Darmstädter Tagblatt 1913


27. Januar 1913

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Inſerate
176. Jahrgang

kl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
t: nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
IIi Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
10) Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
lufnahme von Anzeigen an vorge=
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henenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
in für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
as Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

ſe heutige Nummer hat 16 Seiten.

bas Wichtigſte vom Tage.

Reichsgericht verwarf die gegen das Urteil
Darmſtädter Landgerichts im Schapiro= Pro=
t
eingelegte Reviſion.

Slordd. Allg. Ztg. beſtätigt, daß dem Reichstag im
ſuf e dieſer Tagung eine Vorlage für die Deckung
Mehrbedürfniſſe unſeres Heeres zu=
ſhemn
wird.
*
eichsanzeiger veröffentlicht den Entwurf eines
Perußiſchen Wohnungsgeſetzes.

ffranzöſiſche Kammer erteilte dem Ka=
ſnett
Briand mit 324 gegen 77 Stimmen ein
ſ: trauensvot um.
*
Airnorwegiſche Bark Agda iſt in der Nord=
ſi
ntergegangen. Von der 15 Mann ſtarken Be=
ſjung
ſind 12 ertrunken.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

IIA
Zu Kaiſers Geburtstag!

** Unſen Kaiſer vollendet heute ſein 54. Lebens=
Freudige Bewegung herrſcht in Stadt und
des Deutſchen Reiches, und in dieſer oder
Weiſe, bei frohem Becherklange an vollbeſetzter Feſt=
ſrdder
im trauten Kreiſe der Familie gedenkt heute
Sſbautſche ſeines Kaiſers und bringt ihm ſeine Wünſche
In dieſem Jahre iſt ja der Tag beſonders bedeut=
ur
fällt in das Jubiläumsjahr der Re=
ſſſtung
des Kaiſers und in das Gedenkjahr
treßen Zeit, wo das deutſche Volk wieder erwachte
ſith befreite vom fremden Tyrannenjoche. Was un=
Aieväter vor hundert Jahren erreichten, die Freiheit
eutſchen Nation, fand ſechs Jahrzehnte ſpäter ſeine
Mhoung in der Einigung unſeres Volkes und in der
idung des Deutſchen Reiches. Dieſes nach innen
ßen zu feſtigen, ſeine Wehr zu ſtärken zu Waſſer
. Lande, ſeine wirtſchaftlichen Intereſſen zu för=
umd
ſeine ſozialen und kulturellen Verhältniſſe zu
hat unſer Kaiſer als eine heilige Aufgabe von
Vorgängern auf dem Throne übernommen, und
Loeutſche weiß, daß der Kaiſer dieſe Aufgabe getreu=
ſrftillt
hat und noch erfüllt.
em Friedenskaiſer nennt die Welt den Herrſcher
lutſchen Reiches, wobei wir daran denken, daß
hir Wilhelm kurz vor ſeinem Regierungsantritt die
ſihn gerichteten Verdächtigungen, als ſei er kriegs=
ſin
, energiſch zurückweiſen mußte. Es war am 8. Fe=
iſt
11888 auf dem Feſtmahle des Brandenburgiſchen
Mhinziallandtages, wo der damalige Prinz Wilhelm,
ietziger Kaiſer, in einer Rede ſagte: . . . Auf meinen
Aülnidurch die Mark haben mich die blühenden Gefilde
miidde Gewerbe im vollen Betriebe davon überzeugt,
ider wahre Grund des Volkswohlſtandes und der
buren Arbeit zu finden iſt. Ich weiß wohl, daß im
n Publikum, ſpeziell im Auslande, mir leichtſinnige,
uſsr uhm lüſterne Kriegsgedanken imputiert werden.
Obe wahre mich vor ſolchem verbrecheriſchen Leichtſinn!
Ilſbeiiſe derartige Anſchuldigungen mit Entrüſtung zu=
Daß die Entrüſtung gerechtfertigt war, hat die Welt
elſten, denn Kaiſer Wilhelm hat ſich in dieſem Viertel=
jählim
dert ſeiner Regierung geradezu als ein Friedens=
hollerwieſen
. Ihm und ſeiner beſonnenen Politik ver=
dall
es Europa, daß ein Völkerkrieg, der die großen
n ihren Grundfeſten erſchüttert haben würde, aus=
gelllben
iſt, und hoffentlich wird dieſes Bemühen des
ir; auch ferner von Erfolg begleitet ſein. Haben wir
Wauzen zu dem Kaiſer, ſeien wir überzeugt, daß er
ſtellddass Beſte des Reiches und Volkes will, daß es ſein
umläßſiges Beſtreben iſt, das materielle und ideelle Wohl
delhn anvertrauten Nation zu fördern. Gott ſegne und
ſchlt den Kaiſer auch in dem neuen Lebensjahre! Das
iſtflit innige und aufrichtige Wunſch, in welchem ſich
hellunſer deutſches Wolk in Nord und Süd, in Oſt und
bs Reiches vereinigt.

Die Regierungserklärung des
Kabinetts Briand.

* Die im franzöſiſchen Parlament verleſene mi=
niſterielle
Erklärung beſagt:
Das neue Kabinett wird die allgemeine Politik des
vorangegangenen fortſetzen, das ſo allgemeine Zuſtim=
mung
im Parlament und im Lande gefunden hat. Es
wird auf dem Gebiet der inneren Politik die Ver=
ſtändigung
aller Republikaner, auf dem der nationalen
Intereſſen die enge und ſolidariſche Vereinigung aller
Franzoſen durchführen. Die Regierung wird die Wahl=
reform
ohne Verzug durch das Zuſammenwirken aller
Republikaner auf der Baſis einer angemeſſenen Vertre=
tung
der Minoritäten zu Ende führen. Ebenſo erſcheint
es angebracht, die Einkommenſteuer, die Reform des Ober=
ſten
Kriegsrates, das Kadergeſetz für die Kavallerie, das
für die nationale Verteidigung unentbehrlich iſt, zuſtande
zu bringen. Die Kammer wird den franzöſiſch=
ſpaniſchen
Vertrag, welcher die Einführung der
endgültigen Organiſation in Marokko möglich macht, un=
verzüglich
zur Prüfung erhalten. Das Beamtenge=
ſetz
iſt gleichſalls dringend. Die Erklärung betonte
dann, daß die ſozialen Aufgaben in weitherzigem Sinne
gelöſt werden müſſen. Die Regierung wird entſchloſſen
dahin ſtreben, den Wohlſtand des Landes zu erhöhen, den
Kolonialbeſitz in beſten Stand zu ſetzen, den Kredit Frank=
reichs
zum erſten in der Welt zu machen, dem Heere und
der Flote Mittel zu geben, ſedem Angriff zu widerſtehen,
und die nationale Ehre mit Stolz zu bewahren. Mehr
als je iſt es notwendig, die Aufmerkſamkeit auf die
außerpolitiſchen Probleme, die ſich beſon=
ders
im nahen und fernen Oſten erheben, gerichtet zu
halten. Treue gegen unſere verbündeten Freunde
bleibt das unveränderliche Prinzip unſerer auswärtigen
Politik. Die Erfahrung der letzten Monate zeigte in
reichlichem Maße alles, was die diplomatiſche Aktion
Frankreichs im Dienſte des Friedens an moraliſchem An=
ſehen
und überzeugender Kraft gewinnt, wenn ſie bei
Offenheit und Courtoiſie gegenüber den anderen Nationen
in enger Verbindung und beſtändiger Uebereinſtimmung
mit der Diplomatie ſeiner Freunde und Verbündeten
bleibt, Wenn wir uns in unſerer Haltung von dieſer Linie
nicht entfernen, werden wir das geiſtige und wirtſchaft=
liche
Erbe bewahren und der Sache des Friedens dienen,
indem wir mit unſerem Einſluß die weſentlichen Werk=
zeuge
der nationalen Verteidigung ſtärken.
Die Kammer trat ſodann in die Beſprechung der ein=
gebrachten
Interpellationen ein.
Der Sozialiſt Rozier erhält das Wort zur Begrün=
dung
ſeiner Interpellation über die allgemeine
Politik. Er findet, daß die Erklärung der Regierung
über die Wahlreform nicht klar genug iſt. Er hofft, daß
die daran angekündigte Amneſtie ſich auf alle Streikver=
gehen
ausdehnt und daß auch die entlaſſenen Angeſtellten
der Eiſenbahnen einbezogen werden. Er verlangt von
der Regierung ſodann eine ſtrenge Anwendung der Ar=
beiterſchutzgeſetze
, insbeſondere der Arbeitsinſpektion.
Der Bonapartiſt Delahaye ergeht ſich ſodann in längeren
heftigen Ausführungen gegen das parlamentariſche Re=
gime
und die Republik. Der Radikale Franklin= Bouil=
lon
, erklärt, daß er gegen die Regierung ſtimmen werde
In dem gegenwärtigen ernſten Augenblick ſei ein Mann
mit der politiſchen Vergangenheit Briands nicht berufen.
die Regierung zu leiten, denn an den Namen Briands
knüpften ſich die Anfänge der Bewegung für den allge=
meinen
Streik und den Antimilitarismus. Andrieur
kritiſierte die zweideutige Art, mit der die Regierungs=
erklärung
von der Wahlreform ſpreche. Seiner Anſicht
nach werde Briand die Ideen der Anhänger des Propor=
tionalwahlſyſtems
mit denen der Majorität ſchwer ver=
einigen
können. Jaurés betonte die Notwendigkeit, die
Wahlreform durchzuführen. Weiter drückte Jaures die
Hoffnung aus, daß die Großmächte einig werden und daß
Frankreich Worte der Billigkeit und Großmut für den Be=
ſiegten
ſprechen werde.
In Beantwortung der Interpellatio=
nen
erklärte Miniſterpräſident Briand, daß er ein
konſtitutionelles Kabinett aus Männern gebildet habe die
das Vertrauen das Landes verdienten. Die Notwendig=
keit
der Wahlreform erörternd, erklärte der Miniſterpräſi=
dent
, es ſei eine taktiſche Frage, daß die Partei, die die
Gewalt in Händen hat, ſie ſich zu erhalten ſuchen müſſe
im Intereſſe des Landes und der Nation, die ſie ins
Parlament entſandt hätten. (Bewegung auf verſchiedenen
Bänken.) Das Intereſſe der republikaniſchen Partei er=
heiſche
, die Wahlreform durchzuführen. Briand trat warm
für die Einigkeit der Revublikaner, die ſich um die Re=
gierung
geſchart haben, ein. Dieſe müſſe vor dem Senat
freie Hand haben, um die Reform zu vollenden. Er ſchloß
mit dem Erſuchen, ihm das Vertrauen auszuſprechen.
Die Kammer lehnte mit 363 gegen 101 Stimmen die
von der Regierung abgelehnte einfache Tagesordnung
ab und nahm mit 324 gegen 77 Stimmen eine
Tagesordnung an, in der der Regierung das Ver=
trauen
ausgeſprochen wird. Darauf wurde die
Sitzung geſchloſſen.
Während der Abſtimmung über die Tagesordnung er=
litt
Briand einen Ohnmachtsanfall. Unter der
Behandlung mehrerer Aerzte, die ſich unter den Deputier=
ten
befanden, erholte ſich der Miniſterpräſident ſchnell.

Nach dem amtlichen Bericht über die Kammerabſtim=
mung
haben ſich bei der Abſtimmung über die Vertrauens=
tagesordnung
172 Deputierte der Abſtimmung
enthalten, und zwar: 103 Radikale, 7 Mitglieder der
demokratiſchen Linken, 15 ſozialiſtiſche Republikaner, 2 ge=
einigte
Sozialiſten, 5 gemäßigte Republikaner, 29 Konſer=
vative
und 6 Wilde. Die Minderheit von 77 Stimmen,
die die Vertrauenstagesordnung ablehnte, beſteht aus 71
geeinigten Sozialiſten, 3 Radikalen und je 1 unabhängi=
gen
Sozialiſten, Konſervativen und Wilden.

Die Sicherheit zur See.

** Die Titanic=Kataſtrophe hat auch die
engliſchen Behörden veranlaßt, die geſetzlichen
Vorſchriften über die Rettungseinrichtungen der Seefchiffe
zu revidieren und die völlig veralteten Beſtimmungen
möglichſt bald durch neue zeitgemäße zu erſetzen. Das
britiſche Handelsamt hat ſoeben die nach eingehenden Be=
ratungen
feſtgeſetzten neuen Beſtimmungen be=
kanntgegeben
. Sie treten bereits am 1. März ds. Js. in
Kraft und nur für die Erfüllung jener neuen Verfügungen,
die größere bauliche Aenderungen auf den Schiffen mit
ſich bringen, iſt die Friſt bis zum 1. November verlängert.
Das neue Reglement iſt aus den Beratungen einer beſon=
deren
Kommiſſion hervorgegangen, deren Anregungen,
Beſchlüſſe und Vorſchläge von der Regierung zur Grund=
lage
der neuen Beſtimmungen gemacht wurden. Die wich=
tigſte
unter ihnen ſetzt feſt, daß alle ins Ausland fahren=
den
Schiffe fortan ſo viel Rettungsboote mit ſich führen
müſſen, daß alle Mitreiſenden ſicher Platz finden, und
daß die vorgeſehene Höchſtzahl von Paſſagieren jederzeit
untergebracht werden kann. Die Davits müſſen in der
Art ihrer Anbringung die Anſprüche der Abnahmekom=
miſſion
des Handelsamtes genügen; die früheren Beſtim=
mungen
verboten die Anbringung von Rettungsbooten in
der Heckgegend der Schiffe; in den neuen Vorſchriften iſt
dieſes Verbot aufgehoben, dagegen iſt feſtgeſetzt, daß die
Davits ſo angebracht ſind, daß bei einem Herablaſſen der
Boote jede Gefahr einer Kolliſion mit Schraubenteilen
ausgeſchloſſen bleibt. Auch für die übrigen Rettungsvor=
richtungen
, wie zuſammenſetzbare Flöße, Schwimmgürtel
und dergleichen, ſind weitgehende Vorſchriften erlaſſen.

Deutſches Reich.

Zur Militärvorlage. Die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung ſchreibt: Ein Berliner Blatt will er=
fahren
haben, daß ſeit längerer Zeit zwiſchen den maß=
gebenden
Stellen der Reichsregierung um die neue Mili=
tärvorlage
erbitterte Kämpfe geführt werden. Es handelt
ſich hier um aufgeregte Treibereien, mit denen der Sache,
die in Frage ſteht, ſchlecht gedient iſt. Die maßgebenden
Stellen ſind ſelbſt darin einig, daß eine Reihe von Mehr=
bedürfniſſen
unſeres Heeres befriedigt werden müſſen.
Es iſt beabſichtigt, dem Reichstage im Laufe dieſer Ta=
gung
eine Vorlage zugehen zu laſſen. Die Vorarbeiten
dazu nehmen ihren regelmäßigen Fortgang. Vor dem
Abſchluß können natürlich keine Angaben über den Inhalt
gemacht werden.
Das Jeſuitengeſetz. Die Norddeutſche All=
gemeine
Zeitung ſchreibt: Die in der Preſſe mehrfach auf=
getauchten
Behauptungen, der Reichskanzler führe ſelbſt
oder durch andere Verhandlungen mit dem Zentrum über
die Aenderung des Jeſuitengeſetzes, entbehren der Be=
gründung
. Daß jene Meldungen mit allen näheren
Einzelheiten und der Nennung von Namen einfach glatt
erfunden ſein ſollen, iſt denn doch ſchwer zu glauben.
Humorvolles Dementi. Die offiziöſe
Berliner Korreſpondenz ſchreibt: Die Behandlung der
Wohnungsgeſetzfrage in der Budgetkommiſſion des
Reichstags hat einem Teile der Preſſe Veranlaſſung ge=
geben
, Betrachtungen über vermeintliche Gegenſätze zwi=
ſchen
der Reichs= und Staatsregierung, beſonders zwiſchen
dem Staatsſekretär Dr. Delbrück und dem Miniſter des
Innern von Dallwitz anzuſtellen. Zutreffend bemerkt
hierzu die Kreuzzeitung:
Bekanntlich hat ein Teil der liberalen Preſſe die Aeu=
ßerung
des Staatsſekretärs Delbrück über ein Reichswoh=
nungsgeſetz
als einen Vorſtoß gegen den preußiſchen Mi=
niſter
des Innern aufgefaßt. Das Verliner Tageblatt
bringt es ſogar fertig, in einem Artikel Delbrück und
Dallwitz von einem kaum mehr auszugleichenden Gegen=
ſatz
zwiſchen Herrn Delbrück und Hern von Dallwitz zu
ſprechen, in dem der Reichskanzler ſich entweder für
ſeinen Sprechminiſter‟ Delbrück oder für ſeinen Korps=
bruder‟
Dallwitz entſcheiden müſſe. Mit welcher Sach=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Nummer 22.

und Perſonalkenntnis dieſes Elaborat verfaßt iſt, erhellt
ſchon aus der Tatſache, daß für die Frage der Wohnungs=
geſetzgebung
in Preußen in erſter Linie das Handelsmini=
ſterium
und nicht das Miniſterium des Innern zuſtändig
iſt, und daß Herr von Bethmann Hollweg bekanntlich nie=
mals
einem Korps angehört hat, mithin auch nicht der
Korpsbruder des Miniſters des Innern ſein kann.
Volksverſicherung. Im Reichstag berie=
ten
am 24. ds. Mts. Vertreter bezw. Angehörige von 14
der größten Organiſationen der Arbeiter, Arbeiterinnen,
Handwerker, Bauern, kleiner Gewerbetreibender und
Angeſtellten über die Frage, welche Stellung zu den auf
einer Reform der Volksverſicherung gerichteten Beſtrebun=
gen
einzunehmen ſich empfehle. Die Verſammlung ſprach
ſich dahin aus, daß die von 30 privaten Lebensverſiche=
rungs
=Geſellſchaften beſchloſſene Gründung volles Ver=
trauen
verdiene, nachdem auch der Herr Reichskanzler ſich
bereit erklärt habe, für die Geſellſchaft einen mit weit=
gehenden
Befugniſſen ausgeſtatteten Reichskommiſſar zu
ernennen. Der deutſchen Volksverſicherung, A.=G., ge=
bühre
, vermöge ihrer durch die Satzung für alle Zeit ge=
ſicherten
Gemeinnützigkeit wegen ihrer politiſchen Neu=
tralität
, ſowie wegen der bei ihr vorgeſehenen praktiſchen
Mitarbeit von Vertretern der verſchiedenen Organiſa=
tionsgruppen
in den Verwaltungsorganen der Geſellſchaft
und nicht zuletzt auch wegen der ſtarken Organiſations=
mittel
der Vorzug.
Aus Elſaß=Lothringen. In der Budget=
kommiſſion
des elſaß=lothringiſchen Landtages interpel=
lierte
der lothringiſche Abgeordnete Zimmer (Bankier in
Diedenhofen) die Regierung wegen der jüngſt erfolgten
Auflöſung des Souvenir Alſacien=Lorrain. Unter=
ſtaatsſekretär
Mandel erklärte, daß die Auflöſung des
Souvenir Alſacien=Lorrain mit Wiſſen der Regierung
erfolgt ſei. Die Regierung habe die Ueberzeugung ge=
wonnen
, daß der Souvenier Alſacien=Lorrain nichts
anderes als die Fortſetzung des Souvenir Francais
ſei und das gleiche Ziel verfolge wie dieſer. Als Beweis
dafür verlas der Unterſtaatsſekretär einen ſehr charakte=
riſtiſchen
Brief eines Ehrenmitgliedes des aufgelöſten
Vereins. Abg. Zimmer erklärte, die in dem Brief be=
kundete
deutſchfeindliche Geſinnung ſei ſicherlich nicht die
der Mitglieder des Souvenir‟. Er ſelbſt identifiziere ſich
auf keinen Fall mit dem Inhalt dieſes Briefes.
Vereinbarung zwiſchen dem Reichs=
poſtamt
und dem Deutſchen Aerztever=
einsbund
. Die Frankfurter Aerzte=Korreſpondenz
ſchreibt: Während das Scheitern des mit untauglichen
Mitteln unternommenen Verſuchs des Staatsſekretärs des
Innern, zwiſchen den Aerzten und den Krankenkaſſen zu
vermitteln, noch rege beſprochen wird und auch der Erlaß
des preußiſchen Miniſters des Innern gegen die Ein=
tragungsfähigkeit
der kaſſenärztlichen Vereine noch in fri=
ſcher
Erinnerung iſt, wird gerade jetzt die Einigung be=
kannt
, die zwiſchen dem Reichspoſtamt und dem Deut=
ſchen
Aerztevereinsbund in höchſt erfreulicher Weiſe zu=
ſtande
gekommen iſt. Die Verhandlungen ſind offenbar
nicht leicht geweſen, die Einigung iſt aber gerade zu der
Zeit erzielt worden, als von einer den Aerzten gewiß
nicht wohlgeſinnten Seite die Nachricht vom Scheitern der
Verhandlungen in die geſamte Preſſe lanciert wurde.
Man kann beiden Parteien, dem Reichspoſtamt wie der
deutſchen Aerzteſchaft, zu dem erfreulichen Ergebnis nur
Glück wünſchen, nicht in letzter Linie aber auch den Poſt=
unterbeamten
ſelbſt. Auch ſie haben erreicht, was ſie woll=
ten
, nämlich die freie Arztwahl, und ihrer Stellungnahme
zu der Frage iſt zweifellos auch ein erheblicher Teil an
dem erfreulichen Ergebnis der Verhandlungen zuzu=
ſchreiben
. Die mit dem Reichspoſtamt vereinbarten Ver=
träge
ſollen als Muſter dienen für die von den Organi=
ſationen
oder den einzelnen Aerzten mit den Krankenkaſſen
der Poſtunterbeamten abzuſchließenden Verträge; ſie
laſſen alſo den örtlichen Bedürfniſſen und Gepflogenheiten

einen gewiſſen Spielraum. Vorausgeſchickt ſind dieſen
Vertragsmuſtern allgemeine Grundſätze‟. Mögen dieſe
auf friedlichem Wege zu einem guten Ende geführten Ver=
handlungen
beiſpielgebend wirken für die bevorſtehenden
Verhandlungen mit Behörden, Kaſſenverbänden und
Kaſſen!

Ausland.

England.
Die Beratung über die Wahlrechts=
bill
. Das Unterhaus begann am Freitag, wie gemeldet,
die Verhandlungen über den Abänderungsantrag Greys
zur Wahlrechtsbill. Ein Abänderungsantrag wurde von
dem Unioniſten Lyttelton eingebracht, der ein Anhänger
des Frauenſtimmrechts iſt. Grey ſelbſt wird erſt am
Montag ſprechen.
Die Debatte bewegte ſich in den bekannten Bahnen
früherer Beratungen über das Frauenſtimmrecht. In
den Reden kamen keine Parteiunterſchiede zum Ausdruck.
Bemerkenswert war die Rede des Kolonialminiſters Har=
court
, der die Haltung ſeiner Kollegen Grey und Lloyd
George, die Anhänger des Frauenſtimmrechts ſind, leb=
haft
kritiſierte. Er fragte Grey, weshalb es keine Frauen
als Botſchafter gebe, und weshalb man keine weiblichen
Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt habe. Dieſe hätten
zur Beluſtigung der Nationen beitragen können. Dann
fragte Harcourt Lloyd George, warum er zwar für das
Frauenſtimmrecht, aber nicht für das allgemeine Frauen=
ſtimmrecht
ſei, und warum er fünf Millionen Frauen der
arbeitenden Klaſſe vom Wahlrecht auszuſchließen wünſche.
Dies geſchehe ſicherlich nicht, weil es ſich in der Haupt=
ſache
um Hausgeſinde handle. Lloyd George ſcheue ſich
nicht, um von dieſen Frauen drei Pence für den Verſiche=
rungsfonds
zu nehmen. Warum? Fürchtet er vielleicht,
ihre Meinungsäußerungen entgegenzunehmen?
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Be=
ratung
über den Abänderungsantrag Sir Edward Greys
auf Montag vertagt, wo die Abſtimmung darüber ſtatt=
findet
. Es wird allgemein angenommen, daß, wie das
Ergebnis der Abſtimmung ſein mag, die Regierung die
Bill zurückzieht.
Wie die Times meldet, hat der Sprecher des Unter=
hauſes
dem Kabinett mitgeteilt, wie ſeine Entſcheidung
über die Amendements zur Wahlrechtsbill ausfallen
werde. Wenn einige der Amendements, die poſitive Be=
timmungen
über das Frauenſtimmrecht enthalten, in den
Geſetzentwurf aufgenommen werden, und desgleichen,
wenn die neuen Amendements der Regierung in den Ge=
ſetzentwurf
aufgenommen würden, ſo werde der Sprecher
im gegebenen Augenblick zu entſcheiden haben, daß das
Prinzip der Bill verändert worden ſei, und daß es gegen
die Geſchäftsordnung ſein werde, in der Beratung der
Bill fortzufahren. Der Kabinettsrat, der nachmittags ſtatt=
fand
, kam, nach der Times, zu keinem endgültigen Be=
ſchluß
. Es wird aber angenommen, daß die Regierung
die Bill fallen laſſen werde. Auch Daily Chronicle glaubt,
daß die Entſcheidung des Sprechers das Schickſal der
Wahlrechtsbill beſiegele, iſt aber der Meinung, daß das
Kabinett beſchloſſen habe, unter dieſen Umſtänden die Bill
fallen zu laſſen.
Norwegen.
Das neue Kabinett. Der König beauftragte
den früheren Staatsminiſter Gunar Knudſen mit der Ka=
binettsbildung
.
China.
Die Sechsmächte=Anleihe. Der Auftrag=
geber
der Sechsmächtegruppe ermächtigte ſeinen Vertreter
am Mittwoch, den Anleihekontrakt abzuſchließen, wenn
die Geſandten der ſechs Mächte mit den Bedingungen ein=
verſtanden
ſind. Letztere ſind in keiner Weiſe einig.
Der franzöſiſche Geſandte beſteht beſonders auf
ſcharfen Bedingungen, u. a. darauf, daß das bün=
dige
Verſprechen, finanzielle Ratgeber zu ernennen, ſowie
bis in die kleinſten Einzelheiten gehende Beſtimmungen
über die finanzielle Reorganiſation und die Aufſicht über

das Finanzweſen mit in den Kontrakt hineingenommen
werden. Die Geſandten der anderen Mächte verlangem,
daß die Schulden Chinas für Kriegsſchiffe, Kriegsmatericn
uſw. aus der Anleihe bezahlt werden, wogegen die Ge=
ſandten
der nicht an dieſen Schulden intereſſierten Mächtk=
geltend
machen, daß dieſes Kriegsmaterial, für das Chine
Schulden eingegangen ſei, gegen ihre eigenen Länder ver=
wandt
werden könnte. China willigte in ſämtliche un
ſprünglichen Bedingungen der Sechsmächtegruppe ein und
machte den Vorſchlag, die Ernennung finanzieller Ratk
geber und die anderen Einzelheiten in einer beſonderen
Note zu behandeln. Dadurch wird der Mehrheitden
Banken Genüge getan, die der Anſicht ſind, daß die nung
mehr in Ausſicht genommenen Bedingungen ausreichende
Sicherheit bieten.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Januar.

