Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
inren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Wie offiziös verlautet, wird General Liautey
wahr=
ſcheinlich am nächſten Samstag nach Marokko
zu=
rückkehren und bei dieſer Gelegenheit die neue
Schiffahrtsverbindung Bordeaux=Caſablanca
eröffnen.
Die Meldung der Agence d’Athènes von der
Vernich=
tung der türkiſchen Flotte iſt unrichtig.
Die Flotte iſt vollzählig in die Dardanellen
zurück=
gekehrt.
ie türkiſche Nationalverſammlung iſt
auf Dienstag einberufen worden.
Auf dem ruſſiſchen Dampfer „Etſonia” brach vor
Aden Feuer aus, bei dem der Kapitän, ein Maſchiniſt
und 10 Matroſen ums Leben kamen.
In Salisbury (Maryland) ſind bei einer
Dyna=
mit=Exploſion auf dem Areturus=Slate=
Berg=
werk 2 Weiße und 27 Eingeborene ums Leben
ge=
kommen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Poincaré und die auswärtige
Politik Frankreichs.
*⁎* Nach allgemeiner und wahrſcheinlich auch
zu=
tieffender Anſicht iſt mit Poincaré an die Spitze der
fran=
zöeſiſchen Republik ein Mann getreten, der ſich mit einer
de=korativen Stellung nicht begnügen und ſich ſein
Mitbe=
ſt mmungsrecht an dem Geſchicke des Landes ſchwerlich
v. rkümmern laſſen wird. Das gilt insbeſondere auch
hin=
ſichtlich der äußeren Politik Frankreichs, die
der neue Präſident während ſeiner letzten
Miniſtertätig=
keüt geleitet hat und in welcher er ſich anſcheinend in ſeinem
Ellement fühlte, obwohl er vorher mit internationalen
Tingen direkt nichts zu tun gehabt hatte, ſo daß alſo in
dieſer Hinſicht bei ihm der Verſtand mit dem Amte
ge=
kammen iſt, denn Herr Poincaré hat das franzöſiſche
Ettaatsſchiff ruhig und ſicher durch die Fährniſſe
verſchie=
dener europäiſcher Kriſen gelenkt und ſich ſchon dadurch
vordient gemacht, daß er im Januar v. J. die Leitung der
amswärtigen Angelegenheiten ſelbſt übernahm und dieſes
Reſſort nicht dem ränkevollen Delcaſſé anvertraute, der
bekanntlich darauf brennt, wieder in das Palais am Quai
dOOrſay einzuziehen.
Um Poincarés Stellung zur auswärtigen Politik
be=
urteilen zu können, wollen wir auf einige Erklärungen
zu=
risckgreifen, die das neue Staatsoberhaupt während ſeiner
litzten Miniſterſchaft abgegeben hat. Gelegentlich der
Ent=
biillung des Denkmals Eduards VII. in Cannes ſagte
Noincaré im April v. J., Frankreich denke im Hinblick auf
ſeüne inneren Aufgaben nicht daran, jemand anzugreifen
und zu reizen. Aber es erkenne klar, daß es, um ſelbſt
weder angegriffen noch gereizt zu werden, zu Lande und
zu Waſſer Streitkräfte unterhalten müſſe, die imſtande
ſelen, ſeine Intereſſen zur Geltung zu bringen und zu
ver=
teüdigen. Ueber das Verhältnis zu Deutſchland ſpeziell
hiat ſich Poincaré nur kurz in der Deputiertenkammer
ge=
ſäußert, wo er ſagte, Frankreichs Beziehungen zum
Deut=
ſchen Reiche ſeien loyal, höflich und korrekt; er bemühe
ſichh, die gleiche bona ſides in ſie hineinzulegen.
Daß Poincaré ſeine Reiſe nach Rußland nicht des
Bergnügens halber gemacht hat, ſondern politiſche Zwecke
verfolgte, iſt klar. Ueber die letzteren iſt Authentiſches nicht
be=kannt geworden, und man tappt darüber noch heute im
Trunkeln. Die Rede, welche Poincaré alsbald nach dem
Lsiederbetreten franzöſiſchen Bodens in Dünkirchen hielt,
ließ nur die große Befriedigung über die Aufnahme in
Rußland erkennen und hob die Feſtigkeit der Allianz
her=
vor. Auch hier wies er wieder auf die dringende
Not=
wendigkeit der Erhaltung und Vermehrung der vitalen
Karäfte des Landes hin, womit er aber nicht lediglich Heer
umd Marine gemeint wiſſen wollte, ſondern vor allen
Diingen ein einheitliches und gemeinſchaftliches
National=
gefühl, das die Größe und den Ruhm eines Volkes
aus=
mache. Seinen Grundſatz von der Kriegsbereitſchaft als
keſter Stütze des Friedens bekannte Poincaré auch in
eimer zu Nantes im Oktober v. J. gehaltenen Rede, wo er
im Hinblick auf die infolge der Balkanwirren möglichen
Koomplikationen die Friedfertigkeit Europas betonte, aber
ſausch darauf hinwies, daß Frankreich, um für ſich ſelbſt
den Frieden zu erhalten, die ganze Energie, die Geduld
und den Stolz eines Volkes zeigen müſſe, das den Krieg
nicht wolle, ihn aber auch nicht fürchte.
In Poincarés Auftreten liegt viel Selbſtbewußtſein,
es entbehrt aber auch der klugen Zurückhaltung nicht und
iſt weit davon entfernt, herauszufordern, ſo daß man wohl
hoffen darf, daß ſeine Wahl keinerlei Gefahr für den
Frie=
den bedeutet. Indeſſen tut man in Deutſchland nach wie
vor gut, ſich Frankreich gegenüber niemals in Sicherheit
zu wiegen, denn das unberechenbare Temperament der
Franzoſen kann eine noch ſo friedfertige Politik ihrer
Re=
gierung leicht durchkreuzen. Und unſere Nachbarn jenſeits
der Vogeſen haben den Revanchegedanken keineswegs etwa
ſchon begraben!
Die Großmächte und die Türkei.
C05 An der Kollektivnote der Großmächte,
deren Ueberreichung in Konſtantinopel ſich ſo lange
hin=
zog, wird bemängelt, daß ſie die Türkei zur
Ausliefe=
rung Adrianopels zwinge, anſtatt einen „
vermit=
telnden Kompromißvorſchlag” zu enthalten. Dieſer
Vor=
wurf erſcheint deshalb nicht begründet, weil die
Kollektiv=
note tatſächlich der Türkei ein Kompromiß bietet; denn
indem die Großmächte der Pforte die Abtretung
Adria=
nopels, unter Wahrung der dortigen muſelmaniſchen
In=
tereſſen, anraten, erklären ſie gleichzeitig, dahin wirken zu
wollen, daß bei der Löſung der Inſelfrage jede
Drohung für die Sicherheit der Türkei ausgeſchloſſen wäre.
Die Adrianopel= und die Inſelfrage iſt alſo von den
Groß=
mächten verbunden und ſo die Pforte nicht ohne einen,
vermittelnden Vorſchlag gelaſſen worden. Daß ein
der=
artiges Kompromiß zu erwarten ſei, wurde in der Preſſe
wiederholt ausgeführt. Neu iſt auch keineswegs die Art,
wie die Großmächte in der Kollektivnote die Pforte vor
der Fortſetzung des Krieges warnen. Der Hinweis
darauf, daß im Falle einer Fortſetzung des Krieges
Kon=
ſtantinopel gefährdet und die Feindſeligkeiten auf die
aſiatiſchen Provinzen der Türkei ausgedehnt werden
könn=
ten, hat in der Preſſe gleichfalls nicht gefehlt.
Neu dagegen iſt es, wenn die Großmächte die
Ge=
währung ihres moraliſchen und ihres materiellen
Bei=
ſtandes zur inneren Feſtigung der Türkei von der Annahme
des erteilten Rates abhängig machen. Damit wird ohne
Zweifel dem Ratſchlage ein ſehr gewichtiger Nachdruck
gegeben, von dem ſich nicht beſtreiten läßt, daß er für die
Pforte die Ausübung eines Druckes bedeutet. Kann aber
den Großmächten dieſe Haltung verübelt werden, nachdem
der Balkankrieg ihnen ſelbſt teils unmittelbar in Geſtalt
von Rüſtungsausgaben, teils mittelbar in Form des
Druckes, der auf dem geſamten europäiſchen
Wirtſchafts=
leben laſtet, empfindliche Opfer auferlegt hat. Das
zweifel=
loſe Bedürfnis Europas, endlich zur Ruhe zu kommen, gibt
den Großmächten auch ein moraliſches Recht, ihrem
Rat=
ſchlag an die Pforte Nachdruck zu verleihen. Jeder Freund
der Osmanen wird gewiß mit Bedauern die Türkei in
ſolcher Lage ſehen. Aber alle dieſe Klagen über die „
Un=
moral” der Großmächte ändern nichts an der Tatſache,
daß die Folgen kriegeriſcher Niederlagen für die Türkei
jetzt ebenſowenig ausbleiben können, wie ſie früher
aus=
geblieben ſind — wenn der Balkankrieg nicht zum
euro=
päiſchen Kriege werden ſoll. Man braucht vor einer
ſol=
chen Möglichkeit keineswegs unbedingt zurückzuſchrecken
und muß ſich doch ſagen, daß es dem Rade der
geſchicht=
lichen Entwicklung in die Speichen fallen hieße, wollte ſich
Europa zerfleiſchen, damit dem Osmanentum die
euro=
päiſche Stellung wieder verſchafft werde, die es ſelbſt nicht
behaupten konnte.
Zu der Kollektivnote der Mächte ſchreibt
die Norddeutſche Allgemeine Zeitung: „Aus dem bereits
veröffentlichten Wortlaut der Note ergibt ſich, daß ſie
nicht auf die Ausübung eines Zwanges
gerichtet iſt. Maßregeln, durch die ein Heraustreten der
Mächte aus ihrer Neutralität eingeleitet werden könnte,
ſind nicht angekündigt. Insbeſondere enthält die Note
keinen Hinweis auf eine Demonſtration der Großmächte
in türkiſchen Gewäſſern.”
Die türkiſche Preſſe kommentiert ſehr
zu=
rückhaltend die Note der Mächte, in der ſie eine Drohung
Europas zu erblicken glaubt. Ikdam ſchreibt:
Die Pforte müſſe in ihrer Antwort die gefährliche
Lage des Landes in Rechnung ziehen, denn bei der
Wieder=
aufnahme der Feindfeligkeiten würde ſich die Türkei nicht
nur den Balkanverbündeten, ſondern dem verbündeten
Europa gegenüberſehen. Wenn die Pforte dem Rate der
Mächte folgen wolle, müßten die dahingehenden diploma:
tiſchen Schritte ſchnell erfolgen, weil, wenn während einer
lüngeren Korreſponden; Adrianopel kapituliere, die Mächte
von jedem Engagement zugunſten der Türkei entbunden
würden. Die Türkei würde dann großen Gefahren
aus=
geſetzt ſein. Sie müſſe ein Arrangement zu treffen ſuchen,
ſo lange die Mächte noch an die übernommenen
Verpflich=
tungen gebunden ſeien. Man müſſe nicht dem Zuge des
Herzens, ſondern dem Verſtande gehorchen. Sabah
ver=
öffentlicht die Erklärung eines früheren Diplomaten der
u. a. ſagt: Seit Ueberreichung der Note erhielt das Wort
„Neutralität” einen anderen Sinn. Bisher legte die
Neu=
tralität auch der Diplomatie Beſchränkungen auf. Der
Schritt der Mächte hat dieſes Prinzip umgeſtoßen.
Wie der Ikdam meldet, wird die Pforte in der
Antwortnote erklären, daß ſie ſehr für eine
ver=
ſöhnliche Haltung ſei und daher die Bemühungen der
Mächte, die auf Aufrechterhaltung des Friedens abzielten,
überaus würdige, daß es aber unmöglich ſei, ſei es
auf die ägäiſchen Inſeln zu verzichten, die
im Zuſammenhang mit Aſien ſtänden, ſei es auf
Adria=
nopel und was dazu gehöre. In dieſem Punkte, der Leben
oder Tod für die Türkei bedeute, könne die Türkei
keine weiteren Opfer bringen. Aber aus
Ach=
tung gegenüber den Mächten wolle die Pforte ein letztes
Opfer bringen und könnte in Unterhandlungen eintreten
über eine neue Grenze, diesſeits derjenigen, welche bereits
vorgeſehen ſei und die der Türkei Adrianopel und was
da=
zu gehöre, belaſſen würde. Wenn gegenüber dieſem Opfer,
welches das Maximum darſtellt, die Verbündeten nicht
ebenfalls ein Opfer bringen wollten, werde die
Verant=
wortung für die Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten
nicht auf die Pforte, ſondern auf die Verbündeten fallen.
Deutſches Reich.
Der Hanſa=Bund und die neuen
Reichsſteuern. Der Hanſa=Bund veröffentlicht
fol=
gende Mitteilung: Zu den wichtigſten Fragen der
Reichs=
wirtſchaftspolitik, deren Löſung bevorſteht, gehört
zweifel=
los diejenige der allgemeinen Reichsbeſitzſteuer. Bei den
vielfachen Meinungen, welche in der Oeffentlichkeit
hier=
über zutage getreten ſind, erinnert der Hanſa=Bund daran,
daß das Direktorium des Bundes erſt vor kurzem in einer
einmütigen Entſchließung darüber keinen Zweifel gelaſſen
hat, daß von dem bewährten Grundſatz einer vorſichtigen
Finanzpolitik: „Keine Ausgaben ohne Deckung” nicht
ab=
gewichen werden dürfe, und ferner einmütig eine
allge=
meine Beſitzſteuer in Form der Erbanfallſteuer gefordert
hatte. Dabei wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß
Induſtrie, Handel und Gewerbe ſchädigende
Sonder=
belaſtungen unter allen Umſtänden bekämpft werden
müß=
ten. Dieſer Standpunkt wird auch heute in den Kreiſen
des deutſchen Gewerbeſtandes durchaus vertreten,
Indu=
ſtrie, Handel und Gewerbe ſind nicht gewillt, neue
ſteuer=
liche Experimente mitzumachen, welche eine Abweichung
von dem Gedanken der allgemeinen Beſitzſtener bedeuten
würden. Der Gewerbeſtand erwartet aber fernerhin, daß
die Reichsregierung im Anſchluß an die neue
Beſitzſteuer=
vorlage den im Gewerbeſtand rege beſtehenden Wunſch
nach Aufhebung des Scheckſtempels erfüllt, und daß ſie
ferner in eine umfaſſende Reviſion des
Zuwachsſteuer=
geſetzes eintritt, deſſen Beſtimmungen zum Teil in
über=
aus ſchädlicher Weiſe auf die Entwickelung des ſtädtiſchen
und ländlichen Grundbeſitzes einwirken. Erfreulicherweiſe
beſteht für die Verwirklichung dieſer Gedanken auch in
wei=
ten Kreiſen der mittleren Parteien lebhaftes Intereſſe.
Daß der Hanſa=Bund, unter Ablehnung der ſchwächlichen
Kompromiſſe, für die ſtrikte Einhaltung dieſes Programms
mit allen ihm zu Gebote ſtehenden Kräften eintreten wird,
bedarf wohl nicht beſonderer Betonung.
— Die deutſche Zentrale für
Jugend=
fürſorge tagte im preußiſchen Herrenhauſe, um den
Entwurf eines Jugendgerichtsgeſetzes einer eingehenden
Erörterung zu unterziehen. Von Behörden waren u. a.
vertreten das Reichsjuſtizamt, das Auswärtige Amt, die
preußiſchen Miniſterien der Juſtiz und des Kultus und
das ſächſiſche Staatsminiſterium. Außerdem war eine
Reihe von Reichstagsabgeordneten zugegen. Den Vorſitz
führte der Staatsminiſter a. D. von Hentig. Als Referent
ging der bekannte Berliner Jugendrichter
Amtsgerichts=
rat Köhne die Beſtimmungen des Geſetzes im einzelnen
durch; er verlangte vor allem die Hinaufſetzung des
Schutzalters von 12 auf 14 Jahre. Die Schutzauficht, die
das Geſetz vorſieht, begrüßte er als wichtige
Errungen=
ſchaft, ſie müſſe aber nach ſeinem Dafürhalten allen
Ju=
gendlichen gegenüber zuläſſig ſein, nicht nur den
Beſtraf=
ten gegenüber. Ferner verlangte er, daß die rechtliche
Stellung der Fürſorge geſetzlich feſtgelegt wird. Er ver=
mißt auch geſetzliche Beſtimmungen über die Mitwirkung
der Aerzte. Geheimrat Profeſſor Dr. v. Liſzt teilte mit,
daß man in der Reichstagskommiſſion beſonders die
Hin=
aufſetzung des Schutzalters auf 14 Jahre erwäge und daß
ſich auch wahrſcheinlich eine Mehrheit dafür finden werde.
Er bemängelte am Entwurf, daß der eigentliche
Jugend=
richter nach der Regſerungsvorlage der Staatsanwalt
ſei. Die Behandlung der Jugendlichen will er
aus=
ſchließlich in die Hände des Richters gelegt wiſſen. Der
Abgeordnete van Calker pflichtete ihm darin bei und
ver=
langte noch die Zulaſſung der Frauen als Schöffen
— „Genoſſen”=Streit. Die Teilnahme der
ſozialdemokratiſchen Landtagsabgeordneten
Württem=
bergs an der feierlichen Eröffnung der Kammern ſcheint
vom radikalen Flügel zu einer Hauptaktion gegen dieſe
Art Hofgängerei benützt werden zu ſollen. Der Vorwärts
füllt faſt vier Spalten mit Entgegnungen auf die
Recht=
fertigung der ſozialdemokratiſchen Fraktion, indem er teils
einen Artikel der Schwäbiſchen Tagwacht wiedergibt,
teils ſelbſt antwortet. Auf die Auseinanderſetzungen im
einzelnen einzugehen, lohnt nicht der Mühe.
Bemerkens=
wert aber iſt, daß das ſozialdemokratiſche Zentralorgan
die Maſſen zur Abhaltung eines Gerichts über die
ſo=
zialdemokratiſchen Parlamentarier aufruft. Von dem
jetzigen „Kampf der Meinungen” die Klärung der Frage
erwartend, ob die „Genoſſen” Württembergs ſolche „
Ver=
ſtöße gegen die unerläßliche Parteidiſziplin” dulden
wol=
len, fügt der Vorwärts wörtlich hinzu: „Der klare
Ent=
ſcheid darüber, zum Ausdruck gebracht durch Organe und
Inſtanzen, die nach Möglichkeit den wirklichen
Maſſen=
willen repräſentieren, iſt der einzige Weg zur Geſundung
der Verhältniſſe in Württemberg! Das künſtliche Erſticken
vorhandener wichtiger prinzipieller Meinungsgegenſätze
wäre das Gegenteil der Geſundung, wäre die
Ver=
ſumpfung.” Von den Radikalen Württembergs dürfte
dieſer Wink ſchnell verſtanden und beherzigt werden. Der
„Kampf der Meinungen” muß alſo um ſo gründlicher
ein=
ſetzen, je weniger die Reviſioniſten ſich Stillſchweigen
auferlegen können. Was übrigens den „Maſſenwillen”
betrifft, ſo iſt dieſer immer derjenige der Führer, die die
Maſſen leiten.
Ausland.
Frankreich.
Das neue Kabinett dürfte erſt am Dienstag
gebildet werden, ſo daß es ſich bis Donnerstag der
Kam=
mer vorſtellen könnte. Bourgeois erklärte, ſein
Geſund=
heitszuſtand ſei derart, daß er fürchte, eine
Kabinettsbil=
dung nicht durchführen zu können. Wie verlautet, dürfte
Briand nochmals den Verſuch machen, Bourgeois zur
Uebernahme des Portefeuilles des Aeußern zu bewegen.
Falls dieſer, wie allgemein vorausgeſehen wird,
endgül=
tig ablehnen ſollte, würde Briand vielleicht ſich an
Mille=
rand wenden, der ſchon wiederholt ſeine ungewöhnliche
Kompetenz in Fragen der äußeren Politik bezeigt hat.
Auch der Obmann des Kammerausſchuſſes für auswärtige
Angelegenheiten, Louis Barthou, wird als Kandidat für
den Quai d’Orſay genannt, doch glaubt das Echo de
Paris zu wiſſen, daß Briand es vorziehen würde, Barthou
das Unterrichtsminiſterium anzuvertrauen. Ferner heißt
es, daß Briand neuerdings an Delcaſſé die Aufforderung
richten will, in ſein Miniſterium einzutreten. Falls ſich
Delcaſſé hierzu bereit erklären ſollte, würde ihm das
Kriegsportefeuille angeboten werden. Dem Figaro
zu=
folge macht ſich in den Kreiſen des Parlaments bereits
eine große Entſpannung bemerkbar. Man vergeſſe ſchon
die jüngſten Kämpfe um die Präſidentſchaft der Republil
und in den verſchiedenen Gruppen der republikaniſchen
Mehrheit werde die Bildung des Miniſteriums Briand
ſehr günſtig aufgenommen. Die Aurore ſchreibt: Das
Miniſterium wird eine ſchwere Aufgabe durchzuführen
haben. Es übernimmt die Staatsgewalt in einem
Augen=
blick, wo die republikaniſche Partei unheilbar geſpalten
ſcheint. In parlamentariſcher Hinſicht wird die Frage
der Wahlreform beſondere Schwierigkeiten bieten. Der
Präſident des künftigen Kabinetts wird die vollendetſte
Geſchicklichkeit an den Tag legen müſſen, wenn er
verhin=
dern will, daß dieſe Frage die Quelle eines endloſen und
beklagenswerten Zwiſtes unter den Republikanern werden
wird.
Deutſchland und das marokkaniſche
Protektorat. Die der franzöſiſchen Regierung von
der deutſchen Regierung zugegangene rückhaltloſe
Zuſtim=
mung zu dem Vertrage vom 30. März 1912, durch welchen
Mgrokko unter das Protektorat Frankreichs geſtellt wird,
erregt in Paris lebhafte Genugtuung. In politiſchen
Kreiſen erklärt man, daß dieſe Zuſtimmung logiſcherweiſe
wohl vorauszuſehen geweſen wäre, ſie ſei aber in einer
Stunde und in einer Form erfolgt, die ihr den Charakter
eines Aktes der Courtoiſie gebe, deſſen Wirkung in Paris
günſtig ſein werde.
Rußland und Frankreich.
Der Kaiſer von Rußland richtete aus Zarskoje=Selo
folgendes Telegramm an Poincaré: „Hocherfreut über
die Nachricht von Ihrer Wahl zum Präſidenten, lege ich
Gewicht darauf, Ihnen aus dieſem Anlaß meine
auf=
richtigen Glückwünſche und den Ausdruck meiner
herz=
lichen Freundſchaft zu übermitteln. Ich zweifle nicht
daran, daß unter Ihren Auſpizien die Bande, welche
Frankreich und Rußland verbinden, zum Beſten der
be=
freundeten und verbündeten Völker ſich noch enger
geſtal=
ten werden.”
Vereinigte Staaten.
Vom Panamakanal. Humphrey, der im
Re=
präſentantenhauſe eine Bill einbrachte, daß alle
amerika=
niſchen und ausländiſchen Schiffe, welche Kombinationen
und Konferenzen angehören, von der Benutzung des
Pa=
namakanals ausgeſchloſſen werden, erklärte, es ſei durch
die Zeugenausſagen in der Unterſuchung gegen den
Schiff=
fahrtstruſt vollſtändig erwieſen, daß die ausländiſchen
Schiffe, die den amerikaniſchen Handel trügen, jeder
Be=
ſchuldigung ſchuldig ſeien, die gegen ſie erhoben wäre. —
Oberſt Goethals erklärte im Marinekomitee des
Repräſen=
tantenhauſes, daß eine Garniſon von 25000 Mann
not=
wendig ſei, um den Panamakanal zu ſchützen. Die
gegen=
wärtigen Pläne ſähen nur 8000 Mann vor. Wenn wir
in einem Kriege die Herrſchaft über das Meer verlieren
würden, führte Goethals aus, ſo wären wir auf die
Gar=
niſon angewieſen und könnten keine Verſtärkungen von den
Vereinigten Staaten erlangen. Die Schleuſen ſind ein
wichtiger Teil des Kanals und ſollten mit ſtarken
Beſatzun=
gen geſchützt werden. An beiden Endpunkten ſollten
Gar=
niſonen errichtet werden. Die Erklärung, daß der Kanal
ſchwerlich gehalten werden könnte, wenn die Vereinigten
Staaten die Herrſchaft über das Meer verlieren würden,
erregte großes Intereſſe.
Die Vertruſtung der Holzinduſtrie. Der
Chef des Bureaus für Korporationen im
Handelsminiſte=
rium Conant unterbreitete Taft einen Bericht über die
Holzinduſtrie, in dem ausgeführt wird, daß die
Ver=
truſtung weiter zunehme, ſo daß jetzt 195 Beſitzer
an=
nähernd die Hälfte der Holzbeſtände des Landes in
Hän=
den hätten, trotz der früheren verſchwenderiſchen
Freigebig=
keit der Regierung bei der Anweiſung von Waldkomplexen
an Eiſenbahngeſellſchaften und an andere Beſitzer. Das
ſei, abgeſehen von den Wäldern Alaskas, ungefähr ein
Fünftel des verkaufsreifen Bauholzbeſtandes des Landes.
Conant empfiehlt, dieſen Waldbeſitz nicht nur zu
bewah=
ren, ſondern ſoweit tunlich, auszudehnen.
Perſien.
Das neue Kabinetl. Ala es Saltaneh ſtellte
ſein Kabinett, das vom Regenten unverändert
angenom=
men iſt, in feierlicher Audienz dem Schah vor. Das
Pro=
gramm wurde noch nicht veröffentlicht, aber aus ſicherſtel
Quelle verlautet, es werde frei ſein von ehrgeizigen Zielen,
die zurzeit unerreichbar ſeien, und ſich auf die
nächſtliegen=
den ausführlichen Forderungen beſchränken, um ſie
ener=
giſch durchzuführen. Dazu gehören Herſtellung der Sichen
heit mit Hilfe der Gendarmerie, die vergrößert werden ſoll
Neuordnung der Finanzen mit Hilfe einer großen Anleihe,
Bau von Eiſenbahnen und Verbeſſerung der Handelswege
Hebung der allgemeinen Bildung und Volkswohlfahn
Natürlich bildet die Anleihe die Bedingung für die Auss
führungsmöglichkeit dieſer Pläne. Die Nachricht von der
Bildung und Beſtätigung des Kabinetts Ala es Saltaneh
verſtärkte die Gärung unter den Gegnern der Bachtiaren
Die Bevölkerung bezweifelt die Verdrängung der
Bachtig=
ren durch das neue Kabinett.
* Immunität der Abgeordneten.
Vorſitzende des Reichsverbandes deutſcher Aerzte San
tätsrat Dr. Buſch in Bochum, hat an den
Reichstagsabge=
ordneten Dr. Müller=Meiningen ein Schreiben folgenden
Inhalts gerichtet: Sie haben in der Reichstagsſitzung
vom 14. dieſes Monats unſeren Verband einen „gelben
Aerzte=Verband” und einen „Streikbrecherverband”gen
nannt. Dieſe Anſchuldigungen weiſen wir
durchaus falſch und ungehörig mit Entſchiedenheil
zurück. Leider ſehen wir uns mit Rückſicht auf die Ihnell
zuſtehende Immunität als Abgeordneter außerſtand
uns auf dem Rechtswege für die uns zugefügte
Beleidi=
gung Genugtuung zu verſchaffen. Zum Schutze unſene
guten Rufes werden wir dieſen Brief ſofort veröffen
lichen.
* Italieniſche Siegesfeiern. Der Kön
hielt am Sonntag im Hofe der Kaſerne Caſtro=Pretorid
in Rom eine Parade über die Deputationen der Fahnen
jener Truppen ab, die an dem Tripoliskriege teilgenom
men haben. General Frugoni kommandierte die Parade
Dann fand der Vorbeimarſch der Fahnen und Deputatio
nen vor dem König, der Königin Helena und der Königil
Margherita auf der Piazza dell Indipendenza ſtatt. In
Begleitung des Königs befanden ſich die Prinzen, diee
nerale Spingardi, Caneva und andere Generale, die am
Krieg teilgenommen haben und ein glänzendes militc
riſches Gefolge, ſowie die fremden Militär=Attachés. Einen
enorme Volksmenge hielt die Straßen und Fenſter beſetzt
und begrüßte den König und die Truppen enthuſiaſtiſch
Nach der Parade marſchierten die Deputationen durchdie
Via Nazionale nach dem Monument Viktor Emanuel
auf dem Piazza Venezia, auf dem die Truppen der
Garn=
ſon in langen Reihen Spalier bildeten. Die Straßen und
Fenſter waren reich beflaggt. Der Piazza Venezia und
das Denkmal Viktor Emanuels boten einen
unvergeß=
lichen Anblick. Der König, die Königin, die Königin
witwe und die Prinzen begaben ſich unter rieſigen
Opa=
tionen nach dem Denkmal wo der König die den Fahnen
verliehenen Verdienſtmedaillen verteilte. Goldene Me
daillen erhielten 52 Infanterie=Regimenter und einn
tillerie=Regiment, ferner wurden 15 ſilberne Medaillen
und 7 Bronzemedaillen verliehen, ſowie zwei ehrende
Be=
lobigungen erteilt. Zahlreiche Abgeordnete, Generaſ
Admirale, hohe Staatsbeamte, Veteranen und Schülel
nahmen an der Feier teil. Der Kriegsminiſter feierte
kurzer Rede die Tapferkeit der Armee und betonte, daßdi
ganze Nation und die Armee und Marine ſich inde
hohen idealen Pflicht gegen das Vaterland um den Köni
ſchare. Während der Verteilung der Medaillen and
Fahnen läuteten die Glocken des Kapitols undde
Engelsburg. Vom Marius= und Janikulus=Hügel wul
den Salven abgegeben. Die Muſik ſpielte patriotiſche
Hymnen. Nach der Beendigung der Feierlichkeit zogeſt
die Fahnendeputationen nochmals durch die Tore s
Quirinals.
* Die ſieben Miniſterien der Präſ
dentſchaft Falliéres. Armand Fallieres, deſſen
Präſidentſchaft ſoeben zu Ende geht, wurde am 17.
nuar 1906 gewählt und trat ſein Amt am 13. Februar des
elben Jahres an. Während der ſieben Jahre ſeiner Pras
ſidentſchaft hat Frankreich ſieben Kabinette geſehen,
Die nördlichſte Stadt der Erde.
