Darmstädter Tagblatt 1912


07. Dezember 1912

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175. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 48 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Kaiſer iſt am Donnerstag abend zu zweitägigem
Beſuch am Hofe in Bückeburg eingetroffen.
Auf der Strecke Stettin-Paſewalk wurden durch
eine in eine Arbeitergruppe hineinfahrende Loko=
motive
vier Arbeiter getötet.
Der belgiſche Kriegsminiſter unterbreitete
dem Parlament ein neues Militärgeſetz, durch das die
allgemeine Wehrpflicht im Prinzip ein=
geführt
wird.
Der Premierminiſter in Kanada brachte einen Ge=
ſetzentwurf
ein, wonach Kanada dem König von
England 7 Millionen Pfund Sterling für die Erbau=
ung
von drei Dreadnoughts zur Verfügung
ſtellen ſoll.
Der Marineſekretär der Vereinigten
Staaten hat dem Kongreß eine bedeutende Er=
weiterung
des Flottenbauprogrammis
vorgeſchlagen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Politiſche Wochenſchau.

Der Reichskanzler hat geſprochen! Endlich
bot jetzt die erſte Leſung des neuen Etats die Möglichkeit,
eine offizielle Erklärung über die Haltung Deutſchlands
zu den jetzigen Wirren entgegen zu nehmen, und Herr
von Bethmann Hollweg zögerte nicht, das zu ſagen, was
er ſagen konnte. Es war freilich nicht viel, und es bot
auch wenig Neues, aber die Form, in die er ſeine Mit=
teilungen
kleidete, beſagte genug und war überaus be=
deutſam
. Klipp und klar erklärte der Kanzler, daß
Deutſchland nicht zögern würde, das Schwert zu ziehen,
wenn die Umſtände es erforderten, und daß es treu an
der Seite des Verbündeten ſtehen würde, wenn dieſer
angegriffen werden ſollte Die Rede des Reichskanzlers
war ziemlich kurz und enttäuſchte darum etwas, aber trotz=
dem
hat ſie ihren Eindruck im Auslande nicht verfehlt.
Es läßt ſich nicht leugnen, daß Herr von Bethmann Holl=
weg
gut abgeſchnitten hat. Aller Orten fand die Rede
bemerkenswerterweiſe eine durchaus gerechte Würdigung,
von einigen Schreiern jenſeits der Vogeſen abgeſehen.
Bezeichnenderweiſe werden dieſe Leute von London aus
in die Schranken gewieſen, wie denn überhaupt von Lon=
don
her ſeit einiger Zeit ein ganz anderer Wind weht.
Verſchiedene Blätter an der Themſe verſichern, daß die
Beziehungen zwiſchen Deutſchland und England ſeit lan=
gem
nicht ſo gute waren, wie augenblicklich, und ſowohl
der Londoner neue Botſchafter, Fürſt Lichnowsky, wie
auch Herr von Kiderlen=Wächter haben dies geſliſſentlich
beſtätigt und hervorgehoben. Ein Londoner Blatt will
ſogar wiſſen, daß beſtimmte Abmachungen, die haupt=
fächlich
die Mittelmeerfragen beträfen, vor dem Abſchluſſe
ſtänden und daß hierdurch viel Konfliktſtoff aus der Welt
geſchafft ſein würde. Das klingt alles recht erfreulich
und man könnte nur wünſchen, daß dieſe Stimmung jen=
ſeits
des Kanals gegenüber Deutſchland von Dauer wäre.
Zufällig weilte in dieſer Woche Prinz Heinrich von Preu=
ßen
, der Bruder des Kaiſers, in England, angeblich in
rein privaten Angelegenheiten, was ihn aber nicht hin=
derte
, dem König Geora ſeine Aufwartung zu machen.
Ob dies nur ein Höflichkeitsakt war, oder ob es ſich, wie
verſchiedentlich behauptet wurde, um eine geheime Miſſion
handelte, entzieht ſich naturgemäß der öffentlichen Kennt=
mis
Jedenfalls werden wir in die Hand, die uns in
ehrlicher und aufrichtiger Geſinnung entgegengeſtreckt
würde, von Herzen gern einſchlagen, da ein freundſchaft=
liches
Verhältnis für beide ſtammverwandte Nationen
nur von Segen begleitet ſein kann.
Auch ſonſt war die Woche reich an Ereigniſſen, ſelbſt
auf dem in der letzten Zeit recht vernachläſſigten Gebiete
der inneren Politik. Hatte die Debatte über die
äußere Politik im Reichstage einen ziemlich glatten Ver=
lauf
genommen, ſo geſtaltete ſich die Erörterung der
inneren Politik um ſo erregter; das Zentrum hat dem
Kanzler die Fehde angeſagt, und dieſer hat den Hand=
ſchuh
allem Anſcheine nach aufgenommen: die Jeſuiten=
frage
hat den Bruch herbeigeführt. Die von Spahn ge=
gebene
Abſage an die Regierung wurde damit bearün=
det
, daß das Zentrum nach dem Bundesratsbeſchluß
kein Vertrauen in Kanzler und Bundesrat mehr ſetzen
könne, nachdem die Beſtimmungen gegen die Jeſuiten
durch den Bundesrat eine erneute Verſchärfung erfahren
hätten und daher Bedenken beſtehen, daß die Rechte der
Katholiken nicht genügend gewahrt würden. Im Hauſe
wie in der weiteren Oeffentlichkeit hat die Erklärung des
Zentrumsführers begreiflicherweiſe Aufſehen erregt, man
glaubt indeſſen, daß das Zentrum dabei etwas Komödie
ſpielt und gar zu gern einen Kulturkampf markieren
möchte Diesmal hat es aber ſeine Abſichten zu deutlich
erkennen laſſen, als daß ſein Vorſtoß Eindruck machen
könnte.
Eine einſchneidende Wendung haben in dieſer Woche
auch die Dinge auf dem Balkan erfahren. Der
Waffenſtillſtand iſt am Dienstag abend zuſtande
gekommen, indeſſen ohne Unterzeichnung Griechenlands.
Es läßt ſich nicht verhehlen, daß zwiſchen den verbündeten

Balkanſtaaten weitgehende Differenzen beſtehen, die vor
dem Kriege nur durch das gemeinſchaftliche Intereſie
gegen die Türkei überbrückt wurden. Noch während der
Kämpfe ſind dieſe Differenzen aber wieder hervorgetre=
ten
, die alten Eiſerſüchteleien erwachten wieder, verſchie=
dentlich
ſoll es ſogar zu Kämpfen unter den Verbünde=
ten
gekommen ſein. Es läßt für die Zukunft nicht viel
Gutes erwarten, und es iſt nicht geſagt, daß der Abſchluß
des Friedens dem Balkan volle Ruhe geben wird. Aller
Vorausſicht nach wird dem Waffenſtillſtande der defini=
tive
Frieden folgen, die Balkanſtaaten ſind ſtark erſchöpft
und brauchen den Frieden lieber heute als morgen, es
iſt daher zu erhoffen, daß die Verbündeten den Bogen
nicht allzu ſtraff ſpannen werden. Soweit man jetzt über=
ſehen
kann wird Bulgarien einen Teil von Thrazien
mit einer Grenzlinie Midia bis Dedeagatſch. Serbien ſoll
Novibazar und einen Teil Altſerbiens erhalten, Griechen=
land
Epirus und auch Montenegro durch angrenzende
Gebietsteile eine Vergrößerung erfahren, Albanien und
Mazedonien erhalten die Autonomie unter der Oberhoheit
des Balkanbundes, in den gleichzeitig auch die Türkei
eintreten ſoll. Dies ſind angeblich im großen und
ganzen die Grundzüge, auf deren Baſis ein Friedens=
ſchluß
zuſtande kommen ſoll. Wie es heißt, wollen ſich
aber die Mächte vorbehalten, die etwaigen Friedensbe=
dingungen
einer Reviſion zu unterziehen. Gleichzeitig
ſoll auch zur Regelung) der allgemeinen Balkanfrage,
vorausſichtlich in London, die Botſchafterkonferenz ſtatt=
finden
, an deren Zuſtandekommen jetzt nicht mehr zu
zweifeln iſt. Bei dem allſeitig gezeigten verſöhnlichen
Standpunkt iſt anzunehmen, daß auch hierbei eine bal=
dige
Einigung zu erwarten iſt
Ungeklärt ſind dagegen noch immer die Verhältniſſe
zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Serbien.
Die Frage des Adriahafens iſt augenblicklich nur vertagt,
ihre Löſung iſt bisher noch nicht gefunden und noch man=
cherlei
Schwierigkeiten dürften ſich entgegentürmen, wenn
man an die Erledigung auch dieſer Frage herantritt.
Zeigt man in Belgrad jetzt auch einiges Entgegenkom=
men
. ſo iſt bei dem dort berrſchenden Wankelmut nicht
ausgeſchloſſen, daß man Kließlich doch noch wieder mit
maßloſen Anſprüchen kommt Allerdings darf man er=
warten
, daß Serbien bei ſeinen intimen Freunden keine
Unterſtützung finden wird und daß neue Konflikte durch
dieſes unruhige, halbbarbariſche Volk nicht herauf=
beſchworen
werden.

Der Garten des Abgeordnetenhauſes
oder:
Ein tragikomiſcher Konflikt.

* Im preußiſchen Abgeordnetenhauſe
iſt ein eigentümlicher Konflikt zwiſchen Regie=
rung
und Abgeordnetenhaus entſtanden, über
den die Köln. Ztg., wie folgt, aus Berlin berichtet:
Langverhaltener Groll führt leicht zu böſem Aus=
bruche
Das erlebt man jetzt in einem Zwiſchen=
ſpiel
im Abgeordnetenhauſe. Da bricht mit
einem Male ein Unwetter herein, das die oberſten Macht=
haber
der Regierung in Bewegung ſetzen wird in einer
Angelegenheit, die in drei bis fünf höflichen Schreiben
hätte taktvoll erledigt werden können. Die Volksvertre=
tung
fühlt ſich in allen ihren Parteien verletzt und zorn=
erfüllt
über die Art, wie man nach den bisher angedeute=
ten
Tatſachen einen Wunſch beiſeite geſchoben hat, den
ſie nun ſchon ſeit Jahren herumlegt von einem Winkel
in den anderen und der längſt hätte billige Berückſichti=
gung
finden können. Es handelt ſich um die endliche
Schaffung eines Erholungsgartens für
die Mitglieder des Hauſes, und da dieſe
Frage ſich auch noch deckt mit der Maßnahme einer Ver=
hinderung
der Einbauung des monumentalen Palaſtes
der Volksboten, ſo wird es aller Welt ſchwer fallen, zu
verſtehen, warum nicht einfach die Erwerbung des an=
ſtoßenden
Baugeländes und die parkartige Herrichtung
verfügt worden iſt. Noch viel rätſelhafter aber wird jeder=
mann
die Sache vorkommen, wenn man hinzufügt, daß
dieſes Gelände bereits fiskaliſches Eigentum iſt. Es hätte
alſo nur der Vereinbarung zwiſchen Reichs= und Landes=
fiskus
bedurft. Aber das geſchah nicht nur nicht, es iſt im
Gegenteil dieſes Nachbarland zum Tauſchobjekt
gegen den Beſitz einer Möbelfirma in der Wilhelm=
ſtraße
gemacht worden, damit deren Bauten das benach=
barte
Palais des Reichskanzlers nicht beeinträchtigen
ſollen.
Dazu hielten die Abgeordneten denn nun doch nicht
weiter ſtill. Man hat ſich nicht nur gründlich alles her=
untergeredet
, was ſich an Ingrimm über wirkliche oder
vermeintliche, jedenfalls aber empfundene Rückſichtsloſig=
leit
des grünen Tiſches wider die Volksvertretung aufge=
ſpeichert
hatte, man hat gehandelt, und zwar in einer
Weiſe, daß man draußen nur ſo aufhorchen wird. Bis
vor der fraglichen Sitzung war dieſes Gartenproblem ja
eine mehr ſchnurrige denn tragiſche Geſchichte, daneben

auch ein ganz artiger Beitrag zur Pſychologie der Parla=
mente
im Verkehr miteinander. Wenn man durch die
Fenſter des Abgeordnetenhauſes blickt, dann wird man
glauben, der Chroniſt mache ſich einen ſchlechten Scherz
mit der Umwelt; denn nach rechts, nach links und nach der
Mitte, wohin das Auge irifft, ein Park ſchöner als der
andere, aber das ſind nur Schaugerichte und hohe Mauern
trennen die Gebiete. Hier hauſt der Kriegsminiſter, drü=
ben
der Handelsminiſter und in der Mitte, auf der köſt=
lichen
Augenweide, die da um die faſt tauſendjährigen
Eibenbäume angelegt worden iſt, da wandeln die Mit=
glieder
des Herrenhauſes. Eine Mitbenutzung dieſes
Parkes haben die Mitglieder der Erſten Kammer barſch
abgelehnt. Einmal vor Jahr und Tag wollte ſich das
Abgeordnetenhaus in genialer Weiſe ſelbſt helfen. Man
rumorte einige Wochen auf dem Dache des Maſchinen=
hauſes
und als die Gerüſte fielen, da war ein Zauber=
ſtückchen
aus den Gärten der Semiramis geſchaffen, Pal=
men
und Lorbeerhaine, ein eleganter Laufſteg, der die
Reſtauration auf dieſes Stückchen Garten erweiterte. Kurz
war die Freude, die Baupolizei ſteckte jählings den gan=
zen
Zauber in den großen Sack. Das in die Luftfliegen
kann man ja heute nicht mehr gut verbieten, aber auf den
Segmenten eines zerſprungenen Schwungrades überſtiege
die Geſchwindigkeit das zuläſſige Höchſtmaß. Das war
eine ſehr vernünftige Fürſorge, indes die Stimmung
wurde doch gereizter.
In ſolche Temperatur gerät nun jetzt die Enthüllung
über das oben geſchilderte Tauſchgeſchäft. Die Abgeord=
neten
Stroſſer von der Rechten, Lippmann von der Lin=
ken
und beſonders nachdrücklich der Abg. Dr. Friedberg
kennzeichneten das Verfahren derart, daß die beiden allein
anweſenden Finanzkommiſſare eine böſe Stunde verleb=
ten
. Aber noch mehr, und die Debatte nahm eine ſolche
Wendung, daß ſchließlich vom ganzen Hauſe mit Aus=
nahme
der Konſervativen, die Anweſenheit des
Miniſterpräſidenten und des Kriegs=
miniſters
gefordert wurde. Seit Menſchenge=
denken
hat das Haus von dieſer Befugnis keinen Gebrauch
gemacht. Da es hier geſchah, wird man auf den Fortgang
der Angelegenheit geſpannt ſein können.
* Berlin, 6. Dez. Zu dem Konflikt zwi=
ſchen
dem Miniſterpräſidenten und dem
Abgeordnetenhauſe erfahren Berliner Blätter:
Gemäß dem Antrage des Abgeordnetenhauſes in der Mitt=
wochſitzung
ſind ſeitens des Präſidenten der Miniſter=
präſident
und der Kriegsminiſter von dem Beſchluſſe des
Hauſes, bei der Beratung des Antrages Stroſſer über die
Erwerbung des Grundſtücks Prinz=Albrecht=Straße 6 per=
ſönlich
anweſend zu ſein, in Kenntnis geſetzt worden.
Eine Antwort auf dieſes Schreiben iſt bisher im Abgeord=
netenhauſe
nicht eingegangen. Der Antrag Stroſſer wird
wieder auf die Tagesordnung der nächſten Dienstag=
ſitzung
geſetzt werden. Man nimmt im Abgeordneten=
hauſe
an, daß der Miniſterpräſident und der Kriegs=
miniſter
bei dieſer Beratung anweſend ſein werden.
Die Zitierung von Miniſteern ſeitens
des Abgeordnetenhauſes iſt bisher nur in
ganz dringenden politiſchen Fällen verlangt worden.
Bekannt ſind nur 9 Fälle, der letzte Fall trat in der
Seſſion 1896/97 ein. Das Verlangen des Abgeordneten=
hauſes
hat deshalb in Regierungskreiſen einen ſehr
ſchlechten Eindruck hervorgerufen, zumal es bekannt wär,
daß der Reichskanzler an dem Tage im Reichstage eine
Rede zur Jeſuitenfrage halten wollte und deshalb im
Abgeordnetenhauſe nicht erſcheinen konnte.

Deutſches Reich.

Eine Rede des Königs von Sachſen.
Am Donnerstag fand im Gebäude der Handelskammer
zu Dresden in Gegenwart des Königs, der Reichs=,
Staats= und ſtädtiſchen Behörden die offizielle Feier des
50jährigen Beſtehens der fünf ſächſiſchen Handelskam=
mern
Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zittau und Plauen
ſtatt. Nach den begrüßenden Worten des Präſidenten der
Dresdener Handelskammer, des Geheimrats Hänſel=
Pirna, ergriff der König das Wort zu einer Beglück=
wünſchungs
=Anſprache, in der er mit Genugtuung hervor=
hob
, daß Handel und Induſtrie ſich in 40jähriger Frie=
denszeit
unter dem Schutze einer ſtarken Regierung und
guter Geſetze glänzend entwickelt hätten, wodurch das
Gedeihen und der Wohlſtand aller Volksſchichten ſich ge=
hoben
hätten. Ich habe die feſte Zuverſicht, ſchloß der
König, daß dem Deutſchen Reiche unter Führung des

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Kaiſers und unter dem Schutz der Land= und Seemacht
die Segnungen des Friedens noch lange erhalten bleiben.
Wir alle aber, die wir uns der Vorteile des Friedens er=
freuen
, wir wollen uns in dieſer ernſten Zeit geſagt ſein
laſſen, daß wir uns das koſtbare Gut nur wahren, wenn
wir uns fernhalten aller weichlichen Genußſucht, wenn
wir gewillt ſind, nicht nur im gebotenen Augenblick Gut
und Blut einzuſetzen, ſondern das perſönliche Wohl jeder=
zeit
dem Dienſte des Vaterlandes unterzuordnen. Gern
beſtätige ich dem Handel und der Induſtrie meines Lan=
des
, daß ſie den anderen Ständen an Opferwilligkeit nie
nachgeſtanden haben. Mögen ſie darum auch ferner blü=
hen
und gedeihen zum Wohle des Landes.
Aus den Reichstagskommiſſionen.
Die Budgetkommiſſion des Reichstags beendete die erſte
Leſung des Poſtſcheckgeſetzes. Die Kommiſſion des
Reichstages (Wohnungsfrage) nahm Stellung zu der Er=
klärung
des Bundesrats vom 29. November, daß die
Verbündeten Regierungen in die Beratung der Reſolu=
tionen
des Reichstages über die Wohnungsfrage ein=
traten
und daß es ſich vor allem darum handelt, die
Grenzen der Zuſtändigkeit zwiſchen Reich und Einzelſtaa=
ten
feſtzuſtellen, die von einzelnen Staaten anerkannt,
von anderen beſtritten wird. Es wurde ein Antrag an=
genommen
, die Subkommiſſion zu beauftragen, die wei=
teren
Arbeiten für die Kommiſſion vorzubereiten. Die
Wahlprüfungskommiſſion des Reichstags erklärte die
Wahl des Zentrumsabgeordneten Werr im Wahlkreis
Trier 4 (Saarburg=Merzig=Saarlouis) für gültig.
Entlaſſungsgeſuch von Hertling.
Von ſehr gut unterrichteter Seite wird beſtimmt erklärt,
daß, wie ja nicht anders zu erwarten war, der bayeriſche
Miniſterpräſident bei ſeiner Audienz beim Prinzregenten
am Dienstag um ſeine Entlaſſung nachgeſucht habe. In
allen Staatsämtern wird auch die Nachricht beſtätigt, der
Regent habe ſeinen Entſchluß noch nicht bekannt gegeben,
dürfte aber das Rücktrittsgeſuch Hertlings nicht anneh=
men
und dem Miniſterpräſidenten demnächſt einen neuen
öffentlichen Beweis ſeines unerſchütterlichen und unge=
ſchmälerten
Vertrauens geben.
Die Kandidatur Dr. Streſemainns.
Wie die Nationalzeitung weiß, haben die Verhandlungen
in Greiz zwiſchen der Nationalliberalen Partei und der
Fortſchrittlichen Volkspartei zu einem günſtigen Ergeb=
nis
geführt und von den beiden Parteien iſt Dr. Streſe=
mann
als gemeinſamer Kandidat für die Reichstagserſatz=
wahl
aufgeſtellt. Die Erſatzwahl findet bereits am 19. De=
zember
ſtatt. Dieſe Kandidatur findet auch bei dem alle
Parteien umfaſſenden vaterländiſchen Verein in Greiz
allgemeine Sympathie. Dagegen beabſichtigen die
Deutſch=Sozialen im Verein mit den Chriſtlich=Sozialen
einen eigenen Kandidaten aufzuſtellen in der Perſon des
früheren Reichstagsabgeordneten Lattmann, der jedoch
keine großen Ausſichten für eine Wahl hat.
Das ſächſiſche Volksſchulgeſetz. Die
ſächſiſche Erſte Kammer verhandelt die Volksſchulvorlage
in der Mite der nächſten Woche. Sie wird den Vorſchlä=
gen
ihres Ausſchuſſes, der alle wichtigen liberalen Be=
ſchlüſſe
der Zweiten Kammer ausmerzt, im weſentlichen
zuſtimmen und wird nur bei der Unentgeltlichkeit des
Unterrichts inſofern der Zweiten Kammer entgegenkom=
men
, als unter Aufrechterhaltung des Prinzips der Schul=
geldpflicht
lediglich den ärmern Schulgeldpflichtigen, bis
zu einer beſtimmten Steuerklaſſe, Schulgeldfreiheit ge=
währt
wird. Eine Uebereinſtimmung der beiden Kam=
mern
bei ſolchen Gegenſätzen iſt ausgeſchloſſen.

Ausland.

Italien.
Der Geſetzentwurf über die Ratifi=
kation
des Lauſanner Friedensvertrages
wurde in der Kammer in geheimer Abſtimmung mit 335
gegen 24 Stimmen angenommen.
Frankreich.
Poincarés Erklärung. In der Kammer gab
Miniſterpräſident Poincaré einen Rückblick auf die Politik

der franzöſiſchen Regierung vor dem Ausbruch des Krie=
ges
, der nichts weſentlich Neues enthielt. Der Obmann
des Ausſchuſſes für Auswärtige Angelegenheiten, Bar=
thou
, dankte dem Miniſterpräſidenten in warmen Worten
für ſeine Darlegungen. Poincaré erwiderte auf eine
Frage Barthous von Neuem, daß er in der Kammer
vor den Weihnachtsferien Aufklärungen über die äußere
Politik geben werde, ohne ſich jedoch für verpflichtet zu
halten, auf alle etwa geſtellten Fragen zu antworten.
England.
Kanada und die Seeſtreitkräfte des
britiſchen Reiches. Der kanadiſche Premierminiſter
Borden legte, wie aus Ottawa gemeldet wird, dem Par=
lament
ein Geſetz vor, das die verwendbaren Seeſtreit=
kräfte
des britiſchen Reiches vergrößern ſoll. Er hob
dabei hervor, daß bei dem jetzigen Stande der Seemacht
am meiſten die Tatſache hervortrete, daß die britiſche
Marine vor zwölf Jahren auf allen Ozeanen die Ueber=
macht
beſaß, während ſie heute außer in der Nordſee
nirgends in der Uebermacht ſei. Er halte die Lage für
ernſt genug, daß Kanada dem Mutterlande eine ſofortige
Unterſtützung gewähren müſſe. Er ſchlage deshalb vor,
daß Kanada dem König ſieben Millionen Pfund Sterling
für drei Dreadnoughts gebe, welche die größten und
ſtärkſten Schiffe werden ſollten, die man für Geld haben
und mit Hilfe der Technik bauen könne. Sie ſollten in
England gebaut und der Admiralität für die allgemeine
Verteidigung des Reiches zur Verfügung geſtellt werden.
Borden führte aus:
Das britiſche Reich iſt keine große Militärmacht, ſeine
Sicherheit beruht ganz und gar auf der Flotte. Augen=
blicklich
iſt die oberſte Pflicht, die Sicherheit in den heimi=
ſchen
Gewäſſern zu verbürgen, durch die Zurückziehung
oder die Beſchränkung der Geſchwader in allen Teilen
erfüllt. Trotzdem ſind die Koſten um beinahe 50 Pro=
zent
geſtiegen, aus dem einfachen Grunde, weil die frem=
den
Mächte ihre Flotten vergrößern, beſonders Deutſch=
land
. Die britiſche Flagge wird nicht länger die vorherr=
ſchende
im Mittelmeer ſein. Mit aller Anſtrengung des
Reiches wird es unmöglich ſein, die notwendige Stärke
auf dieſem wichtigen Seewege vor 1915 oder 1916 wieder
zu erlangen. Oeſterreich mit nur 140 Meilen Meeresküſte
und überhaupt keinen Kolonien baut eine furchtbare
Flotte von Dreadnoughts und die italieniſche Flotte wird
noch furchtbarer ſein.
Borden fragte, ob es nicht an der Zeit ſei, jenen
früheren Zuſtand in gewiſſem Maße wiederherzuſtellen.
Kanada ſende dieſe Schiffe, damit ſie in die Schlachtlinie
des Reiches mit denen des Mutterlandes, Auſtraliens
und Neu=Seelands eingereiht würden. Die Reichsregie=
rung
habe angedeutet, ſie würde den Vertreter Kanadas
in London als ſtändiges Mitalied des Ausſchuſſes für
die Reichsverteidigung willkommen heißen. Bor=
den
verlas ein langes Memorandum des engliſchen
Marineminiſters Churchill, in dem die Seemacht Deutſch=
lands
und Großbritanniens, ſowie diejenige der anderen
Nationen aufgeführt wird und genaue Vergleiche gezogen
werden. Darin heißt es, England beſitze zur Zeit 18
Schlachtſchiffe. Schlachtkreuzer und Dreadnoughts gegen
19 ſolcher Schiffe, die ſich im Beſitze der anderen Mächte
befänden. Im Jahre 1915 würden ſich die Ziffern auf 35
reſpektive 51 ſtellen. Churchill fügte hinzu, es würde
jedes Vorgehen Kanadas, die Stärke und Beweglichkeit
der Marine und damit den gemeinſamen Sicherheits=
faktor
zu erhöhen, überall als ein bedeutſamer Beweis
für die geeinte Kraft des Reiches und den erneuten Ent=
ſchluß
des Dominions angeſehen werden. ſein Teil zur
Erhaltung der Unverletzlichkeit des Reiches beizutragen.
Premierminiſter Borden führte in ſeiner Rede weiter
aus: Wenn England nicht mehr allein die Verantwortung
für die Verteidigung des Reiches auf der See übernimmt,
ſo wird es auch nicht länger die alleinige Verantwortung
und die alleinige Kontrolle für die auswärtige Politik
übernehmen. Redner ſagte, er habe bei ſeinem kürzlichen
Beſuch in England den Grundſatz vertreten, daß, wenn
die Dominions an der Verteidiguna des Reiches zur See
teilnähmen, ſie auch an der Verantwortung für die aus=
wärtige
Politik und an ihrer Kontrolle beteiliat werden
müßten. Dieſe Auffaſſung ſei in der herzlichſten Weiſe
und mit großer Begeiſterung aufgenommen worden und
nicht nur die britiſche Regierung, ſondern auch die Führer
der Oppoſition in England hätten dieſen Grundſatz aus=
drücklich
akzevtiert. Borden ſagte zum Schluß: Der
Himmel verhüte, daß wir in Kanada irgend welche krie=
geriſchen
oder agareſſiven Tendenzen unterſtützen oder
ihnen Vorſchub leiſten wollen. Das britiſche Reich wird
niemals einen Angriff unternehmen und aller Einfluß
Kanadas werde ſicherlich gegen einen ſolchen Weg aufge=
boten
werden.

Auf die Erklärung des Premierminiſters Borden
folgte eine kurze Rede Sir Wilfrid Lauriers. Dieſer er=
klärte
, daß ſeine Partei in der Hingebung an das engliſche
Reich hinter den Konſervativen nicht zurückſtände. Das
Haus und das Land würden auch die Denkſchrift der Ad=
miralität
mit Freude aufnehmen, daß ſie nicht einem
dringenden Notfall oder einer unmittelbaren Gefahr
gegenüberſtänden, wohl aber einer neuen Lage, die nicht
nur in Europa, ſondern in der ganzen Welt durch die
übertriebenen Rüſtungen entſtanden ſei. Sir Laurier
behielt ſich weitere Ausführungen vor.
Belgien.
Die Einführung der allgemeinen Wehr=
pflicht
. Der Kriegsminiſter unterbreitete dem Parla=
ment
das neue Militärgeſetz. Danach wird das Jahres=
kontingent
auf 230000 Mann gebracht, das bedeutet im
Prinzip die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.
Es wird ferner das Einjährig=Freiwilligen=Inſtitut nach
deutſchem Syſtem eingerichtet und es ſollen etwa 2000
Mann jährlich freiwillig eingeſtellt werden. Die Linien=
truppen
werden nach dem neuen Geſetz, das ſchon im
Jahre 1913 in Kraft treten ſoll, auf 150000 Mann ge=
ſteigert
. Das Kontingent in Kriegsſtärke wird 330 000
Mann betragen. Die Dienſtpflicht ſoll bis zum 33. Le=
bersjahre
, alſo 13 Jahre, dauern. Die Dienſtzeit bleibt
nach wie vor 13 Monate. Die Begründung des Geſetzes
wird erſt, ſpäter dem Parlament zugehen.
Vereinigte Staaten.
Schiffsneubauten. Dem Kongreß ging der
Jahresbericht des Marineſekretärs Meyer zu, der die
Schaffung eines Ausſchuſſes für nationale Verteidigung
befürwortet. In dem Bericht wird dann mit Bezug auf
die Neubauten von Schiffen erklärt, daß die Vereinigten
Staaten in wenigen Jahren, falls das gegenwärtige
Syſtem von zwei Schlachtſchiffen jährlich nicht geändert
werde, von der zweiten auf die vierte Stelle in der Reihe
der Nationen geſunken ſein würden. Dann fährt der
Bericht fort:
Eine Geſamtzahl von 41 Schlachtſchiffen mit einer
entſprechenden Anzahl von anderen Kriegs= und Hilfs=
ſchiffen
iſt nach Meinung des Marinaſekretärs das
Wenigſte, was die Vereinigten Staaten in ihren Bezie=
hungen
zu den anderen Weltmächten auf eine ſichere
Grundlage ſtellen wird. Dieſe Zahl müßte ſobald als
möglich erreicht werden, und dann müßte man die Flotte
durch Erſetzung veralteter Schiffe durch neue nach einem
einheitlichen, jährlichen Erſatzprogramm auf ihrer vollen
Stärke erhalten. Die Mobilmachung der Flotte zeigte
das Bedürfnis nach Schlachtkreuzern und kleineren Schif=
fen
, wie Spähſchiffen, Torpedobootszerſtörern, Kanonen=
booten
, Unterſeebooten. Kohlenſchiffen und Munitions=
ſchiffen
. Das Marinedepartement erkennt deutlich den
Wert von Torpedobooten und Unterſeebooten. Gern
würde es mehr von dieſen beſitzen, iſt aber der Meinung,
daß es bis mehr alte Schlachtſchiffe durch neue erſetzt
ſind. klüger iſt. für Schlachtſchiffe zu ſorgen, als die
Stärke in Schlachtſchiffen für Schiffe von geringerem
Gefechtswert zu opfern. Zwar ſind nur drei Schlacht=
ſchiffe
in dem diesjährigen Etat aufgeführt, doch meint
das Departement, daß die Lücken, die die Flotte an
anderen Schiffstypen aufweiſt, in Uebereinſtimmung mit
den Vorſchlägen des General Board ausgefüllt werden
ſollten. Der letztere ſchlägt im Anſchluß an ſeit 1900
dauernd gemachte Erfahrungen vor, daß der Kongreß in
der kommenden Seſſion für eine Vermehrung der Flotte
durch folgende Neubauten ſorge: 4 Schlachtſchiffe,
2 Schlachtkreuzer, 16 Torpedobootszerſtörer, ein Torvedo=
bootszerſtörer
=Tender, 2 Transvortſchiffe. 1 Munitions=
ſchiff
. 6 Unterſeeboote. 1 Unterſeeboots=Tender, 1 Mate=
rialſchiff
. 2 Kanonenboote, 2 Hochſeeſchleppdampfer, 1.
Trockendock, 1 Verſuchsdock für Unterſeeboote.

* Bückeburg, 5. Dez. Der kaiſerliche
Sonderzug traf pünktlich um 6 Uhr 50 Minuten
nachmittags hier ein. Der Kaiſer wurde von dem
Fürſten, dem Prinzen Adolf und dem Fürſten Hermann
empfangen. Nach der Vorſtellung der beiderſeitigen Ge=
folge
fuhren der Kaiſer und der Fürſt nach dem Schloß.
Am Schloßvortal wurde der Kaiſer von der Prinzeſſin
zu Schaumbura=Lippe begrüßt. Um 7½ Uhr fand Tafel
im Schloſſe ſtatt.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 7. Dezember.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Graß=
herzogin
empfingen am Donnerstag nachmittaa 2 Uhr
im Neuen Palais Frau v. Kunowski. (Darmſt. Zta.)

Die Frau als Erfinderin.

Man hat dem weiblichen Geſchlecht lange Zeit das
Erfindertalent abzuſprechen geſucht, aber in neueſter Zeit
beweiſen die jährlichen Berichte der Patentämter in den
verſchiedenen Ländern, wie überraſchend groß die Zahl der
Frauen iſt, die neue und originelle Löſungen auf allen Ge=
bieten
finden. In ſeinem ſoeben bei Julius Hoffmann in
Stuttgart erſchienenen Werk Das Hohe Lied der Frau
widmet Jean Finot dieſem weiblichen Tätigkeitsgebiet
eine intereſſante Betrachtung. Lange Zeit waren den
Frauen die Fachſchulen verſchloſſen und man lähmte
außerdem ihre Erfindungsgabe dadurch, daß man ihnen
das Recht verweigerte, Patente zu nehmen. Daher tauchen
Erfindungen von Frauen erſt in verhältnismäßig junger
Zeit auf.
Das erſte Patent erhielt eine amerikaniſche Frau
im Jahre 1809. Mary Kies bekam es für eine Maſchine
zum Weben von Stroh mit einem Einſchlag von Seide
oder Garn. Bis zum Jahre 1860 waren die Frauen er=
teilten
Patente ſehr ſelten, aber von da ab nahm der Er=
findergeiſt
der Frauen einen bedeutenden Aufſchwung.
Als das Patentamt von New=York gegen Ende des
19. Jahrhunderts in einer Sonderabteilung der atlan=
tiſchen
Ausſtellung die von Frauen zum Patent angemel=
deten
Modelle vereinigte, war man erſtaunt und entzückt
über ihre Reichhaltigkeit und Vielſeitigkeit. Die ameri=
kaniſchen
Frauen haben ſich ebenſo praktiſch und erfinde=
riſch
wie die Männer erwieſen. Verbeſſerungen an Ma=
ſchinen
erregen beſonders ihre Aufmerkſamkeit. Sie=
finden
neue Räder für Lokomotiven (Mrs. de Mont=
gomery
), neue Verfahren bei der Entſchwefelung der Me=
talle
(Mrs. E. Meadows), Eiſenbahnen mit Aufzügen
(Mary E. Walton), Elektriſiermaſchinen und Förder=
maſchinen
. Die Patente der foanzöſiſchen Frauen ſind den
genannten ähnlich. Vor 1870 gab es in Frankreich faſt

keine Patente, die Frauen zu ihren Urhebern haben; von
da an aber werden ſie immer häufiger, nachdem den
Frauen die höheren Schulen geöffnet und die höheren Be=
rufe
freigegeben waren. Wenn man die Patentſchriften
des Handelsminiſteriums durchſieht, findet man, daß im
Durchſchnitt jährlich ungefähr 6070 Patente von Frauen
angemeldet wurden. Eine Art Bedauern ergreift uns vor
ſo großen und ausdauernden Anſtrengungen, die eigent=
lich
ziemlich nutzlos verſchwendet werden. Und trotzdem,
wieviel Scharfſinn liegt in einigen dieſer Erfindungen!
Wenn die nicht gewöhnlichen Eigenſchaften von ſo
manchen dieſer Frauen in vernünftigere Bahnen gelenkt
worden wären, ſo hätte zweifellos die franzöſiſche In=
duſtrie
in ihnen wertvolle Mitarbeiter gewonnen. Die
Frau erſtreckt ihre Erfindungsgabe auf die kleinlichſten
Dinge und verſchwendet oft wahre Schätze an Scharfſinn
und Geduld, um Neuheiten oder Verbeſſerungen von ganz
nebenſächlicher Bedeutung herve zubringen. Manche die=
ſer
Erfindungen ſind recht bezeichnend. Eine Dame er=
findet
z. B. eine neue Inſzenierung für die Parodie des
Serpentintanzes, die von einem Tier: Hund, Affe oder
Bär aufgeführt wird. Eine andere läßt eine galvaniſche
Kette zu Heilzwecken patentieren; eine dritte einen Kamm,
der eine Flüſſigkeit direkt auf die Kopfhaut bringt. Wie=
der
eine andere erſinnt eine Zimmerradfahrbahn; eine Er=
finderin
läßt ſich eine Taſchenſchreibmaſchine, eine andere
einen muſtergültigen Hoſenboden mit beweglichen Seiten
für Damen=Sportbeinkleider patentieren.
Alle dieſe Patente gehören aber dem letzten Jahr=
zehnt
des 19. Jahehunderts an. Die Frauenpatente aus
den Jahren 1906 bis 1909 zeigen die wachſende Intelli=
genz
der Erfinderin in ihren immer wichtiger werdenden
Apparaten. Nun laſſen ſich die Damen ſchon Apparate
zum Austrocknen und Konſervieren von Gegenſtänden
vatentieren, Straßenreiniaungsmaſchinen. Verfahren zur
Gewinnung des Kobalts und ähnliche wichtige Dinge.

Beethovens neu entdeckte Symphonie Cdur.
Jenger Symphonie.

Zur hieſigen Erſtaufführung im Inſtru=
mental
=Verein,
Mittwoch, den 11. Dezember, im Saalbau.
Wer hätte zunächſt nicht zweifelnd aufgehorcht, als die
Kunde durch die muſikaliſche Welt ging, es ſei eine Jugend=
ſymphonie
Beethovens entdeckt worden? Zweifel an der
Echtheit wurden laut, aber nachdem nun die Symphonie
vor einiger Zeit bei Breitkopf und Härtel im Druck ar=
ſchien
, hat ſie ihren Siegeszug durch die Welt gemacht.
Wohl über 200 Orcheſter haben ſie zur Aufführung ge=
bracht
, darunter Orcheſter von Rang, wie Philharmonie
in Berlin, Gürzenich=Oacheſter in Köln, Meininger Hof=
kapelle
u. a. An der Echtheit wird nun nicht mehr ge=
zweifelt
. Sehr weſentlich haben dazu die intereſſanten
Ausführungen beigetragen, die der glückliche Finder, Pro=
feſſor
Dr. Stein in Jena, im 10. Beethoven=Heft der
Muſik (XI. Jahrgang, Heft 7) gemacht hat. Da dieſe
Orientierung über die Echtheitsfrage auch weitere Kreiſe
intereſſieren dürfte, ſei einiges daraus entnommen.
Stein beweiſt zunächſt, daß trotz einer ausgedehnten Spe=
zialliteratur
die wiſſenſchaftliche Beethovenforſchung noch
immet: vor zahlreichen ungelöſten Problemen ſteht. Vor
allem läßt die Kenntnis der Entwickelung des jugend=
lichen
Beethoven viel zu wünſchen übrig. Erſt in den
letzten Jahren iſt es gelungen, das Dunkel über die Früh=
periode
des Meiſters etwas zu lichten. In den letzten
Jahrzehnten wurden bereits einige Kompoſitionen aus
Beethovens Bonrer und der erſten Wiener Zeit entdeckt,
von denen die Muſik zu einem Ritterballett auf dem
Preſſefeſt 1911 und 12 Kontretänze im vorigen Winter
in einem Inſtrumental=Vereinskonzert hier zur Aufführ=
ung
kamen. Es iſt deshalb durchaus nicht ausgeſchloſſer,

[ ][  ][ ]

* Charaktererteilung. Se. Königl. Hoheit der
Großyerzog haben dem Dominialkommiſſar des
Dom niums Fiſchbach i. R. Oberförſter Eduard Neu=
ſchäffer
den Charakter als Forſtmeiſter erteilt.
g. Strafkammer. Die Strafkammer beſchäftigte ſich
geſtern mit einer Privatbeleidigungsklage als Berufungs=
inſtanz
, die von größerem Allgemeinintereſſe iſt. Der
Stadtverordnete und Agent Fritz Perrelet in Offen=
bach
hatte gegen den Redakteur Ignaz Klug vom
Offenbacher Abendblatt Privatklage wegen Beleidigung
durch die Preſſe erhoben, worauf dieſer vom Schöffen=
gericht
Offenbach zu 50 Mark Geldſtrafe, die eventl. mit
10 Tagen Gefängnis zu verbüßen ſind, verurteilt wurde.
Im Offenbacher Abendblatt erſchien am 13. Mai ein Ar=
tikel
mit der Ueberſchrift Mißbrauch eines ſtädtiſchen
Ehrenamtes in dem gegen den Privatkläger ſchwere
Vorwürfe erhoben wurden. Er ſollte ſein Amt als Spar=
kaſſenvorſtand
dazu mißbraucht haben, daß er ſich für
Vermittelung von Hypotheken aus Mitteln der ſtädtiſchen
Sparkaſſe von den Hypothekenſuchern Proviſion geben
ließ. Eine vom Rechtsvertreter des Privatklägers,
Rechtsanwalt v. Brentano, geſandte Berichtigung
brachte der Angeklagte mit einem Zuſatz, daß er ſeine
Behauptungen aufrecht erhalten müſſe, daß ſich Perrelet
des ſtädtiſchen Ehrenamtes als unwürdig erwieſen habe,
und es ſei zu erwarten, daß er nun auch, nachdem er be=
reits
ſein Amt als Sparkaſſenvorſtand niedergelegt habe,
ſein Stadtverordnetenmandat ebenfalls niederlegen
werde. Vor dem Schöffengericht ſuchte der Angeklagte
den Wahrheitsbeweis zu führen, was ihm jedoch nicht
gelang. Das Gericht konnte ihm auch den Schutz des
Paragraphen 193 nicht zubilligen, da er ein perſönliches
Intereſſe an der Angelegenheit nicht nachweiſen konnte.
Es verurteilte den Angeklagten, trotzdem er bereits wegen
Preßvergehen mit 400 und 500 Mark vorbeſtraft iſt, nur
zu 50 Mark Geldſtrafe. Im Verhandlungstermin vor
dem Berufungsgericht verſuchte der Vorſitzende einen
Vergleich herbeizuführen, der jedoch an der Weigerung
des Beklagten ſcheiterte, der angab, er könne ſeine Be=
hauptungen
nicht zurücknehmen. In der Beweisaufnahme
kommen nur zwei Fälle in Frage; es wurde nur feſtge=
ſtellt
, daß Perrelet in einem Falle Proviſion erhielt, dieſe
aber zurückerſtattete. Daß er Proviſion verlangte, wurde
in keinem Falle feſtgeſtellt. Beig. Rech bekundet, daß
er dem Kläger nahegelegt habe, als ihm jene Gerüchte
zu Ohren kamen, er möchte ſein Amt als Sparkaſſenvor=
ſtand
niederlegen, um allen Gerüchten die Spitze abzu=
hrechen
. Dies tat denn auch Perrelet ohne weiteres.
Zeuge alaubt nicht, daß Perrelet ſein Amt in irgend
einer Weiſe mißbraucht habe. Der Agent Albings, an
den Perrelet geſchäftlich wiederholt herantrat, gibt an,
daß ihm Perrelet anbot, er wolle ihm Hypothekenanträge
der Stadtſparkaſſe überbringen. Dem widerſpricht Perre=
let
auf das entſchiedenſte, es könne ſich hier nur um Miß=
verſtändniſſe
handeln, da er auch privatim Hypotheken
vermittelte. Das Gericht verwarf die Berufung.
Wenn ſich der Beklaate auch berechtigt fühlte die nach
ſeiner Anſicht beſtehenden Mißſtände öffentlich zur
Sprache zu bringen, ſo ſei doch die Form beleidigend.
In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadt=
verordneten
=Verſammlung wurde die Anſtellung des
ffrüheren Straßenbahnſchaffners Simon Treffert als
Pfandhausdiener genehmirt.
Landwirtſchaftskammer für das Großherzog=
tum
Heſſen. Am 5. Dezember fand unter dem
Vorſitz des Herrn Geheimerats Haas eine Sitzung des Vor=
ſſtandes
der Landwirtſchaftskammer in Darmſtadt ſtatt.
Es wurden in der Hauvtſache interne Verwaltungs=
änge
egenheiten erledigt. Die Mitalieder für die Stuten=
örkommiſſion
wurden für die nächſten 5 Jahre neu ge=
wählt
. Unter den Preisrichtern für die Braugerſten=
prüfung
wurden Erſatzwahlen vorgenommen. Die Land=
wirtſchaftskammer
trat der Geſellſchaft deutſcher Pflanzen=
züchter
als Mitglied bei.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat November 319 Anträge eingegangen
und zwar: 213 Anträge auf Invaliden= und Krankencenke
(J. u. K.), 28 Anträge auf Altersrente (A.), 34 Anträge
auf Witwen= und Witwerrente (W.), 38 Anträge auf
Waiſenrente (O.), 5 Anträge auf Witwengeld (Wg.), 1 An=
trag
auf Waiſenausſteuer (Oa.). Unerledigt wurden in
dieſen Monat übernommen 282 Anträge, ſo daß 601 Ren=
tengeſuche
in Bearbeitung ſtanden. Es fanden Erledig=
ung
: 283 Anträge durch Bewilligung (226 J., 12 K., 10 A.,
12 W., 6 Wg., 17 O.), 9 Anträge durch Anwartſchafts=
beſcheid
(§§ 1258 und 1743 R.V.O.), 42 Anträge durch
Ablehnung, weil unbegründet (21 J., 4 A., 8 W., 1 Wg.,
8 O.), 22 Anträge durch andere Weiſe Zurücknahme uſw.
(13 J., A., 4 W., 1. Wg., 3 O., 1 Oa.), zuſammen 356
Anträge (hiervon wurden 73 durch Umwandlung er=
ledigt
), ſo daß 318 als unerlediat auf den Monat Dezember
I. J. übernommen werden mußten. In welchem Umfange

