monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.85 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
n. 1.80 Mk. vierteli. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
176. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen
und=
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Ernennung
von Jagows zum Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen Amtes.
Die Zweite Kammer des Landtages für
Elſaß=Lothringen wählte nach der
Wiederauf=
nahme ihrer Sitzungen den früheren Präſidenten Dr.
Ricklin wieder.
*
Die ordentliche Seſſion des franzöſiſchen
Parla=
ments iſt am Dienstag eröffnet worden. Zum
Präſidenten der Kammer wurde Deschanel, zum
Präſi=
denten des Senats Duboſt wiedergewählt.
Der König von Spanien ernannte Calbeton,
ehe=
maligen liberalen Miniſter, zum Botſchafter beim
Batikan.
Die Note, die die Delegierten der
Balkan=
ſtgaten der türkiſchen Regierung zu überreichen
be=
ſchloſſen haben, und in der ſie die Aufhebung der
Friedenskonferenz ankündigen wollen, wird
ſo abgefaßt werden, daß ſie erſt in Kraft treten ſoll,
falls die Pforte es ablehnt, den Rat der Großmächte
anzunehmen, wie ihn die Kollektivnote enthalten wird.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Der Fall Wetterlé und die
Staatsgewalt.
C. Das unerhörte Auftreten des
Reichstagsabgeord=
neten Wetterlé in Frankreich hat auch die Zentrumspreſſe
veranlaßt, den Französling preiszugeben. Andere Blätter
verſchiedener Parteirichtung ſtimmen darin überein, daß
der Reichstag über den Fall Wetterlé ſein Urteil fällen
müſſe. Gewiß ſollte der Reichstag dies tun. Aber mit
dem Ausdruck des Bedauerns über die Haltung ſeines
Mit=
gliedes iſt es nicht getan: das unwürdige Auftreten des
elſäſſiſchen Deutſchenhaſſers wäre durch den Reichstag zu
brandmarken, und ob dafür im Reichstag eine
Kund=
gebung von wünſchenswerter Wucht zuſtande käme, iſt
lei=
der zweifelhaft. Wird jedoch innerhalb parlamentariſcher
Kreiſe ein Eingehen auf den Fall Wetterlé erwogen, dann
ſollte damit nicht noch länger gewartet werden. Das
Sprichwort: „Doppelt gibt, wer ſchnell gibt”, trifft auch
für die Behandlung der Angelegenheit Wetterlé durch den
Reichstag zu.
Abgeſehen vom Reichstage aber, darf die
Staats=
gewalt in Sachen Wetterlé ihre Hände um ſo weniger
in den Schoß legen, als ſie allein dazu befähigt iſt, dem
deutſchfeindlichen Bürger des Deutſchen Reiches die Folgen
ſeines Treibens fühlbar zu machen. Die Deutſche
die
Tagesztg. freilich vertritt gegenüber der Kreuzzt,
Anſicht, daß der Regierung gegen Wetterlé anwendbare
Mittel nicht zur Verfügung ſtünden. Die Stichhaltigkeit
dieſer Auffaſſung iſt indeſſen mindeſtens zweifelhaft. § 81
des Strafgeſetzbuches beſtimmt:
„Wer . . . es unternimmt . . . das Bündesgebiet ganz
oder teilweiſe einem fremden Staate gewaltſam
einzu=
verleihen oder einen Teil desſelben vom Ganzen
loszu=
reißenk. . ., wird wegen Hochverrats mit lebenslänglichem
Zuchthaus oder lehenslänglicher Feſtungshaft beſtraft.
Sind mildernde Umſtände vorhanden, ſo tritt
Feſtungs=
haft nicht unter 5 Jahren ein. Neben der Feſtungshaft
kann auf Verluſt der bekleideten öffentlichen Aemter
ſo=
wie der aus öffntlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte
erkannt werden.
Der Tübinger Strafrechtslehrer R. Frank (
Tü=
bingen, J. C. B. Mohr) ſagt in ſeinem Kommentar zum
Strafgeſetzbuch über das in demſelben Paragraphen
be=
handelte Unternehmen, die Verfaſſung des Deutſchen
Rei=
ches oder eines Bundesſtaates oder die in demſelben
be=
ſtehende Thronfolge gewaltſam zu ändern:
„Die Aenderung der Verfaſſung oder der Thronfolfft
muß eine gewaltſame ſein. Das iſt ſie aber ſchon
dn, wenn zu ihrer Durchführung phyſiſche Gewalt
we=
nigſtens in Ausſicht geſtellt wird, ſei es auch nur
ſtillſchweigend.”
Frank beruft ſich hierbei auf mehrere Strafrechtler, von
denen Goldammer, Köhler, Knitſchky genannt ſeien, und
fügt hinzu, daß nach Binding „gewaltſam” gleichbedeutend
ſei mit „rechtswidrig”. Wendet man dieſe Interpretation
des Begriffes „gewaktſäm” auf die oben wiedergegebene
Beſtimmung des § 81 St.G. B. an, dann ſcheint, wenn die
bisherigen Berichte über Wetterlés Ausführungen und den
Verlauf der Wetterlé=Verſammlungen zutreffen, die
Hand=
habe für ein Eingreifen auf Grund von § 81 St.G. B.
ge=
geben zu ſein. Zumal da auch angenommen werden kann,
daß Wetterlé es unternommen hat, im Sinne desſelben
Paragraphen die Verfaſſung Elſaß=Lothringens
ge=
waltſam zu ändern. Hierbei iſt es gleichgültig, ob
Wet=
terlés Schauplatz das Ausland war. Denn obwohl
wegen der im Ausland begangenen Verbrechen und
Ver=
gehen in der Regel auf deutſchem Boden keine Verfolgung
ſtattfindet, ſo beſtimmt doch § 4 St. G. B., daß nach den
Strafgeſetzen des Deutſchen Reiches verfolgt werden kann:
„ein Deutſcher oder ein Ausländer, welcher im Auslande
eine hochverräteriſche Handlung gegen das Deutſche Reich
oder einen Bundesſtaat ... begangen hat.”
Authentiſches über die Ausführungen Wetterlés und
über die von ihm erzielten Wirkungen feſtzuſtellen, kann
nicht unmöglich ſein. Vielmehr war es die Pflicht der
reichsländiſchen Regierung, mit Unterſtützung der
Reichs=
organe in Frankreich Vorſorge für die einwandsfreie
Feſt=
ſtellung der Reden Wetterlés zu treffen. Da die
Vortrags=
reiſe Wetterlés öffentlich angekündigt war, haben die
ent=
ſprechenden Feſtſtellungen keine großen Schwierigkeiten
be=
reiten können. Sollte aber die reichsländiſche Regierung in
dieſer Hinſicht etwas verſäumt haben, ſo müſſen die
an=
derweitig erſtatteten Berichte herangezogen werden. Auf
keinen Fall darf die Staatsgewalt einem ſo gefährlichen
Treiben tatlos zuſchauen. Stellt ſie ſich ſelbſt auf den
Standpunkt, ſie verfüge nicht über Mittel, die gegen
Wet=
terlé anwendbar ſeien, dann muß ſie für die ſchleunige
Ergänzun,g des Strafgeſetzbuches Sorge
tra=
gen. Das Anſehen des ganzen Reiches leidet darunter,
wenn ein deutſcher Reichstagsabgeordneter als Hetzapoſtel
gegen das eigene Land in fremden Ländern umherzieht.
Dieſem ſchmählichen Zuſtande muß ein Ende gemacht
wer=
den, auch wenn die verhängnisvollſten Folgen nicht ſofort
eintreten.
Zur Eröffnung des „roten‟
Storthings.
A. Aus Kriſtiania, 13. Jan., wird uns
ge=
ſchrieben: Die am 11. ds. Mts. eröffnete
Storthings=
ſeſſion iſt die erſte nach den Neuwahlen, die
be=
kanntlich der radikalen Partei einen
überwältigen=
den Sieg brachten. Die Radikalen verfügen über weit
mehr als die Hälfte der Sitze im Storthing, und eine
ein=
heitliche Leitung der Politik nach den Grundſätzen der
radikalen Staats= und Geſellſchaftsauffaſſung iſt hiernach
geſichert. Als nächſte Folge des Wahlergebniſſes wird ſich
nunmehr der Uebergang der Regierungsmacht in die
Hände eines radikalen Miniſteriums vollziehen, deſſen
Chef der frühere Miniſterpräſident Gunnar
Knud=
ſen werden wird. Dieſer war ſchon in der Zeit von
1908—1910 als Chef des erſten radikalen Miniſteriums
nach der Unionsauflöſung verantwortlicher Leiter der
norwegiſchen Politik. Dem radikalen Wahlprogramm
entſprechend wird die von der Storthingsmehrheit und
von dem neuen Miniſterium zu befolgende Politik eine
ſolche ſein, die ſich als ein diametraler Gegenſatz der
wäh=
rend der letzten Jahre von der konſervativ=moderaten
Re=
gierungen Konow und Bratlie ins Leben geführten
Grundſätze charakteriſiert. Namentlich verdient es
her=
vorgehoben zu werden, daß die Politik der norwegiſchen
Radikalen in vielen Beziehungen derjenigen der
Sozial=
demokratie — jedenfalls des reviſioniſtiſchen Flügels
die=
ſer Partei — ſehr nahe ſteht. Wenn die Radikalen auch
numeriſch ſtark genug ſind, um, völlig unabhängig von
irgend welcher anderen Partei, ihre ſelbſtändige Politik
zu treiben, ſo kann man doch mit Sicherheit davon
aus=
gehen, daß ſie in vielen wichtigen Punkten ein recht
in=
times Zuſammenarbeiten mit den Sozialdemokraten
ſuchen werden. Dafür bürgt u. a. die Tatſache, daß die
Gruppe der ſogenannten „Arbeiterdemokraten”, die ſich
kaum durch mehr als den Namen von der
Sozialdemo=
kratie unterſcheidet, durch Beſchluß der Parteileitung der
Radikalen vor wenigen Tagen in die radikale Partei
auf=
genommen wurden. Die recht intereſſante Gruppe der
„Arbeiterdemokraten” beſteht aus etwa ſechs Mitgliedern
des Storthings; ihr Führer iſt der äußerſt energiſche
Ab=
geordnete Herr Caſtberg, ſeines Zeichens Landrichter
und früher Mitglied des erſten radikalen Miniſteriums
Knudſen. Wahrſcheinlich wird Herr Caſtberg im neuen
Miniſterium die Leitung des Juſtizdepartements
über=
nehmen. Allein auch wenn er nicht Mitglied der
Regier=
ung werden ſollte, wird er, als der hervorragende
Poli=
tiker, der er iſt, eine ſehr hervortretende Rolle ſpielen; die
Regierung wird um ſeine Perſon nicht herumkommen; er
bildet gewiſſermaßen das Bindeglied zwiſchen dem
Radi=
kalismus und der Sozialdemokratie; ein Bruch mit der
Caſtbergſchen Gruppe könnte leicht eine für die Radikalen
unheilvolle Zerſplitterung der ganzen Partei zur Folge
haben.
Zweifellos wird die Politik der nächſten Zeit zunächſt
auf dem Gebiete der Waſſerfallsfragen das völlige
Ob=
ſiegen der ſtaatsſozialiſtiſchen
Geſichts=
punkte mit ſich führen. Das Obereigentum des Staats
an allen Waſſerfällen wird anerkannt werden, und
Pri=
vate — Geſellſchaften und Einzelperſonen, In= wie
Aus=
länder — werden die Waſſerfälle zu induſtriellen Zwecken
nur dann ausnützen können, wenn ſie ſich der Bedingung
des Rückfalls des Waſſerfalls und ſämtlicher Anlagen an
den Staat nach Ablauf einer gewiſſen Zeit unterwerfen.
Weiter wird die Regierung, entſprechend dem radikalen
Programm, dem Storthing einen Vorſchlag über
Ein=
führung des Maximalarbeitstages in allen
in=
duſtriellen Betrieben vorlegen. Die Gruppe Caſtberg und
die Sozialdemokraten werden die Einführung des
Normalarbeitstags von acht Stunden
ver=
langen; man erwartet mit Spannung, ob die Mehrheit
des Storthings dafür zu haben ſein wird, was durchaus
nicht unwahrſcheinlich iſt. Endlich iſt ein neues
Sprachengeſetz zu erwarten, wodurch die
Bauern=
ſprache des „Landsmaal” als mit der bisherigen
Um=
gangsſprache der Städter, dem „Rigsmaal”, völlig
gleich=
berechtigt anerkannt werden wird. Die Bauernſprache foll
nach dem Willen der Radikalen neben der bisherigen
„Rigsmaal=Sprache eine offizielle Sprache werden.
Auf dem Gebiet der
Enthaltſamskeitsbeweg=
ung wird die radikale Partei kräftig dem allgemeinen
„Landesverbot” gegen Alkohol vorarbeiten. — Das
Stor=
thing wird ſich auch mit der Frage der Abſchaf fung
des Ordensweſens zu befaſſen haben. Wenn die
ganze radikale Partei auf dieſem Gebiet mit den
So=
zialdemokraten zuſammenarbeiten würde, wäre die
ver=
faſſungsmäßige (*) Mehrheit zur Annahme eines
Vor=
ſchlags betreffs der Abſchaffung des Ordensweſens ge
geben.
Die Präſidentenwahl in
Frankreich.
* Morgen, Freitag, findet in Frankreich die
Wahl des neuen Präſidenten ſtatt. Sie
er=
folgt in dem Kongreßſaal zu Verſailles durch die
Nationalverſammlung mit abſoluter
Stim=
menmehrheit auf 7 Jahre. Die Nationalverſammlung
wird aus den Mitgliedern des Senats und der Kammer
gebildet. Da der Senat 300 und die Kammer 597
Mit=
glieder zählt, iſt die Nationalverſammlung nahezu 900
Köpfe ſtark. Die Nationalverſammlung iſt nur eine
Wahl=
verſammlung, d. h. ſie darf nur das Staatsoberhaupt
wählen und in keinem Falle über irgend welche Fragen
diskutieren oder beſchließen. Den Vorſitz in der
National=
verſammlung führt der Senatspräſident.
Die Wahl ſelbſt vollzieht ſich in ſehr einfacher Weiſe.
Kurz vor mittag bringen zwanzig Wagen erſter Klaſſe
Abgeordnete und Senatoren von Paris nach Verſailles.
Von Paris nach Verſailles iſt die Reiſe nur kurz. Nach
der eingenommenen Mahlzeit betreten die
Kongreßmit=
glieder den Saal der Nationalverſammlung. Unten ſitzen
auf den Seſſeln die 597 Abgeordneten und die 300
Sena=
toren; das diplomatiſche Korps, die Gäſte, die Preſſe
müſſen ſich mit den Galerien behelfen. Ein Diener bringt
die Urne, ſtellt ſie auf die Tribüne, und die Abſtimmung
beginnt. Sobald ſie ihre Zettel in die Urne geworfen
haben, zerſtreuen ſich die Kongreßmitglieder wieder. Dann
kommt der feierliche Augenblick. Die Abſtimmung iſt
be=
endigt, das Ergebnis wird bekannt gegeben. Abgeordnete,
Senatoren, Gäſte und Journaliſten drängen ſich an die
Tür des Abſtimmungsſaales. Und zehn Minuten ſpäter
verkündet der Präſident des Kongreſſes den Namen des
Gewählten.
Folgt der neue Präſident einem verſtorbenen
Präſidenten, ſo tritt er unmittelbar nach der Wahl in Ver=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
ſailles ſein Amt an; folgt er aber einem Präſidenten, der
noch am Leben und deſſen Amtstermin noch nicht
abge=
laufen iſt, ſo gelangt er zu der Amtswürde erſt einen
Mo=
nat nach der Wahl im Elyſee. Somit beginnt die
Amtszeit des morgen zu wählenden Präſidenten am
17. Februar d. J.
Deutſches Reich.
— Staatsſekretär v. Jagow. Der
Reichs=
anzeiger meldet: Der Kaiſer ernannte den Botſchafter
am italieniſchen Hofe v. Jagow unter Verleihung des
Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem
Prädi=
kat Exzellenz zum Staatsſekretär des Auswärtigen
Am=
tes und betraute ihn mit der Stellvertretung des
Reichs=
kanzlers im Bereiche des Auswärtigen Amtes.
— Der angebliche Inhalt der
Mili=
tärvorlage. Der Köln. Ztg. wird, offenbar offiziös,
aus Berlin geſchrieben: Was von den Phantaſien über den
Inhalt einer bevorſtehenden Militärvorlage zu halten ſei,
haben wir bereits auseinandergeſetzt. Inzwiſchen
wer=
den die völlig in der Luft ſchwebenden Mutmaßungen in
einer Weiſe fortgeſetzt, die denen nicht gleichgültig ſein
kann, denen es nicht einerlei iſt, was man in der Welt
über unſere Heeresarbeit denkt. Darum ſei wiederholt,
daß alle jene Auslaſſungen keine feſte Grundlage haben
und keine haben können, am wenigſten die Meldung, die
ſogar ſchon eine Zahl als Summe der Koſtenforderungen
zu nennen wußte. Das alles beruht nur auf Vermutung
und ſollte auch ſo aufgenommen werden. Angeſichts
deſ=
ſen, daß manche Aeußerungen über etwaige
Heeresver=
beſſerungen mißdeutet werden können, zumal wenn ſie in
dem bekannten Ton vorgetragen werden, den manche
Leute dabei anzuſchlagen für zweckmäßig halten, möchten
wir zitieren, was der gewiß zu einem Urteil berufene
Feldmarſchall von der Goltz auf dem Reichskommers des
Vereins Deutſcher Studenten geſagt hat, nämlich, daß
unſere Wehrmacht zu Waſſer und zu Land vollſtes
Ver=
trauen verdiene, denn es werde in ihr „jene tüchtige, nie
ermüdende Arbeit geleiſtet, ohne die auch der genialſte
Gedanke unfruchtbar bleibt”.
— Bundesrat und
Reichswohnungs=
geſetz. Der Bundesrat dürfte in nächſter Zeit zu der
Regelung der Wohnungsfrage endgültig Stellung
neh=
men, wobei ein Beſchluß der geſetzgebenden
Körper=
ſchaften in der Richtung zu erwarten iſt, ob und
inwie=
weit das Reich für eine geſetzliche Regelung der Frage
als zuſtändig zu erachten iſt. Der Standpunkt der
Reichs=
regierung geht dahin, daß die Reichszuſtändigkeit zu
be=
jahen iſt, wenn man die Wohnungsfrage vom
geſund=
heitlichen Standpunkt aus betrachtet. Einzelne
Bundes=
regierungen ſind bekanntlich bereits auf dem Gebiete der
Wohnungsfrage geſetzgeberiſch oder auf dem Wege der
Verordnung vorgegangen. In welcher Richtung ſich die
Wünſche des Reichstages bewegen, die Gewicht darauf
legen, daß ein Reichswohnungsgeſetz geſchaffen wird,
geht aus dem Vorentwurf eines
Reichswohnungsauf=
ſichtsgeſetzes hervor, der bereits von der
Wohnungskom=
miſſion des Reichstages ausgearbeitet iſt und der als
Anhalt für weitere Beratungen dienen ſoll. Man
ver=
langt in ihm vor allem die Einrichtung einer ſtändigen
Wohnungsaufſicht in allen Gemeinden, die die Kontrolle
über die Beſchaffenheit, Einrichtung und Benutzung der
Wohnung in geſundheitlicher und ſittlicher Beziehung
durchzuführen hat.
— Geſetzentwurf über die
Vermögens=
zuwachsſteuer. Wenn auch die jüngſte
Zuſammen=
kunft der einzelſtaatlichen Finanzminiſter ohne
tatſäch=
liches Ergebnis verlaufen iſt, ſo wird doch gegenwärtig
im Reichsſchatzamt der Entwurf eines Geſetzes betr. die
Einführung einer Vermögenszuwachsſteuer
ausge=
arbeitet. Man rechnet darauf, hierfür im Bundesrat eine
Mehrheit zu finden und die Vorlage alsdann entſprechend
dem Reichstagsbeſchluß wegen einer allgemeinen
Beſitz=
ſteuer bis zum 30. April vorlegen zu können.
— Die Denkſchrift über die
Abonnen=
ten=Verſicherung iſt dem Reichstage zugegangen.
40 kleine Anfragen. Zu der Einbringung
der kleinen Anfragen im Reichstage ſchreibt man der Poſt
aus parlamentariſchen Kreiſen:
In verhältnismäßig kurzer Zeit ſind im Reichstage
40 kleine Anfragen eingebracht worden, die ſich in der
Hauptſache auf Materien beziehen, die ſehr gut bei
an=
deren Gelegenheiten zur Sprache zu bringen wären. Vor
den 40 bisher geſtellten Anfragen hatten nur 6
allgemei=
nes Intereſſe. Die Einrichtung iſt ſeinerzeit getroffen
worden, um wichtige Fragen, die eine
Interpellations=
debatte unnötig gemacht hätten, zur Förderung der
Ge=
ſchäfte des Reichstages in kurzer Zeit durch die
Regie=
rung beantworten zu laſſen. In den Kreiſen der
Abge=
ordneten wird die bisher geübte Fragenſtellung zum Teil
als recht überflüſſig betrachtet. Auch regierungsſeitig
macht man kein Hehl daraus, daß man ſich die
Einrich=
tung der kleinen Anfragen in ihrer Praxis anders gedacht
habe. Die Antworten der Regierung ſind aus dieſem
Grunde im allgemeinen auch recht einſilbig. Es dürfte
dem Anſehen des Reichstages dienlicher ſein, wenn er
von der neuen Einrichtung in etwas maßvollerer Weiſe
Gebrauch machte, etwa nach dem Muſter des enaliſchen
Parlaments, in dem nur bei wichtigen Veranlaſſungen
ſolche Fragen geſtellt werden.
— Die Zweite Kammer des Landtags
für Elſaß=Lothringen trat am Dienstag
nach=
mittag zum Beginn der erſten Sitzungsperiode 1911/13
wieder zuſammen. Alterspräſident Bourger=Buſendorf
eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Anſprache und
ging ſofort zur Vornahme der Wahl des Präſidenten
über. Hierbei erhielt der bisherige Kammerpräſident
Dr. Ricklin (Zentr.) 53 von 57 abgegebenen Stimmen.
Aus der Wahl zum erſten Vizepräſidenten ging Abg.
La=
broiſe (Lothringer Gruppe) hervor; zum zweiten
Vize=
präſidenten wurde Böhle (Soz.) gewählt.
— Die Lothringer Volksſtimme gegen
Wetterlé. Das Zentrumsorgan für Lothringen, die
Lothringer Volksſtimme, nimmt ebenfalls mit
erfreu=
licher Deutlichkeit Stellung gegen den Parteigenoſſen
Abbé Wetterlé wegen deſſen jüngſten Reden in Frankreich.
Schon als katholiſcher Geiſtlicher, ſchreibt das Blatt, hätte
Wetterlé Zurückhaltung üben ſollen, da gerade die
katho=
liſchen Geiſtlichen von den Gegnern als Feinde des
Deutſchtums verſchrien werden. Auch als Zentrums
mann, falls Herr Wetterlé noch Wert darauf lege, als
ſol=
cher betrachtet zu werden, dürfe er nicht ſolche Extratouren
unternehmen. Das Blatt überläßt es dem elſaß=
lothrin=
giſchen Zentrum oder der Landtagsfraktion, hier nach dem
Rechten zu ſehen, und ſchreibt, auf keinen Fall würden es
die Zenturmsangehörigen in Elſaß=Lothringen zugeben,
daß ihr Konto damit belaſtet werde, was Wetterlé zu
tun für gut finde. Auch als Politiker habe Wetterlé kaum
unkluger handeln können. Wetterlé kenne nur ſich und
ſeine Perſon, die Intereſſen ſeiner Landsleute kämen für
ihn nicht in Betracht, das habe er ſchon oft bewieſen.
Seine Betätigung jenſeits der Vogeſen nennt das Blatt
ein frivoles Spiel mit dem Feuer; dieſes Vorgehen ſei
unverantwortlich und verhängnisvoll.
Ausland.
Frankreich.
Parlamentseröffnung. Die ordentliche
Seſ=
ſion des Parlaments iſt am Dienstag eröffnet worden.
In der Kammer hielt bei Beginn der Sitzung
Alterspräſi=
dent Paſſy eine Rede, in der er ausführte, der Präſident
der Republik müſſe alle Intereſſen des großen franzöſiſchen
Vaterlandes vertreten, er müſſe ein glänzend erprobtes
Ta=
lent haben und ein Mann ſein, der dem Vaterlande
be=
reits hervorragende Dienſte erwieſen habe. Der Präſident
habe die Pflicht, die Sorge für die nationale Verteidigung
nicht Politikern, ſondern Patrioten anzuvertrauen. Wenn
Leute vorhanden ſeien, wie die gegenwärtigen Miniſter
des Krieges, der Marine und des Aeußern, ſo ſei es
er=
laubt, von einem für die nationale Verteidigung geeinten
Vaterlande und einem Europa zu träumen, das endlich
doch für den Frieden zuſammenſtehe. Weiter wies der
Redner auf die Notwendigkeit einer Wahlreform hin, die
zur Ordnung und zum Siege über die Anarchie verhelfe
Die Kammer ſchritt ſodann zur Wahl des Präſidenten.
Deschanel wurde mit 347 von 535 Stimmen gewählt.
Bei der Uebernahme des Präſidiums der Kammer
hielt Deschanel eine Anſprache, in der er der Arbeiten der
Kammer ſeit den letzten Wahlen gedachte und beſonders
an die bewegten Debatten aus Anlaß des deutſch=
fran=
zöſiſchen Abkommens über Aequatorial=Afrika und
Ma=
rokko erinnerte, über jenes Marokko, von dem Bismarck
geſagt hat, es werde den erſten großen europäiſchen Krieg
verurſachen und das heute unter franzöſiſchem Protektorat
ſtehe. Dank der Weisheit der franzöſiſchen Diplomatie ſei
der Frieden Europas nicht geſtört worden. Man könne
hoffen, daß die Balkankriſe, die durch ihre weittragenden
Konſequenzen ſo ſchwerwiegend ſei, die Großmächte nicht
in einen Konflikt hineinziehen werde, den keine von ihnen
wünſche. Wir wünſchen, ſagte Deschanel, daß Frankreich
immerdar mit allen Kräften an der Aufrechterhaltung des
Friedens mitwirkt. Der Präſident erinnerte dann weiter
an die Geſetze, deren Annahme einen Fortſchritt in der
Verſtändigung der Völker bezeichneten. Die Kammer habe
ihre Abſicht kundgetan, in der Regelung internationaler
Streitfälle ein Schiedsgericht ſprechen zu laſſen ſo oft die
Ehre es erlaubt. Zum Schluß verglich der Redner die
budgetären Schwierigkeiten von heute und ehemals und
ſaate, die perſönliche Gewalt ſei Frankreich zu teuer zu
ſtehen gekommen, als daß es verſucht ſei, nochmals darauf
zu kommen Die Stelle über die äußere Politik wurde
von der Kammer beinahe einmütig mit Beifall
aufge=
nommen.
Im Senat ſprach Alterspräſident Huguet ſeine
Be=
friedigung über den Abſchluß des franzöſiſch=ſpaniſchen
Marokkovertrages und das in Marokko vollbrachte Werk
aus. Er feierte die tapfere Armee Frankreichs und ſeine
kühnen Aviatiker. Er kam auf den Balkankrieg zu ſprechen
und ſagte, die Nation könne ihre Stellung in der Welt
nur behalten, wenn ſie ſich auf eine unbeſtrittene
mili=
täriſche Macht und ein ſtarkes Nationalbewußtſein ſtützen
könne. (Beifall.) Man ſchritt zur Wahl des Präſidenten,
bei der Duboſt mit 221 von 272 Stimmen wiedergewählt
wurde.