C) Spitzbergen, das klaſſiſche Land der
Polarforſch=
ung, wohin jetzt wieder wegen des ungewiſſen Schickſals
der deutſchen Expedition Schroeder=Stranz aller Augen
gerichtet ſind, kann ſeit einigen Jahren den Ruhm in
An=
ſpruch nehmen, die nördlichſte Stadt der Erde zu beſitzen
Während lange Zeit Hammerfeſt dieſen Titel mit Recht
führte, gebührt er jetzt der Anſiedlung der amerikaniſchen
Bergwerksgeſellſchaft in der Advent=Bai, die nach einem
der Hauptaktionäre „Longyear City” heißt. Der
berannte Forſchungsreiſende Wilhelm Filchner, der
nunmehr aus den arktiſchen Gebieten die Heimreiſe
an=
getreten hat, berichtet von einem Beſuch dieſes
intereſſan=
ten Flecks Erde, der zugleich das nördlichſte
Berg=
werk der Welt umſchließt, in ſeinem zuſammen mit
Dr. Heinrich Seelheim verfaßten Buch „Quer durch
Spitz=
bergen”, das bei E. S. Mittler u. Sohn in Berlin
er=
ſchienen iſt.
Es iſt erſt wenige Jahre her, daß man in Spitzbergen
Kohlenlager fand, die den Abbau lohnten: Nachdem von
norwegiſchen Robbenfängern, die in dieſe inneren
Buch=
ten hineinkamen, ſehr brauchbare Kohlen nach Norwegen
gebracht worden waren, fanden ſich bald
unternehmungs=
luſtige Geſellſchaften, die eine Ausbeutung im größeren
Stil in Angriff nahmen. Am Oſtufer der Advent=Bai
wurden Bohrungen vorgenommen, die in etwa 100 Meter
Abſtand über dem Meere eine faſt horizontal gelagerte
Schicht von Steinkohle ergaben. Die Kohle erwies ſich
als verhältnismäßig jung; ſie gehört der mittleren
Pe=
riode unſerer Erde, dem ſogen. Meſozoikum, an. Sofort
begann man mit der Anlage größerer Einrichtungen. Ein
Stollen wurde in den Kohlenflöz hineingetrieben; von
ſeiner Ausgangsſtelle eine Bahn zur Küſte
hinunterge=
führt, ein Landungsſteg in die Bucht hinausgebaut, um
einen leichten Transport zu ermöglichen. Für den
Be=
trieb der Bahn, deren Wagen an Drahtſeilen liefen, ſowie
für die elektriſchen und anderen Maſchinen erſtand ein
Keſſel= und Maſchinenhaus und dann erwuchs raſch eine
ganz kleine Anſiedelung von Unterkunftshäuſern für
Be=
amte und Arbeiter, von Magazinen und ſonſtigen
Ge=
bäuden aus dem Boden hervor. Es waren Engländer,
die dieſe erſte Bergwerksanſiedelung gründeten, und ver.
1906 bis 1908 herrſchte reges Leben in „Advent=City”
bis mit einem Schlage wieder gähnende Leere und Oede
an die Stelle dieſer mitten im Eis aufblühenden Induſtrie
trat. Es hatte ſich herausgeſtellt, daß eine mächtige
Ge=
ſteinswand zwiſchen den Kohlenſchichten lag, die die
Ge=
winnung ſehr beeinträchtigte und die Rentabilität des
Unternehmens in Frage ſtellte. In fluchtartiger Eile
wurde der Ort verlaſſen und von Filchner und ſeinen
Gefährten in dieſem öden, aber noch mit allen Anzeichen
früheren Lebens erfüllten Zuſtande gefunden.
Mehr Glück hatten die Amerikaner, die an einer
an=
deren Seite der Advent=Bucht auf einen ertragreichen
Flöz ſtießen. Hier iſt alles auf den Großbetrieb
einge=
richtet und die Geſellſchaft hofft, jährlich etwa 60 000
Ton=
nen Kohle fördern zu können. Die Maſchinenbauten und
die Holzhäuſer für die Arbeiter fügen ſich zu einer
wich=
tigen Stadt, eben zu Longyear=City, zuſammen.
Eine Pferdebahn und eine Drahtſeilbahn bewerkſtelligen
den Transport; in der Maſchinenzentrale ſind zwei
Dy=
namomaſchinen aufgeſtellt, die die Elektrizität liefern für
die ausgedehnte Beleuchtungsanlage und für die Motoren,
die oben am Stollen eingebaut ſind. Zunächſt wurden
etwa 100 Leute beſchäftigt, von denen die Hälfte auch den
Winter oben verbrachte, eine bunt zuſammengewürfelte
Beſellſchaft, die in ſtrammer Zucht gehalten wird und
ſtreng von jedem Alkohol ferngehalten iſt. Die Arbeiter
erhalten durchſchnittlich 6—8 Kronen Arbeitslohn für den
Tag, können ſogar bis auf 15 Kronen kommen, ſo daß ſie
bei verhältnismäßig geringen Ausgaben hübſche
Erſpar=
niſſe machen können. Außer der Haushälterin des
Direk=
tors gab es keine Frauen. Sehr intereſſant iſt eine
Be=
ſichtigung dieſes nördlichſten Bergwerks der Erde. In
dem Hauptſtollen kann man bequem und aufrecht
mar=
ſchieren und wird von dem ſeltſamen Bild eines weißen
Kohlenbergwerks überraſcht. Eine Schicht feiner
Eiskriſtalle kleidet den Stollen aus, und wenn man die
Lampe an die Wand hält, glitzert das Licht in tauſend
funkelnden Reflexen dem Beſchauer entgegen. Da die
Temperatur im Innern des Bergwerks etwa 4 Grad Kälte
beträgt, wird die feuchte Luft, die von außen eindringt,
hier kondenſiert und in Millionen von Kriſtallen
nieder=
geſchlagen.
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Guſtav Frenſſens erſtes Drama.
Uraufführung im Hamburger Thaliatheater.
K. K. Man darf ehrlich und ohne Vorbehalt die
ſache konſtatieren: Der Epiker Guſtav Frenſſen hat am
Samstag auf der Bühne des Hamburger Thaliatheiten
mit ſeinem dreiaktigen Schauſpiel „Sonke Erichſen
einen Theatererfolg errungen, der ganz und gar aufdie
dramatiſchen Qualitäten des Stückes, nicht auf
die Beliebtheit des Romandichters zurückzuführen iſt
Inhalt und Ideengang des Stückes ſind raſch erzählt
Heimweh und Heimat ſind die ſtarken Gewalten
die das Stück wie auf kraftvollen Schultern tragen.
Ein=
kleines Städtchen, hart am Rande der herben Nordſee,
feiert Heimatfeſt. Von allen Seiten kommen die
Men=
ſchen, um die alte Heimat zu feiern. Aus Amerika komm
Sönke Erichſen. Er iſt gierig nach der alten Heimat, ſie
hat ihn hergezogen wie mit Stricken. Sönke Erichſen iſt
vor 40 Jahren, ein eigenwilliger und trotziger Burſch, am
Tage vor der Kriegserklärung, geflüchtet. Ihm war das
Leben und ſeine ſtürmende Jugend lieber als ein Kampf
um vage Begriffe wie Heimat und Vaterland. Vierzig
Jahre lang lebte er in der Fremde. Nie hörte man in
der Heimat etwas von ihm. Ruhelos wanderte er von
Stadt zu Stadt. Da ſieht er Landsleute und die Heimal
ſteigt vor ihm auf. Da ſieht er in der Fremde kleine
Ver=
eine: Kriegsveteranen aus dem Vaterland. Da reißen
ihm Heimat und Heimweh das Herz wund, da ſpürt er=
Heimat, das iſt kein vager Begriff, Heimat iſt eine Macht,
die ſich eiſern an den Menſchen klammert. Schwer
über=
fällt ihn das Bewußtſein ſeines Verrats. Aber das
zer=
rende Heimweh: er muß zurück! Vierzig Jahre lang hat
er in der Fremde gebüßt, hat er nicht das Recht, ſich die
Heimat zurückerobern zu dürfen? Er kommt und findet
die Heimat in hartem, finſterem Widerſtand gegen ſich=
Jeder Baum, jeder Giebel, jeder Turm, jeder Menſch
ſcheint ihm entgegenzuſchreien: Weg mit dem Verräterl
Und nun beginnt Sönke Erichſen verzweifeltes Ringen
mit der Heimat. Die alte Schweſter ſtellt ſich ihm
ent=
gegen: Weg, torg, weg mit dir, Verrätert Sie allein weiß
ſi das letzte Miniſterium des Präſidenten Loubet, das
winett Rouvier nicht mitgerechnet iſt, welches bis zum
März 1906 im Amte blieb. Jedes Jahr der
Präſident=
fft Falliéres’ hat alſo im Durchſchnitt ein neues
Mini=
um am Ruder geſehen. Die Kabinette folgten
einan=
in nachſtehender Reihe: 1. Miniſterium Sarrien vom
März bis 23. Oktober 1906; 2. Miniſterium Clemenceau
m 23. Oktober 1906 bis zum 23. Juli 1909; 3. erſtes
Mi=
ſterium Briand vom 23 Juli 1909 bis zum 3.
Novem=
r 1910; 4. zweites Miniſterium Briand vom 3. Novem=
1910 bis zum 3. März 1911; 5. Miniſterium Monis
r 3. März 1911 bis zum 28. Juni 1911; 6. Miniſterium
lllaux vom 28. Juni 1911 bis zum 14. Januar 1912;
Miniſterium Poincaré vom 14. Januar 1912 bis jetzt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. Januar.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Magdalene Reuß j. L.
t Prinzeſſin=Tochter nahmen am Samstag an der
endtafel im Neuen Palais teil. Die Großherzogin
npfing am Sonntag vormittag 11 Uhr im Neuen
a ais den Geheimerat Beſt. An der Frühſtückstafel
himen teil: Prinz und Prinzeſſin Franz Joſeph von
a tenberg. Abends 6 Uhr begaben Sich die
Großher=
glichen Herrſchaften mit Gefolge im Auto nach
Frank=
ſrr zum Beſuch der Vorſtellung im Opernhaus. Die
ſückkehr nach Darmſtadt erfolgte um 10 Uhr 30
Mi=
ſtien. (Darmſt. Ztg.)
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
roßherzog haben dem Vorſitzenden der Großh.
kandelskammer zu Offenbach Kommerzienrat Otto
Johr das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
lipps des Großmütigen und dem Oberwärter Karl
kth am „Philippshoſpital” bei Goddelau anläßlich
nes 40 jährigen Dienſtjubiläums das Silberne Kreuz
s Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
ver=
hen.
* Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
kroßherzog dem Pfarrverwalter Ernſt Flöel zu
kngen die zweite evangeliſche Pfarrſtelle daſelbſt; ferner
urden übertragen dem Lehrer Georg Lehn zu Bürſtadt,
kiſis Bensheim, und dem Schulamtsaſpiranten Jakob
ſung aus Dietesheim, Kreis Offenbach, Lehrerſtellen
dder katyoliſchen Schule zu Bensheim.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Regiſtratur=
itent bei dem Landgericht der Provinz Rheinheſſen
inhard Eller auf ſein Nachſuchen mit Wirkung
ym 15. Februar 1913 ab.
* Ernannt wurde der Gefangenaufſeher an dem
ſudeszuchthaus Marienſchloß Konrad Wenzel, z. Zt.
Hießen, vom 1. Februar lfd. Js. an zum
Hauptſteuer=
mnesdiener bei dem Hauptſteueramt Gießen.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
katho=
ſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
jemdeſchule zu Nieder=Roden, Kreis Dieburg; je eine
einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an
rGemeindeſchule zu Heubach, Kreis Dieburg, mit der
raaniſtendienſt verbunden iſt, zu Ueberau, Kreis
ſiaburg, und zu Kreidach, Kreis Heppenheim; die
ufte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Alsfeld,
welcher dem Stadtvorſtand zu Alsfeld das
Präſen=
ttoonsrecht zuſteht, und die Lehrerſtelle an der
Ge=
leindeſchule zu Ensheim, Kreis Oppenheim. Mit
zuerer Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden.
g. Strafkammer. Wegen Verbrechens nach § 176,3
s Strafgeſetzbuches wurde geſtern von der hieſigen
ſtrafkammer der 58 jährige Taglöhner Johannes Held
Offenbach nach einer Verhandlung unter Ausſchluß
r Oeffentlichkeit zu 1 Jahr Gefängnis abzüglich
Monat Unterſuchungshaft verurteilt. — Wegen des
edchen Verbrechens erkannte die Strafkammer gegen
28jährigen Bautechniker Wilhelm Vogel aus
ra nkfurt=Oberrad auf 1 Jahr6 Monate Gefängnis
n= 5 Jahre Ehrverluſt. Von der
Unterſuchungs=
if: werden ihm 1 Monat 2 Wochen angerechnet.
wei Offenbacher Schüler hatten ſich wegen Diebſtahls
wier Fällen zu verantworten. Die Kinder waren im
ſuguſt vorigen Jahres beim Spielen über den Zaun
ſies Bauplatzes des Bauunternehmers Peter Dotter
keettert und hatten dort herumliegendes altes Eiſen
ſiggenommen, das ſie dann bei einem Althändler
ver=
fften. Sie ſtiegen dann noch dreimal über auf den
autplatz, wobei der 13jährige P. wohl die führende
ſollle ſpielte; der zweite Angeklagte F. iſt nur an zwei
der drei Fällen aktiv beteiligt und ein dritter Schüler
ſt das ſtrafmündige Alter von 12 Jahren noch nicht
fri icht. Den Erlös von über 2 Mark brachten die
inder in= Kinematographen durch. Der Staatsanwalt
beantragte gegen jeden Angeklagten 4 Wochen Gefängnis
wegen ſchweren Diebſtahls in fortgeſetzter
Begangen=
ſchaft. Das Gericht verurteilte den Angeklagten P. zu
2 Wochen Gefängnis, F. wird freigeſprochen, da
das Gericht nicht zu der Ueberzeugung kommen konnte,
daß er das Bewußtſein der Strafbarkeit ſeiner
Hand=
lungen gehabt hat.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute geht mit der
Kammerſängerin Cahier in der Partie der Amneri,
Verdis „Alda” bei aufgehobenem Abonnement unter der
muſikaliſchen Leitung von Richard Lert in Szene. Es
gelten die gewöhnlichen Preiſe der Plätze. Für Mittwoch
iſt eine Wiederholung des erfolgreichen Luſtſpiels „Die
fünf Frankfurter” als 102. Abonnementsvorſtellung,
Buchſtabe D 25, angeſetzt. Die Koloraturſängerin Miß
Florence Macbeth eröffnet am Donnerstag ein auf zwei
Abende berechnetes Gaſtſpiel als Gilda in „Rigoletto”.
Miß Macbeth, die von hier aus eine große Tournee
über alle großen, deutſchen Bühnen unternimmt, hat im
vergangenen Sommer in Oſtende zum erſtenmal auf
dem europäiſchen Feſtland debütiert und ſämtliche
Kritiken bezeichnen die junge Künſtlerin übereinſtimmend
als das größte Phänomen, das in den letzten Jahren
auf dem Gebiete des Ziergeſanges erſchienen iſt.
Gewerbebfbliothek (Bibliothek und
Vorbilder=
ſammlung), Neckarſtraße 3. Auch an dieſer Stelle lenken
wir die Aufmerkſamkeit auf die bei der Bibliothek der
Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe beſtehende
Einricht=
ung der Bibliothekabende während der
Winter=
monate. Der Leſeſaal iſt nämlich außer den allgemeinen
Bibliothekſtunden von 8½—12½ Uhr vormittags und von
3—5½ nachmittags (an den Samstagen nur vormittags
in der Zeit vom 1. November bis 1. Mai auch
Montags und Freitags abends von 8—10 Uhr
geöffnet. Es wird durch dieſe Beſuchszeiten namentlich
ſolchen Perſonen, welche tagsüber im Beruf ſtehen,
eben=
falls Gelegenheit gegeben, ſich die genannten
Einrichtun=
gen zunutze zu machen. Der Beſuch iſt jedermann geſtattet;
er iſt zunächſt den Gewerbe= und Kunſtgewerbetreibenden,
den Lehrlingen und Schülern gewerblicher
Unterrichts=
anſtalten und den Studierenden der Gr. Techn. Hochſchule
zu empfehlen, für welche in reichem Maße gute Vorbilder
und praktiſche Textwerke vorliegen. Sodann wollen aber
Bibliothek und Vorbilderſammlung auch dem allgemeinen
Publikum dienen, das ſich für künſtleriſche Dinge immer
mehr intereſſiert. Auch ihm ſoll in allen Fragen des
Geſchmacks Anregung geboten werden. So iſt z. B. auf die
Vervollſtändigung der Bibliothek und der
Vorbilder=
ſammlung auf dem Gebiete des Buchgewerbes, der
Fayence und des Porzellans, der orientaliſchen Kunſt,
ferner auf dem der weiblichen Handarbeiten (Spitzen,
Stickereien uſw.) in letzter Zeit mehr Gewicht gelegt
wor=
den. Auch die Patentſchriftenſammlung wird außer den
allgemeinen Beſuchsſtunden an den Bibliotheksabenden
zur Einſichtnahme bereitgehalten für Vorprüfungen auf
Neuheit von Erfindungen und ſchutzrechtlichen
Nach=
forſchungen.
* Die Freie Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler,
die ſich, ſo ſchreibt man uns, als engerer Verband
inner=
halb der heſſiſchen Landesorganiſation gebildet hat und die
die Wahlkreiſe Gießen-Nidda, Alsfeld-Lauterbach, Erbach
Bensheim, Mainz-Oppenheim und Offenbach-Dieburg
umfaßt, hat mit Anfang Dezember 1912 eine eigene
Ge=
ſchäftsſtelle in Mainz errichtet und mit der Führung der
Geſchäfte Herrn Dr. Otto Linſe betraut. Gleich, nachdem
ſie in Wirkſamkeit trat, entfaltete die Geſchäftsſtelle eine
rege Tätigkeit. Im Laufe des Dezember fanden mehrere
Verſammlungen in den Wahlkreiſen Gießen und Mainz
ſtatt. In der letzten Woche hat ſie ihre
Agitationstätig=
keit, und zwar im Reichstagswahlkreiſe Exbach-
Bens=
heim, fortgeſetzt. Am Donnerstag, den 16. Januar, ſprach
der Generalſekretär der Vereinigung, Dr. Otto Linſe, in
Bensheim a. d. B., am 17. in Jugenheim, am 18. in
See=
heim, am Sonntag, den 19., nachmittags 4 Uhr, in
Als=
bach und abends 8 Uhr in Hähnlein über die Stellung der
Nationalliberalen Partei zur politiſchen Lage.
Insbeſon=
dere gab er im Rahmen ſeiner Ausführungen die Anläſſe
bekannt, die zur Gründung der „Freien Vereinigung”
ge=
führt haben und legte die Richtlinien feſt, nach der die
Vereinigung zu arbeiten gewillt iſt. Sämtliche
Verſamm=
lungen, vornehmlich die in Bensheim, Alsbach und
Hähn=
lein, waren außerordentlich ſtark von Angehörigen aller
Parteien beſucht. Für ſeine Ausführungen erntete der
Redner allenthalben reichen Beifall. In den nächſten
14 Tagen wird De. Linſe in weiteren 10 Verſammlungen
im Wahlkreiſe Erbach-Bensheim, ſowie in 3
Verſamm=
lungen im Wahlkreiſe Mainz-Oppenheim über die Ziele
und Aufgaben der Nationalliberalen Partei ſprechen.
* Geſangverein „Liederzweig” Am Sonntag
nach=
mittag hielt der Geſangverein „Liederzweig” im
Kneip=
ſaale der Turngemeinde mit recht reger Beteiligung ſeine
Hauptverſammlung ab. Der vom Vorſitzenden
erſtattete Geſchäftsbericht konſtatierte, daß der
Ver=
ein auch in dem abgelaufenen Jahre mit ſeinen Leiſtungen
und Veranſtaltungen in jeder Hinſicht nur zufrieden ſein
kann. Die Rechnungsablage ſtellte ein Vereinsvermögen
von 4095 Mark feſt. Die Chorkaſſe, die den Zweck hat,
den Sängern bei beſonderen Gelegenheiten Zuſchüſſe zu
gewähren, hat einen Beſtand von 143 Mark, und auch die
Weihnachtsſparkaſſe hatte das erfreuliche Reſultat von
über 2300 Mark. Der Vorſitzende dankte allen, die ſich im
Intereſſe des Vereins bemüht und um das Wohl desſelben
verdient gemacht, insbeſondere dem Dirigenten, Herrn
Kammermuſiker Brückmann, der mit ſeinem Verein
förm=
lich verwachſen ſei, für ſeine bei allen Gelegenheiten in
bereitwilliger Weiſe geleiſtete Mithilfe. Deſſen zum
Zei=
chen erhob ſich die Verſammlung von ihren Sitzen. Herr
Finger dankte namens der inaktiven Mitglieder den
Sän=
gern für den bei den verſchiedenen Gelegenheiten
bereite=
ten Genuß, bat, daß es auch in Zukunft ſo bleiben möge,
und dem Dirigenten auch ihre Dankbarkeit dadurch zu
be=
weiſen, daß ſie recht fleißig die Uebungen beſuchten. Nach
der Vorſtandswahl, bei der Herr Schneider per
Akklama=
tion als erſter Vorſitzender wiedergewählt wurde, ſchloß
derſelbe die recht anregend verlaufene Verſammlung mit
einem begeiſtert ausgebrachten Hoch auf die hohe
Protek=
torin des Vereins, Ihre Königliche Hoheit die
Großher=
zogin Eleonore.
* Margarine=Vergiftungen. Unter Bezugnahme auf!
die unter dieſer Ueberſchrift in Nummer 13, vom 16.
Ja=
nuar 1913 veröffentlichte Notiz, bittet uns die in
Düſſel=
dorf erſcheinende Halbmonatsſchrift für die
volkswirt=
ſchaftlichen, geſetzgeberiſchen und kommerziellen Intereſſen
der Margarine Induſtrie darauf hinzuweiſen, daß nicht
nur nach dem N. M. G. vom 14. Mai 1879 eine ſtändige
Ueberwachung der im Handel befindlichen Margarine=
Er=
zeugniſſe ſtattfindet, ſondern daß auch die aus dem
Aus=
land eingeführten tieriſchen Rohwaren der Margarine=
Induſtrie einer Unterſuchung nach dem
Fleiſchbeſchau=
geſetz unterworfen werden, zu deren Ausführung bei den
größeren Margarine=Fabriken beſondere ſtaatliche
Labo=
ratorien für die Auslandfleiſchbeſchau tätig ſind.
Schließ=
lich iſt nach § 8 des Margarine=Geſetzes die Polizei
be=
fugt, die Margarine=Fabriken und Läden zu betreten, ſie
zu revidieren und dort Proben zu entnehmen. Von
die=
ſen Kontrollbefugniſſen wird regelmäßig Gebrauch
ge=
macht. Die Durchführung der Beaufſichtigung läßt an
Gewiſſenhaftigkeit und Gründlichkeit nichts zu wünſchen
übrig. Zu alledem werden ſeitens vieler Polizei= oder
Stadtverwaltungen von Zeit zu Zeit die wichtigſten
Be=
ſtimmungen in Erinnerung gebracht. Dies geſchah
ſei=
tens des Großherzoglichen Polizeiamtes Darmſtadt zuletzt
am 4. November 1912. Die Backa=Affäre, von der in
un=
ſerer Notiz die Rede war, iſt übrigens das einzige
der=
artige Vorkommnis ſeit 40 Jahren, d. h. ſeit Beſtehen der
Margarine=Induſtrie, indes Erkrankungen durch andere
Lebensmittel jahraus, jahrein zu verzeickden ſind.
Man=
darf die Verfehlung eines Einzelnen nicht einem ganzen
Erwerbsſtande zur Laſt legen. Sämtliche Meldungen
über Margarine=Vergiftungen, die außerdem ſeit zwei
Jahren verbreitet worden ſind, haben ſich nach amtlicher
Unterſuchung als unbegründet erwieſen.
Orpheum. Auch die rührige Direktion des
Or=
pheums trägt der fidelen und ausgelaſſenen Faſchingszeit
Rechnung, ſie ſorgt in mehreren Nummern des
gegen=
wärtigen Programms für köſtlichen Humor und heitere
Laune. Vor allem in dem ausgelaſſen luſtigen und
über=
wältigend komiſchen Schwank „Der zerbrochene
Spiegel” der durch die Schwarz=Co in
außer=
ordentlich wirkſamer Weiſe zur Aufführung gelangt. Dem
Stückchen, deſſen Inhalt wir im Intereſſe der= Beſucher
ſelbſt verſchweigen wollen, um dem Witz nicht die Pointen
zu nehmen, liegt eine ſehr originelle Idee zugrunde, und
ſie gelangt durch die Herren Carl Schwarz,
Ca=
millo Schwarz und Friedel Schwarz in einer
Weiſe zur Darſtellung, wie es kaum beſſer gedacht werden
kann. Das Auditorium der Sonntagsvorſtellung wälzte
ſich vor Lachen. Auch der alte Haudegen
Komman=
dant Huntley, der in ſeinem komiſchen Jongleur=Akt
eine ganze Reihe neuer draſtiſch und grotesk wirkender
Triks bringt, löſt ſtürmiſche Heiterkeitsausbrüche aus, die
mit Anerkennung ſeiner artiſtiſchen Leiſtungen, auch der
ſeines vorzüglich dreſſierten Hündchens, abwechſeln. Der
Dritte im Bunde iſt dann der Humoriſt Georg Buſſe,
in der Wahl ſeiner Couplets frei von — Prüderie und in
der Art ſeines Vortrages ſehr wirkungsvoll. Auch die
fünf ſchicken Roſittas ernten mit ihren Geſang= und
ß er damals heimlich beim Bürgermeiſter die
Kriegs=
dere erbrochen hat und deſertiert iſt. Darum muß ſie
in aus dem Weg. Sein Recht an die Heimat wiegt
hwerer als ein Menſchenleben. Er ſtößt ſie in den
Gra=
n und wird zum Mörder. Nun raſt er gegen die
Hei=
fat, die ihn, den doch die Liebe zu ihr hergetrieben hat,
ma Verbrecher gemacht hat. In aufglimmendem
Wahn=
unr glaubt er ſich von ihr frei machen zu können, indem
fie vernichtet. Er ſchleudert den Brand in die Häuſer,
ber der Wind von der See löſcht die Funken. Dieſe
tre Verzweiflungstat nimmt ihm die letzte Kraft. Die
enmat ſchlägt den Abtrünnigen mitſamt ſeinem vermeint
hen Recht zu Boden. Sie hat keine Liebe für den
Ver=
ſtteer. Da hört Sönke Erichſen, nun ganz im Wahnſinn,
ſe Muſik des Feſtzuges. Der verſtörte Geiſt fliegt 40
jahre zurück; wie ein Kriegsruf tönt ihm die Mufik:
anneraden, ich komme! Mit Euch in den Krieg! Ein
ſetz zſchlag macht ſeinem harten Leben ein Ende: „Grüß
ſe Heimat!‟ Die Aufführung unter Leopold Jeſſners
aſtvoll nachſchaffender Regie hob, obwohl er die
ſzeni=
hem Schwierigkeiten des letzten Aktes nicht völlig
mei=
ſerte, die Schätze des Dramas ans helle Licht. Das
Pu=
ſlitum gab ſich den ſtarken Eindrücken des Stückes willig
und verharrte am Schluſſe in minutenlangem Beifall.
Die 24=Stundenuhr.
* Nachdem die Stundenzählung bis 24 jetzt ſchon in
tallien und in Belgien feſten Fuß gefaßt hat, beabſichtigt
ſe Schweiz, wie wir mitgeteilt haben, für ihre eigenen
erkehrsanſtalten ebenfalls zur 24=Stundenzählung
über=
igehen und die nötigen Schritte zu tun, damit auch
euttſchland und Oeſterreich=Ungarn ihrem Beiſpiel
fol=
en.. Nicht jede Neuerung bedeutet eine Verbeſſerung;
n vorliegenden Falle wird aber doch in dieſer Hinſicht
ne Verbeſſerung erzielt, daß Irrtümer beim eiligen oder
berrflächlichen Leſen von Fahrplänen zwiſchen den
gleich=
nannten Tages= und Nachtſtunden hintangehalten
wer=
ſen.. Damit vereinfacht ſich auch der Druck von
Fahr=
ſlämnen, kurz, die neue Zeitangabe hat den Vorzug der
ſoößßeren Sicherheit, ſo daß es gerechtfertigt erſcheint, ihr
ine Aufmerkſamkeit zuzuwenden. Mit der neuen Zeit=
ganz froh iſt, ſich auf dem müheloſen Wege eines abnorm
konſtruierten Magens ſein tägliches Brot — das heißt,
ſeine täglichen Fröſche — zu verdienen. Vor Beginn
ſeiner Vorführung hält er eine kleine Anrede in
fran=
zöſiſcher Sprache an das Publikum, in der er bittet, ſich
nicht an das anſcheinend Groteske ſeiner Darbietung zu
halten, ſondern ihn als wiſſenſchaftliche Abnormität
ernſt=
haft zu nehmen, da ſein Magen=Apparat offenbar nicht
nach Art der Menſchen, ſondern nach der der Wiederkäuer
konſtruiert ſei. Nachdem Herr Mac Norton ſo mit dem
ganzen Stolze einer Abnormität geſprochen, läßt er ſich
ein großes Tablett kommen, auf dem fünfzig Glas Bier
ſtehen, die er mit einer Geſchwindigkeit von 0,0
hinunter=
ſtürzt. Ob die Einverleibung dieſes Bier=Ozeans der
nachfolgenden Fröſche oder des perſönlichen Durſtes von
Herrn Mae Norton wegen notwendig ſei, war nicht klar
erſichtlich. Der größere Teil des Publikums dachte wohl,
daß es dieſen Teil des Programms am Ende ſelbſt
er=
ledigen könnte. Aber nachdem dies erledigt war, erklärte
Herr Norton, daß nun die Fröſche daran kämen. Sie
ſchwammen ſchon in einem kleinen Baſſin, das auf dem
Tiſche ſtand, und daneben befand ſich ein anderes, das
Goldfiſche enthielt. Eines nach dem andern ſpazierten
dieſe Tiere nun in das menſchliche Aquarium, das als
Magen von Herrn Norton exiſtiert, und das jedenfalls
von ſonderbarer Beſchaffenheit ſein muß. Die Zuſchauer
chüttelten ſich ſtellenweiſe, aber der Mann aus Brüſſel
ſtrich ſich behaglich den Bauch und erklärte, daß ihm das
ausgezeichnet bekomme. Er unterhielt ſich (immer auf
franzöſiſch) mit dem Publikum, rauchte eine Zigarette und
gab ſo jedenfalls den Beweis, daß er ſeine ganze
Am=
phibienherde nicht etwa in einer abnorm gebauten
Mund=
höhle aufbewahre. Zum Beweis, daß es ſich nicht um
einen Trick handle entledigte er ſich auch ſeiner
Ober=
kleider und ließ ſich, in Trikots daſtehend, befühlen und
abklopfen. Nach etwa zehn Minuten machte er eine
Kunſtpauſe, griff nach dem Munde — und zog einen der
Fröſche und einen der Goldfiſche nach dem andern wieder
heraus, die er ſodann wieder in ihre Baſſins beförderte,
wo ſie anſcheinend ganz munter umherſchwammen. Man
glaubte daher auch der Verſicherung Mac Nortons, die er
benennung werden ſich, wie die Köln. Ztg. ſchreibt,
natür=
lich auch die Uhren und ihre Induſtrie in das
ent=
ſprechende Verhältnis ſetzen müſſen. Merkwürdigerweiſe
iſt die 24=Stundenuhr bis jetzt in Italien und in
Bel=
gien kaum anderswo als auf Bahnhöfen, und dort zumeiſt
in Verbindung mit der 12=Stundenuhr, zu finden. Das
wird mit dem Eintritt der uhrenerzeugenden Schweiz in
die Reihe der 24=Stundenländer gewiß anders werden,
zumal auch die Mode hier einen ſtarken Anreiz auszuüben
imſtande ſein dürfte. Man kann natürlich auch mit der
alten 12=Stundenuhr auskommen, das einfachere iſt aber
doch, die 24=Stundenzeit auch von einer 24=Stundenuhr
abzuleſen. Das Zifferblatt ſo einzurichten, daß alle 24=
Stundenziffern in fortlaufender Reihe von I bis XXIV
den Kreisumfang ausfüllen, hätte zur Folge, daß der
Stundenzeiger ½mal ſo ſchnell wie jetzt kreiſen müßte,
wogegen der Minutenzeiger die alte Geſchwindigkeit
bei=
behalten würde. Das Zifferblatt würde aber erheblich
an Ueberſicht einbüßen, denn 24 Ziffern an Stelle von
12 führen eine Ueberlaſtung herbei, die auf Koſten der
Deutlichkeit Platz greift. Einfacher iſt es, die zweiten
zwölf Ziffern XIII bis XXIV, verkleinert, vielleicht auch
in anderer Schrift, unter die erſten bisher üblichen 12
Zif=
fern zu ſetzen; dadurch entfällt auch jede Aenderung am
Uhrwerk. Man kann auch den Kranz von 24 Ziffern
da=
durch überſichtlich halten, daß man in bunter Reihe etwa
jede zweite im Druck hervorhebt. Auf alle Fälle iſt hier
der Phantaſie der Uhrenkünſtler und ihrer Induſtrie ein
Spielraum gelaſſen, der eine geſchäftliche und
kunſtgewerb=
liche Ausnutzung ſehr wohl zuläßt.