Beſonders gefielen die Vortragsſtücke aus dem 16. und
17. Jahrhundert, ſowie auch das Menuetto von Bolzoni,
geſpielt von den Herren Oeſtemer, Broder, Chuan und
Fräulein Meiſinger.
. Gartenbauverein. Die Monatsverſamm=
lung
des Gartenbauvereins war gut beſucht. Nach Be=
grüßung
durch den Vorſitzenden Herrn Direktor Fuld=
ner
ergriff Herr Profeſſor Völſing das Wort zu
ſeinem Vortrage über die Naturſchutzpark=Bewegung.
Er erläuterte zunächſt den Zuſammenhang zwiſchen Natur=
ſchutzbewegung
und Gartenbauverein. Wie der Garten=
bauverein
will auch die Naturſchutzbewegung die Freude
zur Natur heben und in immer weitere Kreiſe tragen.
Aus dieſem Grunde ſei auch der Verein dar Vereinigung
Naturſchutzpark als Mitglied beigetreten, der bezweckt,
Gebiete zu erwerben und dem Naturſchutz zu unterſtellen,
in denen die vordringende Kultur die vorhandene Tier=
und Pflanzenwelt auszurotten droht. Als erſte Tat die=
ſer
Bewegung wurde ein Stück in der Lüneburger Heide
erworben und ſomit für die Nachwelt in unverändertem
Zuſtand geſichert. Weiter plant der Verein die Schaffung
von derartigen Schutzgebieten in der norddeutſchen Tief=
ebene
, im Hochgebirge und in Süd= oder Mitteldeutſch=
land
. Der Vortragende gab, unterſtützt duch vorzügliche
Lichtbilder, einen Begriff von dem zur Echaltung vor=
geſehenen
und zum Teil bereits erworbenen Gebiet in
der Lüneburger Heide. Ein weiteres Gebiet iſt bereits
im weſtlichen Steiermark auf 5 Jahre gepachtet und ſoll
bei ausreichenden Mitteln auf 99 Jahre gepachtet werden.
Die prächtigen Lichtbilder zeigten u. a. auch die Tiere,
die zu erhalten ſich die Naturſchutzbewegung zur Aufgabe
geſetzt hat. Lebhafter Beifall wurde dem Vortragenden
zuteil. Mit der üblichen Gratisverloſung wurde die Ver=
ſammlung
geſchloſſen.
* Eine Nachfeier zum Deutſchen Feſt findet für die
Mitwirkenden und Mitglieder am Sonntag nachmittag
im Gartenſaale des Städtiſchen Saalbaues
ſtatt.
* Der naturwiſſenſchaftliche Verein hält am Diens=
tag
, den 10. Dezember, abends 8½ Uhr, ſeine 281. Sitzung
im Fürſtenſaal. Grafenſtraße 20. Tages=Ordnung:
Privatdozent Dr.=Ing. D’ Ans: Moderne Probleme
der Chemie.
. Allgemeiner deutſcher Frauenverein, Ortsgruppe
Darmſtadt. Wie alljährlich findet am nächſten Mittwoch,
den 11. Dezember, im Mathildenhöhſaal zum Beſten
der Mädchenhorte die Aufführung eines kleinen
Märchenſpiels ſtatt, das von Kindern der beiden
Horte geſpielt wird. Daran ſchließt ſich eine Veeloſung
und ein Verkauf der von den Kindern ſelbſt gefertigten
Handarbeiten. Da die Aufführungen der Mädchenhorte in
den letzten Jahren ſo freundlich aufgenommen wurden,
ſo wird auch in dieſem Jahre guter Erfolg der Veranſtal=
tung
ehofft. Karten dazu ſind noch in beſchränkter An=
zahl
im Verkehrsbureau zu haben.
* Der Geſangverein Liederzweig beabſichtigt, wie
ſeither, bei ſeiner Weihnachtsfeier einen Kinderchor
zum Vortrag zu bringen. Der Vorſtand des Vereins er=
ſucht
die Mitglieder, ihre Kinder im Alter von 814 Jah=
ren
zu der am Sonntag, den 8. Dezember, im Kneip=
ſaale
der Turngemeinde (Woogsplatz) ſtattfindenden
1. Probe ſchicken zu wollen. (Siehe Anzeige.)
* Skiklub Schwarzwald. Am Mittwoch, den
11. Dezember, findet im Saale der Landesbaugewerk=
ſchule
, Neckarſtraße 3, auf Veranlaſſung des Skiklubs
Darmſtadt=Odenwald ein Lichtbildervortrag über
Skiſport und über Skitouriſtik ſtatt. A’s Redner iſt der
in Sportkreiſen bekannte Herr Karl J. Luther aus
München gewonnen worden, der gerade auf einer Vor=
tragsreiſe
durch Südweſtdeutſchland beariffen iſt. Herr
Luther, dem auch als Skilehrer und Kursleiter ein guter
Ruf vorausgeht, iſt gewiß der rechte Mann, um die
Reize des Skiſports anſchaulich zu ſchildern und wird
man es dem Skiklub Darmſtadt=Odenmald Dank wiſſen,
daß er die Gelegenhelt benutzt hat, Herrn Lüther zu
einem Abſtecher nach Darmſtadt zu veranlaſſen. Der
Vortras iſt koſtenkrei.
* Der Ortsgewerbeverein veranſtaltet für ſeine Mit=
glieder
am Montag, den 9. Dezember, im Kaiſerſaal,
Grafenſtraße, einen Lichtbildervortrag. Eine
Wanderung über Mönchbruch nach Rüſſelsheim mit Be=
ſichtigung
der weltberühmten Opelwerke und die Beſich=
tigung
des Tonwerks Heppenheim, Heppenheims ſelbſt
mit ſeinen reizenden Tälern, Oberhambach mit der Oden=
waldſchule
, der Beſitzer derſelben, Herr Profeſſor Geheeb,
mit ſeinen Schülern beim Winterſport, Trachtenbilder und
Anſichten aus dem Odenwald uſw. dürften vieles In=
tereſſante
bieten. Der Zutritt iſt nur gegen Vorzeigen
der Eintrittskarte geſtattet, die koſtenlos bei Herrn Satt=
lermeiſter
Wallauer, Rheinſtraße 37, erhältlich iſt. (Gäſte
können durch Mitglieder eingeführt werden.) Näheres in
der Anzeige vom letzten Donnerstag dieſes Blattes.

die Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen Heilver=
fahrenskoſten
für ihre Verſicherten übernimmt, er=
gibt
ſich aus nachſtehenden Erläuterungen: Ende November
1912 waren in den nachverzeichneten Anſtalten ver=
ſicherte
Perſonen untergebracht: 1. Ernſt=Ludwig=
Heilſtätte bei Sandbach 105, 2. Eleonoren=Heilſtätte Win=
terkaſten
54, 3. Göttmannſche Anſtalt bei Reichelsheim
i. O. 37, 4. Konitzkyſtift in Bad=Nauheim 14, 5. Bad Orb
11, 6. Sonſtige Anſtalten, wie (Krankenhäuſer, Kliniken
u. dergl. m.) 21, Summa 242.
* Vom neuen Grundbuch. Die Dienſträume Großh.
Amtsgerichts I, Grundbuchanlegung, hier, die ſich be=
kanntlich
im Hauſe Mathildenplatz 15 (ehemals Advokat
Koch=Reulingſches Haus zwiſchen dem Marſtall und der
Bismarckſtraße) befinden, ſind nunmehr unter Nr. 1960
an das öffentliche Fernſprechnetz angeſchloſſen.
Großh. Hoftheater. Heute gelangt als 73. Abonne=
mentsvorſtellung
, Buchſtabe D 19, Hebbels Drama
Gyges und ſein Ring in der Neuinſzenierung
der Stilbühne zur Aufführung. Morgen nachmittag
2½ Uhr geht als zehnte Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen Anzengrubers Pfarrer von Kirchfeld‟
mit Herrn Ehrle in der Titelrolle in Szene. Den Kar=
tenverkauf
hat bis heute abend das Verkehrsbureau inne,
morgen, Sonntag, ſind Karten ausſchließlich an der Hof=
theaterkaſſe
erhältlich. Sonntag abend geht unter der
muſikaliſchen Leitung von Kapellmeiſter Lert Thomas
Mignon in Szene. Die Vorſtellung iſt im Abonne=
ment
für den Buchſtaben A. 19 angeſetzt. Spielleiter:
Herr Oberregiſſeur Valdek. Am Dienstag abend beginnt
Alexander Moiſſi ſein Gaſtſpiel als Hamlet. Für
das Gaſtſpiel des Künſtlers, der zum erſtenmal in Darm=
ſtatt
auftritt, deſſen Name jedoch auch hier berühmten
Klang hat, gibt ſich lebhaftes Intereſſe kund. Der Karten=
vorverkauf
findet täglich im Verkehrsbureau ſowohl, wie
an der Hoftheaterkaſſe ſtatt.
* Kunſtverein. Die ſchon vor längerem angekündigte
Ausſtellung von Werken Darmſtädter Künſtler
wird am Sonntag, den 8. Dezember, eröffnet.
* Die Ausſtellung empfehlenswerter Jugendſchriften
und guter Bildwerke iſt ſeit geſtern eröffnet und bietet
täglich bis zum 23. Dezember älteren und jüngeren
Bücherfreunden Gelegenheit, ſich vor den Einkäufen in
Ruhe von dem Inhalt, dem Preis und der Ausſtattung
der Weihnachtsgabe ein Urteil zu bilden. Der Aus=
ſtellungsraum
befindet ſich, wie früher, im Rathaus am
Markt, eine Stiege hoch, und iſt geöffnet täglich nach=
mittags
von 4 bis 7 Uhr, am Sonntag. Dienstag und
Freitag auch vormittags von 11 bis 12 Uhr. Um im
Saal ſtörende Begegnungen zu vermeiden, wende man
ſich nach dem Eintritt nach rechts und beginne den Rund=
gang
bei der Abteilung für das jüngere Alter. Das Auf=
ſchreiben
der Buchtitel, des Verlags uſw. erleichtern die
an den Wänden aufgehängten Notizblätter. Der Beſuch
der Ausſtellung iſt frei.
Akademiſche Volksunterrichtskurſe Durmſtadt
(A. V. D.). Heute, Samstag, abend bietet ein Licht=
bilderkurſus
eine Aufnahmeſerie mit erklärendem
Vortrag über: Die Gewinnung der Kohle und ihre Ver=
wendung
(Hochofenprozeß, Eiſenbahn, Dampfſchiff=
fahrt
uſw.). Intereſſenten können ſich gegen eine Gebühr
von 10 Pfg. an dem Kurſus beteiligen (Stadt Pfungſtadt,
8½ Uhr abends). Am morgigen Sonntag, vormittags
10 Uhr, wird eine Führung durch das Schlacht=
haus
nur für Hörer der A. V. D. veranſtaltet.
Am Montag, den 9. ds., abends um 8½ Uhr, im Reſtau=
rant
Treffpunkt (Gutenbergplatz) Leſeabend. Thema:
Ganghofer.
* Städtiſche Schu’zahnklinik für die Volksſchul=
kinder
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt. Im
Monat November wurden behandelt: 604 Kinder
(329 Mädchen, 275 Knaben) mit 831 Konſultationen.
Gefüllt wurden 434 Zähne, ausgezogen wurden 358 Zähne
(332 Milchzähne, 26 bleibende Zähne). Zahl der Tage,
an denen Sprechſtunden abgehalten wurden: 25.
* Das Konzert der Mandolinen= und Gitarren=
Vereinigung verlief in der anregenden und exakten Weiſe,
die man von früheren Veranſtaltungen des Vereins ſchon
gewohnt iſt. In der Hauptſache iſt dies wohl dem tüch=
tigen
und geſchmackvollen Arrangement des erfahrenen
Leiters Herrn Hofmuſiker W. Manecke zuzuſchreiben,
außerdem aber natürlich auch den ſchönen, ſowohl inſtru=
mentalen
wie ſtimmlichen Leiſtungen der anderen Künſt=
ler
, inſonderheit des Fräulein Paula Manecke. Wie
uns ſcheint, hat ihre geſangliche Ausbildung noch ſeit
ihrem letzten Konzerte, an dem ſie ſchon die Zuhörer mit
ihrer prächtigen Altſtimme erfreute, bedeutende Fort=
ſchritte
gemacht, dies bewies ſie hauptſächlich in der ſehr
ſauber und ſchön geſungenen Rinaldo=Arie von Händel.
Daß Herr W. Manecke Laute. Mandoline und Waldhorn
in gleich künſtleriſcher Weiſe beherrſcht, braucht hier nicht
mehr erwähnt zu werden. Das Programm war ſehr
intereſſant und in der Zuſammenſtellung gut gewählt.

daß noch weitere Jugendwerke des Meiſters exiſtieren.
Auffallend bleibt außerdem, daß Beethoven erſt im 30.
Jahre ſeine erſte Symphonie veröffentlichte. Und dieſe
Symphonie zeigt bereits eine ſo ſouveräne Beherrſchung
der orcheſtralen Technik, daß es kaum denkbar erſcheint, daß
Beethoven nicht ſchon vorher gründliche Uebungen im
Orcheſterſatz gemacht hätte. In ſeinen Skizzenbüchern
finden ſich nun in der Tat Belege dafür; der im Britiſchen
Muſeum zu London aufbewahrte Skizzenband enthält
einen 111 Takte langen Entwurf zu einer Sinfonia
Mit der Bitte um Veröffentlichung ſagt Stein über den
intereſſanten Fund ſelbſt in dem Vorwort zur Partitur
unſeker Symphonie wörtlich folgendes:
Die vorliegende Partitur einer unbekannten C-dur=
Symphonie wurde hergeſtellt nach handſchriftlichen
Orcheſterſtimmen, die ſich im Notenarchiv des im Jahre
1769 aus einem alten ſtudentiſchen Collegium musicum
hervorgegangenen Akademiſchen Konzertes in Jena
fanden. Die II. Violinſtimme trägt den Vermerk: Par
Louis van Beethoven die Violoncellſtimme die Auf=
ſchrift
: Symphonie von Beethoven (sie!), nicht etwa
als ſpäteren Nachtrag, ſondern erſichtlich von der gleichen
Kopiſtenhand geſchrieben, von der auch die Noten ſtam=
men
. Beſchaffenheit des Papiers, Schriftduktus und
Schreibweiſe der dynamiſchen Zeichen weiſen die Stim=
men
mit ziemlicher Sicherheit dem Ende des 18. Jahr=
hunderts
zu. Da Beethovens Name zur Zeit der Nieder=
ſchrift
der Stimmen weiteren Kreiſen noch unbekannt war
erſt nach 1800 beginnt ſich ſein Ruhm zu vebbreiten
ſo iſt eine mit jener Aufſchrift beabſichtigte Fälſchung,
eine betrügeriſche Unterſchiebung, um das Werk durch den
berühmten Namen zu empfehlen, nicht wohl anzunehmen.
Die Ueberlieferung, die die Symphonie Beethoven zu=
ſchreibt
, iſt alſo methodiſch einwandsfrei, mindeſtens
ebenſo unanfechtbar, wie bei manchem anderen Beethoven=
ſchen
Werke, deſſen äußere Beglaubigung ebenfalls
gediglich auf einer Aufſchrift von Kopiſtenhand beruht
(Kaiſerkantaten, Klavierkonzertſatz in D=dur). Dieſe

äußere Beglaubigung der Autorſchaft Beethovens wird
nun durch eine Reihe ſchwerwiegender innerer Gründe
nahezu zur Gewißheit erhoben. Zahlreiche Stellen der
Partitur zeigen ſo unverkennbar Beethovenſches Gepräge,
daß für ſie ein anderer Autor ausgeſchloſſen erſcheint. Ab=
geſehen
von ſolchen, die Klaue des Löwen verratenden
Partien, lehnt ſich die Symphonie als Ganzes deutlich an
Vorbilder an, und zwar iſt neben Mozartſchen Wend=
ungen
beſonders auffallend Haydns Einfluß wahrzu=
nehmen
, deſſen Londoner Symphonien in D=dur und
C-dur dem Komponiſten geradezu als Muſter gedient zu
haben ſcheinen. Ueberhaupt läßt ſich in mannigfacher Be=
ziehung
der Nachweis führen, daß wir es mit der Arbeit
eines techniſch noch unausgereiften Künſtlers zu tun haben.
Da wir unter den Gefolgsleuten Haydns und Mozarts zu
Ende des 18. Jahrhunderts bis jetzt keinen kennen, dem ein
ſolches, den Meiſter ankündigendes Werk zugeſchrieben
werden könnte, da endlich zu all den äußeren und inneren,
die Autorſchaft Beethovens nahelegenden Gründen noch
zahlreiche Reminiſzenſen an andere Werke des Meiſters
hinzutreten, ſo läßt ſich mit größter Wahrſcheinlichkeit an=
nehmen
, daß wir in der aufgefundenen Jenaer Sym=
phonie
in der Tat eine Jugendſymphonie Beet=
hovens
beſitzen, von dem wir aus erhaltenen Skizzen
wiſſen, daß er ſich bereits vor ſeiner Erſten mit Plänen
zu Symphonien beſchäftigt hat.
Es ſei hier noch kurz auf den Inhalt des reizenden
Werkes eingegangen. Nach einer langſamen Einleitung
(Adagio), mit der Haydn und Mozart ihre Symphonien
gerne eröffnen, beginnt der erſte Satz. Das Thema wird
in Moll wiederholt und leitet in einer ſchönen geſchwunge=
nen
Melodie nach der Oberdominante, die dem friſch und
kräftig einſetzenden Hauptthema des Allegro als Sprung=
brett
dient. Nach einer kurzen, das Achtelmotiv des
Hauptthemas reizend imitierenden Periode, wird mit ziem=
lich
konventionellen Wendungen nach der Dominanttonart
moduliert. Das Seitenthema trägt den ausgeſprochenen
kantabeln Charakter Mozarts. Der II. Satz F-dur-

Adagio cantabile beginnt mit einem volksliedmäßigen
Thema. Nach einer unweſentlich veränderten Wieder=
holung
ſchließt ſich ein zweiter ſechstaktiſcher Teil an.
Es folgt ein Minore F-moll von hoher Schönheit, das
entſchieden Beethovenſchen Charakter trägt. Als Maggiore
chließt ſich eine Figuralvariation über das Hauptthema an.
Nach einer großen Steigegung entlädt ſich die Spannung
in einem Fortissimo-Tutti, worauf der Satz in einer über=
aus
ſchönen und bedeutenden Coda pianissimo verklingt.
Das Menuetto (Maeſtoſo) trägt durchaus Haydnſchen
Charakter. Von beſtrickender Wirkung iſt das Trio, in
dem die Bläſerſtimmen von zwei Soloviolinen reizend be=
gleitet
werden. Das Finale (Allegro), heiter und launig,
bringt ein ebenfalls an Haydn erinnerndes, rondoartiges
Thema und arbeitet im weiteren Verlauf mit ziemlich kon=
ventionellem
Figurenwerk. Das Seitenthema verrät un=
verkennbar
das Vorbild der Mannheimer Schule‟. Die
Durchführung beſtreitet das Hauptthema und zeigt hier be=
reits
größere Dimenſionen als im erſten Satz, wie über=
haupt
das Finale auch inſtrumental und thematiſch be=
reits
eine fortgeſchrittenere Uebung und elegantere Tech=
nik
zu vebraten ſcheint.
Diejenigen, die ſich noch beſonders für das Werk
intereſſieren, ſeien noch auf eine Taſchenpartitur, ein vier=
händiges
Arrangement von Max Reger und ein zwei=
händiges
von Otto Singer (Breitkopf und Härtel) auf=
merkſam
gemacht.
Zwei Fakſimiles, eines mit der Aufſchrift auf den
Stimmen, das andere, das den Anfang der erſten Seite
der Originalſtimmen zu Violino I. wiedergibt, (dem oben=
erwähnten
Beethovenheft der Muſik entnommen) ſind im
Schaufenſter der Hofmuſikalienhandlung von Heinrich
Arnold Wilhelminenſtraße 9, ausgeſtellt.
So möge denn die alte Novität das Publikum in
leichem Maße erfreuen, wie die Ausführenden in den
Proben.
Wilhelm Schmitt.

[ ][  ][ ]

* Kanarienverloſung. Der erſte, zweite und dritte
Preis der am 23. Dezember d. J. ſtattfindenden Verloſ=
ung
von Kanarienhähnen iſt zurzeit im Schaufenſter des
Herrn Karl Baier, Schulſtraße 6, ausgeſtellt. Die Loſe
ſind, wie in den Vorjahren, wieder in roter Farbe ge=
halten
und daſelbſt, ſowie in allen durch dieſelben er=
kenntlichen
Verkaufsſtellen erhältlich. Es ſei nochmals
ausdrücklich darauf hingewieſen, daß nur Hähne (und
keine Weibchen) zur Verloſung kommen. Veranſtalter
der Verloſung ſind der Kanarienzucht= und Vogelſchutz=
verein
, ſowie der Kanarienklub Darmſtadt.
* Orpheum. Das neue ſenſationelle Dezember= Pro=
gramm
, über das vor einigen Tagen eingehend berichter
wurde, erfreut ſich mit Recht fortgeſetzt großen Beifalls
und eines gut beſuchten Hauſes. Die Hauptattraktion iſt
das telepathiſche Phänomen Erneſto Bellini, wel=
cher
als Gedankenleſer ganz Unglaubliches zu leiſten im=
ſtande
iſt und dafür mit langanhaltendem Beifall belohnt=
wird
. Das übrige Programm beſteht aus Künſtlern aller=
erſten
Ranges und reiht ſich den Darbietungen der frü=
heren
beſten Spielpläne ebenbürtig an. Heute, Samstag,
findet bei beſonders ausgewähltem Programm Fa=
milien
=Abend ſtatt. Morgen, Sonntag, wie ge=
wöhnlich
, zwei Vorſtellungen, nachmittags 4 Uhr
bei kleinen Preiſen die beliebte Volksvorſtellung. Die
Abendvorſtellung beginnt 8½ Uhr (nach Ladenſchluß).
Siehe Anzeige.
* Rummelbräu=Konzerte. Die beiden Streich=
konzerte
am nächſten Sonntag werden von der
Kapelle des Leibgarde=Regiments unter Herrn Hauskes
Leitung ausgeführt. Die Programme ſind ſorgfältig
aufgeſtellt und enthalten u. a. einige neuere Operetten=
fragmente
. Für das Abendkonzert iſt der Violiniſt Härtl
als Soliſt vorgemerkt. (Siehe Anzeige.)
* Ludwigshöhe. Das morgige Sonntagskonzert
wird von der Kavelle des Artillerie=Regiments Nr. 61
unter Leitung des Obermuſikmeiſters Herrn M. Weber
ausgeführt. Wie immer, ſo hat auch dieſesmal Herr
Weber ein hübſches Programm aufgeſellt, das nur gern
gehörte Muſikſtücke enthält. Den Beſuchern dürften
einige genußreiche Stunden in Ausſicht ſtehen. (Stehe
auch Anzeige.)

Pfungſtadt, 6. Dez. Heute früh 1½ Uhr wurden
die Bewohner unſeres Städtchens durch Feuerſig=
nale
aus dem Schlafe geſchreckt. In dem innerhalb
des Weichbildes der Stadt befindlichen Dampfſäge=
werk
der Gebrüder Wacker war der Brand aus=
gebrochen
; wie man annimmt, war das Maſchinenhaus
der Herd des Feuers, das ſich auf den mit Brettern und
ſonſtigem Material gefüllten langen Anbau ausdehnte.
Da der Brand erſt ſpät bemerkt worden war, fiel ihm
das Maſchinenhaus mit den anſtoßenden Gebäuden und
Holzvorräten zum Opfer. Dicht daneben ſtehende
Scheuern und Wohnhäuſer der Nachbarn konnten noch
mit knapper Mühe vor dem Uebergreifen des Elements
bewahrt werden. Die Beſitzer ſind mit ihrem Anweſen
verſichert.
Dieburg, 6. Dez. In den Kleeäckern der hieſigen
Gemarkung und denen der Nachbarſchaft macht ſich eine
Erkrankung der Pflanzen bemerkbar, der bereits man=
ches
Stück zum Opfer fiel. Als Erreger der Krankheit
wurde ein Pilz, der Stengelbrenner, feſtgeſtellt, während
in den befallenen Pflanzen ſelbſt ein kleiner Rüſſelkäfer
zu gleicher Zeit ſein Werk treibt und die Stengel durch=
frißt
. An anderen Orten tritt der Kleekrebs in verhee=
render
Weiſe auf. Direkte Mittel zur Bekämpfung bei=
der
Paraſiten ſind noch nicht gefunden. Auch aus an=
deren
Gegenden, namentlich im Kreiſe Erbach, wird
von dem Auftreten beider Kleeſchädlinge berichtet.
Mainz, 5. Dez. Die Polizeiaſſiſtentin Frau
Schapiro iſt durch Beſchluß der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
zur feſten Anſtellung gelangt, und zwar mit
allen gegen 1 Stimme. Die Aſſiſtentin wurde in die Ge=
haltsklaſſe
von 24003600 Mark eingereiht, rückwirkend
bis 1. April 1910. Außerdem erhält ſie freie Wohnung
in dem ihr unterſtehenden Heim.
Mainz, 6. Dez. Der Zigeuner Ebender, wel=
cher
vom Schwurgericht zu 5 Jahren Zuchthaus verur=
teilt
wurde, wurde heute vormittag unter äußerſt ſtarker
Bedeckung ins Unterſuchungsgefängnis nach Fulda ge=
bracht
. Dort hat er ſich noch wegen Mords und Mord=
verſuchs
zu verantworten. Ebender äußerte ſich, er
werde in Fulda bei günſtiger Gelegenheit ausbrechen.
In der Nacht auf Sonntag wurden einem hieſigen Juſtiz=
rat
aus ſeinem Bureau aus dem Kaſſenſchrank 1600
Mark geſtohlen. Als am Sonntag der Rechtsanwalt
auf ſein Bureau kam, bemerkte er, daß alle Türen auf=
ſtanden
; das Geld, von dem ein großer Teil am Sams=
tag
erſt durch die Poſt eingetroffen war, war verſchwun=
den
. Am Samstag hatte der Rechtsanwalt ſeinen 17jäh=

rigen Gehilfen entlaſſen, weil er ihn im Verdacht hatte,
daß er ſeit einiger Zeit größere Geldbeträge, die auf dem
Bureau abhanden gekommen waren, geſtohlen hatte. Nun
wurde der Entlaſſene am Samstag abend nach Bureau=
ſchluß
noch im Hauſe geſehen. Die Polizei verhaftete
ihn; es wurden Schlüſſel zu dem Bureau und ein Kaſſen=
ſchlüſſel
, die er abzuliefern hatte, vorgefunden. Das Geld
wurde nicht bei ihm vorgefunden, er leugnet, die 1600
Mark geſtohlen zu haben.
Mainz, 6. Dez. Die, Bewohner eines Hauſes in der
Kaiſerſtraße bemerkten in den Monaten Auguſt und
September, daß öfters frühmorgens ein Mädchen einen
Sack mit Fleiſch in den Hausflur ſtellte, der als=
bald
von einem Metzger mit einem Fahrrad abgeholt
vurde. Da die Leute an einen größeren Fleiſchdiebſtahl
dachten, wurde die Polizei verſtändigt, die der Sache nach=
ging
. Ein Schutzmann in Zivil beobachtete das Haus
und ſtellte feſt, daß das Fleiſch von einem Pferde=
metzger
herrührte und von dem Metzgermeiſter Michael
Schäfer abgeholt wurde. Schäfer verkaufte das Fleiſch
i ſeine Kunden als prima Ochſen= und Rind=
fleiſch
zu dem teueren Ladenpreis. Schäfer wurde da=
nals
vernommen und gab an, daß er das Pferdefleiſch
als Ochſen= und Rindfleiſch verkauft habe. Als Grund
gab er an, daß er kein Geld habe, um Vieh zu kaufen
und zu ſchlachten; er kaufe das Fleiſch von anderen Metz=
gern
. Da ihm aber Rindfleiſch zu teuer geweſen ſei, habe
er Pferdefleiſch gekauft und als Ochſen= und Rindfleiſch
erkauft. Er wurde wegen Betrugs angeklagt und hatte
ſich geſtern vor dem Schöffengericht zu verantworten. Mit=
angeklagt
wegen Beihilfe waren der Pferdemetzger und
deſſen Tochter. Schäfer beſtritt anfänglich, daß er das
Pferdefleiſch an ſeine Kunden als Ochſenfleiſch verkauft
habe. Er will es für einen anderen Mann, den großen
Unbekannten beſorgt haben. Als ihm Vorhalt aus ſei=
nten
früheren Ausſagen gemacht wurde, gab er zu, daß
r das Fleiſch an ſeine Kunden verkauft habe. Der Pferde=
metzger
und ſeine Tochter beſtritten, daß ſie ſich der
Beihilfe zum Betrug ſchuldig gemacht hätten. Sie hätten
ein öffentliches Geſchäft und wer komme, erhalte Fleiſch,
wenn er es bezahle. Ein Teil des Publikums komme in
den Laden und kaufe Pferdefleiſch, das beſſere Publikum
laſſe es durch andere Leute abholen. Wohin das Fleiſch
komme, wüßten ſie ſelbſt nicht. Die beſſeren Herrſchaften
ießen ſich ſogar das Fleiſch an einen anderen Platz brin=
gen
; von dort holten ſie es dann ab. Es kämen auch
Leute vom Land, die 60 bis 80 Pfund Pferdefleiſch kauf=
en
. Es werde kein Kunde gefragt, wie er heiße und wer
r ſei. Das Fleiſch, das Schäfer bekommen, will die Toch=
ter
nicht beſorgt haben. Der Pferdemetzger ſchlachtet nach
ſeiner Angabe monatlich 60 bis 80 Pferde. Das Schöf=
fengericht
verurteilte Schäfer wegen Betrugs zu
20 Mark Geldſtrafe: der Pferdemetzger und ſeine Tochter
wurden feigeſprochen. (Mz. Tgbl.)
Nierſtein, 6. Dez. Der hieſigen Gemeinde erwuchſen
n dieſem Herbſt durch die in den Weinbergen überaus
ſtark auftretenden Stare ganz enorme Koſten. Man
war genötigt, neben den vier ſtändigen Feldſchützen noch
21 Mann als Hilfsſchützen und ſpäter noch zwei ſogen.
Jäger anzuſtellen, die mit ihren Gewehren den ſchädlichen
Vögeln auf den Leib rückten. Man zahlte an Lohn für
die Hilfsſchützen allein 3314 Mark und an Verſicherungs=
geldern
121 Mark. Die Koſten für Munition beliefen ſich
auf 1082 Mark. Die Geſamtausgabe zur Abwehr der
Stare ſtellt ſich demnach auf rund 5000 Mark.
Gießen, 3. Dez. Der frühere Rechner der Spar= und
Darlehenskaſſe in Langsdorf. A. R. IV war der Ur=
kundenfälſchung
angeklagt; er hat im Jahre 1907
auf vier Schuldſcheinen über etwa 30000 Mark den
Namen des Direktors der Kaſſe gefälſcht und die Scheine
in Verkehr gebracht. Er iſt der Tat in vollem Umfange
geſtändig und entſchuldigt ſie mit Arbeitsüberhäuſung.
Unter Berückſichtigung dieſes Grundes erkannte die Straf=
kammer
auf eine Gefängnisſtrafe von ſechs Monaten.
* Gießen, 5. Dez. Die Stadtverordneten=
Verſammlung bewilligte für die Erweiterung des
ſtädtiſchen Waſſerwerks 330000 Mark.
* Gießen, 6. Dez. Der älteſte Juriſt Heſſens, Ge=
heimer
Juſtizrat Baiſt, iſt heute im Alter von 86 Jahren
hier geſtorben.
Büdingen, 6. Dez. Heute mittag ſtarb hier nach
kurzem, ſchwerem Krankſein im Alter von 37 Jahren der
Kreisamtmann Froelich. Das Hinſcheiden des jun=
gen
tüchtigen Beamten begegnet in weiteſten Kreiſen auf=
richtiger
Teilnahme.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 5. Dez. Karl Frenzel,
der Neſtor dar deutſchen Journaliſten, begeht heute in
Berlin ſeinen 85. Geburtstag. Das Schöffengericht

verurteilte den verantwortlichen Redakteur des Lokalanzei=
gers
, Sartorius, wegen übler Nachrede und öffent=
licher
Beleidigung des Generalmuſikdirektors v. Wein=
gartner
zu 50 Mark Geldſtrafe und billigte dem Kläger
Publikationsbefugnis zu. In der Begründung wird her=
vorgehoben
, daß der Vorwurf, der in dem Artikel des
Lokalanzeigers gegen Weingartner gemacht worden war,
dieſer nämlich kontraktbrüchig geworden ſei, nicht er=
wieſen
ſei. Andererſeits ſei durch den Prozeß dargelegt
worden, daß die Behauptung der Konſpiration der König=
lichen
Generalintendantur mit dem Lokalanzeiger nicht er=
wieſen
, ſondern ſogar widerlegt ſei. Daß die Strafe nur
auf 50 Mark bemeſſen worden ſei, ſei mit Rückſicht darauf,
daß Sartorius dieſen Artikel weder geſchrieben, noch vor
dem Erſcheinen geleſen habe. Die Unterſuchung in der
Affäre des flüchtigen Kaſſenboten Brüning iſt auf
überraſchende Weiſe gefördert worden. Geſtern iſt es der
Berliner Kriminalpolizei gelungen, 67000 Mark von den
durch Brüning bei der Dresdener Bank unterſchlagenen
Geldern aufzufinden und zu beſchlagnahmen. Die Summe
befand ſich in der Behauſung eines Schwagers des De=
fraudanten
in der kleinen Bauern=Ortſchaft Engter im
Hannoverſchen. Der Schwager Brünings hatte das Geld
an einer Stelle des Hauſes eingemauert. Der Unterſuch=
ungsrichter
und zwei Berliner Kriminalkommiſſare hatten
die Spur nach Engter gefunden und waren vorgeſtern
dorthin abgereiſt. Der Schwager Brünings gab an, daß
er das Geld nur auf die Drohungen Brünings genommen
und aufbewahrt hatte. Brüning ſelbſt hatte ſich von Ber=
lin
zunächſt nach Luxemburg und von dort in einer Nacht
nach Engter begeben. Sein Schwager hatte ſich duch
Geſpräche verdächtig gemacht. Er wurde mit ſeiner Ehe=
frau
wegen Verdachts der Beihilfe verhaftet und nach
dem Unterſuchungsgefängnis in Osnabrück übergeführt.
Direktor Stoſch=Sarraſani plant, in Berlin ein
maſſives Gebäude zu errichten, das eine Verſchmelzung
ſeines in wenigen Wochen in Dresden zur Eröffnung ge=
langenden
Theaters der Fünftauſend mit dem Syſtem
des Frankfurter Zirkus der Fünfzehntauſend in dem er
gegenwärtig Vorſtellungen veranſtaltet darſtellen wird.
Sein Berliner Projekt ſoll nicht von ihm allein ins Werk
geſetzt werden, ſondern in Verbindung mit einem der be=
annteſten
Berliner Theaterdirektoren, der ſich ſchon lange
mit der Errichtung einer Schauſtätte großen Stils für
Berlin trägt. Berlin bekäme alſo dann ebenfalls ein
Theater der Fünftauſend.
Würzburg, 6. Dez. Ein 28jähriger Poſtſchaff=
ner
war vorgeſtern wegen angeblicher Unterſchlaaungen
in Unterſuchung geſetzt worden. Er geriet darüber in
große Erregung und erſchoß ſeine Frau und ſeine
drei Kinder. Dann verübte er Selbſtmord. Eine
Stunde ſpäter ſtellte es ſich heraus, daß er zu Unrecht
verdächtigt worden war. Er ſtand mit den Unterſchla=
gungen
in keinem Zuſammenhang.
Hamburg, 5. Dez. Nach dem Genuß von
Sprotten erkrankten geſtern nacht der Apotheker
Braune, ſeine Frau und ſeine Tochter. Trotz ſofortiger
ärztlicher Hilfe ſtarb die Frau heute morgen. Der Mann
und die Tochter befinden ſich in Lebensgefahr. Unter=
ſuchung
iſt eingeleitet. Die Staatsanwaltſchaft ordnete
die Obduktion der Leiche an.
Stettin, 6. Dez. Wie die Stettiner Neueſten Nach=
richten
melden, ereignete ſich geſtern abend auf der
Strecke Stettin-Paſewalk, unweit der Station Zerren=
thin
, ein ſchweres Unglück. Eine leer fahrende
Lokomotive fuhr in eine heimkehrende Arbeitergrupſpe
hinein, die das Bahngleis benutzten. Vier Arbeiter wur=
den
getötet und entſetzlich verſtümmelt.
Glogau, 5. Dez. Heute vormittag wurde im hieſigen
Winterhafen beim Rangieren das fünfjährige Kind
des Schiffers John aus Ober=Lindow überfahren und ſo=
fort
getötet. Der Bruder des Schiffers wurde beim
Verſuch, das Kind zu retten, vom Zuge erfaßt und ihm
beide Beine abgefahren. Er ſtarb nach einer Stunde.
Rom, 6. Dez. Ein furchtbarer Wolkenbruch
iſt geſtern abend in Caſtellaneta in der Provinz Lecce
niedergegangen. Wie aus Bari gemeldet wird, waren
ie Waſſermaſſen ſo ungeheuer, daß binnen kurzer Zeit
die Häuſer unter Waſſer geſetzt waren. Gegen 10 Uhr
war der ganze Ort überſchwemmt. Das Waſ=
ſer
drang in die Häuſer ein, deren Mauern vielfach ein=
ſtürzten
. Eine junge Frau, die mit ihren beiden kleinen
Kindern von der Ueberſchwemmung im Schlafe über=
raſcht
worden war, ſtürzte ſich mit dem kleinſten Kinde im
Arme auf die Straße, wo das Kind von den Waſſermaſſen
fortgeriſſen wurde und ertrank.
Paris, 6. Dez. Der von dem Anarchiſten Lacombe
ſchwer verwundete Anarchiſt Erlebach=
Ducret geſtand dem Unterſuchungsrichter, daß Lacombe

Großherzogliches Hoftheater.

Donnerstag, den 5. Dezember.
Zum erſten Male:
Die fünf Frankfurter.
Luſtſpiel in drei Akten von Carl Rößler.
W-l. Carl Rößler, der Verfaſſer des hübſchen und
erfolgreichen Luſtſpieles Die fünf Frankfurter ein ge=
borener
Wiener, iſt uns bis jetzt zweimal auf unſerer
Bühne begegnet. Sein erſtes Stück Das Lebensfeſt in
dem er ſich des bayeriſchen Dialektes bedient, erzielte
einen Achtungserfolg; weniger Ehre legte er mit der
Mitarbeiterſchaft an dem minderwertigen Stück Wolken=
kratzer
ein, das vor etwa vier Jahren auf dem Spielplan
erſchien und wieder verſchwand. Sein neueſtes Luſtſpiel
aber, in deſſen Mittelpunkte die fünf Söhne des Mayer
Anſelm Rothſchild ſtehen, iſt ein Treffer.
Der verſtorbene Profeſſor Mommſen hat, um den
antiſemitiſchen Beſtrebungen zu begegnen, in ſeiner
Eigenſchaft als Abgeordneter im Reichstag einmal ge=
ſagt
, die Geſchichte des Hauſes Rothſchild wäre für die
Allgemeinheit wichtiger, als die des Königreichs Sachſen.
Auf das Finanzleben Europas hat das Haus Rothſchild
einen ſo mächtigen Einfluß ausgeübt, daß man zu ſagen
pflegte, ohne Rothſchild könnte kein Staat Krieg führen.
Wenn der Verfaſſer des Luſtſpieles Die fünf Frankfur=
ter
uns die Begründer dieſer europäiſchen Finanzmacht
vorführt, ſo geſchieht es im Zuſammenhange mit ihrer
Familientradition, und gerade in dieſem rein Perſön=
lichen
, in der Geſchichte dieſer baroniſierten Familie aus
der Judengaſſe in Frankfurt, in die uns das Luſtſpiel mit
bewußtem Kontraſte zwiſchen Einſt und Jetzt zurückführt,
liegt das Anziehende und eigentlich Gelungene des
keizenden Luſtſpieles.
Die Repräſentantin des Einſt iſt die alte und ehr=
würdige
Mutter Gudula, die Witwe Mayer Anſelms, an
der die fünf Söhne mit inniger Liebe und Ehrfurcht hängen
und deren Autorität ſie ſich in kindlichem Gehorſam fügen.
Neben dieſer ganz prächtig gezeichneten Figur der in
ihrem Reichtum beſcheiden und demütig gebliebenen Ahn=

nutter des Hauſes ſteht ihr älteſter Sohn Anſelm, der ein
unverfälſchter Frankfurter geblieben und jovial bis zur
Selbſtironie iſt, während der Wiener Salomon, der Be=
gründer
des Freiherrnſtandes des Hauſes, ehrgeizig und
ſtreberhaft iſt und ſich einen Herzog zum Schwiegerſohn
küren will. Auch der Londoner Nathan und der Römer
Karl wollen höher hinaus, der jüngſte dagegen, das gute
Jaköble aus Paris, der Verzug der Mutter und der Fa=
milie
, iſt individuell noch wenig entwickelt.
Im Mittelpunkte der Handlung ſteht der Plan des
ehrgeizigen Salomon, ſeine Tochter Charlotte dem ſchwer
verſchuldeten Herzog vom Taunus zu vermählen, wofür
er deſſen Finanzen ordnen und eine Baranzahlung von
1 Million leiſten will, die alsbald herbeigeſchafft wird.
Der Plan ſcheitert an dem Widerſtande der Tochter, eines
klugen und charakterfeſten Mädchens von feiner Herzens=
bildung
, die nicht will, daß man ſie ihrer Herkunft wegen
verſpottet, außerdem aber ihrem Onkel Jakob ihr Herz
zugewandt hat und ihm auch ihre Hand zum Ehebunde
reicht.
An dem Luſtſpiel ſind neben den trefflich gezeichneten
Charakteren, zu denen auch der junge Herzog gehört, der
feine Witz und Humor, die ſich gelegentlich zu geiſtreicher
Satire und köſtlicher Selbſtironie ſteigern, und ein gol=
denes
Familiengefühl zu loben. Ueber alle Situationen
und Konflikte helfen die optimiſtiſche Lebensauffaſſung
und die ſonnige Lebensfreude hinweg.
Die Inſzenidrung wurde der Stimmung und dem
Zeitcharakter des Stückes in meiſterhafter Weiſe gerecht.
Die beiden Zimmer des Glückshauſes der Frau Gudula
in der Judengaſſe mit ihrem entzückenden altertümlichen
Meublement und Bildern von Zeitgenoſſen aus der hie=
ſigen
Gemäldegalecie waren in ſtreng hiſtoriſchem Stil
gehalten. Aufſehen erregte die Terraſſe im Garten des
Schloſſes des Herzogs, die, ganz in weiß gehalten und
von natürlichen Hecken eingezäunt, mit einfachſten Mitteln
hergeſtellt war und dabei die prächtigſte Wirkung erzielte.
Den ſchönen Szenenbildern paßten ſich die ſtilechten
Koſtüme entſprechend an. Beide erwecken in dem Zu=
ſchauer
, der ſich in die gute alte Zeit hineinverſetzt fühlt

ſchon von vornherein eine gewiſſe behagliche Stimmung,
Zugleich konnte man ſich davon überzeugen, daß ſich unſere
Vorfahren vor 100 Jahren mit viel mehr Geſchmack zu
kleiden wußten, als wir.
Da auch die einzelnen Rollen des Stückes mit liebe=
vollem
Verſtändnis und fein unterſchiedlicher Charakte=
riſtik
geſpielt wurden, ſo kann die Aufführung als eine
Muſtervorſtellung bezeichnet werden. Frau Müller=
Rudolph, die ſich, wie ihr Aelteſter und ihr Haus=
faktotum
Roſa, zum beſonderen Gaudium unſeres
Publikums des heimatlichen Dialektes bedient, war eine
ſympathiſche und ehrwürdige Vertreterin der alten Frau
Gudula, die darzuſtellen ihr offenbar viel Freude machte.
Bei Herrn Jordan als Anſelm, der die Situation oft
durch einen trockenen Witz rettet, kam, wie man ſich
denken kann, der Humor nicht zu kurz. Ihm fällt von
den fünf Brüdern die dankbarſte Rolle zu. Den ehr=
geizigen
Salomon ſpielte Herr Jürgas mit den Allüren
und dem Selbſtbewußtſein eines neugebackenen Frei=
berrn
, die drei anderen Brüder wurden von den Herren
Semler, Weſtermann und Schneider darge=
ſtellt
, von denen dem letzteren inſofern eine größere Auf=
gabe
zufällt, als er auch den Liebhaber zu ſpielen bat.
Ganz allerliebſt und mit feinem Takt und Ueberlegenheit
ſpielte Fräulein Gothe die Rolle der klugen Charlotte.
Herr Ehrle als Herzoa vom Taunus vereinigte die
Nobleſſe des äußeren Auftretens und Feinheit der Um=
gangsformen
mit dem liebenswürdigen Leichtſinn des
ſorgloſen Lebemanns. Eine feine Charakterſtudie war
der Fürſt des Herrn=Hacker.
Die kleineren noch in Betracht kommenden Rollen=
waren
durch die Damen Wisthaler (Roſa). Mühl=
pfort
(Lieschen). Uttmann (Prinzeſſin Eveline) und
Riechmann (Hofmarſchall) beſetzt.
Das Enſemble war muſtergültig. Die Regie führte,
dem Vernehmen nach Herr Generaldirektor Dr. Egerr
die Geſtaltung des Bühnenbildes rührte, wie immer, von
den Herren Kempin und Schwerdtfeger her. Das
Haus war voll beſetzt. Das Publikum bereitete dem
Stück eine an Begeiſterung grenzende beifällige Auf=
nahme
.