Deschanel als Präſidentſchafts=
Kan=
didat. Die Agence Havas veröffentlicht folgende Note
Nach Schluß der Kammerſitzung erſuchten
zahl=
reiche Abgeordnete den Präſidenten Deschanel, ſich als
Kandidaten für die Präſidentſchaft der Republik aufſtellen
zu laſſen. Deschanel dankte herzlich und erklärte, er ſtehe
ſeinen Freunden zur Verfügung.
Das erſte deutſche
Jugend=
gefängnis.
Der Umſtand, daß der berüchtigte
Raubmör=
der Sternickel bei dem letzten von ihm begangenen
Verbrechen nicht weniger als drei jugendliche
Mit=
ſchuldige gehabt hat, muß von neuem die
Aufmerk=
ſamkeit auf den Anteil der Jugendlichen an der
Krimina=
lität lenken. In dieſem Zuſammenhang iſt ein
grund=
legender Fortſchritt auf dem Gebiete des Strafvollzuges
als Mittel, der Kriminalität Jugendlicher
entgegenzu=
wirken, von beſonderem Intereſſe. Er beſteht in der
Er=
richtung des erſten deutſchen
Jugendgefäng=
niſſes in Wittlich an der Moſel, über deſſen
Organiſation der Frankfurter Profeſſor Dr. Freudenthal
im neueſten Heft der Deutſchen Juriſtenzeitung (
Ber=
lin, O. Liebmann) berichtet. Freudenthal hebt hervor
daß der unermüdliche Leiter des preußiſchen
Gefängnis=
weſens im Miniſterium des Innern, Geheimrat Dr.
Krohne, die neue Veranſtaltung dem alten Rahmen
ein=
fügen konnte, ohne an den einſchlägigen Verordnungen
etwas zu ändern. Reiche Mittel aber für die Schaffung
des längſt erſtrebten Jugendgefängniſſes haben die
Voll=
ſtrecker des Speyerſchen Nachlaſſes in Frankfurt a. M.
zur Verfügung geſtellt. Die erprobten Vorbilder Ame
rikas und Englands wurden vom Gefängnisgeiſtlichen
Ellger an Ort und Stelle ſtudiert. Auf der Grundlage
eines von Ellger als dem künftigen Direktor des
Jugend=
gefängniſſes aufgeſtellten Planes trat die neue Anſtalt
am 1. Auguſt 1912 ins Leben. Die wichtigſten
Beſtim=
mungen ihrer Organiſation ſind in Kürze folgende:
Der Strafvollzug baut ſich auf dem
Stufen=
ſyſtem auf. Inſaſſen ſind nicht die im Sinne des
Strafgeſetzbuches Jugendlichen zwiſchen 12 und 18
Jah=
ren, ſondern die 18 bis 21jährigen. Der
Neuankömm=
ling tritt in die 3. Klaſſe des Strafvollzuges auf 4
Mo=
nate ein, kann aber durch gute Führung den Aufenthalt
hier auf 3 Monate herabdrücken. Bewährte Gefangene
rücken demnächſt in die 2. Klaſſe auf, in der dem
Grund=
gedanken des Syſtems, der allmählichen Annäherung an
die Freiheit, dadurch Rechnung getragen iſt, daß mit der
fortdauernden Einzelhaft Arbeit in gemeinſchaftlichen
Werkſtätten, ſowie die Einräumung kleinerer
Erleichter=
ungen verbunden wird. Auch hier kann der 4monatige
Aufenthalt bei guter Führung abgekürzt werden. In
der 1. Klaſſe ſetzen ſich die geſteigerten Vorrechte aus
beſſerer Ausſtattung der Zelle, Teilnahme an einer
Sonn=
tags=Vortragsſtunde und einer Extra=Turnſpielſtunde,
be=
ſonderer Kleidung, Verpflegungszulage uſw. zuſammen.
Nur ihre Angehörigen können zu Straferlaß,
insbeſon=
dere zu worläufiger Entlaſſung, vorgeſchlagen werden
Schwere Vergehungen in der Führung haben
Zurückver=
ſetzung in eine tiefere Klaſſe zur Folge. Der geſamte
Betrieb der Anſtalt und der Verkehrston ihrer Beamten
mit den Inſaſſen iſt, bei vollſtändiger Wahrung des
Cha=
rakters der Strafanſtalt, darauf berechnet, Ehrgefühl und
Selbſtvertrauen zu heben. Dem Zwecke der Ausbildung
dient Schulunterricht und Ausbildung in Handwerken
verſchiedenſter Art, wobei Gärtnerei und Landwirtſchaft
beſonders gepflegt werden; theoretiſcher Unterricht und
gewerbliche Zeichenſtunde vervollſtändigen dieſes Syeſtm.
Der körperlichen Ausbildung dient täglich eine Stunde
Turn= und Exerzierunterricht, dem es vielleicht zu danken
iſt, daß das Larazett in 4 Monaten unbelegt blieb.
Nur Gefangene mit einer Strafzeit von einem Jahr
oder mehr werden in die Anſtalt eingeliefert. Die
Er=
fahrung wird lehren, ob eine durchſchnittliche Strafzeit
von 15 und 18 Monaten genügt, um junge Verbrecher
in nützliche Menſchen umzubilden oder ob es notwendig
iſt, das Strafrecht dahin zu reformieren, daß Jugendliche
zu einem geſetzlich beſtimmten Höchſt= und Mindeſtmaß
verurteilt werden. Die bisherige Verhängung einer ein
zigen Diſziplinar=Arreſtſtrafe iſt einſtweilen ein
günſti=
ges Vorzeichen.
Konzerte.
mm. Ein Kunſtgenuß beſonderer Art war das Konzert
des Deſſoffſchen Frauenchors aus
Frank=
furt a. M., das am Dienstag im Richard
Wag=
ner=Verein ſtattfand. Die nicht geringen
Erwartun=
gen, die man den Leiſtungen der mit Recht berühmten
Chorvereinigung entgegenbrachte, wurden in der Tat
vollkommen erfüllt, ja ſtellenweiſe übertroffen. Die
muſter=
hafte Chordiſziplin bei den rhythmiſch komplizierten
Klanggebilden der alten Meiſter einer wunderbaren
Poly=
phonie und die tadelloſe Reinheit der Intonation (die
nur vorübergehend bei einer unerwartet ſchwierigen
Aus=
weichung nach der Molltonart in Nr. 6c eine momentane
Trübung erfuhr) nötigen in Verbindung mit der
Aus=
führung dynamiſcher Feinheiten zu vollſter Anerkennung
des ſeltenen Direktionstalentes der Leiterin, Fräulein
Gretchen Deſſoff. Aber auch den ausführenden
Damen, die ein ſo umfangreiches und auch an das geiſtige
Erfaſſen hohe Anforderungen ſtellendes Programm mit ſo
großer Sicherheit bewältigten, gebührt das höchſte Lob;
muſterhaft iſt die Beſetzung der einzelnen Stimmgruppen
ausgewählt und prächtig darum auch die Geſamtwirkung
voll und dunkel timbriert der Klang der tiefſten
Altſtim=
men, und auch ir der höchſten Tonlage der hoben Soyran=
ſtimmen erfreut das Ohr ein müheloſer Tonanſatz. Sehr
geſchickt war auch die Auswahl der Tonſätze, was
beſon=
ders anzuerkennen iſt, weil die Kompoſitionen für
Frauen=
chor nicht ſehr zahlreich und gute Bearbeitungen noch
ſeltener ſind.
Der erſte, mit Harmoniumbegleitung (Herr Wilhelm
Bauer aus Frankfurt) geſungene vierſtimmige Chor:
Miserere mei, Deus” von Joh. Adolf Haſſe, Al.
Scar=
lattis mit unerſchöpflichem Reichtum melodiſcher Gedanken
begabtem Lieblingsſchüler, vereinigte alle vorerwähnten
Vorzüge in ſich und ſicherte dem Chor bei den ſehr
zahl=
reichen Zuhörern die beſte Aufnahme. Tief ergreifend
wirkte Jan Pieterſon Sweelincks fünfſtimmige
Weihnachtsmotette. Mozarts
fünfſtim=
miges „Kyrie” das ganz exakt a capella geſungen
wurde, entſpricht aber mit ſeiner heiteren Stimmung den
ernſten Worten gar zu wenig (wie — mit geringen
Aus=
nahmen — ſeine Kirchenmuſik einem flachen Zeitgeſchmack
huldigt und darum im Kultus keine bleibende Stelle hat):
die ungeſchickte Textunterlage in den Worten „Kyrie” und
Eleiſon” die (wie das Alleluja in Nr. IV), ſtatt in
ſtrengem Portamento, abgeſtoßen ausgeführt wurde, mag
auf willkürliche Phraſierung des Bearbeiters
zurückzu=
führen ſein. Die ſehr kundige und geſchickte Bearbeitung
von Orazio Benevolis „Regna terrae, gantatc
Deo” mit Harmoniumbegleitung von Dr. Hugo
Leichten=
tritt und Franz Schuberts 230Pſalm wirkten ganz
wundervoll und ließen erkennen, welche Schätze (z. T
noch wenig gekannt) die Chorliteratur birgt, die beſonders
in den Kirchen ihren feſten Platz haben müßten. Von der
durchweg beſonders anziehenden Nummern des zweiten
Teiles nahmen Arnold Mendelsſohns Vier neue
Geſänge für Frauenchor, die fugierte, wohlklingende
Mo=
tette nach den Worten des h. Auguſtinus, „Tag und
Nacht”, ganz beſonders aber das lebensvoll bewegte
ſpa=
niſche Tanzlied nach Herder und das naiv=heitere
auf Verlangen wiederholte Chorlied nach Thereſe
Köſtlins Worten das größte Intereſſe in Anſpruch und
trugen dem anweſenden Meiſter rauſchenden Beifall ein,
den er jedoch beſcheiden den Ausführenden zuwies. Möchte
öfter etwas dieſer Gattung von ihm auch hier zu hören
ſein!
Die vier Geſänge von J. Brahms mit
Har=
fen= und Hörnerbegleitung (der Herren Hahn, Köennecke
und Böhm aus Wiesbaden) ſchloſſen den ſchönen Abend
in würdiger Weiſe ab und der Geſang aus „Fingal” wird
noch in manchem Beſucher auf dem Heimweg nachgetönt
haben. Der allgemeine warme Beifall nach dieſem dürfte
die Gäſte zu einer ſpäteren Wiederholung ihres Beſuches
in Darmſtadt veranlaſſen.
Nummer 13.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Seite 3.
Die militäriſche Organiſation
Marok=
kos. Die France Militaire veröffentlicht die Einzelheiten
der militäriſchen Organiſation Marokkos. Danach wird
Weſtmarokko in ſechs Bezirke, Schauja, Rabat, Mikenes,
Fez. Mazagan und Marrakeſch, und Oſtmarokko in die
Gebiete von Udſcha und Taurirt und in den ſüdlichen
Be=
zirk von Ober=Guir eingeteilt.
Spanien.
Empfänge politiſcher Perſönlichkeiten
durch den König. Der republikaniſche Führer
Azca=
rate begab ſich am Dienstag in das Palais, wohin er vom
König gerufen worden war, der ihn über ſoziale Probleme
zu befragen wünſchte. In politiſchen Kreiſen wird
ver=
ſichert, daß der König entſchloſſen iſt, alle politiſchen
Per=
ſönlichkeiten zu empfangen, welcher Partei ſie auch
ange=
hören, um ihre Meinung über die verſchiedenen politiſch
intereſſanten Fragen von allen Geſichtskunkten kennen zu
lernen. Außer Azcarate werden verſchiedene andere
Re=
publikaner empfangen werden, namentlich auch der
radi=
kale Führer Lerroux. Der ſozialiſtiſche Führer Pablo
Igleſias veröffentlichte die Nachricht von den Empfängen
und fügte hinzu, daß ſie einen tiefen und günſtigen
Ein=
druck in allen Kreiſen gemacht hätten. Nur die
reaktio=
tären Kreiſe ſind ſehr zurückhaltend.
Rußland.
Verlängerung des chineſiſch=ruſſiſchen
Handelsvertrages. Der Kaiſer beſtätigte den
Be=
ſchluß des Miniſterrates, den chineſiſch=ruſſiſchen
Handels=
vertrag vom Jahre 1881 auf weitere zehn Jahre zu
ver=
längern und die demſelben beigefügten Beſtimmungen
be=
treffend den zollfreien Handel auf ruſſiſchem Gebiet
inner=
halb eines Ravons von 50 Werſt längs der ruſſiſch=
chineſi=
chen Grenze außer Kraft zu ſetzen.
Vereinigte Staaten.
Die Panamabill. Staatsſekretär Root hat im
Senat einen Geſetzentwurf eingebracht, die Panamabill
dahin abzuändern, daß aus der Vorlage die Beſtimmung
beſeitigt wird, durch die die amerikaniſchen
Küſtenfahr=
zeuge von der Zahlung von Abgaben befreit werden ſollen.
Dadurch würde, wie man erwartet, die ganze Frage von
neuem mit England zu erörtern ſein. Root erklärte, er
werde den Geſetzentwurf am 21. Januar begründen. Wie
man hört, werden andere Senatoren nachher für und gegen
den Vorſchlag ſprechen. Viele Senatoren erklärten, daß ſie,
ehe ſie es auf den engliſchen Einſpruch gegen die
Beſtim=
mung des Freizolles ankommen laſſen, es vorziehen
wür=
den, die Angelegenheit einem Schiedsgericht zu
unter=
breiten. Eine kürzlich erfolgte Rundfrage zeigte die
vor=
wiegende Stimmung des Senats für ein Feſthalten an
dem bisherigen Standpunkt in der Angelegenheit. Es
muß abgewartet werden, ob es Roots Beredtſamkeit
ge=
lingen wird, genügend Stimmen zu gewinnen, um die
gegenteilige Anſicht zu überwinden.
China.
Abkommen mit England wegen der
Ti=
betfrag e. Das Auswärtige Amt übermittelte am 10.
Januar dem britiſchen Geſandten Jordan ein Schreiben, in
dem erklärt wird: Am 23. Dezember ſandte das
Auswär=
tige Amt Ew. Exzellenz als Antwort auf die Frage wegen
Tibet eine Denkſchrift zur Uebermittelung an die britiſche
Regierung. Die chineſiſche Regierung wünſcht aufrichtig,
daß die britiſche und die chineſiſche Regierung in den
tibe=
taniſchen Fragen ein befriedigendes Abkommen ſchließen,
und daß alle Mißverſtändniſſe vermieden werden,
Hoffent=
lich werde Jordan der chineſiſchen Regierung ſobald wie
möglich mitteilen, was Großbritannien zu dieſer Antwort
Chinas zu ſagen habe, damit China die Frage prüfen und
damit eine befriedigende Löſung gefunden werde.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Januar.
Vom Hofe. Fürſt und Fürſtin zu Solms=Lich
ſind am Dienstag nachmittag 226 Uhr, Prinz Ludwig
zu Solms=Lich iſt abends 619 Uhr zum Beſuch im
Neuen Palais eingetroffen. — Geſtern mittag 1 Uhr
waren die hier anweſenden Mitglieder der
ſtandes=
herrlichen Familien zur Frühſtückstafel im Neuen
Palais geladen. (Darmſt. Zig.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch um 11 Uhr
vor=
mittags im Neuen Palais zum Vortrag den Großh.
Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik Dr.
Eger, den Kabinettsſekretär Dr. Wehner.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Adam Eckel
in Oppenrod, Kreis Gießen, die Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Raibreitenbach, Kreis Erbach.
* Erledigte Stelle. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Odenhauſen, Kreis Gießen. Mit
der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden.
* Geh. Kirchenrat D. Eger, der Direktor des
Predigerſeminars zu Friedberg, hat, wie
wir bereits meldeten, einen Ruf als Profeſſor der
prak=
tiſchen Theologie an die Univerſität Halle
erhalten und wird ihm zum kommenden Sommerſemeſter
Folge eſten.
* Perſonalien von der heſſiſch=preußiſchen Eiſenbahn.
gemeinſchaft. Verſetzt: Gütervorſteher Wittkob von
Wiesbaden nach Darmſtadt zwecks Wahrnehmung der
Geſchäfte eines Verkehrskontrolleurs; Oberbahnaſſiſtent
Fiedler von Kranichſtein nach Darmſtadt=Oſt.
Geſtor=
ben: Weichenſteller Möller in Arheilgen. —
Belohn=
ungen und Auszeichnungen. Das durch Erlaß
vom 27. Januar 1905 von Sr. Maj. dem König von
Preußen geſtiftete Erinnerungszeichen iſt den nachſtehend
genannten Eiſenbahnbedſenſteten verliehen worden:
A. Für 25jährige Dienſtzeit: Regierungs= und
Baurat Friedrich Mettegang, Mainz. B. Für 40
jäh=
rige Dienſtzeit: Lademeiſter Johannes Sobeynski,
Darmſtadt.
Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat Dezember — 317 Anträge eingegangen,
und zwar: 242 Anträge auf Invaliden= und Krankenrente
(J. u. K.), 23 Anträge auf Altersrente (A.), 25 Anträge auf
Witwen= und Witwerrente (W.), 24 Anträge auf
Waiſen=
rente (O.), 3 Anträge auf Witwengeld (Wg.). Unerledigt
wurden in dieſen Monat übernommen 318 Anträge, ſo daß
335 Rentengeſuche in Bearbeitung ſtanden. Es fanden
Erledigung: 207 Anträge durch Bewilligung (135 J., 8 K.,
16 A., 14 W., 5 Wg., 29 O.), 8 Anträge durch
Anwartſchafts=
beſcheid (§§ 1258 und 1743 R. V.O.), 60 Anträge durch
Ab=
lehnung, weil unbegründet (43J., 3 A., 10 W., 1 Wg., 3O.),
20 Anträge durch andere Weiſe, Zurücknahme uſw. (10 J.,
3 A., 6 W., — Wg., 1 O.), zuſammen 295 Anträge, hiervon
wurden 31 durch Umwandlung erledigt, ſo daß 371 als
unerledigt auf den Monat Januar 1913 übernommen
wer=
den mußten. — In welchem Umfange die Landesverſiche
rungsanſtalt Großh. Heſſen Heilverfahrenskoſten
für ihre Verſicherten übernimmt, ergibt ſich aus
nachſtehen=
den Erläuterungen: Ende Dezember 1912 waren in den
nachverzeichneten Anſtalten verſicherte Perſonen
untergebracht: 1. Ernſt=Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach 76,
2. Eleonoren=Heilſtätte bei Winterkaſten 47, 3.
Göttmann=
ſche Anſtalt in Reichelsheim i. O. 29, 4. Bad Nauheim 7,
5. Bad Orb 6, 6. Dr. Loſſenſche Anſtalt in Darmſtadt 3,
7. Verſchiedene Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken
u. dergl. m. 12, zuſammen 180.
g. Strafkammer. Der 56jährige Kutſcher Joſeph
Löſer aus Offenbach hatte im Sommer vorigen Jahres
mit dem Fuhrwerk einer Offenbacher Brauerei den
Schloſ=
ſer Georg Heinrich überfahren und ſchwer
ver=
letzt. Das Schöffengericht Offenbach hatte den wegen
Körperverletzung angeklagten Löſer freigeſprochen, indem
ein unglücklicher Zufall angenommen wurde. Der verletzte
Heinrich verfolgte daraufhin als Nebenkläger Berufung,
mit der ſich geſtern die hieſige Strafkammer beſchäftigte.
Löſer hatte an. dem Tage bereits eine längere Arbeitszeit
gehabt, als er am Nachmittag, von Heuſenſtamm
kom=
mend, in die Waldſtraße in Offenbach einbog. Nach
Zeu=
genausſagen fuhr er etwas links, aber trotzdem wäre der
dem Fuhrwerk entgegenkommende Heinrich ohne Unfall
vorbeigekommen, wenn nicht in demſelben Moment das
Pferd ſich noch weiter nach links zu einem dort ſtehenden
Brunnen, an dem es immer getränkt wurde, gewendet
hätte. Heinrich kam unter das Fuhrwerk und erlitt
erheb=
liche Verletzungen, die eine längere Arbeitsunfähigkeit im
Gefolge hatten. Die Strafkammer ſah entgegen dem
Schöf=
fengericht in dem Linksfahren ein genügendes Verſchulden
des Angeklagten, um ihn für die Folgen verantwortlich
zu machen. Es verurteilte ihn deshalb zu 50 Mk.
Geld=
ſtrafe die eventuell mit zehn Tagen Gefängnis zu
ver=
büßen ſind. — Wegen eines Verbrechens nach Paragraph
174,1 und 173 des Strafgeſetzbuches wurde der 41jährige
Arbeiter Heinrich Herchenröder aus Bieber zu
Jahr6 Monaten Gefängnis, abzüglich 2
Mo=
naten der Unterſuchungshaft, verurteilt. — Der 25jährige
Kaufmann Georg Lippes aus Offenbach ſtand geſtern
wegen Betrugs vor der hieſigen Strafkammer. Der
An=
geklagte wurde bereits zweimal wegen Zechbetrugs
ver=
urteilt und am 10. Auguſt 1912 flüchtete er wegen einer
zu erwartenden Strafe wegen Hehlerei nach Luxemburg,
von wo aus er nach Deutſchland ausgeliefert wurde. Er
wurde dann zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Am
27. Juli kam er in die Reſtauration Müller in Offenbach,
gab ſich der Ehefrau Müller gegenüber als Stammgaſt
aus, machte eine größere Zeche und verſuchte dann, ohne
Zahlung zu verſchwinden. Als ihn Frau Müller
ein=
holte und Zahlung verlangte, äußerte er, er habe ſein
Portemonnaie verloren und werde die Rechnung am
fol=
genden Tage begleichen. Durch verſchiedene
Vorſpiege=
lungen verſtand er es dann noch einige Male, freie Zeche
zu erhalten, bis die Schuld ziemlich auf 8 Mark
angeſtie=
gen war. Trotz der zuvorkommendſten Bemühungen des
Wirts ließ ſich der Angeklagte nicht herbei, die Schuld
zu bezahlen, und erſt nach erfolgter Anzeige ſprang der
Vater für ſeinen Sohn ein und befriedigte den Schuldner.
Das Gericht erkennt gegen den Angeklagten auf eine
Ge=
ſamtſtrafe von 3 Monaten 3 Wochen Gefängnis.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Mittwoch, den 22. Januar, vormittags
½ Ur, lautet: 1. Klage des Ortsarmenverbandes
Mühlheim gegen den Ortsarmenverband Klein=
Stein=
heim wegen Erſatz von Unterſtützungskoſten ffür die
Familie des Franz Eckel in Mühlheim. 2. Geſuch des
Adam Seelinger Xl. um Erlaubnis zum Betrieb einer
Gaſt=
wirtſchaft im Hauſe Wormſerſtraße 36 zu Lampertheim.
3. Klage des Georg Wenzel in Offenbach=Bücgel gegen
die Stadt Offenbach, vertreten durch ihren
Oberbürger=
meiſter, wegen Heranziehung zu den Koſten der
Fußweg=
herſtelluug auf der Südſeite der Langſtraße.
Zum Dirigenten des „Akademiſchen Chores”
wurde als Nachfolger Profeſſor Nagels Herr
Hof=
konzert meiſter Schmidt gewählt.
nn. Das heſſiſche Schulminiſterium und der Unterricht
über das Deutſchtum im Auslande. Auf Veranlaſſung
mehrerer völkiſcher Vereine und des Vereins zur
Förder=
ung des Deutſchtums im Auslande in Darmſtadt hat die
heſſiſche oberſte Schulbehörde an alle Direktionen der
höheren Schulen und an die Kreisſchulkommiſſionen die
Weiſung ergehen laſſen, mit den Lehrern und beſonders
den Vertretern der Erdkunde, der Geſchichte und des
Deutſchen die Frage zu erörtern, was im deutſchen
Unter=
richt über das bisherige Gebiet hinaus geſchehen kann,
um das Wiſſen vom Deutſchtum auf der
Erde der Würde unſeres Volkes gemäß zu ſteigern und
u befeſtigen. Landkarten, auf welchen die ſeit Alters her
üblichen deutſchen Städtenamen, beſonders ungariſche,
wie Preßburg und Hermannſtadt, rückſichtslos ausgetilgt
ſind, ſind abzuändern. Bei Neuanſchaffungen ſind ſolche
Karten ſtrikte abzulehnen.
nn. Von der Techniſchen Hochſchule. Die
Maſchi=
nenbauabteilung UIII wird unter Leitung des
Herrn Profeſſors Dr.=Ing. Köhler am Freitag eine
Exkurſion nach Heidelberg zur Beſichtigung der
Portland=Zementfabrik und der
Waggon=
fabrik von H. Fuchs A.=G. unternehmen.
Dienſtjubiläum. Herr Heinrich Leibner
be=
ging am 15. Januar ſein 25jähriges Dienſtjubiläum als
Gärtner an der Großh. landw. Verſuchsſtation. Aus
dieſem Anlaß hat ihn das geſamte Perſonal herzlichſt
beglückwünſcht, und es wurden ihm ſowohl von dem
Vorſtand als auch von den Angeſtellten der
Verſuchs=
ſtation wertvolle Geſchenke überreicht.
* Jungliberaler Verein. Vor einer ſehr zahlreich
erſchienenen Zuhörerſchaft ſprach am Dienstag abend im
Fürſtenſaal Herr Lehrer Page in anſchaulicher und
feſſelnder Weiſe über „Eine Fahrt nach der
Waſſerkante” An Hand prächtiger Lichtbilder
die in liebenswürdiger Weiſe vom heſſiſchen
Landesausſchuß des Flottenvereins zur
Verfügung geſtellt waren — ſchilderte der Vortragende
die Hauptſehenswürdigkeiten Hamburgs, beſonders den
Hafen, weiterhin die Kieler Bucht, den Nordoſtſeekanal
und ſchließlich eine Fahrt nach Helgoland. Die
verſchie=
denen Typen unſerer Kriegsſchiffe wurden eingehend
er=
klärt. Beſonders betont wurde die Notwendigkeit einer
tarken Kriegsflotte gerade im Intereſſe des Friedens. Die
Zuhörer ſpendeten reichen Beifall und Herr Lehrer Ger=
Feuilleton.
