Abonnementspreis
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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag wählte geſtern den früheren
Präſi=
denten, Abg. Kaempf, wieder zum Präſidenten.
Der Reichskanzler beantwortete geſtern im
Reichstag die Interpellation über die
Fleiſchnot und erklärte ſich bereit, die Interpellation
über die auswärtige Politik in den erſten
Tagen der nächſten Woche zu beantworten.
Der Dichter Paul Heyſe iſt in München ſchwer
verkrankt.
In der italieniſchen Kammer, die am Dienstag
ihre Sitzungen wieder aufgenommen hat, brachte der
Miniſterpräſident das Geſetz, betr. die Ratifizierung
des Vertrages von Lauſanne, ein.
*
Die Griechen haben die Inſel Chios
beſetzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Die chriſtlichen Gewerkſchaften und die
päpſtliche Enzyklika.
* Der zur Stellungnahme zur Enzyklika einberufene
und von etwa 250 Vertretern beſuchte außerordentliche
Kongreß der chriſtlichen Gewerkſchaften fand am Dienstag
in Eſſen ſtatt. Der Vorſitzende des Zentralvorſtundes,
der Reichstagsabgeordnete Schiffer, ſchlug zunächſt
vor, in einem Telegramm an den Kaiſer auszudrücken,
daß die hier verſammelten Vertreter von 360000
chriſt=
lichnationalen Arbeitern das Gelöbnis unverbrüchlicher
Treue erneuern und bereit ſeien, für des Vaterlunds
Größe und des deutſchen Volkes Ehre iederzeit einzu=
Etreten. Der Vorſitzende erklärte in ſeiner
Begrüßungs=
ede, es bedürfe wohl kaum der beſonderen Hervorhebung
Zid Betonung, daß auch in der gegenwärtigen Lage für
ſie chriſtlichen Gewerkſchaften kein Grund
Horhanden ſei, irgendeine Aenderung eintreten
ßu laſſen. Es bleibe bei den Dresdener
Beſchlüſ=
iſen. In den letzten 48 Stunden habe die Streitfrage
keine bedeutſame Wendung erfahren. Es handelte ſich
da=
bei um eine neue Interpretation einzelner Stellen der
Enzyklika durch die Biſchöfe, die in Fulda verſammelt
waren. Der Vorſitzende Schiffer teilte weiter mit, laß
er ermächtigt ſei, zu erklären, daß die
Reichsregie=
rung von der Enzyllika vor ihrer Veröffentlichung
keine Ahnung gehabt habe. Die „Reichskanzlei”
habe beſonderen Wert darauf gelegt, daß dies heute in
Eſſen vor dem Kongreß erklärt werde.
Den Hauptbericht erſtattete dann der Generalſekretär
Stegerwald. Er ſagte zur Enzyklika ſelbſt, ſie
ver=
folge den friedlichen Zweck, den nun ſeit 12 Jahren
an=
dauernden Streit im katholiſchen Lager über chriſtliche
Gewerkſchaften und katholiſche Fachabteilungen zu
be=
enden, und teilte eine neue Interpretation der in Fulda
verſammelt geweſenen Biſchöfe mit, eine Interpretation,
die auf Anregung des Biſchofs Dr. Schulte von
Pader=
born zuſtandegekommen ſei und die Bedenken gegen
gewiſſe Stellen der Enzyklika ausräume, in denen
man eine äußerſte Erſchwerung, wenn nicht
Unmöglich=
machung der Betätigung der chriſtlichen Gewerkſchaften
erblickt habe. Stegerwald erklärte noch, daß er von dem
Kardinal Kopp und dem Biſchof Dr. Schulte ermächtigt
worden ſei, dem Kongreß mitzuteilen, daß dieſe neue
Interpretation die Auffaſſung der Fuldaer
Biſchofskonferenz wiedergebe.
Der Redner ſetzte dann noch weiter auseinander, es
genüge den chriſtlichen Gewerkſchaften, daß den ewigen
Anzweillungen der kirchlichen Treue ihrer katholiſchen
Mitglieder wegen ihrer Zugehörigkeiten zu den chriſtlichen
Gewerlſchaften in Zukunft der Boden entzogen ſei. In
Zukunft könnten die „Berliner” die chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften nicht mehr verketzern. Das ſei die Hauptſache.
Wirtſchsftlich würde man mit ihnen fertig. Die Idee
einer Kartellierung konfeſſioneller
Ge=
wierkſchaften laſſe ſich nicht verwirklichen.
Alle bisherigen Verſuche, konfeſſionelle Gewerkſchaften zu
gründen, hätten ſich als ausſichtslos erwieſen. Eine
Ge=
bietsbegrenzung der chriſtlichen Gewerkſchaften und der
katholiſchen Fachabteilungen ſei unmöglich. Deutſchland
habe keine abgeſchloſſenen rein katholiſchen induſtriellen
Gegenden, und die Induſtrien der verſchiedenen Bezirke
ſtünden miteinander in engſten Beziehungen. Auch eine
kirchliche Beaufſichtigung der Gewerkſchaften in ihren
Einzelmaßnahmen würde abſohut undurchführbar ſein,
Eine Mitwirkung der Geiſtlichen bei Regelung ſachlicher
und gewerblicher Angelegenheiten ſei undenkbar. Den
Religionsgeſellſchaften würden bei einer Einmiſchung
in gewerkſchaftliche Einzelfragen unüberſehbare
Schwierig=
keiten erwachſen. Die Gewerkſchaftsbewegung dürfe nicht
einſeitig vom kirchlich=ſeelſorgeriſchen Geſichtspunkte
be=
trachtet werden, ſondern müſſe als notwendiges Glied in
unſerem Wirtſchaftsorganismus gewürdigt werden. Alles
drängei zur organiſierten
Zuſammenfaſ=
ſung der wirtſchaftlich
Gleichintereſſier=
ten. In dieſer Entwickelung könnten und dürften die
Arbeiter nicht zurückbleiben. Die chriſtlichen
Ge=
werkſchaften ſeien in Deutſchland eine
ſozial=
wirtſchaftliche und auch eine ſtaatliche
Not=
wendigkeit. So lange in Deutſchland eine ſtarke
chriſtlichnationale Gewerkſchaftsbewegung vorhinden ſei,
könne die Sozialdemokratie ihre Pläne nicht
verwirklichen, im Gegenteil, die zielſichere, ausgleichende
Politik der chriſtlichnationalen Bewegung zwinge die
So=
zialdemokratie, auf die Dauer andere Wege einzuſchligen.
Stegerwald ſchloß unter ſehr lebhafter Zuſtimmung die
Verſammlung mit den Worten: Unſere
Gewerkſchafts=
bewegung bedarf der endlichen Ruhe und heanſprucht
rückhaltlos genau dieſelbe Achtung und
Bewegungsfrei=
heit wie ſämtliche gleichartigen Organiſationen der
übri=
gen Stände. Das iſt unſer unbeugſamer Standpunkt.
Nehmen Sie in dieſem Sinne die Reſolution, die Ihnen
der Ausſchuß des Geſamtverbandes vorgelegt hat, an,
und dann an die Arbeit Schließt die Reihen, formt ſeine
Armeen für die chriſtlichen Gewerkſchaften.
Die dem Kongreß unterbreitete Raſolution
lautet:
Die chriſtlichen Gewerkſchaften haben ihrerſeits auf
dem Dresdener Kongreß ihre Stellung zum
Gewerkſchafts=
ſtreit im katholiſchen Lager klar und entſcheidend feſtgelegt.
Es iſt ein päpſtliches Rundſchreiben an die deutſchen
Biſchöfe ergangen, das ſich mit derſelben Frage befaßt und
zu Zweifeln über die künftige Haltung der chriſtlichen
Ge=
werkſchaften Anlaß gegeben hat. Dazu erklärt der
Kon=
greß: Der Beſchluß des Dresdener Kongreſſes bleibt
voll=
inhaltlich beſtehen. Die chriſtlichen Gewerkſchaften
hal=
ten unerſchütterlich feſt an den Grundſätzen,
die ſeit jeher für ihre Bewegung maßgebend geweſen ſind.
Den grundſätzlichen Teil des päpſtlichen Rundſchreibens
zu erörtern, iſt nicht Sache der Gewerkſchaften. Die
Zu=
gehörigkeit zu den chriſtlichen Verbändon wird in dem
Rundſchreiben den katholiſchen Arbeitern nicht verwehrt,
ſondern ausdrücklich geſtattet. Damit iſt die
Haupt=
waffe gegen ihre gewerkſchaftliche Betätigung in unſerer
Organiſation unbrauchbar geworden. In ſeinem
praktiſchen Teile enthält das päpſtliche Rundſchreiben an
mehreren Stellen Wendungen, die in leitenden Kreiſen für
eine Unterbindung der Entwicklung und Betätigung der
chriſtlichen Gewerkſchaften ausgelegt werden.
Insbeſon=
dere folgerte man daraus neben einer „
Gebietsbegrenz=
ung” eine „fortgeſetzte Bevormundung” unſerer
Beweg=
ung und ihrer gewerkſchaftlichen Maßnahmen. Dieſe
Be=
fürchtungen ſind durch die neueſten Erklärungen der
Bi=
ſchöfe ausgeräumt. Der Kongreß begnügt ſich daher mit
der Feſtſtellung, daß zu ſolchen Befürchtungen auch nach
Grundſätzen und Beſchlüſſen unſerer Bewegung kein
An=
laß vorliegt, und daß derartig=
Deutſchland zudem
undurchführbar wäre. Das Deutſche Reich weiſt keine
rein katholiſchen Gegenden mit in ſich abgeſchloſſener
in=
duſtrieller Entwicklung auf. Der vielgeſtaltige Wechſel des
Wirtſchaftslebens bedeutet eine gewaltige unausgeſetzte
und unvermeidliche Miſchung der Konfeſſionsangehörigen.
Die Gewerbe= und Tariſpolitik der Arbeitgeber= und
Ar=
beitnehmerorganiſationen muß nach einheitlichen Regeln
erfolgen, und ſett zu ihrer Erledigung Fach= und
Sach=
kenntnis voraus. Deutſchland ſtellt ein einheitliches
Wirt=
ſchaftsgebiet dar. und dieſe Verhältniſſe fordern
gebiete=
riſch wirtſchaftlich ſelbſtändige Gewerkſchaften, die ſich
zentraliſtiſch auf das ganze Reichsgebiet erſtrecken. und
nur ſolche können gegenüber den ſtraffen
Arbeitgeberver=
bänden und der geſchloſſenen ſozialdemokratiſchen
Beweg=
ung Einfluß und Bedeutung erlangen. Die in den
chriſt=
lichen Gewerkſchaften organiſierten Arbeiter haben auf dem
Gehiet der wirtſchaftlichen Selbſthilfe denſelben Weg
ein=
geſchlagen, den vor ihnen alle anderen Erwerbsſchichten
gegangen ſind. Sie behaupten die gleiche Selbſtändigkeit
wie die Hunderte einflußreicher Syndikate und mächtiger
Unternehmerorganiſationen, wie die Tauſende
gewerb=
licher und bäuerlicher Genoſſenſchaften, Bauernvereine,
Innungen, Detailliſtenverbände, Vereinigungen der
Aerzte, Juriſten, Beamten uſw. Erneut betonen wir: die
chriſtlichen Gewerkſchaften ſind mit dem wirtſchaftlichen
und nationalen Leben Deutſchlands aufs engſte vertnüpſt.
Sie ſind die einzige deutſche
Gewerkſchafts=
organiſation, die ſich neben der ſozial=
demokratiſchen Bewegung entſcheidende
Bedeutung verſchafft hat. Sie ſind nach deutſchen
Verhältniſſen eine ſoziale, wirtſchaftliche und nationale
Notwendigkeit. Staat und Volksgeſamtheit haben ein
Lebensintereſſe daran, daß nicht die antinationale dem
Chriſtentum feindliche Sozialdemokratie die
alleinherr=
ſchende Monopolſtellung in der deutſchen
Gewerkſchafts=
bewegung erlangt. In Charakter Organiſationsform und
künftiger Wirkſamkeit der chriſtlichen Gewerkſchaften wird
aus allen dieſen Erwägungen nichts geändert werden.
Wir arbeiten weiter wie bisher.
Es folgten dann eine Reihe zuſtimmender
Erklär=
ungen einzelner chriſtlicher Gewerkſchaften. Das
Schluß=
wort ſprach der Reichstagsabgeondnete Giesberts,
der auch den Entwurf eines Aufrufs an die Mitglieder
der chriſtlichen Gewerkſchaften verlas. Die Reſolution
wurde dann einſtimmig unter großen
Beifallskund=
gebungen angenommen.
Das Geſetz, betreffend die Ratifizierung des
Vertrags von Lauſanne.
* Die italieniſche Kammer nahm am
Diens=
tag ihre Arbeiten wieder auf. Saal und Tribünen
waren ſtark beſetzt. Der Miniſterpräſident und ſämtliche
Miniſter erſchienen im Saale, von den Deputierten durch
Erheben von den Plätzen, vom Publikum auf den
Gale=
rien durch lebhaſtes Händeklatſchen und Zurufe begrüßt.
Giolitti brachte ein Geſetz betreffend die
Ratifizierung des Vertrages von
Lau=
ſanne ein und verlas einen bisher geheimgehaltenen
Modus procedendi, der in Lauſanne am 15. Oktober
unter=
zeichnet worden iſt. Dieſer Modus procedendi beginnt
mit der folgenden Wendung:
Der König von Italien und der Kaiſer der
Ottoma=
nen ſind geleitet von dem gleichen Wunſche, den
Kriegs=
zuſtand zwiſchen beiden Ländern aufhören zu laſſen und
angeſichts der Schwierigkeiten, zu dieſem Ziele zu
gelan=
gen wegen der Unmöglichkeit für Italien, das Geſetz
vom 25. Februar 1912, wodurch die Souveränität
über Tripolitanien und die Cyrenaika
ausgeſprochen wird, aufzuheben, und die Unmöglichkeit
für das Ottomaniſche Reich, formell dieſe
Sou=
veränität anzuerkennen. Nun folgen Altikel über
Erlaß eines großherrlichen Firmans an die Bewohner
Libyens und eines Dekrets des italieniſchen Königs und
die großherrlichen Firmans an die Bewohner der
In=
ſeln im Aegäiſchen Meer, deren Wortlaut in der Anlage
beigefügt iſt. Eine weitere Anlage enthält den
Ver=
trag von Lauſanne, ſo wie er abgeſchloſſen und
veröffentlicht iſt, mit der Verpflichtung der
Bevollmäch=
tigten, ihn auch zu unterzeichnen nach dem Erlaß
der drei obengenannten Alte. Ferner iſt in dem Modus
procedendi vorgeſehen, daß von beiden Regierungen die
gemachten Aufwendungen für die Unterhaltung der
Kriegsgefangenen und Geiſeln als gegenſeitig
aus=
geglichen angeſehen werden ſollten.
Nach beendeter Verleſung des Modus procedendi
entbot Giolitti den tapferen Angehörigen des
Hee=
res und der Marine, die für ihr Vaterland gefallen
ſind, und den Diplomaten, die inmitten großer
Schwie=
rigkeiten das hohe Preſtige Italiens ein Jahr lang
auf=
recht erhallin hätten, herzliche Anerkennung. Er bat
den Kammerpräſidenten, eine Kommiſſion zur
Prü=
fung des Vertrages von Lauſanne zu
ernen=
nen. Der Kammerpräſident hob die große Bedeutung
der Kundgebung hervor, mit der die Kammer die Worte
des Miniſterpräſidenten entgegengenommen habe. Den
edlen Worten Giolittis habe er nichts hinzuzufügen.
Auch im Senat verlas Giolitti den Modus
procedendi zum Vertrag von Lauſanne und gab ähnliche
Erklärungen wie in der Kammer ab. Dem
Miniſter=
präſidenten wurden in der Kammer und im Senate
lel=
hafte Huldigungen dargebracht.
In dem Begleitbericht zu dem der Kammer
vorgelegten Geſetzentwurf wird betont, daß das
Geſetz über die Souveränität Italiens über Libyen von
Anfang an das Ziel, das erreicht werden ſollte,
feſtgelegt und damit die nationale Ehre engagiert hat. Das
italieniſche Volk zeigte im Verlaufe des Krieges ſo
bewunderswerte Einmütigkeit und Kraft ſeiner Geſinnung,
daß der Volkscharakter eine weſentliche Kräftigung
dadurch erfahren habe. Die Armee und die Marine
er=
warben ſich den allergrößten Anſpruch auf die
Dankbar=
keit des Landes und die Wertſchätzung des Auslandes.
Die Regierung nahm direkte Friedensverhandlungen an
ſobald ſie einſah, daß dadurch das Ziel des Krieges
er=
reicht werden konnte. Dieſe Verhandlungen drobten
einen Augenblick durch den Beginn der Feindſeligkeiten
auf dem Balkan in Gefahr zu geraten, konnten aber Dank
der entſchloſſenen Haltung Italiens zu einem glücklichen
Ende geführt werden, wodurch Italien wieder volle
Frei=
heit erhielt, ſeine Intereſſen am Balkan zu ſchützen. Der
geheim gehaltene Modus procedendi zeige deutlich, daß
Italiens volle Souveränität über
Li=
byen, die die Mächte freundſchaftlich und ſchnell
aner=
kannten, aufrecht erhalten ſei. Von den
otto=
maniſchen Forderungen nahm Italien nur
die=
jenigen an, die die Pazifikation der neuen Kolonie und
die Erfüllung der von Italien den Eingeborenen und
Europa gegenüber freiwillig eingegangenen
Verpflich=
tungen zu erleichtern geeignet waren.
Der Bericht fordert ſchließlich einen Kredit von
50 Millionen Lire für das Miniſterium der
Ko=
lonien zu öffentlichen Arbeiten und für die Verwaltung
Libyens und ſpricht die Hoffnung aus, daß es gelingen
möge, die Proſperität des Landes, die die Stammväter
des neuen Italiens dort geſchaffen, eine ſchlechte
Regie=
rung aber vernichtet hätte, wieder aufleben zu laſſen.
Deutſches Reich.
— Ein Nachtragsetat zum Kolonialetat
für 1912 iſt dem Reichstage zugegangen. Er fordert in
der Hauptſache Mittel für die Einrichtung der
Verwal=
tung in den neuerworbenen Teilen des Schutzgebietes
Kamerun. Dem Nachtragsetat iſt eine Denkſchrift
beige=
geben, der wir folgendes entnehmen:
Die neuen Gebietsteile ſollen vorläufig nicht in
glei=
cher Stärke beſetzt und im gleichen Umfange in
Verwal=
tung genommen werden wie die in Alt=Kamerun. Eine
dauernde Mehrbelaſtung der Reichsfinanzen infolge der
Angliederung dieſer Gebietsteile ſoll nach Möglichkeit
ver=
mieden werden. Sie kritt vorläufig nur inſoweit ein, als
durch die Erweiterung des Schutzgebietes eine
Vermehr=
ung der Schutztruppen notwendig wird. Die
Neuerwerb=
ungen vergrößern das Schutzgebiet um rund die Hälfte
ſeines bisherigen Umfanges. Auch bei ſchwacher Beſetzung
der neuen Gebiete läßt ſich daher eine Verſtärkung der
Schutztruppe nicht vermeiden. Sie hält ſich aber in engen
Grenzen. Die neuen Gebiete ſollen zunächſt gründlich
er=
forſcht werden und erſt auf Grund der
Forſchungsergeb=
niſſe ſoll die Verwaltung des Landes allmählich
einge=
richtet werden. Vorläufig kommt nur eine proviſoriſche
Verwaltung in Frage. Ueber die Art dieſer
Verwaltun=
gen werden nähere Mitteilungen gemacht. Die Polizei
truppe iſt um 575 Mann zu verſtärken, die Zahl der
Zoll=
wächter um 100 Mann. Ein Teil der Schutztruppe ſoll
be=
ritten gemacht werden. Die Neuerwerbungen machen auch
eine Verſtärkung des Perſonals beim Gouvernement und
bei der allgemeinen Lokalverwaltung notwendig. Ein
Teil der neuerworbenen Landesteile wird erſt im Jahre
1913 übernommen werden. Bis zum 1. April 1913 werden
etwa drei Viertel übernommen ſein.
— Eine Denkſchrift über das
Zulage=
weſen im Reichsheer iſt dem Reichstage
zuge=
gangen. Im Winter 1911 hatte der Reichstag den Wunſch
geäußert, über das Zulageweſen in einer Denkſchrift
Auf=
klärung zu erhalten, und die Militärverwaltung
aufzu=
fordern, Vorſchläge über eine möglichſt weitgehende
Ver=
einfachung im Intereſſe größerer Sparſamkeit und
über=
ſichtlicher Verwaltung zu machen. Die Erwägungen haben
zu dem Ergebnis geführt, daß die Zulagen und
Löhn=
ungszuſchüſſe einſchließlich derjenigen Löhnungszuſchüſſe
die infolge der 1912 durchgeführten Löhnungserhöhung
weggefallen ſind, in Preußen um 907934 Mk., in Sachſen
um 84 246 Mark und in Württemberg um 34386 Mark
herabgeſetzt werden ſollen, jedoch erſt bei eintretendem
Stellenwechſel oder beim Aufrücken in ein höheres
Dienſt=
einkommen. Die Zulagen und Löhnungszuſchüſſe haben
in den letzten Jahren erhebliche Herabſetzungen erfahren.
Seit dem Jahre 1909 beträgt die Geſamtſumme der
Ab=
ſetzungen 2161974 Mark. Ueber das Zulageweſen im
einzelnen wird in der Denkſchrift eingehend Bericht
er=
ſtattet und die Notwendigkeit der Zulage ſachlich begründet.
— Die Jeſuitenfrage. Das Plenum des
Bun=
desrats dürfte ſich heute Donnerstag mit dem bayeriſchen
Antrag auf authentiſche Auslegung des Begriffs
Ordens=
tätigkeit im Jeſuitengeſetz beſchäftigen und hierüber ſeinen
Beſchluß faſſen, deſſen Wortlaut dann wohl bald der
Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden wird. In
Reichs=
tagskreiſen beabſichtigt man, dieſe Angelegenheit bei der
bevorſtehenden erſten Leſung des Reichshaushaltsetats
zur Sprache zu bringen, und es iſt anzunehmen, daß der
bayeriſche Miniſterpräſident Freiherr von Herrling bei
die=
ſer Gelegenheit die zu erwartenden Angriffe auf die
bayeriſche Regierung perſönlich abwehren wird.
Wohnungsfrage und
Reichsverwalt=
ung. Die Reichsregierung hat den Verbandsreviſor
Scheidt=Hannover unter Ernennung zum Kaiſerlichen
Re=
gierungsrat in das Reichsamt des Innern berufen zur
Be=
arbeitung des Baugenoſſenſchaftsweſens. Scheidt war
bisher Verbandsreviſor des Verbandes deutſcher
Bau=
genoſſenſchaften und gilt als tüchtiger Fachmann. Man
darf infolge dieſer Berufung hoffen, daß das Reich die
Verbeſſerung der Wohnungsverhältniſſe dauernd durch
poſitive Maßnahmen fördern will.
— Aerzte und Krankenkaſſen. Auf
Ein=
ladung des Reichsamts des Innern wird für Mitte
De=
zember eine Konferenz zwecks Verſtändigung zwiſchen
den ärztlichen Organiſationen und den Kaſſenverbänden
in der Frage der ärztlichen Behandlung der Mitglieder
ſtattfinden.
— Baumwollunternehmungen in den
Kolonien. Bei der am 25. Nopember im Reichstag
ſtattgehabten Baumwollkonferenz 1912 wurde nach warmer
Befürwortung des Reichsamts des Innern, des Reich=
Kolonialamts und des Miniſteriums für Handel und
Ge=
werbe ſeitens der Vertreter der Textilinduſtrie beſchloſſen:
dem Kolonial=Wittſchaftlichen Komitee für gemeinnützige
Baumwollunternehmungen in den Kolonien auch für die
Jahre 1913, 1914 und 1915 Beiträge zu leiſten, welche dem
Satze von 10 Prozent der Beiträge zur
Berufsgenoſſen=
ſchaft entſprechen. Die von den Textil= und verwandten
Induſtrien ſeit der erſten Baumwollkonferenz (1907)
ge=
leiſteten Beiträge belaufen ſich auf über eine halbe
Mil=
lion Mark. Bei den Verhandlungen, die eine nationale
Opferwilligkeit an den Tag legten, wurde in Anerkennung
der bisher erzielten Ergebniſſe ferner beſchloſſen: eine
ver=
ſtärkte Propaganda in den den Beſtrebungen noch
fern=
ſtehenden Kreiſen der Induſtrie und des
Baumwollhan=
dels ins Werk zu ſetzen, unter der Vorausſetzung, daß
auch ſeitens des Reichstags für das Baumwollbau=
Pro=
blem, eine unſerer wichtigſten volkswirtſchaftlichen Fragen,
größere Summen als bisher zur Verfügung geſtellt
wer=
den. Demgemäß wurde der folgende weitere Beſchluß
ge=
faßt: dem Kolonial=Wirtſchaftlichen Komitee zu empfehlen,
einen Antrag mit fachkundiger Begründung an den
Reichs=
tag zu ſtellen, für Zwecke der Fortführung der
Baumwoll=
bau=Unternehmungen in den Kolonien eine Million Mark
bereitzuſtellen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Sozialdemokratiſche Quertreibereien.
