Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der frühere Chef des großen Generalſtabes,
Generalfeld=
marſchall Graf vonSchlieffen, iſt im 80.
Lebens=
jahre geſtorben.
Die Farbwerke in Höchſt a. M. begingen am
Samstag das Feſt ihres fünfzigjährigen
Be=
ſiehens.
Dem rumäniſchen Kronprinzenpaar wurde
am Freitag ein Sohn geboren.
Die Delegierten der Balkanſtaaten ſtellten auf
der Friedenskonferenz der Türkei ein
Ul=
timatum betreffs Kretas, der ägäiſchen Inſeln und
Adrianopels, das am Montag beantwortet werden ſoll.
Die Botſchafterréunion tagte in London am
Samstag vormittag unter der Teilnahme Sir Edward
Greys im Auswärtigen Amt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Ruſſen, Polen und der
Danſlawismus.
Der ruſſiſchen Duma iſt ein beachtenswerter
Ge=
ſetzentwurf über Schutzmaßnahmen für den
tuſſiſchen Grundbeſitz in den ſüdweſtlichen
Gou=
pernements zugegangen. Dieſe Vorlage verbietet den
nach 1888 naturaliſierten Ausländern bezw. den nach 1888
aus dem Zarentum Polen übergeſiedelten Perſonen
pol=
niſcher Herkunft und ihren Nachkommen männlicher Linie,
die die ruſſiſche Nationalität nicht erworben haben, das
Erwerbs= und Beſitzrecht auf Immobilien außerhalb des
Stadtgebiets, ſowie die Ausübung aus Pachtverträgen
hervorgehender Nutznießungsrechte an Grundbeſitz in den
ſüdweſtlichen Gouvernements und in Beſſarabien. Mit der
Annahme ſolcher geſetzlichen Beſtimmungen wird die Duma
einen neuen Schritt auf dem Wege getan haben, den der
verſtorbene Miniſterpräſident Stolypin zum Schutze
des Ruſſentums gegen das Polentum
ein=
geſchlagen hat. Bisher iſt das Semſtwogeſetz von 1910,
das in den ſechs weſtlichen Gouvernements das
Ueber=
gewicht der Abgeordneten ruſſiſcher Herkunft ſichert, wohl
die wichtigſte Maßregel im Kampfe gegen das Polentum
geweſen. Stolypin ſelbſt hat am 20. Mai 1910 in der
Duma die Semſtwovorlage befürwortet und dabei wahre
(Beifallsſtürme entfeſſelt. Was Stolypin an jenem Tage
ſausführte war von ſo hoher grundſätzlicher Bedeutung, daß
der Gedankengang ſeiner damaligen Rede verdient, ins
Gedächtnis zurückgerufen zu werden.
Die Regierung, ſaate Stolypin, ſei nicht berechtigt, die
verſtreuten ſchwachen Stützpunkte ruſſiſchen
Staatsbewußt=
ſſeins im Kampfe gegen die feſtgefügte
Zita=
delle der Polenkultur ſich ſelbſt zu überlaſſen.
Die Regierung könne nicht in der Rolle eines ruhigen
Zu=
lſchauers verharren und den Wettkampf zweier
wirtſchaftlicher und politiſcher Faktoren
zulaſſen. Die Bevölkerung werde, wenn auch nicht
mit einem Male, ſo doch ſchnell, gewahr werden, daß das
Gebiet im Weſten anfange, einem Königreiche Po=
Ilen zuzuneigen, wenn es die ruſiſche Regierung nicht
ver=
ſtehe, aus materieller Schwäche oder wegen des Fehlens
des Staatsgedankens, es in ihren Händen zu behalten.
Zweck der Regierungsvorlage ſei nicht, die Rechte der Polen
Ain dem weſtlichen Gebiet einzuſchränken, ſondern den Schutz
der Rechte der dortigen Ruſſen zu wahren. Die Vorlage
Agebe allen Schichten der dortigen Bevölkerung eine geſetz=
Amäßige Vertretung und ſetze nur dem Jahrhunderte alten
Apolitiſchen Stammeskampfe ein Ziel indem ſie dabei
Anachtvoll die Grundlagen des ruſſiſchen Staates ſchütze.
Die Beſtätigung dieſes Grundſatzes durch die Reichsduma
Awerde vielleicht viele Selbſttäuſchungen und Hoffnungen
erſtören, andererſeits werde ſie aber einem nicht geringen
ünglück und Mißverſtändniſſen vorbeugen, indem ſie offen
Nund ohne Heuchelei feſtlege, daß das weſtliche Gebiet jetzt
und immer ruſſiſches Gebiet ſei,
Gemäß den von Stolypin entwickelten Grundſätzen
macht die neue Dumavorlage in den genannten
Gouverne=
nents den Polen außerhalb des Stadtgebietes nicht nur
ie Erwerbung, ſondern auch die Pachtung von Grundbeſitz
mnmöglich. Daß die preußiſche
Anſiedlungs=
holitik ſamt der Enteignung weit milder als das
ruſſi=
ſche Vorgehen iſt, kann nicht beſtritten werden. Je ſchärfer
über der Kampf iſt, den Rußland gegen das Polentum
führt, um ſo hinfälliger erſcheinen die Verſuche ruſſiſcher
Panſlawiſtenblätter, die preußiſche Anſiedlungspolitik als
Iin Mittel zu benützen, mit dem die Sympathien der
preu=
biſchen Polen Rußland zugewandt werden ſollen. In
hieſer Richtung hat der panſlawiſtiſche Swet noch wenige
Wochen vor der oben ſkizzierten Dumarede Stolypins den
Vogel abgeſchoſſen, indem er den Bericht der preußiſchen
Anſiedlungskommiſſion für 1910 zu folgender
Umſchmei=
chelung der preußiſchen Polen benützte:
„Es ſollte doch klar ſein, daß ein ſtarkes feſtes
ruſſi=
ſches Rußland für alle Slawen — auch für die Polen —
die einzige zuverläſſige Garantie ihrer nationalen Exiſtenz
iſt! Es bleibt nur zu hoffen, daß der polniſche Bauer
unter der preußiſchen Regierungsgewalt, der feſt an ſeiner
heimiſchen Scholle hält, begreifen wird, wo er Schutz im
Kampfe gegen die Germaniſierung zu ſuchen hat.”
Solche Lockungen können angeſichts des ruſſiſchen
Kampfes gegen das Polentum unmöglich verfangen.
An=
ſtatt ſich durch panſlawiſtiſche Stimmungen zu einer
Auf=
reizung der preußiſchen Polen hinreißen zu laſſen, müßte
ſich die nationaliſtiſche Preſſe Rußlands verſtandesmäßig
darüber klar ſein, daß Preußen und Rußland gegenüber
dem Polentum gemeinſame nationale Intereſſen zu ſchützen
haben. Die deutſche Zentrumspreſſe aber, die oft genug
beteuert hat, daß die polniſch=ruſſiſche Verbrüderung eine
notwendige Folge der preußiſchen Polenpolitik ſein müſſe,
erkennt an der Fortſetzung der Polenpolitik Stolypins von
neuem, wie ſehr ſie irrte. Die deutſche Zentrumspreſſe nebſt
der Zentrumspartei ſollte daher aufhören, die preußiſche
Polenpolitik mit jener abgenützen Waffe zu bekämpfen.
Die Demobiliſierung in
Oeſter=
reich und Rußland.
*⁎* Die von Petersburg aus nach Wien ergangene
An=
regung einer beiderſeitigen Demobiliſierung darf als ein
weiterer Beweis dafür angeſehen werden, daß die
poli=
tiſche Spannung im Schwinden begriffen iſt und gefährliche
Komplikationen nicht mehr zu befürchten ſind. Nachdem
der öſterreichiſch=ſerbiſche Konflikt beigelegt worden war,
lag eigentlich für die Doppelmonarchie kein Grund mehr
vor, die Truppenverſtärkungen aufrecht zu erhalten, und
es waren denn auch ſchon, wie uns von unterrichteter Seite
mitgeteilt wird, Entlaſſungen von Reſerviſten, namentlich
auch ſolcher aus dem deutſchen Reichsgebiet eingezogenen,
in erheblicher Zahl verfügt worden. Oeſterreich=Ungarn
hatte, was im Auslande weniger bekannt war, ſehr
um=
fangreiche Vorbereitungen getroffen, es war tatſächlich
zum Kriege fertig, und nur der Befehl zum Vorrücken
fehlte noch. In Wien und Peſt mußte man damit rechnen,
Serbien und Rußland zum Gegner zu haben, und
des=
halb war Oeſterreich in einer ganz anderen Lage als
Ruß=
land, deshalb mußte Oeſterreich ſich weit mehr vorbereiten
als das Zarenreich, welches nicht zu befürchten brauchte,
von Oeſterreich=Ungarn angegriffen zu werden. Daß unſer
Nachbar im Oſten ſich wirklich nur darauf beſchränkt hat,
Reſervemannſchaften geraume Zeit bei den Truppen
zu=
rückzubehalten, findet wohl nicht überall Glauben, denn
es waren ziemlich beſtimmt lautende Nachrichten verbreitet,
daß in Rußland die Militärverwaltung eine ſehr eifrige
Tätigkeit entfalte, und wenn man hierzu noch die in
ein=
flußreichen Petersburger Kreiſen herrſchende Stimmung
für die ſlawiſchen Brüder in Serbien rechnete, ſo konnte
man das Mißtrauen Oeſterreichs gegen Rußland wohl
ver=
ſtehen.
Es iſt anzunehmen, daß die ruſſiſche Anregung einer
Demobiliſierung in Wien und Peſt freundlich
aufgenom=
men werden wird. Ob und in welchem Maße man ihr
folgt, kommt natürlich ganz darauf an, wie man in
Oeſter=
reich=Ungarn die Lage beurteilt. Daß ſie ſchon ſeit einiger
Zeit günſtiger aufgefaßt wird, ergibt ſich aus der oben
er=
wähnten teilweiſen Entlaſſung der Reſerven, indeſſen iſt
es doch noch fraglich, ob man in Wien ſofort der völligen
Demobiliſierung zuſtimmt und nicht erſt die weitere
Ent=
wicklung der Dinge auf dem Balkan abwartet. Dies würde
ſicherlich eingehend begründet und brauchte an der Newa
nicht als Unfreundlichkeit oder direktes Mißtrauen
auf=
gefaßt zu werden. Man darf auf die Antwort der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Regierung geſpannt ſein, die
ihrer=
ſeits im Intereſſe des Friedens gewiß alles tun wird, um
zu einer vollen Verſtändigung mit Rußland zu gelangen.
Deutſches Reich.
— Die Fleiſchpreis=Kommiſſion. Unter
dem Vorſitz des Staatsſekretärs Dr. Delbrück trat am
Freitag vormittag im Reichstagsgebäude die zur
Feſt=
ſtellung der Fleiſchpreiſe eingeſetzte Konferenz aufs neue
zuſammen, die am Ende des vorigen Jahres zur
Er=
örterung dieſer Frage zuſammenberufen worden war.
Nachdem der Staatsſekretär eine Rückſchau über die
Er=
gebniſſe der erſten Tagung der Konferenz gegeben hatte,
wurde in die Verhandlungen eingetreten. Zur
Erörte=
rung ſtand die Frage: Wie laſſen ſich die Stallpreiſe für
das Vieh ermitteln? Die Ausſprache erwies, wie
ſchwie=
rig der Stoff zu behandeln war. Es zeigte ſich, nach dem
Berliner Lokal=Anzeiger, kein Weg, um mit methodiſchen
Mitteln dieſe Frage zu beantworten. Man beſchloß
da=
her, eine beſondere Kommiſſion einzuſetzen, die hier den
Weg finden ſoll. Man war ſich darüber einig, daß nur
die Beantwortung dieſer Frage die Grundlage geben
kann, um in der ganzen Materie weiterzukommen. Das
kann man erſt, wenn man weiß, wie die Preiſe ſich
ſtel=
len, ſo lange das Vieh ſich noch beim Züchter befindet.
Wenn man den Urſachen nicht auf den Grund gehen kann,
die an dieſer Preisbildung arbeiten, iſt es nicht möglich.
methodiſch weiterzukommen.
— Zur Abänderung der
Gebühren=
ordnung für Zeugen und Sachverſtändige.
Seit einiger Zeit ſchweben zwiſchen den zuſtändigen
Re=
gierungsſtellen erneute Verhandlungen über eine
Abän=
derung der Gebührenordnung für Zeugen und
Sachver=
ſtändige. Wie Berliner Blätter mitteilen, iſt nach dem
Stande der Erörterungen anzunehmen, daß noch in dieſer
Tagung eine Vorlage über den Entwurf einer neuen
Gebührenordnung für Zeugen und Sachverſtändige dem
Bundesrat und dann dem Reichstage zugehen wird. Bei
der Vorlage dürfte nicht der bereits ausgearbeitete
Ent=
wurf in Frage kommen, ſondern es dürfte eine
Umarbei=
tung desſelben vorgenommen werden. Zur Frage der
Gewährung von Tagegeldern an Schöffen und
Geſchwo=
rene iſt zu bemerken, daß ſich vorerſt der Bundesrat mit
dieſem Gebiete nicht befaſſen wird. Es iſt demnach an
die Einbringung einer entſprechenden Vorlage im
Bun=
desrat und im Parlament in dieſer Reichstagstagung
jedenfalls nicht zu denken; es handelt ſich in der
Haupt=
ſache um finanzielle Bedenken.
— Einführung einer Anzeigepflicht
für. Muſik= und dramatiſchen Unterricht.
Im Zuſammenhang mit der geſetzlichen Regelung des
Theaterweſens iſt beabſichtigt, für den Muſikunterricht in
jeder Form, ſowie für den dramatiſchen Unterricht,
ſo=
weit ſie als Gewerbe betrieben werden, die Anzeigepflicht
bei der zuſtändigen Behörde einzuführen. Die Erteilung
des Unterrichts ſoll verſagt werden können, wenn
Tat=
ſachen vorliegen, welche die Unzuverläſſigkeit des
Betref=
fenden in bezug auf den Unterricht dartun. Hierbei iſt
unter Unzuverläſſigkeit nicht nur ein ſittlicher
Man=
gel zu verſtehen, vielmehr gilt als ſolcher auch die
Unfähigkeit, das heißt ein Mangel an denjenigen
Kenntniſſen, deren Beſitz zu einer erfolgreichen
Er=
teilung von Unterricht unerläßlich iſt. Es wird
mit=
hin von der Behörde in erſter Linie ein Nachweis über
die erhaltene Ausbildung in dieſen Fächern gefordert
werden können. Als gewerbsmäßig iſt jede
Unterrichts=
erteilung anzuſehen, bei der die Abſicht beſteht, aus der
Tätigkeit eine dauernde Einnahmequelle zu machen. Durch
die in Ausſicht genommenen Beſtimmungen ſoll jedoch
nicht die Verpflichtung eingeführt werden, vor Beginn
der Unterrichtserteilung eine Konzeſſion nachzuſuchen;
vielmehr ſoll zum Beginn des Gewerbebetriebes nur die
Anzeige bei der Behörde desjenigen Ortes, in dem der
Unterricht erteilt wird, erſtattet werden. Wird die
Er=
teilung des Unterrichts verſagt, ſo gilt dieſe Entſcheidung
nicht nur für den betreffenden Ort, ſondern allgemein
für das ganze Reichsgebiet. Nach Verlauf eines Jahres
ſeit der ausgeſprochenen Verſagung kann die Landes=
Zentralbehörde die Wiederaufnahme des Unterrichts
ge=
ſtatten. Die von der Reichsregierung geplante
Maß=
nahme hat ſich als notwendig herausgeſtellt, weil in
ſteigender Zahl Perſonen ſich mit der Erteilung von
Muſik= und dramatiſchem Unterricht befaſſen, denen die
erforderlichen Vorausſetzungen dafür fehlen.
Aus der nationalliberalen
Par=
tei. Zu der in letzter Zeit mehrfach erörterten Frage
der Annäherungspolitik der nationalliberalen Partei nach
rechts ſchreibt die Nationalliberale Korreſpondenz:
„Gewiß ſind Schattierungen innerhalb der Partei
vor=
handen. Sie datieren aber nicht erſt von geſtern. Eine
Partei, die auf einer mittleren Linie marſchieren will,
wird ſich von ihnen überhaupt nie freimachen können,
Es kann wohl auch für eine Mittelpartei Zeiten geben,
und es hat auch für die nationalliberale wiederholt ſchon
ſolche gegeben, wo ſie ihr Schwergewicht nach der einen
oder anderen Seite feſtlegen mußte; in ſolchen Zeiten galt
es wirklich, eine Entſcheidung zu treffen. Das Zeichen
der heutigen Politik iſt aber ein ganz anderes; es verlangt
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Nummer 4
keine Entſcheidung nach der einen oder anderen Seite,
ſon=
dern freie Hand, freie Hand gerade für unſere Partei,
freie Hand aber auch nach jeder Richtung. Der
Abgeord=
nete Baſſermann weiſt mit Recht darauf hin, daß es heute
„Arbeitsgemeinſchaften” zwiſchen den einzelnen Parteien
die ſich auf alle politiſchen Fragen erſtrecken, gar nicht
geben kann; dazu verſchiebe ſich das Bild von einem Tage
zum andern zu ſehr. Darin liegt aber auch begründet,
daß unter ſolchen Umſtänden ein theoretiſches Feſtlegen
nach irgend einer Seite ein Unding iſt, oder praktiſch
aus=
gedrückt: ein Vertretertag, der jetzt den Kurs der
natio=
nalliberalen Partei nach rechts oder links feſtlegen wollte,
würde die politiſche Situation abſolut verkennen.”
— Kein polniſcher Gottesdienſt in
Dresden. Zu den jüngſten Meldungen über einen
polniſchen Gottesdienſt in der Dresdener Hoſkirche wird
von dort halbamtlich erklärt:
Mit Beginn des Jahres 1913 wird an die katholiſche
Hofkirche ein Kaplan verſetzt, der bereits ſeit März 1911
in Meißen amtiert, Reichsdeutſcher, Sohn eines
preußi=
ſchen Eiſenbahnbeamten in Leipzia iſt und u. a. die
Reife=
prüfung an einem Gymnaſium in Leipzig beſtanden hat,
die polniſche Sprache beherrſcht und neben ſeinen anderen
Obliegenheiten aushilfsweiſe, namentlich im Frühjahr,
Sommer und Herbſt, an einzelnen von vornherein genau
beſtimmten Orten, an denen ſchon ſeither polniſche
Got=
tesdienſte ſtattfinden, und ein Bedürfnis hierzu
nachge=
wieſen iſt, an Sonn= und Feſttagen und deren
Voraben=
den zur Ausübung der Seelſorge an nur vorübergehend
in Sachſen aufhältlichen katholiſchen Wanderarbeitern
polniſcher Sprache, die infolge des Mangels an heimiſchen
Arbeitskräften für die Landwirtſchaft unentbehrlich ſind,
mit verwendet werden ſoll. Dagegen iſt die Abhaltung
beſonderer polniſcher Gottesdienſte unter den
hierländi=
ſchen Verhältniſſen ſchon an und für ſich der Folgen
wil=
len und namentlich auch deshalb nicht geſtattet, weil
die=
jenigen Polen, die ſich in Sachſen längere Zeit oder
dauernd aufhalten, ſchon durch die Erwerbsverhältniſſe
und durch den Verkehr mit den Behörden und der
deut=
ſchen Bevölkerung Deutſch zu lernen veranlaßt ſind.
Ausland.
England.
Die Reichsverteidigungs=
Kommiſ=
ſion und die Kolonien. In einer
parlamentari=
ſchen Druckſache wird eine Depeſche des Kolonialſekretärs
über die Vertretung der autonomen Dominions in der
Reichsverteidigungs=Kommiſſion veröffentlicht. Die
De=
peſche iſt vom 10. Dezember datiert und teilt mit, daß auf
der letzten Reichsverteidigungs=Konferenz am 5. November
v. J. einſtimmig beſchloſſen wurde, daß die Dominions in
der Reichsverteidigungs=Kommiſſion durch Mitglieder der
kolonialen Kabinette vertreten werden ſollen. Zugleich
wurde beſchloſſen, daß in jedem Dominion eine
Vertei=
digungskommiſſion gebildet werden ſoll, die mit der
Reichsverteidigungs=Kommiſſion in enger Verbindung
ſtehen ſoll. Nach dem Miniſterwechſel in Kanada wurde
dieſe Reſolution den kanadiſchen Miniſtern während ihres
Beſuches in London mitgeteilt und von ihnen proviſoriſch
angenommen. Miniſter Borden ſprach den Wunſch aus,
daß die kanadiſchen und anderen kolonialen Misiſter, die
als Mitglieder der Reichsverteidigungs=Kommiſſion in
London weilten, vertrauliche Kenntnis von der Politik
und anderen Maßnahmen der Regierung erhalten ſollten.
Borden wurde darauf aufmerkſam gemacht, daß die
Reichsverteidigungs=Kommiſſion eine rein beratende
Kör=
perſchaft ſei und keinerlei politiſche Entſcheidungen treffen
könne. Zugleich aber erhielt er die Zuſicherung, daß alle
kolonialen Miniſter, die ſich in London aufhielten, ſtets
Zutritt zu dem Premierminiſter und den Staatsſekretären
des Auswärtigen und der Kolonien haben ſollten, um
In=
formationen über alle Fragen der Reichspolitik zu er=
halten. Der Kolonialſekretär teilte den Regierungen von
Auſtralien, Südafrika, Neuſeeland und Neufundland mit,
daß das Anerbieten, das Kanada gemacht worden iſt, auch
für die übrigen Dominions gelte, und forderte ſie zu einer
Erklärung auf, ob ſie in eine engere Verbindung mit der
Reichsverteidigungs=Kommiſſion zu treten wünſchten.
Portugal.
Kabinettskriſis. Sowohl der Führer der
Demokraten Coſta, wie das Haupt der Konſervativen
Al=
meida haben es abgelehnt, ein neues Kabinett zu bilden,
weil die geſtellten Bedingungen unannehmbar ſeien und
ſie keine genügende Majorität in der Kammer finden
könnten. Infolgedeſſen iſt der Präſident der Republik
der Anſicht, die gegenwärtige Regierung ſolle auch noch
ein bis zwei Monate im Amte bleiben.
Rußland.
Der Miniſterrat billigte den proviſoriſchen
Plan der Effektuierung der Reichsausgaben für das erſte
Halbjahr 1913 im Betrage von 1 492 527066 Rubel, ferner
die Einbringung der Geſetzesvorlage, wonach die
Mann=
ſchaft der die Küſtenſchiffahrt betreibenden Segelſchiffe
im Küſtengebiet des Amurs ausſchließlich aus ruſſiſchen
Untertanen beſtehen ſoll. Segelſchiffen, die zwiſchen den
Häfen des Stillen Ozeans verkehren, ſoll bis zum 14.
Ja=
nuar 1915 geſtattet ſein, Ausländer zuzulaſſen, jedoch
in einer Zahl, die die Hälfte der Geſamtmannſchaft nicht
überſteigt. In Ausnahmefällen ſind die Verwaltungen
des Wladiwoſtoker Hafens und anderer Häfen des fernen
Oſtens, ſowie der Zollämter und die Konſuln ermächtigt,
zeitweilig Ausländer über dieſe Zahl zuzulaſſen.
Braſiſfen.
Der Etatfür 1913. Der Präſident der Republik
ſanktionierte den Etat für 1913. Die Staatseinnahmen
ſind mit 108 382 in Gold und 353 257 Contos Papier
veranſchlagt. Ein Geſetz ermächtigt die Regierung,
meh=
rere Maßnahmen durchzuführen, nämlich eine
zweiprozen=
tige, in Gold zu zahlende Zollabgabe auf die amtlich
feſt=
geſtellten Werte der Einfuhrgüter im Zollgebiet von Rio
de Janeiro, in Recife de Pernambuco, Bahia und Rio
Grande do Sul, ſowie mehrerer anderer Staaten, wo
Ha=
fenarbeiten ausgeführt werden. Das Geſetz ermächtigt
die Regierung ferner, die Zollabgaben auf ausländiſche
Waren zu ermäßigen oder aufzuheben, um ähnlichen
Wa=
ren, die im Lande durch Truſts hergeſtellt werden, eine
Konkurrenz zu ſchaffen.
* Wien, 4. Jan. Gegenüber den Gerüchten, die,
ob=
ſchon ihre Unrichtigkeit wiederholt feſtgeſtellt worden iſt,
von neuem verbreitet werden, konſtatiert die Korreſpondenz
Wilhelm, daß der Geſundheitszuſt and des
Kai=
ſers Franz Joſef erfreulicherweiſe vorzüglich iſt.
Das geht u. a. daraus hervor, daß der Kaiſer am
Neu=
jahrstage die Erzherzöge, die Mitglieder der engeren
Fa=
milie und die Hofwürdenträger empfing. Der Kaiſer
ab=
ſolviert täglich ſein gewohntes Arbeitsprogramm und
un=
ternimmt täglich, ſo auch heute, eine Mittagspromenade
von ½ bis zu ¾ Stunden auf der Galerie des
Schön=
brunner Schloſſes.
* Rom. 3. Jan. Wie in offiziellen Kreiſen verſichert
wird, trifft der ruſſiſche Thronfolger im Laufe
der nächſten Woche in Italien ein und wird ſich, nach einem
kurzen Aufenthalt im ſüdlichen Italien, an Bord eines
ruſſiſchen Kriegsſchiffes begeben, um eine Mittelmeerfahrt
zu unternehmen.
* Bukareſt, 3. Jan. Dem
Kronprinzen=
paare wurde ein Sohn geboren. Der neugeborene
Prinz iſt der dritte Sohn des Kronprinzenpaares. Der
älteſte iſt im Jahre 1893, der zweite im Jahre 1903
ge=
boren, ſomit iſt jeder der drei Brüder 10 Jahre jünger.
Außerdem hat das Kronprinzenpaar noch drei Töchter.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Januar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberleutnant
Riedeſel Frhrn. zu Eiſenbach von der Reſerve des Leib=
Dragoner=Regiments (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, den
Feuer=
werks=Oberleutnant Schülke vom Artilleris=Depot
Darm=
ſtadt, den Oberſtaatsanwalt Stigell und den Rechnungsrat
Seipel von Mainz, die Reallehrer Gerhard von Bingen,
Straub und Grimm von Gießen, ſowie Storck von Alzey,
den Lehrer Jung von Nieder=Flörsheim, den Schulrat
Schmeel von Worms, den Profeſſor Weimar von Gießen,
en Rektor Hempel und den Hauptlehrer Geil von
Worms, den Lehrer Traub von Heppenheim, den Geh.
