Darmstädter Tagblatt 1912


12. Dezember 1912

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175. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 22 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Prinz Heinrich von Preußen iſt aus Eng=
land
nach Kiel zurückgekehrt.
Das Befinden des Prinzregenten von Bayern
hat ſich neuerdings verſchlimmert.
Die Entſcheidung der Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstags über die Wahl in Bingen=Alzey
wurde bis nach den Weihnachtsferien verſchoben.
Die mecklenburgiſche Verfaſſungsvor=
vorlage
iſt durch Beſchlüſſe der Stände wieder ab=
gelehnt
worden.
Wie das Reuterſche Bureau erfährt, werden die Dele=
gierten
zur Friedenskonferenz vom
König von England empfangen werden. Der
Lordmayor wird ihnen ein Bankett geben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.

Der Kaiſer und die Religion.

* Die Aeußerungen Kaiſer Wilhelms über die
Religion, die er gelegentlich ſeines Beſuches in der
Schweiz getan hat, erhalten durch die Neue Züricher
Zeitung jetzt noch eine Ergänzung. Aehnlich wie gegen=
über
dem Züricher Prof. Meyer, teilweiſe ſogar noch
markanter, ſoll ſich der Kaiſer auch beim Beſuche des
Berner Münſters gegenüber der Geiſtlichkeit geäußert
haben. Der Münſterpfarrer Prof. Dr. Hadorn hat darü=
ber
genaue Aufzeichnungen gemacht und ſie im Baſeler
Kirchenfreund veröffentlicht. Es iſt da zu leſen: Wäh=
rend
von der Orgel leiſe Klänge ertönten, die ſchließlich
brauſend und mächtig in dem Genfer Escaladelied aus=
klangen
, unterhielt ſich der Kaiſer in ungezwungenem
Geſpräch mit der Geiſtlichkeit. Er ſagte u. a., ſein Haus
ſei eigentlich auch reformiert und auch ſein Erzieher, Dr.
Hinzpeter, ſei ein ſtrammer Calviniſt geweſen; der habe
das aber nicht hervortreten laſſen, ſondern ſich im Reli=
gionsunterricht
ausſchließlich an die Heilige Schrift und
an die Perſönlichkeit Jeſu gehalten. Dieſem Einfluß,
ſowie dem ſeines Freundes Frommel verdanke er es, daß
er gelernt habe, nicht ſowohl das Dogma als vielmehr
die Perſönlichkeit Jeſu zu betonen. Das ſei es
auch, was die Kirche tun müſſe und was in der Erziehung
obenan ſtehen müſſe, weil dieſe von der Perſon Jeſu aus=
gehenden
Einflüſſe allein die auflöſenden und zerſtören=
den
Tendenzen der Gegenwart überwinden könnten. Es
ergab ſich von ſelbſt, daß von dieſem Geſichtspunkte aus
verſchiedene religiöſe und kirchliche Fragen zur Sprache
kamen, welche die Oeffentlichkeit ſtark berühren, wie z. B.
die Frage nach der Ordinationsverpflichtung der Geiſt=
lichen
auf das Apoſtolikum (Glaubensbekenntnis).
Wir heben gern hervor, daß wir ihm die Zuſtimmung
zu den oben wiedergegebenen Anſichten über die Bedeu=
tung
der Perſon Jeſu nicht verhehlten, und das intereſſante
und lebhaft geführte Geſpräch feſſelte uns ſo, daß wir
es bedauerten, im Intereſſe einer rechtzeitigen Abwicklung
des Programms die Unterhaltung abbrechen zu müſſen.
Wir hatten alle den Eindruck, daß es doch für das benach=
barte
und befreundeie Deutſchland ein Segen und eine
Gnade ſei, einen Monarchen zu beſitzen, der ſich nicht nur
aus konventionellen Gründen zu einer offiziellen Religion
bekennt, ſondern aus tiefinnerſter Ueberzeugung am
religiöſen Suchen der Zeit ſich beteiligt und mit ſo viel
Verſtändnis dem kirchlichen Leben folgt.
Eine Reihe von Anfragen, die Prof. Dr. Hadorn aus
Deutſchland wegen der Worte des Kaiſers erhielt, ſind
von ihm unbeantwortet gelaſſen. Nur gegenüber der
von poſitiv=proteſtantiſcher Seite ausgeſprochenen Mei=
nung
, daß der Kaiſer nur deshalb ſo geſprochen habe,
weil die Geiſtlichen des Berner Münſters ſich zur frei=
ſinnigen
Richtung bekennten, wird betont, daß tatſächlich
die Münſterpfarrer zur poſitiven Richtung zäh=
len
, alſo das den Kaiſer ſicherlich nicht im gedachten
Sinne beeinflußt haben könnte.

Oeſterreich=Ungarn.

Völlig überraſchend iſt aus Wien die Meldung
gekommen, daß in den höchſten militäriſchen Stellen ein=
ſchneidende
Veränderungen vorgenommen worden ſind.
Es iſt begreiflich, daß dieſer Wechſel gerade im gegen=
wärtigen
Moment geeignet iſt, das größte Aufſehen zu
erregen, andererſeits aber wird gerade darin, daß die
Veränderungen jetzt erfolgen, ein Zeichen dafür erblickt,
daß tatſächlich eine Entſpannung der Lage eingetreten
ſei.
Die Gründe, aus denen der Kriegsminiſter von
Auffenberg und der Generalſtabschef v. Schemua
plötzlich zurückgetreten ſind, laſſen ſich aus den vorliegen=
den
Meldungen nicht erkennen. Soweit dieſer Perſonal=
wechſel
mit der auswärtigen Lage in Beziehung gebracht
werden kann, beſtreben ſich die Wiener Offiziöſen, kei=
nem
klaren Eindruck Raum zu verſchaffen. Auf der einen
Seite verſichert man, daß der Wechſel mit der äußeren
Lage überhaupt nicht in Verbindung ſtehe und kein Zei=
chen
wachſender Kriegsgefahren ſei, auf der anderen Seite
rühmt man die Rückkehr Conrad von Hötzendorfs auf den
Poſten des Generalſtabschefs als das gebotene Verfahren,
in ſchwierigen Zeiten den beſten Mann an die Spitze zu
ſtellen. Die ſo erzielte Unklarheit paßt zu der Taktik, die
in Wien namentlich gegenüber dem Fall Prohaska an=
gewandt
worden iſt. Bei allem Verſtändnis für die diplo=
matiſche
Zweckmäßigkeit einer Methode des Halbdunkels
dürften Fernſtehende der Auffaſſung zuneigen, daß der
plötzliche Wechſel auf ſo wichtigen Poſten eine Unſtetig=
keit
verrät, die in Zeitläuften, wie die gegenwärtigen,
doppelt bedauerlich erſcheint.
Es iſt nun auch amtlich beſtätigt worden, daß der
Kriegsminiſter v. Auffenberg und der Generalſtabschef von
Schemua ihre Entlaſſung gegeben haben und daß dieſe
vom Kaiſer angenommen worden iſt. Die Militäriſche
Korreſpondenz teilt mit, daß die Ernennung des Feld=
zeugmeiſters
Krobatin zum Kriegsminiſter bereits er=
folgt
ſei. Wiener und Peſter Blätter konſtatieren auf
Grund der Mitteilungen aus informierten Kreiſen über=
einſtimmend
, daß der Perſonenwechſel in der Leitung des
Kriegsminiſteriums und des Generalſtabes mit der aus=
wärtigen
Lage nicht im geringſten im Zuſammenhange
ſtehe. Der Rücktritt des Kriegsminiſters von Auffenberg
ſei bekanntlich ſchon ſeit längerer Zeit in Ausſicht genom=
men
, während die Gründe, welche ſeinerzeit für das Schei=
den
des Freiherrn von Hötzendorf vom Poſten des Ge=
neralſtabschefs
maßgebend waren, längſt nicht mehr exi=
ſtieren
. Schemua galt ſtets nur als Platzhalter Hötzen=
dorfs
, deſſen Rückkehr auf den Poſten des Generalſtab=
chefs
daher nicht überraſchen würde. Hinſichtlich der poli=
tiſchen
Lage wird an unterrichteter Stelle erklärt, daß
keinerlei Aenderung zu verzeichnen ſei.
In Wiener diplomatiſchen Kreiſen war man auf den
Wechſel im Kriegsminiſterium durch flüchtige Andeutungen
vorbereitet. Man teilt auch dort die in weiteſten Kreiſen
der Bevölkerung verbreitete Auffaſſung, daß dieſe Ver=
änderung
an den höchſten militäriſchen Stellen ein Zeichen
dafür ſei, daß die letzten Maßnahmen für den
Ernſtfall getroffen ſind. Das Grazer Volksblatt, das
militäriſche Beziehungen hat, behauptet, die Veränderun=
gen
ſeien keineswegs auf eine plötzliche Urſache zurückzu=
führen
, ſondern bereits vor mehreren Wochen beſchloſſen
geweſen, und zwar wegen Verwaltungsangelegenheiten
interner Natur. Infolge des Näherrückens der Möglich=
keit
eines militäriſchen Einſchreitens ſeien ſie jedoch auf=
geſchoben
worden, und jetzt, da der Charakter der Ereig=
niſſe
es ratſam erſcheinen ließ, ſofort die bisherigen Sach=
walter
der Armee durch allerbeſte Kräfte zu erſetzen, aus=
geführt
worden. Dieſer Wechſel reihe ſich logiſch an die
Erneuerung des Dreibundes und ſei nicht eine mißzuver=
ſtehende
Kundgebung Oeſterreich=Ungarns,
ſeine Rechte und ſeine Stellung als Großmacht unter allen
Umſtänden zu behaupten.

Deutſches Reich.

Der Kanzler und die chriſtlichen
Gewerkſchaften. Die ultramontane Köln. Korr.
ſchreibt: Matthias Erzberger hat jetzt in den ihm nahe=
ſtehenden
Blättern ſelbſt zugegeben, daß ſich der Reichs=
kanzler
für die chriſtlichen Gewerkſchaften ins Zeug ge=
legt
hat. Die Welt wußte das ſchon lange, nur wurde es
abgeſtritten. Tatſächlich verdanken die chriſtlichen Gewerk=

ſchaften ihre Weiterexiſtenz dem Reichskanzler, dem Kar=
dinal
Fiſcher und der Stegerwaldſchen Erklärung vom
2. März dieſes Jahres, am meiſten aber dem Kanzler.
Mandatsnie derlegung. Der Reichstags=
abgeordnete
v. Halem=Marienwerder (Reichspartei), deſ=
ſen
Mandat von der Wahlprüfungskommiſſion für un=
gültig
erklärt worden iſt, hat ſein Mandat niedergelegt.
Reichskanzler und Abgeordneten=
haus
. Zu dem Streit um das Nachbargrundſtück des
Abgeordnetenhauſes ſchreibt eine parlamentariſche Kor=
reſpondenz
: Der Konflikt zwiſchen dem Abgeordneten=
hauſe
und dem Miniſterpräſidenten wegen der Erwer=
bung
eines Gartengrundſtücks wird, wie wir hören, am
Donnerstag zur Zufriedenheit aller Beteiligten beigelegt
werden. Wie verlautet, ſollen die Grundſtücke im Beſitz
des Fiskus verbleiben und nicht an die Firma Pfaff im
Wege des Tauſches abgetreten werden. Es ſoll im Ab=
geordnetenhauſe
der Vorſchlag gemacht werden, einen
Teil des Grundſtücks für dieſes als Gartengrundſtück zu
erwerben. Betreffs des übrigbleibenden Teilgrundſtücks
ſind Beſtimmungen noch nicht getroffen.
Aus dem Reichslande. In der Sitzung
der Budgetkommiſſion des reichsländiſchen Landtages
wurde das Beſoldungsgeſetz für die höheren Beamten in
dritter Leſung erledigt. Die Beſchlüſſe der zweiten Le=
ſung
wurden gutgeheißen. Am Schluſſe der Sitzung er=
klärte
die Regierung, daß ſie ihre Erklärung wegen der
Abſtriche von den Gehältern der höchſten Beamten auf=
recht
erhielte. Die Entſcheidung über dieſen Punkt wird
ſomit erſt bei Beratung der Vorlage im Etat fallen.
Zur Fleiſchnot. Auf die Teuerungs= Inter=
pellation
der Fortſchrittlichen Volkspartei und der So=
zialdemokraten
in der Zweiten ſächſiſchen Kammer er=
widerte
der Staatsminiſter Graf Vitzthum von Eckſtädt,
die Regierung werde zur Linderung der Fleiſchnot Inter=
eſſen
=Gemeinſchaften zwiſchen Land und Stadt zur Stabi=
liſierung
der Preiſe vorbereiten.
Die mecklenburgiſche Verfaſſungs=
vorlage
iſt durch auseinandergehende Beſchlüſſe der
Stände wieder abgelehnt worden. Die Ritterſchaft nahm
den früheren Verfaſſungsantrag des Erblandmarſchalls
von Lützow auf Eickhof an. Die Landſchaft ſtellte ſich von
neuem auf die früheren Beſchlüſſe von 1909. Jeder der
Beſchlüſſe bedeutet die Ablehnung der Regierungsvorlage,
welche ſomit geſcheitert iſt.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Im öſterreichiſchen Abgeordneten=
hauſe
begann die Spezialdebatte über die Vorlage be=
treffend
den Unterhaltungsbeitrag für die Familien
Mobiliſierter. Die Obmännerkonferenz einigte ſich dahin,
im Plenum zunächſt die militäriſchen Vorlagen, dann das
Budgetproviſorium und dann das Geſchäftsordnungs=
proviſorium
zu erledigen.
Schweiz.
Getreideverſorgung der Schweiz. Der
Nationalrat nahm nach langer Debatte einen Antrag be=
treffend
die Maßnahmen für vermehrte Getreideverſor=
gung
der Schweiz an. Alle Redner waren darin einig,
daß eine Vermehrung der durchſchnittlichen Vorräte nötig
ſei. Einige Redner kritiſierten die wenig kaufmänniſche
Art, wie die Weizenkäufe bewerkſtelligt würden. Die
äußerſte Linke empfahl das Getreidehandelsmonopol. Die
Agrarier verlangten die Förderung des inländiſchen
Kornbaus, gegebenenfalls durch Schutzzölle, die Indu=
ſtriellen
ſtaatliche Begünſtigung der Einlagerung und
Frachterleichterungen bei der Zufuhr. Der Vertreter Ba=
ſels
wies darauf hin, daß die Rheinſchiffahrt ein wichtiges
Mittel der Getreideverſorgung ſei. Bundesrat Motta
ſprach ſich für den Antrag aus, lehnte dagegen den Mono=
polvorſchlag
ab, weil er das Brot verteuern und weil die
Beſtimmung des Kaufpreiſes durch die ſtaatlichen Organe
zur politiſchen Frage würde. Eine Verbeſſerung der Ge=
treideverſorgung
ſei durch indirekte Mittel zu erreichen.
Die Regierung ſei beſtrebt, von Italien Frachtermäßigun=
gen
auf der Linie Genua=Gotthard zu erlangen. Die Ein=
fuhr
aus Italien würde dann ſo billig werden, wie aus
Deutſchland
Frankreich.
Annahme des Cadres=Geſezes. Nach=
dem
noch der frühere Kriegsminiſter Meſſimy ſich für das
Cadres=Geſetz ausgeſprochen hatte, das im erſten Artikel
die Zahl der Infanterie=Regimenter auf 173 feſtſetzt,

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Nummer 293.

wurde das Geſetz von der Kammer durch Handerheben
angenommen und die Sitzung geſchloſſen.
Belgien.
Die Militärvorlage. Die Ausſchüſſe der
Kammer ſind zuſammenberufen worden, um die Durch=
beratung
der Militärvorlage zu beginnen. Wie man
erfährt, legt das Miniſterium Wert darauf, die Heeres=
vorlage
noch vor Weihnachten zur Verabſchiedung zu
bringen. Es iſt aber ſehr zweifelhaft, ob es möglich iſt,
da nur noch etwa zehn Sitzungstage bis zu dem Feſt ver=
bleiben
und die Durchberatung in den Ausſchüſſen, ſowie
die Fertigſtellung der Berichte immerhin einige Zeit in
Anſpruch nehmen dürſten.
Die ſtändige Kommiſſion der Zucker=
Union hat ihre Arbeiten vollendet. Sie hat beſchloſ=
ſen
, in der im Mai ſtattfindenden Tagung die Maßregeln
zu unterſuchen, die England ergreifen wird, um die der
Union angehörenden Staaten gegen die Einführung von
raffiniertem Prämienzucker nach England zu ſchützen.
Die Kommiſſion hat darauf ihrem Präſidenten Capelli,
der ſeit zehn Jahren die Präſidentſchaft führt und
die hundertſte Sitzung leitete, als Zeichen ihrer Anerken=
nung
einen Kunſtgegenſtand überreicht.
England.
Ein Parſeval=Luftſchiff für Eng=
land
. Im Unterhaus machte der Marineminiſter An=
gaben
über die Zahlen der britiſchen und deutſchen Luft=
ſchiffe
und beſtätigte die Nachricht, daß England ein Parſe=
val
=Luftſchiff und ein Aſtra=Torre=Luftſchiff beſtellt hat.
Spanien.
Das Zweite Geſchwader, deſſen Bau geplant
iſt, ſoll drei Panzerſchiffe von je 21000 Tonnen, zwei
Aviſos von 6000 Tonnen und drei Unterſeeboote, ſowie
neun Torpedojäger umfaſſen. Außerdem ſind Reorgani=
ſationen
des Arſenals in Cadix und der Bau eines Docks
in Cartagena, das Schiffe bis zu 30000 Tonnen aufneh=
men
kann, geplant. Der Marjneminiſter wird die beiden
Pryjekte im nächſten Miniſterrat vorlegen.
Griechenland und Italien.
Venizelos ſandte an Marquis di San Giuliano
folgendes Telegramm: In dem Augenblick, da ich das
Gebiet Italiens durchreiſe, lege ich Wert darauf, dem
hervorragenden Staatsmanne, der die äußere Politik der
großen Schweſternation leitet, den Ausdruck meiner hohen
Wertſchätzung und tiefen Achtung zu übermitteln und
meinen Dank zu erneuern für die von Giolitti in der
Kammer bezüglich der Aegäiſchen Inſeln abgegebenen
Erklärungen. Ich bedauere, daß die Knappheit der mir
zur Verfügung ſtehenden Zeit mir nicht geſtattet, ihm
meinen Dank in Rom perſönlich auszuſprechen. San
Giuliano antwortete: Ich danke Euer Exzellenz herzlich
für die liebenswürdigen Worte und die Freundſchaftsge=
fühle
zwiſchen Italien und Griechenland, denen Euer
Exzellenz mit ſolcher Beredtſamkeit Ausdruck verlieh; ſie
werden von der italieniſchen Regierung und der Nation
vollkommen geteilt.

* Paris, 11. Dez. Der Matin veröffentlicht fol=
gende
ſenſationelle Meldung aus Petersburg: Der
Verzicht des Großfürſten Michael, des Bru=
ders
des Kaiſers, auf den ruſſiſchen Thron infolge ſeiner
Vermählung mit einer Frau Wolfert geb. Cheremetesky,
wird, wie in Petersburger Hofkreiſen verlautet, eine
Aenderung der Thronfolge nach ſich ziehen. Es iſt wahr=
ſcheinlich
, daß der Vetter des Zaren, Großfürſt Dimitri
Pawlowitſch, zum Thronerben ernannt werden wird.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Dezember.

* Vom Hofe. Die Fürſtin=Mutter zu Erbach=
Schönberg iſt am Dienstag abend zum Beſuch im Neuen
Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)

* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen geſtern den Oberſt v. Stocken, beauf=
tragt
mit der Führung der 49. Infanterie=Brigade
(1. Großh. Heſſ.), den Marine=Stabszahlmeiſter a. D.
Ordensſekretär Schad, die Sanitätsräte Dr. L. Orth und
Dr. Nöllner, den Poſtdirektor Traiſer von Bingen, den
Kommerzienrat Stenz von Mainz, den Kirchenrat Joſt
von Bechtheim, den Profeſſor Peters und den Kaufmann
Mannhetmer von Worms, den Hauptlehrer Illert von
Gernsheim, den Geheimerat Dr. Dietz, den Juſtizrat
Dr. Hallwachs, den Direktor der Akademie für Tonkunſt
W. Schmitt, den Kirchenrechner Wächtershäuſer von
Ober=Eſchbach, den Lehrer Seeger von Habitzheim, den
Profeſſor Dr. Wamſer, den Forſtmeiſter Hoffmann von
König, den Pfarrer Heuſer von Nieder=Gemünden, den
Oberſtadtſekretär Schmeel, den Geh. Regierungsrat
von Hahn, Kreisrat des Kreiſes Heppenheim, den
Kommerzienrat Roeder, den Rechnungsrat Haller, den
Sanitätsrat Dr. Wolf von Gonſenheim, den Hauptlehrer
Schmitt und den Lehrer Wollemer von Mainz, den Lehrer
Lehn von Hechtsheim, die Kommerzienräte Meyer und
Haffner von Mainz, den Sanitätsrat Dr. Müller von
Bingen, den Rechnungsrat Donges von Friedberg, den
Gemeindevorſteher Spier von Bruchenbrücken, den Geh.
Juſtizrat Dr. Gaßner von Mainz, die Hebamme Kern
von Dieburg; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Oberjägermeiſter Frhrn. van der Hoop, den Vor=
ſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg
Amtsgerichtsrat Dr. Karl Puſch zum Oberamtsrichter
bei dieſem Gericht.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 37 enthält:
Bekanntmachung, Konzeſſion für den Bau und Betrieb
der Nebenbahn Mannheim-Weinheim betreffend.
* Ein Geſchenk Pierpont Morgans. Die Groß=
herzogliche
Hofbibliothek hat dieſer Tage
von Mr. J. Pierpont Morgan ein Exemplar der
Kataloge der Bildnisminiaturen und der Werke der
Kleinkunſt ſeiner koſtbaren Sammlungen als Geſchenk er=
halten
. Die fünf prächtig gebundenen Foliobände, die
nur in je 150 Exemplaren gedruckt worden und reich mit
Abbildungen geſchmückt ſind, werden von Montag, den
16. Dezember, an auf 14 Tage unter den Neuerwerbungen
im Leſeſaal zur Anſicht ausgeſtellt.
g. Strafkammer. Wegen Verbrechens nach § 176,3
St.=G. Bs. hatten ſich geſtern neun Offenbacher An=
geklagte
zu verantworten. Das Gericht verurteilte nach
langer, unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit geführter Be=
weisaufnahme
den 26jährigen Handlungsgehilfen Ignaz
Neeb II. zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, ab=
züglich
8 Wochen der Unterſuchungshaft; den 30jährigen
Friſeur Jakob Neeb zu 11 Monaten, abzüglich 8
Wochen; den 45jährigen Schuldiener Martin Blank II.
zu 1 Jahr 9 Monaten, abzüglich 8 Wochen; den
35jährigen Fuhrknecht Heinrich Schäfer zu 1 Jahr
6 Monaten, abzüglich 8 Wochen; den 62jährigen Vor=
arbeiter
Heinrich Anthes zu 10 Monaten, abzüglich
8 Wochen; den 41jährigen Bankkontrolleur Friedrich
Weber zu 1 Jahr 6 Monaten, abzüglich 8 Wochen:
den 41jährigen Panoramabeſitzer Emil Schmidt aus
Frankfurt=Rödelheim zu 1 Jahr 9 Monaten; den
19jährigen Arbeiter Hermann Richard Ludwig Mar=
graf
aus Dietendorf zu 6 Monaten, abzüglich 7
Wochen der Unterſuchungshaft und endlich den 71jährigen
Händler Heinrich Hartwig aus Offenbach=Bürgel zu
2 Jahren 3 Monaten Gefängnis und 5 Jahren
Ehrverluſt. Den Angeklagten Schmidt und Hartwig
wurde die Unterſuchungshaft nicht angerechnet, da ſie die
Tat bis zuletzt leugneten.
* Der Ueberſchuß der Ausſtellung Der Menſch. Zu
unſerer Notiz über die Ausſtellung Der Menſch aus
der gefolgert werden konnte, daß der Reinertrag der
Ausſtellung bereits feſtſteht und über die Verwendung
ſchon Beſchluß gefaßt worden iſt, wird uns mitgeteilt,
daß die Abrechnung noch nicht fertig ſein kann und daß
auch ſonſt noch nichts definitiv feſtſteht. Wir hatten übri=
gens
ſeinerzeit auch nur die runde Summe genannt,
der eine vorläufige Schätzung zugrunde lag.
Die neue Beſoldungsreform und die Lehrer. Die
langerſehnte Beſoldungsreform, die auf Jahre hinaus die
Gehalts= und Penſionsverhältniſſe der heſſiſchen Beamten
und Lehrer feſtlegen ſoll, iſt nun an die Zweite Kammer
von der Regierung abgegeben worden. Um zu der Vor=
lage
Stellung zu nehmen und die nötigen Schritte zu be=
raten
, hält der Vorſtand des Landes= Lehrerver=
eins
am Sonntag, den 15. Dezember, zu Darmſtadt eine
beſondere Sitzung ab.

Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. Am
Donnerstag, abends 8½ Uhr, findet im Kaiſerſaal einel
ordentliche Studenten verſammlung ſtatt,
bei der die vertagte letzte Verſammlung beendet und die
Neuwahl des Ausſchuſſes der Studierenden
erfolgen ſoll. Die Geſamtzahl der Dozenten im
laufenden Winterſemeſter beträgt 45. In der Architektur=
Abreilung lehren hiervon 19, in der Ingenieur= Ab=
teilung
23, Maſchinenbau 22, Elektrotechnik 19, Chemie 14,
Allgemeine Abteilung 32.
Lehrſtellenvermittlung. Zur Anmeldung
offener Lehrſtellen ſteht den Handwerker= und
Gewerbetreibenden die hieſige Arbeitsnach weis=
ſtelle
(Grafenſtraße 30) zur Verfügung. Mit Rickſicht
auf den allgemein anerkannten Nutzen einer zentralen
Lehrſtellenvermittlung läßt der Ortsgewerbeverein auß
dieſe ſchon ſeit Jahren mit beſtem Erfolg beſtehende
Einrichtung wiederholt hinweiſen.
Bauverein für Eigenhäuſer in den Land=
gemeinden
. Auf Anregung des Herrn Provinzialdirektors
Fey ſoll ein Bauverein für Eigenhäuſer in den Lande
gemeinden des Kreiſes Darmſtadt demnächſt in das
Leben treten. Derſelbe iſt als Zweckverband der Land=
gemeinden
gedacht, und es ſou dabei ſo vorgegangen
werden, daß die Intereſſen der Bauunternehmer in
geeigneter Weiſe auf dem Lande Berückſichtigung er=h
fahren. Herr Landeswohnungsinſpektor Gretzſchel, ſowie
Geh. Regierungsrat Dr. Dietz für die Landesver=
ſicherungsanſtalt
haben dem Unternehmen bereits
ihre Förderung zugeſagt. In der Sache ſollen noch
iu dieſem Monate weitere Beratungen mit den Ver=
tretern
der Landgemeinden ſtattfinden. Herr Provinzial=
direktor
Fey hat vor langeren Jahren den in Darm=
ſtadt
beſtehenden Wohnungsbauverein Daheim ins
Leben gerufen, der gute Erfolge erzielt und eine
prößere Anzahl Eigenhäuſer in der Nähe der ſoge=
nannten
Windmühle, am Gräfenhäuſer Weg, hier er=
richtet
hat. Hoffentlich gelingt es auch, das neue
Unternehmen mit ſchönem Erfolge durchzuführen und
dadurch zur Verbeſſerung unſerer Ortſchaften und zur
Wohlfahrt der Bevölkerung beizutragen.
* Im Hotel Traube ſind abgeſtiegen: Freiherr
Cornelius Heyl zu Herrnsheim mit Gemahlin geb. Prin=
zeſſin
zu Yſenburg=Büdingen nebſt Kindern und Diener=
ſchaft
; Seine Durchlaucht der Fürſt zu Leiningen nebſt
Familie und Dienerſchaft; Seine Durchlaucht der Fürſt
zu Iſenburg=Birſtein; Seine Durchlaucht der Fürſt und
Graf zu Erbach=Schönberg mit Gemahlin und Diener=
ſchaft
; Seine Exzellenz Baron Knorring nebſt Gemahlin
und Dienerſchaft.
Franzöſiſcher Vortrag. Wegen der großen Er=
folge
, welche Monſieur le Profeſſeur J. Berryer, Délégué
de l'Alliance frangaise de Paris, hier und in anderen
Städten, wie Mainz, Wiesbaden, Worms, Oppenheim,
Biebrich, Andernach uſw. durch ſeine früheren Vorträge
errungen hat, wird derſelbe auf vielſeitigen Wunſch am
Montag, den 16. Dezember, im Saalbau einen Vortrag=
halten
, und hat dazu ein intereſſantes und unterhaltendes
Thema, für alle, die Intereſſe an der franzöſiſchen Sprache
haben, gewählt: Paris erläutert durch mehr als hun=
dert
ſchöne Lichtbilder. Da die Vorträge des Redners die
Eigenſchaft haben, wegen ſeiner klaren und tadelloſen
Ausſprache und der angewandten Ausdrücke, von jedem
mühelos verſtanden zu werden und deshalb der Vortrag=
von
zahlreichen Zuhörern verſchiedener Berufe beſucht
werden wird, ſo empfiehlt es ſich ſchon jetzt, ſich mit
Karten zu verſehen. (Siehe Anzeige.)
* Wiſitation der Ortskrantentaſſe. Zu der geſtrigen
Mitteilung über die Viſitation der Ortskrankenkaſſe ſei
noch nachgetragen, daß dies die vierte allgemeine
Viſitation ſeit dem Beſtehen der Kaſſe (20 Jahre) iſt.
* Städtiſcher Fleiſchverkauf. Die ſtädtiſchen Vex=
kaufsſtellen
Schlachthof (Markthalle) und Kies=
ſtraße
21 ſind wieder eröffnet worden. Zum Ver=
kauf
kommt das Fleiſch der zuletzt aus Holland einge=
führten
Schlachttiere. Es handelt ſich um beſtes Rind=
fleiſch
. Der Verkaufspreis für alle Stücke beträgt
83 Pfg. das Pfund.
* Außergewöhnliche Paketbeſtellung. Am Sonn=
tag
, den 15. Dezember, findet behufs Bewältigung des
geſteigerten Poſt=Päckereiverkehrs eine außergewöhnliche
7,45 Uhr vormittags beginnende Paketbeſtellung ſtatt.
Weihnachtsfendungen betreffend. Die Reichspoſt=
verwaltung
richtet auch in dieſem Jahre an das Publi=
kum
das Erſuchen, mit den Weihnachtsſendun=
gen
bald zu beginnen, damit die Paketmaſſen
ſich nicht in den letzten Tagen vor dem Feſte zu ſehr
zuſammendrängen. Die Pakete ſind dauerhaft z
verpacken. Etwaige auf dem Verpackungsſtoffe vor=
handene
ältere Aufſchriften und Beklebezettel müſſen be=

Der St. James=Palaſt und
ſeine Geſchichte.

** Die vielen geſchichtlich denkwürdigen Szenen
deren Schauplatz im Lauf der Jahrhunderte der St.
James=Palaſt in London geweſen iſt, werden nun
um ein neues hiſtoriſches Ereignis bereichert: die Frie=
denskonferenz
wird in dieſer altehrwürdigen Reſi=
denz
der engliſchen Könige tagen. Durch mehr als 200
Jahre hin, ſeitdem der Palaſt von Whitehall ebenſo wie
die mittelalterliche Königs=Hochburg von Weſtminſter der
Feuersbrunſt anheimgefallen war, hat es der reichſten
Nation der Welt gefallen, ihre Hofhaltung in dieſem
architektoniſch unbedeutenden Gebäude aufzuſchlagen
Selbſt Königin Viktoria hielt noch, als ſie bereits längſt
in den bequemeren und prächtigeren Buckingham=Palace
übergeſiedelt war, die großen Empfangsfeierlichkeiten in
den Feſträumen von St. James ab; ja dieſe Levers fin=
den
noch heute vielfach dort ſtatt.
Steigt man bis zur Vorgeſchichte dieſes Baues, der
ſo eng mit Albions Schickſalen verknüpft iſt, herab, ſo
findet man die erſten Spuren einer Anſiedlung an dieſer
Stätte ſchon in den Normannenzeiten, als die
guten Schweſtern des Ordens von St. James hier ein
Heim für ausſätzige Frauen errichteten. Viele Jahrhun=
derte
walteten die frommen Pflegerinnen ihres ſegens=
reichen
Amtes, bis ſchließlich Heinrich VIII, das weite
Land, in deſſen Mitte das Siechenhaus, abgeſondert von
der übrigen Welt, lag, in die Augen ſtach, der Tyrann die
Schweſtern vertrieb, das Hoſpital dem Erdboden gleich
machte, und hier einen gewaltigen Palaſtbau aufführen
ließ. So ungeduldig war der König, ſeine neue Reſidenz
zu beziehen, daß er nicht einmal wartete, bis der Bau
vollendet war, ſondern mit ſeinem glänzenden Hofſtaat
einzog, während noch weite Teile unfertig lagen. Später
iſt dann die geſamte Anlage nur notdürftig unter Dach
gebracht worden und hat den Charakter des Proviſoriſchen

nie ganz verloren. Heinrich VIII. konnte es nicht er=
warten
, in ſein ſchönes Luſthaus zu kommen, weil er mit
der reizenden Anna Bolein hier die jungen Tage des
Liebesglückes genießen wollte. Die Hofdame ward heim=
lich
durch den Park von Whitehall dahin geführt, um
durch eine ſtille Heirat dem Herrſcher verbunden zu wer=
den
. Noch heute zeigt man in dem alten Preſence= Cham=
ber
über dem Kamin das Monogramm von Heinrich und
Anna, von einem Liebesknoten umſchlungen. Vier kurze
Jahre ſpäter war dieſer Liebesknoten durch die Axt zer=
hauen
, die der ſchönen Anna das Haupt vom Rumpfe
trennte. Nach den erregten, in glanzvoller Heiterkeit und
blutigen Zwiſchenfällen wechſelnden Tagen Hein=
richs
VIII. legte ſich eine trübe ſchwere Stimmung
dumpfer Frömmigkeit und einſamer Stille über den Pa=
laſt
unter der Regierung Maria der Katholiſchen
die ſich häufig nach St. James zurückzog. Geringe Spu=
ren
hat die Herrſchaft der Königin Eliſabeth in
dem alten Palaſt hinterlaſſen. Für ihr Prachtbedürfnis
war er ihr nicht groß genug; die Türen dünkten ihr zu
eng; in den langen dunklen Korridoren ſtießen ſie und
ihre Damen mit den weiten Halskrauſen und Reifröcken
an. So hat ſie die Staatsgemächer nur gelegentlich be=
nutzt
und iſt mit ihren Damen hier und da durch den
prächtigen Park geritten.
Die eigentliche Geſchichte des Hofes von St. James
beginnt mit den Stuarts. Jakob I. hatte eine beſondere
Vorliebe für den unſcheinbaren Palaſt, der ſeinen Namen
trug. Karl I. hielt hier weiter Hof, und in einem Zim=
mer
dieſes Palaſtes war es, daß er von ſeinen Kindern
Abſchied nahm zum letzten Gang aufs Schafott; in St.
James ſchläft er nun ſeinen letzten Schlaf. Wie düſteres
Dunkel mit grellem Licht in Englands Geſchichte wech=
ſeln
, ſo löſen ſich auch in den Szenen von St. James
Tragödien mit tollen Orgien ab. Der Palaſt wird zum
Schauplatz jener heiteren Luſtbarkeiten, die Karl II
nach der Reſtauration heraufführte. Der genaueſte Chro=
niſt
dieſer Zeit Pepys, der ſo unermüdlich in ſein Tage=
buch
die großen und eblen Abwechslungen des Hofes

aufſchrieb, hat im Park von St. James und unter dem
großen Torbogen des Haupteinganges immer etwas zu
beſtaunen. Da ſieht er die großen Maſchinen, die die
prächtigen Waſſerkünſte vom Fluß in den Park leiten,
betrachtet den botaniſchen Garten mit ſeinen ſeltenen
Pflanzen und freut ſich, die Hände ſorglich im Muff ſeiner
Frau verborgen, am Schlittſchuhlaufen auf dem See, das
er in dieſem froſtreichen Winter von 1862 zum erſten Mal
erblickt. Königin Anna verlegt dann den Sitz ihres
Hofes definitiv nach St. James, während die anderen
Herrſcher noch hier und da in Whitehall reſidiert hatten.
Der alte Bau iſt nun nicht nur Mittelpunkt des Hoflebens,
ſondern auch der hohen Politik, und im 18. Jahrhundert
ſind die Augen der ganzen Welt gar häufig nach den ver=
witterten
Mauern gerichtet, weil hier über die Geſchicke
Europas beraten wird. Die luſtige Zeit der vier George
erfüllt die hohen Gewölbe und die langen Gänge mit
hellem Lachen. Königin Karoline, die Gattin Georgs II.,
hält hier ihren Salon und bringt einen feineren geiſtigen
Ton angeregter Unterhaltung hinein. Im Empfangsſaal
von St. James war es, daß die berühmte Herzogin von
Hamilton Georg II. ihren geheimſten Wunſch anver=
traute
. Ach, ich habe ſchon ſo viel geſehen ſagte ſie,
nun wünſche ich mir bloß noch eins: eine Krönung in
St. James. Und der alte König nickte ſeufzend mit dem
Kopf und erwiderte traurig: Ich denke, Sie werden nicht
mehr lange zu warten brauchen. Kurz danach hielt
Georg III. Hof in St. James und der Wunſch der Her=
zogin
war erfüllt.
Unzählige Skandale und Intriguen, prunkvolle Feſt=
lichkeiten
und aufregende Abenteuer hat ſo der alte Palaſt
im 18. Jahrhundert geſehen, bis auch ihn ſein Schickſal
erreichte. Im Jahre 1809 fiel er einer Feuersbrunſt zum
Opfer. Nur die Kapelle, das wuchtige Portal mit den
beiden gebieteriſchen Wachtürmen zur Seite und die große
Empfangshalle entgingen dem Raub der Flammen. In
dem wiederhergeſtellten Palaſt haben ſich die Herrſcher
nicht mehr heimiſch gefühlt.

[ ][  ][ ]

Nummer 293.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Seite 5.

Leitigt oder unkenntlich gemacht werden. Die Benutzung
von dünnen Pappkaſten, ſchwachen Schachteln, Zigarren=
iſten
uſw. iſt im eigenen Intereſſe der Abſender zu ver=
Seiden. Die Aufſchrift der Pakete muß deutlich, voll=
ſtändig
und haltbar hergeſtellt ſein. Kann die Aufſchrift
Licht in deutlicher Weiſe auf das Paket ſelbſt geſetzt wer=
Den, ſo empfiehlt ſich die Verwendung eines Blattes
weißen Papiers, das der ganzen Fläche nach feſt aufge=
Allebt werden muß. Am zweckmäßigſten ſind gedruckte
Alufſchriften auf weißem Papier, dagegen dürfen For=
Anulare zu Poſtpaketadreſſen für Paketaufſchriften nicht
Verwandt werden. Bei in Leinwand verpackten Send=
Lungen mit Fleiſch und anderen Gegenſtänden, die Feuch=
Ligkeit, Fett, Blut uſw. abſetzen, darf die Aufſchrift nicht
Auf die Umhüllung geklebt werden. Der Name des
Weſtimmungsortes muß recht groß und kräftig
Gedruckt oder geſchrieben ſein. Die Paketaufſchrift muß
ſämtliche Angaben der Poſtpaketadreſſe enthalten, alſo
ſauch den Frankovermerk; bei Paketen mit Poſtnachnahme
den Betrag der Nachnahme, ſowie den Namen und die
Wohnung des Abſenders, bei Eilpaketen den Vermerk
Durch Eilboten uſw damit im Falk des Verluſtes der
oſtpaketadreſſe das Paket doch dem Empfänger ausge=
Lhändigt werden kann. Auf Paketen nach großen Orten
Liſt die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach
Werlin auch der Poſtbezirk (C, W. 8o uſw.) anzugeben.
Empfehlenswert iſt die Anbringung einer zweiten Auf=
ſchrift
innerhalb der Verpackung. Zur Beſchleunigung
udes Betriebes trägt es weſentlich bei, wenn die
Pakete frankiert aufgeliefert, d. h. die zur Frankier=
lung
erforderlichen Marken, ſchon vom Abſender auf die
Poſtvaketadreſſe aufgeklebt werden.
Die Verſendung mehrerer Pakete mittels e in er
Poſtpaketadreſſe iſt für die Zeit vom 12. bis einſchließlich
24. Dezember weder im inneren deutſchen Verkehr, noch
im Verkehr mit dem Auslande ausgenommen Argen=
ſtinien
geſtattet.
F.S. Weihnachtsſparverein. In der Reſtauration
Grohrock fand die Auszahlung der Sparein=
glagen
des Weihnachtsſparvereins Am Woog ſtatt.
Dem Rechner, Herrn Grohrock, war es möglich, die
hübſche Summe von nahezu 2300 Mark zur Verteilung
zu bringen. Gewiß ein ſchönes Zeichen von dem Be=
ſtreben
der einzelnen Mitglieder, ihren Fami=
lien
frohe Weihnachten zu ſichern. Nach einer
Anſprache des Vorſitzenden, Herrn Fuhrmann,
welckt darin gipfelte, der Sparverein Am
Woog möchte auch im neuen Geſchäftsjahre blühen und
gedeihen, ſchloſſen die Stunden angenehmer Unter=
haltung
.
Ornis. Bei der am 7. und 8. Dezember zu
Neu=Iſenburg veranſtalteten VII. Gefügel=
Ausſtellung der Starkenburger Verbands=
Vereine, die mit rund800 Tieren beſchickt war, erhielten
folgende Mitglieder Preiſe: A. Auf Waſſergeflügel:
M. Bormet, Siegerpreis (Rouen=Enten), Geiger, 4. Pr.
Gdesgl.) B. Auf Hühner: Schömer, 3. Pr. (ſchw. Or=
pington
), Mertes, 1. Ehrenpr. und 3. (desal.), Geiger
Ehrenpreis (Holländer Weißhauben), Wenz 4. Pr. (ſchw.
Italiener), Mertes 3. (Plymoutb), Nungeſſer 3. (Rhode=
Island). Dietz (Wixhauſen) 2. (ſchw. Wyandottes), Seger=
preis
(Zwergkämpfer) und 2. (Zwergwyandottes), Groß=
hann
(Eberſtadt) 1. (rebh. Italiener). C. Auf Tauben:
Gg. Schäfer, Siegerpreis (weiße Römer), Heuterkes,
Ehrenpreis, 1. und 3. (Bärtchen=Tümmler).
-gs. Unfall. Geſtern vormittag gegen 9 Uhr ver=
Unglückte ein Schloſſerlehrling in einer hieſigen Maſchinen=
fabrik
dadurch, daß ihm eine ſchwere Eiſenſchiene auf
as linke Bein fiel, wodurch er einen komplizierten
oppelten Unterſchenkelbruch davontrug.
Der Verunglückte wurde nach dem Anlegen eines Not=
verbandes
durch die Rettungswache mittels Kranken=
kraftwagens
in das Städtiſche Krankenhaus verbracht.

Offenbach, 10. Dez. Geſtern beobachtete der Metzger=
burſche
eines Metzgers in der Bernardſtraße dahier, wie
der am 2. Februar 1895 zu Höchberg, Kreis Würzburg, ge=
borene
Zimmermann Ludwig Weißenſeel ſich in ein
dffenſtehendes Manſardenzimmer ein=
ſchlich
und dort mit einem Meiſel einen Kleiderſchrank
aufbrach und aus demſelben 1 Taſchenuhr mit Kette, 2
Portemonnaies mit 10 Mk. Inhalt, 1 Hut, 1 Paar Schnür=
ſchuhe
, 1 Meſſer und 1 Rock Kntwendete. Die Sachen
wurden dem frechen Einbrecher wieder abgenommen und
erſo lange feſtgehalten, bis die herbeigerufene Polizei
erſchien, die ihn dem Gericht vorführte. Dieſes verhängte
lwegen ſchweren Diebſtahls die Unterſuchungshaft über
ihn. Der jugendliche Verbrecher iſt erſt vor einigen Wochen
ſnach Verbüßung einer wegen Diebſtahls erhaltenen vier=

wöchigen Gefängnisſtrafe aus dem Gefängnis ent=
laſſen
worden.
Offenbach, 11. Dez. Mit der Frage der Erhöhung
der Beamtengehälter der ſtädtiſchen Beamten,
Lehrer und Angeſtellten beſchäftigte ſich der ſtädtiſche Ver=
faſſungsausſchuß
, der die von dem Unterausſchuß vorge=
ſchlagenen
und bereits veröffentlichten Gehaltserhöhun=
gen
nicht annahm, ſondern beſchloß, die Erhöhung auf
einer andern Baſis vom 1. April nächſten Jahres ein=
treten
zu laſſen. Die von dem Stadtverordneten Becker
beantragte Einſtellung der ſchwebenden Diſzi=
plinarverfahren
gegen den Oberbürgermeiſter
Dr. Dullo, den früheren Beigeordneten Walther, den
Vorſteher des ſtädtiſchen Kanalamts Colloge und die
Bautechniker Schuch und Weſtfal wurde abgelehnt
und beſchloſſen, den Ausgang dieſer Verfahren
abzuwarten.
* Bensheim, 11. Dez. Heute nacht ſtarb im Eliſa=
bethenhoſpital
zu Wiesbaden nach längerem Leiden der
Bürgermeiſter von Bensheim, Dr. jur. Ignaz Fre=
nay
, im Alter von 54 Jahren. Der Verſtorbene war
am 7. Februar 1858 zu Mainz geboren, beſuchte das dor=
tige
Gymnaſium und ſpäter die Univerſitäten Würzburg,
Bonn und Gießen. Von 1884 bis 1902 übte er in Mainz
die Rechtsanwaltspraxis aus und war ſeit 1. Januar
1903 Bürgermeiſter in Bensheim. Seit 1896 bis 1908
gehörte er als Vertreter des Wahlkreiſes Nieder=Olm-
Ober=Ingelheim der Zweiten Kammer an und hat ſich
als Mitglied der Zentrumsfraktion hervorragend an
den Verhandlungen über die Gemeindeſteuerreform und
der Verwaltungsgeſetzgebung beteiligt. Lange Jahre
war er zweiter Vorſitzender des Petitionsausſchuſſes.
Herr Frenay zeichnete ſich durch eine umfaſſende Sach=
kenntnis
aus, die er beſonders auf dem Gebiete der
Sozialpolitik und der Wohnungsfürſorge betätigte. Be=
ſonders
verdient gemacht hat ſich der Verſtorbene in ſei=
ner
Stellung als Bürgermeiſter um die Hebung und Ver=
ſchönerung
Bensheims. Die Intereſſen Bensheims und
der Bergſtraße fanden bei ihm ſtets die weiteſte Unter=
ſtützung
. Sein Wirken ſichert ihm ein ſtetes ehrendes
Gedächtnis. R. i. p.
Kirch=Brombach, 11. Dez. Ein bedauerlicher
Unfall ereignete ſich auf der Treibjagd zu Steinbach.
Ein auf ein Wild abgegebener Schrotſchuß prallte
auf dem hartgefrorenen Boden ab und traf den Alt=
bürgermeiſter
Meiſinger von hier. Eine An=
zahl
Schrotkörner blieben in dem Mantel ſtecken, ein
Schrotkorn traf ihn an der Oberlippe, ein anderes traf
ihn in das Auge das auslief. Meiſinger wurde
ſofort nach Darmſtadt in die Augenklinik gebracht. Bei
der Operation, wo das Auge entfernt werden mußte,
konnte das Schrotkorn, das tiefer in den Kopf einſchlug,
noch nicht entfernt werden.
Worms, 11. Dez. In verfloſſener Nacht wurde in
dem Kleidergeſchäft der Firma Gebr. Kochmann,
Kämmererſtraße 29, ein Einbruchsdiebſtahl ver=
übt
. Durch ein Fräulein im Hauſe, das infolge eines
Geräuſches erwachte, wurde der Hausbeſitzer geweckt,
worauf dieſer die Nachbarſchaft und die Polizei alar=
mierte
. Es gelang alsbald, den Täter feſtzunehmen, und
nachdem man erfahren, daß auch ein zweiter teilgenom=
men
, wurde auch dieſer nach längerem Suchen und ſchließ=
licher
Zuziehung des Polizeihundes in einer Kiſte im
Hofe verſteckt gefunden und feſtgenommen. Die Täter
hatten bereits mehrere Anzüge eingepackt, einer hatte
außerdem 3 Hoſen, 2 Weſten und 2 Röcke angezogen,
außerdem war die Kaſſe erbrochen in der die
Täter aber nichts vorfanden, da allabendliche Entleerung
ſtattfindet. Täter ſind: 1. Franz Stohl Kellner, ge=
boren
1886 zu Tepl, der vom November v. Js. bis Fe=
bruar
d. Js. in einem hieſigen Café tätig war, und 2.
Oskar Blankenberg, Arbeiter, geboren 1887 zu
Graudenz. Die beiden haben ſich ſeit letzten Montag in
einem Gaſthaus hier aufgehalten.
Worms, 11. Dez. Das Eiſenbahnunglück von
geſtern früh hat nunmehr doch noch ein Opfer im Ge=
folge
. Der ſchwerverletzte Heizer Klein aus Kaiſers=
lautern
iſt inzwiſchen im Krankenhaus geſtorben.
Hamm, 11. Dez. Der Maſernepidemie, die
ſchon geraume Zeit hier herrſcht, ſodaß die Schulen ge=
ſchloſſen
werden mußten, iſt jetzt ein junges Menſchen=
leben
, die 11jährige Tochter des Bürgers A., zum Opfer
gefallen.
Oppenheim, 11. Dez. Eine Frage von prinzipieller
Bedeutung liegt dem hieſigen Amtsgericht zur Entſchei=
dung
vor. Dem hier wohnhaften Rechtskonſulenten K.
wurde vorgeſtern auf Veranlaſſung des Direktoriums des
hieſigen Waſſerwerks die in ſeinem Hauſe befindliche
Waſſerleitung abgeſtellt da er ſich weigerte,
eine Summe von etwa 73 Mark für angeblichen Mehr=

