Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
inren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh=Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Am Freitag abend iſt die Oberhofmeiſterin der
Groß=
herzogin Freiin von Senarclens=Grancy
im 76. Lebensjahre geſtorben.
Der Generalſtabschef der
öſterreichiſch=
ungariſchen Armee v. Schemua iſt am
Frei=
tag zu einer Unterredung in Berlin
einge=
troffen.
In dem Eiſenwerk zu Menden und Schwerte
ereignete ſich heute eine ſchwere
Keſſelerplo=
ſion, wonach drei Arbeiter getötet und fünf ſchwer
verletzt wurden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Zur Wiedereröffnung des Reichstags.
*⁎* Am morgigen Dienstag tritt das
Reichsparla=
ment, welches Ende Mai dieſes Jahres vertagt worden
war, zur Fortſetzung der erſten Seſſion der laufenden
(XIII.) Legislaturperiode wieder zuſammen. Der
Be=
ginn der Sitzungen wird nicht ſehr aufregend werden,
aber ſchon die nächſten Tage werden um ſo intereſſanter
ſein, weil eine Präſidentenwahl vorzunehmen iſt. Herr
Kaempf hatte bekanntlich ſein Mandat niedergelegt und
ſich einer Neuwahl unterzogen, die ihm zwar die Würde
eines Reichstags=Mitglieds, aber nicht gleichzeitig
diejenige eines Reichstags=Präſidenten
wieder=
gebracht hat. Am einfachſten wäre es nun, Herrn Kaempf
neuerdings durch Akklamation mit der oberſten Leitung
der Geſchäfte des Hauſes zu betrauen und ihm damit auch
den Dank abzuſtatten für die Bereitwilligkeit, mit welcher
er eine ſchwere Bürde auf ſich nahm und den Reichstag
aus einer Kriſis rettete, die deſſen Anſehen nicht zu heben
geeignet geweſen war. Aber der ſchwarz=blaue Block,
dieſe für unſere innerpolitiſche Entwickelung
verhängnis=
voll gewordene Gemeinſchaft, hat es anders beſchloſſen:
ſie will die Präſidentenfrage wieder aufrollen und eine
Machtprobe anſtellen, ob nicht an die Spitze des
Reichs=
tages einer der ihrigen geſetzt werden kann. Angeſichts
der eigenartigen Parteiverhältniſſe wird bei der
Entſchei=
dung der Zufall eine große Rolle ſpielen.
Die dem Reichstage obliegenden Aufgaben ſind für
die kommende Tagungsperiode ſehr mannigfach. In den
Kommiſſionen befinden ſich u. a. das
Staatsangehörig=
keits= und das Schutztruppengeſetz. Ferner liegen bereits
vor die Entwürfe zum Petroleum=Monopol, zum
Kinder=
ſaugflaſchengeſetz, zum Poſtſcheckgeſetz; und es ſind
an=
gekündigt Vorlagen zur Regelung) des
Gerichtsverfah=
rens gegen Jugendliche, über die Konkurrenzklauſel, über
die Haftung der Eiſenbahnen für Sachſchäden, über die
Regelung des Luftſchifferrechts auf nationaler Grundlage,
ſowie über die Dienſt= und Arbeitsverhältniſſe der
Rechts=
anwaltsgehilfen. Damit dürfte die Zahl der dem
Reichs=
tage zugedachten Arbeiten aber noch nicht erſchöpft ſein.
Einen großen Teil ſeiner Tätigkeit nimmt der Etat in
Anſpruch, aber auch an Anträgen und Interpellationen
wird es nicht fehlen, von denen die nächſte diejenige über
die Fleiſchteuerung ſein dürfte. Allgemein ſieht man mit
beſonderem Intereſſe einer Ausſprache über die
inter=
nationale Politik entgegen; von verſchiedenen Seiten
werden diesbezügliche Anfragen an die Regierung
ge=
ſtellt werden.
Bei den ſchroffen parteipolitiſchen Gegenſätzen wird
es wohl häufig zu recht lebhaften und erregten Debatten
kommen; hoffentlich bleibt dabei die Würde des deutſchen
Reichstags ſtets gewahrt.
Krieg und Kriegsgefahr.
* Das Verhalten der deutſchen Sozialdemokratie
gegenüber Krieg und Kriegsgefahr geht auch
ihrem Gönner, dem ehemaligen Reichstagsabgeordneten
Naumann, über die Hutſchnur. Er ſchreibt in der
Hilfe u. a.:
„Noch ſchwieriger als der italieniſch=türkiſche Krieg
wurde für die Sozialdemokratie der Balkankrieg.
Hier verſagte die materialiſtiſche Erklärung faſt völlig.
Sicherlich iſt es kein kapitaliſtiſcher Krieg. Man wird
nicht in Abrede ſtellen, daß auch an dieſem Kriege wie an
jedem anderen eine Anzahl von Lieferanten reich werden,
aber dieſe Herrſchaften ſitzen meiſt außerhalb der
krieg=
führenden Staaten, in Wien, Berlin oder ſonſtwo. Daß
irgendwelche Geldmächte zum Krieg gedrängt haben, iſt
nach Lage der Dinge faſt ausgeſchloſſen, denn das
Wag=
nis war zu groß. Wer wußte denn noch vor drei Wochen,
auf welcher Seite der Sieg ſein würde? Auch ſteht feſt,
daß keine großſtaatliche Großbank an der Beſchaffung der
Kriegsmittel beteiligt war. Man wird zugeben müſſen,
daß dieſer Krieg nicht ein Profitfeldzug iſt, denn ſelbſt der
unerwartet große Sieg der Balkankönige führt ihnen
keine neuen Geldmittel zu, weil vom Türken in dieſer
Hin=
ſicht nichts zu holen iſt. Und die neuen Landesteile, auf
deren Angliederung die Balkanſtaaten hoffen, ſind
aus=
nahmslos keine Goldquellen.
Gelingt es alſo nicht die Kriegsvorgänge auf dem
Balkan nach dem ſozialdemokratiſchen Normalſchema zu
erklären, ſo wird deſto krampfhafter verſucht, die
Hal=
tung der Großmächte genau nach Kautsky zu
deu=
ten. Wir leſen von den „imperialiſtiſchen Raubgelüſten,
die Oeſterreich und Rußland nach Feſtſetzung auf dem
Balkan gieren laſſen”. Bei Oeſterreich iſt es doch jetzt
ganz klar, daß es ſich nicht um Eroberung, ſondern um
Verteidigung handelt. Früher gab es auch hier
Stimmungen, die etwas gewaltſam Politik machen
woll=
ten, aber heute iſt es Unſinn, von einer „machtvollen
Herr=
ſcherklaſſe” in Oeſterreich zu reden. Der Vorwärts
ver=
kangt von der deutſchen Regierung, daß ſie nder
öſter=
reichiſchen Regierung klar macht, daß das deutſche Volk
von einer Unterſtützung ihrer ehrgeizigen und
landhung=
rigen Wünſche auf Balkangebiet nichts wiſſen will”. So
wird den ſozialdemokratiſchen Arbeitern
die Weltlage dargeſtellt! Es wird direkt
ver=
ſchwiegen und verſchleiert, was für Oeſterreich auf dem
Spiele ſteht, wenn Bosnien, Dalmatien, Kroatien, Iſtrien
und Slawonien von der ſerbiſchen Bewegung ergriffen
werden Selbſt wenn, was denkbar iſt, die
Sozialdemo=
kratie ſich auf Seite dieſer Südflawen ſtellen wollte, ſo
dürfte ſie nicht ſagen, daß es ſich hier um kapitaliſtiſchen
Imperialismus handelt. Die Sache iſt einfach die, daß
dieſelbe Balkanerhebung, die jetzt die alte Türkei zu
Boden geworfen hat, ſich eines Tages bei geeigneter
welt=
politiſcher Lage gegen das alte Oeſterreich wenden kann,
falls Oeſtereich nicht lug und feſt ſeine Rechte wahrt.
Man vergeſſe doch nicht, daß der Balkanbund unter
ruſt=
ſchem Segen mit der Loſung begründet wurde, gegen
Oeſterreich vorzugehen! Oeſterreich muß ſich mit dem
Balkanbund vertragen oder gegen ihn rüſten. Das iſt kein
Kapitalismus, kein Imperialismus; das iſt einfache
ſtaat=
liche Selbſterhaltung. Und wenn Deutſchland dabei
ſich hinter ſeinen treuen Bundesgenoſſen ſtellt, ſo tut es
damit ſeine Pflicht, weil wir Oeſterreich brauchen,
wenn wir nicht flawiſch überflutet ſein wollen. Das iſt
keine Kriegstollheit! Im Gegenteil! Als Deutſchland
vor 3 Jahren ſich den Oeſterreichern zur Hilfe anbot,
war das gerade der Friede.”
De itſches Reich.
— Der Botſchafterwechſel in Berlin.
Aus Anlaß des Rücktritts des bisherigen italieniſchen
Botſchafters ſchreibt die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung:
Vor längerer Zeit bereits hatte Herr Panſa den
Wunſch zu erkennen gegeben, ſeine arbeitsreiche
diploma=
tiſche Laufbahn abzuſchließen. Nur die Rückſicht auf die
politiſchen Geſchehniſſe des letzten Jahres bewog ihn, auf
eine frühere Ausführung ſeiner Abſicht zu verzichten.
Obwohl deshalb die Mitteilung über den Rücktritt des
Botſchafters auch der weiteren Oeffentlichkeit nicht
über=
raſchend kommt, wird ſie doch aufrichtiges Bedauern
er=
regen. Der ſcheidende Staatsmann hat während ſeiner
fünfjährigen Wirkſamkeit beim Berliner Hofe ſich als
Freund Deutſchlands und als eifriger Förderer
unge=
trübter Beziehungen zwiſchen ſeinem Vaterlande und
dem Deutſchen Reiche bewährt. Her Panſa kann ſich
von der amtlichen Tätigkeit mit dem Bewußtſein
zurück=
ziehen, zur Erhaltung und Feſtigung des
Bundesverhält=
niſſes, das Deutſchland und Italien im Verein mit
Oeſter=
reich=Ungarn ſeit einem Menſchenalter umſchließt,
weſent=
lich beigetragen zu haben. Dank der gewinnenden
Per=
ſönlichkeit des Botſchafters und dank dem liebenswürdigen
Weſen ſeiner Gemahlin genießen Herr Panſa und ſein
Haus in weiteren Kreiſen der Reichshauptſtadt
Sym=
pathien. Dem ſcheidenden Votſchaſterpaar bleibt ein
ehrenvolles Andenken geſichert.
Der Reichshaushaltsvoranſchlag.
Die Nordd. Allg. Ztg. hat mit der Veröffentlichung aus
dem Entwurf des Reichshaushaltsvoranſchlages für 1913,
wie er vom Bundesrat angenommen worden iſt,
begon=
nen. Auf Grund des Etatsgeſetzes von 1912 werden aus
den Ueberſchüſſen des Rechnungsjahres 1911 249 131 174
Mark bewilligt. 106 186870 Mark zur Abbürdung der
Vorſchüſſe der Heeresverwaltung, ſowie zur
Bereitſtel=
lung von Betriebsmitteln für die Marine=
Bekleidungs=
ämter und 81096088 Mark zur Deckung der durch die
Ge=
ſetze vom 14. Juni 1912 (Heeresgeſetz) entſtehenden
ein=
maligen Ausgabe bereitgeſtellt. Der ordentliche Etat
ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit 3049702819 M.
ab. Das wäre gegen das Vorjahr ein Mehr von
298040832 Mark. Unter Berückſichtigung der ſoeben
er=
wähnten Abbürdung von 106 186870 Mark ergibt ſich je=
doch ein reines Mehr von 191853954 Mark. Die
Mehr=
erträge aus den beſtehenden Zöllen, Steuern und
Ge=
bühren, ſowie Ausgleichsbeträge dafür ſind auf 28984943
Mark angewachſen. Die Ueberſchüſſe im ordentlichen Etat
ſind veranſchlagt bei der Poſt auf 112735116 Mark
(—— 13 363 351 Mark), bei der Reichsdruckerei auf 3 180665
Mark (— 41580 Mark), bei der Eiſenbahnverwaltung auf
31531889 Mark (— 4956 740 Mark).
— Luftflottengeſetz. Die Tägliche Rundſchau
meldet aus Berlin: Die großen Parteien des Reichstages
beabſichtigen einen gemeinſamen Antrag, betreffend ein
Luftflottengeſetz, einzubringen.
— Der Stand der Jeſuitenfrage. Wie
in Kreiſen, die am Ausgange der Jeſuitenfrage
inter=
eſſiert ſind, verlautet, ſteht der von der preußiſchen
Regie=
rung zum Antrag Bayerns auf authentiſche Interpretation
des Begriffs der verbotenen Ordenstätigkeit gemachte
Vorſchlag auf dem Boden der Anſchauung, daß
grundſätz=
lich den Mitgliedern der Geſellſchaft Jeſu diejenige
geiſt=
liche Tätigkeit verboten bleiben ſoll, die geeignet iſt,
ihnen einen mittelbaren oder unmittelbaren religiöſen
Einfluß auf Dritte zu ermöglichen. Man nimmt
dem=
gemäß an, daß, wie bisher, die Feier der ſtillen Meſſe,
ſowie die Spendung der Sterbeſakramente die einzige
geiſtliche Tätigkeit bleiben wird, die den Jeſuiten erlaubt
ſein ſoll, während ihrer Vortragstätigkeit, ſoweit es ſich
hierbei um lediglich wiſſenſchaftliche Gebiete handelt, ein
im Geſetz zu begründendes Verbot nicht entgegenſtehen
ſoll. Weder die in der Bundesratsbekanntmachung vom
5. Juli 1872 ausdrücklich als verboten erklärten Miſſionen,
noch die ſpäter in die Praxis eingeführten Konferenzen
werden, wie es heißt, beſonders erwähnt werden, da ihre
Unſtatthaftigkeit ſich aus dem Grundſatze von ſelber
er=
gebe, demzufolge den Jeſuiten jede geiſtliche Tätigkeit
verboten iſt, durch dieſie ſeelſorgeriſch auf die Gläubigen
wirken können. Der den verbündeten Regierungen
eben=
falls unterbreitete neuerliche Antrag der bayeriſchen
Re=
gierung ſoll dem Vernehmen nach auf einem Standpunkte
ſtehen, der ſich von jenem des urſprünglichen Erlaſſes vom
März dieſes Jahres durch eine gewiſſe Mäßigung
unter=
ſcheidet. Doch gilt er auch in ſeiner neuen Faſſung als nur
ſchwer vereinbar mit dem Grundſatze, auf dem der
An=
trag Preußens aufgebaut zu ſein ſcheint.
Wie weiter gemeldet wird, ſteht jetzt feſt, daß der
Antrag Bayerns am Dienstag, den 26. November, in den
Ausſchüſſen des Bundesrats zur Beratung kommen wird.
Es gilt als wahrſcheinlich, daß ſich das Plenum des
Bun=
desrats dann am Donnerstag, den 28. November, mit
den Anträgen der Ausſchüſſe beſchäftigen wird.
— Die zur Unterſuchung der
Fleiſch=
preiſe einberufene Konferenz hat ihre
Be=
ratungen vorläufig beendet. Dem Berliner Lokal=
An=
zeiger zufolge ſollen die Erörterungen in der zweiten
Sitzung fortgeſetzt werden, die in den erſten Tagen des
neuen Jahres ſtattfindet. Angeblich ſoll zum Ausdruck
gelangt ſein eine zweifache Notwendigkeit: einmal die
Bildung landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften, die mit den
Städten als feſte Abnehmer in ein Vertragsverhältnis
treten und ſodann der Zuſammenſchluß der Städte zu
Ver=
brauchsgenoſſenſchaften.
— Aerzte und Krankenkaſſen. Wie man
Berliner Blättern ſchreibt, ſchwebten ſeit einiger Zeit
zwi=
ſchen der Reichspoſtverwaltung und den ärztlichen
Or=
ganiſationen Verhandlungen über die ärztliche
Verſor=
gung der Krankenkaſſen für die Unterbeamten der Poſt=
und Telegraphenverwaltung. Dieſe Verhandlungen ſind
nunmehr endgültig geſcheitert, ein Tarifabkommen iſt
nicht zuſtande gekommen. Die Oberpoſtdirektionen ſtellen
daher den Krankenkaſſen die Anſtellung von Kaſſenärzten
anheim. Die ärztlichen Organiſationen machen es
dar=
aufhin ihren Mitgliedern zur Pflicht, alle
Vertrags=
angebote der Poſtverwaltung bedingungslos und
rund=
weg abzulehnen. Dieſer Ausgang der Verhandlungen
läßt befürchten, daß es vor Inkrafttreten der neuen
Kran=
kenverſicherung am 1. Januar 1914 zu ernſten Kämpfen
zwiſchen Aerzten und Krankenkaſſen kommen wird, und
es haben bereits Beratungen zwiſchen den zuſtändigen
Stellen ſtattgefunden, ob es angebracht ſei, die
Beſtim=
mungen der Reichsverſicherungsordnung ſchon vorher in
Kraft zu ſetzen, durch welche die Kaſſen ermächtigt werden
können, ſtatt der Krankenpflege und der ärztlichen
Be=
handlung ein erhöhtes Krankengeld zu gewähren, wenn
die ärztliche Verſorgung dadurch gefährdet wird, daß die
Kaſſe keinen Vertrag zu angemeſſenen Bedingungen mit
einer ausreichenden Zahl von Aerzten ſchließen kann.
— Der preußiſche Eiſenbahnminiſter
im Induſtriegebiet. Der Miniſter der öffentlichen
Arbeiten v. Breitenbach hat zur Unterrichtung über die
Betriebslage eine längere Rundreiſe durch den
rheiniſch=
weſtfäliſchen Induſtriebezirk ausgeführt. Er beſichtigte
insbeſondere die Bahnhöfe in Langendreer, Herdecke,
Vor=
halle, Vohwinkel, Düſſeldorf, ſowie den Rangierbahnhof
in Hohenbudberg. Der Miniſter nahm dabei auch Ge
legenheit, ſich über die Dienſtverhältniſſe des Perſonals
an vielen Stellen durch deſſen unmittelbare Befragung,
eingehend zu unterrichten. Der Eindruck über die
Ver=
kehrslage war, wie amtlich mitgeteilt wird, im
allge=
meinen der, daß ſich die Betriebsverhältniſſe weſentlich
gebeſſert hätten, ſo daß, falls nicht unvorhergeſehene
Um=
ſtände einträten, eine baldige Geſundung der Verhältniſſe
erhofft werden könne.
Eine Erklärung Trimborns zur
Ge=
werkſchafts=Enzyklika. Die Kölner
Zentrums=
partei hatte auf Freitag abend eine öffentliche
Zentrums=
wähler=Verſammlung einberufen, in der Reichs= und
Landtagsabgeordneter Juſtizrat Karl Trimborn zur
En=
zyklika des Papſtes über die Gewerkſchaften folgende
Er=
klärung abgab:
Das erſte Wort zu dieſer Enzyklika haben naturgemäß
die chriſtlichen Gewerkſchaften; denn ſie ſind am nachſten
dabei, ſie ſind am direkteſten beteiligt. Die chriſtlichen
Gewerkſchaften werden ſich auch über die Enzyklika
äußern, und zwar bald. Im übrigen aber möchte ich dieſe
Gelegenheit nicht vorübergehen laſſen, um zu mahnen,
in der ganzen Frage und in der Erörterung über dieſe
Enzyllika ruhig Blut zu bewahren. Die Enzyklika wird
benutzt von den verſchiedenſten Seiten, um den
chriſt=
lichen Gewerkſchaften Schwierigkeiten zu machen und die
Lage für ſie möglichſt zu erſchweren. Die Gegner ſuchen
ihr Geſchäft zu machen, um die Situation der
Gewerk=
ſchaften zu erſchweren, und das muß für einen klugen
Po=
litiker ſtets eine Mahnung ſein, nur ruhig Blut zu
be=
wahren und die Entwicklung der Dinge in aller Kälte
und Nüchternheit abzuwarten. Im übrigen kann eines
ſchon heute geſagt werden, und das will ich auch nicht
unausgeſprochen laſſen: Von einer Aufgabe und einer
Preisgabe der chriſtlichen Gewerkſchaften kann abſolut
keine Rede ſein. Heute erſt recht nicht, weil heute zwei
Tatſachen vorliegen: 1. Steht heute feſt die Zuläſſigkeit
des Beitritts der katholiſchen Arbeiter zu den chriſtlichen
Gewerkſchaften. Dieſe Zuläſſigkeit iſt in der Enzyklika
ausdrücklich feſtgelegt. Und 2. ſpricht die Enzyklika in
der allerbeſtimmteſten Weiſe aus, daß niemand das Recht
hat, katholiſche Arbeiter, die den chriſtlichen Gewerkſchaften
beitreten, zu verketzern, wie es leider Gottes in weitem
Umfange geſchehen iſt. Ich zweifle gar nicht daran, daß
die chriſtlichen Gewerkſchaften ruhig, entſchloſſen und feſt
auf der bisherigen Bahn weiterarbeiten werden. Und
alle, die an der chriſtlich=nationalen Arbeiterbewegung
intereſſiert ſind — und das ſind weite Kreiſe unſeres
Volkes, das iſt unſer geſamtes Volk —, wir alle wünſchen
den chriſtlichen Gewerkſchaften wie bisher auch fürderhin
den beſten Erfolg. Im Wettkampf der
Arbeiterorganiſa=
tionen untereinander iſt ſchließlich das Entſcheidende die
Frage der praktiſchen Bewährung. Weil die praktiſche
Bewährung in dieſem Wettkampfe ſchließlich den
Aus=
ſchlag gibt, deshalb zweifle ich nicht daran, daß die
chriſt=
lichen Gewerkſchaften auch fernerhin oben bleiben
wer=
den, und ich zweifle ferner nicht daran, daß ihnen die
Zu=
kunft gehören wird.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Delegationen hielten am Freitag ihre
Schlußſitzung ab. Der öſterreichiſchen Delegation
über=
mittelte der gemeinſame Finanzminiſter Bilinski den
Dank und die Anerkennung des Kaiſers. Der Präſident
erklärte in ſeiner Schlußanſprache, die Wolken, welche den
politiſchen Horizont verdunkelten, ſeien noch nicht gelichtet.
Es beſtehe die aber immer wachſende Hoffnung, daß dem
Lande bald eine reine Atmoſphäre des allgemeinen
Frie=
dens beſchert werde. Der Prädent ſchloß hierauf mit
einem Hoch auf den Kaiſer.
Schweiz.
Der Bundesrat beſchloß, veranlaßt durch die
Kritik in der Preſſe und im Parlament, das politiſche
De=
partement in ein Departement für auswärtige
Angelegen=
heiten umzuwandeln, deſſen Chef nicht mehr
alljährlich wie bisher wechſeln wird. Ferner
wurde eine neue Einteilung der Departements
eſchloſſen. Der Antrag auf die Vermehrung
der Bundesräte von ſieben auf neun wurde abgelehnt,
ebenſo einſtweilen die Anregung, den Bundesrat durch
das Volk wählen zu laſſen. Das Parlament wird die
ganze Angelegenheit im Frühjahr behandeln.
China.
Errichtung eines Rechnungshofes. Die
Regierung gibt die Errichtung eines Rechnungshofes
be=
kannt, der die Einnahmen und Ausgaben der Zentral=
Regierung prüfen ſoll. Der Rechnungshof, der in fünf
Abteilungen zerfällt, begann bereits ſeine Tätigkeit. Das
chineſiſche Perſonal iſt teilweiſe ſchon ernannt. Die Dienſte
eines ausländiſchen Sachverſtändigen werden ſpäter in
Anſpruch genommen.
Vom Hofe. Der Großherzog und Prinz Heinrich
von Preußen begaben ſich am Freitag vormittag 9 Uhr
30 Min. im Auto auf die Jagd nach der Dornberger
Faſanerie und kehrten um 1 Uhr wieder ins Neue
Palais zurück. — Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen
iſt am Freitag vormittag 11 Uhr zum Beſuch im Neuen
Palais eingetroffen und nachmittags 5 Uhr 20 Min.
wieder abgereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Major Müller
eim Stabe des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiments
Nr. 168, den Bergrat Profeſſor Dr. Klemm, den
Hof=
metzgermeiſter Scherbel von Mainz, den Kreisamtmann
Schäfer von Schotten, den Amtsrichter v. Bechtold von
Oppenheim, den Poſtrat Wachtmann, den Haushofmeiſter
Streb, den Medizinalrat Schäffer, Kreisarzt in Mainz,
den Amtsgerichtsrat Mayer, den Finanzamtmann Berg
von Friedberg; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing.
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den von Sr. Erl. dem Grafen zu Erbach=Fürſtenau
auf die erſte evangeliſche Pfarrſtelle zu Beerfelden, mit
welcher der Titel Oberpfarrer verbunden iſt, präſentierten
Pfarrer Karl Wahl daſelbſt für dieſe Stelle.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Lehrer an der
Landes=
baugewerkſchule Profeſſor Karl Eſſelborn zu
Darm=
ſtadt aus Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand die
Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. November.
* Großherzog Ernſt Ludwig feiert heute im Kreiſe
ſeiner Familie und Verwandten ſeinen 44. Geburtstag.
Wohl denkt und fühlt das treue Heſſenvolk immer und
ſtets, in ernſten wie in frohen Stunden, mit ſeinem
ange=
ſtammten Fürſtenhauſe. Ein Tag aber, welcher der
Groß=
herzoglichen Familie Anlaß zu froher Feſtesfreude gibt,
der für den Landesfürſten die Vollendung eines weiteren
erfolgreichen Lebensabſchnittes bedeutet, iſt für das ganze
Heſſenland ein Feſttag, an dem wir freudig, in Liebe
und mit Stolz die Blicke wenden zu unſerem Fürſten.
Freudig, da es dem Großherzog Ernſt Ludwig vergönnt
iſt, in ungetrübtem Glück und Geſundheit inmitten ſeiner
Familie dieſen Tag zu begehen; in Liebe, weil aller
treuen Heſſen Herzen ihm entgegenſchlagen, deſſen Lebens=
und Regierungswahrſpruch ſtets war: Treue um Treue,
und deſſen Ziel: „Mein Heſſenland blühe”; mit Stolz.
weil wir unſerem Großherzog es verdanken, daß unſer
geliebtes Heſſenland, inſonderheit unſer Darmſtadt, ſeinen
Platz an der Sonne erhalten hat und durch ſeine
för=
dernde Fürſorge auch behauptet.
Wir wiſſen alle, was Großherzog Ernſt Ludwig, eine
Zierde der deutſchen Fürſtengeſchlechter, ſeinem Lande iſt,
und darum geſellt ſich heute, an des Landes höchſtem
Feſttag, den Gefühlen der Freude, der Liebe und des
Stolzes, das des Dankes hinzu. Des aufrichtigen
Dankes für alles, was Heſſens Herrſcherhaus für ſein
Land und ſein Volk getan hat und immerdar tut, der
ſeinen Ausdruck finden mag in dem freudig erneuten
Ge=
löbnis der Treue und in dem Wunſche:
Gott ſegne, ſchütze und erhalte unſeren
Groß=
herzog, unſere Großherzogin und das ganze
Großherzogliche Haus!
Philipps des Großmütigen verliehen und dem
Stifts=
echanten Klingelhöffer zu Lich (Oberheſſen) die
Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von
Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer, König von Preußen,
verliehenen Rote Kreuz=Medaille 3. Klaſſe erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden die
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Wilhelm Secker zu Bingen und Philipp Roos zu
Darmſtadt vom 1. Januar 1913 an.
* Erledigte Stelle. Die Stelle des
Finanzamts=
gehilfen bei Großh. Finanzamt Alsfeld.
* Militärdienſtnachrichten. v. Voigts=Rhetz,
Oberſt, beauftragt mit der Führung der 49. Inf.=Brig.
(1. Großh. Heſſ.), unter Verſetzung in den Generalſtab der
Armee zum Chef des Generalſtabes des Gardekorps,
mit dem Range und den Gebührniſſen eines Brig.=
Kom=
mandeurs, ernannt. v Stocken, Oberſt und
Komman=
deur des Inf.=Regts Großherzog von Sachſen (5. Thür.)
Nr. 94, mit der Führung der 49. Inf=Brig. (1. Großh
Heſſ.) beauftragt. Zu Komp.=Chefs ernannt: die
Haupt=
leute beim Stabe, Kotzenberg des Inf.=Leibregts.
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Teute des Inf.=
Regts. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118. Hohmann,
Oberlt., im 10. Rhein. Inf.=Regt. Nr. 161, in das Inſe=
Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118 verſetzt, unter
Beförderung zum Hauptmann und Ueberweiſung zum
Stabe. Haack, Oberlt., im 3. Unter=Elſäſſ. Inf.=Regt,
Nr. 138, in das Inf.=Leibregt. Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117 verſetzt, unter Beförderung zum
Haupt=
mann, vorläufig ohne Patent und Ueberweiſung zum
Stabe. Ein Patent ſeines Dienſtgrades verliehen: dem
Hauptmann beim Stabe v. Thümen des Inf.=Regts=
Kaiſer Wilhelm (2. Großherzogl. Heſſ.) Nr. 116
Rupp, Lt. der Reſ. des 10. Lothring. Inf.=Regts. Nr. 174
(Halle a. S.), vom 1. Dezember 1912 ab auf ein Jahr zur
Dienſtleiſtung beim Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh=
Heſſ.) Nr. 118 kommandiert; während dieſer Dienſtleiſtung
iſt ſein Patent als vom 1. Dezember 1912 datiert
anzu=
ſehen; Tauſcher, Hauptm. und Komp.=Chef im Infe
Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, als
Mit=
glied zur Inf.=Schießſchule verſetzt. Külp, Oberlt. im Inf.
Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, von dem
Kom=
mando als Aſſiſtent bei der Gewehr=Prüfungskommiſſion
enthoben. Frhr. v. Haxthauſen, Oberlt., aus der
Schutztruppe für Südweſtafrika ausgeſchieden und unter
Verleihung eines Patents vom 19. Auguſt 1908 im
Leib=
garde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 angeſtellt,
Frhr. v. Hadeln, Lt. im 2. Großh. Heſſ. Feldart=Regt.
Nr. 61, ſcheidet am 22. Dezember aus dem Heere aus und
wird mit dem 23. Dezember 1912 in der Schutztruppe für
Südweſtafrika angeſtellt. Zu Leutnants mit Patent vom
18. November 1910 befördert: die Fähnriche Croneiß
im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, dies
ſer unter Verſetzung in das 8. Rhein. Inf=Regt. Nr. 70,
Fader im Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nt.
118, unter Verſetzung in das Inf.=Regt. Graf Werder (4.
Rhein.) Nr. 30, Kleine im Inf.=Regt. Prinz Carl (42
Großh. Heſſ.) Nr. 118. Zu Fähnrichen befördert: die
Un=
teroffiziere Brodrück im Leibg.=Inf.=Regt. (1. Großh=
Heſſ.) Nc. 115. Flotho im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, Zwenger im Inf.=Leibregt.
Großherzogin (3. Großh. Heſſ) Nr. 117, Eckmann,
Schmitt, Hoßfeld im Inf.=Regt. Prinz Carl (4.
Großh. Heſſ.) Nr. 118, Holſt, Schneider im 5. Großh.
Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168, Cleve im Leib=Drag.=Regt
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24. Fink, Vizewachtm. im Großh
Heſſ. Train=Bat. Nr. 18, zum Fähnrich ernannt. Auf ſein
Geſuch zu den Reſerve=Offizieren des genannten
Regi=
ments übergeführt: Riedeſel Frhr. zu Eiſenbach=
(Hermann), Oberlt., im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 24; Behrmann, Lt. im Inf.=Regt. Prinz Carl (4.
Großh. Heſſ.) Nr. 118, auf ſein Geſuch um
Verabſchied=
ung, zu den Reſ.=Offizieren des genannten Regts,
über=
geführt. Naumann, Major, im Inf.=Regt. Prinz Carl=
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118. mit der Erlaubnis zum Tragen
der Regts.=Uniform, der Abſchied mit der geſetzlichen
Pen=
ſion bewilligt. Dr. Wieſinger vom 2. Bat. 6. Rhein.
In.=Regts. Nr. 68, zum Regts.=Arzt des Inf.=Regts.
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, ernannt unter
Beförderung zum Oberſtabsarzt. Plagge, Oberſtabs=
und Regts=Arzt, des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2.
Großh. Heſſ.) Nr. 116, unter Verleihung des Charakters
als Gen.=Oberarzt und mit der Erlaubnis zum Tragen
der Uniform der Sanitätsoffiziere der Schutztruppen, der
Abſchied mit der geſetzlichen Penſion bewilligt.
Fueh=
rer, Zahlmeiſter, dem Großh. Heſſ. Train=Bat. Nr. 18.
infolge Ernennung zugeteilt.
