Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
2
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von uneren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag iſt geſtern wieder zuſammengetreten.
In Birſtein bei Wächtersbach iſt in der vorigen Nacht
die altehrwürdige Dorfkirche bis auf den Grund
niedergebrannt.
*
Im 1. Bataillon des Eiſenbahnregiments in Hanau
iſt geſtern der zwölfte typhuskranke Soldat
geſtorben.
*
Durch den Einſturz eines Hauſes in Rom wurden
mehrere Perſonen getötet und verletzt.
275
In dem am Dienstag bis ſpät abends abgehaltenen
tür=
kiſchen Miniſterrat wurde beſchloſſen, auf
dem bisherigen Standpunkte zu
be=
harren und auf Adrianopel unter keinen Umſtänden
Verzicht zu leiſten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Die Vereinheitlichung des
deutſchen Eiſenbahnweſens.
* Der altbismarckſche Gedanke einer deutſchen
Eiſenbahngemeinſchaft iſt im Reichstage und
ſin den Einzellandtagen wieder in Fluß gekommen. Er
hat ſich im Reichstage zu einer Reſolution
ver=
dichtet, die dem Reichskanzler das Erſuchen um Vorlage
eeiner Denkſchrift über die Ergebniſſe der
Güterwagen=
ggemeinſchaft unter Angabe von Richtlinien für eine
wei=
ſtergehende Eiſenbahngemeinſchaft ausſpricht. Aller
Vor=
aausſicht nach wird dieſer Gegenſtand den jetzt wieder
zu=
ſſammentretenden Reichstag und auch die Einzellandtage
beſchäftigen. Zum Verſtändnis und zur Förderung der
Hevorſtehenden Verhandlungen wird eine ſoeben bei Cotta
erſchienene Schrift des Wirklichen Geheimen Rats Dr.
Kirchhoff: Vereinheitlichung des
deut=
chen Eiſenbahnweſens betitelt, weſentlich
bei=
tragen. Die Schrift bildet eine Ergänzung ſeiner vor
Jahresfriſt erſchienenen Broſchüre: Die deutſche
Eiſen=
wahngemeinſchaft.
In der neuen Veröffentlichung ſind die
Verhand=
lungen des Reichstages und der Landtage von Preußen,
Bayern, Sachfen und Baden wörtlich wiedergegeben, im
Anſchluß daran die Preßſtimmen, ſoweit ſie für die Frage
von Bedeutung ſind, im Auszuge mitgeteilt, und die
da=
bei hervorgetretenen Meinungen und Bedenken
fachmän=
niſch beſprochen. Hierbei macht der Verfaſſer von neuem
den Vorſchlag, zur Prüfung der Frage eine ſtändige
Fach=
lommiſſion einzuſetzen. Er redet auch der Einführung
eines neuen amortiſabeln Anleihetyps für die vereinigten
deutſchen Staatsbahnen zur Befriedigung des
Baubedürf=
niſſes, ſowie der Bildung eines gemeinſamen
Erneue=
tungsfonds für Oberbau und Eiſenbahnfuhrpark das
Wort. Das Kirchhoffſche Buch wird eine ſehr geeignete
Grundlage für die unausbleiblichen weiteren
Erörte=
rungen abgeben.
Aus dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen läßt
ſich mit Befriedigung erkennen, daß ſich Parlamente und
Preſſe der großen nationalen Frage in lebhaftem
Aus=
tauſch der Auffaſſungen angenommen haben, ſo daß auch
weiter auf deren fördernde Teilnahme gerechnet werden
darf. Die Köln. Ztg. bemerkt hierzu: „Wer über die
Not=
wendigkeit eines engeren Zuſammenſchluſſes der
deut=
ſchen Staatsbahnen im allgemeinen Verkehrsintereſſe noch
zweifelhaft ſein konnte, dem werden die großen
Betriebs=
ka lamitäten des jetzigen Winters die Augen geöffnet
haben. Die Bewältigung der Verkehrsmaſſen erheiſcht
nicht nur einen einheitlichen Güterwagenpark, ſondern
einen einheitlichen deutſchen
Eiſenbahn=
betrieb, der es ermöglicht, das geſamte deutſche
Eiſen=
bahnnetz den erhöhten Verkehrsbedürfniſſen entſprechend
fortgeſetzt auszugeſtalten und auszurüſten. Auf dieſe
ſo=
wohl für Friedens= wie für Kriegszeiten dringend
ge=
botene Vervollkommnung des deutſchen Eiſenbahnweſens
unter möglichſter Beſeitigung des Sonderintereſſes der
Einzelverwaltungen muß in Nord und Süd unſeres
Vaterlandes hingewirkt werden. Dafür kann und muß
eine geeignete Löſung gefunden werden.”
Unters, nicht abgebrochen.
— Die Friedenskonferenz hat am Montag,
wie zu erwarten war, wenigſtens nominell ein
vorläufi=
ges Ende gefunden, bezeichnend für die Lage iſt es aber
doch, daß allenthalben die Anſicht vertreten iſt, daß damit
keineswegs die ganze Sache aus iſt und die
Feindſelig=
keiten wieder beginnen werden. Hätte man das letztere
ins Auge gefaßt, ſo wäre ſicherlich eine derartige
Aeuße=
rung als Antwort von den Balkandelegierten erfolgt,
aber auch auf dieſer Seite wünſcht man nichts
ſehnſüch=
tiger, als den Frieden. Aller Wahrſcheinlichkeit nach
werden die Verhandlungen in den nächſten Tagen in
unverbindlicher Form fortgeſetzt werden, um vielleicht
doch noch eine Einigung herbeizuführen. Auch die
Mächte werden in der Zwiſchenzeit nicht müßig die
Hände in den Schoß legen, die Botſchafterkonferenz tritt
jetzt in den Vordergrund, und vielleicht wird ſie das
ſchwierige Friedenswerk beſſer vorzubereiten in der Lage
ſein.
Bereits am Samstag ſollen ſich die Botſchafter dahin
geeinigt haben, den Mächten einen Interventionsvorſchlag
vorzulegen, der jetzt den Gegenſtand eines
Meinungsaus=
tauſches zwiſchen den Kabinetten bildet und hoffentlich
auch zur Realiſation gelangt. Trotz der Erregung, mit
der die letzte Sitzung der Friedensdelegierſen endete,
darf man die Hoffnung nicht aufgeben, daß das letzte
Wort noch lange nicht geſprochen iſt, ja in London hieß es
ſogar einige Stunden nach Abbruch der Verhandlungen,
daß dieſe vielleicht noch Ende dieſer Woche wieder
auf=
genommen werden würden. Die Schuld an dem bisherigen
Scheitern der Friedensverhandlungen iſt den Türken
kaum beizumeſſen, da ſie immer weitergehende
Konzeſ=
ſionen gemacht haben, und es iſt begreiflich, wenn ſich
die ottomaniſchen Friedensdelegierten bitter darüber
be=
klagten, daß ſie immer diejenigen ſein müßten, die
nach=
zugeben, während die Balkanſtaaten bisher auch nicht ein
Jota von ihren Forderungen abgelaſſen hätten.
Ver=
fehlt iſt es freilich, wenn man türkiſcherſeits auch das
Verhalten der Großmächte verurteilt, die erſt die
Er=
haltung des Statusquo proklamiert hätten, um jetzt die
Gebietsforderungen der verbündeten Balkanſtaaten zu
unterſtützen. Wenn auch die türkiſchen Schmerzen
be=
greiflich ſind, ſo können die Großmächte das doch nicht
ändern, ſie ſtehen eben vor einer weſentlich anderen Lage,
als vor dem Kriege, und ſie können unmöglich den
Bal=
kanſtaaten die geſamte Beute entreißen, nur um der
Tür=
kei gefällig zu ſein, deren Verwaltung gerade in den
frag=
lichen Gegenden verſagte und trotz langjähriger
For=
derung ſeitens der Mächte keinerlei Verbeſſerung erfuhr.
Jetzt iſt aber für die Großmächte die Stunde
ge=
kommen, einzugreifen, und man wird dies mit Rückſicht
auf die innere Lage gar nicht ſo ungern geſehen haben.
Darf man im Augenblick auch nicht den Ernſt der
Situa=
tion vergeſſen, ſo iſt doch, wie geſagt, kein Anlaß gegeben,
die Lage als hoffnungslos anzuſehen.
Deutſches Reich.
Die ſüdweſtafrikaniſche
Diaman=
ten=Abgabe. Durch kaiſerliche Verordnung vom 30.
Dezember v. J. wird die Umwandlung der bisherigen
ſüdweſtafrikaniſchen Diamantenabgaben in die von den
Förderern gewünſchte Abgabe vom Reingewinn mit
Rück=
wirkung vom 1. Januar 1912 eingeführt. Die Steuer
be=
trägt 66 Prozent der Betriebseinnahme, vermindert um
70 Prozent der Betriebskoſten. Der Betrag, den die
För=
derer als Erſatz für die bis zur Verleihung des
Abbau=
rechts gemachten Aufwendungen den Betriebskoſten
zu=
ſchlagen dürfen, beläuft ſich auf 2,50 Mk. für jedes Gramm
der in den Südfeldern und auf 10 Mk. für jedes Gramm
der in den Nordfeldern gewonnenen Diamanten. Die
Förderer dürfen 10 Prozent Zinſen aus dem jeweils nicht
abgeſchriebenen Werte der dem Abbaubetriebe dienenden
Gegenſtände den Betriebskoſten hinzurechnen. Damit iſt
den von den Förderern geäußerten Wünſchen in vollem
Umfange Rechnung getragen worden. Die zur
Aus=
führung der Verordnung erforderlichen Vorſchriften
wer=
den demnächſt erlaſſen.
Das Zentrum und das
Jeſuiten=
geſetz. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat an
alle katholiſchen Pfarrämter ein Schreiben gerichtet, in
dem die Pfarrer aufgefordert werden, die Schrift „
Jeſui=
tengeſetz und Bundesrat” in Maſſen zu verbreiten. Da
heißt es u. a.:
„Im Januar wird die Zentrumsfraktion den Antrag
auf Aufhebung des Jeſuitengeſetzes im Reichstag wie=
der einbringen. Ein Erfolg dieſes Vorgehens wird
we=
ſentlich unterſtützt werden können wenn ſich bis de
der Unmut über die ungerechte Behandlung des
katho=
liſchen deutſchen Vollsteiles, die in der Aufrechterhaltung
und Handhabung dieſes Geſetzes liegt, in möglichſt
zahl=
reichen Proteſtkundgebungen äußert.”
— Aus Elſaß=Lothringen. Vor
Wieder=
beginn des Landtags, der am kommenden Dienstag, den
14. Januar, mit der Wahl des Präſidiums ſeine Sitzungen
wieder aufnehmen wird, haben bei dem kaiſerlichen
Statt=
halter auf deſſen Einladung Beſprechungen der Vertreter
der bürgerlichen Fraktionen ſtattgefunden, und zwar
wa=
ren die Vertreter der einzelnen Fraktionen je für ſich
allein geladen. Ueber den Verlauf der Unterhaltung
ſoll amtlich nichts veröffentlicht werden. Ein beſtimmtes
Ergebnis war bei dem unverbindlichen Charakter der
Ausſprache nicht zu erwarten. Sie war aber jedenfalls
recht gründlich, denn die Zentrumsvertreter blieben, wie
die Straßburger Poſt feſtſtellt, über zwei Stunden, die
Lothringer und Liberalen je eineinhalb Stunden im
Statthalterpalais. Den Schwerpunkt der
bevorſtehen=
den Kammerverhandlungen bildet die noch ſchwebende
Beamtenbeſoldungsvorlage. Ueber die allgemeine Lage
iſt, wie die Straßburger Poſt mitteilen zu können glaubt,
bei der Beſprechung im Statthalterpalais den
Abgeord=
neten zu verſtehen gegeben worden, daß von einer
Re=
gierungskriſe keine Rede ſei, ebenſowenig von Intrigen,
die zu dieſem Schritt in der Umgebung des Statthalters
nach den Erzählungen gewiſſer Blätter geſpielt haben
ſollen.
— Der preußiſche Nachtragsetat. Der
dem preußiſchen Abgeordnetenhauſe vorliegende
Nach=
tragsetat für 1912 enthält außer den 60 Millionen für
beſondere Ausſtattung der Bahnhöfe des weſtlichen
Ver=
kehrsgebiets mit Rangier=, Auslade= und
Ueberholungs=
gleiſen 3 Millionen Mark für Beihilfen an Beamten
we=
gen der hohen Preiſe der Lebensmittel. Außerdem
wer=
den aus einem Fonds von 700000 Mk. für Bewältigung
des großen Verkehrs der letzten Monate dem ſtark
ange=
ſtrengten Perſonal der Eiſenbahnverwaltung
Remunera=
tionen gegeben werden
Ausland.
Italien.
Konflikt des Vatikans mit
katholi=
ſchen Blättern. Wie man der Wiener Polit. Korreſp.
aus Rom meldet, iſt der Vatikan in bezug auf den
Kon=
flikt, der zwiſchen ihm und einer Anzahl katholiſcher
Blät=
ter entſtanden iſt, zu einer radikalen Löſung entſchloſſen.
Falls die betreffenden Blätter ſich nicht vollſtändig
unter=
werfen, indem ſie einen kirchlichen Reviſor zulaſſen, ſo
werden ſie infolge von Maßregeln, die der Papſt dann
treffen müßte, gezwungen ſein, ihr Erſcheinen
einzuſtel=
len. Wenn die katholiſchen Blätter ſich weigern, die
Di=
rektiven des Papſtes zu befolgen, dann müſſen ſie auf
die Bezeichnung „katholiſch” verzichten.
England.
Die perſiſche Frage. Im Unterhauſe fragte
der Liberale Morrell an, ob noch immer Verhandlungen
ſtattfänden, um Perſien eine Anleihe zu gewähren, die
es in Stand ſetzen würde, die Ordnung im Lande wieder
herzuſtellen, und ob Ausſicht vorhanden wäre, durch
Ein=
berufung des Medſchlis die Verfaſſung wieder
herzu=
ſtellen. Grey erwiderte, es ſei unwahrſcheinlich, daß die
Finanzleute bei dem Fehlen einer ſtarken, ſtabilen
Regie=
rung in Perſien Geld leihen würden. Die
Aufmerkſam=
keit der Regierungen Englands und Rußlands ſei
des=
halb auf die Bildung einer ſolchen Regierung gerichtet.
Bis dies Ziel erreicht ſei, könne er über die zweite Frage
nichts Definitives ſagen.
Die Sechsmächte=Anleihe. Wie das
Reu=
terſche Büro erfährt, wird am Freitag in London eine
Konferenz der Vertreter der Banken der
Sechsmächte=
gruppe ſtattfinden, auf der Einzelheiten der neuen
chine=
ſiſchen Anleihe von 65 Millionen Pfund beſprochen werden
ſollen. Hierzu gehört die Frage, wieviel von dem
Ge=
ſamtbetrage der Anleihe ausgegeben werden ſoll. Es
wird erklärt, daß bald nach dem Friedensſchluß zwiſchen
der Türkei und den Balkanſtaaten eine Emiſſion erwartet
werden darf.
Spanien.
Die Beziehungen zum Vatikan. Nach
einer Blättermeldung haben diplomatiſche Kreiſe
ver=
ſichert, daß die Beziehungen zwiſchen Spanien und dem
Vatikan demnächſt wieder aufgenommen werden ſollen,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Nummer 7
Portugal.
Die Kabinettskriſis. Der Führer der
Evo=
lutionspartei d’Almeida verzichtete darauf, das Kabinett
zu bilden, da ihm die Unterſtützung des Parlaments fehlt
mit Rückſicht darauf, daß die Abgeordneten der Partei der
Unabhängigen ſich ſeiner Amneſtie und der Reviſion des
Dekrets über die Kulte widerſetzen. Alfonſo Coſta
kon=
ferierte darauf mit dem Präſidenten der Republik und
er=
klärte ſich bereit, das neue Kabinett zu bilden.
Vereinigte Staaten.
Neuer Währungsplan. Das
Konggeß=
komitee für das Bank= und Währungsweſen begann ſeine
Sitzungen in Anweſenheit vieler hervorragender
Ban=
kiers in Waſhington. Es beabſichtigt, einen neuen
Wäh=
rungsplan auszuarbeiten, der dem nächſten Kongreß an
Stelle des Aldrich=Planes vorgelegt werden ſoll.
Letz=
terer wurde bekanntlich in der demokratiſchen Plattform
des letzten Wahlkampfes abgelehnt.
* Die Verſchiebung der Bevölkerung
zwiſchen Stadt und Land. Das Kaiſerliche
Statiſtiſche Amt hat die Ergebniſſe der letzten
Volkszäh=
lung verwertet, um einen Vergleich zwiſchen der
Ein=
wohnerzahl aller Gemeinden von mindeſtens 2000
Ein=
wohnern am 1. Dezember 1910 und am gleichen Tage des
Jahres 1905 zu ziehen. Die Einwohnerzahl der Geme
den mit mehr als 2000 Einwohnern, die ſtädtiſche
Bevöl=
kerung iſt danach in den 5 Jahren ſeit der vorletzten
Volks=
zählung um 1,96 v. H., diejenige der ländlichen
Bevölke=
rung um 0,51 v. H. gewachſen. Es entfallen gegenwärtig
auf die ſtädtiſche Bevölkerung 60,02 und auf die ländliche
Bevölkerung 39,98 v. H. der Geſamtbevölkerung.. Die
ſtädtiſche Bevölkerung hat mithin viermal
o ſtark zugenommen, als die ländliche. Dieſes
Wachstum iſt im weſentlichen durch den ſtarken Zuzua zu
erklären, den die ſtädtiſchen Gemeinden aus den ländlichen
erfahren haben. In Preußen beträgt die Geſamtzunahme
der Bevölkerung 1,2 v. H.; aber immerhin macht die
länd=
liche Bevölkerung noch 55 v. H. der Geſamtheit aus.
In=
nerhalb der einzelnen Provinzen iſt die Verſchiebung ſehr
verſchieden. Die geringſte Zunahme haben die
überwie=
gend agrariſchen Provinzen und unter dieſen wieder
Oſt=
preußen und Pommern mit 0,3 bezw. 0,4 v. H. Die höchſte
Zunahme hat Weſtfalen gehabt mit 2.5 v. H. Lehrreich
iſt auch ein Vergleich zwiſchen dieſen drei Provinzen in
bezug auf die Verluſte der kleinen Gemeinden an
Bevöl=
kerung: von ſämtlichen pommerſchen Gemeinden haben 35
v. H., von ſämtlichen oſtpreußiſchen 25 v. H., von den
weſtfäliſchen aber nur 3 v. H., eine Abnahme der
Bevölke=
rung aufzuweiſen. Unter den übrigen größeren
Bundes=
ſtaaten ſchwankt die Zunahme der Bevölkerung zwiſchen
0,3 in Braunſchweig und 1.8 in Oldenbura. Die
Abwan=
derung vom Lande in die Städte iſt am ſtärkſten in Elſaß=
Lothringen, nämlich 2 v. H., am geringſten in beiden
Mecklenburg mit 0,5 v. H. Dieſe Zahlen beweiſen, daß
ein Stillſtand in der Abwanderung nach den Städten auch
in der letzten Zeit nicht eingetreten iſt.
* Bremen, 7. Jan. Wie der „Weſerzeitung” aus
Geeſtemünde gemeldet wird, liegen infolge des
Maſchi=
niſtenausſtandes auf den Fiſchdampfern 102
Fiſch=
dampfer in den Häfen und Werften ſtill. Eine Einigung
wurde zwiſchen den Reedern und Maſchiniſten bisher nicht
erzielt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Januar.
* Vom Hofe. Fürſt und Fürſtin zu Solms=Lich
ſind am Dienstag nachmittag 2 Uhr 26 Minuten, Pirz
und Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen abends 6 Uhr
30 Minuten zum Beſuch im Neuen Palais eingetroffen.
Geſtern mittag 1 Uhr waren die hier anweſenden
Mit=
glieder der ſtandesherrlichen Familien zur Frühſtückstafel
im Neuen Palais geladen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mitwoch zum Vortrag den
Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun,
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Oberpoſtſchaffner Balthaſar
Schleifer in Mainz das Allgemeine Ehrenzeichen mit
der Inſchrift „Für langjährige treue Dienſte” am Bande
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und
dem Oberbriefträger Johannes Betz in Eſchenrod das
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
lang=
jährige treue Dienſte” verliehen.
g. Provinzialausſchuß. Dem Gaſtwirt Johannes
Konrad Ludwig Maul zu Offenbach war vom
Kreis=
ausſchuß Offenbach die Erlaubnis zum Betriebe
einer Gaſtwirtſchaft verſagt worden, weil die
Perſönlichkeit des Geſuchſtellers nicht die Gewähr für
ordentliche Wirtſchaftsführung bot. Maul war
wieder=
holt wegen Uebertretung der Feierabendſtunde und auch
ſonſt vorbeſtraft. Die Bedürfnisfrage war von den
In=
ſtanzen bejaht worden. Der eingelegte Rekurs wurde
geſtern vom Provinzialausſchuß verworfen. — Der
Landwirt Adam Stephan von Groß=Breitenbach
er=
hebt Beſchwerde gegen ſeine Einſchätzung
zum Waſſerzins. Die Gemeinde Mörlenbach
er=
richtete in den Jahren 1909/10 ein Waſſerwerk. Dieſe
Waſſerverſorgung wurde auch auf den Ortsteil Groß=
Breitenbach ausgedehnt. Die benötigten Quellen wurden
von den Eigentümern dem Waſſerwerk koſtenlos zur
Ver=
fügung geſtellt, um die wichtige Einrichtung zu
ermög=
lichen. Auch der Landwirt Stephan gab ſeine Quelle
koſtenlos her und erklärte ſich bereit, jährlich 20 Mark
Waſſerzins zu zahlen, unter der Bedingung, daß ihm das
Waſſer unter Druck in das Haus geleitet werde. Dies war
aber nicht der Fall und Stephan mußte ſich noch eine
Pumpe anſchaffen, um das Waſſer in die Küche zu
bringen. Er weigerte ſich deshalb, die 20 Mark zu zahlen
nach ſeiner Anſicht ſeien 5 Mack ausreichend. Er erhob
Beſchwerde beim Kreisausſchuß gegen ſeine Einſchätzung.
Dieſer wies die Beſchwerde aus formellen Gründen ab.
da die Friſt ſeit Offenlegung der Einſchätzungsliſten nicht
gewahrt ſei. Inzwiſchen iſt die Gemeinde Mörlenbach
mit ihrem Anſpruch bis auf 9 Mark heruntergegangen.
