Darmstädter Tagblatt 1912


23. Dezember 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Im Reſidenzſchloß zu München fand am Samstag nach=
mittag
2 Uhr die feierliche Eidesleiſtung des
Prinz=Regenten Ludwigvon Bayern ſtatt.
Der hamburgiſche Senat hat eine Vorlage, betr. die
Errichtung einer U niverſit ät in Ham=
burg
, angenommen.
Die franzöſiſche Kammer nahm das Kader=
geſetz
für die Kavallerie mit 305 gegen 76
Stimmen an.
Der König von England empfing am Sams=
tag
im Weißen Saale des Buckingham=Palaſtes in
Gegenwart des Staatsſekretärs Grey die Friedens=
delegierten
.
Das en gliſche Unterhaus hat ſich bis zum 30. Ds=
zember
vertagt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Die deutſche Flugſpende.

Das Komitee der Nationalflugſpende hat in dieſen
Tagen das Ergebnis ihrer Sammlung der Oeffentlichkeit
bekannt gegeben, und nicht nur die näher Beteiligten kön=
nen
hiermit zufrieden ſein, ſondern ganz Deutſchland kann
ſtolz auf die erzielte Summe von 7¼ Millionen blicken, die
einen Beweis für die Opferwilligkeit des deutſchen Volkes
darſtellt. Alle Schichten der Bevölkerung haben ſich er=
freulicherweiſe
beteiligt, Städte, Korporationen, große
Bankinſtitute, gewerbliche Unternehmungen, und ebenſo
auch haben Handwerker und Arbeiter ihr Scherflein bei=
getragen
.
Die Fliegerkunſt iſt eine noch recht junge, den erſten
Verſuchen ſtand man recht mißtrauiſch gegenüber, und nur
nach und nach dank der hervorragenden Leiſtungen hat
man ſich in weiteren Kreiſen für das Fliegerweſen zu er=
wärmen
vermocht, Sobald man aber den hohen Wert der
Flugapparate erkannt hatte, zog man auch bei uns die
Lehren daraus, und in ſtiller, unermüdlicher Arbeit ſind
auf dieſem Gebiete in Deutſchland Rieſenfortſchritte er=
zielt
worden in einem Umfange, der ſelbſt jenſeits der
Vogeſen eingeſtandenermaßen Staunen hervorruft. Bis=
her
glaubte Frankreich auf dieſem Gebiete unerreicht da=
zuſtehen
, Deutſchland rückt indeſſen immer näher heran,
und wenn vielleicht auch noch heute die Franzoſen domi=
nieren
, ſo befürchten ſie doch ſelbſt, in nicht allzu langer
Zeit in des Wortes doppelter Bedeutung von Deutſchland
überflügelt zu werden. Auch das Reſultat der Flug=
ſpende
dürfte bei unſeren weſtlichen Nachbarn einiges
Mißbehagen hervorrufen. Als man dort vor einiger Zeit
gleichfalls zu Flugzwecken ſammelte, ergab die Kollekte
nicht ganz drei Millionen Mark, in Deutſchland weit über
das Doppelte.
Ein Teil der zuſammengebrachten Summe ſoll für die
Anſchaffung von Flugzeugen beſtimmungsgemäß ver=
wandt
werden, und auf dieſe Weiſe werden wir eine Luft=
flotte
erhalten, die für den Ernſtfall unſerer nationalen
Verteidigung ungemein zugute kommt. Auch unſere In=
duſtrie
wird von dieſem Bau Vorteil haben, und durch die
zur Verfügung ſtehende Summe darf eine energiſche För=
derung
des Fliegerweſens erwartet werden, ſoll doch ein
Teil des Betrages für Preiſe verwändt werden, anderer=
ſeits
aber auch den ausübenden Fliegern die Gewißheit
geben, daß für ihre Angehörigen geſorgt ſein wird, wenn
ſie im gefahrvollen Berufe ihr Leben einbüßen. Genaue
Beſtimmungen über die Verwendung im einzelnen ſollen
noch getroffen werden, und man darf zu den Männern des
Kuratoriums, an deſſen Spitze Prinz Heinrich ſteht, das
Vertrauen haben, daß ſie die richtige Auswahl treffen
werden, und man dorf hoffen, daß hierbei unſere Rüſtung
nicht zu kurz kommen wird.
Es iſt in Betracht zu ziehen, daß es nicht immer mög=
lich
ſein wird, neue Flugzeuge im Etat vom Reichstage
einzufordern und dann wird die Möglichkeit, auf die ge=
ſammelten
Privatmittel zurückzukommen, von großem Vor=
teil
ſein. Ganz abgeſehen von den Verwendungszwecken,
iſt es aber als ein überaus erfreuliches Moment zu be=
zeichnen
, daß nach allen zutage getretenen Anzeichen das
Nationalempfinden im deutſchen Volke, an dem man eine

Zeitlang, namentlich nach den letzten Reichstagswahlen,
verſchiedentlich zu zweifeln begann, erneut erſtarkt iſt, und
das Ergebnis der Nationalflugſpende liefert wieder ein=
mal
den Beweis, daß alles zur Stelle iſt, wenn das Va=
terland
ruft.
Das Kuratorium der Nationalflugſpende.
Unter dem Vorſitz des Prinzen Heinrich fand
am Freitag im Reichstagsgebäude die konſtituier=
ende
Sitzung des Kuratoriums der National=
flugſpende
ſtatt. Prinz Heinrich eröffnete die Sitzung mit
einer Begrüßung der Anweſenden und Worten des
Dankes für die Spender, die aus allen Teilen des deut=
ſchen
Volkes ſich zuſammenſetzten, ſowie für den Staats=
ſekretär
a. D. Grafen Poſadowsky und deſſen Mitarbeiter.
Nach Dankesworten des Miniſterialdirektors Lewald
legte der Schatzmeiſter Herr v. Mendelsſohn das bereits
in der Oeffentlichkeit bekannte Ergebnis der Sammlungen
dar, nach dem bisher rund ſieben Millionen Mark geſam=
melt
ſind. Davon liegt der Verwendungszweck von rund
zwei Millionen Mark durch Beſtimmung der Spender
feſt, und zwar ſollen in der Hauptſache Flugzeuge be=
ſchafft
werden, Ueber die Verwendung des Hauptbetrags
von rund 5¼ Millionen Mark hat das Kuratorium zu
beſchließen. Das Kuratorium beſteht aus höchſtens
50 Mitgliedern, von dener. 10 vom Reichskanzler
ernannt werden, die übrigen werden durch das Präſidium
der Nationalflugſpende berufen, und zwar aus allen in
den einzelnen Landesteilen am Flugweſen beteiligten
Kreiſen. Das Kuratorium hat ſich über einen Ver=
wendungsplan
nach einheitlichen Grundſätzen ge=
einigt
, die Geheimrat Albert in längerem Vortrage dar=
legte
. Danach ſollen nicht nur die Zinſen verwendet, ſon=
dern
auch das Kapital ſoll allmählich behufs wirkſamer
Förderung des Flugweſens verausgabt werden. Die
Verwendung darf nicht zur Entlaſtung ſtaatlicher Fonds
erfolgen und hat ſich, da eine Förderung der Luftfahrt
außerhalb des Zweckes der Nationalflugſpende liegen
würde, auf das Flugweſen zu beſchränken. Auf
Grund von Referaten der Herren Euler, Hirt, Bendemann
und Meſſing beſchloß das Kuratorium nach eingehender
Debatte, daß die erſte und wichtigſte Aufgabe die Aus=
bildung
genügend techniſch vorgebildeter Führer in
Verbindung mit der Verſicherung gegen Unfall und
für Todesfälle ſei. Für dieſe Aufgaben ſolle der Haupt=
ſtamm
des Vermögens reſerviert werden, da die Heran=
bildung
einer großen Zahl zuverläſſiger und erfahrener
Flugzeugführer ſowohl für die Induſtrie als auch im
Intereſſe der Landesverteidigung das dringendſte Bedürf=
nis
ſei. Auf techniſchem Gebiete wird im Hinblick auf die
Bedeutung des Motors für das Flugzeug die Aus=
ſchreibung
einesneuen Flugzeugmotoren=
Wettbewerbs beſchloſſen und ferner die Begründung
einer Zentralſtelle zur Erprobung von ſich als brauchbar
erweiſenden Erfindungen in Anlehnung an die Deut=
ſche
Verſuchsanſtalt für Luftfahrt befürwortet. Endlich
ſoll die Errichtung von Flugſtützpunkten gefördert wer=
den
. Die vorliegenden Einzelanträge wurden dem Ver=
waltungsausſchuß
überwieſen. Auf Antrag des Geheim=
rats
v. Böttinger ſollen Mittel der Nationalflugſpende
auch für wiſſenſchaftliche Zwecke verwendet wer=
den
können.

Krankenverſicherung 1911.

Die Hauptergebniſſe der Kranken=
verſicherung
im Jahre 1911 ſtellen ſich wie folgt:
Im Jahre 1911 waren 23 109 Krankenkaſſen vorhan=
den
, 79 weniger als im Vorjahre. Die Zahl der Mit=
glieder
im Durchſchnitt des Jahres betrug 13 619 048, der
Zuwachs an Mitgliedern gegen das Vorjahr rund 550 000.
Die Zunahme zeiat ſich hauptſächlich bei den Ortskranken=
kaſſen
mit 372 000 und den Betriebskrankenkaſſen mit
122000; dann folgen die Innungskrankenkaſſen mit 31 000.
die Gemeindekrankenverſicherung mit 29 000 und die Bau=
krankenkaſſen
mit 400 Mitgliedern. Einen Rückgang in
der Mitgliederzahl zeigen die eingeſchriebenen Hilfskaſſen
mit 3400, und die landesrechtlichen mit 1000 Mitgliedern.
Die Zahl der Erkrankungsfälle mit Erwerbsunfähig=
keit
ſtellt ſich auf 5772388 mit 115 128905 Krankheits=
tagen
. Auf 1 Mitglied kamen durchſchnittlich 0. 42 Erkran=
kungsfälle
und 8,45 Krankheitstage, für die Krankengeld
oder Krankenanſtaltspflege gewährt wurde.
Die ordentlichen Einnahmen (Zinſen. Eintrittsgelder,
Beiträge, Zuſchüſſe, Erſatzleiſtungen, ſonſtige Einnahmen
abzüglich derer für die Invalidenverſicherung ) be=
trugen
412 200 611 Mark, darunter 388 412459 Mark Bei=
träge
ſeinſchl. Zuſatzbeiträge und Eintritsgelder).
Die ordentlichen Ausgaben (Krankheitskoſten. Erſatz=
leiſtungen
, zurückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder,
Verwaltungskoſten ſabzüglich derer für die Invaliden=
verſicherungl
. ſonſtige Ausgaben), beliefen ſich auf
392 524 744 Mark, darunter 357 468396 Mark Krankheits=
koſten
, die ſich verteilen auf: Aerztliche Behandlung
83 754 224 Mark. Arznei und ſonſtige Heilmittel 53 171 234
Mark, Krankengelder 153 582976 Mark. Unterſtützung an
Schwangere und Wöchnerinnen 6 799 157 Mark. Sterbe=
gelder
8525 480 Mark. Anſtaltsverpflegung 51357861
Mork. Fürſorge für Geneſende 277464 Mark. Auf ein
Mitglied kamen durchſchnittlich 26,25 Mark Krankheits=
koſton
.
Die Verwaltungskoſten (abzüglich derer für die In=
validenverſicherung
) betrugen 22189349 Maxk, auf ein

Mitglied durchſchnittlich: bei den eingeſchriebenen Hilfs=
kaſſen
2,82 Mark, den Innungskrankenkaſſen 2,80 Mark,
den Ortskrankenkaſſen 2 45 Mark und den landesrechtlichen
Hilfskaſſen 1,85 Mark. Bei den Betriebs= und Baukranken=
kaſſen
werden ſie faſt ganz von den Unternehmern, in der
Gemeindekrankenverſicherung von den Gemeinden getra=
gen
. Bei allen Kaſſen überhaupt ſtellen ſich daher die
Verwaltungskoſten nur auf 1,63 Mark durchſchnittlich für
das Mitglied
Das Geſamtvermögen betrug rund 313,0 Millionen
Mark (im Vorjahr 296,4), wovon entfielen: auf die Orts=
krankenkaſſen
151,7. die Betriebskrankenkaſſen 127.3, die
eingeſchriebenen Hilfskaſſen 21,8 die Innungskranken=
kaſſen
7,2, die Gemeindekrankenverſicherung 2,9, die landes=
rechtlichen
Hilfskaſſen 1,8 und die Baukrankenkaſſen 0,3
Millionen Mark.
Die ausführliche Darſtellung der Krankenverſicherung
im Jahre 1911 wird in Band 258 der Statiſtik des Deut=
ſchen
Reiches zur Veröffentlichung gelangen, der Ende
Januar 1913 erſcheinen wird.

Deutſches Reich.

Zur Verſicherungspflicht der weib=
lichen
Beamten. Die Verſicherungspflicht der weib=
lichen
Beamten, ſofern ſie mit Penſionsberechtigung an=
geſtellt
ſind, hat das Reichsverſicherungsamt für das Ge=
biet
der Invalidenverſicherung verneint. Dieſe für die
Reichs=, Staats= und Gemeindeverwaltungen ſehr bedeut=
ſame
Entſcheidung wird wohl auch in dem großen Kreife
unſerer feſt angeſtellten Lehrerinnen, Telephoniſtinnen
und aller ſonſtigen Beamtinnen, deren Zahl die Hundert=
tauſend
erheblich überſteigt, freudig begrüßtwerden, daihnen
der Beitritt zur ſtaatlichen Invalidenverſicherung im Hin=
blick
auf ihr Penſionsrecht kaum die ihren Pflichtbeiträgen
entſprechenden Vorteile gebracht hätte. Die Frage ſelbſt
war bisher viel beſtritten. Die Reichsverſicherungsord=
nung
macht nach ihrem Wortlaut die Befreiung von der
Verſicherungspflicht davon abhängig, daß den weiblichen
Angeſtellten außer einem Ruhegehalt für ihre Perſon noch
die Anwartſchaft auf Waiſenrente gewährleiſtet wird.
Praktiſch iſt dieſe Gewährleiſtung der Waiſenrente völlig
bedeutungslos, da die Beamtin im Falle ihrer Verheira=
tung
aus dem Dienſte ausſcheiden würde. Das Reichs=
verſicherungsamt
hat auch in dieſem Falle den Weg zu
einer den praktiſchen Bedürfniſſen Rechnung tragenden
Auslegung des Geſetzes gefunden und damit das Ver=
trauen
auf eine verſtändige Handhabung der geſetzlichen
Vorſchriften nicht getäuſcht.
Keine Einziehung der 25=Pfennig=
Stücke. Berliner Blätter ſchreiben: Der Umſtand, daß
die Reichsregierung einſtweilen von der weiteren Aus=
prägung
der 25=Pfennig=Stücke Abſtand genommen hat,
hat zu der Annahme geführt, daß eine Einziehung der be=
reits
ausgeprägten Stücke beabſichtigt ſei. Dieſe Anſicht
iſt jedoch unzutreffend. Es iſt auch keineswegs die Aus=
prägung
der 25=Pfennig=Stücke grundſätzlich aufgegeben.
Vielmehr wird vorläufig von der durch den Bundesrat
bereits erteilten Ermächtigung zur Ausprägung weiterer
Stücke im Werte von 2½ Millionen Mark Abſtand ge=
nommen
, weil ſich aus den Beſtänden der Reichsbank an
der neuen Münze ergeben hat, daß der Verkehr einſtweilen
kein Bedürfnis nach weiteren 25=Pfennig=Stücken hat.
Im Umlauf befinden ſich gegenwärtig Stücke im Werte
von 7½ Millionen Mark. An anderen Nickelmünzen wer=
den
im laufenden Haushaltsjahr 10=Pfennig=Stücke im
Werte von 5 Millionen Mark ausgeprägt.
Aenderung der bayeriſchen Ver=
faſſung
. Wie aus guter Quelle mitgeteilt wird, ſoll
dem § 21 der bayeriſchen Verfaſſung der Satz eingefügt
werden, im Falle der König unfähig iſt, wegen andauern=
der
unheilbarer körperlicher oder geiſtiger Gebrechen die
Regentſchaſt zehn Jahre lang auszuüben, ſoll dann nach
Ablauf dieſer Friſt die Regentſchaft beendet und die
Thronfolge für eröffnet erklärt werden. Bedenklich bleibt
dieſe Verfaſſungsänderung aber doch. Die liberale
bayeriſche Landtagsfraktion hat in mehrſtündiger
Sitzung die Frage der Aufhebung der Regentſchaft
eingehend erörtert. Man war nicht grundſätzlich dagegen
und will eine Vorlage der Regierung abwarten und ſie
eingehend prüfen. Unerläßliche Vorausſetzung für ihre
Zuſtimmung zur Verfaſſungsänderung und zur Be=
ſeitigung
der Regentſchaft iſt jedoch ein ausreichend ge=
ſichertes
Mitbeſtimmungsrecht analog den Verfaſſungsvor=
ſchriften
über die Einſetzung der Regentſchaft.
Vom bayeriſchen Jeſuitenerlaß. Die
Nachricht der Kölniſchen Zeitung, der Prinz=Regent Luit=
pold
habe von dem Jeſuitenerlaß des Freiherrn v. Hert=
ling
erſt aus den Zeitungen Kenntnis erbalten, wurde von

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer

dem Bayeriſchen Kurier beſtritten, der aber dabei immer
bloß von einer Audienz des früheren Kultusminiſters
Wehner bei dem Regenten ſprach. Jetzt ſchreibt die
Augsburger Abendzeitung:
Nachdem ſich der Bayeriſche Kurier hinſichtlich der
Außerkraftſetzung des Jeſuitenerlaſſes als ſo unzuver=
läſſig
erwieſen hat, wird auch Zweifel an ſeiner Behaup=
tung
, daß über den Geheimerlaß ſeinerzeit dem Regenten
regelrecht Vortrag gehalten worden ſei und dieſer ſein
Einverſtändnis erklärt habe, geſtattet ſein. Der Jeſuiten=
erlaß
Hertlings deckte ſich keineswegs wie der Bayeriſche
Kurier es darſtellt, mit dem, was Wehner den Bundes=
regierungen
angekündigt hatte. Was die Beteiligung des
Regenten an dieſen verſchiedenen Erlaſſen betrifft, ſo wird
es darauf ankommen, wie dieſem die Angelegenheit dar=
geſtellt
worden iſt. Daß man nachträglich an höchſter
Stelle über die Folgen dieſes Vorgehens nicht gerade er=
baut
war, iſt notoriſch.
Der neue württembergiſche Landtag.
Zweifellos wird nun das Präſidium der 2. württember=
giſchen
Kammer auf das Zentrum übergehen, und zwar
auf den bisherigen Vizepräſidenten v. Kiene. Erſter Vize=
präſident
wird der konſervative Abgeordnete v. Kraut
werden, zweiter Vizepräſident ein Mitglied der Volks=
partei
, die bisher ſeit 1895 den Präſidenten geſtellt hatte.
Damit wird der in der parlamentariſchen Geſchichte ge=
wiß
ſeltene Fall eintreten, daß diejenige Parteigruppie=
rung
, die den Präſidenten ſtellt, eben durch dieſe Außer=
gefechtſetzung
eines Mitgliedes in die Minderheit verſetzt
wird. Bei der neuen Zuſammenſetzung des Landtags iſt
im übrigen eine feſte Mehrheitsbildung ausgeſchloſſen.
In allen grundſätzlichen Fragen wird das Ergebnis bis
zum Augenblick der Abſtimmung unſicher ſein, da immer
die Beſetzung des Hauſes entſcheidend ſein wird.

Ausland.

Frankreich.
Die Präſidentenwahl. Die Gruppe der Ge=
einigten
Sozialiſten beſchloß, bei der Präſidentenwahl im
erſten Wahlgange für Vaillant zu ſtimmen, der ihr älteſtes
Mitglied iſt. Die Gruppe der Republikaniſchen Sozialiſten
beſchäftigte ſich mit der durch die Weigerung Bour=
geois’
geſchaffenen Lage und unterzog die etwaigen Kan=
didaturen
einer langen Erörterung, wobei insbeſondere
die Namen Duboſt, Poincaré, Deschanel und Ackerbau=
miniſter
Pams genannt wurden.
Das Kadergeſetz für die Kavallerie.
Die Kammer debattierte über das Kadergeſetz und die
Effektivbeſtände der Kavallerie. Für die Beratung wurde
die Dringlichkeit ausgeſprochen. Der Entwurf bedingt
eine dauernde Nachtragsausgabe von 5 600000 Fres., für
Equipierungsgelder 430000 Fres.
Joſeph Reinach, der Vizepräſident der Armeekommiſ=
ſion
, erklärte, der Entwurf ſehe nur eine Aufſtellung in
den Diviſionen und Verbeſſerung der Inſtruktionen vor.
vermehre aber nicht die Effektivbeſtände, für die ein be=
ſonderes
Geſetz nötig ſei. Er fügte hinzu: Wir müßten
gegenüber der Ueberlegenheit der deutſchen Kavallerie
zur dreijährigen Dienſtzeit für die Kavallerie übergehen.
Warten wir nicht, bis es zu ſpät iſt. Benazet ſagte als
Berichterſtatter: Wenn wir 1870 genügend Kavallerie ge=
habt
hätten, ſo hätten wir bei Rezonville geſiegt und ein
Sedan wäre unmöglich geweſen. Wir wollen unſerer
Kavallerie eine ſtarke Organiſation geben, weil wir deſſen
eingedenk ſind. Die Kavallerie muß die Erkundungen der
Aeroplane ergänzen, von denen ſich ganze Diviſionen in
den Vogeſen und am Rhein verbergen können. Der Be=
richterſtatter
ſprach ſich gleichfalls für die Verlängerung
der Dienſtzeit für die Kavallerie aus. Der Kriegs=
miniſter
erklärte, die Regierung beſchäftige ſich gegenwär=
tig
mit einem Entwurf, der im Parlament einſtimmige An=
nahme
finden könnte. Der Miniſter fügte hinzu, die zur
Beratung ſtehende Vorlage bezwecke nur, den gegen=
wärtig
beſtehenden Zuſtand geſetzlich feſtzulegen, um im
Kriegsfalle unvorhergeſehene Gefahren zu vermeiden. Man
werde neue Mittel von der Kammer fordern zur Anlage
von Uebungsplätzen.
Die Kammer nahm das Kadergeſetz für die Kaval=
lerie
mit 305 gegen 76 Stimmen an.
Durchlöchertes Nickelgeld. Die Kammer
nahm einen Geſetzentwurf an, der darauf hinzielt, die jetzt

gebräuchliche Scheidemünze aus dem Umlauf zu ziehen
und ſie durch durchlöchertes Nickelgeld zu erſetzen.
Belgien.
Das Kontingent in Friedenszeiten
wurde von der Kammer für 1913 auf 100000 Mann feſt=
geſetzt
. Von gewiſſer Seite wurde Proteſt gegen ein
derartiges Vorgehen erhoben, da das neue Militärgeſetz
noch nicht angenommen ſei und das alte eine derartige
umfangreiche Aushebung nicht geſtatte.
Portugal.
Staatsſtreich in Sicht? Die Ankunft des
Miniſterpräſidenten in Porto, die bereits mehrmals an=
gekündigt
, aber ſtets verſchoben worden war, hat eine neue
Verzögerung erfahren. Den Grund will man in einem
in Liſſabon verbreiteten Gerücht von einem bevorſtehen=
den
Staatsſtreich ſehen. In Liſſabon ſtehen bereits ſeit
einigen Tagen die Truppen bereit, um eventuelle Unruhen
mit Waffengewalt zu unterdrücken. Der Staatsſtreich
ſoll eine Folge der Diskuſſion ſein, die von den Anhängern
Alfonſo Coſtas und anderen politiſchen Perſönlichkeiten
hervorgerufen worden ſind. Die letzteren fordern ener=
giſch
die Abdankung des Präſidenten der Abgeordneten=
kammer
, der bisher ihrem Wunſche nicht nachgekommen
iſt. Alfonſo Coſta hat allerdings erklärt, daß er keinerlei
umſtürzleriſche Bewegung unterſtützen werde, doch wird
in den aus Liſſabon eingetroffenen Nachrichten aufs neue
verſichert, daß die Truppen noch immer auf einen Staats=
ſtreich
gefaßt ſind. Der Bevölkerung hat ſich dieſerhalb
eine gewiſſe Unruhe bemächtigt. Die Geſchäfte in der
Hauptſtadt ſind auf ein Mindeſtmaß zurückgegangen, da
man jeden Augenblick erwarten muß, daß bedeutende Er=
eigniſſe
ausbrechen.
Rußland.
Die Vervollkommnung der Wehrkraft
Rußlands. Im Reichsrat wiederholte Kokowzow in
einſtündiger Rede die in der Dumaſitzung vom 18. De=
zember
gegebenen Regierungserklärungen und wies zum
Schluß auf die zahlreichen Geſetzesvorlagen hin. Ein
weſentlicher Fehler ſei, daß ihre Zahl zu groß und die
Kräfte Rußlands auf abſehbare Zeit überſtiegen. Dies ſei
kein Wunder. Rußland ſei groß, wie auch ſeine Lebens=
anſprüche
groß ſeien. Groß ſei auch das Bedürfnis nach
der Löſung verſchiedener Aufgaben des kompliziert ge=
wordenen
Lebens. Die Regierung ſei bereit, alle Kräfte
einmütig mit den geſetzgebenden Inſtitutionen zu gemein=
ſchaftlicher
Arbeit herzugeben, um Geſetze zu ſchaffen, die
den Forderungen des Staats= und Geſellſchaftslebens ent=
ſprächen
. Der Reichsrat nahm dann ohne Debatte mit 76
gegen 59 Stimmen folgende Uebergangsformel an, die von
64 Reichsräten vorgeſchlagen war:
Nach Kenntnisnahme der Deklaration erkennt der
Reichsrat an, daß zwecks Sicheruna der Lebensintereſſen
und hiſtoriſchen Traditionen des Vaterlandes ſowie der
allſeitigen Wahrung ſeiner Ehre und Würde möglichen
Angriffen gegenüber beſondere Aufmerkſamkeit und Sorg=
falt
ſeitens der geſetzgebenden Inſtitutionen zu widmen
und Maßregeln zu treffen ſind, die auf Vervollkommnung
und Entwicklung der Wehrkraft des Reiches und Ver=
beſſerung
ihrer Organiſationen ſowie auf die weitere mo=
derne
, allſeitige und kriegstechniſche Ausgeſtaltung von
Armee und Flotte gerichtet ſind. Der Reichsrat hält es
für ſeine Pflicht, derartige Regierungsvorlagen, ſowie
Maßregeln, die die Hebung des Wohlſtandes der Bevöl=
kerung
und die Feſtigung der Ordnung, Ruhe und Geſetz=
lichkeit
bezwecken, zu unterſtützen.
Japan.
Zum Miniſterwechſel. In dem Streit zwi=
ſchen
Parlament und Militärpartei hat dieſe den Sieg
davongetragen. Der Vermittler des Geheimvertrages mit
Rußland über die Mandſchurei und Mongolei, Fürſt Kat=
ſura
, der bisherige Großſiegelbewahrer und erſte Berater
des neuen Kaiſers Joſhihito, hat auch der Form nach die
Leitung der Geſchäfte übernommen und an Stelle des
zurückgetretenen Marquis Saonji ein neues Miniſterium
gebildet. Als Miniſter des Auswärtigen hat er einen
der bedeutendſten Diplomaten Japans gewonnen, den

ger Botſchafter in London
Baron Katr
watiſchen Vierbundes genau
mit den Abſr.
Zihm das Marineminiſteriun
vertraut iſt. Ba,
an und hatte eineinferenz mit den Admiralen. Späte
wurde mitgeteilt, daß Saito das Portefeuille abgelehn
hätte, da die Admirale eine Vergrößerung der Rüſtungen
für notwendig hielten. Fürſt Katſura begab ſich darauf
in den Palaſt, wo eine Beratung der Genros ſtattfand
Der Premierminiſter hatte ferner eine Unterredung mit
dem Kaiſer, der alsdann Baron Saito zu ſich berief und
ein Edikt erließ, das ihm befahl, im Amte zu bleiben
Hierauf wurde das neue Kabinett formell eingeführt.
Prinz Fuſhimi wurde Großſiegelbewahrer und Prinz
Tahatſuta zum Oberſtkämmerer ernannt.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. Dezember.

* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Freitag vormittag 11 Uhr im
Neuen Palais den Profeſſor Dr. Biermann. Nachmittags
2 Uhr empfingen Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
Frau Oberhofprediger Ehrhardt. (Darmſt. Ztg.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Leutnant Frhrn
v. Hadeln von der Schutztruppe für Südweſtafrika, den
Maſchinenfabrikanten und Handelsrichter E. Schenck, den
Dr. Preetorius von München, den Bibliothekar und
Privatdozenten an der Univerſität Gießen Dr. Hepding,
den Reallehrer Spielmann von Worms, den Kommerzien=
rat
W. C. Fiſcher von Mannheim, den Werkmeiſter
Steinbrecher von Butzbach, den Diplom=Ingenieur
v. Nariſchkine, die Sanitätsräte Dr. Pullmann und
Dr. Liebenow von Offenbach, den Kommerzienrat Schmahl
von Mainz, den Hauptlehrer Würtenberger und den
Fabrikanten Heim von Ober=Ramſtadt, den Landwirt
Möhn und den Gemeindeeinnehmer Mohr von Lauben=
heim
, den Kreisſchulinſpektor Baldauf von Büdingen,
den Oberlandesgerichtsrat Schilling=Trygophorus, den
Präſidenten des Karnevalvereins Rechtsanwalt Dr. Reen
und den Vizepräſidenten desſelben Vereins H. Ströning
von Mainz, den Betriebsinſpektor Kohl vom Philipps=
hoſpital
bei Goddelau, den Lehrer Wagner von Gau=
Weinheim; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Kabinettsſekretär Dr. Wehner
* Ernannt wurde der Großh. Steueraufſeher Konrad
Weppler zu Darmſtadt vom Tage ſeines Dienſtan=
tritts
an zum Pfandmeiſter für den Beitreibungsbezirf
Michelſtadt und der Großh. Steueraufſeher Konrad
Stier zu Gießen vom Tage ſeines Dienſtantritts an
zum Pfandmeiſter für den Beitreibungsbezirk Nidda.
* Erledigte Stellen. Die Stellen je eines Steuer=
aufſehers
bei den Großh. Hauptſteuerämtern Darm
ſtadt und Gießen. Schluß der Meldefriſt: 28. De=
zember
1912. Bis zu dieſem Zeitpunkt müſſen etwaige
Bewerbungen durch Vermittelung des vorgeſetzten
Hauptſteueramts der Großh. Miniſterialabteilung für
Steuerweſen vorgelegt ſein.
g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich am Sams=
tag
mit der Berufung gegen eine Entſcheidung des Kreis=
ausſchuſſes
Groß=Gerau betreffend Herſtellung de
Weges von Trebur durch die Unterau und
Hohenau nach dem Rhein. Der Weg bildet die
einzige Zufahrtsſtraße aus dem Kreife Groß=Gerau nach
dem Rhein. In der Gemeinde Trebur iſt dieſer Weg ge=
pflaſtert
, die Fortſetzung durch die Gemarkung Aſtheim
chauſſiert und das reſtliche Stück, das zwiſchen den Gemar=
kungen
der Unterau und Hohenau führt, war urſprünglich
ebenfalls chauſſiert, befindet ſich aber ſchon ſeit Jahren in
einem ſehr verbeſſerungsbedürftigen Zuſtand. Dieſer Teil
des Weges iſt ein Privatweg der beiden anliegenden
Auen, der von jedermann und jederzeit benutzt werden
kann, die Anlieger (nach Artikel 32 des Kunſtſtraßengeſetzes
ſind zur Unterhaltung des Weges verpflichtet. Im Jahre
1854 wurden die vier ſelbſtändigen Gemarkungen Unterauf
Hohenau, Oberau und Ludwigsau durch Kataſtereintrag
zu der Gemarkung Treburer Auen verſchmolzen. Durch
Urteil des Kreisausſchuſſes vom 30. November 1909 wur=
den
die vier Auen als gemeinſchaftlich zur Unterhaltung
des Wegeteils verpflichtet anerkannt. Auf Grund einet
Verfügung des Miniſteriums des Innern, durch die der
Gemarkung Treburer Auen die Rechte einer juriſtiſchen
Perſon verliehen wurde, war im Jahre 1901 ein Vertre=
tungsvorſtand
gewählt, der aus dem Vertreter der da
maligen Oberförſterei Trebur, dem Bürgermeiſter von
Trebur und als Vertreter der Auenbeſitzer Herr
Landgerichtsdirektor i. P. Küchler gebildet wurde

Zu Ph. H. F. Walthers
100jährigem Geburtstag.
Von Stadtpfarrer D. Dr. Wilh. Diehl.

Die Darmſtädter Ortsgeſchichtsforſchung hat eine ganz
eigenartige Vergangenheit. Während andere Orte der
Umgebung, ſelbſt Dörfer kleineren Umfangs, ihre alten
Chroniken beſitzen, die wenn auch mitunter mangelhaft
und unter einſeitigen Geſichtspunkten geführt uns ein
Stück Ortsgeſchichte vor Augen führen, hat man es dazu
in Darmſtadt weder im 17. noch im 18. Jahrhundert ge=
bracht
. Merkwürdig iſt inſonderheit, daß von der Hand
der alten Darmſtädter Pfarrherren abgeſehen von ge=
legentlichen
und zwar geringen ortsgeſchichtlichen Einträgen
in die Kirchenbücher chronikaliſche Aufzeichnungen,
die uns von dem Darmſtadt des 16., 17. und 18. Jahrhun=
derts
Kunde bringen, überhaupt nicht vorliegen, wahrend
für die meiſten Pfarreien um Darmſtadt kirchliche Saal=
bücher
vorhanden ſind oder vorhanden waren, in denen
ſich die Geiſtlichen vergangener Zeiten mit Einträgen, die
das Gebiet der Ortsgeſchichte berühren, zu Nutz und From=
men
der Nachwelt z. T. ausgiebig verewigt haben. Erſt
im 19. Jahrhundert iſt dies anders geworden. Es iſt
eine lokale Geſchichtsſchreibung entſtanden, die ſich bemüht,
hinter die Vergangenheit des Gemeinweſens zu kommen,
das ſich dem Zeitgenoſſen als die großherzogliche Reſi=
denz‟
Darmſtadt darſtellte. Und heute ſteht es mit dieſer
Forſchung ſo, daß man von einer Blütezeit der Darmſtädter
Lokalgeſchichte reden kann.
Die Entwicklung der Darmſtädter Ortsgeſchichtsfor=
ſchung
im 19. Jahrhundert hebt an in den beiden erſten
Jahrzehnten. Fruchtbringend waren da beſonders die
Jahre von 1815 bis 1825. Es entſtanden damals und
wurden durch den Druck in die Oeffentlichkeit gebracht die
noch heute beachtenswerten Schriften: Ph. Dieffen=
bach
, Verſuch einer Geſchichte der Reſidenzſtadt Darm.