K. Wieviel Kriegsminiſter Frankreich verbraucht.
Auch ohne den in dieſen Tagen erfolgten Rücktritt des
Kriegsminiſters Millerand könnte Frankreich unter allen
Kulturſtaaten für ſich die höchſte Rekordziffer im
Ver=
brauch von Kriegsminiſtern zuſchreiben. Seit der
Begrün=
dung der dritten Republik, alſo ſeit 42 Jahren, hat das
Portefeuille des Kriegsminiſteriums nicht weniger als
7mal ſeinen Träger wechſeln müſſen. Nur einmal iſt ein
Kriegsminiſter 5 Jahre hintereinander im Amt geblieben
N. de Freyeinet, der vom April 1888 bis zum Januar
1893 im Kriegsminiſterium reſidierte und 4 Kabinette
überlebte. Und nach ihm hat, wie der Gaulois ausführt,
nur noch einmal ein Mann länger als 4 Jahre die
Ver=
anſtwortlichkeit für die Landesverteidigung Frankreichs
getragen, der General André, der von 1900- 1904 das
Portefeuille des Krieges verwaltete. Für franzöſiſche
Ver=
hältniſſe iſt bereits ein Kriegsminiſter, der 2 Jahre
hin=
tereinander die Geſchäfte führt, eine Seltenheit; und das
Pariſer Blatt weiß auch nur zwei zu nennen, den General
Billot von 1896—1898 und den General de Ciſſey von
1871—1873. Die 4 genannten Miniſter, Freyeinet, André,
Billot und Ciſſey, haben zuſammen rund 14 Jahre lang
ihr Amt geführt, ſo daß, von ihnen abgeſehen, die
fran=
zöſiſche Republik in 28 Jahren 53 Kriegsminiſter gehabt
hat. Im Durchſchnitt entfallen auf jeden verantwortlichen
Chef der Landesverteidigung ſomit nur wenig mehr als
6 Monate, Aber auch dieſe Zeit iſt von vielen Miniſtern
nicht erreicht worden. Allein im Jahre 1894 ging das
Kriegsminiſterium nicht weniger als 5mal in neue Hände
über und in den Jahren 1893, 1895, 1899, 1905 und 1906
verbrauchte die dritte franzöſiſche Republik je 3 Miniſter.
Während des Wiederauflebens der Dreyfus=Affäre im
Jahre 1898 zogen im Laufe von 12 Monaten 4 neue
Mi=
niſter nacheinander in das Hotel der Rue Saint=
Domini=
que: Cavaignac, der General Zurlinden, der General
Chanoine und M. de Freyeinet. Für einen derartig in=
tenſiven Miniſterverbrauch bietet nur die Revolutionszeit
Parallelen. Unter Ludwig XIII. gab es im Laufe von
13 Jahren nur 2 Kriegsminiſter, Ludwig XIV. wechſelte
im Laufe ſeiner erſten 48 Regierungsjahre nur einmal
ſeinen Kriegsminiſter, Louvois trat an die Stelle Le
Tel=
lies; und während der zweiten Regierungsepoche von
24 Jahren zählte man 3 Kriegsminiſter. Die Revolution
aber brachte dann einen einzigartigen Rekord: das Jahr
1792 erlebte nicht weniger als 8 Miniſter, von denen einer,
Dumouriez, glücklich 4 Tage lang ſein Amt verſah.
Na=
poleon dagegen begnügte ſich in der Zeit von 1800—1814
mit einem einmaligen Miniſterwechſel, und ſeine beiden
Kriegsminiſter, Berthier und Clarke, verwalteten 7 Jahre
lang ihr Amt.
C) Milliarden auf dem Meeresgrunde. Schon oft iſt
von verſunkenen Schätzen, die ungehoben in den Tiefen
des Ozeans ſchlummern, die Rede geweſen, und alle zwei
oder drei Jahre erfährt man von ſeltſamen Expeditionen und
Bergungsverſuchen, durch die unternehmende Leute dem
Meeresgrunde die brachliegenden Schätze zu entreißen
ſuchen. Jetzt hat ſich ein fleißiger Bibliothekar, wie eine
franzöſiſche Wochenſchrift berichtet, die Mühe gemacht, auf
Grund aller vorhandenen Nachrichten, Dokumente und
Chroniken auszurechnen, wie viel Gold, Silber und Geld
bei Schiffbrüchen von den Meerestiefen verſchlungen
wurde. Und er kommt zu dem Ergebnis, daß in den
Meeren Schätze im Geſamtwerte von faſt 5 Milliarden
Mark ſchlummern, genauer: 4600 Millionen Mark. Nach
den Schätzungen dieſes Zahlenfreundes ruhen allein in
den europäiſchen Gewäſſern Wracks, deren Inhalt
aus=
reichen würde, um Jahre lang den Ausgabenetat einer
Großmacht zu beſtreiten. An der Spitze ſteht wohl bei
dieſer leider platoniſchen Berechnung die berühmte
ſpa=
niſche Fregatte Duque de Florencia, die vor drei
Jahr=
hunderten an der ſchottiſchen Küſte in der Bai von
Tober=
mory Schiffbruch erlitt und unterging. Die Fregatte war
das Schatzſchiff der berühmten ſpaniſchen Armada, und
nach den noch erhaltenen genauen Dokumenten und
Ur=
kunden führte ſie zur Zeit ihres Unterganges in
Gold= und Silberbarren einen Schatz von über 600
Mil=
lionen an Bord. An zweiter Stelle ſteht die engliſche
Fre=
gatte „Lutine” die im Jahre 1799 an der holländiſchen
Küſte, an der Einfahrt zum Zuyderſee, unterging. Sie
ſoll Edelmetalle und Geld im Werte von 320 Millionen
Mark im Schiffsraum gehabt haben; in den letzten Jahren
ſind ſchon mehrfach Verſuche unternommen worden,
we=
nigſtens einen Teil dieſer Schätze wiederzufinden, aber
ſie alle blieben, wie die meiſten derartigen Experimente,
bisher erfolglos. Bei Angleſey ging im Jahre 1839 die
„Royal Charter” unter und nahm einen Schatz von
nahe=
zu 300 Millionen Mark mit in die Tiefe. Und annähernd
die gleiche Summe enthielt die „Grosvenor” die am Kap
der guten Hoffnung ſcheiterte und zwar an einer Stelle,
wo das Meer nur 30 Meter tief iſt. Auch in den Tiefen
der Bai von Vigo ruhen ungezählte Millionen in
Gold=
barren und in Silber, denn hier ſcheiterten einſt die
ſpa=
niſchen Schatzſchiffe, die gewaltige Vorräte von
Edel=
metall aus Amerika ins Mutterland tragen ſollten; man
ſchätzt den Verluſt, den die ſpaniſche Staatskaſſe mit der
Vernichtung dieſes Geſchwaders erlitt, auf ungefähr 560
Millionen Mark.
* Nach berüchtigtem Muſter. China hat unter
ande=
ren Errungenſchaften des Weſtens auch die Suffragetten
engliſcher Prägung übernommen. Eine Abordnung von
dieſen temperamentvollen Damen machte, nach einem
Pe=
kinger Telegramm der Korreſpondenz des Fernen Oſtens
vom 13., jüngſt dem Vorſitzenden der Geſetzgebenden
Ver=
ſammlung in ſeinem Amtszimmer in Peking einen
Be=
ſuch. Da die reizenden Geſchöpfe glaubten, der Präſident
erzeige ihren wichtigen Perſönlichkeiten nicht die
ge=
bührende Achtung, ſchlugen ſie in ſeinem Amtszimmer
alles kurz und klein und ſtellten ihm zum Abſchiede
lie=
benswürdig in Ausſicht, ſie würden nach drei Tagen mit
Dynamitbomben wiederkommen, wenn bis dahin die
Geſetzgebende Verſammlung ihren Wünſchen nicht
will=
fahrt dätte. Die Pekinger böſe Welt fügt hinzu, die
Gean Herſammlung ſei ſeitdem beſchlußunfähig.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
mann, der namens des Vorſtandes die Verſammlung
leitete, dankte dem Vortragenden.
Vor hundert Jahren. Vor ausverkauftem Hauſe
ging geſtern abend die zum Beſten der
Kleinkinder=
ſchule des Schloßbezirks veranſtaltete Aufführung
„Vor hundert Jahren in Woct, Muſik und
Uebenden Bildern” über die Bühne. Indem wir
uns einen ausführlicheren Bericht vorbehalten, bemerken
wir heute nur, daß das von Herrn Stadtpfarrer D. Dr.
Diehl, der auch der Verfaſſer der verbindenden Texte
iſt, ausgedachte Werk gut gelang. Die bei den lebenden
Bildern, die unter der bewährten künſtleriſchen Leitung
von Fräulein Anna Ethel ſtanden, mitwirkenden
jun=
gen Damen und Herren, ſowie die mitwirkenden Kinder,
das unter Leitung des Herrn Reallehrer Pfaff ſtehende
vereinigte Orcheſter der Großh. Ludwigs= und Liebigs=
Oberrealſchule, die Sängerin des Abends, Fräulein Anna
Walter, ferner Herr W. Horn, der mit zwei
Solo=
ſtücken die Zuhörer erfreute, und Fräulein Lagemann,
die die verbindenden Texte vortrug, boten ihr Beſtes.
Zum Gelingen des ganzen trugen weſentlich die beiden
ſchönen Kuliſſen (Schneelandſchaft und Marktplatz zu
Darmſtadt 1813) bei, die Herr Malermeiſter Kraus in
uneigennütziger Weiſe eigens für den Abend geſchaffen hat
Heute Donnerstag findet eine nochmalige Aufführung ſtatt,
die letzte. Wir können den Beſuch nur dringend
empfeh=
len. Karten (zum Teil für ſehe gute Plätze) ſind noch zu
haben im Verkehrsbureau und bei Kaufmann Warnecke,
Rheinſtraße 1.
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Der dritte Vortrag über „Kulturgeſchichte des
Mitte=
alters” von Profeſſor Dr. A. E. Berger findet nicht
nächſten Dienstag ſtatt, wie in dem Bericht über den
zwetten Vortrag irrtümlicherweiſe angegeben, ſondern
heute Donnerstag, den 16. Januar, abends 8¼ Uhr,
Saal 330 der Techniſchen Hochſchule.
Richard Wagner=Verein. Das Konzert des
Darmſtädter Vokalquartetts, das kürzlich wegen
Er=
krankung des Herrn Hofopernſängers Stephani
ver=
ſchoben werden mußte, wird nunmehr am Freitag, den
24. Januar, ſtattfinden.
Cercle francais. Die Herren und Damen werden
darauf aufmerkſam gemacht, daß die nächſte
Ver=
ſammlung des Cercle frangais Donnerstag
den 16. Januar, um 8½ Uhr abends, im
Palais=
reſtaurant, Saal Nr. 4, ſtattfindet. (Siehe Anzeige.)
Eisbahn=Eröffnung. Wie aus dem Anzeigenteil
erſichtlich, hat der Schlittſchuhklub=Sportvereiu
dieſes Jahr ſeine Eisbahn, die geſtern eröffnet wurde,
wieder auf ſeinem Sportplatz am Böllenfalltor
angelegt. — Auf der ſeit geſtern eröffneten
Orangeriebahn (Klappacherſtraße) finbet heute
4 onnerstag abend ab 8 Uhr ein Nachtlaufen mit
Militärkonzert ſtatt. Bei andauernd kalter
Witterung kann die Eisbahn „Hinterm Woog”
am Freitag freigegeben werden.
* Der zerbrochene Spiegel — im Orpheum. — Vom
fröhlichen, geſunden Lachen. — Schon in altersgrauer Zeit
wurde die Gabe der Komik und des Humors ſehr
hoch geſchätzt. Und in den Lehren manches Philoſopher
nehmen die Aeußerungen über die befreiende Wirkung des
Lachens einen breiten Raum ein. So manch Gelehrter
ſhielt von hundert Medizinen nicht ſo viel, als von einer
Stunde ungetrübter Fröhlichkeit, durch die Sorgen,
Krank=
heit und manch Elend wie mit Sonnenlicht vertrieben
wurden. Eine recht nachhaltige „Zwerchfellmaſſage” hat
noch immer ganz gute Dienſte getan. Leider gibt es nicht
allzu viel Menſchen, denen die gütige Mutter Natur zu
den ſonſtigen durchaus ſchätzenswerten Eigenſchaften des
Charakters und Verſtandes auch die Gabe, andere lachen
zu machen, mit auf den Weg gab. Wie nun in manchen
Familien gewiſſe Talente erblich ſind, ſo gibt es auch
Fa=
milien, deren ſämtlichen Mitgliedern eine große Doſis
köſtlichen Humors zu eigen iſt. Das markanteſte Beiſpiel
iſt wohl die Familie Schwarz, in der vom Vater
auf die Söhne nicht nur großes artiſtiſches Können
über=
ging, ſondern auch die herrliche Gabe eines friſchen und
ungemein wirkſamen Humors. Wer über die luſtigen
Einfälle des Sketches „Der zerbrochene Spiegel” nicht lacht,
den wird überhaupt nichts dazu bringen können. „Der
zerbrochene Spiegel” iſt einer der köſtlichſten
Lach=
ſchlager des Varietés. Und ſelbſt in England
haben Gebrüder Schwarz mit ihrem Stück Erfolge erzielt,
wie ſelbſt manche große deutſche Schaunummer vor ihnen
nicht. Wer den zerbrochenen Spiegel und die famoſe
Löſung der ganzen Affäre ſieht, muß lachen. Dafür könnte
man faſt mit Sicherheit Garantie leiſten. — Auch die
wei=
teren Kunſtkräfte des heute einſetzenden neuen
Spielplanes ſind erſtklaſſig und werden in ihrer
Geſamtheit ein echtes, rechtes Faſchingsprogramm,
ver=
eint mit hochſtehender artiſtiſcher Kunſt, darbieten.
(Siehe Anz.)
Margarine=Vergiftungen. Wie in Nr. 1 des
Naturarztes zu leſen iſt, hat Dr. Denkar, der Direktor
des Hy ſieniſchen Inſtituts zu Hamburg, das Ergebnis
der Unterſuchungen veröffentlicht, die er aus
Anlaß von Maſſenvergiftung durch Bakka=
Margarine angeſtellt hatte. Zur Fabrikation hatte
man ein Fett verwendet, das unter der Bezeichnung
„Kardamonöl” aus Indien importiert worden war und
ſonſt wohl als Marattifett bezeichnet wird. Bei Hunden
wirkte dieſes „Kardamonöl” ſchon in Mengen von
Gramm krankmachend und rief Erbrechen hervor
Einige Hunde gingen ſogar zu Grunde. Dr. Denkar
macht mit Recht auf den ſchwerwiegenden Mißſtand
aufmerkſam, daß in der Margarinefabrikation ohne jede
behördliche Kontrolle Rohprodukte verwendet werden
dürfen, von deren Beſchaffenheit und Herkunft die
Fabrikanten ſelbſt keine Ahnung haben, ſo daß bei
Ver=
wendung giftiger unbekannter Produkte
Maſſenver=
giftungen auftreten müſſen. Jedenfalls kann eine
ſorg=
fältige Nahrungsmittelkontrolle nicht entbehrt werden.
§ Selbſtmorde und tödliche Unglücksfälle in
Darm=
ſtadt. Während des Jahres 1912 ſind hier 35 Todesfälle
durch Selbſtmorde und Unfälle vorgekommen. In 19
Fällen war der Tod durch Selbſtmord herbeigeführt und
zwar töteten ſich 8 Perſonen durch Erſchießen, 8 Perſonen
durch Erhängen, 1 Perſon durch Oeffnen der Pulsadern,
Perſon durch Vergiftung und 1 Perſon durch
Ueber=
fahrenlaſſen von der Bahn. Verunglückt ſind 16 Perſonen
und zwar 3 Perſonen durch Verbrühen in heißem Waſſer
8 Perſonen durch Sturz aus dem Fenſter und von der
Treppe, 3 Perſonen durch Ueberfahren von Fuhrwerken,
2 Perſonen durch Erſticken, 1 Perſon durch Verbrennen,
Perſon durch Quetſchung der Bruſt, 1 Perſon durch
Ueberfahren von einem Eiſenbahnzug, 1 Perſon durch
Zu=
ſammenſtoß eines Automobils mit einem Fuhrwerk und
1 Perſon wurde erſtochen.
Tierquälerei. Während des Jahres 1912 wurden
von der hieſigen Schutzmannſchaft in achtzehn Fällen
Strafanzeigen weg en Tierquälerei erhoben.
In zehn Fällen handelte es ſich um rohe Mißhandlung
von Zugtieren durch Stock= und Peitſchenhiebe, in drei
Fällen um rohe Mißhandlung von Katzen und in fünf
Fällen um rohe Mißhandlung von Hunden. Das gegen
die Angezeigten eingeleitete Strafverfahren hatte
Geld=
ſtrafen von 3 bis 25 Mark zur Folge.
Mainz, 15. Jan. Die Typhuserkrankungen
im hieſigen Infanterie=Regiment Nr. 87 erſtreckten ſich
auf nur vier Mann, von denen der eine in ſeiner
Hei=
mat geſtorben iſt. Er hatte am 20. Dezember von
Hauſe ein Paket erhalten, von deſſen Inhalt er drei
Kameraden zu koſten gab. Am nächſten Tage ging er auf
Urlaub, wo er an Paratyphus erkrankte und ſtarb. Auch
die drei Kameraden, die von ſeinen Vorräten gegeſſen
hatten, erkrankten ebenfalls und mußten in das
Garniſon=
lazarett gebracht werden. Sie befinden ſich ſämtlich auf
dem Wege der Geneſung. — Ein Betrüger
treibt hier ſeit einigen Tagen ſein Unweſen. Er lockt
in den Abendſtunden auf der Straße Kinder, die zu
Beſorgungen unterwegs ſind, an ſich, ſchickt ſie in ein
beliebiges Haus, um angeblich ein Paket
abzu=
holen und läßt ſich von den Kindern das Geld, das ſie
beſitzen, zur Aufbewahrung bis zu ihrer Rückkehr geben.
Bei der Rückkunft der Kinder iſt der Betrüger natürlich
verſchwunden. Es ſind bis jetzt fünf Fälle
die=
ſer Art zur Anzeige gebracht.
Mainz=Mombach, 15. Jan. Der Unterſuchungsrichter
hat vorgeſtern in der Behauſung des Simon Strauß,
der bei dem Totſchlag des Artilleriſten
Schmelzer beteiligt iſt, die vierte Hausſuchung
vorgenommen; es iſt ihm gelungen, den Revolver (es
iſt dies der dritte, der bei den Beteiligten gefunden
wurde) des Verhafteten aufzufinden. Strauß ſoll der
Haupttäter ſein.
Weiſenau, 15. Jan. Die Verwaltung der
Zement=
fabrik gibt zu dem geſtern gemeldeten Vorfall folgenden
Bericht: Der Gendarmerie=Oberwachtmeiſter wurde nicht
von einem Trupp Arbeiter gerufen, er wurde vielmehr von
der Leitung der Zementwerke herbeigerufen, als er zufällig
vorüberkam und nachdem das Gendarmeriekommando
Mainz bereits telephoniſch um Entſendung eines
Gendar=
men gebeten war. Es iſt unzutreffend, daß dem
betreffen=
den Arbeiter Lohn vorenthalten wurde. Er behauptete
allerdings, den Lohn nicht empfangen zu haben, bei einer
Unterſuchung durch den Polizeidiener wurde das Geld in
ſeiner Rocktaſche vorgefunden. Aerztliche Hilfe war
be=
reits herbeigerufen, als der Oberwachtmeiſter erſchien. Es
iſt richtig, daß der Verwalter den Arbeiter geſchlagen hat,
er handelte aber in Notwehr, nachdem er von dem
Ver=
letzten, der ſich in den gemeinſten Schimpfreden erging
durch einen wuchtigen Fauſtſchlag ins
Ge=
ſicht tätlich angegriffen worden war und durch einen
zweiten Arbeiter mit einem Dolch bedroht wurde, was
durch eine Reihe von Zeugen bewieſen iſt. Die
Verletzun=
gen des betrunkenen Arbeiters ſind nach ärztlicher
Feſt=
ſtellung unbedeutend.
Finthen, 15. Jan. Der etwa 60 Jahre alte
Schuh=
macher Konrad Vogt machte geſtern mittag einen
Selbſt=
mordverſuch, indem er ſich eine Schuſterahle
in den Leib ſtieß. Ein im gleichen Haus
wohnen=
der Friſeur kam auf das Stöhnen des Selbſtmörders
hin=
zu; während er Hilfe holte, öffnete Vogt ſich die
Pulsadern. Ein Arzt legte ihm einen Notverband an
und dann wurde Vogt nach Mainz ins Rochushoſpital
geſchafft, wo er ſchwerkrank darniederliegt.
Nackenheim, 15. Jan. Hier iſt ein armer
Schuh=
machergeſelle der im Dorfe unter dem Namen der
„Herr Baron” bekannt iſt, über Nacht zum reichen
Manne geworden. Der junge Mann, der tatſächlich
den Namen Johannes v. Miller führt, erhielt aus ſeiner
Heimat die Nachricht, daß ihm eine große Erbſchaft
zu=
gefallen ſei.
Wörrſtadt, 15. Jan. Kürzlich wurde die Gendarmerie
in Wörrſtadt und den umliegenden Orten alarmiert, weil
einem Landwirt in Wörrſtadt ein fettes Schwein
aus dem Stalle geſtohlen worden ſei. Die
Gendarmerie, Ortspoliziſten und eine Anzahl Bewohner
befanden ſich bald darauf in fieberhafter Tätigkeit, um
den Schweinedieb ausfindig zu machen. Erſt die
ein=
brechende Nacht unterbrach die eifrige Suche nach dem
Schwein. Am anderen Morgen erſchien der Bauer bei
der Gendarmerie und meldete, daß ſich das Schwein
wie=
der im Stalle eingefunden; es hatte nur einen kleinen
Ausflug in die Scheuer unternommen.
Nieder=Ingelheim, 15. Jan. Bei dem in der Nacht
zum Montag verübten Einbruch in die Villa
Steig wurden hauptſächlich viele Kleider ge
ſtohlen. Heute wurde der Polizei in Mainz gemeldet,
daß in einer Herberge mehrere Handwerksburſchen viele
Kleider bei ſich führten und dieſe zu verkaufen
verſuch=
ten. Eine ſofort vorgenommene Streife in der Herberge
hatte zur Folge, daß fünf Burſchen verhaftet
wurden, die noch im Beſitze der geſtohlenen Sachen waren.
Ober=Saulheim, 15. Jan. Der Fuhrmann Johann
Landgraf wollte am Bahnhof Nieder=Saulheim einen
Wagen Stroh verladen. Durch das Geräuſch eines
vor=
beifahrenden Perſonenzuges ſcheuten ſeine beiden
jungen Pferde. Landgraf wollte raſch vom Wagen
ſpringen, um die aufgeregten Tiere zu beruhigen; dabei
geriet er unter die Räder und erlitt ſchwere
Verletzungen an der Bruſt. Seine Wunden ſind
derart, daß eine Heilung anſcheinend nicht mehr
mög=
lich iſt.
Bingen, 15. Jan. Hier fand geſtern unter Leitung
des Regierungsrates Bohn=Bingen eine
Verfamm=
lung der Vorſtände und Rechner der
Orts=
krankenkaſſen des Kreiſes Bingen ſtatt. An
der Verſammlung nahmen der Vorſitzende des
Oberver=
ſicherungsamtes von Krug=Darmſtadt, der
Vor=
ſitzende des Verbandes der Krankenkaſſen, Rechnungsrat
Harth=Darmſtadt, und der Vorſitzende der freien
Vereinigung der Ortskrankenkaſſen, Neumann Oppenheim
teil. Herr Harth hielt einen Vortrag über die
Kranken=
verſicherung nach der Reichsverſicherungsordnung. Vom
Oberverſicherungsamt in Darmſtadt werde eine möglichſt
ausgedehnte Vereinigung des Kaſſenweſens angeſtrebt.
So ſoll im Kreiſe Bingen nur eine oder nur zwei
allge=
meine Ortskrankenkaſſen errichtet werden. Auf den
ein=
zelnen Landorten würden dann örtliche
Verwal=
tungsſtellen zu errichten ſein. In der darauf
fol=
genden Ausſprache ſprach Neumann=Oppenheim gegen die
Errichtung einer Landkrankenkaſſe im Kreiſe Bingen und
für weiteres Beſtehen der bereits gegründeten
leiſtungs=
fähigen Krankenkaſſen als beſondere Ortskrankenkaſſen.
Direktor v. Krug=Darmſtadt betonte nochmals, daß von
Seiten des Oberverſicherungsamtes an dem Grundſatze
der Vereinigung unbedingt feſtgehalten werden würde.
Zink=Nieder=Ingelheim ſprach ſich gegen die Gründung
einer einzigen allgemeinen Ortskrankenkaſſe aus, da die
Kaſſen dann das aufgeſparte Vermögen verlieren würden.
Bürgermeiſter Braden=Büdesheim befürwortete die
Grün=
dung einer einzigen Ortskrankenkaſſe mit dem Sitz in
Vingen. Die Grundung einer Landkrankenkaſſe ſei nicht
zweckmäßig. Harth wies zum Schluß noch darauf hin.
daß bei der neuen Ortskrankenkaſſe eine erhebliche Erhéh
ung der Beiträge eintreten würde; wahrſcheinlich auf
3½ Prozent. Die endgültige Entſcheidung, ob im Kreiſe
Bingen nur eine allgemeine Ortskrankenkaſſe oder meh
rere und ob noch eine Landkrankenkaſſe errichtet werden
ſoll, wird der Kreistag Bingen nach dem Erſcheinen der
Ausführungsbeſtimmungen für Heſſen treffen.
Ingelheim=Frei=Weinheim, 15. Jan. Auf
Veran=
laſſeing des Verkehrsvereins Ingelheim=
Frei=Weinheim fand am Sonntag nachmittag, den
12. Januar, eine Beſprechung von Vertretern der
Selztalgemeinden und Abgeordneten ſtatt, um über die
Aufbringung der Koſten für die Erhöhung der
Lande=
ſtelle Frei=Weinheim zu beraten. Die Vertreter
der Gemeinden erklärten, daß eine finanzielle
Unterſtütz=
ung durch die Gemeinden kaum in Betracht gezogen
wer=
den könne, dagegen wurde allſeitig anerkannt, daß die
Erhöhung der Anlegerampe, welche eine
Be=
dingung für das zukünftige Beibehalten der Schiffſtation
Frei=Weinheim=Ingelheim iſt, zur Ausführung gelangen
muß, da die ſämtlichen Gemeinden durch Eingehen der
Dampferſtation geſchädigt würden.
Bad Nauheim, 15. Jan. Eine Eingabe der
An=
wohner des Bad Nauheimer Weges an den
Gemeinde=
rat bezweckt die Herſtellung einer Kreisſtraße
von hier nach Ober=Mörlen. Begründet wird die
For=
derung damit, daß täglich 500—600 Menſchen dieſen Weg
paſſieren müſſen. Seinerzeit hatte der Kreis im
Einver=
ſtändnis der Stadt Bad Nauheim dieſe Kreisſtraße
an=
legen wollen, das Projekt ſcheiterte aber an dem
Wider=
ſtand der Gemeindevertretung von Ober=Mörlen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Jan. Die verſtärkte
Budgetkommiſſion des Abgeordnetenhauſes
be=
gab ſich heute vormittag vom Anhalter Bahnhof im
Son=
derzug nach Bitterfeld, um dort die elektriſche
Zug=
förderung auf der Deſſauer Strecke kennen zu lernen.
