Darmstädter Tagblatt 1912


22. November 1912

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175. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf lGefügt.

Die heutige Nummer hat 18jSeiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Prinz und Prinzeſſin Heinrich von Preu=
ßen
ſind geſtern zum Beſuch am Großh. Hofe hier ein=
getroffen
.
Der Kaiſer von Rußland ließ durch den Kriegs=
miniſter
die Gerüchte über eine in Rußland vorberei=
tete
Mobilmachung in ſcharfer Form demen=
tieren
.
Eine große Flutwelle hat die Städte Savanna
und Lucea und Jamaika zerſtört. Dampfer, die von
Kingston kommen, berichten, daß 42 Perſonen infolge
des Orkans in der Montego=Bay umgekommen ſeien.
Die telegraphiſche Verbindung iſt geſtört.
Derchine ſiſche Miniſter des Auswärtigen,
Lyantunyca, iſt geſtern in Berlin einge=
troffen
.
Der japaniſche Kreuzer Niſchin hat bei
Yokoſuka die Leichen von 20 Mann der Beſatzung, die
bei der Exploſion eines Keſſels des Niſchin
getötet worden waren, gelandet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.

Friedensklänge.

** An der Geneigtheit der im Balkanbund vereinig=
ten
Staaten, einen Waffenſtillſtand abzuſchließen, dem der
Friede bald folgen würde, kann nun nicht mehr gezweifelt
werden. Allem Anſcheine nach iſt es die Stimme Bul=
gariens
, welche ſich unter den Verbündeten Geltung ver=
ſchafft
hat, in der Ueberzeugung, daß der Augenblick,
wo ein neues Ringen, und zwar um die letzte Verteidi=
gungslinie
der Türkei, beginnen ſoll, zu Unterhandlungen
beſonders geeignet iſt. Die Türkei erhält die Möglich=
keit
, ſich die entſcheidende Niederlage, welche mit dem
Einzuge der Verbündeten in Konſtantinopel enden würde,
zu erſparen, und letztere brauchen nicht weitere blutige
Opfer zu bringen, ſie vermeiden auch die Wechſelfälle, die
der Krieg noch zeitigen könnte. Der zähe Widerſtand, den
die osmaniſchen Truppen in Adrianopel und in der
Tſchataldſcha=Linie leiſten, ſcheint die Gegner doch über=
raſcht
zu haben; dieſe haben es wohl nicht mehr erwar=
tet
, daß die Söhne der Helden von Plewna ſich zuguter=
letzt
aufraffen und dem Siegeszuge der kleinen Balkan=
ſtaaten
mit ſolcher Entſchiedenheit ſich entgegenſtellen
würden. Leider kommt dieſer Widerſtand zu ſpät, er kann
das Schickſal der Türkei nicht aufhalten, auch an der
Schwere der Bedingungen nicht mehr viel ändern, unter
denen ein Waffenſtillſtand und ſpäter der Friede abge=
ſchloſſen
wird.
Die Türkei hat angeſichts ihrer verzweifelten Lage
um Waffenſtillſtand gebeten und ſie mußte wiſſen, daß
die ihr aufzuerlegenden Bedingungen ſehr hart ſein wür=
den
, darauf berechnet, ihr jede Möglichkeit fernerer
Gegenwehr zu nehmen. Vom Standpunkte der Sieger iſt
die geforderte Räumung der feſten Plätze und die Ver=
pflichtung
, keine neuen Truppen zuſammenzuziehen, ge=
rechtfertigt
, aber die Türkei gibt ſich, wenn ſie in dieſe
Bedingungen einwilligt, völlig in die Hände ihrer Gegner
und vermag auch bei den Friedensverhandlungen nichts
zu eigenen Gunſten in die Wagſchale zu werfen. Das
wird ihr den Entſchluß, in die Forderungen der Gegner
zu willigen, ungemein erſchweren, zumal ſie weiß, daß
ſie nahezu ihr ganzes europäiſches Gebiet verliert, aber
es bleibt ihr keine Wahl, denn ſtimmt ſie den Bedingungen
nicht zu, ſo riskiert ſie, auch noch Konſtantinopel einzu=
büßen
.
Für die Türkei ſind alſo die Friedensklänge ſehr bit=
ter
und ſchmerzlich, ein freudigeres Gefühl erwecken ſie
bei den Siegern, denen in Geſtalt der Cholera noch ein
furchtbarer Gegner erſtanden iſt, und große Befriedigung
erfüllt die Kulturwelt bei der Ausſicht auf eine baldige
Beendigung der Greuel, unter denen ungezählte Tauſende
am Balkan dahingerafft wurden.

Die drei Ringe der engliſchen Küſten=
verteidigung
.

* Man ſchreibt den Berliner Neueſten Nachrichten:
In der engliſchen Fachpreſſe wird jetzt in höchſt bemer=
kenswerter
Weiſe betont, daß die Admiralität mit aner=
kennenswerter
Beſchleunigung drei Ringe von
Verteidigungsmaßnahmen für den Küſten=
ſchutz
ſchafft. Der erſte Ring wird aus erſtklaſſigen
Schlachtſchiffen gebildet, der zweite Ring aus den

Torpedo=, Unterſee= ſowie Tauchbooten und der dritte
Ring von den neuen Seeadlern, den Aeroplanen und
Hydroplanen, deren Aufgabe es ſein wird, die erforder=
liche
Nachrichtenübermittelung zu übernehmen, um ſo die
Verteidigungsmaſchinerie in Gang zu ſetzen. Dieſer
dreifache Gürtel von Verteidigungsringen umſchließt
erſt den Kern der Verteidigung des Landes, die Befeſti=
gungen
der Küſtenpunkte und die lebendige Verteidi=
gung
, die von den Beſatzungen und den Truppen des
Königreichs ausgeführt wird.
Man muß es den Engländern laſſen: ſie verſtehen es,
dem gefährlichen Deutſchland in entſprechender Weiſe zu
begegnen. Nur in bezug auf die Verwendung von gro=
ßen
Luftſchiffen iſt man kleinlaut. Es wird Le=
tont
, daß die Luftſchiffe Mayfly und Gamma gezeigt
haben, daß in der Luft noch viele Schwierigkeiten zu
überwinden ſind, und daß man erſt in der Zukunft
von den Luftſchiffen etwas erhofft. Anſcheinend iſt den
Engländern der Gedanke an die Zeppeline recht unange=
nehm
dabei; deshalb hat man ſich im weſentlichen auf
die Flugzeuge geworfen, die jetzt im beſchleunigten Tempo
nicht nur, wie bekannt, an den Hauptſtationen, in den
Seehäfen, ſondern auch nach markanten Höhen längs der
Küſte und nach ſonſtigen geeigneten Orten hingeſchafft
werden ſollen. Außer in Roſyth iſt auch vor kurzem
eine Waſſerflugzeugſtation in Cleethorpes an der
Humbermündung von der Admiralität eingerichtet wor=
den
, und die Gebäude der Flugſchule in Eaſtchurch
ſollen in nächſter Zeit bezogen werden. Weiter werden
alle Häfen von Bedeutung in nächſter Zeit ihre Flugzeuge
erhalten, ſo daß tatſächlich ein ziemlich engmaſchiges Netz
von Flugſtationen die Küſte des ängſtlich=wachſamen
Vetternlandes überziehen wird. In erſter Linie werden
Portsmouth, Devonport, Harwich, Dundee,
Sheerneß, Chatam ſowie Cork größere Flug=
zeugſtationen
erhalten, die mit Waſſer= und Landflug=
zeugen
verſehen werden ſollen. Angeſichts der über=
raſchenden
Stärke der engliſchen Schlachtflotte gewinnt
man von dieſen Maßnahmen den Eindruck, daß die Eng=
länder
erheblich an Selbſtvertrauen gegen früher einge=
büßt
haben müſſen.

Deutſches Reich.

Der Bundesrat hat folgenden Entwürfen die
Zuſtimmung erteilt: dem Etat des Reichsmilitärgerichts,
dem Etat des allgemeinen Penſionsfonds, dem Nach=
tragsetat
für das Reichskolonialamt pro 1912, dem Nach=
tragsetat
für Kamerun 1912, dem Entwurf des Geſetzes
betreffend die Feſtſtellung des Nachtrags zum Haushalts=
etat
der Schutzgebiete für 1912, dem Etat des Reichs=
kolonialamtes
für 1913, dem Etat der Schutzgebiete aus=
ſchließlich
Kiautſchou für 1913, dem Hauptetat der Schutz=
gebiete
für 1913, dem Etat der allgemeinen Finanzver=
waltung
für 1913, dem Nachtragsetat für 1912, dem Etat
der Reichsſchuld für 1913, dem Etat des Reichsſchatz=
amtes
für 1913, dem Geſetzentwurf betreffend die Feſt=
ſtellung
des Nachtrags zum Reichshaushaltsetat 1912 und
dem Geſetzentwurf betreffend die Feſtſtellung des Reichs=
haushaltsetats
für 1913.
Der Geſetzentwurf über vorüber=
gehende
Zollerleichterungen bei der
Fleiſcheinfuhr, der dem Reichstag zugegangen iſt,
lautet: Der Bundesrat wird ermächtigt, für die Zeit bis
zum 31. März 1914 mit Wirkung vom 1. Oktober 1912
ab an Gemeinden, die friſches, auch gefrorenes Fleiſch
von Vieh aus dem Ausland für eigene Rechnung ein=
führen
und unter Einhaltung zu angemeſſenen Preiſen an
die Verbraucher abgeben, den nach Nr. 108 des Zolltarifs
erhobenen Eingangszoll bis auf einen Betrag zu erſtatten,
der ſich ergibt, wenn anſtatt der Zollſätze von 35 oder
27 Mark der Zollſatz von 18 Mark für den Doppelzentner
zu Grunde gelegt wird.
Aus dem Reichslande. Der Abgeordnete
Wetterlé beſchäftigt ſich in einem längeren Leitartikel des
Nouvelliſte mit dem Konflikt, der zwiſchen der Regierung
und dem Haushaltsausſchuſſe wegen der Herabſetzung
der Gehälter der oberſten Beamten ausgebrochen iſt. Er
verſichert, daß dieſe Herabſetzung ſelbſtverſtändlich nicht
für die gegenwärtigen Träger der höchſten Stellen, ſon=
dern
erſt mit dem Zeitpunkt eines Wechſels in dieſen
Stellen gelteu ſolle und warnt im übrigen die Regierung
davor, die Angelegenheit zu einem wirklichen Konflikt auf=
zubauſchen
. In den weniger radikalen Zentrumskreiſen

ſcheint man an eine Landtagsauflöſung zu glauben für
den Fall, daß die Regierung mit ihren Forderungen nicht
durchdringen ſollte, denn ſowohl der Abg. Haegy, als
auch der Abg. Wetterlé jener auf einer Zentrumsver=
ſammlung
, die in Colmar ſtattfind, dieſer in dem
oben erwähnten Artikel nahmen die Gelegenheit wahr,
die furchtſamen und der Regierung gefälligen Politiker
wegen dieſer Möglichkeit zu beruhigen. Der in Frage .
ſtehende Ausſchußbeſchluß wurde mit allen Stimmen ge=
faßt
, nur zwei Mitglieder enthielten ſich der Stimme.
Württembergiſche Landtag, sſtich=
wahlen
. Zum zweiten Wahlgang läßt ſich der Schwä=
biſche
Landmann, das Organ des württ. Bundes der
Landwirte, folgendermaßen vernehmen: Wohl werden
ſich die bürgerlichen Parteien die Frage überlegen müſſen.
ob ſie eine Verſtändigung unter ſich treffen wollen oder
nicht. Das iſt einmal abzuwarten. Heute ſchon erklären
wir, daß beim B. d. L. keine Leiſtung ohne Gegenleiſtung
erfolgen wird, daß unſere Wähler ſchon heute dringend
gebeten werden, die von der Parteileitung kommende
Wahlparole nachdrücklich einzuhalten und für ſie zu wer=
ben
. Man wird uns nur achten, wenn wir wohl diszipli=
niert
auftreten und mit aller Schärfe den Beweis liefern,
daß wir uns von den andern Parteien nicht mißbrauchen
laſſen. Und darum handelt es ſich bei der Entſcheidung
am 29. November.

Ausland.

Belgien.
Keine Verfaſſungsänderung. Bei der Fort=
ſetzung
der Debatte über die Regierungserklärung in der
Kammer führte der Miniſterpräſident aus, daß die Re=
gierung
den Antrag der Sozialiſten auf Abänderung der
Verfaſſung deshalb ablehne, weil er unter Androhung
des Generalſtreiks erfolgte.
England.
Der Schiffsbauplan. Der Konſervative
Middlemore richtete an Churchill die Frage, ob er ange=
ſichts
der Tatſache, daß infolge der angemeſſenen Wahr=
nehmung
der britiſchen Intereſſen im Mittelmeer in den
heimiſchen Gewäſſern nur zwanzig vollwertige Schlacht=
ſchiffe
gegenüber achtzehn deutſchen anweſend ſeien, die
Einbringung eines neuen Bauplanes in Erwägung ziehe,
ſo daß es in Zukunft möglich ſei, die britiſchen überſeei=
ſchen
Intereſſen zu ſchützen, ohne die Ueberlegenheit in
den heimiſchen Gewäſſern zu beſeitigen. Churchill er=
widerte
, die Admiralität ſei überzeugt, daß die in den
heimatlichen Gewäſſern verfügbaren Sreſtreitkräfte für
eine kurze Friſt ausreichend ſind, um die Sicherheit des
Landes zu gewährleiſten. Auf Einzelheiten einzugehen
habe er nicht die Abſicht: Der Unioniſt Fred Hall fragte
an, ob die Admiralität beabſichtige, die beiden Schlacht=
ſchiffe
, die jetzt in England für die Türkei gebaut wer=
den
, anzukaufen für den Fall, daß jenes Land ſie nicht
abfordere. Churchill erwiderte: Ich habe nicht die Ab=
ſicht
, eine Erweiterung des vorgeſehenen Bauplanes, den
ich dem Hauſe im vergangenen Herbſt vorlegte, zu em=
pfehlen
, wenn nicht Ereigniſſe eintreten, die zu jener Zeit
nicht in Betracht gezogen worden ſind. Der endgültigen
Beſtimmung der in der Anfrage erwähnten Schiffe wird
die Admiralität ihre Aufmerlſamkeit zuwenden.
Spanien.
Bei der Wahl des Kammerpräſiden=
ten
erhielt Moret die größte bisher abgegebene Stim=
menzahl
, nämlich 301, der Liberalen, Konſervativen, Kar=
liſten
und ſogar eines Teiles der Republikaner. Das
Eintreten der Republikaner für Moret hat um ſo größeres
Erſtaunen hervorgerufen, als Moret der Urheber des Ge=
richtsbarkeitsgeſetzes
iſt und bei der Antritts=
rede
eine Verſchärfung der Geſchäftsordnung fordern zu
müſſen glaubte. Allerdings regte er gleichzeitig die Ge=
währung
von Tagegeldern an Abgeordnete an. In den
Wandelgängen der Kammer wird die für Moret ſchmei=
chelhafte
Abſtimmung als der erſte Schritt zu deſſen Wie=
dereinſetzung
in die Miniſterpräſidentſchaft bezeichnet.
China.
Die mongoliſche Frage. Der Miniſter des
Aeußern beſuchte die ruſſiſche Geſandtſchaft in Peking und
bat, daß Rußland die Erenzen der Mongolei beſtimmen
ſolle, wie dies in dem ruſſiſch=mongoliſchen Uebereinkom
men ins Auge gefaßt ſei. Der Miniſter befürwortete
Chinas Anſpruch auf die Kontrolle der auswärtigen Be=
ziehungen
der Mongolei und beanſpruchte, daß dem Ver=
treter
Chinas in der Mongolei eine angemeſſene Wache

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

zugeſtanden werde. Der Miniſter regte an, daß es keiner
Macht geſtattet werden ſollte, Truppen nach der Mongolei
zu entſenden. Er tat der chineſiſchen Souveränität oder
Souzeränität über die Mongolei nicht ausdrücklich Er=
wähnung
, beſtand aber darauf, daß die freien Weide=
rechte
der Mongolen nicht geſchmälert werden, anſcheinend
als Vorkehrung gegen die zukünftige Veräußerung öffent=
licher
Ländereien. Der Beſuch des Miniſters ſtellt den
Beginn der Verhandlungen über eine Uebereinkunft dar.
Man hofft, daß das Ergebnis die gegen Rußland gerich=
tete
Bewegung in den Provinzen beſchwichtigt.
Nach Meldungen aus Peking hat Präſident Yuan=
ſchikai
im Miniſterrat erklärt, gegen die abtrünnige
Mongolei die Geſchütze ſprechen zu laſſen. Ein bevor=
ſtehender
Zuſammenſtoß mit Rußland müſſe ernſtlich in
Rechnung gezogen werden. Deshalb ſei die Mobiliſie=
rung
von einer halben Million Soldaten notwendig. Alle
drei ſonſt gegneriſchen politiſchen Parteien gaben ein=
mütig
die Erklärung ab, die Regierung im mongoliſchen
Kampf tatkräftig zu unterſtützen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 22. November.