ſtadt, Ph. Aug. Pauli, Darmſtadt eine Skizze und
Gemälde von Darmſtadt, Joh. Hch. Zehfuß, Alter=
thümlichkeiten
der Reſidenz Darmſtadt‟ Den Höhepunkt
erreichte die Forſchung in den 50er Jahren, in der Zeit, da
in Heſſen=Darmſtadt die Beſchäftigung mit der Ortsge=
ſchichte
zum guten Ton gehörte, da z. B. auch unſere Pfarr=
chroniken
in der evangeliſchen Kirche auf obrigkeitlichen
Befehl hin der durch den damaligen Beedenkircher Pfarr=
verweſer
Kayſer (ſpäter Pfarrer in Stockſtadt) veranlaßt
war, angelegt wurden. Für Darmſtadt ſtellt ſich dieſer
Höhepunkt in dem Erſcheinen eines Buches dar, das den
merkwürdigen Titel hat: Der Darmſtädter Anti=
quarius
. Geſchichts= und Sitten=Bilder
aus Darmſtadts vergangenen Zeiten von
Dr. Ph. A. F. Walther, Cabinets= und Hof=
Bibliothekar und im Jahr 1857 im Verlag der
G. Jonghausſchen Hofbuchhandlung erſchien. Von dieſem
Buche und ſeinem Verfaſſer heute zu reden, erfordert die
Pflicht der Dankbarkeit. Am 25. Dezember ſind es
100 Jahre, daß der Verfaſſer des Antiquarius geboren
ward. Die Ehrung, die ich dem Andenken dieſes Mannes
zugedacht habe, ſoll darin beſtehen, daß ich nach einigen
biographiſchen Notizen zeige, daß es wirklich bahn=
brechende
Arbeit war, die Walther mit ſeinem Darm-
ſtädter
Antiquarius geleiſtet hat.
Philipp Alexander Ferdinand Walther iſt, wie bereits
erwähnt, am 25. Dezember 1812 geboren. Er ſtammte von
Darmſtadt, wo ſein Vater als Muſeumsbeamter (zuletzt
als Inſpektor) wirkte. Nach dem Beſuche des Darmſtädter
Gymnaſiums ſtudierte Walther in Gießen Theologie.
Dort beſtand er am 10. Juni 1833 als Zwanzigjähriger ſein
Fakultätsexamen zuſammen mit Jakob Ittmann von
Groß=Umſtadt, Karl Wolf von Wieſeck, Wilhelm
Thurn von Darmſtadt und Karl Kayſer von Wörr=
ſtadt
. Von ſeinen Examensgenoſſen war der letztgenannte
ein älterer Bruder des oben erwähnten Pfarrers Kayſer
von Stockſtadt, dem die für die heſſiſche Kirchengeſchichts=
forſchung
ſo überaus wichtige obrigkeitlche Verfügung, die
Anſage von Pfarrchroniken betreffend, zu danken iſt. Ob=

wohl Theologe, trat Walther in den Kirchendienſt nicht ein.
Er ward zuerſt Lehrer. Wir treffen ihn in den nachſten
Jahren in der Stellung eines Hofmeiſters bei einer eng=
liſchen
Familie, die er auf ihren Reiſen in die Niederlande,
Frankreich und England begleitete. Nach einem längeren
Aufenthalt in England kehrte Walther nach Darmſtadt zu
rück und ward hierauf 1835 Gehilfe bei der Hofbibliothek,
1836 Hofbibliothekſekretär, 1850 Hofbibliothekar, 1873 Hof=
bibliothekdirektor
. 1885 trat er in den Ruheſtand, 1887
ſtarb er.
Walthers wiſſenſchaftliche Veröffentlichungen, deren er
eine große Zahl im Druck erſcheinen ließ, bewegten ſich von
Anfang an faſt ganz auf dem Gebiete der heſſiſchen Ge=
ſchichte
. Beſondere Beachtung verdient gleich das erſte
größere Werk, das er im Jahr 1841 bei Jonghaus in Darm=
ſtadt
erſcheinen ließ: Das Literäriſche Handbuch für Ge=
ſchichte
und Landeskunde von Heſſen im Allgemeinen und
dem Großherzogthum Heſſen insbeſondere. Es iſt, wie
ſein Name beſagt, eine Zuſammenſtellung der geſchichtlichen
und landeskundlichen Literatur des Großherzogtums Heſ
ſen und gibt die Titel und Nachweiſe von weit über 2000
Büchern und Schriften an, in denen der Forſcher ſich über
das geſamte Gebiet der heſſiſchen Geſchichte, einſchließlich
der Kirchen=, Schul= und Ortsgeſchichte, Rats erholen kann
Das Werk, zu dem 1850, 1855 und 1869 Supplemente er
ſchienen (das Supplement von 1855 bringt ſehr beachtens
werte Beiträge zur Kenntnis der handſchriftlichen
Literatur über Geſchichte und Landeskunde im Gr. Heſſen
gehört noch heute zu den beſten Büchern, die wir auf dem
Gebiet der heſſiſchen Geſchichte beſitzen. Es iſt für den
Forſcher einfach unentbehrlich. An dies erſte größere Wer
reihten ſich andere, neben einer großen Reihe von Studien
und Aufſätzen, an. Von den Arbeiten, die im Archiv für
heſſiſche Geſchichte und Altertumskunde erſchienen, ſeien
nur erwähnt: Landgraf Philipp genannt der Dritte oder
auch von Butzbach ſowie die Geſchichte der Gr. Hofbib=
liothek
in Darmſtadt (in Band 11), Die große Land=
gräfin
, Landgräfin Caroline von Heſſen=Darmſtadt und
Die Hofſchule Georgs II. (in Band 13). Von ſelbſtändig

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Seite 3.

Dieſer Ausſchuß legte gegen das Urteil des Kreis=
ausſchuſſes
Berufung ein. Da jedoch die neun=
jährige
Dauer der Vertretung im Jahre 196 zu Ende
ging, wurden am 28. März 1910 dieſelben Mitglieder
neugewählt. Nunmehr beſchloß der Vorſtand gegen die
Stimme des Forſtmeiſters Kutſch, des Vertreters der Ober=
förſterei
, die Berufung nicht zu verfolgen und das Urteil
rechtskräftig werden zu laſſen, damit die Sache endlich ein=
mal
aus der Welt geſchafft werde. Forſtmeiſter Kutſch be=
ſtreitet
, daß die Vertretung berechtigt ſei, die Berufung
zurückzunehmen, da es ſich um ſelbſtändige Gemarkungen
handele. Landgerichtsdirektor Küchler beſtreitet, daß die
Ludwigsau das Recht habe, für ſich Berufung zu verfolgen,
da dem Vorſtand der Gemarkung Treburer Auen die Be=
fugniſſe
der Vertretung einer juriſtiſchen Perſon verliehen
ſei. Es habe alſo lediglich dieſer Vorſtand das Recht, Be=
rufung
einzulegen. Der Provinzialausſchuß, der ſich zu=
nächſt
nur mit dieſer formellen Frage befaßte, beſchloß
die Sache durch Zurücknahme der Berufung für erledigt zu
erklären. Die Koſten des Verfahrens fallen der juriſtiſchen
Perſon, der Gemarkung Treburer Auen zur Laſt. Der Do=
manialverwaltung
als Beſitzerin der Ludwigsaue ſei das
damalige Urteil des Kreisausſchuſſes als Beteiligte noch
nicht zugeſtellt und von dieſer ſei infolgedeſſen auch kein
Rekurs erfolgt. Damit ſei dem Provinzialausſchuß keine
Möglichkeit gegeben, auf die Frage, ob die Ludwigsau Be-
rufung
verfolgen kann oder nicht, einzugehen.
Der Dienſtknecht Adam Arnold war unbeſtritten bis
zum 8. Oktober 1911 mehrere Monate in Bürſtadt in Stel=
lung
. Am Vormittag des 9. Oktober frug Arnold bei der
Speditionsfirma Kraft in Bensheim an, ob er Arbeit be=
kommen
könne. Es wurde ihm erklärt, daß er gleich da=
bleiben
könne. Er ging jedoch nochmals nach Bürſtadt,
um ſeine Kleider zu holen. Am ſelben Tage 9 Uhr abends
kam er dann zum Stall und wollte die Pferde füttern.
Beim Futterholen ſtürzte er vom Scheunenboden herab
und wurde erſt am andern Morgen aufgefunden. Er
mußte wegen der erlittenen Verletzungen vom 10. bis zum
30. Oktober im Krankenhaus Bensheim behandelt werden.
Auf Grund von § 32 des Unterſtützungsgeſetzes bezahlte
Bensheim die Koſten in Höhe von 31.50 Mk., die ihm
dann vom Ortsarmenverband Bürſtadt erſtattet wurden.
Bürſtadt klagt nun gegen die Ortskranken=
kaſſe
Bensheim mit der Begründung, daß Arnold
bereits in krankenverſicherungspflichtiger Tätigkeit ſich be=
fand
. Durch die Zeugenausſagen wird dieſe Behauptung
gerechtfertigt und der Provinzialausſchuß verurteilte dar=
aufhin
die Ortskrankenkaſſe Bensheim zur Erſtattung der
Koſten von 31.50 Mk. und zur Tragung der Koſten des
Verfahrens.
Der Gaſtwirt Auguſt Dreute aus Eiſerfeld (Kreis
Siegen) wohnhaft zu Offenbach, ſucht um Erlaubnis
zum Betriebe einer Schankwirtſchaft mit
Branntweinausſchank im Hauſe Taunusſtraße 1 zu Offen=
hach
nach. Es handelt ſich um eine beſtehende Wirtſchaft,
der Geſuchſteller hatte bisher eine Wirtſchaft in Winsdorf.
Die Bedürfnisfrage, die lediglich wegen des Branntwein=
ausſchankes
erforderlich iſt, wurde vom Verfaſſungs= und
Vermögensausſchuß bejaht, ebenſo wurden die übrigen
polizeilichen Anforderungen als erfüllt angeſehen. Das
Kreisamt und das Polizeiamt haben jedoch in ſittlicher
Beziehung Zweifel an der Perſönlichkeit des Geſuchſtellers
und ſtellten deshalb die Genehmigung dem Provinzialaus=
ſchuß
anheim. Dreute iſt mehrere Male mit Uebertretungs=
ſtrafen
belegt worden und ein gegen ihn eingeleitets Ver=
fahren
wegen Kuppelei wurde eingeſtellt. Der Provinzial=
ausſchuß
lehnte das Geſuch ab unter Verurteilung
des Geſuchſtellers in die Koſten des Verfahrens.
g. Schöffengericht. Wegen eines Krawatten=
diebſtahls
hatte ſich am Samstag der ruſſiſche Stu=
dent
Joſeph Landau aus Warſchau vor dem Schöffen=
gericht
zu verantworten. Er ſoll am Tage der Beerdigung
des Studenten Weiſer in einem Geſchäft bei Einkäufen
zwei Krawatten heimlich zu ſich genommen haben. Er
gibt an, er könne ſich der Vorgänge an dem fraglichen
Tage nicht mehr erinnern, da er durch die Beerdigung
ſeines Freundes Weiſer ſehr erregt geweſen ſei. Er wurde
deshalb auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht. Die Unter=
ſuchung
hat ergeben, daß Landau wohl geiſtig etwas
minderwertig ſei, aber der ſtrafausſchließende § 51 des
Strafgeſetzbuches ſei nicht in Anwendung zu bringen.
Der Amtsanwalt beantragte demgemäß fünf Tage Ge=
fängnis
. Das Gericht erkannte auf 1 Tag Gefängnis.
Vom Senat wurde Landau vor einiger Zeit auf 4 Jahre
relegiert.
g. Strafkammer. Das bekannte geflügelte Wort:
Erſtens habe ich keinen Topf geliehen, zwei=
tens
hat der Topf ſchon ein Loch gehabt, als ich ihn ge=
liehen
habe, und drittens habe ich ihn ganz wieder zurück=
gegeben
, nahm der Taglöhner Johann Weber aus
Erlenbach am Samstag vor der Strafkammer ſinngemäß
für ſich in Anſpruch. Er war vom Schöffengericht mit
zwei Geldſtrafen von je 3 Mark belegt worden, weil er

nach beeidigten Zeugenausſagen mit der brennenden
Tabakspfeife zweimal in die Scheune gegangen war.
Gegen dieſes Urteil legte er nun Berufung ein, indem er
in Abrede ſtellte, in der Scheune geraucht zu haben.
Ueberdies habe er ſeine Pfeife mit einem dichten Deckel
verſchloſſen gehabt. Die Strafkammer erkannte auf Frei=
ſpruch
, da zwar erwieſen ſei, daß Weber in der
Scheune geraucht, aber zweifelhaft ſei es, ob die Pfeife
geſchloſſen geweſen ſei. Der bereits rückfällige 43jährige
Taglöhner Johann Bajus von hier hat in einem hieſi=
gen
Möbelgeſchäft eine Kokosmatte im Werte von 10 Mk.
entwendet, ferner eine geliehene Schrotleiter für ſich be=
halten
und einen von einem Schreinermeiſter geliehenen
Handwagen im Werte von 75 Mark an den 41jährigen
Schuhmacher Joſeph Kraft verkauft. Dieſer mußte
aus dem geringen Preis zweifellos erſehen haben, daß
der Handwagen nicht Eigentum des Bajus ſei. Er wurde
deshalb wegen Hehlerei zu 4 Monaten und Bajus zu
10 Monaten Gefängnis verurteilt. Beiden wur=
den
je drei Monate der Unterſuchungshaft in Anrechnung
gebracht.
Von der Techniſchen Hochſchule. Der Diplom=
Ingenieur Ernſt Grödel aus Frankfurt a. M. hat ſich
am 19. Dezember an der hieſigen Techniſchen Hochſchule
der mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung im Maſchinen=
baufach
mit Erfolg unterzogen. Der Diplom=Ingenieur
Wilhelm Frey aus Eppingen hat ſich am 20. Dezember
an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der mündlichen
Doktor=Ingenieur=Prüfung unterzogen und dieſelbe
gut beſtanden.
Gewerbemuſeum. Die Puppenaus=
ſtellung
hat eine ſehr intereſſante Bereicherung er=
fahren
durch eine Auswahl, die Herr Oberleutnant
Deiß aus einer etwa 1000 Blatt zählenden Samm=
lung
von Soldatenbilderbogen zur Aus=
ſtellung
geliehen hat. Die ausgeſtellte Auswahl um=
faßt
einen Zeitraum von etwa 150 Jahren. Die älteſten
Bogen, in Holzſchnitt und Kupferſtich, ſtammen noch aus
dem 18. Jahrhundert. Später wird dann die Litho=
graphie
die führende Kunſt, heute werden die Bogen,
deren künſtleriſche Belebung ſich gegenüber dem vorher=
gehenden
Jahrzehnten deutlich zeigt, in Strichätzung her=
geſtellt
. Ueber die Herſtellungsorte der Bogen und ihre
Bedeutung für die Uniformgeſchichte ſollen nähere Hin=
weiſe
folgen. Die Maler= und Gewerbeſchule
Bensheim a. d. B. hat im Gewerbemuſeum eine
kleine Ausſtellung bemalter Holzkäſtchen, Spanſchachteln
und Körbchen veranſtaltet, die von Schülern der Klaſſe
des Herrn Malers Hamann angefertigt ſind. Die
Arbeiten zeigen, wie gut es Herr Hamann verſteht,
ſeine Schüler an gegebenen Aufgaben zur freien Ver=
wendung
geeigneter Techniken und zum unbefangenen
Ausdruck ihres dekorativen Empfindens anzuleiten. Die
Arheiten zeigen zwei verſchiedene Techniken: die Span=
ſchachteln
ſind gebeizt, die Dekoration iſt mit weißer
Leimfarbe aufgemalt und mit Hilfe des Auskratzver=
fahrens
weiter ausgeführt. Die Käſtchen ſind bunt mit
Oelfarben bemalt; auch hier iſt die Auskratztechnik in
weitem Umfang zu Hilfe genommen. Die Arbeiten ſind
verkäuflich, ſie eignen ſich ausgezeichnet zum Füllen mit
Pralinés u. drgl., wie man ſie gerne unter den Weih=
nachtsbaum
legt.
* Dienſtjubiläum. Montag, den 23. Dez., feiert Frau
Hebamme Dorothea Kröh, Hochſtraße 44, ihr 40jähriges
Dienſtjubiläum.
Im Silberkranz. Der Großh. Hochbauamts=
diener
Gottfried Krüger hier begeht am erſten Weih=
nachtsfeiertag
mit ſeiner Gattin in beiderſeits körper=
licher
Rüſtigkeit das Feſt der Silbernen Hochzeit.
D. Verſetzung des Liebig=Denkmals. Die Arbeiten
wegen Entfernung des Liebig=Denkmals am alten Bahn=
hof
und Verſetzung desſelben an ſeinen neuen Standort
haben bereits begonnen.
Neujahrs=Entſchuldigungskarten. Auf dem
Bureau des Großh. Polizeiamts (Hügelſtraße 31/33,
Zimmer Nr. 17) ſind Neujayrs= Entſchuldigungs=
karten
zum Beſten der Kleinkinderſchule erhältlich.
Sektion Darmſtadt, Deutſcher und Oeſterreichiſcher
Alpenverein. In der Monatsverſammlung ſprach
Herr Fabrikdirektor Mengeringhauſen unter Be=
nutzung
des Epidiaſkops im Saale für Naturwiſſen=
ſchaft
des Großh. Realgymnaſiums, der gütigſt zur Ver=
fügung
geſtellt worden war, über das Gebiet der unteren
Donau, mit beſonderer Berückſichtigung der Katarakten=
ſtrecke
Eiſernes Tor‟ Durfte allein ſchon die Behand=
lung
dieſer Gegenden unter den heutigen politiſchen Ver=
hältniſſen
große Anziehungskraft ausüben, ſo mußte der
Umſtand, daß der Vortragende, faſt zehn Jahre bei der
Donauregulierung tätig, auf Grund eigener eingehender
Kenntniſſe ſprach und durch die Anſchauung prächtiger
Bilder unterſtützt wurde, den Darbietungen einen ganz be=
ſonderen
Wert verleihen. Nach einer Beſprechung der
Reiſegelegenheiten, die Donau abwärts von Paſſau über

Wien und Peſt, fand die Kataraktenſtrecke des mächtigen
Stromes mit ihren großartigen wilden Landſchaftsbildern
eingehende Würdigung. Ein Ausflug nach dem in tiefer
Felsſchlucht gelegenen Herkulesbad und der Aufent=
halt
in Orſova gab Gelegenheit, anziehende Bilder von
Land und Leuten vorzuführen. Den Abſchluß bildeten
zahlreiche Anſichten, die den ſchwierigen Bau des Kanals
veranſchaulichten. Reicher, auch vom Vorſitzenden in
Worte gefaßter Beifall lohnte die intereſſante Darbietung.
Bund Deutſcher Architekten Ortsgruppe
Heſſen. In Darmſtadt wurde vor kurzem eine Orts=
gruppe
Deutſcher Architekten gegründet, die das ganze
Großherzogtum Heſſen umfaßt. Der Bund erſtrebt die
Vereinigung der ihren Beruf als Künſtler ausübenden
Architekten zum Schutz ihrer Arbeit und zur Hebung
ihres Anſehens. Auch in Heſſen iſt für die Beſtrebungen
des Bundes weiter Raum zur Betätigung. Von dem
Gedanken ausgehend, daß in den Händen der ſelbſtändig
künſtleriſch ſchaffenden Architekten, die nicht von dem
einſeitigen Intereſſenſtandpunkt des Unternehmertums
beherrſcht ſind, die Pflege der Baukunſt im Sinne der
Schaffung eines einheitlichen Stils ruht, hat ſich die
Ortsgruppe zur Aufgabe geſetzt, durch Aufklärung und
Beteiligung am öffentlichen Leben Einfluß auf die bau=
lichen
Gepflogenheiten und die Bauordnungen zu ge=
winnen
und dadurch einem künſtleriſchen Schaffen Feld
zurückzuerobern, das jetzt vielfach vom Baupfuſchertum
der Unternehmer beherrſcht wird. Auf der anderen
Seite will der Bund dem Monopol der Baubeamten
weltlicher und kirchlicher Behörden begegnen, indem er
bei öffentlichen Bauten dorauf dringt, daß die Ent=
würfe
in der Regel einem Wettbewerb unterworfen
werden. Der Vorſtand der Ortsgruppe Heſſen be=
ſteht
aus den Herren: k. Vorſitzender Prof. Wienkoop,
Direktor der Landesbaugewerkſchule, Schriftwart Arch.
Stumpf, Säckelmeiſter Arch. Schäfer, Beiſitzer Prof.
Metzendorf und Körner.
* Weihnachtsfeier in der Stadtkirche. Am zweiten
Weihnachtsfeiertag, abends 6 Uhr, veranſtaltet in der
Stadtkirche der Evangeliſche Kirchengeſangverein eine
Weihnachtsfeier, bei der folgende Chor= bezw. Orgelſätze
zum Vortrag kommen: Orgel: Weihnachten op. 55 von
Max Gulbins; Paſtorale von J. S. Bach. Chor: Freut
euch, ihr lieben Chriſten von L. Schröter; Es iſt ein
Ros entſprungen und Dem neugeborenen Kindelein
von M. Prätorius; Vom Himmel hoch da komm ich
her, Satz von A. Mendelsſohn; Ich liebe Jeſum von
J. S. Bach (Wüllner); Ich lag in tiefer Todesnacht
von J. Eccard; Wie ſchön ſingt uns der Engel Schar
von C. Freundt. Chorſchule: Wir wollen ihm die Krippe
ſchmücken von Schlatterer und Vom Himmel hoch, o
Engelein (Volkslied). Der Eintritt in die Kirche iſt
frei; auf der Empore gegenüber der Orgel werden die
3 vorderſten Bankreihen für die Mitglieder des Vereins
reſerviert.
Vogelſchutzſtation in Darmſtadt. Nach dem
Muſter der Vogelſchutzſtation des Freiherrn von Berlepſch
auf Schloßgut Seebach iſt bekanntlich auf Veranlaſſung
des Großherzogs auch in Darmſtadt eine ſolche
Station gegründet worden. Auch hier finden von
Zeit zu Zeit 4=tägige Vogelſchutzkurſe mit
theoretiſchen und praktiſchen Unterweiſungen ſtatt. Erſt
in den letzten Tagen, vom 16. bis 19. Dezember, wurde
wieder ein derartiger Kurſus abgehalten, an dem ſich
20 Herren aus vielen Teilen des Großherzogtums und
ein Königlich Sächſiſcher Oberförſter beteiligten.
* Orpheum. Das ebenſo reichhaltige wie in ſeinen
Einzeldarbietungen brillante Weihnachtsprogramm iſt
aus der Anzeige in vorliegender Nummer erſichtlich; es
ſetzt ſich, wie bereits mitgeteilt, trotzdem der Spielplan
nur fünf Tage währt, aus durchweg erſten Kräften zu=
ſammen
. Am zweiten Feiertage (26. Dez.), ſowie am
Sonntag, den 29. Dez., finden je zwei Vorſtellungen ſtatt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Aufbahrung des Prinz=Regenten Luit=
pold
von Bayern; Preſſevertreter im Hof des St. James=
Palaſtes in London; Dr. Woodrow Wilſon, der neue
Präſident der Vereinigten Staaten, mit ſeiner Gattin und
ſeinen Töchtern; das kürzlich zerſtörte engliſche Luftſchiff
Beta auf einer Uebungsfahrt.
* Ein munter krabbelnder Maikäfer wurde uns
Samstag als verfrühter Frühlingsbote auf den Redaktions=
tiſch
geſetzt. Der Platz für den erſten Redaktionshaſen
oder =Feldhuhn iſt aber immer noch frei.
A Wochenmarktpreiſe von vergangener Woche.
Butter ½ Kg. 1,50 M., in Partien 1.40 M., Eier 8 bis
10 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 2225 Pf., Handkäſe 4 bis
10 Pf., Kartoffeln der Zentner 2.252.50 M., Kumpf
(10 Liter) 3040 Pf., ½ Kg. 34 Pf., Mäuschen Kumpf
1 M., ½ Kg. 89 Pf.; Obſt u. dgl. Aepfel Zentner
715 M. ½ Kg. 715 Pf., Birnen Zentner 815 M.

erſchienenen Schriften: Das Großherzogliche Muſeum zu
Darmſtadt (2 Teile 1841 und 1842), Das Großherzogthum
Heſſen nach Geſchichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit
beſchrieben (1854), Beiträge zur näheren Kenntnis der
Gr. Hofbibliothek in Darmſtadt (1867), Neue Beiträge
zur naheren Kenntniß der Gr. Hofbibliothek in Darmſtadt‟
(1871), Briefwechſel der großen Landgräfin Caroline von
Heſſen (1877), Darmſtädter Hiſtoriſche Kleinigkeiten
Auf die Bedeutung der in dieſen wiſſenſchaftlichen
Büchern und Aufſätzen niedergelegten Forſchungsergebniſſe
einzugehen, liegt außerhalb der Aufgabe dieſes Erinne=
rungsblattes
. Wir wenden unſeren Blick nunmehr ganz
ausſchließlich auf den Darmſtädter Antiquarius. Die Auf=
gabe
, die ſich Walther bei der Abfaſſung dieſes Werkes ge=
ſetzt
hatte, gibt er in der Vorrede an, die uns auch Einblicke
in die Entſtehungsgeſchichte des Buches gewährt. Er
ſagt da:
Die nachfolgenden geſchichtlichen Skizzen ſind aus
Vorleſungen entſtanden, welche ich im Winter 1855/56 im
Vereine für Erdkunde gehalten habe und deren Veröffent=
lichung
durch den Druck von vielen Seiten gewünſcht wor=
den
iſt. So lückenhaft auch dieſelben mir ſelbſt erſchienen
ſind, ſo leiſtete ich doch der mir gewordenen Aufforderung
darum gerne Folge, weil ſie mir Manches zu enthalten
ſchienen, was für die Bewohner Darmſtadts Intereſſe
haben konnte, und was, zum Theile durch Zufall in Acten
aufgefunden, vielleicht nur durch Zufall wieder aufgefun=
den
werden kann. Wenn auch die einzelnen Bilder und
Skizzen an den Faden der politiſchen Geſchichte der Stadt
gereiht erſcheinen, ſo will ich meine Arbeit doch nicht als
eine eigentliche Geſchichte der Stadt gelten laſſen, ſondern
nur als das, was ſie auch der Titel nennt, als einerſeits
Geſchichts= und Sittenbilder, andererſeits als einen Anti=
quarius
, der den Bewohnern Darmſtadts Aufſchluß gibt
über Manches, was ehedem war und wie es ehedem
war. Eine eigentliche Geſchichte der Stadt würde eine
andere Art der Behandlung verlangen und im Intereſſe
der Gleichmäßigkeit dieſer Behandlung Manches von der
Mittheilung ausſchließen, was doch der Mittheilung wertb

iſt, Manches andere dagegen wieder verlangen, worüber
ſich in keiner der bis jetzt eröffneten Geſchichtsquellen ge=
nügende
Auskunft finden läßt.
Faſſen wir dieſe Ausführungen Walthers in kurze
Sätze, ſo können wir ſagen: Walther will in ſeinem Anti=
quarius
keine abgerundete Geſchichte von Darmſtadt geben,
ſondern nur Geſchichts= und Sittenbilder, bei denen das
Detail in ausgiebigem Maße zu ſeinem Recht kommt. Tat=
ſächlich
hat er dieſe Aufgabe vorzüglich gelöſt. Der Anti=
quarius
war zur Zeit ſeines Erſcheinens ein Werk, wie es
wenig Orte Deutſchlands beſaßen und auch nachher wenig
Orte bekommen haben. Er hat ſich ſeine Aufgabe nicht
leicht gemacht. Er hat alle ihm erreichbaren gedruckten und
beſonders ungedruckten Quellen zu Rate gezogen und ſie
derart verarbeitet, daß das Buch von Leſern jeden Standes
mit Gewinn geleſen werden konnte. Das iſt das Eigen=
artige
an dem Buch: ausgiebigſte Quellenbenutzung und
verſtändige Bearbeitung der Quellen.
Der Erfolg, den das Buch hatte, beweiſt, daß Walther
einen guten Griff getan hatte. Bereits acht Jahre nach dem
Erſcheinen des Antiquarius konnte er ebenfalls im Ver=
lag
von Jonghaus eine zweite Ausgabe herauskommen
laſſen. Sie hat einen neuen Titel: Darmſtadt, wie es
war und wie es geworden. Neue Bearbeitung des Darm=
ſtädter
Antiquarius (Darmſtadt, Jonghaus 1865). Ein
Vergleich dieſer neuen Ausgabe mit dem Antiquarius von
1857 zeigt, daß Walther fortgeſetzt emſig an der Verbeſſe=
rung
ſeines Antiquarius gearbeitet hat. Das Buch iſt um
die Hälfte ſtärker geworden und eine ganze Fülle neuen
Materials hat in der neuen Ausgabe Aufnahme gefunden.
Ganz neu ſind die Abſchnitte über Großherzog Ludwig II.
und Großherzog Ludwig III.; eine Reihe anderer Ab=
ſchnitte
erſcheinen vollkommen umgearbeitet.
Welche Stellung kommt dieſen beiden Büchern in der
Geſchichte der Darmſtädter lokalgeſchichtlichen Forſchung
zu? Die Antwort iſt für den, der die Werke der Vorzeit
und die Arbeiten der Folgezeit kennt, ſehr leicht. Die
Werke der Vorzeit, unter denen ſehr tüchtige Arbeiten
ſind ich erwähne nur Zebfuß reichen an Walthers

Antiquarius nicht heran. Er iſt eben etwas ganz Neues.
Bei Walther handelt es ſich nicht mehr um einzelne Bau=
ten
des alten Darmſtadts, nicht mehr um eine Handvoll
Sagen, auch nicht mehr um einen mehr oder weniger um=
fangreichen
Aufriß der Darmſtädter politiſchen und Fürſten=
geſchichte
. Er geht aufs Ganze. Die Kulturgeſchichte
Darmſtadts in ihrem ganzen Umfang ſoll vor dem Leſer
erſtehen, und ſie iſt vor ihm erſtanden.
Und wie ſtehts, wenn wir die Arbeiten der Folge=
zeit
mit dem Antiquarius vergleichen? Das Urteil kann
für Walther nur günſtig ausfallen. Gewiß, die Folgezeit
hat eine Fülle intereſſanter lokalgeſchichtlicher Arbeiten
hervorgebracht, die in einzelnen Punkten Walthers Aus=
führungen
richtiggeſtellt oder ergänzt haben. Ich bin auch
unbeſcheiden genug, von mir zu behaupten, daß ich in
meinen über 100 Darmſtädter Aufſätzen, die in Darmſtäd=
ter
Tagesblättern, der Heſſiſchen Chronik, den Quartal=
blättern
des Hiſtoriſchen Vereins und den Heſſiſchen Volks=
büchern
erſchienen ſind, wichtige neue Beiträge zur
Darmſtädter Ortsgeſchichte geboten habe. Aber erſetzt
iſt Walthers Darmſtadt, wie es war und wie es gewor-
den
noch lange nicht. Als Ganzes betrachtet, noch nicht
einmal veraltet! Und auch da, wo wir es offen ausſprechen
müſſen, daß Walthers Darſtellung falſch iſt, dürfen wir doch
nie vergeſſen, wieviel jeder, der auf dieſem Gebiete ar=
beitet
, Walther zu danken hat. Es iſt das nicht immer ge=
ſchehen
. Darum halte ich es für nötig, das einmal in
aller Ruhe zu konſtatieren. Gewiß iſt, daß wir es mit
Freuden begrüßen müßten, wenn uns jemand eine auch
im Ganzen über Walther hinausgehende Geſchichte
Darmſtadts beſcherte. Aber wer iſt imſtande, ſie zu ſchrei=
ben
? Ich glaube, zurzeit niemand. Wird ſie aber einmal
geſchrieben, dann wird der, der ſie ſchreibt, nicht umhin
können, ſich mehr wie mit irgend einem anderen mit
Philipp Alexander Ferdinand Walther auseinanderzu=
ſetzen
und von ihm mehr wie von irgend einem anderen
zu übernehmen. Walther hat ſich in der Darmſtädter Ge=
ſchichtsſchreibung
einen feſten Platz errungen. Den kann
ihm niemand nehmen. Es iſt ein Ehrenplatz.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

½ Kg. 815 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg. 4050 Pf.,
Nüſſe 100 Stuck 4045 Pf., Haſelnüſſe ½ Kg. 4050 Pf.,
Kaſtanien ½ Kg. 1618 Pf.; Salat, Gemüſe: Kopf=
ſalat
1224 Pf., Endivien 610 Pf., Körbchen Feld=
ſalat
10 Pf., Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2
bis 3 Pf., Rettiche 56 Pf., Meerrettich 1030 Pf., Rote=
rüben
, Zwiebeln ½ Kg. 410 Pf., Tomaten ½ Kg. 25
bis 30 Pf., Spinat ½ Kg. 2022 Pf., Weißkraut 58 Pf.,
Rotkraut 1030 Pf., Wirſing 310 Pf., Blumenkohl 15
bis 50 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 35 Pf., Gelberüben ½ Kg.
56 Pf., Grünkohl 36 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe
½ Kg. 90 Pf., Enten 34 M., Hahnen und Hühner
1,502,00 M., Tauben 6070 Pf., Haſen 4,004,50 M.,
Lapins 1,20 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen 90 Pf.,
Aal 1 M., andere Rheinfiſche 3550 Pf., Rotzungen 60 Pf.,
Schollen 40 Pf., Kabeljau, Portions=Schellfiſche 2526 Pf.,
Bratſchellfiſche 21 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.:
Rindfleiſch, Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 70 Pf., Rinds=
würſtchen
(Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch 96 Pf., geſalz nes
und Koteletts 1,06 M., Schwartenmagen und Fleiſch=
wurſt
90 Pf., Leber= und Blutwurſt 76 Pf.