Der Provinzialausſchuß beſtätigt die
Entſchei=
dung des Kreisausſchuſſes und ändert das
Ur=
teil nur inſoweit, daß die feſtgeſetzte Averſionalſtrafe von
3 Mark aufgehoben wird — Es kam ſodann weiter zur
Verhandlung die Beſchwerde des
evange=
liſchen Kirchenvorſtandes gegen den
Be=
ſchluß des Gemeinderats von Groß=
Stein=
heim vom 23. Mai 1911. Ein vom Vectreter des
evan=
geliſchen Kirchenvorſtandes geſtellter Vertagungsantrag
wird abgelehnt, dagegen ohne Eintreten in die materielle
Verhandlung das Urteil des Kreisausſchuſſes Offenbach
aufgehoben und die Sache zur nochmaligen
Verhand=
lung zurückverwieſen. Der Kreisgusſchuß war bei der
Urteilsfindung mit 7 Mitgliedern beſetzt; während nach
dem neuen Verwaltungsgeſetz nur 5 Mitglieder
mit=
ſtimmen dürfen.
m. Parade an Kaiſers Geburtstag. Am 27. Januar
findet, ſeit mehreren Jahren wieder, eine Parade zu
Ehren S. M. des Kaiſers Geburtstag ſtatt. Es kann dies
geſchehen, weil die Rekruten alle ſchon kriegsmäßig
aus=
gebildet ſind. Zu dieſer Parade ſollen 1000 Schüler hie
ſiger Stadt eine Aufſtellung erhalten, daß ſie leicht das
militäriſche Schauſpiel ſehen können. Es ſind 400 Plätze
für die höheren Schulen und 600 Plätze für die
Volks=
ſchüler vorgeſehen
* Eingeſchriebene Hilfskaſſen. Die den früheren
eingetragenen Hilfskaſſen Germania in Nieder=
Roden und Allgemeine Kranken=
Unter=
ſtützungs= und Sterbekaſſe zu
Seligen=
ſtadt nach § 75a des Krankenverſicherungsgeſetzes
er=
teilten Boſcheinigungen wurden widerrufen.
*X* Die Bevölkerungsziffer im Großherzogtum Heſſen
ſtellte ſich nach den neueſten ſtatiſtiſchen Mitteilungen aus
der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 auf 1 282051
Perſonen, und zwar 639 198 männliche und 642853
weib=
liche. Davon lebten in der Provinz Starkenburg 296 918
männliche und 295 962 weibliche, in der Provinz
Ober=
heſſen 154 408 männliche und 154 825 weibliche und in der
Provinz Rheinheſſen 190 372 männliche und 192066
weib=
liche Perſonen. Die Zahl der Kinder unter einem Jahre
betrug in Starkenburg 15 458, in Oberheſſen 7097 und in
Rheinheſſen 8955. Die Zahl der Kinder von 1—5 Jahren
im ganzen Großherzogtum 61761 männliche und 60 103
weibliche, von 5—10 Jahren 73881 männliche und 72506
weibliche: von 10—15 Jahren gab es 12764 Knaben und
12674 Mädchen, von 20—25 Jahren 58 209 männliche und
52063 weibliche Perſonen, von 30—40 Jahren 92600
männliche und 93 474 weibliche, von 40—50 Jahren 66.966
männliche und 68 536 weibliche, von 50—60 Jahren 45 578
männliche und 49 293 weibliche, von 60—70 Jahren 31155
männliche und 36 339 weibliche, von 70—80 Jahren 14 273
männliche und 16 777 weibliche, von 80—90 Jahren 2334
männliche und 2840 weibliche, und von über 90 Jahren
107 männliche und 102 weibliche Perſonen! Aus dieſen
Zahlen erhellt, daß im allgemeinen viel mehr Frauen
we=
ſentlich älter werden, als Männer. Bis zu 20 Jahren
halten ſich Männer und Frauen mit je 23000 die
Wage, von 20—25 Jahren ſind faſt 6000 Männer mehr
vorhanden, und dann geht die Zahl der Männer
nament=
lich vom 50. Jahre ab wieder weſentlich zurück.
* Die feierliche Ueberreichung der Meiſterbriefe
an die in den letzten Meiſterprüfungen vor der
Meiſter=
prüfungskommiſſion für die Provinz Starkenburg
be=
ſtandenen Jungmeiſter und Meiſterinnen findet, wie
ſchon gemeldet, zu Darmſtadt am Sonntag, den 12.
Januar=
vormittags 11 Uhr im Kaiſerſaal in Anweſenheit von
Vertretern der Miniſterien und ſonſtigen ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden ſtatt. An den Prüfungen waren
insgeſamt 168 Prüflinge beteiligt; von dieſen beſtanden
ihre Prüfung 129 Handwerker, im Verlauf der Prüfungen
traten 17 zurück, 22 konnten nicht beſtehen.
Die Puppenausſtellung im Gewerbemuſeum,
welche anfangs dieſer Woche geſchloſſen wurde, hatte
einen Beſuch von nahezu 6000 Perſonen zu verzeichnen.
Beſondere Anziehungskraft übten die modernen
Spiel=
ſachen aus, wobei neben den reizenden Puppen von
Käthe Cruſe, Marion Kaulitz, Betty Krieger uſw.
vor=
allem die heſſiſchen Spielſachen, Puppenſtuben,
Puppen und Tierfiguren, entzückten, die in den
Werk=
ſtätten unſeres Landsmannes, Profeſſor Sutter zu Burg
Breuberg i. O., hergeſtellt werden und in den
Waren=
häuſern und Spielwarengeſchäften unſerer Großſtädte
die geſuchteſten Geſchenke für die Jugend bilden. Wie
wir erfuhren, wurde Profeſſor Sutter vor kurzem leider
von einer Krankheit heimgeſucht, die ihm für einige Zeit
Schonung auferlegt, doch ſoll ſein Sohn, Herr Maler
Sutter, die künſtleriſche Leitung des Geſchäftes bis zur
Wiederherſtellung des Vaters übernommen haben.
Ver=
kaufsſtelle für die Sutterſchen Spielwaren in Darmſtadt
iſt die bekannte Firma D. Faix und Söhne, die ſich in
hervorragender Weiſe an der Ausſtellung im
Gewerbe=
muſeum beteiligt hat.
Der Heſſiſche Diakonieverein ſieht auf ein
Arbeits=
jahr zurück, das in jeder Hinſicht eine gedeihliche
Weiter=
entwickelung gebracht hat. Die Zahl der Schweſtern iſt
in ſtetigem Steigen begriffen. Von Jahr zu Jahr
wer=
den mehr Kräfte zum Dienſt als Gemeindeſchweſtern
fer=
tig. Auf der anderen Seite ſteigen auch die Anmeldungen
ſeitens der Gemeinden, die eine Schweſter haben wollen.
Das Gemeindeſeminar iſt überfüllt, und die Ausbildung
in demſelben dank der ſelbſtloſen Hilfe vieler Freunde
auf der alten Höhe. Für die Privatkrankenpflege ſind
weitere Kräfte erforderlich, damit allen Anforderungen
genügt werden kann. Iſt das auch im letzten Jahre ſchon
umfangreicher geſchehen, als früher möglich war, ſo iſt
doch das Bedürfnis geſchulter Schweſtern auch bei
Privat=
kranken ſo groß, daß an ſeiner Befriedigung weiter zu
arbeiten iſt. — Dem Roten Kreuz konnte für den
Kriegs=
fall eine ſtattliche Zahl erfahrener Schweſtern in Ausſicht
geſtellt werden. Auch im neuen Jahr werden mehrere
Gemeinden beſetzt werden, die ſeit längerer Zeit auf dec
Anmeldeliſte ſtehen. Beſonders erfreulich iſt das
Ver=
hältnis des Vereins zu den Stationsleitungen und den
Krankenhausdirektionen. Im vollſten Einvernehmen und
gegenſeitiger Unterſtützung iſt die Schweſternausbildung
und =arbeit geregelt. Auch die in vielen Verbänden
be=
klagte Arbeitsüberlaſtung iſt vermieden. In angemeſſener,
angeſtrengter und hingebender Weiſe geſchieht die Arbeit
des Heſſiſchen Diakonievereins zum Wohle Aller, die von
ihr berührt werden.
* Ortsgewerbeverein. Man ſchreibt uns: Ueber
„Bedeutung und Aufgaben der Gewerbe
vereine in der Gegenwart” ſpricht am Freitag
abend Herr Reallehrer Kahl, im Ortsgewerbeverein. Daß
dieſe Frage in der letzten Zeit in gewerblichen Verſamm
lungen und in der Handwerkerpreſſe ganz beſonders in
den Vordergrund getreten iſt, liegt an mancherlei
zünft=
leriſchen Strömungen, die neuerdings in verſtärktem
Maße ſich geltend machen und in ihrem Endziel
Be=
ſchränkungen der Gewerbefreiheit anſtreben. Ganz
be=
ſonders zeigen ſich dieſe rückläufigen Bewegungen in
der lebhaften Agitation für Aufhebung des § 100g der
Gewerbeordnung, der den Zwangsinnungen die
Feſt=
ſetzung von Mindeſtpreiſen für Arbeitsleiſtungen
unter=
ſagt. Außerdem hat die Stellungnahme der
Handwerks=
kammern gegenüber den Forderungen der
Gewerbever=
eine hinſichtlich der Verbeſſerung ihres Wahlrechts
Un=
zufriedenheit erweckt. Ueber dieſe Streitfragen in den
Kreiſen der Gewerbetreibenden aufklärend zu wirken,
vor reaktionären Strömungen zu warnen, falſche
Hoff=
nungen zu beſeitigen, den Wert der Gewerbefreiheit zu
beleuchten und daneben im allgemeinen die Bedeutung
der Gewerbevereine auf Grund ihrer bisherigen
Leiſt=
ungen darzulegen — das iſt die Aufgabe, die der
Vor=
tragende ſich geſtellt hat. Es ſind keine alten Ladenhüter,
ſondern intereſſante Gegenwartsfragen, die zur
Erörter=
ung kommen werden. Da der Redner bei den
Mitglie=
dern des Gewerbevereins von zahlreichen Vorträgen im
Laufe des Jahres bekannt iſt, bedarf es wohl nur dieſes
Hinweiſes, um dem intereſſanten Vortrag, zu dem
jeder=
mann freien Zutritt hat, eine große Zuhörerſchaft zu
ſichern.
* Aufführung „Vor hundert Jahren”. Zu der in
dieſer Nummer enthaltenen Anzeige, die zum Beſuch der
vom Evangeliſchen Frauenverein für den
Schloßbezirk zum Beſten der Kleinkinderſchule des
Schloßbezirks geplanten Aufführung Vor hundert
Jah=
ren in Wort, Muſik und lebenden Bildern” einlädt, ſei
bemerkt, daß außer Mittwoch, den 15. und Donnerstag,
Eine Londoner Rednerſchule
für Frauen.
Eine Leſerin unſeres Blattes ſchreibt uns: Als
Teil=
nehmerin an den Kurſen der im Feuilleton Ihres
geſchätz=
ten Blattes vom 4. ds. Mts. geſchilderten Londoner
Rednerſchulefür Frauen möchte ich bemerken, daß
der Name der Gründerin und Leiterin Miß DEſterre
(nicht Deſtelle) iſt.
Vielleicht intereſſiert es, einiges über dieſe eigenartige
moderne engliſche Frauenſchule zu erfahren.
Die Hochſchule befindet ſich ſchon ſeit längerer Zeit
nicht mehr in dem vornehmen Kenſington, ſondern Miß
D’Eſterre iſt übergeſiedelt in eine weit beſcheidenere, ja
ärmliche Gegend des Stadtteils Chelſea; denn hier iſt ſie
dem Volke, den Armen, denen ſie ihr ganzes Leben
wid=
met, näher als in dem reichen Kenſington. Und ihren
vornehmen Schülerinnen ſchadet es ihrer Meinung nach
auch nichts, wenn ſie ſich nun in dieſe obſkure Gegend
be=
mühen müſſen und dabei etwas von der Not und dem
Elend der Londoner Armenbevölkerung, das ſie meiſt nur
vom Hörenſagen kennen, mit eigenen Augen ſehen. Und
wirklich — all die verwöhnten Damen der Geburts= und
Geldariſtrokratie, die ihre begeiſterten Schülerinnen ſind,
laſſen ſich durch die etwas fragwürdige Lage der Schule
und durch gelegentliche Steinwürfe in die glänzenden
Spiegelſcheiben ihrer eleganten Automobile nicht
ab=
halten, eifrig ihre Kurſe zu beſuchen.
Wie anregend und eigenartig ſind aber auch dieſe
Stunden bei Miß D'Eſterre — oder vielmehr „Amica”
wie ſie von all ihren Freunden, den vornehmſten wie den
geringſten, genannt wird. Ihrer iriſchen Abſtammung
verdankt ſie ein ſprühendes Temperament, einen überaus
lebhaften Geiſt, ſcharfen Witz und eine hervorragende
Rednergabe. Darum ſtellen ſich neben ihren Schülerinnen
bei Miß D’Eſterre auch nicht ſelten Schüler ein: ſchon
mancher Juriſt und Politiker hat ſich von ihr (meiſt im
Privatunterricht) für ſein öffentliches Auftreten im
De=
battieren und Redenhalten trainieren laſſen.
Außer den Rednerkurſen gibt es in dem kleinen,
be=
ſcheidenen, innen aber entzückend altertümlichen Hauſe
von „Denvers College” (ſo heißt die Hochſchule) auch eine
ebenfalls vielbeſuchte „Zeitungsklaſſe” für die Miß
D'Eſterre die bedeutendſten Zeitungen des In= und
Aus=
landes hält und über alle wichtigen Tagesfragen
Aus=
kunft gibt oder ſolche in Form von Vorträgen oder
ſchrift=
lichen Aufſätzen von ihren Schülerinnen verlangt. Hier
wird denn eifrig Politik getrieben, die aus der
Redner=
klaſſe ſtreng verbannt iſt.
Sehr genußreich ſind die Stunden in der
Literatur=
klaſſe, wo immer gleichzeitig nebeneinander die derſelben
Epoche angehörenden Werke engliſcher, deutſcher und
fran=
zöſiſcher Schriftſteller behandelt werden. Eine beſonders
liebevolle Würdigung wird den deutſchen Dichtern. ihren
Dichtungen und ihrem Vaterlande zuteil; Miß D’Eſterre,
die einen großen Teil ihrer Jugend= und Lernjahre in
Deutſchland verbracht hat, iſt energiſch beſtrebt, die meiſt
in dieſer Richtung vorhandenen Vorurteile ihrer
Lands=
leute zu zerſtreuen.
Doch ihre vielſeitige Lehrtätigkeit iſt Miß D'Eſterre
eigentlich Nebenbeſchäftigung, deren ſie in erſter Linie nur
bedarf, um die Mittel zu ihrer großartigen ſozialen Be
tätigung, in deren Dienſt ſie ihr ganzes Können und
Ver=
mögen geſtellt hat, zu gewinnen. Bei den Aermſten der
Armen iſt „Amica” in ihrem ſchlichten, loſen, blauen
Ge=
wande eine wohlbekannte Erſcheinung. Bei ihrem
Liebes=
werke, um deſſentwillen ſie allem geſellſchaftlichen Glanze
und behaglichen Leben entſagt, ſcheut ſie nicht zurück vor
der täglichen Berührung mit dem entſetzlichen Elend,
mit grauenerregender Krankheit und widerlicher
(trunkener) Roheit. Mit nimmermüdem Rat und
Tat nimmt ſie ſich beſonders der in dieſen
Londoner „Slums” oft ein wahres Höllendaſein
führenden Frauen und Kinder an; und gar manche
Maß=
nahmen in der ſozialen Fürſorge ſind auf ihre Anregung
zurückzuführen. Viele arme, verkommene Kinder hat ſie
in geſündere Verhältniſſe untergebracht und ſelbſt drei der
ärmſten und verwahrloſeſten in ihr Haus genommen, wo
ſie als ihre Adoptivtöchter zu geſunden, tüchtigen
Men=
ſchen heranwachſen.
Selbſtverſtändlich bemüht ſich Miß D’Eſterre, ihre den
woblhabendſten und einflußreichſten Kreiſen angehörenden
Schülerinnen für die ihr ſo ſehr am Herzen liegenden
ſozialen Fragen zu erwärmen; nicht nur denken und reden
lehrt ſie dieſe Frauen, ſondern auch fühlen für die Leiden
ihrer Mitmenſchen und handeln nach ihren eigenen ſozialen
Pflichten. Wer nur um der — eben für eine vornehme
Geſellſchaftsdame allerdinas faſt unerläßlichen — Mode
willen die Frauenrednerſchule beſucht, aibt dort meiſt nur
eine ziemlich kurze, nicht ſehr ruhmvolle Gaſtrolle; denn
es weht da mitunter eine recht ſcharfe Luft, in der es
müßigen, gedankenloſen Weltdamen bald unbehaglich
wird, und wo nur diejenigen ſich wohlfühlen, denen es
ernſt iſt mit dem Verlangen nach Vertiefung. Ob Her
zoginnen und Ladies. Damen der Geldariſtokratie oder
Berufsfrauen, hier gibt es keine Standesunterſchiede, ein
gemeinſames Streben nach tieferer Bildung, höherer
Lebensauffaſſung und beſſerer Erfüllung ihrer
Menſchen=
pflichten verbindet ſie alle und ſchart ſie um die verehrte
Führerin.
So gehören „Denvers College” und ſeine Leiterin zu
den eigenartigſten und intereſſanteſten Erſcheinungen des
modernen Londoner Frauenlebens. Seit ungefähr ſieben
Jahren beſtehend, hat dieſe enaliſche Frauenhochſchule
immer mehr Anhängerinnen gefunden: auch in Deutſchland
iſt ſie nicht mehr unbekannt und beſitzt in Berlin und
einigen anderen Städten korreſpondierende Mitglieder
M. E.
Nummer
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
den 16. Januar, eine weitere Wiederholung des
inter=
eſſanten Werkes nicht ſtattfinden wird. Wer Luſt hat, durch
die gut vorbereitete Aufführung ſich in die Zeit vor
hundert Jahren zurückverſetzen zu laſſen, iſt gebeten,
beizeiten für eine Karte zu ſorgen. Die Verkaufsſtellen
ſind in der Anzeige angegeben.
— Jungliberaler Verein. Der hieſige
Junglibe=
rale Verein hat für den laufenden Winter ein
reich=
haltiges Arbeitsprogramm zuſammengeſtellt,
in deſſen Mittelpunkt bekanntlich die
Diskuſſions=
abende ſtehen. Um aber das Intereſſe ſeiner
Mitglie=
der und Freunde außer nach der rein politiſchen Seite
auch nach dieſer verwandten Richtungen hin zu erhalten
und zu ſtärken, wird er am Dienstag, 14. Januar, einen
Abend veranſtalten, an dem Herr Lehrer Pag e=Darmſtadt
über das Thema: „Eine Fahrt nach der Waſſerkante‟
ſprechen wird. Da der Redner ſchon wiederholt dieſe
Fahrt unternommen und da außerdem eine ungefähr
100 Stück ſtarke Lichtbilderſerie den Vortrag
ver=
anſchaulichen helfen wird, ſo ſtehen den Beſuchern dieſes
Abends ebenſo intereſſante wie genußreiche Stunden
evor.
Kaufmänniſcher Verein (E. V.). Wie aus dem
Anzeigenteil erſichtlich, hält Herr Bankprokuriſt Seipp=
Darmſtadt am Samstag, abends 9 Uhr, im Vereinslokale
Kaiſerſaal) einen Vortrag über: „Unſere
Geldver=
faſſung”. So merkwürdig es vielleicht klingen mag, ſo iſt
es dennoch eine Erfahrungstatſache, daß in weiten Kreiſen
über die Zuſammenhänge auf dem Gebiete des
Geld=
weſens nicht die wünſchenswerte Klarheit herrſcht. Für
Kaufleute hat das Thema erhöhtes Intereſſe; zudem
er=
ſcheint es in einer Zeit, in welcher die Reichsbank ſich
Anſprüchen ausgeſetzt ſah, wie ſie nie zuvor — ſelbſt in
dem Kriſenjahre 1907 nicht — zu verzeichnen waren,
be=
onders aktuell. Auch wie man ſich in
Sachverſtändigen=
kreiſen die im Falle eines Krieges erforderlichen
finan=
iellen Maßnahmen, u. a. um den Sparkaſſen die Erfüllung
hrer Verbindlichkeiten gegenüber allzu ängſtlichen
Ein=
legern zu erleichtern, denkt, wird der Vortragende kurz
erörtern.
* Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſchland. Zum
Schwimmfeſt des Darmſtädter Schwimmklubs Jung=
Deutſchlund werden wir gebeten, nachzutragen, daß noch
er=
chienen waren: General Freiherrv. Heyl, Oberſtallmeiſter
Freiherr v. Riedeſel, Geheimer Rat Römheld,
Geheimrat Fey. Das Anfängerſpringen b. wurde
von Andrege gewonnen, nicht von Andrae, im Mehrkampf
der Junioren war Milkau Sieger und im
Schülertroſt=
chwimmen: zweiter Frank, nicht Rank. — Allgemein
ge=
fiel das im Mittelpunkt des von der Wittichſchen
Hofbuch=
ruckerei gedruckten Plakats ſtehende Bild des
Olympia=
ſegers Hans Luber (Atelieraufnahme des bekannten
eutſchen Weltmeiſters im Laufen Hans Braun).
Beſon=
here Abzüge dieſes Bildes auf Karton, von
bans Luber mit Namensunterſchrift verſehen, können zu
5 Pfg. pro Stück von den Badedienern im
Hallen=
ſchwimmbad, ſowie durch den Schwimmklub
Jung=
heutſchland bezogen werden.
* Bogelsberger Höhenklub. Am kommenden Sonntag wird
der Zweigverein Darmſtadt wieder eine Wanderung
untternehmen, die nach längerer Unterbrechung wieder
ein=
mal in den Odenwald führen wird (ſiehe Anzeige in der
heutigen Nummer). Die Führer haben keine Mühe
ge=
ſcheut, dieſe Wanderung recht ſorgfältig vorzubereiten
ud verſprechen ſogar noch eine beſondere Ueberraſchung,
ſodaß eine genußreiche Tour in Ausſicht ſteht.
m. Im Stadtwalde hat das Fällen der Bäume
zute Fortſchritte gemacht. Mehrere hundert Raummeter
rennholz, Wurzeln und Reiſigwellen, ſowie eine Menge
Stämme, zu Werkholz geeignet, ſind bereits gemeſſen und
r Verſteigerung numeriert. Der Schlag fand öſtlich
des alten Eberſtädter Wegs ſtatt. — An derſelben Stelle
ſt man eifrig damit beſchäftigt, eine Chauſſee nach
der Duncanſchule herzuſtellen. Die Verbindung
zwiſchen Stadt und Duncanſchule wird durch einen
pro=
viſoriſchen Weg bewerkſtelligt.
Hotel Heß. Der gute Beſuch der Kaffeekonzerte
hat gezeigt, wie ſehr dieſe Einrichtung, beſonders bei der
Damenwelt, Anerkennung gefunden hat. Die Leiſtungen
r Kapelle ſind hervorragend und wurde ihr reicher Beifall
argebracht. Dieſe Nachmittags=Kaffeekonzerte von 3—6
hr werden viel von Familien und Damen beſucht und
inden täglich ſtatt.
Warnung. Am Silveſterabend ſind an der
Salzlack=Schneiſe unterhalb des Turmes der
Ludwigs=
höhe einige beſonders feuergefährliche Zündkörper
abgefeuert worden. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß einer
dieſer Zündkörper, ohne zu explodieren, fortgeſchleudert
wurde. Mit Rückſicht auf die Gefährlichkeit der
Zünd=
ladung wird davor gewarnt, an genannter Stelle
gefun=
dene Zündkörper, Kapſeln uſw. aufzuheben und
mitzu=
nehmen. Es erſcheint vielmehr geboten, etwaige
Fund=
ſtellen fraglicher Zündkörper alsbald dem Reſtaurateur
auf der Ludwigshöhe oder dem fünften Polizeirevier in
der Ludwigshöhſtraße mitzuteilen.
Offenbach, 8. Jan. Ein ſchwerer Autounfall
ereignet ſich heute nacht in dem benachbarten
Fechen=
heim. Der Betriebsleiter Höſe aus Offenbach, der in
ſeinem Auto nach Hauſe fahren wollte, fuhr an einer
Krümmung gegen eine Telegraphenſtange.