Vom Hofe. Landgraf Alexander von
Heſſen und ſein perſönlicher Adjutant, Hauptmann Frei=
herr
Schenk zu Schweinsberg nahmen am Mittwoch an der
Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
Prinz Heinrich von Preußen iſt geſtern morgen
gegen 1 Uhr im Automobil hier eingetroffen und nahm
im Neuen Palais Wohnung. Die Ankunft der Prin=
zeſſin
Heinrich von Preußen erfolgte geſtern
vormittag 1003 Uhr auf dem hieſigen Hauptbahnhofe,
wo die Prinzeſſin vom Großherzogspaar empfangen
wurde.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Mittwoch den Hauptmann
Frhrn. Schenck zu Schweinsberg, Kompagniechef im
Infanterie=Regiment von Wittich (3. Kurheſſ.) Nr. 83 in
Arolſen, den Hofbuchdruckereibeſitzer Wagner von Bad
Nauheim, den Bademeiſter Ebel von Mainz, den Mi=
niſterialſekretär
Dr. Fink, den Kreisvollziehungsbeamten
Dammer, den Kreisamtmann Regierungsrat Piſtor, den
außerordentlichen Profeſſor Brüning und den ordentlichen
Profeſſor Dr. Hirt von der Univerſität Gießen; zum
Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Finanzminiſter
Braun, den Oberjägermeiſter Frhrn. van der Hoop,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld, ferner
in beſonderer Audienz den Königlich Preußiſchen außer=
ordentlichen
Geſandten und bevollmächtigten Miniſter
Frhrn. v. Jeniſch.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: die Krone zum Ritter=
kreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
dem Major Rehfeld, Bataillonskommandeur
im 9. Badiſchen Infanterie=Regiment Nr. 170, ſeither beim
Stabe des 5. Großh. Heſſ. InfanterieRegiments Nr. 168,
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für Ver=
dienſte
dem Feldwebel Hopp im Infanterie=Regiment
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116 zu ſeinem
Ausſcheiden und die Krone zum Silbernen Kreuz des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem Wacht=
meiſter
Philipp Mandel im Großh. Gendarmerie=Korps
zu ſeinem Ausſcheiden, ferner dem Bürgermeiſter Rudolf
Ritter zu Laubach die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer,
König von Preußen, verliehenen Kronen=Ordens 4. Klaſſe
erteilt.
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
die durch die Dekanatsſynode des Dekanats
Alzey für den Reſt der laufenden Wahlperiode vollzogene
Wahl des evangeliſchen Pfarrers Auguſt Rheinfurth
zu Gau=Odernheim zum Dekan des Dekanats Alzey.
g. Strafkammer. Geſtern ſtanden abermals fünf An=
geklagte
wegen gemeinſchaftlicher ſchwerer Körperverletz=
ung
bezw. Teilnahme an einem Raufhandel vor der
Strafkammer, von denen die drei Hauptbeteiligten bereits
vor drei Wochen wegen der am 5. Auguſt an faſt derſelben
Stelle, vor der Alexanderkaſerne, ſtattgefundenen Miß=
handlung
von Schutzleuten zu erheblichen Freiheits=
ſtrafen
verurteilt worden ſind. Der jetzt zur Verhand=
lung
kommende Fall ereignete ſich am ſpäten Abend des
9. Juni und waren angeklagt der 22jährige Taglöhner
Georg Uhrig, der 27jährige Heizer Philipp Maul,
der 30jährige Taglöhner Karl Klein, der 24jährige
Schloſſer Johann Schneider und der gleichalterige
Schmied Heinrich Hartmann. Nach gemeinſchaftlicher
Bierfahrt kamen mehrere der Angeklagten nach 11 Uhr
auch in die Nähe der Alexanderkaſerne, wo ſie zunächſt
ohne Grund den Infanteriſten Wilz angriffen und ihm
einige wuchtige Schläge mit Spazierſtöcken über den Kopf

verſetzten. Dieſer flüchtete ſich ſchleunigſt in das Kaſernen=
tor
. Bald darauf griffen ſie auch den Artilleriſten Spahn
an, entriſſen ihm den Säbel und verſetzten ihm damit
einen Schlag über die Hand. Der Kürſchner Rechenberg,
der den letzten Vorfall mit anſah, rief einigen daſtehen=
den
Soldaten zu, warum ſie ihrem Kameraden nicht zu
Hilfe kämen, ſie ſeien auch berechtigt, blank zu ziehen. Als
das die Raufluſtigen hörten, ſchlugen ſie Rechenberg mit
den Worten: Du kannſt noch mehr kriegen, wie der, zu
Boden. Dieſer konnte ſich der Angreifer nicht erwehren,
deshalb zog er nach vorheriger Warnung ſeinen Revol=
ver
und ſchoß dreimal. Durch die Schüſſe wurden Schnei=
der
und Uhrig geſtreift, ein anderer Schuß ging dem ganz
unbeteiligten Fuhrmann Rühl über dem Auge in das
Gehirn. Nach dem Gutachten des Kreisaſſiſtenzarztes
Dr. Beſt iſt es fraglich, ob Rühl je wieder erwerbsfähig
wird. Nachdem Rechenberg die Schüſſe abgegeben hatte,
hatte er Gelegenheit, aufzuſtehen und zu fliehen. Er
wurde jedoch von den Angeklagten und Zuſchauern bald
wieder eingeholt und nun geradezu unmenſchlich miß=
handelt
. Rechenberg wurde das ganze Geſicht durch Stock=
ſchläge
, Fauſtſchläge und Fußtritte völlig entſtellt. Er
war drei Wochen arbeitsunfähig, hat aber keinen dauern=
den
Nachteil davongetragen. Sämtliche Angeklagten leug=
ten
ihre Beteiligung an den Schlägereien. Der Miß=
handelte
Spahn und Zeuge Rechenberg bekunden, daß
Maul zuerſt angegriffen hat; auch die Teilnahme des
Angeklagten Klein wurde durch dieſe Zeugen nachgewieſen.
Klein hatte in der Vorunterſuchung den Eindruck hervor=
zurufen
verſucht, als ob er unzurechnungsfähig ſei. Nach
dem Gutachten des Kreisaſſiſtenzarztes Dr. Beſt iſt jedoch
Klein vollſtändig Herr ſeiner Sinne. Der Vertreter
der Anklage wies nach der umfangreichen Beweisauf=
nahme
auf das gemeingefährliche Treiben der meiſt be=
laſteten
Angeklagten Maul und Klein hin und beantragte
erhebliche Freiheitsſtrafen. Das Gericht verurteilte nach
einſtündiger Beratung den Angeklagten Maul, unter
Einbeziehung der bereits gegen ihn erkannten Strafe von
2 Jahren 8 Monaten Gefangnis, zu 4 J.ahren 2 Mo=
naten
Gefängnis, den Klein, unter Einbeziehung
von 2 Jahren, zu 3 Jahren Gefängnis; die Teil=
nahme
des Uhrig wurde als nicht erwieſen erachtet und
dieſer freigeſprochen. Schneider und Hart=
mann
wurden jeder zu 4 Monaten Gefängnis
verurteilt; dem Schneider wurden 3 Wochen, Hartmann
3 Monate auf die Unterſuchungshaft angerechnet.
Vom Großh. Hoftheater. Heute Freitag gelangt
auf Allerhöchſten Befehl Offenbachs Schöne Helena zur
Aufführung (64. Abonnementsvorſtellung, Buchſt. D 17).
Die Operette geht zum erſtenmale bei kleinen Preiſen in
Szene. Samstag findet bei aufgehobenem Abonnement
die dritte Sondervorſtellung: Minna von Barnhelm
von Leſſing ſtatt. Karten zu dieſem Abend gelangen nicht
zum Verkauf, da die Hoftheaterleitung mit Schaffung
dieſer Art von Vorſtellungen den Wünſchen der Arbeiter=
vereinigungen
ohne Unterſchied der Partei entgegenzu=
kommen
beſtrebt iſt und das Haus für die Mitglieder
dieſer Vereine und ihre Angehörigen reſerviert hält. Die
nächſte Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen iſt für
Sonntag, 2½ Uhr nachmittags, angeſetzt. Es wird Grill=
parzers
Drama Des Meeres und der Liebe Wellen zur
Darſtellung gelangen. Der Kartenverkauf hat bis zum
Tage der Vorſtellung das Verkehrsbureau (Ernſt=Ludwig=
Platz) übernommen. In der Sonntag abend ſtattfinden=
den
Repriſe von Kienzls Evangelimann wird der Kom=
poniſt
ſein Werk perſönlich dirigieren. Die anderweitigen
Verpflichtungen Kienzls haben ſein Erſcheinen am Diri=
gentenpult
des Hoftheaters leider nur an einem Abend
ermöglicht. Der Autor iſt zu den Proben bereits hier
eingetroffen.
* Das militäriſche Programm zum Geburtstage Sr.
Königl. Hoheit des Großherzogs. Der übliche Zapfenſtreich
der Regimenter am Vorabend fällt in dieſem Jahre
wegen des Totenfeſtes aus. Die Einleitung der Feier
erfolgt morgens 7 Uhr 30 Min. durch einen Choral der
Kapelle des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 von der
Plattform des Stadtkirchturms aus. Zu gleicher Zeit
beginnt das Wecken durch die Kapelle des Garde=Inf.=
Regts. Nr. 115, die ſich durch die Alexander=, Rhein=,
Neckar=, Heidelberger= Wilhelm= und Wilhelminenſtraße
nach dem Neuen Palais begibt, und von da zurück nach
der Alexander=Kaſerne. Um 10 Uhr finden in der katho=
liſchen
Kirche St. Ludwig und um halb 11 Uhr in der
Stadtkirche Feſtgottesdienſte ſtatt, und um 12 Uhr die
Paroleausgabe auf dem Marienplatz. Mit dem Hoch auf
den Großherzog beginnt eine Batterie des Feldartillerie=
Regiments Nr. 25 mit dem Ehrenſalut von 101 Schüſſen.
Am Nachmittag finden im Saalbau und in den verſchie=
denen
Offizierkaſinos Feſteſſen ſtatt. Die Mannſchaften
werden durch beſſeres Eſſen und Bier bewirtet. Die ein=
zelnen
Regimenter begehen den Geburtstag durch Feiern,
ſoweit dieſe nicht bereits am Samstag ſtattgefunden
haben.
Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. Vor einigen
Tagen erſchien in einer großen Anzahl deutſcher Zeitun=
gen
ein Artikel, in welchem behauptet wurde, daß an der

hieſigen Techniſchen Hochſchule eine Reihe von Auslän=
dern
wären, deren Zeugniſſe in keiner Weiſe den Auf=
nahme
=Bedingungen der Hochſchule entſprächen. Das
Rektorat hat nun an dieſe Zeitungen folgende Berich=
tigung
abgeſandt: Die Abſolventen ruſſiſcher ſieben
klaſſiger Realſchulen wurden früher an den meiſten deut=
ſchen
Techniſchen Hochſchulen zu den Diplomprüfungen
zugelaſſen. Inzwiſchen iſt dieſe Beſtimmung überall in
Wegfall gekommen; in Darmſtadt mit Wirkung vom
Winter=Semeſter 1909/10 an. Nur die bis dahin be=
reits
immatrikulierten Studierenden werden noch zur
Vor= und Schlußprüfung gemäß der Diplomprüfungs=
ordnung
zugelaſſen. Ein Diplom wird ihnen aber auch
dann nur bei beſonders guten Leiſtungen erteilt. Der
Herr Verfaſſer des Artikels, der über die Sachlage gut
unterrichtet zu ſein ſcheint, hat ſicher auch Kenntnis da=
von
, daß es ſich im vorliegenden Falle nur um eine
Uebergangsbeſtimmung handelt, und man hätte
erwarten dürfen, daß er auch dieſe Tatſache erwähnen
würde.
Zum Totenſonntag. Am nächſten Sonntag,
abends 6 Uhr, wird bei der Feier zum Gedächtnis
der Verſtorbenen in der Stadtkirche der Kirchen=
geſangverein
nachfolgende Chöre vortragen: Selig
ſind, die das Leid tragen (von Heinrich von Herzogen=
berg
), Das Leben welkt wie Gras (Schottiſches Volks=
lied
, Tonſatz von F. Büchler), Jeſu, du biſt mein (von
Joh. Seb. Bach), Chriſtus, der iſt mein Leben (Melodie,
in Alt, Satz von Arnold Mendelsſohn).
Golfklub Darmſtadt. Ihre Königl. Hoheiten der
Großherzog und die Großherzogin, ſowie
Prinz und Prinzeſſin Heinrich von Preu=
ßen
beſuchten geſtern nachmittag den Golfplatz und das
neue Klubhaus des Golfklubs am Böllenfall=
tor
. Unter Führung des Hofmarſchalls Freiherrn
von Ungern=Sternberg machten die Hohen
Herrſchaften einen Gang durch das Klubhaus, das be=
kanntlich
Garderobe= und Geſellſchaftsräume des Golf=
klubs
und des Schlittſchuhklubſportvereins enthält, und he=
ſichtigten
ſehr eingehend die Aufteilung der Innenräume.
Sowohl über dieſe wie über die gefällige und geſchmack=
volle
Architektur des Klubhauſes ſprachen ſich die Hohen
Herrſchaften ſehr anerkennend und lobend aus. Nach der=
Beſichtigung des Klubhauſes nahmen die fürſtlichen Be=
ſucher
auch den ganzen Platz eingehend in Augenſchein.
Hier war es beſonders Prinz Heinrich, deſſen einführen=
der
Vortrag ſeinerzeit bekanntlich der Schaffung des
Golfplatzes hier die Wege geebnet, der der praktiſchen
und vorteilhaften Aufteilung der Plätze hohes Lob und
vollſte Anerkennung auch vom Standpunkt des Sachver=
ſtändigen
ausſprach. Der Prinz äußerte wiederholt, die
Anlage des ganzen Platzes ſei vorbildlich und könne den
Vergleich mit den beſten beſtehenden Golfplätzen ſehr
wohl aushalten. Die Hohen Herrſchaften verweilten bei=
nahe
2 Stunden auf dem Sportplatz. Das Klubhaus iſt
bekanntlich nach den Entwürfen der Firma Mahr u.
Markwort hier ausgeführt.
* Verein zur Erhaltung des Deutſchtums im
Ausland. In der jüngſt ſtattgefundenen Feſtausſchuß=
ſitzung
des Vereins herrſchte unter den zahlreich er=
ſchienenen
Mitgliedern eine gehobene Stimmung, denn
die Vorbereitungen für das eigenartige Feſt: Allerlei
Porzellan ſind nicht nur im vollen Gange, ſie ver=
ſprechen
auch für die kommende Aufführung ein glänzen=,
des Reſultat. Gruppierungen, Tänze, Reigen gewinnen
Geſtalt, Form und Leben. Die volle Hingabe der Mit=
wirkenden
wetteifert mit dem künſtleriſchen Geſchmack
der bewährten Leiterin und die koſtbare und originelle
Koſtümierung wird ein ſelten ſchönes Bild bieten. Die
Einladungen zu dem auf den 4. Dezember feſtgeſetzten
Feſtabend ſind bereits verſendet worden; der Vorverkauf
für Mitglieder beginnt am 21. November, der für Nicht=
mitglieder
am 27. November. Man wird gut tun, ſich
rechtzeitig um Karten zu bemühen, da der Andrang zu
dieſer Feſtlichkeit immer ein großer iſt.
Der Allgemeine deutſche Frauenverein, Ortsgruppe
Darmſtadt, und der Verein für Verbreitung von Volks=
bildung
haben Herrn Dipl.=Ing. Dr. Kaufmann in
München für den 3. Dezember zu einem Experimen=
tal
=Vortrag gewonnen, der in den gegenwärtigen,
von Teuerungsnöten beherrſchten Zeitverhältniſſen einem
beſonderen Intereſſe begegnen dürfte. Das Thema lau=
tet
: Praktiſches aus Naturwiſſenſchaft
und Technik für den Haushalt und das tägliche
Leben. Näheres erfolgt demnächſt durch Anzeige.
Der Darmſtädter Ausſchuß für Hebung des
Kinematographenweſens hat mit dem Beſitzer des Reſi=
denztheaters
(am weißen Turm) für Montag, den 25. No=
vember
, dem Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Groß=
herzogs
folgendes Tagesprogramm vereinbart: 1. Neueſte
Ereigniſſe aus Krieg und Frieden. 2. Das Garde=
Dragoner=Regiment Nr. 23 paſſiert einen Fluß. 3. Durch
die alten deutſchen Städte. 4. Herſtellung künſtlicher
Roſen. 5. Durchs Albtal nach St. Blaſien. 6. Motorboot=
Rennen. 7. Die Jagd im Aeroplan. 8. Die Kinder des

Wintermoden.
Von Virginie de Bergérac.
(Nachdruck verboken.)

E. Wie wunderbar in Paris ſich doch alle Mode=
ſtrömungen
vereinigen! Wo immer im Auslande unter
lokalen Einflüſſen eine nationale Mode entſteht, in der
großen Seineſtadt wird ſie aufgenommen, um ohne Ver=
änderung
des dortigen Stils in tadellos harmoniſchen
Toiletteſchöpfungen ihren klaſſiſchen Ausdruck zu finden.
Das iſt ja eben das große Verdienſt der Pariſer Toilette=
kunſt
ein viel bemerkenswerteres, als manches andere,
das man ihr nachrühmt daß ſie auswärtige Anreg=
ungen
zu verwerten weiß, ohne aufzugeben, was ihr eigen=
ſter
Beſitz iſt. Da ſieht man jetzt allenthalben in Künſtler=
und ariſtokratiſchen Kreiſen eine ſoll ich ſagen Toilette‟
oder Tracht? die wie herausgeſchnitten erſcheint aus
einem in blauer Seide gebundenen Taſchenbuch der Wer=
ther
=Periode; nur in deutſchen Gauen, zur Zeit Schillers
und Goethes, kann ſie geboren ſein und doch durchdringt
galliſche Grazie und allermodernſter Eſprit ſie bis in jedes
geringſte Detail. Man denke ſich ein Kleid aus weichſtem
ſchwarzen Stoff Crépe de Chine, Wollen= oder Seiden=
kaſchmir
oder Prul de Soie in der neuen, wie Schlangen=
haut
ſchmiegſamen Ausführung Rock und Leibchen im
Zuſammenhange geſchnitten, der erſtere trotz ſeiner Enge
doch ein wenig eingekrauſt, der Taillenſchluß höher als
bei den üblichen Empireroben, direkt unter den Armen
angebracht und durch ein loſe umgeſchlungenes weißes
oder blaßblaues, hinten in eine Schleife mit kurzen Enden
geknüpftes Seidenband markiert, dazu ein etwa hand=
breiter
grob gefalteter Pliſſé aus weißem Chiffon um
den halbhohen runden Ausſchnitt, ein ſchmälerer als Vor=
ſtoß
der faſt turzen Puffärmelchen und lange, bis zu die=
len
reichende Handſchuhe, die für die Straße aus perl=

grauem ſchwediſchem Leder und für den Salon aus durch=
brochenem
ſchwarzem Seidentrikot beſtehen. Das iſt alles?
wird man fragen. Ja, aber man muß es ſehen, um ſeine
Wirkung beurteilen zu können, nach der Schilderung er=
ſcheint
es nach keiner Richtung hin bemerkenswert und
doch iſt der Effekt verblüffend; als eine junge Amerika=
nerin
aus den Regionen der Multimillionäre eine
buchenſchlanke Schönheit mit zartgefärbtem Geſicht und
rötlichblonden Kraushaaren dies Koſtüm zum erſten
Male bei einem faſhionablen Fünfuhrtee trug, baten Maler
um die Vergünſtigung, ſie darin malen zu dürfen, alte
und junge Damen beſtellten ſich Kopien davon und die
erſten Modefirmen brachten es in zahlloſen Variationen
auf den Markt. Aber ſonderbar, es vertrug keine Ver=
änderung
, ſchon ein Gürtelband von anderer Farbe ver=
nichtet
ſeine Eigenart, nur in dem begleitenden Beiwerk
darf man ſich eine Abwechslung geſtatten. Dient es als
Abendtoilette, ſo machen Shawls aus hauchdünnen
ſchwarzen Seidenſpitzen, weißen Seidenmuſſeline oder
irgend einem blaßblau, weiß und ſilberngeſtreiften krepp=
artigen
Gewebe, künſtliche Blumen oder Haarbänder, ſo=
wie
feine, mit Saphiren untermiſchte Goldketten es für
mehr oder minder feſtliche Gelegenheiten paſſend, während
ein weiter ſchwarzer Atlasmantel mit großgeblümtem
Demaſſéfutter, ein Siddonshut aus ſchwarzem Seidenbiber
mit ſchwarzer Pleureuſe und ſaphirbeſetzter Goldſchnalle,
ſowie Rieſenmuff und Boa vielleicht Befremden erregen
dürfte, ſo will ich bemerken, daß dieſelbe im großen und
ganzen nach wie vor nicht als modern gilt, daß man ſie
dagegen gern benutzt, um ſogenannten ſtimmungsvollen
Toiletten einen individuellen Stempel zu leihen.
Noch etwas anderes möge im Anſchluß an die vor=
hergehenden
Ausführungen erörtert werden, nämlich die
gegenwärtige Vorliebe für Koſtüme, die ſowohl für Abend
wie Promenadentoilette dienen. Sie werden ſtets
ohne Halskragen mit einem Ausſchnitt, der nahezu ein

