Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Auf dem Völkerſchlachtgelände bei Leipzig
fand am Samstag die feierliche
Grundſtein=
legung zu einer ruſſiſchen
Gedächtnis=
tiche ſtatt.
Das ungariſche Abgeordnetenhaus wird am
Dienstag zuſammentreten, um über die neue
Wahl=
reformvorlage zu beraten.
Die Friedenskonferenz in London iſt am
Samstag vormittag 11 Uhr zuſammengetreten und
ver=
tagte ſich auf Montag nachmittag, nachdem die
tür=
liſchen Gegenvorſchläge für
unannehm=
bar befunden worden. Die Türken erklärten, ſie
müß=
ten neuerlich ihrer Regierung berichten.
Die ruſſiſche Duma iſt durch kaiſerlichen Erlaß bis
zum 2. Februar 1913 vertagt worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Die türkiſchen
Gegen=
vorſchläge.
— Während des Weihnachtsfeſtes hat man in
Kon=
ſtantinopel, wo allerdings nach einem anderen Kalender
gerechnet wird und kein Feiertag war, ſehr eifrig über
Gegenvorſchläge verhandelt, die in der nächſten, ſiebenten
Friedensſitzung zu London den Balkandelegierten
vor=
gelegt werden ſollten. Ueber den Inhalt dieſer Vorſchläge
wird man authentiſches wohl erſt nach der Verhandlung in
London erfahren, immerhin ſickern Nachrichten durch, die
Anſpruch auf Glaubwürdigkeit haben. Danach wird die
türkiſche Antwort, wie ſchon mitgeteilt, folgende ſein:
Die Türkei lehnt die Abtretung von Adrianopel und
Dedeagatſch ab und nimmt die Autonomie von Albanien
an. Betreffs der Inſel Kreta wird die Türkei auf ihre
Souveränität verzichten, wenn die Mächte damit
einver=
ſtanden ſind. Die Abtretung der Inſeln im Aegäiſchen
Meere wird die Türkei ablehnen. Die vier kleinen Inſeln
am Eingang zu der Dardanellen, Imbros, Lemnos,
Te=
nedos und Samothrake, will die Türkei ganz für ſich
be=
halten. Betreffs der anderen Inſeln, einſchließlich Samos,
will ſie eine Autonomie im großen Stile gewähren. Die
Türkei wird wegen einer Mediation die Großmächte bitten,
die Bulgaren zu überzeugen, daß die Türkei unter keinen
Umſtänden Adrianopel abtreten kann, es ſei denn, daß die
Feſtung falle. In dieſem Sinne ſoll bereits die
Bot=
ſchafter=Reunion, die bekanntlich gleich nach Neujahr
wieder zuſammentreten wird, unterrichtet ſein.
Auf türkiſcher Seite glaubt man, daß auch die
Groß=
mächte die Forderungen der Balkanſtaaten zu hoch finden
und die Botſchafter beauftragen werden, einen mittleren
Weg zur Verſtändigung ausfindig zu machen. Das dürfte
ohne weiteres zutreffend ſein, aber ebenſo beſtimmt iſt,
daß die Balkanſtaaten die türkiſchen Gegenvorſchläge nicht
akzeptieren werden. Zweifellos wird, da auf beiden
Sei=
ten der Wunſch beſteht, ſobald als möglich zu einem
Friedensſchluß zu gelangen, nach langem Hin= und
Her=
feilſchen eine Verſtändigung erzielt werden, bei der
ſicher=
lich die Türken ſtark bluten müſſen. Die große Frage iſt
allerdings, wie man ſich über den ſchwierigſten Punkt,
den Beſitz von Adrianopel, einigen wird, nachdem immer
noch die Türken erklären, daß ſie dieſe Stadt niemals
auf=
geben werden, während auf der anderen Seite die
Bul=
garen kategoriſch auf der Uebergabe beſtehen. Bis dieſe
Frage entſchieden iſt, wird es auf der Friedenskonferenz
und in mancher Diplomatenſtube noch zu ſcharfen
Aus=
einanderſetzungen kommen. Bemerkenswert iſt auch die
Meldung, daß der bulgariſche Oberkommandierende,
Ge=
neral Samow, als geheimer Unterhändler in
Konſtanti=
nopel geweſen iſt und dort mit dem Großweſir eifrig
ver=
handelt hat. Indeſſen dürften die Nachrichten, daß dieſe
Beſprechungen bereits weit vorgeſchritten ſeien und daß
der Abſchluß des Friedens nahe bevorſtehe, den Tatſachen
ſehr vorauseilen. Erſtens iſt eine ſolche Parallel=Aktion
zu den Londoner Verhandlungen an ſich wenig
wahrſchein=
lich, und zweitens ſteht mit dieſen Angaben vor allem die
vom türkiſchen Miniſterrat beſchloſſene Antwort auf die
Hauptforderungen der Balkanſtaaten im Widerſpruch.
Wie dem auch ſei, dem weiteren Verlauf der
Friedens=
verhandlungen kann man mit großer Spannung
entgegen=
ſehen, weil man erfahren wird, wie ſich die Verbündeten
den türkiſchen Gegenvorſchlägen gegenüber verhalten wer=
den. Die beiderſeitigen Bedingungen werden erſt dann
genau bekannt ſein und die noch zu überbrückende Kluft
vor aller Augen liegen. Die Delegierten werden aus
eige=
ner Kraft anfangen müſſen, an dieſer Brücke zu bauen.
Inzwiſchen wird ſich die Botſchafterkonferenz wieder mit
der Frage beſchäftigen können, und ihr wird es vielleicht
gelingen, ein Kompromiß zu finden, das ſchließlich von
beiden Parteien angenommen wird. Jedenfalls dürfte
der endgültige Friedensſchluß ohne die Vermittelung der
Großmächte nicht zuſtande kommen.
Deutſches Reich.
— Verſtändigungüber das
Konkurrenz=
klauſelgeſetz. Kürzlich haben Verhandlungen
zwi=
ſchen Vertretern von Arbeitgeberverbänden unter
Betei=
ligung eines Vertreters der Reichsregierung und
verſchie=
dener Reichstagsabgeordneten über die geſetzliche
Re=
gelung der Konkurrenzklauſel ſtattgefunden. Es kam bei
dieſen Verhandlungen zu einer Verſtändigung zwiſchen
beiden Parteien. Wenn dieſe in der Faſſung des dem
Reichstage vorliegenden Geſetzentwurfs zum Ausdruck
kommen ſollte, ſo werden grundlegende Aenderungen an
ihm vorgenommen werden müſſen. Daß der Reichstag
dieſe Abänderungsvorlage ſich zu eigen machen wird, iſt
wahrſcheinlich, da ſie den Wünſchen beider beteiligten
Parteien entſpricht. In bezug auf die Beſeitigung der
Konkurrenzklauſel überhaupt haben die Angeſtellten ihre
urſprüngliche Forderung fallen gelaſſen, um eine
Verſtän=
digung zu ermöglichen.
— Erhebungen über die
Fleiſchteue=
rung. Wie verlautet, dürfte ſich die Vernehmung der
Sachverſtändigen in Sachen der Fleiſchteuerung, die am
3. Januar beginnen ſoll, eine Zeitlang hinziehen, worauf
dann eine Schlußſitzung der Fleiſchhandels=Konferenz
an=
beraumt werden wird, in der über die Ergebniſſe der
Ver=
nehmungen beraten werden ſoll. Dann dürfte auch
Be=
ſchluß darüber gefaßt werden, ob und in welcher Weiſe
das Material der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht
wer=
den ſoll. Eine Oeffentlichkeit der Verhandlungen, die
zum Teil in der Preſſe gefordert wurde, wird deshalb als
nicht angängig betrachtet, weil die zur Erörterung
ge=
langende Materie zum Teil handelspolitiſcher und
zoll=
politiſcher Art iſt, daß es nicht erwünſcht erſcheint, daß
Einzelheiten zur Kenntnis des Auslandes gelangen.
Außerdem liegt es in der Natur der Sache, daß
Erör=
terungen über Einzelheiten Fragen berühren, die von den
betreffenden Sachverſtändigen uſw. im eigenen
geſchäft=
lichen Intereſſe möglichſt geheim zu halten ſind. Gerade
durch die Geheimhaltung dürfte in erſter Linie die
wün=
ſchenswerte offene Ausſprache in allen Fragen möglich
ſein, was im Sinne einer möglichſt weitgehenden Klärung
der Sachlage liegt.
— Aus der nationalliberalen Partei.
Die Königsberger Allgemeine Zeitung veröffentlicht
nach=
ſtehende Erklärung:
Die Unterzeichneten ſprechen dem geſchäftsführenden
Ausſchuß der Geſamtpartei den Dank dafür aus, daß er
nachdrücklich gegen das den Parteifrieden ſtörende
Vor=
gehen des Vorſitzenden der pommerſchen
Landesorgani=
ſation der nationalliberalen Partei Stellung nahm und
mißbilligen aufs ſchärfſte die gegen den Abgeordneten
Schiffer ausgeſprochenen Verunglimpfungen, ſowie den
damit zuſammenhängenden Verſuch, eine Spaltung in die
Parteien hineinzutragen. Dies ſteht im Gegenſatz zu den
dankenswerten Beſtrebungen Baſſermanns, die Einigkeit
der Partei hochzuhalten und allen Richtungen innerhalb
derſelben gerecht zu werden. Mit dem Ausdruck des
un=
bedingten Vertrauens zu unſeren Führern verbinden wir
die dringende Aufforderung an alle Parteifreunde, jedem
Verſuche, Uneinigkeit und Unfrieden in der Partei
hervor=
zurufen, entſchieden entgegenzutreten. — Folgen 16
Unter=
ſchriften.
— Ein Kauf der
Anſiedelungskommiſ=
ſion. Das Rittergut Naſſenheide, das ſeinerzeit von
dem polniſchen Güterhändler Biedermann für 4 200000
Mark gekauft wurde, geht nunmehr wieder in deutſchen
Beſitz über. Die Anſiedelungskommiſſion hat es
aufge=
kauft, um es zu parzellieren. Naſſenheide iſt eines der
größten Rittergüter Deutſchlands und war viele Jahre
lang im Beſitze des durch ſeine Konflikte mit Bismarck
hiſtoriſch berühmt gewordenen Grafen Harry von Arnim.
Ausland.
Frankreich.
Zur Frage der Präſidentenwahl
er=
klärte Herr Ribot einem Berichterſtatter, daß er von
Poin=
caré nach einer langen Unterhaltung über die äußere Lage
vor mehreren Wochen aufgefordert worden ſei, im Falle
der vorausſichtlichen Weigerung Bourgeois ſich der
repu=
blikaniſchen Partei als Präſidentſchaftskandidat zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Er habe damals geantwortet, daß er
ſich ſeiner Pflicht nicht entziehen werde, falls ſein Name
imſtande wäre, die in der gegenwärtigen Zeit
notwen=
dige republikaniſche Einigkeit herbeizuführen. Ich
er=
hielt, fuhr Ribot fort, von Poincaré ein Schreiben,
in welchem er mir ſeinen baldigen Beſuch ankündigt. Er
wird mir zweifellos die Gründe mitteilen, die ihn ſo
plötzlich beſtimmt haben, ſeine Kandidatur aufzuſtellen.
Ich kann unter dieſen Verhältniſſen meine Kandidatur
nicht zurückziehen. Die Wahl des Präſidenten geſchieht
nicht auf ein Programm hin, ſie iſt in erſter Reihe eine
Frage des Vertrauens in die Redlichkeit und die
Er=
fahrung des Mannes, welcher ſieben Jahre lang
Frank=
reich vertreten und über den Parteien ſtehen ſoll. — In
republikaniſchen Kreiſen verlautet, Poincaré habe ſich
zur Kandidatur erſt entſchloſſen, als er die Verſicherung
erhielt, daß die Führer mehrerer republikaniſcher Gruppen
für ihn eintreten und er der Mehrheit in der
Vollver=
ſammlung der republikaniſchen Partei der Kammer und
des Senats ſicher ſein könne. — In parlamentariſchen
Kreiſen werden außer den ſchon genannten
Präſident=
ſchaftskandidaten Poincaré, Ribot, Deschanel und Duboſt
auch noch andere Politiker, insbeſondere der
Ackerbau=
miniſter Pams, der Miniſter der öffentlichen Arbeiten
Jean Dupuy, ferner Clemenceau, Combes und Delcaſſé
als eventuelle Bewerber um die Präſidentſchaft genannt.
Portugal.
Die Begnadigung der Geiſtlichen. Der
Präſident der Republik richtete kürzlich an den
Miniſter=
präſidenten ein längeres Schreiben, worin er ihm
eröff=
nete, er ſei gebeten worden, Gnade für die aus ihren
Sprengeln und Pfarreien vertriebenen Biſchöfe und
Pfar=
rer walten und ſie auf ihren Sitz zurückkehren zu laſſen.
Der Präſident äußerte die Ueberzeugung, daß eine ſolche
Maßregel viel zur Ausſöhnung der Geiſtlichen mit der
Republik beitragen würde. Der Premier erwiderte, nach
Prüſung der Angelegenheit ſei die Regierung der
An=
ſicht, eine Begnadigung der Biſchöfe und Geiſtlichen
er=
ſcheine gegenwärtig nicht zweckmäßig. Die Regierung ſei
überzeugt, daß die Geiſtlichen nach der Rückkehr auf ihre
Poſten nur um ſo feindſeliger gegen die Republik ſein
würden.
Rußland.
Der Rücktritt des Miniſters des Innern
Makarow iſt vom Kaiſer bewilligt worden. Als Grund
wird geſchwächte Geſundheit angegeben. Die Ernennung
des Nachfolgers dürfte in dieſer Woche erfolgen.
Perſien.
Die inneren Unruhen. Eine Anzahl Mullahs
in Täbris telegraphierte kürzlich an das Kabinett und an
den engliſchen und den ruſſiſchen Geſandten in Teheran,
der Fortſchritt Perſiens erfordere die Entlaſſung des
jetzi=
gen Regenten, die Beſeitigung des bachtiariſchen Elements
aus dem Kabinett und die Ernennung Saad e Daulehs
zum Oberhaupt der Regierung, andernfalls würde ſich
die Provinz Aſerbeidſchan von der Regierung in Teheran
loslöſen und ihre Unabhängigkeit erklären. Der
Si=
pahdar brachte dieſe Bewegung in einem Schriftſtück zur
Kenntnis des engliſchen Konſuls in Täbris und gab
darin an, er betrachte die Meinung der Mullahs als
Aus=
druck der in der Provinz allgemein verbreiteten
Stim=
mung. Sollte ſich Aſerbeidſchan von der Regierung in
Teheran trennen, ſo wird dieſe bei den gegenwärtigen
Umſtänden vorausſichtlich außer Stande ſein, wirkſamen
Widerſtand zu leiſten, wenn nicht Rußland, was
unwahr=
ſcheinlich ſei, der Regierung Hilfe leiſtet. Salar e Dauleh,
der Bruder des früheren Schahs, der ſich augenblicklich
in Mafenderan aufhalten ſoll, lehnte die von der
per=
ſiſchen Regierung angebotenen Bedingungen mit dem
Be=
merken ab, er werde die Bedingungen der bachtiariſchen
Regierung nicht annehmen. Er ſei indeſſen bereit, die
Bedingungen von einer unter Saad e Dauleh ſtehenden
Regierung anzunehmen.
China.
Eine weitergreifende Propaganda
zur Wiederherſtellung des
Mandſchu=
reiches hat nach einer offiziellen Meldung aus Mukden
eingeſetzt. Dieſe Idee findet nicht nur die Unterſtützung
der Mandſchuren, ſondern auch der konſervativen
Chi=
neſen, ſelbſt in Kreiſen der Behörden und der Armee, ſowie
auch unter den Tſchuntſchuſen. Die Regierung in Peking
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
erteilte dem Generalgouverneur den Befehl, die geplante
Revolte auf das energiſchſte zu unterdrücken. Die
Be=
wegung iſt beſonders ſtark in den Provinzen Mukden und
Kirin. Die nationaliſtiſche Preſſe drückt die Meinung
aus, die Bewegung werde von Japan gefördert.
* Miniſter von Piſchek über die Preſſe.
Der Vorſitzende des Landesverbandes der Preſſe
Würt=
tembergs und Hohenzollerns (Württembergiſcher
Journa=
liſten= und Schriftſteller=Verein), Redakteur Adolf Heller,
hat von dem bisherigen Miniſter des Innern, Dr.
v. Piſchek, nachſtehendes Schreiben erhalten: „Euer
Hoch=
wohlgeboren und dem Landesverband der Preſſe
Würt=
tembergs und Hohenzollerns danke ich von ganzem Herzen
für die freundlichen Abſchiedsworte, die Sie bei meinem
Scheiden aus dem Amt mir zu widmen die große Güte
hatten. Ich brauche kaum hervorzuheben, welch reichliche
Gelegenheit ich während meiner amtlichen Tätigkeit
ge=
funden habe, die gar nicht hoch genug einſchätzbare
Be=
deutung der Preſſe für die Geſtaltung und Entwickelung
unſeres öffentlichen Lebens auf allen ſeinen Gebieten
ken=
nen und insbeſondere würdigen zu lernen, wie viel
frucht=
bare und dankenswerte Anregungen und Förderung für
die Regierung und wie viel Gutes für die Allgemeinheit
eine von Sachkunde, von ehrlicher Ueberzeugung und von
patriotiſcher Geſinnung getragene Preſſe, wie ſie in
dan=
kenswerter Weiſe und mit rühmlichem Erfolg von dem
Landesverband der Preſſe Württembergs und
Hohen=
zollerns angeſtrebt wird, zu vermitteln und unmittelbar
zu wirken vermag. Ich halte es daher für eine
ſelbſtver=
ſtändliche, zugleich durch das eigenſte Intereſſe gebotene
Pflicht jeder Regierung, einer ſolchen Preſſe unabhängig
von ihrem ſonſtigen Parteiſtandpunkt und ebenſo den
Standesintereſſen und dem Anſehen ihrer Vertreter jede
mögliche Förderung angedeihen zu laſſen. Wenn es mir
daher, wie Sie ſagen, vergönnt war, die Intereſſen des
Landesverbandes zu fördern, ſo bedarf das keiner
be=
ſonderen Anerkennung. Wohl aber habe ich meinerſeits
allen Anlaß, dankbar dafür zu ſein, daß die in ihrem
Lan=
desverband vereinigte württembergiſche Preſſe in ihrem
ganz überwiegenden Teil mir und meinem guten Willen,
mein Amt in einer dem allgemeinen Wohl entſprechenden
Weiſe zu führen, ſtets eine wohlwollende und freundliche
Geſinnung betätigt hat und insbeſondere wird mir die
vorherrſchend überaus günſtige Beurteilung, die über alles
Verdienſt hinaus meine Amtstätigkeit bei meinem
Schei=
den aus dem aktiven Dienſt gefunden hat, für den Abend
meines Lebens eine innige, mit tiefer Dankbarkeit
emp=
fundene Freude und Genugtuung ſein.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Dezember.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften folgten am Freitag abend 8 Uhr einer
Einladung des Prinzen und der Prinzeſſin Wilhelm
zu Löwenſtein=Wertheim=Freudenberg zum
Abend=
eſſen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Hauptmann von
Zangen beim Stabe des 2. Unter=Elſäſſiſchen Feld=
Artillerie=Regiments Nr. 67, den Hauptmann v. Scholten,
Batteriechef im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ.
Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25, den Leutnant Riedeſel
Frhrn. zu Eiſenbach im Dragoner=Regiment Frhr. von
Manteuffel (Rheiniſches) Nr. 5, den Leutnant zur See
Mootz von S. M. S. „Helgoland” den Wirklichen
Ge=
heimerat Exzellenz Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim von
Worms, den Lehrer Maurer von Oppenheim, die Lehrer
Witzel und Deſſoir, ſowie die Profeſſoren Bonin und
Dr. Weckerling von Worms, den Profeſſor Klaſſert von
Mainz, den Kaiſerlichen Vizekonſul, Großh. Heſſ.
Kammer=
junker v. Küchler von Warſchau, den Rechtsanwalt Dr.
Bopp, den Apotheker Wernher von Oppenheim, den
Sanitätsrat Dr. Weber von Bremen; zum Vortrag den
Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: die Krone zum
Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen dem Hauptmann v. Zangen beim Stabe
des 2. Unter=Elſäſſiſchen Feld=Artillerie=Regiments Nr. 67,
ſeither Batteriechef im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25.
Von der Staatsanwaltſchaft. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Oberſtaatsanwalt
am Landgericht der Provinz Starkenburg Franz von
Heſſert auf ſein Nachſuchen und unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen und erſprießlichen Dienſte,
ſowie unter Erteilung des Charakters als Geheimer
Oberjuſtizrat, mit Wirkung vom 1. Januar 1913, ſeines
Dienſtes entlaſſen und den Oberſtaatsanwalt am
Land=
gericht der Provinz Rheinheſſen Dr. Otto Schwarz
zum Oberſtaatsanwalt am Landgericht der Provinz
Starkenburg, den Landgerichtsrat bei dem Landgericht
der Provinz Rheinheſſen Joſef Stigell zum
Ober=
ſtaatsanwalt an dieſem Gericht, beide mit Wirkung
vom 6. Januar 1913, ernannt.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm
Meißner zu Groß=Karben, Kreis Friedberg, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Reiſen, Kreis
Heppenheim; dem Schulamtsaſpiranten Ludwig Frank
aus Lollar, Kreis Gießen, die Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Ober=Schönmattenwag, Kreis
Heppen=
heim; dem Schulamtsaſpiranten Rudolf Hild aus
Meſſel, Kreis Darmſtadt, eine Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Nordheim, Kreis Heppenheim; dem
Schulamtsaſpiranten Georg Riedel aus Fränkiſch=
Crumbach, Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Gedern, Kreis Schotten; dem
Schul=
amtsaſpiranten Karl Graulich aus Zeilbach, Kreis
Alsfeld, die Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Haarhauſen, in demſelben Kreiſe.
— Die Beiträge für die Angeſtelltenverſicherung
ſind von den Arbeitgebern im Wege des
Poſtſcheck=
verkehrs zu entrichten. Zu dieſem Zwecke ſind für
das Direktorium der Reichsverſicherungsanſtalt für
Angeſtellte in Berlin=Wilmersdorf, Hohenzollerndamm
193/195, beim Poſtſcheckamt in Berlin Poſtſcheckkonten
errichtet worden, und zwar je ein Konto für jeden
Ober=Poſtdirektionsbezirk im Reichs=Poſtgebiet und in
Bayern und ein Konto für Württemberg. Zu den
Einzahlungen ſind beſondere Zahlkarten auf
rotem Papier in rotbraunem Druck mit Vordruck der
Kontonummer und des Bezirks zu verwenden, die von
der Poſtanſtalt am Wohnorte des Arbeitgebers — bei
Orten ohne Poſtanſtalt von der Beſtellpoſtanſtalt —
zu beziehen ſind. Die Zahlkarten haben auf der
Rück=
ſeite des Abſchnitts einen Vordruck für die Berechnung
der fälligen Beiträge; auf der Rückſeite des
anhängen=
den Poſteinlieferungsſcheins ſind die bei der Einſendung
der Beträge ſonſt zu beachtenden Beſtimmungen
abge=
druckt. Die Zahlkarten werden von der Poſtverwaltung
hergeſtellt und von den Poſtanſtalten in der gleichen
Weiſe wie die blauen Zahlkarten an das Publikum
abgegeben. Inhaber von Poſtſcheckkonten können die
Beiträge durch Ueberweiſung entrichten. Dieſen
Ueber=
weiſungen ſind bei der Ueberſendung an das
Poſt=
ſcheckamt beſondere Gutſchriftzettel beizufügen. Die
Rück=
ſeite dieſer Zettel enthält den gleichen Vordruck wie
die Rückſeite des Zahlkartenabſchnitts. Die
Gutſchrift=
zettel werden in Blocks zu 50 Stück — zum Preiſe
von 10 Pfg. für einen Block — von den
Poſtſcheck=
ämtern an die Kontoinhaber abgegeben. Sie können
auch durch die Privatinduſtrie hergeſtellt werden, wenn
ſie mit dem amtlichen Fermular genau ſibereinſtimmen.
D Die heſſiſche Handwerkskammer ſtellt zurzeit
Er=
hebungen an über das Vorhandenſein privater
Verträge und Verdingungsunterlagen,
die das Handwerk ſchädigende Beſtimmungen enthalten.
An Material dieſer Art ſcheint es nicht zu fehlen, da auch
ſchon Verträge mit ſolchen Beſtimmungen, u. a. der des
bisherigen Privatarchitekten=Verbandes, bei der
Hand=
werkskammer eingelaufen ſind. Es werden in
vorliegen=
den Verdingungsunterlagen den Uebernehmern von
Ar=
beiten Laſten auferlegt, die als unerträglich und
unbe=
rechtigt angeſehen werden müſſen; Vorſchriften, wie
be=
reits mitgeteilt, daß alle und jede Nebenarbeiten, die ſich
im Laufe des Baues ergeben, wie dieſelben auch heißen
mögen, von den Unternehmern ausgeführt werden müſſen,
ohne daß denſelben ein Anſpruch auf beſondere Vergütung
zuſteht; daß fertiggeſtellte Arbeiten auf unbegrenzte Zeit
ohne Anſpruch auf Entſchädigung auf Koſten des
Unter=
nehmers lagern ſollen, daß für Schriftſtücke und
Tele=
phongeſpräche der Unternehmer dem Architekten beſtimmte
Beträge zu zahlen hat uſw. Die Handwerkskammer hat
die Arbeiten hierin bereits aufgenommen und gedenkt in
den erſten Wochen des neuen Jahres in den größeren
Städten des Landes ähnliche Beſprechungen mit den
Vorſitzenden der baugewerblichen Korporationen
abzuhal=
ten, wie ſie das jüngſt in Darmſtadt getan. Ueber das
Reſultat dieſer Tätigkeit wird alsdann den in Frage
kom=
menden Korporationen des Landes Mitteilung zugehen.
Die Angelegenheit iſt von ihr außerdem auf die
Tages=
ordnung der nächſten Verhandlungen des Handwerks= und
Gewerbekammertages gebracht.
H. K. Meiſterprüfung 1913. Es ſei hiermit nochmals
darauf hingewieſen, daß nur noch bis zum 1.
Ok=
tober 1913 die Meiſterprüfung ohne
Nach=
weis der beſtandenen Geſellenprüfung
abgelegt werden kann Alle diejenigen, die eine
ord=
nungsmäßige Lehrzeit zurückgelegt und genügende Zeit als
Geſelle tätig geweſen ſind, aber ſeither noch mit Ablegung
der Meiſterprüfung gezögert haben, ſeien ermahnt, die
Vorbereitungen hierzu alsbald in Angriff zu nehmen. Eing
Verlängerung des geſetzlich feſtgelegten Termins (1. Oks
tober 1913) findet nicht ſtatt, auch kann nach dieſer Friſt
keine Befreiung von dem Nachweis der Geſellenprüfung
erfolgen. Um nun einer möglichſt großen Anzahl von
Handwerkern die Ablegung der Prüfung zu den
erleich=
terten Beſtimmungen zu ermöglichen, findet bereits im
kommenden Frühjahr eine außerterminliche
Meiſterprüs=
fung ſtatt. Die Prüfungsgebühr von 35 Mk. iſt an die
Handwerkskammer zu Darmſtadt, Georgenſtraße 9,
ein=
zuſenden; das den Prüflingen hierauf zugehende
An=
meldeformular iſt mit den darin verzeichneten Unterlagen
dem Vorſitzenden der zuſtändigen
Meiſterprüfungskom=
miſſion zuzuſtellen. Näherer Termin über den
Schluß=
der Anmeldungen zu dieſer Prüfung wird in der
Tages=
preſſe und im Gewerbeblatt rechtzeitig bekannt gegeben
— Der durchſchnittliche Jahresarbeitsverdienſt
landwirtſchaftlicher Arbeiter iſt von dem Großh.
Oberverſicherungsamt mit Wirkung vom 1. Januar 1913
für die Stadt Darmſtadt wie folgt feſtgeſetzt
worden: 1. Für Arbeiter über 21 Jahre 990 Mk., von
16 bis 21 Jahren 840 Mk., unter 16 Jahren 510 Mk,
2. Für Arbeiterinnen über 21 Jahre 690 Mk., von 16
bis 21 Jahren 560 Mk., unter 16 Jahren 390 Mk.