Höſe und ſeine Frau wurden aus dem Wagen
geſchleu=
dert. Während Höſe mit geringen Hautabſchürfungen
davonkam, erlitt deſſen Frau neben erheblichen äußeren
Verletzungen eine ſchwere Gehirnerſchütterung
und mußte in das Krankenhaus gebracht werden.
Mainz, 8. Jan Am Dienstag wurde durch den
Vor=
ſitzenden der Landwirtſchaftskammer, Herrn Geheimerat
Haas, der landwirtſchaftliche
Vortragskur=
ſus mit einer Begrüßungsanſprache eröffnct. Als
Ver=
treter der Großherzoglichen Regierung waren Geheimer
Landesökonomierat Müller, von der
Provinzialdirek=
tion Mainz Regierungsrat Dr. Werner, ferner
Kreis=
veterinärarzt Dr. Beiling anweſend. Der Vortragskurſus
war von ungefähr 250 Perſonen beſucht. Das erſte
Refe=
rat erſtattete Regierungsrat Dr. Appel von der
Kaiſer=
lichen Biologiſchen Anſtalt Dahlem über
Kartoffel=
krankheiten, beſonders die Blattrollkrankheit. Der
Vortragende behandelte zuerſt die Bedeutung des
Kar=
toffelbaues für die geſamte Volksernährung und machte
dabei auf die erhebliche Steigerung der Kartoffelerträge
aufmerkſam. Die Schwarzbeinigkeit der Kartoffel, welche
im Großherzogtum Heſſen nur in verhältnismäßig
gerin=
gem Maße auftritt, kann, ſo führte der Referent aus, von
dem Landwirt durch entſprechende Aufbewahrung der
Kartoffeln und Kulturmaßnahmen auf dem Felde in der
Hauptſache vermieden werden. Die Ringkrankheit der
Kartoffel iſt gegenwärtig nicht in erheblicher Ausdehnung
zu beobachten. Durch Auslegung von nur ganzen
Knol=
len, keine geſchnittenen, kann dieſe Krankheit beſchränkt
werden. Eine größere Bedeutung hat die
Blattroll=
krankheit der Kartoffeln. Die Urſachen dieſer
Krank=
heit ſind bis heute noch nicht feſtgeſtellt. Das
Anerkenn=
ungsweſen der Kartoffeln, welches in Heſſen zuerſt
ſtän=
dig zur Ausführung kam, gibt die Möglichkeit, dieſe
Krank=
heit zu beſchränken. Auf dieſe Weiſe gelangen nur die
Saatkartofſeln zur Verwendung, welche von geſunden
Feldern ſtammen. Dieſes Anerkennungsweſen wird in
Heſſen durch die Landwirtſchaftskammer bei den
Saatbau=
ſtellen ausgeführt.
Der Vortrag wurde durch Lichtbilder unterſtützt.
Der Referent behandelte die verſchiedenen Krankheiten
in eingehender Weiſe, machte, was beſonders wertvoll
war, praktiſche Vorſchläge zur Bekämpfung bezw.
Ver=
hütung derſelben und erntete für ſeine Ausführungen
leb=
haften Beifall. Den zweiten Vortrag hielt
Regierungs=
rat Dr. Attinger=München über: Kann die deutſche
Landwirtſchaft den Fleiſchbedarf unſers Volkes decken und
welche Maßnahmen ſind weiterhin zu treffen, um dieſe
Aufgaben zu erfüllen? In eingehender Weiſe behandelte
der Referent die verſchiedenſten einſchlägigen Fragen. Die
Entwickelung der Viehzucht in den letzten Jahrzehnten hat
in Deutſchland große Fortſchritte gemacht. Nicht nur in
der Zahl, ſondern auch im Gewicht haben ſich Rindvieh
und Schweine vermehrt. Die deutſche Landwirtſchaft
kann 95 Prozent des einheimiſchen Bedarfs an Fleiſch
decken und der Reſt kann gedeckt werden, wenn man die
deutſche Landwirtſchaft in die Lage verſetzt, alle die
hier=
zu nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Wenn Ende des
Jahres 1912 die Landwirtſchaft dem Bedarf nicht
nach=
kommen konnte, ſo iſt dies darauf zurückzuführen, daß die
drei letzten Jahre äußerſt ungünſtig waren, wobei
ent=
weder durch Näſſe oder Trockenheit die Futtererzeugung
ungünſtig beeinflußt wurde. Dazu kommt noch das
Auf=
treten der Maul= und Klauenſeuche, der Schweineſeuche
und des Scheidenkatarrhs. Der Referent faßte ſeine
Aus=
führungen in eine Anzahl Leitſätze zuſammen, von
wel=
chen nur mitgeteilt werden ſoll, daß er der Einſchränkung
der Abmelkwirtſchaft das Wort redet. Die Ausdehnung
des Futterbaues und die Steigerung ſeiner Erträge iſt
zu verfolgen. Die Heraufſetzung des Alters für Schlacht=
kälber iſt wünſchenswert. Eine genaue Preisnotierung
ür Vieh und Fleiſch iſt durchzuführen.
Lieſerungsver=
träge zwiſchen Landwirten und Stadtverwaltungen können
zur Erreichung ſtabiler Verhältniſſe beim Vieh= und
Fleiſchverkauf in vorteilhafter Weiſe beitragen. Lebhafter
Beifall lohnte auch dieſen Referenten für ſeinen
inter=
eſſanten Vortrag.
Am Donnerstag, den 9. Januar, ſprechen:
Pro=
feſſor Dr. Krämer=Hohenheim über: Formalismus in
der Tierzucht und Profeſſor Dr. Kreemer=Geiſenheim
über: Die Kulturbedingungen des Weinſtocks unter den
Verhältniſſen der Neuzeit. (Mit Lichtbildern.) Am
Frei=
tag, den 10. Januar, werden: Dr. Müller=Darmſtadt
über: Was kann der Landwirt aus den neueren
Vererb=
ungs= und Stammbaumforſchungen für ſeine praktiſche
Tierzucht lernen? (mit Lichtbildern), und Geh.
Landes=
ökonomierat Müller=Darmſtadt über: Die Anwendung
der Glashäuſer zur Erzeugung von Tafeltrauben, Obſt
und Gemüſe in England Belgien und Holland und
Leh=
ren hieraus für uns. (Mit Lichtbildern.)
Mainz, 8. Jan. Ein großer Weinfälſchungs=
Prozeß wurde geſtern vor der Mainzer Strafkammer
verhandelt. Angeklagt waren die 70jährige Witwe Chriſt
und ihr 40jähriger Sohn aus Wörrſt adt. Es handelt
ſich um 7—8 Stück 1900er, den die Frau Chriſt verſiegelt
nach Würzburg an den Weinhändler Stern verkauft hatte.
Als Stern in einen Weinfälſchungsprozeß verwickelt
wurde beſchlagnahmte man in ſeinem Keller den noch
verſiegelten Wein, und es ſtellte ſich heraus, daß er
ver=
dorben und ſchwarz war. Demgegenüber
behaup=
teten Zeugen aus Wörrſtadt, daß der Wein bei ſeiner
Verſendung glanzhell und von ausgezeichneter Qualität
geweſen ſei. Dasſelbe ſagten verſchiedene Weinhändler
und Kommiſſionäre aus, die den Wein ſelbſt kaufen
woll=
ten, aber wegen des hohen Preiſes davon abſtanden.
Sieben Sachverſtändige und etwa 50 Zeugen waren
ge=
laden. Der Weinkontrolleur Lechner wurde beauftragt,
im Keller der Witwe Chriſt eine Reviſion vorzunehmen.
Der Kontrolleur fand verſchiedene alte Weine aus dem
Jahre 1893 uſw die größtenteils anſcheinend durch
ſchlechte Kellerbehandlung erkrankt waren. Es kornte
aber nichts gefunden werden, weder im Keller noch in
den Büchern, was darauf ſchließen ließ, daß die Familie
Chriſt den Wein gefälſcht hätte. Die Angeklagten
be=
ſtritten energiſch, dem Wein Glyzerin zugeſetzt zu haben.
Die unbeeidigt vernommenen Gebrüder Ludwig und Max
Stern erklärten, daß ſie ſchon bei den erſten Proben eine
derſelben beanſtandet hätten, weil der Wein ſchwarz
ge=
worden ſei. Nachdem der Wein umgeſchlaucht, ſeien
mehrere Stücke ſchwarz geworden. Zeugen wollen
ſpäter erfahren haben, daß die Angeklagten den
Wein ſchon wiederholt verkauft, ihn aber immer wieder
zurückerhalten hätten. Staatsanwalt Bechtold war
der Anſicht, daß der Wein von den Angeklagten gefälſcht
worden ſei; er beantragte gegen Mutter und Sohn je
1000 Mk. Geldſtrafe und Einziehung des
beſchlagnahmten Weines. Das Gericht ſah
keinen Beweis dafür vorhanden daß die Gebrüder Stern
an der Fälſchung beteiligt ſeien, es war vielmehr der
Anſicht, daß der Wein von Haus aus überſtreckt worden
ei. Daß Glyzerin zugeſetzt, ſei nicht bewieſen.
Die Angeklagten wurden zu je 500 Mk. Geldſtrafe
verurteilt und die Einziehung der beſchlagnahmten 7½
Stück Wein ausgeſprochen.
Mainz, 8. Jan. Bei der geſtern nachmittag
vorge=
nommenen Obduktion der Leiche des Kanoniers
Schmelzer wurde die Kugel eines 6
Millimeter=
kalibers gefunden, die dem Revolver des 18jährigen
Tagelöhners Niemann entſtammt. Der Revolverheld
war unter Gendarmeriebedeckung mit dem
Gefängnis=
wagen nach der Leichenhalle auf dem hieſigen Friedhofe
verbracht worden, wo er mit der Leiche ſeines Opfers
kon=
frontiert wurde. Während ſein Komplize Strauß ſofort
geſtanden hatte, geſchoſſen zu haben, leugnete Niemann
bis zur Ueberführung hartnäckig. Von den am erſten
Tage verhafteten Burſchen wurden einige wieder bereits
aus der Haft entlaſſen. Niemann, ein arbeitsſcheuer
Ge=
ſelle, kam erſt vor wenigen Wochen hierher. Er ſtammt
wie die ſämtlichen Verhafteten von auswärts. Heute
trafen auch die beiden Brüder des erſchoſſenen Soldaten
hier ein. Die Leiche ſoll morgen nach der Heimat
über=
geführt werden. — Geſtern abend gegen 7½ Uhr
bemerk=
ten Bewohner der Synagogenſtraße, daß ſich in der alten
Synagoge drei verdächtige Perſonen herumtrieben.
Eine große Menſchenmenge hatte ſich alsbald
ange=
ſammelt, die Polizei erſchien und drang in das Gebäude
ein. Die Einbrecher waren aber ſchon verſchwunden.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Zur
Vervoll=
ſändigung unſeres Berichtes über die Beteiligung von
armſtädter Künſtlern an auswärtigen
usſtellungen werden wir erſucht, noch
nachzutra=
ſen, daß auf der „Großen Kunſtausſtellung Hannover
912” die von der Allgemeinen Deutſchen
Kunſtgenoſſen=
ſhaft veranſtaltet wurde, von Darmſtädtern Profeſſor
ſ. Hoelſcher und Mathilde Stegmayer vertreten geweſen
nd. — Geheimer Hofrat Max Grube in Meiningen
ſt zum künſtleriſchen Leiter des Deutſchen
Schauſpiel=
auſes in Hamburg gewählt worden. — Sudermanns
jeueſtes Drama „Der gute Ruf” das im modernen
ßerlin ſpielt, fand bei ſeiner Uraufführung im Deutſchen
Schauſpielhauſe in Berlin eine ſehr beifällige Aufnahme.
— Im
udermann wurde mehrere Male hervorgerufen.
rankfurter Schauſpielhauſe gelangte ein Luſtſpiel von
orfiz Holm, „Marys großes Herz” zur
Urauf=
ührung, das wegen ſeines frivolen Inhalts und ſeiner
ſhlechten Mache von der Kritik verurteilt wird. — Für
en ſchönen Plan, unſere Eiſenbahnwagen mit
ünſtleriſchen Städte= und
Landſchafts=
ſildern zu ſchmücken, hatte der Bund Deutſcher
erkehrsvereine gemeinſam mit der Leipziger Akademie
ir graphiſche Künſte und dem Deutſchen
Buchgewerbe=
ſrein einen Wettbewerb ausgeſchrieben. Mehrfarbige
Lthographien waren gewünſcht, die in Rahmen unter
glas in den Eiſenbahnabteilen aufgehängt werden ſollen,
hrläufig in denen der preußiſch=heſſiſchen und
elſaß=
ſthringiſchen Eiſenbahnverwaltung. Das Ergebnis des
Lettbewerbs hat gezeigt, wieviel Intereſſe unſere
Künſt=
rſchaft an den Schönheiten der Heimat hat. Neunzehn
hilder wurden preisgekrönt und angekauft, darunter
Ar=
hiten von Ulrich Hübner, M. Stern, Ubbelohde, Hans
Hartig
— Aus dem Polizeibericht der Millionenſtadt. Vor
migen Monaten verließ eine alte Dame, die in London,
i Stadtviertel Chiswick, wohnte, ihr Heim; und von
die=
ſin Augenblick an blieb ſie verſchollen. Sie blieb
ver=
ſtwunden, als habe die Erde ſie aufgeſogen. Alle
Ver=
ſiche der Polizei, ihr Schickſal aufzuklären, blieben frucht=
, und als vor kurzem das Gericht die Todeserklärung
Agab, äußerte der Richter ſein Erſtaunen darüber, daß
ein Menſch ſo völlig ſpurlos verſchwinden könne. Aber
dieſer Fall iſt nur einer von Hunderten, die ſich alljährlich
in der engliſchen Millionenſtadt ereignen. Nach dem
Be=
richte der oberſten Polizeibehörde von London ſind in dem
Jahre 1911 nicht weniger als 28 958 Menſchen der
Polizei als vermißt gemeldet worden. In 10 416
Fäl=
len gelang es der Arbeit der Polizei, die Vermißten
wieder ausfindig zu machen und ihrer Familie
zuzufüh=
ren; 18075 wurden von Bekannten oder Freunden
ent=
deckt und heimgebracht. Aber in nicht weniger als 467
Fällen blieben alle Nachforſchungen vollkommen fruchtlos,
keine Spur konnte entdeckt werden; ſie waren und blieben
verſchollen, und ihr Schickſal wird wohl auf immer in ein
rätſelhaftes Dunkel gehüllt bleiben. Zwar wurden in der
Zeit 61 Leichen aufgefunden, die nicht identifiziert werden
konnten, aber wieviele von ihnen mit den 467 Vermißten
in Zuſammenhang gebracht werden dürfen, bleibt
unge=
wiß. Es ſind düſtere Einblicke in die Geheimniſſe der
Großſtadt und in die Nachtſeiten des menſchlichen Lebens,
die dieſer Polizeibericht mit ſeiner nüchternen
Zahlen=
anhäufung gibt. Wurden doch während des gleichen
Jah=
res nicht weniger als 625 Selbſtmorde verübt, während
es der Polizei in weiteren 545 Fällen gelang,
Selbſtmord=
kandidaten noch im letzten Augenblick von der Vollendung
ihrer Tat zurückzuhalten. Aber auch von der
Nachläſſig=
keit und Vergeßlichkeit der Londoner Bürger weiß die
amtliche Statiſtik mancherlei zu erzählen; wurden doch in
London in einem Jahre 24687 Fälle feſtgeſtellt, in denen
die Bewohner ihre Haustür oder die Parterrefenſter ihrer
Wohnungen zur Nachtzeit offen gelaſſen hatten. Und
unter den zahlloſen Einbruchsdiebſtählen entfallen genau
2095 auf Häuſer, die im Augenblick der Tat vollkommen
unbewohnt waren und auch keinen Wächter beſaßen. Im
Fundbureau wurden über 73 000 verſchiedene Gegenſtände,
darunter Juwelen, Kleidungsſtücke, Operngläſer, Uhren,
Portemonnaies und natürlich Stöcke und Regenſchirme,
abgegeben. 32 499 von dieſen Gegenſtänden konnten den
Eigentümern wieder zugeſtellt werden, und der Wert
die=
er Fundſachen, die durch Vermittlung der Polizei wieder
in die Hände ihrer Beſitzer kamen, beläuft ſich nach der
außerordentlich niedrigen amtlichen Taxierung auf weit
über 725000 Mark.
** In der chineſiſchen Examenſtadt. Alle drei Jahre
ergießt ſich über die chineſiſche Stadt Wutſchang an dem
Janatſefluß eine wahre Invaſion von Gäſten, denn aus
den ganzen Provinzen Hupeh und Human ſtrömen dann
zu einer feſtgeſetzten Zeit die Studenten und ehrgeizigen
jungen Leute herbei, um ihr Examen zu beſtehen und ſich
damit den Weg zu einträglichen Mandarinenämtern zu
öffnen. Während dieſer Examenszeit weilen 12—15000
hoffnungsvolle Kandidaten in den Mauern der Stadt;
und ihnen folgt in der Regel ein noch viel größerer Troß
von Händlern und Handwerkern, die bei dieſer
Menſchen=
anhäufung lohnende Verdienſte wittern. Und doch ſind
dabei die Ausſichten der Kandidaten mehr als erbärmlich,
denn in der Regel beſtehen nur ungefähr 5 von 1000 die
Prüfungen, die für einen europäiſchen Studenten eine faſt
mittelalterlich anmutende Marterqual bedeuten würden.
Eine rieſige Halle iſt aufgeſchlagen, die eine ganze kleine
Stadt für ſich bildet: die Examenhalle, zu der ſich nach
einem feierlichen Eröffnungsbankett der endloſe Zug der
Kandidaten bewegt. Inmitten der Halle iſt eine Art
Turm aufgeſtellt, deſſen Spitze ein Schwert bildet; das iſt
ein Symbol der Disziplin, und in der Tat werden die
geringfügigſten Störungen der Ordnung mit einer faſt
barbariſchen Strenge geahndet. Die Kandidaten werden
verleſen, jeder erhält eine Nummer, und dieſelbe Nummer
trägt auch eine ganz kleine, nur wenige Quadratfuß große
Zelle. Hier werden die Prüflinge eingeſperrt, erhalten
dann durch eine kleine Fenſteröffnung das Thema ihrer
Aufgabe und bleiben 36 Stunden lang, einen Tag und
zwei Nächte, Gefangene. Und das wiederholt ſich nicht
weniger als dreimal, ſo daß die unglücklichen Prüflinge
in dem engen Loche in ſtrenger Einzelhaft drei Tage und
ſechs Nächte verbringen müſſen. Währenddeſſen ſchreiben
ſie ihre Arbeit. Aber die körperliche Anſtrengung iſt ſo
groß, daß die Fälle nicht ſelten ſind, in denen Studenten
zuſammenbrechen, ja, daß ein Prüfling während dieſer
Prüfungszeit ſtirbt, iſt keineswegs eine ungewöhnliche
Erſcheinung.
* Fidele Gefängniſſe. Was man wohl als
Faſtnachts=
ſcherz zur Verſpottung des Humanitätsduſels erdacht hat,
ſoll in Amerika zur Wirklichkeit werden. Man weiß im
Dollarlande nicht mehr, was man anſtellen ſoll, um den
Bewohnern der Zuchthäuſer und Gefängniſſe
vorzutäu=
ſchen, daß das Leben hinter Kerkermauern wahrhaft
paradieſiſch iſt. In den Weihnachtstagen erhielten die
Sträflinge von mildherzigen Damen und von
Wohltätig=
keitsinſtituten ganze Berge von Süßigkeiten, Truthähnen
und anderen Leckerbiſſen. In vielen Gefängniſſen fanden
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Nummer 7.
Es wurden eine Anzahl Lampenteile, die abgeſchraubt
waren, aufgefunden, ſonſt war nichts geſchehen. — Im
Verlaufe des geſtrigen Abends wurden wieder in drei
Fällen Damen die Handtaſchen entriſſen.
Als Täter kommen 3 junge Burſchen in Betracht. In
einem weiteren Falle wurde einem Herrn der Geldbeutel
mnit 2,50 Mark Inhalt geraubt. Bei Ausführung der Tat
wurde der Beraubte von den Tätern mit Revolver und
Meſſer bedroht.
Weiſenau, 8. Jan. Der 16jährige Johann Werner
aus Hechtsheim kam geſtern in der Küferei der Portland=
Zementfabrik mit derrechten Hand in die
Kreis=
ſäge; es wurden ihm die fünf Finger glatt
abgeſchnit=
ten. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er in das
Hoſpital nach Mainz verbracht.
Guntersblum, 8. Jan. Eine
Kohlengasvergif=
tung brachte geſtern den Lehrer Biebesheimer in
Lebensgefahr. B. mußte wahrſcheinlich den in ſeinem
Zimmer befindlichen Füllofen nicht feſt geſchloſſen haben.
Die in der Nacht ausſtrömenden Gaſe brachten ihn dem
Erſtickungstod nahe. Durch ſein langes Ausbleiben
be=
unruhigt, wurde die Tür mit Gewalt aufgebrochen. B.
lag bewußtlos im Zimmer. Schnell wurde ärztliche
Hilfe herbeigeholt, und erſt längere Bemühungen brachten
den Verunglückten ins Leben zurück.
Flomborn, 7. Jan. Geſtern nacht brannte die erſt
im vorigen Jahre neu erbaute und mit Vorräten noch
reich gefüllte Scheune des Landwirts Wilhelm Baier
von hier vollſtändig nieder. Nur dem tatkräftigen
Ein=
greifen der hieſigen Freiwilligen Feuerwehr iſt es zu
danken, daß die gefährdeten Nachbargebäude vom Feuer
verſchont blieben. Als Entſtehungsurſache des Brandes
vermutet man Brandſtiftung.
* Gießen, 8. Jan. In der außerordentlichen
Gene=
ralverſammlung des Oberheſſiſchen
Obſt=
bauvereins am 15. Dezember 1912 in Gießen
wur=
den die neuen Statuten des Vereins angenommen.
Aus dieſen geht hervor, daß in Zukunft der Verein ſich in
Kreisobſtgartenbauvereine mit ihren
Unter=
organen gliedern wird. In allen Verſammlungen des
laufenden Vereinsjahres werden die vom Verein
beauf=
tragten Herren in dieſer Angelegenheit Aufklärung geben
Der Zweck der Neugliederung iſt, eine intenſivere Arbeit
auf dem geſamten Gebiete des Obſt= und Gartenbaues zu
leiſten. Beauftragt ſind vom Verein im Kreis Friedberg
Herr Gartenbauinſpektor John, für den Kreis Gießen
Herr Dr. Hoffmann und Herr Obſtbautechniker
Wenn=
macher, für die Kreiſe Alsfeld, Lauterbach, Schotten Herr
Vereinsobſtbautechniker Koch=Alsfeld. Es iſt dem
ober=
heſſiſchen Obſtbauverein zu wünſchen, daß mit dem neuen
Jahre auch alle Hoffnungen, die man auf die
Neuglieder=
ung geſetzt hat, in Erfüllung gehen. 24 Jahre hat er
bis=
her fördernd in der ganzen Provinz gewirkt, und hoffen
wir, daß ihm noch viele Jahre zur weiteren Arbeit
ver=
gönnt ſind.