* Der Froſcheſſer. Es iſt bei uns im allgemeinen
nicht üblich, lebende Fröſche und Goldfiſche zum
Abend=
eſſen zu verſchlucken und ſie dann wieder von ſich zu
geben, wobei ſich beide Teile anſcheinend recht wohl
be=
finden. Dieſe Amphibien=Schluckerei betreibt jetzt jeden
Abend zum Staunen der Beſucher des Zirkus Buſch in
Berlin Herr Mac Norton aus Brüſſel. Er iſt ein
mittel=
großer ſtämmiger Herr mit einem Schauſpielergeſicht und
lebhaften, zufrieden ausſehenden Aeuglein, der offenbar
Tanzvorführungen lebhaften Beifall. Endlich iſt noch
aus dem Gebiete der humoriſtiſchen Kunſt der komiſche
Mo=
delleur Cotta zu nennen, der mit außerordentlicher
Schnelligkeit und Schick ſeine Karikaturen in naſſem Ton
auf die Tafel „wirft” im wahren Sinne des Wortes.
Auch die übrigen Schaunummern des reichhaltigen
Pro=
gramms bringen wieder ſehr Sehenswertes auf allen
Gebieten der Gymnaſtik und Akrobatik. Als Kunſtradfahrer
von bis ins Höchſte geſteigerter Leiſtungsfähigkeit
präſen=
tieren ſich Bleckwenn und Miß Claire, deren
ſchwierige, vielfach ganz neue Piecen ſehr elegant und
ſicher ausgeführt werden. Zwei Kraftequilibriſten, die
ganz ſtaunenswerte Leiſtungen vollbringen, ſind die zwei
Leftons. Sie arbeiten beſonders in den ſchwierigſten
Triks im „Hand=auf=Handſtand” und ſoviel man auch
gerade auf dieſem Gebiete neuerdings ſieht, ſie bringen
immer Neues und immer Schwierigeres. In der nun
Gott ſei Dank auf den Straßen wieder aus der Mode
ge=
kommenen Kunſt des Diaboloſpiels hat es Mac
Sovereign zu einer Vollendung gebracht, die
tatſäch=
lich nur als Kunſt bezeichnet werden kann. Ganz
kom=
plizierte Apparate hat ſich dieſer Teufelskünſtler erfunden
und er ſchickt ſeine Teufelskreiſel hin, wohin es ihm beliebt.
An ſenkrechter Schnur klettern ſie zur Decke empor und
ſetzen da oben noch ein Mühlchen in Bewegung, ſpringen
in großem Bogen von einer Seite des Podiums zur
an=
deren, um immer wieder zu dem Spieler zurückzukehren,
und durchqueren ſchließlich den ganzen Zuſchauerraum bis
zur Mittelloge und dergl. mehr. Und das alles wird mit
ſtaunenswerter Eleganz und Schnelligkeit ausgeführt.
Die modernen Lichtſpiele, in denen eine
inter=
eſſante Schau über die Weltereigniſſe der jüngſten Zeit
gegeben wird, bilden eine willkommene Ergänzung des
Programms.
Im Olympiatheater (Lichtſpiele), Rheinſtraße 2,
gaſtiert im Film die berühmte Schauſpielerin Lilli Beck
aus Kopenhagen in zwei Dramen: „Die ſchwarze Maske‟
gediegenes Senſationsdrama in drei Akten, und
Ge=
brochene Frühlingsroſe”, idylliſches Drama in zwei Akten.
Es iſt intereſſant, das Spiel der Künſtlerin in den zwei
ſo verſchiedenen Dramen in einem Programm beobachten
zu können. (Siehe Anzeige.)
* Jugendliche Roheit. In einer Parterre=Wohnung
der Gutenbergſtraße wurde am Sonntag mittag um 2 Uhr
von zwei Jungen im Alter von 9—12 Jahren mit einem
ſcharfkantigen Stein eineScheibe eingeworfen. Der
Stein flog bis in die Mitte des Zimmers, dicht am Bett einer
kranken Frau vorbei, die Scheibe erhielt ein tellergroßes
Loch und die Glasſplitter waren im Zimmer verſtreut.
Die Täter entkamen eiligen Laufs um die nächſte
Straßen=
ecke, doch wird es unſerer Polizeibehörde, bei der
An=
zeige erſtattet iſt, hoffentlich gelingen, dieſe Burſchen zu
ermitteln.
Feuer. Von dem Kommando der Feuerwache
gehen uns folgende offizielle Brandberichte zu:
Samstags vormittags 4 Uhr 55 Minuten wurde die
Feuerwehr nach Rheinſtraße 6 gerufen. Durch ſtarke
Feuerung mit Stroh= und Papierabfällen ſchlugen
Flammen aus dem Küchenraum und es entzündete ſich
der Ruß. Durch Ableinen des Kamins wurde die Glut
beſeitigt. — Sonntag nachmittag 4 Uhr 7 Minuten
wurde gemeldet: „Feuer, Schulſtraße 15‟
In dem
Lagerraum der Firma Katzauer war Feuer
ent=
ſtanden, welches bis zum Eintreffen der Feuerwehr
ſchon größere Ausdehnung angenommen hatte. Unter
Benutzung von zwei Schlauchleitungen wurde das Feuer
in kurzer Zeit auf ſeinen Herd beſchränkt und größerer
Schaden verhütet. Wache zurück 4 Uhr 38 Minuten.
Kranichſtein, 20. Jan. Am Sonntag früh wurde auf
der Bahnſtrecke Meſſel-Kranichſtein der
Hilfsbahnwär=
ter J. Vonderſchmidt aus Arheilgen von einer
Maſchine überfahren. Der Verunglückte hatte
die Strecke abzugehen und iſt wohl hierbei von einer
Maſchine, die er nicht kommen ſah, erfaßt und
über=
fahren worden.
-h- Zwingenberg, 20. Jan. Die hier neu zu gründende
Gärtnerinnenſchule am Eingang in das hübſche
Orbistälchen wird mit Beginn des April längſtens bis
1. Mai eröffnet werden. Wie man uns mitteilt, liegen
zahlreiche Anmeldungen von jungen Mädchen, teils von
hochſtehenden Familien, vor. Der Bau der
Gebäulich=
keiten wird ganz intenſiv betrieben und hofft man bis
zum 1. Mai ſo weit zu ſein, daß die Arbeiten in der
Schule in ihrem ganzen Umfange aufgenommen werden
können.
H. Wilmshauſen, 20. Jan. Der geſtrige Abend des
Volksbildungsvereins hatte ſich eines
zahl=
reichen Beſuches zu erfreuen. Herr Dr. Peters=Worms
hielt einen inſtruktiven Vortrag über
Geheimmittel=
ſchwindel, der ſehr gute Aufnahme fand. Den
unterhal=
tenden Teil des Abends beſtritten die Herren Heil
(Deklamation), Kugler (Geſang), Horn (Violine) und
Frau Jöckel (Klavier), ſämtlich aus Darmſtadt. Das
Auditorium nahm die Darbietungen begeiſtert auf und
pendete rauſchenden Beifall. Dem unter Leitung des
derrn Lehrers Müller ſtehenden Verein gebührt
beſon=
derer Dank für den ſchönen Abend
Brensbach i. O., 19. Jan. Die Ereigniſſe in Nieder=
Modau haben ihre Schatten auch auf andere Spar= und
Kreditkaſſen des vorderen Odenwaldes geworfen und iſt
Mißtrauen gegen die Verwaltungsorgane der Kaſſen die
nächſte Folge hiervon geweſen, ſo z. B. hier in Brensbach.
Die weitere Folge aber war eine tiefgehende
Beun=
ruhigung der Spareinleger, die für ihr Guthaben zu
fürchten begannen, und als nun gar noch anonyme
Anzei=
gen gegen den Direktor und den Rechner dieſer Kaſſe bei
Gericht und ſchwere Anſchuldigungen wegen
Pflichtver=
letzung in öffentlicher außerordentlicher
Generalverſamm=
lung erhoben wurden gegen den Vorſtand und
Aufſichts=
rat, da ſtieg die Erregung auf den Höhepunkt und nicht
weniger als 80000 Mark Einlagen wurden binnen kurzer
Zeit gekündigt. In der erwähnten außerordentlichen
Ge=
neralverſammlung, die am 10. November 1912
ſtattgefun=
den hat, wurde auf Antrag von 40 Mitgliedern beſchloſſen,
die außerordentliche, gründliche Reviſion des geſamten
Kaſſen=, Buch= und Rechnungsweſens des Brensbacher
Spar= und Kredit=Vereins einem außerhalb
des Reviſionsverbandes ſtehenden beeidigten Reviſor, der
auch über reiche Erfahrungen im Sparkaſſenweſen
ver=
fügen müſſe, zu übertragen, und wurde Reviſor
Wey=
gandt aus Darmſtadt einſtimmig gewählt. Die von
dieſem ausgeführte gründliche Reviſion hat nun, wie die
Darmſt. Ztg. erfährt, für Vorſtand und Aufſichtsrat,
ebenſo wie für den Direktor und Rechner, ein ſehr
erfreuliches Ergebnis gehabt. Das
Ergeb=
nis der Reviſion iſt in einer außerordentlichen
General=
verſammlung der Mitglieder des Brensbacher Spar= und
Kredit=Vereins von Herrn Weygandt ausführlich
vorge=
tragen und mit Urkunden belegt worden. Zu dieſer
Ver=
ſammlung war auf Einladung des Vorſtandes und
Auf=
ſichtsrates Kreisrat Dr. Wagner aus Dieburg
er=
ſchienen, der ſich lebhaft und mit großem Intereſſe an
den Verhandlungen beteiligte und durch ſeine ruhigen
und klaren Ausführungen es ſchließlich erreichte, daß die
hochgehenden Wogen erbitterter Erregung ſich glätteten.
Kreisrat Dr. Wagner erklärte, daß der Reviſor ihm
gegen=
über die volle Verantwortung für ſeine Reviſion
über=
nommen hat und daß er es für ſeine Pflicht als Kreisrat
und Berater der Eingeſeſſenen ſeines Kreiſes halte,
nun=
mehr, nachdem ſich die Haltloſigkeit aller erhobenen
Be=
ſchuldigungen ergeben hätte, zur Einigkeit zu raten. Die
Brensbacher Kaſſe ſei lebensfähig, dieſe Ueberzeugung habe
er gewonnen, darum ſolle man einig, wie es
Genoſſen=
ſchaftlern gezieme, an deren Fortbeſtehen arbeiten und
nicht durch Haß und Neid das Anſehen der Kaſſe
unter=
graben und dieſe dadurch dem Untergange weihen. Als
dann Kreisrat Dr. Wagner auch noch erklärte, er habe es
für nötig gehalten, wegen der gegen den Direktor der Kaſſe
und den Rendanten in gehäſſiger, anonymer Weiſe
erſtat=
teten Anzeige bei der Staatsanwaltſchaft in Darmſtadt
Erkundigungen einzuziehen, da es ihm nicht einerlei ſein
könne, ob einer der Bürgermeiſter ſeines Kreiſes (der
Di=
rektor der Kaſſe) eines Vergehens beſchuldigt werde, und
er habe die ſchriftliche Mitteilung erhalten, daß das
Verfahren durch Einſtellungsbeſchluß vom 4.
Ja=
nuar 1913 eingeſtellt worden ſei, da brach ein
gewaltiges Bravo=Rufen aus. Der Präſident des
Auf=
ſichtsrats ſtellte alsdann den Antragt er bitte nicht, er
verlange jetzt bedingungsloſe Decharge für die geſamte
Geſchäftsführung des Vorſtandes und Aufſichtsrates bis
zum 3. Dezember 1912, dem Tage des Beginns der
außer=
ordentlichen Reviſion. Darauf zog die Gegenpartei nach
einigem Hin und Her ihre Anträge zurück und es wurde
„einſtimmige Entlaſtung” bis zum 3. Dezember
1912 erteilt.
Beerfelden, 19. Jan. In Gemeinſchaft mit dem
Bewerbeverein wird der hieſige rührige
Volksbildungs=
verein nächſten Samstag dem Publikum einen Vortrag
mit Lichtbildern bieten, u. a. „Moderne Anlagen
zur Herſtellung von Kriegsmaterial”. Als Vortragender
iſt Herr Privatdozent E. Neumann von der
kriegs=
wiſſenſchaftlichen Abteilung der Techniſchen Hochſchule in
Darmſtadt gewonnen, was ſchon im voraus eine treffliche
Behandlung des Themas garantiert. — Auf Veranlaſſung
des Volksbildungsvereins wird demnächſt das
Verbands=
theater, umfaſſend lauter Leute vom Fach, Schönherrs
Ein
„Glaube und Heimat” zur Aufführung bringen.
Offenbacher Fabrikant ſtand einige Zeit mit der
hieſigen Gemeindevertretung in Unterhandlung wegen
Errichtung einer Filiale zur Herſtellung von Portefeuille=
Waren. Die Gemeinde ſollte einen Fabkikneubau für ca.
20000 Mark ſtellen, wogegen der Antragſteller ſich
ver=
pflichtet, das Gebäude für 5 Jahre zu mieten bezw. das
Kapital zu 5 Prozent zu verzinſen. Vermutlich ſollte eine
ſchon beſtehende Filiale hierher verlegt werden. Die
Ge=
meindevertretung war willens, großes Entgegenkommen
zu zeigen, trotzdem kamen die Verhandlungen zu keinem
Abſchluß. Der hieſige Platz wäre ſehr geeignet für
Ein=
richtung irgend eines Betriebes.
Aus dem Kreiſe Dieburg, 19. Jan. Um den
Obſt=
bau zu heben, finden in mehreren Gemeinden
Ge=
markungsrundgänge ſtatt, wobei
Obſtbautech=
niker Behne aus Darmſtadt Unterweiſungen in der
Baumpflege geben wird Im Anſchluß an dieſe
Rund=
gänge wird der Obſtbautechniker jedesmal einen Vortrag
halten über obſtbauliche Fragen. Zu dieſen
Veranſtal=
tungen werden alle Landwirte, beſonders Obſtzüchter
ein=
geladen. Bis jetzt ſind für nachſtehende Gemeinden
Rund=
gänge angeordnet: Münſter, 21. Januar; Eppertshauſen,
22. Januar; Sickenhofen. 23. Januar: Babenhauſen, 28.
Januar: Langſtadt, 29. Januar und Schaafheim, 30.
Ja=
nuar. Die Verſammlung der Teilnehmer findet immer
um 2 Uhr im Rathauſe ſtatt.
Offenbach. 19. Jan. Der Vorſitzende des
Schulvor=
ſtandes, Oberbürgermeiſter Dr. Dullo. und der Großh.
Direktor Profeſſor Hugo Eberhardt laſſen ſoeben die
künſtleriſch vornehm ausgeſtatteten Einladungen zur
Einweihung des Neubaues der
Tech=
niſchen Lehranſtalten am 24. Januar ergehen.
Die Anmeldungen zum Feſtkommers der Techniſchen
Lehr=
anſtalten am Samstag, den 25. Januar, laufen zahlreich
ein.
Offenbach, 20. Jan. Der alte Bau der Techniſchen
Lehranſtalten ſoll nach dem Beſchluß des Schulvorſtandes
in eine Volksſchule umgebaut werden. — In Sachen der
Kaiſerhofaktienaffäre fand am Samstag eine
ausgedehnte Unterſuchung ſtatt, die von
Landge=
richtsrat Dr. Hoos=Darmſtadt geführt wurde. Die
zu=
nächſt vernommenen Zeugen waren Fabrikant Böhm,
Fa=
brikant Louis Keiſtmann und Reichs= und Landtagsabge=
ordneter Karl Ulrich. Weitere Zeugenvernehmunge
ſtehen bevor. — Der Pedell der Techniſchen Lehranſtalten
Lotz kam am Sonntag morgen auf der Treppe des alte
Schulgebäudes in der Mathildenſtraße ſo unglücklich z
Fall, daß er ſich einen komplizierten Bruch des Arme
zuzog. Der Verunglückte mußte ins Krankenhausg
bracht werden.
Sprendlingen, 20. Jan. Das 37. Gauturnfe
des Main=Rheingaues wird am 5., 6. und 7. Jm
hier gefeiert. Die Feſtausſchüſſe ſind gebildet und habe
bereits ihre Tätigkeit aufgenommen. Es wird erwarts
daß ſich das Feſt ſeinen Vorgängern würdig anreiht.
Biſchofsheim, 20. Jan. Der ſeit acht Tagen vex
mißte Metzgermeiſter Grimm wurde in eine
Orte am Main erſchoſſen aufgefunden. Zei
rüttete Vermögensverhältniſſe ſollen den Mann indes
Tod getrieben haben.
Mainz, 20. Jan. Eine geſtern nachmittag abgehalten
Verſammlung der Gehilfen im Buchbinden
gewerbe hat die von den Arbeitgebern gemachts
Vorſchläge angenommen; eine Einigung wir
vorausſichtlich in einer Beſprechung zuſtande kommen,n
heute nachmittag auf dem Gewerbegericht zwiſchen Ve
tretern beider Teile ſtattfindet. Die Vorſchläge ſind ſo
gende: Die Arbeiterinnen erhalten nach dem erſten Halll
jahr 8,50 Mark, nach dem zweiten 9,50, nach zwei weiters
Jahren 11,50 Mark die Woche. Die Gehilfen erhaltenin
erſten Jahre nach der Lehre 18 Mark, im zweiten 20 50 u
im dritten Jahre 22 Mark, ſteigend bis zu 24 Marki
fünften Jahre. Die Arbeitszeit beträgt 54 Stundend
Woche. Für Ueberſtunden werden 25 Prozent, für Son
tags= und Nachtarbeit 50 Prozent vergütet. Arbeiter,d
bereits dieſe Löhne beziehen, erhalten 1 Mark, Arbeite
innen 50 Pfg. Zulage.
Worms, 20. Jan. In der Feſthausſtraße wur
geſtern vormittag eine ſeit Weihnachten bei ihrem Schwi
gerſohn Herrn Hauptmann v. G. zu Beſuch weilend
nahezu 70 Jahre alte Dame aus Berlin in ihrem Schla
zimmer tot aufgefunden. Es wurde feſtgeſtellt,da
an dem im Zimmer vorhandenen Gaslüſter ein Hah
offen und längere Zeit Gas ausgeſtrömt war. Der To
iſt alſo zweifellos durch Gasvergiftung eingetreten,
Auf der Ludwigsſtraße am Torturmplatz hat in vorletzts
Nacht bei einem Streite der 21 Jahre alte Tüncher Flugu
Eberle mittels gefährlicher Werkzeuge dem Händf
Simon Biegi und dem Dienſtknecht Jakob Dinge
ſchwere Verletzungen beigebracht. Biegi wurde am Lei
und am Kopf lebensgefährlich verletzt, wäll
rend dem Dinges ein Ohr abgeſchlagen iſt. Der Täteri
an, in Notwehr gehandelt zu haben; er wurde feſtgenen
men. Eberle iſt derſelbe Burſche, der in der Nachtu
7. d. M. mit einem anderen in der Kämmererſtraße eiß
große Erkerſcheibe zertrümmert und einen Schaden
120 Mk. verurſacht hat.
Biebesheim, 19. Jan. Einen ſeltenen Fall vol
Tierfreundſchaft kann man gegenwärtig ind
Hofreite des Landwirts Gg. Hammann VI. beobachte
In dem reich bevölkerten Taubenſchlage auf dem Speichs
hat ſich ein Star häuslich niedergelaſſen, der gar einträgt
tig mit ſeinen Gaſtgebern zuſammenlebt. Jeden Morge
ſobald der Schlag geöffnet iſt, fliegt der Star mitde
Tauben fort in die Dorfſtraßen und aufs Feld, um
Abend wieder pünktlich mit ihnen heimzukehren.
Tauben kommen ihrem neuen Mitbewohner überaus
traulich entgegen und teilen gern mit ihm ihr Futten
Man glaubt, daß der Star im Herbſte wohl infolge eins
jetzt wieder behobenen Krankheit nicht mit ſeinen
Kam=
raden nach Süden ziehen konnte und ſpäter bei denau
ben Schutz für den Winter ſuchte.
Gießen, 20. Jan. In letzter Zeit wurden wiederhüll
aus Ladenkaſſen Geldbeträge entwend
und zwar ſchlich ſich der Dieb zur geeigneten Zeit, wel
niemand im Laden war, durch die Seitentüre ein.
geſtern abend wurde bei dieſer Arbeit in einem Laden
der Mäusburg ein Dieb überraſcht; er konnte aber ſah
der Schublade, in der ſich 45 Mark befanden, durch ei
Hintertür über den Hof entkommen. — Ein 17jährigs
Hausburſche von hier ſtahl ſeinem Arbeitgeber 150 Ma
durch Aufbrechen eine Kaſſette und ſuchte das Weite.Sch
weit dürfte er mit dieſem Betrage nicht kommen.
Bad=Nauheim, 19. Jan. Die deutſche Kaiſerl
trifft in dieſem Jahre am 17. März zur ſechswöchtte
Badekur hier ein und nimmt wieder im Sanatorin
Groedel Abſteigequartier, während das Gefolge im nehe
anliegenden Hotel Bellevue Wohnung nimmt. Mit
Ausbeſſerungsarbeiten im Kurhaus und den Badehäuſen
iſt bereits begonnen worden; ſie müſſen bis zum 15. M
beendigt ſein. Am Bahnhof wird am Ausgang ders
marckſtraße ein Kaiſerpavillon errichtet, mit deſſen
tellung in den nächſten Tagen begonnen wird.
Butzbach, 20. Jan. Im nahen Hauſen glittde
Forſtarbeiter Offenbacher beim Holzfällen die Axtall
und drang ihm tief in den Leib ein, ſo daß er in lebens
gefährlichem Zuſtande dem Krankenhaus zugeführt
den mußte.
(*) Alsfeld, 19. Jan. Eine Hauptverſamſ
lung des landwirtſchaftlichen Provinzial
vereins für Oberheſſen fand heute im „Deutſchen Haufs
ſtatt. Der Hauptpunkt war Beſprechung der Frage
Entſchuldung des landwirtſchaftlichen Grundbeſitzt
Referenten waren Direktor Regierungsrat Baſtian=
Danſ=
ſtadt und Generalſekretär Oekonomierat Leithiger=Da
ſtadt. Beide wieſen an Hand ſtatiſtiſchen Materialsn
wie der ländliche Grundbeſitz unter der ſtets ſteigene
Verſchuldung zu leiden und wie dadurch die Landpil
zu kämpfen haben. Deingend nötig ſei es, daß berufen
Organe im Intereſſe der Erhaltung eines geſunde
Bauernſtandes tatkräftig eingreifen, damit eine allmäß
liche Verminderung der Schuldenlaſt eintritt. Das
blem hat fortgeſetzt landwirtſchaftliche Inſtanzen beſchä
tigt. In Bayern iſt es Geheimrat Kapp, der die Berufs
freudigkeit des Bauern durch eine ſtärkere Entſchuldun
heben will. Drei Wege ſind möglich: 1. Der Tilgungspe
durch Aufnahme von Tilgungsdarlehen, 2. der Verſichen
ungsweg und 3. beide Syſteme gleichzeitig Tilgungs=
Verſicherungsſyſtem. Letzterer Weg wird nach Anſichtde
Redner der beſte ſein. Der Landwirt, der in die Lebens
verſicherung geht, ſoll aber nicht zu hoch hineingehen, m
bis ein Viertel, höchſtens ein Drittel ſeiner Schuldenlaſt
Von den Rednern wird eine Statiſtik über die landwitt
ſchaftliche Verſchuldung gefordert. Das Material wih
der Landwirtſchaftskammer und der Regierung unterbte
tet werden. — Auch eine Dekorierung von Dienſtbots
für langjährige Dienſtzeit fand durch den Vorſitzenden
Grafen Wilhelm zu Solms=Laubach, ſtatt.
*) Mücke, 19. Jan. Telegraphenarbeiter Sein
heiratete am Weihnachtstag, und noch vor Neujahr ſtard
ſeine junge Frau infolge eines Unfalles. Geſtern iſt nud
Seim ſelbſt verunglückt und hat lebensgefährlich
Verletzungen erlitten. Er war bei Anlage eine
Telegraphenleitung beſchäftigt. In der Nähe von Grü
berg beſtieg er eine hohe Telegraphenſtange. Oben
gelangt brach der Leibgurt, Seim ſtürzte ab, blieb aben
zur Beruhigung tierfreundlicher Gemüter machte, daß die
Tiere ganz an dieſe kleine Reiſe gewöhnt ſeien, und dieſe
ihnen gar nichts ſchade.
* Der „einzige Liberale” am ſpaniſchen Hofe. Der
Heraldo erzählt folgende Anekdote: Nachdem König
Alfons jüngſt die republikaniſchen Führer empfangen
hatte, ging er hinunter in das Kanzleizimmer des
Ober=
hofmarſchalls, wo er lange nicht mehr geweſen war, und
verteilte Zigaretten unter die Beamten. Er ſetzte ſich und
fragte lachend: „Zu welcher politiſchen Richtung gehören
Sie, meine Herren?‟ Die Antwort lautete: „Majeſtät,
wir ſind alle Monarchiſten.” „Dachte ich mir” ſagte der
König, „aber ſind Sie liberal oder
konſer=
vativ?” „Wir glauben, wir ſind konſervativ, lautete
die etwas verlegene Antwort. Der König erhob ſich und
verließ lachend das Zimmer, indem er ſagte: „Wie ich
ſehe, bin ich der einzige Liberale in dieſem
Haus!
Carnſo am Billettſchalter. Kürzlich fungierte
Caruſo als Billettverkäufer; als er aus der Probe kam,
ſah er vor der Kaſſe die lange Reihe der Billettkäufer.
Ihm kommt ein Einfall, er tritt ins Kaſſenzimmer, dräng
den Billettverkäufer beiſeite, nimmt deſſen Platz ein,
be=
ginnt Billetts zu veckaufen und knüpft mit allen Käufern
Geſpräche an: „Ach, Caruſo wollen Sie hören? Haben
Sie ihn ſchon gehört? Schon oft, ſagen Sie? Kennen
Sie ihn? Würden Sie ihn wiedererkennen, wenn er
Ihnen auf der Straße begegnete? Sind Sie deſſen
wirk=
lich ſo ſicher? Sie halten es für ausgeſchloſſen, daß Sie
ihn nicht ſofort erkennen?” Na, dann kann man eben
nichts machen. . . Und das Luſtigſte war daß ihn
buch=
ſtäblich kein Menſch erkannte, obgleich er über eine halbe
Stunde lang am Billettſchalter ſaß und Billetts verkaufte.
* Die große Erbſchaft. Der Diener eines Arztes in
Aſchersleben erhielt eines Tages aus Algier die
Nach=
richt, daß er eine Erbſchaft gemacht habe. Die
franzöſi=
ſchen Behörden teilten ihm mit, wenn er ſich hinreichend
legitimieren könne und einige Briefe beſchaffe, die
bewie=
ſen, daß der kürzlich in Algier verſtorbene Alfred Müller
ſein Sohn ſei, würde ihm deſſen hinterlaſſenes Vermögen
ausgehändigt werden. Die notwendigen Papiere koſteten,
wie der „glückliche‟ Erbe ſich vergewiſſerte, etwa 20 Mark.
Darauf lehnte er die Erbſchaft ab, denn ſie beſtand aus
4 (vier) Ljennigen.
einem Steigeiſen mit dem Fuß hängen, ſo daß er
zwi=
im Himmel und Erde ſchwebte. Bewußtlos bracht man
nach vieler Mühe herunter. Der eine Fuß iſt
ver=
nät, das Bein gebrochen, ein Arm gebrochen und die
ſe letzungen am Kopfe ſind ebenfalls ſchwer. Der
Un=
iekliche wurde ſogleich in die Gießener Klinik
über=
jfahrt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 19. Jan. Geſtern abend
urde die Mark Brandenburg von einem ſtarken
Ge=
jttter mit Hagelſchlag und Schneeſturm
heim=
ſucht. Beſonders ſtark wurde der Kreis Teltow und die
egend um Potsdam betroffen. — Der Begründer des
liner Warenhauſes W. Wertheim G. m. b. H. in der
sdamerſtraße und frühere Inhaber des
Paſſagekauf=
iſes Herr Wolff Wertheim, iſt ſeit Donnerstag
pmittag aus dem „Kurhaus Schloß Tegel”, das er
en Weihnachten zur Wiederherſtellung ſeiner
ange=
iffenen Nerven aufgeſucht hatte, verſchwunden.
