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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Inſerake
175. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstagsabgeordnete des Wahlkreiſes Stolp-
Lauenburg, Will (konſ.), iſt geſtorben.
Der Senat der Stadt Lübeck wählte den
Sena=
tor Eſchenburg für die Jahre 1913 und 1914 zum
Bürgermeiſter und Präſidenten des Senats.
Der rumäniſche Thronfolger iſt geſtern morgen
von Bebra nach Bukareſt abgereiſt.
Die Friedensverhandlungen zwiſchen der
Türkei und den Balkanſtaaten werden in etwa zehn
Tagen in London beginnen.
Das griechiſche Organ Neologos meldet aus Athen, daß
Griechenland aus dem Balkanbund
aus=
ſcheiden werde.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die ſtaatliche Arbeiterfürſorge in Deutſchland.
K.K. Was das Deutſch Reichs leiſtet, um die
wirt=
ſchaftlich Schwachen, die Klaſſen der Hand= wie
Kopf=
arbeiter, vor den Folgen von Krankheit und Unfall, von
Invalidität und Altersſchwäche zu ſchützen, erhellt am
anſchaulichſten aus den gewaltigen Summen, die jetzt in
einem Jahre für die verſchiedenen Zweige der ſtaatlichen
Zwangsverſicherung aufgewendet werden. Während die
Verſicherungskoſten im Jahre 1906 ſich auf rund 750
Milli=
onen Mark beliefen, im Jahre 1909 auf rund 900
Milli=
onen ſtiegen, werden ſie im nächſten Jahre, das das neue
Geſetz über die Privatangeſtellten=Verſicherung in Kraft
treten läßt, rund 1400 Millionen Mark betragen. Dann
werden täglich an Verſicherungslaſten rund 4 Millionen
Mark aufgebraucht werden. Das iſt aber nur der eine
Teil der deutſchen Arbeiterfürſorge. Der andere, nicht
weniger bedeutſam und ſegensreich, umfaßt den
Arbeiter=
ſchutz, das heißt die geſetzlichen Maßnahmen, die vor
ge=
wiſſenloſer Ausbeutung der Arbeitskräfte, vor
geſund=
heitswidriger Beſchaffenheit der Arbeitsräume, vor
Ge=
fahren, denen das Leben der Arbeiter ausgeſetzt iſt, und
vor der rückſichtsloſen Ausbeutung der Kinder= und
Frauenarbeit ſchützen.
Kein Staat geht in der Arbeiterfürſorge auch nur
an=
nähernd ſo weit wie das Deutſche Reich. Das überaus
lehrreiche Gegenſtück zu dem ſozialen Kaiſertum in
Deutſch=
land, zu dem Rieſenwerk der ſozialen Geſetzgebung, das
eine Großtat des monarchiſchen Willens iſt, den vor
nun=
mehr 31 Jahren Kaiſer Wilhelm I. in ſeiner berühmten
Botſchaft einſetzte, liefern die ſozialen Zuſtände in der
größten Republik der Erde, in den Vereinigten Staaten
von Amerika. Die „freie” nordamerikaniſche Revublik,
obwohl ſie in jeder Hinſicht weit reicher und dazu weniger
bevölkert als das Deutſche Reich iſt, kennt ſo gut wie gar
keine ſoziale Fürſorge. Jenſeits des Großen Ozeans
kann von einem planmäßigen geſetzlichen Arbeiterſchutze
keine Rede ſein. In mehreren Zweigen der
nordameri=
kaniſchen Induſtrie herrſcht Arbeiterelend faſt ohne
glei=
chen. Eine Ausſaugewirtſchaft zeitigt dort Verhältniſſe,
die unſere Arbeiterſchutzgeſetzgebung völlig ausſchließt.
Zum Schutze von Geſundheit und Leben des Arbeiters
geſchieht in der nordamerikaniſchen Republik ſo gut wie
nichts. Nach einem Briefe aus New=York, den im Februar
dieſes Jahres ein Berliner demokratiſches Blatt
veröffent=
lichte, zeigen ſich die Folgen der unerhörten
Ueberarbei=
tung, Unterernährung und Zuſammenpferchung der
Ar=
beiter, beſonders deutlich in den von Jahr zu Jahr
un=
heimlich zunehmenden Schwindſuchtsfällen.
So herrſchen wegen unterlaſſener Schutzmaßregeln
ſchauderhafte Zuſtände, insbeſondere in den Fabriken zur
Verarbeitung menſchlichen Haares, in Perlmutterknopf=,
Glühſtrumpf= und Zündholzfabriken. Von all den
dun=
keln Kapiteln im Buche der amerikaniſchen Induſtrie iſt
die Ausbeutung der Kinderarbeit nach der genannten
Quelle das dunkelſte. In New=York betrug die Zahl der
Kinder, für die im Jahre 1911 Arbeitspapiere gelöſt
wur=
den, nicht weniger als 3635i. Unter dieſen Kindern
fan=
den ſich vierjährige und fünfjährige, die bei der Herſtellung
von Spitzen beſchäftigt wurden, und zwar zur Nachtzeit!
Während aber in den nördlichen Staaten das Geſetz die
Kinderarbeit, wenn auch nur in beſcheidenem Maße, ein=
ſchränkt, gibt es in den ſüdlichen Staaten nicht das
aller=
kleinſte Verbot, Kinder zu Dienſtleiſtungen heranzuziehen,
die von ſo zarten Händen nimmer verrichtet werden
ſollten.
Wie anders in Deutſchland! Unſere
Arbeiterverſiche=
rung und unſer Arbeiterſchutz ſind Grundlagen der
Volks=
geſundheit. Die ſtaatliche Zwangsverſicherung fördert.
durch vorbeugende Maßnahmen auf dem Gebiete der
Krankheits= und der Unfallverſicherung und durch
um=
faſſende Bekämpfung der Volkskrankheiten die
Volkswohl=
fahrt in hohem Maße. Seit Beginn der ſozialen
Geſetz=
gebung iſt die allgemeine Sterblichkeit erheblich geſunken.
So haben Sachkundige feſtgeſtellt, daß die Sterblichkeit
gerade in den Altersklaſſen der Männer abgenommen
hat, für die die ſoziale Geſetzgebung des Deutſchen
Rei=
ches Vorſorge trifft. Es unterliegt nicht dem geringſten
Zweifel, daß die Bevölkerungszunahme in Deutſchland
ſich im weſentlichen aus der abnehmenden Sterblichkeit
ergibt, die den geſundheitlichen Wirkungen der
Arbeiter=
fürſorge auf die breiten Bevölkerungsſchichten zu danken
iſt. Erfüllt hat ſich die Hoffnung, die unſer erſter Kaiſer
im Alter von 84 Jahren in ſeiner ewig ruhmwürdigen
Botſchaft vom 17. November 1881 mit dieſen Worten
aus=
geſprochen hat: „Wir würden mit um ſo größerer
Be=
friedigung auf alle Erfolge, mit denen Gott unſere
Regie=
rung ſichtlich geſegnet hat, zurückblicken, wenn es uns
ge=
länge, dereinſt das Bewußtſein mitzunehmen, dem
Vater=
lande neue und dauernde Bürgſchaften ſeines inneren
Friedens, und den Hilfsbedürftigen größere Sicherheit
und Ergiebigkeit des Beiſtandes, auf den ſie Anſpruch
ha=
ben, zu hinterlaſſen.”
Die Jeſuitenrede des Reichskanzlers.
* Der bedeutungsvolle Schlußpaſſus in der Rede
des Reichskanzlers über die Jeſuitenfrage lautet
ausführlicher:
Wenn Sie, meine Herren vom Zentrum, aus der
Be=
handlung der Jeſuitenfrage durch den Bundesrat, die,
wie ich wiederhole eine Neuerung nicht gebracht
hat den Schluß ziehen, ſo lautet Ihre Erklärung, daß die
Bedürfniſſe der katholiſchen Bevölkerung überhaupt vom
Bundesratnicht gerecht behandelt werden
ſollen; wenn Sie deshalb, wie Sie es tun, dem
Bun=
desrat und mir das Vertrauen kündigen, und wenn Sie
danach Ihr geſamtes politiſches Verhalten einrichten
wollen, ja, meine Herren, was heißt das anders, als daß
Sie die Jeſuitenfrage zum Eckſtein Ihres
politiſchen Programms machen. Meine Herren,
daß Sie als Glieder Ihrer Kirche die Beſeitigung des
Jeſuitengeſetzes herbeiſehnen, wer wollte Ihnen das
ver=
denken; aber neben den 24 Millionen Katholiken
leben 40 Millionen Evangeliſche in
Deutſch=
land, beide Söhne eines Volkes und in allen
Schickun=
gen des nationalen Lebens auf Gedeih und Verderben
zuſammengeſchmiedet. Es iſt eine geſchichtliche Tatſache,
daß ſich das evangeliſche Volksempfinden von jeher gegen
die Tätigkeit der Jeſuiten heftig gekehrt hat. Das iſt eine
Tatſache, die Sie weder durch Gründe, noch durch
Dia=
lektik wegleugnen können; Sie können in dieſer Tatſache
auch nicht ein Phantom oder eine Idioſhnkraſie der
Evangeliſchen erblicken. Die ſtreitbare Tätigkeit, die die
Jeſuiten in vergangenen Zeiten auf allen Gebieten in
der Kirche, in der Politik, in der Schule, entfaltet haben;
ihr internationaler Charakter ihr Widerſtreben gegen die
Bildung des modernen Staatsgedankens, haben den
Orden wiederholt nicht nur in den proteſtantiſchen,
ſon=
dern auch in rein katholiſchen Ländern mit
den Staatsregierungen in Widerſpruch
ge=
bracht. Ich brauche Ihnen nicht die Geſchichte zu
rekapi=
tulieren. Und da können Sie ſich nicht wundern, meine
Herren, wenn in evangeliſchen Kreiſen bei der Frage der
Zulaſſung oder Nichtzulaſſung der Jeſuiten vielleicht
un=
bewußt, aber doch immer wieder die Erinnerung an die
Zeiten nachzitert, in denen fanatiſcher Glaubenshaß
unſer Vaterland zerriß. Möge uns das Geſchick von der
Wiederkehr von Zuſtänden bewahren, in denen um des
Glaubens willen die Glieder des Volkes einander
ent=
fremdet wurden. Deshalb — und damit darf ich
ſchlie=
ßen —, muß ich meine warnende Stimme
er=
heben, wenn jetzt dem katholiſchen Teile Deutſchlands
der Bundesratsbeſchluß als die Wiedereröffnung des
Kulturkampfes dargeſtellt wird Diejenigen, die das tun,
laden eine ſchwere und verhängnisvolle
Verantwortung auf ſich, die ſie weder mit dem
Inhalt des Bundesratsbeſchluſſes, noch mit dem Hergang,
der zu ſeiner Faſſung geführt hat, vertreten können.
Preßſtimmen.
Das Berliner Tageblatt ſchreibt: Den
Fehde=
handſchuh des Zentrums nahm der Reichskanzler nicht
auf. Seine Verteidigung war das Geſchickteſte, was er
ſeit langem getan hat. — Die Berliner Neueſten
Nachrichten ſchreiben: Ob das Zentrum wirklich Luſt
verſpüren ſollte, aus ſo nichtigem Anlaß zur Oppoſition
abzuſchwenken, muß ſtark bezweifelt werden. —
Ver=
liner Lokalanzeiger: Der Eindruck, den die kurze,
warme und herzliche Rede des Reichskanzlers
hervorge=
rufen hat, war ſtark und nachhaltig. Für einen neuen
Kulturkampf war freilich wenig Stimmung vorhanden;
allein, wenn eine ſo bedeutende Partei wie das
Zen=
trum zur grundſätzlichen Oppoſition gegen die Regierung
abſchwenken ſollte, das wäre doch wahrlich keine
Kleinig=
keit. — Voſſiſche Zeitung: Das Tiſchtuch iſt
zer=
ſchnitten, der Krieg erklärt. Sonderliches Vertrauen
haben die Ultramontanen zum Nachfolger des Fürſten
Bülow nie gehabt, denn er war der eigentliche
Block=
miniſter. Vielleicht hatten ſie längſt Neigung, ihn zur
Strecke zu bringen. Aber was wird aus dem
ſchwarz=
blauen Block? — Tägliche Rundſchau: In dieſem
Augenblick, wo Deutſchland trotz allem ſamtlichen und
halbamtlichen Optimismus gewärtig ſein muß, um die
Grundlagen ſeines Daſeins zu fechten, ſindet die Partei,
mit der in Deutſchland regiert wird, es denkbar und
mög=
lich, alles andere hinter die Jeſuitenfrage zurücktreten zu
laſſen. Es gibt kein Wort des Zornes, das ſcharf genug
wäre, eine ſolche frivole und gewiſſenloſe
Handlungs=
weiſe zu geißeln. — Die Poſt: Je ruhiger und feſter
die Regierung bleibt — und das ſcheint ſie nach Herrn
von Bethmanns Auftreten zu wollen —, um ſo eher wird
ſich das Zentrum zur Zurücknahme ſeiner Kampfanſage
bequemen. — Morgenpoſt: Eine nicht allzu ferne
Zu=
kunft wird darüber entſcheiden, ob der 4. Dezember 1912
ein Tag des Theaterdonners oder ein neuer Wendepunkt
in der an Stimmungen reichen inneren Geſchichte
Deutſch=
lands ſein wird.
Die Köln. Ztg. ſchreibt: Die Katholiken haben
das=
ſelbe Intereſſe daran, wie die Proteſtanten und die
Juden, daß durch die Jeſuiten keine Beunruhigung und
keine Kampfesſtimmung in unſer Land gebracht wird;
Intereſſe aber an der Wiederkehr der Jeſuiten und an
dem Wiederaufleben fanatiſch geführter
Religionsaus=
einanderſetzungen hat nur der Uktramontanismus. Daß
die Regierung dem aber Widerſtand entgegenſetzt, iſt ihre
ſelbſtverſtändliche Pflicht. Nur ſie hat ſie erfüllt. Dieſe
Enttäuſchung hat das Zentrum ſo ſtark getroffen, daß es
eine politiſche Konſtellation über den Haufen geworfen
hat, unter der es im allgemeinen, wenn man einmal von
der Niederlage beim Jeſuitengeſetz abſieht, recht wohl
leben konnte, und die manchen Gewinn gebracht hat.
Trotz=
dem hat es der Regierung die Fehde angeſagt und geht
in die Oppoſition. Es kann das tun, weil das Zentrum,
wie ſich kluge Herren in der Fraktion ſchon gleich nach
dem 25. Januar ausgerechnet haben, mit der
Sozialdemo=
kratie zuſammen eine Mehrheit bilden kann, die der
Re=
gierung arge Unannehmlichkeiten bereiten dürfte. Der
Reichskanzler mußte den Fehdehandſchuh aufheben.
In einer durchaus überzeugenden Weiſe hat er noch
ein=
mal dargelegt, daß es für ihn als den verantwortlichen
Leiter eines interkonfeſſionellen, ſich weder an katholiſchen
noch proteſtantiſchen Intereſſen orientierenden Reiches.
eine heilige Pflicht war, ſo zu handeln, wie er gehandelt
hat. Was bei dieſer Politik des Zentrums an politiſchen,
wirtſchaftlichen und ſozialen Folgen herausſpringt, das
geht ganz auf das Konto der in ihrem Machtbewußtſein
ge=
kränkten Partei. Die Mehrheitsverhältniſſe im deutſchen
Reichstage ſind ſchwierig, aber die Geſchäfte werden ſich
auch ſo führen laſſen, wenn bei der Sozialdemokratie ein
vernünftiger Geiſt waltet. Bei der Sozialdemokratie
wird es jetzt liegen, ob ſie gemeinſam mit der geſamten
Linken eine vernünftige, den Boden der Tatſache nicht
verlaſſende fortſchrittliche Politik treiben will, zu der ſich
jetzt die Regierung verſtehen muß, oder ob ſie durch die
Hartnäckigkeit der parteivolitiſchen Auffaſſung der
Re=
aktion in die Arme arbeitet.
Dieſe Hoffnung der Köln. Ztg. wird ſich nicht
erfül=
len, da die Sozialdemokratie für eine poſitive Arbeit ihre
Mitwirkung verſagt. Es tritt jetzt ein, was nach den
Reichstagswahlen im Januar vorausgeſagt worden iſt:
In dieſem Reichstag hängt alles vom Zentrum ab, da
die anderen bürgerlichen Parteien durch die
Reichstags=
wahlen zu ſehr geſchwächt worden ſind. Die
Reichs=
wähler haben es ſo gewollt!
Deutſches Reich.
„Kleine Anfragen” im Reichstag. Im
Reichstage ſind folgende kleine Anfragen eingelaufen:
Beabſichtigen die verbündeten Regierungen,
entſpre=
chend den vom Reichstage wiederholt gefaßten
Ent=
ſchließungen, dem Bedürfniſſe nach einheitlicher Regelung
des Bergrechts in Deutſchland durch Einbringung eines
Reichsberggeſetzentwurfes abzuhelfen? (Abg. Dr. Bell.)
Iſt der Reichskanzler bereit, nachdem alle bisherigen
Verfaſſungsentwürfe der mecklenburgiſchen Regierungen
von dem mecktenburgiſchen Ständetag abgelehnt worden
ſind und der letzte von ihm abgelehnte, aber von den
Regierungen von neuem zur Beratung geſtellte
Verfaſ=
ſungsentwurf. der die ſtändiſche Verfaſſung und die
poli=
tiſche Rechtloſigkeit des mecklenburgiſchen Volkes im
weſentlichen aufrecht erhält, aber Beſtimmungen enthält,
welche das Intereſſe des Reiches an der finanziellen
Leiſtungsfähigkeit dieſes Bundesſtates erheblich verletzten,
durch Reichsgeſetzgebung die
mecklenburgiſchenVerfaſſungs=
zuſtände zu ordnen? (Abg. Dr. Herzfeld.) — Die
Reichs=
tagsabgeordneten Baſſermann, Junck und Freiherr von
Richthofen richteten an den Reichskanzler drei Anfragen:
1. Ob die beiden Punkte des franzöſiſch=ſpaniſchen
Ab=
kommens, deretwegen die Reichsregierung in Paris an=
-efragt hatte, ſich auf den Bahnbau Tanger-Fez und
auf die Zollbehandlung des Tabaks beziehen? 2. Ob der
Reichskanzler gedenke, der Aufhebung der deutſchen Poſt
in Marokko zuzuſtimmen? 3. Ob es dem Reichskanzler
bekannt ſei, daß die franzöſiſche Regierung nicht gewillt
iſt, in Marokko diejenigen öffentlichen Arbeiten, welche
den ſtrategiſchen und Verteidigungs=Intereſſen oder der
militäriſchen Sicherheit zu dienen beſtimmt ſind, den durch
die Algecirasakte und das deutſch=franzöſiſche Abkommen
vom 4. November 1911 feſtgeſetzten öfſentlichen
Sub=
miſſionen zu unterwerfen, und was die franzöſiſche
Re=
gierung unter den Arbeiten der genannten Art verſteht?
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstages erklärte die Wahl des Abg. v. Halem
(Reichspt.) für ungültig. — Der Abg. v. Halem war in
Schwetz in der Stichwahl gegen einen Polen gewählt
worden. In der Hauptwahl erhielt der Pole 8487
Stim=
men, der Abg. v. Halem 8307 Stimmen. Dazu kamen 161
ſozialdemokratiſche und 21 zerſplitterte Stimmen. Den
8487 polniſchen Stimmen ſtanden alſo 8489 andere
Stim=
men gegenüber. Die Polen ſtellten nun unter Beweis,
daß der Wahlkommiſſar zu Unrecht zwei polniſche
Stim=
men für ungültig erklärt habe. Sie beantragten, ihren
Kandidaten von Sasz=Jaworski für gewählt zu erklären,
zogen aber ihren Antrag ſpäter wieder zurück.
— Die Erweiterung der
Veteranen=
fürſorge. Der Reichsetat für 1913 hat eine Erhöhung
des Fonds zur Gewährung von Veteranenbeihilfen um
2 Millionen vorgeſehen, um dem ſteigenden Bedürfnis
nach Veteranenfürſorge zu entſprechen. Es wird auf dieſe
Weiſe möglich ſein, den Kreis der zu unterſtützenden
Vete=
ranen nicht unweſentlich zu erweitern. Der Fonds wird
damit im nächſten Jahre die Höhe von 31 Millionen
Mark erreichen. In den letzten Jahren ſind die
Aufwen=
dungen zu Beihilfen an hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer
des Feldzuges 1870/71 von rund 20 Millionen im Jahre
1908 auf 29 Millionen im Jahre 1912 angewachſen. Die
Erhöhung des Fonds um 2 Millionen für das nächſte
Jahr iſt aber nur als eine vorläufige Regelung
anzu=
ſehen, da bekanntlich beabſichtigt iſt, falls das
Petroleum=
handel=Monopol zuſtande kommt, und dem Reich daraus
Einnahmen zufließen, dieſe wenigſtens zum Teil für eine
Erweiterung der Veteranenfürſorge zu verwenden. Im
Deutſchen Reich beläuft ſich gegenwärtig die Zahl der
Veteranen aus dem Kriege 1870/71 auf mindeſtens 400000.
Die zur Unterſtützung vorhandenen Mittel werden an die
Bundesſtaaten nach dem Verhältnis der Kopfzahlen
der=
jenigen Kriegsteilnehmer verteilt, welche in den einzelnen
Bundesſtaaten am 1. März 1913 als bezugsberechtigt
an=
erkannt ſind.
Ein welfenfreundlicher Nachruf. Vor
kurzem hielt im braunſchweigiſchen Landtage der
Präſi=
dent der Landesverſammlung, Kreisdirektor Langerfeldt,
dem Prinzen Georg Wilhelm einen Nachruf, der im
Her=
zogtum Braunſchweig allgemeines Aufſehen erregt hat,
um ſo mehr, als noch vor einigen Jahren eine ſolche
Kundgebung unmöglich geweſen wäre. Der Nachruf wurde
von den Abgeordneten nicht, wie das ſonſt aller Orten
üblich iſt, ſtehend angehört, ſondern das ganze Haus blieb,
als der Präſident plötzlich ſeinen Nachruf begann,
de=
monſtrativ ſitzen. Hierzu wird der Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Zeitung aus Braunſchweig geſchrieben:
„Während man anfangs annahm, daß der Nachruf,
über den ſich der Präſident mit keinem der Abgeordneten
ins Einvernehmen geſetzt hatte, und der infolgedeſſen dem
ganzen Hauſe vollkommen unerwartet kam, den
welfen=
freundlichen Geſinnungen des Präſidenten entſprungen
ſei, und daß der Präſident aus ſeiner Kenntnis der
Stim=
mung der Landesverſammlung heraus, in der eine ſolche
Kundgebung nicht ohne Widerſpruch möglich geweſen
wäre, mit voller Abſicht über den Kopf des Hauſes hinweg
den Nachruf gehalten hat, wird jetzt bekannt, daß die
Kundgebung auf Wunſch des Herzogregenten und mit
Einverſtändnis der Regierung. mit der der Wortlaut des
Nachrufes vereinbart iſt, erfolgte. Wenn man auch in der
welfiſchen Frage ſeit einiger Zeit in braunſchweigiſchen
Landen toleranter denkt, in dem Sinne, daß ſowohl die
extrem=welfiſche als auch ihre Antipoden, die ſogenannte
„preußiſche‟ Richtung, an Anhängerſchaft verloren hat, ſo
hat dieſe von der Regierung verſuchte und dant der wenig
aufrechten Haltung des Landtagspräſidenten und durch
Ueberrumpelung des Landtages erreichte Beeinfluſſung
der Landesverſammlung in dieſer wie auch im ganzen
Lande berechtigte Verſtimmung hervorgerufen.”
— Aus Neukamerun. Den Berliner Neueſten
Nachrichten iſt eine drahtloſe Depeſche zugegangen,
wo=
nach eine Abteilung der neuen Kameruner Expedition
auf bisher franzöſiſchem Gebiet bereits ein Gefecht mit
Eingeborenen zu beſtehen hatte. Sie wurde beim
Requi=
rieren aus dem Buſch angegriffen. Die Deutſchen hatten
keine Verluſte. Die Eingeborenen ſollen 50 Tote gehabt
haben. Eine amtliche Meldung liegt bisher nicht vor.
Ausland.
Schweiz.
Der Beſuch des deutſchen Kaiſers. Im
Nationalrat wurden die Nachtragskredite behandelt,
dar=
unter der Poſten betreffend den Beſuch des deutſchen
Kai=
ſers. Der Bundespräſident Forrer führte aus: Der
Kai=
ſerbeſuch war ein ſehr erfreuliches Ereignis. Er habe
den Beziehungen zwiſchen der Schweiz und Deutſchland
großen Nutzen gebracht. Wir können mit Genugtuung
und Dankbarkeit daran zurückdenken. Der
republikaniſch=
demokratiſche Charakter des Empfangs wurde gewahrt.
Bei dem Beſuch des Oberhauptes der franzöſiſchen
Repu=
blik und des italieniſchen Königs wurden die gleichen
Maßnahmen und Truppenaufgebote vorgeſehen. Der
Kre=
dit wurde darauf mit allen gegen die Stimmen der
So=
zialdemokraten angenommen.
Die ſchweizeriſch=italieniſchen
Be=
ziehungen. In der Sitzung des Ständerats gab
Bundespräſident Forrer im Namen des Bundesrats eise
bedeutſame Erklärung über die ſchweizeriſch=italieniſchen
Beziehungen ab Dieſe ſeien ſtets gut und freundſchaftlich
trotz verſchiedener Zwiſchenfälle, die durch die
Kompli=
ziertheit der Grenzen verurſacht ſeien. Dem Treiben der
irredentiſtiſchen Partei ſei keine größere Bedeutung
zuzu=
meſſen. Die Irredenta finde bei der italieniſchen
Regie=
rung keine Unterſtützung, beim Teſſiner Volk keinen
An=
klang. Der Sprecher des Bundesrats benützte den Anlaß,
um der ſchweizeriſchen Preſſe die Pflege guter Beziehungen
zu Italien ans Herz zu legen. Die Vertreter des Kantons
Teſſin dankten dem Präſidenten für ſeine Ausführungen
und drückten mit begeiſterten Worten die Liebe des
Teſ=
ſiner Volkes zur Schweiz aus.
Italien.
Das Geſetz über den Friedensvertrag.
Bei der Beratung des Geſetzentwurfs betreffend die
Rati=
fikation des Lauſanner Friedensvertrages in der Kammer
erklärte Miniſterpräſident Giolitti in Erwiderung auf die
Reden mehrerer Abgeordneter, es freue ihn, daß kein
Redner den Vertrag bekämpft habe, ausgenommen den
Deputierten Treves, der es aber in ſehr milder Form
ge=
tan habe, und den Deputierten Mirabelli, der die
Ver=
faſſungsfrage aufgeworfen habe. Der Miniſterpräſident
erklärte, die Regierung habe ſich ſtrikte an die Verfaſſung
gehalten und habe im übrigen dem Parlament nicht ein
Unternehmen zur Beratung unterbreiten können, das ſie
für notwendig gehalten und von dem ſie gewußt habe,
daß das Land es wünſche. Hinſichtlich der Kriegsführung
beſchränkte ſich der Miniſter auf den Hinweis, daß die
Italiener während des ganzen Krieges auch nicht den
geringſten Mißerfolg gehabt hätten, weder zu Waſſer noch
zu Lande. Mit Recht ſei deshalb das italieniſche Volk
von ſeinem Heere und ſeiner Marine begeiſtert.