Décoleté ergibt, Aermeln von ein Drittel Länge und ganz
langem Rock gefertigt. Da Jacketts ſtillos zu einem ſolchen
ausſehen würden, ſo gibt man ihnen für die Straße lange
Mäntel bei, die eine ſtarke Aehnlichkeit mit Abendmänteln
haben und häufiger vom Stoff des Kleides, als aus ab=
ſtechendem
hergeſtellt ſind. Die aus farbiger Seide gar=
niert
man in der Regel mit weißen oder crémegelben
Spachtelécharpes, die aus ſchwarzer dagegen mit ſehr
grell und auffallend deſſinierten exotiſchen Stickereien oder
Revers und Aermelaufſchlägen aus graugrünem, erdbeer=
rotem
oder violettem Atlas in Verbindung mit vergolde=
ten
Knöpfen. Dieſe Umhüllen werden dann auch direkt
als Abendmäntel benutzt, wie ſich überhaupt, namentlich
in den Kreiſen der Hautevolee, die Sitte, dieſelben harmo=
nierend
mit dem Kleide zu wählen, ſtändig mehr Bahn
bricht. Man ſpricht ſogar, wie von Promenadenkoſtümen,
ſo von Abendkoſtümen, worunter man ein Geſellſchaftskleid
mit übereinſtimmendem Mantel verſteht. Allerdings iſt
dies eine Mode, die in breiteren Kreiſen ſchwerlich Ein=
gang
finden dürfte, da man ſchon eine reich gefüllte Börſe
beſitzen muß, um ſich zu jedem Abendkleid eine dieſer
langen pompöſen Hüllen anſchaffen zu können.
Wie immer, wenn die Grenzen zwiſchen Abend= und
Promenadenkleid verwiſcht ſind, ſpielt auch gegenwärtig
die Interieurrobe eine hervorragende Rolle. Während
man ehedem von einem tadelnswerten Sichgehenlaſſen,
das nur die Demi=Mondaines ſich geſtatteten, ſprach, wenn
eine Dame einen Beſuch im Schlafrock empfing denn in
Wahrheit iſt die Interieurrobe doch nichts Anderes, als
ein modifizierter Schlafrock gehört dies heute geradezu
zum guten Ton. Die elegante Dame beſitzt allerdings
drei Kategorien von Schlafröcken, erſtens den ſaut=du=lit,
ein weites, ungarniertes Gewand aus weicher Seide über=
Wattelineinlage abgeſteppt, das ſie anzieht, wenn ſie aus
dem Bett ſteigt oder in’s Badezimmer geht, zweitens das
Negligee, eine Kombination aus Batiſt, Stickereien und

[ ][  ][ ]

Nummer 276.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Seite 3.

deutſchen Kronprinzen. 9. Das kleine Fritzchen. Die fünf
Jugendvorführungen beginnen um 10, 11¼, 1½, 234 und
4 Uhr und dauern ſomit je ¾ Stunden. Karten zu
10 Pfennig ſind ab Freitag zu löſen an der Kaſſe des
Reſidenztheaters. Begleitende ältere Familienmitglieder
zahlen 20 Pfennig. Die Karten tragen beſondere Farben
und ſind nur für eine darauf beſtimmte Vorſtellung gültig.
Enangeliſcher Jünglingsbund im Großherzogtum
Heſſen. Die kürzlich in Darmſtadt tagende Herbſt= Ver=
kreterverſammlung
unter dem Vorſitz von Pfr.
Müller=Offenbach konnte ein erfreuliches Wachstum
des Bundes nach innen und außen feſtſtellen. Die neu
eingetretenen Jugendvereinigungen der Johannes= und
Martinsgemeinde in Darmſtadt und der Luthergemeinde
in Worms haben die Zahl der angeſchloſſenen Vereine auf
30 erhöht mit etwa 1500 jugendlichen Mitgliedern. Das
Bundesorgan, Die Heſſen=Jugend. wird vom 1. Januar
1913 an monatlich erſcheinen unter der verantwort=
lichen
Redaktion von Pfarraſſiſtent Page=Offenbach und
muß von ſämtlichen Mitgliedern pflichtmäßig bezogen
werden. Eine planmäßig geordnete Ueberweiſung der
verziehenden Mitglieder, eine Umgeſtaltung des ſeitheri=
gen
Turn= und Spielverbandes, eine geordnete Werbe=
tätigkeit
im ganzen Lande durch Vertrauensmänner und
ändere wichtige Beſchlüſſe brachten der Tagung ebenſo=
viel
Anregung wie Neuland zu eifriger Arbeit.
* Der Verein ehemaliger Großh. Heſſ. Leibgardiſten
veranſtaltet am Samstag, den 30. November, ein Wohl=
tätigkeitsfeſt
im Palmengarten zu Frank=
furt
zum Beſten der Unterſtützungskaſſe des Vereins,
verbunden mit der Geburtstagsfeier des Großherzogs
Ernſt Ludwig von Heſſen. Der Verein hat für das im
Palmengarten ſtattfindende Feſt große Vorbereitungen
getroffen. Als Mitwirkende ſind gewonnen: Frl. Lina
Doninger, Joſ. Gareis, Frl. Klara Gaebler, Emil Franz,
Karl Kremer, ſowie der Frankfurter Männergeſangverein
und das Muſikkorps des Leibgarde=Regiments aus Darm=
ſtadt
unter perſönlicher Leitung von Kapellmeiſter
Hauske. Nach Beendigung des Programms findet ein
Ball ſtatt. Der Kartenverkauf iſt bereits lebhaft im Gange.
Karten ſind zu haben bei Edmund Gerber, Hoflieferant,
Darmſtadt, Obere Rheinſtraße, und an den beiden Kaſſen
des Palmengartens in Frankfurt. Der Eintrittspreis be=
trägt
1 Mark.
* Volksbildungsverein. Der zweite Vortrag von
Herrn Profeſſor Dr. Berghoff=Iſing über:
Deutſchland in der Weltwirtſchaft, insbeſondere neben
England, findet heute Freitag abend 8¼ Uhr in der
Techniſchen Hochſchule ſtatt. (Saal 330.) Karten in kleiner
Anzahl noch erhältlich im Verkehrsbureau.
Vortrag. Es wird nochmals auf den heute abend
im Fürſtenſaale ſtattfindenden Vortrag des Herrn Real=
ſchuldirektors
Schnell zu Butzbach über Die deut=
ſchen
Sprachinſeln in Europa hingewieſen.
(Siehe Anzeige.)
* Sanitätskolonne. Da es von allgemeinem In=
ſtereſſe
ſein dürfte, teilen wir noch mit, daß der am
Samstag, den 23. November, abends im Konkordia=
ſaale
, Waldſtraße 33, zum Beſten unſerer Kolonne ſtatt=
findende
Lichtbilder=Vortrag von dem hieſigen
Kolonnenführer, Herrn Oberleutnant a. D. Lotheißen,
gehalten wird.
* Ortsgewerbeverein. Auf den heute abend 8½ Uhr
im Ortsgewerbeverein ſtattfindenden Vortrag
des Herrn Kreisamtmann Dr. jur. E. von Koebke
über die Reichsverſicherungsordnung ſei
hiermit nochmals hingewieſen. Auch Gäſte ſind freund=
lichſt
willkommen.
Rh. Sport an Hochſchulen. Auf eine Anregung der
Univerſität Gießen hin ſoll im kommenden Winter im
Vogelsberg eine Skiſtafette zwiſchen den Hochſchulen
Gießen, Marburg und Darmſtadt zum Austrag kommen.
Der Ausſchuß für Leibesübungen an der Techniſchen Hoch=
ſchule
bittet daher geübte Läufer unter den Studieren=
den
, ſich baldigſt bei dem Schriftführer des Ausſchuſſes,
ſeand. mach. Leſchmann, anzumelden.
Fällige Gemeindeſteuern. Wir machen unſere
Leſer darauf aufmerkſam, daß das vierte Ziel der
Gemeindeſteuern für das Rechnungsjahr 1912,
ſowie das Schulgeld für das vierte Vierteljahr 1912
bis längſtens Ende November an die Stadtkaſſe zu ent=
richten
iſt.
Hotel Heß. Die Kaffee=Konzerte im
Hotel Heß, erfreuen ſich auch in dieſem Jahre wieder
eines recht guten Beſuches, war doch bei dem geſtrigen
Konzert faſt kein Stuhl mehr in dem Haupt=Reſtaurant
frei. Sämtliche Beſucher und Beſucherinnen fühlten ſich
in einen Großſtadt=Betrieb verſetzt. Die tadellos vor=
getragene
Muſik unter Leitung des Kapellmeiſters Otto
erzielte den wohlverdienten Erfolg, außerdem fanden
die gebotenen Konditorei=Erzeugniſſe und Getränke vielen
Anklang. Die Kaffee=Konzerte finden täglich ſtatt und
iſt für Samstag nachmittag im Programm hauptſächlich
Wiener Muſik vorgeſeben.
* Orpheum Zirkus Liliput. Der Beginn der mor=
gen
Samstag nachmittag ſtatfindenden Jugend=Vor=

ſtellung iſt auf 4½ Uhr feſtgeſetzt, anſtatt um 4 Uhr.
(Preiſe und Näheres hierüber ſiehe heutige Anzeige.)
-h- Zwingenberg, 20. Nov. Man ſchreibt uns: Was
eine wahrheitsgetreue öffentliche Kritik für einen Wert
hat, geht aus Folgendem hervor: Vor drei Jahren brachte
das Darmſtädter Tagblatt einen etwas kräftigen Artikel
über die Verhältniſſe in unſerer Gemeinde. Es erſchie=
nen
Gegenartikel, die aber die zur Sprache gebrachten
Mißſtände nicht zu entkräften vermochten. Was war aber
die Folge dieſer Kritik im D. T.? Daß man an den maß=
gebenden
Stellen ſich die Angelegenheit doch etwas über=
legte
und ſich ſchließlich ſagte, es müſſe für Zwingenberg
mehr geſchehen, wenn es gedeihlich vorwärts ſchreiten
ſolle. Seitdem ſind u. a. die Häuſer in ihrer größten An=
zahl
erneuert worden und viele Fachwerkhäuſer wurden
in ihrer urſprünglichen Bauweiſe wieder hergeſtellt. Man
hat ſich auch bemüht, mehr öffentlich Reklame zu machen,
wozu man ſich dem Verkehrs=Ausſchuß für die Bergſtraße
anſchloß. Letzteres war nicht umſonſt, denn einige Villen
gingen in letzter Zeit durch Kauf in anderen Beſitz über
und nun wird das Baugelände im Orbistal erſchloſſen.
Der Ortsbauplan wurde nach dieſer Richtung hin erwei=
tert
und Straße und Waſſerleitung werden in dieſem
Winter in dem neuen Bauquartier gebaut bezw. gelegt.
Eine größere Gärtnerinnenſchule wird hier errichtet und
ſind die Arbeiten dazu ſchon an die Bauhandwerker ver=
geben
. Ein weiteres Grundſtück wurde an ein Stift ver=
kauft
, für welches Profeſſor Pützer=Darmſtadt gegen=
wärtig
die Pläne für einen Bau entwirft. Ueberhaupt
hat ſich in den letzten Jahren in Zwingenberg ſo man=
ches
zu ſeinem Vorteil verändert, und es iſt recht erfreu=
lich
, daß unſere Gemeindeverwaltung jetzt mehr dem Fort=
ſchritt
Rechnung trägt.
Offenbach, 21. Nov. Eine recht unangenehme Ent=
deckung
machte geſtern abend ein hieſiger Gaſtwirt. Als
er in ſeinen Keller ging, um Aepfelwein zu holen, fand
er ganz unvermutet einen Unbekannten mit ſeinem
Dienſtmädchen, das erſt vor kurzem bei ihm in Stellung
getreten war, vor. Auf ſeine Aufforderung hin, den
Keller zu verlaſſen, griff der Burſche nach einem Meſſer
und verſetzte dem Wirt zwei Stiche in den
Kopf und zwei in die linke Halsgegend. Der Verletzte
wurde von der Rettungswache ſofort ins Krankenhaus
gebracht, wo ihm ein Verband angelegt wurde.
Offenbach a. M., 21. Nov. Vermißt wird ſeit
Sonntag der 21jährige Friſeurgehilfe Paul Lepper
aus Kirchſteinbeck, der ſeit einiger Zeit in einem hieſigen
Friſeurgeſchäft in Stellung war und in dem Hauſe
Starkenburgring 45 wohnte. Alle Anzeichen laſſen dar=
auf
ſchließen, daß der Vermißte ſich ein Leid ange=
tan
hat.
Seligenſtadt, 21. Nov. Der aus Fechenbach ſtam=
mende
, in einer hieſigen Poſamentenfabrik beſchäftigte
Zeichner Joſeph Seiz ſollte in das Geſchäft eine Ein=
lage
in Höhe von 900 Mark, zu der er ſich verpflichtet
hatte, machen. Da er das Geld nicht beſchaffen konnte,
fälſchte er Wechſel und ging, als dies bemerkt
wurde, flüchtig. Nunmehr konnte er verhaftet und in das
hieſige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert werden.
Heuſenſtamm, 21. Nov. Bei der geſtrigen Bürger=
meiſterwahl
wurde der bisherige Bürgermeiſter
Anton Joſeph Kämmerer mit erdrückender Mehrheit
auf weitere 9 Jahre zum Gemeindeoberhaupt gewählt.
Die Wahlbeteiligung war eine überaus rege. Von 546
wahlberechtigten Bürgern machten 492 von ihrem Wahl=
recht
Gebrauch. Davon ſtimmten 475 für Bürgermeiſter
Kämmerer; 16 Stimmzettel waren ungültig.
Erbach i. O., 21. Nov. Von ſeiten des Land=
wirtſchaftskammer
=Ausſchuſſes für die
Provinz Starkenburg ſind die Tafelobſtanlagen des
Archivrats Morneweg, hier, mit einem Beſtand von
570 Bäumen, meiſt Zwergobſt, welche in dieſem Jahre
wieder eine reiche Ernte, namentlich an Goldparmänen,
brachten, in Anbetracht der muſterhaft ausgeführten
Obſtbaumpflanzungen mit zwei Preiſen ausgezeichnet
worden. Ebenſo erhielten die Pflanzungen des Hofrats
Richter und des Bäckermeiſters Friedrich Müller je
einen 2. und 3. Preis. Alſo nicht nur an der Berg=
ſtraße
und in der Wetterau wird der Obſtbau gefördert
und ſchönes Obſt gezüchtet, ſondern auch im Odenwald.
Beerfelden, 20. Nov. Von einem ſchweren Un=
glücksfall
wurde geſtern abend kurz vor der Feier=
abendſtunde
der Holzſchneidereibeſitzer Karl König be=
troffen
. Noch an der Maſchine beſchäftigt, ſtieß ihm ein
Stück Holz ſo mächtig gegen den Leib, daß ſchwere innere
Verletzungen entſtanden. Der Zuſtand war ſo, daß noch
abends ein Transport nach Heidelberg per Auto ſtattfin=
den
mußte, und noch in der Nacht wurde eine Operation
vorgenommen. Wie man hört, habe der Stoß im Maſt=
darm
ein Loch hervorgerufen.
* Lindenfels, 20. Nov. Auf unſerer Burg werden
gegenwärtig unter der Leitung des Herrn Baurats Kraus
aus Darmſtadt Nachgrabungen angeſtellt, um die
Lage der verſchwundenen Gebäulichkeiten feſtzuſtellen. Die

Nachgrabungen haben bis jetzt recht intereſſante Ergeb=
niſſe
zutage gefördert. So wurden die Grundmauern
des Bergfrieds und der Kapelle, das Mauerwerk des
Schloßbrunnens, ein Backofen, verſchiedene Gänge u. a.
freigelegt. Das auf der Nord= und Weſtſeite der Burg
gelegene, zum früheren Weimarſchen Anweſen gehörende
Gelände wurde teilweiſe vom Fiskus angekauft. Einen
Teil hat ſich der Turnverein als Turnplatz geſichert.
Gelegentlich der Vorfeier des Geburtstags Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs im Heſſ. Haus wird am 23. No=
vember
Herr Oberſt v. Kalinowsky=Bensheim einen
Vortrag über Jungdeutſchland halten.
Mainz, 21. Nov. Eine Betriebsſtörung gab
es geſtern abend gegen halb 6 Uhr in einem Teile des
ſtädtiſchen Elektrizitätswerkes. In dem
alten 3000 Volt=Kabelnetz in der Stadt und in Mombach
waren aus bisher noch nicht aufgeklärter Urſache einige
automatiſche Schalter ausgelöſt, welche die Störung her=
vorriefen
. Die Dunkelheit dauerte jedoch nur ganz kurze
Zeit. Ein hieſiges Bankinſtitut, das allein auf die elek=
triſche
Beleuchtung angewieſen iſt, geriet in nicht ge=
ringe
Aufregung. Sofort wurden alle Türen geſchloſſen.
Für die Zukunſt wird man ſich wohl mit einer Not=
beleuchtung
verſehen müſſen. Schon vor Jahren be=
faßte
ſich die Stadt Mainz mit der Frage der Errichtung
einer elektriſchen Bahnlinie Mainz= Erben=
heim
; es wurden dieſerhalb Verhandlungen gepflogen,
es blieb jedoch dabei, weil die Rentabilität in Frage
ſtand. Jetzt ſoll anſtelle der elektriſchen Bahnverbindung
eine Motoromnibusverbindung zwiſchen
Erbenheim und Mainz errichtet werden. Die Verhand=
lungen
darüber mit der Stadt Mainz ſind bereits ein=
geleitet
.
Mainz, 21. Nov. Gegenwärtig ſind in Mainz Ver=
handlungen
im Gange, den billigen Seefiſchver=
kauf
wieder einzelnen Geſchäften=u über=
tragen
. Es haben ſich 9 Firmen bereit erklärt, den
Verkauf unter ſtädtiſcher Aufſicht auszuführen. Die Ver=
handlungen
ſind dem Abſchluß ſo nahe, daß in der näch=
ſten
Woche der letzte ſtädtiſche Fiſchverkauf ſtattfindet,
während er von der übernächſten Woche ab den 9 Firmen
übertragen wird.
Oſthofen, 21. Nov. Geſtern wurde durch den Gen=
darmeriewachtmeiſter
Göbel aus Gundersheim die Eli=
ſabetha
Hofhälter aus Gundersheim vorgeführt, die
eingeſtanden hat, den Kindesmord in Weſthofen
verübt zu haben. Sie hat das Kind gleich nach der Ge=
burt
getötet und vergraben.
Dienheim, 21. Nov. Um den jahrelangen Bemühnn=
gen
unſerer Gemeinde nach Errichtung einer Sta=
tion
Rechnung zu tragen, iſt, wie beſtimmt verlautet,
von der Eiſenbahndirektion in Erwägung gezogen wor=
den
, den Oppenheimer Bahnhof nach der Südſeite
zu verlegen, um ſo mehr, da aus betriebstechniſchen
Gründen der Bahnhof Oppenheim in abſehbarer Zeit
verändert werden müßte.
(*) Hoherodskopf, 20. Nov. Der Vogelsberg hat einen
neuen bedeutenden Anziehungspunkt erhalten durch die
Anlage eines Sprunghügels für Schiläufer.
Dieſer befindet ſich am Abhang des Hoherodskopfs und
iſt der beſte Sprunghügel in ganz Mitteldeutſchland. Das
Zuſtandekommen des Sprunghügels iſt mit in erſter Linie
der Förderung durch den Großherzog zu danken.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 20. Nov. Stadtbaurat
Ludwig Hoffmann iſt von der Zentralvereinigung
der Architekten Oeſterreichs zum korreſpondierenden Mit=
glied
ernannt worden. Einer der bekannteſten Rechts=
onwälte
Berlins, Juſtizrat Hugo Marcuſe, iſt geſtern
plötzlich einem Herzſchlage erlegen. Marcuſe ſtand erſt im
46. Lebensjahre. Für die Landtagsnachwahl
im Kreiſe Teltow=Beeskow iſt geſtern von liberaler Seite
Pfarrer Traub gegen eine ſtacke Minderheit als
Kandidat aufgeſtellt worden. In dem benachbarten
Köpenick macht die Liebes=Affäre eines Sohnes des Stadt=
verordneten
und Obermeiſters R. Aufſehen, die am
geſtrigen Mittwoch mit dem Selbſtmord des erſt
18jährigen jungen Mannes endete.
Frankfurt a. M., 21. Nov. Der Bußtag brachte dem
Hauptbahnhof einen Verkehr wie an ſchönen Sommer=
tagen
. Vilbel, Friedberg, Darmſtadt, die Bergſtraße und
namentlich Offenbach wurden von hier aus ſehr ſtark be=
ſucht
, ſo daß die Züge bis aufs äußerſte verſtärkt werden
mußten. Auch die Lokalbahn hatte ſehr ſtarken Verkehr
nach Offenbach. Die verſtärkten Züge nach Kronberg und
Oberurſel waren vom frühen Morgen ab überfüllt. Die
Straßenbahn hatte ihren Betrieb auf den Linien 9 und
16 durch Extrawagen und Reſervezüge bedeutend
verſtärkt und, obwohl alle Züge doppelte An=
hängewagen
hatten, waren ſie meiſt beſetzt. Auch
die Linie 7 wurde bei ſtarkem Andrange direkt bis
Offenbach geleitet. In beiden Richtungen verkehrten bis
halb 12 Uhr nachts gegen 30 Züge in der Stunde. Des=
gleichen
verkehrten die Züge der Städtiſchen Waldbahn

