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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 28 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Prinz=Regent Luitpold von Bayern iſt
geſtern früh 4 Uhr 50 Minuten geſtorben.
Die Zweite Kammer hat anläßlich des Ablebens
des Prinz=Regenten von Bayern geſtern eine
Beileids=
kundgebung an die bayeriſche Abgeordnetenkammer
ge=
ſandt und ſich nach Annahme zweier
Regierungsvor=
lagen bis Dienstag vertagt.
Der Reichstag hielt geſtern wegen des Ablebens des
Prinz=Regenten von Bahern keine Sitzung mehr ab und
vertagte ſich bis zum 8. Januar.
Der bulgariſche Delegierte für die Londoner
Frie=
denskonſerenz, Dr. Danew, wurde geſtern in
Berlin vom Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter
empfangen.
Die elektriſche Ueberlandzentrale Achern
der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft iſt
niederge=
brannt.
Der Kaiſer von Rußland ließ dem König von
Rumänien am Jahrestage der Einnahme von
Plewna den ruſſiſchen Feldmarſchallsſtab
überreichen.
In dem Depot der Standard Oil Compagny in
Brooklyn fand geſtern eine Exploſion ſtatt.
40 000 Gallonen Petroleum wurden vernichtet. Bisher
wurde ein Toter feſtgeſtellt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Der Regentſchaftswechſel
in Bayern.
Der Tod des Prinz=Regenten Luitpold.
** Der Prinz=Regent Luitpold von
Bayern iſt am Donnerstag früh verſchieden.
Geboren am 12. März 1821, hat er das hohe Alter von
91 Jahren und 9 Monaten erreicht, während Kaiſer
Wil=
helm I. nicht ganz 91 Jahre alt geworden iſt.
Aus der Ehe ſeiner Eltern, des Königs Ludwig I.
von Bayern und der Königin Thereſe, einer geborenen
Prinzeſſin von Sachſen=Altenburg, waren vier Söhne
chervorgegangen, von denen zwei, König Maximilian II.
von Bayern und König Otto von Griechenland, älter
waren als Prinz Luitpold. Deshalb wurde er für den
Soldatenberuf beſtimmt und er war mit Leib und Seele
Soldat. Doch ließ ſein Vater ihm dennoch eine
allge=
meinere Ausbildung erteilen. König Ludwig I., der das
klaſſiſche Altertum ſo leidenſchaftlich liebte, ließ ſeinen
Sohn weite Reiſen unternehmen, nach Italien und
Grie=
chenland, nach der Türkei und Aegypten, nach Spanien
und Portugal. Auf einer dieſer Reiſen lernte er ſeine
künftige Gemahlin, die am 1. April 1825 geborene
Prin=
zeſſin Auguſte, die Tochter des Großherzogs Leopold II.
von Toskana, kennen. Am 15. April 1844 fand die
Hoch=
zeit in Florenz ſtatt, und zwanzig Jahre, bis zu dem
am 26. April 1864 erfolgten Tode der Prinzeſſin währte
dieſer glückliche, zu keiner Stunde getrübte Bund, dem
vier Kinder, die Prinzen Ludwig, Leopold, Arnulf und
die Prinzeſſin Thereſe, entſproſſen ſind. Auch dem
Staats=
betriebe blieb der Prinz nicht fern. Die großjährigen
bayeriſchen Prinzen haben Sitz und Stimme in der
Kam=
mer der Reichsräte, und Prinz Luitpold nahm an deren
Verhandlungen gewiſſenhaften Anteil. Oft übertrug ſein
Bruder, der König Max, ihm den Vorſitz im Staatsrat
und auch ſein Neffe, König Ludwig II., beauftragte ihn
häufig mit ſeiner Vertretung bei wichtigen Anläſſen.
Als Prinz Luitpold mit den bayeriſchen
ruhmgekrön=
ten Truppen 1871 aus Frankreich heimgekehrt war, begann
wieder die Zeit der militäriſchen Friedensarbeit. Da
er=
wuchs ihm in ſeinem 66. Lebensjahre plötzlich die Pflicht,
die wohlverdiente Ruhe des Alters mit der ſchweren,
ver=
antwortungsvollen Bürde der Regentſchaft zu
ver=
tauſchen. Am 8. Juni 1886 hatten die Aerzte bezeugt, daß
König Ludwig II. für ſeine ganze Lebenszeit als an der
Ausübung der Regierung verhindert zu betrachten ſei,
und am 10. Juni teilte eine vom geſamten Miniſterium
unterzeichnete Bekanntmachung dem bayeriſchen Volke
mit, daß Prinz Luitpold die traurige Pflicht erfüllt habe,
die Reichsverweſung zu übernehmen. Drei Tage ſpäter
fand Ludwig II. in den Fluten des Starnberger Sees den
Tod, ſein Bruder Otto war dem Namen nach König, aber
da auch er regierungunfähig war, blieb Prinz Luitpold
Ragent.
Es iſt bekannt, wie gewiſſenhaft er ſeines Amtes ein
Vierteljahrhundert lang waltete. Er hat ſich immer nur
als den Stellvertreter, nie als den Träger der königlichen
Gewalt betrachtet und ſein Beſtreben war ſtändig dahin
gerichtet, das ihm anvertraute Gut, Bayerns Wohlfahrt,
nach beſtem Wiſſen und Können zu fördern, doch niemals
ſeine eigene Perſon in den Vordergrund zu ſtellen. Jede
Anregung der öffentlichen Meinung, daß er den
Königs=
titel annehmen möchte, erfuhr eine ſchnelle und ſcharfe
Abweiſung. Er hatte es anfangs nicht ganz leicht, die
Anhänglichkeit der großen Maſſen zu gewinnen, dazu war
der Unterſchied zwiſchen der ſchon zu Lebzeiten
ſagenum=
floſſenen glänzenden Geſtalt Ludwigs II. und der
ein=
fachen, biederen Männlichkeit ſeines Oheims allzu
be=
deutend. Aber ſein hohes Gerechtigkeitsgefühl, ſein nie
verſiegendes Wohlwollen und die Lauterkeit ſeines
Cha=
rakters gewannen ihm nach und nach alle Herzen. Wie
iſt ihm an ſeinem 80. und 90. Geburtstag begeiſtert
ge=
huldigt worden!
Der greiſe Prinz Luitpold von Bayern war wie
ein lebendiges Bindeglied zwiſchen der deutſchen
Ver=
gangenheit und Gegenwart. Denn, wenn wir auf ſein
Leben zurückblicken, ſo wird das gerade in unſeren Tagen
wahrlich nicht unnötige Bewußtſein in uns erweckt, welche
Wandlungen Deutſchland in dieſer Spanne Zeit erfuhr
und wie Großes erreicht ward. Prinz Luitpold, der am
12. März 1821 im Frankenlande, im alten Schloſſe der
Biſchöfe von Würzburg, geboren wurde, ſah die politiſche
Ohnmacht des zerriſſenen Deutſchland. Er war Zeuge des
ſtürmiſchen Jahres 1848. Er ſtand 1866 im Felde gegen
Preußen, das dem deutſchen Süden wie ein mutwilliger
Friedensſtörer erſcheinen mußte. Und er verſchloß ſich
nicht grollend der Einſicht, daß dieſer Bruderzwiſt
not=
wendig war, um die langerſehnte deutſche Einheit
hervei=
zuführen. Als vier Jahre ſpäter alle deutſchen Stämme
Schulter an Schulter gegen Frankreich auszogen, ſchloß
er ſich dem königlichen Oberfeldherrn an, und er war es,
aus deſſen Hand Wilhelm I. in Verſailles den Brief
empfing, durch den Ludwig II. von Bayern Preußens
ſiegreichen König aufforderte, ſich die Kaiſerkrone aufs
Haupt zu ſetzen. Auf die erſte Seite des Werkes, das dem
Prinzregenten zu ſeinem 90. Geburtstage von den
deut=
ſchen Fürſten gewidmet war, hatte Kaiſer Wilhelm II.
den Spruch geſchrieben: „Alle Zeit treu bereit — für des
Reiches Herrlichkeit!‟ Der gleiche Gedanke hat den
Prin=
zen Luitpold bei jeder ſeiner Handlungen geleitet,
ſeit=
dem er berufen wurde, die Laſt der Regierungsgeſchäfte
auf ſeine Schultern zu nehmen.
Prinz=Regent Ludwig.
P. Prinz Ludwig von Bayern, der älteſte
Sohn und Nachfolger des verſtorbenen Prinz=Regenten,
wurde am 7. Januar 1845 zu München geboren. Der
Prinz wurde ſehr ſorgfältig erzogen. Unter den
Unter=
richtsgegenſtänden ſpielte beſonders die Erlernung des
Neugriechiſchen eine große Rolle; die feingebildete Mutter
des Prinzen ſelbſt war es, die ihn in dieſe Sprache
ein=
führte. Da Prinz Ludwig menſchlichem Ermeſſen nach
nie zur bayeriſchen Thronfolge berufen ſchien, dachte man
deſto mehr an eine griechiſche Thronfolge der Söhne des
Prinzen Luitpold. König Otto von Griechenland, der
Oheim des Prinzen Ludwig, war kinderlos. Da Prinz
Luitpold für ſeine Perſon auf die Anwartſchaft verzichtet
hatte, waren ſeine Söhne der Gegenſtand der griechiſchen
Hoffnungen am bayeriſchen Hofe. An dieſen Hoffnungen
hielt man ſogar im Jahre 1862 noch feſt, als die Stellung
des Königs Otto ſchon unhaltbar geworden war. Prinz
Ludwig war ſogar ſchon auf dem Wege nach Athen, um
für ſeine Perſon Sympathien zu erwerben, als ihn in
Korfu die Nachricht ereilte, daß in Nauplia ein
Militär=
aufſtand ausgebrochen ſei. Der Prinz kehrte dann auf
Weiſung ſeines Vaters nach München zurück. Im Herbſt
des gleichen Jahres wurde Otto von Griechenland
abge=
ſetzt, und damit endeten alle bayeriſchen Hoffnungen auf
die Königskrone der Hellenen.
Im Winterſemeſter 1862 bezog Prirtz Ludwig die
Univerſität. Im Jahre 1863 erfolgte ſein Eintritt in die
Reichsratskammer. Sodann hatte der Prinz den ganzen
militäriſchen Dienſt vom Poſtenſtehen an zu abſolvieren;
er überſiedelte auch mit ſeinem Bataillon nach
Fürſten=
feldbruck. Den Krieg von 1866 machte der Prinz als
Or=
donnanzoffizier ſeines Vaters mit. Prinz Luitpold war
zunächſt Führer der Reſervediviſion. An Stelle des bei
Kiſſingen gefallenen Generals von Zoller befehligte er
dann die 3. Diviſion. Bei Helmſtadt wurde Prinz Lud=
wig durch einen Schuß in den linken Oberſchenkel ſchwer
verwundet. Das Geſchoß konnte nicht entfernt werden,
und ſo befindet ſich dieſe preußiſche Kugel noch in ſeinem
Körper. Aber mochte ſein Herz noch ſo ſehr auf Seite
Oeſterreichs ſein, gedacht und gehandelt hat der Prinz
ſtets deutſch. Das ſollte ſich bald zeigen. Seine
Ver=
wundung hatte zwar ſeiner militäriſchen Laufbahn ein
jähes Ende bereitet, deſto regeres Intereſſe nahm er an,
der inneren Ausgeſtaltung der deutſchen Dinge. Als nun
in der Kammer der Reichsräte die Verſailler Verträge
zur Beratung ſtanden, machte der 26jährige Prinz ſeiner
antipreußiſchen Geſinnung zwar kräftig Luft, geſtimmt
hat er jedoch für die Verſailler Verträge. Seine
öſter=
reichiſchen Sympathien wurden noch verſtärkt durch ſeine
Vermählung. Am 22. Oktober 1867 hatte er ſich auf dem
Schloſſe Seelowitz in Mähren mit der Erzherzogin Maria
Thereſia, der Tochter des Erzherzogs Ferdinand Karl
Viktor von Oeſterreich=Eſte, verlobt. Die Vermählung
fand am 22. Februar 1868 in Wien ſtatt. So wenig ſich
Prinz Ludwig abhalten ließ, ſeine öſterreichiſchen
Sym=
pathien zu bekunden, ſo wenig Hehl machte er aus ſeiner
ultramontanen Geſinnung. Als in München für den
erſten deutſchen Reichstag gewählt wurde, ließ er ſich vom
Zentrum, das ſich damals in Bayern „Patriotiſche Partei”
nannte, als Kandidat aufſtellen. Er unterlag jedoch gegen
den mit großer Mehrheit gewählten liberalen Stadtrichter
Kaſtner. Dieſe Niederlage hat der Prinz ſeinen
Münch=
nern jedoch nie nachgetragen.
Das Hauptintereſſe des Prinzen Ludwig gehört der
Landwirtſchaft. Als Bewirtſchafter ſeines Muſtergutes
Leutſtetten und als Beſitzer großer Geſtüte in Ungarn
kennt er die Bedürfniſſe des Landwirts aus eigenſter
Er=
fahrung. Für extrem agraciſche Wünſche iſt er jedoch
nicht zu haben. Er erwartet nicht alles Heil vom Vater
Staat, ſondern verweiſt die Landwirtſchaft auf die
Selbſt=
hilfe, vor allem auf techniſche Betriebsverbeſſerungen. In
einer im Jahre 1893 gehaltenen Rede ſagte er, „der
Land=
wirt muß nicht nur ein guter Landwirt, ſondern auch ein
Kaufmann ſein”. „Die Verbindung von Landwirtſchaft
und Induſtrie iſt unbedingt notwendig.‟ Daß er den „Haß
der Städte” nicht mitmacht, dafür ſind ſeine in Nürnberg!
im Jahre 1895 geſprochenen Worte ein Beweis: „
Nir=
gends gedeiht die Landwirtſchaft mehr und ſteigt der Wert
des landwirtſchaftlichen Grund und Bodens mehr, als in
der Umgebung der großen Städte.” Prinz Ludwig iſt
auch ein begeiſterter Freund der deutſchen Marine. Da
Bayern aber nicht am Meer liegt, ſo hat er ſein
Augen=
merk wenigſtens auf die Verbeſſerung der Waſſerſtraßen
gerichtet. Die Gründung des Vereins für Kanal= und
Flußſchiffahrt iſt ſein eigenſtes Werk.
Mancherlei überlebte Anſchauungen glaubten in Prinz
Ludwig eine Stütze finden zu können, mit Unrecht. So
wenig der Prinz aus ſeinen perſönlichen Stimmungen
ein Geheimnis macht, ſo wenig verſtattet er ihnen einen
Einfluß, wenn es das Wohl des Ganzen, das Wohl
Deutſchlands gilt. Als er ſeine berühmte „Moskauer
Rede” hielt, in der er eine Redewendung mit den Worten
zurückwies: „Wir ſind Verbündete, Vaſallen aber ſind wir
nicht”, jauchzte zwar der Partikularismus auf, hatte aber
gleich wieder Urſache zu großer Bekümmernis, als der
Prinz durch ſeine Reiſe nach Kiel in Begleitung des
Gra=
fen Konrad Preyſing, eines begeiſterten Deutſchen, ſeine
Entgleiſung wieder gut machte. Auch die jüngſte
Wen=
dung in der inneren bayeriſchen Politik, die durch die
Bezeichnung „Miniſterium Hertling” genügend
gekenn=
zeichnet iſt, möge man nicht zu ſehr beklagen. Geherrſcht
hat das Zentrum ja doch immer in Bayern, nun
über=
nahm es dazu nur noch auch äußerlich die Verantwortung.
Das kann man ſogar als eine Klarſtellung der politiſchen
Situation begrüßen, wenn man will. Extremeultramontan
iſt Bayern heute noch viel weniger zu regieren, als im
Jahre 1840. Und ſchon damals fand die ultramontane
Gewaltherrſchaft ein raſches Ende. Das Experiment von
damals wird man kaum wiederholen wollen. Ein
Mini=
ſterium Abel iſt heute unmöglich. Die
Begleiterſcheinun=
gen ſeines Sturzes waren eine zu eindringliche Lehre.
Die Ehe des Prinzen Ludwig iſt eine ſehr glückliche.
Dreizehn Kinder ſind ihr entſproſſen, wovon zehn am
Leben ſind. Prinz Rupprecht, der älteſte Sohn des
Prin=
zen Ludwig, ſteht im beſten Mannesalter. Die
Lebens=
haltung der Familie des Prinzen Ludwig iſt durchaus
bürgerlich. Der Prinz genießt eine große Popularität.
Wer den freundlichen, alten Herrn behäbig durch die
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Straßen Münchens wandeln ſieht, bald hier einen
Be=
kannten anſprechend, bald dort ein Schaufenſter
betrach=
tend, hat die beſtimmte Empfindung, daß die Bayern da
wieder einen Herrſcher ganz nach ihrem Herzen bekommen.
Der Kaiſer und die Religion.
* Zur Ergänzung unſeres geſtrigen Artikels bringen
wir den nachſtehenden hier zum Abdruck, bemerken
aber, daß eine weitere Diskuſſion über dieſe
Angelegen=
heit an dieſer Stelle nicht erfolgen kann.
„Im ſächſiſchen Landtag, gelegentlich der
Verhandlungen über ein neues Volksſchulgeſetz,
behaup=
tete der nationalliberale Abgeordnete Nitzſchke, der
deutſche Kaiſer habe ſich äuf ſeiner Schweizer Reiſe über
den Fall Traub „in freiheitlichem Sinne” geäußert.
Der Kultusminiſter legte ihn mit der Bitte feſt, doch den
Text der Aeußerung feſtzuſtellen. In der Sitzung vom
3. Dezember verlas nun Nitzſchke einen Brief von
Pro=
feſſor Mayer in Zürich, zu dem der Kaiſer die von ihm
erwähnten Worte geſagt haben ſollte. Da kam nun
fol=
gendes als authentiſch zutage: „Der Kaiſer hat in der
Tat gewünſcht, daß die Pfarrer dem Volke nicht
ledig=
lich Dogmen predigen, ſondern ſich bei allem fragen
möchten, was Chriſtus ſagen würde. Andererſeits ſagte
aber auch der Kaiſer, daß die Kirche die feſten Formen
nicht entbehren könne.‟ Das iſt alſo genau das, was alle
ſog. „Orthodoxen” von heute unterſchreiben, die
Allge=
meine Evangeliſch=Lutheriſche Konferenz, ebenſo wie der
Allgemeine Poſitive Verband. Darum geht ja der Kampf,
ob Ordnung in der Kirche ſein ſoll, wie die Poſitiven
wollen, oder Willkür und „Freiheit”, wie die Liberalen
fordern. Der Kaiſer verlangt Ordnung. Das zeigt auch
der ablehnende Beſcheid, wie er ihn dem Dortmunder
Presbyterium auf deſſen Eingabe für Traub hat zuteil
werden laſſen. Und was den Kampf gegen tote
Dog=
menpredigt betrifft — denn ſo iſt es jedenfalls vom
Kai=
ſer gemeint, und nicht etwa ſo, daß zum Beiſpiel über das
„Dogma”, daß Gott die Liebe ſei, nicht mehr gepredigt
werden ſolle —, ſo hat die ganze Linie der Poſitiven
ſol=
chen Kampf bereits aufgenommen, und ſie führt ihn ſchon
lange, wie ernſt und oft hat ſich doch ſchon allein der
Vor=
ſitzende der Allgemeinen Lutheriſchen Konſerenz, Profeſſor
D. Ihmels, gegen das „tote‟ Dogma gewandt.
Alſo das Kaiſerwort ſo, wie es hier lautet, und wie
es auch im Berner Münſter ausgeſprochen worden iſt,
war ganz im Sinne der Poſitiven. Die Verlegenheit
war daher für den Abgeordneten Nitzſchke groß. Er
ret=
tete ſich aus ihr mit der überraſchenden Wendung: „Es
beſteht alſo jene freiheitliche Aeußerung des Kaiſers zu
Recht.‟ Dieſen Kopffſprung hatte wohl niemand
er=
wartet; er wird bleibend unter die parlamentariſchen
Kurioſa gezählt werden.
Widmann, Pfarrer.
Deutſches Reich.
— Der Deutſche Handelstag gegen
den Petroleumgeſetzentwurf. Der Ausſchuß
des Deutſchen Handelstages hat nach eingehender Debatte
zum Petroleumgeſetzentwurf folgende Entſchließung
an=
genommen:
Der Ausſchuß des Deutſchen Handelstages hält die
Stellung, welche die Standard Oil Company unter
rück=
ſichtsloſer Bekämpfung und Beſeitigung von
Wettbewer=
ben erlangt hat, für durchaus unerfreulich. Indes iſt er
der Anſicht, daß für die Verſorgung Deutſchlands mit
Leuchtöl keine ſo erheblichen Gefahren beſtehen, daß eine
ſo einſchneidende Maßregel wie die Einführung eines
ſtaatlichen Leuchtölmonopols zurzeit gerechtfertigt
er=
ſcheint. Ueberdies iſt es fraglich, ob eine
Monopolverwal=
tung Deutſchland zu niedrigeren oder auch nur zu den
gegenwärtigen Preiſen mit Petroleum verſorgen könnte.
Aus dieſen Gründen ſprach ſich der Ausſchuß gegen den
von dem Bundesrat beſchloſſenen und dem Reichstag am
16. November 1912 vorgelegten Entwurf aus.
— Ein neues Schiff des Deutſchen
Schulſchiffvereins. Der Deutſche
Schulſchiff=
verein, der unter dem Protektorat des Großherzogs von
Oldenburg ſteht, wird demnächſt ein drittes Schulſchiff
für die Ausbildung von Schiffsjungen und Kadetten der
Handelsmarine auf Stapel legen, das wiederum aus pris
vaten Mitteln erbaut werden ſoll. Das Reichsamt des
Innern hat nach der B. Z. dafür bereits eine Erhöhung
der jetzigen jährlichen Unterſtützung von 60000 auf
100000 Mark in Ausſicht geſtellt. Die beiden vom Nords
deutſchen Lloyd unterhaltenen Schulſchiffe empfingen
dem=
gegenüber bisher keinerlei ſtaatliche Unterſtützung.
— Das Volksſchulgeſetz in Sachſen. Die
Erſte ſächſiſche Kammer nahm nach 7ſtündiger Beratung
den Entwurf des Volksſchulgeſetzes einſtimmig an. Danach
wurde in teilweiſer Abweichung von dem Beſchluſſe der
Zweiten Kammer unter anderem beſchloſſen, daß der
Re=
ligionsunterricht innerhalb des Bekenntniſſes von der
be=
trefſenden Kirche zu erteilen ſei, daß die Lehrer das
Ge=
löbnis zur Bekenntnistreue abzulegen haben und daß
der freien Entſchließung der Schulgemeinde zu überlaſſen
ſei, ob ſie neben der einfachen Volksſchule eine höhere
Volksſchule unterhalten will oder ob Schulgeld erhoben
werden ſoll. Ferner iſt nach dem Beſchluß der Erſten
Kammer die Einführung der Mädchenfortbildungsſchule
mit gewiſſen Erleichterungen für das platte Land in
Aus=
ſicht genommen. Es hat nunmehr das
Vereinigungsver=
fahren zwiſchen den beiden Kammern zu erfolgen.
— Die badiſche Geſandtſchaft in
Mün=
chen. Wie die Badiſche Landesztg, mitteilt, wird die
badiſche Geſandtſchaft in München, für die der Landtag
bekanntlich die Mittel geſtrichen hat, beibehalten. Wer
die Mittel zur Verfügung ſtellt, iſt unbekannt.
Ausland.
England.
Beſtellung eines Parſeval=
Luftſchif=
fes. Die britiſche Admiralität erteilte der Firma Vickers
in Barrow, die den Vertrieb der Parſeval=Luftſchiffe für
England übernommen hat, den Auftrag, bis Ende März
1913 ein Parſeval=Luftſchiff zu liefern, das 200000 bis
300000 Mark koſten, 20 Perſonen und einen
Betriebs=
ſtoff für 24 Stunden mitführen kann. Die Firma Vickers
hat daraufhin ſofort bei der Berliner Parſeval=Geſellſchaft
das Luftſchiff in Auftrag gegeben, da ſie die Konſtruktion
desſelben ſelbſt nicht ausführt.
Spanien.
Einführung der Goldwährung. Der
Finanzminiſter brachte in der Kammer einen
Geſetzent=
wurf ein, der die Maßnahmen hinſichtlich der
Stabiliſie=
rung und im weiteren die Ermäßigung des
internatio=
nalen Wechſelkurſes betrifft, um zur Einführung der
Goldwährung zu gelangen. Der Entwurf ſieht die
Er=
richtung einer Kaſſe mit einem Kapital von 200 Millionen
Peſetas vor, das zur Hälfte von der Bank von Spanien
und zur Hälfte vom Staatsſchatz beſchafft werden ſoll.
Die Kaſſe wird Goldwechſel und Goldſicherheiten auf die
ausländiſchen Plätze, je nachdem es die Schwankungen
des Wechſelkurſes erfordern, kaufen und verkaufen. Das
Kapital kann um 200 Millionen Peſetas auf 400
Millio=
nen Peſetas mittels Staatsanleihe erhöht werden. Der
Entwurf ſieht auch die Demonetiſierung des Silbers vor.
Die dabei entſtehenden Koſten hat die Bank zu tragen.
Die Regierung wird ermächtigt, im Einvernehmen mit
dem Verwaltungsausſchuß der Kaſſe, die Goldwährung
einzuführen, ſobald ſie es für notwendig hält. Die Bank
bekommt die Berechtigung, Noten zu 1000, 500, 100 und
50 Peſetas auszugeben, die gleiche Berechtigung wird
dem Staatsſchatz zuerteilt. Ein weiterer Geſetzentwurf
betrifft die Abänderung der Einkommenſteuer,
insbeſon=
dere ſollen die in Spanien domizilierten oder durch
Filia=
len vertretenen fremden Geſellſchaften mit dem 10. Teil
ihres Kapitals oder gegebenen Falles des erzielten
Rein=
ertrages zur Steuer herangezogen werden.
Belgien.
Die Kammer nahm den Geſetzentwurf, der die
Lizenzgebühr für die Verſchänker von Alkohol aufhebt,
an. Dieſe iſt in der Hauptſache durch die Taxe von 5
Pro=
zent des Betrages der Einfuhrzölle auf Branntwein und
andere alkoholiſche Flüſſigkeiten erſetzt.
Rumänien.
Der König als ruſſiſcher Feldmarg
ſchall. Am Mittwoch, als am 35. Jahrestage der
Ein=
nahme von Plewna, fand im kgl. Palais zu Bukareſt die
Uebereichung des ruſſiſchen Marſchallſtabes an den König
durch den Großfürſten Nikolaus Michailowitſch ſtatt. Der=
Zeremonie wohnten die Königin und die Prinzen
Ferdi=
nand und Carol bei. Der König dankte in einer
An=
ſprache. Nach dem Tedeum in der Metropolitankirche
anläßlich des Jahrestages der Einnahme von
Plewna=
nahmen der König und der Großfürſt den Vorbeimarſch
der Truppen entgegen. Abends fand im Königlichen
Schloſſe ein Galadiner zu Ehren des Großfürſten
Niko=
laus Michailowitſch ſtatt, an welchem außer der
könig=
lichen Familie alle Miniſter, der ruſſiſche und der
bulga=
riſche Geſandte, das Geſandtſchaftsperſonal, ſowie die
bulgariſchen Generale Agura und Draganow teilnahmen,
König Carol brachte einen Trinkſpruch auf den Kaiſer
von Rußland aus. Der Großfürſt erwiderte mit einem
Trinkſpruch auf das Wohl des Königs und der königlichen
Familie, ſowie auf die Brüderlichkeit beider ruhmreichen
Armeen.