[ ][  ][ ]

bereits nachts in ſeine Wohnung eingedrungen war und
ihn und ſeine Frau acht Stunden lang unter Todes=
drohungen
einem Verhör unterzogen habe, um zu ermit=
teln
, ob er die anarchiſtiſchen Genoſſen an die Polizei
verraten habe. Trotz ſeines entſchiedenen Leugnens habe
Läcombe am Morgen ſeinen Revolver auf ihn abgefeuert
und ſei dann geflüchtet.
Warſchau, 6. Dez. Der Angeſtellte eines chemiſchen
Laboratortums gewann einen Prozeß und lud aus
Freude darüber fünf der ihm befreundeten Zeugen ein.
Er bewirtete ſie mit ſelbſt hergeſtelltem Branntwein.
Kurze Zeit darauf erkrankten ſämtliche Perſonen
unter ſchweren Vergiftungserſcheinungen.
Der Gaſtgeber und vier der Eingeladenen ſtarben nach
wenigen Stunden.
New=York, 5. Dez. Der Architekt Hack wurde unter
der Beſchuldigung der Wechſelfälſchung, begangen in
Hanau, verhaftet.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 6. Dez. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 1 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſtehen zunächſt
kurze Anfragen.
Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) fragt, ob Maßnah=
men
getroffen werden zur Beſeitigung von Uebelſtänden
in bezug auf die Verunreinigung der Waſſer=
läufe
, ob zu dieſem Zweck der Weg der Reichsgeſetz=
gebung
beſchritten werden ſoll und ob auch internatio=
nale
Abmachungen zum Zweck der Reinhaltung der
Waſſerläufe geplant ſind. Staatsſekretär Dr. Del=
brück
: Uebelſtände ſind anerkannt und Verhandlungen
ſchweben. Weiteres iſt aber noch nicht zu überſehen.
Abg. Herzfeld (Soz.) fragt nach reichsverfaſſungs=
rechtlicher
Regelung der mecklenburgiſchen Ver=
faſſung
. Staatsſekretär Dr. Delbrück: Angeſichts
der föderativen Grundſätze iſt ein Eingriff des Reiches
nicht gegeben. Das iſt noch heute die Auffaſſung der
verbündeten Regierungen und des Reiches. Abg.
Bernſtein (Soz.) fragt nach einer Zuſammenſtellung
über die Ausgaben der Staaten Europas für Zwecke der
Arbeiterverſicherung. Staatsſekretär Dr. Del=
brück
: Derartige ſtatiſtiſche Zahlen fehlen noch.
Ich werde aber prüfen, inwieweit der Anregung
Folge gegeben werden kann.
Abg. Dr.
Bell (Zentr.) fragt nach Beſchaffung eines Reichs=
berggeſetzes
. Staatsſekretär Dr. Delbrück er=
klärt
, daß ein hinreichender Anlaß hierzu nicht vorliegt.
Abg. v. Richthofen (natlb.) fragt, ob die beiden
Punkte, in denen Deutſchland gegen das Marokko=
abkommen
Einwendungen gemacht habe, ſich
auf den Bahnbau Tanger-Fez und auf die Zollbehand=
lung
des Tabaks beziehen. Geheimer Legationsrat Dr.
Lehmann: Ja. Abg. Frhr. v. Richthofen fragt
weiter, ob beabſichtigt ſei, der Forderung Frankreichs,
betr. Aufhebung der deutſchen Poſten in Ma=
rokko
, zu entſprechen. Geheimer Legationsrat Dr.
Lehmann: Ein ſolcher Wunſch der franzöſiſchen Re=
gierung
iſt uns nicht zugegangen. Abg. Frhr. v. Richt=
hofen
fragt ſchließlich, ob dem Reichskanzler bekannt
ſei, daß Frankreich zufolge der Poincaréſchen Rede vom
1. Juli d. J. nicht gewillt ſei, in Marokko diejenigen
öffentlichen Arbeiten, die ſtrategiſchen Intereſſen dienen
ſollen, der durch die Akte von Algeciras und durch das
deutſch=franzöſiſche Abkommen vom 4. November
1911 feſtgeſetzten öffentlichen Submiſſion zu un=
terwerfen
. Was verſteht Frankreich unter Arbeiten
genannter Art? Legationsrat Dr. Lehmann: Der erſte
Teil iſt mit Ja zu beantworten. Die letzte Frage kann
nur von Fall zu Fall entſchieden werden. Sodann
wird die
Leſung des Etats
fortgeſetzt. Abg. Gröber (Ztr.): Der Vorwurf, daß
das Zentrum bei der Etatsberatung nur an die
Jeſuitenfrage gedacht habe, iſt ungerechtfertigt.
Bei der Jeſuitenfrage handelt es ſich um ſtaatsrechtliche
Fragen und um die ſtaatsbürgerliche Gleichberechtigung
der Konfeſſionen in Deutſchland. Die Debatte hierüber
hat Klarheit über die Stellung der Regierung und der
Parteien geſchaffen. Der Bundesrat hat bei ſeiner Be=
ſchlußfaſſung
ſich gar nicht darum gekümmert, ob das
Geſetz gerecht iſt oder ob es aufgehoben werden ſoll. Dies
iſt aber der Kern der ganzen Frage. Vor Erlaß des
Jeſuitengeſetzes haben die Jeſuiten 25 Jahre in Deutſch=
land
gelebt, ohne auch nur ein einziges Mal mit den
Staatsgeſetzen in Konflikt zu kommen. Nach Erlaß des
Jeſuitengeſetzes ſind die Jeſuiten nicht wegen ſtaats=
gefährlicher
Handlungen verfolgt worden, ſondern ledig=
lich
wegen ihrer religiöſen Geſinnung. In den deutſchen
Kolonien waren die Jeſuiten ſchon zu Bismarcks Zeiten
zugelaſſen worden, aber innerhalb des Deutſchen Reiches
hält der Bundesrat an dem Rumpf des Jeſuitengeſetzes
feſt, ja er gibt dieſem Reſt des Geſetzes jetzt eine mög=
lichſt
verſchärfte Auslegung. Man hat dabei Dinge in
das Geſetz hineininterpretiert, die im § 1 nicht erwähnt

ſind. Nachdem § 2 gefallen iſt, ſollte auch § 1 als hin=
fällig
erachtet werden, da es ſich hier um die einzelnen
Jeſuiten handelt. Die Auslegung des Bundesrats ver=
ſtößt
gegen die Grundgedanken dieſer Geſetzesbeſtimmun=
gen
. Nackte Gewalt, nicht Geſetzeskenntnis, iſt bei der
Jeſuitenverfolgung, mit der die Verfolgung der katholi=
ſchen
Kirche gemeint iſt, ausſchlaggebend. Es iſt unrich=
tig
, daß erſt durch das Miniſterium Hertling in Bayern
eine laxere Handhabung des Geſetzes Platz gegriffen hat.
Wenn ſonſt nichts gefährlicheres paſſierte, als daß ein
paar Jeſuiten ihre Lehre vertreten, mag die Regierung
ruhig ſein. (Bravo im Zentrum.) Worin liegt die
Staatsgefahr, wenn ein Jeſuit eine Meſſe ſingt, wenn
er lehren darf? (Sehr gut!) Von einer Milderung des
Geſetzes kann keine Rede ſein. Weshalb eine laute Meſſe
oder die Nottaufe als ſtaatsgefährlich angeſehen werden,
wiſſen die Götter und der hohe Bundesrat. (Heiterkeit.)
Derartige Maßnahmen, wie ſie der Bundesrat getroffen
hat, hätten dem franzöſiſchen Konvent Ehre gemacht.
(Bravo im Zentrum! Gelächter links.) Ihr Lachen, meine
Herren von der Nationalliberalen und Fortſchrittlichen
Volkspartei, beweiſt, daß Sie die Bedeutung der Frage
nicht überſehen. (Lärm.) Der inaktive Staatsſekretär
des Reichsjuſtizamtes, Dr. Nieberding, ließ ſich in ſeiner
Sterbeſtunde einen Jeſuiten kommen, um mit ihm zu
beten, der aktive Staatsſekretär gibt Anordnung zur Ver=
folgung
dieſer Jeſuiten. Schikanen und Schnüffeleien
ſollen nicht vorkommen. Es gibt aber doch genügend
Denunzianten und Halunken, die die Jeſuiten bei der
Regierung anzukreiden ſuchen. Der Beſchluß des Bun=
desrats
gibt den Einzelſtgaten jetzt ſogar die Befugnis,
das Leſen ſtiller Meſſen und das Spenden der Sterbe=
ſakramente
den Jeſuiten zu verbieten. Der Reichskanz=
ler
beruft ſich auf das evangeliſche Volksempfinden, Fürſt
Bismarck dagegen hat dieſen Moment 1887 abgelehnt.
Der Hinweis auf die Maſſe war verfehlt. Hier handelt
es ſich um das Recht. Daß die Maſſe anders denkt, als
der Reichskanzler, beweiſt, daß die Sozialdemokraten,
trotzdem ſie für die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes ein=
treten
, ſo zahlreich von dieſen Maſſen gewählt worden
ſind. Gegen Ausnahmegeſetze überhaupt hat ſich auch
Herr Baſſermann ausgeſprochen, er müßte ſomit auch
gegen das Jeſuitengeſetz eintreten. Schon der König
Friedrich der Große hat ſich bei den verſchiedenſten Ge=
legenheiten
lobend über die Tätigkeit der Jeſuiten aus=
geſprochen
und deren Staatsungefährlichkeit betont,
ebenſo der bekannte Dichter Heinrich Heine und viele be=
rühmte
Männer. Verſchiedentlich ſind Jeſuiten vom
Kaiſer für ihre Verdienſte auf wiſſenſchaftlichem Gebiete
ausgezeichnet worden. Eine Notwendigkeit für die Auf=
rechterhaltung
des Jeſuitengeſetzes liegt nicht vor. Un=
ſere
Stellungnahme in dieſer Frage iſt eine ſachliche. Der
Eckſtein unſerer Politik iſt nicht die Jeſuitenfrage, ſon=
dern
die Gerechtigkeit. (Bravo im Zentrum.) Wir wollen
Gerechtigkeit in wirtſchaftlichen, ſozialen und politiſchen
Fragen, das iſt unſer Programm! Wir werden kämpfen,
ſolange, bis das Unrecht beſeitigt iſt. (Lebhaftes Bravo
im Zentrum.)
Staatsſekretär Dr. Lisco: Der Abg. Gröber hat es
über ſich gebracht, mich mit meinem hochverehrten Amts=
vorgänger
in Gegenſatz zu bringen. Er hat erzählt, dieſer
habe wenige Tage vor ſeinem Heimgang mehrere Jeſuiten
zu ſich kommen laſſen und mit ihnen Sterbegebete geſpro=
chen
. (Zuruf: Religiöſe Geſpräche gehalten!) Ich denke,
Gebete ſind religiöſe Geſpräche. (Sehr richtig.) Herr
Gröber hat hinzugefügt, in derſelben Zeit habe ich, der
aktive Staatsſekretär, eine Denkſchrift zur Austreibung der
Jeſuiten ausgearbeitet. Nun, meine Herren, wie dieſe=
Worte mich durch das, was ſie im Hintergrunde enthielten
(Sehr gut), mich aufs tiefſte in meinem religiöſen Empfin=
den
verletzt haben, darüber will ich mich nicht äußern.
(Lebhafte Zuſtimmung.) Aber deſſen können Sie verſichet
ſein, daß, wenn mein Amtsvobgänger dieſe Worte mit
angehört hätte, er tief ſchmerzlich darüber berührt worden
wäre. Nicht nur, daß dieſes Moment die letzte Stunde
ſeines Lebens hier vor den Reichstag gebracht wurde
(Sehr richtig), ſondern auch darüber, daß das Verhältnis
zwiſchen uns ſo ſchief dageſtellt wurde, in dem wir ſtan=
den
. Ich gehe zur ſachlichen Beratung der Materie über,
obaleich es mir ſchwer wird meine tiefſte Em=
pörung
hier zu unterdrücken. (Ohorufe im Zen=
trum
, lebhaftes anhaltendes Bravo und ſehr richtia.) Der
Abg. Gröber hat ſich in einzelnen Teilen ſeine: Rede mit
der Aufhebung des Jeſuitengeſetzes befaßt. Für mich iſt
Gegenſtand der Beratung nur der neuerdings ergangene
Bundesratsbeſchluß, der auf dem Beſchluß des Bundes=
rats
vom Jahre 1872 beruht. Der Abg. Gröber hat die
Rechtsgüſtigkeit des Beſchluſſes von 1872 hngefochten.
Dieſe Rechtsgültigkeit iſt damals, 1872, nicht beſtritten
worden. (Wide, ſpruch im Zentrum.) Auch ſpäter nie=
mals
. Sogar die bayeriſche Regierung hat ſich auf den
Boden des Bundesratsbeſchluſſes geſtellt, denn ſie hat
beim Bundesrat die authentiſche Interpretation dieſer Ver=
ordnung
beantraat. D4: Abg. Gröber hat ſich bei der
rüfung der Rechtsgültigkeit des Beſchluſſes auf die
Reichstagsverhandlungen von 1872 berufen und auf ein=

zelne Reden damaliger Abgeordneten. Hieraus ergibt ſich
aber nicht das, was Herr Gröber beweiſen wollte. Wenn
dieſer Bundesratsbeſchluß zu Unrecht beſtanden hätte, dann
wäre ihm doch im Laufe der Jahre von ſeiten des Reichs=
tages
widerſprochen worden. Das iſt aber nicht der Fall.
Was die Auslegung des Bundesrats anbetrifft, ſo iſt hier
verſichert worden, daß dieſe Auslegung in keiner Weiſe
eine Verſchärfung ſein ſoll. Sie iſt auch keine Verſchärf=
ung
. Das wird ſich aus der Praxis ergeben. (Lachen
im Zentrum.) Die Aufregung der Abgg. Spahn und
Gröber iſt nicht zu verſtehen, zumal die einzelnen Staaten
beſondere landesrechtliche Beſtimmungen haben. Einige
gehen ſoweit, Ordensniederlaſſungen in ihrem Lande
überhaupt zu verbieten.
Abg. Dr. Liebknecht (Soz.): In den Teuerungs=
fragen
, die wichtiger ſind als alle anderen, hat ſich der
Reichstag eine Verſchleppung zuſchulden kommen laſſen.
(Vizepräſident Dove rügt dieſen Vorwurf.) Die Ausführ=
ungen
der Abgg. Spahn und Gröber waren ein Plädoyer
für das Programm der Sozialdemokratie: Religion iſt
Privatſache! Das Denunziel twerden iſt den Herren ſehr
unangenehm, ſie ſind aber Meiſter im Denunzieren. (Sehr
gut! Zuruf vom Zentrum: Unverſchämt!) Ich erinnere
an die Denunziationen von Beamten als ſozialdemokras
tiſche Wähler. Vielleicht tut das Zentrum neue Buße.
Wir verurteilen das Jeſuitengeſetz mit allen Kräften.
Das Kuckucksei, das das Zentrum dem Reichskanzler ins
Neſt gelegt hat, war ein Windei. (Heitchkeit.) Die bei=
den
Zentrumsredner, die zuletzt zum Etat ſprechen wollten,
haben ſich lediglich mit der Jeſuitenfrage beſchäftigt, kein
Wort über wirtſchaftliche, ſoziale oder andere Fragen, die
das Volk angehen. Das Zentrum neunt ſich eine ſoziale,
wirtſchaftliche Volkspartet. Däs iſt alles Gaukelſpiel.
Das Zentrum iſt nur eine Scheinvolkspartei, eine volks=
feindliche
Partei. Es bleibt eine klerikale Partei im aus=
geprägteſten
Sinne des Wortes, bei der alle Intereſſen
des Volkes zurücktreten müſſen, ſobald es ſich um das In=
tereſſe
des Klerikalismus, des römiſchen Stuhls handelt.
(Sehr richtig! links.) Wir verwehren Ihnen (zum Zen=
trum
) nicht, Ihre religiöſen Intereſſen zu vertreten. Das
hat ſogar unſere Sympathie (Heiterkeit), weil wir uns
ſagen, das Zentrum hat noch Ideale. Aber Ihr Wider=
ſtreben
gegen unſere ſozialen Forderungen beraubt Sie
des Rechts, ſich Volkspartei zu nennen. Das Zentrum
verfolgt nur eigennützige Pläne. Die politiſche Gewiſſens=
freiheit
wird vom Zentrum mit Füßen getreten. Wann
hätte das Zentrum derart ſcharfe Töne gegen das Drei=
klaſſenwahlrecht
gefunden? (Sehr gut.) Seine Poſition
in gewerkſchaftlichen Fragen verdient unſer chriſtliches
Mitleid. (Heiterkeit.) Man könnte dem Zentrum keinen
ſchlimmeren Gefallen tun, als das Jeſuitengeſetz aufzu=
heben
. Das Zentrum läßt immer das Jeſuitengeſetz auf=
ziehen
, das ſie als Monſtrum dem Volk vorhalten, um ihre
Verdummungspolitik zu erleichtern. Der Reichskanzler
unterſteht der unbedingten Abhängigkeit vom Zentrum,
deshalb ſaat er: Sei ruhig, ſei ſtill, mein Kind. Es ſcheint
eine Konfliktsperiode im Anzug zu ſein. Abg.: Graf
v. Kanitz (konſ.): Es iſt kein Beſtreben vorhanden, auf
die auswärtige Politik hinzuweiſen, um über die Schwie=
rigkeit
der inneren Politik hinwegzukommen. Wenn man
hier auf die erfolgte Vertagung der Kommiſſion für das
Fleiſchzollerleichterungsgeſetz zu ſprechen kam, ſo ſind
daran nur die Sozialdemokraten ſchuld, die eine Reihe
von Anträgen geſtellt haben, durch die nicht nur das
Fleiſch nicht verbilligt, ſondern die einheimiſche Viehpro=
duktion
auf das ſchwerſte geſchädigt werden würde. Des=
halb
mußte Vertagung erfolgen. Abg. Wiemer
(Fortſchr. Vpt.): Es iſt nicht wahr, daß die Volkspartei
im Abgeordnetenhauſe es abgelehnt hätte, das Miniſterium
zur Wahlrechtsfrage heranzuziehen. Abg. Giesberts
(Ztr.): Es iſt nicht wahr, daß ich in Dortmund auf der
Verſammlung des Metallarbeiterverbandes die Biſchöfe
als Wegelagerenr bezeichnet habe. Wer mir dieſen Vor=
wurf
zu machen für gut befindet, wie es der Abg. Lieb=
knecht
tat. für den iſt jener Ausdruck nicht zu viel. Abg.
Paaſche (natl.): Was wir beim Beſuch des Jeſuiten=
inſtituts
in Tokio ſeſtſtellen konnten, mußten wir durchaus
anerkennen. Daraus folgt aber niemals, daß ich in
Deutſchland derartige Jeſuiteninſtitute wünſche. Abg.
Hoch (Soz.): Unſere Anträge in der Fleiſcheinfuhr= Kom=
miſſion
haben nicht die Vertagung nötig gemacht. Abg.
Liebknecht (Soz.): Der Abg. Giesberts hat jene
Aeußerung in Dortmund doch getan. Hinterher wollen ſie
das immer nicht geſagt haben, weil ſie es vorziehen. ihre
vergifteten Pfeile hinterm Buſch abzuſchießen. (Präſident
kaempf rügt den Ausdruck: vergiftete Pfeile.) Abg.
Sieg (natl.): Es iſt nicht wahr, daß die Vertagung der
Kommiſſion ein Verſuch ſein ſoll, das Geſetz zu verſchlep=
pen
. Es mußten aber Erhebungen angeſtellt werden,
weil die Anträge der Sozialdemokraten das Geſetz mit
allen möglichen Beſtimmungen belaſten würden, die nicht
hineingehören. Das Volk hat unter dieſer Vertaaung
nicht zu leiden. Abg. Giesberts (Ztr.): Meine Aus=
führungen
in Dortmund hatten mit den Biſchöfen nichts

ſtimmungsvoll begleitet. Ihr ſelbſtgedichtetes Lied
Chopin und das nach voraufgeſchickter kurzer Inhalts=
angabe
geſungene Kataloniſche Volkslied La Filadora
(Die Spinnerin) fanden begeiſterte Aufnahme.
Drei Sätze (Adagio, Fuge und Preſto) aus der
G-moll=Suite für Solovioline wurden mit techniſcher
Vollendung und meiſterhafter Akzentuierung von Herrn
Manén geſpielt; am anſprechendſten iſt das leider
etwas kurze liedförmige Preſto, während man bei der
Fuge, ſo vollkommen ſie auch geſpielt war, die Empfind=
ung
hat, daß ſie eigentlich für ein Taſtinſtrument gedacht
iſt, und tatſächlich hat ſie auch Bach ſelbſt ſpäter nach dieſer
ſehr vollſtändig ausgeführten Violinſkizze für ein ſolches
fünfſtimmig (und, der Wirkung wegen, nach D-moll trans=
poniert
) umgearbeitet. Wir würden den immer Neues
erſinnenden Altmeiſter Bach übrigens mißverſtehen, wenn
wir aus Pietät gegen die uns überlieferten Noten eine
Bearbeitung im Sinne der weiter vorgeſchrittenen
modernſten virtuoſen Violintechnik (mit Flageolett=
Doppelgriffen) nicht für ſtatthaft hielten; die Klangwirk=
ung
der prächtigen Kompoſition könnte dabei nur ſehr
viel gewinnen! Hierfür dürfte Manén der Berufenſte
ſein, wie ſeine zum Schluß mit größter Bravour vorge=
tragenen
Bearbeitungen von Gluck (Ballett), Martini
(Gavotte), Senaillé (ein reizendes Präludium für Solo=
violine
und Preſto mit Begleitung), Daquin (Der
Kuckuck) und dem (vor zwei Jahren im Original) diesmal
n einer wundervollen eigenen Bearbeitung geſpielten
I palpiti nach Paganini bewieſen.
Für die nicht endenwollenden Hervorrufe dankte der
glänzende Virtuoſe, der bereits ein Liebling unſeres
Konzertpublikums iſt, durch Zugaben, darunter Schu=
manns
mit einem großartig durchgeführten Vibrato ge=
ſpielte
Träumerei

Konzerte.

mm. Der ausgezeichnete Violinvirtuoſe Joän de
Manén gab in der ſehr gut beſuchten Turnhalle am
Donnerstag abend im Richard Wagner=Verein
ſein zweites Konzert, das eine Stunde reinſten
und vollkommenſten Kunſtgenuſſes bot und den Künſtler
in ſeiner Vielſeitigkeit als Virtuoſen erſten Ranges, Kom=
poniſten
und feinſinnigen Klavierbegleiter, wie auch als
ſehr geſchickten Bearbeiter älterer Violinkompoſitionen
von der beſten Seite zeigte. Der leicht quellende, lieb=
liche
, geſangreiche Ton wird von Herrn Manén mit un=
nachahmlicher
Leichtigkeit der graziöſen Bogenführung
aus dem prachtvoll klingenden Inſtrument hervorgelockt,
und der temperamentvolle Vortrag des Meiſters verleitet
ihn dennoch niemals zu Willkürlichkeiten im Tempo, viel=
mehr
weiß der Künſtler hier ganz bewunderungswürdig
zu modifizieren, wie auch die Nüancierung in der Dyna=
mik
wohl berechnet iſt. Die Vorzüge einer ſo vollende=
ten
Vortragsdiſziplin kamen denn auch dem Violinkon=
zert
in H-moll von Saint=Saéns zugute, deſſen
Andanteſatz und Schluß=Allegro die vornehme Kunſt des
Vortragenden ebenſo wie die Gediegenheit der Kompo=
ſition
am beſten erkennen ließen. Am Klavier wurde
Herr Manén dabei durch Herrn Lorenzo Matoſſi
weſentlich unterſtützt, der dann ſpäter auch zwei Pe=
trarca
=Sonette für Klavier (104 und 123) von Franz Liſzt
ſpielte.
Drei in das Programm noch eingeſchobene Lieder
für Sopran, Kompoſitionen von Joan de Manén, von
denen das zweite Der Roſenbaum (Text von E. von
Wolzogen) ſchon aus dem erſten Konzertabend Manéns
vor zwei Jahren bekannt war, wurden von Frau Elſa
Laura von Wolzogen ſehr ausdrucksvoll und
lebendig geſungen und vom Komponiſten am Klavier

Feuilleton.

* Deutſches Schriftſtellerheim in Jenc. Die Vor=
arbeiten
zur Errichtung des Deutſchen Schriftſtellerheims
ſind nunmehr abgeſchloſſen, wie ſich aus einer Vorlage er=
gab
, die dem Jenaer Gemeinderat in ſeiner letzten Sitz=
ung
unterbreitet wurde. Der eingetragene Verein Deut=
ſches
Schriftſtellerheim, an deſſen Spitze Juſtizrat Dr.
Harmening ſteht, hat das Baukapital in Höhe von 125000
Mark geſammelt. Als Bauplatz ſteht das ſeinerzeit von
Dr. Schröter geſtiftete, landſchaftlich ſehr ſchön gelegene
Grundſtück an der Beethovenſtraße zur Verfügung. Die
Baupläne hat Architekt Haenſch=Leipzig ausgearbeitet.
Um dem Unternehmen Entgegenkommen zu beweiſen, hat
der Gemeinderat beſchloſſen, einen Teil der Straßen=
pflaſterkoſten
uſw. bis zur Höhe von 4000 Mark auf die
Stadt zu übernehmen. Nach dem Statut werden in dem
Schriftſtellerheim verdiente ältere, nicht mehr erwerbs=
fähige
deutſche Schriftſteller und Journaliſten, ohne Rück=
ſicht
auf Landes= und ſonſtige Zugehörigkeit, Aufnahme
finden. Auch wird es zum vorübergehenden Aufenthalt
für ſolche Schriftſteller dienen, die der Erholung bedürftig
ſind.
Carmen Sylvas Lob der Balkanvölker. Ein italie=
niſcher
Korreſpondent, der in dieſen Tagen in Bukareſt
weilte, hat durch Vermittelung eines rumäniſchen Gelehr=
ten
eine Audienz bei Carmen Sylva, der Königin von
Rumänien, erlangt, und das Geſpräch, das der Beſucher
mit der gekrönten Dichterin führen konnte, hat beſonderes
Intereſſe, weil der Balkankrieg und die Zukunft der Bal=
kanvölker
dabei den Hauptgegenſtand der Unterhaltung
ildeten. Die greiſe Königin empfing ihren Gaſt in
ihrem Arbeitszimmer, einem entzückenden, mit Blumen
ad koſtbaren Kunſtgegenſtänden geſchmückten Raum

[ ][  ][ ]

zu tun. Im allgemeinen will ich ſagen, daß auch heute
noch der alte Spruch gilt: Der geößte Schuft im ganzen
Land, das iſt und bleibt der Denunziant. Wer damit ge=
meint
iſt, wiſſen Sie. Hiermit iſt die erſte Leſung des
Etats beendigt.
Nächſte Sitzung Samstag 11 Uhr. Tagesordnung
Petroleum=Monopolgeſetz, Interpellationen über die
Koalitionsfreiheit und den Wagenmangel. Schluß
6 Uhr.
* Berlin 6. Dez. Die neunte Kommiſſion
des Reichstages (Zollerleichterungen bei der
Fleiſcheinfuhr) begann heute ihre Arbeiten, vertagte ſich
indes nach kurzer Zeit bis nach Weihnachten, da es ihr
für den Augenblick nicht möglich iſt, zu den vorliegenden
ſozialdemokratiſchen Abänderungsanträgen Stellung zu
nehmen.
* Berlin, 6. Dez. Die Wahlprüfungs=
kommiſſion
des Reichstages beſchäftigte ſich
heute mit der Prüfung der Wahl Becker=Bingen=
Alzey, ohne mit der Beratung zu Ende zu kommen.

Luftfahrt.

Paris, 6. Dez. Bei dem Bankett, welches
der Aeroklub de France geſtern zu Ehren der Teilnehmer
des Gordon=Bennet=Rennens der Frei=
ballons
und Flugmaſchinen abhielt, wurde mitgeteilt,
daß Jack Schneider 100000 Francs für den Grand
Prix für Waſſerflugzeuge geſtiftet habe. 25000
Francs ſollen für ein Kunſtobjekt verwendet werden;
außerdem ſollen drei jährliche Prämien von 25000 Francs
für Sieger geſchaffen werden.

Der Balkankrieg.

Die Friedensverhandlungen.
* London, 5. Dez. Wie das Reuterſche Bureau er=
fährt
, iſt der Vorſchlag Bulgariens, die Friedens=
konferenz
in London abzuhalten, der britiſchen
Regierung mitgeteilt worden, welche ſich damit einverg
ſtanden erklärte und ihre Befriedigung über das Ver=
trauen
der Kriegführenden ausgedrückt hat. Wie ver=
lautet
, ſchlug die Türkei auf der Konferenz bei Tſcha=
taldſcha
zuerſt Konſtantinopel vor, womit Griechenland
einverſtanden war, aber Bulgarien widerſprach. Die bul=
gariſchen
Delegierten ſchlugen darauf London vor. Die=
ſer
Vorſchlag wurde angenommen. Den offiziellen Lon=
doner
Kreiſen iſt nichts bekannt, was die mannigfaltigen
Gerüchte über die angeblichen Friedensbedin=
gungen
beſtätigen könnte.
* Cetinje, 5. Dez. Der königliche Befehl zur Ein=
ſtellung
der militäriſchen Operationen in
allen Gefechtslinien wird im Laufe des Tages den
Truppenkommandanten zur weiteren Verlautbarung mit=
geteilt
. In der Hauptſtadt und auf dem Lande erweckte
die Mitteilung von der vorläufigen Waffenruhe Befrie=
digung
. Der König ernannte drei Delegierte für die Lon=
doner
Friedenskonferenz, die morgen abreiſen.
Die Haltung Griechenlands.
* Athen, 5. Dez. Wie die Agence d’Athen erklärt,
darf die Tatſache, daß Griechenland den Waf=
fenſtillſtand
nicht unterzeichnete nicht als
ein Beweis für die Uneinigkeit unter den Verbündeten
ausgelegt werden. Griechenland legt beſonderen Wert
darauf, daß die Unternehmungen der Flotte
nicht unterbrochen werden, und zwar auf dem Joniſchen
Meer, damit nicht der türkiſchen Armee in Epirus die
Verproviantierung ermöglicht werde, auf dem Aegäiſchen
Meere damit die Türken keine Truppen nach Thracien
transportieren könnten. Indem ſich Griechenland auf die=
ſen
Standpunkt ſtellt, hatte es mehr das Intereſſe aller
Verbündeten im Auge als die eigenen, denn ſämtliche
Verbündeten würden durch die Verſtärkungen der Garni=
ſonen
in den Dardanellen und von Tſchataldſcha geſchä=
digt
ſein. Auch im Einvernehmen mit den Verbündeten
konnte Griechenland keine andere Haltung einnehmen als
dieſe. Was die jetzigen Friedensverhandlun=
gen
anlange, wiſſe man, daß der letzte italieniſch=türkiſche
Vertraa ein genügender Beweis dafür ſei, daß ſolchen
Verhandlungen kein Waffenſtillſtand voranzugehen
brauche. Amtlichen Meldungen zufolge werden ariechiſche
Bevollmächtiate in London an den dort ſtattfindenden
Verhandlungen teilnehmen.
* Paris, 5. Dez. Dem Temps wird aus Konſtan=
itinopel
gemeldet, daß man dort aegen Griechen=
ſland
ſehr aufgebracht ſei und in amtlichen Kreiſen ſo=
gar
die Ausweiſung der Griechen plane. Ueber die Ur=
ſſache
der Haltung Griechenlands ſei man ſich nicht recht
iklar. Die einen nehmen mit lebhafter Genugtuung an.

daß zwiſchen Bulgarien und Griechenland ein tiefgehen=
des
Zerwürfnis herrſche, andere wieder glauben, daß das
getrennte Vorgehen Griechenlands auf einem Einverneh=
men
mit den Balkanſtaaten beruhe und den Zweck habe,
vährend der Friedensverhandlungen die Dardanellen=
Blockade aufrecht erhalten zu können.
Semlin, 5. Dez. Die bulgariſch= griechi=
ſchen
Differenzen rufen in Belgrad Aufregung
hervor, weil man befürchtet, daß die Exiſtenz des Balkan=
bundes
dadurch ernſtlich gefährdet wird. Serbien ſpielt
nach Möglichkeit die Vermittlerrolle. Es iſt aber anzu=
nehmen
, daß der Bund ſchon jetzt während der kommen=
den
Friedensverhandlungen geſprengt werden wird. Da=
zu
wird beitragen, daß auch zwiſchen Serbien und Bul=
garien
eine gewiſſe Rivalität bemerkbar iſt, weil Bul=
garien
die führende Rolle als Hauptmacht auf dem Bal=
kan
haben möchte, was auch Serbien für ſich beanſprucht.
Schließlich berührt in Belgrad die freundliche Haltung
Bulgariens gegenüber Oeſterreich=Ungarn ſehr unange=
nehm
.
Albanien.
* Paris, 6. Dez. Dem Matin wird aus Belgrad
telegraphiert: Die Anſicht der Serben über das künf=
tige
Albanien ſei, daß Albanien in betreff Ser=
biens
und Griechenlands in ähnlicher Weiſe abgegrenzt
werden möge, wie Dalmatien bezüglich der Herzegowina.
Alle Flüſſe und deren Nebenflüſſe, die in das Adriatiſche
Meer münden, ſollen Albanien gehören, alle Flußläufe,
die in den Ochrido=See münden, ſollen Serbien oder
Griechenland gehören. Danach würde die Nordgrenze Al=
baniens
durch eine vom Kap Rodini längs des Matti=
Fluſſes nach Dibra durch das Drin=Tal an dem Weſtufer
des Ochridoſees gezogene Linie gebildet werden und
der See ſelbſt Serbien oder Bulgarien zufallen. Die An=
ſicht
Griechenlands bezüglich der Süd= und Südoſt=Grenze
ſei noch nicht bekannt, doch würde auch dieſe Grenze
nach dem Grundſatz der Waſſerläufe beſtimmt werden.
* Rom 5. Dez. Die Hartnäckigkeit, mit welcher
Griechenland gegen Valona vorgeht. macht
einen ungünſtigen Eindruck auf die öffentliche Meinung
Italiens, welche, da ſie die große Wichtigkeit der Sache
kennt, über die albaneſiſche Frage mit der Regie=
rung
vollſtändig eines Sinnes iſt. Außerdem wiſſe man,
daß jeden Augenblick, wenn es nicht vielleicht bereits ge=
ſchehen
iſt, der italieniſche und der öſterreichiſche Geſandte
in Athen Mitteilungen machen werden, daß Italien und
Oeſterreich es niemals und unter keinen Umſtänden ge=
ſtatten
würden, daß Valona oder die Halbinſel des Kaps
Linguetta und die Inſel Saſſeno von einer Macht beſetzt
und in einen Flotten= oder militäriſchen Stützpunkt um=
geſtaltet
werden. Dieſe Ermahnung wird in der Form
freundſchaftlicher Courtoiſie, aber zugleich in entſchiedener
form abgegeben werden. Man zweifelt nicht daran, daß
Griechenland wird auf ſie hören wollen, um ſo mehr,
als es die freundſchaftlichen Gefühle kennt, welche Grie=
chenland
gegenüber von Oeſterreich und Italien gehegt
verden und die nicht verfehlen werden, Griechenland in
iner anderen legitimen und vernünftigen Forderung zu
unterſtützen. Man rege ſich über Epiſoden, wie die von
Valona, nicht auf, weil man die Aktionsfreiheit der
Kriegführenden vollſtändig anerkenne. Es ſcheint in=
deſſen
in einer Situation, wie ſie gegenwärtig gegeben
iſt und bei den Entſchlüſſen, wie ſie Italien und Oeſter=
reich
faßten, daß gewiſſe Handlungen, die auf die öffent=
iche
Meinung wenig günſtig wirken, beſſer unterblieben
wären.
* Valona, 6. Dez. (Agenzia Stefani.) Die provi=
ſoriſche
Regierung bildete das neue Kabinett
folgendermaßen: Präſidium und Aeußeres: Ismail Ke=
mal
Bey, Vizepräſident ohne Portefeuille: Monſignore
Baccioni, Krieg: Mehmed Paſcha Derhalla, Inneres:
Mufid Bey, Finanzen: Abdi Bey Toptani. Juſtiz: Pie=
tro
Pogra, Unterricht: Guracuechi, öffentliche Arbeiten:
Midhat Bey Braſheri, Poſt und Telegraphen: Lepnoſi,
Ackerbau und Handel: Pandelitzali. Ein Senat, der bis
jetzt aus achtzehn Mitgliedern beſteht, iſt eingeſetzt wor=
en
: zum Präſidenten wurde Zevnel Bey aus Ipek ge=
wählt
. Zu Kommandanten der nationalen Miliz wur=
den
ernannt Iſſa Boljetinaz und Riza Bey. Sämtliche
Wahlen erfolgten in der Nationalverſammlung. Das
Kabinett ſetzt ſich aus zwei Katholiken drei Orthodoxen
und fünf Muſelmanen zuſammen. Sämtliche Gewählten
ſind einflußreiche Perſönlichkeiten. Ganz Albanien iſt
durch ſie im Kabinett vertreten.
Letzte Nachrichten.
H. B. Sofia 6. Dez. Trotz des Waffenſtillſtandes
hat vorgeſtern bei Adrianopel noch ein Gefecht
ſtattgefunden. Die Beſatzung der Feſtung, welche jeden=
falls
noch nichts von dem Abſchluß des Waffenſtillſtandes
wußte, eröffnete auf die Bulgaren ein heftiges Feuer, das
von den letzteren erwidert wurde. Es gelang den Bul=

garen, eine neue Poſition einzunehmen. Geſtern morgen
begaben ſich ſechs bulgariſche Unterhändler zu dem Kom=
mandanten
von Adrianopel und verſtändigten ihn von
dem Waffenſtillſtand. Heute wird eine Zuſammenkunft
von Belagerern und Belagerten ſtattfinden, in der die
gegenwärtige Belagerungslinie und die beiderſeitigen
Poſitionen feſtgeſtellt werden ſollen.
* Wien, 6. Dez. Die Geſandten Oeſter=
reich
=Ungarns und Italiens in Athen
unternahmen geſtern, wie der Vertreter des Wolffſchen
Bureaus von zuſtändiger Seite erfährt, bei der griechi=
ſchen
Regierung Schritte, wobei ſie mitteilten, daß ihre
Regierungen in die Beſetzung Valonas und der Inſel
Saſeno nicht einwilligen könnten.

Vermiſchtes.