verbrauch von Waſſer in einem Monate zu zahlen, außer=
dem
follte er auch für die Koſten des ſchadhaft gewordenen
Waſſerzählers, für den extra noch eine beſondere Miete
erhoben wird, aufkommen. Herr K. weigerte ſich entſchie=
den
, der Forderung des Waſſerwerks nachzukommen,
worauf ihm die Waſſer=Zufuhr abgeſchnitten wurde.
Die Angelegenheit wurde ſofort von Herrn K. dem
Amtsgericht unterbreitet mit der Bitte, eine ſofortige
Entſcheidung ergehen zu laſſen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 10. Dez. Die Berliner
Univerſität weiſt in dieſem Semeſter die
höchſte bisher erreichte Zahl von Studierenden auf. Sie
war von 10014 Studenten beſucht, davon ſind 887 Stu=
dentinnen
. Dieſe Studierenden verteilen ſich auf die ein=
zelnen
Fakultäten folgendermaßen: Theologie 537, vier
weibliche, Jura 2220, 17 weibliche, Medizin 1973, 144
weibliche und Philoſophie 4397, 122 weibliche. Die
Berliner Feuerverſicherungsanſtallt blickt
am heutigen Tage auf eine 100jährige Tätigkeit zurück.
Arge Durchſtechereien im Unterſuchungsgefängnis, in
deren Mittelpunkt der bekannte Bucketſhop=Bankier Otto
Sattler ſtand, lagen einer Anklage zugrunde, deren
Verhandlung heute vor der 10. Strafkammer des Land=
gerichts
I unter Vorſitz des Landgerichtsdixektors Günther
begann. Die Anklage richtete ſich gegen den Referendar Dr.
Fritz Wienſtruck, den früheren Gefangenen=Aufſeher Wilh.
Becker und den Kaufmann Otto Sattler, der ſeit dem
23. September 1910 in Unterſuchungshaft ſitzt. Die An=
klage
beſchuldigt Becker und Sattler der paſſiven bezw.
aktiven Beſtechung, den Dr. W. der Begünſtigung. Letz=
terer
ſoll Briefe des Sattler an ſeine Frau, in denen bis
ins einzelne ausgearbeitete Fluchtpläne enthalten waren,
aus dem Unterſuchungsgefängnis hinausgeſchmuggelt
haben.
Kaſſel, 10. Dez. Gegen den Frühperſonenzug
der Söhre=Waldbahn, der mit über 400 Arbeitern beſetzt
war, wurde ein Attentat verübt. Steine und Baum=
ſtämme
waren quer über die Schienen gelegt. Zum Glück
bemerkte der Lokomotivführer das Hindernis rechtzeitig
genug, um eine Entgleiſung zu verhüten.
Trier, 10. Dez. Der Gelegenheitsarbeiter Sitter aus
St. Vith wurde vom hieſigen Schwurgericht wegen Wil=
derns
und verſuchten Totſchlags zu ſieben Jahren und
ſechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Sitter war
während des Wilderns von zwei Männern überraſcht
worden, worauf er Schüſſe auf ſie abgab. Einer derſel=
ben
war lebensgefährlich verletzt worden.
Merzig (Regbz. Trier), 10. Dez. Auf dem Dienſtwege
zwiſchen Obereſch bei Merzig und dem Dorfe Silvingen
wurde der Landbriefträger des hieſigen Poſtamts
im Walde von zwei Wölfen angefallen. Er gab
zwei Revolverſchüſſe ab, worauf die Beſtien, die auch von
den Bewohnern Silvingens bemerkt worden waren, ent=
flohen
.
Hoſtedde (Landkreis Dortmund), 10. Dez. Ein 14 jäh=
riger
Schulknabe wurde hier erhängt aufgefun=
den
. Die Leichenöffnung ergab Merkmale, daß der Junge,
nachdem ein Verbrechen an ihm begangen worden war,
ermordet wurde. Ein der Tat verdächtiger junger Mann
iſt bereits feſtgenommen worden, ein zweiter wird noch ge=
ſucht
. Die erregte Menge wollte den Verhafteten, als er
zum Gefängnis abgeführt wurde, lynchen.
Weimar, 11. Dez. Die Unterſuchung der Unter=
ſchlagungen
und Fälſchungen bei der hieſigen Orts=
krankenkaſſe
durch den von ſeinem Amt ſuspendierten
Kaſſierer Elbel haben bis jetzt derartige umfangreiche
Verfehlungen ergeben, daß der Genannte von der Staats=
anwaltſchaft
verhaftet worden iſt. Bei der Ortskranken=
kaſſe
ſelbſt ſind bereits Unterſchlagungen in Höhe von
10000 Mark feſtgeſtellt worden. Ferner hat der Ver=
haftete
Schuldſcheine des hieſigen Bauvereins in Höhe
von je 500 Mark gefälſcht und verkauft. Die Nachforſch=
ungen
werden fortgeſetzt.
Danzig, 11. Dez. Der Danziger Zeitung zufolge
wurde in Schönborn bei Danzig der Uhrmachermeiſter
Lesdau in ſeinem Hauſe ermordet und beraubt.
Der Mörder hat das Haus angeſteckt, um die Tat zu ver=
wiſchen
. Mutmaßlicher Täter iſt der Bruder des Ermor=
deten
, der Glaſermeiſter Lesdau, der verhaftet wurde.
Poſen, 10. Dez. Die Gattenmörderin Frau Dr.
Blume iſt im Gefängnis von einer Tochter entbunden
worden. Gegen Mutter und Kind iſt von den Eltern des
Ermordeten, die deſſen Vaterſchaft beſtreiten, die Ent=
erbungsklage
angeſtrengt worden. Dieſer Zivilprozeß wird
nach dem ſtrafgerichtlichen Verfahren entſchieden werden.

Großherzogliches Hoftheater.

Dienstag, den 10. Dezember.
Erſtes Gaſtſpiel Alexander Moiſſis.
W-1. Als Hamlet begann heute Herr Alexander
Moiſſi vom Deutſchen Theater in Berlin ſein auf zwei
Albende berechnetes Gaſtſpiel. Das Haus war anſchei=
Inend ausverkauft. Wer den Künſtler als Oedipus in
der Frankfurter Aufführung geſehen hat, war auf die
leigenartige, oft in deklamatoriſch=theatraliſches Pathos ver=
fallende
Art des Sprechers, die anfangs befremdet, vor=
bereitet
. Trotzdem iſt die Sprachtechnik des Herrn Moiſſi,
der überdies ein ſehr ſchönes und geſchmeidiges Organ
beſitzt und den ausländiſchen Akzent faſt ganz, wenn auch
nicht ganz abgelegt hat, als hervorragend zu bezeichnen.
Eine eigene Auffaſſung der Rolle iſt das Recht eines jeden
Hamlet=Darſtellers. Herr Moiſſi ſtellt ihn als den mit
Schwachheit und Melancholie behafteten, kraftloſen
Neuraſtheniker dar, der unter dem Eindruck des ihm über=
tragenen
ſchweren Rächeramtes erbebt und zuſammen=
bricht
. In dieſem Zuſtand des Kollapſes wandelt er wie
ein ſchwachgemuter Träumer einher, der ſich zu ener=
giſchem
Handeln nicht aufrafft.
Die oft und viel erörterte Frage, ob ein Schauſpieler
mit dem Herzen oder mit dem Verſtande ſpielt, kann ein
Nichtſchauſpieler nicht entſcheiden, der Zuſchauer kann nur
von dem Eindruck ſprechen, den er von dem Spiel emp=
fängt
, und in dieſem Sinne können wir unſer Urteil kurz
dahin zuſammenfaſſen, daß Herr Baumeiſter den Hamlet
mit dem Herzen. Herr Moiſſi mit dem Verſtande ſpielt,
und daß dementſprechend jener durch ſein Spiel ergreift,
dieſer intereſſiert. In der Durchführung der Rolle, die
einheitlich und folgerichtig war, legte Herr Moiſſi ein
hervorragendes ſchauſpieleriſches Können und eine ſou=
weräne
Beherrſchung aller darſtelleriſchen Mittel an den
Tag. Verſchweigen können wir aber nicht, daß manches
In ſeinem Spiel als übertrieben und als Manier anmutet.
Wir wollen nur auf die Szene mit Ophelia und die Schau=
ſpielſzene
hinweiſen. Daß z. B. Hamlet hier in der Mi=

nute der höchſten Aufregung und Spannung, in der ſeine
ganze Aufmerkſamkeit und alle ſeine Gedanken nur darauf
gerichtet ſind, welchen Eindruck das Spiel auf den König
macht, von ſeinem Platze aufſpringt, hinüberläuft, mit
den Füßen aufſtampft und dem Schauſpieler nachhilft, iſt
mit der ganzen Situation ſchwer zu vereinbaren. Nicht
bloß in der Opheliaſzene, auch ſonſt erſchien uns in der
Simulation des Wahnſinns manches zu äußerlich und
berechnet.
Der Beifall, der nach dem erſten Akte lau war, ſtei=
gerte
ſich nach jedem Akte mehr und mehr; zum Schluß
brachte die junge Damenwelt dem Gaſte noch eine beſon=
dere
Ovation dar.
Ueber die Aufführung im übrigen, die ſich von der
erſten nur dadurch unterſchied, daß noch mehr Szenen,
u. a. die Fortinbrasſzene, geſtrichen waren, haben wir
erſt vor kurzem berichtet.

Feuilleton.

Die Verteilung der Nobelpreiſe.
* Stockholm, 10. Dez. König Guſtav teilte heute
die Nobelpreiſe aus; den phyſikaliſchen dem ſchwe=
diſchen
Oberingenieur Guſtav Dalén, den chemiſchen
den franzöſiſchen Profeſſoren Viktor Grignard und
Paul Sabatier, den mediziniſchen dem amerikaniſchen
Profeſſor Alexis Carrel, den literariſchen Gerhart
Hauptmann.
Bei der Verteilung der Nobelpreiſe war der
Preisträger für Phyſik, Ingenieur Dalén=Stockholm, nicht
zugegen. Da er während eines Experiments ſchwer ver=
unglückt
iſt, war er verhindert, zu erſcheinen und wurde
durch ſeinen Bruder, den Profeſſor der Medizin, Dalén
vertreten. Aus der Hand des Königs empfingen die Preis=
träger
den Preis, der ſich auf 193000 Francs beziffert,
das Diplom und die goldene Medaille. Bei dem Ban=
kett
zu Ehren der Nobelpreisträger, an dem 175 Ge=
ladene
, unter ihnen der Herzog und die Herzogin von
Weſtgotland, teilnahmen führte Prinz Wilbelm Frau

Hauptmann zur Tafel. Nach dem von dem Univerſitäts=
kanzler
Graf Nachtmeiſter ausgebrachten Hoch auf den
König, gedachte Prinz Wilhelm des großen Stifters des
Preiſes, der ein Wohltäter der Menſchheit geworden ſei.
Der Präſident der Akademie der Wiſſenſchaften, Profeſſor
Söderbaum, brachte einen Trinkſpruch auf alle Preis=
träger
gemeinſam aus, die darauf einzeln antworteten.
Als Erſter erklärte Gerhart Hauptmann unter anderem,
er und ſeine Nation verſtänden vollkommen die Ehre zu
ſchätzen, die ihm heute widerfahren ſei. Der Nobeltag ſei
für die ganze Erde eine Kulturangelegenheit geworden.
Er wolle ſeinen Tribut an Ehrfurcht teils dem großen
Stifter, teils der ganzen ſchwediſchen Nation widmen, die
dieſen Mann hervorgebracht habe und getreu ſein humanes
Teſtament verwalte.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Auf Veran=
laſſung
der Freien Literariſchen Geſellſchaft in Frank=
furt
wurde dort am Montag im großen Saale des
Kaufmänniſchen Vereinshauſes das Luſtſpiel des Ariſto=
phanes
: Die Fröſche durch Darmſtädter Hof=
ſchauſpieler
aufgeführt. Die Frankfurter Zeitung
ſchreibt über die (ausverkaufte) Vorſtellung u. a.: Es lag
nahe, gerade dieſes Werk des attiſchen Dichters zu wäh=
len
, da es unlängſt von dem Darmſtädter Regiſſeur Herrn
Hacker recht geſchickt für die moderne Bühne eingerichtet
worden iſt und ſowohl auf der heſſiſchen Hofbühne wie
auch in anderen Städten, in denen es die Darmſtädter
auf Gaſtſpielen vorführten, gute Wirkung geübt hat. Auch
hier durfte man ſich der Bekanntſchaft der Komödie und
der heſſiſchen Truppe aufrichtig freuen. Die Darmſtädter
Gäſte gaben die (in drei ſzeniſche Abſchnitte geteilte) Ko=
mödie
in der Vereinfachung der ſtiliſierten Bühne. Die
Darſtellung war ganz vortrefflich. In den Frankfurter
Nachrichten heißt es über die Aufführung: Die ſzeniſche
Einrichtung, die mit klugem Theaterverſtand und einem
liebevollen Vertiefen in die Ewigkeitswerte des atheni=
ſchen
Luſtſpiels von Hacker beſorgt wurde, benutzte ver=
ſchiedene
Ueberſetzungen, um jede Situation in der büh=
nenwirkſamſten
Sprache zu geben. Es wurde ſo ein

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Nummer 293.

Paris, 11. Dez. Bei der geſtrigen Verſteigerung der
Kunſtſammlung Rouart wurde ein Bild des Impreſſi=
oniſten
Degas (Ballett=Tänzerinnen an der Barre) von
einem Amerikaner für 450 000 Fres, erſtanden. Als man
Degas, der gegenwärtig im Alter von 79 Jahren ſteht,
dies mitteilte, erzählte er, er habe dies Bild für 500 Fres,
verkauft.
Paris, 11. Dez. In dem Seebade Areachon
ſtürzte eine im Bau befindliche Villa ein. Der
Bauunternehmer und vier Arbeiter wurden getötet und
zwei verwundet.
London, 10. Dez. Geſtern abend zu ſpäter Stunde
verlautete hier, daß die iriſchen Kronjuwelen die
bekanntlich vor fünf Jahren aus dem Schloſſe von Dublin
geſtohlen wurden, völlig intakt zurückerſtattet worden
ſeien. Wie berichtet, wurde vor einigen Wochen der Bru=
der
des Südpolforſchers Sir Erneſt Shackleton in Portu=
gieſiſch
=Südafrika unter der Anklage verhaftet, den Dieb=
ſtahl
verübt zu haben oder doch daran beteiligt geweſen
zu ſein. Der junge Shackleton war damals Wappenhe-
rold
von Dublin und hatte als ſolcher freien Zutritt zu
den Räumen, wo die Kronjuwelen aufgehoben wurden.
Am Morgen des 6. Juli 1907 waren ſie ſamt und ſonders
aus dem eiſernen Kaſſenſchrank in der Schloßbibliothek
verſchwunden. Neben Shackleton gerieten auch einige
junge Ariſtokraten von hohem Rang in den Verdacht, an
dem Diebſtahl beteiligt geweſen zu ſein. Im Volke ver=
breitete
ſich jedoch die Anſicht, daß eine hohe Perſönlich=
keit
bei Hofe die ſchützende Hand über die Verdächtigen
halte. Dieſe Perſon iſt inzwiſchen geſtorben, und die
Nachforſchungen wurden Anfang des Jahres wieder auf=
genommen
. Shackleton begab ſich hierauf nach Amerika
und dann in aller Heimlichkeit nach Portugieſiſch= Süd=
afrika
und wird jetzt von Geheimpoliziſten nach Lon=
don
zurückgebracht. Seltſam iſt, daß die Juwelen,
die ſo geheimnisvoll verſchwanden, jetzt plötzlich auf
ebenfo geheimnisvolle Weiſe wieder erſchienen ſein ſollen.
London, 10. Dez. Nach einem in Devonport einge=
laufenen
Funkenſpruch iſt das Schlachtſchiff Cen=
turion
, das geſtern zur Probefahrt ausgelaufen war,
mit einem unbekannten Dampfer zuſammengeſto=
ßen
. Der Dampfer ſoll geſunken ſein, während der Cen=
turion
am Bug beſchädigt wurde und nach Devonport
zurückkehrte. Einer ſpäteren Meldung zufolge iſt das
Linienſchiff Centurion wohlbehalten in Plymouth ange=
kommen
. Das von ihm zum Sinken gebrachte Schiff
war nach Angabe des Kommandanten ein kleiner Küſten=
fahrer
. Man befürchtet, daß er mit allen Leuten an Bord
in den Grund gebohrt wurde.
London, 11. Dez. Ein kühner Eiſenbahnraub
wird über San Franzisko gemeldet: Der Zug führte
25000 Dollar in Gold, die für eine Bank beſtimmt waren,
mit ſich. Als er die Station Backersfield paſſierte und
die Geſchwindigkeit etwas verringerte, ſprangen vier
Männer auf den Zug, drangen in den Poſtwagen ein,
ſchlugen mehrere Beamte nieder und ſprengten den Geld=
ſchrank
mit Dynamit. Der Raub wurde in voller Ruhe
ausgeführt. Bei der nächſten Station ſprangen die Räu=
ber
, als die Fahrt wieder verringert wurde, ab und ver=
ſchwanden
im Walde, ohne daß man ſie bisher ausfindig
machen konnte.
Helſingfors, 10. Dez. Die bisher feſtgeſtellten Un=
terſchlagungen
des verhafteten Direktors der =
renings
=Bank, Idmann, belaufen ſich auf 6800000 Mk.
Die Geſamtſumme der Unterſchlagungen wird ſich voraus=
ſichtlich
auf 12 Millionen ſtellen.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 411. Dez. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 1 Uhr 19 Minuten. Zweite
Beratung des
Nachtragsetats
zum Reichshaushaltsetat und zum Etat der Schutzgebiete
für 1912. Die Budgetkommiſſion beantragt, die für den
Schutz der deutſchen Intereſſen anläßlich der politiſchen
Unruhen in China ausgeworfene Summe von 650000
Mark auf 800000 Mark zu erhöhen. Dieſer Betrag ſoll
insbeſondere benutzt werden für eine vorübergehende Er=
höhung
der Beſatzungstruppen.
Abg. Nacken (Zentr.) empfiehlt als Berichterſtitter
der Kommiſſion die Annahme der Vorlage. Abg.
Noske (Soz.): Wir halten die vorliegende Forderung
der Regierung ffür durchaus ungerechtfertigt. Die Ver=
ſtärkung
ſollte nur eine vorübergehende ſein. Wir müſſen
uns dagegen wenden, daß ſie beibehalten wird. Wir
haben keinen Anlaß, auf Koſten der Steuerzahler unſere
dortige Wehrmacht zu verſtärken. Abg. Paaſche
i(natl.): Ich kann aus eigener Anſchauung mitteilen, daß

das deutſche Anſehen in ſtetigem Steigen begriffen iſt.
Unſere wirtſchaftlichen Intereſſen würden außerordent=
lich
durch eine Verminderung unſerer dortigen Wehr=
macht
geſchmälert werden. Es war ein ſchwerer Fehler
unſerer deutſchen Diplomatie, daß in China die Gelegen=
heit
verpaßt wurde, auch deutſche Vertreter bei der Neu=
reglung
der Dinge in China als Berater hinzuzuziehen.
Damit ſchließt die Beſprechung. Die Nachtragsetats
werden bewilligt. Auf Antrag des Abg. Spahn (Ztr.)
wird die dritte Leſung ſofort vorgenommen. Die
Vorlage wird definitiv in der Faſſung der Kommiſſion
verabſchiedet.
Sodann wird die Beſprechung der
Interpelſationen betreſſfend die Koalitionsfretheit der
Staatsarbeiter
fortgeſetzt. Abg. Ickler (natl.): Die Gewerkſchafts=
Enzyklika befaßt ſich mit einer großen politiſchen Frage,
an der auch die Regierung Intereſſe haben ſollte. Wir
verhehlen nicht unſer Befremden, warum der Staats=
ſekretär
gerade den gegenwärtigen Zeitpunkt und die
gegenwärtige politiſche Lage als geeignet erachtet hat,
dieſe Enzyklika als bloßen Ratſchlag zu kennzeichnen und
an ſich als berechtigt anzuerkennen. Die Anerkennung
der Berufsvereinigungen iſt das mindeſte, was wir ver=
langen
müſſen; durch die Arbeiterausſchüſſe allein iſt es
nicht möglich, die Intereſſen der Arbeiter zu vertreten.
Bei meiner Vorſtellung im Kriegsminiſterium wurde
mir geſagt die Auslegung des Erlaſſes als Verbot
ſei ein Mißverſtändnis. Geſtern klang es vom Kriegs=
miniſter
ganz anders. Die Vorwürfe im Organ Der
Militärarbeiter ſind ihm unangenehm geweſen, beſon=
ders
, weil darin geſagt worden ſei, die Militärarbeiter
ſeien auf Nebenverdienſt angewieſen. Tatſache iſt, daß
die Mehrheit der Militärarbeiter einem Nebenverdienſt
nachgehen muß. (Hört, hört!) Die Organiſationsge=
danken
ſchafft der Kriegsminiſter nicht aus der Welt. Ver=
bietet
er ſeinen Arbeitern, ſich wie bisher zu koalieren,
dann ſuchen ſie anderwärts ihre Vertretung, und die
könnte dem Herrn nur noch unangenehmer werden. Man
ſchaffe ein Ventil, und wenn das Ventil auch einmal un=
bequem
in den Ohren klingt, dann laſſe man es ruhig
einmal ausblaſen. (Lebhaftes Sehr richtig!) Am
ſchlimmſten iſt die Denunziation. Auch der Vorwärts
denunziert, wenn er die Arbeiterverbände als ſozial=
demokratiſch
bezeichnet. (Abg. Ledebour: Das iſt doch
keine Denunziation!) Halten Sie es für eine Ehrenerklä=
rung
? Der Kriegsminiſter hat allen Anlaß, unſere Orga=
niſation
zu ſchützen. Damit handelt er im eigenſten In=
tereſſe
des Staates. (Lebhafter Beifall bei den National=
liberalen
und links.)
Abg. v. Winterfeldt (konſ.): Nach unſerer Mei=
nung
hätte der Kriegsminiſter ſeine Pflicht verletzt, wenn
er nicht ſo gehandelt hätte, wie er es getan hat. Wir
wünſchen unter allen Umſtänden, daß an den beſtehenden
Zuſtänden nichts geändert wird.
Abg. Dombek (Pole): Wir freuen uns über die
Ausführungen des Abg. Ickler, zumal ſeine politiſchen
Freunde, wenn ſie ſelbſt Unternehmer ſind, anders denken.
Der Staat muß ein Intereſſe an allen ſeinen Arbeitern
haben, nicht nur an denen, die in den gelben Gewerk=
ſchaften
organiſiert ſind. Belegſchaftsverſammlungen
dürfen nicht unter das Vereinsgeſetz fallen. (Beifall bei
den Polen.)
Generalmajor Wandel: Mit dem Militärarbeiter=
verband
wurden wir zum erſten Male im Jahre 1909
befaßt, als wir von einer Anzahl von Arbeiterausſchüſſen
gefragt wurden, ob die Arbeiter dem Verbande beitreten
könnten. Wir antworteten, daß uns dies gleichgültig ſei.
Gegen den Verband als ſolchen hätten wir nichts. Er
müßte aber bemerken, daß die Art und Weiſe, wie das
Verbandsorgan die Intereſſen der Arbeiter zu vertreten
ſucht, nicht geeignet ſei, ein gutes Verhältnis zwiſchen
den Arbeitern und der Militärbehörde zu fördern. Wir
gehen allen Beſchwerden und Wünſchen nach, die uns
vorgebracht werden und ſuchen nach Kräften Abhilfe zu
ſchaffen. Der Ton des Organs der Militärarbeiter iſt
immer beleidigender geworden. Es leiſtet in der Herab=
ſetzung
der Vorgeſetzten das Unglaublichſte. (Hört, hört!)
Die Löhne ſind vielfach aufgebeſſert worden. Von hohlen
Phraſen auf Lohnforderungen und willkürliche Behand=
lung
der Arbeiter iſt keine Rede. Die Militärverwaltung
war nicht in der Lage, dem Treiben ruhig zuzuſehen. Die
Auflöſung der Vereine iſt meiſt freiwillig erfolgt. Den
Arbeitern ſelbſt gefiel der Ton des Organs ſchon lange
nicht.
Aba. Dr. Hegenſcheidt (Reichspt.): Die Berufs=
organiſationen
müſſen anerkannt werden. Sie müſſen
aber die Formen berückſichtigen. Wir wollen zufriedene
Arbeiter in unſeren Staatsbetrieben haben, dann ſind
ſie das beſte Bollwerk gegen den Umſturz. (Beifall