Oh Donnerstag mittag nahm Herr Wolff Wertheim mit
ſper Gemahlin in einem Hotel „Unter den Linden” das
hſtück ein und begab ſich dann, anſcheinend in der
ſten Gemütsverfaſſung, zurück in das Sanatorium in
el. Gegen 4 Uhr verließ er die offene Anſtalt zu
zi. m Spaziergang, von dem er bis jetzt noch nicht
zurück=
hrt iſt. Trotz der eingehendſten Ermittelungen konnte
Zher der Aufenthalt des Verſchwundenen, der ſchon ſeit
nigen Monaten unter einer zeitweilig auftretenden
Ge=
sdepreſſion leidet und Heilung in dem Sanatorium
ſacht hat, nicht feſtgeſtellt werden. Aus Briefen, die aus
h. Grunewald Frau Wertheim und dem leitenden Arzt
Sanatoriums zugegangen ſind, geht nicht hervor,
wo=
ſich der Patient gewandt hat, oder ob er gar den
i gefaßt hat, ſeinem Leben freiwillig ein Ende zu
En.
Die Flucht des Einbrechers Gorski,
ſpäter von einem Kriminalbeamten erſchoſſen wurde,
dem ſogenannten feſten Haus der Irrenanſtalt Buch
ſtie geſtern vor der fünften Strafkammer des
Land=
richts III ein gerichtliches Nachſpiel. Wegen
Ver=
hens gegen den § 121 St6B. (vorſätzliche
Gefangenen=
fteiung) waren angeklagt: der Ierenpfleger Willy
rnz, der Schloſſer Ernſt Burmeſter und die geſchiedene
eim Stefanie Markiewicz. Der Angeklagte Grenz, von
enuf Schloſſer, war, nachdem er kurze Zeit in einer
ignanſtalt zu Eberswalde als Pfleger ausgebildet
wor=
un in Buch angeſtellt worden, Er wurde in dem
ſoge=
uimten „feſten Haus” beſchäftigt. Als er eines Tages
ge=
ſſtm wurde, einen Brief an die Baſe des Gorski, jetzige
wangeklagte Markiewicz, zu beſorgen, ließ er ſich
hier=
verleiten und übergab ihr den Brief, der einen
Flucht=
ſſan enthielt. Die Mackiewicz verſprach ihm vorläufig
Mark und, wenn die Flucht geglückt ſei, noch weitere
0 Mark. Grenz erklärte ſich damit einverſtanden und
delt von der M. eine wachsartige Maſſe mit dem
Auf=
we, Abdrücke von den in Frage kommenden Schlöſſern
rauſtellen. Grenz fertigte dieſe Abdrücke auch an und
er=
ſelt dafür von der M. 60 und bald darauf noch einmal 40
jark. Nach den Abdrücken feilte der Angeklagte
Bur=
eſer Nachſchlüſſel, die dann von Grenz dem Gorski
ein=
händigt wurden. Um auf Grenz keinerlei Verdacht
lrn zu laſſen, wurde vereinbart, daß die Flucht an
nam Tage bewerkſtelligt werden ſollte, an dem G.
dienſt=
i war. An dieſem Tage, 20. Oktober vorigen Jahres,
ſulde denn auch bekanntlich von Gorski und den
eben=
l „geiſteskranken” Verbrechern Paul Schohr und
Wil=
lm Meyer die Flucht bewerkſtelligt. Das Urteil
ſiete gegen Grenz auf 1 Jahr und 3 Monate, gegen
mmeſter auf 6 Monate und gegen die Markiewicz
f9 Monate Gefängnis. — Wegen
Landfriedens=
ſuchs waren die Arbeiter Eberts, Hacker und Liſte
an=
klangt. In einer Fabrik für chirurgiſche Inſtrumente
it ein Streik ausgebrochen, der einige Wochen
juerte. Es wurde aber in der Fabrik weiter gearbeitet,
nm auf Veranlaſſung des Bundes der Arbeitgeber
hite der Sattler Kochen der Fabrik eine große Zahl von
tleitswilligen zu. Dieſe wurden, wenn ſie nachmittags
Fabrik verließen, von den Streikenden arg beläſtigt,
d ſie wurden zu ihrem Schutz täglich von einem
Schutz=
ſuunsaufgebot von der Arbeitsſtätte bis zum
Alexander=
u= geleitet. Zu den Streikpoſten gehörten die drei
An=
klagten. Als am 28. Auguſt die Arbeitswilligen die
firrik verließen, drängten ſich die Streikenden wieder
s zur Schutzmannskette heran und richteten gegen die
beitswilligen Schimpfworte. Es kam zu heftigen
Zu=
mmenſtößen, bei denen die drei Angeklagten verhaftet
unden. Sie beſtritten jede Schuld und behaupteten,
ne Abſicht in das Gedränge geraten zu ſein. Das
Ge=
h verurteilte alle drei Angeklagten zu je drei Monaten
ſeftüngnis.
Frankfurt, 20. Jan. Der Großherzog und die
noßherzogin von Heſſen trafen geſtern zum
eſtich des Landgrafen von Heſſen hier ein und wohnten
r Opernaufführung von Ariadne auf Naxos” in der
nogräflichen Loge bei. Ferner waren geladen Prinz
i Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen und Prinz
Chri=
am von Heſſen=Philippsthal. Während der Pauſe wurde
n5Souper in der Oper eingenommen.
Hanau, 20. Jan. Die Zahl der Typhuskranken
Eiſenbahn=Regiment beträgt heute 122; davon liegen
Mann in hohem Fieber, 62 ſind geneſen. 41 Mann
unden auf ſechs Wochen in die Heimat beurlaubt. Heute
ſchtt ſtarb der Gefreite Picard von der 4. Kompagnie
s Büdesheim (Kreis Friedberg). Gegenwärtig befindet
der kommandierende General des 18. Armeekorps
Schenck in der hieſigen Garniſon, um ſich über den
amnkheitsſtand zu orientieren.
Frankenberg, 20. Jan. In der Metzgerei und
Gaſt=
rfſchaft Finger brach geſtern Großfeuer aus. Das
ſſamte Anweſen wurde vernichtet. Zwei Pferde, zehn
inder und 40 Schweine ſind verbrannt.
Pforzheim, 20. Jan. Die ſeit längerer Zeit vermißte
jähhrige Minna Staib iſt das Opfer eines Mordes
ſwoorden. Heute nacht wurde der unbeſchäftigte 19
jäh=
e Guſtav Klaib verhaftet, der eingeſtand, das Kind in
nern Acker eingegraben zu haben.
„Köln, 20. Jan. Der 35jährige Bäckermeiſter Sieger
s Köln=Riehl wurde heute morgen gegen 5 Uhr durch
s Gebell ſeines Hundes aus der Backſtube gelockt. Als
ims Freie trat, wurde er von einem Manne durch zwei
feſ erſtiche ins Herz getötet. Man vermutet einen
ſacgeakt. Der Mörder iſt geflüchtet und konnte bisher
n; ergriffen werden.
„Hamburg, 19. Jan. Auf der Unterelbe iſt geſtern
der deutſche Dampfer „Fritz Hugo Stin=
” mit dem ſchwediſchen Dampfer „Haftſen”
kolli=
ſert. Der „Haftſen” mußte auf Grund geſetzt werden
r deutſche Dampfer iſt ſo ſtark beſchädigt, daß er nach
maburg zurückgehen mußte. Verluſte an Menſchenleben
d nicht bekannt gegeben worden.
Halle a. S., 19. Jan. Der Krankenkaſſenſtreit
iſt ſoeben durch Urteil des Reichsgerichts
zu=
gunſten der eingeſeſſenen Aerzteſchaft endgültig
ent=
chieden worden. Der hieſige Krankenkaſſenverband
hatte 1910 die eingeſeſſene Aerzteſchaft von der
Kaſſen=
praxis ausgeſchaltet und auswärtige Aerzte
herbeige=
zogen. Dieſe Verſorgung der Kaſſen erklärte die
Auf=
ſichtsbehörde nach langem Zuwarten für völlig
unzu=
reichend, entzog den Kaſſen das Selbſtverwaltungsrecht
und ſchloß einen Vertrag mit der eingeſeſſenen Aerzteſchaft
ab. Der Krankenkaſſenverband verweigerte dieſem
Ver=
trag die Anerkennung und focht ihn bei Gericht an, er
wurde in allen 3 Inſtanzen abgewieſen, das Reichsgericht
erklärte durch Urteil vom 17. Januar 1913 den Vertrag
mit Ausnahme eines unweſentlichen Punktes für zu Recht
beſtehend. Die finanziellen Folgen für den
Kaſſenverband ſind ſehr ſchwerwiegend, er muß
nunmehr die von ihm verweigerte Auszahlung des der
eingeſeſſenen Aerzteſchaft zukommenden Honorars für
mehr als zwei Jahre nebſt Zinſen nachholen, außerdem
die ganzen Prozeßkoſten aus 3 Inſtanzen tragen; die
Ge=
ſamtſumme beläuft ſich nach vorläufiger Berechnung auf
150000 bis 200000 Mark.
Leipzig, 20. Jan. Entgegen dem geſtern hier
ver=
breiteten Gerücht von einem ſchweren
Automo=
bilunfall mit tödlichem Ausgange auf der Bornaer
Chauſſee meldet das Leipziger Tageblatt: In der Nacht
zum Sonntag wollte in der Nähe von Eſpenhain ein mit
vier Offizieren vom Karabinier=Regiment Borna
beſetz=
tes Automobil einem entgegenkommenden Fuhrwerk
aus=
weichen. Es prallte dabei an eine Telegraphenſtange und
einen Apfelbaum und riß beide um. Die Inſaſſen
konn=
ten ſich rechtzeitig durch Abſpringen retten. Das
Automobil ſtürzte in den Chauſſeegraben und wurde ſehr
ſchwer beſchädigt. Während die Offiziere mit dem
Schrecken davonkamen, erlitt der Chauffeur mehrere
Ver=
letzungen an Geſicht und Händen.
Bautzen, 20. Jan. Ein Fleiſchergeſelle, der von
ſei=
nem Meiſter den Auftrag erhalten hatte, in dem Dorfe
Preititz bei Bautzen von einem Gutsbeſitzer Schweine
zu kaufen legte während des Wiegens der Schweine
ſeine mit Papiergeld gefüllte Brieftaſche auf
eine Kiſte in der Nähe des Stalles, in welchem ſich noch
zwanzig Schweine befanden. Als er die Brieftaſche
wie=
der nehmen wollte, hatten zum nicht geringen Schrecken
des Geſellen die Schweine das Notizbuch. Brieftaſche und
für 1000 Mark Papiergeld zerfreſſen. Von dem Gelde
konnten drei Hundertmarkſcheine zuſammengelegt werden,
die auch von der Landſtändiſchen Bank erſetzt wurden.
Ob aber die übrigen 700 Mark erſetzt werden, hängt von
der Entſcheidung der Reichsbank ab.
Wien, 19. Jan. In einem Neubau wurden heute früh
rings um Koksöfen, welche zur Anheizung der Räume
aufgeſtellt waren, acht obdachloſe Arbeiter durch
aus=
ſtrömendes Kohlenoxydgas betäubt und
leblos aufgefunden. Zwei waren tot. Die ſechs anderen
reagierten auf künſtliche Atmungsverſuche, kamen jedoch
nicht zum Bewußtſein und wurden ins Krankenhaus
ge=
bracht.
Wien, 19. Jan. Mittags ſtieß in der Alſerſtraße eine
Straßenbahn mit einem Omnibus zuſammen.
Der Omnibus ſtürzte um. Drei Perſonen wurden ſchwer
und fünf leicht verletzt.
Oporto, 19. Jan. Auf der „Veroneſe” befanden
ſich 234 Perſonen, 142 Paſſagiere und 92 Mann
Beſatz=
ung; 191 ſind gerettet, ein Paſſagier, zwei Mann der
Beſatzung und zwei Bedienſtete ſind umgekommen.
Von dem Verbleib der übrigen 38 iſt keine Nachricht
vor=
handen.
New=York. 19. Jan. Ein furchtbarer Sturm
in einer Stärke von 130 Stundenkilometern richtete
ſchwe=
ren Schaden an. Viele Perſonen ſind verletzt. Zahlreiche
Brände nahmen bei dem herrſchenden Orkan großen
Um=
fang an.
Nacheichungspläne und örts
liche Eichtage im Jahre 1913.
E Die Neuorganiſation des Maß= und
Gewichts=
weſens hat mit dem 1. April 1912 den
Nacheichungs=
zwang für alle im eichpflichtigen Verkehr befindlichen
Maße, Gewichte und Wagen gebracht. Eichpflichtig iſt
nicht mehr bloß — wie früher — der öffentliche
Ver=
kehr, ſondern auch das Meſſen und Wägen innerhalb
abrikmäßiger Betriebe wenn es zur
Ermit=
telung des Arbeitslohnes geſchieht, ebenſo der
Handels=
verkehr auch dann, wenn er ſich nicht in offenen
Verkaufs=
ſtellen abſpielt, und der Geſchäftsbetrieb von Vereinen
mit ihren Mitgliedern (Konſumvereine,
Molkereigenoſſen=
ſchaften uſw.). Auch iſt die Eichpflicht nicht etwa auf
Ge=
werbebetriebe beſchränkt; vielmehr unterliegen ihr auch
die Maß= und Wiegegeräte der Landwirte, der
Be=
hörden uſw. Man kann im Zweifelsfall im allgemeinen
annehmen, daß Eichpflicht beſteht; Ausnahmen werden
nur ſelten ſein. Die Nacheichung hat bei den Maß= und
Wiegegeräten des gewöhnlichen Handelsverkehrs alle
zwei Jahre von neuem ſtattzufinden. (Nur Wein= und
Obſtweinfäſſer, ſowie Viehwagen, Fuhrwerks= und
Gleis=
waagen haben dreijährige Nacheichungsfriſt. Sie wird
polizeilich überwacht; Unterlaſſungen werden beſtraft. Um
die Nacheichung für den Beſitzer der Maß= und
Wiege=
geräte möglichſt wenig ſtörend durchzuführen, iſt
beab=
ichtigt, ſie durch das Perſonal der Eichämter auf
beſon=
deren Rundreiſen durchführen zu laſſen, wie ſolche
ſchon in den letzten Jahren in einer Reihe von Kreiſen
(Darmſtadt, Dieburg, Groß=Gerau, Friedberg) mit beſtem
Erfolge und zur Zufriedenheit aller Beteiligten
ausge=
führt worden ſind. Bei dieſen Rundreiſen kann natürlich
nicht jede einzelne Gemeinde aufgeſucht werden, da die
eingehenden Eichgebühren, — zumal ſie im
Nacheichungs=
verfahren nur in halber Höhe erhoben werden —, ſonſt
kaum die Koſten des Transportes der Eichmeiſtergeräte
decken würden. Vielmehr werden örtliche Eichtage
nur an den Orten ſtattfinden können, die entweder für ſich
allein oder aber in Verbindung mit kleineren
Nachbar=
orten mindeſtens für einen vollen Eichtag Arbeit
erwar=
ten laſſen.
Bisher waren die Eichbeamten darüber orientiert,
wieviel Beſitzer eichpflichtiger Gegenſtände in jeder
Ge=
meinde ungefähr vorhanden waren. Jetzt aber hat ſich der
Kreis der Eichpflichtigen erweitert und es iſt alſo zunächſt
feſtzuſtellen, um wieviel Intereſſenten — möglichſt auch,
um welche Zahl von Gegenſtänden — ſich die ſeitherigen
Zahlen vermehren. Dies feſtzuſtellen, liegt natürlich
zu=
nächſt im Intereſſe der Eichpflichtigen ſelbſt. Denn, je
größer deren Zahl in einer Gemeinde iſt, um ſo mehr
können ſie erwarten und beanſpruchen, daß der Eichmeiſter
auch zu ihnen in den Ort kommt, damit ſie möglichſt
wenig Zeitverluſt und Transportkoſten haben. Denn
andere als die Nacheichungsgebühren werden bei den
örtlichen Eichtagen — ſofern die Abfertigung in dem
pro=
viſoriſchen Eichlokal des= Ortes erfolgt —— nicht erhoben;
die Intereſſenten haben die Nacheichung alſo gerade ſo
billig, als ob ſie am Sitze eines Eichamtes wohnten.
Für die Eichämter und ihre Beamten iſt die
Durch=
führung der Rundreiſen mit erheblichem Arbeitsaufwand
und manchen Unbequemlichkeiten verbunden. Aus dieſem
Grunde müſſen für die Bewilligung örtlicher Eichtage
beſtimmte Bedingungen geſtellt werden, von deren
Erfül=
lung und genauer Einhaltung die endgültige Zuſage
eines oder mehrerer örtlicher Eichtage unbedingt abhängig
zemacht werden muß. Da die ganze Einrichtung des
Nacheichungsverfahrens im Intereſſe der Richtighaltung
von Maß und Gewicht, alſo im polizeilichen Intereſſe
er=
folgt, ſo ſind die Vorbedingungen für Bewilligung
ört=
licher Eichtage von den Gemeinden zu erfüllen.
Näm=
lich die Gemeinde (bezw. Bürgermeiſterei) muß:
1. einen ſchriftlichen Antrag auf Abhaltung eines
oder mehrerer örtlicher Eichtage ſtellen; 2. ein mit der
Beſcheinigung der Vollſtändigkeit verſehenes
Ver=
zeichnis aller in ihrer Gemeinde vorhandenen Beſitzer
eich=
pflichtiger Meßgeräte vorlegen; 3. einen geeigneten
Raum von mindeſtens 30 Quadratmeter Grundfläche
koſtenlos bereitſtellen, nach Bedarf auch heizen und
be=
leuchten, und 4. ſich verpflichten, die Eichgebühren auf
Grund der ihnen von der Eichbehörde zugehenden Belege
von den Zahlungspflichtigen ihrer Gemeinde einzuziehen
und an den Staat abzuführen.
Vorläufige Ueberſicht der örtlichen Eichtage
im Jahre 1913
(ſofern die genannten Gemeinden die vorgeſchriebenen
Anträge ſtellen und Bedingungen erfüllen — ſ. oben —):
Kreis Darmſtadt (ohne die Stadt). Vom
Eich=
amt Darmſtadt. März: 3., 4. Roßdorf, 5.—7. Ober=
Ramſtadt, 10.—12. Nieder=Ramſtadt; März: 26.—28. und
April: 1.—3. Eberſtadt, 7.—11. und 14.—18. Pfungſtadt;
Mai: 19.—22. Griesheim; Juni: 11. Weiterſtadt, 12., 13.
Gräfenhauſen, 16., 17. Wixhauſen, 18.—21. Arheilgen.
Kreis Bensheim: Stadt Bensheim an den
Amtstagen des dortigen Nebeneichamts (jeden Dienstag)
im März, April und Mai. — Vom Eichamt Darmſtadt
aus: Juni: 24., 25. Seeheim. 26. Ober=Beerbach, 27.. 28
Jugenheim, Juni: 30. und Juli 1. Bickenbach, 2. Alsbach,
3.—5. Zwingenberg, 8. Schwanheim, 10.—11. Auerbach,
24.—26. Reichenbach, 28. Beedenkirchen; Auguſt: 4., 5.
Ga=
dernheim, 6., 7. Glattbach, 11.—13. Lindenfels. Vom
Eich=
amt Worms aus: Juli: 3., 4. Hofheim, 8.——10. Biblis,
15., 16. Groß=Rohrheim, 17., 18. Groß=Hauſen, 22.—25.
Lorſch; Auguſt: 5.—7. Bürſtadt, 12.—14. und 19.—21.
Lampertheim.
Kreis Groß=Gerau: Vom Eichamt
Darm=
ſtadt aus: April: 21.—25. Gernsheim, 28., 29.
Biebes=
heim; Mai: 5., 6. Stockſtadt, 7., 8. Crumſtadt, 14.—16.
Goddelau, 26.—28. Dornheim; Mai: 29.—31. und Juni:
2.—10. Groß=Gerau. — Vom Eichamt Offenbach aus:
Juni: 27.—30. Mörfelden: Juli: 1., 2. Walldorf. — Vom
Eichamt Mainz aus: Mai: 5.—7. Kelſterbach, 12., 13.
Raunheim, 15., 16., 19., 20. Rüſſelsheim, 21., 22.
König=
ſtädten, 26., 27. Nauheim; Juni: 4.—6. Trebur, 9., 10.
Aſt=
heim, 11., 12. Geinsheim, 16., 17. Ginsheim, 19., 20.
Biſchofsheim, 23., 24. Guſtavsburg.
Kreis Heppenheim: Vom Eichamt
Darm=
ſtadt aus: Juli: 16.—19., 21. Heppenheim: Auguſt: 14.,
15., 18.—20. Fürth, 21., 22. Hammelbach, 25.—27.
Rim=
bach, 28.—30. Mörlenbach; September: 2.—5. Birkenau,
15.—20. Waldmichelbach; September: 29., 30., Oktober:
1. Hirſchhorn, 2., 3. Neckarſteinach, 13.—16. Wimpfen.
Vom Eichamt Worms aus: September: 3.—5., 9.—12.,
16. Viernheim.
Reparaturen an Wagen des Kleinhandelsverkehrs.
Seither wurden die im eichpflichtigen Verkehr
befind=
lichen Maße, Gewichte und Waagen, wenn ſie ſich bei der
eichamtlichen Unterſuchung als reparaturbedürftig
er=
wieſen, vielfach von den Eichbeamten repariert und in
eich=
fähigen Zuſtand gebracht. Dies iſt künftig den
Eich=
meiſtern, da ſie Staatsbeamte ſind, nicht mehr
er=
laubt. Die Beſitzer der eichpflichtigen Gegenſtände müſſen
ſich alſo wegen ſolcher Reparaturen künftig an andere
Fach=
leute (Schloſſer, Mechaniker, Wagenbauer) wenden. Und
zwar müſſen die nötigen Reparaturen möglichſt ſchon vor
dem Eintreffen des Eichmeiſters in den
ein=
zelnen Orten ausgeführt ſein, damit den Beſitzern keine
unnötigen Koſten und Verzögerungen erwachſen. Die
Termine der örtlichen Eichtage werden rechtzeitig vorher
amtlich bekannt gemacht. Da die Zahl derjenigen
Fach=
leute, die ſolche Arbeiten wirklich ſachverſtändia ausführen,
vorläufig nur beſchränkt iſt, ſo bietet ſich Handwerkern
dieſer Branchen Gelegenheit zu reichlicher Beſchäftiaung
und gutem Verdienſt. Vorausſetzung iſt natürlich, daß die
Betreffenden die beſonderen Arbeiten, namentlich die
Re=
paratur und Juſtierung von Tafelwagen, gleicharmigen
Wagen, ſog. Schnellwagen und transportablen
Brücken=
wagen verſtehen. Es liegt im Intereſſe ſolcher
Handwer=
ker, daß ſie ſich zur Erleichterung des Nachweiſes
geeig=
neter Perſonen bei den Großherzogl. Eichämtern
Darm=
ſtadt, Offenbach, Gießen, Friedberg, Mainz und Worms
anmelden, wo ihnen auch weitere Auskünfte über die
neuen eichtechniſchen Vorſchriften. Fehlergrenzen uſw.
er=
teilt werden können. Es iſt beabſichtigt, zunächſt eine Liſte
derjenigen aufzuſtellen, die ſich zur Vornahme dieſer
Ar=
beiten eignen. Es empfiehlt ſich, daß diejenigen
Hand=
werker, die in dieſe Liſte aufgenommen werden wollen,
ich baldigſt ſchriftlich an die Großh. Eichungs=Inſpektion
in Darmſtadt (Paradeplatz 3) wenden.
Beſichtigung der ſtädtiſchen
Schul=Zahnklinik.
. Zu einer Beſichtigung der neuen
Räume der ſtädtiſchen Schul=Zahnklinik,
Waldſtraße 21, hatte für geſtern abend der Leiter der
Klinik. Herr Zahnarzt Köhler, eingeladen. Einleitend
gab er im Laboratoriumsraum eine intereſſante Ueberſicht
über die Entwicklung der Schulzahn=Hygiene im
allgemei=
nen und derjenigen in Darmſtadt im beſonderen. Dieſer
jüngſte Zweig der Hygiene habe erſt in den achtziger
Jah=
ren ſeinen Anfang genommen, und erſt in den neunziger
Jahren habe die Schul=Zahnpflege einen größeren
Auf=
ſchwung erlebt. Man hatte durch Unterſuchung der
Re=
kruten feſtgeſtellt, daß unter ihnen, die doch die Auswahl
der Bevölkerung darſtellen, etwa 80 bis 90 Prozent kariöſe
Zähne haben. Er habe vor etwa 18 Jahren feſtſtellen
müſſen, daß unter den hieſigen Schulkindern 98 bis 99
Prozent nicht einwandfreie Zähne hatten. Dieſes
er=
ſchreckende Ergebnis habe ihn veranlaßt. 1897 bei dem
Verein heſſiſcher Zahnärzte zu beantragen, daß mit allen
Mitteln danach geſtrebt werden müſſe, Schul=Zahnkliniken
zu errichten. Dieſer Antrag wurde damals angenommen,
doch war es ihm, Herrn Zahnarzt Köhler, erſt möglich, am
Schluſſe des Jahres 1901 an den Oberbürgermeiſter
Morneweg heranzutreten mit der Bitte um
Bewilli=
gung der erforderlichen Räume nebſt Heizung und Be=
leuchtung für eine Schul=Zahnklinik, nachdem ihm die
Kosmodont=Geſellſchaft in Kolberg zu ihrer Einrichtung
7000 Mark zur Verfügung geſtellt hatte. Am 8. Juni 1902
ſtellte dann die Stadtverordnetenverſammlung für die
idealen Beſtrebungen Räume im zweiten Stock des Hauſes
Louiſenſtraße 20 zur Verfügung, nebſt den erforderlichen
Mitteln für Heizung uſw. Anfangs war es ziemlich
ſchwie=
rig, die Kinder an die neue Einrichtung zu gewöhnen, da
ſie immer wieder fremde Geſichter ſahen. Im Jahre 1908
hatte man ſich darum entſchloſſen, einen Schul=Zahnarzt
anzuſtellen, der von morgens bis abends da war.
Im ganzen ſei das Ergebnis der Tätigkeit der
ver=
gangenen zehn Jahre ein recht erfreuliches. Es wurden
29000 Kinder behandelt mit 55000 Konſultationen; 4500
Füllungen wurden vorgenommen, und 21000 Milchzähne
und 4000 bleibende Zähne wurden gezogen. Dieſes
Er=
gebnis ſei lediglich der Mithilfe der Darmſtädter
Lehrer=
ſchaft zu danken, die die Beſtrebungen der Klinik lebhaft
unterſtützt habe. Der Tätigkeitsbereich habe ſich
weſent=
lich erweitert. Im Jahre 1903 konnten 16 Prozent der
Schulkinder als behandelt bezeichnet werden, 1911 bereits
51 Prozent und 1912 gar 70 Prozent. Man ſei jetzt, um
Störungen des Unterrichtes zu vermeiden, dazu
überge=
gangen, nicht mehr die Kinder ſämtlicher Schulklaſſen,
ſondern die Kinder nur im erſten Schuljahre zu
unter=
uchen. 1911 wurden 1330 Kinder im 7. Lebensjahre
unter=
ſucht; davon waren die Mahlzähne bei 66 Prozent der
Knaben und 77 Prozent der Mädchen kariös: bei 6 Pro=.
zent war die Krankheit ſchon ſoweit vorgeſchritten, daß
die betreffenden Zähne nicht mehr erhalten werden
konn=
ten. Das Beſtreben der Klinik gehe deshalb ſchon dahin,
die Eltern dazu zu bewegen, ihre Kinder im
vorſchulpflich=
tigen Alter bereits zur Unterſuchung zu bringen. Herr
Zahnarzt Köhler machte die Arten der Zahnerkrankungen
durch eine Reihe vorzüglicher Röntgenaufnahmen, die
durch den Lichtbilderapparat reproduziert wurden,
an=
ſchaulich, ferner eine häufige Verunſtaltung der
Geſichts=
form, die auch ſchwere geſundheitliche Nachteile hat, durch
Mißgeſtaltung des Kiefers. Zum Schluß machte er noch
beſonders aufmerkſam auf die wirtſchaftliche Schädigung,
die durch ſchlechte Ausnutzung der Nährſtoffe infolge
mangelhaften Gebiſſes entſteht.
Ein Rundgang durch die neu hergerichteten Räume
ſchloß ſich an. Im Erdgeſchoß befinden ſich neben dem
Laboratoriumsraum ein Röntgenzimmer und eine
Dun=
kelkammer. Der Röntgen=Aufnahmeapparat dient zur
zweckmäßigſten Feſtſtellung irgendwelcher nicht ohne
wei=
teres erkennbarer Krankheiten und zur Herſtellung von
Aufnahmen des ganzen Gebiſſes. Das erweiterte
Trep=
penhaus führt in den erſten Stock, in dem zunächſt das
helle und freundliche Operationszimmer ſich befindet. Die
Einrichtung iſt äußerſt zweckentſprechend und hat ſich die
Anordnung von mehreren Operationsſtühlen im Zimmer
als durchaus zweckmäßia erwieſen. In einem beſonderen
Kabinett iſt auch ein Apparat zur Ausübung der
Licht=
therapie. Weiter befinden ſich hier ein Steriliſierraum,
Garderoberaum, Beratungs= und Wartezimmer. Die
ganze Anordnung macht einen wohltuenden und
freund=
lichen Eindruck und iſt dem uneigennützig wirkenden
Lei=
ter der Klinik, Herrn Zahnarzt Köhler. Dank
auszu=
ſprechen für ſeine Verdienſte um die Hebung der
Volks=
geſundheit, denn nicht nur Darmſtadts Jugend kommt
dies zugute, das gute Beiſpiel wirkt anregend, wie das
Verhalten der Mainzer Stadtverwaltung am beſten zeigt,
die erſt dem Darmſtädter Inſtitut einen Beſuch abſtatten
will. bevor ſie ſich zur Einrichtung einer Schul=Zahnklinik
entſchließt.
Karneval in Darmſtadt.