Zum Einkauf der Feſtgeſchenke. Der
Verein für Handlungskommis von 1858 (Kaufmänniſcher
Verein) richtet an das kaufende Publikum die Bitte, den
Weihnachtseinkauf möglichſt frühzeitig und am Platze vor=
zunehmen
. Wird der Einkauf auf die letzten Tage ver=
ſchoben
, ſo leiden nicht nur die Arbeiter und Arbeiterinnen
in den Fabriken und Werkſtätten und das Verkaufsperſo=
nal
in den Ladengeſchäften unter der kaum zu bewältigen=
den
Arbeit, ſondern auch der Käufer hat Nachteile, weil
manche Waren vergriffen oder nur noch in minderwertigen
Reſten vorhanden ſind. Auch kaufe niemand nach 8 Uhr
abends und am Sonntag. Der geringfügige Zwang, den
ſich jeder hierdurch auferlegt, träat dazu bei, daß viele
Tauſende Geſchäftsinhaber und Angeſtellte vor Erſchöp=
fung
bewahrt werden und ihnen dadurch die eigene Freude
am Weihnachtsfeſte nicht genommen wird. Durch Abkehr
von Konſumenten=Rückſichtsloſigkeiten tut das kaufende
Publikum ein gutes Werk zum Wohle des Nächſten.
Deutſche Fabrikate im Ausland. Der
Oberſtſtallmeiſter einer großen Reſidenzſtadt ließ einen der
erſten Sattlermeiſter zu ſich entbieten, um wegen Repara=
tur
mehrerer Sättel mit ihm zu ſprechen. Bei dieſer Ge=
legenheit
bemerkte er: Dieſe engliſchen Sättel ſind
doch hervorragend gearbeitet auf deutſchen Sätteln
hat man keinen Sitz. Der Sattlermeiſter lachte. Der
Oberſtſtallmeiſter, von dieſem unehrerbietigen Benehmen
überraſcht, fragte nach dem Grunde. Statt einer Ant=
wort
, nahm der Sattlermeiſter ſein Federmeſſer, trennte
eine Naht auf und zeigte ſein Fabrikzeichen und ſeinen
Namen. Der Sattel war alſo deutſche Arbeit.
Wie hier, ſo geht es ſehr oft auch mit anderen Fabri=
katen
. So werden zum Beiſpiel Lederhandſchuhe
in enormen Quantitäten nach Amerika uſw., aber auch
nach England und Frankreich verſandt; dort erhalten ſie
einen ſchönen franzöſiſchen Stempel, die Preiſe werden
entſprechend erhöht und viele deutſche Damen beziehen
ſolche ausländiſche Waren mit beſonderer Vorliebe.
Möchten ſich ſolche Käuferinnen doch darüber klar ſein, daß
ſie durch ihr Vorgehen Fremden die Taſchen füllen. Die
deutſche Handſchuh=Induſtrie konkurriert auf dem Welt=
markte
erfolgreichſt mit den beſten auswärtigen Marken
und wenn Amerikanerinnen, Engländerinnen und
Franzöſinnen unſere Fabrikate gerne tragen, warum dann
nicht auch unſere eigenen Landsleute? Deutſche Hand=
ſchuhe
bilden, mit vielen anderen Artikeln, einen mächtigen
Faktor im deutſchen Wirtſchafts=Leben die deutſche
Damenwelt, die ſich neuerdings ſo gerne auf ſozialen
Gebieten betätigt, ſollte doch die Erzeugniſſe des eigenen
Landes kaufen und dadurch deutſchen Fleiß und
deutſche Arbeit unterſtützen.
Das Pollardſyſtem. Man ſchreibt uns:
Auch in unſerem engeren Vaterlande breitet ſich alſo
der Nüchternheitsgedanke zum Wohl der Allgemeinheit
immer mehr aus. Heſſen marſchiert teilweiſe an der
Spitze der Bundesſtaaten, wenn auch nicht in der Zahl,
ſondern dadurch, daß in Heſſen als in dem erſten deut=
ſchen
Bundesſtaate das Pollardſyſtem eingeführt
worden iſt. Es wird nämlich ſolchen Verurteilten, die
unter dem Einfluß des Alkohols ihre Tat begangen haben,
aber verſprechen. auf einen längeren Zeitraum hin ſich
aller geiſtigen Getränke zu enthalten, bei auter Führung
die Strafe aanz oder teilweiſe erlaſſen. Stephenſon Pol=
ard
, ein Amerikaner, hat dieſes Syſtem erfunden, und es
hat ſchon ganz gute Erfolge gezeitigt.
* Papier aus Bambus. Pavier, hergeſtellt
aus Bambusrohr, wird bald etwas Alltägliches ſein. Vor
nicht gar zu langer Zeit ſandte eine Edinburger Firma
zwei vollſtändige Maſchinenanlagen nach dem fernen
Oſten, die für die Bearbeitung von Bambusrohr zu Pa=
pier
eingerichtet ſind. Die eine der Maſchinen ſtellt die
Papiermaſſe her, die andere weißes Papier. Die Fabrik
wird in der Nähe von Kagi in Japan errichtet. Sie wird

Und als die Rede auf die Vorgänge am Balkan kam, nickte
Carmen Sylva nachdenklich und erklärte dann plötzlich:
Ich allein, ich ganz allein, habe von Anfang an an den
Triumph der Balkanvölker geglaubt: Alles in meiner Um=
gebung
war der feſten Ueberzeugung, daß ſie geſchlagen
werden würden. Der Italiener mußte von ſeinen Ein=
drücken
berichten, die er bei ſeinen Fahrten in Bulgarien
lund auf dem Kriegsſchauplatz gewonnen hat. Die Köni=
gin
lauſchte aufmerkſam, dann aber ſagte ſie: Ich habe
immer die Zähigkeit dieſes wackeren Volkes bewundert,
das, von ſchwerer Landarbeit gebeugt, in ſteter Geduld
in ſich das heilige Feuer einer wundervöllen Vaterlands=
liebe
wach zu erhalten wußte; auch wir müſſen uns be=
mühen
, das Nationalbewußtſein in unſerem Volke zu
pflegen. Ich habe niemals an die Erneuerung der Türkei
geglaubt, an dieſe Erneuerung, die nach dem Triumphe
des konſtitutionellen Regimes ein Dogma geworden zu
ſein ſchien. Mir wollte ſcheinen, als ob dieſe Umwand=
lung
nur jenen ſchweren Zerſetzungsprozeß beſchleunigen
müßte, denn ich glaube nicht, daß der mohammedaniſche
Geiſt mit den Prinzipien moderner Ziviliſation ſich ver=
einigen
kann. Und dabei kenne ich die vielen ſchönen
moraliſchen Eigenſchaften des türkiſchen Volkes und muß
ſein tragiſches Geſchick beklagen. Aber Gefühle ſcheitern
an den harten Notwendigkeiten der Politik. Das Wör=
terbuch
der Politik iſt beſchränkt; und das Wort Barm=
herziakeit
fehlt. Die Politik iſt wie eine Spinne; ſie iſt
ein Raubtier. In der Politik wird alles geopfert, der
eigene Freund, der eigene Bruder, die eigene Frau, das
eigene Gewiſſen; nur ſich ſelbſt darf man nicht opfern.
** Wie Könige ſchlafen erzählt der Corriere della
Sera ſeinen Leſern. Vom deutſchen Kaiſer wird berichtet,
daß er faſt ſtets in einem ſchlichten Feldbett ruht; König
Viktor Emanuel ſchläft in einer kleinen beſcheidenen
eiſernen Bettſtelle in einem ſehr einfachen Zimmer, das
keinen anderen Schmuck zeigt, als ein paar Käſten mit
Medaillen. Origineller verbringt der König der Belgier
ſeine Nachtruhe, denn er ſchläft häufig in einer Hänge=
matte
. Doch den Rekord des einfachen Leben? ſtellt an=
ſcheinend
der neue Mikado auf, der auf flacher Erde auf

einem einfachen Teppich ruht und als Kopfunterlage ein
paar zuſammengebundene Bambusſtäbe benutzt. Ganz
anders wie dieſe gekrönten Häupter verbringt ein unge=
krönter
König, Rockefeller, der Petroleumkönig, ſeine
Nacht. Er ſchläft in einem Zimmer, das im oberſten Stock
ſeines Palaſtes liegt; man kann dieſes Tuskulum nur er=
reichen
, wenn man eine ganze lange Reihe von Zimmern
durchſchreitet. Und in dieſen Zimmern ſtehen nachts
Wächter, die den Schlaf des Milliardärs behüten. Die
ganze Nacht hindurch ſpielen Scheinwerfer und leuchten
Bogenlampfen, um das Gebiet rings um Rockefellers
Burg zu erhellen. Wächter patrouillieren in den Gärten;
und außerdem ſind noch zwei Leibjäger, ein Irländer
und ein Schweizer, bereit, den Schlaf des Herrn mit ihrem
Leben zu verteidigen. Denn der ungekrönte König bedarf
einer doppelt königlichen Bewachung . . .
* Die Autoren im Kientopp. Nachdem der Schutz=
verband
deutſcher Autoren durch plötzlichen Frontwechſel
in das Lager der Filmdramatiker abgeſchwenkt iſt, wird
Paul Lindau der erſte ſein, der auf die Lichtſpielbühne
hüpft. Wie die Erſte internationale Filmzeitung mit=
teilt
, wird ſein minderwertiges und verfehltes Schauſpiel
Der Andere in dem ein Staatsanwalt bei ſich ſelbſt
einen Einbruch verübt, ſich offiziell in ein Kinodrama ver=
wandeln
. Paul Lindau findet in Albert Baſſermann
ſeinen Hauptdarſteller. Baſſermann, der bisher gegen
das öffentliche Photographiertwerden eine bei Schau=
ſpielern
ſonſt ſeltene Antipathie bekundet hat, wird ſich
nun auf der weißen Leinwand in ſeinen mimiſchen Kün=
ſten
zeigen.

Roda Roda.

Alexander Roda Roda trägt immer noch eine knall
rote Weſte und immer noch das goldumrandete Monokel
im Auge. Nur der Weſtenausſchnitt iſt erweitert worden,
in gleichem Maße wie ihr Träger in die Breite ge=
gangen
iſt, ein Beweis, daß das humorvolle Dichten und
Leben und die Vortragsreiſen ſehr bekömmlich ſind und
gut anſchlagen Sonſt iſt er der geblieben, als der er
uns ſeit Jahren bekannt und vertraut iſt aus ſeiner ſchrift=

ſtelleriſchen und dichteriſchen Tätigkeit und perſönlich von
ſeinem eiſten Beſuch in Darmſtadt, der ſeiner Vortrags=
kunſt
eine ſo zahlreiche Gemeinde hier ſchuf. Der geiſt=
und gemütvolle Humoriſt, der flotte, unerſchöpfliche und
unermüdliche Erzähler und der feine, aber ſcharfe Satiriker,
der oft bis an die äußerſten Grenzen geht, dem aber keiner
eben etwas verübeln kann, weil er ſeine ſcharfen Pfeile
nicht vergiftet, wohl aber verzuckert durch den bezwingend
liebenswürdigen, heiteren Humor.
Und aktuell iſt er auch geblieben. Leitete er damals,
beim erſten Beſuch, als die Zündholzſteuer die benzin=
getränkten
Taſchenfeuerzeuge geboren hatte, den Abend
mit launiger Erzählung über dieſe ein und darüber, wie
er zum Schrecken aller mit Benzin handelnden Drogiſten
und Krämer geworden war, ſo gab ihm heuer ds: Balkan=
krieg
willkommenen Stoff zue Einleitung. Von einer
höchlichſt ernſt klingenden ſatiriſchen Vorleſung über die
Balkanvöller gings in der Erzählung Der Großpapa
zu einer treffenden Skizzierung der dortigen Situation:
Großpapa Oeſterreich mit dem gewaltigen Stecken
den kleinen Lausbuben Serbien fürchterlich drohend,
dieſer aber läßt ſich nicht einſchüchtern; er
ſchimpft und ſpuckt und wirft mit Steinen
und Großpapa macht die Drohung nicht wahr, er läßt
den erhobenen Arm ſinken. Und dann, ja dann gings
hinüber aufs Gebiet der hohen Diplomatie, von hier auf
die Religion, in ganz wahl= und regelloſen Sprüngen
zur Wiſſenſchaft, zur Geißelung des Hurra=Patriotismus
und der Unterwürfigkeit, zu einer köſtlichen Schilderung
des alphabethiſchen Hausſtandes des Poſtmeiſters Kubalke.
Dann kam wieder die Wiener Theaterzenſur unter die
eißel ſeiner Satire und zum Schluß folgte eine Blüten=
leſe
ſeiner humoriſtiſchen Kleinkunſt, ein wahres Brillant=
feuerwerk
aus Witz, Humor und Satire.
Roda Roda iſt kein Vortragsredner, oder er iſt einer,
der eine Klaſſe für ſich bildet; er hat ſich eine ganz eigene
Kunſt geſchaffen, ſeine Geiſteskinder dem Publikum zu
vermitteln. Es war wohl keiner im Saal, der nicht der
Ueberzeugung war, daß Roda Roda ſeiner Muſe der
beſte Interſäret iſt.
M. Ste

[ ][  ][ ]

anfangs 300 Tonnen Papiermaſſe im Monat herſtellen,
kann aber für größere Erzeugung umgeändert werden.
Das Papier ſelbſt wird allerdings in Formoſa hergeſtellt
und die Papiermaſſe wird in Rollen oder Platten nach
den Papierfabriken von Kobe geſchafft. Man iſt in Ja=
pan
der Anſicht, daß die eigene Papierfabrikation in ab=
ſehbarer
Zeit erfolgreich gegen die britiſche und amerika=
niſche
Einfuhr aufkommen kann. Eins muß jedoch be=
rückſichtigt
werden, nämlich, daß die Fabrikation von
Papier aus Bambusrohr ſich bedeutend teurer ſtellt als
die aus Holz. Aber auch hier werden ſich allmählich
Verbeſſerungen anbringen laſſen, die die Fabrikation ver=
billigen
werden. Die Vorräte an Bambus ſind ſo gut
wie unerſchöpflich. Die Bambuspflanze läßt ſich mit
Leichtigkeit anpflanzen. Die Papiermaſſe ſieht ſehr gut
aus und ſoll ein ſehr gutes Papier liefern.

Literariſches.

Reit=Erinnerungen von G. J. Whyte=
Melville und K. von Keudell. Achte Auflage,
völlig neu bearbeitet und weſentlich erweitert von Freiherr
H. A. von Eſebeck, Rittmeiſter im 2. Pommerſchen
Ulanen=Regiment Nr. 9. Mit 81 Abbildungen auf 48
Kunſtdrucktafeln. In Ganzleinen gebunden 8 Mk. Verlag
von W. Vobach u. Co., Leipzig. Die Reit=Erinnerungen
ſind ein Kompendium der geſamten Wiſſenſchaft des
Sports in Rot der geſamten Jagd=Reitkunde. Der erſte
und zweite Teil des Werkes enthält mehr theoretiſche Ab=
handlungen
, während der dritte Schilderungen von Reit=
jagden
hinter den Hunden in England und Wales, Ir=
land
, Deutſchland, Oeſterreich, Italien und Schweden
darbietet. Beim Leſen dieſer begeiſternden Darſtellungen
galoppiert man im Geiſte unwillkürlich mit über die grü=
nen
Matten Irlands, über die hiſtoriſche römiſche Cam=
pagna
oder das ſonnenbeſchienene Eis des Mälarſees in
Schweden und genießt alles Entzücken der Verfaſſer mit.
Nicht beſſer können für den jung erhaltenden, nervenſtär=
kenden
Reitſport neue Freunde und Anhänger geworben
werden, als durch Verbreitung dieſes prächtigen Buches.
Man braucht nicht ſelbſt Reiter zu ſein, um Genuß an
dieſen flüſſig und flott geſchriebenen Reit=Erinnerungen
zu haben, und man kann ſich nur von Herzen freuen, daß
das Grüne Buch unter welchem Namen es ſeit langem
in Sportkreiſen bereits bekannt iſt, mit jedem Jahre, mit
jeder Auflage mehr Anhänger gewinnt.
Die klaſſiſche Dichtung der Griechen.
Von Profeſſor Dr. Karl Heinemann. Taſchenausgabe.
In Leinwand gebunden Preis 1,20 Mark. Verlag von
Alfred Kröner in Leipzig. Der Verfaſſer hat ſich die ſchöne
Aufgabe geſtellt, die von Laien oft aufgeworfene Frage zu
beantworten, warum man denn eigentlich Griechiſch lernt:
er hat die Aufgabe glänzend gelöſt durch den Nachweis,
daß es nichts größeres gibt als die Dichtung der alten
Griechen, und er bringt dieſen Nachweis in einer Dar=
ſtellung
, welche die Lektüre zu einem äſthetiſchen Genuß
geſtaltet. So wird das Buch den Vielen, die des Griech=
iſchen
unkundig ſind, eine Welt von Schönheit erſchließen,
aber auch die Kenner der Originaltexte werden viele und
wertvolle Anregungen finden.
St. B. Stanton, Seele und Welt. Ins
Deutſche übertragen von O. Knapp. Preis geh. 3 Mk.,
geſchmackvoll geb. 4 Mk., in Leder 5 Mk. Verlag von Ju=
lius
Hoffmann in Stuttgart. Stanton iſt in Deutſchland
als ein Autor bekannt geworden, der, was Kraft und
Originalität ſeines Denkens anbelangt, wohl neben ſei=
nem
berühmten Landsmann Emerſon genannt werden
darf. Seine unter dem Titel Werte des Lebens erſchie=
nenen
Eſſays wurden allgemein mit großem Beifall, ja
mit Begeiſterung aufgenommen. Ihr Inhalt ſind die
reichen Wechſelwirkungen, die das Innenleben mit der
Außenwelt verknüpfen und in denen die meiſten Men=
ſchen
ſich ſo übel verwirren, wenige nur überſichtliche, rein=
liche
, befriedigende Verhältniſſe zu gewinnen und zu er=
halten
vermögen. Für alle, denen es ein Bedürfnis iſt,
ihr Inneres durch Nachdenken zu klären und zu feſti=
gen
, für alle, die in der Kunſt des Lebens tüchtig werden
wollen, iſt Stantons neues Buch eine ſchöne und reiche
Gabe; es iſt ein Born geiſtigen Genuſſes, Nahrung für
hungernde Seelen, nach der ſie mit großer Freude greifen
werden.
Der Baumeiſter, Monatshefte für Architektur
und Baupraxis, herausgegeben von Arch. Janſen und
Müller, Berlin. Vierteljährlich 6 Mark, einzelne Hefte
(mit zirka 40 Abbidungen und 10 Tafeln) 3 Mark. Verlag
von Georg D. W Callwey, München. Das neue Heft des
Baumeiſter, womit dieſes führende Fachblatt der künſt=
leriſch
denkenden und ſchaffenden Architekten, jetzt unter
der Redaktion des langjährigen Herausgebers der Archi=
tektoniſchen
Rundſchau, Architekt Karl Zetſche=Berlin,
ſeinen elften Jahrgang beginnt, bietet hinſichtlich der
Auswahl der zur Publikation vorgeſehenen Projekte
intereſſante Vergleichsmöglichkeiten zwiſchen moderner
norddeutſcher und ſüddeutſcher Baukunſt. Das veröffent=
lichte
Material übertrifft in dieſem Hefte die früheren
Jahrgänge an Fülle, ſo daß die unter der neuen Schrift=
leitung
in Ausſicht geſtellte Programm=Erweiterung ſchon
jetzt eine ganz beſondere Reichhaltigkeit und Gediegenheit
für den 11. Jahrgang des Baumeiſter erwarten läßt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Gießen, 6. Dez. Ein Poſtbote ſtieß auf ſeinem
Rade mit einem Automobil zuſammen und
wurde ſo ſchwer verletzt, daß er nach einigen Stunden
ſtarb. Den Führer des Automobils ſoll keine Schuld
treffen.
* München, 6. Dez. Die Korreſpondenz Hoffmann
meldet: Die von der heutigen Berliner Morgenpoſt ge=
brachte
Nachricht, daß der Staatsminiſter Freiherr von
Hertling bei ſeinem letzten Vortrag beim Prinzregen=
ten
am vergangenen Mittwoch ſein Demiſſions=
geſuch
eingereicht habe, iſt ebenſo, wie alle daran ge=
knüpften
Vermutungen, vollkommen aus der Luft ge=
griffen
.
* Königſtein bei Tauberbiſchofsheim, 6. Dez. Don=
nerstag
nacht gegen ½1 Uhr wurden durch ein Feuer
fünf Wohnhäuſer und ſechs Scheunen ein=
geäſchert
Man vermutet Brandſtiftung.
* Karlsruhe, 6. Dez. Der Karlsruher Zeitung zu=
folge
iſt der Wirkliche Geheime Rat Dr. theol. und Dr,
jur. h. c. Wieland, Mitglied des evangeliſchen Ober=
kirchenrates
von Baden, im 86. Lebensjahre geſtorben.
* Freiburg i. Br., 6. Dez. Dem Jeſuitenpater Co=
hauß
, der ſeit Anfang dieſer Woche allabendlich vor
30004000 Zuhörern in der ſtädtiſchen Kunſt= und Feſt=
halle
religiös=wiſſenſchaftliche Vorträge
hielt, wurde heute eine bezirksamtliche Verfügung des
Kultusminiſters zugeſtellt, wonach ſeine Vorträge
im Widerſpruch mit der Bundesratsbeſtimmung vom
23. November ſtehen und mit Rückſicht darauf zu unter=
bleiben
haben. Nach Geltendmachung der Beſtim=
mung
, daß Bundesratsbeſchlüſſe erſt 14 Tage nach ihrer

Veröffentlichung in Kraft treten, wurde der heutige Vor=
trag
noch erlaubt, in Zukunft werden aber derartige Vor=
träge
in Baden nicht mehr geſtattet werden.
* Breslau, 6. Dez. Die Schleſiſche Zeitung meldet
us Neurode: In der Rubengrube verunglückten
durch Kohlenſäureausbruch 18 Bergleute; 3 davon
ſind tot.
* Beuthen, 6. Dez. Das Schwurgericht ver=
urteilte
nach dreitägiger Verhandlung den 54jährigen
Koksmeiſter Richard Podkowa aus Schwientochlowitz
zum Tode. Podkowa hatte in der Nacht zum 28. Juli
in der Kokſerei der Bothlemfalvahütte den rutheniſchen
Arbeiter Malinitſch in einen Koksofen geſtoßen, wo dieſer
vollſtändig verkohlte.
* London, 6. Dez. Die Weſtminſter Gazette ſchreibt
zur kanadiſchen Flottenpolitik: Die einzig
wahren Bündniſſe für das britiſche Reich ſind ſolche mit
ſeinen eigenen Völkern in den überſeeiſchen Ländern.
Auf dieſer Baſis wird das Reich nicht in den europäiſchen
Militarismus hineingezogen, ſondern ſich nach dem eige=
nen
Prinzip entwickeln. Man bringe die Staatsmänner
unſerer Dominions in verrrauliche Beziehungen zu den
auswärtigen Angelegenheiten, ſage ihnen alles und gebe
ihnen entſprechende Stimme und ihre Stimme wird
ſicherlich für den Frieden und die Mäßigung ſein. Das
kanadiſche Volk will nicht in das europäiſche Spiel ver=
wickelt
werden, es will nur genügende Sicherheit um in
Frieden zu leben und ſich wirtſchaftlich entwickeln zu
können. Europa darf daher über die neuen Entwickelun=
gen
der britiſchen Macht nicht beunruhigt ſein, denn ſie
müſſen am Ende unvermeidlich den rein europäiſchen
Abenteuern Englands Einhalt tun.

Berlin, 6. Dez. Der neue Vorſtand der Berliner
Sezeſſion konſtituierte ſich geſtern und wählte ein=
ſtimmig
Paul Caſſirer zum Präſidenten.
Berlin, 6. Dez. In der Wohnung Karl Fren=
zels
ſind anläßlich ſeines 85. Geburtstages unzählige
Glückwünſche und Blumenſpenden eingegangen. Der
Verein Berliner Preſſe, zu deſſen Gründern Frenzel ge=
hört
, entſandte ſeinen Vorſtand.
Berlin, 6. Dez. In einer Automobilgarage in der
Bergſtraße fand geſtern abend eine große Benzin=
exploſion
ſtatt. Infolge davon brach in dem Ge=
bäude
der zugehörigen Fabrik Großfeuer aus, zu deſſen
Bekämpfung die ganze Neuköllner Feuerwehr aufgeboten
werden mußte.
HB. Dresden, 6. Dez. In der Nähe des Kurhauſes
Weißer Hirſch hat ſich heute ein ſchweres Automo=
bilunglück
zugetragen: Der Mühlenbeſitzer Hering
aus Pirna ſteuerte ein großes Auto den ſteilen Weg
herab, vermochte aber nicht die an der Straße befindliche
ſcharfe Kurve an einer Brücke zu gewinnen. Das Ge=
fährt
ſtreifte das ſteinerne Brückengeländer und wurde
vollſtändig zertrümmert. Von den Inſaſſen wurde der
Sohn des Mühlenbeſitzers Hering, ferner der Fabrik=
beſitzer
Schmidt und der Fabrikbeſitzer Hanke aus Pirna,
ſowie ein Fräulein Schleſinger aus Dresden ſchwer, zum
Teil lebensgefährlich verletzt. Sämtliche Ver=
letzten
wurden nach Dresden in ein Krankenhaus ge=
bracht
, wo der junge Hering bereits geſtorben ſein ſoll.
HB. Gera. 6. Dez. Heute, wo im Landtag Reuß
jüngere Linie die Verhandlungen über die Abänderungen
des Landtagswahlgeſetzes begonnen wurden, fanden hier
umfangreiche Kundgebungen zugunſten des bis=
herigen
Wahlrechts ſtatt. Scharen von Arbeitern
zogen gegen Mittag durch die Straßen und demonſtrier=
ten
vor dem Landtagsgebäude gegen die Wahlreform.
Der Lärm der Volksmenge drang bis zum Sitzungsſaal,
wo gerade der Staatsminiſter die Vorlage beſprach. Der
Lärm behinderte die Ausführungen des Miniſters und
auch die Reden der Abgeordneten wurden durch das Ge=
ſchrei
beeinträchtigt. Die Verhandlungen werden morgen
fortgeſetzt.
IIB. Peſt, 6. Dez. Geſtern abend iſt hier ein junges
Ehepaar, Ludwig Ripp und Frau, unter auffallenden
Umſtänden geſtorben. Der Arzt hatte Typhus kon=
ſtatiert
, es ſtellten ſich aber Vergiftungs= Sym=
ptome
heraus. Das Ehepaar hatte vor einigen Tagen
in Gödöllö einer Hochzeit beigewohnt, wo eine Torte
verabreicht wurde, die wahrſcheinlich Giftſtoff enthielt.
Nicht weniger als 10 Familien, die davon gegeſſen hatten,
ſind erkrankt. Die drei Kinder des Gödöller Kreisarztes
Dr. Szhon liegen im Sterben, der Sohn des Holzhänd=
lers
Braun aus Gödöllö iſt ebenfalls ſchwer erkrankt.
Die Schweſter des Bräutigams und noch vier oder fünf
andere Perſonen aus Peſt liegen gleichfalls ſchwer krank
danieder.

Briettaſten.

H. H. 30. Sprechen Sie doch bitte einmal auf unſe=
rer
Redaktion vor. (Sprechſtunden 9½10½ und 5 bis
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Die Verjüngung der Geſichtshaut.

Ein zeitgemäßer Wink.
Die Geſichtshaut erneut ſich bekanntlich dadurch, daß
die oberſte Hautſchicht ſich losſchält und durch eine neue
zarte Schicht erſetzt wird. Beſonders im Sommer tritt
dies in deutlich bemerkbarer Weiſe auf. Dieſen natürlichen
Vorgang nun kann man beſchleunigen bezw. jederzeit
künſtlich hervorrufen, wenn einem daran gelegen iſt, den
unſchön gewordenen Teint ſamt Sommerſproſſen, Mit=
eſſern
, Pickeln uſw. ſchnell loszuwerden und durch eine
ſammetweiche neue Haut zu erſetzen. Irgendwelche koſt=
ſpielige
oder umſtändliche Manipulationen ſind dazu gar
nicht notwendig. Man verwende einfach reines Parinol=
wachs
, von dem man ſich eine entſprechende Quantität
bei jedem Apotheker oder Drogiſten holen läßt.
Trägt man reines Parinolwachs des Abends ſtatt der
üblichen Cold Cream auf und wäſcht es morgens ab, ſo
nimmt dies alle Hautunreinigkeiten mit und hinterläßt
eine roſige, zarte Geſichtshaut. Infolge der vollkommenen
Reizloſigkeit u. Unſchädlichkeit des reinen Parinolwachſes
wird die Haut an und für ſich durch dieſen Vorgang in
keiner Weiſe angegriffen, nur die unſchöne alte Hautſchicht
mit ihren Unreinigkeiten wird ſozuſagen aufgeſaugt. (25057

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Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. am weißen Turm.
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4022a

Der Stadtauflage heutiger Ausgabe
unſeres Blattes liegt der Weihnachtspro=
ſpekt
der bekannten Firma Heinrich Lautz hier, Ecke
Rhein= und Grafenſtraße bei, über Kontor= und Büro=
Einrichtungen, deſſen Durchſicht infolge ſeiner Reich=
haltigkeit
ſehr empfehlenswert iſt und worauf hiermit
hingewieſen wird.
(25189

Der Geſamtauflage dieſer Nummer liegt ein
Proſpekt bei von der Firma Schade & Füll=
grabe
, Frankfurt a. M., Filiale Darmſtaot, be=
treffend
Kolonialwarenpreisliſte, worauf hiermit hinge=
(25127
wieſen wird.

[ ][  ][ ]

Zur mode derprhuf.
Moden pflegen ſich raſch zu ändern! Auch die Mode
der Friſur iſt häufigem Wechſel unterworfen. Daß aber
das Haar der: Dame dazu dient, die Vorzüge des Kopfes
und des Antlitzes hervorzuheben und etwaige Mängel zu
verhüllen, das iſt das ungeſchriebene Geſetz und der tiefe
Sinn der jeweiligen Friſur. Wenn wir Formen auf=
tauchen
ſehen, denen jede logiſche Berechtigung fehlt, ſo
ändert dies an obiger Tatſache nichts, ſondern es iſt nur
ein Grund mehr, daß Damen im Bedarfsfalle ſich an die
richtige Stelle wenden ſollen. Hatte es vor wenigen
Monaten noch den Anſchein, als wollte der durch mehrere
Saiſons in der Haarmode dominierende Lockentuff als
eiſerner Beſtand der mondänen Dame trotz aller feind=
lichen
Angriffe das Feld behaupten, ſo hat er ſchließlich
doch weichen müſſen. Seit ſein Umfang in das Formloſe
ging, nahm er den Todeskeim in ſich auf, und ſein Schickſal
war beſiegelt.
Der elegante und graziöſe Lockentuff, dekr, geſchickt
angebracht und geordnet, dem Kopfe der Dame beſtechende
Reize verleihen konnte, war leider zu einer platten Ge=
ſchmackloſigkeit
, zu einem monſtröſen Bau ausgeartet
und dieſe Aufblähung wurde ihm verderblich.
Aber auch die neue Friſur bietet Mittel in Fülle, um
den geſchickten Damenfriſeur in ſeiner Aufgabe zu unter=
ſtützen
, Geſicht und Kopf einer Dame ideal zu geſtalten.
Da bietet vor allem die Wellung des Haares eine Korrek=
tur
aller harten Linien, die die Wohlgefälligkeit des Ant=
litzes
beeinträchtigen, ſowie auch eine Erleichterung beim
Selbſtfriſieren. Eine fachmänniſch ausgeführte natur=
gemäße
Wellung iſt außerordentlich dauckhaft und dem
Eigenhaare zuträglich.
Auch die ondulierten Erſatzteile bilden eine unver=
gleichliche
Erleichterung bei der Herſtellung der Friſur.
Von der Transformation, der ſuperioren Meiſtelleiſtung
des modernen Friſeurs bis herab zur einfachen Unterlage,
iſt das gewellte Haar das einzig vorteilhafte Material,
das zur Herſtellung moderner Haarerſatzteile verwendbar
iſt. Selbſtverſtändlich iſt eine über das Maß gewerblichen
Dilettantismus hinausgehende Summe von techniſchen
Fertigkeiten und genaue Kenntnis des Materials erfor=
derlich
, um der Kundſchaft auf dieſem Gebiete gewiſſe
Garantien zu bieten.
Jede Dame, die nicht allein im Sinn hat, nur die
Mode mitzumachen und ſie durch Tragen von unfach=
männiſch
gearbeiteten Hilfsmitteln zu verunſtalten, ſondern
die gleichzeitig auf künſtleriſche Gediegenheit ihrer ganzen
Toilette Wert legt, ſollte ſich daher nur von einem an=
erkannten
Fachmann beraten und belehren laſſen.
Es kann nicht gleichgültig ſein, ob ein Haarerſatzteil
bequem oder umſtändlich in der Anwendung iſt. Im Heim
und auf der Reiſe zweckmäßige Gegenſtände zur Verfügung
zu haben, iſt ein Vergnügen ſie mit Schönheitsſinn aus=
geführt
tragen zu können, ein Genuß. Es iſt deshalb
durchaus berechtigt, von dem Handwerk des Friſeurs als
von einer Kunſt zu ſprechen und in ſeinem Friſeur den
Künſtler aufzuſuchen. Die richtige Anwendung ſeiner
Kunſt iſt dem Friſeur jedoch nur dann möglich, wenn
Fachkenntnis und Geſchmack ſich glücklich in ihm vereinen,
wenn er ferner in der Lage iſt ſeiner Kundſchaft ein
reichhaltiges und mannigfaches Lager zu bieten, um den
Wünſchen der Damen in jeder Beziehung Rechnung
tragen zu können.
Die unten erwähnte Firma hat den Ruf, den ſie bei
ihrer ausgedehnten Kundſchaft beſitzt, vollauf zu wahren
gewußt und es zu einer hohen Stufe künſtleriſcher
Leiſtungsfähigkeit gebracht und es dabei verſtanden, durch
Verarbeiten der beſten Rohmaterialien aus größten Pred
parierwerkſtätten ihre Preiſe (trotz der ſtetig ſteigenden
Preiſe für gute Rohmaterialien) immer noch außerordent=
lich
minimal und preiswürdig zu halten.
(25176
Hugo Ortmann
vorm. (V. Grab L. Nachtigall)
Wilhelminenſtraße 13.
Telephon 959.

Keritrire e ee
114 und Sonntags von 104 Uhr.

für Spesial-Auskinkte, Ar.
Detektiv-Institut mittelungen, Beobachtungen
u. Vertrauens-Angel egenheiten.
Uebernahme nur einwandtreier Aufträge, Gakall für
gevissenuafte Trledigung. Kiesstr. 34 I. Tel. 1668. (V1134

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Eineinnati, vom Mittelmeer, 3. Dez.
7 Uhr 45 Min. morgens in New=York. Dortmundt,
von Port Arthur kommend, 4. Dez. 5 Uhr 25 Min.
morgens auf der Elbe. Kaiſerin Auguſte Vietoria
3. Dez= 9 Uhr morgens in New=York. Bosnia‟ 4. Dez.
11 Uhr morgens von Boſton nach Baltimore. Motor=
ſchiff
Chriſtian X. 3. Dez. 12 Uhr 15 Min. mittags
von Philadelphia nach Hamburg. Craigvar 3. Dez.
9 Uhr 45 Min. morgens in Baltimore. Graf Walder=
ſee
von Philadelphia und New=York kommend, 5. Dez.
9 Uhr 45 Min. morgens aaf der Elbe. Prinz Oskart
4. Dez. 11 Uhr 15 Min. morgens von Philadelphia nach
Hamburg. Eleveland, erſte Weitreiſe, 5. Dez. morgens
von Kalkuttta.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam‟ 4. Dez. 10 Uhr vorm. von Plymouth ab=
gegangen
. Nieuw Amſterdam 4. Dez. vorm. in New=
York eingetroffen. Noordam‟ 1. Dez. 11 Uhr 20 Min.
vorm. Lizard paſſiert. Ryndam 29. Nov. vorm in
Rotterdam eingetroffen. Potsdam 3. Dez. von New=
York abgegangen..

Heute ſtarb nach kurzer, ſchwerer Krank=
heit
unſer liebes, gutes Töchterchen, Enkelchen
(*13662
und Nichtchen
Katharina.
Um ſtilles Beileid bittet
im Namen der trauereden Hinterbliebenen:
Ludwig Schmelz.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1912.
Dieburgerſtraße 13.
Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag
4½ Uhr ſtatt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich ſeit geſtern nicht weſentlich
verändert. Die nördliche Depreſſion ſcheint, ohne unſer
Wetter ſtärker zu beeinfluſſen, nordoſtwärts abzuziehen.
Im Bereich des kontinentalen Hochs herrſcht bei uns
trockenes, kaltes Weter. Von Südweſten her ſteigt der
Druck, ſo daß wir zunächſt keine Aenderung zu erwarten
haben, doch ſcheint dem Steigegebiet von Südweſten her
ein Falgebiet zu folgen, das uns einen Witterungs=
umſchlag
in Ausſicht ſtellt.
Ausſichten in Heſſen für Samstag, 7. Dezember:
Wolkig, meiſt trocken, kalt, Nachtfroſt, ſpäter Erwärmung
und Trübung.

Schnebericht.

Nonrod. 5 Zentimeter, lückenlos, Pulverſchnee;
Lindenfels i. O. 3 Zentimeter, lückenlos alter
Schnee, gefroren; Waldmichelbach. 5 bis 10 Zenti=
meter
, lückenhaft, Oberfläche gefroren; Beerfelden.
5 Zentimeter, lückenlos, hart gefroren; Schotten. 50

Zentineter, Stibahn gut: Feldberg. 35 Zentimeter,
Skibahn und Rodelbahn gut.
Triberg. Sonnenſchein, 4 Grad, Schneehöhe 50
Zentimeter, gefroren, Rodelbahn tadellos, Skigelände
ſehr gut, Eisbahn ebenfalls und Bobbahn eröffnet;
Ruheſtein im nördl. Schwarzwald. Schneehöhe, alter
Schnee, 65 Zentimeter, Pulverſchnee, fahrbar ab Seebach,
Rodelbahn ſehr gut.

Begeintemer.
Samstag, 7. Dezember.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7 Uhrt
Gyges und ſein Ring.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Miß Lona Thyſſen um 8¼ Uhr im
Mathildenhöhſaal (Verein für Frauenſtimmrecht).
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. Ludwigshöhe um
4 Uhr. Bürgerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Von
der Hofjagd in Springe: der deutſche Kaiſer im Ge=
ſpräch
mit dem Erzherzog Franz Ferdinand von Oeſter=
reich
; zum Fall Prohaska; Mannſchaften vom Panzer=
kreuzer
Goeben als Wache im deutſchen Botſchafts=
gebäude
in Konſtantinopel; von den Kämpfen um die
Tſchataldſchalinie: türkiſche Schützen erwarten einen
bulgariſchen Vorſtoß in den Schützengräben bei
Hademkoej.
Sonntag, 8. Dezember.
Großh. Hoftheater (Volksvorſtellung), Anfang
2½ Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Abends
7 Uhr (Ab. A): Mignon
Vorſtellung um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Hauptprobe zum Konzert des Muſilvereins um
10 Uhr im Saalbau.
Vorträge im Kaiſerſaal: Frau Dr Nägeli um
11 Uhr, Oberlehrer Dr. Strecker um 3 Uhr, Lehrer
Jung um 5 Uhr (Bund Heſſiſcher Schulreformer).
Vortrag von Miſſionar Weismann um 7½ Uhr im
Gemeindehaus, Kiesſtraße (Frauenverein des Oſtbe=
zirks
der evangeliſchen Stadtgemeinde).
Liederabend von Niels Sörnſen um 8 Uhr im
Hotel Zur Traube‟
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Rummelbräu
um 4 und 8 Uhr. Hotel Heß um 4 und 8 Uhr.
Bürgerkeller um 4 Uhr. Kölniſcher Hof um 4 Uhr,
Münchener Kindl um 4 Uhr.
Wanderung des Vogelsberger Höhenklubs nach
Bensheim (Abfahrt 7,46 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Montag, 9. Dezember.
Hofreite=Verſteigerung des Philipp Treßer
(Gardiſtenſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Simon
(Nieder=Ramſtädterſtraße 14) um 10 Uhr auf dem
Ortsgericht I.

Bücher= uſw. Ausſtellung im Rathaus (täglich ge=
öffnet
von 47 Uhr. Dienstags, Freitags und Sonn=
tags
auch von 1112 Uhr.
Ausſtellung der Gewinne der St. Eliſabethen=
Lotterie Wilhelminenplatz 9 (geöffnet von 101 und
24 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Walhaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Htreeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbei agen und Mittellungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind=
an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Nachſehende Belamemadung über den Rehnungeabſgluß und Verndgeis=
nachweis
der Bezirksſparkaſſe Langen für das Rechnungsjahr 1911 bringen wir zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 29. November 1912.
(24039
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Rechnungsabſchlaß und Vermögensnachweis
der Bezirksſparkaſſe Langen für 1911.
A. Vermögen:
1. Hypotheken und Wertpapiere
Mk. 12 352 728.77
2. Schuldſcheine und Kaufſchillinge .
322 581.69
3. Kaſſevorrat und Rückſtände:
410 085.32
4 Mooilien und Immobilien
42 224.29
5. Stückzinſen, berechnet bis 30. Dezember 1911
66 20g 65
Mk. 13 193 p46.72
B. Schulden:
6. Einlagen und Anlehen
Mk. 12648 022.43

C. Abſchuß=
Das Vermögen beträgt .
Mk. 13 193 846.72
Ab die Schulden
12 648 022.43
Bleibt Vermögensüberſchuß .
Mk. o15 84.25
525 661 10
Betrag des Reſervefonds Ende 1910
Ergibt Reingewinn für 1911
Mr. 20 103.15
Langen, 12. November 1912.
Oppermann
Görſch
Bambach
Hirekpr.
Rechner
Kontroleur.

Die ſtädtiſche Pferdemarkommiſion in Gießen beabſichtigt mit den am 2.April
und 1. Oktober 1913 daſelbſt ſtattfindenden Pferdemärkten je eine Verloſung von
Pferden, Fohlen, Wagen, landwirtſchaftlichen Maſchinen und Geräten, Haushaltungs=
und ſonſtigen Gebrauchsgegenſtänden zu verbinden.
Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung
dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß jedesmal bis zu 30000 Loſe zu
1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 50% des Bruttoerlöſes
aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind.
Der Vertrieb der Loſe iſt im Großherzogtum geſtattet.
(25043

Einlagen und

Geſunden: 1 vergolbetes Halskelichen mit Herzchen. 1. Rickel=
uhr
mit Kette. 1 kleiner ſtarter Hohlſchlüſſel. 1 kleines gebogtes
Taſchentuch, gez. M. D. 1 ſilberner Couleurring (blau=weiß=grün).
1 Schlüſſel. 1 gelbe lange Nadel mit weißen Steinchen. 1 Roſen=
kranz
. 1 ſilberne Nadel mit Moſaik=Einlage. 1 Zwicker. 1 Studien=
heft
über Papierprüfung.
(25119
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 3 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Dobermann. 1 Dachshund ( zuge=
laufen
). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (25104
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 8. Dez.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende Apo=
theken
geöffnet: Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße, und Beſſunger Apo=
theke
, Karlſtraße. Alle übrigen Apotheken ſind von 1 Uhr ab
geſchloſſen.

Bekanntmachung.

Betreffend: Den Fahrverkehr auf dem Luiſenplatz.
Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Fahrvrkehrs in den
Straßen der Stadt weiſen wir darauf hin, daß nach der Polizeiver=
ordnung
vom 20. Februar 1904 über den Verkehr von Fuhrwerken
in der Haupt= und Reſidenzſtadt alle Fahrzeuge, alſo insbeſondere
Wagen jeder Art, Automobile, Handkarren, Fahrräder uſw. ſtets
die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Nach der
anderen Seite der Fahrbahn darf nur, wenn dort angehalten werden
ſoll, und nicht früher als notwendig, abgebogen werden. Zuwider=
handlungen
können mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis
zu 14 Tagen beſtraft werden.
Mit Rückſicht auf den ſtarken Verkehr auf dem Luiſenplatz
iſt die Schutzmannſchaft angewieſen worden, darauf zu wirken, daß
alle Fahrzeuge, die die Rheinſtraße herauf= oder herunterfahren,
ſtets rechts am Ludwigsdenkmal vorbeifahren und auch hierbei
die rechte Seite der betreffenden Fahrbahn einhalten. (24921ds
Darmſtadt, den 2. T ezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Perklauſepreiſeder Kleiſch. u. Parüwgrent. . hauzt. u. ReſbenſtadtParntant.,
(Nach den Mitteilungen des Vorſtandes der Metzger=Innung.),

per 1 kg
Ochſenfleiſch
. 100 Pfg.
Rindfleiſch
94
70
Fet, roh
*
Fett, ausgelaſſen . . . 80
80
Leber
100
Kalbfleiſch
. 100
Hammelfleiſch
Bruſt . . 70
. 100
Schweinefleiſch
Rippchen, Kammſtück, ge=
ſalz
. Fleiſch u. Kottelets 110

per ½ kg
Speck, geräuchert
.120 Pfg.
Dörrfleiſch
125
Schinken m. Bein: . . 120
Rollſchinken . .
. 140
Schweineſchmalz, roh
u. ausgelaſſen
. . 96
Schwartenmagen,
Fleiſch= u. Bratwurſt . 96
Leber= u. Blutwurſt . . 80

Brennholz=Verſteigerung Nr. 1
(Stadtwald).

Freitag, den 13. Dezember I. Js., vorm. 9 Uhr,
werden in der Turnhalle‟ (Woogsplatz 5) hier aus den Abtei=
lungen
48 (Sauſchwanz) und 49 (Rücksbrünnchen) der Forſtwartei
Heiligkreuz (Forſtwart Hofmann) verſteigert:
Scheiter: 187 rm Buchen, 10 rm Hainbuchen, 45 rm Eichen,
6 rm Eſchen, 8 rm Kiefern (rund);
Knüppel: 238 rm Buchen, 43 rm Hainbuchen, 48 rm Eichen,
18 rm Eſchen;
Reiſigknüppel: 117 rm Buchen, 8 rm Hainbuchen, 10 rm Eichen,
6 rm Eſchen;
Stöcke: 47 rm Buchen (fein), 10 rm Fichten (grob).
Das Holz ſitzt faſt ſämtlich an ſehr gut fahrbaren Wegen in
der Nähe der Dieburger Staatsſtraße und hat die laufenden Num=
mern
1274.
Um vorherige Einſichtnahme wird gebeten.
(25040sm
Darmſtadt, den 4. Tezember 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Bekanntmachung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Schneppenhauſen für 1913
liegt vom 9. bis einſchl. 16. Dezember 1. J. auf dem Bürgermeiſterei=
Büro zu Jedermanns Einſicht offen.
Zu den zur Erhebung kommenden Umlagen werden auch die
Ausmärker herangezogen.
(25042
Schneppenhauſen, 6. Dezember 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Schneppenhauſen.
Kunz.

Bekanntmachung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Eſchollbrücken für 1913
liegt von
Montag, den 9. Dezember 1912
ab acht Tage lang auf dem Bürgermeiſterei=Bureau zu jedermanns
(25160
Einſicht offen.
Eſchollbrücken, den 6. Dezember 1912.
Großh. Jürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Götz.

Bekanntmachung.

Freitag, den 3. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter Wil=
helm
Hermann Eheleuten dahier
gehörige Liegenſchaft:
Flur Nr. am
III 1455/100 300 Hof=
reite
Kranich=
III 1459/100 159 Grab= ſteiger=
garten
) ſtraße
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K94/12
Darmſtadt, 20. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V25080

Bekanntmachung.

Freitag, 27. Dezember 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Wilhelm Valentin
Neubauer Eheleuten dahier zu=
geſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. am
II 891/10 108 Hofreite Große
Ochſengaſſe
Nr. 16,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (B52/12
Darmſtadt, 13. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt 1.
Müller. (V24103

Freiwillige Immo=
biliar
=Verſteigerung.

Vonnerstag, 12. Dezember 1912,
vormiltags 9 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß der Loko=
motivführer
Heinrich Schäfer Ehe=
leute
und zum Nachlaß der Doro=
thea
Fuchs dahier gehörigen Im=
mobilien
:
Flur Nr. qm
II 504¾/10 381 Hofreite
II 504¾10 27 Hofreite=
grund

zwecks Aufhebung der Erbengemein=
ſchaft
in unſerem Bureau verſtei=
gert
werden.
Darmſtadt, 3. Dezember 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V25078

In unſerm Handelsregiſter, Ab=
teilung
A, wurde folgendes
eingetragen:
*1. Am 4. Dezember 1912 be=
züglich
der Firma
Gebr. Rothſchild in Darm=
ſtadt

Die Kaufleute Armin
Weber und Eugen Müller,
beide in Darmſtadt, ſind
zu Geſamtprokuriſten be=
ſtellt
.
(25174
2. Am 5. Dezember 1912 he=
züglich
der Firma
Simmermacher & Wie=
gand
in Darmſtadt:
Die Firma iſt erloſchen.
Darmſtadt, 5. Dezember 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Felierpich ertant.
Freitag, 13. Dezember 1912,
vormittags 10 Uhr,
werden im Provinzialarreſthaus
zu Darmſtadt, Rundeturmſtraße 8,
etwa 50 Stück abgängige Bett=
teppiche
, (geeignet zu Pferdedecken
u. ſ. w.) gegen Barzahlung ver=
(25041sm
ſteigert.
Großh. Arreſthausverwellung.