— Auflöſung eingeſchriebener Hilfskaſſen. Die
nachſtehend verzeichneten früheren eingeſchriebenen
Hilfskaſſen haben mit Genehmigung des
Kaiſer=
lichen Aufſichtsamts für Privatverſicherung ihre
Auf=
löſung beſchloſſen. Die den Kaſſen erteilten
Be=
ſcheinigungen nach § 75a des Krankenverſicherungsgeſetzes
werden hiermit mit dem Tage des Inkrafttretens der
Die junge Königin Viktoria im
„Hofdamen=Konflikt‟.
** Die erſte Regierungskriſe, die die achtzehnjährige
Königin Viktoria zu überſtehen hatte war der
viel=
genannte „Bedchamber Plot” die Weigerung der
da=
mals noch ſo jugendlichen Herrſcherin, beim Antritt eines
neuen, eines Tory=Miniſteriums ihre der Whig=Partei
ängehörigen Hofdamen zu entfernen. Es gibt keine
menſchlich intereſſantere Epiſode in der ganzen
Regier=
ungsgeſchichte Viktorias: Der ſtolze und leidenſchaftliche
Sir Robert Peel wünſcht keine Damen in der nächſten
Umgebung ſeiner Königin, die ihm und ſeiner Partei
feindlich geſinnt ſind. Die Herrſcherin aber, faſt noch ein
Kind, hält in aufwallender Mädchentreue an den
Freun=
dinnen feſt und bringt dadurch die ganze Regierung in
eine bedenkliche Kriſe. Eine Schilderung dieſes des
iro=
niſchen Humors nicht entbehrenden Vorfalles gibt
Vik=
toria ſelbſt in ihrem „Tagebuch aus der
Mädchen=
zeit” das nun auch in deutſcher Ausgabe im Verlag von
Karl Siegismund erſchienen iſt.
Im Mai 1839 erlitt das Wigh=Miniſterium unter dem
väterlichen Freunde der jungen Königin Lord
Mel=
bourne im Unterhauſe eine Niederlage und mußte
zurücktreten. Viktoria hatte dieſes Ereignis ſehr
ge=
fürchtet, denn während ſie für den ritterlich
liebenswür=
digen Melbourne raſch eine ſtarke Sympathie gewonnen
hatte, hatte ſie gegen die Führer der Tory=Partei, den
alten Herzog von Wellington und den kalten, ſteifen Sir
Robert Peel, eine gewiſſe Abneigung. Lord Melbourne
hatte ihr für dieſen Fall bereits gute Ratſchläge gegeben.
Er machte ſie auf die Taubheit des Herzogs aufmerkſam
und ſagte: „Geben Sie acht, daß er auch verſteht, was
Sie ſagen”, und über Peel hatte er ſich geäußert: „Sie
wüſſen verſuchen, Ihrs Abneigung gegen ihn zu über=
winden, er iſt ein verſchloſſener, ſteifer Mann”. „Kalt
und merkwürdig” erſchien ihr denn auch der neue
Mini=
ſterpräſident bei der erſten Unterredung. Ueber ſeine
Forderungen war die Königin entrüſtet. Sie ſchrieb noch
am ſelben Tage an Lord Melbourne: „Sir Robert hat
ſich ſehr wenig gut benommen, er beſtand darauf, daß
ich meine Damen aufgeben ſollte, worauf ich erwiderte,
ich würde meine Zuſtimmung niemals geben, und ich
habe noch nie einen Mann ſo erſchrocken geſehen. Er
ſagte, er müſſe zu dem Herzog von Wellington gehen
und mit ihm beraten, und ſie würden dann beide
zurück=
kommen — er ſagte, dadurch würden alle weiteren
Ver=
handlungen unterbrochen; fragte, ob ich bereit ſei, einen
Beſchluß entgegenzunehmen, und ich bejahte es, er war
ganz beſtürzt.” Peel erklärte dann nach einer
Beſprech=
ung mit den Amtsgenoſſen, mit denen er das neue
Mi=
niſterium bilden wollte, „ſie müßten einige Beweiſe
mei=
nes Vertrauens haben” ſo ſchreibt Viktoria in ihr
Tagebuch — „oder wenn ich alle meine Damen behielte,
ſo würden ſie nach einſtimmigem Beſchluß erklären, nicht
weiter gehen zu können”. Ich erwiderte, ich würde es
mir überlegen; ich wäre überzeugt, daß ich meine
Mein=
ung nicht ändern würde, aber ich wollte nichts Uebereiltes
tun, und ihm meine Entſcheidung entweder abends oder
den nächſten Morgen mitteilen. Er ſagte, er wolle
mitt=
lerweile alle weiteren Verhandlungen unterbrechen. Das
war ganz erſtaunlich! Die Damen als ſeine einzige
Stütze!! Welches Geſtändnis von Schwäche!” In den
weiteren Verhandlungen ſpielen „die Damen” immer
wieder die Hauptrolle, bilden den Stein des Anſtoßes.
„Bald danach ſagte Sir Robert, „nun, wegen der Damen”
worauf ich ſagte, ich könnte keine meiner Damen aufgeben
und hätte nie an dergleichen gedacht. Er fragte, ob ich
alle behalten wolle; alle, ſagte ich. Auch die „Miſtreß of
the Robes” und die „Ladies of the Bedchamber”? fragte
er. Ich erwiderte: Alle; denn ſagte er, es wären die
Frauen von den Gegnern der Regierung, und erwähnte
im beſonderen Lady Normanby, als Gemahlin eines der
abgegangenen Miniſter. Ich ſagte, das wäre kein
Hin=
dernis, ich ſpräche nie über Politik mit ihnen, und viele
von ihnen wären mit Tories verwandt.‟ Den Herzog
fragte ſie, „ob Sir Robert ſo ſchwach ſei, daß ſelbſt die
Damen ſeiner Meinung ſein müßten?” Und ſchließlich
lehnte ſie dadurch das ganze Miniſterium ab: „Nachdem
die Königin ſich den geſtrigen Vorſchlag von Sir Robert
Peel überlegt hat, die „Ladies of the Bedchamber zu
ent=
fernen, hat ſie beſchloſſen, eine Maßregel nicht zu befolgen,
die ſie als einen Widerſpruch gegen alle Gebräuche und
als ihren Gefühlen widerſtrebend empfinde. Lord
Mel=
bourne wird wieder zurückberufen und hält mit dem alten
Miniſterium eine Beratung ab. „Lord M. ſagte” ſo
be=
richtet das Tagebuch, „indem er ein Schriftſtück aus der
Taſche zog: „Nun zu unſerer Angelegenheit; wir haben
eine lange Sitzung deswegen gehabt, von halb 1 bis jetzt
(5 Uhr); hier iſt etwas, das Sie vermutlich noch nie
ge=
ſehen haben, etwas, das nur bei großen Gelegenheiten
abgefaßt wird, ein Miniſterprotokoll.‟ Er las es mir
vor und war ſehr gerührt, als er an die Stelle kam, daß
ſie im Amte bleiben und mir beiſtehen wollten. Ich
er=
griff ſeine Hand mit meinen beiden, in dem wahrhaften
Gefühl der größten Dankbarkeit.”
Melbourne gelang es nach vielen Schwierigkeiten, die
Wighs noch am Ruder zu erhalten. In der Geſellſchaft
war aber die Königin durch ihr Verhalten höchſt unbeliebt
geworden; im Volk jedoch blieb ſie populär und konnte
mit Befriedigung in ihrem Tagebuch konſtatieren, daß ſie
beim ſonntäglichen Kirchengang mit Begeiſterung begrüßt
würde. In ſpäteren Jahren erkannte ſie freilich
ſelbſt=
das Jugendliche ihres Benehmens, ſie lobte Peel und
geſtand: „Ich war damals noch ſehr jung und würde
viel=
leicht anders handeln wenn ich alles dies wiederholen
müßte.”
Auflöſungsbeſchlüſſe widerrufen. Einigkeit, e. H. Nr. 28,
in Eberſtadt; Krankenkaſſe Wohltat, e. H. Nr. 7, in
Eber=
ſſtadt; Sanitas, e. H. Nr. 26, in Eberſtadt; Allgemeine
Kranken=Unterſtützungs= und Sterbekaſſe Germania, e. H.
Nr. 69, zu Offenthal; Kranken= und Sterbekaſſe Germania,
ce. H. Nr. 9, zu Jügesheim; Kranken=Unterſtützungskaſſe,
e. H. Nr. 19, zu Groß=Karben; Gaſtwirte=Krankenkaſſe
ießen, e. H., zu Gießen.
g. Strafkammer. Wegen Verbrechens nach §§ 176,3
und 173,2 St.=G.=B. wurde am Samstag der 4jjährige
Fabrikarbeiter Barnewald von hier zu 1 Jahr
6=Monate Gefängnis und 5 Jahren Ehrverluſt
ver=
rurteilt. Von der Unterſuchungshaft wird ihm 1 Monat
in Anrechnung gebracht. — Der 63jährige
Zigarrenarbei=
ter Peter Feuerbach wurde wegen Verbrechens nach
§ 176,3 St.=G.=B. zu 7 Monaten Gefängnis, ab=
Züglich 6 Wochen der Unterſuchungshaft, verurteilt.
Der 54jährige Reiſende Georg Stäblich aus
Nürn=
bberg, der bereits dreimal wegen Betrugs vorbeſtraft iſt,
hhatte ſich am Samstag abermals wegen Betrugs in
Ver=
bindung mit ſchwerer Urkundenfälſchung in fünf Fällen
zu verantworten. Im Sommer 1910, als er kaum eine
llängere Freiheitsſtrafe verbüßt hatte, wurde er von einer
hieſigen Firma mit dem Sammeln von Aufträgen
hier und in der Umgegend beauſtragt. Er fingierte nun
in fünf Fällen Aufträge aus Lindenfels, Jugenheim,
Fürth und Darmſtadt und verſah die
Auftragsbeſcheini=
gungen mit gefälſchten Unterſchriften. Er gibt zur
Ent=
ſchuldigung an, er habe keine Geſchäfte gemacht und ſei
dadurch in Geldverlegenheiten gekommen. Die Firma
wurde durch die betrügeriſchen Manipulationen um die
Proviſion von 27 Mark betrogen. Das Gericht erachtet
ein fortgeſetztes Delikt als vorliegend und verurteilte den
Angeklagten wegen ſchwerer Urkundenfälſchung und
Rück=
fallsbetrug zu 10 Monaten Gefängnis abzüglich
1 Monat der Unterſuchungshaft.
-g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
be=
ſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am Samstag mit dem
Antrag des Kreisamts Darmſtadt auf Entziehung der der
Katharina Baumhauer zu Darmſtadt erteilten
Wirt=
ſchaftskonzeſſion. Die B. betreibt in dem Hauſe
Bleich=
ſtraße 40 eine Wirtſchaft mit Damenbedienung; die
Wirt=
ſchaftskonzeſſion hierzu wurde ihr am 1. Juni ds. Js.
erteilt. Es ſind nun dem Polizeiamt wiederholt Vorfälle
zu Ohren gekommen, die es nicht tunlich erſcheinen ließen,
der Baumhauer die Konzeſſion weiter zu belaſſen. So
kam einem Gaſt, der von der Bank 1000 Mark abgehoben
hatte, in der Wirtſchaft ein Betrag von 400 Mark
abhan=
den, ob die Kellnerin den Betrag ſich aneignete oder ein
Dritter, iſt nicht feſtgeſtellt worden. Der
Provinzialaus=
ſſchuß gibt dem Antrag des Kreisausſchuſſes ſtatt und
entzieht der Baumhauer die erteilte
Wirtſchaftskon=
zeſſion. — Der Ludwig Hettler zu Offenbach a. M.
ſuchte um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft
im Hauſe Mathildenſtraße 16 zu Offenbach a. M. nach.
Die Bedürfnisfrage wurde vom Verfaſſungsausſchuß
bejaht. Das Kreisamt hat Bedenken, da der
Geſuch=
ſteller im Jahre 1904 wegen Diebſtahls verurteilt wurde.
Der Provinzialausſchuß verſagt die nachgeſuchte
Kon=
zeſſion, erſtens wegen der Vorſtrafe, zweitens weil
Hett=
ler noch nicht im Wirtſchaftsgewerbe tätig war. — Der
Mühlenbeſitzer Heinrich Müller in Reiſen verfolgt
Rekurs gegen einen Polizeibefehl des Kreisamts
Heppen=
heim vom 20. Juni. Müller hat an der Bahnſtrecke
Wein=
heim-Fürth eine Dreſchhalle errichtet, etwa 400 Meter
vom Bahnhof Reiſen entfernt und 26 Meter vom
Bahn=
gleis. Das Eiſenbahn=Betriebsamt 3 Darmſtadt ſah in
der Anlage Bedenken in der Hinſicht, daß durch die oft
Zwiſchen der Halle und der Bahnanlage ſtehenden Wagen
mit Getreide, Stroh oder Spreu und die offene
Dreſch=
halle eine Gefährdung des Bahnbetriebs entſtehen könnte.
Auf das Erſuchen des Betriebsamts erließ das Kreisamt
Heppenheim einen Polizeibefehl, durch den dem Müller
auferlegt wurde, ſeine Halle nach den der Bahn zu
ge=
legenen drei Seiten geſchlöſſen zu halten und bei 50 Mark
Strafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung dafür zu
ſorgen, daß bis 38 Meter Entfernung von der Gleismitte
weder mit Stroh, Getreide oder Spreu beladene Wagen
aufgeſtellt werden, noch Stroh, Getreide oder Spreu dort
gelagert werde. Gegen dieſen Polizeibefehl verfolgt nun
Müller Beſchwerde. In der Zwiſchenzeit erfolgten jedoch
weitere Verhandlungen zwiſchen dem Kreisamt und
Müller zwecks Erledigung des Polizeibefehls und Müller
unterſchrieb ſchließlich einen Revers, mit dem ſich jedoch
die Betriebsdirektion nicht völlig einverſtanden erklärte.
Müller erklärt ſich auch in der Verhandlung vor dem
Provinzialausſchuß noch bereit, den Revers aufrecht zu
erhalten. Weiter könne er jedoch nicht gehen, da ſonſt
jeder Betrieb in der Dreſchhalle unmöglich gemacht würde.
Der Provinzialausſchuß erkennt dahin, der angefochtene
Polizeibefehl wird aufgehoben, die Koſten des
Verfah=
rens einſchließlich der Koſten der anwaltlichen Vertretung
des Müller fallen der Staatskaſſe zur Laſt. Der
Provin=
zialausſchuß erachtete den Revers für ausreichend und
auch das Kreisamt habe aus demſelben Grunde den
Polizeibefehl für erledigt erklärt. Der Befehl ſei auch
nicht wieder in Kraft geſetzt worden. — Der
Ortsarmen=
verband Doſſenheim klagt gegen den
Ortsarmen=
verband Viernheim auf Erſatz von Pflegekoſten in
Höhe von 532,62 M. für den unehelichen Georg Otto
Kett=
ner. Das Kind wurde am 22. Februar 1906 geboren
und von 15. Juni 1906 ab ununterbrochen von der
Ge=
meinde verpflegt, da die Kindesmutter nicht dazu in der
Lage war. Am 7. Februar verehelichte ſich dieſe mit
einem in Viernheim anſäſſigen Bürger, wovon die
Ge=
meinde Doſſenheim erſt im April 1911 Kenntnis erhielt.
Doſſenheim frug nun bei Viernheim an, ob dort
aner=
kannt werde, daß die Mutter und damit auch das Kind
den Unterſtützungswohnſitz in Viernheim erworben habe.
Dies wurde bejaht und gleichzeitig um Ueberführung des
Kindes nach Viernheim erſucht. Viernheim erkannte auch
ſeine Unterſtützungspflicht an, aber nur, ſoweit nicht
Ver=
jährung eingetreten ſei. Auch iſt ſtreitig, wer die Koſten
der Ueberführung des Kettners zu tragen hat. Der
Pro=
vinzialausſchuß beſchließt, einen weiteren Termin
anzu=
beraumen und hierzu die Akten des Ortsarmenverbandes
Doſſenheim einzufordern, ſowie den Pflegevater des
Kindes und den Bürgermeiſter von Doſſenheim zu
ver=
nehmen.
* Oberhofmeiſterin Wilhelmine Freiin von
Senarclens=Grancy *. Am Freitag abend iſt die
Ober=
hofmeiſterin Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin
Wilhelmine Freiin von Senarclens=
Grancy im 76. Lebensjahre infolge einer
Lungenent=
zündung ſanft entſchlafen. Freiin von Grancy war am
11. Auguſt 1837 geboren. Im Jahre 1877 trat ſie als
Hofdame der Großherzogin Alice in den Hofdienſt ein,
in dem ſie über ein Menſchenalter hindurch ununterbrochen
verblieb in treuer Pflichterfüllung und Anhänglichkeit an
das heſſiſche Fürſtenhaus, aus dem drei Großherzoginnen
ihr ihr allerhöchſtes Vertrauen ſchenkten. Im Ganzen
war Freiin von Grancy 35 Jahre lang im Hofdienſt
tätig. Sie ſtarb nach ganz kurzem Krankenlager an einer
ſchweren Lungenentzündung. Auf beſonderen Wunſch der
Verſtorbenen, der wohl ihrem ſelbſtlos beſcheidenen
We=
ſen entſprach, fand geſtern nachmittag die Beerdigung euf
dem hieſigen Friedhofe ſtatt. Das
Großherzogs=
paar gab der Entſchlafenen das letzte Geleit.
* Orden und Titel. Die Liſte der aus Anlaß des
Ge=
burtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs heute
verliehenen Ordensauszeichnungen, Titel uſw. befindet
ſich in der 2. Beilage der heutigen Nummer.
* Die Kaiſermanöver 1914 am Vogelsberg
Nach=
ſtehende Meldung geben wir unter Vorbehalt wieder:
Vorverhandlungen, die von der Berliner militäriſchen
Zentralſtelle u. a. mit den heſſiſchen Behörden geführt
werden, deuten darauf hin, daß das Kaiſermanöver 1914
am Vogelsberg, etwa zwiſchen Fulda und
Mar=
burg, ſtattfindet. In dem Schloſſe Romrod des
Groß=
herzogs von Heſſen werden große bauliche Veränderungen
ausgeführt, weil, wie es heißt, das Schloß zum
Wohn=
ort des Kaiſers während der 1914er großen
Herbſt=
übungen beſtimmt iſt. Während im September 1913 nur
zwei Armeekorps, das 5. (poſenſche) und das 6. (
ſchle=
ſiſche) Korps, gegeneinander fechten werden, iſt — wie
die Mil.=pol. Korreſpondenz hört — für 1914 wieder der
Kampf zweier Armeen, und zwar in noch viel größerem
Umfange als je bisher geplant. Vorausſichtlich werden
ſechs volle Armeekorps zu dieſen heſſiſchen Mandvern
herangezogen werden, und zwar das 7. (weſtfäliſche), das
8. (rheiniſche), das 10. (hannöverſche), das 11. (
kur=
eſſiſche), das 18. (heſſen=naſſauiſche), ein bayeriſches
Korps und zahlreiche Heereskavallerie.
D. Techniſche Hochſchule. Zu der Ermordung
des Studenten Weiſer werden der
Studenten=
ſchaft folgende Senatsbeſchlüſſe zur Kenntnis
ge=
bracht: 1. Gegen die an den Ausſchreitungen vom
13. November Beteiligten iſt die Diſziplinar=
Unter=
ſuchung eingeleitet worden. Ein Urteil kann erſt
er=
folgen, wenn das gerichtliche Verfahren abgeſchloſſen iſt.
2. Rektor und Senat müſſen die Vorgänge vom 13.
No=
vember, die zum Tode des Studierenden Alfred Weiſer
geführt haben, aufs tiefſte bedauern und verurteiſen.
Sie ſprechen die Erwartung aus, daß die traurigen
Vor=
kommniſſe erneut Anlaß dazu geben, daß die einzelnen
Gruppen innerhalb der Studentenſchaft ungeachtet der
Verſchiedenheit der Anſichten und Gebräuche
gegen=
einander ein würdiges und beſonnenes Verhalten
be=
wahren, wie es das Anſeben der Studentenſchaft und
der Hochſchule erfordert. 3. Das Führen von Schuß=
und Stichwaffen oder dergleichen hat wiederholt An=
laß zu Reibereien geboten. Das Drohen mit ſolchen
Waffen, ſowie der Gebrauch derſelben iſt unſtudentiſch
und ſchädigt das Anſehen der Hochſchule; es werden
künftig in derartigen Fällen die Disziplinar=
Beſtim=
mungen aufs ſchärfſte in Anwendung gebracht werden.
— Bekämpfung der Tuberkuloſe. Die dem
Heil=
ſtättenverein für das Großherzogtum Heſſen vor kurzem
von Herrn Abraham S. Roſenthal und Frau Jenni
Roſenthal aus Beerfelden, zurzeit in Frankfurt a M.,
zugewendete Schenkung im Betrage von 10000 Mark ſoll
beſtimmungsgemäß zur Bekämpfung der Tuberkuloſe im
Großherzogtum Heſſen verwendet werden. Sie geſchah
unter der Auflage, daß das Kapital zur Heilung von
Perſonen — ohne Unterſchied des
Glaubensbekennt=
niſſes — verwendet werden ſoll, für die weder Private
noch Verſicherungsanſtalten oder ſonſtige öffentlich=
recht=
liche Verbände uſw. eintreten. An rein konfeſſionelle
Anſtalten (Krankenhäuſer uſw.) dürfen Zuwendungen aus
dieſem Kapital nicht gemacht werden.
— Verein gegen den Mißbrauch geiſtiger Getränke.
Der Ausſchuß des Heſſiſchen Landes=Verbandes des
Deutſchen Vereins gegen den Mißbrauch geiſtiger
Ge=
tränke trat am 19. Ifd. Mts. zu einer Sitzung zuſammen.
Er beſchäftigte ſich u. a. mit der Frage über die weitere
Organiſation des Verbandes. Zu ſeinem Vorſitzenden
wählte er anſtelle des verſtorbenen Geheimerat Dr.
Neid=
hart den Vorſitzenden des Vorſtandes der
Landesver=
ſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen, Geh.
Regier=
ungsrat Dr. Dietz. Für den von ſeinem Amte
zurück=
getretenen Rechnungsrat Rothermel wurde Regierungs=
Aſſeſſor Bechtel zum Schriftführer und der Beamte der
Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen,
Revi=
ſor Ph. Scherf, zum Schatzmeiſter gewählt.
* Auf der Ludwigshöhe findet heute Montag
nach=
mittag zur Feier des Geburtsfeſtes Sr. Königl. Hoheit
des Großherzogs wie üblich ein Feſtkonzert nach
be=
ſonders gewählter Vortragsordnung ſtatt und ſei auch
an dieſar Stelle darauf hingemieſen. (Siebe Anzeige.)
* Im Singſpielhaus „Metropole‟ Alexanderſtr. 5,
finden heute zu Ehren des Geburtsfeſtes Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs zwei große
patrio=
tiſche Feſtkonzerte, nachmittags und abends, bei
beſonders ausgewähltem Programm der beſtbekannten
Andreas=Hofer=Truppe ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Die Wartburg von einem
Zeppelin=Luftſchiff aus aufgenommen; vom
Balkan=
krieg: türkiſche Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in
Kon=
ſtantinopel türkiſche Gefangene werden unter Bewachung
durch die Straßen Belgrads transportiert; die Türken
auf der Flucht nach der Schlacht von Tſchorlu.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Ka. 1,40 M., in Partien
1,30 M., Eier 8—10 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25—2.50 M.,
Kumpf (10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen
Kumpf 1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel
Zentner 7—14 M. ½ Ka. 7—15 Pf., Birnen Zentner
8—15 M., ½ Kg. 8—15 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg.
40—50 Pf., Nüſſe 100 Stück 60—70 Pf., Zitronen 6—7 Pf.,
Kaſtanien ½ Kg. 16—20 Pf.; Salat, Gemüſe:
Kopf=
ſalat 10 Pf., Endivien 6—10 Pf., Körbchen Feldſalat 10 Pf.,
Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2—3 Pf., Rettiche
5—6 Pf., Meerrettich 10—25 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg.
4—10 Pf., Tomaten ½ Kg. 25 Pf., Spinat ½ Kg. 18—20 Pf.,
Weißkraut 5—10 Pf., Zentner 1,40—1,00 M., Rotkraut 10
bis 30 Pf., Wirſing 3—10 Pf., Blumenkohl 15—50 Pf.,
Roſenkohl ½ Kg. 20 Pf., Gelberüben ½ Kg. 5 Pf.,
Grün=
kohl 3—6 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 80
bis 90 Pf., Enten 3,00—3,50 M., Hahnen und Hühner
1,50—2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Haſen 3,50—4,00 M.,
Lapins 0,90—1,00 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen
90 Pf., Aal 1 M., andere Rheinfiſche 35—50 Pf.,
Rot=
zungen 60 Pf., Schollen 40 Pf., Kabeljau 28 Pf.,
Schell=
fiſche, Seehecht 35 Pf., Seelachs 27 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch, Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett
70 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch
96 Pf., geſalzenes und Koteletts 1,06 M.,
Schwarten=
magen u. Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= u. Blutwurſt 76 Pf.
Pfungſtadt, 23. Nov. Die Kapelle des in
Darm=
ſtadt garniſonierenden Leib=Dragoner=Regiments Nr. 23
gibt in dieſem Winter unter Leitung des Kapellmeiſters
Rühlemann im Gaſthaus „Zum goldenen Lamm” mehrere
Abonnementskonzerte. — Daß die Erziehung
der Jugend ſeitens der zunächſt in Betracht kommenden
Faktoren, der „Eltern” nicht in dem Maße gewürdigt
wird, wie ſie es verdient, zeigen die mit großem
Raffine=
ment begangenen Diebſtähle durch jugendliche
Perſonen, über die hier laute Klage geführt wird. Es
Feuilleton.
C. K. Goldüberfluß als Teuerungsurſache. Als Grund
für die ſtetig zunehmende Teuerung führt ein
amerika=
niſcher Gelehrter einen auf den erſten Blick höchſt
über=
raſchenden Faktor an, nämlich die Vermehrung der
Gold=
produktion in den letzten Jahren. Der Nationalökonom
Rainer erinnert in einer intereſſanten Arbeit an das
öko=
nomiſche Geſetz, daß Goldüberfluß notwendig die
Ver=
minderung ſeines relativen Wertes hervorruft und damit
eine allgemeine Teuerung bedingt. Seit 1884 hat ſich die
ausgemünzte Menge Goldes verdoppelt während
die Bevölkerung der weißen Raſſe in der gleichen Zeit nur
um etwa 22 Prozent angewachſen iſt. Die
Ueberproduk=
tion von Gold verringert aber, mag der theoretiſche Wert
des koſtbaren Metalls auch gleich bleiben, ſeinen
prak=
tiſchen Wert und ſeine Kaufkraft. Man erhält alſo für
die=
ſelbe Menge Goldes nicht mehr die gleiche Menge
Lebens=
mittel, deren Produktion nicht in dem gleichen Maße
ge=
ſtiegen iſt. Es läßt ſich beobachten, daß die Erſchöpfung
der kaliforniſchen Goldminen in den beiden Jahrzehnten
von 1870 bis 1890 ein gewiſſes Zurückgehen der
Lebens=
mittelpreiſe zur Folge hatte, während die immer mehr ſich
entwickelnde Ausbeutung der Goldlager von Auſtralien
Alaska und Südafrika ſeit 1890 die gegenteilige Bewegung
nach ſich zog und die allgemeine Teuerung ſtetig vergrößert
hat. So wird nach der Anſicht des Gelehrten die
Teuer=
ungsperiode, in der wir uns gegenwärtig befinden, bis
zur Erſchöpfung der Minen von Transvaal anhalten.
Man hat gegenwärtig in Witwatersrand 180 Millionen
Tonnen Golderz gewonnen. Nach den Unterſuchungen
bleiben noch 264 Millionen Tonnen zu fördern, von denen
jede etwa 8 Gramm Gold enthält. Da die jährliche
För=
derung gegen 25 Millionen Tonnen beträgt, ſo wären die
Minen innerhalb von etwa 10 Jahren erſchöpft. In
die=
ſer Zeit wird Transvaal eine neue Maſſe von 200000 Kilo
Gold der Welt geliefert haben. Danach wird nach Rainers
Meinung die jährliche Goldproduktion rapide abnehmen,
denn die Minen Nordamerikas ſcheinen ſchon an der
Grenze ihrer Leiſtungskraft angelangt zu ſein Dann alſo
hätten wir auch Ausſicht, daß mit dem Verſiegen des
Weltgoldregens alles wieder einmal billiger würde!
ml. Eine Reform der engliſchen Küche. Die
Eng=
länder haben ſich endlich der Erkenntnis nicht länger
ver=
ſchließen können, daß ihre Kochkunſt ein ſtark greiſenhaftes
Gepräge zeigt, das heutzutage geradezu vorſintflutlich
an=
mutet. Es dämmert ihnen allmählich, daß jener boshafte
Franzoſe nicht ganz unrecht hatte der England als ein
Land kennzeichnete, das „365 Religionen, aber nur eine
einzige Sauce habe.” Man iſt denn auch derzeitig
ener=
giſch am Werke, dieſem Zuſtande, der die engliſche Küche
in den Ruf der beſchränkteſten aller Nationen gebracht hat
ein Ende zu machen und durch Einrichtung von
Koch=
ſchulen der Reform die Wege zu geben. Dieſe Schulen
ſchießen in den engliſchen Grafſchaften wie Pilze aus der
rde und dienen ausgeſprochen praktiſchen Lebenszwecken.
leberall ſieht man junge Arbeiterinnen, die die Fabriken
für einen Monat verlaſſen, um ſich unter der Leitung
einer Kochkünſtlerin in einem Monatskurſus in Küche und
hauswirtſchaftlichen Dingen auszubilden. So wurden
im Schuljahre 1909/10 die Kochſchulen Englands von
335000 jungen Mädchen beſucht. Ueberdies erhielt aber
noch eine ungezählte Schar junger Mädchen, für die ſich
der Beſuch der Schulen aus Erwerbsrückſichten verbietet,
von Lehrerinnen im Hauſe Unterricht, die die
Schüle=
rinnen in deren Wohnung aufſuchen und ſie dort in allen
Dingen der praktiſchen Wirtſchaftsführung unterweiſen.
* Sprachliche Entgleiſungen. In ſeinem Buche
Volks=
tümliche Redekunſt (Jena, Guſt. Fiſcher) gibt Adolf
Da=
maſchke in dem Kapitel über den „Ausdruck”luſtige Beiſpiele
von verunglückter bildlicher Rede: „Der eifrige
Bürger=
vorſteher legte den Kollegen den Schmutz in der
Oſtertor=
ſtraße warm ans Herz. — Der gelbe Neid zieht ſich wie
ein roter Faden durch ſeine Handlungen. — Der kranke
Magen iſt ſeine Achillesferſe. — Die baumloſen Straßen
bilden die Schattenſeiten der Stadt. — Leider nahm er
ſein krankes Bein auf die leichte Achſel. — In den
Städ=
ten des Orients findet ſich ein Schmutz, der ſich gewaſchen
hat. — Ich werde in dieſe Schulzuſtände mit dem ſcharfen
Meſſer der Kritik hineinleuchten. — Dieſes Geſpenſt iſt ſo
abgedroſchen, daß nur noch ein politiſches Wickelkind
dar=
auf herumreiten kann. — Die Unternehmer werden noch
die Haare laſſen müſſen, die ſie ausgebrütet haben. —
Dieſer Antrag iſt wie eine Seifenblaſe, die, wenn man ihr
auf den Zahn fühlt, wie Schnee in der Sonne ſchmilzt. —
Das iſt eine Frage, die man nicht durch die Parteibrille
beleuchten darf. — Der Sturz Delcaſſés war eine
Ein=
tagsfliege. — Zentnerſchwer laſtet auf unſerer Preſſe das
Auge des Geſetzes. — Dieſer Vorſchlag iſt ein Kuckucksei,
das der zweiſchwänzige (tſchechiſche) Löwe ins deutſche
Neſt gelegt hat. — Der große Mann ergriff mit feſter
Hand die Zügel des Staatsſchiffes. — Wir ſtehen mit
einem Fuße im Zuchthauſe, mit dem anderen nagen wir
am Hungertuch. — Die Univerſitäten gleichen rohen
Eiern; kaum berührt man ſie, ſofort ſtellen ſie ſich auf die
Hinterbeine und wehren ſich. — König Ferdinand fand
ſchon im erſten Jahre manches Haar in ſeiner Krone. —
Auch geübten und gewandten Rednern begegnen ſolche
Entgleiſungen. So wehrte Bismarck im vereinigten
Landtag 1847 einen Angriff auf ſeine vielumkämpfte
Judenrede ab: „Der verehrte Redner iſt zum drittenmale
auf dem etwas müde gerittenen Pferde auf mich
einge=
ſprengt, welches vorn Mittelalter und hinten Muttermilch
heißt.” — 1848 erklärte der öſterreichiſche Juſtizminiſter
in einer Rede an die Wiener Studenten: „Der Wagen der
Revolution rollt einher und fletſcht die Zähne.” — In
demſelben Jahre rief der Berliner Demokratenführer
Ottenſoſer das Volk auf: „Machen wir es wie die alten
Griechen, die ihre Schiffe verbrannten, um frei hinaus
ins offene Meer zu ſteuern!“ — Der preußiſche
Finanz=
miniſter v. Scholz erklärte: „Das iſt der eireulus vitiosus,
der ſeit langem wie ein Unſtern über den Reformplänen
der Regierung ſchwebt, von allen Seiten aber nur als
ſpa=
niſche Wand vorgeſchoben wird, hinter der man ſich
ver=
birgt, um nicht Farbe zu bekennen.” — Der preußiſche
Landwirtſchaftsminiſter von Podbielski vertrat einſt die
Intereſſen des „kleinen Metzgers, der das kleine Schwein
vielleicht nur einmal im Jahre ſchlachtet‟.
handelt ſich um Diebſtähle von Kohlen aus den
Lager=
räumen der hieſigen Brauerei, ſowie um
Entwendun=
gen von Rüben u. a. Waren, die an dem Bahnhof
ver=
laden werden.