Juſtizrat Kammerherrn v. Heſſert, Direktor der Bank
für Handel und Induſtrie, den Profeſſor Wißner, den
Lehrer Schmidt von Pfungſtadt, den Kreisamtmann
Dr. Heß, den Geh. Juſtizrat Dr. Oppenheimer von
Mainz, den Lehrer Luſt von Wiebelsbach, den Profeſſor
Dr. König von Gießen, den Lehrer Forſtmann von
Lampertheim; zum Vortrag den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Generalleutnant z. D. Bernhard zum
Stellvertreter des Vertrauensmanns für den
Jung=
deutſchlandbund im Großherzogtum Heſſen.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Peter Weber,
Max Keſtl, Philipp Zindel und Peter Hermann,
ſämtlich zu Offenbach; ferner an Heinrich Metzler
und Friedrich Steiner, beide zu Worms.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
ver=
handelte in ſeiner Sitzung am Samstag über das
Ge=
ſuch des Weinhändlers Mühlfeld in Darmſtadt um
Erlaubnis zum Betriebe einer
Weinwirt=
chaft im Hauſe Wienersſtraße 74. Das Polizeiamt
be=
antragte, das Geſuch wegen Verneinung der
Bedürfnis=
frage abzulehnen. Wie der Vertreter des Polizeiamts,
Aſſeſſor Pabſt, ausführte, ſind in der Entfernung bis zu
20 Schritt ſieben Wirtſchaften vorhanden, in denen Wein
verſchänkt wird, davon iſt die nächſte nur 20 Schritt
ent=
fernt. Der Vertreter des Geſuchſtellers erſucht um
Geneh=
nigung des Geſuchs, da die Bedürfnisfrage zu bejahen
ſei, auch beabſichtige der Geſuchſteller, nur rheinheſſiſche
Weine zu verſchänken. Der Provinzialausſchuß weiſt das
Geſuch ab unter Verurteilung des Geſuchſtellers in die
Koſten des Verfahrens. — Das Kreisamt Offenbach
beantragt, der Ehefrau Johann Philipp Kreis geb. Lipps
n Offenbach die Wirtſchaftskonzeſſion zu
entziehen. Gelegentlich einer Gerichtsverhandlung im
Juli 1912 gegen den Buchhalter Greif wegen
Unter=
ſchlagungen in Höhe von 6000 Mk. gab der Angeklagte an,
r habe einen großen Teil des unterſchlagenen Geldes in
der Wirtſchaft der Frau Kreis durchgebracht, auch ſei er
noch oft nach der Polizeiſtunde in der Wirtſchaft geweſen.
An einem Abend habe er oft 25 bis 30 Mk. ausgegeben.
Frau Kreis ſtellt in Abrede, den Greif animiert oder in
näheren Beziehungen zu ihm geſtanden zu haben, wie
Greif angegeben hatte. Wenn ſie gewußt hätte, daß Greif
ſich das Geld durch Unterſchlagungen verſchafft habe, würde
ſie ihm nichts verabreicht haben. Er habe immer
er=
zählt, er ſei vermögend und habe eine große Summe in
der Lotterie gewonnen. In einer früheren Sitzung hatte
der Provinzialausſchuß Beweiserhebung durch eidliche
Zeugenvernehmung beſchloſſen. Dieſe Zeugen haben
be=
kundet, daß ſie niemals etwas Anſtößiges in der
Wirt=
ſchaft bemerkt haben, ſie hätten die Wirtſchaft ſtets als
durchaus anſtändig angeſehen. Der Provinzialausſchuß
gibt dem Antrage des Kreisamts Offenbach ſtatt und
ent=
zieht der Frau Kreis die am 8. März 1912 erteilte
Wirtſchaftskonzeſſion.
Hierauf wird die Entſcheidung über den Rekurs des
Amtsrichters Dr. Lutz zu Berlin zu den Straßen=
Aus dem Indianerleben
Südamerikas.
Von H. Singer.
Die Rothäute gehören zu den ſterbenden Raſſen; die
Berührung mit den Weißen hat ihre Lebenskraft
gebro=
chen, und die Verſuche im Norden des Erdteils Amerika,
jenen Gang zum Völkertode durch Schutzmaßregeln
auf=
zuhalten, haben keinen ſonderlichen Erfolg mehr. In
der Südhälfte des Erdteils allerdings bewahrt den
In=
dianer noch vielfach die Abgeſchloſſenheit ſeiner
Wohn=
ſitze vor ſchnellem Verſchwinden; aber auch hier dringt
der Weiße, vom „Schwarzen Golde”, dem
Kautſchukreich=
tum, gelockt, immer weiter in die Urwälder vor, und die
Arbeit, die ihm dort der Indianer mehr gezwungen als
freiwillig leiſtet, iſt nun einmal für den roten Mann
ver=
derblich, zumal ſie ihm häufig in der Hauptſache mit
Branntwein bezahlt wird. Unter ſolchen Umſtänden
müſſen die Bemühungen europäiſcher Reiſender, noch
möglichſt genaue Nachrichten über Kultur und Denken
der dem Untergange geweihten Völker zu erlangen, als
höchſt verdienſtvoll gelten.
Zu den erfolgreichſten Forſchern auf dieſem Gebiete
gehört der ſchwediſche Ethnograph Erland Freiherr von
Nordenfkiöld. Er hat in ſeinem dieſer Tage in
deutſcher Ueberſetzung erſchienenen Buche „
Indianer=
leben” einige intereſſante Indianerſtämme des
Chaco=
gebietes von Argentinien und Bolivia geſchildert, die
ihm auf ſeiner letzten Reiſe, 1908—1909, genau bekannt
geworden ſind, darunter die Aſchluslay und Choroti am
Pilcomayofluſſe. Es ſind Halbnomaden, mit Jagd und
Fiſchfang als Hauptbeſchäftigung, während die Frauen
durch Sammeln von allerlei eßbaren Dingen in Wald
und Steppe zum Lebensunterhalt beitragen. Sie beſitzen
aber auch einiges Vieh, wie Schafe, Eſel und Pferde.
Fehden mit Nachbarſtämmen, bei denen freilich Vorſicht
als der beſſere Teil der Tapferkeit gilt, ſind nicht ſelten,
und man huldigt dann der Sitte des Skalpierens, die
ſonſt in Südamerika nur ſehr wenig verbreitet iſt. Die
Gewalt der Häuptlinge — es gibt nur Dorfhäuptlinge —
iſt gering, und ihr Einfluß richtet ſich allein nach ihren
verſönlichen Eigenſchaften. Sie müſſen mit ihren Frauen
genau ſo arbeiten, wie die anderen Dorfbewohner, und
ſelbſt im Kriege gehorcht ihnen jeder nur ſo weit, wie es
ihm paßt.
Manches iſt in einem ſolchen Aſchluslay= oder
Cho=
rotidorf anders, wie bei uns, was auf dem ſtark
ausge=
prägten Kommsnism uc. auf dem Fehler pan ſasiee
und Vermögensunterſchieden, beruht. Es gibt weder
Arme noch Reiche; iſt der Magen voll, ſo iſt man reich,
iſt er leer, ſo iſt man arm. Wird ein Indianer mit zwei
Hemden beſchenkt, ſo verſchenkt er ſicher das eine, damit
es für alle reicht. Seine Pfeife raucht niemand allein;
ſie muß von Mund zu Mund gehen. Wer viele Fiſche
ge=
fangen hat, teilt ſie mit dem, der weniger vom Glück
be=
günſtigt wurde. So gebietet das Herkommen. Immerhin
gibt es perſönliches Eigentum, und das iſt unantaſtbar.
So würde kein Mann etwas, was ſeiner Frau oder
ſei=
nem Kinde gehört, fortgeben, ohne ſie zu fragen. Die
Haustiere haben Beſitzmarken, die Schafe z. B. auf
ver=
ſchiedene Art geſchorene Ohren. Im allgemeinen aber
beſitzt keine Familie mehr, als was ſie beim Wechſel des
Dorfplatzes bequem mitführen kann.
Diebſtahl unter Stammesmitgliedern iſt unbekannt;
es herrſcht eben ſo großer Gemeinſinn, daß niemand zu
ſtehlen braucht. Anſcheinend belügt man einander auch
nicht. Anders verhält man ſich dem Weißen gegenüber;
den betrügt und belügt man mit aller Seelenruhe, wenn
es dem Stamm keinen Nachteil bringt. Sieht ſich der
In=
dianer dabei ertappt, ſo lacht er den Weißen aus, wie
wir es tun, wenn jemand auf einen Aprilſcherz
herein=
fällt. Würde ſich der Weiße dann ärgern, ſo würde er
für beſchränkt gehalten werden. Weniger harmlos iſt die
Sitte des Eltern= und Kindermordes; aber es
fehlt den Indianern auch hier das Bewußtſein, daß ſie
damit etwas Unrechtes oder gar ein Verbrechen begehen
Die Indianerin hält ſich für berechtigt, ihr neugeborenes
Kind zu töten; ſie habe ihm das Leben gegeben, könne
es ihm alſo auch wieder nehmen. Indeſſen beſchränkt
ſich der Kindermord auf den Fall, daß der Vater die
Mutter verlaſſen hat, oder daß das Kind mißgeſtaltet iſt.
Man erzieht die Kinder mit größter Liehe und Nachſicht,
und die Kinder hängen ebenſo ſehr an den Eltern. Tötet
der Indianer ſeinen alten Vater oder ſeine alte Mutter, ſo
glaubt er, nicht nur ſich, ſondern auch ſie von einer
uner=
träglichen Laſt zu befreien, denn der Kampf ums Leben
iſt für Gebrechliche oder Hilfloſe dort ausſichtlos. Die
Regel iſt aber doch, daß die Alten, ſelbſt wenn ſie blind
oder verkrüppelt ſind, von den Kindern unterhalten
werden.
Wir pflegen zu ſagen, daß neben dem Umfange des
Seifenverbrauches auch die Stellung der Frau ein
Maß=
ſtab für die Kulturhöhe eines Volkes ſei. Das trifft im
gewiſſen Sinne auf die Indianer des Chaco zu. Die
Aſchluslay und Choroti ſind grenzenlos unſauber und
in der Tat primitive Stämme; dagegen ſind die
Chiri=
quano=Indianer, Nachbarn der Choroti, ſehr reinliche
Leute, und ſie ſtehen auf weit höherer Stufe. Bei den
Chirianano werden die Mädchen ſtreng gehütet, bei den
Aſchluslay und Choroti haben ſie bis zur Verheiratung
völlige Freiheit. Jede Nacht wird im Freien flott
ge=
tanzt. Dazu machen die jungen Herren ſtundenlang
ſorg=
fältigſt Toilette und legen auf möglichſt originelle
Be=
malung und Ausſchmückung innerhalb der Grenzen der
gerade herrſchenden Mode großen Wert. Weit weniger
Gewicht legen die Mädchen auf ihr Aeußeres, und das
kommt daher, daß ſie bei jenen Tänzen die Wählerinnen
ſind, nicht die Gewählten. Zu Liebesabenteuern ergreift
immer das Mädchen die Initiative, und zwar tatkräftig
und ungeniert. Die jungen Burſchen kümmern ſich um
das Aeußere der Mädchen wenig, während für dieſe bei
der Wahl vornehmlich die Schönheit des Geſichts, nicht
die des Körpers entſcheidend iſt. Unter ſolchen
Umſtän=
den iſt es nicht wunderbar, wenn Eiferſuchtsſzenen und
Raufereien wegen einer Schönen bei den Burſchen nicht
vorkommen, daß vielmehr die jungen Damen eines
begehrten Herrn wegen mit Boxerhandſchuhen
aus Tapirhaut oder gar knöchernen Pfriemen
auf=
einander losgehen. Nordenſkiöld ſah zwei
Choroti=
männer, die ihm als große Lieblinge der Frauen
bezeich=
net wurden, und die hatten an Geſicht und Händen ſtets
Kratzwunden. Und warum? Weil dort das Mädchen
ſei=
nen Liebſten nicht küßt, ſondern aus Zärtlichkeit kratzt,
ihm auch ins Geſicht ſpeit! Aber auch den endgültigen
Gefährten fürs Leben wählt ſich bei den Choroti das
Mädchen ſelbſt, und es iſt ihm dann eine treue und
flei=
ßige Hausfrau. Begreiflicherweiſe iſt indeſſen die
Cho=
rotiſchöne, wenn ſie endlich ans Heiraten denkt, ſchon
etwas verblüht, und ſo kommt es, daß ſie ſelten durch
äußere Vorzüge die Herrſchaft über den Ehemann zu
er=
ringen vermag. Immerhin iſt ſie keine Sklavin, ſondern
eine freiwillige Arbeiterin; ſie hat ſich eben den Mann
genommen, um für ihn zu arbeiten. Anders bei den
Chiriguano, wo der Mann wirbt und der Mann ein Mäd= zur Frau wählt, das ihm auf die Dauer noch gefallen
kann. Dort hat die Frau eine höhere Stellung und ſie
ſchafft mit dem Mann gemeinſam fürs Haus. Aus der
Arbeitsverteilung unter die Geſchlechter iſt übrigens zu
erſehen, daß auf beide etwa gleich viel fällt; indeſſen iſt
die Töpferei und bei den Aſchluslay ſogar der
Hausbau=
ausſchließlich Sache der Frau.
Alte Jungfern gibt es bei den Stämmen der Chacd
nicht, und Junggeſellen ſind ſpärlich. Als große
Merk=
würdigkeit wurde Nordenſkiöld ein Choroti gezeigt, der
niemaks eine Frau gehabt hatte.
Die Moral dieſer Wildſtämme hat unter der
Be=
rührung mit den Weißen ſchon ſehr gelitten. Von der
argentiniſchen Seite findet viel „Feuerwaſſer” Eingang,
mit dem ſich die ziemlich harmloſen eigenen
berauſchen=
den Getränke der Indianer nicht meſſen können.
Nummer 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Seite 3.
herſtellungskoſten in Neu=Iſenburg
verkün=
det. Der Rekurs wird abgewieſen unter Verurteilung in
die Koſten des Verfahrens und die der anwaltlichen
Ver=
tretung der Gemeinde, ſowie zur Zahlung eines
Averſio=
nalbetrages von 20 Mk. — Der Ortsarmenverband
Doſ=
ſenheim klagt gegen den Ortsarmenverbund
Viern=
heim wegen Erſatzes von Pflegekoſten für
den unehelichen Georg Otto Kettner aus Doſſenheim.
Das am 22. Februar 1906 geborene uneheliche Kind wurde
bei dem Bruder der Mutter in Pflege gegeben bis zum Ende
des Jahres 1908 für 156 Mk., und von da an für 128 Mk.
jährliches Pflegegeld. Die Mutter verheiratete ſich am
7. Februar 1908 mit einem Viernheimer Bürger. Am 19.
April 1911 ſtellte Doſſenheim erſt Entſchädigungsanſprüche
an Viernheim zwecks Rückzahlung des Pflegegeldes für
das uneheliche Kind. Doſſenheim behauptet, daß es erſt
im April 1911 von der erfolgten Verheiratung der
Kin=
desmutter Kenntnis erhalten habe. Viernheim beſtreitet
nicht die Höhe der Pflegekoſten, wohl aber, daß
Unter=
ſtützungsbedärftigkeit beſtanden habe. Die übrigen
An=
ſprüche ſeien verjährt. Doſſenheim müſſe Kenntnis von
der Verheiratung der Kindesmutter erhalten haben, denn
Heiratspapiere ſeien vom Bürgermeiſter
unterſchrie=
ben worden. In der Verhandlung am 23. November
vo=
rigen Jahres wurde über die beiderſeitigen Behauptungen
Beweiserhebung insbeſondere durch Ladung des
Bürger=
meiſters von Doſſenheim beſchloſſen Der
Provinzialaus=
ſchuß kommt auf Grund der Beweisaufnahme zur
Ab=
weiſung der Klage unter Verurteilung des Klägers
in die Koſten des Verfahrens.
Wegen Erſatzes von Unterſtützungskoſten
für die Witwe Amalie Müller in Frankfurt klaat der
Ortsarmenverband Frankfurt aegen Offenbach. Die Witwe
Müller, die vier unmündige Kinder zu ernähren hat, hat
in Offenbach den Unterſtützungswohnſitz, wird aber in
Frankfurt vom Ortsarmenverband Frankfurt unterſtützt.
Dieſe Unterſtützung, für die 797,46 Mk. benötigt wurden,
verlangt Frankfurt von Offenbach zurück. Offenbach will
die bis zum Mai 1911 entſtandenen Koſten in Höhe von
623,76 Mk. erſetzen, aber von dieſem Zeitpunkt an erkennt
Offenbach keine Unterſtützungsbedürftigkeit mehr an, da
die eine Tochter von dieſem Tage an eine lohnende
Be=
ſchäftigung gehabt habe, auch habe Frau Müller durch
Ab=
vermieten eine monatliche Einnahme von 20 Mk.
Frank=
urt klagte um die Reſtſumme mit der Begründung, die
verſuchsweiſe Herabſetzung der Unterſtützung habe ſich als
unhaltbar erwieſen. Der Provinzialausſchuß weiſt
die Klage ab unter Verurteilung des Klägers in die
Koſten des Verfahrens.
-g. Strafkammer. Der 48jährige Fabrikarbeiter Peter
Wade aus Nieder=Roden, der ſeine erwachſene 20
jäh=
rige Tochter durch ſein Verbrechen in den Tod getrieben
hatte, ſtand am Samstag unter der Anklage nach § 173
des Strafgeſetzbuches vor der hieſigen Strafkammer. Nach
der unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit erfolgten
Verhand=
lung wurde W. unter Verſagung mildernder Umſtände zu
ſechs Jahren Zuchthaus und 10 Jahren
Ehrver=
luſt verurteilt. — Der Urkundenfälſchung und
AUnterſchlagung iſt der Metzgermeiſter Jak.
Schen=
ke l von Lampertheim beſchuldigt. Der Angeklagte ſtand mit
einem hieſigen Geſchäftsmann in Verbindung und
ſchul=
dete dieſem nach deſſen beeidigter Ausſage noch 183 Mark.
Vie der Zeuge eidlich ausſagte, kam Schenkel eines Tages
mit der Ankündigung zu ihm, er wolle ihm die 183 Mark
bezahlen. Als er ihm die Quittung ausgefertigt hatte,
nahm ſie Sch. zu ſich und gab ſie auch auf wiederholte
Auf=
forderung nicht heraus. Der Angeklagte bleibt auch vor
dem Gericht bei ſeiner Ausſage und wird deshalb
beſchloſ=
ſſen, zwecks Beweiserhebung die Verhandlung zu
ver=
ſtagen. — Der Metzger David Süß II. aus Lampertheim
hat ſich dadurch fahrläſſig des Vergehens gegen das
Wiehſeuchengeſetz ſchuldig gemacht, daß er im
September 1911 die Einführung von 10 Stück Rindvieh
dem Bürgermeiſter nicht zur Anzeige brachte. Das Gericht
erurteilte ihn zu 20 Mark Geldſtrafe. — Der
Ar=
beiter Karl Bär IV. in Griesheim war vom
Schöffen=
gericht wegen Körperverletzung zu drei Wochen
GGefängnis verurteilt worden. Gegen dieſes Urteil
bverfolgte Bär Berufung. Er ſoll beim Streit einem
Nach=
bar einen Stoß verſetzt haben, daß dieſer die Treppe
hin=
lunterfiel und leichtere Verletzungen davontrug. B.
be=
ſtreitet, daß er ſeinem Gegner abſichtlich den Stoß verſetzt
habe. Das Gericht verwirft die Berufung als unbe=
Fründet. — Der 31jährige Former Erich Thiele aus
Magdeburg hat am 18. und 23. November in Dieburg den
Schrank eines Hausgenoſſen erbrochen und beim erſten
Male 15 Mark, beim zweiten Male einen Ueberzieher
er=
beutet. Thiele gibt zu, daß er im erſten Falle den
Schrank aufgebrochen habe, das zweite Mal habe er ihn
bffen vorgefunden. Das Gericht verurteilt ihn wegen
kines ſchweren und eines einfachen Diebſtahls zu fünf
Monaten Gefängnis, wovon ein Monat auf die
Unterſuchungshaft angerechnet wird.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion in
Darmſtadt. Verliehen wurden aus Anlaß des
Scheidens aus dem Dienſte: das Heſſiſche Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für langjährige treue
Dienſte” am Bande des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen dem Ober=Poſtſchaffner Schleifer in Mainz:
das Preußiſche Allgemeine Ehrenzeichen in Silber dem
Ober=Poſtſchaffner Stähle in Darmſtadt: das Heſſiſche
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: „Für
lang=
jährige treue Dienſte” dem Ober=Briefträger Betz in
Eſchenrod; verliehen iſt ferner der Charakter als „
Poſt=
ſekretär” dem Ober=Poſtaſſiſtenten Bauſch in Gießen. —
Verſetzt: die Ober=Poſtſekretäre Niebel von Stolberg
(Rheinland) nach Darmſtadt und Schittner von Worms
nach Koblenz, Telegraphenſekretär Duchardt von Lahr
(Baden) nach Mainz, die Ober=Poſtaſſiſtenten Becker von
Ober=Ramſtadt und Pfeifer von Schotten nach
Darm=
ſtadt, die Poſtaſſiſtenten Bruſius von Sprendlingen
(Rheinheſſen), Geißler von Offenbach, Paulin von
Viern=
heim, Peter von Schlitz, Schenck von Lampertheim,
Schle=
gelmilch von Dieburg, Schubert von Alzey, Störmer von
Bingen, Tönges von Groß=Gerau und Zürn von
Gerns=
heim nach Berlin; Martin von Oſthofen nach Darmſtadt.
— Uebertragen: dem Poſtſekretär Traub aus
Kob=
lenz eine Ober=Poſtſekretärſtelle in Worms. —
Beſtan=
den: die Telegraphenaſſiſtentenprüfung:
Telegraphen=
anwärter Kirſchenſtein in Offenbach. —
Angenom=
men: als Telegraphengehilfin: Franziska Lottes in
Mainz, Irene Pille in Friedberg. Anna Zinßer in
Darm=
ſtadt; als Poſtagent: die Poſthilfsſtelleninhaber Helfrich
in Stammheim. Kaiſer in Hauſen (Kreis Offenbach) und
Wilz in Nieder=Roden; als Poſtagentin: Frau Katharina
Reinhard Witwe in Gimbsheim. — In den
Ruhe=
ſtand tritt: Telegraphengehilfin Nothjuna in Mainz.
Freiwillig ausgeſchieden; die
Telegraphen=
gehilfinnen Heinz in Darmſtadt und Hohmann in
Fried=
berg. — Geſtorben: Ober=Poſtſekretär a. D.
Mühl=
pforth in Darmſtadt, Ober=Poſtaſſiſtent Vögler in
Fried=
bera, die Poſtaſſiſtenten Hillig in Beerfelden und Kirner
in Darmſtadt.
* Hilfsaktion für Nieder=Modau. Man ſchreibt uns:
Im Sommer vorigen Jahres haben verſchiedene große
Genoſſenſchaften gemeinſam mit begüterten Mitgliedern des
Spar= und Kreditvereins Nieder=Modau einen „
Schutz=
verein für Nieder=Modau” gegründet, um
durch eine umfaſſende, planmäßige Hilfsaktion die ſchwere
wirtſchaftliche Kriſis, die durch den Konkurs des Nieder=
Modauer Kreditvereins über Heſſen gekommen iſt, zu
mildern und möglichſt raſch zu überwinden. Zu dieſem
Zweck will der „Schutzverein für Nieder=Modau” die
For=
derungen aller Spareinleger gegen einen entſprechenden
Nachlaß erwerben und auszahlen. Für die
Sparein=
leger hat dies den großen Vorteil, daß ſie möglichſt
bald in den Beſitz von barem Geld kommen. Für die
haftpflichtigen Mitglieder des Kreditvereins
hat es den bedeutenden Wert, daß ihnen, wenn ſie auch
jetzt erhebliche Opfer auf Grund der geſetzlichen
Haft=
pflicht bringen müſſen doch für die Zukunft die
Fortfüh=
rung ihrer wirtſchaftlichen Exiſtenz ermöglicht wird.
Durch die intenſive Betreibung des Konkursverfahrens
und durch die Verſtändigung, die zwiſchen dem
Kredit=
verein Nieder=Modau und der Landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaftsbank vor kurzem nach dem Beſchluß der
Gläubigerverſammlung erfolgt iſt, haben ſich die
Ver=
hältniſſe ſoweit geklärt, daß die Durchführung der
Hilfs=
aktion nunmehr Ausſicht auf Verwirklichung hat. Um die
Forderungen der Spareinleger möglichſt bald auszahlen zu
können, bedarf der Schutzverein für Nieder=Modau”
ba=
rer Mittel. Er hat ſich daher jetzt an die Heſſiſche
Regierung gewandt mit dem Erſuchen, ihm ein
Darlehen von 300000 Mk. zu gewähren. Nach
Erledigung des Konkursverfahrens wird das Darlehen
wieder an den Staat zurückbezahlt. Da die Hilfsaktion
durchaus vorſichtig angelegt iſt, beſteht für den Staat
keine Gefahr, daß er hierbei einen Verluſt erleidet. In
ähnlichen Fällen hat man die Hilfsaktion auf der gleichen
Grundlage mit Erfolg durchgeführt. Nach dem Urteil
der Sachverſtändigen iſt der von dem Schutzverein für
Nieder=Modau” eingeſchlagene Weg der einzige
Weg, auf dem ſich die ſchwere wirtſchaftliche
Kataſtrophe einigermaßen mildern und überwinden
läßt. Es iſt daher anzunehmen, daß die Heſſiſche
Regie=
rung das nachgeſuchte Darlehen gewähren und hierdurch
die eingeleitete Hilfsaktion endgültig und
bal=
digſt ermöglichen wird, zumal da ſich auch
an=
geſehene Mitglieder des Landtags für die Durchführung
der Hilfsaktion ausgeſprochen haben.
Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle
im ſtädtiſchen Hauſe, Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden
für den Monat Dezember folgende Zahlen mitgeteilt:
363 offene Stellen, 494 Arbeitſuchende, 156
Ver=
mittelungen, darunter 65 Dienſtboten.
Einziehung von Fernſprechgebühren. Am
7. Januar wird mit der Einziehung der Fernſprech=
gebühren begonnen werden. Es empfiehlt ſich, die
fälligen Beträge bereitzuhalten.
Dr. Ludwig=Gedenkſtein. Das Komitee für
Er=
richtung eines Dr. Ludwig=Gedenkſteins hat die
Aus=
führung dem Bildhauer Hermann Scholl, Darmſtadt,
uf Grund ſeines trefflich ausgeführten Reliefs
über=
tragen. Der Denkſtein ſoll vor dem Hauptgebäude der
Landes=Irrenanſtalt in Heppenheim, deſſen Schöpfer
Dr. Ludwig war, zur Aufſtellung kommen.
* Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe
Darmſtadt. Donnerstag, den 16. Januar, abends ½8 Uhr,
wird im Hintergebäude des Hauſes Waldſtraße 21, ein
Abendheim eröffnet werden. Dies Heim, an
allen Wochentagen von ½8—½10 Uhr geöffnet, ſoll
allein=
ſtehenden ſelbſtändigen Mädchen, welche als Ladnerinnen
oder gewerbliche Arbeiterinnen tätig ſind und kein rechtes
Zuhauſe haben, einen harmoniſchen Tagesſchluß bieten.
Die Stadt hat das Lokal der Ortsgruppe in
dankens=
werter Weiſe unentgeltlich zur Verfügung geſtellt und
zweckentſprechend herrichten laſſen. Viele Hände ſind
tätig, den Raum wohnlich einzurichten. Gute Bücher und
Zeitſchriften ſind vorhanden, auch ein warmes Getränk
wird zu haben ſein. Gelegenheit zu Handarbeiten, auch
uf Wunſch Rat und Hilfe dazu, wird von der die
Ver=
einigung leitenden Dame gerne gegeben. Wenn ſich die
Gäſte mehren, iſt auch gemeinſames Singen geplant. —
Möchte es durch das Heim gelingen, recht vielen
allein=
ſtehenden Mädchen einen behaglichen Feierabend zu
ſchaffen und den Sinn für das Gute in ihnen zu pflegen.