rechts. Hurra! hurra! bei den Soz.) Abg. Behrens=
(Wirtſchaftl. Vgg.): Das Intereſſe des Vaterlandes und
des Geſamtwohles bedingt die Umgrenzung der Koali=
tionsfreiheit
für die Staatsarbeiter. Die Formen im
Verkehr mit den Arbeiterausſchüſſen müſſen ſo ſein, wie
ſie ſich für anſtändige Menſchen geziemen; das gleiche gilt=
aber
auch für die Arbeiter den Behörden gegenüber und
auch für das Verbandsorgan und deſſen Leiter. Die
Schuld an der ſchwierigen Lage der Staatsarbeiter liegt=
lediglich
am Verbandsorgan und deſſen Leiter. Wir hof=
fen
, daß die neutralen Verbände eine Linie gegen links
ziehen und den ſtaatserhaltenden Arbeitern ſich anſchlie=
ßen
werden. Für uns heißt es, über die =Intereſſen des
Einzelnen müſſen die Intereſſen des Geſamtwohles ge= werden. Die Sozialdemokratie bezeichnet uns gern
mit der Bezeichnung Streikbrecher. In unſeren Kreiſen=
iſt
Streikbruch noch nicht vorgekommen, wohl aber bei
Ihnen (nach links). (Sehr richtig! rechts und im Zentr.
Die Fortſchrittler hätten aber alle Urſache, zuerſt bei ihren
Parteifreunden darauf zu ſehen, daß von ihnen das
Koalitionsrecht geachtet wird. (Bravo! rechts.)
Abg. Weinhauſen (Fortſchr. Vpt.): Der Abg=
Behrens hat die Reichstagstribüne dazu mißbraucht, das
Organiſationsgezänk wieder in die Debatte zu werfen,
um die Staatsverwaltung ſcharf zu machen. (Sehr rich=
tig
! links.) Wir ſind keineswegs befriedigt durch die=
Antwort ſeitens der Regierung auf unſere Interpellation=
Wenn dieſe Antwort etwas bewieſen hat, ſo war es die=
dringende
Reformbedürftigkeit des Koalitionsrechtse
Wenn der Staatsſekretär der Enzyklika zuſtimmt, die da
ſaat, die ſozialen Fragen ſeien in erſter Linie ſittliche und
religiöſe Fragen, ſo müßte das ganze Gebiet des ſozig=
len
Rechts an das Kultusminiſterium abgetreten werden=
(Sehr gut! links.) Die große Gefahr der Enzyklika liegt
darin, daß erſt auf die Arbeiter, und künftig auch auf die
Lehrer, Offiziere und ſonſtigen Kreiſe von Rom einge=
wirkt
werden kann. Staatsſekretär Dr. Delbrück muß
unterrichtet ſein von der Stimmung in den Arbeiterkrei=
ſen
. Deshalb müſſen wir annehmen, daß ſeine geſtrige
Rede einen politiſchen Zweck gehabt hat. Er wollte den
Zentrumsherren abſichtlich einen guten Dienſt leiſten, in
einer Zeit, wo die Regierung in Acht und Bann der Zens
trumspartei ſich befindet. Wenn ein Drittel des Ver=
bandes
zugrunde geht, das iſt doch ein Beweis, daß die
Warnung nicht ſo harmlos war, wie es hier hingeſtellt
worden iſt. Die Verbandsleiter als Aaitatoren zu be=
zeichnen
, ſollte den Zweck haben, ſie in Mißkredit zu brin=
gen
. Gegen eine derartige Auslegung des Wortes Agis
tator hätten alle Arbeiterführer Anlaß, zu proteſtieren,
Es iſt ein Unterſchied zu machen zwiſchen loyalen und
zufriedenen Arbeitern. Die Staatsarbeiter ſind zwar
loyal, aber um der Zufriedenheit willen ſollte man ſie
beſſer behandeln, als es jetzt geſchieht, und ebenſo auch
die Organiſationen, um uns dieſe alljährliche Debatte zu
erſparen. Eine Beſchränkung des Kündiaunasrechtes,
wie es bei einigen Staatsbetrieben bereits beſteht, ſollte
bei ſämtlichen Staatsbetrieben eingeführt und noch
weiter ausgebaut werden. Wir erklären, daß wir mit
der Behandlung der Organiſationen und der Koalitions=
freiheit
nicht einverſtanden ſind. Wir haben unſere In=
tervellation
eingebracht, weil wir das Recht und die
Pflicht haben, für die Staatsarbeiter einzutreten. ( Bei=
fall
links.)
Es wird ein Vertagungsantrag geſtellt, der jedoch
von den Antraaſtellern zurückgezogen wird.
Abg. Böhle (Soz.): Der Abg. Müller=Meiningen
hat ſeine Ausführungen leider nur auf die Militärver=
waltung
beſchränkt. Der Abg. Behrens erwähnte einen
Artikel im Vorwärts, aber was er ausgeführt, war nicht
richtig. Aber man konnte auch nichts anderes erwarten.
Das Zentrum hat den Staatsarbeitern und Angeſtellten
das Streikrecht auf keinen Fall zugebilligt. Wer Knecht
iſt, ſoll Knecht bleiben. Die Arbeiter ſollen ſich durchaus
nicht organiſieren, es wird von ihnen verlangt, daß ſie
einen Revers unterſchreiben, daß ſie einer anrüchigen
Organiſation weder angehören, noch beitreten werden.
Die Arbeiterausſchüſſe haben gar keinen praktiſchen
Wert; ihnen iſt jede praktiſche Tätigkeit unterbunden. Das
Koalitionsrecht wird auch vielfach durch Privatverträge
illuſoriſch gemacht. Der Staatsſekretär hat vor kurzem
noch den entgegengeſetzten Standpunkt eingenommen.
Sollen ſeine Ausführungen als Kriegserklärung aufge=
nommen
werden, ſo iſt das Millionenheer der Arbeiter
kampfbereit und wird den Kampf auch zum ſiegreichen
Ende führen. Aba. Schwarz=Schweinfurt (Zentr.)t
Herrn Dr. Müller=Meiningen als Schutzherrn der chriſt=
lichen
Arbeiter müſſen wir ablehnen. Die Sozialdemo=
kraten
treiben mit ihrem Terrorismus die Arbeiter in
unſere Organiſationen. Es liegen uns Briefe von Ar=
beitgebern
vor, die beweiſen, daß in Nürnberg chriſtlich
organiſierte Arbeiter auf das Drängen der ſozialdemo=

Werk geſchaffen, das auf dem modernen Theater mit
Glanz beſtehen kann. Die Wirkung war großzügig und
ſtilrein. Die Blätter rühmen den feig=großſprecheriſchen
Dionyſos des Herrn Jürgas, den Sklaven des Herrn
Peterſen, den Türſteher des Heren Jordan und den
Euripides des Herrn Lehrmann (früher in Darmſtadt).
Herr Hacker, ſo ſchreiben die Frankf. Nachr., war als
Aeſchylos wie eine Statue aus einem antiken Muſeum,
die lebendig geworden; er ſprach die ſchweren Weisheiten
des düſteren Eumenidendichters mit feuriger Kraft und
einer leidenſchaftlichen Gehobenheit. Weiter werden noch
in den Blättern mit Lob die übrigen Darſteller genannt
und zwar die Herren Heinz, Weſtermann, Schneider und
Knispel, ſowie die Damen Müller=Rudolph, Heumann
und Gothe.
C.K. Die Siegesmode der Belgrader Damen. Eine
eigenartige Folge der Triumphe der ſerbiſchen Heere macht
ſich in der Kapitale Serbiens geltend: über Nacht iſt Bel=
grad
zu einem Horte weiblicher Eleganz geworden und die
patriotiſchen Serbinnen feiern die Erfolge ihrer Männer
und Brüder durch die Anſchaffung der herrlichſten neuen
Roben und der koſtbarſten allerneueſten Hüte. Eine Eng=
länderin
, die in dieſen Tagen nach Belgrad reiſte, um ſich
dort in den Dienſt der Krankenpflege zu ſtellen, gibt in
einem Londoner Blatt eine intereſſante Schilderung dieſer
ſeltſamen Umwälzung und der Art und Weiſe, in der
Belgrads Frauen ihre plötzlich erwachte Putzſucht patrio=
tiſch
begründen. Als ich in meinem dauerhaften eng=
liſchen
Sportkleid hier eintraf, bei einer Verwandten ab=
ſtieg
und mein Reiſegepäck öffnete, erregte das Fehlen
eleganter Abendtoiletten nicht nur Staunen, ja geradezu
Entſetzen. Sie wollen alſo im Ernſt in Ihrem wollenen
Schneiderkleid ſich hier in Belgrad zeigen? Und als ich
verblüfft und faſſungslos dreinſchaute, mußte ich hören:
Ja, wiſſen Sie denn nicht, daß wir in Kriegszeiten
leben? Sie haben ſich gar nichts Elegantes mitgebracht?
Was wollen Sie denn beim nächſten Siege anlegen?
Und als ich mich ratlos entſchuldigte, ich ſei doch gekom=
men
, um zu arbeiten, erwiderte man mir nur: Aber natür=

lich, ſelbſtverſtändlich, zur Arbeit, was glauben Sie denn,
daß wir hier tun? Glauben Sie denn, daß wir uns un=
ſerer
Männer würdig zeigen würden, wenn wir jetzt in
dieſen Zeiten unſere Kleidung vernachläſſigten? Sie er=
füllen
ihre Pflicht, wir müſſen die unſere erfüllen. Heute
nachmittag noch bringe ich Sie zu unſerem beſten Mode=
ſchneider
. So haben die Hutmacherinnen und die Mo=
diſtinnen
Belgrads durch den Krieg plötzlich eine Hoch=
ſaiſon
, wie ſie ſie ſonſt ſeit Jahren nicht erlebten.
Schon in Friedenszeiten bemühten ſich die ſchönen
Frauen Belgrads nach Kräften, der Mode von Paris und
Wien möglichſt nahe auf den Ferſen zu bleiben. Aber was
man jetzt in den Straßen und in den Salons der Haupt=
ſtadt
ſieht, überſteigt an Prunk und Luxus alles bisher in
Serbien dageweſene. Die koſtbarſten neueſten Federhüte,
deren Bezahlung ſchon ein kleines Vermögen erfordert, ſind
gerade noch gut genug, und wohl noch nie hat Serbiens
Frauenwelt für Geſellſchaftsroben ſolche Summen an=
gelegt
wie in dieſen Kriegszeiten. Das begann mit dem
Eintreffen der Nachricht von dem erſten Waffenerfolge;
von der Stunde an wiſſen Schneider und Hutmacherinnen
ſich vor Aufträgen und Arbeiten nicht mehr zu retten.
Und dabei ſind dieſe plötzlich dem raffinierteſten Toiletten=
lurus
hingegebenen Frauen nicht etwa nur ſpielende
Salonkätzchen, die ein Triumph ihres Vaterlandes zu
Exzeſſen der Eitelkeit hinreißt. Nein, dieſe Frauen, die
am Abend das eleganteſte Paris zu überbieten ſuchen, ar=
beiten
faſt alle den Tag über in der weißen Schürze der
Krankenſchweſter in den Lazaretten, arbeiten hier acht
Stunden täglich und oft mehr. Ein wunderlicher pſycho=
logiſcher
Vorgang drängt ſie dann aber dazu, die Haube
der Pflegerin durch die üppigſte Pleureuſe zu erſetzen und
die weiße Schürze mit der koſtbarſten goldgeſtickten Seide
zu vertauſen. Und eine ganze Philoſophie haben ſie ſich
ſchon zurechtgemacht, dieſe Belgraderinnen, um ihren
plötzlichen Luxus zu begründen. Sie wollen ihre Män=
ner
damit ehren, wollen mit dem Nicken der koſtſpieligſten
Straußenfedern patriotiſche Zuverſicht ſymboliſieren und
ſehen in den herrlichſten Pelzumhängen eine Art Prokla=
mation
ihrer Vaterlandsliebe. Die Frauen von Siegern

ſollen wie Siegerinnen auftreten. Das Haupt der Kämp=
fer
von Kuwanowa und der Eroberer von Uesküb um=
glänzt
der Ruhm: um dieſes Ruhmes würdig zu werden,
gehen die Damen Serbiens zum Schneider. Und die
Schneider und Hutmacher ſind auch Patrioten und laſſen
es an vaterländiſcher Begeiſterung nicht fehlen. Eine der
bekannteſten Belgrader Hutmacherinnen beantwortete die
Nachricht von dem Einzug in Uesküb ſofort mit einer
Proklamation, in der ſie mit ſtolzen Worten ankündigte:
Alle Frauen, deren Männer oder Brüder bei der Eroberung
Ueskübs ſich auszeichneten, erhalten bei mir fortan er=
mäßigte
Preiſe. Und ihr Atelier wird ſeitdem von
Heldenfrauen beſtürmt. Ueberall herrſchen fröhliche Far=
ben
, fröhliche Mienen, in den Läden und Ateliers wie auch
in den Privathäuſern. Wenn die Helden aber heimkehren,
werden manche von ihnen vielleicht tiefer in ihren Beutel
greifen müſſen, als ihnen ſelbſt im Rauſche des Sieges
erwünſcht ſein wird. . . .
* Muſikaliſche Unterhaltung. Von Zeit zu Zeit macht
ſich die Wirklichkeit das Vergnügen, die Phantaſie der
Witzblätter zu überbieten. Berliner Blätter berichten von
dem neuſten illuſtrierten Katalog eines großen, reichs=
hauptſtädtiſchen
Bijouteriegeſchäfts. Unter anderem wer=
den
darin zum Kaufe einige höchſt originelle Neuheiten
angeboten, die anſcheinend beſtimmt ſind, den ſtarken mu=
ſikaliſchen
Bedürfniſſen des deutſchen Volkes entgegenzu=
kommen
. Daß Kunſt und Komfort ſich vermählen, mag
etwas Schönes ſein. Aber bisher blieb die Kunſt, ſpeziell
die Kunſt der Töne, im deutſchen Hauſe meiſt nur auf das
Muſikzimmer oder den Salon beſchränkt. Der Fabrikant,
der die angeprieſenen neun Artikel erſann, geht weiter
und ſein Ehrgeiz ſcheint, daß die Tonkunſt unſer Lebert
in allen Lagen und Situationen begleiten und verſchönen
ſoll. Wir leſen in dem Katalog, unter der Rubrik Mu=
ſikaliſche
Unterhaltung Nr. 36329: Toilettenraum- Gar=
nitur
, Mahagoni, poliertes Holzbrett mit Papierrolle.
Sobald Papier abgeriſſen wird, ertönt ein Muſikſtück=
Paßt für jede Originalpapierrolle Aber der kunſtfreund=
liche
Induſtrielle, der dieſe reizende muſikaliſche Novitätt
erſonnen hat, geht in ſeinem Beſtreben, die Kunſt in

[ ][  ][ ]

Nummer 293.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Seite 5

kratiſchen Arbeiter entlaſſen werden mußten. (Unruhe bei
den Sozialdemokraten.)
Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen.
Nächſte Sitzung Donnerstag 11 Uhr. Tagesordnung:
Interpellation über den Wagenmangel, Wahlprüfungen,
Reſolution zur Denkſchrift betr. Anſtellungsverhältniſſe
der Poſtbeamten. Schluß nach halb 7 Uhr.
H.B. Berlin, 11. Dez. Die Wahlprüfungs=
Kommiſſion des Reichstages beſchäftigte ſich
heute wieder mehrere Stunden mit der Wahl des Ab=
geordneten
Becker (Bingen=Alzey, bei keiner
Fraktion), kam aber noch zu keinem Beſchluß. Die Ver=
handlungen
werden erſt nach den Weihnachtsferien fort=
geſetzt
werden.

den Alltag zu führen, noch weiter und hat ein muſikali=
ſches
Stuhlkiſſen erſonnen. Das tönende Stuhlkiſſen,
feingearbeitetes Rückenkiſſen aus gutem Gobelinſtoff.
Dies Kiſſen erſetzt uns Caruſo, denn beim Anlehnen er=
tönen
verſchiedenartige Stimmen laut, was größte Ueber=
raſchung
und Heiterkeit über die ſich ſetzende Perſon her=
vorruft
, 38 Zentimeter lang. So vermählt ſich das Prak=
tiſche
mit der Kunſt, die Kunſt mit dem Humor und der
Humor mit dem Leben.
hys. Vom ſchwachen Geſchlecht weiß die Daily
Chronicle folgendes zu berichten. Vor einigen Monaten
wurde auf einer enaliſchen Werft ein Arbeiter eingeſtellt,
der angab, Georg Palmer zu heißen. Er zeigte ſich als
tüchtiger und ſtarker Verlader, bis er kürzlich unter eine
Stahlplatte geriet und ernſtliche Verwundungen davon=
trug
. Der behandelnde Arzt konſtatierte ſodann, daß
Palmer eine Frau ſei, die ſich als Mann verkleidete, um
ſo leichter ihr Brot zu finden. Sie war verheiratet und
hatte zwei Kinder, ihr Mann, ein Deutſcher (?), war
Hafenarbeiter und hatte ſie mittellos verlaſſen. Um nun
hinreichend zu verdienen, verkleidete ſie ſich. Obenge=
nannte
Zeitung bemerkt zu dieſer Notiz daß es nicht zu
den Seltenbeiten gehöre, daß beim Militär und der Ma=
rine
aus ökonomiſchen Gründen Frauen Dienſt verrich=
teten
. Intereſſant iſt die Geſchichte einer Hanna Snell,
die als Matroſe verſchiedene Schlachten mitmachte und
als penſionierter Soldat ſtarb. Ebenfalls als Mann ver=
kleidet
, verrichtete eine Frau mehrere Jahre die Dienſte
als Doktor Barry beim Militär. Ihr Geſchlecht wurde
erſt nach dem Tode feſtgeſtellt. Den Engländern fehlts
alſo nicht an Jungfrauen von Orleans.
* Vom Druckfehlerteufel. Neulich laſen wir in den
Leipziger Neueſten Nachrichten in einer Beſprechung der
Grimmſchen Märchen: Dieſe Kindermädchen gehören
noch heute zu den ſchönſten Schätzen des deutſchen Volkes,
ſie ſind ſelbſt für reifere und bejahrte Männer bisweilen
ein Gegenſtand des Entzückens. Ein Blatt im Oden=
wald
wußte kürzlich zu melden: Der Dragoner
Wagner wurde dabei durch einen Wanzenſtich leicht ver=
wundet
.

Erkrankung des Prinzregenten
von Bayern.

* München, 11. Dez. Die Korreſpondenz Hoff=
mann
meldet: Das Befinden Sr. Kgl. Hoheit des
Prinzregenten hat ſich in den letzten Tagen durch
das Auftreten eines Bronchialkatarrhs und einer
gichtiſchen Affektion der rechten Hand verſchlimmert.
Die Nachtruhe iſt infolgedeſſen geſtört und der bisherige
ausgezeichnete Appetit vermindert. Fieber beſteht nicht.
Die Herztätigkeit iſt bisweilen unregelmäßig. Gez. Dr.
v. Angerer. Gez. Dr. von Kaſtner.

Gerichtszeitung.

Der Diebſtahl der Kölner Kaiſerkette.
Köln, 10. Dez. Die Verhandlungen in dem Pro=
zeß
wegen des Diebſtahls der Kölner Kaiſerkette wurden
heute vormittag unter unvermindertem Andrange des
Publikums fortgeſetzt. Ein Goldſchmied aus Köln be=
kundet
als Zeuge, daß er ſich eines Tages in der Geſell=
ſchaft
von Bayer und Kniep befunden habe. Von Bayer
ſei er gefragt worden, wieviel ein Gramm Gold von der
Kaiſerkette wert ſei. Kniep ſagte zu dem Zeugen, er
werde ihm die Kette in vier Teilen bringen, damit er ſie
einſchmelze. Ein Muſeumsdiener, der in der Eigel=
ſteiner
Torburg wohnt, mußte auf Befragen des Ver=
teidigers
zugeben, daß es für einen Menſchen möglich
iſt, ſich in das Muſeum einſchließen zu laſſen. Der Ver=
teidiger
folgerte daraus, daß die Täter ſich wirklich ein=
ſchließen
ließen und daß die Strickleiter, die ihnen an=
geblich
das Hinaufklettern ermöglichte, viel zu ſchwach
war, um einen Menſchen tragen zu können. Demgegen=
über
erklärte ein Polizeibeamter, daß die Strickleiter
bei einem Verſuch einen ſehr ſtarken Kriminalbeamten
getragen habe. Auch hätten ſich Spuren auf der Fenſter=
bank
gezeigt, die darauf hinweiſen, daß die Diebe durch
das Fenſter eingeſtiegen ſeien. Der Angeklagte Bayer
erklärt, daß ſeine früheren Ausführungen über den Dieb=
ſtahl
barer Unſinn geweſen ſeien. Er habe ſich zu der
fraglichen Zeit mit ſeinem Motorrad in Hennef aufge=
halten
und habe wegen eines Motordefektes erſt eine
Stunde nach dem Diebſtahl in Köln eintreffen können.
Eine Schweſter des Angeklagten Hochgeſchurz verwei=
gerte
ihre Ausſage. Zu dem Zeugen Kriminalſchutz=
mann
Freitag hat der Angeklagte Bayer geſaßt: Jetzt
haben die beiden die Sache allein gemacht, ich werde ſie
verzinken, wenn ich meinen Teil nicht herausbekomme.
Bayer hat weiter erzählt, er habe die Sache ſchon früher,
ſchon vor 14 Tagen, machen wollen, damals habe es aber
nicht geklappt, da der Blitzableiter loſe war.
Bei ihrer weiteren Befragung durch den Vorſitzen=
den
behaupten Kniep und Hochgeſchurz, daß der eigent=
liche
Täter der große Unbekannte ſei, der ſich Fritz Schnei=
der
nenne. Es ſei ein Mann in blauem Anzug, der mit
den Sachen nach London geflohen ſei. Um feſtzuſtellen,
ob an der Perſon dieſes Sch. etwas Wahres iſt, ſollen
auf Gerichtsbeſchluß der Buffetier des Reſtaurants Lange
in Hamburg und die Wirtſchafterin aus einem Hambur=
ger
Bordell als Zeugen geladen werden. Die Angeklagten
wollen in dieſen Lokalen zuſammen mit Schneider ge=
weilt
haben. In der weiteren Beweisaufnahme wurde
noch eine Reihe von Zeugen vernommen, denen gegen=
über
die Angeklagten ſich durch ihre Ausſagen verdächtig
gemacht haben ſollen. Die Vernehmung dieſer Zeugen
bot indeſſen keine neuen Momente. In den Nachmit=
tagsſtunden
wurde die Verhandlung auf morgen früh
9 Uhr vertagt.

Der Balkankrieg.