r Stockſtadt, 21. Dez. Bei der Jagd auf dem Frei=
herrlich
Heylſchen Hofgut Guntershauſen auf wilde Wel=
ſchen
und Faſanen nahmen als Schützen teil: 1. Fürſt zu
Erbach=Schönberg, 2. Generalleutnant v. Plüskow, 3. Ober=
ſtallmeiſter
Frhr. v. Riedeſel, 4. Oberkammerherr Frhr. von
Riedeſel, 5. Oberhofmarſchall Frhr. v. Ungern=Sternberg,
6. Generaladjutant General Hahn, 7. Geh. Regierungsrat
Dr. Wallau, 8. Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim. Erlegt wur=
den
: 192 Faſanenhähne, 32 Faſanenhennen, 15 Haſen und
27 Lapins.
Büttelborn, 21. Dez. Der 17 Jahre alte arbeitsſcheue
Peter B. von hier, ein trotz ſeiner Jugend recht verkom=
mener
Burſche, beſtahl vor kurzem ſeine Groß=
mutter
um 35 Mark und ſteckte bald darauf im Felde
eine Schäferhütte in Brand. Jetzt hat der ungeratene
Junge ſeine eigenen Eltern beſtohlen. Er
ging mit 150 Mark Bargeld flüchtig.
Biebesheim, 21. Dez. Bei der Spezereihändlerin A.
Seipel Witwe wurde ein Automat erbrochen
und völlig ausgeplündert. Dabei fielen den Spitzbuben
außer dem vorhandenen Bargeld noch 200 Stück Zigar=
ren
, Poſtkarten und Briefmarken in die Hände.
Offenbach, 21. Dez. Die Einweihung des
Neubaues der techniſchen Lehranſtalten
wird am 23. oder 24. Januar des nächſten Jahres er=
folgen
. Auf der ſtädtiſchen Straßenbahn iſt
künftig die Mitnahme von Hunden geſtattet,
und zwar dürfen Schoßhunde in das Innere der Wagen
mitgenommen werden, größere Hunde dürfen nur auf
der vorderſten Plattform befördert werden.
D Ober=Schönmattenmag, 20. Dez. Der im 66. Le=
bensjahre
ſtehende Kreisſtraßenwart im Kreiſe Heppen=
heim
, Leonhard Beiſel, iſt dieſer Tage nach 28jähriger
Dienſtzeit in den wohlverdienten Ruheſtand getreten. B.
hat den Feldzug 1870/71 mitgemacht und u. a. an den
Schlachten von Orleans, Noiſſeville, Gravelotte und an
der Zernierung von Metz teilgenommen.
Mainz, 21. Dez. Geſtern nachmittag ſtarb, wie bereits
gemeldet, nach längerer Krankheit Herr Bürgermeiſter
Dr. Georg Schmidt im Alter von 54 Jahren. Der Ver=
ſtorbene
war ſeit dem Jahre 1894 Bürgermeiſterei= Bei=
geordneter
der Stadt Mainz und hatte in dieſer Stellung
hauptſächlich die Verwaltung des Armenweſens und der
Hoſpizien=Anſtalten. Dr. Georg Schmidt war am 22.
Dezember 1857 in Groß=Gerau geboren und hatte in
Worms als Beigeordneter gewirkt. Die Beſtätigung des
Neugewählten erfolgte am 3. Auguſt 1894 und ſein Dienſt=
eintritt
am 1. Oktober 1894. Am 19. Juli 1906 wurde er
wiedergewählt, nachdem ihm der Großherzog am 9. März
1904 den Titel Bürgermeiſter verliehen hatte. Der Da=
hingeſchiedene
hat ſein Amt nach beſten Kräften verwal=
tet
. In den letzten Jahren kränkelte er viel und ſeit

längerer Zeit war er beurlaubt. Jetzt hat ihn der Tod
von ſeinen Leiden erlöſt.
Mainz, 21. Dez. Auf dem Hauptbahnhof er=
eignete
ſich geſtern nachmittag kurz nach 3 Uhr auf dem
Bahnſteig 1 ein Zuſammenſtoß zwiſchen einer
Lokomotive und einem Triebwagen. Letz=
terer
wurde aus dem Geleiſe gedrückt, ohne weiteren
Schaden zu erleiden. An der Lokomotive ſind die Vor=
derpuffer
beſchädigt. Perſonen wurden nicht verletzt.
Im Güterbahnhof wurde geſtern abend bei dem
herrſchenden Nebel der Bahnaſſiſtent Kraus von einem
abgeſtoßenen Wagen angefahren und ins Geleis ge=
ſchleudert
. Mit mehreren Kopfverletzungen
und Quetſchungen an Bruſt und Beinen wurde
der Verletzte von der Sanitätswache nach dem Rochus=
hoſpital
gefahren. Für die Eingemeindung
von Koſtheim iſt eine beſondere Feier für die erſten
Tage des Januar in Ausſicht genommen. Mit dieſer
Eingemeindung kommt die Einwohnerzahl von Groß=
Mainz auf die Zahl von 120000.
Bingen, 21. Dez. Durch die hier vor einigen Tagen
erfolgte Feſtnahme einer zehnjährigen Taſchen=
diebin
iſt die Polizei einer größeren Anzahl ſolcher
jugendlicher Diebe auf die Spur gekommen. So hat
einer dieſer Diebe in einem hieſigen Geſchäft Zigaretten
geſtohlen und dieſe dann weiter verkauft, andere haben
Brot geſtohlen uſw. Den gelungenſten Streich haben wohl
die jugendlichen Diebe ausgeführt, die bei einem hieſigen
Wirte leere Flaſchen ſtahlen, um dieſe dann demſelben
Wirte wieder zu verkaufen. Der Erlös wurde zum Teil
vernaſcht, zum Teil zum Beſuch des Kinos verwandt.
(*) Gießen, 20. Dez. Wie ſehr der Fleiſchkon=
ſum
zurückgegangen iſt, geht ſchon aus der Tat=
ſache
hervor, daß im letzten Monat 130 Schweine und 55
Kälber weniger geſchlachtet wurden, als in dem
gleichen Monat 1911. Auch die Metzger der Nachbarorte
Wieſeck, Klein=Linden und Heuchelheim klagen über den
Rückgang des Fleiſchverbrauchs.
Friedberg, 21. Dez. In Laubach hat ſich der Fuß=
gendarm
Hartmann, nachdem er ſich zuvor an einem
Baum feſtband, mit ſeinem Dienſtgewehr er=
ſchoſſen
. Was den Mann, der eine Witwe mit vier
kleinen Kindern hinterläßt, in den Tod trieb, konnte bis=
her
nicht ermittelt werden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 21. Dez. Ueber den erſten
Tag der geſtern im Herrenhaus zuſammengetretenen
Erſten Polizeikonferenz der Deutſchen
Bundesſtaaten wird berichtet, daß zunächſt über die
einheitliche Regelung des Erkennungsdienſtes und dem=
nächſt
über die Einführung eines einheitlichen Telegraphen=
ſchlüſſels
für Perſonalbeſchreibungen verhandelt wurde.
Die Star=Operation, der ſich geſtern Profeſſor
Adolf Wagner unterzog, iſt gut verlaufen. Eine große
Anzahl Berliner Kinematographenbeſitzer
hat ihren Angeſtellten mitgeteilt, daß ihrem Wunſche,
durch Schließen der Betriebe am Heiligabend, ihnen frei
zu geben, nicht entſprochen werden kann. Darum iſt jetzt
von den Gewerkſchaften der Kinoboykott verhängt worden.
Die Arbeiterſchaft wird erſucht, am Heiligabend die Kine=
matographen
zu meiden und darauf zu achten, daß auch
die Kinder an dem Tage keine Kinos beſuchen. Dr.
Martin Zickel, über deſſen Prozeß wegen Nichtan=
meldung
des Konkurſes wir geſtern berichtet haben, iſt zu
50 Mark Geldſtrafe verurteilt worden.
Wiesbaden, 20. Dez. In dem Prozeß gegen den
Grafen von Saltern=Ahlimb wegen Zechprellerei
und Betrugs beſchloß das Gericht nach der Vernehmung
des Angeklagten und der Zeugen, die zeitweiſe unter Aus=
ſchluß
der Oeffentlichkeit ſtattfand, die Verhandlung nach
dem Gutachten der beiden Pſychiater zu vertagen und den

Angeklagten zur Unterſuchung ſeines Geiſteszuſtandes auf=
ſechs
Wochen einer Anſtalt zu überweiſen.
Mannheim, 21. Dez. Die Benzwerke Gaggenau
ſind von der Hygiene=Ausſtellung Rom für den dort aus=
geſtellt
geweſenen Benz=Gaggenau=Krankenwagen mit=
dem
Großen Preis ausgezeichnet worden.
Leipzig, 20. Dez. Das Reichsgericht verwarf=
die
Reviſion des Hülſenfabrikanten Friedrich Pritzſche,
den das Schwurgericht München=Gladbach am 8. Oktober
wegen des Verbrechens gegen das Sprengſtoffgeſetz zu=
zehn
Jahren Zuchthaus verurteilte. Pritzſche ſandte aus
Rache dem erſten Staatsanwalt, einem Staatsanwalt und
dem Landgerichtsdirektor in München=Gladbach, als
Muſter ohne Wert Bomben zu, die beim Auspacken explo=
dieren
ſollten. Nur die Vorſicht der Empfänger verertelte
die Abſicht.
Hamburg, 21. Dez. Geſtern abend 8 Uhr wurde
auf der Werft von Blohm und Voß im Modell=
ſchuppen
ein Brand bemerkt, der im Ankleideraum unter
dem Schuppen ausgebrochen war. Obgleich die Werft=
feuerwehr
ſich bemühte, das Feuer im Entſtehen zu unter=
drücken
, nahm der Brand doch ſchnell einen großen Um=
fang
an. Jetzt wurde die Hamburger Feuerwehr alar=
miert
, die mit 5 Löſchzügen anrückte. Als ſie auf der
Werft eintraf, war der mehrſtöckige Modellſchuppen be=
reits
vollſtändig in Rauch und Flammen gehüllt. Von
der Land= und Waſſerſeite aus wurde der Brandherd an=
gegriffen
. Ein Feuerwehrzug kam auf einem Fährer=
dampfer
angerückt und ſchleuderte von hier aus mit vier
Schlauchleitungen Waſſer in die Flammen. Es gelang
jedoch nicht, das Modellhaus vor dem Untergang zu be=
wahren
. Dieſes brannte bis auf den Grund nieder.
Zahlreiche wertvolle hiſtoriſche Schiffsmodelle gingen da=
mit
zugrunde. Das Maſchinenhaus konnte nach andert=
halbſtündigen
Bemühungen gerettet werden und es ge=
lang
, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken.
Marſeille, 20. Dez. Die Schilder der öſterreichiſchen
und italieniſchen Konſulate wurden vergangene Nacht mit
roter Farbe beſtrichen und auch rote Papierzettel
auf die Schilder geklebt, die ſich in italieniſcher Sprache
gegen die Erneuerung des Dreibundes richteten, die am
Jahrestage der Hinrichtung des Irredentiſten Oberdank
erfolgt ſei. Die Behörde fahndet nach den Tätern.

Weihnachtsfeiern.
Kleinkinderſchule Mauerſtraße.

g. Die Kleinkinderſchule in der Muuer=
ſtraße
, die älteſte Kleinkinderſchule Darmſtadts, die im
nächſten Jahre auf 80 Jahre ihres Beſtens zurückblicken
kann, bereitete am Samstag nachmittag in ihrem Heim
ihren Schützlingen eine freundliche Weihnachts=
feier
, die durch die Anweſenheit Ihrer Königlichen
Hoheit der Großherzogin ausgezeichnet wurde.
Die Unterrichtsräume hatten durch Tannenreiſig und
einen mächtigen, buntbehängten Weihnachtsbaum ein
feierliches Gepräge erhalten und auf langen Tiſchen
waren die Gaben für 236 Kinder ausgebreitet, die durch
eine hochherzige Spende des Großherzogs verteilt wer=
den
konnten. Mit dem Geſang des Weihnachtsliedes:
Ihr Kinderlein kommet marſchierte zunächſt eine Ab=
teilung
der größeren Kinder in das Beſcherungszimmer,
freudigen Auges die flimmernde Pracht des prächtigen
Weihnachtsbaumes begrüßend. Und dann, nachdem die
kleine froh bewegte Schar erwartungsvollen Herzens ſich
um den Baum gruppiert hatte, begann ein poetiſches
Frage= und Antwortſpiel aus zwar ungeübtem, aber da=
für
um ſo willigerem Kindermund, vermiſcht mit Solo=
und Chorgeſängen, die ein beredtes Zeugnis ablegten
von dem Ernſt und der Umſicht, mit der in der Schule
die Erziehung der Kleinen gepflegt wird. Herr Pfarxer
Widmann richtete ſodann noch einige herzliche, tref=
fende
Worte an die Kinder und dann ging es mit jubeln=

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. An der jungen,
ſchnell aufblühenden Hochſchule für kommunale
und ſoziale Verwaltung in Köln iſt eine neue
hauptamtliche Profeſſur für öffentliches Recht errichtet
worden. Als erſter Inhaber dieſes Lehrſtuhls wurde der
Profeſſor an der Univerſität Gießen, Landgerichtsrat Dr.
Ialius Friedrich berufen. Friedrich iſt geboren
am 2. Auguſt 1870 in Darmſtadt. Er war ſeit dem
1. Februar 1899 als Amtsrichter angeſtellt, ſpäter Staats=
anwalt
in Mainz und Landrichter in Gießen, wo er im
Januar 1908 Landgerichtsrat wurde. Herbſt 1905 hatte
er ſich bei der juriſtiſchen Fakultät der heſſiſchen Landes=
univerſität
für öffentliches Recht habilitiert. Am 1. Juli
1911 wurde er zum außerordentlichen Profeſſor ernannt.
Friedrich hat ſich auf verſchiedenen Gebieten des öffent=
lichen
Rechts literariſch betätigt. Seine kolonial= und
kirchenrechtlichen ſowie ſeine kriminaliſtiſchen Studien
haben bei Fachkollegen ſowie Praktikern viel Anklang ge=
funden
. Die ernſten Bemühungen Hamburgiſcher
Intereſſenten, eine Univerſität in Hamburg zu
errichten, haben nun auch Erfolg gehabt. Der Senat hat
eine Vorlage angenommen, wonach die Univerſität zu=
nächſt
mit drei Fakultäten, einer juriſtiſchen, einer philo=
ſophiſchen
und einer kolonialwiſſenſchaftlichen, eerichtet
werden ſoll. Die Koſten ſollen derart beſtritten werden,
daß im Staatsſchuldbuch eine Schuld von 25 Millionen
eingetragen wird, über deren Zinſen die Univerſität ver=
fügt
. Für Erweiterung des Vorleſungsgebäudes hat ein
dortiger Bürger das erforderliche Kapital in Ausſicht ge=
ſtellt
. Die Univerſität ſoll, wenn auch in durchaus freier
Weiſe, nach dem Muſtee anderer deutſcher Univerſitäten
errichtet werden. Von Oberleutnant Paul Graetz
iſt folgende Depeſche in Berlin eingetroffen: Sakania,
19. Dezember. Durch erſtmalige Verfolgung des ganzen
Flußlaufes vom Quellfluß bis zur Mündung iſt der
Tſchambeſi in Nord=Rhodeſia als Kongo= Quell=
fluß
geographiſch nachgewieſen. Nunmehe ſteht feſt,
daß der Kongo der längſte Fluß Afrikas iſt. Ich habe
Katanga im Motorboot von der Oſtküſte wie von der
Weſtküſte erreicht und damit die Durchquerung Afrikas be=
endet
. Ich kehre auf dem Dampfer Kildonan Caſtle am
25. Dezember von Kapſtadt übee London heim, zwecks
Vorbereitung einer deutſch=engliſchen Luftſchiff= Expe=
dition
zur Exforſchung von Neu=Guineg.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 276 dieſes
Blattes vom 22. November.) Während faſt des ganzen
Novembers wurde Nordeuropa von einer großen Zahl zum
Teil ſehr umfangreicher und intenſiver Tiefdruckgebiete
durchzogen, die bis nach Süddeutſchland ihre Wirkung in
der Weiſe ausübten, daß trübes, regneriſches Wetter vor=
herrſchte
. Die Monatsmittel der Temperatur ſchwanken
in Heſſen zwiſchen 4,4 Grad Celſius in Mainz und 1,4 in

Neunkirchen. In Darmſtadt betrug dasſelbe 4,0 Grad,
blieb alſo um 0,9 Grad hinter dem langjährigen Durch=
ſchnitt
zurück. Die höchſten Stände fielen faſt durchweg
auf den 10., wo Michelſtadt als wärmſte Station 11,2
Grad notierte, während Neunkirchen nur 7,0 aufwies
(Darmſtadt: 11,1). Der kälteſte Tag war faſt allenthalben
der 7. mit einem Minimum von 7,2 Grad in Lauterbach,
wogegen in Mainz das Thermometer an dieſem Tage
nicht unter 1,4 Grad fiel. Die Zahl der Froſttage
ſchwankte zwiſchen 5 in Mainz und 14 in Neunkirchen
(Darmſtadt 6), während ein Eistag, d. h. ein ſolcher, an
dem das Thermometer den Nullpunkt nicht überſchritt, nur
in Lauterbach vorkam. Die Bewölkungsziffer war, wie er=
wähnt
, ſehr hoch; die Prozentſätze bewegen ſich zwiſchen
80 in Worms und 87 in Mainz (Darmſtadt: 83). In
Gießen, Bad Nauheim und Michelſtadt kam kein einziger
heiterer Tag vor, während Alzey als begünſtigſte
Station 2 notierte. Die Zahl der Niederſchlags=
tage
und die Niederſchlagsmenge war beſonders
groß in Oberheſſen im Gegenſatz zu den anderen
Provinzen, wo zwar auch teilweiſe viele Niederſchlagstage
aufgezeichnet wurden, jedoch mit meiſt geringem Ergebnis.
An der Spitze ſteht Herchenhain mit 22 Schnee= und 3
Regentagen, welche die hohe Summe von 161,2 Milli=
meter
lieferten. Auch Herbſtein, Grebenhain und Schotten
waren ungemein regenreiche Stationen. Dieſen ſteht als
anderes Extrem Gernsheim mit 14,8 Millimeter gegen=
über
(Darmſtadt: 28,3). Auch die benachbarten rhein=
heſſiſchen
Orte lieferten nur wenig höhere Werte. Schnee=
fälle
kamen in der Ebene nur vereinzelt vor, und nur im
Odenwald, ganz beſonders aber im Vogelsberg kam es zu
einer Schneedecke, die in den höchſten Lagen des letzteren
Gebirges bis zu 27 Tage dauerte. Hagelfälle kamen be=
ſonders
auf der Tromm und in Lindenfels vor (4 bezw. 3:
an den meiſten Stationen fehlten ſie. Hinſichtlich der
Windrichtung liegen nur Beobachtungen aus Darmſtadt
vor, wo Winde aus dem weſtlichen Quadranten über=
wogen
. jedoch waren auch Südwinde ſtark vertreten. Die
Waſſerſtände überſchritten bei Rhein und Main das 60 Mittel ziemlich bedeutend, und die oberheſſiſchen
Flüſſe traten zweimal aus ihren Ufern. Erwähnt ſei
noch, daß ſeit dem 11. Hochwaldhauſen in die Reihe der
Beobachtungsſtationen eingetreten iſt.
* Spiegel auf der Straße. Die Hauptſtraße der in
der Kapkolonie gelegenen Stadt Malmesbury bildet an
einer beſonders verkehrsreichen Stelle einen rechten
Winkel. Dieſe Straßenbiegung war zu trauriger Be=
rühmtheit
gelangt, weil ſich hier oft Zuſammenſtöße zwi=
ſchen
Wagen, die aus entgegengeſetzten Richtungen kamen,
ereigneten. Um neue Unglücksfälle zu verhüten, haben
nun die ſtädtiſchen Behörden gerade an der Straßenbieg=
ung
einen großen Spiegel aufſtellen laſſen, ſo daß die
Kutſcher, die auf dem einen Schenkel des Straßenwinkels
fahren, genau ſehen können, was auf dem anderen Schen=
kel
paſſiert. Der Spiegel, deſſen Baſis etwa drei Meter
von der Straßenfläche entfernt iſt, wird von zwei eiſennen

Pfeilern getragen; er iſt 2,40 Meter breit und 1,50 Meter
hoch; man braucht ihn nur alle drei Monate einmal zu
ſäubern. Man hat ſeit dem Tage, wo er aufgeſtellt wor=
den
iſt, an jener Stelle keinen Straßenunfall mehr zu be=
klagen
gehabt. Ein ähnliches Mittel zur Verhütung von
Zuſammenſtößen an den Straßenkreuzungen und Straßen=
biegungen
ſchreibt das New=Yorker Munieipal Jour=
nal
hat man auch in der engliſchen Stadt Folkeſtone
angewandt. Man benutzt hier quadratiſche Spiegel, die
an Laternenpfählen angebracht ſind. Die Säuberung der
Spiegel beſorgen die Angeſtellten der Straßenbeleuch=
tungsgeſellſchaft
. Bis jetzt hat man ausſchließlich flache
Spiegel angewandt; der Direktor des techniſchen Bureaus
der Stadt empfiehlt jedoch für die Folge Spiegel mit
leicht gewölbter Fläche, da die ſichtbare Zone dann noch
größer werden würde.
* Volksgemurmel als Urſache eines Prozeſſes. Ueber
eine putzige Kunſtangelegenheit wird ſich demnächſt die
Stadt Straßburg mit einer Vertreterin des Chorgeſings
vor Gericht auseinanderzuſetzen haben. Die Chorſängerin
am Stadtheater, Frau Auguſte Fiſcher, hat die Stadt auf
eine Summe von ſage und ſchreibe 50 Pfennig verklagt,
mit der ſie vom Intendanten Wilhelmi in Strafe genom=
men
wurde. Nach ihrer Anſicht zu Unrecht. Das Straf=
mandat
von 50 Pfg. leitete die diesjährige Spielzeit hei
Frau Auguſte Fiſcher ſehr ſchlecht ein. Es war das ein=
zige
was für ſie bei der Einſtudierung der Eröffnungs=
vorſtellung
: Die Braut von Meſſina herauskam. Die
künſtleriſche Tätigkeit der Chorſängerin Frau Auguſte
Fiſcher ſollte darin beſtehen, daß ſie ſich hinter der Szene
an dem Volksgemurmel und an den Heilruſen betei=
ligte
. Weil ſie ſich kontraktlich hierzu nicht verpflichtet
glaubte, erſchien ſie trotz Aufforderung nicht in der Probe.
In Sachen der gerichtlichen Klage auf Rückgabe der
50 Pfg. Strafgeld iſt von dem Vertreter der Frau Fiſcher,
einem Mannheimer Rechtsanwalt, dem Straßhurger
Bürgermeiſter eine eingehende Denkſchrift zugegangen,
auf welche ſtädtiſcherſeits erwidert wurde, daß das Volks=
gemuemel
, auch wenn Auftritte mit ihm nicht verbunden
ſind, von geſchultem Perſonal ausgeführt werden müſſe.
Es gehöre zur künſtleriſchen Interpretation eines Volks=
gemurmels
, daß Leute vom Fach es übernehmen. Glatt.
zurückgewieſen hat das Bürgermeiſteramt die Behaup=
tung
der Klägerin, daß das Volksgemurmel die Stimme=
verderbe
! In ſeiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat
den Bürgermeiſter ermächtigt, den Prozeß in allen In=
ſtanzen
durchzuführen.
* Neue ſerbiſche Briefmarken. Die jetzigen ſerbiſchen
Briefmarken mit dem Bildnis des Königs Peter werden
demnächſt aus dem Verkehr gezogen und durch neue Ju=
biläumsmarken
erſetzt werden. Dieſe Marken ſollen Bil=
der
verſchiedener Gegenden und Städte tragen, die im
türliſchen Kriege von Serben beſetzt wurden.

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Seite 5.

dem Beifall an die Gabentiſche. Bald begann dann ein
luſtiges Probieren der erhaltenen Muſikinſtrumente von
den Buben und Unterſuchen der Puppen und der Tüten
ſeitens der Mädchen. Inzwiſchen kam dann die Abteil=
ung
der Allerkleiſſten, die auch ihr gemeinſchaftliches
Weihnachtslied beitrugen. Den Beſcherten waren bereits
vorher aus geſammelten Gaben und Vereinsmitteln
Kleidungsſtücke verabreicht worden, ſo daß nicht nur den
Kindern, ſondern auch den Eltern eine nicht geringe
Freude bereitet wurde.

Arbeitsſchule der Evangeliſchen Bundes.

nn. Am Samstag nachmittag veranſtaltete die Ar=
beitsſchule
des Evangeliſchen Bundes in dem
feſtlich geſchmückten Turnſaal der Stadtmädchenſchule in
der Rundeturmſtraße eine ſchöne Weihnachtsfeier,
zu der ſich zahlreiche Damen und Heeren des Evangeli=
ſchen
Bundes, ſowie der Vorſitzende, Herr Profeſſor Dr.
Knoll, und die Eltern der Kinder eingefunden hatten.
Mehr als 300 kleine und große Mädchen aus den Arbeiter=
kreiſen
unſerer Stadt hatten ſich um 4 Uhr um zwei mäch=
tige
, im hellſten Lichterglanz ſtrahlenden Weihnachts=
bäume
verſammelt und ſangen mit ihren hellen Kinder=
ſtimmen
als Eröffnungsfeier das ſchöne Weihnachtslied
Ihr Kinderlein kommet. In wechſelweiſer Folge und
vorzüglicher Ausſprache brachten eine Anzahl Schülerinnen
hübſche Weihnachtsgedichte: Bald kommt die ſchöne
Weihnachtszeit, Zwei Sternlein helle funkeln uſw. zum
Vortrag, deren ſich ein gemeinſamer Geſang: O du fröh=
liche
, o du ſelige gnadenbringende Weihnachtszeit an=
ſchloß
. Auch die Geburtsgeſchichte Chriſti wurde von drei
größeren Schülerinnen vorzüglich zum Vortrag gebracht.
Hohe Anerkennung erzielte der vierſtimmige Mädchenchor
mit dem Geſang geiſtlicher Lieder: Heiligſte Nacht,
Gloria, Gloria und Empor zu Gott, mein Lobgeſang,
um deren Einübung ſich Herr Lehrer Mathay ein ganz
beſonderes Verdienſt erworben hatte. Den Glanzpunkt
der Weihnachtsfeier bildete die tiefergreifende Anſprache
des Herrn Pfarrer Vogel, in der er auf das heilige
Weihnachtsfeſt, als Feſt aller Feſte, hinwies, in dem ſich
die Menſchheit in dem ſie alle umſchlingenden Band der
Barmherzigkeit und Liebe zuſammenfindet. Die Kinder
ermahnte er aber zur Liebe gegen Gott und die Menſchen
und zum Gehorſam und Dankbarkeit gegen ihre Eltern.
Mit dem gemeinſamen Geſang Zu Bethlehem geboren
iſt uns ein Kindelein ſchloß die erhebende Feier. Ein
reich ausgeſtatteter Gabentiſch brachte jedem Kind ein
ſchönes und praktiſches Weihnachtsgeſchenk mit allerlei
Gebäck, das mit ſtrahlenden Augen entgegengenommen
wurde.
Der Leiterin der Arbeitsſchule, Fräulein van der
Becke, ſowie den vielen Helferinnen und beſonders
Herrn Lehrer Mathay wurde für ihre Mühe und Ar=
beit
Dank und herzliche Anerkennung ausgeſprochen. Her=
vorzuheben
iſt noch, daß der von den Kindern in der Ar=
beitsſchule
erzielte Arbeitsverdienſt bis zu ihrer Konfir=
mation
kapitaliſiert wird und ſo für die Eltern zu einer
nicht zu unterſchätzenden Beihilfe wird. Deshalb ſollten
auch dieſe ſchönen Beſtrebungen des Evangeliſchen Bundes
in den wohlhabenden Kreiſen unſerer Bevölkerung reiche
Unterſtützung finden.

Turngemeinde Darmſtadt.

St. Eine ſehr reizvolle Weihnachtsfeier, die nach Art
ihres Arrangements und nach dem, was für die Jugend
geboten wurde, vorbildlich ſein dürfte, veranſtaltete die
Turngemeinde Darmſtadt in Verbindung mit dem Weih=
nachtsturnen
ihrer Jugendabteilung. Erfreulich zahlreich
hatten ſich Eltern und Geſchwiſter der Zöglinge und
Freunde der Jugend und des Turnens zu der Feier ein=
gefunden
. Auch behördliche Vertreter, darunter Herr
Kreisturninſpektor Schmuck, mehrere Leiter und Lehrer
hieſiger Schulen waren der Einladung gefolgt. Der erſte
Sprecher der Turngemeinde, Herr Oberpoſtſekretär Krä=
mer
, hieß die Erſchienenen herzlichſt willkommen und
ſprach in ſeiner Begrüßungsanſprache beſonders der heſſi=
ſchen
Regierung Dank dafür aus, daß ſie die Beſtrebungen
zur Förderung der Leibesübungen ſo warm und tatkräftig
unterſtütze, was ſich namentlich auch in der alljährlich er=
folgenden
Abhaltung von Vorturnerkurſen in Darmſtadt
äußere. Er betonte weiter, daß die Anregung zu dieſer
Weihnachtsfeier, die nun alljährlich wiederkehren ſoll, von
dem Leiter der Jugendabteilung, Herrn Joſt, ausging,
und daß ſie auch den Zweck haben ſoll, den Eltern und
Freunden der Turnerei einmal zu zeigen, wie hier zum
Beſten der Jugend gearbeitet wird. Nach dem Aufmarſch
der Schüler und Schülerinnen leitete ein gemeinſam ge=
ſungenes
Weihnachtslied die Darbietungen des Abends
ein, die in der Tat recht überzeugend von dem zielbewuß=
ten
Arbeiten auch auf dem Gebiete der Jugendpflege in der
Turngemeinde ſprachen. Nicht die Pflege ſportlichen
Turnens zur Erzielung von Höchſtleiſtungen kommt auf
dieſem Gebiete in Betracht, ſondern Uebungen zur Kräfti=
gung
und Stählung des ganzen Körpers, Diſziplin und
Pflege der Kameradſchaft und Freundſchaft. Gewiß ge=
langen
die hübſchen Freiübungen der Schülerinnen und=
beſonders
die ſehr erakten der Schüler, die mehrfach ſpon=
tanen
Beifall auslöſten, ganz vortrefflich, aber, was uns
wertvoller dünkt, man ſah die Freude aus den Augen der
Jungen und Mädchen blitzen, denen bei aller Diſziplin erſt
recht das Gefühl für die wahre Freiheit zum Bewußtſein
kommt, die wohl ein Unter= und Einordnen kennt zum
Beſten des Ganzen, aber keine Knechtſchaft. Und was die
Schüler am Barren und die Schülerinnen am Reck leiſteten,
war ſehr lobenswert. Daß man auch in der Pflege des
Geiſtes und Gemütes die rechten Wege geht und vor allem
dem ſchlichten, für gute Eindrücke ſo zugänglichen Kinder=
gemüt
Rechnung trägt, davon zeugte last not least das
den Abend beſchließende ganz reizende Theaterſtückchen:
Weihnachten in den Bergen in deſſen Wiedergabe die
Schülerinnen und Schüler ganz Vorzügliches leiſteten.
Die Vorträge der Schülerinnen ſtanden unter Leitung
von Frl. Schmuck, die der Schüler unter der des Herrn
Joſt. Das Programm enthielt u. a.: Weihnachtsaufzug,
vorgetragen von Elſa Pfälzer, allgemeine Freiübun=
gen
, Freiübungen der Schülerinnen, Barrenturnen der
Schüler, Freiübungen der Schüler, Turnen der Schüle=
rinnen
am Doppelreck, Spiele. Der Traum, vorgetragen
von Gertrud Pfälzer. In dem Weihnachtsſpiel
wirkten mit: Frl. Anna Münch. Willi Geyer, Joſ. Magnus,
Gg. Weil. Herbert Roſt, Karl Beraner, Hans Schnellbacher,
Friedr. Jeck. Ga. Sendelbach, Hilda Pfälzer. Waltraut=
Greiner. Elſa Pfälzer, Paula Balſer. Eliſabeth Schnell=
bacher
, Eliſabeth Lehmann. Hedwig Berger, Paula Nau,
Emilie Horn und Eduard Geyer.

Heſſiſcher Fechtverein Waiſenſchutz.

g. Den armen Halbwaiſen, denen wohl zum großen
Teil die ungetrübte Weihnachtsfreude aus dem einen oder
anderen Grunde im Hauſe nicht zuteil wird, bereitete auch
in dieſem Jahre der zur Unterſtützung der Halbwaiſen
im Großherzogtum gegründete Fechtverein=Wai=

ſenſchutz, Zweigverein Darmſtadt, eine reich ausge=
fallene
Weihnachts=Beſcherung. Doch nicht nur
Gaben der verſchiedenſten Art zum täglichen Gebrauch
und Aepfel, Nüſſe, Zuckerweck uſw. wurden den Schütz=
lingen
des Vereins beſchert, der rührige Vorſtand hatte
ihnen auch noch eine Ueberraſchung beſonderer Art zuge=
dacht
in Geſtalt eines reich ausgeſtatteten, vornehmen
muſikaliſchen Programms. Gar viele Freunde und Mit=
glieder
des Vereins, ſowie Angehörige der Kleinen hatten
ſich am Sonntag nachmittag im großen Saale des Städti=
ſchen
Saalbaues eingefunden, wo von fleißigen Händen
durch Tannengrün und einen mächtigen, im hellen Lich=
terglanz
ſtrahlenden Weihnachtsbaum eine gar weihnacht=
lich
anmutende Stimmung geſchaffen war. Unter dem
Klange des Weihnachtsliedes, das von der geſamten Ka=
pelle
des Leibgarde=Regiments Nr. 115 unter der Leitung
ihres Dirigenten, des Herrn Obermuſikmeiſters Hauske,
zum Vortrag gebracht wurde, führte man die 135 Kinder,
denen man dieſe Weihnachtsfreude bereiten konnte, an
die Gabentiſche. Ein vom Geſangverein Concordia
unter Leitung des Dirigenten Etzold mit anerkennens=
werter
Reinheit und Einheitlichkeit vorgetragener Chor
trug weſentlich zur Hebung der Feier bei, nicht minder
ein danach von Anna Maar erſtaunlich ſicher geſprochenes
Feſtgedicht. Der Vorſitzende des Vereins, Herr Burg=
graf
, ermahnte die Kinder, als beſten Dank für die ihnen
zuteil gewordene Weihnachtsfreude brav und gehorſam
zu ſein. Er gedachte ſchließlich der freundlichen Spender,
die es ermöglichten, die Gaben in ſo reicher Zahl zu ver=
teilen
, und dankt zum Schluß Herrn Obermuſikmeiſter
Hauske und dem Geſangverein Concordia für die
liebenswürdige Mitwirkung bei der Feier. Weitere Dar=
bietungen
der Kapelle und des Geſangvereins bildeten den
Beſchluß der ſtimmungsvollen Feier.

Kriegerverein Darmstadt.

B. Weihnachten, das ſchönſte Feſt der Chriſtenheit,
beging der Kriegerverein Darmſtadt in der Turnhalle
am Woogsplatz, wie gewohnt mit einer Beſcherung an
die Kinder und Enkel der Vereinsmitglieder. Gegen
300 Kinder im Alter von 414 Jahren nahmen an der=
ſelben
teil. Der Gabentiſch war reich ausgeſtattet. Ein
Klaviervortrag, Weihnachtsklänge, recht ſchön geſpielt
von Ernſt Kahl, eröffnete die Feier, welchem eine herz=
liche
Anſprache des Kameraden Bruchhäuſer folgte.
Im Mittelpunkt der Feier ſtand ein von Herr und
Frau Enders einſtudiertes Weihnachtsfeſtſpiel, betitelt:
Der Kinder Weihnachtstraum in welchem die Dar=
ſteller
der verſchiedenen Rollen ihr beſtes taten, um das
kleine Publikum in größter Spannung zu erhalten und
diß Arrangeure wie Darſteller das Richtige getroffen,
b wies der große Beifall der ihnen gezollt wurde.
Zwei reizende Vorträge des ſich in uneigennützigſter
Weiſe in den Dienſt des Kriegervereins geſtellten
Kreßſchen Mandolinenklubs fanden ungeteilten Beifall
Ein von Frl. Kreider mit großer Wärme vorgetragenes
Weihnachtslied, ſowie das Eintreffen des Nikolaus, der
mahnende und lobende Worte an die ihn umringende
Kinderſchar hielt, leitete zur Geſchenkverteilung über,
welche von der hierzu beſtimmten Kommiſſion vor=
genommen
wurde. Freudige Geſichter der Kleinen legten
Zeugnis davon ab, daß jedes mit ſeiner Gabe zufrieden
war. Den herzlichſten Danl des Kriegervereins drückte
Kamerad Bruchhäuſer ſämtlichen Mitwirkenden aus.

Vermiſchtes.

