Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Im Reſidenzſchloß zu München fand am Samstag
nach=
mittag 2 Uhr die feierliche Eidesleiſtung des
Prinz=Regenten Ludwigvon Bayern ſtatt.
Der hamburgiſche Senat hat eine Vorlage, betr. die
Errichtung einer U niverſit ät in
Ham=
burg, angenommen.
Die franzöſiſche Kammer nahm das
Kader=
geſetz für die Kavallerie mit 305 gegen 76
Stimmen an.
Der König von England empfing am
Sams=
tag im Weißen Saale des Buckingham=Palaſtes in
Gegenwart des Staatsſekretärs Grey die
Friedens=
delegierten.
Das en gliſche Unterhaus hat ſich bis zum 30.
Ds=
zember vertagt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die deutſche Flugſpende.
— Das Komitee der Nationalflugſpende hat in dieſen
Tagen das Ergebnis ihrer Sammlung der Oeffentlichkeit
bekannt gegeben, und nicht nur die näher Beteiligten
kön=
nen hiermit zufrieden ſein, ſondern ganz Deutſchland kann
ſtolz auf die erzielte Summe von 7¼ Millionen blicken, die
einen Beweis für die Opferwilligkeit des deutſchen Volkes
darſtellt. Alle Schichten der Bevölkerung haben ſich
er=
freulicherweiſe beteiligt, Städte, Korporationen, große
Bankinſtitute, gewerbliche Unternehmungen, und ebenſo
auch haben Handwerker und Arbeiter ihr Scherflein
bei=
getragen.
Die Fliegerkunſt iſt eine noch recht junge, den erſten
Verſuchen ſtand man recht mißtrauiſch gegenüber, und nur
nach und nach dank der hervorragenden Leiſtungen hat
man ſich in weiteren Kreiſen für das Fliegerweſen zu
er=
wärmen vermocht, Sobald man aber den hohen Wert der
Flugapparate erkannt hatte, zog man auch bei uns die
Lehren daraus, und in ſtiller, unermüdlicher Arbeit ſind
auf dieſem Gebiete in Deutſchland Rieſenfortſchritte
er=
zielt worden in einem Umfange, der ſelbſt jenſeits der
Vogeſen eingeſtandenermaßen Staunen hervorruft.
Bis=
her glaubte Frankreich auf dieſem Gebiete unerreicht
da=
zuſtehen, Deutſchland rückt indeſſen immer näher heran,
und wenn vielleicht auch noch heute die Franzoſen
domi=
nieren, ſo befürchten ſie doch ſelbſt, in nicht allzu langer
Zeit in des Wortes doppelter Bedeutung von Deutſchland
„überflügelt” zu werden. Auch das Reſultat der
Flug=
ſpende dürfte bei unſeren weſtlichen Nachbarn einiges
Mißbehagen hervorrufen. Als man dort vor einiger Zeit
gleichfalls zu Flugzwecken ſammelte, ergab die Kollekte
nicht ganz drei Millionen Mark, in Deutſchland weit über
das Doppelte.
Ein Teil der zuſammengebrachten Summe ſoll für die
Anſchaffung von Flugzeugen beſtimmungsgemäß
ver=
wandt werden, und auf dieſe Weiſe werden wir eine
Luft=
flotte erhalten, die für den Ernſtfall unſerer nationalen
Verteidigung ungemein zugute kommt. Auch unſere
In=
duſtrie wird von dieſem Bau Vorteil haben, und durch die
zur Verfügung ſtehende Summe darf eine energiſche
För=
derung des Fliegerweſens erwartet werden, ſoll doch ein
Teil des Betrages für Preiſe verwändt werden,
anderer=
ſeits aber auch den ausübenden Fliegern die Gewißheit
geben, daß für ihre Angehörigen geſorgt ſein wird, wenn
ſie im gefahrvollen Berufe ihr Leben einbüßen. Genaue
Beſtimmungen über die Verwendung im einzelnen ſollen
noch getroffen werden, und man darf zu den Männern des
Kuratoriums, an deſſen Spitze Prinz Heinrich ſteht, das
Vertrauen haben, daß ſie die richtige Auswahl treffen
werden, und man dorf hoffen, daß hierbei unſere Rüſtung
nicht zu kurz kommen wird.
Es iſt in Betracht zu ziehen, daß es nicht immer
mög=
lich ſein wird, neue Flugzeuge im Etat vom Reichstage
einzufordern und dann wird die Möglichkeit, auf die
ge=
ſammelten Privatmittel zurückzukommen, von großem
Vor=
teil ſein. Ganz abgeſehen von den Verwendungszwecken,
iſt es aber als ein überaus erfreuliches Moment zu
be=
zeichnen, daß nach allen zutage getretenen Anzeichen das
Nationalempfinden im deutſchen Volke, an dem man eine
Zeitlang, namentlich nach den letzten Reichstagswahlen,
verſchiedentlich zu zweifeln begann, erneut erſtarkt iſt, und
das Ergebnis der Nationalflugſpende liefert wieder
ein=
mal den Beweis, daß alles zur Stelle iſt, wenn das
Va=
terland ruft.
Das Kuratorium der Nationalflugſpende.
Unter dem Vorſitz des Prinzen Heinrich fand
am Freitag im Reichstagsgebäude die
konſtituier=
ende Sitzung des Kuratoriums der
National=
flugſpende ſtatt. Prinz Heinrich eröffnete die Sitzung mit
einer Begrüßung der Anweſenden und Worten des
Dankes für die Spender, die aus allen Teilen des
deut=
ſchen Volkes ſich zuſammenſetzten, ſowie für den
Staats=
ſekretär a. D. Grafen Poſadowsky und deſſen Mitarbeiter.
Nach Dankesworten des Miniſterialdirektors Lewald
legte der Schatzmeiſter Herr v. Mendelsſohn das bereits
in der Oeffentlichkeit bekannte Ergebnis der Sammlungen
dar, nach dem bisher rund ſieben Millionen Mark
geſam=
melt ſind. Davon liegt der Verwendungszweck von rund
zwei Millionen Mark durch Beſtimmung der Spender
feſt, und zwar ſollen in der Hauptſache Flugzeuge
be=
ſchafft werden, Ueber die Verwendung des Hauptbetrags
von rund 5¼ Millionen Mark hat das Kuratorium zu
beſchließen. Das Kuratorium beſteht aus höchſtens
50 Mitgliedern, von dener. 10 vom Reichskanzler
ernannt werden, die übrigen werden durch das Präſidium
der Nationalflugſpende berufen, und zwar aus allen in
den einzelnen Landesteilen am Flugweſen beteiligten
Kreiſen. Das Kuratorium hat ſich über einen
Ver=
wendungsplan nach einheitlichen Grundſätzen
ge=
einigt, die Geheimrat Albert in längerem Vortrage
dar=
legte. Danach ſollen nicht nur die Zinſen verwendet,
ſon=
dern auch das Kapital ſoll allmählich behufs wirkſamer
Förderung des Flugweſens verausgabt werden. Die
Verwendung darf nicht zur Entlaſtung ſtaatlicher Fonds
erfolgen und hat ſich, da eine Förderung der Luftfahrt
außerhalb des Zweckes der Nationalflugſpende liegen
würde, auf das Flugweſen zu beſchränken. Auf
Grund von Referaten der Herren Euler, Hirt, Bendemann
und Meſſing beſchloß das Kuratorium nach eingehender
Debatte, daß die erſte und wichtigſte Aufgabe die
Aus=
bildung genügend techniſch vorgebildeter Führer in
Verbindung mit der Verſicherung gegen Unfall und
für Todesfälle ſei. Für dieſe Aufgaben ſolle der
Haupt=
ſtamm des Vermögens reſerviert werden, da die
Heran=
bildung einer großen Zahl zuverläſſiger und erfahrener
Flugzeugführer ſowohl für die Induſtrie als auch im
Intereſſe der Landesverteidigung das dringendſte
Bedürf=
nis ſei. Auf techniſchem Gebiete wird im Hinblick auf die
Bedeutung des Motors für das Flugzeug die
Aus=
ſchreibung einesneuen Flugzeugmotoren=
Wettbewerbs beſchloſſen und ferner die Begründung
einer Zentralſtelle zur Erprobung von ſich als brauchbar
erweiſenden Erfindungen in Anlehnung an die
Deut=
ſche Verſuchsanſtalt für Luftfahrt befürwortet. Endlich
ſoll die Errichtung von Flugſtützpunkten gefördert
wer=
den. Die vorliegenden Einzelanträge wurden dem
Ver=
waltungsausſchuß überwieſen. Auf Antrag des
Geheim=
rats v. Böttinger ſollen Mittel der Nationalflugſpende
auch für wiſſenſchaftliche Zwecke verwendet
wer=
den können.
Krankenverſicherung 1911.
Die Hauptergebniſſe der
Kranken=
verſicherung im Jahre 1911 ſtellen ſich wie folgt:
Im Jahre 1911 waren 23 109 Krankenkaſſen
vorhan=
den, 79 weniger als im Vorjahre. Die Zahl der
Mit=
glieder im Durchſchnitt des Jahres betrug 13 619 048, der
Zuwachs an Mitgliedern gegen das Vorjahr rund 550 000.
Die Zunahme zeiat ſich hauptſächlich bei den
Ortskranken=
kaſſen mit 372 000 und den Betriebskrankenkaſſen mit
122000; dann folgen die Innungskrankenkaſſen mit 31 000.
die Gemeindekrankenverſicherung mit 29 000 und die
Bau=
krankenkaſſen mit 400 Mitgliedern. Einen Rückgang in
der Mitgliederzahl zeigen die eingeſchriebenen Hilfskaſſen
mit 3400, und die landesrechtlichen mit 1000 Mitgliedern.
Die Zahl der Erkrankungsfälle mit
Erwerbsunfähig=
keit ſtellt ſich auf 5772388 mit 115 128905
Krankheits=
tagen. Auf 1 Mitglied kamen durchſchnittlich 0. 42
Erkran=
kungsfälle und 8,45 Krankheitstage, für die Krankengeld
oder Krankenanſtaltspflege gewährt wurde.
Die ordentlichen Einnahmen (Zinſen. Eintrittsgelder,
Beiträge, Zuſchüſſe, Erſatzleiſtungen, ſonſtige Einnahmen
— abzüglich derer für die Invalidenverſicherung —)
be=
trugen 412 200 611 Mark, darunter 388 412459 Mark
Bei=
träge ſeinſchl. Zuſatzbeiträge und Eintritsgelder).
Die ordentlichen Ausgaben (Krankheitskoſten.
Erſatz=
leiſtungen, zurückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder,
Verwaltungskoſten ſabzüglich derer für die
Invaliden=
verſicherungl. ſonſtige Ausgaben), beliefen ſich auf
392 524 744 Mark, darunter 357 468396 Mark
Krankheits=
koſten, die ſich verteilen auf: Aerztliche Behandlung
83 754 224 Mark. Arznei und ſonſtige Heilmittel 53 171 234
Mark, Krankengelder 153 582976 Mark. Unterſtützung an
Schwangere und Wöchnerinnen 6 799 157 Mark.
Sterbe=
gelder 8525 480 Mark. Anſtaltsverpflegung 51357861
Mork. Fürſorge für Geneſende 277464 Mark. Auf ein
Mitglied kamen durchſchnittlich 26,25 Mark
Krankheits=
koſton.
Die Verwaltungskoſten (abzüglich derer für die
In=
validenverſicherung) betrugen 22189349 Maxk, auf ein
Mitglied durchſchnittlich: bei den eingeſchriebenen
Hilfs=
kaſſen 2,82 Mark, den Innungskrankenkaſſen 2,80 Mark,
den Ortskrankenkaſſen 2 45 Mark und den landesrechtlichen
Hilfskaſſen 1,85 Mark. Bei den Betriebs= und
Baukranken=
kaſſen werden ſie faſt ganz von den Unternehmern, in der
Gemeindekrankenverſicherung von den Gemeinden
getra=
gen. Bei allen Kaſſen überhaupt ſtellen ſich daher die
Verwaltungskoſten nur auf 1,63 Mark durchſchnittlich für
das Mitglied
Das Geſamtvermögen betrug rund 313,0 Millionen
Mark (im Vorjahr 296,4), wovon entfielen: auf die
Orts=
krankenkaſſen 151,7. die Betriebskrankenkaſſen 127.3, die
eingeſchriebenen Hilfskaſſen 21,8 die
Innungskranken=
kaſſen 7,2, die Gemeindekrankenverſicherung 2,9, die
landes=
rechtlichen Hilfskaſſen 1,8 und die Baukrankenkaſſen 0,3
Millionen Mark.
Die ausführliche Darſtellung der Krankenverſicherung
im Jahre 1911 wird in Band 258 der Statiſtik des
Deut=
ſchen Reiches zur Veröffentlichung gelangen, der Ende
Januar 1913 erſcheinen wird.
Deutſches Reich.
Zur Verſicherungspflicht der
weib=
lichen Beamten. Die Verſicherungspflicht der
weib=
lichen Beamten, ſofern ſie mit Penſionsberechtigung
an=
geſtellt ſind, hat das Reichsverſicherungsamt für das
Ge=
biet der Invalidenverſicherung verneint. Dieſe für die
Reichs=, Staats= und Gemeindeverwaltungen ſehr
bedeut=
ſame Entſcheidung wird wohl auch in dem großen Kreife
unſerer feſt angeſtellten Lehrerinnen, Telephoniſtinnen
und aller ſonſtigen Beamtinnen, deren Zahl die
Hundert=
tauſend erheblich überſteigt, freudig begrüßtwerden, daihnen
der Beitritt zur ſtaatlichen Invalidenverſicherung im
Hin=
blick auf ihr Penſionsrecht kaum die ihren Pflichtbeiträgen
entſprechenden Vorteile gebracht hätte. Die Frage ſelbſt
war bisher viel beſtritten. Die
Reichsverſicherungsord=
nung macht nach ihrem Wortlaut die Befreiung von der
Verſicherungspflicht davon abhängig, daß den weiblichen
Angeſtellten außer einem Ruhegehalt für ihre Perſon noch
die Anwartſchaft auf Waiſenrente gewährleiſtet wird.
Praktiſch iſt dieſe Gewährleiſtung der Waiſenrente völlig
bedeutungslos, da die Beamtin im Falle ihrer
Verheira=
tung aus dem Dienſte ausſcheiden würde. Das
Reichs=
verſicherungsamt hat auch in dieſem Falle den Weg zu
einer den praktiſchen Bedürfniſſen Rechnung tragenden
Auslegung des Geſetzes gefunden und damit das
Ver=
trauen auf eine verſtändige Handhabung der geſetzlichen
Vorſchriften nicht getäuſcht.
— Keine Einziehung der 25=Pfennig=
Stücke. Berliner Blätter ſchreiben: Der Umſtand, daß
die Reichsregierung einſtweilen von der weiteren
Aus=
prägung der 25=Pfennig=Stücke Abſtand genommen hat,
hat zu der Annahme geführt, daß eine Einziehung der
be=
reits ausgeprägten Stücke beabſichtigt ſei. Dieſe Anſicht
iſt jedoch unzutreffend. Es iſt auch keineswegs die
Aus=
prägung der 25=Pfennig=Stücke grundſätzlich aufgegeben.
Vielmehr wird vorläufig von der durch den Bundesrat
bereits erteilten Ermächtigung zur Ausprägung weiterer
Stücke im Werte von 2½ Millionen Mark Abſtand
ge=
nommen, weil ſich aus den Beſtänden der Reichsbank an
der neuen Münze ergeben hat, daß der Verkehr einſtweilen
kein Bedürfnis nach weiteren 25=Pfennig=Stücken hat.
Im Umlauf befinden ſich gegenwärtig Stücke im Werte
von 7½ Millionen Mark. An anderen Nickelmünzen
wer=
den im laufenden Haushaltsjahr 10=Pfennig=Stücke im
Werte von 5 Millionen Mark ausgeprägt.
— Aenderung der bayeriſchen
Ver=
faſſung. Wie aus guter Quelle mitgeteilt wird, ſoll
dem § 21 der bayeriſchen Verfaſſung der Satz eingefügt
werden, „im Falle der König unfähig iſt, wegen
andauern=
der unheilbarer körperlicher oder geiſtiger Gebrechen die
Regentſchaſt zehn Jahre lang auszuüben, ſoll dann nach
Ablauf dieſer Friſt die Regentſchaft beendet und die
Thronfolge für eröffnet erklärt werden.” Bedenklich bleibt
dieſe Verfaſſungsänderung aber doch. Die liberale
bayeriſche Landtagsfraktion hat in mehrſtündiger
Sitzung die Frage der Aufhebung der Regentſchaft
eingehend erörtert. Man war nicht grundſätzlich dagegen
und will eine Vorlage der Regierung abwarten und ſie
eingehend prüfen. Unerläßliche Vorausſetzung für ihre
Zuſtimmung zur Verfaſſungsänderung und zur
Be=
ſeitigung der Regentſchaft iſt jedoch ein ausreichend
ge=
ſichertes Mitbeſtimmungsrecht analog den
Verfaſſungsvor=
ſchriften über die Einſetzung der Regentſchaft.
— Vom bayeriſchen Jeſuitenerlaß. Die
Nachricht der Kölniſchen Zeitung, der Prinz=Regent
Luit=
pold habe von dem Jeſuitenerlaß des Freiherrn v.
Hert=
ling erſt aus den Zeitungen Kenntnis erbalten, wurde von
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Nummer
dem Bayeriſchen Kurier beſtritten, der aber dabei immer
bloß von einer Audienz des früheren Kultusminiſters
Wehner bei dem Regenten ſprach. Jetzt ſchreibt die
Augsburger Abendzeitung:
„Nachdem ſich der Bayeriſche Kurier hinſichtlich der
Außerkraftſetzung des Jeſuitenerlaſſes als ſo
unzuver=
läſſig erwieſen hat, wird auch Zweifel an ſeiner
Behaup=
tung, daß über den Geheimerlaß ſeinerzeit dem Regenten
regelrecht Vortrag gehalten worden ſei und dieſer ſein
Einverſtändnis erklärt habe, geſtattet ſein. Der
Jeſuiten=
erlaß Hertlings deckte ſich keineswegs wie der Bayeriſche
Kurier es darſtellt, mit dem, was Wehner den
Bundes=
regierungen angekündigt hatte. Was die Beteiligung des
Regenten an dieſen verſchiedenen Erlaſſen betrifft, ſo wird
es darauf ankommen, wie dieſem die Angelegenheit
dar=
geſtellt worden iſt. Daß man nachträglich an höchſter
Stelle über die Folgen dieſes Vorgehens nicht gerade
er=
baut war, iſt notoriſch.”
— Der neue württembergiſche Landtag.
Zweifellos wird nun das Präſidium der 2.
württember=
giſchen Kammer auf das Zentrum übergehen, und zwar
auf den bisherigen Vizepräſidenten v. Kiene. Erſter
Vize=
präſident wird der konſervative Abgeordnete v. Kraut
werden, zweiter Vizepräſident ein Mitglied der
Volks=
partei, die bisher ſeit 1895 den Präſidenten geſtellt hatte.
Damit wird der in der parlamentariſchen Geſchichte
ge=
wiß ſeltene Fall eintreten, daß diejenige
Parteigruppie=
rung, die den Präſidenten ſtellt, eben durch dieſe
Außer=
gefechtſetzung eines Mitgliedes in die Minderheit verſetzt
wird. Bei der neuen Zuſammenſetzung des Landtags iſt
im übrigen eine feſte Mehrheitsbildung ausgeſchloſſen.
In allen grundſätzlichen Fragen wird das Ergebnis bis
zum Augenblick der Abſtimmung unſicher ſein, da immer
die Beſetzung des Hauſes entſcheidend ſein wird.
Ausland.
Frankreich.
Die Präſidentenwahl. Die Gruppe der
Ge=
einigten Sozialiſten beſchloß, bei der Präſidentenwahl im
erſten Wahlgange für Vaillant zu ſtimmen, der ihr älteſtes
Mitglied iſt. Die Gruppe der Republikaniſchen Sozialiſten
beſchäftigte ſich mit der durch die Weigerung
Bour=
geois’ geſchaffenen Lage und unterzog die etwaigen
Kan=
didaturen einer langen Erörterung, wobei insbeſondere
die Namen Duboſt, Poincaré, Deschanel und
Ackerbau=
miniſter Pams genannt wurden.
Das Kadergeſetz für die Kavallerie.
Die Kammer debattierte über das Kadergeſetz und die
Effektivbeſtände der Kavallerie. Für die Beratung wurde
die Dringlichkeit ausgeſprochen. Der Entwurf bedingt
eine dauernde Nachtragsausgabe von 5 600000 Fres., für
Equipierungsgelder 430000 Fres.
Joſeph Reinach, der Vizepräſident der
Armeekommiſ=
ſion, erklärte, der Entwurf ſehe nur eine Aufſtellung in
den Diviſionen und Verbeſſerung der Inſtruktionen vor.
vermehre aber nicht die Effektivbeſtände, für die ein
be=
ſonderes Geſetz nötig ſei. Er fügte hinzu: Wir müßten
gegenüber der Ueberlegenheit der deutſchen Kavallerie
zur dreijährigen Dienſtzeit für die Kavallerie übergehen.
Warten wir nicht, bis es zu ſpät iſt. — Benazet ſagte als
Berichterſtatter: Wenn wir 1870 genügend Kavallerie
ge=
habt hätten, ſo hätten wir bei Rezonville geſiegt und ein
Sedan wäre unmöglich geweſen. Wir wollen unſerer
Kavallerie eine ſtarke Organiſation geben, weil wir deſſen
eingedenk ſind. Die Kavallerie muß die Erkundungen der
Aeroplane ergänzen, von denen ſich ganze Diviſionen in
den Vogeſen und am Rhein verbergen können. Der
Be=
richterſtatter ſprach ſich gleichfalls für die Verlängerung
der Dienſtzeit für die Kavallerie aus. — Der
Kriegs=
miniſter erklärte, die Regierung beſchäftige ſich
gegenwär=
tig mit einem Entwurf, der im Parlament einſtimmige
An=
nahme finden könnte. Der Miniſter fügte hinzu, die zur
Beratung ſtehende Vorlage bezwecke nur, den
gegen=
wärtig beſtehenden Zuſtand geſetzlich feſtzulegen, um im
Kriegsfalle unvorhergeſehene Gefahren zu vermeiden. Man
werde neue Mittel von der Kammer fordern zur Anlage
von Uebungsplätzen.
Die Kammer nahm das Kadergeſetz für die
Kaval=
lerie mit 305 gegen 76 Stimmen an.
Durchlöchertes Nickelgeld. Die Kammer
nahm einen Geſetzentwurf an, der darauf hinzielt, die jetzt
gebräuchliche Scheidemünze aus dem Umlauf zu ziehen
und ſie durch durchlöchertes Nickelgeld zu erſetzen.
Belgien.
Das Kontingent in Friedenszeiten
wurde von der Kammer für 1913 auf 100000 Mann
feſt=
geſetzt. Von gewiſſer Seite wurde Proteſt gegen ein
derartiges Vorgehen erhoben, da das neue Militärgeſetz
noch nicht angenommen ſei und das alte eine derartige
umfangreiche Aushebung nicht geſtatte.
Portugal.
Staatsſtreich in Sicht? Die Ankunft des
Miniſterpräſidenten in Porto, die bereits mehrmals
an=
gekündigt, aber ſtets verſchoben worden war, hat eine neue
Verzögerung erfahren. Den Grund will man in einem
in Liſſabon verbreiteten Gerücht von einem
bevorſtehen=
den Staatsſtreich ſehen. In Liſſabon ſtehen bereits ſeit
einigen Tagen die Truppen bereit, um eventuelle Unruhen
mit Waffengewalt zu unterdrücken. Der Staatsſtreich
ſoll eine Folge der Diskuſſion ſein, die von den Anhängern
Alfonſo Coſtas und anderen politiſchen Perſönlichkeiten
hervorgerufen worden ſind. Die letzteren fordern
ener=
giſch die Abdankung des Präſidenten der
Abgeordneten=
kammer, der bisher ihrem Wunſche nicht nachgekommen
iſt. Alfonſo Coſta hat allerdings erklärt, daß er keinerlei
umſtürzleriſche Bewegung unterſtützen werde, doch wird
in den aus Liſſabon eingetroffenen Nachrichten aufs neue
verſichert, daß die Truppen noch immer auf einen
Staats=
ſtreich gefaßt ſind. Der Bevölkerung hat ſich dieſerhalb
eine gewiſſe Unruhe bemächtigt. Die Geſchäfte in der
Hauptſtadt ſind auf ein Mindeſtmaß zurückgegangen, da
man jeden Augenblick erwarten muß, daß bedeutende
Er=
eigniſſe ausbrechen.
Rußland.
Die Vervollkommnung der Wehrkraft
Rußlands. Im Reichsrat wiederholte Kokowzow in
einſtündiger Rede die in der Dumaſitzung vom 18.
De=
zember gegebenen Regierungserklärungen und wies zum
Schluß auf die zahlreichen Geſetzesvorlagen hin. Ein
weſentlicher Fehler ſei, daß ihre Zahl zu groß und die
Kräfte Rußlands auf abſehbare Zeit überſtiegen. Dies ſei
kein Wunder. Rußland ſei groß, wie auch ſeine
Lebens=
anſprüche groß ſeien. Groß ſei auch das Bedürfnis nach
der Löſung verſchiedener Aufgaben des kompliziert
ge=
wordenen Lebens. Die Regierung ſei bereit, alle Kräfte
einmütig mit den geſetzgebenden Inſtitutionen zu
gemein=
ſchaftlicher Arbeit herzugeben, um Geſetze zu ſchaffen, die
den Forderungen des Staats= und Geſellſchaftslebens
ent=
ſprächen. Der Reichsrat nahm dann ohne Debatte mit 76
gegen 59 Stimmen folgende Uebergangsformel an, die von
64 Reichsräten vorgeſchlagen war:
Nach Kenntnisnahme der Deklaration erkennt der
Reichsrat an, daß zwecks Sicheruna der Lebensintereſſen
und hiſtoriſchen Traditionen des Vaterlandes ſowie der
allſeitigen Wahrung ſeiner Ehre und Würde möglichen
Angriffen gegenüber beſondere Aufmerkſamkeit und
Sorg=
falt ſeitens der geſetzgebenden Inſtitutionen zu widmen
und Maßregeln zu treffen ſind, die auf Vervollkommnung
und Entwicklung der Wehrkraft des Reiches und
Ver=
beſſerung ihrer Organiſationen ſowie auf die weitere
mo=
derne, allſeitige und kriegstechniſche Ausgeſtaltung von
Armee und Flotte gerichtet ſind. Der Reichsrat hält es
für ſeine Pflicht, derartige Regierungsvorlagen, ſowie
Maßregeln, die die Hebung des Wohlſtandes der
Bevöl=
kerung und die Feſtigung der Ordnung, Ruhe und
Geſetz=
lichkeit bezwecken, zu unterſtützen.
Japan.