Damen= und Herrenſitzung der Turngemeinde
Darmſtadt.
g. Im glänzenden Rahmen des feſtlich geſchmückten
großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz ging am
Sonntag die erſte große Damen= und
Herrenſitz=
ung des Großen Rats der Turngemeinde in
Szene und zwar war es um dies vorweg zu nehmen, eine
reichlich ausgedehnte Sitzung; fürwahr, ein Glück, daß das
Damoklesſchwert der vielgeſchmähten Polizeiſtunde über
der ausgelaſſenen Feſtverſammlung ſchwebte, ſonſt . . . .
tagten die Närrinnen und Narren wohl heute noch, doch
das hat weiter kaa Alſtand. Wie die Turngemeinde
immer beſtrebt iſt, ihren Gäſten beſondere
Ueberraſch=
ungen zu bieten, ſo begann auch dieſe närriſche Sitzung
mit etwas nicht Alltäglichem. In einem vom
Narren=
präſidenten Fillmann gar närriſch verfaßten
Er=
öffnungsfeſtſpiel wurde ſymboliſch fein die
Er=
weckung des Schalkes, der an der „Inſel” dem närriſchen
Tag entgegenſchlief durch Gott Jokus, dargeſtellt. Dieſer
Schalk, der ſich als Narr Rieſinger entpuppte,
ver=
kündete ſein Erſtaunen, und begrüßte die närriſche
Ver=
ſammlung mit ſo wunderbarem Geſange, daß ihm der
Präſident den Caruſoorden verlieh. Auch Narr
Schä=
fer (Gott Jokus) erntete wohlverdienten Dank. Als das
Eröffnungsſpiel, für das Präſident Fillmann mit einem
Lorbeerkranz ausgezeichnet wurde, beendet war, zog unter
dem vertrauten Klange des Narrhallamarſches das
Ko=
mitee ein, worauf der Präſident eine poetiſche Begrüßung
an ſeine Getreuen erließ. Das erſte Lied, „Hoch die
Faſchingsluſt” (Verfaſſer Narr Bell) ſtieg und als dies
geendet hatte, ſtieg der Woogsplatz=Protokoller Caprano
n die Bütt, die die Form eines großmächtigen
Schnee=
manns hatte, und erfreute mit ſeinen heiteren
rück=
ſchauenden Gedanken und Gloſſen über das verfloſſene
Jahr. Es folgte ſodann die freundliche Begrüßung einer
Deputation des Elfer=Komitees der „Narrhalla” durch
den Präſidenten, der dem neuen Leiter der Narrhalla
Herrn Supp, „Der kleine Monarch mit dem Adlerblick”
den Hausorden überreichte. Herr Supp dankte für den
warmen Empfang, wies darauf hin, daß die
Turn=
gemeinde gewiſſermaßen die Mutter des Darmſtidter
Karnevals ſei und Herr Anſpach der Vater, als deren
wohlgeratenes Kind die Narrhalla anzuſprechen ſei. Er
verſprach, die bisherigen guten Beziehungen zwiſchen den
beiden Vereinen weiter zu pflegen und er überreichte zum
äußeren Zeichen der Sympathie Herrn Fillmann den
Orden für Humor, Satire und Wahnſinn.
Nach dieſem Intermezzo folgte in raſchem Wechſel
eine Attraktion der anderen und die große Reihe der
Vor=
träge ließ das herzhafte Lachen faſt garnicht verſtummen
Die Vortragenden fanden immer wieder andere
Humo=
riſtika, durch die ſie ihr Publikum für ſich einnahmen, wenn
auch nicht verhehlt werden ſoll, daß in manchen Fällen der
parſamere Gebrauch von Würze am Platze geweſen wäre,
doch das hat weiter kaa A’ſtand. Als Philiſter verſtand es
Narr Brück in vorzüglicher Weiſe, die Dienſtbotennot in
das rechte Licht zu rücken, einfach unübertrefflich war der
Schulbub des Narren Kumpf, ebenſo das Zwiegeſpräch
zwiſchen Heiner und Schorſch, das von den Narren Engel
und Velten gehalten wurde. Narr Veith verkörperte
einen köſtlichen Schuſterlehrbuben und der Weißbinder
des Narren Hanſtein, ſowie die bekannte Fraa
Peffer=
loch des Narren Schard wurden trotz der vorgerückten
Stunde lebhaft begrüßt und ihre Vorträge mit äußerſt
ebhaftem Beifall ausgezeichnet.
Eine beſondere Note brachten in das Programm die
Darbietungen der beiden Mitglieder unſeres
Hof=
theaters der Hofopernſängerin Frl. von Blanck und
des Hofopernſängers Thommſen; dem Charakter der
Veranſtaltung angepaßt, brachten ihre Lieder und Duette
einen ungeahnten Effekt, und kann ihre Aquiſition für den
Abend als äußerſt glücklich bezeichnet werden. Fräulein
v. Blanck trug zunächſt eine rührende Vogelgeſchichte,
ſo=
wie das Lied „Ich habe ſchon viele Männer geſehen” aus
„Die Bombe platzt” von Linke vor, Herr Thommſen das
„Loblied der Polin” aus dem „Bettelſtudent” und „Lieder
der Liebesnacht” von Linke. Später folgten dann zwei
Duette, das „Gaſſenhauer=Duett” aus der Operette
„Künſtlerblut” und „Liebchen, laß uns tanzen” aus „Die
moderne Eva” für welche Leiſtungen Fräulein v. Blanck
zur Kammerſängerin ernannt und mit dem
Hoſenband=
orden ausgezeichnet wurde, ebenſo wurde Herr
Thomm=
ſen durch Verleihung eines Ordens und Ernennung zum
Kammerſänger geehrt. Das Künſtlerpaar erfreute dann
im Laufe des Abends noch einmal mit zwei modernen
Duetten. Als außergewöhnliche Darbietungen ſind noch
zu bezeichnen die in humoriſtiſches Gewand gekleideten
Reckübungen der erſten Turnerriege der Turngemeinde,
die beiden humoriſtiſchen Clowns Krämer und Hart
mann, ſowie die Reigenaufführungen und
Gruppen=
bilder der chineſiſchen Truppe
Als Verfaſſer von Liedern wurden noch ebenſo wie
die Büttredner durch Orden ausgezeichnet: Narr Fill=
mann, die Närrin Oeſterling, und die Narten
Georg Schneider, Louis Geiſt, Hartmann und
Schinnerl. Außerdem wurde noch Obermuſikmeiſtel
Hauske, der unermüdlich den muſikaliſchen Teil leiten
und zwei Komiteemitglieder ausgezeichnet. Mit eine
Einladung zu dem Maskenball am nächſten Sonntag er
kläcte der Präſident die Sitzung für beendet, wonach noch
ein flotter Tanz begonnen wurde.
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla.
Am Samstag abend hatte der Große Rat in
Mainz Repräſentationspflichten zu erfüllen. Er folgi
offiziell einer Einladung des Mainzer Karneval
lubs zu deſſen großer Damen= und Herrenſitzung inder
Stadthalle. Ueber den Beſuch ſchreibt ein Mainzer Blatl
u. a.: „Einen beſonderen Glanz erhielt die Sitzung,
die Abgeſandten der Darmſtädter Karneval
geſellſchaft Narrhalla begrüßt werden konnten
Den Großherzog hatten ſie nicht mitgebracht, aber Grüßſ
vom Lorche, ferner eine Probe Nationalgemüs (Hackel
oder Tannäpfel) und eine Rieſenflaſche große Woogs
waſſer (Originalfüllung). Herr Supp ſprach im Auf
trage der Narrhalla; auch wurde der dortige Hofdichte
Robert Schneider vorgeſtellt. Der Vorſitzende Fried
berg dankte für die Ehrung und ſtellte in Ausſicht, daßdi
Flaſche mit anderem Inhalt ohne Gewähr für ſichere Ar
kunft an die Geſtade des großen Woogs gebracht würde
Am Sonntag abend fand im Städtiſchen Saalbau da
zweite große karnevaliſtiſche Konzert m
Preistanzen ſtatt. Die Veranſtaltung war wiederm
erfreulich zahlreich beſucht und nahm den denkbar ſchönſte
Verlauf in beſter karnevaliſtiſcher Stimmung. DieKa
velle des F.=A.=R. 61 unter der altbewährten Leitun
ihres Obermuſikmeiſters Weber ſorgte von vornherei
für Fidelitas, und bald tobte auch die farbenfrohe, leben
prühende Luftſchlangenſchlacht. Bald nach 11 Uhr began
im Gartenſaal der Tanz, der durch das ausgeſchrieben
Preistanzen außergewöhnliche Beteiligung fand. Je einen
erſten Preis, beſtehend in einem Orden am Bande un
einer Ehrenkarte zum großen Gala=Elite=Masken
b all am Faſtnachtſonntag erhielten Frl. Axtmann un
Herr Sergeant Goeckel (F=A.=R. 61), je einen zweitel
Preis (Ehrenkarte für den Maskenball) Frl. Würthel
und Herr Stud. Joedicke.
Der Bunte Abend wird nun beſtimmt am Son
tag, den 26. d. M., im Städtiſchen Saalbau ſtattfinden
und zwar unter Leitung des Herrn Robert Schnel
der, deſſen beſondere Geeignetheit als Conferencier alic
„Verklickerer” noch in beſter Erinnerung iſt. Für del
Bunten Teil des Programms, dem wieder Tanz fol
gen wird, ſind mehrere vorzügliche Kunſtkräfte engagien
u. a. auch Herr Wiß aus Mainz, der vorzügliche Teno
der gelegentlich der großen Damen= und Herrenſitzungſt
ungewöhnlich beifällige Aufnahme gefunden hat. Del
muſikaliſche Teil dieſer Veranſtaltung, auf deren glanzvoll
Durchführung der Elferrat beſonderen Wert legt, liegt
den Händen der Kapelle Hauske. Nähere Mitteilungen
folgen.
Geſellſchaft Harmloſe.
Saalöffnung 5 Uhr 11 Min., Beginn 6 Uhr 11 Min
o lautete die offizielle Anzeige, und ſchon kurz nachen
folgter Saalöffnung ſaßen in dicht gedrängten Schareſ
Kopf an Kopf Narren und Närrinnen, um den ja ſchol
eit Jahren in beſtem Rufe ſtehenden karnevaliſtiſchen
Veranſtaltungen der Harmloſen wieder beizuwohnen
Und wer iſt nicht auf ſeine Rechnung gekommen, mögef
die Erwartungen noch ſo hoch geſpannt geweſen ſeinzſiel
vurden durch das Gebotene bei weitem übertroffen. Uniel
der vortrefflichen, bewährten Leitung des Herrn Julim
Simon wickelte ſich das ſchier unerſchöpfliche Programſt
ab, fortgeſetzt Abwechſelung und Neues bietend, wie
reichhaltiger kaum zuſammenzuſtellen iſt. Die Stimmun
war demgemäß natürlich ſchon von allem Anfang an ein
überaus gehobene, und wurden ſämtliche Darbietungen
mit größtem Beifall aufgenommen. Nach der humo
vollen geiſtſprühenden Begrüßungsrede des Herrn Simol
erſchien, von Närrinnen und Narren mit toſendem Jubel
begrüßt, das Komitee der „Narrhalla” herzlichſt begrüßt
vom Präſidenten, welcher dem neuen Präſes, Herrn
Supp, den anläßlich der Erhebung zum Monarchen ver
hießenen Orden überreichte. Herr A. Supp dankte
warmen Worten für den freundlichen Empfang und nahm
gerne die Verſicherung entgegen, daß „Die Harmloſen
ſtets gute Freundſchaft mit der Narrhalla zu halten
ſtrebt ſein wollen. Als Protokoller ſtellte ſich der
althe=
währte Georg Delp wieder vor, der diesmal den Voge
abgeſchoſſen hatte. In gleicher altbekannter unübertreff
licher Weiſe ließ nun Herr Robert Schneider eine
Vortrag vom Stapel, der wahre Lachſalven auslöſte. Nuſ
folgte Schlager auf Schlager. Die humoriſtiſchen Bütt
redner wie Dreeſte, Engel, Löb und Gg. Jacobi, die teils
in Reimen Ereigniſſe aller Art zum Thema ihrer Vorträg
gewählt hatten, fanden lebhaften und wohlverdienten
Beifall. Als Liederdichter hatten wieder altbewähn
Kräfte wirklich Schönes geſchaffen. Es wurde ihnen, und
zwar den Herren Altenkirch, Delp, Hartmann
Jakob und Ernſt Jacobi und Jeidels der beſt
Dank in der außerordentlich beifälligen Aufnahme durch
das närriſche Auditorium. Lebhaften Beifall fandendi
Herren A. Hartmann und Krämer mit einem muſ
kaliſchen Clown=Akt. Allen wurde der wohlverdiente
Orden, der in verſchiedenen Variationen zur Verleihun
gelangte, überreicht. Ein Tanz hielt die frohe Schar noch
bis zum letzten Augenblick faſt vollzählig zuſammen. Alle
in allem kann die Geſellſchaft Harmloſe mit Stolz auf ihl
ſo großartig verlaufene Sitzung zurückblicken.
Vermiſchtes.
— Das Verſicherungsgeſetz für Ang
ſtellte. Wie aus vielfachen Veröffentlichungen übel
das am Anfang des Jahres in Kraft getretene
Verſiche=
rungsgeſetz für Angeſtellte bereits bekannt ſein dürfte, ſin
alle Muſiklehrenden ſoweit ihr berufliches Ein
kommen 5000 Mark nicht überſteigt, dem Verſicherungs
zwang unterworfen. Nach § 170 des Geſetzes haben
Arbeitgeber und Verſicherte zu gleichen Teilen die Mitte
für die Verſicherung aufzubringen. Ein anderer
Parg=
graph (177), der für die Privatmuſiklehrenden ſpeziell
Betracht kommt, beſtimmt, daß wenn mehrere Arbeitgeber
den Verſicherten während des Monats beſchäftigen, jeder
Arbeitgeber 8 Prozent des für die Beſchäftigung geza
ten Entgelts als Beitrag direkt an die Verſicherungs
anſtalt zu zahlen hat, und daß die Hälfte des monatlic
oder vierteljährlich zu zahlenden Betrags dem Lehre
oder Lehrerin vom Honorar abzuziehen iſt. Aus ver
ſchiedenen, hier nicht näher zu erörternden Gründe
haben die Mitglieder der Muſikgruppe
Darm=
ſtadt, dem Beiſpiel vieler Schweſtergruppen
fol=
gend, beſchloſſen, nach § 14 die Befreiung von dem Ver
Großherzogliches Hoftheater.
Montag, den 20. Januar.
Zum erſten Male:
„Mein Freund Teddy‟.
Luſtſpiel in 3 Akten von André Rivoire und
Lucien Besnard.
W-l. Das Stück ſpielt in Paris und behandelt
natür=
lich eine Eheaffäre. Es iſt Pariſer Milieu, leichtfertig und
frivol, aber unterhaltend. Die jungen Mädchen betrachten
die Ehe als ein Amüſement, die Ehefrauen haben
Lieb=
haber, laſſen ſich sans facon ſcheiden und wechſeln die
Männer wie ihre Kleider; das iſt alles ſelbſtverſtändlich.
Die Handlung dreht ſich um die fünfundzwanzigjährige
Frau Madeleine, die ihrem Gatten den Laufpaß gibt,
einem zweiten die Ehe leichtfertig verſpricht und einen
dritten heiratet — alſo an Handlung fehlt es nicht.
Dieſer ſogenannte Glückliche iſt der ſmarte Amerikaner
Teddy Kimberley, die Hauptperſon des Stückes, die ihm
Leben und Intereſſe verleiht. Er liebt die Frau
Made=
leine, die mit dem Deputierten Didier verheiratet iſt, und
mit kühlem Verſtande und warmem Herzen gelingt es ihm.
ſie von ihrem Manne und ihrem zweiten Verlobten
loszu=
machen und ſie für ſich zu erringen. Der Mann, ein eitler
Streber, wird an eine einflußreiche ältere Dame, Gattin
eines geweſenen Präſidenten, abgeſchoben. Der zweite
Akt ſpielt in der Villa des Amerikaners zu Deauville
der Theaterzettel verſchweigt den Ort der Handlung
wo die ganze ſogenannte Intrige geſponnen wird, ohne
daß jemand außer Teddy etwas davon merkt.
Von dem Eſprit der Franzoſen, der es ſonſt
ermög=
licht, an ſolche Stücke einen höheren Maßſtab anzulegen
und der den Stoff adelt, iſt hier wenia zu ſpüren; es iſt
im Grunde nur eine beſſere Poſſe, auch iſt die Handlung
im Gegenſatz zu dem ſonſtigen Raffinement der
franzöſi=
ſchen Luſtſpiele zu lang ausgeſponnen. Es iſt kein inneres
Behagen, keine Befriedigung über die Feinheit des Witzes
und des Geiſtes, ſondern ein derbes Lachen über
Poſſen=
wirkungen, die das Stück erweckt. Auch den
feingeſchliffe=
nen und geiſtreich pointierten Dialog, um den wir die
Franzoſen beneiden, läßt das Stück vermiſſen
Es ſteht und fällt mit der Rolle des Amerikaners
Teddy, der einzigen originellen Figur des Stückes,
ob=
wohl der mit unſeren Sitten und geſellſchaftlichen
Ge=
bräuchen in Widerſpruch ſtehende und durch dieſen
Kon=
traſt komiſch wirkende Bürger aus dem Lande der
unbe=
grenzten Möglichkeiten im Luſtſpiel nicht mehr ganz neu
iſt. Aber dieſe Art ſeiner Verwertung für das Luſtſpiel
mag ein neuer Gedanke ſein.. Die Rolle ſpielte Herr
Ehrle ſehr hübſch und mit einheitlicher und
konſequen=
ter Durchführung des Charakters. In dieſer ſtellte ſich
die trefflich gelungene Darſtellung der Rolle ſeinem
Garde=
offizier ebenbürtig zur Seite. Die Frau Madeleine, die
Frau mit den drei Männern, wie man ſie auch nennen
könnte, ſpielte Frl. Meißner mit feiner Pointierung
und einer der Rolle wohl anſtehenden Pikanterie, ſo daß
man ihr glauben mußte, daß ſich drei Männer um ihre
Gunſt bewerben. Der Deputierte Didier und die Frau
Präſidentin, in denen man eine politiſche Satire erblicken
ſoll, die aber über das Poſſenhafte nicht weit
hinaus=
kommen, wurden von Herrn Jürgas und Frau
Mül=
ler=Rudolph dargeſtellt. Erſterer hielt ſich an die
ſchmeichelhafte Charakteriſtik, die ihn als einen Narren
bezeichnet, vielleicht zu ſtreng, letztere war für eine
ge=
weſene Präſidentin zu derbe. Für den verabſchiedeten
Liebhaber und Miniſterkandidaten Bertin war Herr
Sem=
ler wohl der berufenſte Vertreter. Die Rollen des
Ver=
dier und des Francois waren durch die Herren Heinz
und Schneider gut beſetzt. Der junge Damenflor im
erſten Akt, der hübſcher anzuſehen als anzuhören war.
wurde von den Damen Uttmann, Schaub. Art’l
und Sonnenthal, einer jungen, anſcheinend
talent=
vollen Debutantin, gebildet. Kleinere Rollen hatten noch
die Herren Hermann und Peterſen als Diener und
Frl. Mühlpfort als Aline
Das Stück war ſorgfältig einſtudiert und die
Auf=
führung verdient warmes Lob. Die Regie führte Herr
Hacker. Die Inſzenierung, die wohl in erſter Linie
Herrn Herrn Generaldirektor Dr. Eger zu danken iſt,
war, wie alle Inſzenierungen der neu einſtudierten
Stücke, höchſt ſtil= und geſchmackvoll Namentlich ailt dies
von dem prächtigen Salon der Madame Madeleine im
erſten Akte.
Das Publikum ſchien ſich gut zu unterhalten und
ſpen=
dete nach jedem Akte lebhaften Beifall.
Ueber die Siegfried”=Vorſtellung am Sonntag
die mit Ausnahme einiger Nebenpartien in der früheren
Beſetzung erfolgte, läßt ſich nicht viel des Lobes ſagen
Die ganze Aufführung litt unter einem Mangel an
Stim=
mung und Temperament und wirkte ermüdend” auch die
Sänger und Frau von Suah, die nicht gut disponiert zu
ſein ſchien, haben ſchon beſſere Leiſtungen geboten. Zum
Teil mag dies auch in der rieſigen Anſtrengung begründet
ſein, die die ſtrichloſe Aufführung, auf die man ſich nun
einmal feſtaeleat hat, erfordert und der man nicht immer
in gleicher Weiſe gewachſen ſein kann. Dieſelbe Erfahrung
hat man auch ſchon früher gemacht.
herungszwang des neuen Reichsgeſetzes nachzuſuchen
d dafür der Abteilung III der Allgemeinen deutſchen
rſionsanſtalt für Lehrer und Lehrerinnen in Berlin
hzutreten. Die genannte Anſtalt gewährleiſtet den
Ver=
ſerten die gleichen Rechte und Pflichten wie die
Reichs=
ſecherungsanſtalt, ſie iſt daher als vollgültiger Erſatz
die Reichsverſicherung anzuſehen. Im Gegenſatz zur
ſichsverſicherungsanſtalt bezieht die deutſche
Penſions=
ſſtalt die Beiträge nicht direkt von den Arbeitgebern,
ſern von den Verſicherten ſelbſt. Erſtere hätten alſo
auf ſie entfallende Beitragshälfte (4 Prozent des
ver=
barten Honorars) gleichzeitig mit dem Honorar an den
hrer reſp. die Lehrerin zu zahlen, ein Modus, der für
Betreffenden jedenfalls den Vorteil der größeren
Ein=
hheit und Bequemlichkeit bietet. — Die dem preußiſchen
ſlusminiſterium organiſch angegliederte Allgemeine
ſiſche Penſionsanſtalt für Lehrer und Lehrerinnen iſt
öffentliche Anſtalt anerkannt worden. Zweifellos
wer=
nun alle diejenigen Lehrer und Lehrerinnen, die der
geſtelltenverſicherung unterliegen, ſich der
Allgemeinen=
ſiſchen Penſionsanſtalt anſchließen, die ihren beſonde=
Standesintereſſen in jeder Weiſe Rechnung trägt.
Vom heſſiſchen Verein abſtinenter
farrer wird geſchrieben: Die an der
Nüchternheits=
wegung intereſſierten evangeliſchen Geiſtlichen des
foßherzogtums Heſſen, Frankfurt a. M. und Heſſen=Naſ=
, insbeſondere die Mitglieder und Freunde des
Ver=
ſſts abſtinenter Pfarrer und des kirchlichen Blauen
Kreu=
kommen am 27. Januar in Frankfurt a. M., „Hotel
ſonenhof”, um 10 Uhr zuſammen. Vortrag des
Gene=
ſekretärs des kirchlichen Blaukreuzbundes, Pfarrers Dr.
rckhardt=Berlin: „Warum ſind wir Abſtinenten und
blen andere dazu machen?” mit anſchließender
Beſprech=
g: Diskuſſion über Gegenwartsarbeiten und
Zukunfts=
fgaben der evangeliſchen Nüchternheitsbewegung”.
Zu=
ſich findet die Generalverſammlung der heſſiſchen Lan=
Paruppe des Vereins abſtinenter Pfarrer ſtatt.
— Hundeausſtellung für
Polizeihunde=
ſen. Der Zweigverein Rhein=Neckar=Gau des
Ver=
für deutſche Schäferhunde (S. V.) Sitz München,
Pranſtaltet am 2. März dieſes Jahres in
Mannheim=
ſc grau in dem großen Saale „Zum Eichbaum” eine
ſſr. Kartell anerkannte Katalogſchau für die vier
Hunde=
ſſen: Airedale Terrier, Dobermannpinſcher, Deutſche
khäferhunde und Rottweiler. Da die Ausſtellung die
ſte ihrer Art in dieſem Jahre iſt, dürfte auf gute
Be=
ſickung zu rechnen ſein, und es iſt daher ſehr zu
empfeh=
t, jetzt ſchon mit den Meldungen zu beginnen.
Bezüg=
h der Meldeformulare wende man ſich an den Ausſtel=
Ingsleiter, Herrn Ludwig Schuhmacher in Neckarau,
ſf er=Wilhelmſtraße 72, welcher auch jede gewünſchte
ürrkunft gerne erteilt. Anerkannte Richter ſind für die
ſhnu bereits gewonnen und zahlreiche Ehrenpreiſe ſtehen
hr Verfügung. Spratt füttert und ſtellt die Boxen.
C.K. Die wachſende Pelznot. Das ungeheure
ſwachſen der Preiſe für wertvolle Pelze legt den
Ge=
en immer näher, die Züchtung von Pelztieren im
Pißen zu betreiben. In Prince Edward Island iſt der
Aruch, kanadiſche Marder in der Gefangenſchaft zu
züch=
h und dadurch dieſe immer ſeltener werdenden Tiere
r dem Untergang zu retten, gelungen, und man geht
ſfit um, andere koſtbare Pelztiere, wie das Hermelin,
ſeffraß, Nerz und andere, ebenfalls in Farmen zu
ßiten. Die Unterſuchungen, die einer der
Sachverſtän=
him der kanadiſchen Tierſchutz=Kommiſſion Walter
Ines ſoeben veröffentlicht, laſſen keinen Zweifel darüber,
die Zahl der Pelztiere in Kanada ſich außerordent=
Ih vermindert hat. Nach der Anſicht von Jones werden
ſetwa 20 Jahren nur noch die reichſten Leute in der
ge ſein, Pelze zu kaufen. Unverarbeitete Felle von
hrädiſchen Mardern ſind mit nicht weiger als 12000
hack das Stück bezahlt worrden. Ja, man kauft ſogar
moch nicht geborenen Tiere auf den Marderfarmen mit
Mark das Stück.
Literariſche-
— Ein Jubiläum, an dem die Frauenwelt nicht
rWWiens und Oeſterreichs teilnimmt, feiert das bekannte
Love= und Familienjournal die Wiener Mode. Zum
Geburtstag der Wiener Mode iſt ein Jubiläumsheft
Acrienen, welches in der Geſchichte der Mode= und
ßeuenblätter einzig daſteht, da es durch ſeinen Inhalt
d Ausführung künſtleriſche und kulturelle Bedeutung
ſt Es iſt eine wunderſchöne Gabe an alle Freunde des
ftttes, es iſt eine hervorragende Monographie unſerer
kimtiſchen Kunſt, die dadurch, daß ihre berufenſten
Ver=
kter Beiträge zu dieſem Hefte geliefert haben, deutlich
große Anſehen, das die Wiener Mode überall genießt
ſt verdient, dokumentieren will. Wer das
Jubiläums=
durchſieht, wird auch den großen Erfolg verſtehen,
n die Wiener Mode im Laufe der 25 Jahre ihres
Er=
eienens zu verzeichnen hat. Der einleitende Teil des
iu iläumsheftes bringt muſterhafte Aufſätze über Kunſt,
mſtgewerbe, Frauenleben und Mode von den
berufen=
in Autoren. Nur einige Namen ſeien hier genannt:
ſnrat Otto Wagner, Hofrat Dr. Leiſching, Direktor des
wſtgewerbemuſeums, Hofrat Dr. Vetter, Oberbaurat
hmann, Regierungsrat Profeſſor Joſeph Hoffmann,
ſroffeſſor Dr. Haberland, Frau Marianne Hainiſch und
hdere bedeutende Perſönlichkeiten kommen hier zu Worte.
lſtch im Unterhaltungsteil ſind die Beſten vertreten.
ſſarie von Ebner=Eſchenbach, Felix Salten, Stephan
ſilow, Hugo Salus, Alfons Petzold; Alfred Grünfeld
tein Albumblatt komponiert und ſo fort, und wenn man
n Rückblick des Herausgebers, Kaiſerlichen Rates Karl.
ſſollbert, und dann die ſtatiſtiſchen Daten zur Geſchichte
1s Blattes lieſt, bekommt man wirklich Hochachtung vor
ſr gewaltigen Arbeit, die hier in 25 Jahren geleiſtet
unde. Man erfährt hier, daß die bisher veröffentlich=
1143 Millionen Hefte, aufeinandergeſtellt. eine Höhe von
0000 Metern betragen würden. 1020 Waggons wären
fforrderlich, um das Papier zum Druck der Wiener Mode
befördern. Die Papiermaſſe wog 10½ Millionen
Kilo=
farnm. Der Aufwand an geiſtiger Kraft iſt hier gar
ſchtt berückſichtigt. Die Wiener Mode kann mit Recht ſtolz
m auf dieſe wunderſchöne Feſtgabe, die ſie im
Jubi=
urnsheft ihren Abnehmern bietet.
Techniſche Monatshefte. Zeitſchrift für
ſechik, Kultur und Leben. Heft 11, 12. Halbjährlich
60 Mark (für 6 Hefte und 2 Buchbeilagen). Verlag der
ſecheniſchen Monatshefte (Franckhſche Verlagshandlung),
ltuttgart. Wer die Techniſchen Monatshefte regelmäßig
wird in leicht verſtändlichen Artikeln über alles
unter=
ſcht et, was die Welt der Technik bewegt. Aktuelle
Tages=
ſſagen, neue Erfindungen und Entdeckungen, Fortſchritte
nd Probleme der modernen Technik ſind die Themen,
ſe bekannte Autoren zum Gegenſtand ihrer Abhandlungen
jachen. Mit Heft 12 wurde auch noch die 4. Buchbeilage
eſees Jahrganges ausgegeben, benannt „Der elektriſche
ſtrom, Bd. III‟, von Hanns Günther, in welcher der
ſeiner anſchaulichen Darſtellungsgabe wohlbekannte Autor
im Anſchluß an ſeine früheren Buchbeilagen die
Dynamo=
maſchinen und Elektromotoren in ihren Grundäußerungen
ausführlich darſtellt.
Der Bund Jungdeutſchland und die Deutſche
Tur=
nerſchaft haben ſoeben eine illuſtrierte Wochenſchrift für
Deutſchlands Jugend begründet, die unter dem Titel
Jungdeutſchland=Poſt im Verlage der
König=
lichen Hofbuchhandlung E. S. Mittler u. Sohn in
Ber=
lin erſcheint. Gemäß den Zielen des Jungdeutſchland
Bundes nimmt in dieſer für weiteſte Kreiſe jugendlicher
Leſer im Alter von 14—20 Jahren beſtimmten Wochenſchrift
das Gebiet der Leibesübungen einen bevorzugten Platz ein.
Ferner wird in volkstümlicher, allgemein verſtändlicher
Form u. a. berückſichtigt: Vaterländiſche Geſchichte und
Heimatkunde, für das praktiſche Leben wichtige techniſche
Errungenſchaften und Erzeugniſſe, Landwirtſchaftslehre,
Tierkunde, Naturlehre uſw. Daneben kommt aber auch
die unterhaltende Seite nicht zu kurz. Durch die
führen=
den Köpfe der deutſchen Schriftſteller wird gediegene Koſt
für die herangewachſene Jugend in der mit zahlreichen
Abbildungen geſchmückten Zeitſchrift geboten. Die
Zeit=
chrift erſcheint jeden Samstag. Der Bezugspreis be
trägt vierteljährlich nur 35 Pfg. Beſtellungen auf
Abonne=
meuts nimmt jede Poſtanſtalt entgegen.
Der Balkankrieg.
Oeſterreich=Ungarn und der Balllanbund.
* Peſt, 4419. Jan. Der Peſter Lloyd hebt in einer
Beſprechung des Verhältniſſes Oeſterreich=
Ungarns zu dem Balkanbund hervor: Der
größte Fehler, den die Balkanſtaaten ſich ſelbſt und der
Monarchie gegenüber begehen, beſteht darin, daß ſie unter
dem Einfluß nicht allzu aufrichtiger Freunde ſich in
wich=
tigen Augenblicken in einen künſtlich geſchaffenen Ge
gen=
atz zu Oeſterreich=Ungarn drängen ließen.