* Vom Hofe. Zu Ehren Sr. Maj. des Kaiſers finden
am 27. Januar mittags 2 Uhr, im Schloß Galatafell
ſtatt, zu der die Diplomaten, die Miniſter, die Generalitätg
die Hofſtaaten und die Kommandeure der hieſigen
Truppenteile geladen ſind. Am 27. Januar abends reiſen
wie ſchon gemeldet, die Großherzoglichen Herrſchafte
nach Schwerin und verbleiben dort bis zum 30. Janua
Die Rückkehr erfolgt am 31. Januar. (Darmſt. Ztg.=
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog empfingen am Samstag den Kreisrat Frhe
Schenck zu Schweinsberg, Großh. Heſſ. Kammerherr, vohd
Alzey, den Sanitätsrat Dr. Briegleb von Worms,
Ortsgerichtsmann Hufnagel von Seeheim, den Kreisam
mann Lauteſchläger von Bensheim, den Hauptlehrer
Gieles von Klein=Auheim, den Oberlandſtallmeiſ
v. Willich gen. v. Pöllnitz, den KommandantenBe
und den 2. Kommandanten Repp der freiwilligen Fell
wehr von Arheilgen, den Vorſtand der freiwillig
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz: Oberleutnant
Lotheißen und Oberleutnant der Reſerve v. Olberg,
Forſtaſſeſſor Kratz von Eichelsdorf, den Oberleh
Dr. Horn und den Profeſſor Dr. Olt von Gießen;z
Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſt
Braun, den Vorſtand des Kabinetts GeheimeratRü
held, den Generaldirektor des Hoftheaters und der
muſik Dr. Eger.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Gro
herzog den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lang
Amtsgerichtsrat Dr. Franz Specht, zum Amtsricht
bei dem Amtsgericht Mainz, den Staatsanwalt am Laſſ
gericht der Provinz Rheinheſſen, Dr. Hans Schnei
zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, beidem
Wirkung vom 1. Februar 1913, und den Gerichtsaſſeſſe
Wilhelm Jöckel in Gießen zum Amtsrichter beiden
Amtsgericht Langen, mit Wirkung vom 2. Februar 191
ferner den Gerichtsaſſeſſor Robert Lanz in Niddam
den Gerichtsaſſeſſor Dr. Maximilian Münzenberae
in Mainz zu Staatsanwälten am Landgericht der
vinz Rheinheſſen, beide mit Wirkung vom 1. Februar19l
* Erledigte Stellen. Die Stellen je eines Bezi
ſteueraufſehers zu Aſſenheim und Vilbel.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 3,
25. Januar, hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachul
die Ausführung des Fiſchereigeſetzes betreffend.2
kanntmachung, die Anlegung des Grundbuchs betreffed
3. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverſcht
bungen durch die Heſſiſche Landes=Hypothekenbank
treffend. 4. Berichtigung.
g. Der Provinzialausſchuß verhandelte in ſeil
Sitzung am Samstag über das Geſuch des Jakob El
ver aus Darmſtadt um Erlaubnis zum Betril
einer Gaſtwirtſchaft im Hauſe Pankratiusſti
In dem Hauſe wird ſeit 1888 eine Wirtſchaft betrieh
zuletzt von einem Petri. Dieſer ſchloß am 26.Mk
vorigen Jahres die Reſtauration und gab auf dem
zeiamt zur Erklärung ab, daß die Wirtſchaft infolge
Bieraufſchlages rapid zurückgegangen und er deshalbe
Schließung gezwungen wurde. Am 23. November wüll
ſie wieder eröffnet und führte der 18jährige Sohn
Geſuchſtellers Clever die Wirtſchaft. Als eine Auffen
rung und Strafanzeige nichts nützten, wurde dien
ſchaft von der Polizei im Dezember zwangsweiſe
ſchloſſen. Gegen dieſe Schließung wurde Beſchwerden
führt, die jedoch abgewieſen wurde. Das Polizeiam
antragt in Uebereinſtimmung mit der Stadtverordneie

Die Wienerin:
Von Dr. Hans Wantoch (Wien).

Dies nun ſind die eigentlichen Tage der Wienerin,
denn der Walzer iſt ihr ins Blut geboren und ihre ſchrei=
benden
Lobredner wenn dieſe kühne Verbindung er=
laubt
iſt behaupten, daß an der ſchönen blauen Donau
Naturtänzerinnen in die Ballſaalwelt geſetzt würden, wie
anderwärts Naturſchwimmerinnen; ſie behaupten, daß
in der Wienerin Grazie, Anmut und Charme bodenſtän=
dig
ſeien und der liebe Gott an ſie alle reizenden Tugen=
den
des Weibes in ſolchem Uebermaß verſchenkt habe, daß
für alle anderen femininen Geſchöpfe des Erdballs ſo gut
wie nichts mehr übrig bliebe. Charakteriſtiſch für die
Wienerin iſt aber natürlich nicht dieſes Lob, ſondern, daß
dieſes Loben, Verehren und Vergöttern in Wien ein
männlicher Beruf zu ſein vermag, von dem es ſich brillant
leben läßt. Gleiches findet ſich in keiner Stadt der Welt,
nicht einmal in Paris. Wir haben Schriftſteller, deren
Einkommen und Ruhm ſich einzig auf die Wienerir
gründet. Die iſt ihre ldee kixe, ihre Holdſeligkeit iſt ihr
ceterum censeo, und indirekt läßt ſich daraus auf die
Bedeutung der Frau im Leben unſerer Stadt ſchließen
und auf das Leben in der Stadt ſelber, deren beide Groß=
mächte
nach dem Wort Ludwig Speidels die Frauen und
die Muſik ſein ſollen. Man wird nicht müde, ſich mit
ihnen zu beſchäftigen; nicht müde, von ihnen zu hören,
und wenn man über dieſes Problem das letzte Wort ge=
ſagt
glaubt, hebt gerade einer mit dem allerletzten und
allerneueſten an; denn dieſes Problem iſt gar kein Pro=
blem
, und unkompliziertere Frauengeſchöpfe, natürlichere,
naivere hat ſicherlich keine andere Millionenſtadt. Und
das erklärt ſchon ein wenig die intenſive und ausgebrei=
tete
Beſchäftigung unſerer Schriftſteller mit der Wienerin;
mit der Natur wird man niemals fertig.
Auf die Gefahr hin, gelyncht zu werden: die Nord=
känderin
iſt unvergleichlich intereſſanter, und nie habe ich
in Wien eine Frau von ſo feſt gegründeter Bildung, von
ſo umſpannendem Wiſſen gefunden, wie etwa in Berlin
eine ganze Menge. Niemals hat ſich die Wienerin ſonder=
lich
viel mit intellektuellen Dingen abgegeben; ſelbſt heute
nicht, wo Frauenbildung und Frauenſtudium Mode ſind.

Sicherlich, auch wir haben Studentinnen an unſeren Hoch=
ſchulen
, auch bei uns gibt es Aerztinnen, die praktizieren,
wir haben ſogar eine weibliche Dozentin für moderne
Philologie, und die einzige weibliche Trägerin des Nobel=
preiſes
iſt unſere Bertha Suttner. Niemals aber ſind di
Wienerinnen in irgend einer großen geiſtigen Bewegung
vorangegangen. Wiener Suffragetten wären undenkbar,
und während im benachbarten Ungarn der Kampf um
das Frauenwahlrecht tobt, während im gleichfalls be=
nachbarten
Böhmen ſogar eine Frau zum Landtagsabge=
ordneten
gewählt iſt, dünkt es die Wienerin abſolut keine
weibliche Handarbeit, ſich ins politiſche Handgemenge
einzulaſſen. Immerhin aber, in einer überaus wichtigen
Beſtrebung der letzten Zeit waren ſie an der Spitze, tra=
ten
ſie aus der molligen Behäbigkeit ihres Heims hervor,
ſchwangen ſie ſich plötzlich zu öffentlichen Rednerinnen
auf: und dieſe agitierende Tätigkeit bezeichnet ſie ebenſo
ſehr wie ſonſt ihr Grundſatz mulier taceat in politicis
denn dieſe Verſammlungstätigkeit der Wienerin war eine
Szene in der Teuerungstragödie, und da wurde die
Wienerin, die ein geborenes Hausmütterlein iſt, auf ein=
mal
ſtreitbar.
In allen Wienerinnen iſt dieſer gemütvolle, haus=
mütterliche
Zug, ſelbſt in der grande dame, der er trotz
Prunk und Pracht eine kleinbürgerliche Liebe und anhei=
melnde
Linie verleiht. Der Zug zum Herd iſt überhaupt
ſehr ſtark in der Wiener Frauenſeele, und es kommt gar
nicht ſelten vor, daß ſich Berühmtheiten der Szene, daß
ſich Zelebritäten des hohen Tons mit der blauen Latzen=
ſchürze
porträtieren laſſen. Im allgemeinen aber: die
Wienerin iſt weniger bedeutend als tüchtig, ſie kreiſt ſich
ein in ihre häuslich umgrenzten vier Wände, und gerade
in dieſer Stadt, in der ihre beſcheidene Anmut ſo fana=
tiſch
umſchwärmt wird, iſt das politiſche Kapitel chercbez
la femme nur von geringem Umfang.
Das iſt eine überaus merkwürdige Eigentümlichkeit,
umſomehr, als die Frau ja wirklich eine Großmacht im
Wiener Leben iſt. Die Großen der Diplomatie, der Po=
litik
, der Armee haben alle Zeit mehr als ihrer arbeit=
amen
Spannkraft tauglich war, den Frauendienſt ge=
pflegt
. In einem kleinen, jüngſt erſchienenen Buch über
Oeſterreichs auswärtige Staatsgeſchichte von den Zeiten
Napoleons bis auf unſere Tage kann man es ſo ziemlich
auf jeder Seite und bei jedem neuen Kanzler, Miniſter

oder Feldmarſchall leſen, daß ſie ihr oberſter Kriegs=
Friedensherr ermahnen mußte, ein bischen wenigerhi
ter Weiberkitteln einher zu ſein. Und ganz ähnliche
auch Benedek in ſeinen Briefen, daß die HerrenKom
kommandanten und Generäle zu viel Weiberknechte
ſeien. Berühmt ſind die Amouren des Kanzlers Meiel
nich, berühmt das Verhältnis des heimlichen Meiſtels
des Syſtems, des Staatsrates von Gentz, zur Tanzgöhi
des vormärzlichen Wien, zur berückenden Fanny Elßlern
aber auch ihnen iſt die Frau nicht Egeria, ſondern einfad
nur Weib geweſen, Divertiſſement, Erholung, Spiel und
Tändelei. Mit einem einzigen Wieneriſchen Worte ein
lieber Kerl.
Die Italienerin liebt in tragiſcher Atmoſphäre.ie
Norddeutſche ſpornt zu großen Taten und die Englände
rin iſt, wenn ſie überhaupt hübſch iſt, unvergleichlich
ſchöner. Aber die Leute in Wien behaupten, ſo recht voſ
Herzen gern haben, gemütlich und in Gemütsruhe, dies
könne man nur die Wienerin, und ſo ganz unrichtig
dürfte das nicht ſein. Hier hat die Liebe einen Mezz
opran, der ſich bekanntlich auch am beſten von aller
Stimmlagen konſerviert. Für Tragödien, für Abenteue
und ſeeliſch raffinierte Konflikte ſcheint der Boden nich
günſtig. Und die Wienerin iſt eine anſtändige Frau. Be=
onders
aber: nicht laſterhaft, nicht raffiniert, nicht ver
derbt; ſchlimmſtenfalls naiv, unanſtändig.
Die markanteſte Eigenſchaft der Wienerin iſt das
Nichtmarkante, eine unraffinierte Natürlichkeit, ein anhei=
melndes
und zuverläſſig tüchtiges Durchſchnittsmaß
Stolze Schönheiten wie ſüdlich der Alpen gedeihen hier
nicht. Die Wienerin iſt nicht ſchön, ſondern hübſch, nich
faſzinierend, ſondern lieb, und ihr höchſter Zauber iſt ein
gewiſſer kindlicher Zug ihres Weſens. Wie Madame
d’Epinay, die Rokokoſchönheit, trägt ſie fünf Zacken aus
Haaren an der Stirn, und ihr Körperideal iſt eine ge=
wiſſe
Molligkeit, die von junoniſcher Ueppigkeit ebenſo
weit entfernt iſt, wie von der Linie. Der Makarttyp hal
ſich ein wenig ſportmäßig geſtrafft, und dieſer Freiluft=
zug
des Ski= und Rodel=, Tennis= und Touriſtenſports
das iſt vielleicht die einzige moderne Wandlung, die da
ererbte, angeſtammte und kultivierte Weſen der Wiener
ein bischen gemodelt hat. Sonſt, ich bitte Sie, ließe
über das Weſen der Wienerin ſo viel Entzückendes ſage
wenn es nicht ewig dasſelbe bliebet

[ ][  ][ ]

ſrummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Seite 3.

kamnmlung und dem Gaſtwirteverein Ablehnung des
ſchaftskonzeſſionsgeſuchs des Clever, da ein Bedürf=
micht
vorliege. Der Provinzialausſchuß verſagte
achgeſuchte Konzeſſion.
Die unverehelichte, 46jährige Crescenz Ertl zu
ſeibach ſucht um Erlaubnis zum Betrieb
ſer Schankwirtſchaft mit alkoholfreien Ge=
nien
in dem Häuschen am Bahnübergang der Wall=
z
in Offenbach nach. Baupolizeiliche Bedenken be=
Er nicht, wohl aber beſtehen Bedenken bezüglich der
ſien der Antragſtellerin. Sie iſt vor einer Reihe von
Den mit verſchiedenen kleineren Strafen belegt und
ſirragt aus dieſem Grunde das Polizeiamt Offenbach
Oblehnung des Geſuchs. Der Provinzialausſchuß be=
ſeßzt
, die nachgeſuchte Konzeſſion zu ver=
n
.
Der Ortsarmenverband Marburg klagt gegen den
Marmenverband Darmſtadt auf Erſatz von
ark Pflegekoſten für den Schneider Wilhelm
Karrms aus Crefeld, die dem Armenverband Marburg
ſtt Behandlung des S. in der Chirurgiſchen Klinik in
Beit vom 7. bis 27. März entſtanden ſind. Starms
Eie vom 3. bis 28. Februar auf Koſten des Landarmen=
ſhundes
Darmſtadt im hieſigen Krankenhaus behan=
ſlund
als geheilt entlaſſen. S. begab ſich wieder auf
ſnverſchaft und wurde bereits am 2. März in Butzbach
ſswedürftig, wo man ihn aber nicht aufnahm. Am
ärz war dann ſeine Aufnahme in das Marburger
ſrsenhaus nötig. Marburg iſt der Anſicht, daß hier
ffortgeſetzte Hilfsbedürftigkeit vorliegt und klagt des=
gegen
den Landarmenverband Darmſtadt, wo S.
hilfsbedürftig wurde. Darmſtadt beſtreitet, daß esſich
ine fortdauernde Hilfsbedürftigkeit handle, denn nach
Zeugnis des Darmſtädter behandelnden Arztes ſei
irtſtande geweſen ſeinen Unterhalt zu erwerben. Der
ränzialausſchuß beſchließt die Einholung eines Ober=
ſrchtens
darüber, ob S. beim Entlaſſen aus dem Kran=
ſims
Darmſtadt imſtande geweſen war, ſich für einige
ſte den Lebensunterhalt zu erwerben.
Der Ortsarmenverband Frankfurt a. M. klag=
n
den Ortsarmenverband Bieber wegen Erſatz
n Krankenhauspflegekoſten für zwek Kin.
hees Maurers Schmidt in Frankfurt a. M. Die
ßen Kinder mußten im Dezember 1911 wegen Diph=
ſitis
in das Frankfurter Krankenhaus aufgenommen
hden. Hierdurch ſind dem Ortsarmenverband Frank=
m
. M. Aufwendungen in Höhe von 66 Mack entſtan=
Dieſe Koſten nun fordert er von Bieber mit der Be=
Anung, Schmidt habe zur Zeit der Erkrankung der
ſder, vom November bis 9. Dezember, ſeinen Dienſt=
ſeitsort
in Bieber gehabt. Bieber beſtreitet des.
Enſidt habe in der Zeit für einen Offenbacher Zimmer=
hſſtter
in Bieber ein Häuschen errichtet, hierzu habe er
zinen Gewerbeſchein ausſtellen laſſen. Er ſei alſo
ſelbſtändiger Gewerbetreibender zu betrachten. Dafür
ſſiche auch, daß er die Hilfsarbeiter angenommen und
brzahlt habe. Daß er auch zur Ortskrankenkaſſe an=
ſteldet
wurde, ſei nicht entſcheidend. Wenn er aber als
Letter angeſehen werde, ſei zweifellos Offenbach in
pruch zu nehmen. Der Provinzialausſchuß beſchließt,
ſpäis darüber zu erheben, in welchem Vertragsverhält=
Schmidt zu dem Bauunternehmer geſtanden hat, durch
ſichee Vernehmung des Schmidt und des Zimmer=
ſitars
Schupp. Um die eidliche Vernehmung ſollen die
jirdigen Amtsgerichte erſucht werden.
g. Strafkammer. Der 31jährige Kaufmann Fritz
4 aus Kaſſel hatte ſich am Samstag wegen Ur=
moenfälſchung
vor der hieſigen Strafkammer zu
hutworten. Beck, der zurzeit eine in Gießen erkannte
ſſürgnisſtrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verbüßt,
inn Sommer 1911, während ſeines hieſigen Auf=
alts
, eine Darmſtädter Firma durch einen gefälſchten
hrel um 825 Mark geſchädigt. Er entnahm auf Kredit
Mähmaſchine und ein Fahrrad und außerdem über=
er
den Geſchäftsinhaber zu einem baren Darlehen
500 Mark. Als Sicherheit gab er einen Wechſel, den
ntt der gefälſchten Unterſchrift ſeines Schwiegervaters
Akzeptant verſah. Bei der Firma hatte er unter Ge=
ſuich
einer fälſchlich angefertigten Poſtkarte die Sicher=
gerweckt
, als würde der Schwiegervater für die
Enine einſpringen. Dieſer iſt aber ſchon wiederholt
ſih Beck geſchädigt worden und dachte nicht daran, die
B. gemachten Schulden zu bezahlen. Das Gericht ſal
gewiſſe Notlage als mildernd an und verurteilte den
ellagten unter Zubilligung mildernder Umſtände we=
chwerer
Urkundenfälſchung unter Einbeziehung der
err erkannten Strafe zu einer Geſamtſtrafe von drei
hrren Gefängnis, abzüglich drei Monate der
ſeſſuchungshaft. Der Friſeur Johann Vollrath
ier hatte ſich vor dem Schöffengericht unter der An=
Piigung zu verantworten, daß er in der Nacht zum
Nai 1912 den Zeugen B. mit einem Stock vorſätzlich
ſerlich mißhandelt habe. Das Schöffengericht kam aber
imer Freiſprechung, und auf die Berufung des Staats=

anwalts hatte ſich nun die Strafkammer mit der Sache
zu befaſſen. Der Zeuge B. wurde in der fraglichen Nacht,
als er ſein Haus betreten wollte, mit einem Stock von
hinten über den Kopf gehauen, ohne daß er den Täter
erkennen konnte. Vollrath iſt mit B verfeindet, wurde
auch bereits wegen Beleidigung der Ehefrau B. zu 50 M.
Geldſtrafe verurteilt und machte ſich am Tage nach dem
heimtückiſchen Ueberfall durch verſchiedene Redensarten
verdächtig. Die Strafkammer verurteilte ihn zu drei
Monaten Gefängnis
Stadtverordneten=Verſammlung. Zur 18. Sitz=
ung
der Stadtverordneten=Verſammlung am Donners=
tag
, den 30. Januar, nachmittags 3½ Uhr, iſt folgende
Tagesordnung angeſetzt: 1. Mitteilungen. 2. An=
legung
eines Zementplattenfußſteigs auf der Nordſeite
des Seiterswegs zwiſchen Fiedlerweg und Speſſartring.
3. Anlieferung von Pflaſterſteinen (Normal= und Klein=
pflaſterſteinen
). 4. Abhaltung orthopädiſcher Turnkurſe
für die Kinder der Volksſchule. 5. Ergänzung des Tarifs
für die Echebung einer Kanalbenutzungsgebühr. 6. Er=
hebung
einer Filial= und Warenhausſteuer. 7. Die Rech=
nung
über Einnahme und Ausgabe für 1911: a) des
Großh. Realgymnaſiums, b) der Großh. Ludwigs= Ober=
realſchule
, e) der Großh. Liebigs=Oberrealſchule.
* Techniſche Hochſchule. Der Beſchluß des Gro=
ßen
Senats vom 17. Januar, betr. Zulaſſung
ruſſiſcher Studenten zur Vor= und Schlußprüf=
ung
, iſt durch die Unachtſamkeit eines Berichterſtatters in
einer falſchen Form durch die deutſchen Blätter
gegangen. Er lautet wörtlich: Die bis ein=
ſchließlich
Winterſemeſter 1909/10 in die Großh. Tech=
niſche
Hochſchule zu Darmſtadt eingetretenen Abſolven=
ten
der ruſſiſchen ſiebenklaſſigen Realſchulen ( einſchließ=
lich
Ergänzungsklaſſe) oder der dieſen gleichwertigen ruſſi=
ſchen
Schulen können nur noch ſpäteſtens im Oktober 1913
die Vorprüfung (einſchließlich etwaiger Wiederholungs=
oder
Ergänzungsprüfung) und ſpäteſtens im Dezember
1915 die Schlußprüfung (einſchließlich etwaiger Wieder=
holungs
= oder Ergänzungsprüfung) ablegen. Nach die=
ſem
Termine finden Zulaſſungen zur Vor= oder Schluß=
prüfung
nicht mehr ſtatt; auch werden Ausnahmen unter
keinen Umſtänden genehmigt.
Vom Hoftheater. Die heutige Feſtvorſtellung
Lohengrin zu Kaiſers Geburtstag iſt auch eine
Jubiläumsvorſtellung für das Hoftheater. An dieſem
Abend geht das Werk hier zum 125. Male in Szene.
Die Erſtaufführung fand ſtatt am 17. April (Oſtermontag)
1854 unter Leitung des Hofkapellmeiſters Louis Schindel=
meiſſer
, eines Jugendfreundes und Leipziger Studien=
genoſſen
Richard Wagners.
* Volksvorſtellung. Der Verkehrsverein bittet,
auf die am nächſten Sonntag im Hoftheater ſtatt=
findende
Volksvorſtellung Im weißen Rößl aufmerk
ſam zu machen.
Parade zu Kaiſers Geburtstag. Falls die
heutige Parade auf dem Exerzierplatz wegen ſchlechten
Wetters ausfällt, wird auf dem Monument eine
gelbe Fahne gehißt.
C. 80. Geburtstag. Heute (am 27. Januar) feiert
Herr Oberlandesgerichtsrat i. P. Hugo Forch in vol=
ler
Rüſtigkeit ſeinen 80. Geburtstag. Der Jubilar iſt in
Alzey geboren und durchlief in ſeiner Heimatprovinz die
richterliche Laufbahn, bis er im Jahre 1892 als Ober=
landesgerichtsrat
nach Darmſtadt verſetzt wurde. Vor
einigen Jahren trat er in den Ruheſtand.
Silberne Hochzeit. Das Feſt der ſilbernen Hoch=
zeit
begehen am 29. Januar der Fabrikarbeiter Heinrich
Horn und Ehefrau Katharina geb. Troß,
* Der Kirchengeſangverein der Johannesgemeinde
veranſtaltet am nächſten Mittwoch, den 29. Januar
abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal (Grafenſtraße) einen
Familienabend mit muſikaliſchen und anderen
Aufführungen, Anſprache uſw., wozu außer den aktiven
auch die inaktiven Mitglieder und die Freunde des Ver=
eins
eingeladen und willkommen ſind.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung. Zu
dem am nächſten Mittwoch im Feſtſaal der Turngemeinde
(Woogsplatz) ſtattfindenden Volksunterhaltungs=
abend
mit Lichtbildern ſind die Mitglieder und
angeſchloſſenen Körperſchaften ergebenſt eingeladen. Der
Eintritt iſt frei. Programme ſind erhältlich am Verkehrs=
bureau
. Näheres enthalten die Anzeigen.
* Verband für Jugendwohlfahrt und Jugendfürſorge
in der Stadt Darmſtadt. Der Arbeitsausſchuß für
die bewahrende Jugendfürſorge hält unter ſeinem Vor=
itzenden
, Herrn Profeſſor Kiſſinger am Mittwoch
den 29. Januar, nachmittags 5 Uhr im Rathausſaale am
Markt eine Sitzung mit nachfolgender Tagesordnung
ab. 1. Mitteilungen. 2. Pflichtfortbildungsſchulen für
Mädchen in Heſſen (Referent: Fräulein Luiſe Schweis=
gut
), 3. Entgegennahme von Wünſchen und Anregungen
aus dem gemeinſamen Arbeitsgebiet. Da die Frage
der obligatoriſchen Einführung von Mädchen= Fortbil=
dungsſchulen
in den nächſten Jahren eine Löſung finden