Das öſterreichiſche Abgeordnetenhaus begann am
Diens=
tag die zweite Leſung der Regierungsvorlage, betr. die
Einführung der Klaſſenlotterie. Nachdem die
Verhand=
lungen darüber abgebrochen worden waren, proteſtierte
am Schluß der Sitzung der Abgeordnete Seitz gegen die
Konfiskation der Arbeiterzeitung wegen Veröffentlichung
des Friedensmanifeſtes des internationalen
Sozialiſten=
kongreſſes in Baſel und dagegen, daß der Präſident die
diesbezügliche Interpellation der Sozialdemokraten nicht
verleſen ließ. Die Ausführungen von Seitz wurden von
den Abgeordneten der Linken mit lebhaften Schlußrufen
und Lärm unterbrochen. Der Präſident erwiderte, er ſei
mit Rückſicht auf die ſchwere Situation, in der der Staat
ſich befinde, der Anſicht, daß die Interpellation in
ge=
heimer Sitzung zu verleſen ſei. Abg. Stoelzl (Deutſch=
Nat. Verband) trat unter lebhaftem Beifall der Linken
den Ausführungen Seitz’ entgegen und erklärte, die ganze
Bevölkerung Oeſterreichs wolle den Frieden, aber den
Frieden in Ehren. Stoelzl hob die patriotiſche Geſinnung
der Bevölkerung hervor, die bereit ſei, mit aller Kraft
für die Ehre und für die Integrität des Reiches
einzu=
treten. Von dem gleichen Gefühl ſei auch das Parlament
erfüllt. (Stürmiſcher, langanhaltender Beifall links.) —
Der Präſident ordnete darauf ein geheime Sitzung an,
in der die Abgeordneten ſich der Anſicht des Präſidenten
anſchloſſen, daß die Interpellation der Sozialdemokraten
in öffentlicher Sitzung nicht zu verleſen ſei. — Die
chriſt=
lich=ſoziale Vereinigung des Abgeordnetenhauſes hat
eine Reſolution gefaßt, in der ſie das Vorgehen der
So=
zialdemokraten in der Sitzung des Abgeordnetenhauſes
auf das ſchärfſte verurteilt, und die Erwartung ausſpricht,
daß die parlamentariſche Vertretung des Reiches mit
tie=
fem Ernſt der Situation in jeder Hinſicht Rechnung
trägt und alles unterläßt, was die Feinde des Staates
ermutigen könne.
Miniſterpräſident Graf v. Stürgkh hat vom Kaiſer
die erbetene Vollmacht zur Schließung des öſterreichiſchen
Abgeordnetenhauſes erhalten, falls die ſüdſlawiſche
Ob=
ſtruktion nicht ſofort einlenkt, oder Slawen und
Sozial=
demokraten in der Debatte über die auswärtige Politik
herausfordernd auftreten.
Italien.
Italieniſch=franzöſiſche
Zwiſchen=
fälleaus der Zeit des Krieges. Hinſichtlich
der Zwiſchenfälle, die durch die Wegnahme des
franzö=
ſiſchen Dampfers „Tavignan” und durch die Beſchießung
zweier tuneſiſcher Galeeren entſtanden waren,
hat=
ten die italieniſche und die franzöſiſche
Re=
gierung eine internationale Kommiſſion mit der
Unterſuchung dieſes Zwiſchenfalles betraut. Die
Kommiſſion hat ihren Bericht am 23. Juli 1912
er=
ſtattet. Da aber die beiden Regierungen auf der Baſis
dieſes Berichtes keine direkte Einigung über die Beilegung
der Zwiſchenfälle erzielen konnten, ſo haben ſie
beſchloſ=
ſen, dieſe Zwiſchenfälle dem Spruch des Haager
Schieds=
gerichts, das bereits mit der Entſcheidung über die
Zwiſchenfälle wegen der „Carthage” und „Manuba”
be=
auftragt iſt, zu unterwerfen. Das Schiedsgericht wird in
der letzten Hälfte des Monats März 1913 über alle ihm
unterbreiteten Fragen urteilen.
Spanien.
Die Kammer nahm einſtimmig den Geſetzentwurf
an, durch den der Witwe und den Kindern Canalejas”
der Herzogtitel verliehen wird. Auch der Führer der
Sozialiſten, Pablo Igleſias, ſtimmte für die Vorlage.
Rußland.
Zur Bekämpfung des jugendlichen
Verbrechertums beſchloß das Gefängnisreſſort, die
geiſtlichen Inſtitutionen heranzuziehen, Klöſter für eine
beſondere Erziehung und Beſſerungsanſtalten für
ver=
brecheriſche Kinder zu gründen. Das Gefängnisreſſort
bringt ferner in der Reichsduma eine Geſetzesvorlage
zur Reorganiſation der Zuchthäuſer ein. Die
Zwangs=
arbeit ſoll künftig nicht nur in den
Zwangsarbeitshäu=
ſern Sibiriens ſtattfinden, ſondern auch im europäiſchen
Rußland. Zugleich ſoll die Zwangsanſiedelung abge
ſchafft werden.
Vereinigte Staaten.
Die neuen
Wählrungsreformvor=
ſchläge, die von dem Unterausſchuß des
Repräſentan=
tenhauſes über das Bank= und Währungsweſen ange
nommen und, wie es heißt, die Zuſtimmung Wilſons und
der demokratiſchen Parteiführer finden werden, werden
in Bankkreiſen mit lebhaftem Intereſſe beſprochen. Der
Gedanke an die geſetzgeberiſche Regelung des Geldweſens
vor der Tarifreviſion ſcheint in der Bankwelt vielen
An=
klang zu finden. Der Hauptpunkt der neuen Vorſchläge
iſt der, welcher dem Schatzamt die Befugnis gibt,
end=
gültig über die Notenausgaben zu entſcheiden.
* Brüſſel 26. Nov. Die Gräfin von
Flan=
dern iſt, wie die Aerzte feſtſtellen, an Gehirnſchlag
ge=
ſtorben. Der belgiſche Hof ſetzte auf ſechs Monate Trauer
an. Prinz und Prinzeſſin Carl von Hohenzollern ſind
hier eingetroffen. Die Beiſetzung iſt auf Samstag
vor=
mittag feſtgeſetzt.
In vielen Zeitungen konnte man in den Nekrologen
für die Gräfin von Flandern, geb. Prinzeſſin von
Hohen=
zollern, die merkwürdige Notiz leſen, ſie ſei eine Schweſter
der verſtorbenen Königin Carola von Sachſen geweſen!
Woher dieſer ſonderbare Jertum entſtanden iſt, iſt nicht
recht klar. Die Königin Carola war eine Tochter des
Prinzen Guſtav von Waſa. Sie war die letzte aus dem
Hauſe Waſa und hatte überhaupt keine Geſchwiſter.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. November.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing am
Dienstag vormtttag 1030 Uhr im Neuen Palais Frau
Dr. Willy Merck. — Prinzeſſin Heinrich von Preußen
reiſte abends 751 Uhr wieder ab. (Darmſt. Ztg.)
Iſt unſer Bargeld ſchön!
C) Die Häßlichkeit unſerer Münzen iſt eine Klage, die
beſtändig erhoben wird und der man ſeit langem auf die
verſchiedenartigſte Weiſe abhelfen möchte. Auch in dieſem
Jahre iſt wieder, wie ſchon ſo oft, bei der Beratung des
preußiſchen Staatshaushaltes dies Problem erörtert
wor=
den, und beſonders mußte das neue 25=Pfennigſtück ſich
vielen Tadel gefallen laſſen. In der Internationalen
Monatsſchrift nimmt nun Behrendt Pick in einer
umfang=
reichen Abhandlung das Wort, um die Gründe für die
äſthetiſchen Mängel unſerer Reichsmünzen darzulegen
und Wege zu weiſen zur Schöpfung wirklich ſchöner
Münzen.
Die Klagen über die Häßlichkeit unſerer
Reichsmün=
zen ſind faſt ſo alt wie ihre Prägung, aber erſt in neuerer
Zeit hat man ſich ernſthaft mit einer Reform auf dieſem
Gebiete beſchäftigt. 1907 veranſtaltete der Dürer=Bund
ein Preisausſchreiben, um Entwürſe für beſſere
Reichs=
münzen zu erlangen, und auch die Reichsregierung
ver=
anſtaltete zur Herſtellung des neuen 25=Pfennigſtückes
einen Wettbewerb, bei dem der Entwurf von Häußer mit
dem erſten Preis gekrönt wurde. Zu irgend welchen
praktiſchen Erfolgen haben aber beide Konkurrenzen nicht
geführt, denn die Häußerſche Münze fand in der
Oeffent=
lichkeit ſo allgemeine Ablehnung, daß ſie nicht ausgeführt
wurde. Nun darf freilich bei der Beurteilung einer Münze
das äſthetiſche Moment nicht an die erſte Stelle gerückt
werden, Vielmehr ſind vor allem die ſtaatliche Bedeutung
und der praktiſche Zweck des baren Geldes zu
berückſichti=
gen. Die Münze verdankt der Ausübung eines ſtaatlichen
Hoheitsrechtes ihre Entſtehung und Anwendbarkeit und
ſoll als Werkzeug des Verkehrs dienen. Das haben auch
die hohen Vorbilder der Münzenkunſt, die Griechen, in
deren Bann unſere modernen Stempelſchneider bisher
allzu ſehr geſtanden haben, wohl beachtet. Zunächſt wurde
hier das Bild, das den Stempel der ſtaatlichen Autorität
ausdrückt, ausſchließlich verwendet. Erſt ſpäter trat die
Schrift ergänzend hinzu. Auch die antiken Künſtler
muß=
ten der politiſchen Bedeutung der Münze Rechnung tragen
und haben es in unerreichtem Maße verſtanden, aus der
Not eine Tugend zu machen. Dieſe ſtrahlende Schönheit
der beſten griechiſchen Münzen verführt aber den
moder=
nen Künſtler, der ſich an ſie anſchließt, leicht dazu, die
Unterſchiede der Zeitanſchauung und Technik zu vergeſſen,
und deshalb ſollten die Stempelſchneider derGegenwart
ihre Aufmerkſamkeit mehr auf die Blüte der
Medaillen=
kunſt in der Renaiſſance richten, die unſerem Empfinden
und unſerer Formenſprache näherſteht. Sind wir auch in
der Technik durch beſſere Werkzeuge den Alten weit
über=
legen, ſo ſind dafür in unſerer Zeit andere Momente
auf=
getreten, die eine künſtleriſche Wirkung der Münze
er=
ſchweren. So iſt heute nur ein ganz flaches Relief
zu=
läſſig, denn bei uns hat die Geldrolle eine viel größere
Bedeutung als bei den Alten. Die Münzſtätten verſenden
die neuen Gepräge gern in Rollen und die Geldſtücke
lie=
gen in jeder größeren Kaſſe dicht aufeinander, ſo daß bei
hohem Relief eine ſtarke Abnutzung erfolgen würde. Die
griechiſchen Münzen der beſten Zeit verdanken ihre Herr=
ſchaft zum großen Teile dem hohen Relief, und ebenſo
war bei ihnen durch weiche Modellierung die ideale
Ein=
heit von Relief und Grund möglich, während heute das
Relief hart und ſcharf ſein muß.
Eine Verſchönerung unſerer Münzen verſpricht man
ſich beſonders von einer reicheren Abwechſelung in dem
Bilderkreis, und da bietet das Geſetz unſeren Künſtlern
eine größere Bewegungsfreiheit, die bisher von ihnen
nicht ausgenützt wurde. Das Bild des Landesherrn muß
durchaus nicht immer ein Profilkopf ſein; es könnte ebenſo
in Dreiviertel=Anſicht, als Bruſt= oder Hüftbild, ſtehend
ſitzend, reitend gegeben werden. Die Wappenſchilde der
Freien Städte dürften die verſchiedenſten Formen auft
weiſen. Die Stiliſierung des Reichsadlers könnte mannig
fach ausgebildet ſein; für die Verteilung der Schrift und
die einrahmenden Kränze oder Zweige iſt nichts Beſtimm
tes vorgeſchrieben. Wenn unſere Künſtler von dieſe
Freiheit den richtigen Gebrauch machen würden, ſo dürft
ten in abſehbarer Zeit deutſche Münzen entſtehen, die hine
ter den Münzen anderer Staaten, ſelbſt den franzöſiſchen
nicht zurückſtehen. Eine Novelle zum Reichsmünzgeſen
von 1900 gibt übrigens auch die Gelegenheit, hin und wie
der ein neues Münzbild erfinden zu dürfen, da die großen
Silbermünzen auch als Denkmünzen mit anderer Prägſ
ung hergeſtellt werden können. Die künſtleriſche Pfleg
ſolcher Denkmünzen wie der gegenwärtig ſo ſtiefmütterlich
behandelten Medaillenkunſt würde auf dem für die prait
tiſche Aeſthetik ſo wichtigen Gebiete der Hebung unſere
Münzenkunſt ſchöne Früchte tragen.
* Hoftrauer. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben wegen des Ablebens Ihrer Königl.
Hoheit der Prinzeſſin Marie von Belgien,
Gräfin von Flandern, eine Hoftrauer vom 26.
No=
vember bis einſchließlich den 3. Dezember d. Js.
ange=
ordnet.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Regierungsbaumeiſter
Sieben zu Saarbrücken die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaiſer und König von Preußen verliehenen Roten Adler=
Ordens 4. Klaſſe erteilt, desgleichen dem Bahnmeiſter
Ja. D. und Vorſitzenden des Bezirks Nieder=Olm der
Kriegerkameradſchaft „Haſſia‟ Heinrich Kabey zu
Nieder=Olm des Verdienſtkreuzes in Silber und dem
Fabrikanten Jakob Erckrath de Bary zu Klein=
Krotzenburg a. M. der ihm von Sr. Maj. dem König
von Schweden verliehenen Erinnerungsmedaille an die
fünfte Olympiade zu Stockholm; ferner dem Reallehrer
an der Oberrealſchule zu Worms Philipp Schüler die
Krone zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Karl Heß aus Vilbel die Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Zahmen, Kreis Lauterbach.
* Erledigte Stelle. Die Stelle des Forſtwartes
der Forſtwartei Seligenſtadt, Oberförſterei
Seligen=
ſtadt.
Perſonalnachrichten von der Heſſiſch=
Preußi=
ſchen Eiſenbahngemeinſchaft. Verſetzt: Eiſenbahn=
Oberſekretär Schül von Darmſtadt nach Mainz (V. B.);
die Eiſenbahn=Unteraſſiſtenten Bauer von
Dreieichen=
hain nach Kranichſtein, Reuter von Heppenheim
nach Bensheim; der Schaffner Schmidt von
Darm=
ſtadt nach Aſchaffenburg.
g. Strafkammer. Der 18jährige Taglöhner Johann
Brüderl aus Amberg, der zurzeit eine Gefängnisſtrafe
von 3 Monaten 2 Wochen verbüßt, hatte ſich geſtern vor
der hieſigen Strafkammer wegen Diebſtahls zu
verant=
worten. Der Angeklagte ſtand in Offenbach in Arbeit
und wollte am 31. Auguſt zur Verhandlung gegen ihn näch
Amberg fahren. Er erhielt ſeinen Reſtlohn von 8 Mark,
was ihm anſcheinend nicht zur Reiſe genügte. Er
ent=
wendete deshalb einen ſeinem Schlafkollegen Maier
gehö=
rigen Anzug, den er ſofort für 4 Mark verſetzte. Das
Ge=
richt erkennt unter Einbeziehung jener Strafe auf eine
Geſamtſtrafe von 5 Monaten Gefängnis. Die
bis=
her verbüßte Strafe kommt auf die neugebildete Strafe
ganz in Anrechnung. — Die Georg Gonther Ehefrau,
jetzt in Frankfurt, früher in Neu=Iſenburg, hatte ſich
wegen Vergehens gegen das Krankenkaſſen= und Invali=
Udenverſicherungsgeſetz zu verantworten. Die Angeklagte
betrieb in Neu=Iſenburg eine Möbelſchreinerei, deren
Betrieb im Herbſte 1911 eingeſtellt wurde. Es waren die
Beiträge von der Firma für die Kranken= und
Invaliden=
verſicherung ſtets mit zwei bis drei Monaten Verſpätung
gezahlt worden und ſo blieb nach Einſtellung des
Be=
triebes ein Reſt von etwa 120 Mark, den der Ehemann in
Raten abzahlen wollte, was ihm jedoch nicht ganz möglich
war. Der Ehemann als Betriebsleiter hatte ſich bereits
vor kurzem vor der Strafkammer zu verantworten, da er
mit dem Inhaber für die richtige Abführung der von den
Arbeitern leingezogenen Krankenkaſſenbeiträge
verantwort=
lich war. Er war freigeſprochen worden, da das Gericht
annahm, er ſei beim Einziehen der Beiträge des
Glau=
bens geweſen, er könne ſeinen Verpflichtungen
nachkom=
men. Die Inhaberin hatte ſich nun geſtern wegen
bei=
der Vergehen zu verantworten. Sie wurde in beiden
Fällen freigeſprochen. Bei den
Invalidenverſicher=
lungsbeiträgen kämen ſchon die neuen milderen Beſtim=
Lmungen der Reichsverſicherungsordnung in Betracht, die
Inur bei Vorſatz Beſtrafung eintreten laſſen. Von Vorſatz
könne im vorliegenden Fall nicht die Rede ſein. Bei den
Krankenkaſſenbeiträgen habe nur Beſtrafung zu erfolgen,
wenn mangelhafte Beaufſichtigung vorliege, das ſei aber
hier nicht der Fall. — Der 32jährige Reiſende Johann
Michael Rieger aus Sandhauſen bei Heidelberg hatte
ſich wegen Untreue zu verantworten. Der Angeklagte
trat am 1. April 1909 bei der Firma Seitz u. Sohn, jetzt
Seitz u. Hofmann, in Seeheim als Reiſender ein, zunächſt
Kauf Gehalt und Proviſion; ſpäter wurde mündlich
ver=
einbart, daß er nur eine erhöhte Proviſion erhalten ſolle.
Er iſt nun beſchuldigt, in der Zeit von 1909 bis 1910 die
Firma dadurch um 1027,85 Mark geſchädigt zu haben, daß
er einkaſſierte Gelder nicht ablieferte, ſondern für ſich
ver=
brauchte. Am 1. Januar 1911 trat Rieger bei der Firma
aus und übernahm in Rüſſelsheim eine Wirtſchaft. Nach
und nach entdeckte dann die Firma, daß größere Beträge,
die von Rieger einkaſſiert waren, nicht verrechnet waren.
Sie ſetzte ſich zunächſt mit dem Angeklagten in
Ver=
bindung, der dann auch eine Forderung von 842 Mark
anerkannte. Später erfolgte dann noch eine Anerkennung
von 209 Mark. Als dem Rieger eine ſtrafgerichtliche
Ver=
folgung drohte, flüchtete er in die Schweiz, wurde aber
ausgeliefert. Er beruft ſich zu ſeiner Verteidigung
dar=
auf, er habe im Oktober 1910 den Inhaber der Firma um
ein Darlehen erſucht, da er ſich ſelbſtändig machen wollte.
Dieſer habe ihm geantwortet, er könne einen Teil der
Gelder, die er noch einkaſſieren würde, für ſich behalten.
Der Inhaber weiß aber von einer derartigen
unglaub=
würdigen Kreditgewährung nichts. Auch ſteht das
Ver=
halten des Angeklagten, der nur einen Teil der
verein=
nahmten Gelder für ſich behielt und niemals eine
Ab=
rechnung hierüber machte, dieſer Behauptung entgegen.
Auf Vorhalt gibt dann der Angeklagte für die vor dem
Oktober 1910 liegenden veruntreuten Gelder
Rechts=
widrigkeit zu, vom Oktober 1910 an habe er aber mit dem
Einverſtändnis des Firmeninhabers gehandelt. Das
Ge=
richt verurteilt den Angeklagten zu 6 Monaten
Ge=
fängnis. 3 Monate der Unterſuchungshaft werden
ihm auf die Strafe angerechnet.
g. Kriegsgericht. Der Dragoner Michel Uhrig
aus Lützel=Wiebelsbach vom Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23 hatte ſich geſtern wegen Gehorſamsverweigerung
vor dem Kriegsgericht der 25. Diviſion zu verantworten.
Der Angeklagte war am 12. November wegen guten
Dienſtes von einer Uebung befreit worden, als ihm vom
Unteroffizier aufgegeben wurde, Stalldienſt zu tun. Der
Angeklagte begab ſich vorher noch in die Kantine, um ſich
eine Schachtel Putzzeug zu holen. Der Unteroffizier rief
ihn nochmals zurück, welchem Befehl dieſer auch nachkam.
Der Unteroffizier behauptet nun, Uhrig habe trotz ſeiner
Aufforderung, ſtill zu ſein, fortgeſetzt vor ſich
hingemur=
melt. Andere Soldaten wollen davon nichts gemerkt
haben, wohl aber ein dabeiſtehender Sergeant. Der
An=
klagevertreter hält nach der Beweisaufnahme die Anklage
als Ungehorſam vor verſammelter Mannſchaft nicht mehr
aufrecht, ſondern beantragt lediglich Beſtrafung wegen
Achtungsverletzung vor verſammelter Mannſchaft. Das
Gericht verurteilte demgemäß den Angeklagten zu 25
Tagen ſtrengem Arreſt. Im Intereſſe der
Er=
haltung der militäriſchen Diſziplin wird die ſofortige
Feſtnahme des Verurteilten verfügt. — Der beim
In=
fanterie=Regiment Nr. 168 dienende Wilhelm Pelz aus
Richſtein erhielt wegen Erkrankung ſeiner Eltern einen
Urlaub, der ihm auf ſein Erſuchen telegraphiſch um 6
Tage verlängert wurde. Dieſen nachbewilligten Urlaub
überſchritt Pelz, um noch nicht erledigte Feldarbeit zu
beſorgen, um 2 Tage. Um nun zu der Rückreiſe nach
Butzbach eine Militärfahrkarte zu erhalten, fälſchte er auf
dem Telegramm, das er am Fahrkartenſchalter vorlegte,
die 6 in eine 8. Er hatte ſich wegen dieſes Delikts geſtern
vor dem hieſigen Kriegsgericht zu verantworten, das ihn
wegen Urkundenfälſchung und Urlaubsüberſchreitung zu
10 Tagen Gefängnis verurteilte. Mildernd wurde
der gute Zweck in Betracht gezogen, den der Angeklagte
mit der Urlaubsüberſchreitung verfolgte. — Der beim
Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 dienende
Speng=
ler Georg Henn aus Saargemünd hatte ſich wegen einer
vor dem Dienſteintritt begangenen Unterſchlagung zu
verantworten. Er erhielt von einem Kollegen zur
Auf=
bewahrung 18 Mark, die er jedoch für ſich verwendete, da
er durch Arbeitsloſigkeit in Not geraten war. Er wird
zu 15 Mark Geldſtrafe verurteilt, die eventl. mit
3 Tagen Gefängnis zu verbüßen iſt. — Der Weber
Karl Bauer aus Butzbach war im vergangenen Jahre
zum Infanterie=Regiment Nr. 168 ausgehoben worden.
Er zog es jedoch vor, ſich dem Regiment nicht zu ſtellen,
ſondern flüchtig zu gehen. Vorher jedoch unterſchlug er
dem Lauterbacher Badeverein 340 Mark, womit er bis
Metz kam. Als ihm aber hier der Reſt der ſchon arg
zu=
ſammengeſchmolzenen Barſchaft geraubt wurde, konnte
er ſeinen Plan, zur Fremdenlegion zu gehen, nicht
aus=
führen. Er ſtellte ſich der dortigen Polizei als obdachlos.
Nach eingezogenen Erkundigungen wurde dann
feſtge=
ſtellt, daß der Angeklagte ſteckbrieflich verfolgt wurde.