Frankreich.
General Liauteys Bericht über
Ma=
rokko. Die Kommiſſion für auswärtige
Angelegenhei=
ten hörte heute nachmittag den Generalreſidenten Liautey.
Der General legte Rechenſchaft ab von den von ihm
ge=
leiteten Operationen. Er erklärte, die dringendſte
Auf=
gabe wäre vielleicht der Bau von Schulen und
Hoſpitä=
lern. Er werde ſein Werk der Durchdringung des
Lan=
des ohne Expeditionen oder Krieg durchführen. Sein
mi=
litäriſches Vorgehen werde beherrſcht von der Sorge, die
Effektivſtreitkräfte nicht zu vermehren, um nicht die
Hauptſtadt des Mutterlandes zu entblößen. Er betrachte
Eiſenbahnen, Straßen und alle im Lande vorgenommenen
Vervollkommnungen als Erſatz für Streitkräfte.
Liau=
tey erklärte, die Lage in Marokko ſei gegenwärtig ſehr
günſtig, doch dürfe man ſich nicht wundern, wenn es noch
einige Erhebungen gäbe. Das auf 16 Millionen Francs
geſchätzte Budget für Marokko balanciere faſt mit den
normalen Einkünften. General Liautey hob ferner
her=
vor, daß die Beſatzungstruppen in Marokko ſich im
gan=
zen auf 57000 Mann belaufen, von denen 12000 Mann
auf Oſtmarokko entfallen, Was die von ihm als
unerläß=
lich bezeichneten öffentlichen Arbeiten anlange, ſo ſeien
zur Ausführung derſelben eine Anleihe von 300 Millionen
nötig, für die die allgemeinen Hilfsquellen Marokkos als
Bürgſchaft dienen könnten.
Vereinigte Staaten.
Der Jahresbericht des
Schatzſekre=
tärs fordert dringend eine radikale Reform des
unver=
ſtändigen und unwiſſenſchaftlichen Bank= und
Währungs=
ſyſtems der Vereinigten Staaten und weiſt den Kongreß
darauf hin, daß die Bundesregierung, ſo lange das jetzige
Syſtem beſtehe, für die auf Finanzpaniken folgenden
kom=
merziellen, induſtriellen und ſozialen Kataſtrophen allein
verantwortlich erſcheine. Der Schatzſekretär veranſchlagt
die ordentlichen Einnahmen für 1913 auf 711 Millionen
Dollars, die Ausgaben auf 670,8 Millionen Dollars,
wo=
zu die Ausgaben für den Panamakanal mit 42 Millionen
kommen, ſo daß die Ausgaben die Einnahmen um 1800000
Dollars überſchreiten. Für 1914 werden die Ausgaben
einſchließlich der Koſten für den Panamakanal auf
52 530000 Dollars höher als die Einnahmen geſchätzt, ſie
werden aber durch den Verkauf von Kanalbonds im
Be=
trage von 30 174000 Dollars auf 22 556000 Dollars redue
ziert.
Japan.
Demiſſion des Kabinetts. In einer
außerordentlichen Kabinettsſitzung übergaben am
Mitt=
woch die Miniſter dem Miniſterpräſidenten Marquis
Saionji ihre Entlaſſungsgeſuche. Dieſe werden ohne
Zweifel vom Kaiſer angenommen. Mit der Bildung des
neuen Kabinetts wird entweder Fürſt Katſura oder Graf
Teranchi beauftragt werden.
* Gotha, 5. Dez. Bei den geſtrigen Wahlen
zur Stadtverordneten=Verſammlung
unterlagen die Sozialdemokraten ſämtlich, ſo daß von
bisher ſieben in Zukunft nur zwei Sozialdemokraten im
Kollegium verbleiben.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Dezember.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing am
Mitt=
woch vormittag 11 Uhr im Neuen Palais die
Hof=
ſchauſpielerin i. P. Ethel und hierauf den Kommandeur
des Infanterie=Leibregiments Großherzogin Nr. 117,
Oberſt Freiherrn Raitz von Frentz und Gemahlin. —
Der kommandierende General des XVIII. Armeekorps,
General der Infanterie von Schenck Exzellenz und
Gemahlin nahmen am M ttwoch an der Frühſtückstafel
im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſt Frhrn.
Raitz v. Frentz, Kommandeur des Infanterie=Leib=
Regi=
ments Großherzonin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, den
Oberſtleutnant z. D. Schweitzer, Kommandeur des
Land=
wehrbezirks Friedbero, den Oberleutnant Keim vom
Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
den Kriegsgerichtsſekretär Ruppel beim Gericht der Großh.
Ein hiſtoriſcher Moment.
** Im Corriere della Sera gibt nun der bekannte
italieniſche Korceſpondent Luigi Barzini zum erſten Male
eine genaue und ausführliche Schilderung des
denkwür=
digen Augenblickes, da zum erſten Male ſeit Beginn des
Balkankrieges die höchſten militäriſchen Führer
Bulgariens und der Türkei einander friedlich
begegneten. Parlamentäre hatten Ort und Stunde
einer Zuſammenkunft verabredet. Dieſe erſte Begegnung
der Bevollmächtigten, die in der Geſchichte wohl
fort=
leben wird als der Anbeginn einer neuen Aera auf dem
Balkan, fand in dem kleinen Dorfe Plaja ſtatt. Das
Dörflein liegt am weſtlichen Ufer der mächtigen Lagune
von Schekmeje. Es war ein ſtürmiſcher Tag, grau
ver=
hängt ſtarrte der Himmel auf die Einöde hinab und
zor=
nig pfiffen die Winde ihren Winterſang. Am Horizont
ſah man den ſilbergrauen Streifen des Maarmarameeres
und nahe an dem Dorfe klang das Rauſchen und Toben
der von dem Unwetter aufgepeitſchten Fluten. Auf 1 Uhr
war die Zuſammenkunft verabredet. Die kleine Eskorte
der bulgariſchen Bevollmächtigten war ſchon früh am
Morgen in ſcharfem Trabe nach der einſamen Stätte
auf=
gebrochen. Nun hielt ſie hier inmitten dieſer
melancho=
liſchen Landſchaft und alle Augen waren erwartungsvoll
auf die Straße von Schekmeje gerichtet, auf der die
Tür=
ken daherkommen mußten. Aber ſo weit das Auge reichte,
lag die Straße verlaſſen, tot. Kein Regiſſeur hätte für
dieſe erſte Begegnung ein düſtereres Milieu finden können
als dieſe von Novemberſtürmen durchtobte rauhe
Land=
ſchaft zwiſchen grauen Hügeln und ſturmgepeitſchter See.
Eine kleine Patrouille bulgariſcher Reiter trabte vor bis
zu der Brücke, die den Kanal zwiſchen Meer und Lagune
überquert. Eine Viertelſtunde nach 1 Uhr taucht plötzlich
fern am Horizont auf dem Profil eines Hügels eine kleine
Reitergruppe auf, nähert ſich und biegt in den Weg ein.
der zur Brücke führt. Mit dem Glas erkannte man an der
Spitze dieſes langſam dahinziehenden Trupps eine im
Winde flatternde weiße Fahne, und bald erkannte man
auch mit bloßem Auge die Ottomanen. Eine halbe
Es=
kadron Lanzenreiter bildete die Eskorte; an einer Lanze
trägt ein voran reitender Soldat die weiße Fahne,
Auf der Brücke begegnen bulgariſche und türkiſche
Soldaten einander zum erſten Male ohne Kampf. Halt!
Durch das Toben des Windes hört man von fern die
zer=
riſſenen Klänge eines Trompetenſignals. Die Vorſchriften
des Zeremoniells werden erfüllt, denn auch der moderne
Krieg hat ſeine Herolde. Ein Teil der türkiſchen Eskorte
bleibt auf der Brücke; die kleinere Gruppe reitet
langſam weiter. Voran die bulgariſche Patrouille,
hinter ihr der türkiſche Offizier mit dem
bulgari=
ſchen, dann die Gruppe der Bevollmächtigten, die türkiſchen
Lanzenreiter bilden den Beſchluß. Die Bevollmächtigten
dwarten die Türken im Dorfe. Als ſie herangekommen
ſind, tönt wieder ein Trompetenſignal. Die bulgariſchen
Reiter formieren ſich zur Begrüßung. Schrille
Befehls=
worte, ein ſcharfes, kurzes Raſſeln von Säbeln, Klingen
blitzen und wieder ſteht die Truppe regungslos wie die
Bildſäulen. Auf allen Geſichtern ſpiegelt ſich die
Erreg=
ung. Langſam heben die Türken die Hand zum Gruß
und zum Danke. In dem Augenblick liegt eine ſeltſame
feierliche Weihe und es iſt, als ſpüre ein jeden den Hauch
eines weltgeſchichtlichen Geſchehens. Die Geſtalt Nazim
Paſchas beherrſcht das Bild. Er reitet einen prachtvollen
ſchwarzen Araberhengſt, der unaufhörlich den Kopf wirft.
Der Reiter, Generaliſſimus der ottomaniſchen Armee,
trägt die ſchlichte Khakiuniform, die Aſtrachanmütze und
wenige Orden an der Bruſt. Ernſt nachdenklich ſchaut er
drein, in ſeiner Haltung liegt eine ſtrenge, feierliche
Würde, Reſchid Paſchas Antlitz dagegen erzählt von tiefer
Müdigkeit, vielleicht hat der lange, mühſelige Ritt ſeine
Kräfte erſchöpft.
Während die Türken abſteigen, erſcheinen die
bulgari=
ſchen Bevollmächtigten auf der Schwelle des Hauſes zum
Empfange. Danew und Reſchid Paſcha begrüßen ſich
zu=
erſt und reichen einander die Hand. Sie kennen ſich gut
und gerade dieſe Bekanntſchaft wird unter den Umſtänden
des jetzigen Wiederſehens ein Grund zu einer ſichtlichen
Befangenheit. Dann verſchwindet alles in dem kleinen
Hauſe und man hört die baufällige Treppe unter den
Schritten der Bevollmächtigten knirſchen und ſtöhnen.
Dreiviertel Stunden dauert die Unterredung; dann reiten
die Türken wieder davon, wie ſie kamen. Erſt am nächſten
Tage erfährt Barzini aus ſicherer Quelle ein paar
Ein=
zelkeiten deſſen, was ſich dein im Zimmer zwiſchen den
Gegnern abſpielte. Eine kleine Bauernſtube, ein Tiſch, ein
paar Holzſtühle, an den Wänden ein paar griechiſche
Heiligenbilder: das iſt die Szenerie, in der die beiden
Parteien einander zum erſten Male allein ins Auge
ſehen!
Welche Gedanken mögen Nazim Paſcha bewegt haben,
ihn, der von Anfang an die Kataſtrophe kommen ſah, das
Unglück vorausſagte und zum Frieden riet? Als die
Be=
vollmächtigten am Tiſche Platz genommen haben, entſteht
zunächſt ein beklommenes Schweigen. Alle fühlen, daß
in dieſer Stunde jedes Wort unpaſſend iſt und alle ſind
bet reten. Bis dem General Sawoff ein glücklicher
Ge=
danke kommt: er ſpricht die Türken türkiſch an. Die
erſten Begrüßungsworte waren in franzöſiſcher Sprache
gefallen. Sawoff und Fitſchew beheerſchen das Türkiſche
vollkommen und Danew verſteht es ausgezeichnet, wenn
er es ſelbſt auch nicht ſpricht. Die türkiſchen Laute brechen
das Eis und langſam beginnt das Geſpräch. In kleinen
Taſſen wird türkiſcher Kaffee ſerviert, die Bulgaren bieten
Zigaretten an. Aber Nazim Paſcha beſteht mit jener
ritterlichen Höflichkeit, die für die Lebensart der alten
Türken charakteriſtiſch war, darauf, daß man ſeine
Zigaretten probiert. Man ſpricht heute nicht von
Beding=
ungen, nicht von Frieden und nicht von Waffenſtillſtand.
Man verabredet nur die Einzelheiten der nächſten
Begeg=
nung. Sie ſollen in der Tſchataldſchalinie ſtattfinden, man
wird ſich künftig mit der Bahn treffen, Nazim Paſcha ſtellt
ſeinen Salonwagen zu den Unterhandlungen zur
Verfü=
ung. Er hat ſeine ruhige Würde keinen Augenblick
ge=
opfert und die Befangenheit der erſten Augenblicke ſchnell
überwunden. Denn am Anfang war er ſo betreten, daß
er, als Danew ihn Sawoff und Fitſchew vorgeſtellt hatte,
es vergaß, die Generäle ſeiner Begleitung mit den
Bul=
garen bekannt zu machen. Kurz nach 2 Uhr iſt die
denk=
würdige Begegnung von Plaja zu Ende. Die Türken ſind
am Horizont verſchwunden, die bulgariſchen Reiter haben
wieder ihre Marſchordnung eingenommen, die
Bevoll=
mächtigten ſitzen im Sattel, der Zug ſetzt ſich in Bewegung
und eine Viertelſtunde ſpäter herrſcht in der
menſchen=
leeten Einöde von Plaja wieder die düſtere Einſamkei”
des Morgens und der elementare Zoru des Novembere
ſturmes,
Heſſ. (25) Diviſion, den Provinzialdirektor Dr. Breidert
von Mainz, den Provinzialdirektor Fey, den Geheimen
Hofrat Dr. Back, Direktor der Kunſt= und hiſtoriſchen
Sammlungen des Landesmuſeums, den Pfandmeiſter i. P.
Nickels von Offenbach a. M., die Oberpoſtſchaffner Vogel,
Fricke und Hofmann, den Geheimen Obermedizinalrat
Profeſſor Dr. Heyl, den Architekten Margold, den
Ober=
maſchinenmeiſter Auracher, den Pfarrer Schorlemmer
von Friſchborn, den Strafanſtaltsdirektor Clement von
Butzbach, den Bankier Goldſchmidt und den Architekien
Tilleſſen von Mannheim, den Landgerichtsrat Dr.
Hau=
ſtädt, den Kulturinſpektor Baurat Wallek, den Pfarrer
Diebenec von Büttelborn, den Geheimen Juſtizrat
Grünewald, den Dekan Schäfer von Biebesheim, den
Pfarrer Litzdorf von Sörgenloch, den Dekan Eſtenfeld
von Nieder=Saulheim, den Rechnungsrat Schuſter von
Mainz, den Geheimen Juſtizrat Dr. Kleinſchmidt, den
Geheimen Juſtizrat Ittmann von Langen, den
Poſt=
ſekretär Bickelhaupt von Auerbach, den Kommerzienrat
Harth von Mainz, den Direktor der
Landeshypotheken=
bank Dr. Freſenius; zum Vortrag den Staaisminiſte
Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Ritterkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Hauptmann a. D. Naumann, ſeither
Kompagnie=
chef im Infanterie=Regiment Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118; das Ritterkreuz 2. Klaſſe desſelben Ordens
dem Oberleutnant der Reſerve des Leib=Dragoner=
Regi=
ments (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24 Riedeſel Freiherrn
zu Eiſenbach, ſeither in dieſem Regiment; die
Rettungsmedaille dem Musketier Schott der 9.
Kom=
pagnie Infanterie=Leib=Regiments Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Konrad Reidt aus Grebenau, Kreis Alsfeld, die
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Hopfmannsfeld,
Kreis Lauterbach.
* Verſetzt wurde der Großh. Pfandmeiſter Auguſt
Böttcher zu Darmſtadt in gleicher Dienſteigenſchaft in
den Beitreibungsbezirk Offenbach II und der Großh.
Pfandmeiſter für den Beitreibungsbezirk Worms II
David Hensler zu Worms in gleicher
Dienſteigen=
ſchaft in den Beitreibungsbezirk Worms I, beide mit
Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ihres
Nach=
folgers an.
Erledigte Stellen. Die Stellen der
Pfand=
meiſter der Beitreibungsbezirke Darmſtadt I und
Worms II. Schluß der Meldefriſt: Mittwoch, den
11. Dezember d. J. Bis zu dieſem Zeitpunkt müſſen
die Meldungen durch Vermittlung der Großh.
Kontroll=
beamten, bezw. Hauptſteuerämter der Großh.
Miniſterial=
abteilung für Steuerweſen vorliegen.
D Das Großh. Regierungsblatt Nr. 36 vom 5.
De=
zemoer, hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmichung,
die Verleihung der Rechtsfähigkeit an den „Hilfsverein
Ober=Mockſtadt” betreffend. 2. Bekanntmachung, die
Er=
richtung der „Georg Philipp Gailſchen
Jubiläums=
ſtiftung für Beamte und Arbeiter” betreffend. 3.
Be=
kanntmachung, die Abänderung der Prüfungsordnung
zur Vornahme der Geſellenprüfungen im Grozyerzogtum
Heſſen betreffend. 4. Bekanntma hung, die „Stiftung
von Julie Seligmann, geb. Levi, aus Worms” betr.
5. Bekanntmachung, Aenderung der Poſtordnung vom
20. März 1900 betreffend. 6. Bekanntmachung, die
Aus=
führung des Reichsſtempelgeſetzs vom 15. Juli 1909.
hier den Verkauf von Scheckſtempelmarken betreffend.
7. Bekanntmachung, die örtliche Verwaltung der
Reichs=
ſteuern betreffend.
* Ein heſſiſch=badiſcher Staatsvertrag. Die heſſiſche
Regierung und die badiſche Regierung haben zur
Herbei=
führung einiger durch die Entwickelung der Verhältniſſe
notwendig gewordener Aenderungen des Staatsvertrags
vom 13. November 1885 über den Bau und Betrieb einer
Nebenbahn von Mannheim über Käfertal und Viernheim
nach Weinheim einen Zuſatz=Staatsvertrag abgeſchloſſen.
Durch dieſen wird beſtimmt in Artikel 1: Der Abſatz 1 des
Artikels 11 des Staatsvertrags vom 13. November 1885
verhält folgende Faſſung: In den
Konzeſſionsbedingun=
gen wird von jeder der beiden Regierungen das Recht
vorbehalten werden, unter darin näher feſtzuſetzenden
Beſtimmungen auf ihrem Gebiet jederzeit — jedoch nicht
vor dem Mai 1934 — das Eigentum der Bahn ſamt
Zu=
behör zu erwerben. Artikel 2: Hinter Artikel 11 wird
folgender Artikel 11a eingefügt: Die beiden Regierungen
werden gemeinſchaftlich auf Grund der ihnen von dem
Konzeſſionär vorzulegenden Baurechnungen durch
beider=
ſeits zu ernennende Kommiſſare die Anlagekapitalien der
in ihrem Gebiet belegenen Teilſtrecken zum 31. März 1909
erſtmalig feſtſtellen. In allen Fällen, in denen eine
Ver=
ſtändigung über die Einſtellung eines Poſtens oder über
die Feſtſetzung ſeiner Höhe nicht erzielt werden kann, wird
der fragliche Poſten gar nicht oder nur mit dem
geringe=
ren Anſatz den Anlagekapitalien zugeſchrieben. Dieſelben
Grundſätze ſollen bezüglich etwaiger ſpäterer Erhöhungen
der Anlagekapitalien gelten, und es verpflichten ſich daher
die beiden Regierungen, bei ihnen eingehende Anträge
des Konzeſſionärs auf Zuſchreibung zum Anlagekapital
jeweils der anderen Regierung zur Kenntnisnahme und
Aeußerung zu überſenden, ſowie die Zuſchreibung nicht
eher mit verbindlicher Kraft vorzunehmen, als nicht eine
Verſtändigung hierüber erzielt iſt. Kommt eine
Verſtän=
digung nicht zuſtande, ſo wird die Zuſchreibung
unter=
bleiben oder, ſoweit es ſich nur um die Höhe des Anſatzes
handelt, nur mit dem geringeren Betrag erfolgen.
(Darmſt. Ztg.)
C Der Ueberſchuß der Ausſtellung „Der Menſch”
beläuft ſich, wie wir erfahren, nach Abzug aller Unkoſten
auf rund 120000 Mark. Der auf Heſſen bezw.
Darm=
ſtadt entfallende Anteil an dieſem Ueberſchuß wird
aus=
ſchließlich zu Zwecken der Zentrale für
Säuglingsfürſorge und für
Lungen=
heilſtätten Verwendung finden. An alle
Angeſtellte und zum Dienſt bei der Ausſtellung
Komman=
dierten, auch an die Gardeunteroffiziere,
wer=
den aus dem Ueberſchuß entſprechende Gratifikationen
uſw. gezahlt werden.
-g. Schwurgericht. Vor dem Schwurgericht hatte ſich
geſtern der am 8. März 1878 zu Nieder=Wöllſtadt (Kreis
Friedberg) geborene Taglöhner Johann Karl Köhler
aus Heppenheim a. d. B. wegen Brandſtiftung,
Wider=
ſtand und Sachbeſchädigung zu verantworten. Der
Angeklagte war am 19. Oktober wegen
Lungen=
katarrh krank geſchrieben worden. Im Auftrage
eines Maurermeiſters hatte er am Nachmittag Gras
gemäht. Gegen 6 Uhr abends kam er nach Hauſe, um
dann nach dem Abendeſſen zu ſeinen Eltern zu gehen.
Auf dem Wege dahin kehrte er noch ein und trank zwei
Viertelſchoppen Schnaps. Von den Eltern holte ihn ſeine
Frau ab. Er ging jedoch nochmals trinken. Gegen 2 Uhr
verließ er die letzte Wirtſchaft mit einem Zeugen. Als er
nach Hauſe kam, ließ er ſich von ſeiner Frau die Stiefel
ausziehen und ſprach noch ganz vernünftig mit ihr. So
ſagte er ihr, er werde das ſeiner Frau gehörige Haus,
nit der er in Gütertrennung lebte, für 5000 Mark
ver=
kaufen. Auch ſagte er, es rieche ihm ſo verdächtig, und
als ſeine Frau ſagte, ſie rieche nichts, meinte er, man
könne nicht wiſſen, er habe mißgünſtige Nachbarn. Kurz
danach ging er in Strümpfen in den erſten Stock des
Hauſes und legte ſich nach ſeiner Rückkehr ruhig ins Bett.
Kurz darauf wurde dann Feuer unterm Dach entdeckt.
Es wurde bald bewältigt und richtete nur geringen
Scha=
den an. Als nun der Angeklagte, der der Brandſtiftung
dringend verdächtig war, vom
Gendarmerieoberwacht=
meiſter Boxheimer und Wachtmeiſter Schmalz von
Hep=
penheim feſtgenommen werden ſollte, widerſetzte er ſich
und ſchlug mit Händen und Füßen um ſich. Als er in das
Haftlokal gebracht war, ſchlug er in einer Art von Raſerei
acht Fenſterſcheiben entzwei und beſchädigte einen
Fenſter=
rahmen. Der Angeklagte beſtreitet die Brandſtiftung.
Anklagevertreter iſt Gerichtsaſſeſſor Dr. Callmann,
Verteidiger Rechtsanwalt Landzettel. Der
Ange=
klagte, ein erblich belaſteter Trinker, gibt an, er habe im
Jahre 1900 geheiratet, ſeine Frau habe das Haus in die
Ehe mitgebracht und es ſei Gütertrennung vereinbart
worden. Er müſſe des öfteren trinken; immer, wenn er
Geld in Händen habe, müſſe er es erſt durchbringen. Er
ſchildert dann die Vorgänge am fraglichen Tage. Er ſei
ſpät nach Hauſe gekommen, aber von dem Augenblick an
wiſſe er nichts mehr. Eine Reihe Zeugen gibt an, daß
der Angeklagte an dem Abend ziemlich viel Bier
getrun=
ken habe, doch ſei er nicht ſinnlos betrunken geweſen. Die
Ehefrau verweigert ihre Ausſage. Der 13jährige Sohn
ſagt aus, der Vater habe mit ſeiner Mutter immer Krach
gemacht, wenn er betrunken war. An dem Abend ſei er
auch betrunken nach Hauſe gekommen und habe mit der
Mut=
ter Krach gemacht. Dann habe er geſagt, es rieche
hier=
auf ſei er nach oben gegangen und als er zurückkehrte,
habe er ſich ins Bett gelegt. Als ſie merkten, daß es
brenne, ſagte ſeine Schweſter zum Vater, das habe er
an=
geſteckt. Darauf antwortete dieſer: „Adieu, mich ſeht Ihr
nicht wieder!‟ Der Bruder der Frau, der mit auf
dem=
ſelben Flur wohnte, ſagt aus, daß ſich ſein Schwager
ſchon öfter ärgerlich darüber äußerte, daß das Haus ſeiner
Frau gehörte. An dem Abend ſei er von dem Lärme
wach geworden. Er habe gehört, wie Köhler ſagte, es
riecht, es muß brennen; auch wie er vom zweiten Stock
wieder herab kam. Kurze Zeit danach hörte er dann
Feuerlärm. Als er nach dem Brandherd ging, ſah er das
auf dem Speicher lagernde Stroh brennen. Am Löſchen
habe ſich Köhler nicht beteiligt. Dagegen meinte er, das
habe ſicher ein Nachbar angeſteckt, dann beſchuldigte er
ſeinen Schwager und dann ſeine Frau. Zeuge bekundet
neiter, daß der Angeklagte in nüchternem Zuſtande der beſte
Menſch ſei: wenn er aber getrunken habe, ſei nicht mit
ihm auszukommen. In ſolchem Zuſtande habe er auch
einmal ſeine Frau mit dem Meſſer bedroht, und als dieſe
mit den Kindern flüchtete, goß er eine Spiritusflaſche auf
dem Zimmerboden aus und konnte von ſeinem Schwager
nur mit Mühe abgehalten werden. das Haus in Brand
zu ſtecken. Am anderen Tage wollte der Angeklagte nichts
von der ganzen Angelegenheit wiſſen, genau wie in die=
ſem Falle. Nach der Anſicht des Zeugen habe der
Ange=
klagte das Feuer auf dem Speicher wahrnehmen müſſen,
wenn es ſchon gebrannt habe, als er im zweiten Stock
war. — Der Brandſchaden an dem Hauſe der Frau
Köh=
ler und an Nachbarhäuſern wurde von der
Brandverſiche=
rungskaſſe auf 1298 Mark geſchätzt; der Schaden iſt aber
größer, da das Gebäude zu niedrig verſichert war.