Die durch die natürlichen traditionellen Verhältniſſe
vor=
gezeichnete Politik der Balkanvölker verlangt möglichſt
enge, vertrauensvolle Beziehungen zu Oeſterreich=Ungarn.
Eine unermüdliche Verhetzungsarbeit benutzt die
alba=
niſche Autonomiefrage, den rumäniſch=bulgariſchen Streit
und ſchließlich die Friedensaktion, um bei den
Balkan=
völkern die Suggeſtion von der
öſterreichiſch=
ungariſchen Erbfeindſchaft aufrecht zu erhalten. So
wird das von Kriegsbeginn an ſeitens Oeſterreich=
Un=
garns aufgeſtellte Programm der Freundſchaft für die
Balkanvölker mißverſtanden und mißdeutet, insbeſondere
von Serbien, welches ſeine Errungenſchaften auf
glat=
tem Wege hätte heimbringen können, wenn es von
An=
fang begriffen hätte, daß es die Sympathien Oeſterreich=
Ungarns mindeſtens ebenſo ſehr brauche, wie dieſes ſeine
Freundſchaft. Langſam beginnen ſich in der Ententepreſſe
ſowie in Serbien Anzeichen beſſerer Verhältniſſe
bemerk=
bar zu machen. Die natürliche, durch die Verhältniſſe
vor=
geſchriebene Politik braucht für Serbien mit keiner
Ein=
ſchränkung ſeiner politiſchen und wirtſchaftlichen Freiheit,
ſie braucht mit keiner Schädigung Dritter verknüpft zu
ſein. Oeſterreich=Ungarn hegt keine Feindſchaft gegen
Serbien. Es gab ihm Beweiſe ſeiner Freundſchaft
und verlangte nur als unerläßliche Bedingung des
un=
geſtörten Nebeneinanderlebens die ſerbiſche
Gegenleiſt=
ung. Hoffentlich iſt der wieder einmal mißglückte
Verſuch, Oeſterreich=Ungarn vom Balkan
auszuſchal=
ten und dort als quantité négligeable zu behandeln, der
letzte dieſer Art, denn Oeſterreich=Ungarngerwartet,
daß ſich Serbien nach dem Scheitern dieſer unnatürlichen
Politik gegen Oeſterreich=Ungarn endgültig auf den Weg
einer natürlichen Politik begibt.
Die „geiſtliche Republik” Athos.
* London, 20. Jan. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt, daß bis zur Stunde die Delegationen der
Balkan=
ſtaaten amtlich keine Kenntnis von dem Beſchluſſe der
Mächte haben, den Berg Athos zu einer
geiſt=
lichen Republik zu machen. Angeſichts der
beſon=
deren Intereſſen Griechenlands, deſſen Truppen jetzt die
Halbinſel, deren öſtlichſte Grenze der Berg Athos bildet,
beſetzt halten, wird es zu mindeſt als ſeltſam angeſehen,
daß ihm keine amtliche Mitteilung gemacht wurde,
ge=
ſchweige denn, daß die Balkanverbündeten befragt
wor=
den wären. Die Delegierten erfahren inoffiziell, daß die
jüngſt geſchaffene Republik unter die Jurisdiktion des
ökumeniſchen Patriarchen (ob ausſchließlich unter
geiſt=
lichen, iſt nicht bekannt) und unter dem Schutz der
ortho=
doren Regierung ſtehen, ſowie durch
internatio=
nale Truppen oder Polizei beſetzt werden ſoll. Angeſichts
der damit verknüpften heiklen Fragen wird das Erſtaunen
ausgedrückt, daß der Patriarch gar nicht befragt wurde
und daß nicht daran gedacht werde, daß unter den
obwal=
tenden Umſtänden die Anſichten der griechiſchen
Regier=
ung für die Mächte hätten nützlich ſein können.
Die griechiſch=türkiſche Seeſchlacht.
* Athen, 19. Jan. Vom Admiral Kunt Uriotis
ſind heute Telegramme eingelaufen, die folgendes
be=
ſagen: Während der ganzen geſtrigen Nacht unternahm
der türkiſche Kreuzer „Hamidije” mit einem
Torpedo=
bootszerſtörer eine Erkundungsfahrt in die Nähe
der Inſel Tenedos. Am Vormittag lief die türkiſche
Flotte, beſtehend aus den Linienſchiffen „Barbaroſſa
Hai=
redin” „Torgud Reiß”, „Meſſudije” „Aſſar=i=Tewfik”
dem Kreuzer „Hamidije”, ſowie aus 13
Torpedoboots=
zerſtörern und Torpedobooten aus den Dardanellen aus.
Sie nahm zuerſt die Richtung auf Imbros, wandte
ſich dann nach Lemnos und gelängte von dort bis auf
20 Meilen nordweſtlich von Tenedos. Die griechiſche
Flotte, beſtehend aus den Panzerkreuzern „Georgios
Awe=
roff” „Hydra”, „Spetzſai”, „Pſara” ſowie ſieben
Tor=
pedobooten, fuhr ihr ſofort entgegen. Admiral
Kunt Uriotis übermittelte der Flotte folgenden Befehl:
Wir erinern Euch an unſeren Befehl vom 3. Dezember.
Die Zukunft unſeres teueren Griechenlands hängt vom
heutigen Tage ab. Schlagt Euch wie die Löwen! Um
5 Uhr 10 Min. telegraphierte Admiral Kunt Uriotis: Wir
haben die feindliche Flotte geſchlagen und ſie
faſt bis in die Dardanellen verfolgt, in die ſie ſich in
Unordnung flüchtete. Der Kampf dauerte drei Stunden.
Wir haben einen einzigen Leichtverwundeten. Die
Be=
ſchädigungen des „Aweroff” ſind unbedeutend, ſein
Kampfwert bleibt intakt.
* Konſtantinopel, 19. Jan. Der Miniſter des
Aeußern Noradunghian erklärte dem Vertreter des Wolff=
Bureaus, daß die Seeſchlacht geſtern bei der
In=
el Luros zwiſchen einem Teil der türkiſchen
Flotte und der vollzähligen griechiſchen Flotte
ſtattgefunden habe. Der Kampf hätte dreieinhalb
Stun=
den gedauert. Auf beiden Seiten habe es Havarien
ge=
geben. Auf türkiſcher Seite ſei genau beobachtet worden
daß der griechiſche Panzerkreuzer „Georgios Aweroff”
Beſchädigungen erlitten habe. Die türkiſche Flotte
ſei heute morgen vollzählig in die Dardanellen
zu=
rückgekehrt. Kurz vor dieſer Erklärung des Miniſters
hatte die offiziöſe Agence Ottomane die Athener amtliche
Darſtellung der Seeſchlacht veröffentlicht
* Konſtantinopel, 19. Jan. Ein zweites
Kom=
muniqué beſagt, die Kämpfe zwiſchen Tenedos und
Lemnos dauerten mehrere Stunden. Auf beiden Seiten
waren die Verluſte beträchtlich. Die türkiſche Flotte
iſt unverſehrt zurückgekehrt. Die Verwundeten
werden hierher gebracht.
Konſtantinopel, 19. Jan. Am Nachmittag iſt
das Transportſchiff „Reſchid Paſcha” hier eingetroffen,
das 70 Verwundete aus der Seeſchlacht bei
Lemnos an Bord hat.
Letzte Nachrichten.
* Port Said, 20. Jan. Der türkiſche Kreuzer
„Hamidije” iſt in den Suezkanal eingefahren, um nach
dem Roten Meer zu gelangen.
* London, 20. Jan. Das liberale Daily
Chro=
nicle ſchreibt: In Verbindung mit der Zögerung der
Mächte, die jedenfalls bis zu einem gewiſſen Grade
den Nachdruck ihrer Note abgeſchwächt hat, iſt
Deutſch=
land ungünſtig kritiſiert worden. Tatſächlich
war es der verzögernde Faktor; aber vielleicht verdient
ſeine Regierung eher Glückwünſche, daß ſie gemeinſam
mit den anderen Mächten gehandelt, als den Tadel, daß
es zu vorſichtig gehandelt habe. Ein beträchtlicher Teil
der deutſchen Preſſe, der den Wunſch einflußreicher
Fi=
nanzkreiſe widerſpiegelt, die türkiſchen Sympathien um
jeden Preis wieder zu gewinnen, hat den Staatsſekretär
des Auswärtigen bitter getadelt, daß er nicht die
Gelegen=
heit ergriffen habe, die Türkenfreundſchaft Deutſchlands
gegen die Haltung des übrigen Europa hervortreten zu
laſſen. Das wäre eine Politik, die die Exploſion eines
Pulvermagazins riskiert hätte, um eine Zigarette rauchen
zu können, und das amtliche Berlin verdient Anerkennung
dafür, daß es das vermieden hat. Das amtliche London
verdient noch mehr Anerkennung. England hat dieſelben
Intereſſen in der Türkei wie Deutſchland, und es hat viel
mehr Grund, das Gewicht von Kiamils Kabinett zu
wah=
ren, weil das Kabinett ausgeſprochen englandfreundlich
iſt. Aber die engliſche Diplomatie iſt, obwohl ſie darauf
bedacht iſt, der Türkei eine rückſichtsvolle Behandlung zu
ſichern, in dem letzten kritiſchen Monat nicht einmal in
dem Sinne wie Deutſchland ein verzögernder Faktor
ge=
weſen. Daily News ſagt: Die Note der Mächte an die
Türkei iſt deutlich und in Ton und Inhalt ſo feſt, wie man
erwarten konnte. Sie bringt die boshaften Gerüchte zum
Schweigen, daß Deutſchland die Note zu einer
unwirk=
ſamen, allgemein gehaltenen Ermahnung abgeſchwächt
hätte. Die Mächte ſind einig in dem Wunſche, eine
Er=
neuerung des Krieges zu verhindern, deſſen ſchließliche
Wirkung niemand vorausſagen könnte.
* London, 20. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, ermächtigte der bulgariſche
Premier=
miniſter Geſchow die Delegierten in London, dem
Oberkommandierenden General Sawow direkt zu
tele=
graphieren, die Feindſeligkeiten wieder
auf=
unehmen wenn ſie meinen ſollten, daß für den
Friedensſchluß keine begründete Ausſicht beſtehe. Im
Zu=
ſammenhange damit wird darauf hingewieſen, daß die
Soldaten der BBalkanverbündeten ſpäteſtens im Februar
zur Beſtellung der Aecker zurückkehren müſſen, da ſonſt
eine Hungersnot unvermeidlich ſei.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Charlottenburg, 20. Jan. In dem Reſtaurant
„Jahn” erſchienen nachts gegen 1 Uhr vier junge
Leute, die, als ihnen von dem Wirt mit Rückſicht auf
die bereits eingetretene Polizeiſtunde der Ausſchank von
Getränken verweigert wurde, das ganze Lokal de
molierten. Der Wirt wurde mit Stuhlbeinen
der=
artig zugerichtet. daß er ärztliche Hilfe ſuchen mußte. Beim
Erſcheinen der Polizei flüchteten die Täter, konnten aber
ſpäter mit Hilfe von Paſſanten feſtgenommen werden.
Saargemünd, 20. Jan. Heute früh brach auf der
Hottweiler Mühle bei Bitſch Feuer aus. In kurzer
Zeit ſtand die Mühle in Brand. Bei den Löſcharbeiten
wurden der Eigentümer Conrad und zwei Feuerwehrleute
durch eine einſtürzende Mauer getötet.
* Tokio, 20. Jan. Der ehemalige Premierminiſter
Saionji erklärte geſtern auf der Generalverſammlung der
Seyyukai. an dem Sturzſeines Kabinetts ſei
ein=
zig das Vorgehen des Kriegsminiſters Uyehara ſchuld,
der das Werk des Finanzminiſters Yamamoto
zu=
nichte gemacht habe. Dieſe Reform hätte bereits 36
Mil=
lionen Yen ergeben, und dieſe Summe hätte ausgereicht,
um den Steuerdruck zu vermindern und das Programm
des Kabinetts in Angriff zu nehmen.
Kaſſel, 20. Jan. Oberlandesgerichtspräſident von
Haſſell iſt heute im Alter von 70 Jahren am Herzſchlag
geſtorben.
H. B. Braunſchweig, 20. Jan. Ueber die Vernehmung
des Bankdefraudanten Auerbach, die heute morgen
durch den Unterſuchungsrichter ſtattfand können die
Braunſchweiger N. N. noch folgende Einzelheiten
mit=
teilen: Auerbach war am 29. Dezember 1912, alſo an
dem=
ſelben Tage wie Weber. über Frankfurt-Baſel und dann
auf dem Wege nach Athen gefahren. In einem dortigen
Hotel ließ er einen Rechtsanwalt aus Hannover kommen,
der ihm auf Grund der bekanntgewordenen
Zeitungs=
meldungen den Rat gab, nach Braunſchweig zurückzufahren
und ſich den dortigen Behörden zu ſtellen. Die
Staatsan=
waltſchaft erhielt bereits vor drei Tagen von einem
Zeu=
gen die Nachricht, daß Weber ſich ſelbſt ſtellen werde.
Poſen, 20. Jan. Im Pfarrhauſe zu Mozyslew bei
Konin erſchienen ſpät abends zwei Männer, angeblich um
den Probſt zu einem Schwerkranken zu holen. Während
ſich der Probſt ins Nebenzimmer begab, feuerten die
Män=
ner plötzlich mehrere Revolverſchüſſe gegen ihn ab
Ein Schuß verletzte den Geiſtlichen unterhalb des Herzens
tödlich. Auch auf den zu Hilfe eilenden Organiſten
feuer=
ten die Einbrecher, ohne jedoch zu treffen. Der Organiſt
flüchtete ſodann in die Kirche und läutete Sturm. Als
in=
folgedeſſen mehrere Männer herbeieilten, flüchteten die
Einbrecher und entkamen unerkannt.
H. B. Wien, 20. Jan. In Nebeſinje erſchoß ein
wahnſinnig gewordener Korporal des 18.
Infanterie=Regiments geſtern nachmittag drei Kameraden
und verwundete drei andere ſchwer, darunter einen tödlich.
Als die Bereitſchaft anrückte, gab er abermals Feuer und
tötete noch einen Mann. Nach verzweifelter Gegenwehr
und teilweiſer Iubrandſetzung des Gebäudes wurde der
Korporal heute früh tot aufgefunden.
Budenbach, 20 Jan. Das in Haida verſtorbene
Fräulein Marie König vermachte 150000 Kronen für
ſozialdemokratiſche Zwecke zu Händen des Dr. Adler,
250000 Kronen für wohltätige Zwecke und 50000 Kronen
für den Deutſchen Schulverein.
Paris, 20. Jan. An Dord des vor Aben im Noten
Meer liegenden ruſſiſchen Dampfers „Etſonia”
brach am Donnerstag nachmittag Feuer aus, das ſo
raſch um ſich griff, daß Offiziere und Mannſchaften keine
Zeit hatten, an die Löſchungsarbeiten zu gehen. Der
Ka=
pitän, ein Maſchiniſt und 10 Matroſen kamen in den
Flammen um. Die übrigen Perſonen konnten von
dem Dampfer „Priam” gerettet werden. Sie wurden in
Aden an Land gebracht.
Briefkaſten.
N. H. Der Dampfer „Patmös”, vermutlich ein
grie=
chiſcher Dampfer, iſt mir unbekannt Für Konſtantinopel-
Malta konnte ich eine direkte Verbindung nicht feſtſtellen,
wohl aber via Catania (Sizilien). Reiſedauer ca. 6 Tage.
Von Malta, das nur von wenigen Schifſen angelaufen
wird, beſteht eine ſtändige Verbindung mit franzöſiſchen
Schiffen nach Marſeille (Fahrtdauer 70 Stunden), von da
mit kurzen Zwiſchenaufenthalten bis Vliſſingen 8
und bis Hamburg 10 Tage mit verſchiedenen Dampfer=
R.
Uinen.
E. M. Das Teſtament muß in allen ſeinen Teilen
vollſtändig eigenhändig geſchrieben, mit
An=
gabe des Ortes und Tages verſehen und
unter=
ſchrieben ſein Wir möchten Ihnen empfehlen, Ihr
Teſtament vor Gericht oder Notar zu errichten, da es
hin=
ſichtlich der Koſten keinen Unterſchied macht, Sie aber
ge=
wiß ſind, daß das fo errichtete Teſtament formgerecht und
rechtswirkſam iſt. Bei dem eigenhändigen Teſtament
wer=
den die Koſten (Stempel) bei der Eröffnung erhoben.
J. St., hier. Sie dürfen den betr. Gegenſtand in
Ihrer Privatwohnung für Ihre Privatzwecke
be=
nutzen, dagegen nicht im Laden oder in einer Werkſtatt, da
nach § 4 des Patentgeſetzes die „gewerbsmäßige‟ Nutzung
anderen unterſagt iſt. „Gewerbsmäßig” iſt nicht identiſch
mit „gewerblich” (ſiehe § 1 und § 5 des Patentgeſetzes).
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Auch der harknäckigſte Huſten
hält den erprobien Wybert=Tablekten nichk ſtand, ſo ſtehk in —
einem der zahlreichen Zeugniſſe über dieſes ausgezeichnete Mittel zu leſen. 1
Wer irgend zu Erkältung neigk, viel zu ſprechen hak, ſeinen Hals ſchonen
muß, läßt ſie nie ausgehen und nimmt ſie regelmähig, wobei er immer
von neuem ihre erfriſchende und wohlkuende Wirkung verſpürt. Die
Schachtel koſtet in allen Apolhehen und Drogerien 1 Mark.
Saison-Ausverkauf
Trikotagen, Strumpf- u. Wollwaren,
Schürzen, Wäsche, Putz.
J. Carl Schmidt
Ecke Kirchstr. u. Schustergasse. (2261a
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Kranke. Winter besucht.,
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erven ie Stunde von Frankfurt a. M.
Prospekte durch Dr. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Heute morgen 9½ Uhr verſchied nach
langem Leiden unſere liebe Großmutter,
Ur=
großmutter und Tante
Susanne Fadum Wwe.
geb. Steuernagel
(2285
im 86. Lebensjahre.
Die Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 20. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Jan.,
nachmittags 3 Uhr vom Sterbehauſe,
Fuhr=
mannſtr. 16 aus, ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Sonntag, den 19. Januar, um 5 Uhr
nach=
mittags, entſchlief nach längerem, geduldig
er=
tragenem Leiden unſere liebe Tochter und
(2250
Schweſter
Fräulein Lina Lips
Lehrerin an der Victoriaschule.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Prof. Dr. Lips,
Darmstadt.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Amtlicher Weterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das weſtliche Tief iſt gegen das Feſtland
vorge=
drungen, und hat uns in ſeinen Bereich gezogen. Wich
ſind auf ſeiner Südſeite, ſodaß wir bei milden weſtlichen
Winden trübes, regneriſches Wetter haben. Das Tief
wird ſchnell oſtwärts wandern, ſodaß wir zunächſt trübes
Wetter und leichte Niederſchläge, ſpäter Abnahme
der=
ſelben und der Bewölkung zu erwarten haben.
Ausſichten für Dienstag, 21. Januar 1913: Trübſ
leichte Niederſchläge, mild, ſpäter Abnahme der
Nieder=
ſchläge und der Bewölkung, weſtliche Winde.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streſeil
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seit, ſämtlich in Darmſtadlt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtripte werden nicht
zurückgeſandt.
Tagesialender.
Großh. Hoftheater (Außer Abonnement). Anfang
7 Uhr: „Alda”.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Limmer von 146—½7 Uhll
im großen phyſikaliſchen Hörſaal der Techniſchen
Hoch=
ſchule.
Vortrag von Profeſſor Dr. Harnack um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Goethebund).
Reſidenztheater (am weißen Turm): Vorſtellungen
von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
deutſche Kronprinzeſſin mit ihren älteſten Söhnen in
Partenkirchen; Raymond Poincaré, der neue Präſiden
der franzöſiſchen Republik; zur Verhaftung des
Raub=
mörders Sternickel; zum Wechſel im franzöſtſchen
Kriegsminiſterium; der ſchiefe Turm zu Bologna drohi
einzuſtürzen.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 22. Januar.
Ladeneinrichtung=Verſteigerung um 11 Uhn
(Zuſammenkunft Ecke Moosberg= und Heidelbergen
ſtraße).
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhl
Rundeturmſtraße 16.
Stundenplan= Apparat=Verſteigerung um
12 Uhr (Zuſammenkunft Ecke Schul= und Karlſtraße).
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Erntewagen= uſw Verſteigerung um 5 Uhn
(Zuſammenkunft in der „Ludwigshalle‟).
Bahnſchwellen=Verſteigerung um 10 Uhr auf
Bahnhof Kranichſtein.
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
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[ ← ][ ][ → ]2266
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Kurſe vom 20. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,60
8½ Deutſche Reichsanl. . 88,50
78,20
do.
* Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
88,50
35½ do. Conſols . .
77,75
18
do.
do.
: Bad. Staatsanleihe . . 99,60
93,00
3½
do.
do.
1: Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,80
3a½
87,70
do.
do.
Hamburger Staatsanl. 98,90
: Heſſ. Staatsanleihe
99,80
do. do. (unk. 1918) 99,80
7a½
do.
87,60
3.
do.
76,20
z. Sächſiſche Rente.
79,00
Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 93,50
Bulgaren=Tabak=Anl. 99,20
½ Griechen v. 1887 . . 54,40
3. 3
Italiener Rente . . 98,00
½ Oeſterr. Silberrente 88,40
do. Goldrente . . . 92,00
do. einheitl. Rente
35,10
3 Portug. unif. Serie I 63,3
A do. unif. Ser. III 66,50
do. Spezial . . . . 9,35
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
do.
v. 1890 . . 94,20
do.
v. 1905 . . 88,2
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,70
do. v. 1902 . . . . 90,20
(½½ do. v. 1905 . . . . 100,00
zu Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,40
Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. uniſiz. v. 1903 86,20
4 Ungar. Goldrente . . . 88,20
do. Staatsrente . . . 84,404
InProi.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 101,50
do.
4½ Chile Gold=Anleiße. 91,40
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,60
4½
92,75
do.
4½ Japaner . . . . . . . 91,80
5 Innere Mexikaner. . . 93,20
3
59,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 93,20
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 157,70
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122,60
6½ Südd. Eiſenb.=Gef. . 128,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,30
6 Baltimore und Ohio . 105,20
6 Schantungbahn . . . . 132,25
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,25
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Dioid.
65,00
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.528,80
Fabrik . .
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 247,00
30 Farbwerke Höchſt . . 630,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 346,00
10 Cement Heidelberg . . 145,90
30 Chem. Werke Albert 432,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 334,75
5 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
Zuprer
Rete
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 147,50
12 Siemens & Halske .218,30
5 Beramann Electr. . . 123,75
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,00
76,2
25 Gummi Peter . . .
0 Kunſtſeide Frankfurt 62,25
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 597,75
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 199,75
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 98,00
3 Südd. Immobilien . 60,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumet=Friede .
.178,00
12½Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . .
.216,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 167,00
10 Gelſenkirchener . . . . 198,40
9 Harpener . . . . . . . 194,70
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 264,20
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . .
6 Laurahütte . . . . . . 173,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,75
½ South Weſt Africa —
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. —
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . —
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . .
75,50
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,90
do.
77,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30
4 Mcie, da.
Mher
3.
2¾, Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,20
do.
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,60 4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
4½
do.
2¼/ Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir . 63,00
4 Baadadbahn . .
80,70
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,50
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 71,10
4 Northern=Paciſic . . . 98,90
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,70
5 Tehuantepec . . . . . . 98,40
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn.
. . . . . 150,10
9½ Berlin. Handelsgeſ. .168,20
6½ Darmſtädter Bank . 122,60
12½ Deutſche Bank . . . 255,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,90
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . .
120,75
10 Diskonto=Kommandit 189,25
8½ Dresdener Bank . 157,20
9½ Frankf. Hyvoth.=B. 215,1C
6½ Mitteld. Kreditbank 120,40
7 Nationalb. für Dentſchl. 123,20
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,00
7½ Wiener Bankverein . 122,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . 2 . . 98,.50
Inden,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . .
87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . .
98,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,20) 4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97.50
3½
87,2
4 Wladichawchas . . . . 88,50 4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
do.
87,30
3½
S. 12, 13, 16 . .
99,60
70,901 S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . . .
98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . . .
87,20
4 Southern=Pacific 93,60 4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 86,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,30
do.
88,00
3½
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt . . . . .
3½
do.
89,20
99,00
4 Frankfurt . . . .
do.
3½
96,30
4 Gießen ..
88,00
3½ do.
4 Heidelberg . . . . . .
3½
88,00
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 97,50
do.
3½
88,30
4 Magdeburg. . . . ..
—
3½
do.
Mainz . . . . . . . . —
3½
do.
89,00
4 Mannheim . . . .
97,75
do.
88,60
3½
4 München . . . . . . . 99,60
3½ Nauheim . . . . . . 88,10
4 Nürnberg . . . . . . . 99,00
87,30
3½
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97.70
14 Oſfenbach . .
Znpro.
12
3½ Offenbach . . . . . . 86,70
4 Wiesbaden . . . . . . 99,00
3½ do.
95,10
Worms . . . . . . . . 97,40
88,00
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5½,
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4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 137,70
3 Holl. Komm. . fl. 100 111,60
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,30
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . .
Braunſchweiger Tlr. 20 207,80
Freiburger . . . . Fs.15 —
Mailänder . . . . Fs.45 —
.. . . F8. 10 —
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Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 548,00
do. v. 1858fl. 100 473,00
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Venediger . . . . Fs. 30 56,00
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tober 1912 angenommene
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ſchluß vom gleichen Tage beſtätigt
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Darmſtadt, 9. Januar 1913.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
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Roſenhöhe) folgende Pfänder:
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Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher
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in Darmſtadt, Georgenſtr. 11, I.
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Dienstag, den 28. Januar d. Js., vorm. von 9 Uhr an
ſollen aus dem Diſtrikt Gebrannter Schlag und Spieß in der
Günther’ſchen Gaſtwirtſchaft in Roßdorf verſteigert werden:
Scheiter, rm: 171 Buchen, 4 Eſchen, 4 Eichen, 6 Birken;
Knüppel, rm: 250 Buchen, 14 Eichen ꝛc., 9 Fichten ꝛc.;
Reiſig, H. W.: 45 Buchen, 3 Eichen, 9 Fichten;
Stöcke, rm:
81 Buchen, 11 Eſchen und Eichen, 7 Fichten.
Zur Verſteigerung kommen die Nummern 483 bis 743, die
mit F bezeichneten Nummern werden nicht verſteigert.
Ober=Ramſtadt, den 17. Januar 1913.
(2278
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 30. Januar 1913, nachm. 3 Uhr,
oll im Büro der unterzeichneten Stelle die Jagd in der Gemarkung
Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, auf weitere 6 Jahre öffentlich
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bietend verpachtet werden. Dieſelbe hat einen vorzüglichen
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beſtand in Rehen, Haſen, Rebhühnern, Faſanen und dergl. Die
Geſamtjagd, umfaſſend 1603 ha Flächeninhalt (800ha Wald, 761,5ha
Ackerfeld und 41,5 ha Wieſen), wird in drei Bezirken verpachtet.
Je=
doch können auch Gebote auf die ganze Jagd abgegeben werden.
Bedingungen liegen auf der Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt
offen und können von da auch bezogen werden.
Eberſtadt, eine Stunde von Darmſtadt, Station der Staats=
Eiſenbahn (Main=Neckar=Bahn) und Straßenbahnverbindung mit
Darmſtadt, iſt ſehr bequem zu erreichen. Beide Halteſtellen liegen
direkt an bezw. mitten in den Jagdbezirken.
Eberſtadt, den 17. Januar 1913.
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der Expedition.
An die Großherzoglichen Burgermeiſtereten des Kreiſes.
Beſtehender Vorſchrift gemäß ſollen die in Ihren Gemeinden aufgeſtellten
Sammelbüchſen am 31. Januar jeden Jahres von Ihnen und dem den
Mitver=
ſchluß führenden Gemeinderatsmitglied geöffnet und deren Inhalt nebſt dem
vor=
ſchriftsmäßig ausgefertigten und unterſchriebenen Sortenzettel bis ſpäteſtens 31. März
jeden Jahres von Ihnen mit ſicherer, Koſten nicht verurſachender Gelegenheit an
unſer Bureau abgeliefert werden. Sollte nichts eingegangen ſein, ſo iſt eine von
Ihnen und dem betreffenden Gemeinderatsmitglied zu unterſchreibende Beſcheinigung
hierüber vorzulegen.
Wir empfehlen Ihnen, dieſer erwähnten Vorſchrift nachzukommen.
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
(2223
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: v. Werner.
Vernntnachtng.
Das Proviantamt Darmſtadt kauft Roggen, Hafer, Heu und Roggenſtroh
(Flegel=, Maſchinenplatt= und Preßlangſtroh).
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
(2221
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, Ihre Gemeindeangehörigen auf vorſtehende
Bekannt=
machung noch beſonders hinzuweiſen.
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Vorſtände der Gemeinde=Krankenverſicherungen, ſowie der Orts= und
Be=
triebs=(Fabrik=)Krankenkaſſen, Innungs=Krankenkaſſen und der eingeſchriebenen
und der auf Grund landesrechtlicher Vorſchrift errichteten Hilfskaſſen des Kreiſes.
Unter Hinweis auf unſer Ausſchreiben vom 29. November 1867 (Amtsblatt
Nr. 12) und vom 26. Jannar 1893 (Amtsblatt Nr. 1) machen wir Sie auf die
Einſen=
dung der nach den §§ 9 und 41 des Krankenverſicherungsgeſetzes vom 15. Juni 1883,
10. April 1892 und 25. Mai 1903 und nach § 27 des Geſetzes über die eingeſchriebenen
Hilfskaſſen vom 1. Juni 1884 für das abgelaufene Jahr zu liefernden Nachweiſe
(Jahresüberſichten und Rechnungsabſchlüſſe) aufmerkſam.
Die Einſendung dieſer Nachweiſe muß bis 31. März ds. Js. ſtattgefunden
haben, wir erwarten jedoch, daß die Ausarbeitung alsbald von Ihnen in Angriff
ſenommen und die Vorlage tunlichſt bald bewirkt wird.
Die in Darmſtadt befindlichen Orts= und Betriebs=(Fabrik=), ſowie
Innungs=Krankenkaſſen haben die Nachweiſe an den Herrn Oberbürgermeiſter
im Darmſtadt-einzuſenden.
Wir bemerken, daß die bei Aufſtellung der Nachweiſe zu beobachtenden
Beſtim=
nungen in der Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz
vom 23. Dezember 1892 (Regierungsblatt Nr. 31, Seite 225) enthalten und die durch
fieſe Bekanntmachung vorgeſchriebenen Formulare zu benutzen ſind.