Er wurde vom Schöffengericht Lauterbach wegen der
Unterſchlagung zu 3 Monaten Gefängnis
verur=
teilt. Das Kriegsgericht verurteilte ihn wegen
Fahnen=
flucht zu 6 Monaten Gefängnis und bildete eine
Geſamtſtrafe von 8 Monaten Gefängnis. — Der zum
In=
fanterie=Regiment Nr. 117 ausgehobene Steinguthändler
Johann Ries aus Bodenheim beläſtigte im März dieſes
Jahres auf der Eiſenbahnfahrt von Bensheim nach
Worms die Mitreiſenden. Als ſich dieſe in Lorſch beim
Stationsaſſiſtenten beſchwerten, wollte dieſer den Ries
aus dem Coupé entfernen, wobei er Gewalt anwenden
mußte, da ſich Ries dem widerſetzte. Auch hatte dieſer
ſein Meſſer gezogen. Der Angeklagte gibt aber vor
Ge=
richt an, er habe ſich mit dem Meſſer nicht wehren wollen,
Der Angeklagte wird wegen Widerſtands gegen die
Staatsgewalt zu 1 Woche Gefängnis verurteilt.
Der Frauenverein für den Südweſtbezirk deu
evangeliſchen Stadtgemeinde veranſtaltet nächſten
Sonntag, den 1. Dezember, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
hauſe, Kiesſtraße 17, einen Familienabend, der wieder,
wie ſeit einigen Jahren, zugleich das Gepräge einer
Adventsfeier annehmen wird. Ein reiches Programm,
deſſen Ausführung in den Händen bewährter Kräfte
liegt, bietet dem Abend einen edlen und erhebenden
In=
halt in Geſang und Muſik. Die Feier iſt auch für
Gäſte zugänglich. (Siehe Anzeige im heutigen Blatt.)
* Richard Wagner=Verein. In unſeren
Konzert=
ſälen löſt zur Zeit ein berühmter Geiger den anderen
ab. Auf Frau René Chemet und Willy Burmeſter
werden in der nächſten Woche im dritten
Hofmuſik=
konzert Frl. Edith von Voigtländer und im Richard
Wagner=Verein (am 5. Dezember) Joan de Manén,
der große Spanier, folgen, deſſen Wiederauftreten in
Darmſtadt man ſchon jetzt das größte Intereſſe
entgegen=
bringt. Da die Mitgliederzahl des Vereins auf 1002
Per=
ſonen geſtiegen iſt, kann an Nichtmitglieder nur noch
eine beſchränkte Anzahl von Eintrittskarten ausgegeben
werden, die im Vorverkauf bei Heinrich Arnold zu
haben ſind.
* Lotterie. Man ſchreibt uns: Die alljährliche
Lot=
terie des St. Eliſabethen=Vereins zum
Beſten der Armen, Kranken und Schulkinder (Knaben)
iſt ſchon ſeit Jahren ſo eingebürgert und beliebt, daß es
gewiß nur eines kurzen Hinweiſes bedarf, um die Freunde
und Gönner dieſes Wohltätigkeitsvereins daran zu
er=
innern, daß die Zeit für dieſe Veranſtaltung heranrückt.
Wir dürfen hoffen, daß, wer Intereſſe und Wohlwollen
für dieſe gute Sache hat, ſich recht bald mit Loſen
ver=
ſieht und uns gütigſt auch paſſende Gewinngegenſtände
zuwendet. Dieſe Bitte richtet ſich auch an die zwar viel
in Anſpruch genommenen, aber ſtets opferwilligen Herren
Geſchäftsinhaber. Die Damen Freifrau von Biegeleben,
Steinſtraße 15, Frau Lechner, Schloßgartenſtraße 73,
Fräulein von Bothmer, Karlſtraße 85, und Frau Freytag,
Annaſtraße 31, nehmen Gaben dankbarſt in Empfang;
auch ſind dortſelbſt Loſe (à 50 Pfg.) zu haben; vom 5.
Dezember ab im Hintergebäude des Pfarrhauſes St.
Lud=
wig, Wilhelminenplatz 9. (Näheres über Zeit und Ort
der Ausſtellung ſiehe Anzeige in der heutigen Nummer.)
* Vortrag. Auf den Vortrag des Herrn
Real=
ſchuldirektors Schnell zu Butzbach, der morgen Freitag,
den 29. November, im „Fürſtenſaal” ſtattfindet, ſei
noch=
mals hingewieſen. Das Thema heißt: „Die deutſchen
Sprachinſeln in Europa” (Siehe Anzeige.)
* Ein Gramola=Konzert findet am Donnerstag abend
im Hotel „Zur Traube” ſtatt. Es kommen zum Vortrag
Geſänge von Frieda Hempel, Farrar, Kurz, Ida Salden,
Caruſo, ferner Violinkonzerte von Burmeſter und Kubelik.
** Im Bürgerkeller findet morgen abend das
Ab=
ſchiedskonzert der Kapelle Iſer ſtatt. Die Kapelle, welche
ſich rechter Beliebtheit bei dem Darmſtädter Publikum
erfreut, hat auch für ihr Abſchiedskonzert ein ſehr gutes
Programm gewählt, ſo daß dieſer Abend verſpricht, recht
genußreich zu werden. U. a. gelangen folgende Piecen
zu Gehör: Der Troubadour, Freiſchütz, Rigoletto, und
als Geigenſoli, vorgetragen durch die Dirigentin, Frl.
Elly Glaſer, Largo von Händel und Meditation von Back,
Träumerei von Schumann uſw. (S. Anz.)
K. Jugenheim, 27. Nov. Man ſchreibt uns: Der
„Konzertverband der unteren Bergſtraße‟
veranſtaltete am Dienstag in der „Krone” ſeinen zweiten
dieswinterlichen Kammermuſikabend unter der
Mitwirkung des Darmſtädter Streichquartetts (der Herren
Mehmel, Diedrich, Brückmann, Weyns) und der Großh.
Heſſiſchen Hofopernſängerin Frau Olga Kallenſee.
Zum Vortrag gelangte das A=dur=Quartett, Opus 2, von
Reinh. Gliére, eine Schöpfung von ganz eigenartigem
Reiz und von einer Jugendfriſche, Urſprünglichkeit und
Natürlichkeit der Erfindung wie der Empfindung, wie
wir ſolches von neueren Komponiſten nicht gewohnt ſind,
und man kann den Künſtlern, welche das Werk in
präch=
tigſtem Zuſammenſpiel wiedergaben, Dank dafür wiſſen,
daß ſie uns mit dieſem Meiſter bekannt gemacht haben.
Als zweite größere Darbietung brachte das Programm
Robert Schumanns herrliches Es=dur=Quintett, Opus 44.
Auch hier konnte man wieder das flotte Zuſammenſpiel
der Darmſtädter Künſtler, die in Frau Forſtmeiſter
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Am 26.
No=
vember wurde das Münchener Künſtlertheater
auf einen Abend aus ſeinem Winterſchlaf im
Ausſtel=
lungspark aufgeſchreckt. Der Neue Verein brachte nichts
Wgeringeres als eine deutſche Emil Verhaeren=Ur=
Laufführung zuſtande. Des vlämiſchen Dichters „
Phi=
ipp II.‟ Epiſode in 3 Akten, iſt nicht nur reich an
dich=
ſteriſchen Schönheiten, was bei dem großen Lyriker ja
nicht wunder nimmt, das Werk hat auch ſtarkes
drama=
tiſches Leben. Es fand begeiſterte Aufnahme. Der
Auf=
führung ging die Rezitation Verhaerenſcher Gedichte von
Robert George und ein Vortrag von Wilhelm Weigand
vorher. Beide Darbietungen wurden ebenfalls mit Dank
lund Beifall aufgenommen.
Eine deutſche Sagenhalle, welche die
Sagen=
welt der geſamten deutſchen Literatur in Gemälden und
Skulpturen deutſcher Maler und Bildhauer darſtellen ſoll,
wird auf Anregung des Kunſtmalers Urban in Leipzig
mitten im Wald, im ſogenannten Grund bei
Friedrich=
roda, erbaut werden. Die Stadt Friedrichroda hat dazu
ein großes Gebiet koſtenlos überlaſſen, ſo daß mit dem
Bau vorausſichtlich ſchon in nächſter Zeit begonnen wird.
Ein Handſchriftenfund in einem Kloſter
Theſſaliens. Reiſende in Theſſalien kennen die
„Kloſter der Meteore”, die ſo wegen ihrer wunderbaren
Lage auf hohen Felſengipfeln genannt werden. Auf den
ſteilen Gipfeln erheben ſie ſich, hoch in die Luft ragend,
Imitten aus dem grünen Bett einer üppigen Vegetation
heraus. Einſt gab es 20 dieſer Kloſter=Meteore, die den
Wanderer ſchon von ferne grüßten; heute exiſtieren nur
noch 7, von denen 5 im ganzen von etwa 30 Mönchen
bewohnt werden. In einem dieſer Kloſter iſt nun dank
der Nachforſchungen der franzöſiſchen byzantiniſchen
Geſellſchaft ein hochbedeutſamer Handſchriftenfund ge=
Llungen. 1124 alte koſtbare Manuſkripte ſind entdeckt
wor=
den. Sie waren von einem Mönch, der vor langer Zeit
Ggeſtorben iſt, in einer Art Grabgewölbe verſteckt worden.
Den Zugang zu dem Gewölbe hatte man durch einen
ge=
waltigen Wandſchrank aus Eichenholz maskiert. Einem
Mitglied der byzantiniſchen Geſellſchaft, N. Beis, iſt es
Inach langen Forſchungen geglückt, dieſes Verſteck aufzu=
Endes. Unte: dei vvertvollen Landſchriften, die ſo nach
langer Verborgenheit wieder ans Licht traten, ſeien als
die wichtigſten erwähnt: ein Bruchſtück der Ilias aus dem
13. Jahrhundert, Stücke des Heſiod aus dem 15.
Jahr=
hundert, Auszüge aus dem „Ajax” und der „Elektra”
von Sophokles, Abſchriften nach Werken des Rhetors
Ari=
ſtides, des Sophiſten Themiſtios und zahlreicher alter
Grammatiker, endlich eine ganze Reihe von
handſchrift=
lichen Stücken, die aus dem alten und neuen Teſtament
ſtammen.
CK. Neue Tiere aus dem Okapi=Gebiet. Wichtige
neue Entdeckungen auf zoologiſchem Gebiet ſind durch die
letzte Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu
Mecklen=
burg gemacht worden. Die Sammlungen, die der Herzog
mit heimbrachte, umfaſſen 860 Säugetiere, 2900 Vögel,
rund 400 niedere Wirbeltiere und etwa 18000 Wirbelloſe,
dazu eine größere Anzahl von Alkoholpräparaten: Das
größte Intereſſe bot das Okaprirevier und überhaupt der
rieſige zentralafrikaniſche Wald. Er birgt Ratten, „ſo
groß wie eine Katze mit weißem Bauch und
weißem Schwanz und einem mächtigen Schnurrbart”
Spitzmäuſe von der Größe eines Meerſchweinchens aber
nicht im geringſten biſſig und mit großen braunen
freund=
lichen Augen; Nachtaffen mit Augen, die im Dunkeln
wie Phosphor leuchten; Stachelſchweine, „nicht die
ge=
wöhnlichen oſtafrikaniſchen, ſondern die ſeltenere
Urwald=
form (Atherura) mit langem Schwanze und ſo
verſchie=
denartigen Haaren Borſten, Stacheln und Schuppen, daß
auf ihrem Fell allein alle Entwicklungsmöglichkeiten des
Haares verwirklicht zu ſein ſchienen.” Merkwürdig ſind
ferner kleine, überaus zierliche Schopfantilopen,
die das Halbdunkel des Urwaldes nie verlaſſen, und
lang=
geſchwänzte Rieſenſchuppentiere die auf den
Fußwurzelgelenken gehen, anſtatt auf den Zehen. Vom
Okapi wurden zwei Exemplare durch eingeborene Jäger
erlegt; ein lebendes zu beobachten (wie es bisher allein
dem britiſchen Forſcher Boyd Alexander gelang), war
nicht möglich, übrigens beabſichtigt das Britiſche Muſeum
eine eigene Expedition zur wiſſenſchaftlichen Feſtſtellung
eines neuen Säugetieres im Kongowalde, über das jüngſt
die erſten Berichte eintrafen. Es iſt eine in den Sümpfen
zwiſchen dem Leopold=See und dem Tumbaſee im
Luckeny=
idigebiet lebende Elefantenart, die von den Eingeborenen
„Waſſer= oder Sumpfgraselefant” genannt
wird.
* Ein antikes Parfüm. Bei einer Ausgrabung, die
jüngſt auf dem Gebiete von Aquileja unternommen
wurde, fand Profeſſor Enrico Majonica, der Leiter des
Muſeums, in einem Grabe, das aus dem 4. Jahrhundert
ſtammt, ein Parfümfläſchchen, dem ein ſtarker Duft
ent=
ſtrömte. Die chemiſche Analyſe ergab, daß das Fläſchchen
eine im Altertum Ladanum genannte Eſſenz enthielt, die
aus dem Harze des kretiſchen Ciſtenrösleins (Cistus
cretieus L.) gewonnen wurde, wie aus Angaben des
Plinius hervorgeht. Der Strauch kommt außer in
Sy=
rien, Kreta, den ägäiſchen Inſeln und Griechenland auch
im Süden der italieniſchen Halbinſel und in Sizilien vor.
Das Parfüm wird jetzt wieder in den Handel gebracht
werden.
* Deutſche Kindermörder in Frankreich. Während
Herr Poincaré kein Feſtmahl vorübergehen läßt, ohne
ſeine Friedensliebe zu Protokoll zu geben und auch
an=
dere zur Friedfertigkeit zu mahnen, gefällt ſich der
Pa=
riſer Matin gerade in dieſen ernſten Tagen mehr noch
als ſonſt in albernen Anpöbeleien der Deutſchen, die er
in einer beſonderen Rubrik Made in Germany beſorgt.
Ein Artikel vom 7. November bringt die überraſchende
Enthüllung, daß die Deutſchen allein an dem
Be=
völkerungsrückgang der großen Nation die
Schuld tragen. Das kommt ſo: In Frankreich trinkt der
Säugling allgemein ſeine Milch durch einen
Lutſch=
pfropfen, der deutſchen Urſprungs iſt, und „dieſer deutſche
Lutſchpfropfen” ſo ſtellt der Pariſer Apotheker Manuel
Marquez feſt, „enthält eine Reihe Gifte, die die einzige
Urſache der großen Kinderſterblichkeit ſind. Will man
dieſe verhüten, ſo muß man das deutſche Machwerk
(camelote allemande) verbieten‟. Es iſt ſchade, daß den
Matin nicht auf den Gedanken verfallen iſt, auf die
Ge=
fahr hinzuweiſen, die darin beſteht, daß die franzöſiſchen
Kinder ſchon mit dem Lutſchpfropfen deutſche Geſinnung
einſaugen.
* Goethes „Fauſt” im Zirkus. Im Hamburger
Zir=
kus Buſch wurde Goethes „Fauſt” aufgeführt. Das iſt
kein ſchlechter Scherz, ſondern Tatſache. Das nach
Tau=
ſenden zählende Publikum „umjubelte” am Schluß
begei=
ſtert Regiſſeur und Darſteller. Namentlich die Szenen
in der Oſternacht ſtellen wir uns bei bengaliſcher
Be=
leuchtung und einigen Balletteinlagen recht prächtig vor=
Heyer=Jugenheim eine ganz ausgezeichnete
Klavier=
partnerin hatten, und das volle Erfaſſen,
Sichhineinver=
ſenken und Wiedergeben des Werkes beobachten und
be=
wundern. Außer dieſen beiden größeren Stücken wurden
noch drei kleinere ſehr anſprechend vom Streichquartett
vorgetragen. — Für den geſanglichen Teil des Abends
war, wie ſchon erwähnt, die dem Darmſtädter Hoftheater
angehörende Opernſängerin Frau Olga Kallenſee
gewonnen worden, welche deutſche und ſkandinaviſche
Lieder zum Vortrag brachte. Unterſtützt von einem
herr=
lichen Organ, kam die ſeelenvolle Innigkeit Schubertſcher
Melodien und die eigenartige Klangſchönheit Griegſcher
Lieder voll zur Geltung. Für den reichen Beifall dankte
die Künſtlerin durch Zugabe eines deutſchen Volksliedes.
Am Flügel ſaß Frau Forſtmeiſter Heyer, welche die
Lieder mit gewohnter Meiſterſchaft begleitete. Alles wirkte
zuſammen, um den Abend zu einem vollen Erfolge für die
wackere Künſtlerſchar und unſern Konzertverband zu
ge=
ſtalten.
-h- Schönberg, 26. Nov. Geſtern verſtarb hier nach
längerem Leiden der Lehrer Karl Krauß im Alter
von 45 Jahren. Der Verſtorbene war ein geborener
Schönberger, ein äußerſt liebenswürdiger und allgemein
geachteter Mann und tüchtiger Lehrer. Er war ein
Zög=
ling des Seminars in Friedberg und ſtand vor ſeiner
Anſtellung hier in Hähnlein und Elmshauſen.
-h- Von der Bergſtraße, 26. Nov. Infolge der guten
Obſternte und des hohen Preiſes des Obſtes
in dieſem Jahre werden jetzt ſo viele
Obſt=
bäume angepflanzt, wie noch in keinem der
frü=
heren Jahre. Die Bergſtraße ſchreitet ihrem Ziele,
ein großer Obſtgarten zu werden, mit Rieſenſchritten
ent=
gegen. Der Obſt= und Gartenbauverein für die
Berg=
ſtraße und der Obſtverwertungsverein in Zwingenberg
ſind es hauptſächlich, die den Obſtbau fördern, indem ſie
mit Rat und Tat den Landwirten zur Seite ſtehen.
Viel Intereſſe erregen die großen Flüge von Raben,
die des Morgens ſchreiend aus den Wäldern in der Ebene
nach dem Odenwald ziehen und am Abend wieder dahin
zurückkehren. Viele Hunderte dieſer Vögel ſind in
Schwärmen vereinigt.
— Groß=Zimmern, 27. Nov. „Das neue
Ge=
meindeumlagengeſetz unter beſonderer
Berück=
ſichtigung der Gewerbeſteuer” lautet das Thema, über
das Herr Finanzrat Stroh=Darmſtadt auf
Veran=
laſſung des hieſigen Ortsgewerbevereins am
Samstag, den 30. November, abends 8½ Uhr, im Saale
der Brauerei Zum Löwen” einen Vortrag halten wird.
An Hand praktiſcher Beiſpiele wird die neue
Ge=
meindeeinkommen=, Kapital= und
Grund=
ſteuer, ſowie eingehend die gewerbliche
Vermögens=
ſteuer (Gewerbeſteuer) gemeinverſtändlich erklärt werden.
Es iſt dieſer Vortrag für jeden Gemeindeſteuerzahler von
größtem Intereſſe.
Gundernhauſen, 27. Nov. In voriger Woche war hier
nachts in unſerer Gemarkung ein franzöſiſcher
Bal=
lon niedergegangen. Der Bürgermeiſter führte
den Fremden zum Ortspfarrer Draut, der ſich mit dem
Franzoſen verſtändigte. So erfuhr man, daß der Fahrer,
angeblich ein Techniker, am Mittwoch abend um 6 Uhr in
Lille aufgeſtiegen war. Der in Dieburg ſtationierte
Gen=
darmeriewachtmeiſter ſtellte unter der Dolmetſcherhilfe des
Pfarrers die Perſonalien des Franzoſen feſt und
unter=
ſuchte alle mitgeführten Gepäckſtücke. Da ſich jedoch auch
nicht die geringſten Verdachtsmomente bezüglich Spionage
ergaben, konnte der Franzoſe unbehelligt
weiter=
ziehen. Der etwa 7 Zentner ſchwere Ballon wurde auf
unſerer Station verladen und mit ihm reiſte auch der
un=
freiwillige Beſucher unſeres Dorfes ſeiner Heimat zu.
Offenbach, 27. Nov. Durch das
Abholungs=
ſyſtem der ſtädtiſchen Sparkaſſe, das in
die=
ſem Jahre zur Einführung kam, wurden etwa 120000
Mark der Kaſſe zugeführt. Rechnet man die 30000 Mark
wieder zurückerſtatteter Spargelder hinzu, ſo beläuft ſich
die Summe der durch dieſes Syſtem geſparten Gelder auf
etwa 150000 Mark. Obwohl im erſten Jahre keine
Ver=
zinſung der Spargelder, die von drei Beamten erhoben
werden, erfolgt, wird die Stadt mit einem Zuſchuß von
etwa 6000 Mark zu den Koſten rechnen müſſen. Die Zahl
der Sparer dieſes Syſtems beträgt zurzeit über 2000.
Vom nächſten Jahre an tritt die halbjährige Verzinſung
der Spargelder in Kraft.
Kelſterbach, 27. Nov. Die Schiffdiebſtahl= und
Hehleraffäre zieht immer weitere Kreiſe. So wurde
ermittelt, daß nach dem Orte Raunheim ganze Fuhren
von geſtohlenem Weizen geſchafft worden ſind.
Es haben eingehende Vernehmungen ſtattgefunden.
Weiſenau, 27. Nov. Für die Errichtung eines
Perſonenbahnhofs in Weiſenau beſtanden bisher
zahlreiche Schwierigkeiten, die jedoch jetzt beſeitigt ſein
ſollen. Mit dem Bau des neuen Bahnhofes, der Anlage
der Bahnſteige uſw. wird im Frühjahr begonnen werden.
In Weiſenau werden nur Perſonenzüge halten, während
Schnellzüge durchfahren. Einen Güterbahnhof beſitzt
Weiſenau ſchon ſeit längeren Jahren.
Worms, 26. Nov. In den kommenden Monaten
De=
zember, Januar, Februar, März und April werden in den
Landgemeinden des Kreiſes volksbelehrende
Lichtbildervorträge veranſtaltet werden. Die
Vorträge werden von den Lehrern gehalten, die
Licht=
bilderſerien von den Monteuren des Elektrizitätswerkes
Rheinheſſen vorgeführt werden. Es kommen zur
Dar=
ſtellung: 1. Japan, 2. Friedrich der Große, 3. Die Römer
am Rhein. 4. Eine Orientreiſe, 5. Von der Entwicklung
des Luftſchiffes bis zur Luftflotte. Der Eintrittspreis
beträgt in allen Gemeinden mit Ausnahme von Oſthofen,
wo beſondere Umſtände eine Erhöhung des
Eintrittsgel=
des für Erwachſene auf 20 Pfg. bedingen, für Erwachſene
10 Pfg., für Kinder unter 14 Jahren 5 Pfg. Angehörige
notoriſch armer Familien ſollen unentgeltlich zugelaſſen
werden.
Worms, 27. Nov. Selbſtmord verübte heute
vormittag eine ältere Frau, indem ſie ſich in den
Floß=
hafen ſtürzte. Sie wurde zwar durch einen Fiſcher
alsbald wieder aus dem Waſſer gezogen,, die
Wieder=
belebungsverſuche blieben aber erfolglos. Nach inzwiſchen
von Alzey eingetroffener Mitteilung hat ſich geſtern
von dort eine 58 Jahre alte Witwe Emil
Schwei=
kert unter Umſtänden entfernt, die darauf ſchließen
ließen, daß ſich die Frau ein Leid zufügen werde. Der
Beſchreibung nach unterliegt es keinem Zweifel, daß die
Tote mit dieſer Frau identiſch iſt.
Oppenheim, 27. Nov. Die ordentliche
Mitglieder=
verſammlung der Bezirksſparkaſſe fand
geſtern im Helbigſchen Saale ſtatt. Das letzte
Geſchäfts=
jahr ſchließt mit einem Reingewinn von 36 489,92 Mark
ab. Won demſelben findet die Hälfte für
gemein=
nützüge Zwecke Verwendung. Die andere Hälfte
wurdehdem Reſervefonds überwieſen.
Frixdberg, 26. Nov. Zu der Beerdigung des
langjährigen Diſtrikts=Oberwachtmeiſters J. Lepper
hatte das Dragoner=Regiment Nr. 23 eine Abordnung
und die Wegimentskapelle, das Gafanterie=Reaiment
Nr. 68, ſowie die Gendarmerie Abordnungen entſendet;
außerdem waren die Freunde und Verehrer des
Verſtor=
benen in großer Zahl herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre
zu erweiſen. — Der verheiratete 40jährige Arbeiter
Berlacher brach in das Haus des penſionierten
Pfar=
rers Suppes ein und entwendete nahe an 500 Mark
Bargeld und eine Anzahl Wertgegenſtände. Als der
Ein=
brecher das Haus verlaſſen wollte, kam der Pfarrer zurück,
der die Verfolgung aufnahm und den Einbrecher
verhaf=
ten ließ.