Zum Miniſterwechſel. In dem Streit
zwi=
ſchen Parlament und Militärpartei hat dieſe den Sieg
davongetragen. Der Vermittler des Geheimvertrages mit
Rußland über die Mandſchurei und Mongolei, Fürſt
Kat=
ſura, der bisherige Großſiegelbewahrer und erſte Berater
des neuen Kaiſers Joſhihito, hat auch der Form nach die
Leitung der Geſchäfte übernommen und an Stelle des
zurückgetretenen Marquis Saonji ein neues Miniſterium
gebildet. Als Miniſter des Auswärtigen hat er einen
der bedeutendſten Diplomaten Japans gewonnen, den
ger Botſchafter in London
Baron Katr
watiſchen Vierbundes genau
mit den Abſr.
Zihm das Marineminiſteriun
vertraut iſt. Ba,
an und hatte eineinferenz mit den Admiralen. Späte
wurde mitgeteilt, daß Saito das Portefeuille abgelehn
hätte, da die Admirale eine Vergrößerung der Rüſtungen
für notwendig hielten. Fürſt Katſura begab ſich darauf
in den Palaſt, wo eine Beratung der Genros ſtattfand
Der Premierminiſter hatte ferner eine Unterredung mit
dem Kaiſer, der alsdann Baron Saito zu ſich berief und
ein Edikt erließ, das ihm befahl, im Amte zu bleiben
Hierauf wurde das neue Kabinett formell eingeführt.
Prinz Fuſhimi wurde Großſiegelbewahrer und Prinz
Tahatſuta zum Oberſtkämmerer ernannt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. Dezember.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Freitag vormittag 11 Uhr im
Neuen Palais den Profeſſor Dr. Biermann. Nachmittags
2 Uhr empfingen Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin Frau Oberhofprediger Ehrhardt. (Darmſt. Ztg.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Leutnant Frhrn
v. Hadeln von der Schutztruppe für Südweſtafrika, den
Maſchinenfabrikanten und Handelsrichter E. Schenck, den
Dr. Preetorius von München, den Bibliothekar und
Privatdozenten an der Univerſität Gießen Dr. Hepding,
den Reallehrer Spielmann von Worms, den
Kommerzien=
rat W. C. Fiſcher von Mannheim, den Werkmeiſter
Steinbrecher von Butzbach, den Diplom=Ingenieur
v. Nariſchkine, die Sanitätsräte Dr. Pullmann und
Dr. Liebenow von Offenbach, den Kommerzienrat Schmahl
von Mainz, den Hauptlehrer Würtenberger und den
Fabrikanten Heim von Ober=Ramſtadt, den Landwirt
Möhn und den Gemeindeeinnehmer Mohr von
Lauben=
heim, den Kreisſchulinſpektor Baldauf von Büdingen,
den Oberlandesgerichtsrat Schilling=Trygophorus, den
Präſidenten des Karnevalvereins Rechtsanwalt Dr. Reen
und den Vizepräſidenten desſelben Vereins H. Ströning
von Mainz, den Betriebsinſpektor Kohl vom
Philipps=
hoſpital bei Goddelau, den Lehrer Wagner von Gau=
Weinheim; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Kabinettsſekretär Dr. Wehner
* Ernannt wurde der Großh. Steueraufſeher Konrad
Weppler zu Darmſtadt vom Tage ſeines
Dienſtan=
tritts an zum Pfandmeiſter für den Beitreibungsbezirf
Michelſtadt und der Großh. Steueraufſeher Konrad
Stier zu Gießen vom Tage ſeines Dienſtantritts an
zum Pfandmeiſter für den Beitreibungsbezirk Nidda.
* Erledigte Stellen. Die Stellen je eines
Steuer=
aufſehers bei den Großh. Hauptſteuerämtern Darm
ſtadt und Gießen. Schluß der Meldefriſt: 28.
De=
zember 1912. Bis zu dieſem Zeitpunkt müſſen etwaige
Bewerbungen durch Vermittelung des vorgeſetzten
Hauptſteueramts der Großh. Miniſterialabteilung für
Steuerweſen vorgelegt ſein.
g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich am
Sams=
tag mit der Berufung gegen eine Entſcheidung des
Kreis=
ausſchuſſes Groß=Gerau betreffend Herſtellung de
Weges von Trebur durch die Unterau und
Hohenau nach dem Rhein. Der Weg bildet die
einzige Zufahrtsſtraße aus dem Kreife Groß=Gerau nach
dem Rhein. In der Gemeinde Trebur iſt dieſer Weg
ge=
pflaſtert, die Fortſetzung durch die Gemarkung Aſtheim
chauſſiert und das reſtliche Stück, das zwiſchen den
Gemar=
kungen der Unterau und Hohenau führt, war urſprünglich
ebenfalls chauſſiert, befindet ſich aber ſchon ſeit Jahren in
einem ſehr verbeſſerungsbedürftigen Zuſtand. Dieſer Teil
des Weges iſt ein Privatweg der beiden anliegenden
Auen, der von jedermann und jederzeit benutzt werden
kann, die Anlieger (nach Artikel 32 des Kunſtſtraßengeſetzes
ſind zur Unterhaltung des Weges verpflichtet. Im Jahre
1854 wurden die vier ſelbſtändigen Gemarkungen Unterauf
Hohenau, Oberau und Ludwigsau durch Kataſtereintrag
zu der Gemarkung Treburer Auen verſchmolzen. Durch
Urteil des Kreisausſchuſſes vom 30. November 1909
wur=
den die vier Auen als gemeinſchaftlich zur Unterhaltung
des Wegeteils verpflichtet anerkannt. Auf Grund einet
Verfügung des Miniſteriums des Innern, durch die der
Gemarkung Treburer Auen die Rechte einer juriſtiſchen
Perſon verliehen wurde, war im Jahre 1901 ein
Vertre=
tungsvorſtand gewählt, der aus dem Vertreter der da
maligen Oberförſterei Trebur, dem Bürgermeiſter von
Trebur und als Vertreter der Auenbeſitzer Herr
Landgerichtsdirektor i. P. Küchler gebildet wurde
Zu Ph. H. F. Walthers
100jährigem Geburtstag.
Von Stadtpfarrer D. Dr. Wilh. Diehl.
Die Darmſtädter Ortsgeſchichtsforſchung hat eine ganz
eigenartige Vergangenheit. Während andere Orte der
Umgebung, ſelbſt Dörfer kleineren Umfangs, ihre alten
Chroniken beſitzen, die — wenn auch mitunter mangelhaft
und unter einſeitigen Geſichtspunkten geführt — uns ein
Stück Ortsgeſchichte vor Augen führen, hat man es dazu
in Darmſtadt weder im 17. noch im 18. Jahrhundert
ge=
bracht. Merkwürdig iſt inſonderheit, daß von der Hand
der alten Darmſtädter Pfarrherren — abgeſehen von
ge=
legentlichen und zwar geringen ortsgeſchichtlichen Einträgen
in die Kirchenbücher — chronikaliſche Aufzeichnungen,
die uns von dem Darmſtadt des 16., 17. und 18.
Jahrhun=
derts Kunde bringen, überhaupt nicht vorliegen, wahrend
für die meiſten Pfarreien um Darmſtadt kirchliche
Saal=
bücher vorhanden ſind oder vorhanden waren, in denen
ſich die Geiſtlichen vergangener Zeiten mit Einträgen, die
das Gebiet der Ortsgeſchichte berühren, zu Nutz und
From=
men der Nachwelt z. T. ausgiebig verewigt haben. Erſt
im 19. Jahrhundert iſt dies anders geworden. Es iſt
eine lokale Geſchichtsſchreibung entſtanden, die ſich bemüht,
hinter die Vergangenheit des Gemeinweſens zu kommen,
das ſich dem Zeitgenoſſen als die „großherzogliche
Reſi=
denz‟ Darmſtadt darſtellte. Und heute ſteht es mit dieſer
Forſchung ſo, daß man von einer Blütezeit der Darmſtädter
Lokalgeſchichte reden kann.
Die Entwicklung der Darmſtädter
Ortsgeſchichtsfor=
ſchung im 19. Jahrhundert hebt an in den beiden erſten
Jahrzehnten. Fruchtbringend waren da beſonders die
Jahre von 1815 bis 1825. Es entſtanden damals und
wurden durch den Druck in die Oeffentlichkeit gebracht die
noch heute beachtenswerten Schriften: Ph.
Dieffen=
bach, „Verſuch einer Geſchichte der Reſidenzſtadt Darm.
ſtadt”, Ph. Aug. Pauli, „Darmſtadt eine Skizze” und
Gemälde von Darmſtadt”, Joh. Hch. Zehfuß, „
Alter=
thümlichkeiten der Reſidenz Darmſtadt‟ Den Höhepunkt
erreichte die Forſchung in den 50er Jahren, in der Zeit, da
in Heſſen=Darmſtadt die Beſchäftigung mit der
Ortsge=
ſchichte zum guten Ton gehörte, da z. B. auch unſere
Pfarr=
chroniken in der evangeliſchen Kirche auf obrigkeitlichen
Befehl hin der durch den damaligen Beedenkircher
Pfarr=
verweſer Kayſer (ſpäter Pfarrer in Stockſtadt) veranlaßt
war, angelegt wurden. Für Darmſtadt ſtellt ſich dieſer
Höhepunkt in dem Erſcheinen eines Buches dar, das den
merkwürdigen Titel hat: „Der Darmſtädter
Anti=
quarius. Geſchichts= und Sitten=Bilder
aus Darmſtadts vergangenen Zeiten von
Dr. Ph. A. F. Walther, Cabinets= und Hof=
Bibliothekar” und im Jahr 1857 im Verlag der
G. Jonghausſchen Hofbuchhandlung erſchien. Von dieſem
Buche und ſeinem Verfaſſer heute zu reden, erfordert die
Pflicht der Dankbarkeit. Am 25. Dezember ſind es
100 Jahre, daß der Verfaſſer des Antiquarius geboren
ward. Die Ehrung, die ich dem Andenken dieſes Mannes
zugedacht habe, ſoll darin beſtehen, daß ich nach einigen
biographiſchen Notizen zeige, daß es wirklich
bahn=
brechende Arbeit war, die Walther mit ſeinem
Darm-
ſtädter Antiquarius geleiſtet hat.
Philipp Alexander Ferdinand Walther iſt, wie bereits
erwähnt, am 25. Dezember 1812 geboren. Er ſtammte von
Darmſtadt, wo ſein Vater als Muſeumsbeamter (zuletzt
als Inſpektor) wirkte. Nach dem Beſuche des Darmſtädter
Gymnaſiums ſtudierte Walther in Gießen Theologie.
Dort beſtand er am 10. Juni 1833 als Zwanzigjähriger ſein
Fakultätsexamen zuſammen mit Jakob Ittmann von
Groß=Umſtadt, Karl Wolf von Wieſeck, Wilhelm
Thurn von Darmſtadt und Karl Kayſer von
Wörr=
ſtadt. Von ſeinen Examensgenoſſen war der letztgenannte
ein älterer Bruder des oben erwähnten Pfarrers Kayſer
von Stockſtadt, dem die für die heſſiſche
Kirchengeſchichts=
forſchung ſo überaus wichtige obrigkeitlche Verfügung, die
Anſage von Pfarrchroniken betreffend, zu danken iſt. Ob=
wohl Theologe, trat Walther in den Kirchendienſt nicht ein.
Er ward zuerſt Lehrer. Wir treffen ihn in den nachſten
Jahren in der Stellung eines Hofmeiſters bei einer
eng=
liſchen Familie, die er auf ihren Reiſen in die Niederlande,
Frankreich und England begleitete. Nach einem längeren
Aufenthalt in England kehrte Walther nach Darmſtadt zu
rück und ward hierauf 1835 Gehilfe bei der Hofbibliothek,
1836 Hofbibliothekſekretär, 1850 Hofbibliothekar, 1873
Hof=
bibliothekdirektor. 1885 trat er in den Ruheſtand, 1887
ſtarb er.
Walthers wiſſenſchaftliche Veröffentlichungen, deren er
eine große Zahl im Druck erſcheinen ließ, bewegten ſich von
Anfang an faſt ganz auf dem Gebiete der heſſiſchen
Ge=
ſchichte. Beſondere Beachtung verdient gleich das erſte
größere Werk, das er im Jahr 1841 bei Jonghaus in
Darm=
ſtadt erſcheinen ließ: „Das Literäriſche Handbuch für
Ge=
ſchichte und Landeskunde von Heſſen im Allgemeinen und
dem Großherzogthum Heſſen insbeſondere.‟ Es iſt, wie
ſein Name beſagt, eine Zuſammenſtellung der geſchichtlichen
und landeskundlichen Literatur des Großherzogtums Heſ
ſen und gibt die Titel und Nachweiſe von weit über 2000
Büchern und Schriften an, in denen der Forſcher ſich über
das geſamte Gebiet der heſſiſchen Geſchichte, einſchließlich
der Kirchen=, Schul= und Ortsgeſchichte, Rats erholen kann
Das Werk, zu dem 1850, 1855 und 1869 Supplemente er
ſchienen (das Supplement von 1855 bringt ſehr beachtens
werte Beiträge zur Kenntnis der handſchriftlichen
Literatur über Geſchichte und Landeskunde im Gr. Heſſen
gehört noch heute zu den beſten Büchern, die wir auf dem
Gebiet der heſſiſchen Geſchichte beſitzen. Es iſt für den
Forſcher einfach unentbehrlich. An dies erſte größere Wer
reihten ſich andere, neben einer großen Reihe von Studien
und Aufſätzen, an. Von den Arbeiten, die im „Archiv für
heſſiſche Geſchichte und Altertumskunde” erſchienen, ſeien
nur erwähnt: „Landgraf Philipp genannt der Dritte oder
auch von Butzbach” ſowie die „Geſchichte der Gr.
Hofbib=
liothek in Darmſtadt” (in Band 11), „Die große
Land=
gräfin, Landgräfin Caroline von Heſſen=Darmſtadt” und
„Die Hofſchule Georgs II.” (in Band 13). Von ſelbſtändig
Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Seite 3.
Dieſer Ausſchuß legte gegen das Urteil des
Kreis=
ausſchuſſes Berufung ein. Da jedoch die
neun=
jährige Dauer der Vertretung im Jahre 196 zu Ende
ging, wurden am 28. März 1910 dieſelben Mitglieder
neugewählt. Nunmehr beſchloß der Vorſtand gegen die
Stimme des Forſtmeiſters Kutſch, des Vertreters der
Ober=
förſterei, die Berufung nicht zu verfolgen und das Urteil
rechtskräftig werden zu laſſen, damit die Sache endlich
ein=
mal aus der Welt geſchafft werde. Forſtmeiſter Kutſch
be=
ſtreitet, daß die Vertretung berechtigt ſei, die Berufung
zurückzunehmen, da es ſich um ſelbſtändige Gemarkungen
handele. Landgerichtsdirektor Küchler beſtreitet, daß die
Ludwigsau das Recht habe, für ſich Berufung zu verfolgen,
da dem Vorſtand der Gemarkung Treburer Auen die
Be=
fugniſſe der Vertretung einer juriſtiſchen Perſon verliehen
ſei. Es habe alſo lediglich dieſer Vorſtand das Recht,
Be=
rufung einzulegen. Der Provinzialausſchuß, der ſich
zu=
nächſt nur mit dieſer formellen Frage befaßte, beſchloß
die Sache durch Zurücknahme der Berufung für erledigt zu
erklären. Die Koſten des Verfahrens fallen der juriſtiſchen
Perſon, der Gemarkung Treburer Auen zur Laſt. Der
Do=
manialverwaltung als Beſitzerin der Ludwigsaue ſei das
damalige Urteil des Kreisausſchuſſes als Beteiligte noch
nicht zugeſtellt und von dieſer ſei infolgedeſſen auch kein
Rekurs erfolgt. Damit ſei dem Provinzialausſchuß keine
Möglichkeit gegeben, auf die Frage, ob die Ludwigsau
Be-
rufung verfolgen kann oder nicht, einzugehen.
Der Dienſtknecht Adam Arnold war unbeſtritten bis
zum 8. Oktober 1911 mehrere Monate in Bürſtadt in
Stel=
lung. Am Vormittag des 9. Oktober frug Arnold bei der
Speditionsfirma Kraft in Bensheim an, ob er Arbeit
be=
kommen könne. Es wurde ihm erklärt, daß er gleich
da=
bleiben könne. Er ging jedoch nochmals nach Bürſtadt,
um ſeine Kleider zu holen. Am ſelben Tage 9 Uhr abends
kam er dann zum Stall und wollte die Pferde füttern.
Beim Futterholen ſtürzte er vom Scheunenboden herab
und wurde erſt am andern Morgen aufgefunden. Er
mußte wegen der erlittenen Verletzungen vom 10. bis zum
30. Oktober im Krankenhaus Bensheim behandelt werden.
Auf Grund von § 32 des Unterſtützungsgeſetzes bezahlte
Bensheim die Koſten in Höhe von 31.50 Mk., die ihm
dann vom Ortsarmenverband Bürſtadt erſtattet wurden.
Bürſtadt klagt nun gegen die
Ortskranken=
kaſſe Bensheim mit der Begründung, daß Arnold
bereits in krankenverſicherungspflichtiger Tätigkeit ſich
be=
fand. Durch die Zeugenausſagen wird dieſe Behauptung
gerechtfertigt und der Provinzialausſchuß verurteilte
dar=
aufhin die Ortskrankenkaſſe Bensheim zur Erſtattung der
Koſten von 31.50 Mk. und zur Tragung der Koſten des
Verfahrens.
Der Gaſtwirt Auguſt Dreute aus Eiſerfeld (Kreis
Siegen) wohnhaft zu Offenbach, ſucht um Erlaubnis
zum Betriebe einer Schankwirtſchaft mit
Branntweinausſchank im Hauſe Taunusſtraße 1 zu
Offen=
hach nach. Es handelt ſich um eine beſtehende Wirtſchaft,
der Geſuchſteller hatte bisher eine Wirtſchaft in Winsdorf.
Die Bedürfnisfrage, die lediglich wegen des
Branntwein=
ausſchankes erforderlich iſt, wurde vom Verfaſſungs= und
Vermögensausſchuß bejaht, ebenſo wurden die übrigen
polizeilichen Anforderungen als erfüllt angeſehen. Das
Kreisamt und das Polizeiamt haben jedoch in ſittlicher
Beziehung Zweifel an der Perſönlichkeit des Geſuchſtellers
und ſtellten deshalb die Genehmigung dem
Provinzialaus=
ſchuß anheim. Dreute iſt mehrere Male mit
Uebertretungs=
ſtrafen belegt worden und ein gegen ihn eingeleitets
Ver=
fahren wegen Kuppelei wurde eingeſtellt. Der
Provinzial=
ausſchuß lehnte das Geſuch ab unter Verurteilung
des Geſuchſtellers in die Koſten des Verfahrens.
g. Schöffengericht. Wegen eines
Krawatten=
diebſtahls hatte ſich am Samstag der ruſſiſche
Stu=
dent Joſeph Landau aus Warſchau vor dem
Schöffen=
gericht zu verantworten. Er ſoll am Tage der Beerdigung
des Studenten Weiſer in einem Geſchäft bei Einkäufen
zwei Krawatten heimlich zu ſich genommen haben. Er
gibt an, er könne ſich der Vorgänge an dem fraglichen
Tage nicht mehr erinnern, da er durch die Beerdigung
ſeines Freundes Weiſer ſehr erregt geweſen ſei. Er wurde
deshalb auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht. Die
Unter=
ſuchung hat ergeben, daß Landau wohl geiſtig etwas
minderwertig ſei, aber der ſtrafausſchließende § 51 des
Strafgeſetzbuches ſei nicht in Anwendung zu bringen.
Der Amtsanwalt beantragte demgemäß fünf Tage
Ge=
fängnis. Das Gericht erkannte auf 1 Tag Gefängnis.
Vom Senat wurde Landau vor einiger Zeit auf 4 Jahre
relegiert.
g. Strafkammer. Das bekannte geflügelte Wort:
Erſtens habe ich keinen Topf geliehen,
zwei=
tens hat der Topf ſchon ein Loch gehabt, als ich ihn
ge=
liehen habe, und drittens habe ich ihn ganz wieder
zurück=
gegeben, nahm der Taglöhner Johann Weber aus
Erlenbach am Samstag vor der Strafkammer ſinngemäß
für ſich in Anſpruch. Er war vom Schöffengericht mit
zwei Geldſtrafen von je 3 Mark belegt worden, weil er
nach beeidigten Zeugenausſagen mit der brennenden
Tabakspfeife zweimal in die Scheune gegangen war.
Gegen dieſes Urteil legte er nun Berufung ein, indem er
in Abrede ſtellte, in der Scheune geraucht zu haben.
Ueberdies habe er ſeine Pfeife mit einem dichten Deckel
verſchloſſen gehabt. Die Strafkammer erkannte auf
Frei=
ſpruch, da zwar erwieſen ſei, daß Weber in der
Scheune geraucht, aber zweifelhaft ſei es, ob die Pfeife
geſchloſſen geweſen ſei. — Der bereits rückfällige 43jährige
Taglöhner Johann Bajus von hier hat in einem
hieſi=
gen Möbelgeſchäft eine Kokosmatte im Werte von 10 Mk.
entwendet, ferner eine geliehene Schrotleiter für ſich
be=
halten und einen von einem Schreinermeiſter geliehenen
Handwagen im Werte von 75 Mark an den 41jährigen
Schuhmacher Joſeph Kraft verkauft. Dieſer mußte
aus dem geringen Preis zweifellos erſehen haben, daß
der Handwagen nicht Eigentum des Bajus ſei. Er wurde
deshalb wegen Hehlerei zu 4 Monaten und Bajus zu
10 Monaten Gefängnis verurteilt. Beiden
wur=
den je drei Monate der Unterſuchungshaft in Anrechnung
gebracht.
Von der Techniſchen Hochſchule. Der Diplom=
Ingenieur Ernſt Grödel aus Frankfurt a. M. hat ſich
am 19. Dezember an der hieſigen Techniſchen Hochſchule
der mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung im
Maſchinen=
baufach mit Erfolg unterzogen. — Der Diplom=Ingenieur
Wilhelm Frey aus Eppingen hat ſich am 20. Dezember
an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der mündlichen
Doktor=Ingenieur=Prüfung unterzogen und dieſelbe
„gut” beſtanden.
Gewerbemuſeum. Die
Puppenaus=
ſtellung hat eine ſehr intereſſante Bereicherung
er=
fahren durch eine Auswahl, die Herr Oberleutnant
Deiß aus einer etwa 1000 Blatt zählenden
Samm=
lung von Soldatenbilderbogen zur
Aus=
ſtellung geliehen hat. Die ausgeſtellte Auswahl
um=
faßt einen Zeitraum von etwa 150 Jahren. Die älteſten
Bogen, in Holzſchnitt und Kupferſtich, ſtammen noch aus
dem 18. Jahrhundert. Später wird dann die
Litho=
graphie die führende Kunſt, heute werden die Bogen,
deren künſtleriſche Belebung ſich gegenüber dem
vorher=
gehenden Jahrzehnten deutlich zeigt, in Strichätzung
her=
geſtellt. Ueber die Herſtellungsorte der Bogen und ihre
Bedeutung für die Uniformgeſchichte ſollen nähere
Hin=
weiſe folgen. — Die Maler= und Gewerbeſchule
Bensheim a. d. B. hat im Gewerbemuſeum eine
kleine Ausſtellung bemalter Holzkäſtchen, Spanſchachteln
und Körbchen veranſtaltet, die von Schülern der Klaſſe
des Herrn Malers Hamann angefertigt ſind. Die
Arbeiten zeigen, wie gut es Herr Hamann verſteht,
ſeine Schüler an gegebenen Aufgaben zur freien
Ver=
wendung geeigneter Techniken und zum unbefangenen
Ausdruck ihres dekorativen Empfindens anzuleiten. Die
Arheiten zeigen zwei verſchiedene Techniken: die
Span=
ſchachteln ſind gebeizt, die Dekoration iſt mit weißer
Leimfarbe aufgemalt und mit Hilfe des
Auskratzver=
fahrens weiter ausgeführt. Die Käſtchen ſind bunt mit
Oelfarben bemalt; auch hier iſt die Auskratztechnik in
weitem Umfang zu Hilfe genommen. Die Arbeiten ſind
verkäuflich, ſie eignen ſich ausgezeichnet zum Füllen mit
Pralinés u. drgl., wie man ſie gerne unter den
Weih=
nachtsbaum legt.
* Dienſtjubiläum. Montag, den 23. Dez., feiert Frau
Hebamme Dorothea Kröh, Hochſtraße 44, ihr 40jähriges
Dienſtjubiläum.
Im Silberkranz. Der Großh.
Hochbauamts=
diener Gottfried Krüger hier begeht am erſten
Weih=
nachtsfeiertag mit ſeiner Gattin in beiderſeits
körper=
licher Rüſtigkeit das Feſt der Silbernen Hochzeit.
D. Verſetzung des Liebig=Denkmals. Die Arbeiten
wegen Entfernung des Liebig=Denkmals am alten
Bahn=
hof und Verſetzung desſelben an ſeinen neuen Standort
haben bereits begonnen.
Neujahrs=Entſchuldigungskarten. Auf dem
Bureau des Großh. Polizeiamts (Hügelſtraße 31/33,
Zimmer Nr. 17) ſind Neujayrs=
Entſchuldigungs=
karten zum Beſten der Kleinkinderſchule erhältlich.
— Sektion Darmſtadt, Deutſcher und Oeſterreichiſcher
Alpenverein. In der Monatsverſammlung ſprach
Herr Fabrikdirektor Mengeringhauſen unter
Be=
nutzung des Epidiaſkops im Saale für
Naturwiſſen=
ſchaft des Großh. Realgymnaſiums, der gütigſt zur
Ver=
fügung geſtellt worden war, über das Gebiet der unteren
Donau, mit beſonderer Berückſichtigung der
Katarakten=
ſtrecke „Eiſernes Tor‟ Durfte allein ſchon die
Behand=
lung dieſer Gegenden unter den heutigen politiſchen
Ver=
hältniſſen große Anziehungskraft ausüben, ſo mußte der
Umſtand, daß der Vortragende, faſt zehn Jahre bei der
Donauregulierung tätig, auf Grund eigener eingehender
Kenntniſſe ſprach und durch die Anſchauung prächtiger
Bilder unterſtützt wurde, den Darbietungen einen ganz
be=
ſonderen Wert verleihen. Nach einer Beſprechung der
Reiſegelegenheiten, die Donau abwärts von Paſſau über
Wien und Peſt, fand die Kataraktenſtrecke des mächtigen
Stromes mit ihren großartigen wilden Landſchaftsbildern
eingehende Würdigung. Ein Ausflug nach dem in tiefer
Felsſchlucht gelegenen Herkulesbad und der
Aufent=
halt in Orſova gab Gelegenheit, anziehende Bilder von
Land und Leuten vorzuführen. Den Abſchluß bildeten
zahlreiche Anſichten, die den ſchwierigen Bau des Kanals
veranſchaulichten. Reicher, auch vom Vorſitzenden in
Worte gefaßter Beifall lohnte die intereſſante Darbietung.
