Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
honatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
herts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ten Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſtriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Pegan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
ſſommerzienrat Wilhelm Opel in Rüſſelsheim ſtiftete der
L echniſchen Hochſchule 20000 Mark zur
Er=
zuchtung einer „Wilhelm=Opel=Stiftung” zwecks
örderung der Luftſchiffahrt.
ſſe den kriegsmäßigen Flugübungen in der
ſrähe von Magdeburg ſtürzte aus unbekannter Urſache
ſter Doppeldecker des Leutnants Scheele
ab=
t er Paſſagier, Leutnant Schlegel, war tot, Scheele
ttug eine ſchwere Gehirnerſchütterung davon.
n den großen Gaswerken in Schönbrunn in
eſterreichiſch=Schleſien fand eine ſchwere
Ex=
loſion ſtatt, die den ganzen Gebändekompler in
Trrümmer legte. Es ſollen 40 Perſonen getötet
Uſfin.
ſies Miniſterium Briand wird die Erklärung
ſüder fſeine Politik in der Deputiertenkammer und im
Senat am Freitag verleſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
e Unterwerfung der Türkei.
**⁎* Nun hat ſich die Türkei doch entſchloſſen, den
ſtiverſtand gegen die Abtretung Adrianopels aufzugeben,
ſid ſie will ſich den Ratſchlägen der Großmächte auch
hin=
hrlich der ägäiſchen Inſeln fügen, von denen ihr
min=
ſſſtens ein großer Teil genommen werden wird. Daß
ſieſe Nachgiebigkeit der osmaniſchen Regierung ſehr
ſimer fällt und nur mit blutendem Herzen erfolgt, kann
n ſich denken, und ein teilnehmendes Mitgefühl für das
lche Geſchick, von dem ſie betroffen wird, kann der
Tür=
gewiß ſein. Freilich, die Männer, die ſeit einem
Jahr=
ſnoert an ihrer Spitze ſtanden, können von der Schuld
r Unglück ihres Landes nicht freigeſprochen werden. Sie
ſchloſſen ſich gegen die Fortſchritte der Zeit, die abend=
Unriiſche Kultur pochte an ihre Türen, aber ſie gewährten
kkeinen Einlaß, und ſo war denn namentlich für die
der Türkei wohnenden Chriſten das Los ein ſehr
ſſieres, und erſt ſeit einem Jahrzehnt wurden
Refor=
hn eingeführt, die dieſes Los beſſern konnten. Doch nicht
ſ=Türkei allein darf man die Verantwortung für die
tauer der unhaltbaren Zuſtände zuſchreiben, auch die
ſtoßmächte tragen einen großen Teil der Schuld, denn ſie
lig en nicht genug Energie ihre Forderungen
durchzu=
ſſen, und meiſtens waren ſie auch noch uneinig, ſo daß
den Türken nicht beſonders imponierten.
Seit der politiſchen Umwälzung im Osmanenreiche
ſir dort ohne Zweifel der gute Wille vorhanden, den
ürſchen Europas gerecht zu werden, jedoch die mißlichen
ſſanziellen Verhältniſſe und die innerpolitiſchen Wirren
=Ogerten die Durchführung von Reformen. Daß die
ſtr Balkanſtaaten, die noch ebenſoviel Urſache haben,
frährer eigenen Tür zu kehren, wie die Türkei, auch nur
n Schein eines Rechts hatten, plötzlich den Krieg zu
be=
ſſtwen, kann nicht anerkannt werden, und ihr Vorgehen
ſir um ſo mehr zu verurteilen, als ſie eine große Gefahr
ſſer Europa heraufbeſchworen, die nur ſoeben
abgewen=
rverden konnte. Mag auch dank der Verwirrung im
ſſiche des Sultans das Kriegsglück ſich an ihre Fahnen
ſheftet haben, den Erfolg haben die vier Staaten nicht
idient, und ob ſie ſeiner ſich künftig würdig zeigen, ob
nſicht ſich gegenſeitig die Beute ſtreitig machen und den
Plhan in ſteter Unruhe halten werden, iſt eine Frage, die
idie Zukunft beantworten wird. Großes Vertrauen
ſcheint jedenfalls nicht angebracht.
Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die
ſpheende Haltung Rußlands zur Nachgiebigkeit der
Tür=
iel beigetragen hat. Hoffentlich übt nun aber
Ruß=
d auch mit den übrigen Großmächten ſeinen Einfluß
ts, daß die Balkanbundſtaaten von weiteren maßloſen
ſrderungen abſehen und ſich insbeſondere bezüglich der
ſſegsentſchädigung Enthaltſamkeit auferlegen.
Die Bevölkerung Europas.
Will man für die Bevölkerung Europas
einem gewiſſen Zeitpunkt einen annähernd richtigen
t angeben, ſo kann dies, da in den verſchiedenen Län=
Un zu verſchiedenen Zeiten gezählt wird, nur dadurch
Leicht werden, daß man für eine Reihe von Ländern mit
ſfe der durch Rechnung gefundenen durchſchnittlichen
jährlichen Volksvermehrung Zahlenwerte errechnet und
einſetzt. Auf dieſe Weiſe hat Dr. Ditzel in den neueſten
Grenzboten die Bevölkerung Europas für Ende 1910 auf
433,9 Millionen berechnet. Unter Abrundung auf die
Millionen ergibt ſich für die wichtigſten europäiſchen
Staa=
ten folgende Bevölkerungsziffer: Rußland 117 Millionen,
Deutſches Reich 64, Oeſterreich=Ungarn 51,
Großbritan=
nien 45, Frankreich 39, Italien 34, Spanien 19, Belgien 7,
Rumänien 7, europäiſche Türkei 6, Holland 5, Portugal 5,
Schweden 5, Bulgarien 4, Schweiz 3, Serbien 2,
Däne=
mark 2, Griechenland 2, Norwegen 2. Europas
Volks=
dichte wird von keinem anderen Erdteil auch nur
an=
nähernd erreicht; denn während auf einen
Quadratkilo=
meter in Auſtralien 0,8, in Amerika 4, in Afrika 5 und
in Aſien 19 Perſonen entfallen, kommen in Europa
durch=
ſchnittlich 44 Perſonen auf einen Quadratkilometer, und
zwar ſchwankt nach den Angaben Ditzels die europäiſche
Volksdichte zwiſchen 255 (Belgien) und 8 (Norwegen).
Im übrigen beträgt ſie in Holland 177, in Großbritannien
146, in Italien 120, in Deutſchland 112, in der Schweiz 91,
in Oeſterreich=Ungarn 76, in Frankreich 74, in Rußland 23.
Der Geburtenrückgang zeigt ſich faſt bei allen
europäiſchen Staaten, prägt ſich aber verhältnismäßig am
ſchärfſten in Deutſchland aus. Auf 1000 Einwohner
kommen an Geborenen: in Rußland 44,2, in Ungarn 35,6,
in Italien 32,9, in Oeſterreich 32,4, in Deutſchland 29,8,
in Holland 28,6, in Dänemark 27,5, in Norwegen 26,1, in
Schottland 25,2, in der Schweiz 25, in Schweden 24,8,
in England und Wales 24,8, in Belgien 23,7, in Irland
23,3, in Frankreich 19,7. Staaten mit hoher
Geburten=
ziffer haben in der Regel auch eine hohe Sterblichkeit.
Infolgedeſſen ſtellt ſich namentlich für Deutſchland
der Geburtenüberſchuß im Vergleich mit den
Ge=
ſtorbenen günſtiger, als der Geburtenrückgang erwarten
ließe. Auf 1000 Einwohner betrug nämlich nach Ditzel
der Geburtenüberſchuß um das Jahr 1910: in Serbien
16,6, in Holland 15,1, in Dänemark 14,7, in Rußland 13,7,
in Deutſchland 13,6, in Italien 13,3, in Norwegen 12.5,
in Ungarn 12,1, in England und Wales 11,4, in Oeſterreich
11,3, in Schweden 10,8, in Schottland 10,5, in der Schweiz
9,9, in Belgien 7,9, in Irland 6,2 und in Frankreich 1,8.
Der Stillſtand der franzöſiſchen Bevölkerung iſt an ſich
genügend bekannt; in Verbindung mit den vorſtehenden
Zahlen aber tritt er beſonders deutlich hervor.
Deutſches Reich.
— Bei den Verhandlungen über den
neuen Tarifvertrag für das Baugewerbe
am 21. und 22. Januar unter Leitung der Unparteiiſchen,
Dr. Prenner, Rath und v. Schulz, im Reichstagsgebäude,
ſpielte die von den Arbeitervertretern geforderte Garantie
für eine allgemeine Lohnerhöhung wieder die Hauptrolle.
Die Arbeitgeber lehnten ſowohl dieſe Forderung als auch
die Anregung der Unparteiiſchen ab, ihren Mitgliedern
eine allgemeine Lohnerhöhung zu empfehlen. Abends
um 7 Uhr wurden die Verhandlungen abgebrochen. Die
Unparteiiſchen machten nun folgende Vorſchläge: 1.
Fort=
ſetzung der Verhandlungen am 24. Februar; 2. die
An=
träge der Parteien zum Hauptvertrag und die
Vertrags=
muſter ſind jedem Unparteiiſchen zur perſönlichen
Kennt=
nisnahme bis zum 15. Februar einzureichen; 3, daraufhin
ſoll am 24. Februar über den Hauptvertrag und die
Ver=
tragsmuſter beraten, eine Einigung erſtrebt und über eine
Lohnerhöhung verhandelt werden. Dem
Arbeitgeber=
bunde wurde nahegelegt, dieſe Fragen mit ſeinen
Mitglie=
dern nochmals zu prüfen; 4. ſodann ſollen die Orts= und
Bezirksverbände über offen gebliebene Punkte
verhan=
deln und eine Einigung erſtreben. — Nach kurzer
Be=
ratung nahmen beide Parteien dieſe Vorſchläge an.
— Suspenſion des Jeſuitengeſetzes?
Zentrumsblätter ſchreiben maßgebenden Regierungskreiſen
die Abſicht zu, gemäß den Vorſchlägen der Herren H.
Del=
brück und von Dewitz, eine Suspenſion des
Jeſuiten=
geſetzes „auf Zeit und Wohlverhalten” eintreten zu laſſen.
An gut unterrichteter Stelle iſt von ſolcher Abſicht nichts
bekannt.
— Die Ausſichten auf Errichtung eines
Reichs=Petroleum=Monopols ſollen jetzt
et=
was beſſer geworden ſein. Viel hat zu dieſem Umſchwung
beigetragen, daß die Regierung in loyalſter Weiſe in dem
Ausſchuſſe die Karten aufgedeckt, daß ſie ein umfangreiches
Material herangeſchafft hat, und daß ſie weiter beſtrebt
iſt, allen Wünſchen der Ausſchußmitglieder nach
Aufklä=
rung zu entſprechen. In grundſätzlicher Gegnerſchaft ver=
harrt eigentlich nur noch das Zentrum, das offenſichtlich
den Verſuch macht, die Erledigung der Vorlage bis zum
Herbſt zu verſchleppen. Alle anderen Parteien ſcheinen
das Petroleumproblem noch in dieſer Tagung löſen zu
wollen. Ihr Hauptgrundſatz dabei iſt, daß keine
Verteue=
rung des Petroleums eintreten darf. Wahrſcheinlich iſt,
daß tatſächlich auf dem Gebiete des Leuchtölhandels etwas
zuſtande kommen wird.
— Die Petition der Parſifalſchutzliga.
Der Petitionskommiſſion des Reichstags iſt am
Mitt=
woch die ſeit langem angekündigte Petition der
Parſifal=
ſchutzliga zugegangen. Sie iſt von insgeſamt ungefähr
18000 Perſonen unterzeichnet, u. a. auch vom
Kronprin=
zen und vielen anderen Prinzen, ſo dem Prinzen Auguſt
Wilhelm, Adalbert uſw. Sie verlangt, wie bekannt, daß
der § 29 des Urheberrechtsgeſetzes dahin geändert werde,
daß der „Parſifal” außerhalb Bayreuths nicht aufgeführt
werden dürfe. Man darf wohl annehmen, daß die
Kom=
miſſion, die ſich in etwa 14 Tagen bis drei Wochen mit der
Petition befaſſen wird, dem Plenum die Ablehnung der
Petition empfehlen wird.
— Aus Deutſch=Südweſtafrika. Wie die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung meldet, gelang es am
27. November einer Streifwache der 7. (Kamelreiter)
Kompagnie der ſüdweſtafrikaniſchen Schutztruppe unter
Führung des Hauptmanns Mansfeld die Buſchleute, von
denen am 26. September der Reiter Müller von der
neun=
ten Kompagnie in den Dünen von Hunirob ermordet
wor=
den war, aufzufinden. Bei der Verfolgung wurde die
Streifwache zweimal im Buſch beſchoſſen, ohne Verluſte
zu erleiden. Bei einem zweiten Zuſammenſtoß am 29.
November iſt der Mörder des Gefreiten Müller gefallen.
Die übrigen Mitglieder der an dem Morde beteiligten
Bande wurden gefangen genommen.
— Auflöſung eines Vereins in
Loth=
ringen. Der Bezirkspräſident von Lothringen hat
den Verein „Souvenir Alsacien-Lorrain” auf Grund des
§ 2 des Reichsvereinsgeſetzes aufgelöſt, wonach ein
Ver=
ein aufgelöſt werden kann, wenn ſein Zweck dem
Straf=
geſetz zuwiderläuft. Aus dem bisherigen Verhalten des
Vereins und aus den während des Strafverfahrens gegen
deſſen Vorſitzenden beſchlagnahmten Papieren hat der
Bezirkspräſident die Ueberzeugung gewonnen, daß der
„Souvenir Alsacien-Lorrain” die Fortſetzung des
frühe=
ren „Souvenir francaise” iſt und lediglich unter anderem
Namen die gleichen Zwecke in Elſaß=Lothringen verfolgt,
wie jener Verein, nämlich: neben der anerkennenswerten
und immer anerkannten Pflege des Andenkens an die
ge=
fallenen Krieger unter der Bevölkerung des Landes
Sym=
pathien für Frankreich zu erwecken und zu nähren, um ſie
dadurch dem Deutſchen Reich zu entfremden und eine
Los=
löſung Elſaß=Lothringens von Deutſchland vorzubereiten.
Hierin iſt ein Verbrechen gegen § 86 des
Reichsſtrafgeſetz=
buches zu erblicken. Der Verein hat dieſen Zweck zu
leug=
nen und geheimzuhalten verſucht. Da ein Vereinszweck,
der gegenüber der Landesregierung geheim gehalten
wer=
den ſoll, die Teilnahme an dem Verein zu einer
ſtraf=
baren macht, iſt auch ein Verſtoß gegen den § 128 des
Strafgeſetzbuches feſtgeſtellt. Die Art dieſer den
Straf=
geſetzen zuwiderlaufenden Zwecke gebot, von der
Auf=
löſungsbefugnis des Reichsvereinsgeſetzes Gebrauch zu
machen.
— Bei den lippiſchen
Landtagswah=
len der erſten Klaſſe wurden 5 Konſervative und 2
Na=
tionalliberale gewählt. Demnach ſind gewählt: 10
Kon=
ſervative, 2 Nationalliberale, 3 Freiſinnige, 1 Chriſtlich=
Sozialer und 1 Sozialdemokrat. Außerdem ſind vier
Stichwahlen zwiſchen den Freiſinnigen und
Sozialdemo=
kraten erforderlich. Der bisherige Landtag ſetzte ſich aus
10 Konſervativen, 2 Nationalliberalen, 7 Freiſinnigen,
1 Chriſtlich=Sozialen und 1 Sozialdemokraten zuſammen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Ungariſches Abgeordnetenhaus. Der
erſten Sitzung des ungariſchen Abgeordnetenhauſes,
das nach einer mehrwöchigen Pauſe wieder
zu=
ſammentrat, iſt die Oppoſition vollſtändig
fern=
geblieben. Das Parlamentsgebäude war wieder
mit einem großen Aufgebot von Polizei und
Gendarmerie umgeben, doch ereignete ſich nicht die
ge=
ringſte Störung. Das Haus beſchloß, die Wahl der
Mit=
glieder für den Wahlreformausſchuß am Freitag
vorzu=
nehmen. Im Namen der rumäniſchen
Nationalitäts=
partei überreichte der Abgeordnete Pop einen Wahlreform=
entwurf, der die Schaffung eines allgemeinen, gleichen,
gemeindeweiſe auszuübenden geheimen Wahlrechts
for=
dert.
Frankreich.
Türkiſche Anleihe. In Paris fanden
neuer=
dings Beſprechungen zwiſchen den an den türkiſchen
Ge=
ſchäften intereſſierten franzöſiſchen und deutſchen
Finanz=
inſtituten ſtatt. Die Verhandlungen führten zu konkreten
Vorſchlägen an die türkiſche Regierung, wonach die
Be=
dürfniſſe der laufenden Staatsverwaltung gedeckt
wer=
den ſollen. Die Mitwirkung der engliſchen Gruppe iſt in
Ausſicht genommen.
Schweden.
Die Neutralität der drei nordiſchen
Länder. In der Zweiten Kammer betonte der Miniſter
des Aeußern, Graf Ehrenſvaerd, in Erwiderung auf eine
Frage der Oppoſition, daß eine von Schweden, Dänemark
und Norwegen unterzeichnete Deklaration betreffend
über=
einſtimmende Neutralitätsregeln aus
Zweckmäßigkeits=
gründen zuſtande gekommen ſei. Eine ſolche
Uebereinſtim=
mung auf dem Gebiete des Neutralitätsrechts ſei ſeit dem
Krimkriege aufrechterhalten. Nachdem die Haager
Kon=
vention von 1907 die Umarbeitung der geltenden
Neutra=
litätsregeln mit ſich gebracht hat, hielt man es für
ange=
meſſen, daß die drei Länder auch in den Punkten
überein=
ſtimmende Neutralitätsregeln feſtſetzten, die nicht von der
Konvention im einzelnen geregelt werden. Die
Deklara=
tion bedeute keinerlei ſkandinaviſche Entente noch Allianz
und mache auch nicht für die Aufrechterhaltung der
Neu=
tralität die Mitkontrahenten verantwortlich. Die
Dekla=
ration bezeichne jedoch den Beginn eines beſſeren
Ver=
hältniſſes zwiſchen den drei Völkern.
Vereinigte Staaten.
Die Panamakanalfrage. Die Vereinigten
Staaten haben den engliſchen Proteſt in der
Panama=
kanalfrage zurückgewieſen und beſtehen auf der freien
Durchfahrt für amerikaniſche Schiffe, während die fremden
Schiffe die Gebühren zur Koſtenamortiſierung erlegen
ſollen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Januar.
Vom Hofe. Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen
und Prinz Ferdinand zu Solms=Lich ſind am Mittwoch
abgereiſt. — Die Großherzogin empfing mittags 12 Uhr
im Neuen Palais Gräfin Spee und hierauf
General=
leutnant Graf Zech Exzellenz und Gemahlin.
Der
Fürſt zu Solms=Lich iſt nachmittags 2 Uhr 26 Minuten
zum Beſuch im Neuen Palais eingetroffen. — An der
Abendtafel nahmen teil: Peinzeſſin Magdalene Reuß j. L.
und Prinzeſſin Benigna, Graf und Gräfin Kuno zu
Stolberg=Roßla mit Prinzeſſin=Tochter und dem Prinzen
Ernſt. (Darmſt. Ztg.)
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Bodenheim, Kreis
Oppen=
heim, Philipp Wilhelm auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner mehr als 50 jährigen treuen Dienſte,
vom 1. Februar 1913 an; aus dieſem Anlaß haben ihm
Se. Königl. Hoheit der Großherzog die Krone zum
Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen.
* Ernannt wurde der Steueraufſeheraſpirant
Sergeant=Hoboiſt Leonhard Kuhl zu Worms vom
1. Februar 1913 an zum Steueraufſeher.
* Erledigte Stellen. Die mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Eberſtadt, Kreis Gießen. Mit der
Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden. Dem Herrn
Fürſten zu Solms=Lich ſteht das Präſentationsrecht zu.
Eine mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Kelſterbach,
Kreis Groß=Gerau. — Eine Lehrerſtelle an der
evange=
liſchen Schule zu Eich, Kreis Worms.
Ernennung zum Treuhänderſtellvertreter.
Nach=
dem der Großh. Oberſtaatsanwalt von Heſſert bei ſeinem
Ausſcheiden aus dem Staatsdienſte auch das Amt eines
Stellvertreters des Treuhänders bei der Heſſiſchen
Landeshypothenbank niedergelegt hat, wurde durch
Ent=
ſchließung Großh. Miniſteriums der Finanzen der
Ober=
taatsanwalt bei Großh. Landgericht der Provinz
Starkenburg Dr. Otto Schwarz zum Stellvertreter des
Treuhänders bei dieſer Bank beſtellt.
Militärdienſtnachrichten. Verſetzt: v.
Kum=
mer, Rittmeiſter und Eskadr.=Chef im 2. Garde=Ulan.=
Regt., in das Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24;
die Feſtungsbau=Hauptleute: Sorg bei der Fortifikation
in Mainz zum Ingen.=Komitee, Dechant beim Ingen.=
Komitee zur Fortifikation in Mainz. Der Abſchied mit
der geſetzlichen Penſion bewilligt: v. Kotze, Rittmeiſter
und Eskadr.=Chef im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 24 mit der Erlaubnis zum Tragen der Regiments=
Uniform. Der Abſchied mit der Erlaubnis zum Tragen
ſeiner bisherigen Uniform bewilligt: Klumpp (Worms),
Rittmeiſter der Landw.=Kav. 1. Aufgebots. Der Abſchied
mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw.=Armee=
Uniform bewilligt: Müller I. (Darmſtadt), Oberlt, der
Landw. 1. Aufgebots der Telegraphentruppen. Der
Ab=
ſchied bewilligt: dem Oberlt. der Reſ. Bernhards
(I Darmſtadt) des 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168,
Neuſe (Frankfurt a. M.) des Großh. Heſſ. Train=Bats.