Die Eiſenbahndirektion Halle (Saale) hatte einige ihrer
techniſchen Beamten zur Führung der Abgeordneten
ge=
ſandt. — Gleich wie in Leipzig und Dresden ſoll nunmehr
auch in der Reichshauptſtadt ein Verſuch mit der
Ver=
wendung von Schutzmännern gemacht werden, die
eine fremde Sprache verſtehen. Zu dieſem Zwecke
ſind einige beſonders dazu geeignete Beamte in der
hie=
ſigen Berlitz Schule zunächſt in der engliſchen Sprache
ausgebildet worden. Sie werden an den
Hauptverkehrs=
punkten Berlins Aufſtellung finden und ſind dadurch
kennt=
lich, daß ſie auf dem linken Oberarm ein dunkelblaues
Tuchſchild mit zwei gekreuzten Flaggen in den engliſchen
und nordamerikaniſchen Landesfarben tragen. Sollte ſich
dieſer Verſuch bewähren, ſo beſteht die Abſicht, die
Ein=
richtung auch noch auf andere Fremdſprachen
auszudeh=
nen. — Als heute nachmittag der Poſtbriefkaſten
zwiſchen Spandau und Pichelsdorf geleert wurde, fiel dem
Beamten auf, daß ein harter Gegenſtand in den Beutel
kam. Bei der ſpäteren Sichtung im Poſtamt förderte der
Beamte eine unverſchloſſene Brieftaſche heraus,
die 925 Mark bares Geld und eine Karte enthielt, auf der
zu leſen ſtand, man möge das Geld als Abſchlagszahlung
der geraubten Summe dem Bergener Poſtamt auf Rügen
zuſtellen. Unterzeichnet war dieſes Schreiben mit Geuel.
Der 40jährige Poſtſchaffner Gruel ging vor längerer Zeit
flüchtig, nachdem er dem Poſtamt Bergen 16000 Mark
unterſchlagen hatte. — Die Feuerwehr ward geſtern
nach dem Grundſtück Schönhauſer Allee 159 gerufen, wo
ein freiſtehender Laſtenaufzug mit
Perſonenbeförde=
rung in der Höhe des vierten S tockwerkes feſtge
fahren war. In dem Fahrſtuhl befanden ſich die Pfört
nersfrau und ein Fabrikant, der nach ſeinen
Geſchäfts=
räumen wollte. Die Wehr zertrümmerte die Scheibe einer
zu dem Fahrſtuhl führenden Tür und befreite die beiden
Gefangenen aus ihrer peinlichen Lage.
Hanau, 15. Jan. Die Zahl der
Typhus=
kranken vom Eiſenbahn=Regiment Nr. 3 iſt’ weiter
zurückgegangen, und beträgt gegenwärtig 155. Auf dem
Wege der Geneſung befinden ſich nunmehr 73 Soldaten.
Wiesbaden, 14. Jan. In der Strafſache gegen
die 29jährige Eva Weimer aus Eiſenbach im Kreiſe
Limburg, die angeklagt war, in der Schultheißenmühle bei
Eiſenbach in der Nacht zum 13. Mai 1912 gemeinſchaftlich
mit ihrem Liebhaber, dem 53 Jahre alten, verheirateten,
durch Selbſtmord geendeten Heinrich Karſt aus Eiſenbach,
ihren 48 Jahre alten Bruder Peter Weimer vorſätzlich
ge=
tötet und die Tat mit Ueberlegung ausgeführt zu haben
bejahten die Geſchworenen die Schuldfrage nur auf
Bei=
hilfe zu Todſchlag und Zubilligung mildernder Umſtände,
Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu einer
Gefäng=
nisſtrafe von drei Jahren.
Metz, 14. Jan. Von den in der Angelegenheit des
Vizewachtmeiſters Naumann verhafteten 5
Per=
ſonen ſind, den Blättern zufolge, drei vom Gericht wieder
in Freiheit geſetzt worden. Die anderen zwei ſind in
Haft behalten worden. Der Zuſtand Neumanns iſt ſehr
bedenklich.
Duisburg, 15. Jan. Heute nacht brach in dem
Lager=
haus der Firma Lehnkerling u. Co. Großfeuer aus.
Sämtliche Maſchinen und Warenvorräte wurden
ver=
nichtet. Der Schaden beträgt 1½ Millionen Mark.
Braunſchweig. 14. Jan. Ein vor ſieben Jahren
begangener Mord wurde am Samstag entdeckt.
Im Oktoher 1905 gerieten mehrere Knechte nach einer
Ge=
burtstagsfeier bei Fallersleben in Streit, in deſſen Verlauf
der Knecht Holland dem Knecht Hirſch mit einem Meſſer
in die Schläfe ſtach, ſo daß der Tod eintrat. Die übrigen
Knechte erklärten ſpäter, der Getötete ſei vom Wagen
ge=
fallen und überfahren worden. Am Samstag ſtellte ſich
durch Geſpräche, die dem Amtsvorſteher in Heiligendorf
zu Ohren kamen, heraus, daß Hirſch nicht überfahren,
ſon=
dern ermordet wurde. Einer der Dienſtknechte gab auf
Vorhalten zu, daß Hirſch von Holland getötet morden ſei.
Die Staatsanwaltſchaft in Hildesheim ordnete die
Ver=
haftung des in Laune bei Braunſchweig lebenden
Holz=
knechtes Holland an.
Hamburg, 14. Jan. Der Schiffahrtsbetrieb
auf der Elbe iſt eingeſtellt worden. Infolge des
ſcharfen Froſtes der letzten Tage führt die Elbe ſtarkes
Treibeis. Da die unterwegs befindlichen Fahrzeuge die
Reiſe nicht mehr fortſetzen können und in Winterhäfen
Schutz ſuchen müſſen, können Expeditionen im Schlepper=
Eilverkehr nicht mehr ſtattfinden.
Helſingfors, 14. Jan. Der Waſſerfall
Ruji=
dale im Gouvernement Wiborg iſt durch Kauf
endgültig in den Beſitz einer Petersburger Geſellſchaft
übergegangen, die dadurch Petersburg mit elektriſcher
Kraft verſorgen will. Das Brüſſeler Bankhaus Motart
trat dieſer Geſellſchaft ſeine Rechte ab. Der Kaufpreis
beträgt 4600 000 kinniſche Mark
Nummer 13.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Seite 5.
Waſhington, 14. Jan. Der Millionär J.
Rocke=
feller jun, ſtiftete die Summe von 40 Millionen Mark
für die Errichtung einer wohltätigen Einrichtung, die der
Unterdrückung des Mädchenhandels und der
Fürſorge gefallener Mädchen zugute iommen ſoll.
Delhi, 15. Jan. Der Fortſchritt in der Beſſerung des
Geſundheitszuſtandes des Vizekönigs Lork
Hardinge iſt in letzter Zeit im allgemeinen gut
ge=
weſen. Es hat ſich aber am rechten Arm eine
Nervenent=
zünzung eingeſtellt,, die betrachtliche Schmerzen
verur=
ſacht. Lord Hardinge ſoll Enoe Januar zwecks einer
tlimatiſchen Veränderung Delhi verlaſſen.
Die Denkmalpflege im
Groß=
herzogzum Hellen.
Der zweite Jahresbericht der Denkmalpflege im
Großherzogtum Heſſen, bearbeitet und herausgegeven im
Auftrag des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern,
iſt ſoeben in einem ſtattlichen Bande von 272 Seiten mit
mehreren hundert Abbildungen und Zeichnungen im
An=
hang erſchienen. Der Bericht enthält nach einer
Einleit=
ung des Regierungs= und Baurats Wagner den
Ge=
ſchäftsbericht über die Tätigkeit des Denkmalrats für das
Großherzogtum vom 1. April 1907 bis einſchließlich 31.
März 1910, Bericht über die Tätigkeit des
Denkmal=
pflegers für die Altertümer vom Januar 1909 bis Ende
März 1910, Geſchäftsbericht der Denkmalpflege für die
Baudenkmäler: Provinz Starkenburg, Provinz
Ober=
heſſen, Provinz Rheinheſſen, Bericht über die Arbeiten
an ſtaatlichen Baudenkmälern, Geſchäftsbericht des Großh
Haus= und Staatsarchivs über die Urkundenpflege,
Be=
richt über die Urkundenpflege in der Evangeliſchen
Lan=
deskirche und ein Ortsverzeichnis zum 1. und 2. Band.
Die Vorbereitung zur Herausgabe und die Leitung
der Drucklegung hat wiederum der Denkmalpfleger
Pro=
feſſor Dr. Anthes übernommen. Ueber Aenderungen
in der Beſetzung der Stellen der Denkmalpfleger iſt zu
berichten: Profeſſor Dr. Müller iſt einem an ihn
ergangenen ehrenvollen Ruf als Leiter des ſtädtiſchen
hiſtoriſchen Muſeums in Frankfurt a. M. gefolgt und aus
dem heſſiſchen Staatsdienſt ausgeſchieden. Es gab dies
die Veranlaſſung, die Nachfolge in der Stelle des
Denk=
malpflegers für die Altertümer und beweglichen
Gegen=
ſtände neu zu regeln. Hierbei wurde die Anordnung ſo
getroffen, daß die von Dr. Müller wahrgenommenen
Funktionen geteilt und dem Oberlehrer Profeſſor Dr.
Anthes unter Beurlaubung aus dem Schuldienſt unterm
1. Januar 1909 die Stelle als Denkmalpfleger für die
Altertümer bis auf weiteres übertragen wurde.
Gleich=
zeitig wurde ihm als zu ſeinem Amt gehörig die
Teil=
nahme an der Inventariſation der Altertümer und die
wiſſenſchaftliche Mitarbeit an der Tätigkeit des
Landes=
muſeums auf archäologiſchem Gebiete übertragen. Die
Fürſorge für die beweglichen Gegenſtände des
Mittel=
alters und der Neuzeit in jeder Provinz wurde den für
dieſe beſtellten Denkmalpflegern für die Baudenkmäler
zugewieſen und ihnen für Fragen kunſtgeſchichtlicher und
muſeumstechniſcher Art der Direktor der Kunſt= und
hiſto=
riſchen Sammlungen des Landesmuſeums, deſſen
Kon=
ſervierungsbureau und Perſonal, ſowie der Profeſſor für
Kunſtgeſchichte an der Techniſchen Hochſchule, Profeſſor
Dr. Kautzſch, zur Verfügung geſtellt. Profeſſor Pützer
iſt auf ſeinen Wunſch unterm 10. Auguſt 1907 ſeiner Stelle
als Denkmalpfleger, die er faſt fünf Jahre innehatte,
ent=
hoben worden. Für ihn wurde am 15. Auguſt 1907
Archi=
tekt Profeſſor Meißner in Darmſtadt, ſeit 1904 bereits
als Stellvertreter Pützers tätig, zum Denkmalpfleger für
die Baudenkmäler der Provinz Rheinheſſen beſtellt.
Für das Etatsjahr 1907 waren 38000 Mark (1906 = 33 500
Mark) angefordert und genehmigt worden, für das
Etats=
jahr 1908 37500 Mark und für das Etatsjahr 1909
36500 Mark. Ueber die Verwendung der ſtaatlichen
Zuſchüſſe iſt in der Einleitung Rechenſchaft abgelegt.
Wiederum zeugt der Bericht davon, daß die
Tätig=
keit des Denkmalrats und der ihm verwandten
Dienſt=
ſtellen außerordentlich umfangreich und mannigfaltig iſt
und daß fortgeſetzt neue Arbeitsgebiete ſich erſchließen,
neue Aufgaben, deren Löſung ſich der Denkmalrat in
zielbewußtem Vorgehen angelegen ſein läßt. In vielen
Beziehungen iſt die Tätigkeit des Denkmalrats
vorbild=
lich geweſen für andere Staaten. Das Gleiche läßt ſich
von dem Bericht des Denkmalpflegers für die Altertümer
ſagen, der in einer Anzahl Sonderabſchnitte Berichte gibt
über Funde aus der Steinzeit, Bronzezeit, Hallſtattzeit,
Laténezeit, Römiſche, Fränkiſche,
Völkerwanderungs=
zeit uſw. Ueber die Einrichtung dieſer Abſchnitte wird
bemerkt: Der Bericht ſoll eine handliche Ueberſicht aller
archäologiſchen Neuigkeiten des Großherzogtums bieten.
Deshalb ſind nicht nur die ſelbſtändigen Arbeiten des
Denkmalpflegers zu erwähnen, ſondern auch die weit
um=
fangreicheren der Muſeen in Mainz, Gießen und Worms,
ſowie, die kleineren Entdeckungen und Funde innerhalb
des Landes. Was davon bereits veröffentlicht iſt, wird
nur kurz angeführt. Die Funde ſind nach den üblichen
Perioden, von der Steinzeit angefangen, eingeteilt. Zuerſt
werden die größeren Ausgrabungen aufgeführt und dann
an ſie die Beſchreibung der Einzelfunde angereiht. Einer
der nächſten Berichte ſoll dann eine überſichtliche
Darſtel=
lung des gegenwärtigen Standes der archäologiſchen
Fragen in Heſſen bringen.
Ueber die Denkmalpflege für die Baudenkmäler
be=
richtet für die Provinz Starkenburg Herr Profeſſor G.
Wickop. Der uns am meiſten intereſſierende Teil über
den Kreis Darmſtadt bringt intereſſante
Auslaſſun=
gen über die evangeliſche Stadtkirche, über die
katho=
liſche St. Ludwigskirche, die evangeliſche Petruslirche
ferner, über Stadtbefeſtigungen, das Pädagog und die
Infanteriekaſerne. Für Oberheſſen berichtet gleich
ein=
gehend Herr Profeſſor Walbe und für Rheinheſſen Herr
Profeſſor Meißner.
Die Berichte über die Arbeiten an ſtaatlichen
Baudenkmälern, die fortgeſetzt werden, ſollen ein
Bild von den Maßnahmen geben, die zu ergreifen waren,
um die ſtaatlichen Bau= und Kunſtdenkmäler des Landes
zu erhalten und, ſoweit erforderlich, herzuſtellen. Die
Arbeiten werden von der Miniſterialabteilung für
Bau=
weſen geleitet. Techniſche Referenten ſind Geh.
Oberbau=
rat Profeſſor Hofmann und Oberbaurat Paul. Bei allen
wichtigeren Fragen werden außerdem die zuſtändigen
Herren Denkmalpfleger zur Begutachtung und weiteren
Mitwirkung beigezogen. Bei dem Auerbacher Schloß und
der Hinterburg war dies Geh. Baurat Profeſſor Wickov,
bei Burg Münzenberg Geh. Baurat Profeſſor Walbe.
Im Einvernehmen mit den Vorgenannten ſind die
Be=
richte bearbeitet worden, und zwar durch Großh.
Bau=
rat Krauß, bei Burg Münzenberg außerdem durch das
Großh. Hochbauamt Friedberg (Vorſtand: Baurat Haag).
Es ſind ſehr intereſſante Verichte gegeben über die Burg
Auerbach a. d. B. (Auerbacher Schloß), die Hinterburg
bei Neckarſteinach, Burg Münzenberg und das neue Schloß
in Gießen.
Das nächſte Kapitel behandelt die
Urkunden=
pflege, über die das Großh. Haus= und Staatsarchiv
berichtet. Die Funktionen eines Denkmalpflegers für die
Urkunden im Großherzogtum Heſſen waren am 27. April
1904 dem Großh. Haus= und Staatsarchiv übertragen
worden. Als Hilfsarbeiter wurde ihm für dieſen Zweck
am 22. November 1905 der Großh. Oderlehrer Dr. Wil
helm Martin Becker zu Darmſtadt beigegeben. Aus
Darmſtadt iſt in dem Bericht geſagt: Ein Teil der
älteren ſtädtiſchen Archivalien iſt ſeit 1857 (das Beſſunger
Archiv ſeit 1890) im Staatsarchiv hinterlegt. Die in
Aus=
ſicht genommene Neuordnung und Verzeichnung der
übri=
gen Beſtände war durch die räumlichen Umgeſtaltungen
im Stadthauſe aufgehalten worden, iſt jedoch nunmehr
im Gange.
Den Bericht über die Urkundenpflege in der
Evangeliſchen Landeskirche endlich erſtattet
Herr Archivrat D. Hermann. Die Urkundenpflege in der
Evangeliſchen Landeskirche ſetzte ein mit dem
Ausſchrei=
ben Großh. Oberkonſiſtoriums vom 31. März 1908,bin
welchem den evangeliſchen Kirchenvorſtänden unter
Hin=
weis auf das Denkmalſchutzgeſetz die Erhaltung und die
Verzeichnung ihrer Urkunden zur Pflicht gemacht und die
Beſtellung einer Reihe von heſſiſchen Theologen zu
Ur=
kundenpflegern mitgeteilt wurde. Es waren Pfarrer
Dr. Becker in Alsfeld, Pfarrer D. Dr. Diehl in
Darm=
ſtadt, Oberlehrer Liz. Herrmann in Darmſtadt, Pfarrer
Liz. Jakob in Mainz, Pfarrer Michel in Kriegsheim und
Pfarrer D. Dr. Preuſchen in Hirſchhorn. Von dieſen
leg=
ten wegen Ueberhäufung mit anderen Arbeiten die
Her=
ren Liz. Jakob und Michel ihr Pflegeramt nieder; an ihre
Stelle traten die Herren Pfarrer Hartmann in Nieder=
Ingelheim, Hartmann in Hainchen, Hotz in Dietzenbach
und Loos in Groß=Umſtadt. Pfarrer Hotz iſt inzwiſchen
durch Tod ausgeſchieden, nachdem er mit Eifer und
Ge=
ſchick in die Arbeit eingetreten war und eine Reihe von
brauchbaren Verzeichniſſen geliefert hatte. Zum Leiter
der Inventariſation wurde vom Großh. Oberkonſiſtorium
der Berichterſtatter beſtellt. Die unter dem Vorſitz des
Herrn Oberkonſiſtorialpräſidenten D. Nebel am 22. April
1909 in Darmſtadt tagende Kommiſſion der
Urkunden=
pfleger beſchloß, ein Schema für die Aufnahme eines
Pfarrarchivs zuſammen mit den nötigen Erläuterungen
und einem Pfarrarchivinventar als Muſter drucken zu
laſſen und den einzelnen Kirchenvorſtänden zuzuſtellen
Die nach dieſer Anleitung bearbeiteten Verzeichniſſe ſind,
von wünſchenswerten Ergänzungen in einzelnen Fällen
abgeſehen, faſt durchweg brauchbar. Was den Stand
der Arbeit anlangt, ſo ſind — am 1. Dezember 1911 —
aus den rund 420 evangeliſchen Gemeinden des Landes
266 druckfertige Archivinventare eingegangen. Von den
mit der Auflage der Umarbeitung nach dem Schema uſw.
an die Kirchenvorſtände zurückgegangenen ſtehen noch 92
aus. Noch nichts geliefert haben 59 Kirchenvorſtände,
darunter auch ſolche, deren umfangreiche Beſtände einen
längeren Zeitraum für die Aufnahme nötig und
erklär=
lich machen. Von den 266 als druckfertig bezeichneten
Inventaren ſind 125, alſo beinahe ein Drittel des Ganzen,
bereits gedruckt. Da der Druck der übrigen in den nächſten
Jahren vorausſichtlich ungeſtört weitergehen und
unter=
deſſen auch der ausſtehende Reſt einlaufen wird, darf man
auf den baldigen Abſchluß eines ſtattlichen Bandes
heſſi=
ſcher evangeliſcher Pfarrarchivinventare hoffen.
Auf die gute Ausſtattung des Buches iſt Wert gelegt.
Die neu anzufertigenden Zinkätzungen für die Autotypier
ſind von Gebrüder Klingſpor in Offenbach
her=
geſtellt, der Druck, einſchließlich des Abdrucks der
Abbild=
ungen, nebſt der Buchbinderarbeit von der L. C.
Wittich=
ſchen Hofbuchdruckerei in Darmſtadt
aus=
geführt worden. Der buchhändleriſche Vertrieb iſt der
Arnold Bergſträßerſchen Hofbuchhandlung (Wilhelm
Kleinſchmidt) in Darmſtadt übertragen. Der Verkaufs=
M. St.
preis beträgt nur 2,50 Mark.
Ausſchuß=Sitzung des Verbandes der
Detailliſtenvereine im Großherzogtum
Heſſen.
— Der Verband hielt am 14. Januar in Darmſtadt
eine gut beſuchte Ausſchuß=Sitzung ab. Der
Vor=
ſitzende, Herr W. Kalbfuß=Darmſtadt, gab einen
Ueber=
blick über die Tätigkeit des Vorſtandes ſeit der letzten
Sitzung und beſprach die wichtigſten Ereigniſſe auf dem
Gebiete des kaufmänniſchen Lebens. Der langjährige
Wunſch der Detailliſten, die Errichtung einer
eigenen Berufsgenoſſenſchaft, iſt durch
Be=
ſchluß des Bundesrates nunmehr erfüllt worden. In dec
Gründungsverſammlung wurde der Vorſitzende des
Ver=
bandes zum ſtellvertretenden Vorſitzenden der neuen
Be=
rufsgenoſſenſchaft gewählt. Auch zur Frage der Beſetzung
der Aemter in der Angeſtellten=Verſicherung haben die
deutſchen Detailliſten Stellung genommen und erreicht
daß für Verwaltungsrat, Rentenausſchuß, Schiedsgericht
und Oberſchiedsgericht eipe Anzahl Detailliſten
vorge=
ſchlagen werden. Nachdem noch einige Fälle von
unlau=
terem Wettbewerb durchgeſprochen, auch zur Frage des
Auskunfteiweſens Stellung genommen war, wurde
aus=
führlich die Frage des Petroleum=Monopols erörtert
Nach ſehr lebhafter Debatte einigte man ſich auf eine den
Handelskammern und dem Reichstag zu unterbreitende
Reſolution, in welcher die Forderungen der Detailliſten
zum Petroleum=Monopol eingehend begründet ſind.
Sei=
tens des Großh. Miniſteriums des Innern war in einem
an den Verband gerichteten Schreiben vor dem Ankauf
von ſogen. „Drogenſchränken” gewarnt worden. In dem
Schreiben iſt ausgeführt, wie gefährlich es für den
uner=
fahrenen Geſchäftsmann unter Umſtänden werden kann,
wenn bei einer Reviſion derartiger Schränke zerſetzte oder
verdorbene Arzneimittel vorgefunden werden. Die
Ge=
ſchäftsleute dürften deshalb gut tun, beim Ankauf von
Drogenſchränken größte Vorſicht walten zu laſſen.
Der Vorſitzende berichtete ſodann über die
Einfüh=
rung der Filial= und Waſrenhausſteuer in
den verſchiedenen heſſiſchen Städten. Es ergibt ſich
dar=
aus, daß faſt überall von dem Rechte der Einführung
die=
ſer Steuern Gebrauch gemacht wird. — Dem
Aufnahme=
geſuch des Vereins Mainzer Kaufleute wird
zugeſtimmt. Damit ſind nun alle größeren Orte Heſſens
im Detailliſten=Verband vertreten, der nunmehr ca. 1400
Mitglieder umfaßt.
Zum Schluß berichtete der Vorſitzende über die vom
Rabatt=Sparverein Darmſtadt und den
Detailliſtenverein Darmſtadt gegründete
Ar=
beitsgemeinſchaft, die eine Gewähr für die
Wei=
terentwickelung dieſer Berufsorganiſationen biete. Der
Ausſchuß beſchloß, dieſer Arbeitszentrale ebenfalls
beizu=
treten, und iſt durch dieſen Zuſammenſchluß nunmehr ein
Mittelpunkt geſchaffen, von dem aus in beſter Weiſe die
Intereſſen der heſſiſchen, wie auch beſonders der
Darm=
ſtädter Detailliſten gewahrt werden können. Nachden
Herr Häußer=Offenbach ſeiner großen Freude über die
nunmehr erfolgte Errichtung dieſer Detailliſten=
Arbeits=
zentrale Ausdruck gegeben und dem Vorſitzenden für ſeine
große Mühewaltung den Dank aller einſichtigen
Detail=
liſten ausgeſprochen hatte, wurde die Sitzung geſchloſſen.
Parlamentariſches.
** Darmſtadt, 15. Jan. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer hatte heute wieder
eine bis zum Nachmittag ausgedehnte
Etatsberat=
ung mit der Regierung, welche durch die drei Miniſter
und zahlreiche Miniſterialräte vertreten war. Die
Be=
ratung wurde bei Kap. 10, Staatseiſenbahnen,
fortgeſetzt. Die Regierung wies bei dieſem Kapitel darauf
hin, daß ein höherer Betrag an Einnahmen, als ihn der
Voranſchlag mit 17443000 Mark eingeſtellt habe, wohl
nicht angeſetzt werden könne, da dieſe Summe dem
Vor=
anſchlag entſpricht, wie er von ſeiten Preußens für die
heſſiſch preußiſche Eiſenbahngemeinſchaft aufgeſtellt wurde.
Bei den Ausgaben dieſes Kapitels im Betrage von 480 000
Mark für Steuern wurde ein Abſtrich nicht vorgenommen,
weil ſich die Wirkung des neuen Gemeindeſteuergeſetzes
noch nicht klar überblicken laſſe. Die Eiſenbahnen ſind
zwar von der Gemeindeeinkommen= und Gewerbeſteuer
befreit, müſſen aber Grundſteuer zahlen, und wie hoch ſich
dieſe ſtellen werde, ſtehe noch dahin. Die Beratung ging
dann zu Kap. 7a, Braunkohlenbergwerk „
Lud=
wigshoffnung” und Kraftwerk
Wölfers=
heim, über, welche Etatspoſition ſehr eingehend
beſpro=
chen wurde. Die Rentabilität des elektriſchen Kraftwerkes
wurde im allgemeinen nicht in Zweifel gezogen, weil an
dasſelbe eine große Anzahl von Gemeinden Oberheſſens,
beſonders auch das Eiſen= und Hüttenwerk Hirzenhain
und die Badeanlagen von Bad=Nauheim, ſowie Friedberg
mit den Bahnhofsanlagen uſw. angeſchloſſen ſind und
da=
durch eine Rentabilität als begründet erſcheine. Lebhafter
wurde dagegen die Aufſtellung der Regierung über das
Braunkohlenwerk beanſtandet und u. a. darauf hingewie
ſen, daß aus dem Voranſchlag und der dort gegebenen
Aufſtellung eine genaue Rentabilität ſich nur ſchwer er
ſehen laſſe. Dem ſchon in einer früheren Sitzung
beſpro=
chenen Antrag des Abg. Henrich, ſowohl für dieſes
Werk, wie auch für Bad=Nauheim eine
Rentabilitäts=
berechnung nach kaufmänniſchen Grundſätzen beizufügen
ſtellte auch die Regierung keinen Widerſpruch entgegen
Im übrigen wurde auf die techniſchen und wirtſchaftlichen
Unterlagen des Werkes eingehend eingegangen,
nament=
lich die Höhe der Betriebskoſten bemängelt. Von Herrn
Finanzminiſter Dr. Brraun wurde auf die Grundlagen
des Voranſchlags und deſſen Verhältniſſe zu einer
kauf=
männiſchen Gewinn= und Verluſtrechnung hingewieſen
und auseinandergeſetzt, daß beide auf den gleichen Prin
zipien beruhten und aus der ſtaatlichen Etataufſtellung die
Rentabilität eines Betriebes unſchwer berechnet werden
könne. Die gleiche Anforderung bezüglich der
kaufmänni=
ſchen Aufſtellung des Etats wurde auch beim Kap. 8,
Bad=Nauheim uſw., beſprochen und auch von der
Regierung zugeſagt. Bei Grube „Ludwigshoffnung”
wurde noch bemängelt, daß Abſchreibungen in
entſpre=
chender Weiſe in den letzten Jahren nicht vorgenommen
worden ſeien, und daß hierdurch das Bild dieſes Betriebes
nicht klar ſei. Beim Kapitel Bad=Nauheim wurde
ange=
ſichts einer ohne Bewilligung der Stände ſchon in Angriff
genommenen Einrichtung der Wunſch ausgeſprochen, daß
dem Finanzausſchuß in Zukunft von derartigen Ausgaben
Mitteilung gemacht werden möge, damit die Landſtände
nicht vor vollendete Tatſachen geſtellt und in ihrem
Be=
willigungsrecht beeinträchtigt würden.