— Bund Deutſcher Architekten — Ortsgruppe
Heſſen. In Darmſtadt wurde vor kurzem eine
Orts=
gruppe Deutſcher Architekten gegründet, die das ganze
Großherzogtum Heſſen umfaßt. Der Bund erſtrebt die
Vereinigung der ihren Beruf als Künſtler ausübenden
Architekten zum Schutz ihrer Arbeit und zur Hebung
ihres Anſehens. Auch in Heſſen iſt für die Beſtrebungen
des Bundes weiter Raum zur Betätigung. Von dem
Gedanken ausgehend, daß in den Händen der ſelbſtändig
künſtleriſch ſchaffenden Architekten, die nicht von dem
einſeitigen Intereſſenſtandpunkt des Unternehmertums
beherrſcht ſind, die Pflege der Baukunſt im Sinne der
Schaffung eines einheitlichen Stils ruht, hat ſich die
Ortsgruppe zur Aufgabe geſetzt, durch Aufklärung und
Beteiligung am öffentlichen Leben Einfluß auf die
bau=
lichen Gepflogenheiten und die Bauordnungen zu
ge=
winnen und dadurch einem künſtleriſchen Schaffen Feld
zurückzuerobern, das jetzt vielfach vom Baupfuſchertum
der Unternehmer beherrſcht wird. Auf der anderen
Seite will der Bund dem Monopol der Baubeamten
weltlicher und kirchlicher Behörden begegnen, indem er
bei öffentlichen Bauten dorauf dringt, daß die
Ent=
würfe in der Regel einem Wettbewerb unterworfen
werden. Der Vorſtand der Ortsgruppe „Heſſen”
be=
ſteht aus den Herren: k. Vorſitzender Prof. Wienkoop,
Direktor der Landesbaugewerkſchule, Schriftwart Arch.
Stumpf, Säckelmeiſter Arch. Schäfer, Beiſitzer Prof.
Metzendorf und Körner.
* Weihnachtsfeier in der Stadtkirche. Am zweiten
Weihnachtsfeiertag, abends 6 Uhr, veranſtaltet in der
Stadtkirche der Evangeliſche Kirchengeſangverein eine
Weihnachtsfeier, bei der folgende Chor= bezw. Orgelſätze
zum Vortrag kommen: Orgel: Weihnachten op. 55 von
Max Gulbins; Paſtorale von J. S. Bach. Chor: „Freut
euch, ihr lieben Chriſten” von L. Schröter; „Es iſt ein
Ros” entſprungen” und „Dem neugeborenen Kindelein”
von M. Prätorius; „Vom Himmel hoch da komm ich
her”, Satz von A. Mendelsſohn; „Ich liebe Jeſum” von
J. S. Bach (Wüllner); „Ich lag in tiefer Todesnacht”
von J. Eccard; „Wie ſchön ſingt uns der Engel Schar”
von C. Freundt. Chorſchule: „Wir wollen ihm die Krippe
ſchmücken” von Schlatterer und „Vom Himmel hoch, o
Engelein” (Volkslied). — Der Eintritt in die Kirche iſt
frei; auf der Empore gegenüber der Orgel werden die
3 vorderſten Bankreihen für die Mitglieder des Vereins
reſerviert.
Vogelſchutzſtation in Darmſtadt. Nach dem
Muſter der Vogelſchutzſtation des Freiherrn von Berlepſch
auf Schloßgut Seebach iſt bekanntlich auf Veranlaſſung
des Großherzogs auch in Darmſtadt eine ſolche
Station gegründet worden. Auch hier finden von
Zeit zu Zeit 4=tägige Vogelſchutzkurſe mit
theoretiſchen und praktiſchen Unterweiſungen ſtatt. Erſt
in den letzten Tagen, vom 16. bis 19. Dezember, wurde
wieder ein derartiger Kurſus abgehalten, an dem ſich
20 Herren aus vielen Teilen des Großherzogtums und
ein Königlich Sächſiſcher Oberförſter beteiligten.
* Orpheum. Das ebenſo reichhaltige wie in ſeinen
Einzeldarbietungen brillante Weihnachtsprogramm iſt
aus der Anzeige in vorliegender Nummer erſichtlich; es
ſetzt ſich, wie bereits mitgeteilt, trotzdem der Spielplan
nur fünf Tage währt, aus durchweg erſten Kräften
zu=
ſammen. Am zweiten Feiertage (26. Dez.), ſowie am
Sonntag, den 29. Dez., finden je zwei Vorſtellungen ſtatt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Aufbahrung des Prinz=Regenten
Luit=
pold von Bayern; Preſſevertreter im Hof des St. James=
Palaſtes in London; Dr. Woodrow Wilſon, der neue
Präſident der Vereinigten Staaten, mit ſeiner Gattin und
ſeinen Töchtern; das kürzlich zerſtörte engliſche Luftſchiff
„Beta” auf einer Uebungsfahrt.
* Ein munter krabbelnder Maikäfer wurde uns
Samstag als verfrühter Frühlingsbote auf den
Redaktions=
tiſch geſetzt. Der Platz für den erſten Redaktionshaſen
oder =Feldhuhn iſt aber immer noch frei.
A Wochenmarktpreiſe von vergangener Woche.
Butter ½ Kg. 1,50 M., in Partien 1.40 M., Eier 8 bis
10 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4 bis
10 Pf., Kartoffeln der Zentner 2.25—2.50 M., Kumpf
(10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen Kumpf
1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl. Aepfel Zentner
7—15 M. ½ Kg. 7—15 Pf., Birnen Zentner 8—15 M.
erſchienenen Schriften: „Das Großherzogliche Muſeum zu
Darmſtadt” (2 Teile 1841 und 1842), „Das Großherzogthum
Heſſen nach Geſchichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit
beſchrieben” (1854), „Beiträge zur näheren Kenntnis der
Gr. Hofbibliothek in Darmſtadt” (1867), „Neue Beiträge
zur naheren Kenntniß der Gr. Hofbibliothek in Darmſtadt‟
(1871), „Briefwechſel der großen Landgräfin Caroline von
Heſſen” (1877), „Darmſtädter Hiſtoriſche Kleinigkeiten”
Auf die Bedeutung der in dieſen wiſſenſchaftlichen
Büchern und Aufſätzen niedergelegten Forſchungsergebniſſe
einzugehen, liegt außerhalb der Aufgabe dieſes
Erinne=
rungsblattes. Wir wenden unſeren Blick nunmehr ganz
ausſchließlich auf den Darmſtädter Antiquarius. Die
Auf=
gabe, die ſich Walther bei der Abfaſſung dieſes Werkes
ge=
ſetzt hatte, gibt er in der Vorrede an, die uns auch Einblicke
in die Entſtehungsgeſchichte des Buches gewährt. Er
ſagt da:
„Die nachfolgenden geſchichtlichen Skizzen ſind aus
Vorleſungen entſtanden, welche ich im Winter 1855/56 im
Vereine für Erdkunde gehalten habe und deren
Veröffent=
lichung durch den Druck von vielen Seiten gewünſcht
wor=
den iſt. So lückenhaft auch dieſelben mir ſelbſt erſchienen
ſind, ſo leiſtete ich doch der mir gewordenen Aufforderung
darum gerne Folge, weil ſie mir Manches zu enthalten
ſchienen, was für die Bewohner Darmſtadts Intereſſe
haben konnte, und was, zum Theile durch Zufall in Acten
aufgefunden, vielleicht nur durch Zufall wieder
aufgefun=
den werden kann. Wenn auch die einzelnen Bilder und
Skizzen an den Faden der politiſchen Geſchichte der Stadt
gereiht erſcheinen, ſo will ich meine Arbeit doch nicht als
eine eigentliche Geſchichte der Stadt gelten laſſen, ſondern
nur als das, was ſie auch der Titel nennt, als einerſeits
Geſchichts= und Sittenbilder, andererſeits als einen
Anti=
quarius, der den Bewohnern Darmſtadts Aufſchluß gibt
über Manches, was ehedem war und wie es ehedem
war. Eine eigentliche Geſchichte der Stadt würde eine
andere Art der Behandlung verlangen und im Intereſſe
der Gleichmäßigkeit dieſer Behandlung Manches von der
Mittheilung ausſchließen, was doch der Mittheilung wertb
iſt, Manches andere dagegen wieder verlangen, worüber
ſich in keiner der bis jetzt eröffneten Geſchichtsquellen
ge=
nügende Auskunft finden läßt”.
Faſſen wir dieſe Ausführungen Walthers in kurze
Sätze, ſo können wir ſagen: Walther will in ſeinem
Anti=
quarius keine abgerundete Geſchichte von Darmſtadt geben,
ſondern nur Geſchichts= und Sittenbilder, bei denen das
Detail in ausgiebigem Maße zu ſeinem Recht kommt.
Tat=
ſächlich hat er dieſe Aufgabe vorzüglich gelöſt. Der
Anti=
quarius war zur Zeit ſeines Erſcheinens ein Werk, wie es
wenig Orte Deutſchlands beſaßen und auch nachher wenig
Orte bekommen haben. Er hat ſich ſeine Aufgabe nicht
leicht gemacht. Er hat alle ihm erreichbaren gedruckten und
beſonders ungedruckten Quellen zu Rate gezogen und ſie
derart verarbeitet, daß das Buch von Leſern jeden Standes
mit Gewinn geleſen werden konnte. Das iſt das
Eigen=
artige an dem Buch: ausgiebigſte Quellenbenutzung und
verſtändige Bearbeitung der Quellen.
Der Erfolg, den das Buch hatte, beweiſt, daß Walther
einen guten Griff getan hatte. Bereits acht Jahre nach dem
Erſcheinen des Antiquarius konnte er — ebenfalls im
Ver=
lag von Jonghaus — eine zweite Ausgabe herauskommen
laſſen. Sie hat einen neuen Titel: „Darmſtadt, wie es
war und wie es geworden. Neue Bearbeitung des
Darm=
ſtädter Antiquarius” (Darmſtadt, Jonghaus 1865). Ein
Vergleich dieſer neuen Ausgabe mit dem Antiquarius von
1857 zeigt, daß Walther fortgeſetzt emſig an der
Verbeſſe=
rung ſeines Antiquarius gearbeitet hat. Das Buch iſt um
die Hälfte ſtärker geworden und eine ganze Fülle neuen
Materials hat in der neuen Ausgabe Aufnahme gefunden.
Ganz neu ſind die Abſchnitte über Großherzog Ludwig II.
und Großherzog Ludwig III.; eine Reihe anderer
Ab=
ſchnitte erſcheinen vollkommen umgearbeitet.
Welche Stellung kommt dieſen beiden Büchern in der
Geſchichte der Darmſtädter lokalgeſchichtlichen Forſchung
zu? Die Antwort iſt für den, der die Werke der Vorzeit
und die Arbeiten der Folgezeit kennt, ſehr leicht. Die
Werke der Vorzeit, unter denen ſehr tüchtige Arbeiten
ſind — ich erwähne nur Zebfuß — reichen an Walthers
Antiquarius nicht heran. Er iſt eben etwas ganz Neues.
Bei Walther handelt es ſich nicht mehr um einzelne
Bau=
ten des alten Darmſtadts, nicht mehr um eine Handvoll
Sagen, auch nicht mehr um einen mehr oder weniger
um=
fangreichen Aufriß der Darmſtädter politiſchen und
Fürſten=
geſchichte. Er geht aufs Ganze. Die Kulturgeſchichte
Darmſtadts in ihrem ganzen Umfang ſoll vor dem Leſer
erſtehen, und ſie iſt vor ihm erſtanden.
Und wie ſtehts, wenn wir die Arbeiten der
Folge=
zeit mit dem Antiquarius vergleichen? Das Urteil kann
für Walther nur günſtig ausfallen. Gewiß, die Folgezeit
hat eine Fülle intereſſanter lokalgeſchichtlicher Arbeiten
hervorgebracht, die in einzelnen Punkten Walthers
Aus=
führungen richtiggeſtellt oder ergänzt haben. Ich bin auch
unbeſcheiden genug, von mir zu behaupten, daß ich in
meinen über 100 Darmſtädter Aufſätzen, die in
Darmſtäd=
ter Tagesblättern, der Heſſiſchen Chronik, den
Quartal=
blättern des Hiſtoriſchen Vereins und den Heſſiſchen
Volks=
büchern erſchienen ſind, wichtige neue Beiträge zur
Darmſtädter Ortsgeſchichte geboten habe. Aber erſetzt
iſt Walthers „Darmſtadt, wie es war und wie es
gewor-
den” noch lange nicht. Als Ganzes betrachtet, noch nicht
einmal veraltet! Und auch da, wo wir es offen ausſprechen
müſſen, daß Walthers Darſtellung falſch iſt, dürfen wir doch
nie vergeſſen, wieviel jeder, der auf dieſem Gebiete
ar=
beitet, Walther zu danken hat. Es iſt das nicht immer
ge=
ſchehen. Darum halte ich es für nötig, das einmal in
aller Ruhe zu konſtatieren. Gewiß iſt, daß wir es mit
Freuden begrüßen müßten, wenn uns jemand eine auch
im Ganzen über Walther hinausgehende Geſchichte
Darmſtadts beſcherte. Aber wer iſt imſtande, ſie zu
ſchrei=
ben? Ich glaube, zurzeit niemand. Wird ſie aber einmal
geſchrieben, dann wird der, der ſie ſchreibt, nicht umhin
können, ſich mehr wie mit irgend einem anderen mit
Philipp Alexander Ferdinand Walther
auseinanderzu=
ſetzen und von ihm mehr wie von irgend einem anderen
zu übernehmen. Walther hat ſich in der Darmſtädter
Ge=
ſchichtsſchreibung einen feſten Platz errungen. Den kann
ihm niemand nehmen. Es iſt ein Ehrenplatz.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Nummer 302.
½ Kg. 8—15 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg. 40—50 Pf.,
Nüſſe 100 Stuck 40—45 Pf., Haſelnüſſe ½ Kg. 40—50 Pf.,
Kaſtanien ½ Kg. 16—18 Pf.; Salat, Gemüſe:
Kopf=
ſalat 12—24 Pf., Endivien 6—10 Pf., Körbchen
Feld=
ſalat 10 Pf., Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2
bis 3 Pf., Rettiche 5—6 Pf., Meerrettich 10—30 Pf.,
Rote=
rüben, Zwiebeln ½ Kg. 4—10 Pf., Tomaten ½ Kg. 25
bis 30 Pf., Spinat ½ Kg. 20—22 Pf., Weißkraut 5—8 Pf.,
Rotkraut 10—30 Pf., Wirſing 3—10 Pf., Blumenkohl 15
bis 50 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 35 Pf., Gelberüben ½ Kg.
5—6 Pf., Grünkohl 3—6 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe
½ Kg. 90 Pf., Enten 3—4 M., Hahnen und Hühner
1,50—2,00 M., Tauben 60—70 Pf., Haſen 4,00—4,50 M.,
Lapins 1,20 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen 90 Pf.,
Aal 1 M., andere Rheinfiſche 35—50 Pf., Rotzungen 60 Pf.,
Schollen 40 Pf., Kabeljau, Portions=Schellfiſche 25—26 Pf.,
Bratſchellfiſche 21 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.:
Rindfleiſch, Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 70 Pf.,
Rinds=
würſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch 96 Pf., geſalz nes
und Koteletts 1,06 M., Schwartenmagen und
Fleiſch=
wurſt 90 Pf., Leber= und Blutwurſt 76 Pf.
—r Stockſtadt, 21. Dez. Bei der Jagd auf dem
Frei=
herrlich Heylſchen Hofgut Guntershauſen auf wilde
Wel=
ſchen und Faſanen nahmen als Schützen teil: 1. Fürſt zu
Erbach=Schönberg, 2. Generalleutnant v. Plüskow, 3.
Ober=
ſtallmeiſter Frhr. v. Riedeſel, 4. Oberkammerherr Frhr. von
Riedeſel, 5. Oberhofmarſchall Frhr. v. Ungern=Sternberg,
6. Generaladjutant General Hahn, 7. Geh. Regierungsrat
Dr. Wallau, 8. Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim. Erlegt
wur=
den: 192 Faſanenhähne, 32 Faſanenhennen, 15 Haſen und
27 Lapins.
Büttelborn, 21. Dez. Der 17 Jahre alte arbeitsſcheue
Peter B. von hier, ein trotz ſeiner Jugend recht
verkom=
mener Burſche, beſtahl vor kurzem ſeine
Groß=
mutter um 35 Mark und ſteckte bald darauf im Felde
eine Schäferhütte in Brand. Jetzt hat der ungeratene
Junge ſeine eigenen Eltern beſtohlen. Er
ging mit 150 Mark Bargeld flüchtig.
Biebesheim, 21. Dez. Bei der Spezereihändlerin A.
Seipel Witwe wurde ein Automat erbrochen
und völlig ausgeplündert. Dabei fielen den Spitzbuben
außer dem vorhandenen Bargeld noch 200 Stück
Zigar=
ren, Poſtkarten und Briefmarken in die Hände.
Offenbach, 21. Dez. Die Einweihung des
Neubaues der techniſchen Lehranſtalten
wird am 23. oder 24. Januar des nächſten Jahres
er=
folgen. — Auf der ſtädtiſchen Straßenbahn iſt
künftig die Mitnahme von Hunden geſtattet,
und zwar dürfen Schoßhunde in das Innere der Wagen
mitgenommen werden, größere Hunde dürfen nur auf
der vorderſten Plattform befördert werden.
D Ober=Schönmattenmag, 20. Dez. Der im 66.
Le=
bensjahre ſtehende Kreisſtraßenwart im Kreiſe
Heppen=
heim, Leonhard Beiſel, iſt dieſer Tage nach 28jähriger
Dienſtzeit in den wohlverdienten Ruheſtand getreten. B.
hat den Feldzug 1870/71 mitgemacht und u. a. an den
Schlachten von Orleans, Noiſſeville, Gravelotte und an
der Zernierung von Metz teilgenommen.
Mainz, 21. Dez. Geſtern nachmittag ſtarb, wie bereits
gemeldet, nach längerer Krankheit Herr Bürgermeiſter
Dr. Georg Schmidt im Alter von 54 Jahren. Der
Ver=
ſtorbene war ſeit dem Jahre 1894 Bürgermeiſterei=
Bei=
geordneter der Stadt Mainz und hatte in dieſer Stellung
hauptſächlich die Verwaltung des Armenweſens und der
Hoſpizien=Anſtalten. Dr. Georg Schmidt war am 22.
Dezember 1857 in Groß=Gerau geboren und hatte in
Worms als Beigeordneter gewirkt. Die Beſtätigung des
Neugewählten erfolgte am 3. Auguſt 1894 und ſein
Dienſt=
eintritt am 1. Oktober 1894. Am 19. Juli 1906 wurde er
wiedergewählt, nachdem ihm der Großherzog am 9. März
1904 den Titel Bürgermeiſter verliehen hatte. Der
Da=
hingeſchiedene hat ſein Amt nach beſten Kräften
verwal=
tet. In den letzten Jahren kränkelte er viel und ſeit
längerer Zeit war er beurlaubt. Jetzt hat ihn der Tod
von ſeinen Leiden erlöſt.
Mainz, 21. Dez. Auf dem Hauptbahnhof
er=
eignete ſich geſtern nachmittag kurz nach 3 Uhr auf dem
Bahnſteig 1 ein Zuſammenſtoß zwiſchen einer
Lokomotive und einem Triebwagen.
Letz=
terer wurde aus dem Geleiſe gedrückt, ohne weiteren
Schaden zu erleiden. An der Lokomotive ſind die
Vor=
derpuffer beſchädigt. Perſonen wurden nicht verletzt. —
Im Güterbahnhof wurde geſtern abend bei dem
herrſchenden Nebel der Bahnaſſiſtent Kraus von einem
abgeſtoßenen Wagen angefahren und ins Geleis
ge=
ſchleudert. Mit mehreren Kopfverletzungen
und Quetſchungen an Bruſt und Beinen wurde
der Verletzte von der Sanitätswache nach dem
Rochus=
hoſpital gefahren. — Für die Eingemeindung
von Koſtheim iſt eine beſondere Feier für die erſten
Tage des Januar in Ausſicht genommen. Mit dieſer
Eingemeindung kommt die Einwohnerzahl von Groß=
Mainz auf die Zahl von 120000.
Bingen, 21. Dez. Durch die hier vor einigen Tagen
erfolgte Feſtnahme einer zehnjährigen
Taſchen=
diebin iſt die Polizei einer größeren Anzahl ſolcher
jugendlicher Diebe auf die Spur gekommen. So hat
einer dieſer Diebe in einem hieſigen Geſchäft Zigaretten
geſtohlen und dieſe dann weiter verkauft, andere haben
Brot geſtohlen uſw. Den gelungenſten Streich haben wohl
die jugendlichen Diebe ausgeführt, die bei einem hieſigen
Wirte leere Flaſchen ſtahlen, um dieſe dann demſelben
Wirte wieder zu verkaufen. Der Erlös wurde zum Teil
vernaſcht, zum Teil zum Beſuch des Kinos verwandt.
(*) Gießen, 20. Dez. Wie ſehr der
Fleiſchkon=
ſum zurückgegangen iſt, geht ſchon aus der
Tat=
ſache hervor, daß im letzten Monat 130 Schweine und 55
Kälber weniger geſchlachtet wurden, als in dem
gleichen Monat 1911. Auch die Metzger der Nachbarorte
Wieſeck, Klein=Linden und Heuchelheim klagen über den
Rückgang des Fleiſchverbrauchs.
Friedberg, 21. Dez. In Laubach hat ſich der
Fuß=
gendarm Hartmann, nachdem er ſich zuvor an einem
Baum feſtband, mit ſeinem Dienſtgewehr
er=
ſchoſſen. Was den Mann, der eine Witwe mit vier
kleinen Kindern hinterläßt, in den Tod trieb, konnte
bis=
her nicht ermittelt werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 21. Dez. Ueber den erſten
Tag der geſtern im Herrenhaus zuſammengetretenen
Erſten Polizeikonferenz der Deutſchen
Bundesſtaaten wird berichtet, daß zunächſt über die
einheitliche Regelung des Erkennungsdienſtes und
dem=
nächſt über die Einführung eines einheitlichen
Telegraphen=
ſchlüſſels für Perſonalbeſchreibungen verhandelt wurde.
— Die Star=Operation, der ſich geſtern Profeſſor
Adolf Wagner unterzog, iſt gut verlaufen. — Eine große
Anzahl Berliner Kinematographenbeſitzer
hat ihren Angeſtellten mitgeteilt, daß ihrem Wunſche,
durch Schließen der Betriebe am Heiligabend, ihnen frei
zu geben, nicht entſprochen werden kann. Darum iſt jetzt
von den Gewerkſchaften der Kinoboykott verhängt worden.
Die Arbeiterſchaft wird erſucht, am Heiligabend die
Kine=
matographen zu meiden und darauf zu achten, daß auch
die Kinder an dem Tage keine Kinos beſuchen. — Dr.
Martin Zickel, über deſſen Prozeß wegen
Nichtan=
meldung des Konkurſes wir geſtern berichtet haben, iſt zu
50 Mark Geldſtrafe verurteilt worden.
Wiesbaden, 20. Dez. In dem Prozeß gegen den
Grafen von Saltern=Ahlimb wegen Zechprellerei
und Betrugs beſchloß das Gericht nach der Vernehmung
des Angeklagten und der Zeugen, die zeitweiſe unter
Aus=
ſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfand, die Verhandlung nach
dem Gutachten der beiden Pſychiater zu vertagen und den
Angeklagten zur Unterſuchung ſeines Geiſteszuſtandes
auf=
ſechs Wochen einer Anſtalt zu überweiſen.
Mannheim, 21. Dez. Die Benzwerke Gaggenau
ſind von der Hygiene=Ausſtellung Rom für den dort
aus=
geſtellt geweſenen Benz=Gaggenau=Krankenwagen
mit=
dem Großen Preis ausgezeichnet worden.
Leipzig, 20. Dez. Das Reichsgericht
verwarf=
die Reviſion des Hülſenfabrikanten Friedrich Pritzſche,
den das Schwurgericht München=Gladbach am 8. Oktober
wegen des Verbrechens gegen das Sprengſtoffgeſetz
zu=
zehn Jahren Zuchthaus verurteilte. Pritzſche ſandte aus
Rache dem erſten Staatsanwalt, einem Staatsanwalt und
dem Landgerichtsdirektor in München=Gladbach, als
Muſter ohne Wert Bomben zu, die beim Auspacken
explo=
dieren ſollten. Nur die Vorſicht der Empfänger verertelte
die Abſicht.
Hamburg, 21. Dez. Geſtern abend 8 Uhr wurde
auf der Werft von Blohm und Voß im
Modell=
ſchuppen ein Brand bemerkt, der im Ankleideraum unter
dem Schuppen ausgebrochen war. Obgleich die
Werft=
feuerwehr ſich bemühte, das Feuer im Entſtehen zu
unter=
drücken, nahm der Brand doch ſchnell einen großen
Um=
fang an. Jetzt wurde die Hamburger Feuerwehr
alar=
miert, die mit 5 Löſchzügen anrückte. Als ſie auf der
Werft eintraf, war der mehrſtöckige Modellſchuppen
be=
reits vollſtändig in Rauch und Flammen gehüllt. Von
der Land= und Waſſerſeite aus wurde der Brandherd
an=
gegriffen. Ein Feuerwehrzug kam auf einem
Fährer=
dampfer angerückt und ſchleuderte von hier aus mit vier
Schlauchleitungen Waſſer in die Flammen. Es gelang
jedoch nicht, das Modellhaus vor dem Untergang zu
be=
wahren. Dieſes brannte bis auf den Grund nieder.
Zahlreiche wertvolle hiſtoriſche Schiffsmodelle gingen
da=
mit zugrunde. Das Maſchinenhaus konnte nach
andert=
halbſtündigen Bemühungen gerettet werden und es
ge=
lang, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken.
Marſeille, 20. Dez. Die Schilder der öſterreichiſchen
und italieniſchen Konſulate wurden vergangene Nacht mit
roter Farbe beſtrichen und auch rote Papierzettel
auf die Schilder geklebt, die ſich in italieniſcher Sprache
gegen die Erneuerung des Dreibundes richteten, die am
Jahrestage der Hinrichtung des Irredentiſten Oberdank
erfolgt ſei. Die Behörde fahndet nach den Tätern.
Weihnachtsfeiern.
Kleinkinderſchule Mauerſtraße.
g. Die Kleinkinderſchule in der
Muuer=
ſtraße, die älteſte Kleinkinderſchule Darmſtadts, die im
nächſten Jahre auf 80 Jahre ihres Beſtens zurückblicken
kann, bereitete am Samstag nachmittag in ihrem Heim
ihren Schützlingen eine freundliche
Weihnachts=
feier, die durch die Anweſenheit Ihrer Königlichen
Hoheit der Großherzogin ausgezeichnet wurde.
