Alles weltere billigst. Tagespreis.
Ludwig Mösinger
Mau- Aur untere fünc.
4 2 iEhsabethenstr. 42

zwiſchen Zimmer= u.
Saalbauſtraße.

[ ][  ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Januar 1913.

Nummer 25.

Luftfahrt.

Die Luftſchiffahrt in Braſilien.
BB. Neuerdings beginnt man in Braſilien ſich leb=
khaft
für die Entwickelung der Luftſchiffahrt, beſonders
der Flugmaſchinen, zu intereſſieren. An der Spitze der
Bewegung ſtehen hervorragende Offiziere, wir nennen den
Feldmarſchall Georg Bormann, der im vorigen Jahre
Deutſchland beſucht hat. Man wird nicht dabei ſtehen
bleiben, die Anſchaffung von Flugmaſchinen der Heeres=
verwaltung
zu überlaſſen. Vielmehr geht eine mächtige
Bewegung durch das Land, die darauf abzielt, in allen
Teilen Luftſchiffer=Vereine zu gründen und Flug=
maſchinen
anzuſchaffen. Es iſt nicht mehr zu verwundern,
daß ſich für die Beſchaffung von Flugmaſchinen und In=
ſtrukteuren
die Blicke Vieler zunächſt nach Frankreich rich=
ſten
. Andererſeits iſt die deutſche Automobilinduſtrie
eine mächtige Schrittmacherin für die Wertſchätzung deut=
iſcher
Motoren in Braſilien geweſen. Ferner erkennt man,
beſonders in militäriſchen Kreiſen, die Fortſchritte deut=
ſcher
Flugtechnik rückhaltlos an. Dennoch wird es für die
bbeteiligte deutſche Induſtrie nicht ſo leicht ſein, gegen die
franzöſiſche das Feld zu behaupten. Der deutſche Fabri=
ſkant
verläßt ſich auf die Güte ſeines Fabrikates und die
bewährte Tüchtigkeit ſeiner Vertreter, er verſchmäht und
verkennt den Wert der Rellame in Südamerika, die der
Franzoſe trefflich auszunutzen verſteht Nirgends in der
Welt aber hat die Reklame größere Bedeutung als in
Südamerika, daran ſollten ſich die dentſchen Flug=
maſchinen
=Fabrikanten erinnern.