(*) Friedberg, 26. Nov. Die neue beſſiſche
Blindenanſtalt wurde am geſtrigen Geburtstag
des Großherzogs feierlich eingeweiht. Im großen
Feſtſaal vereinigte ſich die Feſtverſammlung. Außer
den Schüler und Schülerinnen, ſowie vielen Blinden
des Landes nahmen die Lehrer der Anſtalt, der
Ver=
treter des Miniſteriums, Geheimerat Süffert, die
Ver=
treter des Kreisamts, der Stadt und der hieſigen
Lehr=
anſtalten teil. Auch der Vorſtand des heſſiſchen
Blinden=
vereins war zu der Feier eingetroffen. Die Feſtrede
hielt der Direktor der Anſtalt, nach ihm ſprachen der
Vertreter des Miniſteriums und die Vertreter der
Be=
hörden. Die Blinden verſchönten die Feier durch
Ge=
ſangsvorträge und Muſikvorträge. An die Feier ſchloß
ſich die Beſichtigung des Neubaues. Das äußerlich ſehr
impoſante Gebäude iſt im Innern ſehr zweckmäßig
ein=
gerichtet, außer den vielen Lehr= und Arbeitszimmern
ſind mehrere Werkſtätten, Flechtereien, ferner
Vorrats=
räume, Materiallager, Lehrmittelzimmer u. dergl. m.
vorhanden. Das Gebäude iſt ein Schmuck des neuen
ſüdlichen Stadtteils.
(*) Butzbach. 26. Nov. Die Hauptverſammlung
der Mathildenſtiftung des Bezirks Butzbach, der
zwanzig Gemeinden angehören, fand im Beiſein des
Kreisrats Schliephake ſtatt. Direktor Müller verlas
den Geſchäftsbericht die Jahreseinnahmen betrugen
1727620 Mk., die Ausgaben 1685500 Mk., der
Rein=
gewinn 16715 Mk. Von dem Reingewinn wurden
2356 Mk. für gemeinnützige Zwecke verausgabt, und
zwar an Dienſtboten als Prämien, und an die
Induſtrie=
ſchulen der 20 Gemeinden. Der Einlagebeſtand der
Kaſſe beläuft ſich bei 4000 Büchern auf über 4,7
Mil=
lionen Mark.
(*) Nieder=Eſchbach, 26. Nov. Unſer Ortsgeiſtliche
Pfarrer Lühl, der Mitglied der heſſiſchen
Landes=
ſynode war, iſt im Alter von 66 Jahren geſtorben.
Alsfeld, 27. Nov. In einer gemeinſamen Sitzung
des Kirchenvorſtandes, des Denkmalpflegers Geheimerat
Walbe und des Baumeiſters Kuhlmann=Gießen wurde
be=
kannt gegeben, daß mit der Wiederherſtellung der
Walpurgiskirche in Alsfeld noch in dieſem Jahre
begonnen wird, damit die Gewerbetreibenden noch
Win=
terarbeit bekommen. Die Koſten belaufen ſich
einſchließ=
lich der Tieferlegung des Kirchenplatzes auf 72000 Mark.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 26. Nov. Im
Gewerk=
ſchaftshauſte ſpielten ſich geſtern ſehr erregte
Szenen ab. Arbeitsloſe Transportarbeiter griffen
mehrere Vorſtandsmitglieder an, ſo daß dieſe den Saal
durch eine Nebentür verlaſſen mußten. — Der
Raub=
mord, dem in der Nacht zum 14. September der 65 Jahre
alte Rentier Joſeph Fuß in der Neuen
Winterfeldt=
ſtraße 36 zu Schöneberg zum Opfer gefallen iſt, beſchäftigt
heute das Schwurgericht des Landgerichts II. Die auf
Raubmord und verſuchte Tötung lautende Anklage richtet
ſich gegen den am 20. Juli 1892 zu Kelke (Kreis
Schmie=
gel) geborenen Handlungsgehilfen Roman
Pietrus=
zewski. Das Schwurgericht verurteilte ihn zum Tode.
Ein ungewöhnliches Unglück hat ſich heute in
der Badſtraße ereignet. In einer Wirtſchaft hatte ein
Mädchen in einem großen Keſſel Fett ausgelaſſen.
Wäh=
rend ſich der Gaſtwirt, Herr Klameyer, und noch ein
zweites Mädchen in dem Raume aufhielten, brannte das
Fett an, und das Dienſtmädchen ſchüttete Waſſer in den
Keſſel. Im nächſten Augenblick ſchoß eine mächtige
Flamme empor, und die Fettmaſſen ſpritzten in der Küche
umher. Alle drei Perſonen wurden arg verbrannt. Auf
die Hilferufe der Verunglückten eilte der Kellner herbei
und erſtickte das Feuer, ward dabei aber ſelbſt ſchwer
ver=
letzt. Faſt hoffnungslos iſt der Zuſtand des 20jährigen
Dienſtmädchens Charlotte Elias, das am ganzen Körper
Brandwunden erlitten hat. Die Haare ſind der
Unglück=
lichen vollſtändig vom Kopfe heruntergebrannt. Die E.
wurde nach dem Virchow=Krankenhaus gebracht. Sehr
ſchwer liegt dort auch der Gaſtwirt K. danieder. Ihm
waren die Flammen ins Geſicht geſchlagen und hatten
ihn furchtbar zugerichtet. Die 16jährige Ella Kalchert,
die am Keſſel ſtand, hatte ebenſo wie der Kellner Pelzer,
Verletzungen am Kopf und im Geſicht davongetragen.
Heute abend erſchien in einem Hotel in der
Invaliden=
ſtraße ein Herr und ließ ſich ein Zimmer geben. Als man
ihn heute morgen wecken wollte, blieb es in dem Zimmer
ſtill. Die Tür wurde gewaltſam geöffnet und man fand
den Fremden tot auf dem Sofa liegend. Er hatte ſich
erſchoſſen Aus hinterlaſſenen Papieren wurde feſtgeſtellt,
daß es ſich um einen Kapitänleutnant handelt.
Das Motiv des Selbſtmordes iſt unbekannt. Der
Kapi=
tänleutnant gehörte dem Stabe des Linienſchiffes
„Tübingen” an.
Frankfurt, 26. Nov. Der 28jährige Zimmermann Karl
Traber aus Biebrich a. Rh., der auf der Halle des
neuen Oſtbahnhofs mit Arbeiten beſchäftigt war, ſtürzte
infolge eines Fehltrittes in die Tiefe. Er erlitt einen
ſchweren Schädelbruch, Armbruch und Beinbruch, ſowie
erhebliche innere Verletzungen, ſo daß der Tod auf der
Stelle eintrat.
Frankſurt, 27. Nov. Die Frankf. Ztg. ſchreibt: „Einer
der ſchlimmſten Fälle ſozialdemokratiſchen
Ter=
rors iſt geſtern in der Sitzung der
Stadtverord=
netenverſammlung zur Sprache gebracht worden.
Eine Firma, die für die Stadt Arbeiten im Oſthafen
aus=
führt, hat einen Zimmerer namens Auguſt Rupp entlaſſen
oder vielmehr, wie ſie ſelbſt angibt, entlaſſen müſſen,
nach=
dem der Geſchäftsführer des ſozialdemokratiſchen
Zim=
mererverbandes mit dieſem Anſuchen an die Firma
her=
angetreten war. Der Grund der ſozialdemokratiſchen
For=
derung war: Rupp habe liberale Agitation betrieben und
ſei infolgedeſſen ein Gegner des Zentralverbandes der
Zimmerer. Darum weigerten ſich ſieben andere
Zimmer=
leute, mit Rupp zu arbeiten und drohten mit
Arbeitsein=
ſtellung. Die Firma gab, wie es in dem von ihr an Rupp
gerichteten Schreiben heißt, dem Verlangen nur deshalb
nach, weil die Arbeit, Vorbereitung für die Rammung
von Betonpfählen, keine Unterbrechung erfahren dürfte.
Stadtverordneter Balzer brachte einen Antrag ein, durch
den der Magiſtrat unter Hinweis auf die früheren
Be=
ſchlüſſe zum Schutze des Koalitionsrechts aufgefordert
wird, auch in dieſem Falle für die bedrohte
Frei=
heit des Koalitionsrechtes einzutreten. Die
Verſammlung beſchloß, den Magiſtrat um Unterſuchung
der Angelegenheit und baldige Rückäußerung zu erſuchen.
Sehr wirkungsvoll begründete Herr Balzer den Antrag
und ſchilderte treffend das ſozialdemokratiſche Syſtem
der Vergewaltigung, das auf Züchtung von
Geſinnungs=
ſklaverei hinausläuft. Dieſe Methode der Unterdrückung
jeder nichtfozialdemokratiſchen Geſinnung iſt bekannt und
wird, mit Billigung der ſozialdemokratiſchen Führer,
auf=
allen Arbeitsſtätten geübt. Die Schnüffelei erſtreckt ſich
auf alles und jedes, und der Arbeiter, der ſein Frühſtück in
eine liberale oder eine andere Zeitung einwickelt, die nicht
das Evangelium der alleinſeligmachenden
Sozialdemo=
kratie verkündet, iſt den ſchlimmſten Verfolgungen
aus=
geſetzt.”
— Hanau, 27. Nov. Das Thüringiſche Ulanen=
Regiment Nr. 6 feiert am 17. und 18. Februar 1913
das Feſt ſeines 100jährigen Beſtehens in
Hanau. Es haben ſich zur Teilnahme an dieſem Feſte
ſchon zahlreiche Angehörige des Regiments gemeldet.
Wiesbaden, 26. Nov. Direktor Päſch von dem
erſt am 1. Oktober als Varieté wieder eröffneten
Reichs=
hallentheater wurde geſtern abend in dem Augenblick auf
dem Hauptbahnhof verhaftet, als er mit namhaften,
von ſeinen Angeſtellten entrichteten Kautionen flüchten
wollte. Das Theater wird zunächſt unter anderer
Direk=
tion weitergeführt.
München, 26. Nov. Die im oberen Nonntal
aufge=
fundene Leiche eines Touriſten iſt mit der des
ver=
mißten Halleſchen Profeſſors Hildebrandt nicht
identiſch.
Zehdenick, 26. Nov. Als im Forſthaus Grünerwag
der Forſtſekretär Schielke geſtern abend ſeine Piſtole
reinigte entlud ſich die Waffe. Der fünfjährige
ein=
zige Sohn Schielkes wurde in den Leib getroffen. Das
Kind war ſofort tot.
Paris, 27. Nov. Den Blättern zufolge hat
Polizei=
präfekt Lépine angeordnet, daß die Erlaubnis, vom
31. Dezember bis 12. Januar auf den Boulevards in
Marktbuden Waren feilzubieten, nur ſolchen bedürftigen
Gewerbsleuten und Arbeitern erteilt werden ſoll, die
eigene Erzeugniſſe ſeilhalten. Die Händler von
Anſichtspoſtkarten dürfen nur von ihnen ſelbſt erzeugte
Karten zum Verkauf bringen.
Nizza, 26. Nov. In einer nahegelegenen Sandgrube
wurden drei Arbeiter durch Starkſtrom
ge=
tötet. Der Unfall ereignete ſich dadurch, daß der
Schorn=
ſtein der Maſchine, an der die Getöteten arbeiteten,
ein Leitungskabel anſtieß.
New=York, 26. Nov. Die vier des Mordes an
dem Spieler Roſenthal überführten Verbrechen
Gyp Ene Blood, Waitney Lewis, Leſty Lonie und Dago
Frank ſind zur Hinrichtung auf elektriſchem Wege
verurteilt worden, die in der mit dem 6. Januar .
beginnenden Woche vollzogen werden ſoll.
Alais, 26. Nov. Zweiundzwanzig bei der
Kohlen=
ſtaubexploſion in St. Martin de Valgalques
ver=
unglückten Bergleute ſind heute feierlich beerdigt
worden. Der Arbeitsminiſter und gegen 20000 Perſonen
wohnten dem Begräbnis bei.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 27. Nov. Am Bundesratstiſche: Dr.
Delbrück, Kühn, Wahnſchaffe. Das Haus iſt gut beſucht,
die Tribünen ebenſo. Vizepräſident Dr. Paaſche
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Auf der
Tages=
ordnung ſteht zunächſt die
Wahl des Präſidenten.
Die Wahl erfolgt unter Namensaufruf und Abgabe
der Stimmzettel. Der Wahlakt vollzieht ſich unter großen
Unruhe im Hauſe. Vizepräſident Dr. Paaſche erſucht
wie=
derholt um Ruhe. Gegen Schluß der Wahl erſcheint der
Reichskanzler im Saale, weiter die Staatsſekretäre Dr.
Lisco und Krätke. Für die Wahl des
Reichstagspräſi=
denten wurden abgegeben 371 Stimmzettel, davon
117 unbeſchrieben. Es entfallen auf Abg. Kae mpf
(Fortſchr. Vpt.) 190, Dietrich (konſ.) 60 Stimmen; vier
Stimmen ſind zerſplittert. Kaempf nimmt die
Wahl dankend an und bemerkt, ich nehme die Wahl
mit Dank an. Ich werde alles tun, was in meinen
Kräf=
ten ſteht, um die Geſchäfte des Hauſes zu fördern.
Hier=
für bitte ich Sie um Ihre Unterſtützung. (Bravo!) — Es
folgen die
Interpellationen
der Nationalliberalen und Sozialdemokraten betreffend
die auswärtige Politik. Auf die Frage des Präſidenten
erklärt
Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollwegs
Ich bin bereit, die Interpellationen in der nächſten Woche
zu beantworten, und zwar, wie ich hoffe, in den erſten
Tagen. Auch mir liegt daran, über die in den
Interpel=
lationen geſtellten Fragen baldmöglichſt dem Reichstage
Auskunft zu erteilen. Ich werde mir geſtatten, dem Herrn
Präſidenten den beſtimmten Tag mitzuteilen. Damit ſind
dieſe Interpellationen für heute erledigt.
Es folgt die Interpellation der Sozialdemokraten
betreffend die
Teuerungsverhältniſſe.
Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg:
Ich bin bereit, heute die Interpellation zu beantworten.
Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn (Zentr.) wird mit
dieſer Interpellation die erſte Leſung des Geſetzentwurfs
betreffend vorübergehende Zollerleichterungen für
Fleiſch=
einfuhr verbunden. Die Interpellation verlangt
Aufheb=
ung der Einfuhrzölle auf Lebensmittel, insbeſondere auf
Vieh und Fleiſch, Oeffnung der Grenzen für die Einfuhr
von Vieh und Fleiſch, Aufhebung der Futtermittelzölle
und Beſeitigung der Einfuhrſcheine.
Zur Begründung der Interpellation führt der Abg=
Scheidemann (Soz.) aus: Angeſichts der
außerordent=
lich großen Kalamitäten, die ſich aus den gegenwärtigen
Teuerungsverhältniſſen ergeben, iſt es bedauerlich, daß
wir kürzlich von hoher Stelle hören mußten, daß kein
An=
aß zur Unzufriedenheit vorhanden ſei und das zu einer
Zeit, als Hunderte von Berliner Frauen die ganze Nacht
vor dem Schlachthofe warteten, um am frühen Morgen
ein Pfund billigen und minderwertigen Fleiſches erſtehen
zu können. Zu keiner Zeit war die Einberufung des Hauſes
nötiger als damals, wo ſelbſt die Regierung von einer
exorbitanten Teuerung geſprochen hatte. Es iſt ein eines
Kulturvolkes unwürdiger Zuſtand, wenn eine
Volksver=
tretung nicht aus eigener Initiative zuſammentreten kann
in ſolchen Zeiten, ſondern warten muß, bis es der
Re=
gierung gefällt, ſie einzuberufen. Wir müſſen dahin
ſtre=
ben, daß dieſes Haus mächtiger wird und ſelbſtändiger
über ſich verfügen kann. Wir haben die Einberufung des
Reichstages gefordert, weil wir überzeugt waren, daß der
Reichskanzler wirkliche und wirkſame Maßnahmen nicht
treffen kann. Er iſt an die Mitwirkung des Reichstages
gebunden. In den endlich bekannt gewordenen
Regier=
ungsmaßnahmen ſind manche Beſtimmungen enthalten
die geradezu unverſtändlich erſcheinen. Weshalb iſte es
verboten, von Frankfurt billiges Fleiſch auch an das
be=
nachbarte Hanau abzugeben? Dann iſt es unverſtändlich,
daß die Fleiſcheinfuhr vom Balkan geſtattet wurde, drei
Tage vor Ausbruch des Balrankrieges. Wußte denn die
Regierung gar nicht, was auf dem Balkan vorging?
(Heiterkeil.) Zuerſt öffnet man alſo die Grenzen zu den
Ländern, die uns nicht helfen können; dem viehreichen
Dänemark gegenüber bleibt alles beim alten. Die
Ein=
wände des Bundes der Landwirte gegenüber den
gerin=
gen gewährten Einfuhrerleichterungen machen auf die
Regierung größeren Eindruck, als der Notſchrei der
Mil=
lionen. Was bisher geſchehen, iſt vollkommen
ungenü=
gend. Mit halben Mitteln iſt nichts getan.
Durchgrei=
fende Maßnahmen müſſen getroffen werden. So klingt es
auch in den bürgerlichen Blättern. Charakteriſtiſch iſt, daß
der Oberbürgermeiſter Wermuth jetzt Sturm läuft gegen
die Politik, die er früher machte und daß der Mann, der
dieſe Politik zu verteidigen hat, der frühere
Oberbürger=
meiſter Dr. Delbrück iſt, der damals auch Sturm gegen
dieſe Politik gelaufen iſt. (Gr. Heiterkeit.) Die ermäßigte
Grenzſchließung liegt nur im Intereſſe der Fernhaltung
einer unbequemen Konkurrenz von unſerer Viehzucht.
Allem aber ſetzt das Einfuhrſcheinſyſtem die Krone auf.
Die beiden größten Mitglieder unſerer Regierung, Herr
von Bethmann Hollweg und Freiherr von Schorlemer
Heiterkeit), erklären, ſie ſtehen und fallen mit dem § 12
des Fleiſchbeſchaugeſetzes; ſie klammern ſich alſo an eine
Beſtimmung, gegen die ſie ſich ſeinerzeit bei Schaffung
des Geſetzes mit Händen und Füßen gewehrt haben. Die
Regierung hat bei dem Fleiſchbeſchaugeſetz alles akzeptiert,
was die agrariſchen Intereſſenten ihr vorgeſetzt. Am
allerſchlimmſten aber iſt es mit dem Viehſeuchengeſetz
be=
ſtellt. Durch einen Federſtrich kann die Einfuhr alles
deſſen verboten werden, was es überhaupt auf der Welt
gibt. Will Herr von Heydebrandt Arm in Arm mit mir
eintreten (Heiterkeit) dafür, daß die Gemeinden ihren
Verpflichtungen in bezug auf die Volksernährung
nach=
kommen können, dann muß er auch mit mir Sturm laufen
gegen das Dreiklaſſenwahlſyſtem zu den
Gemeindever=
tretungen. (Sehr gut! bei den Soz. und erneute
Heiter=
keit.) Das deutſche Volk hat geduldig ertragen, was kein
anderes Kulturvolk ertragen hat. Ueberſpannen Sie
nicht den Bogen! Unſer Volk leidet Not unter der
gegen=
wärtigen Produktionsweiſe. Machen Sie nicht den
Ver=
ſuch, dem Volke zu helfen, ſo ſeien Sie überzeugt, daß
meine Partei nicht den Schaden davon hat. Es muß aber
heißen: Des Volkes Wohl das höchſte Geſetz! (Beifall
bei den Soz.)
Reichskanzler Dr. von Bethmann Hoollweg:
Meine Herren! Die Ausführungen des Herrn Vorredners
gipfeln in der Forderung nach Einführung der
ſozialiſti=
ſchen Produktionsweiſe, nach Abſchaffung der
Lebens=
mittel= und Futtermittelzölle. Meine Herren (nach links),
wenn Sie das Volk, für das Sie ſo warm eintreten, in
bezug auf die Höhe der Fleiſchpreiſe wieder vertröſten
wollen, bis das eintrifft, was die Sozialdemokraten als
Aenderung der Produktionsweiſe bezeichnen, wenn Sie
Abhilfe erwarten von dem Zuſammenſtürzen unſerer
Wirtſchaftspolitik, weshalb ſtellen Sie Forderungen auf,
die nicht durchführbar ſind. Wir haben uns über dieſe
Frage ſchon ziemlich eingehend unterhalten. Noch vor
einem Jahre habe ich die Ehre gehabt, vor dem Reichstag
darzulegen, was die Grundlage unſerer geſamten
Wirt=
ſchaftspolitik iſt und bleiben muß. Die verbündeten
Re=
gierungen ſtehen auf dieſen Grundlagen viel zu feſt, als
daß ſie von einem Jahr aufs andere aufgehoben werden
könnten. Auch dieſer Reichstag, glaube ich, wird in ſeiner
Mehrheit für die Aufrechterhaltung unſerer bewährten
Wirtſchaftspolitik ſein. (Sehr richtig!) Wir können die
Zölle nicht abſchaffen. Es iſt eine Unmöglichkeit, wenn
die Regierung trotzdem dazu käme, ſo ergriffe ſie ein
un=
taugliches Mittel, das in keiner Weiſe eine ſegensreiche
Wirkung erzielen würde. Ich kann es mir auch heute
verſagen, auszuführen, warum wir an unſerem als richtig
erkannten Wirtſchaftsſyſtem feſthalten wollen. Ich kann
dem Abg. Scheidemann den Rat geben, ſich noch einmal
Rat zu holen bei denjenigen ſeiner Geſinnungsgenoſſen,
die die internationale ökonomiſche Frage als ihre
Lebens=
aufgabe betreiben, welche Wertung dieſe den verlangten
Maßnahmen zuteil werden laſſen. Ich erinnere nur an
ſeine Freunde Schippel, Calwer. (Unruhe links, Beifall
rechts und in der Mitte.) Oder ſind Sie der Anſicht, daß
dieſe Herren nur Nichtwiſſer ſind? Dieſe Herren müſſen
Grund haben für die Wertung dieſer Politik. Der Abg.
Scheidemann ſagte, die landwirtſchaftlichen Zölle ſeien
nur für die Großgrundbeſitzer geſchaffen. (Sehr richtig!
bei den Soz.) Wir haben die Oeffnung der umgebenden
Länder verfügt. Wenn wir von den Balkanländern und
anderen Staaten weniger Fleiſch bekommen, ſo liegt das
in den Verhältniſſen begründet. Bezüglich Frankreichs
haben wir abſehen müſſen wegen der Maul= und
Klauen=
ſeuche, So weit haben wir gehen zu können geglaubt;
weiter zu gehen, verbat uns die obliegende Verpflichtung,
für die Volksgeſundheit beſorgt zu ſein. Wir haben in
den Beſtimmungen des Fleiſchbeſchaugeſetzes einen guten
Schutz und wir konnten dieſe Beſtimmungen nicht mildern.
Nennen Sie uns (zu den Soz.) doch irgend ein
euro=
päiſches Land, von wo wir noch geſundes Fleiſch zu
bil=
ligen Preiſen einführen können. Wir haben in den
Be=
ſtimmungen des Fleiſchbeſchaugeſetzes, das uns einen
ausreichenden Schutz gewährt, ein koſtſpieliges Syſtem,
deſſen Ausführung dem Reichsetat jährlich 30
Mil=
lionen koſtet. (Zuruf: 40 Millionen!) Auf dieſen Schutz
werden auch Sie nicht verzichten wollen. Man kann der
Regierung auch nicht zumuten, daß ſie das inländiſche
Fleiſch härter behandeln ſoll als das ausländiſche, das
wäre doch ungerecht, und Gerechtigkeit iſt doch immer
unſere Politik geweſen. Der Abg. Scheidemann hat ſich
dahin ausgeſprochen, er würde auf den ganzen
Para=
graphen 12 der Fleiſchbeſchaubeſtimmung mit der
geſam=
ten Miniſterbank verzichten. Ob das richtig, geſchmackvoll
und zweckmäßig iſt, will ich nicht erörtern. Zur Frage
des Gefrierfleiſches: Wir müſſen uns klar darüber ſein,
ob wir unſer Ziel weiter verfolgen wollen, das deutſche
Volk von der eigenen Landwirtſchaft verſorgen zu laſſen,
oder ob wir uns in die Abhängigkeit des Auslandes
begeben wollen. Wir können nur das eine oder das
andere wollen. Nun behauptet Herr Scheidemann, es
wäre erwieſen, daß die deutſche Landwirtſchaft das
deutſche Volk nicht mit dem nötigen Fleiſch verſorgen
könne. Ich würde dem Herrn ſehr dankbar dafür ſein,
wenn er wirklich dieſe Beweiſe liefern könnte. Ich möchte
dem folgendes entgegenhalten: Feſt ſteht, daß es der
deutſchen Landwirtſchaft gelungen iſt, aus eigener
Pro=
duktion den Fleiſchbedarf zu decken, obgleich die
Bevölker=
ung ſehr ſtark gewachſen iſt. Andererſeits wollen wir
feſthalten, daß der Fleiſchbedarf ſtark geſtiegen iſt. Herr
Scheidemann hat dem Herrn Landwirtſchaftsminiſter
Un=
kenntnis vorgeworfen. Ich will dem Herrn
Landwirt=
ſchaftsminiſter nicht vorgreifen, aber ich geſtatte mir, den
Vorwurf zurückzugeben. Ich freue mich, daß es dem
deutſchen Arbeiter möglich geworden iſt, mehr Fleiſch zur
Nahrung zu gebrauchen, als dies bisher der Fall geweſen
iſt. Daß er dies bei den gegenwärtigen Fleiſchpreiſen
einſchränken muß, empfinde ich ebenſo bedauerlich wie
Herr Scheidemann. Aber das empfindet nicht nur der
deutſche Arbeiter, ſondern das wird bis weit hinein in
den Mittelſtand empfunden. Sie dürfen ſich nicht
derarti=
ger Uebertreibungen ſchuldig machen, als nagen die
deut=
ſchen Arbeiter alle am Hungertuche, als käme überhaupt
kein Stück Fleiſch auf den Tiſch. Ich gehöre ebenſo zum
Volk wie Sie. (Unruhe. Glocke des Präſidenten.) Nicht
nur die Sozialdemokraten, die immer als Vertreter des
Volkes auftreten, gehören zum Volk, ſondern wir alle.