Nr. 18, dem Lt. der Reſ. Behrens (I Hamburg) des
Leib=Drag.=Regts. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24.
g. Kriegsgericht. Der unter dem Einfluß des
Al=
kohols ſchon wiederholt mit den Geſetzen in Konflikt
ge=
kommene Gärtner Chriſtian Reuß aus Offenbach, jetzt
Gardiſt im Garde=Infanterie=Regiment Nr. 115, hatte ſich
geſtern abermals wegen Ungehorſams und
uner=
laubter Entfernung vor dem Kriegsgericht der
25. Diviſion zu veranworten. Er war am Silveſterabend
nach Hauſe gefahren und kam zwei Tage ſpäter betrunken
wieder zurück in die Kaſerne. Dem aufſichtsführender
Gefreiten in dem Wachtlokal leiſtete er trotz wiederholter
Aufforderung nicht Gehorſam. Der Sachverſtändige kommt
zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte wenig
Wider=
ſtandsfähigkeit gegen Alkohol beſitzt und daß er ſchon bei
geringem Alkoholgenuß Willenstrübungen zeigt. Das
Gericht erkannte wegen der Erntfernung auf
Frei=
ſprechung, wegen des Ungehorſams dagegen auf 14
Tage ſtrengen Arreſt. — Der Musketier Paul
Wohlfeil aus Okarben von der 8. Kompagnie des
In=
fanterie=Regiments Nr. 117 hatte ſich wegen einer vor
Dienſteintritt gemeinſchaftlich mit zwei Kollegen
begange=
nen Körperverletzung zu verantworten. Die zwei
anderen Beteiligten wurden vom Schöffengericht
freige=
ſprochen, desgleichen wurde geſtern der Musketier W.
vom Kriegsgericht freigeſprochen. — Der aus
Offen=
bach ſtammende Schloſſer, jetzige Kanonier Guſtav
Cle=
mens beim Großh. Artilleriekorps Nr. 25, war der
un=
erlaubten Entfernung und
Gehorſamsver=
weigerung angeklagt. Da ſich in einer früheren
Ver=
handlung Zweifel über ſeine Zurechnungsfähigkeit ergeben
hatten, war die Verhandlung ausgeſetzt worden, um einen
Sachverſtändigen zu hören. Der Angeklagte hatte ſich am
25. Oktober vorigen Jahres ohne Erlaubnis entfernt und
ſich, als er aufgegriffen wurde, verſchiedene
Diſziplin=
widrigkeiten zuſchulden kommen laſſen, indem er ſich
wei=
gerte, mitzugehen und ungehörige Aeußerungen tat. Der
Sachverſtändige betonte, daß der Angeklagte, der als ein
gutmütiger, etwas leichtſinniger Menſch geſchildert werde,
als ziemlich degeneriert zu bezeichnen ſei. Eine
vernach=
läſſigte Krankheit habe ſo ungünſtig auf ihn eingewirkt,
daß er bei geringem Alkoholgenuß unzurechnungsfähig
werde. Das Gericht erkannte auf Grund dieſes
Gut=
achtens auf Freiſprechung. — Der vorbeſtrafte
Ka=
nonier Ehrhardt von der 4. Batterie des Feldartillerie=
Regiments Nr. 61 wurde wegen Kameradendiebſtahls in
drei Fällen zu 4 Wochen ſtrengem Arreſt und
Ver=
ſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes
ver=
urteilt.
Von der Techniſchen Hochſchule. Herr
Kommerzien=
rat Dr.=Ing. h. c. Wilhelm Opel zu Rüſſelsheim
am Main hat in dankbarer Erinnerung an ſeine an der
Großh. Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt verbrachte
Studienzeit der Ahteilung für Maſchinenbau an dieſer
Hochſchule einen Betrag von 20000 Mark zur Errichtung
einer „Wilhelm Opel=Stiftung” zur Verfügung
geſtellt, deren Zinſenerträgnis zur Förderung der
Luft=
ſchiffahrt, beſonders zur Vornahme von Verſuchen
auf dieſem Gebiete, verwendet werden ſoll.
Der Große Senat der Großh. Techniſchen Hochſchule
hat folgenden Beſchluß gefaßt: Die bisher
ein=
ſchließlich zum Winterſemeſter 1909/10 in der
Großh. Techniſchen Hochſchule eingetretenen
Abſol=
venten der ruſſiſchen neunklaſſigen Realſchulen (
ein=
chließlich Ergänzungsklaſſe), oder die dieſen
gleich=
wertigen ruſſiſchen Schulen, können nur noch ſpäteſtens
im Oktober 1913 die Diplom=Vorprüfung (einſchließlich
Wiederholungs= und Ergänzungsprüfungen) und ſpäte=
ſtens im Dezember 1915 die Diplom=Hauptprüfung (
ein=
ſchließlich Wiederholungs= und Ergänzungsprüfung)
ab=
legen. Nach dieſen Terminen finden Zulaſſungen zur
Diplom=Vor= oder Hauptprüfung unter keinen Umſtänden
mehr ſtatt; auch werden keine Ausnahmen mehr
geneh=
migt.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute gelangt als 104
Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe C 27, Mascagnis
„Cavalleria ruſticana” unter der Direktion von
Kapell=
meiſter Lert zur Aufführung. Im Anſchluß an dieſes
Werk geht unter Leitung von Hofrat de Haan
Leon=
cavallos „Bajazzo” in Szene. Samstag wird der hiſto
riſche Poſſen=Zyklus, deſſen vorhergegangene drei Abende
einen außerordentlichen Erfolg bedeuteten, mit eine
Aufführung von Neſtroys Poſſe „Der Zerriſſene” ſeinef
Abſchluß finden. Das Werk wird von Hans Baumeiſten
in Szene geſetzt. Es gelten die ermäßigten Volksvors
ſtellungspreiſe. Beginn 7½ Uhr. In der am Sonntag
nachmittag als 17. Volksvorſtellung zu ermäßigten Preis
ſen ſtattfindenden Aufführung von Gerhart Hauptmanns
Märchendichtung „Die verſunkene Glocke” wird Frl. Alicg
Hacker vom Leipziger Schauſpielhaus als Gaſt auf
Enga=
gement erſcheinen. Der Kartenvorverkauf für dieſe
Vor=
ſtellung, den das Verkehrsbureau inne hat, iſt bereits
er=
öffnet. Sonntag abend verabſchiedet ſich Florence
Mag=
beth als Roſine im „Barbier von Sevilla” (105. Abonne
mentsvorſtellung, Buchſtabe D 26). Durch die Beurlauhs
ung Alfred Stephanis iſt eine Umbeſetzung der Partie
des Baſilio notwendig geworden. Es iſt der Hoftheaten
leitung gelungen, zur Darſtellung dieſer Rolle Her
Wilhelm Fenten vom Hof= und Nationaltheater in
Manſt=
heim zu gewinnen.
* Zum Fall Wagner=Sorhlet ſchreibt man uns
Wie erinnerlich, hatte im Prozeß Soxhlet=Wagner
Staatsanwalt beantragt, in dem jetzt ſeit zwei Jahre
gegen Profeſſor v. Soxhlet ſchwebenden Strafverfahren
keine öffentliche Hauptverhandlung ſtattfinden zu laſſel
vielmehr das Verfahren einzuſtellen. Die Strafkamm
des Landgerichts Darmſtadt hat ſich durch Beſchluß voſ
7. Januar 1913 dieſem Antrag angeſchloſſen. Profeſſo
Wagner, deſſen Antrag auf Eröffnung des Haunk
verfahrens ſomit abgelehnt iſt, hat daraufhin das Groß
Heſſiſche Miniſterium erſucht, das ſeinerzeit von ihl
ſelbſt beantragte Disziplinarverfahren nunmehl
durchzuführen.
Der Verwaltungsbericht des Oberbürge
meiſters für das Verwaltungsjahr 1911 iſt ſoeben
Druck erſchienen. Gleich wie im Vorjahr hatte auchd
Abſchluß der Stadtkaſſerechnung für das Berichtsjahl
ein äußerſt günſtiges Ergebnis. Es wurde ein Etn
nahmeüberſchuß von 688882 Mk. 6 Pfg.
zielt. Der günſtige Abſchluß hat ſeine Urſache in höheren
Betriebsüberſchüſſen der ſtädtiſchen gewerblichen Betrieh
in Mehreinnahmen an Depotzinſen und Steuern, ſow
in Erſparniſſen bei einer Reihe von Ausgaberubriken.
erzielte Ueberſchuß wurde dem Ausgleichsfond
zugeführt, der nunmehr einen Stand von 1857560
91 Pg. aufweiſt.
* Beerdigung. Am Mittwoch, den 22. ds. Mts., wurd
unter ſtarker Beteiligung ihrer Amtsgenoſſen
genoſſinnen und ihrer Schülerinnen die Lehrerin an
hieſigen Viktoriaſchule Frl. Lina Lips zu Grabe
tragen. Sie war die Tochter des verſtorbenen Profeſſol
Dr. Konrad Lips, deſſen charaktervolle Perſönlichkeith
den alten Schülern unſeres Ludwig=Georgs=Gymnaſium
noch im beſten Andenken ſteht. Die Lehrgabe des Vate
war auf die Tochter übergegangen. Durch einen laſ
jährigen, wohl angewandten Aufenthalt in Englandha
ſich die Verſtorbene eine Sicherheit im Gebrauche der
liſchen Sprache und eine Kenntnis engliſchen Weſens
Lebens zu eigen gemacht, wie ſie bei deutſchen Lehr
nur ſelten zu finden ſind Ihre reichen Sprach= und
kenntniſſe treulich ihren Zöglingen zu übermitteln,=an
deren Bildung unabläſſig zu arbeiten, galt ihr alsei
heilige Aufgabe. Sie iſt in ihrem Berufe ganz aufgegan
gen. Wie ſie an ſich die höchſten Anforderungen ſtellte,
verlangte ſie auch von ihren Schülerinnen ernſte und gan
Arbeit, und es war nicht leicht, ihr Genüge zu tun.Abe
die Schülerinnen wußten ihr herzliches Wohlwollenun
ihren gerechten Sinn zu ſchätzen und fühlten, daß ſie ihnen
Muſter und Vorbild war. Die allgemeine Wertſchätzun
deren ſich die Verſtorbene im Kreiſe ihrer Amtsgenoſſen
und =genoſſinnen erfreute, wurde in den letzten Jahre
ihres Wſrkens noch erhöht durch den Opfermut, mit dem
ſich die Schwerleidende bis zuletzt aufrecht hielt, um
Pflicht zu tun. Dankbarkeit und Verehrung der Schüle
der Lehrenden und Lernenden, folgen ihr über dasch
hinaus.
Preisgekrönte Darmſtädter Architekten. In einel
von der Stadt Erfurt ausgeſchriebenen Friedho
Wettbewerb erhielten je einen 1. Preis Profeſſo
Meißner=Darmſtadt und Gartenarchitekt Henninc
Hannover; einen 3. Preis erhielten die Herren Groß
Johann Neſtroy.
Von Dr. Anton Büchner.
Als Johann Neſtroy am 25. Mai 1862 in Graz ſtarb,
gab es wohl keine Erſcheinung im literariſchen Leben
der Zeit, die in gleichem Maße die verſchiedenartigſte
Be=
urteilung und Wertung erfahren hätte. Und das iſt ſo
geblieben bis heute. Von den Tagen ſeiner größten
Er=
folge an, da ernſtere Stimmen als die erbärmlichen,
kri=
tiſch gleichgültigen Kläffereien eines Saphir in ihm den
nichtswürdigen Verderber des guten Raimundſchen Erbes
erblickten, andere in den realiſtiſchen Gemälden des
Sa=
tirikers eine Erhebung der Volkskunſt noch über die
poe=
tiſche Traumwelt des Melancholikers feierten, ſind ſchroffe
Ablehnung und laute Bewunderung nebeneinander
her=
gegangen. Mit Namen wie Richard M. Meyer und
Her=
mann Bahr ſind entſprechende Pole in der Schätzung
Neſtroys aus der Gegenwart bezeichnet, zwiſchen denen
allein man zu einer gerechten Würdigung der allerdings
überraſchenden Erſcheinung dieſes Schauſpielerdichters
gelangen kann.
Wenn im Folgenden eine Linie von Raimund zu
Neſtroy geführt wird, ſo hat das nur die Bedeutung
der hiſtoriſchen Verknüpfung, nicht eines Vergleichs, der
die größte Ungerechtigkeit iſt, die man Neſtroy antun kann;
man vernachläſſigt meiſt alles das, was ihm eigentümlich
iſt, bringt Maße bei, die zu ſeiner Meſſung nicht taugen,
vergißt, daß zwiſchen der Wirkung der beiden Männer
ein Unterſchied der Zeit liegt, der zum großen Teil für
deren Begründung den Ausſchlag gibt.
Wie Raimund wurde auch Neſtroy gelegentlich, faſt
abſichtslos zum Volksdramatiker, — obwohl ſchon in
jüngeren Jahren der Theaterdichter in ihm ſich regte —,
wenn aber jener bald von ſeinen unſeligen tragiſchen
Ambitionen erfaßt wurde, ſo blieb der nüchternere Neſtroy
bei einer äußerſt praktiſchen Auffaſſung ſeines
Dichter=
berufs. Eine der ſeltenen Stellen in ſeinen Stücken, wo
er ſich über ſeine eigene Produktion und ihre Abſicht
aus=
ſpricht, iſt jene bekannte aus der Holtei=Parodie „Weder
Lorbeerbaum noch Bettelſtab” „Bis zum Lorbeer
ver=
ſteig’ ich mich nicht. G’fallen ſollen meine Sachen,
unter=
halten, lachen ſollen d’ Leut’ und mir ſoll die G’ſchicht’
a Geld tragen, daß ich auch lach', das iſt der ganze Zweck.”
Dieſe Worte aus dem Jahre 1835 ſind auch für die ſpätere
Schriftſtellerei Neſtroys kaum weniger zutreffend.
Rai=
mund hatte bewußt und mit Abſicht „gedichtet” poetiſche
Unſterblichkeit war, was er am heißeſten erſehnte, die
Bühne trat als Zweck für ihn in den Hintergrund; ganz
entgegengeſetzt dachte Neſtroy: er wollte keine „Literatur”
machen; wer ſeine ſchriftſtelleriſche Leiſtung als Dichtung
bewertet, nur als Dichtung, ſieht ſie unter einem
Geſichts=
punkt, der Objektivität ausſchließt. Eine flüchtige
Be=
trachung Neſtroyſcher Charakteriſierungskunſt, ſeiner
Tech=
nik, wie aus einem Rahmen von Typen einige wenige
Geſtalten mit ſelbſt immer wiederkehrenden Zügen ſich
abheben, muß lehren, daß ſeine Perſonen Rollen ſind,
Gehäuſe für beſtimmte ſchauſpieleriſche Indlvidualitäten.
Der Schauſpieler, der dem Augenblick dient und dienen
muß, ſteht in Neſtroys Stücken durchweg voran. Sie
waren ihm Material, das in mimiſcher Behandlung durch
ihn und ſeine Genoſſen erſt Leben gewinnen ſollte; darum
ſo viel nur Angedeutetes, Unausgeführtes; auf
Gelegen=
heit und Stimmung und ihre improviſierte Aeußerung in
Wort und Geberde war überall gerechnet; aber auch wo
Szenen mit größter Kunſt wörtlich feſtgelegt ſind hat ſie
die Vorſtellung ihrer Bühnengegenwart im Spiel eines
beſonderen Mimen mit erzeugen helfen. Daher Neſtroys
geringe Sorge um die Erfindung des Stoffes, den er oft
(wie beim „Zerriſſenen”) mit der ganzen Gliederung der
Handlung von Paris übernahm. Auch was ſo oft und
mit gewiſſem Recht als das vorzüglichſte Merkmal des
Schriftſtellers Neſtroy angeſehen wird, der Witz in allen
nur erdenklichen Formen, kann ſelbſt da, wo er in
ſtören=
der Häufung und bei oft wirklich unpaſſenden Gelegenheiten
auftritt, aus der ſchauſpieleriſchen Tätigkeit des Dichters
er=
klärt werden. Der Witz, unterſtützt von der grotesken
Komik ſeines Spiels, war ſein Hauptwirkungsmittele
wäre eigentlich verwunderlich, wenn er weniger Gebrauch
von ihm gemacht hätte. Oft geſchieht es allerdings
ſeinem Schaden; Zeichen einer großartigen realiſtiſchen
Kunſt — auf der Grundlage ſcharfer Beobachtung
waren in früheren Schaffensperioden Neſtroys ſchonhie
und da erkennbar; um die Mitte der 40er Jahrerabe
erſt, als er ſich problemreichen ſozialen Stoffen zuzuwen
den begann, von denen ſtarke, noch wenig aufgedeckte
den zu den Meiſterdramen Ludwig Anzengrubers weiter
ühren, trat offen zu Tage welch eminente
Geſtaltungs=
kraft von einem ungezügelten Witzſchwall bisyer verhüllt
geweſen war und auch jetzt noch auf Schritt und Triſt
zehemmt wurde. Die ſchönſten Wirkungen machte ſich
Neſtroy auch in Werken wie „Der Zerriſſene”, „
DerU=
bedeutende‟, „Der Schützling”, „Kampl” und anderen
durch ſeine Neigung zum Witz oft zunichte.
Der Vergleich mit Raimund trägt Neſtroy noch
immer Anklagen wegen Unſittlichkeit und verderblichen
Einfluſſes auf das Gemüt des Wienervolkes ein, damit
verbunden den Vorwurf der Herabwürdigung des durch
jenen in ſo reine poetiſche Höhen emporgeführten
Volks=
ſtückes, wenn auch dem auf den „Lumpazivagabundus”
ge=
mnünzten Vorwurf der Verſpottung Raimundſcher Feerie
nach=
gerade der Boden entzogen worden iſt. Ich glaube, eine enge
zum guten Teil leichtfertige Auffaſſung vom Weſen des
Wienertums und eine einſeitige, von Raimunds Schöl
ungen bezogene Definition des Begriffs „Volksſtück” die
allzuviel Nachdruck auf das „Gemüt” legte, haben es
ver=
ſchuldet daß man meiſt die tiefe Kluft überſieht, die die
Aera Raimund von der Aera Neſtroy ſcheidet. Warum
ſoll gerade das Gemüt unbedingt das Weſentliche des
Volksſtücks ausmachen? Es iſt oft ein bedeutender
Be=
ſtandteil desſelben, aber auch der weſentliche? Daraus
entſpringt leicht der arme Glaube, daß es mit einer
Por=
tion Sentiment getan ſei, wo dann allerdings jedem
ge=
ſchickten Gefühlsdusler die Palme gewiß wäre. Das
Volksſtück wechſelt und wächſt mit dem Volk;
Entwick=
lungen in Haltung und Intereſſe des einen ziehen
m=Dresden und Lilienfein=Stuttgart. Der 2. Preis
ſioe nicht verliehen.
rin. Ein ſchwieriger Kanalbau. Der im Zug der
nograf=Georg=Straße in der Teilſtrecke zwiſchen
Oſt=
mhof=Wingertsbergſtraße und Beckſtraße zur
Ausführ=
kommende ſtädtiſche Entwäſſerungskanal
t jetzt ſeiner Vollendung entgegen; dabei waren jedoch
ſtrroße Bau= und Terrainſchwierigkeiten zu
überwin=
wie ſie bei Kanalbauten innerhalb des Stadtgebiets
nicht aufgetreten ſind. Während man bei der zirka
Meter langen Teilſtrecke Oſtbahnhof=
Wingertsberg=
fe mit dem Grundwaſſer des Woogs zu kämpfen
ſtieß man im Zug der Wingertsbergſtraße=
Beck=
fe auf eine zirka 90 Meter lange und 10 Meter tiefe
ſchtige Granit=Felswand, die ſich dem
ſinlbau wie ein Wall entgegenſtellte. Hier mußte zur
ſſtäinsbohrmaſchine gegriffen werden, und es wurden
Giesbert und Bertſche Bohrmaſchinen mit Loko=
Pelbetrieb zum Bohren der Sprenglöcher
herangezo=
die täglich 25—30 Bohrlöcher fertigſtellten. Durch
eranziehung der Bohrmaſchinen wurden die
Kanal=
ſerten ſo gefördert, daß jetzt nur noch etwa 30 Meter
Barbeit herzuſtellen ſind und die Kanalbauarbeiten
teſetzt werden können. Nach den bisherigen
Reſul=
hr dürften die Sprengarbeiten in etwa drei Wochen
Leridet ſein, während die Fertigſtellung der ganzen
irlanlage bis zum 20. Februar zu erwarten iſt. Die
hl der zu den Geſteinsſprengungen bis jetzt eingelegten
Bimgminen beträgt 1480 und dürften bis zur gänzlichen
Etigſtellung 2800—3000 erreichen. Das Sprengen der
Mien geſchieht mittels des neuen Dynamit=Sicherheits=
Lumgſtoffes. Die Kanallänge beträgt 450 Meter, die
ſfe der Kanalſohle ohne Betonbelag 6 Meter. Die
zen Kanalbauten wurden unter Leitung des
ſtädti=
hn Tiefbauamtes von der Hoch= und Tiefbau=Geſell=
Paul Schmitt=Worms ausgeführt.
f.