Vereinigte Staaten.
Befeſtigungspläne. Der Staatsſekretär für
den Krieg, Stimſon, ſetzte der Kommiſſion des
Repräſen=
tantenhauſes für militäriſche Angelegenheiten die Pläne
der Regierung auseinander für die Befeſtigung von
Hawai. Dieſe Befeſtigungen ſollen durch Feſtungswerke
hinter Pearl Harbour ergänzt werden. Ferner gab
Stimſon die Pläne für den Schutz des Panama=Kanals
zu Lande durch Truppen längs des Kanals und an
bei=
den Enden des Kanals bekannt. Der Chef des
General=
ſtabs, General Wood, hat Anordnungen getroffen,
wo=
nach 10000 Mann, darunter 6 Regimenter Infanterie
1 Regiment Kavallerie, 3 Batterien Artillerie und 2
Kom=
pagnien Küſten=Artillerie bei Pearl Harbour zu
detachie=
ren ſind.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Dezember.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing am=
Mittwoch vormittag 11½ Uhr im Neuen Palais Freifrau
von Riedeſel, Gemahlin des Oberkammerherrn. — Der
Großherzog und die Fürſtin=Mutter zu Erbach=Schönberg
folgten am Mittwoch nachmittag 5 Uhr einer Einladung
des Generalmajors Freiherrn von Heyl zum Tee.
Abends 10¼ Uhr reiſte die Fürſtin=Mutter zu Erbach=
Schönberg wieder ab. (Darmſt. Ztg.)
* Hoftrauer. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben wegen des Ablebens Sr. Königl. Hoheit
des Prinzregenten Luitpold von Bayern eine
Hoftrauer vom 12. bis einſchließlich 21. Dezember 1912a
angeordnet.
Ernennung. Freiin Marietta von Rabenau
iſt vom 1. Januar 1913 an zur ſtellvertretenden
Hof=
dame ernannt worden.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Franz Ludwig
Herbert und Andreas Julius Ritzel, beide zu Bieber,
* Erledigte Stellen. Die Stelle eines
Steuerauf=
ſehers bei Großh. H auptſteueramt Mainz. — Die Stelle,
des Bezirksſteueraufſehers zu Butzbach.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden
Pfarrverwalter Bönning zu Eichelsdorf zum
Pfarr=
aſſiſtenten in Griesheim und Arheilgen (mit dem
Wohn=
ſitz in Griesheim); Pfarraſſiſtent Hartmann zu
Eber=
ſtadt zum Pfarrverwaiter in Stadecken: Pfarraſſiſtent
Dr. Bingel zu Mainz zum Pfarraſſiſtenten in
Eber=
ſtadt, Dekanat Eberſtadt: Pfarrverwalter Hoffmann
zu Mainz zum Pfarraſſiſtenten an der Chriſtusgemeinder
daſelbſt; Pfarraſſiſtent Flöel zu Darmſtadt zum
Pfarr=
verwalter der zweiten Pfarrſtelle zu Langen;
Pfarr=
aſſiſtent Adolph zu Griesheim zum Pfarraſſiſtenten
an der Petrusgemeinde zu Darmſtadt. Geſtorben
ſind: der eoangeliſche Pfarrer i. P. Johannes Schnei dern
von Neckar Steinach zu Darmſtadt am 15. November;
der evangeliſche Pfarrer Otto Lühl zu Nieder=Eſchbach
am 21. November.
g. Strafkammer. Der 36jährige Taglöhner Georgſ
Gärtner VII. aus Bensheim ſtand geſtern unter der
Anklage des Diebſtahls vor der Strafkammer. Der
taub=
ſtumme Angeklagte ſoll im letzten Winter dem Landwirt
Philipp Klein in Bensheim gehöriges Heu entwendet
Anekdoten von Karl Auguſt.
** In der Kulturſphäre Alt=Weimars bildete Karl
Auguſt nicht nur den offiziellen Mittelpunkt, ſondern der
Herzog iſt auch einer der wichtigſten Grundfaktoren für
die klaſſiſche Blütezeit Ilm=Athens geweſen und ſteht ſo
im geiſtigen Zentrum des ganzen Lebens dieſer großen
Epoche. Darum hat Wilhelm Bode, der ſoeben mit einem
die Jugendjahre umfaſſenden Werk die erſte große
Bio=
graphie Karl Auguſts begonnen hat, dem Herzog
in einem reizenden, bei Guſtav Kiepenheuer in Weimar
erſcheinenden Bilderbuch „Das Leben in Alt=
Wei=
mar” eine große Anzahl von Blättern eingeräumt und in
dem begleitenden Text eine Reihe wenig bekannter, den
Fürſten hübſch charakteriſierender Anekdoten erzählt.
So wie ihn Schwerdtgeburth gezeichnet hat: In
Pi-
keſche und Schirmmütze durch den Park ſtreifend, ſtets von
ſeinen Hunden begleitet, lebte der Großherzog im
Gedächt=
nis ſeines Volkes. Im Park hatte er ſich ſeine
Garten=
wohnung, „das römiſche Haus”, gebaut, und unter den
Säulen des Vorbaues ſaß er gern behaglich im Kühlen,
wenn die Sommerhitze auf dem Garten ruhte. Frau v.
Stein hat uns von einem Geburtstag des Herzogs erzählt,
bei dem es im Schloß „fürchterlich heiß” war. „Die
Hauptperſon war geſchwind weg”: der Landesvater ſaß
in ſeinem Garten, „indeſſen man bei Hofe im Schweiß
des Angeſichts ſeinen Geburtstag feierte” Auf gute Luft
legte er keinen ſo großen Wert. Im Untergeſchoß des
„römiſchen Hauſes” war ein Zimmer für die Wache, und
der Geruch des ſchlechten Tabaks, den die Unteroffiziere
rauchten, drang empfindlich herauf. Als Karl Auguſt
einſt mit der ſchönen Sängerin Caroline Jagemann unter
den Säulen plauderte, ſchalt die Dame heftig über die
Stänkerei. „Geniere Dich nicht” erwiderte der Herzog:
„wenn Du ihnen ein edleres Kraut ſchenkſt, werden ſie
auf das jetzige gern verzichten.‟” Eigentlich war das
Rau=
chen im Park verboten. Einſt ging ein Bürger am frühen
Morgen hier ſpazieren, und da es noch ſehr früh und
niemand zu ſehen war, ſteckte er ſeine Pfeife an. Er biegt
um ein Gebüſch und ſteht plötzlich vor dem Großherzog.
„Ei, Kerl”, rief der Großherzog aus, „ich glaube gar, Du
rauchſt!“ — „Ich kann’s nicht leugnen, Königliche Hoheit,
in der Morgenluft ſchmeckt es gar gut.” — „Hm! Da haſt
Du wohl auch Feuer?” — „Das hab’ ich, gnädigſter Herr.”
— „So gib einmal.” — Die Zigarre ward angezündet
und Fürſt und Bürger rauchten und plauderten ein
Weil=
chen zuſammen.
Ein leidenſchaftlicher Reiter und Jäger iſt Karl Auguſt
ſtets geweſen, in der Jugend wild bis nahe ans
Hals=
brechen, auch noch mit 70 feſt im Sattel und ſtets in ſeiner
alten harten Jagddroſchke auf Reiſen. Wenn er
fort=
fuhr, bedurfte es keiner langen Vorbereitungen. So ſagte
er eines Tages zu ſeinem Kammerdiener: „Hecker, packe
ſogleich etwas Wäſche ein, auch für Dich, wir verreiſen.”
Hecker machte einen Mantelſack zurecht, und nach einer
Stunde fuhren Herr und Diener auf der bekannten harten
Droſchke nach Süden zu. „Aha”, dachte Hecker, „es geht
nach Ilmenau. Hoffentlich nicht nach Meiningen!” Und
er fragte, „ob Königliche Hoheit ſich längere Zeit in
Il=
menau aufhalten wurden.” — „Nein” war die Antwort,
„wir nehmen von Ilmenau an Extrapoſtpferde und fahren
nach Mailand.” — „Großer Gott, nach Mailand?” rief
der Diener entſetzt, „und ich habe ja nur etwas Leibwäſche
für Sie eingepackt, und Königliche Hoheit haben nichts
weiter, als was Sie an ſich haben, und die grüne Pekeſche
und . . . . — „Beruhige Dich, Alter” unterbrach ihn der
Großherzog, „wir werden ſchon auskommen.” Karl
Auguſts liebſter Gefährte auf ſeinen Fahrten war ſein
Oberſtallmeiſter, der Generalmajor v. Seebach. Einſt
fuhren die beiden nach Leipzig, und nach damaliger
Vor=
ſchrift wurden ſie am Tore gefragt, wer ſie ſeien. Karl
Auguſt, ſtets zu Scherzen aufgelegt, antwortete dem
Tor=
ſchreiber: „Oberſtallmeiſter v. Seebach aus Weimar”, und
ſchaute ſeinen Nachbar an, der ſo plötzlich ſeiner
Perſönlich=
keit beraubt war. Doch dieſer gab ſich ohne Beſinnen zu
erkennen: „Großherzog von Sachſen”
„Das erſte iſt naß, das zweite naß, das ganze
trocken” lautete ein Rätſel, das Karl Auguſt einſt auf
ſeines Freundes Namen machte. Ein andermal hatte ſich
Seebach über ſeinen Herrn ſehr geärgert; es war ihm
un=
erträglich, ohne Gegenwehr und Rache das Geſchehene zu
vergeſſen. Als ſie nachher beim Frühſtück ſaßen, hatten ſie
die Hunde zwiſchen ſich. Da ſah Seebach auf ſeinem
Hunde einen derben Floh; er ergriff ihn und ſetzte ihn,
ohne ein Wort zu ſagen, auf den Hund ſeines Beleidigers.
Der Großherzog bemerkte es und ſchwieg: die Blutrache
war vollbracht. „Er war eigentlich zum Tyrannen geneigt
wie keiner”, lautete ein Urteil Goethes über ihn;
trotz=
dem war er liberaler als ſeine ganze Umgebung, ließ jede
tüchtige Perſönlichkeit neben ſich gelten und wußte das
wahre Verdienſt zu ermuntern und zu belohnen. Das
zeigt ſich am ſchönſten in ſeinem einzigartigen Freig) zu Goethe. Als am 7. November 15
50 Jahre ſeit Goethes Ankunft in Weimar vergangen
wa=
ren, wurde dem Dichter ein großherzogliches Schreiben
überreicht, worin Karl Auguſt erklärte, daß er Goethe
den glücklichen Erfolg der wichtigſten Unternehmungen
verdanke: „ihn für immer gewonnen zu haben, achte ich
als eine der höchſten Zierden meiner Regierung.” Goethe
ſah, als er das Schreiben empfangen, auf der Straße
Leute ſtehen, die einen öffentlichen Anſchlag laſen; er
ſchickte hinunter, was es ſei, und die Auskunft war: der
Dank des Fürſten an Goethe ſei öffentlich bekannt
ge=
macht worden. „Das iſt Er!” rief der alte Dichter aus,
und Tränen der Freude kamen ihm ins Auge.
Nummer 294.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Seite 3.
haben. Er wohnte auf dem Anweſen des Klein, wo
die=
ſer in einer Scheune etwa 36 Zentner mit Kleeheu
ver=
miſchtes Wieſenheu lagern hatte. Im Laufe des Winters
verſchwanden dieſe 36 Zentner ſpurlos. Es wurde dann
durch Nachforſchungen feſtgeſtellt, daß Gärtner acht
Zent=
ner Heu verkauft hatte. Er gab an, er habe dieſes Heu
gekauft. Auf ſeine Mittelloſigkeit hingewieſen, gibt er
an, er habe ſich damals durch Eisfahren 50 Mark
ver=
dient und davon das Heu gekauft. Da es aber zu der
an=
gegebenen Zeit noch kein Eis gab, war dieſer Einwand
ohne weiteres widerlegt. Als Vermittler zwiſchen dem
Angeklagten und Gericht war Taubſtummenlehrer Link=
Bensheim zu der geſtrigen Verhandlung zugezogen. Das
Gericht erkannte auf 5 Monate Gefängnis. —
Wegen zweier Angriffe auf Damen am hellen Tage ſtand
der 36jährige Taglöhner Adam Hörr von hier zur
Ver=
antwortung. Er iſt beſchuldigt, am 6. November in der
Annaſtraße verſucht zu haben, einer Frau die Handtaſche
zu entreißen und eine zweite beläſtigt zu haben. Die
eine Zeugin gibt an, daß ſie am fraglichen Tage zwiſchen
10 und halb 11 Uhr vormittags die Annaſtraße
hinunter=
ging. Da fiel ihr ſchon der Angeklagte auf. Als ſie
zurückkam, ſei Hörr über den Damm zu ihr
hinüber=
gegangen. Sie habe ſofort erkannt, daß er ihr folgen
wollte. Sie ſei deshalb ſchnell gegangen und habe ihre
Handtaſche feſtgehalten. Als Hörr ſie mit ſchnellen
Schrit=
ten eingeholt hatte, habe er verſucht, ihr die Handtaſche zu
entreißen. Er ließ jedoch davon ab, als er Leute kommen
ſah. Auf die zweite Zeugin hat er einen unſittlichen
An=
griff verſucht, dieſe konnte aber gleich in ihrem Hauſe
ver=
ſchwinden. Als Hörr auf die Anzeige der erſten Zeugin
feſtgenommen werden ſollte, ſtellte er den beiden
Polizei=
beamten energiſchen Widerſtand entgegen. Er beſtreitet
in der Verhandlung, daß er mit den Angreifern identiſch
ſei. Der Staatsanwalt beantragte angeſichts des
gemein=
gefährlichen Treibens des Angeklagten eine
Geſamt=
gefängnisſtrafe von 1 Jahr. Das Gericht iſt nicht
über=
zeugt, daß Hörr der Zeugin die Handtaſche entreißen
wollte, und ſpricht ihn von dem Diebſtahlsverſuch frei.
Wegen der Beleidigung der zweiten Zeugin erkannte es
auf 4 Monate, wegen des Widerſtandes auf 2 Monate und
zu einer Geſamtſtrafe von 5 Monaten
Ge=
fängnis.
* Die Erſte Kammer der Stände iſt zu ihrer achten
Sitzung auf Dienstag, den 17. Dezember 1912,
vormittags 10 Uhr, einberufen worden. Auf der
Tages=
ordnung ſteht außer der Wahl eines Mitglieds des Erſten
Ausſchuſſes und eines ſolchen der Kommiſſion zur
Be=
ratung über die Vereinfachung der Staatsverwaltung, die
Beratung über die Regierungsvorlage, Entwurf eines
Geſetzes, die Ausführung der landwirtſchaftlichen
Unfall=
verſicherung betreffend, die Regierungsvorlage,
Geſetz=
entwurf, die Vereinigung der Landgemeinde Koſtheim
mit der Stadt Mainz betreffend, die Regierungsvorlage,
Geſetzentwurf, die Heranziehung der
Grundſtückseigen=
tümer im Gebiet der Süd= und Südweſtfront zu Mainz
zu den Koſten des Straßengeländeerwerbs betreffend,
ſowie mehrere weitere von der Zweiten Kammer erledigte
Anträge und Vorſtellungen.
* Ein parlamentariſcher Abend ſoll am Dienstag,
den 17. Dezember, bei Sr. Exzellenz dem Herrn
Staats=
miniſter Dr. Ewald ſtattfinden. Zu ihm ſind die
Mit=
glieder der beiden Kammern eingeladen. Auch der
Groß=
herzog hat ſein Erſcheinen zugeſagt.
D Vom Großh. Hoftheater. Heute beſchließt
Alex=
ander Moiſſi ſein von außergewöhnlichem Erfolge
begleitetes Gaſtſpiel in der Titelrolle von Hugo v.
Hof=
mannsthals altem Spiel „Jedermann” das an dieſem
Abend zur Erſtaufführung gelangt. Herr v.
Hofmanns=
thal iſt zur Premiere bereits hier eingetroffen. Die
Vor=
ſtellung beginnt um 8 Uhr. Am Samstag iſt aus Anlaß
der 25jährigen Zugehörigkeit Wilh. Riechmanns
zum Enſemble des Hoftheaters Lortzings „Waffenſchmied”
als Feſtvorſtellung angeſetzt. An dieſem Abend tritt das
Abonnement außer Kraft. Es gelten die kleinen Preiſe.
Der Vorverkauf, den zum Teil auch das Verkehrsbureau
ſbernommen hat, iſt bereits eröffnet. Die nächſte
Volks=
porſtellung zu ermäßigten Preiſen am Sonntag
nachmit=
tag iſt „Heimat” von Sudermann. Am Sonntag abend
erſcheint zum erſten Male in dieſer Spielzeit „Martha”
in teilweiſer Neubeſetzung auf dem Spielplan.
* Geh. Baurat Adolf Pfarr P. In der Nacht zum
Donnerstag gegen 1 Uhr iſt der ordentliche Profeſſor an
der Techniſchen Hochſchule Geh. Baurat Dr.=Ing. Adolf
Pfarr an einem Herzſchlag geſtorben. Geh. Baurat
Pfarr war am 11. Dezember 1851 geboren, hatte alſo
eben das 61. Lebensjahr vollendet. Er war am 21.
Ok=
tober 1897 von Heidenheim in Württemberg aus an die
hieſige Techniſche Hochſchule berufen worden, und zwar
als ordentlicher Profeſſor für Maſchinenbau, insbeſondere
für das Fach der Waſſerkraftmaſchinen, in denen er als
Autorität galt. Auch auf dem Gebiete der
Papierfabri=
kation genoß er als Autorität einen großen Ruf. Die
Hochſchule Aachen erkannte ſeine Verdienſte durch die
Er=
nennung zum Doktor=Ingenieur Ehrenhalber an, und die
Hochſchulen Stuttgart, München und Wien ſuchten ihn für
ſich zu gewinnen, doch lehnte er dieſe ehrenvollen
Beruf=
ungen ab und blieb unſerer Hochſchule treu, die durch ſein
Hinſcheiden einen ſchweren Verluſt erleidet. Das Rektorat
der Techniſchen Hochſchule widmet dem Verſchiedenen
fol=
genden Nachruf: Ein ſchwerer Verluſt hat die hieſige
Techniſche Hochſchule durch das plötzliche Ableben des
Geheimen Baurats Profeſſors De.=Ing, h. e. Pfarr,
deſſen Name in der techniſchen und wiſſenſchaftlichen
Fach=
welt ein außergewöhnliches Anſehen genoß, betroffen.
Ein Herzſchlag hat ſeiner fruchtbringenden Tätigkeit als
Lehrer und Forſcher an ſeinem Geburtstage, an welchem
er noch bis abends in der Hochſchule tätig war, ein jähes
Ende bereitet. Seine techniſche Laufbahn begann er nach
ſeinem an der Techniſchen Hochſchule in Stuttgart
vollen=
deten akademiſchen Studium als junger Ingenieur in der
Maſchinenfabrik Voith in Heidenheim. Nach zwanzig
jähriger Wirkſamkeit daſelbſt verließ er dieſe Firma, die
inzwiſchen zu einer der bedeutendſten Turbinenfirmen
Europas ſich entwickelt hatte, als Direktor im Jahre 1897,
um dem Rufe unſerer Hochſchule als ordentlicher Profeſſor
für Turbinenbau zu folgen. Trotz mehrfacher in der
Zwiſchenzeit erfolgter Berufungen an andere deutſche
Hochſchulen iſt er unſerer alma mater treu geblieben.
Noch vor kurzem wurden von der Techniſchen Hochſchule
Aachen ſeine wiſſenſchaftlichen Leiſtungen durch
Verleih=
ung der Würde eines Doktor=Ingenieurs Ehrenhalber
ausgezeichnet. Die Techniſche Hochſchule Darmſtadt
be=
trauert in ſeinem Heimgange den ſchwer zu erſetzenden
Verluſt eines hervorragenden Mitgliedes ihres
Lehr=
körpers und ausgezeichneten Vertreters ſeines Faches
Sein Erſatz wird um ſo ſchwieriger ſich geſtalten, als ſeine
erfolgreiche Lehrtätigkeit ſich nicht nur auf das Gebiet der
Waſſerkraftmaſchinen erſtreckte, ſondern auch auf ein
weſentliches Fachgebiet des Papieringenieurweſens, deſſen
Sonderſtudium im Lehrplan der Maſchinenbau=Abteilung
die Hochſchule ſeiner Initiative verdankt. Die Techniſche
Hochſchule zu Darmſtadt wird den ihr zu früh Entriſſenen
ſtets mit Stolz als einen der Ihrigen nennen und mit
Dankbarkeit ſeiner fruchtbringenden Tätigkeit gedenken.
* Puppenausſtellung im Gewerbemuſeum. Die
Puppenausſtellung erfreut ſich andauernd eines regen
Beſuches aus allen Kreiſen der Bevölkerung. Auf
wiederholte Anfragen bemerken wir, daß die
Gegen=
ſtände, ſoweit ſie nicht aus Privatbeſitz oder
Muſeums=
beſitz ſtammen, verkäuflich ſind. Die Ausſtellung bietet
dadurch Gelegenheit zum Einkauf geſchmackvoller und
künſtleriſch vorbildlicher Spielſachen in den verſchiedenſten
Preislagen, was gerade in den Tagen vor Weihnachten
willkommen ſein dürfte. Die Preiſe ſind angeſchrieben.
Beſtellungen werden von der Aufſicht entgegengenommen
und der hieſigen Firma D. Faix & Söhne zur
Be=
ſorgung übermittelt. Die Ausſtellung iſt täglich geöffnet
von 11—1 Uhr und 3—5 Uhr, Mittwoch nachmittags
von 3—7 Uhr. Sonntag nachmittags iſt ſie geſchloſſen.
Der Eintritt iſt frei.
— Schulvereins=Feſt. Man ſchreibt uns: Das
Winterfeſt des Allgemeinen deutſchen
Schulvereins hat den wohltätigen Zwecken des
Ver=
eins auf dem Gebiete der Stärkung des Deutſchtums
außerhalb der deutſchen Landesgrenze eine beträchtliche
Summe eingetragen. Wenn der Verein mit Freude und
Stolz auf eine künſtleriſche Durchführung des
Pro=
gramms „Allerlei Porzellan” zurückblicken und ſich auch
eines bedeutſamen Ergebniſſes in finanzieller Hinſicht
er=
freuen kann, ſo verdankt er es der regen und freudigen
Mitarbeit der weiteſten Kreiſe der Darmſtädter
Bevöl=
kerung. Ein Wort aufrichtigen Dankes ſei deshalb heute
allen denjenigen zugerufen, die in uneigennütziger
Hin=
gabe der guten Sache des deutſchen Schulvereins ihre
Kraft und Zeit gewidmet haben. Nicht zum mindeſten
gilt dieſer Dank auch der Darmſtädter Preſſe, die
ein=
mütig, wie in den Vorjahren, auch diesmal durch
Hin=
weiſe und anerkennende Beſprechungen das Intereſſe für
die Veranſtaltungen des Schulvereins belebt und geweckt
hat. Der Damen und Herren der Geſellſchaft, die den
künſtleriſchen Teil des Feſtes beſtritten, gilt ebenſo
herz=
licher Dank, wie allen denen, die durch ihre Tätigkeit an
den Verkaufsſtänden ſich um den Feſtabend verdient
ge=
macht haben. Der künſtleriſche Erfolg hätte zweifellos
nicht dieſe Höhe erreicht, wenn nicht Frau
Hofballett=
meiſterin Thiele=Leonhardt, ſeit vielen Jahren eine
un=
entbehrliche Stütze bei den Veranſtaltungen des
Schul=
vereins, mit künſtleriſchem Verſtändnis und bekannter
Sorgfalt die Reigen und Gruppen eingeübt und geleitet
hätte. Um die Ausgeſtaltung der Bühne haben ſich
Deko=
rationsmeiſter Müller und Maler Bauer, um die
Beleuch=
tung die Firma Lange verdient gemacht. Die künſtleriſche
Einrichtung und geſchmackvolle Ausgeſtaltung der
Neben=
räume ließ ſich in bekanntem Entgegenkommen die
Hof=
möbelfabrik Joſeph Trier angelegen ſein, der ſinnige
Schmuck des Hauptſaals und der Nebenſäle war ein
ver=
dienſtvolles Werk des Hoflieferanten Krauſe=Henkel. Auf
die Koſtüme hatte das Koſtümhaus Schlegel die größte
Sorgfalt verwendet. Eine wertvolle Unterſtützung liehen
der guten Sache die Hoflieferanten Leuthner, Mahr und
Elbert. Letztere Firma hatte außerdem wie in den
Vor=
jahren in entgegenkommender Weiſe den Vorverkauf der
Feſtkarten übernommen. Die Fäſſer edlen Bieres, deren
Inhalt zahlreiche Liebhaber fand, hatten die Darmſtädter
Brauereien Rummel, Diſchinger, Heß, Fay, Wiener,
Oſter=
tag und die Brauerei Hildebrand in Pfungſtadt dem
guten Zwecke zur Verfügung geſtellt. Mit unermüdlichem
Eifer waltete Hofkonditor Graßmann ſeines Amtes.
Süße Gaben, die reißenden Abſatz fanden, hatten die
Fir=
men Gebr. Kaiſer, Kaiſers=Kaffeegeſchäft, Wehner und
Fahr, Schokoladenhaus Fr. Eichberg und Stollwerck=Köln
geſandt. Neben dieſen Spenden prangten Kuchen und
Torten, die das „Schloßcafé” das Café=Reſtaurant „Oper”
und das „Heilige Kreuz” geſtiftet hatten. Wie ſich die
Firma Maggi verdient gemacht hat, haben wir an
ande=
rer Stelle bereits erwähnt. Blumen hatte Käthe
Rem=
linger, Blumenzwiebeln Hoflieferant Huffeld freundlichſt
dem Verein überwieſen. Der Güte der Zigarrenhäuſer
de Waal, Numerich, Mühlſtraße, Schmidt, Rheinſtraße,
verdankte man eine anſehnliche Spende an Zigarren und
Zigaretten. Beleuchtungskörper hat die Firma Franz
Schulz zur Verfügung geſtellt. Die Damen und Herren,
die die Zuſthauer durch ihre Tänze und Gruppen
erfreu=
ten, hat Hofphotograph Enslinger im Bilde feſtgehalten.
Einer nochmaligen Wiederholung aufrichtigen Dankes für
die treue Mitarbeit genannter Firmen ſei zum Schluß
die Mitteilung angefügt, daß Poſtkartenaufnahmen der
Reigen und Gruppen, eine ſchöne Erinnerung an „Allerlei
Porzellan” bei Hoflieferant J. Ph. Leuthner, Ernſt=
Ludwigsplatz, zu haben ſind.