Zur Lage.
* Berlin, 11. Dez. Der Berliner Lokal=Anzeiger
meldet aus Berlin: Die in Wien verbreiteten Gerüchte
von der Ankunft des deutſchen Panzer=
kreuzers
Göben mit dem Levantegeſchwader in
Pola, ſowie von einer gemeinſamen Flottenaktion des
Dreibundes vor der albaniſchen Küſte ſind völlig un=
wahr
. Göben liegt wie bisher vor Konſtantinopel.
Die Voſſiſche Zeitung meldet aus Bologna: Hieſige
Zeitungen veröffentlichen die Nachricht eines neapoli=
taniſchen
Blattes aus Rom, wonach der Dreibund be=
ſchloſſen
haben ſoll, zuſammen 90000 Mann nach Al=
banien
zu ſenden, um Durazzo und Valona unabhängig
zu machen. Die zweite italieniſche Schiffsdiviſion habe
Befehl erhalten, bereit zu ſein, um eine Transportflotte
mit 30000 Mann zu begleiten (?).
* New=York, 10. Dez. Die Firma Kuhn, Loeb
und Co., ſowie die National=City=Bank veröffentlichen
eine Erklärung, in der ſie die Uebernahme der
öſterreichiſchen Anleihe von 25 Millionen Dol=
lars
beſtätigen und gleichzeitig mitteilen, den kontrahie=
renden
Firmen ſei verſichert worden, daß die politiſche
Lage ſich gebeſſert habe und daß kein Grund
beſtehe, kriegeriſche Verwicklungen zwiſchen
den Großmächten zu befürchten. Ein großer Teil des
Erlöſes der Anleihe werde erſt am 15. Januar 1913 ein=
gezogen
.
Die Botſchafterkonferenz.
* Paris, 10. Dez. Offiziös wird mitgeteilt, daß
die Londoner Botſchafterbeſprechung ge=
ſichert
ſcheine. Dieſelbe werde keinerlei Beſchlüſſe zu
faſſen, ſondern nur eine möglichſt genaue Liſte aller
Fragen aufzuſtellen haben, über welche dann Europa das
entſcheidende Wort zu ſprechen haben werde. Die bevoll=
mächtigten
Vertreter der Balkanſtaaten würden mit die=
ſen
Fragen zweifellos befaßt werden, aber die Großmächt=
werden
im Wege einer Konferenz oder auf andere Weiſe
die Beſchlüſſe der Balkanſtaaten einer Reviſion unter=
ziehen
. Aus praktiſchen Gründen würden gewiſſe Fragen
anderweitig behandelt werden. So dürften beſonders die
finanziellen Fragen in Paris erörtert werden.
* London 10. Dez. Das Mitglied des Unter=
hauſes
King richtete in der heutigen Sitzung an Grey die
Anfrage ob die Botſchafter der Großmächte
in einer europäiſchen Hauptſtadt zu einer Kon=
ferenz
zuſammentreten würden, um ſich über
die gemeinſame Politik in den durch den Bal=
kankrieg
entſtandenen Fragen ſchlüſſig; zu machen.
Grey erwiderte, alle in Betracht kommenden Groß=
mächte
hätten der Anregung gern zugeſtimmt, daß die
Botſchafter in einer euroväiſchen Hauptſtadt in eine
zwangloſe unverbindliche Beratung eintreten möchten,
um den Austauſch der Anſichten zwiſchen den Großmäch=
ten
zu erleichtern. Es wird keine Konferenz ſein, erklärte
Grey, ich kann Einzelheiten in dieſer Angelegenheit im
gegenwärtigen Augenblick nicht mitteilen. Ich beabſich=
tige
jedoch, die eingehendſten Mitteilungen, die möglich
ſind am 12. Dezember zu geben.
Die Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel, 10. Dez. Von maßgebender
türkiſcher Seite wurde dem Vertreter des Wolffbureaus
erklärt, es ſei ſicher, daß die Türkei keinen Frieden
ſchließen werde wenn nicht Adrianopel, und zwar als
Feſtung, türkiſch bleibe. Außer der an der Tſcha=
taldſchalinie
verſammelten Armee übten augenblicklich Re=
kruten
und Erſatzreſerviſten in Konſtantinopel. Ferner
ſeien noch mehrere vollſtändige Diviſionen aus Anatolien
unterwegs, über deren Stärke und Bewegung ſtrengſtes
Stillſchweigen bewahrt werde Die Türkei würde daher
bei dem eventuellen Abbruch der Verhandlungen mit
einer ſehr anſehnlichen Macht ſich dem Feind gegenüber
befinden.
Von den nach London abgereiſten türkiſchen De=
legierten
wird der Berliner Botſchafter Naſim Pa=
ſcha
ſeinen Weg über Berlin nehmen und im Auswär=
tigen
Amt einen kurzen Beſuch abſtatten. Die Erneuer=
ung
des Dreibundes und die deutſch engliſche Annäher=
ung
wurden hier freundlich aufgenommen. Sie beſtärkt
die Pforte in der Hoffnung auf die Erhaltung von Adria=
nopel
und des Archipels.
H. B. Berlin 11. Dez. Dr. Danew der Präſi=
dent
der bulgariſchen Sobranje, wird, von Wien kommend,
am Donnerstaa auf der Durchreiſe nach Paris und Lon=
don
zu den Friedensverhandlungen in Berlin erwar=
tet
, wo er einige Tage Aufenthalt nehmen und Herrn von
Kiderlen=Wächter einen Beſuch abſtatten dürfte.
* Paris 10. Dez. Miniſterpräſident Poincaré
empfing heute die bulgariſchen Bevollmächtig=
ten
die auf dem Wege zu den Friedensverhandlungen
in London ſind. Die Unterredung währte eine Stunde.
Die albaniſche Frage.
* Rom, 10. Dez. Die Tribuna meldet: Die pro=
viſoriſche
Regierung von Albanien hat ihre
Konſtituierung den Mächten mitgeteilt, mit dem
Hinweis, daß ein autonomes oder unabhängiges Alba=
nien
ein Element des Gleichgewichts auf dem Balkan
werden könne. In der Mitteilung wird die Hoffnung
ausgedrückt, daß Europa dieſe Tatſache mit Wohlwollen
aufnehmen und den neuen Staat gegen Angriffe und
drohende Aufteilungsverſuche ſchützen werde. Die
Wünſche der Albaneſen ſeien von den Mächten wohlwol=
lend
aufgenommen und beſonders von den beiden am
unmittelbarſten intereſſierten Mächten Italien und
Oeſterreich=Ungarn in Betracht gezogen worden. Wie die
Tribuna erfährt, haben die italieniſche und die öſter=
reichiſch
=ungariſche Regierung nach langer, freundſchaft=
lichſter
Beſprechung nicht nur die Wünſche der Albaneſen,
die übrigens ihren eigenen Intereſſen entſprechen, gün=
ſtig
aufgenommen, ſondern auch die Mittel ſtudiert, durch
die die Schaffung eines autonomen, unabhängigen Alba=
nien
auch für die Zukunft wirklich ſichergeſtellt werden
könnte. Die beiden Regierungen haben ſich dahin ent=
ſchieden
, daß die beſte Garantie in dieſer Beziehung in
einer Neutraliſation Albaniens gefunden werden könnte,
die gemäß dem Beiſpiele der anderen neutraliſierten
Staaten Europas ſtattfinden müſſe. Man müſſe außer=
dem
verſuchen, die Neutralität Albaniens möglichſt unter
die Garantie aller Großmächte zu ſtellen. Dieſe Löſung
würde beſonders den Wünſchen Italiens und Oeſterreich=
Ungarns entſprechen und habe bis jetzt, nach den Infor=
mationen
des Blattes, auch von der Seite einer anderen
Macht keinen Widerſpruch gefunden.
Bulgaren und Griechen.
* Sofia, 10. Dez. Der Mir wendet ſich gegen die
in einem Teile der bulgariſchen und auswärtigen

Preſſe erſchienenen gegen Griechenland gerichteten
tendenziöſen Artikel, da ſie dem gemeinſamen Wirken der
Balkanſtaaten Schaden bringen. Strittigenfalls, ſagt das
Blatt, werden nicht unfreundliche Artikel entſcheiden,
ebenſo wenig wie die Beſetzung irgend einer Stadt durch
irgend eine Armee der Verbündeten die Frage, wem
dieſe Stadt gehört, entſcheidet.
Kriegsgreuel.
* Wien 10. Dez. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet aus Belgrad: Unterrichtete Kreiſe ſind im Be=
ſitze
von zuverläſſigen Nachrichten über Ereigniſſe
im inneren Albanien, deren Bekanntwerden in
Europa Empörung hervorrufen muß. Die Berichte ent=
halten
Darſtellungen über das Vorgehen von Truppen
und Freiſchärlern des Generals Jankowitſch, welche ent=
ſetzliche
Einzelheiten bringen, daß deren Wiedergabe z. T.
nicht möglich iſt. Es iſt nicht übertrieben, wenn aufgrund
dieſer Berichte geſagt wird, daß im inneren Albanien
zur Zeit eine künſtliche Entvölkerung ſtattfindet. Ein
furchtbares Morden hat Tauſende und Abertau=
ſende
von Albanern bereits hinweggerafft; viele Dörfer,
deren Inſaſſen ohne Unterſchied gemordet wurden, ſind
dem Erdboden gleich gemacht worden. Es ſind Fälle
bekannt, in denen Menſchen lebend begraben wurden. Die
Untaten an Frauen und Kindern ſpotten auch der blutig=
ſten
Phantaſie. An jenen Stellen, an denen hier dieſe
Berichte vorliegen, herrſcht tiefſte Empörung, und auch
in Serbien werden dieſe Vorgänge verabſcheut und wird
exemplariſche Beſtrafung der Schuldigen verlangt. Man
hofft, daß es der ſerbiſchen Regierung gelingen werde,
dieſem Maſſenmorden in Albanien durch ſerbiſche Trup=
pen
ſund Freiſchärler ſofort Einhalt zu tun.
Kriegsfurcht.
* London, 11. Dez. Die Times ſchreiben: Infolge
der dauernden Nachfrage nach Verſicherungen
von Privateigentum gegen Kriegsgefahr in
Oeſterreichiſch=Galizien haben die Londoner
Privatverſicherungen die Prämienſätze geſtern beträchtlich
erhöht. Die Sätze ſtiegen von vorgeſtern bis geſtern um
33½ bis 100 Prozent. Die Erklärung für dieſe Steiger=
ung
iſt hauptſächlich in den ſehr ausgedehnten Verpflich=
tungen
des Londoner Verſicherungsmarktes zu ſuchen.
Sollte die Nachfrage für derartige Verſicherungen an=
dauern
, ſo werden die Prämien wahrſcheinlich noch wei=
ter
erhöht werden.
Letzte Nachrichten.
* Frankfurt a. M., 11. Dez. Der Zentralvor=
ſtand
des Verbandes für internationale Ver=
ſtändigung
hat folgende Reſolution gefaßt: Ange=
ſichts
der erfreulichen Tatſache, daß ſich in der gegen=
wärtigen
kritiſchen Zeit die Mächte der Triple=Entente
mit denen des Dreibunds zu gemeinſamer Arbeit für die
Erhaltung des europäiſchen Friedens zuſammengefunden
haber, ſpricht der Verband für internationale Verſtän=
digung
die Hoffnung aus, daß dieſe gemeinſamen Be=
mühungen
erfolgreich ſein werden, indem auf einer euro=
päiſchen
Staatskonferenz auch widerſtreitende Intereſſen
einzelner Mächte einen Ausgleich finden, der der Natur
der Dinge entſpricht und dadurch die notwendigen Ga=
rantien
für die künftige politiſche Geſtaltung der Ver=
hältniſſe
auf dem Balkan in ſich birgt. Wir ſind über=
zeugt
, daß dieſe Zuſammenarbeit auch die zukünftigen
Beziehungen der europäiſchen Mächte zu einander, ins=
beſondere
von Deutſchland und den Weſtmächten, auf das
glücklichſte beeinfluſſen wird. (gez.) von Ullmann. Nip=
pold
. Schücking. Piloty. Maier.
Wien, 11. Dez. Heute vormittag fand in Schön=
brunn
unter dem Vorſitz des Kaiſers eine Miniſter=
Beſprechung ſtatt, an der auch der Erzherzog Franz
Ferdinand, der Miniſter des Aeußern Graf Berchtold, ge=
meinſamer
Finanzminiſter Ritter von Bilinski, Miniſter=
präſident
Graf Stürgkh, Finanzminiſter von Zaleski und
Landesverteidigungsminiſter Georgi teilnahmen. Die
Beratungen dauerten von 10½12 Uhr. Nach der Be=
ſprechung
fuhr der Erzherzog Franz Ferdinand mit dem
Grafen Berchtold nach Budaveſt zurück. Finanzminiſter
von Zaleski erklärte auf verſchiedene Anfragen im Par=
lament
über die Miniſterberatungen, daß die äußere
Lage nicht den geringſten Grund zur Be=
unruhigung
gebe.
H. B. Paris 11. Dez. Mit großer Spannung be=
gleitet
man in London die Reiſe des öſterreich=
iſchen
Botſchafters Grafen Mensdorf nach
Wien, wohin er ſich begibt, um ſich mündliche Inſtruk=
tionen
vom Grafen Berchtold zu holen. Es heißt nämlich
in London, daß die Dreibundmächte ihre Zuſtimmung zur
Konferenz mit gewiſſen Vorbehalten gegeben haben.
Sollte die Réunion der Botſchafter eine Wendung
nehmen, die dem öſterreichiſchen Standpunkte widerſpricht,
ſo würden, wie in London verlantet, die Botſchafter des
Dreibundes ſofort auf die weitere Teilnahme an der Kon=
ferenz
verzichten.

Literariſches.

Ernſte und Heitere Narren. Geſchicht=
chen
von Joſeph Jaffé. (Preis 2 Mark.) Verlag
von A. Hofmann und Comp., Berlin SWV. 68. Die Nar=
rengalerie
, welche der Verfaſſer vorführt, enthält lauter
Prachteremplare, alle mit Liebe gezeichnet, nicht mit bil=
ligem
Spott über ihre Verſchrobenheit. Der Humor, wel=
cher
das ganze Büchlein durchtränkt, quillt nicht aus
witzelnder Kritik der geſchilderten Abſonderlichkeiten, ſon=
dern
aus der auf teilnehmender Beobachtung beruhenden
Erkenntnis, daß auch der Narretei ein warmes Plätzchen
in dieſer Welt zukommt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Alsfeld, 11. Dez. Durch ein Großfeuer wurde
in der vergangenen Nacht die Holzſchneiderei Wallach
vernichtet. Der Schaden beträgt über 150000 Mark.
Ueber die Entſtehungsurſache iſt noch nichts bekannt.
* Berlin, 11. Dez. Der Kaiſer empfing im Schloß
nochmals den Beſuch des Königs Manuel von Portugal.
* Leipzig, 11. Dez. Der ruſſiſche Kriegsminiſter,
General der Kavallerie Sſuchomlinow trifft am
28. Dezember in Vertretung der ruſſiſchen Regierung hier
ein, um an der Grundſteinlegung der bei Leipzig zu er=
richtenden
Kapelle zum Gedächtnis an die im Jahre 1813
gefallenen Ruſſen teilzunehmen.
* Wien, 11. Dez. Die geſtern allgemein herrſchende
Erregung und teilweiſe Beunruhigung wegen der plötz=
lichen
Veränderungen in der Heeresleitung
machen heute einer ruhigeren Auffaſſung Platz. Es wird
wiederholt betont, daß die Veränderungen mit der außen=
politiſchen
Lage, welche in den politiſchen Kreiſen gerade
augenblicklich eine günſtigere Beurteilung findet, abſolnt

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Nummer 293.

nichts zu tun haben. Entſchieden wird die Behauptung
einiger Blätter zurückgewieſen, daß der Rücktritt des
Kriegsminiſters auf Unſtimmigkeiten im Verhältnis des
Kriegsminiſters zum Thronfolger zurückzuführen ſeien.

H.B. Wien, 11. Dez. Wie der Berliner Korreſpon=
dent
der Neuen Freien Preſſe ſeinem Blatte meldet, er=
hielt
der öſterreichiſch=ungariſche Botſchafter von Szö=
genyi
=Marich die unerwartete Einladung zur
Frühſtückstafel beim Kaiſer Wilhelm. Die Ein=
ladung
wurde vielfach kommentiert. Sie erfolgte gleich=
zeitig
mit einer Einladung an den in Berlin bei Ver=
wandten
zu Gaſt weilenden, früheren öſterreichiſchen
Botſchafter beim Quirinal Freiherrn von Lützow
der mit dem öſterreichiſchen Hofe verwandt iſt. Stellt
ſich die Einladung des Botſchafters von Szögenyi ins
Schloß ſomit zunächſt als Akt höfiſcher Courtoiſie dar,
ſo nimmt man in Berliner diplomatiſchen Kreiſen doch
an, daß dieſer Beſuch auch ernſteren Beſprechungen dient.
Brüſſel, 11. Dez. In einem Brüſſeler
Varieté ereignete ſich geſtern abend ein aufregen=
der
Vorgang. Der dort auftretende Kunſtſchütze
Karl Robert verfehlte bei einer Vorführung das Ziel.
Die Kugel traf einen ſeiner Gehilfen und tötete ihn auf
der Stelle. Das Publikum geriet in furchtbare Aufregung.
Die Vorſtellung wurde ſofort abgebrochen.
H.B. London, 11. Dez. Ueber den Dampfer der
von dem Schlachtſchiff Centurion überrannt wurde,
iſt noch immer nichts bekannt. Man weiß nicht einmal,
ob es ein Paſſagier= oder Frachtdampfer war. Bei dem
ſchweren Zuſammenſtoß wurde nicht ein einziger Hilfe=
ſchrei
gehört. Das Schiff ſank ſofort mit der ganzen Be=
ſatzung
. Zwei Stunden lang wurde die Unglücksſtelle ab=
geſucht
, ohne daß irgend etwas entdeckt wurde.

Briefkaſten.

U. 87, hier. Zu 1. Nein. Zu 2. Die ganze Einlage.
Zu 3. Das hören Sie beim Standesamt bei Antrag auf
Aufgebot.

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8739a

Familiennachrichten.

Statt Karten.

Todes=Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten hiermit
die traurige Nachricht, daß unſere liebe Mutier,
Schwieger=, Groß= und Urgroßmutter
Frau Katharie Freiling
Witwe des Gendarmen
von ihrem ſchweren Leiden durch einen ſanften
(25528
Tod erlöſt wurde.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Freiling,
Heinrich Freiling.
Darmſtadt, den 11. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Freitaa, den 13. Dez.,
nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle aus, ſtatt.

Unſer lieber Philiſter
Curt Roscher
Gutsbesitzer (Dst 02)
iſt uns nach einjährigem, ſchwerem Leiden
durch den Tod entriſſen worden.
In tiefer Trauer:
Der Darmstädter Wingolf
I. N. u. A.
Julius Vollert. X
Darmſtadt, den 11. Dezember 1912. (25535
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr
in Helmſcheid bei Mühlhauſen (Waldeck) ſtatt.

Todes=Anzeige.

Unterfertigter erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ſ. l. E. M. E. M., A. H. A. H., I. A.
I. A. von dem am 8. Dezember zu Mußbach
(Pfalz) plötzlich erfolgten Ableben ihres lieben
Alten Herren des
Apothekers Heinrich Bezzenberger
(25520
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Arminia‟
Pharm. naturw. Verbdg. i. A. C. V.
J. A.: R. Türck. X

Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48). Unent=
geltliche
Verleihung von Büchern an jedermann. Ge=
öffnet
: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½9 Uhr.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine innigſtgeliebte Frau, die treübeſorgte
Mutter unſeres Sohnes, unſere ſelbſtloſe
Schweſter, Schwägerin und Tante (25478
Frau Anna Fuchs
geb. Schellenberg
heute vormittag ½ 10 Uhr nach nur acht=
tägigem
Krankenlager im 45. Lebensjahre zu
ſich zu rufen.
Im Namen der tieftrauernden Familie:
Regierungsrat Fuchs.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet nach der Ueberführung
von der Chirurg. Klinik zu Gießen Donners=
tag
, den 12. Dezember 1912, nachmittags 2¾
Uhr, von der Darmſtädter Friedhofskapelle aus,
ſtatt. Die Einſegnung iſt ¼ Stunde ebenda=
ſelbſt
vorher.
Von Kondolenzbeſuchen bittet man abſehen zu
wollen.

Die Geburt ihres Sohnes
Hans Otto
beehren sich hocherfreut anzuzeigen
Oberlandesgerichtssekretär Dr. Bittel
und Frau Lisbeth geb. Prinz.
Darmstadt, 11. Dezember 1912. (25536
esssegeseeggassggggedse

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber den Alpen liegt ein Hochdruckkern von 770
Millimeter. Die isländiſche Depreſſion hat ſich auf 719
Millimeter vertieft. Randwirbel reichen in unſer Ge=
biet
. Infolge milder Südwinde ſind die Temperaturen
geſtiegen, ſo daß ganz Deutſchland, außer München, froſt=
frei
iſt. Niederſchläge ſind in geringer Menge gefallen,
In Nordweſteuropa herrſcht Sturm. Vorläufig wird
uns die nordweſtliche Depreſſion noch beeinfluſſen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 12. Dezi
Trüb mit Regenfällen, mild, Südweſtwinde.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7½ Uhr: Die
fünf Frankfurter
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag mit Lichtbilder von Sanitätsrat Dr. Maurer
um 8½ Uhr im Saalbau (Odenwaldklub).
Tee=Abend des Frauenvereins vom Roten Kreuz für
die Kolonien um 4½ Uhr im Saale der Vereinigten Ge=
ſellſchaft
.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. Rummelbräu um
8 Uhr. Bürgerkeller um 8 Uhr.

Verſteigerungskalender.
Freitag, 13. Dezember.

Hofreite=Verſteigerung der Ludw. Heß, Gg=
Heß und Samuel Reinheimer (Hohler Weg 5) um 10
Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr Beck=
ſtraße
74.
Betteppich=Verſteigerung um 10 Uhr im Pro=
vinzialarreſthaus
.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereß.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streiſes
für den Inſeratenteil, Inſeratbei agen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Kurſe vom 11. Dezember 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Staatspapiere.
4 Ttſche. Reichsſchatzanw. 99,30
3½ Deutſche Reichsanl. . 87,50
77,60
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,4
87,50
3½ do. Conſols
77,60
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
93,00
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,00
86,60
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,20
4 do. do. (unk. 1918) 99,30
86,80
do.
3½
76,00
do.
3
78,00
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,50
3½
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,0
3¾ Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente
4 do. Goldrente . . . 91,9
4 do. einheitl. Rente . 82.50
4 Portug. unif. Serie I 63,67
3 do. unif. Ser. III 66,25
3 do. Spezial .
9.60
5 Rumänier v. 1903 . . 99,80
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880
88,60
4 do. v. 1902
88,50
4½ do. v. 1905.
.101,30
3½ Schweden .
90,00
4 Serbier amort. v. 1895 78,60
4 Türk. Admin. v. 1903 78,30
4 Türk. uniſiz. v. 1903 86,50
4 Ungar. Goldrente . . . 87.00
83,10
4 do. Staatsrente

InProt.
3f.
.100,0)
5 Argentinier
do.
81,60
4½ Chile Gold=Anleihe. 9),00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,10
41
do.
92,7
4½ Japaner . . . . . . . 92,90
5 Innere Mexikaner . . . 93,8)
do.
59,20
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,6
3 Buenos Aires Provinz 68½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 151,75
5 Nordd. Bloyd . . . . . 119,60
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 124,9)
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſens. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,25
6 Baltimore und Ohio . 102,50
16 Schankungbahn . . . . 125,50
64 Luxe nb. Prince Henri
10 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,10
6 Pennſylvania R. R. . 118,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 65,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. . 514,00
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

245,10
30 Farbwerke Höhſt . . 625,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 315,00
10 Cement Heidelberg . . 145,00
30 Chem. Werke Albert 435,10
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz

. . . . 320,00
5 Lahmener
.122,00

In Proz.
Twis.
7½ Schuchert, Nürnberg 146,50
12 Siemens & Halske .218,00
5 Veramann Electr. . . 119,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 155,90
25 Gummi Peter . . . . 85,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 84,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 550,00
10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren 208,00
8 Steana Romana Petr. 143,05
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,50
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 198,30
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 90,00
3 Südd. Immobilien 57,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 173,40
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 210,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 162,70
10 Gelſenkirchener . . . . 189,90
9 Harpener . . . . . . . 182,00
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 257,90
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . .
82,50
6 Laurahütte . . . . . . 162,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 203,90
7½ Sputh Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,90
4 Eliſabethbahn, freie . . 91,80
4 Franz=Jofefs=Bahn
3 Prag=Durer . . . . . . 74,90
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,40
do.
77,10
5 Oeſterr. Südh. (Lomb.) 97,70
4

In Pron
Zf.
2¾/1 Oeſt. Südb. (Lomb.) 50 7
3 Raab=Oedenbura
75,10
4 Kronprinz Rudolfbahn 91,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 94,90
86,50
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,00
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,30
do.
2¼ Livorneſer . . . . . 70,25
3 Salonique=Monaſtir . 63,00
4 Baadadbahn .
81,40
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,75
4 Miſſouri=Pacific.
72,00
4 Northern=Paciſic
.99,80
4 Southern=Paciſic
93,80
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 84,2
5 Tehuantepec . . . . . . 97,90
Bank=Aktien.

10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 184,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
. . . . 146,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 162½
6½ Darmſtädter Bank . 118,75
12½ Deutſche Bank .247,8.)
6 Deutſche Vereinsbank 120,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,80
10 Diskonto=Kommandit 183,00
8½ Dresdener Bank . . 150, 5
9½ Frankf. Hppoth.=B. 210,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 119,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,25
5.86 Reichsbank . . . . .132,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 132,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,00
7½ Wiener Bankverein . 126,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,7

Indre
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,20
S. 52.
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
do.
87,25
31
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,00
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
. 99,20
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68
87,50
S. 35
87,30
S. 911
87,40
4 Meininger Hyp.=Bank 98,20
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Nummer 292.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Nummer 293.