Samstag, den 7. ds. Mts.,
nachmittags 4 Uhr,
werden auf der Eilguthalle im
(*13586
Hauptbahnhof
23 lebende Gäuſe u. Enten
öffentlich meiſtbietend gegen Bar=
zahlung
verſteigert.
Darmſtadt, 6. Dezember 1912.
Gr. Heſſ. Eilgutabfertigung.
Guter Winterüberz, ſehr billig
abzug. Schwanenſtr. 73, p. (*13608

Bekanntmachung.

Der Voranſchlag der Gemeinde Gräfenhauſen für 1913
liegt von Montag, den 9. Dezember d. J. ab, 8 Tage lang auf unſerem
Büro zu Jedermanns Einſicht offen.
Gräfenhauſen, 6. Dezember 1912.
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Großh. Bürgermeiſterei Gräfenhauſen.
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Spiegel, Bilder, Wand= und Standuhren, Wollvorhänge, Gas=
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Aus Tagebüchern und Briefen
Johann Georg Willes.
Von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio in Leipzig.
(Fortſetzung.)

Es gehört mit zu den Geſchenken eines launiſchen
Schickſals, daß es uns die Memoiren und das
Tagebuch dieſes Künſtlers erhalten hat; ſie bilden zur
Kunſtgeſchichte des 18. Jahrhunderts eine unſchätzbare
und noch leider gar wenig benutzte Quelle. Sein echt
deutſches Familien= und Künſtlerleben ſpiegelt ſich darin
wunderbar klar, anziehend und vielgeſtaltig wider! Im
Jahre 1857 trat das Vermächtnis des Künſtlers, das wir
ſeiner Feder verdanken, unter dem Titel: Mémoires
et Journal de J.-G. Wille, graveur du roi, publiés
par les manuscripts autographes de la Bibliothéque
Imperiale par Georges Duplessis an die Oeffentlichkeit.
Zwei Bände enthalten die 1803 verfaßten Memoiren aus
dem Jahre 1715 bis 1743 und das Tagebuch, das mit
zeitweiſen Unterbrechungen von 1759 bis 1793 reicht. Die
Memriren, die die Jugendzeit im Vaterhauſe, die
Wanderjahre, die erſten Kämpfe und Erfolge in Paris
behandeln, muß ich hier übergehen, da durch eine
Berſtückelung die friſche, humorvolle Schilderung, die
offenen Blick für Land und Leute der durchwanderten
Gegenden verrät, nur litte, und ein kurzer Auszug doch
zimmer nur die nackten Tatſachen zuſammenfaſſen könnte.
Ich verweiſe auf das Original und die in den Heſſiſchen
Volksbüchern (hrsg. von Dr. Wilh. Diehl, Darm=
ſtadt
) 1913 erſcheinende Ausgabe dieſes Vermächtniſſes
in deutſcher Uebertragung. Das Tagebuch, das
ſchlicht am Ende eines Tages oder einer Woche neue Ar=
beiten
, angefangene und abgeſchloſſene, verzeichnet, aus=
gegangene
und eingelaufene Briefe vermerkt, von Fa=
milien
=Begebenheiten in Freude und Schmerz berichtet,
von jungen Künſtlern und Schülern, ihren Werken, ihrem
Leben erzählt, bemerkenswerte Ereigniſſe in ſprechenden
Worten feſthält, zahlloſe Beſuche von Fürſten, Dichtern,
Künſtlern, Kunſtliebhabern, Fremden und Landsleuten
nicht nur erwähnt, ſondern bald mit wenigen
Worten, bald ausführlich, Menſchen und Eindrücke farbig
auffaßt und darſtellt, birgt einen unermeßlichen Schatz
zur Kunſt=, Künſtler= und Kulturgeſchichte ſeiner Zeit.
Auch intereſſant ſind die Künſtler= und Studienfahrten
mit ſeinen Schülern in die nähere und weitere Umgebung
vrn Paris; überall findet er Maleriſches, und in Arbeit
und Scherz vergehen die Tage. Bei dem beſchränkten
Raume will ich hier nur ein Beiſpiel geben für den
munteren Scherz, den der Künſtler liebte: Zur Feier des
St. Martinstags 1770, den Wille alljährlich in größerem
Verwandten= und Bekanntenkreiſe feſtlich beging hatte
ſich auch der Maler Jean Michel Baader (* 1736 in
Eichſtädt, ſeit 1759 Willes Schüler) eingeſtellt; über
ſeinem Platz am Tiſch hatte man, ohne daß er es merkte,
eine Rolle angebracht, über die ein Bindfaden mit einem
Haken lief. Als die Geſellſchaft nun ſo recht in der
Unterhaltung war, hakte der Diener Baaders Perücke

feſt und zog ſie raſch hoch bis an die Zimmerdecke, wo
ſie während dem Eſſen thronte. Der arme Baader, der
den größten Griesgram zum Lachen gebracht hätte, ſaß
nun da ganz baff. Aber er nahm den Spaß nicht übel,
ſondern lachte am meiſten darüber. Dann warf man ſich
gegenſeitig mit einer weißen Mütze, die man ihm an den
Kopf geſchleudert hatte.
Hier möchte ich noch gerne aus dem Tagebuch die
Stellen erwähnen, die ſich auf ſeine Beziehungen zu den
bekannteſten deutſchen Dichtern ſeiner Zeit beziehen.
Herder, der auf ſeiner Reiſe von Riga nach Nantes
im November 1769 nach Paris gekommen war, nahm am
25. Dezember von dem Künſtler Abſchied; Wille ſchreibt
zu dieſem Eintrag: Der Geiſt dieſes Gelehrten hat mir
ſehr gefallen. Schon 1767 hatte ſich die Bekanntſchaft
mit Chriſtoph Martin Wieland, den er ebenſo wie Klop=
ſtock
verehrte, angebahnt; am 18. April hatte Wille von
ihm, den er einen der beſten deutſchen Dichter nennt, die
Ausgabe ſeines Agathon von dem zwei Teile erſchienen
varen, mit einem außerordentlich höflichen Briefe er=
halten
und ihm am 25. April als Dank dafür zwei ſeiner
vortrefflichſten Stiche: Musiciens ambulants und
Tinstruction paternelle geſchickt; von dem Dichter er=
hielt
er ſpäter die Grazien zum Geſchenk. Auch die
Jugendliebe und Freundin Wielands, Sophie von
La Roche, lernte er 1785 bei ihrem Beſuche in Paris
kennen; er erwähnt ihr erfolgreiches Erziehungsjournal
Pomona und hat den Eindruck, daß dieſe Frau ganz
hervorragend gelehrt ſei. Ihre Unterhaltung ſei äußerſt
intereſſant und habe ihm das größte Vergnügen bereitet.
Schließlich möchte ich noch Goethe nennen, der Wille in
den Wahlverwandtſchaften (Teil II, Kap. 5) ein un=
vergängliches
Denkmal geſetzt hat; als man zur Unter=
haltung
der Geſellſchaft auf Anregung des Grafen lebende
Bilder darſtellte, wählte man als drittes die väterliche
Ermahnung von Terburg. An dieſer Stelle heißt es:
Wer kennt nicht den herrlichen Kupferſtich unſeres Wille
von dieſem Gemälde? Einen Fuß über den anderen ge=
ſchlagen
, ſitzt ein edler ritterlicher Vater und ſcheint
ſeiner vor ihm ſtehenden Tochter ins Gewiſſen zu reden.
Dieſe, eine herrliche Geſtalt, im faltenreichen, weißen
Atlaskleide, wird zwar nur von hinten geſehen, aber ihr
ganzes Weſen ſcheint anzudeuten, daß ſie ſich zuſammen=
nimmt
. Daß jedoch die Ermahnung nicht heftig und be=
ſchämend
ſei, ſieht man aus der Miene und Gebärde des
Vaters; und was die Mutter betrifft, ſo ſcheint dieſe eine
kleine Verlegenheit zu verbergen, indem ſie in ein Glas
Wein blickt, das ſie eben auszuſchlürfen im Begriffe iſt.
Mit Goethe ſelbſt bekannt geworden iſt Wille nicht;
r hat ihn aber aus ſeinen Schriften lieb gewonnen und
erehrt; ſo antwortet er am 21. März 1775 Profeſſor
Huber in Leipzig und dankt ihm für Die Leiden
des jungen Werthers, par Mr. de Goethe, à
Francfort, auteur original qui fait beaucoup de
bruit, et dont ce livre-cy est une preuve. C’est un
ouvrage presque unique dans son genre. Cet
auteur a Part de manier la langue allemande avec un

avantage étonnant et sublime. Sa maniére attaque
Täme et le coeur, dans ses descriptions douces et
Energiques des diverses situations ou son héros se
trouve. Je T'ai lu avec cette sensation, et je crains de
le lire une seconde fois, quoique je le désire et je le
feraf‟
Eigentümliches Zuſammentreffen, daß er gerade am
ſelben Tage den Beſuch des Herzogs Karl Auguſt
von Sachſen=Weimar in Begleitung des Barons
von Knebel empfing! Am 11. Dezember 1774 hatten die
beiden weimariſchen Prinzen Karl Auguſt und Konſtantin
auf ihrem Wege nach Paris in Frankfurt durch Knebels
Vermittlung Goethes Bekanntſchaft gemacht und den
Dichter ſchätzen lernen! Wird nicht bei Wille das Geſpräch
auf das junge Genie, das ſelbſt den Deutſchen im fernen
Paris raſch ergriffen und begeiſtert hatte, gelenkt worden
ſein? Wille war höchſt glücklich über den Beſuch; Knebel
ſchien ihm ein geiſtvoller und kenntnisreicher Mann und
der Herzog ſelbſt, den er für den liebenswürdigſten
Fürſten der Welt hielt, weilte, wie ihm ſchien, mit Ver=
gnügen
lange in ſeinem Atelier und verſchiedentlich auch
in dem ſeines nicht unbedeutenden Sohnes Pierre
Alexandre. Wille war entzückt über die Reden des Her=
zogs
, ſeine Art, ſich zu geben, ſeine Kenntniſſe und Nei=
gungen
. Es iſt höchſt intereſſant, an der Hand von Willes
Tagebucheinträgen zu verfolgen, welch regen Anteil beide
weimariſche Prinzen, vor allem Karl Auguſt, an dem
Schaffen des Künſtlers nahmen, und wie ſehr dieſer wie=
derum
ſeine Gäſte und Verehrer lieb gewann; ſo ſuchte
Karl Auguſt den Künſtler am 29. und 30. April auf und
blieb bei ſeinem letzten Beſuche von morgens 10 Uhr bis
nachmittags 2 Uhr. Dem Herzog verdankte Wille auch
die Kenntnis Oſſians; Karl Auguſt, vielleicht in
Frankfurt auf die engliſche Dichtung durch Goethe, der ja
für den von Merck veranſtalteten Nachdruck der engliſchen
Ausgabe im Jahre 1773 eine Titelvignette gezeichnet
hatter‟), hingewieſen, hatte den erſten Band einer deut=
ſchen
Ueberſetzung mitgebracht, und Knebel hatte daraus
einige Stellen vorzüglich und eindrucksvoll vorgeleſen.
Je mehr ich dieſen Fürſten ſehe, um ſo leutſeliger und
ehrbarer ſcheint er mir heißt es in Willes Tagebuch.
Noch fünf Jahre ſpäter erinnerte ſich Wille in einem
Briefe an den Darmſtädter Kriegsrat Joh. Heinrich Merck

*) In deutſcher Ueberſetzung:
Von Goethe in Frankfurt, er iſt ganz Original und
macht viel von ſich reden, wofür dies Buch ein Beweis
ſt. Das iſt ein in einer Art faſt einzig daſtehendes Werk.
Dieſer Autor meiſtert die deutſche Sprache mit erſtaun=
lichem
und hohem Können. Seine Art ergreift Herz und
Sinn durch ſeine zarten und packenden Beſchreibungen
er verſchiedenen Lagen, in denen ſein Held leidet. Ich
habe es mit einer ſolchen Empfindung geleſen, daß ich
mich fürchte, es noch einmal zu leſen, obwohl ich es
wünſche und es doch tun werde.

**) Vgl. meine Arbeit in der Heſſiſchen Chronik,
Darmſtadt. L. C. Wittich 1912, Heft 1 und 3.

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lebhaft dieſer Tage, wenn er ſchreibt: Froh und freund=
lich
überdenke ich noch oft die häufigen Beſuche, die er
mir machte, als er in Paris war. Damals dachte ich,
ſeinem Betragen zufolge, daß er gewiß Kenntniſſe ſam=
meln
würde, wo er nur immer gute Leute um ſich hätte.
Ihr Freund Göthe iſt ein Mann. Dieſen Mann zu
ſehen, nur im Bilde zu ſehen, ließ ich mir ſein Porträt
in Silber gepräget aus Deutſchland kommen. Seine
Schriften machten mich mit ihm bekannt, nun iſt er mir be=
kannter
, und ſeine Münze vermehrt meine Sammlung.
Nach all dem Geſagten mag es befremdlich ſcheinen,
wenn ich von Wille als einem unglücklichen Künſtler
ſpreche; er war es in der Tat. Auf einen glänzenden
Aufſtieg, voll Anerkennung und von Erfolgen gekrönt,
folgte ein jäher Sturz, den der Tod ſeines jüngeren
Sohnes Friedrich und der 1785 erfolgte Tod ſeiner treu
geliebten Gattin im Jahre 1747 hatte er ſich nach einer
Reiſe in die Heimat mit Marie Louiſe Deforges verhei=
ratet
eingeleitet hatten. Seine Tagebucheinträge be=
zeugen
die Innigkeit ihrer Liebe und ihr echt deutſches
Familienleben. An ihrem Todestag, dem 29. Oktober
1785, ſchrieb Wille in ſein Tagebuch: Dieſer Tag iſt der
ſchrecklichſte und unglücklichſte meines Lebens geworden.
Mein Weib, ausgezeichnet wie kein zweites, iſt im
feſten Vertrauen auf die Gnade ihres Schöpfers ent=
ſchlafen
! Gott, was koſtet mich dieſe Trennung für

Tränen, daß ich ſie nicht mehr habe, ſie, die liebe, gute
und tugendreiche, die mich aufrichtig liebte und ohne
Wanken. Wie raſch ſind die 38 Jahre dahingegangen,
die wir miteinander gelebt haben! Eine Lücke von mehr
alls einem Jahr in ſeinem Tagebuch und ein Eintrag vom
24. Februar 1787 bezeugen, wie tief ihn der Schmerz über
den Tod der Unvergeßlichen bedrückte. Da kam die Revo=
lution
und unter ihren rauchenden Trümmern lag auch
Willes Vermögen vernichtet; wie bitter mag es für ihn
geweſen ſein, als er am 7. Oktober 1793 auf Befehl der
republikaniſchen Regierung alle Urkunden, Diplome, Aus=
zeichnungen
, die man ihm einſt dankbar und freudig dar=
gebracht
, die ſichtbaren Zeugen ſeiner Größe, ausliefern
mußte; ſie wurden verbrannt! Auch dieſer Tat
bedurfte die Revolution, um für Freiheit, Gleichheit
und Brüderlichkeit das Lebensglück des großen Künſtlers
zu vernichten! Wie ergreift der letzte Eintrag Willes man
ſieht, wie er die ihm teuren Gegenſtände von der Wand
nimmt, zuſammenträgt; nur das Diplom der Dresdener
Akademie kann er gerade nicht finden, pour la remettre
également à la commune des Arts. So lauten die letzten
Worte des Tagebuchs, das ein gütiges Geſchick davor be=
wahrte
, auf dem Altar der Revolution für Phantome
geopfert zu werden. Schon Anfang der 1780er Jahre
war eine merkliche Schwächung der Augen eingetreten;
Wille wurde faſt völlig blind und hatte dazu das Unglück,

das Gehör zu verlieren. Arm in bitterer Noſt ſtarb
der einſt gefeiertſte Kupferſtecher und vergötterte Liebling
Frankreichs am 5. April 1808, vergeſſen von dieſem Völk=
chen
, deſſen Senat 1802 auf Bittſchreiben ſeines Sohnes
weder eine Antwort fand, noch Hilfe ſpendete. Ein
ſchwacher Troſt, daß man ſeine Gebeine auf Befehl Na=
poleons
, der ihn zum Ritter der Ehrenlegion ernannt
hatte, im Pantheon beiſetzte!
Ich habe nicht ohne Abſicht darauf hingewieſen, daß
Wille auch in Paris alle die Weſenszüge und Geſinnungen
bewahrte, die in ihm den Deutſchen erkennen ließen. Es
iſt ſchade, daß ſein Tagebuch ebenſo wie ſeine Memoiren
in franzöſiſcher Sprache abgefaßt ſind, ſo daß ſie erſt durch
eine gute Uebertragung einem größeren Kreiſe zugänglich
werden; doch ihm war durch den langjährigen Aufenthalt
eben die fremde Sprache notwendig zur Umgangsſprache
geworden. Nur vereinzelt finden ſich beſonders bei Brief=
totizen
an ſeine Angehörigen in der Heimat deutſch abge=
aßte
Stellen. Um ſo erfreulicher iſt es daher, daß er ſich an
Deutſche, ebenſo wie einſt Liſelotte von der Pfalz, in
ſeinen Briefen der Mutterſprache bediente. Einmal
aus dieſem Grunde, nicht zum wenigſten aber ihres In=
halts
und der darin ausgeſprochenen Gedanken wegen
laſſe ich einige ungedruckte Briefe nach den Originalen
hier folgen.
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Die Heue pikante
Lisareite
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Eine äſthzeliſche Naturgeſchichte.
Von Dr. Heinz Welten.

Ein wunderſames Buch hat man auf meinen Schreibtiſch
gelegt und mich gebeten, ein paar Worte darüber zu ſchrei=
ben
. Wunder der Natur haben ſie es genannt, und ſie
ſhaben geglaubt, in anſprechender, kurzweiliger Form
eine moderne Naturgeſchichte dem deutſchen Volke zu
bringen. Aber viel viel mehr haben ſie getan. Das
Buch iſt zu einer Offenbarung geworden, zu einer Offen=
barung
des großen, allumfaſſenden Geiſtes, der die Natur=
welt
durchdringt. Sowenig als das Evangelium Matthäi
eine Geſchichte des chriſtlichen Gedankens, ſondern weit
Leher dieſer Gedanke ſelbſt iſt, ſo wenig ſind dieſe Wun=
der
der Natur eine Naturgeſchichte. Nicht mit Syſtema=
tik
und Biologie, Phyſiologie, Hyſtologie und Anatomie
wird in der bisher allgemein üblichen Weiſe dieſe Natur=
geſchichte
eingeleitet und begonnen, um dann ſpäter mit
einer methodiſchen Einführung in die einzelnen Gattun=
gen
und Spezies fortgeſetzt zu werden, auf daß der
Schüler an der Hand des Lehrbuches Schritt für Schritt
eindringe in die naturwiſſenſchaftlichen Diſziplinen und.
von ſeinem Leitfaden geführt, ſpäter in der Lage ſei, ſich
die naturwiſſenſchaftlichen Grundkenntniſſe anzueignen, ſo
ihm für ſeine fernere Ausbildung und ſein weiteres
Leben wünſchenswert und von Nutzen ſein können.
Nein! Von ganz anderen Geſichtspunkten ging der
Verlag aus, und das deutſche Volk wird es ihm danken.
Er ſammelte einen Stab erſter, allererſter Naturwiſſen=
ſchaftler
um ſich, und jeder einzelne von ihnen gab vom
Beſten, das ſein Spezialfach ihm bot, das Allerbeſte.
Wilhelm Bölſche und Sir Frank Bullen, Fabre, Flam=

nenrunen
born, Potonie, Marwell Heſſe, Gieſenhagen, Zacharias
und viele andere deren Namen einen guten Klang haben
in der Naturwiſſenſchaft, ſie alle tragen zuſammen und
brachten mit vollen Händen überreiche Gaben; ſie ſchöpf=
ten
aus dem unerſchöpflichen Born ihrer Spezialwiſſen=
ſchaft
, um aus der Fülle des Schönen und Intereſſanten
das Feſſelndſte und Intereſſanteſte zu bringen. So ent=
ſtand
ein herrliches Werk. Auf eine zoologiſche Planderei
über den heiligen Skarabäus folgt eine botaniſche über
leuchtende Pilze. Einem meteorologiſchen Aufiatz über
Wirbelſtürme und Wetterſäulen geht eine biologiſche
Studie über Rieſenſchildkröten voran und ſo fort. So
wirbeln im luſtigen Tanze die einzelnen naturwiſſenſchaft=
lichen
Diſziplinen Zoologie und Botanik, Aſtronomie,
Biologie, Meteorologie, Phyſik, Chemie und Geologie
bunt durcheinander, und ſie alle ſind vertreten durch zahl=
reiche
Arbeiten, Eſſais und Plaudereien, die die intereſſan=
teſten
Themen ihrer Gebiete behandeln.
Und jede dieſer vielen Arbeiten, deren kaum eine
mehr als drei, vier Seiten umfaßt, um keine Ermüdung
aufkommen zu laſſen, iſt ein in ſich abgeſchloſſenes Kunſt=
werk
, das auf dem knappen Raume in feſſelndem Tone
das Thema erſchöpfend zu behandeln weiß, es von den
verſchiedenſten Seiten betrachtet und alles Wiſſenswerte
dem Leſer vermittelt. Niemals aber vergißt der Autor,
daß er hier kein Lehrbuch für Schüler ſchreibt, ſondern
ein Buch für erwachſene Menſchen, die in erſter Linie
unterhalten, zerſtreut und erſt in zweiter Linie belehrt
werden wollen, daß er für Menſchen ſchreibt, die ihre
Geiſteskräfte im täglichen Kampf ums Daſein anſpannen
müſſen und abends, wenn ſie zum Buche
greifen, ſich zerſtreuen und ausruhen wollen.
Jeder der zahlreichen Autoren hat es ver=
ſtanden
, ſich in den Rahmen des Großen Ganzen zu
fügen, hat es verſtanden, zu plaudern, zu unterhalten
und ſchließlich auch geſchickt zu belehren. Im
Spiele zu belehren, dieſes große Geheimnis
aller Pädagogik, dieſes Problem verſuchte und
verſtand, ieder der Autoren zu löſen, jeder auf ſeine
Weiſe; und hierin ſo deucht mich liegt der Haupt=
wert
des ganzen Werkes. Denn ein jeder wird das Buch
zur Hand nehmen und leſen als das beſte und ſchönſte
Geſchichten= und Märchenbuch, das er je geſehen hat, Und
daß alle dieſe Geſchichten und Märchen wahr ſind und
wir uns von ihrer Wahrheit täglich überzeugen können,
das bleibt an ihnen das allerſchönſte.
Doch trotz der wunderbaren Art, mit der die Vertre=
ter
der heterogenſten Diſziplinen es verſtanden haben,
einander in die Hand zu arbeiten, alſo, daß man fort
und fort leſen möchte und gar nicht merkt, wie jedes Ka=
pitel
einen anderen Autornamen am Kopfe trägt, trotz
dieſer Anpaſſung ſo vieler an ein großes Ganzes wäre
gleichwohl das ſchöne Werk ein Bruchſtück, ein Torſo ge=
blieben
, wenn es der Verlag nicht mit den prächtigſten
Bildern freigebig ausgeſtattet hättc. Jedes der überaus
zahlreichen Bilder, jede der vielen bunten und ſchwarzen
Tafeln und der zahlreichen Tertilluſtrationen iſt ein Kunſt=
werk
, iſt ſo ſcharf gezeichnet und ſo naturgetren, daß auch
der ſtrengſte Kritiker nichts daran auszuſetzen haben kann,

ue A
ſammenſtellung der Farben ein Kunſtwerk erſten Ranges,
an dem jeder ſeine Freude haben muß. So kann auch
derjenige, dem die Stimmung zur Lektüre für den Augen=
blick
mangelt, ſeinen Genuß an dem Buche dadurch finden,
daß er Seite für Seite die einzelnen Bilder betrachtet,
die eine Wunderwelt vor ihm enthüllen.
Denn das ganze Buch ſteht im Zeichen des Wunders,
des natürlichen Wunders. Alles in der Natur iſt
wunderbar, und nur unſere ſtumpfen Augen ſehen die
Wunder nicht; achtlos gehen wir daran vorüber, da wir
ſie täglich ſehen und die Gewohnheit unſere Amme iſt.
Unſere Augen wieder ſehend zu machen, ſie hinzuweiſen
auf die Wunder, die uns umgeben, auf daß wir ehrfurchts=
voll
die Wunderwelt beſtaunen, in der wir leben, das
war die Aufgabe, die der Verlag ſich ſtellte, als er die
Wunder der Naturt ins Leben riet. Das war der Ge=
ſichtspunkt
, unter dem all die vielen Autoren ſich zuſam=
menfanden
, um die äſthetiſche Naturgeſchichte zu ſchrei=
ben
, die keinen pädagogiſchen Charakter trägt und die
nicht ſtudiert ſein will mit heißem Bemühen. Als ein
Märchenbuch kommt dieſe Naturgeſchichte zu uns, als das
allerſchönſte Märchenbuch, das mart ſich denken kann.
Und gleichwohl bringt es uns eine gewaltige Fülle
naturwiſſenſchaftlicher Kenntnis, wie kein zweites. Buch
pädagogiſchen Charakters. Auf die Wunder der Natur
macht uns dieſes Werk aufmerkſam; es lehrt uns, dieſe
Wunder ſehen, ſie kennen, ſie erkennen und durch ſie die
Natur verehren und lieben. Denn nur aus der Natur=
erkenntnis
reſultiert die wahre echte Naturliebe, die im
Brauſen des Sturmes den Flügelſchlag des Weltgeiſtes
vernimmt und ſich vor ihm beugt.
Läge das Buch, das auf keinem Geburtstagstiſch
der reiferen Jugend fehlen ſollte, nicht fertig vor mir,
ſondern wäre noch im Entſtehen und man bäte mich=
ihm
ein Motto voranzuſetzen dann wüßte ich ihm kein
beſſeres Geleitwort als die ſchönen Worte Nathan des
Weiſen:
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Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
1)

Was iſt es, ſprich, was bei den Menſchen
Liebe heißt?
O Kind, das Süßeſte und Bitterſte zugleich.
(Eurivides.)
1. Kapitel.
Die nahe Turmuhr zeigte ſoeben die dritte Nach=
mittagsſtunde
an. Gretchen zählte die Schläge, eins, zwei,
drei
Erſt drei Uhr, ſeufzte ſie und ſchaute hinaus auf die
ſtille Straße, auf der infolge des ſtrömenden Regens kaum
ein Menſch zu ſehen war.
Sehnſüchtig ſchweifte ihr Blick dann zu der geliebten
Violine ſie hätte ſo gern geübt! Aber Mama liebte es
nicht, durch Muſik in ihrer Nachmittagsruhe, die ſie ſtets
ſehr ausdehnte, geſtört zu werden.
Das junge Mädchen begriff das eigentlich nicht recht;
denn Mamas Boudoir lag doch weit ab von Gretchens
* Zimmer, ſo daß unmöglich ein Ton zu ihr dringen konnte
gleichviel, ihr Wunſch mußte reſpektiert werden. Papa
wollte ees ſo, und Gretchen fügte ſich, um nicht den An=
ſchein
von Liebloſigkeit zu erwecken, was man ihr ſchon
einmal vorgeworfen hatte. Das wollte ſie jedoch ver=
meiden
lieber auf die eliebte Muſik verzichten, die ihr

ſurnde in der iehien Zit depeit zum Treſ ewanden
war!
Mit einem leiſen Seufzer ſetzte ſie ſich an den Nähtiſch
in ihrem gar traulich eingerichteten Mädchenſtübchen und
griff nach der darauf liegenden angefangenen Handarbeit.
Aber trotz der mühſeligen Stickerei in nordiſchem Ge=
ſchmack
, bei der es viel zu zählen und zu überlegen gab,
war ſie nicht bei der Sache ſie mußte immer nachdenken
die letzten Wochen waren gar nicht ſchön geweſen: ſie
fühlte ſich recht unglücklich und unwillkürlich wieder, wie
ſo oft ſchon, drängten ſich Tränen in ihre Augen, als ſie
des Leids gedachte, das in ihr junges Leben getreten war.
Ja, war es nicht Leids genug, daß ſie ſeit einem hal=
ben
Jahr das Herz des geliebten Vaters nicht mehr ganz
beſaß, daß ſie es mit einer Fremden teilen mußte, vor der
ſie tief im Innerſten einen Widerwillen hatte?
Beim erſten Blick in das gepuderte Geſicht und die
flammenden Augen der neuen Mutter hatte ſie das Ge=
fühl
gehabt: Du magſt ſie nicht!
Ach, ſie entſann ſich des Tages ſo gut, als ihr gelieb=
ter
Vater die Fremde bei ihr einführte
Hier, mein Kind, bringe ich Dir die neue Mutter, Ich
hoffe, daß Ihr Euch verſtehen und auch als Freundinnen
lieb gewinnen werdet, hatte er mit vor Rührung beben=
der
Stimme geſagt.
Mit den beſten Vorſätzen war Gretchen der jungen
Frau entgegengetreten; aber ſie ſchauderte unwillkürlich

funric, ais derer Sihpen ſchig ihne Sien ſteiſier ud
ſie deren dunkle Augen in unangenehmem Staunen auf
ſich ruhen fühlte.
Nein, zu der konnte ſie kein Herz faſſen, keine Freund=
ſchaft
und Liebe! Was half aller gute Wille, alles ſich
Zwingen zu groß war die innere Abneigung gegen
die Erwählte ihres Vaters, die ſie aber faſt als Unrecht
gegen denſelben auffaßte und durch verdoppelte Aufmerk=
ſamkeit
gegen Frau Claudia gut zu machen ſuchte. Sie
wollte nicht die Urſache ſein, wenn das Verhältnis zwi=
ſchen
ihr und der Stiefmutter etwa unerquicklich werden
ſollte! Und dank ihres freundlichen, gefälligen, nach=
giebigen
Weſens war es ganz leidlich geblieben.
Major Eberhard von Löwen hatte eines ſchweren
Augenleidens wegen frühzeitig den Abſchied nehmen
müſſen. Er lebte mit ſeinem einzigen Kinde Margareta
in einer mitteldeutſchen Reſidenzſtadt, in der er ſich nach
erfolgter Penſionierung eine kleine Villa gekauft, um dort
ungeſtört leben zu können. Wenn er auch nicht gerade ein
Kröſus zu nennen war, ſo geſtatteten ihm ſeine Verhält=
niſſe
doch ein behagliches Leben.
Seit zehn Jahren ſchon war er verwitwet, und immer
mehr hatten ſich Vater und Tochter einander angeſchloſſen.
Mit leidenſchaftlicher Innigkeit hing Margareta an
dem ſtattlichen, vornehmen Vater, und ſie lebte nur für
ihn und ſeine Behaglichkeit. Da ſeine Augen ſtets größter
Schonung bedurften, las ſie ihm vor und hatte ſich dadn

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eine rilſige Büdulig ewanden, die mn dei einen
jungen Mädchen ſchwerlich geſucht hätte. Auch erledigte
ſie die Korreſpondenzen für ihn, und es gab außerdem
viel für ſie zu ſchreiben, da der Major ſchriftſtelleriſch ver=
anlagt
war, und es vermochte, ſeine Gedanken in fließen=
der
, eleganter Form der Tochter zu diktieren, die dieſe
kleinen Arbeiten ſorgfältig ausfeilte; eine bekannte Zeit=
ſchrift
nahm gern die Beiträge von E. Berhard an, unter
pelchem Pſeudonym Herr von Löwen ſchrieb.
Daß ihm dieſes Talent eignete, war für ihn ein
großes Glück; es half ihm ein gut Teil über ſein ſchweres
Los hinweg. Denn es war nicht leicht für den tatkräftigen,
ſonſt ſo geſunde Mann, in der Blüte ſeiner Jahre zur
Untätigkeit verdammt zu ſein. Gar manchmal hatte er
gegen ſein bitteres Geſchick gehadert mehr als einmal
war er nahe daran geweſen, in ſolchen trüben, verzweifel=
ten
Stimmungen ſeinem nutzloſen Daſein ein Ende zu
machen öfter hatte ſeine Hand liebkoſend mit dem blin=
kenden
Revolver im Schreibtiſchfach geſpielt!
Aber da war die Tochter, Margareta nein, ihr
durfte er das Schreckliche niemals antun und ſo hatte
er ſich ſeinem Kinde zuliebe wieder zum Leben durchge=
rungen
, und er trug mit Ergebung ſein Geſchick, das ihn
von ſo manchen Freuden des Lebens ausſchloß.
Und Margareta war von einer ſeltenen, töchterlichen
Hingebung ſie kannte nur einen Gedanken der Vater!
Mit ſanfter Hand glättete ſie die Falten auf ſeiner Stirn,
wenn es ihn mal wieder packte und nahm dann Zuflucht
zu einem Mittel, das nie verſagte zu ihrer Violine, die
ſie mit ungewöhnlicher Meiſterſchaft beherrſchte. Es war
nicht zu viel geſagt, wenn man ſie eine Künſtlerin nannte.
Dank eines vorzüglichen Lehrers war ihre Technik hoch
fentwickelt; ihr Spiel war edel und groß, dabei von be=
zaubernder
Süße und Weichheit im Ton, und außerdem
Reſaß ſie die Gabe des Phantaſierens, von welcher ſie be=
Lnders in der Dämmerſtunde Gebrauch machte, da weinte

nd ſaichte ihre fodere lemanſe Gine unier hen
Händen und führte ſie weit hinweg aus der Gegenwart
in ſeliges unbekanntes Land.
Das waren Weiheſtunden für den Vater dieſes reich=
begabten
holden Geſchöpfes.
Mein Herzenskind, was ſoll ich einſt ohne Dich be=
ginnen
? Du biſt mein einziger Sonnenſtrahl ſagte er
mehrmals.
Wie kommſt Du darauf, Papa, daß wir uns trennen
müßten? ich bleibe ſtets bei Die, niemals werde ich von
Dir gehen.
Aber Gretchen, wenn Du heiraten wirſt.
Still, ſtill, Papa, das hat noch gute Weile! Ich denke
nicht daran! Für mich gibt es nichts Beſſeres, als um
Dich ſein, und mein größtes Glück iſt, wenn mein lieber
Papa zufrieden mit mir iſt!
Das iſt er, Herzenskind, entgegnete er gerührt und
küßte ſie zärtlich auf die klare Stien, und ich bin egoiſtiſch
genug, zu wünſchen, daß es noch eine Zeitlang ſo bleibl!
Aber doch wurde es zu Gretchens Bekümmernis
anders, und der Vater ſelbſt war es, der dieſem ruhigen
friedlichen Behagen ein Ende bereitete.
Im März machte er mit einem Freunde eine Reiſe
nach Berlin, auf nur wenige Tage berechnet, und da er=
eilte
ihn ſein Geſchick. Zu einem Abendeſſen bei Bekann=
ten
geladen, war ſeine Tiſchdame eine junge Witwe von
ungefähr vierunddreißig Jahren, und Frau Claudia
Hallerſcheidt wußte ihn durch ihr temperamentvolles
Weſen und ihre eigenartige, dunkle Schönheit ſo zu
feſſeln, daß er ſich leidenſchaftlich in ſie verliebte und auch
um ſie warb, ehe er abreiſte. Er ſchmachtete ganz in den
Banden dieſes berückenden Weſens, in deſſen Beſitz ihm
ein neues Lebensglück erblühen würde all ſeine Be=
ſonnenheit
war verſchwunden, und er war ſelig, als ſeine
Werbung auch angenommen wurde.
Still nahm Greichen nach Rückrehr des Vaters die

Aechich eiter Beriahung eugegen, Ales bile ſie che
geglaubt, als das eine, und es ſchmerzte ſie unſagbar, den
über alles geliebten Vater an eine andere zu verlieren
aber kein Wort von dem, was ſie bewegte, kam über ihre
Lippen.
Sie ſchlang die Arme um ſeinen Hals und ſagte mit
tränenerſtickter Stimme:
Wenn es zu Deinem Glück iſt, lieber Papa und
wenn Du mich dann noch ein klein wenig lieb behalten
willſt.
Zärtlich ſtreichelte er ihr ſeidiges, goldſchimmerndes
Haar und drückte ſeine Lippen darauf. Mein Gretchen,
mein kleiner Liebling, muß ich Dir das erſt noch ver=
ſichern
? Er fühlte ja, was in ihrem Herzen vorging;
nichts war ihm fremd, was ihre junge Seele bewegte,
Du wirſt doch aber nicht lange mehr bei mir
bleiben, Du wirſt doch über kurz oder lang einem Manns
Deiner Wahl folgen, und, nicht wahr, da gönnſt Du
Deinem Papa noch ein bißchen Glück.
Ja, tauſendmal ja und ſtürmiſch umhalſte ſie ihn.
Endlich fand ſie dabei die befreienden Tränen.
Wenn es auch anfangs weh tat ſie durfte trotzdeu
nicht egoiſtiſch ſein und ihm mißgönnen, worauf er noch
ein Recht hatte mit ſeinen fünfundvierzig Jahren auf
ein Glück an der Seite eines geliebten Weibes.
Und Claudia Hallerſcheidt war ſchön, gut und klug,
wie der Vater ſagte, da konnte das Zuſammenſein zu
dreien ebenſo ſchön wie zu zweien ſein!
Da durfte Margareta nichts ſagen!
Was hatte ſie alles ihrem Vater zu danken der
weiten Blick fürs Leben, die große, edle, milde Geſinnung
gar köſtlich waren die Samenkörner aufgegangen, die
er in das Herz der Tochter gelegt.
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Adventsglocken und politiſche Weiſen. Der Bazillus der
Kriegsfurcht Wer bringt Hilfe? Die Erlaſſe des
Polizeipräſidenten. Vom Lärm der Weltſtadt. Gegen
die Reklame. Das Kino und die Jugend. Eine gute
Veroednung. Sprechende Films. Die Sorgen der
Deutſchen Bühnengenoſſenſchaft. Gegenſätze. Zum
Hinſcheiden Otto Brahms. Aus dem Theaterleben.
Vom Klang der Adventsglocken iſt bisher wenig zu
vernehmen, politiſche Weiſen miſchen ſich hinein
und behalten die Oberhand. Die hier und da bereits auf=
tauchenden
Vorboten des Weihnachtsfeſtes finden vor=
läufig
recht geringe Beachtung und ſtatt der ſonſt ſo be=
liebten
Frage: Was werden Sie denn ſchenken? hört
man jetzt: Wie denken Sie über die Weltlage? Und
das wird mit einer ſolchen Dringlichkeit hervorgeſtoßen,
als ob der Gefragte ganz allein die Entſcheidung über
Krieg und Frieden hätte und von ſeiner Auskunft das
Schickſal ganz Europas und der anliegenden Weltteile
abhinge! Unſere großen mediziniſchen Forſcher haben
das Staunenswerteſte in der Züchtung und Bekämpfung
von Bazillen aller Art geleiſtet, ſie haben ſich eingehend

mit den Gewohnheilen und den Daſeinsbedingungen dieſer
geheimnisvollen Weſen beſchäftigt; es wäre nicht minde.
erſprießlich, wenn man auch einmal gründlich dem Ba=
zillus
der Kriegsfurcht zu Leibe ginge und ſeiner ver=
heerenden
Tätigkeit energiſch vorbeugte. Denn wie die
erſteren Bakterien im Organismus des einzelnen Menſchen
die ſchlimmſten Zerſtörungen anrichten können, ſo lähmt
ihr noch nicht in die wiſſenſchaftlichen Lehbücher über=
gegangener
Kollege unſeren Handel und Wandel, beein=
flußt
den Geldumſatz und untergräbt den Kredit.
Schade, daß da nicht Herr von Jagow eingreifen
kann, mit einer Verordnung, wie ſie dereinſt ſein Ber=
liner
Vorgänger Graf von Schulenburg nach der Schlacht
von Jena eelaſſen: Ruhe iſt die erſte Bürgerpflicht!
Denn man weiß ja, daß unſer Polizeipräſident ſehr frucht=
bar
in Erlaſſen iſt. Manchmal hat er damit vorbeigehauen,
häufig aber auch ins Schwarze getroffen, ſich die nicht
leicht zu erringende Anerkennung der Berliner erwerbend.
Von neuem wird ihm dieſe zuteil werden gelegentlich
ſeiner demnächſt in Kraft tretenden Straßenordnung, die
erhebliche Beſchränkungen des öffentlichen
Lärms bezweckt. Dafür wird ihm jeder Großſtädter,
der geiſtig zu arbeiten hat oder deſſen Geſundheit zu wün=
ſchen
übrig läßt, aufrichtigen Dank wiſſen Es iſt gräßlich,
was unſere junge Weltſtadt an überflüſſigem Lärm leiſtet,
den man weit fühlbarer empfindet, als wie jenen, der mit
den Bedingungen jeder großen Stadt mehr oder minder
verknüpft iſt. Der Berliner hat nun einmal Luſt am Spek=
takel
und am Spektakeln und läßt derſelben oft rückſichts=
los
freien Lauf. Fürſt Bismarck hat einmal es war
bei Gelegenheit eines Feſteſſens, welches Berliner Vühger
nach Beendigung des 1866er Krieges dem Dreigeſtirn
Bismarck, Moltke Roon gaben ſehr glücklich den Ber=
liner
geſchildert, den er damals in ſeiner Rede nach Herz,
Hand und Mund zeichnete: das Herz habe ſich treu in den
Liebesgaben offenbart, die den Verwundften geſpendet
worden wären, die Hand ſei, wie manche Kämpfe bewie=
ſen
, feſt und ſichs und was den Mund anbetreffe, ſo
aber ſtürmiſche Heiterkeit ließ ihn nicht vollenden, und
dieſe Unterbrechung ſagte genug!
Die obige Straßenordnung zieht auch eine Regel=
ung
der öffentlichen Reklame in Betracht und
wird die grad’ in letzter Zeit recht tollen Auswüchſe der=
ſelben
beſchneiden, nicht minder das Zurſchauſtellen von