* Freiwillige für das Kraftfahr=Bataillou. Das
Kraftfahr=Bataillon Berlin-Schöneberg ſtellt zum Herbſt
1913 Zweijährig=Freiwillige ſämtlicher Berufsarten
ein. Geſuche unter Beifügung eines Meldeſcheines,
ſelbſtgeſchriebenen Lebenslaufes und einer
amt=
lichen Beſcheinigung der Größe ſind an den Truppenteil
zu richten.
— Neujahrs=Poſtverkehr. Bei dem alljährlich am
30. und 31. Dezember herrſchenden ſehr lebhaften
Schalterverkehr hat ſich bisher die pünktliche Abfertigung
des Publikums ſtets dadurch unerwünſcht verzögert, daß
faſt jedem Schalterbeſucher Geld herausgegeben
wer=
den mußte. Es liegt deshalb im eigenſten Intereſſe
des Publikums, beim Einkauf von Poſtwertzeichen das
Geld abgezählt bereit zu halten.
Warnung. Es wied darauf aufmerkſam gemacht,
daß erfahrungsgemäß vielfach von Perſönlichkeiten um
Neujahrsgeſchenke für ihre Tätigkeit bei Abholung des
Hauskehrichts oder Anzündens der Straßenlaternen
angehalten wird, die dieſer Tätigkeit vollſtändig fern
ſtehen. Vorſicht bei Verabreichung der Neujahrsgeſchenke
ſcheint daher geboten.
* Abnorme Temperatur. Eine wahrhaft
ſommer=
liche Temperatur herrſchte in den letzten Tagen.
Am Donnerstag früh 7 Uhr zeigte das Thermometer
8,3%, am Freitag — 7,6 und am Samstag —11,9‟ C.
Dieſe hohe Temperatur am Samstag früh iſt um ſo
auf=
fälliger, als das Maximum vom Freitag nur —9% O
be=
trug. Weder der Vegetation, noch der Geſundheit ſind
dieſe ganz außergewöhnlichen Temperaturverhältniſſe
zu=
träglich.
* Silberne Hochzeit. Am 31. Dezember begehen
Herr Schriftſetzer Georg Sturm und Gemahlin, geb.
Rieſe, das Feſt ihrer Silbernen Hochzeit. — Herr
Gefangen=Aufſeher Ludwig Werkmann und ſeine
Ehefrau, geb. Rippert, feiern am 1. Januar 1913 das
Feſt ihrer Silbernen Hochzeit.
1813.5
Jubiläumsnotizen von Willi Dünwald.
(Nachdruck verboten.)
1. Die Volkserhebung:
Konvention von Tauroggen. — York und Stein in
Königsberg. — Der oſtpreußiſche Landtag. —
Oſtpreußi=
ſcher Aufwand und Rüſtungen. — Friedrich Wilhelm III.,
ſeine Perſon, ſeine Lage. — Verhandlungen mit dem
Zaren. — Bündnisabſchluß.
Der zündende Funke entſprach einer Prinz
Hom=
burg=Tat.
York, der Mitſtreiter von Jena und Auerſtedt, war
dem Hilfskorps, das Preußen Napoleon beim ruſſiſchen
Feldzuge zu ſtellen hatte, als Kommandant zugeteilt.
Ge=
drängt von Vaterlandsliebe, getrieben von der
Erkennt=
nis, daß die Zeit gekommen, Jena und Auerſtedt
wettzu=
machen, verzögerte er auf eigene Rechnung und Gefahr
den Anſchluß an das retirierende Armeekorps Macdonalds
und ſchloß am 30. Dezember 1812 in der Mühle von
Poſcherun bei Tauroggen eine Konvention mit den
Ruſ=
ſen. An den König ſchrieb der Kühne: „Euer Königlichen
Majeſtät Monarchie, obgleich beengter als im Jahre 1805,
iſt es jetzt vorbehalten, der Erlöſer und Beſchützer Ihrer
und aller deutſchen Völker zu werden. Der Zeitpunkt
muß aber ſchnell benutzt werden. Jetzt oder nie iſt der
Moment, Freiheit, Unabhängigkeit und Größe wieder zu
erlangen.”
Zugleich überſchritten ruſſiſche Truppen als Freunde
die oſtpreußiſche Grenze, verdrängten die fliehenden
Franzoſen und wurden von den Bewohnern wie Brüder
aufgenommen. Unter Hintanſetzung eigener Bedürfniſſe
übten ſie nobles Gaſtrecht an ihnen.
Anfangs Januar 1813 zog York in Königsberg ein,
umjauchzt vom Volk, umlodert von Fackeln der Albertina=
Studenten. Und Hans von Auerswald, dem
Meuchlers=
hand 1848 in Frankfurt das Leben erledigte, brachte ihm
in zündender Rede die Herzen der preußiſchen Jugend
dar, die gewillt, fürs Vaterland ſich jederzeit in die
Schanzen zu ſchlagen.
Das Verlangen nach vaterländiſcher Wiedergeburt,
das in den Herzen ganz heimlich gebrannt, ſchlug jetzt
flackernd hoch. Das Stammesbewußtſein hatte lange
ſtumm gelitten; ſtumm, weil Napoleon, ſo es ihm gefiel,
ganz Preußen in die Taſche ſtecken konnte. Man hatte ſich
dem Geſchick ergeben, hatte nicht immer den Mut zur
Hoff=
nung gehabt. Aber die Sehnſucht war geblieben, war
ſtärker geworden, je ſchlimmer es dem Lande erging.
Und dem erging es ſchlimm. Was war aus dem
Staat geworden, den Friedrich der Große in herbem
Be=
mühen zu Anſehen gebracht? An Flächenraum um die
Hälfte verkleinert, um fünf Millionen Untertanen
vermin=
dert, war Preußen aus dem Tilſiter Frieden
hervorge=
gangen. Und 160000 Franzoſen waren im Lande
geblie=
ben, mußten von den Bewohnern gehegt und gepflegt
werden, bis die Kriegskontributionen, die unter der Hand
ſtetig in die Höhe geſchraubt wurden, gezahlt ſeien; ſie
ſaßen wie Blutegel an den ſchlaffen Nähradern Preußens.
Dazu war die ſoziale Lage die denkbar ſchlechteſte: der
Ackerbau, die brandenburgiſche Tuchfabrikation, die
ſchle=
ſiſche Leinwandinduſtrie, alles lag brach; zu allem fehlten
die Betriebsgelder; und die Kontinentalſperre, im
No=
vember 1806 von Napoleons engliſcher Politik errichtet,
tat noch ein übriges.
Nun aber, da kaum das ruſſiſche Schickſal der
franzö=
ſiſchen Armee bekannt geworden, Ereigniſſe auf Ereigniſſe
ſich jagten, kranke und verhungerte, waffenloſe franzöſiſche
Soldaten hilfeflehend auf deutſchen Straßen unterwegs
nach Frankreich waren, nun kam die Kunde von Yorks
entſchloſſener Tat. Jubel und Begeiſterung, aber auch
Furcht erhoben ſich. Nicht nur in Preußen, in
Alldeutſch=
land. Man wartete, daß Preußens König ſie bewillige
und fortſetze; man glaubte, die Ausklopfung der
Fran=
zoſen aus deutſchen Landen werde ſogleich beginnen.
Aber man bekam Urſache, ſich darüber zu erregen,
daß eine gute Gelegenheit unbenützt verſtreiche. Der König
ſchwieg; Deputationen beſchwörten ihn; beſcheidlos
ver=
ließen ſie wieder Berlin. Und York ſchrieb an Bülow:
„Was für Anſichten hat man in Berlin? Iſt man ſo tief
geſunken, daß man es nicht wagen darf, die Sklavenketten
zu zerbrechen, die wir ſeit fünf Jahren ſo demütig
ertra=
gen müſſen? Die Armee will den Krieg gegen Frankreich,
das Volk will ihn, der König will ihn; aber der König hat
keinen Willen. Aber erkämpfen, erwerben wollen wir
unſere Freiheit und Selbſtändigkeit; ſie als ein Geſchenk
von den Ruſſen annehmen und erhalten, heißt die Nation
an den Schandpfahl der Erbärmlichkeit ſtellen.”
Des Königs indirekte Antwort beſtürzte. Die Prinz
Homburg=Tat ſchien ein Prinz Homdung=Echickſal zur
Folge zu haben. Berliner Zeitungen meldeten offiziös,
des Königs Flügeladjutant werde York, der ſich vor
einem Kriegsgericht zu verantworten habe, die
Abſetz=
ungsorder bringen.
York ging es nicht um ein Haar beſſer als dem
Prin=
zen von Homburg. Er, der überhaupt ſchwarzſeheriſch
veranlagt war, durchlitt eine ſchwere Lebenszeit. Seiner
Tat, ihrer Bedeutung und der möglichen Folgen für ihn
ſelbſt war er ſich voll bewußt geweſen; er hatte gehandelt
im Sinne des Vaterlandes und, wie er glaubte, auch im
Sinne des Königs.
Doch die Abſetzungsorder kam nicht. Da tagte in
York die leidlöſende Erkenntnis, daß der König mit
ſei=
nem eigenmächtigen Schritt insgeheim wohl
einverſtan=
den und nur aus Politik, Napoleons wegen, ſeine
Miß=
billigung der Konvention von Tauroggen und die Maße
regelung des Vertragsſchließenden öffentlich ausgeſproe
chen habe. Aber der König blieb ihm gegenüber auch
weiter ſtumm, und ſo wußte er nicht, was tun und was
laſſen.
Da kam ihm Stein zu Hilfe.
Freiherr von Stein, deſſen Name und Ruhm, der
Schöpfer des neuen Preußens zu ſein, zeitunbegrenzt iſt.
Nach dem Tilſiter Frieden war er dem König von
Preu=
ßen von Napoleon als Miniſter empfohlen worden. Aber
er wirkte nicht im Sinne Napoleons. Er fing an,
Preu=
ßens Staatsweſen neu aufzubauen, das Heerweſen zu
reorganiſieren. Er war nicht Preuße und tat nicht, was
er tat, aus geknechtetem Stammesempfinden heraus;
ſeine reiche Seele empfand uneingeengter, völkiſch: die
Stücke des einſtigen Deutſchen Reiches ſuchte er zu einer
neuen Nation deutſcher Zunge zuſammenzuſchmieden.
Aber nach einjähriger genialer Tätigkeit mußte er vor
dem Haſſe Napoleons fliehen. Er war nach ſeiner
Ver=
bannung aus Preußen endlich in Petersburg gelandet,
wohin ihn der Zar berufen. Und deſſen junges, in alles
Große und Ideale verliebte Herz hatte er während des
ruſſiſch=franzöſiſchen Krieges warm gemacht für ſeine
Lebensidee: Napoleon Europa abzujagen.
Nun war ihm genug gezögert in Preußen. Er wollte
nahe ſein und drängen. Er verließ Petersburg mit
aus=
gedehnten kaiſerlichen Vollmachten, traf am 22. Januar
1813, begleitet von Ernſt Moritz Arndt, in Königsberg
ein und griff keck hinein in die Gerechtſame des
preußi=
ſchen Königs. Alles kam ihm zu zweit und zu dritt,
Formen, Inſtanzen uſw., und nur eines kam zuerſt: der
Erhebungsgedanke. Er bekämpfte kurzſichtige preußiſche
Beamten, um die Einberufung eines Generallandtages
*) Mit dem vorliegenden Artikel beginnt eine Serie
von zehn Abſchnitten über das Jahr 1813 zu erſcheinen,
die in literariſch beachtenswerter, hiſtoriſch einwandfreier
Weiſe die wichtigſten Ereigniſſe des großen
Jahres hehandelt.
Richard Wagner=Verein. Wegen Erkrankung
des Herrn Hofopernſängers Stephani muß das für
heute Montag angekündigte Konzert des
Darm=
ſtädter Vokalquartetts auf Mitte Januar
ver=
ſchoben werden. Der nächſte Vereinsabend des
Ver=
eins wird nunmehr am 9. Januar ſtattfinden (Beethoven=
Abend des Berliner Klingler=Quartetts).
Darmſtädter Lehrerinnen=Verein. Am Samstag,
den 11. Januar, nachmittags 4 Uhr, beginnt im
Vor=
tragsſaal des Großh. Landesmuſeums (Eingang am
Turm) ein Vortragszyklus über Stilkunde von Herrn
Direktor Dr. Kienzle. An den etwa 8 immer Samstag
nachmittags von 4—6 Uhr ſtattfindenden Vorträgen
können auch Nichtmitglieder, Damen wie Herren,
teil=
nehmen.
* Orpheum. Heute, Montag, treten die Kunſtkräfte
des überaus erfolgreichen Weihnachtsprogramms
letzt=
malig auf. — Mittwoch, 1. Januar, wird ſich in zwei
Vorſtellungen das große Neujahrsprogramm
vor=
ſtellen. (S. Anz.)
Hotel Britannia. Man ſchreibt uns: Für die
Silveſterfeier mit Ball im Britannia=Hotel ſind dieſes
Jahr ganz beſondere Vorbereitungen getroffen worden,
und zwar iſt in Berbindung mit einigen der größten
Weltſtadthotels ein Feſtplan aufgeſtellt worden, der für
Darmſtadt als vollkommene Neuheit gelten darf und
der beweiſt, daß auch auf dem Gebiete der feinſten
Hotelfeſtlichkeiten Darmſtadt ſich den Großſtädten
er=
folgreich zur Seite ſtellen darf. Zwei Orcheſter werden
für die Tafel= und Ballmuſik in der gewohnten
vorzüg=
lichen Weiſe ſorgen, während die ſämtlich feſtlich
ge=
ſchmückten und ſtimmungsvoll erleuchteten
Parterre=
lokalitäten dem Feſte einen vornehmen Rahmen geben,
ſo daß der einzigartige Verlauf der Feier, der allen
Teilnehmern aus den früheren Jahren in der beſten
Erinnerung ſteht, geſichert erſcheint. Die Direktion des
Hotels iſt ſchon mit namhaften Künſtlern in
Ver=
bindung getreten und dürfen die auserleſenſten
Kunſt=
genüſſe außer den übrigen dieſesmal mit beſonderer
Sorgfalt ausgewählten Ueberraſchungen in Ausſicht
ge=
ſtellt werden. Die Feſtpolonäſe allein kann in ihrer
pomphaften Ausſtattung als Sehenswürdigkeit betrachtet
werden. Es empfiehlt ſich, Beſtellungen für Tiſche wie
Silveſterſoupers rechtzeitig zu machen, da das Intereſſe
für die vielverſprechende Veranſtaltung jetzt ſchon ſehr
rege iſt. (Siehe Anz.)
m. Die Schienenſtränge der alten Bahnſtrecke, die nach
Aſchaffenburg führte, ſind in ihrem Teile von der
Arheilger Chauſſee bis zum Alten Arheilger Weg
ent=
fernt worden. Das Stückſteinlager und die
Stein=
ſchotter haben beim Bahnneubau Verwendung gefunden.
Die Schranken, welche den Fuhrwerks= und
Fußgänger=
verkehr außerordentlich hinderten, ſind abgetragen und die
offenen Bahnſtrecken mit einem Bretterſpalier zugemacht
worden.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Von der Beiſetzung des Prinz=
Regen=
ten Luitpold zum Grubenunglück auf der Zeche „
Mini=
ſter Achenbach” bei Dortmund die
Friedensunterhänd=
ler der Balkanſtaaten und der Türkei.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in
Par=
tien 1.40 M., Eier 8—10 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 bis
25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25
bis 2.50 M., Kumpf (10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf.,
Mäuschen Kumpf 1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.:
Aepfel, Birnen ½ Kg. 7—15 Pf., Nüſſe 100 Stück 45 bis
50 Pf., Haſelnüſſe ½ Kg. 40—50 Pf., Kaſtanien ½ Kg.
16—18 Pf., Zitronen 5—6 Pf., Apfelſinen 4—10 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 15 Pf., Endivien 6—10 Pf.,
Körbchen Feldſalat 10—15 Pf., Bündel Radieschen 3 Pf.,
Rettiche 5—10 Pf., Meerrettich 10—30 Pf., Roterüben ½ Kg.
8—10 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 5—8 Pf., Tomaten ½ Kg.
60 Pf., Spinat ½ Kg. 25 Pf., Weißkraut 5—10 Pf.,
Zent=
ner 1,80—2,00 M., Rotkraut 10—30 Pf., Wirſing 5—10 Pf.,
Blumenkohl 25—50 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 25 Pf.,
Gelbe=
rüben ½ Kg. 5—6 Pf., Grünkohl 3—6 Pf., Schwarzwurz
½ Kg. 25—30 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg.
90 Pf., Enten 3—4 M., Hahnen und Hühner 1,50 bis
2,00 M., Tauben 60—70 Pf., Haſen 4 M., Lapins 1,20 M.
Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen 90 Pf., Aal 1 M., andere
Rheinfiſche 35—50 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 40 Pf.,
Kabeljau 27 Pf., Schellfiſche 24—28 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch, Hackfleiſch 76 Pf.,
Rinds=
fett 70 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch
96 Pf., geſa zenes und Koteletts 1,06 M.,
Schwarten=
magen u. Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= u. Blutwurſt 76 Pf.
Verloſung im Kunſtverein.
* Am Samstag nachmittag fand in der Kunſthalle
am Rheintor die Verloſung der für die Mitglieder
des Kunſtvereins angekauften Gewinne ſtatt.
Es haben gewonnen: Meiſenzahl, Hauptmann
der L., Darmſtadt: „Aus dem Kranichſteiner Park”,
Oel=
gemälde von Hch. Reinh. Kröh; Feiſtmann, Eugen,
Fabrikant, Offenbach a. M.: „Schloß Braunshardt”
Oel=
gemälde von Georg Altheim; Thiele, G., Hoflieferant,
Darmſtadt: „Weiße Roſen”, Oelgemälde von Hch. Julius
Nover; Hisgen, Karl, Fabrikant, Worms: „
Schleier=
kraut”, Oelgemälde von Auguſte Kichler; Ehrenberg,
Dr., Alex., Chemiker, Darmſtadt: „Stadtkirche in
Mitten=
wald” Aquarell von Albert Hartmann; W. Horſt,
Kunſt=
maler, Darmſtadt: „An der Eltz”, Radierung von Jakob
Weinheimer: Kempff, K., Dr., Gutsbeſitzers=Witwe,
Gießen: „Obſtbäume” Radierung von Jakob
Wein=
heimer; Seligmann, Rudolf, Darmſtadt: „
Roſſe=
bändiger” Majolika (grünes Pferd) von Bernhard
Hoet=
ger; Klein, Ph., Bildhauer, Darmſtadt: „
Roſſebändi=
ger” Majolika (weißes Pferd) von Bernhard Hoetger;
Schnittſpahn Landgerichtsrat, Gießen: „
Mond=
nacht” Lithographie von Heinrich Otto: Stier
Hof=
zimmermaler, Darmſtadt: „Regenbogen” Radierung von
Heinrich Otto; Frau Dittmar, Juſtizminiſters=Wwe.,
Exzellenz, Darmſtadt: „Vorfrühling”, Radierung von
Heinrich Otto; Se. Kgl. Hoheit der Großherzog:
„Studienkopf” Kaltnadel von Leo Kayſer; Strecker,
Dr., Geh. Kommerzienrat, Mainz: „Bacchantinnen”
Kaltnadel von Leo Kayſer; Frl. Felchner, Marie,
Malerin, Gießen: „An der Dyée”, Radierung von Leo
Kayſer; Wenck Hch., Fabrikant, Darmſtadt:
Boots=
reparatur” Kaltnadel von Leo Kayſer; Orth Ph.,
Kaufmann, Darmſtadt: „Selbſtporträt” 1904, Radierung
von Theodor Gengnagel; Frau Voelkel Wera,
Darm=
ſtadt: „Exlibris Poeſchel” Radierung von Theodor
Geng=
nagel; Frau Locher C., Hauptmanns=Wwe.,
Darm=
ſtadt: „Der Teich Bethesda” Folge von Radierungen,
Abdruck 78, von Adolf Schinnerer; Stadt
Offen=
bach: „Der Teich Bethesda”, Folge von Radierungen,
Abdruck 191, von Adolf Schinnerer: Schmitt, Dr.,
Juſtizrat, Mainz: Heft 19 (1912) des Vereins für
Origi=
nalradierung in Karlsruhe; Trier Eugen, Kaufmann,
Darmſtadt: Vereinsgabe des Sächſiſchen Kunſtvereins für
1911; Möſer, W., Kaufmann, Darmſtadt: Heft 27 des
Vereins für Originalradierung zu Berlin; Schwar=
Ph., Bildhauer, Darmſtadt: 3 Radierungen, Vereinsgabe
des Badiſchen Kunſtvereins für 1912; Koch Alexander,
Hofrat, Darmſtadt: Vereinsgabe des Württembergiſchen
Kunſtvereins für 1911/12; Füller, Aug., Hofphotograph,
Worms: Vereinsgabe des Kunſtvereins für die
Rhein=
lande und Weſtfalen für 1912; Flimm, Fritz,
Kauf=
mann, Gießen: Vereinsgabe des Kunſtvereins für die
Rheinlande und Weſtfalen für 1912; Nover Gebr.,
Darmſtadt: Vereinsgabe des Kunſtvereins für die
Rhein=
lande und Weſtfalen für 1912; Groß Eugen, Maler,
Gießen: Vereinsgabe des Kunſtvereins für die
Rhein=
lande und Weſtfalen für 1912.
Bensheim, 28. Dez. Zum Bürgermeiſter von
Bensheim iſt als Nachfolger Dr. Frenays der
Kreis=
amtmann beim Kreisamt Bensheim, Regierungsrat
Löh=
lein, auserſehen.
Mainz, 28. Dez. In einem Hauſe des
Karmeliten=
platzes ſoll ſich, wie das M. J. berichtet, ein Einbrecher
eingeſchlichen haben. Infolgedeſſen war das ganze Haus
rebelliſch. Die Polizei wurde benachrichtigt und vier
Mann hoch rückten die Schutzleute an. Es wurde vom
Keller bis zum Dache das Haus durchſucht, aber der
Ein=
brecher nicht gefunden. Aber endlich hatte man Erfolg.
Das Manſardenzimmer eines Dienſtmädchens war
ver=
ſchloſſen, die Maid behauptete, der Zimmerſchlüſſel habe
von außen geſteckt, er ſei jetzt verſchwunden, der Einbrecher
müſſe ſich in ihrem Zimmer verſteckt halten. Es wurde
an der Tür gepocht und dem „Einbrecher” erklärt, wenn er
nicht freiwillig öffne, dann werde Gewalt angewendet und
die Tür geſprengt. Da vernahm man Fußtritte im
In=
nern des Zimmers, alles weicht zurück, nur die
Schutzleute blieben vor der Tür, die ſich nun öffnet. Der
„Einbrecher” tritt heraus, das Dienſtmädchen fällt halb
in Ohnmacht, ihr Schatz hatte ſich in ihr Zimmer
einge=
ſchlichen. In ſeiner Angſt durch den Lärm wegen des
„Einbrechers” für den man ihn irrtümlich hielt, entdeckt
zu werden, zog er den Türſchlüſſel heraus und ſchloß von
innen zu. Die Polizei konnte ſich wieder entfernen, die
Einwohner des Hauſes waren wieder beruhigt.
Gießen, 28. Dez. Der Friedberger Bombenattentäter
Werner machte, lt. G. Anz., in der Nacht vom 23. zum
24. Dezember im Zuchthaus zu Marienſchloß einen
Aus=
bruchverſuch. Er hatte ſchon ein großes Loch in die
Wand gebrochen, als ſein Vorhaben gemerkt wurde.
Geh. Kommerzienrat S. Heichelheim ſtiftete den Betrag
von 500 Mark für die Geſellſchaft Liebig=Muſeum.
Schlitz, 28. Dez. Die Erbgräfin Wilhelm
von Schlitz, gen. von Görtz, geb. Riedeſel Freiin
zu Eiſenbach, iſt am 26. Dezember von einer Tochter
entbunden worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Dez. Das
Weih=
nachtsgeſchäft in dieſem Jahre war, wie die Voſſ.
Ztg. auf Umfrage erfährt, mittelmäßig. Einigermaßen
befriedigend lauten, wenn man die milde Witterung
be=
rückſichtigt, die Bilanzen der Pelzwarengeſchäfte. Nicht
ſchlecht war auch der Umſatz im Tuchwarenhandel. Klagen
über geringere Abſätze hört man vom Lebens= und
Genuß=
mittelmarkt. Stark benachteiligt fühlen ſich viele
Zigarren=
geſchäfte. Augenſcheinlich hat auch die Automobilbranche
recht ſchlechte Geſchäfte gemacht. Etwas günſtiger lauten
die Berichte der Damenkonfektion. — Als ein
Automo=
bil des Prinzen Friedrich Leopold in ziemlich
raſcher Fahrt die Wilhelmſtraße in Nowawes entlang
fuhr und die Grenzſtraße kreuzen wollte, kam ein
Schläch=
terfuhrwerk dahergefahren, das dem Automobil des
Prin=
zen nicht mehr ausweichen konnte. Es erfolgte ein heftiger
Zuſammenſtoß bei dem ein Pionier des Eiſenbahn=
Regiments, Willy Delock, der auf dem Bock des
Fleiſcher=
wagens ſaß, herabgeſchleudert und ſchwer verletzt wurde.
In dem Automobil ſaß einer der Söhne des Prinzen
Friedrich Leopold, der ſofort anhalten ließ und für die
Ueberführung des Verletzten in das Krankenhaus Sorge
trug. — Die Auslieferung des Bankdiebes
Bruning wird vorausſichtlich ſchneller erfolgen, als
an=
fänglich zu erwarten war. Bruning hat ſich bereit erklärt,
gegen ſeine Transportierung nach Deutſchland keine
Ein=
wände zu erheben. Damit hat er auf das etwas
umſtänd=
liche Auslieferungsverfahren verzichtet. Ueber den
Ver=
bleib des Geldes will er vorläufig keine Angaben machen,
ſondern damit bis zu ſeinem Eintreffen in Deutſchland
warten. Offenbar will er ſeinen Schwager Hatke, von
deſ=
ſen erfolgter Feſtnahme er noch nichts weiß, nicht
kompro=
mittieren. Bruning wird durch kanadiſche Beamte bis
London und von dort durch engliſche nach Deutſchland
ge=
bracht werden, wo er vorausſichtlich Anfang Februar
ein=
treffen dürfte. — In Rummelsburg wurden heute morgen
beim Ueberſchreiten der Gleiſe drei Streckenarbeiter vom
Zuge erfaßt. Einer wurde getötet, die beiden
an=
dern verwundet.
Wiesbaden, 28. Dez. Den Tod im
Aufzugs=
ſchacht fand heute früh der Weißbinder Baum aus
Dotzheim, der im Hotel „Weißer Löwe” mit
Anſtreich=
arbeiten beſchäftigt war. Er bemerkte nicht, daß
wäh=
rend ſeiner Tätigkeit im Schacht der Aufzug ſich in
Be=
wegung ſetzte. Das herunterkommende Gewicht trennte
ihm den Kopf vom Rumpfe ab.
Kaſſel, 28. Dez. Hier wurde der Bautechniker
Köh=
ler unter Spionageverdacht verhaftet. Er
war bei einer Optiker=Firma, die für die Armee lieferte,
als Zeichner beſchäftigt. Er benutzte die Gelegenheit,
Zeichnungen und Modelle zu Entfernungsmeſſern für
Luftſchiffe an England und Rußland zu verkaufen.
Mannheim, 28. Dez. Geſtern nachmittag wurde auf
einem Kohlenlagerplatz im Rheinau=Hafen dem 32 Jahre
alten verheirateten Taglöhner Valentin Hoog aus Altrip
von einem elektriſchen Kran die Schädeldecke ein=
zu erreichen, wozu eigentlich nur der König das Recht
beſaß.