Fhoisgrarime- und Fannenranen

in grösster Auswahl

J. Ph. Leuthner, Hofpapierhandlung, Darmstadt, Ernst-Ludwigsplatz 2.
Grossh. Hess. und Kaiserl. Russ. Hoflieferant.
(25468a

Bekanntmachung

über den Verkehr mit Feuerwerkskörpern.
Wir ſehen uns veranlaßt, die über den Verkehr mit Feuer=
werkskörpern
beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen nachſtebend zur
Kenntnis der Intereſſenten zu bringen.
I. 1. Wer mit Feuerwerkskörpern Kanonenſchlägen, Fröſchen,
Schwärmern, Zündplättchen uſw. Handel treiben will,
hat, falls er im Kaufladen nicht mehr als 2½ kg und
im Hauſe außerdem nicht mehr als 10 kg vorrätig
hält, ſolches dem Polizeiamt anzuzeigen.
Auf Nachweis eines beſonderen Bedürfniſſes kann
ausnahmsweiſe im Hauſe zeitweilig eine Lagerung bis zu
15 kg geſtattet werden.
Die Aufbewahrung muß in einem auf dem Dach=
boden
(Speicher) belegenen mit keinem Schornſteinrohr in
Verbindung ſtehenden abgeſonderten Raume erfolgen, welcher
beſtändig unter Verſchluß gehalten und mit Licht
nicht betreten wird. Die Behälter müſſen den Beſtim=
mungen
des § 6 Abſ. 1 und 2 der Verordnung, den Verkehr
mit Sprengſtoffen betreffend, vom 21 September 1905 ent=
ſprechen
und mit feſtgeſchloſſenen Deckeln verſehen ſein.
2. Größere als die unter I., 1. angegebenen Mengen ſind
außerhalb der Stadt in beſonderen Magazinen aufzu=
bewahren
, die der Genehmigung der Polizeibehörde bedürfen.
3. Die Abgabe von Sprengſtoffen an Perſonen, von denen
ein Mißbrauch derſelben zu befürchten iſt, insbeſondere
an Perſonen unter 16 Jahren, iſt verboten. Dies gilt
insbeſondere auch von ſolchen Feuerwerkskörpern, mit
deren Verwendung eine erhebliche Ge ahr für Perſonen
oder Eigentum verbunden iſt (Kanonenſchläge, Fröſche,
Schwärmer und dergl.). Dagegen findet dieſe Vorſchrift
keine Anwendung auf Spielwaren, die ganz geringe
Mengen von Sprengſtoffen enthalten.
Zündplättchen (Amorces), die mehr als 7,5 Gramm
Sprengmiſchung (Knallſalz auf 1000 Plättchen enthalten,
dürfen als Spielwaren nicht in den Verkehr gebracht werden.
Das Feilhalten von phosphorhaltigen Spreng=
ſtoffen
(Radaukörner, Krawallſteine, Kracher uſw.) iſt
nach § 3 Ziff. 5, b. genannter Verordnung verboten.
Hierbei bemerken wir ausdrücklich, daß wir im Zuwider=
handlungsfalle
gegen die erwähnten Vorſchriften nach Feſt=
ſtellung
der Uebertretung gegen die betreffenden Geſchäfts=
inhaber
unnachſichtlich auf Grund des § 35 der Reichsge=
werbeordnung
vorgehen werden. Hiernach kann auf unſeren
Antrag den Gewerbetreibenden ſeitens des Provinzialaus=
ſchuſſes
der fernere Handel mit Feuerwerkskörpern unterſagt
werden, wenn Tatſachen vorliegen, welche die Unzuver äſſig=
keit
des Geſchäftsinhabers in Bezug auf den beabſichtigten
Gewerbebetrieb dartun.
Abgeſehen von dieſem Vorgehen werden ſonſtige Zu=
widerhandlungen
gegen die Beſtimmungen nach § 367 Ziff. 5
des R. St. G. B. mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit
Haft beſtraft, ſoweit nicht höhere Strafen Gefängnis
von 3 Monaten bis zu 2 Jahren nach § 9 des Reichs=
geſetzes
vom 9. Juni 1884 verwirkt ſind.
II. An bewohnten oder von Menſchen beſuchten Orten iſt
das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten.
Zuwiderhandlungen werden nach § 367 Ziff. 8 des
R. St. G. B. mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit
Haft bis zu 6 Wochen beſtraft.
Wenn Eltern, Vormünder oder andere Perſonen,
der Obhnt Kinder unter 12 Jahren oder ſonſtige unzu=
rechnungsfähige
Perſonen anvertraut ſind, es an der er=
forderlichen
Aufſicht haben fehlen laſſen und, wenn dieſe
Perſonen während der Zeit in der ſie ohne ſolche Aufſicht
waren, die vorgenannten Beſtimmungen übertreten haben,
ſo werden nach Art. 44 des Heſſ. Polizeiſtrafgeſetzes die zur
Beaufſichtigung verpflichteten Perſonen beim erſten Falle
polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit der im
(25463dsi
Geſetz vorgeſehenen Strafe belegt.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1 12.
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.

Verſteigerungs-Anzeige.

Freitag, den 13. Dezember I. J., vorm. 9 Uhr.
verſteigere ich im Hauſe Beckſtraße 74, II., die zum Nachlaß der
Frau Kahrhoff Witwe gehörigen Möbel u. Haushaltungsgegenſtände,
u. zwar: 1 Diwan mit Kamelt.=Bezug, 1 Diwan mit Moquette=Bezug,
1 vierec Ausziehtiſch mit Einl., 1 Bücherſchrank, 1 Herrenſchreibtiſch
mit Aufſatz, 1 Pfeilerſchränkchen, 1 größere u. 1 kleinere Waſchkommode
mit Marmorplatte 1 Chaiſelongue mit Decke, 1 Weißzeugſchrank,
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2 Etageren, 1 Säulenſtänder, 2 Spiegel, 1 Nähtiſch, 1. Hausapotheke,
2 kleine Schränkchen 1 Nähmaſchine 1 Serviertiſch, 1 Ofenſchirm,
1 Eisſchrank, 2 Küchenſchränke, 1 Küchentiſch. 1 kompl. Gasherd u.
ſ. Hausrat, 2 komplette Betten u. 3 Nachttiſche, 1 Gaszuglampe u.
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Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen ſofortige
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Die ſtädtiſchen Fleiſch=
verkaufsſtellen

im Schlachthof (Markthalle) und
Kiesſtraße 21 ſind wieder eröffnet.
Es gelangt zum Verkauf beſtes
holländiſches Rindfleiſch, alle Stücke
zu 82 Pfg. das Pfund.
Zungen, Nieren, Leber, Hirn u.
Fett werden zu beſonderen Preiſen
(25470a
verkauft.
Der Oberbürgermeiſter.

Beſchluß.

Das Konkursverfahren über den
Nachlaß des am 3. Februar 1911
verſtorbenen Ingenieurs Karl
Philipp Ludwig Doll von Darm=
ſtadt
iſt mangels Maſſe eingeſtellt
(25529
worden.
Darmſtadt, 7. Dezember 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

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GDauerbrandofen ſof. zu kauf.
geſucht. Kiesſtr. 124, II. (*14005df
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z. pk. Kiesbergſtr. 10, Vdh. (B25501

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Lieferung des Küchen=
bedarfs
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Los I Spezerei= und Kolonial=
waren
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II Milch, Butter, Käſe, Eier,
V Kartoffeln,
VI Friſches Gemüſe und
ſonſtige Gärmnerwaren,
ſollen vergeben werden.
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lieferung
ſind zum 18. Dezember
1912, 10 Uhr vormittags, an unter=
zeichnete
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Stube 2 einzureichen.
Lieferungs=Bedingungen ſind
gegen Zahlung von 5) Pfg. da=
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Nummer 293.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Seite 13.

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Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)

Von weitem hatte Brand, der von der Probe kam,
das beobachtet. Alſo bei Böttge hatte das junge Mäd=
chen
, deſſen ſeltene Schönheit ihm beim erſten Sehen
aufgefallen war, Unterricht nun, dann würde er ja bald
erfahren, wer die holde Unbekannte war, die ihn ſo ſehr
intereſſierte.
Die Unterrichtsſtunde war noch nicht zu Ende,
als es an der Vorſaaltür des Konzertmeiſters klingelte.
ja, kommen Sie nur krein; der Papa iſt drin, hörte
Gretchen den kleinen, fünfjährigen Benjamin, den jüng=
ſten
, recht unerwünſcht erſchienenen Sprößling ihres Leh=
gers
ſagen, der auch ſchon gleich die Tür zum Muſik=
zimmer
öffnete.
nanu ? Böttge wandte ſich um, wer der An=
kömmling
war, und Gretchen ſetzte vor Erſchrecken die
Violine ab; ſie war gerade im Begriff geweſen, nach
der Erklärung ihres Lehrers eine Uebung noch einmal
durchzuſpielen der Eingetretene war kein anderer
als Ernſt Brand. Verwirrt ſtand ſie da, das ſüße Geſicht
von heißer Glut übergoſſen. Sie bot ein liebliches Bild
das mochte auch der Künſtler finden; denn er wandte
keinen Blick von ihr.
nanu? fragte Böttge noch mal was führte Sie
denn zu mir, Sie kühner Sänger?
Es war nur eine Auskunft, um die ich Sie bitten

wollte, lieber Böttge Verzeihung, daß ich ſtöre; ich
werde ſpäter noch einmal vorſprechen. Ich wußte nicht,
daß Sie beſchäftigt waren
Bitte, lieber Meiſter, ich warte gern einen Augenblick,
ſagte da Gretchen mit ihrer weichen ſüßen Stimme.
Nun, dann ſtehe ich Ihnen gern zu Dienſten, wenn
Fräulein von Löwen mich für einen Moment entſchuldi=
gen
will, meinte Böttge, übrigens, darf ich die Herrſchaf=
ten
miteinander bekannt machen? Herr Brand, den Sie
heut’ abend als Lohengrin bewundern werden Fräu=
lein
von Löwen, die eine zweite Tua zu werden ver=
ſpricht
ſtellte er in ſeiner Art vor.
Errötend proteſtierte das junge Mädchen, und tief
verneigte ſich Brand vor ihr, die kaum vor ſeinem feuri=
gen
, beredten Blick die Augen zu erheben wagte. Gern
hätte Ernſt noch einige Worte mit dem holden Geſchöpf
geſprochen; doch Böttge öffnete die Tür zum Neben=
zimmer
.
ich darf alſo bitten, edler Sänger
Wie ein Traum war es Gretchen, daß ſie den heimlich
bewunderten Mann hatte kennen gelernt und wenn
es auch nur auf die flüchtigſte Art geweſen war.
Nach einigen Minuten ſchon kam Böttge zurück, und
ſie konnte die unterbrochene Uebung wieder aufnehmen;
aber ihre Hand zitterte merklich und ſie war kaum im=
ſtande
, den Bogen ruhig zu führen.
Ich freue mich ſehr auf heut’ abend, ſagte Böttge, als
Gretchen ſich zum Gehen bereit machte Brand meinte,
daß er ſehr gut bei Stimme iſt; wir werden alſo einen
großartigen Kunſtgenuß haben!

Er glnte ſie dan unch de Dir, und frandlih
gab ſie ihm die Hand. Da kam der kleine Benjamin die
Treppe heraufgeſtürmt, ein paar Tafeln Schokolrde in
der Hand haltend und freudeſtrahlend ausrufend:
Guck, Papa, was mir der Onkel von vorhin gekauft
hat; ich habe ihn doch bis zur Ecke gebracht, und de hatz
er mich gefragt, ob ich Schokolade gern eſſe, und da habe
ich natürlich ja geſagt er war ganz aufgeregt vor
Glück und liebkoſte die Leckerei förmlich mit ſeinen großen
Kinderaugen, ſie in den Händen herumdrehend.
Na, Ben, die gibſt Du mir zum Aufheben, die wird
noch nicht gegeſſen Du haſt doch auch noch welche vom
guten Fräulein hier mahnte ſein Vater.
Noch immer, Meiſter? Teilen Sie ihm nur nicht zu
knapp zu! Ich habe ſie doch zum Eſſen und nicht zum
Aufheben mitgebracht, lächelte Gretchen und ſtrich lieb=
koſend
über das friſche Knabengeſicht.
Er war wirklich ein hübſcher Junge, der kleine Ben=
jamin
. Als ſie den Meiſter Böttge gefragt, warum er
ſeinen Jungen Benjamin genannt, hatte dieſer achſel=
zuckend
, dabei doch den Schalk im Auge, gemeint, daß bei
der großen Reihe die Namen knapp geworden wären und
er außerdem hoffe, daß gerade jener Name paſſend wäre
als für den allerletzten es brauche ja nicht gerade erſt
bis zum zwölften gewartet zu werden!
Beim Mittageſſen fragte der Major ſeine Tochter
nach dem Verlauf der Stunde.
Sie berichtete darüber und erzählte dann weiter, daßl
ſie Baron Riedberg getroffen hätte, der ſie ein Stück des
Weges geleitet hätm.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Nummer 293.

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Baron, Dein eifrigſter Curmacher, Dir gerade begegnen
muß und etwas ungläubig ſchüttelte Claudia den
Kopf.
Zweifelſt Du etwa an meinen Worten, Claudia?
fragte das junge Mädchen ruhig, es liegt durchaus keine
Veranlaſſung dazu vor! Dann wandte ſich Gretchen wie=
der
dem Vater zu und denke, wen ich bei Böttge kennen
gelernt Herrn Brand ihre Stimme zitterte doch ein
wenig, als ſie das ſagte. Aber es war beſſer, von dieſem
Zuſammentreffen zu ſagen, damit es als ſelbſtverſtind=
lich
gefunden wurde, daß Brand grüßte im anderen
Falle würde das ſonſt zu Mißdeutungen Anlaß gegeben
haben.
Brand? wiederholte der Major fragend, Brand ?
Ja eben wer iſt das, deſſen Bekanntſchaft gemacht
zu haben Dir ſo wichtig erſcheint, Margret’? fragte auch
Claudia, trotzdem ſie wohl wußte, wer es war!
Nun, der Opernſänger Brand, der Tannhäuſer,
Papa
Ah, das iſt allerdings etwas anderes, lächelte der
Major, und wie kam das?
Kurz erzählte Gretchen, und mit Spannung hing
Claudia an ihren Lippen; weiter war es nichts?
Ah, die Begegnung iſt allerdings ſo ereignisvoll, daß
Du ſie unbedingt in Deinem Tagebuch notieren mußt,
Kleine, bemerkte Claudia ſpöttiſch.
Brauchſt nicht rot zu werden, Kind, Mama ſcherzt
ja nur, begütigte der Major, als er ſah, wie bei den
Worten ſeiner Frau Gretchens Geſicht ſich färbte. Wir
wiſſen, daß Ihr jungen Mädchen ſolchen Begegnungen
mit Künßlern große Wichtigkeit beilegt, und ich für mein

Eeit denreiſe volenien, daf Ir virlich ſer Brmnd
ſchwärmen könnt
Mit einem ſchnellen Blick ſtreifte da die junge Frau
das Geſicht des Gatten, das eine ruhige Heiterkeit zur
Schau trug. Er begriff alſo eine Schwärmerei, eine
Liebe für Brand?
Meiſter Böttge hatte recht mit ſeiner Prophezeiung
gehabt die Vorſtellung war ſehr gut und Brand groß=
artig
in ſeiner Rolle.
Gretchen beugte ſich weit vor ihre Loge war dicht
an der Bühne; man hatte dieſe wegen der ſchwachen
Augen des Majors wählen müſſen das Staunen der
brabantiſchen Edelleute kündete das Nahen des Schwa=
nenritters
an und da war er auch ſelbſt, von Glanz
und Licht umfloſſen, und in wunderbaren Tönen kam es
von ſeinem Munde Nun ſei bedankt, du lieber
Schwan Sie atmete tief auf, und als Lohengrin jetzt
auf Elſa zuſchritt, fühlte Gretchen, wie ſein Blick ſie traf
und auch erkannte es war ihr, als ob ſeine Augen ſie
leiſe grüßten und bei den Worten Elſa, ich liebe
Dich ausdrucksvoll auf ihr ruhten.
Unſinn! Das war ja törichte Einbildung; aber eine
ſelige Verwirrung überkam ſie, und purpurne Glut auf
den Wangen, ſetzte ſie ſich etwas zurück.
Mit verzehrendem Ausdruchk blickte Frau Claudia
auf den herrlichen Helden. Selten vorteilhaft ſah Ernſt
Brand auch aus in der ſilbernen Rüſtung und dem wei=
ßen
Mantel den intereſſanten Kopf, von den blonden
Locken umwallt, mit den kühn blitzenden Augen im edlen
Geſicht.
Auch dieſe Rolle ſang er wie den Tannhäuſer ohne
Bart. Clandia bemerkte, wie er faſt unabläßig nach ihrer

Soge ückt. öd erſe ein haler Ihr Ger lopſts
beſtig bei dieſem Gedauten.
Als der Vorhang fiel, beobachtete ſie die Stieftochter,
die wie traumverloren vor ſich hin blickte, und ihre Emp=
findungen
ſpiegelten ſich deutlich auf ihrem ausdrucks=
vollen
Geſicht wider.
Ah, Margret, biſt Du ſo bezaubert von dem Schwa=
nenritter
, daß Du nicht hörſt, was Dein Vater mit Dir
ſpricht? unterbrach die Majorin rauh die Verſunkenheit
Gretchens.
Verzeihung, Papa, ich hörte wirklich nicht etwas
verlegen war das junge Mädchen doch geworden, aber
begütigend drückte der Major ihre Hand.
Laß gut ſein, Kind ich ſehe ja, wie Dir die Vor=
ſtellung
gefällt und der Lohengrin lächelte er.
Sie erſchreckte bei ſeinen neckenden Worten. Hatte
ſie ſich ſo wenig in der Gewalt, daß man merkte, was in
ihr vorging? O, nur das nicht denn Spötteleien der
Stiefmutter darüber könnte ſie nie vertragen da war
alles viel zu zart und heimlich. Und richtig, da fing die
Majorin auch ſchon an wie leicht ein Backſiſch= oder
Jung=Mädchenherz doch zu bezaubern ſei eine ſchöne
Stimme, eine hübſche Bühnenerſcheinung und die Be=
geiſterung
iſt fertig.
In den ſchönen Augen Margaretas glänzten Tränen.
Wie unzart Claudia an das Heiligſte rührte, das in ihr
lebte!
Sie wandte ſich ab und blickte ins Publikum und
Orcheſter. Längſt hatte ſchon Böttge gewartet, einen
Gruß anzubringen er nickte ihr zu, und freundlich
lächelnd dankte ſie ihm.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 293.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Seite 15.

Zweife Kammer der Stande.

40. Sitzung.
St. Darmſtadt, 11. Dez.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Draun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergr z u Vach erz., Geheimerat Beſt, Mini=
ſtertalrate
Horzinger, Dr. Kratz, Overregierungsrat
Graef, Overfinanzrat Balſer, Leganonsrat Tr.
Neidyart.
Praſident Köhler eröffnet die Sitzung nach vorauf=
gegangenen
Frattionsſitzungen um 10.20 Uhr. Das Haus
tritt alsvald in die Tagesordnung ein und verät zunachſt
die gentern zurückgeſteuten Artitel der Regierungsvor=
lage
, Entwurf eines Geſetzes
die Ausführung der landwirtſchaftlichen
Unfallverſicherung
betreffend. Berichterſtatter iſt Abg. Reh. Der Ausſchuß
hat ſich mit dem Antrag des Abg. Adelung zum Art. 5
befaßt und beantragt heute, im Einverſtänonis mit der
Regierung, dem Arnkel als Poſition e einzuſügen: In=
ſſolange
die Land= und forſtwirtſchaftliche Berufsgenoſſen=
ſchaft
für das Großherzogtum Heſſen auch die Gärtner
umzaßt, aus einem Vertreter der ſelbſtändigen Handels=
gariner
, den unſer Miniſterium des Innern zu ſteuen
berechtigt iſt. Weiter wird beantragt, anſtelle zu wäh=
kenden
zu ſetzen zu ſtellenden‟. Der Antrag wird
debattelos angenommen. Zu Artikel 6 wird ohne
Debatte die Faſſung des Ausſchußantrages Regier=
ungsvorlage
angenommen.
Zu Artikel 8 beantragt Abg. Reh namens des
Ausſchuſſes Ablehnung der von den Abgg. Bähr,
Beſt und Finger geſtern geſtellten Anträge. Aog. Wolf=
Stadecken kommt nach längeren Ausfuhrungen zu dem
gleichen Antrage und bittet, durchweg die Ausſchußan=
träge
anzunehmen.
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.:
Wie die beiden Vorredner ſchon hervorgehoben, iſt die
Regierung an der Land= und forſtwirtſchaftlichen Berufs=
genoſſenſchaft
mit ihrem recht erheblichen Grundbeſitze
beteiligt und es ſtehen für ſie große Geldbeträge in
Frage. Es iſt hier anders, als in den gewerblichen Be=
rufsgenoſſenſchaften
, und ſie muß ſich unbedingt einen
Einfluß auf die Verwaltung ſichern. Sie hat ſich dazu
das Recht vorbehalten, den Vorſitzenden zu ernennen und
ſeine Gehaltsbezüge ſelbſtändig zu bemeſſen. In den
eingehenden Verhandlungen mit den Ausſchüſſen hat die
Regierung vergleichsweiſe zugeſtimmt, daß in Zukunft
die Bezüge des Vorſitzenden von der Genoſſenſchaft feſt=
geſetzt
werden ſollen, und ſie hat damit der Genoſſenſchaft
eine ſcharfe Waffe in dem hoffentlich nie eintretenden
Falle eines Konfliktes in die Hand gegeben. Auf der
Ernennung des Vorſitzenden mußte die Regierung aber
beſteben bleiben, und es fragt ſich nur, inwieweit der
Genoſſenſchaft eine Mitbeſtimmung an der Ernennung
des Vorſitzenden zugeſtanden werden ſoll. Nach langen
Verhandlungen hat die Regierung zugeſtanden, daß die
Genoſſenſchaft darüber gehört wird. Die Regierung
erblickt darin die äußerſte Grenze, bis zu der ſie glaubte
gehen zu können. Ich möchte nicht unterlaſſen, darauf
hinzuweiſen, daß, wenn es der Kammer gefällt die
Rechte der Regierung noch weiter zu beſchneiden, die Re=
egierung
dann die Frage in Erwägung ziehen kann, von
ihrem ihr nach der Reichsverſicherungsordnung zuſtehen=
den
Rechte des Ausſcheidens aus der Berufs=
genoſſenſchaft
Gebrauch zu machen. Ich bitte darum, die
Anträge Bähr, Beſt, Finger abzulehnen und den Aus=
ſchußanträgen
beizutreten.
Die Abgg. Beſt, Bähr und Finger geben noch=
mals
kurze Begründungen zu ihren Anträgen, die in der
zunehmenden Unruhe des Hauſes nicht zu verſtehen ſind.
Abg. Korell=Ingelheim möchte gegen die Drohung
des Miniſters proteſtieren, aus der Genoſſenſchaft aus=
zutreten
. Er erörtert dann die analogen bayeriſchen
Geſetzesbeſtimmungen, die ungefähr das enthalten, was
die Anträge Bähr und Beſt wollen. Doch werde ſeine
Partei für die Ausſchußanträge ſtimmen. Abg.
Stephan ſpricht ſich ebenfalls für die Ausſchußanträge
aus. Abg. Hauck verteidigt den Antrag Beſt.
Abg. Korell=Angenrod tritt ebenfalls für die Anträge
Beſt und Bähr ein. Abg. Molthan befürwortet die
Ausſchußanträge. Nach weiteren Ausführungen der
Abgg. Bähr, Ulrich, der ſich für den Antrag Bähr
ausſpricht, Wolf=Stadecken und Schott ſchließt die
Beſprechung. Es folgt nach längerer Geſchäftsordnungs=
debatte
Abſtimmung. Der Antrag des Ausſchuſſes
wird mit 27 gegen 21 Stimmen angenommen. Der
Antrag Beſt, nach dem Vorſtand und Stellvertreter nur
mit Zuſtimmung der Genoſſenſchaft ernannt werden,
wird mit 28 gegen 20 Stimmen angenommen. Da=
mit
ſind die anderen Anträge gefallen.
Der Artikel 28 wird ohne Debatte angenommen,
ebenſo Ueberſchrift und Schlußwort des Geſetzes. Damit
iſt das ganze Geſetz angenommen. Der Antrag Senß=
felder
wird dem Ausſchußantrag gemäß für er=
ledigt
erklärt. Es tritt eine Pauſe ein.
Es folgt die Beratung über die Regierungsvorlage,
betreffend den Geſetzentwurf,
die Vereinigung der Landgemeinde Koſt=
heim
mit der Stadt Mainz.
Zwiſchen der Stadt Mainz und der Landgemeinde
Koſtheim iſt ein Vertrag unterm 8. Auguſt 1912 ge=
ſchloſſen
worden, inhaltlich deſſen beide Gemeinden zu
einer einzigen unter einer Verwaltung ſtehenden Stadt=
gemeinde
zuſammentreten. Nach Anhörung des Kreis=
tags
iſt die Genehmigung ſeitens der Staatsregierung
erfolgt. Die Durchführung des Vertrages macht hinſicht=
lich
einiger Beſtimmungen eine geſetzliche Regelung not=
wendig
. Die Artikel 1 bis 4 betreffen die Vertretung
der Gemeinde Koſtheim in der Stadtverordnetenver=
ſammlung
in Mainz, insbeſondere die Wahlen uſw. in
der Uebergangszeit bis Ende 1919. Artikel 5 bezieht ſich
auf die Vornahme von Sühneverhandlungen und be=
zweckt
eine Erleichterung der Abſchlüſſe von Vergleichen
in Beleidigungsſachen. Artikel 6 regelt das Ortsbürger=
recht
und die Ortsbürgernutzungen in Koſtheim und be=
ruht
auf § 10 des zwiſchen den beiden Gemeinden abge=
ſchloſſenen
Vertrags. Artikel 7 erſtreckt das Geltungs=
gebiet
einer Reihe für die Stadt Mainz geltenden ſtatuta=
riſchen
und ſonſtigen Beſtimmungen in Uebereinſtim=
mung
mit den vertraglichen Beſtimmungen in §§ 3, 4, 5
auf die Gemeinde Koſtheim. Artikel 8 enthält inſoweit
etwas Außergewöhnliches, als der Staat ſich verpflichter,
weiter den der Gemeinde Koſtheim als Staatszuſchuß
zu den Beſoldungen der Volksſchullehrer gezahlten Be=
trag
auch nach der Eingemeindung an die Stadt Mainz
abzuführen. Hätte ſich der Staat zu dieſer Mecknahme
nicht entſchloſſen, ſo würde die Stadt Mainz den Vertrag
nicht abgeſchloſſen haben. Dann würde aber der Staat
dauernd und mit Rückſicht auf die Bevölkerungszunahme
in Koſtheim in erhöhtem Maße den Zuſchuß leiſten
emüſſen, während jetzt der Zuſchuß zeitlich auf die