Spitzen oder auch Entredeux und hellen ſeidenen Bändern,
in dem ſie das erſte Frühſtück einnimmt und drittens eben
die Interieurrobe, die ſie während des übrigen Teils des
Tages, den ſie daheim verbringt, trägt. Freilich mit Aus=
nahme
der Mahlzeiten, für die eine weitere Toilette ge
macht wird. Was nun die Interieurrobe anbetrifft, ſo
nennt die tonangebende Mondaine deren eine Unmaſſe ihr
eigen; Prinzeſſin Lätitia ſoll über ſo viele verfügen, daß
ſſie jeder ihrer Stimmungen und Launen vermöge ihrer
Ausdruck zu geben vermag, da nun die Witwe des einſt=
maligen
Königs Amado von Spanien um ihrer Capricen
willen berühmt iſt, ſo kann man ſich denken, daß es nicht
wenige ſind. Den Rekord auf dem Gebiet dürfte aber doch
wohl eine vor zwei Jahren viel genannte Verwandte der
Goulds davongetragen haben, denn von ihr ſagt man, daß
ſie ſich mit keiner Interieurrobe zum zweiten Male
ſchmücke. Ihre Lieferantin, Madame Adelaide ſoll ſchon
in Verzweiflung ſein, um dem Bedürfnis ihrer geſchätz=
ten
Kundin nach immer neuen ſenſationellen Schöpfungen
genügen zu können. Wenn man ſich freilich vergegen=
wärtigt
, daß in keiner zweiten Toilettenbranche die Phan=
taſie
ein gleich reiches Feld zur Betätigung findet, wie in
dieſer, in der es geſtattet iſt, jede noch zu gewagte Idee
zur Geltung zu bringen, ſo begreift man wohl, daß die
diesjährige Wintermode mit ihrer Begünſtigung des
Schillernden, Bunten die Interieurrobe zu ihrem enfant
gaté erhoben hat. Beiſpielsweiſe mögen ein paar da=
von
aus Madame Adelaides Atelier hier flüchtig ſkizziert
werden. Die eine im Empiregenre gehaltene aus ge=
kreppter
ſeegrüner Gaze über cériſerotem Atlas, war vom
Halsausſchnitt abwärts bis zu den Knien mit einem
ſtrahlenförmigen, mit den Spitzen nach unten gerichteten
Muſter aus Fiſchſchuppen und Wachsperlen beſtickt, welche
auch die Schnur hergeben, die das Gewand unter der
Bruſt loſe zuſammenhielt. Da es ſo wenig anſchließend
gemacht war, daß die Formen ſich kaum darunter abzeich=

neten hüllte es die Geſtalt wie in einen iriſierenden
Schleier. Ein zweites in der gleichen Schnittform war
aus ſchwarzer Marquiſette über weißer Seide gearbeiter
und mit orientaliſchen Borten beſetzt, in denen pfauenblau,
fraiſe, Gold und Silber vorherrſchten. Die Interieurroben
für ältere Damen ſind meiſt in Prinzeßform hergeſtellt
und durch einen weißen, den Abſchnitt füllenden Spitzen=
einſatz
und entſprechende, unter den halblangen Aermeln
des Kleides zum Vorſchein kommende Unterärmel vervoll=
ſtändigt
. Aeußerſt diſtinguiert erſchien eine Robe aus
dunkelmoosgrünem Seidenkrepp mit diskreter Stickerei
aus Gold und bunten Steinen, welche die fichuartig über=
einandergehenden
Vorderteile begleitete.
Die durch Schnüren erzielte Plaſtik der Formen wird
übrigens für Ball= und Geſellſchaftstoilette kaum minder
verabſcheut und es läßt ſich auch nicht leugnen, daß die
von der Mode gewollte ſchlangenhafte Schlankheit durch
das Korſett vernichtet wird; man merkt das ſofort, wenn
man eine Provinzlerin, die auf eine dünne Taille nicht
verzichten will, unter den Pariſerinnen erblickt, die mit
ihren hükten= und taillenloſen, die natürlichen Linien der
Geſtalt begleitenden Changeantkleidern und ihren engen
Röcken denn man mag ſagen was man will, im Ball=
ſaal
meckt man noch nichts davon, daß ſie weit geworden
ſind menſchgewordenen ſchillernden Lazerten gleichen
Etwas anders verhält ſich’s mit jenen aus ſchwererem
Material großgeblümtem Damaſſé, Spiegelſammet
Brokat uſw gefertigten Roben, in denen ſich Anklänge
an das Rokoko und Barock in den Empireſtil miſchen
aber im allgemeinen werden dieſe doch mehr von den
Damen getragen, die ſich nicht mehr im tanzfähigen Alter
befinden, denn die Terpſichorens holder Kunſt huldigen,
ſchmücken ſich lieber mit duftigen Chiffon=Spitzen und
Marquiſettegewändern im reinen Empire oder mit jenen
einfachen, aus leicht gezogenem, von Volants, Puffen und
Rüſchen umgebenen Köcken und ausgeſchnittenen Bluſen=

leibchen beſtehenden Kleidchen aus durchſcheinenden Mille=
fleurs
=Stoffen, indiſchem Mull oder weißen Durchbruch=
geweben
, die eigentlich keinen Stil repräſentieren. Es
gibt auch tatſächlich keine anmutigere Tracht für die erſte
Jugend, zumal wenn Gewinde aus den ſchönen farben=
prächtigen
Modeblumen, den Chryſanthemen, Nelken,
Jris und Orchideen, ſowie Haarbänder, beſetzt mit
glitzernden Steinen und winzigen Taffetröschen, ſich ihnen
einen.
Die letztern mit allem, was zu dem Genre gehört,
ſtehen noch immer im Vordergrund des Intereſſes nur
ſind ſie ſtändig breiter geworden, ſo daß ſie ſich zu Mützen
und Turbans ausgewachſen haben. Als dieſe zuerſt von
Poiret an ſeinen Mannequins zur Anſchauung gebracht
wurden, fehlte es nicht an den abenteuerlichſten und un=
wahrſcheinlichſten
Erklärungen hierfür, die naheliegendſte
jedoch nämlich, daß ſie durch den Modeſtil bedingt ſind
fand niemand. Und doch hätte man nur in alten Mode=
journalen
aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts
nachzuſchlagen brauchen, um ihren täuſchend getreuen Vor=
bildern
zu begegnen. Nur trug man ſie dazumal lediglich
im Salon, während ihr Gebrauch heute auf alle ordent=
lichen
Gelegenheiten ausgedehnt iſt. Sie dienen, natür=
lich
immer etwas variiert, als Theaterhäubchen, als Geſell=
ſchaftskopfputz
und als tägliche Kopfbedeckung für die
Straße. Da man ſie ganz nach Belieben phantaſtiſcher
arrangieren kann, ſo helfen ſie in ſehr wirkſamer Weiſe
die im Vergleich zu den übrigen Toiletten etwas mono=
tonen
und nüchternen Jackettkoſtüme zu beleben. Gegen=
wärtig
machen ſie ſogar den eigentlichen Hüten den Rang
ſtreitig und ſtreng genommen kehrt in dieſem ihr Grund=
typus
wieder. Welcher Form begegnen wir wohl häufiger
als der hohen, tief in die Stirn reichenden und toque=
artigen
mit Federputz?

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Nummer 276.

von 2 Uhr nachmittags ab bis halb 11 Uhr abends zwiſchen
Sachſenhauſen und Iſenburg viertelſtündlich.
Diedenhofen, 20. Nov. In dem benachbarten Groß=
Hettingen erſtach in einem Koſthaus ein Kroate namens
Martinowitſch einen italieniſchen Arbeiter namens
Garnio durch einen Dolchſtich in die Bruſt. Der Getrof=
fene
ſtarb nach wenigen Minuten. Die Tat ſoll Blätter=
meldungen
zufolge aus Rache geſchehen ſein.
London, 20. Nov. Der Vizepräſident der Canadian=
Pacific=Eiſenbahn, der gegenwärtig in London weilt, hat
von der Hauptleitung in Montreal telegraphiſch die Nach=
richt
erhalten, daß bei dem Eiſenbahnunglück in
der Nähe von Gull Lake niemand umgekommen iſt.
18 Chineſen haben Verletzungen erlitten. Nach der erſten
Meldung ſollten 18 Perſonen getötet worden ſein.
Jekaterinoslaw, 20. Nov. Auf der Kathrinen=
bahn
hielten nachts Räuber durch ein falſches Signal
einen Schnellzug an und raubten 30 Paſſagieren Geld und
Wertſachen. Der Bahnwächter und der Oberkondukteur
wurden verwundet.
New=York, 20. Nov. Vor dem Bundesgericht in
Trenton (New=Jerſey) wurde gegen die United States
Motor=Company der Konkurs beantragt. Die Ver=
bindlichkeiten
belaufen ſich auf über 12 Millionen
Dollars, denen weniger als 9 Millionen Aktiven
gegenüberſtehen.
New=York, 21. Nov. Der New=York Herald meldet
aus Mexiko: Bei einem Erdbeben in Acambaco
ſind hundert Perſonen umgekommen.
Kingston, 21. Nov. Eine große Flutwelle
hat die Städte Savanna und Lucea auf Jamaika
zerſtört. Dampfer, die von Kingston kommen, berichten
daß 42 Perſonen infolge des Orkans in der Montego=
Bai umgekommen ſeien. Die telegraphiſche Verbin=
dung
iſt zerſtört. Der Gouverneur von Jamaika ließ einen
Spezialzug mit 300 Zelten und Lebensmitteln abgehen.
Der Sturm begann am 15. November und nahm mehrere
Tage lang wachſende Gewalt an. Er erreichte eine Maxi=
malſtärke
von hundert Meilen in der Stunde.
Tokio, 21. Nov. Der japaniſche Kreuzer Niſchin
hat bei Yokoſuka die Leichen von 20 Mann der Beſatz=
ung
, die bei der Exploſion eines Keſſels des
Niſchin getötet worden waren, gelandet. Wie es
heißt, ſoll die Exploſion geſtern abend durch Auflaufen
des Kreuzers auf der Höhe von Shimoda entſtanden ſein.

Parlamentariſches.

*X* Darmſtadt, 21. Nov. Der vierte ( Peti=
tions
=) Ausſchuß der Zweiten Kammer hielt heute
vormittag eine Sitzung ab, in der zunächſt der Bericht
des Abg. Beſt über den vom Ausſchuß angenommenen
Antrag Diehl, das Weingeſetz betreffend, verleſen
und genehmigt wurde. Zu einer längeren Erörterung
führte die Vorſtellung des Gaſtwirts Rodenhäuſer wegen
Verweigerung eines Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuches, über
die Abg. Uebel referierte. Hierüber kamen verſchiedene
Dinge zur Sprache, über welche der Ausſchuß nähere
Ermittlungen anzuſtellen und zur weiteren Beratung
darüber die Regierung einzuladen beſchloß. Abgelehnt
wurden vom Ausſchuß die Vorſtellungen der Zündholz=
ſchachtelmacher
Phil. Volk II. in Höchſt und Ph. Hof=
mann
III., und Georg Trinkaus III. in Brensbach. Die
beiden erſteren einſtimmig, die letztere gegen eine Stimme.
Der Antrag Ulrich, betreffend die ſtaatliche Mobiliarver=
ſicherung
, wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt. Die nächſte
Ausſchußſitzung findet am Donnerstag, den 28. Novem=
ber
, ſtatt.

Stadtverordneten=Verſammlung.
14. Sitzung.

St. Darmſtadt, 21. Nov.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die Sitz=
ung
um ¾4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Die ſtädtiſchen Beamten, Lehrer und Ar=
beiter
haben für die Neuregelung ihrer Gehalts= und
Lohnverhältniſſe gedankt. Desgleichen das Großh. Poli=
zeiamt
namens der ſtädtiſchen Polizeibeamten.
Der Vorſtand des Verbandes der Staats=
und Gemeindearbeiter hat den Wortlaut einer
Reſolution mitgeteilt, durch die eine Verſammlung der
ſtädtiſchen Arbeiter ihr Einverſtändnis mit der neuen
Lohnordnung erklärt hat.
Mehrere Laternenwärter bitten um Gleich=
ſtellung
mit den Arbeitern anderer ſtädtiſcher Betriebe.
Durchführung der Bleich= und Bismarck=
ſtraße
.
Herr Beigeordneter Ekert teilt mit, daß dank der
eifrigen Mitarbeit des Großh. Finanzminiſteriums die

Eiſenbahndirektion Mainz in anerkennenswerter Weiſe ſich
bereit erklärt hat, einen Teil des freigewordenen Eiſen=
bahngeländes
von etwa 40000 Quadratmeter zwiſchen
der Allee und dem Straßenzug Dornheimer Weg- Bis=
marckſtraße
unter für die Stadt ſehr günſtigen Beding=
ungen
alsbald einzuebnen. Hierdurch wird erreicht, daß
dem Verlangen der Anwohner auf Durchführung der
Bleichſtraße und der Bismarckſtraße nunmehr baldigſt
entſprochen werden kann, und daß dieſer Teil des Bahn=
geländes
zu baureifem Gelände umgewandelt wird.
Stadtv. De. Bender ergänzt dieſe Mitteilungen.
Nach einer früher am Tiefbauamt aufgeſtellten Berechnung
ollte die Planierung 1,20 Mk. pro Quadratmeter 30000
Mark koſten, nach der jetzigen Vereinbarung koſtet das
Quadratmeter nur. 29 Pfg. 8000 Mark. Die
beiden Dämme ſollen alsbald abgetragen
werden. Es handelt ſich alſo um ein außerordentlich
günſtiges Angebot für die Stadt. Ein Kaufpreis von
100000 Mark, den die Firma Schenck zu zahlen hat, wird
der Stadt zu ihren übernommenen Geländeankaufspflich=
ten
gutgeſchrieben. Die Bleichſtraße ſoll Airekt
ſchräg über die zu beſeitigenden Anlagen mit dem Liebig=
denkmal
in den Griesheimer Weg geführt werden. Das
Liebigdenkmal wird verſetzt und ſoll entweder
vor dem Chemiſchen Laboratorium der Hochſchule oder
vor der Liebig=Realſchule neu aufgeſtellt werden.
Stadtv. Saeng ſtimmt dem Projekt zu. Stadtv.
Dr. Oſann ebenfalls. Er befürwortet beſonders warm.
die recht baldige Durchführung der Bleich=
ſtraße
. Dem Projekt wird zugeſtimmt.
Anträge.
Der Stadtv. Linck hat einen Antrag eingebracht, die
Stadtverwaltung möge bei der H. E. A. G darauf hin=
wirken
, daß auf der Strecke Herdweg=Ohlyſtraße
der 7½ Minuten=Verkehr eingeführt werde. Der Vor=
ſitzende
ſagt Vertretung des Antrags zu.
Die Stadtv. Aßmuth und Gen, erſuchen verehrliche
Stadtverwaltung um Erſtattung eines Berichtes an die
Stadtverordneten=Verſammlung über die für den bevor=
ſtehenden
Winter vorgeſehenen Notſtandsarbeiten.
Insbeſondere hinſichtlich: 1. Der Art und des Umfangs
der vorgeſehenen Arbeiten; 2. der Zahl der etwa Beſchäf=
tigten
, ſowie deren Arbeits= und Lohnverhältniſſe; 3. der
Höhe der insgeſamt zur Verausgabung kommenden Lohn=
ſumme
. Der Vorſitzende ſagt den Bericht zu.
Die Straßenbahner.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing erſtattet ſodann,
zufolge einer kürzlich geſtellten Anfrage des Stadtv.
Friedrich, Bericht über die Krankenkaſſen=
und Lohnverhältniſſe der Straßenbahner
und über dieſerhalb geführte Verhandlungen mit dem Vor=
ſtand
der Heſſiſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Er führt aus: Die
Stadtverordneten=Verſammlung hat in der Sitzung vom
31. Oktober d. J. neben der Aufbeſſerung der Gehalte und
Löhne für das geſamte Perſonal, die ſtädtiſchen Beam=
ten
, ſämtliche Lehrer an den Volksſchulen, Mittelſchulen
und höheren Schulen, der Polizei, der Penſionäre auch
die Aufbeſſerung des in die Dienſte der Heſſiſchen Eiſen=
bahn
=Aktiengeſellſchaft übergetretenen Perſonals grund=
ſätzlich
gutgeheißen und für dieſes Perſonal für das
Jahr 1912 mit rückwirkender Kraft vom 1. Juli d. J.
eine Summe von über 25000 Mark zur Verfügung geſtellt
und die ſtädtiſche Verwaltung ermächtigt, in Verhand=
lungen
mit der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft in
dieſer Beziehung einzutreten. Es war vorauszuſehen,
daß dieſe Verhandlungen nicht in wenigen Tagen be=
endet
ſein konnten. Direktor Möller iſt ſchon ſeit län=
gerer
Zeit damit befaßt, die Vorlage für die Aufbeſſer=
ung
der Lohn= und Gehaltsverhältniſſe der Geſellſchaft
zu bearbeiten. Dieſe Arbeit iſt jedoch mit den größten
Schwierigkeiten verknüpft, weil zumeiſt noch große Ver=
ſchiedenheiten
in der rechtlichen und wirtſchaftlichen Stel=
lung
des Perſonals vorliegen, das von der Stadt und der
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft in die Dienſte der
neuen Geſellſchaft übergetreten iſt. Die Geſellſchaft muß
das Ziel der Einheit in den Perſonalverhältniſſen unbe=
dingt
im Auge behalten und dieſe Einheit heute ſchon
vorbereiten. Auch die ſtädtiſche Verwaltung hätte vor
dieſer Aufgabe geſtanden, wenn es ihr möglich geweſen
wäre, die Fernbahnen der Süddeutſchen Eiſenbahngeſell=
ſchaft
anzukaufen. Ich erinnere daran, daß in den Ver=
handlungen
der Stadtverordneten=Verſammlung vor Ab=
ſchluß
des Geſellſchaftsvertrages ein Antrag geſtellt war,
die Einheit in der Behandlung der Perſonalverhältniſſe
möglichſt bald herbeizuführen. Seit der Beſchlußfaſſung