Der Landtag kam zuſtande. Eine Deputation holte
York, damit er als Generalgouverneur die Leitung
über=
nehme. Ein Sturm der Begeiſterung grüßte ihn, ein
Sturm der Begeiſterung antwortete ſeiner Rede, die er
mit den Worten ſchloß: Ich hoffe, die Franzoſen zu
ſchlagen, wo ich ſie finde, ich rechne dabei auf die
tatkräf=
tige Teilnahme aller; iſt die Uebermacht zu groß, ſo
wer=
den wir ruhmvoll zu ſterben wiſſen.‟ Er machte
Rüſt=
ungsvorſchläge, die von der Provinz einſtimmig
ange=
nommen wurden. Eine allgemeine Wehrpflicht ward
eingeſetzt: jeder Oſtpreuße im Alter zwiſchen 18 und 40
Jahren, ausgenommen die Untauglichen, die Geiſtlichen
und die Lehrer, war dem Dienſt in der Landwehr
ver=
pflichtet. Bekleidung und Ausrüſtung hätten die
Ge=
meinden zu geben, der Staat die Waffen. 1000 Pferde
zur Bildung eines Kavallerie=Regiments wurden
be=
willigt. Und überdies ward noch ein Landſturm
er=
richtet.
Stein hatte erreicht, was er wollte: die Provinz
er=
hob ſich ohne königlichen Befehl. So die Königsberger
Miſſion gut beendet, fuhr er zum Kären zurück, um bei
ihm insgeheim weiter zu wirkeng; Von Oſtpreußen
er=
zählte er dem Zaren: „Alles verheißt die glücklichſten
Er=
gebniſſe, das wichtigſte aber unter ihnen iſt das
Bei=
ſpiel, das dieſe Provinz ganz Deutſchland gegeben.”
Das Beiſpiel aber ſah ſo aus: Oſtpreußen mit kaum
einer Million Einwohner ertrug die Aushebung von
50000 Mann und leiſtete, obgleich ſeit dem Unglücksjahre
am ſchlimmſten mitgenommen, über eine Million Taler.
Graf Dohna hatte das zweifelhafte Vergnügen, zum
preußiſchen König zu reiſen, um dieſem von der
Ein=
berufung des Landtags ohne ihn und vom Erfolg dieſer
revolutionären Tat Mitteilung zu machen.
Wie überall, ſo war man auch in Berlin bereits
ner=
vös geworden. Als nun gar zu hören war, was York
getan, und der König noch immer ſtille blieb, wurde man
ungeduldig. Denkſchriften, in begeiſterter und
unterneh=
mender Sprache geſchrieben, fluteten ins Berliner Schloß,
Und zu der Nachricht, daß Oſtpreußen auf eigene Fauſt
ſich wappne, kam aus anderen Gauen ähnliche Kunde.
Erwägungen mit den Endergebniſſen: einerſeits!
und andererſeits! machten Friedrich Wilhelm III.
unent=
ſchloſſen. Einerſeits betrachtete er den Moment
gekom=
men für Preußens Rehabilitierung. Andererſeits
be=
fürchtete er ein Jena und Auerſtedt redivivus.
Einer=
ſeits verkannte auch er nicht den günſtig gegebenen Mo=
ment der Revanche. Andererſeits kam es ſeiner
vorneh=
men Geſinnung billig und unſchön vor, die unglückliche
Lage des Feindes auszunutzen.
Der König war das Gefäß guter menſchlicher
Eigenſchaf=
ten, aber in ihm wirkte kein genialer Geiſt. Eine
Feuer=
ſeele durchglühte ihn nicht. Ueberdies und außerdem
hatten die Unglücksjahre ihn kleingläubig gemacht. Das
Zuſtandekommen eines forſchen Entſchluſſes konnte in
ihm nicht ſtattfinden. Erwägungen aber gelten in
ſol=
chen Situationen gleich Null; wogegen ein rückſichtsloſes
Va-banque=Spiel ſich hoch beziffern kann. Er ſah ſich
hingeſtellt, jäh, plötzlich, vor eine völkiſche Tat und ſchrak
zurück. Und ihm fehlten ihn umgebende Menſchen, die
das Herz warm zu machen vermochten, Beſorgniſſe
aus=
zureden verſtanden. Miniſter Hardenberg, Steins
Nach=
folger, aber war ſelbſt ein vorſichtiger Mann und die
kühnen Draufgänger waren fern. Gneiſenau in England,
Scharnhorſt in Schleſien, Stein beim Zaren und York
in Königsberg.
Yorks Tat traf ihn ſchwer; er billigte und mißbilligte
ſie. Sie bot ihm ein Doppelſpiel, das ſeiner geraden
Natur nicht lag. Ein Adjutant trug ein eigenhändiges
Schreiben an Murat, dem Napoleon das
Hauptkom=
mando über das aus Rußland retirierende Heer
über=
tragen, und an Napoleon ſelbſt ging ein
franzoſenfreund=
licher Fürſt ab. Beide Geſandte bedauerten namens des
Königs Yorks Tat, erklärten deſſen Abſetzung und
Ver=
haftung, und boten Napoleon ein friſches Truppenkorps
preußiſcher Soldaten für den zweiten ruſſiſchen Feldzug.
Jener Adjutant aber, der zu Murat reiſte, ſchlug ſich nach
Erledigung ſeiner an dieſen adreſſierten diplomatiſchen
Geſchäfte insgeheim ins ruſſiſche Hauptquartier zu Kaiſer
Alexander, um dem zu erklären, der König ſei mit Yorks
abgeſchloſſener Konvention einverſtanden, könne und
dürfe ſie aber vorläufig nicht öffentlich anerkennen; dem
König ſei ein Schutz= und Trutzbündnis mit dem Zaren
willkommen.
Die in Preußen weilenden Franzoſen aber fühlten
den leidenſchaftlichen Atem der Volksbewegung und
trau=
ten der Treuverſicherung des Königs nicht. Der
Adju=
tant an Murat und den Zaren ſpürte bereits ſeiner Ferſe
folgende Spione; nur auf Umwegen konnte er nach
Ber=
lin zurück. Ein dunkles Gerücht, der König ſollte
gefan=
gen genommen und als Geiſel fortgeführt werden, ließ
die Berliner Bürger ſchützend zuſammentreten. Da bat
der König den franzöſiſchen Geſandten und die höchſten
franzöſiſchen Offiziere bei ſich zu Tiſche und erklärte ihnen
ſo zwiſchendurch, daß er ab morgen in Breslau
reſidie=
ren werde, um dort die Aushebung eines neuen Heeres
für Napoleon vorzunehmen.
In der Vornahme der Reſidenzverlegung aber ſah
das preußiſche Volk hocherfreut, daß ihr König zum
Kampfe willens wurde.
Den Anſtoß zur Ueberſiedelung von Berlin nach
Breslau hatte der Zar gegeben. Seine freundliche
Ant=
wort brachte den erwägenden König zu einem Reſultat.
Was man in Oſtpreußen lange wußte, deſſen war man in
Berlin nun erſt ſicher geworden: daß der Einmarſch
ruſſiſcher Truppen in die oſtpreußiſche Provinz keinen
feindſeligen Untergrund habe. Was York und Stein
vorkämpfend getan, erkannte nun auch der König an als
das einzig wahre, daß es nur eines gab: ein Bündnis
mit Rußland. Und daß ſein urſprünglicher Plan,
be=
waffnet mit Oeſterreich Hand in Hand zwiſchen
Napo=
leon und Rußland zu vermitteln und dabei zugleich für
das eigene Land günſtigen Friedensabſchluß zu
erlan=
gen, nicht durchführbar ſei. Die Oeſterreicher wollten
ſich neutral halten, aber der Zar, angehaucht vom Geiſte
Steins, bat herzlich um Bundesbrüderſchaft. Er ſei
ge=
willt, mit für Preußen zu kämpfen, bis es wieder zu
ſei=
ner einſtigen Größe aufgerichtet ſei.
Man trat in Verhandlungen ein. Viel zu lang und
zu umſtändlich für das erregte Volk, dem erwünſcht
ge=
weſen, daß ohne gegenſeitigen Verträge Ruſſen und
Preußen ſich vereinigt und drauf losgeſchlagen hätten.
Doch man war vorſichtiger. Zwiſchen dem ruſſiſchen und
dem preußiſchen Hauptquartier waren die Unterhändler
mit Verträgen unterwegs. Als es aber gar zu lange
währte mit dieſen vorſichtigen Herrn, ſchickte Kaiſer
Alexander den ruſſiſchen Staatsrat von Anſtett in
Be=
gleitung Steins mit einem perſönlichen Schreiben und
einem neuen Vertragsentwurf an den Miniſter des
Königs von Preußen.
Und während am 27. Februar 1813 der Pakt getätigt
wurde, lag die Seele dieſes Rütlis, Freiherr von Stein,
umgeben von franzöſiſchen Spionen, ſchwer erkrankt am
Nervenfieber danieder.
Was man ſich gegenſeitig geſchworen, war dieſes:
Befreiung Deutſchlands aus franzöſiſcher
Fremdherr=
ſchaft, Erlangung eines dauerhaften Friedens,
Wieder=
herſtellung Preußens. Einer war dem anderen
ver=
pflichtet, keiner durfte für ſich apart Frieden ſuchen und
ſchließen.
Tief ergriffen ſoll Kaiſer Alexander geſprochen haben:
„Das iſt eine Hilfe, die mir die Vorſehung ſchickt, aber
der König kann auch ſicher ſein, daß ich eher ſterben, als
ihn verlaſſen werde.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Nummer 306
gedrückt und das rechte Bein herausgeriſſen. Der Tod
des Schwerverletzten trat auf der Stelle ein. Der
Verun=
glückte war mit dem Schmieren des elektriſchen Krans
beſchäftigt, als derſelbe von dem Kranführer in
Beweg=
ung geſetzt wurde. Die Unterſuchung iſt eingeleitet
worden.
Leipzig, 28. Dez. Heute mittag fand hier auf dem
Völkerſchlachtgelände in Gegenwart des ruſſiſchen
Kriegs=
miniſters Suchomlinow und anderer ruſſiſcher Offiziere,
ſowie des ſächſiſchen Staatsminiſters Graf Vitzthum
von Eckſtädt und der Spitzen der Militär= und
Zivil=
behörden die feierliche Grundſteinlegung zu einer
ruſſiſchen Gedächtniskirche ſtatt. Die Kirche
wird auf der Grabſtätte der gefallenen 22000 ruſſiſchen
Krieger errichtet. Bei der Feier zelebrierte der Probſt
Jackſchiſch mit einem Abgeſandten der ruſſiſchen Kirche
von Dresden. Nach der Feier fand ein Feſtmahl ſtatt.
Hamburg, 27. Dez. Vor einigen Wochen reiſten der an
der hieſigen Oper angeſtellte K apellmeiſter
Klempe=
rer und die dramatiſche Sängerin Frau Puritz=
Schu=
mann ohne Urlaub nach dem Süden, kehrten aber nach
einigen Tagen zurück. Die Erklärung dieſes
vielbeſproche=
nen Vorgangs erfolgte geſtern abend nach Schluß der
Lohengrin=Vorſtellung. In der erſten Parkettreihe erhob
ſich ein Herr, wie ſich ſpäter herausſtellte, der Gatte der
Sängerin, Architekt Puritz, und bearbeitete mit einer
Peitſche den dirigierenden Kapellmeiſter Klemperer.
Dieſer ſtieg über die Orcheſterbrüſtung, um ſich auf ſeinen
Gegner zu ſtürzen, doch brachten einige unbeteiligte Herren
die beiden auseinander. Heute vormittag erläßt Herr
Puritz eine öffentliche Erklärung des Inhalts, er habe den
Kapellmeiſter Klemperer, der ſeine Frau verführt habe,
auf Piſtolen gefordert, da dieſer aber die Forderung
ab=
lehnte, ſei ihm, Puritz, nichts anderes übrig geblieben, als
ſich auf dieſe Weiſe Genugtuung zu verſchaffen.
Hamburg, 28. Dez. In London waren Gerüchte
über einen ſchweren Zuſammenſtoß verbreitet. Der
deutſche Dampfer „Amaſis” der Hamburger
Cos=
mos=Linie ſollte danach im Hafen von Montevideo mit
dem Dampfer „Auſtrian Prince” zuſammengeſtoßen und
geſunken ſein. Die Meldung beſtätigt ſich in dieſem
Um=
fange glücklicherweiſe nicht. Die beiden genannten Schiffe
ſind allerdings zuſammengeſtoßen, jedoch ſind
glücklicher=
weiſe keine Menſchenleben zu beklagen.
Lübeck, 27. Dez. In der Nacht zum Donnerstag brach
infolge eines orkanartigen Sturmes auf dem
Hochofen=
werk ein Verladekran zuſammen. Derſelbe begrub
unter ſeinen Trümmern ein Häuschen, in dem ſich ſieben
Arbeiter befanden. Einer wurde getötet, die übrigen zum
Teil ſchwer verletzt.
Paris, 28. Dez. Nach Blättermeldungen aus Mexiko
beſtätigt es ſich, daß der Bankier Rochette ſich an Bord
des Dampfers „Espagne” befindet, der am 5. Januar in
Veracruz erwartet wird. Rochette nimmt zweiſellos an,
daß er ſich in Mexiko in Sicherheit befinden werde, da er
ſich durch die Ausgabe einer Anleihe von 25 Millionen
Francs erſt kürzlich die dortige Regierung verpflichtet habe
und überdies zwiſchen Frankreich und Mexiko kein
Aus=
lieferungsvertrag beſteht. Von der hieſigen mexikaniſchen
Geſandtſchaft wurde jedoch einem Berichterſtatter erklärt,
daß die mexikaniſche Regierung die Auslieferung Rochettes
zweifellos billigen werde, falls Frankreich dieſe verlangen
ſollte.
Nizza, 28. Dez. Die Marſeiller Polizei hat zwei
Deutſche, namens Willi Schanzel und Peter Kurt, unter
dem Verdacht verhaftet, den Angriff auf den
Chauf=
feur zwiſchen Nizza und Monte Carlo unternommen
zu haben. Dem Chauffeur wurden Photographien der
beiden Verhafteten vorgelegt und er ſoll die beiden als
ſeine Angreifer rekognosziert haben.
Bordeaux, 28. Dez. Ein Arbeiter, namens Pegrilhe
geſtand, daß er ein in Lauſſel (Dordogne) ausgegrabenes
Basrelief im Februar dieſes Jahres an den Berliner
Archäologen Dr. Stuckardt für 18 000 Francs und ein
an=
deres Basrelief, einen Pferdekopf, an einen Dr. Werwort
für 1000 Francs verkauft habe. Die beiden Bildwerke
ſol=
len ſich gegenwärtig in einem Berliner Muſeum
befinden. Gegen Pegrilhe wurde die ſtraftrechtliche
Ver=
folgung wegen Vertrauensbruchs eingeleitet.
London, 28. Dez. Die Grafſchaften Leiceſterſhire und
Lincolnſhire ſind infolge anhaltender Regengüſſe
über=
flutet. Zwiſchen Spalding und Crowland iſt eine
Strecke von 16 Kilometern unter Waſſer. Das Waſſer
ſteigt.
Petersburg, 27. Dez. In Archangelsk wurde ein
ungeheures Verbrechen aufgedeckt. Eine Frau
Kusnezowa wurde unter dem Verdacht, tauſend Kinder
ermordet zu haben, verhaftet. Frau Kusnezowa hat ein
„Kinderheim”, das ſich einer großen Beliebtheit
er=
freute. Sie war als fromm bekannt, ſo daß ſie zu den
beſten Kreiſen Beziehungen unterhielt. In dieſem „
Kinder=
heim” ſtarben auffällig viel Kinder, ohne daß die Behörde
eingeſchritten wäre, da man als Urſache dafür die in
Rußland beſonders große Kinderſterblichkeit anſah. Als
in der letzten Zeit die Kinderſterblichkeit beſonders
über=
hand nahm, miſchte ſich die Behörde ein und verlangte
nach Totenſcheinen. Auch hier konnte Frau Kusnezowa
beweiſen, daß alles mit rechten Dingen zugegangen ſei,
denn die Totenſcheine waren ganz richtig von dem
Stadt=
arzt Butuſow ausgeſtellt und lauteten in den meiſten
Fäl=
len auf Brechdurchfall. Inzwiſchen erhielt aber die
Po=
lizei Mitteilungen, daß ſchwere Verbrechen in dem
Kinder=
heim vorkämen. Trotz der richtigen Totenſcheine ordnete
das Gericht eine Ausgrabung der Kinderleichen und eine
eingehende Unterſuchung der Fälle an. Schon das
Ergeb=
nis der erſten Unterſuchungen war ſo ſchwer belaſtend, ſo
daß die Kusnezowa ſofort in Unterſuchungshaft
genom=
men wurde. Es wurden Exhumierungen veranſtaltet und
immer mehr trat es klar zutage, daß hier zur Erlangung
der Abfindungsſummen Verbrechen in größtem Stile
be=
gangen wurden. Bisher ſoll an mehr als tauſend
Kin=
dern Giſtmord verübt worden ſein. Bisher ſind über 600
Mütter vernommen worden. Der Prozeß wird eine
ungeheure Ausdehnung annehmen, da faſt 1000
Zeugen zu vernehmen ſein werden. Der Fall in
Archan=
gelsk ſcheint bisher die größte Skandalaffäre zu ſein, die
Rußland je aufzuweiſen hatte.
Kiew, 27. Dez. In der vorigen Nacht zerſtörte ein
Brand die ausgedehnte mechaniſche Abteilung der
ſüd=
ruſſiſchen Maſchinenbauanſtalt.
Die direkten Steuern in Heſſen.
*X* In dem allgemeinen Finanzerpoſé des Herrn
Finanzminiſters Dr. Braun über den Staatsvoranſchlag
für 1913 iſt bereits mitgeteilt worden, daß ſich die
Geſamt=
einnahme aus der Hauptabteilung „Direkte Steuern,
Regalien indirekte Auflagen uſw.” auf 25 182655 M.
be=
rechnet. und daß nach Abzug der Ausgaben für dieſes
Kapitel ein Ueberſchuß von 22 362972 M. verbleiben wird,
was gegen das Vorjahr, abzüglich 45 700 M. höherer
Aus=
gaben, ein Mehrerträgnis von 921186 Mark bedeutet. An
dieſer letzteren Summe ſind zunächſt die Erträgniſſe aus
den direkten Steuern mit 373 000 M., die
Stempelſteuerein=
nahme mit 370000 M. und die Erbſchafts= und
Schen=
kungsſteuer mit 176000 M. beteiligt. Die Bruttoeinnahme
aus der Einkommenſteuer iſt mit 14927600 M., aus der
Vermögensſteuer mit 4 562 400 M., die Stempelſteuer mit
4250000 M., die Erbſchafts= und Schenkungsſteuer mit
536000 M. und die Hundeſteuer mit 450000 M. angeſetzt.
Aus dieſen Zahlen iſt unzweifelhaft die erfreuliche
Tat=
ſache zu entnehmen, daß ſich die Steuerkraft des Landes
und der allgemeine Wohlſtand in Heſſen im neuen
Rech=
nungsjahr wieder in fortſchreitender Linie bewegr.
Die Ueberſchüſſe aus dem Kapitel 12 des Etats, direkte
Steuern uſw., haben ſich im letzten Jahrzehnt ſtändig und
weſentlich gehoben. Während ſie im Rechnungsjahr
1901/02 ſich auf 13849000 M. beliefen, ſtiegen ſie 1902/03
auf 15165000 M., im Etatsjahr 1905 auf 16 (89000 M.,
1907 auf 17621000 M., 1908 auf 18 236000 M., gingen
1909 auf 18 069000 M. zurück und ſtiegen dann zumeiſt
in=
folge der Steuererhöhung im Jahre 1910 auf 21 235000 M.,
fielen 1911 auf 20988000 M., und ſtiegen 1912 auf
21441000 M (wobei allerdings die Summe von 355000
Mark auf die am 17. Juli dieſes Jahres erfolgte Erhöhung
der Stempel= und der Erbſchafts= und Schenkungsſteuer
zurückzuführen iſt), während die Ueberſchüſſe für 1913 auf
22 362972 M. berechnet ſind. Es ergibt ſich alſo ſeit dem
Jahre 1901/02 eine Steigerung des Ueberſchuſſes der
Steuereinnahmen von mehr als 8½ Millionen Mark,
wo=
von allerdings für die inzwiſchen erfolgten
Steuer=
erhöhungen eine Anzahl Millionen wieder in Abzug
ge=
bracht werden müſſen.
Es wird nun von einigem Intereſſe ſein, zu erfahren,
durch welchen Apparat von Beamten uſw. dieſe
Steuerein=
nahmen herbeigeſchafft werden müſſen. In der
Miniſte=
rialabteilung für Steuerweſen befinden ſich neben dem
Chef der Abteilung, Geh. Rat Dr. Becker, noch 6
vortra=
gende Räte, 3 ſtändige und 1 kommiſſariſcher
Hilfsar=
beiter, deren Gehälter ſich zwiſchen 5000 bis 9500 M.
be=
wegen, und aus dem Etat des Miniſteriums der Finanzen
beſtritten werden. Zum Steuerdienſt ſpeziell ſind berufen:
37 Vorſtände der Finanzämter mit einem Geſamtgehalt
von 194000 M.. 13 Finanzamtmänner mit 50 100 M., 57.
Finanzamtsgehilfen mit 83000 M., dazu Wohnungsgeld
16 940 M. Für 219 Schreibgehilfen und Schreibaushilfe
iſt diesmal der Betrag von 232000 M., 9000 M. mehr als
im Vorjahr, angeſetzt, für andere Aushilfskoſten (
Aſſeſſo=
ren und Finanzaſpiranten) 62000 M., für Bureaukoſten
41500 M., für Koſten der Veranlagung der Steuern und
die Landeskommiſſion 42000 M., für 4 (ſeither 5)
Kontroll=
beamte 18000 M deren Tagegelder= und Reiſekoſten,
Woh=
rungsgeldzuſchüſſe 8220 M. Für 40 Bezirkskaſſierer (
ſeit=
her 46) 148800 M., deren Wohnungsgeld 2736 M. (die
meiſten Bezirkskaſſierer haben Dienſtwohnungen), für
wei=
tere 80 Schreibgehilfen bei den Lokalkaſſen 75600 M., und
für Aushilfekoſten 23000 M., für etwa 180 Untererheber
188000 M., für 27 Pfandmeiſter 41800 M. und für
Woh=
nungsgeld und Stellvertretungskoſten 9440 M. Die
Ge=
ſamtkoſten für dieſen umfangreichen Apparat an Perſonal=
und Bureaukoſten betragen 1340863 M. Dazu kommen
an Ausgaben für das Erbſchaftsſteueramt, 1 Vorſtand und
5 Beamte 26 350 M., für Umnzugskoſten bei
Dienſtverſetzun=
gen uſw. 4000 Mk., für Herſtellung der Stempelmarken und
Formalien 6000 M., für Vergütung an Beamte beim
Ver=
trieb der Stempelmarken 43 600 M. (dieſer ſchon mehrfach
von der Kammer angefochtene Poſten iſt gegen das
Vor=
jahr um 7600 M. erhöht, entſprechend den zu erwartenden
Stempel=Mehreinnahmen), für Formularien bei der
Steuerkontrolle 30000 M. u. ſ. f.
Der geſamte heſſiſche Steuerdienſt
er=
fordert im neuen Staatsvoranſchlag einen Betrag von
1 452013 M. Eine nicht viel geringere Summe — und das
dürfte im Lande noch faſt gänzlich unbekannt ſein!
nämlich 1367670 M., iſt im Anſchluß an dieſe perſönlichen
und ſachlichen Koſten mit unter die Ausgaben für den
Steueretat geſtellt worden, die ſich auf das ſteuerliche Rie
ſiko bezieht und bei jedem Voranſchlag mit in Betrachtg
zogen werden muß. Der Finanzminiſter rechnet bei dem
Einkommen aus direkten Steuern als Nachläſſe infolge
von Rechtstiteln 951870 M. und für uneinbringliche Poſten=
315 500 M. ab. zuſammen alſo 1 267370 M., wozu noch
rund 100000 M. für ſonſtige Ausfälle uſw. kommen. Dieſe
Poſten zuſammen mit den vorſtehend vermerkten direkten
Steuerkoſten ergeben erſt die ſchon erwähnte
Geſamtaus=
gabe von 2819 683 M., die ſich trotz mehrfacher Erſparniſſe
durch Aufhebung einer Anzahl Bezirkskaſſen uſw. um
45699 M. höher ſtellt als im Vorjahr. In Wirklichkeit
ſchmilzt aber dieſes Mehr auf nur 15699 M. zuſammen,
da im neuen Etat für Koſten der Vorarbeiten zwecks
Ein=
führung des Gemeindeumlagegeſetzes vom 8. Juli 1911
und der erſtmaligen Veranlagungskoſten ein einmaliger
Betrag von 100000 M. angefordert wird, während im
vorigen Etat für denſelben Zweck nur 70000 M. eingeſtellt
waren.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
* London, 28. Dez. Der Times zufolge iſt der
Eindruck derjenigen Kreiſe Londons, die über die
Frie=
denskonferenz informiert ſind, optimiſtiſch bezüglich der
Friedensverhandlungen ſelbſt, dagegen
we=
niger optimiſtiſch, was die zukünftigen Beziehungen der
Verbündeten untereinander anbetrifft. Während der
Weih=
nachtsfeiertage fand ein eingehender Verkehr zwiſchen den
bulgariſchen und den türkiſchen Delegierten ſtatt. Die
Ver=
handlungen ſollen viel weiter fortgeſchritten ſein, als der
bisherige Verlauf der Konferenz vermuten läßt,
Die Haltung Rumäniens.
* Bnkareſt, 27. Dez. (Senat.) Auf der
Tages=
ordnung ſtand die Adreßdebatte. Miniſterpräſident
Majoreseu erklärte: Die Thronrede gelange unter
außergewöhnlichen Umſtänden zur Verhandlung.
Ru=
mänien, das bei der Löſung der Balkankriſe, die
ganz Europa beſchäftigt, unmittelbar intereſſiert ſei, welche
Regierung auch immer am Ruder ſein mag, könne nur mit
Unterſtützung des ganzen Landes den Ereigniſſen die
Stirn bieten. Um dieſer Einigkeit Ausdruck zu verleihen.
glaube er vorſchlagen zu ſollen, daß über die Adreſſe in
Beantwortung der Thronrede unter dieſen
Umſtänden=
nicht verhandelt wird, ſondern daß einzig und allein die
Erklärung betr. Einheitlichkeit der Anſchauun= aller Parteien in bezug auf die auswärtige
Politik dem Throne zur Kenntnis gebracht wird.
Der Führer der liberalen Partei Bravianu
ver=
las ſodann folgende Erklärung: „Die liberale Partei
glaubt, daß mit Rückſicht auf die internationale Lage eine
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* „Gyges und ſein Ring”, bekanntlich eine der
beſten Aufführungen unſeres Repertoires, hat auch in
Worms am zweiten Weihnachtstage einen großen
Ein=
druck gemacht. Die Vorſtellung wurde noch tags vorher
infolge einer Unpäßlichkeit des Heren Baumeiſter in Frage
geſtellt; Herr Hacker trat raſch entſchloſſen für ſeinen
Kollegen ein und übernahm die von ihm nur wenige Male
und ſeit zirka 8 Jahren überhaupt nicht mehr geſpielte
Rolle des Königs. Die W. Ztg. ſchreibt darüber: Herc
Hacker, der durch die Schule des klaſſiſchen Dramas
ge=
gangen iſt, geſtaltete den edlen Hebbelſchen König
meiſter=
haft; in der würdigen Haltung, in dem ſeurigen Strom
der Rede und in dem tiefen Ausdruck ſeeliſcher
Empfind=
ungen kam die große Kunſt des beliebten Darſtellers aufs
neue zur Geltung, und die Zuſchauer ſpendeten ſtürmiſch
Beifall.”