* Hiſtoriſcher Verein für das Großherzogtum
Heſſen. Die Vorträge werden in Zukunft in dem
von der Großh. Muſeumsdirektion zur Verfügung
ge=
ſtellten Vortragsſaal des Landesmuſeums abgehalten.
Mit dem erſten diesjährigen Vortragsabend am 13.
ds. Mts., an welchem Profeſſor Dr. Vogt=Gießen
über „Heinrich von Gagern” ſprechen wird, iſt die
Haupt=
verſammlung verbunden, die über den Neuentwurf der
Statuten zu entſcheiden haben wird. Dieſer liegt von
heute an zur Einſicht für die Mitglieder auf dem Großh.
Staatsarchiv auf.
Vereinigte Kriegervereine Darmſtadts. Man
ſchreibt uns: Die Mitglieder und deren
Familien=
angehörige werden auch an dieſer Stelle auf den am
Freitag, den 10. Januar, abends, im großen Saale der
Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindenden Vortrag
des Herrn Wohlgemuth aus Heidelberg über die
fran=
zöſiſche Fremdenlegion hingewieſen. Den Beſuch dieſes
Vortrags möchten wir dringend empfehlen, da Herr
Wohlgemuth auf Grund ſeiner eigenen Erfahrungen das
kräfte= und menſchenaufreibende Leben und Treiben der
Soldaten der Fremdenlegion Frankreichs in feſſelnder
Erzählung zu ſchildern verſtehr. Dieſer Vortrag wurde
bereits in mehreren Städten mit großem Beifall
auf=
genommen. In Frankfurt a. M. wohnte auch der
dortige heſſiſche Hof dieſem Vortrage bei.
* Ausſtellung. Im Erker der Kunſthandlung
Sonnthal in der Eliſabethenſtraße iſt ein intereſſantes
Kunſtblatt, eine Reproduktion nach einer Federzeichnung
von Aug. Schwab hier, ausgeſtellt, die das Rathaus
in Michelſtadt mit dem Marktbrunnen ꝛc. darſtellt.
§ Naturalverpflegungsſtation. Im Dezember
wurde die Hilfe der hieſigen Naturalverpflegungsſtation
von 665 mittelloſen Durchreiſenden in Anſpruch
ge=
nommen und ſind hierdurch 765 Mk. Verpflegungskoſten
entſtanden. Im vorhergehenden Monat November ſind
462 (oder weniger 203) Perſonen unterſtützt, welche
einen Koſtenaufwand von 531 Mk. (oder weniger 234 Mk.)
verurſachten.
Von der Wach= und Schließgeſellſchaft wird
uns mitgeteilt: Im Monat Dezember ergaben die
fort=
laufenden Reviſionen unſerer Nachtwachbeamten folgende
Fälle: 343 offene Haustüren und Tore vorgefunden,
120 mal brannte Licht in Geſchäfts= und
Bureau=
lokalitäten, Kellern und Bodenräumen, bezw. wurde
vergeſſen, dasſelbe zu löſchen, 14 defekte Schlöſſer und
Türen, ſowie ſteckengebliebene Schlüſſel vorgefunden,
5 offenſtehende Parterrefenſter ermittelt 9
Haus=
bewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen hatten, geöffnet.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23), ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Die Kandidaten für die Präſidentenwahl
in Frankreich; drei infolge des letzten Sturmes in der
Nähe von Plymouth geſtrandete Schiffe; der Winterſport
in St. Moritz.
2 Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in
Par=
tien 1.40 M., Eier 8—10 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 bis
25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25
bis 2.50 M., Kumpf (10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf.,
Mäuschen Kumpf 1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.:
Aepfel, Birnen ½ Kg. 7—15 Pf., Nüſſe 100 Stück 45 bis
50 Pf., Haſelnüſſe ½ Kg. 40—50 Pf., Zitronen 5—6 Pf.,
Apfelſinen 4—10 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16—18 Pf.;
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Frl. Kathleen Howard hat ſoeben eine
er=
folgreiche Konzert=Tournee durch Holland
abſol=
diert. Gleich danach ging Frl. Howard nach Norwegen,
wohin ſie nächſte Saiſon wieder gehen wird. Am 1. Febr.
kritt ſie eine weitere Tournee in Holland an, und am
An=
ſang April begibt ſie ſich nach London Covent Garden,
vo ſie in der deutſchen Saiſon das ganze Altfach ſingen
vird.
C.K. Maſſenets künſtleriſcher Nachlaß.
Alus Paris wird berichtet: Die Sichtung und Ordnung
ſer von Maſſenet hinterlaſſenen Manuſkripte und Papiere
ſſat, wie der Gaulois mitzuteilen weiß, eine viel größere
Unzahl bisher unbekannter vollendeter Werke zutage
efördert, als man vorher annahm. Beſondere
Aufmerk=
kamkeit beanſpruchen zwei ſehr groß angelegte ſinfoniſche
Verke. Das eine davon, die Sinfonie „Suite
par=
ſlaſſiene” iſt für Soli und Chöre geſchrieben; den
ert zu den Geſangspartien hat Maurice Léna, der auch
as Libretto zum „Jongleur von Notre Dame” geſchrieben
ſſatz, beigeſteuert. Das zweite ſinfoniſche Werk iſt eine
Suite Théatrale” eine Art Syntheſe von Muſik
nd Bühne, in der Maſſenet in origineller Verarbeitung
ller Aeußerungen des muſikaliſchen Denkens von der
Untike bis zum modernen Walzer Revue paſſieren läßt.
dieſe beiden großen muſikaliſchen Fresken für Chor und
Orcheſter werden vorausſichtlich in dieſem Jahre
n Paris zur Uraufführung gelangen. Neben einer
gan=
ſen Reihe von Liedern, die unveröffentlicht im Nachlaß
forgefunden wurde, beanſpruchen das Hauptintereſſe drei
ſollkommen fertiggeſtellte Bühnenwerke. Das erſte von
hnen, die Oper „Panurge” ſoll ſchon im März in
Paris ſeine Uraufführung erleben; das Libretto dieſes
Verkes ſtammt von George Spitzmüller und Maurice
Aouyba. Das zweite Werk iſt eine Oper „Amadis”
ſ der Jules Claretie den Text geliefert hat. Die Par=
titur war bereits im Jahre 1891 vollendet. Maſſenet hatte
die Titelrolle der Madame Jeanne Raunay verſprochen.
Das Werk wurde nie aufgeführt, da Maſſenet ſein Wort
nicht brechen und die Rolle einer anderen Künſtlerin nicht
ohne das ausdrückliche Einverſtändnis der Madame
Rau=
nay anvertrauen wollte. Das dritte Werk, das als
lyri=
ſches Drama bezeichnet wird, iſt eine „Kleopatra” von
deren Vorhandenſein Maſſenet Kunde gab als ſpäter
zwei andere Muſiker, ein Franzoſe und ein Italiener, das
gleiche Thema als Operntext erwählten.
— Ediſons ſprechender Kinematograph.
Dem Daily Telegraph berichtet man aus New=York: Das
Neujahrsgeſchenk, das Amerika der Welt bietet, iſt der
ſprechende Kinematograph; ein Kinematograph, der nicht
mechaniſch oder automatiſch ſpricht, ſondern mit einer
echten ſuggeſtiven Macht, die zum Lachen bringt und zu
Tränen rührt. Jeder, der der erſten Vorſtellung der
jüng=
ſten Erfindung Ediſons, des „Kinetephons”
beige=
wohnt hat, verſichert, daß ſie die vollkommenſte Illuſion
des menſchlichen Wortes gebe. Man wird fortan in dem
Kinematographentheater der Aufführung ganzer
Operet=
ten und Opern beiwohnen können; die Täuſchung wird
vollſtändig ſein. Ediſon meint, daß bald die beſten
Künſt=
ler der Welt vor dem kinetephoniſchen Apparat ſpielen
und ſingen werden. Er hat an ſeiner Maſchine 4 Jahre
hintereinander gearbeitet und für ſeine Studien die
Büh=
nen faſt aller Theater New=Yorks benutzt; der ſprechende
Kinematograph hat hier, ohne daß jemand eine Ahnung
davon hatte, in den letzten Monaten die Muſik der beſten
Orcheſter und die Stimmen der beſten Künſtler der
ameri=
kaniſchen Metropole regiſtriert. Es handelt ſich in der
Hauptſache um einen Apparat, der auf dem Schirm die
inematographiſchen Films wiedergibt, und um einen
hinter dem Schirm befindlichen zweiten Apparat, der mit
dem Kinematographen in Verbindung ſteht und das
ge=
ſprochene und geſungene Wort, ſowie jede Orcheſtermuſik
ſo exakt vorführt, daß Rede und Geſang mit den
kinemato=
graphiſchen Darſtellungen genau übereinſtimmen.
— Die Gehälter der Botſchafter. Der Wahlſieg der
demokratiſchen Partei bei der Präſidentenwahl in den
Vereinigten Staaten wird im kommenden Frühjahr zu
einem größeren Revirement in der Diplomatie der Union
führen; es wurde ſchon darauf hingewieſen, daß der
ameri=
kaniſche Botſchafter in Berlin von ſeinem Poſten
zurück=
zutreten beabſichtigt. Bei der Beſetzung der diplomatiſchen
Vertretungen der Union in Europa ſpielt bekanntlich das
Privatvermögen der Kandidaten in der Regel eine noch
größere Rolle als in der europäiſchen Diplomatie, da die
amerikaniſchen Botſchaſter und Geſandten im Vergleich
zu den Gehältern ihrer europäiſchen Kollegen vom Staate
für ihre Pflichten und ihre großen unvermeidlichen
Auf=
wendungen für Repräſentationszwecke nur ſehr
mangel=
haft entſchädigt werden. Die am höchſten honorierten
Diplomaten ſind, wie eine Londoner Wochenſchrift
aus=
führt, wohl die engliſchen. Aber auch hier iſt das
Pri=
vatvermögen ein weſentliches Moment. Der kürzlich
zu=
rlickgetretene britiſche Botſchafter in, Waſhington, Mr.
Bryce, bezog ein Jahresgehalt von 200000 Mark. Am
höchſten aber iſt doch die Pariſer Botſchaft
Großbritan=
niens dotiert. Sir Francis Bertie bezieht gegenwärtig
die ſtattliche Jahresſumme von 300000 Mark; früher war
dieſer Poſten mit 180000 Mark dotiert. Die britiſchen
Botſchafter in Berlin, Petersburg und Wien beziehen ein
Gehalt von 160000 Mark, für den Botſchafter in Rom ſind
140000 Mark vorgeſehen und für die Botſchafter in
Ma=
drid und in Japan 110000 und 100000 Mark. Zugleich
iſt den Botſchaftern ein oft ſchloßartiges Gebäude als
Botſchaftshotel zur Verfügung geſtellt, ſo daß
Wohnungs=
koſten fortfallen. Die franzöſiſche Republik bewilligt ihren
offiziellen Vertretern an auswärtigen Höfen weſentlich
beſcheidenere Summen; hier iſt das höchſte Gehalt 160000
Mark, manche Botſchafter aber müſſen ſich ſogar mit 96000
Mark begnügen. Verhältnismäßig hoch ſind die
diploma=
tiſchen Vertreter Oeſterreich=Ungarns von ihrer Regierung
dotiert; die Gehälter ſchwanken zwiſchen 180000 und
125000 Mark, während Rußland ſeinen Botſchaftern
Jah=
resgehälter von 120 000—160 000 Mark ausſetzt und Ita=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1915.
Nummer 4.
Salat, Gemüſe Kanſialat 15 ſ., Enbiuſen it in it
Körbchen Welbſalat 10 15 Mf., Münbel Mabſeschen 3 Pf.,
Mettiche b10 Pf., Meerreilich 10 30 Pf., Moterüben ½ Ka.
R—10 Mf., Zwiebeln ½ Sto. b u Mf., Komalen ½ Ng.
00 Pf., Epinat ½ Kta. 25 Pf., Mlleißfraut 5 20 Pf.,
Rol-
fraut 10—50 Pf., Mirſina b. 10 Pf., Mlumenfohl 25 bis
50 Mf., Moſenfohl ½ Stg. 2b Pf., Gelberüben ½ g.
H6 Mf., Grantohl 3. G Mf. Gchwarzwurg ½ Atg. 25
bit 30 Pf.; Geflügel, Mild: Gäuſe ½ Ka. 00 Pf.,
Enten 3—4 M., Hahnen und Hühner 1,50 2,50 M.,
Tauben 60 70 Pf., Haſen 4 M., Lapins 1,20 M.; Wiſche
. Rg.: Hecht, Karpfen 90 Mf., Mal 1 M., aubere
Rhein=
fiſche ab. 50 Pf., Motzungen 60 Pf., Scholfen 40 Pff.,
Kabeljau 27 Pf., Schellſiſche 25 En Pf; in deſ
Mleiſch=
ſtänden ½ Ka.: Mindfleiſch, Hackfleiſch 76-H2 Mf.,
Minhs=
feit 70 Pf., Mindswürſichen (Stlick) 15 Pf.. Schweiſieſleiſtl)
50 Wf., geſa denles und Koteleltn 1.00 M., Schwarteſ
Magen u. Wleiſchwurſt 50 Pf., Ueber= u. Mintwurſt 76 ff.
† Feſtacnommen. Gin 2a Jahre alter Taſeſier 55
hier iſt wegen Unterſchlagung ſeſtgenomiinen Wörden.
5 Unfall. Mieilag abend uegen 7 Uhr wurhe e
ſieben Jahre alles Mäbchen an der Geke Marftſtraße
unb Marftblat von einem Uatsmlobit ungefahren Int
erlitt leichte Uerletzungen, Der Lenker des betreſſenden
Matomobile brachte bas Mädchen direkt in das Städtiſche
Srankenhalls.
Dornheim, 4. Jan. Auf der Chauſſee bei Dornhein
wurbe geſtern abenb A Uhr der Kiecht Abam Mang. be
Mit einem Wührweir nach Groß-Geran führ. DöN
SITOT-
ſchen Uherfallen. Er ſeble ſich zur Wehr und
ver=
trieb die Angreiſer, Won den Strolchen ſehlt jebe Sphlr.
Kelſterbach, 4. Jan. Der Jagbpächter M. Slraſſt
aus Monnebach hatte im Said bei ber Freibſagb ein Reh
angeſchoſſen. Mis er In bas Gehölz ging, Iin nach bem
Tier zu ſuchen, beſbegie ſich eilbas vor ihi in einem Miſtl)
In ber Meinung, bas Meh wolle fliſchten, ſchoß
er raſch nochmals in den Wuſch nub tra
ben bort ſitzenben Taglöhner Engelbert
Saeng, ber ſo ſchwer verletzt würbe, baß er auf der
Stelle ſtarb.
Offenbach, 4. Jan. Gegen den zu einer längeren
Frei=
heitsſtraſe Verürteilten Wankontrolleur Meber foll bas
Difälplinarverfahre n im bem Eubziel ber
Enl-
fernung ans dem Autte eingeleſtet werben wie bies fir
ben Schulbiener Mlank bereits beſchloſſen iſt. Die ſeit
Sonntag vermißie Ghefrau bes Porarbeiters Mühl ans
bem Stahtteil Würgel wurbe Interbatb Wrankfurt aus dem
Main als Leiche gelänbet.
Mainz, 4. Jan. Zu einer blutigen Schlägere
zwiſchen Solbaten und Ziviliſten kam es
ber letzten Nacht in der Wirtſchaft „Zum Falſtaff Ein
Unteroffizier gerſet wegen einer Kellnterin mit einem anl
weſenben Zibiliſten in Streit. Als ber ungegrifſene In
teroffizier zu ſeiner Verteibigung den Säbel ziehen wolle,
wurbe ihm dieſer von den Zibiliſten aus ber Hand
ge=
riſſen. Ehe er ſich’s verſah, hatte en mit ſeiner eigenen
Maffe einſen ſunchtigen Hieb über das Geſicht erbalten, ſo
daß die Stirn eine weit klaſfeube Munbe zeigte. DHei
Mirt, ber Ruhe ſtiften wollte, kam babet ſelbſt ſehr übel
weg. Er erhielt einen furchtbaren Echlag ins Geſicht.
baß ihm ein Jahn aus dem Mund flog. Der ſchwer
ver=
letzte Unteroffizier wurde zuletzt von ſeinen Kanbraben
ſach einem Heilgehilfen geführt.
Worms, 4. Jan. Herr Proſeſſor Hattemer erhſelt
anläßlich bes Jahreswuahſels vom Eraberzog Franz
Wer=
binand von Oeſterreich eine gerghulte mit ber
erberzog-
lichen Krone geſchmlüſckte Rbotograpoie ſeiner Wamilie init
eigenhändigem Schreiben.
Alsheim bei Morms, 4. Jan. Geſtern abend wurhe
nach einem Mortwechſel der Arbeiter Wilhelm
Ri-
dinger von ſeinem Arbeſtskollegen, dem Faglöhner
Bärenz, mit einer Miſtgabel geſchlagen ſind barauf Ini
dieſer erſtochen. Der Täter wurde verbaftet.
Bobenheim, 4. Jan. Einen gerabezu
unge=
heuren Umfang nahmen die Wildbiebereſen
in ber hieſigen und ber angrenzenden Hechtsbeimer
Ge=
markung un. Mei einem Runbgang wurden an einent der
letzten Fage in dem geſtanſten Jagbreviere nicht weniger
als 95 Haſen in Schlingen vorgeſunden. Cs
iſt anznſehiſſen, baß eine ganſe Anzahl brofeſſionsmäſiger
Schlingenſteller hier ihr Meſen treibt. Einem hieſer
un=
patentierten Janbliebhaber iſt man jetzt auf die Epur
ge-
kommen. Aich glaubt die Gendarmerie jett Licht in ſeite
Mufſehen erregenbe Milberergeſchichte zu bringen,
berzu=
folge nach bei Wagbpächter Sblalbich ans Marlenborn
bei einem Reviergange ein Schuß Abgeſſeben worben ſein
ſſoll. Es iſt bereits eine Verbaftung vorgenommen
Ivorben
Friebberg, 4. Jan. Auf der Halteſtelle Verſtabt
der Strecke vom Friebberg nach Hingen entaleiſten
geſtern abenh 3 Magen eines Perſonenzuges.
Meuſchenleben kamen nicht in Gefahr. Der Verkehr wuche
durch Triebwagen anfreiht erhalten
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Jan. Der Berliner
Maaiſtrat hat, wie amtlich milgeteilt wird, in ſeiner
letz-
teit Sitzung dem Eitwurf für die Organiſation einer
ſtüdliſchen Wohnungspflege zugeſtimmt und
Die Grrichtiing eines ſtäbtiſchen Wohnungsaſiles
beſchlof=
ſeil. Damit hat ber Magiſtra dem imn vorigen Jahre
ge-
fiüßterten Milſiſche ber Stabtverorbnetenverfantſilung
enl-
ſprochen. In einer Denkſchrift, die im vorigen Herbſt zur
Hurchberatung vorlag, und der über die ſtäbliſche Woh=
Mingspflege eingeſetzlen gemtiſchten Depiltation von bem
Mägiſtrat unterbreitet wurbe, ſind als die Henplanfgaben
bes ſieſen Iiſtitnts namentlich bie Kontrolie über he
Kleſſſoohilſgen ſnd beren Heberfünſng. ſofbie die
Ueberwlchuing bes Schlaſſteſtenwbeſens bezeichſtel. Die
Kino-wörſe iſt die neueſte Erſcheintung im Berliner
(Frwerosleben. In dem Feile der Wriebrichſtraße zwiſchen
beiſt Hafleſchen Tor uſb ber Kochſtraße haben ſüh im Lauf
bes letzten Jahres eine Anzahl Wilmfabriken
niebergelaſ=
ſent unb geben dem Straßenzug durch die 'An= und Abführ
her verſchiebenarligen Wilmregſiſtten ein gtanz beſonberes
Gepräge Mun haben dieſe Fabelken für ihre Mufnahnten
hre „großen Nummern” ſtets an ber Hanb und auch an
bem erforberlichen „meſiſchlichen Beiwerk” mangelt es
ſlicht. Nichtadeſtoweniger ſehll es oft an Darſtellungs=
Fräften für dieſe oher jeue Sitnatlon, ſei es, baß die Größe
ober KörperfAlle der Darſteller hier mllſpricht, oder ſei es,
baß alch bie Vrperlichen Reize oft ſogar aſuch die
ſeh=
leuben! eiſe Hauptrolſe ſpielen. Hier iſt die Kino=
Mörſe ein guter Verater und Rettungsanker in der Not.
Die Frino-Wörſe hat ihr Heimt in einem Gafé in der
Fried-
richſtroſe unwelt der Beſſelſtraße (Gafs Procabero)
anf-
geſchlagen und führt hier ſtänbig „auf Lager”, was die
Wilmfabriken an Menſchenmateriat gebrauchen. Die Kino=
Miimten haben auch ihren ſeſten Honoramarif, der ſtrenge
Iinegebalten wirh; Verſtöße bagegen werben mit Aus.
ſchlußt aus der Gemeinſchaft geahndet. In der
Ange=
legenhelt bes Gelbbriefes von 70000 Mark, ber
am à1. Dezember v. J. mn Prenzlau an die Deutſche
Hypo=
thekenbanr in Werlin aufgegeben worben war und ber bei
ber Ankunſt in Derlin am 2. bfs. Mts. nur
Papler=
ſchnlter enthielt, hanbelt es ſich um einen prump
an=
gelegten Schwinbel. Der Mrief war bereits bef ſeiner
Nbſenbiunig mit Papferſchniteln gefüllt. Der Abſenber iſt
ber Direklor Pobolskl von der Gasmeſſerfabrik Ebeling
* Co in Prenzlau. Mobolskl befand ſich in
Jahlungs=
ſchwierigkeſten und verſuchte, ſich ſo zu retten. Er befindet
ſich in Unterſuchungshaft.
Heibelberg, 4. Jan. Auf einem Gleis des bieſigen
Mahnhofes wurde heute nacht eine männliche Leſche
anfgefunben, deren vermiutlich durch einen einfahrenhen
In Obgetreunter Kopf einige Meter vom Körſſer entferſet
lag. Man vermintet SSelbſtmord. Die Mſiſche des zirka
25 Jahre alten Mannes iſt F. R. gezeichſtet.
Wiesbaden, 4. Jan. Wegen bes
Rheinufer=
bahnprojekts iſt die Stabt Wiesbaden mit der
Eiſenbahnbehörbe und dem Miniſterium in erneite
Ver=
haublungen getreten. Dieſe finben zurzelt in Berlin ſtatt
ſind Baurat Petri hatte ſich borthin begeben, um die
Sache ſoblel als möglich förbern zu helfen. Der Lauhrat
des Rheingankreiſes ließ den Magiſtrat der Stadt
Wies=
baben wiſſen, baß er das geſamte Projekt nur baun
ſinterſtützen gebenke, wenn die Bahn bis Rübesheim
burchgeführt würde, wobingegem er bei einer
Linienführ=
lnig wür bis Eltville ein birekter Geauer der
Angelegen-
heit ſei. Die Mefürchtung ber Stabt Eltville, die Mahn
würhe die Rbelngauſtraße entlang geführt werben, bürfte
bund eine Eingabe des Wiesbabener Magiſtrats an beu
Herrn Miniſter welche has Gegenteil beweiſt und
klar=
legt, behoben ſein. Sollte unn trot alledem mit dem
Rbelngan eine Einigung nicht erzielt werden können, ſo
wird ber Man eier birekten Strecke Wiesbaben
Schier=
ſtein ſofort vertraglich feſtgelegt werben. Ein ſchon lange
geplautes Proſekt ſcheint ſomit unn boch ſeiner
Aus=
führſing entgegenzngeben.
Metz, 4. Jan. Nach zweitägiger Verbandlung wurhe
vom Schöffengericht der Kaufmann Oliger aus
hein Morort Longewille, der als Momſibenber der
Geſverk-
ſthaft Metz durch die Vorſpriegelung, her Gewerkſchaft
gebörten zwel Mleigruben bei Trier als ſchulbenfreies
Eigentum, eine ganze Anzabl Metzer Geſchäftsleute um
beträchtlſche Siimimten betrogen hatte, zu 0 Monaten
Lefängnts verurteilt. Der Staatsanwalt batte zwei
Jahre beantrage. Wegen Oliger ſchwebt noch eine ganze
Anzahr äbulſcher Progeſſe ha er, wie ſeinerzeit gemelbet
purbe, zablreſche Kapitaliſten im In= unb Auslanbe durch
ähnliche Vorſplegelungen um ſehn bebeutenbe Summen
betrogen Daf.
Amorbach, 5. Jan. Prinz Eduard zu
Lei=
ſingen, ber unvermählte Obelm des Fürſten Enich zu
Leiningen, vollenbet heute ſein 80. Lebensjahr. Gein
Pater, Fürſt Karl von Leiningen, war der Stiefbruder
ber Königin Miktoria von Englanb. In ber Viktorkanf=
ſchen Zeit hat Prinz Eduard zu Leiningen, wie ſein
Bru=
der, der Fürſt Ernſt, ein Schwager des Großherzogs
Friebrich I. von Baden, viel am engliſchen Hofe gelebt.
Hartha 1. S., 3. Jan. Im benachbarten Gersdorf
wurde der 26jährige Knecht Löbner erhängt
aufge=
funden, neben ihm mit einer Schußwunde die Leiche
der (6jährigen Fochter ſeines Dienſtherrn, des
Guts=
beſitzers Reibetanz. Es ſcheint ein Liebesdrama vorzu
liegen.
Magbeburg, 4. Jan. Die erſte Verſuchsſtrecke der
Staatsbahn für den elektriſchen Betrieb
in größerem Umfange wird bekanntlich von
Magbe=
burg nach Leipzig gehen. Die ſchon im Betrieb
be=
finbliche Strecke zwiſchen Deſſan und Yitterfeld bildel
eiſſen Feil ver künftigen größeren Verſuchsſtrecke. Für die
elektriſche Ausrüſtung der ganzen Linie ſind die Arbeiten
in vollem Gange. Die notwendigen elekteiſchen Lokomo
liven ober Triebgeſtelle, wie man ſie amtlich nennt ſind
beſtellt. Man halte urſprünglich daran gebacht, daß der
elektriſche Betrieb im Herbſt dieſes Jahres eingeführt
erden könnte. So nahm man an, daß ber erſte elektriſche
Ing elwa zum hundertjährigen Jahrestag der Schlacht
bei Leipzig in ben neuen Leipziger Bahnhof einfahren
würde. Dies dürfte kaum der Fall ſein. Der elektriſche
Betrieb wird kaum vor Beginn des Jahres 1914
durchge=
führt werben.
Braunſchwelg, 4. Jan. Die polizeilichen genauen
Er=
miltelungen haben, entgegen einer Meldung der
Braun=
ſchweiger Neueſten Nachrichten, ergeben, baß die bei
Lehndorf gefundenen Leichen mit den flüchtigen D.
frafdanten Auerbach und Weber uicht identiſch ſind
Wie die Landeszeitung mitteilt, ſind es die Leichen zweien
Arbeiter, die elwa 20 Jahre alt ſind, das erſchoſſene Möh.
chen bürfte etwa 23 Jahre alt geweſen ſein. Die Leichen
ſind noch nicht rekognosziert. Aus Briefen, die geſtern
Abend noch geſchrieben wurden, dürften jedoch die Feſt.