der Stadtverordneten=Verſammlung habe ich wiederholt
über dieſe Aufgabe mit Direktor Möller verhandelt, auch
dem Vorſtand des Vereins des Fahrperſonals iſt von
dieſer Aufgabe und allen hierbei in Betracht kommen=
den
Verhältniſſen Kenntnis gegeben worden. Bereits in
der Sitzung vom 31. Oktober habe ich der Hoffnung Aus=
druck
gegeben, daß es möglich ſein wird, das Perſonal
von ſeiten der Geſellſchaft aufzubeſſern und hierbei nach
und nach der einheitlichen Behandlung der geſamten recht=
lichen
Verhältniſſe näher zu kommen. Noch geſtern hat
eine Sitzung der Kommiſſion in dieſer Angelegenheit
ſtattgefunden. Es war hier möglich, auf Grund der vor=
liegenden
Vorarbeiten zu erkennen, in welcher Weiſe nach
und nach dieſe Einheit herbeigeführt werden kann. Die
ſtädtiſche Verwaltung hat mit allem Nachdruck ihrer
Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß es möglich gemacht
werden muß, zum 1. Dezember d. J. dem Perſonal vor=
läufig
im großen und ganzen die Aufbeſſerungen im
Rahmen der Beträge auszuzahlen, die die ſtädtiſche Ver=
waltung
ins Auge gefaßt hat. Selbſtverſtändlich iſt es
Sache der Geſellſchaft, die Grundſätze dieſer Auszahlung
zu beſtimmen, wie auch der Aufſichtsrat der Geſellſchaft
in dieſer Angelegenheit die definitive Entſcheidung zu
treffen hat. Es iſt jedoch meine redliche Abſicht, dafür
Sorge zu tragen, daß nicht nur die Frage der Aufbeſſer=
ung
des Perſonals für 1912, ſondern auch die Frage der
dauernden Fürſorge in irgend einer Weiſe im Rahmen
der verfügbaren Mittel gelöſt werden muß. Aehnlich wie
die ſtädtiſche Verwaltung bei der großen Belaſtung da=
für
Fürſorge zu treffen hatte, daß Vereinfachungen in
der Verwaltung und in den Perſonalverhältniſſen anges
ordnet werden müſſen, ſo iſt es auch Sache der Geſell=
ſchaft
, Anordnungen für die Grundſätze der Aufbeſſer=
ungen
zu treffen und das Ziel der Einheit nach und nach
zu erreichen. Die ſtädtiſche Verwaltung wird in dieſer
Angelegenheit erſt dann erneut zu beſchließen haben,
wenn der Aufſichtsrat der Geſellſchaft defitiniv Stellung
genommen hat. Da die nächſte Sitzung des Aufſichtsrats
erſt in dem nächſten Jahre möglich ſein wird, habe ich,
wie bereits bemerkt, Vorſorge getroffen, daß zum
1. Dezember d. J. die Auszahlungen mit rückwirkender
Kraft vom 1. Juli d. J. an nach Feſtſtellung der Grunde=
ſätze
ſeitens des Geſellſchaftsvorſtandes ermöglicht
werden.
Stadtv Henrich iſt dankbar für dieſe Löſung
der Frage, die allerdings notwendig war, um das Miß=
trauen
der Angeſtellten gegen die Leitung der Geſellſchaft
ſchwinden zu laſſen. Stadtv. Aßmuth ſpricht ſich in
gleichem Sinne aus. Es iſt im Intereſſe der Bahn und
der ganzen Bevölkerung durchaus wünſchenswert, daß die
Angeſtellten in ihren berechtigten Forderungen zufrieden
geſtellt werden. Redner bittet ferner, den Notſtands=
arbeitern
eine Lohnerhöhung zu bewilligen.
Der Oberbürgermeiſter ſtellt nochmals feſt,
daß Direktor Möller ſelbſt die Initiative ergriffen hat,
daß dem Straßenbahnperſonal die Doppellohnzahlungen
an Kaiſers= und Großherzogsgeburtstag uſw. als Lohn=
zulagen
verbleiben. Zur Krankenkalſen angelegen=
heit
teilt Redner mit, daß die von der Süddeutſchen über=
getretenen
Leute ſich weigerten, in die Ortskrankenkaſſe
einzutreten, weil die Leiſtungen der eigenen Betriebs=
krankenkaſſe
weitergehende ſind. Redner ſtellt im An=
ſchluß
daran die Leiſtungen und Gegenleiſtungen der
Kaſſen gegenüber. Die Gründung der Betriebskranken=
kaſſe
der H. E. A. G ſoll die Leute der beiden Geſellſchaft
ten auch nähern helfen, die ſich jetzt nicht kameradſchaftlich
ſondern noch fremd gegenüberſtehen. Stadtv.D
Noellner ſtellt feſt, daß die vom Oberbürgermeiſter
gegebene Darſtellung doch ein ganz anderes Bild gibt, als
es die Verſammlung in der Ludwigshalle tat. Es wurde
damals darauf hingewieſen, daß die Südd. Eiſenbahn=
Geſellſchaft einen Druck auf die Kaſſenärzte uſw. ausüben
könnte. Das ſcheint nach den heutigen Darlegungen nicht
der Fall. Auch ſonſt entſpricht die neue Betriebskranken=
kaſſe
genau den Vorſchriften der neuen Reichsverſicherungs=
ordnung
. Wenn etwa entſtehende Defizits aus den Mit=
teln
der Geſellſchaft gedeckt werden, ſo iſt das eine ſoziale
Großtat, die ihresgleichen kaum hat. Stadtv. Fried=
rich
meint, jeder wahre Menſchenfreund müſſe verhin
dern, daß im Verſicherungsweſen Zerſplitterungen ein
treten. Das Ideal auf dieſem Gebiete wäre Zentralie
ſation. Die Betriebskrankenkaſſe nimmt nur Leute auf
die geſund ſind. Kränkliche Leute werden an die Orts=
krankenkaſſe
abgeſchoben und dieſer damit die Laſten auf=
gebürdet
. Das ſei der ſpringende Punkt. Stadtvl
Säng ſpricht ebenfalls ſeine Befriedigung darüber aus,
daß den Straßenbahnern die Zulagen gleichwie den
ſtädtiſchen Angeſtellten gewährt werden. Stadtv. Dr
Kolb iſt der Meinung, daß man es den Angeſtellten freis
ſtellen ſollte, in die Ortskrankenkaſſe oder in die Betriebs=
krankenkaſſe
zu gehen. Stadtv. Aßmuth bekämpft die
Betriebskrankenkaſſe. Man ſollte nicht vermeintliche kleine
materielle Vorteile in die Wagſchale werfen, ſondern nur

Strindberg=Abend der Freien literariſch=
künſtleriſchen
Geſellſchaft.

Fräulein Julie‟.
Naturaliſtiſches Trauerſpiel in zwei Aufzügen.
Die Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft zählt es
nach einer früheren programmatiſchen Erklärung ihres
Vorſitzenden zu ihren Pflichten, Dichterwerke, an denen
das Hoftheater und gleiche Allgemeinbildungs= oder Kunſt=
Inſtitute aus irgend welchen Gründen vorbeigehen müſ=
ſen
, ihren Mitgliedern und Freunden bekannt zu machen.
Und dieſer Pflicht ihres künſtleriſchen Programms
danken wir ja ſchon eine ganze Reihe von Kunſtgenüſſen,
die uns in Darmſtadt ſonſt wohl verſagt geblieben
wären.
Daß nun auch die Aufführung von Fräulein
Julie, einem naturaliſtiſchen Trauerſpiel von Auguſt
Strindberg, zu dieſen Kunſt=,Genüſſen zählt, darf
füglich bezweifelt werden. Da aber die Freie literariſch=
künſtleriſche
Geſellſchaft annehmen darf und muß, daß zu
ihren Abenden nur ein literariſch gebildetes, oder doch
mindeſtens intereſſiertes Publikum kommt, durfte ſie ſelbſt=
redend
auch dieſes Stück, eine Höllengeburt menſchlicher
Scheußlichkeiten, zur Aufführung bringen. Und dann,
weil es allerdings beſſer wie kaum ein anderes Erzeugnis
ſeiner Feder die ſtärkſten Seiten von Strindbergs geiſtig=
dichteriſchem
Schaffen charakteriſiert. Trotzdem Fräulein
Julie in der Bühnenwirkung ſchwächer, weil einſeitiger
iſt, als andere ſeiner Werke. Sein Totentanz zum Bei=
ſpiel
zwingt bei aller naturaliſtiſch, erbarmungslos und
roh wirkenden Zeichnung der handelnden Perſonen die
Hörer in den Bann dieſer Menſchen, die da leben in einem
Peſthauch von Gift und Schlechtigkeit, und die gift= und
peſtgeſchwängerte Atmoſphäre, die in erdrückender Schwüle
die Handlung umhüllt, legt ſich alvgleich auch auf den
unbeteiligten Dritten, zu Boden drückend und Seele
verpeſtend, daß man unwillkürlich erſt draußen in friſcher
Luft aufzuatmen wagt. Nicht ſo in Fräulein Julie.

Bei aller Leidenſchaft dieſer beiden Menſchen, die in ſeeli=
ſcher
, moraliſcher und ſittlicher Perverſität und in zyni=
chen
Roheiten des Leibes und der Seele nach Ausdruck
ringt, laſſen ſie uns kalt, wenn wir erfolgreich das wür=
gend
aufſteigende Gefühl des Abſcheus und Ekels über=
wunden
haben. Mit dieſen Menſchen kann man nicht
fühlen, und es gehört viel, ſehr viel liebendes Verſtändnis
und guter Wille dazu, dem Appell des einleitenden Vor=
trages
zu folgen, durch die Scheußlichkeiten des Stückes
hindurch die ringende, kämpfende und unſeres Mitleidens
würdige Seele des Dichters zu finden und zu begreifen.
Vielen wird’s nicht gelungen ſein. Möglich, daß die
Aufführung nicht ſchuldlos daran war. Uns ſchien
ſie nicht ſchlecht, wenn auch die, durch mancherlei widrige
Zwiſchenfälle Abſage zuerſt in Ausſicht genommener
Münchener Kräfte uſw. bedingte überhaſtete Ueber=
nahme
und Einſtudierung durch die Mitglieder des Neuen
Theaters in Frankfurt, eine mildere Beurteilung erheiſcht
Durchweg fehlte es an pſychologiſcherVertiefung in dieCha=
raktere
. Adolf Kuenzer konnte allerdings kaum beſſer
ſein. Er gab den Bedienten Jean durchaus naturaliſtiſch,
wie es der Dichter verlangt; und er wußte die innere
Wandlung dieſer ſchauſpielernden Bedientenſeele zum er=
barmungsloſen
rohen Zyniker und Tyrannen glaubhaft
und lebenswahr zu ſpielen. Ueber die Richtigkeit der Auf=
faſſung
der Julie durch Sophie Nähr darf man ge=
teilter
Meinung ſein. Uns ließ ſie kalt in ihren Verführ=
ungskünſten
und mitleidlos in ihren raſenden Schmerz=
und Verzweiflungsausbrüchen. Andererſeits verlangt
aber der Dichter von dieſem würdigen Grafentöchterlein
eine Natur, die nicht alltäglich iſt, die die Männer ſo haßt,
und ſich doch in wilder, geiler Sinnengier an den Diener
ihres Vaters wegwirft, nachdem ihr Bräutigam die Ver=
lobung
gelöſt, weil ſie ihn wie einen Hund über die
Reitpeitſche ſpringen ließ und ſchlug. Man kann natürlich
in die Seele und das ſonſtige Innenleben eines ſolchen
Weibes unendlich viel hineinlegen. Es iſt hier nicht der
Platz dazu, noch iſt die Aufgabe verführeriſch. Die
Köchin ſpielte Käthe Cardung zum Teil recht gut,

zum Teil verſagte ſie. Das Publikum ſpendete, nicht
einig, aber doch überwiegend, lebhaft Beifall.
In erfreulichem Gegenſatz zu der Aufführung ſtand
der einleitende Vortrag des Herrn Otto Stockhauſen,
Er ſollte (nach dem Programm) aus des Dichters Leben
die Einflüſſe hervorheben, die zu der tiefen Leidenſchaft=
lichkeit
ſeiner Betrachtung der Welt und des Menſchen
insbeſondere des Weibes geführt haben. Dieſer, bei
der pſychologiſchen Kompliziertheit des Dichters gewiß=
nicht
leichten Aufgabe entledigte ſich Herr Stockhauſen in
einer Weiſe, die ſchlechterdings nicht übertroffen werden
kann. Sein Vortrag war eine Muſterleiſtung. Verſtänd=
nisvolles
Vertiefen in die literariſchen Schöpſungen des
Dichters und eine feine pſychologiſche Charakterzeich=
nung
des Menſchen. In logiſchem Aufbau und über=
zeugender
Rethorik führte der Redner aus des Dichters
freud= und liebeleerer Kindheit über ſeine ebenſo freude=
arme
einſchüchternde Jugend zu der beginnenden leiblichen
und geiſtigen Reife des Jünglings; ſchilderte den Mann,
der vom Weibe eine ſo unendlich hohe Meinung hat, daß
er einen wahren Madonnenkult mit ihm trieb und den
darum die Erkenntnis der Liebe, da ſie im Dirnentum
zuerſt ſich ihm offenbarte, um ſo tiefer ſtürzen ließ von der
Höhe ſeiner Ideale, die er ſich vom Weibe erbaut, da er es
noch nicht kannte. Das er vielleicht nie kannte, weil er
eben nicht das Weib kennen lernte. Ein Weiberhaſſer
war er nie. Drei Momente ſind es, die Strindbergs
Charakter, den ſeine Schöpfungen widerſpiegeln, ſoge=
ſtalteten
, wie er eben wurde. Das ſind: ſeine Kinderſtube,
die ſozialen Konflikte und der Einfluß des Ewig= Weib=
lichen
; drei Momente, die ſich bei ihm in einer einzigen
unheilvollen Weiſe zuſammenfanden und ſeine Seele ver=
gifteten
. Wenn auf dieſe ſeeliſchen Momente ein Erkennen
des Dichters ſich aufbaut, kann man zu keinem Verdam=
men
, wohl aber zu tiefem Mitleid kommen.
Wenn irgend etwas imſtande war, dem Verſtehen
des Dramas und des Dichters den Boden zu ebnen, war
es der Vortrag, den ausführlich wiederzugeben wir uns
nur mit Bedauern verſagen müſſen. Mt

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Nummer 276.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Seite 5.

die großen ſozialen und idealen Geſichtspunkte berückſich=
tigen
. Stadtv. Hüfner ſpricht für die Betriebskran=
kenkaſſen
. Er möchte vor allem der Behauptung des Vor=
redners
entgegentreten, daß die Betriebskrankenkaſſen ihre
Leute abſchieben, wenn ſie längere Zeit krank ſind. Im
übrigen ſolle man doch die neue Geſellſchaft ſich erſt ein=
mal
entwickeln laſſen und nicht fortgeſetzt kritiſieren. Man
muß ſich doch erſt an die neuen Verhältniſſe gewöhnen.
Stadtv. Linck begründet zuerſt ſeinen Antrag und
kommt dann auf die Weihnachtsmeſſe zu ſprechen.
Er bittet, dieſe Meſſe nicht, wie beabſichtigt, auf den Pa=
radeplatz
zu verlegen. Beig. Schmidt erwidert, daß
Beſtimmtes noch nicht darüber geſagt werden kann. Da=
nach
wird in die Tagesordnung eingetreten.
Baudispensgeſuche uſw.
Auf dem Kabinettsgut Kranichſtein ſoll
eine Feldſcheune errichtet werden, wofür die Ge=
nehmigung
gemäß § 5 des Ortsbauſtatuts nachgeſucht
wird. Der Hochbau=Ausſchuß empfiehlt dieſelbe. Refe=
rent
Stadtv. Wagner. Die Gnehmigung wird erteilt.
An der Nieder=Ramſtädter Straße außer=
halb
des Bebauungsplanes ſoll ein Landhaus errichtet
werden. Der Hochbau=Ausſchuß befürwortet die Geneh=
migung
unter der Vorausſetzung, daß die für den frag=
lichen
Bauplatz bereits früher feſtgeſetzte Vorgartenbreite
und Bauplatzgröße eingehalten wird. Nach dem Refe=
rat
des Beig. Jäger und nach kurzer Debatte wird
dem Ausſchußantrag zugeſtimmt.
Für die Errichtung eines Gärtnerwohn=
hauſes
auf einem Gärtnereigrundſtück an der Ham=
melstrift
wird um Genehmigung nachgeſucht, die der
Hochbau=Ausſchuß befürwortet. Auch dieſe Genehmigung
wird nach dem Referat des Beig. Jäger erteilt.
Die Garniſonsverwaltung hat beantragt,
in der Mauer auf der Weſtſeite der Kaſerne des Dra=
goner
=Regiments Nr. 23 eine Durchgangstüre mit einer
auf das ſtädtiſche Anlagegelände vorſpringenden Frei=
treppe
, ſowie einen gepflaſterten Fußweg von der Frei=
treppe
bis zur Fahrbahn der Landgraf=Philipp=Anlage
herſtellen und in der Einfriedigungsmauer nebſt der Ka=
ſernenwärterwohnung
eine weitere Durchgangstüre nach
der Landgraf=Philipp=Anlage anlegen zu dürfen. Die
zuſtändigen Deputationen befürworten die Genehmigung
unter beſonderen durch Revers anzuerkennenden Bedin=
gungen
. Die Genehmigung wird erteilt. Referent
Stadtv. Linck.
Vermietungen.
In dem ſtädtiſchen Gebäude am neuen Hauptbahn=
hof
ſind zwei zu Geſchäftszwecken geeignete Räume nach
öffentlicher Ausſchreibung an hieſige Geſchäftstreibende
um jährlich 600 Mark und 360 Mark vermietet worden,
wofür nachträgliche Genehmigung erbeten wird. Dieſe
wird erteilt. Referent Stadtv. Kolb.
Die Firma Merck,
der die Genehmigung zur Führung zweier Anſchlußgleiſe
für ihre Fabrikanlagen über den ſtädtiſchen Hammels=
triftweg
bereits früher erteilt wurde, will ein drittes
Gleis über den genannten Weg leiten. Die Genehmigung
wird unter den gleichen Bedingungen, wie ſie die Firma
in den früheren Fällen durch Revers anerkannt hat, von
der Tiefbau=Deputation empfohlen und nach dem Referat
des Stadtv. Linck erteilt.
Grundſtücksentwäfferung.
Der Beſitzer des Hauſes Aeußere Ringſtraße Nr. 106
ſucht, weil ein Kanalanſchluß ſich zurzeit nicht ermöglichen
läßt, darum nach, das Regenwaſſer ſeines Grundſtücks
in die Floßrinne der Aeußeren Ringſtraße einleiten zu
dürfen. Das Geſuch wird unter den von dem Tiefbauamt
vorgeſchlagenen Bedingungen von der Tieſbau= Deputa=
tion
zur Genehmigung empfohlen. Die Genehmigung
wird erteilt.
Die obere Lichtenbergſtraße.
Stadtv. Dr. Noellner rügt ſcharf die abſcheulichen
Zuſtände der oberen Lichtenbergſtraße, von der Dieburger
bis zur Gutenbergſtraße. Dieſe Straße ſei tatſächlich un=
befahrbar
und bedürfe dringend der Pflaſterung oder
ſonſtigen Herſtellung. Der Oberbürgermeiſter
ſagt baldige Erfüllung des Geſuches zu.
Nachdem die Strecke der Lichtenbergſtraße, von der
Kranichſteiner Straße bis zur Wenckſtraße, eröffnet wurde,
iſt eine profilmäßige Planierung des Straßenzugs er=
forderlich
, deren Ausführung zu Laſten der Anlieger, ſo=
weit
die Stadt nicht ſelbſt in Betracht kommt, von der
Tiefbau=Deputation empfohlen wird. Nach dem Referat
des Stadtv. Wagner wird zugeſtimmt.
Ehrung eines verdienten Darmſtädters.
Der verſtorbene Geheime Medizinalrat Dr. Jäger
hat als langjähriger Leiter des Städtiſchen Kranken=
hauſes
und durch Stiftung reichlicher Mittel für die An=
ſtalt
Anſpruch auf beſonderen Dank der Stadt. Sie will
ſein Andenken dadurch ehren, daß ſeine Grabſtätte mit
einer Gedenktafel mit dem Bildnis des Verſtorbenen ge=
ſchmückt
und ein Gedenkſtein, ebenfalls mit dem Bildnis
Jägers, in dem neu zu erbauenden Veſtibül des Kranken=