* Die Generalverſammlung des Frauenvereins der
Johannesgemeinde wurde am Mittwoch abend im
Rah=
men einer muſikaliſchen Adventsfeier
abge=
halten. Der Saal des Gemeindehauſes in der
Kahlert=
ſtraße war mit Tannengrün geſchmückt, und ein großer
Adventskranz mit 24 Lichtern, nach der Zahl der
Ad=
ventstage dieſes Jahres, zeigte noch beſonders die
Be=
deutung dieſes Schmuckes. Der Vorſitzende, Pfarrer
Dingeldey, wies in ſeiner Anſprache auf den Wert
dieſer kirchlichen Zeit hin, der zwei Sitten ihr Gepräge
geben: Lied und Mildtätigkeit. Von beiden ſoll der
Abend erzählen Und nun wechſelten geiſtliche Lieder
aus alter und neuer Zeit, durch ein Doppelquartett aus
den Kirchengeſangvereinen vorgetragen, mit Soloſtücken,
welche die Herren E. Sulzmann („Advent” von Joh.
Melchior Franck) und Chr. Moll („Tröſtet mein Volk”
aus Händels „Meſſias”) unter Klavierbegleitung durch
Fräulein S. Krug ſangen. Unter dem Eindruck dieſer
weihevollen Töne wurde dann der von der bewährten
Schriftführerin, Frau Wenzel, verfaßte Bericht über die
durch den Frauenverein in der Gemeinde organiſierte
Mildtätigkeit gegeben, dabei zunächſt der verſtorbenen
Mitglieder, beſonders derjenigen gedacht, die den Verein
über ihr Grab hinaus mit ihrer Fürſorge begleitet haben
(Fräulein A. Zimmermann, Fräulein F. Hügel, Fräulein
D. Poth). Die Zahl der Mitglieder des Vereins iſt
in=
folge beſonderer Werbung in ſtarkem Zunehmen
begrif=
fen. Die verſchiedenen Zweige der Vereinsarbeit zeigen
blühendes Leben; aber die wachſenden Aufgaben
erfor=
dern trotz der mit Dankbarkeit erwähnten Zuſchüſſe der
Stadt und anderer Quellen zur Förderung der
Kinder=
ſchule und Jugendfürſorge überhaupt noch einer regeren
Opferwilligkeit und Mitarbeit. Die ſogenannte
Haus=
pflege, dieſer jüngſte und in ſeiner Art in unſerer Stadt
erſte Zweig der Liebesarbeit, hat ſich als ein wichtiges,
ſchon unentbehrliches Unternehmen erwieſen.
Rechnungs=
ablage und Voranſchlaa gaben zu beſonderen
Aeuße=
rungen keinen Anlaß. Es folgten hierauf wieder
Quar=
tettgeſänge und Solovorträge (Weihnachtslieder von
Schumann, für Bariton, und von Cornelius, für Tenor),
worauf die Feier mit dem gemeinſamen Geſang von
„Macht hoch die Tür, das Tor macht weit” ſtimmungsvoll
abgeſchloſſen wurde.
Konzerte.
mm. Das zweite Konzert des
Inſtrumen=
talvereins, das am Mittwoch im Saalbau ſtattfand,
zeigte durch den ſehr guten Beſuch, welch reges Intereſſe
von ſeiten ernſter Kunſtfreunde dieſen gediegenen
Ver=
anſtaltungen entgegengebracht wird. Dem Konzert
wohnte auch die Fürſtin zu Erbach=Schönberg, die
Pro=
tektorin der Prof. Ph. Schmittſchen Akademie der
Ton=
kunſt, bei. Wie gewiſſenhaft die verhältnismäßig kurze
Zeit ſeit dem vorigen Konzert unter der kundigen Leitung
ſeines unermüdlichen Dirigenten, Herrn Akademiedirektor
Wilhelm Schmitt, benutzt wurde, war der tadelloſen
Ausführung des 1. Concerto grosso von Georg Fr.
Händel, ſofort anzuhören, das (wie ſämtliche
Orcheſter=
werke), zum erſtenmale geſpielt wurde und in der ſehr
ge=
ſchickten Bearbeitung von Max Reger impoſant wirkte.
Hervorzuheben iſt daraus das reizende Tonſpiel in
kon=
trapunktiſchen Kombinationen zwiſchen Flöte, Geige,
Klavier und Oboe, dem von Händel beſonders bevorzugten
Inſtrument, das er ſelbſt auch meiſterhaft zu behandeln
verſtand. Bei dieſer Gelegenheit darf einmal wieder
daran erinnert werden, daß von dem äußerſt fruchtbaren
Darmſtädter Hofkapellmeiſter Chr. Graupner, einem
Zeitgenoſſen Händels und Bachs, in den „Denkmälern
deutſcher Tonkunſt” auch ein „Konzerto groſſo” abgedruckt
iſt, das auswärts aufgeführt und als ſehr „anmutig und
lieblich” bezeichnet wurde; möchte der Verein auch ſeiner
Werke ſich gelegentlich einmal annehmen, von denen der
größte Teil noch den Dornröschenſchlaf auf der Großh.
Hofbibliothek ſchlummert. In dem folgenden D=Dur=
Konzert für Violine mit Begleitung des Orcheſters von
Nicolo Paganini=Wilhelmy entlockte Herr Nico
Poppelsdorff aus Frankfurt, ein genialer Schüler
von Yſaye und des Pariſer Conſervatoire, ſeiner
prächti=
gen Guarneri=Geige, die vor ihm ein bekannter Virtuoſe
beſaß, die geſangvollſten und zarteſten Weiſen; dieſes
Konzert, wie auch die ſpäter geſpielten Soloſtücke,
füg=
ten ſich dem ganzen Programm vortrefflich ein, ein
weſent-
llicher Vorzug, deſſen ſich bekanntlich nicht alle anderen
Konzerte rühmen können. Die hervorſtechendſten Vor=
züge ſeiner gediegenen muſikaliſchen Ausbildung, graziöſe
Bogenführung und abſolute Tonreinheit — bei
ſelbſtver=
ſtändlich vollkommen virtuoſer Technik — zeichneten auch
den warmen Vortrag ſeiner Soloſtücke aus. Herr
Pop=
pelsdorff ſpielte Réverie von H. Vieuxtemps ein
ruhiges Tonſtück von edelſter Melodiebildung des längere
Zeit in Dreieichenhain wohnenden Komponiſten, Burleske
von Deſſau und Polonaiſe brillante von
Wieni=
awski. Beſondere Freude konnte man an der Wahl
und Ausführung der Zugabe, Menuett von Mozart,
haben. An Fräulein Marie Schwan von hier hatte der
Soliſt eine ebenſo verſtändkisvolle als gewandte,
zuver=
läſſige und feinſinnige Begleiterin am Ibach=Flügel, die
auch im erſten Stück den Klavierpart entſprechend
ausge=
geführt hatte. Liebliche und wohlgefällige Muſik iſt die
für zwei Streichorcheſter und Pauken komponierte
Sere=
nata notturna von Mozart; Frohlaune herrſcht beſonders
in dem Menuett und Rondo. Das mit Hingebung
ge=
ſpielte Werk erfuhr eine geradezu vollendete Wiedergabe.
Beſondere Beachtung fand ddie Schlußnummer, L.
van Beethovens von Univerſitätsmuſikdirektor Prof.
Dr. Fritz Stein aufgefundene und für die Aufführung
ein=
gerichtete und herausgegebene ſog. „Jenaer
Sympho=
nie” deren Echtheit nicht mehr bezweifelt werden kann.
Die Muſik derſelben trägt einen vorwiegend heiteren
Charakter, dem ſie wohl auch ihre Beliebtheit in
ſtuden=
tiſchen Kreiſen verdanken mag; wohl von Haynds
Ton=
ſatz noch beeinflußt, zeigt doch an vielen Stellen dieſes
Jugendwerk Beethovens ſtarke eigene Züge, die
in der Modulation des Menuetts (mit dem hübſchen
Trio) am erſten bemerkbar werden, obgleich das
voraus=
gegangene Adagio cantabile, aus dieſem namentlich die
kraftvolle Variation in der Molltonart, noch mehr
Beetho=
venſche Eigenart verraten. Prächtige inſtrumentale
Ab=
wechſlung findet gleich im Anfang des langſamen Satzes
zwiſchen Cello, Flöte und Fagott ſtatt. Das Werk, das
mit genaueſter Beachtung aller Angaben der
Steinſchen Partitur ſehrgut geſpielt wurde, fand
begei=
ſterte Aufnahme und dürfte immer wieder gern gehört
werden. Der Abend darf auf jeden Fall als ein
künſtleri=
ſches Ereignis in der Geſchichte des Inſtrumentalvereins
gelten.
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Mittwoch ſang Frl.
Franziska Callwey vom Stadttheater in Aachen
die Partie der Senta in Wagners Oper „Der fliegende
Holländer‟. Die Sängerin beſitzt ein ſympathiſches und
mit Ausnahme der tieferen Lage reichlich ausgiebiges
Organ; ob die Rauheit einzelner Töne in der Mittellage
auf eine momentane Indispoſition zurückzuführen iſt,=
Enk=
zieht ſich der Beurteilung. Deklamation und Ausſprache
(bis auf das breite e) ſcheinen ſie beſondeks für den
Wagnerſchen Stil zu prädeſtinieren. Auch=däs Spiel zeugte
von Verſtändnis und künſtleriſchem Empfinden. Da die
Vertreterin des dramatiſchen Fachs aber nicht nur
Wagnerpartien ſingen kann, anderſeits nicht ſelten die
Erfahrung gemacht worden iſt= daß gute Wagner=
Sänge=
rinnen in anderen Partien verſagen, iſt es zur Ergänzung
des Urteils unbedingt nötig, daß Fräulein Callwey noch
in einer nicht Wagneriſchen Oper und einer nicht
drama=
tiſchen Partie gaſtiert.
C. K. Der Kampf der ſpaniſchen Dramatiker gegen den
Kino. In Spanien tut das Eindringen der
Kinemato=
graphenbühnen und der= Zulauf, den ſie erhalten, wie
über=
all, dem Theater großen Abbruch. Während aber bei uns
und in Frankreich der Widerſtand der Bühnenſchriftſteller
gegen die Lichtbildtheater bald ſchwächer geworden iſt
und allmählich in (ein Zuſammenarbeiten überzugehen
ſcheint, haben ſich die ſpaniſchen Dramatiker zu heftigem
Widerſtand entſchloſſen. Die Geſellſchaft der dramatiſchen
Autoren Spaniens hat in dieſer Hinſicht einen
bedeut=
ſamen Beſchluß gefaßt, der im Januar 1913 in Kraft treten
ſoll. „Von dieſem) Datum an”, ſo lautet die angenommene
Reſolution, „werden die Beſitzer aller in Spanien
beſtehen=
den Theater, in denen die theatraliſche Kunſt unter irgend
einer Form gepflegt wird, wenn ſie ihre Häuſer für eine
rein kinematographiſche Vorführung ausnutzen, keins der
Werke mehr aufführen dürfen, über die die Geſellſchaft das
Verfügungsrecht hat und die im weſentlichen das ſpaniſche
Theaterrepertoire ausmachen. Haben die Eigentümer ihre
Theater an Impreſarios abgetreten, ſo trifft dieſe die=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Nummer 294.
* Teeabend des katholiſchen Frauenbundes. Wir
wollen nicht verfehlen, auf den Teeabend aufmerkſam
zu machen, welchen der katholiſche Frauenbund Sonntag,
den 15. Dezember, im Geſellenhauſe veranſtilten wird.
Das Programm verſpricht einen genußreichen und
inter=
eſſanten Abend und ſollte keine katholiſche Frau
Darm=
ſtadts und der Umgegend verſäumen, den Teeabend zu
beſuchen. Bewährte Redner ſind für die beiden Vorträge
gewonnen, die, den Zielen des katholiſchen Frauenbundes
entſprechend, belehrend und aufklärend wirken ſollen. Zwei
lebende Bilder verſetzen in die Tage der Geburt Jeſu, und
das Theaterſtückchen, der Weihnachtszeit entſprechend
ge=
wählt, iſt von ergreifender Wirkung. (Siehe Anzeige.)
* Verein für Vogel= und Geflügelzucht (Aelt. Verein).
Die von 54 Mitgliedern beſuchte Dezember=
Ver=
ſammlung wurde von dem 1. Vorſitzenden eröffnet.
Er gab bekannt, daß ſich wieder 5 Herren als Mitglied
gemeldet haben, welche vor Schluß der Verſammlung
ohne Widerſpruch aufgenommen wurden. Hieräuf
wur=
den von dem Schriftführer die rückſtändigen Protokolle
verleſen, welche genehmigt wurden. Im Anſchluß hieran
berichtete der 2. Vorſitzende ſehr eingehend über die kürzlich
abgehaltene Vereinsausſtellung, welche in allen
ihren Teilen als wohlgelungen betrachtet werden kann,
und ließ dabei nicht unerwähnt, daß der ſchlechte Sommer
auf die Geflügelzucht (namentlich auf die ſchweren
Raſſen) nachteilig eingewirkt habe. Weiter erwähnte er
noch die Einführung der Sammelklaſſen, wobei ja jedem
Beſucher und Freund der Geflügelzucht Gelegenheit
ge=
geben iſt, ſeinen Wunſch zu erfüllen und ſich die eine oder
die andere Raſſe zu beſchaffen. Der raſche Verkauf der
ganzen Sammelklaſſe bewies am beſten das Praktiſche
die=
ſer Einrichtung. Hierauf ſprach der 1. Vorſitzende allen
Herren, die ſich um die Ausſtellung verdient gemacht haben
ſeinen herzlichſten Dank aus. Sein beſonderer Dank galt
jedoch dem 2. Vorſitzenden, als Leiter der Ausſtellung,
ferner den Ausſtellern, den Stiftern der Ehrenpreiſe, den
Preisrichtern und der hieſigen Preſſe. Hierauf ergriff
Herr H. Heß das Wort, um im Namen der Anweſenden
dem 1. Vorſitzenden den Dank auszuſprechen für ſeine ganz
beſonderen Verdienſte um die Ausſtellung. Der 1.
Vor=
ſitzende dankte für die ihm erwieſene Ehrung und gab
noch bekannt, daß die nächſte Verſammlung als
Hauptver=
ſammlung einberufen würde, und nicht am 1. Montag im
Januar, ſondern an einem noch näher beſtimmten Tag
abgehalten werde. Hieran ſchloß ſich die übliche
Frei=
verloſung von Tauben, worauf die Verſammlung
mit einem begeiſtert aufgenommenen Hoch auf Se. Kgl.
Hoheit den Großherzog, den hohen Protektor des Vereins,
geſchloſſen wurde.
* Städtiſcher Fleiſchverkauf. Im redaktionellen
Teile der geſtrigen Nummer iſt darauf hingewieſen
wor=
den, daß die ſtädtiſchen Verkaufsſtellen wieder eröffnet
worden ſind und daß beſtes holländiſches Rindfleiſch, alle
Stücke zu 83 Pfennig das Pfund, abgegeben wird. Es
wird berichtigend bemerkt, daß der
Verkaufspreis 82 Pfennig das Pfund
beträgt. (Siehe auch Bekanntmachung.)
m. Die Weihnachtsmeſſe wird diesmal auf dem
Paradeplatz abgehalten. Es iſt dort bereits eine
kleine Zelt= und Bretterſtadt entſtanden. Es finden hier
auch Verkäufe von Chriſtbäumen ſtatt. An vielen Plätzen
der Stadt ſind ſchon herrliche Tannenbäumchen aus dem
Odenwalde zum Verkaufe ausgeſtellt und täglich treffen
neue Wagenladungen mit Bäumchen ein. Gegen Abend
iſt eben der Verkehr in den Geſchäftsſtraßen der Stadt
ſehr groß. Wenn auch der Weihnachtseinkauf noch nicht
recht im Schwunge iſt, ſo will man doch die oft mit
großen Koſten verknüpften prachtvollen Dekorationen der
großen Auslagen bewundern und die Wahl der
aus=
geſtellten Koſtborkeiten treffen.
km. Vom Botaniſchen Garten. Der Umbau der
Ge=
wächshäuſer im hieſigen Botaniſchen Garten iſt ſeit
eini=
gen Wochen ſeiner Vollendung entgegengegangen und
ſteht nun dem Publikum wieder, wie ja bekannt (außer
Sonntag jeden Tag geöffnet), zur freien Beſichtigung
offen. Die neuen Häuſer machen von außen, wenn auch
einfach, einen gediegenen, guten Eindruck und iſt auch
die innere gärtneriſche Geſtaltung eine ſehr vorteilhafte.
Der regelmäßige Beſucher wird ſofort die große Palme
vermiſſen. Wegen ihrer Größe hat ſie das Zeitliche
ſeg=
nen müſſen. Obgleich ſie ein Prachtexemplar war und
wohl gegen 50 Jahre alt, ſo iſt durch ihr Entfernen viel
Platz geſchaffen worden und kommen dadurch viele
andere Pflanzen beſſer zur Geltung. In einer ſehr ſchönen
Weiſe ſind die Ueberpflanzen (Epiphyten,
Baumbewoh=
ner), Vertreter aus den verſchiedenſten
Pflanzengattun=
gen untergebracht. Man hat ſie künſtlich an Baumſtämme
geſetzt, um ſo den Laien ein Bild zu machen, wie
an=
ſpruchslos und unter welchen Bedingungen dieſe
in=
tereſſanten Pflanzen vegetieren. — Blühbares bietet der
Garten um dieſe Zeit ſehr wenig und iſt dies ja auch nicht
der Zweck eines Botaniſchen Gartens, aber immerhin
iſt ein Beſuch ſchon lohnend. Es ſollte überhaupt dieſer
Volksbildungsſtätte, deren Beſitz ſich nur wenige Städte
erfreuen, mehr Intereſſe entgegengebracht werden.
m. Straßendurchbruch. Zwiſchen
Dreibrunnen=
ſtraße und dem großen Woog ſind die
Durch=
bruchsarbeiten bis aufs Niveau der Straße beendet.
Während die Abraumarbeiten, das Durchſtechen des
Hügels ziemlich raſch vonſtatten ging, zeigen ſich jetzt
beim Ausheben des Schachtes für den Kanal
Schwierig=
keiten, da das Erdreich ſtark mit Felſen durchſetzt iſt, welche
man durch Sprengen herausbringen muß. In einer
ſeitlich ſtehenden, neu errichteten Hütte iſt eine
Loko=
mobile zur Dampferzeugung aufgeſtellt worden. Mit
dem Dampfe wird ein etwa zwei Zentimeter ſtarker
Dampfzentralbohrer in rotierende Bewegung geſetzt, um
Sprenglöcher von 50 bis 75 Zentimeter Tiefe
herzu=
ſtellen. Mit der Bedienung des ziemlich raſch
arbeiten=
den Bohrers ſind zwei Männer beſchäftigt. Die
Sprengungen werden mit Dolorit vorgenommen, da die
polizeiliche Erlaubnis zum Sprengen mit Dynamit
wegen allzugroßer Nähe der Häuſer nicht gegeben wurde.
Die Sohle des Kanals ſoll hier ſechs Meter unter das
Straßenniveau zu liegen kommen, eine ſchwierige Arbeit
bei dem ſelſigen Boden. Dieſes Stück des Kanals ſtellt
die Verbindung des von der Erbacherſtraße
herkommen=
den und des im neuen Teil der Landgraf=Georgsſtraße
fertiggeſtellten Kanals her. Ungefähr 40 Arbeiter ſind
mit dieſem Teile der Erdarbeiten beſchäftigt. Von der
Ecke der Dreibrunnenſtraße und Wingertsbergſtraße wird
eine Ableitung des dort endigenden alten Kanals in den
neuen Weg nach dem Wooge zu erbaut. Auch hier iſt
der Boden außerordentlich hart. Mit mehrzölligem
Rundmeiſel und ſchwerem Schlaghammer geht man
dem harten Erdreich zuleibe. Spärlich beißen die Pickel
in den ſtarren Boden. Die losgehackte, geſprengte und
losgemeiſelte Erde wird teils durch Fuhrwerke, teils mit
eiſernen Kippwagen zum Anſchütten des neuen Dammes
für die elektriſche Straßenbahn nach dem Oſtbahnhof
benutzt. Der Weg, der neben dem Woog nach dem
Damenſchwimmbad und der Erbacherſtraße führt, iſt
vollſtändig geſperrt. Die intereſſanten Arbeiten, welche
von einer Wormſer Firma ausgeführt werden, locken oft
viele Zuſchauer an.
—g. Ausſchreitung im Gerichtsſaal. In ſehr
ſonder=
barer Weiſe machte in der geſtrigen Sitzung der
Straf=
kammer der Taglöhner Steppacher ſeinem Unmut über
die Verwerfung ſeiner Berufung Luft. Er hatte ſich
kürzlich auf dem Reſtaurant „Ludwigshöhe” eingeſchlichen
und hatte, als er entdeckt wurde, gebettelt. Es war
des=
halb vom Schöffengericht neben einer geringen
Freiheits=
ſtrafe auch auf Ueberweiſung an die Landespolizei gegen
ihn erkannt worden. Dem ihm dadurch drohenden, bei
allen Landſtreichern innigſt gehaßten, Arbeitshaus ſuchte
er nun durch Ergreifung der Berufung zu entgehen. Als
das Gericht angeſichts des Vorſtrafenregiſters des
Ange=
klagten das Urteil auf Verwerfung der Berufung
ver=
kündete, zog der Angeklagte ſeinen Stiefel aus und warf
ihn mit den Worten: „Ich bin unſchuldig!” durch das
Fenſter. Der Angeklagte wurde ſofort abgeführt und
wird ſich nunmehr wegen Ungebühr vor Gericht und
Sach=
beſchädigung zu verantworten haben.
g. Arheilgen, 12. Dez. Der von ſeinem Hauswirt
ſeit Montag vermißte Wilhelm Büttner wurde heute
morgen in ſeiner Wohnung tot aufgefunden, als
man die Tür gewaltſam öffnen ließ. Anſcheinend hat ein
Herzſchlag ſeinem Leben ein Ende gemacht.
Lindenfels, 10. Dez. Ein Beweis ſeltenen
Ehe=
glücks und gutersgeſundheitlicher Verhältniſſe dürfte der
Umſtand ſein, daß von den im Jahre 1887 vor dem
Standesamt Lindenfels geſchloſſenen neun Ehen noch acht
beſtehen und es dieſen acht Ehepaaren vergönnt war bezw
noch iſt, dieſes Jahr das Feſt der ſilbernen Hochzeit in
beſter Geſundheit feiern zu dürfen.
g. Guſtavsburg, 12. Dez. Die Ehefrau des
Land=
wirts Müller iſt geſtern in die am Hauſe befindliche
Pfuhlgrube geſtürzt und hat den Tod durch
Er=
ſticken erlitten.
Mainz, 12. Dez. Eine großzügige
mili=
täriſche Uebung mit einer Ueberſetzung des Rheins
wurde geſtern von Truppen des 18. Armeekorps
auf der Ingelheimer Aue dahier ausgeführt. An der
Uebung nahmen die Infanterie=Regimenter Nr. 117 und
80, die Pionierbataillone Nr. 21 und 25 und das Drag.=
Regt. Nr. 6 teil. Der kommandierende General des 18
Armeekorps General der Infanterie v. Schenck und
zahl=
reiche andere Generäle und hohe Offiziere wohnten dem
hochintereſſanten militäriſchen Schauſpiele bei. Der
Uebung lag folgende Idee zugrunde: Eine feindliche rote
Armee (Inf.=Regt. Nr. 80) iſt mit einer von Süden her
gegen den Rhein vorrückenden blauen Armee (Inf.=Regt.
Nr. 117) bei Gonſenheim zuſammengeſtoßen. Zwiſchen
beiden entwickelte ſich auf dem Großen Sande ein
hart=
näckiger Kampf, wobei wiederholt die 6er Dragoner ſehr
ſcharfe Attacken ritten. Rot wurde über Mombach hinweg
nach dem Rheine zurückgeworfen. Am dortigen
Floß=
hafen erfolgte wieder ein harter Zuſammenſtoß. Der
Hafen wurde auf Privatkähnen und Flößen, die dort
lagen, im Sturme überſchritten. Der entſcheidende Sturm
ſpielte ſich geſtern nachmittag gegen 4 Uhr auf der
Ingel=
heimer Aue ab. Dort hielten die Pioniere der Roten, die
ihre zurückgehende Partei eiligſt über den Rheinarm nach
der gegenüberliegenden Rettbergsaue überſetzten. Hierbei
geſtaltete ſich der Kampf beſonders intereſſant. Während
Rot nach vergeblichem Bemühen, ſich am linken
Rhein=
ufer zu halten, endlich über den Strom ſetzte, erhielt die
zurückgehende Armee plötzlich ſehr heftiges Feuer von den
ungeſtüm nachdrängenden Blauen. Ununterbrochen
roll=
ten die Salven gegen die Pontons, von denen aus das
Feuer während der Ueberfahrt lebhaft erwidert wurde.
Zuletzt ſetzte Blau mit Hilfe ſeiner Pioniere ebenfalls
über den Rheinarm hinüber und warf Rot auch von der
Rettbergsaue über den Hauptſtrom nach dem rechten
Rhein=
ufer bei Biebrich hinüber. Der Kampf zog ſich bis in die
Nacht hinein fort und wurde zuletzt von den Pionieren bei
Fackelſchein fortgeſetzt. Zum Ueberſetzen der Truppen
wurden zuletzt neben den Pontonbrücken auch Notbrücken
geſchlagen. Die ganze Uebung hatte einen durchaus
kriegeriſchen Charakter und lockte Hunderte von
Zu=
ſchauern an. (M. Journ.).
Mainz, 12. Dez. In den nächſten Tagen findet
hier=
eine Verſammlung ſtatt, um über die Abhaltung einer
1915 in Mainz zu veranſtaltenden Heſſiſchen Kunſt=,
Induſtrie= und Gewerbe Ausſtellung zu
be=
raten. Als Platz für die Abhaltung dieſer Ausſtellung
iſt das umfangreiche Gelände, das ſich zwiſchen dem
Stadtpark oberhalb des Südbahnhofes bis in das
Gau=
tor hinzieht und Eigentum der Reichskommiſſion iſt, in
Ausſicht genommen.
Worms, 12. Dez. Nachdem nunmehr die Aufſtellung
über den Geſamtbruttoertrag des Wormſer
Ver=
kaufstages abgeſchloſſen iſt, können wir mitteilen,
daß dieſer mit den noch nachträglich eingegangenen
Gel=
dern die Summe von 54 914 Mark 42 Pfg. ergeben
hat, ein Ertrag, der wohl,von allen Beteiligten mit
Ge=
nugtuung und Freude begrüßt werden wird.
Worms, 12. Dez. In die Transmiſſion
ge=
raten iſt heute mittag 2 Uhr auf noch unaufgeklärte
Weiſe der in der chemiſchen Fabrik von Menton
beſchäf=
tigte 63jährige Witwer Jakob Wagner aus Worms=
Neu=
hauſen. Der Unglückliche wurde ſofort getötet.