Der als Sachverſtändige: geladene Kreisaſſiſtenzarzt
Dr. Beſt, gibt ſein Gutachten über die Strafwürdigkeit
des Angeklagten dahin ab, daß er auf Grund der
Zeugen=
ausſagen, die beſtimmt bekunden, daß ds: Angeklagte nicht
ſinnlos betrunken geweſen ſei, annehme, daß für die
Brandſtiftung der ſtrafausſchließende Paragraph 51 nicht
in Frage komme. Wegen der Exzeſſe nach dem Brande,
dem Beamtenwiderſtand und Sachbeſchädigung ſei wohl
ſicher, daß Köhler, als er merkte, daß er feſtgenommen
werden ſollte, in einen Tobſuchtsanfall geraten ſei, er ſei
alſo für dieſe Exzeſſe nicht zu beſtrafen. — Die
Ge=
ſchworenen bejahten demgemäß die Frage nach
vor=
ſätzlicher Brandſtiftung und verneinten die
übrigen Schuldfragen. Das Gericht va urteilte den
An=
geklagten gemäß dem Antrage des Staatsanwalts zu
einem Jahr Zuchthaus.
g. Strafkammer. Der bereits kürzlich mit einem
Ver=
weis beſtrafte 15jährige Schloſſerlehrling Wilhelm G. von
hier, hatte ſich geſtern wegen Diebſtahls dreier Damen=
Badeanzüge im Werte von 9 Mal.k, die er Ende Juli am
großen Woog geſtohlen und auch veräußert hatte, vor der
hieſigen Strafkammer zu verantworten. Er wurde zu
3 Wochen Gefängnis verurteilt. — Der 44jährige
Samenhändler Johann Adolf Seufert aus Seckmauern,
jetzt in Höpfingen wohnhaft, wurde wegen
Sittlichkeits=
verbrechens nach § 176,3 zu 2 Jahren Gefängnis
und 5 Jahren Ehrverluſt verurteilt. — Der Inhaber eines
hieſigen Geſchäfts ſtand wegen eines Vergehens,
betrefſend das Geſetz gegen den unlauteren
Wettbewerb, vor der Strafkammer. Er hatte bei
An=
kündigung eines Inventurausverkaufs bekannt gegeben,
daß er auf alle Waren 10 Prozent Rabatt bewillige.
Wie von ihm nicht beſtritten wurde, waren hiervon die
ſo=
genannten Markenartikel ausgeſchloſſen, da bei dieſen
Waren der Verkaufspreis vom Fabrikanten feſtgeſetzt
wird. Die Anklagebehö de hatte hierin ein Vecgehen
des unlauteren Wettbewerbs geſehen, da dies nicht
aus=
drücklich in den Ankündigungen mitgeteilt wurde. Der
Angeklagte gibt an, daß er das als ſelbſtvo ſtändlich
vor=
ausgeſetzt habe, darum habe er es auch nicht in den
An=
ündigungen bemerkt. Es käme alſo höchſtens
Fahrläſſig=
keit in Frage. Da das Geſetz aber nur bei Vorſatz Strafe
kennt, wurde der Angeklagte freigeſprochen.
Vom Großh. Hoftheater. Heute geht als vierte
Sondervorſtellung Mozarts „Zauberflöte” in Szene.
Zu dieſer Vorſtellung ſind keine Karten erhältlich. Die
Neuinſzenierung von Hebbels „Gyges und ſein
Ring” iſt für Samstag als 73. Abonnementsvorſtellung,
Buchſtabe D 19, angeſetzt. Die übermächtige Wirkung,
die das grandioſe Werk in der ſzeniſchen Gewandung der
Stilbühne ausübt, wird der ermeſſen können, wem die
In=
ſzenierung des „Hamlet” auf der Stilbühne nachhaltige
Eindrücke ſchuf. Der Zyklus der Volksvorſtellungen zu
ermäßigten Preiſen wird Sonntag nachmittag mit einer
Aufführung von Anzengrubers „Pfarrer von
Kirchfeld” weitergeführt. Den Kartenvorverkauf hat
bis Samstag abend das Verkehrsbureau (Ernſt=Ludwig=
Platz) inne. Am Tage der Vorſtellung ſind Karten
aus=
ſchließlich an der Hoftheaterkaſſe erhältlich. Am Sonntag
abend erſcheint nach längerer Pauſe „Mignon”
wie=
der im Repertoire
— Gaſtſpiel Alexander Moiſſi. Heute wird der
Vor=
verkauf eröffnet und zwar üben an dieſem Tage
aus=
ſchließlich die Abonnenten ihr Bezugsrecht aus, das ſo
verteilt iſt, daß den Abonnenten der Serien A und B
das Recht zuſteht, einen Platz derſelben Sitzkateaorie zum
Abonnementspreis für die Vorſtellung „Hamlet” am
10. Dezember zu beziehen, während die Inhaber der
Abonnementsbuchſtaben C und D Sitze zu
Abonnements=
preiſen zur Erſtaufführung von „Jedermann” am 13.
De=
zember erhalten werden. Es wird darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß eine Abonnementskarte nur zum Bezug eines
Sitzes berechtigt. Der allgemeine Vorverkauf zu
ge=
wöhnlichen Preiſen wird am Samstag eröffnet
und findet außer an der Hoftheaterkaſſe auch im
Ver=
kehrsbureau ſtatt.
* Der Kampf gegen die Tuberkuloſe. Die
Bekämpf=
ung der Tuberkuloſe wird von den
Landesverſicherungs=
anſtalten ebenſo eneraiſch und planmäßig, als
durch=
reifend und erfolgreich betrieben. Nicht nur, daß die
heilbaren Lungenkranken den Lungenheilſtätten
über=
wieſen werden ſondern auch den Lungenkranken, die
be=
reits Invalidenzente beziehen, wird eine ihrem Zuſtande
entſprechende Fürſorge zuteil. Gerade den Kranken, die
wegen ihres vorgeſchrittenen Leidens einer beſonderen
Behandlung und Verpflegung bedürfen, fehlt es oft an
dem Allernotwendiaſten. Daneben beſteht für ihre
Um=
gebung, beſonders für ihre nächſten Angehörigen, die Ge=
Feuilleton.
* Kobolde. Ueber Erfahrungen eines
Nachtkritikers plaudert Herr Willy Rath in der
Tägl. Rundſchau in folgender witzigen Weiſe: Nicht nur
der eine allbekannte Kobold, der im Setzkaſten, bemüht ſich
unermüdlich in den Spalten der raſch entſtehenden Zeitung
und namentlich der nachts entſtehenden Morgenblätter
tollen Unfug zu treiben. Es gibt außer ihm mindeſtens
noch einen, der wohl ſeltener aufzutreten pflegt, dann aber
in der Regel um ſo erfolgreicher Ja in Nein, Sinn in
Unſinn, Stil in Kauderwelſch zu verkehren pflegt: das iſt
des Druckfehlerkobolds ſchlimmerer Bruder; wir wollen
ihn Schriftfehlerkobold nennen. Wer von ihm geſchädigt
wurde, wird ihm künftig ſcharf auflauern. Inzwiſchen
aber ſteht der Schreibersmann vor ſeinen vielen tauſend
Leſern oder wenigſtens doch — ſagen wir: vor den paar
hundert, die ihn wirklich leſen, als ein Mann da, der
zwiſchen mehr oder minder Verſtändigem zuweilen ſchiefe
oder blödſinnige Einzelheiten ſchreibt. Da hilft nur die
Flucht in die Oeffentlichkeit.
Wenn der Druckfehlerkobold einmal etwas völlig
Un=
gereimtes zuwege bringt, ſo wird es den Schriftſteller
wenig kränken, weil dann wenigſtens die Schuld an der
Störung nicht bei ihm geſucht wird. Und der Setzer,
zu=
mal der nächtliche, kann beim verſtändnisvollen Leſer
Nachſicht für gelegentliches Mißgreifen erwarten. Wird
etwa einmal aus dem Rath ein Bath, ſo macht das gar
nichts. Wird „Hauptſache” ſtatt „Haupturſache”, „
ge=
ſchäftsmäßig” ſtatt „geſchäftsmänniſch” geſetzt, ſo wird
das vom Verfaſſer ſchon eher als peinlich empfunden.
Am peinlichſten aber iſt ihm zumut, wenn er — zufällig
— am Morgen nach der Nachtkritik das Frühblatt zur
WHand nimmt, und darin, in großen großen Zwiſchen=
räumen ſelbſtverſtändlich, ſeinen Bericht durch vereinzelte
Wörter oder Wendungen verunſtaltet findet, die er nie
und nimmer hat ſchreiben wollen, ſeiner innigſten
Ueberzeugung nach eigentlich gar nicht ſchreiben konnte,
die er aber trotzdem eigenhändig geſchrieben und
unter=
ſchrieben hat. Und doch: wird jeder ſcharfſichtige Leſer,
dem das Verbrechen nicht entging, ohne weiteres
an=
nehmen, daß der Schriftfehlerkobold im Spiel war? Wird
er glauben, daß den Verfaſſer ſelbſt das ärgſte Grauſen
packte, ſobald er im Licht des Tages nur einen Blick auf
das Zeitunablatt warf, und daß er freiwilligſt damit an
die Oeffentlichkeit flüchtet, ohne daß irgendwer ihm
irgend=
wie kundgegeben hätte, die Entgleiſung ſei ihm
aufge=
fallen?
Nein, nein, dieſer tückiſchſte Kobold mußte einmal
entlarvt, ſeine Methode enthüllt werden. Natürlich liebt
der Schriftfehlerkobold nur die mitternächtige Stunde.
Unter den Schreibern bevorzugt er ſolche, die ſich
ein=
bilden, nichts auf dieſer Welt ſo aut zu kennen und ſo
lieb=
reich zu pflegen wie ihre Mutterſprache. Um ſolche Leute
frrezumachen, bedient er ſich vornehmlich der Augenblicke,
da die erſte Hälfte eines Satzes bereits als Schluß eines
vollgeſchriebenen Blättchens in die gierige Setzerei
ge=
wandert iſt, während die zweite Satzhälfte noch in der
Feder ſchlummert. Oder er zerbricht dem Schreibenden
die Feder, gießt ihm die Tinte über den Smokingärmel,
ſchwächt mit allerlei Klingellärm ſeine Achtſamkeit auf
Sekunden oder hetzt ihn in eine Haſt, die im Verhältnis
zum Wert der ganzen Komödie ſinnlos iſt und unratſam
überdies. So iſt, ſo wirkt dieſer Puck der mitternächtigen
Zeitungſchreiberei.
ml. Fiſchfang mit Hilfe des Fernſprechers. Ein
fran=
zöſiſcher Erfinder hat ſoeben ein Patent auf ein Verfahren
enommen das das Telephon in den Dienſt des
Fiſch=
fangs ſtellt. Es gründet ſich auf die Wahrnehmung, daß
die Fiſche beim Schwimmen gewiſſe Geräuſche herva=, die durch ein Mikrophon leicht ermittelt werden
können. Der Gedanke, den die Erfindung verwirklicht,
iſt überaus einfach. Der Apparat ſetzt ſich aus einem
ſig=
naliſierenden Mikrophon und einem Exploſionskörper
zu=
ſammen, der ins Waſſer vefſenkt und durch Deähte mit
dem Beobachtungspoſten verbunden wird, der in einiger
Entfernung vom Ufer gelegen iſt. Sobald die Fiſche den
telephoniſchen Meldeapparat paſſieren, wird das
Schwimm=
geräuſch dem Ohr des am Ufer lauſchenden Beobachters
übermittelt, der dann nur auf einen Knopf zu drücken
braucht um den Exploſionskö per zur Entzündung zu
bringen. Die durch die Exploſion getöteten Fiſche
kom=
men dann an die Oberfläche des Waſſers und werden
durch Netze ans Ufer gezogen.
* Ein Rededuell Erzberger=Ledebour. Abg. Erzberger
hat am Montag im Reichstag zum Schluß in einer
per=
ſönlichen Bemerkung erklärt: „Herr Ledeboll; hat
be=
hauptet, ich hätte eine Reiſe nach Wien unternommen, um
nich um den albaniſchen Thron zu bewerben. Dieſe
Nach=
richt war eine Schwindelnotiz des Berliner Tageblattes.
Ich hatte bereits im Auguſt zugeſagt, in Wien einen
Vor=
rag in der katholiſchen Miſſion zu halten. Meine Reiſe
hatte alſo mit dem nichts zu tun, was ſpäter die Blätter
behaupteten. Herr Ledebour ſcheint ſich für den
albani=
ſchen Hofſtaat zu intereſſieren. Ich kann ihm mitteilen,
daß dort noch eine Stelle frei iſt, die des Hofnarren.
Abg. Ledebour erwiderte hierauf: „Herr Erzberger ſcheint
ſich alſo um die Stelle gekümmert zu haben, file die er am
meiſten geeignet iſt.
fahr, durch Uebertragung von Krankheitskeimen von dem
gleichen Leiden heimgeſucht zu werden. Zur Aufnahme
der letztgenannten Perſonen ſind deshalb in
verſchiede=
nen Krankenhäuſern des Großherzogtums Heſſen
ſoge=
nannte Invalidenſtationen eingerichtet worden, in denen
die Kranken gegen Abtretung ihrer Renten alles erhalten,
was zu einem geſundheitsgemäßen Leben gehört. Hierzu
iſt in erſter Linie gute und kräftige Ernährung und
ſtän=
dige ärztliche Ueberwachung zu rechnen. In Würdigung
des Gebotenen hat die Nachfrage nach Krankenhauspflege
von Jahr zu Jahr zwar zugenommen, aber immer noch
nicht in dem Maße, wie es wünſchenswert erſcheint. Von
den in den verſchiedenen Krankenhäuſem zur Verfügung
ſtehenden Betten iſt zurzeit ſtets eine Anzahl nicht
be=
legt, und wäre es erwünſcht, wenn immer mehr Kranke
um Unterbringung in einem Krankenhaus nachſuchen
würden. Wünſche um Aufnahme werden von dem
Vor=
ſtande der Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum
Heſſen in Darmſtadt, Wilhelminenſtraße 34, den Tuber
kuloſe=Fürſorgeſtellen oder den Verſicherungsämtern
ent=
gegen genommen.
2 Stenographie=Prüfung. Die Stadtverwaltung, die
von jeher der Verwendung der Stenographie ein lebhaftes
Intereſſe entgegengebracht und bei der Einführung der
Bureauaſſiſtenten= und Kanzliſten=Prüfung auch die
Schnell=
ſchrift als Prüfungsgegenſtand vorgeſchdieben hat, hat
neuerdings die Abhaltung einer beſonderen
Steno=
graphie=Prüfung angeordnet. Dieſer Prüfung,
die alljährlich ſtattfindet, müſſen ſich alle auf ſtädtiſchen
Bureaus beſchäftigten nicht angeſtellten Bureauaſſiſtenten,
Bureaugehilfen und Bureauzöglinge, die länger als ein
Jahr im ſtädtiſchen Dienſte ſtehen, unterziehen. Den an
geſtellten Beamten iſt die freiwillige Teilnahme an de
Prüſung geſtattet. Verlangt wird die ſtenographiſche
Aufnahme und kurrentſchriftliche Uebertragung eines
Dik=
tats von mindeſtens 120 Silben in der Minute. Die erſte
Prüfung, mit deren Abhaltung Herr Stadtſekretär
Kräck=
mann betraut iſt, findet in der nächſten Woche ſtatt.
Zur Belohnung der beſten Leiſtungen hat der Heer
Ober=
bürgermeiſter einen namhaften Geldbetrag zur Verfügung
geſtellt.
r. Krieger=Verein Darmſtadt. Die am Mittwoch
in der Turnhalle am Woogsplatz abgehaltene
Monats=
verſammlung war von den Mitgliedern gut
be=
ſucht. Nach der Verleſung des letzten Protokolls durch
den Schriftführer berichtete der Vorſitzende über die
Tätigkeit des Vorſtandes im abgelaufenen Monat. Der
ſeit der letzten Monatsverſammlung verſtorbenen
Kame=
raden wurde durch Erheben von den Sitzen gedacht.
Ueber Punkt 2 der Tagesordnung: Theatervorſtellungen,
führt Kamerad Junge aus, daß nunmehr zwei Arten
von Vorſtellungen zu unterſcheiden ſeien, und zwar
Volks=
vorſtellungen an Sonntag nachmittagen, wozu alle
Ver=
einsmitglieder Karten erhalten können, und ſogenannte
Sonder=Vorſtellungen an Werktagen, zu welch letzteren
nur geringer bemittelte Kameraden zugelaſſen ſeien.
Frühzeitige Beſtellungen zu beiden Vorſtellungen wolle
man im Bedarfsfalle bei Kamerad Junge,
Schloßgarten=
ſtraße 45, Kamerad Schlander, Bismarckſtraße 3,
auf=
geben. Kamerad Bruchhäuſer ſprach über die
Weihnachtsfeier mit Beſcherung an Kinder und Enkel
der Kameraden, die am 22. Dezember im großen Saale
der Turngemeinde abgehalten werden ſoll. Die
Anmel=
dung der betreffenden Kinder bittet man von Montag, den
9. Dezember, ab mündlich oder ſchriftlich unter Angabe
des Alters, ob Mädchen oder Knabe. an den
Schrift=
führer, Kamerad Junge, gelangen zu laſſen, wo auch die
hierfür auszugebenden Karten abzuholen ſind.
Berech=
tigt ſind nur Kinder im Alter von 4—14 Jahren. Den
Schluß des Abends bildete noch der Vortrag eines
Kame=
raden über ſeine kürzlich ſtattgefundene Mitfahrt im
Luftkreuzer „Viktoria Luiſe” von Frankfurt a. M. nach
Gießen. Er ſchilderte zunächſt in kurzen Worten, welche
Schwierigkeiten bei Löſung des Luftſchiff=Problems dem
Grafen Zeppelin entgegengetreten. Das Anfangsſtadium
und die Vervollkommnung der Schiffe bis auf den
heu=
tigen Tag ſtreifend, führte Redner in die Halle nach
Frankfurt. Er gab ein genaues Bild der inneren
Ein=
richtung der Halle, die Verankerung des Schiffes, das
Paſſagieraufnehmen und die Herausbringung des Schiffes
aus der Halle. Nach dem Verlaſſen der Halle ſchilderte
Redner die Fahrt über Frankfurt a. M. über die Wetterau.
Friedbera, bis zur Landung in Gießen. Reicher Beifall
wurde ihm am Schluſſe des ſo vortrefflich gehaltenen
lehr=
reichen Vortrages zu teil. Nach erfolgter Bücherausgabe
ſchloß der Vorſitzende die Verſammlung.
— Heſſiſcher Landesverein für Toten=
Ein=
äſcherung. Die diesjährige Mitgliederverſammlung fand
am 4. Dezember im „Kaiſerſael” zu Darmſtadt ſtatt
Nach Begrüßung der Verſammlung gedachte der
Vor=
ſitzende des verſtorbenen Vorſtandsmitoliedes Herrn
Egenolf und des früheren langjährigen
Vorſtands=
mitgliedes Herrn Karl Hepp. Hierauf erſtattete zunächſt
Herr H. Kichler den Kaſſenbericht und der
Beſtattungs=
ordner, Hrr Adam Schäfer, berichtete ſiber die von ihm
geleiteten Einäſcherungen. Der Vorſitzende, Herr Dr.
Heil, gab den Jhresbericht. Eingehend berich ete der
Vorſitzende über den Stand der Arbeiten des
Darm=
ſtädter Krematoriums. Der Bauheginn findet beſtimmt
im Februar 1914 ſtatt: die Vorarbeiten, wie Abholzen,
Anlegen der Kanaliſation, Waſſerleitung und elektriſchen
Leitung, ſind bereits weit vorgeſchritten und die
defini=
tiven Pläne ſind ausgearbeitet. Die großzügige Anlage
iſt dem hieſigen Publikum durch den Vortrag des Herrn
Stadtbaurat Buxbaum bereits bekannt geworden. —
Die Feuerbeſtattungsbibliothek bei der hieſigen Großh.
Hofbibliothek iſt durch den Verein im abgelaufenen
Jahre beträchtlich vermehrt worden. Der Vorſitzende
ſchloß ſeinen Jahresbericht mit der Aufforderung an die
Vereinsmitglieder, eifrig neue Freunde für die
Feuer=
beſtattung zu werben. Die nunmehr erſolgende
Neu=
wahl des Ausſchuſſes, die ſatzungsgemäß nach
der abgelaufenen drejjährigen Geſchäftsperiode
vorge=
nommen werden mußte, ergab die Wiederwahl der
Herren: A. Verbenich, Dr. med. Heil, Heinrich Kichler,
Zahnarzt Köhler, Maanus, San.=Rat Dr. Markel,
Stadtverordneter Markwort, W. Möſer,
Stadtverord=
neter Schupp, Rechtsanwalt Dr. Stein, Geh.
Medizinal=
rat Dr. Weber, und neu hinzugewählt wurde Herr Städt.
Garteninſpektor Stapel
— Evangeliſche Stadtmiſſion. Wie im vorigen
Jahr, veranſtaltet die Evangeliſche Stadtmiſſion
hier=
ſelbſt, Mühlſtraße 24, im Saalgebäude einen
Verkaufs=
baſar von ſelbſtverfertigten Kleidungsſtücken, Stickereien,
Sofakiſſen, Deckchen und allerhand anderen Sachen
zum Beſten der Stadtmiſſion. Der Baſar findet nur
Dienstag, den 10. Dezember, ſtatt. Auch die reichhaltige
Weihnachts=Ausſtellung von chriſtlichen Büchern, Bibeln,
Teſtamenten, Bilderbüchern, Broſchen, Spruchkarten ꝛc.
wird zum Beſuch ſehr empfohlen. Dieſe Ausſtellung iſt
bis Weihnachten offen.
* Die Abteilung Darmſtadt der Deutſchen Kolonial=
(Beſellſchafs hat Herrn Konſul Singelmann aus
Braunſchweig zu einem Vorrtrag über
Deutſch=
lands Intereſſen am ſpaniſchen und
por=
tugieſiſchen Kolonialbeſitz in Afrika auf
nächſten Dienstag, den 10. Dezember, im Saale
der Traube gewonnen. Dieſe Intereſſen ſind von
außer=
ordentlicher Bedeutung. Deutſchland hat ſich durch
Ver=
träge das Vorkaufsrecht auf gewiſſe der genannten
Beſitz=
ungen geſichert. Näheres hierüber und über jene Kolonien
werden wir von dem Redner hören, der ſie ſeit langen
Jahren aus eigenem Aufenthalt kennt, und es ſich zur
Aufgabe gemacht hat, in Wort und Schrift die
Aufmerk=
ſamkeit Deutſchlands auf jene ſchon lange in Kultur
ge=
nommenen und wertvollen Gebiete rege zu halten. Seine
Vosträge erwecken überall vollſtes Intereſſe, und bieten
durch die Vorführung von 130 farbigen Lichtbildern
noch weitere Anregung. Bei der Wichtigreit des Tyemas
hat ſich die Ortsgruppe des Flottenvereins und des
All=
deutſchen Verbands der Veranſtaltung angeſchloſſen.
(Näheres iſt aus der Anzeige in dieſer Nummer erſichtlich.
* Von dem Darmſtädter Hausbeſitzerverein, E. V.
wird uns mitgeteilt, daß im Monat November 12
Kauf=
verttäge über bebaute Grundſtücke mit 656000 Mark
Kauſpreis und 4 Kaufverträge über unbebaute Grundſtücke
mit 100040 Mark Kaufpreis abgeſchloſſen worden ſind.
Gegen den Monat Oktober bedeutet das ein Mehr von
330 450 Mark, woraus erſichtlich iſt, daß eine ſteigende
Tendenz auf dem Immobilienmarkt eingetreten iſt.
§ Erwiſchte Holzdiebe, Am Mittwoch abend um ſieben
Uhr wurde ein im Beſſunger Stadtteil wohnhafter
Tag=
löhner nebſt Frau und Kind von dem Schutzmann Seng
vom IV. Revier dabei ertappt, als dieſe im Akaziengarten
Holz ſtehlen wollten. Eine ſofort in der Wohnung des
Taglöhners vorgenommene Durchſuchung förderte das
ſeither im Akaziengarten geſtohlene Holz zu Tage, welches
der Taglöhner mit einem vierrädrigen Handwagen, den
er auch vorgeſtern abend bei ſich führte nach Hauſe ſchaffte.
* Der Feuerwache wurde geſtern 3.15 Uhr gemeldet:
Feuer, Alexanderſtr. 23. Bei Ankunft der Feuerwache bannte
an einem Waſſerreſervoir die Holzumkleidung, deren
Zwiſchenräume mit Torfmull ausgefüllt waren. Das
Feuer wurde von der Feuerwache mit einer
Schlauch=
leitung gelöſcht.
v. Weiterſtadt, 5. Dez. Bei der 1.
Bezirksver=
bands=Geflügel=Ausſtellung der
VereineArheil=
gen, Wixhauſen, Eberſtadt, Ober=Ramſtadt, Hähnlein,
Pfungſtadt, Weiterſtadt am 1. Dez. zu Weiterſtadt
wurden folgende Preiſe zuerkannt: Philipp Rechel=
Hähnlein, 2 Ehrenpreiſe, 2 erſte, 1 zweiter, 2 dritte,
Lobende Anerkennung. Georg Jordan Wixhauſen,
Ehrenpreis, 1 zweiter, 1 dritter, L. A. Adam=Bangert=
Weiterſtadt, 2 zweite, 4 dritte. Phil. Görig III.=
Weiter=
ſtadt, 3 Ehrenpreiſe, 2 erſte, 2 dritte, L. A. Peter Gräff=
Hähnlein, 1 Ehrenpreis, 1 erſter. Joh. Heß=Weiterſtadt,
1 Ehrenpreis, 1 zweiten. Karl Jakobi=Wixhauſen, 2 dritte
Jakob Götz Pfundſtadt, 1 Ehrenpreis, L. A. Ludwig
Wattenberg=Pfungſtadt, 1 Ehrenpreis, 1 erſter, 1 zweiter
1 dritter, L. A. Peter Götz=Hähnlein, 1 Ehrenpreis 1
zwei=
ter L. A. Phil. Dequis=Hähnlein. 1 Ehrenpreis, 2 zweite,
1 dritter, L. A. Georg Röder=Wixhauſen, 1 erſter. Peter
Schmidt=Hähnlein, 1 Ehrenpreis, 1 dritter. Phil. Dietz=
Wirhauſen. 1 Ehrenpreis, 1 erſter, 2 zweite, 1 dritter.
Adam Bertſch=Weiterſtadt, 1 dritter, L. A. Chriſt.
Kle=
mens=Pfungſtadt, 1 dritter, L. A. Chriſt. Benz=Withauſen,
1 zweiter, 1 dritter. Martin Meinhardt=Weiterſtadt
1 Ehrenpreis, 1 zweiter, 1 dritter, L. A. Ferd.
Beiß=
wenger=Weiterſtadt, 1 Ehrenpreis, 1 zweiter, L. A. Peter
Dietz=Wixhauſen, 2 Ehrenpreiſe, 2 erſte. 1 zweiter, 3 dritte.