Vermiehtese

* Die Rieſenſtädte der Welt. Die Zahl der Städte
mit mehr als einer halben Million Einwohner beträgt
nach den neueſten Zählungsergebniſſen in Europa W0.
An der Spitze ſteht ſelbſtverſtändlich London mit 7 252 963
Einwohnern als Polizeidiſtrikt (Zählung 1911) und mit
4 523 000 Einwohnern als County. Die Eity of London,
der Kern dieſes ungeheuren Häuſer= und Menſchenmeeres,
zählt dabei nur 27000 Einwohner. Der Ruhm der
zweitgrößten Stadt Europas wird dagegen von Paris
mit ſeinen 2888000 Einwohnern (Zählung 1911), ohne
Vororte) nicht mehr lange beanſprucht werden können
denn Groß=Berlin, das 1912 mit Vororten ſchon
3852000 Menſchen einbegreift, dürfte Groß=Paris auch in
dieſem Punkte heute bereits überholt haben. Berlin
ſelbſt wird freilich nur von 2084000 Perſonen bewohnt,
doch ſeine Vororte (Charlottenburg mit 320 000, Neukölln
mit 253000, Schöneberg mit 178000, Wilmersdorf mit
121000, Lichtenberg mit 87000, Steglitz mit 71000, Bor=
hagen
=Rummelsburg mit 52000, Pankow mit 51000 Ein=
wohnern
uſw.) ſind zahlreicher und bevölkerter als die
Vororte von Paris, unter denen nur drei (St. Denis
72000, Levallois=Peert 69000, Boulogne=ſur=Seine
51000) mehr als 50000 Einwohner enthalten. Wien, die
viertgrößte Stadt, zählt 2065 000 Einwohner, dann kom=
men
die beiden ruſſiſchen Millionenſtädte Petersburg mit
1908000 und Moskau mit 1617000 Einwohnern ( Zähl=
ung
1912). An ſiebenter Stelle ſteht ſchon Hamburg, das
allein 957000, als Groß=Hamburg mit dem eng an=
ſchließenden
, nur politiſch getrennten Altona aber bereits
1132000 Einwohner zählt. Etwas kleiner iſt Konſtanti=
nopel
mit 943.000 Einwohnern, deren Zahl durch die Hin=
zurechnung
der aſiatiſchen Vororte auf 1106000 anwächſt.
Die nächſte Anwartſchaft auf den Rang einer Millionen=
ſtadt
haben die Hauptſtädte Ungarns und Ruſſiſch=Polens,
deren Entwicklung in den letzten Jahrzehnten wirklich
rieſenhaft zu nennen iſt, denn Budapeſt hat 1910 880000,
Warſchau 856000 Einwohner. Es folgen Glasgow mit
784000, Liverpool mit 747000, Neapel mit 723 000,
Mancheſter mit 714000, Brüſſel mit 629 000, München mit
615000, Leipzig mit 604000, Mailand und Madrid mit je
600 000, Kopenhagen mit 588000, Barcelona mit 587000,
Amſterdam mit 574000, Dresden mit 558 000, Marſeille
mit 551000, Rom mit 540000, Birmingham, Breslau
und Köln je mit 526 000, Lyon mit 524 (100 und Prag mit
514000 Einwohnern.
Die zuverläſſigſten ſtatiſtiſchen Zahlen in den ande=
ren
Erdteilen bietet Amerika, das aber nur zehn
Städte dieſer Größe beſitzt. Es ſind dies Groß=Rew=York
mit 4767000, Chicago mit 2 185000, Philadelphia mit
1549000, Buenos=Aices, deſſen ungeheurer Aufſchwung
in der neueſten Zeit dem von New=York und Chicago
ebenbürtig iſt, mit 1 400 000, Rio de Janeiro mit 900 000,
St. Louis mit 687006, Boſton mit 671000, Cleveland mit
561 000, Baltimore mit 558000 und Pittsburg ( einſchließ=
lich
Alleghany) mit 534 000 Einwohnern.
Aſiens größte Stadt iſt Tokio mit 2 186000 Ein=
wohnern
. Gleich groß ſind Oſaka und Kalkutta mit
1230000 Einwohnern. Rund eine Million Einwohner
haben die Chineſenſtädte Hſiangtan und Hſingan und das
indiſche Bombay. Es folgen Canton mit 900000, Hankau
a. J. mit 826 000, Tientſin mit 800 000, Peking, deſſen
Einwohnerzahl früher ſehr überſchätzt wurde ſinit
693000 Einwohnern (Zählung 1910), Shanghai und
Bangkok je mit 650 000, Futſchou mit 624000, Tſchungking

a. Z. mit 600 00, Mabras Tſchungling a. Z. mit 600 0ch,
Madras mit 520000, die Chineſenſtädte Tſchantſchou und
Sutſchou und das indiſche Haidarabad je mit 500 000 Ein=
wohnern
. Auſtralien hat zwei Städte von mehr als einer
halben Million, nämlich Sydney mit 606000 und Mel=
bourne
mit 562000 Einwohnern, während in Afrika nur
Kairo eine Einwohnerzahl von 680000 erreicht.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.