Sonderabdrücke der erwähnten Bekanntmachung ſind bei der Buchhandlung des
Großh. Staatsverlags zu Darmſtadt zu dem üblichen Ladenpreis zu beziehen. Die
Formulare ſind zum Preiſe von 5 Pfg. für das Stück, die Vorſchriften über die
Rechnungsführung der Orts=, Betriebs=(Fabrik=), Bau= und Innungs=Krankenkaſſen
zum Preiſe von 4 Pfg. für das Stück bei der Hofbuchdruckerei von Friedrich Langnes
ziu Darmſtadt zu erhalten.
Es iſt darauf zu achten, daß nur ſolche Formulare benutzt werden, welche dem
Bundesratsbeſchluſſe vom 11. November 1897 in Betreff der Anrechnung der
Wert=
wapiere entſprechen.
Gleichzeitig empfehlen wir noch folgende Punkte zur beſonderen Beachtung:
die Nachweiſe ſind in doppelter Ausfertigung einzuſenden;
2. die Zahl der zu Anfang 1912 vorhandenen Mitglieder muß gleich ſein
der=
jenigen, welche zu Ende 1911 vorhanden war:
3. diejenigen Mitglieder, welche am 1. Januar 1912 oder mit Wirkung von
dieſem Tage eingetreten ſind, gelten als im Laufe des Jahres 1912
ein=
getreten;
die am 1. Januar 1912 oder mit Wirkung von dieſem Tage Ausgetretenen
gelten als im Laufe des Jahres 1912 ausgetreten;
5. der bare Kaſſenbeſtand am 31. Dezember 1912, wie er ſich aus dem
Rechnungs=
abſchluſſe (Form. 3) ergibt, muß immer in gleicher Höhe wieder im
Ver=
mögensausweis unter A, 1a erſcheinen:
Zinſen aus Sparkaſſeneinlagen, welche im Jahre 1912 beigeſchrieben worden
ſind, erſcheinen im Rechnungsabſchluß unter a 2 in Einnahme und unter b11
in Ausgabe.
Sind die anfangs 1912 beigeſchriebenen Zinſen bereits in den Nachweiſen für
1911 gewahrt worden, ſo bleiben ſie ſelbſtverſtändlich in dem Rechnungsabſchluß für
1912 außer Betracht, es ſind aber in ihm die im Jahre 1912 erwachſenen, aber 1913
trſt beigeſchriebenen Zinſen nicht aufzunehmen; deren Wahrung wird vielmehr erſt in
zen Nachweiſen für 1913 ſtattzufinden haben. Dasſelbe gilt auch dann, wenn die
Zinſen aus 1911 bezw. 1912 nicht beigeſchrieben, ſondern bezogen worden ſind.
(2222
Darmſtadt, am 15. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Frühjahr 1913.
Diejenigen iungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Frühjahr 1913
ſtatt=
findenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallſigen
Geſuche um Zulaſſung bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung,
ſofort und ſpäteſtens bis zum 1. Februar 1913
hei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſtion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſfen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann im Allgemeinen nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber
getragen werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des
geſetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber
gegen=
über zur Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die
Koſten von der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer
gegen=
über für die Erſatzpflicht des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten zur
Beſtreitung der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der
geſetzliche Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten
Verbindlichkeiten, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des
Geſetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder
notariellen Beurkundung.
Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit, oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) der ſich
Meldende geprüft ſein will.
b) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſion bereits unterzogen hat.
6. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis
bei=
zulegen.
7. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung ohne Weiteres
ge=
ſtattet, eine dritte Zulaſſung könnte ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde
3. Inſtanz genehmigt werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin, daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des
Aufenthalts=
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
Darmſtabt, den 18. Dezember 1912.
(26087a
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Fretwillige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen iungen Leute, welche als 2jährig
Freiwillige in das Heer eintreten wollen, daß die Leib=Kompagnie des 115.
In=
fanterie=Regiments bis 31. März l. Js. Meldung ſolcher, behufs Einſtellung im
Herbſt 1913, entgegennimmt.
Die Leute müſſen gute Augen und gute Füße haben und, ohne Stiefel
ge=
meſſen, mindeſtens 1,78 m groß ſein. Für Schuhmacher und Schneider genügt
ge=
ringere Größe.
Die Meldungen können jeden Dienstag bis vormittags 10 Uhr auf der
Schreib=
ſtube der Kampagnie, Alexanderſtraße 22, erfolgen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Die vorſtehende Bekanntmachung wollen Sie zur Kenntnis der in Betracht
kommenden Bevölkerungskreiſe bringen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
(1620ii
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober 1. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
8. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt l. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
(951a
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungobezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
cher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſtroden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dobermann. 1 Boxer (zugelaufen). Die
Dunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werder Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt
ieden Werktag, vormittaas um 10 Uhr, ſtatt.
(2234
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
dfie Landwehrſtraße zwiſchen der Blumenthal= und Feldbergſtraße
nom 21. bis zum 31. Januar ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr
geſperrt.
(2255
Nachdem in letzter Zeit wiederholt Verſtöße gegen die
geſetz=
liche Verpflichtung zur Anmeldung der Ausverkäufe feſtgeſtellt
worden ſind, bringen wir nachfolgend die maßgebenden
Beſtimm=
ungen erneut zur Kenntnis der Beteiligten, mit dem Anfügen, daß
wir in jedem Fall der Uebertretung Strafanzeige erheben werden.
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Betr. Ausführung des Reichsgeſetzes vom 7. Juni 1909 gegen
den unlauteren Wettbewerb.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Beſtimmungen des § 7 Abſatz 2 und des § 9
Albſatz 2 des Geſetzes vom 7 Juni 1909 gegen den unlauteren
Wett=
bewerb und des § 1 der Vollzugsbekanntmachung vom 2. September
18909 wird für den Kreis Darmſtadt nach Anhörung der Großh.
wandelskammer und Handwerkskammer Folgendes mit Wirkung
vvm 1. Januar 1910 angeordnet:
I. Wer in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen
diie für einen größeren Kreis von Perſonen beſtimmt ſind, den Ver=
kauf von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs wegen!
Aufgabe des Geſchäfts oder wegen Aufgabe einer Warengattung oder
wegen Umbau oder Umzugs oder wegen eines elementaren
Ereig=
niſſes ankündigt, hat drei Tage vor der Ankündigung bei der Großh.
Handelskammer Darmſtadt Anzeige über den Grund des Ausverkaufs
und den Zeitpunkt ſeines Beginns zu erſtatten und ein Verzeichnis
der auszuverkaufenden Waren einzureichen.
Der Ankündigung eines Ausverkaufs im Sinne des Abſatzes 1
ſteht jede ſonſtige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren
wegen Beendigung des Geſchäftsbetriebs, Aufgabe einer einzelnen
Warengattung oder Räumung eines beſtimmten Warenvorrats aus
dem vorhandenen Beſtande betrifft.
Auf Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind ſinden die vorſtehenden Anordnungen keine Anwendung.
II Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, dürfen in einem Geſchäft innerhalb eines Kalenderiahres
im Ganzen nur zweimal, und zwar in der Dauer von je vier Wochen
abgehalten werden.
Der eine dieſer Ausverkäufe darf nur in die Zeit vom 2. Januar
bis 15. Februar, der andere nur in die Zeit vom 1. Juli bis 15. Auguſt
gelegt werden.
Darmſtadt, den 27. Dezember 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(2069si
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lange Vorrat reicht, bei L. Stilling
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tiſchen für die Mittelſchule II ſoll
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 25. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
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reichen.
Darmſtadt, 17. Januar 1913.
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A 37 an die Exp.
Bekanntmachung
über die Behandlung der Zugtiere im Winter.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
richten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ernſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nach
teiligen Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich:
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich
und niemals unbedeckt im Freien ſtehen gelaſſen werden,
2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor
dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen ſind.
(2068si
Darmſtadt, den 15. Januar 1913
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung,
die Aufſtellung der Kehrichtgefäße betreffend.
Das Aufſtellen der Kehrichtgefäße vor den Hofreiten
auf der Straße iſt verboten. Offene Kehrichtgefäße dürfen
inner=
halb der Hofreiten an den Eingängen nicht ſo aufgeſtellt werden,
daß ihr oft widerwärtiger oder Ckel erregender Inhalt von der Straße
aus geſehen werden kann. Zum Aufbewahren des Hauskehrichts
eignen ſich am beſten die mit Deckel verſehenen Kehrichtgefäße, wie
ſie von hieſigen Firmen in den Handel gebracht werden. Dieſe
runden Kehrichteimer mit Tragbügel und daran befeſtigtem
Deckel verhindern das Herausſcharren und Verſchleppen des Kehrichts
durch Hunde, erleichtern das Entleeren der Behälter bei der Abfuhr
und ſind, wenn ſie, wie vorgeſchrieben, innerhalb der Hofreiten an
den=Eingängen aufgeſtellt werden, für das Straßenbild nicht mißſtändig.
(2139si
Darmſtadt, den 16. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bericht
über die Verwaltung der Haftpflichtverſicherungsanſtalt
der land= und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft
für das Großherzogtum Heſſen
für das Jahr 1911 (4. Geſchäftsjahr).
I. Allgemeines.
Die Haftpflichtverſicherungsanſtalt hat im 4. Geſchäftsjahr einen
weiteren Zugang von Mitgliedern zu verzeichnen gehabt.
Bemerkens=
wert iſt die Tatſache, daß diejenigen Landwirte, die ſeither
ander=
wärts verſichert waren, nach Ablauf ihrer Verſicherungen ſich mehr
und mehr unſerer Haftpflichtverſicherungsanſtalt zuwenden und bei
ihr Deckung gegen die Gefahren der geſetzlichen Haftpflicht ſuchen.
So ſind unter anderen der Heſſiſche Bauern=Verein mit dem Sitz in
Seligenſtadt und eine Reihe von Mitgliedern von Konſumvereinen
der Anſtalt beigetreten. Die angeſammelten Reſerven betragen zurzeit
rund 80000 Mk. Auch iſt der beſtehende Rückverſicherungsverband,
dem die Haftpflichtverſicherungsanſtalten der Oſtpreußiſchen,
Branden=
burgiſchen, Schleſiſchen, Heſſen=Naſſauiſchen, Pommerſchen ſowie der
Berufsgenoſſenſchaft für das Fürſtentum Reuß j. L. angehören, und
durch den Schäden über 5000 Mk. gemeinſam geregelt werden, ein
Beweis für die Leiſtungsfähigkeit des Unternehmens. Zurzeit ſind
Verhandlungen im Gange, die darauf abzielen, auch die von
Land=
wirtſchaftskammern und landwirtſchaftlichen Vereinen bereits be
ſtehenden Haftpflichtunternehmen zuſammenzuſchließen und unter
Um=
ſtänden durch eine gemeinſame Rückverſicherung zu ſtärken.
Bereits im vorigen Bericht war mitgeteilt worden, daß in
Zu=
kunft auch Schäden bis zum Betrag von 10 Mk. vergütet werden
können, früher war bekanntlich die Entſchädigungsleiſtung nur auf
Schäden von über 20 Mk. ausgedehnt. Die in Ausſicht genommene
Satzungsänderung, daß auf Antrag des Verſicherungsnehmers die
Haftpflicht gegen beſonderen Beitrag auch auf ſolche Grwerbebetriebe
ausgedehnt werden kann, die nicht als Nebenbetriebe bei der
land=
wirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft verſichert ſind, wenn der
Ge=
werbebetrieb an Umfang und Ertrag gegenüber dem verſicherten
land=
wirtſchaftlichen Betrieb zurückſteht und ein räumlicher Zuſammenhang
vorhanden iſt, iſt inzwiſchen von dem Bundesrat genehmigt worden.
Nur die Verſicherung von Gaſt= und Schankwirtſchaften wird nicht
zugelaſſen. Nach der neuen Reichsverſicherungsordnung fällt mit
Wirkung vom 1. Januar 1913 außerdem noch die Einſchränkung weg,
wonach bei Haftpflichtanſprüchen aus der reichsgeſetzlichen
Unfall=
verſicherung nicht mehr als ½ durch Verſicherung gedeckt werden
durften. Ein bezüglicher Antrag auf Abänderung der Satzungen in
dieſem Sinne wird der diesjährigen Genoſſenſchaftsverſammlung
alsbald vorgelegt. Ebenſo wird eine Reihe anderer
Satzungsände=
rungen, die gemeinſam mit den dem Rückverſicherungsverband
an=
gehörigen Anſtalten vorgenommen werden ſollen, von dem Vorſtand
beantragt werden.
Der von der Landwirtſchaftskammer herausgegebenen
landwirt=
ſchaftlichen Zeitſchrift ſoll auch in dieſem Jahr ein Flugblatt
bei=
gegeben werden, welches die Landwirte zum Beitritt auffordert und
in gemeinverſtändlicher Weiſe das Weſen der geſetzlichen Haftpflicht
klar zu machen verſucht. Das Flugblatt liegt auch dieſem
Verwal=
tungsbericht wieder bei.
Der Vorſtand iſt wie bisher bei Entſchädigungsfeſtſtellungen
be=
ſtrebt geweſen, in zweifelhaften Fällen ſtets zu Gunſten der
Verſiche=
rungsnehmer bzw. der Geſchädigten zu entſcheiden. Es muß indeſſen
auch geſagt werden, daß die Anſprüche ſich mehren und bei den
Ver=
ſicherten das Beſtreben zutage tritt, auch unberechtigte Forderungen
als berechtigt hinzuſtellen, ſodaß die Schadensfeſtſetzung dem Vorſtande
mitunter recht erhebliche Mühe macht und viel Zeit in Anſpruch
nimmt. Es muß daher den Mitgliedern vor Augen gehalten werden,
daß ſie durch ein derartiges Vorgehen lediglich ihre eigenen Intereſſen
ſchädigen und den bei Gründung der Anſtalt ins Auge gefaßten Zweck,
den Landwirten einen umfaſſenden und ausreichenden Schutz gegen
die geſetzliche Haftpflichtgefahr zu gewähren, beeinträchtigen.
II. Rechenſchaftsbericht.
Beiträge.
An Beiträgen wurden, zuzüglich der nach der Satzung zu
ent=
richtenden Aufnahmegebühr, durchſchnittlich erhoben
bei einem Betrieb bis zu 3 Hektar einen Beitrag von 1 Mk.
von 3— 8
„ 2
„ 8—17
4 „
,
,
„ 17—25 „
„
„
25—40
An Aufnahmegebühr waren von einem Grundbeſitz bis zu
8 Hektar 50 Pfg. und bei einem ſolchen von über 8 Hektar 1 Mk.
zu zahlen.
Entſchädigungsleiſtungen.
Angemeldet wurden 106 Schadensfälle gegen 119 im Vorjahre.
Hiervon wurden 69 ohne weiteres entſchädigt, in 26 Fällen
wurde die Erſatzpflicht abgelehnt, weil eine Haftpflicht des Verſicherten
nicht gegeben war, und 5 Fälle wurden, weil es ſich um
Betriebs=
unfälle handelte, der Berufsgenoſſenſchaft zur Entſchädigung
über=
wieſen
In 7 Fällen war eine Entſcheidung nicht erforderlich, da
Ent=
ſchädigungsanſprüche nicht geſtellt worden ſind, oder die Anmeldung
zurückgezogen wurde, 6 Fälle wurden vergleichsweiſe erledigt. 2 Fälle
ſind noch nicht erledigt.
In 4 Fällen wurde von den Verſicherten gegen den die
Ent=
ſchädigung ablehnenden Beſcheid des Vorſtands Beſchwerde an den
Beſchwerdeausſchuß verfolgt.
In 1 dieſer Fälle wurde die Erſatzpflicht vom Beſchwerdeausſchuß
anerkannt und demgemäß Entſchädigung geleiſtet, in 3 qällen wurde
die Beſchwerde abgelehnt.
Auszug aus der Jahresrechnung der
Haftpflicht=
verſicherungsanſtalt der land= u. forſtwirtſchaftl.
Berufs=
genoſſenſchaft für das Großherzogtum Heſſen
für das Rechnungsjahr 1911.
Betrag
Betrag
Ausgaben
Einnahmen
Er
ℳ 13
ℳ 3S
4532/27
1Entſchädigungen
11Beiträge u. Eintritts=
1 Einlage in d.
Betriebs=
gelder . . . . . . . . .221201—
849/63
fonds. . .
Zinſen. . . . .
233½1 3 Einlage in d. Reſerve=
3 Beiträge zu Entſchä=
22/51
13764/48
digungen . . . . .
fonds. . . . . . .
57)— 61 Koſten d. Aufklärungs=
41 Sonſtige Einnahmen
und Organiſations=
444/33
dienſtes . . . . .
Verwaltungskoſten . . 2694/25
252109
Portokoſten . . . . . .
435168
Hebgebühren. . . . .
81 Koſten der
Schadens=
regulierung, Gerichts=,
1554/29
Anwaltskoſten ꝛc.
9Zurückbezahlte
Beiträge . . . .
4—
Summe . 12453102
Summe . 124531102
Bilanz der Haftpflichtverſicherungsanſtalt der land= und
forſtwirtſchaftl. Berufsgenoſſenſchaft für das
Großher=
zogtum Heſſen für das Rechnungsjahr 1911.
2
Betrag
Betrag
„
Aktiva
Paſſiva
ℳ. 19.
ℳ 5 6
C
1Bankguthaben auf Be=
1Betriebsfonds . . . . . 2601/69
2
Reſervefonds . . . . . 15845168
triebfonds=Konto . . 2601/69
3Guthaben der Landes=
2 Bankguthaben auf
Re=
ſervefonds=Konto . . 58451/68
hypothekenbank auf
3Poſtſcheckamt. . . . . . 121/74
Scheckkonto . . . . . . 521174
400
4Vorlagen . . . . .
Summe . 151575/11
Summe . (3157511
Darmſtadt, im November 1912.
Der Vorſitzende des Vorſtandes der Haftpflichtverſicherungsanſtalt:
Bichmann, Geheimer Regierungsrat.
Der Geſchäftsführer: Pieper=
2220)
Oeffentliche Aufforderung und Bekanntmachung.
I. Anſprüche an die nachverzeichneten Liegenſchaften aus den
dabei vermerkten, angeblich abhanden gekommenen Urkunden
ſind unter Vorlage der Nachweiſe
binnen zwei Monaten
von dem erſten Erſcheinen dieſes bei uns anzumelden,
andern=
falls unterſtellt wird, daß ſolche nicht mehr beſtehen und
Löſch=
ung zu den zu ihrer Sicherung in den öffentlichen Büchern
enthaltenen Eintragungen erfolgt.
Gemarkung Darmſtadt
(alt) Flur II Nr. 428 13¼ qm Eingangshalle Langegaſſe,
Flur II Nr. 429 153 qm Hofreite Ecke Langegaſſe und
kleine Kaplaneigaſſe,
a) Kauſbrief vom 26. Oktober 1882 über den Verkauf der Peter
Kropp Eheleute an Trödler Friedrich Kräckmann Eheleute
in Darmſtadt,
b) Kaufbrief vom 3. Dezember 1898 über den Verkauf der
Friedrich Kräckmann Erben an Trödler Jakob Lied
Ehe=
leute in Darmſtadt,
c) Hypothek vom 23. Dezember 1882, errichtet von den
Ehe=
leuten Friedrich Kräckmann für Frau Julie Hofmann
Witwe, geb. Authäus, in Darmſtadt, Hypothekenbuch Band 16,
Seite 239.
II. Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß die Hypothek vom
8. Auguſt 1906, laſtend auf den Grundſtücken der
Gemarkung Darmſtadt
(alt) Flur IV Nr. 2988//100 158 qm Hofreite
Liebfrauen=
ſtraße 109,
Flur IV Nr. 2986/100 126 qm Hofreite
Liebfrauen=
ſtraße 105.
errichtet von dem Zimmermeiſter Ernſt Beſt und Ehefrau für
die Firma D. Sobernheim in Darmſtadt, nachdem die
Unter=
pfänder zwangsweiſe verſteigert worden ſind und bei der
Ver=
teilung des Erlöſes die Gläubigerin ausgefallen iſt, im
Hypo=
thekenbuch gelöſcht worden iſt.
(2230
Darmſtadt, den 14. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 22. Januar 1913,
verſteigere ich zwangsweiſe, öffentlich, meiſtbietend gegen Barzahlung:
I. vormittags 11 Uhr an Ort und Stelle
(Zuſammenkunft der Steigerer Ecke der Moosberg= und
Heidelbergerſtraße):
Eine Ladeneinrichtung, beſtehend in: 2
Waren=
ſchränken, 1 Theke mit 1 Wage und 1 Geſtell.
II. mittags 12 Uhr an Ort und Stelle
(Zuſammenkunft der Steigerer Ecke Schul= und Karlſtraße):
Einen Stundenplan=Apparat.
III. nachmittags 3 Uhr im Verſteigerungslokale
(zur Ludwigshalle)
1 Büfett, 1 Bücherſchrank, 1 großes Oelbild mit
Gold=
rahmen, 1 zweitüriger Kleiderſchrank, 1 eintüriger
Kleider=
chrank, 1 vollſtändiges Bett, 1 Landauer, 1 Büfett, 2
po=
lierte Vertikos, 1 kleine Säule, 1 Kommode, 1 Spiegel,
1 Küchenſchrank, 2 Bilder, 1 Kaſſenſchrank.
IV. hieran anſchließend nachmittags 5 Uhr an
Ort und Stelle
(Zuſammenkunft der Steigerer in der Ludwigshalle):
1 Erntewagen und verſchiedene kleine
land=
wirtſchaftliche Geräte.
Auf freiwilligen Antrag kommt um 3 Uhr in obigem
Ver=
ſteigerungslokale eine Partie Porzellan und Küchengeräte zur Ver
ſteigerung.
(2267
Darmſtadt, den 20. Januar 1913.
Kapp,
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt
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do. „ sehr fein 15.75/1.35
do. Kaisererbse
„extrafein . 0.95/1.6
Schnittspargel
mit Köpfen 9.60/1.10
mittelstark 10.80/1.4
do.
0.90 1.65
do. Ia stark
do. Ia extrastark ſ1.10/1.95
Stangenspargel
sehr gute Qual.
1.60
etwas dünn
.—1.95
do. stark .
do.
sehr stark . 11. 10/2.10
do. extra stark 11.30/2.40
Spargelköpfe
0.70/1.30
grüne
1. 1512.10
do. weisse.
Schuittbohnen
0.36
do. Ia junge . 0.300.45
do. Ia Stangen
bohnen 19.3510.55
Brechbohnen
0.36
do. Ia
Perlbrech-
bohnen 9.35/0.55
Wachsbrechbohnen jp. 35lo. 55.
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Von 12—1½ Uhr geschlossen. (2074a
Greichens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
21. Kapitel.
Ernſt Brand war dem Zufall ſehr dankbar, der ihm
ſlegenheit gab, noch für eine Weile mit der angebeteten
Falt zuſammen zu ſein.
Sie fanden einen etwas verſteckten Platz, an dem ſie
hi: beobachtet werden konnten, und beruhigt ſetzte ſich
ſangareta auf das ſchon recht abgenutzte Plüſchſofa.
Man wird ſich um mich ängſtigen, Herr Brand, ſagte
es weiß niemand, wohin ich gegangen bin, und mein
usbleiben wird meinem Manne unerklärlich ſein — ob
mich doch nach einem Wagen umſehe?
DDas würde wenig Zweck haben, entgegnete er, aber
ſn könnte dem Portier Ihres Hotels telephonieren.
Ja, Sie haben recht, das iſt ein guter Gedanke! Ich
ide es ſofort tun! — — nein, danke, Herr Brand, ich
egte lieber ſelbſt mit ihm ſprechen, lehnte ſie Ernſts
An=
bieten, für ſie zu telephonieren ab.
Und ſchon war ſie aufgeſtanden, ließ ſich die
Verbin=
ung herſtellen und ſagte dem Portier, er möchte Mr.
tlün oder Herrn Major von Löwen mitteilen, daß ſie,
m Regen überraſcht, deſſen Aufhören abwarten müßte;
un möchte ſich alſo um ihr längeres Ausbleiben nicht
fgen.
Doch um ein gut Teil beruhigt, kehrte ſie an ihren
ſſatz zurück. Die Kellnerin hatte inzwiſchen den beſtell=
Kaffee gebracht, und ſie ließ ſich das duftende Getränk
ſt munden.
Wie gut, daß wir das Unterkommen gefunden haben,
meinte ſie, zum Fenſter hinausſehend.
Es goß jetzt förmlich draußen, und das Waſſer lief
breit die Straßen hinab.
Gretchen ſaß da, die Hände mit den ſorgfältig
gepfleg=
ten Nägeln unter dem Kinn gefaltet und blickte ſinnend
vor ſich hin. Eine ſeltſame Situation, in der ſie ſich
be=
fand — das hätte ſie ſich niemals denken können, und ſie
war gar nicht unglücklich über dieſes Zuſammentreffen.
Unverwandt ruhten Brandts glänzende Augen auf
ihr, und ſie fühlte das. Langſam hob ſie die dunklen
Wimpern; mit langem, ſelbſtvergeſſendem Blick ſahen ſie
ſich an — das, was zwiſchen ihnen lag, vergeſſend.
Darf ich Ihnen ſagen, ohne das Sie mir zürnen, wie
ich dieſen Zufall preiſe, der mir vergönnt, noch eine Weile
in Ihrer Geſellſchaft zu ſein? fragte er leiſe, und ſeine
Stimme bebte etwas bei dieſen Worten.
Tief ſenkte ſie den Kopf, ohne zu antworken, und er
fuhr fort: Wer weiß, ob das je wieder der Fall ſein
wird, und deshalb möchte ich doch noch einmal in die
Vergangenheit zurückgreiefn.
Nein, nein, Herr Brand, es würde doch zu nichts
führen, wehrte ſie erregt.
Traurig ſah er ſie da an.
Iſt Ihnen die Erinnerung daran ſo peinlich, die mir
noch heute als mein ſüßeſtes Glück gilt? Was zwiſchen
uns getreten iſt, ich weiß es nicht, und ich kann mir Ihre
plötzliche Sinnesänderung damals nicht erklären. Doch
eine Frage erlauben Sie mir: Sind Sie wenigſtens
glücklich geworden, Margareta? Verzeihen Sie meine
Kühnheit — doch dann will ich mich beſcheiden —
Glücklich? wiederholte ſie, wer iſt wohl glücklich?
Gibt es denn überhaupt ein Glück auf Erden,
Ja, für mich gab es eins, Margareta, ſtrahlend und
ſonnig wie ein Maientag, entgegnete er mit einem
bedeu=
tungsvollen Blick, und daß ſie ſo reſigniert ſprechen, gibt
mir die Gewißheit, daß Sie unbefriedigt ſind.
Nicht weiter, Herr Brand, ich darf Sie nicht hören!
Und doch müſſen Sie es! Ich habe lange ſchon
ge=
wünſcht, zu wiſſen, was Sie veranlaßte, ſo kalt, ja,
nicht=
achtend gegen mich zu ſein; vergebens habe ich mir den
Kopf zermartert, ich ſtand vor einem Rätſel. Jetzt ſagen
Sie mir wenigſtens, womit ich das verdient habe.
Sollten Sie es wirklich nicht wiſſen? fragte ſie bitter.
Verwundert darüber ſah er ſie an.
Ich verſtehe Sie nicht! Ich bin mir keiner Schuld
be=
wußt, mein Wort darauf! Und wenn Sie glaubten, einen
Grund zu haben, kann ich nur annehmen, daß ich
verleum=
det worden bin! Aber Sie, Margareta, Sie haben mir
ſehr weh getan —
Erinnern Sie ſich noch des Nachmittags, an dem Sie
mir mit Baron Riedberg begegneten und meinen Gruß
kaum erwiderten? Es war wenige Tage vor Ihrer
Ver=
lobung! Ich habe den Augenblick nie vergeſſen können,
als Sie mich danach mit einigen kühlen Worten abſpeiſten
und mit der elektriſchen Bahn weiterfuhren!
Ich wußte nicht, wie mir geſchah; ich ſchrieb und bat
Sie um Aufklärung Ihres Verhaltens — und die Antwort
auf meinen Brief — — war Ihre Verlobungsanzeige!
Groß und ſtaunend ſah Sie ihn an. Einen Brief.
hätten Sie mir geſchrieben? Ich habe keinen erhalten!
Nicht? — o, jetzt fange ich an zu begreifen,
Marga=
reta, wir ſind das Opfer eines Jertums geworden, ſagte
er exregt, und wie habe ich um Sie gelitten — wie
konn=
ten Sie mir das tun — ich hatte den Glauben an alles
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Glauben Sie denn, ich habe nicht gelitten? fragte ſie
bitter, Sie ſprechen nur immer von ſich — aber was ich
erdulden mußte — —
Ja, um Gotteswillen, was meinen Sie denn? Habe
ich Sie, unwiſſentlich vielleicht, gekränkt? Mein Brief
hätte ſiche: Klarheit gebracht — vielleicht iſt er aus guten
Gründen nicht in Ihre Hände gekommen, was ich eher
an=
nehme, als daß er auf der Poſt verloren gegangen iſt —
Sie meinen doch nicht, daß
— er unterſchlagen iſt! Das nehme ich allerdings an!
Und haben Sie einen beſtimmten Verdacht?
Ja —
Und auf wen? Bitte, reden Sie, zögern Sie nicht, ich
kann alles hören!
Erregt klang Rede und Gegenrede.
Nun denn, ich halte es für ſehr möglich, daß meine
Zeilen von Frau von Löwen unterſchlagen ſind.
Ah —!
Margareta war ganz bleich geworden; ein feſter,
ent=
ſchloſſener Zug legte ſich um den feinen Mund. Jetzt war
Gelegenheit, zu erfahren, was Ernſt mit der Stiefmutter
verband.
Sie haben begründete Annahme zu dieſem Verdacht?
Ich kann es nicht leugnen!
Das iſt ſehr ſeltſam! Doch möchte ich, ehe ich weiter
darauf eingehe, eine Frage ſtellen.
Erwartungsvoll ſah er ſie an. Bitte!
Steht Ihnen jene Frau nahe, Ganz offen, Herr
Brand —
Er war ſehr verwundert über dieſe Frage, doch ohne
zu zögern und im geringſten verlegen zu werden,
ent=
gegnete er, ihrem forſchenden Blick voll begegnend:
Wenn ich jemand verachte, ſo iſt es die Frau
Verzeihung, daß ich ſo von der Gattin Ihres Herrn
Vaters ſpreche, die deſſen Verehrung gar nicht wert iſt —
Und doch — und doch habe ich Claudia einſt in Ihren
Armen geſehen und gehört, wie ſie Sie bei Ihrer Liebe
um etwas bat, brach Gretchen leidenſchaftlich aus, und ſo
ſprechen Sie jetzt von ihr — wie ſoll ich das verſtehen?
Kannten Sie ſie denn?
Faſſungslos ſtarrte er ſie kurze Zeit an, dann
be=
griff er. Das alſo war es, Margareta — jetzt iſt mir
alles klar! Sie haben mich für untreu gehalten — und
nahmen deshalb den andern — iſt es nicht ſo?