Wiederaufleben verfallener An=
rechte
an die Invalidenverſicherung.
Der Handelsſtand, die Zeitſchrift des Vereins
für Handlungs=Commis von 1858 (Kaufmänniſcher Verein)
in Hamburg ſchreibt: Wer in früheren Jahren Marken ge=
klebt
hat, deſſen Invalidenverſicherung aber wegen Unter=
laſſung
des Weiterklebens nach Ueberſchreiten der Ver=
dienſtgrenze
von 2000 Mk. bereits verfallen iſt, kann die
ſeinerzeit aus der Verſicherung erworbenen und bis auf
weiteres ungültig gewordenen Rechte wieder zur Aner=
kennung
bringen. Das iſt bis zum 31. Dezember
1912 noch ausnahmsweiſe ohne irgendwelche Einſchrän=
kung
dadurch möglich, daß der Verſicherungsberechtigte
ſeine verfallene Karte oder die letzte Aufrechnungsbeſcheini=
gung
bei der Quittungskartenausgabeſtelle ſeines Wohn=
ortes
vorlegt, die Ausſtellung einer neuen Karte mit fol=
gender
Nummer beantragt und dann mit der Markenver=
wendung
beginnt. Die Wahl der Lohnklaſſe iſt dem Ver=
ſicherer
freigeſtellt. Sobald von neuem wieder 200 Wochen=
beiträge
geleiſtet ſind, lebt die Anwartſchaft aus der frühe=
ren
Verſicherung auf. Nach den Beſtimmungen der Reichs=
verſicherungsordnung
iſt vom 1. Januar 1913 ab die Er=
neuerung
erloſchener Verſicherunggen durch freiwillige
Markenverwendung nur in beſchränktem Umfange und
unter Erſchwerung der Bedingungen für die Wiedererlan=
gung
der Wartezeit möglich.
Die Stärke des deutſchen Heeres.
Nach den neueſten Formationen ſoll unſer deutſches
Reichsheer zählen: 412 Generale, davon kommen auf
Preußen 323, auf Sachſen 28, auf Württemberg 13, auf
Bayern 48. Dazu kommen noch 2 Generale beim Reichs=
militärgericht
, einſchließlich des bayeriſchen Senats. Die
Zahl der Regimentskommandeure beträgt 702, davon
kommen auf das Reichsmilitärgericht 4. Die übrigen 698
verteilen ſich wie folgt: 540 kommen auf Preußen, 53 auf
Sachſen, 24 auf Württemberg, 81 auf Bayern. Stabs=
offiziere
als Bataillonskommandeure uſw. ſind im ganzen
2684 vorhanden. 2 ſind beim Reichsmilitärgericht. Die
2682 verteilen ſich wie folgt: 2071 kommen auf Preußen,
196 auf Sachſen, 103 auf Württemberg, 312 auf Bayern.
Die Zahl der Hauptleute und Rittmeiſter beträgt 7289,
davon kommen 5664 auf Preußen, 523 auf Sachſen, 273
auf Württemberg, 823 auf Bayern. 16674 Oberleutnants
und Leutnants ſind vorhanden. Davon kommen 12906
auf Preußen, 1281 auf Sachſen, 626 auf Württemberg,
1861 auf Bayern. In Summa zählt das deutſche Offizier=
korps
, da außer den angegebenen noch eine kleine Schar
extra hinzukommt, 27895. Sanitätsoffiziere gibt es 2379,
davon kommen auf Preußen 1832, auf Sachſen 180, auf
Württemberg 91, auf Bayern 276. Veterinäre werden ge=
zählt
821, davon kommen auf Preußen 630, auf Sachſen
63, auf Württemberg 28, auf Bayern 100. Von den Vete=
rinären
ſind 1 Generalveterinär, 34 Korpsſtabsveterinäre
355 Oberſtabs= und Stabsveterinäre, 398 Oberveterinäre
und Veterinäre, 33 Unterveterinäre. Oberzahlmeiſter und
Zahlmeiſter ſind 1162 vorhanden. Armeemuſikinſpizienten
gibt es 2, die auf Preußen kommen. Obermuſikmeiſter
und Muſikmeiſter gibt es 508, 391 ſind Preußen, 40 Sach=
ſen
, 19 Württemberger, 58 Bayern. 1296 Unterzahlmeiſter
ſind vorhanden, weiter 92 Hartſchiere (nur Bayern), 136
Schirrmeiſter, 17 Luftſchiffoberſteuerleute und Steuer=
leute
(nur Preußen), weiter 6682 Feldwebel und Wacht=
meiſter
, 4508 Vizefeldwebel, 4187 Fähnriche, 58 457 Unter=

offiziere, 5899 Hoboiſten, 640 Bataillonstambours, 2522
Sanitätsunteroffiziere. Die Zahl der Unteroffiziere ins=
geſamt
beträgt 94535, die Zahl der Gemeinen 540750.
Außerdem hat die Armee 133046 Dienſtpferde.
C.K. Ein Muſeum des Weins. Aus Paris
wird berichtet: Die Stadtverwaltung von Beaune,
der gelobten Stadt der herrlichen Burgunderweine, hat
jetzt einen Plan genehmigt, deſſen Ausführung der Welt
um ein einzigartiges Muſeum bereichern wird: um ein
Muſeum des Weines und ſpeziell des Burgunderweines.
Mit der Geſchichte der Stadt Beaune iſt der Siegeszug
des Burgunders unauflöslich verknüpft, und noch heute iſt
die Stadt das Eldorado aller Kenner und Fachleute, die
für einen Tropfen echten edlen Burgunderſaftes Verſtänd=
nis
haben. Das Muſeum wird vorausſichtlich nicht nur
einen hiſtoriſchen Ueberblick über die Triumphe des bur=
gundiſchen
Weinbaues geben, ſondern auch ein anſchau=
liches
Bild von der ſpeziell in burgundiſchen Landen ſo
hoch entwickelten Kunſt der Weinzüchtung und der Wein=
veredelung
vermitteln.

Literariſches.

Das Kuckucksei. Roman von Hanna Bran=
denfels
. Preis geheftet 4 Mk., geb. 5 Mk. Deutſches
Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57. Friſche, lie=
benswürdige
Erzählungskunſt, ſichere Schürzung drama=
tiſcher
Konflikte, auf denen ſich eine feſſelnde Handlung
aufbaut, und klare Charakteriſtik der einzelnen Geſtalten,
die aus dem Leben unmittelbar in den Roman übergetre=
ten
erſcheinen das ſind die Vorzüge, die Hanna Bran=
denfels
in die erſte Reihe unſerer Autorinnen ſtellen. Sie
verleihen auch ihrem neueſten Werke Kuckucksei in dem
dieſe Schriftſtellerin den tiefen Eindruck und die ſchweren
Schickſale eines Menſchenlebens mit ergreifender Wucht
darſtellt, ſeinen hohen Wert. Auch dieſem Roman von
Hanna Brandenfels wohnt, ähnlich wie ihren früheren
Erzählungen, zugleich ein ethiſcher Wert inne; der Hin=
weis
auf die Selbſterziehung und Selbſtveredelung. Aber
dieſe Tendenz tritt nirgends unter kahler Abſichtlichkeit
hervor, ſondern ſie hat in der blühenden Fülle und Friſche
dieſes Romans dichteriſche Geſtalt angenommen.
Marcello Rogge: Auf den Wegen des
Lebens (Balladen). Verlag: Vereinigte Kunſtanſtal=
ten
A.=G., München=Zürich. (Preis in Pergament 3 M.)
Ein neues lyriſches Talent von ſtark balladesker Färbung
tritt uns hier mit einem aparten Gedichtbande entgegen.
Die lyriſche Begabung des verheißungsvollen Poeten hat
ſomit eine epiſche Ader; doch herrſcht in faſt allen Dichtun=
gen
des hübſch ausgeſtatteten Bandes ein gewiſſer muſi=
kaliſcher
Grundton, der ihnen das Schroffe des rein Epi=
ſchen
nimmt. Auchsdie reine Lyrik findet in vielen Ge=
dichten
das erlöſende Wort. Vortrefflich verſteht es der
Autor, ſich in fremde Stimmungen hineinzuverſetzen
(Der alte Spiegel). An Balladen aber wie Der Ring
erkennen wir, was wir noch von ihm erwarten dürfen.
Die Kontobücher für die Angeſtellten=
Verſicherung ſind ſoeben im Verlag der Geſchäfts=
bücherfabrik
Julius Roſenthal, Berlin SW., erſchienen. In
bekannt praktiſcher Ausſtattung und gutem Einbande, iſt
ein Führer durch das Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte
in kurzer, überſichtlicher, allgemein leichtverſtändlicher
Faſſung aus der Feder des Geheimen Reg.=Rats A. Dütt=
mann
, Vorſitzendem der Landesverſicherungsanſtalt
Oldenburg, beigegeben. Für Geſchäfte mit wenig Ange=
ſtellten
1.20 Mark, mit größerer Anzahl Angeſtellter 2.20
Mark, inkluſive des Führers.
Hendſchels Luginsland: Ceylonfahrt,
Genua-(Neapel-Port Said-Sues-Aden-Colombo und
die Bahnlinien auf Ceylon, von Dr. Konrad Günther,
Univerſitätsdozent in Freiburg i. Br. Mit ſechs Karten
und 89 Abbildungen. Preis 4 Mk. Hendſchels Telegraph,
Kursbuch= und Reiſeführer=Verlag, Frankfurt a. M.,
Stiftsſtraße 27. Eine Vergnügungsfahrt von 8 Wochen
in die Wunder des Morgenlandes, in aller Bequemlich=
keit
, ohne jede Fährnis und mit einem faſt beſcheiden zu
nennenden Aufwande: heute iſt das kein Märchen mehr!
Luginsland, der getreue Fahrgeleiter, führt uns dorthin:
durch das Mittelmeer, das Pharaonenland, den Stillen
Ozean, nach Ceylon, der Perle Indiens. Und wenn es
nicht vergönnt iſt, in die Ferne zu ſchweifen, dem geſtaltet
ſich durch den beredten Reigebericht Luginslands mit
ſeinem reichen Bilderſchmuck ſolche Reiſe zum wahrhaften
Gedankenerlebnis; er lernt die fernen Länder und Meere
kennen, wie wenn er ſelber die Fahrt mitmachte.
Deutſche Roman=Zeitung und. Ro=
manbibliothek
. In den uns vorliegenden Heften
dieſer vornehmen und gediegenen Wochenſchrift werden
die beiden großangelegten Romane: Moſt ein Roman
von der Moſel von Liesbet Dill, und Deutſches Sehnen
und Kämpfen von Karl Bienenſtein fortgeführt. Die
beiden genannten Romane haben in der literariſchen Welt
ein berechtigtes Aufſehen erregt und können wir unſeren
Leſern nur empfehlen, ſich durch ein Abonnement, das
vierteljährlich nur 3,50 Mark koſtet, davon zu überzeugen.
Ergänzt wird das Heft durch Erzählungen, Skizzen, Ge=
dichte
uſw. im Beiblatt. Die wöchentlich erſcheinende
Roman=Zeitung trägt ausſchließlich gediegenen und vor=
nehmen
Charakter und zählt nur erſtklaſſige Autoren
zu Mitarbeitern. Freunde guter Literatux wiſſen des=
halb
ihre Bedeutung zu würdigen und empfehlen ſie im=
mer
wieder gerne anderen Freunden. Die Verlagsbuch=
handlung
Otto Janke, Berlin SW 11, ſendet Probe=
nummern
allen Intereſſenten koſtenlos.
Dürer von Bruno Schrader (Band 14 der
farbig illuſtrierten Biographien=Sammlung berühmter
Maler Meiſterbilder in Farben) Schleſiſche Verlagsan=
ſtalt
(vormals Schottländer) G. m. b. H. in Berlin W. 35.
Gebunden 2 Mk. Mit der Veröffentlichung dieſer Dürer=
Biographie hat ſich der Verfaſſer ein anzuerkennendes
Verdienſt erworben. Solch kurz gefaßte Lebensgeſchichte
des großen deutſchen Meiſters mit farbigen Reproduk=
tionen
einer größeren Anzahl ſeiner Gemälde
fehlte bisher, und es iſt ſehr zu wünſchen, daß dies
Buch recht weite Verbreitung findet. Der Verfaſſer hat
im weſentlichen die Reſultate der kunſtgeſchichtlichen
Forſchung über Dürer zuſammengefaßt. Die farbigen
Tafeln, die dem Werke beigegeben ſind, geben die repro=
duzierten
Originale in trefflicher Weiſe wieder.
Im Kampf um Straßburg Roman von
Erica Grupe=Lörcher. Berlin SW. Verlag des
Vereins der Bücherfreunde. Preis geh. 3,50 Mk., gebd.
4.50 Mk. Mit inniger, liebevoller Hingabe hat die Ver=
faſſerin
in dieſem durchweg feſſelnden und intereſſanten
Werke zwei Frauengeſtalten gezeichnet, deren Schickſal
tief an unſer Herz greift, ſo daß wir in Teilnahme und
ſpannender Erwartung mit ihnen ihren Weg gehen durch
Kriegsgeſchrei und Schlachtendonner, durch Nacht zum
Licht, vom tiefſten Leid zum höchſten Glück. Die ſo lebens=
wvahr
geſchilderten Straßburger Ereigniſſe des Jahres
1870 zeugen von einer ſcharfen Beobachtungsgabe, von
einem fleißigen Studium der Verfaſſerin.

[ ][  ][ ]

Seite G.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

Feſtſchrift zur 100jährigen Wieder=
kehr
der Befreiungskriege 1813, 1814, 1815 und
zur Einweihung des Völkerſchlachtdenkmals. Herausge=
geben
von Dr. Otto Weddigen. Gr. 8. 180 Seiten,
reich illuſtriert, mit 4farbiger Umſchlagzeichnung. Preis
1 Mk. (Verlag von Friedrich Engelmann in Leipzig.)
Das Erſcheinen dieſes Buches iſt mit großer Freude zu
begrüßen; es ſteht unter den vielen über die Befreiungs=
kriege
erſchienenen Büchern mit an oberſter Stelle. Das
Buch gibt einen packenden und wahrheitsgetreuen Ueber=
blick
, auf Grund von Tagebüchern, Briefen und Dokumen=
ten
zuſammengeſtellt, über das gewaltige Ringen der
Deutſchen, das ſie endlich von dem Joch Napoleons be=
freite
.

Die Eidesleiſtung des Prinz=
Regenten Ludwig.

* München, 21. Dez. Im Thronfaale der
Reſidenz fand heute nachmittag 2 Uhr die feierliche
Eidesleiſtung des Prinz=Regenten Lud=
wig
von Bayern ſtatt. Alle Fraktionen, auch die
Sozialdemokraten, waren faſt vollzählig vertreten. Der
Aufzug und die Gruppierung des Hofes, der Regierung,
des diplomatiſchen Korps, der Geiſtlichkeit und der mili=
täriſchen
Deputationen vollzog ſich nach den Formen
alter Etikette. Der Juſtizminiſter verlas die Eides=
formel
. Der Prinz=Regent erhob die rechte Hand und
ſprach: Ich ſchwöre‟ Nun trat der Präſident der Kam=
mer
der Reichsräte, Graf Fugger=Gloett, vor und brachte
das Hoch auf den Prinz=Regenten aus.

Zum Studentenſtreik in Halle.

H.B. Halle a. d. S., 21. Dez. Ein Teil der Pro=
feſſoren
der Medizin an der Univerſität Halle gab geſtern
durch Anſchlag am ſchwarzen Brett und vor den Kli=
nikern
bekannt, daß ſie ihre Vorleſungen wieder
aufnehmen. Im Laufe des Tages aber verſchwanden
die Anſchläge wieder, weil zu den Vorleſungen kein
Student erſchienen war. Die Klinikerſchaft er=
klärt
, daß die Fakultät ihren Beſchluß wohl der Oeffent=
lichkeit
, dem Kultusminiſterium und der Univerſität mit=
geteilt
, es aber nicht für der Mühe wert gehalten habe,
auch den Klinikern Beſcheid zu geben. Daher beſtehe für
ſie keine Veranlaſſung, den Streik zu beenden. Wie aus
Leipzig gemeldet wird, hat die Leipziger deutſche Studen=
tenſchaft
ſich nunmehr mit ihren Kollegen in Halle ſoli=
dariſch
erklärt.

Ein deutſch=franzöſiſcher
Zwiſchenfall.

H. B. Cherbourg, 21. Dez. Ein Vorfall, der ſich
im Hafen von Cherbourg abſpielte, hat unter der Bevöl=
kerung
eine gewiſſe Aufregung verurſacht. Derdeutſche
Kabeldampfer Großherzog von Olden=
burg
, der ſeit drei Tagen auf der Reede von Cherbourg
liegt, hat nachts ein Manöver ausgeführt, das der Marine=
Verwaltung verdächtig erſchien. Der Kapitän des deut=
ſchen
Schiffes hatte, nachdem er am Mittwoch angekom=
men
war, auf der Marine=Präfektur erklärt, daß der Damp=
fer
noch am ſelben Tage wieder abfahren würde. Am fol=
genden
Morgen war der Militärpoſten auf der Mole des
Zentralforts überraſcht, den Dampfer in kurzer Entfernung
kreuzen zu ſehen. Er machte von ſeiner Beobachtung ſo=
fort
der Marine=Präfektur Mitteilung, die dem Kapitän
des deutſchen Schiffes den Befehl erteilte, unverzüglich auf
die Reede zurückzukehren, was auch ohne Schwierigkeit
ausgeführt wurde.

Luftfahrt.

* Mannheim, 21. Dez. Das Luftſchiff
Schütte=Lanz iſt, wie die Neue Badiſche Landes=
zeitung
meldet, heute vom Kriegsminiſterium end=
gültig
zu dem von der Luftſchiffwerft Schütte=Lanz ge=
forderten
Preiſe übernommen worden.
* Paris, 21. Dez. Auf dem Flugplatz von
Villacouplay ereignete ſich heute nachmittaag 4 Uhr
ein Fliegerunfall. Der Flieger Collardeux war
auf einem Doppeldecker mit dem Sohne des franzöſiſchen
Marineminiſters Delcaſſé als Paſſagier aufgeſtiegen. In
30 Meter Höhe ſtieß er mit einem Eindecker, der von dem
ſiameſiſchen Leutnant Nai Thip geſteuert wurde, zuſam=
men
. Die Apparate ſtürzten beide ſteil zu
Boden und bildeten eine unkenntliche Maſſe. Nach vie=
ler
Mühe gelang es, die Verunglückten aus den Trümmern
hervorzuziehen. Der junge Delcaſſé hatte ſich einen Arm
und ein Bein gebrochen, die beiden Führer ſind mit leich=
teren
Verletzungen davongekommen. Der Zuſtand des
Delcaſſé gilt als bedenklich. Marineminiſter Delcaſſé wurde
während der Kammerſitzung von dem Unfall verſtändigt
und begab ſich ſofort nach dem Krankenlager ſeines
Sohnes.
Veſoul, 22. Dez. Der deutſche Eindecker,
der bei Marnay niedergegangen iſt, wurde mit der Bahn
zurückgeſandt.
Rom, 22. Dez. Der Flieger Garros iſt auf
dem Fluge von Afrika nach Europa, von Neapel
kommend, hier eingetroffen.

Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.

* London 20. Dez. Der Lordmayor gab im
Manſion Houſe ein Frühſtück zu Ehren der Dele=
gierten
der Friedenskonferenz, an dem auch
Premierminiſter Asquith, der Miniſter des Aeußern
Edward Grey, der Lordpräſident des Geheimen Rats,
Morley, und andere Miniſter und ſonſtige hervorragende
Perſönlichkeiten teilnahmen. Der griechiſche Miniſterprä=
ſident
Venizelos ſaß zur Linken, der türkiſche Delegierte
Reſchid Paſcha zur Rechten des Lordmayors. In der Be=
grüßungsanſprache
drückte der Lordmayor die Hoff=
nung
aus, daß die Miſſion der Delegierten einen glücklichen
Ausgang haben und zu einem dauernden und ehrenhaften
Frieden führen werde. Hierauf erhob ſich der türkiſche
Delegierte Reſchid Paſcha. Unter großem Beifall der
Anweſenden wies er auf die lange traditionelle Freund=
ſchaft
zwiſchen England und der Türkei hin. Es ſprachen
auch die anderen Delegierten, die für die erwieſene Gaſt=
freundſchaft
dankten. Dr. Danew ſagte, der Wohlſtand
Londons ſei die Folge des Friedens, den zu erreichen
auch das Ziel der Delegierten ſei. Der Anblick von Lon=
dons
Wohlſtand werde dieſe deshalb in dem Entſchluß
beſtärken, ihre Miſſion mit Erfolg durchzuführen. Premier=
miniſter
Asquith brachte einen Toaſt auf den Lord-
mayor
aus und ſagte, er ſcheue ſich nicht, ſich als Optimiſt

zu bekemen und zu erlätren, daß man den Frieden von
London für alle Zeiten als eins der ſchönſten Ruhmes=
blätter
in der Geſchichte der Stadt anſehen werde.
* Konſtantinopel, 20. Dez. Jeni Gazetta ſagt
in Beſprechung der neuen Inſtruktionen für die
türkiſchen Friedensbevollmächtigten: Bei
der Unterzeichnung des Waffenſtillſtandsprotokolls iſt ein
Irrtum unterlaufen. Das vom türkiſchen Miniſterrat ge=
nehmigte
und anfänglich von den Bulgaren angenommene
Waffenſtillſtandsprotokoll hatte beſtimmt, daß die belager=
ten
Plätze approviſioniert werden ſollten. Als am fol=
genden
Tage die Rechtsbeiſtände der Pforte abweſend
waren, legten die bulgariſchen Delegierten einen anderen
Protokoll=Entwurf vor, der die Approviſionierung nicht
zuließ. Dieſer zweite Entwurf wurde irrtümlicherweiſe
oder aus Zeitmangel unterzeichnet. Wenn es ſich bloß
um Bulgarien, Serbien oder Montenegro handelte, hätte
die Approviſionierungsfrage keine Bedeutung, weil eine
Verſtändigung innerhalb 14 Tagen möglich geweſen wäre.
Da für den Fall der Teilnahme Griechenlands,
mit welchem in mehreren Punkten, beſonders bezüglich
Salonikis und der Inſeln, Meinungsverſchiedenheiten be=
ſtehen
, die Verhandlungen ein bis zwei Monate dauern
können, wurden den türkiſchen Friedensbevollmächtigten an=
gewieſen
, die Teilnahme Griechenlands an den Friedens=
verhandlungen
nur unter der Zuſatzbedingung der Ap=
proviſionierung
der belagerten Städte während der Frie=
densverhandlungen
zuzulaſſen.
* London, 21. Dez. Das Reuterſche Bureau er=
fährt
, daß der türkiſche Abgeſandte Abra Effendi,
der Ueberbringer der Botſchaft über die Teilnahme der
griechiſchen Delegierten an der Konferenz und über die
Verproviantierung von Adrianopel, geſtern abend in
London eingetroffen iſt.
* London, 21. Dez. Der König empfing
heute im Weißen Saale des Buckingham=Palaſtes in
Gegenwart des Staatsſekretärs Grey die Friedens=
delegierten
. Er unterhielt ſich während der etwa
halbſtündigen Audienz in herzlichſter Weiſe mit den ein=
zelnen
Mitgliedern.
Die Beſchlüſſe der Botſchafterkonferenz.
* London, 20. Dez. Die Botſchafterkonfe=
renz
tagte heute nachmittag unter dem Vorſitz Greys
zum letztenmal vor dem Weihnachtsfeſte. Eine offizielle
Reutermeldung beſagt: Die Botſchafter empfahlen, daß
Albanien autonom werde mit der Stipulation daß
Serbien einen Handelszugang zum Adriatiſchen Meere
garantiert erhalte. Die ſechs Regierungen unterzeich=
neten
den doppelten Vorſchlag im Prinzip.
* London, 21. Dez. Die Zeitungen bewillkomm=
nen
das Kommunigué über die Botſchafter=
Konferenz. Die Times ſchreibt: Die Vorſchläge der
Botſchafter enthalten nach unſerer Meinung die einzig
mögliche Löſung der Probleme, die mit Schwierigkeiten
überſät ſind. Die genauen Einzelheiten kommen für den
Augenblick nicht in Betracht. Wir dürfen aber als ſicher
annehmen, daß dieſe Ankündigung trotz ihrer Kürze nicht
gemacht worden wäre, wenn die Mächte nicht wenigſtens
im Prinzip über die wichtigeren praktiſchen Details, ſowie
die Ausdehnung der Grenzen des neuen albaneſiſchen
Staates und die Art, wie der Handel Serbiens einen
freien Ausweg eehalten ſolle, eine Uebereinſtimmung er=
reicht
hätten Daily Chronicle ſagt: Die europäiſche
Diplomatie hat etwas evreicht, was eine der beſten Vor=
bedeutungen
für die Löſung anderer Probleme, die noch
ausſtehen, iſt. Eine Teilung Albaniens und ſeine Unter=
werfung
unter ſlawiſche Herrſchaft würde nicht nur
einen großen Fehler und eine große Ungerechtigkeit, ſon=
dern
auch eine Quelle dauernder Unruhen auf dem Bal=
kan
geweſen ſein.
* Paris, 21. Dez. Der Londoner Sonderbericht=
erſtatter
des Matin meldet in Ergänzung der über die
Beſchlüſſe der Botſchafter=Réunion ausge=
benen
Mitteilungen, die Botſchafter würden bei ihren
Regierungen beantragen, daß die Inſeln des Aegäiſchen
Meeres, wer immer ihr künftiger Beſitzer ſein möge, nie=
mals
zu Flottenſtützpunkten geſtaltet werden könnten.
* Paris, 21. Dez. Der Londoner Sonderbericht=
erſtatter
des Temps glaubt nachſtehende Ergänzun=
gen
zu der geſtrigen amtlichen Mitteilung über die
Beſchlüſſe der Botſchafterkonfereny mel=
den
zu können: Albanien werde autonom, unabhängig
und neutraliſiert unter der Oberaufſicht der Mächte, Ser=
bien
werde an der albaniſchen Küſte einen Hafen wählen
können, der ihm als Handelszugang zum Meere dienen
werde, und der Schutz der dieſen Hafen mit Serbien ver=
bindenden
Eiſenbahn, welche gleichfalls neutral ſein
werde, werde einer internationalen Gendarmerie anver=
traut
werden. Die den Zugang zu den beherrſchenden In=
ſeln
bildenden Häfen werden unter die Oberhoheit des
Sultans geſtellt, würden jedoch neutraliſiert. Die
Botſchafter ſeien zwar überzeugt, daß die von ihnen ge=
faßten
Beſchlüſſe geeignet ſeien, die europäiſche Lage be=
trächtlich
zu entſpannen, verhehlten ſich jedoch nicht, daß
dieſelben mit Zurückhaltung aufgenommen werden
müſſen angeſichts der in der Balkankonferenz immer mehr
zutage tretenden Schwierigkeiten.
Die türkiſch=griechiſchen Kämpfe.
* Paris, 20. Dez. Dem Temps wird aus Kon=
ſtantinopel
gemeldet, die türkiſche Regierung be=
haupte
entſchieden, daß ihre Flotte über die griechiſche
einen beträchtlichen Erfolg davongetragen habe und daß
der Widerſtandvon Janina ungebrochen ſei.
Die Türkei ziehe es deshalb vor, in London mit den
Griechen ohne Waffenſtillſtand zu verhan=
deln
und würde ſogar einen Waffenſtillſtand verwei=
gern
, wenn Griechenland ihn jetzt verlangen ſollte. Gleich=
zeitig
ſei Reſchid Paſcha erſucht worden, die Frage von
Adrianopel möglichſt raſch zur Erörterung zu bringen und
die Verhandlungen abzubrechen, falls die Bulgaren auf
der Uebergabe beharren ſollten.
Die Affäre Prohaska.
* Wien, 21. Dez. Um den im Zuſammen=
hange
mit der Affäre Prohaska in den inländi=
ſchen
und ausländiſchen Zeitungen erhobenen Vorwürfen
entgegenzutreten und feſtzuſtellen, welchen Faktoren die
Schuld an der wochenlangen Ungewißheit und der Erreg=
ung
der Oeffentlichkeit beizumeſſen iſt, betont das Frem=
denblatt
, daß die große Erregung dadurch entſtanden ſei,
daß der Entſendung eines Spezialdelegierten zur Durch=
führung
der Unterſuchung Schwierigkeiten in den Weg
gelegt wurden. Die Erregung konnte das Miniſterium
des Aeußeren um ſo weniger beſchwichtigen, als es ſelbſt
keine Gewißheit über das Schickſal Prohaskas beſaß. So=
bald
die Miſſion des Konſuls Edl zuſtande gekommen
war, wurde die Oeffentlichkeit über das Wohlbefinden
Prohaskas verſtändigt. Gleichzeitig ſtellte man Mitteil=
ungen
über das völkerrechtliche Moment in Ausſicht. Dar=

aus ging, ſchreibt das Blatt, deutlich die Abſicht hervor,
die Angelegenheit von der objektivſten und minutiöſeſten
Seite zu behandeln, um das notwendige diplomatiſche
Einſchreiten auf abſolut unangreifbares Tatſachenmate=
rial
zu ſtützen und dieſes im gegebenen Augenblick der
Oeffentlichkeit vorlegen zu können. Das Fremdenblatt=
wendet
ſich dann gegen die dreiſte Lügenerfindung, daß
die in der Zwiſchenzeit aufgetauchten phantaſtiſchen Ge=
rüchte
über Prohaska von amtlichen Stellen ausgegangen=
ſeien
, ſowie gegen die plumpe und tendenziöſe Mache, die=
die
gegenwärtig wirtſchaftliche Depreſſion mit der Prp=
haska
=Affäre in Zuſammenhang bringe. Endlich erklärt=
das
Fremdenblatt, daß der Verſuch, im Zuſammenhange=
mit
der Prohaska=Affäre Gegenſätze zwiſchen der Leitung=
und den Unterabteilungen des Auswärtigen Amtes zu
konſtruieren, jeder Grundlage entbehre.
* Peſt 21. Dez. Der Peſter Lloyd ſtellt in der An=
gelegenheit
des Konſuls Prohaska feſt, daß
Aufklärungen nicht früher erteilt werden konnten, da die
Sperre des telegraphiſchen Verkehrs von der ſerbiſchen
Regierung erſt beim Eintreffen des Konſuls Edl in Ues=
küb
aufgehoben wurde Das Blatt ſchreibt weiter: Es iſt
unerfindlich, wie man die Aufregung über die Affäre auf
das Schuldkonto des Wiener Auswärtigen Amtes ſetzen
kann. Wenn man in Wien aus der Prohaska=Affäre
hätte Kapital ſchlagen wollen, wie von übelwollender
Seite nachträglich behauptet worden iſt, ſo hätte man ſich
überhaupt in keine Unterſuchung des Falles eingelaſſen,
ſondern würde in ganz anderer Weiſe eingeſchritten ſein,
und unter den Großmächten, denen trotz politiſcher Gegen=
ſätze
das Gemeingefühl nie abhanden gekommen iſt, daß
ihre amtlichen Vertreter im Auslande geſchützt werden,
würde keine einzige der Monarchie die äußerſte Strenge
in einem ſolchen Falle verübelt haben.
Serbien und Bulgarien.
H.B. Belgrad, 21. Dez. Die hieſige Nationaliſten=
partei
, deren Führer, der ehemalige Miniſter Ribaratz, be=
kanntlich
in der Skuptſchina vor Ausbruch des Krieges er=
klärte
, daß die Serben durch den Krieg nicht bloß Re=
formen
oder die Autonomie für Altſerbien und Maze=
donien
erringen, ſondern ihre dortigen Brüder beſteien
und mit Serbien vereinigen wollen, beginnt jetzt, ſich ſehr
heftig über das Vorgehen der Bulgaren zu bekla=
gen
. Ihr Organ Srbska Zaſtawa wirft den Bulgaren in
überaus gereiztem Ton vor, daß ſie darauf ausgingen, ganz
Mazedonien für ſich zu nehmen und ſo ein Groß= Bul=
garien
zu bilden ohne Rückſicht auf ihre ſerbiſchen Ver=
bündeten
, welche die Bulgaren mit Gut und Blut unter=
ſtützt
hätten und weſentlich zu ihrem Erfolge beigetragen
haben. Serbien komme jetzt in die Gefahr, die eine
Hälfte ſeiner Errungenſchaft durch das autonome Al=
banien
und die andere Hälfte durch ein Groß=Bulgarien
einzubüßen. Insbeſondere wird gegen die Uebergabe
von Monaſtir, Prilep und Ockteida an Bulgarien pro=
teſtiert
. Selbſt wenn dieſe Uebergabe in einem früheren
Teilungsplane vorgeſehen ſein ſollte, ſei ein ſolches Ab=
kommen
unbillig, da es hinter dem Rücken des ſerbiſchen
Volkes abgeſchloſſen ſei und bei den ungeheuren Opfern,
welche die Einnahme von Monaſtir und Prilep Seebien
gekoſtet habe, geradezu eine Schändlichkeit darſtellen
würde. Die Stampa erfährt, daß der ſerbiſche Bauten=
miniſter
Ilitſch von den ſerbiſchen Friedensunterhänd=
lern
nach London berufen worden ſei, um fachmänniſche
Auskunft zu geben über die neue Eiſenbahn, die vom ſer=
biſchen
Territorium nach San Giovanni di Medua zu
gehen hätte.
Poincarés Erklärung über die Lage.
* Paris, 21. Dez. Ueber die Erklärung zur aus=
wärtigen
Lage, die Miniſterpräſident Poincaré
im Senat gab, wird folgende amtliche Zuſammenfaſſung
veröffentlicht:
Trotz der größten Diskretion, an die ich betreffs der
mit den Kabinetten gepflogenen Unterhandlungen gehal=
ten
bin, kann ich von unſeren Abſichten und Metyoden und
von den erzielten Ergebniſſen ſprechen. Wir wollten der
Entwickelung der Balkankriſe nicht als Zuſchauer bei=
wohnen
. Das war unſere Pflicht wegen unſerer Ver=
bündeten
, unſerer Intereſſen im Orient und unſerer Welt=
ſtellung
als Großmacht. (Beifall.) Wir hielten dafür, daß
eine Politik der Paſſivität unſeres Landes unwürdig iſt.
Frankreich darf an keinem Orte und zu keiner Zeit fehlen.
Wir wollten, daß Frankreich ſeinen Verbündeten und
Freunden eng angeſchloſſen bliebe. Die Kraft unſerer
Bündniſſe hängt nicht bloß von den geſchloſſenen Ver=
trägen
, ſondern von dem Vertrauen ab, das zwiſchen den
Verbündeten herrſcht, die das Recht haben, unter den
gegenwärtigen ſchwierigen Umſtänden auf einander zu
zählen. Rußland kann an unſerer Mitwirkung nicht!
zweifeln, ebenſowenig wie wir an der ſeinigen zweifeln.
Unſere Entente mit England findet täglich ihre Beſtäti=
gung
durch Tatſachen. Wir fahren mit unſeren Freunden
und Verbündeten mit unſerer friedlichen Aktion fort, ohne
indeſſen getrennt von anderen Mächten handeln zu wol=
len
. Wir gehörten zu den erſten, die die Notwendigkeit
einer allgemeinen Unterredung zur Vermeidung gefahr-
licher
Streitigkeiten anerkannten. Wir wohnen ſehr wich=
tigen
Ereigniſſen bei. Die ſeit ſo langer Zeit geſtellte
Orientfrage iſt im Begriff, von der Macht der Tat=
ſachen
in einem Sinne geregelt zu werden, der am beſten
den franzöſiſchen Ideen entſpricht. Es iſt eine große Sache,
daß der Balkangedanke, der ſo lange der Traum
vieler Staatsmänner war, Wirklichkeit geworden iſt. Die
Völker erhoben ſich im Namen der Gerechtigkeit und der
Freiheit. Frankreich konnte ihrem Werk nur mit Sym=
pathie
gegenüberſtehen. (Beifall.) Der Balkan den
Serben, Bulgarien, Montenegrinern und Griechen! das
iſt die gerechte Löſung, die die meiſte Gewähr für
Dauer und Stabilität bietet, es beſteht Uebereinſtimmung
über die Autonomie Albaniens und darüber, daß
Serbien einen Freihafen an der Adria erhal=
ten
ſoll. Wenn der Friede unterzeichnet ſein wird, ſei es
durch die Friedensbevollmächtigten, ſei es auf den Rat=
der
Großmächte hin, ſo wird er auf feſter Grundlage
ruhen, die den Balkanſtaaten erlaubt, ſich zu entfalten. Die
Türkei wird ein beträchtliches Reich behalten, ſie wird
fortfahren können, mit uns in guter Harmonie zu leben.
Wir haben ihr gegenüber die gewiſſenhafteſte Neutralität
beobachtet. Sie wird gut daran tun, wenn ſie auf die
Wünſche der Völker hört, die ihr untertan ſind. Unſerer=
ſeits
werden wir darauf beſtehen, daß unſere Intereſſen
im Libanon=und Syrien reſpektiert werden, ſelbſtverſtänd=
lich
, ohne daß ſich ein Zwieſpalt zwiſchen uns und der
Türkei über dieſen Punkt ergibt. Wir ſind entſchloſſen,
die Integrität des ottomaniſchen Reiches in Aſien aufrecht
zu erhalten. Sollte der Friede unglücklicherweiſe nicht ge=
ſchloſſen
werden und der Krieg wieder anfangen, ſo wür=
den
wir mit unſeren Verſöhnungsverſuchen wieder be=
ginnen
. Stark durch das nationale Gefühl und die Unter=
ſtützung
der beiden Kammern würden wir den Brand auf
ſeinen Herd zu beſchränken ſuchen und bereit ſein, unſerer

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Seite 7.