Wd. Der „Blaue Vogel” im Deutſchen
Theater zu Berlin. Aus Berlin wird uns
geſchrie=
ben: Nur wer in dem literariſchen Treiben nicht die
Fähigkeit verlor, mit den Kindern wieder zum Kinde zu
werden, findet den Schlüſſel zu der engen Pforte, hinter
der Maeterlinck, der Träumer, die bunte, zarte
Mär=
chenwelt ſeines „Blauen Vogels” aufgebaut hat, aufgebaut
für alle, die in milder Weihnachtsſtimmung noch
im=
ſtande ſind, mit naiver Gläubigkeit an ihre Kindheit
zurückzudenken, ohne ironiſch zu lächeln. Denn Naivität
und Freude an unſchuldiger Einfachheit iſt die
Voraus=
ſetzung zu dem Glauben an Märchen, das ſich nur dem
Gemüte und nie dem grübleriſch zerſetzenden Verſtande
erſchließt. Die ſüßen, ſtillmelancholiſchen Akkorde von
Humperdincks Muſik eröffnen den Abend: und wenn der
Vorhang ſich teilt, beginnt auch das Märchenreich, das
fern von der Wirklichkeit des Alltags und auch fern von
der Gedankenwelt unſerer literariſchen Gegenwart liegt.
Bilder ſind es, die vorüberziehen, nicht dramatiſche
Hand=
lungen, aber Bilder, wie wir ſie als Kind einſt träumen
konnten. Und doch gipfelt dieſes Märchenſpiel überall in
einer zarten poetiſchen Verklärung des Alltags, leiht
Din=
gen und Weſen, an denen wir achtlos vorübergehen, Leben
und Scele. Der Hund, die Katze und das Brot, Feuer,
Licht und Waſſer, die Tiere des Feldes und die Bäume
des Waldes werden durch eine Zauberwelt und durch ein
Zauberhütlein zu lebenden Weſen, die endlich aus dem
Schweigen erlöſt ihren Herrn, den Menſchen, freundlich
oder feindlich gegenübertreten. Vergangenheit erwacht zu
neuem Leben und in wunderbar zarten Farben, von
einem milden Humor verklärt, flüchtet unſer Traum
wie=
der hinter die Rampe und erzählt anſpruchslos und
ſcham=
haft wie ein verſchüchtertes Kind von den Träumen der
Phantaſie, die das Leben ſo gern belächelt. Nur in einem
der Bilder, in dem Schoß der Freuden, dringen
begriff=
liche Konſtruktionen ſtörend in die bunte Lebendigkeit des
Märchens und wirken ernüchternd, weil hier Maeterlinck
vom Märchenerzähler zum Symboliker wird und den
Weg von der Idee zur Anſchauung nur mit den Krücken
einer kühlen Symbolik zurücklegt. Schade iſt nur, daß
der heitere naive Ton der prächtigen Darſtellung in der
Inſzenierung des Deutſchen Theaters bisweilen durch
Szenenbilder geſtört wird, in denen bewußte Stiliſierung
des Märchenreichs des Unbewußten und des Erahnten
verläßt. Die Hütte des armen Holzknechts iſt zu einer
reichen bunten Bauernſtube geworden, die die Armut
Lügen ſtraft Und dem wundervollen Waldbilde folgt
ein Friedhof, deſſen Verwandlung ſtatt einer fröhlichen
Blumenwelt eine erzwungene Konſtruktion von rotem und
gelbem Strohwerk bietet. Ganz herrlich dagegen erſcheint
wieder das Land der Erinnerung, während in dem
Schloſſe der Freuden eine nüchterne Armut der Phantaſie
Schranken ſetzte, ſtatt ihr Freiheit zu gewähren. Dieſes
Bild hätte überhaupt ſtark gekürzt werden können:
und damit wäre auch die Möglichkeit gewonnen
worden, das ſchönſte, lebendigſte und heiterſte Bild
zu retten: das Land der Zukunft. Daß gerade
die=
ſes ſchönſte Juwel in dem Bilderkranz der
Maeterlinck=
ſchen Traumdichtung ausgeſprochen ward, bleibt ein
Rät=
ſel, das man nur ſtaunend empfindet, ohne es löſen zu
können. Denn gerade dieſes Bild iſt nicht nur poetiſch,
ſondern auch theatraliſch das ſtärkſte und wirkſamſte.
* Raffinierte Mädchenhändler. Aus London wird der
Kölniſchen Volkszeitung geſchrieben: Dieſer Tage
be=
ſuchte eine Dame mit ihren zwei Töchtern eines der
größ=
ten Londoner Geſchäftshäuſer. Nachdem ſie zuſammen
verſchiedene Einkäufe gemacht hatten, trennten ſie ſich.
Die Mutter ging in eine andere Abteilung, um weitere
Einkäufe zu machen, die Töchter hatten noch anderes zu
beſtellen. An einer beſtimmten Stelle wollten ſie ſich
wieder treffen. Nach zwanzig Minuten kam die Mutter
zurück und war erſtaunt, die Töchter nicht an der anges
gebenen Stelle zu finden, und wandte ſich an den
Ober=
aufſeher der Abteilung um Auskunft. Dieſer erklärte
ihr, daß die beiden Damen kurz vorher in Begleitung
einer Perſon, welche die Uniform einer Krankenwärterin
trug, in der größten Beſtürzung das Geſchäftshaus
ver=
laſſen hätten. Die Krankenwärterin ſei hereingekommen,
auf die Damen zugeeilt und habe ihnen mitgeteilt, ihrer
Mutter ſei beim Ueberſchreiten der Straße ein Unfall
zu=
geſtoßen; man habe ſie ſogleich ins Spital
transportie=
ren müſſen, ſie ſelbſt aber ſei geſchickt worden, um dier
Töchter an das Krankenbett der Mutter zu holen. Ein
Motorwagen wurde gerufen und die Mädchen fuhren
mit der angeblichen Krankenwärterin davon. Bis zur
Stunde hat man nichts mehr von ihnen gehört. Den
Schmerz der Eltern kann man ſich vorſtellen.
* Der Journaliſt. In der Monatsſchrift Der Strom,
dem Organ der Wiener freien Volksbühne, leſen wir das
folgende hübſche Märchen von Eugen Heltai: Der große,
feine, vornehme und einflußreiche Journaliſt war
geſtor=
ben. Die Engel hoben ſofort ſeine Seele auf ihre Flügel,
und der ausgezeichnete Mann kam ſehr bald am Tore
des Himmels an. Er wollte eintreten, aber der heilige
Petrus verſtellte ihm den Weg. „Ihre bürgerliche
Be=
ſchäftigung!” fragte er mit militäriſcher Strenge.
„Journaliſt!” — „Komplett!” ſagte Peter kurz und
ſchlug=
die Tür zu. — „Belieben Sie vielleicht in die Hölle zu
gehen?” riet der eine Engel wohlmeinend. — „Mir iſt es
einerlei,” ſagte der Journaliſt und ging zur Hölle hinab.
„Journaliſt?” fragte der Türhüter der Hölle erſchrocken=
„Kein Platz!” Und auch er ſchlug die Tür zu. Der
Jour=
naliſt verzweifelte nicht. Er zog ſich auf einen
unbewohn=
ten Stern zurück und gründete dort eine Zeitung. Nach
einer Woche bot man ihm eine Freikarte ſowohl für den
Himmel als auch für die Hölle an.
* Schlau. Eine Dame ſagte beim Ausgang aus dem
Theater, das ſtarken Beſuch aufzuweiſen gehabt hatte:
„Wenn jeder es doch nur ſo machen wollte, wie ich, und
ruhig auf ſeinem Platze ſitzen bleiben, bis alle anderen
das Theater verlaſſen haben, dann würde es nicht ſolch
Gedränge an den Türen geben.”
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Seite 5.
Debatte über die auswärtige Politik untunlich iſt.
In=
folgedeſſen ſieht die Partei von einer Debatte über die
Thronrede ab, von dem Wunſche getragen, der
internatio=
nalen Aktion der Regierung keine Schwierigkeiten zu
be=
kreiten und die Löſung der gegenwärtigen Schwierigkeiten
zu erleichtern. Die Ereigniſſe auf dem Balkan
werden über die Zukunft des europäiſchen Orients
ent=
ſcheiden. Die Löſung der Kriſe iſt undurchführbar ohne
Rückſichtnahme auf unſere wohlbegründeten Rechte und
unſere legitimen Intereſſen. Wir haben eine doppelte
Ver=
pflichtung: zunächſt die Aufrechterhaltung der politiſchen
Poſition, die wir durch die Weisheit und den Heldenmut
unſerer Väter errungen haben, und die der Energie und
der Kulturarbeitsfähigkeit unſerer Nation, die auch der
Würde und Kraft unſeres Staates entſpricht, und dann
die Sicherſtellung der nationalen Zukunft der Rumänen
auf der Balkanhalbinſel, deren Schickſal uns ſo teuer iſt.”
* Bukareſt, 28. Dez. In der Kammer
unter=
breitete Finanzminiſter Marghiloman die
Geſetzent=
würfe betr. die Anweiſung eines außerordentlichen
Kre=
dits von 137 Millionen für das
Kriegsminiſte=
rium und eines weiteren Kredits von 14 Millionen für
dasſelbe Reſſort. Die Unterbreitung wurde vom Hauſe
mit lebhaftem Beifall begleitet. Auf der Tagesordnung
der Sitzung ſtand die Adreßdebatte.
Miniſterpräſi=
dent Majorescu macht dem Hauſe Mitteilung von
dem Beſchluſſe des Senats, die Thronrede mit
Rück=
ſſicht auf die internationale Lage nicht zum Gegenſtand
einer Debatte zu machen. Der ehemalige Miniſter
Coſti=
nescu verlas die bereits im Senat abgegebene Erklärung
der liberalen Partei. Der Miniſterpräſident erklärte, es
ſei ſelbſtverſtändlich, daß die Kammer nicht gehalten ſei,
ſich dem Beſchluſſe des Senats anzuſchließen, aber mit
Rückſicht darauf, daß die verantwortlichen Parteien des
Landes gegenwärtig auf die Diskuſſion verzichtet hätten,
werde die Regierung jedenfalls an einer Debatte nicht
teilnehmen; einzelne Anfragen werde ſie jedoch eingehend
beantworten. Der Führer der Nationaliſten,
Univerſitäts=
profeſſor Jorga, ergriff das Wort und erklärte, der
Balkanbund ſei eine Notwendigkeit und werde ſich
unvermeidlich erneuern, ſelbſt wenn es vorübergehende
Streitigkeiten wegen der Teilung der Siegesbeute geben
ſollte. Die Rumänen in Mazedonien müßten Gegenſtand
beſonderer Fürſorge der Regierung bilden.
Die Samstagsſitzung der Friedenskonferenz.
* London 28. Dez. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, ſind die heute vorgelegten türkiſchen
Gegen=
vorſchläge folgende:
1. Das Wilajet Adrianopel bleibt unter der direkten
Verwaltung der Türkei.
2. Mazedonien wird in ein Fürſtentum umgewandelt
mit Saloniki als Hauptſtadt und ſteht als ſolches unter
der Souveränität des Sultans, jedoch unter einem von
den Balkanverbündeten gewählten Fürſten, den der
Sul=
tan ernennt. Der Fürſt ſoll Proteſtant und aus einem
neutralen Staat ſein.
3. Albanien wird autonom unter der Souveränität
des Sultans und unter einem Fürſten aus der kaiſerlichen
ottomaniſchen Familie, der für fünf Jahre gewählt wird
mit der Möglichkeit der Wiederwahl.
4. Alle ägäiſchen Inſeln bleiben türkiſch.
5. Die kretiſche Frage wird von der Konferenz nicht
behandelt, ſondern zwiſchen der Türkei und den
Groß=
mächten geregelt.
* London, 28. Dez. Die
Friedenskonfe=
renz trat um 11 Uhr vormittags zuſammen. Nachdem
die türkiſchen Gegenvorſchläge vorgebracht waren,
ver=
tagte ſich die Konferenz, um den Balkan=Delegierten
Ge=
legenheit zu geben, ſich über die türkiſchen Vorſchläge zu
beſprechen. Danach wurde die Sitzung wieder
auf=
genommen und man trat in eine allgemeine
De=
batte über die türkiſchen Vorſchläge ein.
Die Führer der Delegationen der Balkanſtaaten ergriffen
nacheinander das Wort und wieſen darauf hin, daß die
türkiſchen Gegenvorſchläge von einer Baſis ausgingen,
die grundverſchieden ſei von der, welche die Balkanſtaaten
bei den Friedensbedingungen eingenommen hätten. Die
türkiſchen Vorſchläge erkennten die gegenwärtige
tatſäch=
liche Lage nicht an und berückſichtigten nicht die
Gebiets=
anſprüche der Verbündeten. Verſchiedene Redner erklärten,
die türkifchen Vorſchläge ſeien unannehmbar und
könnten nicht die Grundlage für eine Diskuſſion abgeben.
Die türkiſche Delegation wurde erſucht, neue
Gegenvor=
ſchläge vorzulegen, welche die Grundideen der
Friedens=
bedingungen der Verbündeten berückſichtigten. Die
tür=
kiſchen Delegierten ſuchten ihren Standpunkt zu
begrün=
den, verſprachen aber dabei, die Erklärungen der
Delegier=
ten des Balkanbundes nach Konſtantinopel zu berichten
und am Montag zu antworten. Die Türken
wur=
den auch gefragt, ob dieſe Gegenvorſchläge das letzte
Wort darſtellten; über dieſen Punkt konnte man von ihnen
keine endgültige Antwort erlangen. Den türkiſchen
Dele=
gierten wurde ſchließlich mitgeteilt, daß eine Beſprechung
über Reformen in Mazedonien in dieſem Stadium der
Verhandlungen völlig unannehmbar ſei. (Darauf wurde
die Konferenz auf Montag nachmittag 4 Uhr
ver=
tagt.
* London, 28. Dez. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt von Delegierten der Balkanſtaaten, daß die
Vorſchläge der Türken in den Kreiſen der Balkan=
Delegierten überraſcht hätten; man habe zwar
er=
wartet, daß die Vorſchläge unannehmbar ſein würden,
aber doch nicht in ſolchem Grade. Obſchon die Türken
er=
klärten, ſie würden telegraphiſch neue Vorſchläge
er=
bitten, glaubt man nichtsdeſtoweniger, daß die Türken
bereits eine Reihe von Vorſchlägen beſitzen, die der Reihe
nach während der Verhandlungen vorgelegt werden ſollen.
Die heutige Sitzung ſcheint den urſprünglichen Eindruck,
daß die Türkei aufrichtig Frieden zu ſchließen wünſche,
abgeſchwächt zu haben. In den Kreiſen der Balkan=
Dele=
gierten hält man den Augenblick für gekommen, daß die
Mächte ein klares Wort ſprechen und ſo den
Winkel=
zügen ein Ende ſetzen. Die heutige Haltung der Balkan=
Delegierten ſelber ſcheint auf ein kommendes
Ultima=
tum hinzudeuten, für den Fall, daß die Türken auf ihrem
Standpunkt beharren. Die Balkanſtaaten wollen zwar
den Türken jede notwendige Zeit geben, damit ſie
an=
nehmbare Gegenvorſchläge vorlegen, ihre Vertreter
er=
klären jedoch, daß man ſich der Grenze nähere, wo die
Ge=
duld der Verbündeten, vielleicht bald, erſchöpft ſein würde.
Die volkswirtſchaftlichen Schädigungen Oeſterreich-Ungarns
durch den Krieg.
* Wien, 28. Dez. Im Abgeordnetenhaus ergriff um
410 Uhr abends der Finanzminiſter das Wort.
Er äußerte ſich über die Schädigungen, welche die
öſter=
reichiſch=ungariſche Volkswirtſchaft durch den
Bal=
kankrieg erleide. Alle Kreiſe der Induſtrie, die an dem
Export nach den Balkanländern beteiligt ſind, wurden
betroffen. Durch die Dekretierung der Moratorien in den
kriegführenden Staaten, ausgenommen die Türkei,
wur=
den außerdem Außenſtände unſerer Induſtrie am Balkan
für längere Zeit uneinbringlich. Am meiſten litt darunter
unſere Textilinduſtrie; namentlich in der
Baumwoll=
induſtrie mußten namhafte Reduktionen in einigen
Betrie=
ben vorgenommen werden. Auch alle Neben= und
Hilfs=
induſtrien ſind in Mitleidenſchaft gezogen worden. Die
Verhältniſſe am Balkan löſten aber auch eine
allgemeine Unſicherheit aus, die zunächſt eine
ziemlich unvermittelte Einſchränkung des
Inland=
konſums zur Folge hatte, unter der alle Induſtrien
mit wenigen Ausnahmen empfindlich zu leiden hatten.
Noch härter wurde unſere Volkswirtſchaft getroffen durch
die ſtarke, zweifellos übertriebene Kündigung von
gewähr=
ten Krediten und die Siſtierung neuer Kreditgewährungen,
wodurch die ſeit vielen Monaten herrſchende Anſpannung
am Geld= und Kreditmarkt noch ſehr verſchärft wurde.
Die ärgſte Gefahr aber drohte dem Wirtſchaftsleben des
Landes von der plötzlichen und in einigen Orten geradezu
ſtürmiſchen Abziehung der Anlagen von den Sparkaſſen.
Dank der von ihm, dem Miniſter, im Einvernehmen mit
der Oeſterreich=Ungariſchen Bank getroffenen Maßnahmen
habe ſich aber bei keinem einzigen Inſtitut eine wirkliche
Stockung bei der Rückzahlung der Anlagen ergeben,
ob-
wohl dieſe Rückzahlungen bisher ungeahnte Dimenſionen
angenommen hätten. Der Miniſter verwies darauf, daß
die Unſicherheit der Lage namentlich in Galazien und in
der Bukowina die ſchwerſten Konſequenzen nach ſich
ge=
zogen habe. Trotz der großen Schwierigkeiten auf dem
Gebiete des Kreditweſens habe ſich der galiziſche
Kauf=
manns= und Gewerbeſtand ſehr wacker gehalten.
In der gegenwärtigen Kriſe, ſo erklärte der Miniſter
weiter, ſind aber auch ſehr tröſtliche Lichtblicke zu
verzeich=
nen. Vor allem haben die Funktionen unſerer
Noten=
banken ſich aufs Beſte bewährt. Die Oeſterreich=Ungariſche
Bank iſt ihrer Aufgabe vollkommen gerecht geworden und
blieb ſtets die feſte Säule unſeres Geldweſens. Ich bin
überzeugt, daß wir das Aergſte überſtanden haben
und daß wir eine allmähliche Rückbildung der
unerfreu=
lichen Erſcheinungen im Hinblick auf zahlreiche günſtige
Symptome gewärtigen können. Auch eine Erleichterung
der Geldſätze iſt nach Ablauf des Jahres zu erwarten.
Der Finanzminiſter ſchloß: Die ſchweren Wolken, die den
politiſchen Horizont einige Zeit umdüſtert haben, ſind im
Rückgange begriffen und wir dürfen mit ruhiger
Zuverſicht in die Zukunft blicken. Oeſterreichs Handel und
Induſtrie, die durch eine günſtige Konjunktur der letzten
Jahre geſtärkt ſeien, würden die jetzige ſchmerzhafte
Epiſode bald überwunden haben. Oeſterreichs
Volkswirt=
ſchaft ſei in ihrem Kerne geſund und kräftig und werde
es auch künftig bleiben.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 28. Dez. Obwohl die Agence Bulgare die
Meldung, daß General Sawow, mit einer
Sonder=
miſſion beauftragt, nach Konſtantinopel abgereiſt ſei,
kategoriſch dementierte, werden in den heutigen Zeitungen
Gerüchte verbreitet, daß Sawow unter dem Namen eines
Bankiers Kaltſchew in einer Miſſion militäriſchen
Cha=
rakters wirklich nach Konſtantinopel gereiſt iſt. Damit den
falſchen Gerüchten ein Ende gemacht werde, dementiert ſie
die hieſige bulgariſche Geſandtſchaft ganz entſchieden.
* Leipzig, 28. Dez. In einem Interview, das der
ruſſiſche Kriegsminiſter Suchomlinow heute einem
Vertreter der Leipziger Abendzeitung gewährte, erklärte
der Miniſter folgendes: Die ruſſiſche Regierung wünſcht,
nichts dringenderes und herzlicheres, als mit
Deutſch=
landin Frieden zu leben. In ruſſiſchen
Regierungs=
kreiſen beſteht keineswegs eine feindſelige Stimmung
ge=
gen Deutſchland. Ich hoffe, daß ein Krieg, der aus der
gegenwärtigen politiſchen Situation heraus entſtehen
könnte, durch die Friedensliebe beider Regierungen, der
deutſchen ſowohl wie der ruſſiſchen, ſich vermeiden läßt.
* Dresden, 29. Dez. Die Reiſe des ruſſiſchen
Kriegsminiſters wird als eine neue Beſtätigung
der Entſpannung der politiſchen Lage
an=
geſehen.
* Dresden, 29. Dez. Der ruſſiſche
Kriegsmini=
ſt er iſt mit ſeiner Begleitung heute nächmittag um 5 Uhr
20 Minuten nach Berlin abgereiſt.
Vom Reichs=Petroleum=
Monopol.
Berlin, 28. Dez. Die Ausſichten auf ein
Zu=
ſtandekommen des Reichs=Petroleum=Monopols in der
vorgeſchlagenen Form ſind bekanntlich gering. In der
„Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung” verſucht deshalb
die Regierung nochmals, einige der Einwürfe zu
wider=
legen, indem ſie ſchreibt:
Die öffentliche Erörterung über das geplante Eingreifen
des Reichs in den Verkehr mit Leuchtöl iſt nach zum Teil
leidenſchaftlichen Auseinanderſetzungen wieder in ruhigere
Bahnen gelenkt. Man ſcheint ſich vielfach davon zu
über=
zeugen, daß das objektive Urteil über den Entwurf der
Regie=
rung durch die von den Gegenintereſſenten in die Debatte
ge=
worfenen Schlagwörter nicht unweſentlich getrübt worden
iſt. Das gilt insbeſondece von der immer wieder betonten
Unentbehrlichkeit der Standard Oil Co.,
für die Verſorgung Deutſchlands mit Leuchtöl, eine
Unentbehrlichkeit, die nur ſolange beſteht, als ſie allgemein
geglaubt wird, und die gegenüber den Tatfachen nicht
ſtandhalten kann. Schon jetzt liegen allein von
ameri=
kaniſchen Außenſeiten der Regierung Angebote vor, die
imſtande wären, den geſamten deutſchen Bedarf zu
decken, ganz abgeſehen von der oſteuropäiſchen Produktion.
Alle jene amerikaniſchen Geſellſchaften werden aber für
den deutſchen Verbraucher nicht in Betracht kommen,
ſolange man der Standard Oil Co. ihre monopolähnliche
Stellung auf dem deutſchen Markt beläßt. Das andere
Schlagwort zur Bekämpfung des Entwurfs iſt das
„Bankenmonopol”, das die Regierung angeblich
aus der Vertriebsgeſellſchaft bewußt oder unbewußt
habe machen wollen. Ein ſolches iſt in dem Entwurf
tatſächlich weder vorgeſehen, noch würde es in Erſcheinung
treten. Vielmehr iſt es lediglich der nächſtliegende Weg
be=
treten worden, nämlich bei der Aufbringung der Mittel
ſich derjenigen Inſtitute zu bedienen, denen dte Funktion
der Aktien=Emiſſion und Geldbeſchaffung heute in der
Volkswirtſchaft zufällt, und bei der Leitung der
Vertriebs=
geſellſchaft die Mitwirkung, keineswegs aber die
aus=
ſchließliche Beſtimmungsgewalt denjenigen Geſellſchaften
zu ermöglichen, die bisher unabhängig von der Standard
Oil Co. an der Verſorgung des deutſchen Marktes
beteiligt waren. Den hieraus etwa erwachſenden
Kolliſionsgefahren ſollte von vornherein durch
geſetz=
liche und vertragsmäßige Beſtimmungen vorgebeugt
werden. Mit dem nachſten Zweck, der Beſeitigung
des gegenwärtigen privaten Petroleummonopols, nöch
weitere volkswirtſchaftliche Abſichten zu verbinden,
ins=
beſondere organiſatoriſche Neuſchaffungen
vor=
zunebmen, liegt an ſich nicht ohne weiteres in der
Linie des erſtrebten Zieles. Die Reichsleitung hat aber,
wie der Reichsſchatzſekretär im Reichstag hervorgehoben
hat, durchaus keine Bedenken dagegen, daß bei dieſer
Gelegenheit ſolche Neubildungen verſucht werden,
voraus=
geſetzt, daß ſie nicht zu einer Erſchwerung des
Leuchtöl=
handels und zu einer Verteuerung des Leuchtöls für den
Verbrauch führen. Insbeſondere könnte es
regierungs=
ſeitig nur begrüßt werden, wenn es gelänge, die an dem
Verteilungsgeſchäft in Deutſchland beteiligten Kreiſe bei
der Aufbringung der Mittel und der Leitung einer
Ver=
triebsgeſellſchaft zu beteiligen, namentlich alſo die
Detail=
liſten, denen etwa die noch vorhandenen ſelbſtändigen
Großhandels= ſowie Kannengeſchäfte und die
Konſum=
vereine hinzutreten können.
Die Bergarbeiterbewegung
im Saarrevier.
* Saarbrücken, 28. Dez. Der
Bergwerks=
freund hat die angekündigte Erklärung der
könig=
lichen Bergwerksdirektion für die neue
Ar=
beitsordnung veröffentlicht. In den mehr als 60
Verſammlungen der Bergarbeiter, die der chriſtliche Ge=
Kunſthalle am Rheintor.
II.
Eine Fülle intereſſanter und ſchöner, wenn auch in
künſtleriſcher Beziehung nicht durchweg gleichwertiger
Bildwerke birgt der große Oberlichtſaal. Da iſt vor allem
Altmeiſter Eugen Bracht mit zwei wunderbar friſch
und kraftvoll gemalten, im Kolorit und an
Stimmungs=
reiz reichen Landſchaften vertreten, dann C. Küſtner=
Guntersblum mit einer ſeiner ſtimmungsvollen
Winter=
landſchaften nach heimatlichen Motiven, Melchior
Kern=München mit drei im Kolorit zum Teil ernſten,
faſt düſteren, aber ausdrucksvollen, zum Teil farbig=reichen,
flott gemalten Landſchaften aus König i. O., dem
Bir=
kenauer Tal uſw. Dann Prof. Kröh mit einer großen,
ſehr intereſſant kolorierten und ganz eigenartig
aufgefaß=
ten reizvollen Landſchaft, Alexander Bertrand=
Düſſeldorf mit zwei ſehr ſachlich gemalten, aber freundlich
kolorierten und zeichneriſch meiſterhaft durchdachten
In=
terieurs; H Zernin mit einer koloriſtiſch ebenſo
eigen=
artig erfaßten, wie reizvoll ausgeführten
Frühlingsland=
ſchaft, und Georg Altheim mit einer Anzahl neuer,
wie immer bei aller liebevollen Durcharbeitung großzügig
erfaßten und fein kolorierten Landſchaftsmotiven aus
Darmſtadt und Umgegend. Der feinſinnige Künſtler zeigt
in dieſem meiſt ganz von vielfach nüanciertem Grün
be=
herrſchten Kolorit neue Seiten ſeiner Kunſt, wenn er auch
in der ſorgfältigen Technik ſich treu bleibt. Bei allem zart
empfundenen Stimmungszauber wirken die Bilder friſch
und temperamentvoll. — Von all dieſen Künſtlern war
ſchon oft des Rühmens an dieſer Stelle, daß es Lobes
genug ſcheint, wenn wir konſtatieren, daß ſie ſich treu
blieben.
Auch von Phil. Otto Schäfer konnte das geſagt
werden, der in einem nicht nur nach dem Format,
ſon=
dern auch in der Auffaſſung und im Ausdruck großzügigen
und monumental wirkenden Prometheus=Bilde erneut
ſein hervorragendes Kompoſitionstalent offenbart, das in
dieſem prächtigen Werke ſich mit dem maleriſchen Können
zu außergewöhnlicher Bildwirkung eint.
Profeſſor W. Bader iſt mit zwei Bildern religiöſen
Vorwurfs vertreten, die nicht nur durch dieſen, ſondern
ſchon durch ihr eigenartiges ganz von intenſivem aber
nüancenreichen Blau beherrſchten Kolorit religiös wirken.
Darſtelleriſch ſind die Bildvorwürfe „Der heilige
Chriſtophorus” und „Raſt auf der Flucht” eigen, wenn
auch nicht durchaus originell aufgefaßt.