hauſes aufgeſtellt wird. Die zuſtändigen Ausſchüſſe ha=
ben
die Vorſchläge gutgeheißen und empfehlen die Be=
willigung
des erforderlichen Kredits von 2000 M.
Die Anträge werden nach dem Referat des Stadtv. Dr.
Noellner debattelos angenommen
Die Trichinenſchauordnung
für die Stadt Darmſtadt enthält inſofern einen Mangel,
als ein Unterſuchungszwang nur für friſches von hie=
ſigen
Metzgern eingeführtes Fleiſch beſteht. Nach den
Gutachten des Fleiſchbeſchauamts und des Kreisgeſund=
heitsamts
iſt im Intereſſe der öffentlichen Geſundheits=
pflege
die Ausdehnung der obligatoriſchen Beſchau auch
auf konſerviertes Fleiſch von Schweinen und
Wildſchweinen und auf Fleiſchwaren, die ſol=
ches
Fleiſch enthalten, dringend erforderlich. Die
Schlachthof=Deputation empfiehlt deshalb den
Antrag des Oberbürgermeiſters, die Trichinen=
ſchau
in der angegebenen Weiſe auszudehnen, zur Ge=
nehmigung
. Der Antrag wird angenommen nach
dem Referat des Stadtv. Dr. Kolb und nach längeren
Ausführungen des Stadtv. K. Lautz, der ſich im Intereſſe
der Metzger gegen die Beſtimmung ausſprach, weiter
des Stadtv Stemmer, Bürgermeiſter Mueller,
Stadtv. Saeng und Möſer.
Der im Herbſt dieſes Jahres durch Bewohner des
ſüdlichen Stadtteils ins Leben gerufene
Beſſunger Knabenhort
hat um, Bewilligung eines ſtädtiſchen Beitrags nachge=
ſucht
. Da der erzieheriſche Zweck des Unternehmens
Unterſtützung und Förderung durch die Stadt durchaus ver=
dient
, haben Schul= und Finanzausſchuß für die Bewilli=
gung
eines Beitrages von 900 M. für den Reſt des Jah=
res
und von jährlich 700 Mark von 1913 ab ſich ausge=
ſprochen
, ſowie die Gewährung freier Heizung und Be=
leuchtung
der dem Hort bereits unentgeltlich überlaſſenen
Schulräume und die Bewilligung des für die Einfüh=
rung
der Gasbeleuchtung in die Schulräume erforder=
lichen
Kredits empfohlen. Der Antrag wird angenom=
men
. Referent Stadtv. Dr. Bender.
Kirchliche Umlagen.
Die katholiſchen Kirchengemeinden St. Ludwig
und St. Eliſabeth beabſichtigten, im Jahre 1913
eine kirchliche Umlage von 33000 Mark, und die katholiſche
Gemeinde Beſſungen eine ſolche von 12500 Mark zu er=
heben
. Gegen die Erhebung dieſer Umlagen wird nichts
eingewendet.
Beſchaffung von Regiſtrierkaſſen.
Für die Stadtkaſſe iſt die Beſchaffung von
zwei Regiſtrierkaſſen in der Sitzung am 17. Oktober d. J.
genehmigt worden. Es wird nunmehr beantragt, die Lie=
ferung
der beiden Kaſſen der Firma Schubert und Salzer
in Chemnitz zu übertragen. Der Antrag wird angenom=
men
. Referent Stadtv. Dr. Bender.
Lohnerhöhung der Rettungswache.
Der den Wachleuten bei der ſtändigen Rettungswache
gezahlte Lohn wird in Form eines Zuſchuſſes der Stadt=
kaſſe
an die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten
Kreuz gedeckt. Dieſer Zuſchuß ſoll für das Jahr 1912
erhöht werden, damit die Wachmannſchaft eine Aufbeſſe=
rung
erhalten kann, die der den ſtädtiſchen Arbeitern ge=
währten
Lohnerhöhung entſpricht. Der Finanzausſchuß
befürwortet eine Erhöhung des Zuſchuſſes um 450 M.
Die Verſammlung ſtimmt nach längerer Debatte zu. Re=
ferent
Stadtv. Dr. Bender.
Einfuhr holländiſchen Viehes und ſtäd=
tiſcher
Fleiſchverkauf.
Bürgermeiſter Mueller führt aus: Die Stadt=
verordneten
=Verſammlung hat am 3. Oktober ds. Js.
das Vorgehen der Vermaltung gebilligt, wonach verſucht
werden ſollte, die Vort le, die durch den bekannten Erlaß
der preußiſchen Regierung den größeren preußiſchen
Städten zugeſtanden worden ſind und die im weſentlichen
dahin gehen, daß die Vieh= und Fleiſcheinfuhr aus dem
Ausland erleichtert wird, auch für die Stadt Darmſtadt
zu erreichen. Die Schritte, die in gedachter Richtung als=
bald
unternommen wurden, waren von Erfolg gekrönt,
indem die preußiſche Regierung die Einfuhr von leben=
dem
Vieh aus den Niederlanden in beſtimmter Anzahl
geſtattet hat. Dieſes Entgegenkommen iſt umſomehr zu
begrüßen, als es eine Grundlage für eine Verſtändigung
mit den hieſigen Metzgern bietet, die auf die Einfuhr von
lebendem Vieh den größten Wert legen. Eine ſolche Ver=
ſtändigung
iſt auch bereits angebahnt. Die in Holland
durch ſtädtiſche Vertreter alsbald vorgenommenen Ein=
kaufsverhandlungen
haben jedoch zunächſt noch nicht
zu einem günſtigen Ergebnis geführt. Nach
den Feſtſtellungen kommt das Fleiſch inkluſive Transport
teurer als das einheimiſche. Ganz Holland iſt mit deut=
ſchen
Käufern überſchwemmt. Doch iſt es gelungen, mit
einer Firma einen Vertrag abzuſchließen, nach dem
holländiſches Ochſenfleiſch zu 90 Pfg. Schlachtgewicht
hier verkauft werden kann, wenn die Metzger mit dem
us den Freiteilen (Haut uſw.) ſich ergebenden Verdienſt

zufrieden ſind. Eine Beſchlußfaſſung über den Antrag
der Verwaltung, einen weiteren Vorlagekredit für den
Ankauf von lebendem Vieh zur Verfügung zu ſtellen, er=
übrigt
ſich daher zunächſt. Der Finanzausſchuß hat jedoch
vorgeſchlagen, die Verwaltung zu ermächtigen, ihre Be=
mühungen
, lebendes Vieh einzukaufen, fortzuſetzen und
zu gegebener Zeit den erforderlichen Vorlagekredit
in Höhe von 15000 Mark im Einverſtändnis mit
dem Finanzausſchuß in Anſpruch zu nehmen.
Irgend welcher Verluſt iſt ausgeſchloſſen.
Ueber den ſeither von der Stadt betätig=
ten
Fleiſchverkauf ſind folgende Mitteilungen
von Intereſſe: Es wurden bis jetzt umgeſetzt: 7342,5
Kilogramm Rindfleiſch, 969 Kilogramm Ochſenfleiſch, und
7393 Kilogramm Schweinefleiſch. Es koſtete im Einkauf
das Rindfleiſch 1,46 M., das Ochſenfleiſch 1,48 M., 1,46 M.
und 1,44 M. und das Schweinefleiſch 1,60 M. pro Kilo=
gramm
. Als Verkaufspreiſe waren feſtgeſetzt für Rind=
und Ochſenfleiſch 1,64 M., für Schweinefleiſch 1,76 M.
(Kotelettſtücke 1,80 M.) pro Kilogramm. In Darm=
ſtadt
hat man ſeither einen Einfluß der Aktion
auf die Viehpreiſe nicht beobachtet, zeit=
weiſe
jedoch in Frankfurt am Main.
Stadtv. Henrich ſpricht ſich für Bewilligung des
Kredits aus. Stadtv. Aßmuth rät, auch aus Däne=
mark
und Rußland Fleiſch einführen zu ſuchen. Stadtv.
Dr. Bender meint, der Erfolg dieſer ganzen Aktion ſei
nicht derart, daß man eine ſo große Summe riskieren
ſolle. Doch ſei er nicht gegen die Bewilligung. Stadtv.
K. Lautz meint, die Leidtragenden bei der ganzen Maß=
nahme
ſeien die Metzger. Dieſe würden gern billiges
Fleiſch verkaufen, wenn man ihnen billiges lebendes
Vieh liefern könnte. Das eingeführte Fleiſch konnten die
Metzger in ihren Läden nicht verkaufen, mit dem lebenden
Vieh iſt das anders. Die Metzger werden das ver=
kaufen
und, werm der Verdienſt ein auskömmlicher iſt,
auch die übrigen Fleiſchpreiſe herabſetzen. Die Einfuhr
von Vieh aus Dänemark und Rußland iſt nicht angänaig.
Das Metzgergewerbe iſt nach wie vor bereit, an der Ver=
billigung
der Fleiſchpreiſe mitzuwirken.
Die Tagesordnung iſt damit erſchöpft. Die Ver=
ſammlung
tritt in die geheime Sitzung ein.

Der Balkankrieg.
Vom Kriegsſchauplatze.

* Konſtantinopel, 20 Nov. Ein beim Groß=
weſirat
nach Mitternacht eingelaufenes Telegramm des
türkiſchen Generaliſſimus beſagt: Der Feind, der ſich vor
unſerem linken Flügel befand, zog ſich nachts gänzlich von
den Höhen von Papaz=Burgas zurück. Unſere Auf=
klärungstruppen
ſtellten feſt, daß der Feind, der die Höhen
der Umgebung des Bahnhofs von Tſchataldſcha be=
ſetzt
hielt, mehr als 500 Tote hatte. Nach den Ausſagen
der Gefangenen iſt der Feind ſeit drei Tagen ohne Le=
bensmittel
. Der Feind konnte auf ſeinem Rückzug die
Verwundeten nicht alle mitnehmen. Der Geiſt der türki=
ſchen
Truppen iſt ausgezeichnet. Ein vom Komman=
danten
des Panzerkreuzers Torghut Reis früh um ein
Uhr aufgegebenes Telegramm beſagt: Das türkiſche
Detachement im Derkos trieb dank unſerer dreitägigen
Kanonade und unter unſerer Bedeckung den Feind an die
Küſte von Ormonly, zehn Meilen nördlich von Karaburnu,
zurück.
* Sofia, 20. Nov. Die Agence Bulgare erklärt alle
Meldungen aus türkiſcher Quelle über die angeblichen
Siege der Türken bei Tſchataldſcha als falſch
und tendenziös. Mir meldet: Eine Abteilung bulgari=
ſcher
Kavallerie griff geſtern mit drei Bataillonen In=
fanterie
die türkiſche Beſatzung auf den Höhen im Norden
der Stadt Fere an der Straße nach Dedeagatſch an, die
aus etwa zwei Bataillonen beſtand und ſchlug ſie nach
kurzem Kampfe in die Flucht. Die Türken ließen einen
aus einer Lokomotive und vierzehn Wagen beſtehenden
Eiſenbahnzug, der mit Lebensmitteln, Munition und
Pferden angefüllt war. zurück. Der Zug wurde nach
Dimotica gebracht. Bei Adrianopel unternahmen
die Türken vorgeſtern einen Durchbruchsverſuch, wurden
aber nach lebhaftem Kampfe, der den ganzen Tag ange=
dauert
hatte, mit beträchtlichen Verluſten in die Feſtung
zurückgeworfen. Die Eiſenbahnverbindung zwiſchen Di=
motica
und Dedeagatſch iſt wiederhergeſtellt.
* Belgrad, 20. Nov. Von amtlicher ſerbiſcher
Seite wird gemeldet: Die Nachrichten über die Kapi=
tulation
von Monaſtir ſind verfrüht. Wie der
Wojwode Putnik meldet, dauerten die Kämpfe vier Tage.
Geſtern floh der Feind, nach einem hitzigen Gefecht ge=
ſchlagen
, in völliger Unordnung. Er ließ in der Ver=
wirrung
ſeinen Gepäcktrain im Stich. Die Beute iſt be=
trächtlich
. Einzelheiten fehlen noch.
* Rjeka 19. Nov. Ueber den am Montag bei
Aleſſio ſtattgefundenen Kampf berichten hierher ge=
brachte
Verwundete, die an dem Kampfe teilgenommen
haben: Unterhalb der Höhe des Orni=Vrh machten die
Türken einen Frontangriff gegen die gedeckte Stellung
der Montenegriner. Alsbald entwickelte ſich ein lebhafter
Bajonettkampf. Die Türken hielten ſich glänzend, doch

Vorträge.

Die Gordon=Bennett=Fahirt in
Amerika und Selbſterlebniſſe im freien
Ballon, lautete das Thema des Vortrags, den am
Mittwoch Herr Major v. Abercron auf Veranlaſſung
der Heſſiſchen Flugſtudiengeſellſchaft im
Saale Zur Traube hielt. Der Vorſitzende der Flug=
ſtudiengeſellſchaft
, Kammerherr Freiherr v. Oeting er
begrüßte die Erſchienenen und den Vortragenden und er=
teilte
hierauf dieſem das Wort. Der bekannte Führer des
Ballons Düſſeldorf bemerkte einleitend, daß er der
Einladung gern gefolgt ſei, um die vielerlei Vorzüge die=
ſes
geſunden und nervenſtärkenden Sports darzulegen, ſei
doch kein Sport ſo geeignet, mit Land und Leu=
ten
in Berührung zu kommen und dieſe kennen zu
lernen, wie die Ausübung des Fahrens im Frei
ballon. Er freue ſich, daß man auch in Darmſtadt in
Verbindung mit anderen Vereinen beabſichtige, einen
Freiballon anzuſchaffen, denn nur beim Fahren im Frei=
ballon
könne ein Luftſchifführer ausgebildet werden und
die Vertrautheit mit den Elementen der Luft gewinnen.
Er habe bereits mit 205 Fahrten 35000 Kilometer zurück=
gelegt
und könne nur ſaget, daß es ein ſehr geſunder und
ſeltene Genüſſe bietender Sport ſei, wenn auch des öfteren
Situationen kommen, die an die Nerven und die Kalt=
blütigkeit
die höchſten Anforderungen ſtellen. Redner gab
nun zunächſt einige Schilderungen ſeiner erſten Gordon=
Bennett=Fahrt von St. Louis aus, wo der Ballon in den
Dünen des Atlantiſchen Ozeans landete, um nach kurzer
Würdigung der übrigen Gordon=Bennett=Fahrten ſeine
zweite Amerikafahrt, die ebenfalls St. Louis zum Aus
gangspunkt hatte, zu ſchildern. In humorvoller Weiſe

ſkizzierte er dabei die echt amerikaniſchen Vorbereitungen
zu der Veranſtaltung. Die Reiſe ging in kühner Fahrt
von St Louis über Milwaukee und den Michiganſee
deſſen 155 Kilometer breite Waſſerfläche in vier Stunden
überwunden wurde, dann nochmals über die Waſſerwüſte
des Huronſees und dann hinein in den kanadiſchen Ur=
wald
, wo nichts zu ſehen war, wie der Vortragende aus=
führte
, als Wälder, Waſſer und Sümpfe. Jede Spur der
Ziviliſation hatte in jenen Regionen aufgehört. Am vor
mittag des zweiten Tages nach 43ſtündiger Fahrt, gingen
ſie dann aus 6200 Meter Höhe mitten im Urwald nieder.
In ſpannender Weiſe wußte nun der Vortragende die
Mühen und Fährniſſe zu ſchildern, die er und ſein Be=
gleiter
in 24ſtündigem Marſche durch den faſt undurch=
dringlichen
Urwald zu überſtehen hatten, bis ſie auf
Menſchen ſtießen. Sie waren 145 Kilometer nordweſtlich
von Quebee gelandet, ein paar Kilometer nördlicher und
es wäre fraglich geweſen, ob ſie ſich je wieder zu Menſchon
zurückgefunden hätten. Es folaten nach dieſem vortreff=
lichen
Vortrage noch die Vorführung vorzüglicher Licht=
bilder
, die v. Abercron auf ſeinen Fahrten vom Frei=
ballon
aus aufgenommen hat. Sie zeigten eine Reihe
intereſſanter Städteaufnahmen und wies der Vortragende
hierbei beſonders auf die Vorteile für die topographiſche
Verwertung derartiger Aufnahmen hin, die auch bei der
Anlage von Städten und für Gartentechniker, ſowie für
Lehrzwecke in der Schule äußerſt vorteilhaft ſeien.
Der Vorſitzende der Flugſtudiengeſellſchaft, Kammerherr
Freiherr v. Oetinger, dankte dem Vortragenden für
den mit lebhaftem Beifall ausgezeichneten Vortrag.
Neuſprachliche Vorträge. Mittwoch abend
begannen in der Liebigs=Oberrealſchule die neuſprachlichen