Jungdeutſchland. Eine Sitzung des Heſſiſchen
noesausſchuſſes des Jungdeutſchlandbundes fand in
ſrmſtadt unter Leitung des 1. Vorſitzenden, Herrn
ſſtie ral Frhrn. v. Heyl ſtatt. Der neuernannte
ſtell=
htretende Vertrauensmann des Bundes
Jungdeutſch=
für Heſſen, Herr Generalleutnant z. D.
Bern=
ſtid=Darmſtadt, nahm an der Sitzung teil und wurde
Frhrn. v. Heyl den Anweſenden vorgeſtellt. Es
e eine Reihe wichtiger Beſchlüſſe gefaßt. U. a.
lhr e gemäß Ausführungen des 2. Vorſitzenden, Herrn
Apr inzialdirektor Fey, beſchloſſen, den von Herrn
Pieſſor Schoell=Friedberg angeregten Heſſiſchen
Feendtag, auf welchem über grundlegende Fragen
Jugendpflege von berufenen Fachmännern Referate
ſfatten werden ſollen, am Mittwoch, den 19. Februar,
ſgrroßen Saal des Städtiſchen Saalbaus in
Darm=
abzuhalten. Es werden ſprechen: die Herren
ſhiaralmajor Frhr. v. Heyl=Darmſtadt Profeſſor
ſinger=Darmſtadt, Bürgermeiſter Mueller=Darmſtadt
ſr. Zweck und Zieſe des Jungdeutſchlandbundes und
ſſen Förderung, Pfarrer Müller=Offenbach und Lehrer
Born=Mainz über damit in Verbindung ſtehende
hemſtände der Jugendpflege. Mit dem Heſſiſchen
ſendtag wird zugleich die erſte
Mitgliederver=
mmlung des Heſſiſchen Landesverbandes
Jung=
ſittchland vereinigt werden.
Paulusgemeinde. Nächſten Sonntag, den
H anuar, hält der Frauenverein der Gemeinde ſeine
uptverſammlung ab, verbunden mit einem
Tee=
ſind, an dem Herr Miſſionar Weismann aus
ſenz Erlebniſſen in Indien erzählen wird. Die
Veran=
kung iſt für jedermann zugänglich. Näheres iſt aus
Unzeige zu erſehen.
* Kinematographiſche Schülervorſtellungen. Man
ſſtiot uns: Auf Einladung des vor zwei Jahren gebil=
In „Ausſchuſſes für kinematographiſche
rfführungen” fand vorgeſtern nachmittag im
Stadt=
eine zahlreich beſuchte Verſammlung ſtatt, zu
wel=
ich Vertreter der Stadtverwaltung, der Schulbehör=
Des Polizeiamts, des Volksbildungsvereins, ſowie
hreſigen ſtaatlichen, ſtädtiſchen und privaten Schulen
herunden hatten. Der Vorſitzende, Herr Reallehrer
ſſich, berichtete über die bisherige Tätigkeit des
Aus=
ſes, als deren wichtigſtes Ergebnis die Einrichtung
Worſtellungen für die Schüler der hieſi=
Lehranſtalten im Reſidenztheater anzuſehen ſeien,
zeilte mit, daß dieſe Vorführungen ſtets gut beſucht
ſſſſen und einen durchaus befriedigenden Erfolg
aufzu=
ſſen hatten. Was dieſen Vorführungen noch fehle,
Iſir kurze Erläuterungen, die vor den einzelnen
Pro=
ſimnmnummern den Schülern gegeben werden müßten;
zu ſei die Mitwirkung von Lehrkräften notwendig
ftreundlich erbeten. Herr Regierungsrat Gen nes
ſellsdann Kenntnis von den zurzeit beſtehenden
poli=
ſtlüchen Beſtimmungen betr. des Kinemato=
graphen, ſowie über einige in Ausſicht genommene
Aen=
derungen dieſer Beſtimmungen und erklärte es dann für
wünſchenswert, daß das Polizeiamt bei Prüfung der
Films der von den Beſitzern der Kinematographentheater
ſelbſtändig (alſo ohne Mitwirkung des „Ausſchuſſes”)
ver=
anſtalteten Jugendvorſtellungen von Vertretern der
Schu=
len unterſtützt werde. Nach längerer Beſprechung, in
welcher einerſeits auf die Gefahren hingewieſen wurde
die der Jugend durch die Vorführung ungeeigneter Stoffe
drohen, andererſeits der Kinematograph aber auch als
ein durchaus wertvolles Bildungsmittel für die Schüler
bezeichnet wurde, einigte man ſich dahin, einen
größe=
ren Ausſchuß aus Mitgliedern der Kreisſchulbehörde
und den Lehrkörpern der hieſigen Schulen zu bilden, deſſen
Aufgabe es ſein ſolle, ſowohl die von dem bereits
be=
ſtehenden „engeren Ausſchuß” veranſtalteten
Schülervor=
ſtellungen immer mehr zu wirklich fruchtbringenden
Ver=
anſtaltungen für unſere Schuljugend auszugeſtalten, wie
auch die Polizei bei Prüfung der Programme für die von
den Beſitzern der Kinematographen veranſtalteten
Ju=
gendvorſtellungen wirkſam zu unterſtützen. Etwa
30 Damen und Herren erklärten ſich bereit, in dieſen
Aus=
ſchuß einzutreten.
Der Darmſtädter Ausſchuß für
kinemato=
graphiſche Vorführungen veranſtaltet am
Mon=
tag, den 27. Januar, Kaiſers Geburtstag, im
Reſidenz=
theater am Weißen Turm fünf kinematographiſche
Schü=
lervorſtellungen mit folgenden Programmnummern:
1. Winterlandſchaft in Finnland; 2. Längs der
italieni=
ſchen Riviera; 3. Volksleben in Neapel; 4. In China;
5. Ein Wunder der Elektrizität; 6. Abfahrt und Landung
eines Zeppelin=Luftkreuzers; 7. Sandalen=(Geta=)Fabri
kation in Japan; 8. Piefke als Baumeiſter; 9. Gebrüder
Jumping. Die Schüler zahlen für die ab Samstag an
der Kaſſe des Reſidenztheaters zu löſende Karte 10 Pfg.
Für einige Sitzreihen und für erwachſene, die Jugend
begleitende Perſonen ſind 20=Pfg.=Karten erhältlich. Die
Vorſtellungen beginnen vormittags 10 Uhr und dauern
je 1¼ Stunden. — Die diesmaligen Vorführungen
wer=
den ſich von den bisherigen dadurch vorteilhaft
ausneh=
men, daß jeder Nummer ein kurzer, die Bilderfolge
er=
läuternder Vortrag vorausgeht.
Sektion Darmſtadt Deutſcher und Oeſterreichiſcher
Alpenverein. Am Mittwoch hielt die Sektion Darmſtadt
des Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpenvereins im Für=
Vor
ſtenſaal ihre Monatsverſammlung ab.
einer zahlreich erſchienenen Zuhörerſchaft ſprach Herr
Telegrapheninſpektor Wahl von ſeinen Wanderungen
und Hochtouren bei Berchtesgaden und in den Hohen
Tauern. Nachdem der Redner erſt einige wohlgelungene
Bilder der Städte Würzburg, Rothenburg und Salzburg
mit dem Schloſſe Hellbrunn vorgeführt hatte, berichtete
er über die herrliche Umgebung Berchtesgadens mit dem
berühmten Salzbergwerk, dem maleriſchen Königsſee und
der Ramsau. Sodann führte er ſeine Zuhörer hinauf
zum ſagenumwobenen Untersberg, zum Hohen Göll und
Hohen Brett, ſowie zum Watzmann. Leider mußte wegen
ſtarken Nebels die Beſteigung von dem Watzmannshauſe
aus aufgegeben werden. Eine Reihe freundlicher
Bil=
der zeigte den Anweſenden die Lage des bekannten Zell
am See und das luſtige Badeleben dortſelbſt. Durch das
Kapruner Tal mit der romantiſchen Graf Sigmund
Thun=Klamm ging die Wanderung zum
Keſſelfallalpen=
haus, von hier über die Salzburger Hütte zur herrlich
gelegenen Crefelder Hütte am Schmiedinger Kees, welche
als Ausgangspunkt für die Beſteigung des Kitzſteinhorns
diente, das eine großartige Ausſicht auf die geſamten
Hohen Tauern gewährte. Der Abſtieg erfolgte zum
Moſerboden. Bei ſtarkem Gewitter ging es weiter zum
Schwaiger Haus, von wo aus das Wiesbachhorn
erſtie=
gen werden ſollte. In der Nacht trat aber ſtarker
Schnee=
fall ein, der zu unfreiwilligem Abſtieg zwang. Es war
der kälteſte Auguſttag ſeit 1775. Früher, als geplant,
kehrte der Redner wieder nach Zell a. S. zurück. Noch
einmal aber zog es ihn hinauf zur lichten HHöhe. Er
be=
ſtieg den ſeltener beſuchten, ausſichtsreichen Hundſtein,
von deſſen Gipfel er für dieſes Jahr Abſchied von den
geliebten Bergen nahm. Für den anſchaulichen, von
echtem Bergſteiger=Humor gewürzten Vortrag, der durch
eine große Anzahl prächtiger Lichtbilder aufs ſchönſte
illuſtriert wurde, ſpendeten die Anweſenden reichen
Bei=
fall. In kurzen Worten ſprach ſodann der Schriftführer
der Sektion, Herr Dr. Th. Tenner dem geſchätzten
Redner den wohlverdienten Dank der Verſammlung aus.
* Akademiſche Volksunterrichtskurſe (A. V. D.).
Mor=
gen Samstag wird der Lichtbilderkurſus eine
Sammlung guter Aufnahmen aus alten deutſchen Städten
in der „Stadt Pfungſtadt” vorführen. (Für Nichthörer
Eintritt 10 Pfg.) — Am Mittwoch, den 29. Jan., ſpricht
auf Veranlaſſung der A. V. D. Herr Profeſſor Dr.
Hül=
ſen über „Die Baukunſt der alten Aegypter” im Hörſaal
137 der Großh. Techn. Hochſchule. Beginn 8 Uhr 15 Min.
Jedermann iſt gegen eine Eintrittsgebühr von 20 Pfg.
der Beſuch dieſes Vortrages ermöglicht.
— Der Kreisverein Darmſtadt gegen den Mißbrauch
geiſtiger Getränke veranſtaltet am nächſten Mittwoch, 29.
Januar, im Feſtſaal der Turngemeinde am Woogsplatz
einen großen Volksunterhaltungsabend mit
Anſprachen, Lichtbildern, Deklamationen und muſikaliſchen
Darbietungen. Herr Generalſekretär Dr. Burkhardt
aus Berlin wird dabei einen Vortrag halten über „
Quel=
len der Kraft zur Erneuerung unſeres Volkslebens”
Der
Eintritt iſt für jedermann frei. Programme, die zum
Ein=
tritt berechtigen, ſind im Verkehrsbureau zu haben.
Aktuelle Berichterſtattung. Die „Frankf. Ztg.” läßt
ſich aus Darmſtadt melden: Medizinalrat Dr. Merck hat
ein Kapital von 50000 Mk. geſtiftet, deſſen Erträgnis für
die Ermöglichung von Landaufenthalten ſchwächlicher oder
in Geneſung befindlicher Kinder Darmſtadts Verwendung
finden ſoll. — Dieſe Meldung wurde von uns bereits im
Jahre — 1911 gebracht. Seit daher datiert nämlich dieſe
Stiftung, wie auch aus der dem
Verwaltungs=
bericht des Oberbürgermeiſters beigegebenen „
Ehrn=
tafel” für 1911 hervorgeht.
A. P. Aktienſparverein „Reichskrone‟ Die vorgeſtern
abend im Vereinslokal bei Reſtaurateur Görgen,
Mühl=
ſtraße, abgehaltene Generalverſammlung des
Aktienſparvereins „Reichskrone” wurde
vom erſten Vorſitzenden, Karl Theodor Hedwig, mit
einem Hoch auf unſeren Landesfürſten eröffnet. Nach Be
grüßung der zahlreich erſchienenen Teilnehmer wurde des
verſtorbenen Vereinsmitgliedes Heinrich Müller ehrend
gedacht. Der Geſchäftsgang im Vorjahr und die
Ueberſicht über das Vereinsvermögen wurde vorgetragen
und dem Rechner Entlaſtung erteilt. Nachdem der
ſeitherige Vorſtand in gebührender Anerkennung
wieder=
gewählt war, hielt angeregte gegenſeitige Ausſprache die
Teilnehmer noch lange in gemütlichſter Stimmung
bei=
ſammen.
Orpheum. Die Abendvorſtellung am
kommenden Sonntag, den 26. Januar (Vorabend von
Kaiſers Geburtstag) beginnt mit Rückficht auf den
ſtatt=
findenden militäriſchen Zapfenſtreich erſt nach
Be=
endigung desſelben um ½9 Uhr. (Siehe Anzeige.)
* Turngemeinde. Der einzige Große Gala=
Familien=Maskenball des großen Rats der
Turngemeinde findet, wie bereits gemeldet, am Samstag
in ſämtlichen prächtig geſchmückten Räumen der
Turn=
halle am Woogsplatz ſtatt. Die Maskenbälle der
Turngemeinde ſind zu einer der beliebteſten
Erſchein=
ungen im karnevaliſtiſchen Leben unſerer Stadt geworden
und erfreuen ſich, wie allgemein feſtſteht, größter
Beliebt=
heit und lebhaften Zuſpruchs weiteſter Kreiſe unſerer
Bürgerſchaft. Man weiß, daß die Turner wirklich
unge=
zwungene Faſchingsfreuden bieten und freut ſich doppelt
auf den fröhlichen Mummenſchanz, an dem die Freude ja
ſeit Alters her in unſerem Volke ſteckt und der hier
beſon=
ders bei dem Turnhallen=Maskenball Ausdruck findet.
Das reiche Maskentreiben, das ſich, wie in den früheren
Jahren, in den prächtig geeigneten Räumen der Turn
halle und beſonders in dem feenhaft dekorierten großen
Feſtſal abſpielen wird, wird für Zuſchauer wie für
Be=
teiligte beſonders reizvoll ſich geſtalten. 2 Muſikkapellen
ſorgen für die muſikaliſche Unterhaltung. Lauſchige
Niſchen, traulich geſtaltete Sonderräume, Wintergarten
uſw. bieten angenehme Raſt nach dem flutenden Treiben.
Ueber allem aber wird der Geiſt des ureigenſten
Narren=
tums ſchweben, das ſich amüſiert in fröhlichſter,
unge=
zwungener, aber niemals überſchießender echter
Karne=
valsfreude und Faſchingsluſt.
Dornheim, 23. Jan. Zu der Meldung aus
Dorn=
heim wird berichtigend mitgeteilt: „Die Dornheimer
Gemeindejagd wurde dieſer Tage für weitere
6 Jahre um den Preis von 6400 Mark verpachtet. Sie
koſtete 1907 bis 1913 ebenfalls 6400 Mark, 1901—1907
4147 Mark, 1895—1901 1800 Mark. Mithin
Preisſteiger=
ung um 4600 Mark binnen 18 Jahren.
Kelſterbach, 22. Jan. Die hieſige
Kunſtſeiden=
abrik hat ihre württembergiſche Zweigfabrik Bobingen
eingehen laſſen und ſämtlichen Arbeitern gekündigt.
So=
weit angängig, finden die Arbeiter hier Beſchäftigung.
Zu dieſem Zwecke erfahren die hieſigen
Fabrik=
räume eine dementſprechende Erweiterung.
Mainz, 23. Jan. Nach erfolgter Eingemeindung von
Koſtheim zählt die Stadt Mainz jetzt 121000
Ein=
wohner. Die Mainzer Weinbergsfläche hat ſich
um faſt 400 Morgen erhöht. Der „Mainz=Koſtheimer”
darf zu den beſten Marken des Rheinſtromes gezählt
wer=
den. Er ſteht dem berühmten Hochheimer nicht nach und
iſt ſtets als Hochheimer verkauft worden. Erſt ſeit die
ſienungen im anderen nach ſich. Es iſt eine unbegrün=
Annahme, daß die „Wiener Pſyche” etwas ſei, das
ſlim Wandel der Zeit unverändert erhalten habe, das
iſiſe ohne weiteres in ein paar triviale Schlagworte
ein=
ſtzert laſſe, daß ein gemütvolles Volksſtück etwa allein
wieneriſch ſei. Als Unterſtrömungen leben wohl
ner frühere Geſamtſtimmungen weiter, aber bald
ſties,, bald jenes iſt herrſchend, und aus ſtets erneuter
ügrung mit Fremdem miſchen ſich neue Gebilde. Das
ſtahhliche Schwinden der berühmten Wiener „
Gemüt=
ſkeitt” in unſeren Tagen wird heute ſo viel beklagt,
ſtenn aber wird es beifallen, einem Poeten zur Laſt
warum hält man
leggen, was Zeit=Zeichen iſt
ſo unerſchütterlich daran feſt, daß Neſtroy der hölliſche
Hrraliſator des durch Raimund geheiligten
Wiener=
ts geweſen ſei, und will hartnäckig nicht die Kräfte
Afnnen, die das Volk damals umgeſtalteten und den
Ptar tatſächlich als Symbol erſcheinen laſſen? Das
t doch das Thermometer für die Temperatur verant=
Aätlich machen, wie ein neuerer Neſtroy=Biograph (
Rom=
treffend bemerkte.
ner politiſche Druck, der zu Raimunds Zeit auf Wien
und einen Quietismus hervorrief, für den der
Bei=
iſt doen die Traum= und Scheinwelt des Dichters fand,
Aterkmal iſt, begann in den dreißiger Jahren, und in
nolgezeit immer mehr jene Stimmungen auszulöſen,
alllgemach zur 48er Revolution führten. Neſtroy iſt
Agenauer Kenner ſeiner Zeit geweſen und in mancher
iegung ihr getreuer Spiegel; die Vorſchatten des
ent‟ Jahres machen ſich bei ihm überall bemerkbar.
Afarer Tatſachenſinn, Hinneigung zum Alltag mit ſeinen
gem und Sorgen, erwachende Kritik. Zerſetzung man=
Anſchauung von Gut und Böſe, Sitte und Sittlich=
und Dinge der Zeit, die bei Neſtroy nur in die
Er=
ſnung treten. Sein Witz freilich iſt Steigerung, ſeine
r: Uebertreibung, in ſeiner Zote liegt auch Speku=
, aber er iſt — Thermometer! Und Schauſpieler
iſt auch hier wieder zu betonen. Die Frivolität und
Wibeität zumal, die Zote in gröberer oder feinerec
An, die bei Neſtroy eine große Rolle ſpielte, eine grö=
mittelbar gefühlsmäßig, die Gewißheit daß da ein Genie
iſt, das zu uns ſpricht. Ueber Intereſſe kommen wir nicht
hinaus; ſelten ein Zug von Sympathie.
Einen flüchtigen Blick nach dem Privatmann Neſtroy!
Auch da keine erheblich über den Durchſchitt
heraus=
ragende Perſönlichkeit. Wir wundern uns nur darüber,
wie der Schauſpieler, der ſeinerzeit wie ein Dämon
er=
ſchien, der die Bühne in einen Tummelplatz von Witz,
Ironie und Satire zu verwandeln wußte, der „Mephiſto
des Volksſtücks”, der „Schopenhauer der Poſſe” im Leben
ſo verändert ausſieht. Da war er der weichſte,
liebens=
würdigſte Menſch, nur gelegentlich von Jähzorn erfaßt.
Seine Dämonie im Leben ſchien ſich zu erſchöpfen, wenn
er immer wieder Mittel und Wege ausfand, ſeine beſſere
wilde= Ehe=Hälfte zu nasführen, auf Gaſtſpielreiſen durch
ein „beſonderes” Konto, das den Rechneraugen der
Ge=
ſtrengen ſeine geheimen Pläſierchen entziehen ſollte. Er
war kein Geſchäftsmann; auch als er Direktor des Carl=
Theaters(war, beſorgte „die Frau” den geſchäftlichen Teil
der Arbeiten und erntete damit ſeinen vollen Dank noch
auf ſeinem Sterbelager. Er hat Marie Weiler gewiß nie
für die Fantippe gehalten, als die ſie ſpäter oft verſchrien
worden iſt. Für die Reinheit und Bildung ſeines Geiſtes
und ſeiner Seele haben ſich manche Zeugniſſe erhalten und
ſo gewichtige Namen wie Friedrich Kaiſer, Schlögl,
Leopold Rosner, Speidel ſtehen darunter. Ein hübſches
Beiſpiel für Neſtroys faſt kindliche Unbeholfenheit im
Verkehr gab Joſeph Lewinsky in der Schilderung eines
Beſuches, den er dem Alternden in Graz machte; er meint:
Es war wohl einer der drolligſten Einfälle der Natur,
ſolch unbeſchränkte Macht rückſichtsloſeſten Witzes, ſolch
beißende Satire in einen Menſchen von ſo großer
geſell=
ſchaftlicher Schüchternheit zu legen.” Von Neſtroys
lang=
jährigem Direktor Carl kurſierte das Wort: „Neſtroy iſt
erſt Neſtroy, wenn er die Feder ergreift oder aus den
Kuliſſen tritt, anſonſt iſt er — ein armes Haſcherl!“
Das loſeſte Maul ein „Armes Haſcherl!”, fügt Friedrich
Schlögl hinzu, der dies Wort verbürgt.
ßere in ſeiner Darſtellung jedenfalls als in ihrem
lite=
rariſchen Subſtrat, iſt von alters her im Wiener
Volks=
drama heimiſch geweſen, ſie zählt auch mit zu den
Merk=
malen des Vormärz überhaupt, der Zeit, wo das
leicht=
geſchürzte Vaudeville aus der franzöſiſchen Hauptſtadt au
der Donau ſeinen Einzug hielt; — man bedenke was ſich
noch die größte komiſche Begabung Wiens nach Neſtroy,
Joſefine Gallmeyer, der „weibliche Neſtroy” in dieſer
Hinſicht leiſtete und dem lieben Publikum zu Gefallen
leiſten mußte. Alles zuſammengenommen erſcheint es
doch ſehr fraglich, ob man mit Recht in jüngſter Zeit in
Neſtroys großen Erfolgen ein Paradoxon erblickt hat.