muß, wird das bezügliche Referat in weiten Kreiſen ge=
wiß
großes Intereſſe finden.
Uebergang über das alte Bahngelände. Nach
der in den letzten Tagen beendigten Abräumung der
Gleiſe der ehemaligen Main=Neckar=Bahn ſüdwärts der
Rheinſtraße iſt nunmehr im Zuge der Eliſabethen=
ſtraße
ein Uebergang über das Bahngelände her=
gerichtet
.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in Par=
tien
1.40 M., Eier 910 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 bis
25 Pf., Handkäſe 410 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25
bis 2.50 M., Kumpf (10 Liter) 3050 Pf., ½ Kg. 34 Pf.,
Mäuschen Kumpf 1 M., ½ Kg. 89 Pf.; Obſt u. dgl.:
Aepfel, Birnen ½ Kg. 515 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16
bis 18 Pf., Zitronen 56 Pf., Apfelſinen 410 Pf
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 15 Pf., Endivien 610 Pf.,
Körbchen Feldſalat 1015 Pf., Bündel Radischen 3 Pf
Rettiche 510 Pf., Meerrettich 1030 Pf., Roterüben
½ Kg. 830 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 58 Pf., Tomaten
½ Kg. 60 Pf., Spinat ½ Kg. 30 Pf., Weißkraut 520 Pf.,
Rotkraut 1030 Pf., Blumenkohl 2530 Pf., Wirſing
510 Pf., Grünkohl 36 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 25 Pf.,
Gelberüben ½ Kg. 56 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 25 bis
30 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 90 Pf., Enten
34 M., Hahnen und Hühner 1,502,50 M., Tauben
6070 Pf., Haſen 3,504,50 M., Lapins 1,20 M.; Fiſche
½
Kg.: Hecht, Karpfen 90 Pf., Aal 1 M., andere Rhein=
iſche
3550 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 40 Pf.,
Kabeljau 35 Pf., Schellfiſche 20 Pf.; in den Fleiſch=
ſtänden
½ Kg.: Rindfleiſch 7076 Pf., Hackfleiſch 76 Pf.,
Rindsfett 70 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
§ Zu dem Einbruchsdiebſtahl in den Goldwaren=
laden
des Uhrmachers Jäger, hier, können wir mit=
teilen
, daß unſere Meldung vom Samstag, nach der zwei
etwa 30 Jahre alte Perſonen, angeblich aus Innsbruck
in Tirol, Freitag abend von der Polizei in Ludwigs=
hafen
, welch letztere von dem Einbruchsdiebſtahl ver=
ſtändigt
war, beim Verſetzen einer goldenen Uhr feſt=
genommen
worden ſind, richtig war. Die Verhafteten,
welche vor einigen Tagen in einer hieſigen Herberge
logierten, haben die Verübung des Einbruchsdiebſtahts
Sämtliche
bei Uhrmacher Jäger eingeſtanden.
geſtohlenen Sachen wurden in einem Paket in Frieſen=
heim
bei Ludwigshafen aufgefunden.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Admiral von Hollmann f; Dr. Mar=
tin
Rücker Freiherr von Jeniſch; das neue franzöſiſche
Kabinett; die Mönchsrepublik am Berge Athos; Trauer=
feier
für den Prinz=Regenten Luitpold in der Sixtiniſchen
Kapelle in Rom.
Der Heſſiſche Bund für Heimatſchutz
iſt in Darmſtadt als Zweigverein des deut=
ſchen
Bundes Heimatſchutz ins Leben getreten.
Zu dieſem Zwecke hatten ſich im Darmſtädter Hof eine
Reihe von Perſönlichkeiten zuſammengefunden, die be=
reits
ſeit geraumer Zeit im Sinne des Heimatſchutzes
tätig ſind, teils als Mitglieder des deutſchen Bundes,
teils als Vertreter von Behörden, wie des Großh. Mini=
ſteriums
der Finanzen, der Bau= und Forſtabteilung, der
Denkmalpflege, des Denkmalarchivs, der Techniſchen Hoch=
ſchule
, der Landes=Baugewerkſchule, und von Vereinigun=
gen
mit gleichen Zielen, wie der Verein für Kunſtpflege
in Offenbach a. M., der Verein für Heimatpflege in Die=
burg
uſw. Auch der Geſchäftsführer des deutſchen Bun=
des
Heimatſchutz, Herr Aſſeſſor Fritz Koch aus Meinin=
gen
, war anweſend Man war darin einig, daß es zur
Verbreitung des Heimatſchutzgedankens in unſerem Volke
und zu praktiſcher Heimatſchutzarbeit einer beſonderen
Vereinigung bedürfe, was namentlich von der ſtaatlichen
Denkmalpflege lebhaft begrüßt wurde, zumal dieſe natur=
gemäß
das Hauptgewicht auf den Schutz von Denkmälern
legen muß, während die Heimatſchutzvereinigungen den
Schutz der geſamten Heimat in ihrer naürlichen und ge=
ſchichtlich
gewordenen Eigenart erſtreben. Nach Grün=
dung
des heſſiſchen Bundes ſchritt man zur Annahme der
Satzungen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 3 M., wofür
die illuſtrierte und gut ausgeſtattete Zeitſchrift des deut=
ſchen
Bundes Heimatſchutz unentgeltlich geliefert wird.
Der Bund erſtrebt insbeſondere:
1. den Schutz der Eigenart des Landſchaftsbildes, Schutz
der einheimiſchen Tier= und Pflanzenwelt, ſowie der
geologiſchen Eigentümlichkeiten (Naturdenkmäler);
2. den Schutz und die Pflege der aus früherer Zeit über=
kommenen
Werke, der Bauten, beweglichen Gegen=
ſtände
, Straßen= und Flurnamen (Denkmalpflege)
Pflege und Fortbildung der überlieferten ländlichen
und bürgerlichen Bauweiſe, der Volkskunſt auf dem
Gebiet der beweglichen Gegenſtände, der Sitten, Ge=
bräuche
, Feſte und Trachten.
Man faßte ferner die Ausgeſtaltung einer wirkſamen
Bauberatung und die Einrichtung von Meiſterkurſen ins
Auge und beſchloß, mit einer energiſchen Bekämpfung des

Konzerte.

mam. Der Liederabend des Darmſtädter Vokal=
ertetts
fand nunmehr am 24. Januar im
haard Wagner=Verein zum Beſten des Feſt=
Wereins ſtatt. Das ungewöhnlich ſtarke Intereſſe,
gerade dieſem Konzert beſonders entgegengebracht
lde, galt vor allem auch den als ſehr geſchätzten So=
bekannten
Einzelmitgliedern Frau Sophie
n
midt=Illing (Sopran), Fräulein Elſe Die=
tlhäler
(Alt), Herrn Franz Müller (Tenor) und
n Alfred Stephani (Baß), deren prachtvoll aus=
Eldete Stimmen ſich zu einem Geſamtklang von gro=
Scchönheit und Fülle vereinten. Eine ſehr erwünſchte
Abechſelung zwiſchen den vorwiegend aus Inſtrumen=
und Sologeſangs=Vorträgen beſtehenden Konzerten
ia an ſich auch der Quartettgeſang, der in ſolcher hohen
Aleudung der Ausführung bei großem muſikaliſchen
Wt der gewählten Kompoſitionen nicht alltäglich zu
Altene iſt. Von den beiden Quartetten Recordare und
Ane dietus aus dem Requiem von Wolfgang Amadeus
Azart, von Herrn Profeſſor Mendelsſohn meiſterhaft
Meittet, zeichnete ſich das erſte durch edlen Wohlklang
zweite durch Individualiſierung jeder einzelnen
umme beſonders aus. Eine beſondere Freude mach=
Udie dem ausgehenden 16. Jahrhundert angehörigen
Drigale und Villanellen (Villotte alla Napolitana),
r anmutigen, ſpäter in Spanien und Frankreich ein=
birggerten
kunſtvollen Liedform, deren künſtliches Reim=
ider
Ausdruck geiſtvollen Witzes und ſinniger Be=
tnung
iſt. Dieſe Tonſätze von Claude le Jeune
Orlandus Laſſus wirken durchaus natürlich und
deramatiſch belebt, beſonders dann, wenn man ſich
Weimmal daran gewöhnt hat, die leichtfließende Haupt=
odiie
nicht nur in der Sopranſtimme, ſondern auc in
iren Suimmen hepauszuhören, woze; der Text die beſte

Anleitung gibt. Dieſe Lieder, die man entweder luſtig
zu ſingen pflegte oder auf allerlei Inſtrumenten
pielte, haben auch Arnold Mendelsſohn zu einer
ſtil= und geiſtvollen Bearbeitung des bekannten Altdeut=
ſchen
Weihnachtswiegenliedes: Joſeph, lieber Joſeph
mein veranlaßt, welches mit Innigkeit zu Gehör kam,
zu deſſen richtiger Würdigung geſchichtliches Verſtänd=
nis
der Form (wenigſtens in bezug auf die ganz in in=
ſtrumentalem
Charakter geführte ſekundierende Altſtimme)
nötig iſt; die Wirkung iſt ſehr lieblich. Von eigenartigem
Reiz waren die nun folgenden drei Duette von Anton
Dvorſchak für Sopran und Alt, die den beiden Damen
ſehr gut lagen und gemütstief klangen. Eine ganz aus=
gezeichnete
ſoliſtiſche Leiſtung waren die von Herrn
Stephani in markigem, aber edlem Ton vorgetrage=
nen
Löwe=Balladen, deſſen vornehme Vortragsweiſe
im Hochzeitlied und Prinz Eugen ſehr geſchickt die
Vorzüge eines bedeutenden Konzertſängers mit drama=
tiſcher
Belebung eines erſtklaſſigen Bühnenſängers zu
verbinden wußte. Für den nicht endenwollenden Beifall
dankte er mit dem Vortrag von Tom, der Reimer
Die Begleitung am Flügel führte Herr Hofkonzert=
meiſter
Ernſt Schmidt ſehr geſchickt durch. Weiter ent=
hielt
das Programm drei Quartette (Op. 64) mit Kladier=
begleitung
von Brahms (darunter Der Abend), eine
der dankbarſten und gefälligſten Nummern, die allgemein
erfreuten. Von den vier Volksliedern in Neu=
bearbeitungen
ſeien Regers Sternlein und
Mendelsſohns Wenn ich ein Vöglein wär als beſon=
ders
reizvoll genannt; des letzteren in Form einer Pa=
ſtorale
bearbeitetes Hirtenlied hätte, auf das obenge=
nannte
Weihnachtslied folgend, noch mehr wirken können.
Den Schluß bildeten die bekannten abwechſelungsreichen
Liebeslieder=Walzer (Op. 52) mit Klavierbegleitung zu
vier Händen von Brahms. Der wohlgelungene Lieder=
Abend dürfte als eine der ſchönſten Veranſtaltungen
lange in Erinnerung bleiben.

Feuilleton.

C. Meteorologiſches aus Heſſen (vgl. Nr. 302 dieſes
Blattes vom 23. Dezember 1912). Wie ſtets in ausge=
ſprochen
milden Wintern, entwickelte auch im verfloſſe=
nen
Dezember das isländiſche Barometerminimum eine
erhöhte Tätigkeit. Auf ſeiner Süd= und Südoſtſeite ent=
ſandte
es häufige Teiltiefs, die Mitteleuropa durchzogen
und in einem Teile Norddeutſchlands abnorm milde
Witterung im Gefolge hatten, während bei uns wenig=
ſtens
die erſte Dekade mäßigen Froſt brachte. Das Tem=
peraturmittel
ſchwankte zwiſchen 3,3 Grad Celſius in
Mainz und 1,6 in Hochwaldhauſen (Darmſtadt: 3,0). Die
kälteſten Tage fielen in die erſte Dekade; hier bilden
Michelſtadt mit 9,8 und merkwürdigerweiſe Neun=
kirchen
mit 4,3 Grad die Gegenſätze. Letztere Station
weiſt auch ein auffallend hohes Monatsmittel auf. Die
Höchſtſtände kamen zum Teil am 15., zum Teil am 28. vor;
hier bilden Worms mit 13,7 und Neunkirchen mit 10,1.
Grad die Gegenſätze (Darmſtadt: 13,0). Die Windricht=
ung
war in Darmſtadt, von wo allein Mitteilungen vor=
liegen
, eine weit überwiegend äquatoriale und an 5 Tagen
herrſchte daſelbſt ſtürmiſche Luftbewegung. Die Be=
wölkung
war der Jahreszeit entſprechend ſehr hoch; den
höchſten Wert lieferte Mainz mit 85, den niedrigſten
Michelſtadt und Hochwaldhauſen mit 67 Prozent. Die
Zahl der Froſttage ſchwankt zwiſchen 17 in Michelſtadt
und 13 in Mainz, während hinſichtlich der Eistage, d. h.
ſolcher, an denen das Thermometer den Nullpunkt nicht
überſchreitet, Bad Nauheim mit 7 an der Spitze ſteht.
Dagegen hatte ſeltſamerweiſe das ſonſt ſo kalte Lauter=
bach
keinen einzigen Eistag. Die Niederſchläge waren
ganz ungleich verteilt, indem Oberheſſen annähernd die
doppelte Menge empfing, wie der ſüdliche Landesteil.
Die Gegenſätze bilden Herbſtein mit 150,6 und Grolsheim
(Kr. Bingen) mit 22.5 Millimeter (Darmſtadt: 45.5). In

[ ][  ][ ]

Seite L.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Nummer 22.

Reklameunweſens, insbeſondere längs den Bahnlinien,
welches unſer Heimatbild weit und breit verunſtaltet und
nicht einmal eine landſchaftlich hervorragende Gegend,
wie die Bergſtraße; verſchont, an die Oeffentlichkeit zu
treten. Man nahm davon Kenntnis, daß der Nachbarver=
ein
in Frankfurt a. M., mit dem man Fühlung genommen
hat, in gleichem Sinne durch einen öffentlichen Vortrag
und durch Herausgabe einer Flugſchrift den Kampf gegen
die Reklameverunſtaltungen aufnehmen wird, und daß
der Reklameunfug in der Bergſtraße zurzeit an der Straf=
kammer
des hieſigen Landgerichts vor der gerichtlichen
Entſcheidung ſteht. Man ſchritt dann zur Wahl des Vor=
ſtandes
. Das Amt des erſten Vorſitzenden übernahm
Seine Exzellenz Herr Finanzminiſter Braun, das Amt
des Schatzmeiſters Herr Baurat Wagner, das Amt des
Geſchäftsführers Herr Rechtsanwalt Lan d zet tel
Darmſtadt, Luiſenplatz 1, der die Verſammlung im =
men
des Bundes einberufen hatte und an den alle An=
fragen
und Zuſchriften zu richten ſind.

* Eberſtadt, 24. Jan. Man ſchreibt uns: Geſtern ver=
ſchied
nach kurzem Krankenlager einer unſerer beſten Mit=
bürger
, der langjährige Prokuriſt und Geſchäftsführer der
Firma G. C. Klebe, Herr Ludwig Friedrich, im Alter
von 61 Jahren. Ueber 47 Jahre war er in dem Geſchäft
tätig und hat mit unermüdlichem Fleiß und ſeltener
Pflichttreue mitgeholfen, die vor 50 Jahren gegründete
erſte hieſige Papierwarenfabrik aus beſcheidenen Verhält=
niſſen
auf die heutige Höhe zu bringen. Er war ein bra=
ver
, biederer Charakter, ein Mann mit klarer Einſicht und
vielſeitigen Kenntniſſen. Alle, die ihm im Leben näher
ſtanden, werden in ihm den allezeit freundlichen und
liebenswürdigen Geſellſchafter, den treuen Freund und
Berater ſchmerzlich vermiſſen und ſein Andenken in Ehren
halten.
Mainz, 25. Jan. Anläßlich des Roſenmontags=
zuges
und der ſonſtigen Veranſtaltungen in Mainz am
Montag, 3. Februar, verkehrt an dieſem Tage außer den
ahrplanmäßigen Zügen auf der Strecke Darmſtadt Hbf.
Mainz Hbf folgender Sonderzug: Darmſtadt Hbf. ab
9.14 vm., Weiterſtadt ab 9.25 vm., Klein=Gerau ab 9.33 vm.,
Groß=Gerau ab 9.39 vm., Nauheim bei Groß=Gerau ab
9.46 vm., Biſchofsheim (Heſſ.) ab 9.58 vm., Guſtavsburg=
Koſtheim ab 10.04 vm., Mainz Süd an 10.09 vm., Mainz
Hbf. an 10.14 vm.
Worms, 25. Jan. Geſtern nachmittag nach 4 Uhr iſt
Herr Polizei=Reviervorſteher Groſchwitz nach kurzem
Leiden im Alter von 44 Jahren geſtorben Am Abend
des Neujahrstages, kaum zwei Stunden vor Antritt ſeines
Geburtstages, wurde er, während er im Kreiſe ſeiner
Familie ſaß, von einem Hirnſchlag getroffen, der den
völligen Verluſt der Sprache und rechtsſeitige Lähmung=
zur
Folge hatte. In den letzten Tagen trat ſchwere Lun=
genentzündung
hinzu, die ihn allzu raſch hinwegraffte.
Heidesheim, 25. Jan. Die Vergrößerung der
hieſigen Pfarrkirche, die ſchon ſeit Jahren in
Ausſicht genommen iſt, ſoll nun im Laufe dieſes Jahres
porgenommen werden. Nach dem zur Ausführung be=
ſtimmten
Plane des Herrn Prof. Dr. Becker=Mainz,
der von den maßgebenden Inſtanzen als zweckmäßig und
ausreichend anerkannt wird, ſoll die einſchiffige Kirche
durch Anbau zweier Seitenſchiffe in ihrer ganzen Länge
erweitert werden. Der Frontgiebel mit dem Hauptein=
gang
wird in ſeiner jetzigen gefälligen Form eine weſent=
liche
Aenderung nicht erfahren. Der von dem verſtorbe=
nen
Pfarrer Koch gegründete Kirchenbaufonds,
dem der Dahingeſchiedene die Summe von 3000 Mk. letzt=
willig
vermachte, iſt inzwiſchen zu einer anſehnlichen Höhe
angewachſen, ſo daß ſich mit deſſen Hilfe die Ausführung
der ſo notwendigen Erweiterung beginnen läßt.
Gießen, 25. Jan. Die im Intereſſe des Heimat=
ſchutzes
wider die Verunſtaltung landſchaftlich ſchöner
Gegenden durch Reklameſchilder uſw. gerichteten Be=
ſtrebungen
haben den Erfola gehabt, daß die aufdring=
lichen
Reklameſchilder einer Zigarettenfabrik an den Eiſen=
bahnlinien
entlang, wenn auch nicht entfernt, ſo doch faſt
durchweg von den beſonders unangenehm wirkenden Fi=
guren
befreit worden ſind. An der Strecke Frankfurt a. M.
Gießen-Kaſſel ſind Schilder mit Figuren kaum noch zu
ſehen.

Förderung des Arbeitsnachweiſes in der
Drovinz Starkenburg.

Auf Einladung des Herrn Provinzialdirektors Fey
findet am 28. d. M., nachmittags, im Sitzungsſaale des
Provinzialausſchuſſes (Neckarſtraße 3) dahier eine Zu=
ſammenkunft
der Kreisräte der Provinz und
der Vertreter der öffentlichen Arbeitsnachweiſe der Pro=
vinz
ſtatt. Nachdem das Stellenvermittlungsgeſetz die
Tätigkeit der gewerbsmäßigen Stellenvermittler einge=
ſchränkt
hat. und nachdem ſich aus der dermaligen Einrich=
tung
des Arbeitsnachweiſes in der Provinz deſſen zu
große Abhängigkeit von der ſtädtiſchen Arbeitsvermitt=
lungsſtelle
in Frankfurt a. M. und von den ſonſtigen
öffentlichen und privaten Nachweiſen daſelbſt ergeben hat,
erſcheint es erforderlich, eine beſſere und geeignetere Ein=
richtung
des allgemeinen Arbeits= und Dienſtnachweiſes
vorzunehmen. Die Ausgeſtaltung des öffentlichen Ar=

beitsnachweiſes in der Provinz iſt notwendig, um der
Provinz ihre wirtſchaftliche Selbſtändigkeit auf dieſem
Gebiete zu erhalten und ſoll zur Abwendung zahlreicher
Schäden und zur Vermeidung vieler Koſten, die den Ein=
wohnern
der Provinz jetzt erwachſen, dienen und liegt im
Intereſſe einer geſunden Heimatpolitik.
Als oberſter Grundſatz der öffentlichen Arbeitsver=
mittlung
ſoll feſtgehalten werden, daß die im Bezirke eines
Arbeitsnachweiſes anſäſſigen Arbeiter für freie Stel=
len
in demſelben in erſter Linie in Betracht kommen und
daß dieſen Arbeitern in erſter Linie freie Stellen
vermittelt werden ſollen, um dem anſonſt eintretenden
häufigen Ab= und Zuwandern von Arbeitskräften ent=
gegenzuwirken
. Sind keine geeigneten einheimiſchen Ar=
beitskräfte
vorhanden, dann erſt ſollen auswärtige Ar=
beiter
vermittelt werden. Für diejenigen Kreiſe, in denen
noch kein Arbeitsnachweis vorhanden iſt, ſoll die Zentral=
anſtalt
für Arbeits= und Wohnungsnachweis zu Darm=
ſtadt
bis auf weiteres die Geſchäfte übernehmen.
Die Zentralanſtalt für Arbeitsnach=
weis
zu Darmſtadt ſoll in der Regel, außerdem
dann, wenn freie Stellen von einem Bezirksarbeitsnach=
weiſe
der Provinz nicht beſetzt werden können, zunächſt um
Vermittlung angegangen werden. Erſt wenn dieſe An=
ſtalt
dazu nicht in der Lage iſt, ſoll von dem Bezirksar=
beitsnachweiſe
ein auswärtiger Arbeitsnachweis, insbe=
ſondere
das Arbeitsamt in Frankfurt a. M., um Vermitt=
lung
erſucht werden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 23. Jan. Der Magiſtrat
hat die von dem verſtorbenen Fräulein Johanna Stutt=
meiſter
der Stadt Berlin vermachte Erbſchaft von
über zwei Millionen Mark angenommen. Von dem Ka=
pital
wurden 250000 Mark der Hochſchule für Muſik in
Charlottenburg, die gleiche Summe der Akademie der
Künſte als Hedwig Stuttmeiſter=Stiftung
überwieſen, deren Zinſen bedürftigen Künſtlern und
Künſtlerinnen zukommen ſollen. Das nach Abzug dieſer
Summen und einiger Legate verbleibende Kapital ſoll
für die Errichtung eines Heims für bedürftige Berliner
Bäcker und Pelzwarenhändler oder deren Witwen ver=
wandt
werden Bei einer unvorhergeſehenen Revi=
ſion
in einer Großbank wurde laut Berliner Lo=
kalanzeiger
feſtgeſtellt, daß aus einem Depot 11000 Mark
Pfandbriefe fehlten. Es wird angenommen,
daß die Papiere ſchon vor längerer Zeit entwendet trur=
den
. An der Wohnungstür eines Kaufmanns in
der Dahlmannſtraße in Charlottenburg erſchienen
geſtern abend ein Herr und eine Dame und fragten das
Dienſtmädchen, ob die Herrſchaft zu Hauſe ſei. Als das
Mädchen dies verneinte, gab ihm, nach der Voſſiſchen
Zeitung, die Dame einen Stoß vor die Bruſt, ſo daß es
hinfiel. Dann feſſelten der Herr und die Dame das
Mädchen und rafften alle Wertgegenſtände zuſammen.
Plötzlich wurde an der Hintertür geklingelt. Darauſ
flohen die Täter und ließen die zuſammengebundenen
Wertgegenſtände zurück. Die Beſtätigung bleibt abzu=
Die Au slieferungsverhand=
warten
.
lungen in der Angelegenheit des Defraudanten Bru=
ning
ſind endgültig beendet. Geſtern abend wurde Bru=
ning
in London auf einen Dampfer gebracht, um nach
Hamburg transportiert zu werden, wo er heute eintrifft.
Infolge Verſagens des automatiſchen Verſchluſſes
fuhr ein Fahrſtuhl, auf dem der Werkmeiſter Hacker
im Hauſe Urbanſtraße 116 ſich befand in die Tief=
Hacker wurde ſchwer verletzt und ſtarb bald darauf im
Krankenhauſe.
Frankfurt, 25. Jan. Der Arbeitsausſchuß des Finanz=
ausſchuſſes
hat jetzt die Abrechnung über das 17. Deut=
ſche
Bundes= und Goldene Jubiläums=
ſchießen
vom Juli 1912 fertiggeſtellt. Danach ergibt
ſich ein Ueberſchuß von annähernd 100000 Mk. Hier=
von
ſind für noch nicht zur Erledigung gelangte Ange=
legenheiten
vorſichtshalber 30000 Mk. zurückgeſtellt, ſo daß
ungefähr 70000 Mk. zurzeit verfügbar ſind, über deren
Verwendung der Zentralausſchuß beſchließen wird. Die
Garantiezeichner ſind ſomit ihrer Verpflichtungen ent=
bunden
.
Höchſt a. M., 25. Jan. Ein tödlicher Unglücks=
fall
ereignete ſich geſtern nachmittag in den Höchſter
Farbwerken. Ein 30 Jahre alter Arbeiter namens
Dietrich, der an einem Keſſel zur Deſtillation von Karbol=
ſäure
beſchäftigt war, wurde von einer plötzlich aus der
Heizung ſchlagenden Stichflamme, die gleichzeitig den
Keſſel erfaßte, getroffen und mit Säure überſchüttet. Er
ſtand ſofort in Flammen und war in wenigen Augen=
blicken
eine Leiche.
Heilbronn, 25. Jan. Heute früh 6 Uhr 12 Minuten
iſt hier ein ziemlich kräftiger Erdſtoß verſpürt worden.
Freiburg, 25. Jan. Das erzbiſchöfliche Knaben=
ſeminar
mit etwa 200 Schülern mußte wegen verſchie=
dener
Scharlacherkrankungen aeſchloſſen werden.
Ravensburg, 24. Jan. Das Schwurgericht hat
heute den 39 Jahre alten Maſchinenſtricker und früheren
Stallſchweizer Michael Hofer aus Börlas (bayeriſches
Bezirksamt Sonthofen), zuletzt in Weingarten wohnhaft,

der ein oft und ſchwer vorbeſtrafter Verbrecher iſt, züm
Tode verurteilt. Der Verurteilte hatte eine Fkau
Wagnermeiſter Thereſe Rothenhäuſer aus Ober=Sulgen
(Oberamt Ravensburg) am 1. Dezember v. J. dürck
mehrere Stiche in den Hals ermordet. Die Verhandlung
nahm zwei Tage in Anſpruch.
Poſen, 25. Jan. Graf Stephan Kwilecki auf Jan=
kowice
(Kreis Poſen=Weſt) iſt geſtern geſtorben
war einer der Prozeßgegner des Grafen Joſeph Kpi=
lecki
, gab ſeinerzeit aber den Widerſtand ſofort auf
die Gräfin Iſabella von der Anklage der Kindesunten
ſchiebung freigeſprochen wurde.
Paris, 25. Jan. Die Seine iſt infolge der letzttäg
gen Regengüſſe beträchtlich angeſchwollen und
der Umgebung von Paris werden von den Uferbewohnen
bereits Sicherheitsmaßnahmen getroffen.
London, 24. Jan. Nach Meldungen der Blätter ſtieß
der Poſtdampfer Clementine auf der Fahn
von Oſtende nach Dover mit einer Bark zuſammen
Zwei Mann von der Mannſchaft der Clementinete
tranken. Der Dampfer nahm die ganze Beſatzung am
Bord. Er iſt mit ſchweren Beſchädigungen und mehrſtün=
diger
Verſpätung in Dover angekommen.
London, 25. Jan. Bei dem Einſturz derhel
den Häuſer in der Stadt Mac Kinney ſinde
jetzt feſtgeſtellt iſt, 35 Perſonen getötet worden oderber
brannt, mehr als 50 ſind zum Teil ſchwer verletzt, bo
denen ein großer Teil kaum mit dem Leben davonkommen
dürfte.
Liſſabon, 25. Jan. Nach Strandung des Dampſe
Veroneſe wurden an Bord desſelben große
welendiebſtähle verübt. Mehreren amerikaniſche
Millionären wurden in der Verwirrung eine große Men
von Perlen und Edelſteinen geſtohlen. Die Diebe
kamen unerkannt.
New=York, 25. Jan. Tauſende von ſtreiken
Kellnern und Leute, die mit ihnen ſympathiſierenh
gingen geſtern ernſte Ausſchreitungen. Stel
fen in Hotels und Reſtaurants mit Steinen die Feie
ein und mißhandelten arbeitswillige Kellner, die ſiche
gerten, die Arbeit einzuſtellen. Mehrere Schüſſe wid
abgegeben. Zahlreiche Verletzungen ſind vorgekom
jedoch iſt keine tödlich. Viele große Hotels und Reſtal
rants ſind durch die Arbeitseinſtellung ihres Perſona
ihrem Betrieb ſtark behindert.

Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 25. Jan. Präſident Dr. Kaem
öffnet die Sitzung um 11 Uhr 19 Min. Fortſetzun

zweiten Beratung des Etats des Innern.
Zunächſt wird abgeſtimmt über Kapitel Ausführ
des Kaligeſetzes‟ Das Kapitel wird bewilligt. Sodam
wird die Reſolution der Budgetkommiſſion angenonin
mit dem Antrag Behrens (Wirtſch. Vgg.). Es folgt
Titel Behörde zur Unterſuchung von Seeunfällene
Abg. Schumann (Soz.): Die Einſetzung einer bölle
unabhängigen Behörde, die die Seetüchtigkeit der Sch
prüfen ſoll, iſt immer noch nicht erfolgt. Die Kap=
und Seeoffiziere verlangen mit großem Nachdruckd
Einſetzung dieſer Behörde. Auch auf unſeren den
Schiffen fehlt es vielfach an Rettungsmöglichkeiten
eventuellen Schiffsunfällen. Die Berichte der Seeben
genoſſenſchaft beweiſen, wie groß die Zahl der Unfü
auf deutſchen Schiffen iſt, die nicht allein durch mangeſhäſte
Einrichtungen der Schiffe ſelbſt, ſondern durch dierübe
mäßige Ausnutzung der Schiffe und durch Schuriegelſ
von ſchikanöſen Offizieren entſtanden ſind.
gierung möge ſich darüber äußern, ob die Erklärung
Staatsſekretärs Delbrück vom 15. Januar, daß ine
zialpolitik eine gewiſſe Ruhepauſe eintreten müſſen
auf die ſeemänniſchen Arbeiter bezogen werden ſoll, Um
ob ein Entwurf zu einem neuen Seeunfallgeſetz baſd
gelegt werden wird.
Miniſterialdinektor v. Jonquiéres: Bei
Ausbau der Sozialpolitik auf dem Gebiete der Seeſch
fahrt hat die Regierung eine Pauſe nicht eintreten laſ
Der Entwurf eines neuen Seeunfallgeſetzes iſt im Reill
amt des Innern ausgearbeitet und es iſt mit den betel
ten Regierungen darüber verhandelt worden, nach
man die Intereſſenten auch gehört hat. Bevor man
an eine geſetzliche Regelung herantritt, müſſen dier
riellen Vorſchriften erledigt werden, die uns aus Alll
der Titanic=Kataſtrophe obliegen. Die Fehler,e
der Titanic vorgekommen ſind, ſollte man nicht k
los auf unſere deutſchen Schiffe übertragen. Das
ungerecht. Die engliſchen Behörden haben eine
ſuchung eintreten laſſen, und darauf fußt die internäll
nale Konferenz in London. Wir haben, trotzdemsſch
um ein fremdes Schiff handelt, wegen des Unfalles ein
ernſte Prüfung eintreten laſſen, ob bei den Vorſchrift
ihrer Durchführung und Kontrolle bei uns allesin
nung iſt. Ich muß proteſtieren, daß die aus dieſem
laß einberufene Konferenz Vertuſchungskonferenz gena
wird. Bei den Vorſchlägen, die der internationalen=
ferenz
unterbreitet werden ſollen, ſind auch die berufen
Vertreter der ſeemänniſchen Arbeiter gehört worden
Anſicht, ob für jeden Mann an Bord genügend Rettungs
boote vorhanden ſein müſſen, gehen auseinander
Auffaſſung Oberhand auf der Konferenz gewinnt, kam
man noch nicht ſagen. Augenblicklich beſteht allerdingsalf
den Fiſchdampfern ein gewiſſer Mangel an Maſchinenpel
ſonal, ſo daß an Stelle des zweiten Maſchiniſten vielfach
ein Oberheizer angemuſtert werden muß. Das iſte
vorübergehender Notbehelf. Das Jahr 1911 iſtdun
ſeine großen Stürme kataſtrophenreich geweſen. Sonſtl
die Zahl der Seeunfälle im Abnehmen begriffen. Erfüll
bare Wünſche werden von uns eifrig verfolgt. Auf=m
erfüllbare Wünſche können wir uns aber nicht einlaſſen
(Beifall.)
Abg. Dr. Heckſcher (Fortſchr. Vpt.): Die Titaniel
Kataſtrophe hat die ganze Kulturwelt tief erſchütten
Solche Kataſtrophen werden immer vorkommen. Siele
gen an der menſchlichen Unvollkommenheit. Was kömſ
wohl eine Reederei für ein Intereſſe daran haben, ihl
Schiffe nicht auf der Höhe der Seeſicherheit zu haltel
Jeder muß zugeben, daß in unſeren Reedereien tüchtigſe
arbeitet wird. Von einer Vertuſchungskonferenzi
nicht geſprochen werden. Allererſte Kenner des Schi
baues ſind da zugegen geweſen. Das Meer wirdſtel
Gefahren bieten; ſie laſſen ſich nicht beſeitigen.
deutſchen Verhältniſſe liegen bedeutend günſtiger als die
engliſchen. Die Entwicklung der deutſchen Schiffahrt
ein Ruhmesblatt für die hanſeatiſchen Kaufleute. (Bel
fall.) Abg. Graf Weſtarp (konſ.): Auch ich müiß
Proteſt erheben gegen die Angriffe auf die Seeberufs
genoſſenſchaft und Seeſchiffahrt. Es iſt unrecht, Angrifit
gegen unſere Unternehmer aus der Titanie=Kataſtrophe
zu konſtruieren. Es muß anerkannt werden, daß zur Verk
hütung der Seeunfälle bei uns mit Ernſt und Fleiß
arbeitet wird. (Beifall rechts.) Abg. Schuman
(Soz.): Der Dispens für die Fiſchdampfer iſt nicht=
rechtfertigt
. Es ſind genügend Maſchiniſten vorhande

Herbſtein lieferte allein der 27. den Betrag von 37,1 Milli=
metern
, alſo mehr als die meiſten rheinheſſiſchen Sta=
tionen
im ganzen Monat aufwieſen. Schnee war im
ganzen ſelten; die meiſten Schneetage meldet die Tromm
mit 7, während Viernheim keinen einzigen notiert ( Darm=
ſtadt
: 2). Zur Bildung einer dauernden Schneedecke kam
es nur in den Gebirgen. Hagel meldet nur Beerfelden
einmal. Die Mittel der Waſſerſtände lagen beim Rhein
ziemlich erheblich unter dem langjährigen Dezember=
mittel
.
** Eine Privataufführung des Parſifal in Monte
Carlo. Trotz des Verbotes des Fürſten von Monaco
der bekanntlich auf Grund ſeiner Herrſcherrechte die ge=
plante
öffentliche Aufführung des Parſifal in der Monte=
Carlo=Oper unterſagt hatte, dauern die Proben, wie der
Corriere della Sera zu melden weiß, unverändert fort.
Man wird jetzt aus der Premiére eine Privataufführ=
ung
machen, zu der ſelbſt die Preſſe keinen Zutritt erlan=
gen
ſoll. Zu dieſer Aufführung ſollen alle jene Leute
eingeladen werden, die zu der urſprünglich geplanten
Premiere bezahlte Plätze vorausbeſtellt hatten.
* Die Hochzeit der Miß Gould. Unter einem Balda=
chin
von Farnkräutern und Palmen fand am letzten
Mittwoch die Trauung von Miß Gould und Mr. Finley
J. Shepard in dem prächtigen Wohnhaus des verſtorbe=
nen
Eiſenbahnkönigs Jay Gould in Lyndhurſt, New=
York, ſtatt. Die Braut trug ein elfenbeinfarbenes Sei=
denkleid
, das überreich mit echten Spitzen beſetzt war, die
ein Geſchenk ihrer Schweſter, der Herzogin von Talley=
rand
=Perigord, ſind. Als einzigen Schmuck trug die Braut
ein Diamantenpendant, ein Geſchenk ihres Bräutigams,
und eine vrächtige Perlenhalskette, die ſie von ihrer
Mutter ervte und die einft der Exkaiſerin Eugenie ge=
hörte
. Die Werken allein werden anl einundeinviertel

Millionen Mark geſchätzt. Ein volles Verzeichnis der
Hochzeitsgeſchenke iſt noch nicht bekannt gegeben, aber
der Wert derſelben wird auf fünf Millionen Mark ange=
geben
. Unter dieſen befinden ſich eine Perlenſchnur und
ein Diamantengürtel, eine Elfenbeinſtatue, eine Hals=
kette
aus Perlen und Diamanten und eine prächtige
Fächerkette aus Diamanten und Perlen. Intereſſanter
jedoch ſind die Geſchenke, die Miß Gould von den ärme=
ren
Volksklaſſen erhalten hat, die in Miß Gould ihre
Wohltäterin ſehen. Unter dieſen befindet ſich auch eine
goldene Blumenvaſe von den Leuten des atlantiſchen Ge=
chwaders
, ein ſilbernes Teeſervice von der Garniſon des
Forts Slocum und ein Oelgemälde von Soldaten des
New=Yorker Militärdiſtrikts.
Der verbotene Whiſt. Selten hat ein Gerichtsurteil
in engliſchen Klubs ſo viel Aufſehen und Unruhe erregt,
als die Entſcheidung des Londoner Obergerichts in
Sachen Morris kontra Godfrey. Bisher galt nämlich der
Whiſt, dieſes urengliſche Spiel, das ſich im 18. Jahrhun=
dert
von Britannien aus die Welt eroberte und ſeitdem
von allen Kartenfreunden beſonders verehrt wird, für
eine recht unſchuldige Beſchäftigung. Nun aber iſt er
als ungeſetzliches Glücksſpiel gebrandmarkt, und wer in
der alten Weiſe mit Geldeinſätzen ſpielt, macht ſich ſtraf=
bar
. Der Whiſt wurde von dem Gericht als ein Spiel
gekennzeichnet, in dem die Geſchicklichkeit ſo gering und
der Zufall ſo groß iſt, daß er als Glücksſpiel angeſehen
werden muß. Die Verehrer eines ſoliden Robbers wer=
den
alſo wohl oder übel von jetzt ab um die Ehre ſpie=
len
müſſen, wenn nicht die ſtrenge Juſtiz in England ſich
noch eines beſſeren beſinnt und den Whiſtfreunden wie
ſeit mehr als hundert Jahren ihre ſtille Freude wieder
gönnt.

[ ][  ][ ]

kvon den Arbeitgebern ausgeſperrt worden ſind. Un=
chte
Angriffe auf die deutſchen Reeder liegen mir fern.
DDer Titel wird bewilligt. Es folgt das Kapitel des
ſieltiſtiſchen Amtes
Abg. Bender (Soz.): Es iſt vom Statiſtiſchen Amt
ſio eſtellt worden, daß in den Laſtfuhrwerksbetrieben und
er Binnenſchiffahrt Arbeitszeiten von 14 bis 20 Stun=
t
die Regel ſind Ein Gutachten des Geſundheitsamtes
ſargt, daß hierin eine ſchwere körperliche Gefährdung
Es fordert eine zweiſtündige Mittagspauſe, einc
hſtündige Ruhezeit und Beſchränkung der Sonntags=
ſit
auf höchſtens zwei Stunden. Trotz alledem iſt bis=
ffür
dieſe Transportarbeiter nichts geſchehen. Abg.
emdorff (Fortſchr. Vp.): Unſerer vorjährigen Reſolu
auf Veranſtaltung von Erhebungen über Boden=
hetzung
. Bodenverkauf und landwirtſchaftliche Neben=
r
ebe iſt nach einem Gutachten des Statiſtiſchen Amtes
hr von der Regierung nicht Folge gegeben worden.
ſie Ausdehnung der ſtatiſtiſchen Erhebungen über die
ſraahme unſeres Viehſtandes muß mit Sorgfalt durch=
führt
werden. Geheimrat Müller: Die alljähr=
en
Viehzählungen werden am 1. Dezember vorgenom=
Ob in der Zwiſchenzeit auch noch derartige Sta=
ßlen
möglich ſein werden, vermag ich nicht zu ſagen.
hr kann doch unmöglich die eine Hälfte der Menſchheit
ht benutzen, um fortgeſetzt Statiſtiken zu machen. (Hei=
Mät.)
Abg. Spiegel (Soz.): Die Lage der Ar=
ſter
in der Schwereiſeninduſtrie iſt ſehr prekär. Das
f namentlich zu bezüglich des Unberſtundenweſens
lder Sonntagsſchichten. Redner geht des näheren auf
Verhältniſſe in den einzelnen Hütten ein und wird
dem Vizepräſidenten Dr. Paaſche erſucht, doch wenig=
einmal
vom Statiſtiſchen Amt zu ſprechen. (Heiter=
Redner ſchließt mit der Forderung einer Aufſtellung
Statiſtik auch der Aeußerungen der Arbeiterorgani=
ſſimen
. Abg. Feldmann (Soz.): Beſonders trau=
ind
die Verhältniſſe der Arbeiter im Steingewerbe.
Lungentuberkuloſe gilt als Berufskrankheit dieſer
ie. Präſident Dr. Kaempf: Das gehört nicht zum
Pnia. Abg. Feldmann (fortfahrend): Ich will
f t beweiſen, daß es notwendig iſt, ſtatiſtiſche Erhebun=
lgroße
Heiterkeit) auch über dieſe Verhältniſſe anzu=
ſen
. Die Arbeitgeber haben große finanzielle Vorteile,
ien kraſſen Gegenſatz zu der armſeligen Entlohnung der
bäter ſtehen. Eine Statiſtik hierüber iſt notwendig.
Piße Heiterkeit.) Der Redner geht weiter auf Einzel=
ſtirt
in den Steinbrüchen ein und wird wiederholt vom
ſiſedenten ermahnt, beim Thema zu bleiben. Jedesmal
ßr er unter allgemeiner Heiterkeit des Hauſes fort, daß
Mlmfgabe der Statiſtik ſei, über die betreffenden Fragen
theit zu ſchaffen.
Das Kapitel wird angenommen. Zum Kapitel
ſſundheitsamt‟
fordert die Fortſchrittliche Volks=
ſſti
ein Inſtitut für die wiſſenſchaftliche Erforſchung
Milchwirtſchaft, die Polen und Sozialdemokraten
ſparn eine Unterſuchung über die geſundheitlichen Ver=
frſſſe
der Bergarbeiter. Abg. Käppler (Soz.): Die
rlage Arbeitszeit im Müllergewerbe muß aus Ge=
dieeitsrückſichten
für die dort beſchäftigten Arbeiter
hrränkt werden, namentlich an Sonn= und Feiertagen
für die jugendlichen Arbeiter. Abg. Aſtor (Ztr.):
kann dem Geſundheitsamt die Anerkennung nicht
ſſergen, daß es für unſere Volkswohlfahrt erhebliches
ſitet hat. Das iſt auch auf dem Gebiet des Säug=
ſchutzes
der Fall. Hoffentlich machen wir auch im
tgen Jahr weitere Fortſchritte auf dieſem Gebiet.
Hebammenweſen muß geſetzlich geregelt werden.
dir wird einer hochbedeutſamen Frage immer noch
ßt genügend Beachtung geſchenkt. Beſonders bedenk=
für
die Fortentwicklung des Vaterlandes iſt die frei=
ige
Geburten=Einſchränkung, gegen die allein eine
Aſtieefung der religiöſen Weltanſchauung helfen kann.
Oarauf wird vertagt. Nächſte Sitzung Dienstag,
e8. Januar, 1 Uhr pünktlich. Tagesordnung: Fort=
lng
der heutigen Beratung. Vorher kurze Anfragen.
ſſufß gegen ½5 Uhr.

ſie Prozeſſe Schapfro=Berndt contra
Hirſch vor dem Reichsgericht.

Leipzig, 25. Jan. Das Reichsgericht ver warf
Reviſion des Redakteurs Hirſch vom Mainzer
iften Anzeiger, der am 9. Juli 1912 vom Landgericht
tſtadt wegen Beleidigung der früheren Polizeiaſſi=
kirt
Frau Schapiro und des Beigeordneten
rndt zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden
, nachdem das früher auf 6 Monate lautende Urteil
andgerichts Mainz auf die Reviſion des Angeklagten
ſi Reichsgericht aufgehoben worden war.
Ferner verwarf das Reichsgericht die Reviſion gegen
wegen der weiteren Beleidigung des Beigeordneten
rndt vom Landgericht Mainz am 25. Mai 1912 er=
ſſtgene
auf 2 Monate Gefängnis lautende Urteil.

Die Neckarkangliſation.

Stuttgart, 25. Jan. Auf eine ſozialdemokra=
Ale Anfrage in der Zweiten Kammer gab der Miniſter
Fnnern von Fleiſchhauer die Erklärung ab, daß die
ierrung, die auch ihrerſeits die baldige Inangriff=
Aline der Neckar=Kanaliſation dringend
Aſche, davon ausgegangen ſei, daß die Kanaliſation
auf Grund der durch das Reichsgeſetz vorgezeichneten
Aleimbarungen ausgeführt werden könne. Die Inkraft=
ſng
des Reichsgeſetzes für das Stromgebiet des
lin es hänge von der Erzielung einer Verſtändigung
Holland ab. Ueber den dermaligen Stand der Ver=
Aüdllingen könne er, der Miniſter, keine Auskunft geben.
württembergiſche Regierung habe nicht verſäumt, bei
zuſtändigen Stellen des Reichs das große Intereſſe
Ader baldigen Inkraftſetzung des Reichsgeſetzes zum
Adruck zu bringen. Wie ſich Baden und Heſſen
einer Neckar=Kanaliſation außerhalb des Reiches
n würden, entziehe ſich ſeiner Kenntnis. Weiter er=
irie
der Miniſter daran, daß die Regierungen von
Wen und Heſſen im Jahre 1903 die Beteiligung an der
hal iſation des Neckars innerhalb ihres Gebietes voll
ſdig abgelehnt haben. Im Jahre 1910 habe Baden
Beteiligung unter der Vorausſetzung in Ausſicht
lt, daß die auf das badiſche Gebiet entfallenden
ffahrtsabgaben in erſter Linie für die dem badiſchen
Ue erwachſenden Aufwendungen verwendet werden.
I großen Aufwand würden aber nur mäßige Ein=
Unen gegenüberſtehen, ſo daß bei einem ſo großen De=
die
württembergiſche Staatskaſſe mit Rückſicht auf
rünanzlage des Landes die Ausführung des Unter=
ns
nicht übernehmen könne. Bei aller Anerkenn=
der
Notwendigkeit der Neckar=Kanaliſation ſei die
ſrerung zurzeit nicht in der Lage, dem Unternehmen
r zu treten.
Nach einer längeren Debatte, ergriff Miniſter von
ichhauer nochmals das Wort zu einer längeren Er=

klärung, die darin gipfelte, daß die Regierung keine Ver=
anlaſſung
habe, in ihrer bisherigen Haltung in dieſer
Angelegenheit einen Wechſel vorzunehmen.

Der Balkankrieg.

Der Staatsſtreich in Konſtantinopel.
Enver Bey, der jetzt Vielgenannte, iſt ein ge=
übter
Meiſter in der Kunſt, Handſtreiche zu vollführen
Erſt kürzlich wurde er nach ſeiner Rückkehr aus der Cyre=
naika
zum Oberſtleutnant befördert und in die Tſcha=
taldſchalinie
entſandt. Dieſer hochgemute Draufgänger
übernimmt es zum vierten Male, das Vaterland zu retten
allerdings hat er bisher große Erfolge nicht aufzuweiſen
gehabt. Mit ſeiner Flucht in die Berge aus der kleinen
mazedoniſchen Garniſon Resna leitete der junge Haupt=
mann
gleichzeitig mit ſeinem Kollegen Niaſi die jungtürki
ſche Revolution ein, die zur Wiedereinführung der Ver=
faſſung
führte. Als Major wurde er einige Monate ſpäter
zum Militärattaché in Berlin ernannt, welchen Poſten er
eigentlich noch einnimmt, denn ſeine definitive Abberufung
iſt bisher noch nicht bekannt geworden. Der Tripoliskrieg
führte ihn nach der Cyrenaika, wo er von ſeinem Haupt=
quartier
bei Derna die Verteidigung dieſer Provinz gegen
die Italiener mit Umſicht leitete. Jetzt ſehen wir ihn in
der Rolle eines Miniſterſtürzers, wie er, unbekümmert um
die Folgen, mit ſeiner Perſon für das Vaterland eintritt.
Die neue Regierung hat bereits verkünden laſſen, daß ſie
nicht gewillt ſei, den Krieg fortzuſetzen, ihr Beſtreben ſei
nur, Adrianopel der Türkei zu erhalten. Aber auch mit
dieſer Forderung wird ſie bei einigen Großmächten auf
großen Widerſtand ſtoßen, denn Rußland hat bereits vor
einigen Tagen durch ſeinen Botſchafter in Konſtantinopel
klipp und klar ſeinem Willen Ausdruck gegeben, daß es
andere Saiten aufziehen müſſe, wenn die Türkei ſich der
Annahme der Vorſchläge der Großmächte noch länger
widerſetzen ſollte. So ſehr alſo vom nationalen jungtür=
kiſchen
Standpunkt aus das Einſchreiten Enver Beys und
ſeiner Freunde zu bewundern iſt, wird man doch allen
Ernſtes daran zweifeln müſſen, daß die neue Regierung in
Konſtantinopel gegen den Willen der Mächte, oder we=
nigſtens
eines Teiles derſelben, etwas durchſetzen wird.
Der einzige Erfolg wird der ſein, daß der Abſchluß des
Friedens, den man bald erwarten durfte, neuerdings in
weite Ferne gerückt iſt.