Dauer von 10 Jahren beſchränkt iſt und dann ganz
wegfällt. Artikel 9 entſpricht dem § 15 des Vertrags.
Der Ausſchuß beantragt demgemäß einſtim=
mig
: Annahme der Vorlage.
Der Ausſchußantrag wird ohne Debatte an=
genommen
.
Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, betreffend
Geſetzentwurf,
die Heranziehung der Grundſtückseigen=
tümer
im Gebiet der Süd= und Südweſt=
front
zu Mainzzu den Koſten des Straßen=
geländeerwerbs

betreffend.
Nach Abſchluß eines Auflaſſungsvertrags vom
11. Juli 1905 zwiſchen dem Deutſchen Reiche und der
Stadt Mainz erfolgte die Auflaſſung der ſämtlichen Feſt=
ungswerke
der Südweſtfront zwiſchen der unteren Zahl=
bacherſtraße
und der Eſplanade Weiſenau mit Ausnahme
der Forts Zahlbach und Heiligkreuz. Infolge dieſer
Auflaſſung wurde der größte Teil des aufgelaſſenen
Feſtungsgeländes, ſowie des durch dieſe Auflaſſung
rayonfrei gewordenen Privatgeländes für Bauzwecke er=
ſchloſſen
, und es ſind von der Stadtverordnetenverſamm=
lung
zu Mainz im Einvernehmen mit dem Reich für das
vorerwähnte Gelände Bebauungspläne mit zugehörigen
Ortsbauſatzungen und Baupolizeiordnungen aufgeſtellt
worden. Nach Artikel 21 des Geſetzes, die allgemeine
Bauordnung betreffend, kann durch entſprechendes Orts=
ſtatut
beſtimmt werden, daß von den Straßenanliegern
bei Anlegung von neuen Straßen oder bei dem Anbau
an ſchon vorhandenen, bisher unbebauten Straßen und
Straßenteilen u. a. der Aufwand für die Erwerbung des
zur Straße nötigen Geländes unter beſtimmten Voraus=
ſetzungen
getragen wird. Von dieſem Rechte der Heran=
ziehung
der Grundſtückseigentümer zu den Straßenkoſten
hat auch die Stadt Mainz ausweislich der einſchlägigen
Ortsbauſatzungen Gebrauch gemacht, und dieſe Satzun=
gen
beſtimmen insbeſondere, daß die Anlieger ver=
pflichtet
ſeien, der Stadt den Aufwand für den Erwerb
des zur Anlage der Straßen und Straßenkreuzungen
nötigen Geländes zu erſetzen Wie aus § 38 der Aus=
führungsverordnung
der allgemeinen Bauordnung her=
vorgeht
, können die Gemeinden nur den Erſatz tatſäch=
licher
, rechnungsmäßig nachweisbarer Aufwendungen
begehren. Aus der Sachdarſtellung in den Motiven er=
gibt
ſich, daß eine derartige Berechnung nicht, jedenfalls
zunächſt nicht, möglich iſt. Die Motive beſagen, daß
mit Rückſicht auf den zwiſchen dem Deutſchen Reiche und
der Stadt Mainz geſchloſſenen Vertrag vom 11. Juli
1905 der tatſächliche und endgültige Aufwand, den die
Stadt für das in dem ehemaligen Feſtungsgelände ge=
legene
Straßenland zu machen hat, rechnungsmäßig mit
abſoluter Beſtimmtheit wohl nie, aber auch nur an=
nähernd
erſt in Jahren oder Jahrzehnten wird berech=
net
werden können. Bei dieſer Sachlage und angeſichts
der derzeitigen vorerwähnten geſetzlichen Beſtimmungen
wäre ſonach ein Ausſchlag der hier fraglichen Koſten auf
die Anlieger in abſehbarer Zeit unmöglich. Da ein der=
artiger
Zuſtand eine ſchwere finanzielle Schädigung für
die Stadt Mainz herbeiführen müßte, hat dieſe Antrag
auf Erlaß eines Sondergeſetzes geſtellt, welchem Antrag
durch die Vorlage entſprochen wurde.
Der Ausſchuß beantragt einſtimmig: Annahme
der Vorlage.
Der Antrag wird ohne Debatte ange=
nommen
.
Es folgt dann zunächſt Berätung des dringlichen
Antrages der Abgg. Adelung und Gen., betr. den
Geſetzentwurf über die Abänderung des Geſetzes,
die Beſoldungen der Staatsbeamten
betreffend, vom 9. Juni 1898, und in Verbindung damit
die dringliche Anfrage der Abgg. Bähr und
Gen. in gleichem Betreff. Hierzu gibt
Staatsminiſter Ewald Exz.
eine Erklärung ab, in der er u. a. ausführt:
Die Herren Antragſteller haben Bezug genommen
auf die Erklärungen des Herrn Finanzminiſters Braun
Exz. in der Sitzung der Zweiten Kammer vom 11. Juli
dieſes Jahres. Wie in dem Schreiben des Staatsmini=
ſteriums
an die Präſidenten der Erſten und Zweiten
Kammer vom 26. September 1912 bereits ausgeführt
worden iſt, beſchäftigten ſich die Verhandlungen in der
Erſten Kammer, die denjenigen der Zweiten Kammer
am 11. Juli vorausgingen, ausſchließlich mit Vor=
ſchlägen
des Finanzausſchuſſes der erſtgenannten Kam=
mer
, die zu den Regierungsvorlagen wegen der Beamten=
bezüge
uſw., ſowie zu dem Entwurf des Tilgungs=
geſetzes
von den Beſchlüſſen des anderen Hauſes ab=
wichen
, und wegen der allein nach Annahme durch das
Plenum der Erſten Kammer die Zweite nochmals zu
beſchließen hatte. Nur auf dieſe Diſſenſe konnte
und kann daher die Erklärung des Herrn Finanzmini=
ſters
im Finanzausſchuß der Erſten Kammer am 5. Juli
bezogen werden, daß die Großh. Regierung die ſämt=
lichen
Beſchlüſſe dieſes Ausſchuſſes akzeptiere und in
der Zweiten Kammer als die ihrigen vertreten werde.
Gleiches gilt von den Aeußerungen des Herrn Miniſters
des Innern von Hombergk zu Vach Exz. in dieſer Aus=
ſchußſitzung
. Nachdem der Herr Miniſter der Finanzen
am 11. Juli in der Zweiten Kammer auf die Bemerkun=
gen
des Herrn Vorſitzenden des Finanzausſchuſſes wegen
dieſer Diſſenſe zur Gehaltsvorlage uſw. ſich geäußert
hatte, ging er zu den Beſchlüſſen wegen des Tilgungs=
geſetzes
über. Er tat dies mit den auf Früheres hin=
weiſenden
Worten, die dem Inhalt der von dem Finanz=
ausſchuß
der Erſten Kammer im Auguſt ds. Js. abge=
gebenen
protokollariſchen Erklärungen entſprachen, wo=
nach
der Herr Miniſter der Finanzen in der Sitzung vom
5. Juli erklärte, daß die Regierung nunmehr nach die=
ſem
Entgegenkommen des Ausſchuſſes in der Tilgungs=
frage
in der angenehmen Lage ſei, ſämtlichen Beſchlüſſen
des Ausſchuſſes zuzuſtimmen; ſie mache die Vorſchläge
des Ausſchuſſes zu den ihrigen und werde ſie in der
Zweiten Kammer vertreten; an dieſem Kompromiß, das
ein geſchloſſenes Ganzes bilde, werde ſie feſthalten
Aus dieſen Worten kann aber nach dem ganzen Sach=
verhalt
nicht hergeleitet werden, daß nunmehr von den
Regierungsvertretern zu der ſpeziell aber damals gar
nicht erörterten Frage der Bezüge der Landtagsbeamten
der früher ſchriftlich und mündlich von der Regierung
vertretene Standpunkt aufgegeben oder geändert worden
ſei. Auch im Finanzausſchuß der Erſten Kammer iſt
dies nicht geſchehen, ſonſt wäre im Ausſchußbericht eine
derartige wichtige Erklärung unzweifelhaft nicht uner=
wähnt
geblieben. Die Großh. Regierung trägt Beden=
ken
, die von den beiden Kammern beantragte Regelung
der Gehaltsverhältniſſe der Kammerbeamten gut zu
heißen, denn durch ſie würden die Beamten der Kam=
mern
bevorzugt werden.
Sollten die Stände den geltend gemachten Bedenken
Rechnung zu tragen nicht geneigt ſein und insbeſondere
die Regelung der Bezüge der Kammerbeamten im voraus
und unabhängig von den Staatsheomten leparzugen, ſo

würde die Großh. Regierung einer Ordnung der Dienſt=
verhältniſſe
der Kammerbeamten zuſtimmen können, bei
welcher dieſe aus der Zahl der unmittelbaren Staats=
beamten
ausſcheiden. Sie würden dann als landſtän=
diſche
Beamte künftig nicht mehr durch Seine Königliche
Hoheit den Großherzog angeſtellt werden. Der Regier=
ung
würden weder Aufſichts= noch Diſziplinarbefugniſſe
über die Kammerbeamten zuſtehen, noch würde ihr eine
Verantwortung für deren Dienſtführung obliegen. Im
Falle die beiden Kammern der Stände dieſer Regelung
den Vorzug geben würden, ſieht die Großherzogliche Re=
gierung
Vorſchlägen hierzu entgegen und iſt bereit, einen
entſprechenden Geſetzentwurf vorzulegen.
Es wird Beſprechung der Erklärung beantragt und
beſchloſſen, dieſe nach dem Referat des Ausſchußbericht=
erſtatters
vorzunehmen.
Abg. Dr. Oſann gibt zunächſt eine kurze Darleg=
ung
der hiſtoriſchen Entwickelung der Materie bis zu
dem Antrag der Abgg. Adelung und Gen., die im
weſentlichen die Daten der Regierungserklärung be=
ſtätigt
, reſp. ergänzt. Der Ausſchuß, der ſich ſehr ein=
gehend
mit den Fragen beſchäftigt hat, konnte nicht zu
dem Entſchluß kommen, die Kammerbeamten vollſtändig
ſelbſtändig zu machen. Heute iſt man im Ausſchuß zu
dem Entſchluß gekommen, folgende
Reſolution
zur Annahme zu empfehlen:
1. Die Zweite Kamer bedauert, daß dem Initiativ=
antrag
der beiden Kammern in Druckſache Nr. 200 ſei=
tens
der Regierung keine Folge gegeben wurde.
2. Die Zweite Kammer nimmt die in dem Schreiben
der Regierung vom 5. Dezember 1912 enthaltenen Er=
klärungen
an.
3. Die Zweite Kammer beharrt zunächſt auf ihrem
Initiativantrag bis zu einer dieſe befriedigenden Löſung
der beſtehenden Differenzen.
4. Der Antrag der Abgg. Adelung und Genoſſen iſt
damit erledigt.
Damit ſoll der Antrag Adelung für erledigt er=
klärt
werden.
Abg. Adelung iſt der Anſicht, daß die Regierung,
obwohl ſie materiell mit dem Beſchluß der Kammer ein=
verſtanden
war, die Kammer und beſonders das Präſi=
dium
brüskiert hat, weil ſie dem Initiativantrag nicht
beigetreten war. Er möchte die Regierung warnen, aus
ſolchem Anlaß es zu einem Konflikt mit der Kammer
kommen zu laſſen.
Staatsminiſter Ewald Exz.: Der Abg. Dr. Oſann
hat in ſeinen Ausführungen geſagt, die Kammer habe
ein Mitbeſtimmungsrecht bei der Anſtellung pp. ihrer
Beamten für ſich beanſprucht, und damit ſei die Regier=
ung
nicht einverſtanden geweſen. Meine Herren! Von
einem Mit beſtimmungsrecht hat in dem Initiatip=
antrag
aber nichts geſtanden. In dem Artikel 2 des
Entwurfs iſt vielmehr deutlich ausgeſprochen, daß es
dem Vorſtand der Kammer vorbehalten bleiben ſoll, die
Beamten der Kammer zu ernennen reſp. anzuſtellen. Das
iſt kein Mitbeſtimmungsrecht, ſondern das iſt ein aus=
ſchließliches
Beſtimmungsrecht. Und darauf kann die
Regierung ſich nicht einlaſſen. Wenn dem Präſidenten
das Recht vorbehalten bleibt, dem Großherzog einen
Kammerbeamten zur Anſtellung vorzuſchlagen, ſo iſt es
bedeutungslos wenn der Miniſter Widerſpruch dagegen
erhebt. Wir können es dem Miniſter nicht zumuten, daß
er die Verantwortung für die Dienſtführung eines Beam=
ten
trägt, zu deſſen Anſtellung er nichts zu ſagen hat.
Der andere Grund für die Regierung war, daß ſie einer
Bevorzugung der Kammerbeamten nicht zuſtimmen kann.
Wir haben erklärt, wenn die Differenz, die hierin be=
ſteht
, nach den Wünſchen der Kammer ausgeglichen wer=
den
ſoll, ſo überlaſſen wir das ebenfalls dem Präſiden=
ten
und wir laſſen dem Präſidenten hierin vollſtändig
freie Hand. Wenn die Kammer noch eine weitere Er=
höhung
ihrer Beamten wünſcht, ſo wird ſich das bei der
Beratung der Beſoldungsordnung prüfen laſſen. Solange
die Kammerbeamten Staatsbeamten ſind, gilt für uns
der Grundſatz: Gleiches Recht für alle.
Abg. Köhler: Die Kammer habe nicht die Abſicht
gehabt, die Verhältniſſe der Kammerbeamten endgültig
zu regeln, als für die übrigen Beamten nur die provi=
ſoriſche
Regelung erfolgt war. Man wollte nur auch
in dem Proviſorium die anderen Beamten gegenüber
etwas gehobene Stellung der Kammerbeamten dokumen=
tieren
, wie das auch bei anderen Parlamenten der Fall
iſt. Als dann die Regierung die Geſetzentwürfe be=
kannt
gab, ſei man allerdings erſtaunt geweſen, daß der
Initiativgeſetzentwurf nicht veröffentlicht wurde, denn
man mußte der Ueberzeugung ſein, daß die Regierung
ſeinerzeit dem Initiativantrag zugeſtimmt hatte. Wenn
das heute von der Regierung beſtritten wird, ſo iſt dagegen
natürlich nichts einzuwenden, doch ſei er überzeugt, daß,
wenn man damals, als nach heißen Bemühungen eine
Einigung zuſtande kam, die Regierung beſonders ge=
fragt
hätte, ob ſie mit dem Initiativantrag einverſtan=
den
ſei, ſie offenbar ja geſagt hätte. Im übrigen iſt
Redner der Meinung, daß die demnächſt vorzulegende
Geſchäftsordnung Gelegenheit geben wird, die Verhält=
niſſe
der Kammerbeamten zu regeln. Wenn die Re=
gierung
heute meint, die Kammer könne etwaige Diffe=
renzen
zwiſchen den Bezügen der Kammerbeamten, wie
ſie die Kammer bemeſſen will, und ſolchen gleicher Kate=
gorie
im Staatsdienſt durch Remunerationen aus=
gleichen
, ſo ſei das nur für ein Proviſorium angängig.
Aus der Sache einen Verfaſſungskonflikt zu machen, ſei
nicht notwendig und werde vermieden, wenn der Aus=
ſchußantrag
angenommen werde.
Staatsminiſter Ewald Exz.: Wenn der Abg.
Köhler meint, die Regierung hätte, wenn ſie ſeinerzeit
gefragt worden wäre, dem Initiativantrag zugeſtimmt,
ſo iſt das wohl richtig. (Heiterkeit.) Der Meinung bin
ich auch. Aber dann wäre die Situation der Regierung
auch den übrigen Beamten gegenüber eine ganz andere
geweſen. Dann hätten die Beamten jedenfalls geſagt,
es war vernünftig von der Regierung, daran die Teuer=
ungszulage
nicht ſcheitern zu laſſen. Die Beamten hätten
um dieſen Preis die Ungleichheiten wohl hingenommen.
(Zuſtimmung. Heiterkeit.)
Abg. Molthan ſtimmt im weſentlichen den Aus=
führungen
des Abg. Köhler zu. Die Reſolution be=
deute
einen gangbaren Ausweg aus dem Dilemma. Auch
ſeine Partei habe die Nichtſanktionierung der Initiativ=
vorlage
durch die Regierung bedauert. Abg. Bähr
verbreitet ſich noch ſehr eingehend über ſeine Anfrage
und die ganze Materie, doch ſind ſeine Ausführungen
bei der allgemein einſetzenden Privatunterhaltung meiſt
nicht zu verſtehen. Er hofft, daß die Regierung ſich den
Wünſchen der Zweiten Kammer gegenüber in Zukunft
entgegenkommender verhalten möge. Abg. Henrich
ſpricht ſich für die Reſolution aus, die nach einem Schluß=
worte
des Berichterſtatters einſtimmig angenom=
men
wird.
Damit ſchließt die Sitzung um ¾2 Uhr. Nächſte Sitz=
ung
Donnerstag 9 Uhr.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912,

Nummer 293.

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Seite 18.

Nummer 293.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

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Nummer 293.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

Seite 19.

Zahn-Crème

Luftfahrt.

sr. Die Angriffe auf den Höhenwelt=
rekord
für Flugmaſchinen hat der franzöſiſche
Aviatiker Garros am Montag in Tunis fortgeſetzt.
Nachdem er am Vortage bereits 4000 Meter erreicht hatte,
glückte es ihm diesmal, auf 5188 Meter emporzuklettern;
da aber ſein Sauerſtoffvorrat zur Neige ging, mußte er
ſich zur Umkehr entſchließen, ohne den Rekord Legagneur'
erreicht zu haben. Auf= und Abſtieg abſolvierte Garros
in weniger als dreiviertel Stunde.

Sport, Spiel und Turnen.

* Fußball. Am kommenden Sonntag, den 15. Dezem
ber, iſt der Sportplatz am alten Schießhaus die Stätte
eines intereſſanten Fußball=Wettkampfes. Der Darm=
ſtädter
Sportklub 1905 empfängt im fälligen Verbands=
ſpiele
der A=Klaſſe des Weſtkreiſes den Fußballklub
Frankenthal zu Gaſte. Aus einer Vereinigung der bei=
den
bedeutendſten Frankenthaler Fußballvereine vor nun=
mehr
zwei Jahren hervorgegangen, brachte dieſer Klub
im verfloſſenen Jahre die Meiſterſchaft der B=Klaſſe des
Pfalzgaues an ſich und belegte in den nachfolgenden Spie=
len
um die Weſtkreis=Meiſterſchaft den zweiten Platz
unter hervorragender Konkurrenz. Da der Darmſtädter
Sportklub in eben den Meiſterſchaftsſpielen mit 1 Punkt
Vorſprung die Führung vor genanntem Verein behaup=
tete
, darf man annehmen, daß ſich die beiden Gegner am
Sonntag ein äußerſt hartnäckiges und ſpannendes Treffen
liefern werden.
* Hockey. Die Damenabteilung des Ber=
liner
Hockeyklubs hatte am Dienstag auf dem
SSportplatz in Dahlem eine Damen=Mannſchaft der Pots=
damer
Hockey=Vereinigung zu Gaſt. Die Potsdamer
Mannſchaft, die noch durch einen Herrn verſtärkt war,
mußte ſich vor der beſſeren Wettſpielerfahrung der Ber=
linerinnen
beugen und verlor mit 8:0.
* Ski. Der Ski=Klub Oberſtaufen im
bayeriſchen Allgäu hält vom 26. bis 31. Dezember laufen=
den
Jahres ſeinen 5. Ski=Kurs unter Leitung von Klub=
mitgliedern
ab. Kursbeitrag 5 Mark, zu löſendes Kurs
zeichen 1 Mark. Oberſtaufen iſt Schnellzugsſtation der
Linie München-Lindau, bekannter Luftkurort im Allgäu,
800 Meter über dem Meeresſpiegel, mit ſchönem, günſti=
gem
Ski=Gelände in allernächſter Nähe des Ortes. Aus=
fgangsort
für Touren. Hotel, Gaſthöfe und Privatwohn=
ungen
mit Zentralheizung am Platze. Die Verbands=
Wettläufe der Allgäuer Ski=Verbände finden am 5. und
6. Januar 1913 in Oberſtaufen ſtatt.
sr. Die engliſchen Lawn=Tennisſpieler in Auſtralien
haben weitere Erfolge zu verzeichnen. In ihrem Match
gegen Neuſüdwales vermochten Dixon und Beamiſh ihre
Gegner Rice und Johnes 9.7, 6:4 zu ſchlagen, während
dieſe vorher Parke=Leve eine überraſchende Niederlage
von 6:3, 6:3, 6:4 beigebracht hatten. Im ganzen konnten
die Engländer ſechs Siege auf ihr Konto bringen, gegen
zwei der Auſtralier.
* Radſport. New=Yorker Sechstagerennen.
Der erſte Tag des New=Yorker Sechstagerennens hat
keinerlei Ueberrundungen gebracht. Alle die zahlreichen

Vorſtöße ſcheiterten an der Friſche der Fahrer, und ledig=
lich
die Verbeſſerung der bisherigen Rekords war die
Folge. Selbſt in den Tagesſtunden wurden noch immer
durchſchnittlich 35 bis 36 Kilometer gefahren. Bei den
zahlreichen Stürzen wurden namentlich Berthet und Wal=
ker
in Mitleidenſchaft gezogen, ſo daß ſich die beiden in
ärztliche Behandlung begeben mußten. Nach 24 Stunden
waren 854,712 Kilometer zurückgelegt. Am zweiten Tag
kam Rütt durch Zuſammenfahren mit Cameron zu Fall,
erlitt aber keinerlei ernſtere Verletzungen. Neben Rütt
zeichnen ſich von den Europäern beſonders die Gebrüder
Suter und der Stunden=Weltrekordmann Egg durch flot=
tes
Führen aus. Bis zur 25. Stunde waren von dem zu=
ſammenliegenden
Felde 888,972 Kilometer und bis zur
30. Stunde 1058,990 Kilometer zurückgelegt. Gleich
nach Schluß des erſten Tages wurde eine 200 Dollar= Prä=
mie
ausgefahren, die von der Mannſchaft Kramer=Moran
gewonnen wurde. Rütt der ſchon am erſten Tage
mehrmals zu Fall gekommen war, ohne jedoch Schaden
zu nehmen, erlitt am zweiten Tage frühmorgens gegen
5 Uhr abermals einen Unfall der ernſtere Folgen
nach ſich zog. Der Auſtralier Walker unternahm in der
29. Stunde einen Vorſtoß und hatte ſchon eine halbe
Runde Vorſprung gewonnen. Bei der ſich entſpinnen=
den
Hetzjagd, während welcher Clark und Root verſuch=
ten
, das Feld an den Ausreißer heranzubringen, kamen
Franz Suter und Thomas zu Fall. In den Sturz wur=
den
Rüt und Moran verwickelt. Während der Ameri=
kaner
ſofort, ebenſo wie Suter und Thomas das Rad
wieder beſteigen konnte, mußte man Rütt, der die Be=
ſinnung
verloren hatte, von der Bahn tragen. Er wurde
in das Krankenzimmer der Sechstagebahn übergeführt,
wo er verpflegt wird. Sein Partner Fogler fährt vor=
läufig
weiter. Vorher hatte das franzöſiſche Paar Ber=
thet
=Brocco Vorſtoß auf Vorſtoß unternommen, die
aber jedesmal durch die Aufmerkſamkeit von Walthour
und Fogler vereitelt worden waren. Nach Ablauf der 31.
Stunde, 7 Uhr morgens, New=Yorker Zeit, hat das un=
veränderte
Feld 1090,545 Kilometer zurückgelegt.