— Hahn bei Pfungſtadt, 23. Nov. Zum neuen
Bei=
geordneten für unſere Gemeinde wurde bei der am letzten
Mittwoch ſtattgehabten Wahl der Gemeinderat und
Bäcker=
meiſter Friedr. Stark gewählt. Dieſes Reſultat wird von
der Bürgerſchaft freudig begrüßt.
-h- Zwingenberg, 23. Nov. Die Drahtſeilbahn
der „Deutſchen Stein=Induſtrie Reichenbach” am Südende
unſeres Städtchens, die vor etwa 20 Jahren von Herrn
Löbell=Zwingenberg zum Transport von Steinen nach
der Bahn errichtet wurde, wird jetzt wieder abgebrochen
und kommt damit eine Anlage in Wegfall, die der
Ent=
wickelung Zwingenbergs ſehr hinderlich war. Schon ſeit
mehreren Jahren wurde die Drahtſeilbahn nicht mehr
benützt, da der betreffende Bruchbetrieb ſich als unrentabel
erwies. Maurermeiſter Schäfer von Hähnlein hat die
Bahn auf Abbruch gekauft und wird ſchon in den nächſten
Tagen mit den Arbeiten beginnen.
Mainz, 23. Nov. Ein gefährlicher Brand
hätte geſtern mittag in dem Gaswerk auf der
In=
gelheimer Au entſtehen können. Mittags gegen zwei
Uhr ſah man plötzlich eine gewaltige Feuerſäule
zum Himmel emporſteigen; es war kein Zweifel, das Gas
im Werk hatte einen Ausweg gefunden und war in Brand
geraten. Glücklicherweiſe ſtellte ſich die Gefahr aber als
weit geringer heraus, als ſie in Wirklichkeit war. Bei
den Erweiterungsarbeiten im Reinigungshauſe war durch
Selbſtentzündung des Gaſes ein Brand entſtanden, der
jedoch in wenigen Minuten unterdrückt werden konnte, da
man dem Brandherde ſämtliche Quellen abſchnitt. Als
die ſofort alarmierte Feuerwehr eintraf, war bereits jede
Gefahr beſeitigt, ſo daß ſie nicht mehr in Aktion zu treten
brauchte. Ein Sachſchaden iſt an dem maſſiven Bau nicht
entſtanden, nur einige Gerüſtbalken ſind angebrannt. Der
Betrieb, der nur wenige Minuten unterbrochen war, wird
in gewohnter Weiſe fortgeführt. — Der Hausburſche eines
Schneidermeiſters ſtahl ſeinem Arbeitgeber geſtern mittag
eine Stahlkaſſette mit 920 Mark und ging durch.
Mainz=Kaſtel, 23. Nov. Ein etwa zwölfjähriger
Knabe, der beim Viehfüttern von einem Pferde geſchlagen
wurde, iſt geſtern im Rochusſpital ſeinen
Verletz=
ungen erlegen.
Gonſenheim, 23. Nov. Gelegentlich der
Inbetrieb=
ſetzung der neuen Apparatenanlage auf dem Gaswerk
entſtand heute nachmittag eine Betriebsſtörung,
infolge deren die Gaszufuhr nach dem Ortsnetz verſagte
und Störungen in der Beleuchtung der Straßen und
Häu=
ſer eintraten. Gegen Abend war die Betriebsſtörung
wieder gehoben, ſo daß ſich Unzuträglichkeiten nicht
er=
gaben. — Geſtern früh entſtanden bei den erſten
Verbin=
dungen mit Mainz dadurch Verzögerungen, daß an der
Kapellenſtraße ein Wagen entgleiſte. Es
be=
durfte der größten Umſicht, daß bei dem herrſchenden
Ne=
bel und dem ſchnell bis zur Behebung des Hinderniſſes
geänderten Fahrplan ſich kein Unfall ereignete.
Ober=Ingelheim, 23. Nov. Das vier Monate alte
Kind des Arbeiters Volksheimer wurde geſtern
vor=
mittag tot in ſeinem Bettchen aufgefunden. Auf
Anordnung der Staatsanwaltſchaft in Mainz findet
mor=
gen vormittag die gerichtliche Leichenöffnung durch den
Kreisarzt ſtatt zur Feſtſtellung der Todesurſache des
Kin=
des. Die Mutter iſt vor einigen Tagen von hier
ver=
ſchwunden. — Der Neubau des Bauunternehmers
Nich=
tern an der Bahnhofſtraße, der beinahe bis zur
Sockel=
höhe gediehen war, iſt geſtern plötzlich eingeſtürzt.
Es wurde niemand verletzt.
Dienheim, 23. Nov. Eine Fohlen= und
Rinder=
weide für die Provinz Rheinheſſen
beabſich=
tigt die Landwirtſchaftskammer hier zu errichten. Zu
dieſem Zwecke ſollen von der Gemeinde Dienheim etwa
25000 Klafter Weide= und Wieſenland gepachtet werden.
Zur Zeit finden Verhandlungen über die Höhe der
jähr=
lichen Pachtſumme ſtatt.
Wörrſtadt, 23. Nov. Ein Monſtrum von einer
Zuckerrübe erntete der Landwirt Heinrich Reith 3.
von hier. Die Rübe hatte bei einem ſehr reſpektablen
Gewichte die Länge von 1,30 Meter. Im nahen Gau=
Bickelheim erntete ein Landwirt eine Rübe im Gewicht
von über 20 Pfund. Derartige Rieſenexemplare ſind in
dieſem Jahre mehrfach geerntet worden, ein Beweis
von der außerordentlich guten Ernte.
Heppenheim a. d. W., 23. Nov. Hier iſt man
jugen dlichen Wilddieben auf die Spur
ge=
kommen. Zwei noch ſchulpflichtige Jungens haben ohne
Wiſſen eines hieſigen Jägers heimlich deſſen Jagdhund
mitgenommen und in dem der Pfeddersheimer
Jagd=
geſellſchaft gehörigen Revier fröhlich die Jagd auf
Haſen ausgeübt. Die Beute haben die Jungens zu
Hauſe abgezogen, geteilt und ſich im Kreiſe ihrer Familie
den ſchönen billigen Braten gut ſchmecken laſſen. Wie
die „W. Ztg.” hört, ſoll gegen die Jungen wegen
Jagd=
vergehens und gegen die Eltern wegen Hehlerei Anzeige
erſtattet worden ſein. Es dürfte mithin der „billige‟
Braten doch ſehr teuer werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Nov. Auf die bekannt
gewordene Abſicht der Architektenſchaft, dem Erbauer des
Reichstagsgebäudes, Paul Wallot, ein Denkmal
zu ſetzen, hat ſich die Geburtsgemeinde des Künſtlers,
Oppenheim a. Rh., bereit erklärt, einen günſtigen Platz
zur Aufſtellung des Denkmals unentgeltlich herzugeben.
Es beſteht jedoch die Abſicht, das Denkmal entweder im
Reichstagsgebäude ſelber oder in deſſen unmittelbarer
Nähe zu errichten. Hierüber wird nach
Wiederzuſammen=
tritt des Reichstags mit der Ausſchmückungskommiſſion
verhandelt werden. — In der
Abgeordnetenhauskom=
miſſion, in der am Donnerstag die Frage der
Er=
höhung des Tarifs auf den Berliner Stadt=
Ring= und Vorortbahnen im Zuſammenhang
mit der Einführung des elektriſchen Betriebes
beſpro=
chen worden iſt, iſt die Mehreinnahme aus der
Tarif=
erhöhung auf rund acht Millionen Mark geſchätzt
wor=
den. — Bei der Berliner Kriminalpolizei iſt
feit zwei Tagen eine bemerkenswerte Neuerung
einge=
führt worden. Es handelt ſich um die Begründung eines
Fahndungskommandos, das die beſondere
Auf=
gabe hat, auf durchreiſende Defraudanten zu fahnden.
Das Kommando, das dem Leiter des Patrouillendienſtes
unterſtellt und dem Erkennungsdienſt angegliedert iſt,
beſteht vorläufig aus 12 Beamten, ſoll aber ſpäter noch
erweitert werden. Die Neueinrichtung, die übrigens
ſchon in einigen anderen Städten, z. B. in Hamburg,
be=
ſteht, hat ſich in Berlin bereits vortrefflich bewährt.
Schon am erſten Tage ihres Beſtehens wurde am frühen
Morgen ein Reiſender in Berlin ergriffen, der am Abend
vorher in Breslau eine größere Summe unterſchlagen
hatte, Karz darauf wurde am Anhalter Bahnhof ein
Verbrecher mit ſeiner Geliebten verhaftet, der in
Ham=
burg einen Einbruch verübt hatte.
K. Weinheim, 22. Nov. Durch den Feſtausſchuß des
Weinheimer Alten=Herren=Verbandes iſt die
Ein=
weihungsfeier für die in fünf Baujahren durch den
Archi=
tekten Prof. Wienkoop=Darmſtadt vollendete
Wa=
henburg auf den 3. und 4. Mai 1913 feſtgeſetzt
wor=
den. Zugleich wird der Weinheimer Seniorenkonvent
ſein 50jähriges Jubiläum begehen, zu welchem ſämtliche
techniſchen Hochſchulen Deutſchlands ihre korpsſtudentiſchen
Vertreter entſenden werden. Für Montag, den 5. Mai,
iſt ein Ausflug nach Fürth und Aufſtieg zur Burg
Linden=
fels vorgeſehen. Kaiſer Wilhelm und der Großherzog
von Baden ſind zur Teilnahme am Jubiläum eingeladen.
Bayreuth, 22. Nov. Wie von dem Hauſe Wahnfried
naheſtehender Seite erklärt wird, beruhen die in letzter
Zeit verbreiteten Gerüchte von einer ſchweren
Erkrank=
ung von Frau Coſima Wagner auf Erfindung.
Frau Coſima iſt völlig wohlauf und unternimmt täglich
Spaziergänge. Bei der Anweſenheit des Geheimrats
Schweninger in Bayreuth, die dieſen Gerüchten eine
Grundlage zu geben ſchien, handelte es ſich lediglich um
einen Privatbeſuch, den Geheimerat Schweninger der
be=
freundeten Familie Wagner abſtattete.
Saarbrücken, 23. Nov. Ein 18jähriger junger Mann
aus Brebach wurde am vorigen Sonntag, von der
Brebacher Kirmes, anſcheinend von franzöſiſchen Werbern,
nach Nancy verſchleppt, wo er für die Fremdenlegion
angeworben wurde. Er teilte dies wanigſtens auf einer
Karte den Eltern mit. Der Vater begab ſich ſofort nach
Nancy, doch war ſein Sohn bereits weitertransportiert.
Köln, 23. Nov. Die Stadtverwaltung in Köln plant
eine Ausſtellung in großem Umfang über das
„Kind‟. Die Ausſtellung ſoll einen ſyſtematiſchen
Ueber=
blick über alles geben, was ſich auf die körperliche und
geiſtige Entwickelung des Kindes bezieht. Sie ſoll in
Sonderabteilungen die Hygiene des Kindes, ſeine
Erzieh=
ung, den Unterricht, Spiel und Sport, Jugendpflege und
Jugendfürſorge, die Berufswahl uſw. zur Darſtellung
bringen. Die Ausſtellung iſt für 1915 in Ausſicht
ge=
nommen.
Hannover, 22. Nov. Der kaiſerliche Hofzug.
der den Kaiſer und ſeine Jagdgäſte nach Springe
brachte, traf um 7 Uhr 5 Minuten an der mit Fahnen in
deutſchen und öſterreichiſchen Farben reich geſchmückten
Halteſtelle in der Kaiſerallee ein, wo Automobile zum
Abholen bereitſtanden. Der Kaiſer, in Jagduniform, fuhr
mit dem Erzherzog Franz Ferdinand, von den übrigen
Automobilen gefolgt, nach dem Jagdſchloß im Saupark,
wo um 7¾ Uhr Abendtafel ſtattfand.
Braunſchweig, 23. Nov. Die hieſige techniſche
Hoch=
ſchule beſchloß, dem Großinduſtriellen Auguſt Thyſſen
wegen hervorragender Leiſtungen im techniſchen
Großbe=
triebe die Würde eines Dr. ing. honoris causa zu
ver=
leihen. Auch dem Geheimen Kommerzienrat Schott in
Heidelberg, einem ehemaligen Schüler der Hochſchule,
iſt wegen der Verdienſte in der Zementinduſtrie und
ver=
wandter Stoffe dieſelbe Würde verliehen worden.
Schwerte, 23. Nov. Im Stahlwerk der „
Eiſen=
induſtrie zu Menden=Schwerte Aktiengeſellſchaft” iſt heute
vormittag nach neun Uhr ein Dampfkeſſel
ge=
platzt. Die Gebäude wurden zerſtört. Wie die
Ver=
waltung des Werkes mitteilt, wurden bei der Exploſion
zwei Arbeiter getötet, einer ſchwer und drei leicht
ver=
letzt. Die Aufräumungsarbeiten dauern fort. Der
Be=
trieb wird am Montag in vollem Umfange wieder
auf=
genommen werden.
Trieſt, 23. Nov. Um ½6 Uhr vormittags wütete
( dem Kurort Grado ein Feuer, das am Weichbild
der Stadt ausgebrochen war und große Dimenſionen
an=
nahm. Die Kurgebäude ſind gefährdet. Die Löſcharbeiten
werden durch ſtarken Wind erſchwert.
Paris, 22. Nov. Wie aus Clermont Ferrand
berichtet wird, wurde im dortigen Bahnhof in einem
Abteil 1. Klaſſe die Leiche des Oberbeamten einer
Verſicherungsanſtalt, namens Ulyſſe Gougon,
aufgefun=
den. Die Unterſuchung ergab, daß Gougon während des
Schlafes von einem Reiſegefährten durch mehrere
Re=
volverſchüſſe getötet und ausgeraubt worden
war. Mehrere Stunden ſpäter gelang es, den Mörder
in St. Etienne feſtzunehmen. Es iſt ein kürzlich wegen
Wahnſinn aus dem Militärdienſt entlaſſener junger
Mann, namens Bobiller Chartier, der Sohn des
Pfört=
ners des Gerichtshofes von Montbriſon.
New=York, 22. Nov. Nach unbeſtätigten Meldungen
ſind bei dem letzten Erdbeben in Mexiko
drei=
zehn Ortſchaften zerſtört worden. Hunderte von Menſchen
ſind umgekommen.
Milwaukee, 23. Nov. Schrank, der das Attentat
auf Rooſevelt verübt hat, wurde auf den Bericht der
Kommiſſion, nach dem er an Größenwahn litt, dem
Irren=
haus in Oſhkoſh überwieſen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Eine Erwiderung.
Die geſamten Korporationen (25) der Großh.
Tech=
niſchen Hochſchule zu Darmſtadt (mit Ausnahme einer
Verbindung) wenden ſich mit einer Erklärung an die
Oeffentlichkeit, die im Anſchluß an den Fall Weiſer die
Ausländerfrage behandelt. Dieſe Erklärung enthält eine
Reihe von Anſchuldigungen gegen die freiſtudentiſche
Be=
wegung und ihre „Wortführer‟ Der unterzeichnete
Aus=
ſchuß ſieht ſich daher gezwungen, ſeinerſeits in die
öffent=
liche Diskuſſion einzugreifen. Zunächſt lehnen wir es
auf das Entſchiedenſte ab, im Zuſammenhang mit der
traurigen Tatſache, daß ein Ausländer auf offener
Straße von einem Deutſchen erſtochen wurde, die
Ausländerfrage aufzurollen. Wir beſchränken uns auf
die Richtigſtellung der Angriffe auf unſere Bewegung
und ihre „Wortführer”.
1. Wir verwahren uns gegen die Behauptung, wir
verteidigten „eine Betätigung von Ausländern, die einen
Mißbrauch des Gaſtrechts darſtellt‟ Das
Toleranz=
prinzip unſerer Bewegung verführt uns lediglich dazu,
den von den akademiſchen Behörden als mit uns
Deut=
ſchen gleichberechtigt anerkannten ausländiſchen
Studie=
renden das Recht der Mitarbeit an der inneren
Organi=
ſation unſerer Bewegung zuzubilligen und ſie mit dem
Wohlwollen zu behandeln, das ein Wirt ſeinen Gäſten zu
ſchulden glaubt.
2. Unſere „Wortführer” haben — das dürfen wir
hier im Namen der Herren feſtſtellen — nicht die Abſicht
gehabt, ſich auf der Studentenverſammlung vom 20.
No=
vember „als Vormund der Ausländer aufzuſpielen”. Sie
ſprachen als deutſche Studenten, von dem
ehr=
lichen Wunſche beſeelt, das Anſehen der deutſchen
Stu=
dentenſchaft zu wahren. Sie glaubten auf das
Entſchie=
denſte für Schritte eintreten zu müſſen, die das
Verhal=
ten deutſcher Studenten im Falle Weiſer mißbilligten,
auf das Entſchiedenſte, da auch auf der
Studentenver=
ſammlung die Meinung laut wurde, die kn dem
Sätzen der Korporationserklärung gipfelt: „Charakteriſtiſch
für dieſe Ausländer iſt es, daß mehrere von ihnen Waffen
ei ſich führen. Wir leben in einem geordneten Staate,
wo ſolche Vorſichtsmaßregeln überflüſſig ſind und
die=
ſen Herren nur verhängnisvoll werden
können.‟ Das heißt doch: Verhängnisvoll iſt dem
Toten das Revolvertragen geworden.
3. Die drei ſchwerwiegendſten Theſen der
Korpora=
tionserklärung werden durch folgenden Satz
er=
ſchöpfend begründet: „Die Gründe hierfür mögen
unerörtert bleiben!”!!) Sollten alle Korporationen die
Erklärung in dieſer Form und Faſſung unterſchrieben
haben?
Der Ausſchuß der Freien Studentenſchaft Darmſtadt
Der Balkankrieg.
Oeſterreich=Ungarn und die Balkankriſe,
* Wien, 23. Nov. Das Fremdenblatt ſchreibtt
Jahrzehntelang hatte die öſterreichiſch=
ungari=
ſche Monarchie gegen das Mißtrauen anzukämpfen,
das man auf dem Balkan ihren politiſchen Zukunftsplänen
entgegenbrachte. Die ſyſtematiſch betriebene Kampagne
in einem Teile der ausländiſchen Preſſe trug dazu bei,
in den Balkanvölkern den Glauben wach zu erhalten,
daß=
die Endabſichten der Monarchie darauf gerichtet ſeien, im
Falle des Außerkrafttretens des durch den Berliner
Kon=
greß etablierten Status quo mit einer agreſſiven
terri=
torialen Politik auf dem Balkan vorzugehen. Der „
Vor=
marſch nach Saloniki” wurde mit der Zeit der
Sammel=
name für all dieſe Verdächtigungen. Der Ausbruch der
jüngſten Balkankriſe erſt gab der Monarchie die erwünſchte
Gelegenheit, den Tatſachenbeweis für das Gegenteil der
hr bisher zugeſchriebenen Politik zu erbringen.
Das Blatt führt mehrere Beweiſe des
Entgegenkom=
mens und der freundſchaftlichen Haltung an, die
Oeſter=
reich=Ungarn während des Krieges den
Balkan=
ſtaaten gegenüber bezeigte und fährt fort: Iſt es uns
nun hoffentlich gelungen, das gegen uns beſtehende
Miß=
trauen der Balkanvölker in Betreff unſerer angeblichen
Wünſche nach territorialer Expanſion zu beſiegen, ſo ſehen
wir uns heute vor die Erſcheinung einer neuen
von Mißtrauen geſtellt, das ſich diesmal
haupt=
ſächlich gegen die von unſerer Oeffentlichkeit diskutierte
Notwendigkeit, die Wahrung unſerer wirtſchaftlichen
Intereſſen auf dem Balkan, richtet. Die volle
Berechti=
gung dieſer Intereſſen wird zwar von keiner Seite in
Abrede geſtellt, wohl aber gibt man ſich da und dort den
Anſchein, zu glauben, daß von uns bloß die Mittel
vor=
geſchoben werden ſollen, um auf Umwegen wirtſchaftliche
Privilegien und die Einſchränkung der politiſchen
Unab=
hängigkeit der Balkanſtaaten zu erwirken. Die
Aeußerun=
gen dieſer Art werden wir uns vielleicht daraus zu
er=
klären haben, daß die Politik einzelner Balkanſtaaten
mög=
licherweiſe Zwecke verfolgt, die von dieſen Staaten ſelbſt
ſchon heute als mit den Intereſſen der Monarchie nicht
vereinbar erkannt werden. Um ſolchen Auffaſſungen
endgültig den Boden zu entziehen, wollen wir neuerlich
betonen: Oeſterreich=Ungarn ſtrebte auch in dem ſich amd
meiſten exponiert fühlenden Serbien durchaus keine
wirt=
ſchaftliche Sonderbegünſtigung an, ſondern wünſchte
le=
diglich das zu erreichen, was die berechtigten Intereſſen
erheiſchen. Es muß ihm die Sicherheit gegeben werden
die durch die geographiſche Lage und althergebrachten
kommerziellen Verbindungen gegebenen Vorteile für den
Handel auszunutzen und eine weitere Ausgeſtaltung der
handelspolitiſchen Verbindungen unter Berückſichtigung
der beiderſeitigen Intereſſen im Wege der
Vereinbarun=
gen anbahnen zu können, welche weder die wirtſchaftlichen
Selbſtändigkeit Serbiens noch den Mitgenuß durch andere
ausſchließen.
Unter allen Umſtänden wird Oeſterreich=Ungarn dafür
Sorge tragen müſſen, daß ſein Handel nicht nur
inner=
halb der bisherigen Grenzen der Balkanſtaaten, ſondern
auch in dem nach dem Friedensſchluſſe eventuell
erwei=
terten Gebiet ſeine Stellung behauptet und ſich entwickeln
könne, ſowie daß ſeinem Levantehandel der freie Weg
nach und über Saloniki geſichert bleibe. Hierin kann von
keiner Seite eine gegen die freie wirtſchaftliche
Entwick=
lung der Balkanſtaaten gerichtete aggreſſive Tendenz
er=
blickt werden und die von Oeſterreich=Ungarn
diesbezüg=
lich gewünſchten Garantien können von den Balkanſtaaten,
auch zunächſt von dem in Betracht kommenden Serbien,
ohne die geringſte Einbuße an politiſcher oder
wirtſchaft=
licher Selbſtändigkeit um ſo eher gegeben werden, als
Oeſterreich=Ungarn ſich gegen die Eröffnung eines
Zu=
ganges für Serbien zum Adriatiſchen Meere nur
inſo=
weit ablehnend verhält, als dieſer Zugang im Wege
terri=
torialer Erwerbungen an der Oſtküſte der Adria
ange=
ſtrebt wird.
H. B. Berlin 23. Nov. Der Generalſtabschef der
öſterreichiſch=ungariſchen Armee, Feldmarſchalleutnant
von Schemua iſt in Begleitung ſeines perſönlichen
Adjutanten, Major von Pohl, geſtern vormittag 9 Uhr,
eine Stunde vor der Ankunft des öſterreichiſchen
Thron=
folgers, Erzherzog Franz Ferdinand aus Wien, in
Berlin eingetroffen. Im Laufe des
Vormit=
tags begab ſich Generalſtabschef von Schemua zum
Ge=
neralſtabschef von Moltke, mit dem er eine längere
Unter=
redung hatte. Feldmarſchalleutnant Schemua trat noch
abends die Rückreiſe nach Wien an.
H. B. Wien, 23. Nov. Die Neue Freie Preſſe
ſchreibt in Beſprechung der Reiſe des
General=
ſtabschefs von Schemua nach Berlin So
kurz die Ausſprache des deutſchen und öſterreichiſch=
unga=
riſchen Generalſtabschefs geweſen iſt, ſo beunruhigt ſie
doch, denn ſie zeigt, wie ernſt die Kriſe
iſt, in der wir leben. Aus allem, was man aus
Rußland hört, darf geſchloſſen werden, daß in
Peters=
burg außer der offiziellen Regierung noch eine Neben=
Regierung exiſtiert, welche die tatſächliche Macht an ſich
geriſſen hat, die Armee an die Grenze ſchickt und dier
Kriegs=Vorbereitungen trifft, die die
Friedens=
politik gefährdet, die das amtliche Rußland ſowie
die Diplomatie hinter ſich hat. Deshalb iſt ganz Europa
voll Unruhe und deshalb haben wir das Gefühl, als
könn=
ten große Ereigniſſe eintreten. Deutſchland, Oeſterreich
und Italien haben durch ihr Bündnis ſchon mehrere Male
den Frieden gerettet und in dieſer Machtgemeinſchaft iſt
der Glaube vorhanden, daß es zum äußerſten nicht
kom=
men wird
HIB. Wien, 23. Nov. Die Nachricht von der
Kon=
ferenz, die der öſterreichiſche Generalſtabschef,
Feldmarſchalleutnant von Schemua, geſtern
in Berlin mit dem deutſchen Generalſtabschef von Moltke
hatte, hat hier das größte Aufſehen hervorgerufen. Die
leitenden Wiener Blätter begleiten die Nachricht mit den
ernſteſten Kommentaren. Gleichzeitig bringen
mehrere Blätter ausführliche Nachrichten über die
Mo=
biliſierungen in Rußland. Intereſſante Daten
bringt die Reichspoſt, welche erzählt, daß der Zar, der
nach Zarskoje Sſelo zurückgekehrt iſt, ſofort den
Kriegs=
miniſter Suchomlinow zu ſich beordert habe, nachdem ihn
in Spala der Großfürſt Nikolaus Nikolajewitſch beſucht
hatte. Dieſer Umſtand wird dahin gedeutet, daß der Zar
die Mobiliſierungs=Order für 24 Armeekorps
unterzeich=
nen werde. (?) Die Vorbereitungen für die
Mobiliſier=
ung ſeien bereits ſeit einiger Zeit im Gange u ſouen
am 28. November abgeſchloſſen ſein.
— Wien, 23. Nov. Hier herrſcht große Erregung
infolge der Einberufung der Reſerviſten des
Wiener Armeekorps. Die Zeitungen wurden mit
Anfra=
gen beſtürmt, ob der Krieg bereits erklärt ſei. Von
ein=
geweihter Seite wird erklärt, es handele ſich vorläufig
nur um die Erhöhung der Kopfſtärke einzelner
Truppen=
teile als Vorbereitung für eine
Mobiliſier=
ung. Dieſe Verſtärkung iſt eingetreten bei den drei
galiziſchen Armeekorps in Krakau, Pryemysl und
Lem=
berg. Dieſe Aktion richtet ſich gegen die
Mobiliſier=
ung Rußlands. Bezüglich des Wiener Armeekorps
iſt es noch unbeſtimmt, ob einzelne ſeiner Teile die
Be=
ſtimmung nach Süden erhalten oder ob das ganze Korps
nach Galizien geht. Die Armeekorps in Temeswar und
Agram werden ebenfalls auf erhöhten Mannſchaftsſtand
gebracht. Bei den Armeekorps in Serajewo und Raguſa
iſt die Verſtärkung wahrſcheinlich ſchon durchgeführt. In
Bosnien werden die Telegraphen=Trains= und
Artillerie=
formationen auf erhöhten Mannſchaftsſtand gebracht. Die
in der Heimat befindlichen Kriegsſchiffe erhielten Order,
ſich bereit zu ſtellen. Für die nächſten Tage wird eine
Er=
klärung der Regierung über die militäriſche Lage
er=
wartet.
Die Haltung der Mächte.
* London, 23. Nov. Der Premierminiſter
ſagte geſtern auf dem liberalen Parteitag in
Notting=
ham folgendes über die auswärtige Lage: Ich
verſuchte vor 14 Tagen in der Guildhall die Haltung
Englands und, wie ich damals glaubte und auch heute
glaube, die Haltung der übrigen Mächte
ange=
ſichts des Krieges klar und genau zu bezeichnen. Dieſe
Haltung hat ſich, ſoviel ich weiß, in keiner Weiſe
gan=
dert. Wir alle wünſchen dringend weiteres Blutvergießen
zwiſchen den kriegführenden Parteien zu verhindern. Wir
wünſchen noch dringender, das Gebiet möglicher
Kon=
flikte zu beſchränken und zu umgrenzen. Die Mächte
ar=
beiten zu dieſem Zweck zuſammen und ich wiederhole
heute und ich freue mich, es tun zu können, daß,
wäh=
rend wir und die anderen an unſeren
Freund=
ſchaften und Verſtändigungen mit ungeminderter
Be=
ſtändigkeit feſthalten, wir alle überzeugt ſind, daß es in
dieſer gemeinſamen Politik aller keine Uneinigkeit in dem
Wunſche oder der Abſicht beſteht und daß es im Intereſſe
des Friedens und eines friedlichen, dauerhaften
Zuſtan=
des liegt, daß ſpezielle Einzelfragen nach Möglichkeit
zurückgeſtellt werden und, wenn die Zeit kommt, alle
Ziele bei der allgemeinen und endgültigen Abrechnung
behandelt werden.
Daily Graphic bemerkt, die Worte des
Premiermini=
ſters könnten nicht als inhaltloſe Form aufgefaßt werden
und ſeien offenbar ſo zu verſtehen, daß Oeſterreich=Ungarn
mit den anderen Mächten zuſammengeht und ebenfalls
bereit ſei, die Vorteile eines allgemeinen Ausgleichs vor
der ſpeziellen Abrechnung anzuerkennen. Die Erklärung
müſſe daher als gewiſſer Gegenzug gegen die erneuten
Alarmnachrichten aus Wien angeſehen werden.
Die Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel, 22. Nov. Die
Waffen=
ſtillſtandsbedingungen der verbündeten
Balkanſtaaten ſetzten die Uebergabe von Janina an
die Griechen, Skutari an die Montenegriner, Monaſtir an
die Serben und Adrianopel an die Bulgaren feſt, ferner
die Einſtellung der Truppen= und Munitionsſendungen
nach der Tſchataldſcha=Linie und die Verpflichtung, bei
Tſchataldſcha keine neuen Befeſtigungen zu errichten.
Außerdem ſollen die aus Anatolien kommenden Truppen
an jenen Punkten, wo ſie ſich im Augenblick des Abſchluſſes
des Waffenſtillſtandes befinden, verbleiben. Die
Kriegs=
ſchiffe an den Küſten von Derkos und Bujuk=Tſchekmedje
ſollen nach Konſtantmopel fahren.
* Sofia 22. Nov. Der Sobranje=Präſident,
Da=
new der Gehilfe des Generaliſſimus, Sawow, und der
Chef des Generalſtabs, Fitſchew wurden ſeitens
Bul=
gariens mit den Waffenſtillſtandsverhand=
Konzerte.
* In dem gut, wenn auch nicht voll beſetzten Saale
der Turngemeinde gab Herr Profeſſor Willy
Bur=
meſter zum Beſten des Feſthaus=Vereins am
Sams=
tag abend ein Konzert, das ihm Erfolge und Beifall in
reichſtem Maße eintrug und von neuem bewies, daß
Burmeſter einer der bedeutendſten, wenn nicht zurzeit
der bedeutendſte Vertreter ſeiner Kunſt iſt. Das
Pro=
gramm enthielt als erſte Nummer Sonate in Es=dur,
op. 12 Nr. 3, für Violine und Klavier von Beethoven,
der ein Konzert in A=moll für Violine mit
Klavierbegleit=
ung von Viotti ſolgte. Den zweiten Teil bildeten kleinere
Stücke, meiſt Tänze, von Martini, Hummel, Weber und
Field in Burmeſters Bearbeitung und die Fauſt=Fantaſie
von H. Wieniawski.