Die Unterrichtsräume hatten durch Tannenreiſig und
einen mächtigen, buntbehängten Weihnachtsbaum ein
feierliches Gepräge erhalten und auf langen Tiſchen
waren die Gaben für 236 Kinder ausgebreitet, die durch
eine hochherzige Spende des Großherzogs verteilt
wer=
den konnten. Mit dem Geſang des Weihnachtsliedes:
„Ihr Kinderlein kommet” marſchierte zunächſt eine
Ab=
teilung der größeren Kinder in das Beſcherungszimmer,
freudigen Auges die flimmernde Pracht des prächtigen
Weihnachtsbaumes begrüßend. Und dann, nachdem die
kleine froh bewegte Schar erwartungsvollen Herzens ſich
um den Baum gruppiert hatte, begann ein poetiſches
Frage= und Antwortſpiel aus zwar ungeübtem, aber
da=
für um ſo willigerem Kindermund, vermiſcht mit Solo=
und Chorgeſängen, die ein beredtes Zeugnis ablegten
von dem Ernſt und der Umſicht, mit der in der Schule
die Erziehung der Kleinen gepflegt wird. Herr Pfarxer
Widmann richtete ſodann noch einige herzliche,
tref=
fende Worte an die Kinder und dann ging es mit jubeln=
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. An der jungen,
ſchnell aufblühenden Hochſchule für kommunale
und ſoziale Verwaltung in Köln iſt eine neue
hauptamtliche Profeſſur für öffentliches Recht errichtet
worden. Als erſter Inhaber dieſes Lehrſtuhls wurde der
Profeſſor an der Univerſität Gießen, Landgerichtsrat Dr.
Ialius Friedrich berufen. Friedrich iſt geboren
am 2. Auguſt 1870 in Darmſtadt. Er war ſeit dem
1. Februar 1899 als Amtsrichter angeſtellt, ſpäter
Staats=
anwalt in Mainz und Landrichter in Gießen, wo er im
Januar 1908 Landgerichtsrat wurde. Herbſt 1905 hatte
er ſich bei der juriſtiſchen Fakultät der heſſiſchen
Landes=
univerſität für öffentliches Recht habilitiert. Am 1. Juli
1911 wurde er zum außerordentlichen Profeſſor ernannt.
Friedrich hat ſich auf verſchiedenen Gebieten des
öffent=
lichen Rechts literariſch betätigt. Seine kolonial= und
kirchenrechtlichen ſowie ſeine kriminaliſtiſchen Studien
haben bei Fachkollegen ſowie Praktikern viel Anklang
ge=
funden. — Die ernſten Bemühungen Hamburgiſcher
Intereſſenten, eine Univerſität in Hamburg zu
errichten, haben nun auch Erfolg gehabt. Der Senat hat
eine Vorlage angenommen, wonach die Univerſität
zu=
nächſt mit drei Fakultäten, einer juriſtiſchen, einer
philo=
ſophiſchen und einer kolonialwiſſenſchaftlichen, eerichtet
werden ſoll. Die Koſten ſollen derart beſtritten werden,
daß im Staatsſchuldbuch eine Schuld von 25 Millionen
eingetragen wird, über deren Zinſen die Univerſität
ver=
fügt. Für Erweiterung des Vorleſungsgebäudes hat ein
dortiger Bürger das erforderliche Kapital in Ausſicht
ge=
ſtellt. Die Univerſität ſoll, wenn auch in durchaus freier
Weiſe, nach dem Muſtee anderer deutſcher Univerſitäten
errichtet werden. — Von Oberleutnant Paul Graetz
iſt folgende Depeſche in Berlin eingetroffen: „Sakania,
19. Dezember. Durch erſtmalige Verfolgung des ganzen
Flußlaufes vom Quellfluß bis zur Mündung iſt der
Tſchambeſi in Nord=Rhodeſia als Kongo=
Quell=
fluß geographiſch nachgewieſen. Nunmehe ſteht feſt,
daß der Kongo der längſte Fluß Afrikas iſt. Ich habe
Katanga im Motorboot von der Oſtküſte wie von der
Weſtküſte erreicht und damit die Durchquerung Afrikas
be=
endet. Ich kehre auf dem Dampfer „Kildonan Caſtle” am
25. Dezember von Kapſtadt übee London heim, zwecks
Vorbereitung einer deutſch=engliſchen Luftſchiff=
Expe=
dition zur Exforſchung von Neu=Guineg.”
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 276 dieſes
Blattes vom 22. November.) Während faſt des ganzen
Novembers wurde Nordeuropa von einer großen Zahl zum
Teil ſehr umfangreicher und intenſiver Tiefdruckgebiete
durchzogen, die bis nach Süddeutſchland ihre Wirkung in
der Weiſe ausübten, daß trübes, regneriſches Wetter
vor=
herrſchte. Die Monatsmittel der Temperatur ſchwanken
in Heſſen zwiſchen 4,4 Grad Celſius in Mainz und 1,4 in
Neunkirchen. In Darmſtadt betrug dasſelbe 4,0 Grad,
blieb alſo um 0,9 Grad hinter dem langjährigen
Durch=
ſchnitt zurück. Die höchſten Stände fielen faſt durchweg
auf den 10., wo Michelſtadt als wärmſte Station 11,2
Grad notierte, während Neunkirchen nur 7,0 aufwies
(Darmſtadt: 11,1). Der kälteſte Tag war faſt allenthalben
der 7. mit einem Minimum von —7,2 Grad in Lauterbach,
wogegen in Mainz das Thermometer an dieſem Tage
nicht unter —1,4 Grad fiel. Die Zahl der Froſttage
ſchwankte zwiſchen 5 in Mainz und 14 in Neunkirchen
(Darmſtadt 6), während ein Eistag, d. h. ein ſolcher, an
dem das Thermometer den Nullpunkt nicht überſchritt, nur
in Lauterbach vorkam. Die Bewölkungsziffer war, wie
er=
wähnt, ſehr hoch; die Prozentſätze bewegen ſich zwiſchen
80 in Worms und 87 in Mainz (Darmſtadt: 83). In
Gießen, Bad Nauheim und Michelſtadt kam kein einziger
heiterer Tag vor, während Alzey als begünſtigſte
Station 2 notierte. Die Zahl der
Niederſchlags=
tage und die Niederſchlagsmenge war beſonders
groß in Oberheſſen im Gegenſatz zu den anderen
Provinzen, wo zwar auch teilweiſe viele Niederſchlagstage
aufgezeichnet wurden, jedoch mit meiſt geringem Ergebnis.
An der Spitze ſteht Herchenhain mit 22 Schnee= und 3
Regentagen, welche die hohe Summe von 161,2
Milli=
meter lieferten. Auch Herbſtein, Grebenhain und Schotten
waren ungemein regenreiche Stationen. Dieſen ſteht als
anderes Extrem Gernsheim mit 14,8 Millimeter
gegen=
über (Darmſtadt: 28,3). Auch die benachbarten
rhein=
heſſiſchen Orte lieferten nur wenig höhere Werte.
Schnee=
fälle kamen in der Ebene nur vereinzelt vor, und nur im
Odenwald, ganz beſonders aber im Vogelsberg kam es zu
einer Schneedecke, die in den höchſten Lagen des letzteren
Gebirges bis zu 27 Tage dauerte. Hagelfälle kamen
be=
ſonders auf der Tromm und in Lindenfels vor (4 bezw. 3:
an den meiſten Stationen fehlten ſie. Hinſichtlich der
Windrichtung liegen nur Beobachtungen aus Darmſtadt
vor, wo Winde aus dem weſtlichen Quadranten
über=
wogen. jedoch waren auch Südwinde ſtark vertreten. Die
Waſſerſtände überſchritten bei Rhein und Main das 60 Mittel ziemlich bedeutend, und die oberheſſiſchen
Flüſſe traten zweimal aus ihren Ufern. Erwähnt ſei
noch, daß ſeit dem 11. Hochwaldhauſen in die Reihe der
Beobachtungsſtationen eingetreten iſt.
* Spiegel auf der Straße. Die Hauptſtraße der in
der Kapkolonie gelegenen Stadt Malmesbury bildet an
einer beſonders verkehrsreichen Stelle einen rechten
Winkel. Dieſe Straßenbiegung war zu trauriger
Be=
rühmtheit gelangt, weil ſich hier oft Zuſammenſtöße
zwi=
ſchen Wagen, die aus entgegengeſetzten Richtungen kamen,
ereigneten. Um neue Unglücksfälle zu verhüten, haben
nun die ſtädtiſchen Behörden gerade an der
Straßenbieg=
ung einen großen Spiegel aufſtellen laſſen, ſo daß die
Kutſcher, die auf dem einen Schenkel des Straßenwinkels
fahren, genau ſehen können, was auf dem anderen
Schen=
kel paſſiert. Der Spiegel, deſſen Baſis etwa drei Meter
von der Straßenfläche entfernt iſt, wird von zwei eiſennen
Pfeilern getragen; er iſt 2,40 Meter breit und 1,50 Meter
hoch; man braucht ihn nur alle drei Monate einmal zu
ſäubern. Man hat ſeit dem Tage, wo er aufgeſtellt
wor=
den iſt, an jener Stelle keinen Straßenunfall mehr zu
be=
klagen gehabt. Ein ähnliches Mittel zur Verhütung von
Zuſammenſtößen an den Straßenkreuzungen und
Straßen=
biegungen — ſchreibt das New=Yorker Munieipal
Jour=
nal — hat man auch in der engliſchen Stadt Folkeſtone
angewandt. Man benutzt hier quadratiſche Spiegel, die
an Laternenpfählen angebracht ſind. Die Säuberung der
Spiegel beſorgen die Angeſtellten der
Straßenbeleuch=
tungsgeſellſchaft. Bis jetzt hat man ausſchließlich flache
Spiegel angewandt; der Direktor des techniſchen Bureaus
der Stadt empfiehlt jedoch für die Folge Spiegel mit
leicht gewölbter Fläche, da die ſichtbare Zone dann noch
größer werden würde.
* „Volksgemurmel” als Urſache eines Prozeſſes. Ueber
eine putzige Kunſtangelegenheit wird ſich demnächſt die
Stadt Straßburg mit einer Vertreterin des Chorgeſings
vor Gericht auseinanderzuſetzen haben. Die Chorſängerin
am Stadtheater, Frau Auguſte Fiſcher, hat die Stadt auf
eine Summe von ſage und ſchreibe 50 Pfennig verklagt,
mit der ſie vom Intendanten Wilhelmi in Strafe
genom=
men wurde. Nach ihrer Anſicht zu Unrecht. Das
Straf=
mandat von 50 Pfg. leitete die diesjährige Spielzeit hei
Frau Auguſte Fiſcher ſehr ſchlecht ein. Es war das
ein=
zige was für ſie bei der Einſtudierung der
Eröffnungs=
vorſtellung: „Die Braut von Meſſina” herauskam. Die
künſtleriſche Tätigkeit der Chorſängerin Frau Auguſte
Fiſcher ſollte darin beſtehen, daß ſie ſich hinter der Szene
an dem „Volksgemurmel” und an den „Heilruſen”
betei=
ligte. Weil ſie ſich kontraktlich hierzu nicht verpflichtet
glaubte, erſchien ſie trotz Aufforderung nicht in der Probe.
In Sachen der gerichtlichen Klage auf Rückgabe der
50 Pfg. Strafgeld iſt von dem Vertreter der Frau Fiſcher,
einem Mannheimer Rechtsanwalt, dem Straßhurger
Bürgermeiſter eine eingehende Denkſchrift zugegangen,
auf welche ſtädtiſcherſeits erwidert wurde, daß das
Volks=
gemuemel, auch wenn Auftritte mit ihm nicht verbunden
ſind, von geſchultem Perſonal ausgeführt werden müſſe.
Es gehöre zur künſtleriſchen Interpretation eines
Volks=
gemurmels, daß Leute vom Fach es übernehmen. Glatt.
zurückgewieſen hat das Bürgermeiſteramt die
Behaup=
tung der Klägerin, daß das Volksgemurmel die
Stimme=
verderbe! In ſeiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat
den Bürgermeiſter ermächtigt, den Prozeß in allen
In=
ſtanzen durchzuführen.
* Neue ſerbiſche Briefmarken. Die jetzigen ſerbiſchen
Briefmarken mit dem Bildnis des Königs Peter werden
demnächſt aus dem Verkehr gezogen und durch neue
Ju=
biläumsmarken erſetzt werden. Dieſe Marken ſollen
Bil=
der verſchiedener Gegenden und Städte tragen, die im
türliſchen Kriege von Serben beſetzt wurden.
Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Seite 5.
dem Beifall an die Gabentiſche. Bald begann dann ein
luſtiges Probieren der erhaltenen Muſikinſtrumente von
den Buben und Unterſuchen der Puppen und der Tüten
ſeitens der Mädchen. Inzwiſchen kam dann die
Abteil=
ung der Allerkleiſſten, die auch ihr gemeinſchaftliches
Weihnachtslied beitrugen. Den Beſcherten waren bereits
vorher aus geſammelten Gaben und Vereinsmitteln
Kleidungsſtücke verabreicht worden, ſo daß nicht nur den
Kindern, ſondern auch den Eltern eine nicht geringe
Freude bereitet wurde.
Arbeitsſchule der Evangeliſchen Bundes.
nn. Am Samstag nachmittag veranſtaltete die
Ar=
beitsſchule des Evangeliſchen Bundes in dem
feſtlich geſchmückten Turnſaal der Stadtmädchenſchule in
der Rundeturmſtraße eine ſchöne Weihnachtsfeier,
zu der ſich zahlreiche Damen und Heeren des
Evangeli=
ſchen Bundes, ſowie der Vorſitzende, Herr Profeſſor Dr.
Knoll, und die Eltern der Kinder eingefunden hatten.
Mehr als 300 kleine und große Mädchen aus den
Arbeiter=
kreiſen unſerer Stadt hatten ſich um 4 Uhr um zwei
mäch=
tige, im hellſten Lichterglanz ſtrahlenden
Weihnachts=
bäume verſammelt und ſangen mit ihren hellen
Kinder=
ſtimmen als Eröffnungsfeier das ſchöne Weihnachtslied
„Ihr Kinderlein kommet”. In wechſelweiſer Folge und
vorzüglicher Ausſprache brachten eine Anzahl Schülerinnen
hübſche Weihnachtsgedichte: „Bald kommt die ſchöne
Weihnachtszeit”, „Zwei Sternlein helle funkeln” uſw. zum
Vortrag, deren ſich ein gemeinſamer Geſang: „O du
fröh=
liche, o du ſelige gnadenbringende Weihnachtszeit”
an=
ſchloß. Auch die Geburtsgeſchichte Chriſti wurde von drei
größeren Schülerinnen vorzüglich zum Vortrag gebracht.
Hohe Anerkennung erzielte der vierſtimmige Mädchenchor
mit dem Geſang geiſtlicher Lieder: „Heiligſte Nacht”,
„Gloria, Gloria” und „Empor zu Gott, mein Lobgeſang”,
um deren Einübung ſich Herr Lehrer Mathay ein ganz
beſonderes Verdienſt erworben hatte. Den Glanzpunkt
der Weihnachtsfeier bildete die tiefergreifende Anſprache
des Herrn Pfarrer Vogel, in der er auf das heilige
Weihnachtsfeſt, als Feſt aller Feſte, hinwies, in dem ſich
die Menſchheit in dem ſie alle umſchlingenden Band der
Barmherzigkeit und Liebe zuſammenfindet. Die Kinder
ermahnte er aber zur Liebe gegen Gott und die Menſchen
und zum Gehorſam und Dankbarkeit gegen ihre Eltern.
Mit dem gemeinſamen Geſang „Zu Bethlehem geboren
iſt uns ein Kindelein” ſchloß die erhebende Feier. Ein
reich ausgeſtatteter Gabentiſch brachte jedem Kind ein
ſchönes und praktiſches Weihnachtsgeſchenk mit allerlei
Gebäck, das mit ſtrahlenden Augen entgegengenommen
wurde.
Der Leiterin der Arbeitsſchule, Fräulein van der
Becke, ſowie den vielen Helferinnen und beſonders
Herrn Lehrer Mathay wurde für ihre Mühe und
Ar=
beit Dank und herzliche Anerkennung ausgeſprochen.
Her=
vorzuheben iſt noch, daß der von den Kindern in der
Ar=
beitsſchule erzielte Arbeitsverdienſt bis zu ihrer
Konfir=
mation kapitaliſiert wird und ſo für die Eltern zu einer
nicht zu unterſchätzenden Beihilfe wird. Deshalb ſollten
auch dieſe ſchönen Beſtrebungen des Evangeliſchen Bundes
in den wohlhabenden Kreiſen unſerer Bevölkerung reiche
Unterſtützung finden.
Turngemeinde Darmſtadt.
St. Eine ſehr reizvolle Weihnachtsfeier, die nach Art
ihres Arrangements und nach dem, was für die Jugend
geboten wurde, vorbildlich ſein dürfte, veranſtaltete die
Turngemeinde Darmſtadt in Verbindung mit dem
Weih=
nachtsturnen ihrer Jugendabteilung. Erfreulich zahlreich
hatten ſich Eltern und Geſchwiſter der Zöglinge und
Freunde der Jugend und des Turnens zu der Feier
ein=
gefunden. Auch behördliche Vertreter, darunter Herr
Kreisturninſpektor Schmuck, mehrere Leiter und Lehrer
hieſiger Schulen waren der Einladung gefolgt. Der erſte
Sprecher der Turngemeinde, Herr Oberpoſtſekretär
Krä=
mer, hieß die Erſchienenen herzlichſt willkommen und
ſprach in ſeiner Begrüßungsanſprache beſonders der
heſſi=
ſchen Regierung Dank dafür aus, daß ſie die Beſtrebungen
zur Förderung der Leibesübungen ſo warm und tatkräftig
unterſtütze, was ſich namentlich auch in der alljährlich
er=
folgenden Abhaltung von Vorturnerkurſen in Darmſtadt
äußere. Er betonte weiter, daß die Anregung zu dieſer
Weihnachtsfeier, die nun alljährlich wiederkehren ſoll, von
dem Leiter der Jugendabteilung, Herrn Joſt, ausging,
und daß ſie auch den Zweck haben ſoll, den Eltern und
Freunden der Turnerei einmal zu zeigen, wie hier zum
Beſten der Jugend gearbeitet wird. — Nach dem Aufmarſch
der Schüler und Schülerinnen leitete ein gemeinſam
ge=
ſungenes Weihnachtslied die Darbietungen des Abends
ein, die in der Tat recht überzeugend von dem
zielbewuß=
ten Arbeiten auch auf dem Gebiete der Jugendpflege in der
Turngemeinde ſprachen. Nicht die Pflege ſportlichen
Turnens zur Erzielung von Höchſtleiſtungen kommt auf
dieſem Gebiete in Betracht, ſondern Uebungen zur
Kräfti=
gung und Stählung des ganzen Körpers, Diſziplin und
Pflege der Kameradſchaft und Freundſchaft. Gewiß
ge=
langen die hübſchen Freiübungen der Schülerinnen
und=
beſonders die ſehr erakten der Schüler, die mehrfach
ſpon=
tanen Beifall auslöſten, ganz vortrefflich, aber, was uns
wertvoller dünkt, man ſah die Freude aus den Augen der
Jungen und Mädchen blitzen, denen bei aller Diſziplin erſt
recht das Gefühl für die wahre Freiheit zum Bewußtſein
kommt, die wohl ein Unter= und Einordnen kennt zum
Beſten des Ganzen, aber keine Knechtſchaft. Und was die
Schüler am Barren und die Schülerinnen am Reck leiſteten,
war ſehr lobenswert. Daß man auch in der Pflege des
Geiſtes und Gemütes die rechten Wege geht und vor allem
dem ſchlichten, für gute Eindrücke ſo zugänglichen
Kinder=
gemüt Rechnung trägt, davon zeugte last not least das
den Abend beſchließende ganz reizende Theaterſtückchen:
„Weihnachten in den Bergen” in deſſen Wiedergabe die
Schülerinnen und Schüler ganz Vorzügliches leiſteten. —
Die Vorträge der Schülerinnen ſtanden unter Leitung
von Frl. Schmuck, die der Schüler unter der des Herrn
Joſt. Das Programm enthielt u. a.: Weihnachtsaufzug,
vorgetragen von Elſa Pfälzer, allgemeine
Freiübun=
gen, Freiübungen der Schülerinnen, Barrenturnen der
Schüler, Freiübungen der Schüler, Turnen der
Schüle=
rinnen am Doppelreck, Spiele. Der Traum, vorgetragen
von Gertrud Pfälzer. In dem Weihnachtsſpiel
wirkten mit: Frl. Anna Münch. Willi Geyer, Joſ. Magnus,
Gg. Weil. Herbert Roſt, Karl Beraner, Hans Schnellbacher,
Friedr. Jeck. Ga. Sendelbach, Hilda Pfälzer. Waltraut=
Greiner. Elſa Pfälzer, Paula Balſer. Eliſabeth
Schnell=
bacher, Eliſabeth Lehmann. Hedwig Berger, Paula Nau,
Emilie Horn und Eduard Geyer.
Heſſiſcher Fechtverein Waiſenſchutz.
g. Den armen Halbwaiſen, denen wohl zum großen
Teil die ungetrübte Weihnachtsfreude aus dem einen oder
anderen Grunde im Hauſe nicht zuteil wird, bereitete auch
in dieſem Jahre der zur Unterſtützung der Halbwaiſen
im Großherzogtum gegründete Fechtverein=Wai=
ſenſchutz, Zweigverein Darmſtadt, eine reich
ausge=
fallene Weihnachts=Beſcherung. Doch nicht nur
Gaben der verſchiedenſten Art zum täglichen Gebrauch
und Aepfel, Nüſſe, Zuckerweck uſw. wurden den
Schütz=
lingen des Vereins beſchert, der rührige Vorſtand hatte
ihnen auch noch eine Ueberraſchung beſonderer Art
zuge=
dacht in Geſtalt eines reich ausgeſtatteten, vornehmen
muſikaliſchen Programms. Gar viele Freunde und
Mit=
glieder des Vereins, ſowie Angehörige der Kleinen hatten
ſich am Sonntag nachmittag im großen Saale des
Städti=
ſchen Saalbaues eingefunden, wo von fleißigen Händen
durch Tannengrün und einen mächtigen, im hellen
Lich=
terglanz ſtrahlenden Weihnachtsbaum eine gar
weihnacht=
lich anmutende Stimmung geſchaffen war. Unter dem
Klange des Weihnachtsliedes, das von der geſamten
Ka=
pelle des Leibgarde=Regiments Nr. 115 unter der Leitung
ihres Dirigenten, des Herrn Obermuſikmeiſters Hauske,
zum Vortrag gebracht wurde, führte man die 135 Kinder,
denen man dieſe Weihnachtsfreude bereiten konnte, an
die Gabentiſche. Ein vom Geſangverein „Concordia”
unter Leitung des Dirigenten Etzold mit
anerkennens=
werter Reinheit und Einheitlichkeit vorgetragener Chor
trug weſentlich zur Hebung der Feier bei, nicht minder
ein danach von Anna Maar erſtaunlich ſicher geſprochenes
Feſtgedicht. Der Vorſitzende des Vereins, Herr
Burg=
graf, ermahnte die Kinder, als beſten Dank für die ihnen
zuteil gewordene Weihnachtsfreude brav und gehorſam
zu ſein. Er gedachte ſchließlich der freundlichen Spender,
die es ermöglichten, die Gaben in ſo reicher Zahl zu
ver=
teilen, und dankt zum Schluß Herrn Obermuſikmeiſter
Hauske und dem Geſangverein „Concordia” für die
liebenswürdige Mitwirkung bei der Feier. Weitere
Dar=
bietungen der Kapelle und des Geſangvereins bildeten den
Beſchluß der ſtimmungsvollen Feier.
Kriegerverein Darmstadt.
B. Weihnachten, das ſchönſte Feſt der Chriſtenheit,
beging der Kriegerverein Darmſtadt in der Turnhalle
am Woogsplatz, wie gewohnt mit einer Beſcherung an
die Kinder und Enkel der Vereinsmitglieder. Gegen
300 Kinder im Alter von 4—14 Jahren nahmen an
der=
ſelben teil. Der Gabentiſch war reich ausgeſtattet. Ein
Klaviervortrag, „Weihnachtsklänge”, recht ſchön geſpielt
von Ernſt Kahl, eröffnete die Feier, welchem eine
herz=
liche Anſprache des Kameraden Bruchhäuſer folgte.
Im Mittelpunkt der Feier ſtand ein von Herr und
Frau Enders einſtudiertes Weihnachtsfeſtſpiel, betitelt:
„Der Kinder Weihnachtstraum” in welchem die
Dar=
ſteller der verſchiedenen Rollen ihr beſtes taten, um das
kleine Publikum in größter Spannung zu erhalten und
diß Arrangeure wie Darſteller das Richtige getroffen,
b wies der große Beifall der ihnen gezollt wurde.
Zwei reizende Vorträge des ſich in uneigennützigſter
Weiſe in den Dienſt des Kriegervereins geſtellten
Kreßſchen Mandolinenklubs fanden ungeteilten Beifall
Ein von Frl. Kreider mit großer Wärme vorgetragenes
Weihnachtslied, ſowie das Eintreffen des Nikolaus, der
mahnende und lobende Worte an die ihn umringende
Kinderſchar hielt, leitete zur Geſchenkverteilung über,
welche von der hierzu beſtimmten Kommiſſion
vor=
genommen wurde. Freudige Geſichter der Kleinen legten
Zeugnis davon ab, daß jedes mit ſeiner Gabe zufrieden
war. Den herzlichſten Danl des Kriegervereins drückte
Kamerad Bruchhäuſer ſämtlichen Mitwirkenden aus.
Vermiſchtes.
— Wiederaufleben verfallener
An=
rechte an die Invalidenverſicherung.
Der Handelsſtand, die Zeitſchrift des Vereins
für Handlungs=Commis von 1858 (Kaufmänniſcher Verein)
in Hamburg ſchreibt: Wer in früheren Jahren Marken
ge=
klebt hat, deſſen Invalidenverſicherung aber wegen
Unter=
laſſung des Weiterklebens nach Ueberſchreiten der
Ver=
dienſtgrenze von 2000 Mk. bereits verfallen iſt, kann die
ſeinerzeit aus der Verſicherung erworbenen und bis auf
weiteres ungültig gewordenen Rechte wieder zur
Aner=
kennung bringen. Das iſt bis zum 31. Dezember
1912 noch ausnahmsweiſe ohne irgendwelche
Einſchrän=
kung dadurch möglich, daß der Verſicherungsberechtigte
ſeine verfallene Karte oder die letzte
Aufrechnungsbeſcheini=
gung bei der Quittungskartenausgabeſtelle ſeines
Wohn=
ortes vorlegt, die Ausſtellung einer neuen Karte mit
fol=
gender Nummer beantragt und dann mit der
Markenver=
wendung beginnt. Die Wahl der Lohnklaſſe iſt dem
Ver=
ſicherer freigeſtellt. Sobald von neuem wieder 200
Wochen=
beiträge geleiſtet ſind, lebt die Anwartſchaft aus der
frühe=
ren Verſicherung auf. Nach den Beſtimmungen der
Reichs=
verſicherungsordnung iſt vom 1. Januar 1913 ab die
Er=
neuerung erloſchener Verſicherunggen durch freiwillige
Markenverwendung nur in beſchränktem Umfange und
unter Erſchwerung der Bedingungen für die
Wiedererlan=
gung der Wartezeit möglich.
Die Stärke des deutſchen Heeres.
Nach den neueſten Formationen ſoll unſer deutſches
Reichsheer zählen: 412 Generale, davon kommen auf
Preußen 323, auf Sachſen 28, auf Württemberg 13, auf
Bayern 48. Dazu kommen noch 2 Generale beim
Reichs=
militärgericht, einſchließlich des bayeriſchen Senats. Die
Zahl der Regimentskommandeure beträgt 702, davon
kommen auf das Reichsmilitärgericht 4. Die übrigen 698
verteilen ſich wie folgt: 540 kommen auf Preußen, 53 auf
Sachſen, 24 auf Württemberg, 81 auf Bayern.