Vorträge mit dem Vortrage des Herrn Louvrier aus
Berlin. Er ſtellte es ſich zur Aufgabe einige Charakter=
köpfe
unter den modernen franzöſiſchen Poeten vorzu=
führen
; allerdings iſt hier modern in weiterem Sinne zu
faſſen, denn der Vortragende behandelte zunächſt Alphonſe
Daudet, von dem eine hübſche, treffende Charakteriſtik
gegeben und deſſen reizende kleine Erzählung vom Sous=
préfet
vorgeleſen wurde, der, ſtatt ſich zur landwirtſchaft=
lichen
Ausſtellung zu begeben und dort eine Rede zu hal=
ten
, unterwegs dem Waldeszauber unterliegt, die Ver=
ſammlung
verſäumt und unter einer alten Eiche, Verſe
ſchmiedend, betroffen wird. Außer Daudet behandelte
Herr Louvrier noch Edmond Roſtand, der ſo glänzend die
charakteriſtiſchen Seiten des franzöſiſchen Nationalgeiſtes
vertritt, und deklamierte deſſen Hymne au soleil aus
Chantecler. Ferner wurden vorgetragen La poupée‟
von Pailleron, Refusé à Texamen von Jules Mois,
Le garde municipal von Jules Claretie und Villé-
giature
von Octave Pradel. Herr Louvrier weiß, das
ſah man ſofort, was ſeine deutſche Zuhörerſchaft bedarf:
er ſprach hübſch langſam und unterſtrich ſeine Worte mit
ſo kräftigen Geſten, daß es wirklich nicht ſchwer fallen
konnte, ihm zu folgen. So konnte es nicht fehlen, daß die
vorgetragenen Proben aus den Werken der beſprochenen
Schriftſteller vollſtändig verſtanden wurden, und die an=
ſprechende
Art des Vortrages dem Conferencier freund=
lichen
Beifall einbrachte. Wir meinen, daß Herr Louvrier=
da
auch auf dem richtigen Wege iſt, wie er es tat, ſich bei
der Beſprechung der einzelnen Dichter auf das Notwen=
digſte
beſchränkt und ſie ſelbſt ſo reichlich wie möglich zu
Worte kommen läßt. Wir werden uns freuen, Herrn
Louvrier ein andermal wieder zu hören. Der Vortrag
war ſehr gut beſucht.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Nummer 276.

gelang es den Montenegrinern, den Feind unter großen
Verluſten zu zerſprengen. Die Zahl der Toten und Ver=
wundeten
auf türkiſcher Seite wird mit 600 angegeben.
Die Montenegriner hatten 6 Tote und 82 Verwundete.
Die türkiſche Kriegskaſſe mit 100000 öſterreichiſchen Kro=
nen
wurde erbeutet und acht Soldaten gefangen genommen.
* Wien 21. Nov. Der Ber=hterſtatter der Reichs=
poſt
, welcher ſich drei Tage in Niſch aufhielt, berichtet über
erſchütternde Einzelheiten der von den ſerbiſchen
Truppen begangenen Unmenſchlichkeiten an
den gefangenen Türken und Albareſen. Unßer
anderem erzählt ein Arzt des Roten Kreuzes in Niſch
folgendes: Bei Kratowo ließ General Stefanowitſch hun=
derte
gefangene Albaneſen in zwei Gliedern antreten, um
ſie mit Maſchinengewehren niederzuknallen. Dazu er=
klärte
der General, dieſe Brut müſſe ausgerottet werden,
damit Oeſterreich ſeine albaneſiſchen Lieblinge nicht mehr
finde. General Zipkowitſch ließ bei Sjenitza 950 albane=
ſiſche
und türkiſche Notabeln niedermetzeln, nachdem 10000
Albaneſen dem Vorrücken der ſerbiſchen Truppen große
Schwierigkeiten bereitet hatten.
Sonſtige Meldungen.
* Wien, 21. Nov. Den Blättern zufolge bemerkte
der Kaiſer bei dem geſtrigen Delegationsdiner in Peſt
gegenüber den ungariſchen Delegierten, er müſſe die Bul=
garen
bewundern, wie ſie ſich im Kriege gehalten
hätten. Andererſeits wäre nicht zu begreifen, daß den
Türken das Kriegsglück ſo wenig günſtig geweſen iſt. Der
Kaiſer erwähnte die Entſendung des Konſulatsbeamten
nach Prizrend und ſprach die Hoffnung aus, daß die
Zeitungsmeldungen über die Vorgänge in Prizrend ſich
als übertrieben herausſtellen und die Angelegenheit eine
friedliche Löſung finden würde.
* Belgrad, 20. Nov. (Aus amtlicher ſerbiſcher
Quelle.) Die Regierung beſchloß die volle Reſpektier=
ung
der den Konſuln nach internationalem Brauch
zukommendenGer chtſame für das geſamte von der ſerbi=
ſchen
Armee neu okkupierte Gebiet.
* Serajowo, 20. Nov. Aus Anlaß der bekann=
ten
ſerbiſchen Erklärung veröffentlichten heute die
Mitglieder des Landtagsklubs der vereinigten moslemi=
niſchen
Organiſation eine Gegenerklärung, worin ſie die
Haltung der Monarchie, mit deren Intereſſen die bosni=
ſchen
Intereſſen indentiſch ſeien, vollkommen billigen und
ſich bereit erklären, dieſen ihren Standpunkt mit allen
Mitteln zu verteidigen.
Die Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel, 21. Nov. Zu Bevoll=
mächtigten
für die Verhandlungen wegen des
Waffenſtillſtandes wurden ernannt der Genera=
liſſimus
der türkiſchen Armee, Nazim Paſcha, der frühere
Chef des Generalſtabes, Izzet Paſcha und Staatsrat
Chadan Bey. Viel wird bemerkt, daß Bulgarien in ſei=
ner
Antwort von der Ernennung von Bevollmächtigten
zu Unterhandlungen ſich nicht nur für den Abſchluß des
Waffenſtillſtandes, ſondern auch des definitiven Friedens
ausſpricht.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 21. Nov. Der Generaliſſi=
mus
Nazim Paſcha telegraphiert: Geſtern abend
verließ der Feind ſeine Verſchanzungen, welche er nach
ſeinem dreitägigen Vorgehen errichtet hatte und zog ſich,
an einigen Punkten ſieben Kilometer von der Verteidi=
gungslinie
zurück. Starke Rekognoszierungs=
kolonnen
, die unter Unteroffizieren von unſeren Di=
viſionen
entſandt wurden, fanden in mehreren Orten eine
Anzahl Verwundeter; auch erbeuteten ſie eine Menge
Gewehre, Munition und ſonſtige Ausrüſtungsgegenſtände.
Ueberall wurden zahlreiche Tote aufgefunden. Die
Zeitung Ikdam erklärt: Die Ergebniſſe der Rekognos=
zierung
geſtatten anzunehmen, daß die Bulgaren derart
ermüdet ſind, daß ſie die Feindſeligkeiten nicht fortſetzen
Kkönnen und ſich zurückzogen, um Verteidigungsſtellungen
zu beziehen.
* Belgrad, 21. Nov. Vormittag. Amtlich wird
über die Kämpfe bei Monaſtir jetzt folgender
Bericht verbreitet: Das Gefecht erſtreckte ſich über eine
Linie von 50 Kilometer. Die Türken hatten 70000 bis
80000 Mann mit 100 Geſchützen zuſammengezogen. Alle
türkiſchen Poſitionen, beſonders im Nordweſten von Mo=
naſtir
, waren befeſtigt und durch Blendön unkenntlich
gemacht. Die Verdrängung der Türken aus dieſen Stel=
lungen
war mit großen Opfern verbunden, zumal die Be=
völkerung
der umliegenden Ortſchaften gegen die Serben

kämpfte. Die ſerbiſche Artillerie griff erfolgreich in den
Kampf ein. Die Infanterie mußte durch ein überſchwemm=
tes
Gebiet vorrücken und war deshalb großen Verluſten
ausgeſetzt. Nachdem die wichtigſten Stellungen von den
Serben genommen waren, verſuchten die Türken, nach
Ochrida durchzubrechen. Als der Verſuch mißlang, wand=
ten
ſie ſich zur Flucht. Infolge des Nebels gelang es zu=
erſt
einer Diviſion, nach Florina zu entkommen Dann
begann die völlige Auflöſung und die wilde Flucht der
türkiſchen Armee. In den Kämpfen, die vier Tage währ=
ten
, wurden 20000 Türken getötet und verwundet. Auch
die Serben erlitten große Verluſte. Schon am zweiten
Tage der Schlacht eroberten die Serben eine türkiſche Ge=
birgsbatterie
und vier Belagerungsgeſchütze. Am letzten
Kampftage erbeutete die ſerbiſche Drina=Diviſion 36 Feld=
geſchütze
. Die fliehenden Türken wurden von ſerbiſcher
Kavallerie verfolgt.
* Belgrad, 21. Nov. Das Hauptquartier des
1. Armeekorps wurde von Prilep nach Monaſtir
verlegt.
* Konſtantinopel, 21. Nov. Der ruſſiſche Bot=
ſchafter
teilte dem Miniſter des Aeußern die Frie=
densbedingungen
der vier Balkanmächte
mit. Sie werden noch geheim gehalten.
* Sofia, 21. Nov. Nach Mitteilungen von kom=
petenter
Seite ſind die Bedingungen der Bal=
kanſtaaten
weder in der Form, noch dem Inhalte nach
intranſigent. Sie laſſen ſogar eventuelle Modifikationen
durch Verhandlungen zu, ſo daß anzunehmen iſt, daß die
Türken ſie annehmen, und daß es zu einem Waffenſtill=
ſtand
kommt.
* Wien, 21. Nov. Der Neuen Freien Preſſe ging
ein von Prizrend, 17. November nachmittag, datiertes
Telegramm vom Konſul Prohaska zu. nach dem
dieſer ſich wohl befindet und ſich nach Uesküb begeben
will.
* London. 21. Nov. Nach Konſtantinopeler Meld=
ungen
erklärte der Großweſir heute vormittag
Zeitungsberichterſtattern gegenüber, daß die bulgariſchen
Friedensbedingungen unannehmbar ſeien.
Wenn ſie nicht von Grund auf abgeändert würden, würde
der Krieg fortgeſetzt werden.
* Petersburg, 21. Nov. Die geſtrige Ver=
fügung
des Kriegsminiſters lautet: Einige
Militärs beteiligten ſich an der Verbreitung von Gerüch=
ten
über Kriegsvorbereitungen, über angeblich in Ruß=
land
vorbereitete Mobilmachung und haben andere
durch nichts begründete Angaben gemacht, die in Zuſam=
menhang
mit den Ereigniſſen auf der Balkanhalbinſel
gebracht werden. Der Kaiſer befahl mir. Maßnahmen
zu ergreifen, um einer ſolchen Erſcheinung ein Ziel zu
ſetzen. In Erfüllung dieſes allerhöchſten Willens erſuche
ich die Chefs der Truppenteile, Verwaltungen und Anſtal=
ten
der Militärreſſorts, die ihnen unterſtellten Militär=
chargen
davon in Kenntnis zu ſetzen, daß für ähnliche
Fälle unverzeihlich leeren Geſchwätzes Strafen bis zum
Dienſtausſchluß angewendet werden.

Literariſches.

Univerſal=Bibliothek für die Jugend.
Eine Auswahl der beſten und bekannteſten Jugendſchriften
in neuen Ausgaben zu ſehr billigen Preiſen, von 25 Pfg.
an bis höchſtens 1,50 Mk. (Union, Deutſche Verlagsgeſell=
ſchaft
, Stuttgart.) In dieſer für Eltern und Leiter für
Jugendbibliotheken wichtigen Ausgabe koſtet z. B. der
vollſtändige Robinſon Cruſos nach Defos mit 2 Bildern
geheftet nur 25 Pfg., in Leinwandband nur 60 Pfg., Mu=
ſäus'
Volksmärchen, ein Buch von 329 Druckſeiten mit 6
Bildern, geheftet nur 1 Mk., in Leinwandband nur 1,50
Mark. Erzählungen, Reiſebeſchreibungen, Märchen, Fa=
beln
uſw. zu beliebiger Auswahl für Knaben und Mäd.
chen aller Altersſtufen. Eine gutbewährte Sammlung zur
Bekämpfung der Schundliteratur. Es ſind 459 Nummern
erſchienen. Neu erſchienen: Bd. 456/459 Der Weg zum
Glück. Fünf Erzählungen. Von Viktor Blüthgen. Mit
4 Einſchaltbildern. Geheftet 1 Mk., gebunden 1,50 Mk.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Potsdam, 21. Nov. Im Exerzierhauſe fand
heute vormittag in Gegenwart des Kaiſers, der Kaiſerin,
der Prinzen und der Prinzeſſinnen die Vereidigung
der Rekruten der Potsdamer Garniſon
ſtatt. Nach der Vereidigung hielt der Kaiſer eine Rede.

Das Hoch auf den Kaiſer brachte darauf der Stadtkom=
mandant
von Potsdam, Generalleutnant v. Bonin, aus=
Der Kaiſer nahm dann militäriſche Meldungen entgegen
und frühſtückte im Regimentshaus des 1. Garderegiments=
* Karlsruhe, 21. Nov. Die Landtagsſeſſion
1911/12 hat heute ihr Ende erreicht. Der Landtag wird
durch ſtaatsminiſteriale Entſchließung formell geſchloſſen
werden.
* Tübingen, 21. Nov. In Anweſenheit der Köni=
gin
, der Herzöge Albrecht und Albrecht
Philipp, des Senats der Univerſität und des Univer=
ſitätsrektors
, ſowie des Miniſterpräſidenten v. Weiz=
ſäcker
, des Kultusminiſters v. Fleiſchhauer und
des Finanzminiſters v. Goßler, des Rektors der Tech=
niſchen
Hochſchule in Stuttgart und der Erbauer, wurde
heute vormittag in feierlicher Weiſe die neue Uni=
verſitätsbibliother
eingeweiht. Der König=
war
durch ein leichtes Unwohlſein am Erſcheinen ver=
hindert
. Kultusminiſter v. Fleiſchhauer wies in ſeiner
Rede auf die glückliche Entwickelung der ſchwäbiſchen
Landesuniverſitat hin. Nach ihm ſprach der Univerſitäts=
rektor
Profeſſor v. Belin. An die Feier ſchloß ſich ein
Rundgang durch das neue Haus an. Die juriſtiſche Fag
kultät der Univerſität hat den Kultusminiſter v. Fleiſch=
hauer
zum Ehrendoktor ernannt.
* Bremen, 21. Nov. Wie die Weſerzeitung meldet,
ſind geſtern abend infolge des hohen Waſſerſtandes
der Weſer drei Pfeiler der Wehranlagen unterhalhb
Bremen eingeſtürzt. Infolgedeſion ſind Mie darin
befindlichen Wehre durchgebrochen, wodurch ein neuer
Schaden an der Wehranlage entſtanden iſt. Zugleich iſt
auch die Laufbrücke, der die Pfeiler als Auflage dienteng
in dieſem Teile eingeſtürzt.
* Gladbeck, 21. Nov. In den Möllerſchächten brach
heute früh aus unaufgeklärter Urſache ein kleineren
Brand aus, bei dem zwei Steiger erſtickt ſind. Die
Leichen wurden geborgen, die Brandſtelle iſt eingedämmt,
der Betrieb geht ungeſtört weiter.
* Rom, 21. Nov. Der König unterzeichnete ein
Dekret, durch das ein Miniſterium für die Kold=
nien
eingerichtet wird. Der Deputierte Bertolint
iſt zum Kolonialminiſter ernannt worden.
* Rom, 21. Nov. Die Agenzia Stefani meldet: Dem
italieniſchen Botſchafter in Berlin, Panſa, iſt auf ſein
Erſuchen der Abſchied bewilligt worden.
* Petersburg, 21. Nov. Die Meldung der Dailt
Mail, das Befinden des Thronfolgers habe ſich ver=
ſchlimmert
, iſt die reinſte Erfindung. Der Geſund=
heitszuſtand
des Thronfolgers hat ſich be
deutend gebeſſert.
* Tokio, 21. Nov. Wie amtlich gemeldet wird iſt
der Unfall an Bord des Kreuzers Niſchin
durch die Exploſion einer Pulverkiſte herbeigeführt wor=
den
. 11 Mann wurden ſchwer, 9 neun leicht verletzt.

HB. Berlin, 21. Nov. Der chineſiſche Miniſter des
Auswärtigen, Lyantunyen, iſt in Berlin ein=
getroffen
und nahm geſtern abend im Hotel Eſpla=
nade
an einem diplomatiſchen Diner teil, das der chine=
ſiſche
Geſandte in Berlin, Liang Cheng, veranſtaltet hatte,
Unter den anweſenden Staatsmännern befand ſich Unter=
ſtaatsſekretär
Zimmermann vom Auswärtigen Amt.
Falkenau, 21. Nov. Auf dem Union=Schacht der
Duchrower Zeche wurden drei Bergleute ver=
ſchüttet
. Einen Mann hörte man fünf Stunden lang
um Hilfe rufen, konnte ihn jedoch nicht retten, ſo daß alle
drei erſtickten.
HB. Wien, 21. Nov. Aus Reichenau wird gemeldet,
daß die Taufe des neugeborenen Prinzen in=
folge
des noch nicht eingetroffenen Taufwaſſers aus dem
Jordan erſt Montag nachmittag ſtattfinden wird.
HB. Peſt, 21. Nov. Die ungariſche Delega=
tion
hat den Voranſchlag des Heeres=Budgets geneh=
migt
. Der Kaiſer kehrt morgen mittag 1,40 Uhr nach
Wien zurück.
HB. Brüſſel, 21. Nov. Eine myſteriöſe Per=
ſönlichkeit
wurde geſtern hier verhaftet. Ein
mangelhaft franzöſiſch ſprechender, ſüdländiſch ausſehen=
der
Herr von etwa 40 Jahren hatte verſucht, bei Brüſſelen
Druckereien bulgariſche Staatsbons, wie ſolche während
des Krieges ausgegeben wurden, und Briefmarken nach
vorgelegtem Muſter in Auftrag zu geben. Die Polizeil
nahm den Mann feſt, der einen Revolver bei ſich trug
und ſich zuerſt Igoff und dann Sichvicki nannte, aus
Sofia gebürtig ſein will und viele Papiere in bulgari=
ſcher
und ruſſiſcher Sprache bei ſich führte. In ſeinem

Feuilleton.