Die Vorzüge von Burmeſters Kunſt ſind ſo oft und
in Superlativen geſchildert worden, daß uns zu ihrem
Preiſe faſt nichts mehr zu ſagen übrig bleibt. Er iſt kein
Virtuoſe, ſondern ein wirklicher, gottbegnadeter
Künſt=
ler, dem natürlich das Rüſtzeug eines Virtuoſen in einer
kaum zu übertreffenden Reichhaltigkeit und Vollendung
zu Gebote ſteht. Die Schönheit und Seele ſeines Tones
ſind das einfache und doch ſchwer zu definierende
Ge=
heimnis des Zaubers, den ſeine Kunſt auf die Hörer
aus=
übt. Die Seele ſeines Spiels offenbart ſich ebenſowohl
in einem grandioſen Beethovenſchen Adagio, wie in dem
kleinſten der Tanzſtücke, in deren Wiedergabe Burmeſter
ſo groß iſt, ebenſoſehr in den höchſten Flageolettönen,
mit deren Herausbildung er höchſte Kunſt vereinigt, wie
in den prachtvollen Cellotönen der G=Saite ſeines
herr=
lichen Inſtrumentes. Glanzpunkte des erſten Teils des
Programms waren die beiden Adagios, während in den
kleineren Stücken, von denen zwei wiederholt werden
mußten, die unübertreffliche Leichtigkeit und Grazie ſeiner
Bogenführung und die vollendete Kunſt und Feinheit
ſeiner Tonbildung bewundert werden konnten. Nach der
glänzend geſpielten Schlußnummer gab er noch zwei
Stücke zu, darunter Air von Bach, die unvergeßliche
Ein=
drücke hinterließ.
Herr Hofpianiſt Alfred Schmidt=Badekow,
der Herr Burmeſter auf dem Klavier begleitete, bewährte
ſich in dem Vortrag von vier kleineren Kompoſitionen
von Brahms, Stojowski und Berger als ein Pianiſt, der
über eine elegante Technik und ein ſolides Können
ge=
bietet.
lungen betraut, und reiſen unverzüglich nach
Tſcha=
taldſcha ab, um ſich mit den türkiſchan Delegierten zu
be=
ſprechen. Ferner werden Tſchapraſchikow, Sekretär des
politiſchen Kabinetts des Königs, und Stanojow, Rat im
Miniſterium des Aeußern, die bulgariſchen Delegierten
unter dem Titel von Sekretären begleiten.
* Konſtantinopel, 22. Nov. Sabah ſagt bei der
Beſprechung der Friedensverhandlungen:
Vor allem müſſen die vier Balkanſtaaten das Prinzip der
Aufrechterhaltung der Türkei als europäiſche Balkanmacht
zuſtimmen. Bei Zulaſſung dieſes Prinzips gelangen die
Verhandlungen leicht zum Abſchluß. Wir wünſchen den
Frieden, jedoch dürfen die Opfer, die von uns verlangt
werden, nicht unſere Lebensintereſſen preisgeben.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Sofia 22. Nov. Die Agence Bulgare tritt den
Meldungen entgegen, wonach die bulgariſchen
Truppen in dem oder jenem Kampfe enorme
Ver=
luſte erlitten hätten, die Cholera=Verheerungen in der
bulgariſchen Armee anrichte und bulgariſche Soldaten
gegen türkiſche Verwundete Grauſamkeiten
ver=
übten. Dieſe und ähnliche Erzählungen ſeien von
gewiſ=
ſen ausländiſchen Berichterſtattern, die infolge der ſtrengen
Beſtimmungen des Reglements über den
Informations=
dienſt oder wegen der Verletzung militäriſcher
Vorſchrif=
ten von Muſtafa Paſcha zurückgeſchickt worden und
ent=
täuſcht geweſen ſeien, keinen Informationsdienſt im
gro=
ßen Stile machen zu können, erfunden worden. Die
Agence Bulgare verwahrt ſich dagegen, daß gewiſſe
Korreſpondenten, obwohl in Sofia tätig, ihre Depeſchen
aus dem Hauptquartier datierten, um ihnen den Anſchein
einer kompetenten Quelle zu geben.
* Sofia, 22. Nov. Das Blatt Mir meldet: Die
Türken unternahmen in Adrianopel vorgeſtern einen
Ausfall, um das von den Bulgaren beſetzte Fort
Kartal Depeh wieder zu erobern. Sie ſind jedoch genötigt
worden, ſich unter Zurücklaſſung von 350 Toten in die
Feſtung zurückzuziehen.
* Rjeka 22. Nov. Die montenegriniſche Artillerie
ſetzt das Bombardement von Skutari fort,
wenn auch weniger heftig als ſonſt. Das Feuer wurde
heute einige Stunden ausgeſetzt. Es wird das baldige
Eintreffen des Befehls der Einſtellung der Feindſeligkeiten
erwartet. In den Kreiſen der fremden Staatsangehörigen
verlautet, daß unter den Bedingungen für den
Waffenſtill=
ſtand vor Skutari von montenegriniſcher Seite auch
ver=
langt wird, daß die Stadt ſich ergebe und die türkiſche
Garniſon die Waffen ſtrecke, dagegen würde freier Abzug
nach Stambul gewährt werden. Weiter ſoll verlangt
ſein, daß General Martinowitſch an der Spitze der
Trup=
pen in Skutari einmarſchiere.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 23. Nov. (Amtlich.) Der
Generaliſſimus telegraphiert unter dem 22. November,
3 Uhr 20 Minuten nachmittags. Geringfügiges
Geſchütz=
feuer herrſchte geſtern auf dem rechten Flügel. Eine
feind=
liche Batterie, welche bei Izzedinkei ſtand, beſchoß einen
Augenblick lang die Verſchanzungen bei Mektebirharbie,
worauf die türkiſchen Batterien antworteten. Die
Auf=
klärungsabteilungen, die von dem rechtten Flügel
aus=
geſchickt wurden, erbeuteten eine Menge Waffen und
Aus=
rüſtungsgegenſtände, die der Feind zurückgelaſſen hatte.
Die Bulgaren bombardierten Bujuk=Tſchekmedſche und
feuerten etwa 80 Granaten ab. Die Flotte erwiderte das
Feuer und brachte die feindlichen Batterien zum
Schwei=
gen. Geſtern nacht rückten vom Zentrum abgeſandte kleine
Erkundigungsabteilungen bei Izzedinköi vor; es gelang
ihnen, den Feind zurückzuwerfen und ihm ſtarke Verluſte
zuzufügen, und auch ſeine Artillerie, die auf den Höhen
ſüdlich von Izzedinköi aufgeſtellt war, zur Einſtellung des
Feuers zu bringen. Die Verluſte der türkiſchen
Abteilun=
gen ſind unbedeutend Eine zweite Depeſche des
Gene=
raliſſimus vom 22 November, 9 Uhr abends, beſagt: Auch
heute war ſchwacher Geſchützkampf auf einigen Punkten
der Kampflinie. Der Infanteriekampf war von geringer
Bedeutung und vollzog ſich im Zentrum. Die
Rekog=
noszierungen, die ſich auf vier bis fünf Kilometer
erſtreck=
ten, ließen erkennen, daß das Terrain mit mehreren
Tau=
ſend Leichen bulgariſcher Soldaten bedeckt war.
* Konſtantinopel, 23. Nov. Der tückiſche
Bot=
ſchafter in Berlin, der an den
Friedensverhand=
lungen teilnehmen ſoll, kommt in der nächſten Woche hier
an. Die von der Pforte zurückgewieſenen
Waffenſtill=
ſtandsbedingungen umfaßten auch die Uebergabe der
gan=
zen Tſchataldſcha=Verteidigungslinie an die Bulgaren.
* Bukareſt 23. Nov. Geſtern traf im
Miniſte=
rium des Aeußern die amtliche Mitteilung aus Sofia ein,
daß der Präſident der Sobranje, Danew, nach Bukareſt
kommen werde. Seine Ankunft verzögert ſich, da er an
den Waffenſtillſtands=Verhandlungen in
Tſchataldſcha teilnimmt. Man erwartet ſie nächſte
Woche. Der Entſchluß der bulgariſchen Regierung.
Da=
new nach Bukareſt zu entſenden, ruft hier allgemeine
Be=
friedigung hervor. Man hofft von den bevorſtehenden
rumäniſch=bulgariſchen Verhandlungen
eine Feſtigung des guten Verhältniſſes der beiden
Staa=
ten, auf welche man hier ſtets Wert legte, insbeſondere
aber, ſeit Take Jonescu dem Miniſterium angehört, der
zu jenen rumäniſchen Staatsmännern gehört, die möglichſt
freundſchaftliche Beziehungen zu Bulgarien zur
Grund=
lage ihrer Politik machten.
* Wien 23. Nov. Aus Sofia wird ein
ſtar=
er Umſchwung gemeldet. Der Krieg habe
Bul=
garien große Opfer, den anderen Verbündeten aber den
Hauptgewinn gebracht. Man wirft dem Könige vor, daß
er ſich von Rußland umgarnen ließ, das jetzt Bulgarien
in den Rücken falle und Serbien begünſtige. Richtiger,
als die Anlehnung an Rußland wäre ein
öſterreichiſch=
bulgariſch=rumäniſches Balkan=Abkommen geweſen.
* Peſt, 23. Nov. Um 1 Uhr nachmittags ging von
Peſt die erſte Donauflottille, beſtehend aus zwei
Monitoren, zwei Torpedobooten und vier kleineren
Kriegsſchiffen, mit der Beſtimmung nach Semlin ab. —
Großes Aufſehen erreate es heute vormittag, als bei den
Angeſtellten der elektriſchen Straßenbahn im Depots
ſtäd=
tiſche Organe erſchienen, die den dort anweſenden
Schaff=
nern und Motorführern die Einberufungsorder
aushän=
digten, mit der Verpflichtung, ſich morgen bei ihren
Truppenkörpern einzufinden. Die betreffenden
Angeſtell=
ten mußten ſofort abrechnen und wurden nach Hauſe
ent=
laſſen, um ihre Angelegenheiten zu ordnen.
* Berlin, 23. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: In der Preſſe ſind Angaben über ein
Telegramm des Kaiſers nach der Einnahme von Saloniki
an die Kronprinzeſſin von Eriechenland aufgetaucht, das
mit Hurra! Hurra! Hurra! ſchloß. Ein ſolches Telegramm
des Kaiſers exiſtiert nicht.
* Konſtantinopel, 24. Nov. Es wird der
Ge=
danke erwogen, die Matroſen der fremden Kriegsſchiffe
wieder einzuſchiffen. Nachdem Bulgarien
gemäßig=
tere Friedensbedingungen angeboten hat, werden heute
neue Verhandlungen erwartet.
* Sofia, 24. Nov. Die Militärattachees
kehrten geſtern von Kirkkiliſſe, wo ſie ſeit einer Woche ſich
aufhielten, nach Stara Zaroga zurück.
* Sofia, 24. Nov. Um 5 Uhr früh unternahmen
zwei türkiſche Bataillone gegen einen Teil der
bulgari=
ſchen Stellungen an der Tſchataldſcha=Linie einen
An=
griff, wurden jedoch mit beträchtlichen Verluſten
zurück=
geſchlagen. Auf den anderen Punkten der Tſchataldſcha=
Linie kam es zu kleinen Kämpfen.
Die ganze letzte Nacht hindurch und auch heute
be=
ſchoſſen die Türken die bulgariſchen Verſchanzungen vor
Adrianopel mit ſchwerem Geſchütz, jedoch ohne Erfolg. Aus
der Feſtung von Adrianopel entflohene türkiſche Soldaten
berichten, daß die Lage der Garniſon verzweifelt ſei. Die
Lebensmittelvorräte ſeien dem Ende nahe, die Soldaten
er=
hielten nur jeden dritten Tag ein Stück Brot und die
Stadt ſei von Flüchtlingen überfüllt. Die Spitäler ſowie
die Privatgebäude ſeien voll Verwundeter.
Die bulgariſchen Bevollmächtigten ſind
abends in der Stadt Tſchataldſcha angekommen.
Nach Konſtantinopel wurde gemeldet, daß die
Zuſammen=
kunft der Bevollmächtigten zwiſchen den von beiden
Ar=
meen eingenommenen Stellungen erfolgen werde.
* Wien 24. Nov. Die Blätter ſtellen feſt, daß die
Nachrichten über die Rüſtungen Rußlands an der
Nordoſtgrenze Oeſterreich=Ungarns, deren Zweck nicht klar
ſei, hier mit großer Ruhe und Kaltblütigkeit
aufgenom=
men werden. Sollte es ſich dabei um einen Verſuch zuc
Einſchüchterung Oeſterreich=Ungarns in der
Geltendmach=
ung ſeiner gewiß berechtigten Politik Serbien gegenüber
handeln, ſo würden die militäriſchen Maßregeln
Ruß=
lands ihren Zweck verfehlen, da die Monarchie von ihren
minimalen Forderungen nicht abgehen werde. Auch die
Reichspoſt konſtatiert, daß die erwähnten Nachrichten in
Wien ohne Nervoſität aufgenommen worden ſeien.
* Wien 24. Nov. Die von ausländiſchen Zeitungen
verbreiteten Nachrichten über umfangreiche militäriſche
Vorkehrungen Oeſterreich=Ungarns ſind ſtark übertrieben.
In Wirklichkeit handelt es ſich nur um die Komplettierung
der Friedensbeſtände einzelner Truppenkörper und ſomit
um eine einfache Sicherungsmaßnahme. Alle Gerüchte
von einer Mobiliſierung ſind vollkommen haltlos.
Die Abreiſe des Erzherzogs Franz Ferdinand.
* Wildpark, 23. Nov. Der Kaiſer traf mit
dem Erzherzog Franz Ferdinand, dem
Reichskanzler, den übrigen Jagdgäſten und dem
Gefolge um 9 Uhr 8 Minuten von der Hofjagd in Springe
auf der Fürſtenſtation ein. Die Herrſchaften verweilten
bis zur Abfahrt des öſterreichiſchen Sonderzuges im
Fürſtenzimmer der Station . Später geleitete der Kaiſer
den Erzherzog zum Wagen. Nach herzlicher
Verabſchie=
dung fuhr um 9 Uhr 25 Minuten der Zug in der Richtung
nach Berlin ab. Mit dem Erzherzog begab ſich der
Botſchafter von Szögyeny=Marich nach Berlin. Der
Kai=
ſer begab ſich nach der Abfahrt des Zuges im Automobil
nach dem Neuen Palais.
* Berlin, 23. Nov. Erzherzog Franz
Fer=
dinand traf in Begleitung des Oberhofmeiſters
Frei=
herrn v. Rumerskirch, des Botſchafters v. Szögyeny=
Marich und des Militärattachés Major Freiherr v.
Bie=
nerth in einem Salonwagen um 10 Uhr 26 Minuten auf
dem Anhalter Bahnhof ein. Der Erzherzog verließ den
Wagen nicht, dieſer wurde in den Zug eingeſtellt, der
11 Uhr 15 Minuten nach Wien abging. Botſchafter von
Szögyeny=Marich und Major Freiherr von Bienerth
ver=
ließen nach der Verabſchiedung von dem Erzherzog gegen
11 Uhr den Bahnhof.
Vermiſchtes.
— Das Verſchieben von Briefen und
Poſt=
karten in Druckſachenſendungen bildet
fortge=
ſetzt die Urſache unliebſamer Briefverſchleppungen und
Briefverluſte. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen
durch die Preſſe und trotz unmittelbarer Einwirkung der
Poſtanſtalten auf die Abſender werden viele
Druckſachen=
ſendungen leider immer noch in ſo mangelhafter
Verpack=
ung zur Poſt eingeliefert, daß ſie leicht zu Fallen für kleine
Sendungen werden. Als beſonders gefährlich in dieſer
Beziehung erweiſen ſich, wie neue Feſtſtellungen beſtätigen,
die häufig zur Verſendung von Druckſachen benutzten
offenen Briefumſchläge, bei denen die Abſender die
am oberen Rand oder an der Seite vorhandene Klappe
nach innen einſchlagen. In den dadurch entſtehenden
Spalt verſchieben ſich unbemerkt Briefe, Poſtkarten uſw.,
die dann in der Druckſache oft weitere Irrfahrten machen.
Im eigenſten Intereſſe des Publikums muß eindringlich
davor gewarnt werden, die Klappe ſolcher Umſchläge nach
innen einzuſchlagen; diel beſſer iſt es, die Klappe
über die Rückſeite loſe überhängen zu
laſſen. Als recht zweckmäßig haben ſich Umſchläge
be=
währt, die an der Verſchlußklappe einen zungenartigen
Anſatz haben, der in einen äußeren Schlitz des Umſchlags
geſteckt wird. Sie ſichern den Inhalt vor dem
Heraus=
fallen und verhindern das Einſchieben anderer Sendungen,
ihre möglichſt ausgedehnte Verwendung iſt im allgemeinen
Intereſſe zu wünſchen. Verhältnismäßig häufig
verſchie=
ben ſich auch Briefe uſw. in Zeitungen, die unter
Streif=
band verſchickt werden. Es iſt dringend zu raten, die
Streifbänder ſo feſt wie möglich um die Zeitungen zu
legen, nachdem dieſe umſchnürt worden ſind.
Literariſches.
— Der kleine Jan Bluhme. Eine Erzählung
für die Jugend von Dikken Zwilgmeyer. Aus
dem Norwegiſchen überſetzt von Martha Buck. Mit ſechs
Vollbildern und zahlreichen Textilluſtrationen von Wilh.
Roegge. Verlag von Levy & Müller in Stuttgart. Eleg.
gebd. 3 Mk. Eine Perle unter den norwegiſchen
Jugend=
ſchriften iſt auch „Der kleine Jan Bluhme”, der zur Zeit
ſeines Erſcheinens einen wahren Sturm der Begeiſterung
unter der Jugend entfeſſelt hat, und das mit Recht, denn
es gibt nur wenige Bücher, die dieſer prächtigen
Erzähl=
ung an die Seite geſtellt werden können. Das Intereſſe
wird vom Anfang bis zum Ende wach gehalten, ſo daß
man das Buch ſchließlich hochbefriedigt aus der Hand
legt. Daher wird auch die Erzählung bei der deutſchen
Jngend dasſelbe Wohlwollen finden wie in Norwegen,
und es iſt im Intereſſe unſerer Buben zu wünſchen, daß
recht viele von ihnen den prächtig ausgeſtatteten Band auf
ihrem Gabentiſche als Feſtgeſchenk vorfinden.
— Adolf Schmitthenner: Treuherzige
Geſchichten. Mit einer Einleitung von Dr. Alfred
Graf, einem Bild des Verfaſſers und Zeichnungen von
Ludwig Berwald. („Hausbücherei”=Band 44.) Verlag
der Deutſchen Dichter=Gedächtnisſtiftung in Hamburg=
Großborſtel. 159 Seiten. Preis gebd. 1 Mk. Dieſer
billige Band der „Hausbücherei” iſt ein Familienbuch,
wie es ihrer nur wenige gibt. Schmitthenner iſt ein
Lieb=
lingsdichter des deutſchen Hauſes und der deutſchen
Jugend, ein Schriftſteller von erfriſchender Fröhlichkeit
und Gemütstiefe. Durch alle ſeine Geſchichten ſcheint das
alte, trauig=ſchöne Lied von der glücklichen Jugendzeir
und dem lieben Heimatland zu klingen.
— Agot Gjems=Selmer: Schweſterchen.
Erzählung. Leipzig, Verlag der Nordiſchen Bücherei von
Georg Merſeburger. Preis karton. 2.25 Mk., gebd. 3 Mk.
(Aus der Sammlung Bücher für die ganze Familie.)
Das iſt ein Buch, nach dem wir alle gerade jetzt in dem
politiſchen Wirrwarr und der großen Unruhe greifen
ſoll=
ten. Es iſt ein Buch für die ganze Familie zur Freude
und Erholung. Es wird ſicher in all den Tauſenden
deut=
ſchen Familien heimiſch werden, wo ſolche Schweſterchen
zu finden ſind; denn es iſt ein Vorbild der reinſten
Heiter=
keit, nämlich der der Freude mit den Kindern. Kurz und
gut, es iſt ein Weihnachtsbuch, wie es ſein ſoll.
Johan Skjoldborg: Sara, Roman. Preis
broſch. 2 Mk., geb. 3 Mk. Verlag der Nordiſchen Bücherei
von Georg Merſeburger, Leipzig. Johan Skjoldborg iſt
unzweifelhaft einer der begabteſten Schriftſteller des
jungen Dänemarks. Maleriſche Plaſtik der Schilderung
und tief eindringliche Pſychologie zeichnen ihn in gleicher
Weiſe aus. Die Eigenheiten ſeiner Kunſt entfalten ſich
am eheſten, wenn er ländliche Menſchen ſchildert, und
hier wieder am ſtärkſten, wenn er der ländlichen Armut
eine Stimme leiht. Unter dieſen Umſtänden mußte ihm
gerade der Stoff der „Sara” liegen. Von der holden
Poeſie der erſten Liebe bis zu der ſchneidenden Tragik des
Schluſſes ſind alle Uebergänge vertreten.
— Hanslottchens ſchönſter Ferientag.
Eine Erzählung für Kinder von Johanna Peißker.
Mit vier bunten Vollbildern nach Aquarellen von Fritz
Bergen. Verlag von Levy & Müller in Stuttgart. Eleg.
gebunden 3 Mk. Hanslottchen iſt ein liebes, herziges
Mädchen, das uns die Verfaſſerin gerade in dem
Augen=
blick vorführt, wo der Schulmonarch ſeine Zöglinge in die
großen Ferien entläßt. Eine Reihe ſorgenfreier Tage
liegt nun vor ihr, in deren ſonnigem Glanz nur ein
trü=
bes Wölkchen ſteht, die Aufgabe des Lehrers, den ſchönſten
Ferientag zu beſchreiben. Das iſt nun für das kleine
Hanslottchen keine leichte Arbeit, denn es erlebt während
der Ferien ſo viel Schönes, daß es lange im Zweifel iſt,
welchen von dieſen herrlichen Tagen es als den ſchönſten
bezeichnen ſoll. Was die an Vorkommniſſen aller Art ſo
reiche Erzählung weit über andere, ähnliche Geſchichten
erhebt, das iſt die warme Freude und das ſonnige
Glücks=
gefühl, das über das Ganze ausgegoſſen iſt und ſich
un=
willkürlich dem Leſer mitteilt. Da iſt nicht eine Epiſode,
die nicht den Charakter des perſönlich Erlebten trüge, und
gerade dieſe unmittelbare wohltuende Wirkung wird dem
Buche in Kinderkreifen bald viele Freunde ſchaffen.
— Das goldene Mädchenbuch. Band III.
Mit Beiträgen hervorragender Schriftſtellerinnen
heraus=
gegeben von Joſephine Siebe. Mit vielen farbigen
Illuſtrationen. Verlag von Levy & Müller in Stuttgart.
(Elegant gebd. 5 Mk.) Der vorliegende dritte Band des
Goldenen Mädchenbuches bietet wieder eine
außerordent=
liche Fülle ſorgfältig gewählten, für junge Mädchen aller
gebildeten Kreiſe geeigneten Materials. Die mit viel
Humor geſchriebene Erzählung von Luiſe Glaß „Die drei
Elſen” wird ſich nicht minder im Sturme die Herzen der
Leſerinnen erobern, als Joſephine Siebes „
Frühlings=
fahrt” eines Backfiſches in das an Kunſtſchätzen und an
Naturreizen ſo reiche Florenz. Auf einen ernſteren Ton
geſtimmt ſind „Der Pummel” von Agnes Hoffmann,
„Selbſterlebtes aus meinen Kinderjahren” von Tony
Schumacher, Die Erdbeeren” von Joſephine Siebe und
„Das Meiſterlein” von Luiſe Glaß; während in den
kür=
zeren Erzählungen „Ferienſtreiche” „Die tapferen
Wä=
ſcherinnen” „Der Penſionär” „Das Preisausſchreiben”
dem Humor wieder der weiteſte Spielraum gelaſſen iſt.
Amanda Sonnenfels entwirft in „Maria Thereſia” ein
farbenprächtiges Bild dieſer großen Gegnerin Friedrichs
des Großen, und Lili Häbler öffnet in „Freund Wald”
den jungen Mädchen die Augen für das geheimnisvolle
Leben und Weben im herbſtlichen Walde. So iſt auch dieſer
dritte, aufs prächtigſte ausgeſtattete Band eine köſtliche
Quelle der edelſten Unterhaltung und geiſtigen Erhebung
und darf unſeren Backfiſchen mit Fug und Recht als eine
geſunde Koſt warm empfohlen werden.
— Deutſche Romantiker in Darſtellungen
von Zeitgenoſſen (mit 13 Porträts), herausgegeben von
G. von Rüdiger. (Band 9 der Pandora=Bücher.) In
Pappband 2.50 Mk., in Leinen 3.50 Mk. Verlegt bei Georg
Müller & Eugen Rentſch in München. Die in dieſem
Pandora=Bande dargebotenen, mit feinen Strichen
ge=
zeichneten Miniaturbilder umſpannen die ganze Romantik
von den Brüdern Schlegel bis zu E. T. A. Hoffmann. Die
Atmoſphäre, wie ſie dieſe geiſtig und kulturell ſo regſame
Zeit geſtaltet hat, gibt dieſes Buch treffend wieder.
Darmſtadt, 25. November.
Prinz Heinrich von Preußen folgte Samstag
ſabend einer Einladung des Offizierkorps des Großh.
Heſſ. Artilleriekorps (Art.=Regt. Nr. 25 ſin deſſen Kaſino
zum Nachteſſen und verweilte daſelbſt von 8 bis nach
1 Uhr. In Begleitung des Prinzen befand ſich deſſen
Adjutant Kavitänleutnant v. Hugo.
Revolverexzeſſe. Schon wieder ereigneten ſich hier
in der Nacht zum Sonntag Exzeſſe, in denen der
Revolver eine Rolle ſpielte. Nach vorausgegangenem
Streit in einem Café am Ludwigsplatz zog einer der
Beteiligten ſeinen Revolver und feuerte. Dem Kaufmann
July hier wurde durch einen Schuß der Kinnbacken
zer=
trümmert. Der Verletzte wurde durch die Rettungswache
ins Krankenhaus verbracht. Der Revolverheld hat bei
der Tat ſelbſt gerufen, er ſei ruſſiſcher Student. Ob dies
zutrifft, konnte noch nicht feſtgeſtellt werden, da der
Burſche ausriß und trotz ſofortiger Verfolgung im
Herrn=
garten entkam.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt unter der Ueberſchrift „Bergfiskus und
Kohlenſyndikat” zu den von Hugo Stinnes auf
der Generalverſammlung der Deutſch=Luxemburgiſchen
Bergwerksgeſellſchaft über die Haltung des
Handelsmini=
ſters zu der Frage der Preiserhöhung für Ruhrkohlen
gemachten Ausführungen: Richtig iſt, daß den
Verhand=
lungen des Bergfiskus wegen der Erneuerung des
Ab=
kommens mit demt Ruhrlohleuſyndikat Verhandlungeig
zwiſchen der Bergwerksdirektion Saarbrücken und
Ver=
tretern der übrigen Saarzechen, insbeſondere mit Stinnes,
vorangingen, die eine Verſtändigung wegen des Verkaufs
von Saarkohlen im Jahre 1913 bezweckten. Die Verhand=
ungen führten deshalb nicht zum Ziele, weil Stinnes für
die Gewerkſchaft Saar und Moſel die Ueberlaſſung einer
größeren Quote verlangte, als zugeſtanden werden konnte.
Bei ſpäteren Beſprechungen des Handelsminiſters mit
Stinnes legte der Miniſter dar, daß der Fiskus zwar
einer Preiserhöhung für Induſtriekohlen mit Rückſicht auf
die gute Lage der Eiſeninduſtrie nicht ubedingt
wider=
ſprechen würde, daß er aber eine Erhöhung der
haupt=
ſächlich für den Hausbrand beſtimmten Sorten nicht würde
mitmachen können. Der Artikel ſchließt: Nach einer
Mit=
teilung in der Poſt ſoll Stinnes geſagt haben:
Populari=
tät ſich in erſter Linie aus fremden Taſchen bezahlen zu
laſſen, iſt auch für den Chef einer Bergverwaltung
un=
ſchön. Sollte dieſe Aeußerung wirklich getan worden ſein
und ſollte Stinnes das Popularitätsbedürfnis für den
Grund der von dem Handelsminiſter eingenommenen
Hal=
tung anſehen, ſo wäre das ein Beweis, daß es kein
hin=
reichendes Verſtändnis für die Aufgaben hat, die dem
Fiskus als Bergbautreibenden obliegen. Der Fiskus hat
nicht lediglich die Aufgabe, auf die Höhe der Ueberſchüſſe
zu ſehen, er muß auch auf das Intereſſe der Konſumenten
billige Rückſicht nehmen. Die Einführung des fiskaliſchen
Bergbaues an der Ruhr erfolgte gerade zu dem Zwecke,
daß der Fiskus Einfluß auf die allgemeine Preisbildung
gewinnen ſollte.
* Berlin, 23. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die Fleiſch=
Enquetekommiſ=
ſion unter dem Vorſitz des Statasſekretärs des Innern
iſt zu ihrer erſten Sitzung zuſammengetreten. Den
Ver=
handlungen wohnten außer den Kommiſſaren des Reichs
und Preußens Vertreter von Bayern, Sachſen, Baden,
Heſſen, Mecklenburg, Lübeck und Bremen bei. Um der
Regierung Zeit zur Klärung einiger ſtatiſtiſcher und
an=
derer Fragen zu geben und Vorbereitungen für die
Ver=
nehmung von 150 Sachverſtändigen zu treffen, wurde in
Ausſicht genommen, die Verhandlungen bis zum 3.
Ja=
nuar auszuſetzen. Die Sachverſtändigen ſollen alsbald
geladen werden. Angeſichts des Einverſtändniſſes
ſämt=
licher Kommiſſionsmitglieder, daß über die
Verhandlun=
gen Stillſchweigen beobachtet werden ſoll, beruhen die in
der Preſſe veröffentlichten Nachrichten über den Gang der
Verhandlungen mehr oder weniger auf Kombinationen.
* Saupark Springe, 23. Nov. Vom
herrlich=
ten Wetter begünſtigt, hat heute die Hofjagd ihren
Anfang genommen. Um neun Uhr verließ der Kaiſer
mit dem Erzherzog Franz Ferdinand das
Jagdſchloß, um in das Revier Hallermundskopf zu fahren,
wo das erſte Jagen auf Sauen ſtattfindet. Die dort
ver=
ſammelte Jägerei empfing den Kaiſer mit dem
Fürſten=
ruß. Nachdem der Kaiſer ſich einige Zeit lebhaft
unter=
halten hatte, wurden die Stände eingenommen und um
¾10 Uhr die Jagd angeblaſen. Kurz darauf fiel vom
Kaiſerſtand der erſte Schuß. Der Kaiſer ſchoß
ausgezeich=
net. Erzherzog Franz Ferdinand hatte rechts vom Kaiſer
ſeinen Stand.
* Saupark Springe, 23. Nov. Nach dem zweiten
Jagen, das um 12½ Uhr im Hallerbruch begann, kehrte
die Jagdgeſellſchaft gegen 2 Uhr in das Jagdſchloß
Springe zurück, wo um 3 Uhr das Diner begann. Kurz
vor 4½ Uhr war vor dem Schloſſe Beſichtigung der Strecke.
Darauf erfolgte die Abfahrt nach der Station Kaiſerallee,
von wo kurz nach 4½ Uhr der kaiſerliche
Sonder=
zug abfuhr.
* Freiburg i. Br., 23. Nov. Das
Eiſenbahn=
unglück bei Leopoldshöhe am 30. März d. J.,
bei welchem zwei Eiſenbahnbeamte den Tod fanden,
brachte den Rangierer Geiſtlinger und den
Hilfsweichen=
wärter Argaſt wegen fahrläſſiger Tötung vor die
Straf=
kammer. Nach viertägiger Verhandlung wurde heute
vormittag ½12 Uhr das Urteil gefällt. Geiſtlinger
er=
hielt 4 Monate Gefängnis, abzüglich 1 Monat
Unterſuch=
ungshaft, Argaſt 2 Monate bezw. 2 Wochen Gefängnis.
* Braunſchweig, 23. Nov. Die Braunſchweigiſche
Landesztg. meldet aus Halberſtadt: Bei der
Rück=
kehr vom Flugplatz ereignete ſich ein ſchwerer
Un=
glücksfall. Drei Arbeiter wollten auf ſer
Weſter=
häuſerſtraße den Fahrdamm der Straßenbahn
überſchrei=
ten Kurz zuvor kam ein in voller Fahrt befindlicher
über=
füllter Straßenbahnwagen daher. Alle drei fielen hin
und wurden von dem Wagen erfaßt. Einer wurde
voll=
ſtändig zerriſſen und verſtümmelt und ſtarb, die anderen
ſind ſchwer verletzt. Auf dem Transport nach dem
Kran=
kenhauſe ſtarb noch einer.
* Hamburg, 24. Nov. Der von hier abgegangene
Dampfer „Rocheford” iſt bei Hawks=Feuerſchiff von
einem unbekannten Dampfer, vermutlich einem
holländi=
ſchen Fiſchdampfer, angerannt worden. Er ſank; die
Mannſchaft iſt gerettet und heute von dem Woermann=
Dampter (Edag” nach Homburg zurückgebracht worden.