Stabs=
offiziere als Bataillonskommandeure uſw. ſind im ganzen
2684 vorhanden. 2 ſind beim Reichsmilitärgericht. Die
2682 verteilen ſich wie folgt: 2071 kommen auf Preußen,
196 auf Sachſen, 103 auf Württemberg, 312 auf Bayern.
Die Zahl der Hauptleute und Rittmeiſter beträgt 7289,
davon kommen 5664 auf Preußen, 523 auf Sachſen, 273
auf Württemberg, 823 auf Bayern. 16674 Oberleutnants
und Leutnants ſind vorhanden. Davon kommen 12906
auf Preußen, 1281 auf Sachſen, 626 auf Württemberg,
1861 auf Bayern. In Summa zählt das deutſche
Offizier=
korps, da außer den angegebenen noch eine kleine Schar
extra hinzukommt, 27895. Sanitätsoffiziere gibt es 2379,
davon kommen auf Preußen 1832, auf Sachſen 180, auf
Württemberg 91, auf Bayern 276. Veterinäre werden
ge=
zählt 821, davon kommen auf Preußen 630, auf Sachſen
63, auf Württemberg 28, auf Bayern 100. Von den
Vete=
rinären ſind 1 Generalveterinär, 34 Korpsſtabsveterinäre
355 Oberſtabs= und Stabsveterinäre, 398 Oberveterinäre
und Veterinäre, 33 Unterveterinäre. Oberzahlmeiſter und
Zahlmeiſter ſind 1162 vorhanden. Armeemuſikinſpizienten
gibt es 2, die auf Preußen kommen. Obermuſikmeiſter
und Muſikmeiſter gibt es 508, 391 ſind Preußen, 40
Sach=
ſen, 19 Württemberger, 58 Bayern. 1296 Unterzahlmeiſter
ſind vorhanden, weiter 92 Hartſchiere (nur Bayern), 136
Schirrmeiſter, 17 Luftſchiffoberſteuerleute und
Steuer=
leute (nur Preußen), weiter 6682 Feldwebel und
Wacht=
meiſter, 4508 Vizefeldwebel, 4187 Fähnriche, 58 457 Unter=
offiziere, 5899 Hoboiſten, 640 Bataillonstambours, 2522
Sanitätsunteroffiziere. Die Zahl der Unteroffiziere
ins=
geſamt beträgt 94535, die Zahl der Gemeinen 540750.
Außerdem hat die Armee 133046 Dienſtpferde.
C.K. Ein Muſeum des Weins. Aus Paris
wird berichtet: Die Stadtverwaltung von Beaune,
der gelobten Stadt der herrlichen Burgunderweine, hat
jetzt einen Plan genehmigt, deſſen Ausführung der Welt
um ein einzigartiges Muſeum bereichern wird: um ein
Muſeum des Weines und ſpeziell des Burgunderweines.
Mit der Geſchichte der Stadt Beaune iſt der Siegeszug
des Burgunders unauflöslich verknüpft, und noch heute iſt
die Stadt das Eldorado aller Kenner und Fachleute, die
für einen Tropfen echten edlen Burgunderſaftes
Verſtänd=
nis haben. Das Muſeum wird vorausſichtlich nicht nur
einen hiſtoriſchen Ueberblick über die Triumphe des
bur=
gundiſchen Weinbaues geben, ſondern auch ein
anſchau=
liches Bild von der ſpeziell in burgundiſchen Landen ſo
hoch entwickelten Kunſt der Weinzüchtung und der
Wein=
veredelung vermitteln.
Literariſches.
— Das Kuckucksei. Roman von Hanna
Bran=
denfels. Preis geheftet 4 Mk., geb. 5 Mk. Deutſches
Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57. Friſche,
lie=
benswürdige Erzählungskunſt, ſichere Schürzung
drama=
tiſcher Konflikte, auf denen ſich eine feſſelnde Handlung
aufbaut, und klare Charakteriſtik der einzelnen Geſtalten,
die aus dem Leben unmittelbar in den Roman
übergetre=
ten erſcheinen — das ſind die Vorzüge, die Hanna
Bran=
denfels in die erſte Reihe unſerer Autorinnen ſtellen. Sie
verleihen auch ihrem neueſten Werke „Kuckucksei” in dem
dieſe Schriftſtellerin den tiefen Eindruck und die ſchweren
Schickſale eines Menſchenlebens mit ergreifender Wucht
darſtellt, ſeinen hohen Wert. Auch dieſem Roman von
Hanna Brandenfels wohnt, ähnlich wie ihren früheren
Erzählungen, zugleich ein ethiſcher Wert inne; der
Hin=
weis auf die Selbſterziehung und Selbſtveredelung. Aber
dieſe Tendenz tritt nirgends unter kahler Abſichtlichkeit
hervor, ſondern ſie hat in der blühenden Fülle und Friſche
dieſes Romans dichteriſche Geſtalt angenommen.
— Marcello Rogge: „Auf den Wegen des
Lebens” (Balladen). Verlag: Vereinigte
Kunſtanſtal=
ten A.=G., München=Zürich. (Preis in Pergament 3 M.)
Ein neues lyriſches Talent von ſtark balladesker Färbung
tritt uns hier mit einem aparten Gedichtbande entgegen.
Die lyriſche Begabung des verheißungsvollen Poeten hat
ſomit eine epiſche Ader; doch herrſcht in faſt allen
Dichtun=
gen des hübſch ausgeſtatteten Bandes ein gewiſſer
muſi=
kaliſcher Grundton, der ihnen das Schroffe des rein
Epi=
ſchen nimmt. Auchsdie reine Lyrik findet in vielen
Ge=
dichten das erlöſende Wort. Vortrefflich verſteht es der
Autor, ſich in fremde Stimmungen hineinzuverſetzen
(„Der alte Spiegel”). An Balladen aber wie „Der Ring”
erkennen wir, was wir noch von ihm erwarten dürfen.
— Die Kontobücher für die Angeſtellten=
Verſicherung ſind ſoeben im Verlag der
Geſchäfts=
bücherfabrik Julius Roſenthal, Berlin SW., erſchienen. In
bekannt praktiſcher Ausſtattung und gutem Einbande, iſt
ein Führer durch das Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte
in kurzer, überſichtlicher, allgemein leichtverſtändlicher
Faſſung aus der Feder des Geheimen Reg.=Rats A.
Dütt=
mann, Vorſitzendem der Landesverſicherungsanſtalt
Oldenburg, beigegeben. Für Geſchäfte mit wenig
Ange=
ſtellten 1.20 Mark, mit größerer Anzahl Angeſtellter 2.20
Mark, inkluſive des Führers.
— Hendſchels Luginsland: Ceylonfahrt,
Genua-(Neapel-Port Said-Sues-Aden-Colombo und
die Bahnlinien auf Ceylon, von Dr. Konrad Günther,
Univerſitätsdozent in Freiburg i. Br. Mit ſechs Karten
und 89 Abbildungen. Preis 4 Mk. Hendſchels Telegraph,
Kursbuch= und Reiſeführer=Verlag, Frankfurt a. M.,
Stiftsſtraße 27. Eine Vergnügungsfahrt von 8 Wochen
in die Wunder des Morgenlandes, in aller
Bequemlich=
keit, ohne jede Fährnis und mit einem faſt beſcheiden zu
nennenden Aufwande: heute iſt das kein Märchen mehr!
Luginsland, der getreue Fahrgeleiter, führt uns dorthin:
durch das Mittelmeer, das Pharaonenland, den Stillen
Ozean, nach Ceylon, der Perle Indiens. Und wenn es
nicht vergönnt iſt, in die Ferne zu ſchweifen, dem geſtaltet
ſich durch den beredten Reigebericht Luginslands mit
ſeinem reichen Bilderſchmuck ſolche Reiſe zum wahrhaften
Gedankenerlebnis; er lernt die fernen Länder und Meere
kennen, wie wenn er ſelber die Fahrt mitmachte.
— Deutſche Roman=Zeitung und.
Ro=
manbibliothek. In den uns vorliegenden Heften
dieſer vornehmen und gediegenen Wochenſchrift werden
die beiden großangelegten Romane: „Moſt” ein Roman
von der Moſel von Liesbet Dill, und „Deutſches Sehnen
und Kämpfen” von Karl Bienenſtein fortgeführt. Die
beiden genannten Romane haben in der literariſchen Welt
ein berechtigtes Aufſehen erregt und können wir unſeren
Leſern nur empfehlen, ſich durch ein Abonnement, das
vierteljährlich nur 3,50 Mark koſtet, davon zu überzeugen.
Ergänzt wird das Heft durch Erzählungen, Skizzen,
Ge=
dichte uſw. im Beiblatt. Die wöchentlich erſcheinende
Roman=Zeitung trägt ausſchließlich gediegenen und
vor=
nehmen Charakter und zählt nur erſtklaſſige Autoren
zu Mitarbeitern. Freunde guter Literatux wiſſen
des=
halb ihre Bedeutung zu würdigen und empfehlen ſie
im=
mer wieder gerne anderen Freunden. Die
Verlagsbuch=
handlung Otto Janke, Berlin SW 11, ſendet
Probe=
nummern allen Intereſſenten koſtenlos.
— Dürer von Bruno Schrader (Band 14 der
farbig illuſtrierten Biographien=Sammlung berühmter
Maler „Meiſterbilder in Farben”) Schleſiſche
Verlagsan=
ſtalt (vormals Schottländer) G. m. b. H. in Berlin W. 35.
Gebunden 2 Mk. Mit der Veröffentlichung dieſer Dürer=
Biographie hat ſich der Verfaſſer ein anzuerkennendes
Verdienſt erworben. Solch kurz gefaßte Lebensgeſchichte
des großen deutſchen Meiſters mit farbigen
Reproduk=
tionen einer größeren Anzahl ſeiner Gemälde
fehlte bisher, und es iſt ſehr zu wünſchen, daß dies
Buch recht weite Verbreitung findet. Der Verfaſſer hat
im weſentlichen die Reſultate der kunſtgeſchichtlichen
Forſchung über Dürer zuſammengefaßt. Die farbigen
Tafeln, die dem Werke beigegeben ſind, geben die
repro=
duzierten Originale in trefflicher Weiſe wieder.
— „Im Kampf um Straßburg” Roman von
Erica Grupe=Lörcher. Berlin SW. Verlag des
Vereins der Bücherfreunde. Preis geh. 3,50 Mk., gebd.
4.50 Mk. Mit inniger, liebevoller Hingabe hat die
Ver=
faſſerin in dieſem durchweg feſſelnden und intereſſanten
Werke zwei Frauengeſtalten gezeichnet, deren Schickſal
tief an unſer Herz greift, ſo daß wir in Teilnahme und
ſpannender Erwartung mit ihnen ihren Weg gehen durch
Kriegsgeſchrei und Schlachtendonner, durch Nacht zum
Licht, vom tiefſten Leid zum höchſten Glück. Die ſo
lebens=
wvahr geſchilderten Straßburger Ereigniſſe des Jahres
1870 zeugen von einer ſcharfen Beobachtungsgabe, von
einem fleißigen Studium der Verfaſſerin.
Seite G.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Nummer 302.
Feſtſchrift zur 100jährigen
Wieder=
kehr der Befreiungskriege 1813, 1814, 1815 und
zur Einweihung des Völkerſchlachtdenkmals.
Herausge=
geben von Dr. Otto Weddigen. Gr. 8. 180 Seiten,
reich illuſtriert, mit 4farbiger Umſchlagzeichnung. Preis
1 Mk. (Verlag von Friedrich Engelmann in Leipzig.)
Das Erſcheinen dieſes Buches iſt mit großer Freude zu
begrüßen; es ſteht unter den vielen über die
Befreiungs=
kriege erſchienenen Büchern mit an oberſter Stelle. Das
Buch gibt einen packenden und wahrheitsgetreuen
Ueber=
blick, auf Grund von Tagebüchern, Briefen und
Dokumen=
ten zuſammengeſtellt, über das gewaltige Ringen der
Deutſchen, das ſie endlich von dem Joch Napoleons
be=
freite.
Die Eidesleiſtung des Prinz=
Regenten Ludwig.
* München, 21. Dez. Im Thronfaale der
Reſidenz fand heute nachmittag 2 Uhr die feierliche
Eidesleiſtung des Prinz=Regenten
Lud=
wig von Bayern ſtatt. Alle Fraktionen, auch die
Sozialdemokraten, waren faſt vollzählig vertreten. Der
Aufzug und die Gruppierung des Hofes, der Regierung,
des diplomatiſchen Korps, der Geiſtlichkeit und der
mili=
täriſchen Deputationen vollzog ſich nach den Formen
alter Etikette. Der Juſtizminiſter verlas die
Eides=
formel. Der Prinz=Regent erhob die rechte Hand und
ſprach: „Ich ſchwöre‟ Nun trat der Präſident der
Kam=
mer der Reichsräte, Graf Fugger=Gloett, vor und brachte
das Hoch auf den Prinz=Regenten aus.
Zum Studentenſtreik in Halle.
H.B. Halle a. d. S., 21. Dez. Ein Teil der
Pro=
feſſoren der Medizin an der Univerſität Halle gab geſtern
durch Anſchlag am ſchwarzen Brett und vor den
Kli=
nikern bekannt, daß ſie ihre Vorleſungen wieder
aufnehmen. Im Laufe des Tages aber verſchwanden
die Anſchläge wieder, weil zu den Vorleſungen kein
Student erſchienen war. Die Klinikerſchaft
er=
klärt, daß die Fakultät ihren Beſchluß wohl der
Oeffent=
lichkeit, dem Kultusminiſterium und der Univerſität
mit=
geteilt, es aber nicht für der Mühe wert gehalten habe,
auch den Klinikern Beſcheid zu geben. Daher beſtehe für
ſie keine Veranlaſſung, den Streik zu beenden. Wie aus
Leipzig gemeldet wird, hat die Leipziger deutſche
Studen=
tenſchaft ſich nunmehr mit ihren Kollegen in Halle
ſoli=
dariſch erklärt.
Ein deutſch=franzöſiſcher
Zwiſchenfall.
H. B. Cherbourg, 21. Dez. Ein Vorfall, der ſich
im Hafen von Cherbourg abſpielte, hat unter der
Bevöl=
kerung eine gewiſſe Aufregung verurſacht. Derdeutſche
Kabeldampfer Großherzog von
Olden=
burg, der ſeit drei Tagen auf der Reede von Cherbourg
liegt, hat nachts ein Manöver ausgeführt, das der Marine=
Verwaltung verdächtig erſchien. Der Kapitän des
deut=
ſchen Schiffes hatte, nachdem er am Mittwoch
angekom=
men war, auf der Marine=Präfektur erklärt, daß der
Damp=
fer noch am ſelben Tage wieder abfahren würde. Am
fol=
genden Morgen war der Militärpoſten auf der Mole des
Zentralforts überraſcht, den Dampfer in kurzer Entfernung
kreuzen zu ſehen. Er machte von ſeiner Beobachtung
ſo=
fort der Marine=Präfektur Mitteilung, die dem Kapitän
des deutſchen Schiffes den Befehl erteilte, unverzüglich auf
die Reede zurückzukehren, was auch ohne Schwierigkeit
ausgeführt wurde.
Luftfahrt.
* Mannheim, 21. Dez. Das Luftſchiff
„Schütte=Lanz” iſt, wie die Neue Badiſche
Landes=
zeitung meldet, heute vom Kriegsminiſterium
end=
gültig zu dem von der Luftſchiffwerft Schütte=Lanz
ge=
forderten Preiſe übernommen worden.
* Paris, 21. Dez. Auf dem Flugplatz von
Villacouplay ereignete ſich heute nachmittaag 4 Uhr
ein Fliegerunfall. Der Flieger Collardeux war
auf einem Doppeldecker mit dem Sohne des franzöſiſchen
Marineminiſters Delcaſſé als Paſſagier aufgeſtiegen. In
30 Meter Höhe ſtieß er mit einem Eindecker, der von dem
ſiameſiſchen Leutnant Nai Thip geſteuert wurde,
zuſam=
men. Die Apparate ſtürzten beide ſteil zu
Boden und bildeten eine unkenntliche Maſſe. Nach
vie=
ler Mühe gelang es, die Verunglückten aus den Trümmern
hervorzuziehen. Der junge Delcaſſé hatte ſich einen Arm
und ein Bein gebrochen, die beiden Führer ſind mit
leich=
teren Verletzungen davongekommen. Der Zuſtand des
Delcaſſé gilt als bedenklich. Marineminiſter Delcaſſé wurde
während der Kammerſitzung von dem Unfall verſtändigt
und begab ſich ſofort nach dem Krankenlager ſeines
Sohnes.
Veſoul, 22. Dez. Der deutſche Eindecker,
der bei Marnay niedergegangen iſt, wurde mit der Bahn
zurückgeſandt.
Rom, 22. Dez. Der Flieger Garros iſt auf
dem Fluge von Afrika nach Europa, von Neapel
kommend, hier eingetroffen.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
* London 20. Dez. Der Lordmayor gab im
Manſion Houſe ein Frühſtück zu Ehren der
Dele=
gierten der Friedenskonferenz, an dem auch
Premierminiſter Asquith, der Miniſter des Aeußern
Edward Grey, der Lordpräſident des Geheimen Rats,
Morley, und andere Miniſter und ſonſtige hervorragende
Perſönlichkeiten teilnahmen. Der griechiſche
Miniſterprä=
ſident Venizelos ſaß zur Linken, der türkiſche Delegierte
Reſchid Paſcha zur Rechten des Lordmayors. In der
Be=
grüßungsanſprache drückte der Lordmayor die
Hoff=
nung aus, daß die Miſſion der Delegierten einen glücklichen
Ausgang haben und zu einem dauernden und ehrenhaften
Frieden führen werde. Hierauf erhob ſich der türkiſche
Delegierte Reſchid Paſcha. Unter großem Beifall der
Anweſenden wies er auf die lange traditionelle
Freund=
ſchaft zwiſchen England und der Türkei hin. Es ſprachen
auch die anderen Delegierten, die für die erwieſene
Gaſt=
freundſchaft dankten. Dr. Danew ſagte, der Wohlſtand
Londons ſei die Folge des Friedens, den zu erreichen
auch das Ziel der Delegierten ſei. Der Anblick von
Lon=
dons Wohlſtand werde dieſe deshalb in dem Entſchluß
beſtärken, ihre Miſſion mit Erfolg durchzuführen.
Premier=
miniſter Asquith brachte einen Toaſt auf den
Lord-
mayor aus und ſagte, er ſcheue ſich nicht, ſich als Optimiſt
zu bekemen und zu erlätren, daß man den Frieden von
London für alle Zeiten als eins der ſchönſten
Ruhmes=
blätter in der Geſchichte der Stadt anſehen werde.
* Konſtantinopel, 20. Dez. Jeni Gazetta ſagt
in Beſprechung der neuen Inſtruktionen für die
türkiſchen Friedensbevollmächtigten: Bei
der Unterzeichnung des Waffenſtillſtandsprotokolls iſt ein
Irrtum unterlaufen. Das vom türkiſchen Miniſterrat
ge=
nehmigte und anfänglich von den Bulgaren angenommene
Waffenſtillſtandsprotokoll hatte beſtimmt, daß die
belager=
ten Plätze approviſioniert werden ſollten. Als am
fol=
genden Tage die Rechtsbeiſtände der Pforte abweſend
waren, legten die bulgariſchen Delegierten einen anderen
Protokoll=Entwurf vor, der die Approviſionierung nicht
zuließ. Dieſer zweite Entwurf wurde irrtümlicherweiſe
oder aus Zeitmangel unterzeichnet. Wenn es ſich bloß
um Bulgarien, Serbien oder Montenegro handelte, hätte
die Approviſionierungsfrage keine Bedeutung, weil eine
Verſtändigung innerhalb 14 Tagen möglich geweſen wäre.
Da für den Fall der Teilnahme Griechenlands,
mit welchem in mehreren Punkten, beſonders bezüglich
Salonikis und der Inſeln, Meinungsverſchiedenheiten
be=
ſtehen, die Verhandlungen ein bis zwei Monate dauern
können, wurden den türkiſchen Friedensbevollmächtigten
an=
gewieſen, die Teilnahme Griechenlands an den
Friedens=
verhandlungen nur unter der Zuſatzbedingung der
Ap=
proviſionierung der belagerten Städte während der
Frie=
densverhandlungen zuzulaſſen.
* London, 21. Dez. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt, daß der türkiſche Abgeſandte Abra Effendi,
der Ueberbringer der Botſchaft über die Teilnahme der
griechiſchen Delegierten an der Konferenz und über die
Verproviantierung von Adrianopel, geſtern abend in
London eingetroffen iſt.
* London, 21. Dez. Der König empfing
heute im Weißen Saale des Buckingham=Palaſtes in
Gegenwart des Staatsſekretärs Grey die
Friedens=
delegierten. Er unterhielt ſich während der etwa
halbſtündigen Audienz in herzlichſter Weiſe mit den
ein=
zelnen Mitgliedern.
Die Beſchlüſſe der Botſchafterkonferenz.
* London, 20. Dez. Die
Botſchafterkonfe=
renz tagte heute nachmittag unter dem Vorſitz Greys
zum letztenmal vor dem Weihnachtsfeſte. Eine offizielle
Reutermeldung beſagt: Die Botſchafter empfahlen, daß
Albanien autonom werde mit der Stipulation daß
Serbien einen Handelszugang zum Adriatiſchen Meere
garantiert erhalte. Die ſechs Regierungen
unterzeich=
neten den doppelten Vorſchlag im Prinzip.
* London, 21. Dez. Die Zeitungen
bewillkomm=
nen das Kommunigué über die Botſchafter=
Konferenz. Die Times ſchreibt: Die Vorſchläge der
Botſchafter enthalten nach unſerer Meinung die einzig
mögliche Löſung der Probleme, die mit Schwierigkeiten
überſät ſind. Die genauen Einzelheiten kommen für den
Augenblick nicht in Betracht. Wir dürfen aber als ſicher
annehmen, daß dieſe Ankündigung trotz ihrer Kürze nicht
gemacht worden wäre, wenn die Mächte nicht wenigſtens
im Prinzip über die wichtigeren praktiſchen Details, ſowie
die Ausdehnung der Grenzen des neuen albaneſiſchen
Staates und die Art, wie der Handel Serbiens einen
freien Ausweg eehalten ſolle, eine Uebereinſtimmung
er=
reicht hätten — Daily Chronicle ſagt: Die europäiſche
Diplomatie hat etwas evreicht, was eine der beſten
Vor=
bedeutungen für die Löſung anderer Probleme, die noch
ausſtehen, iſt. Eine Teilung Albaniens und ſeine
Unter=
werfung unter ſlawiſche Herrſchaft würde nicht nur
einen großen Fehler und eine große Ungerechtigkeit,
ſon=
dern auch eine Quelle dauernder Unruhen auf dem
Bal=
kan geweſen ſein.
* Paris, 21. Dez. Der Londoner
Sonderbericht=
erſtatter des Matin meldet in Ergänzung der über die
Beſchlüſſe der Botſchafter=Réunion
ausge=
benen Mitteilungen, die Botſchafter würden bei ihren
Regierungen beantragen, daß die Inſeln des Aegäiſchen
Meeres, wer immer ihr künftiger Beſitzer ſein möge,
nie=
mals zu Flottenſtützpunkten geſtaltet werden könnten.
* Paris, 21. Dez. Der Londoner
Sonderbericht=
erſtatter des Temps glaubt nachſtehende
Ergänzun=
gen zu der geſtrigen amtlichen Mitteilung über die
Beſchlüſſe der Botſchafterkonfereny
mel=
den zu können: Albanien werde autonom, unabhängig
und neutraliſiert unter der Oberaufſicht der Mächte,
Ser=
bien werde an der albaniſchen Küſte einen Hafen wählen
können, der ihm als Handelszugang zum Meere dienen
werde, und der Schutz der dieſen Hafen mit Serbien
ver=
bindenden Eiſenbahn, welche gleichfalls neutral ſein
werde, werde einer internationalen Gendarmerie
anver=
traut werden. Die den Zugang zu den beherrſchenden
In=
ſeln bildenden Häfen werden unter die Oberhoheit des
Sultans geſtellt, würden jedoch neutraliſiert. Die
Botſchafter ſeien zwar überzeugt, daß die von ihnen
ge=
faßten Beſchlüſſe geeignet ſeien, die europäiſche Lage
be=
trächtlich zu entſpannen, verhehlten ſich jedoch nicht, daß
dieſelben mit Zurückhaltung aufgenommen werden
müſſen angeſichts der in der Balkankonferenz immer mehr
zutage tretenden Schwierigkeiten.
Die türkiſch=griechiſchen Kämpfe.
* Paris, 20. Dez. Dem Temps wird aus
Kon=
ſtantinopel gemeldet, die türkiſche Regierung
be=
haupte entſchieden, daß ihre Flotte über die griechiſche
einen beträchtlichen Erfolg davongetragen habe und daß
der Widerſtandvon Janina ungebrochen ſei.
Die Türkei ziehe es deshalb vor, in London mit den
Griechen ohne Waffenſtillſtand zu
verhan=
deln und würde ſogar einen Waffenſtillſtand
verwei=
gern, wenn Griechenland ihn jetzt verlangen ſollte.
Gleich=
zeitig ſei Reſchid Paſcha erſucht worden, die Frage von
Adrianopel möglichſt raſch zur Erörterung zu bringen und
die Verhandlungen abzubrechen, falls die Bulgaren auf
der Uebergabe beharren ſollten.
Die Affäre Prohaska.
* Wien, 21. Dez. Um den im
Zuſammen=
hange mit der Affäre Prohaska in den
inländi=
ſchen und ausländiſchen Zeitungen erhobenen Vorwürfen
entgegenzutreten und feſtzuſtellen, welchen Faktoren die
Schuld an der wochenlangen Ungewißheit und der
Erreg=
ung der Oeffentlichkeit beizumeſſen iſt, betont das
Frem=
denblatt, daß die große Erregung dadurch entſtanden ſei,
daß der Entſendung eines Spezialdelegierten zur
Durch=
führung der Unterſuchung Schwierigkeiten in den Weg
gelegt wurden. Die Erregung konnte das Miniſterium
des Aeußeren um ſo weniger beſchwichtigen, als es ſelbſt
keine Gewißheit über das Schickſal Prohaskas beſaß.