Büdingen, 8. Jan. Aus Anlaß ſeines 40jährigen
Beſtehens läßt der Veteranen= und
Militär=
verein im Rathausſaale eine Ehrentafel für die
Kriegsveteranen von 1866 und 1870/71, ſowie für die
Teilnehmer des China= und Südweſtafrika=Feldzuges
anbringen.
Herrnhaag bei Büdingen, 8. Jan. Unter
außerge=
wöhnlich ſtarker Beteiligung von nah und fern wurde der
Rekrut Ehrhard Zieg von Diebach a. H. hier zu Grabe
getragen. Zieg war im Herbſt als Freiwilliger beim
Trainbataillon in Darmſtadt eingetreten und verlebte
ſeinen erſten Urlaub während der Feiertage bei ſeinen
Angehörigen. Vor wenigen Tagen ſtellte ſich bei ihm ein
tückiſches Halsleiden ein, das unerwartet ſchnell den Tod
herbeiführte Der Hauptmann, ein Leutnant, viele
Ein=
jährig=Freiwillige und andere Kameraden des
Ver=
blichenen gaben ihm das letzte Geleite, das
Trompeter=
korps des Trainbataillons ſpielte. Der Geſangverein
trug einige Lieder vor und ließ einen Kranz am Grabe
niederlegen. Ebenſo wurden Kränze niedergelegt von dem
Bataillon, den Unteroffizieren, den Einjährig=
Frei=
willigen und den übrigen Kameraden der Kompagnie.
Konzerte und Theateraufführungen ſtatt. Von ihren
Frauen getrennt lebende Ehemänner, die ſich in einer
Strafanſtalt befinden, weil ſie ſich ihren
Alimentierungs=
pflichten entziehen, leiſteten ſich eine Art
Kabarettvorſtel=
lung, deren Hauptnummer ein „Unſere Frauen” betiteltes
Stück bildete. Die Bürger von Illinois aber ſind der
An=
ſicht, daß für die Herren Sträflinge noch immer nicht genug
getan werde; ſie bauen daher ein Muſtergefängnis, das
ſo hübſch und elegant werden wird, daß jeder, der erſt
einmal drin iſt, nicht mehr hinaus wollen wird. Dieſer
Zuchthäuslerpalaſt ſoll nach dem Voranſchlag 14
Millionen Mark koſten. Die Zellen werden ganz von
Glas ſein, damit die Inſaſſen immer den Himmel
betrach=
ten können und ſich in der Einzelhaft nicht allzu ſehr
lang=
weilen. Das ganze Zellengefängnis ſoll einen einzigen
großen Kreis bilden; den Mittelpunkt dieſes Kreiſes
bil=
det eine Glaskabine für die Gefangenenwärter, die von
hier aus die Verurteilten beobachten können, ohne ſie in
ihren Himmelsbetrachtungen zu ſtören. Das
Muſterge=
fängnis wird mit Fahrſtühlen, Spielſälen, Baderäumen
und einem neuartigen Ventilationsſyſtem ausgeſtattet
ſein. Kurz, einen ſchöneren „Klub” wird man in den
ganzen Staaten nicht finden können. Wahrſcheinlich ſinnen
ſchon jetzt mehrere Herren und Damen darauf, in dieſem
vornehmen Ruheſitz bald nach der Eröffnung und für
möglichſt lange Zeit Quartier zu nehmen.
* Der Neujahrswunſch des Operndirektors. Direktor
Gregor von der Wiener Hofoper hat eine originelle Form
für ſeine direktorialen Neujahrswünſche gefunden. Um
den zeitraubenden Neujahrsgratulationen des Enſembles
zu entgehen, erließ er ſchon drei Tage vor Neujahr am
ſchwarzen Brett der Oper eine ſeiner Verordnungen, die
ihn in Wien ungefähr ſo populär gemacht haben wie
Herrn v. Jagow ſeine Polizeidekrete in Berlin. Sein
Neujahrsbefehl hieß: „Ich nehme an, daß mir die
Mitglieder der Hofoper zu Neujahr gratulieren werden.
Ich danke ihnen dafür und erwidere ihre Glückwünſche
aufs herzlichſte!‟ Dann ſetzte er ſich in den D=Zug und
fuhr nach Berlin.
* Die Abſchreckungstheorie. Die Mutter, als ſie ihrem
kleinen Jungen unter den Weihnachtsgeſchenken die ganz
modernen Spielſachen zeigt: „So, das ſind die neueſten
Spielſachen, damit Du es lernſt, ſchön artig zu werden.
Denn wern Du nicht brav biſt, wirſt Du genau ſo
ſcheuß=
lich wie ſie.”
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Jan. Profeſſor Dr. H.
Silbergleit, der Leiter des Statiſtiſchen Amtes der Stadt
Berlin, hat im letzten Hefte der Statiſtiſchen
Monatsbe=
richte für Groß=Berlin ſtatiſtiſche Zahlen über den
Ge=
burtenrückgang in Berlin veröffentlicht. Im
Jahre 1911 ſind in Berlin 44834 Kinder geboren worden;
dieſe Zahl wurde bereits im Jahre 1876 mit 46 298 um
1464 übertroffen, alſo zu einer Zeit, wo die Bevölkerung
noch nicht die Hälfte der gegenwärtigen betrug. Die auf
das Tauſend der mittleren Bevölkerung bezogene
Gebur=
tenziffer belief ſich damals auf 47.19, während ſie ſich im
Jahre 1911 nur noch auf 21,64 ſtellte — eine Abnahme um
nicht weniger als 51.1 v. H.! Im Jahre 1901 meldeten
13 153 Ehepaare in Berlin dem Standesbeamten die
Ge=
burt ihres erſten Kindes an, im Jahre 1911 waren es nur
noch 11488, ſo daß ſich alſo die Zahl der kinderloſen
Ehepaare um faſt 2000 vermehrte. 1901 wurden 10567
Ehepaaren je ein zweites, 6880 je ein drittes, 4213 je ein
viertes Kind geboren, im Jahre 1911 wurde nur noch
8522, bezw. 5038 und 3068 Ehepaaren ein ſolches Glück
be=
ſchert. Während in dem zehnjährigen Zeitraum von 1901
bis 1910 die Geſamtzahl der ehelich Lebendgeborenen um
18,4 v. H. abgenommen hat, ſtellt ſich der Rückgang bei
den erſten Kindern nur auf 11,4, bei den zweiten auf 14,2
v. H., bei beiden Klaſſen bleibt er alſo hinter dem
Durch=
ſchnitt zurück. Aber ſchon bei den dritten Kindern geht
er mit 23,1 v. H. über dieſen hinaus, und das gleiche iſt
bei den vierten und weiteren Kindern der Fall. In den
letzten Jahren macht der Rückgang vom dritten Kinde an
beſonders ſtarke Fortſchritte. Im Jahre 1911 aber iſt ein
bedeutender Abfall ſogar ſchon vom erſten zum zweiten
Kinde feſtzuſtellen. — Auf/Veranlaſſung der
Staatsan=
waltſchaft ſind heute die Bänkiers Mitzlaff und
Kärger verhaftet worden. Mitzlaff, der auch im
Sattler=Prozeß genannt worden iſt, war ſeit langem mit
Kärger liiert. Sie gründeten zuletzt die Firma A. von
Krauſe, Dorotheenſtraße 45. und zwar mit Hilfe eines
Herrn A. von Krauſe, den ſie zur Firmierung ihres
Ge=
ſchäftes gebrauchten, anſcheinend, um den Irrtum zu
er=
wecken, daß ihr Unternehmen mit der alten angeſehenen
Firma F. W. Krauſe u. Co., Bankgeſchäft in Berlin,
zu=
ſammen hänge. — In den nächſten Tagen treffen gegen
3000 gefrorene auſtraliſche Hämmel in
Ber=
lin ein.
Hanau, 8. Jan. Von den Erkrankten im
Eiſenbahn=Regiment iſt in der letzten Nacht
der Gefreite Wagner aus Lörrach in Baden geſtorben.
Saarbrücken, 7. Jan. Infolge Verſagens der Bremſe
ſtießen zwei Straßenbahnwagen mit je zwei
An=
hängern zuſammen. 15 Perſonen wurden mehr oder
weniger ſchwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Oehringen, 8. Jan. Das Automobil der
Ueber=
landzentrale Hohenlohe=Oehringen war heute nacht gegen
2 Uhr auf der Straße von Hohebuch nach Oehringen auf
dem Heimwege begriffen. als es auf bis jetzt noch nicht
aufgeklärte Weiſe vom Wege abkam. Der Führer des
Wagens bremſte ſcharf, wodurch ſich das Automobil in
voller Fahrt überſchlug. Ingenieur Heinrichſen von
der Ueberlandzentrale wurde ſofort getötet, Ingenieur
Kercher erlitt Verletzungen am Rücken und am Fuß, ein
weiterer Ingenieur aus Görlitz ſolche im Geſicht, ein Herr
Frenz von der Verwaltung des Ueberlandwerkes blieb
unverletzt.
Köln, 7. Jan. Auf der Bahnſtrecke Mülheim=
Schle=
buſch wurde die Leiche einer 45jährigen Arbeiterfrau
mit abgetrenntem Kopfe gefunden. Die Polizei
entdeckte in der Nähe des Feldes eine große Blutlache.
Anſcheinend liegt Mord vor; es wird angenommen, daß
der Täter die Leiche auf das Bahngleis geſchleppt hat, um
die Spur zu verwiſchen.
Bochum, 7. Jan. In der vergangenen Nacht wurde
auf dem Stensſchen Gutshof im benachbarten Weitmar
eine Schafherde von Hunden angefallen
und zerriſſen. 35 Schafe lagen morgens tot in ihrem
Blute, 17 andere waren ſo ſchwer verletzt, daß ſie
abge=
ſchlachtet werden mußten und 14 weitere mußten in
tier=
ärztliche Behandlung gegeben werden. Der Beſitzer der
Tiere, Schafzüchter Heinrich Günter aus Oſtorp im Kreiſe
Biſren, erleidet einen Schaden von mehreren tauſend
Mark.
Mühlacker, 8. Jan. Dieſer Tage ereignete ſich am
Bahnübergang in Ensberg infolge ſchnellen Fahrens
wiederum ein Automobilunfall. Ein Pforzheimer
Automobil mit ſechs Inſaſſen fuhr in ſchnellem Tempo
auf die Bahnſchranke auf. Der Lenker wurde kopfüber
aus dem Wagen geſchleudert, blieb aber unverletzt. Die
anderen fünf Perſonen ſind ſämtlich verletzt worden,
dar=
unter eine Dame, die eine ſehr ſchwere Stirnwunde
er=
litt. Ein Mann hat innere Verletzungen davongetragen.
Dresden, 8. Jan. In der vergangenen Nacht wurden
Schmuckſachen im Werte von 20000 Mark in der
Villa des Kommerzienrates Römiſch in der Jägerſtraße
geſtohlen. Der Verdacht lenkte ſich auf das ſeit dem
Dezember dortſelbſt in Stellung befindliche, 25 Jahre
alte Dienſtmädchen Chotoha, welches ſeit vergangener
Nacht verſchwunden iſt. Die Spur der Geflüchteten führt
nach Prag. Das Mädchen ſoll den Diebſtahl angeblich
mit ihrem tſchechiſchen Liebhaber ausgeführt haben.
Hamburg, 8. Jan. Hier wurde geſtern nachmittag
be=
kannt, daß eine Kiſte mit 100000 Mark geprägten
Goldes auf dem Wege von Berlin nach Hamburg
ver=
chwunden iſt. Das Gold ſollte von Hamburg per
Dampfer über Kap Blanca nach Rio de Janeiro geſchickt
werden. Bis jetzt ſind keine Einzelheiten über den
Dieb=
ſtahl bekannt.
Hamburg, 8. Jan. Die Hamburg-Amerika=Linie
kündigt die erſte Ausreiſe des neu erbauten
Rie=
endampfers „Imperator” für den 7. Mai, die
Rückfahrt aus New=York für den 17. Mai an.
Kiel, 7. Jan. Auf der Levensauer Hochbrücke wurde
heute nachmittag ein 17jähriger junger Mann mit
zertrüm=
mertem Schädel tot aufgefunden. Die Leiche war
im Sande verſcharrt. Es liegt ein Mord vor. Ein
Poli=
zeihund verfolgte die Spur des Täters bis zur
Arbeiter=
baracke bei Knoob.
Rom, 7. Jan. Bei den Kundgebungen gegen die
ſa=
nitären Maßnahmen der Stadtverwaltung in
Roccagorga (Provinz Rom) kam es zu
Zuſam=
menſtößen zwiſchen der Bevölkerung und einer
Abtei=
lung Soldaten. Die Truppen, die von der Menge mit
Steinen beworfen wurden, hatten mehrere Verwundete.
Die Truppen machten von der Waffe Gebrauch. Den
Blät=
tern zufolge wurden fünf Perſonen getötet und mehrere
verwundet.
Rom, 8. Jan. Eine große Mauer fiel heute
morgen auf die hintere Seite eines Hauſes in der Via
del Tritone, in dem mehrere Perſonen ſich befanden, und
brachte einen Teil des Hauſes zum Einſturz. Bisher
ſind vier Tote und vier Verwundete, von denen einer
ſchwer verletzt iſt, geborgen. Militär iſt zur Hilfeleiſtung
herangezogen. Unterſtaatsſekretär Faleioni begab ſich
an die Unfallſtelle.
Zarskoje=Sſelo, 7. Jan. Der Kaiſer der
Groß=
fürſt=Thronfolger und die Großfürſtinnen
nahmen an der Weihnachtsfeier der hier garniſonierenden
Soldaten teil.
Waſhington, 7. Jan. Der Great Falls Power
Com=
panie in Montana wurde heute die Erlaubnis erteilt,
über ein öffentliches Landgebiet hinweg unter den Vor=
ſchriften der Regierung Kraft zur Elektrifizierung
von 450 Meilen der Hauptlinie der Chicago-
Mil=
waukee-Pugetſound=Eiſenbahn zwiſchen
be=
ſtimmten Punkten in Montana und Idaho zu leiten.
Dieſe Tatſache wird von dem Staatsſekretär des Innern
Fiſcher als Beginn der Elektrifizierung aller den
Kon=
tinent durchquerenden Bahnlinien bezeichnet.
Los Angeles, 8. Jan. Infolge der ſtrengen Kälte
wurde die Zitronenernte in Kalifornien
ver=
nichtet. Man glaubt, daß nur der 5. Teil zu retten iſt.
Der Schaden wird auf 20 Millionen Dollars geſchätzt,
von denen allein 8 Millionen für verminderte
Frachtein=
nahmen auf die Eiſenbahn entfallen.
Aſtoria (Oregon), 8. Jan. Der
Petroleum=
dampfer „Roſecrans” iſt während eines heftigen
Sturmes bei Peacock=Spit geſtrandet. Die See ging
ſehr hoch. Das Schiff ſank und nur drei Mann von der
36 Mann ſtarken Beſatzung halten ſich noch an dem über
das Waſſer ragenden Maſt feſt. Es beſteht aber wenig
Hoffnung, daß man ſie retten kann. Der Reſt der
Mann=
ſchaft iſt wahrſcheinlich umgekommen.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 8. Jan. Der
Finanzaus=
chuß der Zweiten Kammer ſetzte heute ſeine
Etatsberatungen beim Kap.7,
Braunkohlen=
bergwerk „Ludwigshoffnung” und
Elek=
trizitätswerk Wölfersheim fort und unterzog
das Kapitel mit der neuen Elektrizitätsanlage einer
län=
geren Erörterung. Dabei wurde namentlich ſtark
be=
mängelt, daß die kaufmänniſche Bilanz nicht ſo
aufge=
ſtellt worden ſei, daß ſich daraus die finanzielle Lage des
Werkes leicht erkennen laſſe. Von mehreren Seiten wurde
darauf hingewieſen, daß durch das neue Elektrizitätswerk
der bisher unrentable Betrieb ſich etwas günſtiger zu
ge=
ſtalten beginne, und daß ſich dieſe Rentabilität durch die
in Ausſicht ſtehende Ausdehnung der elektriſchen
Verſor=
gung in der Provinz Oberheſſen noch ſteigern werde. Von
Ausſchußmitgliedern wurde angeregt, unter den
Betriebs=
ausgaben auch die Zinſen des Schuldkapitals und der
Tilgungsquote einzuſtellen, und ein dahinzielender
An=
trag des Aba. Henrich angenommen. Die
Betriebsaus=
gaben des elektriſchen Kraftwerkes wurden als viel zu
hohe bezeichnet, desgleichen auch die Summe für die
Uebernahme eines Teiles der Tätigkeit der jetzt bei dem
Bergwerk beſchäftiaten Beamten, da dieſe doch nicht
tech=
niſch für das Werk vorgebildet ſeien. Kap. 8, Bad und
Saline Bad Nauheim und Bad Salzhauſen
ſoll noch zum Gegenſtand einer Beſprechung mit der
Re=
gierung gemacht werden; auch hier wurde eine
kaufmän=
niſche Bilanzaufſtellung verlangt, damit der jeweilige
Ka=
pitalswert des Geſamtunternehmens und deſſen Rente
ohne weiteres erſehen werden kann. Die Kap. 9 und 10,
Samenklenganſtalt und Lotterie, gaben zu
Erörterungen keinen Anlaß. Bei Kap. 11.
Staats=
eiſenbahnen, nahm auf Anregung des Ausſchuß=
Re=
ferenten, Abg. Molthan, der Finanzausſchuß in
Aus=
ſicht, dem tatſächlichen Ergebnis der Einnahmen
ent=
ſprechend, wie ſie ſich bis jetzt herausgeſtellt haben, den
etzigen Betrag von 17443000 Mk. zu erhöhen. Beim
Kap. 12, Direkte Steuern uſw., traten beſonders
die Abgg. Dr. Oſann und Molthan für eine
Ver=
beſſerung der Lage der Schreibaehilfen ein. Man war
allgemein der Anſicht, daß die jetzt von der Aegierung
ge=
troffene Regelung, nach welcher das 35. Lebensjahr und
mindeſtens eine 15jährige Beſchäftigung verlangt wird,
mehr aber noch die Beſtimmung, daß nur 20 Prozent der
Schreibgehilfen angeſtellt werden ſollen, für die
Ueber=
gangszeit außerordentliche Härten hervorgerufen habe.
Dazu komme, daß auch durch die Privatverſicherung der
Angeſtellten den Schreibgehilfen erhöhte Ausgaben
er=
wüchſen. Hier ſei eine Aenderung der
Regierungsvor=
ſchläge dringend geboten; es ſoll in dieſer Beziehung
ebenfalls noch mit der Regierung verhandelt werden. Die
Fortſetzung der Beratung erfolgt morgen vormittag.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 8. Jan. Präſident Dr. Kaempf eröffnet
um 2 Uhr 20 Min. die Sitzung mit folgenden Worten=
Bei Wiedereintritt in unſere Arbeit geſtatte ich mir, Ihnen
allen ein geſegnetes neues Jahr und einen günſtigen
Er=
folg unſerer weiteren Arbeit zu wünſchen. (Bravo!).—
Der Präſident gibt dann Kenntnis von Danktelegrammen
des Prinz=Regenten Ludwig der bayeriſchen
Kammerprä=
ſidenten und des Miniſterpräſidenten Freiherrn v. Hert
ling anläßlich der Trauerkundgebung des Reichstages
beim Tode des Prinz=Regenten Luitpold. Der Präſident
fährt fort: Am 30. Dezember vorigen Jahres iſt der Herr
Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes v. Kiderlen
Waechter (die Mitglieder erheben ſich), welcher
Jahre hindurch unter ſchwierigſten Verhältniſſen das
Auswärtige Amt geleitet und dem Vaterlande große
Dienſte geleiſtet hat, nach kürzem Krankenlager geſtorben.
Ich habe der Schweſter des Entſchlafenen, Freifrau von
Gemmingen, das herzliche Beileid des Reichstages
über=
mittelt und an der Bahre des Entſchlafenen einen Kranz
niederlegen laſſen. Freifrau von Gemmingen hat mir
ihren Dank ausgeſprochen. Sie haben ſich zum Andenken
an den Verſtorbenen von Ihren Sitzen erhoben. Ich danke
Ihnen herzlichſt.
Nach weiteren geſchäftlichen Mitteilungen tritt das
Haus in die Tagesordnung ein. Die Genehmigung
zur Einleitung einer Privatklage gegen den Abg.
Heſter=
mann (Wild) wird nicht erteilt. — Es folgt die Inter
pellation der Sozialdemokraten betreffend
den
Wagenmangel im Ruhrgebiet.
Abg. König (Soz.): Die vorübergehenden Klagen
über den Wagenmangel in den Induſtriegegenden ſind zu
einer dauernden Erſcheinung geworden. Wir haben es
mit einer Kalamität zu tun, die geradezu eine deutſche
Frage geworden iſt. Das Reichseiſenbahnamt hat die
Pflicht, dafür zu ſorgen, daß die Eiſenbahnverwaltungen
genügend gerüſtet ſind, den Bedürfniſſen der Induſtrie zu
genügen. Auch in Schleſien macht ſich ein Mangel fühlbar.
Selbſt im Jahre 1908, während der wirtſchaftlichen
De=
preſſion, genügte die Wagengeſtellung nicht. (Hört, hört!
Die Arbeiterſchaft leidet unter der Kalamität
außerordeni=
lich ſchwer, da die Arbeitsſchichten im Bergbau
einge=
chränkt werden müſſen. Der geſamte Ausfall von
Schich=
ten wegen des Wagenmangels bedeutet einen Lohnverluſt
von 672000 Mark; auch die ſtaatlichen Zechen ſind davon
nicht ausgeſchloſſen. Der tatſächliche Schaden dürfte ſich
auf Millionen belaufen, zumal in dieſen Zeiten. Jetzt und
zur Weihnachtszeit iſt es beſonders empfindlich für die
Bergleute, für die ein Biſſen Fleiſch ein Leckerbiſſen
ge=
worden iſt. Sie leiden unter dem Wagenmangel des
Syſtems Breitenbach aufs ſchwerſte. Wie ſteht es mit dem
Gerücht, daß die Regierung für eventuelle politiſch
Nummer 7.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Seite 5.
Komplikationen Wagen zurückhält. Der Ausbau der
Waſſerſträßen und die Konzeſſionierung der Städtebahnen
ſind Dinge, die Abhilfe ſchaffen können.
Präſident des Reichseiſenbahnamtes Dr.
Wacker=
zapp: Der Eiſenbahnminiſter hat ſich im preußiſchen
Landtage und an Ort und Stelle den Intereſſenten
gegen=
über wiederholt über die Wagennot ausgeſprochen. Die
Wagennot und die wirtſchaftliche Schädigung iſt in erſter
Linie preußiſche Landesangelgenheit. (Sehr wahr!) Auf
Einzelheiten kann deshalb hier nicht eingegangen werden.