Alsfeld, 12. Dez. Die an der hieſigen Bahn gelegene
Holzſchneiderei von W. Wallach wurde in der Nacht auf
Dienstag von einem ſchweren Brand heimgeſucht.
Kurz nach 12 Uhr wurde das Feuer entdeckt. Die hieſige
Feuerwehr war, alsbald zur Stelle, mußte ſich aber bei
dem rieſigen Umfang des Feuers darauf beſchränken, ſein
Umſichgreifen zu verhüten. Gegen Morgen gelang es,
des Feuers Herr zu werden, nachdem ein Teil der
Ge=
bäude abgebrannt und eingeſtürzt war. Die Wohnung
des Maſchinenmeiſters, ein Holzbau, brannte vollſtändig
ab. Nur mit Mühe konnten die Bewohner ihr Leben
retten. Der Schaden, den das Feuer anrichtete, iſt recht
beträchtlich, er dürfte ſich auf etwa 150000 Mk. belaufen.
Langsdorf, 10. Dez. Ein eigenartiges
Miß=
geſchick paſſierte einem Jäger bei der heute hier abge=
ſelbe Maßregel. Sie wird aber keine Anwendung finden
bei Unternehmungen, die ſpeziell für den Kinematographen
eingerichtet ſind, wenn dieſe ſtatt deſſen Dramen
auf=
führen wollen.”
* Der Todestag des Prinzuegenten von Bayern iſt
ein ſeltener Kalendertag: es iſt der 12. 12. 12.
* Ein Geſchworenengericht, das kochen geht. Das
Geſchworenengericht in Twinfalis im Staate Idaho, das
ausſchließlich aus Frauen beſteht, ſah ſich unlängſt
wäh=
rend eines Prozeſſes zur Unterbrechung der Verhandlung
genötigt, weil ſich ſämtliche Damen nach Hauſe begeben
mußten, um das Abendeſſen herzuſtellen. Die Einwendung
des Richters, daß Geſchworene den Gerichtshof nicht
ver=
klaſſen dürfen, fand bei den energiſchen Damen keine
Be=
uchbtung. Sie erwiderten einfach, daß er die Verhandlung
vertagsen möchte, und ſetzten ihre Hüte auf, um das
Ge=
ſchworenemzimmer zu verlaſſen. Nachdem die Damen die
Mahlzeit zubeereitet hatten, kehrten ſie wieder in den
Ge=
richtshof zurück, unn die Ausübung ihrer Pflicht als
Ge=
ſchworene fortzuſetzeng,
— Groß=Berliner Humor. Eine bunte Blütenleſe des
modernen, ſpezifiſch berlikdiſchen Humors, wie er in der
Millionenſtadt zuhauſe iſt, gibt R. Jülicher in einem
amü=
ſanten Aufſatz des diesjährichen Groß=Berliner Kalenders,
laus dem wir einige charakteriſſtiſche Redensarten
heraus=
holen. Bei der Beurteilung ſeimes Nächſten iſt der Groß=
Berliner nicht gerade liebevoll. Sieht jemand elend aus,
ſſo begrüßt man ihn: „Du ſiehſt ſaus wie beſtellt und nich
ſabgeholt.” Oder: „Dich hat mann wohl in der Charitee
bei’t Ausfegen gefunden” oder endlich: „Du biſt dem
Totengräber von de Schippe gehopft” Einem etwas
Dum=
men gegenüber lautet die Frage: „Ihn’n haben wohl die
Enten totgelatſcht, oder hat Ihnn eene Kuh gekratzt?“
Oder: „Bei Ihn’n haben ſe int Jehörn injebrochen.” Aus
neueſter Zeit ſtammt die Anrede: „Menſch, dir is wohl
der neue Komet int Ooge geflogen?” Ironiſch lobt man:
„Er hat einen anſchläg’ſchen Kopp; tpenn er die Treppe
runterfällt, vafehlt er kenne Stufe.” Einen unausſtehlichen
Menſchen hat der Eſel „im Galopp verloren‟ Derbe
Ab=
weiſung eines Anſinnens geſchieht folgendermaßen: „
Lie=
ber kitzel ick n Laternenpfahl, bis der Gasanſtaltsdirektor
lacht.‟ Die Philoſophie der Lebensmittelteuerung äußert
ſich in folgender Betrachtung: „Butter jibts nich” ſagt die
Schuſtersfrau, und reicht ihrem Mann die Wichsſchachtel,
„hier eßt de Kaviar”. Riekes Weihnachtsgeſchenk „dragt
Die Katze uff’n Schwanz weg‟. Der Waiſenknabe, der mit
Schnürſenkeln handelt, ruft: „Koofen Se mir doch wat ab,
mein Vater is drei Jahre vor meiner Geburt jeſtorben.”
Der echte Berliner Junge verlangt „forn Sechſer Zijarrn,
abe nich ſoviel ſchlechte mang”. Gutmütig iſt der Rat:
„Wat, Karl, dir friert? Bind dir’n Schlips (naſſen Sack)
um” und von Herzen kommt der Wunſch: „So möcht ick
arbeeten können, wie der ißt”
Zum
Zubiläum Wilhelm Riechmanns.
Wilhelm Riechmann iſt ein Oſtfrieſe. In Bunde,
nahe der holländiſchen Grenze, wurde er am 29. März
1854 geboren. Soldatenblut rollt in ſeinen Adern, denn
ſein Vater, an jenem weltentlegenen Ort als Königlicher
Steuerinſpektor angeſtellt, war früher Rittmeiſter in
Hannöveriſchen Dienſten. Seine Schulbildung empfing
Riechmann auf den Gymnaſien in Hüneburg und
Naum=
burg. Er widmete ſich dann dem Kaufmannsberuf. Doch
Luſt und Liebe zur Kunſt ergriffen ihn mit Allgewalt und
ſo begann er, nach kurzer Vorbereitung in Franz
Deut=
ſchingers Theaterſchule in Leipzig, am dortigen Carltheater
ſpäteren Karolatheater mit 20 Jahren die Bühnenlaufbahn
und zwar zunächſt als Schauſpieler. In den folgenden
Jahren finden wir ihn in Poſen, Neuſtrelitz, Danzig,
Frei=
burg im Breisgau, Magdeburg und 1881 in Köln
enga=
giert. Hier wirkte er noch ein Jahr als Schauſpieler,
um alsdann zur Oper überzugehen. Umfaſſende
Ge=
ſangsſtudien hatte er in der Zwiſchenzeit bereits gemacht
bei Kavellmeiſter Räßler in Danzig und Geſangslehrer
Profeſſor Dreſzer in Leipzig.
Sein erſtes Engagement als Sänger führte ihn 1882
nach Bremen zu Direktor Pohl. 1882—1885 war er
wie=
derholt in Poſen, 1885/86 in Stettin und 1886/87 in
Bres=
lau, das zu dieſer Zeit Direktor Georg Brandes leitete.
Von Breslau kam Riechmann zu uns nach Darmſtadt
an=
ſtelle Carl Gillmeiſters. Als „Kardinal” in der „Jüdin”
debütierte er am 1. September 1887. Das Probegaſtſpiel
lag ſchon ein volles Jahr zurück, denn wir begegnen
Riech=
manns Namen auf dem hieſigen Theaterzettel zum erſten
Male am 5. und 9. September 1886 als Marel (
Huge=
notten) und Plumkett (Martha).
Viele Jahre vertrat Riechmann an der
Großherzog=
lichen Hofbühne das erſte Baßfach. Er gehörte zu den
feſteſten und bewährteſten Stützen unſerer Oper. Und
Gaſtſpiele in allen Nachbarſtädten, aber auch in den
Kunſtzentren Berlin und München, ferner in Amſterdam,
Chriſtiania, Stockholm, Gent, im Haag, in London gaben
ſeinem Namen außerhalb Anſehen und Geltung. In
Lon=
don ſang er im Rahmen des Richard Wagner=Theaters,
das Angelo Neumann durch halb Europa führte, den
„Fafner” im „Rheingold‟. In Berlin war er
jahre=
lang während der Darmſtädter Theaterferien an der
Krollſchen Oper als Gaſt für die Saiſon engagiert. Auch
jenſeits des großen Waſſers wollte man den geſchätzten
Künſtler kennen lernen. So erhielt er im September
1895 einen glänzenden Gaſtſpielantrag für 4 Monate nach
Amerika, der ihm einen Reinüberſchuß von nahezu 40000
Mark zuſicherte. Die Hoftheater=Direktion konnte jedoch
aus leicht begreiflichen Gründen einen ſo langen Urlaub
nicht gewähren. Schweren Herzens mußte Riechmann
ab=
lehnen, denn das Gaſtſpiel ſollte ſich in den beiden
folgen=
den Saiſons wiederholen. Hatte man ihm doch unter
Hinweis darauf ſogar nahegelegt, gegen Darmſtadt
ein=
fach kontraktbrüchig zu werden.
Und ſo blieb Riechmann unſerer Bühne erhalten. Zu
ſeinem Partienkreis zählten und zählen: Cardinal, Hagen,
Landgraf, Saraſtro, Waſſerträger, Baculus, Bartolo, van
Bett, Falſtaff, Barbier von Bagdad, Cornelius (
Nürn=
berger Puppe) ꝛc.
Auch im Konzertſaal und namentlich als
Oratorien=
ſänger war Riechmann lange Zeit eine geſuchte und
ge=
ſchätzte Kraft.
Riechmanns große ſchauſpieleriſche Begabung, die
von jeher ſeine Leiſtungen auf der Bühne auszeichneten,
iſt in den letzten Jahren inſofern ſtärker hervorgetreten,
als er ſich mehr und mehr dem Schauſpiel wieder
zu=
wandte. Wir erinnern an ſeinen köſtlichen „Junker
To=
bias” in „Was Ihr wollt” an ſeinen „Wachtmeiſter”
(„Wallenſteins Lager”), an ſeinen „Lerſe” („Götz von
Ber=
lichingen”).
In Anerkennung ſeiner Verdienſte verlieh ihm
Groß=
herzog Ernſt Ludwig ſchon vor 17 Jahren den Titel:
Kammerſänger. Und als das Hoftheater am 23. Mai
1910 in ſein zweites Säkulum eintrat, erhielt er das
Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen. Zum Schluß ſei noch erwähnt, daß ſich
Riechmann ſeit mehreren Jahren auch als Regiſſeur der
Oper betätigt.
H. K.
Nummer 294.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
haltenen Treibjagd. Er befand ſich auf dem Anſtand, als
plötzlich ein flüchtendes Reh ihm direkt ins Geſicht
ſprang, wobei er zu Fall kam und von den Läufen des
Tieres an der Wange verletzt wurde.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Dez. Die
Eingemein=
dungsverhandlungen zwiſchen Berlin und Treptow
die ein Jahr lang ins Stocken geraten waren, ſind wieder
in Fluß gekommen. Der Magiſtrat hat geſtern an den
Treptower Gemeindevorſtand das Erſuchen gerichtet, ſich
über die Frage der Eingemeindung zu äußern. — Heute
nachmittag fand im Etabliſſement zur „Neuen Welt” in
der Haſenheide ein von vielen Tauſenden beſuchter
Kon=
greß der Fleiſchermeiſter Deutſchlands
ſtatt. Es gelangte ſchließlich eine längere Reſolution
ein=
ſtimmig zur Annahme, in der verlangt wurde, daß der dem
Reichstage vorliegende Geſetzentwurf betreffend die
Zoll=
erleichterung nicht nur den Stadtverwaltungen, ſondern
auch allgemein dem Fleiſchergewerbe zugeſtanden werde.
Die Verwaltung der Straßenbahn hat
ge=
ſtern an das Betriebs=, Bau= und Werkſtättenperſonal, im
ganzen 10039 Mann, 534000 Mark an
Weihnachtsgratifi=
kationen ausgezahlt. — In der Prozeßſache von
Wolf Wertheim und der Berliner Terrain= und Bau=
Akt.=Geſ., an die W. Wertheim ſeine Anſprüche zediert
hatte, gegen die Liquidatoren der offenen
Handelsgeſell-
ſchaft A Wertheim hat das Reichsgericht das Urteil des
Kammergerichts beſtätigt, das den Anſpruch von Wolf
Wertheim und ſeinen Rechtsnachfolgern auf Zahlung von
5 Million n Mark Schadenerſatz — weil das Geſchäft zu
billig verkauft worden ſei — abwies. Damit hat dieſer
Prozeß, der, laut Voſſ. Ztg., über eine viertel Million
Mark Koſten verurſachte, zugunſten von A. Wertheim ſein
Ende gefunden.
Achern, 11. Dez Die elektriſche
Ueberland=
zentrale Achern der Rheiniſchen Schuckert=
Geſell=
ſchaft gehörig, iſt infolge Heißlaufens eines Lagers heute
abend niedergebrannt. Der Schaden iſt bedeutend.
Die große Leitung von Offenburg bis Raſtatt und nach
der Pfalz iſt auf ein halbes Jahr ſtromlos.
Dresden, 12. Dez. Internationale
Hotel=
diebe führten in einem Hotel einen Diebſtahl aus, wobei
Schmuckſachen im Werte von vielen tauſend Mark von
ihnen erbeutet wurden. Die Beſtohlenen ſind zwei reiche
Engländerinnen.
Bad Liebenſtein, 12. Dez. Der Pächter des Bades
Levinſtein=Leipzig iſt geflohen. Das Amtsgericht
er=
ließ einen Haftbefehl wegen Betruges.
Hamburg, 11. Dez. Der Senat hat es abgelehnt,
dem Geſuch der Bürgerſchaft betreffend die Errichtung
eines Bühnenhauſes für Oper und Schauſpiel zu
entſprechen. Er iſt aber bereit, die Beſtrebungen durch
Hergabe eines Bauplatzes und einen Zuſchuß zu den
Bau=
koſten zu unterſtützen.
Beuthen, 11. Dez. Das Schwurgericht
ver=
urteilte den Grubenarbeiter Auguſt Wiczerek wegen
Ueberfalls, vorſätzlicher Beraubung und Tötung, ſowie
den Arbeiter Kudelko wegen Beihilfe an der Ermordung
des Gaſtwirts Cohn in Klimſawieſe bei Beuthen, zum
Tode. Der Arbeiter Nieſa wurde wegen Beihilfe zu
9 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 5 Monate auf
die Unterſuchungshaft angerechnet werden.
Königsberg i. Pr., 12. Dez. Wegen
umfang=
reicher Diebſtähle in Getreide, Leinſaat, Rotklee
uſw., die teils ſeit Jahren verübt wurden, ſind hier in
den letzten Tagen 17 Faktore, Händler und Kaufleute
wegen Diebſtahls oder gewerbsmäßiger Hehlerei
ver=
haftet worden. Die Unterſuchung dürfte vorausſichtlich
noch zu weiteren Verhaftungen führen.
London, 11. Dez. Ein Telegramm der Admiralität
beſagt, daß die von dem Flaggſchiff „Centurion”
aufgefundene Laterne gezeichnet iſt: „T. H. Peters u. Bay
1668.‟ Der britiſche Dampfer „Oſprey”, von dem man
an=
fangs glaubte, er ſei von dem „Centurion” zum Sinken
gebracht worden, iſt auf der Höhe von Portland geſichtet
worden.
New=York, 12. Dez. Präſident Taft nahm die
Profeſſur der Yale=Univerſität an, die ihm angeboten
wurde.
Aus der geologiſchen Abteilung
des Landesmuſeums.
* Die Sammlung der foſſilen Pflanzen hat letzthin eine
intereſſante Bereicherung durch Herrn Sanitätsrat Dr.
Maurer hier erfahren, der eine Sammlung der
ter=
tiären Flora von der Inſel Spitzbergen, die er auf ſeiner
diesjährigen Nordlandfahrt beſuchte, zuſammengebracht
und in hochherziger Weiſe der geologiſch=mineralogiſchen
Abteilung des Muſeums als Geſchenk überwieſen hat.
Dieſe Flora Spitzbergens aus der Tertiärzeit iſt von der
heutigen völlig verſchieden. Alle Länder rings um den
Nordpol, wie Grönland, Spitzbergen, Island, Grinnell=
Land, Alaska, Sibirien uſw beſaßen damals ein
ſub=
tropiſches bis gemäßigtes Klima, wie wir ihm heute in
den wärmeren Gegenden Mittel= und Süddeutſchlands,
ſowie in den ſüdlichen Alpenländern begegnen. Wo jetzt
der größte Teil dieſer Länder unter gewaltigen
Glet=
ſchern oder Inlandeis begraben liegt und nur eine
Zwerg=
flora ihr kümmerliches Daſein friſtet, da grünten zur
Ter=
tiärzeit prächtige Laub= und Nadelholzwälder. In
ge=
miſchtem Beſtand erhoben ſich hier Eichen, Buchen,
Ul=
men und Pappeln, durchſetzt von Linden. Edelkaſtanien
und Platanen, an ſumpfigen Stellen Birken, Erlen und
Sumpfzypreſſen, während ein dichtes Unterholz von
Haſelnuß, Magnolien und Feigen, ſowie zahlreiche Farne
den Boden bedeckten. Eine genügende Erklärung für
dies andersartige Klima zur Tertiärzeit im hohen
Nor=
den iſt noch nicht gefunden, wenn es auch an Verſuchen
hierzu, wie die Hypotheſe von dem Wandern der Pole,
nicht gefehlt hat. Die beſprochene Sammlung befindet
ſich im palgeontologiſchen Saal. Nordſeite, Schrank 46.
Unter den anderen Neuaufſtellungen befindet ſich
ferner ein prächtig erhaltener Schädel eines
Doppelnas=
horns (Rhinoceros etruscus) aus dem Diluvium von
Mauer a, d. Elſenz bei Heidelberg. Seine Länge beträgt
73 Zentimeter. Dieſer Schädel, der beſterhaltenſte von
dort, beſitzt deshalb noch beſonderes Intereſſe, weil er
aus derſelben Schicht ſtammt, in welcher der älteſte bis
jetzt bekannte menſchliche Ueberreſt, der Unterkiefer des
Homo Heidelbergenſis, gefunden wurde. Der dem
Schä=
del beigefüate Unterkiefer gehört einem anderen
Exem=
plar der gleichen Art und vom ſelben Fundort an. Der
Fund iſt ausgeſtellt im palgeontologiſchen Saal. Nord
ſeite, Schrank 31.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1912.
Dr. Haupt.
Tee=Abend.
Deutſcher Frauenverein vom roten Kreuz
für die Kolonien
g. Darmſtadt, 13. Dezember.
Im Saal der „Vereinigten Geſellſchaft” veranſtaltete
geſtern die Abteilung Darmſtadt des
Landes=
verbandes Heſſen des Deutſchen Frauenvereins vom
Roten Kreuz für die Kolonien einen vorzüglich
gelun=
genen Tee=Abend unter aaußerordentlicher Teilnahme
der Mitglieder und Freunde des Vereins und der Spitzen
der Behörden und Geſellſchaft. Ihre Königliche Hoheit
die Großherzogin, die hohe Ehrenvorſitzende des
Vereins, wöhnte den Veranſtaltungen bis zum Schluß
bei. Eingeleitet wurde der Abend mit einer
Begrüß=
ung durch Herrn Profeſſor Dr. Baur der rückblickend
mitteilte, daß ſich am Geburtstage der hohen
Ehrenvor=
ſitzenden die Abteilung Darmſtadt ſelbſtändig gemacht
und auch einen Vorſtand gewählt habe, dem folgende
Mitglieder angehören: Frau Oberkonſiſtorialpräſident
D. Nebel als 1. Vorſitzende, Frau Geheimerat Becker
als 2. Vorſitzende, General v. Hartmann als
Schatz=
meiſter, Frau Exzellenz v. Plüskow, Herr
Pfarraſſi=
ſtent Herpel, Frau Geheimerat Pfannenſtiel und
Frau von Oidtman als Leiterin der Jugendgruppe.
Der Landesverein Heſſen habe es ſich zur beſonderen
Auf=
gabe gemacht, neben der allgemeinen Tätigkeit Mittel zur
Schaffung eines Kindergartens in Swakopmund
zu ſammeln. Wie jede neu erſtandene Kolonialſtadt ſei
auch Swakopmund vor allem eine Stadt der Jugend und
da es nicht zweckmäßig erſcheine, die heranwachſende
Jugend den Schwarzen zu überlaſſen, habe der Verein
es als eine äußerſt wichtige Aufgabe erkannt, daß in
Swakopmund ein Kindergarten errichtet werde. Die
Mit=
tel hierzu zu erlangen und auch, um die Mitglieder
wie=
der einmal zu verſammeln, ſei der Zweck des Abends.
Der Kindergarten ſolle auf Anregung der Großherzogin
nach den beiden Prinzen den Namen Georg=Ludwigs=
Garten” erhalten. Nach dieſer Begrüßung ergriff Frau
Margarethe v. Eckenbrecher das Wort, um in
an=
genehmem Plauderton von ihren afrikaniſchen
Reiſen, die ſie mit ihrem Gatten unternommen, zu
erzählen. Sie ſchilderte, unterſtützt durch wunderbar
auf=
genommene farbige Lichtbilder, den Verlauf der erſten
Reiſe, die ſie von Lindi aus in das Innere unſerer
Ko=
lonie Oſtafrika unternahmen. Sie plauderte von den
Jagdfreuden, denen ſie in den wildreichen Urwald= und
Steppengebieten nachgehen konnten, von den
Lebensge=
wohnheiten auf dieſer Reiſe, mit ihren mannigfachen
Schwierigkeiten und unerwarteten Hinderniſſen, und gab
auch durch ihre Schilderungen von den eingeſeſſenen
Be=
wohnern dieſer Gebiete, ihren Sitten, Gewohnheiten und
Lebensverhältniſſen einen Begriff von unſeren dortigen
Landsleuten. Mit Freude erfüllen mußte ihre Erzählung
von dem deutſchtreuen Ortsoberhaupt, der ſich aus Gram,
darüber, daß er dem Anſturm der Aufſtändiſchen nicht
ſtandhalten konnte, eine halbe Stunde vor dem Eintreffen
der deutſchen Hilfe entleibte. Auch das
abwechſelungs=
reiche Gebiet dieſer Kolonie, der die Vortragende die
aus=
ſichtsreichſte Zukunft vorausſagte, lernte man durch die
vielen prächtigen Lichtbilder kennen. Große Zukunft habe
nach ihrer Meinung die Gummi= und
Baumwollproduk=
tion, weniger die Siſalhanfpflanzungen, da die
Ver=
arbeitung des Siſalhanfes zu koſtſpielig iſt. Zu bedauern
ſei es, daß das engliſche Kapital in dieſer deutſchen
Ko=
lonie ſo vordringt und ſich immer weiteren Boden erobert.
Nur durch Belehrung der in Betracht kommenden Kreiſe
über die geſamten Verhältniſſe in dieſer Kolonie ſei eine
Beſſerung in dieſer Beziehung zu erwarten. — Reicher
Beifall aus dem vollbeſetzten Saale folgte den äußerſt
lehrreichen, oft humorvollen Ausführungen der
Vortra=
genden. Drei allerliebſte Kleinen in oberheſſiſcher Tracht
brachten der Frau v. Eckenbrecher unter Widmung
eines Dankſpruches die Anerkennung des Vereins durch
Ueberreichung eines Blumenſtraußes zum Ausdruck.
In der nun folgenden Tee=Pauſe wurde in den
Nebenräumen Tee und ein kleiner Imbiß gereicht,
wäh=
rend an einigen Verkaufsſtänden Gegenſtände verkauft
wurden, die zum Teil von fleißigen Mitgliedern der
Fugendgruppe der Abteilung hergeſtellt waren, und deren
Erlös den Beſtrebungen der Abteilung zugute kommt.
Schmucke oberheſſiſche Mädchen oder junge Damen mit
den Abzeichen des Roten Kreuzes verkauften Karten und
onſtige Andenken. Im Saale war inzwiſchen durch
Tannengrün ein Tanzboden markiert, auf dem nun eine
Feihe reizender Tanzſpiele von den Mitgliedern der
Jugendgruppe zur Darſtellung gebracht wurde. In
Schmucken, echten oberheſſiſchen Koſtümen wurden in
bun=
ter Abwechſelung Reigen getanzt und Lieder geſungen,
und all die friſchen, kleinen und großen Buben und
Mäg=
delein boten in den maleriſchen Trachten ein ungemein
reizvolles Bild, ſo daß der Beifall nicht enden wollte,
Großen Beifall fand auch das von der Fürſtin zu
Solms=Hohenſolms=Lich komponierte letzte Lied.
Die Damen und Herren, die ſich zum Gelingen des Abends
der Mühe des Einſtudierens unterzogen, können mit
Ge=
nugtuung konſtatieren, daß ſie etwas ungemein
Anſpre=
chendes geboten und zur Darſtellung gebracht haben. Den
Beſchluß des frohen Abends bildete eine Verloſung von
geſtifteten Gegenſtänden.
Gerichtszeitung.
* Mainz, 12. Dez. Der 37jährige
Metzgermei=
ſter Karl Nußhag aus Eppingen, ſeit 30. Juli in
Mainz in Unterſuchungshaft, iſt angeklagt, im Sommer
1912 als Schuldner, der ſeine Zahlungen eingeſtellt hat und
über deſſen Vermögen das Konkurs verfahren
er=
öffnet wurde, in der Abſicht, ſeine Gläubiger zu
benach=
teiligen, einen Geldbetrag von 52000 Mark, zwei
Geld=
beträge von je über 600 Mark, ſowie ſeine Geſchäftsfiliale
in Pirmaſens mit Inventar und Zubehör, ſowie Fleiſch=
und Wurſtwaren, verheimlicht und beiſeite geſchafft zu
haben. Nußhag betrieb mehrere Jahre in Mainz eine
Großmetzgerei, er verkaufte ſeine Fleiſch= und Wurſtwaren
zu billigeren Preiſen. Er hatte mehrere Filialen in
Mainz und an anderen Orten. Als er im Juli 1912 ſeine
Zahlungen eingeſtellt, wurde über ſein Vermögen der
Konkurs verhängt. Die Ausſichten ſind für die Gläubiger
äußerſt ſchlecht, den Paſſiven von etwa 100000 Mark
ſte=
hen faſt keine Aktiven gegenüber. Es wird ihm von der
Anklagebehörde zur Laſt gelegt, daß er dieſen Zuſtand
ab=
ſichtlich herbeigeführt habe, und daß er ſchon vor der
Zah=
lungseinſtellung bedeutende Vermögensobjekte beiſeite
ge=
bracht hat. Die Hereingefallenen ſind in erſter Linie
Vieh=
händler, die dem Angeklagten Schlachtvieh auf Kredit
ge=
liefert haben. Vor allem wird ihm zur Laſt gelegt, daß
er einen Barbetrag von über 52000 Mk. auf die Seite
ge=
ſchafft hat. Für die Verhandlung ſind zwei Tage
vorge=
ſehen, Donnerstag und Freitag; 59 Zeugen ſind zu verneh=
men, darunter Zeugen aus Köln, Wiesbaden, Hamburg=
Frankenthal, Mannheim, Pirmaſens, Bamberg, Nauheim,
Sonnenberg, Hechtsheim, Gonſenheim, Kaiſerslautern,
eine große Anzahl von Viehhändlern, außerdem kommen
Akten des Amtsgerichts Mainz, der Staatsanwaltſchaft=
Hamburg über den angeblichen Brieftaſchendiebſtahl,
Briefe und Notizbücher des Angeklagten, amtliche
Aus=
künfte von der Bürgermeiſterei Eppingen, des
Poſtſcheck=
amts Frankfurt, des Polizeipräſidiums Kiel, der
Eiſen=
bahndirektion Altona, Frachtbriefe und Eheverträge zur
Verleſung, die viel Zeit in Anſpruch nehmen.