Die Unmöglichkeit des Vergleichs Neſtroys mit
Rai=
mund hat man kürzlich mit den Worten zum Ausdruck
ge=
bracht: Raimund ſei ein Menſch geweſen, Neſtroy aber
nicht (als Dichter betrachtet, verſteht ſich!). Das iſt ſcharf,
aber nicht falſch und man kann den Satz allen denen
ent=
gegenhalten, die ſich in einer Glorifizierung Neſtroys
ge=
fallen. Die Perſönlichkeit, die aus ſeinen Dramen
heraus=
ſchaut, iſt keineswegs ſo, daß man ſie unbedenklich mit den
Größten zuſammenbringen dürfte. Menſchliche
Bedeu=
tung, ohne die wir uns künſtleriſche nicht denken können,
fehlt Neſtroy. Mag ſein, daß wir von dem Dichter ſelbſt
zu wenig wiſſen, aber vielleicht iſt ſelbſt das ein Symptom.
Wer bei ihm nach poetiſchen Konfeſſionen ſucht, wird trotz
der großen Zahl ſeiner dramatiſchen Werke geringe Ernte
halten. (Außerdichteriſche Dokumente, wie für Raimund
z. B. die wundervollen Briefe an Toni Wagner oder die
Tagebuchnotizen, an deren Echtheit freilich gezweifelt
wird, beſitzen wir für Neſtroy nicht.) Was wir erkennen,
iſt eine ſtarke Intelligenz; das beſtätigt, was wir von
ſeiner Darſtellungsart wiſſen, genügt aber nicht zur
Größe. Scharfen kritiſchen Verſtand verraten die
klaſſi=
ſchen Parodien, die der Judith” vor allem und des
„Tannhäuſer”; eine gewiſſe Konſtanz ſeines politiſchen
Glaubens zeigen die Krähwinkel=Komödie und das
be=
deutende Volksſtück vom „Alten Mann mit der jungen
Frau”, mehr als die in erſter Linie auf momentane
Zün=
dung gefeilten Couplets; überall macht ſich ein karkaſtiſcher
Peſſimismus geltend — aber nirgends erhalten wir un=
Großh. Weinbauſchule Oppenheim in Koſtheim einen
Muſterweinberg bebaut, iſt weiteren Kreiſen die
Vor=
trefflichkeit des „Mainz=Koſtheimers” vor Augen geführt
worden. — Eine hieſige Wirtswitwe wollte geſtern den
Verſicherungsbetrag in Höhe von 1600 Mark, den ſie beim
Tode ihres Mannes erhalten hatte, auf der Sparkaſſe
an=
legen. Sie trug das Geld in einem offenen Briefumſchlag
in der Hand. Unterwegs flog ihr der Hut vom Kopf, und
als ſie dieſem nachlief, fielen 15
Hundertmark=
ſcheine aus dem Umſchlag, ohne daß die Frau
es bemerkte. Als ſie auf der Sparkaſſe ankam, fand ſie
nur noch einen Hundertmarkſchein in dem Umſchlag vor.
Schnell eilte ſie an den Platz zurück, wo ihr der Hut
da=
vongeflogen war. Dort fand ſie noch acht Scheine; ein
Dienſtmädchen hatte zwei Scheine aufgehoben, ein dritter
Schein flog in einen Hof, wo ihn arbeitende Pfläſterer
fanden. Im ganzen fehlen an der verlorenen Summe
noch 400 Mark, die nicht beigeſchafft werden konnten.
Mainz, 23. Jan. Auf einem Neubau auf dem
ehe=
maligen Turnplatz fiel der 11jährige Sohn des
Fabrik=
arbeiters Johann Veith aus dem zweiten Stockwerk
herunter und zog ſich eine ſchwere
Gehirnerſchüt=
terung zu.
Mainz, 23. Jan. Zu dem Diebſtahl im
Muſeum wird noch folgendes bekannt: Der Einbruch
geſchah „von der Diether von Iſenburgſtraße her durch
eine Fenſterbrüſtung, die der Dieb durchbrach; die Mauer
iſt hier nur 30 Zentimeter ſtark und die Stelle gehört noch
zum alten Bau, während ſonſt überall die Brüſtungen
ſchon durch Verſtärkung der Mauer geſichert ſind. Die
Kriminalpolizei hat ſofort nachdem der Diebſtahl ihr
an=
gezeigt wurde, die nötigen Aufnahmen gemacht; auch die
Fingerabdrücke, die vorgefunden wurden, wurden
aufge=
nommen. Der Diebſtahl konnte erſt nach 10 Uhr, als das
Muſeum geöffnet wurde, entdeckt werden. Der Dieb hatte
es offenbar ſiur auf dieſen einen Gegenſtand abgeſehen
außer dem Becher wurde nichts geſtohlen. Die ſtürmiſche
Nacht erleichterte den Diebſtahl. Der Becher iſt nach
einem der bekannten Holbeinſchen Entwürfe von dem
Goldſchmied Joſ. Lutz in Mainz im Jahre 1890 hergeſtellt.
Die Nachtwache im Muſeum wird von der Wach= und
Schließgeſellſchaft beſorgt, deren Kontrolluhren auch richtig
abgeſtochen ſind, ſodaß der Dieb alſo den Wächter abgepaßt
und zwiſchen zwei, etwa zwei Stunden auseinander
liegen=
den Kontrollgängen den Durchbruch der Mauer verübt
haben muß. — Der Polizeibericht meldet zu der
Sache folgendes: Der Becher iſt etwa 40 Zentimeter hoch,
aus Silber getrieben, vergoldet und mit Deckel verſehen.
An dem Kelche befinden ſich als Verzierung etwa acht
kleine Anhänger mit je einem Silberperlchen, ſowie als
weiterer Anhänger ein Zwanzigmackſtück, vorn mit dem
Bildnis Kaiſer Wilhelms II, und auf der Rückſeite die
Inſchrift: „Kaiſer Wilhelm II. und mit ihm Großherzog
Ernſt Ludwig von Heſſen nahmen am 20. Auguſt 1898 aus
dieſem Pokal den Ehrentrunk der Stadt Mainz.” An der
Krone des Deckels befindet ſich die Inſchrift: „Geſtiftet
von Dr. Otto Gaſtell ſeiner Vaterſtadt.” Am Fuße, an
Kelche und am Deckel iſt der Becher mit etwa 24 rötlichen
und blauen Steinen beſetzt. Der Täter hatte die als
Ein=
friedigung des Bauplatzes dienende Bretterwand
über=
ſtiegen und in die Außenſeite des Gebäudes, jedenfalls
mit Hammer und Meißel, eine ſo große Oeffnung
ge=
brochen, daß er hindurchſchlüpfen und den Diebſtahl
aus=
führen konnte. Den Rückweg nahm der Einbrecher auf
die gleiche Weiſe.
Worms, 23. Jan. In Erwägung, daß ein O
bſt=
großmarkt zweifellos zur Erhöhung des Verkehrs
in Worms beizutragen geeignet iſt, und daß dieſe
Ver=
kehrsſteigerung auch dem Handels= und Gewerbeſtand
zu=
gute kommt, hat der Vorſtand des Vereins ſelbſtändiger
Kaufleute und Gewerbetreibender zum weiteren Ausbau
dieſes Marktes Großh. Kreisamt auch in dieſem Jahre
wieder 100 Mark zur Verfügung geſtellt.
Gleichzeitig wurden in den geſchäftsführenden Ausſchuß
als Mitglied Herr Siegel und als deſſen Stellvertreter
Herr Gallinger Großh. Kreisamt zum Vorſchlag gebracht.
Zur Wiederbeſetzung der erledigten
Profeſſoren=
ſtelle am Predigerſeminar zu Friedberg.
Nachdem in den letzten Tagen die Nachricht durch die
Blätter gegangen iſt, daß demnächſt eine für die heſſiſche
Landeskirche hochwichtige Profeſſorenſtelle an dem
Pre=
digerſeminar zu Friedberg in Erledigung komme, darf
heute vielleicht an zwei hervorragende jüngere Theologen
unſeres Landes erinnert werden, die einem Lehrſtuhle
für praktiſche Theologie ohne Zweifel zur Zierde gereichen
würden, wenn auch ihr Abgang von ihren derzeitigen,
ebenfalls recht wichtigen Stellen, gewiß eine recht
ſchmerz=
liche Lücke hinterlaſſen würde. Wir meinen die beiden
Herren Pfarrer D. Dr. Diehl dahier und Lizentiat
Gaul, Religionslehrer am Schullehrerſeminar zu
Bensheim; beide, abgeſehen von ihrer perſönlichen
Lie=
benswürdigkeit und theologiſch=wiſſenſchaftlichen
Tüchtig=
keit, durch ihr lebhaftes Temperament, anregende Art und
natürliche Beredtſamkeit für einen ſolchen Poſten wie
ge=
chaffen, dabei, was hier noch beſonders wertvoll
er=
ſcheint, von hohem geſchichtlichen Intereſſe. Wer der
Gegenwart dienen will, muß ein offenes Auge haben für
das, was ſich in der Vergangenheit bewährt und vals
wertvoll erwieſen hat. Denn von einer ſolchen
Kollektiv=
perſon, wie eine Landeskirche iſt, gilt nicht minder wie
von einem einzelnen Menſchen, was ein erleuchteter
heſſi=
ſcher Kirchenmann einſt geſagt hat: „Wer keine
Vergan=
genheit hat, der hat auch keine Zukunft.‟ Das gründliche
Studium der Kirchengeſchichte iſt ein trefflicher Weg, die
ewigen und unwandelbaren Grundlagen des
Chriſten=
ums zu entdecken.
Wer forſchte aber in unſerem Lande ſeit geraumer
Zeit unermüdlicher in der älteſten Spezialgeſchichte der
Landeskirche Heſſens als unſer lieber Stadtpfarrer
Diehl? Und wer wiederum geht mit mehr Liebe und
Fleiß den Spuren des neuerwachten göttlichen Lebens
unſerer heſſiſchen Heimat nach als Pfarrer Gaul? Wer
wird reichlicher in der Lage ſein, die individuelle
Eigen=
art unſerer Landeskirche zu erfaſſen, wie ſie in deren
ur=
eigenſtem, ebenſo troſtvollem wie lehrhaftem
Spezialglau=
bensbekenntnis, den ſogenannten 33 heſſiſchen
Frage=
ſtücken, die ſich wie eine Epheuranke um den allen
Deut=
ſchen ſo teuren Lutheriſchen Katechismus unzertrennlich
eſt emporgewunden haben, einen ſo ehrwürdigen und
herzerquickenden Ausdruck gefunden hat? Wer wäre
beſſer imſtande, unſeren angehenden jungen Theologen
für ihren zukünftigen verantwortungsvollen Beruf ein
treues Geleite zu geben durch warmherzige klare
Bezeug=
ung der ewig gültigen Heilstatſachen und
Heilswahr=
heiten aus den nimmer verſiegenden Quellen des
gött=
lichen Wortes alten und neuen Teſtamentes, wie es je
und je an unſerem Predigerſeminar durch den Dienſt
treuer Lehrer in der Vergangenheit geſchehen iſt?
Dan. 12, 23.
Möchte denn unſere hohe Kirchenbehörde bei der
dem=
nächſtigen Beſetzung der erledigten Profeſſur zu
Fried=
berg der beiden oben genannten lieben Männer zum
Segen unſerer heſſiſchen Landeskirche freundlich ge=
W.
denken!
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Jan. Prinz
Hein=
rich von Preußen erſchien heute vormittag auf der
Berliner Hauptfeuerwache in der Lindenſtraße, um ſich
über die Automobiliſierung der Berliner Feuerwehr zu
unterrichten. Branddirektor Reichel erläuterie verſchiedene
Neukonſtruktionen von Automobilen und führte dieſe
praktiſch im Betriebe vor. Die Berliner Feuerwehr beſitzt
zurzeit ſechzig Automobilfahrzeuge; zur vollſtändigen
Durchführung der auf Jahre hinaus verteilten
Automobi=
liſierung gebraucht ſie noch neunzig Kraftwagen. Prinz
Heinrich gab ſeiner Befriedigung über die Fortſchritte in
der Automobiliſierung der Berliner Wehr lebhaften
Aus=
druck. — Im Plenarſitzungsſaale des Reichstages hielt
heute abend der Vizepräſident des Reichstages, Geh.
Re=
gierungsrat Profeſſor Dr. Paaſche vor mehr als 500
Zuhörern, die ſich auf den Sitzungsſaal und die Tribünen
verteilten, einen Vortrag über die Weltreiſe, die er im
vorigen Sommer in Begleitung ſeiner Gemahlin gemacht
hatte. An den Vortrag ſchloß ſich die Vorführung
zahl=
reicher ausgezeichnet gelungerer farbiger
Projektionsbil=
der, die eine vortreffliche Illuſtration für den Vortrag
boten. Unter der auserleſenen Geſellſchaft, die im
Reichs=
tag anweſend war, befand ſich außer zahlreichen
Reichs=
tagsabgeordneten der Unterſtaatsſekretär des Auswärtigen
Amts, Zimmermann. — Unter großem Andrang des
Pu=
blikums iſt heute nachmittag die erſte ſtädtiſche
Fleiſchhalle in Wilmersdorf eröffnet worden.
Sie bedeutet eine Neuerung, die von den Schlachtern
an=
ders als wie von dem Publikum angeſehen wird. Der
Eindruck, den Unparteiiſche davontrugen, war günſtig.
U. a. war eine lange Reihe auſtraliſcher Hammel, die
erſten ihrer Art in Groß=Berlin, aufgehängt. Ein ſtarkes
Schutzmannsaufgebot hatte keinen Anlaß, einzuſchreiten
und konnte ſich beobachtend verhalten.
Hanau, 23. Jan. Die Typhus=Epidemiebel
Eiſenbahn=Regiment Nr. 3 iſt in ſtetem Rückgang begriſſen
Seit vierzehn Tagen iſt kein neuer Erkrankungs
hinzugetreten. Heute ſind noch 111 Kranke vorhand
von denen 16 hohes Fieber haben. Die Zahl der
ſenden beträgt 73.
Ueberlingen, 23. Jan. Vergangene Nacht bran
die Werft von Diekmann vollſtändigab. Faſtſah
liche Boote des Königl. Württembergiſchen Jachtklul
viele Privatboote, ſowie die Jacht „Schwaben” nu
vernichtet.
Düſſeldorf, 23. Jan. Einer eigenartigen
denſchaft fröhnte der Profeſſor Wilhelm Wurm,
in einem hieſigen Gymnaſium angeſtellt war. Er
mit einer Dame in Ohligs verlobt; an dieſe richtete
ſelbſt anonyme Schmähbriefe, in denen er ſeiner
die unglaublichſten Vorwürfe machte. Nach langen
mühungen gelang es, ihn als Verfaſſer der Briefez
mitteln und zu überführen. Es wurde ein Strafvelſe
ren gegen ihn eingeleitet. Dieſem entzog ſich der Beſchü
digte geſtern durch Selbſtmord, indem er ſich in Zür
erſchoß.
Köslin, 23. Jan. Als die Arbeiterswitwe Schül
in Zanow heute früh zur Arbeit ging, ſchloß ſie
vier Kinder ein, die brennende Lampe au
Tiſche ſtehen laſſend. Als ein Kind an der Lampe
pier anzündete, riß es dabei die Lampe um, das
leum ergoß ſich über das Kind und den Fußboden
durch die Betten der anderen Kinder in Brand ger
Ein Kind verbrannte, die drei anderen Geſchwiſter
in einem Alter von zwei bis fünf Jahren ſtanden
ſtickten durch den entſtandenen Qualm. Die Hilfe
zu ſpät.
Breslau, 22. Jan. Sehnſucht nach den Freuden
Silveſternacht in der Großſtadt haben den Hausd
Mroſek aus Liegnitz zu einem verwegenen Stückchen
trieben. Er wollte die Reiſe nach Breslalm
treten, um ſich das Leben und Treiben auf den Straße
der Silveſternacht einmal anzuſehen, hatte aben
Reiſegeld. Deshalb entſchloß er ſich, die Fahrt auf
Zuge als blinder Paſſagier mitzumachen. Als der Sch
zug Berlin-Oderberg, der eine Durchſchnittsgeſchwie
keit von 80 Kilometern entwickelt, in Liegnitz hielt,i
chritt Mroſek die Gleiſe und ſprang unbemerkt von
Beamten auf ein Trittbrett. Hier kauerteen
nieder und machte unbehelligt die Reiſe nach Breslau
Bei der Ankunft daſelbſt ſah er infolge des Rußes
der Lokomotive ſo ſchwarz wie ein Neger aus.Das
einem Beamten auf, der ihn fragte, in welchem Abte
denn eigentlich geſeſſen habe. Mroſek erwiderte
ruhig: auf dem Trittbrett. Er hatte ſich nunmehr
dem Schöffengericht wegen Betruges, begangen
Der
Nichtlöſen einer Fahrkarte, zu verantworten.
richtshof ſah die Sache ſehr milde an und beließe
einer Geldſtrafe von zwanzig Mark.
Paris, 23. Jan. Ein ſchwerer Unglücksſu
wurde geſtern durch einen Automobilomnibn
der Rue Vaugirard in der Nähe des Luxembourghi
hofes veranlaßt. Der Wagen fuhr an einer Biegung
er einem anderen Fuhrwerk ausweichen wollte, auf
Bürgerſteig und zermalmte den gerade vorübergehl
28jährigen Schriftſteller Francis Latouches. Ein
Paſſant wurde ſchwer verletzt.
Paris, 23. Jan. Wie aus Calofiumare
Korſika gemeldet wird, drangen bis jetzt unbe
Miſſetäter in die an der Meeresküſte gelegene
graphenſtation des Korſika mit Sardinien un
zilien verbindenden Kabels ein, vernichteten die Apl
und zerſchnitten die Telegraphendrähte. Man
daß dieſe Sabotage von Hirten der dortigen Gegel
übt worden iſt.
London, 23. Jan. Ein deutſcher Dampfer na
Orion” iſt in der Nähe von Suderland geſtran
Das Schiff iſt in zwei Teile gebrochen und vollſt
wrack.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 23. Jan. Präſident Dr. Kaem
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Die
zweite Leſung des Etats des Innern
wird fortgeſetzt. Zunächſt wird über die noch ausſte
den Reſolutionen zum Gehalt des Staatsſelreiſl
abgeſtimmt. Angenommen werden die Reſolutione
treffend den Arbeiterſchutz in Glashütten und Ziegell
Feuilleton.
* Frau Poincaré. Man ſchreibt der Tägl.
Rund=
ſchau aus Paris: Als der neue Präſident Frankreichs
am 17. Januar abends um 7 Uhr aus dem Hof des
Ver=
ſailler Schloſſes im Automobil die Avenue de Paris
herunterfuhr, miſchten ſich unter das Hochgeſchrei ſehr
herzlich klingende Rufe: „Hoch Frau Poincaré!
„Hoch die Präſidentin!‟ Die Pariſer ſind voller Freude.
Nicht nur, daß ſie einen ihnen zuſagenden Präſidenten
er=
halten, ſie bekommen auch zum erſtenmal nach langen
Jahren wieder einmal eine Frau Präſidentin, die ſehr
hübſch und noch ziemlich jung iſt und in die Räume
des Elyſee=Palaſtes, durch die einſt die Marquiſe de
Pompadour ſchritt, ſicher die Götter der Anmut und der
Grazie zurückbringen wird, die dort in den letzten Jahren
betrübt ihr Haupt verhüllten. Frau Raymond Poincaré,
geborene Benucci, iſt eine mittelgroße, biegſame
Er=
ſcheinung, die ſich mit Vorliebe in helle, den Farben ihres
Landes entſprechende Stoffe hüllt. Sie hat wenig von
dem, was man unter „Pariſer Schick” verſteht. Sie iſt ja
auch keine Pariſerin, aber ſie bringt all den exotiſchen
Reiz mit, der von den Töchtern des Landes: „wo die
Zitronen blühen” ausgeht. Dunkle, mandelförmig
ge=
ſchnittene Augen blicken ſanft aus ihrem ovalen, bleichen
Geſicht, das von reichem, ſchwarzem Haar umrahmt iſt.
Eine fein geſchnittene Naſe, ein weicher Mund, zwei
Reihen glänzender weißer Zähne machen aus der neuen
„Herrſcherin der Franzoſen” eine ſehr entzückende Frau.
Dazu kommt noch, daß Frau Poincaré ein eigenes großes
Vermögen beſitzt und es ſehr freigebig in den Dienſt der
Wohltätigkeit ſtellt. Da der erſten Frau in Frankreich das
Glück, Kinder zu haben, verſagt iſt, wendet ſie ihre
ganze Liebe den Tieren zu. Die Spatzen der Rue du
Commandant=Marchand werden die Hände, die ihnen ſeit
Jahren regelmäßig Brotkrumen in den Garten und aufs
Fenſterbrett ſtreuten gewiß vermiſſen. „Gri=Gri” und
„Scott”, die Köter, ſiedeln natürlich mit ins Elyſee
hin=
über, und auch der Hühnerhof dürfte mit dem Umzug aus
dem ſchmalen, engen Garten in den Park des Faubourg=
Saint=Honoré nicht unzufrieden ſein.