So=
bald die Miſſion des Konſuls Edl zuſtande gekommen
war, wurde die Oeffentlichkeit über das Wohlbefinden
Prohaskas verſtändigt. Gleichzeitig ſtellte man
Mitteil=
ungen über das völkerrechtliche Moment in Ausſicht. Dar=
aus ging, ſchreibt das Blatt, deutlich die Abſicht hervor,
die Angelegenheit von der objektivſten und minutiöſeſten
Seite zu behandeln, um das notwendige diplomatiſche
Einſchreiten auf abſolut unangreifbares
Tatſachenmate=
rial zu ſtützen und dieſes im gegebenen Augenblick der
Oeffentlichkeit vorlegen zu können. Das
Fremdenblatt=
wendet ſich dann gegen die dreiſte Lügenerfindung, daß
die in der Zwiſchenzeit aufgetauchten phantaſtiſchen
Ge=
rüchte über Prohaska von amtlichen Stellen
ausgegangen=
ſeien, ſowie gegen die plumpe und tendenziöſe Mache,
die=
die gegenwärtig wirtſchaftliche Depreſſion mit der
Prp=
haska=Affäre in Zuſammenhang bringe. Endlich
erklärt=
das Fremdenblatt, daß der Verſuch, im
Zuſammenhange=
mit der Prohaska=Affäre Gegenſätze zwiſchen der Leitung=
und den Unterabteilungen des Auswärtigen Amtes zu
konſtruieren, jeder Grundlage entbehre.
* Peſt 21. Dez. Der Peſter Lloyd ſtellt in der
An=
gelegenheit des Konſuls Prohaska feſt, daß
Aufklärungen nicht früher erteilt werden konnten, da die
Sperre des telegraphiſchen Verkehrs von der ſerbiſchen
Regierung erſt beim Eintreffen des Konſuls Edl in
Ues=
küb aufgehoben wurde Das Blatt ſchreibt weiter: Es iſt
unerfindlich, wie man die Aufregung über die Affäre auf
das Schuldkonto des Wiener Auswärtigen Amtes ſetzen
kann. Wenn man in Wien aus der Prohaska=Affäre
hätte Kapital ſchlagen wollen, wie von übelwollender
Seite nachträglich behauptet worden iſt, ſo hätte man ſich
überhaupt in keine Unterſuchung des Falles eingelaſſen,
ſondern würde in ganz anderer Weiſe eingeſchritten ſein,
und unter den Großmächten, denen trotz politiſcher
Gegen=
ſätze das Gemeingefühl nie abhanden gekommen iſt, daß
ihre amtlichen Vertreter im Auslande geſchützt werden,
würde keine einzige der Monarchie die äußerſte Strenge
in einem ſolchen Falle verübelt haben.
Serbien und Bulgarien.
H.B. Belgrad, 21. Dez. Die hieſige
Nationaliſten=
partei, deren Führer, der ehemalige Miniſter Ribaratz,
be=
kanntlich in der Skuptſchina vor Ausbruch des Krieges
er=
klärte, daß die Serben durch den Krieg nicht bloß
Re=
formen oder die Autonomie für Altſerbien und
Maze=
donien erringen, ſondern ihre dortigen Brüder beſteien
und mit Serbien vereinigen wollen, beginnt jetzt, ſich ſehr
heftig über das Vorgehen der Bulgaren zu
bekla=
gen. Ihr Organ Srbska Zaſtawa wirft den Bulgaren in
überaus gereiztem Ton vor, daß ſie darauf ausgingen, ganz
Mazedonien für ſich zu nehmen und ſo ein Groß=
Bul=
garien zu bilden ohne Rückſicht auf ihre ſerbiſchen
Ver=
bündeten, welche die Bulgaren mit Gut und Blut
unter=
ſtützt hätten und weſentlich zu ihrem Erfolge beigetragen
haben. Serbien komme jetzt in die Gefahr, die eine
Hälfte ſeiner Errungenſchaft durch das autonome
Al=
banien und die andere Hälfte durch ein Groß=Bulgarien
einzubüßen. Insbeſondere wird gegen die Uebergabe
von Monaſtir, Prilep und Ockteida an Bulgarien
pro=
teſtiert. Selbſt wenn dieſe Uebergabe in einem früheren
Teilungsplane vorgeſehen ſein ſollte, ſei ein ſolches
Ab=
kommen unbillig, da es hinter dem Rücken des ſerbiſchen
Volkes abgeſchloſſen ſei und bei den ungeheuren Opfern,
welche die Einnahme von Monaſtir und Prilep Seebien
gekoſtet habe, geradezu eine Schändlichkeit darſtellen
würde. Die Stampa erfährt, daß der ſerbiſche
Bauten=
miniſter Ilitſch von den ſerbiſchen
Friedensunterhänd=
lern nach London berufen worden ſei, um fachmänniſche
Auskunft zu geben über die neue Eiſenbahn, die vom
ſer=
biſchen Territorium nach San Giovanni di Medua zu
gehen hätte.
Poincarés Erklärung über die Lage.
* Paris, 21. Dez. Ueber die Erklärung zur
aus=
wärtigen Lage, die Miniſterpräſident Poincaré
im Senat gab, wird folgende amtliche Zuſammenfaſſung
veröffentlicht:
Trotz der größten Diskretion, an die ich betreffs der
mit den Kabinetten gepflogenen Unterhandlungen
gehal=
ten bin, kann ich von unſeren Abſichten und Metyoden und
von den erzielten Ergebniſſen ſprechen. Wir wollten der
Entwickelung der Balkankriſe nicht als Zuſchauer
bei=
wohnen. Das war unſere Pflicht wegen unſerer
Ver=
bündeten, unſerer Intereſſen im Orient und unſerer
Welt=
ſtellung als Großmacht. (Beifall.) Wir hielten dafür, daß
eine Politik der Paſſivität unſeres Landes unwürdig iſt.
Frankreich darf an keinem Orte und zu keiner Zeit fehlen.
Wir wollten, daß Frankreich ſeinen Verbündeten und
Freunden eng angeſchloſſen bliebe. Die Kraft unſerer
Bündniſſe hängt nicht bloß von den geſchloſſenen
Ver=
trägen, ſondern von dem Vertrauen ab, das zwiſchen den
Verbündeten herrſcht, die das Recht haben, unter den
gegenwärtigen ſchwierigen Umſtänden auf einander zu
zählen. Rußland kann an unſerer Mitwirkung nicht!
zweifeln, ebenſowenig wie wir an der ſeinigen zweifeln.
Unſere Entente mit England findet täglich ihre
Beſtäti=
gung durch Tatſachen. Wir fahren mit unſeren Freunden
und Verbündeten mit unſerer friedlichen Aktion fort, ohne
indeſſen getrennt von anderen Mächten handeln zu
wol=
len. Wir gehörten zu den erſten, die die Notwendigkeit
einer allgemeinen Unterredung zur Vermeidung
gefahr-
licher Streitigkeiten anerkannten. Wir wohnen ſehr
wich=
tigen Ereigniſſen bei. Die ſeit ſo langer Zeit geſtellte
Orientfrage iſt im Begriff, von der Macht der
Tat=
ſachen in einem Sinne geregelt zu werden, der am beſten
den franzöſiſchen Ideen entſpricht. Es iſt eine große Sache,
daß der Balkangedanke, der ſo lange der Traum
vieler Staatsmänner war, Wirklichkeit geworden iſt. Die
Völker erhoben ſich im Namen der Gerechtigkeit und der
Freiheit. Frankreich konnte ihrem Werk nur mit
Sym=
pathie gegenüberſtehen. (Beifall.) Der Balkan den
Serben, Bulgarien, Montenegrinern und Griechen! das
iſt die gerechte Löſung, die die meiſte Gewähr für
Dauer und Stabilität bietet, es beſteht Uebereinſtimmung
über die Autonomie Albaniens und darüber, daß
Serbien einen Freihafen an der Adria
erhal=
ten ſoll. Wenn der Friede unterzeichnet ſein wird, ſei es
durch die Friedensbevollmächtigten, ſei es auf den
Rat=
der Großmächte hin, ſo wird er auf feſter Grundlage
ruhen, die den Balkanſtaaten erlaubt, ſich zu entfalten. Die
Türkei wird ein beträchtliches Reich behalten, ſie wird
fortfahren können, mit uns in guter Harmonie zu leben.
Wir haben ihr gegenüber die gewiſſenhafteſte Neutralität
beobachtet. Sie wird gut daran tun, wenn ſie auf die
Wünſche der Völker hört, die ihr untertan ſind.
Unſerer=
ſeits werden wir darauf beſtehen, daß unſere Intereſſen
im Libanon=und Syrien reſpektiert werden,
ſelbſtverſtänd=
lich, ohne daß ſich ein Zwieſpalt zwiſchen uns und der
Türkei über dieſen Punkt ergibt. Wir ſind entſchloſſen,
die Integrität des ottomaniſchen Reiches in Aſien aufrecht
zu erhalten. Sollte der Friede unglücklicherweiſe nicht
ge=
ſchloſſen werden und der Krieg wieder anfangen, ſo
wür=
den wir mit unſeren Verſöhnungsverſuchen wieder
be=
ginnen. Stark durch das nationale Gefühl und die
Unter=
ſtützung der beiden Kammern würden wir den Brand auf
ſeinen Herd zu beſchränken ſuchen und bereit ſein, unſerer
Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Seite 7.
Einfluß im Orient und das Preſtige des franzöſiſchen
Namens zu verteidigen.
In der Kammer gab Poincaré inhaltlich eine gleiche
Erklärung ab.
Nach der Rede Poincarés ergriff der Radikale
Deloncle das Wort und beglückwunſchte den
Miniſter=
präſidenten zu der Rede und der Energie ſeiner Politik.
Redner erkannte ſodann die loyale Haltung des Grafen
Berchtold an und fuhr fort: In Europa gibt es einen
Mann, deſſen Friedensliebe eine feſte Bürgſchaft für die
Aufrechterhaltung des Friedens bietet: das iſt der deutſche
Kaiſer. Was Albanien anlangt, ſo freue er ſich, daß
die-
ſem Land, welches er aus eigener Anſchauung kenne, die
Autonomie gewährt werde und daß der Erſte, der dieſen
Gedanken gehabt habe, Poincaré geweſen ſei. Redner
ſchloß mit den Worten, daß Frankreich an ſeinen
Bünd=
niſſen und ſeinen Ententen treu feſthalten müſſe, daß es
ſich aber die Freiheit wahren müſſe, auch mit anderen
Nationen herzliche Beziehungen zu unterhalten.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 22. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: „Was über
das vorläufige Ergebnis der Londoner
Botſchafter=
verſammlung öffentlich mitgeteilt werden konnte,
rechtfertigt die Erwartungen, mit denen man der unter
dem Vorſitz von Sir Edward Grey abgehaltenen
euro=
päiſchen Beratung entgegengeſehen hat. Schon nach
den bisherigen Eindrücken darf ausgeſprochen werden,
daß es ein guter Gedanke war, die Vertreter der
Groß=
mächte an der Themſe mit dem britiſchen Miniſter des
Aeußern zu einer Ausſprache zuſammentreten zu laſſen.
Ihre Wirkung wird für den Ausgleich der
öſterreichiſch=
ſerbiſchen Spannung nützlich ſein. Die Konferenz zur
Feſtſtellung des Friedensvertrages zwiſchen der Türkei
und den Balkanſtaaten mag noch Schwierigkeiten zu
überwinden haben, ehe die Verhandlungen lebhafter in
Fluß kommen. Zu Vorausſagen über ein poſitives oder
negatives Ergebnis der Konferenz fehlt bisher die
Grundlage.”
* Wien 22. Dez. Das Fremdenblatt ſchreibt: Die
auf der Botſchafter=Réunion zu Tage getretene
einmütige Tendenz aller Mächte, alle weiteren
Komplika=
tionen hintanzuhalten, iſt zweifellos eine Tatſache, die
mit Genugtuung konſtatiert zu werden verdient. Die
Tatſache, daß die Botſchafter=Réunion dem Standpunkte
Oeſterreichs betreffend die Autonomie Albaniens
und dem ſerbiſchen Adriahafen zuſtimmte,
be=
weiſt wohl am beſten, wie ſehr die Auffaſſung Oeſterreichs
gerechtfertigt war. Wenn auch die Regelung der übrigen
heiklen Fragen noch Schwierigkeiten in ſich birgt, darf
wohl die Erwartung als nicht unbegründet bezeichnet
wer=
den, daß ſich die Botſchafter=Réunion auch dieſer nicht
leichten Aufgabe gewachſen erweiſen wird.
* London, 21. Dez. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt: Trotz der von den türkiſchen Delegierten
verurſach=
ten Verzögerungen war die heutige Konferenz von
dem freundſchaftlichſten Geiſte beherrſcht. Die
Delegier=
ten der verbündeten Balkanſtaaten wünſchen lebhaft, zu
ernſthaften Unterhandlungen zu gelangen, und in der
heutigen Sitzung ließ man deutlich hören, daß das
Auf=
ſchieben aufhören müſſe. Der griechiſche
Miniſterpräſi=
dent Venizelos ſagte, daß die Delegierten jetzt ſchon zehn
Tage in London wären, ohne Fortſchritte zu machen. Ein
anderer betonte die Notwendigkeit des praktiſchen
Han=
delns. Die Mitglieder der Miſſionen der Balkanſtaaten,
die von dem Vertreter des Reuterſchen Bureaus befragt
wurden, drückten ihre große Genugtuung über das
Er=
gebnis der Botſchafterkonferenz aus und ſprachen die
Hoffnung aus, daß die Friedenskonferenz auch ſo große
Fortſchritte machen möge. Abends waren die Delegierten
bedeutend optimiſtiſcher geſtimmt.
* Sofia, 21. Dez. Der König erließ einen
Tagesbefehl an die Armee, in dem er anläßlich
des Abſchluſſes des Waffenſtillſtandes den Gefallenen
und den Ueberlebenden Dank und Bewunderung zollt.
Die Armee genieße zurzeit Ruhe, um ſich zu neuen
An=
ſtrengungen vorzubereiten. Der König zweifle nicht, daß
die Fahnen ſich gegebenenfalls neu mit unverwelklichem
Lorbeer ſchmücken werden. Der Kriegsminiſter bittet in
ſeiner Antwort an den König, den Kameraden in der
Front die Glückwünſche des Vaterlandes mit dem
Wunſche zu übermitteln, daß es ein baldiger
Friedens=
ſchluß erlauben möge, ruhmbedeckt in dem ſtolzen
Be=
wußtſein erfüller Pflicht an den heimiſchen Herd
zurück=
zukehren.
Konſtantinopel, 22. Dez. Nach einem
amt=
lichen Telegramm des Kommandanten der Weſtarmee
vom 19. Dezember haben die Türken nach fünftägigem
blutigem Kampfe bei Janina die Griechen
zurück=
geſchlagen, am andern Morgen das Defilé von
Manolakis überſchritten und ſind erfolgreich in der
Richtung auf Laurath vorgerückt. Die feindlichen
Streit=
kräfte ſeien zerſtreut und der Sieg errungen.
Darmſtadt, 23. Dezember.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Samstag gelangte als
erſte Kindervorſtellung Humperdincks Märchenoper
„Hänſel und Gretel” vor anſcheinend
ausverkauf=
tem Hauſe zur Aufführung. Wenn es noch eines
Be=
weiſes bedurft hätte, daß die Oper keine Kinderoper iſt,
ſo würde ihn dieſer Abend erbracht haben. Unter der
großen Unruhe der Kleinen, die ein Leuchtkäfer auf der
Bühne oder ein beweglicher Baum begreiflicherweiſe
mehr intereſſieren, als die Schönheiten der Märchenmuſik
— u. a. wurde von den Kindern in das wundervolle
Nachtgebet laut hineingeſprochen —, ging ein großer Teil
der Aufführung den Zuhörern verloren. Den Höhepunkt
der Aufführung bedeutete für die Kinder der Beſentanz
der Hexe und ihre Verbrennung, die mit lautem Beifall
bei offener Szene begrüßt wurden. Unter dieſen
Um=
ſtänden hatten das Orcheſter, das oft ungehört verhallte,
eine undankbare und die Sänger eine ſchwierige Aufgabe
zu erfüllen, da ſie gegen Orcheſter und Publikum anſingen
mußten. Frl. Geyersbach als Hänſel und Frl.
Schaub als Gretel ließen ſich aber die Laune nicht
ver=
derben, ſondern ſangen und ſpielten ihre Rollen mit
gutem Humor und trefflichem Gelingen. Frl. Jacobs
verfreute ſich als charakteriſtiſche Hexe während ihres
kur=
zen Bühnenlebens einer beſonders beifälligen Aufnahme
ſeitens des lachbedürftigen Kleinpublikums. Herr
Sem=
per als Peter, Frau Müller=Rudolph als
Ger=
trud und Frl. Kaſten als Sand= und Taumännchen
boten erfreuliche Leiſtungen. In der Inſzenierung der
Oper war keine Veränderung eingetreten, wofür auch
kein Bedürfnis vorhanden war.
*Die Heſſiſche Landes=Hppothekenbank gibt
be=
kannt, daß die früheren Beröffentlichungen über ihre
Darlehensbedingungen (Zinsfuß und
Geldbeſchaffungs=
koſten) aufgehoben werden; die Feſtſetzung der
Beding=
ungen erfolgt vielmehr jeweils von Fall zu Fall.
Pfungſtadt, 21. Dez. Reiche
Weihnachts=
geſchenke wurden geſtern unter die Angeſtellten und
Arbeiter der Eulerſchen Papierfabrik, einer Filiale der
Firma Euler von Bensheim, verteilt. Die Bedienſteten
und Arbeiter erhielten anſehnliche Geldgeſchenke, deren
Höhe ſich nach der Zahl der Arbeits= bezw. Dienſtjahre
bemaßen. Außerdem wurden ſämtliche Kinder der in
der Fabrik beſchäftigten Arbeiter von Kopf bis zu Fuß
neu gekleidet und mit noch anderen Geſchenken bedacht.
Vei der gegenwärtig teuren Zeit wurden dieſe Geſchenke
des edlen Fabrikherrn beſonders dankbar von dem
Perſonal entgegengenommen. — Der von dem
Archi=
tekten Hern Karl Grünig von hier ausgearbeitete
Plan für den Rathausumbau, deſſen Koſten auf
22000 Mk. veranſchlagt iſt, ſoll dem Vorſiéenden des
heſſiſchen Altertumsvereins, Hern Prof. Wienkoop=
Darmſtadt, zur Begutachtung unterbreitet worden: Man
hofft auch, daß der Altertumsverein, dem der Staat
150000 Mk. zur Verfügung ſtellte, die hieſige Gemeinde
bei der Nenovierung des Rathauſes materiell unterſtützt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Hanau, 21. Dez. Von der Behörde wird amtlich
bekannt gegeben, daß beim erſten Bataillon des
Eiſen=
bahnregiments Nr. 3 Typhuserkrankungen
feſtgeſtellt worden ſind. Im Anſchluß daran wird betont,
es beſtehe die Befürchtung, daß der Main mit
Typhus=
bazillen verſeucht ſein könne, weshalb eindringlich vor dem
Genuß und dem Gebrauch des Mainwaſſers zu
warnen ſei. Bei einer Kompagnie ſind vier
Neuerkrankun=
gen zu verzeichnen. Der Verlauf der Krankheit iſt im
all=
gemeinen günſtig, der allgemeine Zuſtand der Kranken
zu=
friedenſtellend. Von 211 Lazarettkranken ſind
augenblicklich 15 ſchwer krank.
* Stuttgart, 21. Dez. Der Staatsminiſter
des Innern Dr. v. Piſchek iſt auf ſein Anſuchen
unter Anerkennung ſeiner langährigen treuen Dienſte in
den Ruheſtand verſetzt worden. Staatsminiſter
Fleiſch=
hauer vom Staatsminiſterium für Kirchen= und
Schul=
weſen iſt zum Staatsminiſter des Innern
ernannt worden. An ſeine Stelle tritt der Präſident
des evangeliſchen Konſiſtoriums, v. Habermaas.
* Köln, 21. Dez. Heute früh um 7½ Uhr, kurz vor
Beginn der Arbeit, erfolgten in der Fabrik von
Hille u. Tult in der Ratertalerſtraße mehrere
Exploſionen, die ſchließlich den Einſturz des
ganzen Fabrikgebäudes zur Folge hatten. Von
den gerade anweſenden Beamten wurde der
Fabrik=
meiſter Beckmann verſchüttet und konnte nur noch
tot geborgen werden, zwei andere Beamte wurden
ſchwer verletzt, zwei Feuerwehrleute leichter.
* Dortmund, 21. Dez. Heute nachmittag wurden
31 Opfer der Kataſtrophe auf der Grube
„Miniſter Achenbach” auf dem Gemeindefriedhofe
Brambauer in einem Maſſengrabe beerdigt. An der
Beerdigung nahmen u. a. Regierungspräſident v. Bake,
Exzellenz v. Stumm, Exzellenz General v. Schubert,
Generalleutnant v. Harbou, Landrat von der Heyden=
Rynſch und andere hervorragende Perſönlichkeiten, ſowie
zahlreiche Vereine mit ungefähr 150 Fahnen teil. Die
Leichen wurden zu je ſechs auf fünf Wagen zum
Fried=
hofe übergeführt. Ein Steiger wurde in einem
beſonde=
ren Grabe beerdigt. Das Maſſengrab war ſchwarz
aus=
geſchlagen und mit Grubenlampen umſtellt. Grabreden
hielten der Generalſuperintendent Simon=Münſter, der
evangeliſche Ortsgeiſtliche Batt und Domkapitular
Geiſt=
licher Rat Klein=Paderborn. Eine nach Tauſenden
zäh=
lende Menſchenmenge umſtand den Friedhof. Zahlreiche
Häuſer und die Zechengebäude hißten Trauerfahnen.
* Leipzig, 21. Dez. Der Leichtmatroſe Hans
Land=
herr der am 15. November vom Schwurgericht in
Lübeck wegen Raubmordes an dem Drogiſten Kurt
Fiſcher, begangen am 27. September, auf dem Wege
zwiſchen Lübeck und Travemünde, zum Tode verurteilt
worden war, erzielte auf ſeine Reviſion hin eine
Auf=
hebung des Todesurteils. Das Reichsgericht
verwies die Sache an das Landgericht zurück. Das Urteil
gegen den Mitangeklagten Scholze, auf mehrere Jahre
Zuchthaus lautend, wurde ebenfalls aufgehoben.
* Gera, 21. Dez. Der Landtag nahm in
nament=
licher Abſtimmung gegen die Stimmen der
Sozial=
demokraten das neue Wahlrecht in der dritten
Leſung an und vertagte ſich ſodann bis März 1913.
* Kiel, 21. Dez. Auf der Germaniawerft haben heute
morgen über 3000 Arbeiter die Arbeit
nieder=
gelegt, weil ſich Differenzen über die Einführung der
Sicherheitsmaßnahmen und der Kontroll=Einrichtung
er=
geben haben.
* Paris, 21. Dez. Wie die Agenoe Havas meldet, iſt
Serbien bereit, den Vorſchlag der Autonomie
Albaniens und eines neutralen Hafens mit einem
neutralen Zugang zum Adriatiſchen Meer
anzu=
nehmen.
Le Havre, 22. Dez. Der frühere Präſident Caſtro
reiſte von hier nach New=York ab.
* Liſſabon, 22. Dez. Das Miniſterium beſchloß
zu demiſſionieren. Der Miniſterpräſident iſt nach
Oporto abgereiſt. Er wird am Donnerstag
zurück=
kehren, um dem Präſidenten der Republik den Beſchluß
des Miniſterrats zu übermitteln.
* London, 21. Dez. Die ſterblichen
Ueber=
reſte des verſtorbenen amerikaniſchen
Bot=
ſchafters wurden heute auf einer Lafette, die von
Reitern eskortiert wurde, nach dem Bahnhof Viktoria
übergeführt. Die Einſchiffung nach New=York ſoll
morgen in Portsmouth auf dem Panzerkreuzer „Natal”
erfolgen.
Soſia, 22. Dez. König Ferdinand iſt
hier=
her zurückgekehrt.
Odeſſa, 22. Dez. Im Küſtengebiet erfolgten
mehrere aufeinanderfolgende Erdſtöße, die ſich auf
eine Länge von drei Werſt ausdehnten und die Geſtalt
der Küſte veränderten. Der Meeresboden erhob ſich und
es entſtand eine Springflut. Ueber 20 Häuſer der
Umgebung von Otrada wurden beſchädigt. An der
Erd=
oberfläche bildeten ſich Riſſe bis zu 150 Meter. Der
Schaden iſt unbeſchreiblich; allein der Verluſt an
zer=
ſtörtem Grund und Boden beträgt mehrere Millionen
Rubel.
Derbent, 21. Dez. Bei einem Sturme im
Kaſpi=
ſchen Meer kenterten 15 Fiſcherboote mit einer
Beſatzung von zuſammen 41 Fiſchern, die wahrſcheinlich
ertrunken ſind.
Derbent, 22. Dez. Nach neuerer Meldung ſind
bei dem Sturm im Kaſpiſchen Meer über 60
Fiſcher=
boote gekentert. Leute am Lande mußten das
Un=
glück mit anſehen, ohne Hilfe bringen zu können.
Bis=
her ſind zehn Leichen geborgen.
* Konſtantinopel, 22. Dez. Der Miniſterrat
beſchloß, eine Reformkommiſſion, beſtehend aus
einem Europäer, drei Armeniern und drei Muſelmanen
nach Anatolien zu entſenden.
* Waſhington, 21. Dez. Der Schatzmeiſter hat
An=
weiſungen gegeben, daß der Zuſchlagszoll auf
deutſche Splißerbſen und deutſches Mehl wieder
ſuſpendiert wird.
* New=York, 22. Dez. Die Blätter melden aus
Douglas (Arizona): Nach unbeſtätigten Meldungen
haben 500 Yagunindianer San Marcial im Staate
Sonora (Mexiko) angegriffen und zerſtört. Sie ſollen
1000 Einwohner, nahezu die geſamte Einwohnerſchaft,
niedergemacht haben.
* Rio de Janeiro, 22. Dez. Die Kammer lehnte
den Geſetzentwurf, betreffend Aufhebung des
Ver=
bannungsdekretes gegen die kaiſerliche Familie, ab.
Miniſterwechſel in Württemberg.
* Stuttgart, 21. Dez. Der Staatsminiſter des
In=
nern, Dr. von Piſchek, iſt ſeinem Anſuchen
ent=
ſprechend unter Anerkennung ſeiner langjährigen und
ausgezeichneten Dienſte in den Ruheſtand verſetzt
wor=
den. Der Staatsminiſter des Kirchen= und Schulweſens,
von Fleiſchhauer, iſt, wie der „Staatsanzeiger”
meldet, zum Staatsminiſter des Innern und der
Präſi=
dent des evangeliſchen Konſiſtoriums, von
Haber=
maas, zum Staatsminiſter des Kirchen= und
Schul=
weſens ernannt worden.
Briefkaſten.
Mehrere katholiſche Abonnenten. Wir bitten um
An=
gabe Ihres Namens. Anonyme Zuſchriften bleiben
un=
beantwortet.
Robert Müller
Juwelier
Luisenplatz 4
Ecke Wilhelminenstr.
Brillant-Ringe
Brillant-Broschen
Brillant-Nadeln
Brillant-Anhänger
Brillant-Ohrringe
in reicher Auswahl.
Reelle prompte Bedienung.
(24684a
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Cincinnati” von New=York nach Neapel
und Genua, 19. Dez. 11 Uhr morgens von Gibraltar.