Hinſichtlich der Einfuhr von Gefrierfleiſch müſſen wir
uns darüber klar ſein, ob wir das deutſche Volk in bezug
auf den Fleiſchbedarf ſchrankenlos auf das Ausland
ver=
weiſen wollen. Wir müſſen uns vorſehen, unſere
Land=
wirtſchaft einer kapitalkräftigen Konkurrenz, die mit ganz
anderen und viel günſtigeren Produktionsbedingungen
zu rechnen hat, auszuliefern. Die Urſachen der
Fleiſch=
teuerung zu unterſuchen, will ich mir verſagen; ich will
nur darauf hinweiſen, daß wir im Vorjahre eine ſehr
ſchlechte Futterernte im Inlande und eine ſchlechte
Mais=
ernte im Auslande hatten, und in dieſem Jahre haben
wir ganz vorzügliche Ernten. Nun hatte der Abgeordnete
Scheidemann die Ausfuhrſcheine zum Gegenſtande ſeiner
Ausführungen gemacht. Hierüber habe ich mich ebenfalls
im vorigen Jahre ausführlich geäußert. Es ſind hierbei
nicht nur die Landwirtſchaft, ſondern auch Handel und
Induſtrie ſtark intereſſiert, ſo daß eine Aufhebung nicht
ohne ſchwere Schädigung dieſer Faktoren erfolgen kann.
Die Sozialdemokraten haben an den Maßnahmen, die
wir zur Minderung der Fleiſchpreiſe getroffen haben,
ſcharfe Kritik geübt und ſie als unzulänglich bezeichnet.
Herr Scheidemann habe ja zugegeben, daß die
gegen=
wärtige Teuerung internationalen Charakter hat. Sie
finden die Steigerung der Lebensmittel und insbeſondere
für Fleiſch, überall; gehen Sie nun nach Amerika, Kanada
oder Südamerika. Ueberall hat man unter den gleichen
Mißſtänden zu leiden; ſie ſind auf ganz natürliche Urſachen
zurückzuführen. Der Abg. Scheidemann hat behauptet,
die deutſchen kleinen Bauern würden durch die Einfuhr
vom Auslande nicht geſchädigt. Das war das einzige,
was er zur Begründung vorgebracht hat. Es iſt aber
keineswegs nachweisbar. In Deutſchland werden 25
Pro=
zent des Geſamtbedarfs an Schweinen auf
Landwirtſchaf=
ten bis 20 Hektar produziert. Sie ſind doch ſelbſt der
rich=
tigen Anſicht, daß gerade die ärmeren Landwirte eines
beſonderen Schutzes bedürfen. Oder Sie müßten geradezu
der Anſicht ſein, die Schweinezucht ſei riſikolos. Aber im
Gegenteil, die Schweinezucht bringe das allergrößte
Riſiko mit ſich. Deshalb können wir unmöglich die
Maß=
regeln ergreifen, die Sie (zu den Soz.) verlangen. Wenn
wir nun an die größeren Städte appelliert haben, ſo
haben wir dies nicht deshalb getan, um uns eine Pflicht
abzuwälzen, ſondern weil wir der Anſicht ſind, daß nur
die große Kommune die Möglichkeit habe, eine größere
Stabilität der Fleiſchpreiſe herbeizuführen. Die
Richtig=
keit dieſer Annahme haben die Erfolge bewieſen, die
Köln, Ulm und andere Städte gehabt haben. Da ſind wir
einen Weg gegangen, der uns praktiſch vorgezeichnet war.
Dieſen Appell haben ſich dann etwa 70 deutſche Städte
zunutze gemacht Daß dieſer Weg trotz der Erfolge noch
manche Mängel hat, iſt bekannt und wir hoffen, daß durch
die eingeſetzte Enquete=Kommiſſion beſſere Klarheit
ge=
ſchaffen wird. Die Städte werden noch beſſere Gelegenheit
haben, ſtabile Fleiſchpreiſe zu erzielen, wenn ſie
Liefer=
ungsverträge auf Fleiſch mit landwirtſchaftlichen
Genoſ=
ſenſchaften abſchließen. Ich nehme deshalb auch gerne
Gelegenheit, den deutſchen Kommunen von dieſer Stelle
aus meinen herzlichſten Dank auszuſprechen und zugleich
die Bitte, in dieſer Richtung noch weiter zu fahren. Ich
bitte nunmehr, das Geſetz annehmen zu wollen, das den
Kommunen durch Erlaß eines Teiles des Einfuhrzolles
eine kleine Beihilfe zukommen läßt. Ich hoffe, daß
Sie die richtige Bedeutung dieſes Schrittes erkennen
wer=
den und dem Geſetz ihre Zuſtimmung nicht verſagen.
Auf Antra des Abg. Baſſermann (natl.) wird
die Beſprechung der Interpellation und die erſte Leſung
des Geſetzes miteinander verbunden. — Es iſt ein von
71 Mitgliedern der Lir en unterzeichneter Antrag zur
Annahme eingegangen, durch den der Reichstag
ausſpre=
chen ſoll, daß die vorgeſchlagenen Maßnahmen nicht den
Wünſchen des Reichstages entſprechen. — Auf Anfrage
des Präſidenten wird der Antrag von der
ſozialdemokra=
tiſchen Fraktion unterſtützt. — Abg. Giesberts (Ztr.):
Wie ſchwierig die Frage an ſich iſt, erkennt man daran,
daß ſogar die Sozialdemokraten nicht einer Meinung
ſind. Es muß Vorſorge getroffen werden, daß die
Er=
nährung des Volkes nicht Not leidet. Die Fleiſchteuerung
wird viel zu ſehr vom parteipolitiſchen Standpunkt aus
behandelt. — Abg. Weilnböck (konſ.): Wir erkennen
an, daß ungewöhnlich hohe Fleiſchpreiſe beſtehen, auch
eine Viehknappheit erkennen wir an. Die ſchlechte
Futter=
ernte des Vorjahres und die Seuchen haben unſerer
Vieh=
haltung ungeheuere Schäden zugefügt. Die Zunahme
der viehloſen Landwirtſchaften iſt ſehr zu bedauern, der
aber nur auf den ſteten Arbeitermangel zurückzuführen iſt,
dem man energiſch Abhilfe ſchaffen ſollte. — Abg. Dr.
Böttger (natl.): Wir werden auch künftig die Politik
der mittleren Linie weiter verfolgen. Die Maßnahmen
der Regierung hätten früher getroffen werden müſſen.
Man konnte den Notſtand ſchon längere Zeit vorausſehen.
— Es wird ſodann ein Vertagungsantrag
ange=
nommen. Präſident Dr. Kaempf frägt den
Regier=
ungsvertreter, ob und wann die Interpellation der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei über das Koglitionsrecht der
Staatsarbeiter beantwortet werde. — Staatsſekretär Dr.
Delbrück beantwortet dies dahin, daß er die
Inter=
pellation am Mittwoch nächſter Woche zu beantworten
gedenke. — Zur Geſchäftsordnung kündigt Abg.
Baſſer=
mann (natl.) an, daß er gegen die Zuläſſigkeit des
An=
trages der 71 Sozialdemokraten Einſpruch erheben werde,
da dieſer Antrag eine Begründung enthalte, was nach der
Geſchäftsordnung nicht zuläſſig ſei. Dem widerſprechen
die Abgg. Haaſe (Soz.) und Dr. Frank (Soz.).
Es erfolgt Vertaaung auf Donnerstag 11 Uhr.
Tagesordnung: Fortſetzung der zweiten Leſung des
Zoll=
erleichterungsgeſetzes. — Schluß ¾7 Uhr.
Der Kaiſer in Donaueſchingen.
* Donaueſchingen, 26. Nov. An der Galatafel
ſaß der Kaiſer dem Fürſten v. Fürſtenberg
gegen=
über. Rechts vom Kaiſer ſaßen zunächſt die Fürſtin, der
Bräutigam und die Prinzeſſin Anna zu Hohenlohe, links
die Braut, Fürſt Hugo zu Windiſchgrätz und Prinzeſſin
Amalie. Um 3 Uhr veranſtalteten die ehemaligen
fürſt=
lich=fürſtenbergiſchen Lande und der Bezirk
Donaueſchin=
gen einen Trachtenzug durch den Schloßhof. Der
Kaiſer, das Brautpaar und die geſamte
Hochzeitsgeſell=
ſchaft ſah dieſem von dem großen Balkon des Schloſſes
aus zu. Bauernburſchen und Bäuerinnen, mehrere
Hun=
dert an der Zahl, zogen in ihren eigenartigen Trachten
mit Muſikkapellen heran und bildeten einen großen
Halb=
kreis auf dem Platze vor dem Schloſſe. Ein paar junge
Mädchen ſprachen Begrüßungsverſe und überreichten dem
Brautpaar ländliche Sträuße. Eine Dorfmuſik ſpielte
einen Ländler und ein paar Dutzend Paare ſchwangen
ſich im Tanz. Der Fürſt dankte den Landleuten und
ſchloß mit einem begeiſtert aufgenommenen Hoch auf den
Kaiſer.
* Donaueſchingen, 27. Nov. Der Kaiſer,
der Fürſt und die Jagdgeſellſchaft begaben ſich heute
vor=
nittag nach dem Unterhölzer Wald zur Jagd. Das
Früh=
ſtück wurde in dem Schlößchen Wartenberg eingenommen.
Landwirtſchaftliches.
Landwirtſchaftliche Vorträge. Am
Samstag, den 30. November, abends 8 Uhr, findet in
Schneppenhauſen im Gaſthauſe „Zur Krone” ein
Vortrag ſtatt über: „Die richtige Anwendung der
künſtlichen Düngemittel” Referent: Großh.
Landwirt=
ſchaftslehrer Haug=Darmſtadt. Am Sonntag, den
1. Deſe nber, nachmittags 3 Uhr, findet in
Eſſen=
heim im Gaſthauſe „Zur ſchönen Ausſicht” ein Vortrag
ſtatt über: „Die Aufbewahrung und Vorberettung der
Kartoffeln zur Saat‟ Referent: Großh.
Landwirt=
ſchaftslehrer Dr. Magnus=Mainz.
— Groß=Gerau, 27. Nov. Bei dem letzten
Fer=
kelmarkt überſtieg die Nachfrage das Angebot, und ſind
demzufolge die aufgetriebenen 463 Tiere alsbald glatt
ver=
kauft worden. Die Preiſe waren daher auch ziemlich feſt
und ſind für Ferkel 10—20 Mark, für Springer 25—36
Mark und für Einleger 39—60 Mark pro Stück bezahlt
worden. Der nächſte Ferkelmarkt iſt am Montag, den
2. Dezember dieſes Jahres.
Literariſches.
C „Erlöſer” ein Spiel vom Tode in 4 Akten von
Robert Raffay. (Tenien=Verlag, Leipzig.) Es iſt
ein merkwürdig Spiel, das vom Tode, zu dem der Dichter
uns lädt. Ein Spiel, an dem wir wohl Teil haben
könn=
ten. Gehts doch oft im Leben, auch dem des Alltags,
daß wir uns lieben, ſehnend und ſcherzend und peinigend,
und dabei nicht ahnen, daß der Tod ſchon unter uns weilt.
In Raffays „Spiel” kommt er als Erlöſer. Seine
Ge=
ſtalten ſind pſychologiſch fein und lebenskräftig
heraus=
gearbeitet. Der Aufbau der Handlung iſt logiſch
ent=
wickelt, bei Vermeidung aller äußeren Effekte. In ſeinem
Prolog kritiſiert der Autor ſein Werk gewiſſermaßen
ſelbſt und zwar ziemlich treffend: . . . „Doch nicht zu
bloßer Kurzweil hab’ ich euch geladen, ½ Wer jene ſucht,
muß ihrer hier entraten — ½ Hier wohnt die Kunſt und
Kunſt iſt eigne Weihe — und Weihe ½ Iſt Gebet und iſt
Gebeten lauſchen Und Kunſt: Für Schönheit — Schönheit
tauſchen. — — So hielt der Dichter einen kurzen Sang
vom Sterben, vom Träumen und vom Erwachen.
Des gleichen Autors Novellen=Sammlung „An
meine Geliebte” war bereits kurz nach ihrem
Er=
ſcheinen Gegenſtand der Beſprechung. Es ſei hier eine
treffende Kritik des Hamburger Fremdenblattes
zuge=
fügt: Ein Dichter ſpricht zu uns. Aus ſeiner Phantaſie
holt er feingliedrige, zumeiſt von Liebesgedanken
durch=
glühte Geſtalten und belebt ſie unter den weichen
Lieb=
koſungen einer poeſiereichen Sprache mit vibrierendem
Pulsſchlag. Viel Klagen durchzieht dieſe Blätter, viel
Sehnſucht aber auch, geſungen von einer Dichterſeele, die
der Welt zuflüſtern möchte, daß im tiefſten Grunde
all=
überall immer noch Märchen klingen.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Wien, 27. Nov. Das Fremdenblatt betont: Die
Kundgebungen in der Weſtminſter Gazette
und die jüngſte offiziöſe Petersburger
Aeu=
ßerung beſtätigen vollinhaltlich die im Fremdenblatt
oft zutage getretene Anſicht, daß alle Mächte von dem
gleichen Beſtreben geleitet ſind, zu verhindern, daß die
Ereigniſſe auf dem Balkan europäiſche
Komplikationen zur Folge haben könnten. Auch
Oeſter=
reich=Ungarn wurde ſeiner gemäßigten, friedfertigen,
ruhigen Haltung nicht untreu, trotzdem die allgemeine
Stimmung durch ſerbiſche Provokationen eine recht
ner=
vöſe geworden war. Das Blatt fährt fort: Der Wunſch
zum Frieden iſt bei allen Mächten
vor=
herrſchend. Oeſterreich=Ungarn hat allgemein
an=
erkannte Proben gegeben, wie ernſt und feſt bei ihm dieſer
Wille iſt. Es wäre jedoch eine unbegründete Behauptung,
wollte man annehmen, daß die über allen Zweifeln
er=
habene Friedensentſchloſſenheit der Mächte allein genüge,
um die Schwierigkeiten, welche bei den Ereigniſſen auf
der Balkanhalbinſel entſtanden ſind, zu überwinden.
Dieſe Schwierigkeiten beſtehen vielmehr
augenblicklich noch immer unvermindert
fort, da die ſchwebenden Fragen nicht gelöſt ſind.
Oeſter=
eich=Ungarn hat ſeine Anſprüche auf ein Minimum
re=
duziert; dieſen Anſprüchen aber, die nicht weiter
kom=
romißfähig ſind, muß Rechnung getragen werden, und,
veil Oeſterreich=Ungarn ſich deſſen bewußt iſt, nur das
notwendigſte zu verlangen, iſt es von dem feſten Glauben
erfüllt, daß die Behebung der beſtehenden Schwierigkeiten,
wenn auch nach mühevollen Verhandlungen, ſchließlich
gelinge. Denn bei der Haltung der Tripel=Entente
wäre mit Sicherheit anzunehmen, daß Serbien keine
ernſten Schwierigkeiten machen und der Erfüllung der
öſterreichiſch=ungariſchen Anſprüche keinen Widerſtand
entgegenſetzen werde.
* London, 27. Nov. Der Daily Telegraph ſchreibt:
Es wäre ein wirkliches Unglück, wenn diejenigen, die für
autokratiſche Forderung des ſerbiſchen
Königreiches verantwortlich ſind, ſich einbildeten,
daß ſie die ſympathiſche Unterſtützung Europas auf ihrer
Seite hätten. Soweit England in Betracht komme,
habe ſich das genannte Mitalied des Balkanbundes ein
gut Teil ſeiner urſprünglichen
Sympa=
thien entfremdet. Das Blatt bezeichnet es als
un=
denkbar und als eine monſtröſe Abſurdität, daß Europa
wegen eines adriatiſchen Hafens von einem Kriege
heim=
geſucht und daß Enaland ſelbſt in die Feindſeligkeiten
verwickelt werden ſollte. — Die Times ſchreiben: Nur
wenige Leute außerhalb Serbiens werden die
ſer=
biſchen Anſprüche als zuläſſig bezeichnen. Es
be=
teht indeſſen die Meinung, daß der ſerbiſche Handel eine
gewiſſe Art von Zutritt zum Adriatiſchen Meer
bean=
ſpruchen könnte. Die Haltung Enalands iſt kurz die, daß
Serbien nicht erdroſſelt werden ſoll, ſondern daß es ſeine
Anſprüche zur rechten Zeit verfolgen ſoll. — Daily
News ſchreiben: So ſehr wir mit dem legitimen Wunſche
Serbiens nach einem Ausweg zum Meere ſympathiſieren
mögen, iſt es doch undenkbar, daß eine Frage dieſer Art
Europa in einen Krieg ſtürzen dürfe.
Die Waffenſtillſtandsverhandlungen.
* Konſtantinopel, 27. Nov. Wie es heißt,
wer=
den auch in den neuen bulgariſchen Waffen
ſtillſtandsbedingungen die Uebergabe
Skutari und Janina, ſowie die Verpflichtung von der
Türkei verlangt, keine nenen Truppen aus Angtolln
heranzuführen.
* Konſtantinopel, 26. Nov. Die Rechtsbeiſtände
der Pforte Reſchid und Herant, die mit der Unterſtützung
der türkiſchen Friedensunterhändler
beauf=
tragt ſind, reiſen heute abend ins Hauptquartier ab. Die
türkiſchen und bulgariſchen Bevollmächtigten hielten eine
Konferenz ab. Morgen findet die letzte Konferenz ſtatt.
In der geſtrigen Sitzung erklärten die türkiſchen
Bevoll=
mächtigten, ſie wollten nicht einmal von der Uebergabe
Adrianopels ſprechen hören. Es wird geglaubt, daß die
Verhandlungen abgebrochen ſind und die Feindſeligkeiten
wieder aufgenommen werden.
* Sofia, 26. Nov. Nach dem Blatt Mir iſt in der
erſten Unterhandlung der Bevollmächtigten
der beiden kriegführenden Parteien vor
Bue=
juek Tſchekmedje vereinbart worden, dem türkiſchen und
dem bulgariſchen Generalſtab die Feſtlegung der
Demar=
kationslinie zwiſchen den beiden Armeen zu überlaſſen.
Die zweite Zuſammenkunft ſoll morgen in einem Waggon
in Tſchataldſcha erfolgen. — Aus London eingetroffene
Delegierte, welche 6000 Pfund Sterling zur Linderung
der durch den Krieg hervorgerufenen Notlage gebracht
haben, haben beſchloſſen, dem Wunſche der Königin
ent=
ſprechend, dieſe Summe der Bevölkerung Adrianopels
nach der Eroberung der Stadt zuzuweiſen.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Konſtantinopel, 27. Nov. Nach Meldungen
von Kavalleriepatrouillen bereiten die Bulgaren einen
neuen Angriff vor. Sie ſammeln und verſchanzen
ſich in der Tſchataldſchalinie in ziemlicher Stärke. Im
Hauptquartier will man ſchon von der endgültigen
Ab=
lehnung der bulgariſchen Forderungen wiſſen.
* Athen, 26. Nov. Von Oberſt Delagranatica iſt
folgende vom 25. November datierte Depeſche aus Chios
eingelaufen: Die Inſel Chios iſt ſeit geſtern abend
beſetzt. Nachdem am ſelben Tage in Contari Truppen
gelandet waren, trat ich den Marſch zur Stadt an, die ich
ohne Schwertſtreich beſetzte, da ſich die türkiſche Garniſon
ebenſo wie die übrigen türkiſchen Truppen, die von dem
Landungskorps gleich nach der Landung zerſtreut wurden,
in die Berge zurückgezogen hatte. Die Tücken in einer
Stärke von 1800 Mann wurden ſodann von den Griechen
in das Innere der Inſel zurückgeworfen; ſie verloren
mehrere Tote, Verwundete und 25 Gefangene. Durch eine
Proklamation teilte ich der Bevölkerung die
Beſitz=
ergreifung der Inſel im Namen des Königs der Hellenen
mit. An der Eroberung Chios waren zwei Regimenter
und zwei Batterien der Griechen beteiligt.
Sonſtige Meldungen.
* Berlin 26. Nov Die Nachricht, daß der Kaiſer
Wilhelm attachierte ruſſiſche General v. Tatitſchew nach
Petersburg gereiſt ſei und dem Zaren ein kaiſerliches
Handſchreiben überbringe, erweiſt ſich als unrichtig.
H. B. Berlin, 27. Nov. Die B. Z. am Mittag
mel=
det aus Frankfurt a. M.: Eine Reihe hier
anſäſſi=
geir öſterreichiſch=ungariſcher
Militär=
pflichtiger erhielt Geſtellungsbefehl mit der Order
auf ſofortige Stellung bei der Fahne. Den Einberufenen
wird auf Wunſch Fahrgeld bis zur Grenze überwieſen,
von wo aus die freie Beförderung in die Garniſonsſtadt
erfolgt. Im Weſterwald erhalten ſämtliche Bahn= und
Grubenarbeiter öſterreichiſcher Nationalität
Geſtellungs=
befehle.
— Wien, 26. Nov. Der Bürgermeiſter von
Wien hat den Gemeinderat für Donnerstag zu einer
außerordentlichen Sitzung mit der Tagesordnung:
Loyalitätskundgebungen einberufen. Der Bürgermeiſter
wird in einer Anſprache die Treue der Wiener
Be=
völkerung für Kaiſer und Reich zum Ausdruck
bringen.
* Konſtantinopel, 26. Nov. Die Pforte
rich=
tete an ihre Vertreter ein Rundſchreiben, in dem ſie
auf die von den Truppen des Balkanbundes in den
beſetz=
ten Landesteilen verübten Greueltaten hinweiſt und
die fremden Konſuln als Zeugen dafür anruft.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 27. Nov. Geſtern fand
kein Kampf ſtatt. Beide Parteien ſind damit
beſchäf=
tigt, Verſchanzungen aufzuwerfen. Es wird verſichert,
daß der geſtrige Miniſterrat in der Erwägung, daß die
Verhandlungen über den Waffenſtillſtand ſich in die Lünge
ziehen würden, beſchloſſen habe, unmittelbar
Friedens=
verhandlungen einzuleiten. Die Rechtsbeiſtände der
Pforte, Reſchid Paſcha und Herant, ſind in der Nacht
mit Vollmachten und neuen Inſtruktionen, die ſie vom
fgeſtrigen Miniſterrat erhielten, abgereiſt.
* Wien, 27. Nov. Die Politiſche Korreſpondenz
veröffentlicht eine Mitteilung aus Konſtantinopel,
in welcher erklärt wird: Der Entſchluß der Pforte,
den Krieg fortzuſetzen, iſt ihren eigenen Erwägungen
in=
folge der drückenden Waffenſtillſtandsbedingungen ent=
Forungen und ohne Einwirkung irgendwelchen fremden
Einfluſſes zuſtande gekommen. Insbeſondere iſt die
Be=
hauptung franzöſiſcher Blätter, Oeſterreich=Ungarn babe
der Türkei Ratſchläge im Sinne einer Fortſetzung der
kriegeriſchen Aktion erteilt. eine böswillige Erfindung, um
die Monarchie zu verdächtigen und ihr in den Augen der
Balkanvölker zu ſchaden. Oeſterreich=Ungarn verhielt ſich,
wie alle diplomatiſchen Kreiſe anerkannten, ſeit
Kriegs=
beginn ſtreng neutral.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 27. Nov. Geſtern nachmittag
gegen 1½ Uhr hat ſich der Kunſtmaler Karl Julius Grätz
in ſeinem Atelier Am Tiergarten 48 erhängt.
* München, 27. Nov. Paul Heyſe muß ſeit einigen
Tagen das Bett hüten Der greiſe Dichter leidet an
ſtar=
ken Atembeſchwerden.