Ja, ſagte ſie leiſe, und hatte ich nicht Grund dazu,
das anzunehmen?
O Margareta, wie konnten Sie an meiner Liebe
zwei=
feln? Der Schein iſt allerdings gegen mich — aber um
meiner ſelbſt willen bin ich Ihnen Wahrheit ſchuldig!
Nur bitte ich Sie, von dem, was ich Ihnen ſagen muß,
niemandem etwas mitzuteilen — ſchon wegen Ihres
Herrn Vaters, der ſchwer dadurch getroffen würde ——
ſo hören Sie denn
Mit angehaltenem Atem lauſchte Margareta, wie er
ihr von ſeiner Bekanntſchaft und ſeinem Verhältnis zu
Claudia Maybach, der kleinen Choriſtin, erzählte, von
ihrem Unwert und ſeinem Sichlosſagen —
ich hatte
ſie längſt vergeſſen, fuhr er fort, bis ich ſie an Ihrer Seite
im Theater erblickte. Auf jenem Wohltätigkeitskonzert
verſuchte ſie, ſich mir zu nähern — ich wies ſie zurück,
mehrmals, denn ich verachtete die Frau aufs tiefſte, deren
Charakterloſigkeit ich erkannte!
Aber konnte ich meine Empfindungen ſo zeigen? Sie
trug ja den Namen Ihres Vaters! Ich ſah, wie er
glück=
lich in Claudias Beſitz war, und dieſes Glück zu ſtören,
lag keine Veranlaſſung vor. Und ich wollte mich um
jener Frau willen nieht aus Ihrer Deße verhamen, Mar=
dem Sie waten i. neit einſtge Gbhante 3
die Vergangenheit war vollſtändig tot für mich.
Eines Nachmittags ſprach ich bei Ihnen vor — ich
wollte Ihrem Herrn Vater eine ſeltene Schaumünze
zeigen — Sie waren gerade zum Schlittſchuhlaufen, und
dieſes Alleinſein benutzte Claudia — — doch nein, ich will
über jene Szene ſchweigen — nur ſo viel, ſie konnte die
Vergangenheit nicht vergeſſen, wollte nicht einſehen, wie
gleichgültig ſie mir war — ſie warf ſich mir an den Hals,
um mich zu halten — ich ſtieß ſie von mir und eilte davon,
Das iſt mein Teil an jener Schuld, Margareta — —
Dieſe ſaß da, das Geſicht mit den Händen beſchattend,
ſo daß er den Ausdruck desſelben nicht wahrnehmen
konnte — nur ein weher Seufzer zitterte von ihren
Lippen.
Nicht eine Minute zögerte ſie, an der Wahrhaftigkeit
des Geſagten zu zweifeln — wie er zartfühlend nach
Wor=
ten ſuchte, ihr nicht Schmerz zu bereiten — — und doch
hatte er es getan — er hatte Claudia einſt geliebt, ſie ſeine
Braut genannt — und wenn es auch zu einer Zeit geweſen
war, da ſie, Margareta, noch ein Kind war — — wie das
ſchmerzte, daß gerade der ihr ſo unſympathiſchen Frau
ſeine erſte Liebe gegolten, und noch jetzt empfand ſie
Eifer=
ſucht darüber —
Ihr Schweigen ängſtigte ihn —
Margareta, ſo glauben Sie mir nicht?
Da ließ ſie die Hände vom Geſicht ſinken und blickte
ihn mit den ſchönen traurigen Augen an.
Ja, ich glaube Ihnen! — Doch ich muß mich erſt
zu=
recht finden — zuviel hab ich hören müſſen — — Claudig
einſt Ihre Braut
Sie ſeufzte tief auf und ſchüttelte den Kopf, als ob
ſie das Gehörte nicht faſſen könnte.
Foriſetzung folgt.)
Die neue Pikante
e Cisarete
Pfg
I5
Ge
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 20. Jan. Das Luftſchiff
„Erſatz Z. 1” iſt heute vormittag ½10 Uhr zur Fahrt
lnach Baden=Oos aufgeſtiegen. Mit der Fahrt ſoll
eine Höhenerprobung des Luftſchiffes verbunden ſein.
Graf Zeppelin war bei der Abfahrt zugegen, hat aber die
Condel nicht beſtiegen. Die Leitung liegt in den Händen
des Oberingenieurs Dürr, der die übliche Beſatzung
mmandiert. Von der Abnahmeprüfungskommiſſion
Inahmen Hauptmann Horn und Georges an der Reiſe
teil. Das Wetter iſt nicht beſonders günſtig. Das
Luft=
ſchiff ſchlug die Richtung gegen Sigmaringen ein. Da
es unterwegs größere Manöver vornimmt, dürfte die
Ankunft in Baden=Oos etwa um drei Uhr nachmittags
erfolgen.
sr. EEin Flugpreis von 100000 Rubel
urde von dem Moskauer Multimillionär Laſareff für
eimen Flug Petersburg-Moskau-Petersburg (zirka
1600 Kilometer) zur Verfügung geſtellt. Die näheren
Bedingungen für dieſen Wettbewerb werden zunächſt
noch ausgearbeitet. Vorausſichtlich wird der Preis mit
fäugzeugen und Motoren beliebiger Herkunft beſtritten
merden können. Der Preis fällt demjenigen zu, der die
Itrecke in einem Tage mit einer Zwiſchenlandung in
Moskau zurücklegt.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferderennen. Der Prix du Grand Cercle de
Nice, das letzte große Ereignis des Riviera=Meetings
endete mit einer großen Ueberraſchung. Für die mit
3000 Francs ausgeſtattete über 4000 Meter führende
Iteeple=Chaſe wurden 11 Pferde geſattelt. Der
vielge=
wettete, die Intereſſen des Stalles Henneſſy vertretende
Lord Loris (A. Carter) wurde unerwarteterweiſe von
Monſ. L. Prats Marteau II (Berteaux) ſehr leicht mit
dei Längen geſchlagen; anderthalb Längen zurück beſetzte
Ponſ. Lienarts Sanſovino (W. Head) den dritten Platz
vier Lady Fiſh und Hopper. Tot. 175.10, Pl. 34, 18,
U 110. In den übrigen Konkurrenzen ſiegten Grand
Ma=
ſtim (26:10), Roſely (19:10) und Muscatin IV (26:10).
Das Meeting erreicht am 23. Januar ſein Ende.
Radrennen. Goullet=Fogler Sieger im
eiſten Pariſer Sechstagerennen. Das erſte
Pariſer Sechstagerennen, deſſen ſportlicher und
finanziel=
lege Erfolg nach Verlauf der beiden erſten Tage ſo ſehr in
Frage geſtellt war, brachte in den letzten vier Tagen eine
Ueberraſchung nach der anderen. Das Pariſer Publikum
zeigte plötzlich großes Intereſſe für das Radrennen und
die Fahrer erzielten ſo große Schnelligkeiten, daß vom
vierten Tage an ſämtliche Weltrekords fielen. Der
Be=
ginn des ſechſten Tages, Samstag abend, ſah wieder ein
ſtark beſuchtes Haus. Im Verlaufe der letzten Nacht
er=
eignete ſich nichts beſonderes und erſt am Sonntag
mit=
tag, als noch immer ſieben Mannſchaften die
Spitzen=
gruppe bildeten, trat ein Ereignis von größter
Bedeut=
die am meiſten von den Franzoſen gefürchtete
amerika=
ung für den Ausgang des Rennens ein. Moran=Root,
niſche Mannſchaft, löſte bei einer Jagd ſehr ſchlecht ab,
und wurde dieſerhalb gemäß dem Reglement ſofort mit
einer Strafrunde bedacht. Die Amerikaner verloren dann
noch vor Schluß des Rennens, dem trotz erhöhter
Ein=
trittspreiſe mehr als 15000 Zuſchauer beiwohnten, eine
weitere Runde. Nach dem 144. Stundenſchuß, der mit
4467,580 Kilometer (früher Mac Farland=Moran, New=
York, 4403,944 Kilometer) eine neue Weltrekordzeit ergab,
ſtellten ſich Dupré, Goullet, Walthour, Petit Breton,
Cru=
pelandt, Brocco zum Endſpurt über 10 Runden dem
Starter. Als nach wechſelnder Führung der ziemlich weit
hinten liegende Dupré bei der Glocke ſeine Poſition
ver=
beſſern wollte, war das Rennen bereits ſo ſchnell, daß der
Franzoſe den an der Spitze liegenden Auſtralier Goullet
nicht mehr bedrohen konnte, ſo daß dieſer mit 2 Längen
vor Dupré das Rennen gewann. Dritter wurde
Wal=
thour vor Crupelandt, Petit Breton und Brocco. Das
genaue Reſultat iſt: 1. Goullet=Fogler 4467,580 Kilometer
(Weltrekord), 2. Dupré=Lapize, 2 Längen zurück, 3.
Walthour=Wiley, 4. Crupelandt=Godivier, 5. Petit
Bre=
ton=Georget, 6. Brocco=Berthet, zwei Runden zurück,
7. Moran Root, drei Runden zurück, 8. Gebrüder Char
ron, 9. Germain=Leonard, 6 Runden zurück, 10.
Heus=
ghem=Olivier, acht Runden zurück.
Die Eishockeymannſchaft des Berliner
Sportklubs weilte am Sonntag in Prag und
ge=
wann die beiden Spiele gegen die Mannſchaft des
Deut=
ſchen Fußball=Vereins, und zwar das Bandy=Spiel mit
.0, ferner das kanadiſche Spiel mit 3.0. Die
Eisverhält=
niſſe waren ſchlecht.
Hockey. Die deutſche Eishockey=
Meiſter=
ſchaft konnte am Sonntag in Schierke im Harz nicht
zum Austrag gelangen, da die Eishockeymannſchaft des
Münchener Männerturnvereins nicht erſchienen war. Die
beiden anderen beteiligten Vereine, der Berliner
Schlitt=
ſchuhklub und der Sportklub Charlottenburg lieferten ſich
auf ſchlechtem Eiſe ein Geſellſchaftsſpiel, in dem die
Char=
lottenburger Mannſchaft, wie zu erwarten war, mit 3.5
unterlag.
* Berlin, 20. Jan. An dem geſtrigen Bankett des
Vereins deutſcher
Motorfahrzeugindu=
ſtrieller nahm Prinz Heinrich von Preußen
als Gaſt teil und hielt eine Anſprache. Nach der
Voſſi=
ſchen Zeitung ſagte er: Es liegt auf der Hand, daß wir,
um florieren zu können, nur Automobile herſtellen müſſen,
die aus prima Ware beſtehen. Ich bin weit entfernt,
an=
zunehmen, daß dies bisher nicht überall der Fall geweſen
ſei, halte mich aber verpflichtet, ausdrücklich auf dieſen
wichtigen Punkt eines allererſten Materials hinzuweiſen.
Weiter ſagte Prinz Heinrich: Wenn man einen Vergleich
ieht zwiſchen Deutſchland und ſeinen Schweſtervereinen
in Frankreich und England, ſo ergibt ſich in Frankreich
bei einer Einwohnerzahl von 38 Millionen und 88 279
Fahrzeugen auf den Kopf der Bevölkerung ein
Kraftfahr=
zeug. In England kommen auf eine Bevölkerungszahl
von 43 740000 Menſchen und 175245 Fahrzeugen auf
249 Köpfe ein Fahrzeug, in Deutſchland bei einer
Ein=
wohnerzahl von 65 Millionen auf 927 Köpfe ein
Fahr=
zeug. Dieſer Vergleich gibt zu denken. Für das
Reſul=
tat weiß ich keine Erklärung. Es drängt ſich hier die
Frage auf, ob der Wohlſtand bei uns geringer als in
den Nachbarländern oder ob der Export bei uns ſo groß
ſt, daß wir nicht ſo viel Fahrzeuge im Inlande
abzu=
etzen brauchen, oder ob etwa das Vorurteil des
Publi=
kums, vielleicht auch die zu hohe Beſteuerung daran Schuld
tragen kann.
Handel und Verkehr.
* HHamburg, 20. Jan. In der heutigen
gemein=
amen Sitzung des Aufſichtsrats und Vorſtandes der
Hamburg=Amerika=Linie wurde der
vorläu=
fige Abſchluß für das Jahr 1912 vorgelegt. Es ergibt
ſich auf Grund der noch nicht endgültig feſtgeſtellten
Zif=
fern ein Betriebsgewinn von etwa 56½ Millionen Mark
gegenüber und 43800000 Mark im Vorjahre. Außer
dieſem Betriebsgewinn erzielte die Geſellſchaft noch
einen Agiogewinn bei Begebung der jungen Aktien von
zirka 3½ Millionen Mark welcher nach Abzug der Steuer
dem Reſervekonto zufließt. Zur Verfügung ſteht nach
Abzug der Prioritätszinſen uſw. ein Reingewinn von
53½ Millionen Mark (gegen 40½ Millionen Mark im
Borjahre). Die Verwaltung wird der
Generalverſamm=
lung der Aktionäre vorſchlagen, eine Dividende von 10
Prozent (gegen 9 Prozent im Vorjahre) zu verteilen. Die
Verwaltung hat ſich dabei ebenſo wie in den letzten
Jah=
ren von der Erwägung leiten laſſen, daß den Aktionären
der Geſellſchaft mehr mit einer möglichſt ſtabilen
Be=
meſſung der Dividende gedient iſt, als mit einer
ſpon=
anen Erhöhung. Die Verwaltung dürfte ferner nicht
außer Acht laſſen, daß die Beunruhigung des
Geſchäfts=
lebens durch die politiſchen Ereigniſſe noch immer nicht
geſchwunden iſt, ſowie daß neuerdings hervorgetretene
Konkurrenzbeſtrebungen es wünſchenswert erſcheinen
aſſen, die zur Bekämpfung der Konkurrenz geſchaffenen
Reſerven und Rücklagen erheblich zu verſtärken. Die
Beſellſchaft wird nach Auszahlung der Dividende von 10
Prozent in der Lage ſein, mehr als 38 Millionen Mark
zur weiteren inneren Feſtigung des Unternehmens durch
Ueberweiſung an die Abſchreibe= und Reſervekonten zu
verwenden und ſie damit in einer Weiſe zu verſtärken,
die den großen Aufgaben der Hamburg=Amerika=Linie
entſpricht. Im verfloſſenen Jahre ſind etwa 48
Millio=
nen Mark für Schiffsneubauten und Schiffsankäufe uſw.
verausgabt worden. Die Hamburg=Amerika=Linie
ver=
fügte Ende 1912 bereits über Mittel im Betrage von 76
Millionen Mark.
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Deutſch=
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lin W. 8, anläßlich ihres vierzigjährigen Beſtehens. Die
Broſchüre wird jedenfalls dazu beitragen, die Kenntnis
von den wirtſchaftlichen Kräften Deutſchlands im
Aus=
lande zu erweitern, zumal bei einer großen Anzahl von
Tabellen die Verhältniſſe unſerer Nachbarländer zum
Ver=
gleich herangezogen worden ſind. Aber auch vielen
inlän=
diſchen Intereſſenten wird es erwünſcht ſein, eine
zuſam=
menfaſſende Ueberſicht über die wirtſchaftlichen Kräfte
Deutſchlands zu beſitzen, wie ſie in ſo knapper und
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nanter Weiſe bisher kaum an anderer Stelle gegeben ſein
dürfte.
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Deutſcher Pfadfinder=Tag.
— Berlin, 19. Jan. Der Deutſche
Pfadfin=
derbund, der nach kaum einjährigem Beſtehen bereits
gegen 140 Pfadfindervereine mit rund 50000 Mitgliedern
umfaßt, hielt hier ſeinen diesjährigen Bundestag ab, und
zwar unter dem Vorſitz ſeines Mitbegründers, des
Kon=
ſuls Baſchwitz (Berlin). Unter den zahlreichen Vertretern
der Staatsbehörden und der deutſchen Jugendbewegung
befanden ſich: Oberſtleutnant von Wodtke als Vertreter
des preußiſchen Kriegsminiſteriums, Konteradmiral
Dähnhard als Vertreter der Marine, Generalmajor Jung
als Vertreter des Jungdeutſchlandbundes, Freiherr von
Seckendorff als Vertreter der elſaß=lothringiſchen
Pfad=
findervereine, Direktor Tasz als Vertreter des
ungari=
ſchen Kultusminiſteriums und der Stadt Peſt, ſowie die
Burggräfin zu Dohna=Schlodien als Vertreterin des
Pfadfinderbundes für junge Mädchen. Der Vorſitzende
Konſul Baſchwitz verbreitete ſich zunächſt über die
Re=
ſultate der bisherigen Arbeit. Die Bewegung ſei in einem
rapiden Wachſen begriffen. Anfang Januar 1911
beſtan=
den 42 Ortsgruppen, die ſich auf 140 vermehrt haben. Die
Zahl der Pfadfinder beträgt jetzt zwiſchen 40000 und
50000, und es iſt zu hoffen, daß Ende 1913 die Zahl von
100000 Pfadfindern überſchritten ſein wird. Es gibt
ſchon über 1000 Feldmeiſter, das ſind Herren, die
auf=
opfernd ihre Kraft und Zeit ehrenamtlich in den Dienſt
der Sache geſtellt haben. Die bisherigen Erfolge verdanke
man in erſter Linie dem Wohlwollen der Reichsregierung,
dem Kaiſer und den deutſchen Bundesfürſten, auf die der
Redner ein begeiſtert aufgenommenes Hoch ausbrachte.
Die deutſche Pfadfinderbewegung habe nur den einen
Wunſch, einen möglichſt einheitlichen Charakter zu
erhal=
ten, um die deutſche national denkende Jugend
zur Liebe zu Kaiſer und Reich zu erziehen und
ſie für die kommenden Zeiten ſchlagfertig zu
machen. —
Für Generalfeldmarſchall Freiherrn
v. d. Goltz als Ehrenvorſitzenden des
Pfadfinder=
bundes überbrachte Generalmajor Jung deſſen Grüße.
Er verſicherte, daß Exzellenz v. d. Goltz die Beſtrebungen
des Bundes nach wie vor mit großem Intereſſe verfolge
und es ſei kaum nötig, zu ſagen, daß er ſein Wohlwollen
auch weiterhin dem Bunde erhalten werde. Die deutſche
Pfadfinderbewegung ſchlage die richtigen Wege ein zur
Erziehung der deutſchen Jugend zu Königstreue und
Vaterlandsliebe und zu einem körperlich und ſittlich
ge=
feſtigten Geſchlecht, das ebenſo begeiſtert für Deutſchland
eintreten werde, wie das vor 100 Jahren. —
Oberſtleut=
nant v. Wodtke überbrachte die Grüße des
Kriegsmini=
ſters und hob hervor, wie ſegensreich die Wechſelwirkung
zwiſchen Armee und Pfadfinderbund für letzteren
gewor=
den ſei. Weitere Begrüßungsanſprachen hielten die
Burg=
gräfin zu Dohna=Schlodien und Freiherr v. Seckendorff.
Großen Beifall erregte die Mitteilung des Direktors
Tasz (Peſt), daß das ungariſche Kultusminiſterium und
die Stadt Peſt die deutſchen Pfadfinder im kommenden
Jahre zu einer Studienfahrt nach Ungarn einladen
werde, um die Beziehungen zwiſchen der Jugend der
bei=
den verbündeten Staaten noch inniger zu geſtalten.
Den Jahresbericht und den Bericht über den
Stand der Bewegung erſtattete Hauptmann d. R. Bayer.
Nach Mitteilung der bereits erwähnten Zahlen über die
Entwickelung des Bundes im Berichtsjahre führte der
Redner an, daß auch mehrere Landesverbände im
verfloſ=
ſenen Jahre neu gegründet worden ſeien, ſpeziell der
Landesverband Groß=Berlin. Auch Sachſen habe ſich
einen Landesverband geſchaffen, und die Entſtehung
wei=
terer Verbände ſtände in naher Ausſicht. Einzelne
Ver=
eine haben ſich zu ganz gewaltigen Pfadfinderkorps
ver=
einigt. Erfreulich iſt es, daß ſich einige Vereine in
Oeſter=
reich, an der deutſchen Grenze, gebildet haben. In vielen
Orten hat die Bewegung geradezu etwas Faszinierendes
bekommen in der Kraft und Einheit, in der ſie auftritt.
Beſonders ſtark iſt die Bewegung in Elſaß=Lothringen,
Baden, um Frankfurt, im Rheinland, im Harzgau, um
Magdeburg, Naumburg, Berlin, im Königreich Sachſen
und in den Hanſeſtädten. Unſere Sache fängt aber an,
auch kräftige Vorſtöße nach dem Oſten und Nordoſten zu
machen. Viel iſt heute erreicht worden, aber es iſt nichts
gegen das, was noch erreicht werden muß. Vor allem iſt
nötig, daß wir einig bleiben, damit wir unſer Ziel, die
geſamte deutſche Jugend in unſerem Sinne tüchtig zu
machen, erreichen.
Die Verſammlung ging ſodann zur Beratung der
vorliegenden Anträge über. Angenommen wurde
fol=
gender Antrag Fränkfurt a. M.: „Die im Januar
1912 mit der Umarbeitung der Bundesſatzung beauftragte
Kommiſſion iſt zum Bericht aufzufordern. Dieſer Bericht
iſt zur Diskuſſion zu ſtellen. In der Erwägung, daß die
alte Satzung dringend der Erneuerung bedürfe, daß die
Arbeiten der Kommiſſion, ſolange ſie nicht abgeſchloſſen
ſind, nach außen nicht verwertbar erſcheinen, daß
viel=
mehr einſtweilen noch die urſprüngliche Faſſung gilt,
ſoll die Kommiſſion erſucht werden, ihre Arbeit zu
be=
ſchleunigen.” — Ein weiterer Antrag Frankfurt
beſchäf=
tigte ſich mit den äußeren Abzeichen des Bundes und
hatte folgenden Wortlaut: „Um eine Einſchränkung der
Auswüchſe in Uniformierung, Benennung und
militäri=
ſcher Spielerei zu bewirken, beantragt der
Landesver=
band einſtimmig, daß von Bundes wegen das Tragen
von Schußwaffen (auch Knallpiſtolen), ſowie das Ueben
des Stechſchritts verboten wird; ebenſo ſoll die
Bundes=
leitung beſtimmte Auswüchſe der Uniformierung als
Ver=
bot kennzeichnen. — Oberlehrer Dr. Löwenſtein=Frank=
furt begründete den Antrag. Schließzlich einigte mint
ich darauf, daß beſchloſſen wird, über ein gewiſſes Maf
in den Abzeichen ſolle nicht hinausgegangen werden;
Ab=
zeichen können eingeführt werden, aber es muß dies nicht
geſchehen. Der Bundesleitung ſoll in der ganzen Frage
Dispens zuſtehen.
In den fortgeſetzten Beratung des Deutſchen
Pfad=
finder=Bundes wurden noch einige Anträge interner
Natur erledigt.
Heute vormittag fand im Grunewald und auf dem
anſchließenden Exerzierplatz eine Uebung der Berline
Pfadfinder ſtatt, die mit einem Abkochen abſchloß. Genera
ſeldmarſchall Frhr. v. d. Goltz drückte ſeine Zufriede
heit mit den Uebungen aus. Mittags hielt der erſte
ſitzende des Bundes, Konſul Baſchwitz, im Reſtaura
„Kurfürſtenpark” einen Vortrag über das Them
Die Fortſchritte der Pfadfinderbeweg
ung in Deutſchland und in anderen Ländern‟
Redner betonte einleitend, daß die Pfadfinderbewegung
m letzten Jahre ihren Siegeszug durch ganz Deutſch
land gehalten habe. Der bei ſeiner Entſtehung viel
e=
fehdete Pfadfindergedanke hat ſich Bahn gebrochen
wird ein Kraftmittel ſein für die Förderung der geiſtige
und körperlichen Geſundung der jungen Deutſchen.
Vortragende gab einen kurzen Ueberblick über die Jugen
bewegung in fremden Ländern, ſoweit ſie mit der deutſche
Pfadfinderbewegung verglichen werden kann. Er möch
hierbei von vornherein betonen, daß die Pfadfinde
bewegung eine deutſche Bewegung ſei, ſtets war, und
ſolange man an ihren Grundſätzen feſthält, ſtets bleibe
werde. Der Redner erwähnte die engliſche B
Scouts=Bewegung, die in geiſtvoller Weiſe vol
General Baden=Powell vor etwa vier Jahren ins Lehen
gerufen worden iſt. Sie iſt vorzüglich organiſiert n
hat eine beſondere Wichtigkeit in einem Lande, in w
chem die allgemeine Wehrpflicht noch nicht eingefühl
worden iſt. Sie erſtreckt ſich über fünf Erdteile.
Afrika, in Auſtralien und in Indien, in allen engliſchen
Kolonien findet man Pfadfinder. Dieſe einen große
Teil der Welt umſpannende Organiſation beruht aufde
drei Säulen, welche der Pfandfindereid vorſchreil
1. Seine Schuldigkeit gegen Gott und den König geine
zu erfüllen; 2. ſeinen Mitmenſchen jederzeit zu helfcll
3. dem Pfadfindergeſetz zu gehorchen. Unendlich vich
ſeitig ſind die Künſte, welche der engliſche Pfadfinde
bund zu erlernen hat. Der engliſche Pfadfinder hat ſoga
einige Geheimzeichen, welche es ermöglichen ſollen, dal
ſich ein jeder Pfadfinder als ſolcher in der ganzen
ohne weiteres erkennen kann. England zählt hem
400 000 Pfadfinder, eine Zahl, welche wir in Deutſchland
wenn wir in gleichem Maße wachſen, wie bisher, in iu
zer Zeit erreichen dürften. Es liegt uns aber nicht darg
einen Zahlenrekord zu ſchlagen. Die Bundesleitung
Deutſchen Pfadfinder=Bundes ſteht vielmehr auf de
Standpunkte, daß nicht die Zahl der jugendlichen
glieder, ſondern der Geiſt, der in ihren Reihen herrſch
ausſchlaggebend ſein ſoll. — Im Anſchluß an dieſe A
führungen zeigte der Vortragende eine große Reihe vo
Lichtbildern, die das Leben und Treiben der engliſche
ſowie der übrigen ausländiſchen Pfadfinder darſtellten
Generalfeldmarſchall Frhr. v. d. Goltz dankte un
lebhaftem Beifall dem Referenten für ſeinen lehrreiche
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das etwas kochen kann, z. 1. Febr.
in einfach. bürgerl. Haushalt
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geſ.; gut. Heim im Hauſe (*1816
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Haus=
arbeit, welches zu Hauſe ſchlafen
kann, geſucht Karlſtr. 51. (*1808
Eine reinliche Frau zum
Brötchen=
tragen ſucht Bäckerei
Freuden=
berger, Bleichſtr. 13.
(228
Aushilfe für Kochen u. Haus=
arbeit geſucht
Heidelbergerſtr. 125, I. (*1794
Aelleres, ſoldes Mädhen
für ſofort, event. ſpäter, geſucht
Brauerei=Ausſchank Schul
Schloßgaſſe 25. (*1796
Tücht. Alleinmädchen
ev. Aushilfe, per fofort geſucht
*1755)
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Abends 8—10 Uhr Montags und Freitags.
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Montag, den 27. Januar 1913, nachmittags 5 Uhr,
im Gemeindehaus Kiesſtraße 17.
Tagesordnung: Jahresbericht. Abſchluß der Rechnung für
1912. Voranſchlag für 1913. Vorſtandswahl.
(2233
Für den Vorſtand: Kleberger.
Hessischer Goethebund.
Am Dienstag, den 21. Januar 1913, abends 8 ¼ Uhr,
ſpricht
Hr. Prof. Dr. Otto Harnackaus Stuttgart
im Kaiſerſaal (Grafenſtraße)
über
Graf Leo Tolstoi.
Zu dieſem Vortrag iſt jedermann freundlich eingeladen.
Eintrittsgeld 30 Pfg., Sperrſitzkarten zu Mk. 1.— ſind bei
Herrn Buchhändler Saeng, Kirchſtraße 20 zu haben.
Die Mitglieder des Goethebundes haben gegen Vorzeigen
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Der Vorstand.
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MMittwoch, den 2e. Januar 1913,
abends 8½ Uhr,
wird Herr
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Mitglied des Aktionskomitees der Zioniſtiſchen Organiſation, im
Saale des Hotel Hess
einen Vortrag halten über:
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Bedenken Sie
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Nicht der Käfig machts, sondern
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Kolossal- Programm,
einfach hervorragend.
Die beste Kopenhagener
Schau-
spielerin Frau Lilli Beck,
bekannt vom Fliegenden Zirkus
etc, her, gastiert im Film in
2 Dramen:
1) Die schwarze Maske
III Akte (s. Anmerkung).
Ein Film von vollendeter
Schönheit — sehr spannend
Atemanhaltend —
gedie-
gen — seriös.
2) Gebrochene
Frühlings-
rose (II Akte).
Packend! Sehr ergreifend!
Weinnachtsschmaus beim Sheriff.
Spannender Wild-West-Film
mit einem Ueberfall auf eine
Postkutsche. (2264im
Das geldene Horn (Konstantinopel)
Die Bucht, Stambul u. Galata-
Pera, Mondnacht. Die Quelle
von Tausend und eine Nacht.
Herrliche Naturbilder. —
Lotti, Mizi und der Bullenbeißer
famoser Humor.
Humoristische Einlagen.
Anmerkung. Der neueste,
epoche-
machende Film: „Die sohwarze
Maske” seinen sehr geehrten
Stammkunden u. Besuchern zum
Abschied von Darmstadt.
Der Geschäftsführer:
René Tiedemann.
Lleg.ſchw. Samt=Soubrette zu verl.
Liebfrauenſtr. 68, II. (*1785im
Damen-Maske (Rokoko,
bill. zu verleih. Rheinſtr. 8, III(*1780
ſparte Damenmasken, noch nicht
getr. Trachten, Phantaſie= und
Blumenkoſt., z. verl. Elisabethenstr. 1,
gegenüb. d. Stadt Pfungſtadt. (2276a
N
eue Chansonette, Soubr. u. Domine
zu verl. Grafenſtr. 4, I. (*1748imdf
Eleg. Damenmaske bill. zu verl.
Riedeſelſtr. 72, part. (*1756imd
leg. Damenmaske bill. zu verl.
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Domino, wert zu verkaufen
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Mchen”) zu verleihen
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Sklavin.
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Georg Becker
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Ramphis, Ober=
L. Schützendorf
prieſter .
Amonasro, König
von Aethiopien,
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Ein Bote
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Eine Prieſterin . Kathar. Jüttner
Ein Palaſtoffizier Adolf Klotz
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Gefangene . . Luiſe Sturmfels
Aethiopier
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Willy André
** Amneris . Madame Charles
Cahier.
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Beurlaubt:
Alfred Stephani.
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Mittel=
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
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Neu einſtudiert: Der
Zer=
iſſene‟ Poſſe von Neſtroy.
Anf. 7½ Uhr. (Val. beſ. Anzeige)