Als Urſache für den Wagenmangel wird angeführt der
an=
gebliche Perſonalmangel im Ruhrgebiet. Das iſt nicht
zutreffend. Die Geſtellung von Wagen iſt in den letzten
Monaten des vergangenen Jahres erheblich beſſer
gewor=
den als vordem. Daß dieſe aber immer noch nicht
aus=
reicht, liegt in der Verkehrsentwicklung. Der Vorwurf,
daß die Eiſenbahnverwaltung nicht genügend vorgeſorgt
habe, iſt durch nichts begründet. Die Kalamität wurde
dadurch verſchärft, daß ſich die Verkehrsſteigerung nicht
auf dem ganzen Gebiet, ſondern ſprungweiſe in einzelnen
Revieren zeigte. Selbſt die Induſtriellen haben dieſe
Zu=
nahme des Verkehrs nicht vorherſehen können. Ein
Vor=
wurf kann daher der Verwaltung, die die Verkehrsmittel
dauernd ausbaut, nicht gemacht werden. Auch auf den
Ausbau der Bahnhöfe und Gleisaulagen iſt ſie ſtetig
be=
dacht. Weitere Maßnahmen zum Ausbau des
Eiſenbahn=
netzes in den in Frage kommenden Gebieten ſind in
Aus=
ſicht geſtellt worden; ſo auch die Beſchleunigung der
Fer=
tigſtellung begonnener Umbauten. Auch neue Anlagen
von Eiſenbahnlinien ſind in großem Umfange geplant.
Aus allem ergibt ſich, daß die preußiſche
Eiſenbahnver=
waltung mit Ernſt bemüht iſt, für die Zukunft Abhilfe zu
ſchaffen.
Auf Antrag des Abg. Haaſe= Königsberg (Soz.)
findet Beſprechung der Interpellation ſtatt.
Abg. Dr. Bell (Zentr.): Die Frage des
Wagen=
mangels iſt derart eingehend behandelt worden, daß
Neues tatſächlich nicht vorzubringen iſt. Bei den
Konfe=
renzen an Ort und Stelle ſollten auch die
Kleingewerbe=
treibenden, Beamten und Arbeiter gehört werden. Daß
eine unvorhergeſehene Verkehrsſteigerung die Urſache der
Verkehrsſtockung ſei, kann als richtig nicht anerkannt
wer=
den. Vorherſehbar war die Verkehrsſteigerung ſehr wohl.
Die Induſtrie hat mit dieſer Steigerung längſt gerechnet.
Die Betriebsausgaben der Eiſenbahnverwaltungen
ent=
ſprechen bei weitem nicht den Betriebseinnahmen. Die
Ausgeſtaltung der Verkehrsmittel läßt zu wünſchen übrig,
namentlich hinſichtlich der Vermehrung des Fuhrparks und
des Perſonals. Zu fordern iſt die vollſtändige Trennung
des Güter= und Perſonenverkehrs außerdem muß
gefor=
dert werden der Bau neuer Abführungslinien aus dem
Ruhrbezirk und eine entſprechende Vermehrung des
Wa=
gen= und Lokomotivmaterials. Eine zweckentſprechende
Güterwagengemeinſchaft mit möglichſter Vereinheitlichung
iſt anzuſtreben. — Abg. Schwabach (ntl.): Unſer
Eiſen=
bahnmaterial iſt vielfach veraltet. Unſere bisherigen
Auf=
vendungen für den Ausbau des Bahnbetriebes genügen
nicht. Der Staat muß ſeine Einrichtungen den
berechtig=
ten Anſprüchen des Verkehrs anpaſſen. Der rein fiskaliſche
Standpunkt darf in Verkehrsfragen nicht hervorgekehrt
werden. Die durch die Uebelſtände hervorgerufenen
wirt=
ſchaftlichen Schäden ſind überaus groß und wir erwarten
beſtimmt, daß alles geſchieht, was nötig iſt, um einer
Wiederkehr ſolcher Zuſtände vorzubeugen. Sollte die
Ver=
waltung aus militäriſchen Gründen Wagen zurückgehalten
haben, ſo vermögen wir ihr einen Vorwurf nicht
zu machen. — Abg. Graf v. Kanitz (konſ.): Wir teilen
in vollem Maße das Bedauern an dem Wagenmangel und
den damit verbundenen wirtſchaftlichen Schädigungen
namentlich auch der Arbeiterſchaft, vermögen uns aber
nicht der allgemeinen Erörterung anzuſchließen, da die
Angelegenheit im Abgeordnetenhauſe genügend erörtert
worden iſt. Der Vorwurf, daß Preußen mit ſeinen
Be=
triebseinrichtungen nicht auf der Höhe geweſen ſei. iſt
durch nichts gerechtfertigt. Der Dortmund=Ems=Kanal
ſollte dazu dienen, die Eiſenbahn zu entlaſten. Wie ſteht
es damit? Seine Verzinſung entſpricht nicht den
geheg=
ten Erwartungen. — Abg. Dove (Fortſchr. Vpt.): Beſſer
konnte der Eiſenbahnminiſter nicht verteidigt werden, als
wie es durch den Präſidenten des Reichseiſenbahnamtes
geſchehen iſt. Natürlich iſt wieder der niederträchtige
Ver=
kehr an allem ſchuld. Hier zeigt ſich wieder der Mangel
eines Aufſichtsamtes, das den allgemeinen Verkehr nicht
leiden läßt unter örtlichen Kalamitäten. Wir müſſen
deshalb immer wieder ein Reichseiſenbahngeſetz fordern.
Abg. Sofinski (Pole): In Oberſchleſien haben die
Arbeiter ebenſo unter dem Wagenmangel leiden müſſen.
Es war nur ein Glück, daß die Schiffahrt nicht
ver=
ſagt hat.
Darauf wird die Weiterberatung auf
Donners=
tag 1 Uhr vertagt. Außerdem Wahlprüfungen. kleine
Vorlagen, Novelle zum Handelsgeſetzbuch (
Konkurrenz=
klauſel). — Schluß ¾47 Uhr.
Polar=Expeditionen.
* Berlin, 8. Jan. Die B Z. veröffentlicht ein
Funkentelegramm, welches der in der Adventbai (
Spitz=
bergen) eingetroffene Kapitän Ritſchel von der
deut=
ſchen arktiſchen Vorexpedition von der
Ad=
ventbai am 7. Januar abſandte. Es lautet: Das Schiff
der deutſchen arktiſchen Vorerpedition iſt in der
Treuren=
burg=Bai eingefroren, wo für die am 15. Auguſt nördlich
der Croßbai=Inſel im Packeis ausgeſetzte
Schlitten=
expedition ein Depot errichtet worden war. Die
Expe=
dition beſtand aus Leutnant Schröder=Stranz,
Kapitän=
leutnant Sandleben und dem Geologen Mayr, ſowie dem
Präparator Schmidt. Bisher fehlen über das Schickſal
der Schlittenexpedition alle Nachrichten. Die Beſatzung
des Schiffes verließ am 9. September den „Herzog Ernſt”,
um zu Fuß die Adventbai zu erreichen. Der Botaniker
Möſer und der Zoologe Detmers trennten ſich freiwillig
von mir und marſchierten nach dem Polheimquartier, um
ſchneller die Adventbai zu erreichen. Der Ozeanograph
Dr. Rüdiger, ein Eislotſe und andere Matroſen
er=
reichten die Wijdebai. Hier mußte Rüdiger eines
er=
frorenen Fußes halber in der Schutzhütte zurückgelaſſen
werden. Mit ihm blieb der Marinemaler Rave zurück.
In der Hütte iſt reichlich Proviant bis Januar vorhanden.
Ich ſelbſt, ein Flugtechniker, unſer Eislotſe und ein
Ma=
ſtroſe gingen weiter ſüdwärts, um die Hilfsaktion für
Rüdiger ins Werk zu ſetzen. Infolge der Dunkelheit der
Polarnacht und des ſchlechten Wetters mußten wir bis
Mitte Dezember in einer Schutzhütte am Kap Petermann
unter großen Entbehrungen warten. Am 10. Dezember
drang ich allein ſüdwärts nach der Adventbai, wo ich mit
ſteilweiſe erfrorenen Gliedern am 27. Dezember eintraf.
Der Fluatechniker, der Eislotſe und die Matroſen waren
zum Schiff zurückgekehrt. Es wird hier eine
Hilfsexpedi=
tion ausgerüſtet. Ich ſelbſt werde meiner erfrorenen
Füße wegen zwei Monate hier liegen bleiben müſſen.
Unſer Schiff ſitzt in der Treurenburgbai ſicher auf Strand.
ſo daß es im nächſten Sommer unbeſchädigt abgeholt
werden kann.
* Buenos=Aires, 8. Jan. Der Walfiſchfänger
„Deutſchland” von der Expedition Filchner iſt
aus der Antarktis angekommen. Filchner ſtieß bei 67,35
Grad ſüdlicher Breite und 30 Grad weſtlicher Länge auf
Land, das er Prinz=Regent Luitpold=Land taufte. Es
wird im Weſten von einer großen Eisbarriere begrenzt,
die Filchner Kaiſer Wilhelm=Land nannte. Filchner wird
im Dezember wieder nach der Antarktis reiſen, nachdem er
ſich neu verproviantiert hat. Der Kapitän der „
Deutſch=
land”, Vahſel, erlag vor der Rückkehr einem Herzleiden.
Der Geſundheitszuſtand der Gefährten iſt gut. Das
Prinz=Regent Luitpold=Land erſtreckt ſich bis zum 79.
Grad ſüdlicher Breite.
Heer und Flotte.
Funkentelegraphie.
* Den erhöhten Anforderungen an das Perſonal auf
dem Gebiete der Funkentelegraphie kann die
Truppe fernerhin nicht mehr gerecht werden, und ſo iſt
die Heeresverwaltung im Intereſſe der Kriegsbereitſchaft
zur Errichtung einer Funkerſchule gezwungen,
die am 1. Oktober dieſes Jahres mit der vorhandenen
Kavallerie=Telegraphenſchule zu einer Kriegs=
Tele=
graphenſchule vereinigt werden ſoll. Dieſe Schule dient
zur Ausbildung von Offizieren und Unteroffizieren der
Kavallerie im Feldtelegraphendienſt, und der Unterricht
umfaßt die Ausbildung in der Handhabung des
Ka=
vallerie=Telegraphen, ſowie der Feldſignalſtationen mit
Einſchluß der optiſchen Telegraphie, ferner Unterweiſung
über die Organiſation der Feldtelegraphie und deren
Ge=
rät, die Einrichtung und das Gerät der Reichs= und
Eiſenbahntelegraphie, wozu nun die Funkentelegraphie
hinzutritt. Während jetzt als Führer der Schulabteilung
der Kavallerie=Telegraphenſchule ein Rittmeiſter der
Ka=
vallerie beſtimmt iſt, wird die Kriegs=Telegraphenſchule
einen Stabsoffizier in der Stellung eines
Bataillonskom=
mandeurs als Führer bezw. Kommandeur erhalten, dem
zwei Rittmeiſter und drei Oberleutnants und Leutnants
beigegeben ſind, zu denen noch eine Anzahl Militärlehrer
hinzutritt. Auch die 4 (Funker=)Kompagnien der
Tele=
graphenbataillone Nr. 1 bis 5 werden um je zwei
Ober=
leutnants oder Leutnants verſtärkt, wie auch den
Ver=
kehrsoffizieren vom Platz in Köln, Mainz und
Königs=
berg i. Pr., ſowie den Radio=Großſtationen in Metz,
Straßburg i. Elſ., Köln und Königsberg i. Pr. je ein
weiterer Oberleutnant oder Leutnant zugeteilt wird.
Der Balkankrieg.
Der Stand der Friedensverhandlungen.
* London, 7. Jan. Zum Stillſtand der
Frie=
densverhandlungen erfährt das Reuter=Bureau,
daß ſeit geſtern keine weitere Entwickelung eingetreten iſt.
Nach dem jetzt in türkiſchen Kreiſen herrſchenden Eindruck
werden die türkiſchen Delegierten London wahrſcheinlich
verlaſſen, wenn kein Mittel gefunden wird, die
gegenwär=
tigen Schwierigkeiten auszugleichen. Die Mitglieder der
Miſſion verſammelten ſich heute nachmittag zu einer
Be=
ſprechung in der türkiſchen Botſchaft.
* London, 7. Jan. Das Reuter=Bureau erfährt in
ſpäter Abendſtunde von Dr. Danew daß ſeit der
Sus=
penſion der Friedensverhandlungen die Dinge keinen
Schritt vorwärts gekommen ſeien. „Wir haben”,
ſo ſagte er, „von den Türken keine Mitteilung erhalten,
und die Verbündeten haben ihnen keine Mitteilung zu
machen. Ich bin vollſtändig ruhig und voller Zuverſicht,
daß unſere Forderungen angenommen werden und daß
der Friede erhalten bleiben wird.‟ Dr.
Da=
new erklärte weiter, über die Konferenzen, die angeblich
zwiſchen den türkiſchen und bulgariſchen Kommiſſionären
wegen Adrianopel ſtattfinden, ſei er ohne amtliche
Nach=
richt; er habe ſoeben wegen einer ſolchen depeſchiert.
Die Intervention der Mächte.
* Wien, 8. Jan. Unter Hinweis auf die
bevor=
ſtehende Mediation der Mächte in der
Angelegen=
heit des Friedensſchluſſes betont das
Fremden=
blatt: So ſehr man auch in durchſichtiger agitatoriſcher
Abſicht Notizen über angebliche Unſtimmigkeiten zwiſchen
den Großmächten lanzieren will, ſo zeigte jeder Tag die
Mächte einig in der Auffaſſung, daß ein baldiger
Friedensſchluß notwendig iſt. Insbeſondere
Oeſterreich=Ungarn iſt auf das lebhafteſte intereſſiert an
dem baldigen Erfolge der Friedensverhandlungen, denn
es muß nicht nur die Schäden des Kriegszuſtandes in der
Nachbarſchaft am meiſten fühlen, vielmehr werden auch
nach dem Friedensſchluß jene Verhandlungen
aufgenom=
men werden, durch die die wichtigen Fragen gelöſt werden,
welche ſich für Oeſterreich=Ungarn aus der Neugeſtaltung
der Verhältniſſe auf dem Balkan ergeben.
* London, 7. Jan. Die Botſchafter erwarten
von ihren Regierungen Inſtruktionen als Antwort
auf eine Reihe von Vorſchlägen, die ſie nach der Sitzung
am Samstag im Auswärtigen Amt nach den verſchiedenen
Hauptſtädten ſandten. In dieſer Sitzung wurde der Kurs
diskutiert, der von den Mächten zu verfolgen ſei, um die
Verſtändigung zwiſchen den Kriegführenden zu fördern.
* London, 7. Jan. In diplomatiſchen Kreiſen
Londons herrſcht weiter eine hervorragend friedliche
Stimmung, da die Großmächte über die
Not=
wendigkeit einig zu ſein ſcheinen, die Schwierigkeiten zu
ebnen, die noch die Lage auf dem Balkan umgeben. Dieſer
Stand der Dinge ſcheint auf ſämtliche Friedensdelegierte
und die anderen Kreiſe, die dem Verlauf der
Verhandlun=
gen folgen, Eindruck gemacht zu haben.
London, 7. Jan. Im Unterhauſe fragte der
Liberale King an, ob die Mächte über den Kurs eines
gemeinſamen Vorgehens für den Fall, daß die
Frie=
denskonferenz zu keinem Uebereinkommen
gelan=
gen ſollte, beratſchlagt und ſich geeinigt hätten. Grey
erwiderte, die Großmächte hätten ſelbſtverſtändlich dieſer
Frage ihre Aufmerkſamkeit geſchenkt, doch könne er keine
ihre Anſichten oder ihre Entſchlüſſe betreffenden
Erklärun=
gen veröffentlichen, es ſei denn mit ihrer gemeinſamen
Zuſtimmung. Wenn dieſe Bedingung erfüllt wäre, würde
er bemüht ſein, dem Hauſe ſo bald als möglich Aufklärung
zu geben.
Rom, 8. Jan. Wie die Tribuna meldet,
unter=
ſtützt der Dreibund einen italieniſchen
Vor=
chlag, daß die den Dardanellen vorgelagerten ägäiſchen
Inſeln, auch Chios, Mytilene, Kos und Rhodos, unter
fürkiſcher Herrſchaft bleiben und nur gewiſſe Freiheiten
ihren Bewohnern gewährleiſtet werden. Dieſe
Stelluna=
nahme gegen Griechenland erklärt ſich aus dem Intereſſe
an dem Gleichgewicht im öſtlichen Mittelmeer.
Rumänien und Bulgarien.
* London, 7. Jan. Das Reuter=Büro erfährt: Die
Beſprechungen über die Grenzberichtigungen
zwiſchen Bulgarien und Rumänien machen
keine Fortſchritte. Der Miniſter Jonescu hatte
heute weitere Beſprechungen mit Dr. Danew, die, wie
man hofft, die Angelegenheit vorwärts bringen.
Gegen=
wärtig herrſcht in bulgariſchen Kreiſen einige Abneigung,
über dieſe Frage zu verhandeln. Die Meinung überwiegt,
daß ein bulgariſcher Spezialgeſandter ernannt werden
ſoll, um mit der rumäniſchen Regierung über dieſen
Gegenſtand zu diskutieren. Die Rumänen ſcheinen ein
Fortſchreiten der Verhandlungen mit Bulgarien über die
Grenzfrage nicht allzu hoffnungsvoll zu beurteilen
Vermiſchtes.
— Eifenbahnverwaltung und
Konſum=
vereine. Veranlaßt durch vielfache Beſchwerden aus
den Kreiſen des handeltreibenden und gewerblichen
Mittelſtandes über gemeinſamen Warenbezug der
Beam=
ten und ihre Beteiligung an Konſumvereinen hat der
Herr Miniſter der öffentlichen Arbeiten in Berlin
neuer=
dings in einem an die Eiſenbahndirektionen gerichteten
Erlaſſe Vorſchriften herausgegeben, die zwar nicht durch
ein Verbot der Beteiligung an ſolchen, auf dem Boden
des Geſetzes ſtehenden, lediglich privatwirtſchaftliche
Zwecke verfolgenden Vereinigungen in das
Selbſtbeſtim=
mungsrecht der Beamten eingreifen, aber doch geeignet
ſind, den Auswüchſen auf dieſem Gebiete wirkſam
ent=
gegenzutreten. So iſt die Uebernahme von Aemtern im
Vorſtand und Auſſichtsrat von Konſumvereinen durch
Beamte der Staatseiſenbahnverwaltung in allen Fällen
von der vorherigen Genehmigung durch die
Eiſenbahn=
direktionen abhängig. Sie darf nur erteilt werden, wenn
die dienſtliche Tätigkeit der Beamten nicht darunter
leidet. Auch über die Beurteilung der Bedürfnisfrage
ſind genaue Anweiſungen gegeben, die in beſonderen
Fällen die Anhörung des zuſtändigen
Regierungspräſi=
denten oder Landrats vor der Entſcheidung vorſehen.
Unter keinen Umſtänden darf den Beamten mit Rückſicht
auf ihre Nebenbeſchäftigung in Konſumvereinen eine
Einſchränkung ihrer dienſtlichen Aufgaben zugeſtanden
werden, wie denn überhaupt jede Begünſtigung ſolcher
Vereinigungen durch Ueberlaſſung amtlicher Hilfsmittel
und dergleichen grundſätzlich zu vermeiden iſt.
Aehn=
liche Beſtimmungen ſind über den gemeinſamen
Waren=
bezug erlaſſen, durch die verhütet werden ſoll, daß der
Warenbezug, der an und für ſich den Beamten
ebenſo=
wenig wie Privatperſonen verwehrt werden kann, in
einen gewerblichen Handel ausartet. Den hierbei
täti=
gen Beamten darf daher nicht geſtattet werden, für ihre
Tätigkeit von den Lieferanten oder Beſtellern Vorteile
irgendwelcher Art entgegenzunehmen und ſich dadurch
einen Nebenerwerb zu ſchaffen. Insbeſondere dürfen
auch die Dienſtſtunden nicht zur Abwickelung derartiger
Geſchäfte benutzt werden.
Literariſches.
* Neu erſchienene Broſchüren: Warum ich
evangeliſch wurde. Bekenntniſſe eines früheren
Katho=
iken. Mit einem Vorwort von D. Dr. Hermann Strack,
o. Profeſſor der Theologie in Berlin. Preis 1 Mk. —
Was jedermann von der Erkennung der Krankheiten und
der Vorausſage des Krankheitsverlaufes aus dem Urin
wiſſen muß. Neu bearbeitet von Dr. med. Meyer, prakt.
Arzt. Preis 60 Pfg. 5. Auflage. Hof=Verlag von
Edmund Demme, Leipzig. — Und dann . . . ?!
Fortſetz=
ung der Schlacht auf dem Birkenfelde in Weſtfalen 191.. .
Errettung des Deutſchen Reiches vom Untergang. Von
einem aktiven deutſchen General. Leipzig, Dieterichſche
Verlagsbuchhandlung (Theodor Weicher). 1912. Preis
1 Mk. — Wie ich mich ſelbſt wieder jung machte im Alter
von ſechzig Jahren, oder: Was iſt Fletcherismus? Von
Horace Fletcher, deutſch von Julius Müller. Preis
30 Pfg. 5. Auflage. Hof=Verlagsbuchhandlung Edmund
Demme, Leipzig. — Frau Erna Grauenhorſt,
Katechis=
mus für Kindergärtnerinnen, Kinderpflegerinnen,
Kinder=
fräulein und Mütter, wie Kinder nach der Fröbelſchen
Methode zu erziehen und beſchäftigen ſind. Ein
Lehr=
buch in Fragen und Antworten. 7. Auflage (10000)
Mit Verzeichnis einſchlägiger Literatur. Preis 80 Pfg.
Fröbel=Oberlin=Verlag in Berlin=Südende.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Karlsruhe, 8. Jan. Die von Herrn und Frau
Krupp v. Bohlen und Hallbach gemachte
Stif=
tung für die Techniſche Hochſchule im Betrage von
200000 Mark iſt die erſte bedeutende Schenkung, die der
Hochſchule, veranlaßt durch eine Denkſchrift zugegangen
iſt, in der f— Notwendigkeit der Schaffung von modernen
Forſchungslaboratorien für die verſchiedenen Lehrſtühle
des Maſchinenbaues dargelegt, die Unzulänglichkeit der
beſtehenden Einrichtungen einerſeits und die ſtarke
In=
anſpruchnahme der Staatsfinanzen durch andere
Bau=
erforderniſſe der Hochſchule andererſeits eingehend
er=
örtert worden, ſind. Man hofft, daß die gemeinnützige
Tat von Herrn und Frau Krupp beiſpielgebend wirken
wird, ſodaß, wie die Stifter dies ſelbſt vorausſetzen, auch
für die anderen Lehrzweige des Maſchinenbaues die
dringlich erforderliche Ausgeſtaltung der
Laboratoriums=
einrichtungen bald durchführbar wird. Das durch die
Stiftung geſicherte Laboratoriumsgebäude für mechaniſche
Technologie ſoll noch im Frühjahr in Angriff genommen
werden, um den Betrieb womöglich noch im kommenden
Studienjahre hierin aufnehmen zu können.
* Kiel, 8. Jan. Der bei der Hochbrücke von Levensau
aufgefundene Tote iſt der 17jährige Kanalarbeiter
Kor=
nitzki aus Weſtpreußen. Der Mörder hatte es auf die
Erſparniſſe des Kornitzki abgeſehen. Ein der Tat
ver=
dächtiger Arbeiter iſt verhaftet worden.
* Rom, 8. Jan. Nach neueren Meldungen beträgt die
Zahl der bei dem Hauseinſturz
Umgekom=
menen 11, die der Verletzten 4. Außer dem
Unterſtaats=
ſekretär Falcioni iſt auch der Miniſter der öffentlichen
Ar=
beiten erſchienen, um das Rettungswerk zu leiten.