Einfluß im Orient und das Preſtige des franzöſiſchen
Namens zu verteidigen.
In der Kammer gab Poincaré inhaltlich eine gleiche
Erklärung ab.
Nach der Rede Poincarés ergriff der Radikale
Deloncle das Wort und beglückwunſchte den Miniſter=
präſidenten
zu der Rede und der Energie ſeiner Politik.
Redner erkannte ſodann die loyale Haltung des Grafen
Berchtold an und fuhr fort: In Europa gibt es einen
Mann, deſſen Friedensliebe eine feſte Bürgſchaft für die
Aufrechterhaltung des Friedens bietet: das iſt der deutſche
Kaiſer. Was Albanien anlangt, ſo freue er ſich, daß die-
ſem
Land, welches er aus eigener Anſchauung kenne, die
Autonomie gewährt werde und daß der Erſte, der dieſen
Gedanken gehabt habe, Poincaré geweſen ſei. Redner
ſchloß mit den Worten, daß Frankreich an ſeinen Bünd=
niſſen
und ſeinen Ententen treu feſthalten müſſe, daß es
ſich aber die Freiheit wahren müſſe, auch mit anderen
Nationen herzliche Beziehungen zu unterhalten.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 22. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Was über
das vorläufige Ergebnis der Londoner Botſchafter=
verſammlung
öffentlich mitgeteilt werden konnte,
rechtfertigt die Erwartungen, mit denen man der unter
dem Vorſitz von Sir Edward Grey abgehaltenen euro=
päiſchen
Beratung entgegengeſehen hat. Schon nach
den bisherigen Eindrücken darf ausgeſprochen werden,
daß es ein guter Gedanke war, die Vertreter der Groß=
mächte
an der Themſe mit dem britiſchen Miniſter des
Aeußern zu einer Ausſprache zuſammentreten zu laſſen.
Ihre Wirkung wird für den Ausgleich der öſterreichiſch=
ſerbiſchen
Spannung nützlich ſein. Die Konferenz zur
Feſtſtellung des Friedensvertrages zwiſchen der Türkei
und den Balkanſtaaten mag noch Schwierigkeiten zu
überwinden haben, ehe die Verhandlungen lebhafter in
Fluß kommen. Zu Vorausſagen über ein poſitives oder
negatives Ergebnis der Konferenz fehlt bisher die
Grundlage.
* Wien 22. Dez. Das Fremdenblatt ſchreibt: Die
auf der Botſchafter=Réunion zu Tage getretene
einmütige Tendenz aller Mächte, alle weiteren Komplika=
tionen
hintanzuhalten, iſt zweifellos eine Tatſache, die
mit Genugtuung konſtatiert zu werden verdient. Die
Tatſache, daß die Botſchafter=Réunion dem Standpunkte
Oeſterreichs betreffend die Autonomie Albaniens
und dem ſerbiſchen Adriahafen zuſtimmte, be=
weiſt
wohl am beſten, wie ſehr die Auffaſſung Oeſterreichs
gerechtfertigt war. Wenn auch die Regelung der übrigen
heiklen Fragen noch Schwierigkeiten in ſich birgt, darf
wohl die Erwartung als nicht unbegründet bezeichnet wer=
den
, daß ſich die Botſchafter=Réunion auch dieſer nicht
leichten Aufgabe gewachſen erweiſen wird.
* London, 21. Dez. Das Reuterſche Bureau er=
fährt
: Trotz der von den türkiſchen Delegierten verurſach=
ten
Verzögerungen war die heutige Konferenz von
dem freundſchaftlichſten Geiſte beherrſcht. Die Delegier=
ten
der verbündeten Balkanſtaaten wünſchen lebhaft, zu
ernſthaften Unterhandlungen zu gelangen, und in der
heutigen Sitzung ließ man deutlich hören, daß das Auf=
ſchieben
aufhören müſſe. Der griechiſche Miniſterpräſi=
dent
Venizelos ſagte, daß die Delegierten jetzt ſchon zehn
Tage in London wären, ohne Fortſchritte zu machen. Ein
anderer betonte die Notwendigkeit des praktiſchen Han=
delns
. Die Mitglieder der Miſſionen der Balkanſtaaten,
die von dem Vertreter des Reuterſchen Bureaus befragt
wurden, drückten ihre große Genugtuung über das Er=
gebnis
der Botſchafterkonferenz aus und ſprachen die
Hoffnung aus, daß die Friedenskonferenz auch ſo große
Fortſchritte machen möge. Abends waren die Delegierten
bedeutend optimiſtiſcher geſtimmt.
* Sofia, 21. Dez. Der König erließ einen
Tagesbefehl an die Armee, in dem er anläßlich
des Abſchluſſes des Waffenſtillſtandes den Gefallenen
und den Ueberlebenden Dank und Bewunderung zollt.
Die Armee genieße zurzeit Ruhe, um ſich zu neuen An=
ſtrengungen
vorzubereiten. Der König zweifle nicht, daß
die Fahnen ſich gegebenenfalls neu mit unverwelklichem
Lorbeer ſchmücken werden. Der Kriegsminiſter bittet in
ſeiner Antwort an den König, den Kameraden in der
Front die Glückwünſche des Vaterlandes mit dem
Wunſche zu übermitteln, daß es ein baldiger Friedens=
ſchluß
erlauben möge, ruhmbedeckt in dem ſtolzen Be=
wußtſein
erfüller Pflicht an den heimiſchen Herd zurück=
zukehren
.
Konſtantinopel, 22. Dez. Nach einem amt=
lichen
Telegramm des Kommandanten der Weſtarmee
vom 19. Dezember haben die Türken nach fünftägigem
blutigem Kampfe bei Janina die Griechen zurück=
geſchlagen
, am andern Morgen das Defilé von
Manolakis überſchritten und ſind erfolgreich in der
Richtung auf Laurath vorgerückt. Die feindlichen Streit=
kräfte
ſeien zerſtreut und der Sieg errungen.

Darmſtadt, 23. Dezember.

W-l. Großh. Hoftheater. Am Samstag gelangte als
erſte Kindervorſtellung Humperdincks Märchenoper
Hänſel und Gretel vor anſcheinend ausverkauf=
tem
Hauſe zur Aufführung. Wenn es noch eines Be=
weiſes
bedurft hätte, daß die Oper keine Kinderoper iſt,
ſo würde ihn dieſer Abend erbracht haben. Unter der
großen Unruhe der Kleinen, die ein Leuchtkäfer auf der
Bühne oder ein beweglicher Baum begreiflicherweiſe
mehr intereſſieren, als die Schönheiten der Märchenmuſik
u. a. wurde von den Kindern in das wundervolle
Nachtgebet laut hineingeſprochen , ging ein großer Teil
der Aufführung den Zuhörern verloren. Den Höhepunkt
der Aufführung bedeutete für die Kinder der Beſentanz
der Hexe und ihre Verbrennung, die mit lautem Beifall
bei offener Szene begrüßt wurden. Unter dieſen Um=
ſtänden
hatten das Orcheſter, das oft ungehört verhallte,
eine undankbare und die Sänger eine ſchwierige Aufgabe
zu erfüllen, da ſie gegen Orcheſter und Publikum anſingen
mußten. Frl. Geyersbach als Hänſel und Frl.
Schaub als Gretel ließen ſich aber die Laune nicht ver=
derben
, ſondern ſangen und ſpielten ihre Rollen mit
gutem Humor und trefflichem Gelingen. Frl. Jacobs
verfreute ſich als charakteriſtiſche Hexe während ihres kur=
zen
Bühnenlebens einer beſonders beifälligen Aufnahme
ſeitens des lachbedürftigen Kleinpublikums. Herr Sem=
per
als Peter, Frau Müller=Rudolph als Ger=
trud
und Frl. Kaſten als Sand= und Taumännchen
boten erfreuliche Leiſtungen. In der Inſzenierung der
Oper war keine Veränderung eingetreten, wofür auch
kein Bedürfnis vorhanden war.
*Die Heſſiſche Landes=Hppothekenbank gibt be=
kannt
, daß die früheren Beröffentlichungen über ihre
Darlehensbedingungen (Zinsfuß und Geldbeſchaffungs=
koſten
) aufgehoben werden; die Feſtſetzung der Beding=
ungen
erfolgt vielmehr jeweils von Fall zu Fall.

Pfungſtadt, 21. Dez. Reiche Weihnachts=
geſchenke
wurden geſtern unter die Angeſtellten und
Arbeiter der Eulerſchen Papierfabrik, einer Filiale der
Firma Euler von Bensheim, verteilt. Die Bedienſteten
und Arbeiter erhielten anſehnliche Geldgeſchenke, deren
Höhe ſich nach der Zahl der Arbeits= bezw. Dienſtjahre
bemaßen. Außerdem wurden ſämtliche Kinder der in
der Fabrik beſchäftigten Arbeiter von Kopf bis zu Fuß
neu gekleidet und mit noch anderen Geſchenken bedacht.
Vei der gegenwärtig teuren Zeit wurden dieſe Geſchenke
des edlen Fabrikherrn beſonders dankbar von dem
Perſonal entgegengenommen. Der von dem Archi=
tekten
Hern Karl Grünig von hier ausgearbeitete
Plan für den Rathausumbau, deſſen Koſten auf
22000 Mk. veranſchlagt iſt, ſoll dem Vorſiéenden des
heſſiſchen Altertumsvereins, Hern Prof. Wienkoop=
Darmſtadt, zur Begutachtung unterbreitet worden: Man
hofft auch, daß der Altertumsverein, dem der Staat
150000 Mk. zur Verfügung ſtellte, die hieſige Gemeinde
bei der Nenovierung des Rathauſes materiell unterſtützt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Hanau, 21. Dez. Von der Behörde wird amtlich
bekannt gegeben, daß beim erſten Bataillon des Eiſen=
bahnregiments
Nr. 3 Typhuserkrankungen
feſtgeſtellt worden ſind. Im Anſchluß daran wird betont,
es beſtehe die Befürchtung, daß der Main mit Typhus=
bazillen
verſeucht ſein könne, weshalb eindringlich vor dem
Genuß und dem Gebrauch des Mainwaſſers zu
warnen ſei. Bei einer Kompagnie ſind vier Neuerkrankun=
gen
zu verzeichnen. Der Verlauf der Krankheit iſt im all=
gemeinen
günſtig, der allgemeine Zuſtand der Kranken zu=
friedenſtellend
. Von 211 Lazarettkranken ſind
augenblicklich 15 ſchwer krank.
* Stuttgart, 21. Dez. Der Staatsminiſter
des Innern Dr. v. Piſchek iſt auf ſein Anſuchen
unter Anerkennung ſeiner langährigen treuen Dienſte in
den Ruheſtand verſetzt worden. Staatsminiſter Fleiſch=
hauer
vom Staatsminiſterium für Kirchen= und Schul=
weſen
iſt zum Staatsminiſter des Innern
ernannt worden. An ſeine Stelle tritt der Präſident
des evangeliſchen Konſiſtoriums, v. Habermaas.
* Köln, 21. Dez. Heute früh um 7½ Uhr, kurz vor
Beginn der Arbeit, erfolgten in der Fabrik von
Hille u. Tult in der Ratertalerſtraße mehrere
Exploſionen, die ſchließlich den Einſturz des
ganzen Fabrikgebäudes zur Folge hatten. Von
den gerade anweſenden Beamten wurde der Fabrik=
meiſter
Beckmann verſchüttet und konnte nur noch
tot geborgen werden, zwei andere Beamte wurden
ſchwer verletzt, zwei Feuerwehrleute leichter.
* Dortmund, 21. Dez. Heute nachmittag wurden
31 Opfer der Kataſtrophe auf der Grube
Miniſter Achenbach auf dem Gemeindefriedhofe
Brambauer in einem Maſſengrabe beerdigt. An der
Beerdigung nahmen u. a. Regierungspräſident v. Bake,
Exzellenz v. Stumm, Exzellenz General v. Schubert,
Generalleutnant v. Harbou, Landrat von der Heyden=
Rynſch und andere hervorragende Perſönlichkeiten, ſowie
zahlreiche Vereine mit ungefähr 150 Fahnen teil. Die
Leichen wurden zu je ſechs auf fünf Wagen zum Fried=
hofe
übergeführt. Ein Steiger wurde in einem beſonde=
ren
Grabe beerdigt. Das Maſſengrab war ſchwarz aus=
geſchlagen
und mit Grubenlampen umſtellt. Grabreden
hielten der Generalſuperintendent Simon=Münſter, der
evangeliſche Ortsgeiſtliche Batt und Domkapitular Geiſt=
licher
Rat Klein=Paderborn. Eine nach Tauſenden zäh=
lende
Menſchenmenge umſtand den Friedhof. Zahlreiche
Häuſer und die Zechengebäude hißten Trauerfahnen.
* Leipzig, 21. Dez. Der Leichtmatroſe Hans Land=
herr
der am 15. November vom Schwurgericht in
Lübeck wegen Raubmordes an dem Drogiſten Kurt
Fiſcher, begangen am 27. September, auf dem Wege
zwiſchen Lübeck und Travemünde, zum Tode verurteilt
worden war, erzielte auf ſeine Reviſion hin eine Auf=
hebung
des Todesurteils. Das Reichsgericht
verwies die Sache an das Landgericht zurück. Das Urteil
gegen den Mitangeklagten Scholze, auf mehrere Jahre
Zuchthaus lautend, wurde ebenfalls aufgehoben.
* Gera, 21. Dez. Der Landtag nahm in nament=
licher
Abſtimmung gegen die Stimmen der Sozial=
demokraten
das neue Wahlrecht in der dritten
Leſung an und vertagte ſich ſodann bis März 1913.
* Kiel, 21. Dez. Auf der Germaniawerft haben heute
morgen über 3000 Arbeiter die Arbeit nieder=
gelegt
, weil ſich Differenzen über die Einführung der
Sicherheitsmaßnahmen und der Kontroll=Einrichtung er=
geben
haben.
* Paris, 21. Dez. Wie die Agenoe Havas meldet, iſt
Serbien bereit, den Vorſchlag der Autonomie
Albaniens und eines neutralen Hafens mit einem
neutralen Zugang zum Adriatiſchen Meer anzu=
nehmen
.
Le Havre, 22. Dez. Der frühere Präſident Caſtro
reiſte von hier nach New=York ab.
* Liſſabon, 22. Dez. Das Miniſterium beſchloß
zu demiſſionieren. Der Miniſterpräſident iſt nach
Oporto abgereiſt. Er wird am Donnerstag zurück=
kehren
, um dem Präſidenten der Republik den Beſchluß
des Miniſterrats zu übermitteln.
* London, 21. Dez. Die ſterblichen Ueber=
reſte
des verſtorbenen amerikaniſchen Bot=
ſchafters
wurden heute auf einer Lafette, die von
Reitern eskortiert wurde, nach dem Bahnhof Viktoria
übergeführt. Die Einſchiffung nach New=York ſoll
morgen in Portsmouth auf dem Panzerkreuzer Natal
erfolgen.
Soſia, 22. Dez. König Ferdinand iſt hier=
her
zurückgekehrt.
Odeſſa, 22. Dez. Im Küſtengebiet erfolgten
mehrere aufeinanderfolgende Erdſtöße, die ſich auf
eine Länge von drei Werſt ausdehnten und die Geſtalt
der Küſte veränderten. Der Meeresboden erhob ſich und
es entſtand eine Springflut. Ueber 20 Häuſer der
Umgebung von Otrada wurden beſchädigt. An der Erd=
oberfläche
bildeten ſich Riſſe bis zu 150 Meter. Der
Schaden iſt unbeſchreiblich; allein der Verluſt an zer=
ſtörtem
Grund und Boden beträgt mehrere Millionen
Rubel.
Derbent, 21. Dez. Bei einem Sturme im Kaſpi=
ſchen
Meer kenterten 15 Fiſcherboote mit einer
Beſatzung von zuſammen 41 Fiſchern, die wahrſcheinlich
ertrunken ſind.
Derbent, 22. Dez. Nach neuerer Meldung ſind
bei dem Sturm im Kaſpiſchen Meer über 60 Fiſcher=
boote
gekentert. Leute am Lande mußten das Un=
glück
mit anſehen, ohne Hilfe bringen zu können. Bis=
her
ſind zehn Leichen geborgen.

* Konſtantinopel, 22. Dez. Der Miniſterrat
beſchloß, eine Reformkommiſſion, beſtehend aus
einem Europäer, drei Armeniern und drei Muſelmanen
nach Anatolien zu entſenden.
* Waſhington, 21. Dez. Der Schatzmeiſter hat An=
weiſungen
gegeben, daß der Zuſchlagszoll auf
deutſche Splißerbſen und deutſches Mehl wieder
ſuſpendiert wird.
* New=York, 22. Dez. Die Blätter melden aus
Douglas (Arizona): Nach unbeſtätigten Meldungen
haben 500 Yagunindianer San Marcial im Staate
Sonora (Mexiko) angegriffen und zerſtört. Sie ſollen
1000 Einwohner, nahezu die geſamte Einwohnerſchaft,
niedergemacht haben.
* Rio de Janeiro, 22. Dez. Die Kammer lehnte
den Geſetzentwurf, betreffend Aufhebung des Ver=
bannungsdekretes
gegen die kaiſerliche Familie, ab.
Miniſterwechſel in Württemberg.
* Stuttgart, 21. Dez. Der Staatsminiſter des In=
nern
, Dr. von Piſchek, iſt ſeinem Anſuchen ent=
ſprechend
unter Anerkennung ſeiner langjährigen und
ausgezeichneten Dienſte in den Ruheſtand verſetzt wor=
den
. Der Staatsminiſter des Kirchen= und Schulweſens,
von Fleiſchhauer, iſt, wie der Staatsanzeiger
meldet, zum Staatsminiſter des Innern und der Präſi=
dent
des evangeliſchen Konſiſtoriums, von Haber=
maas
, zum Staatsminiſter des Kirchen= und Schul=
weſens
ernannt worden.

Briefkaſten.

Mehrere katholiſche Abonnenten. Wir bitten um An=
gabe
Ihres Namens. Anonyme Zuſchriften bleiben un=
beantwortet
.

Robert Müller
Juwelier
Luisenplatz 4
Ecke Wilhelminenstr.

Brillant-Ringe
Brillant-Broschen
Brillant-Nadeln
Brillant-Anhänger
Brillant-Ohrringe
in reicher Auswahl.

Reelle prompte Bedienung.

(24684a

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Cincinnati von New=York nach Neapel
und Genua, 19. Dez. 11 Uhr morgens von Gibraltar.
Graf Walderſee nach Philadelphia, 20. Dez. 6 Uhr
40 Min. morgens Lizard paſſiert. Kaiſerin Auguſte
Victoria, von New=York kommend, 20. Dez. 1 Uhr
30 Min. morgens von Plymouth über Cherbourg nach
Hamburg. Weſtindien, Mexiko: Frankenwald nach
Mexiko, 18. Dez. in Havana. Grunewald 19. Dez. in
Progreſo. Odenwald von Weſtindien kommend,
19. Dez. 4 Uhr nachm. in Hamburg. Spreewald,
von Mexiko kommend, 19. Dez. 8 Uhr abends von
Antwerpen nach Hamburg. Venetia von Weſtindien
kommend, 19. Dez. morgens in Rotterdam.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 14. Dez. 6 Uhr 45 Min. nachm. von Bou=
logne
abgegangen. Nieuw Amſterdam 19. Dez. nachm.
in Rotterdam eingetroffen. Noordam 17. Dez. vorm.
von New=York abgegangen.. Ryndam 19. Dez vorm.
in New=York eingetroffen. Potsdam 14. Dez.
vorm. in Rotterdam eingetroffen.

Familiennachrichten.

Emma Kahn
Adolf Lehmann
VERLOBTE.

Wimpfen

Würzburg, Domstr. 56

Darmstadt.

*14521

Todes-Anzeige.
Heute abend ¾/8 Uhr verschied
sanft nach langem, schwerem Leiden,
doch unerwartet schnell
Herr Regierungsrat i. P.
Angust Rach.
C
Darmstadt, am 20. Dez. 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Die Nichte
Antonie Gunkel,
geb. Ernst.
Die Beerdigung findet Montag in der
Stille in Heppenheim a. d. Berg-
strasse
statt.

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912

Todes=Anzeige.
Heute früh 8 Uhr entſchlief unerwartet
(*14806
meine liebe Frau
Karoline Weber
geb. Breivogel
im Alter von 72 Jahren. Um ſtille Teilnahme
bittet
der trauernde Gatte:
Heinrich Weber.
Darmſtadt, den 20. Dezember 1912.
Die Beiſetzung findet Montag, nachm. 4 Uhr,
vom Trauerhauſe Riedeſelſtr. 48 aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern abend 8 Uhr verſchied im Alter
von 73 Jahren plötzlich und unerwartet infolge
eines Lungenſchlages mein lieber Gatte, unſer
guter Vater, Schwiegervater, Großvater,
(26201
Schwager und Onkel
Herr Georg Berth.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharina Berth, geb. Wamboldt,
Otto Berth, Baurat, Alsfeld,
Heinrich Berth, Ingenieur, Jena,
Johanna Berth, Jena.
Jena, Erfurterſtr. 87, den 20. Dez. 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 23. Dez.,
in Jena ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſanderen Anzeige.)
Heute morgen entſchlief ſanft im 78. Le=
vensjahre
unſer guter Vater, Großvater,
Schwiegervater, Bruder und Onkel (26209

Privatier.
Darmſtadt, den 21. Dezember 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag, den 23. Dez.,
tachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe Eliſa=
bethenſtraße
47 aus, ſtatt.
Von Blumenſpenden und Kondolenzbeſuchen
bittet man abſehen zu wollen.

Danksagung.

Für die uns in unserer Trauer erwiesene
Teilnahme sagen wir herzlichsten Dank.

Frau Marg. Mühlpforth
und Töchter.
Darmstadt, Bad-Nauheim, 21. Dez. 1912.
(26227)

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (außer Abonnement), Anfang
6 Uhr: Rübezahl, der Geiſt der Berge‟

Großh. Porzellanſammlung im Prinz=Georgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Dienstags und
Freitags von 34 Uhr, Sonntags von 111 Uhr.
Eintritt 50 Pfg.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

GrWREeRe
London
Ee6

das Feiertags=Flaſchenbier.

LONDON (24783a
Feinſte echt engliſche Marke.
Von den allererſten
Kreiſen bevorzugt.
Leylon-Mischung Nr. 2 p. Pfd. 3.50
Indische Mischung . . p. Pfd. 4.50
Ceylon-Mischung Nr. 1 p. Pfd. 5.50
Haupt=Niederlage für Darm=
ſtadt
und Umgebung:
Fr. Ganssmann
Ernst-Ludwigstr. 10
Telef. 1755.

Ueberall erhältiſch, auch direkt aus der Brauerei. Telephon 181

Passende Weihnachtsgeschenke!
Eleg. Briefpapier-Kassetten in allen med. Fermaten und Farben
Füllfederhalter, nur erstklassige Fabrikate
in den Preislagen von Mk. 1.00 bis 30.00
- Füllstifte in eleganten Ausführungen
alles in grösster Auswahl empfiehlt
(*14783
Jakob Skurnik, Spezialhaus für Papierwaren
Wendelstadtstraße 28
Telephon 1791.

Reformhosen
in Trikot und Satin
Direktoirhosen
in Trikot
(22422a
in Trikot
Curnhosen u. Cheviot

Site, ite heine

MOBELe

kaufen Sie ſtets Mathildenplatz 8.
Diwans, Matratzen,
Chaiſelongues, (25319a
Flurſtänder, Trumeaus,
Ausziehtiſche, Waſchkomm., lack.
Umbau mit Diwan,
Blumenkrippen, Tiſchchen,
Hausapotheken, Etagere,
Rauchtiſchchen, Bilder,
kl. u. gr. Oelgemälde,
Stühle, Sofaſpiegel uſw.

meine Kellerwirtschaft wieder selbst.
Zum Ausschank gelangt

Philipp Hess

Schillerplatz 5

Darmstadt

Schillerplatz 5.

Heinrich Schul

Eillig zu verkaufen: Shir us
Bügeleiſen, Spiritusgaskocher,
Teemaſchine (Meſſing), Revolper,
das Buch: Schriftlicher Verkehr
und die Redekunſt in jed. Lebens=
lage‟
(2 Bände), Projektions-
und Vergrößerungsapparat
für Diapoſitive und Negative,
9X12. Anzuſehen von 102 und
abends von 89 Uhr (*14816
Mollerſtr 45, 1. St. links.

befinden sich bei:
Herrn Hch. Blößer, Bessur
Herrn Guido Kneip, Kiesstra
Herrn Georg Roth, Dieburt
Daselbst können auch

Neu= und Anſtricken
von Strümpfen ſow. Beinlängen
auf der Maſchine billig u. prompt
Heinheimerſtr. 20, 3. Stock. (827a

des Tagblatts, monatlich 60 Pfennig,
aufgegeben werden.

erwirkt verwertet schnell u. gut
Coprad Köchling, Ing., Mainz,
Bahnhofstr. 3, Telefon 2754. Aus-
führliche
, lesenswerte Broschüre
kostenfrei. Erste Referenzen. (15991g

Lebende Vögel.
In- und ausländische Vögel, Papageien, sprechend; fein singende
Kanarienvögel, volle Garantie. Siamkatzen, Angorakatzen.
Käfige, Futter. Antilopen-, Elche-, Wildschaf- und Hirsch-
geweihe
, Kapitalstücke (schädelecht). Grossartige Auswahl aus-
gestopfter
Tiere: Affen, Paradiesvögel, Kolibri, Uhu, Adler,
Bussarde, Krokodile, Haifische u. wele and. Tiere seltenster Art.
Waffen, Götzen, schönste Geschenke für Weihnachten als Zimmer-
echmuck
. Ausstopfen von Tieren. (24965a
Karlstrasse 16,
Zeologisches Spezialgeschäft Zrenner,

Piano
gespielt 420 Mk.
Piano-Grosshandlung
Karl Arnold
Ecke Erbache

ol. Spiegelſchr., pol. 2tür. Kleider

Danarienhähne, chineſ. Nachtigall.,
Z Möpchen, Silberfaſän

Telefon 1036.

eyA.gebet

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Seite 9.

Mlle
eirige komntein vaerüigliher 1911 Pfälzer Maturweißtsein
26185oi)
(Bockenheimer) zu 35 Pfennig per Viertelliter, zum Ausſchank

Pfälzer Hof‟
Mathildenplatz 4.

Meinen
Weimnachis-Gebuch
in der bekannten
vorzüglichen Qualität:
Leipziger Stollen
Pariser Schnittchen
Eler-Anisgebackenes
Mandel-Buttergebackenes
Frankfurter Brenten
Nürnberger Lebkuchen
Alle Sorten Kuchen
MAINZERS NACHF.
Ob. Bleichstr. 13
Telephon 1265. (260870

Sperrsitz abzugeben
Nr. 150, 7. Reihe für 3. Serie.
*14685so)
Verkehrsbüro.

Wabrikarbeiter, 43 Jahre, in
7 unkündbarer Stellung, mit
etwas Vermögen, ſucht Hefrat
mit Fabrik= oder Dienſtmädchen
(mit einem Kinde nicht ausgeſchl.);
auch allenfalls Witwe. Offerten
unter F. L. 11 poſtlagernd
Bensheim a. d. B. gefl. erbet. (26213

Handwerker, 39 Jahre alt, evang.,
mit eigen. Haus, Garten und
einig. Grundſtück., wünſcht Heirat
mit einf. gedieg. Frl. od. Wwe. (auch
mit 1 Kind). Gefl. Off. u. A. 50 pestl.
Reinheim bei Darmſtadt. (*14804
eriert lunt
beſtes Stärkungs= u.
Erfriſchungsmittel f.
ſchwache entzündete Augen
u. Glieder iſt das ſeit bald
100 Jahren weltberühmte,
ärztl.
empf. Kölniſche Waſſer
von Joh. Chr. Fochtenberger in
Heilbronn, Lieferant fürſtl.
Häuſer, Ehrendiplom. Fein=
ſtes
Aroma, billigſt. Par=
füm
. In Fl. à 45, 65 u. 1.10.
Alleinverkauf für
Darmſtadt: 6. Hiaupt=
mann
, Rheinſtr. (24195a

Heyl & John, Manufakturwaren. (14900a

(2071ms

Sanella- Margarine
Hausschatz- bester Bütter
Palmona- Ersatz für

Unsere

Pfund 90 Pfg.
Stolz des
Butter-Ersatz Hauses‟.
Pfund 100 Pfg.
Pfanzenbutter-Margar.
Pfund 65 Pfg.
Palmin Pfund 72 Pf.
Palmfrachtbutter
Pfund 60 Pfg.
Schweineschmalz amer.
Pfund 80 Pfg.
A. Reichard
Ecke Bleich- u. Casinestr.
Telephon 194.

Weihnachts-Feier
findet am 1. Feiertag, abends 7 Uhr, im
Konkordia-Saale
33 Waldstrasse 33
statt, wozu wir unsere Mitglieder sowie Freunde des Vereins
freundlichst einladen.
Der Vorstand.
26100soi)

Eintritt frei

Eintritt frei

das
Grammophon
das vollkomnenſte Mulik=
Itrument der Gegerwart
Ofüzielle Verkaufsstelle der Deutschen
Grammovhon-
Aet.-Gesellschaft Berlin‟

DARMSTADT
Gegründet 1888 (26221
Rheinstr. 33. Telephon 2579.

Orpheumze
Welhnachts-Spielplan

Vom 26. bis 30. Dezember 1912
(Silvester geschlossen)
erstklassige
bebats. 6


26. Dezember

sowie

Sonntag, 29. Dezember
finden
2 Vorstellungen
statt, nachmittags 4 Uhr
bei kleinen Preisen u. abends
8¼ Uhr bei üblichen Preisen.
Chas. Cherber
der vielseitige Universal-
Künstler
Les Bartous
Gymnast.-equilibr. Akt
. Frühlings-Trio
Tanz- und Gesangs-Ensemble
4 Rougbys
die lebenden Gummibälle
Phänomenale Trampolin-
Akrobaten
Hans Fredy
Humorist am Flügel, in seinem
Repertoire vom ehemaligen
Bunten Theater (Ueberbretty).
Leo Billward
der faule Jongleur
Darlus- Tana.
Pariser Duett
Miss Rose und Clomn Barker
Urkomischer Dressur-Akt
Moderne Lichtspiele
Neue Bilder.

Num. Park. bei Huge de Waal,
Rheinstrasse 14. (26224
Perertent en reite er t

Rehteht. iane
Montag, den 23. Dezember 1912.
Außer Abonnement.
Dritte Kindervorstellung.
Neu einſtudiert:
Rübezahl.
der Geiſt der Berge.
Eine Komödie für große u. kleine
Kinder mit Geſang u. Tanz in
5 Abteilungen von C. A. Görner.
Svielleiter: Emil Valdek.
Muſikal. Leiter: Robert Preuß.
Perſonen:
Erſte Abteilung. Erſtes Bild:
Das luſtige Schneiderlein.
Zweites Bild: Bei Rübezahl.
Rübezahl erſcheint
als Köhler und

Schneider
Benedir,
Schneider,
Kunz,
Schuſter,
Marten,
Weber,

.Johannes Heinz
. Richard Jürgas
.Paul Peterſen

. Emil Kroczak

Hanna, Wirtin 3. Mima Müller=
Bergſchenke . . Rudolph
Aron, Handels=
Adolf Jordan
mann .
Ilſe, eine Bäuerin Ilſe Berka
Hed. Jungkurth
Friedel,
Gretel, 1 deren Erna Steiger
Görgel, ( Kind. ErnaJungkurth
Liſel,
Zwerge. Gnomen.
Zweite Abteilung. Erſtes Bild:
Das Schneiderlein in der Klemme
u. Kobolds Treiben. Zweites
Bild: Der Glaswarenhändler.
Rübezahl, erſcheint
als Mönch . . JohannesHeinz
Steffen, Glas=
warenhändler
. P. Weſtermann
Benedix, d. Schn. Richard Jürgas
Aron, Handelsm. Adolf Jordan
Blaſius, Bürgerm. Ludw. Wagner
Barbara, Bürger=
meiſterin

. Marie Hartig
Erſter Rats= . Ludwig Wenzel
Zweiter) herr . Ad. Jungmann
Erſter ) Rats= . Adolf Klotz
Zweiter) diener Ludwig Hinkel

Schlüſſel, e. Bürg. C. Enzbrenner
Krempel, Schenkw. Frz. Herrmann

Jochem,1 Zech= . Kurt Schüppel
Frieda Herbach

Lukas, brüder . Fr. Jachtmann
Erſter
Zweiter) Zwerg: Hede Schaub
Nickel, 1 Gno= Käthe Gothe
Glimmer, men
Zwerge. Gnomen. Schornſtein=
feger
. Ein Invalide. Eine Kin=
derfrau
. Bürger u. Bürgerinnen.
Dritte Abteilung. Ein Bild:
Ziegenfutter u. Hammelsbraten.
Steffen
. P. Weſtermann
Ilſe, ſeine Frau . Ilſe Berka

Friedel, beider
Gretel,
Görgel,
Rebekka
Pater Euſebius

Kinder

Hed. Jungkurth
Erna Steiger
Erna Jungkurth
Sofie Heumann
Auguſt Kräger

Zwerge. Gnomen. Rübezahls
Kapelle.
Vierte Abteilung. Erſtes Bild:
Klärchen v. Liebenau‟ Zwei=
tes
Bild: Kerker, Leiden und
Freuden.
Rübezahl, erſcheint
als Bürger, Bett=
ler
u. Pater Joſef JohannesHeinz
Klärchen v. Liebe=
nau

. Barb. Uttmann
Benedir
Richard Fürgas
Pater Joſef
. Guſtav Semler
Fünfte Abteilung. Erſtes Bild:
Heimkehr
Zweites Bild:
Dankbare Menſchen.
Rübezahl erſcheint
als Bürger, Bett=
ler
und Herr des
Gebirges
. JohannesHeinz

Steffen
Ilſe.
Friedel
Gretel.
Görgel
Liſel
Benedix .
Klärchen.

. P. Weſtermann
Ilſe Berka
.Hed. Jungkurth
Erna Steiger
.Erna Jungkurth

. Richard Jürgas
. Barb. Uttmann
Zwerge. Gnomen. Kobolde.
Zeit: 1700.
Geſtaltung d. Bühnenbildes: Hof=
theatermaler
Kurt Kempin u. Ober=
inſpektor
Ernſt Schwerdtfeger.
Nach der 2. Abteil. längere Pauſe.
Anfang 6 Uhr. Ende 8 Uhr.
Volksvorſtellungspreiſe.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 24. Dez., und Mitt=
woch
, 25. Dez. (Keine Vorſtell.)
Donnerstag, 26. Dez. Nachm.
2 Uhr: Vierte Kindervorſtellung
zu Volksvorſtellungspr. Rübe=
zahl
, der Geiſt der Berge.
Der Vorverkauf zur vierten
Kindervorſtellung beginnt erſt
Dienstag, 24. Dez. Abends
6 Uhr: 83. Abonnem.=Vſt. A 22.
Die Meiſterſinger von
Nürnberg. Gewöhnl. Preiſe.
Freitag, 27. Dez. 84. Ab.=Vſt.

furter.! Gewöhnl. Preiſe. An=
fang
7½ Uhr.
Am 1. Weihnachtsfeiertag iſt
die Kaſſe von 10 bis 1 Uhr
geöffnet.

Brauerei-Flaschen-Füllung
in Wirtſchaften und Niederlagen.
Oirckt Ven der Brauerer!
Telephon 393.
Telephon 393.