Der Diebſtahl der Kölner Kaiſerkette.
* Köln, 11. Dez. Zu der heutigen Verhandlung
waren gemäß einem geſtrigen Gerichtsbeſchluß zwei
Zeu=
gen aus Hamburg eingetroffen, die über den großen
Un=
bekannten Auskunft geben ſollten und ob die von den
bei=
den Zeugen in einer Hamburger Kneipe geſehenen
Män=
ner in blauen Anzügen die Angeklagten Kniep und
Hoch=
geſchurz geweſen ſind. Als die beiden Angeklagten Ende
Juli d. J. bei dem Zeugen Franke in Hamburg eingekehrt
ſeien, hätten ſie ihn gefragt, ob ein gewiſſer Hammacher
dort wohne. Später ſeien ſie nochmals wiedergekommen
und einer von ihnen habe dann Hammacher, der ein
Etagenzimmer inne hatte, beſucht. — Die
Bordellwirt=
ſchafterin aus Hamburg verſagte überhaupt; ſie konnte nur
bekunden, daß Hochgeſchurz ihr bekannt vorkomme.
Sämtliche Angeklagten richteten an dieſe beiden Zeugen
eine ganze Reihe von Fragen, die aber vom Vorſitzenden
als unzuläſſig abgelehnt wurden. Die Vernehmungen
er=
gaben ſonſt nichts weſentlich Neues, ſo daß im
Einver=
ſtändnis ſämtlicher Prozeßbeteiligten auf eine ganze Reihe
von Zeugen verzichtet wurde. — In der vorgerückten
Nachmittagsſtunde begannen die Plädoyers. Der
Staats=
anwalt beantragt gegen Kniev und Hochgeſchurz zehn
Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverluſt, gegen Bayer
ſechs Jahre Zuchthaus und ſechs Jahre Ehrverluſt, gegen
Rolla und Hammacher 18 Monate Zuchthaus und fünf
Jahre Ehrverluſt, gegen Thill neun Monate Gefängnis.
Die Verteidiger plädieren auf Freiſprechung bezw.
mil=
dere Strafen.
Das Urteil wurde in ſpäter Abendſtunde gefällt:
Kniep erhielt 7 Jahre Zuchthaus und Hochgeſchurz
7 Jahre Zuchthaus und eine Woche Gefängnis. Letztere
Strafe wurde wegen falſcher Namensangabe verhängt.
Beide wurden außerdem zu je 10 Jahren Ehrverluſt
ver=
urteilt. Der Anſtifter Bayer wurde freigeſprochen,
weil es ſich nur um Vorbereitungshandlungen handele.
Wegen verbotenen Waffentragens erhielt er 20 Mark
Geldſtrafe. Der Hehler Rolla erhielt 1 Jahr 6 Monate
Gefängnis, der Hehler Hammacher 10 Monate
Gefäng=
nis, der Kölner Zahntechniker Thill wurde ebenfalls
wegen Hehlerei zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Beit
Rolla wurden 5, bei Hammacher und Thill je 4 Monate
Unterſuchungshaft angerechnet. Bayer und Thill
wur=
den ſofort in Freiheit geſetzt. Als ſtraferſchwerend wurde
hervorgehoben, daß es ſich um ein Kunſtwerk von
erheb=
lichem Wert handle, und daß es im öffentlichen Intereſſe
liege, derartige Gegenſtände, die in den Muſeen
ausge=
ſtellt ſind, zu ſchützen.
Der Tod des Prinz=Regenten
Luitpold von Bayern.
* München, 12. Dez. Geſtern abend um 10 Uhr traten
beim Prinz=Regenten infolge von empfindlichen
Herden auf der Lunge Fiebererſcheinungen auf.
Die Herztätigkeit wurde unregelmäßig. Die Nacht über
brachten die Prinzeſſin Thereſe und der Leibarzt Ober=
Medizinalrat von Kaſtner bei dem Prinzregenten zu.
Heute früh 4½ Uhr trat ein akutes Lungenödem ein
infolge von Herzſchwäche und gegen 4 Uhr 50 Minuten iſt
der Prinz=Regent ſanft entſchlafen. Bei dem
Hin=
ſcheiden des Prinz=Regenten waren anweſend: deſſen
Toch=
ter Prinzeſſin Thereſe, die Schweſter des Regenten Frau
Erzherzogin Adelgunde, Prinzeſſin Ludwig, Prinz
Rup=
precht, Prinz Leopold und Gemahlin mit den Prinzeſſinen
Georg und Konrad, Prinzeſſin Arnulf, ferner
Obermedi=
zinalrat Dr. von Kaſtner, Generaladjutant Frhr. v.
Sieden=
mann, der dienſttuende Flügeladjutant General v.
Wal=
ther, Miniſterialdirektor von Dandel und Stiftspropſt
Heger. Um 7 Uhr fand eine heilige Meſſe ſtatt in den
Steinzimmern, welcher die Mitglieder des Königlichen
Hauſes, die nächſte Umgebung und Miniſterpräſident.
Frhr. v. Hertling anwohnten.
* München, 12. Dez. Weitere Nachrichten vom
Sterbelager des Prinz=Regenten
Luit=
pold beſagen: Während der Regent am Morgen um
4 Uhr 50 Minuten ſanft entſchlief, ſprach Stiftspropſt
v. Heger die Sterbegebete. Gleich heute früh hat Prinz=
Rupprecht von Bayern in Vertretung ſeines Vaters, des
Prinzen Ludwig, den ſämtlichen deutſchen und
befreun=
deten ausländiſchen Höfen den Tod ſeines Großvaters
telegraphiſch mitgeteilt. Der deutſche Kaiſer und der
Kaiſer von Oeſterreich haben die erſten, herzlich
gehal=
tenen Beileidstelegramme nach München gelangen laſſen.
Im Laufe des Vormittags iſt die Leiche des Regenten
einbalſamiert worden und mittags hat eine
Staatskom=
miſſion, an deren Spitze Miniſterpräſident Frhr. v.
Hert=
ling ſteht, den Akt über den Tod des Regenten
aufgenom=
men. Im Sterbezimmer verrichten Stiftspropſt von
Heger und die Hofgeiſtlichkeit abwechſelnd Gebete. In
der Allerheiligen=Hofkirche werden bereits
Vorbereitun=
gen zur Aufbahrung des toten Fürſten getroffen. Ueber
die allgemeine Landestrauer ſteht eine Allerhöchſte
Bot=
ſchaft bevor. Die betreffenden Anordnungen werden erſt
getroffen werden können wenn Prinz=Regent Ludwig in
München eingetroffen ſein wird. Wie das Miniſterium
mitteilt, wird dieſe Verordnung heute abend zwiſchen
7 und 8 Uhr zu erwarten ſein. Die Landestrauer wird
ſich vorausſichtlich auf drei Monate erſtrecken mit den
ent=
ſprechenden Abſtufungen. Die Vereidigung der Truppen
auf den neuen Verweſer des Königreiches Bayern, Se.
Königl. Hoheit den Prinz=Regenten Ludwig, wird in der
Kaſerne des Infanterie=Regiments in der Türkenſtraße,
wie auch in den anderen Kaſernements auf dem
Mars=
felde und dem Oberwieſenfelde heute noch ſtattfinden.
* München, 12. Dez. Von der Reſidenz weht
die Trauerflagge, ebenſo von den prinzlichen Palais, den
Konſulaten, vielen öffentlichen und privaten Gebäuden.
In den Morgenſtunden ertönte das Geläute ſämtlicher
Kirchenglocken.
* München, 12. Dez. Die Korreſpondenz
Hoff=
mann meldet: Se. Königl. Hoheit Prinz=Regent
Lud=
wig hat das von dem Vorſitzenden des Miniſterrats,
Frhrn. von Hertling, unterbreitete
Entlaſſungs=
geſuch des Miniſteriums nicht angenommen und
dem Miniſterium Allerhöchſt ſein volles Vertrauen aus
geſprachen.
* München, 12. Dez. Kaiſer Wilhelm hat
durch den preußiſchen Geſandten von Treutler, der König
von Sachſen durch den ſächſiſchen Geſandten von Frieſen,
ihre perſönliche Teilnahme an den
Beiſetzungs=
feierlichkeiten Weiland Se. Kgl. Hoheit des Prinz=
Regenten ankündigen laſſen.
* Berlin, 12. Dez. Der Hof legt für den Prinz=
Regenten eine Trauer von drei Wochen bis
einſchließ=
lich den 1. Januar an.
* Berlin, 12. Dez. Die heutige Sitzung des
Bundesrates wurde von dem Reichskanzler
v. Bethmann Hollweg perſönlich eröffnet, der in
einer Anſprache der tiefen Trauer Deutſchlands über das
Hinſcheiden des Prinz=Regenten
Luit=
pold Ausdruck gab.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 12. Dez. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten mit folgender
Anſprache (das Haus erhebt ſich): Der Regent des
zweitgrößten Bundesſtaates, Prinz Luitpold von
Bayern iſt, wie mir der Königlich Bayeriſche Herr
Miniſterpräſident mitgeteilt hat, heute morgen 5 Uhr in
der Königlich Bayeriſchen Reſidenz, in München,
verſchie=
den. Noch vor wenigen Monaten konnten wir dem
Ent=
ſchlafenen zu ſeinem 90. Geburtstag herzliche Glück= und
Segenswünſche des Reichstags übermitteln. An dem
franzöſiſchen Krieg hat er im deutſchen Hauptquartier
teilgenommen und wohnte der denkwürdigen
Kaiſerprokla-
mation in Verſailles bei. Die älteren unter uns werden
ſich ſeiner noch erinnern, wie er nach dem
Regierungs=
antritt unſeres Kaiſers zur feierlichen
Reichstagseröff=
nung in Berlin erſchien. Der treue Eifer, die raſtloſe
Tä=
tigkeit und Fürſorge, mit der der Entſchlafene nach der
Erkrankung des Königs auch im hohen Alter die
Regie=
rung ſeines Landes führte, wird im Bayernvolke und bei
uns allen unvergeßlich ſein. (Bravo.) Ich werde dem
nunmehrigen Prinzregenten Ludwig, den
parlamentari=
ſchen Körperſchaften in München und dem Königlich
Bayeriſchen Herrn Miniſterpräſidenten die herzlichſte
An=
teilnahme und den tiefen Schmerz des Reichstags zum
Ausdruck bringen.
Meine Herren! Ich ſchlage Ihnen vor, unter dieſen
Umſtänden in die heutige Tagesordnung nicht einzutreten
und die nächſte Sitzung zu halten am Mittwoch, den
8. Januar 1913, mit der heutigen Tagesordnung. Ich
ſchließe die Sitzung. — Schluß 11 Uhr 25 Minuten.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
Eine Erklärung Sir Edward Greys.
Sir Grey gab in einer kurzen Erklärung im
engliſchen Unterhauſe einen Ueberblick über
die Lage und teilte mit, daß die Großmächte
zuſtimm=
ten, daß die Botſchafter in London zum
Meinungsaus=
tauſch zuſammentreten ſollten. Die Beſprechungen
wür=
den beginnen, ſobald die Botſchafter von den
Regierun=
gen Inſtruktionen erhielten. Sie werden keine
Kon=
ferenz bilden, und im Zuſammenhang hiermit möchte
ich daran erinnern, daß die erſte Anregung zu einer
förm=
lichen Konferenz von Poincaré kam. Daher wird
vor=
ausſichtlich Paris der erſte in Betracht kommende Ort
ſein, falls eine förmliche Konferenz opportun oder
notwendig befunden werden ſollte.
Ich glaube nicht, daß ich im gegenwärtigen
Augen=
blick längere Ausführungen über die europäiſche Lage
machen kann. Die Hoffnungen und Befürchtungen
wech=
ſelten von Tag zu Tag und können fernerhin für einige
Zeit miteinander abwechſeln. Es iſt ſchwer, etwas zu
ſagen, ohne unangebrachten Peſſimismus zu erregen oder
Hoffnungen zu erwecken, die in der Folgezeit getäuſcht
werden könnten.
Die Erklärung Greys hatte folgenden Wortlaut:
„Wie das Haus weiß, ſenden die fünf kriegführenden
Mächte ihre Abgeſandten nach London, um über den
Frie=
den zu unterhandeln. Der König ſtellte im St. James=
Palaſt Räume zu ihrer Verfügung. Die britiſche
Regie=
rung wird alles tun, was in ihren Kräften ſteht, um den
Abgeſandten den Aufenthalt angenehm zu geſtalten. Die
Wahl Londons iſt von den kriegführenden Staaten
ſelbſt ausgegangen und in keiner Weiſe von uns angeregt.
Wir ſind ſicher, daß das Haus mit uns darin
überein=
ſtimmt, daß die Wahl uns außerordentlich angenehm und
die Anweſenheit der Abgeſandten uns willkommen iſt.
Wir glauben, daß ſie hier die Bedingungen für die
Führ=
ung der Unterhandlungen für den Abſchluß des Friedens,
den wir alle ernſtlich geſichert ſehen wünſchen, günſtig
fin=
den werden. Die neutralen Großmächte, zugleich
Signa=
tarmächte des Berliner Vertrages, ſind alle
übereinge=
kommen, daß ihre Vertreter in London zuſammentreffen
ſollten zu einer nichtformellen und nichtverbindlichen
Be=
ratung. Der Zweck der Beratung iſt, den
Aus=
tauſch der Anſichten zu erleichtern, beſonders über die
Punkte, die am unmittelbarſten die Intereſſen irgend
einer der beteiligten Großmächte berühren. Dieſe
Unter=
redungen finden ſtatt, ſobald die Botſchafter in London
von ihren Regierungen Inſtruktionen erhalten haben.
Wir hoffen, daß dies in der nächſten Woche der Fall ſein
wird.”
In der Erklärung heißt es weiter: „Die
Bezieh=
ungen zwiſchen den Regierungen der Mächte
ſind freundſchaftliche, die diplomatiſche Lage
iſt günſtig. Wenn eine Beſorgnis beſteht, ſo iſt es die,
daß ſich ein widerwärtiger, unvorhergeſehener
Zwiſchen=
fall ereignen und eine ungünſtige Aenderung der
diplo=
matiſchen Lage verurſachen könnte. Die Beratungen
der Botſchafter werden nicht formell und nicht
bindend ſein. Das iſt ein Zeichen dafür, daß die Mächte
noch nicht ſicher ſind, daß die Löſung aller Schwierigkeiten
in Sicht iſt. Andererſeits kann die Tatſache, daß die
Mächte alle einwilligten, zu einer engeren Beratung
zu=
ſammenzutreten, als Beweis dafür gelten, daß keine von
ihnen glaubt, eine ſolche Löſung ſei unmöglich. Wenn
die Unterredungen einmal begonnen haben, und die
Ver=
treter der Mächte in der Lage ſind, Fragen am
Beratungs=
tiſche miteinander zu erörtern, werden die Mächte
hier=
durch in engerer Fühlung miteinander ſtehen. Dann
ſollte die Gefahr geringer ſein, daß ſich irgend eine Macht
von den übrigen entfernt, falls ſich unvorhergeſehene
Schwierigkeiten erheben. Inzwiſchen, bis zum Beginne
der Beſprechungen, möchte ich mich aller weiteren
Kom=
mentare politiſcher Natur enthalten, da die Tatſache, daß
London der Verſammlungsort für die Beſprechungen der
Friedensverhandlungen iſt, der britiſchen Regierung die
beſondere Verpflichtung auferlegt, ſich bei ſolchen
Kommen=
taren Zurückhaltung aufzuerlegen.”
* Wien 11. Dez. Die Neue Freie Preſſe erfährt,
daß die Beratung der Miniſter auf kein neues
beunruhigendes Moment in der auswärtigen Kriſis
zu=
rückzuführen iſt; ſie hatte hauptſächlich den Zweck, dem
Kaiſer die Information über die mit der gegenwärtigen
auswärtigen Kriſe zuſammenhängenden Fragen zu
er=
leichtern. Der gemeinſame Empfang der Miniſter wurde
gewählt, damit der Kaiſer nicht genötigt iſt, jeden
Mini=
ſter einzeln zu empfangen. Informationen der Blätter
ſtellen übereinſtimmend feſt, daß die auswärtige
Lage ſtationär iſt. Indeſſen macht ſich ſowohl in
Wien als auch in Peſt eine zuverſichtlichere Auffaſſung
geltend.
Die Erneuerung des Dreibundes und die Balkankriſe.
* Sofia, 11. Dez. Bezüglich des an die
Er=
neuerung des Dreibundes von gewiſſen Seiten
geknüpften Gerüchts, daß die durch die Balkankriſe
hervorgerufenen Fragen und die Erregung, welche die
Er=
folge der Balkanſtaaten bei benachbarten Staaten
hervor=
rief, die Gründe für die vorzeitige Erneuerung des
Dreibundvertrages geweſen wären, hebt das Blatt Mir
hervor, es habe keinen Anlaß, zu glauben, daß die
Er=
neuerung irgend welche Komplikationen in ſich berge. Das
Blatt iſt vielmehr der Anſicht, daß die Dreibundſtaaten
in richtiger Würdigung der gegebenen Verhältniſſe zur
Löſung der durch den Krieg entſtandenen Fragen ihren
Beiſtand in der Weiſe leihen werden, daß keiner der
ver=
bündeten Balkanſtaaten in Zukunft das Bedürfnis
emp=
findet, Blicke nach den auswärtigen Faktoren zu lenken,
um den Beiſtand derſelben zu ſuchen. Das Blatt drückt
ſchließlich die Ueberzeugung aus, daß die Bedingungen
für eine volkommen unabhängige Entwicklung
der Balkanſtaaten nur dann gewahrt werden können,
wenn der Dreibund genügend ſtark iſt. um das
Gleich=
gewicht zwiſchen ihm und den Mächten der Tripelentente
vor einem Bruche zu bewahren.
Die Forderungſen Serbiens.
* Paris, 11. Dez. Der erſte ſerbiſche
Dele=
gierte zur Londoner Friedenskonferenz
Nowako=
witſch welcher heute nachmittag von Poincaré
emp=
fangen wurde, erklärte einem Redakteur des Temps: Ich
habe aus meiner Unterredung mit Poincaré den
Ein=
druck empfangen, daß er eine ſehr weitgehende Kenntnis
der orientaliſchen Frage beſitzt. Ich habe gleichzeitig die
Ueberzeugung gewonnen, daß die Mächte der Tripel=
Entente die gerechten Forderungen Serbiens wirkſam
unterſtützen werden. Was Serbien anlangt, ſo geht ſein
Beſchluß dahin, die durch ſeine Siege errungenen Erfolge
mit Feſtigkeit zu verteidigen, ohne Europa
herauszufor=
dern oder zu verletzen. Wir ſind entſchloſſen, auf dem
Beſitz eines Adriahafens zu beſtehen. Wir
betrachten dieſe Forderung als eine Pflicht, denn es
han=
delt ſich nicht um eine Eroberung, ſondern um die
Wieder=
erlangung deſſen was im 14. und 15. Jahrhundert uns
gehört hat. Die rätſelhafte und noch immer beunruhigende
Haltung Oeſterreichs überraſcht uns wir können uns
die=
ſelbe nicht erklären, aber die ſerbiſche Regierung hat die
feſte Hoffnung, daß ſich ihre gerechte Forderung von ſelbſt
durchſetzen werde.
Die Delegierten in Paris.
* Paris, 11. Dez. Miniſterpräſident Poincaré
empfing heute nachmittag die ſerbiſchen
Bevollmäch=
tigten zur Friedenskonferenz und hatte mit
ihnen eine einſtündige Unterredung. Der
Miniſterpräſi=
dent wird morgen zu Ehren des griechiſchen
Miniſter=
präſidenten Venizelos und der zur Friedenskonferen;
ent=
ſandten ſerbiſchen und montenegriniſchen
Bevollmächtig=
ten ein Frühſtück geben.
* Paris, 11. Dez. Der franzöſiſche
Bot=
ſchafter in London wird morgen in Paris eintreffen
und in der Frage der Botſchafter=Réunion mit dem
Mi=
niſterpräſidenten Poincaré konferieren.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 12. Dez. Der Präſident der bulgariſchen
Sobranje Dr. Danew der von der bulgariſchen
Re=
gierung als Friedens=Delegierter für London ernannt
wurde, iſt heute vormittag, von Wien kommend, hier
ein=
getroffen. Dr. Danew wurde auf dem Anhalter Bahnhof
vom bulgariſchen Geſandten Dr. Geſchow und dem
bul=
gariſchen Militär=Attaché Gantſchew erwartet und nach
dem Hotel Eſplanade geleitet. Später folgte Danew
einer Einladung des Staatsſekretärs des Aeußern von
Kiderlen=Wächter zum Frühſtück, an dem auch der
bul=
gariſche Geſandte Geſchow und Unterſtaatsſekretär
Zimmermann teilnahmen. Um 1 Uhr 5 Minuten reiſte
Danew nach London weiter.
H. B. Berlin 12. Dez. Danew erklärte ſich
gegen=
über einem Mitarbeiter des Berliner Tageblatt von dem
Erfolg ſeines Beſuches ſowohl in Bukareſt als auch in
Wien ſehr befriedigt. Namentlich könne er konſtatieren,
daß keinerlei Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen
Bul=
garien und Rumänien beſtehen. Von der Botſchafter=
Konferenz erhofft Danew ſehr viel. Seine Abreiſe nach
London erfolgte um 1 Uhr nachmittags. Paris wird
Danew nicht berühren.
H. B. Wien, 12. Dez. Das Neue Wiener Tageblatt
veröffentlicht ein Interview mit dem neuen Chef des
Generalſtabs Konrad von Hötzendorff worin
der letztere das Beſtehen einer Kriegspartei in Oeſterreich
Ungarn in Abrede ſtellte und alle Rückſchlüſſe, die aus
ſeiner Berufung gezogen wurden, als bloße
Mutmaß=
ungen bezeichnet.
H.B. Petersburg, 12. Dez. In hieſigen
diplo=
matiſchen Kreiſen verlautet, die ruſſiſche
Regier=
ung ſei nicht geneigt, durch ihren Vertreter auf der
Lon=
doner Botſchafter=Réunion die ſerbiſchen
An=
ſprüche auf einen ſouveränen Adriahafen zu vertreten.
Dagegen werde Graf Benckendorff vorausſichtlich erklären,
daß ſeine Regierung bereit ſei für einen wirtſchaftlichen
Stützpunkt Serbiens an der Adria auf neutralem Gebiet
und für eine dahin gehende neutrale Bahnlinie
diplo=
matiſch einzutreten. Man nimmt hier an, daß von ſeiten
Oeſterreich Ungarns einem ſolchen Verlangen Serbiens
keine Schwierigkeiten entgegengeſtellt werden dürfte und
erklärt, der Standpunkt der offiziellen ruſſiſchen Politik
ſei über dieſe Auffaſſung von Haus aus nicht
hinaus=
gegangen.
* Belgrad, 12. Dez. Von amtlicher Seite wird
ge=
meldet: Die Nachrichten über einen ungünſtigen
Ge=
ſundheitszuſtand des Königs und des
Kron=
prinzen ſind unzutreffend Der König und Kronprinz
Alexander, der Chef der erſten Armee, ſind bei
ausgezeich=
neter Geſundheit. Prinz Georg, der eine Zeitlang krank
war, befindet ſich auf dem Wege der Beſſerung. Jede
Ge=
fahr
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau, 12. Dez. Bei dem letzten
Ferkelmarkt überſtieg die Nachfrage bei weitem das
An=
gebot. Die aufgetriebenen 351 Tiere waren daher binnen
kurzer Zeit verkauft und konnte ſogar eine größere
An=
zahl Käufer ihren Bedarf nicht decken. Dementſprechend
waren auch die ohnedies hohen Preiſe ſehr feſt.
Be=
zahlt wurden für Ferkel 16—20 M für Springer 22—30
Mark und für Einleger 42—45 M. pro Stück. Am
Mon=
tag, den 16. dieſes Monats, iſt der nächſte Ferkelmarkt.
Vermiſchtes.
— Wettbewerb für Photographien,
ver=
anſtaltet vom Bund Deutſcher Verkehrs=Vereine e. V. Zur
Erlangung guter Photographien ſchreibt der „Bund
Deut=
ſcher Verkehrs=Vereine” einen Wettbewerb aus. Es
wird damit bezweckt, den Berufs= und
Liebhaberphoto=
graphen Anregung zur Herſtellung künſtleriſcher und
charak=
teriſtiſcher photographiſcher Bilder zu geben und
brauch=
bares Bildmaterial für die Tätigkeit des Bundes und
der ihm angeſchloſſenen Verkehrsverbände,
Verkehrsver=
eine und Verwaltungen zum Illuſtrieren der
Werbeſchrif=
ten, als Bildſchmuck für Aufſätze oder zu ſonſtigen
Zwek=
ken im Intereſſe des deutſchen Verkehrs zu erhalten. Eine
Wanderausſtellung ſoll das Ergebnis in
verſchie=
denen Städten weiteren Kreiſen zugänglich machen. Die
Einlieferung der Bilder hat bis ſpäteſtens 31. Oktober
1913 an den Bund Deutſcher Verkehrs=Vereine in Leipzig,
Thomaſiusſtraße 28, zu erfolgen, wo Näheres zu
erfah=
ren iſt.
Muſik.
— Das ſoeben erſchienene neueſte Heft der
Noten=
bibliothek Muſik für Alle, kommt mit der Oper=
Tosca zu Wort. Die Partitur der Tosca iſt beſonders
reich an muſikaliſchem Gehalt, packenden Szenen und
dra=
matiſchen Höhepunkten. In möglichſt leicht ſpielbarer
knapper Form iſt der muſikaliſche Inhalt des Werkes in
dem vorliegenden Heft der Muſik für alle erſchöpft und
bildet mit dem die Handlung erklärenden Text einen
voll=
kommenen Führer durch die Oper. Das Toscaheft iſt zum
Preiſe von 50 Pfg. in allen Buch= und
Muſikalienhand=
lungen, ſowie direkt vom Verlage Ullſtein und Co.,
Ber=
lin SW. 68, Kochſtraße 23/24, zu beziehen.
Literariſches.
— Aus der im Verlage von Moritz Schauenburg in
Lahr (Baden) erſcheinenden Deutſchen Jugend= und
Hausbücherei „Heim und Herd” liegen wieder 2 neue
Bändchen, das 6. und 7., vor. Der Inhalt beider
Bänd=
chen behandelt die Zeit von 1806—1813 und zwar bringt
das VI. Bändchen in den Denkwürdigkeiten aus=
Deutſchlands großer Zeit von Wilhelm
Mark=
graf von Baden und Hauptmann Friedrich Peppler
vor=
viegend das Kriegsgeſchichtliche, während das unter dem
Titel 1806—1813 Was alt und jung erlebte
er=
ſchienene VII. Bändchen in der Form von
Originalbe=
richten das damalige Leben und Treiben in Stadt und
Land wiedergibt. Beide in Leinwand gebundene
Bänd=
chen bieten für den geringen Preis von 1 Mark ſehr viel
und können Familien=, Volks= und Schulbibliotheken zu
Anſchaffung empfohlen werden.