Mit zwei prächtigen Bildern von zartem
Stimm=
ungsreiz im Kolorit iſt Willy K. Preetorius=
München vertreten. Es iſt eine einfachere, großzügig
er=
faßte Landſchaft aus Südtirol und eine auch im Vorwurf
inhaltlich reiche Landſchaft am Inn. Ueber dem
farben=
reichen Kolorit iſt ein duftiger Schleier gebreitet der
alle Härten der Kontraſte mildert und die Bildwirkung
der weiten Landſchaften außerordentlich erhöht. Willy
Preetorius beweiſt in dieſen beiden prächtigen Arbeiten
zweifellos erneutes Reifen ſeines bedeutenden Könnens.
Entſchiedene Fortſchritte, neben der Rückkehr in
ge=
mäßigtere Bahnen in techniſcher Beziehung, zeigen auch
die Blumenſtücke von Heinrich Jul. Nover, dem
wir erſt zum zweiten Male in dieſen Hallen begegnen und
deſſen kraftvolle Malerei herzerfriſchend und ſympathiſch
wirkt. In der Technik friſch locker, faſt robuſt, zeigen
dieſe Blumenſtücke ein fein ausgeprägtes
Farben=
empfinden und das Kolorit iſt reich an Schönheiten, die
deren Gehalt in den dargeſtellten duftenden Objekten faſt
reſtlos erſchöpfend feſthält. — Dieſer kernhaften breiten
Technik gegenüber halten freilich die mit peinlichſter
Sauberkeit gemalten Stilleben und Blumenſtücke
Au=
guſte Kichlers nicht Stand, aber ſie ſind durchweg
farbig reizvoll und in der Darſtellung feſſelnd. Die
Leucht=
kraft einzelner Farben, deren Herausarbeitung die
Künſt=
lerin liebt, wird in einigen der Blumenſtücke allerdings
noch zur koloriſtiſchen Härte.
Paul Weber=München ſtellt eine Landſchaft
„Wildbach” aus, im Kolorit dunkel aber nicht ohne
Stimmungsgehalt, Heinrich Otto=Düſſeldorf eine
prächtig kolorierte mit bedeutendem Können gemalte
Schwalmtal=Landſchaft, und Jac. Weinheimer=
Dresden, deſſen eigenartig intereſſante Malkunſt ſchon
öfter eingehend von uns gewürdigt ward, eine große
ernſte Heidelandſchaft und eine Anzahl brillant
gezeich=
neter kleinerer Schwarzweißblätter, Frieda Beſt=
Mainz eine hübſche kleine Tempera=Landſchaft, Herm.
Schlegel eine Anzahl ſeiner trefflich gemalten kleinen
Aquarelle, Joſef Müller drei ſtimmungsvolle farbige
Zeichnungen und Theod. Gengnagel endlich iſt mit
einigen brillant gezeichneten Exlibris und Radierungen
ſehr ehrenvoll vertreten.
Blieben noch zwei Plaſtiker zu nennen. Anthes=
Darmſtadt, ein noch junger Bildhauer, hat zwei
monu=
mental und kraftvoll erfaßte und mit ſehr
bemerkens=
werter Sicherheit modellierte Köpfe ausgeſtellt, eine
„Goethe=Maske” in Gips und „Reſignation” ebenfalls
eine Maske in Marmor. Mit Engelh. Freitag=
Neu=Iſenburg, der in einigen Bronzeplaketten Proben
ſeines guten Könnens ablegt, iſt die große Reihe der
M. St.
diesmaligen Ausſteller dann erſchöpft.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Nummer 300.
werkverein auf geſtern einberufen hatte, kam überall zum
Ausdruck, daß die neuen Zugeſtändniſſe des Fiskus die
Saarbergleute in keiner Weiſe befriedigen. Die
weite=
ren, jetzt von der Verwaltung zu der Lohnfrage
abge=
gebenen Erklärungen ſeien zu unbeſtimmt abgefaßt. In
einer Revierverſammlung am kommenden Sonntag wird
endgültig darüber entſchieden werden, ob die
Bergarbei=
ter am 2. Januar in den Streik treten oder nicht.
* Saarbrücken, 29. Dez. Die heutige
Revier=
konferenz des Gewerkvereins chriſtlicher Bergarbeiter,
die die endgültige Entſcheidung über den Streik
treffen ſollte, iſt nach eineinhalbſtündiger Beratung auf
morgen vormittag 10 Uhr vertagt worden. Es fand
eine ziemlich erregte Debatte für und wider den Streik
ſtatt. Bei dem Abbruch der Verhandlungen hatten ſich
noch etwa 30 Delegierte zum Wort gemeldet. Es iſt ſomit
für morgen noch eine längere Auseinanderſetzung zu
er=
warten.
Luftfahrt.
Paris, 29. Dez. Der Ausſchuß für das
Militärflugweſen erſtattete dem Kriegsminiſter
Vorſchläge über die für 1913 vorgeſehenen Ankäufe
von Flugzeugen. Wie offiziell berichtet wird, wird
dieſe Zahl weit über 400 betragen. Im Jahre 1912
wurden ebenfalls über 400 Militärflugzeuge angeſchafft.
Eiſenbahnerverſammlung.
g. Weiterſtadt, 28. Dez. Im Gaſthaus „Zum
Löwen” fand heute eine öffentliche
Eiſenbahner=
verſammlung ſtatt, die vom „Verband Deutſcher
Eiſenbahn=Handwerker und=Arbeiter” mit der
Tagesord=
nung: „Die wirtſchaftliche Lage der Betriebsarbeiter”
ein=
berufen worden war. Der Vorſitzende des Weiterſtädter
Ortsvereins Mayer eröffnete die Verſammlung mit
einer Begrüßung, beſonders des Landtagsabgeordneten
Henrich und des Bezirksleiters Heinrich aus
Mainz. Letzterer ergriff ſodann das Wort und bedauerte,
zunächſt, daß ſo wenige Betriebsarbeiter der Einladung
gefolgt ſeien. Er hoffe, daß auch in Weiterſtadt die
Ar=
beiter wie in Mainz und Darmſtadt zu der Ueberzeugung
kommen werden, daß nur durch Organiſation erreicht
wer=
den könne, die Löhne den verteuerten Lebensverhältniſſen
anzupaſſen. Haben doch die Werkſtättenarbeiter in
Darm=
ſtadt und Mainz durch eindrucksvolle Verſammlungen,
durch nicht raſtende Vorſtellungen bei den vorgeſetzten
Behörden erreicht, daß die Löhne zunächſt um 2 Pfg. und
dann nochmals um 1 Pfg. erhöht wurden. Daß die Löhne
erhöht wurden, werde dankbar anerkannt, doch bedeutet
die Zulage von 20 Pfg. nur 6 Prozent, während die
Lebensmittelpreiſe in den letzten Jahren um 12—16
Pro=
zent geſtiegen ſind. Deshalb ſei beſonders bei den am
ſchlechteſten bezahlten Betriebsarbeitern eine weitere
Lohnerhöhung unbedingt erforderlich. In dieſer
Beſtreb=
ung ſei er als Vertreter der Bezirksvereinigungen mit
weiteren Bezirksleitern von dem neuen Präſidenten in
Audienz empfangen worden, um dieſem in einer Eingabe
die Wünſche der Arbeiter zur Kenntnis zu bringen. Es
ſei hierin beſonders eine allgemeine Lohnerhöhung
er=
beten worden. Es ſei als Ergebnis dieſer Audienz als
gewiß zu erwarten, daß eine weitere Lohnerhöhung
be=
ſonders bei den Betriebs= und Unterhaltungsarbeitern in
den nächſten Tagen erfolgen wird. Auch in der
Urlaubs=
frage bei den Eiſenbahnern der Nebenbahnen ſei ein
Ent=
gegenkommen zu erhoffen. Es werde ferner beabſichtigt,
in Bälde die Löhne der Handwerker und Arbeiter in den
Betriebswerkſtätten anderweitig feſtzuſetzen, um
verſchie=
dene Härten zu mildern, die unterm Stückzeitſyſtem zutage
getreten ſind.
In der Diskuſſion ergriff Herr
Landtagsabge=
ordneter Henrich das Wort und betonte zunächſt, daß
er es als Abgeordneter als eine ſoziale Pflicht betrachte,
ſich um diejenigen zu kümmern, deren Lebensverhältniſſe
nicht zu günſtig geſtellt ſind. Dies habe beſonders da zu
erfolgen, wo der Landtag mitzureden hat, wenn auch nicht
mitzubeſtimmen. Daß man ſich von der Seite der
Abge=
ordneten um die Lage der Eiſenbahnarbeiter gekümmert
hat, beweiſe eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Oſann
und Lang über die Teuerungsverhältniſſe der
Eiſen=
bahn=Handwerker und =Arbeiter, die vor Jahresfriſt an
die Regierung gerichtet wurde und die hierauf erfolgte
Antwort, die im Landtag zur Beſprechung kommen ſollte.
Leider ſei es aber durch die Vertagung nicht dazu
gekom=
men. Wenn in der Antwort die Rede davon ſei, daß in
den Jahren 1910 und 1911 im Bezirk Mainz 412000 Mark
zu Aufbeſſerungen verwendet wurden, ſo höre ſich das
viel an; es ergäbe aber ein anderes Bild, wenn
berück=
ſichtigt wird, daß es ſich um 11000 Arbeiter handele, und
es ſeien wohl viele dabei, die von der Erhöhung nichts
abbekommen haben. Eiſenbahnverwaltung und
Regier=
ung ſeien zu dem Schluß gekommen, daß zu weiteren
Maßnahmen kein Bedürfnis vorliege. Aus den
Aeußer=
ungen der Beteiligten ſei jedoch ein anderer Schluß zu
ziehen. Des weiteren betonte Abg. Henrich, daß den
Eiſenbahnangeſtellten das Recht der Organiſation zuſteht;
die Art des Eiſenbahnbetriebes bedinge aber
naturge=
mäß, wie in der Diskuſſion ſchon erwähnt wurde, den
Ausſchluß des Streikrechts. Deshalb müſſe aber zwiſchen
beiden Teilen gegenſeitiges Vertrauen und
Entgegen=
kommen herrſchen, deshalb müſſe den Arbeitern und den
Handwerkern ein beamtenähnliches Verhältnis gewährt
werden. Nach einem kurzen Schlußwort wurde die
Ver=
ſammlung geſchloſſen.
Vermiſchtes.
— Die Zigarettenfabrik des Zaren.
Nur wenigen dürfte es bekannt ſein, daß Zar Nikolaus
von Rußland auch der Beſitzer und Inhaber einer
Zi=
garettenfabrik iſt, in der, ausſchließlich durch Handarbeit,
Zigaretten von einem ganz prachtvollen Aroma
herge=
ſtellt werden. Aber die Erzeugniſſe dieſer kaiſerlichen
Zigarettenfabrik gelangen nicht in die breitere
Oeffent=
lichkeit, ihr Verkauf beſchränkt ſich nur auf einen kleinen
Kreis; nur den Angehörigen der kaiſerlichen Familie,
den nahen Freunden des Zaren und einigen hohen
Beamten und Mitgliedern des Hofhaltes werden
Ziga=
retten aus dieſer Fabrik geliefert. „Ob dieſe Fabrik ſich
rentiert oder nur des Vergnügens halber betrieben wird,
iſt ſchwer zu ſagen” berichtet ein ruſſiſcher Hofbeamter
dem amerikaniſchen Korreſpondenten, der von der
Ziga=
rettenfabrik des Zaren erzählt. „Ich weiß nur, daß Se.
Majeſtät ſich als ein ſehr kulanter Kaufmann bewährt,
ſolange Aufträge einlaufen. Erſt wenn die Auſträge
zurückgehen und auf eine Abnahme des Intereſſes an
der kaiſerlichen Fabrik ſchließen laſſen, werden die
Rech=
nungen verſandt und die Schulden eingefordert, bei
wel=
cher Gelegenheit für gewöhnlich auch die neuen Aufträge
erfolgen.”
* Eine wichtige Erfindung hat der
Pro=
feſſor an der Techniſchen Hochſchule in Braunſchweis Ge=
heimer Hofrat Dr. Reinke gemacht, indem es ihm gelang,
aus Spargelkraut eine weiße langfaſerige Zelluloſe
zu gewinnen, die zu den verſchiedenſten Zwecken, wie zu
Geweben und zur Papierfabrikation, zu verwenden iſt.
Nach der Frankfurter Wochenſchrift Umſchau ſoll das
Verfahren ſehr einfach und für die Landwirtſchaft von
großer Bedeutung ſein. Bisher wurde das tauſende von
Morgen bedeckende Spargelkraut wegen der Brut der
Spargelſchädlinge verbrannt, während es jetzt
bedeuten=
den Gewinn bringen wird.
Literariſches.
— Heſſiſche Chronik, Monatsſchrift für
Fa=
milien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Begründet und herausgegeben von Dr. Hermann
Bräu=
ning=Oktavio und D Dr. Wilhelm Diehl. Erſter
Jahr=
gang. Heft 12 vom Dezember 1912 hat folgenden Inhalt:
Bibliothekdirektor Profeſſor Dr. Hugo Brunner:
Oran=
gerieſchloß und Marmorbad in der Karlsaue bei Kaſſel.
II. Das Marmorbad. Schluß. — Pfarrer Hermann Knott:
Schlitz 812 bis 1912. Mit 2 Abbildungen. — Alex Viktor.
von Frankenberg und Ludwigsdorff: Die Jugendzeit des
Staatsminiſters Sylvius Friedrich Frhrn. von
Franken=
berg und Ludwigsdorff. — Pfarrer Wilhelm Hoffmann:
Hagelfeiertage. — Dr. Wilhelm Heymann: Judenfeindliche
Beſtrebungen zu Groß=Gerau im 17. und 18. Jahrhundert.
— Felix Frhr. von und zu Gilſa: Zur Vorgeſchichte des
Löwenſteiner Grundes. — Stadtpfarrer D Dr. Wilhelm
Diehl: Speiſezettel eines Jubiläumsfeſteſſens vor 160
Jahren. — Kleinere Mitteilungen: Schweizer im
Oden=
wald. Chriſtiane Albertina Lichthammer. Alsfelder
Volksleben im Mittelalter. Adam Opel und ſein Haus. —
Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. — Umfragen. — Neue
Rubriken. — (Der Bezuaspreis beträgt vierteljährlich
1,50 Mk., jährlich 6 Mk. Preis des Einzelheftes 60 Pfg.)
— Die letzten Tage Napoleons von Paul
Frémeaux. Autoriſ. Ueberſetzung von Erich
Oſter=
held. Vorrede von Paul Holthauſen. Mit 7 Bildern.
Preis 4 Mk. broſch., 5 Mk. geb. Pan=Verlag, Berlin W. 15.
Unter dieſem Titel gibt Paul Frémeaur, einer der
kom=
petenteſten franzöſiſchen Napoleon=Forſcher, in ſeinem
neueſten Buche ein, trotz faſt romanhafter Einkleidung,
vollkommen authentiſches Bild der letzten Tage des
großen Korſen auf St. Helena. Frémeaur’ Buch hat in
Frankreich einen koloſſalen Erfolg gehabt. Es ſollen dort
mehr als 100000 Exemplare verkauft worden ſein. Solch
ein Erfolg mußte natürlich den deutſchen Verleger reizen,
dieſes intereſſante Buch auch bei uns zu veröffentlichen,
zumal es jetzt auch den Reiz der Aktualität hat.
Fré=
meaur als Hiſtoriker und Künſtler wahrt trotz der
ehr=
lichen Liebe zu ſeinem Helden ſtets die Diſtanz und
zeich=
net aus dem Wirrwarr der Ueberlieferungen eine
leben=
dige Charakterſtudie. Das allein ſchon wäre wertvoll
und bedeutungsvoll, aber Frémeaux iſt auch ein
Stim=
mungskünſtler; ſein Buch hat Kultur und Geiſt und wird
ſich ſicher auch in Deutſchland ſchnellen und
wohlverdien=
ten Erfolg holen.
— Im Verlage der Photographiſchen Geſellſchaft in
Berlin iſt das große Kataloawerk „Friedrich der
Große in der Kunſt” erſchienen. Der denkwürdigen
Ausſtellung, die auf Anregung des Kaiſers zur Feier der
zweihundertſten Wiederkehr des Geburtstages des großen
Königs veranſtaltet wurde, iſt hier ein bleibendes
Denk=
mal geſetzt. Das Bildnis des Königs ſelbſt erſcheint hier
in nicht weniger als 40 Darſtellungen aus ſeinen
ver=
ſchiedenen Lebensjahren. Auf den Bildertafeln ſind nicht
nur die Gemälde aus älterer und neuerer Zeit faſt
lücken=
los, ſondern auch die beſten Skulpturen in Auswahl
wiedergegeben. Die Verehrer des großen Königs finden
hier ein Bildermaterial, wie es nicht nur in dieſem
Um=
fange, ſondern auch in dieſer Qualität anderweitig nicht
exiſtiert.
Darmſtadt, 30. Dezember.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Sonntag ging Richard
Wagners Jugendoper „Rien zi” vor vollbeſetztem Hauſe
in Szene. Da Herr Riechmann wieder die Partie des
Colonna ſang und Frau von Sugh die urſprünglich für
eine Altſtimme berechnete Partie des Adriano beibehalten
hatte, war die Beſetzung mit Ausnahme zweier kleinerer
Partien ganz dieſelbe geblieben, wie bei der letzten
Auf=
führung. Die effekt= und prunkvolle Oper, die für eine
Sonntagsvorſtellung recht geeignet iſt, fand die gewohnte
beifällige Aufnahme, ein tieferes Intereſſe kann ſie aber
nicht mehr erwecken. In der über alle Maßen
anſtren=
genden Titelpartie zeichnete ſich Herr Becker durch
ge=
ſangliche Zuverläſſigkeit, ſtimmliche Gleichmäßigkeit und
Ausdauer vorteilhaft aus und wurde dadurch den
Haupt=
forderungen der Partie gerecht. Dasſelbe gilt auch von
Frau von Sugh als Adriano und Frl. Geyersbach
als Irene; erſtere Partie müßte aber wieder durch die
Altiſtin beſetzt werden. In dem Nobili=Enſemble hätte
man manches anders gewünſcht. Zu tadeln iſt das
Ge=
polter hinter der Szene während des Einzugs des
Frie=
denschors und des Geſanges des Friedensboten, der Irl.
Schaub vortrefflich gelang. Die von Frau Thiele=
Leonhardt arrangierten Waffen= und
Gladiatoren=
ſpiele und Feſttänze wurden von Turnern der
Turn=
gemeinde Darmſtadt und den Damen Huber und
Croneberg und dem Ballettkorps in gewohnter ſtil=
und effektvoller Weiſe ausgeführt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 28. Dez. Der Abgeordnete Werner
Gießen) richtete eine Anfrage an den Reichskanzler, ob
er geneigt ſei, Schritte zu tun, um die immer brennender
werdende Ausländerfrage an den deutſchen
Hoch=
ſchulen und Univerſitäten im Intereſſe unſeres
Volks=
tums und des geiſtigen und wirtſchaftlichen Lebens
ge=
ſetzlich zu regeln. Drei weitere Anfragen, wobei ſich der
Abgeordnete mit ſchriftlichen Antworten begnügt,
be=
treffen das Schächten, den Kinderhandel und die
Ver=
breitung jüdiſcher und judenfreundlicher Preßerzeugniſſe
auf den Bahnhöfen.
* Berlin, 29. Dez. In einer gemeinſamen
Verſamm=
lung des Arbeitgeber=Verbandes für die
Bin=
nenſchiffahrt und verwandte Gewerbe und des
Deut-
ſchen Transportarbeiter=Verbandes und des
Zentralverbandes der Maſchiniſten und Heizer
gab der Arbeitgeberverband nachfolgende Erklärung mit
der Maßgabe ab, daß die Antworten der Arbeitnehmer=
Verbände bis zum 15. Januar 1913 zu erfolgen haben.
Die Erklärung lautet: „Der Arbeitgeber=Verband für
Bin=
nenſchiffahrt und verwandte Gewerbe ſchlägt die
Verlän=
gerung der beſtehenden Vereinbarungen auf drei Jahre
unter nachſtehenden Bedingungen vor: der Lohn wird um
5 Mark für den Monet eildht. Um üher die behaupteten
Mißſtände bezüglich der Arbeitsdauer eine unparteiiſche
Klarheit zu erhalten, ſoll nachſtehendes Verfahren
einge=
ſchlagen werden: Es wird eine von den Arbeitgebern und
Arbeitnehmern gleichmäßig beſchickte Kommiſſion mit
einem unparteiiſchen Vorſitzenden eingeſetzt, die auf dem
Wege ſtatiſtiſcher Erhebungen Feſtſtellungen über
Beſchäf=
tigung und Ruhezeiten der Mannſchaften während der
Fahrt der Schiffe machen ſoll. Zu dieſem Zweck ſollen
für jedes Schiff fortlaufende, buchmäßige Eintragungen
vorgenommen werden, die der Kommiſſion in beſtimmten
Zeitabſchnitten zur Begutachtung vorzulegen ſind.
Die Erhebungen ſollen für das ganze Jahr
1913 ſtattfinden. Ende 1913 ſoll auf Grund
der Ergebniſſe dieſer ſtatiſtiſchen Erhebungen eine
feſte, den Betriebsverhältniſſen der einzelnen Stromgebiete
angepaßte Regelung der Arbeitszeiten vorgenommen
wer=
den. Sollten ſchon früher von der Kommiſſion Mißſtände
als allgemein vorhanden feſtgeſtellt werden, ſo verpflichten
ſich die Arbeitgeber ſofort Abhilfe zu ſchaffen.” — Die
Ar=
beitgeber erklären ſich bereit, die Wünſche bezüglich der
Ueberſtunden, der Reiſevergütung und der
Effektenver=
ſicherung gruppenweiſe zu regeln.
* München, 29. Dez. Die „Korreſpondenz Hoffmann”
ſchreibt: In der Preſſe wird nach wie vor an der irrigen
Auffaſſung feſtgehalten, daß die, wie bekannt, auf
unrecht=
mäßigem Wege in die Oeffentlichkeit gelangte
Aufzeich=
nung der Redaktion der „Staatszeitung” die
amt=
liche Billigung gefunden habe Dies iſt nicht der Fall=
Eine Reihe der in dieſer Niederſchrift enthaltenen
An=
regungen ſind gut gemeint, jedoch aus praktiſchen und
rechtlichen Gründen undurchführbar und
unannehm=
bar, insbeſondere jene Vorſchläge, die ſich auf irgendwie
geartete Heranziehung der königlichen Geſandtſchaften
zur Mitarbeit an der „Staatszeitung” beziehen. Es dürfte
ſich im übrigen empfehlen, das Erſcheinen der erſten
Nummer der „Staatszeitung” abzuwarten, die über das
Program mder Zeitung ausführliche Aufſchlüſſe geben wird.
* Rappoltsweiler, 28. Dez. In der Offizialklageſache
gegen den praktiſchen Arzt Dr. Groß in Kork und den
Redakteur Kriſch von der Straßburger Rundſchau wegen
Beleidigung des Pfarrers Böglin von Oſtheim wurde
heute vom Schöffengericht Rappoltsweiler das Urteil
gefällt. Beide Angeklagte wurden freigeſprochen unter
Ueberbürdung der Koſten des Verfahrens auf die
Staats=
kaſſe. Die Koſten der Nebenklage hat der Nebenkläger,
Pfarrer Böglin (Oſtheim), zu tragen.
* Dresden, 29. Dez. Der König empfing heute
mittag aus Anlaß der geſtern bei Leipzig erfolgten=
Grundſteinlegung der ruſſiſchen Gedächtniskapelle den
ruſ=
ſiſchen Kriegsminiſter Suchomlinow, den ihn
beglei=
tenden Generalleutnant Woronoff und den Architekten
Pokrowsky in Privataudienz. Der König äußerte hierbei,
daß er dem Plane der Errichtung einer ruſſiſchen Kapelle
von Anfang an mit großer Sympathie
gegenübergeſtan=
den habe und auch der Verwirklichung des Projekts alle
Förderung angedeihen ließ. An die Audienz ſchloß ſich
eine Frühſtückstafel, wozu die ruſſiſchen Herren zugezogen
worden waren. Es nahmen u. a. teil der ruſſiſche
Ge=
ſandte Baron Wolff mit dem Legationsſekretär v.
Toma=
ſzewski, der ſächſiſche Kriegsminiſter Frhr. v. Hauſen, der
Miniſter des Aeußern Vitzthum von Eckſtaedt und der
Geheime Legationsrat v. Stieglitz. Die Perſon des
Ge=
nerals Suchomlinow rief allgemein einen ſympathiſchent
Eindruck hervor.
Bei der Grundſteinlegung der ruſſiſchen
Gedächtnis=
kapelle kam in außerordentlich wirkungsvoller Weiſe die
Zuſammengehörigkeit aller chriſtlichen Konfeſſionen
da=
durch zum Ausdruck, daß nach dem ruſſiſchen Geiſtlichen
je ein Vertreter der evangeliſch=lutheriſchen, römiſch=
katho=
liſchen und griechiſch=katholiſchen Kirche Hammerſchläge im
Namen des dreieinigen Gottes abgaben.
Leipzig, 28. Tez. Tas Reichsgericht verwarf
die Reviſion des Bankiers Sattler, der vom
Schwur=
gericht des Landgerichts I in Berlin am 10. Oktober
nach=
ſechstägiger Verhandlung wegen Depotunterſchlagung zu
drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluſt
ver=
urteilt worden war.
* Wien, 28. Dez. Nach einem Telegramm des
Kom=
mandanten des 10. Korps, welches
Landesverteidigungs=
miniſter Frhr. v. Georgi im Abgeordnetenhauſe zu Beginn
der Sitzung mitteilte, kam es heute vormittag im
Labora=
torium von Pikulice beim Umändern von
Schrapnell=
zündern zu einer Exploſion, durch die fünf Zivil= ſo ſchwer verletzt wurden, daß ſie in das
Militär=
lazarett von Przemysl gebracht werden mußten.
Paris, 29. Dez. Der Miniſterpräſident hatte heute
vormittag eine Beſprechung mit Ribot. Nach
derſelben=
erklärte Ribot, daß in ſeinen Abſichten ſich nichts geändert
habe. Demnach hält Ribot ſeine Kandidatur für die
Präſidentſchaft aufrecht.
* Paris, 29. Dez. Nach einer Blättermeldung wurde
der franzöſiſche Geſandte in Mexiko Lefaivre
beauf=
tragt, die Ausweiſung Rochettes bei deſſen
Lan=
dung in Veracruz zu verlangen. Da zwiſchen Frankreich
und Mexiko kein regelrechter Auslieferungsvertrag beſteht,
ſo wolle ſich die franzöſiſche Regierung auf die
Meiſtbe=
günſtigungsklauſel berufen.
* Paris, 29. Dez. Um die zum Schutze der
franzö=
ſiſchen Sparer insbeſondere gegen die
Auswan=
derung des franzöſiſchen Kapitals getroffenen
Maßnah=
men noch wirkſamer zu geſtalten, hat Juſtizminiſter
Briand angeordnet, daß eine Unterſuchung gegen die
Angeſtellten ausländiſcher Unternehmungen eingeleitet
werde, welche dem Publikum die von dieſen
Unternehm=
ungen im Auslande ausgegebenen Wertpapiere anbieten.
Dem Auftrag des Juſtizminiſters entſprechend wurde
be=
reits gegen den hieſigen Vertreter eines Londoner
Hau=
ſes, welcher ein kanadiſches Wertpapier hier unterbringen
wollte, die ſtrafrechtliche Unterſuchung eingeleitet.
Paris, 29. Dez. In Epernay wurde infolgen
mehrfacher Strafanzeige der Direktor der Pariſer Banque
Comptoire, Chalonnais. verhaftet. Dieſe Bank beſitzt
insbeſondere in den öſtlichen Departements zahlreiche
Zweiganſtalten.
Paris, 29. Dez. Aus Marſeille wird gemeldet:
Die beiden Deutſchen, welche verdächtigt worden waren,
kürzlich bei Monte Carlo gegen einen Chauffeur einen
Revolveranſchlag verübt zu haben, wurden aus der
Haft entlaſſen, nachdem ſie ihr Alibi nachgewieſen
hatten.