* Nürnberg, 27. Nov. Der Aufſichtsrat der
Elektrizitäts=Aktiengeſellſchaft vormals
Schuckert und Co. ſchlägt eine Dividende von 8
Pro=
zent auf 60 Millionen und von 4 Prozent auf 10 Millionen
Mark Aktien mit halber Dividendenberechtigung vor.
* Greiz, 27. Nov. Heute früh begann die
Ausſperr=
ung von ungefähr 10000 Färbereiarbeitern des
Ver=
bandes der ſächſiſch=thüringiſchen
Färbe=
reien. In allen von der Ausſperrung betroffenen Orten
fanden heute vormittag Arbeiterverſammlungen ſtatt, in
welchen bekannt gegeben wurde, daß der Zentralausſchuß
des deutſchen Textilarbeiterverbandes beſchloß, den Kampf
in vollem Umfang aufzunehmen.
* Wien, 27. Nov. Das Abgeordnetenhaus
nahm in zweiter und dritter Leſung die
Regierungsvor=
lage an, betreffend die Einführung der Klaſſenlotterie,
und ſetzte ſodann die Beratung, des Dringlichkeitsantrages
über die Abänderung des Tierſeuchengeſetzes fort.
* Nancy, 27. Nov. Infolge eines
beklagenswer=
ten Irrtums erhielt der Brigadier Blion, der Chef
der Grenzbrigade Arracourt, ein Telegramm,
das eine teilweiſe Mobiliſation enthielt. Es
iſt unbekannt, auf welche Umſtände der Irrtum
zurückzu=
führen iſt. Der Brigadier traf Maßnahmen für die
allge=
meine Mobiliſation und der
Mobilmachungsbe=
fehl wurde ſieben Gemeinden, die zur Brigade
gehören, bekannt gemacht. Die Leute, auf die ſich der
Be=
fehl bezog, wurden geweckt und machten ſich bereit, ſich an
die Beſtimmungsorte zu begeben. Die erſten kamen in
der Früh um 7 Uhr in Nancy und Luneville in dem
Augenblick an, als der Irrtum erkannt war. Der
Gendar=
merie=Kapitän von Luneville begab ſich nach Arracourt
und verfügte die Verhaftung Blions. Blion proteſtierte
und erklärte, die an ihn gerichtete Depeſche ſei ſehr klar
und formell geweſen.
* Luneville, 27. Nov. Die Reſerviſten von 9
Ge=
meinden des Kantons Arracourt erhielten infolge der
falſchen Auslegung eines Telegramms die
Mobil=
machungsorder. Noch vor ihrer Ankunft in
Lune=
ville wurden ſie auf dem Wege durch einen Gegenbefehl
angehalten. Ohne dieſen Gegenbefehl würden ſie in der
vorgeſchriebenen Mindeſtzeit ihre Beſtimmungsorte
er=
reicht haben. Die Unterſuchung iſt eingeleitet.
* Brüſſel, 27. Nov. Wie einige Morgenblätter
mel=
den, wird Prinz Heinrich von Preußen den
deutſchen Kaiſer bei den Beiſetzungsfeierlichkeiten für die
Gräfin von Flandern vertreten.
* New=York, 27. Nov. Eine Statiſtik der
Ab=
ſtimmung bei der Präſidentenwahl ergibt
folgende Ziffern: für Wilſon 6157000 Stimmen, für
Rooſevelt 3 928000, für Taft 3 376000, für Dabs 674000
und für Shapin 161000 Stimmen.
HB. Berlin, 27. Nov. Vor dem Ehrengericht
der Anwaltskammer begann heute die
Verhand=
lung gegen die Rechtsanwälte Jaffé und Alsberg wegen
ihres Verhaltens im Metternich=Prozeß.
H. B. Erfurt, 27. Nov. In Goßwitz in Thüringen
hantierten die beiden Söhne des Direktors Reithel mit
einem von einer reiſenden Theater=Geſellſchaft
mitgeführ=
ten Lichtbilder=Apparat. Der Apparat
explo=
dierte und dem jüngeren 7jährigen Knaben wurde der
Kopf buchſtäblich zerriſſen.
H. B. Dresden, 27 Nov. Die Zweite ſächſiſche
Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung mit 60 gegen
27 Stimmen einen Antrag an, der die freiere Geſtaltung
des Religionsunterrichtes verlangt. Im Verlauf der
De=
batte brachte der nationalliberale Abgeordnete Dr. Zöpel
die Fälle Jatho und Traub zur Sprache. Die Abſetzung
Traubs ſei unerfreulich.
H. B. Flensburg, 27. Nov. Seit geſtern abend herrſcht
an der Küſte Oſtfrieslands ein orkanartiger Sturm
ſeewärts. Es laufen viele Hiobspoſten ein. Zahlreiche
Schiffe ſuchen die ſchützenden Häfen auf. Die Fiſcherei=
Kreuzer liefen bei Norderney ein.
Briefraſten.
B. D. Genannte Formate ſind im Buchdruckgewerbe
nicht mehr üblich und können derlei Benennungen nur
noch in Lurus=Papierwarengeſchäften Verwendung finden.
„Propatria”, kleines Format 34:43, großes Format
36:45. „Kongreß” dürfte wohl dem Lerikon=Format gleich
ſein. Wir konnten Näheres darüber nicht finden.
E. H. in M. Vom erſten Advent ab ſind die Läden
geöffnet.
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(§ 133 a G.=O.) auf den Schluß des Kalendervierteljahres
zu erfolgen und muß 6 Wochen zuvor ausgeſprochen
wer=
den. Da der Kündigungstermin (19. November) für das
laufende Kalenderjahr verſtrichen iſt, dauert das
Dienſt=
verhältnis zunächſt bis Ende März k. J.
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wenn die Ausgaben richtig den Einnahmen angepaßt
werden. Dabei iſt es nicht einmal nötig, ſich
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ſchränkungen aufzuerlegen, dank unſerer
Nahrungs=
mittelinduſtrie, der es gelungen iſt, abſolut vollwertige
Erſatzmittel für viele ſonſt recht teure Naturprodukte
herzuſtellen. So weiß heute faſt jede Hausfrau, daß
ſich die teure Naturbutter vorzüglich erſetzen läßt, durch
wirklich gute Margarine. Bekannt iſt die Margarine=
Spezialität „Siegerin” ſowie die
Pflanzen=
butter=Margarine „Palmato”, eine vorzüglich
haltbare Nußbutter, die in Geſchmack, Aroma und
Be=
kömmlichkeit beſter Butter vollſtändig ebenbürtig iſt.
Wer alſo ſparen will, mache damit einen Verſuch und
verlange „Siegerin” oder „Palmato”.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Abeſſinia” 21. Nov. 3 Uhr nachm. von
Baltimore nach Hamburg. „Cincinnati” von Genua nach
New=York, 21 Nov. 8 Uhr abends von Neapel. „Graf
Walderſee” von Philadelphia, 21. Nov. 7 Uhr morgens in
New=York. „Patricia” 21. Nov. 10 Uhr 15 Min. abends
in New=York. „Savoia” 21. Nov. 8 Uhr morgens von
New=York nach Hamburg. „Barcelona” nach Philadelphia
und Newport News, 24. Nov. 4 Uhr 15 Min. nachm. in
New=York. „Cheruskia” von Weſtindien, 23. Nov. 10 Uhr
abends in New=York. „Kaiſerin Auguſte Victoria” nach=
New=York, 24. Nov. 8 Uhr 15 Min. abends von Cherbourg.
„Moltke” von New=York nach Neapel und Genua,
24. Nov. von Algier. „Pennſylvania” von New=York
kommend, 24. Nov. 7 Uhr morgens in Hamburg. „Prinz
ldalbert” nach Philadelphia, 25. Nov. 1 Uhr 30 Min.
morgens Dover paſſiert.
Amtlicher Weiterbericht=
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet über Südeuropa hat ſich ganz
nach Oſten zurückgezogen. Die nordweſtliche Depreſſion
iſt oſtwärts vorgedrungen. Wir haben daher in
Deutſch=
land, hauptſächlich an der Küſte, ſtürmiſche
Südweſt=
winde. Die Temperaturen liegen zwiſchen 5 und 7‟
nur München hat —1‟. Im Reiche fielen nur ſtrichweiſe
Niederſchläge. Wir werden auch morgen noch unter dem
Tiefdruckeinfluß bleiben, zumal von Weſten her eine neue
Depreſſion zu kommen ſcheint.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
28. November: Keine weſentliche Aenderung des
herrſchen=
den Wetters.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7 Uhr:
„Wallenſteins Lager”, hierauf: „Die Piccolomini”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Oepheum.
Liederabend von Aenni Wiegand um 8 Uhr im
Saale des Muſikvereins.
Gramola=Konzert um 8¼ Uhr im Hotel „Zur
Traube‟.
Hauptverſammlung des Vereins Kunſtfreund um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Feſtball der Vereinigten Geſellſchaft um 8 Uhr.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr
Kunſthalle am Rheinor, geöfnet Vertlags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Puppen=Ausſtellung im Gewerbemuſeum,
Neckar=
ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 und 3—5 Uhr, Mittwochs
von 3—7 Uhr).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Schlossgraben 13a.
Kurſe vom 27. November 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,70
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,30
3
77,20
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,65
3½ do. Conſols . . . 88,40
77,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,00
do.
3½
-
13
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,60
do.
86,60
3½
do.
77,50
4 Hamburger Staatsanl. 99,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 99,60
do.
3½
86,50
do.
76,20
3 Sächſiſche Rente . . . . 78,40
4 Württemberger v. 1907 99,70
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 98,75
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,50
Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente 87,00
4 do. Goldrente . . . 91,50
4 do. einheitl. Rente 83,20
4 Portug. unif. Serie I 62,00
3 do. unif. Ser. III 65,30
3 do. Spezial . .
10,00
5 Rumänier v. 1903
99,00
4 do. v. 1890
92,60
4 do. v. 1905 . . 87,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,50
4 do. v. 1902 . .
88,50
4½ do. v. 1905 .
100,20
3½ Schweden
86,80
4 Serbier amort. v. 1895 79,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,50
4 Türk. uniſiz. v. 1903 85,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,10
4 do. Staatsrente. . . 84,00
In Proz.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 100,40
85,10
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,75
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,50
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 93,00
5 Innere Mexikaner . . . 93,90
3
59,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,70
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,00
3 Buenos Aires Provinz 68,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt
.151,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,10
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,30
6 Baltimore und Ohio . 105,00
6 Schantungbahn . . . . 125,40
6½ Luxemb. Prince Henri 151,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,50
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
65,00
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 517,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 248,20
30 Farbwerke Höchſt . . 624,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 346,50
10 Cement Heidelberg . . 150,50
30 Chem. Werke Albert 453,70
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 325,50
5 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
In Proz.
Letz
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 146,20
12 Siemens & Halske .221,00
5 Bergmann Electr. . . 119,50
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 157,50
25 Gummi Peter . . . 90,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 90,20
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 561,50
10 Maſchinenf. Badenia 176,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 144,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . 200,00
häuſel. .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 93,50
3 Südd. Immobilien . 58,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 172,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 212,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 165,20
10 Gelſenkirchener . . . . 190,30
9 Harpener . . . . . . . 181,70
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
84,00
6 Laurahütte
. . . 163,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 212,25
11
7½ South Weſt Africa 128,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,60
4 Franz=Jofefs=Bahn
3 Prag=Duxer .
74,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,00
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,60
do.
77,10
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,50
d5.
4
In Proz.
29/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,90
3 Raab=Oedenburg
76,30
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 86,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,40
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,00
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,70
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
4
86,50
do.
2¼/1 Livorneſer . . . . . 69,70
3 Salonique=Monaſtir . 62,50
4 Bagdadbahn . .
80,90
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,75
4 Miſſouri=Pacific. . . . 72,90
4 Northern=Paciſic
99,50
4 Southern=Paciſic . . . 93,80
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,00
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 184,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
. . 146,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 162,90
6½ Darmſtädter Bank . 119,00
12½ Deutſche Bank . . . 248,20
6 Deutſche Vereinsbank . 120,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 115,004 Heidelberg.
10 Diskonto=Kommandit 183,00
8½ Dresdener Bank . . 151,20
9½ Frankf. Hypoth.=B. 209,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 119,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . . . 132,80
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,00
7½ Wiener Bankverein . 126,20
Pfandbriefe.
Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,80
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . .
98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3½
87,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
87,80
S. 3—5
.87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
3
87,30
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 86,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
87,20
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . .
97,50
3½ do.
4 Frankfurt. .
99,20
3½ do.
94,00
4 Gießen .
97,30
do.
97,00
31
do.
87,00
4 Karlsruhe
97,30
do.
88,30
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz .
97,40
do.
88,70
Mannheim
.98,50
do.
87,30
4 München .
.99,30
3½ Nauheim
4 Nürnberg. .
97,50
do.
88,30
4 Offenbach .
-
In Proz.
3½ Offenbach . . .
& Wiesbaden . 7.3.2 98,75
89,10
8½ do.
97,30
4 Worms .
88,00
8½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 171,50
8½ Cöln=Mindner , 100 134,90
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 70,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 139,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,20.
3 Oldenburger . . . . . . 129,75
8½ Raab=Grazer fl. 150
Unverziusliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 203,00
Freiburger
Fs. 15 —
Mailänder
Fs.4 —
de.
Fs. 10 —
Meininger .
.ſl. 7 —
Oeßterreicher v. 1864 fl. 100 525,00
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . ſl. 100 382,00
Benebiger . . . . Fs. 30
Tärkiſche . . . . Fs. 400 157,00
Gold, Sülber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,48
20 Franks=Stüde . . . . 16,24½
Amerikaniſche Noten . . k. 4,20½
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,25
Holländiſche Noten. . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,45
Oeſterr.=Ungariſche Notes 84,45
Ruſſiſche Roten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Bombard 354. 7
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Stickerei-Taschentücher,
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Feinste Verarbeitung
SEIDENHAUs
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Ludwigstrasse 13.
Klitgervereit Lurnſchl.
Schutzherr:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog Ernſt Ludwig.
Feler des Allerhöchsten Geburtstags
eiet lelchehen ſetet e nſtalten.
Samstag, den 30. Nopbr. 1912, abends 8½ Uhr.
im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
beſtehend aus:
Prolog, Feſtanſprache, (gehalten von dem Kameraden
Herrn Oberfinanzrat Dr. Hellwig),
Konzert und Tanz
unter gütiger Mitwirkung der Großh. Hofopernſängerin Fräulein
Hede Schaub, Herrn Bruchhäuſer jr., ſowie der Kapelle des
Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23
unter Leitung des Herrn Muſikmeiſters Mittelſtädt.
Unſere Ehrenmitglieder und Mitglieder nebſt ihren
Familien=
angehörigen laden wir zu dieſer Feier ein. Gäſte können durch
Mit=
glieder eingeführt werden, ſind aber den am Saaleingang
anweſen=
den Vorſtandsmitgliedern vorzuſtellen.
Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
24242id)
Kriegerkameradschaft
„Germania‟ Darmstadt.
Samstag, 30. November 1912, abends 8 ½ Uhr, im
Saale der Ludwigshalle Obergasse 12(KameradKlenk)
Geburtstagsfeier Sr. Königl. Hoheit des
GroßherzogsErnstLudwigvon Hessen u. b. Rh.
beſtehend in Geſangs= und humoriſtiſchen Vorträgen.
Theater=
aufführungen und Tanz, wozu wir unſere Kameraden, ſowie deren
werte Angehörigen freundlichſt einladen. Orden, Ehren=, Vereins=
und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorstand.
24426)
Zigeneiner deulſcher Zruenerein
Ortsgruppe Darmſtadt
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Dienstag, den 3. Dezember 1912,
abends 8¼ Uhr, im Kaisersaal
Experimental-Vortrag u.Dipl.-Ing. Dr. Kaufmann, München
„Praktiſches aus Naturwiſſenſchaft und Technik
für den Haushalt und das tägliche Leben.”
Eintrittskarten zu 30 Pfg.; für Mitglieder u. angeſchloſſene Vereine
zu 20 Pfg am Verkehrsbureau u. bei J. Mylius, Herdweg 2. (24420
Einladung zum Vortrag
des Herrn Realſchuldirektors Dr. Schnell zu Butzbach
über
„Die deutſchen Sprachinſeln in Europa”
am Freitag, 29. November d. J., abends 8½ Uhr,
im Fürstensaal.
Frauen= und Männer=Ortsgruppe
des Vereins für das Deutſchtum im Ausland
(Algem. Deutſcher Schulverein).
Alldeutſcher Verband.
Allgem. Deutſcher Sprachverein.
Deutſche Kolonialgeſellſchaft.
Deutſcher Oſtmarken=Verein.
(24247id
Eintritt 20 Pfg.
St. Elisabethen-Vereins-Lotterie.
Die Ausſtellung der Gewinne
iſt von Donnerstag, den 5. Dezember, bis Sonntag, den 8.
De=
zember inel. geöffnet vormittags von 10—1 Uhr und
nachmit=
tags von 2—4 Uhr im Hintergebäude des Pfarrhauſes St. Ludwig,
Wilhelminenplatz 9.
Paſſende Gewinngegenſtände werden dort dankbar ange=
Für dieſe Woche empfehlen in
beſter friſcheſter Nordſee=Ware:
Hochfeinen.
Schellfiſch u. Cablian
Hochfeinen
Seehecht, Rotzungen,
Frischen Zander
Heilbutt im Ausſchnitt
und ganzen Fiſch von 3 Pfd. an.
Hochfeinen
Wesersalm
Friſchen
Sülbersalm
nommen.
Loſe à 50 Pfg. daſelbſt.
(24440ds
Frauenverein für den Südweſtbezirk
der evang. Stadtgemeinde.
Sonntag, den 1. Dezember, abends pünktlich 8 Uhr,
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17:
ramilienabend.
Anſprache (Pfarrer Velte). Muſikaliſche Darbietungen (Frau
Geheimerat Heinemann, Frl. Geiger, Frl. lise Hallwachs,
Juſtizrat Hallwachs, Referendar Heinemann).
Der Vorstand.
Teekarten zu 20 Pfg. in der Hofbuchhandlung Waitz, bei
Haus=
verwalter Göriſch, Kiesſtraße 17, und abends an der Kaſſe. (24435
beſſiſcher Landesverein
für Toteneinäſcherung.
Mittwoch, den 4. Dezember, abends 6 Uhr
Mitglieder-Versammlung
im Fürstensaal, Grünes Zimmer, Grafenstr. 20
Tagesordnung: 1. Erledigung der ſatzungsgemäßen Geſchäfte
2. Neuwahl des Ausſchuſſes.
24427)
Der Vorsitzende: Dr. K. Heil.
Bürger-Keller
Donnerstag, Freitag, Samstag
Abschieds-Konzerte
des Salon-Damen-Orchesters
Stets freier Eintritt.—
244:
Wegen Abreiſe billig zu ver=
Wkaufen: Linoleumteppiche,
la Qual., 1 Waſchmangel, 1
Vor=
ratsſchrank, niedrig, 1 Bett u. kl.
Haushaltgegenſtände u.
Garten=
geräte, 1 Kaktus. Eberſtadt
Pa=
liſadenweg 5, gegenüb. dem
Fried=
bof.
(*1282a
Friſche
Merlans,
„ Seezungen, „ Schleien,
„ Goldbarſch „ Aale,
„ Knurrhahn, „ Karauſchen,
„ Carbonade, „ Forellen
Leb. Hummer Holl. Austen
täglich friſch.
Lebende
Karpfen,
*1—¾/ Pfd.
Mallosol-Caviare
— Seemuſcheln—
Matjeshering,
Holl. Vollhering.
Filet-Hering
in Majonnaiſe und
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ſaue.
Sämtliche neue Fiſchkonſerven
und Marinaden, ſtets reiche
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Täglich friſche Räucherwaren,
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19 Eliſabethenſtraße 19
Telephon 543.
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den Kopf mit Dralles Kopfwaſchpulver „Kopfrein”
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ſammenſetzung Schweiß und Staub ſofort auflöſt und
entfernt. Hierauf befeuchte man die Kopfhaut gut
mit Dr. Dralles Birkenwaſſer (1.85 und 3.70) und
maſſiere ſie nach jeder Richtung eingehend mit
deu Eingerſpitzen. Bei trockenem, ſprödem Haar reibe
man nach der Behandlung mit Birkenwaſſer die
Kopf=
haut und das Haar mit Dralles Birken=Brillantine ein
(0.60 und 1.—), die dem Haar einen ſchönen
natür=
lichen Glanz verleiht.
Die kleine Mühe dieſer Behandlung (wöchentlich
1—2 mal) wird ſich reichlich lohnen, denn ſie verhindert
den Haarausfall, regt den Haarwuchs kräftig an und
verhütet die Schuppenbildung. Aerzte und Publikum
haben ſich höchſt anerkennend über die Wirkung von
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Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 28. November 1912
69. Abonnem.=Vorſt. B 17.
Wallenſtein’s Lager.
Dramatiſches Gedicht in 1 Aufzug
von Schiller.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Wachtmeiſter . . W. Riechmann
Trompeter
. Adolf Klotz
Konſtabler .
. L. Schützendor
Erſter 1 Scharf= Ad. Jungmann
Zweiter) ſchütz Ludw. Indorf
Erſter Holkreit. Frz. Schneider
Zweiter) Jäger Otto Thomſen
Erſter Buttler. Auguſt Kräger
Zweiter) Drag. Br. Waigandt
Arkebuſ.
Erſter vom Rgt. Guſtav Semler
Zweiter Tiefen= Otto Wolf
bach
Küraſſ. von einem
wallon. Regim. Hs. Baumeiſter
Küraſſ. von einem
lombard. Regim. Walter Cant
Kroat .
Emil Kroczak
Uhlan.
. Cornel. Dobski
Rekrut
Paul Peterſen
Bürger
. Franz Geibel
Bauer.
. Ludw. Wagne)
Bauernknabe .
Kapuziner .
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Die Piccolomini.
Dramatiſches Gedicht in 5 Aufz.
von Schiller.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Wallenſtein,
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Octavio
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General=
leutnant
. . Hs. Baumeiſter
Max Piccolomini,
ſein Sohn, Obriſt Kurt Ehrle
Graf Terzky,
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lenſteinsSchwag. Heinrich Hacker
Illo, Feldmarſch. Guſtav Semler
Iſolani, General
der Kroaten . . Richard Jürgas
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Dragoner=Reg. . Kt. Weſtermann
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Grafen Terzky . Paul Peterſen
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noch vorhandenen Karten an der
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der Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr
ab. — Abends 7 Uhr: Auß. Ab.
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H. Frankfurt a. M., 26. Nov. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt blieb der Verkehr ſehr ruhig,
da infolge der politiſchen Situation große Zurückhaltung
vorhanden war. Landweizen wieder reichlich angeboten
und im Preiſe weiter nachgiebiger, während Landroggen
gut behauptet war. Gerſte und Mais wenig verändert
und ruhig. Hafer war ſtark offeriert, wobei jedoch
außer=
ordentlich geringe Quantitäten an den Markt kommen.
Dieſe Sorten waren unter Notiz erhältlich. Ausländiſche
Brotfrüchte ſind jetzt mehr erhältlich und auch zum Teil
ermäßigt, aber das Geſchäft darin bleibt noch klein. Mehl
und Futtermittel preishaltend. Der Mannheimer
Getreidemarkt iſt ſtetig und ſteht nur wenig
erheb=
lichen Forderungen gegenüber. Die Käufer ſind
zurück=
haltend. An der Berliner Produktenbörſe war
die Tendenz auf das kältere Wetter und auf die bedeutende
Steigerung der Preiſe in Liverpool durchweg feſt; auch
die ausländiſchen Forderungen wurden erhöht. Nach den
letzten Kabelmeldungen von den amerikaniſchen
Getreidemärkten (New=York und Chicago) war
Weizen in beſſerer Stimmung auf die politiſche Lage in
Europa. Das Exportgeſchäft konnte ſich lebhaft entwickeln
und die Nachrichten über günſtige Witterung in
Argen=
tinien blieb ohne Einfluß. Mais im Einklang mit Weizen
ſchwankend, aber ſchließlich kaum behauptet auf größeres
Angebot der Farmer. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind
dort in dieſer Woche von 55,07 Mill. Buſh. auf 49,29 Mill.
Buſh. und der Maisvorräte von 1,86 Mill. Buſh. auf
1,23 Mill. Buſh. zurückgegangen. In Kanada ſtiegen
hin=
gegen die Weizenvorräte dieſe Woche von 16,89 Mill.