— Die Lunge, ihre Pflege im geſunden und
kranken Zuſtande Von Dr. Paul Niemeyer. Zehnte,
umgearbeitete Auflage von Dr med. Georg Liebe.
Mit 37 in den Text gedruckten Abbildungen. In
Original=
leinenband 3 Mk. Verlag von J. J. Weber (Illuſtrirte
Zeitung), Leipzig Bei Erörterung der krankhaften
Zu=
ſtände der Lunge ſetzt das Buch den Leſer in den Stand,
en Ratſchlägen des Arztes mit vollem Verſtändnis und
Vertrauen zu folgen. In zehnter Auflage, dem Stande
der heutigen Wiſſenſchaft entſprechend umgearbeitet, bietet
dieſes in allgemeinverſtändlicher Weiſe geſchriebene
Hand=
buch einen beachtenswerten Wegweiſer zur Verhütung
und Heilung von Krankheiten der Lunge.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 12. Dez. In den Vormittagsſtunden
um=
drängte eine vielköpfige Menge in äußerſt angeregter
Stimmung das Poſtamt XII, um den für die
Poſt=
ſachen ſehr begehrten Stempel mit fünf 12 zu
er=
halten. Photographen und Filmoperateure hielten,
teils von den Dächern herab, von Droſchken oder
Auto=
mobilen aus das lebhafte Bild auf der Platte feſt. Die
Briefkäſten waren bald überfüllt und Poſtbeamte mußten
auf der Straße in Poſtbeuteln die Briefſchaften
ein=
ſammeln.
* Berlin, 12. Dez. In dem Prozeß gegen den
Referendar Wienſtrock den Gefangenenaufſeher!
Becker und den Bankier Sattler wurde Becker
frei=
geſprochen. Sattler wurde wegen Beſtechung zu zwei
Monaten Gefängnis verurteilt. Bezüglich des
Referen=
dars Wienſtrock hielt das Gericht den Sachverhalt nicht
für völlig geklärt. Die Verhandlung gegen ihn wurde
vertagt.
* Wilſter (Schleswig=Holſtein), 12. Dez. Die
Dampf=
mühle und das Korngeſchäft von Lumpe wurde
durch Großfeuer zerſtört. In den Speichern
lagerten große Maſſen von Getreide. Die Schiffe am
Kai wurden gerettet. Das Feuer wütete mehrere
Stun=
den und war in weiter Ferne ſichtbar.
* Madrid, 12. Dez. Der Kammer ging geſtern ein
Geſetzentwurf zu, durch den die Regierung
er=
mächtigt wird, zur Vornahme von Verbeſſerungsarbeiten
im Hafen von Ceuta 4½prozentige Schatzſcheine im
Betrage von 11½ Millionen Peſetas auszugeben, die in
29 Jahren amortiſierbar ſind.
* Catania, 12. Dez. Geſtern früh wurden in den Orten
Milo, Zafferana Etnea, Santa Fenerina und anderen
Stellen der Umgebung des Aetnas ſtarke
Erderſchüt=
terungen verſpürt. Schaden wurde nicht angerichtet.
* New=Nork, 12. Dez. Ausſtändige Arbeitert
der Erie=Eiſenbahn ſchoſſen bei Edgewater (New=
Yerſey) auf ein Schiff, auf dem ſich von der Bahn
beſchäf=
tigte und ſie begleitende Polizeimannſchaften befanden.
Zwei Beamte wurden getötet, neun verletzt.
* Norfolk (Virginia), 12. Dez. Der Panzer „
New=
hampſhire” erhielt geſtern abend den dringenden
Befehl, nach San Domingo zu fahren. Er dampfte um
Mitternacht nach der Rückkehr der auf Landurlaub
befind=
lichen Matroſen ab, ohne die Kohlenbunker aufzufüllen.
Das Staats= und das Marinedepartement bewahren
Stillſchweigen. Man glaubt zu wiſſen, daß eine neue unde
Nummer 294.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Sitee 7.
ſehr ernſliche Revolution in San Domingo
ausgebrochen ift.
HB. London, 12. Dez. In New=York wurde eine
Spielhölle ausgehoben und die Spieler, mehr
als 40 Zöglinge einer Höheren Töchterſchule, verhaftet.
Es waren noch weitere Mädchen anweſend, als die
Poli=
zei erſchien, aber es gelang vielen, durch die Hintertüre
und durch die Fenſter zu entkommen. Es dürften dies
etwa 12 geweſen ſein. Auf der Polizei wurden ihre
Namen und ihre Adreſſen feſtgeſtellt, weil ſie als Zeugen
gegen die Leiter der Spielhöllen dienen ſollen. Nach dem
Verhör wurden die Mädchen nach Hauſe geſchickt.
Angeſichts der Verteu erung der meiſten Genußmittel
iſt auf die Billigkeit von
(9606M
SRNGROJEE
(beſonders hinzuweiſen. Dieſe ſüchgeinuge Miſchung
vor=
zugsweiſe britiſch=indiſcher Tees ſteht qualitativ ſo hoch,
daß ſie den weitgehendſten Anſprüchen zu genügen
ver=
mag. Dabei ſtellt ſich infolge der außergewöhnlichen
Ausgiebigkeit eine Taſſe Sana=Ho Tee auf kaum
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Heute Nacht verschied unerwartet mein lieber Mann, unser treuer
Vater, Schwiegervater und Grossvater
Geheimer Baurat
Dr. Ing. Adolf Pfarr
ordentlicher Professor des Maschinenbaues an der Grossh.
Technischen Hochschule zu Darmstadt
im 62. Lebensjahre.
(25602
Um stille Teilnahme bitten
Darmstadt, den 12. Dezember 1912
Marie Pfarr, geb. Jäger,
Elisabeth von Werner, geb. Pfarr,
Adolf Pfarr, Marinebaumeister,
Werner Pfarr, Ingenieur.
Friedericke Pfarr, geb. Bremer,
Lisbeth Pfarr, geb. Merck.
Karl von Werner, Kaiserl. Reg.-Rat u. Grossh. Kammerjunker,
und ein Enkel.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 14. Dezember 1912, nachmittags 3 Uhr, auf dem
hiesigen Friedhof, die Einsegnung um 2½ Uhr im Trauerhause (Eichbergstrasse 8) statt.
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In voriger Nacht verschied unser teurer
* Kollege
Herr Geheime Baurat
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemernse.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 13. Dezember:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 14. Dezember:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
5 Uhr 15 Mn.
Gottesdienſt an den Wochentagen:
Morgens 7 Uhr 15 Min. Abends 5 Uhr 30 Min.
Seit 15 Jahren gehörte der Verstorbene
alsordentlicher Professor des Maschinenbaues
unserer Technischen Hochschule an, der er
trotz mehrfacher ehrenvoller Berufungen treu
blieb. Seine bedeutenden wissenschaftlichen
Verdienste reichen Erfahrungen und
hervor-
ragenden Eigenschaften als MenschundLehrer
lassen seinen frühen Hingang als einen
über-
aus schweren Verlust für die Fachwelt und
unsere Hochschule empfinden und sichern
ihm ein treues, ehrenvolles Andenken. (25580
Darmstadt, den 12, Dezember 1912.
Im Namen der Grossherzoglichen
Technischen Hochschule
Der Rektor: G. Wickop.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 14. Dezember:
Vorabend 4 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
3 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 15. Dezember, an:
Morgens 7 Uhr Nachmittags 4 Uhr.
NB. Freitag, den 20. Dezember:
Faſttag des 10. Tewes.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die nordweſtliche Depreſſion hat ſich ſüdoſtwärts
aus=
gebreitet. Ihr Kern liegt heute mit 720 Millimeter über
dem Nordmeere. Bei milden weſtlichen Winden liegen
die Morgentemperaturen in unſerem Bezirke bis 5
Cel=
ſius. Niederſchläge fielen verbreitet, doch nur in geringen
Mengen. Von Weſten her ſteigt der Druck ſchnell, ſodaß
das Tief raſch abziehen dürfte. Wir haben demnach
mor=
gen wohl wolkiges, doch meiſt trockenes, kühleres Wetter
zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 13. Dezember:
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, kühler.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Außer Abonnement). Anfang
8 Uhr: „Jedermann”
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Balladen=, Lieder= und Duetten=Abend
von Kammerſängerin Gura Hummel und
Kammer=
ſänger Gura um 8 Uhr in der Turnhalle am
Woogs=
platz (Richard Wagner=Verein).
Hauptverſammlung des Deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße Nr. 23):
Die Hochzeitsfeier im Hauſe Fürſtenberg; zur Eröffnung
der Winterſeſſion des deutſchen Reichstages; der
öſter=
reichiſch=ungariſche Armeeinſpektor Freiherr v.
Hötzen=
dorf in Bukareſt; König Peter von Serbien verläßt
mit dem Premierminiſter Paſitſch den
Dankgottes=
dienſt.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 14. Dezember.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr Rundeturm
ſtraße 16.
Drut und Prlagt z. t. Mitchſche Seſbunhrncherek
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Die glückliche Geburt eines
kräftigen Jungen zeigen hoch-
erfreut an
Rechtsanwalt Dr. Maurer und Frau
Gretchen geb. Strubler
Darmstadt, Dezember 1912. (*14112
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, herzensgute Mutter, Großmutter,
Schwiegermutter, Schweſter und Tante
Frau Minna Merz
geb. Osswald
Witwe des Feldwebels 1. P. Joh. Gg. Merz
nach langem Leiden durch einen ſanften Tod
zu erlöſen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Kätha Dietze, geb. Merz,
Elſe Merz,
(25569
Volkmar Dietze
und 2 Enkel.
Darmſtadt, den 11. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14. Dez.,
nachm. 2½ Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied nach langem Krankſein
unſere liebe Couſine und Tante
Fräulein Anna Crous
im Alter von 73 Jahren.
Für die Hinterbliebenen:
Generalkonsul Otto Bornhausen
in Mannheim
Privatdozent Lic. Karl Bornhausen
in Marburg
14109‟)
Darmſtadt, den 12. Dezember 1912.
Die Beiſetzung findet Samstag vormittag 11½
Uhr von der Kapelle des ſtädt. Friedhofs ſtatt.
Dankſagung.
Für die uns bewieſene herzliche Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Vaters und
unſeres guten Bruders
Herrn Julius Brauns
ſagen wir hierdurch Allen unſeren herzlichſten Dank.
Die tranernden Hinterbliebenen:
Pauline Brauns.
Henriette Brauns.
Jean Brauns.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Caſſel,
(B25570
den 12. Dezember 1912.
Kainner-brau
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16187a
Seite S=
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Nummer 294,
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Nummer 294.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
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Seite 11.
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aus und stellen diese in 4 Serien zu ganz bedeutend
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
iher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
linden ſich: 1 Jagdhund. 1 Spitzhund, 1 Foxterrier, 1 Boxer (
zuge=
aufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (25562
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ſehr ſchönem Klang billig
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ſtraße 19, 3. Stock. Daſelbſt auch
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Bekanntmachung
über den Verkehr mit Feuerwerkskörpern.
Wir ſehen uns veranlaßt, die über den Verkehr mit
Feuer=
lverkskörpern beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen nachſtehend zur
Renntnis der Intereſſenten zu bringen.
I. 1. Wer mit Feuerwerkskörpern — Kanonenſchlägen, Fröſchen,
Schwärmern, Zündplättchen uſw. — Handel treiben will,
hat, falls er im Kaufladen nicht mehr als 2½ kg und
im Hauſe außerdem nicht mehr als 10 kg vorrätig
hält, ſolches dem Polizeiamt anzuzeigen.
Auf Nachweis eines beſonderen Bedürfniſſes kann
ausnahmsweiſe im Hauſe zeitweilig eine Lagerung bis zu
15 kg geſtattet werden.
Die Aufbewahrung muß in einem auf dem
Dach=
boden (Speicher) belegenen, mit keinem Schornſteinrohr in
Verbindung ſtehenden abgeſonderten Raume erfolgen, welcher
beſtändig unter Verſchluß gehalten und mit Licht
nicht betreten wird. Die Behälter müſſen den
Beſtim=
mungen des § 6 Abſ. 1 und 2 der Verordnung, den Verkehr
mit Sprengſtoffen betreffend, vom 21. September 1905
ent=
ſprechen und mit feſtgeſchloſſenen Deckeln verſehen ſein.
2. Größere als die unter I., 1. angegebenen Mengen ſind
außerhalb der Stadt in beſonderen Magazinen
aufzu=
bewahren, die der Genehmigung der Polizeibehörde bedürfen
3. Die Abgabe von Sprengſtoffen an Perſonen, von denen
ein Mißbrauch derſelben zu befürchten iſt, insbeſondere
an Perſonen unter 16 Jahren, iſt verboten. Dies gilt
insbeſondere auch von ſolchen Feuerwerkskörpern, mit
deren Verwendung eine erhebliche Ge ahr für Perſonen
oder Eigentum verbunden iſt (Kanonenſchläge, Fröſche,
Schwärmer und dergl.). Dagegen findet dieſe Vorſchrift
keine Anwendung auf Spielwaren, die ganz geringe
Mengen von Sprengſtoffen enthalten.
Zündplättchen (Amorces), die mehr als 7,5 Gramm
Sprengmiſchung (Knallſalz auf 1000 Plättchen enthalten,
dürfen als Spielwaren nicht in den Verkehr gebracht werden.
Das Feilhalten von phosphorhaltigen
Spreng=
ſtoffen (Radaukörner, Krawallſteine, Kracher uſw.) iſt
nach § 3 Ziff. 5, b. 2 genannter Verordnung verboten.
Hierbei bemerken wir ausdrücklich, daß wir im
Zuwider=
handlungsfalle gegen die erwähnten Vorſchriften nach
Feſt=
ſtellung der Uebertretung gegen die betreffenden
Geſchäfts=
inhaber unnachſichtlich auf Grund des § 35 der
Reichsge=
werbeordnung vorgehen werden. Hiernach kann auf unſeren
Antrag den Gewerbetreibenden ſeitens des
Provinzialaus=
ſchuſſes der fernere Handel mit Feuerwerkskörpern unterſagt
werden, wenn Tatſachen vorliegen, welche die
Unzuverläſſig=
keit des Geſchäftsinhabers in Bezug auf den beabſichtigten
Gewerbebetrieb dartun.
Abgeſehen von dieſem Vorgehen werden ſonſtige
Zu=
widerhandlungen gegen die Beſtimmungen nach § 367 Ziff. 5
des R. St. G. B. mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit
Haft beſtraft, ſoweit nicht höhere Strafen — Gefängnis
von 3 Monaten bis zu 2 Jahren — nach § 9 des
Reichs=
geſetzes vom 9. Juni 1884 verwirkt ſind.
II. An bewohnten oder von Menſchen beſuchten Orten iſt
das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten.
Zuwiderhandlungen werden nach § 367 Ziff. 8 des
R. St. G. B. mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit
Haft bis zu 6 Wochen beſtraft.
Wenn Eltern, Vormünder oder andere Perſonen,
der Obhut Kinder unter 12 Jahren oder ſonſtige
unzu=
rechnungsfähige Perſonen anvertraut ſind, es an der
er=
forderlichen Auſſicht haben fehlen laſſen und, wenn dieſe
Perſonen während der Zeit, in der ſie ohne ſolche Aufſicht
waren, die vorgenannten Beſtimmungen übertreten haben,
ſo werden nach Art. 44 des Heſſ. Polizeiſtrafgeſetzes die zur
Beaufſichtigung verpflichteten Perſonen beim erſten Falle
polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit der im
(25463dsi
Geſetz vorgeſehenen Strafe belegt.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt
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in unſerem Bureau zwangsweiſe
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verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 9. Dezember 1912.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
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Nummer 294.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Seite 13.
Zweite Kammer der Stände.
41. Sitzung.
St. Darmſtadt, 12. Dezember.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
b. Hombergkzu Vach Exz., Miniſterialrat Dr. Kratz,
Beheime Oberbauräte Imroth und
Klingelhöf=
jer, Geheimer Oberfinanzrat Dr. Rohde,
Legations=
zat Dr. Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9.15 Uhr
mit folgender
Trauerkundgebung für den Prinz=
Regenten von Bayern:
MMeine ſehr geehrten Herren! Soeben eilt durch die
deutſchen Gaue die Trauerkunde, daß des Königreichs
Bayern Verweſer, der Prinz=Regent Luitpold, von djeſem
Leben abberufen worden iſt. Wir teilen mit unſeren
Freunden in Bayern die tiefe Trauer um den Verluſt
dieſes ausgezeichneten Fürſten, in dem wir noch einen der
Wenigen ſahen, die aus der großen Zeit der Gründung
des Reiches zu uns herüberragten. Die ſympathiſche
Er=
ſcheinung dieſes gerechten und wohlmeinenden Fürſten
hat ihn im ganzen Deutſchen Reich lieb und wert gemacht.
Ich konſtatiere, daß Sie ſich von Ihren Sitzen erhoben
haben und damit der Trauer um den dahingegangenen
Fürſten Ausdruck gegeben haben. Ich danke Ihnen.”
An das Präſidium der bayeriſchen
Abgeordneten=
kammer, München, wurde folgendes Telegramm
ge=
ſandt: „Mit tiefer Trauer hat die heſſiſche Zweite
Kam=
mer der Stände die Nachricht von dem Ableben Seiner
Königlichen Hoheit des Prinz=Regenten Luitpold
entgegen=
genommen. Sie verſichert das bayeriſche Volk und ſeine
WVertretung der herzlichſten Anteilnahme bei dem
ſchmerz=
lichen Verluſt des ausgezeichneten Fürſten, auf den ganz
Deutſchland mit Stolz und Verehrung blickte. Köhler,
Kammerpräſident.”
Der Präſident teilt weiter mit, daß der Abg.
Grüne=
wald ſein Amt als Mitglied des Dritten Ausſchuſſes
niedergelegt hat und daß die Neuwahl am nächſten
Diens=
ſag vorgenommen werden ſoll.
Das Haus tritt dann in die Tagesordnung ein. —
Erſter Gegenſtand iſt die Regierungsvorlage,
Geſetzent=
wurf,
den Bau einer Verbindungsbahn
Rüdes=
heim (Geiſenheim) nach Sarmsheim (
Ocken=
heim)
Hetreffend.
Die Brücke ſoll in erſter Linie den Zwecken der
Lan=
desverteidigung dienen. Das urſprüngliche Projekt ſoll
dahin abgeändert werden, daß die Brücke etwa 900 Meter
weiter ſtromabwärts ausgeführt wird und über die
Rü=
desheimer Aue bei Kempten zu liegen kommt. Die
Bau=
ſoſten der Linie Rüdesheim-Sarmsheim betragen
19863000 Mark; die Kurve bei Ockenheim erfordert zu
Laſten Heſſens einen Koſtenaufwand von 850000 Mark,
die bei Geiſenheim für Preußen einen ſolchen von 835000
Mark. Die obengenannten 9863000 Mark werden ſo
verteilt, daß zunächſt das Reich vermöge der Größe ſeines
Intereſſes 75 Prozent davon aufzubringen hat, während
Preußen und Heſſen die übrigen 25 Prozent zu tragen
haben. Der Anteil Heſſens beläuft ſich ſomit auf 1 168000
* 850000 Mark für die Ockenheimer Kurve — 2018000
Mark, während Preußen 2 133000 Mark einſchließlich der
Koſten für die Geiſenheimer Kurve zahlt. Nach dem
Ge=
meinſchaftsvertrage wachſen dieſe Heſſen und Preußen
zufallenden Aufwendungen den Teilungsziffern zu, ſodaß
eine direkte Belaſtung der Staatskaſſe beider
Bundes=
ſtaaten nicht eintritt.
Abg. Soherr hätte gewünſcht, daß die Brücke noch
näher an Bingen herangelegt worden wäre; er iſt jedoch
davon überzeugt worden, daß die ſtrategiſchen Rückſichten
in erſter Linie maßgebend ſein müſſen und erkennt
dank=
bar an, daß nach dem neuen Projekt die Brücke wenigſtens
um 900 Meter Bingen näher gerückt wird. Die
Regier=
ung hätte die Intereſſen Bingens ſchon im Anfang beſſer
wahren ſollen.
Abg. Henrich war das einzige Mitglied, das im
Ausſchuß gegen die Vorlage geſtimmt hat. Es ſei
aller=
dings richtig, daß die Brücke aus ſtrategiſchen Rückſichten
notwendig ſei; aber darüber zu befinden, iſt Sache des
Reichstages. Für uns erſteht die Frage, ob es richtig und
notwendig iſt, an dem Bahnbau uns mit Kapital zu
beteiligen. Ein allgemeines Landesintereſſe liegt für
uns inſofern vor, als die Umleitung des Verkehrs hier in
Frage ſteht. Der Verkehr kann auf die rechtsrheiniſche
Seite geleitet werden. Man kommt angeſichts dieſer
Vor=
lage auch wieder zu der Ueberzeugung, daß die
Teilungs=
ziffer aus dem Gemeinſchaftsvertrage für Heſſen zu
niedrig iſt. Wir werden natürlich der Vorlage trotz
unſerer Bedenken zuſtimmen; doch werden wir verſuchen,
auf andere Weiſe die Schäden auszugleichen, die durch die
Vorlage zweifellos erſtehen werden. Dazu ſoll zunächſt
ein Antrag dienen, den wir vorbereitet haben, der die
Schaffung einer direkten Verbindung von Mainz über
Kaſtel nach Erbenheim bezweckt. Einen zweiten Antrag
haben wir vorläufig zurückgeſtellt.
Abg. Molthan: Es iſt natürlich nicht möglich
ge=
weſen, alle zu dieſer Vorlage geäußerten Wünſche zu
er=
füllen. Ich kann es dem Vertreter von Bingen nachfühlen,
daß er es bedauert, daß die Brücke nicht ſo geführt
wer=
den konnte, wie die Binger es wohl wünſchen.
Immer=
hin wird ſie ja nach dem neuen Projekt 900 Meter näher
nach Bingen gerückt. Ich halte es nicht für richtig, daß
der Abg. Henrich heute die Reviſion des
Gemeinſchafts=
vertrages mit in die Debatte gezogen hat. Der
Finanz=
ausſchuß hat das abſichtlich durchaus vermeiden wollen.
Der Zeitpunkt, über dieſe Frage erneut zu verhandeln,
iſt noch nicht gekommen. Wenn er da iſt, werden wir
Seite an Seite mit Herrn Henrich für die Reviſion
ein=
treten. Von einer Ablehnung der Vorlage darf natürlich
keine Rede ſein, denn man würde dadurch das Reich und
Preußen in die Zwangslage verſetzen, gegen unſeren
Willen und ohne unſere finanzielle Beteiligung eine
Bahn in Heſſen zu bauen. Ich bitte nochmals, die
Vor=
lage anzunehmen.
Präſident Köhler gibt Kenntnis von einem
An=
trag der Abgg. Heerdt und Gen., die Regierung möge
mit der preußiſchen Regierung in Verbindung treten zu
Zwecken der Erbauung einer Bahn von Mainz,
bezw. Mainz=Kaſtel nach Erbenheim, und
den Landſtänden demnächſt Vorlage darüber machen.
Abg. Dr. Oſann wendet ſich gegen die
Ausführun=
gen des Abg. Henrich. Eine Umleitung des Verkehrs
werde nicht ſtattfinden oder ſie werde doch ohne
Bedeut=
ung ſein, denn die Einnahmen fallen ja doch in die
Ge=
meinſchaftskaſſe ſo oder ſo. Unrichtig iſt es, wenn Herr
Henrich ſagt, Heſſen habe keinen Anlaß, aus ſtrategiſchen
Gründen ſich an dem Bahnbau zu beteiligen. Heſſen iſt
ſowohl ideell wie auch materiell verpflichtet, zu den
Zwecken der Landesverteidigung ſein Scherflein
beizu=
tragen. Ich bitte, dem Ausſchußantrag beizutreten und
den Antrag des Abg. Henrich an den Ausſchuß zu
ver=
weiſen oder direkt abzulehnen.
Abg. Adelung: Wenn in Mainz die Idee der
Er=
bauung dieſer Brücke auf Mißtrauen geſtoßen iſt, ſo iſt
das in Mainz zu verſtehen, denn man hat dort mit
Brückenbauten bekanntlich ſchon ſehr böſe Erfahrungen
gemacht. Ich erinnere nur an die Umleitung der
Rhein=
gauzüge, über die ſchon ſo oft hier im Hauſe geſprochen
wurde. Mainz iſt durch die Erbauung der Kaiſerbrücke
dem Rheingau ferner gerückt worden. Die Frage der
Verbindung von Mainz mit Erbenheim beſchäftigt die
Mainzer Stadtverordneten ſchon lange. Redner wendet
ſich dann gegen die Aeußerung des Freiherrn von Heyl
in der Erſten Kammer, daß Mainz kein Entgegenkommen
vom Eiſenbahnminiſter zu erwarten habe, wenn es einen
Mann in den Reichstag ſchicke, der den Eiſenbahnvertrag
dauernd bekämpft.
Abg. von Brentano erinnert daran, daß die
Herren techniſchen Räte ſeinerzeit auf der Rheinfahrt in
einem umfangreichen techniſchen Vortrag haarſcharf
nach=
gewieſen haben, daß die Brücke nach dem damaligen
erſten Projekt auch um keinen Millimeter mehr an Bingen
herangerückt werden könne. Nach dem zweiten Projekt
iſt die Brücke ſchon um 900 Meter näher an Bingen
herangerückt. Die Herren mögen es mir alſo heute nicht
übel nehmen, wenn ich ihnen nicht mehr glaube, daß
ein weiteres Heranrücken an Bingen nicht möglich iſt.
Die noch jetzt berechtigten Wünſche gehen auf die
Er=
richtung einer Station Büdesheim. Redner hofft, wenn
die nochmalige Prüfung der Verhältniſſe die
Möglich=
keit ergibt, daß die Regierung von ſelbſt, ohne daß
noch=
mals die Kammer erneut darum erſucht, die Errichtung
dieſer Station durchſetzt.
Abg. Bach (ſchwer verſtändlich): Es iſt gar kein
Zweifel, daß die Vorlage eine weitere Schädigung der
Stadt Mainz bedeutet zugunſten von Wiesbaden und
anderen Städten. Es war darum nicht ſo unrecht, daß
der Abg. Henrich die Verbindungsbahn Mainz-
Erben=
heim mit der Vorlage in Verbindung gebracht hat.
Abg. Henrich polemiſiert gegen den Abg. Ofann.