Waren, die unter anderen von mun an vor den Liebes
gaben des neueſten Freundes des Menſchen bewahrt!
bleiben ſollen indem ſie nur erhöht aufgeſtellt werden
dürfen. Es iſt natürlich, daß auch hier wiederum aller=
hand
Schmerzensſchreie jener ertönen, die ſich durch diel
neuen Maßregeln beeinträchtigt glauben, aber die Allge=
meinheit
wird durchaus zufrieden ſein, daß man ſie gegen:
Verunſtaltungen und Mißſtände der Weltſtadt ſchützt, ſo=
weit
dies einer Behörde möglich iſt.
Eine andere polizeiliche Verfügung wird in den näch=
ſten
Tagen in Kraft treten, und zwar nicht nur für Berlin,
ſondern für die ganze Provinz Brandenburg, und zwar
betrifft ſie die Kinotheater. Kindeen bis zu 6 Jah=
ren
wird der Beſuch der Kinovorſtellungen völlig unter=
ſagt
und Jugendlichen unter 16 Jahren jener von Er=
wachſenen
=Vorſtellungen verboten. Für ſie können beſon=
dere
Veranſtaltungen eingerichtet werden, deren Pro=
gramme
vorher der Polizei einzureichen ſind und von die=
ſer
genehmigt werden müſſen. Der betreffende Vertreter
der Polizei hatte ſich vorher mit dem Belliner Lehrer=
verein
in Verbindung geſetzt, und ſo ſehr derſelbe auch
den Kinematographen für ein wertvolles Bildungsmittel
anſieht, natürlich bei richtiger Anwendung, ſo rückhalts=
loſen
Beifall zollte er dem erwähnten Vorhaben der Be=
hörde
. Und das Gleiche wird dor Fall ſein bei allen,
die es mit unſerer heranwachſenden Jugend gut meinen
und die bisher mit tiefem Bedauern oft beobachten konn=
ten
wie halbflügge Mädchen und Knaben allerhand Kino=
vorführungen
beiwohnten, die wahrlich nicht für jugend=
liche
Gemüter berechnet waren und nur von häßlichſter
Einwirkung ſein konnten.
Unterdeſſen macht der Kinematograph immer.
weitere Fortſchritte, um ſtets größere Vielſeitigkeit zu er=
ringen
. An dieſer ſeiner Vervollkommnung arbeiten in
allen Kulturländern die bekannteſten und unbekannteſten
Erfinder, denn es iſt viel, ſehr viel Geld damit zu ven=
dienen
. Das Beſtreben Aller richtet ſich darauf, Natur=
farben
zu erzielen und den Darſtellungen noch mehr Le=
bensähnlichkeit
durch die Sprache reſp. durch die Tongeb=
ungen
der Natur zu geben. Dem Streben nach Farbig=
keit
iſt man ſchon erheblich nähergekommen, jetzt ſcheinen.
auch mehr und mehr die ſprechenden Films zur
Wirklichkeit zu werden, wie es uns kürzlich eine Privat=
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die wir bisher unter dem eben bemerkten Titel kennen ge=
lernt
, d. h., daß der im Kinobilde gezeigte mimiſche Vor=
Strag durch irgend einen Sänger oder eine Sängerin hinter
dem Vorhang ſeine ſtimmliche Ergänzung erfuhr. Dafür
wird uns jetzt etwas ganz Neues und zum Teil ſehr
Ueberraſchendes geboten, indem Bewegung und Ton eng
verſchmolzen ſind, wie bei einer uns gezeigten Bändiger=
ſzene
im Löwenkäfig, bei der man auf das getreueſte das
Knurren und Brüllen der Tiere, die Zurufe des Bän=
digers
, das Knallen der Peitſche, den ſcharfen Klang der
Eiſengabel vernahm. Gleiches war der Fall bei der Ver=
körperung
eines Hühnerhofes, und es ſcheint, daß ſich vor=
läuſig
Tierlaute beſſer aufnehmen laſſen, als wie menſch=
liche
Stimmen, wahrſcheinlich mit Hilfe neuerfundener
Splrechplatten, was uns natürlich nicht verraten ward, da
der Erfinder, ein Pariſer Ingenieur, ſein Geheimnis
ſtreng hület.
=Es iſt vorauszuſehen, daß dieſe Erfindung bald eine
fortſchreitende Verbeſſerung erfahren wird, und daß dann
die Lichtſpieltheater noch in einen weit ſtärkeren Wett=
kampf
zu den richtiggehenden Bühnen Neten werden.
Als ob unſere Theater ſchon nicht genug Sorgen hätten,
ſolche materieller und organiſatoriſcher Natur! Von letz=
teren
wird man bald weiteres vernehmen, da am Mitt=
woch
im Künſtlerhauſe die Tagung der Deutſchen
Bühnengenoſſenſchaft begonnen hat, mit der wie=
derum
die heftigſten Kämpfe verlnüpft ſein werden. In
erſter Linie dreht es ſich abermals um Herrn Hermann
Niſſen, den Präſidenten der Genoſſenſchaft, der ohne
Zweifel für die Angehörigen des Schauſpielerberufes ſehr
vieles in ſozialer und wirtſchaftlicher Beziehung erreicht
hat, aber in anderer Hinſicht durch Eigenwilligkeit und ein
zu ſchroffes Betonen perſönlicher Intereſſen auch mancher=
lei
Schaden verurſachte, Für ſeine ſtarke Eigenart
ſprechen ebenſowohl ſeine leidenſchaftlichen Anhänger wie
ſeine nicht minder leidenſchaftlichen Gegner, die ihn
vom Präſidentenſtuhl herabzwingen wollen, wie ſie dies
ſchon mehrfach verſucht, bisher ohne den erſehnten Erfolg.
Und es iſt fraglich, ob es ihnen diesmal gelingen wird,
wie ſie es mit voller Kraft durchſetzen wollen. Glückt es,
dann würde ſich auch ein beſſeres Einvernehmen zwiſchen
Bühnenverein und Genoſſenſchaft herſtellen laſſen, was
zweifellos ſehr wünſchenswert iſt. Umfaßt doch die erſtere

Vereinigung die Arbeitgeber, alſo die Direktoren und Be=
ſitzer
der Bühnen, die letztere die Mitglieder derſelben,
Schauſpieler, Schauſpielerinnen, Chorperſonal uſw. Die
ewigen Reibungen oben haben natürlich auch nach unten
abgefärbt und ſchon recht unerquickliche Zuſtände zur
Folge gehabt. Für das innere Erſtarken und die gedeih=
liche
Entwicklung, auch in wirtſchaftlicher Beziehung, des
geſamten deutſchen Theaterperſonals wäre ein baldige.
Friedensſchluß mit dem üblichen Verſöhnungsfeſt von
großer Wichtigkeit.
Ein eifriges Mitglied des Bühnenvereins und zugleich
ein warmer Vertreter der Intereſſen des Schauſpieler=
ſtandes
iſt mit Otto Brahm fortgenommen worden.
Was er für unſer Theater im allgemeinen und für das
Berliner im beſonderen lange Zeit hindurch geweſen, ward
ja ſchon des mehrfachen geſchildert. Für ſeine Bedeutung
als Bühnenleiter und als Menſch ſprach am eindring=
lichſten
die würdige Trauerfeier, in der neben Gerhart
Hauptmann, Paul Schlenther, Arthur Schnitzler und
Emanuel Reicher auch Generalintendant Graf von Hülſen=
Haeſeler das Wort ergriff und in treffender Weiſe die
ſtille, beſcheidene, arbeitſame Natur des Verſtorbenen
ſchilderte ſein reifes Künſtler= und freies Menſchentum,
welch beides ſich ſoviel Verehrung erworben. Seit
über einem Vierteljahrhundet kannte der Schreiber die=
ſes
Otto Brahm und konnte ſeine erſten Erfolge als
Schriftſteller und ſpäter als Bühnenleiter beobachten und
begrüßen. Es iſt ganz erſtaunlich, wie wenig ſich dieſer
ſeltene Menſch in der angegebenen geraumen Zeit ver=
ändert
hat und wie er ſtets der gleiche Ruhige, Ueber=
legene
, unermüdlich Schaffende geblieben. Eigentlich ſtets
kränklich und ſeit langem krank, hätte er vielleicht Ge=
neſung
gefunden, wenn er ſich vor Jahr und Tag von
ſeinem anſtrengenden und aufreibenden Poſten zurück=
gezogen
hätte. Dazu war er aber nicht zu bewegen; er iſt,
wie man ſagt, in den Sielen geſtorben, tätig bis zum letz=
ten
Augenblick, in gewiſſem Sinne auch ein Opfer der
Weltſtadt, die mit merkwürdiger Macht die Arbeit=
ſamen
, die Strebenden, die Ehrgeizigen in ihrem Banne
hält und nicht losläßt, bis ein Gewaltigerer die Löſung
veranlaßt.
Als ein Opfer eigentümlicher, in Oeſterreich eindring=
lich
vorhandener Anſchauungen ſtellt Artur Schnitzler
ſeinen Profeſſor Bernhardi hin, den Titel=

helden ſeiner fünfatigen Konödie, die das Kleine
Theater zur erſten Aufführung brachte. Das Opfer iſt
zwar nicht ſehr beklagenswert und weiſt jeden Ton des
Bedauerns und gar Mitleids ſpöttiſch zurück, denn dieſer
Proſeſſor iſt nicht nur ein hervorragender Azt, ſondern
auch ein von modernen Ideen durchdrungener, vollblütiger
Menſch, der nicht das alte Wort vergeſſen hat, daß alles
verſtehen auch alles verzeihen heißt. Als Arzt, der einer
Sterbenden die Ruhe bewahren will, gerät er, da er einem
Prieſter den Zutritt zum Sterbebette verweigert und jenen
dabei berührt, in Gegenſatz zu den ſtrengen Vorſcheiften,
die auf öſterreichiſchem Boden die Ausübung des Prieſter=
tums
ſchützen und muß eine Gefängnisſtrafe verbüßen.
Da bei der Verhängung und Bemeſſung derſelben eine
falſche Ausſage erheblich mitſprach, hätte Profeſſor Bern=
hardi
nach erfolgter Aufklärung leicht eine neue Verhand=
lung
erzwingen können, er verzichtet darauf in dem Ge=
fühl
, trotz allem und allem Sieger geblieben zu ſein. Wie
ſtets bei Schnitzler, enthält das Stück das nur in einzelnen
Teilen Komödienhaftes hat, viel Feines, Zeitgeſchicht=
liches
, Reizvolles, aber ſo recht innerlich bewegen kann es
uns nicht; denn es bringt mehr Redneriſches und geiſtvoll
Ausgeklügeltes, als jene echte und rechte Ueberzeugungs=
wärme
, die uns über einzelne Perſonen hinweg die Wucht
gegenſätzlicher Anſchauungen und moderner Strömungen
zu Herzen führt.
Ein feſſelndes Gaſtſpiel vermittelte uns unſer
Königliches Opernhaus mit dem mehrmaligen
Auftreten Mattia Battiſtinis, des berühmten
italieniſchen Baritoniſten, der hier zum erſten Male vor
fünfzehn Jahren in einem Nikiſch=Konzert Beifallsſtürme
entfeſſelt hatte. Diesmal lernten wir den Sänger von der
Bühne her kennen, und er erzwang ſich gleichfalls ſtürmi=
ſche
Zuſtimmung. Man hörte ihn als Renato in Verdis
Maskenball und dann als Rigoletto in der gleich=
namigen
Opex desſelben Komponiſten. In beiden Rollen
war ſtimmlich wie darſtelleriſch der Gaſt auf der Höhe und
überraſchte durch die Kraft und Schönheit ſeines Ge=
ſanges
wie durch natürliches Spiel, dies namentlich als
Rigoletto. Einige kleine italieniſche Eigentümlichkeiten
im Vortrage nahm man gern hin, ſie konnten den glänzen=
den
Geſamteindruck nicht beeinträchtigen.

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La Camargo‟
der Roman einer gefeierten
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Alfred de Musset.
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Samstag, 7. Dezember
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mit Konzert
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Dentſcher Frauenverein vom Roten Krenz für die Kolonien.
Einladung
zu dem am Donnerstag, den 12. Dezember d. J., im Saale der
Vereinigten Geſellſchaft, nachmittags pünktlich ½ 5 Uhr ſtatt=
(25035sm
findenden

Tee-Abend.

Plan: 1. Begrüßung. 2. Lichtbilder=Vortrag der Frau
Margarethe von Eckenbrecher über ihre afrikaniſchen Reiſen.
3. Tee=Pauſe. 4. Tanz=Spiele der Jugendgruppe. 5. Schlußwort.
Karten zu M. 1 am Verkehrsbüro und Saaleingang.

Restadrahr Rammelbrau.
Sonntag, den 8. Dezember 1912:
Zwei
Militär=(Streich=) Konzerte
der Kapelle des Leibgarde=Regiments
Dirigent: Obermuſikmeiſter H. Hauske.
Aus den Vortragsordnungen: Gluck: Ouvertüre z. Iphigenia
in Aulis. Adam: Motive aus dem Poſtillon von Lonjumeau.
Strauß: Nordſeebilder, Walzer. Weſtmeyer: Kaiſer=Ouvertüre.
Eysler: Frauenfreſſer=Walzer. Lortzing: Ouvertüre z. Hans Sachs.
Violinſoli, vorgetr. von Einj.=Freiw.=Hoboiſten Härtl. Wolf=Ferrari=
Intermezzo aus Schmuck der Madonna‟ Schlögel: Streifzug
durch die Joh. Strauß’ſchen Operetten. Lehär: Eva=Walzer (auf
Wunſch).
Anfang 4 und 8 Uhr. Eintritt 25 Pfg.
NB. Die vorderen Reſtaurationsräume ſind den Nichtkonzertbeſuchern
(25166
bereitgeh lten.

Ludwigshöhe
Sonntag, den 8. Dezember:
RoRzER!

der Kapelle des Grossh. Art.-Regiments Nr. 61
unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters.
M. Weber.

Aus der Vortragsordnung:
Flotow: Ouvertüre zur Oper Martha.
Donizetti: Fantaſie aus der Oper Die Regimentstochter.
Hilbert: Moskwa Ruſſiſches Lied.
Brahms: Ungariſche Tänze‟
Strauß: Schatz=Walzer aus der Operette Der Zigeunerbaron.
(B25188
Hubert: Tatjana‟, Mazurka de Conzert
u. a. m.
Eintritt 25 Pfg.
Anfang 4 Uhr.

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Programm
zu dem am Samstag, den
7. Dez., von 12 Uhr mittags ab
vor dem Neuen Palais ſtatt=
findenden
Konzert der Kapelle
des Großh. Train=Bat. Nr. 18.
1. Marſch aus d. Oper Indra,
Armeemarſch Nr. 155, Parade=
marſch
zu Fuß des Train=Bataill.
Nr. 18. 2. Ouverture zur Oper
Stradella von Flotow. 3. Pilger=
chor
und Lied an den Abendſtern
aus der Oper Tannhäuſer von
Wagner. 4. Fantaſie a. d. Oper
Undine von Lortzing. 5. Wiener
Blut, Walzer v. Strauß. 6. . Groß=
herzog
Adolf Friedrich, Marſch
von W. Klein.

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Samsrag
Heute
den 7. Dez.
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Rendevous der vornehmen
Gesellschaftskreise.

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The Annettys: Mod.
Lichtspiele.

Mergen

Sonntag
8. Dezember

Vorstellungen
Nachm. 4 Uhrz
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Vorstellung
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9uhr

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Großherzogl. Hoftheater
Samstag, den 7. Dezember 1912.
73. Abonnem.=Vorſt. D 19.
Neu einſtudiert:
Gyges und ſein Ring.
Eine Tragödie in 5 Akten
von Friedrich Hebbel.
Spielleſter: Emil Valdek.
Perſonen:
Kandaules, König
von Lydien . . Hs. Baumeiſter
Rhodope, ſeine
Gemahlin . . . Herta Alſen
Gyges, ein Grieche Kurt Ehrle
Lesbia,) Skla= Käthe Meißner
Hero, vinnen Barb. Uttmann
Johannes Heinz
Thoas,
Sklaven
Guſtav Semler
Klarna,
Nach dem 3. Akte längere Pauſe.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M., Mittel=
loge
5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.6
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 3.60 M.,
14.20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.5. Reihe 2.25 M, 6.8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II. Ga=
lerie
0.55 M.
Anfang 7 Uhr Ende 9¾ Uhr.
Kartenpk. v. 9½1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Sonntag, 8. Dez. Nachmittags
2½ Uhr: 10. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſen. Der Pfarrer
von Kirchfeld. Worverkauf
bis einſchließl. Samstag, 7. Dez.,
nur im Verkehrsbüro (Ernſt=
Ludwigsplatz). Verkauf der noch
vorhandenen Karten an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab.
Abends 7 Uhr: 74. Ab.=Vorſt.
A 19. Mignon. Gew. Preiſe.
Montag, 9. Dez. (Keine Vor=
ſtellung
.)
Dienstag, 10. Dez. Außer Ab=
Erſtes Gaſtſpiel Alex. Moiſſi’s
vom Deutſchen Theater in Berlin.
Hamlet. Trauerſpiel in fünf
Akten von Shakeſpeare. Hamlet:
Alex. Moiſſi. Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Sonntag, den 8. Dezember 1912.
10. Volksvorſtellung
zu ermäßigten Preiſen.

von Altötting . Herm. Knispel
Paul Eisner
. Agn. Wisthaler

Der Pfarrer von Kirchfeld‟
Volksſtück mit Geſang in 4 Akten
von Anzengruber.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Perſonen:
Graf Peter von
Finſterberg . . Heinrich Hacker
Lux, deſſ. Revier=
jäger
.
. Guſtav Semler
Hell, P arrer von
Kirchfeld . . . Kurt Ehrle
Brigitte, ſ. Haus=
hälterin
. . . . Minna Müller
Rudolph
Vetter, Pfarrer v.
St. Jakob in
der Einöd . . . Kt. Weſtermann
Anna Birkmeier,
ein Dirndl aus
St. Jakob . . Käthe Gothe
Michl Berndorfer Hs. Baumeiſter
Thalmüller Loisl Emil Kroczak
Der Schulmeiſter
Der Wirt an der
Wegſcheid.
Sein Weib .
Hannsl, b Sohn Ernſt Rettig
Der Wurzelſepp . Ludw. Wagner
. Auguſt Kräger
Br. Waigandt
Ludwig Indorf
Bauern
Adolf Klotz
. Ad. Jungmann
Nach d. 1. v. 2. Akte ie läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 2.05 M., Mittel=
loge
2.05 M., Balkonloge 2.05 M.,
I. Rang 2.05 M., II. Rang 1.05 M.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 1.55 M.,
14.20. Reihe 1.05 M., Parterre
1.05 M., I. Ga erie 0.45 M.,
II. Galerie 0.35 M.
Anf. 2½ Uhr. Ende nach 5 Uhr.
Sonntag den 8. Dezember 1912.
74. Abonnem.=Vorſt. A 19.
Mignon.
Oper in 3 Akten von Thomas
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Wilhelm Riechmann.
Perſonen:
Wilhelm Meiſter . Aug. Globerger
. Otio Smper
Lothario
Laertes
Karl Bernhardt
Friedrich
Otto Thomſen
L. Schützendorf
Jarno
Ad. Jungmann
Antonio
Gt. Geyersbach
Mignon.
Philine
Olga Kallenſee
Ein Souffleur . . Adolf Klotz
. Karl Feder
Ein Diener
Akt 1: Zigeunertanz ausgef.
von Sybilla Huber und Adelheid

Cronebera, ſowie 12 Damen des
Corps de Ballet.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe.
Proſzeniumsloge 6.10 M., Mittel=
loge
6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 4.10 M.,
14.20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.5. Reihe 2.80 M., 6.8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
0.65 M.
Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr.
Kartenverk. v. 1.½1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 9. Dez. (Keine Vor=
ſtellung
.)
Dienstag, 10. Dez. Außer Ab.
Erſtes Gaſtſpiel Alex. Moiſſi’s
vom Deutſchen Theater in Berlin.
Hamlet. Hamlet: Alexander
Moiſſi. Gew. Pr. Anf. 7 Uhr.
Mittwoch, 11. Dez. 75. Ab.=Vſt.
A 20. Der fliegende Hol=
länder
. Gewöhnl. Preiſe. An=
fang
7½ Uhr.
Donnerstag, 12. Dez. 76. Ab.=
Vorſt. B 19. Zum erſten Male
wiederholt: Die fünf Frank=
furter
Gew. Pr. Anf. 7½ Uhr,
Aus dem Spielplan.
Freitag, 13. Dez. Außer Abon.
Zweites u. letztes Gaſtſpiel Alex.
Moiſſi’s vom Deutſchen Theater
in Berlin. Zum erſten Mae:
Jedermann‟ Ein altes Spiel
von Hofmannsthal. Jedermann:
Alex. Moiſſi. Gewöhnl. Preiſe:
Anfang 8 Uhr.
Samstag, 14. Dez. Außer Ab.
Zum 25 jährigen Dienſtiubiläum
und Benefiz des Kammerſängers
W. Riechmann. Der Waffen=
ſchmied
Kleine Preiſe. An=
fang
7½ Uhr.
Anmeldungen auf Neuabon=
nements
, beginnend mit den Vor=
ſtellungen
A 23, B 23, C 23 und
D 23, werden von der Hoftheater=
Hauptkaſſe entgegengenommen.
Kaſſeſtunden an allen Wochen=
tagen
, vormit. von 1012½ Uhres

ne grö

e
füh
Lode Jeſu kon
ſiner Seelen
Lenntnis und
reren Vorſte
daß wir dieſe
gen mit den e
hon der Art d
keſtament verf
immer verſchi
dr Met
6 vielfach
ſiſſung desC
uirn, an beglüc
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botenen Vortre
ſtehent
ruhe zu erw
die

Ueher Werke, 2or

[ ][  ][ ]

beweist die hervorragende
Qualität der
SULiMACIGARETTE
Kwc

Vorträge.

* Freie Landeskirchliche Vereinigung
fürdas Großherzogtum Heſſen. Man ſchreibt
uns: Daß der zweite der von der Vereinigung veranſtal=
teten
Vorträge über Fragen religiöſer Wektanſchauung
noch eine größere Anzahl von Beſuchern anzog, als der
erne, lag in erſter Linie gewiß an der Größe der zur Er=
örterung
ſtehenden Frage: Gibt es ein ewiges Leben?,
aber auch an der Perſönlichkeit des Redners, Pfarrer Lic.
Fuchs=Rüſſelsheim, von dem man erwarten durfte, daß
er ſein Beſtes gäbe. In dieſer Erwartung wurde denn
auch niemand getäuſcht, und die Stunde des Zuhörens
war ein hoher geiſtiger Genuß und ſeeliſche Erbauung
zugleich. Nach eingehender und gründlicher Auseinander=
ſetzung
mit der althergebrachten Vorſtellung von Himmel
und Hölle, mit den Vorurteilen der modernen Welt und
mit den ſcheinbar wiſſenſchaftlichen Gegengründen gegen
den Ewigkeitsglauben zeigte der Redner den einzig
zwingenden Grund dieſes Glaubens: er ſteigt auf aus
dem Gefühl für den Wert der Menſchenſeele. Nach dem
Tode Jeſu kommt er am Gefühl für die Größe und Tiefe
ſeiner Seelenkraft bei ſeinen Jüngern zu bewußter Er=
kenntnis
und reift ſich dann in der Chriſtenheit zu immer
klareren Vorſtellungen aus. Nun kommt es darauf an,
daß wir dieſe innere Ergriffenheit vom Werte des Geiſti=
gen
mit den erſten Chriſten teilen. Die Vorſtellungen
von der Art des Seins in der Ewigkeit ſind im Neuen
Teſtament verſchieden und waren in der Chriſtenheit
immer verſchieden. Darum haben auch wir Recht und
Pflicht, ſie uns aus der eigenen Ergriffenheit vom Werte
der Menſchenſeele immer wieder neu zu geſtalten. Wenn
es vielfach landläufige Rede iſt, daß die moderne Auf=
faſſung
des Chriſtentums den Menſchen an inneren =
tern
, an beglückenden und ſittlich fördernden Ueberzeug=
ungen
ärmer mache, ſo waren die beiden bis jetzt ge=
botenen
Vorträge geeignet, das Gegenteil zu beweiſen.
Das gleiche iſt von dem am nächſten Dienstag in Ausſicht
ſtehenden des Herrn Pfarrer Heſſelbacher= Karls=
ruhe
zu erwarten, der über die Frage: Wie verträgt ſich
die ewige Liebe und Gerechtigkeit mit dem Daſein des
Uebels? ſprechen wird.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
behenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ur Urteit oo.,
* Margarethe von Eckenbrecher die am
12. ds. Mts., nachmittags pünktlich ½5 Uhr, im Saale
der Vereinigten Geſellſchaft einen Vortrag über ihre
Afrikareiſen halten wird, begleitete zunächſt im
Jahre 1902 ihren Gatten nach Deutſch=Südweſtafrika.
Das= Ehepaar lebte dort auf Okombahe im Hererogebiet.

Durch zablreiche ausgedehnte Reiſen kente ſie das Land
und die Eingeborenen gründlich kennen. Während des
Aufſtandes 1904 beteiligte ſich Frau v. E., indeſſen ihr
Gatte in den Reihen der Schutztruppe zu kämpfen hatte,
an der Verteidigung von Okombahe, bis dieſes durch
Hauptmann Franke von Omarian aus entſetzt wurde.
Ihren Mann mußte ſie im Felde zurücklaſſen, als ſie im
Sommer 1904 mit ihrem Kinde nach Deutſchland zurück=
kehrte
. Ihre Erlebniſſe hat ſie in dem weitbekannten
Buche: Was Afrika mir gab und nahm. (Berlin, Mitt=
ler
& Sohn, 1906, 8. Aufl.) ausführlich geſchildert. Im
Jahre 1909 begleitete Frau v. E. ihren Mann auf eine
große Studien= und Jagdreiſe nach Oſtafrika. Sie lernte
hierbei außer Tanga, Uſambara, dem Hinterland von
Dar=es=Salaam, beſonders den hochintereſſanten Süd=
bezirk
kennen. Die Expedition umfaßte das Gebiet des
Mankuru, das Makondeplateau, den Lukuledi und den
Roouma ſtromaufwärts. Dabei hatten die Reiſenden
reichliche Gelegenheit zu aufregenden Elefanten=, Büffel=,
Flußpferd= und Antilopen=Jagden. Auch über dieſe
Reiſe erſchien vergangenes Jahr ein Buch: Im dichten
Pori. (Berlin, Mittler & Sohn, 1911). Frau v. E. illu=
ſtriert
ihre intereſſanten Vorträge durch farbige, von ihr
perſönlich aufgenommene Lichtbilder.
Der Niels Sörnſen=Lieder=Abend zur
Laute am Sonntag, den 8. Dezember, im Hotel Zur
Traube bringt ein durchaus eigenesoriginelles
Programm. Dasſelbe zerfällt in neuere Lauten=
Lieder, niederdeutſche Lieder, alte Lauten=Lieder und
einen bunten Teil. Unübertroffen dürfte der junge
Schleswig=Holſteiner in der Wiedergabe der niederdeut=
ſchen
(plattdeutſchen) Lieder ſein. Ob es nun die zar=
ten
Zöne aus Klaus Groths Quickborn oder die derben,
humorvollen Alpenvolkslieder in ſeiner Mutterſprache
ſind, ſtets weiß er die Sachen in nicht zu übertreffender
Weiſe wiederzugeben. Dabei iſt ſein Plattdeutſch, wie
Dr. Max Müller gelegentlich eines Auftretens von Niels
Störnſen in Berlin ſchrieb, jedem Ohr verſtändlich. Die
erſte Liederſammlung iſt unter dem Titel Alte und neue
Lieder zur Laute im Verlag von Friedrich Hofmeiſter,
Leipzig, erſchienen. Es ſei hiermit nochmals auf den
Abend hingewieſen. Anläßlich ſeines Auftretens in
erſten Kunſtſtädten, wie Berlin, Hambura, Halle, Bremen,
Weimar, bezeichnet man den jungen Sänger als einen
Auserwählten in dieſer Kunſt, lobte beſonders ſeine
Stimmittel und ſeine vornehme Art des Vortrages.

Luftfahrt.

* Friedrichshafen, 6. Dez. Auf der Luftſchiff=
werft
wird an zwei Luftſchiffen gearbeitet.
von welchen eines im Gerippe fertiageſtellt iſt. Welches
von den beiden Verkehrsluftſchiff wird, ſteht noch nicht
feſt. Aufträge von der Heeresverwaltung oder der Marine
liegen noch nicht vor.

Svort.

* Von dem Darmſtädter Billardklub wird uns ſo=
eben
weiter mitgeteilt, daß das große Amateur= Billard=
ſpiel
am kommenden Dienstag, den 10. Dezember, im
oberen Saale des Hotel Heß ſtattfindet. Es ſei an dieſer
Stelle nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß nur
hervorragende Amateurſpieler, darunter der zweitbeſte
Amateurſvieler Deutſchlands, ſich zu einer Cadrepartie
auf 400 Points einfinden, und iſt allen Freunden des

Billrdſporis Gelegenheit gegeben, ſch einen genußreichen
Abend zu verſchaffen, um ſo mehr, da wohl nicht oft Ge=
legenheit
ſein wird, derartige erſtklaſſige Spieler hier in
Darmſtadt begrüßen zu können.
* Jagd. Eine intereſſante Schußliſte
Kaiſer Wilhelms, der kürzlich ſein 40jähriges
Jäger=Jubiläum feiern konnte, veröffentlicht Der Weid=
mann
. Danach hat der Kaiſer in dieſen 40 Jahren erlegt:
2002 Rothirſche, 92 Rottiere, 1774 Damſchaufler, 98 Dam=
tiere
, 3126 grobe Sauen und 316 geringe Sauen, 955 Reh=
böcke
17988 Haſen, 2686 Kaninchen, 121 Gemſen, 532
Füchſe, 3 Bären, 12 Elchhirſche, 6 Wiſente, 3 Renntiere,
2 Mufflons, 6 Dachſe, 1 Marder, 108 Auerhähne, 24 Birk=
hähne
, 3 Bronzeputer, 2 Perlhühner, 38 578 Faſanen, 867
Rebhühner, 95 Grouſe, 5 Schnepfen, 2 Bekaſſinen, 87
Enten, 826 Reiher und Kormorane, 1 Wal und 524 Ver=
ſchiedenes
, das wären im ganzen alſo 70845 Stück Wild.
* Radrennen. Drittes Drosdener Sechs=
tagerennen
. Am vierten Tage, abends gegen 9 Uhr,
kam es abermals zu ſcharfen Kämpfen, die zu einer aber=
maligen
Verſchiebung des Feldes führten. Die Spitzen=
gruppe
bilden nach wie vor Lorenz=Saldow. Eine Runde
zurück ſind Stabe=Pawke, Lawſon=Wiley, Hall=Halſtead;
2 Runden zurück: Ruſel=Roſellen; 3 Runden zurück:
Röthig=Süßmilch, v. Natzmer=Großmann, Techmer= Tade=
wald
; 5 Runden zurück: Kudela=Nowack; 7 Runden zu=
rück
: Gebrüder Carapezzi. Im weiteren Verlaufe des
Rennens kam Süßmilch durch eigene Unvorſichtigkeit in
der Kurve zu Fall und blieb bewußtlos liegen. Es
wurde eine leichte Gehirnerſchütterung feſtgeſtellt, die ihn
für kurze Zeit außer Gefecht ſetzte. Auch Saldow und
Röthig wurden in den Sturz verwickelt, kamen jedoch mit
leichten Hautabſchürfungen davon. Eine Führungsprä=
mie
von 50 Mark für die Zeit von halb 3 bis halb 4 Uhr
morgens wurde von Roſellen gewonnen, der über 234
Runden geführt hatte, vor Rudel 28 Runden und Lorenz
6 Runden. Früh morgens 9 Uhr (106. Stunde) waren
2842,240 Kilometer zurückgelegt.
Die Nachmittagsſtunden des vorletzten Tages ( Don=
nerstag
) brachten keine Veränderung in der Plazierung.
Es wurden einige humoriſtiſche Prämien ausgefahren,
darunter eine ſolche für den Letzten. Saldow leiſtete ſich
den Scherz, in der Schlußrunde umzukehren und zirka 20
Meter zurück zu fahren, wodurch er tatſächlich als Letzter
einkam. Die Prämie wurde indes A. Carapezzi zuge=
ſprochen
. Einen als Prämie ausgeſetzten Sektkühler ge=
wann
Roſellen. Abends 6 Uhr (115. Stunde) waren von
Lorenz=Saldow 3010,800 Kilometer zurückgelegt; 1 Runde
zurück: Stabe=Pawke. Hall=Halſtead. Lawſon=Wiley;
2 Runden zurück: Rudel=Roſellen: 3 Runden zurück:
Röthig=Süßmilch, von Natzmer=Großmann, Techmer=
Tadewald; 5 Runden zurück: Kudela=Nowack; 7 Runden
zurück: Gebrüder Carapezzi.

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Kleider-Rhenania . . . . Mtr. 75, 58, 38
. Mtr. 75, 65, 38
Kleider-Druck.
. Mtr. 85, 75, 65
Kleider-Gingham

Weisswaren
Mtr. 58, 48, 35
Hemdentuch .
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Blusen u. Unterröcke . 5.50 2.95, 1.45
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Ulster u. Paletots . . . . 58., 49., 32.-
. 62., 48., 30.
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14

Weihnachtsbitte!

Die Zeiten ſind teuer! Das merkt jeder Hausvater und jede
Hausmutter beim Einkauf von Lebensmitteln. Und wenn die Ein=
nahmen
nicht ſteigen, nur Jahr für Jahr die Ausgaben, dann will
ſich manchmal die Sorge ins Herz ſchleichen: Wie ſoll es im kom=
menden
Winter gehen? beſonders wenn nicht nur zwei oder drei
zu ſättigen ſind. Wo kann mehr geſpart werden? die Frage wird
immer ernſter auch für die Leſer dieſes Blattes denn ſo reich
ſind wenige, daß ſie nirgends zu ſparen brauchten.
Und dennoch wagen wir, die Epileptiſchen=Anſtalt zu Nieder
Ramſtadt und alle ihre Bewohner, um Gottes Willen die herzliche
Weihnachtsbitte: Ihr lieben Leſer ſpart nicht an uns! Wenn ſich
bei uns Tag für Tag mehr als 200 Kranke an unſere Tiſche ſetzen,
in der Erwartung, daß ſie ſatt gemacht werden, welche Sorge
bedeutet das für uns, die Hauseltern. Und wie gut ſchmeckts unſeren
Kranken! Und wenn wir in unſerer Anſtalt Weihnachten feiern und
die Kranken zu dem ſtrahlenden Chriſtbaum führen o, dann
finden die Kleinen und die Großen ſo gerne auch etwas unter dem
Baum: Allerlei Kleidungsſtücke, etwas zum Spielen, etwas zum
Leſen. Wer will unſeren Kranken eine Weihnachtsfreude bereiten
und damit ſich ſelbſt?
(24721oo
Jede Gabe iſt uns willkommen, ſei es Geld oder ſonſt etwas.
Allen Leſern dieſer Bitte wünſcht eine durch Gottes größtes Weih=
nachtsgeſchenk
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Kurſe vom 6. Dezember 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
3
Staatspapiere.
4 Ttſche. Reichsſchatzanw. 99,50
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
77,50
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,4
. 83,10
3½ do. Conſols
77,75
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,40
93,50
3½
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,30
86,70
3½
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,4.)
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
87,10
3½
do.
76,40
do.
783)
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,70
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 98,75
1¾ Grie hen v. 1887 . . 54,25
3¾ Italiener Rente .
3½ Oeſterr. Silberrente 86,60
4 do. Goldrente . . . 91,7
4 do. einheitl. Rente 82,90
4 Portug., unif. Serie I 62,80
3 do. unif. Ser. III 65,70
10,00
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 100,05
do. v. 1890 . . 93,00
4 do. v. 1905 . . 88, )0
4 Ruſſen v. 1880 .
88,80
4 do. v. 1902
88,50
4½ do. v. 1905 . . . . 10),30
3½ Schweden .
86,6)
4 Serbier amort. v. 1895 78,70
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,80
4 Ungor. Goldrente . . . 87,2)
4 do. Staatsrente. . . 83,50

InProi.
Jf.
5 Argentinier . . . . . . 100,00
85,10
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 9),701 O Kunſtſeide Frankfurt 85,10
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,40
do.
4½
41 Japaner . . . . . . . 93,20
5 Innere Mexikaner. . . 93,9)
do.
59,30
4 Gold=Merikanerv. 1904 87,70
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 68,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=Paket=
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,00
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 125,0.)
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,25
6 Baltimore und Ohio . 104,50
6 Schantungbahn . . . . 126½
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17½
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soba=
Fabrik
. 513,50
14 Chem. Fabrik Gries=
.248,00
heim
30 Farbwerke Höhſt . . 622,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . .
10 Cement Heidelberg . . 145,99
30 Chem. Werke Albert 442,00
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 325,00
5 Lahmeger . . . . . . . 122.00

Letzte
In Proz.
Trvib.
7½Schuchert, Nürnberg 148,10
12 Siemens & Halske .221,50
5 Peramann Electr. . . 118,75
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 157,50
25 Gummi Peter . . . . 87,90
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 560,20
10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren 208,00
8 Steana Romana Petr. 145,8)
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,50
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 198,10
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 90,20
3 Südd. Immobilien 57,80
Bergwerks=Aktien.
fahrt . . . . . . . 153½ 12 Aumetz=Friede . . . 174,00
12½Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 214,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 161,80
10 Gelſenkirchener . . . . 191,25
9 Harpener
. 188½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . 260, 10
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83,50
6 Laurahütte
.. 164,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11 Weſteregeln 206,50
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Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 91,90
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,75
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,50
do.
77,40
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,60
do.
26,40
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2 Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,60
3 Raab=Oedenbura . . 75,90
4 Kronprinz Rudolfbahn 91,70
4 Ruſſ. Südweſt.
. 85,80
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,40
do.
4 Wladichawchas
88,00
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,20
do.
69,60
2% Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir . 62,70
4 Baadadbahn .
81,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,90
4 Miſſouri=Paciſic.
72,50
4 Northern=Paciſic . . . 99,60 S. 911
4 Southern=Pacific
. 93,70
5 St. Louis und San
Francisco. .
84,90
5 Tehuantepec . . . . . . 97,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 184,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
146,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,00
6½ Darmſtädter Bank 119,20
12½ Deutſche Bank . 248,50
6 Deutſche Vereinsbank 121,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,00
10 Diskonto=Kommandit 183,25
8½ Dresdener Bank 152,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,25
.132,50
5.86 Reichsbank
7 Rhein. Kreditbank. . . 132,804 Mannheim
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,00
7½ Wiener Bankverein . 126,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
. 98,70
S. 21.

Ge ee e
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
. 88,00
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 .
98,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank 98,00
3½
87,25
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3
87,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
87,80
S. 35
87,60
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4 Meininger Hyp.=Bank 98,20
31
do.
87,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) 98,50
13½ do. (unk. 1914) . . 86,80
14 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
d
87,10
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
do.
89,00
4 Frankfurt.
. 99,20
94,50
31
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4 Gießen .
97,30
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fl. 7 33,20
Oeſterreicher v. 1864fl. 100
do. v. 1858fl. 100 446,00
Ungar. Staats . . fl. 100 391,00
Venediger .
Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 156,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke .
16,25
Amerikaniſche Noten .
Engliſche Noten . .
20,44
Franzöſiſche Noten.
81,20
Holländiſche Noten. . . . 169,30
Italieniſche Noten . .
80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,40
Ruſſiſche Noten . . . .
80,65
Schweizer Noten . .
Reichsbank=Diskontv.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7

[ ][  ][ ]

H, Was Sohsrau Schenlen!
ee ee ee iee ere eeeee eee eeneee eee

Eine Plauderei.

s ist nur noch eine kurze Zeit bis Weih-
E nachten und die sonderlichsten Ge-
danken
schwirren durch den Kopf des Ehe-
mannes
. Immer noch kein fester Entschluss,
was er seiner Lebensgefährtin, was er seiner
bereits die Bälle besuchenden Tochter zu
Weihnachten schenken soll. Die Zeiten
sind teuer und besondere Vergnügen, wie
Pferde oder Autos, können sich nur wenige
Glückliche leisten. Und doch will man an
Weihnachten Freude machen. Was soll
man schenken? Die grosse Frage könnte
leicht eine Qual werden, wenn nicht leistungs-
fähige
Spezialgeschäfte durch ganz beson-
ders
billige Angebote eine solche Fülle von
den schönsten Waren zu zeigen in der
Lage wären, als dies bei der überall be-
kannten
und renommierten Firma Seiden-
haus
EDUARD VOLZ in Darmstadt, Lud-
wigstrasse
13, zum Beispiel der Fall ist.
Für die Lebensgefährtin findet er dort rei-
zende
und staunend billige Seidenstoffe für
Blusen und für Kleider, schwarze Garantie-
Seidenstoffe, Braut- und Ballseiden, Samte
für Kleider, feinste Peluche- und Per-
sianer
-Imitation, Muffe und Stolas aus
diesen Stoffen, farbige Theatertücher und
-Hauben, schwarzseidene warme Tücher
jeder gewünschten Preislage, aber alles in
wirklich schönen Stücken
und nicht teuer.
Welche Perspektiven er-
öffnen
sich hier! Wie kann
jeder Mann dadurch leicht

die Fröhlichkeit des Festes heben! Ein der-
artiges
Geschenk macht sicher die grösste
Freude. Aber es gibt ja noch viel mehr,
womit er das Frauenherz beglücken kann.
Gehen Sie deshalb nach Ludwigstrasse 13 zu
dieser Firma. Schon die festlichen Schaufenster
geben Ihnen einen Ueberblick von der absoluten
Leistungsfähigkeit. Sie finden weiter dort
elegante Damenhüte, die jetzt bedeutend
billiger sind, elegante Theatertaschen, Gür-
tel
, schöne Kragen, Jabots, Ballhandschuhe,
aparte Schleier, schwarze Spitzentücher,
warme seidene Ananastücher, aparte seidene
und wollene Schürzen, seidene Herren-
und Damen-Halstücher, daneben praktische
Artikel, wie Korsetts und Taschentücher.
Auch echte Straussfedern, Straussboas,
Strauss-Halskrausen sind beliebteste Ge-
schenkartikel
. Nicht unerwähnt seien die
vielen Reste für Kleider, Blusen, Krawatten
etc., die im Preise bedeutend herabgesetzt
sind. Auch die Neuheiten in Seidenstoffen
werden vorübergehend gerade jetzt mit
5 Prozent Extra-Rabatt verkauft und schon
deshalb ist es vorteilhaft, die Einkäufe so-
fort
zu bewerkstelligen. Gehen Sie deshalb
ruhig zum Seidenhaus EDUARD VOLZ,
Ludwigstrasse 13, Sie werden streng reell,
billig und gut dort bedient werden. Sie haben
keinen Kaufzwang,
wie Umtausch in weit-
gehendster
Weise nach
dem Feste noch gestattet
(25094
wird.

klinik

zu Darmſtadt.
Protektor: Seine Königl. Hoheit der Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein.
Gegründet 1844.
Abteilung für Verſicherung ſteigender Renten.
Beſtand Ende 1911: 6437 Mitglieder mit 12645 Einlagen.
Die Anſtalt, die Ende 1911 eine Jahresgeſellſchaft für die Verſicherung ſteigender Renten
geſchloſſen hat, ladet hiermit zum Beitritt der mit Beginn dieſes Jahres neu eröffneten Jahres=
geſellſchaft
ein.
Die auf Gegenſeitigkeit und Erbverbrüderung beruhende Verſicherungsart bezweckt, ihren Teil=
nehmern
gegen unwiderrufliche Kapitaleinlagen jährliche Renten zu gewähren, welche mit zunehmendem
Lebensalter des Verſicherten wachſen.
Eine volle Einlage beträgt 100 Mark. Teileinlagen ſind zuläſſig. Die Jahresrene kann auf
150% der Einlage ſteigen.
(22943a
Nähere Auskunft wird bereitwilligſt erteilt auf dem Haupt=Bureau der Anſtalt in Darmſtadt,
Eliſabethenſtraße Nr. 60, ſowie von den Agenten derſelben.

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O du fröhliche, o du selige.
Stille Nacht, heilige Nacht.
Am Weihnachtsmorgen.
Bescherung am heiligen Abend.
O Tannenbaum.
Süßer die Glocken nie klingen.
Vom Himmel hoch.
Es ist ein Ros’ entsprungen.
Der Kinder Weihnachtswünsche.
Knecht Rupprecht beiden Kindern.
Ehre sei Gott in der Höhe.
LobtGott ihr Christen allzugleich.
Was Gott tut, das ist wohlgetan.
Jesus meine Zuversicht.
Lobe den Herren den mär htigen
König der Ehre.
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[ ][  ][ ]

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2Ojähriger Erfolg! (VI2711
Warnung! Man verlange ausdrücklich den
Namen Dr. Hommel.

Handel und Verkehr.

Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 30. November 1912. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 70358.49; b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 41301.60. Zuſ.
M. 111 660.09. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 344 709.86.
3. Bankverkehr=Konto. M. 531 600.04. 4. Lombard=Konto
M. 335 588.95. 5. Effekten=Konto M. 443693.99. a) inlän=
diſche
Staatspapiere Nom. M. 285 100.; b) ſonſtige
bei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
beleihbare Wertpapiere M. 170700.; c) ſonſtige Wert=
papiere
M. 56 000.. 6. Konto=Korrent=Konto (lämtlich
gedeckt) M. 3 103 363.29. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwechſel=
Konto M. 92965.26. 8. Haus= und Immobilien=Konto
M. 346902.15. 9. Mobilien=Konto M. 10 5 65. 10. Schrank=
fächer
=Konto M. 3663 50 11. Haus= u. Immobilien= Unter=
haltungskoſten
=Konto M. 3710.78. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 53 515.63. Zuſ. M. 6 214 076. 19. Paſſiva.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1471950.95. 2. Reſervefonds=
Konto 1. M. 337538.18. 3. Reſervefonds=Konto II und
Immobilienreſerve M. 73850.47. 4. Delkredere=Konto
M. 50 000.. 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Konto
M. 180 515.20. 6. Darmſt. Volksbank=Stiftungsfonds=Konto
M. 12500.. 7. Hypotheken=Konto M. 66 000.. 8. Ak=
zeptationen
= u. Aval=Konto M. 65990.. 9. Bankverkehr=
Konto M. 4813.20. 10. Konto=Korrent=Konto M. 111913.77.
11. Sparkaſſen= und Scheck=Konto M. 3647617.45. 12. Di=
vidende
=Konto M. 3655.75. 13. Zinſen=Konto M. 187 402.60.
14. Jubiläumsfonds M. 298.62. Zuſ. M. 6 214076. 19.
Umſchlag im November M. 4 883514.44. Zahl der Mit=
glieder
1983.
* Patent=Anmeldungen. Mitgeteilt von
Dipl.=Ing. Klemens Herszberg und Co., Patent= und
Ingenieur=Bureau, Darmſtadt, Rheinſtraße 19. 12 i. M.
48004. Verfahren zur Erhöhung der Beſtändigkeit des
Waſſerſtoffſuperoryds in neutralen, flüſſigen oder feſten
Trägern. Firma E. Merck, Darmſtadt. 31. 5. 12.
12 p. M. 47970. Verfahren zur Herſtellung von E. E.
Dialkylbarbiturſäuren, welche am Stickſtoff ungeſättigte
Kohlenwaſſerſtoffreſte enthalten. Firma E. Merck, Dazm=
ſtadt
. 25. 5. 12. 21 a. P. 26 409. Elektroſtatiſche Maſchine
zur Erzeugung von Wechſelſtrömen hoher Frequenz.
Dr.=Ing. Waldemar Peterſen, Darmſtadt, Moſerſtraße 2.
31. 1. 11. Gebrauchsmuſter=Erteilungen.
23 a. 532 172. Vorrichtung zum Ausgleichen des Schwun=
des
bei Seifenkühlapparaten. Firma Auguſt Jacobi,
Darmſtadt. 1. 8. 12. J. 13029. 47b. 531 661. Aus zwei
miteinander verbundenen Blechſcheiben beſtehende Rolle.
Joh. Jak. Heß Nachfolger Inh. Georg Jäger, Worms
am Rhein. 21. 10. 12. H. 58 077. 68d. 531 959. Vortich=
tung
zum Oeffnen von Türen durch Fußpedale. Auguſt
Beek. Nieder=Ramſtadt bei Darmſtadt. 12. 11. 12.
H. Frankfurt a. M., 6. Dez. ( Börſen=
wochenbericht
.) Die Börſe wurde in der abgelau=
fenen
Berichtswoche durch die verſchiedenſten Nachrichten
bezüglich der politiſchen Lage in ungünſtiger Weiſe be=
einflußt
und namentlich die intranſigente Haltung Ser=
biens
beachtet. Wenn man auch, nachdem der Waffenſtill=
ſtand
abgeſchloſſen iſt, an einen baldigen Friedensſchluß
glaubt, ſo ſind doch die übrigen Auseinanderſetzungen
und die unvollkommene Einiaung der Mächte immer noch
drohende Gewitterwolken. Weiterhin gibt die Lage des
Geldmarktes zu einigen Beſorgniſſen Anlaß, obgleich der
Status unſerer Reichsbank vom 3. Dezember eine beſſere
Geſtaltung bildet. Die Rückflüſſe ſind größer und die
Anſprüche haben nachgelaſſen. Dabei ſind die Deviſen=
kurſe
, beſonders von London und Paris, ſchwächer ge=
worden
, was einigermaßen als erfreuliches Symptom zu
betrachten wäre. Von New=York lagen zuletzt mattere
Kurſe vor, da die dortige Spekulation auf den ſchweben=
den
Truſtprozeß hin à la baisse operierte. Die Stim=
mung
geſtaltete ſich zeitweiſe verſtimmend, dann konnten
aber auch wieder Erholungen Platz greifen. Das Geſamt=
reſümee
iſt jedoch ſehr reſerviert, bei großer Zurückhaltung
der Spekulation und faſt gänzlichem Fehlen des Privat=
publikums
infolge des teuren Geldſtandes. Zu den Ein=

zeheiten des Verlehrs übergehend, waren Fprozentige
Reichs und Konſols vorübergehend bis 77.20 gedrückt,
ſchließen aber auf ſeriöſe Käufe über dem Preis der vor=
hergehenden
Woche. Hingegen ſind die 4prozentigen
Reichs und Konſols bis 99.95 zurückgegangen; ebenſo
andere deutſche Gattungen um kleinere Bruchteile, aus=
genommen
die verſchiedenen Heſſiſchen, welche unver=
ändert
ſchließen.
Ausländiſche Staatsfonds waren verhältnismäßig
feſt und einzelne, wie Chineſen, 4½ Prozent, Serben und
Mexikaner etwas höher. Ruſſiſche ſchließlich abgeſchwächt.
Die Drohung der Nowoje Wremja mit Guthaben= Abzieh=
ung
gilt als deplaziert und für den ruſſiſchen Staat höchſt
inopportun.
Transportaktien waren im ganzen in guter Haltung
und vorwiegend beſſer. Orientbahnen bis 151, Raab=
Oedenburger bis 40. Auch am Bankenmarkte notieren die
verſchiedenen Aktien gegen die Vorwoche höher, beſonders
waren Dresdener, Deutſche und Diskonto=Kommandit
zeitweiſe lebhaft, während die öſterreichiſchen Bankwerte
auf die ſchwache Situation des Wiener Marktes Einbußen
erlitten. Feſte Tendenz beſtand für Montanaktien auf
den günſtigen Betrieb und die Meldung von einer Preis=
erhöhung
am belgiſchen Roheiſenmarkt. Die Verlänger=
ung
des Rheiniſch=Weſtfäliſchen Zementſyndikats bis 31.
Dezember 1913 machte wenig Eindruck. Lothringer Port=
land
=Zementwerke verteilen wieder 8 Prozent Dividende.
Kaliwerte ſchwächer, Weſteregeln bis 208.75.
Der Kaſſainduſtriemarkt unterlag mehrfachen
Schwankungen. Man verſpürte auch auf dieſem Gebiete
die Kaufluſt, beeinflußt durch das teure Geld; doch fand
die offerierte Ware bei ermäßigten Kurſen ſchlanke Ab=
nahme
. Kleyer waren 560.20, Deutſche Gold= und Silber=
ſcheideanſtalt
645, Albert 448 Höchſter Farbwerke 622,
Holzverkohlung 325½, Kunſtſeide 85,10; auch Beſſerungen
ſind vorhanden, bei Bielefelder Maſchinen 474, Alumi=
nium
254.75, Motorenfabrik Oberurſel 132, Steana Ro=
mana
145.90, Naphtha 332, Daimlev 311 und Rütgers=
Werke 193½. Neue Boden=Aktien=Geſellſchaft erholten
ſich bis 91, auf die Verwaltungserklärung. Danach iſt
unter anderem die Zahl der Hausgrundſtücke von
urſprünglich 142 auf jetzt 80 zurückgegangen. Die Be=
meſſung
der nicht erheblichen Dividende für 1912 wird
von den zur Zeit der Bilanzſitzung herrſchenden Verhält=
niſſen
abhängen. Im Vorjahre kamen 10 Prozent zur
Ausſchüttung. Weſentlich niedriger, bis 84, ſind Gummi=
Peter auf die Ungewißheit über das Reſultat der Ge=
ſchäftsperiode
1911/12.
Größeres Geſchäft fand in Elektrizitätsaktien und
vorwiegend in Aktien der Allgemeinen Elektrizitätsgeſell=
ſchaft
ſtatt, welche ihr Aktienkapital um weitere 25 Mil.
lionen auf 155 Millionen Mark erhöht. Der Geſchäfts=
bericht
dieſer Geſellſchaft ſagt, daß die Fabriken nur mit
großen Schwierigkeiten in der Lage ſeien, neue Aufträge
zu übernehmen. Der Zuſtrom von Neuaufträgen ſei grö=
ßer
, als das Vermögen zur Bewältigung. Der Umſatz
und die Auftragbeſtände haben ſich ſeit Abfaſſung des
Geſchäftsberichts von 391 auf 457 Millionen erhöht, ſo
daß mit erfreulichen Ergebniſſen zu rechnen iſt. Der Bal=
kankrieg
wird das Unternehmen trotz ſeiner internatio=
nalen
Intereſſen praktiſch nicht berühren. In Südamerika,
wo die Geſellſchaft ſtark intereſſiert iſt, iſt von einem an=
haltenden
großen Aufſchwunge der Anlagen zu berichten.
Auch Bergmann=Elektrizitäts=Geſellſchaft waren bis 120
befeſtigt. Es kann jetzt vorausſichtlich mit 5 Prozent
Dividende, alſo auf die Höhe der reduzierten vorjähri=
gen
, gerechnet werden. Dabei dürfte das mutmaßliche
Jahresergebnis, dem Vernehmen nach, Gelegenheit zu
großen Abſchreibungen geben. Der Wochenſchluß bleibt
ſehr ruhig und die Tendenz reſerviert. Maſchinenfabrik
Gritner =Durlach iſt in der Lage, für das abgelaufene
Geſchäftsjahr 18 Prozent gegen 17 Prozent im Vorjahr
zu verteilen. Die Mainzer Aktienbrauerei deklariert
5 Prozent gegen 10 Prozent im Vorjahre. Privatdiskont
5 ¼¾/10 Prozent.
An Loſen notieren: Augsburg 33.90, Braunſchweiger
201.30, Pappenheimer 64.75, Genua 212, Türkiſche 15760,
Freiburger 79.90, Ungariſche 391.50, Meininger 34.40,
Venediger 45.90, Mailänder 45=Fr.=Loſe 140, Mailänder
10=Fr.=Loſe 36.75, Raab=Grazer Anrechtsſcheine 36.30, in
Reichsmark; Gothaer Präm. II 116.50, Madrider 716.,
Donau=Regulierung 150, in Prozent; ferner ſchließen:
4proz. Reichs (rückzahlbar bis 1918) 99.95, 3½proz.
Reichs 88.15, Zproz. Reichs 77.75. 4proz. Heſſen von 1899
99.50, 4proz. Heſſen von 1906 99.50, 4proz. Heſſen von
1908/09 99.70, 4proz. Heſſen (rückzahlbar bis 1921) 100.40,
3½proz. Heſſen 86.70, 3proz. Heſſen 86.30, 4proz. Darm=
ſtädter
97.70, 3½proz. Darmſtädter 88.25, Aproz. Heſſiſche

Land. Hp.=Pfdbr. (S. 19-29) 200 6., croß. Heſiſche
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 2425) 99.70, 3½proz. Heſſiſche
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 35) 87.60, 3½proz. Heſſiſche
Hand.=Hyp.=Pfdbr. (S. 911) 87.70 G., 4proz. Heſſiſche
Kom.=Hyp.=Pfdbr. (S. 1012) 99.60 G., 4proz. Heſſiſche
Kom.=Hyp.=Pfdbr. (S. 1314) 99.70 G., 3½proz. Heſſiſche
Kom.=Hyp.=Pfdbr. (S. 13) 87.80 G., 3½proz. Heſſiſche
Kom.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 4) 87.70 G., Darmſtädter Banz
119½ G., Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft 124.90,
Süddeutſche Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 57.80 G.,
Lederwerke vormals Spicharz (Offenbach a. M.) 65 B.,
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.)
262 G., Chemiſche Mühlheim a. M. 61, Schantung 127½,
South=Weſtafrika 128½, Otavi=Anteile 108.50, Otavi= Ge=
nußſcheine
76, 4½proz. Ruſſen 100.30 4proz Ruſſen von
1880 88.50 G., 4proz. Ruſſen von 1902 88.85, 3¼proz.
Ruſſen 85.75, 3½proz. Ruſſen 80, 3proz. Ruſſen 74.75,
4proz. Unifiz. Türken 84.90, 4proz. Adminiſtr.=Türken
78.10, 4proz. Bagdad=Türken 81.75. 4proz. Convert. Türken
von 1905/1911 77.30, 5proz. Bulgaren 98.50, 4½proz.
Serben 87.50 G., 4proz. Serben 78.90, Griechen von 1890
57., Griechen von 1887 54.20, öproz. Chineſen 99. 40,
4½proz. Chineſen 93.30, 5proz. Chineſen (Tientſin=
Pukow) 96.60 G., 4½proz. Japaner 93.10, 4proz. Japaner
87.10, 3proz. Buenos=Aires 68½ G.

Literariſches.

Auszug aus der bulgariſchen Ge=
ſchichte
. Von Dr. Wilhelm Ruland, Kgl. Sächſiſcher
Hofrat. Mit Bild des Königs Ferdinand I. (Preis 1.50
Mark: Verlag von Karl Marſchner, Berlin SW. 68.) Die
Schrift erhält durch die gegenwärtigen kriegeriſchen Er=
eigniſſe
auf dem Balkan, bei dem die Bulgaren als Vor=
macht
der chriſtlichen Balkanſtaaten auftritt, den Wert be=
ſonderer
Aktualität. In dankenswerter Kürze und muſter=
hafter
Ueberſicht gibt Ruland einen Abriß der politiſchen
und Kulturgeſchichte Bulgariens. Die treffliche Schrift
Rulands füllt als Nachſchlagebuch eine längſt fühlbare
Lücke aus.
Das Deutſche Theater=Adreßbuch
1912/13, das Jahrbuch des Deutſchen Bühnenvereins,
iſt auch dieſes Jahr, im zweiten Jahrgange, mit be=
merkenswerter
Frühzeitigkeit erſchienen. Das für die
Theaterwelt ſo wichtige Werk zeigt ſich in dem bekannten
Gewande als ein handliches Taſchenbuch, das abermals
durch ſinnreiche Gruppierungen und weſentliche Bereicher=
ung
ſeines Inhalts ſeine Daſeinsberechtigung erweiſt; es
bleibt ſtaunenswert, was bei dem billigen Preiſe hier an
Fülle und fleißiger Durcharbeitung des Materials ge=
leiſtet
wird. Das Buch umfaßt 1200 Seiten. Die Ein=
leitung
bildet das übliche Kalendarium mit Notizteil,
das für die täglichen Bedürfniſſe des Bühnenkünſtlers zu=
geſchnitten
iſt. Es folgt die Bibliographie, die die Neu=
erſcheinungen
und alle periodiſche Theaterliteratur ver=
zeichnet
, die Liſte der Toten, die Rubrik Vereinsweſen‟
das Verzeichnis der Bühnenvertriebsanſtalten und Urauf=
führungen
, ſchließlich eine intereſſante und für alle Büh=
nenleiter
aufſchlußreiche Statiſtik über die meiſt aufge=
führten
Autoren und Stücke. Von erſtaunlichem Umfang
iſt dann der Dramatiſche Kürſchner die Liſte der Büh=
nenſchriftſteller
und Komponiſten. Dies und die folgen=
den
Kapitel von den vermietbaren Sälen Deutſchlands
geben dem Theaterpolitiker ein unſchätzbares Material
für mancherlei geſchäftliche Zwecke an die Hand Die
Theater für gaſtierende Enſembles und die Säle für
Theater und Konzerte ſind mit allen notwendigen Infor=
mationen
zuſammengeſtellt. Nach einem lehrreichen
Kapitel Vom Gerichtskoſtenweſen folgt der Hauptteib
des Werkes: die Perſonalverzeichniſſe der deutſchen Büh=
nen
. Die Informationen über die Theaterverhältniſſe ſind
ſehr eingehend. Zum Abſchluß des Werles findet man
eine Vakanzenliſte der deutſchen Bühnen. Das Deutſche
Theater=Adreßbuch erſcheint im Verlage von Oeſterheld
E Co., Berlin W. 15. Preis 3 Mk.
Grimaſſen. Schwarzweißgeſchichten von Jo=
hannes
Boldt Oeſterheld und. Co. Verlag Berlin W. 15.
Preis 2 Mark. (3 Mark). In Johannes Boldt lernen wir
einen außerordentlich begabten, literariſchen Silhouetten=
künſtler
kennen, der mit wenigen charakteriſtiſchen Strichen
Epiſoden aus dem Alltäglichen zu ſtizzieren verſteht, die
aber über die Skizze hinaus zu einer immer irgendwie
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Frankfurt a. M. Schreiner Siegmund Hechler, Gar=
diſtenſtraße
18, mit Dienſtmagd Marie Palmy, Groß=
Zimmern. Am 4.: Dreher Friedrich Plößer. Nieder=
Ramſtadt, mit Dienſtmädchen Marie Schmitt, Aſſelheim.
Kaufmann Otto Nagel, Mannheim, mit Friederike
Louiſe Margaretha Kinno, Mathildenplatz 19.
Geſtorbene. Am 2. Dez.: Katharine Pohl, Tochter
des Schreiners, 1 J., ev., Erzhauſen. Am 3.: Wilhelmine
Rippert, geb. Müller, Witwe des Reviſionskontrolleurs,
74 J., ev., Dreibrunnenſtraße 9. Kutſcher Friedrich
Emil Schmelz, 41 J., ev., Arheilgerſtraße 48. Am 4.:
Marie Hees geb. Metzger, Witwe des Metzgers, 74 J.,
ev., Riedeſelſtraße 70. Kaufmann Ludwig Heinrich
Chriſtian Hahn, 38 J., ev., Wienersſtraße 93. Schnei=
dermeiſter
Ferdinand Johann Nikolaus Schmidt, 74 J.,
ev., Große Bachgaſſe 20. Maria Bertha Andrae, 1 J.,
ev., Frankfurterſtraße 35.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt II.
Geöffnet an Wochentagen von 912 Uhr vorm. und
35 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 17. Nov.: dem Hilfsarbeiter Karl
Robert Chriſtian Philipp Irle, Ludwigshöhſtraße 43,
ſeine T. Johanna Marie. Am 23.: dem Eiſenbahnaſſiſten=
ten
Heinrich Georg Balthaſar Aßmuth, Schießhaus=
ſtraße
40, ein S Georg Ferdinand. Am 24.: dem Kauf=
mann
Franz Joſeph Albert Beuer, Heidelberger=
ſtraße
81//0, eine T. Erika Maria Franziska. Am 23.:
dem Stukkateur Johann Baptiſt Frühwein, Wingerts=
gäßchen
17, ein S. Hans Martin. Am 26.: dem Scheift=
ſetzer
Julius Adolf Stutz, Beſſunger Straße 87, ein S.
Erich Hans. Am 21.: eine unehel. T. Marie Antoinette
Eliſabeth. Am 24.: dem Wirt Franz Heinrich Henkel,
Klappacherſtraße 88, eine T. Henriette Franziska. Am 27.:
eine unehel. T. Eliſabeth. Am 28.: dem Eiſenbahnober=
ſekretär
Franz Wilhelm Weſtbomke, Bruchwieſenſtr. 6,
eine T. Maria Magdalena. Am 1. Dez.: dem Sergeand
im Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 Hermann Heinrich
Franz Klick, Weinbergſtraße 26, ein S. Hermann Hch.
Franz. Am 3.: dem Werkführer Hermann Otto Maxi=
milian
Glunz, Beſſunger Straße 126, ein S. Paul
Maximilian. Am 2.: dem Maſchinenſchloſſer Heinrich
Georg Stork, Weinbergſtraße 4, ein S. Georg. Am 1.:
dem Schneidermeiſter Heinrich Käſtner, Frankenſtein=
ſtraße
48, eine T. Anna.
Aufgebotene. Am 26. Nov.: Sergeant im Feldartil=
lerie
=Regiment Nr. 61 Johann Konrad Schönig und
Sophie Mathilde Anthes, Kiesſtraße 103. Am 3. Dez.:
Maſchinenſchloſſer Georg Heim, Sandbergſtraße 37, und
Apollonia Becker zu Griesheim bei Darmſtadt.
Eheſchließungen. Am 23. Nov.: Sergeant im Feld=
artillerie
=Regiment Nr. 61 Nikolaus Ohl und Emma
Maria Katharina Jung zu Freienſeen. Schmied Georg
Leonhard Foshag, Sandbergſtraße 59, und Maria
Jakob, daſelbſt. Am 30.: Gürtler und Metallgießer
Adolf Ludwig Malſy, Moosbergſtraße 48, und Anna
Chriſtine Groh, Ahaſtraße 22.
Sterbefälle. Am 22. Nov.: Kaufmann Th. Wilhelm
Georg Martin Kagels, 41 Jahre, ev Schießhausſtr. 48,
ledig. Am 25.: Privatier Friedrich Chriſtian Reining,
66 Jahre, ev., Schießhausſtraße 55. Am 29.: Oberland=

meſſer a. D. und Vermeſſungsreviſor Konrad Sames,
66 Jahre, ev., Mathildenſtraße 45. Am 30.: Ludwig
Vollet S. des Poſtillons, 1i Mon., ev., Kiesbergſtr. 12.
Am 3. Dez.: Luiſe Sopie Baumann, T. Les Taglöhners,
1 Jahr, ev., Beſſunger Straße 55. Am 4.: Friederike
Luiſe Weber, T. des Kaufmanns, 8 Mon., ev., Neue
Niederſtraße 11. Am 5.: Privatin Dorothea Seederer,
77 Jahre, ev., Steinackerſtraße 18, ledig.

Kirchliche Anzeigen.

Evangeliſche Gemeinden.
2. Advents=Sonntag, den 8. Dezember 1912
Hoſkirche: Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Abends um 6 Uhr: Miſſionspredigt. Mittwoch,
den 11. Dez., abends um 6 Uhr: Adventsandacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Vogel.
Vorm. um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Velte. Abends um 6 Uhr: Gottesdienſt mit Abend=
mahlsfeier
. Pfarrer Velte.
Stadtkapelle: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Beringer.
Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Kleberger.
Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Sonntag, den
8. Dez., nachm. um 2 Uhr: Taubſtummengottesdienſt.
Pfarrer D. Dr. Diehl. Freitag, den 13. Dez., abends
um 8¼ Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer D. Dr. Diehl.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Diviſionspfarrer Liedtcke. Vorm. um 10½ Uhr:
Kindergottesdienſt, Steinſtr. 24 (Muſikſaal).
Johanneskirche: Kollekte für den Samariterverein.
Vormittags um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent Müller.
Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
um 5 Uhr: Pfarrer Marx. Feier des hl. Abendmahls
mit Vorbereitung.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr: Pfarr=
aſſiſtent
Lautenſchläger. Vorm. um 11¼ Uhr:
Kindergottesdienſt für den Weſt bezirk. Pfarrer D.
Waitz. Abends um 6 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
Feier des hl. Abendmahls mit Vordereitung. Anmel=
dung
von ¼6 Uhr an in der Sakriſtei. Nachm. um
4 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift. Pfarrer Veller.
Eliſabethenſtift: Vormittags um 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Hickel. Vorm. um 11¼ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lic. Adolph. Vor=
mittags
um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Wagner. Abends um 6 Uhr: Pfarrer Wagner.
Gemeindehaus, Hofgartenſtraße 8: Mitt=
woch
, den 11. Dez., abends um 8 Uhr: Bibelſtunde.
Pfarrer Wagner.
Panluskirche: Kollekte für das heſſ. Krüppelheim.
Vorm. um 10 Uhr: Pfatraſſiſtent Herpel. Vorm.
um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Herpel.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, den 8. Dez.,
vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Nach=
mittags
um 4 Uhr: Bibelſtunde. Zweig der
Stadtmiſſion (Beſſungerſtraße 88, Hth.). Sonntag,
den 8. Dez., vorm. um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt.
Gottesdienſt der Nenapoſtoliſchen Hemeinde ( Lagerhaus=
ſtraße
4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr. Mitt=
woch
, abends um 8½ Uhr.
Gemeinde gläubig getauſter Chriſten (Baptigen), Mauer=
ſtraße
17: Sonntag, den 8. Dez., vorm. um 9½ Uhr:
Erbauungsſtunde. Vorm. um 10½ Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Prediger Höpfner.
Mittwoch, den 11. Dez., abends um 8½ Uhr: Evan=
geliſation
.
Methodiſtengemeinde (Taunusſtraße 53): Sonntag,
den 8. Dez., nachmittags um ¾3 Uhr: Sonntagsſchule
Kindergottesdienſt). Abends um 8 Uhr: Predigt.
Prediger Schubert aus Frankfurt a. M. Freitag,
den 13. Dez., abends um ½9 Uhr: Bibel= u. Gebetſtunde.
Karholiſche Gemeinden
2. Advents=Sonntag, den 8. Dezember 1912
St. Ludwigskirche: Samstag, den 7. Dez., nachmit=
tags
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte.
Mariä Empfängnis.
Sonntag, vorm. von ½ 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um 6 Uhr: Rorate=Amt mit Predigt und
gemeinſchaftlicher Kommunion des Vereins chriſtlicher
Mütter. Um 7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion.
Um 8 Uhr: Militärgottesdienſt mit Predigt. Um
½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Um 11 Uhr: Aka=
demiſcher
Gottesdienſt. Nachmittags um 3 Uhr: Feſt=
andacht
. An allen Werktagen, vorm. um ½7 Uhr:
Rorate=Amt.
Kapelle der Warmherzigen Schwellern: Sonntag, vormit=
tags
um ½7 Uhr: heil. Meſſe mit Generalkommunion
für die Mitglieder der Jungfrauen=Kongregation. Nach=
mittags
um 6 Uhr: Roſenkranzandacht.
Kapelle der Engliſchen Fränlein Sonntag, vormittags
um 7 Uhr: heil. Meſſe. Montag, nachm. um 4 Uhr:
Sakramentaliſche Betſtunde.
Kapelle in Griesheim: Sonntag, vorm. um 9 Uhr:
heil. Meſſe mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 7. Dez., nach=
mittags
um 4½ Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen=
heit
zur heil. Beichte.

Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr;
Rorate=Amt und Generalkommunion der Sodalität.
Um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt. Nachm. um
2 Uhr: Vesper; darauf Sodalität.
Kapelle in Arheilgen: Vorm. um ½10 Uhr: Amt
mit Predigt.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
7. Dez., nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um 7 Uhr: hl. Meſſe. Um 9 Uhr:
Amt mit Predigt. Nachm. um ½3 Uhr: Herz=Jeſu=
Andacht.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, den 7. Dez., nachmit=
tags
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Sonntag, vormittags um ½6 Uhr: Beichte. Um
½ 7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion, gemeinſchaft=
liche
Kommunion der Frauen und Jungfrauen. Um
¼10 Uhr: Hochamt und Predigt. Nachmittags um
½2 Uhr: Chriſtenlehre. Um 2 Uhr: Andacht. Werk=
tags
um ¾8 Uhr: Singmeſſe. Dienstag und Freitag
um ½8 Uhr: Rorate=Amt. Donnerstag, abends um
5 Uhr: Adventsandacht.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vormittags um
7 Uhr: Beichte. Vorm. um ½8 Uhr: Amt und Pre=
digt
. Nachmittags um ½2 Uhr: Andacht. Montag,
abends um 5 Uhr: Adventsandacht.
The Church of England Service
2nd Sunday in Advent, 8ht Dec. 1912
Divine Service will be held in the Hofkirche, Residenz
schloss, at 3,15 p. m.
The Rev. H. M. de Ste Croix, British Chaplain at Heidel-
berg
, will officiate.

Celaufte, Getraute und Heerdizte.

Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 24. Novbr.: Dem Tapezier
Otto Ludwig Auguſt Leidorf S. Adam Johannes, geb.
18. Okt. 28. Nov.: Dem Wirt Adam Ruppel S. Peter,
geb. 9. Nov. 30. Nov.: Eine unehel. T. Anna Marie,
geb. 23 Nov. 1. Dez.: Dem Monteur Alwin Max
Leuſchner S. Alwin Moritz, geb. 14. Nov. Dem Fahr=
radhändler
Karl Landzettel S. Karl, geb. 1. Okt. Dem
Dachdecker Heinrich Löchel T. Johanna, geb. 2. Okt.
Johannesgemeinde: 1. Dez.: Dem Bäcker
und Konditor Joſeph Krug T. Eliſabeth Elfriede, geb.
25. Okt. Ein unehel. Sohn Rudolph Wilhelm,
Friedrich, geb. 11. Nov.
Martinsgemeinde: 30. Nov.: Dem Fuhrmann
Georg Kabey S. Karl Wilhelm, geb. 16. Okt. 1. Dez.:
Dem Bürodiener Chriſtoph Hartmann S. Willi, geb.
27. Okt. Dem Friſeur Wilhelm Weber S. Wilhelm, geb.
31. Oft.
Petrusgemeinde: 1. Dez.: Dem Schloſſer Hch.
Kiefer S. Wilhelm, geb. 13. Okt. Dem Bankbeamten
Wilhelm Friedrich Ehrhard T. Eliſabeth Margareto, geb.
23. Okt. Dem Schneidermeiſter Peter Döring T. Maria,
geb. 3. Nov. Dem Weißbinder Heinrich Hemmerling S.
Georg, geb. 7. Nov. Dem Forſtwartsaſpiranten Wilh.
Aßmus T. Erna Eliſabeth, geb. 17. Nov. Dem Friſeur
Ernſt Paul Friedrich Gubſch T. Helene Hildegard Martha,
geb. 30. Okt. Dem Bahnſteigſchaffner Heinrich Karl Kraft
T. Minna, geb. 10. Okt.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 30. Nov.: Bahnarbeiter Hch.
Maurer von Groß=Zimmern und Anna Marie Hufbauer.
1. Dez.: Oberbahnaſſiſtent Karl Auguſt Wilhelm Ziſſel
und Katharina Wolf.
Johannesgemeinde: 30. Nov.: Schloſſer Joh.
Haag von hier und Marie Heil von Klein=Umſtadt.
2. Dez.: Diplom=Ingenieur Franz Johannes Otto Stumpf
in Bremen und Anna Katharine Chriſtine Zeh von hier.
Martinsgemeinde: 26. Nov.: Friſeur Hugo
Emil Jacobi hier und Anna Weber aus Koburg. 30. Nov.:
Fabrikarbeiter Adam Schuchmann und Marie Margarete
Fix, geb. Bieber, beide hier.
Petrusgemeinde: 23. Nov.: Schmied Georg
Leonhard Foshag und Marie Jakob. 1. Dez.: Gürtler
und Metallgießer Adolf Ludwig Malſy und Anna
Chriſtine Groh.
Peerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 22. Nov.: Eliſabeth Blank, geb.
Fiſcher, Witwe des Maurers, 63 J., ſtarb 20. Nov.
6. Dez.: Schneidermeiſter Ferdinand Schmitt, 74 J.,
ſtarb 4. Dez. 5. Dez.: Wilhelmine Rippert, geb. Müller,
74 J., ſtarb 3. Dez. 2. Dez.: Maſchinenmetſter a. D.
Alexander Bernhard, 76 J., ſtarb 30. Nov. 3. Dez.:
Anna Waas, Tochter des verſt. Aktuars. 24 J., ſtarb
1. Dez.
Johannesgemeinde: 1. Dez.: Dora Geyer,
geb. Berg, Ehefrau des Kellners, 22 J., ſtarb 28. Nov.
3. Dez.: Emilie Stark, geb. Schaus, Ehefrau des Haupt=
manns
a. D., 60 J., ſtarb 30. Nov. Kupferſchmied Hch.
Spahn, 49 J., ſtarb 1. Dez.
Martinsgemeinde: 25. Nov.: Bierfahrer Adam
Körber, 44 J., ſtarb 22. Nov. 26. Nov.: Schmied Jakob
Nederauer, 76 J., ſtarb 23. Nov. 27. Nov.: Chriſtine
Henriette Emich, 72 J., ſtarb 24. Nov. 28. Nov.: Eliſabeth
Vuchwald, Tochter des Fuhrmanns, 4 J., ſtarb 26. Nov.

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neue Fassons und grösste Preiswürdigkeit auszeichnet. Für jeden Pelz wird weit-
gehendste
Garantie geleistet. Herrlich schöne Garnituren in Marder, Alaska-Fuchs,
Skunks, Weissfuchs, Manlwurf und alle anderen Pelzarten.

Pelz-Stola, Astrachan-Kid,
Echarpe, 285 cmlang, 28cmbr. 28.
dazu passende grosse Muff-
19.
Pelz-Stola, Zobelmurmel, Stola,
mit Schweifen, 250 cm lang .29.
Pelz-Stola schwarz Tibet
13.50
190 cm lang
Pelz-Stola natur australisch
Opossum, Echarpe, 170 cm lang 59.
dazu pass. groß. Taschenmuff 65.
Pelz-Stolagenannt chinesischer Marder
15.- 23.50 29.- 39.-
Lange Feh-Cravatten
5.50 7.50 9.50

Marder-IItis-Garnituren
39.
4fellig

Alaska-Fuchs
2 großze Felle

Pelzgefütterter Mantel
ganz auf Ia Hamsterfutter

45
59.

Echte Steinmarder
4fellig

65.

Marder-Itis-Garnituren
29.
3fellig

Aussergewöhnliche Offerte
in
garantiert echten
Skunks-Pelzen.
Ein grosser Posten
echter Skunks-Stola
mit 4 grossen echten Fehschweifen
zirka 190 cm lang . . 39.
zirka 210 cm lang . . 45.
Ein grosser Posten
langer breiter Skunks-Stolen
mit 6 grossen echten Schweifen
zirka 230 cm lang . . 65

Kostüme

Ein großzer Posten marineblauer und
schwarzer Kostüme. Jackett ge-

Ein großer Posten marineblauer und
schwarzer Jackettkostüme.
Jackett auf halbseid. Serge gefüttert.
Regul. Verkaufswert bis 29.
jetzt 19.50

Ein großer Posten marineblauer und
achwarzer Kostüme. Jackett auf
Halbseide, mit Soutachierung, reich
garniert. Regulärer Verkaufswert
45. bis 50.
jetzt 23.50 u. 29.

Ein großer Posten hocheleganter
Kostüme aus gestreiften Velour-
stoffen
, schwarz-grün, schwarz-blau,
schwarz-weiß gestreift, glatte, vor-
nehme
Schneiderarbeit, Jackett auf
Halbseide gefüttert, beispiellose Preis-
würdigkeit
. Regulär. Verkaufs-
wert
70. bis 87. jetzt 45.

Ein großer Posten marineblauer und
schwarzer Kostüme, hochmodern.
schön gearbeit. Fassons aus best. Stoffen.
Regulär. Verkaufswert
57. bis 67.50 jetzt 39. u. 45.
Schwarze Tuch-Mäntel
in ganz besonders großer Auswahl
und hervorragender Preiswürdigkeit
19.50 23.50 29.-
Farbige Tuch-Mäntel
lange, lose, elegante Form in
allen Farben . . . . . . . 23.50
Schwarze lose Tuch-Mäntel, mit
Tresse schön garniert
jetzt 26.- 29.- 33. 45.
Lange Pelz-Mäntel
aus Kid-Astrachan, reinseiden.
jetzt 115.-
Futter .
Ein großer Posten langer, hocheleg.
Pelz-Mäntel aus Seal, Electric mit
Skunks-Opossum und austral. Natur-
Opossum, Seal-, Bisam-, und Persianer-
Mäntel
zu Gelegenheitspreisen

Hervorrager
Preiswerte Tühlbluse
mit gestickt. Tüll- u. imitiert.

Klöppel-Einsätzen, aut
Tällfütt., gen. w. Zeichn. 9.95

Reinseidene Payett-Blusen

in modernen Farben

3150 9150 1150

Wollene Blusen
3150 7.50 %180

Franktart
am Main

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Grösstes Spezialhaus Frankfurts für Damen-Konfektion!

(V25083

[ ][  ][ ]

Fabrik- Harke
SOENNECKEN-WERKE

Schreibfedern-
und Schreibwaren-Fabrik
in Bonn-Poppelsdorf

IERKerr-LAurL
SARTIWISTADT
ECKE RHEIN- UND
GRAFEN-STRASSE

Fabrik- Marke
SOENNECKEN-WERKE

Fabrik
für Kontor-Einriehtungen
in Bonn-Soenneckepfeld

URENAE

Soennecken’s Füllflaschen
für Goldfüllfedern
Für den Schreibtisch
Füllstütze
dr 689
Höhe
D. R.G. M
o em
30 Pf

In jeder Lage zu tragen
Durchaus dicht
Gewähr für jedes Stück

Soennecken’s Goldfüllfedern
Sicherheits-System
Goldfedern in allen Spitzenarten und Härten, für jede Hand passend

Mit feinster 14 kar. Goldfeder
mit unabnutzbarer Tridium-
Spitre

Mit
Buchtinte:
Dir 898
M 1.
hit
Kopiertinte:
Nr 899
M 1.

N810. 1110Ier Fu N812: MI2. I ker N814: A14 814 I Zer Fder N 810: N 16.
A

Soennekene Füllflaschen
für Goldfüllfedern
D-R-G-M
Für die Reise
Sicher, einfach,
bequem
Aus Zelluloid
In feinfarbiger Metall-
büchse
, 14 cm hoch
Mit Buchtinte:
Eir 900R. 51 2.
Mit Koviertinte:
Nr 900K: M 2.
Aus (ilas, in feiner Holzbüchse:
Nr. 349 mit Buchtinte M 1.25
349A Kopiertinte 1.25
Soenneckents
Füllfeder-Träger


Nr 818 M 18. Mit gröfserer Feder Nr820: M 20. Besonders groſse Ausführung Nr 824: M 24.

Für die Westentasche Nr 816A: M 16. * Mit gröfserer Feder Nr 820A: M 20.

Soennecken’s
Taschenbücher

Gröſse
10X12½ cm
Nr 339
Mit 1. Schlaufe
M 2.
Nr 339A mit
2 Sehlaufen
M 2.40
Ersatz- Notiz-
bücher
20 Pe

(Notizbücher)


bit Gold-Eilieder Pr 820 Ps z1 20., 6 Spitzenbreiten ; Alit Goldlugelſedler Nr 820 1er in 2ſ=

Aus echtem Silber:
Nr 733: M 1.
Für besonders
grofse Halter
Nr733E: M 1.25
Aus Neusilber:
Nr 657N: 30 Pf

Verhüten ein herausfallen
Her Füllieder nus der Tasehre

Mit zwei 18 karätig goldplattierten Zierringen Nr 8192- M 19. Luxusausführungen von M 30. bis M 120. laut Liste Nr 1015a

Soenneckens Gofdiedern
mit unabnutzbarer Iridium-Spitze

Nr3
1 Stücke
M 7.
Nr5
I1 Stücken
M 9.

Soenneckens Gold-Eiliedern

Mit unabnutzbarer
lridium-Spitze

Spritzen nie
1 Stück M 10.

D. R- G-M

ak Ltg

Nr 6
ENREEkähhe
1 Stüek=
M 11.

MN
Spitzenbreiten: Nr 105
D.
6
*106), 707
Umsteckhalter aus Hartgumti hierzu: 1 Stück M 1. Halter aus echtetn Bernstein hierzu: M 9. bis M 12.
Soennecken’s Tintenfässer

Soennecken’s
Ledertaschen
für Goldfüllfedern,
Bleistikte usw
Aus feinem
schwarzen Leder
Mit 1 Schlaufe:
Nr 672 3X15½ cm
80 Pf
Mit 2 Schlaufen:
Nr338 5X15½ cm
M 1.
Mit 4 Schlaufen:
Nr 673 10 X 16 cm
N2.

Soennekene
Reise-Schreibtaschen
Mit 2 Taschen und Markentäschchen
Aus feinem schwarzen Leder
12218½ em

Nr942S mit 1 Goldfüllfeder Nr912,
1 Bleistift, 1 Pfau= u. Rotstitt.
1 Malsstäb u. L.ösch-Karton M 19156
Nr 940 ohne Zubehör M 6.

D. R.G. M

Verhindern auf die denfbar einfachste Weise ein zu tiefes eintauchen der Feder, die Tintenfässer mit 2 Gläsern (aufser 1038 1040) aufserdem ein verwechseln der Tinte
Untersätze fein halbdunkel poliert

Beschlag fein vernickelt
Nr 47 12211 em MI 25o
. 481 14212 . 3.
Mulde etwas weniger tief:
Ar 283 8X9 em M 2.
291 10X10 2.25
122 12X12 2.50

Beschlag fein vernickelt
Nr 479 12X10 cm M 2.50
483 14½812 2.50
Untersatz schwarz mattiert Eiche,
besonders für Kontore geeignet:
Ar 4798 12210 cm M 2.50
4838 14½212 3.

Beschlag fein matt Altmessing
Nr 1025 P 389 em M4 250
1030 F 10212 3.-
1031F 12214½
3.50
Mit Beschlag in Altkupfer 25 Pf mehr

Beschlag fein matt Altmessing
Nr 1035F SX9 em M 3.
1036F 10X12 3.50
1037F 12814½ 4.
Mlit Beschlag in Alttupfer 25 Pf mehr

Gröfse 12X14½ cm
Nr 1214F Beschlag Altmessing M 5.
1214K
Altkupfer 5.25

Beschlag fein vernickelt
Nr 284 12½X9 cm M. 3.
292 16X10 3.50
473 16X12 3.75
134 19212
4.-

Beschlag fein vernickelt
Elr 467 15P 12 em M 3.75
Untersatz schwarz mattiert Eiche,
besonders für kontore geipnei:
jr 4657§ 16X12 em M 3.75
Mit bester Uhr

Nr 469
1198F
1198K

16X14 cm
Beschlag fein vernickelt M 4.
in Altmesing 5.50
in Altkupfer 6.

21 X14 cm
Nr 498 Beschlag fein vernickelt M 5.25
1199P
in Almesing 6.50
in Altkupfer:
7.
1199k

22½N12½ cm: Beschläge fein Altmessing
Dr 1147 Untersätze fein halbdunkel poliert M4 12.
n 15.-
1148 echt Mahagoni

Soennecken’s
Tinten
Kopiertinte
Dunkelbraun
1 Liter M 2.
½ 1.15
½ .70
Buch- u. Kopier-
Tinte
1 Liter M 2.
½ 1.15

Soennecken’s Federhalterträger
Schützen Tisch u. Pult vor Tintenflecken Sehr praktisch

Nr 126/5 mit 5 Rillen (19X11 cm)
Buche: 75 Pf- Eiche: 90 Pf- Nuisbaum: M 1.

[ ][  ][ ]

D-R-G-M

10X 15½ cm Bestes Taschen-
buch
zum vormerken von Ter-
minen
, Versammlungen usw.
Nr1244/1015 K Kunstled. M 2.
1246/1015 Kf. Leder 3.50
Ersatzkalender dazu 75 Pf

Soennecken’s
Taschen-Kalender
in Ringbuchfor

Soennecken’s
Briefbeschwerer
Fein vernickelt
Mit Tuch unterklebt

Nr 17 6X6 cm M2.
16 13½X5½ . . 2.75
18 18X6 3.50
19 24X6 4.50

Soennecken’s Umlegkalender p.R.G-N
D-
Die besten Schreibtisch- (Notiz-) Kalender
Die Blätter Können umgelegt und dauernd aufbewahrt werden

Nr 266: M 3.50
Blätter umleg- u. abnehmbar
Blattgröſse 88X118 mm
Ersatzkalender M 1.
Feinste Holzarbeit

Ni 799 12½X16½cm M2.75
Für Damen:
Nr798 9½ X 13cm M2.25
Ersatzkalender 75 Pf
* Bügel fein poliert

Nr 263 18X12½ cm M 2.50
Für Damen:
Nr 744 M 14½ X10 cm M 2.50
Fein polierte Holzplatte
Ersatzkalender 75 Pf

Holzplatte fein poliert, Metallteile
fein verniclelt:
Nr 261 18½X15 cm M 2.50
Einfacher, Platte fein lasiert:
Nr373 13½X18½ cm M 1.50
Ersatzkalender 75 Pf

Soennecken’s Bleistiftspitzer
D.R-G-M

Hein
beschmutzen
der Hände!

2
umherstreuen
der Späne!

Aus fein lackiertem Metall, Messer
auswechselbar und aus feinstem Stahl
Nr 175 10X10 cm M 4.

Soennecken’s
Federhalterständer
Halten den Schreibtisch von
Schreibgeräten frei

Aus pol. Holz, Stäbchen vernickelt
Nr386 IIX14 cm, 6 Lager M 2.
2.50
387 13X22 10

9X14½
cm
Fein lackierter Metalluntersatz,
Bügel fein vernickelt
Nr 450 M vermessingt M 4.50
450 N vernickelt 4.50
Ersatzkalender 75 Pf

Fein lacklerter Metalluntersatz
Nr 327 13½ X 20½ cm M 2.50
Ersatzkalender 75 Pf

Soennecken’s Kartenständer
Für Postkarten, Briefumschläge udgl
Bügel verstellbar
Wie Altkupfer,
Unterplatte
fein dunkelgrün
Jackiert
Nr853 K: 15½X11½ cm M2.50 Nr 800K: 16X8½cm M2.
Mit 5 Bügeln
Mit 7 Bügeln
Fein vernickelt, Unterplatte fein schwarz 50 Pf mehr

Soennecken’s Briefwagen

Mit Gewichten
Nr 186 in Messing, Fuſsplatte
. M 12.
Holz .
Nr 187 ganz aus Messing 16.

Nr 295 22½ cm hoch (500 g) M 6.50
296 22½
350 g) 5.50
188 25
(250 g) 4.

Aulserst zweckmälsig

jedes Blatt kann durch unterlegen
unter die Kugel aufbewahrt werden

Soennecken’s Schreibblöcke

Aulserst zweckmälsig

Feinpolierte Holzplatte, Metallteile fein vernickelt
Nr 264 20X16 cm M 3.50
745 15X12 3.25
Ersatzblöcke 60 bezw. 50 Pf

Vorzüglicher Notizblock
(§8 (4 jedes Blatt kann durch umlegen
aufbewahrt werden Fein polierte Holzplatte Fein polierte Holzplatte, Metallteile f. poliert Messing Metallteile fein vernickelt Nr 273 101 X16 cm M2. Nr 262 17X15 cm M 2.75 Ersatzblock 60 Pf Ersatzblöcke 50 Pf

Die mit Schlitzlochung versehenen Blätter
sind im Nu abzunehmen

Fein polierte
Holzplatte

Metallteile Messing poliert:
Nr 367 14½X11½ cm M 2.25
Untersatz aus feinem schwarzen Glas,
Metallteile fein goldfarbig:
Nr369 14x11 cm M5.