Uebrigens iſt Frau Poincaré auch eine
Feinſchmecke=
rin, und ihr Tiſch in ganz Paris berühmt. Und wenn
das alles noch nicht genügen ſollte, um den Glauben in
die vielen guten Eigenſchaften der neuen Frau
Präſiden=
tin der Republik felſenfeſt zu geſtalten, ſo müſſen doch
ge=
wiß alle Leſer bewundernd das Haupt beugen, wenn ſie
hören: Frau Poincaré lebt ſeit vielen Jahren mit ihrer
Schwiegermutter in beſtem Einvernehmen unter
dem=
elben Dach!
C.K. Mexilaniſche Vulkanc. Der verhängnisvolle
Vulkanausbruch des Colima in Mexiko, deſſen
urchtbare Verwüſtungen bereits aus den erſten
Nachrich=
ten klar hervortreten, zeigt wieder einmal die ſtändige
Gefahr, mit der die unterirdiſchen Gewalten die
blühen=
den Gefilde des mexikaniſchen Landes bedrohen. Wie ſo
oft im Leben Glück und Unglück, Licht und Schatten eng
beieinander wohnen, ſo bietet der vulkaniſche Boden
Mexikos durch die Fruchtbarkeit ſeiner Hochflächen dem
Lande den größten Segen und durch die ewige
Wieder=
kehr der Ausbrüche den ärgſten Fluch. Eine ganze Reihe
von Städten iſt in den letzten Jahrzehnten durch
Erd=
erſchütterungen vernichtet worden. Ueber dem blau
ſchimmernden Meer des atlantiſchen Geſtades, über dem
duunkelgrünen Tropengelände, über der üppigen Pracht
der Hochflächen mit ihren Städten, Dörfern und blauen
Seen echeben ſich wie ernſte Mahner, die von der
Ver=
gänglichkeit alles Irdiſchen erzählen, die ſchön
geſchwun=
genen Kegel der Vulkanreihe, die ſich, offendar auf einer
Bruchſpalte der Erdrinde, von Weſt nach Oſt durch
Meriko hinzieht. Dieſe Kette von tätigen, von
halb=
erloſchenen oder auch völlig ruhenden Vulkanen droht mit
hren ewigen Schrecken über dieſem bunten
Naturpara=
dieſe. Ernſt und feierlich ragen die ſchneegekrönten
Vul=
kane Popoca tepetel und Ixtac eiuhuatl über die
Hoch=
fläche von Mexiko empor; wie ein gigantiſcher Pfeiler
ſteht am atlantiſchen Abhang des Hochlandes der höchſte
dieſer Feuerrieſen, der „Berg der Sterne” Citlal tepetel.
Unter den anderen Vulkanen iſt der verhältnismäßig
niedrige Jorullo durch die Beſchreibung Aexander von
Humboldts berühmt geworden, der als erſter in ſeinen
herrlichen Schilderungen die Welt der Vulkane bei uns
bekannt gemacht hät. Der jüngſte Unheilſtifter, der Co=
lima, liegt weſtlich vom Jorullo faſt an der Küſted
Großen Ozeans er hat einen doppelten Gipfel,und
Dämpfe und Schwefelwaſſerſtoffgaſe, die der Kraten
einen dieſer Gipfel immer ausſtößt, laſſen die inneſen
fahrdrohende Tätigkeit ahnen. Der Gipfel des Bullm
wurde 1852 von Pieſchel beſtiegen. Schon aus denäh
1770 und 1795 haben wir Berichte von großen Eruptiole
Erdbeben gehören leider zu den nicht ſeltenen Erlebuſſel
in Mexiko, wenn ſie auch freilich zumeiſt nichtml
verheerenden Gewalt auftreten, wie ſie durch denü
Ausbruch des Colima hervorgerufen wurde
kommt man mit dem bloßen Schrecken und mit kleinen
Schaden davon, aber in anderen Fällen, wenn ſichdnl
Feuerſtröme eines Vulkans mit dem Schwanren der
vereinen, herrſcht Tod und Vernichtung ringsum,o
noch vor kurzem blühendes Leben breitete, und
Schrecken und Verzweiflung fühlen die Bewohnerd
Wut des mächtigen Erdgeiſtes in den Tiefen, in deſſe
Hand ihr Schickſal gegeben iſt in jenem an Gegenſätzen
reichen Gebiet der mexikaniſchen Vulkane.
— Hüte aus Aluminium. Unter den Geſetzgebernd
Vereinigten Staaten, die darüber nachſinnen, wie m
das ſo koſtſpielige Leben billiger geſtalten könne, iſt ein
auf einen überraſchenden Einfall gekommen: er empfiehlt
als beſtes Mittel gegen Teurung den Aluminiumhut,
von den amerikaniſchen Damen zwangsweiſe geträgk
werden muß. Dieſer eigenartige Menſchheitsbeglückch
Mr. John Benyon aus Boſton in Maſſachuſetts, geht bol
der Schätzung aus, daß jede Frau in den Vereinigie
Staaten zehnmal ſo viel für ihre Kleidung ausgibt,
jeder Mann. Wie kann man nun dieſer Verſchwendu
in der er die Wurzel alles Uebels ſieht, ſteuern? Nicht
einfacher als das. Der Reformator bringt bei dem Koſt
greß in Waſhington ein Geſetz ein, das bei hoher Straf
jeder Frau befiehlt, einen Hut aus Aluminium zu tragen
der vom Staat koſtenlos geliefert wird. Dieſes Geſchel
an die Damen würde die Vereinigten Staaten allerding
nicht weniger als 1200 Millionen Mark koſten, unda
das jährlich. Aber dafür ſind die Familienväter von
großen Sorge der Hutrechnungen befreit und die Fra
haben ſchöne Hüte auf Lebenszeit, die ſich je nach
Mode in die verſchiedenſten Formen biegen laſſen,,
ſie eine ſolche auf Vorlegung einer Denkſchrift über die
Rachaftlichen, geſundheitlichen, ſittlichen und ſozialen
ungen der Arbeiterverſicherung. Abgelehnt werden
Reſolutionen der Wirtſchaftlichen Vereinigung auf
er=
ht rten Arbeiterſchutz in der Großeiſeninduſtrie und
ſozialdemokratiſche Reſolution auf Regelung der Ar=
Pzeit und Ruhepauſen für alle Angeſtellten im
Gaſt=
i=gewerbe. — Die Debatte wird bei Kapitel 7,
Unter=
fung von Familien der zu Friedensübungen einberu=
Pi Mannſchaften, fortgeſetzt. Hierfür ſind ausgeworfen
000 Mk. Die Sozialdemokraten beantragen in einer
ſolution eine allgemeine Erhöhung dieſer
Unter=
jungsſätze.
Abg. Rauch (Soz.) begründet dieſe Reſolution mit
Unzulänglichkeit der gegenwärtigen Entſchädigung. —
ſſterialdirektor Lewald: Auch bei uns beſteht der
ſſende Wunſch, die Familienbeihilfen zu erhöhen, ſchon
ſtüe Dienſtfreudigkeit der Einberufenen zu ſteigern. Die
ſitzielle Tragweite dieſer Maßnahme iſt aber eine ſehr
lliche. Die Beihilfen ſteigern ſich jetzt um jährlich
00000 Mk. Eine weitere Steigerung wird auch in
ſturift bei den höheren Löhnen und der vermehrten Frie=
Bpräſenzſtärke eintreten. Das darf man nicht außer
laſſen.
Abg. Erzberger (Ztr.): Wir ſtimmen
Reſolution zu; denn eine Erhöhung der
Familien=
ſüſſe iſt notwendig. Wir können aber nicht den
Vor=
ſig en der Sozialdemokraten folgen, die Entſchädigung
ir Höhe des Tagelohnes zu gewähren. Wir erwarten
lachſt bald eine Vorlage für eine Beſitzſteuer, die auch
ſſtI für dieſe Zwecke bringen kann. —
Abg. Koch
ſſir ſchr. Vpt.): Wir ſtimmen der Reſolution zu. Bei
ſaellung des ortsüblichen Tagelohnes kommen fortge=
Differenzen mit den zu unterſtützenden Familien vor,
ſſumtlich auf dem Lande. Deshalb ſind wir dafür, daß
lungängige wirkliche Verdienſt den Familien erſetzt
Abg. Behrens (Wirtſch. Vgg.): Für die
Re=
bt on ſind wir ebenfalls zu haben, halten aber eine volle
bſchädigung für einen ungangbaren Weg. — Abg
hne (Soz.): Wenn die Herren jetzt darüber klagen.
o viel Mittel für dieſe Zwecke ausgegeben werden
ſmum, ſo wäre zu wünſchen, daß die Reichstagsmehrheit
gleiche Sparſamkeit an den Tag legte, wenn es ſich
vie Hegresvermehrung im allgemeinen handelt.
Schulenburg (natl.): Wir ſtimmen ebenfalls
Reſolution zu. Dabei muß allerdings der
Entſchä=
ſth g der ortsübliche Tagelohn zugrunde gelegt werden.
e allgemeine Aufbeſſerung der Veteranenbeihilfen iſt
hieend notwendig. — Abg. Rauch (Soz.): Es wäre zu
ſſiſchen, daß auf die geſteigerten Uebungsentſchädigun=
und ſonſtigen Laſten auch bei der neuen Heeresvorlage
hewieſen würde. — Miniſterialdirektor Dr. Lewald:
gen über rückſtändige Auszahlung ſind uns nicht
zu=
ſnegen. — Abg. Dombeck (Pole): Wir ſtimmen der
ſolution zu.
Abg. Erzberger (Ztr.): Den
Fa=
ſten ſollte die Möglichkeit gegeben werden. Vorſchüſſe
deie Beihilfen zu erheben, damit ſie nicht genötigt
fihren Wirtſchaftsbedarf auf Borg zu nehmen
Csodann wird die Reſolution angenommen
der Titel bewilligt.
Bei dem Titel „Aufwendungen für
Ein=
heungen und Veranſtaltungen, welche
all=
tenen Intereſſen des deutſchen Handels und
Ge=
bes dienen” fordert Abg. Thöne (Soz.)
Maß=
men zur Schiffbarmachung der Werra im Intereſſe
Handels und Verkehrs und bedauerte, daß nur 80000
ri für die Zwecke dieſes Titels in den Etat eingeſtellt
— Unterſtaatsſekretär Richter: Die Summe von
bo Mk. für dieſen Zweck iſt ausreichend; denn die
efſchüſſe aus dieſem Titel des einen Jahres können
tie ſpäteren Jahre mit verwendet werden. Für die
fflbarmachung der Werra können weitere Mittel aus
ſem Fonds nicht bewilligt werden, da er nur für Zwecke
mamt iſt, die direkt dem Handel und Gewerbe dienen,
andererſeits die Schiffbarmachung eines Fluſſes den
desbehörden überlaſſen bleiben muß.
Abg.
ätztzig (Soz.): Wir wollen Mittel bewilligen, um die
umwollkultur in den Kolonien zu fördern, verlangen
daß dieſe Mittel Leuten in die Hände gegeben
wer=
beie nicht nur daran denken, ſich zu bereichern.
Lizepräſident Dr. Paaſche ruft den Redner
wieder=
nur Sache, da bei dieſem Titel nicht die ganze
Wirt=
ſſtspolitik aufgerollt werden könnft=
Deer Titel wird bewilligt. — Es folgt der Titel „
För=
ung des Abſatzes landwirtſchaftlicher
ugniſſe uſw.” — Abg. Hoeſch (konſ.) bittet um
ſſöheung der Unterſtützung der Deutſchen Geſellſchaft für
hhrungshunde. — Abg. Wellenborn (Ztr.) wünſcht
ſiida rung der pomologiſchen Vereine. — Staatsſekretär
2 elbrück: Wir ſind gern bereit, alle Inſtitutionen,
ſſiſach mit der Hebung der Landwirtſchaft befaſſen, zu
henn, und werden auch die Sorge für die
Pomologen=
line uns angelegen ſein laſſen. — Abg. Behrens
Uriſſch. Vgg.): Neben dem Obſtbau muß auch dem
Ge=
ſteleau größere Aufmerkſamkeit zugewendet werden.
Baumſchulartikel müßten im Inland hergeſtellt wer=
Im deutſchen Weinbau verſchulden die kleinen
Win=
inimer mehr und verſchwinden ſchließlich ganz..
Die=
miuß bald geholfen werden.
Vizepräſident Dr.
pe ruft den Redner zur Sache. — Staatsſekretär Dr.
Florück: Mit großen Mitteln des Reiches können wir
dem Gebiete des Obſt= und Gemüſebaues, der
Vieh=
tmſw. nicht eingreifen. Erſtens reichen die Mittel des
ſchsamts des Innern dazu nicht aus, und zweitens
divon den Bundesſtaaten und den landwirtſchaftlichen
Pamiſationen zur Genüge getan.
N ach weiterer ganz unerheblicher Debatte wird der
Albbewilligt. — Bei Titel „Beitrag für den Ver=
Aiio Deutſcher Arbeitsnachweiſe” liegt eine
Aellen bürgerlichen Parteien, 256 Abgeordneten,
unter=
heieene Reſolution vor, die den Beitrag für Arbeits=
Ahneiſe im nächſtjährigen Etat angemeſſen erhöht
wiſ=
niill. — Abg. Doormann (Fortſchr. Vpt.): Die
Uherttützungserhöhung für die Arbeitsnachweiſe, die in
Aſr Reſolution verlangt wird, ſollte im nächſten Jahr
al5 000 Mark bemeſſen werden. — Abg. Thöne (Soz.):
ſönd ebenfalls für die Erhöhung dieſer Summe. Die
Alittion wird einſtimmig angenommen.
Zm Kapitel „Reichskommiſſariate” liegt bei
l2: Reichsſchulkommiſſion, eine Reſolution der
So=
ſemokraten vor, dieſes Inſtitut in ein ſelbſtändiges
Ahiramt für das Schul= und Bildungsweſen des Deut=
(eiches umzuwandeln. Abg. Schultz (Soz.): Die
Eifſiung eines ſelbſtändigen Reichsſchulamtes iſt unbe=
Mit notwendig. Ohne, daß wir uns auf Einzelheiten
flſegeen wollen, verlangen wir eine baldige Vorlage
As entſprechenden Geſetzentwurfes. Im Schulweſen
eine größere Einheit geſchaffen werden, ſchon, um
Aumfangreiche Statiſtik zu ermöglichen. — Abg. Kuck=
Af (Zentr.): Wir ſind der Meinung, daß die Sozial=
Aotraten mit ihrer Reſolution den erſten Schritt zum
Aheſchulgeſetz tun wollen; aber die Unterhaltung der
le; iſt ohne Zweifel Sache der Einzelſtaaten. Die
Mialldemokraten drängen auf Zuſammenfaſſung des
ge=
ſem Schulweſens, um ſchließlich das Heft leichter in
band zu bekommen. Wir wollen unſere Jugend im
hriſtlichen Sinne erzogen wiſſen. Auf die Einjährig=
Freiwilligen=Berechtigung können wir nicht verzichten
Durch dieſe Inſtitution haben wir im letzten Jahre 24
Millionen erſpart. Wohl aber könnten Reformen bei dem
Verfahren eintreten, vielleicht, indem man Leute zum
Examen zuließe, ohne daß ein beſtimmter Bildungsgang
vorgeſchrieben wird. — Abg. Kerſchenſteiner (
Fort=
ſchrittliche Vpt.): Betreffs einer größeren
Vereinheitlich=
ung des Schulweſens kommt die große Gefahr der
Uni=
formierung in Betracht. Wohl wiſſen wir, daß bei uns
viel weniger Neigung vorhanden iſt zur Uniformierung
des Schulweſens als in Preußen, aber wie weit dies
gehen kann, zeigt das Beiſpiel Frankreichs. Wir können
uns für ein Reichsſchulamt nicht erwärmen, wohl aber
für eine Erweiterung der Kompetenzen der
Reichsſchul=
kommiſſion.
Hierauf wird die Verhandlung abgebrochen.
Beginn der Nachtſitzung 8 Uhr. — Vorläufiger
Schluß 6 Uhr 15 Min.
Vizepräſident Paaſche eröffnet 8 Uhr 2 Minuten
die Sitzung. Das Haus iſt ſehr ſchwach beſetzt. Die
Be=
ratung des Etats des Innern geht beim Titel „Reichs
ſchulkommiſſion” weiter. — Abg. Zirn (Reichsp.): Der
ſozialdemokratiſchen Reſolution auf Schaffung eines
Reichsſchulamts können wir nicht zuſtimmen. — Abg.
Gröber (Ztr.), zur Geſchäftsordnung: Ich beantrage
die Vertagung und bezweifle die Beſchlußfähigkeit des
Hauſes. — Vizepräſident Paaſche: Unter dieſen
Um=
ſtänden bin ich gezwungen, die Beratung zu vertagen.
Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr pünktlich.
Schluß 8 Uhr 14 Minuten.
* Berlin, 23. Jan. In der
Budgetkommiſ=
ion des Reichstages erklärte Staatsſekretär
Krätke bei Beratung des Poſtſcheckgeſetzes, die
von der Kommiſſion beſchloſſene Herabſetzung der
Ein=
zahlungsgebühr mittels Zahlkarte von 10 auf 5 Pfg. ſei
unannehmbar. Er ſchlage vor, die Einzahlungsgebühr
von 5 Pfg. bei Beträgen bis zu 20 Mk. zu belaſſen; für
Beträge darüber aber eine Einzahlungsgebühr von 10
Pfg. zu erheben. Außerdem könnte die Stammeinlage
von 50 auf 25 Mark herabgeſetzt werden.
* Berlin, 23. Jan. Die dreizehnte
Kom=
miſſion desReichstages (Verfahren gegen
Jugend=
liche) lehnte den ſozialdemokratiſchen Antrag ab, das
Strafmündigkeitsalter auf 16 Jahre hinaufzuſetzen.
An=
genommen wurde, obgleich der Staatsſekretär des
Reichs=
juſtizamtes Bedenken gegen eine ſolche Aenderung bei
Gelegenheit dieſes Geſetzentwurfes äußerte, der folgende
Antrag Kerſchenſteiner: Wer bei Begehung einer
Hand=
lung das 14. Lebensjahr nicht vollendet hat, kann wegen
derſelben nicht ſtrafrechtlich verfolgt werden.
Luftfahrt.
H. B. Magdeburg, 23. Jan. Bei den
kriegs=
mäßigen Schießmanövern bei Magdeburg hat ſich
heute vormittag ein Fliegerunfall ereignet, bei dem
ein Offizier getötet und ein zweiter
lebens=
gefährlich verletzt wurde. Leutnanr Alexander
v. Scheele war mit dem Leutnant Schlegel als
Paſſagier mit dem Doppeldecker „B. 78” um 10 Uhr zu
einem Ueberlandfluge aufgeſtiegen. Aus unaufgeklärter
Urſache ſtürzte der Apparat aus 20 Meter Höhe ab und
zerbrach vollſtändig. Leutnant Schlegel war, als man
ihn aus den Trümmern hervorzog, tot, während der
Führer des Apparates mit einer ſchweren
Gehirnerſchütte=
rung, die für ſein Leben befürchten läßt, ins Hoſpital ge
bracht werden mußte.
Schwere Exploſion.
* Wien, 23. Jan. In den großen Gaswerken in
Schönbrunn in Oeſterreichiſch=Schleſien fand geſtern
nacht gegen 12 Uhr, wie die Neue Freie Preſſe meldet, eine
Exploſion ſtatt, die den ganzen Gebäudekompler ir
Trümmer legte. Es ſollen 40 Perſonen getötet
oder verwundet ſein. Aus bisher noch nicht bekannter
Ur=
ſache explodierte in der Abteilung für Methan=Erzeugung
ein Behälter des großen Gaserzeugungsapparates und die
gewaltige Stichflamme traf die Baſis des großen
Gaſo=
meters, der in der nächſten Sekunde unter furchtbarer
De=
tonation, welche viele Kilometer weit gehört wurde, in die
Luft flog. Die Gebäude des Gaswerks gleichen einem
Trümmerhaufen. Polizei, Gendarmerie und Militär ſind
bemüht, die Opfer der Kataſtrophe zu bergen, deren Zahl
mit 40 Toten und Verwundeten angegeben wird. Bisher
ſollen 25 Leichen darunter die des Betriebsleiters,
geborgen ſein. Alle Feuerwehren der Umgebung
betei=
ligen ſich an den Bergungsarbeiten, die infolge eines nach
der Exploſion ausgebrochenen Brandes ungemein
ſchwie=
rig ſind Eine große Menſchenmenge umſteht trotz der
ſpäten Nachtſtunde die in Trümmer liegende
Unglücks=
ſtelle. Der Schaden wird auf 600000 Kronen geſchätzt.
Der Balkankrieg.
Die Verſammlung des großen Rats.
* Konſtantinopel, 22. Jan. Vor der
Eröff=
nung der ratgebenden Verſammlung empfing
der Sultan die Prinzen Fahr Eddin und Abdul=Medjid
und hierauf in deren Gegenwart den Großweſir und den
Scheich uel Islam. Die Prinzen wohnten in einem an
den Verhandlungsſaal anſtoßenden Salon den Beratun
gen bei. Der Großweſir erklärte die Verhandlungen
namens des Sultans für eröffnet. Sodann verlas der
Ge=
neralſekretär des Miniſterrats die Kollektivnote der
Bot=
ſchafter in türkiſcher Ueberſetzung, worauf der
Kriegs=
miniſter ein Bild der Lage und der Armee entwarf.
Ihm folgte der Finanzminiſter mit einer
ausführ=
lichen Darſtellung der finanziellen Lage. Sodann verlas
namens des Miniſters des Aeußern, der durch
eine Erkältung an der Teilnahme verhindert worden iſt,
der Generalſekretär des Miniſterrats ein Expoſé über die
äußere Lage. Daran ſchloß ſich ſofort die Erörterung an,
die einen lebhaften Verlauf nahm. Sämtliche Redner,
mit Ausnahme eines einzigen, billigten den Standpunkt
der Regierung. Die Verſammlung nahm die von der
Regierung gegebenen Aufklärungen zur Kenntnis und
ſprach ſich für die Annahme der
Kollektiv=
note aus.