Ich habe nicht die Reviſion des Eiſenbahnvertrages, auch
nicht den Bahnbau Mainz-Erbenheim mit der Vorkage
in Verbindung gebracht, ſondern ausdrücklich den
Prä=
ſidenten gebeten, den Antrag als felbſtändig zu
behan=
deln. — Abg. Stephan möchte als Vertreter der Stadt=
Worms die Angriffe des Abg. Adelung gegen Freiherrn
von Heyl zurückweiſen. Die überwiegende Mehrheit der
Wormſer Bevölkerung iſt der Ueberzeugung, daß
Frei=
herr von Heyl, wenn er nicht Mitglied der Erſten
Kam=
mer wäre, als gewähltes Mitglied der Zweiten Kammert
die Intereſſen der Stadt Worms gut vertreten würde.
Nach kurzer perſönlicher Kontroverſe zwiſchen den
Abgg.=Stephan, von Brentano und Adelung,
in der „Retourkutſchen” fortwährend hin= und herfahren,
ſchließt die Beratung.
Weit unter Preis
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Einheitspreis Mk. 25.00
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Nummer 297
Die Porlage wird einſimmig aungenommen.
Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, Entwurf
eines Geſetzes über die Aenderung des Geſetzes vom 6.
Auguſt 1902,
die Handelskammern
betreffend, und der Vorſtellung des Verbandes der
De=
tailliſtenvereine in gleicher Sache. — Abg. von
Bren=
tano begründet kurz den Standpunkt des Ausſchuſſes.
Die Vorlage ſei durch die Aenderung der Beſtimmungen
über die Gewerbeſteuerklaſſen notwendig geworden. Der
Ausſchuß konnte der Regierungsvorlage durchweg
zuſtim=
men, bis auſ einen Punkt, der das Wahlrecht betrifft,
nach dem jetzt alle im Handelsregiſter eingetragenen
Perſonen wählbar ſind, und zu dem er im
Einverſtänd=
nis mit der Regierung eine Aenderung vorſchlägt.
Abg. Stephan ſtimmt der Vorlage zu und verbreitet
ſich ſehr eingehend über Einzelheiten der Vorlage,
be=
ſonders über das Wahlrecht. Der Redner bleibt bei der
im Hauſe eintretenden Unruhe meiſt unverſtändlich. —
Abg. Molthan: Die Handelskammergeſetzgebung iſt
in den letzten Jahren, namentlich hinſichtlich des
Wahl=
rechts gründlich umgeſtaltet worden. Es iſt erfreulich,
daß ſämtlichen in das Handelsregiſter eingetragenen
Firmen das Wahlrecht geſichert bleibt. Auch die
Inter=
eſſen des Kleinhandels ſind jetzt beſſer gewahrt und der
Eingabe der Detailliſten iſt Rechnung getragen.
Damit ſchließt die Debatte. Das Geſetz wird
nach den Ausſchußanträgen einſtimmig
angenommen.
Nach der Pauſe werden zunächſt auf Antrag des
Abg. Dr. Winkler
Wahlprüfungen
erledigt. Zunächſt die Neuwahl des Abg. im V.
Wahl=
kreis der Provinz Rheinheſſen, Wörrſtadt, betreffend
(Abg. Korell). — Abg. Reh bemerkt hierzu, daß die
Wahlprüfungskommiſſion hier wohl mit
außerordent=
licher Gründlichkeit gearbeitet hat, da die Prüfung,
ob=
wohl die Wahl gar nicht beanſtandet wurde, 6 Monate
gedauert hat. — Abg. Bähr begründet die
Verzöger=
ung damit, daß der Bürgermeiſter von Wörrſtadt zunächſt
die falſche Abſtimmungsliſte geſandt hatte. — Der
Aus=
ſchuß beantragt: Die Zweite Kammer wolle
be=
ſchließen, die Wahl des Abgeordneten Korell=
König=
ſtädten für gültig zu erklären.
Der Antrag wird einſtimmig
ange=
nommen.
Zur Vorſtellung des Balthaſar Krauß II., Gemeinderat
in Erbach i. O., betr. Anfechtung der am 17.
Novem=
ber 1911 in dem I. Wahlkreis der Provinz Starkenburg
(Beerfelden=Hirſchhorn=Wimpfen) ſtattgefundenen
Stich=
wahl reſp. der Wahl des Abgeordneten Kredel=
Mirkenbach, beantragt der Ausſchuß in ſeiner Rehr
heit, die Wahl für gültig zu erklären, in der
Min=
derheit aber Ungültigkeitserklärung.
Abg. Eißnert verbreitet ſich über die Gründe der
Wahlanfechtung ſehr eingehend. Vor allem ſei vielfach
Freibier gegeben worden, um die Wähler zu
beein=
fluſſen. Weiter wird beanſtandet, daß im Schullokal
Stimmzettel auf den Namen Kredel aufgelegt wurden
und daß ſolche durch den Polizeidiener Wählern in die
Hände gedrückt wurden. Redner bemängelt, daß eine
Reihe von Zeugen nicht gezwungen wurde, ihre
Aus=
ſagen zu beſchwören. Er beantragt, dieſerhalb die Sache
nochmals an den Ausſchuß zurückzuverweiſen, um die
verſchiedenen Punkte nochmals zu prüfen und die
Zeug=
niſſe unter Eid nachzuholen. Dann müſſe die Wahl für
ungültig erklärt werden.
Staatsminiſter Ewald Exz.: Bevor Sie zu dem
ſoeben geſtellten Antrag des Abg. Eißnert Stellung
neh=
men, möchte ich nicht unterlaſſen, Sie nochmals auf die
einſchlägigen Beſtimmungen aufmerkſam zu machen. Das
Verfahren der eidlichen Vernehmung von Zeugen in
Wahlprüfungen regelt der Art. 60 des Wahlgeſetzes. Die
Frage, ob der von zwei Zeugen verweigerte Eid
erzwun=
gen werden kann, iſt zu verneinen, denn der Artikel 69,
der das Zeugniszwangsverfahren regelt, iſt in unſerem
Wahlgeſetz nicht für anwendbar erklärt worden. Die
Leute konnten alſo nicht zur Beeidigung ihrer Ausſage
gezwungen werden. Ich glaube übrigens, daß es doch
richtig war, daß wir den Artikel über das
Zeugnis=
zwangsverfahren nicht übernommen haben in unſer
Wahlgeſetz. Wenn wir das ſeinerzeit eingeführt hätten,
bin ich überzeugt, Sie hätten es abgelehnt. Bei ſolchen
Zeugenvernehmungen, wie ſie hier in Frage ſtehen, das
ſchwere Verfahren des Art. 69 in Anwendung zu
brin=
gen, iſt doch nicht angängig. Wenn ein ſolcher Zeuge
nach ſeiner Ausſage erklärt, er könne dieſe aber nicht
be=
ſchwören, ſo weiß wohl jeder, was er von einem ſolchen
Zeugnis zu halten hat. ((Sehr wahr!) Ich glaube alſo,
daß die Herren davon Abſtand nehmen müſſen, die Sache
nochmals an die Regierung zu verweiſen.
Abg. Grünewald als Ausſchußberichterſtatter
der Minderheit ſtellt feſt, daß von dem geſamten
Material nur übrig blieb die Reklamation, die ſich auf
Beeinfluſſung durch Freibier ſtützt, und dieſe erachtet er
für begründet. Es iſt feſtgeſtellt, daß in den ſämtlichen
5 Wahlverſammlungen der Kandidat (mit einer
Aus=
nahme anweſend war, daß er geſprochen hat, und daß ſein
Begleiter und Anhänger Freibier ſpendiert haben. Wenn
hierbei ausdrücklich geſagt worden iſt, daß die Wähler
unbeeinflußt wählen ſollten, und wenn auch noch andere
Motive für die Spendung des Freibiers mitgewirkt
haben mögen, ſo muß es doch als unzuläſſig erklärt
wer=
den, daß ſeitens des Kandidaten oder ſeiner Anhänger
in Bahlverſamnlungen, die doch daſit beſtimmt ſinde
die Wähler für ihn zu gewinnen, Freibier gegeben unde
damit eine Einflußnahme auf die Stimmung der
Wähler=
zugunſten des Kandidaten bewirkt wird. Redner iſt nichte
der Anſicht des Staatsminiſters, daß es gut war, dens
Zeugniszwangsartikel nicht zu übernehmen, denn es
können auch wichtigere Dinge ſich ereignen, als dier
Spendung von Freibier. Es kann Stimmenkauf erfolgen
der unter die Strafgeſetzbeſtimmungen fällt. Jedenfalls
ſollte man einmal das Unwürdige des Freibierſpendeusf
zur Beeinfluſſung der Wähler dokumentieren und jede
Wahl für ungültig erklären, vor der Freibier oder ders
gleichen gegeben wurde. Das Verfahren des mit der Vers
nehmung beauftragten Beamten, auf Grund deſſen
ier=
es den Zeugen überließ, ob ſie den Eid leiſten wollten:
oder nicht, kann er nicht für korrekt anſehen, er hätte die
Beeidigung unter genauer Feſtlegung deſſen, was die
Zeugen aufrecht erhalten konnten, vornehmen müſſen.
Staatsminiſter Ewald Exz.: Für ſolche Dinge, wie
ſie der Vorredner angeführt hat, iſt das Strafgeſetzbuch
anwendbar, und nach dieſem iſt ja das Zeugniszwangss
verfähren zuläſſig. Bedenken Sie auch weiter, meine
Herren, daß Sie, wenn Sie das Zeugniszwangsvers
fahren bei Erhebungen über angefochtene Wahlen eins
führen, Sie damit der Regierung reſpektive ihren
Be=
amten auch das Recht in die Hand geben, eventuell a uch
das Wahlgeheimnis preis zu geben. (Zus
ſtimmung, Widerſpruch, Unruhe.) Ob das
empfehlens=
wert iſt, kann ich wohl Ihnen überlaſſen, zu beurteilen,
Abg. Zuckmeyer hält es für beſſer, wenn
Ange=
legenheiten, wie ſie heute hier zur Sprache ſtehen, nicht
im Plenum erörtert werden, ſondern vor dem
ordentlichen Richter ihre Erledigung finden. (Beifall.)
Als ſelbſtverſtändlich wolle er jede offene oder verſteckte
Inſinuation zurückweiſen, als ob der Ausſchuß die
Wahlprüfung etwa von irgend einem Parteiſtandpunkt
aus vorgenommen habe. Wenn ja, ſo ſei in dieſem
Falle außerordentlich ſcharf und gerecht geprüft worden.
Es iſt feſtgeſtellt worden, daß das Freibier nicht von
Kredel ſelbſt geſpendet wurde. Wenn man nun ſagt, daß
überhaupt jede Wahl kaſſiert werden ſoll, in der
Frei=
bier gegeben wird, ſo iſt das nicht angängig, ſchon äus
dem einfachen Grunde nicht, weil das jeder Minorität
die Möglichkeit gebe, durch Spendung eines Faſſes Biel
eine Wahl des Gegners zu kaſſieren. Uebrigens liege
eine höchſtrichterliche Entſcheidung vor, nach der alles,
was außerhalb des Wahllokals geſchehe, ohne Einfluß
auf die Wahl bleibt, da durch die Kuvertwahl das
Wahlgeheimnis durchaus gewahrt iſt. Redner
bean=
tragt, den Antrag der Mehrheit anzunehmen und die
Wahl für gültig zu erklären. (Lebh. Beifall.)
Abg. Dr. Winkler: Es war mir ſehr intereſſant,
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Seite 15.
szwangsverſahren ruſen zu hören, wo doch ſonſt immer
drs größte Geſchrei erhoben wird, wenn der
Staats=
unrwalt einmal gegen einen ſozialdemokratiſchen
Redak=
eur das Zeugniszwangsverfahren anwendet. Das
er=
nunere an den Ausſpruch in Freytags „Journaliſten”:
Er kann ſchreiben rechts und er kann ſchreiben links. An
das gleiche Bild, das ſich ergibt, wenn in Frankfurt
Stadtverordneienwahlen ſind. Dann wird dort das
Banner der Verbrüderung aller bürgerlichen Parteien
durch die Straßen getragen, wo ſonſt ſtets, wie auch heute
hier im Hauſe, der Freiſinn den Sozialdemokraten
Vor=
ſpanndienſte leiſtet. (Zuſtimmung. Heiterkeit.) Der
Balance wegen ſoll übrigens nicht unerwähnt bleiben,
daß es auch freiſinniges Freibier gibt, wie die Wahl des
Bürgermeiſters in Götzenhain beweiſt, wo der Kandidat
ſelbſt das Freibier ſpendete. Sehr ſcharf kritiſiert
Red=
ner dann das Verhalten des Abg. Grünewald, der aus
AAnlaß ſeines Austritts aus dem Wahlprüfungsausſchuß
ſeinen Brief im Gießener Anzeiger veröffentlicht, in dem
ker ſchwere Beleidigungen gegen die übrigen
Ausſchuß=
itglieder ſchleudert, gegen die aufs ſchärfſte proteſtiert
werden müſſe. (Sehr richtig!) Er habe den Mitgliedern
luterſtellt, daß ſie ein parteiiſches Urteil abgegeben haben.
ZZur Sache ſelbſt weiſt Redner ebenfalls auf die
Entſcheid=
uig des Oberlandesgerichts Kolmar hin, nach der
Frei=
hier niemals als Wahlbeeinfluſſung angeſehen werden
kann.
Abg. von Brentano verurteilt ebenfalls aufs
ſchärfſte das Vorgehen des Abg. Grünewald in bezug
auf den im G. A. veröffentlichten Brief, der eine ſchwere,
durch nichts gerechtfertigte Beleidigung der
Ausſchuß=
mitglieder bedeute, die nur auf eine Entgleiſung des
Abg. Grünewald zurückgeführt werden kann.
Abg. Breidenbach gibt namens ſeiner Partei
die Erklärung ab, daß ſie das Vorgehen des Abg.
Grüne=
wald aufs ſchärfſte mißbillige und als ungerechtfertigt
zurückweiſe. Auch die Aeußerung des Abg. Eißnert, daß
der Ausſchuß in der vorliegenden Frage nicht ganz
ein=
ſwändfrei verfahren ſei, müſſe zurückgewieſen werden.
Abg. Grünewald verteidigt zunächſt ſeinen im
Ausſchuß bereits niedergelegten Standpunkt und ſeine
Forderung, daß Freibierſpendung unzuläſſig iſt und die
Gültigkeit einer Wahl ausſchließt. Er wendet ſich dann
gegen Abg. Winkler und meint, wenn er mit dieſem noch
nicht hintereinander gekommen ſei, liege es daran, daß
er Herrn Winkler nicht ernſt nehme. Er ſei gebildet als
Furiſt und als Politiker, aber nicht als Kabarettkünſtler.
(Unruhe. Sehr gut! bei den Soz.) Aber dagegen müſſe
er ſich wenden, daß der Abg. Winkler ſagte, die
Freiſinni=
gen leiſten der Sozialdemokratie Vorſpanndienſte. Daß
das nicht der Fall iſt, beweiſt der ganze Ausſchußbericht.
Wenn der Abg. Winkler weiter ſagte, daß er, Redner,
den Ausſchuß in ſeinem Brief beleidigt habe, ſo weiſe
er das ebenfalls zurück; er habe nicht nur nicht beleidigt,
pſondern den Ausſchuß ſogar gelobt. (Zurufe: Hohn!)
Es war das auch keine Verhöhnung, ſondern nur ein
allerdings ſcherzhafter Ton. Es iſt durchaus keine
Be=
leidigung, wenn er die Auffaſſung hatte und äußerte,
daß die Parteien links von ihm in der Prüfung der
Wahl Aulers befangen wartn. Daß ſie bewußt parteiiſch
urteilen, habe er nie unterſtellt. Seinen Austritt aus
dem Ausſchuß habe er erklärt, weil er nicht mehr mit dem
Ausſchuß glaubte arbeiten zu können. Wenn das
Zen=
trum ſich durch die Bezeichnung „ultramontan” beleidigt
gefühlt hat, ſo bedauere er das.
Abg. Ulrich vertritt den Standpunkt, daß allein
ſchon aus der Tatſache, daß nachgewieſenermaßen
Frei=
bier geſpendet wurde, die Wahl für ungültig erklärt
werden müßte. Er polemiſiert dann gegen mehrere
Vor=
redner. Dem Freiſinn einen Vorwurf zu machen, daß
er der Sozialdemokratie Vorſpann leiſte, ſei ungerecht,
denn alle Parteien haben ſchon der Sozialdemokratie
Vorſpann geleiſtet. (Unter großer Unruhe und
Heiter=
keit verlieſt Redner dazu ein Flugblatt aus dem Jahre
1907, in dem die Katholiken für die Sozialdemokraten
agitieren.
Staatsminiſter Ewald Exz.: Der Abg. Ulrich
hat der Regierung einen Vorwurf daraus gemacht, daß
ſie einen Teil der Zeugen vereidigt hat und den anderen
nicht. Es ſcheint dem Herrn Abgeordneten nicht mehr
erinnerlich zu ſein, wie der Verlauf des Verfahrens
ge=
weſen iſt. Der Dritte Ausſchuß hat am 16. Juli gebeten,
die Vernehmung der Zeugen vorzunehmen. Dieſe
Ver=
nehmung hat alsbald uneidlich ſtattgefunden. Danach hat
der Ausſchuß erſucht, vier Zeugen eidlich zu vernehmen.
Zwei Zeugen haben den Eid geleiſtet, zwei andere
Zeu=
gen haben ſich geweigert, ihre Ausſage zu beſchwören.
Danach habe ich dann darauf hingewieſen, daß es dem
Amtmann nicht möglich war, den Eid zu erzwingen. Der
Vorwurf des Abg. Ulrich iſt alſo durchaus
ungerecht=
fertigt.
Abg. Dr. Winkler verteidigt ſich gegen die
An=
griffe des Abg. Grünewald. Er müſſe es für eine
Feig=
heit erklären, wenn ein Abgeordneter einem anderen
unter dem Schutze der Immunität eine perſönliche Be=
leidigung an den Kopf wirft. Er ſei bereit, das auch
außer dem Hauſe zu wiederholen.
Vizepräſident Dr. Schmitt erteilt dem Abg.
Winkler einen Ordnungsruf und ſtellt gleichzeitig feſt,
daß er das Stenogramm der Rede des Abg. Grünewald
geprüft habe, daß deſſen Aeußerungen wohl ſehr ſcharf
waren, daß ſie aber in dem gegebenen Zuſammenhange
em Präſidenten keinen Anlaß zum Einſchreiten gegeben
haben.
Abg. Winkler hält im übrigen ſeine Ausführungen
völlig aufrecht. — Abg. Urſtadt polemiſiert gegen den
Abg. Winkler bezüglich der Vorſpanndienſte. Er ſpricht
ſich im übrigen im Sinne der Ausführungen des Abg.
Grünewald aus. Redner ſchließt: Wenn der Abg.
Winkler zu uns kommen wollte, wir würden ihn
ableh=
nen müſſen, denn eine Ratsſtelle, wie es ſie früher an
Höfen gab, beſteht bei uns nicht.
Vizepräſident Dr. Schmitt ruft den Redner
dieſer=
halb zur Ordnung. (Beifall. Unruhe.)
Abg. Reh: Der Abg. Winkler iſt ſchuld an der
per=
ſönlichen Debatte. Er hat eine Art, zu ſprechen, die
ſo=
fort hämiſch und kränkend wirkt. Wenn Herr Winkler
wirklich ſeine Aeußerung, es ſei Feigheit vom Abg.
Grünewald, hier unter dem Schutze der Immunität zu
beleidigen, außer dem Hauſe wiederholen würde,
werde ſein Freund Grünewald eine „ſchlagende” Antwort
darauf geben. (Unruhe.)
Abg. von Brentano: Dem Abg. Urſtadt war
es vorbehalten, die Debatte bis auf die Gamaſchen
herunter zu bringen. Das war bisher denn doch nicht
üblich im Hauſe, und er hoffe, daß dem Abg. Urſtadt
das Unwürdige ſeiner Ausführungen noch zum
Bewußt=
ſein kommt. Redner polemiſiert im weiteren gegen die
Abgg. Ulrich und Grünewald. Es ſei ganz zweifellos,
daß der Brief des Herrn Grünewald eine ſchwere
Belei=
digung der Zentrumspartei ſei, die er, Redner, als
Vor=
ſitzender zurückweiſen müßte. — Abg. Dr. Winkler
zieht ſich in ſeiner Abwehr der Angriffe der drei
frei=
ſinnigen Redner einen Ordnungsruf zu, als er erklärt,
der Abg. Urſtadt genieße für ihn die Freiheit, die der
Eſel in der Fabel genießt. Dann ſchließt die Debatte.
Der Antrag der Abgg. Eißnert und Gen. auf
Zurückverweiſung wird abgelehnt, der Antrag
der Majorität des Ausſchuſſes auf
Gül=
tigkeitserklärung der Wahl wird
ange=
nommen.
Darauf ſchließt die Sitzung um 2½ Uhr. Nächſte
Sitzung Dienstag 10 Uhr.
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Frau von Löwen bediente ſich ihrer Lorgnette. Mit
wem tauſchteſt Du denn ſoeben einen derart vertraulichen
ruß aus, der auffallen muß, Margret’? fragte ſie.
Mit meinem Lehrer, entgegnete die Angeredete.
Geringſchätzig zuckte Claudia die vollen Schultern.
Trotzdem fand ich Deine Begrüßung eines ſolch
ſobſkuren Menſchen ſehr unangebracht —
Böttge iſt durchaus kein obſkurer Menſch; er iſt hier
ſehr geachtet, und überdies weiß man, daß ich ſeine
Schü=
lerin bin, erwiderte Gretchen mit Nachdruck.
— und er vermittelte außerdem Deine Bekanntſchaft
Amit Deinem Ideal! Wer weiß, welche niedliche Idylle
er da —
Claudia, nicht doch — ſagte da der Major mahnend.
Er kannte die feinfühlige Natur ſeiner Tochter und
ſſah, wie es verräteriſch um deren Mundwinkel zuckte bei
Elaudias unzarten Worten.
Mein Gott, was hab’ ich denn verbrochen? Margret’
hegt doch eine ſichtliche Schwärmerei für den famoſen
Schwanenritter — ſieh ſie doch an! Und wenn ich da
eimen kleinen Scherz wage — — nun, ich vergaß, mit
ihrer mimoſenhaften Empfindlichkeit zu rechnen
Gretchens Genuß an der Vorſtellung war getrübt
Iwas hatte die Stiefmutter nur, ſtets ſo gehäſſig zu
raden? Daß es Eiferſucht war, darauf konnte ſie aller=
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Nummer 294.
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verfehlt — er hatte alle hingeriſſen! Im „Waldweben”
war er einzig geweſen — ſein „Siegfried” war eine
Kunſt=
ſchöpfung erſten Ranges.
Der Major ſagte: Eine grandioſe Leiſtung, und ſtumm
nickte ſeine Tochter; ſie war hingeriſſen und in ihren
Augen glänzten Tränen.
Frau Claudia ſaß ganz ſtill da; nur ihre Augen
ſprachen, die wahrhaft verzehrend an ſeiner
jugendkräf=
tigen Erſcheinung hingen. Ja, das war er, der
Sieg=
gewohnte, den ſie bis zur Sinnloſigkeit geliebt, deſſen
heiße Küſſe ſie einſt auf ihren Lippen gefühlt, und dem
ſie doch ſo ſchweres Leid zugefügt! O könnte ſie alles
un=
geſchehen machen, und übermächtiger als je erwachte die
Sehnſucht nach ihm und der Vergangenheit!
Heut’ abend zum erſten Male hatte Ernſt Brand die
Dame neben dem angebeteten Mädchen richtig in
Augen=
ſchein genommen; denn ſie ſtand noch immer da und
klatſchte Beifall, während Margareta mit dem Vater die
Loge ſchon verlaſſen hatte. Und da erfüllte ihn eine jähe
Betroffenheit — das war doch niemand anders als
Clau=
dia Maybach, die kleine Choriſtin — das mußte ſie ſein
denn ſo konnte ſich die Natur nicht wiederholen!
Wie kam ſie aber hierher zu Gretchen von Löwen,
Wie ein Blitz durchfuhr es ihn da — war ſie etwa gar
die ſchöne junge Stiefmutter der Geliebten, von der ihm
Böttge erzählt?
Das wäre allerdings ſehr fatal. Er mußte es ſo bald
wie möglich erfahren. Von ihrer Seite hatte er nichts zu
befürchten — im Gegenteil, ſie würde froh ſein, wenn er
ſchwieg — aber Gretchens wegen, da durfte auch nicht
der Schatten eines Argwohns auf ihm haften — denn er
wollte um das angebetete Mädchen dienen — ſie als ſein
Weib zu erringen, ſtand als traumhaft ſchönes Ziel vor
ſeinen Augen.
Mit jener anderen hatte er nichts mehr zu ſchaffen,
die war ausgelöſcht aus ſeinem Leben für immer!
Es war Anfang Dezember geworden. Das Wetter
war kalt und ſehr ſtürmiſch — wie ſcharfe Nadelſpitzen
flogen den Fußgängern die Schneekörnchen ins Geſicht.
Frau Claudia wollte mit Gretchen
Weihnachtsbeſorg=
ungen machen, damit ſich nicht alles ſo ſchrecklich für die
letzten Tage anhäufe, meinte ſie.
Selten, daß ſie ſich von der Stieftochter begleiten ließ;
aber in dieſem Falle ging es nicht gut anders, da das
junge Mädchen bisher für die Leute alles beſorgt hatte,
und man überdies auch ſehen wollte, womit man dem
Major eine Freude machen konnte.
Siehſt Du, Eberhard, ſagte die junge Frau, als ſie
ſich von dem Gatten verabſchiedete, ſiehſt Du, wie hübſch
wäre es, wenn wir eine Equipage hätten; da brauchten
wir bei dem Wetter jetzt nicht die häßliche Straßenbahn
oder eine Droſchke zu benutzen — — ein leichter Vorwurf
klang aus ihren Worten; doch hatte ſie zärtlich die Arme
um den Hals ihres Gatten gelegt und ihm die Wange
zum Kuß hingehalten.
Will meine kleine Frau noch immer nicht Vernunft
annehmen? entgegnete er in zärtlichem Ton — wie oft
ſchon habe ich Dir geſagt, daß mir das zu teuer iſt —
In dieſem Augenblick trat Gretchen ins Zimmer.
Was iſt Dir zu teuer, lieber Papa? fragte ſie; ſie hatte
ſeine letzten Worte gehört, — bitte, ſo ſag es mir doch
Anfangs zögerte er; auf Gretchens Drängen geſtand
er dann aber doch, daß es ſeit langem Claudias Wunſch
ſei, eine Equipage zu beſitzen.
Möchteſt Du das ſo ſehr gern, Claudia?
Ich kann es nicht leugnen, Gretchen! — wäre de
Gedanke nicht auch verlockend für Dich?
Sie ſchüttelte den Kopf.
Nein, nicht im mindeſten! Ich habe noch nie daraſ
gedacht — wir bedurften bisher auch nie eines Wagen
Einem aufmerkſamen Beobachter wäre es nicht enf
gangen, wie es freudig in ihren Augen aufleuchtete;
ſagte aber weiter nichts mehr, ſondern verabſchiedete ſihl
herzlich von dem Vater.
Jetzt wußte ſie, womit ſie ihm eine Freude bereite
konnte. Sie ſah ja, wie ſchmerzlich es ihm war, der g
liebten Frau eine Bitte abſchlagen zu müſſen, und
konnte ſie ihm jetzt helfen.