* Wien, 25. Jan. Als Beweis dafür, daß der
Staatsſtreich der Türken vollkommen über
raſchend gekommen iſt, veröffentlicht das Neue Wiener
Tagblatt eine Depeſche aus Konſtantinopel, nach welcher
zwiſchen dem gegenwärtigen Sultan und ſeinem Bruder
dem ehemaligen Sultan Abdul Hamid, in der Nacht vor
dem Putſch in dem Palais Dolma=Bagdſche eine Aus=
ſöhnung
ſtattgefunden habe.
* Konſtantinopel, 25. Jan. Ueber das geſtrige
Erſcheinen Enver Beys im Sultanspalaſt
verlautet, daß infolge des Einſchreitens der Hofchargen,
die das Schlimmſte befürchteten, der Sultan ihn nicht
ſelbſt empfing, ſondern die Verhandlungen über die Bil=
dung
des neuen Kabinetts nur durch die Vermittelung
der Würdenträger führte. Der Sultan ſchlug zunächſt die
Umbildung des Kabinetts unter Kiamil Paſcha mit Mah=
mud
Schefket als Kriegsminiſter und ſpäter die Ernen=
nung
Ferid Paſchas oder Achmed Mukhtar Paſchas vor.
Schließlich mußte der Sultan den Vorſchlägen Enver
Beys nachgeben.
* Konſtantinopel, 25. Jan. Wie erſt geſtern
konſtatiert werden konnte, ſind bei der blutigen Szene
vor dem Saal des Miniſterrats neun Perſonen
getötet worden. Geſtern vormittag wurden aus der
Pforte neun Särge herausgetragen. Die Opfer ſind
außer Nazim Paſcha ſeine beiden Adjutanten Nafis und
Salih, ſerner ein Diener des Juſtizminiſters, ein ſolcher
der Pforte und ein Sekretär derſelben, angeblich auch der
Hauptmann Kiais Isli Tewfik und der Dragoman Ned=
ſchib
. Das neunte Opfer iſt unbekannt; es ſoll ein frü=
herer
jungtürkiſcher Deputierter ſein, der den Kriegsmini=
ſter
erſchoſſen hat. Man erzählt, Enver Bey hätte zu=
erſt
durch einen Diener ſeine Karte in den Miniſterſaal
hineingeſandt und um Zutritt gebeten. Da die Miniſter
ihn nicht empfangen wollten, kam es zu einem Tumult.
wobei ein Adjutant des Kriegsminiſters zuerſt gefeuert
habe. Darauf erſchien der Kriegsminiſter in der Tür des
Saales, um ſich nach der Urſache des Tumults zu erkun=
digen
. Die Demonſtranten drangen in den Saal. In
dieſem Augenblick fielen Schüſſe und Nazim Pa=
ſcha
brach tödlich getroffen zuſammen. Die in den Saal
gedrungenen Jungtürken wollten in der Erregung des
Moments, wie behauptet wird, auch den Großweſir töten,
der ihnen bittend entgegen gegangen und ſo ſein Leben
gerettet haben ſoll. Die früheren Miniſter des Innern
und der Finanzen werden noch gefangen gehalten.
* Konſtantinopel, 25. Jan. Ueber die Vor=
geſchichte
des Putſches verlautet, daß die Führer
der Jungtürken ſich am Samstag bei Talaat Bey ver=
ſammelten
, um eine Kundgebung zu beſchließen. Einige
Mitglieder des Komitees ſchwankten, jedoch überwog
ſchließlich die Meinung, daß ſofort, nämlich vor der Ueber=
reichung
der Antwortnote der Pforte, gehandelt werden
Den Zeitungen iſt der ſtrenge Befehl zuge=
müſſe
.
gangen, ſich verhetzender Artikel zu enthalten, jedoch zu
Gunſten des Krieges zu ſchreiben.
Die neue Regierung.
* Konſtantinopel, 24. Jan. Mukhtar Bey
wurde endgültig zum Miniſter des Aeußern ernannt. Das
neue Kabinett ſetzt ſich ganz aus hervorragenden Mit=
gliedern
des jungtürkiſchen Komitees zuſammen. Der
Präſident des Staatsrats, Prinz Said Halim, der Mini=
ſter
des Innern Hadſchi Ali und der Evkafminiſter Hairi
hatten auch im Miniſterium Said Portefeuilles. Unter=
richtsminiſter
Schukri war Generalſekretär im Miniſterium
des Innern. Arbeitsminiſter Batzaria, ein wallachiſcher
Senator, hat die Politik des Kabinetts im Senat und in
der Preſſe oft verteidigt. In dem Kabinett iſt auch ein
Chriſt, Poſtminiſter Osman, und ein Armenier. Um 7 Uhr
abends leiſteten die Miniſter den Eid. Der Miniſterrat
beriet darauf auf der Pforte über die Frage, ob Krieg
oder Frieden und über die Antwort auf die Note der
Mächte
Der neue Miniſter des Innern Hadſchi Adil
richtete an die Provinzialbehörden ein Zirkulartele=
gramm
in welchem er erklärt, er werde nicht perſön
lichem Haß Raum geben und fähige Beamte nicht ohne
Grund erſetzen. Unter Hinweis auf die Schwierigkeit der
Lage ſagte der Miniſter, um das Vaterland vor ſchweren
Gefahren zu bewahren, müßten die Regierung und die
Nation Hand in Hand arbeiten. Die Beamten müßten
ſich mehr als je bemühen, das gute Einvernehmen zwi=
ſchen
den Gliedern der Nation aufrecht zu erhalten und
die Ordnung zu ſichern

* Konſtantinopel, 24. Jan. In der Umgebung
des Miniſters des Aeußern wird verſichert, daß das Ka=
binett
nicht eine Politik der Abenteuer eröffnen, noch
die Friedensverhandlungen ſofort abbrechen werde. Das
Kabinett kenne genau die militäriſche und moraliſche Lage
und werde einen Frieden nur unter ehrenvol=
len
Bedingungen ſchließen. Es geht das Gerücht,
daß das Kabinett einen Frieden auf Grundlage derjeni=
gen
Zugeſtändniſſe vorſchlagen werde, die bereits von
den türkiſchen Bevollmächtigten in London gemacht wor=
den
ſind. Auf jeden Fall wird man niemals Adrianopel
abtreten.
Die Mächte und die neue Regierung.
* London, 25. Jan. Die Times betont, daß die
verantwortliche Preſſevon London, Paris, Ber=
lin
, Rom und Wien einſtimmig gegen die rür=
kiſche
Regierung Stellung genommen hat. Die
türkiſche Regierung werde gut tun, die einſtimmige For=
derung
der europäiſchen Hauptſtädte zu berückſichtigen,
daß der Frieden Europas den Ambitionen des Komitees
für Einheit und Fortſchritt nicht geopfert werden dürfe.
Bei andauernder Geduld auf Seiten der Verbündeten und
bei andauernder Einigkeit unter den Mächten werde die
neue türkiſche Regierung ſich entweder den bisherigen
Bedingungen unterwerfen oder zurücktreten müſſen.
Paris 24. Jan. Ueber die Vorgänge in
Konſtantinopel ſchreibt das Journal des Débats:
Die Mächte müſſen einem Kabinett Mahmud Schef
ket jede direkte oder indirekte finanzielle Hilfe durchaus
verweigern und in Konſtantinopel erklären, daß der Ka=
binettswechſel
ihren in der Note vom 17. Januar aus=
gedrückten
Willen in nichts ändere. Es wäre auch nütz=
lich
, wenn die fremden Kriegsſchiffe wieder nach dem
Bosporus zurückgeſchickt würden; vielleicht werde ſpäter
eine erneute Flottendemonſtratioan notwendig ſein: Man
müſſe ſich ſchließlich für alle Eventualitäten bereit halten.
Was Frankreich anlange, ſo müſſe es ſich hüten, ſeine
Streitkräfte zu zerſplittern. Man zeigt ſich von neuem
in Marokko unvorſichtig. Die Regierung müſſe darüber
wachen, daß Frankreich nicht plötzlich in Afrika feſtgelegt
werde in einem Augenblick, wo es ſeine Lebensintereſſen
in Europa zu verteidigen haben werde. Der Temps
ſpricht die Hoffnung aus, daß die Londoner Botſchafter=
konferenz
den Einklang, deſſen Ausdruck die Note vom
17. Januar war, aufrecht erhalten werde. Wenn dies ge=
linge
, dann brauche man ſich nicht zu beunruhigen, an=
dernfalls
ginge man einem gefährlichen Abenteuer ent=
gegen

Peſt, 25. Jan. Der Peſter Lloyd bringt einen
Situationsbericht aus Wien, in dem geſagt wird, all=
mählich
werde die Hoffnung immer allgemeiner, daß ſich
die Türkei auch nach dem kühnen Handſtreich der
Jungtürken nicht verleiten laſſen werde, ſich in einen un=
gewiſſen
Kampf zu ſtürzen. So ſehr die Armeen
der Verbündeten auch durch Kriegsverluſte geſchwächt ſein
möchten, ſo dürften ſie doch noch immer nicht unterſchätzt
werden. Die Chancen für ein raſches Gelingen des Frie=
denswerks
hätten ſich jedenfalls etwas verſchlechtert und
mehr als je erfordere die neue Situation eine vollkom=
mene
Einigkeit unter den Mächten. Unter den
gegenwärtigen Umſtänden ſei es beſonders erfreulich, daß
die Meldungen über den Plan einer ruſſiſchen Aktion in
der franzöſiſchen Preſſe als unrichtig bezeichnet würden.
Es wäre dringend zu wünſchen, daß dieſe Dementis Recht
behielten, denn die Politik der Jungtürken werde ſicherlich
zumeiſt davon beeinflußt werden, ob ſie einem geeinig=
ten
Europa gegenüberſtänden oder hoffen dürften, daß die
Einigkeit der Mächte auf einer ſchwankenden Grundlage
beruhe.
Die Balkanſtaaten.
* London, 25. Jan. Die Friedensdele=
gierten
Griechenlands, Serbiens und
Montenegros erſuchten ihre Regierungen, ihnen
dieſelben Vollmachten für den Fall des Abbruches der
Verhandlungen zu erteilen, wie ſie die bulgari=
ſchen
Delegierten bereits beſitzen. Die Balkanver=
treter
ſind heute nicht mehr ſo peſſimiſtiſch wie bei dem
Eintreffen der geſtrigen Meldungen, halten aber die
Friedensausſichten für gering.
* London, 25. Jan. Die Delegierten der
Balkanſtaaten ſind heute zuſammengekommen, faß=
ten
jedoch noch keine endgültige Entſchließung. Sie ver=
tagten
ſich auf morgen, da ſie immer noch die Inſtruk=
tionen
ihrer Regierungen abwarten.
* London, 25. Jan. Dem Reuterſchen Bureau zu=
folge
ſind die Delegier ten der Balkanſtaaten
noch immer der Anſicht, ſie müßten die Antwort der Tür=
ken
an die Mächte abwarten, bevor ſie einen endgültigen
Entſchluß faſſen, obgleich ſie anſcheinend nicht geneigt ſind,
die gegenwärtige Situation um viele Tage zu verlängern.
Die Delegierten haben beſchloſſen, zu der Kriegsent=
ſchädigung
die geſamten Koſten für den Zeitverluſt ſeit
der Suspenſion der Verhandlungen hinzufügen. Die tür=
kiſche
Miſſion war heute abend noch ohne Weiſung. Einet
der Balkandelegierten erklärte am Nachmittag, wenn die
Türkei in ihrer formellen Antwort die Uebergabe Adria=
nopels
ablehnen würde, ſo werde die Wiederaufnahme
der Feindſeligkeiten die einzig richtige Antwort ſein.
Wahrſcheinlich würde dann der Krieg vor dem Ende der
nächſten Woche wieder beginnen
Sofia, 25. Jan. Bulgarien will zunächſt ab=
warten
, was die Großmächte ſagen, da dieſelben
in erſter Reihe zu den Veränderungen in der Türkei
Stellung nehmen müßten.
Rumänien und Bulgarien.
* Bukareſt, 24. Jan. Das Blatt Univerſul ver=
öffentlicht
ein Interview mit dem Miniſterpräſidenten
Geſchow, der ſein Bedauern über die bulgariſch
rumäniſchen Differenzen ausdrückte, das umſo
tiefer ſei, als er ſein ganzes Leben daran arbeite, die
Jahrhunderte alten Bande, die die beiden Länder um=
chlingen
enger zu knüpfen. Mit Bezug auf die in Sofia
veröffentlichte, vom bulgariſchen Generalſtabe genehmigte
Karte, auf der die Dobrudſcha als ein Teil Bulgaciens
eingezeichnet iſt, erklärte Geſchow, er habe beim Kriegs=
miniſter
interveniert, damit dieſe Karte aus dem Verkehr
gezogen werde. Der Miniſterpräſident betonte erneut,
daß Bulgarien auf alle Anſprüche bezüglich der Dobrud=
ſcha
formell verzichtete und drückte die Hoffnung aus, daß
die gegenwärtigen Verhandlungen zu einem günſtigen Er=
gebnis
führen werden.

Letzte Nachrichten.

HB. Konſtantinopel, 25. Jan. In der Stadt
herrſcht andauernd völlige Ruhe. Die Stadtwachen
wurden durch arabiſches Militär bedeutend verſtärkt. Auf
der Pforte wird verſichert, daß die neue Regierung keine
überſtürzenden Beſchlüſſe faſſen werde. Die Antwort
der Pforte auf die Kollektivnote der Mächte werde
in Form und Inhalt äußerſt entgegenkommend abgefaßt

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Nummer 22.

ſein und die Bitte enthalten, die Großmächte möchten die
ſchwierige Lage der Türkei in Betracht ziehen und bei den
verbündeten Balkanſtaaten günſtige Bedingungen erwir=
ken
, insbeſondere Adrianopel und die ſtrategiſch=ägäiſchen
Inſeln der Türkei überlaſſen.
* Konſtantinopel, 25. Jan. Die höheren
Beamtenſtellen werden wieder mit Anhängern
des Komitees beſetzt. Der frühere Wali von Adana
und Bagdad, Dſchemal Bey, ein hervorragendes
Mitglied des Komitees, wurde zum Miliärgouverneur,
der frühere Gouverneur von Ipek, Oberſt Tajar zum
Polizeipräfekten von Konſtantinopel ernannt. Es ver=
lautet
auch, daß ſämtliche Offiziere der Liga, die in der
Tſchataldſcha=Armee Kommandoſtellen innehatten, erſetzt
wurden. Weiter wird geſagt, daß der frühere Sultan
Abdul Hamid unter der neuen Regierung nicht mehr
in Konſtantinopel verbleiben, ſondern nach Konia ge=
bracht
werden ſoll.
* Konſtantinopel, 25. Jan. In der Frage der
endgültigen Beſetzung des Portefeuilles des
Aeußern iſt noch keine Entſcheidung getroffen. Der
Berliner türkiſche Botſchafter, der gegenwärtig als Be=
vollmächtigter
zu den Friedensverhandlungen in London
weilt, lehnte das Anerbieten, das Miniſterium des Aeu=
ßern
zu übernehmen, aus Geſundheitsrückſichten ab.
Der heutige Miniſterrat beriet über die auf die
Kollektivnote der Mächte zu erteilende Antwort, die kaum
vor morgen oder Montag erteilt werden dürfte. Ueber
den Inhalt erklärt man im Miniſterium des Aeußern, die
neue Regierung wolle den Krieg um jeden Preis vermei=
den
, könnte jedoch den Frieden nur ſchließen, wenn Adria=
nopel
der Türkei verbleibe. Es ſcheint, als ob das Ka=
binett
den Verſuch mache, die Friedensverhandlungen
ohne die Intervention der Mächte wieder aufzunehmen.
* London, 25. Jan. Die Botſchafter ſind
heute vormittag zu einer Beratung zuſammengetreten.
* Köln, 25. Jan. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Auch ohne eine förmliche Abrede zwiſchen den
Großmächten anzunehmen ſie werden ſich zunächſt
zu den Ereigniſſen in Konſtantinopel abwartend
verhalten und der neuen Regierung eine gewiſſe
Friſt zu der Beantwortung der Kollektivnote laſſen
glauben wir nicht, daß die franzöſiſchen Meldungen über
eine Flottenkundgebung der Großmächte mit der Mein=
ung
der franzöſiſchen Regierung übereinſtimmen. Wir
halten eher die aus Paris vorliegende Preſſemeldung für
zutreffend, wonach die Politik Frankreichs darauf gerichtet
iſt, ein Sondervorgehen einzelner Großmächte zu vermei=
den
, und notwendig werdende Schritte als Willens=
äußerungen
Europas vornehmen zu laſſen. Für
eine Flottenkundgebung iſt ein einſtimmiger Beſchluß des
Mächtekonzerts nicht herbeizuführen. Es iſt wenig er=
ſprießlich
, daß der Temps einem arabiſchen Schriftſteller
ſeine Spalten öffnet, der die kleinaſiatiſche Frage aufwirft.
Die Meldungen über ein Sondervorgehen Rußlands in
Armenien werden durch das bisherige Verhalten Ruß=
lands
nicht beſtätigt. Für eine Aenderung in dieſer Hal=
tung
liegen bis jetzt keine Beweiſe vor. Die Meldungen
der Wiener Allgemeinen Zeitung über Abweichungen
Englands, Rußlands und Frankreichs über die Teilung
der aſiatiſchen Türkei in Intereſſengebieten, möchten wir
mit mehr als einem Fragezeichen verſehen.

* Konſtantinopel, 26. Jan. Der zweite Kam=
merherr
des Sultans, Reſchid Bey der ſich bis heute
in dem Palais verborgen hielt, wurde geſtern nach=
mittag
in dem Augenblick verhaftet, als er angeblich
infolge Ermächtigung des Sultans in Begleitung eines
Adjutanten einen rumäniſchen Eildampfer beſteigen
wollte, um über Konſtanz nach Europa zu flüchten. Er
wurde in das Gefängnis des Kriegsgerichts übergeführt.
Es verlautet, daß Hakki Paſcha, dem das Portefeuille des
Aeußern angeboten wurde, ſich Bedenkzeit bis Montag er=
bat
, um ſich über die diplomatiſche Lage zu orientieren
* Saloniki, 26. Jan. Der engliſche Kreuzer
Dartmouth iſt hier eingetroffen.
* Berlin, 26. Jan. Die Norddeutſche All=
gemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrund=
ſchau
: Soweit die neuen Ereigniſſe in Konſtantinopel
von der europäiſchen Preſſe mit Ernſt und Einſicht gewür=
digt
werden, tritt überall der Gedanke hervor, das wich=
tigſte
für die weitere Behandlung der Orientwirren ſei
die Bewahrung der Einigkeit unter den Großmächten zur
Fortſetzung ihrer gemeinſamen Arbeit und zur Wieder=
herſtellung
des Friedens. Dazu gehört vor allem das
Feſthalten an der bisher beobachteten Neutralität. Tat=
ſächlich
beſtehe kein Grund zur Annahme, daß einzelne
Mächte das Konzert verlaſſen wollen, um in die Ent=
wicklung
der Dinge im Orient nach eigenem Ermeſſen
einzugreifen. Für das gemeinſame Auftreten Eucopas
kommen Zwangsmaßregeln gegen die Türkei nicht in
Frage. Sie würden mit den Grundſätzen der Neutralität
nicht im Einklang ſtehen und könnten bedenkliche Folgen
haben. Es bleibt im Intereſſe der Einigkeit unter den
Großmächten nur das Weitergehen auf dem Wege ge=
meinſamer
diplomatiſcher Einwickung, um neue Feind=

ſeligkeiten zu verhüten oder, falls dieſes unmöglich ſei,
ſie örtlich und zeitlich einzuſchränken.
* London, 26. Jan. Das Reuterſche Bureau
meldet aus Malta: Die Schlachtſchiffe König Edu=
ard
VII. und New Zealandia erhielten Befehl, nach
dem Oſten zu gehen.
* London, 26. Jan. (Meldung des Reuterſchen
Bureaus.) Die Delegierten der Balkanſtaaten
haben beſchloſſen, die Verhandlungen abzu=
brechen
.
* Petersburg, 26. Jan. Die Petersburger
Telegraphen Agentur iſt zu der Erklärung ermächtigt, daß
das ruſſiſche Geſchwader im Schwarzen Meer in
Sewaſtopol vor Anker liegt. Die Blättermeldungen
von einem Erſcheinen im Bosporus ſind unrichtig
* Port Said, 26. Jan. Der Kreuzer Duke of
Edinburgh iſt nach Beirut abgegangen.

Luftfahrt.

Mannheim, 25. Jan. Der Fortbeſtand
des Luftſchiffbaues Schütte=Lanz iſt nun=
mehr
definitiv geſichert. Den neuen Vereinbarungen
gemäß verzichtet der Luftſchiffbau Schütte=Lanz auf jeg=
liche
Ausnützung der Patente nach dem Auslande; dieſe
gehen vielmehr in den Beſitz des Reiches über, wofür
Herr Profeſſor Schütte=Lanz eine Entſchädigung erhält.
Der Luftſchiffbau Schütte=Lanz wird demnach lediglich für
Deutſchland fortgeſetzt und hat die Heeresverwaltung unter
Zuſtimmung des Kriegsminiſters das Fortbeſtehen des
Luftſchiffbaues Schütte=Lanz durch genügende Auftrags=
erteilung
gewährleiſtet. Ebenſo hat der Staatsſekretär des
Reichsmarineamts die Beſtellungen von Luftſchiffen in
Ausſicht geſtellt. Mit den Arbeiten für ein Luftſchiff von
24000 Kubikmeter wird bereits in den nächſten Tagen
begonnen. Die beſtehende Halle, die für den Bau dieſes
Schiffes nicht genügend lang iſt, wird vergrößert, die
Einrichtungen der Luftſchiffbauwerft werden ausgebaut.
Die Regierung hat ſich bereit erklärt, eine größere zwei=
teilige
Luftſchiffhalle eventuell auch in Mannheim ſtaat=
lich
zu ſubventionieren.
* Domodoſſola, 25. Jan. Der Flieger
Bielovucic ſtieg heute mittag in Brig auf und
überflog glücklich in einer Höhe von 2500 Metern
den Simplon. Er legte die Strecke in 25 Minuten
bei ſchönem Wetter zurück und landete in Domodoſſola,
wo er begeiſtert begrüßt wurde, um 12 Uhr 30 Minuten.
Darauf wurde ihm in der Villa des Unterſtaatsſekretärs
des Innern Falcioni ein Empfang bereitet,

Kaiſers Geburtstag.

g. In beſonders feſtlicher Weiſe begehen in dieſem
Jahre die hieſigen Regimenter die Feier des Geburts=
tages
Sr. Maj. des Kaiſers. Die Kaſernen
prangen in dem Schmuck von friſchem Grün, ſowie der
Fahnen und Flaggen in den Reichs= und Landesfarben.
Eingeleitet wurde die militäriſche Feier geſtern abend
durch einen großen Zapfenſtreich, den die Ka=
pellen
des Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115,
Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23, Leib=Dragoner= Regi=
ments
Nr. 24, Feldartillerie=Regiments Nr. 25 und
Train=Batls. Nr. 18 unter der gemeinſamen Leitung von
Herrn Obermufikmeiſter Mickley ausführten. 6 Uhr
10 Minuten begaben ſich die Muſikkorps vom
Marienplatz aus, wo die Aufſtellung erfolgte,
durch die Neckar=. Rhein= und Wilhelminenſtraße
nach dem Neuen Palais, wo drei Muſikſtücke
geſpielt wurden. Während des Spiels erſchien das
Großherzogspaar auf der Terraſſe. Nach dem Zapfen=
ſtreich
erfolgte der Abmarſch durch die Wilhelm= und
Heidelbergerſtraße nach dem Marienplatz. In der ganzen
Rheinſtraße wartete nach dem Zapfenſtreich noch geraume
Zeit das Publikum auf die Kapellen, allerdings ver=
gebens
. Heute morgen 7 Uhr 30 Minuten erfolgte
großes Wecken durch das Muſikkorps des Leibgarde=
Infanterie=Regiments Nr. 115 von der Kaſerne in der
Alexanderſtraße aus. Zu gleicher Zeit ſpielte das Trom=
veterkorps
des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 einen
Choral von der Stadtkirche.

Paris, 26. Jan. Der Verband der hieſigen
deutſchen Vereine veranſteltete geſtern abend an=
läßlich
des Kaiſers Geburtstages unter dem Ehrenvorſitz
des Generalkonſuls Jecklin einen von mehreren tauſend
Gäſten beſuchten Kommers, bei welchem die patriotiſche
und kaiſertreue Geſinnung der Feſtteilnehmer in Reden
und Liedern begeiſterten Ausdruck fand.
London, 26. Jan. In dem deutſchen Offizier=
klub
fand geſtern abend eine Kaiſer= Geburtstag=
feier
ſtatt, welcher der Botſchafter Fürſt Lichnowsky,
der Generalkonſul, die Mitglieder der Botſchaft und des
Konſulats, ſowie die führenden Perſönlichkeiten der Ko=
lonie
beiwohnten. Der Botſchafter brachte das Hoch auf
den Kaiſer aus, das mit großer Begeiſterung aufge=
nommen
wurde. Das Feſt verlief ſehr angeregt.

Vermiſchtes.

K. Mehr Kinderſchutz! Kürzlich wurde im
Bayeriſchen ein Apothekenbeſitzer wegen fahrläſſiger Tüd
tung zu 14Tagen Gefängnis verurteilt, weil er ſeinen geld,
denen Revolver ſo offen in ſeinem Zimmer hatte liegen lard
ſen, daß ſein 12jähriger Sohn damit ſpielend das Dienſſt
mädchen hat totſchießen können. Allein ſeit letztvergau
genem Oktober habe ich in hieſigen und Frankfurter Zes
tungen wohl ſechs Fälle, aus nächſter Umgegend berichte=
geleſen
, vielleicht ſind mir noch einige entgangen, wonasg
kleine, am Boden ſpielende Kinder in Gefäße mit heißen
Waſſer fielen, welche ihnen Leichtfertigkeit und Unverſtan
in den Weg geſtellt hat, ſo daß ſie verbrüht nach kürzerg
oder längerer Zeit eines qualvollen Todes ſtarben. Nir
gends aber habe ich noch geleſen, daß das Gericht eing
ſchritten wäre, um den leichtfertigen Urhebern ſolcher Un
glücksfälle, und wäre es die eigene Mutter, ihre Veranzt
wortlichkeit zum Bewußtſein zu bringen. Wenn au
einer nicht genügend beleuchteten Treppe oder auf dem
bei plötzlichem Glatteis nicht früh genug beſtreuten Bür
gerſteig ein Paſſant zu Schaden kommt, macht man der
betreffenden Eigentümer mit Hab und Gut für den Schal
den verantwortlich. Sind denn kleine Kinder vogelfrei
Die Furcht ſoll den Wald hüten!
Der Deutſchen Geſellſchaft
Kaufmanns=Erholungsheime ſind in des
letzten Zeit neben einer großen Reihe von Mitgliedsam
meldungen wiederum zahlreiche Stiftungen zugegangem
u. a. Portland=Zementfabrik Groſchowitz 5000 M., Südg
deutſche Diskonto=Geſellſchaft Mannheim 5000 M., Von
einem nicht genannt ſein wollenden Gönner durch den
Präſidenten der Handelskammer Wiesbaden 20000ms
von Ungenannt in Hagen 5000 M., BlattmetallwerkeA
München 5000 M., Huldſchinsky Gleiwitz 5000 M., Necka=
ſulmer
Fahrradwerke 5000 M., L. E. Goldſchmidt Söhn
Breslau, 3000 M. Trotz der eingegangenen bedeutende
Beträge ſind zur Durchführung der Aufgabe der Geſels
ſchaft immer noch erhebliche Zuwendungen notwendig
Die Heime der Geſellſchaft in Salzhauſen und im Taum
bei Wiesbaden gehen ihrer Vollendung entgegen un
werden im Frühjahr dem Betrieb übergeben. Das Tras
ſteiner Heim iſt in flottem Betrieb. In das Präſidiſ
der Geſellſchaft iſt Staatsminiſter Dr. von Piſchel= St=
gart
neu gewählt worden.

Literariſches.