Geöffnet an Wochentagen von 9 12 Uhr vorm. und
3 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 22. Jan.: dem Buchhalter Karl
Ruppert, Riedlingerſtraße 19, ein S. Jakob Auguſt
Heinz. Am 21.: dem Schloſſermeiſter Ludwig e Lauten=
ſchläger
, Neckarſtraße 26, ein S. Wilhelm Ludwig. Am.
17.: dem Metzger Johann Walther, Blumenthal=
ſtraße
111, ein S. Georg. Am 22.: dem Mechaniker Kon=
rad
Müller, Rhönring 53, ein S. Friedrich Konrad.
Am 23.: dem Kaufmann Jakob Friedrich Horn, Kirch=
ſtraße
14, ein S. Friedrich Nikolaus. Am 27.: dem Kell=
ner
Heinrich Friedrich Wilhelm Lorenz, Kleine Ochſen=
gaſſe
2, ein S. Friedrich Karl. Am 25.: dem Straßen=
reiniger
Johann Michael Wörlein, Hinkelsgaſſe 16, einet
T. Katharina.
Aufgebotene. Am 23. Jan.: Eierhändler Nikolaus
Göttmann mit Katharina Johannette Schwab Wwe
beide Kaupſtraße 9. Operateur Aegidius Kneis mit
Marting Waldmann, beide in Frankfurt a. M. Am 24.:
Diakon Johann Georg Merdes, hier, mit Anna Maria
Karthaus, Wetter a. d. Ruhr. Rottenarbeiter Adolf
Guſtav Diener mit Fabrikarbeiterin Marie Dauſch,
beide in Straßburg i. Elſ. Am 25.: Kaufmann Fritz
Hermann Schön, hier, mit Bureaugehilfin Anna Eliſa=
beth
Vönſch, Breslau. Vizewachtm. Karl Val. Waldeck,
hier, mit Martha Lina Minna Köſter, Hannover.
Eheſchließungen. Am 21. Jan.: Maſchinenputzer
Leonhard Werner mit Margareta Arndt, beide hier.
Am 22.: Schloſſer Jakob o Kumpf mit Katharing Schnei=
der
, beide hier. Am 23.: Mineralwaſſerfabrikant Lud=
wig
Löffler mit Eliſa Friedrich, beide hier. Loko=
motivheizer
Philipp Grünewald mit Anna Jung=
becker
, beide hier. Kaufmann Heinrich Wilms in Düſſel=
dorf
mit Katharina Hberkorn hier. Am 25.: Dienſt=
knecht
Peter Pfeifer mit Margareta Schwinn, beide
in Nieder=Kainsbach. Sergeant Franz Pieper mit Eli=
ſabeth
Beyer beide hier. Werkzeugmacher Johann
Schmitz mit Anna Saß, beide hier. Schloſſer Adolf:
Faber, hier, mit Katharina Müller in Wiesbaden.
Geſtorbene. Am 23. Jan.: Katharine Karl, geb.
Pfeiffer, Witwe des Monteurs, 54 J., ev., Schloßgarten=
ſtraße
9. Küfer Karl Rottmann, 21 J., ev., Soder=
ſtraße
62. Am 24.: Joſepha Leonhardt, 11½ St., kath.,
Heinheimerſtraße 22. Am 17.: Weichenſchmierer Johannes
Kolb, 32 J., ev., Hergershauſen. Am 25.: Anna Eliſa=
beth
Wenzel, T. des Taglöhners, 6 Mte., kath. Gerns=
heim
. Fabrikarbeiterin Magdalena Blank, 15 J., kath.,
Dieburg. Kaufmann Wilhelm Delp. 17 J., ev., Pfung=
ſtadt
. Am 26.: Luiſe Hahn geb. Scherling, Witwe des
Landwirts, 75 J., ev., Beckſtraße 66. Privatin Marie Mar=
garethe
Melanie Simons, 52 J., ev., Inſelſtraße 20.,
Am 27.: Privatin Atalic Mainzer, 49 J., iſr., Kaſino=
ſtraße
12. Am 28.: Privatin Dorothee Hild, 64 J., ev.,
Landgraf=Georgſtraße 64. Kaufmann Leopold Sender,
65 J., iſr., Saalbauſtraße 7 Luiſe Sauerwald, geb.
Molitor, Witwe des Kaſſenreviſors, 59 J., kath., Ger=
vinusſtraße
49.

Liebig’s Fleisch-Extrakt für 5 Pfennigel
Wir bringen unseren seit fast 50 Jahren in allen Ländern eingeführten Liebig’s Fleisch-Extrakt in einer neuen Packung Liebig-Kugeln genannt in
den Handel und ermöglichen es somit jeder Hausfrau, sich die Vorteile dieses bewährten Produktes zu Nutze zu machen. Liebig-Kugeln kosten das Stück
5 Pfennige und werden in Dosen à 5 Stück verkauft. Jede Kugel reicht zur Herstellung von Bouillon oder Suppe für eine Person aus. Die fertig ab-
gemessene
Form macht den Gebrauch der Liebig-Kugeln besonders angenehm.
(VII,2821
Ueber den Gebrauch von Liebig’s Fleisch-Extrakt versenden wir ausführliche Broschüre No. 237 kostenlos.
Liebig Gesellschaft m. b. H., Köln.

Speisekartoffel
Induſtrie, Wetterau. p. Ztr. 2.75
Induſtrie,
aus unſerer Gegend 2.50
Vater Rhein, rote
. .2.20
Mäuschen, gelbfl..
11.
Zwiebeln, Zitronen u. Orangen
ferner nächſter Tage eintreffend
Haſſia und Upto=date
empfiehlt (*2618dso
Kartoffelhandlung Crößmann
Grafenſtr. 16. Telephon 2154.