Jakob Haſſenzahl= Pfungſtadt, 1 Ehrenpreis, 1 eiſter,
1 zweiter.. Jean Unger=Plungſtadt, 1 Ehrenpreis, 1 erſter,
L. A. Karl Behre=Weiterſtadt, 1 erſter, 1 dritter.
Leon=
hard Walter=Hähnlein, 1 Ehrenpreis, 1 erſter. Peter
Schäfer=Hähnlein, 1 Ehrenpreis, 1 zweiter, 1 dritter. L. A
Konrad Rechel=Hähnlein, 2 dritte, L. A. Val. Schäfer=
Hähnlein, 1 Ehrenpreis, 1 erſter, 1 zweiter. Georg Rechel=
Hähnlein, 1 Ehrenpreis, 1 erſter, 1 dritter. Wilhelm
Schweiker=Rodtu, L. A. Adam Seip=Hähnlein, 2 dritte.
Vom Landwirtſchaftskammerausſchuß der Provinz
Starkenburg wurden 52 Mark zur Prämiierung
bei=
geſteuert. — Als Preisrichter fungierten die Herren:
Auguſt Schlegel=Hanau und Förſter Kolb=Beſſunger
Forſthaus, Darmſtadt.
-h- Auerbach, 5. Dez. Der Bürgerverein wird
bei dem Großh. Hofmarſchallamt in Darmſtadt um die
Genehmigung der Verabreichung von Waſſer
durch ſaubergekleidete Mädchen oder Frauen aus dem
ſo=
genannten Guten Brunnen im Fürſtenlager bei
Auerbach an die Beſucher dieſes vielbeſuchten her lichen
Bergſtraßenplätzchens während der Sommermonate
nach=
ſuchen. In früheren Jahren war das immer geſchehen
und erwartet man, daß die Genehmigung zu der neu
pro=
jektierten Wiederverabreichung des früher berühmten
Stahlwaſſers gern erteilt wird. Auch ſoll der Blumen=
und Pflanzenſchmuck der Häuſer und geeigneter
Plätze in möglichſt umfangreicher Weiſe mit Beginn des
kommenden Frühjahrs gepflegt und gefördert werden.
Die erſten Schritte ſind bereits ſchon geſchehen. — Der
Gemeinderat hat die Erhebung einer
Filial=
ſteuer vom 1. April 1913 ab beſchloſſen. — Die Anzahl
der Geburten in dieſem Jahre iſt ſo gering, daß
ſie kaum die Hälfte wie in den achtziger und neunziger
Jahren erreicht. Dabei hat ſich die Einwohnerzahl in
Auerbach um etwa ein Drittel vermehrt.
Lindenfels, 4. Dez. Nachdem ſeither unter die
hieſi=
gen Ortsbürger alljährlich „Losholz” zur Verteilung
kam, wird nun nach einem Beſchluſſe des Gemeinderates
dieſes Holz verſteigert und der Erlös unter die
Bezugs=
berechtigten gleichmäßig verteilt. Dieſe Abänderung iſt
derin begrſindet daß ſich ſeit Jahren wegen Mangels an
gleichwertigen Holzſorten eine gerechte Verteilung des
Holzes niaht mehr ermöglichen ließ. Mit dieſem Beſchluß
iſt ein großer Teil der hieſigen Einwohnerſchaft nicht
zu=
frieden. — Die hieſige Gemeinde bewilligte dem
Turn=
verein zu den Koſten der Beſchaffung eines Turnplatzes
einen Zuſchuß von 100 Mark unter der Bedingung, daß
den hieſigen Volksſchulen der Platz während der
Turn=
ſtunden zur Verfügung geſtellt wird. — Die
Vieh=
zählung ergab: 49 Pferde, 162 Stück Rindvieh, 251
Schweine, 170 Ziegen, 649 Stück Federvieh, 61
Bienen=
ſtöcke; 81 Hausſchlachtungen von Schweinen und 86 von
Ziegenlämmern.
M. Stockſtadt a. Rh., 5. Dez. Aus betriebstechniſchen
Gründen wird hier im Laufe der nächſten Monate der
ganze Bahnhof umgebaut werden. Es werden,
um den geſteigerten Verkehr bewältigen zu können, zwei
Ueberholungsgleiſe, Stellwerk und Gleisunterführungen
hergeſtellt werden. Es wird die Güterhalle ſowohl, als
auch das Stationsgebäude umgebam reſp. errleitert
werden.
Mainz, 5. Dez. Der Mainzer Karneval plant
ig der Zeit vom 1. Januar bis 4. Februsr eine Aus=
ſtellung, deren Erträgniſſe dem Roſenmontagszug
zu=
gute kommen ſollen. Die Ausſtellung ſoll umfaſſen:
Kap=
pen und Sterne, Theaterzettel, literariſche Erzeugniſſe,
Photographien und Bilder von Narrhalleſen, Abbildungen
von Zügen und Gruppen, Karnevalsorden, Werfmünzen,
Eſeinnerungspokale uſw. aus der Zeit von 1838 bis jetzt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Dez. Der bekannte
Theaterdicektor Goettke, der zuletzt das Hebbeltheater
leitete, iſt im 72. Lebensjahre einem Herzleiden erlegen.
Er hat ſich um die Genoſſenſchaftsbeſtrebungen viele Jahre
hindurch verdient gemacht. — Auf dem Gelände der
Städtiſchen Gasanſtalt 2, brach durch
Selbſtent=
zündung ein großer Kohlenbrand aus. Das nach vielen
zehntauſend Kubikmetern zählende Lager engliſcher
Stein=
kohle hatte ſich wohl an zehn Stellen ſelbſt entzündet. Um
des Feuers Herr zu werden, wurde das ganze Lager
aus=
einandergeriſſen. — Der Attentäter der geſtern
vor=
mittag in Alt=Moabit den Geldbriefträger
Hoff=
mann überfiel, und zu berauben verſuchte, iſt noch nicht
er=
mittelt. Soviel ſteht feſt, daß er nicht Werner heißt,
ſon=
dern daß er wahrſcheinlich mit dem Kellner Flanz Roſt
identiſch iſt, der aus Greifswald ſtammt und deſſen
Pa=
piere geſtern in der Wohnung des Fabrikarbeiters Wolff
gefunden wurden. Nach dieſem Roſt wird gefahndet.
Bei dem Kürſchner Kolk, der heute nachmittag ſeinen
Arbeitskollegen Matern durch einen Revolverſchuß ſchwer
verletzte, und ſich dann tötete, iſt ein Brief vorgefunden
worden, nach welchem er ſeine Ehefrau mit in den Tod
nahm. Tatſächlich fanden Polizeibeamte die Ehefrau tot.
in der Wohnung vor. Die Leiche war mit Tüchern bedeckt
und wies Strangulationsmerkmale auf, ſo daß es wohl
unzweifelhaft iſt, daß Kolk ſeine Frau erwürgte. — In
dem Vororte Steglitz hatte ſich geſtern ein
Wild=
ſchwein eingefunden, das wahrſcheinlich irgendwo
aus=
gebrochen war. Es ſtürzte ſich auf zwei unſchuldige
Lämmer und richtete ſie übel zu. Der Gärtner einer Villa
holte ſeine Büchſe und gab einen wohlgezielten Schuß auf
den Wildling ab.
Frankfurt, 5. Dez. Auf keinen Fall wird das
Gaſt=
ſpiel des Zirkus Sarraſani in der Frankfurter
Feſthalle auch nur um einen einzigen Tag verlängert
wer=
den, da die geſamte Zirkuseinrichtung bis zu
Weihnach=
ten geräumt ſein muß, und da Sarraſani am 22. Dez.
ſein eigenes Zirkusgebäude in Dresden einweiht. Nach
Beendigung des Dresdener Gaſtſpieles wird Sarraſani
mit demſelben Programm, das er augenblicklich in
Frankfurt gibt, nach London überſiedeln, um dort die
gleichen Zirkus=Feſtſpiele zu veranſtalten, die Frankfurt
als erſte Stadt der Welt geſehen hat. Am Samstag
fin=
den im Zirkus Sarraſani wiederum zwei Vorſtellungen,
ſämtliche Vorſtellungen mit dem vollen und ungekürzten
Programm ſtatt, des Nachmittags um 3 Uhr und des
Abends um halb 8 Uhr. Nachmittags zahlen Kinder auf
allen Plätzen halbe Preiſe. Die letzten beiden
Vorſtel=
lungen ſind, wie bemerkt, für Sonntag, den 15. Dezember,
angeſetzt.
München, 5. Dez. Ein im heurigen Jahre zur
Sommerfriſche in Tegernſee weilender
Fa=
brikant aus Württemberg ging am 30. Juli von der
Badeanſtalt Tegernſee zum „Bräuſtüberl” im
Bade=
koſtüm und Bademantel barfüßig und
bar=
haupt. Auf dem Schloßplatz in Tegernſee wurde der des
Weges kommende Bezirksamtsaſſeſſor durch mehrere
Paſſanten, die ſtehen geblieben waren und dem Herrn im
Bademantel nachſahen, auf dieſen aufmerkſam, machte
ihn auf das Ungeziemende ſeiner Wanderung in dieſem
Koſtüm aufmerkſam und ſtellte die perſönlichen
Verhält=
niſſe des Angeſprochenen feſt. Das Schöffengericht
Tegern=
ſee verurteilte den Fabrikanten wegen groben Unfugs
zu einer Geldſtrafe von 100 Mark und ſtellte
in den Urteilsgründen feſt, daß die von dem Angeklagten
auf öffentlicher Straße vorgenommene Handlung gegen
Sitte und Anſtand verſtoße und geeignet ſei, die
Allge=
meinheit im erheblichen Maße zu beläſtigen. Das
Publi=
kum habe ein Recht darauf, daß die Kleidung der
Paſſan=
ten nicht das allgemeine Anſtandsgefühl verletze. Der
Verurteilte legte Berufung beim Landgericht München
ein und machte mit Recht geltend, daß er ſich nicht gegen
eine Vorſchrift verſtoßen habe; in Tegernſee komme es
häufig vor, daß Sommerfriſchler im
Bade=
koſtüm den Weg von ihrer Villa zum Bade zurücklegen.
In Egern habe er ſogar einmal geſehen, daß Damen
im Badekoſtüm ſich unter das Publikum miſchten,
das einen Feſtzug beſah. Das Landaericht ſprach eine
Geldſtrafe von 20 Mark aus und überbürdete ein Drittel
der Koſten der Staatskaſſe. Was am Strande von
Oſt=
ende und neuerdings auch am Nord= und Oſtſeeſtrand ja
ſelbſt in Wannſee bei Berlin nicht mehr als anſtößig gilt,
iſt vom Schöffengericht Tegernſee alſo beſtraft worden.
Der Fabrikant aus Württemberg iſt doch nur konſequent
geweſen!
Saarbrücken, 5. Dez. In einem Hotel in der
Reichs=
ſtraße in dem Stadtteil St. Johann wurde heute nacht
gegen 11 Uhr ein aus Saarlouis zugereiſtes angebliches
Ehepaar mit ſchweren Schußwunden
aufge=
funden. Anſcheinend hat der Mann zuerſt die Frau
ge=
tötet und dann ſich eine Kugel in die Schläfe beigebracht.
Er wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. An
ſeinem Aufkommen wird gezweifelt. Das Motiv der Tat
iſt noch nicht bekannt, ebenſo ſind die Namen der beiden
noch nicht ermittelt.
Gummersbach, 4. Dez. Wie das Bergiſche Tageblatt
berichtet, entſtand geſtern abend in der Spinnerei und
Wollwarenfabrik von Piccardt u. Siebel im benachbarten
Bergneuſtadt auf bisher unaufgeklärte Weiſe Feuer,
das ſich mit größter Schnelliakeit verbreitete. Nach zwei
Stunden war das Fabrikgebäude vollſtändig
aus=
gebrannt. Die Feuerwehren der Umgegend
arbeite=
ten die ganze Nacht. Ein Arbeiter wird vermißt,
wahr=
ſcheinlich iſt er in den Flammen umgekommen.
Halle a. S., 5. Dez. In der Nähe von, Gröningen
war kürzlich der ſeit 14 Tagen vermißte Gutsbeſitzerſohn
Behrend ermordet aufgefunden worden. Als
Mörder wurden jetzt der Handelsmann Knobel und ſeine
beiden Gehilfen die Gebrüder Sokolowski verhaftet.
Behrend hatte die drei Männer nachts beim Diebſtahl von
Chiliſalpeter überraſcht, worauf ſie ihn erwürgten und die
Leiche in den Fluß warfen.
Jena, 5. Dez. Die bekannten Bierdörfer in der
Umgebung Jenas, Lichtenhain und Ziegenhain, werden
am 1. Januar n. J. eingemeindet.
— Bückeburg, 5. Dez. Der Kaiſer trifft heute
abend in Bückeburg ein, wird auf dem Bahnhofe vom
Fürſten empfangen und nach dem Schloß geleitet, wo der
Kaiſer Wohnung nimmt. Am Freitaa nimmt der Kaiſer
an der großen Hofjaad in der fürſtlich bückeburgiſchen
Forſt teil, anſchließend daran begibt ſich die
Jaadgeſell=
ſchaft zu Frühſtück in das fürſtliche Jagdſchloß
Brands=
hof. Am Samstaa unternimmt der Monarch in
Beglei=
tuna des Fürſten Adolf zu Schaumburg den Ausflug nadh
der im Weſertale bei Rinteln gelegenen Schaumburg, die
der Kaiſer dem verſtorbenen Vater des Fürſten von
Bückeburg anläßlich deſſen ſilberner Hochzeit zum Geſchenk
gemacht hatte. Von hier aus begibt ſich der Kaiſer
mit=
tags zur Station Stadthagen, um von hier die
Rück=
fahrt nach Berlin anzutreten.
Breslau, 5. Dez. Der 20jährige Handlungsgehilfe
Bermuske, der den Lehrling Scholz ermordete und
bei dem Kaufmann Simon mittels Einbruches 400 Mark
ſtahl, iſt zu lebenslänglichem Zuchthaus
ver=
urteilt worden.
CK Paris, 4. Dez. Im Zuſammenhange mit der
Schleifung der alten Feſtungswerke von
Paris iſt nun der Plan aufgetaucht, den berühmten
Mont=Valérien, deſſen Name von der Belagerung
von Paris her auch uns Deutſchen ſo vertraut geworden
iſt, zu einer Art Volkspark umzuwandeln. Man will
die Werke dieſes Forts, das einſt als ein Muſterbeiſpiel
vorbildlicher Feſtungsbaukunſt galt, dem Publikum
öffnen. Das Fort ſelbſt beſitzt in ſeinem Inneren noch
ein intereſſantes altes Gebäude, das einſt in
neugriechi=
ſchem Stile aufgeführt wurde, ſchöne Kolonnaden beſitzt
und mit Basreliefs geſchmückt iſt. Einſt war dieſer Bau
die Kapelle der Trappiſten, die als die „Eremiten vom
Mont=Valérien” bekannt waren. Innerhalb der
Befeſtig=
ungsmauer liegt auch ein entzückender alter Kirchhof mit
maleriſchem Pflanzenſchmuck. Der Hauptgrund aber, der
für die Oeffnung dieſes bisher ſtreng abgeſchloſſenen
Tei=
les der Pariſer „Banlieue” geltend gemacht wird, iſt die
unvergleichlich ſchöne Ausſicht, die man von der großen
Terraſſe vor der alten Trappiſtenkapelle genießt. Hier
breitet ſich vor dem entzückten Blick des Beſchauers ein
wundervolles Panorama aus, und man rechnet damit,
daß nach der Umgeſtaltung zu einem Volkspark dieſer
Ausſichtspunkt eine Lieblingsſtätte der Pariſer werden
wird.
Paris, 4. Dez. Heute morgen wurden zwei
An=
archiſten, Ruff und Parceval, verhaftet, die auf
der Straße eine Flugſchrift verkauft hatten, in welcher
Anweiſungen zur Sabotage der
Mobiliſierungsmaßnah=
men erteilt werden. In St. Etienne wurde der Anarchiſt
Liothier aus einem ähnlichen Grunde verhaftet.
Paris. 4. Dez. Heute vormittag wurde ein 32jähriger
aus Freiburg gebürtiger Mann namens Jules Erlbach,
genannt Ducret, der in der Paſſage de Clichy ein
Buch=
bindergeſchäft betrieb von einem Unbekannten durch zwei
Revolverſchüſſe getötet. Der Mörder iſt vermutlich der
berüchtigte Bandit von Les Aubrais namens Lacombe,
der ſich dafür rächen wollte, daß Ducret, der ſich zu
anar=
chiſtiſchen Anſichten bekannte, der Polizei über das jüngſte
Attentat Angaben gemacht hatte.
Paris, 5. Dez. Geſtern abend 11 Uhr 40 Min. hat ſich
auf der Eiſenbahn=Rundſtrecke von Paris nach Argenteuil
und zurück nach Paris ein Zuſammenſtoß zweier
Züge zugetragen. Zwiſchen Sannois und Argenteuil
riß die Kuppelung eines Zuges und mehrere Wagen
roll=
ten in ſchneller Fahrt nach dem letzteren Orte zurück, wo
ſie mit einem nach Nantes fahrenden Zuge
zuſammen=
ſtießen. 42 Perſonen wurden dabei verletzt, jedoch meiſt
nur leicht.
Marſeille, 5. Dez. Sämtliche Einwohner der
Ort=
ſchaft Vimelles=Le Bas ſind zum Proteſtantismus
übergetreten weil infolge einer Entſcheidung des
Biſchofs ihre durch das Erdbeben von 1909 zerſtörte Kirche
nicht wieder aufgebaut worden war.
New=York, 5. Dez. Jamaika iſt abermals durch
einen ſchweren Sturm heimgeſucht worden, dem
viele Menſchen zum Opfer fielen.
Waſhington, 4. Dez. Das zum Gouverneur von New=
York gewählte Kongreßmitglied Sulzer hat im
Repräſen=
tantenhaus eine Vorlage eingebracht, in der die
Ver=
längerung der Piers auf der Weſtſeite von New=
York um 100 Fuß nach der Flußſeite hin wieder in
Vor=
ſchlag gebracht wird. Eine ſolche Verlängerung würde
ruch für die größten Dampfer ausreichen.
Stadtverordneten=Verſammlung.
15. Sitzung.
St. Darmſtadt, 5. Dezember.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um ¾4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Die Frauenortsgruppe Darmſtadt des
Vereins für das Deutſchtum im Auslande
hat für den anläßlich der Tagung der Frauen= und
Mäd=
chen=Ortsgruppen in Darmſtadt bewilligten ſtädtiſchen
Zuſchuß gedankt.
Das Großh. Hofmarſchallamt hat auf eine
Anfrage mitgeteilt, daß eine Oeffnung der Tore des
Prinz=Emil=Gartens für das Publikum, die von
einigen Herren Stadtverordneten angeregt worden war,
nicht tunlich iſt.
Die Sektion Modautal des
Odenwald=
klubs hat zu dem am 7. d. M. in Ober=Ramſtadt
ſtatt=
findenden Konzert zum Beſten der durch das Nieder
Modauer Bankunglück ſchwer geſchädigten Bewohner des
Modautales eingeladen.
Die Freiwillige Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz hat für die Kreditbewilligung zur
Aufbeſſe=
rung der Löhne der Wachleute gedankt.
Auf Vorſchlag des Stadtv. Dr. Noellner wird
Lauf deſſen Mitteilung, daß die Arbeiterſchaft und das
Fahrperſonal der „Heag” eine Denkſchrift vorbereitet,
be=
ſchloſſen, die Wünſche und Beſchwerden der
Straßen=
bahner demnächſt gemeinſam zu behandeln.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten.
Vorgartenbenutzung.
Der neue Inhaber der Wirtſchaft in dem Hauſe
Eck=
hardtſtraße Nr. 35 will den Vorgarten des Hauſes zu
Wirtſchaftszwecken benutzen. Da der frühere Inhaber
den Vorgarten bereits zu dem gleichen Zweck
unbean=
ſtandet benutzt hat, befürwortet der Hochbauausſchuß die
nachgeſuchte Geſtattung einer Ausnahme von der
Beſtim=
mung in § 4 der Ortsbauſatzung über die Anlage und
Benutzung von Vorgärten. Die Verſammlung ſtimmt
dem Vorſchlag zu. — Referent: Stadtv. Werner.
Aenderung der Straßenfluchtlinie.
Aus Anlaß der Gleisverlegung für die Straßenbahn
iſt eine Aenderung der Straßenfluchtlinie an der Ecke
Bis=
marckſtraße-Wendelſtadtſtraße erforderlich, die der
Hoch=
bauausſchuß gutgeheißen hat. Die Verſammlung
ſank=
tioniert dieſen Beſchluß nach dem Referat des Stadtv.
Sames. — Für die
Beſchaffung eines fahrbaren
Ent=
ſtaubungsapparates
für die ſtädtiſchen Gebäude iſt im Voranſchlag für 1912
ein Kredit von 900 Mark vorgeſehen. Es wird nunmehr
beantragt, den Apparat durch die Firma Herszberg & Co.
zu beſchaffen und den fehlenden Kredit von 145 Mark
nachzubewilligen. Nach dem Referat des Stadtv.
Witt=
mann wird der Kredit genehmigt.
Ein Milchausſchankhäuschen.
Die Stadtverordnetenverſammlung hatte ſich
ſeiner=
zeit damit einverſtanden erklärt, daß dem hieſigen Verein
gegen den Mißbrauch geiſtiger Getränke ein ſtädtiſcher
Platz am Schloßgraben zur Errichtung eines Kaffee= und
Milchausſchankhäuschens gegen Ausſtellung eines
Re=
verſes und Zahlung einer geringen Anerkennungsgebühr
überlaſſen wird. Der Verein hatte auf die Benutzung
dieſes Platzes verzichtet, ſucht aber jetzt darum nach,
daß ihm zu dem gleichen Zweck ein geeigneter Platz vor
dem neuen Hauptbahnhofe zur Verfügung geſtellt wird.
Als ſolcher kommt die Nordoſtecke des freien Plätzes vor
dem Bahnhof in Betracht. Es wird beantragt, dem Geſuch
unter den früheren Bedingungen ſtattzugeben und die
zur Abänderung des Fußſteiges an der betreffenden
Stelle erforderlichen Mittel von 150 Mark zu bewilligen.
Der Antrag wird angenommen. — Referent: Stadtv. Dr.
Bender.
Gelände=Ankauf.
Um den Bewohnern von Groß= und Klein=Zimmern,
Spachbrücken uſw. den Bezug von Brennholz aus dem
ſtädtiſchen Oberwald zu erleichtern, iſt die Herſtellung
eines direkten Verbindungsweges aus dem Oberwalde
nach den betreffenden Orten beabſichtigt. Die
Stadtver=
ordnetenverſammlung hat bereits früher die Herſtellung
dieſes Weges mit einem Koſtenaufwande von 1000 Mark
für Geländeerwerbungen gutgeheißen. Die letzteren
er=
fordern aber nunmehr einen Aufwand von 1520 Mark,
weshalb die Nachbewilligung eines Kredits von 520 Mk.
beantragt und von den zuſtändigen Ausſchüſſen empfohlen
wird. Nach dem Reſerat des Stadtv. Möſer und nach
kurzen Ausführungen der Stadtvv. Schupp und Dr.
Bender wird zugeſtimmt.
Die Firmen J. Meyer und Reinhardt & Co. haben um
Anſchluß an die Induſtriegleisan lage
in der Weiterſtädter Straße gebeten. Der Anſchluß
be=
dingt eine Verlängerung des ſtädtiſchen Stammgleiſes in
der Weiterſtädter Straße nach Weſten zu, deren
Ausführ=
ung zu Laſten der Stadt erfolgen ſoll, während die
übri=
gen Koſten des Anſchluſſes von den Anſchlußnehmern
ſelbſt zu tragen ſind. Die auf die Stadt entfallenden
Koſten werden etwa 5000 Mark betragen und ſind aus
Erſparniſſen ausdem früher bewilligten Hauptkredit für
die Induſtriegleisanlage oder gegebenenfalls aus
An=
lehensmitteln zu beſtreiten. Tiefbaudeputation und der
Finanzausſchuß haben das Projekt gutgeheißen und die
Bewilligung eines Kredits von 5000 Mark empfohlen.
Nach dem Bericht des Stadtv. Sames wird der
Vor=
ſchlag angenommen. — Die
Waſſerverſorgung für den erweiterten
Bahnhof Kranichſtein
bedingt die Verlegung einer zweiten Zuleitung, die nach
einer Vereinbarung mit der Eiſenbahnverwaltung im
Anſchluß an die Waſſerleitung in Arheilgen auf Koſten
der Stadt ausgeführt und von der Bahn auf die Dauer
von fünf Jahren verzinſt werden ſoll. Die Waſſerwerks=
Deputation hat nach dem Referat des Stadtv. Lindt
dieſer Vereinbarung zugeſtimmt und die Aufnahme der
Bahnhöfe Kranichſtein und Arheilgen als Uebergabeſtellen
in den mit der Bahn abgeſchloſſenen
Waſſerlieferungs=
vertrag beantragt. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Der Ueberſchuß der Städtiſchen Sparkaſſe.
Von dem Reingewinn der Städtiſchen Sparkaſſe für
1911, der nach entſprechender Rücklage 68000 Mark
be=
trägt, ſollen 60000 Mark an die Städtiſche Armenkaſſe
und je 4000 Mark an das Komitee zur Verabreichung des
Milchfrühſtücks und an das Ohlyſtift abgeführt werden.
Der Finanzausſchuß hat die vorgeſchlagene Verwendung
gutgeheißen. Die Verſammlung nimmt nach dem
Re=
ferat des Stadtv. Dr. Bender den gleichen Standpunkt
ein.
Oktroi auf inländiſchen Wein.
Der Rhein=Main=Gaſtwirteverband hat
gebeten, den inländiſchen Wein von der Oktroiabgabe zu
befreien, damit er in dieſer Hinſicht dem ausländiſchen
Wein gleichgeſtellt wird. Der ausländiſche verzollte Wein
iſt oktroifrei und kann nach dem Zollvereinsvertrag nicht
mit Oktroi belaſtet werden. Verſchiedene Verſuche der
ſtädtiſchen Verwaltung, durch Eingaben an den
Reichs=
tag die Zulaſſung einer Beſteuerung des ausländiſchen
Weines durch die Gemeinden zu erlangen, hatten bisher
keinen Erfolg. Da die Stadt. auf die Oktroieinnahme
von dem inländiſchen Wein, die ſich im Jahre 1911 auf
nahezu 18000 Mark belaufen hat, nicht verzichten kann,
hat der Finanz=Ausſchuß die Ablehnung des Geſuchs
beantragt, die von der Verſammlung nach dem Referat
des Stadtv. Dr. Bender auch beſchloſſen wird. Stadtv.
Dr. Vaubel hatte das Geſuch befürwortet.
Die Verſorgung der
Kohlenlagerplätze im neuen
Güter=
bahnhof
mit Trink= und Waſchwaſſer iſt aus verſchiedenen
Krei=
ſen wiederholt gewünſcht worden. Die
Waſſerwerksver=
waltung hat nunmehr ein Projekt aufgeſtellt, das die
Er=
richtung einer Zapfſtelle an der Hautzufuhrſtraße nach den
Lagerplätzen vorſieht und einen Koſtenaufwand von 1700
Mark erfordert. Die Eiſenbahnverwaltung hat ſich
be=
reit erklärt, hierzu einen Koſtenbeitrag von 1200 Mk. zu
leiſten. Die Waſſerwerks=Deputation empfiehlt die
Aus=
führung dieſes Projekts, das nach dem Bericht des Stadtv.