Buſh. auf 18,94 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer 20,75, Nordd. 20,75,
Kurheſſiſcher 20,75, Ruſſiſcher 23,25—24,—, La Plata 22,—
bis 23,— Rumäniſcher 23,75—2, —, Kanſas 24,— bis
24,50, Redwinter 22,75—23,50, Manitoba 22,— bis 23,25,
Walla Walla 22,75—23,50; Roggen, hieſiger, 18,25 bis
18,35, Bayeriſcher (Pfälzer) 18,30—18,40, Ruſſiſcher 19,—
bis 19,25, Amerikaniſcher — Rumäniſcher 19,— bis 19,25;
Gerſte, Pfälzer, 21,50— 22,—, hieſige und Wetterauer
20,75—21,25, Riedgerſte 21,25—21,75, Ungariſche —,
Frän=
kiſche 21,25—21,75; Hafer, hieſiger, 19,— bis 20,—
Baye=
riſcher 19,— bis 20,—— Ruſſiſcher 20,— bis 21,—,
Amerika=
niſcher 19,50—20,— Rumäniſcher 20,— bis 21,—; Mais,
mixed) 15.25—15,40, Ruſſiſcher 15,30—15,50, Donaumais
15,30—15,50, Rumäniſcher 15.30—15,50, La Plata 15,20
bis 15,40, weißer Mais 15,25—25,40, Weizenſchalen 10,50
bis 10,75, Weizenkleie 10,50— 10,75, Roggenkleie 10,75 bis
11,—, Futtermehl 14,— bis 16,—, Biertreter, getrocknet,
13,35—14,—, Futtergerſte 16,— bis 16,50. Weizenmehl,
hieſiges (Baſis ab Mannheim), Nr. 0 31,— bis 31,50,
feinere Marken 31,75—32,—, Nr. 1 30,— bis 30,25, feinere
Marken 30,50—30,75, Nr. 2 28,50—28,75, feinere Marken
29,— bis 29,25, Nr. 3 27,— bis 27,25, feinere Marken 27,50
bis 27,75, Nr. 4 24,— bis 24,25, feinere Marken 24,50 bis
24,75. Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 27,— bis 27,25, Nr. 1
24,75—25,—, Nr. 2 22,— bis 22,25.
Landwirtſchaftliches.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 19.—25. November.
Während des größeren Teiles der Berichtswoche
herrſchte im Getreidehandel matte Tendenz, erſt mit den
ſich zuſpitzenden politiſchen Verhältniſſen trat zum Schluß
eine Befeſtigung ein, die ſich jedoch mehr im Lieferungs=,
als im Warengeſchäft zur Geltung brachte. Amerika war
weiter bemüht, Exportabſchlüſſe zu erzielen und zeigte ſich
zu Preiszugeſtändniſſen geneigt. Die Berichte aus
Ar=
gentinien lauten zwar nicht einheitlich, deuten aber im
allgemeinen auf eine gute Ernte hin, ſo daß man dort mit
den alten Beſtänden aufzuräumen ſucht. Rußland benutzte
die ermäßigten Frachten zu ſtärkeren Abladungen, und
die Folge davon war, daß die Weltverſchiffungen von
290000 To. in der Berichtswoche auf 450000 To.
an=
wuchſen, gegenüber 228000 To. im Vorjahre. Angeſichts
dieſer Verhältniſſe begegnete das in ſtärkerem Maße
her=
auskommende Inlandsangebot nur geringer
Unterneh=
mungsluſt. Beſonders ſchleppend geſtaltete ſich der Abſatz
des meiſt aus geringen Qualitäten und daher zu
Export=
zwecken ungeeigneten Weizenangebots, für das ſelbſt zu
ſehr gebrücken Preiſen ſchwer Käuſer zu finden waren=
Im Lieferungsgeſchäft bildete Mangel an
andienungs=
fähiger Ware und der Umſtand, daß fremder Weizen ſich
gegenüber Berliner Notiz zu hoch ſtellt, eine Stütze, und
da auch die politiſche Lage Abgeber vorſichtig machte, ſo
konnte Weizen ſeinen Preisſtand gegen Anfang der Woche
um 1 Mark verbeſſern. In Roggen zeigte ſich zwar auch
ſtärkeres Angebot, aber da an der Küſte aufgrund früherer
Exportabſchlüſſe Nachfrage beſtand und auch die Mühlen
Begehr zeigten, ſo fehlte es bei zunächſt gedrückten, ſpäter
gebeſſerten Preiſen nicht an Abſatzgelegenheit. Rußland
offerierte williger, bleibt aber trotzdem außer Parität.
Lieferung ſtellt ſich nach zeitweiſer Abſchwächung
ſchließ=
lich zirka 1 Mark höher als vor acht Tagen. Hafer war in
mittleren und geringen Qualitäten ziemlich ſtark angeboten
und nur ſchwer verkäuflich, während feine Ware bei
knap=
pem Angebot ihren Preisſtand beſſer zu behaupten
ver=
mochte. Im Lieferungsgeſchäft drückten billige
Auslands=
offerten. Braugerſte hatte ſtilles Geſchäft; mittlere Ware
mußte billiger abgegeben werden. Ruſſengerſte war bei
ermäßigten Frachten weiter rückgängig, zumal auch
billi=
geres Bahnangebot vorlag. Auch die Maispreiſe haben
eine weitere Abſchwächung erfahren. Es ſtellten ſich die
Preiſe für inländiſches Getreide am letzten Markttage wie
folgt:
Roggen
Hafer
Weizen
172½ (4- ½
Königsberg.
173 (—.
Danzig
176
169
. 194
Stettin
176
168
. 202
Poſen
175
173
.200
Breslau
203
174
. 200
Berlin
190
170
Magdeburg . 198
175 (*1 ) 200
. 198
Halle
194
171
. 195
Leipzig
170
Dresden.
193
197
170 (—
171
Roſtock
176
195
Hamburg . . 202 (—
190
178
Hannover . . 196
188
198
Düſſeldorf . 208
200
183½
Frankfurt a. M. 210
190
182½ (—
Mannheim . . 211½
190
Straßburg . . 215
200
189 (—1 ) 195
München
. 225
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Dez. 205,50 (P 1),
Peſt April 204,10 (* 1,85), Paris Nov. 242,30 (44,50),
Liverpool Dez. 164,25 (— 0,90), Chicago Dez. 131,80
(*0,95), Roggen: Berlin Dez. 176,50 (*1), Hafer:
Berlin Dez. 179,25 (—0,50), Futtergerſte Südruſſ. frei
Hamburg unverzollt ſchwim. 132,50 (—1,50), Nov. 133,50
(—0,75), Mais: La Plata ſchwim. 108,50 (—2,50), Mixed
Dez.=März 107 (— 3).
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Das Großherzogliche Kreigamt Darmſtadt hat dem A. Hemuinger in Darm. die jederzeit widerrufliche Ermächtigung zum Ausbilden von
Laſtkraftwagen=
führern erteilt.
(2385
Bekanntmachung.
Die Arbeiten der Erweiterung des Bahnhofs Nieder=Ramſtadt-Traiſa ſind
fertiageſtellt. Termin zur landespolizeilichen Abnahme iſt auf Freitag, den
6. Dezember, nachmittags 39, an Ort und Stelle feſtgeſetzt. Etwaige Einſprüche
wegen der planmäßigen Ausführung des Projekts ſind im Termin vorzubringen.
Darmſtadt, den 26. November 1912.
(24415
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Einſtellung von Dreijährig=Freiwilligen.
Die Minenabteilung in Cux havenſtellt im Frühjahr 1913 dreijährigefreiwillige
Minenmatroſen und Minenheizer ein und zwar
a) als Minenmatroſen
Seeleute, See= und Flußſchiffer, Fiſcher, Handwerker und andere Berufe,
d) als Minenheizer
Maſchiniſten und Heizer, Maſchinenbauer, Keſſelſchmiede, Kupferſchmiede,
Elektro=
techniker, Mechaniker und ähnliche Berufe. Dreijährige Zivillehrzeit und Beſtehen
einer Prüfung (Deutſch, Rechnen, Zeichnen) gibt die Möglichkeit zur Kapitulation für
die Minenmaſchiniſtenlaufbahn.
Junge Leute, die beabſichtigen, als Freiwillige einzutreten, müſſen ein Geſuch
mit einem ſelbſtgeſchriebenen Lebenslauf, ihren Zeugniſſen und einen vom
unter=
zeichneten Zivilvorſigzenden der Erſatzkommiſſon zu erbittenden Meldeſchein zum
frei=
willigen Eintritt baldigſt an das Kommando der Minenabteilung in Cuxhaven
ein=
ſenden. Die ärztliche Unterſuchung wird dann durch das Bezirkskommando veranlaßt.
Darmſtadt, den 18. November 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weiſe
zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.
(24004a
Darmſtadt, den 18. November 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 2 Pinſcher, 1 Kriegshund.
1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung
der=
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
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Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 28. November 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16
öffent=
lich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: 24 Photographie=Albums;
b) vorausſichtlich: 6 Vertikos, 4 Diwans, 6 Sofas,
2 Trumeaux. 5 Kleider=, 3 Spiegel=, 2 Glas= und 2
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Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
24)
Wie oft kam es nicht vor, daß in dem jungen
Haus=
halt etwas nicht klappte.
Deine Mutter hätte Dich beſſer auf den Eheſtand
vor=
bereiten müſſen, Du haſt zu wenig Intereſſe daran, biſt
viel zu bequem!
Mit den Dienſtboten iſt ſchwer auszukommen, zum
Teil verſtehen ſie kein Wort Deutſch, und meine ruſſiſchen
Kenntniſſe ſind noch recht mangelhaft!
Natürlich, die Dienſtboten ſind daran ſchuld —
natür=
lich! Wahrſcheinlich auch, daß Du im Ruſſiſchen ſo wenig
Fortſchritte machſt!
Die Tränen ſchoſſen ihr in die Augen, ſie ſtand auf
und verließ das Zimmer. —
Eines Tages nahm Wullnow ſeine Frau in ein
ſchar=
fes Verhör. Was haſt Du eigentlich mit Roßdorff gehabt?
Ich? — Nichts!
Er ſah, daß ſie rot geworden war. Mach mir doch
nichts vor! Er geht mir nach Möglichkeit aus dem Wege,
und hier läßt er ſich auch nicht mehr blicken —
wenig=
ſtens nicht, wenn ich zu Hauſe bin!
Da gingen ihr die Nerven durch. Friedrich Karl, ich
habe Dich ſchon ſo oft gebeten, Deine Sticheleien zu
unterlaſſen.
So will ich anders fragen: wann war Roßdorff das
Uetzte Mal bei Dirs
Aus mer mie Wohng einrchnen.
Das iſt ganze vier Wochen her. — Haſt Du ihn ſonſt
einmal zufällig geſprochen?
Ja, bei Ihrer Exzellenz, wie ich Dir erzählte, Er
ver=
ließ die Botſchaft aber vor mir. — Im übrigen kränkt
mich dieſes Ausfragen.
Aber Wullnow ließ nicht locker. Es muß doch ſeine
Gründe haben, daß er uns ſo auffallend ſchneidet.
Natürlich — er iſt Plattangens beſter Freund.
In ihrer Erregung hatte ſie mehr geſagt, als ſie
ge=
wollt.
Und über den habt ihr euch gewiß beim
Einrich=
ten ſehr ausführlich unterhalten?
Nicht mehr, als ich vor Dir und meinem Gewiſſen
verantworten kann.
Willſt Du dich nicht etwas deutlicher auslaſſen?
Nein!
Nicht? Er pfiff leiſe durch die Zähne.
Gilt Dir das Wort deiner Frau, Friedrich Karl, oder
nicht?
Frauen ſind unberechenbar!
Glaubſt Du, daß ich nicht wieder mit Roßdorff
zuſam=
mengetroffen bin, oder glaubſt Du es nicht?
Herrje, Du ſtellſt ja das reine Verhör mit mir an!
Nein, Du mit mir! Bitte, verwechſle die Begriffe
nicht!
Warum ſollte ich zweifeln?
Alſo beruhige Dich!
Es muß aber doch etwas vorgefallen ſein zwiſchen
ich, ſonſt würde er wieder kommer.
I0 md e dir Rbeiſen de wileten
Sahtſitle=
rungen ſelbſt zu ziehen.
Da wußte der kluge Wullnow nicht, was er
antwor=
ten ſollte. Er zuckte die Achſeln.
Zu dem Diner am Siebenundzwanzigſten, das wir
den Mitgliedern der Botſchaft geben, muß ich ihn
natür=
lich auch einladen. Ich werde aus feinem weiteren
Ver=
halten ja ſehen, was ich von ihm zu halten habe.
Roßdorff ſagte zu, aber in der letzten Minute wegen
hartnäckigen Schnupfens wieder ab.
Ich ſchloß das ſchon aus der ganzen Art, wie er ſich
für die Einladung bei mir bedankte, ſagte Wullnow.
Gunild, die alle Hände voll zu tun hatte, entfernte
ſich raſch, und als ſie ins Zimmer zurückkehrte, erſchrak
ſie. Bleich wie ein Kalkwand ſtand ihr Mann am Tiſch.
So kann es nicht weiter gehen! In der Botſchaft ſteckt
man ſchon die Köpfe über Roßdorffs und mein
Verhal=
ten zuſammen. Brüskieren laſſe ich mich von ihm nicht!
Sprich Dich doch mit ihm aus!
Natürlich — nachdem ich nach dem Diner zuerſt mit
Dir gründlich abgerechnet habe! — Und nun kleide Dich
an, es iſt die höchſte Zeit! —
Man ſchüttelte die Köpfe über die junge Frau v.
Wull=
now. Sie ſaß während des ganzen Abends ſtill auf ihrem
Platz, miſchte ſich nur ins Geſpräch, wenn ſie angeredet
wurde und gab auch dann nur einſilbige Antworten.
Da=
gegen war Wullnow der liebenswürdigſte Gaſtgeber, den
man ſich denken konnte.
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mögliche: Unbegreiflich! Der Wullnow iſt doch ein ſo
reizender Menſch — und trotzdem!
Nun, die Aufregungen um ihr erſtes Diner haben die
junge Frau eben etwas mitgenommen! Auch an die Ehe
muß ſich der Menſch erſt gewöhnen!
Und einer meinte: Na, na! Ich glaube eher,
Roß=
dorffs Fernbleiben iſt daran Schuld!
Man kombinierte, verzog die Mundwinkel, und
ſchließlich war man der Meinung: Es ſollte uns leid um
den guten Wullnow tun!
Wieder unglaublich taktlos haſt Du Dich benommen,
ſchrie Wullnow Gunild an, wie ein dummes Kind!
Auf mich ſtürmt zu viel ein, Friedrich Karl!
Sie wagte gar keine ſcharfe Oppoſition mehr.
Angſt haſt Du, weil ich mit Dir heute abend über
Roßdorff reden will!
Angſt? — Nein! — Aber gekränkt haſt Du mich bis
aufs Blut.
Rede Dir doch keine Albernheiten ein!
Du haſt kein Vertrauen zu mir!
Oder Du keines zu mir. — Alſo, was haſt Du mit
Roßdorff an jenem Tage geſprochen?
Ich ſagte Dir es ſchon. Nicht mehr habe ich mit ihm
über Plattangen geſprochen, als ich vor Dir und meinem
Gewiſſen verantworten kann.
Als Dein Mann fordere ich genauen Bericht!
Den ich Dir nicht geben kann, weil Roßdorff mir
ein Geheimnis anvertraut hat — und noch aus einem
anderen Grunde!
Aus welchem?
Weil Du mein Mann biſt! Ich habe Dir eine große
Unannehmlichkeit ferngehalten!
Wie tapfer! — Und dennoch weigerſt Du mir weitere
Auskunft?
Leider muß ich das zu Deinem eigenen Beſten!
Das iſt ja ſehr intereſſant! Da werde ich mich wohl
zu Herrn von Roßdorff ſelbſt bemühen müſſen. Schlaf
wohl, Gunild, ich möchte noch eine Stunde für mich allein
haben!
Er küßte Gunild leicht auf die Stirn und ſchob ſie zur
Tür hinaus.
Roßdorf war erkältet, aber nicht mehr wie jeder
an=
dere, der zum erſten Male den Uebergang vom Winter
zum Frühling in Petersburg durchmachte. Er hatte
ledig=
lich abgeſagt, weil er nicht wünſchte, im Hauſe Wullnows
als Gaſt aus= und einzugehen.
Plattangen und Sollenſtern hatten ihm geſchrieben.
Es war tatſächlich etwas Wahres an dem Gerede.
Wull=
now hatte ja mit einem gewiſſen Recht ſeiner Braut von
den Tatſachen Mitteilung gemacht, hatte ſie aber auch
ſtark übertrieben — dafür ſorgen die Schwätzer ja immer.
Zu faſſen war er nicht. Aber fühlen laſſen wollte ihn
Roßdorff doch, wie er über ſolche Taktloſigkeit dachte.
Ihm kams ſchwer genug an, Frau von Wullnow, für die
er als Freund Plattangens Intereſſe gehabt, ſo ganz ſich
allein überlaſſen zu müſſen in der fremden Stadt. Aber
er durfte keine Konzeſſionen machen, auch nicht Agathe
Dittmarks wegen — das verbot ihm ſein Ehrgefühl.
Als ihm am Tage nach der abgeſagten Einladung der
Diener Wullnows Karte brachte, zog er einen Augenblick
die Stirn in Falten, dann aber ſagte er ruhig: Ich laſſe
bitten!
Daß der Legationsſekretär nicht nur kam, um ſich
nach ſeinem Befinden zu erkundigen, darüber war ſich
Roßdorff ſofort klar. Da trat Wullnow auch ſchon über
die Schwelle.
Roßdorff ging ihm ein paar Schritte entgegen,
ver=
beugte ſich und ſprach ſein Bedauern aus, daß er der
lie=
benswürdigen Einladung nicht habe folgen können. Die
Hand reichte er dem Beſucher nicht, er wollte eine
gründ=
liche Auseinanderſetzung herausfordern. (Fortſetzung folgt.)
Zahn-Crème
Mundwasser
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
gehenden Erwähnung geſchieht, behälr ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
Zum Vortragsabend Roda Roda.
Mitarbeiter der „Jugend” der „Luſtigen Blätter” und
aller übrigen humoriſtiſchen Zeitſchriften und aller
Tages=
zeitungen, Satiriker, Dramatiker, Aphoriſtiker,
Kriegsbe=
richterſtatter, Humoriſt und Vorleſer, in allen Sätteln
ge=
recht, von aller Welt gekannt, zieht heute Roda Roda durch
die deutſchen Lande, den Mann zu ſuchen, der noch nicht
ſeinen Namen gehört hat. Es iſt immer von Reiz,
Autoren in menſchliche Diſtanz gerückt zu ſehen. Roda
Roda ſteigert dieſen Reiz durch ſeine originelle
Vortrags=
kunſt zu einem ganz aparten Genuß. Bei ihm gibt es
kein am Buch kleben, kein unverſtändliches Abhaſpeln des
Textes und kein dilettantiſch=hohles Pathos. Er hat
ſich aus eigenen Mitteln eine unmittelbare Erzählerkunſt
entwickelt, die frei vom Buch oder Manuſkript, Aug’ in
Aug’ mit dem Zuhörer, in direkter Apoſtrophierung des
Publikums, in launigem Behagen den Faden ſpinnt, die
Pointe vorbereitet und dieſe plötzlich zu exploſiver
Wir=
kung bringt. Dabei rührt Roda Roda nie an die Grenzen
des Komödiantiſchen, ſondern bleibt immer auf ſeinem
literariſchen, ſtets vornehmen Niveau. Er hat ſich als
Erzähler ſeiner eigenen Werke ſo große Beliebtheit in
Deutſchland, Oeſterreich und in der Schweiz erworben,
daß er heute der meiſtbegehrte Vorleſer unter den
deut=
ſchen Autoren iſt. Um einen Begriff ſeiner Popularität
zu bilden, ſeien ſeine Vorträge in einer Saiſon
ziffern=
mäßia aufgezählt. Der Autor des vielgenannten „
Feld=
herrnhügels” las in der Zeit vom 20. Oktober bis 3.
No=
vember 1910 elfmal. vom 25. Januar bis 8. März 1911
vierunddreißigmal (ſechs Vorträge mußten wegen
Stimm=
übermüdung ausfallen), vom 1. April bis 15. Mai
zwei=
undfünfzigmal und ſchließlich vom 1. bis 23. Juni
täg=
lich. Seine hieſige Vorleſung findet am 6. Dezember
ſtatt.
Luftfahrt.
* 50 neue Flugmaſchinen für die Armee.
Das Kriegsminiſterium hat bei den deutſchen
Flug=
maſchinen=Fabriken 50 neue Ein= und Doppeldecker in
Auf=
trag gegeben. Die Maſchinen ſind dazu beſtimmt, auf den
einzelnen Stationen in Metz, Straßbura, Köln, Jüterbog
und Döberitz die im Laufe des verfloſſenen Jahres
un=
brauchbar gewordenen Apparate zu ergänzen. Alle Typen
ſind vorher in Döberitz genau ausprobiert und zum Teil
mit Neuerungen, die ſich im letzten Kaiſer=Manöver
be=
währt haben, verſehen worden. Bemerkenswert iſt, daß
die Heeresverwaltung vor allem Maſchinen mit
tauben=
ähnlichen Tragflächen zu erwerben ſucht. So werden eine
Reihe Original=Tauben und Albatros=Doppeltauben
be=
ſtellt. Daneben hat Euler die Ausführung einer Anzahl
von Eindeckern mit Taubenflügeln in Auftrag erhalten.
An der Lieferung ſind ferner die Luftverkehrsgeſellſchaft,
die Aviatik=Geſellſchaft, ſowie die Fokker=Werke beteiligt.
Alle Ein= und Doppeldecker werden mit Motoren von 80
bis 100 Pferdeſtärken ausgerüſtet, da ſich die ſchwächeren
Motoren als wenig kriegsbrauchbar erwieſen haben.
Sr. Der Peugeot=Preis für „fliegende
Fahrräder” verſammelte auf der Pariſer
Prinzen=
parkbahn von 200 Gemeldeten nur 17 Erfinder. Alle
hoff=
ten mit ihren Apparaten und mit Flügeln verſehenen
Fahrrädern durch einen kühnen „Luftſprung” von
10 Meter den für dieſe Leiſtung ausgeſetzten Preis von
10000 Francs zu gewinnen. Die Verſuche bewieſen aber
von neuem, daß das „Fliegende Fahrrad” oder wie der
Franzoſe ſagt, die „Aviette” vorerſt nur in der Theprie
beſteht, denn keiner der Konkurrenten konnte einen wenn
auch noch ſo kleinen Flug ausführen, ſo daß ein weiterer
2000 Francs=Preis für einen „Sprung” von 5 Metern noch
nicht zur Verteilung gelangte. Das einzige Ergebnis des
Tages erzielte der bekannte franzöſiſche Rennfahrer
Jacquelin. Er erreichte, nachdem ee nach nutzloſen
Ver=
ſuchen die Flügel abmontiert hatte, einen Sprung von
1½ Metern, eine Leiſtung, die nur durch die bekannten
akrobatiſchen Künſte des Franzoſen ermöglicht wurde.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktien
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwartlich.)
Die Lichtenbergſtraße.
Mit dankenswerter Energie und Wärme hat in der
letzten Stadtverordnetenſitzung Herr Stadtverordneter
Dr. Noellner ſich der Lichtenbergſtraße angenommen,
leider bis jetzt noch ohne Erfolg. Der Zuſtand des ſehr
ſtark frequentierten Teiles zwiſchen Gutenberg= und
Die=
burger Straße iſt bei dem anhaltend naſſen Wetter
tat=
ſächlich ſchauderhaft und unter Umſtänden gefährlich.
Wenn man dieſe Strecke pflaſtern oder wenigſtens den
Fußſteig anſtändig herſtellen ließe durch
Notſtands=
arbeiter, könnte das Angenehme mit dem Nützlichen
verbunden werden.
Gleichzeitig ſei an die Adreſſe der H. E. A G, die
ergebene und dringende Bitte gerichtet, nun, da die
Lich=
tenbergſtraße ganz durchgebrochen iſt, und ſehr ſtark
be=
gangen wird, auch eine Halteſtelle wenigſtens eine
ſolche nach Bedarf, zu errichten. Sowohl von der
Stift=
ſtraße wie von der Taunusſtraße haben die Bewohner
der Lichtenbergſtraße noch eine ganze Strecke zu laufen,
während die Wagen doch ſtets an der Taunusſtraße
län=
gere Zeit halten.
— Wie haben ſich unſere Hoffnungen, die wir auf die
neue Elektr. Eiſenbahngemeinſchaft geſetzt haben, erfüllt?