ſtellungen der Perſönlichkeiten ſich unſchwer ermitteln
laſſen. Es ſcheint ein Liebesdrama vorzuliegen.
Königsberg 1. Pr., 3. Jan. Die
Grundkrebit=
bank Königsberg (Preußen) wurde durch
Ver=
uintrenungen elnes faſt fünfzehn Jahre bei ihr tätig ge
weſenen Kaſſierers und Prokuriſten um ungefähn 60 000
Mark geſchädigt. Der Kaſſierer verpfändete
Wert=
papſere bei hieſigen Bankinſtituten, mit deren Erlöſe er
Wörſenſpeknlatlonen betrieben hat. Die Bank zog ſofort
die Lombards zurück, ſo daß dem Kundenkreis der Bank
durch dieſen Vertrauensbruch des Angeſtellten Verluſte
nicht erwachſen.
Paris, 3. Jan. Der Munizipalrat erteilte
dem Geſetzentwurf die Zuſtimmung, wonach die
Stadt den befeſtigten Gürtel von Paris
erwirbt und ihn in eine ſanitäre Zone umgeſtaltet,
welche freie Plätze, Parks und Spielplätze umfaſſen ſoll,
Parls, 4. Jan. Aus Algier wird gemeldet, die
von dem engliſchen Dampfer „Tyrla” geretteten
Paſſa=
giere des in der Nähe von Bona
untergegange=
nen franzöſiſchen Poſtdampfers „St. Au
auſtin” überreichten dem Handelsgericht von Bolla
einen Vericht, in dem ſie hervorheben, daß der im Jahre
1880 erbaute Poſtbampfer ſchon ſeit längerer Zeit nicht
mehr ſeetſichtig geweſen ſei. Bei mehreren früheren
Fahrten ſei wiederholt ſeſtgeſtellt worden, daß dack
Waſſer in das Schiff eingedrungen ſei. Eln Maſchiniſt
er=
flärte, baß er und ſeine Kameraden vergeblich das Leck
zu verſtopfen verſucht hätten, da das Eiſenblech
voll=
ſtändig vom Roſt zerfreſſen geweſen ſei.
Lonvon, 3. Jan. Der Herzog von Abercorl
iſt an Lungenentzſndung geſtorben. Er war
Präſſ=
deiſt der Mritiſh Sonth-Africa-Company.
Moskau, 3. Jan. Das Bezirksgericht fällte
heute has Urteil in einem Prozeß gegen 280 Juben,
bie beſchuldigt waren, ſich durch Beſtechung gefälſchte
Zeuguiſſe über Vorarbeiten zum Zahnarztexamen
verſchafft zu haben, um dadurch das Recht zu erlangen,
aüſterhalb der Auſiebelungszone zu wohnen. 70
Ange=
flagte wurben freigeſprochen die übrigen zu einjähriger
Kerferhaft verurteilt. Für die Mehrzahl der Verurteilten
winl das Gericht bei dem Kalſer um Strafmilderung
bitten. Neun Aerzte und Beamte wurden zu Kerkerhaſt
von einem bis dret Jahren verurteilt.
Auenos Aires, 4. Jan. In Barracas gerletel
große Brennmaterialien=Lager in Braud
Der Schaben wird auf eine Million Piaſten geſchätzt.
lien ſich mit Wo0d B5000 Mark beguügt. Die Gehälter
der beutſchen Motſchafter näbern ſich wohl im Anlgemteinen
den Raten der öſterreichiſch=ungariſchen, ber beutſche
Mot-
ſchafter in Retersburg beziebt jäbrlich 150 (00 Mark. Hem
gegenüber müſſen ſich die Amerikaniſchen Diplomaten
bilbſiollittlich Mit GWiAnr ArINRT Marr begliiigen, wohe
ſie im Gegenſatz iu ihren enroſſſiſchen Kollegen in ben
meiſten Fällen die Wohnungskoſten von ibrem Gehalt
be-
ſtreiten.
Der moberne chineſiſche Grußkomment.
Juan=
ſchikat ber mräſibent der ehineſiſchen Republik, bat unn,
um einem lnaſt gefühlten Bebürfnis abzubelfen, in
einemt amilüden Hekret dem Molfe Cbinas mitgeteilt, wie
es fortan einanber iu grüßen bat. Die Beſtimtmungen
bes ſtelten Feremtontens kanten: „Marlſtraiſtb F. Zum
Gruße wird der Hut gelüftet und der Uberrärſſer vorſe-
Relnt. WraKrapb 2 Mährend der großen oſſitlellen
Zeremonien woirb ber Hilt abgenommen und ſich breimal
Verbeugt. Waragraßh * Rei geſellſchaftlichen
Veranſtaf-
tungen erfolnt die Verbeinunn uir einm Parkaraph 4
Auf der Straße lüftet man den Hit, ohne ſuh zu
ver=
beugen. Maranraſb Dieſem Erlaß unterſteben nicht
Offiziere, Holbaten und Mitalieber der Poliſei, für die
olſte beſonbeſe Geußform vorgeſehen iſt Rarggrapb(
Der Gruß der Fraſen unterliegt dem § 2 und 3 mit der
Einſthränkung, daß ſie ibren Hit nicht arinnebmten
ba-
ben.‟ Der brakoniſche Erlaß des Präſibeiten erregt, ſvie
das Journa des Dbats berichtet, in Reking große
Auf-
regung, iſt er boch nür einer unter anberen, die die
ge-
famte Kleibung und beren Schnitt regulieren id Ma
Tracht in offiſiellen Gelegenbeſten, ſe nach dem Anlaſſe.
Webräcke, Smnokings und Joliſber enropäiſchen Vorbilbes
Is Geſett vorſchreibt.
(2) Waqner und die Zahl 13. Malebe übergläubiſche
(emſter ſind bialleſcht mit bungen Beſünheungen in das
neue Jahr getteten. gilt doch Vielen die Jahl 1 als ein
ies Qurtt. Waun ſolche abergläubiſihe Befüſchtungen
einer Miberlegung bebürſen, wäre Rſchard Wagners
Ve=
ben und Schaffen ber beſte Beweis. Denn im Leben des
Meiſters bat bekanntlich die Zabl 13 eine beſonbers große
Rolle geſpielt. Richarb Maguer wurde 1813 geboren; die
Onerſumme bieſer Zabl gibt 13, ſo daß allein in ſeinent
(eburtsjahr bereits zweimal die ſo oft mit Unrecht
ver=
leumbete Jabl 13 vorkommt. Sein Name beſteht aus 13
Bichſtaben. Magner hat 13 große Werke geſchaffen, und
er ſelbſt bat erklärt, daß ſeine Karriere am 13. eines
M=
ſiats begonmen habe. Fannhäuſer wurde am 13. Abr
vollenbet und am 13. März in Paris zum erſten Male
Anſgeführt. Maqner verließ Mapreuth am 13. September
der September iſt ber neunte Moſtat, die Ziffern des
13. 0. ergeben als Querſumme wiſeberum 13. Und am
13. Februar befreite ſich ſein Geiſt von der Gebundenheit
des irbiſchen Mallens.
* Der Reiſekoſſer des baveriſchen Miniſterpräſibenten.
Freiherr von Heuling iſt von Mißtgeſbick beimgeſucht.
Im Millbener Hauptbabubof tuſcheln ſich die Beamten
ſolnenbe Begebenbeit zu: Freiberr von Hertling fuhr
Honnerstanf bormittag als Vertreter der baberiſchen
Re=
nierung zur Beerdigung bes verblichenen Staatsſekretars
bes Neußern, Herrn von Kiberlen=Wgahter, nach
Stutt=
ſark. In einem Sonberkoſſer befanden ſicb die
galdge-
ſtürte Miniſterpräſidenten=Uniſorm und die Orben und
Auszeichſinngen, die ein Miniſter bei beſonbers ſeierlichen
Anlaſſen unſulegen bat. Der Koſſer war bereits
auf=
ſeſteben, als er wieber aus bem Wagen berausbefärbert
ſurbe. Der Zug mit Hereling und ſeinem Begloiter
bampfe Ar ober Uniform und Orben und Ebrenzeichen
ſihten im Koſſer in München zurückgeblieben. Einige
Zeit nach Abfahrt des Juges wurde im Haupebahnhofe
dieſes Mißgeſchilk entbeckt, und nun war guter Rat teuer.
Die Beamten gerieten in Verzweiflung, und das
Ergeh-
ſis war, daß ein Antomobil gemietet wurde, das in
Be-
meitunn eines hoben Reameen den Koffer unch UIm in
ralendem Tempo nachfubr. Koſtenpunkt Nebenſache.
Jublläum der Höchſter Farbwerke.
*Höchſt a. M., 4. Jan. Am heutigen Tag beging
wie ſchon gemelbet, eins der größten induſtriellen Unten
jebmungen Deutſchlands, die Höchſter Farbwerk
vormals Meiſter, Luelns und Brüning, die Feier es
fünfzigjährigen Beſtehens. Aus dieſem Anlaſſs
hat die Firma folgende größere Stiftungen gemacht
V000 ()0) Mark zur Bildung eines Fonds, der zur Aufs
beſſernng der Penſionen der „Kalſer Wilhelm= un
Auguſte=Viktorla=Stiftung” dienen ſoll, 500 000 Mark ful
einen Fonhs, der beſtimmt iſt, den infolge der Ange
ſtelltenverſicherung, namentlich für die Uebergangszeil
für die Beamten=Penſionskaſſe des Werks ſich ergebendeſ
Ausfall zu decken: 350000 Mark zur Gewährung einen
Inbiläumsgabe an Beamte, Aufſeher und Arbeiten
außerbem erhält die Beamten= und Arbelterſchaft eine
Innerungsmebaille; für Beamte und Aufſeher, welch
länger als zehn Jahre im Dienſt des Werkes ſind, beträg
die Jubilänmsgabe einen vollen Monatsgehalt, fürdir
übrigen ermäßigt ſie ſih je nach der Dienſtzeit bis au
30 Prozent des Verhienſtes. Ferner wurdan der Stahl
Höchſt 250 00) Mark zur Errichtung eines ſtädtiſchen
Schwimmbabes zugewandt: der Altertumsverein vo
Höchſt erbielt 1000 Mark, ebenſo der Ausſchuß für
Volks=
vorleſungen. Weiter bat der Aufſichtsrat beſchloſſen, aus
bemt Hiſpoſitionsfonds 250000) Mark zur Vergrößerung
bes Altersheims bereitzuſtellen. Die Mitglieder der Fal
milten Meiſter, Lnelns und Brüning haben aus hei
ibiten Fur Verſügung ſtebenden Dispoſitionsſonds 5
ſeinigt: 50 0000 Mark dem Kreis Höchſt a. M. zur UInfal
ſtützung der Kriegsbeteranen von 1870, 71, ſoweit ſie in
Kreis Hölhſt wohnen, und für andere gemeinnütige
Zwake, insbeſondere zur Bekämpfung der Schwindſuchts
ſtefahr: und enblich 50) Mark dem Verein zum Rotel
Kreu; in Hächſt zur Verwendung für Vereinszwecke.
Die pbiloſoppiſche Fakultät der Marburger Univerſſ
It hat dem Vorſtandsmitglied der Höchſter Farbwerff
Iuſtizu Häuſer, die Würde eines Chrendofte
erlieben. Als Vertreter der Univerſität nehmen an den
Zubſkanmsſeierlichkeiten teil der derzeitige Rektor Proſ
Dr. Troltſih. Regierungsrat Prof. Dr. Reiſſert und Wirkl
(ebeimer Rat Erzſellenz v. Aebring, deſſen Dipbtberie
heilſerum in den Hüchſter Farbwerken bergeſtellt wirh
Zur Jubhläumsfeier der Höchſter Fardwerke ſind untel
mbene erſchleuen: Wirklicher Gebeimer Oberregiey
Nummer 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Seite 5.
ungsrat Dr. Luſensky als Vertreter des Handelsminiſters,
Miniſterialdirektor Kircher in Vertretung des
Kultus=
miniſters, von Trott zu Solz, der in letzter Stunde hatte
abſagen müſſen, ferner Oberpräſident von Hengſtenberg,
Regierungspräſident von Meiſter in Wiesbaden,
Regier=
ungspräſident Steinmeiſter=Köln, Geheimer Regierungs
rat von Achenbach und andere.
Um 11 Uhr fänd im großen Feſtſaal der Farbwerke
die akademiſche Feier ſtatt. Der Vorſitzende des
Aufſichtsrates Walter vom Rath ſchilderte in kurzen
Zügen die Entſtehungsgeſchichte des Werkes, zum Schluß
ſeinen Gründern Dank und Anerkennung ausſprechend.
Weiterhin dankte er allen Mitarbeitern der Farbwerke
und gab hierauf die Beſchlüſſe der heute vormittag
ſtattge=
fundenen außerordentlichen Generalverſammlung kund.
Sodann hielt der Fabrikdirektor Dr. v. Meiſter die
Feſtrede, worauf der Vertreter des Handelsminiſters ſprach,
der eine Reihe von Ordensauszeichnungen bekannt gab.
Generaldirektor Geheimer Rat Dr. v Brüning und Walter
vom Rath erhielten den Kronenorden zweiter Klaſſe, der
Rote Adlerorden vierter Klaſſe wurde verliehen dem
Fa=
brikdirektor Dr. v. Meiſter, Juſtizrat Häuſer in Frankfurt,
C. Blank, Dr. Reiſenegger, Dr. v. Behagel, L. Höpfner
und Dr. Hemelka. Außerdem wurden noch eine Reihe
an=
derer Auszeichnungen verkündet. Die Hochſchulen
München, Aachen, ſowie die Univerſität Marburg
überbrachten Glückwünſche und akademiſche
Ehrenbezeu=
gungen, ſo z. B. Dr. v. Brüning und M. Epting den Dr.=
Ing. honoris causa, und dem Juſtizrat Dr. Häuſer den
Dr. phil. honoris causa. Glückwünſche wurden ferner
überbracht namens des Kreiſes Höchſt, der Kreisſtadt
Höchſt und im Auftrage der Handwerker und
Gewerbetrei=
benden von Höchſt.
Aus dem Saarrevier.
* Saarbrücken, 3. Jan. In Geislautern
und Obervölklingen fanden heute
Bergarbei=
terverſammlungen ſtatt, in denen mehrere
chriſt=
liche Gewerkſchaftsführer ſprachen. Es wurde einſtimmig
beſchloſſen, wegen der Vorgänge auf der Grube Velſen”
bezüglich der Sicherheitsmänner in den Streik
ein=
zutreten. Die Bewegung geht allem Anſchein nach
von Bergleuten der Grube „Velſen” aus, welche die
Bergarbeiter der benachbarten Gruben für eine
Solidari=
tätserklärung zu gewinnen ſuchen. In Betracht kommen
die ſämtlichen Gruben der Berginſpektionen 2 und 12.
* Saarbrücken, 4. Jan. Auf dem Fettkohlenfeld
„Luiſenthal” fuhren zur geſtrigen Nachtſchicht von
232 Mann 92 an, zur heutigen Frühſchicht von 616 Mann
320. Der Ausſtand hat nicht weiter um ſich gegriffen.
Irgend welche Forderungen ſind in Luiſenthal bei
der Verwaltung nicht geſtellt worden. Auf der Grube
Velſen” fuhren heute zur Frühſchicht von 440 Mann 92
an. Der Werksdirektor der Grube „Velſen” erklärte geſtern
in einer Unterredung den Sicherheitsmännern, die die
Zurücknahme der Kündigung verweigerten, er ſtelle ihnen
noch den ganzen Tag zur weiteren Beſprechung zur
Ver=
fügung, und ermahnte ſie, auch an das Intereſſe der
Belegſchaften zu denken, zu deren Vertretern als
Aus=
ſchußmitglieder ſie ſeinerzeit gewählt worden ſeien. Die
Ruhe iſt nirgends geſtört; auf anderen Gruben
iſt kein weiterer Ausſtand erfolgt.
* Saarbrücken, 4. Jan. Auf Erſuchen des
Werk=
direktors erſchienen heute morgen auf der Grube
Velſen” die ſechs Sicherheitsmänner. Es
fand eine Verhandlung ſtatt, die protokolliert wurde.
Die Sicherheitsmänner erklärten, die Kündigung am 18.
Dezember ſei nicht für ſie geſchehen, ſondern für die ganze
Belegſchaft. Da ſie für die ganze Belegſchaft nicht gelte,
gelte ſie auch für die Sicherheitsmänner nicht. Damit
daß ſie am 2. Januar anfahren wollten, ſei ohne
weite=
res dargetan, daß ſie behandelt ſein wollten, wie die
Belegſchaft, und daß keine Extrazurücknahme erforderlich
ſei. Den Sicherheitsmännern wurde darauf erklärt, daß
die Annahme der Kündigung für die erſchienenen
Sicher=
heitsmänner nicht aus der Welt zu ſchaffen ſei. Die
Sicherheitsmänner wurden daran erinnert, daß ſie als
Vertreter der Belegſchaft die Pflicht haben, dafür zu
ſor=
igen, daß das Mißverſtändnis für die Belegſchaft keine
üblen Folgen haben werde. Die Sicherheitsmänner
er=
klärten daraufhin, daß ſie keine weiteren Aeußerungen
zu machen und keine Anträge zu ſtellen hätten, die die
Be=
ſſeitigung des begonnenen Ausſtandes herbeiführen
könn=
ten. Sie würden das vielleicht noch im Laufe des
heu=
tigen Tages tun.
* Saarbrücken, 4. Jan. Auf Grube „
Vel=
ſen” ſind heute die Sicherheitsmänner vorſtellig
geworden. Sie nahmen ihre Kündigung vom
118. Dezember zurück. Der Werkdirektor gab die
be=
kannten Erklärungen über die Weiterdauer ihres Amtes
lals Sicherheitsmann ab. Die Sicherheitsmänner
ſtell=
lten die Wiederanfahrt der Belegſchaft für
Mon=
ſtag, den 6. Januar, an welchem Tage des katholiſchen
Feiertages wegen allerdings nur auf der Frühſchicht
ge=
arbeitet wird, in Ausſicht. Der Werkdirektor ſagte zu,
daß den Ausſtändigen keine Schwierigkeiten gemacht wer=
Aden ſollen.
* Saarbrücken, 4. Jan. Die
Sicherheits=
lm änner der Fettkohlengrube „Luiſenthal”
Aſprachen heute nachmittag bei der Bergwerksdirektion vor
lund baten um Aufklärung über die Frage der Fortdauer
Uhres Amtes als Sicherheitsmann. Die Fortdauer ihres
AAmtes wurde ihnen beſtätiat. Auf Anfrage erklärte man
Uihnen, daß das Feiern an den zwei Tagen nicht als eine
Störuna im Sinne des Lohnerhöhungsverſprechens des
Werrn Vorſitzenden angeſehen werden ſolle.
Selbſtver=
ſtändliche Vorausſetzung ſei das vollzählige Anfahren der
elegſchaft am Dienstaa, den 7. Januar. Die
Sicherheits=
männer erklärten ſich mit vorſtehendem einverſtanden und
verſprachen ſich darum zu bemühen, daß die Belegſchaft
am Dienstagvollzählig anfährt.
Luftfahrt.
Prinz Heinrich im Marineluftſchiff.
* In früher Morgenſtunde ſtattete Prinz Heinrich von
APreußen am Samstag in Begleitung ſeines perſönlichen
AAdjutanten, Kapitäns zur See v. Uſedom, dem Flugplatz
JJohannisthal einen mehrſtündigen Beſuch ab. Der Prinz
beſichtigte zunächſt die deutſche Verſuchsanſtalt für Luft=
Jahrt, ſoweit dieſelbe fertiggeſtellt iſt, ließ ſich unter der
Führung des Leiters der Anſtalt Dr.=Ing. Bendemann
Die dort für den Wettbewerb um den Kaiſerpreis aufge=
Atellten Motoren erklären und einige von ihnen im Betrieb
vorführen. Hierauf erfolgte die Beſichtigung der großen
Puftſchiffhalle und des Eindeckers neueſter Konſtruktion
er Luftverkehrsgeſellſchaft, der das beſondere Intereſſe
des Prinzen erregte. Als zu dieſer Zeit das Marineluft=
Achiff, das zu einer längeren Uebungsfahrt aufgeſtiegen
var, aus dem Nebelmeer wieder über Johannisthal ſicht=
bar wurde, äußerte der Prinz den Wunſch, ebenfalls an
einer Fahrt teilzunehmen. Er beſtieg, von ſeinem
Adju=
tanten begleitet, das Luftſchiff und unternahm unter
Füh=
rung des Kapitänleutnants Hanne und Oberingenieurs
Buß, umkreiſt von zahlreichen Flugzeugen, eine
wohlge=
lungene Fahrt, die bei aufklarendem Wetter über das Kgl.
Schloß in Berlin, die Linden, Charlottenburger Chauſſee
und wieder nach Johannistahl zurückführte. Der Prinz
äußerte ſich ſehr befriedigt ſowohl über den Verlauf der
Fahrt als auch über das exakte Zuſammenarbeiten von
Führern und Mannſchaft, die in der kurzen Zeit ihrer
Ausbildung Erſtaunliches geleiſtet hätten. Gegen halb 1
Uhr fuhr Prinz Heinrich im Auto nach Adlershof, wo der
Vorſtand der Deutſchen Verſuchsanſtalt für Luftfahrt zu
ſeinen Ehren ein Frühſtück gab.
* Johannisthal, 4. Jan. Der Staatsſekretär
es Reichsmarineamts, Großadmiral v. Tirpitz,
unter=
nahm heute in Begleitung des Chefs der
Zentralabteil=
ung, Kapitän zur See Hopmann, eine Fahrt mit dem
Marineluftſchiff. Der Aufſtieg erfolgte kurz vor
10 Uhr vormittags. Die Führung des Luftſchiffes hatte
der Kommandant des „L. 1‟, Kapitänleutnant Hanne.
Es iſt dies das erſte Mal, daß v. Tirpitz mit einem
Luft=
fahrzeug aufſteigt.
* Mülhauſen i. E 4. Jan. Nachdem der Flieger
Faller in den letzten Tagen bereits zwei
Flugwelt=
rekorde an ſich reißen konnte, gelang es ihm heute
nachmit=
tag, einen weiteren vollſtändig neuen Flugrekord
aufzuſtellen. Faller flog auf dem Habsheimer Flugplatz
auf ſeinem „Aviatik=Doppeldecker” (Militärtyp) mit ſieben
Perſonen, alſo zuſammen acht Perſonen, während ſechs
Minuten 48 Sekunden. Die Geſamtbelaſtung ohne
Be=
triebsſtoff betrug 563 Kilogramm.
Sturm in Amerika.
* Waſhington, 3. Jan.
Uſeberſſchwem=
mungen im Nordweſten haben die Verbindungen
unter=
brochen und die Züge aufgehalten. Im mittleren Weſten
hat ein heftiger Sturm die Telegraphendrähte zwiſchen
Chicago und Pittsburg zerſtört. In Philadelphia deckte
der Wind das Dach einer Fabrik ab, wobei viele
Fabrik=
mädchen verletzt wurden.
* Waſhington, 4. Jan. Ein ſehr ſchwerer
Sturm hat die ganze atlantiſche Küſte ſüdlich der
Cheſapeake=Bai und das Meer zwiſchen Florida und
Weſtindien heimgeſucht. Nach den bisher vorliegenden
Berichten wurde enormer Schaden angerichtet. Die
Störungen der Verbindungen haben das Eintreffen
be=
ſtimmter Nachrichten verzögert.
* New=York, 4. Jan. Infolge des geſtrigen
Or=
kans iſt der Waſſerſtand im Hafen 2½ Fuß unter den
Normalſtand geſunken. Infolgedeſſen verzögert ſich das
Ein= und Auslaufen der Schiffe erheblich. Auch der
Damp=
fer „Amerika” der Hamburg=Amerika=Linie ſoll, wie
ver=
lautet, bei Staten Island feſtliegen.
Der Balkankrieg.
Die Haltung Rumäniens.
* London, 3. Jan. Der rumäniſche
Mini=
ſter des Innern Take Jonescu gewährte heute
einem Vertreter des Reuterſchen Bureaus eine
Unter=
redung. Er erklärte beſtimmt, daß ſein Beſuch privater
Natur ſei. Er habe keine Miſſion auszuführen, werde
aber die Gelegenheit benutzen, um mit verſchiedenen
be=
deutenden Perſönlichkeiten zu ſprechen. London gedenke
er wieder in einer Woche zu verlaſſen. Er ſprach dann
allgemein über die Haltung Rumäniens und ſagte
dabei folgendes: Bis heute ſind wir neutral geblieben und
haben Opfer gebracht, um den Frieden zu erhalten. Ich
kann Ihnen jedoch nicht ſagen, welche Haltung Rumänien
morgen einnehmen wird, weil ich es ſelbſt nicht weiß. Die
Gerüchte von einer Mobiliſierung Rumäniens ſind
un=
ſinnig. Wir werden die Mobiliſierung niemals als Bluff
oder Drohung benützen. Unſere Mobiliſierung geht ſehr
ſchnell vor ſich und auf ihre Ankündigung würde faſt
un=
verzüglich der Krieg folgen. Es iſt wahr, daß unſere
Armee zahlreiche außergewöhnliche Vorſichtsmaßnahmen
getroffen hat, doch iſt dies nur, was die Klugheit fordert
und ſtellt keineswegs eine Mobiliſierung dar. In betreff der
Botſchafterkonferenz ſagte Miniſter Jonescu: Unſer
Ge=
ſandter wird zur Teilnahme aufgefordert werden, wenn
immer rumäniſche Intereſſen zur Diskuſſion ſtehen.
Falls=
ſpäter eine offizielle Konferenz ſtattfindet, wird Rumänien
vertreten ſein. Ich hoffe nicht nur, ſondern ich glaube
auch, daß ein Krieg vermieden werden wird, obwohl
ſchwierige Fragen, wie die Frage der Grenzen Albaniens,
zu erledigen ſind. Jonescu lehnte es ab, ſich über die
Ausdehnung der von Rumänien beanſpruchten Gebiete zu
äußern.
Dem Londoner Sonderberichterſtatter des Matin
er=
klärte der Miniſter u. a.: Die Behauptung, daß Rumänien
eine Art Trinkgeld von Bulgarien verlange, iſt
unbegrün=
det. Wirfordern eine für uns in geographiſcher und
ſtrategiſcher Hinſicht wichtige
Grenzberichtig=
ung, denn der Balkankrieg fügte uns einen
offenkundi=
gen Verluſt zu. In Mazedonien leben 400000 Rumänen,
die bisher ihre Nationalität bewahren konnten, jedoch
unter dem neuen Regime im bulgariſchen, griechiſchen oder
ſerbiſchen Volk aufgehen werden. Dieſe 400000 Rumänen
gehen alſo für uns verloren. Aber auch in politiſcher
Be=
ziehung iſt unſere Forderung gerecht, denn wir hätten den
Krieg verhindern können. Dank unſerer Neutralität
konn=
ten die Balkanſtaaten ihr Gebiet durch die Länder der
europäiſchen Türkei vergrößern. Auf die Frage des
In=
terviewers, ob Rumänien, falls ſeine Forderung
abge=
lehnt werden ſollte, den Krieg erklären würde,
ent=
gegnete Jonescu: Ein Krieg zwiſchen Rumänien und
Bulgarien würde gewiß einen allgemeinen Konflikt nach
ſich ziehen. Sprechen wir aber nicht von ſolch ſchlimmen
Eventualitäten. Hoffen wir, daß Bulgarien, das gleich
uns möglichſt enge bulgariſch=rumäniſche Beziehungen
anſtrebt, unſere Wünſche günſtiger aufnehmen wird als
bisher.