Saeng genehmigt wird.
Ein Brunnen geſtiftet.
Für das Arbeiterwohnviertel am Dornheimer Weg
iſt von Herrn Hoſweißbinder Klein ein Brunnen
ge=
ſtiftet worden, der an der Kreuzung des Dornheimer
Wegs und der Mittelſchneiſe aufgeſtellt werden ſoll. Die
Aufſtellung und Inſtallation des Brunnens erfordert
einen Koſtenäufwand von 900 Mk., die jährlichen
Be=
triebs= und Unterhaltungskoſten betragen 150 Mk. Die
Waſſerwerks=Deputation beantragt, dieſe Koſten auf die
Stadtkaſſe zu übernehmen. Die Verſammlung ſtimmt
nach dem Referat des Beig. Ekert zu.
Abſchlußder Stadtkaſſeundderſtädtiſchen
Nebenkaſſen für das Rechnungsjahr 1911.
Nach der gedruckten Vorlage ſchließen die einzelnen
Kaſſen wie folgt ab:
Stadtkaſſe. 1. Für die Verwaltung. Die
Ein=
nahme beträgt 770470491 Mk., die Ausgabe 6 923 178,05
Mark. Es bleiben verfügbar 68888206 Mk. Es wird
beantragt: 1. von der Entnahme des Betrages von
176620 Mk. aus dem Ausgleichsfonds abzuſehen; 2.
Ab=
lieferung des Ende 1911 verbleibenden Barvorrats von
88 882,06 Mk. an den Ausgleichsfonds. — 2. Für das
Vermögen. Die Einnahme beträgt 7080 904,34 Mk., die
Ausgabe 5419115,58 Mk., verglichen, bleiben Reſt
1 661 788.76 Mk. Die in das Rechnungsjahr 1912 zu
übertragenden Kredite, deren Deckung aus obigem
Ver=
mögensſtand beantragt wird, ſtellen ſich auf 609530 Mk.
Elektrizitätswerkskaſſe. Die
Betriebs=
einnahmen betragen einſchließlich des aus dem
Vorjahr übergegangenen Betriebsfonds von 15000 Mk.
und nach Abzug der Ausſtände von 610,77 Mk. 850 060,62
Mark, die Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung)
be=
tragen 563 953,81 Mk., mithin Ueberſchuß 286 106,81
Mark. An dieſer Summe ſind die für Abnutzung der
Be=
triebseinrichtungen vorzunehmenden Abſchreibungen an
den Anlagewerten zu kürzen mit 125 912,29 Mk. Verbleibt
ein reiner an die Stadtkaſſe abzuliefernder
Betriebs=
überſchuß von 160 194,52 Mk. (gegen 121 227,04 Mk.
des Vorjahres und 70000 Mk. laut Voranſchlag).
Gaswerkskaſſe. Die Betriebseinnahmen mit
Ausſchluß des aus dem Vorjahr übergegangenen
Betriebsfonds von 137300,36 Mk. und nach Abzug der
Ausſtände von 600,13 Mk., betragen 2001 121,99 Mk.,
die Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung) betragen
1348 145,97 Mk. Es verbleibt ein reiner an die
Stadt=
kaſſe abzuliefernder Betriebsüberſchuß von
508 722,93 Mk. (gegen 458 539,06 Mk. des Vorjahres und
458000 Mk, laut Voranſchlag).
Waſſerwerkskaſſe. Die Betriebseinnahmen
mit Ausſchluß des aus dem Vorjahr
übergegan=
genen Betriebsfonds von 30000 Mk. und nach Abzug der
Ausſtände von 32,20 Mk. betragen 693074,55 Mk., die
Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung) betragen
349113,63 Mk. Es verbleibt ein reiner an die Stadtkaſſe
abzuliefernder Betriebsüberſchuß von 294325,47
Mark (gegen 223 780,76 Mk. des Vorjahres und 184000
Mark laut Voranſchlag).
In der Polizeikaſſe erſcheinen ungedeckt
370 129,61 Mk. Es wird beantragt, den Zuſchuß der
Stadtkaſſe (lt. Voranſchlag 373800 Mk.) auf 370 12961
Mark feſtzuſetzen. — In der Krankenhauskaſſe
erſcheinen ungedeckt 86 263,30 Mk. Es wird beantragt
Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf 89950,93
Mark (gegen 88868.45 Mk. im Vorjahr und 95000 Mk.
nach dem Voranſchlag für 1911). — In der
Armen=
kaſſe erſcheinen ungedeckt 201677,96 Mk. Es wird
Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf
201 677,96 Mk. gegenüber den voranſchlagsmäßigen
235 820 Mk. beantragt.
Pfandhauskaſſe. Die ordentlichen
Ein=
nahmen betragen 20 411,04 Mk., die ordentlichen
Aus=
gaben betragen 1878539 Mk. Verglichen, erſcheint eine
Mehreinnahme von 1625,65 Mk., die an die
Stadt=
kaſſe abzuliefern iſt. Die außerordentlichen Einnahmen
betragen 19281266 Mk., die außerordentlichen Ausgaben
betragen 186 420,37 Mk. Verglichen, erſcheint eine
Mehr=
einnahme von 6392,29 Mk., die der Stadtkaſſe
zuzu=
führen iſt. — Grunderwerbskaſſe. Die
Aus=
gaben für die Verwaltung betragen 157367,23 Mk., die
Einnahmen für die Verwaltung betragen 6480,76 Mk.
Verglichen, erſcheint eine Mehrausgabe von
150886 47 Mk., die aus der Stadtkaſſe gedeckt werden. —
Saalbaukaſſe. Die Ausgaben betragen 58693,64
Mark, die Einnahmen betragen 4561785 Mk. Verglichen,
erſcheint eine Mehrausgabe von 13075,79 Mk. Es wird
Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf 13 075,79
Mark gegenüber den voranſchlagsmäßigen 15200 Mk.
beantragt.
Straßenbahnkaſſe. Die Betriebseinnahmen
betragen 469 585,57 Mk. Die Betriebsausgaben (ohne
Schuldentilgung und ohne Rücklage für den
Erneu=
erungs= und Reſervefonds) betragen 423 490,11 Mk.
Ver=
glichen, ergibt eine Mehreinnahme von 46095,46
Mark. Die Abſchreibungen an den Anlagewerten
be=
rechnen ſich für 1911 auf 68 930,73 Mk. Es wäre mithin
bei Bewirkung der Abſchreibungen in voller Höhe ein
Zuſchuß von 22 835,27 Mk. aus der Stadtkaſſe
erforderlich. Nach dem Regulativ für den
Erneuerungs=
fonds und den Reſervefonds ſind dem Erneuerungsfonds
ſolange und inſoweit er die Höhe von 20 Prozent des
Anlagekapitals nicht erreicht hat oder um 5 Prozent oder
mehr unter dieſelbe zurückgegangen iſt, beſtimmte
jähr=
liche Rücklagen aus den Einnahmen des Unternehmens
oder, falls dieſe nicht ausreichen ſollten, aus ſonſtigen
Be=
ſtänden der Stadtkaſſe zuzuführen; dem Reſerveſonds
ſind alljährlich 1 % des Anlagekapitals zuzuführen, bis
er die Höhe von 1 Prozent des Anlagekapitals erreicht
hat. Das Geſamtanlagekapital berechnete ſich am 1. April
1911 ausſchließlich des Grundſtückswerts auf 1678 267,39
Mark, 20 Prozent hiervon betragen 335 653,48 Mk. Der
Erneuerungsſonds betrug am 1. April 1912 358 321,09 Mk.
Eine Abführung von Mitteln an den Erneuerungsfonds
erſcheint ſomit nicht erforderlich. Der Reſervefonds
be=
trägt am 1. April 1912 16 182,11 Mk. 1 Prozent des
An=
lagekapitals ſind 16 782,67 Mk. Um den vorgeſchriebenen
Stand des Reſervefonds zu erreichen, iſt eine Rücklage
erſorderlich von 600,56 Mk., welcher Betrag der obigen
Mehreinnahme von 46095,46 Mk. entnommen werden
muß, ſodaß ein Ueberſchuß verbleibt von 45 494.90 Mk.
Weiter iſt daraus die Schuldentilgung zu decken mit
20 24352 Mk., ſodaß von dem Betriebsüberſchuß
verblei=
ben 25 251,38 Mk., die an die Stadtkaſſe abzuliefern ſind.
Zur Deckung der unter Rubrik 25 für Anlagezwecke
ver=
ausgabten Koſten ſind Anlehensmittel in Anſpruch zu
neh=
men und zwar: a) Für den Ausbau in der Breiten Allee
und vor dem neuen Hauptbahnhof, ſowie in der
Aleran=
derſtraße 186 625,61 Mk. b) Für Grunderwerb an
Böl=
lenfalltor 18000.— Mk. e) Für Errichtung einer
elektri=
ſchen Straßenbeleuchtung in der Nieder=Ramſtädterſtraße
in Verbindung mit der Obtrleitung der Straßenbahn
63803 Mk. d) An Barzahlung bis zur Höhe der
Beteili=
gung der Stadt am Gründungskapital der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft 75033,97 Mk., zuſammen
280 297,61 Mk. Der weiter unter Rubrik 25 verausgabte
Betrag von 712,96 Mk. iſt regulativmäßig aus dem
Er=
neuerungsfonds zu decken. Es wird beantragt: 1.
Feſt=
ſetzung des zur Deckung der außerordentlichen
Aufwen=
dungen in 1911 erforderlichen Zuſchuſſes aus
An=
lehensmitteln der Stadtkaſſe auf 280 297,61 Mk. 2.
Ab=
ſtandnahme von der Durchführung der prozentualen
Ab=
ſchreibungen an den Anlagewerten im Betrage von
68 930,73 Mk. 3 Entnahme der Koſten der
Schuldentil=
gung (20 243,52 Mk.) und der erforderlichen Rücklage für
den Reſervefonds (600,56 Mk.) aus den
Betriebseinnah=
men. 4. Ueberweiſung des alsdann noch bei der
Ver=
gleichung der Betriebseinnahmen mit den
Betriebsaus=
gaben verbleibenden Ueberſchuſſes von 25 251,38 Mk.,
ſowie des bereits nach 1911 unter dem Vorbehalt
ſpäte=
rer Beſtimmung der Verwendung übertragenen 1910er
Ueberſchuſſes von 5242.91 Mk., zuſammen alſo von
30 494,29 Mk. an die Stadtkaſſe. 5. Abhebung des z. L.
des Erneuerungsfonds gehenden Betrags von 712,96 Mk.
aus dem Sparkaſſebuch des Erneuerungsfonds.
Schlachthofkaſſe. a) Schlachthof. Die
Ein=
nahmen betragen unter Ausſchluß des ſtändigen
Be=
triebsfonds von 10000 Mk. 34691230 Mk. Die
Aus=
gaben (ohne Schuldentilaung) betragen 194 744.75 Mk.
(s verbleibt nach Abzügen ein Einnahme=Ueberſchuß
von 118654,43 Mk., der an die Stadtkaſſe abzuliefern
Die Anlagekoſten für Entwäſſerung des
Schlachthofge=
ländes ſtellen ſich auf 100000 Mk., die aus
Anlehensmit=
teln der Stadtkaſſe zu decken ſind. — b) Fleiſchbeſchau.
Die Ausgaben betragen 20 164,98 Mk. Die Einnahmen
betragen 16600,55 Mk., mithin Wenigereinnahme
3564,43 Mk. Zur Deckung dieſes Fehlbetrages iſt ein
Betrag in gleicher Höhe aus dem Ueberſchuß des
Schlacht=
hofs in Anſpruch zu nehmen.
Kaſſe des Hallenſchwimmbades. Die
Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung) betragen
153 589,43 Mk. Die Betriebseinnahmen betragen
100052,90 Mk., mithin Wenigereinnahme 53 536,53 Mk.
Dieſem Betrage gehen die Abſchreibungen an den
An=
lagewerten zu mit 16681,84 Mk, ergibt einen
Fehl=
betrag von 70218,37 Mk. (gegen voranſchlagsmäßige
73000 Mk.), der durch einen Zuſchuß aus der Stadtkaſſe
in gleicher Höhe zu decken iſt.
Kaſſe der Knaben=Arbeits=Anſtalt. Die
Ausgaben betragen 48 262,50 Mk. Die Einnahmen
be=
tragen 46735,30 Mk. Verglichen, erſcheint eine
Mehr=
ausgabe von 1527,20 Mk. Die aus der Stadtkaſſe
erforderliche Zuſchußleiſtung ſtellt ſich auf 2927,20 Mk.,
ſtatt des in dem Voranſchlag vorgeſehenen Zuſchuſſes
von 4820 Mk.
Uneinbringliche und niedergeſchlagene
Poſten. Infolge nachgewieſener Zahlungsunfähigkeit
uſw. ergaben ſich uneinbringliche Poſten: 1. bek der
Stadtkaſſe im Geſamtbetrage von (darunter 74 316,67 Mk.
Gemeinde= und Lokalkirchenſteuer) 76 658,28 Mk. 2. bei
der Elektrizitätswerkskaſſe 112,01 Mk. 3. bei der
Gas=
werkskaſſe 72288 Mk. 4. bei der Waſſerwerkskaſſe 7,25
Mark. 5. bei der Krankenhauskaſſe 458,89 Mk. 6. bei der
Schlachthofkaſſe 108,— Mk. 7. bei der Grunderwerbskaſſe
10.65 Mk., zuſammen 78 077,96 Mk. Es wird
be=
antragt. die Niederſchlagung und ausgäbliche
Verrech=
nung dieſer Poſten von zuſammen 78077.96 Mk.
autzu=
heißen, vorbehaltlich der noch vorzunehmenden Prüfung
der Verzeichniſſe über uneinbringſiche Gemeinde= und
Kirchenſteuern.
Zu den einzelnen Poſitionen wird z. T. kurz
debat=
tiert, doch werden die Abſchlüſſe durchweg genehmigt.
Wie der Referent. Stadtv. Henrich, hervorhebt, iſt
in ſämtlichen Betrieben der Stadt eine
Mehreinnahme erzielt worden, ſodaß insgeſamt
ein Mehrüberſchuß von über 200000 Mark verzeichnet
werden kann. — Referent der Nebenkaſſen war Stadtv.
Kalbfuß.
Die Tägesordnung war damit erledigt, die Sitzung
konnte ſchon nach 5 Uhr geſchloſſen werden.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt 5. Dez. Der vierte (
Peti=
tions=)Ausſchuß der Zweiten Kammer hielt heute
vormittag wieden eine Sitzung ab und beſchloß zunächſt,
inbetreff der Wirtſchafts=Konzeſſionsangelegenheit
Roden=
häuſer verſchiedene Fragen an die Regierung zu
formulie=
ren und um eine baldige Beantwortung derſelben zu
er=
ſuchen. Der Bericht über die Vorſtellung der Mainzer
Steueräufſeher Gimbel und Gen, bezüglich deren der
Ausſchuß beſchloſſen hat, die Regierung zu erſuchen, die
für 1910 zu viel bezahlten Vergütungen für
Schiffsbeglei=
tungen nicht zurückzuverlangen, ſondern durch die
Staats=
kaſſe zu decken, wurde verleſen und genehmigt. Der
Aus=
ſchuß beſchäftigte ſich weiter mit dem Antrag Ulrich,
be=
treffend die Trennung von Schule und Kirche. Poſition 1
dieſes Antrags, in welcher dem Religionsunterricht der
pbligatoriſche Charakter genommen werden ſoll, wurde
vom Ausſchuß abgelehnt, Poſition 2 dagegen, worin
Auf=
hebung des Art. 50 des Volksſchulgeſetzes verlangt wird,
nach welchem die Lehrer an den Volksſchulen verpflichtet
ſind, die kirchlichen Funktionen als Organiſt, Kantor oder
Vorleſer zu übernehmen, wu de einſtimmig angenommen,
Poſition 3, worin die Aufhebung des Artikels 69II
ver=
langt wird, der den Geiſtlichen als ſolchen Sitz und
Stimme im Schulvorſtand zugeſteht, wurde gegen eine
Stimme abgelehnt, und Poſition 4, in der geſagt wird,
daß die noch beſtehenden Konfeſſionsſchulen „alsbald in
gemeinſame Schulen umzuwandeln ſind” wurde mit 4
gegen 2 Stimmen angenommen. Die Beratung der
übrigen Gegenſtände der Tagesordnung wurde auf
unbe=
ſtimmte Zeit vertagt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. Dez. Vizepräſident Dove eröffnet
die Sitzung um 1,20 Uhr. Das Andenken des geſtern
verſtorbenen Abgeordneten Will=Stolp (konſ) wird durch
Erheben von den Plätzen geehrt. Auf der Tagesordnung
ſteht die Fortſetzung
der erſten Beratung des Etats.
Abg. Dr. Paaſche (natlib.): Wir würden es
be=
dauern, wenn durch die Erklärung des Abgeordneten
Spahn ein neuer Kulturkampf entſtehen würde. Wir
wünſchen den konfeſſionellen Frieden. Es iſt
unverſtänd=
lich, wie das Zentrum, das bekanntlich keine
konfeſſio=
nelle Partei, ſondern eine politiſch nationale Vereinigung
ſein will, in dieſem Augenblick mit einem
Mißtrauens=
votum vorgehen kann. Herr Spahn hat kein Wort vom
Etat geſagt. Alle anderen Intereſſen ließ er
zurücktre=
ten hinter dieſe einzige konfeſſionelle Frage. Wenn ein
folgenſchwerer Konflikt kommen ſollte, was wir nicht
wünſchen und nicht hoffen, ſo trifft die Schuld allein das
Zentrum. (Sehr richtig!) Dem Reichskanzler danke ich
für ſeine warmen, vortrefflichen Worte im Intereſſe der
evangeliſchen Bevölkerung. Es iſt anerkannt, daß
oft=
mals gegen die ſtrikten Beſtimmungen des Geſetzes
ver=
ſtoßen worden iſt. Die Regierung hat oft ein Auge
zu=
gedrückt. Keiner Partei iſt es eingefallen, deshalb der
Regierung einen Vorwurf zu machen. Die Entſcheidung
des Bundesrats enthält nichts, als was ſeit vierzia
Jah=
ren geltendes Recht in Deutſchland iſt. Nun will das
Zentrum der Regierung und dem Volk den
Fehdehand=
ſchuh hinwerfen, weil ſeinen Wünſchen in bezua auf
die=
ſes Geſetz nicht Rechnung getragen wird. Ich hoffe, daß
das nationale Empfinden im Zentrum auch Herr dieſer
Erregung werden wird. (Lebhaftes Bravo!) Der Etat
bietet an ſich ein recht erfreuliches Bild. Bedauerlich
iſt nur, daß trotz dieſer guten Verhältniſſe unſere
Staats=
vaviere einen derart niedrigen Stand haben. Man
ſollte viel mehr als bisher dazu übergehen, das Geld in
wirtſchaftlichen Unternehmungen fremder Länder
unter=
zubringen nach dem Muſter des Auslandes. Dadurch
ſtärken wir auch die volitiſchen Intereſſen Deutſchlands
in dieſen fremden Ländern. Den Forderungen für Heer
und Marine zuzuſtimmen, ſind wir bereit. Die
Ueber=
ſchüſſe von Poſt. Telegraph und Eiſenbahn ſind ſo
gewal=
tig, wie man ſie vor zehn Jahren noch nicht ahnen konnte.
Es wäre vielleicht mehr zu bedenken, daß dieſe
Einrich=
tungen in erſter Linie dem Verkehr dienen erſt dann dem
Reiche Einnahmen verſchaffen ſollen. Die weitere
Ver=
mehrung des Veteranenfonds begrüßen wir aufrichtig.
Da mag man in Zukunft weniger rigoros bei der
Ge=
währung von Beihilfen vorgehen. Der Kolonialetat iſt
beſonders erfreulich, da nur Neu=Guinea noch Zuſchüſſe
für die Zivilverwaltung braucht. Auf die kulturellen
Fortſchritte der Kolonien kann man ſtolz ſein (Bravo!),
das iſt namentlich von Kiautſchou zu ſagen. Zu
abfälli=
ger Kritik bietet der Etat wenig Anlaß. Wollen wir den
Umſturz bekämpfen, ſo gilt es weniger gegen die Doktrin
der Partei vorzugehen, als vielmehr eine verſtändige
Ver=
waltungspraxis und eine verſtändige Rechtſprechung zu
ſchaffen. Dadurch werden zufriedene Menſchen geſchaffen
und wenn wir die haben, dann brauchen wir uns vor der
Entwicklung der Sozialdemokratie nicht zu fürchten.
Abg. Dr. Wiemer (Fortſchr. Volksp.): Bezeichnend
iſt es, daß Herr Spahn kein Wort zum Etat geſagt hat.
Ich hoffe, daß das in Zukunft nicht wiederholt wird. Der
Reichskanzler hat recht, wenn er die Schlußfolgerung zog,
daß für das Zentrum die Jeſuitenfrage der Eckſtein ihres
Programms iſt. Wenn das Zentrum heute aus Anlaß
des Bundesratsbeſchluſſes gegen Reichskanzler und
Bun=
desrat eine Kriegserklärung erläßt, ſo mag es auch
folge=
richtig der konſervativen Partei den Krieg erklären.
Vielleicht zerſchneidet Heur Gröber nachher mit kräftiger
Hand das Tiſchtuch der Tafel, an der er bisher mit Herrn
von Heydebrand geſeſſen hat. (Heiterkeit. Abg. Gröber
ruft: Das glauben Sie ſelbſt nicht! Große Heiterkeit.)
Wir billigen den Bundesratsbeſchluß vollkommen. Das
Vorgehen der bayeriſchen Regierung gefällt uns nicht.
Ihre Bundestreue bezweifeln wir nicht, aber es iſt eine
andere Frage: ob ein beſtehendes Reichsgeſetz durch
Ueberlegungskünſte ins Gegenteil verkehrt oder
abge=
ſchwächt werden kann. Der Bundesratsbeſchluß bedeutet
keine Verſchlechterung des gegenwärtigen Zuſtandes,
eher bedeutet er ein Entgegenkommen. (Widerſpruch im
Zentrum.) Schikanen und Nachſchnüffeleien verwerfen
auch wir. Wir hoffen, daß eine gelinde Praxis auch in
Zukunft angewandt wird. Das Zentrum behält ſich ſein
Verhalten vor. Wenn es ſeine Konſequenzen ziehen
wollte, es hätte ſchon Gelegenheit gehabt bei dem
geſtell=
ten Antrag der Sozialdemokraten (Widerſpruch im
Zentrum) oder bei dem Zuſammenſtoß mit Herrn von
Schorlemer. Charakteriſtiſch iſt es, daß Herr Spahn aus
Dankbarkeit für die ſozialdemokratiſche Zuſtimmung zur
Aufhebung des Jeſuitengeſetzes rief: Kehre zurück, Frank,
Dir iſt alles verziehen! (Große Heiterkeit.) Graf Weſtarp
iſt ſtolz auf die Erfolge der Finanzreform von 1909, die
die Militärvorlage ermöglicht habe. Haben denn die
Konſervativen ſchon damals die Militärvorlage
voraus=
geſehen? Wenn dies der Fall iſt, verdienen ſie wirklich
den Lorbeerkranz des Propheten. (Sehr gut! links.) Die
Scheckſteuer, die ſich an das Steuerbukett nicht angliedern
mag, ſoll beſeitigt werden. Ihr Ertrag ſteht in keinem
Einklang mit der damit verbundenen Belaſtung des
Ver=
kehrs. (Sehr richtig! links.) Ein endgültiges Urteil über
die Finanzreform kann man zurzeit noch nicht fällen.
Ihre Endwirkung iſt abzuwarten. Das Anleiheweſen
hat ſich gebeſſert. Die Vorwürfe, die gegen die Börſe und
die Banken gemacht worden ſind, ſind nicht berechtigt.
Die Aufbeſſerung der Poſtbeamten iſt, wenn ſie auch nicht
ſo reich iſt, zu begrüßen. Auch der Oſtmarkenzulage
ſtim=
men wir zu. Die Entſchädigungen für außerordentliche
Dienſtleiſtungen bei der Eiſenbahn müſſen reichlicher
be=
meſſen und gerechter verteilt werden. Das Maß der
Un=
zufriedenheit mit der wirtſchaftlichen Lage iſt dem Volke
zum Ueberlaufen voll. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß
ein Umſchwung in unſerer Handelspolitik bevorſteht. Die
neuen Wahlen in Amerika haben ein anderes Regime zur
Herrſchaft gebracht, das in mancher Beziehung den
Zoll=
tarif verändert wiſſen will. Der Etat zeigt heute
uner=
freuliche Rückſchläge. Unerwünſcht iſt, daß die Zuſchüſſe
des Reiches wieder angewachſen ſind. Auch die
Einnah=
men aus den Schutzgebieten ſind nicht ſo geſtiegen, wie
zu erwarten war. Ob die zu erwartende
Diamanten=
ſteuer den Rückgang aus der Diamantengewinnung
auf=
halten wird, erſcheint mir zweifelhaft, ebenſo bezweifle
ich, daß die neuerworbenen Gebiete in Afrika dauernd
ohne Mehrbelaſtung des Reiches auskommen werden.
Einem Ausbau der Bahnen in den Schutzgebieten
ſtim=
men wir im Intereſſe der dortigen wirtſchaftlichen
Ent=
wickelung zu, aber nur unter der Bedingung, daß die
Mittel in den Kolonien ſelbſt aufgebracht werden. In
Flottenkreiſen werden Neuforderungen über das
Flotten=
geſetz hinaus laut. Ueber die Forderung von 10
Millio=
nen für den Neubau einer Kaiſerjacht Erſatz „
Hohen=
zollern” wird uns in der Budgetkommiſſion die
Notwen=
digkeit nachgewieſen werden müſſen. Der in die
Er=
cheinung tretende Klaſſendünkel in Marinekreiſen iſt
un=
erfreulich. Wir verlangen, daß das Heer dem ganzen
olke offen ſteht, keine Bevorzugung des Adels und keine
Zurückſetzung des Volkes ſtattfindet. Auch die
Krieger=
vereine ſollen unpolitiſch ſein. Die politiſche
Geſinnungs=
chnüffelei unter Reſerveoffizieren muß aufhören. Wir
ſind für eine geſunde Fortführung der Sozialpolitik. Die
usführung der Angeſtellten=Verſicherungsgeſetzgebung
iſt mangelhaft. Unſere wirtſchaftliche Entwickelung hätte
nicht den Gana nehmen können, wenn nicht unſere
intelli=
gente, leiſtungsfähige Arbeiterſchaft in gemeinſamem
Wir=
en mit dem weitblickenden Unternehmertum ſo
erfolg=
reich tätig geweſen wäre. Wir wünſchen, daß die
Ar=
beiterorganiſationen, die den Klaſſenkampf ablehnen, ſich
kräftig entwickeln mögen, insbeſondere wünſchen wir,
daß ſich der Reichsverband liberaler Arbeiter (Lachen bei
den Soz.) kräftia weiter entwickeln möge. Wir treten
nicht für den blinden Gehorſam ein, aber auch nicht für
den Rebellentrotz. Wir gehorchen der Geſetzgebung,
vollen dieſe aber in freiheitlichem Sinne ausgeſtaltet
wiſſen. Dazu gehört aber auch eine geſunde Wahlreform
in den Einzelſtaaten, beſonders in Preußen. (Beifall
links.)