Beim Kap. 12, direkte Steuern uſw., wurde
ſeitens der Regierung die Auskunft gegeben, daß weder
eine weitere Erhöhung der Steuereinnahmeſumme über
den Voranſchlag hinaus, noch eine erhöhte
Wertzu=
wachsſteuer in den Etat eingeſtellt werden könne, da mit
der Steigerung der Steuereinkünfte nach den Erfahrungen
der früheren Jahre vorſichtig zu Werke gegangen werden
müſſe. Beim Titel „Stempelſteuer” fragte der
Aus=
ſchußvorſitzende, Abg. Dr. Oſann, ob das Miniſterium
nicht den Verkäufen welche aus Anlaß der Nieder=
Modauer Kataſtrophe mit Zuſtimmung des
Kon=
kursverwalters abgeſchloſſen worden ſeien. Stempe
l=
freiheit geben könne. Es handle ſich bei
dieſen Verkäufen nicht um Schiebungen, ſondern um durch
aus reelle Geſchäfte, die infolge der Kataſtrophe verurſacht
wurden; der Staat ſollte deshalb von der Einziehung der
Stemckelſteuer abſehen. Staatsminiſter v. Ewald führte
aus, daß vom Juſtizminiſterium der Erlaß des
Stem=
pels bei dem Finanzminiſterium
befür=
wortet worden ſei und daß dieſes auch ſeine
Zuſtimmung geben werde. Dieſer Erlaß werde
ſich ſowohl auf die noch fällig werdenden Stempelabgaben
wie auf diejenigen beziehen, welche bereits angefordert
worden ſeien; auch bezüglich des Reichsſtempels werde
man bei der Reichsregierung um Erlaß vorſtellig werden.
Bei den Ausgaben zum Kapitel 12 wurde bezüglich
der Schreibgehilfen in eine ausgedehnte
General=
debatte eingetreten, die ſich über die Schreibgehilfenkoſten
aller Reſſorts erſtreckte. Die Regierung hat bekanntlich
im neuen Budget Aenderungen gegen den ſeitherigen
Zuſtand — nach welchem die Schreibgehilfen nach
vollendetem 30. Lebensjahre angeſtellt werden konnten —
eintreten laſſen und das 35. Lebensjahr als
Eintritts=
zeit angeſetzt. Es iſt im Budget für 1913 auch weiter die
Einſchränkung gemacht, daß von den am 1. April 1912
vor=
handen geweſenen Stellen nur 20 Prozent Beamtenſtellen
ſein ſollen. Hiergegen wandte man ſich im Ausſchuß von
verſchiedenen Seiten, beſonders die Abgg. Dr. Oſann,
Molthan und Henrich, welche auf die ſchwere
Be=
nachteiligung der Schreibgehilfen durch dieſe
Einſchränk=
ung gegen früher hinwieſen, durch die gerade ſolche
Schreibgehilfen getroffen würden, die an der Grenze der
Anſtellung ſtehen. Die Regierung legte in ausführlicher
Weiſe ihren Standpunkt zu der ganzen Frage dar. Sie
wies u. a. darauf hin, wie ſehr die Koſten für die
Schreib=
gehilfen in den letzten 20 Jahren geſtiegen ſeien und wie
auch die Vergütung fortwährend eine Erhöhung erfahren
hätte. Die Regierung habe gemeint, dem Wunſche der
Kammer entgegenzukommen, indem ſie gegen eine
wei=
tere Ausdehnung der Schreibhilfskoſten die obige
Re=
gelung vorſchlug. Eine Kontingentierung ſei notwendig
weil auch in anderen Stellen nicht das Lebensalter für
die Anſtellung maßgebend ſei, ſondern das Freiwerden
einer Stelle. Eine Hinaufſchiebung des
Anſtellungs=
termins auf das 35. Lebensjahr ſei auch deshalb
gerecht=
fertigt. weil in anderen Stellen Beamte auch noch rach
dem 35. Lebensjahre zur Anſtellung kämen. — Von
ver=
ſchiedenen Ausſchußmitgliedern wurde weiter die neue
Belaſtung der Schreibgehilfen durch die
Reichsverſicher=
ung für Privatangeſtellte behandelt und darauf
hinge=
wieſen, daß hierdurch für die Schreibgehilfen eine
Mehr=
belaſtung von 50 Mark eintrete. Es wurde die Frage
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
angeregt, ob hier nicht durch eine Anwartſchaft auf
An=
ſtellung geholfen werden könne, wodurch die Beiträge zu
der Verſicherungsanſtalt in Wegfall kommen würden.
In dieſer Frage wurden verſchiedene Anregungen
gege=
ben, die Debatte aber der vorgerückten Zeit wegen
abge=
brochen und die Fortſetzung auf morgen vormittag
ver=
tagt.
Zum Fall Winkler — Grünewald.
Von Herrn Wilhelm Grünewald, Rechtsanwalt
in Gießen, geht der Redaktion des Tagblatts folgendes
Schreiben zu:
Sie haben einer Zuſchrift des Herrn Abgeordneten
Winkler Aufnahme gewährt, die ich Sie auf Grund des
Preßgeſetzes wie folgt zu berichtigen erſuche: Es iſt
unwahr, daß Herr Winkler mir eine Forderung
geſtellt hat und es iſt unwahr, daß ich eine
ſolche abgelehnt habe. Mein Bevollmächtigter,
Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Wallau in Groß=
Gerau, iſt im Gegenteil dahin verſtändigt, daß er eine
ge=
ſtellt werdende Forderung annehmen ſoll. Ich
be=
ſchränke mich zunächſt hierauf und lehne weitere
Erörte=
rungen ab, da das gerichtliche Verfahren, das
ich gegen Sie und Herrn Winkler einzuleiten im Begriffe
ſtehe, Aufklärung des Tatbeſtandes erbringen wird.
Achtungsvoll!
Juſtizrat Grünewald, Rechtsanwalt.
Deutſcher Reichstag.
Berlin, 15. Jan. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 16 Minuten.
Die zweite Leſung des Etats des Innern
wird fortgeſetzt (dritter Tag). Zum Titel „Gehalt des
Staatsſekretärs” liegen nunmehr neun Reſolutionen vor.
Freiherr v Gamp (Reichspt.): Zunächſt habe ich im
Namen meiner Partei die Entrüſtung auszudrücken über
das Auftreten des Abgeordneten Wetterlé. (Lebhaftes
Bravo!) Der elſäſſiſche Landtag hat bereits ſeiner
Em=
pörung und Mißbilligung über das Verhalten Wetterlés
Ausdruck gegeben, und zwar auf Veranlaſſung unſeres
Parteifreundes Höffel, dem wir auch an dieſer Stelle
Dank wiſſen. (Lebhaftes Bravo.) Ein Mann, der ſo
auf=
tritt, wie Wetterlé, ſollte ſelbſt einſehen, daß für ihn im
deutſchen Reichstag kein Platz iſt. (Sehr richtig! und
Sehr wahr! rechts und im Zentrum.) Jeden
Vaterlands=
freund muß ein derartiges Vorkommnis mit ernſter Sorge
erfüllen. Wir haben den Wunſch, daß dieſes
Vorkomm=
nis hier im Reichstage möglichſt bald beſprochen wird
und wir bitten den Reichskanzler, uns das vorhandene
Material möglichſt bald vorzulegen. — Die Anſicht des
Abgeordneten Fiſcher, daß unſere Sozialgeſetzgebung ſeit
dem Ausſcheiden des Grafen Poſadowsky aus dem Amt
ſtillgeſtanden habe, trifft nicht zu. Ich erinnere an die
Reichsverſicherungsordnung, das Privatbeamtengeſetz, die
Witwen= und Waiſen=Verſorgung und die Ausdehnung
der Krankenfürſorge auf das platte Land. Als einziges
dürfte nur noch die Arbeitsloſenverſicheruna
übriablei=
ben. Wie ſieht es dagegen in den republikaniſchen
Staa=
ten aus? Die Anregung des Grafen Weſtarp wegen
eines Verbots des Streikpoſtenſtehens begrüßen wir
dank=
bar. Zurückzuweiſen iſt die Verdächtigung des
Abgeord=
neten Fiſcher, als ob das Reichsgericht lediglich ein
In=
ſtrument zur Rechtfertigung der Regierungsmaßnahmen
ſei. Die Entwickelung der Warenhäuſer beanſprucht
un=
ſere größte Aufmerkſamkeit. Bei einem jährlichen Umſatz
von 540 Millionen Mark iſt es klar, daß viele Exiſtenzen
durch die Warenhäuſer ruiniert werden. Auch für die
Kinematographentheater müſſen Geſetze geſchaffen
wer=
den, insbeſondere, um die Kinder vor ſchädlichen
Ein=
flüſſen zu ſchützen. Der Aba. Müller=Meiningen ſollte
nicht immer abfällia über preußiſche Dinge, namentlich
über das Wahlrecht ſich äußern. Mit der Vermehrung des
Goldbeſtandes der Reichsbank ſind wir einverſtanden.
Der Staatsſekretär maa dafür ſorgen, daß Silbermünzen.
die in den öſtlichen Provinzen immer noch ſehr knapp ſind,
in großer Zahl geprägt werden. Notwendia iſt weiter
ein Depoſitengeſetz, wonach den Depoſitenbanken
vorge=
ſchrieben wird, die Devots zu einem gewiſſen Teil in
Gold zu decken zum Schutz der Devonenten, wie auch im
allgemeinen wirtſchaftlichen Intereſſe. Der geplanten
ſo=
zialdemokratiſchen Volksverſicherung iſt die größte
Auf=
merkſamkeit zu widmen. Es muß ein Gegengewicht dazu
geſchaffen werden. Wenn die bürgerliche Geſellſchaft durch
das Vorgehen der Sozialdemokratie aufgerſittelt wird.
ſo wird auch der nichtſozialdemokratiſche Arbeiter einen
Segen aus der ſozialdemokratiſchen Bewegung haben.
(Beifall rechts.)
Aba. Irl (Zentr.): Namens meiner Parteifreunde
muß ich das jetzige Auftreten des Abgeordneten Wetterlé
durchaus mißbilligen. (Bravo.) Herr Wetterls iſt aber
niemals Mitalied der Zentrumspartei des Reichstages
geweſen. Das hätte Herr Dr. Müller=Meiningen wiſſen
müſſen. (Sehr richtia!) Er mag ſich an ſeinen
Partei=
freund Blumenthal wenden, der mag Herrn Wetterlé ſein
Verhalten beibringen. (Sehr aut!) Wann wird uns
end=
lich das Wanderlagergeſetz vorgelegt werden, und wann
werden die Erwägungen über das Submiſſionsweſen
ab=
geſchloſſen ſein? Den Handwerkerintereſſen wird vielfack
von der Beamtenſchaft zuwidergehandelt. Wir verlangen
daß Arbeiter, die arbeiten wollen, nicht daran gehindert
werden. Damit verlangen wir kein Ausnahmegeſetz Das
Handwerk muß auf geſetzlichen Schutz beſtehen. Seine
Selbſthilfe gegenüber den Arbeitnehmer=Organiſationen
verſagt in den meiſten Fällen. Nicht einmal die
Tarif=
verträge nützen ihm. Die konſervative Reſolution gegen
das Streikpoſtenſtehen dürfte ſchwer durchzuführen ſein.
Eine Aenderung der jetzigen Verhältniſſe iſt aber
drin=
gend geboten. Der § 100a der Gewerbeordnung muß
endlich beſeitigt werden. Den Auswüchſen des
Hauſier=
handels muß ein geſetzlicher Riegel vorgeſchoben
wer=
den. Den Wünſchen auf beſſeren Schutz der Handwerker
muß Folge gegeben werden. Wir würden es bearüßen,
wenn namentlich die für die Unterſtützung des
Mittel=
ſtands beſtimmten Kreditinſtitute des Reichs ſich unter
Führung Preußens zu gemeinſamer Arbeit
zuſammen=
ſchließen würden. Wir werden alles tun, um auch in
Zukunft dem Mittelſtand nach Kräften zu helfen. (Bravo!
im Zentrum..
Präſident Dr. Kaempf: Herr Abgeordneter Irl!
Sie haben vorhin geſaat, daß der Abgeordnete Herr
Mül=
ler=Meiningen nicht ehrlich gehandelt hätte, wenn er
wider beſſeres Wiſſen behauptet hätte, der Abgeordnete
Wetterlé gehüre zum Dentrum. Dieſe Ausdrucksweiſe iſt
parlamentariſch unzuläſſia.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Was die
Sozial=
politik betrifft, ſo haben die meiſten Vorredner die Frage
des Hoalitionsrechts beſonders erörtert. Meine Rede vom
10. Dezember vorigen Jahres hatte ledialich den Zweck,
an der Hand der Geſetzgebung, der geſchichtlichen
Ent=
wickelung unſerer Geſetze, und an der Judikatur Grenzen
des Koalitonsrechts und der Gültigkeit des
Reichsvereins=
geſetzes feſtzulegen. Ich kann nur einſchreiten, wenn es
ſich bei einzelnen Vorkommniſſen um grundſätzliche
Ab=
weichungen von der Anſicht der Reichsleitung handelt.
Aus dieſem Grunde iſt es auch unzutreffend, wenn
Abge=
ordneter Fiſcher mir vorwirft, das meine Ausführungen
zum Koalitionsrecht eine Verneinung des
Koalitions=
rechts bedeuten. Auch hinſichtlich der Gewerkſchafts=
Enzyklika habe ich an meiner Rede vom 10. Dezember 1912
nichts zu ändern oder in Abrede zu ſtellen. Abgeordneter
Müller=Meiningen hat von weitgehenden Konſequenzen
auf kirchenpolitiſchem Gebiete geſprochen und hinzugefügt,
daß ich ſelbſt nicht an ſo weitgehende Konſequenzen
ge=
dacht habe. Das letztere iſt richtig. (Heiterkeit.) Es
fehlt für mich jede Veranlaſſung, dieſe Konſequenzen zu
ziehen und ich ziehe ſie auch heute nicht.
Ich lehne
ihre Berechtigung ausdrücklich hiermit ab. Weiter wünſcht
Dr. Müller=Meiningen Aufklärung über den Inhalt der
mit der Kurie gepflogenen Verhandlungen. Ohne
Zu=
ſtimmung des anderen Teils iſt es nicht üblich, über ſolche
diplomatiſche Verhandlungen der Oeffentlichkeit
Mittei=
lung zu machen. Es genügt auch vollſtändig, zu ſagen,
daß wir in den Gewerkſchaftsſtreit vermittelnd einariffen
und in Rom zugunſten der interkonfeſſionellen
Gewerk=
ſchaften gewirkt haben, und daß die Kurie den Willen hat,
den katholiſchen Arbeitern den Beitritt zu den
Gewerk=
ſchaften nicht zu beſchränken. Damit iſt das Fortbeſtehen
der Gewerkſchaften in der bisherigen Weiſe nunmehr
ge=
ſichert. Mit dem Koalitionsrecht hänat die beſonders von
Graf Weſtarp erörterte Frage des Schutzes der
Arbeits=
willigen zuſammen. Ich habe mich im vergangenen
Jahre über dieſe Frage eingehend geäußert. Auf
dem=
ſelben Standpunkt ſtehe ich auch noch heute. Ebenſo die
übrigen in Frage kommenden Reſſorts und der Herr
Reichskanzler. Ein Verbot des Streikpoſtenſtehens
er=
achte ich als ein untaugliches Mittel zur Bekämpfung der
Uebel, deren Vorhandenſein ich mit Ihnen anerkenne.
Der Terrorismus, der die Arbeitswilligen und ihre
An=
gehörigen bedroht, wird nur zum gerinaſten Teil
ausge=
übt von den Streikpoſten. Es würde auch überaus ſchwer
ſein, eine juriſtiſch einwandfreie Definition des
Streik=
poſtenſtehens zu erhalten. Eine völlige Beſeitiaung der
Beläſtiaungen der Arbeitswilligen iſt nur möglich durch
eine ſyſtematiſche Aenderung unſerer ſtrafgeſetzlichen
Be=
ſtimmungen, in deren Bearbeitung wir begriffen ſind.
(Hört! hört! bei den Sozialdemokr.) Den Ausſchreitungen
der Streikpoſten und Ausſchreitungen bei Gelegenheit
eines Streikes zu begegnen, genügen die jetzigen
geſetz=
lichen Beſtimmungen. Das beſtätigen die Erfahrungen
im Ruhrrevier. Alle dieſe Ausſchreitungen würden auch
vorkommen und zur gerichtlichen Verhandluna gezogen
worden ſein, wenn wir ein Verbot des Streikvoſtenſtehens
hätten. Aus dieſem Anlaß ſind etwa 2000 Anklagen
er=
hoben worden. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)
In den meiſten dieſer Fälle handelt es ſich um
Ausſchrei=
tungen Streikender gegen Arbeitswillige, während nur
eine geringe Zahl von Straftaten Arbeitswilliger zur
Kenntnis der Gerichte gekommen iſt. (Lachen bei den
So=
zialdemokraten.) Ein großer Teil der Verurteilungen
richtet ſich gegen Jugendliche und Frauen, die ſicherlich
nicht als Streikpoſten aufgeſtellt wurden, ſondern
gewiſ=
ſermaßen als Franktireure benutzt wurden. (Heiterkeit.)
Es handelt ſich in der Regel um Beläſtigungen gehäſſiger
Arbeiter. Im allgemeinen ging das Strafmaß über
zwei Monate nicht hinaus. Alle dieſe Delikte waren
ver=
urſacht durch den Schutz, den Polizeibeamte den
Arbeits=
willigen angedeihen laſſen mußten. Denn das
charakte=
riſtiſche dieſes Streiks iſt weſentlich in dem Umſtand zu
ſuchen, daß ein großer Teil der Arbeiterſchaft entſchloſſen
war, die Arbeit nicht niederzulegen, und deshalb von den
Streikenden die rückſichtsloſeſte Behandlung erfahren
hatte. Die Vorgänge im Ruhrrevier beweiſen, daß
die=
jenigen recht haben, die Klage führen über die
Beläſti=
gungen der Arbeitswilligen. Dieſe Klagen werden auch
namentlich von Arbeitern erhoben. (Lachen bei den
So=
zialdemokraten.) Wenn die ſozialdemokratiſche Diſziplin
dahin wirken möchte, daß die Streikenden in den Grenzen
der Geſetze bleiben, dann ruft niemand mehr nach neuen
Geſetzen. (Sehr gut! Rufe: Polizei!) Die Polizei
mußte eingreifen. Wirken Sie auf Ihre Anhänger, daß
ſie ihre Rechte zu ſchützen ſuchen, ohne andere zu
ver=
letzen. (Beifall. Unruhe.) Eine generelle Regelung des
Binnenſchiffahrtsgewerbes iſt wegen der völligen
Ver=
ſchiedenheit des Betriebes auf dem Strömen nicht möglich.
Zunächſt werden die Mißſtände bei der Rheinſchiffahrt
beſeitigt werden. Die Vorwürfe, daß wir in der Frage
der Heimarbeit nichts getan haben, ſind hinfällig. Ein
Fachausſchuß dürfte alsbald geſchaffen werden. In bezug
auf Beſchränkung der Nacht= und Sonntagsarbeit in
Bäckereien ſind wir über die Grenzen des möglichen
hin=
ausgegangen. Das Geſetz betreffend die Sonntagsruhe
im Handelsgewerbe liegt dem Bundesrat vor. Ein
ge=
wiſſer Ruhepunkt in der Sozialpolitik iſt doch angeſichts
der großen Erweiteruna der ſozialen Geſetze in den
letz=
ten Jahren erklärlich. Vorläufia ſind wir zu einem
ge=
wiſſen Abſchluß gekommen. Später wird den veränderten
Verhältniſſen Rechnung zu tragen ſein Abgeſehen von
ſeiner Dringlichkeit über die Wahlurnen hat Abg.
Fiſcher nichts zu ſeiner Beweisführung hinſichtlich
der Vorwürfe gegen meine Verwaltung vorgebracht.
Deutſchland ſteht hinſichtlich ſeiner ſozialen Fürſorge
im=
mer noch an der Spitze der Nationen. Aus Anlaß der
Präſidentenwahl in Nordamerika hat ſich dort jetzt erſt
eine Partei gebildet, die ein weitaehendes
ſozialpoliti=
ſches Programm aufgeſtellt hat, wie wir es ſchon längſt
haben. Die Sozialdemokraten erſchweren nur die Arbeit,
wenn ſie das Ideal im Auslande ſuchen und dieſes auf
Koſten des Vaterlandes rühmen und ihm ſchmeicheln. Ich
danke allen denen, die geſtern und vorgeſtern ihrer
Ab=
neigung gegen ein derartiges Treiben Ausdruck gegeben
haben. (Beifall rechts.)
Abg. v. Graefe=Güſtrow (konſ.): Auch ich habe
namens meiner Partei unſere tiefſte Entrüſtung über das
Auftreten des Abg. Wetterlé zum Ausdruck zu bringen
Zugunſten unſeres Handwerks ſind dringende
Maßnah=
men notwendig, um es namentlich in großen Städten zu
ſchützen. Bei Vertretung dieſer Fragen verfolgen wir
abſolut nicht aaitatoriſche Zwecke. Die Grenze zwiſchen
Induſtrie und Handwerk muß geſetzlich feſtgeleat werden.
Wir haben in bezua auf unſere Mittelſtandsbewegung
doch ſchon etwas erreicht. Daß die Warenhausſteuer eine
verkehrte Maßnahme geweſen ſei, vermögen wir nicht
an=
zuerkennen, wenn ſie auch immer noch nicht ausreicht.
Eine Vervollkommnung der Sonntagsruhe iſt durchaus
notwendig. Das fordern wir aus religiöſen, ſozialen
und ſanitären Gründen, jedoch müſſen wir eine
ſchab=
lonenhafte Regeluna vermeiden. Auch wir wünſchen die
Einſchränkung des Hauſierhandels, ſowie die Beſeitigung
der Nachtarbeit für Bäckergeſellen. Leider läßt ſich das
letztere für die kleineren Städte und Betriebe nicht
ein=
richten. So weit der Reichstag in Frage kommt, ſind die
ſozialvolitiſchen Fortſchritte meiner Partei zuzuſchreiben.
(Sehr richtig! rechts. Lachen links.) Den Mittelſtand zu
fördern, benutzen wir immer den geraden Weg. Herr
Dr. Müller=Meiningen wird es uns geſtatten, die
Mit=
telſtandsbewegung zu fördern. In dieſer Frage muß die
Reichsregierung ein ſchnelleres Tempo einſchlagen.
Da=
mit ſie endlich aus dem Stadium der Erwägungen
her=
auskommt. — Abg. Doormann (Fortſchr. Volkspt.):
Auch wir verurteilen das Vorgehen des Abg. Wetterlé
können aber nicht anerkennen, daß mit dieſer
Angelegen=
heit die elſaß=lothringiſche Verfaſſung etwas zu tun hat.
Anerkennen müſſen wir die deutſche Tätigkeit auf
ſozial=
politiſchem Gebiete. Eine weitere Verbreitung der von
den freien Gewerkſchaften eingerichteten Volksverſicherung
können wir nur begrüßen. Eine Vorlage iſt in
Ausar=
beitung über die Wohnungsfürſorge und =aufſicht, was
ebenfalls zu begrüßen iſt. Mit dem Erbbaurechte würden
wir einen ehrlichen Verſuch machen. Dem Handwerk
kann nicht nur durch Zwangsinnungen abgeholfen
wer=
den, es gehört auch gute Aus= und Vorbildung dazu. —
Abg. Schwabach (natl.): Dem loyal geſinnten
lit=
tauiſchen Volksſtamm gegenüber erſcheint es nicht gerecht
wenn der Sprachenparagraph des Reichsvereinsgeſetzes
auf ihn angewendet wird. Es wäre erwünſcht, wenn
durch die Reichsregierung Preußen veranlaßt würde,
die=
ſem Volksſtamm gegenüber entgegenkommend zu ſein. —
Abg. Dr. Chlapowski (Pole): Den Polen
gegen=
über wird mit der Anwendung des
Reichsvereins=
rechts bewußter Mißbrauch getrieben. Das Geſetz
ver=
kümmert durch ſchikanöſe Anwendung alle Rechte. Man
bezeichnet kirchliche Vereinigungen als politiſche, und man
verſucht, auf alle mögliche Art, die volniſchen
Berufs=
organiſationen zu unterdrücken. — Abg. Dr. Werner=
Gießen (Wirtſch. Verg.): Wir verlangen in einer
Reſo=
lution das Verbot der Schauſtellung fremder
Raſſenan=
gehöriger. Weiter fordern wir ein Geſetz zum Verbot
der Verwendung nichtdeutſcher Geſetzbezeichnungen,
Schaffung einer oberſten Spruchbehörde für Behörden
die eine im ſteten Fortſchreiten begriffene
Natur=
verſchandelung durch Plakate und Bretterreklame
ver=
hüten müßte. Auf das Spſtem der Einfuhrſcheine muß
unſere oſtpreußiſche Landwirtſchaft unbedinat beſtehen.
Das Intereſſe des Mittelſtandes wird von höheren und
höchſten Stellen mit Füßen getreten, und ſowohl
Kem=
pinsky als auch die Synagoge in der Faſanenſtraße durch
hohen Beſuch ausgezeichnet. (Präſident Dr. Kaempf:
Wenn Sie mit höchſter Stelle diejenige Stelle meinen.
die an der Spitze des Reiches ſteht, ſo kann ich dieſen
Ausdruck nicht ſcharf genug rügen.) Nicht nur die
Waren=
häuſer bilden eine Gefahr für unſeren Mittelſtand.
ſondern auch andere Unternehmungen, ſeitdem es ſelbſt
Angehörige des höchſten Adels, wie Henkel von
Donners=
marck und Fürſt zu Fürſtenberg nicht unterlaſſen, ſich
an nicht ganz einwandfreien Geldgeſchäften zu beteiligen.
Auch wir mißbilligen das Vorgehen des Abg. Wetterlé
doch muß ich mich dagegen verwahren, daß die
Angelegen=
heit von der Fortſchrittlichen Volkspartei geſchäftlich
aus=
gebeutet wird. (Präſident Dr. Kaempf rügt dieſen
Aus=
druck.) Wenn es nach den Sozialdemokraten ginge, dann
würden wir nur noch ausländiſche Arbeiter im Lande
haben und unſere einheimiſchen Arbeiter könnten betteln
gehen.
Hierauf wird die Weiterberatung auf
Donners=
tag 1 Uhr vertagt. — Schluß ½8 Uhr.
* Berlin, 15. Jan. In der heutigen Sitzung der
Budgetkommiſſion des Reichstages, die ſich
mit der Firierung der für die Reichsverſicherung zu
lei=
ſtenden Beiträge, die auf 5712 Millionen Mark angeſetzt
ſind, befaßte, brachten die Sozialdemokraten eine
Reſolu=
tion ein, welche neue Berechnungen über die Belaſtung
des Reiches und der Verſicherten aus der
Hinterbliebenen=
verſorgung und eventuell eine Erhöhung der Renten
wünſcht. Nach längerer Debatte, an der ſich ein
Regier=
ungsvertreter und die Mitglieder der verſchiedenen
Par=
teien beteiligten, wurde die Reſolution einſtimmig
an=
genommen.