* Trieſt, 23. Nov. Bei der Feuersbrunſt in
Grade brannte das Grand=Hotel „Lido” nieder.
Men=
ſchenverluſte ſind keine zu beklagen. Der Schaden wird
auf 300000 bis 400 000 Kronen geſchätzt. Es wird
Brand=
ſtiftung angenommen.
* Paris, 24. Nov. Nach einer Blättermeldung aus
Tanger ſei die Lage des Prätendenten El Hiba
in=
folge ſeiner letzten Schlappe bei Tarudant nahezu
hoffnungslos. El Hiba ſei von den Truppen des
Machzen von allen Seiten umringt und werde ent weder
gefangen werden oder ſich ergeben müſſen.
* Paris, 24. Nov. Wie aus Toulon gemeldet wird,
brach auf dem als Schulſchiff verwendeten Panzerkreuzer
Jeanne d’Arc” während der Fahrt nach Braſilien
infolge Kurzſchluſſes im Dynamomaſchinenraum Feuer
aus. Der Schiffskommandeur ließ, um eine Exploſion
hintanzuhalten, eine Munitions= und eine Pulverkammer
unter Waſſer ſetzen. Das Feuer konnte nach längeren
Anſtrengungen gelöſcht werden.
* Alais, 24. Nov. In der Grube Saint Martin
de Valgalgues fand eine Kohlenſtaub=Exploſion
ſtatt. 24 Bergleute ſollen getötet worden ſein.
* Alais, 24. Nov. Die Kohlenſtaubexploſion
auf der Grube Saint Martin erfolgte in einer Tiefe
von 260 Meter. Die erſte Abteilung der
Rettungsmann=
ſchaften zählte zwölf Leichname, die zwiſchen Trümmern
des Tafelwerkes und der Kohle eingeklemmt ſeien. In
einem großen Teil des Gebietes, in dem ſich die
Kata=
ſtrophe ereignete, laſſen ſich noch keine Nachforſchungen
anſtellen.
— Berlin, 23. Nov. Das Wiederaufnahmeverfahren,
das der frühere Berliner Rechtsanwalt Dr. Fritz
Fried=
mann beantragt hatte, um wieder zur Anwaltſchaft in
Berlin zugelaſſen zu werden, iſt abgelehnt worden.
Petersburg, 23. Nov. Zum zweiten Male ſeit
Menſchengedenken iſt es zwei Gefangenen gelungen,
aus der Schlüſſelburgfeſtung, die auf einer
ein=
ſamen Inſel in der Nähe von Petersburg liegt, zu
ent=
kommen. Die beiden Gefangenen töteten ihren Wärter,
nahmen ihm ſeine Kleider und Waffen ab und ſprangen
ins Meer. Jedenfalls haben ſie das Ufer ſchwimmend
erreicht,
Für jede Mutter
iſt es ein Glück, ein ſo ausgezeichnetes Hausmittel wie „Califig” bei
der Hand zu haben, das ſie ihren Kindern darreichen und gegebenen
Falles auch ſelbſt nehmen kann, wenn immer
es ſich nötig erweiſt, der ſo läſtigen chroniſchen
Stuhlverſtopfung vorzubeugen. Die
an=
genehme, natürliche Weiſe, in der „Caliſig”
die Verdauungsorgane reinigt, ſein
anregen=
der, aromatiſcher Geſchmack und ſein
wohl=
tuender Einfluß auf den Stuhlgang, alle
dieſe Eigenſchaften ſtempeln „Califig” zu
dem idealen Mittel für den Familiengebrauch,
das in keiner Hausapotheke fehlen ſollte.
In allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche. Extra große Flaſche
Mk. 2,50. Beſt.: Syr. fcl Californ. 75, Ext. Senn. Uqu. 20, Elix. Caryoph. comp. 5.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben, guten
Gatten, unſeren Vater, Großvater und Schwie=
(24238
gervater
Herrn
Jacob Niederauer
nach kurzem Leiden im 77. Lebensjahre in ein
beſſeres Jenſeits abzurufen.
Darmſtadt, den 23. November 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Dorothea Niederauer Wwe.,
Familie Adolf Grabe.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Freitag abend verſchied unerwartet unſer
lieber
(B24232
Herr
Wilhelm Kagels
Privatier
was wir teilnehmenden Freunden und
Be=
kannten hierdurch ſchmerzerfüllt mitteilen.
Darmſtadt, den 23. November 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Montag,
nachmit=
tags 2 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die uns beim Hinſcheiden meines teuren
unvergeßlichen Gatten, unſeres Vaters,
Groß=
vaters und Schwiegervaters
(24204
Herrn Peter Breitwieser
erwieſene liebevolle Teilnahme ſagen wir
herz=
lichen Dank.
Frau P. Breitwieſer Wwe.,
Familie Eirich,
Vollrath,
,,
Bauer.
,
Kaiſermühle/Eberſtadt, 22. Nov. 1912.
Tageskalender.
roßh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7½ Uhr: „Die
drei Pintos”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag mit Lichtbilder von Pfarrer D. Waitz um
8 Uhr im Gemeindehaus Mollerſtraße 23 (
Frauenper=
ein der Martinsgemeinde).
Vortrag von Profeſſor Schwarz um 8 Uhr in der
Eliſabethenkirche.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Ludwigshöhe um
4 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr. — Singſpielhaus
„Metropole” um 4 und 8 Uhr.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends).
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Wartburg, von einem Zeppelin=Luftſchiff aus
aufge=
nommen; vom Balkankriege; türkiſche Flüchtlinge bei
ihrer Ankunft in Konſtantinopel; türkiſche Gefangene
werden unter Bewachung durch die Straßen Belgrads
transportiert; die Türken auf der Flucht nach der
Schlacht von Tſchorlu.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereß,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max
Streeſez=
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt,
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
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4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,50
77,60
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,95
3½ do. Conſols . . . 88,50
77,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,20
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
do.
3½
85,90
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,50
4 do. do. (unk. 1918) 99,70
3½
do.
do.
3
76,50
78,50
3 Sächſiſche Rente
4 Württemberger v. 1907 99,60
do. v. 1875 94,10
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,10
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,60
3¾ Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente 87,25
4 do. Goldrente . . . 92,40
4 do. einheitl. Rente 84,40
4 Portug. unif. Serie I 62,00
3 do. unif. Ser. III
3 do. Spezial . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 99,90
4 do. v. 1890 . . 193,50
4 do. v. 1905 . . 88,20
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,00
4 do. v. 1902 . . . . 89,10
4½ do. v. 1905 .
.400,20
3½ Schweden . . .
86,80
4 Serbier amort. v. 1895 80,00
4 Türk. Admin. v. 1903 7730
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,50
4 do. Staatsrente. . . 85,30
Zf
In Prot.
.100, 10
5 Argentinier
do.
85,20
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,70
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,60
4½
92,80
do.
4½ Japaner . . . . . . . 92,90
5 Innere Mexikaner . . . 94,00
3
58,80
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,80
3 Buenos Aires Provinz 67½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 152,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,40
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,30
6 Baltimore und Ohio . 105½
6 Schantungbahn . 127,20
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,00
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Leßte Induſtrie=
Divid. Aktien.
66,00
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
. . . 520,50
Fabrik
14 Chem. Fabrik Gries=
. 459,50
heim
30 Farbwerke Höchſt . 629,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . 349,00
10 Cement Heidelberg . 152,00
30 Chem. Werke Albert 459,50
14 Holzverkohlung Kon=
.326,30
ſtanz
.120,50
5 Lahmeyer . . .
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 149,00
12 Siemens & Halske .223,75
5 Bergmann Electr. . . 118,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 158,10
25 Gummi Peter . . . . 95,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 85,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 561,00
10 Maſchinenf. Badenia 175,00
16 Wittener Stahlröhren 196,00
8 Steana Romana Petr. 145,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 233,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häufel.
. . 201,75
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 94,50
3 Südd. Immobilien . 58,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumeß=Friede . . . . 175,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . 215½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 175,30
10 Gelſenkirchener . . . . 193,00
9 Harpener .
. . 184,70
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . 260,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
83,50
6 Laurahütte . . . . . . 165,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 212,50
7½ South Weſt Africa 129,40
Prioritäts=
Obligationen.
31 Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie
4 Franz=Jofefs=Bahn
3 Prag=Duxer . . . . 74,60
5 Oeſterr. Staatsbahn 102,30
4 Oeſterr. Staatsbahn 92,90
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,50
do.
76.90
4
Zf.
In Proz.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,70
75,90
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,80
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,90
do.
4 Wladichawchas . . . . 87,25
4 Rjäſan Koslow .
86,70
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
do.
2¾/10 Livorneſer . . . . . 69,80
3 Salonique=Monaſtir . 62,50
4 Bagdadbahn . .
81,60
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,70
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 73,00
4 Northern=Paciſic . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 93,80
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,00
5 Tehuantepec . . . . . . 97,70
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 185,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.147,10
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,60
6½ Darmſtädter Bank . 119,60
12½ Deutſche Bank . . . 249,50
6 Deutſche Vereinsbank 121,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,50
10 Diskonto=Kommandit 183,10
8½ Dresdener Bank 151,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 209,50
§½ Mitteld. Kreditbank 116,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,20
7 Pfälziſche Bank. . . . 126,50
5.86 Reichsbank
..133,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . 117,60
Wiener Bankverein . 127,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21.
98,90
InProz.
3t.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 . . .
96,40
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
87,80
S. 3—5
87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 87,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,20
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt.
99,10
3½
do.
94,00
Gießen
97,30
31
do.
4 Heidelberg
97,50
3½ do.
87,00
4 Karlsruhe
97,90
do.
90,60
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
97,40
do.
88,70
Mannheim
98,50
do.
87,15
4 München .
99,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,00
3½ do.
87,20
Offenbach
In Proz
Bt.
6½ Offenbach . .
4 Wiesbaden . . . 7 . 4 100,40
89,10
8½ do.
97,30
4 Worms.
88,00
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1688
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 171,50
5½ Cöln=Mindner „ 100 134,50
8 Holl. Komm. . fl. 100
8 Madrider . . Js. 100 71,20
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 139,75
4 Oeſterr. 1860er Sofe . 175,70
3 Oldenburger . . . . . . 128,50
7½ Raab=Grazer fl. 159
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
.fl. 7 34,40
Augsburger.
Braunſchweiger Tr. W 203,50
Fs. 15 —
Freiburger .
3.4 —
Mailänder
F8. 10 —
do.
Meininger .
. fl. 7 34,30
Oeſterreicher v. 1964 fl. 100 525,00
ba. A 1658 ff. 100 439,00
Ungar. Staats . . fl. 100 377,00
Benebiger . . . . 5s. 30
Tärkiſche . . . . Fs. 400 157,40
Gold, Silber und
Sautaoten.
Eagl. Govereigus
20,48
20 Franks=Stücke .
16,24
Amerikaniſche Notes . . 4,20½
Engliſche Noten .
20,48
Franzöſtſche Noten.
81,35
Holländiſche Noten. . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,45
Oeſterr.=Ungariſche Rote 84,70
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
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[ ← ][ ][ → ]Vorträge.
— Auch mit dem zweiten Vortragsabend dieſer
Woche hatte der Ortsgewerbeverein einen
ſchö=
nen Erfolg zu verzeichnen. Herr Kreisamtmann Dr. jur.
E. von Koebke konnte vor einer zahlreichen
Zuhörer=
ſchaft ſeine Ausführungen über die
Reichsverſiche=
rungsordnung bringen. In kurzen, klaren
Aus=
führungen verſtand es der Redner, die gewaltige Materie
jedem verſtändlich vor Augen zu führen. Er wies
ein=
gangs darauf hin, daß die Reichsverſicherungsordnung
im Umfang faſt dem Bürgerlichen Geſetzbuche
gleich=
komme; die Reichsyerſicherungsordnung zähle 1805
Pa=
ragraphen. Demgemäß könne er in ſeinem Vortrag nur
die wichtigſten Grundzüge des Geſetzes wiedergeben.
Herr Dr. v. Koebke wandte ſich alsdann der Kranken=,
dann der Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung und
hierauf der Unfallverſicherung zu. Bei jedem dieſer
ein=
zelnen Verſicherungszweige beſprach er den Kreis der
verſicherten Perſonen, die Leiſtungen des betreffenden
Verſicherungszweiges, die Vorausſetzungen für die
ein=
zelnen Leiſtungen, die Aufbringung der Beiträge und
ſo=
dann die Organiſation der Verſicherungsträger, wobei
die Aenderungen dem beſtehenden Rechtszuſtand
gegen=
über hervorgehoben wurden. Die wirtſchaftliche
Bedeu=
tung der Vorſchriften wurden durch mitgeteilte ſtatiſtiſche
Zahlen erläutert. Im Anſchluß hieran wurden die
Ver=
ſicherungs= und die Oberverſicherungsämter beſprochen;
hierbei machte der Vortragende auf die zahlreichen
Zu=
ſtändigkeiten dieſer neuen Verſicherungsbehörden und auf
ihre Bedeutung für eine erfolgreiche praktiſche
Durch=
führung der Sozialverſicherung aufmerkſam.
Bekannt=
gabe weiterer ſtatiſtiſcher Zahlen beſchloß den Vortrag.
Lebhafter Beifall wurde dem Herrn Redner zuteil. In
der ſich anſchließenden Diskuſſion wurden weitere Fragen
geſtellt und geklärt.
— Im Frauenverein der
Johannes=
gemeinde hielt am Freitag abend vor einer
zahl=
reichen Zuhörerſchaft Pfarrer Rübel aus Frankfurt
einen Vortrag über die Frage: „Kümmert ſich Gott
um den Einzelnen?” Zu dieſer Frage zwingen
alle die Vorkommniſſe des täglichen Lebens, denen kein
Sinn und Zweck inne zu wohnen ſcheint. Die Frage iſt
uralt, ſo alt wie die Religion ſelbſt; aber in der neueren
Zeit iſt ſie durch den Einblick in die Geſetzmäßigkeit alles
Geſchehens maßlos verſchärft worden. Wie iſt ſie zu
löſen? Die Löſung hängt weithin von der Art des
Got=
tesbegriffs ab. Zur richtigeren, abgeklärten Faſſung
des Gottesbegriffs tragen gerade die Ergebniſſe der
exakten Forſchung weſentlich bei, namentlich der
Ent=
wicklungsgedanke und das Kauſalitätsgeſetz. Gott gibt
ſich in dem Fortſchritt und der urſächlichen Bedingtheit
alles Weltgeſchehens kund. Was den einzelnen Menſchen
angeht, ſo weiſt jedes Menſchenleben bei näherer
Betrach=
tung Plan und Ziel auf, jedes Leben hat ſeinen Sinn.
Der Sinn und Zweck des Lebens iſt die Ausbildung der
Perſönlichkeit, die Vertiefung des Seelenlebens. Die
Er=
kenntnis dieſes Planes führt zu Gott; umgekehrt iſt der
Glaube an die göttliche Leitung der ſtärkſte Antrieb zur
planmäßigen Ausgeſtaltung des Lebens. Hat aber das
Leben ſeinen Sinn, dann wird auch das Einzelſte und
Kleinſte bedeutungsvoll. „Denen, die Gott lieben, müſſen
alle Dinge zum beſten dienen.‟ Nur muß dabei beachtet
werden: 1. Das Walten Gottes tritt in erſter Linie in
den ordentlichen, normalen Ereigniſſen zutage, picht in
den außerordentlichen. 2. Der Schwervunkt des Lebens
liegt in den geiſtigen, moraliſchen Erlebniſſen, nicht im
äußeren Geſchick. 3. Der größte Teil unſerer Leiden iſt
unſer eigenes Werk oder das Werk anderer Menſchen;
Gott iſt nicht dafür verantwortlich zu machen. 1. Die
un=
mittelbaren, unverſchuldeten Schickſalsſchläge tragen
gleichwohl zur Läuterung der Seele bei; ſofern aber, wie
bei dem Heer der Blinden, Blöden und anderen der Art,
das Seelenleben ſelbſt unter ihnen leidet, verſagt jede
lpologetik und bleibt nichts übrig, als ſich zu beugen, wo
man nicht verſteht. In dieſer Welt iſt alles, auch die
Er=
kennbarkeit Gottes, zuletzt nur Stückwerk. Eine Löſung
bietet, wie übrigens auch beim Idealismus und
Monis=
mus, nur die Hoffnung auf eine beſſere Zukunft. 5. Das
individuelle Leben iſt nicht Selbſtzweck; Inhalt und Ziel
unſeres Lebens ſteht und fällt mit dem größeren Ganzen.
Zu deſſen fortſchrittlicher Entwickelung iſt jeder einzelne
nötig. Gott gebraucht uns als Werkzeug zur Führung
ſeines Reichs, des Reichs der Gerechtigkeit, des Friedens
und der Freude.
— Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung. Mit gleich lebhaftem Intereſſe wie am
Er=
öffnungsabend folgte die außerordentlich zahlreiche
Hörerſchaft auch dem zweiten Vortrage von Profeſſor
Berghoff=Iſing über „Deutſchland in der
Weltwirtſchaft, insbeſondere neben
Eng=
land‟ Anknüpfend an den Schluß der früheren
Aus=
führungen, ging der Redner noch näher auf die
Verkehrs=
entwickelung als einen der Hauptfaktoren der
Weltwirt=
ſchaft ein. Die Erleichterung und Verbilligung des
Transports von Perſonen und Frachten, ſowohl im Land=,
als auch im Ozeanverkehr, waren neben der
Beſchleuni=
gung des Nachrichtenaustauſches durch Poſt und
Tele=
graphie die Grundlagen, aus denen die Größe
neuzeit=
licher Weltwirtſchaft erwuchs. Naturgemäß ging England
bahnbrechend und deshalb hochverdienſtlich voran,
be=
errſchte es doch anfangs geradezu monopoliſtiſch den
Welthandel. Muſtergültig und hervorragend ſtehen
un=
ſere überſeeiſchen Dampfergeſellſchaften, der Norddeutſche
Lloyd in Bremen, ſowie die Hamburg=Amerika=
Geſell=
ſchaft in Hamburg, da, die längſt den weit älteren eng=
liſchen gleichkommen. Alle dieſe Umſtände geſtalten faſt
den ganzen Erdball zu einem einzigen Markt und laſſen
die Güter der einzelnen Volkswirtſchaften auf ihm
um=
laufen. Dem Verkehr geſellt ſich als weiterer mächtiger
Entwicklungsfaktor der Weltwirtſchaft der internationale
Kredit, die Wirkung des von dem einen Land in andere
Länder ſtrömenden Kapitals hinzu. Der Aufſchwung der
Weltwirtſchaft hat als weitere Folge eine Umgeſtaltung
der Volkswirtſchaften in Agrar= und Induſtrieſtaaten, d. h.
in Länder mit vorwiegender Produktion von Rohſtoffen
und Lebensmitteln einerſeits, und Länder mit
überwie=
gender Erzeugung von Fabrikaten andererſeits bewirkt.
Es erzeugt eben die einzelne Volkswirtſchaft nicht mehr
wie früher alle ihre Bedürfniſſe, ſondern die
verſchiede=
nen Volkswirtſchaften ergänzen einander, geraten in
gegenſeitige Abhängigkeit.
Der Hochflug der deutſchen Induſtrie, die mit
Grün=
dung des Zollvereins beginnende Umwandlung
Deutſch=
lands aus einem Agrar= in einen Induſtrieſtaat, wurde
durch unſer Bankweſen, insbeſondere das Inſtitut der
Reichsbank mächtig gefördert. Die Induſtrialiſierung
Deutſchlands ſpiegelt ſich deutlich in der Berufsgeſtaltung
wieder, wofür einige Zahlen charakteriſtiſch erſcheinen.
In dem Zeitraum von 1882—1907 ging der
Bevölkerungs=
anteil der Landwirtſchaft von 19,2 Millionen (42 Prozent)
auf 17,5 Millionen (28 Prozent) zurück, während derjenige
der Induſtrie von 16,1 Millionen (35 Prozent) auf 26,4
Millionen (42 Prozent) und derjenige des Handels von
4,5 Millionen (10 Prozent) auf 8,3 Millionen (13 Pros
zent) ſtieg. Hand in Hand damit geht der Zug aus dem
agrariſchen Oſten nach dem Weſten und vom platten Land
in die Städte, nebſt dem ſchnellen Wachſen der Großſtädte.
In der Induſtrie ſteigt die Entwicklung zum Großbes
trieb, der billiger produziert, die Landwirtſchaft dagegen
zeigt die entgegengeſetzte Tendenz, denn bei einer Steiges
rung der Geſamtprodnktion um das Vierfache auf etwa
der gleichen Geſamtbodenfläche innerhalb des letzten
Jahr=
hunderts, haben ſich die kleineren und mittleren
ſelb=
ſtändigen Betriebe gegenüber den Großgütern vermehrt,
Mit der Steigerung der Induſtrie hielt diejenige der
Aus=
fuhr nicht gleichen Schritt, weil wir ſelbſt
konſumtions=
fähiger geworden ſind. In der Kohlenförderung kommt
Deutſchland hinter Amerika und England an dritter
Stelle, ſeine Eiſenproduktion und chemiſche Induſtrie ſind
die erſten der Welt.
Luftfahrt.
* Mainz, 23. Nov. Geſtern wurden auf dem
broßen Sand mit einem Goedecker=Eindecker
viele ſchön gelungene Flüge ausgeführt. Der Flieger
e Waal flog in zehn Aufſtiegen im ganzen 2 Stunden 35
Minuten, Herr Schroeder in zwei Aufſtiegen 45 Minuten,
Herr Heß machte einen Flug von 20 Minuten und Herr
Roth aus Mainz zwei Flüge von zuſammen 20 Minuten.
An verſchiedenen Flügen nahmen Fluggäſte teil, und
zwar Oberleutnant Blumenbach vom Feldartillerie=
Re=
iment Nr. 27 und Frl. Strecker, Tochter des Geh.
Kom=
nerzienrats Strecker in Mainz.
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
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finden ſich: 1 Dobermann, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
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Bekanntmachung.
Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut
ver=
öffentlichen, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher — mündlicher oder ſchriftlicher —
Er=
klärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt.
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklarungen auch die Bereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 16. November 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Juni 1874, wird nach Anhörung der Stadtverordnetenverſamm
lung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1908 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren — §§ 854 ff. B. G. B. —) der
an=
grenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche
Reinigungs=
anſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. September
1886 betreffend: „Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt” die Reinigung
über=
nommen hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht,
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den
Mit=
gliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten
Strafe, die Verpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende
Verpflich=
tungen ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der
meiſt=
begangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr
mor=
gens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mindeſtens alle
drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande
der=
ſelben zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſt,
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten
ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten abgeräumt
wurde, iſt auf den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge
andau=
ernden Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schneedecke oder Schnee= und
Eis=
buckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem
Streu=
material ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der
Fuß=
ſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ 6. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den
Fuß=
ſteigen verboten.
§ 7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat,
beauf=
tragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften
aus=
ſchließlich verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind,
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeiamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaftmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriften des Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
§9. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
8. November 1856 aufgehoben.
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt. (23924ms
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Stadthauſe, Zimmer Nr. 39,
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rend der Dienſtſtunden zur
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ſicht offen. Angebotsformulare ſind
daſelbſt erhältlich. (24211oi
Darmſtadt, 21. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Bäckermeiſters
Wilhelm Brücher III. in
Arheil=
gen iſt zur Abnahme der
Schluß=
rechnung des Verwalters, zur
Er=
hebung von Einwendungen gegen
das Schlußverzeichnis der bei der
Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen — und zur Prüfung
der nachträglich angemeldeten
For=
derungen — der Schlußtermin auf
Dienstag, 17. Dezember 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gericht II hierſelbſt, neues
Gerichts=
gebäude, Erdgeſchoß, Zimmer 118,
beſtimmt.
(24216
Darmſtadt, 19. November 1912.
Merkel,
berichtsſchreiber des Großherzogl.
Amtsgerichts II.
Bekanntmachung.
Im Jahre 1913 erfolgen die
Veröffentlichungen der Einträge:
1. aus dem Handelsregiſter in
der „Darmſtädter Zeitung”
„Darmſtädter Tagblatt” und
im „Deutſchen Reichsan=
(24217
zeiger”.
2. aus dem
Genoſſenſchafts=
regiſter im „Deutſchen
Reichs=
anzeiger” und in der
Darm=
ſtädter Zeitung‟
Darmſtadt, 15. November 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
errenüberz. f. ſtarke Fig.,
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Verpachtung
der ſtädtiſchen Badeanſtalt und der Fiſcherei in dem in der
Gemarkung Darmſtadt liegenden Woog.
Der Betrieb der ſtädtiſchen Badeanſtalt am Woog, einem etwa
10 ha großen Teich in der Gemarkung Darmſtadt, und die Ausübung
der Fiſcherei in ihm ſollen ungeteilt an einen kautionsfähigen,
zu=
verläſſigen Unternehmer vom 1. April 1913 ab auf 3 Jahre verpachtet
werden. Die Badeanſtalt umfaßt:
1. eine Männerbadeanſtalt für Schwimmer am ſüdweſtlichen
Ufer des Woogs, im Jahre 1904 vollſtändig neu erbaut,
mit 28 einzelnen Auskleidezellen, 2 großen und 4 kleinen
gemeinſchaftlichen Hallen, Douchevorrichtungen und
Vor=
richtungen zur Erteilung von Schwimmunterricht;
2. eine Männerbadeanſtalt für Nichtſchwimmer auf der „Inſel”,
im Jahre 1906 vollſtändig neu erbaut, mit 8 geſchloſſenen
Zellen, die unmittelbar ins Waſſer führen, 7 weitere Zellen
zum Aus= und Ankleiden und 5 großen gemeinſchaftlichen
Auskleidehallen, Douchevorrichtung uſw.;
3. ein ringsum abgeſchloſſenes Frauenbad mit großem Baſſin
für Schwimmerinnen und kleinerem Baſſin für
Nicht=
ſchwimmerinnen, mit 41 einzelnen Auskleidezellen,
Douche=
vorrichtung und Vorrichtung zum Erteilen von
Schwimm=
unterricht; außerdem 11 Kaſtenzellen für
Nichtſchwimmer=
innen und ein im Jahre 1906 neu erbautes
Frauenpolks=
bad, das 6 größere gemeinſchaftliche Auskleideräume und
6 offene Baſſins enthält.
Die Bade=Anſtalten werden von der Einwohnerſchaft ſtark
beſucht, ſie können jederzeit beſichtigt werden.
Das dem Pächter geſtattete Verleihen von Nachen für Fahrten
auf dem Woog bietet demſelben nicht unbedeutenden Verdienſt,
ebenſo auch die Eisgewinnung im Winter.
Die Pachtbedingungen liegen auf dem Stadthaus, Rheinſtraße
Nr. 16/18, Zimmer Nr. 56, zur Einſicht offen, woſelbſt auch jede
gewünſchte Auskunft erteilt wird und Angebotsformulare zu erhalten
ſind. Angebote ſind bis längſtens
Samstag, 30. November d. J., vormittags 10 Uhr,
verſchloſſen und mit der Aufſchrift „Pachtung der ſtädtiſchen
Bade=
anſtalt am Woog” verſehen hierher gelangen zu laſſen.
Der Stadtverordneten=Verſammlung bleibt die freie Wahl
unter den Uebernahmsluſtigen vorbehalten.
(23448a
Darmſtadt, den 8. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Darmstadt, November 1912.
Die Unterzeichneten haben sich zur
gemein-
samen Ausübung der anwaltlichen Tätigkeit ver.
einigt. Die Geschäftsräume befinden sich vom
1. Dezember an
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Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
21)
Liebes Kind, vertrau Dich nur meiner Führung an,
ich weiß, was ich will, und kenne Italien!
Und ſie hatte bis heute nicht zu bereuen gehabt, daß
ſie ſich ſeinem Willen fügte. Er verſtand es, dem Leben
die beſten Seiten abzugewinnen, erziehen wollte er ſein
Weib zu ſeinen Anſichten, und wenn ſie dann in ihrer
temperamentvollen Art ſich über dies und jenes freute,
ſo ſagte er mit einem überlegenen Lächeln: Siehſt Du
wohl — ich wußte, welche Freude ich Dir bereiten würde!
Ihr ſtürmiſches Danken hatte ihn immer ſehr
be=
friedigt.
Es ſind Briefe gekommen, Gunild, von denen Dich
der eine intereſſieren wird — aus Petersbueg!
Wer hat geſchrieben?
Er ſah ſie erſt einige Augenblicke an, um ſeine
Mund=
winkel zuckte ein Lächeln. Ein alter Bekannter von uns.
Du kennſt ihn auch — ſehr gut ſogar!
Sie ſann nach, dann wurde ſie ungeduldig. Ich wüßte
faktiſch nicht — bitte, gib mir den Brief”
So neugierig, kleines Frauchen?
Ach, ſpann mich nicht auf die Folter!
Du ſiehſt ſo lieb aus, wenn Du Dich erregſt!
Da ſchoß Gunild eine Blutwelle ins Geſicht.
Er lachte hell auf. Wie ſüß! — Nun ſieh mich mal
an, wenn ich Dir den Namen nenne!
Sie hob die Augenlider.
Roßdorft!
Der Relaſhaſar
Jal
Was macht der denn in Petersburg?
Kommandiert zur Botſchaft — als Statiſt! — Ich
wußte es ſchon lange. .
Gunild wurde verwirrt, ſie wußte wohl, daß
Roß=
dorff Plattangens beſter Freund war.
Merkwürdig, daß ich davon nichts erfahren habe!
Ich bat die Eltern, Dir es vorläufig nicht zu ſagen.
Er machte ſeinen Abſchiedsbeſuch, als Du nicht zu Hauſe
warſt.
Sie wollte heftig werden, ihrem Manne vorwerfen,
daß ſie Mangel an Vertrauen in dieſem Verſchweigen
erblicken müſſe, aber ſie hielt doch lieber den Mund, ſonſt
fertigte er ſie höchſtens mit ein paar ſarkaſtiſchen
Redens=
arten ab. Das Geſpräch kam vielleicht gar auf
Plat=
tangen. Das wollte ſie unter allen Umſtänden vermeiden,
weil ihr Mann geradezu mit Wolluſt über dieſen herzog,
als habe ihm der kleine Zietenhuſar eine perſönliche
Kränkung zugefügt, als müſſe er ihn in ihren Augen
herabſetzen.
Wie zufrieden ſie auch an Wullnows Seite war, eine
Demütigung des ehrlichen Plattangen würde ſie immer
als ein ihr zugefügtes Unrecht empfunden haben.
Er bietet ſich an, uns bei der Wohnungsſuche zu
helfen und ſo weiter — lies nur ſelbſt!
Es war ein langer Brief. Sie reichte ihn ihrem
Gatten zurück.
Sehr nett hat er geſchrieben.
Nun ja — Mannchens Freund!
Er lachte ſpöttiſch — ſiegesbewußt.
Des kchtie ſie Fecdrich au iu nir den elbnigen
Gefallen und rede nicht ſo leichthin über Plattangen!
Liebes Kind, es war nicht böſe gemeint! Weiß der
Himmel, ich muß immer lachen, wenn ich an ihn denke!
Da biß Gunild die Zähne zuſammen und ſchwieg.
An dieſem Tage war ſie ſehr wortkarg.
Aber am folgenden Morgen hatte der Sturm
ausge=
tobt.
Und Wullnow empfand Freude, ſie von Zeit zu Zeit
ein wenig zu quälen. Das machte ihm ſein Weib nur
noch begehrenswerter.
Der Nordexpreß fuhr in die mit hellem, elektriſchem
Lichte beleuchtete Petersburger Bahnhofhalle ein.
Wullnows kamen an, erwartet von Roßdorf und dem
Hausmeiſter der deutſchen Botſchaft.
Willkommen in St. Petersburg, meine gnädigſte
Frau!
Hu, iſt’s hier kalt, Herr von Roßdorff!
Er lachte. Man ſchüttelte ſich die Hand, der
Haus=
meiſter bekam die Gepäckſcheine. Roßdorff fuhr mit den
Herrſchaften zur deutſchen Botſchaft, in welcher das junge
Paar vorläufig, bis es eine Wohnung gefunden,
Abſteige=
quartier nehmen ſollte.
Der Botſchafter und ſeine Gemahlin hießen den „
Zu=
wachs” herzlich willkommen. Schnell nahm man heißen
Tee, ein Schnäpschen und ein paar Delikateſſen zu ſich,
dann überließ man Wullnows vorläufig ihrem Schickſal,
denn die anſtrengende Reiſe hatte ſie gewiß recht müde
gemacht.
Roßdorff plauderte noch ein halbes Stündchen mit
Exzellenz, dann empfahl er ſich.
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Wohnungsſuche. Unweit von ihm, in Waſſili Oſtrow,
war bald eine ſchöne Etage gefunden, die Möbel mußten
in wenigen Tagen ankommen.
Der Legationsſekretär war wieder einmal ſarkaſtiſch.