Aba. Dr. Arendt (Rpt.): Wir wollen den
konfeſſio=
nellen Frieden. Kein Augenblick iſt ungeeigneter für
konfeſſionelle Gegenſätze, als der jetzige. Als ſolche
Ver=
ſchärfung iſt der Bundesratsbeſchluß nicht anzuſehen, da
er weiter nichts enthält als eine Fortſetzung einer ſeit
40 Jahren beſtehenden Praxis. Das Zentrum hat das
Jeſuitengeſetz jederzeit bekämpft, gegen die praktiſche
Auslegung ſind berechtigte Klagen aber nicht erhoben
worden. Wir ſtimmen den Ausführungen des Reichskanzlers
durchaus zu. Die Finanzreform hat zur Beſſerung unſerer
wirtſchaftlichen Lage weſentlich beigetragen. Die
Scheckſteuer hat nicht das gehalten, was ſie verſprach.
Ueberdies hat namentlich der kleine Mittelſtand die
größ=
ten Laſten zu tragen. Vielleicht läßt ſich die Börſenſteuer
auf Reichs= und Staatspapiere ausdehnen. (Sehr richtig!)
Die für das nächſte Jahr zu erwartenden
Silbergedenk=
münzen müſſen in größerer ZZahl geprägt werden.
Viel=
leicht könnte der ganze Bedarf als Jubiläumsprägung
ausgegeben werden. Eine Vermehrung der
Silbermün=
zen wäre überhaupt zu empfehlen. Mit Genugtuung
be=
grüßen wir, daß die Vorſchüſſe für Heer und Marine
aufhören werden. Das wirkt zinsſparend. Zu erwägen
iſt es, ob die Durchführung der Heeresvorlage nicht
be=
ſchleunigt werden muß. Hinſichtlich der
Kriegsteilneh=
mer iſt kein Staatsſekretär uns ſo entgegenkommend ge=
weſen, wie der gegenwärtige. Das wollen wir
aner=
kennen. Das nächſte Ziel, für die Minderbemittelten
unter den Kriegsteilnehmern über die 120 Mark
hinaus=
zugehen, wird hoffentlich nun auch erreicht werden,
ebenſo die Herabſetzung der Altersgrenze von 75 auf 65
Jahre. Die Beſſerſtellung der Poſtagenten iſt dringend
erwünſcht. Unſer Kolonialetat zeigt eine günſtige
Ent=
vickelung. Es wäre ſchneller in dieſer Hinſicht gegangen
ohne die Hemmung, die die Freiſinnigen namentlich dem
Bahnbau bereitet haben. Eine ſolche Entwickelung
un=
ſerer Kolonien war ſeit den 30 Jahren ihres Beſtehens
nicht zu erwarten. Die Reichswertzuwachsſteuer entſpricht
nicht den Erwartungen, ſie gibt ſogar zu einer Fülle von
Klagen Anlaß, ſo daß der Erfolg gleich Null iſt.
Inner=
halb der Gewerkſchaften wird die ſozialdemokratiſche
Ge=
werkſchaftsbewegung als veraltet angeſehen Der
wirk=
liche Fortſchritt iſt in der nationalen Arbeiterbewegung
zu erblicken. Wir müſſen uns gegen den Radikalismus
wenden. Das hat für die äußere wie für die
Wirtſchafts=
politik die größte Bedeutung. (Bravo rechts.)
Abg. Seyda (Pole): Wir haben keinen Anlaß, auf
den Etat näher einzugehen. Bei uns herrſcht große
Er=
regung über das Enteignungsgeſetz, da es igegen die
Humanität und Moral verſtößt. (Vizepräſident Dove
bittet den Redner, ſich zu mäßigen.) Der Standpunkt des
Zentrums in der Jeſuitenfrage wird von uns durchaus
geteilt. (Beifall bei den Polen und im Zentrum.)
Abg. Alpers (Welfe): Im Intereſſe unſerer
Induſtrie müſſen die gewerblichen Schulen mehr als
bis=
her gefördert werden. Eine Zollunion zwiſchen
Deutſch=
land und Oeſterreich=Ungarn iſt dringend erwünſcht.
Unſere Handelskreiſe beſchweren ſich darüber, daß die
Handelsverträge mit dem Ausland immer einſeitig zu
ungunſten Deutſchlands ausgelegt werden. Wir
prote=
ſtieren gegen die Treibereien gegen England. Unſer
Han=
del mit England hat eine große Bedeutung. (
Vizepräſi=
dent Dove bittet den Redner wiederholt, nicht auf
Fra=
gen der auswärtigen Politik einzugehen.) Wir ſind keine
Partikulariſten. Wir fordern für unſer Heimatland nur
das gleiche Recht, wie es die anderen Staaten haben.
Wir ſind in dieſem Hauſe keine übergroßen Geſtalten.
wir glauben aber, als treue Männer angeſehen zu
wer=
den, die ſich zu unbedingter Treue zum Reich verpflichtet
fühlen, darüber herrſcht jedenfalls kein Zweifel. — Abg.
Dr. Lenz (Soz.): Wenn der Abg. Dr. Arendt von
einem Koalitionszwang ſprach, muß er ſich vor allem
erſt einmal im eigenen Kreiſe umſchauen, dann kann er
ſich an ſeiner eigenen Naſe faſſen. (Heiterkeit, Zuruf:
„Antiſemit!”) Es war mir bisher unbekannt, daß Dr.
Arendt Antiſemit iſt. Er legt doch ſo großen Wert auf
ſein Preußentum. Der Abg. Spahn hat eine richtige
Jeſuitenrede gehalten. Vielleicht iſt er über die
Auf=
regung in den katholiſchen Arbeiterkreiſen nicht recht
auf=
geklärt. Das Zentrum verſucht durch die Jeſuitenfrage
das katholiſche arbeitende Volk abzulenken von der
Enzyklika des Papſtes und der herrſchenden Teuerung.
Wie ſtellt ſich denn der Reichskanzler zu der in der
En=
zyklika erſcheinenden Verkrüppelung des Koalitionsrechts?
Die Kämpfe der Arbeiterklaſſe ſind nicht national,
ſon=
dern international und deshalb nicht vom Reichskanzler
zu bekämpfen. Die Erfolge der Aktien von Krupp zeigen
wie die arbeitende Bevölkerung ausgenutzt wird. Der
Fürſt Pleß mit ſeiner enaliſchen Gemahlin (Vizepräſident
Paaſche: Das gehört doch nicht zum Etat!) zeigt, wie
Erpreſſer in den beſitzenden Kreiſen umzugehen verſtehen.
Die Arbeiter haben unter dem Schutzzoll ſo ſchwer zu
leiden, daß dieſer Zoll den Namen Raubzoll verdient.
Wie ſeinerſeits die Konſervativen als Chor der
Land=
räte bezeichnet wurden, ſo verdienten die
Nationallibera=
len den Namen Chor der Aufſichtsräte. Heer und Marine
werden nur zum Schutz des Kavitalismus verwendet,
aber niemals zum Schutz der Arbeiter.
Hierauf wird vertagt. — Der Aba. Arendt bemerkt
perſönlich: der Abg. Lenz hat auf meine Koſten einen
Witz gemacht; da das der einzige war, den er machte, will
ich darüber hinwegſehen. — Nächſte Sitzung Freitach
1 Uhr. — Weiterberatung und Kleine Anfragen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redakttos
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Faſt kein Tag vergeht, an dem man nicht von der
jetzt herrſchenden Fleiſchnot in der Zeitung zu leſen hat,
und wie überall Beſprechungen und Vokehrungen zur
Linderung dieſer Notlage ſtattfinden. Daß die Fleiſchnot
ſehr groß iſt, beweiſt der Umſtand, daß man in manchen
Gegenden ſchon zum Genuſſe des Hundefleiſches greift.
Aus dieſem Grunde möchte ich einmal auf das ſehr
ſchmackhafte und auch billige Fleiſch des wilden
Ka=
ninchens hinweiſen. Doch in wie großen Widerſpruch
ſtellen ſich hierzu Staats= und Gemeindebehörden, indem
von dieſer Seite ein wahrer Vernichtungskrieg dem
wil=
den Kaninchen geliefert wird. Von den genannten
Be=
hörden wird alljährlich im Frühjahr angeordnet, daß die
wilden Kaninchen durch Einlaſſen von giftigen Gaſen in
ihre Baue getötet oder auf ſonſtige Weife umgebracht
werden; und dieſes Verfahren geſchieht in einer Zeit, wo
die Paarung dieſer Tiere bereits begonnen hat. So
er=
ging auch beiſpielsweiſe dieſes Jahr auf And ag von
ver=
ſchiedenen Gemeinden eine kreisamtliche Verfügung, daß
in der Zeit von März bis Ende Juni, durch mehrere von
der Gemeinde beſtimmten Perſonen, in den einzelnen
Jagdbezirken die Kaninchen durch Frettieren und Fangen
mit Netzen ins Jenſeits zu befördern ſeien. Dieſe
Maß=
nahme fand ebenfalls zu einer Zeit ſtatt, wo eine Paarung
der Tiere und ein Setzen der Jungen vor ſich geht. Einem
Jäger widerſtrebt es, während dieſer Zeit die Tiere
ab=
zuſchießen, da das Fleiſch aus den angegebenen Gründen
um dieſe Zeit nicht genießbar iſt.
Das e wähnte Abfangen findet nun auf folgende
Weiſe ſtatt: Die beſtimmten Kaninchenfänger rücken, mit
Hund, Frettchen und Garnen verſehen, aus und ſchneiden
den gefangenen trächtigen oder ſchon ſäugenden
Mutter=
tieren die Läufe ab und liefern ſolche an eine von der
Gemeinde bezeichnete Stelle, welche dann als
Sieges=
preis für die Läufe eines Lapins 25 Pfg. zahlt, ebenſo
ergeht es den mehrere Wochen alten Jungkaninchen. Wenn
man hiergegen einwenden wollte, daß die Tiere
Wild=
ſchaden verurſachen, ſo ſteht dieſe: noch lange nicht mit
den Vertilgungsmaßregeln im Einklang, da ja doch der
Jaadpächter, trotz allen Vorkehrungen, etwa entſtandenen
Wildſchaden erſetzen muß. Wenn man nun in Betracht
zieht, daß beiſpielsweiſe bei ſolchem
Vernichtungsverfah=
ren in einem Jagdbezirk 80—100 Muttertiere und
eben=
ſoviele Jungkaninchen ihr Leben gelaſſen haben, welch
große Anzahl dieſer Tiere könnte nun bei der jetzt
herr=
ſchenden Fleiſchnot den minder bemittelten Leuten
über=
laſſen werden. Ein Kaninchen von 2—3 Pfund ergibt für
eine ſchon zahlreiche Familie, bei richtiger Zubereitung,
ein ausreichendes Mahl und koſtet pro Stück 80—90 Pfg.
Trotz ſtarker Nachfrage nach Kaninchen iſt es dem Jagd
pächter nicht möglich, die gewünſchte Anzahl zu liefern,
da aus den angegebenen Gründen die Kaninchenzahl ſtark
herabgemindert iſt. Mögen dieſe Zeilen gleichzeitig dazu
beitragen, daß die Behörden künftig bei dem
Vernichtungs=
krieg weniger ſcharf vorgehen, da jeder Jagdpächter in
eigenem Intereſſe ſchon zeitig das Abſchießen vornehmen
wird,
Luftfahrt.
* Worms, 5. Dez. Heute früh gegen 9 Uhr wollten
die beiden Flieger Leutnant Reinhardt und ein
Ar=
tillerieoffizier als Begleiter von der Darmſtädter
Fliege=
truppe auf dem hieſigen Exerzierplatz landen, verfehlten
aber infolge des dichten Nebels den Platz und ſtürzten
in eine Waſſerlache, die zum Glück nur wenig
Waſſer enthielt. Der Apparat überſchlug ſich und wurde
völlig zertrümmert; die Flieger ſind unverletzt.
II. B. Berlin, 5. Dez. Der Flieger Friedrich
hat heute vormittag einen neuen deutſchen Dauer=
Flugrekord aufgeſtellt. Friedrich ſtieg um 8½ Uhr
vom Flugplatz Johannisthal auf und landete 5 Minuten
nach 1½ Uhr. Der Flieger hat mit dieſer Flugleiſtung
von 5 Stunden 5 Minuten den bisherigen Dauerrekord
von Suvelacke übertroffen.
* Roſtock, 5. Dez. Die Roſtocker Luftwarte,
die von Hauptmann a. D. Hildebtrandt=Berlin im
Frühjahr ins Leben gerufen worden iſt und unter der
Leitung des Univerſitätsprofeſſors Kümmell ſteht, wurde
heute eröffnet, nachdem im Laufe des Sommers die
er=
forderlichen Baulichkeiten ausgeführt worden ſind. Der
erſte Aufſtieg fand in Gegenwart von Veetretern der
ſtädtiſchen und ſtaatlichen Behörden, der Univerſität,
wiſſenſchaftlichen Vereinigungen und des Begründers
Hildebrandt ſtatt. Das Inſtitut iſt das erſte, das ſich
vor=
nehmlich der Aufgabe widmet, mit Hilfe von Ballonen
und Drachen Unterſuchungen der Elektrizität in den
höhe=
ren Schichten der Atmoſphäre anzuſtellen.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Wien, 5. Dez. Wie das Fremdenblatt feſtſtellt,
ſei der Dreibund aufrichtig und ehrlich bemüht, die
Ent=
ſtehung weiterer Komplikationen aus dem Balkankrieg zu
verhindern. Wichtige Anzeichen geſtatteten auch den
Schluß, daß die Tripel=Entente ähnlichen Veſtrebungen
huldige. Das Blatt führt weiter für dieſe Behauptungen
eine Anzahl Beweiſe aus den letzten Tagen an, vor allem
den Vorſchlag Greys, der allſeitig ſympathiſch
aufgenom=
men worden ſei, ſowie die Auslaſſung der Roſſija, welche
zeigte, daß das offizielle Rußland ſich nicht der Einſicht
verſchließe, daß die gegenwärtig ſchwebenden Fragen einer
friedlichen Löſung entgegengeführt weeden müßten.
Schließlich erklärt das Blatt, man könne hoffen, daß die
jetzige Kriſe mit diplomatiſchen Mitteln gelöſt werden
würde. Ueberraſchungen ernſter Natur ſcheinen daher,
wie die Dinge heute liegen, nur von einer außerhalb der
europäiſchen beiden Mächtegruppen befindlichen Macht
entſtehen zu können.
* London, 4. Dez. Die Weſtminſter Gazette ſchreibt:
Die deutſche Regierung übte durchweg einen weiſen,
mäßigenden Einfluß aus; nichts kann England
willkom=
mener ſein, als die herzlichen intimen
Bezieh=
ungen, die zwiſchen London und Berlin
entſtan=
den ſind. Wir heißen die freundſchaftlichen Reden, die
über dieſe Seite der Verhandlungen im Reichstag
gehal=
ten wurden, willkommen und ſehen den dauernden guten
Ergebniſſen von dem ſo gelieferten Beweiſe entgegen, daß
beide Regierungen uneigennützig in der Fliedensſache
zuſammenwirken können. Das Blatt fährt fort: Wenn
die Mächte gut beraten ſind, tun ſie alles, um den
Bal=
kanbund zuſammenzuhalten und Serbien
war=
nend aufmerkſam zu machen, daß es durch
Demonſtratio=
nen und Agitation in dieſem Stadium nichts gewinnen
wird, während es ſein Beſtes tun würde, ſeine
wirt=
ſchaftlichen Bedürfniſſe nach der Beendigung des Krieges
zu berückſichtigen. Oeſterreich kommt hoffentlich definitiv
zu dem Schluß, daß es ſich leiſten kann, zu warten. Denn
es iſt ganz klar, daß, wenn die Frage durch die friedliche
Diplomatie gelöſt wird, es nichts zu fürchten hat.
Wenn die Vertreter der Mächte um den Konferenztiſch
ſitzen machen ſie damit, was in dem ſerbiſchen Anſpruch
exzeſſiv iſt, kurzen Prozeß.
Der Waffenſtillſtand.
* Konſtantinopel, 5. Dez. Die Pforte gab
geſtern amtlich bekannt, daß der Waffenſtillſtand
mit Bulgarien, Serbien und Montenegro
unter den Bedingungen abgeſchloſſen worden iſt,
daß die Kriegführenden in den gegenwärtig von ihnen
innegehaltenen Stellungen verbleiben. Die
Friedensver=
handlungen beginnen ohne Aufſchub. Der Kriegszuſtand
wird allein gegen Griechenland aufrechterhalten. Die
gleichlautende Bekanntmachung iſt den Vertretern der
Türkei im Auslande und den türkiſchen Provinzbehörden
zugegangen.
* Konſtantinopel, 4. Dez. In dem heute
unter=
zeichneten Waffenſtillſtandsprotokoll heißt es:
Um die Feſtſtellung der Friedenspräliminarien
zu ermöglichen, ſchloſſen die Regierungen der Türkei,
Bul=
gariens, Serbiens und Montenegros einen
Waffenſtill=
ſtand auf unbeſtimmte Dauer ab. Wenn die beiden
Par=
teien ſich über die Friedensbedingungen nicht einigen und
eine Fortſetzung des Krieges notpendig werden ſollte, ſo
müſſen die Kriegführenden ſich gegenſeitig 48 Stunden
vorher von der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten in
Kenntnis ſetzen. Die verhindernden neutralen Zonen
wer=
den von den Generalſtäben der beiden Parteien feſtgeſetzt.
Zur Feſtſetzung der Zonen werden die Monteneg einer
Sondergeſandte nach Skutari, die Bulgaren nach
Adria=
nopel und die Serben zur Weſtarmee entſenden. Die
Delegierten werden ſich mit den türkiſchen Delegierten
auseinanderſetzen.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Wie der Vertreter
des Wiener Koer.=Bureaus von authentiſcher Seite
er=
fährt, werden die Friedensverhandlungen in
etwa 10 Tagen in London beginnen. Als erſter
tür=
kiſcher Bevollmächtigter wird Reſchid Paſcha
fun=
gieren. Die übrigen Bevollmächtigten ſind noch nicht
be=
ſtimmt. Ueber die Grundlagen der Friedenspräliminarien
ſoll bereits ein Einveenehmen beſtehen. Die
Unterhand=
lungen mit Griechenland wegen des
Waffenſtill=
ſtandes dauern fort. Man hofft, daß die griechiſchen
Be=
vollmächtigten übermorgen nach Tſchataldſcha kommen, um
die Annahme des Protokolls mitzuteilen.
* Sofia, 4. Dez. Die Bevollmächtigten
für den Waffenſtillſtand, Dr. Danew und
Finanz=
miniſter Theodorow verlaſſen morgen das Hauptquartier,
um nach Sofia zurückzukehren. Man glaubt, daß auch der
König zurückkehrt. — Nach ſeiner Rückkehr aus
Tſcha=
taldſcha ſoll ſich der Präſident der Sobranje, Danew, in
einer Miſſion nach Bukareſt und von dort als
Dele=
gierter zu den Friedensverhandlungen nach London
be=
geben.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Die Regierung traf
bereits Verfügungen, um Lebensmittel nach
Adria=
nope I und Skutari zu ſenden. Die Bevölkerung der
belage ten Plätze wird die Freiheit haben, zu gehen,
wo=
hin ſie will. Die offiziöſe Preſſe tadelt lebhaft, daß
Grie=
chenland ſich dem Waffenſtillſtand nicht anſchloß und
betrachtet die Haltung Griechenlands als Beweis für
mangelndes Zuſanmenhalten des Balkanbundes. Die
Türkei werde den Krieg gegen Griechenland fortſetzen,
bis dieſes den Standpunkt der Türkei anerkenne.
Der Standpunkt Griechenlands.
* Athen, 5. Dez. Das Blatt Eſtia ſchreibt: Die
Er=
klärungen des griechiſchen Geſandten in Paris,
Roma=
nos, daß die türkiſchen Bedingungen für
den Waffenſtillſtand den Kriegszweck vereiteln,
fanden in der internationalen Preſſe große Beachtung.
Dies veranlaßte namentlich engliſche und franzöſiſche
Zeitungen, den Verbündeten den Rat zu geben, jede
Un=
einigkeit zu vermeiden, damit die Bundesgenoſſen im
Frieden ebenſo geachtet werden, wie ſie während des
Krieges gefürchtet waren. Die Erklärungen Romanos
ürfen aber nicht ſo gedeutet werden, als ob die zwiſchen
den Balkanmächten herrſchende Uneinigkeit zunähme. Es
iſt ſelbſtverſtändlich, daß jeder der Verbündeten
beſon=
dere Bedingungen ſtellt. Auch Griechenland, das
auf einer ungeheuer ausgedehnten Linie kämpft und in
den eroberten Gebieten mit den aus dem nördlichen
Ma=
zedonien geflüchteten Ueberbleibſeln regulärer und
irre=
gulärer türkiſcher Truppen zu tun hat, konnte nicht
um=
hin, ſeine ſpeziellen Einwendungen den türkiſchen
Be=
dingungen entgegenzuſetzen. Daß die Verſchiedenheit in
der Würdigung der Folgen des Waffenſtillſtandes, die
für jedes Land verſchieden ſein können, ſich unter den
Verbündeten geltend macht, bedeutet keineswegs das
Vorhandenſein von Uneinigkeit. Wenn Griechenland auf
der Fortdauer der Blockade im Aegäiſchen Meer
be=
harrt, ſo geſchieht das insbeſondere auch im
gemeinſamen Intereſſe der Verbündeten, denn was
Griechenland betrifft, ſo würde ihm die Einſtellung der
Blockade der Dardanellen keinen Nachteil bringen. Was
den Standpunkt der Verbündeten gegenüber den
Frie=
densbedingungen anlangt, ſo haben ſie Grund, zu
glau=
ben, daß die unter ihnen angeknüpften Verhandlungen
zu einer gemeinſamen Löſung führen, die den Zweck des
Feldzuges ſichern und die volle Uebereinſtimmung
zwi=
ſchen den Verbündeten ergeben wird. — Die Meldungen
der Neuen Freien Preſſe über einen Kampf zwiſchen
Griechen und Bulgaren bei Serres ſind vollſtändig aus
der Luft gegriffen. Die freundſchaftlichen Beziehungen
zwiſchen den Verbündeten und ihren Armeen haben
nie=
mals eine Unterbrechung erfahren.
— Berlin, 5. Dez. In Kreiſen der hieſigen
Balkan=
diplomatie hält man es für wahrſcheinlich, daß
Grie=
chenland den Waffenſtillſtand
unterzeich=
ten werde. Die türkiſche Meldung betr. Verproviantierung
von Adrianopel und Skutari hält man für unzutreffend,
da dieſe Feſtungen zweifellos nach den
Waffenſtillſtands=
verhandlungen nicht verproviantiert werden dürfen.
Die Botſchafterkonferenz.
* Wien, 4. Dez. Der öſterreichiſchen Regierung
liegt der formelle Vorſchlag der engliſchen
Regierung vor für eine Zuſammenkunft der
in einer Hauptſtadt beglaubigten Botſchafter zur
Be=
ſprechung der aus dem Balkankrieg entſtandenen
Fragen. Die öſterreichiſche Regierung wird zu dem
Vorſchlag, der hier ſympathiſch aufgenommen worden iſt
und wohlwollend beurteilt wird, im Verein mit den
Ver=
ündeten der Monarchie Stellung nehmen. Wie
ver=
lautet, handelt es ſich nicht um eine Konferenz, die
bin=
dende Beſchlüſſe faſſen ſoll, ſondern um eine
Zuſammen=
kunft der Botſchafter, durch deren Beſprechungen die
ſpä=
teren Verhandlungen der Großmächte vorbereitet und
be=
ſchleunigt werden ſollen.
HB. London, 5. Dez. Nach einer Information
des Evening Standard, welche dieſer von autoritativer
Seite erhalten haben will, ſollen der demnächſt
zuſam=
mentretenden Botſchafterkonferenz folgende
Punkte unterbreitet werden: 1. Die Türkei behält
Adria=
nopel. 2. Die Türken verbleiben im Beſitz von Galipoli.
3. Die Türken verbleiben in Skutari. 4. Griechenland ſoll
Epirus erhalten. 5. Serbien gelangt in den Beſitz von
Novibazar und eines Teiles von Altſerbien. 6.
Bulaa=
rien erhält in Thrazien ein Gebiet, welches ſich von
Mi=
dia bis an die Strecke zwiſchen Kavalla und Dedeagatſch
erſtreckt. Ebenſo ſoll ein Gebiet an der Maritza in die
Hände der Bulgaren gelangen. 7. Albanien und
Maze=
donien werden autonome Staaten, in denen die
moham=
iedaniſche Bevölkerung beſondere Rechte zugeteilt
erhal=
ten ſoll. Beide Staaten werden dem Balkanbunde
unter=
ſtellt. 8. Die Türkei wird nach erfolgtem Friedensſchluß
in den Balkanbund eintreten.
Der Kampf um Skutari.
* Cetinje, 4. Dez. (Wien. Korr.=Bur.) Ueber den
am Montag ausgefochtenen Kampf bei Skutari
wird nachträglich noch gemeldet: Das Gefecht war ſehr
erbittert. Nur dank dem Eingreifen der Zeta=Brigade
elang es den Montenegrinern, ihren Rückzug zu
decken. König Nikolaus befand ſich in der
Gefechts=
inie; er fuhr abends über Rjeka nach Cetinje zurück. Die
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Trier, 5. Dez. Der Kaiſer=Wilhelm=
Tun=
nel, der längſte Deutſchlands, erhält eine neue elektriſche
Lüftungsanlage. Von der Bergſpitze bis in den Tunnel
wird ein Schacht geführt; oben treibt ein mehrere hundert
Pferdekräfte ſtarker Motor einen Ventilator, der die
ver=
brauchte Luft aus dem Tunnel ſaugt. Die
Stromliefer=
ung für die Anlage und die elektriſche Beleuchtung des
Bahnhofs Cochem hat das Elektrizitätswerk der Stadt
Trier übernommen. Es handelt ſich um Lieferung von
weit über eine Million Kilowattſtunden im Jahre.
* Köln, 5. Dez. Geſtern verſuchte ein Mann den
Wagen einer hieſigen Firma, der eine große
Geld=
ſumme transportierte, zu berauben. Er ſprang
während der Fahrt auf, öffnete die Wagentür mit inem
Nachſchlüſſel, raubte zwei Säcke Silbergeld und flüchtete.