Die ratgebende Verſammlung, an der etwa 80
Per=
onen teilnahmen, war um 4 Uhr nachmitags beendet.
Die Beratungen waren ſtrena geheim, doch war es den
Berichterſtattern möglich, die Teilnehmer, die ſich vor
Be=
ginn der Sitzung im aroßen Botſchafterſaale
verſammel=
ten, zu ſehen. Beim Verlaſſen des Saales begrüßten ſich
Kiamil und der frühere Großweſir Said Paſcha mit
einem Händedruck. Vor dem Palais war nur wenig
Publikum zu ſehen, das auf das Ergebnis der Beratung
wartete.
Konſtantinopel, 22. Jan., 7 Uhr abends.
Die Nachricht von dem Beſchluß des
Pforten=
rates, die abends in der Stadt bekannt wurde, machte
großen Eindruck und wurde ſelbſt bei dem türkiſchen
Publikum mit Befriedigung aufgenommen. Die
An=
weſenheit des Prinzen Said Halim, des Generalſekretärs
des jungtürkiſchen Komitees, wurde dahin gedeutet, daß
ſich das Komitee durch ihn habe vertreten laſſen.
Die Antwortnote der Pforte.
* Konſtantinopel, 22. Jan. Die
Regie=
rung wird den Mächten antworten, daß ſie die
Ratſchläge, annehme, von ihrem guten Willen überzeugt
ſei und die Verſicherungen, die türkiſche Regierung
finan=
ziell und moraliſch zu unterſtützen und für die Erhaltung
der dem ottomaniſchen Reiche verbleibenden Gebiete
ein=
zuſtehen, Kenntnis nehme.
Konſtantinopel, 22. Jan. Der
Miniſter=
rat, der ſich mit der Abfaſſung der Antwortnote
be=
ſchäftigte, hat ſich auf morgen vertagt. Die Antwort wird
morgen nachmittag den Botſchaftern überreicht.
* Konſtantinopel, 22. Jan. Nach
Blätter=
meldungen richtete die Pforte an ihre Botſchafter
zur Uebermittlung an die Kabinette ein
Rundſchrei=
ben, in welchem ſie gegen die griechiſchen Anſprüche auf
die ägäiſchen Inſeln Widerſpruch erhebt. Die Pforte
be=
tont, daß eine militäriſche Beſetzung niemals ein
defini=
tives Beſitzrecht in ſich ſchließe, und zieht als Beiſpiele
die Beſetzung Theſſaliens im Jahre 1897 und im Kriege 1877
die Beſetzung der ägäiſchen Inſeln durch Italien heran.
Das Nationalitätsprinzip ſei nicht ausreichend, um die
definitive Inbeſitznahme der Inſeln durch Griechenland zu
rechtfertigen. Wenn dieſes Prinzip Anwendung finden
ſollte, ſo gäbe es bedeutende Umwälzungen auf der Karte
von Europa. Zum Schluß weiſt die Pforte darauf hin,
daß bei der Annektion der Inſeln durch Griechenland, die
zum Schmuggeln ermutigen würde, die Begründung eines
dauerhaften Friedens keineswegs garantiert ſei. Auf dieſe
Weiſe werde vielmehr eine ſtändige Reibungsfläche
zwi=
ſchen den beiden Ländern unterhalten.
Letzte Nachrichten.
HB. Paris, 23. Jan. Das Journal ſchreibt über
die europäiſche Lage: Nach den hier
eingetrof=
fenen Meldungen iſt die bedingungsloſe Zuſtimmung der
geſtern in Konſtantinopel tagenden
National=
verſammlung auf die Note der Großmächte
größten=
teils auf das Verhalten Rußlands der türkiſchen
Regie=
rung gegenüber zurückzuführen. Wenn auch vieles an
dieſen Wendungen übertrieben ſein mag, ſo iſt dennoch
unverkennbar, daß Rußland eine ſcharfe Preſſion auf
die Türkei ausgeübt hat. Dieſes Abweichen von der
Hal=
tung der übrigen Mächte iſt um ſo merkwürdiger, als in
Europa gegenwärtig eine Anzahl ſehr delikater Fragen
zu erledigen iſt. Oeſterreich hat ſeine Armee bereits auf
Kriegsfuß geſetzt, Rußland droht mit der Beſetzung von
Transkaukanen. Das iſt aber nicht allein das
Staunens=
werte an der ruſſiſchen Politik, ſondern vielmehr das
Vor=
gehen Rußlands in der Mongolei.
HB. Paris, 23. Jan. Hier zeigt man ſich der
Ab=
ſicht Sir Eduard Greys, alle Botſchafter und alle
Friedensdelegierten in der nächſten Woche zu
einer gemeinſamen Sitzung nach London zu berufen,
durchaus geneigt, weil ſämtliche Regierungen hierdurch
genötigt wären, ſich über die ſchwebenden Fragen bis
dahin ſchlüſſig zu werden und der Friede dann tatſächlich
am 31. Januar meritoriſch abgeſchloſſen werden könnte.
* Konſtantinopel, 23. Jan. Das Preßbureau
dementiert die Nachricht, daß die türkiſchen
Linien=
chiffe „Barbaroſſa” und „Torgud Reiß” außer
Ge=
fecht geſetzt ſeien Der Gefechtswert dieſer wie aller
anderen Schiffe litt durch den letzten Kampf nicht. — Es
verlautet, daß auch geſtern wie faſt an allen Tagen das
Geſchwader der Torpedobootszerſtörer eine
Erkundungs=
fahrt außerhalb der Dardanellen unternommen habe.
Revolution in der Türkei!
* Konſtantinopel, 23. Jan. Heute nachmittag
4 Uhr drang Enver Bey mit 300 Mann in die Hohe
Pforte ein und verlangte den Rücktritt des Kabinetts.
Wie das Reuterſche Bureau erfährt, iſt das Kabinett
zu=
rückgetreten. Mohamed Schefket wurde Großveſir, Talaat
übernahm das Miniſterium des Innern. Talaat erklärte,
die Türkei wolle die nationale Ehre retten oder
unter=
gehen. Adrianopel ſolle auf keinen Fall abgetreten
werden,
Vermiſchtes.
* Für Auswanderer. Dasdeutſche Konſulat
in Sao Paulo (Braſilien) warnt Dienſtboten, die von
Braſilianern nach ihrer Heimat mitgenommen werden, vor
einer Eigentümlichkeit des braſilianiſchen Rechts. Es
kommt häufig vor, daß Dienſtboten, Erzieherinnen und
ähnliche Perſonen eine braſilianiſche Herrſchaft von
Deutſchland nach Braſilien bagleiten. Iſt über das
Dienſtverhältnis ein ſchriftlicher Vertrag geſchloſſen
wor=
den, ſo hat er in Braſilien nur dann Gültigkeit, wenn er
von einem in Deutſchland amtierenden, braſilianiſchen
Konſul legaliſiert worden iſt. Eine ſolche Legaliſation
unterbleibt jedoch faſt immer, und zwar wegen durchaus
entſchuldbarer Unkenntnis auf Seiten des Dienſtboten.
Wenn es dann ſpäter in Braſilien zu Differenzen zwiſchen
Herrſchaft und Dienſtboten kommt, ſo iſt letzterem der
ge=
ſchriebene Vertrag völlig nutzlos. Da es zudem eine
Dienſtbotenordnung, Geſindeordnung und dergleichen
dort nicht gibt, und jeder Dienſtbote jeden Tag ohne
An=
ſpruch auf Entſchädigung entlaſſen werden kann —
aller=
dings ſteht ihm ſelbſt das entſprechende Recht zu, jederzeit
zu gehen — ſo iſt ein ausländiſcher Dienſtbote ꝛc. einer
ſofortigen Entlaſſung gegenüber völlig rechtlos.
Wenn=
gleich es ihm nun, ſelbſt beim Vorliegen eines konſulariſch
legaliſierten Vertrags, bei den braſilianiſchen
Juſtizver=
hältniſſe in den meiſten Fällen unmöglich ſein wird,
ſeine Rechte im Prozeßwege geltend zu machen, ſo gibt
doch ein formgerechter Vertrag immerhin eine Handhabe
gegebenenfalls einen gewiſſen Druck auf die betreffende
Herrſchaft auszuüben.
* Die „Wolkenkratzer” verroſten! Die
be=
rühmten amerikaniſchen „Wolkenkratzer”, die von den
Amerikanern als ſtolzeſte Errungenſchaft großzügigen
Weſens angeſehen wurden, ſind, wie es heißt, alle inem
baldigen Untergange geweiht. Trotz aller
Vorſichtsmaß=
regeln iſt nämlich das Verroſten des eiſernen
Gerippes nicht aufzuhalten. Mehrere dieſer
Rieſen=
gebäude mußten bereits teils mit ungeheueren Koſten wie=
der hergeſtellt, teils abgebrochen werden. Das ſchlagendſte
Beiſpiel der Minderwertigkeit dieſer Rieſenbauten aus
Eiſen bildet in New=York das „Geländer=Gebäude”, das
jetzt nach kaum 13jährigem Beſtehen abgetragen werden
muß. Sämtliche Deckenträger hatten nachgegeben und die
Menſchen, die ſich in den Geſchäftsräumen aufhielten,
ge=
fährdet. Man ſtellte feſt, daß der Roſt die Träger ſehr
ſtark angefreſſen hatte. Daraufhin wurden weitere
Nach=
forſchungen veranlaßt, die nicht leicht waren, da das
Gebäude 17 Stockwerke hoch iſt. Es wurde ermittelt, daß
der Roſt das ganze eiſerne Gerüſt zerfreſſen hatte.
Beſon=
ders dort, wo das Haus ſich an andere Wohnhäuſer
an=
lehnte, war eine ſtarke Einwirkung des Waſſers und der
Luft zu bemerken. Es gab Stellen, wo die großen
Niet=
haken, welche die eiſernen Träger miteinander verbinden,
und die beſonders feſt an den Trägern angebracht waren,
ſchon ſo zerfreſſen waren, daß man ſie mit den Fingern
herausziehen konnte. Man hatte die Träger wohl
meh=
rere Male mit Schutzfarben angeſtrichen, aber dadurch faſt
keine Wirkung erzielt. Beſonders beunruhigend wirkt der
Umſtand, daß die „Wolkenkratzer” ſchon nach ſo kurzer
Zeit faſt völlig unbrauchbar werden. Man rechnet aus,
daß die Lebensdauer der anderen „Wolkenkratzer” nicht
länger als 25—30 Jahre betragen dürfte. Dadurch gehen
natürlich ungeheuere Werte verloren, die ſelbſt durch eine
ſo maßloſe Ausnutzung des Bodens in die Höhe hinauf
nicht aufgewogen werden. Die Herſtellung eines
mittle=
ren „Wolkenkratzers” koſtet ſo viel, daß ſelbſt bei 30
jähri=
ger Lebensdauer eine Verzinſung und Hereinbringung
des Kapitals durch einen 20ſtöckigen Bau nicht zu erreichen
iſt. Tatſächlich werden die neuen Geſchäftshäuſer in
New=York ſchon jetzt gewöhnlich nicht höher als ſechs
bis acht Stockwerke gebaut.
Literariſches.
— Heſſiſche Chronik. Monatsſchrift für
Fa=
milien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von Dr. Hermann
Bräu=
ning=Oktavio und D. Dr. Wilhelm Diehl. Heft 1 des
2. Jahrgangs hat folgenden Inhalt: Oberlehrer und
Stadtarchivar Ferdinand Dreher: Deutſche Kaiſer und
Könige in Friedberg i. d. Wetterau. Seite 1. Paul Th
Falck: Der Dichter Heinrich v. Ende. Ein Gedenkblatt.
Seite 5. Dr. Hermann Bräuning Oktavio: Neue Bilder
der Großen Landgräfin. Mit drei Abbildungen. Seite 13.
Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Selbſtbiographie
von Chriſtian Rudolph Reinhard Pfnor (1748—1831)
Seite 15. Aus Nebels Jocoſo=Seria. Beiträge zur
Ge=
ſchichte und Charakteriſtik Gießener Profeſſoren. Mit einer
Abbildung. Seite 23. M. Ploch: Gießen vor hundert
Jahren. Seite 24. Archivar Dr. C. Knetſch: Noch Einiges
über die Nellenburg. Seite 30. Pfarrer Hermann Knott
Beiträge zur Heſſiſchen „Wappenkunde” Mit 3
Abbil=
dungen. Seite 31. Kleinere Mitteilungen: Schweizer im
Odenwald. — Karl Magnus von Frankenberg und
Proſch=
llitz. — Tilemann Schnabels Nachkommen. —
Auswan=
derungen aus Reinheim und Ueberau nach Preußen und
Rußland. Seite 32 und 33. Bücherſchau: Seite 33.
Aus Zeitſchriften: Seite 35. — Umfragen: Seite 36.
Austauſch=Auskünfte: Seite 36. — Familientage: Seite 36.
Nachrichten: Seite 36.
Naturgeſchichtliche Volksmärchen
Herausgegeben von Dr. Oskar Dähnhardt Rektor
zu St. Nicolai, Leipzig. Mit Bildern von O.
Schwin=
drazheim. Zweiter Band. Vierte Auflage. 8. 1912.
(126 S.) Preis 2,40 Mk. geb. Verlag von B. G.
Teub=
ner, Leipzig. Einen beſſeren Führer in die bunte Sagen
welt als Oskar Dähnhardt könnte man nicht finden!
Nicht nur die Kleinen, ſondern auch die Großen
lauſchen ihm mit ſtiller Freude, wenn, er voll Friſche und
von feinſtem Naturempfinden beſeelt, die Schätze vor uns
ausbreitet, die er in aller Herren Länder aus den Tiefen
der Volkspoeſie ans Tageslicht gehoben und für uns
ge=
ſammelt hat. Aus Norwegen und Finnland, Frankreich
und Spanien, aus Rumänien und Ungarn, ja ſelbſt aus
Afrika und Aſien, vor allem aber aus Ländern deutſcher
Zunge holt er ſich ſeinen Stoff zuſammen. Und jedes
ein=
zelne dieſer Märchen verrät einen kaum auszuſchöpfenden
Reichtum an Poeſie, urſprünglichſter Kraft und naivſten
Humors! Die Federzeichnungen von Schwindrazheim
paſſen ſich in ihrer feinen humorvollen Art dem Märchen
text aufs glücklichſte an. Der 2. Band hat bereits ſeine
4. Auflage erlebt — der beſte Beweis für die Beliebtheit
und weite Verbreitung des ſchönen Buches,
-
Heinrich Keck, Deutſche Heldenſagen.
2. Auflage der Neubearbeitung von Dr. Bruno Buſſe
Leipzig. Erſter Band Gudrun= und Nibelungenſage. Mit
4 farbigen Vollbildern von F. Poppe. 1912.
(VII und
395 S.) Preis geb. 3 Mk. Verlag von B. G. Teubner,
Leipzig. — Der echte Gehalt der alten Sage wird in
lebendiger, ſprachlich vollendeter Form wiedergegeben
Dabei wird der Erzähler den Ergebniſſen der modernen
Forſchung durchaus gerecht, indem er die Heldenſagen als
poetiſche Umgeſtaltung hiſtoriſcher Geſchehniſſe auffaßt.
Die Darſtellung, deren Aufbau dramatiſch wohl überlegt
ſt, wurde einheitlich auf den Stil der deutſchen Sage des
13. Jahrhunderts abgeſtimmt, und die in die Erzählung
eingeſchobenen Proben ſchließen ſich, um ein wirkliches
Bild der Erzählungsweiſe unſeres alten Epos zu geben,
in Form und Art genau an die Originale an. Die
präch=
tigen Bilder von F. Poppe, die in kraftvollen Linien und
Farben dem Sinn der Dichtung angepaßt ſind, verleiher
dem Buch noch einen beſonderen künſtleriſchen Wert.
— Die Bankfirmen Emil Wechsler u. Co.,
Ber=
lin W. 64 und Siegfried Falk, Düſſeldorf, denen di
Deutſche Effekten= und Wechſel=Bank in Frankfurt a. M.
naheſteht, verſenden auch in dieſem Jahre ihr bedeutend
erweitertes Handbuch: „Graphiſche Tabellen
und Finanzielle Mitteilungen V Jahrgang”.
Die Broſchüre enthält objektive Artikel über
Wirtſchafts=
leben und Börſe, den Kuxenmarkt, ſowie über ausländiſche
Börſen und die Metallmärkte ꝛc., ferner eine ganze
An=
zahl ſtatiſtiſcher Kursaufſtellungen von Effekten und
Waren, Tabellen zur Wirtſchaftsſtatiſtik und insbeſondere
die graphiſche Darſtellung der Kursbewegung des Jahres
1912 von ſämtlichen wichtigen an der Berliner Börſe zum
Zeithandel zugelaſſenen Werten, ſowie von den
be=
kannteſten Kohlen= und Kali=Kuxen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 23. Jan. Prinz Adalbert iſt nach
nigen Tagen Unwohlſein geſtern im hieſigen königlichen
ſchloſſe an Maſern und Lungenentzündung
rkrankt. Das augenblickliche Befinden iſt als günſtig
1 bezeichnen. Temperatuc 39, Puls 90. Die Kaiſerin
hat die Pflege des Prinzen ſelbſt ühernommen.
* Berlin, 23. Jan. In der Budgetkommiſſion
des Preußiſchen Abgeordnetenhauſes
er=
klärte Landwirtſchaftsminiſter v. Schorlemer=Lieſer,
ur=
prünglich ſei die Verpachtung von Waldungen in
der Umgebung von Berlin an den Zweckverband
in Ausſicht genommen worden, aber es konnte keine
Einigung erzielt werden. Nunmehr werde lediglich die
Uebereignung ins Auge gefaßt, und zwar handle es ſich
um den größeren Teil der Waldungen um Berlin in 20
bis 25 Kilometer Umkreis. Hierbei ſei zu unterſcheiden
zwiſchen Dauerwald, der erhalten bleiben ſollte, und
wei=
teren Flächen. Es müſſe daran feſtgehalten werden, daß
für Staatszwecke noch größere Terrains im Beſitz der
Verwaltung blieben.
* Stuttgart, 23. Jan. Bei der auf ihren Werken in
Stuttgart und Feuerbach mehr als 5000 Arbeiter
beſchäf=
tigenden Firma Robert Boſch iſt eine
Arbeiter=
bewegung ausgebrochen, die dazu geführt hat, daß
die Arbeiterſchaft in einer Maſſenverſammlung beſchloſſen
hat, über den ganzen Betrieb die Sperre zu verhängen,
von heute ab keine Ueberſtunden mehr zu machen, Zuzug
von Arbeitern fern zu halten und die jungen Arbeiter
zum Austritt aus dem Betrieb zu bewegen. Die
Be=
wegung hat ihre Urſache in der wegen Einführung einer
neuen Arbeitsmethode erfolgten Entlaſſung von acht
überflüſſigen Arbeitern in dem Feuerbacher Werk, unter
denen ſich ein Meiſter und ein Vertrauensmann des
Deut=
ſchen Metallarbeiterverbandes befanden.
* Baſel, 23. Jan. Im Großen Rat der
geſetz=
gebenden Körperſchaften des Kantons Baſel=Stadt
inter=
pellierte ein freiſinniger Abgeordneter die Regierung
wegen des Telegramms, das der ſozialiſtiſche
Regierungs=
präſident und Chef des Polizeidepartements Blocher ar
die ſozialdemokratiſche Fraktion des
Deut=
ſchen Reichstages gerichtet hat, in welchem er
be=
hauptet, daß das Streikpoſtenſtehen in Baſel nicht
ver=
boten ſei. Der Interpellant wies darauf hin, daß ein
teilweiſes Streikverbot beſtehe, das für einen Umkreis
von 50 Metern von dem vom Streike betroffenen Gebäude
gelte. Die Regierung antwortet heute abend.
— Rheinsberg (Mark), 23. Jan. Drei
Schul=
kinder ein zehnjähriges Mädchen und zwei achtjährige
Knaben, welche das Eis des Pälitzſees benutzten, um
ſchneller von der Schule nach Hauſe zu kommen, brachen
in. Sie konnten nicht gerettet werden. Zwei Leichen
ſind geborgen.
HB. Flensburg, 23. Jan. Der Flensburger
Dampfer „Orion”, der bei Sunderland
ge=
ſtrandet iſt, gehört der Reederei Schmidt in
Flens=
burg. Er iſt 1901 erbaut und hat einen Tonnengehalt
von 2163; er iſt ein Frachtdampfer. Man glaubt, daß
das Schiff verloren iſt, da es in der Mitte
durchgebro=
chen iſt.
— Valencia, 23. Jan. Die Stadt Dumaß, die 5000
Einwohner zählt, ſteht in Flammen. Die öffentlichen
Gebäude ſind bereits vernichtet.
Sie ſehen erbarmungswürdig aus, mein Lieber
und ich verſtehe nicht, wie man ſich ſo lange mit
einem Katarrh herumplagen kann. Von ſelbſt
ver=
gehen ſolche Dinge nicht, wohl aber kann man ſich die
2ſchwerſten Erkrankungen mit verſchleppten Katarrhen
zuziehen. Alſo kaufen Sie ſich Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen! Die ſind in ihren wirkſ.
Beſtand=
teilen Produktevon im Kurgebrauch befindl. Sodener
Gemeinde=Heilquellen, und ungezählte Tauſende
En
können Ihnen bezeugen, daß Fays ächte Sodener eine
ideale Hilfe f. Leiden Ihrer Art ſind. — Beſond.