* Waſhington, 8. Jan. In der Komiteeſitzung
des Repräſentantenhauſes, das mit der Unterſuchung des
ſogenannten Schiffahrtstruſtes (Shipping
Com=
bine) betraut iſt brachte zuerſt der als Zeuge vernommene
Vertreter der Sydney Story aus New=Orleans eine
Be=
ſchwerde gegen die im Beſitz der europäiſchen
Geſell=
ſchaften befindlichen Schiffahrtslinien vor, daß ſie den
Handel der Vereinigten Staaten in Südamerika
bekämpf=
ten. Wenn die europäiſchen Linien, die Südamerika
an=
liefen, erführen, daß umfangreiche für die Vereinigten
Staaten zu erteilende Aufträge an Zement in der Schwebe
ſeien, geſtalteten ſie ihre Frachten derart, daß ſie die
Auf=
träge für Europa erhielten. Auch bezahlten ſie Rabatte
an die Verfrachter, die ihre Linien ausſchließlich
be=
nutzten. Die Schiffe der Panamerican=Mailline, welche
unter der Aitwärkung des Truſts gegründet ſei, litten
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Nummer
darunter, weil ſie gezwungen würden, leer von Braſilien
nach New=Orleans zurückzukehren.
* Los Angeles, 8. Jan. Nach einer ſpäteren
Mel=
dung wurde nicht nur die Zitronen=, ſondern auch die
Orangenernte von Kalifornien durch die Kälte
ver=
nichtet.
H. B. Berlin, 8. Jan. Heute früh brannte auf dem
Gute Ringenwalde bei Buckow ein Getreidehaufen
ab. Bei der Aufräumung fand man eine verbrannte
männliche und weibliche Leiche. Letztere hatte einen
Strick um den Hals. Es handelt ſich wahrſcheinlich um
einen Mord. Die Ermordeten ſind anſcheinend mit einem
Wagen, der um 4 Uhr morgens geſehen wurde, auf das
Gut geſchafft worden. Die Perſonalien der Toten ſind
noch nicht bekannt.
Altendorf a. d. Ruhr, 8. Jan. Auf dem Gutshofe
Schulte=Holtey ſtieß man beim Ausbeſſern einer alten
Truhe auf einen doppelten Boden, der 700 Gold= und
Silbermünzen aus den Jahren 1729 bis 1812
enthielt. Die Münzen ſtellen einen Wert von 20000
Mark dar.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Beachten Sie was folgt:
Durch anſtrengende Kopfarbeit war ich ſowohl geiſtig als
körperlich ſehr heruntergekommen und benutzte zur
Stär=
lung Ihr Bioſon. Ich fühle mich jetzt nicht nur
körper=
lich bedeutend geſtärkt, ſondern auch die geiſtige
Er=
ſchlaffung und allgemeine Abſpannung ſind verſchwunden.
Ciara Golz, Berlin SW. 29, Zoſſenerſtr. 19 II.
Unter=
ſchrift beglaubigt: 18. September 12., Dr. Freund, Kgl.
Notar. Bioſon, Doſe (ca. ½ kg) 3 Mk. erhältlich in
Apotheken, Drogerien.
(III1234
625
685
Fwoinmewin
11
endpisten
Kinder auch bei rauhem Wetter gern,
(3558.
ohne an eine Erkälkung und ihre Folgen
zu denken. Aengſtliche Mütter halten ſie
19
2222550
dann gern im Zimmer, obwohl die
Zimmer=
luft ſie verweichlicht und zu Erkältungen
noch eher geneigt macht. Richtiger iſt es.
ihnen bei ungünſtiger Witterung einige der ausgezeichneten Wybert=
Tabletten zu geben, die die Atmungsorgane kräftigen. Unentbehrlich
ſind die Wyberk=Tabletten bei eintretendem Huſten, den ſie raſch
und ſicher verkreiben; ſie koſten in allen Apotheken und Drogerienn
1 Märk pro Schachtel. Niederlagen in Darmſtadt: in ſämt=H
lichen Apotheken; Drogerie von Fr. Beckenhaub,
Kirch=
ſtraße 27; Drogerie Gg. Liebig & Co., Luiſenſtraße 4;
Martins=Drogerie, Pankratiusſtraße 41: Drogerie
Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8; Drogerie C. Watzinger,
Wilhelminenſtr. 11; Central=Drogerie, Eliſabethenſtr. 30.
Sie ſehen erbarmungswürdig aus, mein Lieber,
und ich verſtehe nicht, wie man ſich ſo lange mit
einem Katarrh herumplagen kann. Von ſelbſt ver=
G
gehen ſolche Dinge nicht, wohl aber kann man ſich die
ſchwerſten Erkrankungen mit verſchleppten Katarrhen
zuziehen. Alſo kaufen Sie ſich Fays ächte Sodener
B Mineral=Paſtillen! Die ſind in ihren wirkſ.
Beſtand=
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Aus dem Geſchäftsleben.
Bruſt= und Lungenkranken empehlen viele
Aerzte und Profeſſoren als hervorragend gutes, wirklich
vertrauenswertes Mittel Altbuchhorſter
Mark=
ſprudel Starkquelle mit heißer Milch gemiſcht zu
trinken. Dieſe rein natürliche Kur wirkt außerordentlich
wohltuend ſchleimlöſend, beruhigend und kräftigend und
bringt meiſt augenblicklich Erleichterung. Auch bei
be=
ginnendem Katarrh kann man nichts beſſeres tun, als
Altbuchhorſter Markſprudel mit heißer Milch gemiſcht
zu trinken. Man erhält den Markſprudel in den
Apo=
theken und Drogerien.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1
Nordamerika: „Graf Walderſee” 2. Jan. 6 Uhr 30 Min.
abends in Philadelphia. „Pennſy vania”, von New=
York kommend, 3. Jan. 6 Uhr 35 Min. morgens auf drr
Eibe. „Piſa” 2. Jan. 7 Uhr morgens in New=York.
„Prinz Adalbert”, von Philadelphia kommend, 4. Jan.
6 Uhr morgens auf der Elbe. „Weſtphalia” 3. Jan.
6 Uhr abends von Galveſton nach Hamburg „Amerika”
5. Jan. 12 Uhr 30 Min. mittags von New=York über
Cherbourg und Souhtampton nach Hamburg. „Moltke‟
erſte Weſtindienfahrt, 4. Jan. 5 Uhr nachm von New=
York. „Patricia” 5. Jan. 1 Uhr 30 Min. nachm. in
New=York. „Preſident Lincoln” von New=York
kom=
mend, meldet drahtlos, am 6. Jan. 9 Uhr abends in
Plymouth zu ſein. „Pretoria” nach Baltimore, 4. Jan.
5 Uhr 30 Min. nachm. von Boſton. „Prinz Oskar”
nach Halifax und Philadelphia, 6. Jan. 2 Uhr 20 Min.
morgens Dover paſſiert. „Steiermark” 4. Jan. 5 Uhr
20 Min. nachm. von New=York direkt nach Hamburg.
Weſtindien, Mexiko: „Dania” über Malaga und
Ha=
vana und Mexiko, 3. Jan. 11 Uhr morgens Gibraltar
weſtwärts paſſiert. „Fürſt Bismarck” von Mexiko und
Havana kommend, 3. Jan. 11 Uhr 30 Min. morgens
Lueſſant paſſiert: „Patagonia” von Weſtindien
kom=
mend, 4. Jan. 5 Uhr morgens Dover paſſiert. „
Spree=
wald” nach Havana und Mexiko, 4. Jan. 12 Uhr
40 Min. morgens Cuxhaven paſſiert. „Venetia” nach
Weſtindien, 4. Jan 2 Uhr 25 Min. morgens Cuxhaven
paſſiert. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas: „Illyria,
31. Dez. von Guayaquil. „Macedonia” von
Mittel=
braſilien kommend, 2. Jan 3 Uhr nachm. von Funchal.
„Rhaetia” nach Nordbraſilien, 2. Jan. 5 Uhr nachm, in
Oporto. — Verſchiedene Fahrten: „Cleveland” erſte
Weltreiſe, 2. Jan. 8 Uhr morgens in Nagaſaki. Desgl.
3. Jan. 2 Uhr nachm. von Nagaſaki. „C. Ferd. Laeisz”
nach Indien, 4. Jan. 12 Uhr nachts Dover paſſiert.
„Cleveland”, erſte Weltreiſe, 5. Jan. in Kobe. „Edea‟,
ausgehend, 3. Jan. in Lome. „Ekbatana” nach Perſien,
4. Jan. nachm. Perim paſſiert. „Otavi”, heimkehrend,
3. Jan. in Cap Lopez. „Perſepolis” von Perſien
kom=
mend, 5. Jan. von Port Said nach Algier.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53
„Rotterdam” 24. Dez. nachm. in New=York eingetroffen.
„Nieuw Amſterdam” 19. Dez. nachm. in Rotterdam
ein=
getroffen. „Noordam” 27. Dez. vorm. in Rotterdam
eingetroffen. „Ryndam” 24. Dez vorm. von New=York
abgegangen.. „Potsdam” 31. Dez. nachm. in Halifax
eingetroffen.
Familiennachrichten.
(1256
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine innigſtgeliebte Gattin, unſere gute Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
N
Frau Marie Gunther, geb. Kiefl,
im Alter von 57 Jahren, nach Empfang der
hl. Sakramente, geſtern abend 9½ Uhr zu ſich
in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Johann Philipp Günther, Werkmeister.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913. (*761
Die Beerdigung findet Freitag, 10. Jan., nachm.
4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Kriegerkameradſchaft
Germania, Darmſtadt
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, unſeren langjähr.
Kameraden
(1261
Wilhelm Kunz, Weissbinder
zu ſich abzurufen.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den
9. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom
Sterbe=
hauſe Holzſtraße 23 aus, ſtatt.
Sammlung der Kameraden um ¾3 Uhr
daſelbſt.
Der Vorſtand.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die uns während der Krankheit und anläßlich
des Hinſcheidens unſeres unvergeßlichen
Herrn Hermann Simon
in ſo reichem Maße zuteil geworden, ſagen wir
unſeren innigſten Dank.
(IV1262,1
Darmſtadt, Januar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Anteil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Vaters
Herrn Adam Fey
beſonders aber für die troſtreichen Worte des
Herrn Pfarrers Rückert am Grabe, ſagen wir
hiermit beſten Dank.
(B1250
Darmſtadt=Beſſungen, den 7. Januar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet im Oſten Europas hat ſeinen
Kern wieder etwas ausgedehnt. Es erſtreckt heute morgen
eine Brücke über Skandinavien nach Norden. Das
Tief=
druckgebiet bei Island hat ſich verflacht, aber auch nach
dem Feſtlande vorgeſchoben. Wir haben daher in
Deutſch=
land vielfach nebeliges Wetter bei mäßig kalten
Tem=
peraturen. In Norddeutſchland wehen vorherrſchend
ſüdliche bis ſüdöſtliche Winde, in Süddeutſchland
nörd=
liche bis nordöſtliche. Niederſchläge ſind in Deutſchland
vereinzelt gefallen. Wir haben mit keiner
Witterungs=
änderung zu rechnen.
Ausſichten für Donnerstag, den 9. Januar:
Wechſelnd bewölkt, höchſtens vereinzelt leichte
Schnee=
fälle, kalt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Sonder=Vorſtellung): Anfang
8 Uhr: „Der Raub der Sabinerinnen”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Beethoven=Abend des Klingler=Quartetts um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Hauptverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Rummelbräu um
8 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr.
Verſteigerungslalender.
Freitag, 10. Januar.
Aecker= uſw. Verſteigerung des Hch. Phil. Jacoby.
um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= uſw Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
in der „Ludwigshalle‟.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Uniontheater (Kunſtlichtſpiele), Rheinſtraße 6.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etages
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt,
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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127a
Nummer 7.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Seite 7.
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Kurſe vom 8. Januar 1913.
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3½ do. Conſols .. . 88, 10
78,90
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,70
93,50
3½
do.
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3½
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do. v. 1875 93,20
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Griechen v. 1887 . . 54,90
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 88
4—
do. Goldrente . . . 92,7
do. einheitl. Rente 85,90
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do. unif. Ser. III 66,30
3 do. Spezial . . . . 10,10
5. Rumänier v. 1903 . . 100,20
do.
v. 1890 . . 95,00
do. v. 1905 . . 89,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,00
do. v. 1902 . . . . 90,55
½
do. v. 1905 . . . . 99,90
3½ Schweden . . . . . . 90,50
4 Serbier amort. v. 1895 81,00
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,20
4 Ungar. Goldrente . . . 88,95)
4 do. Staatsrente. . . 85,50
InProt.
Zf.
5 Argentinier . . . . . .101,20
86,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100, 10
do.
4½
½ Japaner . . . . . . . 92,80
5 Innere Mexikaner . . . 94,70
59,40
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 83,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
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9 Hamb.=Amerika=
Paket=
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5 Nordd. Lloyd . . . . . 126,10
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 126,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,25
6 Baltimore und Ohio . 106,25
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6‟ Luxe nb. Prince Henri 159,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 210
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
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Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger
65,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
534,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . 248,00
30 Farbwerke Höchſt . . 641,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 347,50
10 Cement Heidelberg . . 145,50
30 Chem. Werke Albert 434,25
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 338,00
.122,00
5 Lahmeyer . . . .
Rete
In Proz.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 158,00
12 Siemens & Halske .233,40
5 Beramann Electr. .
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 162,90
25 Gummi Peter . . . . 76,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 84,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 592,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,70
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,90
12½ Bad. Zucker=Wag=
198,00
häuſel. . . . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 99,50
3 Südd. Immobilien . 62,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumeß=Friede . . . . 178,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 218,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 168,10
10 Gelſenkirchener . . . 198,25
9 Harpener . . . . . . . 189,05
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 265,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. . . . . 85,50
6 Laurahütte . . . . . . 167,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 211,25
11
7½ South Weſt Africa 128,10
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 82,75
1 Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,70
Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer .
.. 76,00
Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,00
do.
77,10
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99.90
do.
4
Inpro.
Bf.
2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,40
3 Raab=Oedenburg
77,00
,
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,80
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
do.
87,90
4 Wladichawchas . .
88,30
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,00
do.
4½
2¼ Livorneſer . . .
71,00
3 Salonique=Monaſtir . 62,70
4 Baadadbahn . . . .
81,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,70
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 71,90
4 Northern=Paciſic . . . 99,20
4 Southern=Pacific .
93,70
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,90
5 Tehuantepec . . . . . . 98,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn.
. . . . . 150,30
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 169,40
6½ Darmſtädter Bank . 123,10
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 121,40
10 Diskonto=Kommandit 188,70
8½ Dresdener Bank . . 157,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 121,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,50
Pfälziſche Bank . . . . 130,00
133,00
5.86 Reichsbank . .
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,80
A. Schaaffhauſen.
7½
Bankverein . . . . 118,90
7½ Wiener Bankverein . 133,90
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98 50
Bf.
Inprot
3½ Frankf. Hypoth.=Banl
S. 19. .
87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv
S. 52 .
98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
3½
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,
3½
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98,80
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . .
99,00
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Banl
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 .
87,20
,
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
3½
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 86,90
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
3½
do.
87,60
Städte=
Obligationen.
98,10
4 Darmſtadt . . . .
89,00
do.
3½
Frankfurt. . .
99,00
z.
do.
95,90
4 Gießen . . . . .
97,50
3½
do.
4 Heidelberg . . . . . . 97,00
31
87,20
do.
Karlsruhe . . . . . . 97,00
3½
do.
88,30
: Magdeburg. . .. ..
3½
do.
4 Mainz . . . . . . . . 97,00
31.
89,00
do.
4 Mannheim . . . . . . 97,50
3½
do.
87,50
4 München . . . . . .
98,20
3½ Nauheim . . . . .
4 Nürnberg . . . . . . . 98,00
87,00
3½ do.
4 Offenbach . . . . . . .
Inhro.
Bſ.
3½ Offenbach . . . . ..
4 Wiesbaden . . . . . . 99,50
do.
3½
95,10
4 Worms . . . . . . . . 97,00
88,00
do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 77,60
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 170,00
3½ Cöln=Mindner 100 138,25
3 Holl. Komm. . fl. 100 111,00
3 Madrider . . Fs. 100 74,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,00
3 Oldenburger . . . . . . 129,60
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl.
Braunſchweiger Tlr. 20 209,00
Freiburger . . . . Fs. 15 78,00
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10 34,00
Meininger . . . . . fl. 7 34.30
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 543,00
do. v. 1858fl.100 —
Ungar. Staats . . fl. 100 383,00
Venediger . . . . Fs. 30 47,70
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,80
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20 Franks=Stücke . . . . 16,20
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,30
Italieniſche Noten . . . . 80,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . . . 214,50
Schweizer Noten . . .
80,95
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Nummer 7.
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Mittwoch, den 15. und Donnerstag, den 16. Januar 1913,
abends 8 Uhr, im Mathildenhöhſaal (Dieburgerſtraße)
Zum Beſten der Kleinkinderſchule des Schloßbezirks:
Vor hundert Jahren
in Wort, Musik und lebenden Bildern
unter Mitwirkung von Frl. A. Walter, Frl. M. Lagemann, Herrn
W. Horn und des vereinigten Orcheſters der Großh. Ludwigs=
und Liebigs=Oberrealſchule (Leiter: Herr Reallehrer Pfaff.
Künſtleriſche Leitung der lebenden Bilder: Frl. Anna Ethel.
Eintrittskarten zu 3 Mk., 2 Mk. und 1 Mk. ſind zu haben
bei Kaufmann Warnecke (Rheinſtraße 1), im Verkehrsbüro,
in den Hofbuchhandlungen von Schlapp und Waitz und bei
Kirchendiener Görisch (Kiesſtraße 17).
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Samstag, den 11. Januar, abends 9 Uhr:
Vortraa
des Herrn Bankprokuriſten Seipp-Darmstadt
im Vereinslokal, Kaiſerſaal, Grafenſtraße:
„Unsere Geldverfassung‟
(mit beſonderer Berückſichtigung der Aufgaben der Reichsbank).
1273)
Gäſte ſind willkommen.
Der Vorstand.
Heſiſcher Goethebund.
Unsere Mitglieder haben zu dem am Mittwoch, den
15. Januar, abends 8¼ Uhr, im Feſtſaal der
Turn=
gemeinde ſtattfindenden
Roſeager=Abend
freien Eintritt gegen Karten, die bei Herrn Buchhändler Saeng
zu haben ſind.
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ganz unglückl., ich habe mir’s
näm=
lich in Frankfurt gekauft wo es
nicht dekatiert wurde.-Wie kannſt
Du auch ſo etwas machen, ich laſſe
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Kleiderſtoffe bei Ernst Göbel,
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abzuliefern Aliceſtr. 23, 1. St. (*700
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mit hübſcher, junger Dame aus
guter Familie im Alter bis zu
24 Jahren zwecks ſpäterer Heirat
bekannt zu werden. Vermögen
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(199
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U 22 an die Expedition ds. Bl.
Diskretion zugeſichert.
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alt, ev., große, hübſche Erſch., im
Haushalt durchaus tüchtig u. muſik.,
jedoch ohne Verm., ſuchen auf
dieſem Wege die Bekanntſchaft
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Darmstadt.
Sonntag, 12. Januar:
10. Wanderung
Eberstadt-Frankensteln-See.
heim-Melibokus-
Zwingen-
berg.
6 Stunden.
Abfahrt nach Eberstadt mit der
Strassenbahn vorm. 747 Uhr vom
Monument.
(1200
Vielfachen Wünschen entspr.
treffen sich die Mitglieder am
Freitag vor jeder Wanderung abends
9 Uhr in der Brauerei Fay,
Alexanderstr. (Laubfrosch). Um
zahlreiche Beteilig. wird ersucht.
1 Dam.-Maske (Pierrette),
2 Herren-Domino billig zu
verleihen Gardiſtenſtr. 13. (*741
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 9. Januar 1913.
V. Sonder-Vorstellung.
Der Raub der Sabinerinnen.
Schwank in 4 Akten von Franz
und Paul von Schönthan.
Perſonen:
Martin Gollwitz,
. Johannes Heinz
Profeſſor
Friederike, deſſen
Sofie Heumann
Frau
Paula, d. Tocht. Käthe Gothe
Dr. Neumeiſter . Kt. Weſtermann
Marianne, ſeine
Ilſe Berka
Frau
Karl Groß . . . Paul Peterſen
Emil Groß, gen.
Sterneck, deſſen
Sohn
. Frz. Schneider
Emanuel Strieſe,
Theaterdirektor Adolf Jordan
Roſa, Dienſtmäd=) Minna
Müller=
chen b. Gollwitz)
Rudolph
Auguſte, Dienſtm.
bei Neumeiſter . Em. Mühlpfort
Meißner, Schul=
. Herm. Knispel
diener .
Nach dem 2. Akte längere Pauſe,
Krank: Alfred Stephani.
Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Anf. 8 Uhr. Ende gegen 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 10. Jan. 94. Ab.=Vſt.
die fünf Frank=
D 23.
furter.‟ Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7½ Uhr,
Samstag, 11. Jan. Außer Ab.
Poſſen=Zyklus (zu ermäß.
Preiſen.) II. Abend: „Robert
und Bertram” Anf. 7½ Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 12. Jan. Nachmittags
2½ Uhr: 15. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſen. „Die
Groß=
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Nummer 7.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
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En unſer Handels=Regiſter,
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tragen hinſichtlich der Firma=
Heinrich Elbert,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt.
Die Prokura des Kaufmanns
Wilhelm Buſchmann in Darmſtadt
(1208
iſt erloſchen.
Darmſtadt, 2. Januar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
An unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 2. Januar 1913.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Simon Mayer, Darmſtadt.
Max Mayer, Kaufmann in
Darmſtadt, iſt in das
Ge=
ſchäft als perſönlich
haften=
der Geſellſchafter eingetreten.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am
27. Dezember 1912 begonnen.
2. K. H. Heußlein,
Darm=
ſtadt.
Anna Heußlein iſt am
7. September 1910
volljäh=
rig geworden und ſomit die
Vertretungs=Befugnis der
Karl Heinrich Heußlein
Witwe in Darmſtadt für ſie
erloſchen.
8. A. Leinberger Darmſtadt.
Kaufmann Wilhelm
Lein=
berger in Darmſtadt iſt in
das Geſchäft als perſönlich
haftender Geſellſchafter
ein=
getreten.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am
30. Dezember 1912 begonnen.
Die Prokura des Wilhelm
Leinberger in Darmſtadt iſt
erloſchen.
Gelöſcht die Firma:
Hermann Kanthal,
Darm=
ſtadt.
Am 4. Januar 1913.
Hinſichtlich der Firma:
L. Scharmann, Nachfolger,
Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf
Kaufmann Georg Krafft,
Schnei=
dermeiſter Rudolf Geſtrich, beide
in Darmſtadt, als perſönlich
haf=
tende Geſellſchafter übergegangen.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am 1. Januar
1913 begonnen.
Der Uebergang der in dem
Be=
triebe des Geſchäfts begründeten
Verbindlichkeiten und Forderungen
iſt bei dem Erwerbe des Geſchäfts
durch Georg Krafft und Rudolf
Geſtrich ausgeſchloſſen.
Die Prokura der Adolf Kowalski
Ehefrau, Louiſe, geb. Höcker, in
Darmſtadt, iſt erloſchen.
Am 6. Januar 1913.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Wilhelm Klein,
Darm=
ſtadt.
Philipp Klein u. Heinrich
Klein, beide
Weisbinder=
meiſter in Darmſtadt, ſind
in das Geſchäft als perſönlich
haftende Geſelſchafter
ein=
getreten.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am
1. Januar 1913 begonnen.
Die Prokura des Philipp
Klein und Heinrich Klein,
beide in Darmſtadt, iſt
er=
loſchen.