Die beiden Begleiter des Wagens merkten den Vorgang
und veranlaßten die Verhaftung des Täters, eines
hie=
ſigen Rennfahrers.
* Lauenburg (Pommern), 5. Dez. Der Reichs= und
Landtagsabgeordnete des Wahlkreiſes Stolp Lauenburg,
Will (Deutſchkonſervativ), iſt geſtern abend im Alter von
64 Jahren in Schweslin verſtorben.
* Wien, 5. Dez. Heute vormittag begann der
Pro=
zeß gegen 14 Hochſchüler, meiſt Bosnier und Dalmatiner,
wegen Aufreizung, Auflauf und Majeſtätsbeleidigung. Es
handelt ſich um Vorgänge in der inneren Stadt am 24.
November, wo Studenten hochverräteriſche Rufe
aus=
ſtießen. Die Verhandlung wird geheim geführt.
* Wien, 5. Dez. Die Reichspoſt meldet aus Bukareſt:
der rumäniſche Thronfolger wird ſich auf ſeiner
Rück eiſe von Berlin in Wien aufhalten und bei Kaiſer
Franz Joſef in Audienz erſcheinen. Er wird auch eine
Begegnung mit dem Miniſter des Aeußern haben.
Verluſte der Montenegriner ſollen viel größer ſein, als
die Montenegriner angeben. Die Zenſur wird jetzt
ſchär=
fer gehandhabt. Der König verteilte an die Truppen
Geld und Medaillen, um die Kampfluſt zu heben.
* Rjeka, 4. Dez. Nach Berichten des Generals
Martinowitſch unternahmen die Türken geſtern auf der
langgeſtreckten Linie vom Fluſſe Kiri bis Vraka einen
ſcharfen Ausfall gegen die montenegriniſchen
Stel=
lungen mit der Abſicht, die feindlichen Linien zu
durch=
brechen. Auf beiden Seiten entwickelte ſich ein
hef=
tiges Gewehrfeuer, in das auch die
Maſchinengewehr=
abteilung eingriff. Nach mehrſtündigem Kampfe gelang
es den Montenegrinern, die Türken unter ſtarken
Ver=
luſten zurückzuwerfen, eine den Taraboſch
beherr=
ſchende Höhe unterhalb des Schirokagora zu beſetzen und
dort Batterien aufzuſtellen. Dadurch erſcheint die
Stel=
lung der Montenegriner erheblich vorteilhafter für das
weitere Vorgehen gegen Skutari.
Literarſſches.
— Soeben erſchien: Das Bankgeſchäft und ſeine
Technik. Unter Berückſichtigung der geſetzlichen
Beſtim=
mungen von Friedrich Leitner Profeſſor an der
Handelshochſchule Berlin. Dritte ergänzte Auflage. 1912.
Preis broſch. 9,50 Mk eleg. gebd. 11 Mk. J. D.
Sauer=
änders Verlag Frankfurt a. M. Von dieſem von
Fach=
welt und Fachpreſſe ganz außerordentlich günſtig
aufge=
nommenen Werk liegt jetzt, bereits nach zwei Jahren,
abermals eine neue, ergänzte Auflage vor. Der Verfaſſer
gibt darin in klarer, leicht faßlicher Form eine
ausführ=
liche und gründliche Darſtellung ſämtlicher aufgeführter
Arten des Bankgeſchäfts. Einige Abſchnitte, ſo
beiſpiels=
weiſe diejenigen über Hypothekengeſchäfte über den
Zah=
lungsverkehr und über Börſengeſchäfte haben in der neuen
Auflage eine Erweiterung erfahren. Die Statiſtik und
die Bilanzen wurden in größerem Umfang herangezogen,
weil Zahlen die ungeheuere Bedeutung des deutſchen
Bankweſens trefflich illuſtrieren. Ein beſonderer Vorzug
des Werkes liegt in der eingehenden Berückſichtigung aller
einſchlägigen geſetzlichen Beſtimmungen für die einzelnen
Zweige des Bankgeſchäfts, wodurch dem Leſer gezeigt
wird, wie gerade dieſer Teil kapitalwirtſchaftlichen
Er=
werbes in weiteſtgehendem Maße geſetzlich geregelt iſt.
H.B. Berlin, 5. Dez. Das Kronprinzenpaar
traf heute morgen, von Oels kommend, in Berlin ein und
hat im Kronprinzen=Palais Wohnung genommen. Morgen
früh wird es die Heimreiſe nach Danzig antreten.
— Berlin, 5. Dez. Die
Delegiertenverſamm=
lung Deutſcher Bühnenangeſtellter nahm
eine Vertrauenskundgebrng für Niſſen mit großer
Mehr=
heit an.
H. B. Berlin, 5. Dez. Einer der Räuber, die geſtern
den Ueberfall auf den Geldbrieft äger Hoffmann in
Alt Moabit verübten, iſt heute mittag in der Perſon des
Kellners Roſt in der Auguſtſtraße verhaftet und dem
Polizeipräſidium zugeführt worden.
H.B. Gera, 5. Dez. Als Antwort der
Sozial=
demokratie auf den Geſetzentwurf der reußiſchen
Regierung, betreffend die Abändck ung des
Landtagswahl=
rechtes, hat das Gewerkſchafts Komitee für morgen einen
halbtägigen Generalſtreik angiſetzt.
Briefkaſten.
Anfrage. Bitte in Ihrem Briefkaſten unter
R. T. um Beantwortung folgender Frage, die ja auch
von allgemeinem Intereſſe iſt: Kürzlich bin ich in der
Dunkelheit über eine auf das Trottoir in der Rheinſtraße
geworfene Apfelſchale ausgeglitten und ſchwer zu Fall
gekommen. Sind für Vorfälle, die auf ſolche Weiſe
ent=
ſtehen, die Hausbeſitzer verantwortlich zu machen?
Antwort. Der Hausbeſitzer iſt hier nicht zum
Schadenserſatze verpflichtet, ſondern lediglich der, der
die Schale in fahrläſſiger Weiſe auf das Trottoir
gewor=
fen hat. Ueber die Reinigungspflicht der Hausbeſitzer
vgl. Polizeiverordnung vom 9. Januar 1909.
F. Sch. Wir haben Ihr „Eingeſandt” an die
maß=
gebende Stellung weitergegeben.
K. 100. Darmſtadt. Zu 1 und 2. In Städten mit
über 20000 Einwohner der Oberbürgermeiſter, ſonſt das
nach Pilsner Art
nach Münchner Art
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Innem. Vgl. Vollzugsverordnung zur Gewerbeordnung
vom 22. 9. 1900. (Reg.=Bl. S 845.)
Auf Kadroursn
haben ſich zahlreiche Fahrer gewöhnk,
Wybert=Tabletten mitzunehmen. Die
ſtau=
bige Luft, das raſche Atmen greift die Kehle
an, ſie wird trocken, der Hals rauh und die
Stimmle heiſer, beſonders wenn man ſich
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Fräulein
Dorothea Seederer
heute nacht 1 Uhr nach ſchwerem Leiden im
78. Lebensjahre ſanft zu ſich abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1912.
Die Einſegnung findet Samstag, den 7.
De=
zember, nachmittags 3½ Uhr, im Sterbehauſe
Steinackerſtraße 18, ſtatt. Darauf die
Beerdi=
gung um 4 Uhr auf dem Darmſtädter Friedhof.
Unterzeichnete erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, i. l. A. H. A. H., A. M. A. M., Freunde
und Bekannte von dem Ableben i. I. A. M.
Dipl.-Ing.
Otto Reßmann
in Kenntnis zu ſetzen.
(24943
Die A. T.-V. Ghibellinia.
J. A.:
Ernst Müller (X) X.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1912.
Die Beerdigung von Herrn Ludwig
Hahn findet nicht Freitag, ſondern
Sams=
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt. Die Einſeg=
(25000
nung eine Viertelſtunde vorher.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen
(25004
Tochter und Schweſter
Anna
ganz beſonders Herrn Pfarrer Kleberger für ſeine
troſtreichen Worte, ſowie auch für die überaus
zahlreichen Blumenſpenden, ſagt aufrichtigen Dank
Familie Waas.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1912.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 6. Dezember:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 7. Dezember:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Prediat: 9 Uhr
25 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 15 Mn.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr
15 Min. Nachmittags 4 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 7. Dezember:
Vorabend 4 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
3 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntaa, den 8. Dezember, an:
Morgens 7 Uhr Nachmittags 4 Uhr.
NB. Dienstag, den 10. und Mittwoch, den 11. Dezbr:
Rausch Gandesch Tewes.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber dem Feſtland lagert hoher Druck, unter deſſen
Einfluß bei uns heiteres, trockenes Wetter herrſcht. Die
Temperaturen ſind infolgedeſſen heute nacht ſtark
ge=
ſunten. Niederſchläge fielen vereinzelt an der Küſte, im
übrigen Deutſchland war es trocken. Von Weſten her
fällt der Truck langſam, ſo daß wir im Laufe des
morgigen Tages einen Wetterumſchlag zu erwarten haben.
Ausſichten für Freitag, den 6. Dezember:
Zu=
nächſt heiter, trocken, kalt, Nachtfroſt, ſpäter Trübung
und Erwärmung.
Tageslatender.
Großh. Hoftheater (Sondervorſtellung), Anfang
8 Uhr: „Die Zauberflöte‟
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Luſtiger Abend von Alexander Roda Roda um
8 Uhr im „Kaiſerſaal” (Vortragsverband).
Phonola=Konzert um 8 Uhr im Arnoldſchen
Muſikſaal (Ecke Erbacher= und Mühlſtraße).
Preiskegeln um 6 Uhr im Katholikenverein.
Ausſtellung der Gewinne der St. Eliſabethen=
Lotterie Wilhelminenplatz 9 (geöffnet von 10—1 und
2—4 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Samstag, 7. Dezember.
Hofreite=Verſteigerung des Hermann Geyer
(Schloßgaſſe) um 10 Uhr auf dem Ottsgericht I.
Kunſthalle am Rheintor, geöfnet Verktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Dnuck und Veragt 4. 6. Piunigige Luſtuchereceat.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſes
für den Inſeratenteil, Inſeratbei agen und Mittellungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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3½ Deutſche Reichsanl. . 88,2)
*7,75
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,4
. 83,20
3½ do. Conſols .
77,75
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
93,10
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,20
86,70
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99, 50)
4 do. do. (unk. 1918) 99,70
86,70
13½
do.
do.
76,30
78.40
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 98,50
1¾ Grie hen v. 1887 . . 54,206 Schantungbahn . . . . 127½
8¾ Italiener Rente .
3½ Oeſterr. Silberrente 86,70
4 do. Goldrente 91,8110 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,75
4 do. einheitl. Rente . 83,00
4 Portug. unif. Serie I 62,6)
8 do. unif. Ser. III 65,4)
9.75
3 do. Spezial . .
5 Rumänier v. 1903 . . 100,0)
4 do. v. 1890 . . 93,30
4 do. v. 1905 . . 88,)0
90,00
Ruſſen v. 1880 .
. 88,90
4 do. v. 1902 .
.10),30
4½ do. v. 1905 . .
86,6)
3½ Schweden .
4 Serbier amort. d. 1895 79,0)
4 Türk. unifiz. v. 1903 84.90 14 Holzverkohlung Kon=
4 Ungar. Goldrente . . . 87,2)
4 do. Staatsrente. . . 83,50
In Prot.
3f.
.100,00
5 Argentinier .
4
96,10
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 99,70
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,40
93,3)
do.
4½
93,10
41 Japaner . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 94,0)
59,30
3
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 87,70
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 68,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 153,70
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,50
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 124,9)
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,75
6 Baltimore und Ohio . 104,75
6‟ Luxemb. Prince Henri
6 Pennſylvania R. R. . 120,30
Letzte Induſtrie=
Divib. Aktien.
3 Brauerei Werger 65,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
. 514,50
Fabrik .
14 Chem. Fabrik Gries=
. . 248,50
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30 Farbwerke Höchſt . . 622,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,50
10 Cement Heidelberg . . 146,50
4 Türk. Admin. v. 1903 78,1030 Chem. Werke Albert 443,00
ſtanz . . . . . . . 325,25
5 Lahmeyer . . . . . . . 122,00
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10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren 208,00
8 Steana Romana Petr. 141,90
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 198,10
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 90,50
3 Südd. Immobilien . 57,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumeß=Friede . . . . 175,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 215,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 165,30
10 Gelſenkirchener . . . . 192,75
9 Harpener . . . . . . . 185,00
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . .
84,50
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Weſteregeln 209,75
11
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Obligationen.
3½ Südb. Eiſenb.=Gef. 88,30
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
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4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 74,75
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,50
74,50
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97.90
do.
76,40
4
In Prot.
Bf.
2¾/ Oeſt. Sübb. (Lomb.) 50,70
76,20
3 Raab=Oedenbura
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,40
do.
4 Wlabichawchas . . . . 88,00
4 Rjäſan Koslow.
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,10
do.
69,70
2½. Olvorneſer . .
3 Salonique=Monaſtir . 62,90
4 Baadadbahn . .
81,75
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,80
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 72,25
4 Northern=Paciſie . . . 99,60
4 Southern=Paciſie
93,80
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Francisco. . . . . 84,90
5 Tehuantepec . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zſtrich . . 184,00
7 Beraiſch=Märkiſche
Bahn .
.146,00
9½ Berlin. Hanbelsgeſ. . 163½
6½ Darmſtädter Bank . 119,20
12½) Deutſche Bank . . . 249,00
6 Deutſche Vereinsbank . 121,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,00
10 Diskonto=Kommandit 183,60
8½ Dresdener Bank . 152,20
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,50
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,25
5.86 Reichshank . . . . . 132,50
7 Rhein. Krebitbank. . . 133,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,90
7½ Wiener Bankverein . 126,10
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
98.70
S. 21.
1 Zf.
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
. . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 .
98,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
3½
87,25
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23₰
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
87,80
S. 3—5
87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 38,20
87,00
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 86,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,10
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
3½ do.
4 Frankfurt. .
.99,20
do.
4 Gießen .
do.
. 97,00
4 Heibelberg
87,00
do.
4 Karlsruhe
do.
88,30
4 Magdeburg.
do.
4 Mainz
. 97,55
3½ do.
88,70
4 Mannheim
. 98,50
do.
87,30
4 München.
. 99,60
½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,70
½ do.
87,00
4 Offendach.
In Proz,
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
99,50
3½ do.
89,20
4 Worms.
97,30
3½ do.
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Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 172,00
3½ Cöln=Mindner 100 134,80
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 71,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe .
.139,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 174,80
3 Oldenburger . . . . . . 130,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 33,90
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Freiburger .
Fs. 15 —
Mailänder .
Fs. 45 —
do.
Fs. 10
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do. v. 1858fl. 100 445,00
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Türkiſche . . . . Fs. 400 157,60
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
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licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Hofhund, 1 Dobermann. 1 Dachshund (
zuge=
laufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde ſindet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (2498a
Bekanntmachung
betr. die Ausſtellung von Gewerbelegitimationskarten.
I. Nach § 44 der Reichsgewerbeordnung iſt derjenige, welcher ein
ſtehendes Gewerbe betreibt, befugt, auch außerhalb des
Gemeinde=
bezirks ſeiner gewerblichen Niederlaſſung perſönlich oder durch in
ſeinem Dienſte ſtehende Reiſende für die Zwecke ſeines
Gewerbe=
betriebs Waren aufzukaufen und Beſtellungen auf Waren zu
ſuchen. Das Gleiche gilt für Handlungsagenten, die ein ſtehendes
Gewerbe betreiben, in Anſehung der Befugnis, als Vermittler oder
Vertreter des Geſchäftsherrn den Ankauf von Waren vorzunehmen
oder Beſtellungen auf Waren zu ſuchen.
Hierzu iſt nach § 44a der Gewerbeordnung eine
Legitimations=
karte erforderlich, welche auf Antrag des Inhabers des
ſtehen=
den Gewerbebetriebs (Antrag des Reiſenden ſelbſt genügt nch.)
von der für deſſen Niedertaſſungsort zuſtändigen Verwaltungsbehörde
auf die Dauer eines Kalenderjahres und den Umfang des Reiches
ausgeſtellt wird.
II. Für Gewerbetreibende, welche in Darmſtadt eine
gewerb=
liche Niederlaſſung haben, iſt das Großh. Kreisamt Darmſtadt
zu=
ſtänd g. Der Antrag iſt bei dem zuſtändigen Polizeirevier zu
ſtellen.
III. Die Legitimationskarte iſt zu verſagen:
1. wenn derjenige, für den ſie beantragt wird, entweder mit
einer abſchreckenden oder anſteckenden Krankheit behaftet oder
in abſchreckender Weiſe entſtellt iſt, oder
2. unter Polizeiaufſi nt ſteht, oder
3. wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht, gegen das
Eigentum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorſätzlicher Angriffe
auf das Leben und die Geſundheit der Menſchen, wegen
Land= oder Hausfriedensbruchs, wegen Widerſtands gegen
die Staatsgewalt, wegen vorſätz icher Brandſtiftung, wegen
Zuwiderhandlungen gegen Verbote oder
Sicherungsmaß=
regeln, betr. Einführung oder Verbreitung anſteckender
Krank=
heiten oder Viehſeuchen, zu einer Freiheitsſtrafe von
min=
deſtens drei Monaten verurteilt iſt, und ſeit Verbüßung
der Strafe drei Jahre noch nicht verfloſſen ſind, oder
wenn er
4. wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei,
Land=
ſtreicherei, Trunkſucht übel berüchtigt iſt.
Die Legitimationskarte darf außerdem verſagt werden, wenn
derjenige, für den ſie beantragt wird, wegen einer der vorſtehend
unter 3 bezeichneten ſtrafbaren Handlungen zu einer Freiheitsſtrafe
von mindeſtens einer Woche verurteilt iſt und ſeit Verbüßung der
Strafe fünf Jahre noch nicht verfloſſen ſind.
IV. Wer zum Zweck der Erlangung einer Legitimationskarte
wiſſentlich unrichtige Angaben über die für die Erteilung
der=
ſelben weſentlichen Tatſachen macht, hat Geldſtrafe bis zu
150 Mark und im Unvermögensfalle Haftſtrafe bis zu 4 Wochen
ver=
wirkt. (§ 148, 6 Gewerbeordnung.)
Die oben bezeichnete Tätigkeit darf bei Meidung der gleichen
Strafe nicht früher begonnen werden, als bis der
Gewerbe=
treibende im Beſitz der Legitimationskarte iſt. (§ 148, 5
Gewerbe=
ordnung.)
Wer ſeine Legitimationskarte einem Anderen zur Benutzung
überläßt, hat die gleiche Strafe verwirlt. (§ 148, 5 Gewerbeordnung.)
V. Da vor Erteilung der Legitimationskarte Ermittelungen
über die Perſönlichkeit desjenigen, für welchen ſie ausgeſtellt werden
ſoll, insbeſondere über ſeine etwaigen Vorſtrafen angeſtellt werden
müſſen (dies auch dann, wenn der betreffenden Perſon im
ver=
ſloſſenen Jahre eine Legitimationskarte ausgeſtellt war), fordern
wir alle Beteiligten auf, ihre Anträge rechtzeitig auf dem
zu=
ſtändigen Volizeirevier zu ſtellen, da ſie es ſich andernfalls ſelbſt
zuzuſchreiben haben, wenn die Ausſteilung der beantragten
Le=
gitimationskarten durch das Großh. Kreisamt nicht bis zu dem
(24982fi
gewünſchten Zeitpunkte erfolgen kann.
Darmſtaot, den 4. Dezember 19,2.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung
über die Behandlung der Zugtiere im Winter.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
richten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ernſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den
nach=
teiligen Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich:
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich
und niemals unbedeckt im Freien ſtehen gelaſſen werden,
2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor
dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen ſind.
(24922ds
Darmſtadt, den 3. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Die nachſtehende Warnung des Herrn Polizeipraſidenten zu
Berlin bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Genues.
Warnung.
In den Zeitungen erſcheinen ſeit längerer Zeit Ankündigungen,
ſin denen ein Kropfmittel des Dr. L. Bertram Havley oder der
New Vork Medical Co. mit marktſchreieriſcher Reklame angeprieſen
wird Die amtlichen Ermittelungen haben ergeben, daß Dr. L. B.
Hawley der Leiter des in Paris, Rue de l'Isle Nr. 9, befindlichen
Zweiggeſchäfts der New Vork Medical Compagnie in Rocheſter (Staat
Nw=York) iſt, und daß noch eine Filiale in Mailand, Via Torino Nr. 21,
unterhalten wird. Das angeprieſene Kropfmittel erſcheint für die
an=
gebliche Kropfheilung ungeeignet und die ſehr koſtſpielige Behandlung
völlig wertlos. In ärzilichen Kreiſen ſind Heilungen von Kropfleiden
durch das Hawleyſche Mittel nicht bekannt geworden. Auch in
Frank=
reich wird das Unternehmen von Fachleuten als ſchwindelhaftes
Kur=
pfuſchergeſchäft betrachtet.
Vor einer Geſchäftsverbindung mit der Firma und dem Bezuge
(24924ds
des Mittels wird hiermit gewarnt.
Berlin, den 21. November 1912.
Der Polizeipräſident.
I. V.: Rebling.
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die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
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alle Buchhandlungen.
Bekanntmachung.
Freitag, 13. Dezember 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Ludwig Heß, dem
Georg Heß und dem Samuel
Reinheimer dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 116/10 216 Grab= ) Hohler
garten‟ Weg
III 117¾/0 262 Hofreite Nr. 5,
zwecks Aufhebung der beſtehenden
Eigentumsgemeinſchaft in unſerem
Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K60/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 30. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V.4732
Bekanntmachung.
Freitag, 20. Dezember 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Jean Papatheodoros
und deſſen Ehefrau Mathilde, geb.
Berntheiſel, in Zürich gehörige,
in der Gemarkung Beſſungen
ge=
legene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
VI 219¾/10 1047 Bauplatz auf der
Kehrwieſe,
wiederholt zwangsweiſe in
unſe=
rem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Ver=
ſteigerung ſoll auch dann erfolgen,
falls ein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 2. Dezember 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
(Beſſungen).
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nach Darmſtadt genehmigt hat, ſind als erſte
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von der Stadt überlaſſene Fleiſch zu 90 Pfg. das Pfund nach den
hier üblichen Geſchäftsgebräuchen an das Publikum abzugeben.
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G5g. Riedel, N.=Ramſtädterſtr. 52
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Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdrua berboten.)
31)
Die Ernte war in ganz Maſuren vortrefflich
ausge=
ffallen, Plattangen rechnete mit Onkelchen und Agrameit
ſein Verdienſt aus. Wenn die Zahlen auch noch nicht
end=
gültig feſtſtanden, ſoviel ließ ſich überſehen, ein ſchöner
=Verdienſt blieb übrig.
Agrameit ging heim. Sollenſtern blieb zum
Mittag=
eſſen bei ſeinem Neffen.
Na, Mannchen, wie kommſt Du Dir nun als
Land=
junker vor?
Ich bin zufrieden, Onkelchen, und hoffe übers Jahr
der glücklichſte Menſch unter der Sonne zu werden.
Wir wiſſen doch, daß nicht nur Sonnenſchein im
Seben nottut — nicht wahr, mein Junge?
Sehr ernſt ſagte es Sollenſtern.
Du haſt mir mal geſagt: iſt irgend was gewaltiger
als das Schickſal, ſo iſt’s der Mut, der’s unerſchüttert
ſträgt. — Ich glaube, das Schickſal meint es gut mit mir.
Sag getroſt — unſer Herrgott, Mannchen!
Roßdorff kam, um ſich Agathe Dittmark heimzuholen.
Er hatte Gunilds Wohnung in Petersburg übernommen.
Die Hochzeitsfeier fand der Trauer wegen nur in
kleinem Kreiſe ſtatt. Sollenſtern und Plattangen nahmen
teil.
Der glückliche Bräutigam ſchlug Mannchen auf die
Schulter. Du bäſtelſt ja an Deinem Hauſe rum, als
er=
warteteſt Du gewaltige Dinge in der nächſten Zeit in
Plattangen!
Es könnte ſein, mein Alter.
Haſt Du Dich den ſchon urkundlich geſichert?
Nein.
Biſt Du aber mal leichtſinnig!
Dar war Agathe hinzugetreten. Nein, Helmut, Herr
von Plattangen iſt nicht leichtſinnig — das weiß ich
beſſer!
Für dieſe Worte danke ich Ihnen von Herzen!
Wenn wir nächſtens an Gunild ſchreiben, dürfen wir
grüßen?
Jawohl, recht herzlich, wenn ich bitten darf!
Der Mai hatte in Maſuren ſeinen Einzug gehalten.
Wieder war man fleißig beim Beſtellen der Felder.
Plat=
angen fing an unruhig zu werden, denn öfters in der
letzten Zeit hatte er ſeinen Onkel gefragt: Haſt Du nichts
von Gunild gehört?
Nichts, mein Junge, war ſeine ganze Antwort
ge=
weſen, und doch lauerte der Schalk in ſeinen Augen.
Eine Tages kam er mit einem ganzen Aktenſtoß an.
Plattangen mußte über Onkelchens ernſtes Geſicht lachen.
Du biſt wohl unter die Advokaten gegangen?
Nein, Mannchen. Aber beim Notar in Sensburg
war ich und hab’ mein Teſtament umgeändert. Den
Ent=
wurf hab’ ich hier. Die Unterſchrift ſetz’ ich erſt drunter,
wenn Du einverſtanden biſt.
Aber, Onkelchen, Du biſt —
Papperlapapp, mein Jungchen, ſo was iſt ne ernſte
Geſchichte. Du erbſt mein liebes Klotzowen, ſtehſt mir doch
nahe, als wärſt Du mein eigen Fleiſch und Blut. Ich
bin Dir Rechenſchaft ſchuldig — bei Lebzeiten, denn an
Dein totes Onkelchen ſollſt Du oft und gern denken
können!
Plattangen blieben die Worte im Munde ſtecken.
Sollenſtern ſchlug ſeinen Willen auf. Klotzowen hak
keine Hypotheken mehr, und ein paar Groſchen hab’ ich
auch auf die Kante gelegt. Von meinen Erſparniſſen
will ich aber n paar Menſchen mitbedenken, nicht nur die,
die jahrelang mit mir gemeinſam gearbeitet haben, von
denen ich annehmen darf, ſie werden auch Dir die Treue
halten; daß ich denen für ’nen Schnaps was hinterlaſſe,
damit ſie bei meinem Tode ihren Kummer hinunterſpülen
können, wirſt Du in der Ordnung finden, auch Dein alter
Agrameit befindet ſich darunter. — Ja, nun komm’ ich zur
Hauptſache, zu ’nem Punkt, den Du heute nach des Lebens
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Stürmen wohl verſtehen wirſt. Die Tampiſchkehner ſtehen
nicht glänzend da, Albrecht Dittmark hat ſeine liebe Not,
den Jungen einen anſtändigen Zuſchuß zu geben. Du
weißt, es hängt ein Stück von meinem alten Herzen da
drüben. Deshalb frage ich Dich: biſt Du einverſtanden,
daß ich jedem Kinde, auch Agathchen, die es eigentlich
nicht nötig hat, zehntauſend Taler teſtamentariſch ſchenke?