Handel und Verkehr.

Zur ſchnellen Abwickelung des Poſtſchal=
terverkehrs
während der Weihnachtszeit
kann das Publikum ſelbſt weſentlich beitragen. Die Ein=
lieferung
der Weihnachtspakete ſollte nicht lediglich oder
vorwiegend bis zu den Abendſtunden verſchoben, nament-
lich
müßten Familienſendungen tunlichſt an den Vor=
mittagen
aufgegeben werden. Selbſtfrankierung der
einzuliefernden Weihnachtspakete durch Poſtwertzeichen
ſollte die Regel bilden. Mit ſeinem Bedarf an Poſtwert=
zeichen
müßte ſich ein jeder ſchon vor dem 19. Dezember
verſehen. Zeitungsbeſtellungen dürften nicht in den
Tagen vom 19. bis 24. Dezember am Schalter der Poſt=
anſtalten
angebracht werden. Für die am Poſtſchalter zu
leiſtenden Zahlungen ſollte der Auflieferer das Geld ab=
gezählt
bereithalten. Die Befolgung dieſer Ratſchläge
würde der Poſt und dem Publikum gleichmäßig zum
Nutzen gereichen.
* Berlin, 10. Dez. In der Zentralaus
ſchußſitzung der Reichsbank führte Präſident
Havenſtein aus, die Anſprüche an den Geldmarkt ſtei=
gerten
ſich ſeit der letzten Sitzung unter dem Druck der
Balkanwirren und beeinflußten den Stand der Reichs=
bank
weiter nachteilig. Die Anſpannung in der letzten
Novemberwoche ſei weſentlich höher geweſen, als in der
gleichen Zeit des Vorjahres. Der ſteuerpflichtige Noten=
umlauf
betrug 360 gegen 44 Millionen im gleichen Termin
des Vorjahres. Die Rückflüſſe ſeien gegen das Vorjahr
erheblich zurückgeblieben. Seit dem 30. September
beſſerte ſich der Status der Reichsbank nur um 204 gegen
696 Millionen Mark im Vorjahre; er weiſe demnach
gegen das Vorjahr eine Verſchlechterung um 492 Mil=

lionen Mark auf. Die Anſprüche an den Geldmarkt ſetz=
ten
ſich in der erſten Dezemberwoche in gleich ſtarker Weiſe
fort. Der Privatdiskont erreichte den Stand des Reichs=
bankdiskonts
. In Berückſichtigung des Umſtandes, daß
die Anſpannung auf dem internationalen Geldmarkt keine
ſehr hohe iſt und die Deviſenkurſe ſich günſtig geſtalteten,
ſowie in der Hoffnung, daß mit der zunehmenden Be=
ruhigung
in der Politik auch in den privaten Verhält=
niſſen
die Beſorgniſſe ſchwinden, will die Reichsbank von
einer Diskonterhöhung Abſtand nehmen; ſie hoffe aber,
daß alle Kreiſe in ihren Anſprüchen an die Reichsbank
ſich Beſchränkung auferlegen, damit es der Bank ermög=
licht
werde, an dieſer Politik feſtzuhalten. Schließlich
wurde die Auszahlung der Abſchlagsdividende geneh=
migt
.

II. Frankfurt a. M., 10. Dez. ( Fruchtmarkt=
bericht
.) Am Wochenmarkt war der Verkehr nur ſehr
geringfügig, ebenſo die Veränderungen kaum nennens=
wert
. Das Angebot war zwar reichlich, aber die einge=
tretene
kalte Witterung veranlaßte die Abgeber, ihre
Preiſe hoch zu halten. Landroggen wurde etwas ſtärker
wie ſeither offeriert. Gerſte und Mais feſt. Hafer, der
größtenteils in geringeren Qualitäten vorhanden iſt, blieb
für dieſe Sorten nur mäßig gefragt, während die beſſere
Ware geſucht wurde. Futterartikel und Mehl ſtetig.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ſehr
ruhig. An der Berliner Produktenbörſſe
war Getreide ſchwach auf das ſtärkere inländiſche Angebot
von Roggen aus Sachſen, Poſen, Brandenburg, Pom=
mern
und Mecklenburg. Weizen auf das angeblich beſſere
Wetter in Argentinien niedriger. Ausländiſche Offerten
waren wenig verändert. Hafer lag matter auf großes
Angebot aller Sorten aus der Provinz und die Konkur=
renz
des ruſſiſchen Hafers auf dem Weltmarkte.
Nach den letzten Kabelberichten von den amerika=
tiſchen
Getreidemärkten (Chicago und New=
York) war Weizen auf die Berichte aus Argentinien, daß
die Verſchiffungen in neuem Weizen bald beginnen wer=
den
, ſowie auf große Zufuhren williger im Preis. Spä=
ter
trat eine weitere Abſchwächung ein, als der Monats=
bericht
der Regierung bekannt wurde. Mais ebenfalls
niedriger auf den à la baisse lautenden Wochenausweis
der Weltverſchiffungen und die Zunahme der Zufuhren,
ſowie beeinflußt durch Abgaben der Firma Armour per
Dezember. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in
dieſer Woche von 59.76 Millionen Buſhels auf 65.87 Mil=
lionen
Buſhels geſtiegen, während die Maisvorräte von
P.52 Millionen Buſhels auf 1.90 Millionen Buſhels zurück=
gegangn
ſind.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer 20.7521,
Norddeutſcher 20.7521, Kurheſſiſcher 20.7521, Ruſſi=
ſcher
23.7524, Laplata 2223, Rumäniſcher 23.7524,
Redwinter 23,2524, Manitoba 22.2523.25, Kanſas
23.5024, Walla=Walla 22.5023.75; Roggen. hieſiger
18.2518.35, Bayeriſcher (Pfälzer) 18.2518.35, Ruſſiſcher
1920, Rumäniſcher 1920, Amerikaniſcher ; Gerſte
(Pfälzer) 21.5022, hieſige und Wetterauer 20.7521.25,
Riedgerſte 21.2521.75, Fränkiſche 21.2521.75, Unga=
riſche
; Hafer, hieſiger 18.7520, Bayeriſcher 19.25
20 25, Ruſſiſcher 2021, Amerikaniſcher 19.5020, Rumä=
niſcher
2020.75; Mais mixed 15.2515.50, Ruſſiſcher
15.3015.60, Donaumais 15.3015.50, Rumäniſcher 15.35
bis 15.60, Laplata 15.2015.40. Weißer Mais 15.2515.50,
Weizenſchalen 10.5010.75, Roggenkleie 10.7511, Wei=
zenkleie
10.5010.75, Futtermehl 1416, Biertreber ge=
trocknet
13.7514.50, Futtergerſte 1616.75; Weizen=
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1912.

Vorträge.

Ueber Deutſchlands Intereſſen am
ſpaniſchen und portugieſiſchen Kolonial=
beſitz
ſprach am Dienstag abend im Saale des Hotels
Zur Traube auf Einladung der Ortsgruppen Darmſtadt
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft, des Deutſchen Flotten=
vereins
und des Alldeutſchen Verbandes Herr Konſul
Singelmann aus Braunſchweig. Der Redner führte
am Eingang ſeines Vortrags aus, daß zwiſchen Deutſch=
land
einerſeits und Frankreich reſpeltive England an=
dererſeits
Vereinbarungen über eine gegenſeitige Inter=
eſſenabgrenzung
des Verkaufsrechtes an dem Kolonial=
beſitz
Spaniens und Portugals beſtehen, für den Fall, daß
dieſe Staaten überhaupt Neigung zeigen ſollten, ihren
Kolonialbeſitz zu verkaufen. Für Deutſchlands koloniale
Expanſion kommen nach den beſtehenden Verträgen nur
afrikaniſche Kolonialgebiete der beiden Pyrenäenländer
in Frage. Man nimmt an, daß man der deutſchen Inter=
eſſenſphäre
unter anderem die vor der Kamerunküſte
liegende ſpaniſche Inſel Fernando Po und die weiter
ſüdlich davon gelegenen Inſeln Prinzipe (portugieſiſch),
St. Thoms (portugieſiſch) und Anobom (ſpaniſch)
überlaſſen hat. Fernando Po und die beiden portugieſi=
ſchen
Inſeln ſind wichtige Kakao=Produktionsgebiete.
Weiter käme in Frage das von Kamerun reſp. Neu=
Kamerun umſchloſſene ſpaniſche Rio Numigebiet, aus=
gezeichnet
durch gute Häfen, wie ſie an der Kamerunküſte
ſonſt nicht zu finden ſind, und der an Deutſch= Südweſt=
afrika
grenzende ſüdliche Teil der portugieſiſchen Kolonie
Angola. Südangola iſt ſehr kulturfähig und hat auch
große Gebiete, die für die Beſiedelung durch Weiße ge=
eignet
ſind. Mögen die Ausſichten, einmal in den Beſitz
dieſer Gebiete zu gelangen, recht problematiſch ſein, auf
jeden Fall ſei es ganz angebracht, wenn das deutſche
Kapital ſich an der wirtſchaftlichen Aufſchließung dieſer
Länderſtrecken beteiligen würde. (Bis jetzt ſei dem eng=
liſchen
und franzöſiſchen Kapital dort nur zu willig das
Feld überlaſſen. Gerade aber wenn eine Hoffnung vor=
handen
iſt. daß ſene Gebiete einmal deutſch werden könn=
ten
, ſei es ſehr wichtig, daß Deutſchland neben der poli=
tiſchen
auch die wirtſchaftliche Herrſchaft dort erringt. Da=
für
zu ſorgen, daß Deutſchland dort wirtſchaftlichen Ein=
ſluß
gewinnt, wäre eine dankbare und nationale Auf=
gabe
des deutſchen Kapitals. 40 Millionen deutſchen Gel=
des
werden jährlich an der franzöſiſchen Riviera im
Spiel zugeſetzt, deshalb müſſe ſich auch für derartige
nationale Zwecke Kapital bereitfinden. Der Vortragende
führte nach dem mit lebhaftem Beifall ausgezeichneten
Vortrag noch eine Reihe vorzüglicher Lichtbilder aus
den Kolonien Spaniens und Portugals in Afrika vor:

Literariſches.

Kurioſitäten der Weltgeſchichte. Kul=
turhiſtoriſche
Novelletten von Robert Heymann.
(Hiſtoriſche Bibliothek Hermes, Band 1.) Verlag von
Richard Hermes, Hamburg; Preis 2,50 Mk. Der neut=
gegründete
Verlag von Rich. Hermes in Hamburg bringt
unter dem Titel Hiſtoriſche Bibliothel Her=
mes
eine vorzüglich ausgeſtattete Sammlung hiſtori=
ſcher
Literatur heraus, von denen die beiden erſten Bände
ſoeben erſcheinen. Robert Heymann, der ſich bereits durch
ſeine in der Tagespreſſe erſchienenen Skizzen einen Namen
gemacht hat, entnimmt der Raritätenkammer der Welt=
geſchichte
einige ihrer intereſanteſten und ſonderlichſten
Figuren, um ſie in ſeinen Novelletten in getreuer Anlehn=
ung
an das Zeitbild, aber doch in freier, dichteriſcher Auf=
faſung
wieder zu vollem Leben zu erwecken.
Werden und Weſen der Perſönlich=
keit
. Biologiſche und hiſtoriſche Unterſuchungen über
menſchliche Individualität. Von Dr. B. Stern. 15 Bg.
Oktav. Gebunden 3 Mk. Was die Darſtellung dieſer Ver=
hältniſſe
bei Stern ſo intereſſant geſtaltet, iſt der Umſtand,
daß überall biglogiſche und hiſtoriſche Betrachtungsweiſe
einander durchdringen und zu teilweiſe neuen und über=
raſchenden
Ausblicken führen. Sterns Werk iſt ein Buch
für nachdenkliche Menſchen und für nachdenkliche Stun=
den
, in denen man den Blick von der Kleinarbeit des
Tages erhebt zu den ewigen Problemen, und zugleich für
ſolche, die, wenn ſie Höhenluft atmen wollen, doch nicht
gern den feſten Boden unter den Füßen verlieren.
A. Hartlebens Verlag in Wien und Leipzig.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichung unter dieſer Ueberſchrift über=
nimmt
die Redaktion keinerlei Verantwortung; für ſie
bleibt auf Grund des § 21 Abf. 2 des Preßgeſetzes in
vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Der Sturm im Waſſerglas.
Gewidmet: dem Einer für Viele, dem Publicus,
dem T., uſw. Warum kümmern die Verfaſſer ſich denn
um Dinge, die für ſie unfaßlich ſind? Es gibt ja noch
ſonſt ſo viele hübſche Gelegenheiten, ſich zu ärgern, wie
Steuerfragen, Straßenbahn, Martinsviertel, Waldfried=
hof
uſw. Laſſen Sie doch, bitt’ ſchön, das Frauenſtimm=
recht
in Ruhe! Es wird auch ohne Ihr liebevolles In=
tereſſe
ſich in unſerem Ländchen weiter entwickeln, und
wer weiß, vielleicht dürfen wir Sie ſpäter noch als Mit=
glied
desſelben begrüßen. Troß alle unruhigen Leut=
chen
, die aus dem Hinterhalte ſo gerne ihren Senf dazu
geben, wird dieſe herrliche Bewegung ihren Siegeszug
vollenden.
Nur ein Verblendeter mißt die engliſchen Stimm=
rechtlerinnen
mit dem Maß, das wir in unſerer Heimat

glanden auegen zu miſn. Zede große Umwälhung in
der Geſchichte der Völer wurde anfaungs verhohn, be=
kämpft
, mit Strafen und Ungerechtigkeiten verfolgt. Aber
ſie vollzog ſich doch! und ſo wird auch unſere Stimm=
rechtsbewegung
ſieghaft voranſchreiten. Alſo nicht wahr,
Die plündern Ihren kräftigen Wortſchatz nicht weiter,
ſondern beruhigen Ihre erkegten Nerven endlich. Man
mutet Ihnen nicht zu, dieſe große Sache zu begreifen, das
iſt nicht jedermann gegeben. Aber dies unmäßige Toben
erweckt höchſtens ein mitleidiges Lächeln. Wir gehen der
Weihnachtszeit entgegen, die mehr als jede andere zum
Frieden ſtimmen ſollte. Wieviel beſſer wäre es, wenn
jeder ſeine eigenen Fehler abzulegen und ſich ſelbſt zu
bekämpfen ſuchte, anſtatt ſich um Angelegenheiten zu küm=
mern
, die offenbar ſein Verſtehen überragen.
Ihre ſcheinbar wohlwollende Mahnung an die deut=
ſchen
Frauen iſt hier nicht angebracht. Aus der Erkennt=
nis
bitterer Not heraus, weiß die deutſche Frau längſt,
wo die Schäden liegen, und daß wir uns ſelbſt davon hel=
fen
müſſen. Die Erlangung des Frauenſtimmrechts ſollte
daher jeder denkenden deutſchen Frau als heilige Pflicht
vor Augen ſtehen. Es iſt nur aufs höchſte zu beklagen,
daß wir nicht wie unſere engliſchen Schweſtern
Schulter an Schulter vorangehen zum Wohle der ganzenf
Menſchheit. Wer auch immer in der ſozialen Fürſorge
mitgearbeitet hat ſelbſt wenn es nicht mit der ſelbſi=
loſen
Aufopferung und in dem Umfang der Tätigkeit der
hochverehrten Vorſitzenden des Frauenſtimmrechtes ge=
ſchah
der weiß, daß die Frau mit ihrer ſegensreichen
Arbeit Sitz und Stimme in der Gemeinde häben muß.
Zur kurzen Orientierung in der Frage füge ich hinzu, daß
auf dem Stockholmer Weltkongreß für Frauenſtimmrecht
1911 ſich die damezs vorhatedenen Männezvereine für
Frauenſtimmrecht zu einem Internationalen Männerver=
band
zuſammenſchloſſen. Vorſitzender war Sir John
Copbum, Schriftführer Oberſtleutnant Mannsfeld, in
deren Auftrag die Men’s league for woman' suffrage‟
bereits 1912 einen Weltkongreß für die Männerligen
nach London einberufen konnte. Daran beteiligten ſich,
Holland, England, Schweden, Ungarn, Dänemark, Frank=
reich
, Vereinigte Staaten von Nordamerika mit offiziell
delegierten Männern.
Unter den Vertretern von Rußland, Norwegen Finn=
land
und Japan ſind die hervorragendſten, Tad. Buiſſons
(Paris), de Breuil de St. Germain (Paris). Mrs.
Deſpard, Oberbürgermeiſter Beckmann (Stockholm). Der
deutſche Männerbund für Frauenſtimmrecht war durch
Hern Oberſtleutnant Mamsſeld vertreten.
Der däniſche Senator und Nobelpreisträger Freherie
Baſer hat geſagt: Es iſt mir unbegreiflich, wie ein
Mann bei geſundem Verſtand ſich dem Frauenſtimmrecht
widerſetzen kann:
Der engliſche Miniſter Lloyd George hat geäußert:
Steuerzahlen ohne Stimmrecht iſt Thrannei.
Ziehen Sie Ihre Schlußfolgerung ſelbſt.

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[ ][  ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Dezember 1912.

estadrane-Wammerbrau
(25488
Heute Donnerstag Künstler-Konzert!

Odenwaldklub, ortsgruppe Darmstadt
(E. v.)
Donnerstag, 12. Dezember ds. Js.,
abends 8½ Uhr (pünktlich)
im Gartensaal des städtischen
Saalbaus
Vortrag
mit Lichtbilder-Vorführungen
des Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer:
Eine Dordlandreise‟
Die Mitglieder und Freunde des Klubs nebſt Damen ſind
(25058sod
hierzu herzlichſt eingeladen.
Der Vorstand.

77
Luſtreklame Ierkur
Fessel-Ballon-Aufstiege
sonntag, den 8., 15. und 22. Dezember d. Jahres
Mainz, auf dem Messplatz, an der Stadthalle.
Aufstiege von 93 Uhr nachmittags.
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Passagierkarten à Mk. 5.
Bei Vorausbestellung bis je Freitag abend Mk. 4.50.
MERKUR‟ Inh. W. Fehr, Mainz am Leichhof.

Dür die Weihnachtsbeſcherungen des Frauenvereins der Sudoſt=
2 pfarrei der evang. Stadtgemeinde ſandten gütigſt Gaben:
Fr. Pfarrer Schönewolf, Frl. Ihrig, Frl. Schreiber, Fr. Dr. Sachs,
Fr. Ingenieur Schmitthenner, Fr Marie Wolfskehl, Pfarrer S., Fr.
Oberſt Habermehl, Fr. Kapellmeiſter Weltner, Kaufmann A Schwab,
Fr. Reallehrer Fuchs, Kaufmann S., Rentner L., Kaufmann A. D,
Kaufmann Lanz, Firma Rothſchild, Frl. J. Marloff, Fr. Chemiker
Stamm, Fr. Geheimerat Lorenz, Frl. Fehr, Fr. Homberger, Frl. S.
Naumann, Frl. W. Marloff, Frl A. D. Sturt, Kaufmann Neu,
Fr Rentner Jakoby, Frl. M. Etſcheid, Buchbindermeiſter W. Hach=
mann
, Frl. J. u. A. Decker, Fr. Rotar B., Frl. Braun, Fr. Haupt=
ſteueramtsrendant
Weiß, Fr. Rentner Bell, Fr. Bankbeamte Sauer=
wein
, Fr Hauptmann Euler, Fr. Rechnungsrat Rühl, Fr. Pfarrer
Könia, Fr. Lehrer Engeroff, Fr. Glaſermeiſter Schrader, Fr. Sixt
von Armin, Frl. Schlich, Fr. Metzgermeiſter Kilian, Dr. Ingenieur
Dreſſel, Fr Metzgermeiſter Weisgerber, Fr. Louis Nebling Fr.
Profeſſor Dr Daub, Fr. Rechnungsrat Kriegk, Fr. Martin Müller,
Fr. Amtsgerichtsrat Schweisgut, Fr. Klara Beſt, Fr. Steuerrat
Schweisgut, Fr. Gärtnereibeſitzer Kuhn, Ofenſetzer J. Helfmann,
Frl. Kurtmann, Fr. Fabrikant Link, Frl. G. Kayſer. Allen freund=
lichen
Gebern herzlichen Dank. Um weitere Gaben bittet
Der Vorſtand.
25476)

Rentenanstalt u. G. und Lebensversiche-
Tungsbank zu Darmstadt.
Protektor: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog von Heſſen und bei Rhein.
Erweitert 1855.
Gegründet 1844.
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tragſtellers
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genden
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56

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Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 12. Dezember 1912.
76. Abonnem.=Vorſt. B 19.
Zum erſten Male wiederholt:
Die fünf Frankfurter.
Luſtſpiel in 3 Akten
von Carl Röhler.
Perſonen:
Die alte Frau
. Minna Müller=
Gudula.

Anſelm,
Nathan,
Salomon,
Karl,
Jakob,
Charlotte, Salo=

Rudolph
. Adolf Jordan
Guſtav Semler
Richard Jürgas
Kt. Weſtermann
Franz Schneider

. Tilli Art!l

mons Tochter . Käthe Gothe
Guſtav, Herzog v.
Taunus
. Kurt Ehrle
Prinzeſſin Eveline Barb. Uttmann
Fürſt von Klaus=
thal
=Agordo . . Heinrich Hacker
Die Fürſtin . . Hanna Raffay
Graf Fehrenberg,
Hofmarſchall . . W. Riechmann
Frau v. St. Ge=
orges

Baron Seulberg. Emil Kroczak
Der Domherr Paul Eisner
KabinettsratYſſel Paul Peterſen
Erſter (Kammerd. K. Enzbrenner
Zweiterſd. Herzogs Frs Herrmann
Hofjuwelier Boel Herm. Knispel
Roſa, ſim Hauſe Agn. Wisthaler
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Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.13. Rethe 4.10 M.,
14.20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.5. Reihe 2.80 M., 6.8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
0.65 M.
Anfang 7½ Uhr. Ende 10 Uhr.
Kartenpk. v. ½ 1½, u. v. 6½, UI. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 13. Dez. Außer Abon.
Zweites u. letztes Gaſtſpiel Alex.
Moiſi’s vom Deutſchen Theater
in Berlin. Zum erſten Male:
Jedermann‟ Das Spiel vom
Sterben des reichen Mannes, er=
neuert
von Hugo von Hofmanns=
thal
. Jedermann: Alex. Moiſſi.
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 8 Uhr.
Samstag, 14. Dez. Außer Ab.
Zum 25 jährigen Dienſtiubiläum
Wilhelm Riechmanns. Der
Waffenſchmied. Kleine Pr.
Anfang 7½ Uhr.
Der allgemeine Kartenverkauf
findet Donnerstag, 12. Dez.,
ſowie an den darauffolgenden
Tagen vormittags von 9½1½
Uhr an der Tageskaſſe ſtatt. Auch
im Verkehrsbüro werden an den
gleichen Tagen Karten ausgegeben
und zwar von 81 Uhr vormit=
tags
und von 2½8 Uhr nachm.
Für jede im Vorverkauf abge=
gebene
Karte wird eine Gebühr
von 20 Pfg. erhoben.
Sonntag, 15. Dez. Nachmittags
2½ Uhr: (11 Volksvorſtellung zu
ermäßigten Preiſen.) Heimat.=
Vorverkauf bis einſchl. Sams=
tag
, 14. Dez., nur im Verkehrs=
büro
, Ernſt=Ludwigsplatz. Ver=
kauf
der noch vorhandenen Karten
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung, vormit=
tags
von 11 Uhr ab. Abends
7 Uhr: 77. Ab.=Vorſtell. B 20.
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