2. Friedrich Ganßmann,
Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind
auf Auguſt Wecks,
Kauf=
mann in Darmſtadt,
über=
gegangen.
(1271
Der Uebergang der in dem
Betriebe des Geſchäfts
be=
gründeten Verbindlichkeiten
und Forderungen iſt bei dem
Erwerbe des Geſchäfts durch
Auguſt Wecks ausgeſchloſſen.
Die Prokura der
Kauf=
mann Friedrich Ganßmann
Ehefrau, Berta geb. Neßling
in Darmſtadt, iſt erloſchen.
Darmſtadt, 7. Januar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
3 4.
Donnerstag, 9. Januar.
1915.
Beſten ſeiner
Wohlfahrtskaſſe eine vom 6.—9. Oktober 1913 im epangel. Vereinshauſe in Barmen=
Unterbarmen zur Ziehung gelangende Sachlotterie von (— bis zu —) 110000 Loſe
à 50 Pfg. unter ſeinen Mitgliedern zu veranſtalten. Großh. Miniſterium des Innern
hat die Zulaſſung dieſer Lotterie im Großherzogtum unter der Bedingung genehmigt,
daß hierorts Loſe nur an Mitglieder der in den Orten Darmſtadt, Friedberg, Gießen,
Mainz, Nieder=Ramſtadt, Nierſtein, Rüſſelsheim und Worms beſtehenden
Bundes=
vereine abgeſetzt werden dürfen; auch darf der Loſevertrieb nicht durch Loſehändler,
ſondern nur durch Verbandsorgane oder Bundesmitglieder bewirkt werden.
(1206
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zugrunde zu legenden Durch=
ſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Dezember 1912 für Hafer
23 Mk., für Heu 8 Mk., für Stroh 7 Mk. pro 100 Kilo betragen.
(1207
Betreffend: Ausführung des Reichsimpfgeſetzes.
An die Herren Aerzte des Kreiſes.
Nach § 8 des Reichsimpfgeſetzes waren die Liſten über die von Ihnen im
Laufe des vergangenen Jahres ausgeführten Schutzpockenimpfungen am
Jahres=
ſchluſſe, ſpäteſtens am 31. Dezember 1912, bei uns vorzulegen. Da dieſer letztere
Termin bereits verſtrichen iſt, ſetzen wir eine weitere Friſt bis zum 10 ds. Mts. und
erſuchen Sie ergebenſt, dieſen Termin pünktlichſt einzuhalten, da wir ſonſt gezwungen
ſind, § 15 des Reichsimpfgeſetzes in Anwendung zu bringen.
(629sid
Darmſtadt, den 2. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisgeſundheitsamt.
J. V.: Dr. Beſt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Frühjahr 1913.
Diejenigen jungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Frühjahr 1913
ſtatt=
findenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallſigen
Geſuche um Zulaſſung bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſofort und ſpäteſtens bis zum 1. Februar 1913
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann im Allgemeinen nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
Bewerber
getragen werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des
geſetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber
gegen=
über zur Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die
Koſten von der Miltärverwaltung beſtriten werden, er ſich dieſer
gegen=
über für die Erſatzpflicht des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetlichen Vertreters und des Driten ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten zur
Beſtreitung der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der
geſetliche Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten
Verbindlichkeiten, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des
Geſetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder
notariellen Beurkundung.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit, oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
2) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) der ſich
Meldende geprüft ſein will.
b) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat.
6. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis
bei=
zulegen.
7. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung ohne Weiteres
ge=
ſtattet eine dritte Zulaſſung könnte ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde
3. Inſtanz genehmigt werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin, daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des
Aufenthalts=
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
*Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängis zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888
Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
Darmſtadt, den 18. Dezember 1912.
(26087a
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwillige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Forterrier, 1 Vorer (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(1240
Bekanntmachung.
Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut
ver=
öffentlichen, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verrflichtungen eine andere Perſon beauſtragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher — mündlicher oder ſchriftlicher —
Er=
klärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt.
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklärungen auch die Bereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Zifſer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1.03 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren — §§ 854 ff. B. G. B.
)der
an=
grenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche
Reinigungs=
anſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. September
1886 betreffend: „Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt” die Reinigung
über=
nommen hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht,
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit; ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſiter
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den
Mit=
gliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde beſinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtelt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten
Strafe, die Verpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende
Verpflich=
tungen ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der
meiſt=
begangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr
mor=
gens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mindeſtens alle
drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande
der=
ſelben zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſt,
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten
ſind.
e ecen etetereretet
wurde, iſt auf den Straßen und Nähen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge
andau=
ernden Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schneedecke oder Schnee= und
Eis=
buckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem
Streu=
material ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der
Fuß=
ſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ (*. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den
Fuß=
ſleigen verboten.
7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine ander: Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat,
beauf=
tragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften
aus=
ſchließlich verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind,
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeiamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaſtmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriften des Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
§ 9. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
8. November 1856 aufgehoben.
(882od
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
D.
Oktroi fur Brennholz.
Die Schießhausſtraße, der Heinrichswingertsweg, die
Lands=
kron=, Moosberg= und Ludwigshöhſtraße ſind für oktroipflichtige
Gegenſtände geſperrt.
Zur Erleichterung der Holzabfuhr wird hiermit den
Bewoh=
nern des ſüdlichen Stadtteils geſtattet, dieſe Straßen zu benutzen,
wenn ſie den Oitroi beim Hinausfahren in den Wald an die
Erheb=
ſtelle in der Klappachrr Straße auf Grund des Abfuhrſcheins
ent=
richten, ſo daß beim Einfahren in die Stadt die Fuhrleute im Beſize
der Quittung ſind, die den ſtädt. Aufſichtsbeamten auf Verlangen
vorzuzeigen iſt.
Für das Holz, das nicht in die Stadt eingebracht, ſondern auf
die in der Gemarkung Darmſtadt liegenden Grundſtücke geſetzt wird,
iſt ebenfalls der Oktrol beim Hinausfahren in den Wald zu entrichten.
Gegen Zuwiderhandelnde wird auf Grund des Oktroi=
Regle=
ments Anzeige erhoben.
(1258a
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
3. 2.: Schmitt.
Dienstag, den 21. Jannar 1913, vormitags 11 Uhr,
findet im Geſchäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung (
Riedeſel=
ſtraße 60) die Verdingung der Lieferung der für 1913 erforderlichen
Mandel=, Kern=, Schmierſeife, Soda, Brennſpiritus, Makulatur=
(IV1233,65
und Kloſettpapier ſtatt.
Die Bedingungen liegen im Geſchäftszimmer der Verwaltung
aus, können auch gegen Erſtattung der Schreibgebühren bezogen
Garniſonverwaltung Darmſtadt.
werden.
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Ausverkauf von Resten
aus allen vorgenannten Abteilungen. Auf sämtliche Ausverkaufsware gewähre bei sofortiger
Bezuhlung den üblichen Rabatt von 3%. In meinen Ausstellungs-Erkern sind sämtliche
Ausverkaufsartikel, mit deutlich lesbaren Preisen versehen, zur Schau gestellt. (1245
Scheck-Konto
bis auf weiteres auf 3% festgesetzt haben.
Für Gelder mit bestimmter Kündigungsfrist bleibt
besondere Vereinbarung wegen der Zinsvergütung
vor-
behalten.
Darmstadt, den 6. Januar 1913.
(IV1239,129
Bank für Handel und Industrie.
Verkauf don Faſeiweh,
Der auf den 23. v. Mts. anberaumt geweſene Verkauf von
drei Ziegenböcken iſt nicht genehmigt worden.
Es findet daher nochmaliger Termin zur Veräußerung der
Tiere aus dem Faſelſtall Beſſungerſtraße Nr. 60 Montag, den
13. Januar, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Angebote, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind bis
da=
hin in dem Stadthauſe abzuliefern. Die Verkaufsbedingungen liegen
in Zimmer 39 dieſer Stelle zur Einſicht offen.
(1257ds
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Jaeger.
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, 15. Januar l. J., vormittags 9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen das
Durch=
forſtungsholz aus Rothſuhl 8, Tiergarten 21, ſowie alles Dürr= und
Windfallholz aus den Diſtrikten Tiergarten, Oberwald und Rothſuhl
der Forſtwartei Faſanerie verſteigert:
Scheiter, rm: 180 Buchen I. Kl., 313 Buchen II. Kl.,
1 Hainbuche, 100 Eichen, 58,9 Birken, 1 Erle, 1,9 Linde,
19 Kiefern; Knüppel, rm: 152 Buchen, 29 Hainbuchen,
47 Eichen, 76 Birken, 1 Erle, 7 Kiefern; Knüppel=Reiſig,
rm: 17 Birken; Reiſig, Wellen; 3120 Buchen; Stöcke,
rm; 152 Buchen, 33 Eichen, 3 Birken, 7 Kiefern.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Das
Holz trägt die laufenden Nummern 1—607, ſitzt zwiſchen
Steinbrücker=
teichweg, Kernſchneiſe, Speierhügelſchneiſe und Dieburgerſtraße und
iſt größtenteils bequem abzufahren. Auskunft erteilt Forſtwart
Schmidt zu Faſanerie, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
(1204
van der Hoop.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 10. Januar l. Js., vormittags
9 Uhr und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag nachſtehende Möbel und
Haus=
haltungsgegenſtände im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle‟,
Obergaſſe:
Sofa und 6 Stühle (roter Plüſch), 1 Sofa, 2 Seſſel und
4 Stühle (roter Plüſch), 1 Sofa und 6 Stühle (in grün gepr.
Plüſch) und verſchiedene andere Sofas, 3 Ausziehtiſche,
ver=
ſchiedene Salontiſche und andere große und kleine Tiſche,
Seſſel und Stühle, 2 Spiegelſchränke, 1 Bücherſchrank,
1 Damenſchreibtiſch, 1 Vertiko, verſchiedene Pfeilerſchränkchen
und Kommoden, 1 Brandkiſte (für Weißzeug), Kleiderſchränke,
verſchiedene Waſchkommoden und Nachttiſche mit und ohne
Marmorplatte, 4 Betten (komplett) mit Roßhaarmatratzen
und ſonſtige kleine Möbel, als Ziertiſche, Toilettentiſche,
Hausapotheken, Bauerntiſche, Etageren u. a. m., Spiegel,
Bilder, Oelgemälde (darunter die Kreuzabnahme Chriſti nach
Rubens), Vorhänge aller Art, 2 Eisſchränke, verſchiedene
Küchenſchränke und Tiſche, 1 Waſchmangel, 1 Stehleiter,
verſchiedene Lüſter, Hänge= und Stehlampen, 2 Ofenſchirme,
2 Säulen uſw., ferner eine Partie Vaſen, Nippes und
ſonſtige Zierſtücke, Porzellan und Gläſer verſchiedener Art.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
(985id
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 9. Januar 1913, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16
öffent=
lich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt: 2 Fahrräder, 8 Bände Konv.=Lexikon,
13 Paar Damen= und Knabenſtiefel, 5 Paar
Schnallen=
ſchuhe, 8 Kiſtchen Zigarren;
b) vorausſichtlich: 8 Schreibtiſche, 6 Vertikos, 3 Büfetts,
2 Pianinos, 3 Spiegel=, 2 Kleider= und 2 Glasſchränke,
2 Trumeaux, 2 Sofas, 2 Diwans, 5 Waſchtiſche, 2
Näh=
maſchinen, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen, 1 Kredenz, 1
Steg=
tiſch pp.
(1218
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
KKaiserfriedrich
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Klafelwasser
D2)
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Rheumatismus.
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enentbehrlich für Magenleidende. 1.
General-Vertreter: Martin Jahn,
Pallaswiesenstr. 30, Telephon 305. (1282as
Quene.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 7.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Seite 13.
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Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
26)
Claudia trat ein und blickte ſich prüfend um.
Sie wohnen ſehr hübſch, haben ſich ſehr nett
einge=
richtet, mein Kompliment —, zwar Geſchmack haben Sie
immer gehabt, und vor allem darin, daß Sie nicht alle
möglichen Photographien an den Wänden aufhängen
und —
Sind Sie lediglich darum gekommen, mir das zu
ſa=
gen? Er machte eine Geberde der Ungeduld und fragte
ſie nochmals nach dem Grunde ihres Beſuches.
Gemach, mein Freund, und bitte, nicht gar ſo
unge=
mütlich, ſchmollte ſie ein wenig und ließ den Pelzmantel
von den Schultern gleiten, ſo daß eine elegante helle
Ge=
ſellſchaftstoilette zum Vorſchein kam.
Auf ſeinen erſtaunten Blick entgegnete ſie:
Ich komme aus dem Theater. Aber „Die Räuber”
langweilten mich — mögen ſie ſich ohne mich in den
böh=
miſchen Wäldern amüſieren — ſo ging ich vor Schluß der
Vorſtellung. — Sie erlauben doch, daß ich mich ſetze?
Finſter, die Augen in kaltem, ſtählernem Glanze
fun=
kelnd, blickte er auf ſie nieder. Was bedeutet Ihr
Kom=
men? Was wollen Sie eigentlich?
Vor allem Dich ſehen, mein Freund, ſagte ſie weich
und zärtlich. Ich hatte Sehnſucht nach Dir, ſo groß,
ſo unbezwinglich, daß ich alles vergaß — Du haſt Dich
ja ſo lange nicht bei uns ſehen laſſen —
War Claudia ganz von Sinnen, daß ſie wagte, nach
jenem Nachmittag, an dem er ihr ſo unverhüllt ſeine
Ab=
neigung gezeigt, ſich ihm nochmals zu nähern — ja, ihn
ſogar in ſeiner Wohnung aufzuſuchen?
Unverwandt, mit einem hingebenden Blick ſah ſie in
ſein ausdrucksvolles Geſicht, das ſo deutlich alle ſeine
Empfindungen widerſpiegelte. Sie ſuchte nach dem
zärt=
lichen Aufleuchten früherer Tage in den ſtrahlenden Augen
des Künſtlers — aber nichts davon — ihre dunkle
Schön=
heit hatte keine Macht mehr über ihn. Noch einmal wollte
ſie dieſelbe aufbieten, den Geliebten ſich zurückgewinnen
und wenn ſie ſich demütigen müßte! Ihren Bitten hatte
noch keiner widerſtanden.
Warum antworteſt Du mir nicht, Ernſt? fragte ſie
leiſe, da er ſich ſchweigend von ihr gewandt. Sie ſtand
auf und legte die Hand auf ſeine Schulter. Ernſt,
Ge=
liebter, fuhr ſie in weichem Tone fort, ich kann ja
be=
greifen, Dir nachfühlen, daß Du mir zürnen mußt nach
dem, was ich Dir angetan — aber glaube, mein ganzes
Leben ſeit jener Stunde, in der Du Dich von mir
los=
ſagteſt, war ein Leben voll heißer, tiefer Reue — keine
Stunde bin ich glücklich geweſen — ſtets hab’ ich Dein
Bild nur im Herzen getragen.
— und haſt mich dennoch kaltlächelnd hintergehen
können, und mich zum Geſpött unſerer Kollegen gemacht,
brach er grollend aus, das hat meine Liebe für immer
ge=
tötet! — Doch laſſen wir das jetzt. Ich habe vollſtändig
überwunden und vergeſſen! Und nun ſind Sie die Frau
eines andern — eines Mannes, den ich hochſchätze wie
ſel=
ten jemanden — und darum, Claudia, bitte ich Sie, gehen
Sie, ſagte er ſanft überredend.
Er wollte eine Szene vermeiden, da er ihr
unge=
zügeltes Naturell kannte. Sie aber mißverſtand ſeine
milde Art, ſie hielt ſie für ein Nachgeben, für ein
Weich=
werden — und da verſuchte ſie das äußerſte — ſie glitt
zu ſeinen Füßen nieder und umklammerte ſeine Hände.
Ich will alles laſſen, Ernſt, nur ſei mir wieder gut!
Was iſt mir jener Mann, ſein Name, ſeine Stellung, wenn
Du mich nur freundlich anblickſt — Du ahnſt ja nicht,
Ernſt, wie ich Dich liebe — der Gedanke an Dich zehrt
mich förmlich auf. Ihre dunklen Augen ſahen flehend zu
ihm empor; ſie war wunderſchön in dieſem Moment. Laß
mich doch bei Dir bleiben — Dein demütiges, gehorfames
Weib will ich werden, nur für Dein Glück leben — ſo wie
ich Dich liebe, kann Dich keine andere lieben! Laß mich
doch nicht vergebens bitten — ſoll denn heiße Reue nicht
gutmachen könnenz
Nummer 7.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Seite 14.
Und ſie ſtreichelte ſeine Hände und küßte ſie. Ihm tat
ſie leid; er fühlte, daß ſie die Wahrheit ſprach, daß ſie
ihn wieder liebte wie ehedem — aber er konnte ihr nicht
helfen.
Sanft hob er die Knieende empor. Als ſie ſeine
Be=
rührung fühlte, ſchlang ſie die Arme um ſeinen Hals.
Ernſt! flüſterte ſie halberſtickt. Sie glaubte ſich am
Ziel ihrer Wünſche — ihre Worte hatten den gewollten
Eindruck nicht verfehlt, und er kehrte zu ihr zurück.
Aber da befreite er ſich von ihrer Umſchlingung.
„Gehen Sie, Claudia, es kann ja nicht ſein — denken
Sie doch daran, was Sie dem Namen, den Sie tragen,
ſchuldig ſind, gehen Sie — und ich werde dieſe Stunde
vergeſſen.
Da verzerrten ſich ihre Züge, böſe blickten die noch
eben ſo weich und hingebend ſchimmernden Augen, und ſie
brach in ein höhniſches Gelächter aus. Wut und Ingrimm
erſtickten ſie beinahe, daß ſie ſich vergebens ſo gedemütigt
hatte!
Sie vergaß ganz ihre angenommene Ruhe und rief
heftig: „O Du, Du — wie großmütig, will vergeſſen, daß
ich um ſeine Liebe gebettelt habe, mich in den Staub
er=
niedrigt — — aber ich verſtehe, daß alles mir nur um
jener willen, die Dich zum Narren gehalten hat, — und
ſie kicherte boshaft vor ſich hin — ja, ja, ſieh nicht ſo
ver=
wundert drein — glaubſt Du, ich weiß nicht, daß Du Dir
Hoffnungen auf meine ſanfte blonde Stieftochter mit den
Taubenaugen machſt und mich nur um ihretwillen
zurück=
weiſt — 3
Sie hatte alle Haltung verloren und glich förmlich
in ihrer Aufgeregtheit einer Bacchantin.
Ernſt fühlte ſein Mitleid ſchwinden, das einem
unbe=
ſiegbaren Widerwillen wich.
Nein, ſagte er hart, nicht, weil ich eine andere liebe
auch wenn das nicht wäre — unſere Wege könnten
nie=
mals wieder zuſammengehen, wären ſie auch noch frei!
Zuviel liegt dazwiſchen — erſtorbene Liebe läßt ſich nicht
wieder zum Leben erwecken, und was Aſche iſt, das kann
nimmer wieder glühen.
Claudia hatte von ſeinen Worten nur die aufgegriffen,
daß er eine andere liebe! — Aber dieſe andere war für
ihn verloren, und mit wildem Triumph wollte ſie ihm
dieſen Schlag verſetzen!
Alſo eine andere liebſt Du — ſagte ſie langſam.
Groß ſah er ſie mit ſeinen leuchtenden Augen an
ja! und dieſe mehr als alles in der Welt — ſie iſt meine
ganze Seligkeit — für mich gibt es nichts mehr auf der
Welt als ſie — entgegnete er rückhaltlos.
Bei ſeinen Worten erbleichte ſie und biß ſich auf die
Lippen.
Und ob dieſes Gefühl wirklich ſo ausſchließlich iſt?
fragte ſie dann mit leiſem Spott — auch mir hatteſt Du
das einſt geſagt —
Er machte eine Bewegung der Ungeduld.
Es wäre gerade für Sie, Caudia, beſſer, ſich nicht
im=
mer auf die Vergangenheit zu berufen, ſagte er kurz.
Dann nahm er ihren Mantel vom Stuhl den es ibr
um die Schultern legte und reichte ihr den zu Boden
gefallenen Spitzenſchal.
Bei dieſem ſtummen und doch ſo beredten Handeln
fuhr ein Blitz des Haſſes unter ihren geſenkten Wimpern
nach ihm hin. Jetzt war die Zeit gekommen, ſich für die
Demütigungen zu rächen und ihn zu treffen, tief und
ſchonungslos. Langſam ſtreifte ſie die langen Handſchuhe
über die Hände.
Und den Namen derjenigen, die Du über alles liebſt
darf man ihn nicht wiſſen? — Nicht wahr, es iſt doch
richtig, daß meine Stieftochter Margareta die Erwählte
Ihres Herzens iſt? — Ein ſeltſames Lächeln ſpielte bei
dieſen Worten um ihren Mund.
Er fühlte ſich durch ſie irritiert. Mit einer nicht
miß=
zuverſtehenden Gebärde öffnete er die Tür — wir haben
uns wohl nichts mehr zu ſagen, gnädige Frau — —
Bitte, nur einen Augenblick noch dulden Sie meine
Gegenwart, Verehrteſter — ich habe Ihnen nämlich noch
eine intereſſante Mitteilung zu machen, beinahe hätte ich
es vergeſſen, ſagte ſie in leichtem, tändelndem Ton, ihr
Gegenüber aber nicht aus den Augen laſſend — übrigens
muß ſie aber noch zwei Tage diskret behandelt werden!
Ihnen gegenüber jedoch, als treuem Freund unſeres
Hau=
ſes, kann ich wohl die kleine Indiskretion begehen, indem
ich Ihnen ſage, daß vor drei Tagen meine Stieftochter
Margareta ſich verlobt hat.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 7.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Seite 15.
Luftfahrt.
* Berlin, 7. Jan. Unter dem Vorſitz des
Präſiden=
ten, Herzogs Ernſt Günther zu Schleswig=
Holſtein, hielt heute im Hotel Briſtol das Präſidium
des Deutſchen Flugverbandes, deſſen Bildung von den
Landesherren von Sachſen=Weimar, Sachſen=Altenburg,
Sachſen=Koburg=Gotha, Anhalt, Sachſen=Meiningen und
Reuß ausging, eine ſehr wichtige und erfolgreiche Sitzung
ab. Bekanntlich plant dieſer Verein den Bau von
Flug=
ſtützpunkten, die, ähnlich den Schutzhütten im Gebirge,
den Fliegern auf ihren Ueberlandflügen Schutz und
Un=
terkunft bieten. Anweſend waren u. a. außer den
Präſi=
dialmitgliedern ſelbſt die Vertreter der fürſtlichen
Pro=
tektoren, vom Reichsamt des Innern Geheimer
Ober=
regierungsrat Albart. Nachdem das Kuratorium der
Nationalflugſpende in der konſtituierenden Sitzung vom
20. Dezember 1912 die Gewährung von Zuſchüſſen zur
Erbauung von Flugſtützpunkten grundſätzlich genehmigt
hatte, beſchloß das Präſidium heute die beſchleunigte
In=
angriffnahme zunächſt der dringlichſten etwa 18
Stütz=
punkte in einer Reihe von Städten, auf deren tatkräftige
Unterſtützung es bei der Aufbringung der noch
erforder=
lichen Geldmittel rechnet.