Eine Rede des Königs Ferdinand.
* Sofia, 3. Jan. In der Rede, die der König
geſtern abend vor der Abordnung hielt, die beauftragt
war, die Antwort der Sobranje auf die Thronrede zu
überbringen, hob er die hervorragende Selbſtverleugnung
und beiſvielloſe Tapferkeit hervor, mit der die bulgariſche
Armee ihre heilige Pflicht in gigantiſchem Kampfe um
die Befreiung der unterdrückten Brüder erfüllte und ſagte:
Die in London geführten Verhandlungen, die
wir mit begreiflicher Ungeduld verfolgen, ergaben leider
noch nicht das Reſultat, das von der Menſchlichkeit und
im Intereſſe zukünftiger guter Beziehungen zwiſchen den
Kriegführenden gefordert wird. Ich hoffe noch immer,
daß wir zu einer endgültigen Einigung gelangen und uns
ſo bald als möglich unſeren friedlichen Beſchäftigungen
widmen können. Aber wenn der unerforſchliche göttliche
Ratſchluß es anders will, werden wir nicht zögern, von
neuem zu den Waffen unſere Zuflucht zu nehmen, um den
Feind zu zwingen, uns für unſere koſtbaren Opfer
voll=
kommen billige und würdige Genugtuung zu leiſten.
Die Lage in Adrianopel.
— Sofia, 3 Jan. Aus Adrianopel geflohene
Ein=
wohner und Offiziere ſchildern die Lage als troſtlos.
Täglich erſcheinen Abordnungen der Bevölkerung bei dem
Kommandanten von Adrianopel, welche die Beendigung
der Not verlangen. Infolge des Mangels an Petroleum
ſei Adrianopel allabendlich in tiefſtes Dunkel gehüllt. Die
Nahrungsmittel ſeien bald zu Ende. In der ganzen Stadt
ſei kein Salz zu haben. Die Mannſchaften ſeien ſehr
ge=
ſchwächt, dazu wüten noch epidemiſche Krankheiten. Hier
glaubt man, daß Adrianopel noch während der
Friedens=
verhandlungen kapitulieren muß.
Die Verhandlungen der Friedenskonferenz.
Ultimatum des Balkanbundes.
* London, 3. Jan. In der heutigen Sitzung der
Friedenskonferenz überreichten die Delegierten
der Verbündeten ein dreifaches Ultimatum betreffend
Adrianopel, Kreta und die Aegäiſchen Inſeln. Sie gaben
gleichzeitig zu verſtehen, daß ſie die Verhandlungen
ab=
brechen würden, falls ſie nicht bis Montag nachmittag um
4 Uhr eine klare und zufriedenſtellende Antwort erhielten.
Die Türken ſchlugen vor, daß ſie ihre Antworten morgen
nachmitag 4 Uhr geben würden. Dieſer Vorſchlag wurde
von den Delegierten der Verbündeten angenommen. Die
Friedenskonferenz wurde danach um 7 Uhr abends auf
morgen nachmittag 4 Uhr vertagt.
* London, 3. Jan. Die Antwort der
Tür=
ken auf die Forderungen der Verbündeten
in der letzten Sitzung der Konferenz hatte die
Veranlaſ=
ſung zur Stellung des Ultimatums gegeben. Die
Türken ſchlugen eine neue Grenze in Thrazien vor, die
nahe Adrianopel beginnen ſoll und ſo gezogen war, daß
ſie Adrianopel der Türkei ließ und dann den Ardafluß bis
zur Mündung des Nebenfluſſes Suyudlu Choi nach
Weſten folgt und von dort, Gümürdjina auf der Oſtgrenze
laſſend, bis zum Burugolf (Bai von Lagas) nahe der
Inſel Thaſos, reicht. Betr. Kreta erbot ſich die Türkei,
zu Gunſten der Großmächte auf alle Rechte an der Inſel
zu verzichten, wobei die zukünftige Regierungsform der
Inſel durch die Großmächte zu beſtimmen ſei. Die Türken
machten dieſes Anerbieten jedoch unter der Bedingung,
daß man ihnen die Abtretung keiner anderen Inſel
abver=
langt. Nachdem ſie untereinander beraten hatten,
über=
gaben die Delegierten der Verbündeten den Türken
fol=
gende niedergeſchriebene Antwort: Die Delegierten
der Verbündeten erſehen mit Bedauern, daß die türkiſchen
Delegierten die Reſultate des Krieges nicht berückſichtigen.
Sie würden deshalb berechtigt ſein, die
Verhandlun=
gen abzubrechen. Um jedoch einen neuen Beweis
ihres verſöhnlichen Geiſtes zu geben, erſuchen ſie die
tür=
kiſchen Delegierten, in einer Sitzung am Montag
nachmit=
tag um 4 Uhr neue Vorſchläge zu machen, welche folgendes
enthalten: 1. Verzicht der türkiſchen Rechte auf Kreta,
2. Abtretung der Aegäiſchen Inſeln, 3. Feſtlegung einer
Grenze für das Wilajet Adrianopel, welche die Stadt
Adrianopel den Verbündeten überläßt. Falls dies nicht
geſchehe, würden die Verhandlungen als abgebrochen
be=
trachtet werden. Die Türken erwiderten darauf, wie
be=
reits mitgeteilt.
* London, 4. Jan. Wie das Reuterbureau erfährt,
iſt Reſchid Paſcha im letzten Augenblick mit Nowakowitſch,
der heute den Vocſitz führen ſollte, übereingekommen, die
nächſte Sitzung der Konferenz bis Montag
nach=
mittag 4 Uhr zu verſchieben, um den türkiſchen
Delegierten Gelegenheit zu geben, neue
Inſtruktio=
nen einzuholen.
Vor der Entſcheidung.
* London, 4. Jan. Die Balkandelegierten
teilten dem Reuterſchen Bureau offiziell mit, daß, wenn
die Türken, welche Vorſchläge ſie ſonſt auch machen mögen,
am Montag nicht alle Forderungen des Ultimatums der
Verbündeten erfüllen, die Verbündeten die
Verhand=
lungen abbrechen und vier Tage danach,
entſpre=
chend den Beſtimmungen des Waffenſtillſtandes, die
Feind=
ſeligkeiten auf der ganzen Linie wieder aufnehmen
wür=
den. Eine etwaige türkiſche Anregung, die
Angelegen=
heiten den Mächten zu übertragen, wird als eine nur die
Türkei angehende Frage angeſehen, mit welcher die
Ver=
bündeten nichts zu tun haben.
* Konſtantinopel, 4. Jan. Der
Miniſter=
rat, der das Ultimatum der
Balkandelegier=
ten beriet, dauerte von 10 Uhr vormittags bis 4½ Uhr
nachmittags. Die Sitzung geſtaltete ſich ſehr bewegt. Der
Miniſterrat ſpaltete ſich in zwei Gruppen. Die eine, an
deren Spitze der Großweſir ſteht, ſetzte die Beratung über
die Friedensfrage fort; die zweite, die aus dem Marine=,
dem Finanz= und dem Miniſter der frommen Stiftungen
und dem Unterſtaatsſekretär im Großweſirat beſteht,
be=
ſchäftigte ſich mit der Frage der Flottenaktion. Einige
Marinelieferanten nahmen an dieſer Beratung teil. Gegen
4 Uhr telegraphierte das Miniſterium des Aeußeren den
Bevollmächtigten in London die neuen Inſtruktionen, die
beſagen, die Pforte halten an dem Beſitze der
Archipel=Inſeln und an der für das
Wila=
jet Adrianopel feſtgeſetzten Grenze feſt.
Man iſt der Anſicht, daß die Entſcheidung des
Miniſter=
rates den Abbruch der
Friedensverhandlun=
gen bedeute; doch wird der Miniſterrat ſich von neuem
verſammeln, um die Antwort der
Balkandele=
gierten zur Kenntnis zu nehmen.
* London, 4. Jan. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt: Griechenland wird, falls die Großmächte
wegen der Beſetzung der Aegäiſchen Inſeln
in unmittelbarer Nähe der Dardanellen oder an der
aſiatiſchen Küſte durch Griechenland gewiſſe Vorbehalte
machen ſollten, kein Bedenken tragen, ſich zu verpflichten,
daß die Inſeln nicht als Baſis militäriſcher Operationen
gegen die Türkei gebraucht werden ſollen.
Rumänien und Bulgarien.
* Sofia, 4. Jan. Heute vormittag und nachmittag
fand ein Miniſterrat ſtatt, der ſich mit den
Verhand=
lungen in London und der Frage der rumäniſchen
Anſprüche befaßte. Ueber die gefaßten Beſchlüſſe
be=
wahren die amtlichen Kreiſe Stillſchweigen; jedoch herrſcht
der Eindruck vor, daß jedenfalls mit der Möglichkeit
einer Fortſetzung des Krieges gerechnet wird.
* London, 4. Jan. Danew teilte einem
Ver=
treter des Reuterſchen Bureaus mit, daß die zahlreichen
Gerüchte über die Beziehungen zwiſchen Bulgarien
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Nummer
und Rumänien jeder Grundlage entbehrten. „
Un=
ſere Beziehungen”, ſagte Danew, „ſind ſehr gut, wie ſie
viele Jahre waren, und es iſt kein Grund zu der
An=
nahme vorhanden, daß nicht jede Frage, die nach Schluß
des Krieges zwiſchen Bulgarien und Rumänien ſich
er=
geben kann, ſo wie etwa die Berichtigung der Grenzen,
in befriedigender Weiſe geregelt werde.”
Letzte Nachrichten.
* London, 4. Jan. Die heutige Botſchafter=
Konferenz währte eineinhalb Stunden. Nach Schluß
blieb der italieniſche Botſchafter noch allein im
Aus=
wärtigen Amt zurück. Ein türkiſcher Delegierter zur
Friedenskonferenz ſtattete darauf dem Auswärtigen Amt
einen Beſuch ab.
* Konſtantinopel, 5. Jan. Die Pforte
beauf=
tragte ihre Botſchafter, den Mächten in einem
Rund=
ſchreiben zu erklären, daß die Türkei, um ihren Wunſch
darzutun, den Frieden zum Abſchluß zu bringen, alle
mög=
lichen Opfer bringen und auf alles Gebiet weſtlich vom
Vilajet Adrianopel verzichten werde, aber gezwungen ſei,
auf den Beſitz Adrianopels zu beſtehen, das
für die Verteidigung der Hauptſtadt nötig ſei. Die Pforte
könne die Inſeln des Archipels niemals aufgeben. Um
aber ihre Friedensliebe zu beweiſen, verzichte ſie auf ihre
Rechte auf Kreta. Die Pforte hofft, daß die Mächte die
Logik der Beweisgründe anerkennen.
* Konſtantinopel, 5. Jan. In informierten
Kreiſen der Pforte wird erklärt, daß die Pforte auf dem
Beſitz Adrianopels beſtehen werde, und ſich
vielleicht einverſtanden erklären könnte, an Griechenland
einige Inſeln des Archipels abzutreten. Die geſamte
tür=
kiſche Preſſe betont, daß es unmöglch ſei, die Bedingungen
der Verbündeten anzunehmen. Die Annahme hieße die
Zukunft und Ehre der Türkei opfern. Wenn es nötig
werden ſollte, würden die Ottomanen nicht zögern, den
Krieg neuerlich aufzunehmen.
* Konſtantinopel, 5. Jan. Ein heute bei dem
Großweſir abgehaltener Miniſterrat, der 5 Stunden
dauerte, beſchloß, auf den von den türkiſchen
Bevoll=
mächtigten am 3. Januar gemachten Vorſchlägen zu
be=
harren und bei den Mächten neue Schritte zu
unter=
nehmen.
* Konſtantinopel, 5. Jan. In informierten
diplo=
matiſchen Kreiſen verlautet, daß der Schritt der
Mächte zugunſten des Friedens bei der Pforte
un=
mittelbar bevorſtehe. Die Borſchafter ſtänden bereits
im Meinungsaustauſch.
Kiderlen-Waechters Nachfolger.
* Berlin 5. Jan. Das Wolfſche Bureau meldet:
Wie verlautet, iſt der Botſchafter in Rom, v. Jagow.
für den Poſten des Staatsſekretärs des Auswärtigen in
Ausſicht genommen.
*⁎* Gottlieb v. Jagvw iſt am 22. Juni 1863
in Berlin geboren. Er ſtudierte in Bonn, wo er dem Korps
der Boruſſen angehörte, Jura und wurde 1886
Kammer=
gerichtsreferendar. Später ging er zur Verwaltung über,
war 1889 als Regierungsreferendar in Oppeln, von 1892
ab Aſſeſſor bei der Regierung in Potsdam. Nun trat v.
Jagow in den diplomatiſchen Dienſt, wurde 1895 Attachee
bei der Botſchaft in Rom, 1896 bei der Geſandtſchaft in
München, gehörte darauf als Sekretär der Geſandtſchaft
in Hamburg, ſowie der Botſchaft in Rom an, wo er 1899
zum Legationsrat aufrückte, wurde 1900 an die
Ge=
ſandtſchaft im Haag verſetzt, kam 1901 zum drittenmale,
und zwar als Erſter Sekretär, nach Rom. Von dort aus
erfolgte 1906 ſeine Berufung ins Auswärtige Amt unter
Ernennung zum Wirklichen Legationsrat und
Vortragen=
den Rate. 1907 erhielt er den Charakter als
außerordent=
licher Geſandter und bevollmächtigter Miniſter, um im
Dezember desſelben Jahres als Geſandter in Luxemburg
beglaubigt zu werden. Im Dezember 1908 kam er an
Stelle des Grafen Monts als Botſchafter nach Rom. Herr
v. Jagow iſt Junggeſelle.
Zubiläum des Herrn Hofrat
Ludwig Winter.
St. Darmſtadt, 6. Januar.
Geſtern blickte Herr Hofrat Ludwig Winter, der
erſte Verwaltungsbeamte des Großh. Hoftheaters, auf eine
40jährige ununterbrochene Dienſtzeit am Großherzoglichen
Hoftheater zurück. Aus dieſem Anlaß fand geſtern mittag
12 Uhr im Foyer des Hoftheaters eine beſondere Feier
ſtatt, zu der die Generaldirektion Einladungen hatte
er=
gehen laſſen. Zahlreiche Freunde, Bekannte und Verehrer
des Jubilars und faſt das geſamte künſtleriſche und ein
Teil des techniſchen Perſonals des Hoftheaters waren der
Einladung gefolgt. Unter Blumen und grünen
Blatt=
pflanzen hatte man einen Ehrenplatz für den Jubilar
er=
richtet, vor dem er, nachdem die drei älteſten Mitglieder
der Hofbühne ihn in den Kreis der Feſtverſammlung
ge=
leitet. Aufſtellung nahm.
Der Begrüßungschor „Gott grüße Dich” von dem
männlichen Chorperſonal geſungen, leitete die kurze, aber
eindrucksvolle Feier ſtimmungsvoll ein. Als erſter trat
Herr Generaldirektor Dr. Eger vor, um dem Jubilar die
herzlichſten Glückwünſche des Großherzogs und der
Direktion des Hoftheaters auszuſprechen und mit den
Glückwünſchen den Gefühlen wärmſten Dankes Ausdruck
zu geben für die unſchätzbaren Dienſte, die der Jubilar im
Laufe ſeiner langen Amtstätigkeit dem Hoftheater geleiſtet.
Dieſer Dank ſei nicht nur offiziell, ſondern auch perſönlich
gemeint, denn, das erkenne Redner gerne an, Herr
Direk=
tionsrat Winter ſei der erſte geweſen, der ihm, als er vor
ſechs Monaten die Leitung des Inſtituts übernahm, mit
regem Intereſſe helfend und fördernd entgegen kam. Alle.
die hier verſammelt ſind, wiſſen, was Sie, Herr Hofrat, als
Beamter für unſer Hoftheater geleiſtet haben. Nicht allen
aber iſt wohl bekannt, was Sie auch als Künſtler für das
Theater getan. Sie ſind ein künſtleriſcher Berater, wie
man ihn ſelten findet. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog
haben geruht, ſeiner allerhöchſten Anerkennung Ihrer
Ver=
dienſte dadurch Ausdruck zu geben, daß er Ihnen das
Rit=
terkreuz zweiter Klaſſe des
Ludewigs=
ordens verliehen hat, das zu überreichen ich hiermit die
Ehre habe. Nochmals meine herzlichſten Glückwünſche.
Den Gefühlen des Dankes für unſeren geliebten
Landes=
herrn aber geben wir Ausdruck in dem Rufe: Se. Kgl
Hoheit der Großherzog hoch, hoch, hoch!!!
Es folgte dann eine lange Reihe von Glückwünſchen,
meiſt mit Ueberreichung von Geſchenken und koſtbaren
Blumenarrangements. Herr Hofkapellmeiſter Hofrat de
Haan gratulierte im Namen und Auftrage der artiſtiſchen
Reſſortvorſtände und betonte dabei, daß er dieſes
Auf=
trages ſich mit ganz beſonderer Freude entledige, denn es
dei ihm ja vergönnt, ſchon eine ganze Reihe von Jahren
mit dem Jubilar zuſammenarbeiten zu dürfen. Und dieſe
Zuſammenarbeit war ſtets beſonders ſegensreich. Wie oft
habe Herr Hofrat Winter vermittelt und geraten und
ge=
holfen und wieviel Tränen der Not geſtillt in ſeiner
lan=
gen Tätigkeit, nicht nur in materieller, auch in künſtleriſcher
Hinſicht. Die Liebe zur Kunſt, die all Ihr Handeln ſtets
veredelt, hat Sie friſch und jung erhalten. Sie ſtehen heute
ls nachahmenswertes Beiſpiel für uns alle da. Bleiben
Sie noch lange die rechte Hand unſeres Generaldirektors,
ioch lange unſer Freund und Berater. Herr Hofrat Winter
hoch, hoch, hoch!!! — Herr Hofſchauſpieler Knispel
ſprach im Namen des Geſamtperſonals des Hoftheaters
die herzlichſten Glückwünſche aus, deren älteſtes Mitglied
er nach Herrn Hofrat Winter ſei. Er pries die treue,
ſellſtloſe Pflichterfüllung, in der der Jubilar ſtets ſeine
beſten Kräfte eingeſetzt für das Theater. Von ſeiner
un=
ermüdlichen Arbeit ſei aber auch ein reicher Segen
ausge=
gangen. Um dem Dank des Geſamtperſonals ſichtbaren
Ausdruck zu geben, überreiche er in deſſen Namen ein
An=
gebinde, von dem beſonders zwei prächtige Oelgemälde,
die hehren Gebirgslandſchaften darſtellend, in denen
Hofrat Winter nach anſtrengender Winterſaiſon Erholung
und Stärkung zu ſuchen pflege, ihn und ſeinen Kindern
und Kindeskindern eine Erinnerung an dieſe Stunde ſein
mögen. — Herr Kammermuſiker Diederich ſprach in
ebenfalls herzlicher Rede namens der Mitglieder der
Hof=
gpelle die herzlichſten Glückwünſche aus und überreichte
eine mit Tulven gefüllte ſilberne Blumenſchale.
Die Stadt Worms ließ durch Herrn Bürgermeiſter
Dr. Webers die herzlichſten Glückwünſche ausſprechen und
einen koſtbaren Blumenkorb überreichen, den auch das
Wappen der Nibelungenſtadt ſchmückte. Im Namen und
Auftrage des Gießener Stadttheaters und des
Gießener Theatervereins überbrachte Herr Geheimerat Dr.
Fromme=Gießen Glückwunſch und Geſchenk für den
Muſikverein Darmſtadt Herr Sanitätsrat Dr.
Maurer, und für die Sektion Darmſtadt des deutſchen
und öſterreichiſchen Alpenvereins Herr Zahnarzt Dr.
Lautz.
In längerer Rede ſprach Herr Hofrat Winter ſeinen
tiefgefühlten Dank für alle die Ehrungen aus. Er erinnerte
daran, daß er ſchon einmal, vor 15 Jahren, von gleicher
Stelle aus ſeinen Dank für Ehrungen ausſprechen durfte,
die ihm zum 25jährigen Jubiläum erwieſen wurden. Nun
ſei er ganz unverſehens inzwiſchen zum älteſten
Theater=
eamten in Deutſchland und auch in Oeſterreich geworden.
Der Iubilar ließ dann ſeine künſtleriſche und dienſtliche
ätiakeit Revue paſſieren, die ihn in die Tiefen, aber auch
auf die Höhen des Lebens geführt hat. Zu ſeinen
ſchön=
ſten Erinnerungen zählen die verſönlichen Beziebungen zu
dem großen Bayreuther Meiſter. Drei Sterne baben ſtets
ſeinem Lebenswea geleuchtet, die Pflicht, das Recht und
Wohltätigkeit und Hilfsbereitſchaft, über allem aber ſtrahlte
in leuchtendem Glanze die Kunſt. Mit einem begeiſtert
aufgenommenen dreifachen Hoch auf das Hoftheater ſchloß
die Rede. Eine Gratulationskur bildete den Schluß des
Feſtaktes.
Ludwig Winter wurde am 23. November 1847 zu
Darmſtadt geboren, widmete ſich dem Finanzfach und
wurde nach glänzend beſtandenem Examen als
Reviſions=
beamter bei der Großh. Oberrechnungskammer im Jahre
1872 angeſtellt. Oberrechnungsrat Heß, der ſpätere
Prä=
ſident der Großh. Oberrechnungskammer, hatte Winter
bald nach ſeiner Verwendung im Staatsdienſt zu
größe=
ren Arbeiten in verſchiedenen beſonderen Dienſtzweigen
herangezogen. Schon als 19jähriger war Winter in der
Kommiſſion zur Ausgleichung der Kriegskoſten des
Jah=
res 1866 tätig. Präſident Heß, der damals der
Hoftheater=
direktion als Mitglied angehörte war es auch, der
Win=
ter aufforderte, in den Dienſt der Hoftheaterverwaltung
einzutreten. Durch Verfügung des Großherzogs
Lud=
wig III, wurde alsbald beſtimmt, daß Winter dauernd
in der Hoftheaterverwaltung arbeiten ſolle. Damit war
der Uebertritt aus dem Staatsdienſt in den Hofdienſt
voll=
zogen. Bei den wiederholten einſchneidenden
Aender=
ungen in der Direktion vermochte Winter ſtets ſich mit
Gewandtheit in völlig andere Verhältniſſe raſch
einzu=
ordnen. Nach der im Jahre 1878 erfolgten Berufung des
ſpäteren Geheimen Hofrats Wünzer zum Direktor des
Hoftheaters wurde das Amt des Hoftheaterſekretärs
Win=
ter mit der durch den Rücktritt des damaligen Oekonomie=
Inſpektors freigewordenen Stelle vereinigt.
Literariſches.
— „Meenzer Kinner” närriſche Reime von Joſef
Hummel, mit Zeichnungen von Ph. Pfeifer. Zum
he=
vorſtehenden 75jährigen Karnevals=Jubiläum macht das
ganze närriſche Mainz rechtzeitig mobil. Der bekannte
Narrhallaredner Joſ. Hummel ſtellt uns ſeine „Meenzer
Kinner” vor. De Schambes, wie er leibt und lebt, ißt,
trinkt, liebt und ſtirbt; ſeine beſſere Hälfte, wie ſie ſich mit
allen Situationen „echt meenzeriſch” abſindet; die Tochter
des Buwiche und noch andere Mainzer Typen. Alle in gut
pointierten, lebenswahren Schilderungen feſtgehalten. Die
von altem Mainzer Humor beſeelten Gedichte bilden eine
amüſante Lektüre und werden bei geeignetem Vortrage die
Lachmuskeln in Bewegung halten. Die Zeichnungen von
Ph. Peifer, die verſchiedene Gedichte ſehr treffend
illu=
ſtrieren, verleihen dem empfehlenswerten Buche noch einen
beſonderen Reiz.
* Neu erſchienene Broſchüren: Die
deut=
ſchen elektrotechniſchen Spezial=Fabriken. Eine
volks=
wirtſchaftliche Betrachtung nebſt
Bezugsquellenverzeich=
nis. Herausgegeben von der Vereinigung
Elektrotech=
niſcher Spezial=Fabriken, Berlin W. 35, Steglitzer
Straße 36. — Friedrich Naumann, Kunſt und
Volkswirt=
ſchaft. Geſchäftsſtelle des Deutſchen Werkbundes,
Ber=
lin W. 35, Schöneberger Ufer 36 a. 1912. — Entwurf
eines Vertrages zur Aufnahme eines ſtillen
Geſellſchaf=
ters. Anleitung zur Abfaſſung eines
Geſellſchaftsver=
trages zwiſchen Geſchäftsinhaber und dem ſtillen
Geſell=
ſchafter (Teilhaber). Nach den Bedürfniſſen des
prak=
tiſchen Lebens bearbeitet von Max Luſtig, kaufmänniſcher
Sachverſtändiger. Kaufmänn.=juriſt, Verlag, G. m. b. H.
Mainz. Druck von E. Herzog, Mainz. — Deutſches Leben
und deutſche Weltanſchauung. Von Dr. Otto Braun.
Berlin 1912. Verlag des Vaterländiſchen
Schriftenver=
bandes, Bernburgerſtr. 15/16. — Die moderne
Theo=
ſophie, eine Gefahr für unſer Geiſtesleben. Von Dr. Kuno
v. d. Schalk. Leipzig, Verlag von Wilhelm Heims. 1912.
— „Alte=Herren=Gymnaſtik” unter beſonderer
Berückſich=
tigung praktiſcher Atemübungen mit 34 Abbildungen von
Karl Haaſe, Königlicher Polizei=Kommiſſar a. D. zu
Kaſſel=Wilhelmshöhe. Preis 1 Mk. Verlag von A.
Frey=
ſchmidts Buchhandlung in Kaſſel.
Darmſtadt, 6. Januar.
* Die nationalliberale Partei in Darmſtadt wird
die Reihe der für dieſen Winter geplanten Verſammlungen
heute Montag, den 6. Januar, fortſetzen. An dieſem
Abend ½9 Uhr, wird im gelben Saale des Reſtaurants
Site (vergl. Iuſerath der Ingenſeur Schäfer übere
„Bayeriſche Landespolitik” ſprechen. Die heißen
politiſchen Kämpfe, die in Bayern ſeit den letzten Wahlen,
beſonders aber ſeit dem Amtsantritt des Miniſteriums
Hertling toben, ebenſo die wohl jetzt nur vertagte Frage
der Umwandlung der Regentſchaft in ein Königtum,
haben im letzten Jahre die Aufmerkſamkeit aller Po itiker
auf die bayeriſche Landespolitik gelenkt. Es wird
des=
halb von beſonderem Intereſſe ſein, den Redner des
Abends, der ſelbſt im bayeriſchen Wahlkampfe
mitge=
wirkt hat, über dieſe Fragen zu hören. Die
Verſamm=
lung iſt öffentlich an den Vortrag ſchließt ſich eine
freie Ausſprache. Bei der Anziehungskraft des Themas
darf ein guter Beſuch aller politiſch Intereſſierten
er=
wartet werden.
g. Schwimmfeſt des Darmſtädter Schwimmklubs
Jung=Deutſchland. Im ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad
hatte geſtern nachmittag der Darmſtädter
Schwimmklub Jung=Deutſchland zur Feier
ſeines einjährigen Beſtehens ein Schwimmfeſt
ver=
anſtaltet, zu dem etwa 6—700 Gäſte erſchienen waren.