Italien, der Dreibund und
Balkanpolitik. Von Exz. T. Tittoni (f
Miniſter des Aeußern). Berlin W. 15 bei Oeſterhe
Ko., Verlag. (3 Mk., 4 Mk.) Als eine der wichtigſten
aktuellſten politiſchen Neuerſcheinungen wird dieſes
des Miniſters Tittoni zweifellos allenthalben Aufſehl
erregen und in politiſchen Kreiſen viel diskutiert
den. Die unter dem Titel Italien, der Dreibund
die Balkanfrage erſcheinende Auswahl der ſich aufd
auswärtige Politik Italiens beziehenden Reden Tittoni
in der die Erörterung dieſes wichtigſten aller gegenwählt
Europa in Spannung erhaltenden politiſchen Problen
einen breiten Raum einnimmt, ſtellt in Anbetracht
hervorragenden Anteils, den der jetzige italieniſche
ſchafter in Paris an den Geſchicken ſeines Landeschü
und bei der Möglichkeit, daß er jederzeit berufen
den kann, ſie wieder zu leiten, ein zeitgeſchichtlichesDoh=
ment
alleraktuellſten Inhalts dar.
Jahrbuch für deutſche Privatbean
für das Jahr 1913. 6. Jahrgang. Herausgegele
vom Direktorium des Deutſchen Privatbeamten=Verein
in Magdeburg. Preis bei freier Zuſendung 1 Mk
handlichem Taſchenformat erſcheint alljährlich das
kannte Büchlein. Sein reicher Inhalt hat ihm in
gendem Maße die Freundſchaft der Privatangeſtellle
erworben. Finden in ihm doch Angehörige aller Bert
zweige, nicht nur Handlungsgehilfen und Techniker
allgemein intereſſierenden Aufſätzen ihre wirtſchaftliche
rechtlichen und ſozialpolitiſchen Standesfragen von
rufenen Federn behandelt. Auch das neue Jahrbuch
dient wieder den Ehrenplatz in der Bücherei intereſſiſl
ter Angeſtellter.
Deutſchlands Zukunft im Orient wird in
aktuellen Aufſatz behandelt, mit dem E. Banſe, der
ausgeber der Erde (Illuſtrierte Halbmonatsſchrifte
Länder= und Völkerkunde, Reiſe und Jagd, A. Dun
Verlag, Weimar, Preis pro Quartal 3 M.) das neillſſ
Heft (Nr. 8) eröffnet, das ausſchließlich den deutſchen
lonien gewidmet iſt. Dieſes Kolonialheft enthält fem
einen Aufſatz von Profeſſor Karl Dove über Die
delung von Südweſtafrika der eine höhere Wertung
ſes bisher mißachteten Gliedes unſeres Kolonialbeſihl
anſtrebt. Konſul Singelmann berichtet in ſeinem
trag Deutſchlands Verhältnis zum ſpaniſch=portugieſ
ſchen Kolonialbeſitz Ueber Oſtafrikas Tierwelt plaud
reizvoll Edwin Hennig; den Tſchadſee und ſeine Anwohl
ner beſchreibt Adolf Friedrich Herzog von Mecklenbure
der als erſter Deutſcher den größten See Zentralaf
befuhr und erforſchte ꝛc. Das Heft, das aucheie
(Preis 60 Pfennig) verkauft wird, iſt wiederum mit

Großherzogliches Hoftheater.

Samstag, 25. Januar.
Der Zerriſſene‟
W-l. Die Wiener Poſſe Der Zerriſſene von
Neſtroy, von deren Exiſtenz wohl nur wenige Eingeweihte
noch etwas gewußt haben, hat vor anderen Poſſen das
voraus, daß ihr wenigſtens eine Idee zugrunde liegt, und
ſie iſt in dieſem Sinne weit höher zu bewerten, als z. B.
Kyritz=Pyritz und andere Machwerke, deren Hauptzweck
es iſt, Ulk zu verzapfen. Der innerlich zerriſſene, bla=
ſierte
Millionär Lips erkennt durch ein tragikomiſches Ge=
ſchick
, das ihn zwingt, den Schein der Armut anzunehmen,
den wahren Wert ſeiner ſogenannten Freunde, an denen
es dem reichen und freigebigen Manne ja niemals fehlt;
er findet die Liebe eines ehrlichen und braven Mädchens
die ihm auch in ſeinem Unglück treu bleibt, und wird
durch ſie von ſeinen wirklichen und eingebildeten Leiden
geheilt. Die Einkleidung der Handlung iſt poſſenhaft und
amüſant, und die Behandlung des Stoffes und die Zeich=
nung
der Charaktere beweiſen, daß die heutigen Poſſen=
Dichter über Neſtroy nicht hinausgekommen ſind. Be=
ſonders
komiſch iſt der dritte Akt, in dem Lips und der
Schloſſer, von denen jeder in dem Wahn befangen iſt,
den anderen bei einer Rauferei und einem Sturz ins
Waſſer umgebracht zu haben, und deshalb geflohen iſt,
ſich einander begegnen. Die ganze Schilderung der Situa=
tion
und das Wiederſehen mit dem geliebten Ermorde=
ten
geben der Sache einen höchſt amüſanten Abſchluß.
Geſpielt wurde ſehr gut, und der Humor kam durch=
aus
zu ſeinem Recht. Herr Jürgas wurde als bla=
ſierter
Millionär Lips und noch mehr als verkleideter

Bauerntölpel ſeiner Aufgabe mit bekannter Gewandtheit
und erſchöpfender komiſcher Charakteriſtik gerecht. Einen
Beweis ſeiner ſchauſpieleriſchen Vielſeitigkeit legte der
Hamlet=Darſteller Herr Baumeiſter in der komiſchen
Rolle des Schloſſers Gluthammer ab, die er mit derber
Volkstümlichkeit, köſtlichem Humor und ſicherer Beherr=
ſchung
des Dialektes ſpielte. Eine prächtige Charakter=
figur
ſchuf Herr Wagner als Pächter Krautkopf. Na=
türlich
und friſch, wie ſie ſein ſoll, war die Kathi des Frl.
Gothe, eine ſchmucke Vertreterin der Madame Schleyer
war Frl. Alſen. Die kleineren Rollen der drei Freunde
wurden von den Herren Thomſen, Schneider und
Peterſen, die des Juſtitiars von Herrn Knispel
gut dargeſtellt.
Die Regie führte Herr Baumeiſter. Das Publi=
kum
nahm die Neuheit mit lebhaftem Beifall auf.
Sonntag, 26. Januar:
Der Barbier von Sevilla‟.
W-l. Mit Roſſinis Barbier von Sevilla gelangte
heute abend die fünfte italieniſche Oper in dieſer Woche
zur Aufführung. Das Haus war ſehr gut beſucht und die
Vorſtellung als Ganzes von beſtem Erfolge gekrönt. Als
Roſine war Fräulein Florence Macbeth weit glück=
licher
und erfolgreicher, als am erſten Abend; ohne Zwei=
fel
, weil ſie die Partie viel mehr beherrſchte und infolge=
deſſen
auch im Vortrage weit freier war und ihre ſtimm=
lichen
Vorzüge mehr zur Geltung gelangten; auch die
Intonation und die Koloratur waren durchaus einwand=
frei
. So ging die geſangliche Leiſtung über das Mittel=
maß
weit hinaus und ließ erkennen, daß Frl. Macbeth
eine ſtimmlich reich beanlagte Sängerin iſt. Das Spiel
iſt aber trotz einiger überraſchend wirkender Nuancen nöch

ganz befangen, und Deutſch ſprechen kann Frl. Macbei
noch nicht. Die tadellos geſungene Einlage, Schallen
tanz aus Meyerbeers Dinorah (den wir hier zum
ten Male von Frau Prevoſti gehört haben) trug ihr=
ſchenden
Beifall ein.
Herrn Stephanis Abſage war die Veranlaſſung,
wir einen ganz hervorragenden Vertreter des Baſilio ken
nen lernten. Herr Wilhelm Fenten vom Hof=
Nationaltheater in Mannheim, der überdies mit eink
prachtvollen Baßſtimme ausgerüſtet iſt, bewährte ſich
geſanglich, darſtelleriſch und mimiſch in jeder Beziehun
als ein Künſtler, und ſeine Darbietung als Ganzesſnäl
eine vollendete künſtleriſche Leiſtung. Der dritte aſſ
Herr Wolfgang Kanzow vom Stadttheater in Frei=
burg
, der den Almaviva ſang, beſitzt gutes ſtimmliches
Material und eine ſehr deutliche Ausſprache, ſein Vortrag
bedarf aber noch der künſtleriſchen Veredlung.
Eine herzliche Freude bereitete es, Herrn Webe
wieder einmal den Figaro ſingen zu hören und ſpielen
zu ſehen. In jeder Hinſicht auf der Höhe, erntete er ſchol
nach der erſten Arie reichen Beifall bei offener Szene
Auch Herr Riechmann der wieder den Bartolo ſan
war ſo gut bei Stimme und bei ſo gutem Humor, wie
ſeinen beſten Zeiten. So trugen unſere beiden Kammelt
ſänger durch ihre trefflichen Leiſtungen zum Gelingen det
Aufführung in erſter Linie bei.
Die muſikaliſche Leitung hatte Herr Kapellmeiſtel
Lert, die ſzeniſche Leitung Herr Riechmann. Da
echt anmutende neue Szenenbild im erſten Akte, das ein
Straße in Sevilla mit dem Hauſe des Dr. Bartoloda
ſtellt, iſt als eine willkommene Verbeſſerung freudig
begrüßen. Auch die endliche Entfernung des ſcheußliche
Pultes in Bartolos Zimmer fiel angenehm auf.

[ ][  ][ ]

mmmer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Seite 7.

ausgezeichnet wiedergegebenem Bilderſchmuck ver=
hi
und kann jedem Kolonialfreund dringend empfohlen
Pa.
Mit dem großen . Zeitungskatalog pro
neinem unentbehrlichen Nachſchlagewerk erſten Ran=
ſtritt
die Annoncen=Expedition Inva=
ſemdank
, Berlin, jetzt an die Oeffentlichkeit. Das
eiten ſtarke Buch präſentiert ſich in eleganter, über=
her
Aufmachung und enthält neben den erforderlichen
aden das Verzeichnis der im Inlande erſcheinenden
und Fachzeitungen in zweckmäßig geordneter
ſantfolge unter weiteſtgehender Berückſichtigung auch
uuslandes. Der Katalog dürfte zweifellos allſeitiges
neſſe erregen und von jedem Fachmann gern in An=
genommen
werden.
Neumanns Kurstabellen der Ber=
emr
Fondsbörſe, 24. Jahrgang 1912 (roter Ein=
iſt
ſoeben erſchienen. Das ſeit nunmehr 24 Jahren
funk= und Kapitaliſtenkreiſen vorzüglich eingeführte
verſcheint in dem Verlag für Börſen= und Finanz=
ſirur
A.=G. Berlin W. 35, der die bekannteſten Börſen=
Allllicher in ſeinem Verlage vereinigt. Neumanns Kurs=
Allen verzeichnen wie immer die höchſten, niedrigſten
l tzten monatlichen und jährlichen Kurſe aller an der
Aiter Börſe gehandelten Werte, ſowohl vom abgelau=
Mit Jahr, als auch weiter noch von den letzten ſechs Jah=
Der dadurch ermöglichte raſche Ueberblick über die
Aſſchhabte Kursbewegung gibt ein praktiſches Bild von
Wert eines Börſenpapiers. Die Kurstabellen ſind
r auch zum unentbehrlichen Nachſchlagewerk ſowohl
ſtaankiers als auch für Privatkapitaliſten geworden.
muverläſſig bearbeitete Buch iſt zum Preiſe von 6 M.
alle Buchhandlungen oder direkt vom genannten
kam zu beziehen.

Heſſiſcher Jagd=Klub.

.. Zu einer Vorführung der Leiſtungen von Poli=
hrunden
in der Aufnahme der Spur und
Werfolgung von markierten Wilddie=
oatte
der Heſſiſche Jagd=Klub ſeine Mitglie=
ſund
Freunde eingeladen. Eine ſtattliche Zahl war
Arundlichen Einladung gefolgt und hatte ſich am Sonn=
Aſnoorgen bei der Jagdhütte des Herrn Kommerzienrats
er am Eichenwäldchen vor Eberſtadt eingefunden.
nrachtvoller Morgen war dem trüben, regneriſchen
tag gefolgt und wenn auch zunächſt ein ſcharfer Nord=
ſſ
das Blut etwas abkühlte, bald brach die Sonne ſieg=
nurch
das Gewölk und gab ſo der intereſſanten ſport=
m
Veranſtaltung einen unvergleichlich ſchönen Rah=
Die Wahl des Platzes für die Vorführung war
Aritt günſtig, denn von dem hohen Berge aus konnten
Ibeiten der Hunde bis auf die weiteſten Entfernungen
Ahrndert verfolgt werden.
err Kommerzienrat Hickler hieß die Erſchienenen
ſſimmen des Heſſiſchen Jagd=Klubs aufs freundlichſte
Aſſomen, worauf Herr Polizeikommiſſar Linde=
mmm
, Vorſitzender der Heſſ. Polizei= und Schutzhunde=
binigung
, der das Arrangement der mit einer Prüfung
Gheauszeichnung verbundenen Vorführung übernommen
ſ, eine intereſſante, allgemeine Darlegung der Ver=
Aiung der Polizeihunde für die Aufdeckung und Er=
Pilung von Wilddieben gab. Beſonders wies er auf
Ahln ichtigen Umſtand hin, daß die gefundenen Spuren
unberührt gelaſſen, womöglich durch Ueberdecken ge=
t
werden müſſen.
ls erſter Hund hatte dann der 2½jährige Airedale=
iar
Rolf des Kriminalſchutzmanns Weber die Auf=
won
einer vorhandenen mit Blut getränkten Stelle
Alleimer Fußſpur Witterung zu nehmen, die Spur zu ver=
n
, und den Wilderer, von deſſen Exiſtenz ein Schuß
Jagdpächter Kunde gab, eventuell zu ſtellen. Dieſe
Allode wurde von dem ſchon mehrfach prämiierten Rolf
Murtt gelöſt und ebenſo ſicher ein vom Wilderer unter=
m
unbemerkt weggeworfener Gegenſtand herbeigebracht
arras von Deidelsheim, 3 Jahre alt, deutſcher Schä=
Allräd des Schutzmanns Jäger, ſollte einen Schlingen=
itellen
und hierzu an Schlingen oder Fußſpuren Wit=
ig
nehmen. Auch er erfüllte ſeine Aufgabe gut und
Mt ebenfalls ein vom Schlingenleger fortgeworfenes
Uhemtuch herbei. Die zweijährige Schäferhündin
ſa von Darmſtadt des Schutzmanns Seng hatte eben=
en
einer vorhandenen Spur Witterung zu nehmen
Aden Wilderer zu ſtellen. Als erſchwerender Umſtand
vieſer einen Schuß auf den Hund abgeben. Alona
flle die Aufgabe glücklich durch und bewies auch abſolute
ßfeſtigkeit, indem ſie ſich nicht im geringſten von der
ſoggung abhalten ließ. Der 2½jährigen Schäferhün=
Aeenta von der Hirſchbach des Polizeidieners Kiſ=
Aeer in Griesheim war aufgegeben, den Einbrecher,
Mime Jagdhütte erbrochen hatte, zu ermitteln. Als er=
rend
wurde hier vorgeſehen, daß der Einbrecher mit
esten in einem geſtohlenen Gewehr enthaltenen Pa=
oen
Führer verwundet und dieſer die Führung auf=
Mimmußte. Auch dieſer Hund erfüllte ſeine Aufgabe
Alis und ſetzte willig und ohne Zögern die Verfolgung
inbrechers unter Führung einer zweiten Perſon fort.
ſüss letzter Hund verfolgte der 2½jährige Airedale=
ſſer
Rex vom Mümmlingtal des Kaufmanns Philipp
die Spur eines Wilderers, der bei der Verfolgung
geſchoſſenen Wildes Ruckſack und ein Meſſer verlo=
ht
. Auch dieſer Hund enledigte ſich ſeiner ſchwieri=
llutfgabe
mit Sicherheit.
den Gang der intereſſanten Vorführungen unterbrach
Wngenehmer Weiſe ein von Herr Kommerzienrat Hick=
feundlichſt
gegebenes, trefflich mundendes Frühſtück.
Schluß zeigten noch einige Hunde ihre hervorragen=
Vh.
Aiſtungen im Revieren beim Suchen nach verlorenen
G
Purtänden. Herr Prof. Zimmer verteilte dann die
Jagdklub geſtifteten Preiſe und drückte in herzlichen
Wen den Dank des Klubs aus an Krimminalkommiſſar
mann die einzelnen Führer. Den 1. Preis
t Schutzm Jeber, da die Leiſtung des Rolf
hl Punkten Fvertet wurde; den zweiten Polizei=
r
Kiſſinger mit 48 Punkten; den dritten Schutz=
Seng mit 40 Punkten, den vierten Schutzmann
er mit 33 Punkten und den fünften Preis Kauf=
Zum Schluß dankte
Rudi mit 29 Punkten.
Kcommerzienrat Hickler nochmals Herrn Polizei=
Wniſſar Lindemann für ſeine Mitwirkung und den bei=
heerren
, die das Amt der Preisrichter ausübten,
Kapfenberger und Herr Prof. Zimmer.

Darmſtadt, 27. Januar.
Landkolonie für Unfallverletzte und Invalide. Am
M. findet auf Einladung des Herrn Provinzial=
vers
Fey eine Beſprechung im Regierungsgebäude
r wegen Gründung einer Landkolonie für Unfallver=
und Invalide ſtatt. Es ſind eine Anzahl Aerzte,
Mtände und Geſchäftsführer von Unfall= Berufs=
unſchaften
und ſonſtigen auf dem Gebiete des Ver=
Wungsweſens erfahrenen Perſonen hierzu gebeten

worden. Herr Dr. Rigler, Chefarzt der Ernſt=Ludwigs=
Heilanſtalt dahier, der in der Frage der Errichtung ſol=
cher
Landkolonien ſich durch ſeine Tätigkeit, ſowie durch
Herausgabe einer Broſchüre beſondere Verdienſte er=
worben
hat, wird bei der Beſprechung nähere Ausführun=
gen
über die Angelegenheit machen. Es dürfte inter=
eſſieren
, zu erfahren, daß die Sache bereits dadurch einen
ſehr günſtigen und erfreulichen Anfang genommen hat,
daß von dem bekannten Großinduſtriellen Herrn von
Wülfing in Berlin ein Kapital von 50000 Mk. in ſehr
dankenswerter und anerkennenswerter Weiſe für obigen
Zweck geſtiftet und bei der Provinzialdirektion dahier
deponiert wurde.
g. Maskenball der Turngemeinde. Wie alljähr=
ich
erfreute ſich der am Samstag in den ſämtlichen
Räumen der Turnhalle am Woogsplatz vom Großen
Rat der Turngemeinde veranſtaltete große Fa=
milien
=Maskenball eines außerordentlich großen
Beſuches. In den feſtlich geſchmückten Räumen ent=
wickelte
ſich ſchon früh ein reges Maskentreiben und be=
ſonders
im großen Feſtſaal, in dem zwei Muſikkapellen
abwechſelnd ihre luſtigen Weiſen erklingen ließen und
wo gar viele idylliſche und lauſchige Niſchen und
Eckchen zum traulichen Verweilen einluden, zeigte ſich
die Beliebtheit des Maskenballs der Turner in einem
kaum zu übertreffenden Maskengewimmel. Da einten
ſich zu einem reizvollen Bilde die verſchiedenſten Trachten
von Türken, Ruſſen und auch der vielſprachigen
Völker des Balkans, denen liebliche Schweizer=
mädels
, Dominos, Pierretten, raſſige Slavinnen uſw.
anſcheinend die angenehmſte Ergänzung der Maskenball=
ſtimmung
verſchafften. Von der vorzüglichen Stimmung
zeugte wohl am beſten die unermüdliche Tanzluſt, der
lebhafte Beſuch der Sektſtuben und die rege Nachfrage
nach den lauſchigen Eckchen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 25. Jan. Ueber das Befinden des
Prinzen Adalbert wird heute folgendes mitge=
teilt
: Prinz Adalbert hat mit kurzen Unterbrechungen
gut geſchlafen. Die Mattigkeit iſt nicht mehr ſo groß, die
Temperatur beträgt 36,3, der Puls gleichmäßig 72.
* Verlin, 25. Jan. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
heute den Entwurf eines preußiſchen Woh=
nungsgeſetzes
nebſt Begründung, zu deſſen Ein=
bringung
die Allerhöchſte Ermächtigung erteilt worden iſt.
Der Entwurf enthält Beſtimmungen über Baugelände,
Bauordnung, Wohnungsordnung und Wohnungsaufſicht.
Seine Einbringung bei dem preußiſchen Landtag wird
erſt nach den Neuwahlen erfolgen, da in der zu Ende
gehenden jetzigen Legislaturperiode keine Zeit mehr für
die Durchberatung des wichtigen Geſetzes iſt.
Berlin, 26. Jan. Staatsſekretär v. Jagow über=
nahm
die Leitung des Auswärtigen Amtes.
* Berlin, 26. Jan. Ueber das Befinden des Prin=
zen
Adalbert wird folgendes Bulletin ausgegeben:
Prinz Adalbert hat letzte Nacht nach kurzen Unterbrechungen
gut geſchlafen. Er fühlte ſich morgens friſcher. Die
Temperatur war morgens 8 Uhr 36.3, Puls 72. Die
Lungenerſcheinungen nahmen einen weiteren Rückgang.
Dr. Weispfennig.
* Haag, 25. Jan. Königin Wilhelmina be=
abſichtigt
, am 27. Januar ſich einige Tage nach dem
Taunus zu begeben um den dort aus Geſund=
heitsrückſichten
weilenden Prinzen Heinrich der Nieder=
lande
zu beſuchen. Die Königin reiſt inkognito als Grä=
fin
von Buren.
Warſchau, 26. Jan. Durch teilweiſen Einſturz
einer Wand der im Bau befindlichen öffentlichen
Bibliothek wurden mehrere Menſchen getötet. Bisher
wurden fünf Tote geborgen.
* Wien, 26. Jan. Nach vorübergehender Beſſerung
verſchlimmerte ſich das Befinden des Ertherzogs
Rainer heute vormittag bedeutend. Die Blaſenbe=
ſchwerden
haben ſich geſteigert. Heute mittag wurde der
Erzherzog mit den Sterbeſakramenten verſehen. Abends
galt ſein Zuſtand für hoffnungslos.
* Paris, 25. Jan. Aus Mogador wird vom 24.
Januar gemeldet: Die Marokkaner griffen nachts
das Lager bei Zaonia und Quelhaſſen an. Nach 14 ſtün=
digem
heftigen Kampfe wurden die Marokkaner zurück=
geworfen
und Zaonia genommen. Die Franzoſen nähern
ſich jetzt dem Baron=Fluß. Ihre Verluſte betragen acht
Tote und 41 Verwundete. Die Verluſte der Marokkaner
ſind beträchtlich.
* Paris, 25. Jan. Rei der geſtrigen Abſtimmung
im Senat wurde Dke Tagesordnung, in welcher der
Regierung das Vertrauen ausgeſprochen wird,
mit 253 revublikaniſchen Stimmen gegen 75 bei 133 Stimm=
enthaltungen
angenommen
* Paris, 26. Jan. Der ehemalige Deputierte
Dr. Paulin Mern, welcher in der boulangiſtiſchen Be=
wegung
eine große Rolle geſpielt hat, ſtarb geſtern in=
folge
einer Verletzung, die er ſich durch die Behandlung
einer Kranken mit Radiumſtrahlen zugezogen hatte.
Paris, 26. Jan. Nach einer der Agence Havas
über Cerbères zugekommenen Meldung hätte ein Arbeiter
gegen den Erzherzog Ludwig Salvator auf deſſen
Beſitzung Mirama auf den Balearen=Inſeln mehrere Re=
volverſchüſſe
abgefeuert. Der Erzherzog ſoll eine
leichte, eine Lehrerin eine ſchwere Verwundung erlitten
haben.
* Paris, 26. Jan. In einem Theater der Vorſtadt
Belleville wurde geſtern abend eine Pantomime ge=
ſpielt
, in deren Schlußſzene ein Löwe hinter einem
Gitter vorgeführt werden ſollte. Infolge Verſehens eines
Maſchiniſten erſchien der Löwe jedoch außerhalb des
Gitters vor dem Souffleurkaſten. Unter der dichtge=
drängten
Zuſchauermenge entſtand eine furchtbare Panik
und alles ſtürzte nach dem Ausgang. Der Löwe, wel=
chen
das Geſchrei erſchreckte, ſprang in eine Proſzeniums=
loge
und von dort in das anſtoßende Direktionszimmer,
von wo er von einem Tierbändiger in den Käfig zurück=
geſchleppt
wurde. Mehrere Frauen und Kinder erlitten
in dem Gedränge leichte Ve letzungen.
Mogador, 26. Jan. Die Harka der Anflus wurde
geſtern nach heftigem Artilleriekampf, dem ein Sturm=
Die Marokkaner
angriff folgte, zurückgeworfen.
hatten ſtarke Verluſte. Auf franzöſiſcher Seite ſind mehrere
Soldaten gefallen; etwa zwanzig Soldaten wurden
verwundet.
Berlin, 26. Jan. Nach Unterſchlagung von
2000 Mark iſt der bei einer Berliner Großbank ange=
tellte
Bankbeamte und Expedient W. Buron geflüchtet.
Er erhielt den Betrag vor einigen Jahren von einem
Herrn, um die Summe bei der Bank zu deponieren, hat
aber das Geld nicht angelegt.
Paris, 25. Jan. Heute vormittag fuhr ein aus
Enghien kommender Lokalzug auf dem Pariſer Nord=

bahnhof mit großer Geſchwindigkeit auf einen Prellſtein
uf. 20 Perſonen erlitten unbedeutende Verletzungen.
Daresſalam, 25. Jan. Oberleutnant Wupper=
mann
, der ſich mit ſeiner Gatt in auf der Jagd befand,
wurde durch eine Antilope ſchwer verletzt. Der
Oberleutnant mußte nach Mahenge geſchafft werden.
Während des nächtlichen Marſches ertönte plötzlich der
Ruf Löwe‟. Die eingeborenen Begleiter ſchoſſen darauf=
hin
wild darauf los. Ein Schuß traf die Gattin des
Oberleutnants in den Rücken, ſodaß ſie tot zu=
ammenſtürzte
.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Auch für Herren
eignet ſich Califig in vorzüglicher Weiſe. Zumal die, welche durch
ihren Beruf gezwungen ſind, faſt den ganzen
Tag am Schreibtiſch oder im Zimmer zuzu=
bringen
, bedürfen öfters eines Mittels, das
die natürlichen Funktionen der Verdauung
unterſtützt und ſo chron. Verſtopfung vorbeugt.
8
Califig ein reines Pflanzenprodukt
regelt den Stuhlgang ohne Beſchwerden in ſo
angenehmer, natürlicher Weiſe, daß man es
jederzeit nehmen kann, ohne eine Berufs=
ſtörung
befürchten zu müſſen. Feiner aroma=
tiſcher
Geſchmack.
In allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſch
Extra große Flaſche
Mk. 2,50. Beſt.: Syr. Hcl Californ. 75, Ext. Senn. liqu. 20, ElIx. caryoph. comp. 5.
Wie man die Schuppenbild ung beſeitigt. Von
einem Spezialiſten. Es iſt eine altbekannte
Tatſache, daß die Bildung von Kopfſchuppen für faſt alle
Krankheiten des Haarbodens verantwortlich zu machen
iſt, insbeſondere auch für das Kahlwerden und das früh=
zeitige
Ergrauen der Haare. Manchem dürfte daher das
nachſtehende Rezept zur Bereitung eines bewährten Haus=
mittels
willkommen ſein, von welchem ein hervorragender
Spezialiſt nach genauen und weitgehenden Verſuchen er=
klärt
hat, es beſeitige die Schuppenbildung meiſt ſchon
bei ein= bis dreimaliger Anwendung vollſtändig. Man
kann ſich dies Rezept leicht von irgend einem Apotheker
oder Drogiſten zuſammenſtellen laſſen: 85 gr. Bay-Rum,
30 gr. Livola de Composée, 1 Gr. krist. Menthol. Dies
wird ordentlich durcheinandergeſchüttelt und iſt dann nach
halbſtündigem Stehen gebrauchsfertig. Die fertige Flüſſig=
keit
, welche man ſich übrigens auch durch Züfügung von
Teelöffel beſſeren Parfüms parfümieren laſſen kann,
reibe man morgens und abends mit den Fingerſpitzen
leicht in die Kopfhaut ein.
Dieſes Rezept iſt kein
Haarfärbemittel, es iſt aber unübertrefflich zur Stär=
kung
des Haarwuchſes und erweiſt ſich bei frühzeitig
ergrautem Haar als ſehr dienlich zur Wiedererlangung
einer natürlichen Farbe.
(2662

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Dampfernachrichten.

Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 14. Jan. vorm. in Rotterdam eingetroffen.
Nieuw Amſterdam 21. Jan. vorm. von New=York ab=
gegangen
. Noordam 22. Jan. nachm. in New=York
eingetroffen. Ryndam 19. Jan. 3 Uhr 30 Min. nachm.
Lizard paſſiert. Potsdam 19. Jan. nachm. in Rotter=
dam
eingetroffen.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Am Samstag früh ½5 Uhr entſchlief nach
langem, ſchwerem Leiden mein innigſtgeliebter
Mann, unſer guter treuſorgender Vater
Schwiegervater und Großvater
(B2689
Herr Philivo Grünig
Kasernen-Inspektor a. D.
im 76. Lebensjahre.
Im Namen der trauernd Hinierbliebenen:
Frau Eva Grünig Witwe,
Maria Margarete Grünig.
Darmſtadt, den 25. Januar 1913.
Die Beerdigung findet heute, Montag, den
27. Januar, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbe=
hauſe
, Moſerſtraße 5 aus, ſtatt. Einſegnung
4 Stunde vorher.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Nummer 22.

Statt jeder besonderen Anzelge.
Gestern abend starb nach längerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden,
im Krankenhause zu Mannheim, meine liebe Frau, unsere gute Schwester,
Schwägerin und Tante
Frau Dora Köhler, geb. Andriano
was wir hiermit Verwandten und Freunden mit der Bitte um stille Teil-
nahme
anzeigen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Köhler, Fabrikdirektor,
Susanne Andriano,
Peter Andriano, Hauptmann a. D.
Rheinau (Baden), Darmstadt, Kreuznach, Wilhelmshaven,
den 25. Januar 1913.
Die Einsegnung findet Montag nachmittag 3 Uhr in der Kapelle des Darmstädter Friedhofes
statt; daran anschliessend die Beerdigung. Das Seelenamt findet Dienstag vormittag 9 Uhr
in der St. Ludwigskirche statt.
(2680

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Ab. A). Anfang
Lohengrin.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Pfarrer D. Dr. Preuſchen um 8 Uhr
Gemeindehaus der Johannesgemeinde (Frauenver
Vortrag von Profeſſor Schwarz um 8 Uhr in
Eliſabethenkirche.
Abmarſch der Vereinigten Kriegervereine zur Pare
um 11.20 Uhr vom alten Hauptbahnhofsplatz.
Verſammlung des Frauenvereins der Süd
pfarrei der evang. Stadtgemeinde um 5 Uhrt
ſtraße 17.
Hauptverſammlung der Freiwilligen Feuerſo
um 9 Uhr bei Kamerad Rühl.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etag
Vorſtellungen von 411 Uhr.

Verſteigerungskalender.
Dienstag, 28. Januar.

Stammholz=Verſteigerung um 9. Uhr
Gemeindewald (Zuſammenkunſt
Pfungſtädter
Bahnwärterhaus am Seeheimerweg).
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Günhe
Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Brenn= und Stammholz=Verſteigerun
9 Uhr im Gräfenhäuſer Gemeindewald (Zuſamma
kunft auf der Kreuzung der Lang= und Albſee
ſchneiſe).
Brennholz=Verſteigerung um 9½
Darmſtädter Hof zu Griesheim.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdru
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feulllſig
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übmn
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Ma
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteila
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſon
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungenſi
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
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Buchdruckerei (2661a
Ernſt Ludwigſtr. 9, I. Stock.

Zu Oſtern ein Lehrling
geſucht (2650oms
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Adolf Zachmann, Bleichſtraße.

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Bohn. Heidelbergerſtr. 61. (*2089fsg

ächste Ziehungens
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Ziehung 1. u. 3. Februar.
à3 M.
Wohlfahrts-Geld-Lose
Ziehung 20.22. Februar.
,111
Alsfelder Geld-Lose .
Ziehung 6. u. 7. März.,
Mainzer Pferde-Lose . . . . 5
Ziehung 2. April.
à1I.
Eisenacher Geld-Lose
Ziehung 5. u. 7. April.
Darmstädter Schloßfreiheit=-
à11.
Geld-Lose
Ziehung 25. April.
Oscar Petrenz, Kgl. Preuß
Lotterie=Einnehmer, i. Fa. Müller &
Rühle, Hofbuchhandlg., Eliſabethen.
(IV,26.
ſtraße 5.
Nehme noch einige Damen äl
täglichen Friſieren an. (1892a
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Paul Fröhling, nheinstraße 3
neben Hotel Britannia.
Telephon 1919.

[ ][  ][ ]

Umtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtar
t.

Gefunden: 1 Zwicker mit Nickelgeſtell und Lederfutteral
Goldſtück. 1 ſilberne Damenuhr mit Goldrand. 1 Geſangbuch,
N. K. 1 weißer Kinderpelzkragen. 1 Buch (Regimentsgeſchichte
Inf.=Regt. Nr. 117). 1 Damenſchirm mit rundem Knopf.
ſamenſchirm. 3 verſchiedene Schlüſſel. 1 Vorſtecknadel mit Stein=
1 Liederbuch vom Marienbund. 1 Einmarkſtück. 1 ſchwarz=
lienes
, geſtricktes Umhängetuch. 1 brauner Damenpelz. 9 Schlüſſel
mmengebunden). 1 farbiger Brötchenſack. 1 ſilberne Damenuhr
langer Kette. 1 brauner ſchmaler Damenpelz.
Zugelaufen:
ſolfshund. 1 Pinſcher.
(2699
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
je
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
dn
ſich: 3 Pinſcher. 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Foxterrier ( zuge=
fen
). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
ſer
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
ſpet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (2655

Spülung des Waſſerrohrnetzes.

Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſer=
frnetzes
in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
ſier Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
llltebrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
ſſiher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 27. zu Dienstag, den
s. Mts. wird geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße (Herrngarten=
) Odenwaldbahn, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält
arterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile Kranich=
er
=Straße, Hohler Weg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere),
ſſchen Dieburger=Straße und Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=,
ls= und Beſſunger=Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 29. zu Donnerstag,
B0. ds. Mts. wird geſpült:
Spülbezirk Kx.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße,
Aſunger= Karls= und Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs=
Sſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 30. zu
ßitag, den 31. ds. Mts. eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 17. Januar 1913.
Städtiſche Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
(2514so

Asführung von Gasanlagen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke.

Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=
Lagen im Innern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das
Urmetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen darf nur durch
Inſtallateure erfolgen, die vom Herrn Oberbürgermeiſter
dchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich verpflichtet haben,
Dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter
ſſbachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und Vorſchriften
zu führen.

Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:

iiffried Beck, Karlſtr. 39.
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Pbt., Becker Nachf., Grafen=Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
ſtraße 27.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Anrich Becker, Brandgaſſe 2. Ludwig Lautenſchläger, Neckar=
. Breitwieſer, Nieder= Ram=
ſtraße
26.
ſtädterſtr. 54.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
An. Brunner, Eliſabethenſtr. 33. Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
WlDarmſtädter, Sandbergſtr. 661 V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Eberhardt, Nieder=Ram=
Dieburgerſtraße 54.
ſtädterſtr. 11.
Phil. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Soderſtraße 49 und 54.
Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Moddor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a. Aug. Neumeyer Wwe., Große
Arg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ochſengaſſe 22.
Mwrig Fiſcher, Langgaſſe 21. Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Auhard Gans, Rheinſtr. 47. Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
nz Geiger, Karlſtraße 36.
Wh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
h Glock, Langegaſſe 9.
Etav Göckel, Karlſtr. 12.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Arander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
lipp Handſchuch, Schloß=
Philipp Roth, Mühlſtr. 17.
gartenſtraße 37.
Awig Heppenheimer, Luiſen= J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
ſſtraße 2.
h. Heppenheimer, Kiesſtr. 80. Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Karl Schreiner. Soderſtr. 48.
Mt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Al Hoffmann, Wienersſtr. 44.Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Mth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89.Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
uaann Jung, Bleichſtr. 11.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
l Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Ahlip Jung, Alexanderſtr. 9.
Kämmerer, Parcusſtraße 10. Michael Vollrath, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
51.
Kaiſer, Rheinſtr. 5.
Wp. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8. Hch. Waldſchmidt, Ludwigshöh=
ſtraße
21.
Alrg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Mlust Keller, Dieburgerſtr. 18. Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Mlf Kling, Grafenſtr. 35.
iv. Kling & Co., Rheinſtr. 17. Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Mlik & Rettberg, Ludwigspl. 8½. Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
Mlert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84. Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.
. Kraus Nachf. (Inh. Adam
Bender), Karlſtraße 51.

Darmſtadt, den 22. Januar 1913.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
(2453fo
Friedrich.

Fekanntmachung.

ſie am 15., 16. und 20. d. M.
mdko ßdörfer Gemeindewald ab=
äschte
nen Holz=Verſteigerungen
ſink genehmigt. Die Abfuhr=
ſchlte
können gegen Bürgſchaft
5 Barzahlung von Dienstag,
daſtts. ds. Mts. ab, in Empfang
gerimanen werden.
(2683
Pdorf, 24. Januar 1913.
h. Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.

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betreffenden Fragen.
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Zentralhetzungs=Anlage.

Die Niederdruck=Zentralheizungs=
Anlage für das Krematorium ſoll
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem unter=
zeichneten
Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
offen.
Die Angebotsſcheine werden an
auswärtige Firmen nicht abge=
geben
.
Angebote ſind bis
Freitag, 14. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
reichen
.
(2685od
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Bekanntmachung.
Montag, 10. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,

ollen die den Peter Günther Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebenen Lie=
genſchaften
:

Flur Nr. qm
35 Grasgarten (Vor=
XIX 91
garten) Sand=
bergſtraße
,
XIX 91710 205 Hofreite Sand=
bergſtr
. Nr. 62,
XIX 9170 112 Grab=
garten
ldaſelbſt,
74 Gras=
garten

XIX 92
113 Grab= 1 Sand=
garten

berg=
73 Gras=
gartenſtraße
,
XIX 92//10 212 Hofreite Sand=
bergſtr
. Nr. 64,
XIX 927/10 37 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,

in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, wiederholt zwangs=
weiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
kann auch dann erfolgen, falls
kein der Schätzung entſprechendes
Gebot eingelegt wird und andere
rechtliche Hinderniſſe nicht ent=
gegenſtehen
.
Darmſtadt, 17. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI.2163
K81/12)

Bekanntmachung.

In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Vereinigten
Mitteldeutſchen Zigarrenfabri=
ken
, G. m. b. H. zu Darmſtadt,
ſoll eine Abſchlagsverteilung ſtatt=
finden
.
Der verfügbare derzeitige Maſſe=
beſtand
iſt 35000 Mk. Die zu=
nächſt
zu berückſichtigenden bevor=
rechtigten
Forderungen (beſtrittene
u. unbeſtrittene) betragen 20756 M.
65 Pfg. An Gerichts=, Verwal=
tungs
= und anderen Maſſekoſten
und Schulden ſind 3563,31 Mk.
vorgeſehen, ſo daß zur Verfügung
der nicht bevorrechtigten Konkurs=
gläubiger
, deren angemeldete, an=
erkannte
und beſtrittene Forde=
rungen
den Betrag von 178008 M.
6 Pfg. erreichen, 10 680 M. 4 Pfg.
ſtehen, wovon für die anerkannten
Forderungen in Höhe von 111125 M.
3 Pfg. 6 Prozent zur Verteilung
(2700
gelangen.
Darmſtadt, 25. Januar 1913.
Der Konkursverwalter:
Rechtsanwalt Geißner.

Bekanntmachung.
(Stadtwald.)

Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 6 vom 24. Januar l. Js. iſt
genehmigt. Ausgabe der Abfuhr
cheine am 2. Februar, Tag der
Ueberweiſung und erſter Abfuhr=
tag
am 3. Februar 1913. (2653
Darmſtadt, 24. Januar 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

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Unterſtützungen aus der Karl Schloſſer’ſchen Stiftung.

Aus oben genannter Stiftung ſind von laufendem Jahre ab
fünf Unterſtützungen, und zwar je nach Dauer der Lehrzeit auf drei,
zwei oder ein Jahr zu vergeben. Die jährliche Unterſtützung beträgt
171 Mk. 43 Pfg.
Als Bewerber können auftreten die Söhne hieſiger Bürger
und dahier unterſtützungswohnſitzberechtigter Einwohner, die in der
Schule durch Sittlichkeit und Fleiß ſich ausgezeichnet und zur Er=
lernung
eines ehrbaren Gewerbes oder einer Kunſt Anlage und
Neigung haben.
(2686od
Schriftliche Bewerbungen ſind bis längſtens 20. Februar
ds. Js. bei mir einzureichen. Belege, aus denen das Vorhandenſein
der oben erwähnten Vorausſetzungen für die Vergebung der Unter=
ſtützung
hervorgeht, ſind beizufügen.
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Mueller.

Bekanntmachung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Eberſtadt für das Jahr
1913 liegt von Montag, den 27. Januar bis Montag, den 3. Februar
ds. Js., beide Tage einſchließlich, auf dem Bureau der Großh. Bür=
germeiſterei
Eberſtadt zur Einſicht der Beteiligten offen.
Während der Offenlegungsfriſt können in den üblichen Bureau=
ſtunden
Einwendungen ſchriftlich oder zu Protokoll bei dem Bürger=
meiſter
erhoben werden.
Zu den zur Erhebung kommenden Umlagen werden auch die
Ausmärker herangezogen.
(2651
Eberſtadt, den 24. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.

V
Slammhotz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 6. Februar I. J.,

kommen im hieſigen Gemeindewald nachſtehende Holzſortimente zur
Verſteigerung:
1. Eichen=Stämme:
1 Stück von
60 cm Durchmeſſer, 1,23 km enthaltend
5060
5,66
3,00
3 4050
,
3,93
3040

,
5 2030
1,77
2. Kiefern=Stämme:
4 Stück von 50 cm und mehr Durchmeſſer, 9,25 km enthaltend
64,68
45 4050
3040
71,95
81
,
12. 2030
6,12
3. Fichten=Stämme:
1 Stück von 30 cm Durchmeſſer, 0,91 km enthaltend.
Die Zuſammenkunft iſt vormittags 10 Uhr auf der Mörfelder
Straße am Eingang des Waldes. Gedruckte Verzeichniſſe können
von uns bezogen werden.
Kelſterbach, am 23. Januar 1913.
(II,2671
Großh. Bürgermeiſterei Kelſterbach.
Hardt.

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Darmstädter Volksbank
2618so) eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.

Vorſchule der beiden Gymnaſten zu Darmſtadt.
Aufnahme zu Oſtern 1913.
Anmeldungen bitten wir, ſoweit ſie nicht bereits erfolgt ſind,
Donnerstag, den 6. und Freitag, den 7. Februar von 10 bis
1 Uhr im Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums ( Karl=
ſtraße
2) zu machen. Dabei ſind Geburtsſchein und Impfſchein vor=
zulegen
.
(2658a
Darmſtadt, 22. Januar 1913.
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.

Hessische

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Schulmässiger Klassenunterricht in allen Handelsfächern.

Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 8. April.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben
gerichtl. beeidigter Bücherrevisor. (2660a

Knaben-Pensionat Goetheschule, Offenbach u. M.
8. (II17

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Gala-
Elite-

armſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Nummer 22.

findet, wie alljährlich, in sämtlichen Räumen des Städtischen Saalbaues statt, am
Fastnacht-Samstag, I. Februar.

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Donnerstag, 30. Januar, pünktlich ½9 Uhr
abends, im Vereinshaus:
Lichtbilder-Vortrag
des Präſidenten Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer
Eine Nordlandreiſe=
(2664od
Die aktiven und inaktiven Mitglieder werden gebeten, recht
zahlreich zu erſcheinen.
Der Vorstand.

Rirchengeſangverein der Johannesgemeinde.
Mittwoch, den 29. Januar 1913, abends 8 Uhr,
im Fürstensaal
(2656
Meselhl
Sted Famiien= Abeid 2btel
mit muſikaliſchen und anderen Aufführungen.
Hierzu ſind beſonders auch unſere inaktiven Mitglieder und
Freunde eingeladen.
Der Vorstand.

Volksvorstellungen in Grossh. Hofhegter.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt in Ausſicht genommen:
Am Sonntag, den 2. Februar: Im weissen Röss’l‟.
Beſtellungen für dieſe Vorſtellungen haben bis ſpäteſtens Mitt=
wochs
vor jeder Vorſtellung, mittags 12 Uhr, bei den betreffenden
Vereinsſtellen zu erfolgen.
(2684)
Verkehrsverein.

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Plown=Anz. f. 1214 ſ. Knaben
bill, z. verk., gr. Domino z. verl.
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Zühnengard., eleg. Dam.=Mask.
P p. 3 Mk. a. z. v., 2 Bajazzo dar.
*2374oim) Gutenbergſtr. 66, III. I.

Musik.
Geige, Klavier und Trom=
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für Faſtnacht=Dienstag
zum Tanz von abends 7 Uhr
bis 1 Uhr geſucht.
Adr. unter B 94 an die
Expedition.
(2679oi

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2 zu verk. Hügelſtr. 69, III. (*2355

I. Sperrsitz A 87
für den Reſt der Spielzeit abzug.
Zu erfr. i. Verkehrsbürg. (*2346

5.
am Samstag
Buhn entſtogen in der Näheder
Schießhausſtr. und Martinspfad.
Abzug. Karlſtr. 44, Götz. (*2352

on (Kunstlichtspiele)
-Thedtel nur Rheinstr. 2.

ee
stellungwie’s Publikumwill, ist
unsere Kunst! Unsere Bil-
dersind
das Tagesgespräch
Heute und wenige Tage nur
neues Kolossal-Programm.
Eine Felddienstübung
der österreichischen Ge-
birgsartillerle
in Bos-
Hochvollendete
nien.
Naturaufnahme. (2641so

Turäei ins graue Alter=
tum
: An den Ruinen von
Theben spielt sich das herr-
liche
Traumschauspiel ab.

Karichen und dle
Piraten. Ein allerliebstes
Traumstück von vorzüg-
lichem
Humor Gespielt v.
entzückend. Lubin-Karlchen

Ein guter Film war die
Schwarze Katze‟ I. Teil.
Ein noch bedeutend besserer
Film von grandioser Wir-
kung
für jeden Besucher ist
Die schwarze katze
II. Teil.
Enorm spannend u. packend.

MINL. G PN.
Aumerkeunge Montag, 27, Ian.,
als Einlage: Die schwarze
Maske. Hervorragendes
Seiltänzer-Drama.
Noch nie dagewesen!

Programm
welches nach der Parade am Mon=
tag
, den 27. Januar, von der Ka=
pelle
des Leib=Drag.=Regts. Nr. 24
auf dem Paradeplatz geſpielt wird:
1. Ein Kaiſerwort, Marſch
von F. Pollack. 2. Ouverture zur
Operette Leichte Kavallerie von
F. v. Suppé. 3. Großer Kriegs=
marſch
und Schlachthymne, Finale
des 3. Aktes aus der Oper Rienzie
von R. Waaner.

Marmeladen u. Confituren
in Eimerch. à 2, 5, 10 Pfd.
Frisch-Obst-
Marmelade 1 70, 160, 300
Zweischen-Latwerg
70, 160, 290
Zweischen-Confiture
110, 230, 475
Aprikosen-Harmelade
125, 300, 575
Erdbeer-Harmelade
125, 300, 575
Allerfeinste Fabrikate
von Keiller & Son u. Helvetia‟
in ½ und ½ Gläsern und
Eimerchen:
Johannisbeer-Confiture u.
Gelée, Brombeer-Contiture,
Orangen-Confiture, Zwei-
frucht
-Confiture, Aprikosen-
Confiture, Himbeer-Confiture
und Gelée. Mirabeilen- Confi-
ture
, Erübeer-Conflture und
Gelée, Hagebutten-Confiture,
Ouitten-Conffl., Apfel-Gelée.
A. Reichard
Colonialwarenhaus
Ecke Bleich- u. Casinostr.
Telephon 104. (2456a

Letzte
4 Tage

Tel
rpheumi
Das Tagesgespräch in
Darmstadt bildet:
Der

. Etwas Neues, noch nie
Gesehenes ein Einfall von
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des
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Färberei u. chem. Wäsche
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Zur Feier des Allerhöchſten
burtsfeſtes Seiner Majeſtätzhe
Deutſchen Kaiſers.
125. Aufführung.
Lohengrin.
Große romantiſche Oper ind
Akten von Richard Wagnen
Muſikal. Leiter: Willem de Hahl
Spielleiter: Richard Lert
Perſonen:,
Heinrich d. Vogler Alfr. Stepball
Kohengrin . . . Georg Beclall
Elſa von Brabant Gt. Geyersba
Herzog Gottfried,
. Ad. Cronebei
ihr Bruder .
Friedrich von Tel=
Georg Wehe
ramund
Ortrud, ſ. Gem. Mil. von= Sih
Der Heerrufer des
Otto Sempell
Königs . .

Brabantiſche
Grafen

Edel=
knaben

Karl Bernhault
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[ ][  ][ ]

Nummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Seite 13.

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wird besser und wertvoller, je länger er lagert, Schuhwaren nicht.
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Größen übrig bleiben, daß sich namentlich in den teueren der Mode stärker unterworfenen Artikeln,
Restposten bilden, welche wir nicht in die nächste Saison hinüberziehen wollen. Alle diese
Waren sind wir entschlossen, unbedingt zu verkaufen, zu welchem Zwecke wir sie teilweise
für die Hälfte des regulären Wertes zum Verkauf stellen. Aber
auch die kurante Winter-
ware
aus allen Abteilungen
im Preise herabgesetzt, da wir ein-
unseres
Geschäftes ist um 13, 20 und 300 mal unsere Läger für Ende Februar
eintreffende Frühjahrsware freimachen, dann aber auch zur nächsten Wintersaison frische, nicht
vorjährige Ware vorzeigen wollen. Es handelt sich bei der gesamten Ausverkaufsware nur um
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Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)

Was beabſichtigen Sie zu tun? forſchte Mrs. Catlin.
Die Scheidung beantragen, entgegnete er beſtimmt.
So leicht wird das nicht ſein! Frau Claudia wird
ieber zu den Fleiſchtöpfen Aegyptens zurückkehren,
ſe ich ſie kenne. Sie haben ja noch keine triftigen
ſünde. Warten Sie es vorläufig ab. Bedenken Sie,
Alchge Aufregungen und Umſtände ein derartiger Prozeß
Sie mit ſich bringt, entgegnete die praktiſche Frau.
ſrd ern Sie ſie jetzt auf, wieder zu kommen. Das tut
ſicher nicht. Zahlen Sie ihr dann ruhig die Summe,
ſie zu beanſpruchen hat, und im übrigen werden Sie
ſichen!
Vor allem grämen Sie ſich nicht um die Frau, ſie
ſes nicht wert, Herr Major. Betrachten Sie dies als
beſte Löſung, von ihr frei zu kommen!
Sie ſprach noch manches und redete ihm zu, ſo daß
ſhalb beruhigt und halb überzeugt war.
Es würde doch nie wieder etwas Ganzes mit Claudia
Eden!
24. Kapitel.
Schwere Tage waren vergangen.
Eine Beſſerung in Lionels Befinden war nicht ein=
ſesen
; im Gegenteil der Zuſtand des Kranken hatte
uſehends verſchlimmert; man ſah, daß es zu Ende
Die Aerzte hatten es nunmehr für ihre Pflicht gehalten,
. Dorothea Catlin vorzubereiten, da ſie erſucht hatte,
Wahrheit nicht vorzuenthaltep.