„Graf Walderſee” nach Philadelphia, 20. Dez. 6 Uhr
40 Min. morgens Lizard paſſiert. „Kaiſerin Auguſte
Victoria”, von New=York kommend, 20. Dez. 1 Uhr
30 Min. morgens von Plymouth über Cherbourg nach
Hamburg. — Weſtindien, Mexiko: „Frankenwald” nach
Mexiko, 18. Dez. in Havana. „Grunewald” 19. Dez. in
Progreſo. „Odenwald” von Weſtindien kommend,
19. Dez. 4 Uhr nachm. in Hamburg. „Spreewald”,
von Mexiko kommend, 19. Dez. 8 Uhr abends von
Antwerpen nach Hamburg. „Venetia” von Weſtindien
kommend, 19. Dez. morgens in Rotterdam.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 14. Dez. 6 Uhr 45 Min. nachm. von
Bou=
logne abgegangen. „Nieuw Amſterdam” 19. Dez. nachm.
in Rotterdam eingetroffen. „Noordam” 17. Dez. vorm.
von New=York abgegangen.. „Ryndam” 19. Dez vorm.
in New=York eingetroffen. „Potsdam” 14. Dez.
vorm. in Rotterdam eingetroffen.
Familiennachrichten.
Emma Kahn
Adolf Lehmann
VERLOBTE.
Wimpfen
Würzburg, Domstr. 56
Darmstadt.
*14521
Todes-Anzeige.
Heute abend ¾/8 Uhr verschied
sanft nach langem, schwerem Leiden,
doch unerwartet schnell
Herr Regierungsrat i. P.
Angust Rach.
C
Darmstadt, am 20. Dez. 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Die Nichte
Antonie Gunkel,
geb. Ernst.
Die Beerdigung findet Montag in der
Stille in Heppenheim a. d.
Berg-
strasse statt.
Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912
Todes=Anzeige.
Heute früh 8 Uhr entſchlief unerwartet
(*14806
meine liebe Frau
Karoline Weber
geb. Breivogel
im Alter von 72 Jahren. Um ſtille Teilnahme
bittet
der trauernde Gatte:
Heinrich Weber.
Darmſtadt, den 20. Dezember 1912.
Die Beiſetzung findet Montag, nachm. 4 Uhr,
vom Trauerhauſe Riedeſelſtr. 48 aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern abend 8 Uhr verſchied im Alter
von 73 Jahren plötzlich und unerwartet infolge
eines Lungenſchlages mein lieber Gatte, unſer
guter Vater, Schwiegervater, Großvater,
(26201
Schwager und Onkel
Herr Georg Berth.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharina Berth, geb. Wamboldt,
Otto Berth, Baurat, Alsfeld,
Heinrich Berth, Ingenieur, Jena,
Johanna Berth, Jena.
Jena, Erfurterſtr. 87, den 20. Dez. 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 23. Dez.,
in Jena ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſanderen Anzeige.)
Heute morgen entſchlief ſanft im 78.
Le=
vensjahre unſer guter Vater, Großvater,
Schwiegervater, Bruder und Onkel (26209
Privatier.
Darmſtadt, den 21. Dezember 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag, den 23. Dez.,
tachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe
Eliſa=
bethenſtraße 47 aus, ſtatt.
Von Blumenſpenden und Kondolenzbeſuchen
bittet man abſehen zu wollen.
Danksagung.
Für die uns in unserer Trauer erwiesene
Teilnahme sagen wir herzlichsten Dank.
Frau Marg. Mühlpforth
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
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Dritte Kindervorstellung.
Neu einſtudiert:
Rübezahl.
der Geiſt der Berge.
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Kinder mit Geſang u. Tanz in
5 Abteilungen von C. A. Görner.
Svielleiter: Emil Valdek.
Muſikal. Leiter: Robert Preuß.
Perſonen:
Erſte Abteilung. Erſtes Bild:
„Das luſtige Schneiderlein.”
Zweites Bild: „Bei Rübezahl”.
Rübezahl erſcheint
als Köhler und
Schneider
Benedir,
Schneider,
Kunz,
Schuſter,
Marten,
Weber,
.Johannes Heinz
. Richard Jürgas
.Paul Peterſen
. Emil Kroczak
Hanna, Wirtin 3. Mima Müller=
Bergſchenke . . Rudolph
Aron, Handels=
Adolf Jordan
mann .
Ilſe, eine Bäuerin Ilſe Berka
Hed. Jungkurth
Friedel,
Gretel, 1 deren Erna Steiger
Görgel, ( Kind. ErnaJungkurth
Liſel,
Zwerge. Gnomen.
Zweite Abteilung. Erſtes Bild:
„Das Schneiderlein in der Klemme
u. Kobolds Treiben”. — Zweites
Bild: „Der Glaswarenhändler”.
Rübezahl, erſcheint
als Mönch . . JohannesHeinz
Steffen,
Glas=
warenhändler . P. Weſtermann
Benedix, d. Schn. Richard Jürgas
Aron, Handelsm. Adolf Jordan
Blaſius, Bürgerm. Ludw. Wagner
Barbara,
Bürger=
meiſterin
. Marie Hartig
Erſter Rats= . Ludwig Wenzel
Zweiter) herr . Ad. Jungmann
Erſter ) Rats= . Adolf Klotz
Zweiter) diener Ludwig Hinkel
Schlüſſel, e. Bürg. C. Enzbrenner
Krempel, Schenkw. Frz. Herrmann
Jochem,1 Zech= . Kurt Schüppel
Frieda Herbach
Lukas, brüder . Fr. Jachtmann
Erſter
Zweiter) Zwerg: Hede Schaub
Nickel, 1 Gno= Käthe Gothe
Glimmer, men
Zwerge. Gnomen.
Schornſtein=
feger. Ein Invalide. Eine
Kin=
derfrau. Bürger u. Bürgerinnen.
Dritte Abteilung. Ein Bild:
„Ziegenfutter u. Hammelsbraten”.
Steffen
. P. Weſtermann
Ilſe, ſeine Frau . Ilſe Berka
Friedel, beider
Gretel,
Görgel,
Rebekka
Pater Euſebius
Kinder
Hed. Jungkurth
Erna Steiger
Erna Jungkurth
Sofie Heumann
Auguſt Kräger
Zwerge. Gnomen. Rübezahls
Kapelle.
Vierte Abteilung. Erſtes Bild:
„Klärchen v. Liebenau‟ —
Zwei=
tes Bild: „Kerker, Leiden und
Freuden”.
Rübezahl, erſcheint
als Bürger,
Bett=
ler u. Pater Joſef JohannesHeinz
Klärchen v.
Liebe=
nau
. Barb. Uttmann
Benedir
Richard Fürgas
Pater Joſef
. Guſtav Semler
Fünfte Abteilung. Erſtes Bild:
„Heimkehr”
Zweites Bild:
„Dankbare Menſchen”.
Rübezahl erſcheint
als Bürger,
Bett=
ler und Herr des
Gebirges
. JohannesHeinz
Steffen
Ilſe.
Friedel
Gretel.
Görgel
Liſel
Benedix .
Klärchen.
. P. Weſtermann
Ilſe Berka
.Hed. Jungkurth
Erna Steiger
.Erna Jungkurth
. Richard Jürgas
. Barb. Uttmann
Zwerge. Gnomen. Kobolde.
Zeit: 1700.
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ober=
inſpektor Ernſt Schwerdtfeger.
Nach der 2. Abteil. längere Pauſe.
Anfang 6 Uhr. — Ende 8 Uhr.
Volksvorſtellungspreiſe.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 24. Dez., und
Mitt=
woch, 25. Dez. (Keine Vorſtell.)
Donnerstag, 26. Dez. Nachm.
2 Uhr: Vierte Kindervorſtellung
zu Volksvorſtellungspr. „
Rübe=
zahl, der Geiſt der Berge.”
Der Vorverkauf zur vierten
Kindervorſtellung beginnt erſt
Dienstag, 24. Dez. — Abends
6 Uhr: 83. Abonnem.=Vſt. A 22.
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Telephon 393.
Seite 10
Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Auf das Eingeſandt vom 16. I. Mts. in Nr. 296
d. Bl. ſei folgendes erwidert: Das Beſtreben der
Kanz=
liſten bei den Kollegialgerichten und der
Oberrechnungs=
kammer uſw. nach Gehaltsgleichſtellung mit den
Mini=
ſterialkanzliſten werden Kenner der Verhältniſſe durchaus
berechtigt finden. Uebergangs= und Sonderſtellungen
aus=
geſchloſſen werden doch auch bei den Beamten, die das
mittlere Examen im Finanzfach abgelegt haben,
durch=
weg Gehaltsunterſchiede nicht gemacht, ob die Anſtellung
beim Miniſterium, der Oberrechnungskammer oder
ſonſt=
wo erfolgt. Warum nicht endlich auch einmal die durch
nichts gerechtfertigte verſchiedenartige Beſoldung der
Kanzliſten beſeitigt wierden könnte, ſiſt und bleibt der
Allgemeinheit unerklärlich. Doch ſind die Kanzliſten nicht
die einzigen Beamten, denen die jetzt vorliegende
Be=
ſoldungsordnung eine Enttäuſchung gebracht hat. So
beklagen ſich nämlich nicht minder auch die bisher mit
Kanzliſtengehalt angeſtellten Bureauaſſiſtenten und
Be=
amten in gleichartiger Stellung, weil ſie nicht die ihrer
dienſtlichen Verwendung entſprechende Berückſichtigung
ge=
funden haben. Es ſind allerdings zur Zeit noch recht
wenige, die hier in Betracht kommen; doch wird man auch
einem kleinen Häuflein eine gerechtfertigte Anerkennung
nicht verſagen dürfen. Mit Petitionen haben dieſe Leute
unſere Regierung und andere einflußreiche Stellen uſw. bis
dato nicht beläſtigt, weil ſie ohne weiteres angenommen
hatten, eine Verbeſſerung könne in der neuen
Beſoldungs=
ordnung nicht ausbleiben. Verwendet ſind dieſe Leute im
Rechnungs= und Kaſſeweſen, ferner haben ſie Regiſtratur=
und ſtatiſtiſche Arbeiten zu erledigen, Kontrolldienſt zu leiſten
und müſſen fähig ſein, Schreiben an Perſonen und
Be=
hörden ſelbſtändig zu verfaſſen und Verfügungen zu
machen. Insbeſondere iſt auch Kenntnis der für dieſe
Tätigkeiten in Betracht kommenden Geſetze und
Beſtim=
mungen unerläßlich. Die hier in Frage kommenden
Be=
hörden und eingeweihte Perſonen werden nicht anſtehen,
Vorſtehendes zu bezeugen. Es erübeigen ſich mithin auch
weitere Ausführungen hierüber. Bei aller Anerkennung
der Kanzliſtenarbeit wird man nicht in Abrede ſtellen
kön=
nen, daß die Tätigkeit, wie oben erläutert, höher zu
be=
werten iſt als die der Kanzliſten. Mithin kann auch das
Beſtreben der Aſſiſtenten nach einem entſprechenden
Ge=
halt, wie es z. B. auch in der vorliegenden
Beſoldungs=
ordnung für die demnächſtigen Bureauaſſiſtenten beim
Oberverſicherungsamt, die nicht das mittlere
Finanz=
examen abgelegt haben, vorgeſehen iſt, nicht als
unbe=
ſcheiden angeſehen werden. Die Beſtrebungen zur
Zu=
friedenheit gehen alſo dahin, ſämtlichen Kanzliſten
ein Höchſtgehalt von 3100 Mark und den Bureanaſſiſtenten
ein ſolches von 3300 Mark zu bewilligen. Eine
Bekämpf=
ung der obengenannten einheitlichen Beſoldung bezw.
Ge=
haltseinreihung von kollegialer Seite, wie ſolches in
früherer Zeit in ähnlichen Fällen beobachtet werden konnte,
iſt ohne Zweifel bei der heute allerwärts beſtehenden
fort=
ſchrittlichen Geſinnung und Veranlagung nicht mehr zu
erwarten, um ſo weniger, als dies als ſozialpolitiſche
Unreife ausgelegt werden könnte. Friedlichen, maßvollen
Beſtrebungen werden auch Regierung und Behörden uſw.
ein gebührendes Wohlwollen ſicher nicht verſagen. Hoffen
wir daher, daß dieſe Zeilen zur Aufklärung maßgebender
und einflußreicher Faktoren dienen und ein
entſprechen=
der Erfolg nicht ausbleiben möge.
Das Eingeſandt in Nr. 300 Seite 12 des Tagblatts
betr. Polizeiſtunde möchte doch nicht unwiderſprochen
blei=
ben. Ich ſchicke voraus, daß ich ſelbſt wohl auch mal jetzt
noch länger ſeßhaft und trinkfreudig bin, aber über die
hohen Nachtſtunden hinaus brauchen die „Sitzungen”
wirklich nicht zu dauern, und wenn keine Gelegenheit
da=
zu da iſt, ſo werden ſich auch die zuerſt etwas Knurrenden
bald gern daran gewöhnen und ſich im Stillen zugeſtehen,
daß ein paar Stunden Schlaf in den Morgenſtunden
recht gut tun. Wenn lediglich in dem öden Kneipenleben
und in der Berechtigung der Vorzug der Großſtadt liegen
ſoll, daß man bis in den Tag hinein in einem Café ſitzen
kann, ſo iſt das denn doch ein ſehr fragwürdiger Vorzug.
Die Fremden können ſich ebenſo gut in den ſchönen
Räu=
men der Bahnhofswarteſäle aufhalten. Die Wirte ſind
meiſt froh, wenn ſie nicht zu ſpät ſchließen können; ſie
ver=
brauchen oft mehr an Licht und ſonſtigen Speſen, als ſie
bei oft wenigen Gäſten verdienen. Und dann:
Gelegen=
heit macht Diebe. Wenn Gelegenheit iſt, naht auch die
Verſuchung. Und wie mancher junge Menſch iſt ſchon
geſcheitert gerade durch das Kneipenleben, durch die
Ge=
legenheit, bis in den Tag hinein in den Cafés ſitzen und
Geld ausgeben zu können. Ich betrachte es als einen
Segen, daß man endlich anfängt, auch den Nachtſeiten
des Lebens ein aufmerkſames Auge zuzuwenden, und
gerade die jungen Leute, ſeien es Studenten, Beamte oder
Kaufleute, nicht in Verſuchung zu führen durch die
Gelegen=
heit, Geſundheit und Geldbeutel zu ſchädigen. Ich bin in
meinen jungen Jahren ein vergnügter Dachs geweſen
und habe auch mitgemacht und mitgetollt; aber bin dabei
mäßzig geblieben und habe es immer als einen Zwang
empfunden, dem man ſich lediglich nicht entziehen mochte,
eben weil „die Anderen” mit böſem Beiſpiel vorangingen.
Darum Dank für die polizeiliche Verfügung. Möchten
doch allerorts bald ſo einſichtige Leute ſolche ſegensreiche
Maßregeln ergreifen.
Ein alter Herr.
Man war erſtaunt, im Tagblatt vom 18. ds. Mts.
aus den Stimmen aus dem Publikum zu vernehmen,
wo=
nach der Faſelſtall nach der Forſtmeiſterſtraße verlegt
werden ſoll. Welcher Unterſchied beſteht im
Fuhewerks=
verkehr von vor 50 Jahren und heute! In der engen
Straße begegnen ſich Möbelwagen, Poſtwagen, Laſtautos,
Sand= und Kiesfuhrwerke, Backſteinfuhrwerke, eine
Un=
zahl Milch= und Bierfuhrwerke ꝛc. Da ereignet es ſich
öftars, daß zwei ſich ausweichende Fuhrwerke ineinander
geraten, andere die wieder umwenden müſſen um
aus=
zuweichen, die Häuſer beſchädigen. Um dieſem Uebelſtand
abzuhelfen, hätte es genügt, die Hofreite Nr. 11 und die
forſtfiskaliſche Scheuer anzukaufen. Nicht genug, daß in
den Hofreiten Nr. 11, 12 und 16 Miſthaufen ſich befinden,
die ihren Duft und Mücken der Umgebung mehr als
zu=
läſſig mitteilen, ſoll auch in Nr. 14 das Faſelvieh
unter=
gebracht werden. Iſt dies wicklich der Fall, ſo wird ein
Peſtherd geſchaffen, der nicht allein das Vermieten der
Wohnungen hindert, ſondern auch Krankheiten
ver=
anlaſſen wird. Wird doch von Polizeiwegen das
Ver=
tilgen der Schnaken in den Kellern, das Zudecken der=
Müll=
käſten in den Höfen veranlaßt, umſomehr ſollte auch hier in
dieſem Falle die Polizei einſchreiten und gegen eine ſolche
Anlage in der engen Straße Proteſt einlegen. Täglich
paſſieren eine Menge Schulkinder und Kleine, die die
Kinderſchule beſuchen, die Straße; wie leicht könnten,
wenn eine größere Anzahl Vieh durchgeführt wird,
Un=
fälle entſtehen.
Literariſches.
— Anna Schieber und hätte der Liebe
nicht. Weihnächtliche Geſchichten. Heilbronn, Salzer.
In Leinwand gebunden 1 Mk., in Leder gebunden 2,50 Mk.
— In den fünf Novellen, für die die Titelnovelle das
Motto abgibt, offenbart ſich wieder die hohe Kunſt der
Dichterin, die kleinen Begebenheiten des Lebens mit
gütigen Augen zu ſchauen, ihren tiefen Sinn zu verſtehen
und das Herz des Leſers dafür zu erwärmen. Sie ſind
alle auf den traulichen Klang der Weihnachtsglocken
ge=
ſtimmt.
— Drohnen. Eine Geſchichte für junge und alte
Nichtstuer von Felicitas Roſe, geheftet 3,50 Mk.,
ge=
bunden 4,50 Mk. (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co.,
Berlin W 57.) — Die beliebte Schriftſtellerin Felicitas
Roſe die Verfaſſerin von Heideſchulmeiſter Uwe Karſten,
die ſich binnen wenigen Jahren durch die glänzende
Schil=
derungsgabe und pſychologiſche Tiefe, mit der ſie
Men=
ſchenſchickſale zu geſtalten weiß, die Herzen der Freunde
einer wertvollen Lektüre im Fluge eroberte, hat auch ihrer
neuen Dichtung das ethiſch=erzieheriſche Moment zugrunde
gelegt. In ihrer Erzählung „Drohnen” die von einem
köſtlichen, ſonnigen Humor durchleuchtet iſt, bricht ſie eine
Lanze für jene Mädchen, die durch ein hartes Los
hinaus=
gedrängt ſind auf den Markt des Lebens, und ſchildert
da=
neben meiſterhaft das öde, ſchale Treiben der „Drohnen”
die in den Tag hineinleben, ohne auch nur die geringſten
Werte zu ſchaffen. Wie alle früheren Werke der bekannten
Dichterin, wird auch dieſes neue uns vorliegende Buch
ſeinen Weg machen.
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Nummer 302.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Kriegshund. 1 Foxterrier, 1 Pudel (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2620ig
Bekanntmachung,
Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im
Gewerbe=
betrieb der Bäckerei, Friſeure und Photographen
an den beiden Weihnachtsfeiertagen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahm
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtad
vom 27. Dezember 1507 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die
Sonn=
tagsruhe zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An beiden Weihnachtsfeiertagen darf im Handelsgewerbe
auf Grund der Beitimmungen des Ortsſtatuts vom 6. September 1907
weder eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern,
noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der
Reichsverſicherungs=
ordnung ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Weihnachtsfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr:
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 7 Uhr bis 11 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (
Zei=
tungs= und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen
ohne Zeitbeſchränkung.
B. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nachmit=
tags 1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nach=
mittags 3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von
vor=
mittags 7 Uhr bis 12 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags:
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 8 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten
Weih=
nachtsfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhald der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags;
Am zweiten Weihnachtsfeiertag iſt jeglicher Gewerbebetrieb
einſchließlich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Weihnachtsfeiertagen iſt, wie an allen Sonn=
und Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die
Beſchäf=
tigung von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb der
Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der
Vor=
bereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
geſtattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Weihnachtsfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten
Weihnachtsfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbebetriebes und
die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den
photographiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der
Aufnahme von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feſttagsarbeiten länger als 3
Stun=
den dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag
für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in
der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche
während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens
von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu laſſen. Wenn
die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche des
Gottes=
dienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten Sonntag
die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekannt gegebenen
Beſchäf=
tigungs= und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
(25870mfo
Darmſtadt, den 13. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Städtiſche Sparkaſſe.
Freitag, den 27. und Montag, den
30. Dezember 1912
ſind die Kaſſen auch nachmittags von 3— 5 Uhr geöffnet.
Darmſtadt, den 20. Dezember 1912.
Netz,
Direktor der ſtädtiſchen Sparkaſſe. (26189oi
Unſere Schalter ſind
ui 2z. Lezenver
nachmittags nur von 2 bis ½4 Uhr geöffnet.
Darmstädter Volksbank
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(26190
beſchränkter Haftpflicht.
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Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a Dieburgerſtraße 22. (*14665soi
Zahlungs=Aufforderung.
Die Beiträge zur
Invaliden=
verſicherung für die Verſicherten,
die einer der hier beſtehenden
Orts=, Betriebs= oder Innungs
Krankenkaſſen nicht angehöre
Dienſtboten, Mitglieder
einge=
ſchriebener Hilfskaſſen uſw.) für
das IV. Vierteljahr 1912 ſind,
bei Vermeidung des
Beitrei=
dungsverfahrens, bis längſtens
Ende dieſes Monats, an die
Kaſſe, Waldſtraße Nr. 6, zu
ent=
richten.
Arbeitgeber, die es unterlaſſen,
die Verſicherungs=Beiträge bis
zu dem oben bezeichneten
Zeit=
punkte abzuführen, können nach
§ 1488 der
Reichsverſiche=
rungsordnung mit Geldſtrafebis
zu 300 Mk. belegt werden.
Darmſtadt, 19. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller. (26206
Pflaſterſteine u. Randſteine.
Die Lieferung von 2200 cbm
Normalpflaſterſteinen aus Baſalt
oder Melaphir, 7200 qm Baſalt=
Kleinpflaſterſteinen, 4000 Ifd. m
Fußſteigrandſteinen aus
Baſalt=
lava ſoll verdungen werden.
Die Lieferungs=Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamte,
Hü=
gelſtraße 31, zur Einſicht offen.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 9. Januar 1913,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(26205oi
reichen.
Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
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Darmſtadt, Mühlſtraße 33.
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Die Anſtalt iſt zur Zeit
ge=
öffnet
1. an Werktagen:
von morgens 8 Uhr bis
abends 8Uhr ununterbrochen.
Samstags bis abends
8½ Uhr.
z. an Sonn= und Feiertagen:
vormittags von 8 bis
(21252a
12½ Uhr.
Die Verwaltung.
Bekanntmachung.
Montag, 13. Januar 1913,
vormittags 9 Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier
zugeſchrie=
denen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite
Gar=
diſtenſtraße,
IV 568¼/100 101 Grasgarten
da=
ſelbſt,
IV 5684/100 600 Bauplatz
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K101/12
Darmſtadt, 7. Dezember 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V25244
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 2 vom 20. Dezember I. Js.
iſt genehmigt. Ausgabe der
Ab=
fuhrſcheine am 30. ds. Mts., Tag
der Ueberweiſung und erſter
Ab=
fuhrtag am 31. Dezember ds. Js.
Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (26187
Aufforderung.
Forderungen und Anſprüche an
den Nachlaß der Antonie Minna
Pappert, Privatin zu Darmſtadt,
bittet man innerhalb einer Woche
bei dem unterzeichneten
Nachlaß=
pfleger ſchriftlich anzumelden.
Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
Karl Dechert,
26214) Landgraf Georgſtraße 64.
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iſt Vertrauens=Artikel;
ich laſſe am kommenden
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Angeſtelltenverſicherung.
Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat das unten
abgedruckte Merkblatt für die Entrichtung der Beiträge zur
Ange=
ſtelltenverſicherung aufgeſtellt. Ich verweiſe die Arbeitgeber auf den
Inhalt dieſes Merkblatts und empfehle ihnen, ſich die Vordrucke für
ie Nachweiſungen nach § 181 des Verſicherungsgeſetzes für
Ange=
tellte rechtzeitig zu beſchaffen. Die Nachweiſungen werden in dem
Bureau Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 1, abgegeben.
(26199a
Darmſtadt, den 17. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Mueller.
Merkblatt der Reichsverſicherungsanſtalt für die
Entrichtung der Beiträge zur Angeſtelltenverſicherung
1. Der Arbeitgeber iſt verpflichtet, die Beiträge für ſich und ſeine
Angeſtellten an die Reichsverſicherungsanſtalt zu zahlen (§§ 176,
177 des Geſetzes). Zuwiderhandlungen ſind mit Strafe bedroht
(§ 340 a. a. O.).
2. Der Arbeitgeber hat bei der erſten Beitragszahlung —
erſt=
malig alsbald nach Ablauf des Monats Januar 1913 — eine
Nachweiſung (§ 181 a. a. O) über ſeine
verſicherungspflich=
tigen Angeſtellten und die fälligen Beiträge aufzuſtellen
und vorher oder bei der Einzahlung der Beiträge an die
Reichs=
verſicherungsanſtalt in Berlin=Wilmersdorf, Hohenzollerndamm,
einzuſenden. Hierzu ſind die Vordrncke bei der
Ausgabe=
ſtelle für die Angeſtelltenverſicherung ſeines Sitzes zu
ent=
nehmen. Bis zu 20 Angeſtellten dient der einſeitige Vordruck.
Bei mehr als 20 Angeſtellten kommen mehrere einſeitige
Vor=
drucke oder Einlagevordrucke, die gleichfalls von der
Ausgabe=
ſtelle abgegeben werden, zur Verwendung. In die Nachweiſung
ſind die Angeſtellten in der Reihenfolge der Gehaltsklaſſen,
mit der Klaſſe A beginnend, einzutragen.
3. Beſchäftigen mehrere Arbeitgeber den Verſicherten
wäh=
rend des Monats (§ 177 a. a. O.), ſo können an Stelle der
Nachweiſe (Nr. 2) Poſtkartenvordrucke benutzt werden, die
gleich=
falls von der Ausgabeſtelle ausgehändigt werden.
4. Statt der Verwendung von Marken hat die
Reichsverſicherungs=
anſtalt mit Zuſtimmung des Reichskanzlers den Poſtſcheckverkehr
für die Beitragseinzahlung für den Fall des § 176 zugelaſſen,
für den Fall des § 177 vorgeſchrieben (ſiehe auch weiter unten
Nr. 8). Hiernach ſind die aus den Nachweiſungen zu 2 und 3
ſich ergebenden Beitragsſummen bis zum 15. des auf den
Mo=
nat, für den die Beiträge zu zahlen ſind, folgenden Monats
dem Konto der Reichsverſicherungsanſtalt bei dem Poſtſcheckamt
in Berlin zu überweiſen. Hierfür ſind beſondere Zahlkarten
und Ueberweiſungsformulare eingeführt, die der Arbeitgeber
vei ſeiner Poſtanſtalt erhält und zweckmäßig frühzeitig abhebt.
Die Erläuterungen zur Ausfüllung und Benutzung ſind auf der
Rückſeite der Formulare angegeben. Auf der Rückſeite der
Ab=
ſchnitte findet man eine Kontrollüberſicht, die zur Nachprüfung
der Beitragsſumme dient und auszufüllen iſt.