Auch das Großherzogspaar mit den Prinzen
wohnte den Veranſtaltungen bei; ferner waren noch
er=
ſchienen der ruſſiſche Miniſterreſident van der Vliet,
Geheimerat Lingner, Diviſionskommandeur Exzellenz
v. Plüskow General v. Randow, Bürgermeiſter
Mueller und viele Offiziere und Lehrer. Nach einem
Aufmarſch der Schwimmer hielt Herr Dr. Bopp eine
Anſprache, in der er das Großherzogspaar und die
Gäſte im Namen des Klubs herzlichſt begrüßte und
dar=
auf hinwies, daß es gerade die deutſchen Schwimmer
waren, die bei den letzten olympiſchen Spielen in
Stock=
holm allein ſiegreich waren. Er ermahnte die Eltern,
ihre Jungen fleißig zu den Veranſtaltungen Jung=
Deutſchlands zu ſchicken. Seine Anſprache ſchloß mit einem
dreifachen Hoch auf den Großherzog und das
Großherzog=
liche Haus. Die Schwimmer vollführten alsdann einen
Eröffnungsreigen und dann wickelte ſich das reichhaltige,
ſportlich intereſſante Programm ab, unterbrochen durch
humoriſtiſche Zwiſchenfälle, die die größte Heiterkeit
er=
weckten, ebenſo das Hindernisſchwimmen, wobei die
Schwimmer in den drolligſten Koſtümen die Strecke
durchſchwimmen mußten. Wer dann am ſchnellſten ſich
ſeiner Kleidung entledigt und die Tour
zurückgeſchwom=
men hatte, war Sieger, und zwar kam als erſter an
Rüt=
gers in 1 Minute 34 Sekunden, zweiter war Stamm
in 1 Minute 55 Sekunden.
Die Reſultate der einzelnen
Konkur=
renzen waren folgende:
Anfängerſpringen, a) für Schwimmer unter
14 Jahren: 1. Kadel, 2. Selzam II.; b) unter 16 Jahren:
1. Andrae, 2. Selzam I.
Springen um die Klubmeiſterſchaft
(Klubmeiſter im Springen 1913): 1. Wöbke, 2.
Pfann=
müller.
Bruſtſchwimmen, a) für Knaben unter 14
Jah=
ren (1 Bahn zirka 25 Meter): 1. Selzam II. 25,2
Sekun=
den. 2. Wißner II.; b) unter 16 Jahren (2 Bahnen zirka
40 Meter): 1. H. Honigmann (Gymnaſialſchwimmverein
Wiesbaden) 35 Sekunden, 2. Selzam I. (Darmſtädter
Schwimmklub Juna=Deutſchland) 36,8 Sekunden; e) für
Gäſte: 1. Hans Luber vom Münchener Schwimmklub
(Olympiaſieger Stockholm 1912) 28 Sekunden, 2.
Pfann=
müller 34 Sekunden.
Schwimmen um die Klubmeiſterſchaft
(Klubmeiſter im Schwimmen 1913), 2 Bahnen zirka 40
Meter: a) Junioren: 1. Klein 31 Sekunden, 2. Fiſcher
33,8 Sekunden; b) Senioren: 1. Ref 29,6 Sekunden,
2. Wöbke 34,4 Sekunden.
Streckentauchen um die
Klubmeiſter=
ſchaft: 1. Pfannmüller 38 Meter, 2. Wöbke 36 Meter.
Lagenſtafette (jeder 2 Bahnen zirka 40 Meter):
ſiegende Mannſchaft: Selzam I., Rütgers, Wöbke und
Milkau in 2 Minuten 33 Sekunden.
Stafette, je 3 Mann in beliebiger Schwimmart,
je 2 Bahnen von je zirka 20 Meter: 1. Gymnaſialſchwimm=
Verein Wiesbaden in 1 Minute 28 Sekunden, der
mit=
hin den Wanderpreis des Großherzogs
er=
hält, 2. Schwimmklub Jung=Deutſchland Darmſtadt in
1 Minute 31,2 Sekunden.
Mehrkampf. Als Sieger geht hervor bei den
Senioren Wöbke, bei den Junioren Fiſcher.
Wettſchwimmen (4 Bahnen 80 Meter): 1. Willi
Woelke 1 Minute 1 Sekunde, 2. H. Gaefgen 1 Minute
13 Sekunden.
Schüler=Troſtſchwimmen: 1. Fiſcher,
2. Rank.
Im Waſſerballwettſpiel errang Wiesbaden gegen
Jung=Deutſchland ſpielend 7 Tore, während die
Mann=
ſchaft des feſtgebenden Vereins ganz ohne Erfolg war.
Ganz hervorragende Leiſtungen wurden noch gezeigt
beim Schauſpringen, bei dem beſonders Hans
Luber, der Olympiaſieger, ferner der Weltmeiſter im
Springen. Fritz Nicolai= Frankfurt, und die
Sprin=
ger der Turngemeinde Darmſtadt und die Wiesbadener
reichen Beifall ernteten. Zu erwähnen iſt ſchließlich
noch=
ein Rettungsſchwimmen, das in humoriſtiſcher Weiſe
ausgeführt wurde, und der Schlußeffekt der
Veranſtalt=
ung, ein glänzender venetianiſcher Reigen, eine äußerſt
reizvolle Darbietung. — Der Großherzog ſprach
ſich=
ſehr anerkennend über die Leiſtungen aus und ließ ſich
die beiden Mitglieder des Schwimmklubs, Fähnrich zur
See Joachim Lietzmann und den Schüler Eduard
Klein, die beide wegen Rettung eines Menſchen aus
Lebensgefahr ausgezeichnet wurden, vorſtellen; ferner
die Erringer der Wanderpreiſes, den Olympiaſieger
Luber und den Weltmeiſter Nicolai. — Am Abend
fand im Hotel „Zur Traube” eine Nachfeier ſtatt.
Die Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla” veranſtaltete
geſtern abend im Städtiſchen Saalbau ihr erſtes
karne=
valiſtiſches Konzert mit Tanz, das einen
glänzen=
den Verlauf nahm und als Auftakt zu den kommenden
Veranſtaltungen, beſonders für die große glanzvolle
ein=
zige Damen= und Herrenſitzung am nächſten Sonntag, das
Beſte erhoffen läßt. Der muſikaliſche Teil des Konzerts
lag in den Händen der Kapelle des Feldartillerie=
Regi=
ments Nr. 61, und es bedarf kaum der Verſicherung, daß
ſie bald unter ihres temperamentvollen Obermuſikmeiſters
Weber Leitung für fröhliche Karnevalſtimmung ſorgte,
die ſich von Vortrag zu Vortrag ſchöner entfaltete. Unten
aber ſchwang zum erſten Male inmitten ſeines Elferrates
der neue Präſident Herr Albert Supp das närriſche
Szepter. Und wenn ſeine Tätigkeit auch nur in einer
ſchwung= und humorvollen Begrüßungsanſprache und in
der „Aufrechterhaltung der Ordnung” beſtand, ſo bewies
er doch auch hierin ſchon, daß er der rechte Mann am
rechten Platze iſt. Bald war die ſchönſte
Luftſchlangen=
ſchlacht in beſtem Gange und in fröhlichſter Luſt ſchieden
die Stunden nur zu ſchnell. Ein Tanz im Gartenſaal,
der der Jugend zur lebhaften Freude um 10 Uhr
pünkt=
lich begann, beſchloß das ſchöne, vielverſprechende
Eröff=
nungskonzert.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Seire 7.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. Jan. Das Militärwochenblatt meldet:
General der Infanterie v. Eichhorn, Generalinſpekteur
der 7. Armeeinſpektion, à la suite des Leibgrenadier=
Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1.
Branden=
burgiſches Nr. 8) wurde unter Belaſſung in dieſen
Stel=
lungen zum Generaloberſten befördert.
* Berlin, 4. Jan. Heute nachmittag iſt
Generalfeld=
marſchall Graf v. Schlieffen verſtorben.
Graf v. Schlieffen wurde am 28. Februar 1833 in
Berlin geboren. Er war 1866 Generalſtabsoffizier beim
erſten Korps, 1870—71 im Generalſtab des Großherzogs
von Mecklenburg. Im Jahre 1884 wurde er Abteilungschef
im Großen Generalſtab und 1889 Oberquartiermeiſter. Am
7. Februar 1891 wurde er als Nachfolger des Grafen
Wal=
derſee zum Chef des Generalſtabes der Armee
ernannt und am 27. Januar 1893 zum General der
Ka=
pallerie befördert, woran ſich ſpäter die Ernnenung zum
Generaladjutanten und die Stellung à la suite des 1.
Garde=Ulanen=Regiments anſchloß Graf Schlieffen trat
am 1. Januar 1906 in das Privatleben zurück, nachdem er
15 Jahre lang an den wichtigſten Stellen des Heeres
ge=
ſtanden hatte. 1911 wurde er noch zum
Generalfeldmar=
ſchall ernannt. Er war Domherr von Brandenburg und
wurde ſchon 1904 auf Lebenszeit ins Herrenhaus
beru=
fen. Auch war er Ritter des Schwarzen Adlerordens.
* Berlin, 4. Jan. Der „Reichsanzeiger”
veröffent=
licht den Geſetzentwurf betreffend den Ausbau der
Waſſerkräfte im oberen Quellgebiet der Weſer.
An=
gefordert werden neun Millionen, von denen, ſo lange
die Waſſerkräfte bei Münden nicht zum Ausbau gelangen,
nur fünf Millionen verwendet werden dürfen.
* Berlin, 5. Jan. Zu Ehren des
Stadtverordnetenvor=
ſtehers Michelet, ſeines Stellvertreters Geheimen
Ju=
ſtizrat Caſſel und des Geh. Baurats Kyllmann, die
auf eine 25jährige Tätigkeit als Stadtverordnete
zurückblicken, fand im Rathaus eine Feier ſtatt. Magiſtrat
und Stadtverordneten=Verſammlung waren faſt
vollzäh=
lig erſchienen. Im Feſtſaal wurden die drei Jubilare
zunächſt durch den an Lebensjahren älteſten
Stadtverord=
neten Gericke begrüßt. Hierauf würdigte
Oberbür=
germeiſter Wermuth in einer längeren Anſprache die
drei Männer, Michelet als den Mann mit dem Namen
eines Koloniſten, doch von echt deutſchem Antlitz und
We=
ſen, Caſſel als den tonangebenden Führer der größten
Fraktion, mit allen Waffen der Kritik, Logik und
Dialek=
tik begabt, und Kyllmann als den begnadeten Künſtler,
dem Berlin einen reichen Zuwachs an Schönheit verdanke.
Dann ſprachen Reichstagspräſident Kaempf für die
Fraktion der Linken, Mommſen für die
Freie Fraktion, Roſenow für die Neue Linke und
Heimann für die Sozialdemokraten des
Stadtparla=
nients. Die Gefeierten dankten mit herzlichen Worten.
* Karlsruhe, 4. Jan. Aus Anlaß des 25jährigen
Regierungsjubiläums des Kaiſers ſoll auf
Vorſchlag des Oberbürgermeiſters von dieſem Jahre an
Alljährlich ein angemeſſener Betrag zu Ehrengaben an
hedürftige Veteranen aus der Stadt Karlsruhe zur
Verfügung geſtellt werden. Zu dieſem Zweck wird die
Summe von Mk. 10000 im Entwurf des diesjährigen
Gemeindevoranſchlages vorgeſehen.
Karlsruhe, 4. Jan. Die Techniſche Hochſchule
Fredericiana” hat von Herrn und Frau Kruppvon
Bohlen Halbach in Eſſen eine Schenkung von
200000 Mark erhalten, die der Schaffung eines den
modernen Anſprüchen genügenden
Forſchungs=
laboratoriums für mechaniſche Technologie
ge=
widmet iſt.
* Leipzig, 4. Jan. Das Reichsgericht hat die
Reviſion des Fabrikarbeiters Georg Koch, der von dem
Schwurgericht Hanau am 5. November wegen
Ermordung ſeiner Tochter zum Tode verurteilt worden
war, verworfen.
* Hamburg, 5. Jan. Der Dampfer „Amerika” der
auf der Ausfahrt von New=York infolge niedrigen
Waſſer=
ſtandes bei Staten Island auf Grund geriet, war heute
morgen 6,45 Uhr wieder flott. Das Schiff iſt
unbe=
ſchädigt. Am Nachmittag um 1 Uhr wurde die Reiſe
nach Hamburg fortgeſetzt. An Bord iſt alles wohl.
Jarmen, 4. Jan. In Haydenhof bei Jarmen fand
man die ſiebenköpfige Familie des Arbeiters
Oldenberg beſinnungslos auf. Ein Arzt rettete
fünf Perſonen, darunter ein jüngeres Kind. Der 19jährige
Sohn war bereits tot. Das Unglück iſt durch zu frühes
Schließen des Ofens entſtanden.
* Rom, 5. Jan. Anläßlich des Austauſches der
Ratifikationsurkunden des Dreibund=
Avertrages verlieh der König das Großkreuz des
Mauritius= und Lazarusordens dem öſterreichiſchen
Miniſterpräſidenten Grafen Stürgkh, dem ungariſchen
Miniſterpräſidenten Lukäcs, dem öſterreichiſchen Botſchafter
lin Rom, Mérey von Kapos=Mére und dem Sektionschef
im Miniſterium des Auswärtigen in Wien, Freiherrn
lv. Macchio. — Aus demſelben Anlaß verlieh Kaiſer
Franz Joſef dem Miniſterpräſidenten Giolitti, dem
Miniſter des Auswärtigen San Giuliano und dem
litalieniſchen Botſchafter in Wien Herzog v. Avarna das
Großkreuz des Stephansordens.
* Liſſabon, 5. Jan. Miniſterpräſident Duarte Leite
bot dem Präſidenten Arriaga die Demiſſion des
AKabinetts an, die angenommen wurde. Arriaga
betraute den Führer der Revolutionspartei mit der
Bil=
dung des neuen Kabinetts.
* Petersburg, 5. Jan. Der erſte Legationsſekretär
bei der Geſandtſchaft in Stuttgart Solowjew iſt zum
Aerſten Legationsſekretär in Madrid ernannt worden. An
lſeine Stelle tritt der zweite Legationsſekretär in Waſhington
Dmitrow.
* Oran, 5. Jan. Wie die Blätter melden, ſind die
Adeutſchen Staatsangehörigen Wilhelm Krieger,
122 Jahre alt und Adolf Rienner, 24 Jahre alt, die
lſich ſeit einigen Tagen in Oran aufhielten und aus
Nizza kamen, unter dem Verdacht verhaftet worden, die
Deſertion von Fremdenlegionären, beſonders
des Soldaten Lett vom 2. Fremdenregiment veranlaßt
lund begünſtigt zu haben. Die Hausſuchung führte zur
Entdeckung einer Uniform der Fremdenlegion, einer
Aumfangreichen, in deutſcher Sprache gehaltenen
Korre=
ſpondenz und mehrerer militäriſcher Gegenſtände.
* New=York, 4. Jan. Präſident Taft erklärte
ſich dafür, daß die Frage der Panamakanal=
Gebühren dem Schiedsgericht im Haag unterbreitet
werde.
* New=York, 5. Jan. Der Chefkommandant der
Atlantiſchen Flotte, Oſterhaus iſt zurückgetreten.
Sein Nachfolger wird Kontreadmiral C. J. Badger.
* Neuport=News, 4. Jan. Der Dampfer „H.
Lucken=
ach” iſt geſtern abend in der Cheſapeake=Bay
geſun=
len. An Bord befanden ſich der Kapitän, ſeine Frau
und 21 Seeleute. Acht Mann, darunter der zweite
Offi=
ier, wurden aus der Takelage gerettet, in der ſie ſich
ſechs Stunden lana in furchtbarem Sturme feſtgehalten
hatten. Die übrigen waren von der Kälte erſtarrt einer
nach dem anderen ins Meer geſtürzt.
Rio de Janeiro, 5. Jan. (Agence Havas.) Die
Nachrichten über angebliche Zwangsverkäufe der
Valoriſations=Kaffeevorräte der Vereinigten
Staaten werden hier dementiert. Die nächſte Sitzung
des Londoner Vaolriſationskomitees werde zeigen, daß
in dieſem Jahre keine bedeutenderen Verkäufe ſtattfinden
als in den vergangenen Jahren. Die Verkäufe würden
ohne Ueberſtürzung in normaler Weiſe vorgenommen.
Berlin, 4. Jan. Die Konferenz zur
Vor=
beratung des Reichstheatergeſetzes dauerte
13½ Stunden lang, bis weit nach Mitternacht. Es
wur=
den alle die vielen ſchwebenden Fragen des Theaterrechts
eingehend erörtert, insbeſondere die Fragen der
Kon=
zeſſionserteilung, ſowie die Koſtüm= und
Kündigungs=
fragen. In den weſentlichſten Punkten wurde eine
Ueber=
einſtimmung zwiſchen den meiſten Teilnehmern der
Kon=
ferenz erzielt, namentlich in den Fragen der
Krankheits=
älle und der angemeſſenen Beſchäftigung zeigten die
Ver=
treter des Bühnenvereins, daß ſie den weiteſtgehenden
Wünſchen der Schauſpieler, ſoweit ſie ihre Berechtigung
anerkannten, Rechnung tragen. Die geſamten Beſchlüſſe
der geſtrigen Sitzung werden als wertvolles Material der
Kommiſſion überwieſen werden, die ſich zurzeit mit der
Ausarbeitung des neuen Reichstheatergeſetzes befaßt.
— Plauen i. Vogtl., 4. Jan. Heute nachmittag
wurde der 15jährige Kaufmannslehrling Kurt Gade
im Keller eines Hauſes in der Schildſtraße durch
Beilhiebe ermordet aufgefunden. Es liegt
Raubmord vor. Gade war heute vormittag von ſeinem
Chef beauftragt worden, einen Geldbetrag von 650 Mark
auf der Poſt abzuholen. Als Mörder wurde der
Lehr=
kollege des Ermordeten, der 16jährige Lehrling Hermann
Petzoldt, in Plauen verhaftet.
— Madrid, 4. Jan. Der König gewährte heute
Maura eine längere Audienz. Als dieſer dem Grafen
Romanones im Vorzimmer begegnete, erklärte er ihm,
daß er gegen ein liberales Kabinett oder gegen die
letzten liberalen Kabinette keine Beſchwerden habe. Sein
Rücktritt ſei einfach infolge weit zurückliegender Irrtümer
erfolgt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Bei Mattigkeit, Schwäche,
nervöſer Abſpannung iſt Bioſon ein geradezu idealer
Kraftſpender. Infolge einer ſchweren Krankheit war ich
in einen ſehr bedenklichen Schwächezuſtand geraten und
nahm daher zur Stärkung Bioſon. Schon nach Verbrauch
der erſten Doſe fühlte ich mich bedeutend kräftiger, auch
machte ſich ein geſunder Appetit bemerkbar, den ich früher
immer vermißie. Hardheim bei Walldürn. Frau Helena
Bonamigo. Unterſchrift beglaubigt: 20. September 1912,
Dr. Geiler, Großh. Notar. Bioſon Blechdoſe (ca. ½ kg)
3 Mk., erhältlich in Apotheken, Drogerien. (III920
Mein
Inventur-Ausverkauf
beginnt Dienstag, den 7. Januar.
Derselbe bietet besonders große
teile beim Einkauf von
Brautausstattungen.
C. F Erb Nachf.
Obere Elisabethenstr.
Vor-
(808so
Mein
Saison-Ausverkauf
findet in den Tagen
Samstag, Montag, Dienstag u. Mittwoch,
4. bis 8. Januar, statt.
Kath. Raab
vorm.
ALlCE-BAZAR.
Das Geschäft ist von 1—215 Uhr geschlossen.
(177fo
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Am 5. Januar 1913 verſchied nach kurzem
Krankſein unſer lieber Vater, Schwiegervater,
Großvater und Onkel
(B937
Herr Adam Fey
im 72. Lebensjahre.
Darmſtadt=Beſſungen, den 6. Jan. 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den
7. Januar, nachmittags 2½ Uhr, von der
Leichenhalle des Beſſunger Friedhofes aus,
ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
durch die traurige Mitteilung, daß unſere
Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter
Schwägerin und Tante
Frau Barbara Göbel
geb. Kissel
Witwe des Hauptsteueramtsdieners
nach langem, ſchwerem Leiden ſanft verſchieden
iſt. Um ſtille Teilnahme bitten
(936
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jean Göbel.
Darmſtadt, Gernsheim, Zwingenberg, 4. Jan. 1913.
Die Beerdigung findet Montag, 6. Jan.,
nach=
mittags 2 Uhr, vom Barmherzigen
Schweſtern=
hauſe, Nieder=Ramſtädterſtr. 30, aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe liebevoller
Teilnahme bei unſerem ſchweren
Verluſte ſage ich innigſten Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Carl Lind, Kaufmann.
Darmſtadt, Karlsruhe
den 4. Januar 1913.
(B875
Tageskalender.
Konzert der Großh. Hofmuſik um 7 Uhr im Hoftheater
(Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Verſammlung der Nationalliberalen Partei um
8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Kandidaten für die Präſidentenwahl in Frankreich; drei
infolge des letzten Sturmes in der Nähe von Plymouth
geſtrandete Schiffe; der Winterſport in St. Moritz.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 7. Januar.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Güntherſchen Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otte Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 4.
Darmſlädter Tagblatt, Montag, den 6. Jnnuar 1918.
Nalonder
Januar
1913.
Während unseres Großen Inventur-Ausverkaufes haben wir in sämtlichen Abteilungen gewaltige
Preisermässieungen eintreten lassen. — Kein Artikel bleibt von der Preisherabsetzung verschont,
damit die Verkleinerung unserer großen und reichhaltigen Lagerbestände verwirklicht wird.
3 Posten Hemdentuche
Posten IIl
Posten II
Posten 1
3 Posten weiße Damaste
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Posten II
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ca. 80 cm breit gutes
Hemdentuch
in kräftiger,
solider Ware,
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Meter 18₰
Qualität II
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kauf empfehlen
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Verkaufsw. b.
72Z,solange
Vorr. Mtr. nur
160 cm breit
Bettuch-
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Gerstenk.-Handtüch,, weiß
mit Bordür., bis 48 cm breit,
solange Vorrat Meter
Posten II. Halbleinene u.
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Piqué u. Flock-Cöper f.
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Posten I. Prachtv., weiße,
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Hemden, Jacken, als sehr
billig, im Inventur-
Ausver-
kauf Meter nur
1 Posten Sportflanelle
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1 Posten Hemdenoxford
gute waschechte Ware, alle Muster
Meter
Bettkattun . . . . Mtr. 24 ₰
Sportflanelle . . . Mtr. 35 ₰
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Nummer 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Schloſſerarbeiten
im ſtädtiſchen Schlachthof ſollen
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 14. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(873oi
Darmſtadt, 4. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Seite 11.
Bekanntmachung.
Die Firma „Peter Breitwieſer”
in Eberſtadt iſt mit Aktiven und
Paſſiven auf Peter Breitwieſer
Witwe, Eliſabetha, geb. Joſt, in
Eberſtadt übergegangen. Dieſe
führt nun das Geſchäft unter der
ſeitherigen Firma weiter. Die den
Herren Emil Bauer und Otto
Eirich in Eberſtadt erteilte
Einzel=
prokura bleibt beſtehen.
Eintrag im Handelsregiſter A.
iſt erfolgt.
(877
Darmſtadt, 11. Dezember 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter,
Ab=
teilung A, wurde heute
eingetra=
gen die Firma „Gebr. Stetter”
in Pfungſtadt. Inhaber: Johann
Georg Stetter und Wilhelm
Stetter, beide in Pfungſtadt. Offene
Handelsgeſellſchafr. Die
Geſell=
ſchaft hat am 1. November 1912
begonnen. Jeder Inhaber vertritt
und zeichner die Firma.
Ange=
gebener Geſchäftszweig: Mützen=
und Stoffhutfabrik. (878
Darmſtadt, 31. Dezember 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
Montag, 13. Januar 1913,
vormittags 9 Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier
zugeſchrie=
benen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite
Gar=
diſtenſtraße,
IV 5684/100 101 Grasgarten
da=
ſelbſt,
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da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K101/12
Darmſtadt, 7. Dezember 1912.
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Marktordnung
für die Märkte im Schlachtviehhof zu Darmſtadt.
Auf Grund der §§ 69 und 149 Nr. 6 der Reichsgewerbeordnung
und des § 103 der Ausführungsverordnung dazu, ſowie des Artikel
129b der Städteordnung wird mit Genehmigung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 24. Dezember 1912 zu Nr. M. d. J. II 6158 nach
Anhörung der Stadtverordnetenverſammlung folgendes angeordnet
§ 1.
Der ſtädtiſche Schlachtviehhof dient zum Abhalten von
Schlacht=
viehmärkten.
Er unterſteht der gleichen Verwaltung wie der Schlachthof, iſt
aber von dieſem vollſtändig getrennt zu halten. Die
Verbindungs=
tore zwiſchen dem Schlachthof und dem Schlachtviehhof ſind für den
Perſonen= und Fuhrwerksverkehr geſperrt, nur das Ueberführen der
zum Schlachten beſtimmten Markttiere aus dem Schlachtviehhof nach
dem Schlachthof iſt durch die Verbindungstore geſtattet.
§ 2.
In der ſüdlichen Markthalle findet zu den feſtgeſetzten Zeiten
ein Markt für Kälber, Hämmel und Ziegen ſtatt. Auch iſt dort zu
den gleichen Zeiten der Verkauf von Schlachtrindern geſtattet.
§ 3.
Die mittlere Halle (Schweineverkaufshalle) dient zur Abhaltung
eines Schweinemarktes.
§ 4.
Das Aufſtellen von Vieh zum Zweck des Feilbietens außerhalb
er Markthallen iſt verboten.
§ 5.
Jeder gewerbsmäßige Handel mit den in §§ 2 und 3 genannten
Schlachttieren iſt an den Markttagen im Stadtbezirk außerhalb des
Schlachtviehhofes verboten.
§ 6.
Das Feilhalten von anderem Vieh oder von ſonſtigen
Gegen=
ſtänden auf den in §§ 2 und 3 genannten Märkten iſt verboten.
§ 7.
Der Zutrieb und die Zufuhr der Tiere zu den Markthaller
arf nur durch das öſtliche Tor erfolgen. Das Ausladen von
Bahn=
ſendungen hat nur auf den für die verſchiedenen Tiergattungen
be=
ſtimmten Rampen zu geſchehen.
Das Ausladen und der Abtrieb von den Rampen vor erfolgter
Beſichtigung durch den beamteten Tierarzt iſt verboten.