Ich denke, nun frühſtücken wir mal echt ruſſiſch! Herr
von Roßdorff, Sie werden ja die Lokalitäten hier bereits
gut kennen, vertrauensvoll überlaſſen wir uns Ihrer
Führung. Das dicke Ende kommt heute noch, wenn wir
bei Diner in der Botſchaft unſeren Mitarbeitern
vorge=
führt werden
Friedrich Karl — immer Deine Witze.
Es ſollte neckiſch klingen, aber es kam doch
vorwurfs=
voll aus Gunilds Mund.
Herrje, wir jungen Leutchen werden doch unter uns
reden dürfen, wie uns der Schnabel gewachſen iſt — Nicht
wahr, Herr von Roßdorff?
Der erwiderte leichthin: Jede Geige läßt ſich auf
einen beſtimmten Ton einſtellen
Alſo! Wullnow reichte ihm die Hand. Machen wir
unter uns aus unſerem Herzen keine Mördergrube. Ich
hoffe, wir drei werden gut Freund.
Da hatte Roßdorff mit warmen Worten gedankt.
Auf dem Newskyproſpekt frühſtückten die Herrſchaften
in einem großen Delikateßgeſchäft, welches mehrere kleine,
luxuriös ausgeſtattete Zimmer für ſeine Gäſte bereit
hielt.
Hm, meinte Wullnow, ich habe von dieſer großartigen
Petersburger Einrichtung ſchon gehört. Nach der
Rück=
ſeite gibt es einen diskreten Ausgang — für verheiratete
Frauen!
Vielleicht — ich weiß nicht.
Na, na, tun Sie nur nicht, als hätten Sie von der
hie=
ſigen Welt keine Ahnung!
Roßdorff bekam einen roten Kopf. In Berlin war er
niemals gut Freund mit dem Legationsſekretär geweſen,
und hier redete der vor ſeiner Frau ungeniert über Dinge,
deren Sinn durchaus nicht zweifelhaft war.
Gunild fühlte ſich beleidigt. Kerzengerade ſaß ſie auf
dem Sofa und wollte von der ganzen Schlemmerei nichts
mehr wiſſen.
Roßdorff, dachte ſich ſein Teil. Waren die
Flitter=
wochen ſchon zu Ende?
Man trennte ſich bald.
Zu Hauſe kam es zwiſchen Wullnow und ſeiner
tem=
peramentvollen Frau zu einer erregten Ausſprache.
Ich wünſche, daß Du Dir in meiner Gegenwart etwas
mehr Reſerve auferlegſt, Friedrich Karl!
Vor dem Jungchen, dem Roßdorff?
Er wird nicht viel jünger ſein als Du!
Aber hier oben! Er zeigte nach der Stirn. — Ach
ſo, Verzeihung, ich vergaß, er iſt Plattangens Freund!
Mithin ein ehrenwerter Mann!
Na ja!.
Wullnow rekelte ſich in einem Stuhl und gähnte.
Gunild war beim Diner ſehr zurückhaltend, ihr Mann
aber ließ alle Puppen tanzen.
Als ſie wieder in ihren Räumen waren, machte ihr
Friedrich Karl Vorwürfe.
Dringend muß ich Dich bitten, gerade dieſen
Herr=
ſchaften gegenüber mehr aus Dir herauszugehen, ſie ſind
zum größten Teile meine Vorgeſetzten, von denen meine
Zukunft abhängt
Ich war nicht in Stimmung, erwiderte Gunild.
Nun, dann zwingt man ſich eben!
Sie mute die Kohſen un ſohien. Er ſch Gutd
an, ſie hatte ein Buch in der Hand und ſtarrte hinein.
Wie ſchön ſie war! Das ausgeſchnittene helle Kleid, der
ſtolze Nacken, die volle goldfarbige Haarkrone hoben
wirkungsvoll ihre ſtolze Geſtalt. Wullnow ſtand auf und
drückte einen Kuß auf ihre Schulter.
Da wandte ſie ſich heftig ab und verließ das Zimmer.
Er ſteckte ſich eine Zigarette an, warf ſich in einen
Lederſeſſel und ſchlug die Beine übereinander. Er kommt
ja warten, ſie würde ſchon wiederkommen.
Eine halbe Stunde verſtrich — ſie kam nicht. Da
wurde er ärgerlich.
Diesmal hatte ſich der Menſchenkenner Friedrich Karl
von Wullnow verrechnet!
Gunild ſtand auf einer Leiter und wollte einen Haken
einſchlagen. Die Hände in den Rocktaſchen ſah ihr Mann
mit ſpöttiſchem Lächeln zu. Der Schlag ging daneben, die
Tapete ſprang, Kalkſand rieſelte die Wand herunter.
Verſuch Dich lieber nicht weiter in ſolchen Künſten,
Kind!
Ihr Geſicht war gerötet. Vorſichtig drehte ſie ſich auf
der Leiter um. Laß mir doch die Freude, Friedrich Karl,
mein Heim ſelbſt mit einzurichten! Du glaubſt gar nicht,
wie ſelig ich darüber bin!
Wie Du ſiehſt, kommt nicht viel dabei raus. Stell
Dich lieber als Feldherr zwiſchen die Möbel und
gib=
deine Befehle!
In dieſem Augenblicke trat Roßdorff über die
Schwelle.
Alle drei brachen in lautes Gelächter aus.
Sehen Sie nur meine Frau! Sie wird noch das ganze
Haus kurz und klein ſchlagen! (Fortſetzung folgt
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Die Ordensverleihungen und Charaktererteilungen
aus Anlaß des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs
Nach der amtlichen Bekanntgabe in der „Darmſtädter Zeitung‟ vom 25. November 1912
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
durch Entſchließung vom 20. November zu Allerhöchſtſeinem
Geburtstage zu verleihen geruht:
das Komturkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Generalmajor von Randow, Kommandanten
von Darmſtadt;
das Ehrenkreuz desſelben Ordens:
dem Oberſtleutnant Tellenbach beim Stabe des
Infanterie=Leihregiments Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, dem Oberſtleutnant Foerſter beim Stabe des
Infanterie=Regiments Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr 118,
dem Oberſtleutnant z. D. Schweitzer Kommandeur des
Landwehr=Bezirks Friedberg, und dem Oberſtleutnantz. D.
von Bardeleben, Kommandeur des Landwehr=Beziris
Erbach;
das Ritterkreuz I. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Hauptmann Volley, Komp.=Chef im Infanterie=
Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, dem
Hauptmann Trupp, Komp.=Chef im Infanterie=
Leib=
regiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, dem
Major von Ihlenfeld beim Stave des Infanterie=
Regiments Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, dem
Oberſtabsarzt Dr Puſt Regts.=Arzt des 5. Großh. Heſſ.
Infanterie=Regiments Nr. 168, dem Oberſtabsarzt Dr.
Langheld, Regts.=Arzt des Großh. Art.=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feldartillerie=Regiment Nr. 25, dem Hauptmann
von Wienskowski, Batterie=Chef im 2. Großh. Heſſ.
Feldartillerie=Regiment Nr. 61, und dem Baurat Kolb,
Vorſtand des Garniſon=Bauamts Darmſtadt;
das Ritterkreuz II. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Oberleutnant Keim im Leibgarde=Infanterie=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 und dem
Kriegs=
gerichts=Sekretär Ruppel beim Gericht der Großh. Heſſ.
(25., Diviſion;
die Goldene Verdienſtmedaille des Ludewigsordens:
dem Kreis=Oberwachtmeiſter Roth im Großh. Heſſ.
Gendarmeriekorps;
die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Oberwachtmeiſter Roſar und dem
Oberwacht=
meiſter Boxheimer, beide im Großh. Heſſ.
Gendarmerte=
korps, dem Vizewachtmeiſter Oberfahnenſchmied Schäfer
im Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, dem Garde=Vizefeldwebel Berntheuſel
in der Großh. Heſſ. Garde=Utffz.=Komp., Regiſtrator und
Kanzliſt der Großh. General=Adiutantur, und dem Militär=
Gerichtsboten Jacobi beim Gericht der Großh. Heſſ.
(25.) Diviſion;
das Silberne Kreuz desſelben Ordens:
dem Oberwachtmeiſter Becker, dem Oberwachtmeiſter
Weckmann, dem Oberwachtmeiſter Ohl, dem
Ober=
wachtmeiſter Köſinger, dem Wichtmeiſter Hofmann,
dem Wachtmeiſter Dietz, dem Wachtmeiſter Spamer,
dem Wachtmeiſter Zimmer, dem Wachtmeiſter
Feuer=
bach, dem Wachtmeiſter Reichardt, dem Wachtmeiſter
Daum, dem Wachtmeiſter Schley, ſämtlich im Großh.
Gendarmeriekorps, und dem Garniſon=Backmeiſter Höfer
beim Proviantamt Darmſtadt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für Verdienſte‟:
dem Unterzahlmeiſter Herbert, dem Feldwebel
Al=
bach, dem Vizefeldwebel Heuſer, dem Vizefeldwebel
Damm, dem Vizefeldwebel Gleiſer, dem Vizefeldwebel
Beyer, dem Vizefeldwebel Köhler, dem Vizefeldwebel
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Vize=
feldwebel Dittmar, dem Vizefeldwebel Friedrich,
ſämtlich im Leibgarde=Infanterie=Regiment, 1. Großh.
Heſſiſches Nr. 15, dem Vigefeldwebel Becker, dem
Urze=
feldwebel Schmidt, dem Vizefeldwebel Kraußmüller,
dem Sanitäts=Vizefeldwebel Finkernagel ſämtlich im
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116, dem Obermuſikmeiſter Schleifer, dem
Vize=
feldwebel Bechtold, dem Vizefeldwebel Hoboiſt
Hoff=
mann, dem Bigefeldwebel Hoboiſt Schlink, dem
Pize=
feldwebel Hoboiſt Klein, ſämtlich im Infanterie=
Leib=
regiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, dem
Feldwebel Beck, dem Vizefeldwebel Nickel, dem Sanitäts=
Vizefeldwebel Friedrich, dem Vizefeldwebel Hoboiſt
Schneidewind, dem Vizefeldwebel Hoboiſt Troſt,
dem Vizefeldwebel Kratz, dem Feldwebel
Cary=
ſämtlich im Infanterie=Regiment Prinz Karl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, dem Obermuſikmeiſter Pagel, dem
Unter=
zahlmeiſter Douglas, dem Feldwebei Schraub, dem
Vizefeldwebel Theiß, dem Vizefeldwebel Käppner,
dem Vizefeldwebel Willaredt, dem Sergeant Hoboiſt
Schmidt, ſämtlich im 5. Großh. Heſſ. Infanterie=
Regi=
ment Nr. 168, dem Wachtmeiſter Schwöbel, dem
Vize=
wachtmeiſter Gunkel, dem Vizewachtmeiſter Eidebenz,
ſämtlich im Garde=Dragoner=Regiment (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 23, dem Vizewachtmeiſter Trompeter Aderhold,
dem Vizewachtmeiſter Reuter, dem Vizewachtmeiſter
Oberfahnenſchmied Rühl, dem Vizewachtmeiſter= Buß,
dem Vizewachtmeiſter Trompeter Hämmerling, dem
Pizewachtmeiſter Köbel, ſämtlich im Leib=Dragoner=
Regiment (2. Großh. Heſſ) Nr. 24, dem Wachtmeiſter
Deckenbach, dem Vizewachtmeiſter Hagner, dem
Vize=
wachtmeiſter Brettnich, dem Vizewachtmeiſter
Trom=
peter Liebau dem Vizewachtmeiſter Trompeter Rau,
ſämtlich im Großh. Artillerie=Kdrps, 1. Großh. Heſſ.
Feld=Art.=Regt. Nr. 25, dem Wachtmeiſter Blickhan,
dem Sanitäts=Feldwebel Gramlich, dem
Vizewacht=
meiſter Kirſchenſtein, dem Vizewachtmeiſter
Rauſchen=
berger, ſämtlich im 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment
Nr. 61, dem Unterzahlmeiſter Schoeler im Großb.Heſſ.
Train=Bataillon Nr. 18, dem Unterzahlmeiſter Diehl
bei der Kommandantur des Truppen=Uebungsplatzes, dem
Bezirksfeldwebel Schlapp, dem Bezirksfeldwebel Budde,
beide vom Bezirks=Kommando II Tarmſtadt, dem Garde=
Sergeant Spieß, dem Garde=Sergeant Rau, dem Gäxde=
Sergeant Haas und dem Garde=Sergeant Beilſtein,
ſämtlich in der Großh. Heſſ. Garde=Unteroffizier=
Kompagnie.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
gnädigſt geruht, zu verleihen:
den Charakter als Hofrat:
vem Hofbankier Paul Sander in Darmſtadt, ſowie
dem Bankier Jacob Grünewald in Gießen;
das Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Direktor des Zoologiſchen Gartens in Berlin
Profeſſor Dr. Ludwig Heck;
das Ehrenkreuz des geuannten Ordens:
dem Kammerherrn Auguſt Freiherrn von Oetinger
in Darmſtadt;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des gleichen Ordens:
dem Kommerzienrat Dr.=Ing. h. c. Wilhelm Opel
in Rüſſelsheim:
die Silberne Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft:
dem Dr. Emil Preetorius in München.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November zu verleihen:
das Komturkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Vorſtand des Großh. Kabinetts, Geheimerat
Guſtav Römheld;
das Silberne Kreuz desſelben Ordens:
dem Palaisinſpektor Heinrich Kloßzu? Darmſtadt
und dem Schloßverwalter Georg Borger zu Friedberg.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog
ge=
ruhten zum 25. November Allergnädfgſt zu ernennen:
die Hofdame Georgine Frein von Rotsmann zur
Schlüſſeldame, den Hofmarſchall Reinhold Freiherr von
Ungern=Sternberg zum Oberhofmarſchall, den
dienſt=
tuenden Kammerherrn Dr. Hugo Freiherr von
Leon=
hardi zum Oberhofmeiſter Ihrer Königlichen Hoheit der
Großherzogin, den Forſtaſſeſor Georg Freiherrvon
Wede=
kind zum Hofjagdiunker und den Hofmarſchallamts=
Aſſiſtent Jakob Bachert zum Hofkanzleiſekretär.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November zu verleihen:
Das Großkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen:
dem Miniſter der Finanzen Dr. Dr.=Ing. Ernſt
Braun in Darmſtadt;
das Komturkreuz II. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Mitglied des Reichsbankdirektoriums, Geheimen
Oberfinanzrat Dr. von Lumm in Berlin;
das Ehrenkreuz mit der Krone desſelben Ordens:
dem Präſidenten des Konſiſtoriums in Kaſſel,
Frei=
herrn Schenk zu Schweinsberg:
das Ritterkreuz I. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Poſtdirektor Jakob Traiſer in Bingen;
das Ritterkreuz II. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Oberrechnungsreviſor Rechnungsrat Karl Keutzer
in Darmſtadt, dem Oberpoſtſekretär Konrad Keil in
Mainz, dem Poſtſekretär Heinrich Bickelhaupt in
Auerbach, dem Poſtſekretär Johannes Keßler in
Darm=
ſtadt, dem Poſtmeiſter Albert Graeff in Langen, dem
Generalinſpektor der Fabrique Nationale Theodor Böll
m Lüttich;
das Silberne Kreuz desſelben Ordens:
dem Kanzliſten bei der Oberrechnungskammer Ludwig
Bernhard in Darmſtadt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für Verdienſtet:
dem Kutſcher Philipp Schott in Philippsthal;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für langjährige treue Dienſte” am Bande des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen:
dem Ober=Poſtſchaffner Wilhelm Friehl in
Darm=
ſtadt, dem Ober=Poſtſchaffner Ludwig Gexth in
Darm=
ſtadt, dem Ober=Poſtſchaffner Heinrich Hofmann in
Darmſtadt, dem Ober=Poſtſchaffner Friedrich Vogel in
Darmſtadt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für langjährige treue Dienſte‟:
dem Ober=Briefträger Philipp Reimund in
Schön=
berg, dem Ober=Brieſträger Heinrich Schweitzer in
Gedern;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für treue Dienſt:”:
dem Hilfskanzleidiener im Reichsamt des Innern
Wilhelm Devers in Berlin;
den Charakter als „Profeſſor”:
dem Städtiſchen Bibliothekar, Hofrat Alfred Börckel
in Mainz;
den Charakter als „Rechnungsrat”:
dem Oberrechnungsreviſor Karl Kammer in
Darm=
ſtadt, dem Oberrechnungsreviſor Karl Neubauer in
Darmſtadt;
* den Charakter als „Kanzleirat”:
dem MMiniſterialkanzlei=Inſpektor bei dem
Staats=
miniſterium Auguſt Winkler in Darmſtadt.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
anläßlich Allerhöchſtihres Geburtsfeſtes Allergnädigſt zu
verleihen geruht:
das Komturkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Provinzialdirektor der Provinz Rheinheſſen und
Kreisrat des Kreiſes Mainz Geheimerat Dr Andreas
Breidert zu Mainz, dem Präſidenten der
Reichsſchul=
kommiſſion Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Dr.
Egon Kelch in Berlin;
das Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Vorſitzenden des Vorſtandes der
Landesverſiche=
rungsanſtalt Großh. Heſſen Geheimen Regierungsrat
Dr. Auguſt Dietz zu Darmſtadt, dem Provinzialdirektor
der Provinz Starkenburg und Kreisrat des Kreiſes
Darmſtadt Friedrich Fey zu Darmſtadt, dem
Miniſterial=
rat und Vorſitzenden der Ableiſung für Landwirtſchaft,
Handel und Gewerbe des Miniſteriums des Innern
Franz Hölzinger zu Darmſtadt, dem ordentlichen
Profeſſor in der philoſophiſchen Fakultät der
Landes=
univerſität Geheimen Hofrat Dr. Hermann Siebeck
zu Gießen;
das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Groſmütigen:
dem vortragenden Rat in der Abteilung für öffentliche
Geſundheitspflege des Miniſteriums des Innern
Ge=
heimen Obermedizinalrat Proſeſſor Dr. Guſtav Lorenz
zu Darmſtadt, dem Vorſitzenden der
Brandverſicherungs=
kammer Geheimen Regierungsrat Dr. Karl Melior zu
Darmſtadt, dem ordentlichen Profeſſor in der
philoſo=
phiſchen Fakultät der Landesuniverſität Geheimen Hofrat
Dr. Eugen Netto zu Gießen, dem Superintendenten und
Geheimen Oberkonſiſtorialrat D. Waldemar Peterſen
zu Darmſtadt;
die Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen:
dem unbeſoldeten Beigeordneten der Stadt Mainz
Kommerzienrat Eugen Georg Haffner daſelbſt, dem
Stadtarchivar, Stadtbibliothekar und Vorſtand des
Paulusmuſeums zu Worms Profeſſor Dr. Auguſt
Weckerling daſelbſt;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen mit der Kronc:
dem ordentlichen Profeſſor in der philoſophiſchen
Fakultät der Landesuniverſität Dr. Walter König zu
Gießen;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſſion
Lauterbach Schulrat Heinrich Andres, dem evangel.
Pfarrer und Dekan Georg Bayer zu Raunheim, dem
praktiſchen Arzt Sanitätsrat Dr Karl Becker zu
Fried=
berg, dem Oberlehrer an dem Ludwig=Georgs=Gymnaſium
zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Rudolf Becker, dem
außer=
ordentlichen Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule
Dr. Franz Berghoff=Iſing zu Darmſtadt, dem
Ober=
lehrer an der Oberealſchule zu Worms Profeſſor Daniel
Bonin, dem Oberlehrer an der Ludwigs=Oberrealſchule
zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Philipp Brückel, dem
Rektor der höheren Bürgerſchule zu Dieburg Profeſſor
Joſeph Diehl, dem Oberlehrer an dem Realgymnaſium
und der Oberrealſchule zu Gießen Profeſſor Dr Peter
Dittmar dem Maſchineningenieur bei der
Dampf=
keſſelinſpektion Baurat Joſeph Doffkein zu Darmſtadt,
dem Kommerzienrat Louis Emmelius zu Gießen, dem
kathol. Pfarrer und Dekan Heinrich Eſtenfeld zu Nieder=
Saulheim, dem ordentlichen Profeſſor an der Techniſchen
Hochſchule Dr. Hermann Finger zu Darmſtadt, dem
evangel. Pfarrer Karl Fink zu Zwingenberg, dem erſten
Beamten des evangel. Zentralkirchenſonds Regierungsrat
Adam Fuchs zu Darmſtadt, dem kathol. Pfarrkuraten
Nikolaus Gotha zu Geinsheim, dem Kreisſchulinſpektor
bei der Kreisſchulkommiſſion Dieburg Schulrat Johannes
Adolf Gunderloch, dem Kommerzienrat Joſef Harth
zu Mainz, dem evangel. Pfarrer Friedrich Hellwig zu
Kirch=Göns, dem Oberlehrer an dem Gymnaſum zu
Offenbach Profeſſor Dr. Wilhelm Heräus, dem evangel.
Pfarrer Wilhelm Heuſer zu Nieder=Gemünden, dem
Oberlehrer an der Realſchule zu Michelſtadt Profeſſor
Dr. Ludwig Hönig, dem Oberlehrer an der
Auguſtiner=
ſchule (Gymnaſium und Realſchule) zu Friedberg Profeſſor
Hermann Hüffel, dem Kreisſchulinſpektor bei der
Kreis=
ſchulkommiſſion Heppenheim Schulrat Wilhelm Judith,
dem Oberlehrer an dem Alten Gymnaſium zu Mainz
Profeſſor Jakob Klaſſert, dem evangel. Pfarrer Philipp
Gotthilf Kleberger zu Friedberg, dem Zahnarzt Otto
Köhler zu Darmſtadt, dem kathol. Pfarrer Heinrich
Litzendorf zu Sörgenloch, dem ordentlichen Profeſſor
im veterinärmediziniſchen Kollegium der Landesuniverſität
Dr. Paul Martin zu Gießen, dem unbeſoldeten
Bei=
geordneten, Kommerzienrat Martin Moritz Mayer zu
Mainz, dem praktiſchen Arzt Sanitätsrat Dr. Heinrich
Müller zu Mainz, dem ordentlichen Profeſſor im
veterinärmediziniſchen Kollegium der Landesuniverſität
Dr. Adam Olt zu Gießen, dem evangel. Pfarrer Ferdinand
Ludwig Pabſt zu Gräfenhauſen, dem praktiſchen Arzt
Sanitätsrat Dr. Wilhelm Pullmann zu Offenbach,
dem eoangel. Pfarrer Auguſt Rheinfurth zu Gau=
Odernheim, dem evangel. Pfarrer i P., Direktor der
Bezirksſparkaſſe Schotten Karl Römer daſelbſt, dem
Kreisarzt Medizinalrat Dr. Wilhelm Schäffer zu Alzey,
dem Kommerzienrat Karl Otto Schmahl zu Mainz,
dem Oberlehrer an der Oberrealſchule zu Mainz Profeſſor
Dr. Jranz Schmitt, dem ordentlichen Profeſſor in der
philoſophiſchen Fakultät der Landesuniverſität Dr. Wilhelm
Sievers zu Gießen, dem evangel. Pfarrer Karl Strack
zu Birkenau, dem evangel. Pfarrer Georg Vogel zu
Seeheim, dem Kulturinſpektor der Kulturinſpektion
Darm=
ſtadt Baurat Theodor Walleck daſelbſt, dem Mitglied
der Landeskommiſſion in Feldbereinigungsſachen
Oeko=
nomierat Jakob Walter XVl. zu Lengfeld, dem
Ober=
lehrer an der Liebigs=Oberrealſchule zu Darmſtadt
Pro=
feſſor Dr. Ferdinand Wamſer, dem Oberlehrer an dem
Real ymnaſium und der Oberrealſchule zu Gießen
Pro=
feſſor Dr. Otto Weimar, dem Mitglied des
pharma=
zeutiſchen Zentralausſchuſſes Apotheker Karl Wernher
zu Oppenheim, dem Oberlehrer an dem Realgymnaſium
zu Darmſtadt Profeſſor Karl Wißner;
die Krone zum Ritterkreuz II. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen:
dem Oberſtadtſekretär Guſtav Schmehl zu Darmſtadt
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Lehrer Konrad Böckner zu Heuchelheim (Kreis
Gießen), dem Lehrer Johannes Philipp Diehl zu
Offen=
bach, dem Hauptlehrer Franz Dorn zu Seligenſtadt,
dem Tierarzt Heinrich Gebb zu Klein=Karben, dem
Hauptlehrer Heinrich Geil zu Worms, dem Reallehrer
an der Realſchule und dem Progymnaſium zu Bingen
Ludwig Gerhard, dem Kondttoreiwarenfabrikanten
Lorenz Göbel zu Mainz, dem Reallehrer an dem
Real=
gymnaſium und der Oberrealſchule zu Gießen Jakob
Grimm, dem Lehrer Wilhelm Heck zu Zwingenberg,
dem Gutspächter Okonomierat Heinrich Heil II. zu
Habitzheim, dem Fabrikanten Karl Heim zu Ober=
Ramſtadt, dem Hauptlehrer Jakob Illert zu
Gerns=
heim, dem Reallehrer an dem Ludwig=Georgs=Gymnaſium
zu Darmſtadt Peter Kaffenberger, dem techniſchen
Betriebsleiter am Philippshoſpital bei Goddelau Karl
Kohl, dem Lehrer Guſtav Lanz zu Auerbach, dem
Prokuriſten Johann Lippert. zu Worms, dem Reallehrer
an der Ludwigs=Oberrealſchule zu Darmſtadt Jakob
Liſtmann, dem Hauptlehrer Bernhard Magſaam
zu Wimpfen a. B., dem kaufmänniſchen Angeſtellten der
Getreidegroßhandlung David Guggenheim Adolf
Mann=
heimer zu Worms, dem Landwirt und Weinhändler
Nikolaus Möhn zu Laubenheim, dem Garteninſpektor
am Botaniſchen Garten der Techniſchen Hochſchule Anton
Purpus zu Darmſtadt; dem Hauptlehrer Adam
Schmidt zu Mainz, dem Reallehrer an der
Eleonoren=
ſchule zu Worms Karl Spielmann, dem Lehrer
Wil=
heim Stickſel zu Groß=Steinheim, dem Reallehrer an
der Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey Adam
Storck, dem Reallehrer an der höheren und erweiterten
Mädchenſchule zu Gießen Georg Straub, dem Lehrer
und Vorſteher der Knabenarbeitsanſtalt zu Darmſtadt
Wilhelm Voltz, dem Lehrer Valentin Wagner zu
Großen=Buſeck, dem Lehrer Friedrich Weingärtner zu
Offenbach, dem Hauptlehrer Hermann Weyl zu Wieſeck,
dem Hauptlehrer Georg Würtenberger zu Ober=
Ramſtadt;
die Goldene Verdienſtmedaille des Ludewigsordens:
der Oberin der barmherzigen Schweſtern Sophie
Juck zu Gießen, der Amalie Meyer, Ehefrau des
Ge=
heimen Kirchenrats Meyer zu Friedberg;
die Krone zum Silbernen Krenz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Polizeikommiſſär, Förſter i. P. Georg Haber zu
Markhaus bei Meſſet, dem früheren Bürgermeiſter,
Orts=
gerichtsvorſteher und Standesbeamten Paul Chriſtian
Saalwächter zu Nieder=Ingelheim, dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten Jakob
Schätzel VII. zu Guntersblum;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen mit der Krone:
dem Lehrer Auguſt Bender zu Vilbel, dem Lehrer
Karl Bergauer zu Glauberg, dem Lehrer Johannes
Bernhard zu Unter=Sensbach, dem Lehrer Philipp
Bertſch zu Dieburg, dem Lehrer Wilhelm Biegler zu
Monzernheim, dem Lehrer Karl Bingel zu Hochſtädten,
dem Lehrer Georg Bürſtlein zu Hungen, dem Lehrer
Friedrich Gottfried Coſt zu Klein=Karben, dem Lehrer
Wilhelm Deſoi zu Worms, dem Lehrer Georg Dirlam
zu Nieder=Eſchbach, dem Lehrer Rudolf Döll zu
Rumpen=
heim, dem Lehrer Johann Domidion zu Offenbach,
dem Lehrer Konrad Eitemüller zu Mörfelden, dem
kaufmänniſchen Abteilungsleiter in der Strohhutfabrik
A. Roſenthal u. Co. Joſef Erlanger zu Darmſtadt,
dem Lehrer Karl Fauſtmann zu Lampertheim, dem
Lehrer Adam Fiſcher zu Frau=Rombach, dem Lehrer
Georg Geck zu Trohe, dem Lehrer Georg Göbel zu
Beerfelden, dem Lehrer Chriſtobh Goll zu Götzenhain,
dem Lehrer Leonhard Gräber zu Offenbach, dem Lehrer
Jakob Heiland zu Worms, dem Lehrer Georg Friedrich
Held zu Bickenbach, dem Lehrer Heinrich Henſel zu
Hirzenhain, dem Lehrer Peter Herpel zu Auerbach,
dem Lehrer Ludwig Jacobi zu Offenbach=Bürgel, dem
Lehrer Adam Jung zu Nieder=Flörsheim, dem Lehrer
Wilhelm Jung zu Salz, dem Lehrer Konrad Keitzer
zu Wolfskehlen, dem Lehrer Georg Kißler zu
Heuchel=
heim (Kreis Gießen), dem Lehrer Lorenz Kitz zu
Ober=Seibertenrod, dem Lehrer Heinrich Köhler zu
Watzenborn=Steinberg, dem Kontrolleur des Alsfeſder
Vorſchußvereins Kaufmann Louis Köhler zu
Als=
feld, dem Lehrer Georg Jakob Krämer zu Bullau.