* Friedrichshafen, 8. Jan. Um die Mitte des
Monats trifft hier eine militäriſche Abnahmekommiſſion
ein, um mit dem neueſten Militärluftſchiff,
das jetzt nahezu fertiggeſtellt iſt, Verſuchsfahrten zu
machen. Auf der Werft ſtehen außerdem die beiden fertig
montierten Spitzen zu einem weiteren Militärluftſchiff,
das Ende Februar übernommen werden ſoll. Dann
er=
folgt die Erbauung des Delagſchiffes „Sachſen‟. Die
Zahl der Arbeiter des Luftſchiffbaues wurde in den
letz=
ten Wochen von 170 auf 230 erhöht. Die Luftſchiffwerft
wird gegenwärtig um 12 Meter verlängert. Im
An=
ſchluß an die Werft wird eine eigene Verſuchswerkſtätte
erſtellt.
Halle a. d. S., 7. Jan. Zwei Privatdozenten
er=
reichten im Ballon „Nordhauſen” auf der Fahrt
von Bitterfeld nach Güſtrow bei 36 Grad unter Null eine
Höhe von über 7000 Meter. Es gelang ihnen,
die Lautſtärke der von der Erde abgeſandten
telegraphi=
ſchen Zeichen zu meſſen. Sie machten weiterhin die
Ent=
deckung über eine zur Zeit vorhandene
Atmoſphären=
trübung.
sr. Die Beſchießung deutſcher Ballone
in Rußland über die in den letzten Jahren ſchon
wiederholt Beſchwerde geführt worden war, iſt jetzt von
der ruſſiſchen Regierung offiziell anerkannt worden, ſo
daß ſich jetzt auch der Berliner Verein für Luftſchiffahrt
veranlaßt geſehen hat, ſeine Mitglieder vor dem
Ueber=
fliegen der Grenze zu warnen. Wie der Vorſitzende des
Vereins, Geh. Rat Miethe, mitteilt, habe die ruſſiſche
Re=
gierung angeordnet, daß Luftfahrzeuge, welche die Grenze
überfliegen, ſofort ſcharf beſchoſſen werden ſollen, falls ſie
auf das Zeichen einer roten Flagge und bei Nacht auf das
Signal mit einem roten Licht hin nicht ſofort landen.
Wenn es unter dieſen Umſtänden auch dringend geboten
erſcheint, daß die deutſchen Aeronauten, ſpeziell die
Frei=
ballonfahrer, die ruſſiſche Grenze meiden, ſo wären doch
auch diplomatiſche Schritte erwünſcht, um eine
Abſchwäch=
ung dieſer ruſſiſchen Maßnahmen zu erzielen. Denn es
kann ſehr wohl der Fall eintreten, daß Luftſchiffer auch
unfreiwillig über die Grenze getrieben werden, wenn ſie
die Orientierung verlieren reſpektive durch ungünſtige
Witterungsverhältniſſe an einer rechtzeitigen Landung
gehindert werden. Was die ruſſiſche Regierung zu den
ſtrengen Maßnahmen veranlaßt hat, iſt nicht ohne
weite=
res erſichtlich. Die allgemeine Spionenfurcht ſcheint aber
auch hier mitzuſpielen. Jedenfalls haben ſpeziell die
deutſchen Luftfahrer ſonſt keinen Anlaß zu dieſer
Maß=
nahme gegeben. Die zahlreichen Landungen während
des letzten Internationalen Gordon=Bennett=Rennens in
Rußland haben die ruſſiſchen Regierungskreiſe aber
viel=
leicht etwas nervös gemacht.
* 20 Millionen für das engliſche
Flug=
weſen. Für die Herſtellung von Flugzeugen ſollen im
laufenden Jahre größere Mittel ausgeſetzt werden. Es
ſoll insgeſamt eine Million Pfund Sterling
ausgewor=
fen werden, von denen eine Flotte von 800 bewaffneten
und unbewaffneten Flugzeugen gebildet werden ſoll, und
zwar 500 für die Marine und 300 für die Armee. Ferner
wird beabſichtigt, Rieſenflugzeuge zu bauen, die dreißig
bis vierzig Perſonen an Bord nehmen und bis zu 36
Stunden in der Luft bleiben können. Außerdem ſoll
eine Anzahl ſtarrer und unſtarrer Luftſchiffe in England
ſelbſt gebaut werden. Weiter ſind ausgedehnte Verſuche
mit Flugzeuggeſchützen in Ausſicht genommen, ferner
Ex=
perimente mit Wurfgeſchoſſen und die Erbauung von
Fluazeugſtationen längs der Küſte. Schließlich ſollen
Verſuche mit telegraphiſcher Verbindung zwiſchen den
Flugzeugen und Militärſtationen gemacht werden.
— Einen Ueberſeeflug von Frankreich
nach Algier plant der bewährte franzöſiſche Flieger
Helen mit einem Nieuport=Eindecker. Er will in
Mont=
pellier in Frankreich ſtarten, dann die franzöſiſche und die
ſpaniſche Küſte bis nach Gibraltar entlang fliegen und
dann an der afrikaniſchen Küſte entlang Algier erreichen.
** Einen Flugüber den Rio de la Plata
haben bei einer Flugzeit von 2 Stunden 40 Minuten die
Aviatiker Bowbery und Labbé ausgeführt. Sie
überflo=
gen den La Plata an einer zirka 100 Meter breiten Stelle
und landeten glatt bei Montevideo.
* Ein Rieſenwaſſerflugzeug hat der
fran=
zöſiſche Ingenieur Colliex gebaut. Die neue Maſchine iſt
für den Transport von zehn Perſonen berechnet. Zum
Antrieb dienen zwei Motoren von je 200 Ps die
zuſam=
men einen Propeller antreiben. Das Chaſſis des
Flug=
zeuges iſt in Bootsform konſtruiert. Als Tragflächen
dienen zwei Doppeldecker, die hintereinander angeordnet
ſind und eine Spannweite von 25 Meter haben.
* Eine 3200 Kilometer lange Reiſe im
Waſſerflugzeuge hat der amerikaniſche Aviatiker
Jannus auf einem Benoiſt=Apparat mit 75 PS.= Motor
ausgeführt. Er ſtartete in Omaha am Miſſouri am 6.
No=
vember, folgte zunächſt dem Miſſouri, erreichte dann bei
St. Louis den Miſſiſſippi und folgte nach achttägigem
Aufenthalt dieſem weiter. Nach zahlreichen
Zwiſchen=
landungen traf er am 16. Dezember in New=Orleans ein.
Faſt zwei Dritel des geſanten Ruges legte Jamnus mit
einem Paſſagier zurück, der von der intereſſanten Reiſe
kinematographiſche Aufnahmen machte.
Literariſches.
Lujo Brentano und der akademiſche
Klaſſenmoralismus von Dr. Alexander Tille.
176 Seiten 8‟. Preis 2 Mk. (Verlag von Otto Elsner,
Verlagsgeſellſchaft m. b. H., Berlin S. 42.) Der Verfaſſer
ſieht das Merkmal an Brentanos Lehre (das Wort
Wiſſen=
ſchaft vermeidet er ſorgfältig, wenn er von Brentano
ſpricht) in der Vereinigung gewiſſer wirtſchaftlicher
Auf=
faſſungen, welche aus den alten Wirtſchaftsmoraliſten
Englands ſtammen, mit einer Gruppe von Anſichten, die
dem freiſinnigen Parteiprogramm ſehr ähnlich ſehen. Er
zeigt auch, auf welchen Schleichwegen der Unlogik und des
Sentimentes, der heimlichen Verdrehung und
Vertauſch=
ung von Begriffen, der Abänderung des Sinnes von
Ge=
ſetzesparagraphen und Rechtsbegriffen, der
merkwürdig=
ſten Gedankenſprünge und der Zwiſchenſchiebung ganz
und gar nicht zur Sache gehöriger Dinge Brentano an
ſein paritätsmoraliſtiſches Ziel gelangt, von dem er gar
nicht merkt, daß ſeine Verwirklichung erſt noch die
Auf=
gabe von Brentanos paritätsmoraliſtiſchem Zukunftsſtaat
ſein wird.
— Schmidt Leopold: W. A. Mozart („
Be=
rühmte Muſiker” Band 19). Mit zahlreichen
Kunſtbei=
lagen: Porträts, Fakſimiles uſw. Schleſiſche
Verlags=
anſtalt (vorm. Schottlaender), G. m. b. H., Berlin W. 35.)
In Leinenband mit Goldſchnitt 5 Mk., in
Liebhaberein=
band 7.50 Mk. In dem Repertoire aller Opernbühnen iſt
es wieder aufs ſtärkſte vertreten, die bedeutendſten Theater
veranſtalten unter Aufwendung großer Mittel „
Mozart=
feſtſpiele”, auf den Konzertprogrammen iſt immer wieder
Mozarts Name zu finden; ſo gibt ſich überall die
wieder=
erwachte Freude an der melodienreichen, zwanglos
flie=
ßenden Muſik des unerreichten Meiſters kund. Und ſo
wird denn auch die neue Mozart=Biographie von Dr. L.
Schmidt zweifellos viele Freunde finden, zumal ſie nicht
nur eine Lebensbeſchreibung, ſondern auch eine
vortreff=
liche Einführung in Mozarts Werke bietet. In kurzer,
präziſer Form wird alles geſagt, was der Muſikfreund
von Mozart wiſſen muß, dabei iſt die Darſtellung glatt
und fließend und wirkt ebenſo unterhaltend wie
beleh=
rend. Eine große Anzahl Illuſtrationen und
Kunſtbei=
lagen beleben in trefflicher Ausführung den Text.
Auf ſonnig er Erde. Italieniſche
Erzähl=
ungen von Adolf Sommerfeld. Eleg. br. 3 Mark,
Verlag Continent G m. b. H., Berlin, W. 15. Adolf
Semmerfeld, der bekannte deutſch=italieniſche Publiziſt,
wird in der literariſchen Welt und im großen Publikum
ſchon ſeit längerer Zeit als eines der hoffnungsvollſten
und viel verſprechendſten Talente geſchätzt und jedes
ſeiner Werke iſt mit außerordentlicher Spannung erwartet
und vergriffen worden. In ſeinem neueſten Werke „Auf
ſonniger Erde” ziehen Schilderungen von dramatiſcher
Wucht, Szenen voll feinſten, ſeeliſchen Empfindens an uns
vorüber. Der ſchwüle Hauch des ſonnigen Südens weht
durch das temperamentvolle Werk, das infolge ſeiner
glänzenden, lebenswahren Charakteriſierung oft an den
gewaltigſten Vertreter des Naturalismus, Emile Zola,
erinnert. Hier iſt von einem Meiſter der Seelenanalyſe
ein Werk voll tiefſter und feinſter Pſychologie und
dauern=
dem literariſchen Werte geſchaffen worden.
Ausverkauf
beginnt am 6. januar.
Wagener z Schlöfel
Goethestrasse 9, II.
Frankfurt a. M.
Wir verkaufen im Inventur-Ausverkauf
unſere Ware außerordentlich billig.
Wir wollen keine Lagerwarg übrig behalfen.
Daher verkaufen wir unſere Vorräte
mit großer Preisermäßigung.
(IV1232,90
[ ← ][ ][ → ]Seite 16,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Nummer 7.
Weisse
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Reinleinen Mark 1.50, 1.70, 1.90 etc. per Meter.
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in guten Qualitäten und richtiger Breite
von 55, 65, 75, 80 Pfennig per Meter an.
Prere Posten 80 cm breit Flockpiaus
per Meter von 70, 75, 80 Pfennig, Mark 1.—, 1.20 etc.
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am Stück per Meter 50, 55, 60, 70 Pfg. etc.
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130X160 cm Tischtuch (Halbleinen), prima Qualität, per Stück Mark 3.25
Servietten 60X60 cm, das Dutzend Mark 6.25
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niſſe, ebenſo Erfahrung im Kran=
bau beſitzen. Auch muß er ver=
ſtehen mit Arbeitern umzugehen.
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zum baldigen oder ſpäteren Ein=(
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geſucht, welcher zugleich die Haus=
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haltsanſprüche erbeten unter Chiff.
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pedition einreichen.
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Verd. f. dauernd geſ. Garl Schenck,
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für dauernd geſucht
Soderſtraße 14, I. (1274dfs
Weiblich
aD chb cb eh ah ed ein dd ed albd cd.
Geb. Frl. m. Sprachk. u. g.
Um=
gangsformen, w. St. i. ein Geſchäft.
Off. b. u. M. K. hauptpostlag. (*740
G
O
Danf
ae
Feri- bess. Schneideru frei.
Gefl. Off. u. U 36 an d. Exp. (*748df
anin h. n. Tg.
Tücht. Büglerin empf ſich
außer dem Hauſe zum Bügeln
Neckarſtr. 11, Stb. (*753
Tücht. Schneiderin empfiehlt ſich
in und außer dem Hauſe.
(*714
Eliſabethenſtr. 49, Hth., 2. St.
Frau ſucht Kunden im Nähen
bei billigſter Berechnung
Blumen=
thalſtraße 69, I., Denzer.
(*693
Schneiderin empfiehlt ſich im
Hauſe Eliſabethenſtraße 58, Hth.,
1. Stock.
(*697
Durchaus zuverläſſige
Frauken=
pflegerin empfiehlt ſich zur
Tag=
u Nachtpflege, übrrn. auch
Haus=
arbeit, geht auch auswärts,
Feld=
bergſtraße 91, parterre
(*744
empf. ſich im An=
Schneiderin fertigen v. Kleidern
u. Bluſen, bei bill. Preiſen, in u.
außer dem Hauſe
(*637md
Große Ochſengaſſe 39, II.
Frau empfiehlt ſich im Kochen
bei Hochzeiten, Geſellſchaften uſw.
*663mds) Lauteſchlägerſtr. 6, Hths.
Fleiß. Frau ſ. Lauid. 2—3 Std.
Gr. Ochſengaſſe 26, Stb., 1. St. (*703
Saub. Mädchen ſ. Laufd. für
nachm. Kiesſtr. 5, 1. St. I. (*739
Das Büro des kath.
Mädchen=
ſchutzvereins ſucht Stellen für 2
junge Mädchen, 23 u. 17 Jahre
alt, als Stütze oder zu Kindern.
Sprechſtunde täglich 3—5, Nieder=
Ramſtädterſtraße 30.
(*685
Ordentlich., ſaub. Mädch. nimmt
Aushilfeſtelle an in beſſ. Hauſe.
Neckarſtraße 11, Seitenbau. (*754
Frau ſucht Lauft. ſ. morg. 2 St.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Januar 1913.
Nummer 7.
Qualitäts=GCigärette
Vorträge.
Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung. Die Vortragsreihe von fünf Abenden,
in welcher Herr Profeſſor Dr. A. E. Berger die
Kulturgeſchichte des Mittelalters
be=
handelt, wurde am Dienstag unter beſten
Aus=
ſichten eröffnet. Es war zu erwarten, daß die früheren
Erfolge des Redners, jene den Grundlagen des
Mittel=
alters gewidmeten Vorträge vielen in dankbarer
Er=
innerung geblieben ſeien und daß ſich auch in dieſem Jahr
wieder eine zahlreiche Hörerſchaft vereinigen würde. Dies
hat ſich in reichſtem Maße erfüllt und zeugt von der
leb=
haften Anteilnahme, die man dem Thema und ſeiner
un=
gemein feſſelnden Vetrachtung entgegenbringt.
Bedeu=
tungsvolle Abſchnitte der Entwicklung unſeres
Vater=
landes werden in ſcharfer Erfaſſung allr wichtigen
Ge=
ſichtspunkte und klarer Würdigung der beſtimmenden
Mo=
mente dem allgemeinen Verſtändnis erſchloſſen, und der
Werdegang der Kuktur, wie ſie ſich in der Einwirlung
römiſch=chriſtlicher Bildung mit germaniſchem Volkstum
geſtaltete, zieht anſchaulich am geiſtigen Auge vorüber.
Der erſte Vortrag galt der Zeit von Mitte des 12.
Jahr=
hunderts bis zum Tode Kaiſer Barbaroſſas, der
Herrſcher=
zeit dieſes größten Hohenſtaufen, und beleuchtete neben
einer Wiedergabe der geſchichtlichen Ereigniſſe die
inne=
ren Zuſammenhänge im neuen Ringen zwiſchen geiſtlicher
und weltlicher Gewalt. An Stelle der kirchlichen,
religiö=
ſen Kultur tritt allmählich als Bildungsträger das
Laien=
element; die Geiſtlichkeit wird durch das Kittertum
abge=
löſt, auf das dann vom Ende des 13. bis zum 16.
Jahr=
hundert das Bürgertum als Kulturfaktor folgt. Die
her=
vorragende, mächtige Perſönlichkeit Kaiſer Friedrichs I.
war für dieſe Epoche beſtimmend, ſeine Staatskunſt
be=
ſchritt neue Bahnen, und in dem Ringen kaiſerlicher
Ge=
walt mit dem Papſttum einerſeits und den Welfen
ande=
rerſeits erwuchſen tcotz mancher Stärkung der erſteren,
die Anſätze zu ſpäterem Niedergang. Der
verhängnis=
volle Zug deutſchen Königtums nach Italten ſetzte
wie=
derum ein und während deſſen verwandelte ſich zum
Nach=
teil der Reichsmacht das Stammesherzogstum in die
konkurrierende Landeshoheit um, wobei außer den
welt=
lichen Fürſten die Biſchöfe den gleichen Weg gingen.
Während in dieſer Zeit die frühere theokratiſche
Anſchau=
ung durch eine politiſche erſetzt wird, vollzieht ſich u. a.
auch eine Aenderung in ſonſtiger Auffaſſung und wird
der von Deutſchland, England und Frankreich gegen
Sala=
dins Vordringen unternommene Kreuzzug nicht mehr
durch religiöſe Begeiſterung, ſondern durch politiſche
(weltwirtſchaftliche) Erwägungen veranlaßt. Dieſe Fülle
maßgebender Geſchtspunkte die Verknüpfung
geſchicht=
licher Vorgänge mit der Kulturentwickelung und deren
treibenden Kräften, alles dies fand in dem
anderthalb=
ſtündigen Vortrag trefflichſte Darſtellung, ſo daß reicher
Beifall dem Redner dankte und gewiß jeder Hörer der
Fortſetzung am nächſten Montag mit Spannung
ent=
gegenſieht.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſiler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Er
Arteit pvor.
frung geſchiehr. behält lich die Rebaſtion ihr
— Darmſtädter Streichquartett. Im
An=
ſchluß an die erſte öffentliche Aufführung von Paul
Scheinpflugs neueſter Kompoſition, dem
Streich=
quartett op. 16 in C=moll, bringt der am Montag,
den 13. d. M. ſtattfindende Abend der Herren Mehmel,
Diedrich, Brückmann und Weyns mit Unterſtützung des
Herrn Kammermuſikers Paul Uhlmann zwei Meiſterwerke
von Haydn und Mozart. Das Haydnſche unter der
Opuszahl 76 als Nr. 4 erſchienene B=dur=Quartett mit
dem ſogenannten Nachtwächterruf im Menuett=Trio iſt
eins der nach Mozarts berühmten und Hahdn gewidmeten
6 Quartette erſchienenen Werke. Hier iſt der ältere
Mei=
ſter, da ihm ein längeres Leben beſchieden war, in vielen
Stücken über den jüngeren hinaus geſchritten und ſteht
in der ganzen Art des Schaſſens Beihoven in deſen
erſten Quartetten näher als Mozart. — Aus dem
Mozart=
ſchen G=moll=Streichquartett ſpricht im weſentlichen eine
tiefſchwermütige Stimmung, die erſt im Allegro des letzten
Satzes einer frohen, über alles Düſtere und Schmerzvolle
triumphierenden Lebensfreude Platz macht. — Die für
den 3. Abend getroffene Wahl des Programms verſpricht
einen ſelten reichen Kunſtgenuß.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des
§ 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortich.). 2
Elektriſche Straßenbahn.
Der Ausbau der elektriſchen Straßenbahn iſt
be=
kanntlich u. a. in der Weiſe geplant, daß eine Art
Ring=
linie geſchaffen werden ſoll, nämlich Schloßgartenplatz-
Hauptbahnhof-Allee — Neckarſtraße — Eliſabethenſtraße ——
Ernſt=Ludwigſtraße-Rheinſtraße-Luiſenſtraße-
Frank=
furterſtraße. Abgeſehen davon, daß eine direkte
Ueber=
leitung der Wagen aus der Ernſt=Ludwigſtraße in die
obere Rheinſtraße — um’s „Faixe Eck” herum — nicht
mög=
lich iſt, erſcheint es nicht im Intereſſe des Verkehrs, die
aus der Eliſabethenſtraße heraufkommende Linie nach
Norden zum Ernſt=Ludwigplatz weiterzuführen; denn wer
vom Hauptbahnhof an dieſen Platz kommen will, fährt
die Rheinſtraße direkt herauf, ebenſo wie die aus der
Heidelberger= und Neckarſtraße kommenden Fahrgäſte, die
den Ernſt=Ludwigplatz zum Ziel haben. Das gleiche gilt
umgekehrt. Alle Fahrgäſte jedoch, welche die
Eliſabethen=
ſtraße in Zukunft hinauffahren, werden in ihrer großen
Mehrzahl, mögen ſie vom Hauptbahnhof oder von der
Heidelbergerſtraße herkommen, die Tendenz haben, nicht
nach dem Ernſt=Ludwigplatz, ſondern mehr nach dem
ſüd=
öſtlichen Teil der Stadt zu gelangen. Es dürfte ſich daher
empfehlen, die Linie aus der Eliſabethenſtraße durch die
Schulſtraße und dann gemeinſam mit der weißen Linie
bis zur Roßdörferſtraße weiterzuführen und ſodann in
dieſer Straße weiter bis ans öſtliche Ende der Stadt, evtl.
ſpäter von da hinüber zum Oſtbahnhof und über die neue
Oſtbahnhof Linie zurück. Mit dieſer Linienführung würde
dem ſüdöſtlichen Stadtteil an der Roßdörferſtraße mit
ſeinem lebhaften Verkehr weſentlich gedient und
gleich=
zeitig für die mit der blauen und weißen Linie von Süden
her kommenden Fahrgäſte eine beſſere Verbindung nach
dem öſtlichen Stadtteil und, indem ſie nicht erſt bis zum
Ernſt=Ludwigplatz zu fahren brauchen, nach dem
Oſtbahn=
hof geſchaffen werden und umgekehrt. Der Ernſt=
Ludwig=
platz kann auf die Dauer für ſämtliche Linien als
Kreuz=
ungspunkt unmöglich mehr beibehalten werden; einzelne,
wie der hier vorgeſchlagene, müſſen anderweit durchgeführt
werden. Nach Inbetriebnahme der elektriſchen Linie
durch die Neckar= und Heidelbergerſtraße wird der
Linien=
betrieb durch die Ernſt=Ludwigſtraße, wenn man den
Stadt= und Linienplan daraufhin prüft, kaum noch einen
Zweck haben.
Ein ausgewachsener Ochse
gibt nur ungefähr 10 Pfund Liebig’s Fleisch-Extrakt! Berechnen Sie daran einmal, was das Pfund kostete, wenn es aus dem Fleisch des teuren inländischen
Viehes hergestellt würde! „Liebig” ist reine eingedickte Bouillon und enthält somit die wertvollsten Stoffe des Fleisches. Wenn man beispielsweise Gemüse,
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worden wären. Rechnende Hausfrauen werden darin den Weg zur zweckmässigen, aber wohlfeilen Ernährung entdecken! Die kleinste Packung von
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