[ ][  ][ ]

Seite 10

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Auf das Eingeſandt vom 16. I. Mts. in Nr. 296
d. Bl. ſei folgendes erwidert: Das Beſtreben der Kanz=
liſten
bei den Kollegialgerichten und der Oberrechnungs=
kammer
uſw. nach Gehaltsgleichſtellung mit den Mini=
ſterialkanzliſten
werden Kenner der Verhältniſſe durchaus
berechtigt finden. Uebergangs= und Sonderſtellungen aus=
geſchloſſen
werden doch auch bei den Beamten, die das
mittlere Examen im Finanzfach abgelegt haben, durch=
weg
Gehaltsunterſchiede nicht gemacht, ob die Anſtellung
beim Miniſterium, der Oberrechnungskammer oder ſonſt=
wo
erfolgt. Warum nicht endlich auch einmal die durch
nichts gerechtfertigte verſchiedenartige Beſoldung der
Kanzliſten beſeitigt wierden könnte, ſiſt und bleibt der
Allgemeinheit unerklärlich. Doch ſind die Kanzliſten nicht
die einzigen Beamten, denen die jetzt vorliegende Be=
ſoldungsordnung
eine Enttäuſchung gebracht hat. So
beklagen ſich nämlich nicht minder auch die bisher mit
Kanzliſtengehalt angeſtellten Bureauaſſiſtenten und Be=
amten
in gleichartiger Stellung, weil ſie nicht die ihrer
dienſtlichen Verwendung entſprechende Berückſichtigung ge=
funden
haben. Es ſind allerdings zur Zeit noch recht
wenige, die hier in Betracht kommen; doch wird man auch
einem kleinen Häuflein eine gerechtfertigte Anerkennung
nicht verſagen dürfen. Mit Petitionen haben dieſe Leute
unſere Regierung und andere einflußreiche Stellen uſw. bis

dato nicht beläſtigt, weil ſie ohne weiteres angenommen
hatten, eine Verbeſſerung könne in der neuen Beſoldungs=
ordnung
nicht ausbleiben. Verwendet ſind dieſe Leute im
Rechnungs= und Kaſſeweſen, ferner haben ſie Regiſtratur=
und ſtatiſtiſche Arbeiten zu erledigen, Kontrolldienſt zu leiſten
und müſſen fähig ſein, Schreiben an Perſonen und Be=
hörden
ſelbſtändig zu verfaſſen und Verfügungen zu
machen. Insbeſondere iſt auch Kenntnis der für dieſe
Tätigkeiten in Betracht kommenden Geſetze und Beſtim=
mungen
unerläßlich. Die hier in Frage kommenden Be=
hörden
und eingeweihte Perſonen werden nicht anſtehen,
Vorſtehendes zu bezeugen. Es erübeigen ſich mithin auch
weitere Ausführungen hierüber. Bei aller Anerkennung
der Kanzliſtenarbeit wird man nicht in Abrede ſtellen kön=
nen
, daß die Tätigkeit, wie oben erläutert, höher zu be=
werten
iſt als die der Kanzliſten. Mithin kann auch das
Beſtreben der Aſſiſtenten nach einem entſprechenden Ge=
halt
, wie es z. B. auch in der vorliegenden Beſoldungs=
ordnung
für die demnächſtigen Bureauaſſiſtenten beim
Oberverſicherungsamt, die nicht das mittlere Finanz=
examen
abgelegt haben, vorgeſehen iſt, nicht als unbe=
ſcheiden
angeſehen werden. Die Beſtrebungen zur Zu=
friedenheit
gehen alſo dahin, ſämtlichen Kanzliſten
ein Höchſtgehalt von 3100 Mark und den Bureanaſſiſtenten
ein ſolches von 3300 Mark zu bewilligen. Eine Bekämpf=
ung
der obengenannten einheitlichen Beſoldung bezw. Ge=
haltseinreihung
von kollegialer Seite, wie ſolches in
früherer Zeit in ähnlichen Fällen beobachtet werden konnte,
iſt ohne Zweifel bei der heute allerwärts beſtehenden fort=
ſchrittlichen
Geſinnung und Veranlagung nicht mehr zu
erwarten, um ſo weniger, als dies als ſozialpolitiſche
Unreife ausgelegt werden könnte. Friedlichen, maßvollen
Beſtrebungen werden auch Regierung und Behörden uſw.
ein gebührendes Wohlwollen ſicher nicht verſagen. Hoffen
wir daher, daß dieſe Zeilen zur Aufklärung maßgebender
und einflußreicher Faktoren dienen und ein entſprechen=
der
Erfolg nicht ausbleiben möge.

Das Eingeſandt in Nr. 300 Seite 12 des Tagblatts
betr. Polizeiſtunde möchte doch nicht unwiderſprochen blei=
ben
. Ich ſchicke voraus, daß ich ſelbſt wohl auch mal jetzt
noch länger ſeßhaft und trinkfreudig bin, aber über die
hohen Nachtſtunden hinaus brauchen die Sitzungen
wirklich nicht zu dauern, und wenn keine Gelegenheit da=
zu
da iſt, ſo werden ſich auch die zuerſt etwas Knurrenden
bald gern daran gewöhnen und ſich im Stillen zugeſtehen,
daß ein paar Stunden Schlaf in den Morgenſtunden
recht gut tun. Wenn lediglich in dem öden Kneipenleben
und in der Berechtigung der Vorzug der Großſtadt liegen
ſoll, daß man bis in den Tag hinein in einem Café ſitzen
kann, ſo iſt das denn doch ein ſehr fragwürdiger Vorzug.
Die Fremden können ſich ebenſo gut in den ſchönen Räu=
men
der Bahnhofswarteſäle aufhalten. Die Wirte ſind
meiſt froh, wenn ſie nicht zu ſpät ſchließen können; ſie ver=
brauchen
oft mehr an Licht und ſonſtigen Speſen, als ſie
bei oft wenigen Gäſten verdienen. Und dann: Gelegen=
heit
macht Diebe. Wenn Gelegenheit iſt, naht auch die
Verſuchung. Und wie mancher junge Menſch iſt ſchon
geſcheitert gerade durch das Kneipenleben, durch die Ge=
legenheit
, bis in den Tag hinein in den Cafés ſitzen und
Geld ausgeben zu können. Ich betrachte es als einen
Segen, daß man endlich anfängt, auch den Nachtſeiten
des Lebens ein aufmerkſames Auge zuzuwenden, und
gerade die jungen Leute, ſeien es Studenten, Beamte oder
Kaufleute, nicht in Verſuchung zu führen durch die Gelegen=
heit
, Geſundheit und Geldbeutel zu ſchädigen. Ich bin in
meinen jungen Jahren ein vergnügter Dachs geweſen
und habe auch mitgemacht und mitgetollt; aber bin dabei

mäßzig geblieben und habe es immer als einen Zwang
empfunden, dem man ſich lediglich nicht entziehen mochte,
eben weil die Anderen mit böſem Beiſpiel vorangingen.
Darum Dank für die polizeiliche Verfügung. Möchten
doch allerorts bald ſo einſichtige Leute ſolche ſegensreiche
Maßregeln ergreifen.
Ein alter Herr.

Man war erſtaunt, im Tagblatt vom 18. ds. Mts.
aus den Stimmen aus dem Publikum zu vernehmen, wo=
nach
der Faſelſtall nach der Forſtmeiſterſtraße verlegt
werden ſoll. Welcher Unterſchied beſteht im Fuhewerks=
verkehr
von vor 50 Jahren und heute! In der engen
Straße begegnen ſich Möbelwagen, Poſtwagen, Laſtautos,
Sand= und Kiesfuhrwerke, Backſteinfuhrwerke, eine Un=
zahl
Milch= und Bierfuhrwerke ꝛc. Da ereignet es ſich
öftars, daß zwei ſich ausweichende Fuhrwerke ineinander
geraten, andere die wieder umwenden müſſen um aus=
zuweichen
, die Häuſer beſchädigen. Um dieſem Uebelſtand
abzuhelfen, hätte es genügt, die Hofreite Nr. 11 und die
forſtfiskaliſche Scheuer anzukaufen. Nicht genug, daß in
den Hofreiten Nr. 11, 12 und 16 Miſthaufen ſich befinden,
die ihren Duft und Mücken der Umgebung mehr als zu=
läſſig
mitteilen, ſoll auch in Nr. 14 das Faſelvieh unter=
gebracht
werden. Iſt dies wicklich der Fall, ſo wird ein
Peſtherd geſchaffen, der nicht allein das Vermieten der
Wohnungen hindert, ſondern auch Krankheiten ver=
anlaſſen
wird. Wird doch von Polizeiwegen das Ver=
tilgen
der Schnaken in den Kellern, das Zudecken der= Müll=
käſten
in den Höfen veranlaßt, umſomehr ſollte auch hier in
dieſem Falle die Polizei einſchreiten und gegen eine ſolche
Anlage in der engen Straße Proteſt einlegen. Täglich
paſſieren eine Menge Schulkinder und Kleine, die die
Kinderſchule beſuchen, die Straße; wie leicht könnten,
wenn eine größere Anzahl Vieh durchgeführt wird, Un=
fälle
entſtehen.

Literariſches.

Anna Schieber und hätte der Liebe
nicht. Weihnächtliche Geſchichten. Heilbronn, Salzer.
In Leinwand gebunden 1 Mk., in Leder gebunden 2,50 Mk.
In den fünf Novellen, für die die Titelnovelle das
Motto abgibt, offenbart ſich wieder die hohe Kunſt der
Dichterin, die kleinen Begebenheiten des Lebens mit
gütigen Augen zu ſchauen, ihren tiefen Sinn zu verſtehen
und das Herz des Leſers dafür zu erwärmen. Sie ſind
alle auf den traulichen Klang der Weihnachtsglocken ge=
ſtimmt
.
Drohnen. Eine Geſchichte für junge und alte
Nichtstuer von Felicitas Roſe, geheftet 3,50 Mk., ge=
bunden
4,50 Mk. (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co.,
Berlin W 57.) Die beliebte Schriftſtellerin Felicitas
Roſe die Verfaſſerin von Heideſchulmeiſter Uwe Karſten,
die ſich binnen wenigen Jahren durch die glänzende Schil=
derungsgabe
und pſychologiſche Tiefe, mit der ſie Men=
ſchenſchickſale
zu geſtalten weiß, die Herzen der Freunde
einer wertvollen Lektüre im Fluge eroberte, hat auch ihrer
neuen Dichtung das ethiſch=erzieheriſche Moment zugrunde
gelegt. In ihrer Erzählung Drohnen die von einem
köſtlichen, ſonnigen Humor durchleuchtet iſt, bricht ſie eine
Lanze für jene Mädchen, die durch ein hartes Los hinaus=
gedrängt
ſind auf den Markt des Lebens, und ſchildert da=
neben
meiſterhaft das öde, ſchale Treiben der Drohnen
die in den Tag hineinleben, ohne auch nur die geringſten
Werte zu ſchaffen. Wie alle früheren Werke der bekannten
Dichterin, wird auch dieſes neue uns vorliegende Buch
ſeinen Weg machen.

p. hI 75 Pfg.,
Brenntannäpfel b. 10h170 Pfg.
per hI 45 Pfg.
Fichtenzapfen b. 10 hI 40 Pfg.
frei ins Haus geliefert. (51a
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. Telephon 91.
Gelegenheitskauf.
Habe in Auftrag zu verkaufen:
Aus Nachlaß:
Eine erſtklaſſige, ſchwere 18. gold. Genfer, 15ſtein.
Präzissions-Anker-Uhr
für Mk. 250, (früh. 800 Fr.)
Ferner: Eine Hausuhr
8 Tage Schlagw. m. Bücher=
regal
, 208 cm hoch. Für die
Werke fachmänn. Garantie.
Georg Karp
Hofuhrmacher, Ludwigſtr. 20
(26134so

Warum wollen Sie sich noch weiter quälen?
Fort mit dem gefähellchen Raslermesser und allen Rasierapparaten, welche kratzen und nur einige Male brauchbar
sind. Jeder raslert sich selbst mit dem neuen Mulcuto‟-Schnell-Rasierapparat, welcher gänzlich schmerzlos raslert
und jahraus, jahrein brauchbar bleibt. Berelts über 400000 Apparatc im Gebrauch. Das Geheimnis liegt in der
Mulcuto‟-Rasierklinge, In vielen Anerkennungsschreiben wird die Dauerhaftigkeit und das angenehme Rasieren der
echten Mulcuto‟-Rasierklinge gepriesen. Die Verwendung von Mulcuto bedeutet eine wirkliche Wohltat auch
für dle empfindlichste Hau Kein Breimen der Haut nach dem Rasieren mehr. Stets äusserst angenehmes
Rasieren. Der Mulcuto ist so einfach und praktisch im Gebrauch, seine Ueberlegenheit gegenüber dem gefährlichen
Rasiermesser so bedentend, dass es sich für jeden Herrn lohnt, sofort einen Mulcute von uns zu kaufen. Selbst-
rasleren
bedeutet auch grosse Zeit- und Geldersparnis. Jeder Apparat wird 30 Tage zur Probe versandt, d. h.
auf Wunsch gern zurückgenommen und Geld zurückgezahlt. Der Preis ist nur Mk. 2.50 per Stück. In feinster
Ausführung mit versilbertem Schaumfünger nur Mk. 3.50. Die neue Luxusausfürrung in feincm Etul Mk. 4.50.
Verlangen Sie sofort per Postkarte einen Apparat. Versand täglich durch die alleinigen Fabrikanten:
Muleuto‟-Schnell-Rasierapparat-Fabrik PaulMüller &Co., Solingen.
Hammerwerk und Hehlschleiferei. Wiederverkäufer gesucht.
(VII24267

(25336a

Willkommene Festaeschenke
sind meine natürlich präparierten Blumen und Pflanzen
Fächer-Palmen, Phönix-Palmen, Austral. Adiantum, Erika,
Drscenen, Isolepisgras, See- und Korallenmoos, Ciclamen usw.
Naturgetreue Dekorationszweige
in Blumen aller Art, Laubzweige in prachtvellen Herbsttönen
von unbegrenzter Haltbarkeit
Unzerbrechliche Puppenstubentöpfchen Stück 15 Pfg.
Kleine Geschenkartikel, Blumen-Nippes von 30 Pfg. an
Christbaummoos Raureifschnee präp. Tannenzweige
Pinien-, Tannen- und Fichtenzapfen natur und weiss
Bänder mit Druck Fröhliche Weihnachten von 15 Pfg. an
Blumenbestandteile für Weihnachtsarbeiten
Seidenpapier, Bogen 3 Pfg., Creppapier, 3-Meter Rolle 5 Pfg., Staubfäden, Pack
5 Pfg., Kelche, Gummistiele, Draht, Blätter für alle Blumen etc.
Gg. Schubkegel, Ludwigsplatz 1.
Spezial-Geschäft für Putz-, Dekorations- und Vereinsartikel.

Aufpol. v. Möb.
Spezialität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (20359s
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Oelze werd. zu modern. Muffen,
1 chiken Toques u. Stola angef
Ludwigsplatzs, Vordh., III. (25953a

junge Hühner (rebhuhnfarbig)
9 mit Hahn zu verkaufen
(*14800)
Soderſtraße 30.
1 Zahr alt, Räde,
Boxer, zu verk. (*14798
Angnſt Engel, Schuchardſtr. 8.

u verkaufen: 1 groß. Samthut
m. Straußfedern. Zu erfragen
Magdalenenſtr. 1, Laden. (*14812

ut erh. Konzertzither (Elegie
mit vollem Ton preisw. zu
verk. Grafenſtr. 27, III. I. (*14813

Wie ich eine
chicke Frau wurde?
Dadurch, dass ich meine
überall bewundert. Kleider
nur nach d. entzückenden
Favorit-Moden-Album,
Preis nur 60 Pf., wählte u.
nach den vorzügl. Favorit-
schnitten
leicht u. preiswert
selbst schneiderte. Favorit-
Mstr. sind einzig. Hundert-
tausende
benutz. nur diese.
Die Verbraucher erh. 1912
wertv. Jub.-Gaben. Präm.-
Liste gratis d. alle Agent.
Ferner empfohlen:
Jugend-Hoden-Album 60 Pf.
Favorit-Handarbelts-Album 60 Pf.
Verlag: Internat. Schnitt-
manufaktur
Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.
Empfehle mich den geehrten
Damen in den modernſten
Friſuren zu 60 Pf., im Abon=
nement
5 Mk. B. Dauth,
Pankratiusſtr. 6, III (*14799
Far. Tarschleber
räumungshalber mit hoh. Rabatt
Müller & Ober,
Karlſtraße 30. (25549a
Sckr!
Kupferberg Gold
Henckell trocken
in ¾ u. ½ Flaſchen,
Bowlen-Sekt
per ¼ Fl. Mk. 1.60 u.
1.80
A. Reichard
Ecke Bleich= u. Caſinoſtr.
Telefon 104. (26062a

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Kriegshund. 1 Foxterrier, 1 Pudel (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2620ig

Bekanntmachung,

Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im Gewerbe=
betrieb
der Bäckerei, Friſeure und Photographen
an den beiden Weihnachtsfeiertagen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahm
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtad
vom 27. Dezember 1507 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die Sonn=
tagsruhe
zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An beiden Weihnachtsfeiertagen darf im Handelsgewerbe
auf Grund der Beitimmungen des Ortsſtatuts vom 6. September 1907
weder eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern,
noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichsverſicherungs=
ordnung
ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Weihnachtsfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vormit=
tags
5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr:
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 7 Uhr bis 11 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. ( Zei=
tungs
= und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen
ohne Zeitbeſchränkung.
B. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nachmit=
tags
1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nach=
mittags
3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von vor=
mittags
7 Uhr bis 12 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vormit=
tags
5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags:
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 8 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten Weih=
nachtsfeiertag
geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhald der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags;
Am zweiten Weihnachtsfeiertag iſt jeglicher Gewerbebetrieb
einſchließlich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Weihnachtsfeiertagen iſt, wie an allen Sonn=
und Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäf=
tigung
von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb der
Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der Vor=
bereitung
von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
geſtattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Weihnachtsfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten
Weihnachtsfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbebetriebes und
die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den
photographiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der
Aufnahme von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feſttagsarbeiten länger als 3 Stun=
den
dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag
für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in
der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche
während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens
von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu laſſen. Wenn
die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche des Gottes=
dienſtes
verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten Sonntag
die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekannt gegebenen Beſchäf=
tigungs
= und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
(25870mfo
Darmſtadt, den 13. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Städtiſche Sparkaſſe.

Freitag, den 27. und Montag, den
30. Dezember 1912
ſind die Kaſſen auch nachmittags von 3 5 Uhr geöffnet.
Darmſtadt, den 20. Dezember 1912.
Netz,
Direktor der ſtädtiſchen Sparkaſſe. (26189oi

Unſere Schalter ſind

ui 2z. Lezenver
nachmittags nur von 2 bis ½4 Uhr geöffnet.
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit
(26190
beſchränkter Haftpflicht.

Städtiſcher Fleiſchverkauf
Schlachthof Kiesſtraße 21 Beſſungerſtraße 92
Lauteſchlagerſtraße 13
Vom 21. I. Mts. ab bis auf weiteres (26126soi
Ochſenſteiſch, alle Stücke zu82=

ebr. Fahrrad u. Nähmaſchine
Gehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder, zu verleihen bill. abzugeben. Lautermann,
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a Dieburgerſtraße 22. (*14665soi

Zahlungs=Aufforderung.

Die Beiträge zur Invaliden=
verſicherung
für die Verſicherten,
die einer der hier beſtehenden
Orts=, Betriebs= oder Innungs
Krankenkaſſen nicht angehöre
Dienſtboten, Mitglieder einge=
ſchriebener
Hilfskaſſen uſw.) für
das IV. Vierteljahr 1912 ſind,
bei Vermeidung des Beitrei=
dungsverfahrens
, bis längſtens
Ende dieſes Monats, an die
Kaſſe, Waldſtraße Nr. 6, zu ent=
richten
.
Arbeitgeber, die es unterlaſſen,
die Verſicherungs=Beiträge bis
zu dem oben bezeichneten Zeit=
punkte
abzuführen, können nach
§ 1488 der Reichsverſiche=
rungsordnung
mit Geldſtrafebis
zu 300 Mk. belegt werden.
Darmſtadt, 19. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller. (26206

Pflaſterſteine u. Randſteine.

Die Lieferung von 2200 cbm
Normalpflaſterſteinen aus Baſalt
oder Melaphir, 7200 qm Baſalt=
Kleinpflaſterſteinen, 4000 Ifd. m
Fußſteigrandſteinen aus Baſalt=
lava
ſoll verdungen werden.
Die Lieferungs=Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamte, =
gelſtraße
31, zur Einſicht offen.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 9. Januar 1913,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(26205oi
reichen.
Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
Tiefbauamt.
Keller.

Städtiſches
Hallenſchwimmbad.

Darmſtadt, Mühlſtraße 33.
Schwimmbäder, Wannenbäver,
Brauſehäder, Heißluft=, Dampf=,
Maſſage= und Duſchbäder, Elek=
triſchlichtbäder
und Kohlen=
ſäurebäder
.
Die Anſtalt iſt zur Zeit ge=
öffnet

1. an Werktagen:
von morgens 8 Uhr bis
abends 8Uhr ununterbrochen.
Samstags bis abends
8½ Uhr.
z. an Sonn= und Feiertagen:
vormittags von 8 bis
(21252a
12½ Uhr.
Die Verwaltung.

Bekanntmachung.

Montag, 13. Januar 1913,
vormittags 9 Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier zugeſchrie=
denen
Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite Gar=
diſtenſtraße
,
IV 568¼/100 101 Grasgarten da=
ſelbſt
,
IV 5684/100 600 Bauplatz da=
ſelbſt
,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K101/12
Darmſtadt, 7. Dezember 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V25244

Bekanntmachung.

(Stadtwald.)
Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 2 vom 20. Dezember I. Js.
iſt genehmigt. Ausgabe der Ab=
fuhrſcheine
am 30. ds. Mts., Tag
der Ueberweiſung und erſter Ab=
fuhrtag
am 31. Dezember ds. Js.
Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (26187

Aufforderung.

Forderungen und Anſprüche an
den Nachlaß der Antonie Minna
Pappert, Privatin zu Darmſtadt,
bittet man innerhalb einer Woche
bei dem unterzeichneten Nachlaß=
pfleger
ſchriftlich anzumelden.
Darmſtadt, 20. Dezember 1912.
Karl Dechert,
26214) Landgraf Georgſtraße 64.

Kattes
iſt Vertrauens=Artikel;
ich laſſe am kommenden
Samstag und Montag
eine beſonders fein zu=
ſammengeſtellte
Miſchung
röſten und empfehle die=
ſelben
als
Festtags-Kaffee
per Pfund Mk. 1.80.
A. Reichard
Kolonialwarenhaus
Ecke Bleich= u. Caſinoſtr.
Telefon 104. (26063fo

Angeſtelltenverſicherung.

Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte hat das unten
abgedruckte Merkblatt für die Entrichtung der Beiträge zur Ange=
ſtelltenverſicherung
aufgeſtellt. Ich verweiſe die Arbeitgeber auf den
Inhalt dieſes Merkblatts und empfehle ihnen, ſich die Vordrucke für
ie Nachweiſungen nach § 181 des Verſicherungsgeſetzes für Ange=
tellte
rechtzeitig zu beſchaffen. Die Nachweiſungen werden in dem
Bureau Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 1, abgegeben.
(26199a
Darmſtadt, den 17. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Mueller.

Merkblatt der Reichsverſicherungsanſtalt für die
Entrichtung der Beiträge zur Angeſtelltenverſicherung

1. Der Arbeitgeber iſt verpflichtet, die Beiträge für ſich und ſeine
Angeſtellten an die Reichsverſicherungsanſtalt zu zahlen (§§ 176,
177 des Geſetzes). Zuwiderhandlungen ſind mit Strafe bedroht
(§ 340 a. a. O.).
2. Der Arbeitgeber hat bei der erſten Beitragszahlung erſt=
malig
alsbald nach Ablauf des Monats Januar 1913 eine
Nachweiſung (§ 181 a. a. O) über ſeine verſicherungspflich=
tigen
Angeſtellten und die fälligen Beiträge aufzuſtellen
und vorher oder bei der Einzahlung der Beiträge an die Reichs=
verſicherungsanſtalt
in Berlin=Wilmersdorf, Hohenzollerndamm,
einzuſenden. Hierzu ſind die Vordrncke bei der Ausgabe=
ſtelle
für die Angeſtelltenverſicherung ſeines Sitzes zu ent=
nehmen
. Bis zu 20 Angeſtellten dient der einſeitige Vordruck.
Bei mehr als 20 Angeſtellten kommen mehrere einſeitige Vor=
drucke
oder Einlagevordrucke, die gleichfalls von der Ausgabe=
ſtelle
abgegeben werden, zur Verwendung. In die Nachweiſung
ſind die Angeſtellten in der Reihenfolge der Gehaltsklaſſen,
mit der Klaſſe A beginnend, einzutragen.
3. Beſchäftigen mehrere Arbeitgeber den Verſicherten wäh=
rend
des Monats (§ 177 a. a. O.), ſo können an Stelle der
Nachweiſe (Nr. 2) Poſtkartenvordrucke benutzt werden, die gleich=
falls
von der Ausgabeſtelle ausgehändigt werden.
4. Statt der Verwendung von Marken hat die Reichsverſicherungs=
anſtalt
mit Zuſtimmung des Reichskanzlers den Poſtſcheckverkehr
für die Beitragseinzahlung für den Fall des § 176 zugelaſſen,
für den Fall des § 177 vorgeſchrieben (ſiehe auch weiter unten
Nr. 8). Hiernach ſind die aus den Nachweiſungen zu 2 und 3
ſich ergebenden Beitragsſummen bis zum 15. des auf den Mo=
nat
, für den die Beiträge zu zahlen ſind, folgenden Monats
dem Konto der Reichsverſicherungsanſtalt bei dem Poſtſcheckamt
in Berlin zu überweiſen. Hierfür ſind beſondere Zahlkarten
und Ueberweiſungsformulare eingeführt, die der Arbeitgeber
vei ſeiner Poſtanſtalt erhält und zweckmäßig frühzeitig abhebt.
Die Erläuterungen zur Ausfüllung und Benutzung ſind auf der
Rückſeite der Formulare angegeben. Auf der Rückſeite der Ab=
ſchnitte
findet man eine Kontrollüberſicht, die zur Nachprüfung
der Beitragsſumme dient und auszufüllen iſt.
5. Für Lehrer und Erzieher aller Art, die bei mehreren Fami=
lien
während eines Monats tätig ſind, können die fälligen Bei=
träge
nach vorheriger Anzeige an die Reichsverſicherungs=
anſtalt
vierteljährlich eingezahlt werden. In dieſem Falle
müſſen die Poſtkartenvordrucke (Nr. 3) benutzt werden.
6. Bei der zweiten und den folgenden Beitragszahlungen müſſen
die Veränderungen angegeben werden, welche die Abweichung
gegen die vorherige Beitragsſumme klarſtellen. Veränderungen
ſind dann gegeben, wenn Angeſtellte
a) aus dem Dienſt ausſcheiden (Abgang);
b) in den Dienſt neu eingeſtellt werden (Zugang);
c) Gehaltsänderungen erfahren, die den Angeſtellten in eine
andere Gehaltsklaſſe bringen.
In den Fällen der Nr. 3 ſind Veränderungsanzeigen einzuſenden:
a) bei monatlicher Beitragszahlung, wenn es ſich um den
Wechſel in derPerſon des Angeſtellten handelt;
b) bei vierteljährlichen Beitragszahlungen (für Lehrer und
Erzieher) nach Ablauf des Kalendervierteljahrs vor oder
bei Einzahlung der Beiträge, wenn in einem Kalender=
monat
des Vierteljahrs ein Wechſel in der Perſon des
Angeſtellten oder eine Aenderung in dem gezahlten Ent=
gelt
eintritt.
7. Zu den Veränderungsanzeigen ſind dieſelben Vordrucke
wie für die erſten Meldungen zu verwenden. Die Verände=
rungen
ſind nach der Einteilung zu Nr. 6 unter a (Zugang),
b (Abgang) und e (Gehaltsänderung) geſondert aufzuführen.
Sind keine Veränderungen eingetreten, ſo iſt dieſes durch Be=
richtigung
des auf den Poſtſcheckformularen unter der Kontroll=
überſicht
(Nr. 4) vorgeſehenen Textes zu vermerken. Die Ver=
änderungsanzeigen
ſind vor der nächſten Beitragszahlung,
ſpäteſtens gleichzeitig mit ihr, an die Reichsverſicherungs=
anſtalt
abzuſenden.
8. Die Einzahlung der Beiträge an die Reichsverſicherungs=
anſtalt
hat der Arbeitgeber in der Verſicherungskarte durch
Eintragung des Beitrags und Beiſchrift ſeines Namens oder
ſeiner Firma handſchriftlich oder durch Stempel zu vermerken.
Arbeitgeber, die bei ſtändig beſchäftigten Angeſtellten (§ 176)
Marken benutzen wollen, können dieſe nach vorheriger Einzah=
lung
der fälligen Beiträge, tunlichſt auf das Poſtſcheckkonto
(Nr. 4), von der Reichsverſicherungsanſtalt beziehen.
9. Arbeitgeber, die Angeſtellte in mehreren Betrieben (Filialen)
an demſelben oder verſchiedenen Orten beſchäftigen. können die
Beiträge von dem Hauptbetrieb aus zahlen; ſie müſſen alsdann
für jeden Betrieb eine beſondere Nachweiſung (§ 181 a. a. O.,
ſ. Nr. 2) an die Reichsverſicherungsanſtalt einreichen.

Bekanntmachung.

Für das Geſchäftsjahr 1913 ſind die Dienſtſtunden für den
Verkehr des Publikums mit den Richtern auf jeden Dienstag, vor=
mittags
von 9 bis 12 Uhr, feſtgeſetzt.
Die Gerichtsſchreiberei iſt an jedem Werktage, vormittags von
10 bis 12 Uhr, geöffnet.
Zur Entgegennahme mündlicher Anträge und Erklärungen in
Grundbuchſachen des neuen Rechts ſind nachbenannte Dienſtſtunden
feſtgeſetzt:
A. für die Gemarkungen Braunshardt, Erzhauſen, Gräfenhauſen
mit Gänswieſe, Meſſel, Schneppenhauſen, Wixhauſen mit Sens=
felder
Hof:
Montags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100;
B. für die Gemarkungen Frankenhauſen, Malchen, Neutſch, Nieder=
Beerbach, Nieder=Ramſtadt, Roßdorf, Traiſa, Waſchenbach:
Dienstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100;
C. für die Gemarkungen Eich, Eſchollbrücken und Hahn:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100;
D. für die Gemarkungen Ober=Ramſtadt und Weiterſtadt:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 111;
E. für die Gemarkungen Arheilgen und Griesheim:
Dienstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 102;
F. für die Gemarkungen Eberſtadt und Pfungſtadt:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 102.
(26303
Darmſtadt, den 16. Dezember 1912.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt II.

Arivat=Mittagstiſch Nieder=
Ramſtädterſtr. 34, I. (25521a

usgelämmtellaarew.ſtets
Aangek. Gr. Ochſengaſſe28. (24989a

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

Die am 1. Januar 1913 fälligen Coupons und
verlosten Stücke obiger Anleihen werden
vom Verfalltage ab
eingelöst bei der
(26211P
Bank für Handel und Indnstrie in Darnstalt
Bank für Handel und Industrie in Berlin
Filiale der Bank für Handel und Industrie in Frankfurt a. M.

Die Deutsche Vereinsbank Filiale Darmstadt
hält ihre Geschäftsräume
Dienstag, den 24. Dezember, nachmittags
nur von 2½ bis 4 Uhr geöffnet.
(26186

Hessische
Handelslehranstalt
Fernspr. 923. Darmstadt. Rheinstr.6
Durch Umbau bedeutend erweitert.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 7. Januar.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch (25226a
Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben,
gerichtl. beeidigter Bücherrevisor.

Reformschule
Blaubeuren
(Württemberg)

Vorbereit.- u. Erzieh.-Institut
mit internat.
Gymn.-, Realgymn.- und Real-Klassen.
Einj.-Freiw-, Fähnrich-,
Seekad.-, Matur.-Examen.
Zurückgebl. werden rasch gefördert. Umschulung. Vor-
zügliche
Verpflegung. Gewissenh. Erziehung zu selbständ.
(26194)
Arbeit und Charakterfestigkeit.
von
Verlangen
Sie Prosp. u. Beweise pirektor K. Stracke.

Allen werten Bekannten und Gönnern erlaube ich
mir, die Eröffnung eines
Konditorei-Cafés
(26184oi
bekannt zu machen.
Täglich frischer Kuchen und Gebäck
Rhönring 35
Frau Funck WW. Ecke Schuhknechtstr.

Willkommene

Direkt importierter chineſiſcher
Tee

(25522a

in ſchönen Packungen.
Cacao und Chocolade
garantiert rein, in allen Preislagen.
Garantiert reine Weine. Feinste Tafel-Liqueure.
Deutscher u. französischer Cognac. Batavia-Arrac.
Jamaika-Rum, direkt importiert.
Punsch-Essenzen.
Eau de Cologne. Toilette-Seifen
in ſchönen Geſchenk=Packungen.
Ferner alle anderen Toilette=Artikel als:
Schwämme, Parfümerien etc. etc.
Friedrich Schaefer
Ludwigsplatz 7 Großh. Hoflieferant Ludwigsplatz 7.
Schlachtgeflügel!
Empfehle für heute in allerfeinſter Qualität: la gemäſtete
Hafermaſtgänſe, junge Hahnen in ſehr großer Auswahl. Suppen=,
Brat= und Frikaſſeehühner in reicher Auswahl; Tanben billigſt.
Hochfeine junge Truthähne. Reh, vorzügliche Qualität, im Ans:
ſchnitt billigſt.
(*14820
Schröder, Karlſtraße 22, Hof.

HERMANN WERTHEIM, Bankgeschäft

Telefon Nr. 1820.

Rheinstrasse 33.

An- und Verkauf von Wertpapieren zur Anlage sowie
zur Spekulation an allen in- und ausländischen Börsen
Ständiger Vorrat solider Anlagewerte.
Einlösung von Coupons und Dividenden-Scheinen.
(feuer- und diebessicher) unter eigenem
Vermietung von Safes
Verschluss der Mieter.
Unentgeltliche Kontrolle der Verlosung.
Seriöse Raterteilung in allen die Belegung von Kapitalien betreffenden Fragen.

Strausstsdern
Flügel, Reiher
Fantasiefedern

wegen vorgerückter Saison
mitLSkabart

auf meine bekannt billigen Preise.
(25516a
Ludwigsplatz 1
ge Schupkegel reiephen 1227.

Für die
Feiertage!
Hammelfleiſch
in allen Preislagen!
Kalbsbraten
Hammelbraten
Kalbsrücken
und (26012foi
Hammelrücken
in allen Größen.
Gerollt. Kalbsnierenbraten
in allen Größen vorrätig.
Spezialität:
Gehackte Kalbskoteletts
zum alten Preis bei
Louis Hein
Hoflieferant
Schuſtergaſſe 19. Telef. 278.

Für die
Festtage:
Alkoholfreien
Schaumwein
Apfelsekt
1.30
Ananas-Traubensckt 1.40
Traubensckt . . . 2.
alkoholfreie
Rheinweine
v. herrlichem, erfrischendem
Wohlgeschmack, nicht süss.
¼ Fl.
Lorscher Gos 1.00
Kapellenberger ½ Fl. ½ Fl.
10 1.20
Auch zu überaus bekömmlich.
Bowlen geeignet. (26204oi
Alkohol-
freier
Punsch
Wormer Weinmost
Johannes Horn
Reform-Restaurant
Alexanderstr. 4, I.

fühneraugen-
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (14215a

Ein Nußbaum
zu verkaufen (26191
Röhm & Haas, Chemische
Fabrik, Darmstaat.

Zigarren
beſte, milde Qualität, 100 Stück
Mk. 3.50, 3.80, 4., 4.50, 5. bis
zur feinſten Handarbeit, frei ge=
liefert
. Lege auf Wunſch Muſter vor.
Gg. Gräk, Zigarrenfabrik,
*14750soi) Pfungſtadt.

Nasch-
(26070so
Südfrüchte-
Delikatess-
Frühstücks-
Conserven-
Wein-Körbe
werden in jed. gewünſchten
Zuſammenſtell. geſchmack=
voll
arrangiert und evtl.
gebr. Körbe zum Füllen
gerne angenommen.
A. Reichärd
Ecke Bleich- u. Casinostr.
Telephon 104.

Für die Feiertagstafel empfehlen:
Ia lebende reinschmeckende

24 pfündg Karpfen

Schuppen=
per
Pfund 1.00
Lebende Spiegel-Karpfen
Hechte, Karpfen, Schleien, Forellen
Helgoländer Hummer
lebend und tafelfertig geliefert.

Tablur
Austerk

nur erstklassige
Qualitäten.

per Dutzend
von 1.80 an
bis zu den
feinsten.

Rheinsalm, Wesersalm, Lachsforellen,
Silber-Salm per Pfund Mk. 1.50.
Seezungen Steinbutt e. Heilbutt.
Rhein-Zander
fn allen Grössen.

Grossh. Hess. Hoflieferanten.
Hauptgeschäft: Grafenstrasse 19.
Filiale: Elisabethenstrasse, gegenüber der Wursthalle.
Telephong4o.
(26223

Se enehteie etehenet gehen n
Weihnachts=Feiertage ein vorzügliches
Guntrum-Doppelhier (nei)
anzutreffen.

Bierbrauerei J. A. Guntrum, Bensheinn.
Ph. Bitſch, Zum goldenen Stern Bleichſtraße 17,
Peter Beſſinger, Zum Ritzſtein Obergaſſe 2,
L. Schönbein, Zum Löwenkeller Er Ochſengaſſe 14,
R. Jüngert, Zum Kyffhäuſer Karlſtraße 28,
Gg. Hrch. Ewald, Zur Linde‟, Holzſtraße 22,
Philipp Spilger, Bismarckſtraße 27,
Jacob Marquard, Beſſungerſtraße 34
(26188

Schmale (*14817
Skunkskrawatte
mit ſchwarzen Quaſten zwiſchen
Theater und Künſtlerkolonie
verloren.
Abzugeben gegen gute Belohn.
Villa Olbrich, Alexandraw. 28.