§ 8.
Das Füttern und das Tränken der zum Markt zu bringenden
Tiere muß eine Stunde vor dem Beginn des Marktes beendet ſein,
andernfalls kann der Auftrieb zum Markt verboten, oder das
geſon=
derte Feilhalten der betr. Tiere durch die Verwaltung angeordnet
werden.
Die Schlachtviehhofverwaltung gibt die benötigten Futtermittel
zu den Tarifpreiſen ab. Eigene Futtermittel dürfen nicht verwendet
werden.
§ 9.
Der Zutritt zu den Märkten iſt nur den Verkäufern und Käufern
ſowie den mit dem Transport der Tiere Beauftragten und den mit
eſonderer Erlaubnis verſehenen Perſonen geſtattet. Andere Per
onen können von den Märkten fortgewieſen werden.
Den Käufern iſt der Zutritt zu den Markthallen vor Beginn
der Märkte unterſagt.
Der Zutritt zu den Märkten iſt nur durch das Tor in der
Schlachthofſtraße zuläſſig.
§ 10.
Fuhrwerke jeder Art dürfen in den Markthallen überhaupt nicht
und in deren Umgebung nur an den beſonders bezeichneten Plätzen
aufgeſtellt werden.
§ 11.
Hunde dürfen in die Markthallen und in deren umzäunte
Um=
gebung nicht mitgenommen werden.
Frei umherlaufende Hunde werden eingefangen und durch den
Hundefänger in Verwahrung genommen. Im übrigen greift die
Polizeiverordnung vom 24. März 1909, die Beaufſichtigung der Hunde
betreffend, Platz.
§ 12.
Der Auftrieb der Tiere zu den Märkten kann an den
Markt=
tagen von 6 Uhr vormittags im Sommer und von 7 Uhr an im
Winter erfolgen.
§ 13.
Der Markt für Kälber, Hämmel, Ziegen und Rinder (§2) wird
Montags und Donnerstags von 10½ Uhr vormittags bis 12½ Uhr
mnittags abgehalten.
§ 14.
Der Schweinemarkt (83) findet Montags, Mittwochs und
Donners=
tags ſtatt und zwar im Sommer von 7—10 Uhr vormittags und im
Winter von 8—10 Uhr.
§ 15.
Fällt auf einen der genannten Tage (§§ 13 und 14) ein
chriſt=
licher oder iſraelitiſcher Feiertag, ſo wird der Markt am nächſten
Werktag oder an einem bei dem vorhergehenden Markt bekannt zu
gebenden Tage abgehalten.
Das Großh. Poltzeiamt iſt befugt, die oben feſtgeſetzten und
näher bezeichneten Tage und Zeiten nach Anhören des Großh.
Kreis=
veterinäramts und im Einvernehmen mit dem Herrn
Oberbürger=
meiſter, der die Metzgerinnung ſowie den Vertreter der hieſigen
Händler vorher anhören wird, zu ändern, zu vermehren und zu
er=
weitern.
§ 16.
Die Kälbermarkthalle und die Schweinemarkthalle ſind während
der einzelnen Märkte und, ſolange die Hallen belegt ſind, vollſtändig
gegeneinander abzuſchließen.
§ 17.
Jeder Vor= und Nachhandel an den Markttagen iſt, im Bereich
des Schlachtviehhofs, verboten.
§ 18.
Der Beginn des Marktes wird durch ein Glockenzeichen kund
gegeben, der Schluß durch zwei, in Zwiſchenräumen von 10 Minuten
erfolgende Glockenzeichen.
§ 19.
Die Art und Zahl der an den Markttagen aufgetriebenen Tiere
wird durch einen ſtädtiſchen Bedienſteten auf einer hierzu beſtimmten,
während des Marktes auszuhängenden Tafel zu jedermanns Anſicht
verzeichnet. Dieſe Bekanntgabe darf nur von dem hierzu ermächtigten
Bedienſteten verändert oder gelöſcht werden.
§ 20.
Die von der Stadtvertretung feſtzuſetzende Gebühr für jedes
auf den Markt gebrachte Tier iſt vor dem Auftrieb in die
Markt=
hallen zu entrichten.
§ 21.
Die einzelnen Verkaufsplätze in den Markthallen und die
Buch=
en werden durch die Verwaltung verteilt; ein Austauſch der Plätze
iſt nur mit Genehmigung der Verwaltung zuläſſig. Die Verkäufer
ind berechtigt, ihre Firmen an den Verkaufsſtänden und Buchten
inzubringen, nachdem für jeden Fall die Genehmigung der
Verwal=
ung eingeholt worden iſt.
§ 22.
Die verkauften Kälber, Hämmel, Ziegen, Rinder (§ 2) müſſen
nit Schluß des Marktes aus der Markthalle weggebracht werden
Die nichtverkauften Tiere können bis 3 Uhr nachmittags in der
halle verbleiben.
§ 23.
Die verkauften Schweine (§ 3) müſſen ebenfalls mit Schluß des
Marktes aus der Schweineverkaufshalle entfernt werden.
Die nichtverkauften Schweine dürfen bis 3 Uhr nachmittags
des auf den Markttag folgenden Tages in den Buchten belaſſen
werden.
§ 24.
Verkaufte Tiere, die nach den in §§ 22 und 23 feſtgeſetzten Zeiten
licht entfernt worden ſind oder herrenlos angetroffen werden, ſind
an die Verwaltung abzuliefern. Gegen gehörigen Ausweis können
dieſe Tiere zurückgegeben werden, nachdem an die Schlachtviehhofkaſſe
die beſonders entſtandenen, von der Verwaltung feſtgeſetzten Koſten
entrichtet worden ſind.
Tiere, die nach 12 Stunden nicht abgeholt worden ſind, werden
durch die Verwaltung meiſtbietend gegen Barzahlung verſteigert.
Der Verſteigerungserlös abzüglich der Koſten und Gebühren
ann bei der Verwaltung von den Berechtigten in Empfang
ge=
nommen werden.
§ 25.
Zuwiderhandlungen werden, ſoweit nicht nach den beſtehenden
ſtrafgeſetzlichen Vorſchriften höhere Strafen verwirkt ſind, mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mk., im Unvermögensfall mit Haft bis zu acht Tagen
beſtraft.
§ 26.
Dieſe Verordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Gleichzeitig wird die Marktordnung für den Kälber= und
Hammel=
markt bei dem neuen Schlachthof zu Darmſtadt vom 27. Februar 1895
aufgehoben.
Darmſtadt, den 2. Januar 1913.
(728
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut
ver=
öffentlichen, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher — mündlicher oder ſchriftlicher —
Er=
klärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt.
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklärungen auch die Bereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1.08 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren — §§ 854 ff. B. G. B. —) der
an=
grenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche
Reinigungs=
anſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. September
1886 betreffend: „Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt” die Reinigung
über=
nommen hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht,
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit; ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den
Mit=
gliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten
Strafe, die Verpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende
Verpflich=
tungen ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der
meiſt=
begangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr
mor=
gens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mindeſtens alle
drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande
der=
ſelben zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſt,
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten
ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten abgeräumt
wurde, iſt auf den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge
andau=
ernden Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schneedecke oder Schnee= und
Eis=
buckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem
Streu=
material ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der
Fuß=
ſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ 6. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den
Fuß=
ſteigen verboten.
§ 7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat,
beauf=
tragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften
aus=
ſchließlich verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind,
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeiamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaftmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriften des Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Nummer 4.
30. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
his zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
m Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
(882od
8. November 1856 aufgehoben.
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Oeffentliche Aufforderung.
Nach § 2 der Polizeiverordnung des Großh. Kreisamts
Darm=
ſtadt vom 11. März 1911 über die Bekämpfung der Schnakenplage
hat jeder Grundſtückseigentümer auf Aufforderung der
Ortspolizei=
behörde in den Kellern ſeiner Hofreite mindeſtens einmal in der dazu
geeigneten Zeit, und zwar bei Froſtwetter, die überwinternden Schnaken
durch Ausbrennen oder, wo dies nicht angängig iſt, durch Ausräuchern
zu vernichten.
Wir fordern daher ſämtliche hieſigen
Grundſtückseigen=
tümer hiermit auf, alsbald und zwar ſpäteſtens bis zum 1. k.
Mts. das Ausbrennen der Keller vornehmen zu laſſen.
Das Ausbrennen der Keller geſchieht am beſten mit einer
Spiritusfackel, die man ſich leicht ſelbſt herſtellen kann. Man befeſtige
am Ende einer Stange Lappen, Werg oder einen ähnlichen Stoff,
tränkt dieſen mit Spiritus und zündet ihn an. Vor einem allzu
reichlichen Tränken des Stoffes mit Spiritus wird nachdrücklich
ge=
warnt, da der Spiritus ſich beim Brennen ausdehnt und dann leicht
brennender Spiritus abtropft, wodurch Unfälle entſtehen lönnen.
Ebenſo iſt es ſtets zu vermeiden, daß in der Nähe des Ausbrennenden
ein Gefäß oder eine Kanne mit Spiritus ſteht, weil die von dem Spiritus
ausgehenden Dämpfe an der offenen Flamme leicht entzündbar ſind.
Da bei dem Ausbrennen der Keller zur Vermeidung von
Brandfällen große Vorſicht geboten iſt, empfiehlt es ſich, das
Ausbrennen von Feuerwehrleuten vornehmen zu laſſen. Geſuche
um Ueberlaſſung von Fenerwehrleuten für genannten Zweck ſind
entweder an die zuſtändigen Polizeireviere oder direkt an die
ſtändige Feuerwache hinter der Stadtkirche (Telefon Nr. 1772)
zu richten. Die Koſten für das Ausbrennen (50 Pfennig für die
Stunde einſchl. Fackeln) ſind von den Grundſtückseigentümern
gegen Quittung an die Fenerwache zu zahlen.
Das Abbrennen der Schnaken, die erfahrungsgemäß in dunklen
Ecken und Winkeln in großen Haufen zuſammenſitzen, hat in der
Weiſe zu geſchehen, daß man an der höchſten Stelle des Kellers beginnt
und von da aus langſam an den Wänden herunterfährt. Man darſ
auf keinen Fall unten anfangen, weil die anſteigende Wärme die
weiter oben ſitzenden Schnaken verſcheucht.
In Kellern, in denen Petroleum, Benzin, Spiritus oder
ähn=
liche feuergefährliche Stoffe lagern, muß das Ausbrennen wegen der
damit verbundenen Feuersgefahr unterlaſſen werden. Solche Keller
ſind auszuräuchern. Das Ausräuchern geſchieht am einfachſten mittels
Schwefels, der auf eine Pfanne, einen Tiegel oder einen Blechtopf
zu legen und anzuzünden iſt. Die Kellerluken und=Fenſter müſſen
vorher geſchloſſen werden.
Vom 1. Februar ds. Js. an werden Polizeibeamte und
Feuerwehrleute kontrollieren, ob die Grundſtückseigentümer ihrer
Verpflichtung zum Ausbrennen der Keller ſämtlich nachgekommen
ſind. Im Falle der Unterlaſſung wird das Ausbrennen der
Keller durch Feuerwehrleute auf Koſten der ſäumigen
Grund=
ſtücksbeſitzer ausgeführt werden. Die Eigentümer haben zu
dieſem Zwecke ihre Keller den Polizeibeamten oder
Feuerwehr=
leuten zugänglich zu machen. (§ 1 und 4 der genannten
Polizei=
verordnung.)
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der erwähnten
Polizeiverordnung können nach geeigneter Verwarnung mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft werden.
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
(883oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Brennholz=Verſteigerung Nr. 3 vom 3. Januar l. Js. iſt
zenehmigt. Ausgabe der Abfuhrſcheine am 9. ds. Mts., Tag der
Ueberweiſung und erſter Abfuhrtag am 10. Januar 1913. (871
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Brennholz-Verſteigerung.
Donnerstag, 9. Januar 1913,
werden im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
nachverzeichnete Holzſortimente öffentlich, meiſtbietend an Ort und
Stelle verſteigert. Es gelangen zum Ausgebot:
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am Eingang des Waldes, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
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Eberſtadt, den 30. Dezember 1912.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Seite 13.
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912a)
Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
23
Mittlerweile lenkte Gretchen ihre Schritte heimwärts.
Sie ging langſam und müde, als wolle ſie ſich nicht gar zu
ſehr beeilen, nach Hauſe zu kommen — vielleicht harrte da
ihrer wieder ſolche Ueberraſchung —
Da ſah ſie Riedberg auf der anderen Seite der Straße
— ein Wunder, wenn man ihn mal nicht traf. Auch er
hatte ſie jetzt bemerkt und kam ſofort herüber, voller
Freude, ſie zu ſehen. Sie nahm ſeine Begleitung an und
zwang ſich, auf ſeinen leichten Plauderton einzugehen,
wenn ihr auch im Grunde furchtbar gleichgültig war, was
ſer ſagte; ſie hörte kaum hin.
Plötzlich meinte er da: Kommt uns dort nicht Brand
entgegen, der famoſe Tenor? Ja, wahrhaftig, er iſt es —
Und auch Gretchen hatte ihn ſchon erblickt; ſein Hund
lief ihm voraus — ein wahnſinniges Klopfen drohte ihr
Herz zu zerſprengen — jetzt hieß es ſich mit allem Stolz
wappnen.
Er kam näher; ſie ſah das ſo wohlbekannte
Aufleuch=
ten in ſeinen Augen; im Vorbeigehen zögerte er,
an=
ſcheinend eine Anrede von ihr erwartend, wie ſie das
manchmal auch in Riedbergs Begleitung getan — aber
diesmal war ihr Dank auf ſeinen Gruß kalt und fremd —
ſie ſah über ihn hinweg.
Nun war ſie geſchehen, die erſte Begegnung, vor der
ihr gebangt —
Wie vor den Kopf geſchlagen, ſah Ernſt Brand den
beiden nach.
Was war das?
Sah das nicht ſo aus, als ob Margareta ihn
verleug=
nete, als ob ſein Gruß ihr läſtig war? Sollte Claudia
wirklich recht haben, daß ſie ſich doch für Riedberg
ent=
ſchieden hatte?
Faſ nnchte es den Einnick 2 dem nie ſcheſt und
eindringlich ſprach der Baron auf Margareta ein, und wie
intereſſiert anſcheinend lauſchte ſie ſeinen Worten!
Ein bitteres Lächeln verzog ſeinen ausdrucksvollen
Mund — ſo war ſie auch nicht anders als die anderen —!
Aber Rede ſollte ſie ihm ſtehen, womit er das
ver=
dient — er war nicht der Mann, ſich ſo etwas bieten zu
laſſen.
Ernſt kehrte um und folgte in einiger Entfernung den
beiden, ſie immer im Auge behaltend, bis er bemerkte, daß
an einer Wegebiegung Kurt vor Riedberg ſich
verab=
ſchiedete.
Jetzt war der Zeitpunkt für ihn gekommen.
In wenigen Schritten war er bei ihr.
Fräulein von Löwen —?
Ein kühl fragender Blick traf den jungen Künſtler, der
ganz betroffen über die Veränderung in Gretchens
lieb=
lichem Geſicht war — jede Miene in eiſigem Hochmut
förmlich erſtarrt.
Fräulein von Löwen, ſagte er noch einmal ernſt und
eindringlich, denn Margareta wage ich nicht zu ſagen,
ehe ich nicht weiß, weshalb Sie ſo — ſo ſeltſam zu mir
ſind — — habe ich Sie durch irgend etwas verletzt?
Ich — ſeltſam? — Sie ſind im Irrtum, Herr Brand,
ich bin wie immer — doch Sie verzeihen, ich habe Eile —
ich möchte die elektriſche Bahn benutzen, die dort kommt
— Adieu — und fort war ſie, ohne ihm die Hand zu
geben.
Nicht eine Minute hätte ſie hier länger bei ihm ſtehen
können, ohne in Tränen auszubrechen — ſie fühlte, wie es
heiß in ihre Augen ſtieg, wie ein würgendes Gefühl in
der Kehle ihre Stimme zu erſticken drohte. Und das
durfte er nicht ſehen!
Jetzt würde er ſich ihr nicht wieder nähern, nachdem
ſie ihn ſo tödlich gekränkt — es war gut ſo — ſie beide
konnten nichts mehr miteinander gemein haben!
Iornſch eiſeret ſch er ir uad.
Wie hatte ſie das fertig bringen können, ihn als
läſtigen Zudringlichen abzufertigen — ſie, deren Augen
ihm noch vorgeſtern in inniger Liebe geſtrahlt?
Er mußte der Sache auf den Grund kommen. Wollte
ſie ihm nicht Rede ſtehen, dann würde er ſchreiben — denn
ohne Grund ließ er ſich auch von der Geliebten nicht
be=
leidigen. Launen hatte ſie nicht: wenigſtens kannte er ſie
von der Seite nicht! — — Plötzlich kam ihm eine
Er=
leuchtung — niemand anders als Claudia ſteckte dahinter!
Sie mußte ihn angeſchwärzt, verleumdet haben —
trau=
rig war es aber doch, daß Gretchen ihm ſo wenig vertraute
und Einflüſterungen von jener Seite ſo ſchnell glaubte,
ghne ihm zu ſagen, was es war!
Und heute abend noch wollte er ſchreiben!
14. Kapitel.
Traurig war Margareta nach Hauſe gekommen. Die
Begegnung mit dem Geliebten hatte ſie doch mächtig
er=
griffen. Die Kränkung, die ſie ihm zugefügt, empfand ſie
ſelbſt ſchmerzlich für ſich. Wie ſeine Augen drohend
auf=
flammten, als er ſie anhielt — — vielleicht war ſie doch zu
ſchroff geweſen? Aber es war das beſte ſo — ſie konnte
und wollte ihn nicht mehr ſehen. Es gab nichts, was ſie
ſich zu ſagen hatten, nichts! Sie urteilte gewiß nicht nach
dem Schein und verdammte niemand ungehört — hier
aber ſprachen die Beweiſe deutlich genug!
Und wenn er ſeine Liebe ſo ſchnell vergeſſen konnte —
die Frau des anderen wenigſtens mußte ihm heilig ſein.
Als ſie in ihr Zimmer kam, ſtand ein Korb voll der
wunderbarſten Roſen auf dem Tiſch.
Eine Falte erſchien zwiſchen ihren feinen dunklen
Brauen — immer und immer wieder brachte ſich Lionel
Catlin in Erinnerung, trotzdem ſie auf den Karten, die ſie
ihm als Dank für ſeine Blumenſendungen geſchrieben,
hatte durchblicken laſſen, daß ihr ſeine Aufmerkſamkeiten
nicht ſonderlich angenehm waren.
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8. Pacenowski, Holzſtr. 24. (*322so
und mön den ad ios behmet ein Duif
Gar=
falls von ihm, wie ſie mit einem flüchtigen Blick feſtſtellte.
Gleichgültig öffnete ſie ihn; aber beim Leſen desſelben
ſtutzte ſie — das war ja ein in den glühendſten Worten
ge=
ſchriebener Liebesbrief, in dem Lionel Catlin ſie bat, ſein
Weib zu werden.
Er hätte ſie nie vergeſſen können ſeit jenem Abend, an
dem er ſie kennen gelernt — täglich, ſtündlich müßte eer
ihrer gedenken — ihr ſüßes Bild ſtände im Wachen und
Träumen vor ihm. Wenn ſie ſeine Werbung erhöre,
würde ſie ihn zum glücklichſten Menſchen machen — die
Hände wollte er ihr unter die Füße breiten.
Lange ſtand Margareta da, den Brief in der
herab=
geſunkenen Rechten.
Hier bot ſich ihr das beſte Mitttl, Ernſt Brand zu
zeigen, wie wenig er ſie noch anging — daß ſie ebenſo wie
er jeien kleinen Flict nur als Epiſode betrachte — ſie
wurde Mrs. Catlin und führte das beneidenswerte Leben
einer Dollarprinzeß.
Aber warum ging ein Schauder durch ihre zarte
Ge=
ſtalt, wenn ſie daran dachte, eines andern Weib zu
wer=
den? Nein, ſo konnte ſie ſich ihrer Selbſtachtung doch
nicht begeben — das konnte ſie nicht, einem andern Treue
geloben, wern ſie ihn nicht liebte!
Es war Zeit zum Abendbroteſſen. Margareta ging
in das Eßzimmer, fand aber dort zu ihrer Verwunderung
noch niemand vor.
Die Herrſchaften ſind im Arbeitszimmar des Herrn
Major, berichtete das Mädchen, und Gretchen wandte ihre
Schritte dortbin.
Sie ſah den Vater am Schreibtiſch ſitzen, den Kopf inſ
beide Hände geſtützt und trübe vor ſich hinſtarrend,
wäh=
rend Claudia neben ihm ſtand, einen harten Ausdruck im
Geſicht.
Verwundert blickte Gretchen von einem zum andern;
es ſah aus, als ob beide eine Meinungsverſchiedenheit
ge=
habt hatten. Dann trat ſie zu dem Vater und legte wie
ſchützend die Arme um ſeine Schulter.
Hatte ihm die Frau da weh getan?
Papa, willſt Du nicht zu Tiſche kommen?
Er ſchüttelte abwehrend den Kopf.
Laß, Kind, mir iſt jetzt nicht zum Eſſen zu Mute.
Was iſt Dir, Papa, iſt Dir nicht wohl?
Ein forſchender Blick ging nach Claudia hin. Hatte
ſie ihn gekränkt oder hatte er gar erfahren, daß ſie ihn
hinterging? Drohend blitzte es in Gretchens Augen auf.
Es ſchien, als ob Claudia dieſe ſtumme Sprache
ver=
ſtand; denn mit einer gewiſſen Haſt entgegnete ſie: „Papa
hat eine ſehr unangenehme geſchäftliche Nachricht
bekom=
men — doch davon nachher! — Vor allem, Margareta,
haſt Du uns nichts zu ſagen,
Ich — wieſo? fragte dieſe erſtaunt.
Nun, haſt Du nicht auch einen Brief von Mr. Catlin
bekommen? Haſt Du ihn nicht ſchon geleſen? — Hier,
bitte, das ſchreibt er Deinem Vater —
Claudia reichte der Stieftochter den Brief, aus
wel=
chem dieſe erſah, daß Lionel Catlin bei dem Major in
aller Form um ihre Hand anhielt, zugleich alle ſeine
Veir=
hältniſſe darlegend, die wahrhaft fürſtlich zu nennen
waxen.
Doch das rührte das junge Mädchen nicht;
gleich=
gültig legte es den Brief auf den Schreibtiſch.
Ach ſo, das meinſt Du, Claudia — mir ſchreibt er in
etwas anderer Form dasſelbe —
Nun — und Deine Antwort —?
Intereſſiert Dich die ſo? Es gibt nur eine für
mich —
In dieſem Augenblick hob der Major den Kopf und
blickte ſie fragend an.
Und welche, mein Kind? angſtvoll hingen ſeine Augen
an ihren Lippen, als ob von deren Ausſpruch Wohl und
Wehe für ihn abhinge.
Die, daß ich gar nicht daran denke, Mrs. Catlin zu
werden, weil ich ihn nicht liebe — — gelt, Vater, und Die
iſts doch ſo auch recht?
Statt aller Antwort ſeufzte ihr Vater tief auf, und
Claudia ſagte ſcharf:
Du ſprichſt ſehr unüberlegt, Margareta! Eine ſolche
Chance, wie ſich Dir da bietet, kommt ſo leicht nicht
wie=
der! Der Mann iſt ja märchenhaft reich — Tauſende
wer=
den Dich um das glänzende Los beneiden — — ihre
Augen funkelten nur ſo, als ſie an all die Herrlichkeiten
dachte, die der Stieftochter angeboten wurden — und da
beſinnſt Du Dich noch? Lächerlich —
Stolz richtete ſich das junge Mädchen auf und maß
die Stiefmutter mit einem beredten Blicke.
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(25
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(874
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 4.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
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Seite 18.
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Nummer 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Von der Bedeutung und Wirkung der Dun=
Präparate kann ſich jedermann durch
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gemäßen Heilberichten überzeugen. Weitere
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ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung.
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Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des
Arz=
tes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten.
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel
herausgenommen. Nach ¼ Jahr heilte der Fuß zu. Beim
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein
abgenommen werden müßte, wenn die Wunde wieder
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wunde
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Georg Friedrich Gunkel.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die
Dunpilln ſind eine Wohltat für die Nerden und gegen
Schlaſtoſigkeit. Die Dunzäpſchen gegen Homorrholden und
harten Stuhl, die Dunfalbe gegen Rheumatismus und
Reißen. Ich nahm dieſe Präparate nur ½ Jahr lang
und habe jetzt wieder Luſt am Leben. Die Pillen nehme
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer
ſchmerzhaften Knochenhautentzündung in wenigen Tagen
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits
wochen=
lang gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank.
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war
ſo ſchwer an Bauchſellntzündung erkrankt, daß der Arzt
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun=
Pflaſter auf den Leib und öfteres Einnehmen von Dun=
Pillen war ſie nach wenigen Stunden aus aller Gefahr
und bereits nach 8 Tagen wieder auf. Nach 3 Wochen
fühlte ſie ſich wieder völlig geſund.
Forſthaus Eiſernhand bei Ober=Ramſtadt. W. Hoffmann.
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert,
als er kaum ¼ Jahr alt war, durch Behandlung mit
Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde.
Auch bei Katarrhen, Fieber und Brandwunden hat mir
Ihr Dun=Präparat vorz. Dienſte geleiſtet.
Darmſtadt, 15. 8. 1909.
Frau A. Melchior.
Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo
ſchwer, daß er im Fieber irre redete und wir das
Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Körper ſo rot
wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders
hef=
tig an den Augen. Da ich Dun=Präparate ſchon öſter
mit beſtem Erfolge angewandt hatte, rieb ich ihn am
gan=
zen Körper mehrmal mit Dun=Salbe ein und gab ihm
Dun=Pillen. Der Erfolg war der, daß das Fieber raſch
ab=
nahm und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder geſund war.
Frau A. Melchior.
Darmſtadt.
Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit
würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen,
von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich
nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielſach
Gelegen=
heit gehabt, zu ſehen und zu hören, daß die Dun=
Präpa=
rate mit nie verſagendem Erfolg bei ofſenen Wunden,
Ka=
tarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus,
Js=
chias, Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und
Bauchfellentzündung u. a. angewandt wurden. Mir ſelbſt
haben die Dunſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und
Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und ich
bin überzeugt, daß nur ſie allein mir das Leben gerettet
haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem ſchweren
Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
Darmſtadt, 3. Juni 1910.
K. S.
für Kranke und Geſunde ſind Dun= Salbe
(1.30), =Pillen (1.30) und Zäpfchen (2.00).
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Abhand=
lung koſtenfrei durch die Fabrik Hans=
Die im April von Ihnen bezogenen Dunpräparate
waren von außerordentlicher Wirkung und habe ich meinem
6jährigen Jungen ein Drüſengeſchwür (das im Entſtehen
war) geheilt, ſodaß die Eiterung gar nicht zum Ausbruch
kam. Wegen desſelben Leidens mußte ich den Knaben vor
2 Jahren 18 Tage lang in ein Krankenhaus in Operation
und Behandlung geben.
„Dun” iſt bei uns zu einem unentbehrlichen Heilmittel
geworden und habe ich es ſchon oft empfohlen und auch
an Bekannte geliehen und wurden dort gleichfalls gute
Reſultate erzielt.