Soennecken’s
Anfeuchter

Zum anfeuchten
von Marken und
Schildern

Nr307 11X8 cm M 1.25

Für den Schreib- und Arbeitstiech
D RG M

Soennecken’s Bücherstützen

Verhindern das schiefwerden der Bücher

Drehbarer Bücherständer
In Eiche, fein mattiert
Höhe 18 cm Durchm. 30 cm
TFalst eine grofse Anzahl Bücher
zund. gewährt beste Ubersicht
Nr 383: M 16.50%

Fein pol. Holzplatte, Bügel vernickelt

Nr Länge Züge 1 Eiche Nuſsb. 3481 30 cm 5 M3.-t M3.75 1348/A 45 3.75 4.75 348 B 60 10 5.50 6.50

Platte schwarz oxydiert,
dunkelgrün pegamoldart. lackiert,
Bürel verstellbar
Nr 328 30 cm lang M 4.50
328A 45 6.
* 328B 60 7.50

Fein polierte Holzplatte,
Bügel nickelplattiert und poliert,
verstellbar
Nr 344 80 cm lang M5.
7.-
Nr 344A 45
Zinfacher Nr345 30cm M2.75

Doppelstütze
Nr8 1625 cm lang M 1.10
Einfache Stütze
Nr9 13X15 cm 50 Pf
Fein lackiertes Metall

13X14 cm
Für Bücherschränke
und Bibliotheken
Nr 341: 65 Pf
Schräg, als Lesestütze
Nr 342:75 Pf

Lesestütze
Zum aufstellen von Büchern beim lesen
Aufser Gebrauch zum zusammenklappen
Nr 215 Eiche, 16X24 cm M 1.50

Soennechen’s
Reise-Kopierrollen
Liefern tadellose Kopien

Mit Kopierheft von 100 Blatt:
NrI7A: M 3. * 28½ cm lang
Mit hohler Rolle für Schreibgerät
und 25 Blättern losen Kopierpapiers:
Nr 17:M 3.50 32½cm lang

Soenneckens Kopierpressen in Buchform
leder sollte von seinen Briefen, Berichten udgl eine Kopie zurückbehalten
Schnellstes kopieren * Schärfste Kopien

Nri Quart, m. Buch v. 1000 B1. M 13.50
500 12.50
7 Folio, n 500 16.50
Dieselb. Pressen m.Schlofs Mz. mehr

Mit Kopiermappe (statt mit Buch)
zum kopieren auf lose Blätter:
Nr 4M Quart, mit Schlofs M 15.25
7M Folio, ohne 10.25

Für die Reise
Aus Stahl und Wellblech (2 kg)
Nr19 MQuart, mit Kopiermappe zum
kopieren auf lose Blätter M 14.
Mit Kopierbuch Nr 19: 13.

Aus feinem Holze Welle aus Stahl
Mit Buch von 500 Blatt:
Nr355 Quart M 12.50
357 Folio 16.50
Mit Kopiermappe (statt Buch)
zum kopieren auf lose Blätter:
Nr355 M Quart M 13.50
357 M Folio 16.50

Soennecken’s
Briefkörbehen
Aus feinem Geflecht,
mit Ledertuch-Einlage

Nr176 25X36 cm. . M 2.25
233 27½X41 . 3.
Zwischenstützen z. bequemen über-
einanderstellen
mehrerer Körbe:
D. R-G- M
Nr 385 für Nr 176: 80 Pf
385R 233: 90 Pf

Soennecke
Gummiertuben
Aufserst zweckmälsig Grölste Sauberkeit
Mit echtem säurefreien Gummi-Arabikum

n's
Gummierglas
Acara‟

30 Pf
Nr394 9½ cm lang
50
395 14
Kein verdicken oder eintrocknen des Gummis

Nr220 12cm hoch M2.25
221 9 1.60

Soennecken’s Brieföffner

Nr 60 aus Stahl, fein vernickelt und poliert 60 Pf * 20,5 cm lang

Soennecken’s Federhalter
In verschiedenen Farben:

Nr 408 dünn * Nr 409 mitteldick * Nr 410 dick 1 Stück 15 Pf

Soennecken’s Taschenstifte

Nr 320 vernickelt 30 Pf * In Schachteln mit 6 Ersatzstiften Nr 3202 .65 Pf
320A u.fein gerieft 40 Pf :
Nr 320AZ 75 Pf

Soennecken’s
Papierhafen

Grölse 9X15½ cm
Unterplatte aus Alteiche,
Bügel aus fein pol. Messing
Nr 161:M 1.25
Ohne Platte Nr160- M1.

Soennecken’s
Briefhalter

Beschläge vernickelt und fein poliert
Unterplatte aus feinem Holz:
Nr 169 H 28 X31 cm . . . M 2.
170 H 28 X36 . . . 2.25
Unterplatte Karton mit Kaliko:
Nr 169P 28X31 cm
M 2.
170 P 28 X36
. 2.25

Soennecken’s
Schrift-Schablonen
Zum leichten und schnellen schreiben
lateinischer Grofsbuchstaben
Aus Zelluloid * D-R-G-M

Verwendun
von Bleistift Tinf
usche od
Farbe möglich
Für Insenieure, Architekt.,Zeichn. usw:
Satz Nr 950 5 Schablonen (42 cm lang) für
12 Schriftgröfsen, mit allem Zubehör I1 10.
Einzelne Schablonen M 2.
Kleinere Ausführungen (21 cm lang)
Für Schulen:
Satz Nr820 3 Schablonen für 6 Schrift-
grölsen
M 2.75
Für schräge Schrift:
Satz Nr 819 2 Schablonen für 4 Schrift-
gröfsen
M 2.
Einzelne Schablonen M 1.

uid
n mit Feder Mr3

Schönste
Zierschrift

oscheck

Leicht
zu erlernen

Geschrieben mit Feder Nr 30

gegeben von F. SOENNECKEN, mit Vorwort von Geh. Reg.-Rat Prof. F. Reuleaux

Soennecken’s Rundschrifffedern
für Rundschrift und zum Schriftzeichnen

Nr 1A, II 2½, 3½,
1 Gros M4 3. : ½ Gros 80 Pf
dern Nr 1A, 1B, 1 2 werden unter Nr o1A,
O1B, O102 zu gleichen Preisen auch mit Muldenspitze
für dickere Anstriche (DR-G-M) geliefert

Zum Selbstunterricht:

Elnfacher Lehrgang:
I. Tell mit 25 einfachen
und doppelten Federn
M 2.50
Für Fortgeschrittene:
II. Tell-M 1.50
m. : 1.
Alle 3 Teile in Schachtel
mit 25 einfachen und
dopp. Federn u. 1 Halter
M5
Für Schulen:
Elnfacher Lehrgang:
Heft 1 u. 2 je 25 Pf
Für Fortgeschrittene:
Heft 3 u. 4 je 25 Pf

Soennecken’s Rundschrift-
Federn für Rundschrift und
Zeichenschrift

Mit Tintenträge
½ Gros 90 Pf
Mit Muldenspitze
(D.R-G-Mhu. Tinten-
träger
-Nro1 D,01C

Gros M 2.50
1/12 .90
Weitere Sorten:
Nr 40-90

1 Auswahl Nr8 25 einfache und doppelte Federn mit 1 Uberfeder M 1.
Rundschriftfederhalter: Nr 451 mattiert 10 Pf Nr 501DN naturpoliert 15 Pf Nr 501 DNF mit 2 Federn 25 Pf

Soennecken’s Nadelschalen
(Hefteckenbehälter)
Mit Heftecken und Nadeln gefüllt

Aus hell. Glas Nr399 11X7 cm M 1.50
Rund, mit 1 Mulde, mit Nadeln gefüllt
Nr389 7½X3 cm 75 Pf

[ ][  ][ ]

Blätter auswechselbar, Einbanddecke
dauernd zu benutzen
Ringmechanik im Nu zu öffnen, neue
Blätter können sofort eingefügt,
erledigte herausgenommen werden
D. R-G-M

Soennecken’s Ring- (Notiz-) Bücher
Lose Blätter-System * Besser als gebundene Bücher

Für Kaufleute, Architekten, Ingenieure,
Reisende usw
Für Adressen, Bezugsquellen, Preise,
Rezepte udgl
D.R-G- M

Ohne Registerblätter 10 mm dick
Ohne Taschen
Mit 2 Taschen und Bleistift

Felnes Kunstleder (schwarz, braun oder rot):
Nr1244/68 6X8 cm M.75
1244/912 9X12
1244/1015 10X15½, 1.50
Echtes Leder (schwarz, braun oder nt):
Nr 1246/68 6X8 cm M 1.50
1246/1015 10X15½,
3.
1246/1117 11X17
Mit 50 liniierten, auf Wunsch auch karierten Einlageblätter
Mit 12 Registerblättern von A-Z mehr: 10-25 Pf

Felnes Kunstleder (schwarz, braun oder rot):
1.25 Nr1244 912T 9X12 cm M 1.75
1244/1015 T 10X15½, 2.25
1244/1117 11X17 2. 1 1244/1117I 11X17 2.75
Echtes Leder (schwarz, braun oder rt):
1246/912 9X12 2.25 1 Nr1246/912T 9X12 cm M3.
1246/1015T 10X15½,
3.50 1246/11177 11X17 4.50

Mit 20 Registerblättern von AZ
20 mm dick
Mit 2 Taschen und Bleistift
Felnes schwarzes Kunstleder:
Nr1239/912T 9X12 cm M2.50
1239/1013T 10X13 3.
1239 1015 I 10X15½ , 3.25
1239/1117I 11X17 3.50
Echtes schwarzes Leder:
Nr1241 912T 9X12 cm M 4.
1241/1013T 10X13 4.75
1241/1015T 10X15½, 5.25
1241/11177 11X17 5.75
Ohne Taschen und ohne Bleistift 50 bis
75 Pfweniger Mit 80 Einlageblättern

Mit 5 Taschen und Bleistift
Ohne Registerblätter 10 mm dick
In feinstem Leder mit Seehund-
ledernarbung
, schwarz, braun oder rot
Nr 1251/1015 12X15½ cm M 8.
Dasselbe mit Schlaufe für Füllfeder
(statt mit Bleistift)
Nr 1252/1015. M 8.
Dasselbeohne Taschen u. ohne Bleistift
Nr 1250/1015: M 5.50
Mit 50 linierten, auf Wunsch

Ohne Taschen u. ohne Register

Soennecken s Dofumentenmappen
Mit starkem grünen Kaliko überzogen
Von gröfster Haltbarkeit

10 mm diel
Felnes Kunstleder (schwarz, braun oder rot):
9X6 cm M.75
Nr1248/96
1248/138 13X8 1.25
1248/1510 15½X10 1.50
1248/1711 17X11 2.
Echtes Leder (schwarz, braun oder rot):
Nr1249/96
9X6 cm M1.50
1249/138
13X8 2.25
1249/1510 15½x10 3.
1249/1711 17X11 3.50
Mit 2 Taschen mehr 25 bis 50 Pf (von Grölse
13X8 cm ab)
auch karierten Einlageblättern

Ringbücher
in Geschenkpackung
Ringbücher in feinem Leder, schwarz,
braun oder rot, mit 3 Paketen Ersatz-
Einlagen In feinem Karton
Hochformat
Nr1246/710 Z 7½X10 cm M2.40
1246/912 2 9X12 3.
1246/10152 10X15½, 4.
Querformat
Nr 1249/96 Z 9X6 cm M2.
1249/138 2 13X8 3.
1249/1510215½X10 4.

30X38½ cm * Mit 12 Taschen aus starkem
graublauen Manilakarton * Rücken erweiterbar
Mit Verschlufsband Nr 740: M 7.
Mit Schlofs Nr 743: M 11.

Soennecken’s Schriftenmappen (Dofumentenmappen)
Zum geordneten aufbewahren von Schriftstücken, Akten, Dokumenten udg!
Mit 20 Fächern (A-2) * Ersetzen eine Menge einzelner Mappen * Beliebig erweiterbar * Falze mit Leinwand überzogen
Schriftenordner
Mit 20 Fächern (A-2)

Aus
starkem
schwarzen
Kaliko

Nr 752 35X26 cm M 5.50
753 40 X26 6.50
Wechselmappe Nr 758: M 3.50

Die Ver-
schlufs
schlufs-
klappe
ist
erweiterbar

Mit Metallecken Nr 756 E 35X26 cm M 9.25
und mit Schlofs: 1 757 E 40X26 10.25
Ohne Metallecken, 1 Nr 754 35X26 cm M 6.
ohne Schlofs: 1 755 40X26 7.

Feiner Papier-Ueberzug
Rücken mit Leinen überzogen
Nr748 35X25½ cm M 3.

749 38½X25

3.50

Soennecken ’s Reise-Schreibmappen
Erweiterbar
Mit starkem Leinen-Ueberzug
Mit loser Schreibunterlage

Nr 746 mit Verschluſsband, 26½X35 cm M 6.
Mit Schlofs: Nr 747 26½X35 cm M 7.50
927 27½X39 8.50
Für Damen: 926 21X27 6.50

Saennecken’s Papierkörbe
Sorgfältigste Arbeit

Soennecken’s
Schreibunterlagen
Sehr zweckmäſsig, weil vorn keine Kante

Soennecken’s schräge Schreibmappen
Ein jeder sollte zur Schonung der Augen diese Mappen benutzen

Soennecken’s Schreibmappen
Mit Tasche für die Papiere

Soennecken’s
Broschürensammler
In Buchform

Helles Strohgeflecht:
Nr1102 2 34 X 25½ cm M3.25
§ 1102/3 38½X30 4.
n1102 4 4IX 30½ 4.50

Miit Kalleo-Einlassung
Nr 213 37X25 cm . . . . . . . M 1.50
214 41X29 .
. 1.75
. 2.
435 45X32 .
436 52X38.
. 2.50
3.
437 60 X45 .

Mit Abreifskalender
Mit Kalika-Einfassung
Nr 77 47X38 cm M 5.
Ersatzkalender M 1.
Der Kalender ist perforiert, so dafs
jedes Datumblatt abzutrennen ist

Mit Ledereinfassung
und Lederecken
Nr 75 43X33 cm M 6.
76 47X36 7.50
Für Damen:
Nr 79 30X32 cm, mit Schlofs M 6.50

Flache Schreibunterlagen mit Abreifskalender Nr 442: M 2.70

Gröfse In Kaliko in ledter Nr M 26X37 cm 428: 2.50 43213.50 29X40 429:3. 433: 4. 32X45 430:3.50 434: 4.50

Schützen den Inhalt vor Staub u. geben
der Bibliothek ein gefälliges aussehen
Mit Einsatz Mit feinem Kaliko-Uberzug
Nr929S 6X20X27 cm . . M2.
r 930§ 8X24 X33½ cm 2.85

Soennecken’s
Schreibmappen
Mit 5 Taschen und herausnehmbare
Schreibunterlage mit bestem
Löschkarton

Soennecken’s
Aktenmappen
Mit 2 Schlössem
Zum schliefsen und zum ziehen
eingericntet

Aus feinstem braun. Vachetteleder
Mit Schlofs Für Damen
Nr 908 21X27 cm . . . M 17.
Für Herren:
M 22.-
Nr 915 26X37 cm
917 25½§ 34 cm
18.
Einfacher M 4.50 bis M 14.

A0X29½ cm,
zusammengelegt 40X15 cm
Nr 873 schwarz, gefüttert M 7.50
863 ungekütt. 9.
11.
862 braun,
861 schwarz, gefüttert 11.
15.
860 braun,
901 f. schwarz, gefütt. 21.
902 braun. Rindl. gefütt. 27.

Soennecken’s Brieftaschen
Feine Ausstattung * Grolse Zweckmälsigkeit

Soennecken’s
Briefordner Privaf‟
Für den Privatgebrauch und für Haushalte
unentbehrlich
8.5

Mit 3 grofsen u. 1 kleinen Tasche
Gröfse 12X18 cm
Nr 868 Vachetteleder . M 5.
920 Rindleder . . 9.

Mit 3 kleinen und 1 grofsen Tasche,
aus dunkelgrünem oder rotem Leder:
Nr 870 12X18 cm . . . . M 7.50
Mit 3 Taschen,
aus rotem oder duhkelgrünem Leder:
Nr 869 12x18 cm .
M 7.

Mit 9 Taschen und 1 Schlaufe,
aus bestem echten Seehundleder
Nr 943 I1½X17½ cm M 16.
Besonders gediegene Arbeit

Zum geordneten aufbewahren der Schriftstücke
Mit Locher
Nr 761A 28½X30½ cm (40), M 1.60
761H 28½X35½ (29), 1.80

Zweckmälsigste Ausführung

Soennecken’s Schreibtische

Aus besten trockenen Hölzern

Soeneehens
Bücherständer

Mit Zentralverschlufs für jede Schieblag
reihe: Eiche fein mattiert:
Nr 1290 Breite 140, Tiefe 80, Höhe 78 cm M 148.
1292 160, 80, 78 160.
Mit Türen an beiden Seiten, innen links 4 Schieb-
laden
, rechts 2 lose Böden:
Nr 1264 Breite 150, Tiefe 80, Höhe 78 cm M 187

Besonders feine Ausstattung
Mit Zentralverschlufs für die oberen Schiebladen
Eiche fein mattiert * Beschläge in Altsilberfärbung
Nr1314 Breite 140, Tiefe 78, Höhe 78 cm M 325.
Mit ausziehbarem Seitenschrank an rechter Seite:
Nr1313 Breite 175, Tiefe 93, Höhe 78 cm M 470.
Tischplatte mit Ledereinlage: M 20. bzw. M25. mel

Mit 4 Rollfülsen
Höhe 87, Breite 36,
Tiefe 40 cm
Nr 1805
Eiche M 25.-

Tischplatte Eiche, Unterteile eichenfarbig mattiert,
mit Rolladen
Nr 1233 Breite 140, Tiefe 80, Höhe 78 cm M 95.
1234 150, 80, 78 100.
1235 165, 80, 78 105.
Mit Aufsatz mit Rolladen M 60. bis M70.- mehl

Mit Zentralverschluſs und
ausziehbarer Platte Eiche fein mattiert
Nr1268 Breite 140, Tiefe80, Höhe 105cm M225.
Derselbe Tisch mit höherem Aufsatz:
Nr 1269 Breite 140, Tiefe 80, Höhe 127cm M250.

Soennecken’s Bücherschränke
Mit glatten Seitenwänden; können zu Schrank-
eihen
schliefsend nebeneinander gestellt werden

je 2 Abteile Gröfse 3 und 4,
Sockel und Kopfstück:

Soennecken’s
deal-Büchersehränke

4 Abteile Gröfse 3, Sockel
und Kopfstück:

Soennechen’s zusammensetzhare
Aktenschränfe

Zum
Aufbewahren
von Büchern,
Noten, Samm-
lungen
udgl

Aus Abteilen einer
oder verschiedener
Gröfse, der Bücher-
gröſse
entsprechend
zusammensetzbar
und zwar über-
oder
nebeneinander

Breite 102 cm, Tiefe 37 cm, Höhe 185 cm
Nr 1410 Eiche matt poliert
Mit facettiertem Spiegelglas . . . M 200.
175.
Mit feinem Bilderglas.

Nr1131EArts Eiche M220. Gediegenste
Ausstattung
177X92½X33 cm
Zentralverschlufs M 20. mehr

Die zweck-
mäſsigsten
aller
Bücherschränke

In 4 Gröfsen
Abteile, Sockel und
Kopfstücke einzeln
käuflich

Abteile von
M 26. an

Verlangen Sie Nr 1112 Arts Eiche M 134.
Katalog Nr 129C
178X88x34 cm
Zentralverschlufs M 20. mehr

Zum zusammenstellen Bellebig zu vergröfsern jedem Raum, jeder Bücheranzahl anzupassen
Ausfürf. Hatnlog ür 320 kostenfrei : Die Preise der Sehreibmöbel verstehen sich auschlielsſeh Fraeht

Nr 1460 Höhe 192, Breite 88, Tiefe 40½ c1
Zusammengesetzt aus 5 Abteilen 1454
1 Sockel 1450 und 1 Kopfstück 1456-
Eiche, fein mattiert. . . . M 262,

[ ][  ][ ] A


Soennecken’s Eilfedern
Schreiben ohne Druckanwendung,
verschönern die Schrift und spritzen nie

Atgunnch.

*1 Gros M3.
¼ Gros 80 Pf
1 Auswahl
Nr 10 12 verschiedene
Fedem
25 Pf
Mittlere Breiten: Nr 105: 105½

Beste
Federn für
schnelles
schreiben

106 . 106½

Federhalter für Eilfedern: Nr 551 mattiert 10 Pf
Nr501N naturpoliert 15 Pf * 19 cm lang

Soennecken’s Neumetallfedern
Rosten nicht Kratzen nicht

bere etchet. e

EE
et

Nr 994 breit Nr995 mittel Nr 996 schmal
¼ Gros: M 2. * ½ Gros: 75 Pf
1 Auswahl Nr37 (12 verschiedene Federn) 75 Pf

Soennecken’s Schreibfedern
Das beste, was die Schreibfederpfabrikation zu leisten vermag
Für steile Für schräge
In EF, F M
Für gewöhnliche Federhaltung:
Federhaltung:
W weich
Federhaltung:


Nr 1
11w 12.
12w 012 42 43 72 111 152 153 53 22 33 173 1 Gros 300
,85 250
70 250
*70 225
65 200
60 250
70 100
30 250
70 225
65 200
60 250
70 225
65 225 Pf
65

Soennecken’s Normalfedern
Beste Federn für flotte Schönschrift

Ermöglichen,
beim schreiben
gerade vor dem
Tisch zu sitzen

1 Auswahl Nr 9
12 Federn 25 Pf

In EF-, F- und M-Spitze
Federhalter für Normalfedern:
Nr 513N naturpoliert 10 Pf 19 cm lang
Soennecken’s Hugelfedern
Gleiten verinöge ihrer gerundeten Spitze
leicht über das Papier und kratzen nie

Plan für die Auswahl einer für die Hand passenden Feder
schräge
steile

Federhaltung

Bei dünner Schrift wählt man Ausw. NrI
mittelstark.
dicker

Federnsteller
Nr 525: 10 Pf

Federhaltung

Bei dünner Schrift wählt man Ausw. Nr4
mittelstark.
dicker

jede Auswahl (25 Pf) enthält 15 Federn, die alle für die betreffende Schreibgewohnheit berechnet sind.
Man wird darunter ohne Mühe eine passende Feder finden

Nr 762 1 Gros M2.50 ¼ Gros 70 Pf
Soennecken’s Schnellschreibfedern
Fsohinrekene


1 Gros M3. * 1 Gros 80 Pf
Nr401 breit Nr402 mittel Nr 403 schmal
1 Auswahl Nr36 (15 Federn in 15 Sorten) 25 Pf

Einbände aus einem Stück
Aufserst dauerhaft

Soenneckens Briefordner

Soennecken’s
Briefordner ohne Lochung
Für Akten, Dokumente und besondere Papiere,
die nicht durchlocht werden sollen
Einfachste Handhabung

D-R
G-M

Nr967V Quart, 25X30½ cm 50 Pf
967R Folio, 25X36 60
Besonders starker Einband, mit Leinen-Rücken
und Ecken:
Nr 967G Quart 70 Pf
967) Folio 90

Die Quart-,
Folio u Oktav-
Ordner haben
Kanten-
schoner

aus starkem
schwarzen
Büchertuch
(D R G. M)

Ordner Nr1
Die besten für grofse Geschäfte
Quart, 25X30½ cm Nr 1A: M 0.90
Folio, 25X35½ 1H: 1.10
Oktav, 16X24½ 10: 0 75
Für Postkarten und Abschnitte Nr 1 L. 1 Stück 70 Pf
Für Wechsel 1K. 75 Pf

Hebel-Ordper Nr 114 * Mit Greifloch

Quart, 28½X30½ cm
Folio, 28½X35½
Oktav, 20½X24½
Für Postkarten
Für Wechsel

Besonders stark
und dauerhaft

Pr 14arMt 1.
114H: 1.20
1140: 0.95
892L.: 0.90
892K: 0.95

Etwas leichtere
Ausführung

Nr 1152: M o95
115H: 1,15
1150: 0.90
Diese Gröfsen
ohne Greifloch

Lochabstand 80 mm,
auf Wunsch auch 70 mm
Soennecken’s
Verwahrmappen
Sind dazu bestimmt, den Inhalt der gefüllten
Ordner aufzunehmen
(Die Ordner werden aufs neue benutzt)

etletent 35 2e.,
auf Wunsch auch 70 mm

Schnellheſter-Mappe

In 6
Farben

Bei gröſseren Bezügen sehr günstige Mengenpreise * Briefordner-Folgen laut Kafalog Nr 123A
Soennecken’s Sebnellheiter für Einzelakten
Aus sehr kräftigem zähen Manilakarton * In 8 verschiedenen Farben

Nr V6A Quart, 25X30½ cm 60 Pf
V6Hl Folio, 25X35½ 75
Einfachere, leichtere Ausführung,
(Verwahrmappe mit Futteral):
Nr 731A Quart 75 Pf
731H Folio 85

8.5

Bei gröfseren
Bezügen
sehr günstige
Mengenpreise

Schnellhefter mit Mappe, die zum aufbewahren
besonderer Papiere, Zeichnungen udgl. dient, die
nicht durchlocht werden sollen
Nr 968 Folio 30 Pf

Soennecken’s Vorordner
zur alphabetischen Vorordnung der Schriftstücke
Enthalten für jeden Buchstaben des Alphabets
eine Abteilung

Mit Schiene 1 (lange Stahldeckschiene m. 2 Verschlufsschiebern)
Mit Schiene 3 (blaue Stahldeckschiene)
Karton-Qualität Es (sehr dick):
Karton-Qualität E8: Quart 13 Pf * Folio 14 Pf
Quart 15 Pf * Folio 16 Pf
Karton-Qualität s:Quart 10 St. 90Pf Folio 10 St. 95Pf
Besonderer Aufdruck gegen billigste Berechnung

Soennecken’s Locher
Lochabstand 80 mm, Nr 231
Verstellbar für
7 oder 8 cm Lochabstand:
Fein
Fein
Jackiert
lackiert

Mit breitem Rücken
Katalogheiter
Für Preislisten und Offerten Für Private

Mit Doppelfalz
Karton-Qualität K (feiner moderner Karton in
6 Farben) * Mit umsponnenen Heftbändern
Quart 19 Pf * Folio 20 Pf
Besond. Aufdruck od Prägung zu billigsten Preisen:

auch 70 mm

Nr 198 mit Register A-2 M 9.-
Nr 1982 mit Zahlen 100, 200 usw bis 2000 M 9.
Geöffnet 75 cm breit * Mit starken Leinenfalzen
Erleichtern das einordnen aufserordentlich

M 1.. Mit Holztufs und An-

Soennecken’s
Unterschriften-Mappen
Zum einlegen unterschriebener Briefe
Löschkarton durchlocht, damit kein
Schriftstück übersehen werden kann

Soennecken’s
Kopiermappen
zum kopieren auf lose Blätter mittels
Kopierpresse und Kautschukblätter,
Innenseiten m. Gummituch-Ueberzug

Aus geprägtem Stahl. Nr231: Aus geprägt. Stahl. Nr243 A-M2.10
Derselbe ohne Holzfuls
schlag Nr231 A: M 1.80 u. Anschlag Nr243: M1.20
Der Anschlag ermögl
gleichmäleige Lochung)

Aus Eisengufs. Mit Holzfuls u.
Anschlag Nr 244A; M 8.
Derselbe m. eisern. Fufs u. Anschlag,
etwas leichter -Nr 230; M 55

Nr197V 26X30 cm
197 R 26X35

Soennecken’s Kopierpressen
Auf das stärkste gebaut, Aus feinem Guſseisen Spindel aus
ganz aus Stahl und Schmiedeeisen Stahl Mit Sicherung gegen Bruch

Mit Messing-

Kugeln

Nr22 (25kg) Quart, 31½X25cm M40. Hr 677 Quart, 26X30 cm
23 (35½kg)Folio,37½X25 , 48. 679 Folio, 26X36

M1 22
28.

Soennecken’s Kopierpapier (lose Blätter)
zum Gebrauch in Kopierpressen
Für Briefordner, gelocht (80 oder 70 mm) oder ungelocht
Freise für 100 Klat. 1 Quart (22220 emn) Fallo (232 23 en)
Weifs, stark.
Nr 416W: M 3.75Nr 418W. M 5.
416WD

Doppelblätter
doppelstark .
Doppelbl.
Japanisch.

410
419D
416)

7.50
6.
12.
16.-

420 7.50
418): 12.

Rollen-Kopierpapier laut besonderer Liste
Standardor-Register
für kaufmännische Betriebe, Krankenkassen, Rechtsanwälte usw.
Leichtes und rasches auffinden registrierter Namen und Adressen, weil
diese, anstatt systemlos durcheinander, in einzelnen abgesonderten
Gruppen stehen Klarste Uebersicht über alle Eintragungen
Dauerhafter Einband in Kaliko mit Lederrücken und-Ecken
Für 250030000 Namen * In Median- u Propatria-Format
Preise auf Wunsch

Soennecken’s Anfeuchter
Zum aufbewahren der Zumanfeuchten der Kopierpapit
angeſeuchteten Kautschukblätter
und Kautschukblätter
Fein
lackiert

Aus Starkem Zink, fein lackiert:
Nr 304 Quart, 25X30 cm M 4.50
308 Folio, 24X3d 5.
Aus Eisen, rostsicher lackiert:
Nr 314 Quart, 25X30 cm M 2.50
Mit Filzeinlagen, die die Blätter lange
Jeucht halten, M 1. bis 1.75 mehr

Nr 331 32½ cm lang M 3.25
332 17½ 2.50
Ohne Untersatz:
Nr 1 29 cm lang M 2.75
2 15 2.

Soennecken’s
Vertikal-
Registratur

Soennecken’s
Dauer-Kontenbücher
(Lose Blätter-System)
Mehrfache Sicherheitslochung
vereinigt mit Schlitzlochung
D. R G-M

Soennecken’s
Karten-Register
Kunden-, Werbe-, Bestellungs-, Lager-,
Bezugsquellen-, Termin-Register udgl.

Soennecken’s
Kopiermaschinen

4 Modelle

Zum aktenmäſsigen
ordnen von
Korrespondenzen
Preislisten
Katalogen
Offerten
Kalkulationen
Dokumenten udgl.

[ ][  ][ ]



(
ber

Kolonialwaren und Delikatessen.
Einkauf in grossen Mengen für 80 Filialen.
Direkter Import vieler Auslandwaren.
Gewähr für Reinheit der Waren durch
Kontrolle vereidigter Chemiker.

ngla
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Seel
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Zentrale: FRANKFURT AM MAIN.
ca. 80 EILIALEN:
M
Grnstuet

Elisabethenstraße 36

Telefon 2581.

Kirchstraße 10
Heinrichstraße 70, Telefon 1710.
Liebigstraße 4
Telefon 2582.
Roßdörferstraße 12
Magdalenenstraße 23
Sandbergstraße 49
Wenckstraße 32.
Bitte aufbewahren und beim Einkauf benutzen!

dienſt ſtellen, wogegen die Angehörigen des geiſtlichen
M de: Grundlage wurde

gegen 17780 969 im Vorjahre.

vorliege, der bas
Inttenhalt

[ ][  ][ ]

in Handtuchsäckchen

5 Pfd.

fein

5 Pfd.
Ektra

10 Pfd.

Mk. 1.95

10 Pfd.
Mkr. 2.05

Für Kuchen undl -Konfekt
als vorzüglich bewährt

Mk. Ma‟
Mk. 1.05
Blütenmehl . . .
lose gewogen Pfund Mk. 10 Pfg.
Konfektmehl 00 . . . Pfd. 21
17
Weizenmehl . .

Rosinen Pid. 36, 48, 60 Pfg.
Korinthen, gereinigt Pfd. 38, 48 Pfg.
60, 70
Sultaninen, entstielt
80
do. extrafeine, helle
Mandeln Ja Pid. 120
140
do. handgewählt
90
Haselnusskerne .
Mandelersatz, geraspelte
. Pfd. 65
Kokosnuss . . .
Dose 10
Safran
Wachs in Scheiben . . Pfd. Mk. 2.50

Citronat pid. 90 Pfg.
Orangeat Ia . . . . . Pfd. 80
Ammonium und Pottasche 80
Backpulver uund Vanillezucker
3 Pakete 20 Pfg.
3 Pakete 25 Pfg.
Marke Oetker‟
Gelatine, weiß Pfd.300, rot Pfd. 400
120 ,
Rosenwasser
Backoblaten, grosse . . . Stück 2,
Anis, Zimt, Vanille, Puderzucker,
bunter Streuzucker
Gem. Zucker . . . . . Pfd. 22

Cocosnußbutter
garantiert rein
in Tafelt
lose ausgewog
Pfd. 58 Pfg.
Pid. 56 Pfg.
Schmalz, garant. rein . Pfd. 76
Täglich frische Süßrahm-Tafelbutter
Salatöl . . . . . . . . Liter 88 Pfg.
feine Qualitäten Ltr. Mk. .95, 1.05, 1.20

1 Flascne
½

Mk. 1. und 1.20
.60 .70

bester
Lanaautter-Ersatz
Mioenus extra
Pfd. 30
feinste Süßrahm-Tafel-Margarine

Pfg.

Spard in Karton
5
Fst. Süßrahm-Margarine Pfd.

Pfg.

den Meihnachtstisch.

Häherleins echtellürnberger Lebkuchen
weiße auf Oblaten; braune; Baseler; in Paketen
Nr. XVIII 28 Pfg., Nr. III 38 Pfg., Nr. IV 48 Pfg.
Lebkuchenherzen, Schokolade-Lebkuchen Paket 25 Pfg.
Extrafeine Melange- Makronen-,
Elisen- und Schokolade-Lebkuchen I . . Karton 65
Extrafeine Haseinuss-Makronen

50

Marke K
Schokolade-Elisenkuchen Baer
Große Honig-Lebkuchen Paket mit 3 Stück 30
Feine Mürnherger Lebkuchen Pak. 8 u. 15
Lebkuchen-Nikolaus . . . . . . . . 5, 9, 14
Waffel-Nikolaus mit Schokolade-Guß . . . . 9
Spitzkuchen, feine Qualität . .
. ¼ Pfd.25
Weihnachts-Biskuit schöne Misch. . 1 Pfd. 15

12 Pfg.
Pfeffernuß-Mischung u. Pfa
Buttergebäck . . . . . Pfd. 110 Pfg., ¼ Pfd. 28
Anisgebäck
.. . . 1 20
Speculatius, vorzügliches Gebäck . . . ¼ 22
Cocos=Makronen
. . .1 22
do,
große . . . . . . . . Stück 5
Tannenbaum-Konfekt . . . . . . . ½ Pfd. 16
Schokolade garantiert rein im Block
70
Milch-Blockschokolade . . . . . . Block 20
Haushalt-Schckolade . 100 gr-Tafel 15 und 20
Feine Speise-Schekolade . 100 gr-Tafeln 25
Sprengel’s Cremosana.
afel 25
Schokolade-Pralinés . .
Pfund 20 und 25
Fondant-Plätzchen .
¾ Pfund 35
Lindt-, Gala-Peter-, Suchard-, Mexiko-Schokolade
Katzenzungen, feinste Schmelzschokolade Kart. 25
Croquettes, vorzügliche Qualität . 1 Rolle 25

Uschders Preisderte Uigarren

großes Format, mit-
Rosetta telleräftig . . Stück 5 St. 4.50
Sumatra m. Felix-Brasil-
Union Einlage . . . Stück 6
groß. Format, Sumatra-
Junior Hecker
. Stück 6
vorz. Zig.
Weiße Elefanten 3 Stück 20
sehr beliebte Marke.
mittelkräft.
Don Rodrigo sumatra
gefälliges Format .
Stück

Pig. Mk.

5.50
5.50
6.25

Kt. 3.25

tadellose Mexiko-
Aspasia Zig. schön. Brand 7 St. 3.25

Sumatra-Deck.
Troubadulmild u. pik. St. 8 3.75
mittelkräft., aromatisch
Unita
elegant. Format,
Matador hervorr. in Qual. 10 4.75
groß. Torp-Form
SalutariOn.qual.-Cigarre st. 10 4.75
hochf. Sumatra mit
Asturidlavana,eleg.Form. St. 15 25 3.60

Pig. Mk.
Stück 8 3.75
50 St. 7.

Feine Cigarren in eleganten Präsentkistchen.
Weihnachts-Packungen à 25 Stück . . . . . . Mk. 1.50, 1.75, 2.- und 2.50
in hübschen Kartons zu 10 Stück 70 Pfg. der Karton.

Taletrosinen. . Pfd. Mk. 1.
Talelleigen. . . 60 u. 80 Pfg.
do. Carton
38
Prinzehmandeln Pfdl. 10 u. 120,
Taieldalleln lose u. in Karton
Wallnüsse französ. Pfd. 38
do. grofe franz. 46
Haseinüsse . . . Pfd. 45
Christhaumkerzen Pak. 25 .
do. ist. Renaissance 32

diese, anstatt systemlos durcheinander, in einzelnen abgesonderten
Gruppen stehen= Klarste Uebersicht über alle Eintragungen

A50 chr M 4.50
308 Folio, 24X34 . 5.
Aus Eie-n rosteicher lo-kie-

Nr 331 32½ cm lang M 3.25
2.50
332 17½

[ ][  ][ ]

MreI

mern
Kafu

Reelle
Packung.

Gemüse-
Honvervon
u. Sbst.

Garantie
für
jede Dose

Schnittspargel, Unterenden,
lange Abschnitte .
do. dünn mit Köpfen
do. mittelstark. . .
do. stark Mk. 1.50, extra stark
Stangenspargel, dünn Mk. 1.20 u.
do. mittelstark
do. sehr stark Mk. 1.80, extr. stark
Gemüse-Erbsen .
Junge Erhsen
do. mittelfein . .
Schnittbohnen, junge
Ia. 1 D. 40 , extra Ia. 1 D. 45
Kohlrabi in Scheiben mit Grün
Erbsen mit Karotten in Würfeln
Spinat, feinster, passiert
Gemischte Gemüse
Karotten in Würfeln . .

Dose zu
kg

80
95
135
160
140
160
200

45
55
73
85
75
85
105

38 25

45
58
35

35
50
45
32

26
34
23

23
30

21

Tomaten-Purée . ¼ Dose 27 70 Kirschen mit Stein, schwarz und rot 75 43 Erdheeren, naturell . . 125 68 Mirabellen 70 40 do. Metzer . . . 75 43 Pflaumen, mit Stein . . 46 28 Birnen, weiße, ½ Frucht . . 38 Reineclauden . . 85 48 Preisselbeeren, vortreffl. Kompott 80 45 lose Pfd. 40 Pfg., 10 Pfd.-Eimer Mk. 3.70. Heidelbeeren 72 41

Dose zu

1 kg

a K

Neue Holimops Stk. 6 Pfg., 4 Ltr.-Dose Mk. 2.-
2.10
Bismarckheringe 7 4
2.20
Heringe in Ceiee Pfd. 40 4
Neue Sardinen 35 10 Pfd.-Faß 1.80

zum billigsten
Bückinge ragespreis.

Lachsheringe Stck. 18
feinster
geräuch Lachs Pfd. M. 1.72
Sardellen . . . M. 1.40

Velsardinen

feine Qualität
Dose 34, 45, 55 Pfg.

Marmeladen

aus eigener
Fabrikation.

Aprikosen- u. Apfel- Pfd. 33 Pfg.
5 Pfd.-Eimer Mk 1.85
Erdheer- u. Apfel Pfd. 40
2 Pfd.-Eim. 80,5 Pfd.-Eim. Mk. 1.90
Apfelwelee Pfd. 36
mit Kristallzucker eingekocht
2 Pfd.-Eim. 75, 5 Pid.-Eim. M. 1.90
Johannisheergelee Pfd. 48
5 Pfd.-Eimer Mk. 2.30
n. Apfel
Zweischenlaiwerg pia. 26
5 Pfd.-Eim. 1.30, 10 Pfd.-Eim. Mk. 2.50
Die Zusammensetzung der Marmeladen ist
auf den Etiketten der Eimer angegeben.

Neue

Huisenfruchte

Linsen, gutkochend Pfd. 20 Pfg.

do. große.
Ertragroße Hellerinsen
Bohnen, kleine weiß.
do. große
Gelbe Erhsen m. Schal.,
extra große Viktoria ,
Ceschälte gelbe Erhsen
große gespaltene Pfd.
große ganze . .
Grüne Erhsenm. Schal.,

25
32
20
24

16

20
24
22

Suppen-Einlagen

Bruch ue Mittel
Reis, Pfund 10, korn Pfd. 19 Pfg.

Taiel-Reis, großkörnig , 24
do. feinster . . 26, 34
Weizengries, fein . . Pfd. 20
Gelher Härtsries Pfd. 23, 26
Gerste, grob Pfd. 17, mitt. 20
Feine Perlserste Pfd. 24, 28
Crünkern, ganz . . . Pfd. 35
30
gemahlen.
vortreifl.
24
Haferſiocken, Qualität
Reisflocken
35
Magne:-Haferflocken . . 30

Suppen- u.

Gemüse- Madeln Pfd. 25 Pfg.
a Hausm.
Eries-Rudeln schnitt 30
feine Eiernudeln Pfd. 40, 45
1 Pfd.-Pak. Aschenhrödei 50
Dornräschen 50
Hausm. Eiernudeln Pfd. 40
Bruch-Maccaroni, Ia 25

Lanze
Stangen-Maccaron Stang. 30

feinste in Paketen:
Marke Haller‟ Pfd. 40
42
Afrique‟
50
Schwalbe‟

Getrockneteg

neue Fhlaumen Pfd.32 Pfg.
Aprikosen, kaliforn. Pfd. 70, 80
Pfd. 50
Pfürsiche
do. extrafeine 60
Neue Kranzfeigen Pfd. 30
Mischobst
40
feine Sortierung 50, extrafein65
. Pfd. 48
Ringäpfel
do. extrafeine 64

Neue Spracusa-Chtronen St. 6 u. 1 Pin.
Pfd. 7 Pfg.
Sauerkraut .
Grofe Salzourken Stück 5

Limburger Häse . Pfd. 58 Pfg.
Romatour-Käse 70
11.28
Schwelzerkäse, satig
Frühstückskäse Stück 10
Gervaiskäse, deutsche 25
Silberstern-Camemhert Port. 14
Camembert,Bebé’schachtel 23
28
Jo. Adler‟
do. Marke MB‟ 22

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dienſt ſtellen, wogegen die Angehörigen des geiſtlichen
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gegen 17780 969 im Vorjahre.

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vorliege, der das Abweichen
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Stahl

Unser Kaffee wird nach bewährtem Ver-
fahren
vor dem Rösten gereinigt, von
schädlichen Bestandteilen befreit, garantiert
naturell geröstet u. zeichnet sich durch feinen
Geschmack und große Bekömmlichkeit aus.

Pid.-Pakel 15, 80, 65, 90, 100

Pfg.

MalzKafee

garantiert echtes Malz, in Orig.-Pack.
per Pid. 22 Pfg.
extraschwere Qual. 25

Durch große, direkte Bezüge und
sorgfältige Auswahl bieten wir
vortreffliche, preiswerte Sorten.
China-Mischung ½ Pfd.-Paket 50, 80, 100 Pfg.
25, 40, 50
½
50, 70
Cevlon-Mischung ½

Preise inklusive Flasche, für welche bei
Rückgabe 10 Pfg. vergütet wird. Bei Ab-
nahme
von 6 Faschen in der Preislage
übielung.
von 85 Pfg. an pro Flasche 5 Pfg. billiger.
Inohe
Wir empfehlen die nachstehenden gewählten und gehaltvollen Weine, die auch den Kenner befriedigen dürften.
Spezialliste in allen Filialen zu Diensten.

Weiller Tischwein
Waldhöckelheimer
Laubenheimer .
Oppenheimer
Nackenheimer . .
Deidesheimer . .
Niersteiner ½ Fl.
Johannisberger
Nitteler (Mosel) .
Lieserer . .
Bercasteier .
Pommerner ½ Fl.

Fl. 65 Pfg.
100
110
120
130
140
90, 150
95, 160
100
120
130
60, 140

Roter Tischwein . . Fl. 75 Pfg.
Cötes du Rhöne
naturreiner Rotwein 65
La Grange les corbieres Fl.
naturein, südkranzssisch 95
Ingelheimer . . . Fl.
voricl. deusech. Rotzein 110
Bordeaux-Weine, naturrein
direkt importiert
St. Seurin de Tadourne Fl. Mk. 1.
1.20
St. Estephe .
St. Emilion ½ Fl, 90, 1.50
Chafeau Langoa½ Fl. 115, 2.

Preiswerte
vortreffliche

Südweine

Malaga ½ Fl. 150, ½ Fl. 85 Pfg.
Portwein ½1 160, ½ 90
Madeira 1 160, ½ 95
Sherry 1 160, ½ 95
Samos per Flasche Mk. 1.
süßer span.
1.
Valencid Rotwein
roter
19oger Pommard zurgunder
½ Fl. Mk. 1.15, ½ Fl. Mk. 2.

Schaumweine: Aupferberg Cold. . Deinhard-Rot- und Weiblack. Champagner Mercier 8 Co.
Sämtliche Weine sind, soweit nicht als naturrein bezeichnet, entsprechend dem deutschen Weingesetz gezuckert.

diese, anstatt systemlos durcheinander, in einzelnen abgesonderten
Grasnen stchen: Klarste Uebersicht über alle Eintracuneen

Zuarr, 29x50 ch Mr 4.50

308 Folio, 2423d 5.
Aur Eien rastsicher lackiene

Mr 331 32½ cm lang M 3.25
2.50
332 17½