* Paris, 29. Dez. In Blida (Algerien)
erſchoß=
der penſionierte Oberſtabsarzt Battut auf offener Straße
den Kavallerieleutnant Gavet, den er in Geſellſchaft
ſeiner Frau ertappt hatte, und tötete ſodann auch dieſe
durch einen Revolverſchuß. Battut, welcher verhaftet
wurde, war durch einen anonymen Brief auf die
Be=
ziehungen ſeiner Gattin zu dem Leutnant aufmerkſam
gemacht worden.
* Bukareſt, 29. Dez. Der rumäniſche Miniſter des
Innern, Jonescu, unternimmt in dieſen Tagen eine
politiſche Reiſe, die ihn nach Wien, Berlin, London und
wahrſcheinlich auch nach Paris führen wird.
* Petersburg, 28. Dez. Die Reichsduma hat
in ihrer letzten Sitzung vor ihrer Vertagung mit 132
gegen 73 Stimmen der Nationaliſten und der Rechter
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Seite 7.
die von dem Progreſſiſten eingebrachte
Uebergangs=
formel zu der Erklärung des Miniſterpräſidenten
Kokowzow über die auswärtige Politik angenommen.
Die Formel ſpricht die Ueberzeugung aus, daß eine
nor=
male geſetzgeberiſche Arbeit nur dann möglich ſei, wenn
die Regierung ſich von dem aufrichtigen Beſtreben
er=
füllt zeige, zur Verwirklichung der in dem Oktober=
Manifeſt angekündigten Grundſätze auf Einführung einer
ſtrengen Geſetzmäßigkeit mit der Reichsduma
zuſammenzuwirken, und ſie fordert die Reichsduma und
die Regierung auf, dieſen Weg offen und feſt zu betreten.
* Moskau, 29. Dez. Heute morgen iſt ein Haus,
in dem Arbeiter der Alexanderbahn wohnen,
abge=
brannt. Vierzehn Leichen wurden geborgen.
*Waſhington, 29. Dez. Hauptmann
Steunen=
berg, der kürzlich wegen der Veröffentlichung ſatiriſcher
Verſe, die auf die Ausbildung in der deutſchen Armee
gemünzt waren, verwarnt worden war, läßt jetzt eine
Entſchuldigung erſcheinen, in der er erklärt, die
Verſe ſeien nur für militäriſche Fachleute beſtimmt
ge=
weſen; er wünſche, er hätte ſie in den Papierkorb
ge=
worfen, wohin ſie eigentlich gehört hätten.
* Buenos=Aires, 29. Dez. Der Kapitän und die
Mannſchaft des engliſchen Dampfers „South
Atlan=
tic” aus Cardiff ſind an Bord des Dampfers Siberian”
eingetroffen. Sie erzählen, die „South Atlantic” ſei am
9. Dezember an den Klippen bei der Inſel Brava,
120 Meilen von Cap Verde entfernt, infolge Nebels
ge=
ſcheitert. Die ganze Mannſchaft iſt gerettet.
— Wien, 28. Dez. Der ungariſche
Miniſter=
präſident Lukacs iſt heute vormittag 11 Uhr vom
Kaiſer in Audienz empfangen worden. Um 8 Uhr hatte
der Miniſterpräſident mit dem Miniſter des Aeußeren
eine Konferenz, worauf er noch am Nachmittag nach
Budapeſt zurückkehrte. Er unterbreitete dem Kaiſer den
Geſetzentwurf über die Wahlreform zur
Vorſank=
tionierung, die der Monarch dem Entwurf erteilte. Das
ungariſche Abgeordnetenhaus wird am
Diens=
tag ſeine Srtzungen eröffnen. Die Mitglieder der
nationalen Arbeiterpartei werden in großer Anzahl zu
den Sitzungen erſcheinen und bei dieſer Gelegenheit wird
Miniſterpräſident Lukacs ein Expoſé über die
Durch=
führung der Wahlreform einbringen.
Briefkaſten.
Anfrage. 3 Wochen nach vorhanden geweſener
Diphtheritis wurde Desinfektion der Wohnung
vorge=
nommen und 5 Tage danach iſt der dadurch
hervorgeru=
fene Geruch noch nicht verſchwunden, obwohl Tag und
Nacht die Fenſter geöffnet ſind. Welches Mittel kann man
da zur Beſeitigung dieſes Geruchs am beſten anwenden?
X.
Vielleicht gibt einer unſerer Leſer freundlichſt
Ant=
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nach kurzem, ſchwerem Leiden heute nacht um
½2 Uhr zu ſich zu nehmen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Margaretha Daubert, geb. Völker,
Emma Daubert,
Eliſe Daubert,
Oberrechnungsreviſor Heinrich Daubert
und Familie,
Oberrechnungsreviſor Georg Haas
und Familie.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
31. d. Mts., vormittags 11 Uhr, vom
Trauer=
hauſe Heinheimerſtr. 63 aus die Einſegnung
in der Wdhnung ¼ Stunde vorher.
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Geſtern früh um ½ 4 Uhr verſchied ruhig nach
kurzer Krankheit mein innigſtgeliebter Mann,
unſer guter Vater, Bruder, Schwiegerſohn,
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Schwager und Onkel
Georg Heldmann
Gastwirt zum Löwen
im 56. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Seeheim, den 30. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 31. Dez.,
nachmittags ½3 Uhr, ſtatt.
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Großh. Hoftheater (Ab. C). Anfang 7 Uhr:
„Undine‟.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Generalverſammlung der Vereinigten
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krankenkaſſe um 8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Von
der Beiſetzung des Prinz=Regenten Luitpold; zum
Grubenunglück auf der Zeche „Miniſter Achenbach” bei
Dortmund; die Friedensunterhändler der
Balkan=
ſtaaten und der Türkei.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereß.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß mein lieber guter Gatte im
Alter von 86 Jahren heute abend 9 Uhr ſanft
entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bittet
die trauernde Witne
Frau Katharina Uhrig
geb. Dähler
Seeſtr. 3.
B26507)
Darmſtadt, den 28. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
3 Uhr vom Sterbehaus, Seeſtraße 3 aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute morgen verſchied unſer lieber,
treu=
beſorgter Vater, Großvater, Urgroßvater,
Schwager und Onkel
(26508
im 77. Lebensjahre.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen
Familie Dilfer,
Familie Röder.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 31. Dez.
vormittags um 11 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
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Heute morgen entſchlief nach langem,
ſchwerem Leiden unſer guter
(*15030
Gerichtsaktuar i. P.
Im Namen
aller trauernden Hinterbliebenen:
Elisabeth Uhrig.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1912.
Lichtenbergſtraße 58.
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6187a
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
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77,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
92,80
do.
3½
—
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,90
86,60
do.
3½
77,30
bo.
4 Hamburger Staatsanl. 98,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,10
4 do. do. (unk. 1918) 99,10
do.
86,90
3½
75,90
3
do.
78,00
3 Sächfiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,60
do. v. 1875 93,10
31
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,80
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 88,30
4 do. Goldrente . . . 91,90
4 do. einheitl. Rente 86,00
3 Portug. unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III 66,00
3 do. Spezial .
9,50
5 Rumänier v. 1903 . . 99,80
4 do. v. 1890 . . 94,70
4 do. v. 1905 . . 88,40
4 Ruſſen v. 1880 .
. 88,50
. 89,10
4 do. v. 1902 . .
. 99,60
4½ do. v. 1905 .
. 85.60
3½ Schweden.
4 Serbier amort. v. 1895 78,60
4 Türk. Admin. v. 1903 77,80
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,70
88,00
4 Ungar. Goldrente.
85,00
t do. Staatsrente.
Zf.
InProz.
.100,00
5 Argentinier .
4
do.
85,25
4½ Chile Gold=Anleihe. 89,00
5 Ehineſ. Staatsanleihe. 98,30
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 92,60
5 Innere Mexikaner . . . 93,50
3
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 86,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 154,30
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,50
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 109,30
6 Baltimore und Ohio . 102,75
6 Schantungbahn . . . . 126½
6e Zuremb. Prine Henri
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30 Farbwerke Höchſt . . 633,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
10 Cement Heidelberg . . 145,60
80 Ehem. Werke Albert 430 00
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ſlanz
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10 Maſchinenf. Badenia 175,00
16 Wittener Stahlröhren 215,00
8 Steana Romana Petr. 144,40
15 Zellſtoff Walbhof . . 230,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 196,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 87,00
3 Südd. Immobilien . 56,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 172,70
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 213,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 162,0)
10 Gelſenkirchener . . . . 189,75
9 Harpener . .
. 183,00
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Hüttenbetrieb. . . 258,50
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. 82,50
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.160,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
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11
7½ South Weſt Afriea
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3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,60
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,25
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4 Franz=Jofefs=Bahn . . 87,00
3 Prag=Durer . . . . . . 74,70
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,40
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,20
76,90
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
4
do.
76.00
Znßron
St.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,20
S.52 . . . ..
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
3½
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 18, 16
98,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,00
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2. 6—8
. 87,30
S. 3—5
. 87,10
S. 9—11
. 87,20
4 Meininger Hyp.=Ba
98,00
86,50
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) .. 9800
3½ do. (unk. 1914) . . 86,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87100
Städte=
Obligationen,
4 Darmſtadt
97,00
5½ de.
89,25
4 Frankfurt. .
. 98,50
3½
do.
96,00
4 Gießen .
97,00
do.
87,00
4 Heidelberg
. 97,00
do.
87,20
Karlsruhe
do.
88,30
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3½ do.
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5o.
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. 97,50
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München .
98,60
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. 99,20
3½
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2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,80
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3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,50
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85,50
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2½ Livorneſer
3 Saloniaue=Monaſtir . 62,50
80,90
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4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,50
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4 Northern=Pacifie . . . 98,80
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10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 183,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 145,50
9½ Berlin. Handelsgef. . 164,20
6½ Darmſtädter Bank . 118,50
12½ Deutſche Bank . . . 248,00
6 Deutſche Vereinsbank . 120,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,00
10 Diskonto=Kommandit 183,10
8½ Dresdener Bank 150,75
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 118, ½
* Pfälziſche Bank . . . . 126,00
5.86 Reichsbank . . . 131,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 132,25
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 114,40
7½ Wiener Bankverein . 129,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50
Inſrete
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden .
. 98,50
3½ do.
94,60
4 Worms .
. 97,00
3½ do.
87,00
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 135,40
3 Holl. Komm. fl. 100 109,00
3 Madrider . . Fs. 100 71,80
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,00a
Braunſchweiger Tlr. 20 202,40
Freiburger . . . . Fs. 15
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Mailänder .
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do. v. 1858fl. 100 452,00
Ungar. Staats . fl.100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 154,80
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Engliſche Noten .
Franzöſiſche Noten. . . . 81,15
Holländiſche Noten. . . . 169,00
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Nummer 306.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
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Nummer 506.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 36. Dezember 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dobermann. 1 Foxterrier, 1 Dobermann,
1 Rehpinſcher, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(26465
Bekanntmachung.
Wir bringen in Erinnerung, daß das Schießen, ſowie das
Abbrennen von Fenerwerkskörpern innerhalb der Straßen und
Hofreiten der Stadt verboten iſt.
Zuwiderhandlungen ſind in § 367 und § 368 des
Reichsſtraf=
geſetzbuches mit Geld= oder Haftſtrafe bedroht. Auch tritt Wegnahme
der Schußwaffe ein.
Gleichzeitig machen wir die Händler mit exploſiven Stoffen,
Feuerwerkskörpern uſw. wiederholt darauf aufmerkſam, daß das
Abgeben ſolcher Stoffe an Perſonen, von welchen ein Mißbrauch
der=
ſelben zu befürchten iſt, insbeſondere an alle Perſouen unter
16 Jahren, verboten iſt (Verordnung, den Verkehr mit
Spreng=
ſtoffen betreffend, vom 21. September 1905, § 26). Zuwiderhandlungen
gegen dieſe Vorſchrift werden nach § 367 des Reichsſtrafgeſetzbuches
mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft beſtraft. (26481oi
Darmſtadt, den 27. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Angeſtelltenverſicherung.
Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat das unten
abgedruckte Merkblatt für die Entrichtung der Beiträge zur
Ange=
ſtelltenverſicherung aufgeſtellt. Ich verweiſe die Arbeitgeber auf den
Inhalt dieſes Merkblatts und empfehle ihnen, ſich die Vordrucke für
die Nachweiſungen nach § 181 des Verſicherungsgeſetzes für
Ange=
ſtellte rechtzeitig zu beſchaffen. Die Nachweiſungen werden in dem
Bureau Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 1, abgegeben.
Darmſtadt, den 17. Dezember 1912.
(26199a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Merkblatt der Reichsverſicherungsanſtalt für die
Entrichtung der Beiträge zur Angeſtelltenverſicherung.
1. Der Arbeitgeber iſt verpflichtet, die Beiträge für ſich und ſeine
Angeſtellten an die Reichsverſicherungsanſtalt zu zahlen (§§ 176,
177 des Geſetzes). Zuwiderhandlungen ſind mit Strafe bedroht
§ 340 a. a. O.).
2. Der Arbeitgeber hat bei der erſten Beitragszahlung —
erſt=
malig alsbald nach Ablauf des Monats Januar 1913 — eine
Nachweiſung (§ 181 a. a. O.) über ſeine
verſicherungspflich=
tigen Angeſtellten und die fälligen Beiträge aufzuſtellen
und vorher oder bei der Einzahlung der Beiträge an die
Reichs=
verſicherungsanſtalt in Berlin=Wilmersdorf, Hohenzollerndamm,
einzuſenden. Hierzu ſind die Vordrncke bei der
Ausgabe=
ſtelle für die Angeſtelltenverſicherung ſeines Sitzes zu
ent=
nehmen. Bis zu 20 Angeſtellten dient der einſeitige Vordruck.
Bei mehr als 20 Angeſtellten kommen mehrere einſeitige
Vor=
drucke oder Einlagevordrucke, die gleichfalls von der
Ausgabe=
ſtelle abgegeben werden, zur Verwendung. In die Nachweiſung
ſind die Angeſtellten in der Reihenfolge der Gehaltsklaſſen,
mit der Klaſſe A beginnend, einzutragen.
3. Beſchäftigen mehrere Arbeitgeber den Verſicherten
wäh=
rend des Monats (§ 177 a. a. O.), ſo können an Stelle der
Nachweiſe (Nr. 2) Poſtkartenvordrucke benutzt werden, die
gleich=
falls von der Ausgabeſtelle ausgehändigt werden.
4. Statt der Verwendung von Marken hat die
Reichsverſicherungs=
anſtalt mit Zuſtimmung des Reichskanzlers den Poſtſcheckverkehr
für die Beitragseinzahlung für den Fall des § 176 zugelaſſen,
für den Fall des § 177 vorgeſchrieben (ſiehe auch weiter unten
Nr. 8). Hiernach ſind die aus den Nachweiſungen zu 2 und 3
ſich ergebenden Beitragsſummen bis zum 15. des auf den
Mo=
nat, fur den die Beiträge zu zahlen ſind, folgenden Monats
dem Konto der Reichsverſicherungsanſtalt bei dem Poſtſcheckamt
in Berlin zu überweiſen. Hierfür ſind beſondere Zahlkarten
und Ueberweiſungsformulare eingeführt, die der Arbeitgeber
bei ſeiner Poſtanſtalt erhält und zweckmäßig frühzeitig abhebt.
Die Erläuterungen zur Ausfüllung und Benutzung ſind auf der
Rückſeite der Formulare angegeben. Auf der Rückſeite der
Ab=
ſchnitte findet man eine Kontrollüberſicht, die zur Nachprüfung
der Beitragsſumme dient und auszufüllen iſt.
5. Für Lehrer und Erzieher aller Art, die bei mehreren
Fami=
lien während eines Monats tätig ſind, können die fälligen
Bei=
träge nach vorheriger Anzeige an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt vierteljährlich eingezahlt werden. In dieſem Falle
müſſen die Poſtkartenvordrucke (Nr. 3) benutzt werden.
6. Bei der zweiten und den folgenden Beitragszahlungen müſſen
die Veränderungen angegeben werden, welche die Abweichung
gegen die vorherige Beitragsſumme klarſtellen. Veränderungen
ſind dann gegeben, wenn Angeſtellte
a) aus dem Dienſt ausſcheiden (Abgang);
b) in den Dienſt neu eingeſtellt werden (Zugang);
c) Gehaltsänderungen erfahren, die den Angeſtellten in eine
andere Gehaltsklaſſe bringen.
In den Fällen der Nr. 3 ſind Veränderungsanzeigen einzuſenden:
a) bei monatlicher Beitragszahlung, wenn es ſich um den
Wechſel in derPerſon des Angeſtellten handelt;
b) bei vierteljährlichen Beitragszahlungen (für Lehrer und
Erzieher) nach Ablauf des Kalendervierteljahrs vor oder
bei Einzahlung der Beiträge, wenn in einem
Kalender=
monat des Vierteljahrs ein Wechſel in der Perſon des
Angeſtellten oder eine Aenderung in dem gezahlten
Ent=
gelt eintritt.
7. Zu den Veränderungsanzeigen ſind dieſelben Vordrucke
wie für die erſten Meldungen zu verwenden. Die
Verände=
rungen ſind nach der Einteilung zu Nr. 6 unter a (Zugang),
b (Abgang) und (Gehaltsänderung) geſondert aufzufuhren.
Sind keine Veränderungen eingetreten, ſo iſt dieſes durch
Be=
richtigung des auf den Poſtſcheckformularen unter der
Kontroll=
überſicht (Nr. 4) vorgeſehenen Textes zu vermerken. Die
Ver=
änderungsanzeigen ſind vor der nächſten Beitragszahlung,
ſpäteſtens gleichzeitig mit ihr, an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt abzuſenden.
8. Die Einzahlung der Beiträge an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt hat der Arbeitgeber in der Verſicherungskarte durch
Eintragung des Beitrags und Beiſchrift ſeines Namens oder
ſeiner Firma handſchriftlich oder durch Stempel zu vermerken.
Arbeitgeber, die bei ſtändig beſchäftigten Angeſtellten (§ 176)
Marken benutzen wollen, können dieſe nach vorheriger
Einzah=
lung der fälligen Beiträge, tunlichſt auf das Poſtſcheckkonto
(Nr. 4), von der Reichsverſicherungsanſtalt beziehen.
9. Arbeitgeber, die Angeſtellte in mehreren Betrieben (Filialen)
an demſelben oder verſchiedenen Orten beſchäftigen. können die
Beiträge von dem Hauptbetrieb aus zahlen; ſie müſſen alsdann
für jeden Betrieb eine beſondere Nachweiſung (§ 181 a. a. O.,
ſ. Nr. 2) an die Reichsverſicherungsanſtalt einreichen.
Brenntannäpfel
Hektoliter 75 Pf., bei 10 Hl. 70 Pf
Fichtenzapfen
Hektoliter 45 Pf., bei 10 Hl. 40 Pf
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ſondern aus beſtem Leinölfirniß
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Kilenlischen nypornenen
unkündbar bis 1923, mündelsicher.
(26330a
ECE
Auf Grund des bei mir aufliegenden Prospekts nehme ich Zelchnungen von
heute bis zum 8. Januar 1913 zum Kurse von 97.80 spesenfrei entgegen.
Hermann Wertheim, Bankgeschäft, Rheinstr. 33.
Bekanntmachung.
Die Zahlung der rückſtändigen
Beträge für erſteigertes Heugras,
Korn, Grünfutter,
Grummet=
gras und Runkelrüben von der
ſtädt. Pallaswieſe, der
Fürſten=
wieſe, den ehemals Beſſunger „ und
Kaus’ſchen Wieſen und von
ver=
ſchiedenen anderen ſtädt.
Grund=
ſtücken ſowie der Obſternte von
den Bäumen der ſtädt.
Pallas=
wieſe (aus den Verſteigerungen
Großh. Bürgermeiſterei vom 3. u.
17. Juli, 23., 29. u. 30. Auguſt u.
24. September lfd. Js.) hat bei
Vermeidung des Mahn= und
Pfändungsverfahrens bis
läng=
ſtens Ende Dezember 1912 an
den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
(25504a
erfolgen.
Darmſtadt, 9. Dezember 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bekanntmachung.
Für den Verkauf des Holzes in
dem Holzhofe dahier ſind folgende
Preiſe pro Rm. bis auf weiteres
feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10 „
Kiefern=Scheiter I. Kl. 10 „
II. Kl. 8 „
Scheiter II. Kl. beſtehen aus
aufgeſpaltenem Knüppelholz.
Die Beſtellungen des Holzes
haben bei Großh. Bezirkskaſſe
Darmſtadt zu erfolgen. (11317a
Darmſtadt, 15. Mai 1912.
Großh. Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.
Her Plan über die Grichtung
einer vberirdiſchen Tele=
graphenlinie an dem Dornheimer
Weg und der Wixhäuſer Haus=
Schneiſe vom neuen
Elektrizitäts=
werk bis zum neuen Friedhof
liegt bei dem Kaiſerlichen
Tele=
graphenamt hier von heute ab
(26464
4 Wochen aus.
Darmſtadt, 28. Dezember 1912.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Ludwignlingsce.
Installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Rheinstr. 17, Ecke der Grafenstr.
Telephonruf 636, (16950a
Musterlager aller
ein-
schlägigen Artikel.
Schutt
Erdaushub ꝛc. kann abgeladen
werden Bauſtelle Frankfurterſtraße,
nächſt der Maulbeerallee, neben
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(Rezepte zu Dienſten.)
Johannes Homn
Reform-Restaurant Thalysia.
Alexanderstr. 4, 1. Stock.
Angeſtelltenverſicherung.
Die nach dem am 1. Januar 1913 in Kraft tretenden
Verſiche=
rungsgeſetz für Angeſtellte verſicherungspflichtigen Perſonen, die ſich
ihre Verſicherungskarten noch nicht haben ausſtellen laſſen, werden
aufgefordert, dies ſpäteſtens bis zum Ende dieſes Jahres nachzuholen.
Wer die Ausſtellung der Karte nicht bis zu dieſem Zeitpunkt bei der
Ausgabeſtelle beantragt hat, kann in eine Geldſtrafe bis zu 10 Mk.
genommen werden. Ausgabeſtellen ſind
a) für Verſicherte, die nach dem vierten Buch der
Reichsverſiche=
rungsordnung verſichert ſind, diejenigen Stellen, die für die
Ausſtellung der Quittungskarten zuſtändig ſind (
Gemeinde=
krankenverſicherung, Orts=, Betriebs= und Innungskrankenkaſſen),
b) für alle übrigen Verſicherten die Großh. Bürgermeiſterei (
Wald=
ſtraße 6, Zimmer Nr. 1).
Darmſtadt, den 23. Dezember 1912.
(26278ifo
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Armen= und Fürſorgeweſen.
I. Die Beſtimmungen der Armenordnung über die
Zuſammen=
ſetzung der „Deputation für das Armen= und Fürſorgeweſen”
erhalten vom 1. Januar 1913 an folgende Faſſung:
§ 3.
Die Deputation beſteht außer dem Oberbürgermeiſter oder
ſeinem Stellvertreter als Vorſitzendem, aus zehn Mitgliedern, die
von der Stadtverordneten=Verſammlung mindeſtens zur Hälfte aus
ihrer Mitte, im übrigen aus der Zahl der zum Amt eines
Stadtver=
ordneten wählbaren Einwohnern oder bis zu zwei aus
Frauen=
kreiſen gewählt werden.
Außerdem gehört der Vorſtand des ſtädtiſchen Armen= und
Fürſorgeamtes der Deputation mit beratender Stimme an. Er
ver=
tritt im Falle der Verhinderung den Vorſitzenden der Deputation
mit vollem Stimmrecht.
§ 6.
Die Aemter der gewählten Mitglieder der Deputation ſowie
der Bezirkspfleger ſind Ehrenämter, zu denen nur Männer und
Frauen von unbeſcholtenem Ruf, bewährtem Wohlwollen, tätiger
Nächſtenliebe und ernſtem Sinn für Gerechtigkeit berufen werden
ſollen.
Hinſichtlich der Verpflichtung der männlichen Mitglieder zur
Uebernahme dieſer Stellen und hinſichtlich der Niederlegung und
des Ausſcheidens gelten die Vorſchriften der Artikel 18 bis 21 der
Städteordnung.
II. Von genanntem Zeitpunkt an erledigt die „Deputation für
das Armen= und Fürſorgeweſen” auch die der Stadtverordneten=
Verſammlung nach dem Geſetz über die Zwangserziehung
Min=
derjähriger zugewieſenen Aufgaben.
III. Das „Städtiſche Pflegeamt” führt von jetzt an die
Be=
zeichnung „Städtiſches Armen= und Fürforge=Amt”
Ihm liegt vom 1. Januar 1913 an — unter Fortdauer der
Verantwortung des Oberbürgermeiſters oder ſeines Stellvertreters —
die ſelbſtändige Erledigung der Arbeiten der Armenverwaltung
und des Fürſorgeweſens, einſchließlich der Zwangserziehung,
ob. Organiſatoriſche Arbeiten und allgemeine
Verwaltungsange=
legenheiten ſind hiervon ausgenommen, Angelegenheiten von
grund=
ſätzlicher Bedeutung bedürfen der Zuſtimmung des Unterzeichneten
oder ſeines Stellvertreters.
(26494oi
Darmſtadt, den 28. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 30. Dezember 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung vorausſichtlich beſtimmt:
1 Pianino, 1 Büfett, 1 Diwan mit Umbau und Seſſel,
1 Kredenz, 1 Zimmerteppich, 1 achteck. Tiſch, 1 Sofa
mit 2 Seſſeln und Umbau, 1 Prunkſchrank, 2 Stühle,
1 Trumeau mit Spiegel, 1 Blumentiſch, 1 Bauerntiſch,
2 große Bilder, 1 Ausziehtiſch und 6 Lederſtühle.
Darmſtadt, am 28. Dezember 1912.
(26489
Kapp, Gerichtsvollzieher
zu Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.
Stammholzverſteigerung.
Donnerstag, den 2. Januar 1913,
vormittags 9½ Uhr anfangend, werden im Pfungſtädter
Gemeinde=
wald, Diſtrikt Klingsackertanne
239 Kiefernſtämme von 20—53 cm Durchmeſſer und 5—15m
Länge
an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert.
Die Zuſammenkunft iſt an der Griesheimer Brücke (Kreisſtraße
Pfungſtadt-Griesheim). Bemerkt wird, daß ſich darunter ſehr
ſchönes Schnittholz befindet.
Forſtwart Haas iſt zur Auskunftserteilung beauftragt.
Pfungſtadt, den 24. Dezember 1912.
(26470f
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Von E. Mentzel.
(16785
Mit mehreren Illustrationen. Preis Mk. 2.50.
Zu beziehen in der Expedition des Tagblatts u. durch
alle Buchhandlungen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Kleber’s Apfelwein
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
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Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
18)
Trotzdem dem Major nicht wohl war, begleitete er
feine Damen am Abend nach dem Theater. Märe er zu
Haus geblieben, hätte Gretchen ihm unbedingt
Geſell=
ſchaft geleiſtet, wie er wußte, und ſeinetwegen ſollte ſie
nicht um das Vergnügen kommen, auf das ſie ſich ſo
ſicht=
lich gefreut!
Und jetzt ſaß ſie auf ihrem alten Platz mit klopfendem
Herzen und ſtrahlenden Augen — ſie war wieder ganz im
Banne der Muſik — und der herrlichen Stimme Ernſt
Brands, deren geſättigter Wohlklang und glanzvolle Fülle
ſich in ihr Ohr ſchmeichelte. Der „Fauſt” war ja eine
Glanzrolle von ihm! Wie ſtattlich ſah er nachher aus in
dem reichgeſtickten lila Sammetkoſtüm — wie
leidenſchaft=
lich bewegt war das Liebesduett mit Margarete!
Gretchen von Löwen fühlte, wie er nur für ſie ſang,
wie jene Worte ihr gelten ſollten — ſie hatte ganz
deut=
lich geſehen, wie er in ihr Glas grüßte, das ſie auf ihn
gerichtet, als er mit heißem Werben in der Stimme ſang:
Laſſe mich in Dein holdes Antlitz ſchauen! O trau der
Liebe Macht! Laß Seel’ in Seel’ uns drängen voll
Ver=
trauen in ſtiller Mondesnacht! — O Mondenſchein, der
uns umhüllt, ſelig beiſammen, all unſer Bangen ſtillt,
ganz uns erfüllt mit Liebesflammen
Es war, als ob er die ganze Empfindung, deren ſeine
Seele fähig war, in jene Worte legte — er wüßte ja, die
eine war de, ſirde er ſen uund ſe verſend ihr aich
wie er zu ihrem Herzen ſprach.