Verloren
kleines geſtricktes Handtäſchchen
(wenig Inhalt).
(*14808
Gegen chohe Belohnung abzug.
in der Exped. ds. Bl.

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Zeite 18.

2

Verlobte!

Wegen Rückgang
Zwer Einrichtungen
ovon Büfett)
eine hochelegante (2.70 m breit.)
mit kleineren z:
eine einfachere zsz z: Stücken
mit ganz bedentendem Nachlass

sofort zu verkaufen.
Augusr Schwab jun.
Haus für kompleite Wohnungseinrichtungen.
Anfrage Telef. 397
Rheinstr. 39/11.
Man verlange Abbildung und Preisliste.
(26024fso

Iil

Fabrikant
Gutenberg’s Salmiak-Terpentin-Gallselfe, w. antenbers.
Darmstadt, ist besser u. billiger wie Seifenpulver u. alle sonstigen
Waschmittel, da reine Seife ohne jeglichen Sodazusatz., Kein Auf=
Springen der Hände. Blendend weisse Wäsche ohne Bleiche, vor-
züglich
für wollene u. bunte Stoffe. Kinder- u. Krankenwäsche
sollte nur mit dieseraußerordentlich desinfizierenden Seife behandelt
werden. Man verlange ausdrückl. Pakete mit Schutzmarke,, Guten-
berg‟
. Preis pro Paket 40 und 20 Pf., überall käuflich. (18173a

IOIALAUSVERKAUr
wegen vollständiger Geschäftsaufgabe in
Juwelen, Gold- und Silberwaren
zu bedeutend ermäßigten Preisen
CHR. LENZ, HOEIUWELER

Luisenstrasse 8 gegenüber der Kanzlei

(24683a

Ein schönes Weihnachts-Geschenk
finden Sie in meinem reich assortierten Lager an

Nur eigenes Fabrikat!
Zivile Preise!
Reparaturen und Umarbeitungen billigst.
Spezialhaus
Carl Hau
(25090a

Telephon 1533.

Nur Wilhelminenstrasse 7.

Haararbeiten sind Vertrauenssache!
bevor Sie eine Arbeit anfertigen laſſen, verlangen Sie Aufklärung über Qualität der Haare. Sämtliche Haare, welche in meinem Spezial-Atelier für Kunst-
haararheiten
verarbeitet werden, ſind von mir felbſt präparierte Schnitthaare.

Damenfriseur und Perrückenmacher
Ernst Köhler,
Telephon 1682.
Kein Laden.

6)

22 Ernst-Ludwigstrasse 22.
Kein Laden.
16167a)

rivat-
Drücksachen

(VII25875

Neujahrskarten
Visitkarten=
Verlobungskarten
Trauer-Anzeigen

eie enente ete e
L. B. Müller
Buchdruckerei
Telephon 226.
Schulstrasse 14

Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachbruck verbozen.)
14)

Ein lieber Kerl, die Hilde, meinte der Major, und
begeiſtert ſtimmten Gretchen und Aſta ein, während Frau
Claudia, ein wenig die Naſe rümpfend, meinte, ihr Be=
nehmen
müßte doch wohl gerade Fremden nicht ganz
lady-like erſcheinen.
Sage das nicht, liebe Clandia, entſchuldigte ihr
Gatte das junge Mädchen, mag ſie auch ein wenig
burſchikos ſein, unweiblich iſt ſie deshalb nicht, und ihr
Herz iſt gut und treu. Reginald Maltzahn weiß, was
er an ihr hat
Wird beider Verlobung noch immer nicht veröffent=
licht
? Sie ſind doch heimlich verlobt
Noch nicht, gnädige Frau! Trotzdem denke ich, daß
Hilde in Kürze Herrn von Maltzahns Braut wird
vielleicht Oſtern zur Silberhochzeit ihrer Eltern, erklärte
Aſta von Lügern. Für mich wird es jetzt aber auch Zeit,
mich nach meinem Mann umzuſehen Sie helfen mir
wohl mit ſuchen, Mr. Catlin? Sie ſtand auf, dann mit
einem leiſen Schrei: O, jetzt habe ich mir etwas am
Lleid zerriſſen
Gretchen ſprang auf. Ich helfe Dir, Aſta, ſagte ſte
dereitwillig, hoffentlich iſt der Schaden nicht gros.

Die beiden traten hinter das Blumenzelt, und da
flüſterte die junge Frau der Freundin zu: Ach, es iſt
nichts ich wollte Dich nur fragen, wie Dir Mr. Catlin
gefällt?
Verwundert blickte Gretchen auf.
Darüber habe ich wirklich nicht nachgedacht
So? Ich wollte Dir nur ſagen, daß er toll in Dich
verliebt iſt und Dich auf der Stelle heiraten möchte. Er
ließ nicht nach ich mußte ihn zu Dir führen. Er iſt
märchenhaft reich ſeine Mutter eine ſehr nette Dame
ich ſaß vorhin bei Scholz mit ihnen zuſammen alſo,
Margretlein
Ach, ich denk’ nicht dran
Never mind aber wiſſen mußteſt Du es, damit
ein eventueller Antrag Dir nicht zu überraſchend kommt.
Du weißt, der Amerikaner iſt ein Mann der raſchen Ent=
ſchlüſſe
und wenn es ſo lichterloh brennt, wie hier bei
Mr. Catlin alſo Du biſt orientiert
Die beiden Freundinnen traten wieder vor. Luſtig
rief Aſta: Der Schaden war glücklicherweiſe nicht ſo groß!
Auf Wiederſehen alſo nachher Ihren Arm, Mr.
Catlin
Der verabſchiedete ſich gerade von Margareta und
drückte ihr die Hand ſo heftig, daß es ſie faſt ſchmerzte,
und nkt einem langen Blick in ihr füßes Geſicht ging er.

9. Kapitel.
Gretchen trat zu den Eltern, um ihren alten Platz
wieder einzunehmen. Da hörte ſie gerade, wie der Vater
zu dem Künſtler ſagte:
Alſo, Herr Brand, wir freuen uns wirklich, wenn wir
Sie einmal bei uns ſehen können und rechnen auf Ihren
Beſuch nicht wahr, Claudia?
Das Herz drohte dem jungen Mädchen vor Freude
faſt ſtill zu ſtehen der Papa lud den Geliebten ein
und auch Claudia gönnte ihm einige liebenswürdige
Worte:
Da erklangen die ſchmeichelnden Klänge des Walzers
Roſen aus dem Süden.
Ah, man beginnt ſchon zu tanzen, Papa!
Und da regt ſich bei Dir auch gleich die‟ Tanzluſt,
ſcherzte der Major gut gelaunt.
Gedulde Dich, Margareta, Riedberg wird ſchon kom=
men
er hat ja ſo gut wie ein Recht auf den erſten
Tanz ſagte Frau Claudia.
Meinſt Du, Claudia? Ich denke doch nicht, entgegnete
Gretchen ruhig, niemals habe ich ihm ein ſolches Recht
eingeräumt ich verfüge über meine Tänze, wie ich
will
Darf ich mir dann die Bitte um dieſen Tanz erlauhen,
gnädiges Fräulein? fragte da Ernſt, der wohl gemerkt
hatte, wie die Majorin ihn durch ihre Worte abſchrecken

[ ][  ][ ]

Seite 14,

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

Wder-Alen
Erwerten

hat sich f0ifer ungemein rasch aus-
der
1511- gebaut u. ist bei ratio-
neller
Kellerbehandlung flaschenreif
geworden. Ich habe bereits Ober-
haardter
, Edenkobener, Rhodter,
Guntersblumer, Alsheimer, Pfaffen-
Schwabenheimer u. Langsurer auf die
Flasche genommen, welche Sorten
sich in der Preislage von 90 an per
Flasche ohne Glas bis 1.40 bewegen

Wilnenn Keser
Darmstadt.
(16365a

Anren

Goldwaren

Reell! Preiswert!

Trauringe

In Houbiont
G afenstraßse 20s

Zum Weinnachtsteste
empfehle zu Geschenk- und Dekorations-
(25837ifo
zwecken:
Französische Imnmortellen
in allen Farben, präparierte Tannenzweige
mit Rauhreit und Zapfen, Tannenbäum-
chen
, Tannenzapfen, Ilex, Ruseus,
Mistelzweige, Moos, präpariertes Buchen-
laub
, angetriebene Hyacinthen etc.

Telephon 1010.

Kirchstrasse 10.

Hern. Nommatter
am
Schulstrasse 1 Ludwigspl.
Telephon 2508
empfiehlt als praktische
Welhnachts-Geschenke

Gummi=Schuhe
Gummi-Spielwaren:
Puppen, Tiere, Bälle,
Gummi-Mäntel

Wring Maschincn
Gummi-Tischdecken, Wandschoner,
Aummi-Badewannen, Wärmflaschen,
Gummi-Kragen, Manschetten,
ummi- und Lederschürzen für
Küche und Hausgebrauch
sowie für Kinder,
(24908a
Gummi-Turnschuhe

Brenntannäpfel
Hektoliter 75 Pf., bei 10 Hl. 70 Pf.
Fichtenzapfen
Hektoliter 45 Pf., bei 10 Hl. 40 Pf.
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerstrasse 28.
Tel. 101. (B22125
Aus Herr=
Für die Feiertage. ſchaftshäuf.
gut erh. getrag. Kleider all. Art
finden Sie am billigſten (25770a
Ballonplatz 10, part. (kein Laden).
Neuer zweirädriger Handwagen
mit Federn zu verkaufen
Gutenbergſtr. 37, part. (*14601fso

I Pobierch Ule Dftte
unsere neu eingeführte Delikatess-
Pflanzenbutter-Margarine
Katdfend
Dieselbe ist wegen ihres lieblich süssen
Geschmacks eine gesunde u. vollkommene
Reformbutter
per Pfund 90 Pfennig.
Bei dieser Marke haben Sie die Garantie,
feinsten, reinsten und schmackhaftesten
Süssrahm-Butter-Ersats
der Gegenwart zu erhalten. (26116so
Um unseren Kunden eine günstige Gelegenheit zum
Probieren zu bieten, geben wir von heute bis z. 24, ds.
bei einem Pfund Naturello‟
4 Pfund
Kakao gratis
Faurkarz
Ecke der Liebig- und Landwehrstrasse.
Feterken
Pankratiusstrasse, gegenüber der Wenckstrasse.

erstkl. Schreib-
Neue maschine bedeut.
unter Preis abzug. Offerten unter
P 7 an die Exped. (*14364ido

Schöne,
ſelbſtgezogene Gänſe

a

wollte und damit hatte ſie gerade das Gegenteil be=
zweckt
.
Gern, Herr Brand Gretchen nickte dem Vater freund=
lich
zu und legte ihre Hand in den ihr gereichten Arm, in=
dem
ſie mit dem Künſtler dem großen Saal zuſchritt.
Haß= und neiderfüllt ſah Claudia der holden Mäd=
chengeſtalt
nach, die an der Seite Brands ſo ſicher dahin=
ſchritt
, als wäre das ihr gutes Recht!
Iſt es nicht ein gut Teil anmaßend von Brand, Eber=
hard
, daß er Deine Tochter trotz Riedberg zum erſten
Tanz führt? Man macht dem Manne wirklich zu viel
Avancen Künſtler ſind leicht eingebildet.
Betroffen ſah der Major bei dem ſcharfen Klang von
Claudias Worten in das erregte Geſicht ſeiner Gattin.
Ah, iſt es Dir nicht recht, daß ich Brand aufgefordert
habe, uns zu beſuchen? Ich muß geſtehen, daß er mir
ſehr ſympaſthiſch iſt ein Mann von Bildung und
Takt
Und Riedberg, der ſich ſo viel Hoffnung auf Grete
macht und eine paſſende, ſehr gute Partie für ſie ſcheint,
ſcheint eiferſüchtig
Er kann unmöglich böſe ſein, wenn die ausübenden
Künſtler heute abend zuſammenhalten; ihm werden da=
durch
keine Rechte geſchmälert übrigens kommt er da
auf uns zu er ſcheint Gretchen wirklich zu ſuchen
Da ſiehſt Du, wie anhänglich er iſt
Der junge Offizier war ſehr enttäuſcht, Gretchen nicht
mehr vorzufinden; ärgerlich nagte er an ſeinem blonden
Bärtchen, während ein ſichtlicher Zug der Enttäuſchung
über ſein Geſicht glitt.
Ja, lieber Baron, wenn die Kunſt in Wettbewerb
tritt Sie mußten früher kommen, junger Freund

meinte Claudia, und ſie hätte noch mehr geſagt, wenn
nicht des Gatten Anweſenheit ihr Beſchränkung auferlegt
hätte. Sie wollte Riedberg eiferſüchtig machen, ihn da=
zu
veranlaſſen, in aller Form um die verhaßte Stieftochter
zu werben dem Baron als Träger eines der älteſten,
vornehmſten Namen konnte man unmöglich einen Korb
geben das wäre auch gegen den Willen des Majors
geweſen, wenngleich dieſer Margareta in keiner Weiſe
beeinfluſſen wollte.
Währenddeſſen ſchritt Gretchen am Arm des Gelieb=
ten
dahin. Es war ein ſchönes Paar, und mancher be=
wundernde
Blick folgte den beiden ſo begnadeten Men=
ſchenkindern
, die wie geſchaffen füreinander erſchienen.
Er ſagte, daß es ſein heißeſter Wunſch geweſen ſei,
ihre nähere Bekanntſchaft zu machen, und nun hätte ihm
der heutige Abend dies Sehnen in ungeahnter Weiſe er=
füllt
. Seine Augen blickten ſie dabei ſo wunderbar an,
daß ſie tief das ſchimmernde Köpfchen neigte.
Werden Sie morgen oder vielmehr heute abend im
Theater ſein? fragte er.
Ja, Herr Brand, und ich freue mich darauf.
Ich werde nur für Sie ſingen, gnädiges Fräulein,
ſagte er innig wie ich ſtets für Sie geſungen habe,
wenn ich Sie im Theater wußte alles, alles galt
Ihnen
Sie wußte nichts darauf zu erwidern; nur ihre ſanf=
ten
, ſchönen Augen lächelten ihn an, und als er jetzt im
Tanze den Arm um ſie ſchlang, ſo behutſam und weich
und doch ſo unendlich zärtlich, war es ihr, als ob ſie ſich
an ſeine Bruſt ſchmiegen mußte, als ob dort ihr Platz
für ewig wäre! Immer hätte ſie ſo dahingleiten mögen,
von ſeinem Arm umſchloſſen! Einmal ſchlug ſie die Augen
während des Tanzes voll zu auf, und da begegete

ſie einem Strahl ſo heißer, zärtlicher Liebe, daß ſie
erſchauernd die Wimpern niederſchlug; ſie fühlte ſich feſt
an ſeine Bruſt gedrückt nur einen Herzſchlag lang,
und ihr war, als ob ſeine Lippen ihr Haar ſtreiften, ihren
Namen flüſterten dann war auch der Tanz ſchon zu
Ende.
Ich danke Ihnen, ſagte er leiſe, es war wunder=,
ſchön.
Am Ausgang des Saales ſtand Lionel Catlin, der
das Paar nicht aus den Augen gelaſſen hatte. Gretchen
erſchrak faſt, als ſein glühender, dunkler Blick ſie traf.
Er trat ihr in den Weg.
Geſtatten Sie, gnädiges Fräulein, daß ich Sie mit
meiner Mutter bekannt mache? Herr Brand wird mir
verzeihen, wenn ich jetzt ſeine Dame führe Mr. Catlin
ſprach ein gutes Deutſch mit etwas hartem Akzent.
Sofort trat Ernſt, ſich verbeugend, zurück. Gretchen
bat ihn, ſie für einige Augenblicke bei ihrem Vater zu
entſchuldigen, ehe ſie am Arm Lionels weiter ging.
Hier, Mutter, bringe ich Dir Fräulein von Löwen,
die Virtuoſin
Mrs. Catlin, eine vornehm ausſehende ältere Dame
mit leidvollem Geſicht, ſtreckte ihr beide Hände entgegen.
Endlich wird mir die Freude, mein liebes Fräulein
von Löwen, Ihnen die Hand zu drücken, ſagte ſie herzlich,
Ihr Spiel vorhin hat mich wunderbar ergriffen wer
lehrte Sie, ſolche Töne zu finden? Einen Augenblick
ſchwieg ſie, indem ſie forſchend in das Geſicht des ſchönen,
blonden Mädchens ſah, dann fuhr ſie fort und nun
bitte ich Sie, mir einige Minuten Ihrer Gegenwart zu
ſchenken; ich habe mich danach geſehnt, Sie kennen zu
lernen wie ein Sonnenſtrahl erſchienen Sie mir
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 302,

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912

Seite 15.

1
Prima
Gainseles Gehsenleisen

per Pfuno 50pfg.

Ferner empfehle:
Erſtklaſſiges deutſches Maſtochſenfleiſch, per Pfd. 90 Pfg.
ſowie prima ſchweres Kalbfleiſch . . per Pfund 90 Pfg.
Spezialität:
Kalbsrücken, Nierenbraten, Roaſtbeef und Lenden,
friſche, ſowie geſalzene und geräucherte Ochſenzungen,
geſalzener Bruſtkern, Roulade, Rindswürſtchen von
hervorragender Güte.
Gr. Ochſengaſſe,
Hak &dckenlienter Telephon 557.
Der Verkauf ſindet an allen Markttagen im Erbprinzen
und Dienstag, den 24. Dezember, bis 7 Uhr abends ſtatt. (26220

Ränniich

Jung. verheirateter Mann
ſucht Stellung als Kaſſier od. ſonſt.
Vertrauenspoſten. Kaution k. geſt.
werden. Wo, ſagt d Exp. (*14777so

Junger Mann, welcher zuletzt die
Handelsſchule hier beſucht, ſucht
nach Abſolvierung derſelb. (1. Jan.)
Stellung auf einem Bureau, evtl.
als Volontär. Gefl. Off. unter
Chiffre P86 a. d. Exp. d. Bl. (*14815

TISRH-

Beiblich

Perfekte
Stenotypiſtin
zur Aushilfe
für die Zeit von jetzt bis Ende
Januar von einem hieſigen In=
ſtitut
geſucht. Offerten mit Ge=
haltsanſprüchen
unter P 88 an die
Expedition ds. Bl. (26225oi

Wegen Erkrankung des Mädchens
geſucht für 2. Jan. od. ſpäter
ein ält. in Küche u. Hausarb. tücht.
Mädch. zu alleinſt. Dame. Zu erfr.
auf dem Arbeitsnachweis. (26166sof

Zur Beaufſichtigung eines kleinen
Perſonals wird ein energiſches
Fräulein
geſucht, welches in der Verarbeitung
von Band Erfahrung hat. Modiſtin
bevorzugt. Angebote unter P 84
an die Expedition.
(*14786

Iinger Bereäinſerit geſ.
Aug. Engel, Schuchardſtr. 8. (*14794
Lehrmädchen
nicht unter 16 Jahren geſucht (*14795
Auguſt Engel, Schuchardſtr. 8.

Arbeiterinnen gesucht.
Haſſia, Schokoladen=Fabrik
Wienersſtraße 66. (*14787

Männtien
Für das Büro eines hieſ. größ.
Fabrikgeſch. wird per ſofort ein
Lehrling
geſucht. Offert. mit näher. Angab.
unt. P 56 a. d. Exp. (26003fso

Lehrling

für hieſiges Engros=Geſchäft auf
Oſtern 1913 geſucht. Offerten unt.
Chiffre P 85 an die Expedition
dieſes Blattes.
(26210ois

Zimme

jüngerer Hausburſche
(Radfahrer) geſucht
Ferdinand Carl Winter
Hoflieferant. (26144soi

Durchaus erfahrener, ſelbſt=
ſtändiger

Dekorateur
als Vorarbeiter und Leiter
einer größeren Polster- u.
Dekorations-Werkstätte
geſucht. Offerten von nur
erſten Kräften mit Lebens=
lauf
und Gehaltsanſprüchen
unter T. 3658 an D. Frenz,
Annonc.=Expedition, Wies=
baden
.
(Fr26030

M

ren
Weg. Verſetzung Wilhelm=
ſtraße
6 herrſchaftliche 7 Zimmer=
wohnung
mit ſchönem Vorgarten,
Hochparterre, Zentralheizung und
llem Zubehör.
(B26226

Zimmer

Wilhelminenstr. 50
Beletage, herrſchaftliche Wohnung,
beſtehend aus 6 Zimmern nebſt
Zubehör, zu vermieten. Näheres
Grafenſtr. 15, 1. St. (25769a

Zimmer

Soderſtr. 90, Ecke Beckſtraße,
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (24928t

Karlstrasse 31, I.,
5 Zimmer und Schrankzimmer
nebſt reichlichem Zubehör auf
1. April zu vermieten. Preis 800 M.
Näheres Hölgesſtr. 12. (*26033t

Glänzende Existenz!

in ſüddeutſcher Reſidenzſtadt, 100000 Einwohner, umſtände=
(26192f
halber anderweitig
zu vergeben oder zu vermieten.
Dasſelbe iſt ſeit Jahren im flotten Betriebe, befindet ſich in
unbed. allererſter Lage und hat zweifellos gute Zukunft. In
allerletzter Zeit wurde es nach den neueſten polizeil. Vor=
ſchriften
hochmodern umgebaut und ſowohl außen wie innen
auf das eleganteſte ausgeſtattet. Nur ſolv. Bewerber, die
über 15000 Mk. verfügen, wollen ſich unter U. 9365 an
Haaſenſtein & Vogler, A.=G., Frankfurt, wenden.

Heidelbergerſtr. 98, 1. Et., ſch.
abgeſchl. 3 Zimmer=Wohnung, Gas,
Raſenbleiche für ſof. od. ſp. (25729a

Hofstallstrasse 10
3 Zim.=Wohnung ſoforr zu verm.
Näh. parterre, links. (25808t

Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3 Z.==Wohnung per ſofort. (14862o
Roßdörferſtr. 46 ſchöne 2= oder
3=Zimmer=Wohn. bis 1. April zu
vermieten. Näh. Parterre. (26200a
Zimmer
Erbacherſtraße 13, 2 Zimmer,
Küche und Zubehör, 16 M. mtl.,
1 Zimmer u. Küche zu 9 Mk. per
ſofort zu vermieten. Näheres
Hinterhas, part.
(*14530dso

Schloßgartenplatz 6 2 Zim.=
Wohnung zu vermieten. (*14706so

Wienersſtraße 52, 21 Zim.=
Wohn. mit Werkſtatt ſof. (*13738od

mit Küche u. Zube=
2 Zimmer hör zu vermieten
(*14810
Magdalenenſtr. 1.
M
Unmöbl. Zimmer zu vermieten
(Seitenbau). Näh. Weißbindermſtr.
Kraus, Luiſenſtr. 40. (25667oms

Geträuer

ür Rechtsanw. od. Engros=
2½ Geſch. paſſend, per 1. April
Wohn. mit ſep. Büro u. Lager=
raum
zu verm. Auch vorzügliche
Lage für ein fein. Kolonialwaren=
u
. Delikateſſen=Detail=Geſchäft, da
Laden gebrochen werden könnte.
Evtl. auch zu günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Zu erfragen Bis=
marckſtraße
80, part. (25527t

1 Atelier
und eine 5 Zimmerwohnung
in ſchöner ruhiger Lage zuſ.
oder getrennt, bis 1. April
1913 zu vermieten. (B26195
Näheres in der Expedition.

Elisabethenstrasse 4. II.
Penſion Mink, elegante, möblierte
Zimmer m. Penſion zu verm. Da=
ſelbſt
können noch einige Herren
am Mittagstiſchteilnehmen. (24789a

Soderſtr. 79, I., groß., gut möbl.
Zimm. m. Bücherſchr. u. Schreibt.,
m. Kaffee zu 24 Mk., z. vm. (25429a
Kaſinoſtr. 26, part., eleg. möbl.
Zim. ſofort zu vermiet. (25379t

St. ſtſtr. 89, I., ſch ſch mbl. W.= u.
Schlafz., m. Schreibt., Gas, evtl. mit
Klav. u. ſep. Eing. z. 1. Jan. (*14712soi

möbl. Zim.
Alexanderſtr. 15
zu verm.
bei Schmidt.
(*14755soi

Eutübergstr. 31, 3. Soek.
freundl. möbl. Zimmer mit Kachel=
ofen
per 1. Januar. (*14507do

Friedrichstr. 22, part.
fein möbl. Wohn= u. Schlafzimmer
ab 1. Januar zu vermieten. (26198t

Fasin Veren
zu Darmstadt, Steinstr. 24.
Fernsprecher 970.
empfiehlt seinen modern
ausgestatteten (25224a
G restsadl D
für Hochzeiten, Gesellschaften,
Konzerte usw., sowie seine
garantiert naturreinen
d Weine 5
IInKKHaaffff!

Eiſernes Tor=
ſehr
gut erhalten (3,20 Meter
breit) billig abzugeben Saalbau=
ſtraße
4, Telephon 181. (25534a

Fremdenpension
Haus Holthusen
Darmstadt, Orangerie-Allee 10
empfiehlt (B24268
Zimmer mit u. ohne Penſion
für jede Zeitdauer. Teleph, 973.
Elektr. Bahn bis Hermannſtraße.

Renerer Hent
findet dauernde Penſion in ruh.
Villa, erſtklaſſ. Verſorg., 3000 Mk.
jährl. Offerten unter O. 71 an
(25731a
die Exped. d. Bl.
Zimmeren
ſucht eine
Eine Dame ſchöne
4 Zimmerwohn. (Heidelbergerſtr.).
Offerten mit Preisangabe unt.
P 87 an die Exp.
(*26219oim

Beamtenfam. m. 1. Kind ſucht eine
V5 Z.=W., 1.od. 2. St., in ruh. Hauſe.
Angeb. u. P 55 an d. Exp. (*14586foi

Kl. Beamtenſ. ſucht z. 1. April
ſchöne 3= od. 4=Zimmerwohnung
mit Bad u. Zubehör. Off. m. Preis=
ang
. a. d. Exp. u. P. 25. (*14434mso

Geſucht: neuzeitliche 34 Zim.=
Wohnung in ruhigem Hauſe von
einzelner Dame, Bad erwünſcht,
nicht Bedingung, Parterre aus=
geſchloſſen
. Angebote mit Preis=
angabe
u. P83 a. d. Exp. (*14788

3= Zim.=Wohn. in gutem
Geſuchl Hauſe von ält. Dame
* Pr. bis 400 Mk. per 1. April.
Off. u. P 82 a. d. Exp. erb. (*14785

Laden
für jedes Geſchäft geeignet, mit od.
ohne 3 Zimmerwohnung zu verm.
Näh. Hügelſtr. 27, I. (2422fod

Sehr eleg., gut möbl. (26076oms
3 Zimmer-Wohnung
mit Bad u. Dienerſtube und beſter
Penſion zu Anfang Jan. zu vm.
Näh. Frau Weidig, Moſerſtr. 5.

Einz. Dame ſucht 2= Zim.=Wohn
m. Küche, mögl. part., per 1. April
1913 zu mieten. Offerten unter
P 64 an die Exp. d. Bl. (*14662

In schönster Lage Darmstadts
Wald, schön. Freibad, elek-
Itrische u. Vollbahn in un-
mittelb
. Nähe, ist Bauplatz
f. vornehm. Geschäftsh., Pen-
sion
etc. geeig., sehr preisw.
zu verk. Off. u. J. 56 Exp.
Vermittler verbeten. (24011a

Umgeb. Darmſtadt, gute
Kaufé Verbind. zur Stadt, kl.
Ruheſitz mit großem Obſtgarten.
Preisoff. erb. an Gumpert, Frank-
furt
a. M., Luiſenſtr. 67. (*14791oif

Gutgehendes Engros-Gesch.
zu verk Offerten unter P 8 an
die Expedition d. Bl. (*14365ido

I. Hess. Versich. geg. Ungezief.
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, pt. Telephon 461.

Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.

Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung gegen
Ungeziefer beſonders zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (14191a

P. P.
Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles aber
alles umſonſt, bis ich 1904 in der
Beitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut=
leiden
angewandt und iſt in Doſen à.
Mk. 1.15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in Original=
packung
welß=grün=rot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.

Suche hübschen
antir. Datohtl

Boule, Empire oder dergl. zu
kaufen. Offerten mit Preis unter
P 60 bef. die Exp. (*14613fsoi

Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Ge-
schäftspap
. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahleſtets die höchſt. Preiſe. (14858a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.

Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Meralle, Pavier=
abfälle
, Geſchäftsbüch. u. Akten,
unt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (24274a
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telephon 479.,

kauft jeder=
Alte Briefmarken zeit (26038a
A. Zell, Karlſtr. 14, p.

getr. Kleid., Schuhe
Ich kaufe und Wäſche. Zahle
die höchſten Preiſe. Poſtkarte ge=
nügt
. H. Wischniack, Neu=
gaſſe
Nr. 1.
(*14709so

I 2500
Wer dort Hier Max Obstfeld
Kl. Bachgaſſe 7
getragene Kleider, Stiefel,
Kauft Bettwerk, Zahngebiſſe,
ſowie alte Möbel, Waffen. (*14744so
Poſtkarte genügt. Teleph. 2085.

Inndchteh

gebrauche Maſſen von getrag.
Kleidern, Schuhen uſw.
Darum zahle ich die höchſten.
und reellſten Preiſe. (25583a
V. Schatz
Aleranderſtr. 15. Tel. 1924.

Kieile Pilid

(26197M

5 bis 7 Zimmer mit größerem Garten als ländlicher Ruheſitz, eventuell
auch Bauland mit Bäumen, zu kaufen geſucht. Nur ausführliche
Offerten, Agenten verbeten, Lagerkarte Nr. 626, Poſtamt Berlin 7.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

Hof-Uhrmacher
E. Dorfe
Uhren, Uarketten, Juwelen, Goldwaren, Silberwaren, opt. Artikel
25 Ernst-Ludwigstr. 25 88884 Telephon 1017.

Taschen-Uhren jeder Art in unübertroffener Auswahl.

Taschen-Uhren, einfache bis feinste Stücke von Mk. 6.50 bis Mk. 600..
Armband-Uhren, Taschen-Wecker-Uhren, Sport-Uhren, Leuchtblatt-Uhren.
Glashütter-Uhren von A. Lange & Söhne, Glashütte in Sachsen.
Grosses Lager, Verkauf zu Original-Katalog-Preisen
Feinste Genfer-Uhren von Patek, Philippe & Co. u. Badellet, alleinige Niederlage.

Wand- und Stand-Uhren für alle Wohnräume.

Moderne Wand-Uhren, viele Neuheiten, von Mk. 9. bis Mk. 100.
Grosse Haus-Uhren mit guten bis feinsten Werken und soliden
Gehäusen von Mk. 110. an.
Zirka 40 verschiedene Stücke mit prachtvollem Gongschlag.
Tisch- u. Salon-Uhren, mit u. ohne Schlagwerk, von Mk. 5. b. Mk. 150..
Küchen-Uhren von Mk. 4. an. Wecker von Mk. 3. an.
Garantie für jede Uhr. Mitglied der Garantiegemeinschaft Deutscher Uhrmacher.

S

Hervorragend grosse Auswahl.
weisse Rabattmarken.

Schwarz-
Billigste Preise. Beachten Sie bitte meine Schaufenster.
Katalog über Wand- und Stand-Uhren mit vielen Abbildungen gern zu Diensten.
(24515a
Grosse Verkaufsräume. Reelle Bedienung.

Zum Kuchenbacken:

Pfund 90 Pfg.
Feinste Sultaninen
70 Pfs.
Feinste Rosinen.
38 Pfg.
Feinste Corinthen .
Mk. 1.05
5 Pfund
Mk. 2.
10
offen per Pfd. 20 u. 18 Pfg.
5 95 u. 85 Pfg.
Florylin-Trocken-
Hefe
1 Paket
10 Pfg.
3 Pakete .
25 Pfg.
Zusendung frei Haus.
EmanuelFuld

Feinstes
Kuchen-N
fiorplin

1 Kirchstraße 1

(26157so)

Telephon 137.

Sbhuhuhnhansnhausahuuhuhuhhauunn
Als praktische
Weihnachtsgeschenke
empfehle:
Anzug-, Paletot-, Hosen- u. Westenstoffe
für Herren.
Kleider- u. Kostümstoffe, schwarz u. farbig
für Damen.
AUSSTATTUNGS-ARTIKEL
Damen-, Herren- und Kinderwäsche
fertig und nach Bestellung.
Tischtücher
Bettdamaste
Bettücher
Servietten
Bettkolter
Teegedecke
Bettdecken
Kaffeedecken
Handtücher
in Tüll und
Waffeldecken
Wischtücher
Kissenbezüge
Staubtücher
Bettvorlagen
Tischdecken.

En Pitenf en
Spiegeln, Rasiergarnituren
Manicüren, Bürstengarnituren
ff. Bürsten in Schildpatt, Eifenbein, Silber
Japanischen Korbwaren
erhalten Sie bis auf weiteres
20 % Rabat.
Kamelhaarschuhe
für Damen, Herren u. Kinder Anl Tleur, Hartter Nachf

Winter-
Schuhwaren
Für Damen.
Hausschläppchen von 30 Pfg. an
EHausschuhe, warm gefütt., v. 70 Pfg. an
Filzschuhe, Filz- u. Leders., von 1 Mk. an
Lederhausschuhe, gefütt., v. 1.60 Mk. an
Filzschnallenstiefel, warm gefüttert,
von 2.25 Mk. an
Filzschnürstiefel, Lederbes. v. 3.50 M. an
Für Herren.
Hausschläppchen von 35 Pfg. an
Hausschuhe, gefüttert, von 90 Pfg. an
Filzschuhe, Filz- u. Leders., v. 1.40 Mk. an
Lederhausschuhe ven 2.25 Mk. an
Filzschuallenstiefel, gef., v. 2.75 Mk. an
Filzstrassenstiefel, sehr warm gefütt.,
Lederbesatz, kräftige Sohlen, 8 Mark.

Reise- u. Kamelhaardecken
Tüllgardinen, Stores, Brises-bises.
Taschentücher in grosser Auswahl und jeder Art.
Abgepasste Kleider in elegantem Carton.
Bis Weihnachten 10 Prozent Kasse-Sconto.
Friedrich Warnecke
DARMSTADT Rheinstrasse 1.
Mitglied des Rabatt-Sparvereins. (24752a

in größter Auswahl allerbilligst.
Für Knaben, Mädch.
und Kinder.
Große Auswahl warmgefütterter Haus-
schuhe
von 45 Pfg. an.
Kräftige Schulstiefel
Die beliebten Wildfang- Natura-
formstiefel
u. Sturmstiefel billigst.
lagd- und Tourenstiefel
solides dauerhaftes Fabrikat
Filzaufnähsohlen, Einlegesohlen,
Lederfett, Erdal, Créme und
Schnürbänder.
G. Keilmann
Marktplatz 6. (25223a
Schwarz-weisse Rabattmarken.

(25850a
Hoflieferant
Telefon 704.
Schulstrasse 6.

ee etet en
A größere Anzahl
(22485a
altertüml. Gegenstände
(Möbel, Bilder, Porzellan u. ſ. w.)
bill. abgeg. Heinheimerſtr. 25, I.

Empfehle mein grosses Lager in
Mochahandschuhen für Damen und Herren.
Feinste Ziegen- u. Dänischleder-Handschuhe,
Lange Ballhandschuhe, Glage, Dänischl. u. seidene
Wildl., Waschl., Fahr-, Reit-, Auto-Handschuhe,
Alle Arten Winterhandschuhe in Wolle.
Trikotagen und Strümpfe
Hemden, Hosen, Jacken, Socken.
Damen- und Kinderstrümpfe.
(25771a
Grosse Auswahl.
Krawatten Hosenträger Manschetten etc.
Handschuh-

mmer mehr Freunde
ſich das

HnuHsnunn HHHHHHuSSHGHHHHRHHHHHHHE

erwirbt
(25991a

Georg Zorn.

Fabrik

Umtausch gestattet.

Wilhelminenstr. 4.