Denn er vergötterte Claudia noch wie am erſten Ta
ihrer Ehe. Sie hatte es mit ſeltener Klugheit verſtandel
ihn über die Unebenheiten ihres Charakters hinwegs
täuſchen und ihm nur das liebende Weib zu ſein, des
lachend ihre Verſtändnisloſigkeit ſeinen Lieblingsider
gegenüber eingeſtand. Mit einem Kuſſe ſchloß ſie ihm di
Mund, wenn er ein ernſtes Thema mit ihr durchſprecht
wollte, und wie ein zärtliches Kätzchen ſchmiegte ſie ſih
an ihn.
Ach geh, mein Freund, ſei nicht böſe! Ich bin g
ſo dumm ſolchen gelehrten Sachen gegenüber! — Ich kam
Dich nur lieb haben — und ſchön für Dich ſein — oD
bin ich es nicht mehr?
Mit einem unwiderſtehlichen Blick ihrer Odaliskei
augen ſah ſie ihn an, und dann vergaß er alles un
drückte ſie in heißer Leidenſchaft an ſich — ja,
mein=
liebtes Weib — Du biſt mir das Schönſte auf der Welt
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 294.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
24773M
Vorträge.
* Freie Landeskirchliche Vereinigungfür
das Großherzogtum Heſſen. Zwei
Gedanken=
reihen waren es, die der Redner, Pfr. Heſſelbacher=
Karlsruhe, am Dienstag zur Beantwortung der Frage:
„Wie verträgt ſich die ewige Liebe und
Gerechtigkeit mit dem Daſein des Uebels?
vorlegte und in geiſtvollen Darlegungen aufrollte: den
Gedanken der Naturnotwendigkeit als Weltgeſetz und den
Gedanken der Verknüpfung von Elend und Schuld. Vom
Standpunkte der Annahme einer Naturnotwendigkeit
aus iſt Elend, Leid und Kummer nur ein Glied in der
ewigen Kette des Weltgeſchehens, und demgemäß aller
Weisheit letzter Schluß die Reſignation. Aber muß dieſer
Glaube an eine Naturnotwendigkeit — denn es iſt ein
Glaube und keine wiſſenſchaftliche Erkenntnis — wirklich
zum ſtumpfen Sichergeben führen? Wer an eine
Not=
wendigkeit alles Weltgeſchehens glaubt, glaubt doch an
eine Ordnung aller Dinge und nicht an ein blindes
Un=
gefähr. Alſo hindert ihn nichts, in dieſer Notwendigkeit
den Ausfluß eines göttlichen Willens zu ſehen, unter den
er ſich beugen darf. Er kann es um ſo mehr, wenn er das
Geſetz des Opfers kennt: in der Welt wird nichts Großes
erreicht ohne das Opfer. Auf dieſem Wege wird das mit
bewußtem Entſchluß getragene Leid zum Heroismus und
zum Hebel des Fortſchritts; nicht als ein Verhängnis,
ſſondern als eine Aufgabe iſt es zu werten. Daneben
behält die Wahrheit von dem Zuſammenhange zwiſchen
Weltnot und Weltſchuld ihre Kraft, zumal, wenn man
nicht auf den Einzelnen allein ſieht, ſondern an die Soli=
* rität der Menſchengeſchlechter denkt. Nicht Naturord=
nung, ſondern Menſchenunordnung erſcheint dann oft als
Quelle des Leides. So hat ſich alſo der Blick von dem
äußeren leidvollen Schickſalslauf abzuwenden zu der
innerlichen Frage: Wozu ſoll mir das alles dienen, und
zur Antwort auf die größere Frage: Wozu bin ich
über=
haupt da? Haben wir die Ueberzeugung, daß unſere
Aufgabe die Erhebung vom Menſchlichen zum Göttlichen
iſt, dann wird auch das Leid uns in dieſer Lebensſchule
ſo fördern, daß wir Meiſter werden. — Es konnten nur
ein paar Striche ſein, mit denen wir den Inhalt des
Vor=
trags andeuteten, aber ſchon dieſe wenigen Sätze werden
ſeinen Gedankenreichtum bezeugen. Den Redner lohnte
zum Schluß reicher Beifall. Auf den letzten der 4 Vorträge,
den der bekannte Dichter und Romanſchriftſteller Pfarrer
Philippi=Wiesbaden über das Thema: „Die Ethik
Jeſu und das moderne Berufsleben” halten wird (
Diens=
tag der nächſten Woche), ſei ſchon im voraus hierdurch
hingewieſen.
Luſtfahrt.
sr. Ein Flugpreis des preußiſchen
Kriegsminiſteriums in Höhe von 10000 Mark
wurde dem Schleſiſchen Aeroklub in Breslau
bewilligt. Der Preis ſoll während eines im nächſten
Jahre ſtattfindenden Flugmeetings in Breslau zur
Ver=
teilung gelangen.
Sport, Spiel und Turnen.
Der Darmſtädter Billardklub hatte zum Dienstag
abend ſeine Freunde und Mitglieder zu einem Match
zwiſchen den bekannten Billard=Amateuren H. Weis
barth aus Offenbach und J. Sambarth aus
Mann=
heim nach ſeinem Klublokal „Hotel Heß” eingeladen. Die
Partie, Cadre auf 300 Points, die durch die wechſelnde
Führung der beiden Gegner ſehr intereſſant war, gewann
Herr Sambarth mit einer hübſch geſpielten Schlußſerie
von 28 Points, ſeinen Gegner auf 290 laſſend. Herr
Sambarth ſpielte einen Durchſchnitt von 5,4, Herr
Weiß=
barth von 5,2 Points.
— Sliklub Schwarzwald, Ortsgruppe Darmſtadt=
Odenwald. Am Mittwoch ſprach der Schriftſteller Herr
C. J. Luther aus München auf Einladung des Ski=
Klubs Darmſtadt=Odenwald im Saale der
Landesbaugewerkſchule über „Skiſport und
Ski=
touriſtil‟. Der Redner ſchilderte in ſeinem etwa
anderthalbſtündigem vollkommen freien Vortrag zunächſt
in großen Zügen einen Skikurſus im Alpengebiet und
unterſtützte ſeine allgemein verſtändlichen, intereſſanten
Ausführungen, die manchmal mit trockenem Humor
ge=
würzt waren, durch ausgezeichnete Lichtbilder, in denen
Schwünge und ſonſtige Hilfsmittel, die zur praktiſchen
Ausübung des Skilaufs von jedem Anfänger zunächſt
er=
lernt werden müſſen, veranſchaulicht wurden. Ferner
zeigte Herr Luther eine Reihe von Sprüngen am Sprung=
hügel und im Gelände. Im Anſchluß an dieſen
theoreti=
ſchen Teil folgten dann Schilderungen von Hochtouren
in Tirol und in den Karpathen, für die der Redner üher
eine hervorragend ſchöne Reihe ſelbſtgemachter
Aufnah=
men aus dem vergangenen Winter verfügte, die den
Zu=
ſchauern einen guten Begriff von den Schönheiten von
Wald und Bergen im Winterkleide gaben, deren voller
Genuß nur Skiläufern möglich iſt. Hübſche
Trachtenbil=
der und Darſtellungen von Volkstypen brachten eine
an=
genehme Abwechſelung in die Bilderreihe hinein. Die
Anerkennung der zahlreichen Zuhörer kam durch lebhaften
Beifall zum Ausdruck.
* Fußballſport. F.=K. Olympia. Zu dem am
Sonntag, den 15. Dezember, ſtattfindenden Spiel des
F.=K. Olympia gegen den 1. F.=K. Pforzheim ſei noch fols
gendes bemerkt: Der glückliche Umſtand, daß beide
Ver=
eine an dieſem Tage von den derzeitigen
Meiſterſchafts=
ſpielen befreit ſind, hat es ermöglicht, die Pforzheimer
Mannſchaft für dieſes Fußballſpiel zu gewinnen und
dürfte, mit Rückſicht auf den guten Ruf, der den Gäſten
vorausgeht, der Sportplatz des F.=K. Olympia am
näch=
ſten Sonntag das Ziel aller Sportsintereſſenten ſeinz
Pforzheim verfügt über eine gleichmäßig durchgebildete
Mannſchaft, die im feinſten Kombinationsſpiel den Ball
vor das gegneriſche Tor bringt, um ſich mit ſcharfen
Schüſſen den Erfolg zu ſichern. Als vor zwei Jahren
die Pforzheimer Mannſchaft in Darmſtadt weilte, konnte
ſie mit 4:0 Toren das Spiel für ſich entſcheiden.
Pforz=
heim ſtellt ſeit Jahren verſchiedene Spieler für die
inter=
nationalen Länderſpiele.
* Radſport. Vom New=Yorker Sechstage=
Rennen. Der gemeldete dritte Sturz von Rütt hat ſich
erfreulicherweiſe als nicht ſo ſchwerwiegend
herausge=
ſtellt, wie urſprünglich angenommen. Der
Rheinländer=
erholte ſich unter den Händen der Aerzte bald wieder,iſo
daß er ſpäter das Rennen wieder aufnehmen konnte. Am
Morgen des zweiten Tages hatte Bedell beinahe eine
Runde verloren, konnte aber wieder Anſchluß an das
Feld erreichen. Tagsüber verlief das Rennen ruhig. Der
Auſtralier Granda kam durch Reifenſchaden zu Fall und
verwickelte Drohbach und F. Suter mit in ſeinen Sturz=
Den erſten großen Kampf brachte die 45. Stunde. Kramen
trat plötzlich an und gewann, von ſeinem Partner Moran
gut unterſtützt, dreiviertel Runde Vorſprung, als ein
Sturz Walthours der Jagd ein Ende machte. Auf dieſelbel
Art mißlang ein Ueberrundungsverſuch Clarks. Auch
Fogler, der Partner Rütts, verſuchte vergebens, das Felde
zu ſprengen. Am Ende der 48. Stunde hatte das noch
immer zuſammenliegende Feld 1607,220 Kilometer
zurück=
gelegt. In der erſten Stunde des dritten Tages gelang
es Rütt=Fogler, eine 200 Dollar=Prämie zu gewinnen. In
der 53. Stunde kamen Kramer und Fogler durch Kolliſion
zu Fall. Während Fogler keine Verletzungen erlitt, mußtel
ſich Kramer verbinden laſſen. In der 54. Stunde hattel
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Freitag, den 13. d. Mts., 8 Uhr abends,
findet in der Liedertafel zu Mainz eine
Große Proteſtverſammlung
der Haus= und Grundbeſitzer von Mainz und Umgegend
ſtatt gegen die ſteuerliche Ueberlaſtung des Haus= u.
Grundbeſitzes. Referent: Rechtsanwalt Dr. Wirtz III., Köln.
Da die Unterſtützung dieſer Beſtrebungen im Intereſſe jedes
Hausbeſitzers liegt, ſo fordern wir unſere Mitglieder dringend auf, der
hierzu ergangenen Einladung recht zahlreich Folge zu leiſten.
25584)
Der Vorstand.
Sonntag, den 15. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im
großen Saal des Geſellenvereins (Friedrichſtr. 30)
Tee=Abend
des katholiſchen Frauenbundes Darmſtadt.
1. Vortrag eines Rechtsanwalts über die Frage: „Was
ver=
dankt das Frauengeſchlecht dem Chriſtentum”? 2. Zwei lebende
Bilder. 3. Vortrag eines Geiſtlichen über: „Die Jeſuitenfrage‟.
4. Aufführung des Weihnachtsſpiels in vier Aufzügen: „Fröhliche,
ſelige Weihnacht”
Zu dieſem Teeabend ſind alle katholiſchen Frauen Darmſtadts
und der Umgegend freundlichſt eingeladen.
(25590
Eintritt frei.
zur geh. Kenntnisnahme
daß das
Wohltätigkeits-Konzert (Mlchkränzchen)
ſtatt wie bisher im Dezember erſt Mitte Februar in den Räumen
des Chausseehauses ſtattfindet.
(25572
Das Komitee.
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Sonntag, den 8., 15. und 22. Dezember d. Jahres
Mainz, auf dem Messplatz, an der Stadthalle.
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ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung.
Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des
Arz=
tes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten.
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel
herausgenommen. Nach ½ Jahr heilte der Fuß zu. Beim
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein
abgenommen werden müßte, wenn die Wunde wieder
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wunde
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Georg Friedrich Gunkel.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Seite 35.
E11
VelEA
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die
Dunpillen ſind eine Wohltat für die Nerven und gegen
Schlafloſigkeit. Die Dunzäpfchen gegen Homorrhoiden und
harten Stuhl, die Dunſalbe gegen Rheumatismus und
Reißen. Ich nahm dieſe Präparate nur ½ Jahr lang
und habe jetzt wieder Luſt am Leben. Die Pillen nehme
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer
ſchmerzhaften Knochenhautentzündung in wenigen Tagen
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits
wochen=
lang gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank.
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war
ſo ſchwer an Bauchfellentzündung erkrankt, daß der Arzt
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun=
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Seite 26₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912
Nummer 294.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Ueber Frau Kammerſängerin Annie Gura=
Hummel und Herrn Kammerſänger Eugen Gura,
die am Freitag im Richard Wagner=Verein
ſingen werden, leſen wir in der Freiſinnigen Zeitung:
„Hermann Gura veranſtaltete am Sonntag im
Beethoven=
ſaal einen populären Loewe=Abend. Nichts ſpricht mehr
für die Beliebtheit dieſes Künſtlers, als daß der Saal
trotz des herrlichen Frühlingswetters bis faſt auf den
letzten Platz beſetzt war. Umſonſt waren die zahlreichen
Verehrer und Verehrerinnen des Balladenſängers aber
lauch nicht gekommen, denn Hermann Gura, der ſich die
herrliche Vortragskunſt ſeines unvergeßlichen Vaters jetzt
ſchon völlig angeeignet hat, gab mit dem beſten Gelingen
eine Ausleſe unter den Loeweſchen Kompoſitionen, mit
der man in jeder Beziehung einverſtanden ſein durfte und
die ihm Gelegenheit boten, ſeine Vielſeitigkeit in das beſte
Licht zu ſetzen. Alle Tonbilder von dem leichten „
Hin=
kende Jamben” bis zu dem düſteren „Edward” fanden
die gleiche meiſterhafte Wiedergabe. Am beſten aber
gelang ihm neben dem „Archibald Douglas” der „Fiſcher”.
den Gura wohl noch nie ſo ausdrucksvoll geſungen hat
wie an dieſem Abend. Das Auditorium zeigte ſich aufs
höchſte enthuſiasmiert. Eine Fülle von Blumenſträußen
flog zum Schluß auf das Podium, und man ruhte nicht
eher, als bis der Sänger eine Zugabe gewährt hatte.”
Literariſches.
— Witt, Griech. Götter= und
Helden=
geſchichten 8. Auflage, Preis geb. 2 Mark.
Ver=
lag von Max Waag, Stuttgart. Die im Märchenton
ge=
haltene Erzählung iſt mit einer Kunſt dem kindlichen
Ver=
ſtändnis angepaßt, wie man ſie nur in langem intimen
und liebevollem Verkehr mit Kindern erwirbt. Alle
poeti=
ſchen Momente, die die kindliche Phantaſie aufzufaſſen
ver=
mag, ſind vortrefflich verwertet. In ſeinen Darſtellungen
hat der Verfaſſer ſo glücklich den einfachen Ton der
Mär=
chenerzählung getroffen, daß das kleine Buch geradezu
neben die beſten Leiſtungen auf dieſem Gebiete, neben die
Grimmſchen Kinder= und Hausmärchen, geſtellt werden
muß. Beſonders hervorzuheben iſt noch, daß die
vorlie=
gende Wiedergabe der Sagen des griechiſchen Altertums
die einzige iſt, welche dem Alter von 8—11 Jahren, in
welchem die kindliche Phantaſie ſich mit dem der Sage
entnommenem Leſeſtoff ſo gerne beſchäftigt, nach jeder
Richtung hin in der denkbar vollkommenſten Weiſe ſich
anpaßt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Gardefobeverhältniſſe im Saalbau.
Unglaubliche Zuſtände herrſchten bei dem Konzert des
Inſtrumental=Vereins am Mittwoch wieder einmal in der
Garderobe des Städtiſchen Saalbaues. Obwohl für die
Veranſtaltung iir große Saal ermieteß war, warkn
ganze 3, ſage und ſchreibe drei Garderobefrauen
einge=
ſtellt worden, die dem Anſturm des Publikums gegenüber
natürlich machtlos waren. So mußte man in der
mör=
deriſch zugigen Vorhalle unbedeckten Hauptes mindeſtens
10 Minuten ſtehen, bis man ſeine Kleidungsſtücke bekam;
und gar mancher Konzertbeſucher mag ſich — wie
Ein=
ſender dieſes — dabei eine gefährliche Erkältung
zuge=
zogen haben. Wir fragen aber: Gibt es im Städtiſchen
Saalbau kein Aufſichtsorgan über die Garderobe, und
wer trägt für ſolche Vorkommniſſe die Verantwortung?
Und wann wird endlich ein Darmſtadt würdiges
Konzert=
haus erſtehen, das auch dieſen unhaltbaren Zuſtänden
in unſerem Konzertweſen ein Ende bereitet?
N.
Zur Abwehr.
Der „Politikus” der in ſeinem „Eingeſandt” ſeine
An=
ſicht über die Stimmrechtlerinnen im allgemeinen und die
engliſchen Suffragetten im beſonderen zum Ausdruck
brachte, ſtellt ſich mit ſeinem, von Sachkenntnis nicht allzu
ſehr getrübten Urteil würdig an die Seite jenes anderen
Enſenders, der die Frauenſtimmrechtsverſammlung am
Totenfeſt als taktlos und gewiſſermaßen als Ruheſtörung
hinſtellte, da er ſie in einem Atem mit dem Sportplatz=
Spektakel in unmittelbarer Nähe des Friedhofes nannte.
Dieſem letzteren ſei nur geſagt, wenn er den ernſten Tag
der Totenfeier vor Störungen bewahren will, eher die
Wirtshäuſer, Kinematographen uſw. geſchloſſen werden,
als Einſpruch dagegen erhoben werden müßte, daß ein
Häuflein Frauen innerhalb von vier Wänden über ernſte
Dinge verhandelt. — Der „Politikus” aber hätte beſſer
geſchwiegen, da er offenbar gar nicht bei dem Vortrage
von Miß Thyſſen anweſend war, ſonſt wüßte er, daß die
Dame die Gefährdung von „Geſundheit und Leben ihrer
Mitmenſchen” durch die Suffragetten in Abrede ſtellte und
als Zeitungsenten bezeichnete. Die Sachbeſchädigungen
leugnete ſie zwar nicht, aber die Vertreterinnen des
hie=
ſigen Frauenſtimmrechtsvereines ließen keinen Zweifel
darüber, daß ſie dieſe Kampfesweiſe nicht billigen, wenn
ſie auch durch die Ausführungen von Miß Thyſſen
ver=
ſtändlicher gemacht wurde. Die beiden Herren, von denen
der eine im geſtrigen Blatte ſich nochmals zum Worte
meldete, wollten zwar den Beifall lediglich als Zeichen
der Zuſtimmung zu der Kampfesweiſe der Suffragetten
auslegen, doch dies war eine etwas gewaltſame Logik,
ebenſo wie die Bezeichnung der Suffragetten als
Anar=
chiſtinnen und deren Verquickung mit dem Morde des
ſpaniſchen Miniſterpräſidenten. Auf die Sympathien
ſolcher Leute, wie dieſer beiden Herren und des „Politikus”,
verzichten die Anhängerinnen der Stimmrechtsbewegung
Eine, die dem Frauenſtimmrechtsverein
gerne.
nicht angehört.
— Das Eingeſandt in Nr. 293 „Der Sturm im Waſs
ſerglas” erheiſcht eine Antwort. Ich bemühe mich aber,
im Gegenſatz zu der Verfaſſerin dieſes Artikels, ruhig=
und ſachlich zu bleiben, wenn ſich auch mein patriotiſches
Blut dagegen aufbäumt, daß eine ſich deutſch
nen=
nende Frau es wagt, ſich als Verteidigerin einer
eng=
liſchen Anarchiſtin aufzuſpielen und
Ver=
brechen gutzuheißen. Die Verfaſſerin witzelt
darüber, daß ſich die Männer um die Frage des
Frauen=
ſtimmrechts kümmern. Dabei forderte die Vorſitzende des=
Frauenſtimmrechtsvereins in der fraglichen Suffragetten=
Verſammlung die Männer eindringlichſt auf, nur ja
ihre Meinung zu äußern. Wo bleibt da die Logik?
Ferner ſchilt uns die Verfaſſerin Verblendete, weil
wir=
die Suffragettenverbrechen mit dem Maß unſerer Heimati
mäßen. Ja, ſind denn die von den engliſchen
Stimm=
rechtsweibern begangenen Verbrechen — das ſind
vor=
wiegend: Widerſtand gegen die Staatsgewalt, gefährliche
Körperverletzung, Totſchlagsverſuch — nicht in der ganzen
ziviliſierten Welt ſtrafbar und unterliegen ſchärfſter
Mißbilligung? Ja ſogar bei den wilden Völkerſtämmen,
wie Bondelzwarts, werden jene Verbrechen ſtreng gefühnt,
Die Verfaſſerin müßte ſchon in die tiefſten
Tiefen unkultivierter Urwälder wandern,
um jemanden zu finden, der ihre Hochachtung
vor jenen von den Suffragetten verübten Taten teilt,
Geradezu wie eine Blasphemie wirkt es, wenn die
Ver=
faſſerin uns auf den Frieden der Weihnachtszeit hinweiſt
und uns deshalb zur Ruhe mahnt. Erſt neulich, ich glaube
vorgeſtern, laſen wir im Tagblatt, daß die Suffragetten
in der heiligen Adventszeit eine ernſte
Uni=
verſitätsverſammlung in rüpelhafteſter Weiſe ſtörten.
und dadurch Studentenexzeſſe provozierten. Wer
hat=
denn hier in Darmſtadt kurz vor dem Weihnachisfeſt
Ge=
walt gepredigt? Das war Ihre vielgeliebte Suffragette!
War das dem Sinn deſſen entſprechend, der die
Mens=
ſchenliebe verkündet hat?
Wir ſchließen hiermit die Debatte über die
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Kurſe vom 12. Dezember 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 87,60
77,60
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,40
3½ do. Conſols . . . 87,50
77,60
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,30
93,00
do.
3½
do.
4 Bayr. Eifenbahnanleihe 99,00
86,50
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,20
4 do. do. (unk. 1918) 99,50
86,80
do.
(3½
75,90
do.
78,00
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,50
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 54,10
3¾ Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente 96,3
4 do. Goldrente . . . 91,50
4 do. einheitl. Rente 82,50
4 Portug. unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III
9,70
3 do. Spezial
5 Rumänier v. 1903 . . 99,60
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905 . . 87,40
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,20
4 do. v. 1902 . . . . 88,10
4½ do. v. 1905 . . . . 100, 10
90,00
3½ Schweden
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 78,30
4 Türk. unifiz. v. 1303 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 86,75
4 do. Stoatsrentr. . . 83,20
In Proi=
Zf.
.100,00
5 Argentinier .
84,60
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 96,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,30
92,80
do.
4½
92.70
4½ Japaner . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 93,80.
3
59,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,20
3 Buenos Aires Provinz 68,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 151,60
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,00
6½ Südb. Eiſenb.=Geſ. . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 107,00
Baltimore und Ohio . 102,50
. 171,00
6 Schantungbahn
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,00
6 Pennſylvania R. R. . 118,50
Letzte Indnſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 65,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.514,00
Fabrik
14 Chem. Fabrik Gries=
.245,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 625,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim
10 Cement Heidelberg . . 144,80
30 Chem. Werke Albert 433,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 318,20
5 Lahmeher . . . . . . . 122.0g
Zubron
Letzte
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 146,50
12 Siemens & Halske .219,00
5 Bergmann Electr. . . 117,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 156,20
25 Gummi Peter . . . . 80,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 84,25
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 545,00
10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren 208,00
8 Steana Romana Petr. 142,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 198,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 90,00
3 Südd. Immobilien 57,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 171½
12½Bochumer Bergb. u.
Gußſt. .
. .211,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
.160,50
Bergb. .
10 Gelſenkirchener . . . . 189,50
.180,20
9 Harpener . .
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 258,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
82,50
Caro.
6 Laurahütte . . . . . . 161,75
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 203,50
1
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,90
4 Eliſabethbahn, freie
4 Franz=Jofefs=Bahn
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,00
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,70
76,75
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,20
do.
4
InProz,
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,50
3 Raab=Oedenburg
75,10
4 Kronprinz Rudolfbahn 90,60
85,70
4 Ruſſ. Südweſt..
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,00
86,90
do.
4 Wladichawchas . . . . 85,40
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . .
do.
69,60
2¾/1 Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir 63,00
4 Baadadbahn .
81,30
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,90
4 Miſſouri=Paciſic.
71,90
4 Northern=Pacific . . . 99,50
4 Southern=Pacific
93,50
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 84,2
5 Tehuantepec . . . . . . 97,90
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich 184,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 146,00
9½ Berlin. Handelsgeſ.
6½ Darmſtädter Bank . 118,75
12½ Deutſche Bank . 248,00
6 Deutſche Vereinsbank . 120,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . .. . . 113,90
10 Diskonto=Kommandit 182,80
8½ Dresdener Bank . . 150,25
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 119,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 126,25
5.86 Reichsbank
.132,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 132,80
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,20
7½ Wiener Bankverein . 126,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
98,74
S. 21.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . .
88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . .
98,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
31
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,50
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,00
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,20
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
87,50
S. 3—5
87,30
S. 9—11
87,40
4 Meininger Hyp.=Bank 98,20
do.
87,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 86,60
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
do.
89,00
4 Frankfurt.
98,90
do.
94,50
4 Gießen
97,30
do.
4 Heidelberg
97,00
o.
Karlsruhe
97,30
do.
88,30
4 Magdeburg
do.
4 Mainz
97,5
do.
89,00
4 Mannheim
97,00
do.
88,00
4 München
. 98,60
3½ Nauheim
Nürnberg
99,20
do.
87,00
4 Offenbach
3f.
In Proz.
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden .
98,30
do.
88,80
4 Worms .
97,30
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . —
Verzinsliche
Aulehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 171,00
3½ Cöln=Mindner , 100 135,70
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,00
3 Madrider . . Fs. 100 70,25
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe .
.. . 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe
3 Oldenburger . .
.130,40
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 —
Braunſchweiger Tlr. 20 200,00
Freiburger
Fs. 15 —
Mailänder
Fs. 45 —
do.
F8. 10 —
Meininger .
.fl. 7 —
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl.100 —
Ungar. Staats . . fl. 100 386,00
Venediger . . . . Fs. 30 46,90
Türkiſche .
.. Fs. 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke .
16,22
Amerikaniſche Noten .
Engliſche Noten . .
20,44
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,15
Italieniſche Noten .
80,05
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,45
Ruſſiſche Noten . . . .
80,70
Schweizer Noten . .
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 3uf. 7
Seite 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Dezember 1912.
Nummer 292,
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