Das Publikum ſaß faſt atemlos da — es fühlte, daß
hier etwas Großes, Elementares zu ihm ſprach — wie
wunderbar wußte der Künſtler die ſchmelzende Muſik
wie=
derzugeben — ja, ſo und nicht anders mußte ſie geſungen
werden!
Toſend war der Beifall, der ihm lohnte, und immer
wieder mußte er ſich zeigen. Dankend verneigte er ſich,
und ſein Blick flog heimlich zu der Geliebten; er war
reichlich belohnt durch das ſelige Lächeln, das auf ihrem
ſüßen Geſicht lag.
Mit ihren ſcharfen Augen bemerkte Frau Claudia
wohl die ſtumme, heimliche Zwieſprache der beiden, und
die Eiferſucht ſchlug von neuem ihre Krallen in ihr Hecz.
Wenn ſie ihn nur nicht gar ſo geliebt hätte, ſo über die
Maßen, daß ſie ihn lieber tot geſehen, als einer anderen
gegönnt!
Mitten in ihre ſelbſtquäleriſchen Gedanken hinein
tönte Hildegard von der Oſtens Stimme, die die
Herr=
ſchaften begrüßte. Ich wollte ſchnell guten Abend ſagen
und ſehen, wie der geſtrige Abend bekommen iſt! Doch
gut, wie ich zu meiner Freude ſehe! Mama iſt von
Ex=
zellenz in Beſchlag genommen — und da hab’ ich mich
für einen Augenblick drücken können! — Na, Gretchen, gut
geruht auf Deinen Lorbeeren? Hilde drückte ihr begeiſtert
die Hand. Mädel, Du warſt ja bezaubernd — alles iſt
Deines Lobes voll — ja, ja, laſſe es mich nur ſagen! —
Uebrigens, wie gefällt Dir denn der Herrlichſte von allen?
Duh weider eimiet Weit ot wen ih ihr ſuge hirs,
könnte ich heulen—
Die Majorin verzog etwas ſpöttiſch die vollen Lippen.
Ei, ei, Fräulein von der Oſten, ſo enthuſiasmiert?
Noch mehr, gnädige Frau, entgegnete dieſe, indem ſie
Claudia ruhig ins flackernde Auge ſah. Sie konnte nun
einmal die Stiefmutter ihres geliebten Gretchens nicht
leiden. Woran es liegt, weiß ich nicht, hatte ſie offen
er=
klärt, ich habe nun mal die Antipathie — ſie kommt mir
vor, als hätte ſie etwas zu verbergen —
Und es war, als ob Claudia dieſes Gefühl ahnte;
deshalb bemühte ſie ſich, dem jungen Mädchen, das ihr
ſehr unſympathiſch war, doch ſo liebenswürdig wie
mög=
lich entgegenzukommen — Hildegard Oſten war etwas
ge=
fürchtet, und ihre Eltern waren ſehr einflußreich. — —
Der Vorhang war zum letztenmale gefallen, und wie
im Traum beſtieg Gretchen mit den Eltern den Wagen.
Kein Wort vermochte ſie zu ſprechen — das Herz war
ihr zum Ueberfließen voll. Der Major kannte das an
ihr — ſo war ſie immer, wenn ihre Seele von etwas
er=
griffen wurde, die ſich dann förmlich in ſich ſelbſt zurückzog.
Daß aber hier noch etwas anderes im Spiel war, als
lediglich der Kunſtgenuß, daß die Liebe das junge Herz
ganz ausfüllte, ahnte er doch nicht — und wem ihr
Seh=
nen galt, erſt recht nicht — wohl aber Frau Claudia, deren
Augen ſich förmlich in das blumenhafte Geſicht der
Stief=
tochter bohrten, als ob ſie die innerſten Gedanken
der=
ſelben erforſchen wollte!
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11. Kapitel.
Als Margareta am nächſten Nachmittag bei Meiſter
Böttge zur Stunde eintrat, kam ihr dieſer mit beiden
ausgeſtreckten Händen entgegen.
Sie haben ſich ſelbſt übertroffen, Fräulein von Löwen
— wie Sie geſpielt haben, wunderbar. — Begeiſtert
ſchaute er in ihr Geſicht, während ſein Mund von
Lob=
ſprüchen überſprudelte. Dann ging er im Zimmer auf
und ab, die Hände hinten unter dem Rock verborgen und
leiſe pfeifend, wie es ſeine Gewohnheit war, wenn ihn
etwas erregte.
Lächelnd ließ ihn Gretchen gewähren; ſie kannte ja
den guten Meiſter. Als ſie aber ihre Violine ſtimmen
wollte, blieb er plötzlich vor ihr ſtehen und ſagte rauh:
Fräulein von Löwen, packen Sie nur wieder ein,
Sie können nach Hauſe gehen. Erſchreckt und
verſtänd=
nislos ſah ſie ihn an. Ja, ja, es iſt mein Ernſt, fuhr er
wehmütig fort, denn ich kann Sie nichts mehr lehren,
nein, gar nichts; Sie haben Ihren Lehrer längſt
über=
flügelt — nein, Kind, es iſt verlorene Zeit, noch zu mir
zu kommen — ſuchen Sie ſich einen Größeren
Aber, lieber Meiſter, — ſchmeichelnd legte ſie die
Hand auf ſeine Schulter — aber, lieber Meiſter, wollen
Sie mich denn durchaus los ſein? Jetzt muß ich erſt recht
kommen, damit ich nicht nachläſſig werde! Ich würde
längſt nicht mehr ſo fleißig üben, wenn ich nicht dächte
— mach’ deine Sache gut, ſonſt ſchilt dein lieber Meiſter,
und das Schreckgeſpenſt Ihrer Unzufriedenheit ſteht dann
hinter mir und paßt auf, daß ich täglich zwei bis drei
Stunden regelrecht übe — ſonſt würde ich lieber ſpazieren
gehen und bummeln —
Bummeln? Nein, das gibt’s nicht! Wenn Sie mir
damit drohen, dann laß” ich Sie nicht — das wäre noch
ſchöner! Aber ſo ſind die meiſten Menſchen — wenn nicht
das liebe Muß dahinter ſteckt, iſt’s gleich aus, polterte er,
da wollen wir jetzt doppelt ſtreng ſein, daß die lieben
Fingerchen da auch hübſch geſchmeidig bleiben
wär’ mir auch hart geworden, Ihr liebes Geſichtchen nicht
mehr zu ſehen.
Er dachte nicht daran, wie Gretchen, daß er den
Aus=
fall des Stundengeldes doch recht merken würde — ſie
wußte ja längſt, daß er recht hatte — von ihm konnte
ſie nichts mehr lernen; aber die Stunde bei dem guten
Meiſter war ihr zu einer lieben Gewohnheit geworden,
die ſie nicht gern vermißt hätte.
Nun, wie hat Ihnen denn der „Fauſt” geſtern abend
wieder gefallen? Hat er nicht göttlich geſungen? Er war
doch zum Küſſen, der Brand, und ich kann’s den Frauen
wirklich nicht verdenken, wenn ſie ſich in ihn verlieben
hat er’s ſelbſt mir doch angetan, der prächtige Kerl, daß
ich ihm gut bin. Beglückt lauſchte Gretchen den
Lobes=
erhebungen, mit denen Meiſter Böttge ſonſt ſehr ſparſam
umging.
Als ſie nach Beendigung der Stunde das Haus
ver=
ließ, begegnete ihr gerade vor der Tür Ernſt Brand.
Sofort blieb er ſtehen, und die Freude leuchtete ihm
bei ihrem Anblick nur ſo aus den klugen Augen, als er
ſie begrüßte. Die ihm gereichte Hand faßte er mit
zärt=
lichem Druck und hielt ſie länger als nötig in der ſeinen.
Ich habe Sie erwartet, ſagte er leiſe, durch Zufall
er=
fuhr ich von Meiſter Böttge, daß Sie jetzt am Nachmittag
Ihren Unterricht haben — darf ich mich Ihnen anſchließen?
Sie nickte und unwillkürlich lenkten beide ihre Schritte
nach dem Schloßgarten, in dem man in dieſer Jahreszeit
ſeltener jemand traf.
Es war ein ſtiller, trüber Wintertag. Frühzeitig hatte
ſich die Dämmerung eingeſtellt, trotzdem es kaum vier Uhr
vorüber war. Dick lag der Schnee auf den Zweigen der
Bäume, grau war der Himmel verhängt, und es ſah aus,
als ob es jeden Augenblick wieder ſchneien wollte.
Anfangs bewegte ſich beider Geſpräch in
gleichgülti=
gen Bahnen, bis er auf einmal ſtehen blieb.
Wiſſen Sie, hier war es das erſte Mal, wo wir uns
fahen — hier an dieſer Stelle. Sie ſchauten lächelnd eini=
gen kampfluſtigen Vögeln zu, — ach, Margareta, wie oft
bin ich dieſen Weg gewandelt — und hab nur an Sie
gedacht — — Leidenſchaftlich bewegt klangen ſeine letzten
Worte, und tief ſenkte ſie den blonden Kopf — als ob ſie
das nicht getan hätte!
Darf ich zu Ihnen ſprechen, Margareta? fuhr er fort,
mir iſt das Herz ſo voll, und wer weiß, wann ſich mir’ſo
günſtige Gelegenheit wieder bietet! — Ich weiß ja, daß
es vermeſſen iſt, meine Augen zu Ihnen zu erheben, ich,
er fahrende Sänger — aber mein Gefühl iſt ſtärker als
alles andere! Wenn Sie wüßten, wie ich Sie liebe — ich
bete Sie an! Zürnen Sie dem Vermeſſenen, aber,
Marga=
reta, ſo iſt wohl noch kein Weib geliebt, wie ich Sie liebe!
Und für jenen Augenblick, in dem Sie mir vergönnten,
Ihre Lippen zu küſſen, könnt ich meine Seligkeit
hin=
geben — Gretchen, ſollte mir das ein Zeichen ſein, daß
Du mir ein wenig gut ſein kannſt?
Seine Stimme bebte vor innerer Erregung — heiß
und werbend klang ſie in ihr Ohr. Es hatte ihn mit
fort=
geriſſen, und nun hielt er inne, faſt erſchrocken über ſeine
Kühnheit.
Ja, ich bin Ihnen gut, o, ſo gut! ſagte ſie leiſe und
hob die feuchtſchimmernden Augen zu ihm empor.
Margareta! Wie ein Jubelſchrei kam das von ſeinen
Lippen. Gretchen, darf ich das glauben, Du Süße,
Holde?
Ja, Ernſt, glaube es nur immerhin! Frag aber nicht,
wie es gekommen iſt — ich weiß es nicht! Ich weiß nur,
daß ich Dich liebe, ſo lange ich Dich kenne, klang es
unſag=
bar innig aus ihrem Munde.
Ach Du — tief atmend ſtand er da — Gretchen, ich bin
der ſeligſte Mann!
Still war es um ſie her; er hielt ihre Hand feſt und
ſchaute mit unbeſchreiblicher Zärtlichkeit in ihr ſüßes
Geſicht.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Seite 15.
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er. Das Deutſche Freiwilligen=Flieger=
Korps. Seit längerer Zeit beſchäftigt ſich der
Kaiſer=
liche Aero=Klub in Berlin mit, der Gründung eines
Deutſchen Freiwilligen=Flieger=Korps,
das nach dem Syſtem des Deutſchen Freiwilligen=
Auto=
mobil=Korps eine Vereinigung von geeigneten deutſchen
Flugzeugführern bilden ſollte, die ſich verpflichten, unter
beſonderen Bedingungen und Vereinbarungen als Flieger
bei der Armee in Krieg und Frieden Dienſt zu tun. Der
Kaiſerliche Aero=Klub, unter deſſen Schutze das Frei=
willigen=Korps ſtehen ſoll, hat jetzt die Satzungen
ausge=
arbeitet. Danach ſoll der Sitz des Korps Berlin ſein.
Der Mitgliederkreis ſoll ſich zunächſt auf Preußen und
auf diejenigen deutſchen Bundesſtaaten beſchränken, deren
Militär=Kontingente ſich in preußiſcher Verwaltung
be=
finden. Vorbedingung zum Eintritt in das Korps ſind
u. a. Tauglichkeit für den Dienſt im Korps, deutſche
Reichsangehörigkeit und Beſitz des Fliegerzeugniſſes
ſo=
wie Beſtehen einer beſonderen Prüfung auf einem bei der
Armee eingeführten Flugzeuge. Offiziere und
Mann=
ſchaften des aktiven Dienſtſtandes und des
Beurlaubten=
ſtandes kommen für das Freiwilligen=Korps nicht in
Be=
tracht. Bedingung für die Aufnahme iſt ferner die
ſcheift=
liche Erklärung des Aufzunehmenden, daß er dem Korps
auf die Dauer von mindeſtens drei Jahren angehören
will, ferner, daß er bereit iſt, im Kriege unbeſchränkt als
Flieger Dienſt zu tun und im Frieden jährlich eine
mili=
täriſche Dienſtleiſtung bis zu zehn Tagen als Flieger zu
abſolvieren und an den vom Kommandeur eingerichteten
Unterrichtskurſen teilzunehmen. Nach Ablauf der
Ver=
pflichtungsdauer können ausſcheidende Mitglieder vom
Kommandeur jedesmal auf ein weiteres Jahr verpflichtet
werden. Die Flugzeuge werden entweder durch Bezug
von Lieferanten vertraglich ſicher geſtellt, oder die Flieger
haben das Beſitz= oder Verfügungsrecht über ſie. Alle
dieſe Flugzeuge müſſen bei Beginn der Dienſtleiſtungen
in tadelloſem Zuſtande, ſowie mit den erforderlichen
Teilen, Werkzeugen und mit der in den Vereinbarungen
mit dem Kriegsminiſterium vorgeſchriebenen
militäri=
ſchen Ausrüſtung verſehen ſein. Zuläſſig ſind
jeden=
falls nur ſolche Flugzeuge, mit denen die Armee im
Kriegsfalle ausgerüſtet wird. Für jedes Flugzeug wird
die Heeresverwaltung eine Subvention, vorausſichtlich
3000 Mark, zahlen und zwar im Voraus in
vierteljähr=
lichen Raten an den Vorſtand des Korps. Die
Frei=
willigen erhalten für jede Dienſtleiſtung beſondere
Ge=
bühren und zwar für jeden Uebungstag 40 Mark. Sie
haben ſich davon ſelbſt zu beköſtigen und auch für
Quar=
tier zu ſorgen. Die Militärbehörden werden aber nach
Möglichkeit behilflich ſein, Quartier zu beſchaffen. Für
Hin= und Rückreiſe zum Uebungsort, für den Transport
des Flugzeuges zahlt das Kriegsminiſterium eine
Pau=
ſchalſumme, vorausſichtlich 200 Mark. Transporte können
mittelſt Militärfrachtbrief erfolgen. Koſten trägt das
Korps. Eine Haftung des Fiskus für alle Unfälle, die
der Freiwillige während der Friedensübungen oder
ge=
legentlich vorbereitender Uebungen erleidet, iſt
ausge=
ſchloſſen. Für den Schaden, der infolge der
Dienſtleiſtun=
gen der Freiwilligen Dritten gegenüber zu erſetzen iſt,
haftet das Korps. Während eines gegen das Deutſche
Reich ausgebrochenen Krieges unterſtehen die Mitglieder,
die ſich bei dem kriegführenden Heere befinden, der
Mili=
tärdisziplinarſtrafordnung, den Vorſchriften des
Militär=
ſtrafgeſetzbuches und der Militärſtrafgerichtsbarkeit. Für
den Anſpruch auf Penſionsgebühren iſt der § 35 des
Offiziers=Penſionsgeſetzes vom 31. Mai 1896 nebſt
Aus=
führungsbeſtimmungen maßgebend. Der Penſions=
Be=
rechnung wird eine Jahresvergütung von 7300 Mark
zu=
grunde gelegt. Die Kriegsverſorgung der Hinterbliebenen
egelt ſich nach § 19 und folgende des Militär=
Hinterblie=
benen=Geſetzes vom 17. Mai 1907.
* Metz, 27. Dez. Wie jetzt bekannt wird, iſt am 24.
Dezember nachmittags, bei Avricourt auf
deut=
ſchem Boden ein franzöſiſches Flugzeug mit
zwei Offizierfliegern, dem Leutnant Glaize von der
Flie=
gertruppe in Nancy als Führer und Leutnant Pellour
vom 8. Artillerieregiment, infolge verloren gegangener
Oaentierung gelandet. Major Siegerty der Führer
der Metzer Fliegertruppe, begab ſich an Ort und Stelle,
und es gelang ihm, in der Nacht das Flugzeug aufzufin=
den. Nachdem eine Unterſuchung keinerlei belaſtende
Momente ergeben hatte, erfolgte die Freilaſſung.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Der Fußball=Länderkampf Holland=Frankreich kam
in Charantonneau bei Paris zum Austrag. Die
Fran=
zoſen ſiegten überraſchenderweiſe mit 5:2, nachdem ſie bei
Halbzeit ſchon mit 3:1 geführt hatten.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.
Geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
8 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 22. Dez.: dem Schloſſer Georg Wolf,
Stiftſtr. 50, eine T. Gertrude Eliſabeth Charlotte. Dem
Metalldreher Karl Frankenberger, in Nieder=Ramſtadt,
eine T. Katharina, Grafenſtr. 9, hier. Am 24.: dem
Ma=
ſchinenſchloſſer Philipp Ruß, Liebfrauenſtr. 43, eine T.
Margayete. Am 25.: dem Magazinarbeiter Leonhard
Friedrich Weber, Pankratiusſtr. 55, ein S. Friedrich
Adam. Am 24.: dem Weißbinder Otto Schnauber,
Ar=
heilgerſtr. 68, eine T. Eliſe Helene. Am 19.: dem Maurer
Heinrich Jakob Wadlinger, Langegaſſe 2, eine T.
Mathilde Barbara. Am 20.: dem Metzgermeiſter Michael
Frei, Mühlſtr. 20, ein S. Leonhard. Am 23.: dem
Weißbinder Philipp Hörr, Lichtenbergſtr. 23, eine T.
Katharina Luiſe.
Aufgebotene. Am 24. Dez.: Portier Heinrich
Kind=
ler, mit Näherin Barbara Körner, beide in Frankfurt
a. M. Feilenhauer Ferdinand Arthur Gliot, mit
Ar=
beiterin Katharina Schmelzer, beide in Offenbach a. M.
Am 25.: Lokomotivführer Wilh. Karl Wack in
Saar=
brücken mit Paula Rupp in Oppenheim. Am 27.:
Schreiner Georg Binſtadt, Dieburgerſtr. 16, mit Maria
Rettig, in Wilmshauſen. Betriebs=Ingenieur Albrecht
Auguſt Eduard Vilmar in Boizenburg a. Elbe mit
Henriette Marie Helene Martha Finkenwirth,
Mühl=
ſtraße 64½.
Geſtorbene. Am 23. Dez.: Privatin Sophie
Wilhel=
mine Kunze, 68 J., ev., Karlſtr. 40. Am 22.:
Land=
gerichtsdirektor i. P., Richard Karl Stephan, 60 J.,
deutſch=katholiſch, Heinrichſtr. 118. Formſtecher Johann
Georg Schmidt, 69 J., ev., Wienersſtr. 68. Am 23.:
Georg Ludwig Wittersheim, S. d. Schmieds, 1 Monat,
ev., Pankratiusſtr. 37. Anna Luiſe Trenca, geb.
Vul=
liemin, Witwe des Privatiers, 85 J., ev., Aliceſtr. 17.
Am 24.: Opernchorſänger i. P. Ludw. Gg. Adam Lang,
72 J., ev., Kranichſteinerſtr. 57. Am 23.: Privatin
Char=
lotte Stockhauſen, 74 J., ev., Schloßgartenſtr. 71. Am
24.: Conſtanze Luiſe Gerling, geb. Weber, Witwe des
prakt. Arztes, Dr., 76 J., ev., Beſſungerſtr. 3. Am 23.:
Chriſtiane Eliſabethe Schrot, ohne Beruf, 69 J., ev.,
Mathildenſtr. 7. Am 24.: Marie Wolf, T. des
Dach=
deckers, 1 Monat, kath., Inſelſtr. 19. Margarete
Wag=
ner, T. des Taglöhners, 1 J., ev., Große Kaplaneigaſſe 14.
Am 25.: Luiſe Hallwachs, geb. Kuhlmann, Ehefr. des
Rechtsanwalts und Notars, 55 J., ev., Hügelſtr. 47.
Mar=
garete Ruß, T. des Maſchinenſchloſſers, 1 Tag, ev.,
Lieb=
frauenſtr. 43. Am 26.: Privatin Katharine Nahrgang,
81 J., ev., Karlſtr. 6. Eliſabeth Lachmann, geb. Maſer,
Witwe des Taglöhners, 65 J., ev., Schloßgaſſe 16. Am
27.: Veronica Schreiner, geb. Linden, Ehefrau des
Amtsgerichtsoberſekretärs, 57 J., kath., Mayen.
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beth Vonderſchmitt, geb. Bernius, Ehefr. des
Taglöh=
ners, 61 J., ev., Ueberau. Privatin Eva Kiſſel, 68 J.,
kath., Lauteſchlägerſtr. 17. Am 28.: Aktuar i. P. Georg
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Kalbfuß und Frau, Dr. Garth und
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Medizinalrat Dr. Fiſcher und Frau,
Dr. Schwalm, A. Reeg, Oktroi=
Inſpektor Kammer und” Frau,
Sanitätsrat Dr. Becker, Prof. Ihle
und Frau, N. N., Frau Scherbarth,
Hofſchauſpielerin i. P., Dr. Eger=,
Generaldirektor, Frau Maſchin.=
Direktor K. Brandt, Fräulein
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Berbenich und Frau, Kaufmann
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Rechnungsrat Dr. Wilhelm Wagner
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Dern und Frau, Rechnungsrat
P. Wambold und Frau, Jordan,
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Riechmann und Frau, Ober=
Inſpektor Schwerdtfeger und Frau,
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Heinz, Frl. Agnes Wisthaler,
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meiſter, Frl. Gothe,
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zogen=Meißner, Dekorationsmeiſter
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Winter und Frau, Frl. Anna
Schreiner, Pianiſtin, Frau
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Hutter und Frau, Direktor
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theaters, Kapellmeiſter Rehbock
und Frau, Dr. Paul Schlippe,
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Karl Klee und Familie, J. Tramer,
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Regierungsrat de Beauckair und
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und Frau, Obermedizinalrat Dr.
Becker, Geheimerat Dr. G. Beſt,
Geheimerat Wilh. Beſt, Archivar
Betz und Frau, A. Bormet,
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rat Dauber und Frau,
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miniſter Dr. von Ewald, Exzellenz,
Miniſterialreviſor Frank und Frau,
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heimer Obermedizinalrat Dr.
Hauſer, Regierungsrat Hechler,
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heimer Obermedizinalrat Dr. Heyl,
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des Innern von Hombergk,
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zellenz, Baurat Profeſſor Knapp,
Rechnungsrat Lang und Frau,
Rechnungsrat Leiſer und Frau,
Geh. Regierungsrat Dr. Linß,
Miniſterialſekretär Löhlein,
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heimerat Lorbacher, Geheimer
Obermedizinalrat Dr Lorenz,
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rat Matthias, Geheimer
Landes=
ökonomierat Müller, Geheimer
Oberſchulrat Nodnagel,
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gierungsrat Pfeiffer, Geheimer
Oberſchulrat Dr. Scheuermann,
Rechnungsrat Schilling,
Ober=
regierungsrat Schwarz,
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nungsrat Schönberger und Frau,
Regierungsrat Spamer,
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regierungsrat Dr. Stammler,
Geheimerat Süffert, Miniſterialrat
Dr. Weber, Kanzleirat Wettlaufer
und Frau, Regierungsrat Dr.
Wörner, Baurat Wagneru Frau.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Nummer 306.
ist besetzt
P
dufth die
Cere
Eine 5 Pfg. Gaarette
vonzhochedelster,Qualität.
Handel und Verkehr.
Die Fernſprecheinrichtungen der Erde
haben nach einer im neueſten Archiv für Poſt und
Tele=
graphie enthaltenen Veröffentlichung insgeſamt 12½
Mil=
lionen Fernſprechſtellen mit 47½ Millionen Kilometer
Drahtleitung. In den Fernſprecheinrichtungen iſt ein
Kapital von etwa 7 Milliarden Mark angelegt. Von den
Sprechſtellen, die 22 Milliarden Geſpräche jährlich
ver=
mitteln, entfallen 8,4 Millionen Sprechſtellen auf die
Ver=
einigten Staaten von Amerika und 3,2 Millionen auf
Europa. In Europa ſtehen das Deutſche Reich mit über
1 Million und Großbritannien mit 650000 Sprechſtellen
voran. Das Deutſche Reich beſitzt auch das größte
Lei=
tungsnetz in Europa (5,7 Millionen Kilometer);
beſon=
ders groß ſind Zahl und Länge ſeiner Fernſprechleitungen
von Ort zu Ort, die ungefähr die Hälfte aller europäiſchen
Fernleitungen ausmachen. Frankreich hat 230000,
Schwe=
den 187000, Rußland 151000, Oeſterreich 113600)
Sprech=
ſtellen. Für den geſamten elektriſchen
Schnellnachrichten=
verkehr (Telegraphie und Telephonie) ſtehen in der Welt
55,7 Millionen Kilometer Leitung zur Verfügung. Der
Fernſprecher hat dabei den älteren Bruder, den
Tele=
graphen, beſonders in den Ländern mit gut entwickeltem
Fernſprechverkehr, ſchon weit überholt. Zieht man noch
das dritte wichtigſte und dabei älteſte
Nachrichtenbeför=
derungsmittel, den Briefdienſt, in Betracht, ſo ergibt ſich,
daß in den Vereinigten Staaten jährlich 12,6 Milliarden
Geſpräche, 0,098 Milliarden Telegramme und 8,8
Mil=
liarden Briefſendungen verarbeitet werden, während in
Europa noch die Briefpoſt (15,4 Milliarden Sendungen)
überwiegt und daneben 4,9 Milliarden Geſpräche und
0,345 Milliarden Telegramme verarbeitet werden. Für
Deutſchland ſtellt ſich das Verhältnis der durch Briefpoſt,
Telegramme und Fernſprecher beförderten Mitteilungen
wie 73,710,9:25,4, für Europa wie 74,4:1,7:23,9 und für
die Vereinigten Staaten wie 40,9:0,4:58,7.
— Gebrauchsmuſter=Erteilung. (
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teilt von Dipl.=Ing. Klemens Herszberg und Co., Patent=
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Börſenwochen=
bericht.) Infolge der Weihnachtsfeiertage iſt die
Be=
richterſtattung nur auf wenige Tage beſchränkt geweſen,
wobei auch das Geſchäft im ganzen ein kleineres war. Die
frühzeitigen Vorbereitungen für den Ultimo konnten ſich
leicht vollziehen, obgleich Geld zu Prolongationen bis zu
8¾4 Prozent bedang. Dies veranlaßte die Spekulation,
ihre Engagements weſentlich einzuſchränken, ſo daß die
Liquidation ſchon heute als glatt beendigt anzuſehen wäre.
Hier war Geld ſehr reichlich vorhanden, und es ſind
offen=
bar größere Beträge für Prolongationszwecke dem
Ber=
liner Geldmarkt zugefloſſen. Die Geldlage hat ſich in den
letzten Tagen überhaupt zuverſichtlicher geſtaltet, was auch
in dem nachgebenden Privatdiskont (5¾ Proz. zum Ausdruck
kam. Die raſche Erledigung der Neu=Emiſſion von Allg.