5. Für Lehrer und Erzieher aller Art, die bei mehreren
Fami=
lien während eines Monats tätig ſind, können die fälligen
Bei=
träge nach vorheriger Anzeige an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt vierteljährlich eingezahlt werden. In dieſem Falle
müſſen die Poſtkartenvordrucke (Nr. 3) benutzt werden.
6. Bei der zweiten und den folgenden Beitragszahlungen müſſen
die Veränderungen angegeben werden, welche die Abweichung
gegen die vorherige Beitragsſumme klarſtellen. Veränderungen
ſind dann gegeben, wenn Angeſtellte
a) aus dem Dienſt ausſcheiden (Abgang);
b) in den Dienſt neu eingeſtellt werden (Zugang);
c) Gehaltsänderungen erfahren, die den Angeſtellten in eine
andere Gehaltsklaſſe bringen.
In den Fällen der Nr. 3 ſind Veränderungsanzeigen einzuſenden:
a) bei monatlicher Beitragszahlung, wenn es ſich um den
Wechſel in derPerſon des Angeſtellten handelt;
b) bei vierteljährlichen Beitragszahlungen (für Lehrer und
Erzieher) nach Ablauf des Kalendervierteljahrs vor oder
bei Einzahlung der Beiträge, wenn in einem
Kalender=
monat des Vierteljahrs ein Wechſel in der Perſon des
Angeſtellten oder eine Aenderung in dem gezahlten
Ent=
gelt eintritt.
7. Zu den Veränderungsanzeigen ſind dieſelben Vordrucke
wie für die erſten Meldungen zu verwenden. Die
Verände=
rungen ſind nach der Einteilung zu Nr. 6 unter a (Zugang),
b (Abgang) und e (Gehaltsänderung) geſondert aufzuführen.
Sind keine Veränderungen eingetreten, ſo iſt dieſes durch
Be=
richtigung des auf den Poſtſcheckformularen unter der
Kontroll=
überſicht (Nr. 4) vorgeſehenen Textes zu vermerken. Die
Ver=
änderungsanzeigen ſind vor der nächſten Beitragszahlung,
ſpäteſtens gleichzeitig mit ihr, an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt abzuſenden.
8. Die Einzahlung der Beiträge an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt hat der Arbeitgeber in der Verſicherungskarte durch
Eintragung des Beitrags und Beiſchrift ſeines Namens oder
ſeiner Firma handſchriftlich oder durch Stempel zu vermerken.
Arbeitgeber, die bei ſtändig beſchäftigten Angeſtellten (§ 176)
Marken benutzen wollen, können dieſe nach vorheriger
Einzah=
lung der fälligen Beiträge, tunlichſt auf das Poſtſcheckkonto
(Nr. 4), von der Reichsverſicherungsanſtalt beziehen.
9. Arbeitgeber, die Angeſtellte in mehreren Betrieben (Filialen)
an demſelben oder verſchiedenen Orten beſchäftigen. können die
Beiträge von dem Hauptbetrieb aus zahlen; ſie müſſen alsdann
für jeden Betrieb eine beſondere Nachweiſung (§ 181 a. a. O.,
ſ. Nr. 2) an die Reichsverſicherungsanſtalt einreichen.
Bekanntmachung.
Für das Geſchäftsjahr 1913 ſind die Dienſtſtunden für den
Verkehr des Publikums mit den Richtern auf jeden Dienstag,
vor=
mittags von 9 bis 12 Uhr, feſtgeſetzt.
Die Gerichtsſchreiberei iſt an jedem Werktage, vormittags von
10 bis 12 Uhr, geöffnet.
Zur Entgegennahme mündlicher Anträge und Erklärungen in
Grundbuchſachen des neuen Rechts ſind nachbenannte Dienſtſtunden
feſtgeſetzt:
A. für die Gemarkungen Braunshardt, Erzhauſen, Gräfenhauſen
mit Gänswieſe, Meſſel, Schneppenhauſen, Wixhauſen mit
Sens=
felder Hof:
Montags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100;
B. für die Gemarkungen Frankenhauſen, Malchen, Neutſch, Nieder=
Beerbach, Nieder=Ramſtadt, Roßdorf, Traiſa, Waſchenbach:
Dienstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100;
C. für die Gemarkungen Eich, Eſchollbrücken und Hahn:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100;
D. für die Gemarkungen Ober=Ramſtadt und Weiterſtadt:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 111;
E. für die Gemarkungen Arheilgen und Griesheim:
Dienstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 102;
F. für die Gemarkungen Eberſtadt und Pfungſtadt:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 102.
(26303
Darmſtadt, den 16. Dezember 1912.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt II.
Arivat=Mittagstiſch Nieder=
Ramſtädterſtr. 34, I. (25521a
usgelämmtellaarew.ſtets
Aangek. Gr. Ochſengaſſe28. (24989a
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Nummer 302.
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14)
Ein lieber Kerl, die Hilde, meinte der Major, und
begeiſtert ſtimmten Gretchen und Aſta ein, während Frau
Claudia, ein wenig die Naſe rümpfend, meinte, ihr
Be=
nehmen müßte doch wohl gerade Fremden nicht ganz
lady-like erſcheinen.
Sage das nicht, liebe Clandia, entſchuldigte ihr
Gatte das junge Mädchen, mag ſie auch ein wenig
burſchikos ſein, unweiblich iſt ſie deshalb nicht, und ihr
Herz iſt gut und treu. Reginald Maltzahn weiß, was
er an ihr hat —
Wird beider Verlobung noch immer nicht
veröffent=
licht? Sie ſind doch heimlich verlobt —
Noch nicht, gnädige Frau! Trotzdem denke ich, daß
Hilde in Kürze Herrn von Maltzahns Braut wird
vielleicht Oſtern zur Silberhochzeit ihrer Eltern, erklärte
Aſta von Lügern. Für mich wird es jetzt aber auch Zeit,
mich nach meinem Mann umzuſehen — Sie helfen mir
wohl mit ſuchen, Mr. Catlin? Sie ſtand auf, dann mit
einem leiſen Schrei: O, jetzt habe ich mir etwas am
Lleid zerriſſen —
Gretchen ſprang auf. Ich helfe Dir, Aſta, ſagte ſte
dereitwillig, hoffentlich iſt der Schaden nicht gros.
Die beiden traten hinter das Blumenzelt, und da
flüſterte die junge Frau der Freundin zu: Ach, es iſt
nichts — ich wollte Dich nur fragen, wie Dir Mr. Catlin
gefällt?
Verwundert blickte Gretchen auf.
Darüber habe ich wirklich nicht nachgedacht —
So? Ich wollte Dir nur ſagen, daß er toll in Dich
verliebt iſt und Dich auf der Stelle heiraten möchte. Er
ließ nicht nach — ich mußte ihn zu Dir führen. Er iſt
märchenhaft reich — ſeine Mutter eine ſehr nette Dame
ich ſaß vorhin bei Scholz mit ihnen zuſammen — alſo,
Margretlein —
Ach, ich denk’ nicht dran —
„Never mind — aber wiſſen mußteſt Du es, damit
ein eventueller Antrag Dir nicht zu überraſchend kommt.
Du weißt, der Amerikaner iſt ein Mann der raſchen
Ent=
ſchlüſſe — und wenn es ſo lichterloh brennt, wie hier bei
Mr. Catlin — — alſo Du biſt orientiert —
Die beiden Freundinnen traten wieder vor. Luſtig
rief Aſta: Der Schaden war glücklicherweiſe nicht ſo groß!
Auf Wiederſehen alſo nachher — Ihren Arm, Mr.
Catlin —
Der verabſchiedete ſich gerade von Margareta und
drückte ihr die Hand ſo heftig, daß es ſie faſt ſchmerzte,
und nkt einem langen Blick in ihr füßes Geſicht ging er.
9. Kapitel.
Gretchen trat zu den Eltern, um ihren alten Platz
wieder einzunehmen. Da hörte ſie gerade, wie der Vater
zu dem Künſtler ſagte:
Alſo, Herr Brand, wir freuen uns wirklich, wenn wir
Sie einmal bei uns ſehen können und rechnen auf Ihren
Beſuch — nicht wahr, Claudia?
Das Herz drohte dem jungen Mädchen vor Freude
faſt ſtill zu ſtehen — der Papa lud den Geliebten ein —
und auch Claudia gönnte ihm einige liebenswürdige
Worte:
Da erklangen die ſchmeichelnden Klänge des Walzers
„Roſen aus dem Süden”.
Ah, man beginnt ſchon zu tanzen, Papa!
Und da regt ſich bei Dir auch gleich die‟ Tanzluſt,
ſcherzte der Major gut gelaunt.
Gedulde Dich, Margareta, Riedberg wird ſchon
kom=
men — er hat ja ſo gut wie ein Recht auf den erſten
Tanz — ſagte Frau Claudia.
Meinſt Du, Claudia? Ich denke doch nicht, entgegnete
Gretchen ruhig, niemals habe ich ihm ein ſolches Recht
eingeräumt — ich verfüge über meine Tänze, wie ich
will
Darf ich mir dann die Bitte um dieſen Tanz erlauhen,
gnädiges Fräulein? fragte da Ernſt, der wohl gemerkt
hatte, wie die Majorin ihn durch ihre Worte abſchrecken
Seite 14,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Nummer 302.
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wollte — und damit hatte ſie gerade das Gegenteil
be=
zweckt.
Gern, Herr Brand — Gretchen nickte dem Vater
freund=
lich zu und legte ihre Hand in den ihr gereichten Arm,
in=
dem ſie mit dem Künſtler dem großen Saal zuſchritt.
Haß= und neiderfüllt ſah Claudia der holden
Mäd=
chengeſtalt nach, die an der Seite Brands ſo ſicher
dahin=
ſchritt, als wäre das ihr gutes Recht!
Iſt es nicht ein gut Teil anmaßend von Brand,
Eber=
hard, daß er Deine Tochter trotz Riedberg zum erſten
Tanz führt? — Man macht dem Manne wirklich zu viel
Avancen — Künſtler ſind leicht eingebildet.
Betroffen ſah der Major bei dem ſcharfen Klang von
Claudias Worten in das erregte Geſicht ſeiner Gattin.
Ah, iſt es Dir nicht recht, daß ich Brand aufgefordert
habe, uns zu beſuchen? Ich muß geſtehen, daß er mir
ſehr ſympaſthiſch iſt — ein Mann von Bildung und
Takt
Und Riedberg, der ſich ſo viel Hoffnung auf Grete
macht und eine paſſende, ſehr gute Partie für ſie ſcheint,
ſcheint eiferſüchtig
Er kann unmöglich böſe ſein, wenn die ausübenden
Künſtler heute abend zuſammenhalten; ihm werden
da=
durch keine Rechte geſchmälert — übrigens kommt er da
auf uns zu — er ſcheint Gretchen wirklich zu ſuchen
Da ſiehſt Du, wie anhänglich er iſt
Der junge Offizier war ſehr enttäuſcht, Gretchen nicht
mehr vorzufinden; ärgerlich nagte er an ſeinem blonden
Bärtchen, während ein ſichtlicher Zug der Enttäuſchung
über ſein Geſicht glitt.
Ja, lieber Baron, wenn die Kunſt in Wettbewerb
tritt — Sie mußten früher kommen, junger Freund —
meinte Claudia, und ſie hätte noch mehr geſagt, wenn
nicht des Gatten Anweſenheit ihr Beſchränkung auferlegt
hätte. Sie wollte Riedberg eiferſüchtig machen, ihn
da=
zu veranlaſſen, in aller Form um die verhaßte Stieftochter
zu werben — dem Baron als Träger eines der älteſten,
vornehmſten Namen konnte man unmöglich einen Korb
geben — das wäre auch gegen den Willen des Majors
geweſen, wenngleich dieſer Margareta in keiner Weiſe
beeinfluſſen wollte. —
Währenddeſſen ſchritt Gretchen am Arm des
Gelieb=
ten dahin. Es war ein ſchönes Paar, und mancher
be=
wundernde Blick folgte den beiden ſo begnadeten
Men=
ſchenkindern, die wie geſchaffen füreinander erſchienen.
Er ſagte, daß es ſein heißeſter Wunſch geweſen ſei,
ihre nähere Bekanntſchaft zu machen, und nun hätte ihm
der heutige Abend dies Sehnen in ungeahnter Weiſe
er=
füllt. Seine Augen blickten ſie dabei ſo wunderbar an,
daß ſie tief das ſchimmernde Köpfchen neigte.
Werden Sie morgen oder vielmehr heute abend im
Theater ſein? fragte er.
Ja, Herr Brand, und ich freue mich darauf.
Ich werde nur für Sie ſingen, gnädiges Fräulein,
ſagte er innig — wie ich ſtets für Sie geſungen habe,
wenn ich Sie im Theater wußte — alles, alles galt
Ihnen
Sie wußte nichts darauf zu erwidern; nur ihre
ſanf=
ten, ſchönen Augen lächelten ihn an, und als er jetzt im
Tanze den Arm um ſie ſchlang, ſo behutſam und weich
und doch ſo unendlich zärtlich, war es ihr, als ob ſie ſich
an ſeine Bruſt ſchmiegen mußte, als ob dort ihr Platz
für ewig wäre! Immer hätte ſie ſo dahingleiten mögen,
von ſeinem Arm umſchloſſen! Einmal ſchlug ſie die Augen
während des Tanzes voll zu auf, und da begegete
ſie einem Strahl ſo heißer, zärtlicher Liebe, daß ſie
erſchauernd die Wimpern niederſchlug; ſie fühlte ſich feſt
an ſeine Bruſt gedrückt — nur einen Herzſchlag lang,
und ihr war, als ob ſeine Lippen ihr Haar ſtreiften, ihren
Namen flüſterten — dann war auch der Tanz ſchon zu
Ende.
Ich danke Ihnen, ſagte er leiſe, es war wunder=,
ſchön.
Am Ausgang des Saales ſtand Lionel Catlin, der
das Paar nicht aus den Augen gelaſſen hatte. Gretchen
erſchrak faſt, als ſein glühender, dunkler Blick ſie traf.
Er trat ihr in den Weg.
Geſtatten Sie, gnädiges Fräulein, daß ich Sie mit
meiner Mutter bekannt mache? — Herr Brand wird mir
verzeihen, wenn ich jetzt ſeine Dame führe — Mr. Catlin
ſprach ein gutes Deutſch mit etwas hartem Akzent.
Sofort trat Ernſt, ſich verbeugend, zurück. Gretchen
bat ihn, ſie für einige Augenblicke bei ihrem Vater zu
entſchuldigen, ehe ſie am Arm Lionels weiter ging.
Hier, Mutter, bringe ich Dir Fräulein von Löwen,
die Virtuoſin
Mrs. Catlin, eine vornehm ausſehende ältere Dame
mit leidvollem Geſicht, ſtreckte ihr beide Hände entgegen.
Endlich wird mir die Freude, mein liebes Fräulein
von Löwen, Ihnen die Hand zu drücken, ſagte ſie herzlich,
Ihr Spiel vorhin hat mich wunderbar ergriffen — wer
lehrte Sie, ſolche Töne zu finden? Einen Augenblick
ſchwieg ſie, indem ſie forſchend in das Geſicht des ſchönen,
blonden Mädchens ſah, dann fuhr ſie fort — und nun
bitte ich Sie, mir einige Minuten Ihrer Gegenwart zu
ſchenken; ich habe mich danach geſehnt, Sie kennen zu
lernen — wie ein Sonnenſtrahl erſchienen Sie mir —
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 302,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912
Seite 15.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.
Nummer 302.
Luftfahrt.
* Gegen den Verkauf eines Parſeval=
Luftſchiffes an England werden jetzt in der
Deutſchen Tageszeitung lebhafte Bedenken geltend
ge=
macht. Die Nachricht, daß die Parſeval=Geſellſchaft ein
mit den neueſten Erfindungen verſehenes Luftſchiff an
England verkauft habe oder verkaufen werde, hat eine
Reihe von Zuſchriften veranlaßt, in denen der
Entrüſt=
ung darüber zum Teil ſehr lebhaft und ſehr ſcharf
Aus=
druck gegeben wird. Durch die Preſſe ging die
Mitteil=
ung, daß die Regierung gegen den Verkauf Widerſpruch
erhoben habe. Dieſe Mitteilung wird von der Tägl.
Rdſch. als unrichtig bezeichnet. Dieſe verſichert, daß
die Lieferung an England nicht nur mit Wiſſen, ſondern
auch mit Billigung der Regierung erfolgt
ſei. Wir machen kein Hehl daraus, daß wir den Verkauf
ſelbſt und die Billigung lebhaft bedauern. Man kann den
Verkauf Kruppſcher Kanonen an fremde Mächte damit
nicht vergleichen, denn die Firma Krupp gibt das
Ge=
heimnis ihrer beſonderen Stahlhärtungsmethoden uſw.
nicht preis, ſo daß keine Geſchützfabrik des Auslandes
ihr eine tatſächlich wirkſame Konkurrenz machen kann.
Bei einem Parſeval=Luftſchiff, das mit den neueſten
Er=
rungenſchaften auf dem Gebiete der Luftſchiffahrt
ver=
ſehen iſt, dürfte die Sache anders liegen. Hier würde
eine Nachahmung recht wohl möglich ſein. Dadurch könnte
der Vorſprung, den Deutſchland auf dieſem Gebiete
er=
freulicherweiſe jetzt noch hat, ſehr bald eingeholt werden.
Aus dieſem Grunde erſcheint das uns in Briefen
ge=
äußerte Bedauern und Befremden wohl berechtigt.
An=
dererſeits wird dagegen ausgeführt, daß die Parſeval=
Geſellſchaft nicht beſtehen könne, wenn ſie lediglich für das
Deutſche Reich arbeiten wolle, es müſſe denn der
Reichs=
tag ein Luftflottengeſetz beſchließen, das auf Jahre
hin=
aus ihr eine ausreichende Beſchäftigung ſichere. Bei der
Zeppelin=Geſellſchaft ſei das etwas anderes, da ſie kein
kapitaliſtiſches Unternehmen ſei, ſondern die Verwaltung
einer Nationalſpende des deutſchen Volkes. Gewiß muß
das billigerweiſe in Betracht gezogen werden. Immerhin
werden aber dadurch die Bedenken nicht beſeitigt, ja nicht
einmal abgeſchwächt. Es müßten doch Mittel und Wege
gefunden werden, die es ermöglichten, daß die Parſeval=
Geſellſchaft nur für Deutſchland arbeite. Selbſt wenn ſie
zu dieſem Zweck ihren Betrieb etwas einſchränken müßte,
wäre das unſeres Erachtens das weitaus kleinere Uebel.
sr. Die Landung eines deutſchen
Flie=
gerunteroffiziers auf franzöſiſchem
Bo=
den wird aus Paris gemeldet. Es handelt ſich um
einen Unteroffizier, welcher der Aviatik=Aktiengeſellſchaft
in Mülhauſen zur Ausbildung zugeteilt worden war
und am Donnerstag nachmittag vom Flugplatz Habsheim
bei Mülhauſen mit dem Ziel Straßburg aufgeſtiegen
war. Der Pilot verfehlte aber die Richtung, überflog
die franzöſiſche Grenze und landete bei Marnay im
De=
partement Rhone=Saone. Der Apparat des
Militär=
fliegers wurde von der Gendarmerie mit Beſchlag
be=
legt. Als Gegenſtück hiervon iſt wieder einmal die
Landung eines franzöſiſchen Ballons auf deutſchem Boden
zu verzeichnen. Es handelt ſich um den bekannten, in
Frankreich lebenden engliſchen Ballonführer Francia, mit
dem die beiden Franzoſen Dubois und Bourgois am
Mittwoch in Paris aufgeſtiegen waren. Der Ballon
lan=
dete in der Nähe von Stendal bei dem Dorfe Jüderitz.
Durch Vermittelung des Kaiſerlichen Aero=Klubs zu
Ber=
lin wurden die drei Ballonfahrer, welche zunächſt von
dem Amtsvorſteher feſtgehalten worden waren, wieder
in Freiheit geſetzt.
* Ein 500 000 Francs=Preis wurde in der
letzten Sitzung des international anerkannten Automobil=
Klubs zu Paris für einen neuen Motoren=
Brenn=
ſtoff ausgeſetzt. Die Delegierten der einzelnen Klubs
kamen dahin überein, daß man einen neuen Betriebsſtoff
erfinden müſſe, den man mit Rohſtoffen, die ſich ſtändig
erneuern, z. B. Alkohol uſw., herſtellen kann, und zwar
in einer Weiſe, daß in Zukunft der Wert dieſer Ware
keinen zu großen Schwankungen unterworfen iſt.
Ein=
gehende Bedingungen der ausgeſchriebenen
Brennſtoff=
konkurrenz ſollen veröffentlicht werden, wenn ſich die
Vereinigung mit den Regierungen der verſchiedenen
Länder verſtändigt hat. Die Delegierten waren nämlich
der Meinung, daß ein derartiger Wettbewerb nur Früchte
tragen könne, wenn die Regierungen ihrerſeits ſich
ver=
pflichteten, das neue Erzeugnis von jeder Abgabe frei
zu laſſen, oder wenigſtens eine Maximalſtufe feſtzuſetzen,
die nicht überſchritten werden darf.
Die Lage des Arbeitsmarktes in Heſſen
und Heſſen=Naſſau im November.
— In der Metallinduſtrie hat anſcheinend die
Nachfrage nach Arbeitskräften im Berichtsmonat etwas
nachgelaſſen. Nach dem Bericht der
Arbeitsvermittlungs=
ſtelle Frankfurt a. M. ſanken die Vermittlungszahlen
gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ziemlich
bedeutend, allerdings auch die Zahl der Arbeitſuchenden.
Alle Arbeitſuchenden, mit Ausnahme von 3, konnten
Stellung erhalten. In Mainz war der Arbeitsmackt
be=
ſonders ungünſtig für Maſchinenſchloſſer; auch für
Bau=
ſchloſſer und Spengler hat er ſich im Vergleich zum
Vor=
monat verſchlechtert. In Offenbach a. M. war der
Be=
ſchäftigungsgrad in der Maſchineninduſtrie ziemlich gut.
In Worms ſind die offenen Stellen weiter etwas
zurück=
gegangen, während die Zahl der Arbeitſuchenden ſtieg.
In der Portefeuille=Induſtrie war die
Beſchäf=
tigungsmöglichkeit in Offenbach a. M. ſehr gut, beſſer als
im gleichen Monat des Vorjahres; beſonders vom
Aus=
lande liefen größere Aufträge ein. Für Sattler und
Tapezierer herrſchte nach den Berichten der
Arbeitsver=
mittlungsſtellen Frankfurt a. M., Kaſſel und Worms
Mangel an Arbeitsgelegenheit. Aus der Induſtrie der
Holz= und Schnitzſtoffe berichtet die
Arbeitsver=
mittlungsſtelle Frankfurt a. M., daß für Schreiner auf
Kundſchafts= und Reparaturarbeiten die
Arbeitsgelegen=
heit günſtig war; ſehr gering dagegen für Bauſchreiner.
In Mainz hat ſich der Arbeitsmarkt für Schreiner weiter
verſchlechtert, mit Ausnahme in der Waggonfabrikation.
Der Bildhauerverein in Mainz berichtet, daß der Ge=
ſchäftsgang eiwas nachgelaſſen habe. Aus der
Indu=
ſtrie der Genußmittel berichtet der
Tabak=
arbeiterverband Gießen, daß der Beſchäftigungsgrad in
der Tabak=Induſtrie in Anbetracht der
Weihnachtsbeſtell=
ungen gut war. In einzelnen Fabriken wurden täglich
Ueberſtunden gemacht; beſondere Neueinſtellungen fanden
allerdings nicht ſtatt. Der Beſchäftigungsgrad im
Bau=
gewerbe war im Verbandsgebiet verſchieden, meiſtens
fand allerdings ein Rückgang ſtatt. Dagegen konnten die
gemeldeten Stellen für Zimmerer nicht alle beſetzt werden.
Auch für Maurer, Glaſer und Dachdecker war genügend
Arbeit vorhanden. Nach dem Bericht des
Holzarbeiter=
verbandes in Mainz hat ſich durch die naſſe
Witterung=
die Bautätigkeit weſentlich verſchoben, weshalb von der
gegenwärtigen Arbeitsloſigkeit zumeiſt die Bauſchreiner
betroffen ſind. In Darmſtadt war die Bautätigkeit ganz
minimal. Die Bauhandwerker ſuchen daher Arbeit als
Taglöhner, doch nehmen die Fabriken dieſe Leute nicht
gerne, da ſie doch nicht Stand halten. Die größte Zahl
der Arbeitsloſen ſtellen die Weißbinder. Im
graphi=
ſchen Gewerbe beſſerte ſich nach dem Bericht des
Buchdruckerverbandes in Frankfurt a. M. der
Geſchäfts=
gang etwas. Nach dem Bericht der
Arbeitsvermittlungs=
ſtelle Frankfurt a. M. ſetzt mit dem Monat November für
das Gaſtwirtsgewerbe die ungünſtige
Arbeits=
marktlage ein. Der herannahende Winter gebietet dem
Stellenwechſel Einhalt. Die Beſchäftigungsgelegenheit
war hierdurch geringer. Die Zahl der feſten Stellen für
Kellner und Köche iſt um wenige höher als im gleichen
Monat des Vorjahres, während die Zahl der Stellen für
Hilfsperſonal etwas zurückgegangen iſt. Gelegenheit für
Aushilfsarbeiter gab es nur an Sonntagen, immerhin
konnte ein großer Teil der Arbeitſuchenden nicht
berück=
ſichtigt werden, weil für ſie paſſende Aushilfen nicht
vor=
lagen. Nach dem Berichte des Arbeitsnachweiſes
Darm=
ſtadt begnügen ſich die Fabriken, welche ſonſt vor
Weih=
nachten eine größere Anzahl von ungelernten
Hilfsarbei=
tern einſtellen, diesmal mit dem eigenen Perſonal. In
Worms war für die ungelernten Arbeiter ſehr wenig
Arbeit vorhanden, es beſteht bei dieſer Berufsgruppe zur
Zeit größere Arbeitsloſigkeit. Arbeitsmangel machte ſich
auch in Oberlahnſtein bemerkbar. In der
Landwirt=
ſchaft war die Vermittlungstätigkeit ſehr gering. Wie
der Kreisarbeitsnachweis Dieburg berichtet, halten die
beſſeren Arbeiter, Knechte uſw., wenn irgend möglich, ihre
jetzigen Stellen feſt, ſo daß eben nur geringere
Arbeits=
kräfte nach Arbeit fragen, die ſehr ſchwer unterzubeingen
ſind. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt hat ſich in Mainz
ein allgemeiner Rückgang bemerkbar gemacht; für
Dienſt=
mädchen wurden 144 Stellen (gegen 210 im Oktober), für
Monatsfrauen 86 (138) neugemeldet. In Worms blieb
die Zahl der arbeitſuchenden Haus= und Dienſtmädchen
gegen den Vormonat auf gleicher Höhe, während die
offenen Stellen etwas zurückgingen. Der erwartete
grö=
ßere Zugang von Mädchen vom Lande iſt nicht recht zur
Geltung gekommen, weshalb auch eine größere Anzahl
Stellen unbeſetzt bleiben mußte. Für Putz=, Waſch= und
Monatsfrauen war die Geſchäftslage ziemlich günſtig,
immerhin blieb ein größerer Teil ohne paſſende Arbeit.
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