Shmn nehn ſie die Ratrich auegnr und fnie
ergeben den Kopf. Sie war ihr ja nicht unerwartet ge=
worden
aber nun ſie die Gewißheit hatte, daß die
Stunden ihres abgöttiſch geliebten Sohnes nur noch ge=
zählt
waren, drohte ſie zuſammenzubrechen ihr Mutter=
herz
litt tauſend Qualen, und doch mußte ſie immer ein
freundliches, lächelndes Geſicht zeigen, wenn ſie an das
Lager des Kranken trat; denn er durfte nichts ahnen, er
klammerte ſich ja ſo an das blühende Leben, an die Aus=
ſicht
, wieder geſund zu werden, und ſie ſtimmte ihm bei
und mit ihr ſein junges Weib, das Tag und Nacht um
ihn ſein mußte.
In dieſen furchtbar ſchweren Tagen des Sorgens und
des Bangens um den Gatten fand Margareta keine Zeit,
eingehend mit dem Vater über Claudia zu ſprechen. Dieſe
hatte aus Nizza eine kurze Mitteilung an den Major ge=
langen
laſſen, ihr ihre Garderobe dahin zu ſenden, da ſie
nicht zurückkommen könnte und wollte. Sie hatte ſich be=
reit
erklärt, mit den ihr zuſtehenden Alimenten zufrieden
zu ſein, da ſie es in der engen Beſchränktheit der Villa
Margareta nicht auszuhalten vermöchte; ſie müßte frei
atmen können ihre Natur wäre viel zu verſchieden von
der ihres Gatten, und ein ferneres Zuſammenleben würde
beiden Teilen nur zur Qual gereichen; deshalb wäre es
beſſer, man trennte ſich auf friedlichem Wege.
Weiter hatte man nichts gehört; nur war es auf=
fallend
, daß auch der Marquis San Remo verlaſſen hatte.
Bekannte wollten die beiden am Spieltiſch in Monte
Carlo geſehen haben.
In Villa Margareta wußte man nichts davon, hatte
auch kein Intereſſe für die Vorgänge der Außenwelt, denn
ort rang ein junges Menſchenleben mit dem Tode,

Seite zun eſin Reie woß heie Sonr die Eab=
findung
, daß es mit ihm zu Ende ging.
Angſtvoll ruhten ſeine fieberiſch glänzenden Augen auf
dem Geſicht der Mutter ich muß ſterben, Mutter ja,
doch ich fühle es verhehlt es mir nicht
Nein, mein Liebſter, ſchluchzte Gretchen, Du wirſt le=
ben
wir wollen doch nun glücklich ſein
Groß ſah er ſie da an.
Warſt Du denn glücklich bei mir, Darling? flüſterte
er.
Ja, Lionel Du warſt ſtets ſo gut und Du 2
Da preßte er ihre Hand mit aller Kraft, die ihm zu
Gebote ſtand.
Ich war unbeſchreiblich glücklich in Deinem Beſitz
und darum wird mir das Scheiden ſo ſchwer
Margie, könnte ich Dich mitnehmen
Sie ſchauerte zuſammen, wie ſein heißer Atem ſie
traf.
Sprich nicht ſo, Lionel, Du bleibſt ja noch bei mir
Gretchen kniete an ſeinem Bette und ſeine Hand wühlte
in ihrem ſchönen blonden Haar.
Würde es Dir weh tun, wenn ich ſterben muß?
Sie ſah ihn nur an mit ihren tränenfeuchten Augen,
und ihr Körper bebte vor untedrücktem Schluchzen er
tat ihr ja ſo namenlos leid, wie er ſo elend und bleich
mit ſchlaffen Zügen in den Kiſſen lag, ſchon vom Tode ge=
zeichnet
. Nur in den Augen flackerte noch eine düſtere
Glut.
Darling, Du haſt mich doch lieb oder gedenkſt Du
noch des andern Du weißt doch, von dem Claudia
ſchrieb Damit quälte er ſich im ſtillen jetzt aber
mußte er es fragen jetzt, ehe er ſchied! Er wollte noch

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Nummer 22.

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enmir den ien Sper hanmn des ſiein, der Geten,
liebte.
Ein jäher Schrecken durchfuhr Margareta. Wie konnte
er in dieſer Stunde auf Claudias Brief zurückkommen!
Sie ſtreichelte ſein abgezehrtes Geſicht, die mageren
Hände und flüſterte ihm ſüß überzeugend zu, wie ſo oft
in dieſen letzten Tagen daß ſie nur ihn geliebt! Für
den anderen hätte ſie, wie alle, in törichtem Mädchenſinne
geſchwärmt.
Wirklich, Margareta?
Ruhig hielt ſie ſeinem forſchenden
Ja, Lionel
Blick ſtand, mit einem zärtlichen Lächeln um den Mund,
dann neigte ſie ſich über ihn und küßte ſeine Stirn.
Sie ſah, wie wohltuend ihre Worte für ihn waren,
ſah den beglückten Schimmer über ſein Geſicht fliegen und
bereute nicht, ihre Liebe ſo verleugnet zu haben.
Ein tiefer Atemzug hob ſeine kranke Bruſt.
dann kannſt Du mir auch eins verſprechen, Dar=
ling

Alles! Alles, was Du willſt!
Du wirſt Mama nie verlaſſen wirſt ſtets bei ihr
bleiben
Natürlich, Lionel, ich hab’ doch Mama lieb.
und dann wirſt Du auch niemals einen andern hei=
raten
! Nicht wahr, Margie, das verſprichſt Du mir, damit
ich ruhig ſterben kann keinem andern mehr angehören,
wiederholte er noch einmal deutlich, ſich im Bett auf=
richtend
und ihre Hand beſchwörend faſſend. Ich kann
den Gedanken nicht ertragen, daß Du nach mir vielleicht
noch eines andern Weib wirſt
Das Herz drohte ihr faſt ſtillzuſtehen vor Schrecken
und Beſtürzung.
Wie grauſam er in ſeinem Egoismus war ſollte
ſie ſich wirklich durch ein ſolches Verſprechen binden und
dadurch auf jedes fernert, ame Glück verzichten?

De in ihr ic den der Schoiegenitieg, ie eint
und ſchweigend an der anderen Seiten des Bettes ſtand,
und ſie erfaßte die ſtumme Mahnung und flehentliche
Bitte in deren Geſicht.
Sie zwang ſich zur Ruhe.
Wenn Du von mir gehſt, werde ich niemals daran
denken.
Schwörſt Du es mir, Margie? Er hielt den Blick un=
verwandt
auf ſein junges Weib gerichtet, damit ihm kein
Zucken in deſſen Antlitz entging.
Kaum den Bruchteil einer Sekunde währte ihr =
gern
; dann kam es feſt und klar von ihren Lippen, während
ihre Augen ruhig ſeinem durchdringenden Blick begeg=
neten
:
Ich ſchwöre es Dir, Lionel.
So gib mir die Hand darauf, Du auch, Mama nun
bleibt Ihr immer zuſammen o, daß ich ſcheiden muß,
flüſterte er, und ſein Haupt ſank müde zurück, ich danke
Dir, Margie, ich weiß, daß Du niemals Dein Gelöbnis
brechen wirſt
Sie vermochte kein Wort zu ſagen; ſie barg ihr Ge=
ſicht
in die Kiſſen und drückte ſeine Hand.
Nun hatte ſie alles vernichten müſſen, was ſie ſpäter
doch ſo unbeſchreiblich glücklich gemacht haben würde
und plötzlich, wie eine Viſion, erſchien ihr Ernſt Brand,
deſſen ſtrahlende Augen ſie vorwurfsvoll anzublicken
ſchienen, und ſein Mund flüſterte ihr zu: Wie durfteſt Du
das tun; dazu hatteſt Du kein Recht, meine Anſprüche an
Dich ſind älter und ich gebe ſie niemals auf
Ein unbeſchreiblicher Schmerz erfüllte ſie, der ihr faſt
die Fähigkeit zum Denken nahm mit aller Mühe mußte
ſie ſich halten; das Blut brauſte vor ihren Ohren, und nur
wie durch einen Schleier vermochte ſie zu ſehen.
Lionel hatte ſeine Hand auf ihrem Kopf liegeg. Jetzt

bon er in gurſchuicd ſhante inge h hr ſiher, ſchl
Geſicht.
Seine Augen ſchienen ihr wie zwei große, glühene
Sterne, deren Blicke ſich faſt ſchmerzhaft in ihr Ant
bohrten.
Margie Du, flüſterte er heiſer, ich kann Dich
nicht laſſen
In Dorothea Catlins Geſicht zuckte es und mit Me
drängte ſie die Tränen zurück; ihre Selbſtbeherrſchung war
am Ende.
Der Engel des Todes ſchwebte durch das Zimmer
er machte nicht Halt vor dem Schmerz der Mutter, den
nen des jungen Weibes und dem Lebensdrang und=
benswillen
des Sterbenden noch einmal mit letzter Kraft
raffte ſich Lionel auf; mit unſäglicher Zärtlichkeit blicktee
auf Margareta, deren Hand er feſt in ſeiner Rechten hieſt
mit der anderen taſtete er nach der ſeiner Mutter
hab’ ich Euch beide noch bei mir flüſterte er faſt tonlos,
Gretchen ſaß auf dem Bettrande und hatte ihren Arm=
um
ihn gelegt. Schwer fiel ſein Kopf gegen ihre Bruſtz
ſie ſtrich leiſe über ſein Haar und Geſicht.
Mein liebes Weib Wie ein Hauch kam es von ſeinem
Munde.
Das war das letzte Wort, das ſie von ihm hörten;
ſchwer und röchelnd ging ſein Atem. Wie ſuchend taſteten
ſeine Hände in der Luft; mit Grauen ſah Gretchen, daß
der Todeskampf begann. Kalter Schweiß bedeckte ſein
Geſicht; die Züge veränderten ſich, das Auge erloſch
nach einem letzten, zitternden Seufzer krampfte ſich ſeine
Geſtalt zuſammen und ſtreckte ſich dann lang aus
Weiter wußte Margareta nichts mehr; eine tiefe Ohn=
macht
hielt ſie umfangen. Es war zu viel für ihre durch
all die Aufregungen und Nachtwachen erſchütterte Natur
geweſen.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. Januar 1913.

Seite 15.

Kunſtnotizen.
lAber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
1 tehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Der Richard Wagner=Verein wird auf
Finem morgen, Dienstag, zu veranſtaltenden 208. Vereins=
anend
wiederum eine Sängerin von Rang in Darmſtadt
efſtmalig einführen: die Altiſtin Frau Maria Freund
alts Breslau. Ueber die Künſtlerin liegen uns u. a. fol=
gunde
Preßſtimmen vor: Hamburg. Hamburgiſcher
forreſpondent: Ihre leicht verſchleierte, geheimnisvolle
kongebung, die zu ſo machtvoller Klarheit emporzuſtrah=
at
vermag, ihre ſinnig beſtimmte Art, die zu ſo packen=
bar
Leidenſchaft zu erwachen imſtande iſt, ihre Fähigkeit,
tiurkſten Gegenſätzen ſtärkſten Ausdruck zu geben, und da=
häi
die Beherrſchtheit ihrer Impulſe, die wie Kraft für
ich wirkt (kraftvoller als ungebändigſtes Temperament
wirken vermag) all das macht, daß ſie jeden, der ſie
ſſert, in den Bann ihrer Kunſt zwingt. Die Freiheit,
ſſie dichteriſche Art ihrer Geſtaltung iſt auf ein wohl=
szipliniertes
Muſizieren gegründet, iſt die Freiheit reif=
ſtar
und höchſter Kultur. Der Abend bedeutet einen un=
ſchtrübten
Genuß, einen unvergeßlichen Eindruck. (M.
toewengard.) Hamburger Fremdenblatt: Auch geſtern
eruf Maria Freund wie im Rauſche ſchöpferiſchen Dran
ſes; es ging von der Künſtlerin jener merkwürdige Zau=
ſer
aus, wie ihn nur höchſte künſtleriſche Potenz verbrei=

ſang geradezu prachtvoll, durch Schlichtheit ergrei=
ſird
. (H. Chevalley.) Hamburger Neueſte Nachrichten:
Ein Produzieren im Reproduzieren, ein Nach=
ſchaaffen
mit echt künſtleriſcher, ſelbſtſchöpferiſcher Betätig=
ig
. Im Reiche des Träumeriſchen, des Poetiſchen und
es bis zur gewaltigen Klimax ſich ſteigernden Leiden=
ſchraften
herrſcht ſie mit unumſchränkter Gewalt ihrer Mit=
el
und ihres Ausdrucks. Hamburger Nachrichten: ( Ge=
llikchtnisfeier
für Guſtav Mahler.) Maria Freund gab
iteſen Stücken die ſingende Seele. Ihre Leiſtung war als
ſechniſcher wie als ſeeliſcher Ausdruck gleich meiſterhaft.
* Gertrud Leiſtikow wird am 14. Februar in
e Freien literariſch=künſtleriſchen Ge=
ſelllſchaft
tanzen. Das Thema des Abends lautet:
ſrrauenliebe und=Leben im Orient‟ Der Großherzog
ſa: ſein und der Frau Großherzogin Erſcheinen für die=
en
Abend in ſichere Ausſicht geſtellt.

Luftfahrt.

Die Abnahme des Z. 15.
* Karlsruhe, 24. Jan. Das Luftſchiff Z. 15"
lheute abend 6 Uhr zu einer Dauer= und Abnahme=
hrt
aufgeſtiegen. An Bord befindet ſich die Abnahme=
hmmiſſion
. Die Fahrtdauer iſt auf 18 bis 20 Stunden
ſemeſſen.
* Baden=Oos, 24. Jan. Das Luftſchiff
15 welches heute abend 6 Uhr zu einer Dauer= und
bmahmefahrt in Baden=Oos aufgeſtiegen war, langte
itte abend, nachdem es die Richtung über Freiburg=
ſaſſel
genommen hatte, um 11 Uhr 45 Minuten über dem
ſodenſee an, um ſeine Fahrt via Ulm=Stuttgart fortzu=
tien
.
* Baden=Oos, 25. Jan. Das Luftſchiff L. Z. 15"
ſchien um 10 Uhr über dem Flugplatz und war um
ml Uhr glücklich in der Halle geborgen.
* Friedrichshafen, 25. Jan. Das unlängſt
ſich Baden=Oos übergeſiedelte neue Luftſchiff Erſatz
" hat geſtern abend 6 Uhr eine auf 18 bis 20 Stun=
berechnete
Abnahmefahrt angetreten und iſt um 10
- in Lörrach in Baden, um Mitternacht über dem
irgenſee erſchienen, wo es lange gegen heftigen Weſt=
ſind
kämpfte. Um ¾3 Uhr erſchien das Schiff über
kelldſee, um 5 Uhr über Keilfingen. Dann überquerte
aufs neue den Schwarzwald nördlich von Freuden=
itt
. Um acht Uhr befand es ſich über Karlsruhe und
hlutg von dort die Richtung nach Baden=Baden ein. Die
ſerüngliche Abſicht, auch Ulm und Stuttgart zu über=
ſegen
, ſcheint wegen des ſchlechten Wetters aufgegeben
ſolden zu ſein.
* Magdeburg, 24. Jan. Der bei den geſtrigen
ſſiegerübungen in Magdeburg in der Nähe von Burg
runglückte Fliegerleutnant von Scheele befindet ſich
ſtegen anders lautenden Meldungen auf dem Wege
ſſei: Beſſerung.

sr. Ein 400000 Francs=Preis für Flug=
zeug
=Sicherungen. Die in Paris gegründete
Union zur Förderung der Sicherheit der Flugzeuge hat
hohe Summen für einen Preis aufgebracht, der für die
beſte Leiſtung auf dieſem Gebiet ausgeſetzt wird. Es
wurde beſchloſſen, von den zuſammengebrachten Geldern
einen erſten Preis von 400000 Francs für die beſts
Sicherheits=Vorrichtung an Flugzeugen auszuſetzen, die
entweder ein feſtes Ganzes mit dem Apparat bildet, oder
auch von ihm unabhängig ſein kan. Neben dem erſten
Preiſe ſind noch mehrere Prämien von je 20000 Francs
ausgeſchrieben für weitere hervorragende Einrichtungen
auf dieſem Gebiete. Die Verſuche mit den Erfindungen
ſind vor einer Jury abzulegen, die teilweiſe aus Mit=
gliedern
der Union, teilweiſe aus Vertretern der Mini=
ſterien
beſteht.
Der Simplonflug Bielovucics auf=
gegeben
.
Wie zuverläſſig gemeldet wird,
hat der Flieger Bielovucic ſeinen Plan, den Simplon zu
überfliegen, aufgegeben. Er hat den Aufſtiegsort Brig
bereits verlaſſen, da keine Ausſicht beſteht, daß das Wet=
ter
ſich in abſehbarer Zeit ändert und damit die Haupt=
bedingungen
für ein Zuſtandekommen des Fluges erfüllt
werden.
* Schwere Flugunfälle. Der bei der Flug=
kataſtrophe
von Burg mit dem Lt. Schlegel, der ſofort ge=
tötet
wurde, abgeſtürzte Lt. v. Scheele vom Eliſabeth=
Garde=Grenadier=Regiment hat bei dem Unfall eine
ſchwere Verletzung erlitten, doch haben die Aerzte Hoff=
nung
, daß er mit dem Leben davon kommen wird. Die
von anderer Seite gebrachte Nachricht, daß der Flugun=
fall
mit Lt. Scheele ein zweites Opfer gefordert habe, be=
ſtätigt
ſich alſo glücklicherweiſe nicht. Eine aus mehreren
Offizieren beſtehende Kommiſſion hat am Freitag eine
eingehende Unterſuchung vorgenommen, um die Urſache
der Kataſtrophe zu ermitteln. Es wurde dabei feſtgeſtellt,
daß die Flugmaſchine und der Motor in allen Teilen in
vollkommenſter Ordnung waren. Es iſt alſo anzunehmen,
daß das Unglück durch eine Fallböe, die den Mars=
Doppeldecker zur Erde niederdrückte, verurſacht worden
iſt. Die Höhe von zirka 20 Metern, aus der der Sturz
erfolgte, war nicht hoch genug, um den Führern die Mög=
lichkeit
zu geben, den Apparat beim Fallen wieder ins
Gleichgewicht zu bringen. Ein zweiter ſchwerer Flug=
unfall
ereignete ſich am Donnerstag auf dem Halber=
ſtädter
Flugplatz, woſelbſt der zur Flugausbildung ab=
kommandierte
Oberleutnant Waitz vom 77. Infanterie=
Regiment aus geringer Höhe abſtürzte und beide Beine
brach. Der Apparat wurde vollſtändig zertrümmert.

Sport, Spiel und Turnen.

sr. Die 19. Deutſche Geweih=Ausſtellung, die alljähr=
lich
zu Kaiſers Geburtstag eröffnet wird, und wieder in
den Ausſtellungshallen am Zoologiſchen Garten zu Ber=
lin
untergebracht iſt, weiſt auch in dieſem Jahre wieder
ſehr reichhaltiges Material auf. An Rothirſch=Geweihen
ſind 290, an Damhirſchen 65, an Rehkronen 690 und an
Gemskrickeln 60 Stück ausgeſtellt. Außerdem ſind viele
und intereſſante exotiſche Trophäen vorhanden, die von
deutſchen Jägern im vorigen Jahre im Ausland erlegt
worden ſind. Während die Zahl der Rothirſch=Geweihe
gegen das Vorjahr etwas geſtiegen iſt, iſt dagegen die
Zahl der Rehkronen um 110 gegen das Vorjahr geſunken.
Die Qualität der Geweihe und Gehörne iſt aber wieder
vorzüglich und das Auge des Weidmannes wird wieder
mit Entzücken auf dieſen Trophäen ruhen, die teilweiſe
in Stärke, Auslagen und Perlung hervorragend ſind.
Die Zuerkennung der Preiſe iſt bereits erfolgt. Den
erſten Preis der Ausſtellung, den erſten Kaiſerbecher, er=
hielt
Fürſt Pleß für einen ungeraden Achtzehnender aus
dem Revier Goſtin. Der zweite Kaiſerbecher fiel erfreu=
licherweiſe
an ein Geweih aus freier Wildbahn, an einen
ungeraden Achtzehnender des Forſtrats Baehr im Re=
vier
Konitz=Weſtpreußen. Dieſes Geweih zeigt Stangen
von 110 und 114 Zentimeter Höhe bei einer Auslage von
92 Zentimeter, während der Roſenumfang 30 Zentimeter
und das Gewicht 18 Pfund beträgt. Der dritte Kaiſer=
becher
wurde dem Fürſten Günther zu Schwarzburg=
Rudolſtadt zuerkannt für einen ungeraden Zweiundzwan=
zigender
, der in der Oberförſterei Neuſtadt am Rennſteig

erlegt wurde. Dieſes Geweih hat ein Geſamtgewicht von
26 Pfund und ſein Träger wog aufgebrochen 438 Pfund.
Den erſten Schild erhielt Fürſt von Schaumburg=Lippe
für einen ungeraden Sechzehnender. Nun erſt folgt unter
den Preisträgern der Kaiſer, der 20 Rothirſchgeweihe,
4 Damſchaufeln und 1 Rehkrone ausgeſtellt hat. Der
beſte Hirſch des Monarchen wurde mit dem zweiten
Schilde ausgezeichnet. Es iſt ein in Rominten zur
Strecke gebrachter ungerader Achtzehnender. Das beſte
Damhirſchgeweih aus freier Wildbahn hat General=
Major Koſcielski erbeutet. Gute Schaufler haben wie
immer die Könige von Württemberg und Sachſen ausge=
ſtellt
, an die die nächſten Preiſe fielen. Von den Reh=
kronen
wurden 11 Stück durch ſilberne Schilde ausgezeich=
net
. Den erſten Schild erhielt Fürſt Fürſtenberg= Donau=
eſchingen
für ein Gehörn mit einer Stangenhöhe von 27
Zentimeter und einem Stangenumfang von 13 Zenti=
meter
; das Gewicht beträgt 545 Gramm. Das zweite
Schild wurde Herzog Ernſt Günther von Schleswig= Hol=
ſtein
für einen im Revier Koſel in Schleſien erlegten Bock
verliehen. Auch der fünfte und ſechſte Preis fiel an ſchle=
ſiſche
Gehörne, während der dritte und vierte Preis nach
Weſtpreußen fielen.

Landwirtſchaftliches.

Landwirſtſchaftskammer für das
Großherzogtum Heſſen. Am Freitag fand unter
dem Vorſitz des Herrn Geheimerat Haas eine Sitzung
des Vorſtandes der Landwirtſchaftskammer in Darm=
ſtadt
ſtatt, in welcher zunächſt eine größere Anzahl in=
terner
Verwaltungsangelegenhſeiten Erledſgung fand.
Die Stelle eines juriſtiſchen Hilfsarbeiters wurde Herrn
Rechtsanwalt Meiſel übertragen. Bezüglich des Er=
laſſes
eines Milchſtrafgeſetzes ſteht der Vorſtand auf dem
grundſätzlichen Standpunkt, daß die Angelegenheit durch
Reichsgeſetz ihre Regelung zu finden hat. Zur Beſprech
ung der Frage wurde eine Sonderkommiſſion eingeſetzt.
Die Sortenanbauverſuche ſollen in ſeitheriger Weiſe wei=
tergeführt
und insbeſondere auch auf Verſuche mit Futter=
gewächſen
ausgedehnt werden. Bezüglich der Sammel=
ſtellen
des Pflanzenſchutzdienſtes iſt im Laufe des Früh=
jahrs
eine gemeinſchaftliche Beſprechung und Inſtru=
tionserteilung
beabſichtigt. Der Hengſthaltungsgenoſſen=
ſchaft
Maar wird ein Zuſchuß von 250 Mark bewilligt.
Der Neupachtung einer Weide für den Landwirtſchafts=
kammer
=Ausſchuß Rheinheſſen in der Gemeinde Heppen=
heim
(Rheinheſſen) wird zugeſtimmt. Nächſte Vorſtands=
ſitzung
iſt Freitag, den 31. Januar.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übern
ie Redaktiok
( 2
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund
Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Als ein dem Beruf der Fuhrwerksbeſitzer Nahe=
ſtehender
möchte ich an dieſe Herren einige Worte richten:
Nicht allein für ihre Arbeiter muß geſorgt werden, ſon=
dern
auch für ihre eigene Exiſtenz. Ich will ganz ent=
fernt
davon ſein, daß man, wo auch ſtädtiſches Intereſſe
gewahrt werden muß, die Herren Fuhrwerksbeſitzer auf=
rütteln
und ihre jetzigen Preiſe gewaltig erhöhen
ſoll. Nur eine gute und geſunde Grundbaſis muß ge=
ſchaffen
werden. Gerade in der ſtädtiſchen Müllabfuhr
und dem Straßenreinigungsbetrieb herrſchen Fuhrpreiſe,
die nicht mehr in die jetzige Zeit paſſen. Die hohen Fut=
terpreiſe
, die Löhne, die jedes Jahr höher werden, und
das teuere Pferdematerial ſtehen damit nicht im Einklang.
Es werden gute, geſunde Pferde, ſaubere, nüchterne Fuhr=
leute
, Wagen nach Vorſchrift von der Stadt verlangt;
wenn dieſes von den Herren eingehalten wird, wie es
auch ſein muß, koſtet’s Geld. Darum überlege man dop=
pelt
, was bei den demnächſt bei der Stadt ſtattfindenden
Submiſſionen zu fordern iſt. Nicht, daß gegenſeitig
heruntergeboten wird und hinterher an den Fuhrknechten
und den Pferden herausgeſchunden wird; nicht, daß den
Pferden das Futter gekürzt, die Arbeitszeit bis in die
tiefe Nacht hinein verlängert wird, um einigermaßen auf
ſeine Unkoſten zu kommen. Man hat doch hier lebendes
Material, mit dem doch doppelt gerechnet werden muß.
V.G. F.D.

Warnung!
Es werden vielfach für die allein echten
Emser Pastillen‟
minderwertige Nachahmungen angeboten. Es liegt deshalb im
eigenen Interesse, beim Einkauf nur die echten seit alters her
bei Husten und Heiserkeit bewährten EMSER PASTILLEN‟
(I,2667
mit dem Aufdruck
6e
Hönigt. Ems
Nachahmungen weise man zurück.
zu verlangen.

56
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Mühlſtraße 5, part. (*2361oimd Näh. in der Expedition.

[ ][  ]

Der bevorstehende innere Umbau meiner Geschäftsräume
verlangt während dieser Zeit eine möglichste Einschrän-
kung
meines Warenlagers. Um daher so weit wie möglich
zu räumen, unterstelle ich das gesamte Warenlager, mit
Ausnahme der Bleyle Fabrikate, einem
grossen Ausverkauf!

Sämtliche Artikel, wie:
Kleiderstoffe (schwarz und farbig), Herren-Anzugstoffe,
Weisswaren, Damen- u. Kinderwäsche, Betten, Bett-
federn
, Matratzen, Baumwollwaren, wollene Bett-
koltern
, Biber-Bettücher, Schürzen, Unterröcke, Nor-
malwäsche
etc., sind im Preise bedeutend zurückgesetzt.

Seite 16,

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27.

Nummer 22.