Elektrizitätsaktien, welche die Einzahlung von etwa 50
Millionen Mark erforderte wurde am Geldmarkt nur
wenig verſpürt und die Subſkriptions=Ausſchreibung auf
4½prozentige Schuldverſchreibungen der Hohenlohe=Werke
gilt ſicher als Symptom einer herannahenden
Erleichter=
ung der Geldlage. Die Tendenz war während der
weni=
gen Geſchäftstage durchweg eine feſte; man bemerkte mit
großer Befriedigung wieder größere Käufe am
Anlage=
markt für Privatrechnung. Da auch aus New=York nichts
Ungünftiges vorlag, außer teuerem Geld und die Anſicht
der politiſchen Zukunft jetzt weiter optimiſtiſch iſt, ſo hofft
man zuverſichtlich auf einen guten Jahresſchluß.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, kann
mit Freude konſtatiert werden, daß auch für deutſche
An=
lagewerte wieder Intereſſe hervortritt. Die bereits flüſſig
werdenden Gelder aus fälligen Kupons uſw. ſcheinen
größtenteils ſich den feſtverzinslichen Papieren
zuzuwen=
den, die unter dieſem Einfluſſe im Preiſe profitieren
konn=
ten. Auch für ausländiſche Staatsfonds war gute
Stim=
mung vorherrſchend, insbeſondere aber für
öſterreichiſch=
ungariſche Gattungen, die prozentweiſe ſteigen konnten,
nachdem die auſtro=ſerbiſche Streitfrage ſtarke
Angſtver=
käufe und damit bedeutende Kursrückgänge gezeitigt hatte.
Es iſt für die nächſte Zeit mit einem Anleihebedarf
Oeſter=
reich=Ungarns zu rechnen, das für beide Teile vielleicht
800 bis 900 Millionen Kronen betragen dürfte aber bei
der friedlicheren Geſtaltung der Politik leicht von der
Börſe aufgenommen wird. Von Transportaktien waren
Hamburger Paketfahrt und Nordd. Lloyd, aber ganz
be=
ſonders die öſterreichiſchen, beſſer gefragt, ebenſo die
Prio=
ritäten, von welchen 3prozentige lombardiſche bis 51,80
avancierten, bei ganz beträchtlichen Umſätzen. Raab=
Oedenburger wieder bis 40½ erholt.
Am Bankenmarkt beſtand gute Stimmung, bei
teil=
weiſen Kursſteigerungen. Durch die beſſere Weltſituation
ſind auch die Ausſichten für Geſchäftsausdehnung wieder
gewachſen und damit die Hoffnungen auf günſtige
Erträg=
niſſe. Die Dividenden der Wiener Banken dürften
unge=
fähr den vorjährigen entſprechen. Die Heſſiſche
Landes=
hypothekenbank Darmſtadt gibt bekannt, daß die früheren
Veröffentlichungen über ihre Darlehensbedingungen
(Zinsfuß und Geldbeſchaffungskoſten) aufgehoben werden,
die Feſtſetzung der Bedingungen erfolge vielmehr jeweils
von Fall zu Fall. Erwähnenswert für das rückkehrende
Intereſſe des Privatpublikums für feſtverzinsliche
Pa=
piere iſt auch die Feſtigkeit der verſchiedenen Pfandbriefe
und Städte=Obligationen, in denen das Angebot am
Markt aufgehört hat, vielmehr wieder ſichtlich Kauforder
zu bemerken ſind.
Das Montangebiet war zeitweiſe ſchwächer, da die
Streikgefahr im Saargebiet fortbeſteht, aber ſchließlich
wieder durchweg befeſtigt; namentlich blieben
Gelſen=
kirchen und Phönix ſeitens der Spekulation bevorzugt.
Die Lage am Kohlenmarkt ſoll überhaupt ausgezeichnet
ſein, ſpeziell in der großen Nachfrage des Konſums, Recht
freundlich geſtimmt war der Kaſſainduſtriemarkt, wo
vor=
wiegend Kurserhöhungen infolge der bedeutenden
Kauf=
order erfolgen konnten. Deutſche Gold= und Silber=
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Badiſche Anilin bis 516,10, Höchſter Farbwerke bis 630½,
Chemiſche Griesheim bis 245½, Holzverkohlung bis 327,
Rütgerswerke bis 193,90, Allgem. Elektrizitäts=Geſellſchaft
bis 238¾, Schuckert bis 149, Bielefelder Maſchinenfabrik
bis 480½, Daimler bis 313, Kleyer bis 569,30, Naphtha
bis 335 und Steana Romana bis 144½ ſteigend.
Zucker=
aktien und Kaliwerte lagen ruhiger: Waghäuſel 196,10,
Frankenthal 381,80, Weſteregeln 207,60, Akkumulatoren
Hagen-Berlin ſtiegen bis 547 und das Bezugsrecht für
deren neuen Aktien wurde bis 138 Prozent gehandelt.
Die Aktiengeſellſchaft Reiniger, Gebbert u. Schall
ver=
teilt wieder 12 Prozent, neben einer außergewöhnlichen
Rücklage von 90000 Mack für Riſiken in den
Balkanlän=
dern. Die Brauerei Karl Beck in Hanau iſt mit dem
Betrieb der A.=G. Hofbräu Hanau, vorm. Nicolay,
ver=
einigt worden; eine Kapitalserhöhung findet bei der A.=G.
Nicolay nicht ſtatt. Die Generalverſammlung der „
Rüt=
gerswerke” genehmigte die Kapitalserhöhung um 5
Mil=
lionen Mack, wovon bekanntlich 3 Millionen Mark gegen
Planiawerk=Aktien gewährt werden. Die Verbindung mit
den Planiawerken gebe eine ſehr erwünſchte Ausdehnung
nach der Richtung der von den Rütgerswerken
verarbeite=
ten Produkte, während die Planiawerke die Sicherung
der Rohprodukte gewährleiſte. Für 1913 ſei die
Produk=
tion von Teerprodukten nahezu vollkommen ausverkauft.
Die Einkäufe ſeien faſt völlig getätigt. Daraus iſt zu
er=
ſehen, daß für 1913 mit einer größeren Verarbeitung und
größerem Gewinn zu rechnen und daher auch auf das
er=
höhte Aktienkapital eine nicht geringere Dividende als
1912 erwartet werde. Aus der erheblichen Steigerung der
Eiſenproduktion ergebe ſich ein erhöhter Koksverbrauch
und die geſteigerte Verarbeitung von Nebenprodukten.
Infolgedeſſen habe ſich die Vermehrung von
Betriebs=
mitteln als nötig erwieſen. Die Liquidität ſei kaum
ſchlechter als im Vorjahr. Bankguthaben, Kaſſe und
Wechſel bedingen ungefähr 3 Millionen Mark.
Der Wochenſchluß iſt recht feſt und beſonders
ein=
zelne Montan= und Induſtriewerte ſteigend. Auch
auf=
dem Anlagemarkt war die Kaufluſt überwiegend.
Von Loſen notieren: Augsburger 34,50,
Braunſchwei=
ger 200,30, Pappenheimer 61, Genua 207, Türkiſche 153,80,
Freiburger 79,75, Ungariſche 383, Meininger 34,40,
Vene=
diger 45,50, Mailänder 45=Fres.=L. 145, Mailänder
10=Fres.=L. 33,90, Raab=Grazer=Anrechtsſcheine 36, in
Reichsmark; Gothaer Prämie II 115, Madrider 71,80,
Donau=Regulierung 152, in Prozent, ferner ſchließen:
4proz. Reichs (unkündbar bis 1918) 99,40, 3½proz. Reichs
87,80, 3proz. Reichs 77,40, 4proz. Heſſen von 1899 99,40,
4proz. Heſſen von 1906 99,40, 4proz. Heſſen von 1908/09
99,40, 4proz. Heſſen (rückzahlbar bis 1921) 100,20, 3½proz.
Heſſen 86,90, 3proz. Heſſen 75,60, 4proz. Darmſtädter
96,80 G. 3½proz. Darmſtädter 87,75 G., 4proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (S. 18—23) 99,20 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 24—25) 99,30 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp=
Pfdbr. (S. 3—5) 87,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 9—11) 87,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(S. 10—12) 99,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(S. 13—14) 99,30 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(S. 1—3) 87,30 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(S. 4) 87,20 G., Darmſtädter Bank 119, Südd. Eiſenbahn=
Geſellſchaft 123,50, Südd. Immobilien=Geſellſch. (Mainz)
53,50, Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 65 B.,
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.)
264 G., Chemiſche Mühlheim am Main 60,50,
Schantung=
bahn 126¼, South=Weſtafrika 123½, Otavi=Anteile 109¾,
Otavi=Genußſcheine 74½, 4½proz. Ruſſen 99,50, 4proz.
1880er Ruſſen 88,50 G., 4proz. 1902er Ruſſen 89,20 G.,
3¼proz. Ruſſen 86 G., 3½proz. Ruſſen 80 G., 3proz.
Ruſſen 73,75 G., 4proz. unifiz. Türken 85,50 G., 4proz.
Adminiſtrations=Türken 77,80 G., 4proz. Bagdadb. 81,70,
4proz. konvertierte Türken von 1905/11 76,40 G., 5proz.
Bulgaren 99, 4½proz. Serben 88,70, 4proz. Serben 78,50,
5proz. Chineſen 99, 4½proz. Chineſen 92,80, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 96,10, Griechen von 1890
57,20 G., Griechen von 1887 54 B., 4½proz. Japaner 92,10,
4proz. Japaner 86,75, 3proz. Buenos=Aires 68,50.
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Dariſer Brief.
Faſt alle neuen Modelle zeigen Draperien oder Anklänge
an die Drapierung. Sogar ganz einfache Straßenkoſtüme und
Morgenkleider ſind von dieſem neuen Stile deutlich beeinflußt,
der natürlich in den Abendkleidern und Nachmittagstoiletten
noch prägnanter und ſchärfer zum Ausdruck kommt.
Merkwürdig und intereſſant iſt, was für einen Einfluß
die neuen, modernen Draperien auf die Jacken und Mäntel
ausgeübt haben. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß man über einem
drapierten, vollen Kleide nicht gut einen ganz gerade
herab=
fallenden Mantel tragen kann, und aus dieſem Grunde ſind
denn auch eine Menge neuer und ſehr aparter Schöpfungen
auf dieſem Gebiete entſtanden. Der Mantel oder das Jackett,
das an der Unterkante abſteht, iſt eine unabweisliche
Not=
wendigkeit, wenn immer die neuen, modernen Draperien
an dem darunter zu tragenden Kleide verwendet werden.
Die Silhouette der Abendmäntel hat ſich gegen das vergangene
Jahr nicht merklich geändert. Dieſe Mäntel ſind noch immer im
oberen Teile ſehr breit und an der Unterkante ſehr eng. Ein Modell,
das beſonders geſiel, war aus ſchwarzem Sammet und ſehr tiefem,
waſſermelonen=roſa Moiré. Der Sammet wurde im unteren Teile des
Mantels als ſehr breites Beſatzband verwendet und bildete im oberen
Teile eine tiefe Daſſe, an die der obere
Aermel=
teil angeſchnitten war. Der Moiré war beinahe
ganz von einer wundervollen Stickerei bedeckt,
die in einem tiefen Lila, Apfelgrün, Ziegelrot
und Gold ausgeführt war.
Alle die ſehr lebhaften Farben, die in dieſer
Saiſon ſo viel verwendet werden, klingen viel
greller und unharmoniſcher, wenn man von ihnen
ſchreibt und erzählt, als wenn man ſie wirklich
ſieht. Es gibt zum Beiſpiel eine neue gelbe
Schattierung, die ein wenig an eine zu unreife
oder zu alte Zitrone erinnert, und ein derartiger
Stoff ſieht, in der Hand gehalten, direkt
un=
angenehm aus. Auf den erſten Blick möchke
es ſcheinen, daß kaum eine Frau unter kauſend
dieſe Schattierung tragen kann, aber in
Wirklich=
keit kann vielleicht nur eine Frau unter zehn
dieſe Schattierung nicht tragen. Die Farbe hat
die merkwürdige Eigenſchaft, die roſa
Fleiſch=
töne der Haut herauszuholen und ins beſte Licht
zu ſetzen, und nur eine Frau mit ganz ungeſund
blaſſem Teink muß dieſes Gelb vermeiden.
Beſonders in Verbindung mit einer tiefen
Schattierung von Saphirblau hat dieſes ſpezielle
Gelb ſehr viel Erfolg erzielt.
Als Tagesfarbe wird Taupe noch immer
bevorzugt, und man ſieht ſogar dieſe Farbe an
Abendkleidern in Verbindung mit dem eben
ge=
ſchilderten Zitronengelb verwendet. Schwarz
und Weiß werden natürlich noch
immer getragen, aber ein ſehr dunkler
Ton von Sealbraun iſt neuer als
ſchwarz und blau und Taupe.
Eine neue Abendſchattierung, ein
kräftiges Roſenrot wird ſehr viel in
der Form von Sammetbrokat, Chiffon
oder Charmeuſe verwendet. Ein ganz
außerordentlich ſchönes Abendkleid
hatte einen Nock aus dieſem roten
Brokat, der natürlich drapiert war
und an eine Bluſe aus gleichfarbigem
Chiffon gefügt wurde. Die Taille
war ebenfalls intereſſant und
un=
gewöhnlich, da ſie den neuen Sarah=
Bernhardt=Halsausſchnitt zeigte —
ein Ausſchnitt, der hinten und an
48966
den Seiten ſo hoch iſt wie die
50722
Halslinie, aber über der Büſte ſich erweitert und ſehr apart wirkt.
Der neue Sarah=Bernhardt=Ausſchnitt und die neuen
Arm=
draperien, die man kaum mehr Aermel nennen kann, ſind die
charakte=
riſtiſchen Einzelheiten der modernen Abendkleider. Die Armdraperien
beginnen an der Schulter und hängen tief herab, etwa wie die
alten Engelärmel, die oft bis auf den Boden ſielen. Der Effekt
iſt ſehr hübſch und von außerordentlicher Grazie.
Sonſt wird der lange Aermel viel verwendet, den man an allen
möglichen Kleidungsſtücken ſieht, ſehr formelle Nachmittagstoiletten
ausgenommen. Dieſer lange Aermel und der Renaiſſance= oder
Medici=Kragen ſind die Hauptmerkmale der modernen Bluſe. Sonſt
hat ſich die Bluſe gegen die vorige Saiſon nicht viel verändert,
und die meiſten Modelle zeigen noch immer die latzartigen oder
ſchürzen=
artigen Teile des Nockſtoffes auf einer Bluſengrundlage aus Spitze
oder Chiffon. Dieſe Idee iſt nicht neu, aber ſie iſt die geeignetſte für die
modernen Stoffe, die Matelaſſe, Moirés, Brokate und Sammete, die
wundervoll und prächtig ſind, aber zu warm und zu ſchwer, um für die ganze
Bluſe verwendet zu werden.
Viele der bedeutenden Modehäuſer ſind in dieſer Saiſon mit einer neuen
Idee vor das Dublikum getreten, die viel Beifall fand. Zu jeder Toilette
wird nämlich ſofort auch ein Hut komponiert, der auf die Farben des Kleides
55466
geſtimmt, womöglich in denſelben Stoffen gehalten iſt und
die Grundidee der Toilette entweder variiert oder noch deutlicher
betont. Durch dieſes Arrangement wird eine künſtleriſche
Aeber=
einſtimmung in der ganzen Erſcheinung erzielt, wie ſie ſonſt
nie zu erreichen iſt. Nun trägt Hut und Kleid den deutlichen
Stempel der einen Derſönlichkeit, die beide geſchaffen, um
einesteils das eigene Modenideal zu möglichſt klarem Ausdruck
zu bringen, und andernteils die Erſcheinung der Trägerin ſo
vorteilhaft wie nur denkbar erſcheinen zu laſſen.
Im allgemeinen iſt alſo die Mode nicht ſehr anders
ge=
worden. In den Grundzügen iſt ſie gleich geblieben, nur daß
ſie jetzt weniger ernſt und ſtreng und etwas launenhafter,
kapriziöſer und ſcharmanter erſcheint.
Elisabeth.
Beſchreibung der Abbildungen.
Nr. 48966. Jede Frau hat wenigſtens ein Kleid, das ſie ſolange als
möglich elegant und hübſch erhalten möchte. Oft wird es vorkommen, daß
Damen in dieſem Kleid im Haus oder auch beruflich zu arbeiken haben, und
für ſolche Fälle kommt eine Schürze, wie unter Nr. 48966 abgebildet, wie
ge=
rufen. Dieſe kann mit hohem Kragen oder flachem Amlegekragen und langen
oder halblangen Aermeln gearbeitet werden. Wenn man die Schürze mit
viereckigem Ausſchnitt ausführt, läßt man die Aermel weg und ſieht nur
Schutz=
ärmel vor, die nach Belieben übergezogen und abgeſtreift werden können. In
dem genannten Muſter iſt keine überflüſſige Weite enthalten, was entſchieden
ein großer Vorkeil iſt, denn die weiten Schürzen ſind
ſchon deshalb unpraktiſch, weil man mit dieſen leicht
irgendwo hängen bleibt und die Schürze dabei zerreißt.
Wenn man dieſe Schürze hauptſächlich am Vormittag
tragen will, ſo iſt Leinen das beſte Material, will man
jedoch das Muſter als ein Aeberkleid tragen, wenn
man bereits fertig angekleidet iſt, iſt Satin oder
Alpaka zu bevorzugen. Material bei einer Oberweite
von 91 cm: Von 70 cm breitem Stoff 585 m. Der
Dreis des in 4 Größen erhältlichen Muſters bekrägt
nur 45 Pfennig.
Nr. 49166. Die meiſten Damen müſſen eine ſcharfe
Linie zwiſchen unſeren Alltagskleidern und ſolchen
Kleidern, die ſie auf Geſellſchaften und bei feſtlichen
Ge=
legenheiten kragen, ziehen. Wer nun ein niedliches Kleid
braucht, das auch zu einer Abendgeſellſchaft uſw.
ge=
tragen werden kann, findet in Nr. 49166 ein
zweckent=
ſprechendes Muſter. Man kann dieſes Kleid mit einem
Stehkragen oder auch Matroſenkragen verſehen, aber
auch ein flacher Amlegekragen wird ſehr hübſch wirken.
Das Vorderpaneel reicht vom Kragen bis zur Rockkanke
und die Bluſe iſt mit einer über die Schulkern gehenden
Gibſonfalte verſehen. Die Aermel ſind in zwei
ver=
ſchiedenen Längen vorgeſchnitten. Ein Futkermuſter
ent=
hält der Schnitt ebenfalls. Der Rock iſt fünfteilig. Tuch,
Cheviot, Serge uſw. geben ein geeignetes Material. Eine
hübſche Seidenſtickerei dient zur Verzierung. Wenn man
das Kleid für den allkäglichen Gebrauch haben will, iſt
es empfehlenswerker, die Aermel ganz aus dem gleichen
Stoff anzufertigen, denn für den Winter ſind ſie
wärmer und tragen ſich beſſer als Stickerei. Material
bei einer Oberweite von 91 cm: Von 70 cm breitem
Stoff ohne Strich 6,30 m. Von 107 cm breitem
Tüll für die Chemiſette, den Kragen und die
Be=
kleidung der Aermel 55 cm. Dreis des in 7 Größen
erhältlichen Muſters 1 Mark.
Nr. 50722. Für alle Damen, die einen
eleganken Rock haben und dazu eine paſſende
hübſche Bluſe haben möchten, wird Nr. 50722
ein willkommenes Muſter ſein. Dieſe Bluſe
kann am Nachmittag und Abend getragen
werden. Das Muſter iſt auf feſter
Futter=
kaille gearbeitet, hat einen Stehkragen,
runden oder ſpitzen Ausſchnitt, lange oder
halblange Aermel. Seitenteile und Aermel!
ſind in eins geſchnitten, und die Anfertigung
dieſer Bluſe iſt auch für im Selbſtſchneidern
Angeübte leicht. Der Einſatz im Vorder=
und Rückkeil wird ſeparat geſchnitten und
kann zum Beiſpiel aus Seide oder Spitze
verfertigt werden. Die Farbe des Einſatzes
iſt entweder die der Bluſe oder abſtechend.
Als Beſatz kann man Stickerei oder Spitze
verwenden. Material bei einer Oberweite
von 91 cm: Von 46 cm breitem
Bordüren=
oder Volantſtoff 1,95 m. Von 9 cm breiter
Spitze zum Verzieren der Aermel 80 cm.
49166
Für den Einſatzteil von 46 cm breitem
Spitzenſtoff 80 cm. Von 100 cm breitem
Tüll für den Kragen und die Bekleidung der Daſſe und Aermel 30 cm.
Dreis des in 8 Größen erhältlichen Muſters 85 Pfennig.
Nr. 55466. Während der kalten Jahreszeit gibt es kein
ange=
nehmeres Schulkleid als ein aus warmem Kaſchmir, Tuch, Cheviot uſw.
hergeſtelltes. Für ein ſolches Kleid iſt Nr. 55466 ein geeignetes Muſter.
Am hübſcheſten wirkt es wohl mit rundem flachen Kragen und langen
Aermeln. Es ſind aber auch Stehkragen und halblange Aermel
vor=
geſehen, falls letztere Ausführung bevorzugt werden ſollte. Dem Deſſin
Nr. 55466 iſt ein Futtermuſter beigefügt. Die Bluſe iſt in Gibſonform
gearbeitet, nämlich mit einer breiten, über die Schultern gehenden Falte.
Da Nr. 55466 auch die tiefen Armlöcher aufweiſt, iſt es ein hochmodernes
Kleid. Der vierteilige Rock hat im Vorder= und Rückteil eine nach
innen gelegte Falte, welche, wenn gewünſcht, vollſtändig abgeſteppt werden
kann. Wenn man ein waſchbares Material verwendet — und es gibt viele
feine Stoffe, welche ſehr warm halten — ſo empfiehlt es ſich, das Kleid ſo anzufertigen,
daß man es in der Vorderfront von oben bis unten öffnen kann, da dies die Wäſche
bedeutend erleichtert. Wenn man aber ein anderes Material verwendet, ſo iſt dies nicht
notwendig. Die Knopfverzierung ſollte auf alle Fälle vorgeſehen werden, da ſie bie
Wirkung des Kleides bedeutend erhöht. Man kann die Vorderfront auch ausgezackt
arbeiten. Manche Mutter wird die kleine Tochter, für die das Kleid beſtimmt iſt, hier
mitſprechen laſſen, denn wenn ſie mit wählen darf, wird ſie auch an ihrer Kleidung mehr
Intereſſe haben und es natürlicherweiſe mehr in acht nehmen — dies iſt eine bekannte
Tatſache. Material für ein zwölfjähriges Mädchen: Von 110 cm breitem Stoff
2,50 m. Von 70 cm breitem, abſtechendem Stoff für den Amlegekragen und die
Man=
ſchetten 50 cm. Dreis des in 9 Größen, von 6 bis 14 Jahren, erhältlichen Muſters 65 Pfennig.
Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten.
[ ← ][ ]Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 30. Dezember 1912.
Nummer 306.
Letzte Neuheiten in hervorragender Auswahl.
Neujahrskarfen vist- u. Glückwunschkaten
mit Namensunterdruck schnellstens.
Heinrich
Ecke Rhein- und
Grafenstrasse.
AsauE
Britannia-Hotel.
Vornehme Silvester-Feier
mit Ball
(26477
Vorausbestellung von Tischen erbeten.
Auserwähltes Souper.
Am 1. Januar von 7 Uhr abends: Künstler-Konzert.
Heſſiſcher Fechtverein Waiſenſchutz
Zweigverein Darmſtadt.
Mittwoch, den 1. Januar 1913 (Neujahrstag)
abends 7 Uhr
in sämtlichen Räumen des städtischen Saalbaus
Weihnachts=Feier
beſtehend in
Musik- und Gesangsvorträgen, Theater, Tombola, Tanz.
Eintritt für Mitglieder 20 Pfg., jede Perſon. Söhne über
18 Jahre werden als Fremde betrachtet. Kinder frei.
Eintritt für Nichtmitglieder Herren 1 Mk., Damen 50 Pfg.
Mitgliedskarten bittet man an der Kaſſe vorzuzeigen.
Zu recht zahlreichem Beſuch ladet höflichſt ein (26233io
Der Vorstand.
NB. Etwaige Geschenke zur Verlosung werden bei den
Herren Gg. Burggraf, Kaſinoſtraße 28, Karl Köppler,
Kaſino=
ſtraße 28, Fr. Hohmeier, Eliſabethenſtraße 3, und Konrad Koch,
Markt 3, gerne in Empfang genommen.
Bürger-Keller
Täglich Konzert
Salon-Damen-Orchester
Stets freier Eintritt.
Für
Sylvester:
Alkoholfreien
Schaumwein
Apfelsckt . . . . 1.30 ₰
Ananas-Traubensckt 1.40 ℳ
Traubensckt . . . 2.— ℳ
alkoholfreie
Weihnachts=Bockbier
Goseee.
Gosssas
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am 1. u. 2. Januar 1913 im Ausſchank.
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Gabriel Grohe.
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Spielleiter: Wilhelm Riechmann.
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Vertalda, Tochter
Herzog Heinrichs Milena v. Sugh
Ritter Hugo von
Ringſtetten . . Karl Jahn
Kühleborn, ein
mächtigerWaſſer=
. Otto Semper
fürſt .
Tobias, ein alter
. Auguſt Kräger
Fiſcher
Marthe, ſ. Weib Anna Jacobs
Undine, i. Pflege=
. Kathar. Jüttner
tochter
Pater Heilmann,
Ordensgeiſtlicher AlfredStephani
Veit, Hugo’s
Hans,
Keller=
meiſter .
Schildknappe . . Karl Bernhardt
. L. Schützendorf
Reichskanzler . . Adolf Klotz
Der 1. Akt ſpielt in einem
Fiſcher=
dorfe, der 2. in der Reichsſtadt,
im Herzogl. Schloſſe, der 3. u. 4.
ſpielt in der Nähe und auf der
Burg Ringſtetten.
Nach d. 2. u. 3. Akte je läng. Pauſe.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M.,
Mittel=
loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II.
Ga=
lerie 0.55 M.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10¼ Uhr.
Kartenverk. v. 9½ —1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 31. Dez. Außer Ab.
Silveſter=Vorſtellung zu
Volks=
vorſtellungspreiſen. „
Lumpaci=
vagabundus.” (Im 2. Akte:
Konzert=Einlagen.) Anf. 7½ Uhr.
Mittwoch, 1. Jan. 1913.
Nach=
mittags 2½ Uhr. 14.
Volksvor=
ſtellung zu ermäßigten Preiſen.
„Meyers”. Vorverkauf bis
ein=
ſchließlich Dienstag, 31. Dez., nur
im Verkehrsbüro, Ernſt=
Ludwigs=
platz. Verkauf der noch
vorhan=
denen Karten an der Tageskaſſe
im Hoftheater am Tage der
Vor=
ſtellung, vormittags von 11 Uhr
ab. — Abends 7½ Uhr. 88. Ab.=
Vorſt. B 23. Neu einſtudiert u.
neu inſzeniert (im Koſtüm der
Ent=
ſtehungszeit): . Die
Fleder=
maus.” Gewöhnliche Preiſe.
Donnerstag, 2. Jan. 89. Ab.=
Vſt. A 23. „Die fünf
Frank=
furter.‟ Gew. Pr. Anf. 7½ U.
Aus dem Spielplan.
Freitag, 3. Jan. 90. Ab.=Vorſt.
D 22. „Wenn ich König
wäre.” Kl. Pr. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 4. Jan. 91. Ab.=Vſt.
C 23. „Jedermann.” Gew.
Preiſe. Anfang 8 Uhr.
Sonntag, 5. Jan. Nachmittags
2½ Uhr: „Der
G’wiſſens=
wurm”. (15. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſen.) Der Vorverkauf
zu dieſer Vorſtellung findet bis
einſchließlich Samstag, 4. Jan.,
nur im Verkehrsbüro, Ernſt=
Lud=
wigsplatz, ſtatt. Der Verkauf der
noch vorhandenen Karten erfolgt
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung,
vor=
mittags von 11 Uhr ab. — Abends
7 Uhr: 92. Ab.=Vſt. A 24. „Die
luſtige Wit we.‟ Gew. Preiſe.
Erer
18348a)
Braderer FlascheneFanung
in Wirtſchaften und Niederlagen.
Blrekt von der Braueren
Telephon 393.
Telephon 393.