Tafeläpfel
verſch. Sorten. 10 Pfd. 90 Pfg.,
Schafsnaſe 10 Pfd. 75 Pf., ſowie
gute Induſtrie=Kartoffeln per
Zentner 2.50 Mk.
*2643)
Hofmann, Karlſtr. 26.

Heren mit trock, prödem, ünnem
Haar, das zu Haarausfall, Juckreiz,
Haurschin
neigt, ſei folgendes bewährte u. bil=
lige
Rezept zur Pflege des Haares
empfohlen: Wöchentlich 2maliges
Waſchen des Haares mit Zuckers
kombiniertem Kräuter- Sham-
poon
(Pak. 20 ), daneben möglichſt
tägliches kräftiges Einreiben des
Haarbodens mit Zucker’s Orig.=
Kräuter-Haarwasser (Fl. 1.25),
alsdann gründliches Maſſieren der
Kopfhaut mit Zucker’s Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
60 3). Großartige Wirkung, von
Tauſenden beſtätigt. Echt bei Chr.
Schwinn, Rheinſtr. 8 u. A. Logel,
Eliſabethenſtraße 30. (IV2906,21

Haben de
gen
(

über Ihre Gasbeleuchtung
oder sonstige Gasverbrauchs-Apparate, so wenden Sie
sich wegen unentgeltlicher Beratung an das

Slädusche Gaswerk
Fernruf 92. (2579a) Frankfurterstr. 29.
Unsere Installateure zeigen auf Verlangen eine rote Ausweiskarte vor.
Beſunger Fiſchhalle.

Beſſungerſtraße 70.

Telephon 1734.

Nach Beendigung des Geeſtemündener Fiſchdampfer=
Maſchiniſten=Streiks treffen die erſten größeren Sen=
dungen
deutſchen Fanges allbekannter vorzüglicher
Qualität heute und morgen Freitag wieder hier ein.
Der Verkauf in der Beſſunger Fiſchhalle, auf
dem Markt= und Riegerplatz findet von jetzt ab
wieder regelmäßig ſtatt.
(B2942

Kleider=
Schränke
billig, 1 Schreibſekretär 75 Mk.,
1 nußb. pol. beſſere Bettſtelle mit
Patent= u. Wollmatratze 65 Mk.,
1 Ruhebett (Chaiſelonaue) verſtellb.
mit Decke 42 Mk. 1 Sofa 18 Mk.,
kleiner Schreibtiſch 28 Mk., 1 kl.
Waſchtiſch mit Marmor 28 Mk.,
1 Küchenſchrank, 1 Tiſch, 2 Stühle,
zuſammen 49 Mk., 1 Reform=
Kinderſchreibpult billig, 1 neuer
Spiegelſchrank. 1.30 breit, gek.
150 Mk. für 110 Mk., 1 Zteil. neu.
Bücherſchrank gek. 185 Mk. für
125 Mk., ff. Moquetkediwan, gek.
85 Mk. für nur 55 Mk., ſchwer
(*2630
eichene Kredenz billig.
Karlſtraße 41.

Ein Poſten ſchöne Damen=
Hausſchuhe, nur 75 Pfg.
per Paar abzugeben. Eder,
Alexanderſtraße 13, Hth. parterre.
Verkauf nur v. 36 Uhr. (*2676

Ein Faßaufzug und ein
Speisenaufzug, beide mit
Waſſerdruck ſowie ein
Gläserschrank bill. z. verk.
Näheres bei W. Deuster,
Marktſtraße 2.
(799a

Tannen-Klötzchen
zum Anſenern
per Zentner 1.40 Mark.
3. Stior, Orangerie=Allee 17.(B2427

Eigene Fabrikation!
Rubens

Sr.
eine Zigarre von besonderer Güte
liefert nur die
Emmericher
Waren-Expedition
Elisabethenstrasse 12
Telephon 979. (2166a

den ſoöhter Küchenſchra
(*2671f
billig zu verkaufen
Hinkelsgaſſe 18.
Schreibmaschinen
Ideal u. Jost, gebr., ſehr
(2154a
billig abzugeben
Müller & Ober, Karlſtr. 30.

Gebrannte Kaffees

ſtets friſch gebrannt
gute Qualitäten (185a
per Pfd. Mk. 1.50 bis Mk. 2.
Wilh. Beck
Ecke Elisabethen- u. Saalbaustr. 290