Dieſe Frage wird ſich ſchon gar mancher vorgelegt
haben, und leider müſſen wir geſtehen, daß ſich viel
weni=
ger Hoffnungen als Befürchtungen erfüllt haben. Unſere
Verkehrsverhältniſſe ſind nicht um das geringſte beſſer,
ſondern nur weſentlich teurer geworden. Die
Linien=
führung nach dem neuen Bahnhof mußte ja
ſelbſtverſtänd=
lich eine Aenderung mancher Linie herbeiführen, und daß
da nicht alle Linien gleich gut dabei wegkommen können,
iſt ebenfalls klar. So ſchlecht jedoch, wie die
Johannes=
viertel=Linie iſt keine weggekommen. Erſtens iſt der
Benutzer dieſer kurzen Linie faſt ſtets genötigt,
umzu=
ſteigen; zweitens läßt der Anſchluß dieſer Linie, wie
ſchon mehrfach erwähnt, doch immer als irrtümlich
bezeich=
net, beſonders, wenn man von der Bahn kommt, ſehr
viel zu wünſchen übrig; und drittens iſt die Johannes=
viertel=Linie für diejenigen, welche nach der Stadt fahren
wollen, die teuerſte, da ſie die mehr als zwei Kilometer
Umweg, gm alten Bahnhof vorbei, jetzt bezahlen müſſen.
Etwas billiger ſind bei dem neuen Tarif nur die
An=
wohner des Stadtzentrums gefahren.
Wäre es denn gar nicht möglich geweſen, für das
Johannesviertel vor allen Dingen eine Verbindung nach
dem Stadtmittelpunkte herzuſtellen? Sei es nun von der
Wendelſtadtſtraße durch die obere Bismarckſtraße nach
dem Ernſt=Ludwigsplatz, oder ſei es von der
Pallas=
wieſenſtraße durch die Frankfurter Straße. Der
Koſten=
aufwand wäre gewiß nicht groß geweſen, und rentieren
würde dieſe Anlage ſofort. Man vergleiche doch einmal
die Fahrgeldeinnahme der Schloßgartenlinie jetzt gegen
früher! Zahlen beweiſen doch wohl! Der Hauptgrund
für dieſen ſtarken Rückgang iſt doch wohl der, daß die
Fahrt nach dem neuen Tarif auf dieſer Strecke 5 bis 10
Pfennig mehr koſtet, abgeſehen davon, daß man zu Fuß
eher nach dem Schloß kommt, als mit der Elektriſchen. Die
Johannesviertelſtrecke iſt jetzt ſo ſchlecht wie die
Saalbau=
ſtrecke, denn, was beiden jetzt gemeinſam fehlt, iſt die
rich=
tige Fortſetzung.
Und welche Hoffnungen und Erwartungen ſind auf
die neue Oſtbahnhoflinie geſetzt? Wenn dieſe Linie ſo
bleibt, wie ſie eben gelegt wird — und nicht als kleine
Ringlinie weitergeführt wird —, ſo gibt dies die
ſchlech=
eſte von allen Strecken. Aus der Altſtadt ſelbſt wären
wenig Leute mit dieſer Linie gefahren, zudem ſind die
Altſtadthäuſer abgeriſſen; die ganze Fahrſtrecke führt faſt
durchweg durch unbebautes Terrain, und die Halteſtellen,
die allenfalls in Betracht kommen könnten, ſind viel zu
weit von den nächſten ſtärker bewohnten Straßen entfernt,
als daß ſie benützt werden könnten. Dieſe Linie hat alſo
nur Ausſicht auf Frequenz, wenn ein Zug nach dem
Odenwald geht oder von dort kommt und auch dies
wahr=
ſcheinlich nur zu beſchränkten Zeiten. Für Bewohner des
ſüdlichen Stadtteiles hat die Linie wieder gar keinen
Wert, da ſie erſt bis auf den Ernſt=Ludwigsplatz fahren
oder gehen müſſen. Alſo werden die Wagen dieſer Linie
meiſt in gähnender Leere dahingleiten. Daß wegen des
Schwimmbades täglich nur zehn Perſonen mehr die Bahn
benützen, iſt kaum anzunehmen, und die Beſucher des
Steueramtes? Würde dieſe Linie dagegen von dem
Oſt=
bahnhof weitergeführt, etwa nach der Roßdörfer Straße,
durch die Roßdörfer Straße bis in die Nieder=Ramſtädter
Straße (Heerdweglinie), ſo hätte dieſe
Oſtbahn=
linie einen ganz bedeutenden Zuſpruch. Erſtens
wird der Roßdörfer Wald im Sommer wie im
Winter ſtark beſucht, dann würden ſowohl die
An=
wohner der Soder=, Roßdörfer=, Heinrich=, Kies=,
Heiden=
reich=, Inſel=, Beck=, Gervinus= und Stiftſtraße dieſe Linie
ausgiebig benützen, und wäre ein Leerfahren der Wagen
ſicher ausgeſchloſſen. Und eben die genannten Straßen
ſind von meiſt gut und ſehr gut ſituierten Familien
be=
wohnt: Beamten, Lehrern, Profeſſoren, Militärpenſionären
uſw. Wenn die Linienführung nach dem Oſtbahnhof in
der jetzt vorgeſehenen Weiſe ausgeführt wird, iſt in vielen
Jahren nicht einigermaßen an Rentabilität zu denken;
nicht eher, bis dieſe Gegend vollſtändig ausgebaut ſein
wird, und dies wird mancher wohl inicht mehr erleben. Es
ſei ſomit dieſer Vorſchlag bezüglich Weiterführung dieſer
Bahnlinie dringend empfohlen: erſtens aus
Rentabilitäts=
gründen für die Eiſenbahngeſellſchaft und zweitens und
vor allen Dingen im Intereſſe der Anwohner des
Oſt=
viertels und der vorhin genannten Straßen.
In allen Städten hat man die Erfahrung gemacht, daß
Ringlinien beſſer rentieren als einfache Pendelſtrecken;
mache man hier doch einmal den Verſuch, und dieſer
neuen Linie wird es am nötigſten ſein.
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jenigen, die ihre überraſchende Wirkung kennen, ſie im Hauſe nie
aus=
gehenlaſſen. Die Schachkel koſtet in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark.
Das Beitrags=Entrichtungs=Verfahren
bei der Angeſtelltenverſicherung.
In den §§ 176ff. des Geſetzes war die Entrichtung
der Beiträge durch die Arbeitgeber für alle
Verſicherungs=
pflichtigen durch die Verwendung von Marken
verſchiede=
ner Art und Abſtufung nach Klaſſen vorgeſehen. Der
§ 184 des Geſetzes ſagt, daß die
Reichsverſicherungs=
anſtalt ein anderes Zahlungsverfahren und andere
Quit=
tungsleiſtung zulaſſen könne und § 187 Abſ. 3 des
Ge=
ſetzes ſagt bezüglich der nach § 177 Verſicherten (alſo
der=
jenigen, welche von mehreren Arbeitgebern beſchäftigt
werden oder nicht den ganzen Monat hindurch in
dem=
ſelben Beſchäftigungsverhältnis ſtehen), daß die
Reichs=
verſicherungsanſtalt für die Erhebung von deren Beiträge
ande re Beſtimmungen erlaſſen könne.
Nun hat die Reichsverſicherungsanſtalt von der ihr
ge=
währten Befugnis den allerausgedehnteſten Gebrauch
ge=
macht und es dürfte zweifelhaft ſein, ob der Geſetzgeber
die Abſicht hatte, ſoweit zu gehen, wie es wirklich geſchehen
iſt durch die Bekanntmachung der
Reichsverſicherungs=
anſtalt vom 24. Mai 1912. Durch dieſe Bekanntmachung
wird nämlich angeordnet, daß allgemein keine
Marken=
verwendung ſtattfindet und nur Arbeitgebern der nach
§ 176 Verſicherten (alſo der ſtändig Beſchäftigten) werden
auf Verlangen Marken zur Quittungsleiſtung überſandt.
Wenn die Reichsverſicherungsanſtalt hier ein ganz
neues Verfahren einſchlägt und wenn ein Referent
der=
ſelben in den Verſammlungen erklärte, die
Reichsverſicher=
ungsanſtalt ſei kaufmänniſch geweſen, indem ſie die
Zahl=
weiſe durch Poſtſcheck geregelt habe und der Poſtſcheck
wirke eminent erzieheriſch, ſo wäre das ganz hübſch, wenn
nicht die doch in erſter Linie in Betracht kommenden
In=
tereſſen der Angeſtellten und ihrer Arbeitgeber Not leiden
würden und dies feſtzuſtellen, ſoll Aufgabe dieſes Artikels
ſein.
Um ein Geſetz beliebt zu machen, muß deſſen
Aus=
führung bekanntlich:
1. mit möglichſt wenig Umſtändlichkeiten verbunden ſein,
2. den Beteiligten jederzeit die Möglichkeit einer
Kon=
trolle gewähren und
3. denſelben die weitgehendſte Sicherheit hinſichtlich
ihrer Anſprüche bieten.
Von dieſem Standpunkt aus betrachtet, waren die im
Geſetz ſelbſt feſtgelegten Grundſätze völlig ausreichend
wie ſich aus Folgendem ergibt:
Der Arbeitgeber hätte je nach Schluß des Monats
den von ihm feſtgeſtellten Betrag der von ihm insgeſamt
zu bezahlenden Beiträge an die in Betracht kommende,
meiſt am gleichen Platz befindliche Beitragseinzugsſtelle
geſandt; evtl. durch einen ſeiner Angeſtellten (wobei
gleich=
zeitig auch etwaige Unſtimmigkeiten Erledigung finden
konnten); wogegen ihm — alſo Zug um Zug — die
ent=
ſprechenden Marken eingehändigt wurden, welche er
da=
raufhin ſofort in die Verſicherungskarte der Angeſtellten
eingeklebt und entwertet hätte.
Das war die ganze Tätigkeit und da die Verſicherten
die Karten ſelbſt im Beſitz behalten, ſo war es denſelben
ſehr leicht gemacht, ſich nicht nur davon zu überzeugen,
daß der Arbeitgeber rechtzeitig und in richtiger Weiſe
Marken verwendet, alſo die Beiträge dafür gezahlt hatte,
ſondern auch verſichert zu ſein, daß ihre ſeinerzeitigen
Anſprüche feſtgelegt waren.
Was iſt nun ſtatt deſſen erfolgt. bezw. welcher Zuſtand
iſt durch die angeordnete anderweitige
Beitragsentricht=
ung entſtanden?
A. Der Arbeitgeber muß alle Aufſtellungen (
Ueber=
ſichten und Veränderungsanzeigen) an die
Reichsverſicher=
ungsanſtalt in Berlin einſenden, wodurch nicht nur unans
genehme Korreſpondenzen und Scherereien, beſonders bei
den nicht zu vermeidenden Unſtimmigkeiten, ſondern auch
Portoausgaben entſtehen, letzteres umſomehr, als keine
Portofreiheit beſteht und die R. V. A, wohl nie das Porto
ſelbſt übernehmen wird;
B. er muß das Geld auf Poſtſcheck in
vorſchrifts=
mäßiger Weiſe einzahlen, was denſelben Zeitaufwand
oder noch mehr erfordert, wie wenn das Geld bei einer
Einzugsſtelle eingezahlt würde;
C er muß die ihm als Quittung geltenden Abſchnitte
des Poſtſchecks oder die ihm über die Belaſtung ſeines
Kontos erteilte Nachricht jahrelang aufbewahren, da er
ſonſt keinen Ausweis über ſeine Zahlungen hat, was
be=
ſonders bei der 5jährigen Kartenkontrolle in Betracht
kommt, wo die Anſtände erſt hauptſächlich zu Tage treten:
D. er muß den Angeſtellten an Stelle der Marken in
die Verſicherungskarte eine Beſcheinigung eintragen,
welche handſchriftlich oder durch Stempel zu geſchehen hat
und den jeweiligen Beitragsmonat, den fälligen Beitrag
und bei jedem Beitrag den Namen des Arbeitgebers
ent=
halten muß und ſofort nach der Einzahlung des
Bei=
trages erfolgen muß.
Daß dies alles eine gewaltige Mehrarbeit bedeutet
als die einfache Markenverwendung, iſt wohl für
jeder=
mann erſichtlich und bedarf keiner weiteren Ausführung,
obwohl der Referent der R.V.A. in der Verſammlung
äußerte, die Sache ſei ſo ſehr einfach und man habe den
Arbeitgebern das läſtige Markenkleben erſparen wollen.
Es iſt nur noch anzufügen, daß die Markenverwendung
ſich durch die Invalidenverſicherung derart gut eingeführt
und bewährt hat, daß den Arbeitgebern auch bei dieſem
Geſetze damit am Beſten gedient geweſen wäre.
Aber abgeſehen von allen entſtehenden Mehrarbeiten,
korreſpondenzen und Portoausgaben kommt für die
Ange=
ſtellten und ihre Arbeitgeber die oben unter 2 und 3
er=
wähnte und beim Markenverwendungsverfahren
vor=
handene Kontrolle über die gezahlten Beiträge und die
Gewißheit über die erworbenen Anſprüche gänzlich in
Wegfall, wie folgende Beiſpiele ergeben:
1. Ein Arbeitgeber meldet einen Angeſtellten nach dem
erſten oder zweiten Beſchäftigungsmonat bei der R. V. A.
ab, trotzdem er weiter beſchäftigt iſt, zahlt nichts für ihn,
ſtellt ihm aber regelmäßig die Beſcheinigung über die
be=
zahlten Beiträge in ſeiner Verſicherungskarte
ordnungs=
mäßig aus. Dies kann er dann Jahre hindurch ſo halten,
da bekanntlich der Verſicherte erſt nach 5 Jahren ſeine
Karte zur Kontrolle einſenden ſoll. In dieſer Zeit kann
der Arbeitgeber geſtorben oder verdorben, bankrott oder
ins Ausland geflüchtet ſein, ſodaß Beiträge von ihm nicht
mehr zu erhalten ſind. Der R. V. A. gehen alſo die Beiträge
verloren und wie verhält es ſich mit der Anerkennung der
Anſprüche des Verſicherten?
2. Ein Arbeitgeber ſteht mit ſeinem Angeſtellten
was auch vorkommt — auf einem ſo intimen Fuß, daß
beide miteinander ausmachen, die Beiträge zur
Verſicher=
ung zu ſchinden, d. h. nicht zu zahlen. Der Arbeitgeber
meldet alſo den Verſicherten ab und erſt kurz vor Ablauf
der 5 Jahre meldet er ihn der Kontrolle wegen an und
dann alsbald wieder ab? Auf dieſe Weiſe könnten der
R.V. A, die Beiträge für lange Jahre widerrechtlich
ent=
zogen werden, wodurch die übrigen Beteiligten geſchädigt
werden.
Nun könnte man ſagen, die Verſicherten hätten ja das
Recht, ſich über den Stand ihres Kontos zu vergewiſſern.
Wollte aber ein jeder Verſicherter jeden Monat bei der
Reichsverſicherungsanſtalt anfragen, wie ſein Konto ſtehe,
ſo wäre das für den Verſicherten mit Arbeit und Koſten
verbunden und in gleich unerträglichem Maße für die
Ver=
ſicherungsanſtalt, die dann anſtelle der bereits
vorge=
ſehenen 1500 Beamten gleich ein weiteres Heer ſolcher
ein=
ſtellen müßte. Auch die evtl. Einſtellung eines Heers von
Kontrollbeamten — die ja ſo wie ſo nötig werden wird
iſt nicht in der Lage, dem Mißſtand zu ſteuern, denn dieſe
Leute können eben bei ihren Reiſen auch nicht die Regiſter
der R. V.A mitnehmen und da ja keine
Markenverwend=
ung ſtattfindet, ſo fehlt denſelben jede Grundlage zur
Kontrolle hinſichtlich der Entrichtung der Beiträge.
Nun hat der Herr Referent der R. V. A. in der von
ihm abgehaltenen Verſammlung (des öfteren ſogar)
aus=
drücklich erklärt, daß für die R.V. A. einzig und allein das
Konto der R. V. A. maßgebend wäre bezw. die
Rechts=
grundlage biete und es ganz bedeutungslos ſei, welche
Marken und bezw. Beſcheinigungen die
Verſicherungs=
karten enthalten. Dieſe Aeußerung muß Befremden
er=
regen und es wirft ſich hier doch die Frage auf, warum
man denn eine Verſicherungskarte vorſchreibt und auch
die Markenverwendung als Quittungserteilung des
Arbeitgebers zuläßt.
Abgeſehen davon, daß bei Zahlungen nicht nur ein,
ſondern zwei und, vorliegendenfalls, ſogar drei
Inter=
eſſenten in Betracht kommen, möchte man doch annehmen,
daß die bei der R. V. A. Verwendung findenden
Angeſtell=
ten auch Menſchen ſind, denen eine Unfehlbarkeit
wahr=
ſcheinlich nicht innewohnen wird!
Sollte dieſe in der Verſammlung getane
unverbind=
liche Aeußerung des Herrn Referenten auch die Anſicht
der R. V. A. ſein, ſo müßte dies zu großen Bedenken
Ver=
anlaſſung geben, denn es wäre ſchon mehr Willkür, wenn
das Konto der Anſtalt maßgebend wäre, auch wo es
nach=
weisbar falſch iſt. Aber gerade deshalb bedarf es auch der
von Unſtimmigkeiten nicht frei bleibenden —
Konto=
führung der Reichsverſicherungsanſtalt gegenüber einer
Kontrolle.
Nun iſt in Ziffer 4 der Bekanntmachung geſagt:
„Dem Angeſtellten dient als Quittung über die Zahlung
ſeines Beitragsteiles an den Arbeitgeber anſtelle der
Marken eine in die Verſicherungskarte einzutragende
Be=
ſcheinigung des Arbeitgebers. Dieſe hat handſchriftlich
oder durch Stempel den jeweiligen Beitragsmonat, den
fälligen Beitrag und bei jedem Beitrag den Namen des
Arbeitgebers zu enthalten; ſie iſt vom Arbeitgeber ſofort
nach der Einzahlung des Betrages auszuſtellen.” — Es
iſt aber nicht geſagt, wem gegenüber dieſe Beſcheinigung
als Quittung gelten ſoll, ob nur dem Arbeitgeber
gegen=
über oder auch der R. V. A. gegenüber.
Auch der Herr Referent hat in der Verſammlung
wohl vermieden, das letztere klipp und klar auszuſprechen,
als er davon ſprach, ängſtliche Gemüter könnten ſich
be=
ruhigen, und auch der Preſſebericht — der der Preſſe ja
vorher abgegeben worden war — ſagt dies nicht.
Stellt ſich nun die R.V. A., wie es nach dem reinen
Wortlaut des erſten Teiles, des erſten Abſatzes der Ziffer 4
eigentlich erwartet werden muß, auf den Standpunkt, daß
die vom Arbeitgeber in die Verſicherungskarte
einzutra=
gende Beſcheinigung als Quittung der R. V. A. gegenüber
gelte, ſo könnten ſich die Angeſtellten hinſichtlich ihrer
An=
ſprüche damit zufrieden geben, doch müſſen ſie und ihre
Arbeitgeber gegen eine derartige Kaſſenverwaltung wohl
Stellung nehmen, da dieſes Gebaren abſolut nicht einer
richtigen Kaſſenführung entſpricht, vielmehr dem Betrug
Tür und Tor öffnet, denn der ordentliche Arbeitgeber und
ſeine Angeſtellten würden zahlen und damit gleichzeitig
die Mittel aufbringen müſſen für Arbeitgeber, welche
jahrelang dieſe Zahlungspflicht nicht erfüllen.
Erkennt aber die R. V. A. die in der Verſicherungskarte
enthaltende Beſcheinigung des Arbeitgebers dem Ver=
ſicherten gegenüber überhaupt als Quittung — und zwar
ohne jede Einſchränkung — nicht an, dann müſſen alle
Angeſtellten, einſchließlich der ordnungliebenden
Arbeit=
geber, Stellung nehmen gegen eine
Beitragsentrichtungs=
weiſe, die in keiner Weiſe ihre Intereſſen wahrt, ihre
Anſprüche vielmehr ganz oder teilweiſe illuſoriſch macht,
und es muß der R. V. A. geſagt werden, daß entſprechende
Aenderung eintreten muß. Um dies eventuell gegen den
Willen der R. V.A. zu erreichen, müſſen vor allem alle
Arbeitgeber darauf beſtehen, daß ihnen die R. V. A. für
ie eingeſandten Beiträge die entſprechenden Marken
überſendet. Dieſe Ueberſendung muß, da ſie eine
Quit=
tung darſtellt, ſeitens der R. V. A. wohl portofrei erfolgen.
Wenn dann die R.V.A. noch nicht einſehen und ſich durch
die Arbeitsleiſtung bewußt werden ſollte, daß es ſo nicht
gehen könne, dann müſſen alle Organe der Verſicherungs=
Anſtalt dahin bearbeitet werden, für die Abänderung
Sorge zu tragen.
Da es alſo, wie oben erſichtlich, dem Arbeitgeber
nur möglich iſt, den genauen Nachweis darüber zu führen,
für wen und wieviel Beiträge er für ſeine einzelnen
Angeſtellten zur R.V. A. abgeführt hat, wenn er für
jeden Monat eine vollſtändige Aufſtellung der von
ihm zu bezahlenden Beiträge anfertigt und genaue
Abſchrift davon zurückbehält, ſo kann den Arbeitgebern
nur empfohlen werden, hiernach zu verfahren.
Gewinnauszng
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gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 197264
2 Gewinne zu 5000 Mk. 127722
92 Gewinne zu 3000 Mk. 238 374 2410 5020
20569 23587 36254 36395 38610 47543 49081 50878
3071 65958 56548 58971 65576 67377 69613 75046
75167 76683 79034 84673 91077 99552 102708 108619
115160 116744 116819 127591 130100 132464 152649
153451 166788 173592 177351 179342 182097 163837
168657 189702 196065 201737.
150 Gewinne zu 1000 Mk. 4413 9633 15981. 17546
25253 28410 29011 29243 33536 37622 37623 39148
11983 48049 48812 50433 53399 53521 56037 56677
60596 67885 71428 74042 74268 77409 85362 87566
4983 96823 100502 107654 114243 114942 115148
116655 117164 117860 121639 127605 131759 132982
136797 138629 140597 148162 143228 143671 144229
145093 150346 150898 152383 154676 157882 159549
161611. 167733 171964 173046 175088 175998 177769
185874 186439 186790 191022 192355 192696 196985
197397 197429 200337: 204570 206637
240 Gewinne zu 600 Mk. 3340 4270 4987 5277
6618 7230 9352 9402 9531 14114 14124 14871
16848 16534 18359 19328 20518 28640 24594 26396
27298 26411 34070 37676 38284 38597 38797 39713
44029 47671. 50831 54351. 57099 58661. 67228 68953
71113 73598 73725 74747 77059 77105 77692 79928
81967 82833 84937 85246 65657 85992 86528 87142
87999 89589 93556 94481 96048 96609 96972 97535
97623 99764 105290 105486 106356 109272 110480
110677 111713 113290 113359 115069 116423 118959
122629 125056 128119 133016 133168 134859 138366
138833 139958 142963 143569 144180 146722 146863
148045 149095 150403 150814 152871 157374 167842.
159872 162164 163678 166095 170288 172138 176889
177897 178077 179128 162203 182718 189614 189822
190419 191111 193503 196907 197659 198357 198826
204713 205050 206633 207829
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 23634
2 Gewinne zu 15000 Mk. 131947
4 Gewinne zu 5000 Mk. 75801 151269
66 Gewinne zu 3000 Mk. 2309 2890 4415 15564
15701 25992 38512 44582 44876 60488 72015 86668
90402 91222 108338 111799 118665 124279 126477
130810 131515 132111. 140781 141048 150282 157130
170024 177003 177636 182958 201696 204126 206695
120 Gewinne zu 1000 Mk. 3804 5166 13641
14561 21782 21912 23562 26212 30081 35699 38002
38294 52342 54788 54816 60272 68175 70430 74407
79787 85832 86091 86693 86750 93574 95079 100820
105178 110523 111066 111251 115735 122254 128392
180697 132067 143015 143588 154628 160554 160590
163229 165334 169414 170949 171855 172472 182049
182462 183302 186678 189067 197900 199621 200789
202151 203396 203523 203855 206048
216 Gewinne zu 500 Mk. 237 1770 5064 6402
7198 7494 7909 11101 11508 12909 17556 17947
20964 24094 24997 28393 33334 34148 34476 35438
36173 37387 39871. 40668 40788 44923 47966 48609
49304 49845 51521 54281 54863 59318 60433 60734
64787 65426 66881 68662 69088 73351. 74492 80349.
82689 87194 89032 89548 90439 93797 97002 104412i
108758 110082 110928 113081 113954 114230 114819
117262 118675 120584 123659 126254 135087 136170
138835 140948 141340 142557 142624 142679 143769
144495 145352 145921 150090 151142 151714 156752.
159823 160002 166768 167092 168121 169658 170409
170943 173374 175273 177294 177871 178574 184833
190956 192776 193664 196124 198395 200107 202119
202542 204130 204811 206185 206376 206636 207120
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