* Berlin, 15. Jan. Die
Wahlprüfungskom=
miſſion des Reichstages beſchloß, über die Wahl
des Abgeordneten v. Liebert (Reichspartei) die
Be=
weiserhebung einzuleiten.
Der Raubmord in Ortwig.
*Ortwig, 14. Jan. Bei der Durchſuchung des
Gehöftes wurde auf dem Düngerhaufen ein rotes
Taſchentuch gefunden, womit Kalies geknebelt war
Dadurch iſt die Mittäterſchaft der 3 Komplizen Sternickels
an dem Morde erwieſen. Sternickel hatte nämlich zur
Belaſtung ſeiner Spießgeſellen und zur eigenen
Entlaſt=
ung u. a. auch geſagt, einer der Berliner habe Kalies ſein
Taſchentuch in den Mund geſtopft. Der Ueberfallene habe
es aber wieder herausgezogen und weggeſchleudert. Das
Tuch müſſe am Tatort noch liegen.
Ortwia, 15. Jan. Im vorigen Jahre iſt zur
Erntezeit in Zelliner Loſe ein altes Ehepaar
Sprem=
berg auf ſeinem Grundbeſitz erſchoſſen
aufge=
funden worden. Man nahm damals Mord und
Selbſt=
mord an. Jetzt ſcheint auch dieſer doppelte Leichenkund
eine Aufklärung zu finden. Das Grundſtück desfelben
Ehepaares liegt neben der Lehmann=ZLiegelei, auf der zu
ſener Zeit ein Heinrich Groß, alias Sternickel. arbeitete.
Bald nach dem Auffinden der Leichen gab Sternickel ſeine
Arbeit auf und verließ die Ziegelei und die Gegend. Die
Staatsanwaltſchaft hat ſich boreits die Akten über den
Leichenfund zur weiteren Aufklärung eingefordert.
* Frankfurt a. d. Oder, 15. Jan. Sternickel
iſt in der Mörderzelle des Landgerichtsgefänaniſſes
mit dem rechten Fuß an einen im Zementboden
einge=
laſſenen Rina ſo kurz angeſchloſſen, daß er gerade ſo viel
Raum hat, um ſich auf einem ausgeleaten Strohſack
aus=
ſtrecken zu können. Nachts hält ein Aufſeher Wache
Die Durchſuchung des Kaliesſchen Gehöftes zog ſich
geſtern bis in die ſpäten Nachmittagsſtunden hin.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Wien, 14. Jan. Die Politiſche Korreſpondenz
erhält von ruſſiſcher Seite aus Petersburg die
Mit=
teilung, nach welcher in maßgebenden ruſſiſchen Kreiſen,
trotz der bisherigen Haltung der Pforte, die
Fortſetz=
ung des Kriegs für ebenſo unwahrſcheinlich
gehalten wird, wie die Annahme, daß durch die
rumä=
niſch=bulgariſche Frage ein neuer Abſchnitt de
Balkankriſe eröffnet werden könnte. Die Mächte
betreiben die Aufgabe, Frieden zu ſtiften, mit
Aufrichtig=
keit und Eindringlichkeit, von der man ſich die
Ueber=
windung der letzten Widerſtände verſprechen darf. Bei
der Auffaſſung der allgemeinen Lage, die eine günſtige
Entwickelung in jeder Hinſicht hoffen läßt, wäre für die
ruſſiſche Regierung kein Beweggrund zur Erweiterung
der militäriſchen Vorkehrungen vorhanden. Hinſichtlich
der Armee ſeien weder Verfügungen getroffen worden.
Nummer 13.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Seite 7.
noch Erwägungen erwogen worden, welche den
Rah=
men des gegenwärtigen Zuſtandes überſchreiten.
* London, 14. Jan. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt von einem Delegierten der
Balkan=
ſtaaten, daß die Mitglieder der Miſſion der
Balkan=
ſtaaten entſchloſſen ſeien, England unmittelbar nach
Ueberreichung der Note der Verbündeten an die Türkei
zu verlaſſen. Bis heute abend war keine
Mitteil=
ung darüber zu erhalten, in welcher Weiſe dieſe Note
überreicht werden ſoll. Was die Note der Mächte betrifft,
ſo ſteht feſt, daß das genaue Datum ihrer Ueberreichung
den Botſchaftern der Mächte in Konſtantinopel
über=
laſſen worden iſt, obwohl bisher keine amtliche Angabe
darüber vorliegt. Was die Antwort der Türkei
anbe=
langt, ſo ſcheint keine Hoffnung zu beſtehen, daß ſie
an=
nehmbar für die Verbündeten ausfällt. In gut
unter=
richteten Kreiſen werde ſehr wenig Hoffnung
aus=
geſprochen, daß die Wiederaufnahme der
Feind=
ſeligkeiten vermieden wird. Allerdings wird
betont, daß wahrſcheinlich ein kleines Gefecht den
kür=
zeſten Weg zum Frieden zeigen würde, denn man glaubt
allgemein, daß Adrianopel keinem neuen Angriff würde
Widerſtand leiſten können, und daß es nach ſeinem Fall
möglich wäre, die Türkei und die Balkanverbündeten zu
einer Einigung zu bringen. In Balkankreiſen wird er
klärt, daß der Frieden ſchon unterzeichnet ſein würde
wenn die Türkei unverzüglich den an ſie gerichteten
For=
derungen entſprochen hätte; würden aber die
Feindſelig=
keiten wieder aufgenommen, ſo wäre vorauszuſehen, daß
die Forderungen der Verbündeten den künftigen
Kriegs=
ergebniſſen angepaßt würden.
Kein Abbruch der Friedensverhandlungen.
* London, 15. Jan. Geſtern wurde mitgeteilt, daß
die Führer der Vertretungen der
Balkan=
ſtaaten beſchloſſen hätten, gleichzeitig mit der
Ueber=
reichung der Note der Mächte an die Pforte der Türkei
eine Note zuzuſtellen, wodurch ſie die
Friedensverhand=
lungen aufheben. Gleichzeitig ſei beſchlöſſen worden,
Anweiſungen an die Armeebefehlshaber zu übermitteln,
den Waffenſtillſtand zu beendigen. Inzwiſchen teilt das
Reuterſche Bureau einen Zuſatz zu ſeiner Meldung mit
wonach die Note der Verbündeten derart abgefaßt iſt, daß
ſie erſt in Kraft tritt, wenn die Pforte
ab=
lehnt, den Rat der Mächte, wie er in der Geſamtnote,
die in Konſtantinopel übergeben werden ſoll, enthalten
iſt, anzunehmen. Durch dieſen Zuſatz verliert die
Meldung ihre Spitze.
Die Kollektivnote der Mächte.
* Köln, 14. Jan. Gegenüber der Meldung des
Reuterſchen Bureaus aus Konſtantinopel, nach der
Deutſchland die Schuld trage, wenn in der
Uebermittel=
ung der Geſamtnote der Mächte an die
Tür=
kei ein Aufſchub eintrete, beſagt ein Berliner
Tele=
gramm der Kölniſchen Zeitung: Dieſe Meldung erſcheint
grundlos und iſt in dieſer Weiſe gegen eine einzelne
Macht zugeſpitzt. Wir glauben Grund zu der Annahme
zu haben, daß mehrere Regierungen, darunter auch die
deutſche, für einige Punkte des Entwurfes der
Geſamt=
note Milderungen ins Auge faſſen und daß über ſolche
Anregungen zurzeit von den Kabinetten beraten wird.
Der dadurch veranlaßte Aufſchub kann nicht erheblich
ſein, auch tritt kein Zeitverluſt ein, da die Zwiſchenzeit
benutzt wird, die Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten
durch den einen oder den anderen Teil hinauszuſchieben.
Die Haltung der Türkei.
* Konſtantinopel, 14. Jan. Die Regierung
ſcheint für den Augenblick auf die Idee der
Einberuf=
ung einer großen beratenden
Verſamm=
lung verzichtet zu haben, da ſie glaubt, daß die
Be=
ſchlüſſe einer ſolchen Verſammlung die Regierung
ver=
pflichten würden. Man beruft ſich hierbei auf die
Ver=
ſammlung von 1877, die ſich für den Krieg mit Rußland
ausgeſprochen hat. Nichtsdeſtoweniger fahren türkiſche
Kreiſe fort, zu erklären, daß die Pforte einem Schritt
der Mächte nicht nachgeben dürfe. Man glaubt
nämlich, daß die Anwendung von Zwangsmaßnahmen
ſchwierig ſei. Die türkiſchen Delegierten haben noch
kei=
nen Auftrag erhalten, London zu verlaſſen
* Konſtantinopel, 14. Jan. Heute nachmittag
fand ein außerordentlicher Miniſterrat ſtatt
in welchem die Haltuna, die die Pforte nach dem
bevor=
ſtehenden Schritt der Mächte beobachten ſoll, ſowie auch
die innere Lage beſprochen wurden. Die Regierung
hat Maßregeln getroffen, um jeder Volkskundgebung
vor=
zubeugen.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel. 15. Jan. Wie verlautet, iſt
außer den kurdiſchen Truppen, die in der bei dem aſiati
ſchen Vororte Skutari gelegenen Kaſerne Selimich
gar=
niſonieren, eine meuteriſche Bewegung entdeckt
worden. Die Truppen ſollen die ſofortige Entſendung
auf den Kriegsſchauplatz und die Wiederaufnahme der
Feindſeligkeiten verlangt haben. Der Sultan entſandte
ſeinen erſten Adjutanten, der den Truppen Grüße des
Sultans überbrachte und ihnen zugleich verſicherte, daß
ihre Ergebenheit in der augenblicklichen Kriſis, die das
Land durchmache, den Sultan tief berühre. Der Botſchaft
des Sultans, welche tiefen Eindruck auf die Truppen
machte, gelang es, die Truppen zu beſchwichtigen. Einem
Gerüchte zufolge wurden einige Rädelsführer verhaftet.
Die finanziellen Schwierigkeiten der Regierung dauern
fort. Die Dezembergehälter ſind den Beamten noch nicht
ausbezahlt worden.
London, 15. Jan. Die Delegierten der
Verbündeten traten heute nachmittag 1 Uhr zu einer
Beratung zuſammen.
* London, 14. Jan. Die Verſammlung der
Delegierten des Balkanbundes hat beſchloſſen,
die Antwort der Pforte auf die Note der
Mächte abzuwarten, bevor neue Schritte
unter=
nommen werden. Der engliſche Sekretär Normann
war in der Verſammlung anweſend, da einige Proto=
kolle der Friedenskonferenz unterzeichnet werden mußten.
Nach der Verſammlung herrſchte lebhafte Bewegung
unter den Delegierten, die darauf mehrere Botſchaften
beſuchten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Jan. In der Wohnung der kranken
59jährigen Privatiere Böhme in der Linienſtraße brach
geſtern abend Feuer aus. Die Frau wollte ſich retten,
konnte aber den Ausgang der Wohnung nicht mehr
er=
reichen und kam in den Flammen um. Als die
Feuerwehr eingriff, fand ſie die verkohlte Leiche, die in
einem Loch hing, das durch den Fußboden gebrannt war
Hamburg, 15. Jan. Der Dampfer „
Minne=
ſota” ſandte die drahtloſe Nachricht, daß der Dampfer
der Hamburg=Amerika=Linie „Piſa” zu dem deutſchen
Dampfer „Abeſſinia”, der am 11. Januar mit be
ſchädigtem Steuer und gebrochener Welle geſichtet wurde,
gefahren ſei.
Eberswalde, 15. Jan. Der Militärſchriftſteller
Generalmajor a. D. Konſtantin Zeppelin iſt im Alter
von 72 Jahren geſtorben.
* Peine, 15. Jan. Der Polizei ſtellte ſich
frei=
willig der Dienſtknecht Holland aus Ilſede, der im
Verdacht ſteht, vor 7 Jahren in Heiligendorf den
Dienſtknecht Hirſch ermordet zu haben. Er erklärte,
daß er unſchuldig ſei. Der andere Dienſtknecht ſei von
ſeinem eigenen Geſpann überfahren worden. Er habe in
den Zeitungen von dem auf ihm ruhenden Verdacht
ge=
leſen und habe ſich deshalb ſofort freiwillig geſtellt, um
den wahren Sachverhalt aufzuklären. Holland wurde im
Gewahrſam gehalten.
* Madrid, 15. Jan. Die liberalen Blätter glauben,
daß Spanien einer Reſtauration entgegengehe.
Sie raten den Liberalen, dem Beiſpiel des Königs zu
folgen. Die republikaniſchen Zeitungen ſehen die Politil
Mauras für ewig abgetan an. Die rechtsſtehenden
Blät=
ter fordern die Katholiken auf, den demnächſtigen Krieg
gegen die äußerſte Linke vorzubereiten.
Madrid, 15. Jan. Im Verlaufe der Unterredung
mit dem republikaniſchen Führer Azcarate ſprach der
König ſich lebhaft für die Altersverſicherung aus und
dafür, daß bei den Wahlen ſtrikte Aufrichtigkeit beobachtet
würde. Ferner bekannte ſich der König zu weitgehender
religiöſer Toleranz und zur Entwicklung des Unterrichts
im liberalen Sinne. Azcarate riet dem König über dieſe
Frage die Führer der antidynaſtiſchen Parteien zu
be=
fragen. — Azcarate iſt überzeugt daß es den Liberalen
jetzt möglich ſei, ihr Programm in weitgehendem Sinne
zu verwirklichen.
Berlin, 15. Jan. Die Leiche des im Oktober 1909
verſchwundenen Aſſiſtenten im Statiſtiſchen Amt, Behm=
Dabendorf, iſt geſtern in einer Kiesgrube in der Nähe
der Großmachnower Grenze an der von Frau Behm
be=
zeichneten Stelle aufgefunden worden. Am Unterleib ſind
Spuren von Schrotſchüſſen. Der des Mordes verdächtige
Brunnenbauer Kolbe iſt ſeit einigen Tagen verſchwunden.
* Inſterburg, 14. Jan. Stadtbaumeiſter Friedel,
der ſich ſeit dem 11. Dezember wegen Veruntreuung im
Amte in Unterſuchungshaft befindet, iſt der Oſtdeutſchen
Volkszeitung zufolge heute nacht plötzlich geſtorben.
Kopenhagen, 15. Jan. Während der letzten Stürme
ſind die Dampfſchiffe „Alexey Mörch” und „Reter Mörch”
der Nordiſchen Dampſchiffahrtsgeſellſchaft mit der
Beſatz=
ung untergegangen.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B) Anfang 7½ Uhr: „Das
Glöckchen des Eremiten”
Voſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Berger um 8½4 Uhr im
Saal 330 der Techniſchen Hochſchule (
Volksbildungs=
verein).
Aufführung „Vor hundert Jahren” in Wort, Muſi
und lebenden Bildern um 8 Uhr im „
Mathildenhöh=
ſaal” (Frauenverein für den Schloßbezirk).
Frauenkonferenz des Verbandes evangeliſch=
kirch=
licher Frauenvereine im Großherzogtum Heſſen um
3 Uhr Mollerſtraße 23.
Eröffnung eines Abendheims für
allein=
ſtehende Mädchen um ½8 Uhr, Waldſtraße 21
(Deutſch=Evang. Frauenbund).
Generalverſammlung des Heſſ. Fechtvereins
„Waiſenſchutz” um ½9 Uhr im „Heſſiſchen Hof”
Verſammlung des Cercle frangais um 8½ Uhr im
Palais=Reſtaurant.
Verſteigerungskalender.
Freitag, den 17. Januar.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
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wartungen bei weitem übertroffen hat. Ich erhielt in
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mein Arzt, den ich über Bioſon befragte, hat ſich
nur lobend darüber ausgeſprochen. Martin Fritzſche,
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geb. Korndörfer,
Wittwe des Grosshzgl. Rechnungsrats.
In tiefer Trauer:
Willi u. Marie Merck.
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Freitag vorm. 11 Uhr,
vom Trauerhauſe Nieder=Ramſtädterſtraße 67
aus, ſtatt.
(*1913
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Nachricht.)
Geſtern abend verſchied nach kurzem, ſchwerem
Leiden unſere liebe Schweſter, Schwägerin, Tante
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FrauMarie Bassing Wwe.
geb. Schäfer.
Um ſtille Teilnahme bittet
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Schäfer.
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Januar,
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt. Einſegnung
¼ Stunde vorher in der Friedhofskapelle.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach längerem, mit großer
Geduld ertragenem Leiden unſere
innigſtge=
liebte Mutter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
(*1392
Frau Elisabeth Kehr
geb. Bauer.
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Alexanderſtraße 23.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Anna Kehr,
Fritz Kehr.
Die Beerdigung findet am Freitag nachmittag
um 2 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Wetter.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
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1. Tätigkeitsbericht. 2. Verles der Protokolle. 3. Rechnungs=
Angehörigen freundlichſt einladen.
(1915
Gehr. Hücheneinrichlung
ablage von 1912. 4. Antrag des Reichsverſicherungsamtes Berlin
Orden, Ehren=, Vereins= u. Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
auf Abänderung des § 12 der Statuten. 5. Erledigung etwa einge=35 Mk., ſow. and. guterh. Möbel
Der Vorſtand.
laufener Anträge. (S. §27, Abſ. 2 d. Statuten). 6. Verſchiedenes 7. Neu= all. Art ſehr bill. Wendelstadtstr. 2. (*1375
wahl des Vorſtandes.
Hierzu bittet um pünktliches und
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uſpol., Umbeiz. v. Möbeln beibill.
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Darmstadt.
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Samstag, den 18. Januar 1913, abends 8 Uhr:
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(1364sd
raschungen.
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im Theater.
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aufhob, iſt erkannt worden und
strasse 9, H. Schuchards Nachf., Elisabethenstrasse 17.
Die Proben
Me
wird geb., dieſ. ſof. bei der Exped.
Es ladet freundlichst ein
Der Vorstand.
heute Donnerstag, 16. d. M., (Damen)
dieſes Blattes abzugeben. (*1309
W. Die Witglieder werden ersucht. mö lichst in Gebirgstracht zu ers h inen.
und morgen Freitag, 17. d. M., (Herren) fallen aus. 5 Chanſonett.=Koſt., faſt neu, von
Künſtlerin a. d. Orph. bill. abz
Dagegen: Sonntag, 19. d. M., vormittags 11 Uhr:
Zu beſicht. v. 2—6 Uhr nachm. (*1870df
Liebfrauenſtr. 104, 1. St., Fiſcher.
Probe für den ganzen Chor.
Vereigte Gesenschatt.
Eleg. Damenmaske bill. zu verl.
Samstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr:
Muskenbat.
Karten für das Balleſſen werden bis 18. Januar, mittags
1 Uhr, durch den Geſellſchaftswirt zum Preiſe von 2 Mark
ausge=
geben. Hierbei werden zugleich für maskierte Perſonen die Abzeichen
verabfolgt. Für nicht mit Karten verſehene Teilnehmer erhöht ſich
der Preis auf 2,50 Mark.
Im Intereſſe geordneten Servierens wird gebeten, die Löſung
von Tiſchkarten nicht zu verſäumen.
Galeriekarten werden nur für Mitglieder und nicht mehr als
drei für je einen Haushalt abgegeben.
1849
Heute Donnerstag:
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Dem verehrten hiesigen Publikum, sowie meinen
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Sollehlaiftorbillig zu verk. oder zu verl.
seit heute Dienstag das Restaurant
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der Bahn, jedoch nur gegen Ablieferung ihrer Karten
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Nummer 13.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
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Lameibreu
Seite 9.
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3 Portug. unif. Serie I 63,3)
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3 do. Spezial . . . . 10,0)
5 Rumänier v. 1903 . . 10),25
4 do.
v. 1890 . . 94,00
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1 Türk. Admin. v. 1903 78.5)
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5 Argentinier . . . . . . 101,60
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,40
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do.
Japaner . .
. 92,60
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do.
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76,0
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4
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4 Kronprinz Rudolfbahn 93,90
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87,
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,
88,20
do.
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88,10
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3 Portugieſ. Eiſenb.
74,00
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2½ Livorneſer
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.. 81,10
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4 Southern=Pacific
93,50
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Francisco. . . . . 84,00
5 Tehuantepec . . . . . . 98,40
Bank=Aktien.
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Untern. Zürich . . 188,50
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Bahn
150,10
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,50
6½ Darmſtädter Bank . 122,75
12½ Deutſche Bank .
6 Deutſche Vereinsbank . 124,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank .
121,40
10 Diskonto=Kommandit 188,50
8½ Dresdener Bank
157,00
9½ Frankf. Hyvoth.=B. 215,10
6½ Mitteld. Kreditbank 121,10
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,60
7½ Wiener Bankverein . 123,50
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S. 21. . . . . . . 98,50
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3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
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4 Frankf. Hyo.=Kreditv.
98,20
S.52 . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,
3½
87,
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . .
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3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
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4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
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86,50
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3½ do. (unk. 1914) .
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
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Reichsbank=Lombard Rsf. 7
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
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Carotten geschnitten .
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ganze Kilo-Dosen. — Andere Sorten und
Packungen laut Preisliste, welche wir in
unseren Filialen zu verlangen bitten.
Filialen in allen Stadtteilen.
[ ← ][ ][ → ] Amtsverkündigungsblatt des
Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N 7.
Donnerstag, 16. Januar.
1913.
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, auf die Vorſchriften der nachſtehenden Polizei=
Verordnung, das Rodeln im Kreiſe Darmſtadt betreffend, eindringlich
aufmerk=
ſam zu machen.
Darmſtadt, den 14. Januar 1913.
(1786md
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Polizei=Verordnung,
das Rodeln im Kreiſe Darmſtadt betreffend.
Auf Grund des Art. 78 der Kreis= und Provinzialordnung vom 12. Juni 1874
wird nach Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes für den Kreis Darmſtadt mit
Ge=
nehmigung des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 21. November 1910
zu Nr. M. d. J. 19190 verordnet, was folgt:
1. Auf allen Rodelbahnen im Kreiſe Darmſtadt dürfen nur Rodelſchlitten,
die mit höchſtens zwei Perſonen beſetzt ſind, benutzt werden. Bobleighs ſind
unbedingt ausgeſchloſſen. Ebenſo iſt das Aneinanderhängen mehrerer und das
Benutzen ſchadhafter Rodelſchlitten verboten.
§ 2. Das Rodeln auf ſämtlichen Kreisſtraßen des Kreiſes, ſowie das
Kreuzen chauſſierter Fahrbahnen mit Rodelſchlitten iſt verboten.
Weitere Verbote können von Großh. Kreisamt oder Großh. Polizeiamt
Darm=
ſtadt nach Bedarf erlaſſen werden. Die Bekanntmachung ſolcher Verbote erfolgt im
Amtsverkündigungsblatt.
§ 3. Innerhalb der Stadt Darmſtadt und der Ortſchaften des Kreiſes iſt
das Rodeln auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, insbeſondere auf
deren Fußſteigen, gänzlich verboten.
§ 4.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden, ſofern nicht nach
anderen Strafbeſtimmungen eine höhere Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu
30 Mark beſtraft. Desgleichen werden Eltern, Vormünder oder andere Perſonen,
deren Aufſicht Kinder unter 12 Jahren anvertraut ſind, auf Grund des Art. 44 des
Heſſ. Polizeiſtrafgeſetzes wegen Zuwiderhandlungen ihrer Pflegebefohlenen zur
Verant=
wortung gezogen, falls ſie es an der erforderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen.
§ 5. Dieſe Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung
in Kraft
Darmſtadt, den 28. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Im Anſchluß an unſere Bekanntmachung vom 2. Oktober 1908 (
Amtsverkün=
digungsblatt Nr. 239 vom 10. Oktober 1908) bringen wir die nachſtehenden, für
weib=
liche Handwerker genehmigten Ausnahmebeſtimmungen wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis:
1. Während einer bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Uebergangszeit werden
weib=
liche Handwerker zur Geſellen= und Meiſterprüfung auch dann zugelaſſen, wenn ſie
die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung
nicht nachzuweiſen vermögen.
2. Weiblichen Handwerkern, welche beim Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Oktober
1908 ihr Gewerbe bereits 5 Jahre ſelbſtändig ausgeübt haben oder während
einer gleich langen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung tätig geweſen
ſind und am vorgenannten Termin das nach den früheren Beſtimmungen für die
Anleitungsbefugnis erforderliche Alter — 24 Jahre — bereits hatten, iſt auf ihren
Antrag die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu verleihen, auch wenn
ſie eine Lehrzeit nicht nachzuweiſen vermögen. Die weiblichen Handwerker, welche
hiernach um die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen einkommen müſſen,
wollen ihre Geſuche bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Die dazu erforderlichen Antragsformulare ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien
erhältlich.
3. In allen anderen Fällen wollen ſich die weiblichen Handwerker wegen
wei=
terer Auskunſt an die Handwerkskammer zu Darmſtadt wenden.
4. Wir machen ferner darauf aufmerkſam, daß der Begriff „ſelbſtändig” bei
den weiblichen Handwerkern ſehr häufig irrtümlich aufgefaßt wird. Insbeſondere
wird von Damenſchneiderinnen vielfach angenommen, daß die Selbſtändigkeit einen
in der eigenen Wohnung ſtattfindenden Geſchäftsbetrieb vorausſetze. Die ſelbſtändige
Ausübung eines Gewerbes (unter eigenem Namen, auf eigene Rechnung und unter
eigener Verantwortlichkeit) iſt jedoch auch bei ſolchen weiblichen Handwerkern gegeben,
die „in der Behauſung der Kundſchaft ſchneidern”.
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin, ſie
wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.
(1622id
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigundsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt I. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
(951a
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungobezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier. 1 Pinſcher, 1 Boxer, 1
Kriegs=
hund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(1816
Bekanntmachung.
Mit Rückſicht auf eingelaufene Beſchwerden haben wir die
Schutzmannſchaft erneut angewieſen, bei unnötigem Peitſchenknallen
mit aller Entſchiedenheit einzuſchreiten.
(1630id
Darmſtadt, den 10. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Ueberwachung der Pflegekinder.
Das Unterbringen eines Kindes unter 6 Jahren in entgeltliche
Pflege iſt nur mit Erlaubnis der Ortspolizeibehörde zuläſſig.
Ehe dieſe Erlaubnis erteilt werden kann, ſind die perſönlichen und
häuslichen Verhältniſſe der Pflegeeltern eingehend durch die Behörde
zu prüfen. Dies erfordert ſtets einige Zeit.
Wir empfehlen deshalb denjenigen Perſonen, die Pflegekinder
aufnehmen wollen, ſich vorher und zwar alsbald bei uns oder der
Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge (
Heinheimer=
ſtraße 21) anzumelden. Die Pflegeſtellen werden alsdann eingehend
geprüft und geeignetenfalls vorgemerkt
Vor Erteilung der ortspolizeilichen Genehmigung darf kein
Pflegekind angenommen werden. Im Zuwiderhandlungsfalle trifft
die Eltern, ſowie diejenige Mittelsperſon, welche das Kind in Pflege
gegeben hat, eine Geldſtrafe von 40—150 Mk. Das
Pflegever=
hältnis wird aufgelöſt.
Die Pflegemütter werden in ihrem eigenen Intereſſe davor
gewarnt, ein Kind aufzunehmen, ehe die ortspolizeiliche
Geneh=
migung erteilt worden iſt.
(1855dfs
Darmſtadt, den 14. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Lieferung des Kohlenbedarfs der Stadt
Darm=
ſtadt im Verwaltungsjahr 1913.