dem Lehrer Friedrich Kurz zu Altenburg, dem Lehrer
Georg Lehn zu Hechtsheim, dem Lehrer Jakob
Luſt zu Wiebelsbach, dem Lehrer Theodor Lutz zu
Wonsheim, dem Lehrer Heinrich Mann zu Melbach,
dem Lehrer Ernſt Martin zu Büttelborn, dem
Lehrer Adam Maurer zu Oppenheim, dem Lehrer
Heinrich Muhl zu Vilbel, dem Lehrer Otto Müller
zu Groß=Gerau, dem Lehrer a. D Leonhard
Munter=
mann zu Nieder=Ingelheim, dem Lehrer Sebaſtian
Nick=
las zu Darmſtadt, dem Lehrer Auguſt Niebergall
zu Udenheim, dem Lehrer’Adam Plößer zu Ginsheim,
dem Lehrer Theodor Rabenau zu Rödgen (Kreis
Gießen), dem Lehrer Johann Valentin=Rettig zu
Flon=
heim, dem Vorſtand der Konſumanſtalt der Lederwerke
Dörr und Reinhart Adam Römer zu Worms, dem
Lehrer Wilhelm Scharmann zu Kaichen, dem
Lehrer Karl Schenk zu Steinfurth (Kreis Friedberg),
dem Lehrer Johannes Schmidt zu Langen, dem Lehrer
Karl Schmidt zu Ober=Wöllſtadt, dem Lehrer Heinrich
Schultheis zu Nieder=Ramſtadt, dem Lehrer Konrad
Schwörer zu Schlierbach (Kreis Dieburg), dem Lehrer
Philipp Seeger zu Habitzheim, dem Lehrer Ludwig
Seip zu Geiß=Nidda, dem Lehrer Jakob Spamer zu
Offenbach, dem Lehrer Heinrich Stephan zu Sandlofs,
dem Lehrer Philipp Traub zu Heppenheim a. d. W.,
dem Lehrer Jakob Wagner zu Gau=Weinheim, dem
Lehrer Johannes Wallhäuſer zu Darmſtadt, dem
Lehrer Johannes Waſſer zu Stockhauſen (Kreis
Lauter=
bach), dem Lehrer Heinrich Weinheimer zu Groß=
Gerau, dem Kreisamtsbureauvorſteher Albrecht
Will=
mann zu Alzey, dem Lehrer Heinrich Witzel zu Worms,
dem Lehrer Johann Wollemer zu Mainz=Mombach,
dem Lehrer Eduard Würth zu Fehlheim;
die Silberne Verdienſtmedaille des Ludewigsordens:
der Hebamme Marie Amend zu Illnhauſen, der
Hebamme Klara Bauer zu Ibersheim, der Hebamme
Margarete Bauer zu Weinolsheim, der Hebamme
Dorothea Boßler zu Zeilhard, der Hebamme Johanna
Döß zu Nierſtein, der Hebamme Dorothea Görnert
zu Queckborn, der Hebamme Margareta Graulich zu
Einartshauſen, der Hebamme Sofie Häußer zu
Eppels=
heim, der Hebamme Eliſabetha Hecht zu Rhein=
Dürk=
heim, der Hebamme Chriſtiane Henrich zu Hainchen,
der Hebamme Luiſe Hofmann zu Viernheim, der
Hebamme Eliſe Joſt zu Nieder=Eſchbach, der Hebamme
Thereſe Kämmerer zu Lahnheim, der Hebamme
Ger=
trude Kern zu Dieburg, der Hebamme Gertrud Klehm
zu Steinberg (Kreis Schotten), der Hebamme Joſefa
Knauf zu Dieburg, der Hebamme Margarete
Koll=
bacher zu Werſau, der Hebamme Margarete Kramer
zu Lumda, der Hebamme Luiſe Möſer zu Eichels orf,
der Hebamme Katharina Ohly zu Holzheim, der
Heb=
amme Eliſabethe Raab zu Oſſenheim, der Hebamme
Eliſabethe Rebſcher zu Rothenberg, der Hebamme
Marie Reutzel zu Kefenrod, der Hebamme Eliſabetha
Sauer zu Hamm, der Hebamme Marie Schäfer zu
Allertshauſen, der Hebamme Margarete Thierolf zu
Rimhorn, der Hebamme Eva Barbara Walz zu
Gammelsbach, der Hebamme Chriſtina Weiß zu
Watzenborn=Steinberg, der Hebamme Eliſabethe
Weſter=
weller zu Wallernhauſen, der Hebamme Eva
Zimmer=
mann zu Schwabsburg;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Sekretär und Lehrer an der Kunſtgewerbe= und
Handwerkerſchule zu Mainz Heinrich Baurhenn, dem
Gemeindeeinnehmer und Kirchenrechner Heinrich Beickert
zu Biblis, dem Landwirt Peter Benz V zu Arheilgen,
dem 1. Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr
Wilhelm Benz IV zu Arheilgen, dem Kreisſtraßenmeiſter
Jakob Bieſer zu Neu=Iſenburg, dem Kreisſtraßenmeiſter
Georg Philipp Böhm zu Reichelsheim (Kreis Erbach),
dem Kreisſtraßenmeiſter Wilhelm Bopp zu Wald=
Michelbach, dem Kreisſtraßenmeiſter Joſef Brückner zu
Bensheim, dem 2. Vorſitzenden des Kriegervereins Bingen
Johannes Baptiſt Dulcius I. daſelbſt, dem Landwirt
Friedrich Fenchel zu Griedel dem Geſchäftsführer
Friedrich Freihaut zu Darmſtadt, dem Kontrolleur
der Bezirksſparkaſſe Gießen Chriſtian Haas daſelbſt,
dem Aſſiſtenten des Brandverſicherungsinſpektors Adam
Karpp zu Mainz, dem Freiherrlich von Riedeſel’ſchen
Gutsinſpektor Karl Kiepe zu Sickendorf, dem
Bau=
echniker bei der Stadt Gießen Hermann Köhler daſelbſt,
dem Prokuriſten Heinrich Lang zu Bensheim, dem
Hemeinderechner Kaſpar Mohr zu Laubenheim, dem
Kreisgeometergehilfen Karl Neuſchäffer zu Dieburg,
dem Aſſiſtenten des Brandverſicherungsinſpektors Heinrich
Nicolaus zu Gießen, dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichts=
vorſteher und Standesbeamten Ernſt Ohl zu Groß=
Umſtadt, dem Rechner des Veteranen= und Kriegervereins
Alsfeld Karl Ramſpeck daſelbſt, dem Kunſtformer am
römiſch=germaniſchen Zentralmuſeum zu Mainz Valentin
Roth daſelbſt, dem Eichmeiſter Valentin Schäfer zu
Bingen, dem 2. Vorſitzenden des Veteranen= und
Militär=
vereins Offenbach a. M. Daniel Schaub daſelbſt,
dem Obereichmeiſter Richard Schroeter zu Mainz,
dem Landwirt und Bürgermeiſter Johann Schwinn zu
Schöllenbach, dem Kreisſtraßenmeiſter Philipp
Sommer=
korn zu Laubach, dem Kreisſtraßenmeiſter Georg
Steinbrecher zu Bensheim, dem Bureaugehilfen bei
der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt Philippshoſpital bei
Goddelau Georg Daniel Strauß, dem
Kreisſtraßen=
meiſter Johannes Volk zu Altenſtadt, dem Landwirt,
Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten
Martin Wenzel zu Hainſtadt (Kreis Offenbach), dem
Kreisvollziehungsbeamten Philipp Zacheis zu
Zwingen=
berg;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für 50 jährige treue Dienſte”:
dem Fürſtlich Solms=Braunfels’ſchen Förſter Heinrich
Sames zu Langsdorf;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: „Für
langjährige treue Dienſte” am Bande des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen:
dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und
Standes=
beamten Philipp Claß zu Lonsheim, dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten Konrad
diehlmann zu Michelnau, dem Bürgermeiſter,
Orts=
gerichtsvorſteher und Standesbeamten Johann Georg
Eichenauer zu Stockhauſen (Kreis Lauterbach), dem
Bürgermeiſter, Ortsgerichtsverſteher und Standesbeamten
Johann Adam Helfrich zu Unter=Abtſteinach, dem
Kreisamtsſchreibgehilfen Jakob Lamp zu Gießen, dem
Gemeindeeinnehmer Friedrich Wilhelm Loye zu
Horch=
heim, dem Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr
Martin Ritzel VI. zu Bieber, dem 1. Vorſteher der
iſrae=
litiſchen Religionsgemeinde Aſſenheim=Bruchenbrücken
Liebmann Spier, zu Bruchenbrücken, dem 1. Vorſteher
der iſraelitiſchen Religionsgemeinde Erfelden Meier
Sternfels I. daſelbſt, dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichts=
vorſteher und Standesbeamten Philipp Walter zu
Traiſa, dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und
Standesbeamten Heinrich Chriſtoph Wolff zu
Rommel=
hauſen;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für langjährige treue Dienſte‟:
dem Kirchenrechner Friedrich Karl Biebesheimer
zu Nordheim, dem Gemeinderatsmitglied Jakob Brenner
zu Wendelsheim, dem Kirchenrechner Karl Peter Breul
zu Groß= Umſtadt, dem Gemeinderatsmitglied Jakob
Dahlem III. zu Ober=Flörsheim, dem Feuerviſitator
Heinrich Diehl zu Metzlos=Gehaag, dem
Feldgeſchwo=
renen Heinrich Feldmann I. zu Lauter, dem
Feld=
geſchworenen Friedrich Frieauff zu Pfeddershem, dem
Feldgeſchworenen Adam Glaſer III. zu Mainz=
Mom=
bach, dem Gemeinderatsmitglied Valentin Grün zu
Ober=Flörsbeim, dem Beigeordneten und ſtellvertretenden
Standesbeamten Johannes Habermebl II. zu Alimen=
rod, dem Feldgeſchworenen Joſef Herrmann zu Mainz=
Mombach, dem Gemeinderatsmitglied Georg Hill zu
Storndorf, dem Feldgeſchworenen Heinrich Wilhelm Koch
zu Nonnenroth, dem Feldgeſchworenen Max Krug zu
Lindenſtruth, dem weltlichen Mitglied des katholiſchen
Kirchenvorſtandes Simon Peter Krug zu Bad=
Nau=
heim, dem Feldgeſchworenen Georg Loth VII. zu
Har=
bach, dem Feldgeſchworenen Adam Marquard II. zu
Winkel, dem Bureaudiener bei dem Stadtbauamt Johann
Georg Maßon zu Mainz, dem Feldgeſchworenen
Johannes Orth zu Nieder=Breidenbach, dem Bauſchätzer
Michael Pfeitfer zu Kirch=Brombach, dem
Gemeinde=
ratsmitglied Wilhelm Porth III. zu Ober=Hilbersheim,
dem Kirchenvorſtandsmirglied Heinrich Wilhelm
Rei=
chert zu Eckartshauſen, dem Beigeordneten und
Orts=
gerichtsvorſteher Valentin Rettig zu Albersbach, dem
Schutzmann Valentin Ring zu Mainz, dem
Feld=
geſtt worenen Jakob Rinn X. zu Heuchelheim (Kreis
Gießen), dem Gemeinderatsmitglied Auguſt Ruppel I.
zu Obbornhofen, dem Kirchenvorſtandsmitglied Georg
Konrad Ruthl. zu Langenbergheim, dem
Gemeinderats=
mitglied Auguſt Schäfer zu Hungen, dem
Kirchen=
rechner Heinrich Schmitt zu Vendersheim, dem
Feld=
geſchworenen Johannes Schomber III. zu Odenhauſen,
dem Feldgeſchworenen Johann Baptiſt Schüler zu
Mainz=Zahlbach, dem Gemeinderechner Heinrich
Stein=
hauer zu Wiſſelsheim, dem Gemeinderatsmitglied
Fried=
rich Wilhelm Stumpf zu Ober=Hilbersheim, dem
Feld=
geſchworenen Peter Theis II. zu Pfeddersheim, dem
Kirchenrechner Karl Wächtershäuſer zu Ober=
Eſch=
bach, dem Feldgeſchworenen Johanres Walter III. zu
Königſtädten, dem Feldſchützen und Feldgeſchworenen
Andreas Weinberger II. zu Lauterbach;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für Verdienſte‟:
dem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Georg Wendel
Geibel zu Eberſtadt (Kreis Darmſtadt), dem
Vorſitzen=
den des Kriegerbereins Hahnheim Georg Michael Geil
daſelbſt, dem 1. Kommandanten der freiwilligen
Feuer=
wehr Konrad Germann VII. zu Meſſel, dem
Feuer=
wehrkommandanten Philipp Holl VII. zu Rodhe m
v. d. H., dem Rechner des Kriegervereins Dietesheim
Johann Joſef Jung I. daſelbſt, dem Vorſitzenden des
Kriegervereins Nieder=Erlenbach Philipp Lampert II.
daſelbſt, dem Vorſitzenden des Kriegervereins Watzenborn
Johannes Eberhard Leicht daſelbſt, dem Vorſitzenden
des Kriegervereins Nack Daniel Lied daſelbſt, dem
Vor=
ſitzenden des Kriegervereins Stockhauſen (Kreis
Lauter=
bach) Johannes Oeſterreich VI. daſelbſt, dem 2.
Kom=
mandanten der freiwilligen Feuerwehr Heinrich
Repp=
zu Arheilgen, dem Vorſitzenden des Kriegervereins
Hel=
pershain Heinrich Rühl X. daſelbſt, dem Rechner des
Kriegervereins Heldenbergen Peter Joſeph Schäfer
daſelbſt, dem 1. Vorſitzenden des Kriegervereins
Rhein=
dürkheim Philipp Schuhl. daſelbſt, dem Vorſitzenden
des Kriegervereins Seckmauern Johannes Heinrich
Schüßler daſelbſt, dem Vorſitzenden des Kriegervereins
Heuchelheim bei Gießen Heinrich Volkmann II. daſelbſt,
dem Vorſitzenden des Kriegervereins Hirſchhorn Franz
Joſeph Zipp daſelbſt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: „Für
treue Dienſte” am Bande des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
den bisherigen unſtändigen Mitgliedern des
Landes=
verſicherungsamts Güteraufſeher Heinrich Mack zu Hauſen
(Kreis Gießen), Gärtner Heinrich Preher zu Darmſtadt,
landw. Arbeiter Johann Schäufle zu Bretzenheim;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für treue Dienſte‟:
dem Kommunalforſtwart Georg Blei zu Nieder=
Beſſingen, dem Kommunalforſtwart Michael
Boden=
ſohn zu Hainſtadt (Kreis Offenbach), dem Feldſchützen
Johann Georg Friedrich Bott zu Büttelborn, dem
Poli=
zeidiener Johannes Bügelmeier zu Grünberg, dem
Feldſchützen Johann Jakob Buß VI. zu Gambach, dem
Feldſchützen Georg Dahlheimer zu Dietesheim, dem
Nachtwächter Gottlieb Enger zu Hirſchhorn, dem
Poli=
zeidiener Georg Focknoff V. zu Fränkiſch=Crumbach,
dem Feldſchützen Philipp Glück I. zu Bürſtadt, dem
Stadtdiener Heinrich Gries I. zu Bad=Nauheim, dem
Pförtner ün der Techniſchen Hochſchule Philipp Guyot
zu Darmſtadt, dem Kommunalforſtwart Jakob Hamann
zu Etzean, dem Polizeidiener Johannes Heß III. zu
Münſter (Kreis Gießen), dem Mitglied der freiwilligen
Feuerwehr Hermann Hirſch zu Offenbach, dem
Feld=
ſchützen Peter Jauch zu Düdelsheim, dem Kirchendiener
Konrad Jung zu Selzen. dem Kirchendiener und Glöckner
Heorg Kabey I. zu Stockſtadt, dem Polizeidiener und
Feldſchützen Heinrich Adam Kaiſer zu Steinberg (Kreis
Schotten), dem Kirchendiener Adam Kalbfleiſch zu
Schlitz, dem Polizeidiener Heinrich Keller VI. zu
Lar=
denbach, dem Feldſchützen Georg Knierim V. zu
Oſt=
hofen, dem Kommunalforſtwart Georg Körner zu
Unteres Treburer Forſthaus, dem Glöckner Daniel Lang
zu Odenhauſen, dem Polizei= und Gemeindediener Johann
Lang zu Gau=Bickelheim, dem Gräflich Erbach=Erbach’ſchen
Diener Peter Leiß zu Erbach i. O., dem Kirchendiener
Heinrich Möller XIl. zu Angersbach, dem Polizeidiener
Friedrich Ohin zu Balkhauſen, dem Polizeidiener
Hein=
rich Ott zu Glashütten, dem Feldſchützen Georg Paul V.
zu Groß=Eichen, dem Kommunalforſtwart Johannes
Petermann VII. zu Hambach, dem Kommunal orſtwart
Wendel Raiß zu Büttelborn, dem Verwalier des
poli=
zeilichen Haftlokals und Ortsgerichtsdiener Konrad
Rauſch zu Bingen, dem .Feldſchützen Konrad
Rein=
hard zu Windhauſen, dem Feldſchützen Guſtav Schad
zu Nauheim (Kreis Groß=Gerau), dem Kirchendiener und
Glöckner Friedrich Schäfer zu Langd, dem
Polizei=
diener Georg Schäfer zu Storndorf, dem Feldſchützen
Adam Schaller II. zu Oſthofen, dem Mitglied der
frei=
willigen Feuerwehr Karl Friedrich Schreck zu Offenbach,
dem Polizeidiener Sebaſtian Spies III. zu Laubenheim,
dem Feldſchützen Heinrich Stoll zu Lang=Göns, dem
Feldſ ützen Wilhelm Vogt IV. zu Reichelsheim (Kreis
Friedberg), dem Kommunalforſtwart Johs. Phil. Volk
zu Breitenbrunn, dem Polizeidiener Ludwig Volk XVIII.
zu Allendorf a. d. Lahn, dem Polizeidiener Johannes
Wahl II. zu Pfordt, dem Kutſcher bei der Landes=Heil=
und Pflegeanſtalt Philippshoſpital bei Goddelau Daniel
Wenner, dem Polizeidiener Johannes Wenzel II. zu
Rommelhauſen, dem Feldſchützen Heinrich Winn zu
Nonnenroth, dem Kiechendiener und Glöckner Johannes
Heinrich Wolff zu Altenſtadt;
das Band des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
nütigen zu dem bereits verliehenen Allgemeinen
Ehrenzeichen mit der Inſchrift. „Für treue Arbeit”
dem Werkmeiſter Eduard Morath zu Offenbacha.M
dem Maſchinenmeiſter Wendelin Müller zu Mainzn
dem Werkmeiſter Adam Zang zu Offenbach a. M;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: „Für
treue Arbeit” am Bande des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Obermaſchinenmeiſter Karl Auracher zu
Darm=
ſtadt, dem Werkmeiſter Peter Bär zu Biſchofsheim, dem
Steiger Johannes Ewald zu Weckesheim, dem Steiger
Georg Gibbzu Leihgeſtern, dem Fabrikaufſeher Johannes
Kleber VII. zu Weinsheim;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für treue Arbeit”:
dem Fabrikarbeiter Franz Adelseck zu Dietersheim,
dem Fabrikarbeiter Jakob Alles zu Offenbach, dem
Portefeuiller Karl Andretzky zu Offenbach, dem
Holz=
hauer Adam Bartmann VII. zu Rothenberg, dem
Waldarbeiter Jakob Bartmann zu Eutergrund (
Ge=
meinde Bullau), dem Schloſſer Kaſpar Beatzel zu Mainz=
Kaſtel, dem Silberarbeiter Georg Beck zu Mainz, dem
Gartenarbeiter Georg Beck zu Groß=Karben, dem
Kreis=
ſtraßenwart Leonhard Beck zu Brensbach, dem
Fabrik=
aufſeher Karl Heinrich Becker zu Worms=Neuhauſen,
dem Fabrikſchloſſer Ludwig Becker zu Herrnsheim, dem
Fabrikarbeiter Georg Beutel IV. zu Reichenbach, dem
Fabrikarbeiter Georg Birkenhauer zu Bickenbach, dem
Ziegeleiarbeiter Johann Heinrich Boß zu Angersbach,
dem Kreisſtraßenwart Heinrich Brück zu Langsdorf, dem
Borarbeiter Karl Dahlheimer zu Offenbach, dem
Gerber Leonhard Dehmer zu Eberſtadt (Kreis
Darm=
ſtadt), dem Kreisſtraßenwart Peter Deubler I. zu
Fauerbach v. d. H., dem Kreisſtraßenwart Kaſpar Diehl
zu Ruppertenrod, dem Holzſetzer Heinrich Dort zu
Großen=Buſeck, dem Lackierer Karl Eckart zu Mainz,
dem Gemeinoefaſelwärter Chriſtof Eifert zu Schlierbach
(Kreis Dieburg), dem Tiener Georg Eiſenhauer II.
zu Birkenau, dem Kreisſtraßenwart Johannes Emig III.
zu Roßdorf, dem Bruchmeiſter Jakob Lorenz
Emmerenziani zu Weiſenau, dem Kreisſtraßenwart
Ludwig Finger II. zu Ober=Ramſtadt, dem
Fabrik=
arbeiter Johann Heinrich Flachs I. zu Hirſchhorn, dem
Fabrikarbeiter Philipp Flemmiſch zu Bickenbach, dem
Kreisſtraßenwart Karl Gräſer zu Dreieichenhain, dem
Maſchiniſten Joſef Groß zu Bensheim, dem
Fabrik=
arbeiter Jakob Guth zu Heppenhe m a. d. W., dem
Kreisſtraßenwart Konrad Habicht zu Engelrod, dem
Vorarbeiter Hermann Hafner zu Darmſtadt, dem
Kreisſtraßenwart Elias Hamm zu Gräfenhauſen, dem
Küfer Karl Hannemann zu Weiſenau, dem
Fabrik=
arbeiter Peter Hechler zu Lautern, dem Waldarbeiter
Adam Heckmann zu Ober=Finkenbach, dem Kutſcher
Ludwig Heim zu Erbach i. O., dem Bureaudiener Konrad
Hein zu Horchheim, dem Zuſchneider Wilhelm
Helfen=
bein zu Schwanheim a. M., dem Kreisſtraßenwart
Friedrich Hepding zu Pohl=Göns, dem Buchdrucker
Peter Herrig zu Oppenheim, der Tabakarbeiterin
Monika Hillenbrand zu Offenbach, dem Buchdrucker
Jakob Hoffmann zu Oppenheim, dem Maſchini ten
Peter Hofmann zu Worms, dem Fabrikarbeiter Elias
Hofrichter zu Roxheim (Pfalz), dem Fabrikarbeiter
Jakob Horn zu Worms, dem landw. Arbeiter Georg
Hüter I. zu Rüſſelsheim, dem Kutſcher Anton Hütſch zu
Offenbach, dem ſtädtiſchen Arbeiter Konrad Junker zu
Nackenheim, dem Gärtner Auguſt Kambeitz zu Eberſtadt
(Kreis Gießen), dem Rottmeiſter Otto Karpf zu
Einartshauſen, dem Zimmergeſellen Philipp Kaul V. zu
Nauheim (Kreis Groß=Gerau), dem Fabrikarbeiter Ludwig
Ignaz Kern I. zu Jügesheim, dem Fabrikarbeiter
Johannes Klag zu Weinsheim, dem Tapezier Georg
Kraft zu Darmſtadt, dem Kreisſtraßenwart Georg
Kränkel II. zu Lengfeld, dem Verwalter Adam Kratz
zu Oppenheim dem Tabakarbeiter Johann Ludwig
Kromm zu Offenbach, dem Obmann Karl Kühnle
zu Wimpfen, dem Z mmergeſellen Johannes Liſt V. zu
Seeheim, dem Holzſetzer Jak b Löb zu Michelſtadt, dem
Stahlſchleifer Karl Löffler I. zu Offenbach, dem
Fabrik=
arbeiter Karl Löffler II. zu Offenbach, dem Taglöhner
Friedrich Lohrum zu Ober=Ingelheim, dem
Wald=
arbeiter Konrad Lotz zu Allendorf a. d. Lda., dem
Holz=
hauer Kirl Löw zu Weidengeſäß, dem Schreiner Friedrich
Luft zu Nidda, dem Bergarbeiter Philipp Mohr zu
Hochſtädten, dem Rottmeiſter Heinrich Möller II. zu
Wernges, dem Fabrikaufſeher Jakob Niſchwitz II. zu
Pfeddersheim, der Taglöhnerin Magdalene Porth,
Ehefrau des Johann Porth IV. zu Erbes=Büdesheim,
dem Holzhauer Andreas Konrad Poſt zu Angersbach,
dem Küfer Johann Philipp Reichhardt zu Mainz,
dem Stmied Jakob Renker zu Mainz, dem
Zu=
ſchneider Johann Jakob Rexroth zu Ofſenbach a M.,
dem Holzhauer A dreas Rothermel II. zu
Hammel=
bach, dem Maurer Philipp Rühl I. zu Arheilgen, dem
Former Heinrich Ruhs zu Lollar, dem Kreisſtraßenwart
Heinrich Sauer zu Griedel, dem Kreisſtraßenwart Georg
Schad II. zu Echzell, der Fabrikarbeiterin El ſe
Scham=
bach zu Bensheim, dem Bierfahrer Karl Schäfer zu
Worms, dem Holzhauer Michael Schäfer zu
Weiten=
geſäß, dem Gürtler Peter Schäffer zu Offenbach, dem
Holzhauer Georg Adam Schneider zu Herbſtein, dem
Fabrikarbeiter Jakob Schroth zu Offenbach, dem
Holz=
hauer Heinrich Schwab zu Merkenfritz, dem
Lager=
verwalter Johann Sedewitz zu Birkenau, dem
Fabrik=
arbeiter Peter Soldan II. zu Horchheim, dem
Dreſch=
maſchinenführer Johann Philipp Späth II. zu Rodau
(Kreis Dieburg), dem Holzhauer Joh. Adam Stalf zu
Fürth i. O., dem Fabrikſchreiner Johann Sträßinger
zu Worms, dem landw. Arbeiter Georg Strauß zu
Birkenau, dem Küfermeiſter Heinrich Strupp zu
Büdes=
heim (Kreis Bingen), dem Kreisſtraßenwart Konrad
Theiß zu Flenſungen, dem Fabrikarbeiter Karl Vill
zu Mainz, dem Fabrikarbeiter Franz Vogt zu Biebrich,
dem Kreisſtraßenwart Georg Wahl zu Leuſel, dem
Holzſetzer Wilhelm Walther VI. zu Schönnen, dem
Fabrikarbeiter Gerhard Weber zu Pfeddersheim, dem
Bureau= und Hausdiener Heinrich Weber zu Darmſtadt,
dem Holzſetzer Peter Weihrauch II. zu Aſchbach, dem
Nachtwächter Chriſtian Weilemann zu Wimpien, dem
Gärtner Johann Weis zu Nieder=Ingelheim, dem
Auf=
ſeher Heinrich Winter zu Leihgeſtern, dem
Fabrik=
arbeiter Peter Wolf zu Gadernheim, dem Werkmeiſter
Joſef Zeiträger zu Mainz.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
an=
läßlich Allerhöchſtihres Geburtsfeſtes Allergnädigſt zu
verleihen geruht:
das Ernſt=Ludwig=Eleonoren=Kreuz für Verdienſte
in der Wohlfahrtspflege:
dem evangel. Pfarrer, Kirchenrat D. Georg Schloſſer
zu Gießen.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
anläßlich Allerhöchſtihres Geburtsfeſtes Allergnädigſt zu
erteilen geruht:
den Charakter als „Geheimer Obermedizinalrat”:
dem vortragenden Rat in der Abteilung für öffentliche
Geſundhe tspflege des Miniſteriums des Innern
Ober=
medizinalrat Profeſſor Dr. Georg Heyl zu Darmſtadt;
den Charakter als „Geheimer Regierungsrat”:
dem Kreisrat des Kreiſes Heppenheim Friedrich von
Hahn, dem Kreisrat des Kreiſes Offenbach Friedrich
Lochmann, dem Kreisrat des Kreiſes Bingen Dr.
Ed=
mund Steeg;
den Charakter als „Geheimer Hofrat”:
dem Direktor der Kunſt= und hiſtoriſchen Sammlungen
des Landesmuſeums Profeſſor Dr. Friedrich Back zu
Darmſtadt, dem ordentlichen Profeſſor in der
philo=
ſophiſchen Fakultät der Landesuntverſität Dr. Magnus
Biermer zu Gießen;
den Charakter als „Geheimer Schulrat”:
dem Direktor der Liebigs=Oberrealſchule zu Darmſtadt
Dr. Karl Dorfeld, dem Rektor Profeſſor Dr. Theodor
Schweisgut zu Darmſtadt;
den Charakter als „Geheimer Medizinalrat”:
dem Direktor der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt bei
Heppenheim Medizinalrat Dr. Ehrhard Bieberbach,
dem praktiſchen Arzt Medizinalrat Dr. Iſidor Grödel
zu Bad=Nauheim, dem Kreisarzt Medizinalrat Dr. Julius
Haberkorn zu Gießen, dem Direktor des St.
Rochus=
hoſpitals Medizinalrat Dr. Michael Reiſinger zu Mainz;
den Charakter als „Pro eſſor”:
dem Lehrer am Biſchöflichen Konvikt zu Dieburg
Dr. Peter Bruder daſelbſt, dem Reallehrer i. P.
Engel=
bert Heußlein zu T armſtadt, dem Privatdozenten bei
der Techniſchen Hochſchule Dr. Fritz Limmer zu
Darm=
ſtadt, dem Direktor des chemiſchen Unterſuchungsamts
der Stadt Worms Otto Peters daſelbſt, dem
Privat=
dozenten bei der Techniſchen Hochſchule Dr. Wilhelm
Vaubel zu Darmſtadt;
den Charakter als „Schulrat”
dem Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſſion
Offenbach Jakob Hofmann dem Schulinſpektor an der
Volksſchule zu Worms Heinrich Schmeel;
den Charakter als „Rektor”:
dem Oberlehrer Philipp Hembel zu Worms;
den Charakter als „Medizinalrat”:
dem außerordentlichen Profeſſor an der
Landes=
univerſität Hebammenlehrer Dr. Heinrich Walther zu
Gießen;
den Charakter als „Sanitätsrat”:
dem praktiſchen Arzt Dr. Karl Briegleb zu Worms,
dem praktiſchen Arzt Dr. Benno Herzog zu Mainz,
dem praktiſchen Arzt Dr. Feroinand Jäger zu Koſtheim
dem praktiſchen Arzt Dr. Heinrich Keilmann zu
Bretzen=
heim, dem p aktiſchen Arzt Dr. Reinhard Koch zu Nidda,
dem praktiſchen Arzt Dr. Franz Liebenow zu
Offen=
bach, dem praktiſchen Arzt Dr. Joſeph Metzger zu Mainz,
dem praktiſchen Arzt/ Dr. Joſeph Müller zu Bingen,
dem praktiſchen Arzt Dr. Ludwig Nöllner zu Darmſtadt,
dem praktiſchen Arzt Dr. Ludwig Orth zu Darmſtadt,
dem praktiſchen Arzt Dr. Fritz Schliephake zu Gießen,
dem praktiſchen Arzt Dr. Rudolf Seeger zu Ech (Kreis
Worms), dem praktiſchen Arzt Dr. Hans Stoll zu Bad=
Nauheim, dem praktiſchen Arzt bei dem Norddeutſchen
Lloyd zu Bremen Dr. Albrecht Weber, dem praktiſchen
Arzt Dr. Heinrich Weifenbach zu Worms, dem
prak=
tiſchen Arzt Dr. Fritz Wolf zu Gonſenheim;
den Charakter als „Veterinärrat”:
dem Kreisveterinärarzt Heinrich Friedrich zu Dieburg,
dem Kreisveterinärarzt Joſeph Oehl zu Nidda;
den Charakter als „Kommerzienrat”:
d m Kaufmann Wilhelm C. Fiſcher aus Bingen, dem
Kaufmann Ludwig Langenbach zu Worms, dem
Möbelfabrikanten Philipp Merkel III. zu Dalsheim
Kreis Worms), dem Reedereibeſitzer Joſeph Stenz zu
Gonſenheim, dem Hofbuchdruckereibeſitzer Karl Wittich
zu Darmſtadt;
den Charakter als „Hkonomierat”:
dem Mitglied der Landeskommiſſion in
Feldberei=
nigungsſachen Beigeordneten Georg Falck zu Friedberg
dem Mitglied der Landeskommiſſion in
Feldbereinigungs=
ſachen Simon Haßelbach zu Alzey, dem Landwirt
Georg Heil zu Aſſenheim, dem Gutsbeſitzer Bürgermeiſter
Georg Keller zu Spieshe m, dem Gutsbeſitzer
Bürger=
meiſter Jakob Heinrich Stauffer zu Wachenheim, dem
Vorſteher der landwirtſchaftlichen Winterſchule zu
Michel=
ſtadt Landwirtſchaftslehrer Wilhelm Otto Thömsgen;
den Charakter als „Polizeirat”:
dem Polizeikommiſſär Jakob Freinsheimer zu
Bingen;
den Charakter als „Rechnungsrat”:
dem ſtädtiſchen Oberſekretär Georg Paul zu
Darm=
ſtadt, dem Miniſterialregiſtrator bei dem Miniſterium des
Innern Georg Rotté zu Darmſtadt;
den Charakter als „Kanzleirat”:
dem Kreisamtsgehilfen Aktuar Heinrich Greinert
zu Darmſtadt, dem Regiſtrator bei dem Oberkonſiſtorium
Karl Wahl zu Darmſtadt;
den Charakter als „Förſter”:
dem Kommunalforſtwart Gg. Hch. Barth zu Höchſt
i. Odenw., dem Kommunalforſtwart Heinrich Emich zu
Schöllenbach, dem Kommunalforſtwart Leonhard Ihrig
zu Unter=Sensbach, dem Kommunalforſtwart Sebaſtian
Kratz zu Fehlheimer Forſthaus (Oberförſterei Bensheim),
dem Kommunalforſtwart Chriſtian Nickel II. zu
Hoch=
ſtädten, dem Kommunalforſtwart Georg Reinhard zu
Schlierbach (Oberförſterei Lindenfels), dem
Kommunal=
forſtwart J. Lud. Römer zu Allertshauſen, dem
Kom=
munalforſtwart Joh. Val. Schäfer zu Erbach i. O.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Aller=
gnädigſt geruht, zum 25. November dem evangeliſchen
Pfarrer Ludwig Joſt zu Bechtheim und dem
evange=
liſchen Pfarrer und Dekan Eduard Hainer zu Hungen
den Charakter als Kirchenrat zu erteilen.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November zu verleihen:
die Krone zum Komturkreuz II. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen:
dem Präſidenten des Landgerichts der Provinz
Rhein=
heſſen Dr. Philipp Hangen;
das Komturkreuz II. Klaſſe dieſes Ordens:
dem Präſidenten des Landgerichts der Provinz
Starken=
burg Karl Theobald;
das Ehrenkreuz dieſes Ordenst
dem Direktor der Zellenſtrafanſtalt Butzbach Gottlieb
Clement, dem Direktor des Landeszuchthauſes
Marien=
ſchloß Alexander Bornemann;
die Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe dieſes Ordens:
dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen,
Geheimen Juſtizrat Heinrich Gebhardt, dem
Ober=
amtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg, Geheimen
Juſtizrat Ernſt Mickel, dem Landgerichtsrat bei dem
Landgericht der Provinz Oberheſſen, Geheimen Juſtizrat
Wilhelm Wehner, dem Oberamtsrichter bei dem
Amts=
gericht Groß=Umſtadt, Geheimen Juſtizrat Ludwig Ebel,
dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Langen,
Ge=
heimen Juſtizrat Johannes Ittmann, dem
Ober=
amtsrichter bei dem Amtsgericht Schlitz, Geheimen
Juſtiz=
rat Franz Wahl, dem Handelsrichter bei der Kammer
für Handelsſachen in Worms, Kommerzienrat Wilhelm
Kölſch;
das Ritterkreuz I. Klaſſe dieſes Ordens:
dem Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz
Rheinheſſen Joſef Stigell, dem Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Darmſtadt II, Amtsgerichtsrat Adolf
Wart=
horſt, dem Landgerichtsrat bei dem Landgericht der
Provinz Starkenburg Dr. Gottfried Hauſtadt, dem
Landger chtsrat bei dem Landgericht der Provinz
Ober=
heſſen Karl Wiener, dem Landgerichtsrat bei dem
Landgericht der Provinz Rheinheſſen Fritz Eller, dem
Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Bingen Dr.