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Schaufenster ausgestellt.
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obere Wilhelminenstr 29.
H. Eck
(2488
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die zahlloſen Beweiſe rührender Teilnahme
an dem erſchütternden Verluſte, den wir durch das
Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen Gattin,
Mutter, Schweſter, Schwiegertochter, Schwägerin
(2504
und Tante
Frau Lina Kühn, geb. Orth
erlitten haben, ſagen wir warmen,
tiefempfun=
denen Dank.
Karlsruhe, Darmſtadt, Wiesbaden,
23. Januar 1913.
Namens der Hinterbliebenen:
Miniſterialdirektor Kühn.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute vormittag entſchlief ſanft nach
längerem Leiden unſer lieber Vater, Bruder,
Schwiegervater, Großvater und Onkel
Herr Georg Colmar
im nahezu vollendeten 76. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Koch, 1 Kiesſtr.
Familie Wilhelm Emmel, 77.
Die Beerdigung findet Samstag, den 25. Jan.,
nachmittags 3½
hr, von der Darmſtädter
Friedhofskapelle aus, ſtatt.
(2490
Dankſagung.
Für die uns bewieſene Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Onkels
prechen wir unſeren herzlichſten Dank
aus.
(2469
Im Namen der Hinterbliebenen:
Elise Schmitt.
Darmſtadt, den 23. Januar 1913,
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Feier des Allerhöchſten Geburtstags Sr.M
des deutſchen Kaiſers.
Freitag, den 24. Januar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 15 Min.
Samstag, den 25. Januar:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang 6n
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religiang
geſellſchaft.
Samstag, den 25. Januar:
Vorabend 4 Uhr 40 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmitta
Uhr Sabbatausgang 6 Uhr
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 26. Januar,
Morgens 6 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr. 45 M.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tief, das geſtern über der deutſchen Oſtſecllſe
lag, iſt oſtwärts vorgerückt. Wir kamen auf ſeiner Rül
ſeite in den Bereich nördlicher Winde, die uns Abfühle
ung brachten. Niederſchläge fielen verbreitet, doch
nur in geringer Menge. Vom Ozean her folgt ein neu
Tief, das uns in ſeinen Bereich ziehen wird. Wir habe
auf ſeiner Südſeite trübes, regneriſches Wetter und
wärmung zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 24. Janum
Wolkig, leichte Niederſchläge, etwas milder, weſtlich
Winde.
Schneebericht.
Schierke, 22. Jan., morgens 8 Uhr. 2 GradKäe
½ Meter Schnee, großes Winterſportfeſt; 25., 26., 27.Sa
Preiswettrodeln für Junioren, Bobſleighrennen,
ſterſchaftseislauf um die Meiſterſchaft des deutſchen
laufverbandes.
Höhenluſtkurort und Winterſportplatz Ruheſteil
22. Jan. 80 Zentimeter Schneehöhe, 1 Grad Kälte, ſtallen
Schneefall.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C). Anfang
„Cavalleria ruſticana” hierauf: „Der Bajazzo”
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Liederabend des Darmſtädter Vokalquartetts
3 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richand
Wagner=Verein)
Vortrag von Direktor Diekmann um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Naturheilverein!
Reſidenztheater (am weißen Turm): Vorſtellungen
von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23)
deutſche Kronprinzeſſin mit ihren älteſten Söhnen in
Partenkirchen; Raymond Poincaré, der neue Präſiden
der franzöſiſchen Republik; zur Verhaftung des
Raub=
zum Wechſel im franzöſiſchen
mörders Sternickel;
Kriegsminiſterium; der ſchiefe Turm zu Bologna droh
einzuſtürzen.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 25. Januar.
Pferd=Verſteigerung um 12 Uhr
Rundeturm=
ſtraße 16.
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Goddelau um 2 Uhr (Zuſammenkunft an der Sandbach
in der Nähe des Philippshoſpitals).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen.
edaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
ür den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 23. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,60
Deutſche Reichsanl. . 88,75
78,10
do.
„Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
½ do. Conſols . . . 88,75
77,80
do.
do.
Wad. Staatsanleihe . . 100,00
93,00
do.
do.
Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
do.
87,40
do.
Hamburger Staatsanl. 99,00
Heſſ. Staatsanleihe . . 99,80
Wo. do. (unk. 1918) 100,10
87,35
do.
do.
76,10
Sächfiſche Rente.
79,20
Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 93,60
Bulgaren=Tabak=Anl.
½ Griechen v. 1887 . . 54,60
½. Italiener Rente .
Oeſterr. Silberrente 88,10
do. Goldrente . . . 92,10
do. einheitl. Rente . 85,30
Wortug. unif. Serie I 63,60
do. unif. Ser. III 66,50
do. Spezial . . . . 9,60
Rumänier v. 1903 . . 100,00
bo.
v. 1890 . . 94,00
de.
v. 1905 . . 89,00
Kuſſen v. 1880 . . . . 90,30
do. v. 1902 . . . . 91,30
do. v. 1905 . . . . 100,00
Schweden . . . . . .
Serbier amort. v. 1895 82,50
Türk. Admin. v. 1903 79,00
Türk. unifiz. v. 1903 87,50
Ungar. Goldrente . . . 88,40
do. Staatsrente. . . 84,90
Zf.
In Prot.
5 Argentinier . . . . . . 101,30
86,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,20
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,60
93,00
4½
do.
½ Japaner . . . . . . . 91.75
5 Innere Mexikaner. . . 93,40
do.
59,20
3
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,80
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 156,40
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122.00
6½ Südd. Eiſenb.=Gef. . 129,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,80
6 Baltimore und Ohio . 105,25
6 Schantungbahn . . . . 133,00
64 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,60
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
etzte Induſtrie=
Hioid. Aktien.
3 Brauerei Werger
63,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 537,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.. . . . . 347,30
30 Farbwerk: Höchſt . . 638,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 347,30
10 Cement Heidelberg . . 145,90
30 Chem. Werke Albert 441,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 340,50
5 Lahmeyer . . . . . . 120.50
Pete
Iuprat.
Tivid.
7½ Schuchert, Nürnberg 150,70
12 Siemens & Halske .222,40
.125,00
5 Beramann Electr.
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 164,25
25 Gummi Peter . . . . 89,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 56,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 610,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 149,80
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,50
12½ Bad. Zucker=
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häuſel. . . . . . . 202,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 99,25
3 Südd. Immobilien . 61,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumeß=Friede . . . . 181,70
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 219,80
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 169,60
10 Gelſenkirchener . . . . 201,40
9 Harpener . . . . . . . 197,50
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Hüttenbetrieb. . . 267,60
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6 Laurahütte
.. . . . 175,50
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3½ Südd. Eiſenb.=Gef. —
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
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3 Prag=Duxer . . . . . . 75,50
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,20
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do.
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2‟ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,50
3 Raab=Oedenburg
... 76,50
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4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,10
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,40
88,70
4
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,90
1 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,60
4½
do.
24 Livorneſer
70,50
3 Salonique=Monaſtir . 63,20
4 Baadadbahn . . . . . . 81,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,70
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 71,40
4 Northern=Paciſic . . . 99,40
4 Southern=Paciſic . . . 93,40
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,80
5 Tehuantepec . . . . . . 98,70
Bank=Aktien.
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Untern. Zürich . . 189,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
.150,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. .169,50
Darmſtädter Bank . 123,00
6½
12½) Deutſche Bank .257,80
6 Deutſche Vereinsbank . 124,70
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 120,75
10 Diskonto=Kommandit 190,40
8½ Dresdener Bank
158,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
Mitteld. Kreditbank 120,60
6½
Nationalb. für Deutſchl. 123, 5
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
138,50
5.86 Reichsbank . . .
Rhein. Kreditbank. . . 136,25
A. Schaaffhauſen.
7½ Bankverein . . . . 119,00
7½ Wiener Bankverein . 123,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50
Zt.
Zugro,
3½ Frankf. Hypoth.=Banl
87,00
S. 19 . . . ..
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,00
S.52 . . . . ..
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
3½
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
98,90
18—23 . . . . . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . . . . . 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
3½
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,30
3½
do.
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Obligationen.
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30
88,00
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4 Karlsruhe . . . . . . 97,50
3½
do.
88,30
Magdeburg. . . . . . —
3½
bo.
Mainz . . . . . . . . 97,50
3,
88,40
do.
Mannheim . . . . . . 97,
89,20
do.
3½
4 München
99,60
3½ Nauheim . . . . . . —
4 Nürnberg . . . . . . . 99,00
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do.
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½ Offenbach . . . . . . 87,90
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3½ Cöln=Mindner 100 137,80
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3 Madrider . . Fs. 100 75,10
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briefe . . . . . . . 136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,80
3 Oldenburger . . . . . . 129,20
2½ Raab=Grazer fl. 150 —
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 207,00
Freiburger . . . . Fs. 15 80,90
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs.10 —
Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100 382,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 163,60
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Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 16,26
Amerikaniſche Noten . . . 4, 18½
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,35
Holländiſche Noten. . . . 169,15
Italieniſche Noten . . . . 80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
urnhallle * Woogsplatz
Samstag, den 25. Januar, abends 8 Uhr 11 Min., in sämtlichen feenhaft dekorierten Räumen:
Einziger
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der Residenz.
Wintergarten.
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Lauschige Nischen.
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Der große Rat der Turngemeinde Darmstadt.
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à Mk. 2.— im Vorverkauf im Verkehrsbüro, Klink & Rettberg, Ernst-Ludwigsplatz, Mevers Zigarrenfiliale,
H. Brück, Ecke Lauteschläger- u. Magdalenenstrasse. — Studentenkarten à Mk. 1.— beim Pedell der Technischen
Einritiskarten Hochschule. — Mitglieder der Turngemeinde erhalten Karten zum ermässigten Preise beim Hausmeister. —
Abends an der Kasse 3 Mk.
Ennmnkkan
lichſt hoher Hut.
Vereinigte Kriegervereine Darmſtadts.
Wir teilen unſeren Mitgliedern mit, daß der
Abmarſch zur Parade (Montag, den 27. d. M.),
vormittags punkt 11 Uhr 20 Minuten vom alten
Hauptbahnhofsplatz aus ſtattfindet.
Verbands=
abzeichen ſind am Ueberzieher anzulegen und mög=
Der Vorſtand.
(2491)
Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Dienstag, den 28. Januar 1913, abends 8 Uhr,
— im Festsaale der Turngemeinde
Erster Lieder-(Novitäten-)Abend
von Konzertsängerin
Frau Maria Freund
aus Breslau.
Programm: Neuheiten von Gustav Mahler, Georg
Hen-
schel, Claude Debussy, Modest Moussorgsky und Alexander
Gretschaninoff.
Am Klavier: Herr Kapellmeister Fritz Rehbock.
Der Steinweg-Grotrian-Flügel ist aus dem Lager der
Firma Hoflieferant Heinrich Arnold (Wilhelminenstrasse 9 und
Mühlstrasse 1—3).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 1.50 Mk.,
Studen-
tenkarten zu 1.— Mk. und Schülerkarten (für Schüler unter 21
Jah-
ren) zu 50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbureau und
abends an der Kasse. — Beitrittserklärungen für das am
1. Januar 1913 begonnene neue Vereinsjahr, die noch vor dem
obigen Konzerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche.
Der Jahresbeitrag beträgt 12 Mk., für einen Sperrsitzplatz
20 Mk.
(2473
Der Vorstand.
Frauenverein der Paulusgemeinde.
Sonntag, den 26. Januar, abends 8 Uhr,
im Gemeindeſaal:
Hauptverſammlung und Teeabend
Peiten es den liſten Feihemmn
über:
(2468
„Ernstes und Heiteres aus der Mission.‟
Muſikaliſche Darbietungen. Teekarten beim Kirchendiener.
Herſtictetr te lct .
(Naturheilverein) Darmſtadt.
Am Freitag, den 24. Januar, abends 8¼ Uhr, wird Herr
Direktor Rudolf Diekmann, Schriftſteller aus Berlin,
deſſen Vorträge ſich durch ihren ſachlichen und belehrenden Inhalt
auszeichnen, im Kaiſerſaal (Grafenſtr.), einen öffentlichen
Vortrag halten über:
Die Willensbildung und ihre Bedeutung
für die moraliſche und die leibliche Geſundheit.
Der Redner wird dabei das Weſen der Erziehung im allgemeinen,
die wechſelnden Anſichten über des Kindes Seelenleben, das Erwachen
der Sinnesorgane, die Unarten des Kindes und deren Urſachen, die
Willensbildung in der Schule, das Verhältnis von Schule und Haus,
die ſexuelle Belehrung ꝛc. behandeln und weiter über Wille und
Geſundheit, Wille und Moral, über Selbſterziehung, Charakter,
Mangel an Energie ꝛc. ſprechen.
Wir laden zu recht zahlreichem Beſuche ein.
Eintrittsgeld für Nichtmitglieder 30 Pfennig. Mitglieder und
neu beitretende Mitglieder haben freien Eintritt.
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Der Vorstand.
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ich hiermit die ergebene Mitteilung, dass ich das im Hause Rheinstrasse 47 seither
betriebene Gasthaus-Restaurant zur Stadt Friedberg, vollständig renoviert,
unter dem Namen
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Hotel-Restaurant „Hans Christ
am 22. Januar übernommen habe. — Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine
werten Gästen, wie auch früher, durch Verabreichung erstklassiger Biere,
Löwenbräu, hell, Culmbacher Mönchshof und biesiges Bier, sowie aller
Weine aus dem bekannten Keller meines Vaters, warmer u. kalter Speisen, sowie
guten Mittagstisch, reell und prompt zu bedienen.
Indem ich um Unterstützung meines neuen Unternehmes bitte, empfehle mich
mit aller Hochachtung
Hans Christ.
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Greichens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdru:k verboten.)
90.)
Es kommt immer anders, als man denkt! —
Uebri=
guns Verzeihung, daß ich vergaß, wieviel Gutes ich meiner
Frau Tochter zu verdanken habe, daß ich das Gnadenbrot
hier eſſe und nur geduldet bin und infolgedeſſen mich der
Hausordnung zu fügen habe!
Ihre Stimme war förmlich geſättigt von Hohn.
Gret=
chen wurde bleich bei dieſen unmotiviert ausfallenden
Worten, aus denen ihr ſo viel Haß und Neid
enigegen=
klung. Doch längſt hatte ſie es aufgegeben, mit der
Stief=
umutter zu rechten; deshalb ignorierte ſie vornehm jene
Bemerkungen und ſagte ruhig:
Ich darf alſo darauf rechnen, daß Du dem Marquis
die Sachlage vorſtellſt! Im übrigen begreife ich nicht, wie
Diu dieſen Verkehr ſo pflegen kannſt, obwohl Du weißt,
wiie unſympathiſch der Herr auch dem Papa iſt — ein
wenig mehr Rückſicht könnteſt Du wohl auf ſeine Wünſche
hmen!
Rückſicht immer nur Rückſicht! Wer nimmt Rückſicht
auff mich? Und Du willſt mir ſtändig Vorſchriften machen
ich ſoll nach Deiner Pfeife tanzen! Ich habe wohl gar
ſnicchts zu ſagen, bin nur eine Maſchine, deren Wünſche
und Neigungen gar nicht beachtet werden! brach ſie
hef=
ig! aus.
Nun, ich meine, Papa hat Dir zur Genüge das
Gegen=
eill bewieſen
Ah, er hatte auch reichlich Urſache dazu, ziſchte ſie.
Ich gab ihm wohl nichts — nicht meine Jugend, meine
Schönheit, meine Stellung, ihm, dem Krüppel —
Margareta zuckte bei dieſen ſchonungsloſen Worten
zuſammen. Dann aber richtete ſie ſich hoch auf, und
ver=
nichtend kam es von ihren Lippen:
Claudia Maybach, die ehemalige Choriſtin, hatte doch
wohl keinen zu großen Anſpruch auf Stellung in der Welt!
Die junge Frau hatte ſehr überlegt, was ſie ſagte
in dieſem Falle war eine vornehme Schonung nicht
an=
gebracht. Es mußte Claudia einmal gezeigt werden, daß
ihr Wille ein Ende hatte; ſie mußte in die Schranken
ge=
führt werden, die ihr zukamen.
Geiſterhaft bleich wurde da die Majorin — dieſe
Epi=
ſode ihres Lebens hatte ſie längſt begraben, und ſie wurde
nicht gern daran erinnert. Woher aber ſchöpfte Margareta
dieſe Kenntnis ihrer früheren untergeordneten Stellung?
Wie ein Blitzſtrahl flammte es in ihr auf — niemand
anders als Ernſt Brand konnte ihr das geſagt haben
aber wann? Vielleicht gar an jenem Nachmittag in
Bay=
reuth an dem ſie ſo ſichtlich verſtört von ihrem
Spazier=
gang zurückgekommen war — natürlich; denn ſeit der Zeit
datierte ja auch der Stieftochter verändertes, kühles,
über=
ehendes Weſen, das ſie ſtets mit ſo viel Unbehagen
er=
füllt hatte.
Claudia nahm ihre ganze Kaltblütigkeit zuſammen
und raffte ſich zu einer Entgegnung auf:
Ich darf Dich wohl fragen, wie Du zu einer ſo
un=
geheuerlichen Behauptung kommſt, die Du durch nichts
beweiſen kannſt — über die ich nur lachen muß?
Ihre Augen waren lauernd auf Margareta gerichtet,
und wie Hohn zuckte es über ihr Geſicht, als dieſe
er=
widerte:
Laſſe Dir an der Tatſache genügen, daß ich es weiß
Und haſt Du vielleicht auch Papa jenes Märchen
er=
zählt?
Nein!
Dann haſt Du ſicher ſchwerwiegende Gründe gehabt,
ihm das zu verſchweigen, was Du ihm ſonſt ſicher mit
Wonne mitgeteilt hätteſt! — Du wollteſt nur nicht Gefahr
laufen, die Quelle angeben zu müſſen, aus der Dir dieſe
Erkenntnis wurde; denn ſonſt hätteſt Du ihm ebenfalls
ſagen müſſen, daß Du, die ſtolze, ſittſame, unantaſtbare
Margareta von Löwen, hinter dem Rücken Deines blind
vertrauenden Vaters — ein Liebesverhältnis mit einem
Komödianten angeknüpft hatteſt. Das würde ſicher
Sen=
ſation machen wenn ich jetzt jene pikante Epiſode zum
Beſten geben würde —
Aber der beabſichtigte Eindruck dieſer Worte war
voll=
ſtändig verfehlt. Sie hatte gemeint, die Stieftochter
da=
mit zu überraſchen, ſie in Beſtürzung zu ſetzen — nichts
von alledem. Groß heftete Margareta ihre leuchtenden
Augen auf die Frau vor ihr und entgegnete ruhig:
So tue es, ich hindere Dich nicht daran! Füge dann
aber auch, bitte, hinzu, daß jener Herzensbund — denn ich
betrachtete mich als Ernſt Brandts Braut, wie Du ſicher
auch wiſſen wirſt — daß jener Bund durch Deine
In=
trigen, durch Dein falſches Spiel ein Ende gefunden hat.
Ich habe nicht nötig, deshalb zu erröten und brauche nichts
zu verheimlichen. Ich weiß alles — verſtehſt Du? Alles!
Ich bin vollſtändig orientiert, und nur mit Rückſicht auf
Papa ſchweige ich, denn ſonſt wäre für Leute Deiner
Ge=
innungsart kein Platz in meinem Hauſe, das merke Dir,
beſonders, da ich geſehen habe, daß Deine Freundſchaft
mit dem Marquis das zuläſſige Maß längſt überſchritten
hat. Dir Details zu nennen, erſpare ich mir, weil mich
die Sache anekelt
Durch die ſichtliche Verachtung in Gretchens Worten
wurde Claudia aufs höchſte gereizt. All der Groll, den
ſie ſeit Monaten gegen die Stieftochter in ſich barg, ihr
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Zu erfr. in der Exped. (*2067
Neid und Haß brachen ſich Bahn, und es war ihr eine
Erleichterung, ſich davon frei zu machen.
Das alles wagſt Du mir, der Frau Deines Vaters,
zu ſagen? ſtieß ſie wuterfüllt hervor. Wie Du Dich in
Deinem Tugendſtolz, der ſo lächerlich wirkt, erhaben fühlſt!
— Wie ich Dich haſſe, Du Scheinheilige! — Du glaubſt
auf mich herabſehen zu können und biſt doch ſelbſt nicht
beſſer! Oder iſt es etwa anſtändig, daß Du Dir als
Frau heimliche Stelldicheins mit Deinem früheren Galan
gibſt und Deinen Gatten hintergehſt? — Schrill und ſcharf
klang ihre Stimme, und ihre ſchmachtenden Augen hatten
einen böſen Ausdruck.
Schweig mit Deinem lauten Schreien und vergiß
nicht, daß ein Schwerkranker hier im Hauſe liegt, verwies
Margareta ſie.
— auf deſſen Tod Du nur warteſt, um dann dem
anderen angehören zu können! Glaubſt Du, ich kann nicht
in Deinem Innern leſen und ſehen, daß Deine Gedanken
ganz wo anders ſind, als hier bei Deinem beklagenswerten
Gatten?
Jeder Blutstropfen war aus dem lieblichen Geſicht
der andern gewichen und es war ihr, als wenn eine
eiſige Hand nach ihrem Herzen griffe. Das, was ſie, als
es ſchattenhaft eine flüchtige Minute in ihr aufzutauchen
wagte: der Gedanke an Erlöſung, weit und ſchreckhaft
zu=
rückgewieſen, durch heiße Gebete und aufopfernde Pflege
gefühnt hatte, das wurde ihr hier in brutaler Roheit
ent=
gegengeſchleudert — in einem grenzenloſen Haß, vor dem
ihr faſt graute.