Die Lieferung des Kohlenbedarfs verſchiedener Betriebe und
Verwaltungen der Stadt Darmſtadt im Verwaltungsjahr 1913 (
um=
faſſend die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914) ſoll
ver=
dungen werden.
Die Lieferungsbedingungen können im Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, eingeſehen werden; ſie werden daſelbſt auch gegen Entrichtung
von 50 Pfg. (nach auswärts gegen Einſendung von 60 Pfg. in
(1321sid
Briefmarken) abgegeben.
Angebote ſind verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis zum 10. Februar 1913 einzureichen
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Verkauf und Ankauf von Faſelvieh.
Ein zur Zucht untauglicher, ſchwerer Bulle, ſowie ein fetter
Eber aus dem Faſelſtall, Beſſungerſtr. Nr. 60, ſollen veräußert werden.
Angebote hierfür ſind bis längſtens Montag, den 20. Ifd. Mts.,
vormittags 11 Uhr, in dem Stadthauſe, Rheinſtraße Nr. 18, ab
zuliefern. Die Verkaufsdedingungen liegen daſelbſt in Zimmer Nr. 39
während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen. Als Erſatz für dieſe
Tiere ſollen ein junger Bulle, Simmenthaler Raſſe, und ein junger
Eber, Raſſe „Deutſches Edelſchwein” beſchafft werden.
Die Tiere müſſen bereits gekört, der Bulle muß außerdem
er=
folglos mit Tuberkulin geimpft ſein. Angebote, bei Freilieſerung der
Tiere in den Faſelſtall, ſind bis zu dem gleichen Termin einzureichen.
(1889df
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jäger.
Bauarbeiten.
Die bei Errichtung eines neuen
Friedhofes herzuſtellende
Einfrie=
digung, beſtehend aus einer ca.
660 m langen Betonwand, 270
Be=
tonpfoſten und ca. 700 m
Rund=
holzeinfriedigung ſollen in
einzel=
nen Loſen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 28. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
(1629id
einzureichen.
Darmſtadt, 11. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Kanalbau.
Die Ausführung eines
Stein=
zeugrohrkanals im Olbrichweg ſoll
verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tief=
bauamt, Zimmer Nr. 7, zur
Ein=
ſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Montag, 20. Januar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(1779md
reichen.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Tiefbauamt.
Keller.
Fuhrleiſtungen.
Die Abfuhr des Hauskehrichts
und die bei dem
Straßenreinig=
ungsbetrieb vorkommenden
Fuhr=
leiſtungen ſollen für die nächſten
3 Jahre verdungen werden.
Die Unterlagen der Verdingung
liegen bei dem Tiefbauamte,
Zim=
mer Nr. 7, zur Einſicht offen.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 29. Januar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(1885ds
reichen.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Tiefbauamt.
Keller.
Rohrnetz=Spülung.
Wegen einer nicht
vorauszu=
ſehenden Arbeit an einem
Haupt=
druckrohr, bei der auch eine
Trü=
bung des Leitungswaſſers zu er
warten iſt, muß die bereits
ange=
kündigte Rohrnetzſpülung um eine
Woche verſchoben werden und
wird noch beſonders bekannt ge=
(1848
geben.
Darmſtadt, 13. Januar 1913.
Städt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
faſt neues Vertiko u. 1 Näh=
1 maſchine mit Hand= u. Fußbetr.
billig zu verk. Stiftſtr. 101. *1316
Kut erh. Gasofen billig zu vert.,
daſ. auch ein Maskenkoſtüm
1313) Grafenſtr. 27, Zigarrenlad.
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, 22. Januar, vormittags ½9 Uhr,
werden in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen aus den
Diſtrikten Jagen 23, Luderplatte 13 und 14 und Stockſchlag 37 der
Forſtwartei Kalkofen verſteigert:
Scheiter, rm: 129 Buchen I. Kl., 196 Buchen II. Kl.,
2 Hainbuchen, 39 Eichen, 16 Birken, 2 Erlen, 4 Apfelbaum:
Knüppel, rm: 119 Buchen, 13 Hainbuchen, 29 Eichen,
61 Birken, 2 Erlen, 2 Apfelbaum; Reiſig, Wellen: 6170 Buchen,
4000 Birken aus I. Durchforſtung in Luderplatte 13,
80 Apfelbaum; Stöcke, rm: 158 Buchen, 31 Eichen, 5
Apfel=
baum.
Das Holz trägt die laufenden Nummern 1—417. Das
Apfel=
baumholz ſitzt am Forſthaus Kalkofen. Blau unterſtrichene Nummern
werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt Förſter Loeſch zu
Kalk=
ofen, Poſt Darmſtadt.
1851
Darmſtadt, den 14. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Stammholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 23. und Freitag, den 24. Januar d. J.,
werden im Eberſtädter Gemeindewald. Diſtrikt Klingsackertanne,
760 Stück Kiefern=Stämme von 3,9 bis 16,"0m Länge und 15—62 cm
Durchmeſſer öffentlich, meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert.
Bemerkt wird, daß ſich hierunter ſehr ſchönes Schnittholz befindet.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Kirſchner in Eberſtadt,
Müller=
ſtraße 11.
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet an beiden Tagen
vormittags 9 Uhr auf der Schirmſchneiſe, Halteſtelle der
Dampf=
ſtraßenbahn, ſtatt.
Eberſtadt, den 10. Januar 1913.
(1652ids
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Nutzholz-Verſteigerung.
Dienstag, den 21. Januar 1913, vormittags 9 Uhr an,
werden im Gundernhäuſer Gemeindewald, Diſtrikt „Mark”,
ver=
teigert:
5 Stück Fichtenſtämme III. Klaſſe — 7,12 Feſtmeter
— 22,54
23
V. „ — 196,55
627
„
— 0,37
Lärchenſtamm
„
— 34,18
387 Stück Fichten=Derbſtangen
Die Zuſammenkunft iſt auf dem Meſſeler Weg am Eingang
des Waldes.
Gundernhauſen, den 13. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
(1716id
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Samstag, den 18. Januar 1913, vorm. 9 Uhr,
werden im Ober=Ramſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Griesbach,
fol=
gende Holzarten an Ort und Stelle verſteigert:
6 Eichenſtämme von 26—35 cm Durchm. und 7—12 m Länge,
„ 5—12 „
12 Buchenſtämme „ 34—44
Brennholz.
350 rm Buchenſcheiter
Eichenſcheiter
5 „ Buchenknüppel
12 rm Eichenknüppel
66 „ Buchenſtöcke
Eichenſtöcke.
Zuſammenkunft in der Griesbach auf dem Waſchenbach=Ober=
Ramſtädter Weg.
(1621id
Ober=Ramſtadt, den 10. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Seite 12,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
Wir veröffentlichen keine Preise, sondern bitten die verehrlichen Kunden, sich von unseren
reduzierten Preisen
ohne Kaufzwang zu überzeugen.
Schustergasse 16
Schustergasse 16
H. Nau & Sohn
Telephon 2104
Telephon 2104
Anmeldung ſchulpflichtiger Kinder zur Aufnahme
in die Mittel= und Stadtſchulen.
An die Eltern, Pflegeeliern und Vormünder von Kindern, die
bis zum 31. März d. Js. einſchließlich das 6. Lebensjahr
zurück=
gelegt haben werden, ergeht hiermit die Aufforderung, dieſe Kinder,
ſoweit ſie nicht in andere Schulen eintreten, rechtzeitig zur Aufnahme
in die Mittel= oder Stadtſchulen anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt Nachweis über das Alter der Kinder
und Impfſchein oder Beſcheinigung über Befreiung von der Impfung
vorzulegen.
Auf Wunſch der Eltern oder deren Stellvertreter können
aus=
nahmsweiſe auch geiſtig und leiblich reife Kinder in die Schule
auf=
genommen werden, die erſt bis zum 30. September d. Js. das 6
Lebensjahr vollenden. Die Aufnahme jüngerer Kinder iſt
un=
zuläſſig.
Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß diejenigen
Kinder, die bei Vollendung des 14. Lebensjahres die Schule nicht
volle 8 Jahre beſucht haben, bis zur vollſtändigen Erfüllung ihrer
Schulpflicht in der Schule zurückgehalten werden.
Die Nichtanmeldung in dem vorgeſchriebenen Termin kann bei
den Mittelſchulen zur Folge haben, daß die Aufnahme unmöglich iſt.
Die Anmeldungen haben zu erfolgen:
Dienstag, den 28. Januar d. Js., vormittags von 8½ Uhr bis
12 Uhr und nachmittags von 2 bis 4 Uhr und zwar:
für die Knaben=Mittelſchule I im Schulhaus in der Friedrichſtraße,
Mädchen=Mittelſchule I „
„ „ Viktoriaſtraße,
* Mittelſchule II
,,
„ Hermannſtr.,
,
,
„ „ Stadtknabenſchule I
am Ballonplatz,
,
in der Müllerſtraße,
,
, „
„
M
„ „ Ludwigshöhſtr.,
„ „ Stadtmädchenſchule I „
„ „ Rundethurmſtr.,
„ „ Emilſträße,
,
„ „ Beſſungerſtraße,
M:
,
Bezirksſchule IV
Lagerhausſtr.
„
Der Bezirk der Mittelſchule II, in die Knaben und Mädchen
aufgenommen werden, wird begrenzt durch die Rheinſtraße, den
Paradeplatz, die Alexanderſtraße und die Dieburgerſtraße mit
Aus=
ſchluß der Grenzſtraßen und Plätze.
Die Aufnahme der Kinder in die Stadtſchulen findet nach der
unten abgedruckten Bezirkseinteilung ſtatt. Den Herren Hauptlehrern
der verſchiedenen Gruppen der Stadtknaben= und Mädchenſchulen bleibt
überlaſſen, je nach Bedürfnis hinſichtlich der Ueberweiſung von
Kindern aus einer Schulgruppe in eine andere ſich zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Der Vorſitzende der Schulvorſtände:
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Bezirks=Einteilung für die Stadtknaben= und
Stadtmädchenſchulen.
Bezirk I.
(Stadtknabenſchule I und Stadtmädſchenſchule I) umfaßt den
Stadtteil zwiſchen der Heinrichſtraße, Eſchollbrückerſtraße und
Holz=
hofallee einerſeits und der Allee, Rheinſtraße, Wilhelminen=,
Zeug=
haus=, Hochſchul=, Magdalenen=, Alexander=, Heinheimer= und
Guten=
bergſtraße andererſeits.
Von den Grenzſtraßen gehören zu dem Bezirk die Rhein=,
Wilhelminen=, Alexander=, Heinheimer= und Gutenbergſtraße, ſowie
die Nordſeite der Heinrichſtraße.
Bezirk II.
(Stadtknabenſchule II und Stadtmädchenſchule II) umfaßt den
nördlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=, Wilhelminen=,
Zeughaus=, Hochſchul=, Magdalenen=, Dieburger=, Heinheimer= und
Gutenbergſtraße, einſchließlich der Grenzſtraßen, mit Ausnahme der
betreffenden Strecken der Dieburger= und Heinheimerſtraße und der
Gutenbergſtraße.
Bezirk III.
(Stadtknabenſchule III und Stadtmädchenſchule III) umfaßt
den Stadtteil ſüdlich von der Heinrich=, Eſchollbrückerſtraße und
Holz=
hofalle, einſchließlich der Südſeite der Heinrichſtraße und der beiden
anderen Grenzſtraßen (beiderſeitig).
(1326a
Bezirk IV.
(Bezirksſchule IV (Lagerhausſtraße)) umfaßt den nordweſtlichen
Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=, Wilhelminen= und
Heinrich=
ſtraße weſtlich der Wilhelminenſtraße, ohne die genannten Grenzſtraßen.
Oktrot für
Brennholz.
Die Schießhausſtraße, der Heinrichswingertsweg, die
Lands=
kron=, Moosberg= und Ludwigshöhſtraße ſind für oktroipflichtige
Gegenſtände geſperrt.
Zur Erleichterung der Holzabfuhr wird hiermit den
Bewoh=
nern des ſüdlichen Stadtteils geſtattet, dieſe Straßen zu benutzen,
wenn ſie den Oktroi beim Hinausfahren in den Wald an die
Erheb=
ſtelle in der Klappachrr Straße auf Grund des Abfuhrſcheins
ent=
richten, ſo daß beim Einfähren in die Stadt die Fuhrleute im Beſitze
der Luittung ſind, die den ſtädt. Aufſichtsbeamten auf Verlangen
vorzuzeigen iſt.
Für das Holz, das nicht in die Stadt eingebracht, ſondern auſ
die in der Gemarkung Darmſtadt liegenden Grundſtücke geſetzt wird,
iſt ebenfalls der Oktroi beim Hinausfahren in den Wald zu entrichten.
Gegen Zuwiderhandelnde wird auf Grund des Oktroi=
Regle=
ments Anzeige erhoben.
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
(1258a
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Diejenigen Pfennig=Marken=
Blätter, welche eine auf volle Mark
abgerundete Geſamteinlage bis zum
Ende des abgelaufenen
Viertel=
jahres nachweiſen, ſind nebſt den
ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Samstag, 18. Januar 1913,
an die Herren Stationserheber zur
Veranlaſſung der Ueberſchreibung
(1854
abzuliefern.
Darmſtadt, 15. Januar 1913.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner.
Steuer=Erhebung.
Das 5. Ziel der
Gemeinde=
ſteuer für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(1862a
Bekanntmachung.
Donnerstag, 23. Januar 1913,
vormittags 9 Uhr,
ſollen die den Vereinigten
Kunſt=
druckereien, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, zu Darmſtadt
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm.
VI 448 1692 Hofreite
Fran=
kenſteinſtraße
Nr. 33,
VI 448¾/10 67 Hofreite daſelbſt
Nr. 33,
VI 449 313 Hofreite
Wein=
bergſtraße
Nr. 32,
VI 452 1041 Hofraum mit
Ab=
ort
Franken=
ſteinſtraße,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, 17. Dezember 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (VI25951
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter A
wurde heute eingetragen: Firma
Breidert & Zuleger in
Erz=
hauſen. Inhaber: Johannes
Brei=
dert IV., Maurermeiſter in
Erz=
hauſen, und Karl Zuleger,
Kauf=
mann in Auerbach a. d. B. Offene
Handelsgeſellſchaft. Die
Geſell=
ſchaft hat am 5. Januar 1913
be=
gonnen. Jeder Geſellſchafter
ver=
tritt und zeichnet die Firma.
An=
gegebener Geſchäftszweig:
Baugeſchäft für Eishaus=,
Eis=
keller=, Kühl= und Gefrieranlagen.
D. R. G. M. 453182, Wandplatten=
(1926
beläge.
Darmſtadt, 11. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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101 Eichen — dabei Werkholz —; Knüppel, rm: 53 Buchen, 39 Eichen,
7 Fichten; Knüppelreiſig, rm: 86 Eichen; Reiſig, Wellen: 3170 Buchen,
880 Eichen, 60 Nadel; Stöcke, rm: 61 Buchen, 51 Eichen. — Bei den
Wellen ſind 1700 ſtarke Aushiebwellen aus Buchenhügel 48.
Zuſammenkunft morgens 9 Uhr auf Kreuzung Höllwieſenſchneiſe und
Waizenbornſchneiſe. Das in Abt. 45 an der Chauſſee und auf der
Schmellenbruchſchneiſe ſitzende Holz wird nicht vorgezeigt.
II. Mittwoch, 22. Januar 1. J., morgens 10 Uhr, bei Wilhelm
Gruber Witwe zu Thomashütte aus Oberwäldchen 1 und Dieburger
Mark9: Scheiter, rm: 61 Kiefern; Knüppel, rm: 17 Eichen, 5 Aſpen,
2 Ulmen, 59 Kiefern; Knüppelreiſig, rm: 14 Kiefern; Reiſig,
Wellen: 1240 Eichen, Aſpen, 2950 Kiefern; Stöcke, rm: 25 Kiefern.
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32)
Greichens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
Da fühlte Ernſt den forſchenden Blick des Meiſters
auf ſich ruhen und zwang ſich zu einem leichten
Plauder=
ton, bis Böttge plötzlich ſagte:
Mir iſt’s noch gar nicht ſo recht faßlich, daß ich
Fräu=
lein von Löwen nicht wiederſehen werde; ordentlich weh
tut mir’s, daß ſie gegangen — — hier, ihr Bild hab ich
wenigſtens; ſie hat es mir zum Abſchied mitgebracht —
er reichte es Ernſt, der die wohlgelungene Photographie
der Geliebten in ſtummem Entzücken betrachtete, während
der andere weiter redete — ja, wie mag nur die ſchnelle
Verlobung gekommen ſein? Ich war ſehr überraſcht!
Wiſſen Sie denn nichts Näheres darüber? Sie haben doch
dort im Hauſe verkehrt?
Nein!
So ſchroff klang dies eine Wort und ſo haſtig legte
der Künſtler jetzt das Bild weg, daß der Meiſter zu ihm
traf, ihm beide Hände auf die Schultern legte und ihn
dadurch zwang, ihn anzuſehen. Dann ſagte er in leiſem,
mitfühlendem Ton:
Steht es ſo? Dacht ich es mir doch ſchon lange, wenn
ich Ihnen nicht genug von ihr erzählen konnte!
Und ſie? Wußte ſie darum?
Ja — ſie wußte es, Meiſter, daß ſie mein alles war
und doch ließ ſie mich
Böttge ſchüttelte den Kopf. Er konnte es ſelbſt nicht
begreifen, da er wohl gemerkt hatte, daß ihre Augen
leuchteten, wenn er von Ernſt Brand ſprach — daß ſie
ihn durch allerlei Fragen zu immer weiteren Mitteilungen
veranlaßt hatte!
Was mochte zwiſchen dieſe beiden ſchönen, begnadeten
Menſchenkinder getreten ſein?
Gretchen war keine glückliche Braut, und ihre Tränen
hatten tieferen Grund — — ob ſie den Künſtler liebte,
aber den anderen heiraten mußte? Sicher war es ſo!
Wer weiß, weshalb? Ob ſie es nicht gezwungen
tat? Sie iſt traurig und ſtill — ihr Spiel vorhin hat mich
einen Blick in ihr Inneres tun laſſen! Sie haben ſie doch
auch gehört? Eine glückliche Braut ſpielt ſo kurz vor der
Hochzeit nicht das Lied — Es iſt beſtimmt in Gottes Rar
ſpricht das nicht Bände? — Brand, Menſch, ſitzen Sie
doch nicht ſo abweſend da — er rüttelte ihn an den
Schul=
kern — ſprechen Sie ſich aus, wenn es Ihnen Erleichterung
ſchafft, Sie wiſſen doch, wie lieb Sie mir ſind —
— ſagen
Sie, wie kam doch alles —?
Abwehrend hob Ernſt die Hand.
Nicht jetzt, nicht heute, lieber Böttge, ich bin nicht in
der Stimmung! Laſſen Sie mich ruhiger werden und
überwinden! Nur ſo viel — vergeſſen kann ich ſie nicht
— denn ſie war mir das Heiligſte, Süßeſte, was es auf
der Welt nur geben kann! Und nun wird ſie das Weib
eines anderen trotz — gut, daß ich Donnerstag nicht hier
bin! Aus den Armen könnte ich ſie ihm reißen — ich
gönne ſie ihm nicht — ſagte er in unterdrückter
Leiden=
ſchaft und ſtarrte düſter vor ſich hin — nun iſt ſie mir
verloren, und ich habe nichts mehr — —
Sie hätten jetzt nichts mehr? Menſch, Sie
verſündi=
gen ſich ja, wenn Sie ſo etwas ſagen, ereiferte ſich da
der andere, Sie haben ja noch Ihre Kunſt! Wenn Sie
das Weib verloren haben, das Sie lieben, dann weihen
Sie ſich ganz Ihrer Kunſt, und die verläßt Sie nicht,
wenn nur Sie ihr treu bleiben! Sie werden ein Großer
werden — — aber immer vorwärts ſtreben und ſich nicht
in ungeſunde Grübeleien verlieren — das hat noch kei=
nem getaugt — — eindringlich ſprach er, und Ernſt fühlte
ſich ergriffen von ſeinen Worten, aus denen ſo viel
Her=
zenswärme und begeiſterte Ueberzeugung von ſeiner
Künſtlerſchaft ſprach.
Er drückte heftig Meiſter Böttges Hände — Ja, Sie
haben recht, Meiſter, und ich danke Ihnen. Unentwegt
ohne mich umzuſehen, will ich vorwärtsſchreiten und
ſtre=
ben — — und meine Kunſt ſoll mich leiten, wenn ſie
mich auch nicht vergeſſen lehren kann, ſo werde ich doch
Troſt und Befriedigung aus ihr ſchöpfen! Mein Leben
ſoll fortan nur ihr geweiht ſein; ſie ſoll mich zu lichten
Höhen führen — ſeine Augen leuchteten, und ſeine Stimme
bebte vor Erregung, als ob er das gewünſchte Ziel ſchon
erblickte
Mit Freude und Wehmut ſah der Meiſter auf den
begnadeten Menſchen
ja, der hatte das Zeug dazu,
ein hohes, köſtliches Ziel zu erreichen — der Schmerz
würde ihn nur adeln und ſeiner Kunſt die höchſte Weihe
———
-!
18. Kapitel.
Ueber ein Vierteljahr ſchon trug Margareta von
Lö=
wen den Namen Mrs. Catlin
Das junge Ehepaar bewohnte mit der Mutter
Lio=
nels eine entzückend gelegene Villa in San Remo, die
mit dem erdenklichſten Komfort eingerichtet war; es war
ein wahres Tuskulum geworden.
Lionel betete ſein junges Weib förmlich an und
konnte ſich an Gretchens märchenhafter Schönheit kaum
ſatt ſehen. Er war erfinderiſch im Ausſinnen, ihr Freude
und Ueberraſchungen zu bereiten; die teuerſten Toiletten
und koſtbarſten Schmuckſachen, die er auftreiben konnte,
hatte er ihr gekauft, und es rührte ſie förmlich, zu ſehen.
wie er nur in ihr und für ſie lebte; keine noch ſo kr
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
Zeit konnte er ohne ſie ſein. Ein Lächeln ihres Antlitzes
machte ihn froh.
Und doch wäre ihr ein Weniger in ſeiner
Vergötte=
rung lieber geweſen. Sie fürchtete ſich vor ſeiner Liebe,
die ſie doch nicht erwidern konnte. Denn ihr Herz
ge=
hörte noch immer dem andern, deſſen Bild ſie nie aus
ihrem Gedächtnis ſtreichen konnte — trotz ſeines Verrates!
Ihr Stolz kämpfte vergebens gegen die Erinnerung,
einmal in Ernſt Brands Liebe glücklich geweſen zu ſein.
Und jetzt hatte ſie ſeinen Namen, ſein Bild ſogar in
eini=
gen Zeitſchriften geſehen; ſein junger Ruhm wuchs, und
er war einer der erſten Sänger geworden; durch
Gaſt=
ſpiele war er bekannt geworden, und er gehörte mit zu
den Auserwählten, die in Bayreuth zu ſingen hatten!
Und mit leiſem Seufzen gedachte Margareta der
Hei=
mat; ihre Sehnſucht danach wurde immer größer — ach,
ſie war nicht glücklich trotz des märchenhaften Glanzes
und der Pracht, die ſie umgab. Sie fühlte ſich ſo einſam
auf dieſem ſchönheitgeſegneten, paradieſiſchen Stück Erde,
und die leuchtende Sonne blendete ſie. Wieviel
tauſend=
mal lieber waren ihr die heimatlichen Thüringer Berge
und Wälder, und oft weinte ſie heimliche Tränen aus
Heimweh danach!
Vor allem aber quälte ſie der Gedanke an ihren
Vater. Wie mochte es ihm gehen? Sorgte Claudia ſo
für ihn, wie ſie wohl müßte — oder ließ ſie ihn immer
allein? Ihm vorzuleſen, hatte ſie kein Talent, das wußte
Gretchen, und Korreſpondenzen für ihn zu erledigen, war
auch nicht ihr Fall.
Seit einigen Wochen bekam die junge Frau Briefe
des Vaters in einer ihr fremden Handſchrift geſchrieben.
Sie erfuhr, daß der Major ſich jetzt wieder mehr mit
ſeiner Schriftſtellerei beſchäftigte, ſo daß er ein junges
Mädchen engagiert hatte, dem er diktierte, da ihm
anhal=
tendes Schreiben unmöglich war und er Claudia nicht
zumuten wollte, einige Stunden des Tages lediglich mit
einer derartigen Beſchäftigung zuzubringen.
Fräulein Annemarie Halm las ihm dann auch gleich
vor und erledigte die Privatkorreſpondenz des Majors,
der aber der Fremden unmöglich alles anſagen konnte,
was er vielleicht ſelbſt geſchrieben hätte.
Das war wohl ein liebevolles Eingehen auf ihre
Briefe — aber was Gretchen vor allem gern wiſſen
mochte, das konnte ſie nicht erfahren. Und die Karten
und wenigen Zeilen, die er ihr ſchrieb, ohne daß es ihn
zu ſehr anſtrengte, waren auch nicht dazu angetan, ſie zu
befriedigen. Sie vermeinte ſogar, das Gefühl großer
Einſamkeit und Sehnſucht nach ihr daraus zu leſen.
Margareta war eine freundliche, ſanfte Gattin, deren
Weſen aber etwas Paſſives an ſich hatte. Stets fügte ſie
ſich willig den Wünſchen und Anordnungen Lionels, ihm
niemals widerſprechend, denn er war trotz ſeiner großen
Liebe ein Egoiſt.
Vielleicht lag es daran, daß man ſeinem leidenden
Zuſtande alles zugute gehalten hatte. Denn er war krank
kränker, als er ſelbſt, als alle, ſein junges Weib
einbe=
griffen, ahnten — nur ſeine Mutter wußte Beſcheid. Ihr
hatte der Arzt auf ihr dringendſtes Bitten die Wahrheit
nicht vorenthalten können, daß des jungen Mannes Tage
gezählt waren — ſelbſt wenn alle Vorſchriften auf das
genaueſte befolgt würden, ſo wäre das doch nur ein
kur=
zes Hinzögern, aber kein Geneſen, auch wenn man ihm
äußerlich nichts anſah.
Ihr Mutterherz blutete. Doch heldenhaft verſchloß ſie
den Schmerz um den abgöttiſch geliebten Sohn in ſich.
Sie tat, was er wollte — ſie gab ihm das Weib, das er
liebte, als Gattin, ja, ’ſie hatte es ſogar mit einer Lüge
erkauft — denn nimmer würde ſich das Mädchen einem
unheilbar Kranken zu eigen gegeben haben.
Sie log und trog, weil ſie ſah, wie die Sehnſucht
nach dem ſchönen, blonden Geſchöpf den Sohn faſt
ver=
zehrte; ſie atmete erſt ruhig auf, als dasſelbe ihm fürs
Leben verbunden war, trotzdem ſie ſelbſt dadurch in
ſei=
nen Gedanken die zweite Stelle einnahm, aber ſie trug
alles geduldig und wachte eiferſüchtig darüber, daß Lionel
nun das Glück kennen lernte, nach dem er ſich ſo
unbe=
ſchreiblich geſehnt.
Margareta bereitete ihm auch keine Enttäuſchung.
Stets lächelte ihr lieblicher Mund — aber es war ein
wehes, entſagungsvolles Lächeln, und ihre ſchönen Augen
hatten einen verlorenen Blick; oftmals auch fuhr ſie bei
einer unvermuteten Anrede auf, als müßte ſie ſich erſt in
die Gegenwart zurückfinden.