Lengfeld i. O., 1. 12. 1910.
Wilh. Heuß II.
Meine Leidenszeit fing 8 Wochen vor Weihnachten mit
Ischias und hochgradiger Nerpoſtät an. und behandelte
mich zuerſt Dr. Sch. ohne Erfolg. Dann kam ich ins
Krankenhaus nach Worms, aus dem ich ebenfalls ungeheilt
entlaſſen wurde. Hierauf wurde durch das
Invalidenver=
ſicherungsamt ein Heilverfahren in einer Heilſtätte zu
Darmſtadt eingeleitet und dort alles mögliche angewandt.
Bei größter Ruhe linderte ſich mein Schmerz, aber bei der
kleinſten Anſtrengung kam er immer wieder. Erſt nach
An=
wendung Ihrer Dun=Präparate wurde ich mit jedem Tag
beſſer, und heute, nach dreiwöchigem Gebrauch, finde ich
mich körperlich wie geiſtig wohl, und habe ich wieder einen
ſehr guten Schlaf. Auch gegen mein Hämorrhoidalleiden
haben mir Ihre Dun=Präparate vortrefflich geholfen und
ſage ich Ihnen hiermit, daß mir nichts anderes geholfen hat.
Monsheim (Rheinheſſen).
Gg. Scheuermann.
Herr Guillermo Alter, Naturarzt in Buenos Aires,
ſchrieb am 18. Mai 1909: In die Salbe ſind die Kranken
einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten,
Geſchwül=
ſten und Fiſteln. Durch die Pillen einen auffallenden
Er=
folg bei Nierenſteinen.
Nur in Apotheken zu haben oder durch
Ver=
mittlung der Fabrik.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
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prachtvollen Posten in einem ganz ausserordentlich schönen Sortiment vertreten. Die Preiswürdigkeit dieser Kostüme ist beispiellos und wird das
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Ein grosser Posten Jackett-Kostüme aus leichten, engl. gemusterten und
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marineblauen Stoffen .
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Frühjahrsstoffen, Jacketts durchweg mit reiner Seide gefüttert, besonders
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sorgtältige Verarbeitung
Ein grosser Posten Jackett-Kostüme aus prima blauen u. schwarzen, leichten
Frühjahrsstoffen in bester Verarbeitung, Jacketts auf reiner Seide getüttert
Regulärer Verkaufswert 81.—, jetzt
Ein grosser Posten hocheleganter Kostüme, meistens aus blauen u. grauen
leichten Frühjahrsstoffen in bester Qualität, glatte u. hochelegante garnierte
Fassons . . Regulärer Verkaufswert 89.— bis 125.—, jetzt durchschnittlich 6
Ein grosser Posten Kammgarn-Kostüme, marineblau u. schwarz Kammgarn-
Cheviot .
.. . jetzt 1
Ein grosser Posten Kostüme in marineblau, schwarz Kammgarn-Cheviot,
Jacketts auf halbseidenem Serge gefüttert, teils reich garniert
Regulärer Verkaufswert von 33.— bis 45.—, jetzt 16.50 bis
Ein grosser Posten marineblauer und schwarzer Kostüme
Regulärer Verkaufswert von 45.— bis 51.—, jetzt 25.− und
Ein grosser Posten blauer und schwarzer Kostümo
Regulärer Verkaufswert von 54.— bis 69.—, jetzt 33.— und
Ein grosser Posten marineblauer und schwarzer Kostüme
Regulärer Verkaufswert 75.— bis 175, jetzt 45.—, 59.—, 65.− bis 1
Ein grosser Posten Jackett-Kostüme aus schweren, farbigen Winterstoffen,
einfarbig und gestreift, regul. Verkäufsw. von 26.50 b. 135.—, jetzt 15.— bis
Ein grosser Posten Backfisch-Kostüme in blauen u. engl. gemusterten Stoffen,
Jacketts zum grössten Teil auf reiner Seide
Regulärer Verkaufswert 65.— bis 95.—, jetzt durchschnittlich zum Aussuchen 2
Ein grosser Posten Backfisch-Kostüme aus leichten, hellen u. marineblauen
Frühjahrsstoffen, schicke ingendliche Fassons
Regulärer Verkaufswert 45.— bis 89.—, jetzt 33.—, 39.− und
29.−
45.−
Blusen in Wolle, Seide und Spitzen
Ein grosser Posten weisser Tüllblusen mit Tüll gefüttert . . . jetzt 2.75
Ein grosser Posten Tüllblusen, weiss und gelb mit gestickten Spachtel- und
imitierten Klöppeleinsätzen in glattem Tüll
3.60
in gemustertem Tüll .
3.75
Ein grosser Posten weisser Tüllblusen mit reichen Spachtelgarnierungen
Regulärer Verkaufswert 7.50 jetzt 4.—
Ein grosser Posten einfarbiger und gemusterter Chiffonblusen, sehr
ge-
schmackvoll, schöne, moderne Fassons in allen modernen Farben
Regulärer Verkaufswert 33.—, jetzt 11.50
Ein grosser Posten Macramé-Blusen, mit farbiger Seide unterlegt und
far-
bigen Tuchaufschlägen garniert, regulärer Verkaufswert 26.— bis 33.—, jetzt 11.50
Der Gesamtvorrat in wollenen Blusen
Ein grosser Posten Wollblusen, Serie I früher von 3.— bis 11.—, jetzt 2.— bis 6.−
Serie II Regulärer Verkaufswert bis 20.—, jetzt 8.50 und 9.50
Serie III Regulärer Verkaufswert bis 33.—, jetzt 11.50 bis 13.50
Ein grosser Posten hochelegante Macramé-Spitzen-Blusen, mit schwerer
Payetteseide gefüttert . . . .
. früher 39.—, jetzt 23.50
Durch eine ganz aussergewöhnlich vorteilhafte Gelegenheit war ich in der Lage,
einen Posten von ca. 700 der elegantesten Seiden- und Spitzenblusen, darunter
Original-Modelle in schwarz, weiss und allen anderen schönen Farben, in Seide
und in weiss, schwarz und écrufarbenen Spitzen einzukaufen.
Die regulären Verkaufspreise dieser Blusen bewegen sich zwischen
Mk. 20.− bis Mk. 80.−
Der ganze Posten ist in Serien zu Durchschnittspreisen eingeteilt.
Serie III 15.—
Serie II 18.50
Serie I 9.50
Serie IV 20.− Serie V 25.−
Garnierte Ball-, Gesellschafts- u. Strassenkleider
Ein grosser Posten dunkelfarbiger Wollkleider aus Wolle, Tuch, Popeline
und Wollbatist, schicke Jäckchenfassons mit plissierten Röcken
Regulärer Verkaufswert bis 55.—, jetzt 26.50
Ein grosser Posten hocheleganter garnierter wollener Kleider aus guten
Wollstoffen. mit hocheleganter Macraméspitzengarnitur
Regulärer Verkaufswert 95.— bis 115.—, jetzt durchschnittlich zum Aussuchen 59.—
Ein grosser Posten hocheleganter Ball- und Gesellschafts-Kleider in schönen
Lichtfarben aus reinseid. Crépe de Chine u. Chiffon od. aus eleg. Spitzen-Material
Regulärer Verkaufswert von 68.— bis 115.—, jetzt durchschnittl. z. Aussuchen 51.—
Ein grosser Posten hocheleganter Ballkleider aus weiss gemusterten
Tüll-
stoffen, vollständig mit farbiger Seide unterfüttert
Regulärer Verkaufswert 45.— bis 65.—, jetzt durchschnittlich zum Aussuchen 23.50
Ein grosser Posten hocheleganter Sammet-, seidener und Spitzen-Kleider
Regulärer Verkaufswert 100.— bis 175.− . . jetzt 45.—, 51.—, 59.− und 75.−
Ein grosser Posten hocheleganter Ballkleider aus Chiffon, Crépe de Chine,
Voile, Ninon, Tüll und Spitzenstoff, sämtlich auf Seide oder Tüll gefüttert,
in wundervollen Abendfarben
Regulärer Verkaufswert 50.— bis 100.−
jetzt in 2 Serien 29.− und 39.−
Velour du Nord-, Plüsch-, Flausch-, Tuch-
und Cheviot-Mäntel
Ein grosser Posten langer Mäntel aus grau gemust. Stoffen engl. Charakters,
im Stoff dieser Mäntel sind kleine Webefehler enthalten . jetzt per Stück 6.50
Von diesem Mantel wird an jede Kundschaft nur 1 Stück abgegeben.
Ein grosser Posten roter und hellblauer Abendmäntel
Regulärer Verkaufswert 23.50 bis 33.— jetzt durchschnittlich zum Aussuchen 7.50
Ein grosser Posten Velour du Nord-Jacketts, 70—80 cm lang
Regulärer Verkaufswert bis 33.—, jetzt 13.50
Ein grosser Posten kurzer Velour du Nord-Jacketts in vorzügl. Qualität,
Jackett auf Halbseide gefüttert, regul. Verkaufsw. bis 75.—, jetzt 25.-, 29.−, 33.−
Grosse Posten schwarzer Tuchmäntel, in allen Grössen bis zu den weitesten
Nummern vorrätig, weit im Preise zurückgesetzt.
Ein grosser Posten blauer Cheviotmäntel
vom einfachsten bis zum elegantesten Genre
weit im Preise
Ein grosser Posten Fauschmäntel . .
(zurückgesetzt.
Ein grosser Posten eleganter Strassenmäntel
in imitierten und echt englischen Stoffen
Grosse Posten Abendmäntel in Tuch-, Flausch- u. Sammet-Stoffen
Ein grosser Posten hocheleganter langer Mäntel, englisch. Charakters, aus leichten,
hell und dunkel gemusterten einfarb. Frühjahrsstoffen, teils auf reiner Seide getüttert,
Regulärer Verkaufswert 29.— bis 85.—, jetzt 23.50 bis 45.−−
Grosse Posten hocheleganter Pelzmäntel aus Persianer,
Seal-Bisam, Electrie-Seal und Kid-Astrachan
zu ausserordentlichen Gelegenheitspreisen.
Ein grosser Posten hocheleganter Seal-Plüsch-Mäntel aus englisch. Lüster-
Plüsch und aus Velour du Nord mit grossem echten Opossum-Schal, sämtlich
auf reiner Seide gefüttert, regul. Verkaufsw. 150.— bis 275.—, jetzt 81.— bis 150.−
Ein grosser Posten hocheleganter Velour du Nord-Plüsch-Mäntel aus prima
Velour du Nord, auf Halb- oder reiner Seide gefüttert, mit den elegantesten
Garnierungen ausgestattet, regul. Verkaufsw. 100.− bis 175.—, jetzt 45.− bis 75.−
Kostüm-Röcke
Ein grosser Postenschwarzer und blauer Alpakka-Röcke von voriger Sommer-
Saison Reg. Verkaufsw. von 8.— bis 21.50 jetzt durchschnittl. zum Aussuch. 5.—
Ein Posten schwarzer seidener und Samt-Röcke
Regulärer Verkaufswert von 26.50 bis 59.— jetzt 15.— bis 35.−
Ein Posten schwarzer Voile- u. Etamine-Röcke
Regulärer Verkaufswert bis 30.— jetzt 7.50
Ein Posten diverser blauer und schwarzer Kostüm-Röcke
Regulärer Verkaufswert von 7.50 bis 39.— jetzt 4.— bis 25.−
Ein Posten divers. Kostüm-Röcke in engl. gemusterten Stoffen.
Regulärer Verkaufswert von 8.75 bis 33.— jetzt 5.— bis 20.−
Morgenröcke und Matinées
Ein grosser Posten Matinées aus Eiderdaunenstoff mit kleinen Fehlern
jetzt durchschnittlich 1.—
Ein grosser Posten Matinées aus Eiderdaunenstoff mit gesteppter türkischer
Satinblende
jetzt 1.50
Ein grosser Posten Morgenröcke aus Eiderdaunenstoff mit gesteppter türk.
Satinblende
jetzt 3.75
Lin grosser Posten hocheleganter Morgenröcke aus guten, reinwoll. Stoffen,
regulär 30.— bis 45.— u darüber, jetzt durchschnittl. zum Aussuchen 23.50 u. 25.−
Ein grosser Posten elegante Matinées aus reinwollenen Stoffen, in schönen
Farben .
. Regulärer Verkaufswert 30.—, jetzt durchschnittlich 11.50
Sommerwaren
Ein grosser Posten Waschkostümröcke
. jetzt 2.— und 3.—
. „
Ein grosser Posten eleg. Waschkostümröcke, früh. bis 25.—, jetzt 5.—, 6.—, 7.50
Ein grosser Posten Jackettkostüme aus Leinen und leinenartigen Stoffen
früher bis 50.—, jetzt 5.— bis 15.−
Ein grosser Posten Waschmorgenröcke aus gemusterten feinen Waschstoffen
und weiss gestickten Tüllstoffen, regulär. Verkaufswert bis 39.—, jetzt 7.50 u. 10.−
Ein grosser Posten Batist- und Stickerei-Blusen, früher von 5.— bis 30.−
jetzt 2.—, 3.—, 5.—, 7.50 und 10.−
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an der Kasse. — Beitrittserklärungen für das am 1. Januar 1913
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erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag
für das Jahr 1913 beträgt 12 Mk., für einen Sperrsitzplatz 20 Mk.
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Der diesjährige
Midskerben
Andet Samstag, den 8. Februar, abends 81
im Kaisersaal statt. (869
Der Vergnügungsausschuß.
Tageskaſſeim Hoftheater am Tage
Großherzogl. Hoftheater
Aus dem Spielplan.
Montag, 6. Jan. Viertes
Kon=
zert der Hofmuſik. Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 7. Jan. 93. Ab.=Vſt.
C 24. „Tiefland.‟ Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 8. Jan. Außer Ab.
Poſſen=Zykkus (zu ermäh.
Preiſen). 1. Abend: Der
Re=
giſtrator auf Reiſen”.
An=
fang 7½ Uhr.
Donnerstag, 9. Jan. Auß. Ab.
V. Sonder=Vorſtellung.
„Der Raub der
Sabine=
rinnen.” Anfang 8 Uhr. (Zu
dieſer Vorſtellung findet ein
Karten=
verkauf nicht ſtatt.)
Freitag, 10. Jan. 94. Ab.=Vſt.
D 23. „Die fünf
Frank=
furter.‟ Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 11. Jan. Außer Ab.
Poſſen=Zyklus (zu ermäß.
Preiſen.) II. Abend: „Robert
und Bertram”. Anf. 7½ Uhr.
Sonntag, 12. Jan. Nachmittags
2½ Uhr: 15. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſen. „Die
Groß=
ſtadtluft‟ Der Vorverkauf
zu dieſer Vorſtellung findet bis
einſchl. Samstag, 11. Jan., nur
im Verkehrsbüro, Ernſt=
Ludwigs=
platz, ſtatt. Der Verkauf der noch
vorhandenev Karten erfolgt an der
der Vorſtellung, vormittags von
11 Uhr ab. — Abends 6½ Uhr:
95. Ab.=Vorſt. B 24. Neu
inſze=
niert: „Lohengrin.‟ Gew. Pr.
Die Erhebung der 3. Rate des
Abonnementsgeldes für die
Spiel=
zeit 1912—13 findet Dienstag, den
7. bis Donnerstag, den 9. Jan.
1913, nachmittags 3—5 Uhr, ſtatt.
Zahlſtelle: Veſtibül im Hoftheater.
ut erhalten. Waſchkomode, u.
Küchenſchrk. w. Platzmangel b.
abzugeben Taunusſtr. 47, I. (*360
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G Weine 5
Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Januar 1913.
Nummer 4.
Der erste Rang
ist besetzt
D
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Lee
Eine 5 Pfg. Gigarette
von hochedelsfer Qualität.
Luftfahrt.
* Mülhauſen i. E., 3. Jan. Wiederum ein
Welt=
rekord wurde von dem Flieger Faller auf dem
Aviatik=Doppeldecker (Militärtyp) auf dem Habsheimer
Flugplatz heute nachmittag erzielt. Faller flog mit 5
Paſſa=
gieren eine Stunde 6 Minuten und 5 Sekunden. Der
alte Rekord wurde von Leutnant Goriſſen mit 23 Minuten
gehalten. Das Geſamtgewicht der 6 Perſonen betrug
419 Kilogramm ohne Betriebsſtoff. Der neue Rekord iſt
umſo bemerkenswerter, als er auf einem Apparat mit
einer Spannweite von nur 16,80 Meter ausgeführt wurde.
*Die erſte Fliegerkaſerne in der deutſchen
Armee kommt nach Döberitz, Zu ihr gehören zwei
Fami=
lienhäuſer, eine Wirtſchaftsbaracke, eine Offizierſpeiſeanſtalt,
ein Offizierhaus, eine Waffenmeiſterei, ein Kraftfahrſchuppen,
ein Waſſerwerk, ein Pferdeſtall ſowie die erforderlichen
Nebenanlagen In dem Offizierhaus ſoll für 32 Offiziere
lagermäßige Unterkunft geſchaffen werden. In der
Offi=
zierſpeiſeanſtalt werden neben dem Speiſeſaal und zwei
Nebenräumen auch eine Bibliothek und zwei Lehrſäle
enthalten ſein. Urſprünglich war für die geſamte
Fliegertruppe nur eine lagermäßige Unterkunft
vorge=
ſehen, es hat ſich aber herausgeſtellt, daß für das
etats=
mäßige Perſonal der Fliegertruppe garniſonmäßige
Unterkunft geſchaffen werden mußte, weshalb man ſich
zum Kaſernenbau entſchloſſen hat.
* Fecamp, 3. Jan. Der Flieger Levaſſeur
und der Mechaniker Mallet ſind mit einem Waſſerflugzeug
ins Meer geſtürzt. Mallet ertrank, Levaſſeur
wurde gerettet.
sr. Die Lage der franzöſiſchen Flugzeug=
Induſtrie ſcheint nicht ſo roſig zu ſein, wie man
all=
gemein anzunehmen geneigt iſt. Jedenfalls verlautet, daß
mehrere bekannte franzöſiſche Flugzeug=Fabriken ihre
Tä=
tigkeit einſtellen wollen. In erſter Linie will der bekannte
Inſtrukteur Roger Sommer ſeine Werkſtätten auflöſen
und ſtellt jetzt die Einrichtungen ſeiner Werkſtätten, ſowie
Motoren und Apparate zum Verkauf. Ferner ſoll der
erfolgreiche franzöſiſche Konſtrukteur Robert Esnault
Pel=
terie ſein Geſchäft auflöſen wollen. Auch die Firma Copin
Renillard hat die Fabrikation von Flugzeugen eingeſtellt.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferderennen. Rittmeiſter Kurt von Ra
benau. Der bekannte Herrenreiter Rittm. von Rabenau
iſt auf eine tragiſche Weiſe tödlich verunglückt.
Der 12. Huſar ritt in der Reitbahn ſeines Regiments in
Torgau ſeinen Vollblüter Autlerhorſt und kam mit dieſem
bei einem Sprung ſo unglücklich zu Fall, daß er durch
einen Hufſchlag des Pferdes einen ſchweren Schädelbruch
erlitt, der den ſofortigen Tod zur Folge hatte. Rittm.
von Rabenau gehörte bis 1907 dem 10. Huſaren=Regiment
an und hat ſeit etwa 15 Jahren ſchöne Erfolge auf
un=
ſeren Rennbahnen errungen. Seine bedeutendſten Siege
waren die auf Generalmajor v. Tresckows Cartell, mit
dem er 1905 den Kaiſerpreis in Karlshorſt gewann und
auf dem ihm ſelbſt gehörenden Kavalier, mit dem er
das=
ſelbe wertvolle Rennen 1906 ſiegreich beſtritt. Seine
be=
kannteſten Pferde waren Einbrecher, Urahne,
Schäfer=
ſtunde, Haſenfuß, Vigilant und Autlerhorſt. Sein beſtes
Jahr war 1907, wo er bei 25 Ritten 11 Siege erringen
konnte. Rittmeiſter von Rabenau war ſchon
verſchiedent=
lich ſchwer geſtürzt, darunter auch ſchon einmal in der
Reitbahn.
— Der Winterſport in der Schweiz vermochte durch
die vorübergehende milde Witterung, dank der Höhenlage
der Winterſportplätze, nicht beeinträchtigt zu werden.
Inzwiſchen iſt das Barometer wieder erheblich
zurückge=
gangen und ſämtliche Sportarten ſind in vollem
Schwunge, insbeſondere die Skeletonfahrten, die in der
erſten Hälfte Januar in Davos und St. Moritz
be=
liebt ſind, während in der zweiten Hälfte die Bobfahrten
an die Reihe kommen. Der Skiſport iſt zwar beſonders
im Februar in Gunſt, indeſſen verteilt er ſich doch auf den
ganzen Winter, beiſpielsweiſe ſind in Andermatt
große Touren auf den Calmot und den St. Gotthard=
Lucendro unternommen worden. Aroſa hat die
Bob=
bahn nach Rüti ausgebaut und die Rodelbahn Egga=-
Pleſſur fertiggeſtellt. Auf dem Oberſee ſind für Bandy
und Curling beſondere Spielplätze errichtet.
Grindel=
wald iſt durch die Einführung der Sportzüge bis
Brandegg an der Wengernalp ganz beſonders in
Auf=
ſchwung gekommen. Die neue große Eisbahn iſt
be=
triebsfähig und die neue Rodelbahn bereits eröffnet. Die
Einweihung der großen Bobbahn ſteht bevor. Auf der
anderen Seite iſt die Strecke Lauterbrunnen-Wengernalp
in Betrieb. Kanderſteg verzeichnet weit mehr Gäſte
als früher. Eis=, Rodel=, und Bobſleighbahn befinden ſich
in tadelloſem Zuſtande. Sehr viel Schnee meldet
Saanenmöſer an der Linie Zweiſimmen--Montreux,
das Eldorado für Skifahrer. Mit Glanz und Pracht
ver=
liefen die Feſttage in den Hotels in Pontreſina und
St. Moritz, welche an Bedeutung diejenigen des
Vor=
jahres noch übertrafen. In Adelboden wird die
Pferdeſchlittenbahn, zugleich Skikjöringbahn, ſtark
be=
nützt und gelobt. Am 25. und 26. Januar findet ein
internationales Eiskunſt= und Schnellaufen ſtatt.
Engelberg eröffnete letzten Sonntag die Bobbahn auf
die Gerſchnialp. Allgemein herrſcht wunderbares,
wolken=
loſes Wetter.
Literariſches.
— Als erſte der Arbeiten der im Jahre 1907 ins
Leben getretenen hiſtoriſchen Kommiſſion für
das Großherzogtum Heſſen iſt ſoeben im Großh.
Staatsverlag das erſte Heft der „Heſſiſchen Biographien”
erſchienen. Dieſes Werk, das in Jahresheften zu je acht
Bogen erſcheint, ſoll Lebensbilder aller im 19.
Jahrhun=
dert verſtorbener Perſonen enthalten, die dem
Großher=
zogtum ſeit ſeinem Beſtehen (1806) längere oder kürzere
Zeit angehört und in Kunſt, Wiſſenſchaft, Induſtrie und
Staatsdienſt, im öffentlichen Leben oder ſonſtwie ſich
hervorgetan haben. Auch geborene Heſſen, die ſich
außer=
halb des Großherzogtums einen Namen gemacht haben,
ſollen eine wenn auch kürzer gefaßte Würdigung erhalten.
Schon die in dem erſten Hefte enthaltenen 47 Nrtiter laſſen
die Mannigfaltigkeit des Inhaltes des ganzen (Werkes
erkennen; ſo erſcheinen z. B. darin der Oberpräſident
Graf Friedrich von Solms=Laubach (1769—1822), der
Gie=
ßener Bürgermeiſter Heinrich Ludwig Ferber (1813—82),
der Dialektdichter und Lehrer Karl Schaffnit (1849—99),
der Komiker Hermann Butterweck (1816—98), der
Bota=
niker Hermann Hoffmann (1819—91), die Fürſten Ernſt
Caſimir I. (1781—1852) und II. (1806—61) von Yſenburg
und Büdingen, der Orientaliſt Joſeph Dernburg (1811
bis 1893), der Arzt und Philoſoph Ludwig Büchner (1824
bis 1899), der Erſtürmer von Chambord Ludwig Kattrein
(1837—86), der Pfarrer und Sagenſammler Theodor
Bindewald (1829—80), der Fabrikant Guſtav Boehm
(1827—1900), der Kupferſtecher und Dichter Ernſt
Fried=
rich Grünewald (1801—48), der Kriminaliſt Adolf Merkel
(1836—96), der Theologe Ludwig Friedrich Clemm (1821
bis 1890), der Violoncelliſt und Komponiſt Georg Banger
(1829—92) die Schriftſtellerin Luiſe Büchner (1821—77),
der katholiſche Theologe Leopold Schmid (1808—69), der
Biſchof Ketteler (1811—77), der Schulmann Johann Georg
Fiſcher (1782—1859), Graf Franz zu Erbach=Erbach (1754
bis 1823), der Philologe Hermann Wiener (1813—97), der
proteſtantiſche Theologe Heinrich Chriſtian Michael Rettig
(1799—1836), der Hiſtoriker und Naturforſcher Otto
Buch=
ner (1828—97) u. a. m. Was den knappen, aber
zuver=
läſſigen Biographien einen beſonderen Wert verleiht, iſt
die jedem Artikel angefügte genaue Angabe der Quellen
und, falls der Behandelte ſchriftſtelleriſch tätig war, das
möglichſt vollſtändige Verzeichnis ſeiner Schriften. Fünf
Jahreshefte werden zu einem Band zuſammengefaßt; ein
Jahresheft koſtet 3 Mark und bei Vorausbeſtellung eines
vollen Bandes oder des ganzen Werkes 2,40 Mark, die
Vorausbeſtellung auf das erſte Heft wird am 1. Januar
1913 geſchloſſen.
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Erbſen u. Bohnen Verleſen Pelze Toque und Stola angef.
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Ludwigspl. 8, Vdh., III.
Müllerſtraße 39.
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P. P.
Blele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles, aber
alles umſonſt, bis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeltdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
barf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt und iſt in Doſen à
Mk. 1.15 und Mk. 2. 25 in den Apotheken
borrätig; aber nur echt in
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backung weißsgrünerot und Firma S
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
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Schneiderin Damen=und
Kindergarder., nimmt noch
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ſchaft an, in und außer dem Hauſe.
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Rhönring 123, III.
thmaapparat, n. neu, n. Mediz.
bill. abzg. Taunusſtr. 47, p. (*378
Junge Mädchen und
Frauen,
die infolge ungenügender
Ernäh=
rung, mangelhafter Blut= u.
Säfte=
zirkulation, Bleichſucht u.
Blut=
armut wenig leiſtungsfähig, leicht
reizbar, ſchwach und hinfällig ſind,
müſſen Altbuchhorſter
Mark=
ſprudel Starkquelle trinken. Eine
Kur von einigen Wochen genügt
zumeiſt, um die Wangen zu röten,
Kraft u. Wohlbehagen, Frohſinn u.
Lebensmut wieder einkehren zu
laſſen. Von zahlr. Profeſſoren u.
Aerzten glänzend begutachtet. Fl.
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Friedr. Schaefer u. in der Hof=Drog.
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