Feſt preßte ſie die Lippen aufeinander; dieſe Frau
war nicht wert, daß ſie auch nur ein Wort noch an ſie
richtete; ſie ſtieß beide Fenſterflügel weit auf, wie um das
Unreine herauszulaſſen, und holte tief Atem.
Dann raffte ſie ihr Kleid zuſammen und ſchritt mit
kalter, hochmütiger Geberde aus dem Zimmer, ohne die
andere eines Blickes zu würdigen.
Es war, als ob Claudia ihr nachſtürzen wollte; ſie
hatte die Hände zu Fäuſten geballt, und ihr Geſicht war
in Wut verzerrt, ſo vernichtend wirkte Margaretens
Ver=
halten auf ſie. War denn dieſer blonden Heiligen gar
nicht beizukommen? Der Haß erſtickte ſie faſt, und alle
ihre niedrigen Inſtinkte wurden wach.
Ueberlegend ſtand ſie da — befriedigt nickte ſie dann
vor ſich hin und ein Freudenſchein flog über ihr Geſicht
ja, ſo mußte es gehen!
Inzwiſchen hatte Margareta an den Marquis einen
kühlen höflichen Brief geſchrieben, in dem ſie ihn bat,
ſeine Beſuche in ihrem Hauſe vorläufig einzuſtellen, da
der leidende Zuſtand ihres Gatten größte Schonung und
Ruhe erheiſche.
Und dieſer Brief wurde dem Diener zur ſofortigen
Beſtellung übermittelt. Mochte Claudia toben, das war
ihr gleich — mit dieſer Frau war ſie für immer fertig!
Sie tat, was ſie für recht hielt, und das war jetzt in erſter
Linie ein Fernhalten des Marquis. Sie wollte für ihren
Vater handeln!
Margareta ſeufzte tief auf und trat ans Fenſter, aber
ihre Augen achteten nicht des herrlichen Bildes, an dem
ſie ſich ſonſt nicht ſatt hatte ſehen können. Sie achtete nicht
des goldenen Sonnenſcheins, der alles mit warmem Licht
überflutete. Ihre Gedanken waren trübe und ſchwer ihr
Herz.
Unwillkürlich hatte ſie die Hände gefaltet — aber zum
Beten fand ſie nicht die richtigen Worte. Sie neigte den
Kopf auf die Hände, ein Schluchzen rang ſich aus ihrer
Bruſt, und heiß tropften die Tränen aus ihren Augen.
23. Kapitel.
In der Nacht hatte Lionel Catlins Befinden ſich
ver=
ſchlimmert. Faſt ununterbrochen mußte er huſten, und oft
ſtanden danach rote Tropfen auf ſeinen Lippen.
Gretchen wich nicht mehr von ſeiner Seite; angſtvoll
ſtarrte ſie in das vor Jammer und heimlichem Leid
ſicht=
lich gealterte Geſicht der Mutter ihres Gatten, die in faſt
automatenhafter Ruhe alles, was der Zuſtand des
Kran=
ken erforderte, mit peinlichſter Gewiſſenhaftigkeit befolgte=
Oft fuhr Lionel wie aus einem Halbſchlummer empol
und ſuchte Gretchen.
Ich bin ja bei Dir, Liebſter flüſterte ſie ſüß
be=
ſchwichtigend und ſeine Wangen ſtreichelnd.
Und Du bleibſt auch? Angſtvoll fragte er das.
Ich bleibe immer bei Dir — — Sie hauchte einen
Kuß auf ſeine Stirn, ſo daß er beruhigt die Augen wieder
ſchloß, ihre Hand aber krampfhaft umfaßte.
Eine Weile lag er ſo, bis ihn ein heftiger Huſtenanfall
von neuem erſchütterte.
Darling, ein Lied! flüſterte er heiſer.
Sie griff nach ihrer Geige, und leiſe und ſüß, wie
Sphärenklänge, ſchwebte es durch den Raum. Die Muſik
wirkte wunderbar beruhigend auf den Kranken; er
ſchlum=
merte ein, und leiſe bedeutete Gretchen Mrs. Catlin, für
eine Weile zu ruhen. Dieſe folgte der Weiſung, da die
Natur dringend ihre Rechte forderte.
Aber als der Morgen dämmerte, war ſie ſchon wieder
da, und nun zog ſich die junge Frau zu einem kurzen,
un=
ruhigen Schlummer zurück. Die Sonne ſchien leuchtend
in ihr Zimmer, als ſie erwachte.
Erſchreckt fuhr ſie auf; nebenan huſtete Lionel wieder,
und das Ringen und Quälen ergriff ſie aufs tiefſte=
Schnell eilte ſie an ſein Bett, und dankbar begrüßte er ihr
(Foxtſetzung folgt.
Kommen.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
cher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſin den ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können
um den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ſag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2463
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
— Olbrichweg zwiſchen dem Lucas= und dem Fiedlerweg vom
Januar bis zum 12. Februar ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr
uſperrt.
(2462
Bekanntmachung.
Gemäß § 3 Abſ. 2 des Reichsgeſetzes vom 28. Mai 1894,
be=
effend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im
ſriege, veröffentlichen wir unter Bezugnahme auf die nachſtehend
tgedruckten Beſtimmungen des erwähnten Reichsgeſetzes die Namen
Briebtaubenzüchter, die Mitglieder des „Darmſtädter
Brieftauben=
u bs” und des Brieftaubenklubs „Gut Flug‟ Darmſtadt=Beſſungen
ſtd. Beide Vereine gehören dem Verband Deutſcher
Brieftauben=
ſebhaber=Vereine an und haben ſtatutengemäß ihre Brieftauben der
Mälitär= (Marine=) Verwaltung zur Verfügung geſtellt.
I. Darmſtädter Brieftaubenklub.
Achen, Ernſt, Grafenſtraße 22
2 Beſt, Ludwig, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 47
3. Deutſch, Philipp, Neckarſtr. 11
4 Heinzerling, Heinrich, Emilſtr. 28
Heß, Karl, Saalbauſtraße 41
Holler, Fr., Merck’s Kolonie
Prinz v. Iſenburg, Goetheſtr. 44
Kämmerer, Karl, Parcusſtr. 10
Kraft, Hermann,
Frankfurter=
ſtraße 90
0 Linck, Heinrich, Roquetteweg 2
11. Nold, Aug., Landgraf Philipp=
Anlage 52
12. Nungeſſer, Wilh.,
Dieburger=
ſtraße 10
13. Reuter, Adolf, Louiſenplatz 6
14. Schmuck, W., Kirchſtraße 6
15. Schneider, Adolf, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 72
16. Steinmetz, Karl, Neckarſtr. 24
17. Stoll, Ludwig,
Heinheimer=
ſtraße 4
18. Thierolf, Heinrich, Karlſtr. 23.
IL. Brieftauben=Klub „Gut Flug‟ Darmſtadt=Beſſungen.
Aberle, Georg, Hochſtraße 4
Beyer, Georg, Luiſenſtraße 38
3— Demmel, Ludwig,
Ludwigs=
höhſtraße 53
Enes, Ludwig, Beſſungerſtr. 66
5. Erbes, Ludwig,
Bruchwieſen=
ſtraße 28
6 Erbes, Philipp,
Schießhaus=
ſtraße 42
7. Geyer, Heinrich,
Weinberg=
ſtraße 36 ¾
8. Geyer, Wilhelm XII.,
Orangerie=
ſtraße 2
Geiger, Philipp, Beſſungerſtr. 17
0. Haas, Arthur, Beſſungerſtr.
Haun, Philipp,
Herrngarten=
ſtraße 23
2. Heil, Auguſt, Herrngartenſtr. 7
13. Henkel, Heinrich,
Klappacher=
ſtraße 88
14. Henn, Friedrich, Griesheimer
Truppen=Uebungsplatz
15. Hering, Ludwig,
Sandberg=
ſtraße 18
16. Horſt, Heinrich, Wittmannſtr. 34
17. Jäger, Wilhelm,
Ludwigshöh=
ſtraße 22
18. Schulz, Georg, Beſſungerſtr. 74
19. Stein, Friedrich, Sandbergſtr. 18
20. Vollhard, Ludwig,
Schießhaus=
ſtraße 59
21. Weigold, Friedrich,
Beſſunger=
ſtraße 44
2. Wiemer, Heinrich, Tannenſtr. 28
23. Wittmann, Wilhelm,
Seekatz=
ſtraße 16.
Darmſtadt, den 21. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Auszug aus dem Geſetz
erreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr
vom 28. Mai 1894.
§ 1. Die Vorſchriften der Landesgeſetze, nach welchen das
ſacht, Tauben zu halten, beſchränkt iſt, und nach welchen im Freien
ſenroffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen,
inden auf Militärbrieftauben keine Anwendung.
Dasſelbe gilt von landesgeſetzlichen Vorſchriften, nach welchen
Lruben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer
eis letzteren gehören.
§ 2. Inſoweit auf Grund landesgeſetzlicher Beſtimmungen
Soerrzeiten für den Taubenflug beſtehen, finden dieſelben auf die
küſeflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten
ürfen für Militärbrieftauben nur einen zuſammenhängenden
Zeit=
mirm von höchſtens je 10 Tagen im Frühjahr und Herbſt umfaſſen.
eund längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, ſo gelten für
Mlitärbrieftauben immer nur die erſten zehn Tage.
§ 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieſes Geſetzes gelten
Breftauben, welche der Militär=(Marine=) Berwaltung gehören oder
eiſelben gemäß den von ihr erlaſſenen Vorſchriften zur Verfügung
eſtellt und welche mit dem vorgeſchriebenen Stempel verſehen ſind.
Privatperſonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schutz
ieſſes Geſetzes erſt dann, wenn in ortsüblicher Weiſe bekannt gemacht
barden iſt, daß der Züchter ſeine Tauben der Militärverwaltung
Verfügung geſtellt hat.
(2461fs
Kraftloserklärung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 95 507, 8199, 14144, 28766, 29925 und 31168
berden hiermit aufgefordert, ihre Anſprüche innerhalb 14 Tagen,
ſom Tage des Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet, in
in erem Geſchäftszimmer — Kirchſtraße Nr. 9 — geltend zu machen,
biorigenfalls nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 32 des Statuts vom
8. Auguſt 1900, betreffend die ſtädtiſche Pfandleihanſtalt Darmſtadt,
ie Kraftloserklärung der Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 22. Januar 1913.
(2467
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, den 25. Januar 1913, vorm. 12 Uhr,
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(2465
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
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1560 Kiefern; Stöcke, rm: 3 Buchen, 5 Eichen, 27 Kiefern,
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(2505
Dornberg, den 23. Januar 1913.
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richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
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Darmſtadt, 14. Januar 1913.
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Darmſtadt, 23. Januar 1913.
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Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
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Darmſtadt, 17. Januar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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Rohrnetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
alle Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen darf nur durch
ſolche Inſtallateure erfolgen, die vom Herrn Oberbürgermeiſter
eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich verpflichtet haben,
alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter
Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und Vorſchriften
auszuführen.
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Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
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Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
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Soderſtraße 49 und 54.
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a.
Georg Aug. Fink, Rhönring 53
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
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gartenſtraße 37.
Ludwig Heppenheimer,
Luiſen=
ſtraße 2.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Karl Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10.
Gg. Kaiſer, Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8.
Georg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Auguſt Keller, Dieburgerſtr. 18.
Adolf Kling, Grafenſtr. 35.
Ludw. Kling & Co., Rheinſtr. 17.
Klink & Rettberg, Ludwigspl. 8½.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Phil. Kraus Nachf. (Inh. Adam
Bender), Karlſtraße 51.
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Ludwig Lautenſchläger,
Neckar=
ſtraße 26.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtraße 54.
Phil. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
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Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
Philipp Roth, Mühlſtr. 17.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Karl Schreiner. Soderſtr. 48.
Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Michael Vollrath, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 51.
Hch. Waldſchmidt,
Ludwigshöh=
ſtraße 21.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
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Kaiſer und Könige in Friedberg i. d. Wetterau. — Paul Th. Falck
Der Dichter Heinrich v. Ende. Ein Gedenkblatt. — Dr. Hermann
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imsbeſondere, um auf zweckmäßige Anlage von
Obſtbaum=
flanzungen, ſachgemäße Pflege uſw. hinzuwirken,
beab=
ſachtigt der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die
Pro=
inz Starkenburg, wie im vorigen Jahre, auch in dieſem
Jahre eine Prämiierung von Obſtbaumpflanzungen
emäß den Beſtimmungen der Landwirtſchaftskammer
jm veranſtalten. Im Jahre 1913 findet die Prämiierung
m den Wahlbezirken I (Rüſſelsheim=Trebur), II (Groß=
Gerau) und III (Griesheim=Gernsheim) bezw. in den zu
ieſen Wahlbezirken gehörigen Orten unter nachſtehenden
Bedingungen und in folgenden Abteilungen (Klaſſen)
ſatt: a) Neuanlagen, b) ältere Baumpflanzungen. Unter
Reuanlagen ſind Pflanzungen vom einſchließlich fünften
Fahre ab bis zum Alter von etwa 12—15 Jahren zu
ver=
ſehen. Als ältere Baumpflanzungen ſind die Anlagen
hom 15. Jahre ab zu verſtehen. In gemiſchten Beſtänden
dem Alter nach) iſt ſo zu verfahren, daß die Anmeldung
für die Abteilung zu erfolgen hat, zu welcher zwei
Drit=
tel der Geſamtzahl der Bäume dem Alter nach gehören.
Pflanzungen, welche zur Hälfte aus jungen Bäumen im
Ulter von 5—15 Jahren und zur Hälfte aus älteren
Bäu=
taen beſtehen, ſind als ältere Baumpflanzungen
an=
zumelden. Alle Obſtarten und Baumformen können
prä=
raiiert werden, ſofern ſie hauptſächlich zu Zwecken des
Lobſtverkaufes angepflanzt ſind. Obſtbaumpflanzungen
von mehr als zirka 500 Hochſtämmen, zirka 500
Buſch=
läumen und zirka 500 Formbäumen, oder zirka 500 dieſer
aumſorten zuſammen, ferner von weniger als je zirka
20 Hochſtämmen, zirka 20 Buſchbäumen und zirka 20
Formbäumen, oder zirka 140 dieſer Baumſorten zuſammen
imd von der Prämlierung ausgeſchloſſen. Anlagen mit
unr Beerenobſt kommen für dieſe Prämiierung nicht in
7 rage.
Für die Prämiierung kommen nur Beſitzer oder
Päch=
tir von weniger als 100 Morgen Land in Betracht. Ver=
können
nur zur Prämiierung zugelaſſen werden, wenn ſich
dar=
unter wenigſtens eine geſchloſſene, d. h.
zuſammenhän=
gende Anlage auf einem Grundſtück von entweder 20
Hoch=
ſtämmen oder 20 Buſchbäumen oder 40 Formbäumen oder
40 Stück dieſer Baumſorten gemiſcht vorfinden.
Zuge=
laſſen ſind die Obſtanlagen im Eigentum des Beſitzers,
gleichgültig, ob er ſelbſt die Pflege der Bäume ausübt,
oder andere damit beauftragt ſind; ferner die Pächter von
Obſtanlagen mit ihren Pflanzungen, wobei
natürlicher=
weiſe nur dieſe als Bewerber auftreten können, ſowie die
Gemeindeobſtbaumpflanzungen.
Die Beſichtigung der zum Wettbewerb angemeldeten
Obſtanlagen findet durch eine Kommiſſion im April und
eine zweite Beſichtigung der älteren
Obſt=
baumpflanzungen im Juli ſtatt. Auf Grund der
Beſichtigungen können folgende Preiſe zuerkannt werden:
A. Neuanlagen: drei erſte Prämien à 20 Mark —— 60
Mark, fünf zweite Prämien à 15 Mark = 75 Mark, ſieben
dritte Prämien à 12 Mark — 84 Mark. B. Aeltere
Baumpflanzungen: drei erſte Prämien à 25 Mark
— 75 Mark, fünf zweite Prämien à 20 Mark — 100 Mark,
ſieben dritte Prämien à 15 Mark — 105 (Mark. Bei
Be=
urteilung der Obſtbaumanlagen werden folgende Punkte
berückſichtigt: 1. Bodenbearbeitung (Baumſcheibe), 2.
Pflanzweiſe (Pflanzweite), 3. Sortenwahl, 4.
Auslich=
ten und Schnitt der Baumkrone, 5. Stammpflege (
Ab=
kratzen, Anſtrich) 6. Schädlingsbekämpfung (
Wundenbe=
handlung), 7. Beſchaffenheit des Baumpfahles, 8.
Ge=
ſamteindruck der ganzen Pflanzung. Die Anmeldungen
zum vorſtehenden Wettbewerb ſind bis ſpäteſtens 15. März
I. Js. an den Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß in
Darm=
ſtadt, Bismarckſtraße 52, einzureichen. Anzumelden ſind
ſämtliche Baumpflanzungen, die dem Alter nach in die
betreffende Abteilung (Klaſſe) gehören. Zählen zu einem
Beſitzſtande mehrere Obſtpflanzungen, ſo erſtreckt ſich die
Prämiierung auf den ganzen Baumbeſtand. Ueber die
Zulaſſung der Bewerber zur Prämiierung entſcheidet auf
Grund der angemeldeten Obſtbaumanlagen der
Landwirt=
ſchaftskammer=Ausſchuß.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußball. Der Fußballklub „Olympia” ſchreibt uns:
Nach mehrwöchentlicher Pauſe findet am kommenden
Sonntag wieder ein Ligaſpiel auf dem Olympia=
Sport=
platz an der Heidelberger Straße ſtatt. Der Gegner der
Olympia iſt diesmal der Fußballklub „Boruſſia”=
Neun=
kirchen (Saar). Dieſer Verein iſt erſt dieſe Saiſon in die
Ligaklaſſe aufgerückt, verfügt aber trotzdem über eine ſehr
ſpielſtarke und techniſch gut ausgebildete Mannſchaft. Die
Einheimiſchen treten dieſem eifrigen Verein mit einer
ſorgfältig aufgeſtellten Mannſchaft gegenüber, die alles
daran ſetzen wird, ihrem Verein den Sieg zu erringen.
Vermiſchtes.
— Kultur und Badeweſen. Je mehr es der
Wiſſen=
ſchaft gelingt, mit Hacke und Spaten der Vergangenheit
ihre Geheimniſſe zu entreißen, deſto häufiger gibt ſie uns
Anlaß, zu ſtaunen. Vor ſolchen Entdeckungen ſchwindet
gar oft unſer ſtolzer Glaube, daß wir’s „ſeitdem ſo
herr=
lich weit gebracht” haben. Wir werden beiſpielsweiſe
einen gewiſſen Neid nicht unterdrücken können, wenn wir
die ungeheueren Badeanlagen des kaiſerlichen Rom be=
den Mittelpunkt des geiſtigen und politiſchen Lebens
bil=
deten und zugleich in ſpäter nicht übertroffener Weiſe der
Volkshygiene dienten. Seit der Einführung der
Luft=
heizung im Jahre 89 n. Chr. begann der Badeluxus in
Rom ſich zu einer Höhe zu ſteigern, die vorher, ſelbſt im
alten Orient, unbekannt geweſen war und die in unſerer
Zeit geradezu unerhört ſein würde. Immer prächtiger
wurden die Bauten und immer beliebter ihre Benutzung
beim Volk. Die Monarchen, namentlich die der ſpäteren
Kaiſerzeit, ſahen es als eine ihrer Hauptaufgaben an,
dieſem Zweige der öffentlichen Geſundheitspflege ihr
be=
ſonderes Augenmerk zu widmen und ſich dadurch beim
Volk beliebt zu machen. Die berühmteſten dieſer Bäder
waren die Thermen des Agrippa, des Caracalla und des
Diokletian. Beſonders letztere waren der denkbar ſchönſte
Luſtort mit Baſiliken, Bibliotheken, Pinakotheken,
Waſſer=
künſten und Gärten: 3200 Menſchen konnten hier
gleich=
zeitig baden, 2400 Marmorſeſſel dienten zum Ruhen und
3000 Alabaſterwannen für die Einzelbäder. Das römiſche
Badeweſen jener Zeit verſchlang täglich viele Millionen
Liter Waſſer, mehr als heute der Geſamtbetrieb von
Groß=Berlin. Bei ſolchem üppigen Lurus konnte es
lei=
der nicht ausbleiben, daß dieſe Einrichtungen allmählich
ihren urſprünglichen Zwecken entfremdet und zu Stätten
der Verweichlichung, Erſchlaffung und Völlerei wurden.
Wir entnehmen dieſe für die Erkenntnis jener
raffinier=
ten Kultur hochintereſſanten Angaben Hans Kraemers
wundervollem Prachtwerke „Der Menſch und die
Erde” deſſen Lieferungen 162—167 (oeben erſchienen
ſind (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57,
Lieferung 60 Pfg.). Der bekannte Hochſchullehrer der
Ge=
ſchichte der Medizin, Profeſſor J. Pagel, entrollt uns da
in einer Arbeit mit dem Titel „Waſſer und Feuer in der
Heilkunde” ein farbenreiches Gemälde voll neuer und
reiz=
voller Details, die uns nicht nur über das Badeweſen
aller Zeiten, ſondern beſonders auch für die Beurteilung
des Zeitgeiſtes und der Lebensanſchauungen vergangener
Epochen die wertvollſten Aufklärungen geben. Dieſen
Zwecken dient in ganz beſonderer Weiſe eine ungeheuere
Menge zum Teil ſehr ſeltener, ſtets charakteriſtiſcher
Ab=
bildungen, die das Verſtändnis für die der Wiſſenſchaft
angehörende Materie in dankenswerter Weiſe vermitteln.
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Schluss unseres Inventur-Ausverkaufs!
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