Mrs. Dorothea Catlin hätte wer weiß was gegeben,
zu wiſſen, was für Gedanken ſich hinter Gretchens weißer
Stirn verbargen. Mit den durch tauſend Sorgen und
Aengſten geſchärften Mutteraugen war es ihr nicht
ent=
gangen, daß das Herz der jungen Frau für einen andern
als den Gatten ſchlug, und manchmal hatte ſie faſt einen
Groll auf dieſelbe, weil ſie gar ſo apathiſch und un.
empfindlich gegen Lionel war.
Aber Liebe läßt ſich einmal nicht erzwingen, durch
nichts in der Welt. Wer mochte es wohl ſein, deſſen ſie
in Sehnſucht gedachte?
Die Bewohner der „Villa Margareta” führten eist
zurückgezogenes Leben und pflegten keine Geſelligkeit;
trotzdem bildeten ſie einen Gegenſtand lebhaften
Inter=
eſſes für die Geſellſchaft.
Aber Lionel beſonders hielt ſich ängſtlich zurück;
nei=
diſch verbarg er ſein ſchönes Weib vor der Außenwelt,
da er von großer Eiferſucht erfüllt war.
Und ohne Bedauern fügte ſich Gretchen in dieſe
Ab=
geſchloſſenheit. Die Leute waren ihr alle ſo herzlich
gleichgültig.
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Nummer 13.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Seite 15.
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Luftfahrt.
sr. Ein doppelter Todesſturz mit einer
Flugmaſchine ereignete ſich in England. Dort
waren die Aviatiker Ingles und Macdonald zu einem
Probeflug aufgeſtiegen. Als ſie ſich gerade über der
Themſe befanden, mußten ſie niedergehen. Der Führer
der Maſchine, welcher ſich an ſeinem Sitz feſtgebunden
hatte, wurde von der Maſchine mit in die Tiefe gezogen
Sein Mechaniker, welcher ſchwimmend das Ufer zu
er=
reichen ſuchte, wurde von der Strömung fortgeriſſen und
ging nach kurzem Kampfe unter.
Sport, Spiel und Turnen.
Radſport. Sechſtes Berliner Sechstage=
Rennen. Die Nacht vom Montag zum Dienstag
ver=
lief im allgemeinen ruhig. Faſt alle Teilnehmer litten
unter den vorangegangenen Strapazen, die ſich um ſo
be=
merkenswerter machten, als die Bahn nach Ausſage aller
Konkurrenten in den Kurven verkonſtruiert iſt. So mußte
das Publikum, das wieder ſehr zahlreich erſchienen war,
durch Prämienkämpfe unterhalten werden. Nach 120
Stunden waren bei unverändertem Stande 3309,450
Kilo=
meter zurückgelegt worden. In der 122. Stunde gewann
Stol eine 100=Markprämie vor Clark und dem wegen
Rad=
defektes weit zurückfolgenden Lorenz. Weitere 100 Mark
holte ſich Clark vor Saldow und eine 70=Markprämie
Stellbrink der in überraſchend ſchönem Stile Stol ſchlug.
Eine 100=Markprämie in der 127. Stunde holte ſich Clark
nach Gefallen. 126 Stunde: 3497,250 Kilometer. Stand
unverändert.
* Berlin, 15. Jan. Das ſechſte Berliner
Sechstage=Rennen, das heute nacht um 12 Uhr zu
Ende ging, hat keine großen ſportlichen Erfolge gebracht.
Die zurückgelegte Strecke (3926,250 Kilometer) blieb um
343 Kilometer hinter dem Weltrekord zurück. Das
Re=
ſultat iſt folgendes: 1. Clark=Hill, 2. Stoll=Miquel,
3. Lorenz=Saldow, 4. Stellbrink=Roſellen
Beginn des Pariſer Sechstagerennens.
Das vorigen Montag begonnene erſte Pariſer
Sechstage=
rennen hat zunächſt keine allzu große Anziehungskraft auf
das Publikum der franzöſiſchen Hauptſtadt ausgeübt. Die
Teilnehmer ſind folgende: Dupre=Lapize, Brocco=Berthet,
Pouchois=Beyel, Godivier=Crupelandt, Germain de la
Fleche=Leonard, Gebrüder Charron, Wirth=Cottrel, Petit=
Breton=Leon Georget, Walthour=Wiley, Moran=Root,
Vanhouwaert=Debaets, Louis Heusghem=Buyſſe, Verri=
Polledri, Fogler=Goullet, Oliveri=Rudi Ruß und der
ein=
zige deutſche Teilnehmer Packebuſch mit dem Auſtralier
Schneier als Partner. Nach dem Startſchuß übernahm
Packebuſch die Führung, wurde aber bald durch Georget
abgelöſt. In der erſten Stunde wurden 38,740 Kilometer
und nach ſechs Stunden 271.20 Kilometer zurülckgelegt.
In 18 Stunden waren 599,375 Kilometer gerundet. Der
Berliner Packebuſch zeichnete ſich durch gutes Führen aus
und konnte auch bereits einige Prämien gewinnen. Den
erſten Sturz erlitt der Amerikaner Root, der dabei auch
Wiley und den Auſtralier Goullet mit ſich riß, jedoch
kamen alle drei ohne Schaden davon. Später kamen
Cru=
pelandt und Vanhouwaert zu Fall, ebenfalls ohne
Scha=
den zu nehmen. Am Dienstag nachmittag herrſchte auf
der Bahn ziemlich ſtarkes Leben. Um 5 Uhr nachmittags,
23. Stunde, hatte die noch immer aus 14 Mannſchaften
beſtehende Spitzengruppe 797,200 Kilometer bedeckt.
Oli=
veri=Heusghem eine Runde zurück.
*
Pferdeſport. Rennen =u Nizza. Prix de la
Mediteranee: 1. Monſ. L. de Romanets Grand Matin
(Chapman), 2. Piece d’Or (Head), 3. Almondell (Feenan).
Tot. 100:10. — Prix Maſſena; 5000 Francs, Diſtanz
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Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Berantwortung: für
e bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Im Darmſtädter Tagblatt vom 14. Januar ſind
im Anſchluß an die Ankündigung des Vortrags von Frau
Dr. phil. Helene Stöcker an dieſer Stelle einige Zeilen
er=
ſchienen, die bei Uneingeweihten leicht falſche
Vorſtellun=
gen über die Ideen und Beſtrebungen Frau Dr. Stöckers
erwecken können. Es heißt da unter anderem: „Ein
er=
ſchöpfendes und objektives Bild des heutigen Standes
der modernen Frauenbewegung zu geben, iſt aber Dr.
H. St. ſchon deshalb gar nicht imſtande, weil ihre
Beſtreb=
ungen ſich meiſt nur auf Spezialgebiete erſtrecken und weil
ſie ſelbſt ja außerhalb der organiſierten Frauenbewegung
ſteht.‟ Ein erſchöpfendes, objektives Bild vom
heutigen Stande der modernen Frauenbewegung zu geben
iſt wohl niemand imſtande, am eheſten jedenfalls noch
Frau Dr. H. Stöcker. Denn ſie kennt den Bund Deutſcher
Frauenvereine und ſeine Beſtrebungen ſehr genau und
außerdem natürlich ihre eigene Organiſation, den
deut=
ſchen Bund für Mutterſchutz und was damit
zuſammen=
hängt, während der Bund Deutſcher Frauenvereine dafür
— wie das ja auch zugeſtanden wird — kein Verſtändnis
hat. Das iſt ja an ſich wirklich zu bedauern, ändert aber
an der Tatſache nichts, daß der Bund für Mutterſchutz,
die Internationale Vereinigung für Mutterſchutz und
Sexualreform, die Beſtrebungen der Neumalthuſianer
der Raſſenhygieniker uff. inn ig mit der Frauenbewegung
verknüpft ſind und manchen Leuten ſogar als die
Frauen=
bewegung gelten. Unter dieſen Umſtänden iſt man wohl
kaum berechtigt, Frau Dr. H. Stöcker, die ſich auf allen
dieſen Gebieten eifrig betätigt, Einſeitigkeit nachzuſagen.
Es heißt dann in dem genannten Artikel weiter: Im
Bunde Deutſcher Frauenvereine habe man für die „Neue
Ethik” und ihre Führerin keinen Platz und kein
Verſtänd=
nis. Damit verhält es ſich wohl folgendermaßen:
So=
lange der Bund Deutſcher Frauenvereine auf dem weiten
Gebiete der Frauenbewegung und der mit ihr in
organi=
ſchem Zuſammenhang ſtehenden, oben kurz angedeuteten
Reformbeſtrebungen die Kreiſe ſeiner Wirkſamkeit — zum
Teil wohl aus allerhand Rückſichten — ſo eng zieht wie
bisher, ſo lange wollen die Führer und Führerinnen
der „Neuen Ethik” keinen Platz darin haben. Daß man
kein Verſtändnis dafür hat, iſt ja genugſam bekannt. Man
ſollte dann aber auch billig das Verurteilen laſſen. Und
wenn man es durchaus nicht laſſen will, dann ſollte man
es wenigſtens nicht in der Art und Weiſe tun, wie es
viel=
fach geſchehen iſt. Ich perſönlich habe es oftmals erlebt,
daß Leute ohne weiteres ſich in den ſchärfſten Ausdrücken
gegen Frau Dr. Stöcker ergingen, die von ihren Ideen
und Beſtrebungen nichts wußten und ihre
Handlungs=
weiſe mit den ſattſam bekannten Redensarten wie „ſie
predige die freie Liebe”, „ſie untergrabe die Moral” und
anderes mehr erſchöpfend begründeten. Dem Verfaſſer
(oder der Verfaſſerin) des Artikels kann man in dieſem
Sinne durchaus keinen Vorwurf machen. Das ſei, um
Mißverſtändniſſen vorzubeugen, ausdrücklich feſtgeſtellt
Auch die Tatſachen, die angeführt werden, ſind vollſtändig
richtig. Wohl aber ſcheint er zu denen zu gehören, die
kein Verſtändnis für die Ideen Dr. H. Stöckers haben,
und man kann nur wünſchen, daß der Vortrag Frau Dr.
A. S.
Stöckers ihm dazu verhelfe.
Die Ausführungen über den Vortrag von Dr. H.
Stöcker hatten lediglich den Zweck, diejenigen noch
Un=
unterrichteten, die ſich dort Belehrung und Aufklärung
holen wollen, darauf aufmerkſam zu machen, daß nicht,
wie es nach der erſten Ankündigung erſcheinen konnte, die
geſamte bürgerliche Frauenbewegung mit dem dort
Ge=
botenen zu identifizieren ſei. Durch die verſchiedenen
Nebenſtrömungen, zu denen die von Dr. H. Stöcker
ver=
tretene Richtung gehört, iſt es zurzeit für Fernſtehende
oft ſchwer, nicht irre zu werden. Daß man im Bunde
Deutſcher Frauenvereine für die Beſtrebungen der „neuen
Cthik” kein Verſtändnis hat, iſt einleuchtend. Man will
ja dort die Ehe nicht abſchaffen, ſondern iſt im Gegenteil
bemüht, ſie höher, ernſthafter und heiliger zu geſtalten,
während die Beſtrebungen in der neuen Ethikbewegung
darauf hinauslaufen, ein, vielleicht für Einzelfälle
mög=
liches, für die Geſamtheit aber abſolut zu verwerfendes
Surrogat für ſie zu ſchaffen. Beweis dafür, daß man den
Beſtrebungen für „Mutterſchutz” ſo weit ſie nicht
darauf hinauslaufen, zügelloſer Sinnlichkeit Tür und Tor
zu öffnen, auch im Bunde ſympathiſch gegenüber ſteht, iſt
u. a. die Tatſache, daß hier ſchon etliche Jahre vor
Gründ=
ung der Großh. Zentrale die Ortsgeuppe Darmſtadt des
Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins eine
Beratungs=
ſtelle für Säuglingsfürſorge ins Leben rief, die
mi=
kleinen Mitteln unter großen perſönlichen Opfern rech
Erfreuliches leiſtete, bis ſie, bei der Gründung der
Zen=
trale, in dieſer aufging. Im übrigen möge ſich ein Jeder
belehren laſſen, wo es ihm gut dünkt: bedauerlich bleibt
nur ſtets, wenn Gutgläubige auf Irrwege gelockt werden,
und dabei Zeit und Kräfte vergeuden. Wenn ſchließlich in
der Erwiderung auf unſer Eingeſandt der Wunſch
ausge=
ſprochen wird, daß in der nach dem Vortrage vorgeſehenen
Ausſprache auch Mitglieder der organiſierten bürgerlichen
Frauenbewegung ihre Anſicht zum Ausdruck bringen
ſollen, ſo muß darauf hingewieſen werden, daß durch die
Stellung des Bundes Deutſcher Frauenvereine, in dem
über eine halbe Million Frauen vereinigt ſind, zur neuen
Ethik und ihren Vertretern die Frage für dieſe derartig
geklärt iſt, daß eine nutzloſe Debatte nach einem Vortrag
ſich erübrigt.
L. R.
(Wir ſchließen hiermit die Debatte an dieſer Stelle.
Die Red.)
III 1
S m.
1175
6
26
2 ie e
C.2
Gewinnanszug
der
2. Brenßiſch-Süddeutſchen
(228. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlofteris
1. Klaſſe 2. Ziehungstag 14. Januar 1913
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 16353
2 Gewinne zu 30000 Mk. 194532
2 Gewinne zu 3000 Mk. 171277
2 Gewinne zu 400 Mk. 1973
4 Gewinne zu 300 Mk. 2036 101610
30 Gewinne zu 200 Mk. 3351 19932 21768 100588
105360 108577 110469 126132 127359 143616 150799
162224 167104 178593 200644
82 Gewinne zu 100 Mk. 12695 13207 15437 16015
22151 23783 37731 58716 63020 79381 64703 85403
86390 88715 93612 95947 97138 97983 100699 105551
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183891 184505 187923 194009 195441 205812 206965
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
60 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 3000 Mk. 60271
4 Gewinne zu 1000 Mk. 6482 174991
4 Gewinne zu 500 Mk. 42333 123064
6 Gewinne zu 400 Mk. 154315 155659 190046
6 Gewinne zu 300 Mk. 3969 12312 174119
24 Gewinne zu 200 Mk. 45360 53660 66479 62880
93590 98560 106297 144050 162747 168616 191750
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88 Gewinne zu 100 Mk. 5406 8415 11483 31700
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73047 74128 75356 75630 83105 88133 90159 97233
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Januar 1913.
Nummer 13.
Bericht der Großh.
Handelskammer Darmſtadt
über das Jahr 1912.
Wir entnehmen der Einleitung des demnächſt erſchei
nenden Berichts das Folgende: Das Jahr 1912 hat für
Deutſchland einen weiteren wirtſchaftlichen Aufſchwung
gebracht. In einer Anzahl der bedeutendſten
Gewerbe=
zweige, wie in der Kohlen= und Eiſeninduſtrie, ſowie
im Schiffahrtsgewerbe und der elektriſchen und
chemi=
ſchen Induſtrie kann man zweifellos von einer
Hochkon=
junktur reden. Durch die im Oktober des Berichtsjahres
einſetzenden Balkanwirren iſt dieſe Konjunktur
verhält=
nismäßig wenig beeinflußt worden. Dadurch, daß die
kriegeriſchen Ereigniſſe glücklicherweiſe auf die
Balkan=
halbinſel beſchränkt geblieben ſind, hat die deutſche
Ge=
ſchäftswelt keine allzu großen Einbußen erlitten. An
dem bedeutenden wirtſchaftlichen Aufſchwung
Deutſch=
lands hat auch eine ſtattliche Zahl von Geſchäftsbranchen
unſeres Bezirks teilgenommen. Es ſind dies in erſter
Linie die chemiſche Induſtrie, die Motorwagen= und
Gummireifenfabrikation, die Möbelinduſtrie, der
Eiſen=
großhandel und eine Reihe von Zweigen der Maſchinen
fabrikation. Auch die Papier= und Pappen= ſowie die
Tuch= und Strohhutfabrikation, die Steininduſtrie und
die Schildpatt= Kokosfaſern= und Hartgummifabrikation,
eine Anzahl von Zweigen des Kolonialwaren= und
Lan=
desprodukten=Großhandels, der Handel mit Häuten und
Fellen und der Lederhandel hatten recht gute
Geſchäfts=
ergebniſſe zu verzeichnen. Ebenſo hat ſich die
Zündholz=
fabrikation von den ſtarken Rückſchlägen während der
letzten Jahre wieder erholt, was hauptſächlich auf die
Kontingentierung der Zündholzfabriken zurückzuführen
ſein dürfte. Der Holzhandel für induſtrielle Zwecke, die
Holzſchneidereien und die Holzwareninduſtrie haben im
Berichtsjahre ebenfalls einen nennenswerten Aufſchwung
genommen. Gleichzeitig haben das Bankweſen und das
Druckereigewerbe zufriedenſtellende Geſchäftsergebniſſe
gezeitigt.
Demgegenüber darf aber nicht verſchwiegen werden,
daß neben einer größeren Zahl von Betrieben, welche
einen normalen Geſchäftsgang aufweiſen, eine Anzahl
von Geſchäftszweigen des Handelskammerbezirks noch
recht daniederliegen oder aus der herrſchenden
Hoch=
konjunktur keine entſprechenden Vorteile zu ziehen
ver=
mocht haben. Hier ſei in erſter Linie auf die noch immer
ſehr wenig befriedigende Lage des Baugewerbes und
der mit ihm verwandten Geſchäftszweige, wie der
Ziege=
leien und des Holzhandels für Bauzwecke, hingewieſen.
Weiter haben ſich wiederum ziemlich ungünſtig die
Ge=
latinefabrikation, die Drahtzieherei und der Drogen= und
Chemikalienhandel entwickelt. Infolge ſtark geſunkener
Zuckerpreiſe ſteht auch für die Zuckerinduſtrie kein
gün=
ſtiges Geſchäftsergebnis in Ausſicht. Die meiſt recht hohen
Rohſtoffpreiſe, welche für die Mehrzahl unſerer
Indu=
ſtrien den Gewinn ſtark beeinträchtigt haben, haben
hauptſächlich ungünſtig auf die Schmiedeeifenröhren=
Schuh=, Tabak=, Seifen= und Oelfabrikation, ſowie auf
das Brauereigewerbe eingewirkt. Unter der im
Berichts=
jahre noch fühlbareren Lebensmittel=, beſonders
Fleiſch=
teuerung, und der hierdurch entſchieden weiter geſchwäch
ten allgemeinen Kaufkraft der Konſumenten, ſowie unter
der gleichzeitig fortgeſetzt ſteigenden Konkurrenz der
Filialgeſchäfte, Konſumvereine und Warenhäuſer hatten
wie bereits in den letzten Jahren, auch diesmal wieder
ein großer Teil des Detailhandels und mit ihm manche
Zweige des Großhandels ernſtlich zu leiden. Das
Stre=
ben des kaufenden Publikums nach möglichſt billigem
Einkauf unter geringerer Beachtung der Qualität der
Waren wird immer allgemeiner. Es geſtaltet ſich
hier=
durch einesteils der Verkauf beſſerer Waren ſchwieriger
und anderenteils wird der beim Warenverkauf erzielte
Gewinn fortgeſetzt geringer, ſo daß ſich das Verhältnis
zwiſchen dem in den Geſchäften arbeitenden Kapital nebſt
Müheaufwand und dem ſchließlich erzielten Gewinn
immer ungünſtiger ſtellt. Das Weiterbeſtehen zahlreicher
rüher gut rentierender Geſchäfte wird ſo mehr und mehr
in Frage geſtellt.
Unter dem von der Spiritus=Zentrale geſchaffenen
Privatmonopol für Rohſpiritus hatten die Eſſig=, Likör=,
Kognak= und die Kunſtſeidefabrikation ſchwer zu leiden.
Auch der Kohlenhandel konnte infolge der
Monopolſtel=
lung des Kohlenſyndikats und deſſen Tochtergeſellſchaften
keine Vorteile mehr aus der Konjunktur des
Berichts=
jahres ziehen, wie es in früheren Zeiten der Fall war.
Betrachtet man derartige durch Privatmonopole gezeitigte
Erſcheinungen und vergegenwärtigt man ſich, in welcher
Art und Weiſe auch das Tabakgewerbe, hauptſächlich die
Zigaretten=Induſtrie, von den Vereinigten Staaten von
Amerika aus monopoliſiert werden ſollen, ſo iſt u. E.
Grund genug vorhanden, dem von ſeiten der
Reichs=
regierung im November des Berichtsjahres vorgelegten
Entwurf eines Geſetzes über den Verkehr mit Leuchtöl
ernſteſte Beachtung zuteil werden zu laſſen. Durch
die=
ſen Geſetzentwurf wird die Schaffung eines
Staatsmono=
pols unter Uebertragung des Leuchtölhandels an eine
vom Reiche beauftragte und beaufſichtigte
Vertriebsgeſell=
ſchaft herbeizuführen beabſichtigt, um hierdurch der
dro=
henden Monopoliſierung des deutſchen Petroleumhandels
durch die Standard Oil Company noch rechtzeitig
vor=
zubeugen. So ſehr an ſich Handel und Gewerbe gegen
jegliches Monopol eingenommen ſein müſſen, ſo iſt u. E.
ein Staatsmonopol, welches ſelbſtverſtändlich der
wirk=
ſamſten Kontrolle der Oeffentlichkeit unterſtehen muß,
immer noch irgendwelchen rückſichtslos wirkenden
Privat=
monopolen vorzuziehen.
Tritt die öffentliche Meinung Deutſchlands in der
Petroleumfrage zum Zwecke der Bekämpfung privater
Monopolbeſtrebungen vielfach für die Schaffung eines
zweckentſprechenden Staatsmonopols ein, ſo darf wohl
auch erwartet werden, daß unter Mitwirkung des
Staa=
tes diejenigen geſetzlichen Beſtimmungen baldigſt eine
Abänderung erfahren, welche geeianet ſind,
Privatmono=
pole zu fördern und ein ſchroffes Vorgehen von Kartellen
und Syndikaten zu unterſtützen. Wir denken hier an das
Branntweinſteuergeſetz von 1909, durch welches der
Spi=
ritus=Zentrale noch eine weitere Stütze für Hochhaltung
der Preiſe gewährt worden iſt. Weiter kommt hier
un=
ſere Handels= und Zollgeſetzgebung in Betracht, welcher
im Intereſſe unſerer Fertigfabrikate herſtellenden
Indu=
ſtrien bei der Vorbereitung der kommenden
Handels=
verträge die größte Aufmerkſamkeit zugewendet werden
muß. Das ſteigende Mißverhältnis zwiſchen
Arbeitsleiſt=
ung und Arbeitsgewinn infolge allzu hoher
Rohmate=
rialienpreiſe und fortgeſetzt ſinkender Kaufkraft eines gro=
ßen Teiles unſerer deutſchen Konſumenten,
hervorgeru=
fen durch die andauernde Verteuerung der Lebensmittel
müſſen ſicherlich ſehr bedenklich ſtimmen und für die
Ver=
tretungen von Handel, Gewerbe und Induſtrie, ſowie
für die geſetzgebenden Körperſchaften eine Mahnung ſein,
hier für durchgreifende Abhilfe Sorge zu tragen. Wir hatten
bereits in unſerem Bericht über das Jahr 1911 darauf
hingewieſen, daß hauptſächlich die kleineren Landwirte
aus Mangel an Futtermitteln vielfach gezwungen ſein
würden, ihren Viehſtand zu vermindern, woraus ſich für
1912 eine neue Fleiſchnot ergeben würde. Dies iſt in
noch höherem Maße, als erwartet, eingetreten, ohne daß
ſich auch diesmal die Reichsregierung zu durchgreifenden
Maßnahmen entſchloſſen hätte! Weiter hat ſich der
be=
reits im Jahre 1911 vorhandene Wagenmangel, eine
immer wiederkehrende bedauerliche Begleiterſcheinung
jeglichen wirtſchaftlichen Aufſchwungs in Deutſchland,
in noch viel ſtärkerer Weiſe im Berichtsjahre geltend
ge=
macht und, wie allenthalben, auch bedeutenden
Induſtrie=
zweigen unſeres Bezirks großen Schaden zugefügt. Auch
hier muß nun endlich einmal für durchgreifende Abhilfe
Sorge getragen werden! Das Angebot an
Arbeitskräf=
ten war im allgemeinen hinreichend. Hauptſächlich hat
ſich, ebenfalls ein Zeichen der bedrängten wirtſchaftlichen
Lage weiter Volksſchichten, das Angebot von weiblichen
Arbeitskräften wiederum geſteigert. Wie nicht anders
zu erwarten war, ſind weiter höhere Gehälter und Löhne
gefordert und nach Möglichkeit auch bewilligt worden.
Die an ſich ſchon hohen ſozialen Laſten werden
hauptſäch=
lich bei der Durchführung des neuen Angeſtellten=
Verſiche=
rungsgeſetzes eine neue beträchtliche Erhöhung erfahren.
Vergegenwärtigt man ſich, wie zahlreiche Betriebe ſchon
jetzt infolge teuerer Rohmaterialien, immer höherer
Ar=
beiterlöhne, ſteigender ſozialer Laſten und dabei vielfach
gedrückter Verkaufspreife mit großen Schwierigkeiten zu
kämpfen haben, wie die weniger kapitalkräftigen
Exiſten=
zen im Zurückgehen und Schwinden begriffen ſind, ſo
er=
gibt ſich für die Zukunft kein allzu erfreuliches Bild.
Auf Grund der bis jetzt geſchilderten Sachlage iſt die
Frage nach den Käufern der zahlreichen Erzeugniſſe der
Hochkonjunktur des verfloſſenen Jahres berechtigt. Die
breite Maſſe Deutſchlands kommt u. E. hierfür recht wenig
in Betracht. Es iſt dagegen, wie auch aus den bedeutend
geſtiegenen Ausfuhrziffern hervorgeht, ein großer Teil
unſerer induſtriellen Produkte in das Ausland abgeſetzt
worden; eine ernſte Mahnung, ſich durch eine verſtändige
Handels= und Zollpolitik dieſe Abſatzquellen auch für die
Zukunft zu erhalten und zu erweitern! Von deutſchen
Konſumenten dürften als Hauptabnehmer in vorderer
Reihe die Landwirtſchaft, und hier wieder die größeren
und größten Landwirte, welche auf gute Ernten
zurück=
blicken können, ſtehen. Weiter haben, wie dies bis jetzt
noch bei allen Hochkonjunkturen der Fall war, die
indu=
ſtriellen Betriebe teilweiſe ſehr beträchtliche
Erweiterun=
gen erfahren, wodurch die einzelnen Induſtriezweige
gegenſeitige Kunden geworden ſind. Hoffen wir, daß bei
zurückgehender Konjunktur auch die erweiterten Betriebe
noch hinreichende Abſatzgelegenheit finden werden! Die
wirtſchaftliche Entwickelung Deutſchlands iſt im Jahre
1912 durch eine vorſichtige Diskontpolitik der Reichsbank
nach beſten Kräften gefördert worden. Nachdem aus dem
Jahre 1911 ein Diskont von 5 Prozent übernommen
wor=
den war, wurde derſelbe im Juni des Berichtsjahres auf
4½ Prozent herabgeſetzt. Dieſer Diskont iſt erſt in der
zweiten Hälfte des Oktober auf 5 Prozent geſtiegen und
dann Mitte November wegen der außerordentlich ſtarken
inländiſchen Kreditinanſpruchnahme auf 6 Prozent erhöht
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