Es bleiben für Dich an barem Gelde immer noch
hundert=
tauſend Talerchen ſo ungefähr übrig.
Plattangen wirbelten die Gedanken im Kopfe herum.
Da hatte das gute Onkelchen ſeit mehr als vierzig Jahren
gearbeitct und geſorgt, Klotzowen ſchuldenfrei gemacht,
das Geld aufgeſtapelt, ſich kaum zweimal im Jahre eine
kurze Fahrt nach Berlin geſtattet, um das ſauer verdiente
Geld ſeinem Mannchen zu hinterlaſſen. Was war der
alte Hageſtolz für ein biederer, treuer, ehrenfeſter
Cha=
rakter! Er konnte nur immer wieder die Hände ſeines
zweiten Vaters drücken und ihm mit den Augen danken.
Schließlich würgte er die Worte heraus: Ich hab'
immer geglaubt, ich könnte Dir gar nicht noch lieber haben,
aber nun weiß ich’s, das war ein Irrtum!
Onkelchen klappte das Aktenbündel zu und nurde
ſidel. So, der Quark wird morgen erledigt? — Nun hab’
ich aber noch ne Neuigkeit auf Lager, Mannchen!
nild kommt am Samstag!
Wahrhaftig?
Ja, aber bedank Dich nicht bei mir, ſondern b.
buten Dittmarks!
Weißt Du Näberes?
Schafskopf! Warum wird ſie wohl gerade direkt aus
Italien nach Tampiſchkehnen kommen?
Er zeigte ſehr deutlich nach Mannchens Stirn.
Da jubelt er auf: Donnerſchlag und Maſurenland!
Richtig, der Donnerſchlag war, Maſurenland wird
ſein! Aber noch eins, mein Jungchen, warte das
Trauer=
jahr ab, die Leute reden ſonſt!
Natürlich, nicht zehn Pferde bringen mich früher nach
Tampiſchkehnen!
lind dann kramte er in ſeinem Schreibtiſche und nahm
ein friſch verſchnürtes Paket heraus.
Gib das Gunild mit einem Gruß von mir!
Es wird doch nicht traurige Gedanken wecken,
Mannchen?
Vielleicht! Aber die ſollen ihr nicht ſchaden, wenn
ſie mein Weib werden will!
Die Bonbonniere war’s in Herzform — vom
Wohl=
tätigkeitsbaſar!
Der Roggen fiel wieder einmal unter den kräftigen
Armen der Schnitter.
Plattangen fragte in Tampiſchkehnen an, ob er am
nächſten Sonntag willkommen ſei.
Die Antwort lautete zuſtimmend.
Als er den Salon betrat, kam ihm Gunild mit
aus=
geſtreckten Händen entgegen. Er zog die an ſeine Lippen
und ſah ihr fragend in die Augen.
Es wurden nicht viele Worte gewechſelt, denn die
letzten Bedenken des jungen Weibes verſcheuchte der
graue Schimmer, der auf Plattangens Haupte lag.
Und als nach einiger Zeit die Tampiſchkehner mit
Chriſtoph Sollenſtern eintraten, nahm Onkelchen ſchnell
die Verlegenheit von den beiden Glücklichen.
Mannchen, nun darf ich mir wohl auch nen Kuß
holen, denn ich will doch hoffen, Ihr habt Euch ſchon
n paar Dutzend vorgezählt!
Gib ihm, ſo viel Du willſt, Gunild! Wir werden
ihn verwöhnen müſſen, denn er hat uns lieb und ſorgt
für uns wie ein Vater!
Quatſchkopp!
Aber dann ſpitzte er ſchnell die Lippen und ging auf
Gunild zu.
So, Herrſchaften! Ende gut — alles gut! Und nun
hab’ ich noch ’ne Bitte. Sagt mal ſchnell gleich im
vor=
aus: Ja!
Ja!
Sie lachten.
Am 12. September iſt mein ſiebzigſter Geburtstag,
an dem richt’ ich euch die Hochzeit aus!
In Plattangen flattert die Fahne im Winde, die
weiße Fahne mit dem Wappen in der Mitte, auf blauem
Grunde ein ſilberner Schwan.
Die Leute ſchreien Hurra, Böller werden abgeſchoſſen.
Donatus Reichsfreiherr von Plattangen führt ſein
Weib über die Schwelle.
Sie wollen nichts wiſſen von der Fremde, die Heimat
ſoll ſie vom erſten Tage an in treuer Liebe
zuſammen=
ſtehen ſehen.
Ende.
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* Gebhard Leberecht von Blücher. Bei Blücher war
alles ſchneidig, waffenfroh, und zu Pferde fühlte ſich der
Reitergenerhl in ſeinem Element. Hochgewachſen, von
ſchlanker, geradezu jugendlicher Geſtalt, elaſtiſchen:
Be=
wegungen, kühnen Geſichtszügen und blitzenden,
ſchwarz=
dunkeln Augen, erſchien er auf ſchnaubendem Schimmel,
den Säbel in nerviger Fauſt, faſt wie ein Abbild des
Kriegsgottes, durch die Macht ſeiner Perſönlichkeit alles
mit ſich fortreißend. So wurde der feurige Greis im
Silberhaar der Held Preußens, gewiſſermaßen die
Ver=
körperung der ſchlachtentſchloſſenen Volksſeele. Auf dem
Gefühle der körperlichen Kraft gründeten ſich Blüchers
ſeeliſche Eigenſchaften: ſeine Unerſchrockenheit, ſeine
Aus=
dauer, ſein Mut, der mit den Schwierigkeiten wuchs.
Tapfer draufgehend, lockte ihn die Gefahr, keine Furcht,
keine Bläſſe des Gedankens wandelten ihn an. Ohne
Be=
denken ſtürzte er ſich in das Kampfgewühl, ſicher, daß ihn
eine Kugel treffe; die Reiterei bildete ſeine
Lieblings=
vaffe. Aber dabei war er kein wüſter Haudegen,
ſon=
dern mit Scharfblick und Geiſtesgegenwart überfah er klar
ein Schlachtfeld und leitete trefflich die Schlacht. Nie
übermütig, aber ſtets unverzagt, war er wie ein Kind des
Augenblicks: gleichgültig gegen Verantwortung und
frem=
des Urteil und felſenfeſt überzeugt von dem endgültigen,
elbſtverſtändlichen Siege der guten Sache, die er verfocht.
Deshalb fürchtete er auch Napoleon nicht, ſondern fühlte
ſich ihm völlig gewachſen. Seinen Haß gegen den
Zwing=
herrn, ſeinen fanatiſchen Glauben an die Sicherheit des
Erfolges übertrug er auf das Heer, welches in ſeinen
Augen noch aus den Soldaten Friedrichs des Großen
be=
ſtand, den beſten Truppen der Welt. Und das Heer dankte
ihm mit gleichem Vertrauen, folgte ihm begeiſtert durch
das Grauen der Schlacht bis in den Tod. Ohne
klein=
lichen Ehrgeiz, ohne Eitelkeit und Mißgunſt, wahr und
wohlwollend, kannte er das Weſen des gemeinen
Man=
nes, verſtand ihn für große Ziele brauchbar zu machen:
heiter bei Schwierigkeiten, rückſichtslos in Gefahr, fand
er vor dem Kampfe und nach einem Mißerfolge die
herz=
bewegendſten Worte. Freilich hatte Blücher auch
man=
cherlei Schwächen. Seine feurige Natur ging in der
Schlacht nicht ſelten mit ihm durch; er konnte nur ſchwer
abwarten und drängte zur raſchen Entſcheidung. Sein
offenes Weſen äußerte ſich bisweilen barſch und dadurch
für empfindliche Naturen abſtoßend ſeine Ausdrucksweiſe
war humorvoll, aber derb und unfein. Als echter Soldat
liebte er Wein, Weiber, Tabak und Glücksſpiel, doch beſaß
er Selbſtbeherrſchung ’genug, hierüber ſeine Pflichten nicht
zu vergeſſen. Oberſt Friedrich weiſt darauf hin, daß
Blücher bis zum Einzuge in Paris keine Spielkarte
be=
rührt und allen Freuden der Tafel entſagt habe ſo daß
er in Einfachheit und Bedürfnisloſigkeit zum Vorbilde
wurde. Als Hauptmangel des Tatenfrohen erwies ſich
ſeine ungenügende Schulbildung, die ſo weit ging, daß er
einen Satz richtig ſchreiben konnte und nicht Franzöſiſch
verſtand, was beſonders ungünſtig wirkte, weil ſeine
Unſtergebenen größtenteils Ruſſen waren, mit deren
Führern in franzöſiſcher Sprache verkehrt werden mußte.
Da es auch an Selbſtſtudium fehlte, ſo hatte er ſeinen
Geiſt nicht zu umfaſſendem Denken und verwickelten
ſtrate=
giſchen Entwürfen erzogen; hier verſagte er vollkommen.
Doch eignete ihm genug geſunder Menſchenverſtand, um
ſolche Dinge, richtig und klar vorgetragen, raſch in ſich
aufzunehmen und wie Eigenerzeugniſſe ausführen zu
können, Ferner beſaß er die Gabe des Vertrauens,
frei=
lich nur für Ratgeber, die ſich bewährt hatten und die er
für unternehmend hielt. War eine Sache von ihm
ge=
billigt und anerkannt, ſo ließ er ſich durch nichts davon
abbringen, durch keine fremde Vorſtellung und durch keine
Gefahr.
(Aus dem ſoeben erſcheinenden Werke: 1813—1815.
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kriege. Ein Jubiläumswerk zur Erinnerung an die
große Zeit vor 100 Jahren. Von Profeſſor Dr. J. von
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geſellſchaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig.)
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Albert u. Cie., Akt.=Geſ., Frankenthal. In der
Aufſichtsratſitzung vom 3. d. M. wurde die
Semeſter=
bilanz vorgelegt, nach welcher der Halbjahresverſand
gegenüber 2¾4 Millionen Mark im Vorjahre auf über
3 Millionen Mark geſtiegen iſt. Die Beſchäftigung iſt
fortgeſetzt eine befriedigende. Ferner wurde dem älteſten
Sohne des erſten Direktors, Herrn Kommerzienrat Ganß,
Herrn Diplom=Ingenieur Kurt Ganß, der nach Rückkehr
von ſeiner amerikaniſchen Studienreiſe in die Fabrik
ein=
getreten iſt, Kollektiv=Prokura erteilt.
Literariſches.
— „Das Märchenſchloß‟ Erzählungen für
kleine und große Kinder von Emma Schwab, mit
Bildern von Hans v. Schroetter. Verlag Deutſche
Vereins=Druckerei, Graz. Preis 3 Mk. Mitten im
Walde unſerer deutſchen Sagen= und Legendenpoeſie liegt
dieſes luftige Märchenſchloß, das Frau Gottfried
Schwab=Darmſtadt ſich erbaut hat. Geheimnis=.
volle Bergſeen und ſchroffe maleriſche Felswände
gren=
zen an ſein Gebiet, das die Verfaſſerin mit einer Fülle
von Geſtalten zu beleben weiß, die ihren Eindruck auf
empfängliche Kinderſeelen unmöglich verfehlen können.
Unſerer kleinen, märchenhungrigen Jugend wecken ſchon
Ueberſchriften, wie: „Der betrogene Goldfiſch”, „Prinzeß
Nachtigall”, „Die Meereskönigin”, „Das kluge
Hünd=
chen” uſw., die lebhafteſte Spannung, die Frau Schwab
bis zum Schluſſe ihrer Geſchichten aufrecht zu erhalten
vermag. Daß ſie es auch verſteht, den Märchenfaden bis
in die Gegenwartswirklichkeit hinüberzuſpinnen, ſagt
uns die letzte dersachtzehn Erzählungen: „Wi. der kleine
Helmuth ein wackerer Deutſcher wurde” und das hübſche
Zeppelinmärchen. Frau Schwab hat die Erzählungen
in den drei letzten Jahren geſchrieben, wenn ſie im Süden
weilte. Einige von ihnen waren ſchön in Zeitſchriften
abgedruckt. In Hans v. Schroetter, Sohn des
Pro=
feſſors Alfred v. Schroetter an der Kunſtſchule in Graz,
hat die Märchendichterin einen Mitarbeiter gefunden,
der ſich in die verſchiedenen Stimmungen der
Erzählun=
gen techniſch wie ſeeliſch einzuleben vermochte. Ein
wirk=
lich poetiſcher Hauch geht von dieſen Vollbildern und
Vignetten aus. Er wendet ſich an das Anſchauungs= und
Auffaſſungsvermögen von Kindern und iſt gleichzeitig
doch bedacht geweſen, etwas zu bieten, was auch einen
geſchulteren, reiferen Sinn befriedigt. Die ſehr ſchön
ge=
chriebenen Märchen werden unſerer deutſchen Kinderwelt
eine hochwillkommene Weihnachtsgabe ſein.
— Im Verlag von R. Piper & Co., G. m. b. H.,
München, Römerſtraße 1, erſchien: „Was Kinder
ſagen und fragen” mit 26 Zeichnungen von ihnen
ſelbſt; geſammelt von einer Großmama. 7. Auflage. Das
ganz entzückende Buch wird durch die Friſche, die
Natür=
lichkeit und den äußerſt glücklichen und erfriſchenden
Humor der vielen, durch luſtige Kinderzeichnungen noch
belebten Kinderausſprüche allgemeinen Jubel hervorrufen.
Hören wir doch hier die Kinder ſelbſt ſprechen; wir können
ſie in ihrem Tun und Denken beobachten und belauſchen
und erhalten ſo die intereſſanteſten Einblicke in die
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derſeele. Das Buch koſtet ſtark kartoniert mit buntem
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Spielleiter: Emil Valdek.
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Aus Tagebüchern und Briefen
Johann Georg Willes.
Von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio in Leipzig.
Johann Georg Wille iſt am 5. November 1715 in der
Oberbiebermühle bei Königsberg, in der Nähe von Gießen,
geboren; ſchon in früheſter Jugend zeichnete und
model=
lierte er, zur Freude ſeines Vaters, der dieſe Neigung
förderte. Er begann als Maler, verſuchte ſich nach eigener
Methode im Kupferſtich, bis er eines Tages bei einem
Büchſenmacher ſeinen eigentlichen Beruf gefunden zu haben
glaubte: er grub auf Flinten Verzierungen, zuerſt in
Gießen, dann in Uſingen. Bald packte ihn die Wanderluſt,
und er kam als Geſelle ſeiner Zunft ſchließlich (1736) nach
Straßburg, wo er den ſpäter in Berlin und Petersburg
als Kupferſtecher berühmt gewordenen Georg Friedrich
Schmidt (1712/1775) kennen lernte. Mit dieſem ging
der nach Paris und brachte es nach manchen Irrfahrten
bald zu großer Bedeutung und höchſter Vollendung als
Kupferſtecher, beſonders als ſich der Maler Hyacinth
Rigaud, der Schöpfer eines großartigen Bildes Ludwigs
(XIV., ſeiner väterlich annahm und ihm Aufträge zuführte.
„Raſch verbreitete ſich der Ruf von Willes Geſchicklichkeit,
Ivon der Feinheit ſeines Grabſtichels, nicht nur in Paris
und Frankreich, deſſen erkorener Liebling er wurde,
ſon=
dern ganz Europa rühmte ſeine Kunſt, die jede techniſche
Schwierigkeit ſpielend überwand. Nach einer troſtloſen
Oede, die auf Meiſterſchöpfungen unter Ludwig XIV.
gefolgt war, haben Wille und Schmidt eine neue Blüte
des Kupferſtichs heraufgeführt. Fürſten und Künſtler,
Kenner und Liebhaber, Dichter und Denker ſuchten den
Künſtler auf und wünſchten ihre Werke durch ſeinen Stichel
auf der Platte feſtgehalten zu ſehen. Er, der Vertreter
der reinen Linienmanier, ward der Begründer einer neuen
franzöſiſchen Schule; vom Porträt ging er aus und ſchuf
iſein höchſtes in der Wiedergabe niederländiſcher
Genre=
bilder.
Aus ſeiner Schule ſind eine große Anzahl Schüler
hervorgegangen, die, reich an Talenten, ihm vor allem
auch aus Deutſchland und Rußland zuſtrömten; einer
der bedeutendſten iſt Johann Gothard von Müller
1(1747—1830), eines der glücklichen Opfer von Herzog
Marl Eugens landesväterlicher „
Erziehungsſubſtra=
en‟ In Bernhauſen bei Stuttgart geboren, ging
er 1770 nach dem Willen des Herzogs naſch Paris und
kehrte am 29. Oktober 1776, mit herzlichen
Empfehlungs=
ſchreiben an die Maler Guibal in Stuttgart und Köbell
in Mannheim, als tüchtiger Kupferſtecher zurück, der ſich
ſpäter um Württembergs Kunſtſchule und Kunſtpflege
große Verdienſte erworben hat. Von ihm beſitzen wir
aus dem Jahre 1776 einen ausgezeichneten Stich nach
Willes, 1763 von J. B. Greuze (1726/1805) gemaltem
Portrat, ein farbenwarmes, an Rembrandt erinnerndes
Blatt, wie man es nicht zu Unrecht bezeichnet hat, das
Wille ſelbſt über das von ſeinem Freunde Schmidt
gefer=
tigte Bild ſtellte. Ebenſo wie Müller, der wie ſo viele
andere ſeiner Schüler in die Akademie der Künſte als
Mitglied aufgenommen worden war, hatte Wille einen
anderen Deutſchen ungern aus ſeiner Umgebung ſcheiden
ſehen, den in der Lauſitz geborenen Maler Joh. Eleazar
Zeißig, genannt Schenau (1734—4806), der, 1756 mit
dem Maler L. de Silveſtre, dem Direktor der Dresdener
Zeichenſchule, nach Paris gekommen, Wille viel verdankte.
m 11. März 1770 kehrte Schenau, deſſen Seelenadel den
deutſchen Landsmann in Paris ſehr angezogen hatte,
nach herzlichem Abſchied, mit warmer Empfehlung an
Hagedorn, in die Heimat zurück, wo er 1774 bexeits als
Profeſſor an der jungen Kunſtakademie in Dresden
wirkte. Intereſſant und ergötzlich berichtet Wille bei
Schenaus Weggang in ſeinem Tagebuche über deſſen
Werdegang; es heißt da: „Sein Vater war
Damaſt=
fabrikant. Er (Schenau) verließ heimlich ſein
Vater=
haus im zarteſten Alter, um nach Dresden zu gehen; dort
vollte er die Malerei erlernen, nachdem er gehört hatte,
es gäbe dort viele Maler. Als er ſchließlich unterwegs
faſt keinen Kreuzer mehr hatte, traf er zufällig auf
Händ=
er, die Damaſt von Zittau nach Dresden auf Karren
ſchoben; er bot ihnen ſeine Hilfe an, wenn ſie ihn bis
Dresden beköſtigen wollten. Der Handel wurde
abge=
ſchloſſen und bis Dresden in jedem Punkte gehalten. Bei
ſeiner Ankunft in Dresden, wo er niemand kannte, hatte
er anfangs recht große Mühe, ſich durchzuſchlagen; aber
als er endlich ein paar gute Seelen gefunden hatte, die
ſich ſeiner ſo annahmen, daß er ſich ganz dem Zeichnen
widmen konnte, hielt er ſich ſchon für den glücklichſten
Sterblichen. Aber das Vergnügen ſollte nicht lange
vähren; er wurde erkannt und gezwungen, zu ſeinem
Vater, der inzwiſchen in der größten Angſt über das
Verſchwinden ſeines Sohnes geſchwebt hatte,
zurückzu=
kehren. Nach Zittau zurückgekehrt, überlegte er nach
dieſem Dämpfer von neuem hin und her, wie er
weg=
kommen könne, um ſo mehr als ſein Vater einen
Damaſt=
weber aus ihm zu machen wünſchte. Schließlich ging er
wieder durch mit ebenſowenig Geld in der Taſche wie
beim erſten Mal. In Dresden hatte er mehr zu leiden
als je vorher; es war nämlich zu Beginn des (7jährigen)
Krieges. Indeſſen tat er ſein Möglichſtes, ſich aus der
unangenehmen Lage zu ziehen, indem er unaufhörlich
zeichnete und für Beamte Abſchriften lieferte, um etwas
Geld zu perdienen, das er ja, um überhaupt leben zu
können, ſo nötig brauchte. Nach der Einnahme
Dres=
dens erwiſchten ihn die Preußen, die ihn zum Soldaten
anwerben wollten; doch da er Silveſtre=Sohn (Louis de
S.; 1675—1760), der im Begriffe war, nach Paris (ſeiner
Heimat) abzureiſen, kannte, bat er ihn, ihn mitzunehmen.
Das geſchah mitten im Winter; doch auf dieſe Weiſe
ent=
rann er glücklich den Preußen. Sogleich nach ſeiner
An=
kunft in Paris beſuchte er mich und ſprach mir mit Eifer
von ſeinem Wunſch, irgend etwas zu lernen. Seine große
Jugend, ſeine augenblickliche Lage, ſeine Höflichkeit und
beſonders ſein Intereſſe für die Malerei ließen mich
Achtung vor ihm gewinnen. Ich ermutigte ihn auf jede
Weiſe. Er zeigte mir jedesmal ſeine Arbeiten und, als
er auch noch ſo wenig in der Malerei vorgeſchritten war,
fand, ich doch immer Mittel, ſeine kleinen Gemälde für
ihn zu verkaufen, die meiſten an Landsleute, die ich für
ihn einzunehmen wußte. Schritt für Schritt wurde er
bekannt; er bekam Arbeit und von Zeit zu Zeit den
Auf=
trag, irgend ein kleines Gemälde für einen Kupferſtecher
zu liefern. Das ließ ihn bekannter werden. Endlich
wurde er nach Dresden berufen mit einem jährlichen
Ge=
halt von ungefähr 1600 franzöſiſchen Pfund. Während
der Unterhandlung habe ich ihm bei Herrn von Hage=
dorn, dem Direktor der Künſte in Sachſen, das beſte
Zeug=
nis ausgeſtellt.
Seit einem Jahre hat er mir 7 Gemälde geliefert,
darin einbegriffen das ganz kleine, das er mir zur
Erin=
nerung geſchenkt hat. Dieſe ſieben Gemälde, ſchon
ſtofflich wertvoll und intereſſant, hängen in meinem
Zim=
mer und werden mir Vergnügen machen, weil ſie von
einem Maler ſtammen, den ich immer geachtet habe wegen
ſeiner Ausdauer, mit der er den höchſten Grad der
Vol=
lendung erſtrebte, trotz den unzähligen Hinderniſſen, die
er überall zu überwinden hatte. Sein Verluſt wird
auf=
richtig von allen denen, die ihn gekannt haben, bedauert.
Er war einer der ehrbarſten und liebenswürdigſten
Men=
ſchen; er liebte die Einſamkeit, ohne die Geſelligkeit zu
fliehen; er lachte gern, aber niemals auf Unkoſten eines
andern. Er war lernbegierig und arbeitſam bis zur
Uebertreibung, nicht aus Habſucht, ſondern aus Liebe zu
ſeinem Talent. Er erfand ſeine Stoffe mit einer
erſtaun=
lichen Leichtigkeit und hatte ſich zuletzt eine große
Kennt=
nis, mit Pinſeln, obwohl den koſtbaren, umzugehen,
er=
worben. Ich hätte es gern geſehen, wenn er von dem
Kurfürſten die Erlaubnis, noch ein Jahr zu bleiben,
er=
halten hätte, um ſich ganz und gar zu pervollkommnen.
Er nimmt ungefähr 15 Entwürfe für ebenſo viele
koſt=
bare kleine Gemälde mit, die er in Sachſen ausführen
und hierher für verſchiedene Liebhaber und Kupferſtecher
ſchicken muß. Noch mehr nimmt er die Hochachtung von
jedermann mit, als Lohn ſeines Betragens und ſeines
Talentes.
Schenau war hübſch, blond und nur ein bißchen
entſtellt durch die Kinderblattern. Er war ebenſo eigen
in ſeiner Kleidung als er koſtbar in der Malerei war; ich
glaube auch, er war für die Liebe nicht unempfindlich.”
Dieſe Schilderung ſeines Schülers zeigt uns
gleich=
zeitig, wie ſehr ſich Wille jugendlicher Künſtler
angenom=
men und ſie in jeder Hinſicht gefördert hat. Die
Aner=
kennung, die man ſeiner Kunſt willig ſpendete — die
Akademien in Dresden, Paris, Augsburg, Rouen, Berlin,
ernannten ihn zu ihrem Mitgliede; 1758 erhielt er den
Titel eines Kupferſtechers des Königs von Frankreich,
ſpäter des Deutſchen Kaiſers und des Königs von
Däne=
mark! — erfüllte ihn mit Dankbarkeit gegen Frankreich;
anſtatt ehrenvollen Rufen nach Dresden und Wien, wo
ihm hohe Summen als Gehalt winkten, zu folgen, blieb
er in Paris und bildete dort als „bon patriote francais”,
tüchtige Schüler für Frankreich — und Deutſchland heran,
wirkend vor allem auch durch das gute Beiſpiel. Er war
ein eleganter Stecher, und es iſt erſtaunlich, zu welchem
Grade techniſcher Vollendung und Feinheit er in den
meiſten ſeiner Stiche gediehen iſt, mit welcher Sicherheit
ſein Grabſtichel das Original wiedergibt. Die berühmte
„Väterliche Ermahnung”?) iſt ein Meiſterſtück an
Farbigkeit. Bewundernswert iſt ſeine unerreichte
Art in Behandlung der Stoffe, alſo des Lebloſen; man
betrachte von ſeinen Bildniſſen, welches man wolle, ſo
wird man finden, daß an dem Bildniſſe des „Moritz von
Suchſen” das Fell, der Panzer, die Seide, bei dem „Tod
der Kleopatra” das Kleid, die Decken, bei dem „kleinen
Phyſiker” vielleicht die Seifenblaſe das Beſte iſt; die
ein=
zelnen Stoffe ſind mit wunderbarer Meiſterſchaft
ge=
troffen und voneinander deutlich unterſchieden. Es iſt
wohl unſtreitig, daß die Köpfe ſeines Freundes Schmidt
i. a. geiſtvoller und lebenswahrer ſind; trotz
die=
ſer Einſchränkung bleibt Wille, nach ſeinen Stichen von
Porträts, womit er begann, und von Genrebildern,
be=
ſonders holländiſchen, unter denen wir ſeine
Meiſter=
werke treffen, betrachtet, doch der hervorragendſte
Kupferſtecher ſeiner Zeit, ein Meiſter der Technik, der
kunſt=
vollen Darſtellung und des guten Geſchmacks.
(Fortſetzung folgt.)
*) Vgl. Le Blanc, Catalogue de Toeuvre de J.-G.
Wille, Leipzig 1847.
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