Hein=
rich Meſſer, dem Handelsrichter bei der Kammer für
Handelsſachen in Darmſtadt, Kommerzienrat Ludwig
Röder;
das Ritterkreuz II. Klaſſe dieſes Ordens:
dem Gerichtskoſtenreviſor, Rechnungsrat Heinrich
Dahmer in Darmſtadt, dem Aktuar bei dem
Amts=
gericht Ober=Ingelheim Heinrich Maus, dem Aktuar
bei dem Amtsgericht Vilbel Albinus Blößer, dem
Aktuar bei dem Amtsgericht Bad=Nauheim Jakob Fiſcher,
dem Verwalter des Provinzialarreſthauſes in Gießen
Konrad Klingler;
das Silberne Kreuz dieſes Ordens:
dem Gerichtsvollzieher Johann Hefner in Mainz,
dem Regiſtrator am Oberlandesgericht Kanzleirat Jakob
Martin Pfeifer, dem Werkmeiſter am Landeszuchthaus
Marienſchloß Guſtav Feyh, dem Werkmeiſter an der
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Adam Steinbrecher, dem
Werkmeiſter an der Zellenſtrafanſtalt Butzbach Ludwig
Unverzagt, dem früheren Bureauvorſteher Johann
Ettling in Offenbach;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für langjährige treue Dienſte‟:
dem Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Fried.
berg Geog Lohnes, dem Gefangenaufſeher an der
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Kaſpar Stoll, dem
Gefangen=
aufſeher am Provinzialarreſthaus in Mainz Julius
Reinelt, dem Gefangenwärter Konrad Joſt in
Ulrich=
ſtein, den Ortsgerichtsmännern Adam Kadel II. zu
Nieder=Liebersbach, Georg Heinrich Trautmann zu
Birkert, Georg Trockenbrod I. zu Fürſtengrund,
Michael Fleck zu Nieder=Kinzig, Heinrich
Roden=
hauſer zu Rai=Breitenbach, Heinrich Krauß zu
Kim=
bach, Michael Joſef Löw zu Jügesheim, Heinrich
Liller II. zu Dudenhofen, Auguſt Hufnagel zu
See=
heim, Wilhelm Heldmann zu Affolterbach, Friedrich
Ruckelshaußen II. zu Wallerſtädten, Philipp
Rein=
heimer V. zu Bauſchheim, Johannes Hahn II. zu
Bieben, Johannes Weiß II. zu Altenburg, Konrad
Höhler zu Reibertenrod, Philipp Rühl II. zu Trohe,
Wilhelm Becker IV. zu Keſſelbach, Heinrich Lang I. zu
Hörgenau, Adolf Hofmann zu Rodheim, Johannes
Schmidt I. zu Nieder=Beſſingen, Heinrich Bach I. zu
Michelnau, Karl Langlitz zu Volkartshain, Georg
Karpf II. zu Einartshauſen, Johannes Ruckelshauſen
zu Michelbach, Johannes Kirchner IV. zu Kaulſtoß,
Johannes Gottwals I. zu Ulfa, dem früheren
Orts=
gerichtsmann Jakob Schneider Vl. in Oſtheim.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Aller=
gnädigſt geruht, zum 25. November zu erteilen:
den Charakter als „Geheimer Inſtizrat”:
dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Darmſtadt I
Karl Kolb dem Vorſitzenden der Kammer für
Handels=
ſachen in Mainz und Landgerichtsrat bei dem
Land=
ger cht der Provinz Rheinheſſen Dr. Franz Vogel, dem
Vorſitzenden der Kammer für Handelsſachen in Offenbach
und Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Karl
Landmann, dem Notar Juſtizrat Dr. Julius Reen
in Wörrſtadt, dem Notar Juſtizrat Edmund Gaßner
in Mainz, dem Rechtsanwalt Juſtizrat Jakob
Grüne=
wald in Darmſtadt, dem Rechtsanwalt und Notar
Juſtizrat Ferdinand Gallus in Darmſtadt, dem
Rechts=
anwalt und Notar Juſtizrat Dr. Karl Kleinſchmidt
in Darmſtadt, dem Rechtsanwalt Juſtizrat Dr. Friedrich
Mayer in Mainz, dem Rechtsanwalt Juſtizrat Dr. Ernſt
Emil Hoffmann in Darmſtadt, dem Rechtsanwalt
Juſtizrat Dr. Ludwig Oppenheim in Mainz;
den Charakter als „Juſtizrat”:
dem Notar Dr. Bernhard Pfeifer in Nieder=Olm,
dem Notar Richard Münch in Wöllſtein, dem
Rechts=
anwalt Dr. Eduard Billhardt in Mainz, dem
Rechts=
anwalt Hans Keller in Friedberg, dem Rechtsanwalt
Dr. Anton Joſef Friedmann in Mainz;
den Charakter als „Oberaktuar”:
dem Aktuar bei dem Amtsgericht Ortenberg Karl
Heutzenröder.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben zum
25. November Allergnädigſt zu verleihen geruht:
das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen:
dem vortragenden Rat bei der Abteilung für
Steuer=
weſen des Miniſteriums der Finanzen, Geheimen
Ober=
finanzrat Dr. Franz Knell, dem Erſten
Hauptſtaats=
kaſſedirektor Johannes Dexheimer;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Vorſtand des Finanzamts Butzbach, Finanzrat
Wilhelm Flath, dem Vorſtand des Finanzamts Mainz I,
Finanzrat Karl Damm, dem Oberförſter der
Ober=
förſterei Jugenheim, Forſtmeiſter Karl Heyer zu
Jugen=
heim, dem Oberförſter der Oberförſterei Raunheim,
Forſtmeiſter Ludwig Hämmerle zu Raunheim, dem
Oberförſter der Oberförſterei Hochweiſel, Forſtmeiſter
Karl Schlotterer zu Butzbach, dem Oberförſter der
Ober=
förſterei König, Forſtmeiſter Wilhelm Hoffmann zu
König i. O., dem Oberförſter der Oberförſterei
Offen=
bach, Forſtmeiſter Ludwig Block zu Offenbach, dem
Oberförſter der Oberförſterei Heppenheim, Forſtmeiſter
Kornelius Guntrum zu Heppenheim, dem Oberförſter
der Oberförſterei Mönchbruch, Forſtmeiſter Heinrich
Schäfer zu Mönchbruch, dem Oberförſter der
Ober=
förſterei Dornberg, Forſtmeiſter Friedrich Kleinkopf
zu Darnberg, dem Direktor der Heſiſchen
Landes=
hypothekenbank Dr. Fritz Freſenius zu Darmſtadt;
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem 2. Miniſterialbuchhalter bei dem Miniſterium
der Finanzen Rechnungsrat Georg Leiſer, dem
Miniſterialreviſor bei dem Miniſterium der Finanzen,
Rechnungsrat Jakob Lohrum, dem Buchhalter bei der
Hauptſtaatskaſſe, Rechnungsrat Wilhelm Mattern,
dem Reviſor bei dem Kataſteramt, Rechnungsrat
Fried=
rich Schömer, dem Hauptſteueramtsrendanten bei dem
Hauptſteueramt Mainz, Rechnungsrat Heinrich Hellwig
zu Mainz, dem Hauptſteueramtsrendanten bei dem
Hauptſteueramt Offenbach, Rechnungsrat Ludwig Seitz
zu Offenbach;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen mit der Krone:
dem Gütervorſteher Dietrich Grebert in Darmſtadt,
dem Werkmeiſter Karl Straub in Darmſtadt;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Bureauaſſiſtenten bei der Staatsſchuldenkaſſe,
Johann Biſch, dem Finanzamtsgehilfen bei dem
Finanz=
amt Darmſtadt II, Karl Schmitt, dem
Finanzamts=
gehilfen bei dem Finanzamt Langen, Johannes Keller,
den Pfandmeiſtern: Karl Diehl zu Michelſtadt i. O.,
Georg Trautmann zu Langen, Wilhelm Bock zu
Friedberg, Peter Geil zu Mainz, dem Hochbauaufſeher
bei dem Hochbauamt Gießen, Philipp Haller, dem
Dammeiſter Adam Feigk zu Worms, den
Oberbahn=
aſſiſtenten: Karl Lichtenecker zu Mainz, Heinrich
Hu=
ber zu Mainz, Vernhard Freniard zu Mainz, Georg
Schollmeier zu Mainz, den Lokomotivführern: Ludwig
Becker zu Darmſtadt Karl Schuchmann zu
Frank=
furt a. M., dem Zugführer Wilhelm Harth zu
Frank=
furt a. M.;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: „Für
langjährige treue Dienſte” am Bande des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen:
den Steueraufſehern: Johann Elias Filſinger zu
Groß=Umſtadt, Georg Kreis zu Groß=Gerau;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für langjährige treue Dienſte‟:
dem Ortseinnehmer der Ortseinnehmerei
Heppen=
heim a. d. B., Steueraufſeher i. P. Georg Hörner:
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für treue Dienſte‟:
den Steueraufſehern: Ludwig Heinecke zu
Michel=
ſtadt i. O., Philipp Hartmann zu Offenbach a. M.,
dem Forſtwart der Forſtwartei Grebenau, Förſter Karl
Merkel zu Grebenau, dem Forſtwart der Forſtwartei
Boxheimer Hof, Förſter Johannes Angermeier zu
Boxheimer Hof bei Bürſtadt, dem Forſtwart der
Forſt=
wartei Dorndiel, Förſter Heinrich Anthes zu Dorndiel,
dem Forſtwart der Forſtwartei Maulbach, Förſter Georg
Markart zu Maulbach, dem Forſtwart der Forſtwartei
Vorholz, Förſter Jakob Ahlheim zu Forſthaus Vorholz,
dem Forſtwart der Forſtwartei Petershainerhof, Förſter
Johannes Reeg zu Petershainerhof, dem Forſtwart der
Forſtwartei Glaubzahl, Förſter Johannes Numrich zu
Forſthaus Glaubzahl: dem Schleuſenmeiſter an der
Schleuſe bei Offenbach a. M., Friedrich Laun, dem
Dammwärter Johann Menger zu Stockſtadt a. Rh.,
dem Brückenwärter an der fliegenden Brücke bei
Oppen=
heim, Philipp Adler, dem Weichenſteller I. Kl. Philipp
Schrimpf zu Biſchofsheim, dem Wagenmeiſter Johannes
Schilling zu Biſchofsheim, dem Maſchinenwärter Philipp
Herbert zu Worms, dem Bahnwärter Jakob Keller
zu Flonheim, dem Bahnwärter Ludwia Raiß I. zu
Groß=Gerau, dem Weichenſteller Georg Axenmacher
zu Nieder=Saulheim, dem Weichenſteller Adam Dammel
zu Mainz, dem Bureaudiener Martin Kirch zu Mainz,
dem Bahnwärter Ba thaſar Spiehl zu Hergershauſen;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
„Für treue Arbeit”:
dem Holzhauer Auguſt Vinſon zu Walldorf. dem
Waldarbeiter Hermann Ruppel zu Eifa, dem
Wald=
arbeiter Konrad Müller zu Heidelbach, dem
Holz=
hauer Heinrich Kaſpar Schneider zu Büßfeld dem
Rottmeiſter Konrad Schäfer I. zu Hauſen bei Gießen,
dem Waldarbeiter Heinrich Fink I. zu Steinbach bei
Gießen, dem Waldarbeiter Leonhard Fink zu Steinbach
bei Gießen, dem Rottmeiſter Heinrich Seipp zu Saaſen,
dem Holzſetzer Karl Hofmann zu Fauerbach, dem
Holz=
ſetzer Ernſt Fiſcher zu Oberlais, dem Holzſetzer Konrad
Jakob zu Gundhof bei Walldorf, dem Holzſetzer
Her=
mann Jourdan zu Walldorf, dem Waldarbeiter Martin
Wetzel V zu Lampertheim, der Garderobſdre im
Kur=
haus zu Bad=Nauheim, Frau Eva Marie Salzmann
Witwe, dem Lackierer Heinrich Stork zu Darmſtadt,
dem Maſchinenputzer Kaſpar Greſch zu Bingerbrück, dem
Maſchinenputzer Jakob Keßler zu Bingerbrück, dem
Bahnunterhaltungsarbeiter Georg Stork zu Wighauſen,
dem Lokomotivſchloſſer Andreas Zoch zu Mainz, dem
Obermaſchinenputzer Georg Lauer zu Biſchofsheim, dem
Magazinarbeiter Adam Bechtel zu Biſchofsheim, dem
Vorſchreiner Georg Wenz zu Darmſtadt, dem Schloſſer
Leonhard Schäfer zu Darmſtadt, dem Schreiner Karl
Haar zu Darmſtadt, dem Schloſſer Gottfried Gerich
zu Darmſtadt, dem Schmied Heinrich Hepp zu
Darm=
ſtadt, dem Lackierer Joſt Jakoby zu Darmſtadt, dem
Keſſelſchmied Heinrich Dunkel zu Mainz, dem
Bahn=
unterhaltungsarbeiter Johannes Braun zu Kohden,
dem Streckenarbeiter Adam Schöne zu Lich;
den Charakter als „Geheimer Forſtrat”:
dem Oberförſter der Oberförſterei Darmſtadt,
Forſt=
meiſter Karl Kullmann zu Darmſtadt:
den Charakter als „Rechnungsrat”:
dem Sekretariatsaſſiſtenten bei dem Sekretariat des
Finanzminiſteriums, Miniſterialreviſor Philipp Fritzges,
dem Buchalter bei der Hauptſtaatslaſſe Karl
Stein=
brecher, dem Buchhalter bei der Staatsſchuldenkaſſe
Heinrich Koch, dem Kataſteringenieur bei dem Kataſter=
amt Joham Heil, dem Repiſionsgeometer bei dem
Kataſteramt Heinrich Scheld, den Bezirkskaſſieren:
Ren=
dant Georg Keutzer zu Schotten, Rendant Johannes
Frieß zu Lauterbach, Rendant Heinrich Rink zu
Mainz, dem Steueramtsrendanten bei dem Steueramt
Friedberg Chriſtian Donges, dem Eiſenbahn=Oberſekretär
Otto Seipel zu Mainz, dem techniſchen
Betriebskontrol=
leur Georg Manefeld zu Mainz, dem
Oberbahnhofs=
vorſteher Ludwig Rückeis zu Biſchofsheim, dem
Ober=
bahnhofsvorſteher Karl Joſt zu Mainz, dem
Ober=
gütervorſteher Adam Siefert zu Frankfurt a. M., dem
Eiſenbahn=Oberſekretär Philipp Haller zu Darmſtadt,
dem Oberbahnhofsvorſteher Ferdinand Kehr zu Ehrang;
den Charakter als „Förſter”:
dem Forſtwart der Forſtwartei Groß=Hauſen Valentin
Dewald zu Groß=Hauſen, dem Forſtwart der
Forſt=
wartei Sprendlingen IV Philipp Daniel zu
Sprend=
lingen dem Forſtwart der Forſtwartei Bermuthshain
Wilhelm Dillemuth zu Bermuthshain, dem Forſtwart
der Forſtwartei Völlenfalltor Hermann Klivſtein zu
Forſthaus Völlenfalltor, dem Forſtwart der Forſtwarkei
Romrod Martin Gonder zu Romrod, dem Forſtwart
der Forſtwartei Strebendorf Johannes Eifert zu
Strebendorf, dem Forſtwart der Forſtwartei Bürſtadt=
Peter Schnabel zu Bürſtadt:
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Kaufmann Konrad Schweitzer zu König i. O.;
das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen:
dem Vorſteher des Zentralbureaus im Königlich
Preußiſchen Miniſterium der öffentlichen Arbeiten
Geh. Rechnungsrat Winzerling zu Berlin;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
* Philipps des Großmütigen:
dem Vorſteher der Geheimen Expedition C im
König=
lich Preußiſchen Miniſterium der öffentlichen Arbeiten,
Geh. Rechnungsrat Haffner zu Berlin, dem Mitglied
der Eiſenbahndirektion Frankfurt a. M., Geh. Baurat
Juſtus Ruegenberg zu Frankfurt a. M., dem Mitglied
der Eiſenbahndirektion Mainz, Regierungs= und Baurat
Emil Kreſſin zu Mainz;
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Betriebsingenieur und Vorſtand der techniſchen
Bureaus der Eiſenbahndirektion Mainz, Rechnungsrat
Johann Muskewitz zu Mainz, dem Eiſenbahn=
Ober=
ſekretär und Vorſtand des Betriebsbureaus der
Eiſenbahn=
direktion Mainz, Rechnungsrat Karl Schulze zu Mainz.
Aus Anlaß des diesjährigen Allerhöchſten
Geburts=
feſtes wurden an heſſiſche Beamte und Bedienſtete der
Staatseiſenbahnverwaltung 54 Erinnerungszeichen für
vierzigjährige Dienſtzeit und 150 Erinnerungszeichen
für fünfundzwanzigjährige Dienſtzeit verliehen.
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Volksvorſtenlungen im Großh. Hoſtheater
Montag, den 25. November 1912.
66. Ab.=Vorſtellung B 16.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind in Ausſicht genommen:
Feſt=Vorſtellung.
Sonntag, den 1. Dezember: „Der Raub der Sabinerinnen”. Feinste Süssrahm-
Urpheunr 389 Zur Feier des Allerhöchſten Ge=
Sonntag, den 8. Dezember: „Der Pfarrer von Kirchfeld”.
burtsfeſtes Sr. Königl. Hoheit
des Großherzogs.
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Zum erſten Male:
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von Carl Maria von Weber.
Unter Zugrundelegung des gleich=
EILieUr
namigen Textbuches von Th. Hell,
der Welt! ausgewählter Manuſkripte des
Komponiſten ausgeführt: der dra=
Heute Montag, den 25. November
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Tauchkünstler (24224 der muſikal. von Guſtav Mahler.
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des Großherzogs Ernſt Ludwig
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Mittwoch, 27. November
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nachmittags 4 Uhr:
Jugendvorstellung
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Ck STIMME SEINES HERRT
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aus der Operette
„Der liebe Augustin‟:
11558 Heut gehi’s los, Marsch.
Anna, was ist denn mit Dir!
11559 Potpourri, I. Teil.
Potpourri, II. Teil,
11557 Und der Himmel hängt voller
Geigen, Walzerlied.
Sei men Kamerad.
11560 Lass Dir Zeit, alles mit
Gemüt-
lichkeit, Wälzerlied.
Wo steht denn das geschrieben?
11561 Und der Himmel hängt voller
Geigen, Walzerlied.
Anna, was ist denn mit Dir?
3-44089 Wo steht denn das
ge-
schrieben 7
3-44090 Es war einmal ein Musikus.
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Der
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ſter Don
Pan=
taleone’s . . . Emil Kroczak
Studenten von Salamanca.
Dienerſchaft im Hauſe Don
Pan=
taleone’s und in der Dorſchänke
zu Penaranda.
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der Dorfſchänke zu Penaranda,
halbwegs zwiſchen Salamanca
und Madrid. 2. u. 3. Aufzug:
Im Hauſe Don Pantaleones
zu Madrid.
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colomini.” Kleine Preiſe.
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Sirckt Von der Draderen
Telephon 393.
Telephon 393.
18318a,
[ ← ][ ] Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
nehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redakkion ihr Urteil vor.)
Aenni Wiegand, die in weiten Kreiſen
be=
ſonders als vornehme Vertreterin der echten Technik und
Vortragskunſt ihres Meiſters Stockhauſen bekannte
Frank=
furter Konzertſängerin, wird am 28. ds. nach
mehr=
jähriger Pauſe hier in Darmſtadt einmal wieder vor die
Oeffentlichkeit treten. Die Künſtlerin, deren hiſtoriſch und
äſthetiſch fein abgewogene Programme in Frankfurter
und Hamburger Liederabenden bei Publikum und Kritik
außergewöhnlichen Anklang ſanden, bringt an ihrem
hie=
ſigen Abend die bedeutendſten jener muſikaliſchen Lyriker
zu Gehör, deren Wirken zwiſchen die ältere Romantik
(Mendelsſohn, Schumann, Franz uſw.) und die
Renaiſ=
ſance des Liedes durch H. Wolf fällt. Wir finden da
„Alex. Ritter, Herm. Götz, den jung verſtorbenen Hugo
Brückler und Peter Cornelius, lauter Namen, deren
Klang durch die ungeheuere Reſonnanz eines Richard
Wagner über Gebühr abgeſchwächt worden iſt. Den
fein=
geſteigerten Abſchluß dieſes Programms bilden dann noch
ſieben im beſten Sinne des Wortes „moderne”
Lieder=
ſchöpfungen von Siegmund von Hauſſegger und Hugo
Wolf.
Sport.
sr. Ueber 31 Millionen Mark Totaliſatorumſatz. Das
ſtetig wachſende Intereſſe des Publikums für den
Renn=
ſport macht ſich in den Wetten auf den Berliner
Renn=
bahnen deutlich bemerkbar, denn die Totaliſatorumſätze
ſind gegen das Vorjahr wieder um weit über eine Million
Mark geſtiegen. Der Geſamtumſatz beträgt 31 428 100
Mark. Die größte Steigerung weiſt, wie ſchon in den
Vorjahren, Grunewald auf und zwar von 8 518000 Mark
auf 9321000 Mark, bei der gleichen Anzahl von 21
Renn=
tagen. Merkwürdigerweiſe hat Hoppegarten keine
Fort=
ſchritte zu verzeichnen, ſondern die Wettumſätze ſind gegen
das Vorjahr mit 5900000 Mark um den allerdings
un=
erheblichen Betrag von 70000 Mark auf 5830000 Mark
geſunken. Einen bedeutenden Zuwachs zeigt dagegen
Karlshorſt, das aus dem Beſuch von franzöſiſchen Pferden
anſcheinend einen großen Vorteil gezogen hat. Auf der
Bahn des Vereins für Hindernis=Rennen ſtiegen die
Wett=
umſätze von 6 250000 Mark auf 7396500 Mark. Eine
gute Saiſon hat auch Strausberg hinter ſich, denn trotz
des Fortfallens zweier Renntage gegen das Vorjahr
hoben ſich die Totaliſatoreinzahlungen von 2658000 Mack
auf 2992000 Mark. Zu berückſichtigen iſt dabei, daß
Strausberg als einzige Berliner Rennbahn jedesmal
nur 6, ſtatt der üblichen 7 oder 8 Konkurrenzen zur
Ent=
ſcheidung bringt, eine Gepflogenheit, mit der die kleine
Waldbahn bei den ihr jetzt zur Verfügung ſtehenden reichen
Mitteln bald brechen könnte. In dem gleichen Maße, wie
das Intereſſe am Galoppſport fortſchreitet, verliert der
Trabrennſport an Anhängern, Seit dem Jahre 1910 zeigen
die Wettumſätze einen ſtändig zunehmenden Rückgang
und ſind in Ruhleben von 3600000 Mark jetzt auf 2875000
Mark und in Weißenſee von 3610000 Mack auf 3013600
Mark zurückgegangen. Man muß abwarten, ob das
Ber=
liner Publikum mit der Eröffnung der neuen
Trabrenn=
bahn in Mariendorf den anſcheinend verloren gegangenen
Geſchmack an den Trabrennen wiederfindet, denn nicht nur
die Wettumſätze, ſondern auch die Einnahmen an Entrees
zeigen bei den Trabrenn=Geſellſchaften erhebliche
Minder=
beträge. Da bekanntlich 16¾ Prozent von allen Wetten
am Totaliſator für den Staat abgezogen werden, ſo nimmt
der Fiskus allein auf den Berliner Rennbahnen die
an=
ſehnliche Summe von rund 5238000 Mack ein, wovon
er allerdings die Hälfte den Vereinen für Rennpreiſe
wieder zur Verfügung ſtellt.
Handel und Verkehr.
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Diplom=Ingenieur Klemens Herszberg u. Ko., Patent=
und Ingenieur=Bureau, Darmſtadt, Rheinſtraße 19.) 15g.
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und anderen flachliegenden Schreibflächen, bei der die
Schrifttypen allein, d. h. ohne den Taſtenmechanismus,
über der Schreibfläche verſchiebbar ſind; Zuſ. z. Pat.
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garem Leder für die Leimbereitung. Dipl.=Ing. Willy
Prager, Darmſtadt, Wilhelminenſtr. 17. 14. 6. 12. 30 h.
M. 46 525. Verfahren zur Gewinnung eines
Krebsheil=
mittels. Fa. E. Merck, Darmſtadt. 15. 12. 11. 30h.
M. 46 745. Verfahren zur Gewinnung eines
Krebsheil=
mittels; Zuſ. zur Anm. M. 46 525. Fa. E. Merck,
Darm=
ſtadt. 17. 1. 12. — Gebrauchsmuſter=
Erteilun=
gen. 11d. 530 248. Notizbuch mit auswechſelbaren,
mit geſchloſſener Lochung verſehenen Blättern. Ludwig
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Verminder=
ung der ſchädlichen Wirkungen der Kapazität von
Leitun=
gen nach dem Pupinſchen oder Thomſonſchen Verfahren
dient. Dipl.=Ing. Friedrich Aug. Becker, Darmſtadt,
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dörfer Straße 78. 14. 2. 12. B. 60 617. 210 530 266.
Aus Eiſenblechen zuſammengeſetzter Kern für
Induk=
tionsſpulen, welcher zur Verminderung der ſchädlichen
Wirkung der Kapazität von Leitungen nach dem
Pupin=
ſchen oder Thomſonſchen Syſtem dient. Dipl.=Ing.
Fried=
rich Aug. Becker, Darmſtadt, Roßdörfer Straße 78. 14. 2.
1912. B. 56 907. 28b. 530700. Vorrichtung zum
Glät=
ten und Preſſen von Häuten. Rheiniſche Maſchinen= und
Apparatebau=Anſtalt Peter Dinckels & Sohn, G. m. b. H.,
Mainz. 28. 10. 12. R. 34 189. 33 b. 530 019. Flache
Handtaſche mit von der Mitte nach den beiden Ecken hin
allmählich verlaufender, nicht ſichtbarer Bodenfalte. Stern
& Co., Offenbach a. M. 16. 10. 12. St. 16 906. 33 b.
530 230. Taſchenbügelgeſtell. Fa. Hermann Lehmann,
Offenbach a. M., 20. 7. 12. L. 29707. 33 b. 530 331. Bügel
für Damentaſchen mit auf jeder Bügelhälfte aufgelötetem
Rohrſtück, in welchem eine zum Verſchluß dienende, mit
Knopf und Ring verſehene Stange verſchoben werden
kann. Volkert & Schröder, Offenbach a. M. 26. 10. 12.
V. 10644. 33 d. 530 231. Blumen= und Riechfläſchchen.
Karl Stautz, Darmſtadt, Gutenbergſtraße 62. 26. 7. 12.
St. 16 559. 34c. 530 607. Haushaltungsmaſchine mit
auswechſelbaren Apparaten zum Reinigen von
Schuh=
werk, Haushaltungsgegenſtänden jeglicher Art und zum
Schleifen, Polieren u. dergl. Joh. Brüderle, Bensheim.
31. 10. 12. B. 60675. 45f. 530 270. Vorrichtung zum
Feſthalten der Zweige des Spalierobſtes und der
Wein=
reben an den Spalierdrähten. Daly Büchner geb. Emich,
Worms, Wallſtraße 4. 27. 7. 12. B. 59359. 45 g. 530 629.
Zuführungsvorrichtung für Butterformmaſchinen. Phil.
Schach jr., Freimersheim (Rheinheſſen). 19. 8. 12. Sch.
45 140. 64 a. 530 389. Zuſammenlegbarer Trinkbecher,
welcher zuſammengelegt ſein eigenes Etui bildet. Fa.
Guſtav Mößmer, Offenbach a. M. 21. 10. 12. M. 43 940.
64 b. 530061. Vorrichtung zum Steuern kreiſender
Fla=
ſchenfüller. Filter= und brautechniſche Maſchinenfabrik,
A.=G., vormals L. A. Enzinger, Berlin=Worms. 13. 12. 09.
F. 21 280.
Literariſches.
Die goldene Jugendbibliothek. 2. Band:
Sigismund Rüſtig. Von Kapitän Marryat. Für
die Jugend bearbeitet von Albert Geyer. Mit acht
Voll=
bildern und zahlreichen Textilluſtrationen. Verlag von
Levy & Müller in Stuttgart. Eleg. kart. 2.50 Mk., eleg.
in Leinwand gebd. 3 Mk. Der Herausgeber der „
Gol=
denen Jugendbibliothek” hat das ſtörende Rankenwerk
ganz weſentlich gelichtet und dadurch den eigentlichen
Kern der Erzählung zu größerer Klarheit und Schönheit
herausgearbeitet, wofür ihm die Leſer ſicher Dank wiſſen
werden. Die beigegebenen Bilder eines unſerer erſten
Künſtler auf dem Gebiete der Buchilluſtration überwuchern
nirgends den Text und ſtören durch ihre Menge
keines=
wegs die Wirkung des lebendigen Wortes. Dieſer
Vor=
züge wegen wird ſich die Geyerſche Bearbeitung des
„Sigismund Rüſtig” raſch einbürgern und ein
Lieblings=
buch der Jugend werden.
Gewinnansing
der
1. Prenßiſch-Knddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlatterie
5. Klaſſe 12. Ziehungstag 22. November 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beideu Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
8 Gewinne zu 10000 Mk. 26155 56652 184875
190715
2 Gewinne zu 5000 Mk. 7014
36 Gewinne zu 3000 Mk. 4597 6030 20861 27540
30646 35376 36573 41272 46891 47661 54455 55075
55583 68418 70143 75129 77021. 78248 83484 89186
89725 93292 94380 97983 100532 102143 103369
119175 121339 127114 132447 134929 136617 137609
137884 145934 168628 172257 175392 187824 189017
200245 203027
138 Gewinne zu 1000 Mk. 982 3038 7716 9677
18923 22475 23000 23408 27868 32760 35617 36095
44259 47587 49464 53450 59231 63221 67843 69848
70802 75432 75482 77314 80466 82900 83088 85228
87188 97068 105418 106929 111959 114084 116374
124979 126850 127226 127843 133040 133756 135272
145102 146570 157172 164471 166643 167990 17065a
172677 172796 174573 177858 178360 180991. 181435
182356 182493 183233 183496 189531 192137 193102
195424 196536 198026 202104 203164 205586
190 Gewinne zu 500 Mk. 273 2312 5050 7974
11167 11325 12535 12684 13483 18294 19889 22494
24897. 25404 27943 28780 29470 30147 32767 34129
35840 36771. 45700 46022 46189 50405 51372 52767
53472 53933 54214 55708 58278 61553 65602 66341.
67164 70217 73096 74172 78153 80472 81123 81706
82553 82988 85752 87861. 88870 95378 96894 97359
102146 103173 110107 115977 116243 120248 121006
122246 129174 134165 134317 134477 138041 138183
138759 140325 142962 143673 145843 147595 149618
150443 154048 154392 155071. 159946 165052 174962
176286 176396 177503 177684 177782 178173 183493
183740 183974 189648 190222 190927 197063 198389
201847
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinnelüber
240 Mk. gezogen:
6 Gewinne zu 10000 Mk. 85623 201233
4 Gewinne zu 5000 Mk. 139776 147994
68 Gewinne zu 3000 Mk. 2203 17555 33125 33224
44064 55559 59132 64446 69756 77967 82117 90371
93916 94936) 97008 99618 100472 101783 106692
122783 125020 126875 133471 149207 155248 163731.
164214 167416 175109 182562 183111. 187053 194973
198097
130 Gewinne zu 1000 Mk. 1598 6568 17423 35280
35689 40877 41813 43893 448 83 46394 47549 47938
52715 69077 69791 73522 76876 77612 78305 79097
85788 86345 86815 88676 89236 93396 93668 97240
98133 106839 107645 108835 110148 112389 114615
115091 124351 125318 130104 137926 139022 142095
144386 146768 149900 150954 152080 153581 156202
156448 162099 162515 163090 163497 164720 167620
173480 173691 185395 185617 191754 201953 203074
204490 204651.
190 Gewinne zu 500 Mk. 8089 9847 16745 17842
17042 18344 19951. 21953 22947 23521 24736 25033
31098 31589 31695 38699 39092 41676 42041 44397
49357 50642 56061 56370 58519 58648 62133 63287
66266 69331 69428 69818 71610 74539 80008 82322.
82554 85169 86485 93898 94827 94654 96606 97046
98231 101374 104124 112067 113634 113715 116680
122838 123748 127609 127930 128638 128846 131486
132124 134952 135362 137693 141183 141405 144250
145601 145861 148106 149563 149992 153610 155157
155366 157541 164725 170029 173189 175464 175553
178707 179832 181592 186430 187440 189830 191485
192689 194196 194827 196767 198084 204917 205255
207236 207398
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üte w. ſchickſu. f. garn., alt. Sach.
w. verw., Stola u. Rüſch fert,
ZiaR