Harmonium
als Hausinstrument.
Harmoniums
von Mk. 36. u. Mk. 50 an
bis Mk. 750. In ſehr großer
Auswahl vorrätig bei
A. W. Zimmerma
Darmstadt.
Bhainstrasse

Christrosen!
(Helleborus niger)
(25777a
Schönstes Weihnachtsgeschenk, sinnigster Gräberschmuck,
reichblühend, in Töpfen billigst
ügelstr. 89.
ärin

[ ][  ][ ]

Jrantiscie
Geschenke

ERANKFURT.
Besteht seit 1811.
Niederlage bei: (25222a
J. Ph. Reinhardt
7 Schlossgraben 7.

Meter Coupon vorzügliches, weisses
Hemdentuch, für 6 Hemden
zu Mk. 7.50, 6.20 u. 50 Meter Coupon bestes, weisses Wäsche-
tuch
, für 6 Kissen
zu Mk. 7.50, 6. u. 5 Meter Coupon schwerer, weisser Cretonne
oder Halbleinen für 3 Bettücher
zu Mk. 9.25, 7.50 u. Meter Coupon weiss Damast oder Bett-
Satin für 2 Bezüge
zu Mk. 7.90 u. Meter Coupon bunt Bett-Satin oder
waschecht Bettzeug für 2 Bezüge
zu Mk. 6.60, 5.50 u. Meter Coupon Kleiderzeug, waschecht
kariert oder gestreift
zu Mk. 4.80, 4. u. 3.- 0 Meter Goupon reinwollner Meiderstof,
schwarz od. farbig zu Mk. 8., 7. u.
ohne Rücksicht auf den weit höh. Wert 6.-

Grössere Partie
Diplomat-
Schreibtische
freist,, eichen, gewichst, m.
3 englischen Zügen, nebst
Schreibsessel
zusammen Mk. 94.
dazu passend
eleg. Bücherschrank
Mk. 106.
abzugeben bei (24313a
Georg Schmitt
Schlossgraben 13 a.
Gültig bis Weihnachten.

Den übernommenen Rest Uhren in Gold,
Silber und Metall eines aufgelösten Engros-
Geschäftes verkaufe ich mit Garantie zu un-
gewöhnlich
billigen Preisen.
Ad. Kolb, Uhrmacher
Kirchstrasse 17. (25723a) Kirchstrasse 17.
Empiehle für meine Abteilung in
Bäckerei= u. Konditoreiwaren:
Prima garantierten Odenwälder Honiglebkuchen, Metzei
Lebkucken in Paketen verſchiedener Sorten, Anis- u. Butter=
gebackenes
, Pfeffernüsse, ſowie paſſende Geſchenke in prima
Schokoladen u. Pralinés.
(24166a
Telephon
Ed. Türtmann, Grafenſtr. 19.
1425.

Spezial-Geschäft
Ladwig Schwub

Anjuna‟

Schenein ie Patelgnmnt
Schöner werden und
Schön bleiben ist Lebens-
kunst
!
(25954f)
Anjuna-
Hautbalsam
verleiht dem Teint den höchsten
überhaupt erreichbaren Grad
von Schönheit. Der beste Be-
weis
für die Güte sind tausende
Nachbestellungen. Grosse
Tube Mk. 1.85, Porto 35 Pfg.
Probe-Tube gratis, Porto 20 Pf.
Anjuna-Vertrieb: W. Kustenacher.
Frankfurt a. M., Schweizerstr. 21.

28 Ernst-Ludwigstr. 28.

(26213

Paſſendes
Weihnachtsgeſchenk!
Goldene Doppeldeckel= Herren=
uhr
, ſowie 2 goldene Damen=
uhren
, verſchied. ſilberne Uhren,
verſchieden Ringe, auch mit echten
Steinen, billig im Auftrag abzug.
*14871) Balſonplatz 10, part.

Zum Abonnement empfohlen:

Fante
Das Duch Tur Ne.

Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
48. Jahrgang erſcheinende
: illuſtrierke Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzüge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt :: ::: viele prachtvolle Illuſtrationen,
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete Buch für Alle iſt, getreu
einem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echkes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
(V21678
lünſtleriſchen Illuſtrationen.
Beſtellungen bittet man an die nächſtaelegene Buchhandlung zu
richtent. wa der Bezun auf Hinderniſſe ſtößt wolle man. lich. dirakt.
am. Unkerseichnete Verlagsbuchhandlung in Stutiaart. wenden.
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.

Aeußerstvorteilhaft.
Fast neues 25990a

Mk. 450.
A. W. Zimmermann
Rheinstrasse 14.

Dohlen, Holz und Brikeisſſpland, gut erhalten, treigſaltit,
Kempfiehlt ins Haus geliefert 1 wegzugsh. f. 250 Mk. abzugeb.
VII21446) J. Müller, Kiesſtr. 20 Anfrag. unt. P 62 Exp. (*14658si

Weißer Delz u. Muff
ſehr gut erh., für 15 Mk. zu verk.
*14802) Heinheimerſtr. 16, I. r.

Achtung, billig! 2 Fahrräder,
Freilauf, 28 Mk., das and. für
10 Mk., 1 Naumann=Nähmaſchine
für 10 Mk. zu verkaufen (*14805
Ludwigshöhſtraße 78.

Tibets
werden tadellos gereinigt.
Seiden-Plüsch-
Mäntel
billigst aufgedämpft
bei (25177a
K. Mack, Färberei,
chem. Waschanstalt
Schulstr. 13. Telephon 708.

Harfee u. 1e0
in hochfeiner Mischung.
Aechfe, naturell geröstete holländische
Java-Kaffees
das feinste, was in Kaffee auf den Markt kommt,
in Original ½ Kilo-Paketen 95 Pfg., 100 Pfg. und
110 Pfg.
Afternoon-Tea
hochfein u, aromatisch, ¼ Kilo-Original-Paket Mk. 1.60
Kaffe und Tee sind direkt importierte
Originalware.
Zusendung frei Haus.
Emanuel Fuld
Kirchstrasse 1.
26183 Telephon 137.

Keine teure Butter!

Ungeſchmälerten Buttergenuß

Verplexe
bietet
die
Frankfurter Büßrahm=Margarine
Perplex iſt nicht zu vergleichen mit gewöhnlicher Margarine,
indem ſie mehr als alle ſeitherigen Fabrikate gerade die charakteriſti=
ſche
Delikateſſe der Butter beſitzt.
(26217
Täglich friſch zu haben bei
Oberheſſ. Wurſthalle,
H. Jdcobl, 10 Schuſtergaſſe 10.

in nur bester Quali-
tät
. Für Haltbarkeit
der Borsten wird
weitgehendste Ga-
rantie
geleistet.

Parfümerie Gg. Frz. Frank

Telephon 886.

(6543a)

Elisabethenstrasse 9.

Ein ſechseckiger, nußb. polierter
Bauerntiſch, ſowie 2 dazu
paſſende Salonſtühle, wie neu,
preiswert zu verkaufen (26014fso
Hügelſtraße 29, Laden.

Puppenſtube
und=Schlafzimmer mit Einricht=
ung
billig abzugeben (*14797
Ballonplatz 10. part.

Coupé
mit Gummirädern, neu, hocheleg.,
preiswert zu verkaufen (*14867
Hofwagenbau Thomas.
Bleichſtraße 15.

Zu verk.: Knaden Fahrad, eiſ.
Pumpe, Kaffeebrenner=Kugel
*14792oi) Vittoriaſtraße 87.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

Luftfahrt.

* Gegen den Verkauf eines Parſeval=
Luftſchiffes an England werden jetzt in der
Deutſchen Tageszeitung lebhafte Bedenken geltend ge=
macht
. Die Nachricht, daß die Parſeval=Geſellſchaft ein
mit den neueſten Erfindungen verſehenes Luftſchiff an
England verkauft habe oder verkaufen werde, hat eine
Reihe von Zuſchriften veranlaßt, in denen der Entrüſt=
ung
darüber zum Teil ſehr lebhaft und ſehr ſcharf Aus=
druck
gegeben wird. Durch die Preſſe ging die Mitteil=
ung
, daß die Regierung gegen den Verkauf Widerſpruch
erhoben habe. Dieſe Mitteilung wird von der Tägl.
Rdſch. als unrichtig bezeichnet. Dieſe verſichert, daß
die Lieferung an England nicht nur mit Wiſſen, ſondern
auch mit Billigung der Regierung erfolgt
ſei. Wir machen kein Hehl daraus, daß wir den Verkauf
ſelbſt und die Billigung lebhaft bedauern. Man kann den
Verkauf Kruppſcher Kanonen an fremde Mächte damit
nicht vergleichen, denn die Firma Krupp gibt das Ge=
heimnis
ihrer beſonderen Stahlhärtungsmethoden uſw.
nicht preis, ſo daß keine Geſchützfabrik des Auslandes
ihr eine tatſächlich wirkſame Konkurrenz machen kann.
Bei einem Parſeval=Luftſchiff, das mit den neueſten Er=
rungenſchaften
auf dem Gebiete der Luftſchiffahrt ver=
ſehen
iſt, dürfte die Sache anders liegen. Hier würde
eine Nachahmung recht wohl möglich ſein. Dadurch könnte
der Vorſprung, den Deutſchland auf dieſem Gebiete er=
freulicherweiſe
jetzt noch hat, ſehr bald eingeholt werden.
Aus dieſem Grunde erſcheint das uns in Briefen ge=
äußerte
Bedauern und Befremden wohl berechtigt. An=
dererſeits
wird dagegen ausgeführt, daß die Parſeval=
Geſellſchaft nicht beſtehen könne, wenn ſie lediglich für das
Deutſche Reich arbeiten wolle, es müſſe denn der Reichs=
tag
ein Luftflottengeſetz beſchließen, das auf Jahre hin=
aus
ihr eine ausreichende Beſchäftigung ſichere. Bei der
Zeppelin=Geſellſchaft ſei das etwas anderes, da ſie kein
kapitaliſtiſches Unternehmen ſei, ſondern die Verwaltung
einer Nationalſpende des deutſchen Volkes. Gewiß muß
das billigerweiſe in Betracht gezogen werden. Immerhin
werden aber dadurch die Bedenken nicht beſeitigt, ja nicht
einmal abgeſchwächt. Es müßten doch Mittel und Wege
gefunden werden, die es ermöglichten, daß die Parſeval=
Geſellſchaft nur für Deutſchland arbeite. Selbſt wenn ſie
zu dieſem Zweck ihren Betrieb etwas einſchränken müßte,
wäre das unſeres Erachtens das weitaus kleinere Uebel.
sr. Die Landung eines deutſchen Flie=
gerunteroffiziers
auf franzöſiſchem Bo=
den
wird aus Paris gemeldet. Es handelt ſich um
einen Unteroffizier, welcher der Aviatik=Aktiengeſellſchaft
in Mülhauſen zur Ausbildung zugeteilt worden war
und am Donnerstag nachmittag vom Flugplatz Habsheim
bei Mülhauſen mit dem Ziel Straßburg aufgeſtiegen
war. Der Pilot verfehlte aber die Richtung, überflog
die franzöſiſche Grenze und landete bei Marnay im De=
partement
Rhone=Saone. Der Apparat des Militär=
fliegers
wurde von der Gendarmerie mit Beſchlag be=
legt
. Als Gegenſtück hiervon iſt wieder einmal die
Landung eines franzöſiſchen Ballons auf deutſchem Boden
zu verzeichnen. Es handelt ſich um den bekannten, in

Frankreich lebenden engliſchen Ballonführer Francia, mit
dem die beiden Franzoſen Dubois und Bourgois am
Mittwoch in Paris aufgeſtiegen waren. Der Ballon lan=
dete
in der Nähe von Stendal bei dem Dorfe Jüderitz.
Durch Vermittelung des Kaiſerlichen Aero=Klubs zu Ber=
lin
wurden die drei Ballonfahrer, welche zunächſt von
dem Amtsvorſteher feſtgehalten worden waren, wieder
in Freiheit geſetzt.
* Ein 500 000 Francs=Preis wurde in der
letzten Sitzung des international anerkannten Automobil=
Klubs zu Paris für einen neuen Motoren= Brenn=
ſtoff
ausgeſetzt. Die Delegierten der einzelnen Klubs
kamen dahin überein, daß man einen neuen Betriebsſtoff
erfinden müſſe, den man mit Rohſtoffen, die ſich ſtändig
erneuern, z. B. Alkohol uſw., herſtellen kann, und zwar
in einer Weiſe, daß in Zukunft der Wert dieſer Ware
keinen zu großen Schwankungen unterworfen iſt. Ein=
gehende
Bedingungen der ausgeſchriebenen Brennſtoff=
konkurrenz
ſollen veröffentlicht werden, wenn ſich die
Vereinigung mit den Regierungen der verſchiedenen
Länder verſtändigt hat. Die Delegierten waren nämlich
der Meinung, daß ein derartiger Wettbewerb nur Früchte
tragen könne, wenn die Regierungen ihrerſeits ſich ver=
pflichteten
, das neue Erzeugnis von jeder Abgabe frei
zu laſſen, oder wenigſtens eine Maximalſtufe feſtzuſetzen,
die nicht überſchritten werden darf.

Die Lage des Arbeitsmarktes in Heſſen
und Heſſen=Naſſau im November.

In der Metallinduſtrie hat anſcheinend die
Nachfrage nach Arbeitskräften im Berichtsmonat etwas
nachgelaſſen. Nach dem Bericht der Arbeitsvermittlungs=
ſtelle
Frankfurt a. M. ſanken die Vermittlungszahlen
gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ziemlich
bedeutend, allerdings auch die Zahl der Arbeitſuchenden.
Alle Arbeitſuchenden, mit Ausnahme von 3, konnten
Stellung erhalten. In Mainz war der Arbeitsmackt be=
ſonders
ungünſtig für Maſchinenſchloſſer; auch für Bau=
ſchloſſer
und Spengler hat er ſich im Vergleich zum Vor=
monat
verſchlechtert. In Offenbach a. M. war der Be=
ſchäftigungsgrad
in der Maſchineninduſtrie ziemlich gut.
In Worms ſind die offenen Stellen weiter etwas zurück=
gegangen
, während die Zahl der Arbeitſuchenden ſtieg.
In der Portefeuille=Induſtrie war die Beſchäf=
tigungsmöglichkeit
in Offenbach a. M. ſehr gut, beſſer als
im gleichen Monat des Vorjahres; beſonders vom Aus=
lande
liefen größere Aufträge ein. Für Sattler und
Tapezierer herrſchte nach den Berichten der Arbeitsver=
mittlungsſtellen
Frankfurt a. M., Kaſſel und Worms
Mangel an Arbeitsgelegenheit. Aus der Induſtrie der
Holz= und Schnitzſtoffe berichtet die Arbeitsver=
mittlungsſtelle
Frankfurt a. M., daß für Schreiner auf
Kundſchafts= und Reparaturarbeiten die Arbeitsgelegen=
heit
günſtig war; ſehr gering dagegen für Bauſchreiner.
In Mainz hat ſich der Arbeitsmarkt für Schreiner weiter
verſchlechtert, mit Ausnahme in der Waggonfabrikation.
Der Bildhauerverein in Mainz berichtet, daß der Ge=

ſchäftsgang eiwas nachgelaſſen habe. Aus der Indu=
ſtrie
der Genußmittel berichtet der Tabak=
arbeiterverband
Gießen, daß der Beſchäftigungsgrad in
der Tabak=Induſtrie in Anbetracht der Weihnachtsbeſtell=
ungen
gut war. In einzelnen Fabriken wurden täglich
Ueberſtunden gemacht; beſondere Neueinſtellungen fanden
allerdings nicht ſtatt. Der Beſchäftigungsgrad im Bau=
gewerbe
war im Verbandsgebiet verſchieden, meiſtens
fand allerdings ein Rückgang ſtatt. Dagegen konnten die
gemeldeten Stellen für Zimmerer nicht alle beſetzt werden.
Auch für Maurer, Glaſer und Dachdecker war genügend
Arbeit vorhanden. Nach dem Bericht des Holzarbeiter=
verbandes
in Mainz hat ſich durch die naſſe Witterung=
die
Bautätigkeit weſentlich verſchoben, weshalb von der
gegenwärtigen Arbeitsloſigkeit zumeiſt die Bauſchreiner
betroffen ſind. In Darmſtadt war die Bautätigkeit ganz
minimal. Die Bauhandwerker ſuchen daher Arbeit als
Taglöhner, doch nehmen die Fabriken dieſe Leute nicht
gerne, da ſie doch nicht Stand halten. Die größte Zahl
der Arbeitsloſen ſtellen die Weißbinder. Im graphi=
ſchen
Gewerbe beſſerte ſich nach dem Bericht des
Buchdruckerverbandes in Frankfurt a. M. der Geſchäfts=
gang
etwas. Nach dem Bericht der Arbeitsvermittlungs=
ſtelle
Frankfurt a. M. ſetzt mit dem Monat November für
das Gaſtwirtsgewerbe die ungünſtige Arbeits=
marktlage
ein. Der herannahende Winter gebietet dem
Stellenwechſel Einhalt. Die Beſchäftigungsgelegenheit
war hierdurch geringer. Die Zahl der feſten Stellen für
Kellner und Köche iſt um wenige höher als im gleichen
Monat des Vorjahres, während die Zahl der Stellen für
Hilfsperſonal etwas zurückgegangen iſt. Gelegenheit für
Aushilfsarbeiter gab es nur an Sonntagen, immerhin
konnte ein großer Teil der Arbeitſuchenden nicht berück=
ſichtigt
werden, weil für ſie paſſende Aushilfen nicht vor=
lagen
. Nach dem Berichte des Arbeitsnachweiſes Darm=
ſtadt
begnügen ſich die Fabriken, welche ſonſt vor Weih=
nachten
eine größere Anzahl von ungelernten Hilfsarbei=
tern
einſtellen, diesmal mit dem eigenen Perſonal. In
Worms war für die ungelernten Arbeiter ſehr wenig
Arbeit vorhanden, es beſteht bei dieſer Berufsgruppe zur
Zeit größere Arbeitsloſigkeit. Arbeitsmangel machte ſich
auch in Oberlahnſtein bemerkbar. In der Landwirt=
ſchaft
war die Vermittlungstätigkeit ſehr gering. Wie
der Kreisarbeitsnachweis Dieburg berichtet, halten die
beſſeren Arbeiter, Knechte uſw., wenn irgend möglich, ihre
jetzigen Stellen feſt, ſo daß eben nur geringere Arbeits=
kräfte
nach Arbeit fragen, die ſehr ſchwer unterzubeingen
ſind. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt hat ſich in Mainz
ein allgemeiner Rückgang bemerkbar gemacht; für Dienſt=
mädchen
wurden 144 Stellen (gegen 210 im Oktober), für
Monatsfrauen 86 (138) neugemeldet. In Worms blieb
die Zahl der arbeitſuchenden Haus= und Dienſtmädchen
gegen den Vormonat auf gleicher Höhe, während die
offenen Stellen etwas zurückgingen. Der erwartete grö=
ßere
Zugang von Mädchen vom Lande iſt nicht recht zur
Geltung gekommen, weshalb auch eine größere Anzahl
Stellen unbeſetzt bleiben mußte. Für Putz=, Waſch= und
Monatsfrauen war die Geſchäftslage ziemlich günſtig,
immerhin blieb ein größerer Teil ohne paſſende Arbeit.

(20881M)

Optisches Spezial-Institut
Fr. Pfersdorff
Inh. Winem- Kantze
35 Elisabethenstraße 35
Sämtliche optische Waren in vorzügl. Qualität
Brillen und Kneifer nach ärztlicher Vorschrift
in jeder modernen Ausführung, Gold, Dublee,
Nickel, Schildpatt, Horn, Kautschuk, Celluloid

24107a)

Operngläser, Feldstecher, Barometer
Thermometer in grosser Auswahl
Fachmännische Bedienung.

und

Seizen Ste Sich

Beachten Sie meine
Ausstellung!

Moderne Beleuchtungskörper von
erſten Fabrikenfür Gasu. elektr. Licht
in allen vorkommenden Stilarten, vom bürgerlichen Bedarf bis zur reichsten Auswahl
finden Sie in dem SPEZIALGEscHAFT
(25679a
unter der Möbelfabrik Lud-
GEORG KEIL, Elisabethenstr. 36, wig Alter Telephon 769
Grosse Auswahl in elektr. Spielwaren als:
Elektr. Eisenbahnen, Elektromotoren, Varta-Akkumulatoren und An-
triebsmodelle
, insbesondere für ältere Schüler: Influenzmaschinen m. Zubehör.
Ferner die so beliebten Schlafzimmerbeleuchtungen mit Akkumulator, 4 Volt,
1 Wandarm, 1 Osramlampe, bis 10 Mtr. Draht u. Schalter, alles zusammen nur Mk. 9.50.

Preisw. zu verkaufen
1 Martiniſche Patent=Laden= Kon=
trollkaſſe
, 1 Schaufenſter= Nickelge=
ſtell
(Seiten= u. Rückwand), Nickel=
arme
m. Glasplatten, Glasfüße u.
Vaſen, Schuhſpanner, Preisſchilder=
Halter etc. für die Schuhbr. geeig.
(w. neu). Anzuſehen nachmitt. von
28 U. Schuſtergaſſe 8, Lad. (25927a

Schnen!
in Verbindung mit der Ausikalfenhandlung
Ludwig Schäfer
Darmstadt, Bessungerstr. 8
Billigste Bezugsquelle
für neue und gebrauchte
Musik-Instrumente
Bestandteile und Saiten
Reparaturen f. alle instr. Bogenbeziehen
Musikallen

neu und antiquarisch:

außergew.
Angebet 10000

Expl., je
1050 Pf

1 Klubsessel
1 Diwan, 1 Chaiſelongue, Oel=
gemälde
, 1 Garnit. Korbmöbel
(25597a
taunend billig
Grafenſtraße 4, vart.

nerreicht billiger Weihnachtsverkauf

gerahmter Bilder, Gravüren, Radierungen, Stichen, ein- und mehrfarbig,
Oelgemälde, 6 Originale von Schwarzwaldmaler Singler, Freiburg.
Wandsprüche in Brandmalerei. (25182a
Einrahmungen in bekannt gediegener sauberer Arbeit zu allerbilligsten Preisen.
J. Hergt’s Papier- u. Kunsthandlg., Einrahmungsgeschäft

1 Schützenstrasse 1

Am Ludwigsplatz

1 Schützenstrasse 1

Fest-Geschenke!
Gedenket
eurer Lieblinge
auch während der
Feiertage, gebt ihnen
4522
Göbels (*
Vogelfutter,
Bisk uit, Kraftfutter.
Sandbogen, friſcher Sand,
Stäbe, alles in beſter Ware, nur bei
Ernſt Göbel, Schulſtr. 11.

egen Wegzug: 1 ſchwarzes
Pianino, 1 Waſchemangel
*14814oi) Wilhelminenſtr. 29, III.

[ ][  ][ ]

Nummer 302.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Seite 19.

Erite Harmſtädter Fleiſch=Zentrale
Whheit
Bauer
Ecke Landwehr= und Wendelſtadtſtraße (Johannesviertel).
Empfehle:
(*14767so
Prima deutſches Rindfleiſch (alle Stücke, eigene Schlachtung) . . per Pfd. 76 Pfg.
Garantiert reines, ausgelaſſenes Sackfett . .
per Pfd. 70 Pfg.
Stets friſches Hackfleiſch .
per Pfd. 90 Pfg.
Stets friſche Rindswürſtchen (aus eigenem, elektriſchem Betrieb) per Stck. 15 Pfg.
Garantiert 34 Wochen altgeſchlachtetes Roaſtbeef, ohne Knochen per Pfd. 1. Mk.

Bitte jeden Intereſſenten, von Sonntag, den 22. Dezember ab meine Fleiſch=Ausſtellung zu beſichtigen.
Obige Preiſe verſtehen ſich im Laden abgeholt, von heute bis zu den Feiertagen. Ich habe dieſe Woche ca. 2000 kg geſchlachtet.

Ludwig Nösinger
Für die laufende Woche und
far die Weihnachts-Feiertage

Toiohen
367

empfehle
Lebende

Haviar und Packungen

Karpfen
Schuppen-und Spiegelfische
in allen Grössen.
Für norddeutsche Zubereitung
Fisch-Lebkuchen und Schwarzhier
vorrätig.
Lebende Bachforellen
Lebende Rhein-Hechte Lebende
Lebende Rhein-Aale Aummer
Lebende Rheinbärsche in allen Grössen
Lebende Schleien
in allen Grössen
Austern
Lebende Seemuscheln Holländer u. engl.
in allen Preislagen
Ket-Kaviar ½ Pfund . . . Mk. 2.
Rhein-Salm, Weser-Salm, Silber-Salm, Heil-
butt
, Seezungen, Rotzungen, Steinbutt, Zander
sowie alle weiteren Sorten
Fluss- und Seefische
Räucherfische Marinaden Fisch-Konserven
aller Art, In relchhaltigster und grösster Auswahl
nur erste Qualitäten.
(26216
Ferner empfehle:
Garantiert allerfeinste
Hafermast-Gänse
(beste deutsche Ware) von 6 bis 12 Pfund schwer.
Junge Enten, Hahnen, Poulets etc.

Ludwie
losiiger

nur
Untere Elisabethenstr.
zwischen Zimmer- u. Saalbaustr.

Echte
Dresdener Stollen
ſowie ſämtliche Kuchen u. feines
Backwerk werden ſowohl am
wie 2. u. auf Beſtellung auch am
3. Feiertage friſch geliefert (26182oi
Erſte Wiener Feinbäckerei
Tel. 1377 u. Konditorei Tel. 1377
Wilhelm Wenner
Nieder=Ramſtädterſtraße 31.
Wecner und seonm.
Chriſtbaum=Rerzen
bekannt vorzügl., Qualitäten
gelbe und weiße
Wachsstöcke
Anzünder für Chriſtbäume
in Rollen und Stangen
empfiehlt (25546a

Großh. Hoflieferant
Ludwigsplatz 7.

Kanalbau (26131s0
Pallaswieſenſtraße
150 Stück neue Sprießen, für Balken
u. Pfoſten geeignet. 3 bis 3,50 m lg.
u. 18 bis 22 cm Durchmeſſer zu
verkaufen. Näh. an der Bauſtelle
u. bei Gg. Möſer I., Stiftſtr. 19.

Symphonion
mit 50 Platten ſpottbillig zu verk.
*14811oi) Gutenber=ün 2 vort.

onder-Angebot!

Guter gebr. Kaffee Pfa. 140
nur in
Reiner Kaka0l Pfd. Pk. p. 1d. 67
Kakao-
Abfall-Block abiälle Stück 16
und
Abfall-Riegell Zucker
Stück 12
Kaffeeböhnchen, braun u. grün
Erbsen, Preiselbeeren, Heidel-
ja
Pfd.

beeren und sonstige Perlen
und Böhnchen zum Füllen
von Kaufläden .

15

10 Pfg.-
Rollen ff. Pfefferminz

Stück 6
10 Stück 55

Reiche Auswahl in süssen Artikeln
für Weihnachten.
bländ. Kaffee-Konsum
Franz Raedler & Co. G. m. b. H.
Elisabethenstr. 7 Kranichsteinerstr. 1
Nicht zu verwechseln mit ähnlich lautendem Geschäft
in der Mheinstrasse.
(253031o

Die größte Auswahl in wilkommenen Geschenken:
reizende Briefpapiere,
solide Lederwaren
Moderne Schreibzeuge, Kalender.
Rhein- u.
Grafenstr.
Heinrich Lautz,
Ecke.

(26208

ADLER-AUTos

Grösste Auswahl
in allen Preislagen

ee e e e
Elegante Hangelampe, K tiſch und ein Bücherregal
(26105so
goldbronz., für Petroleum und
billig abzugeben
Kerzen, tadellos erh., billig zu
Sederſtraßte 4. 35. Stre=
verk
. Frankfurterſtr, 78, I. (*14614z

26 Elisabethenstr. 26
n. d. Wilhelminenstrasse.
(25992dfo)

24685a)
ldealste Luxuswagen der Gegenwart!
Geräuschlos u. absolut zuverlässig. Geringste Reparaturen
Frühzeitige Bestellung sehr zu empfehlen (24685a
Gebrauchte Wagen werden eingetauscht.
inh. A. Ober Karlsstr. 30
Müller &-Ober ar. Holleterant Telophen est

ruchnante ur Mahſite Peageiete at ehtenehte
pk. Mathildenpl. 6, I. (*14753so P zu verk. Neckarſtr. 9, I. (*14809

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 23. Dezember 1912.

Nummer 302.

Billigste Preise!
Weinschis Geschentet
Grösste Auswahl!
Offenbacher Lederwaren- und Koffer-Spezialhaus

Schulstr. 1, Telephon 1991
Grösstes Lager am Platze.

ckkL SaNs

Schulstr. 1, Telephon 1991
Grösstes Lager am Platze.

Damentaschen von Mk. 2.50 bis Mk. 60.00 per Stück. Schulranzen für Knaben und Mädchen von Mk. 2.50 an.
Reise-Necessaires, Näh- und Schmuckkasten, Handschuh-, Taschentuch- und Krawatten-Mappen, Hosenträger etc.
Alle erdenklichen Lederwaren-Artikel in geschmackvollster Ausführung.
Echte Rohrplattenkoffer. (24805as
Sämtliche Reise-Effekten, auch für den verwöhntesten Geschmack.

(21670n

Frädrige
Enorme Auswahl in verschiedenen Arten,
Kugelform, m. Sinnspruch, jede Größe vorr.
Hoflieferant
Gg. Karp Ludwigstr. 20.

Lassen Sie
Sich tateh.
Wollen Sie nicht übervorteilt
werden, ſondern reell und preis=
wert
kaufen ſo wenden Sie ſich
bei Bedarf von
5 Streichinstrumenten

nur (26088a
t den Fachmann

Geigenbauer,
Spezialiſt in Reparaturen
Ecke
Rheinstrasse 11, Gratenstr.

Willkommene Weihnachts-Geschenke!
Billigste Preise.
Reichhaltigste Auswahl.
2 Druck-Knöpfe, per Paar Mk. 1.50, 1.80, 2. und höher-

Masehtet, banden-Handehnlte
grau, braun, gelb. weiss
Mk. 1.60, 1.80 bis Mk. 5.50

Wasch- und Willeler-
Herren-Handschuhe
Mk. 1.40, 2.00 bis Mk. 5.50

Geiuterte Gied-Haseschinte
für Damen und Herren

Wollene Handschnhe
Gestrickte Handschuhe

Dänische-, Mocha-, Juchten-, Nappa- Hand-
schuhe
. Lauge Ball-Handschuhe
in Glacé, Dänisch, Baumwolle, Flor, Seide, zu vorteilhaft. Preisen
Automobil- und Kutscher-Pelz-Handschuhe
Weisse und rotbraune Offiziers-Handschuhe

EMn Saum Spezial-Geschäft

:: Handschuh- ::
Wittmannstrasse 26, part. (kein Laden)
Rabattmarken des Rabatt-Sparvereins. Sonntage vor Weihnachten offen.

Blunende Pflunzen & Mlall-Pllunzen
für den Weihnachtstisch in grosser reicher Auswahl
Jardinieren, geschmackvoll bepflanzt, schon von
Mk. 1.50 an.
(26057fso
Völker’s Handelsgärtnerei, Hügelstr. 89.
Gesungbacher
Grösste Auswahl Billigste Preise
J. Ph. Reinhardt
7 Schlossgraben 7.
(24912a
Buchen Breimnelz

Buchenſcheitholz, 16 cm kurz geſchnitten und grob geſp., pr. trocken,
per Zentr. 1,30 Mk. frei Keller, inkl. Oktroi
(20595a
Heinheimerstr. 76.
Karl Schimmer
Telephon 212.

Pass.

suss: Weihnachtsgeschenk!
Pat. Schlafdiwan, Chaiſelonque
miſt Decke, Diwan mit Umbau,
derſchrank, pol. Vertiko ſpottb.
Taſinoſtr. 21, I. (25401a

neu, 32 M., Zteil.
Chaiſelongue, Roßhaarmatr.
mit Keil, 90 X190, 55 M. bei (*14803
TapezierRoth. Schloßgartenſtr.49.

9 Geigen 6, u. 30) mit Kaſten
2 billig zu verkaufen (*14669so
Mathildenplatz 15, part.

Feine und Feinste

und Spirituosen

Chartreuse
echt u. deutsch
Benedietiner, echt
Marmsanine
echt u. deutsch
Eiercognac
Eierereme
Fiellemim
Aatete
Cacao
Enzian
Ias
Bitter
Alpenkräuterbitter
Ansesturabitter
Boonekamp, echt
Karfürstl. Bitter
Möncheliqueur
Gilka-Kümmel
Eis-Kümmel
Mlasch
Ingber
Blackberry Brandy)
Cherry Brandy
Gerdial Meloe

Romanow
Goldwasser
Crène de Menthe
Crème de Vanilie
ia krimſte
Curacao
Kellermeister
Kirschwasser
Sleinlärer
Alter Korn
Trish Whisky
Scotsh Whisky
Cognac Scherer
d0. Cusenier
do. Hennessy‟
do. Martel‟
Echt holl. Liqueure
v. Bols
Arrac und Rum
Punsch-Essenzen v.
Ias Zeine Scherer,
Nenſan
Schwed. Punsch
ele. eie.
(25740iso

A. Reichard
Ecke Bleich- und
Casinostrasse.
Telefon 104.

Au. ame
Ia erste Qualität Ochsenfleisch
Ia erste Qualität Hammelfleisch
kein Schaffleiſch
Spezialität: gerollt. Nierenbraten
zu den bekannt billigſten Preiſen
Julius Strauß
Ochsen-, Kalbs- u. Hammelsmetzgerei
Holzſtr. 10. Teleph. 1230.
(26171soi
Gehnteiterhent
Elegantes Ponny-Fuhrwerk
preiswert zu verk., ev. Pferd allein.
Of. u. P 66 an die Ern. (*1462050
LudwigKlingsCo.
installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Rheinstr. 17, Ecke der Grafenstr.
Telephonruf 636. (16950a
Musterlager aller ein-
schlägigen
Artikel.

Darmstadt
Teleph. 186

Frankfurter-
straße
12/14

empfiehlt die allein echten

nichtträufelnden

Weihnachtslichter
Marke schiefes Licht, gesetzl. geschützt.
Als

Schokoladen, Tee, Kakao

Kognak, Arak, Rum, Steinhäger
Getreide-Kümmel, hochfeine Liköre
bunschessenzen, bester Qualität.
Echte Bremer Qualitäts-Zigarren
in eleganten Packungen.
(25824a

Echte Dresdener Stollen
sowie
feinstes Weihnachtsgebäck
empfiehlt in grosser Answahl und bekannt vorzüg-
(25936a
licher Qualitäf
Fritz Hufnagel
Karlstr. 6. Telephon 1452.
Bäckerei und Konditorei mit elektrischem Betrieb.

Zu verkanfen: (2550
lang. Herren=Pelerine, Korbflaſch.
verſch. Gr., Gaslampe (3. Zieh.),
2 neue Sommerbluſen, transpa=
rente
Fenſteruhr, 1 Gläſerſchrank
Eich.), Kragen (4t) Kaſinoſtraße 18.

Lebende
Weihnachtskarpfen
Ia Shlversain
im Ausschnitt
Feinsten Tafelzander, Rotzungen,
Schollen, Nordsee-Schellfische,
Nordsee-Kabliau, Fischkarbonade,
Fischkonserven, Oelsardinen
in grosser Auswahl.
Feinsten Spickaal, Räucherlachs.
Malossol-
und Stör- Maaviar
Feinsten Kronenhummer
empfiehlt
(VII26212

Fischhandlung

Karlstr. 47. Teleph. 641.

Herren-Winterpaletot
gut erh., billig zu verf. (*14789oi
Dieburgerſtraße 54 part.
5d junge hübſche Kätzchen abzu=
(S
geben Tannenhof, hint. dem
Waldfrieden, Eberſtadt. (*14790

Ketchiedene Schtitlſchuhe für
Herren bilig zu verkaufen
*14793) Rheinſtraße 8, 3. St.
zut erhalt. Bettſtelle m. Spiral=
Gund dreiteiligen Matratzen zu
kaufen geſucht. Offert. unt O. 9
(*14796oi
nostlag. Hermannstr.