C. Meteorvlogiſches aus Heſſen (vgl. Nr. 252 dieſes
Blattes vom 25. Oktober). Der diesjährige Oktober war
in allen Landesteilen erheblich zu kalt, jedoch blieb der
Wärmeausfall hinter dem des Auguſt und Sepiember
zurück. Das höchſte Monatsmittel der Temperatur weiſt
wieder Mainz mit 8,1 Grad Celſius auf, dem Lauterbach
als kälteſte Station mit 5,6 Grad gegenüberſteht ( Darm=
ſtadt
: 7,5). Der höchſte Thermometerſtand fiel faſt überall
auf den 1., mit Ausnahme von Neunkirchen, wo der 29.
den höchſten Wert mit 14,6 lieferte, während Bad Nau=
heim
am 1. den höchſten Oktoberſtand im Lande von 19,4
aufwies (Darmſtadt: 18,2). In der faſt unmittelbar fol=
genden
Kälteperiode fiel das Thermometer am 5. in Lau=
terbach
auf 6,7 Grad, wogegen in Mainz ein tieferer
Monatsſtand als 1,8 nicht beobachtet wurde ( Darm=
ſtadt
: 3,2). In Darmſtadt, von wo allein derartige
Aufzeichnungen vorliegen, überwogen Winde aus ſüd=
licher
Richtung. Die meiſten heiteren Tage (9) und da=
mit
auch den geringſten Prozentſatz der Bewölkung (57)
notierte Schotten, während Mainz nur 3 heitere Tage und
einen Prozentſatz der Bewölkung von 72 aufweiſt ( Darm=
ſtadt
: 64 mit 7 heiteren Tagen). Die Zahl der Froſttage
ſchwankt zwiſchen 13 in Lauterbach, dem Michelſtadt und
Bad Nauheim mit je 10 folgen, und 1 in Mainz ( Darm=
ſtadt
: 5). Die Niederſchlagsmenge, die allenthalben in
der zweiten Monatshälfte ihr Maximum erreichte, war
durchgängig ſehr beträchtlich und betrug an zahlreichen
Stationen mehr als das Doppelte des langjährigen
Durchſchnitts. Die Gegenſätze bilden Wimpfen mit 54,0
und Herchenhain mit 169,2 Millimeter (Darmſtadt: 81,0).
Ulrichſtein meldet 3, Herchenhain 2 und Herbſtein, Greben=
hain
, Michelſtadt und die Tromm je 1 Schneefall. Hagel
kam an 3 Stationen im Vogelsberg und in Groß=Gerau
je 1 mal vor, während Schlitz 2 und ſieben andere Orte,
worunter Michelſtadt und Böllſtein, je 1 Gewitter melden.
Die Rheinwaſſerſtände blieben mit Ausnahme von Bin=
gen
nicht unerheblich hinter dem langjährigen Oktober=
mittel
zurück, wogegen Main und Neckar den Durchſchnitt
etwas überſchritten.
R. Richard Strauß Ariadne erlebte am Mittwoch
abend am Mainzer Stadttheater, nach Stuttgart
und Dresden, die dritte deutſche Aufführung. Herr Hofrat
Behrend hatte die Einſtudierung ſelbſt beſorgt und damit

einen glanzvollen äußeren Abend geſchaffen. Die Soliſten
des Stadttheaters taten von ſich aus das Ihre, um die
Aufführung, für deren raſche Herausbringung man der
Theaterleitung dankbar ſein kann, zu einer muſtergültigen
zu geſtalten und ſo zu einem für Mainz einzig daſtehen=
den
Theaterereignis zu erheben. Dazu kam das tüchtig
arbeitende Orcheſter unter der ſtraffen Leitung des Kapell=
meiſters
Gorter, das durch eine exakte Ausarbeitung er=
freute
. In allen Teilen kann man von einer prachtvoll
verlaufenen Vorſtellung ſprechen. Das Haus war infolge
des Buß= und Bettages in Preußen auch von der Nach=
barſchaft
ſtark beſucht und war ausverkauft. Eine anfäng=
liche
Reſerve wich raſch und machte einer ſteigenden Wärme
Platz, die zu einem ſtarken Erfolg für Werk und Darſteller
wurde.
Gefährdete Literaturſchätze in Konſtantinopel. Eine
der koſtbarſten und intereſſanteſten Bücher= und Hand=
ſchriftenſammlungen
der Welt iſt die Bibliothek des
alten. Serails in Konſtantinopel; nur wenigen
europäiſchen Forſchern iſt es bisher vergönnt ge=
weſen
, inmitten dieſer Schätze ihren Studien ob=
liegen
zu können. Der Reichtum dieſer Bücher=
ſammlung
iſt noch nicht fruchtbar gemacht worden
und die Kulturwelt hat ein großes Intereſſe daran, für
den Fall einer Eroberung Konſtantinopels ausreichende
Maßnahmen für den Schutz und die Erhaltung dieſer
Bibliothek getroffen zu ſehen. Antonio Munoz, der im
Marzoces den Koſtbarkeiten dieſer Sammlung einen in=
tereſſanten
Aufſatz widmet, weiſt darauf hin, daß dieſe
Bibliothek zugleich wohl die am wenigſten beſuchte der
Welt iſt; ſeit dem Jahre 1850 iſt es nur wenigen euro=
päiſchen
Gelehrten gelungen, durch Empfehlungen und mit
Hilfe ihrer Botſchafter Zutritt zu dieſem brachliegenden
Heiligtum der Wiſſenſchaft zu erlangen. 1905 ſetzte es
Munoz mit Hilfe des öſterreichiſchen Botſchafters nach
langer Mühe durch, von Abdul Hamid die Erlaubnis zur
Benutzung des Bibliothekfaales zu erlangen. In dem
ſchönſten Kiosk des Serails ſind hier unſchätzbare Samm=
lungen
alter perſiſcher und arabiſcher Handſchriften auf=
gehäuft
, neben türkiſchen, koptiſchen, griechiſchen und latei=
niſchen
Manuſkripten, die zum großen Teil aus Kloſter=
bibliotheken
ſtammten. Munoz hat naturgemäß nur einen
geringen Bruchteil dieſer Schätze kennen lernen können;
er berichtet von einer griechiſchen Bibel aus dem 13. Jahr=
hundert
, die mit mehr als 300 prächtigen Miniaturen

illuminiert iſt und eine wertvolle Ergänzung der in den
Vatikanbibliothek vorhandenen Bibel bildet. Sie enthält
die erſten acht Bücher der heiligen Schrift und die Minia=
turen
gemahnen überraſchend an die berühmte Joſuarolle
des Vatikans, an jene frühchriſtliche Bilderhandſchrift,
deren Entſtehung auf das fünfte oder ſechſte Jahrhundert
zurückgehen ſoll. Man findet Stil und Motive dieſer
Konſtantinopeler Miniaturen auch in den Moſaiken von
Santa Maria Maggiore und in anderen Monumenten
des 5. und 6. Jahrhunderts, ſo daß man es in dem Erem=
plar
des alten Serails offenbar mit einer wertvollen
Kopie nach einem älteren unbekannten Vorbild zu tun=
hat
. Unſter den anderen Handſchriftenſchätzen, die in
jener türkiſchen Bibliothek verwahrt liegen, erwähnt Mu=
noz
auch eine Ilias, die aus dem 13. Jahrhundert ſtammt,
ein Fragment des Euklid aus dem 12., einen illuſtrierten
Ptolemäus aus dem 15. Jahrhunderz, einen Pindarg
einen Oppian und einen Polybios aus der gleichen Zeit==
Eine Reihe von Indizien aber weiſen darauf hin, daß eine
genaue Durchforſchung der Bibliothek und ihrer großen
manuſkriptgefüllten, bisher nicht zugänglichen Kellerräume=
unter
anderen Ueberraſchungen wahrſcheinlich auch eine
bedeutſame Entdeckung zeitigen könnte; es iſt Grund zu
der Annahme vorhanden, daß ſich in dieſen Kellergewölben
bisher unbekannte Kapitel des Titus Livius vorfinden
müſſen.
* Er weiß ſich zu helfen. In einem Schlächterladen
in Leipzig=Volkmarsdorf trat dieſer Tage, ſo erzählt die
Tägl. Rundſchau, ein kleiner Bäckerjunge, ſuchte in allen
Taſchen nach einem Groſchen und verlangte ein Stüch
Wurſt, indem er ſatft ermunternh) hinzufügte: Forn
Kranken iebrigens, deſterwächen meſſen Se man gut.
Aber die Meeſtern lehnte ab, für einen Groſchen Wurſt
zu verlaufen. Nicht mal für eine Leiche würde ſie das
tun, geſchweige denn für einen Kranken. Der Bäcker=
junge
ſuchte von neuem, fand noch einen zweiten Groſchen
und forderte nun for’n Zwanziger Läberwurſcht. Die
Meiſterin ſchnitt ein Stück ab. Als ſie es in Pergament
einwickeln wollte, ſagte der Junge: Nu, machen Se recht
hibſch zwee Bortionen dadervon und wickeln Se merſſch
in zwee Babiere. Die Meiſterin tat ihm den Gefallen
der Junge aber nahm nur ein Stück vom Ladentiſch, zu=
gleich
auch den zweiten Groſchen und eilte zur Tür hinaus
indem er ſagte: Nu ſähn Se, warum gäben Se mernich
direktemang for eenen Groſchen Läberwurſcht?4

[ ][  ][ ]

Nummer 276.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Seite 7.

Koſfer ſand man eine reich in Gold geſtickte Beamten=
uniform
.
London, 21. Nov. Um den wiederauftauchenden
Gerüchten von der Fahrt eines Zeppelin= Luft=
ſchiffes
über den Befeſtigungen von Sheerneß ein Ende
zu bereiten, hat Graf Zeppelin am Mittwoch von
Friedrichshafen aus an die Daily Mail folgendes
Telegramm geſandt: Keines meiner Luftſchiffe hat
ſich derGigliſchen Küſte am Abend des 14. Oktober ge=
nähert
. Graf Zeppelin.
HB. Petersburg, 21. Nov. Geſtern hat hier ein in
der Petersburger Geſellſchaft bekannter Diplomat einen
tragiſchen Tod gefunden. Dem in dienſtlicher An=
gelegenheit
hier weilenden Sekretär der ruſſiſchen Bot=
ſchaft
in London, Fürſt Wjaſemski, der im Hotel
PEurope abgeſtiegen war, zerbrach während des Früh=
ſtücks
ſein künſtliches Gebiß. Der Fürſt ver=
ſchluckte
den größten Teil des Gebiſſes und ein Zahn ge=
riet
dabei in die Luftröhre. Trotz ſofortiger Hilfe war
Wjaſemski rettungslos verloren. Er ſtarb nach 24
Stunden fürchterlicher Qualen, die durch ſtarke Doſen
Morphium etwas gemildert wurden.

Briefkaſten.

A. M. hier. Liliput iſt ein erdichtetes, ein Märchen=
land
. Die kleinen Menſchen, die ſich Liliputaner nennen,
ſind meiſt von normalen Eltern geboren und ſind keines=
wegs
alle in einem Lande beheimatet.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die nördliche Depreſſion wandert oſtwärts, ſie liegt
heute mit ihrem Kern über der Oſtſee und Nordweſt=
rußland
. Ueber Weſteuropa lagert hoher Druck. Infolge=
deſſen
wehen bei uns weſtliche Winde; die Morgen=
temperaturen
liegen zwiſchen 2" und 7" in Deutſchland.
Niederſchläge fielen verbreitet, beſonders ſtark in Nord=
und Mitteldeutſchland (Lauterbach 19 mm). Ueber Island
iſt eine neue Zyklone erſchienen, die uns allmählich in
ihren Bereich ziehen wird.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 22. No=
vember
: Vorübergehend aufklarend, ſpäter wieder
Trübung, Regenfälle, kühl, Nordweſtwinde.

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Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Ableben unſeres lieben Kindes (*12897
Elisabeth
ſagen wir Allen herzinnigſten Dank.
Familie Boll.
Darmſtadt, den 21. November 1912.

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Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 22. November:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 23. November:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
5 Uhr 25 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der ieraelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 23. November:
Vorabend 4 Uhr 05 Min. Morgens 8 Uhr. Nach=
mittags
3 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 25 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 24. November, an:
Morgens 7 Uhr Nachmittags 4 Uhr.

Familiennachrichten.

Goll C!

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit zur Nachricht, daß unſer lieber Gatte,
Vater, Großvater, Bruder, Schwiegervater und

Die große Heil= und Nährkraft des altbewährten
Löflund’ſchen Malzextracts wird immer noch
nicht genügend gewürdigt. Dieſes Präparat wird aus
beſtem Gerſtenmalz auf ſtreng reeller Baſis ohne jeg=
liche
Beimiſchung wie Alkohol, Syrup hergeſtellt und
iſt nicht nur ein zuverläſſiges Hausmittel gegen Huſten,
Heiſerkeit, ſondern wird auch ärztlich vielfach verordnet
als Nähr= und Kräftigungsmittel bei Schwächezuſtänden,
Abmagerungen und Ueberanſtrengungen.

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Johannes Lepper
Großh. Gendarmeriewachtmeister i. P.
im Alter von 86 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Butzbach, Köln, Berlin, Darmſtadt, Fried=
berg
, Mainz, den 20. November 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 23. Nov.,
nachmittags 3½ Uhr, von der Friedhofskapelle
zu Friedberg aus, ſtatt.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7 Uhr: Die
ſchöne Helena.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Berghoff=Iſing um 8¼ Uhr
im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule ( Volksbild=
ungsverein
).
Vortrag von Pfarrer Rübel um 8 Uhr im Gemeinde=
haus
, Kahlertſtraße (Frauenverein der Johannes=
gemeinde
).
Vortrag von Kreisamtmann Dc. jur. v. Koebke um
8½ Uhr im Reſtaurant Sitte (Ortsgewerbeverein).
Generalverſammlung der Gemeinnützigen Gar=
tenſtadt
=Genoſſenſchaft um 8½ Uhr im Reſtaurant
Kaiſerſaal
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. Bürgerkeller um
8 Uhr
Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtr. 23): Von der
Hofjagd in Letzlingen; die Präſidentenwahl in den Ver=
einigten
Staaten; Montenegriner bei dem Laden eines
modernen Belagerungsgeſchützes; König Peter von Ser=
bien
in Uesküb.

Verſteigerungskalender.
Samstag, 23. November.

Hofreite=Verſteigerung des Jakob Grab (Nie
der=Ramſtädterſtraße 37) um 10 Uhr auf dem Orts=
gericht
I.

Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.
Großh. Porzellanſammlung im Prinz=Georgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Dienstags und
Freitags von 34 Uhr, Sonntags von 111 Uhr.
Eintritt 50 Pfg.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Kurſe vom 21. November 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
8f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,70
½ Deutſche Reichsanl. . 88,40
77,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,70
88,50
3½ do. Conſols
77,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,00
do.
½
do.
3
Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,50
86,80
do.
½
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,00
Heſſ. Staatsanleihe . . 99,30
4 do. do. (unk. 1918) 99,70
87,10
do.
3½
76,50
do.
Sächſiſche Rente.
78,50
Württemberger v. 1907 99,50
do. v. 1875 94,80
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,30
Griechen v. 1887 . . 54,20
-
Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente 88,10
4 do. Goldrente . . . 92,25
4 do. einheitl. Rente 84,60
4 Portug. unif. Serie I 62,10
§ do. unif. Ser. III 65,40
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
4 do. v. 1890
93,50
4 do. v. 1905
88,20
-
Ruſſen v. 1880 .
4 do. v. 1902 .
89,00
4½ do. v. 1905 .
100,20
3½ Schweden . .
85,25
Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 78,25
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,80
4 Ungar. Goldrente . . . 87,40
do. Staatsrente. . 85,30

InProt.
Zf.
.100,40
5 Argentinier
4
do.
85,60
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,75
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,30
do.
4½
93,10
4½ Japaner . . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 94,00
58,90
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,25
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
. .154,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,50
6½ Südd. Eiſenb.=Gef. . 125,25
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,30
6 Baltimore und Ohio . 105,30
6 Schantungbahn . . . . 127,90
6½ Luxemb. Prince Henri
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,50
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger
64,20
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . .
525,50
14 Chem. Fabrik Gries=
heim
. . . . . . . 248,50
30 Farbwerke Höchſt . . 634,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 346,00
10 Cement Heidelberg . . 153,00
30 Chem. Werke Albert 456,00
14 Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 330,50
5 Lahmener . . . . . . . 120,50

In Proz
Letzte
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 150,00
12 Siemens & Halske .224,50
5 Bergmann Electr. . . 117,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 159,40
25 Gummi Peter . . . . 99,90
0 Kunſtſeide Frankfurt 71,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 569,80
10 Maſchinenf. Badenia 175,00
16 Wittener Stahlröhren 196,00
8 Steana Romana Petr. 147,75
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,00
12½ Bab. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 202,10
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 95,20
3 Südd. Immobilien 58,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 175,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 216,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
.176,75
Bergb. . . .
10 Gelſenkirchener . . . . 196,00
9 Harpener
186,90
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,60
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
86,00
6 Laurahütte . . . . . . 165,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 216,00
7½ South Weſt Africa 131,30
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 125,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 121,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,50
4 Franz=Jofefs=Bahn
89,25
3 Prag=Duxer . . . .
74,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,40
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,90
3
do.
77,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,90
do.
4
76,90

In Proz.
Zf.
2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,30
3 Raab=Oedenburg
75,60
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,30
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 87,60
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,70
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
½½
do.
2¼/ Livorneſer . . . . . 69,60
3 Salonique=Monaſtir 62,50
4 Bagdadbahn .
81,60
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,60
73,00
4 Miſſouri=Pacific.
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Southern=Paciſic
94,10
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,10
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 185,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn.
.147,10
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 165,80
6½ Darmſtädter Bank . 119,30
12½ Deutſche Bank . . . 250,80
6 Deutſche Vereinsbank 122,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,80
10 Diskonto=Kommandit 184,40
8½ Dresdener Bank . . 153,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 209,50
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,70
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
. .132,70
5.86 Reichsbank
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,00
A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,00
7½ Wiener Bankverein . 128,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,90

Inden,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . .
98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
do.
87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,.20
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
.99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6-
87,80
S. 35
87,60
S. 911
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 87,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
3½
do.
87,20
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
97,40
3½ do.
4 Frankfurt.
99,00
do.
92,00
4 Gießen .
97,30
3½ do.
4 Heidelberg
97,40
do.
87,00
4 Karlsruhe
97,90
do.
88,30
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
97,70
do.
88,70
4 Mannheim
97,30
31
do.
4 München.
99,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,00
do.
87,20
4 Offenbach.

InPret.
Bt.
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden . . .3 . 100,20
94,60
3½ do.
97,30
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner 2. 1898 78,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 171,50
8½ Cöln=Mindner 109 134,00
3 Holl. Komm. . ſl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 71,20
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 138,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,50
8 Oldenburger . .
3½ Raab=Grazer ſl. 159 111,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . ſl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 204,00
Fs. 15
Freiburger
Fs. 45
Mailänder
ds.
F8. 10 33,50
Meininger
.fl. 7 34,20
Oeſterreicher v. 1864 ff. 100 524,50
do. p. 1858 ff. 100 439,00
Ungar. Staats . . fl. 100 376,50
Benediger . . . . Fs. 30
Tärkiſche . . . . Fb. 400 157,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigus
20,49
90 Franks=Stücke
16,25
merikaniſche Noten . . 4,20½
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,25
Holländiſche Noten. . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,45
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Nummer 276.

Allgemeine Körperschwäche
ist in unserem nervösen Zeitalter
leider ein weitverbreitetes Ubel. Wer
regelmäßig morgens und abends
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lose!) trinkt, kommt bald
Wieder zu Kräften.

Kongreſſe und Verbandstage.

Berlin, 20. Nov. Der Reichsdeutſche
Mittelſtandsverband, der eine große Anzahl von
Organiſationen des gewerblichen und kaufmänniſchen
Mittelſtandes umfaßt, und daher als deſſen berufene Ver=
tretung
zu gelten hat, trat hier unter zahlreicher Beteilig=
ung
von Delegierten aus ganz Deutſchland zu einer Sitz=
ung
zuſammen, in deren Mittelpunkt eine Erörterung über
das geplante Reichs=Petroleum=Monopol ſtand.
Der Vorſitzende Dr. Eberle=Noſſen hatte zu dieſer Frage
einen beſonderen Vorſchlag ausgearbeitet, der dem
Reichsſchatzamte bereits vorliegt. Er führte zu ſeiner Be=
gründung
u. a. aus: Das weſentliche ſei der Schutz des
Konſums und der Detailliſten. Das würde am ſicherſten
erreicht, wenn der organiſierte Detailhandel die Vertriebs=

geſellſchaft bilde oder doch die Namensaktien anſtelle des
Banken=Konſortiums übernehme. Denn ſo würden nur
zwei Hände verdienen: Reich und Detailliſten; andernfalls
drei Hände: Reich, Banken=Konſortium und Detailliſten.
Die 60 Millionen, die nach dem Entwurfe ausreichend
ſeien, würden die Detailliſten jedenfalls ganz aufbringen,
ſicher aber das Kapital der Namensaktien. Die kauf=
nänniſche
Leitung würden die Detailliſten ebenſo gut be=
ſorgen
wie die Banken. Eine Vertriebsgeſellſchaft der
Detailliſten ſei auch die einzig mögliche ſoziale Löſung der
Frage. Sie bedeute eine moraliſche und wirtſchaftliche
Stärkung des ſchwer ringenden Standes und ſie ſei auch
nötig, um kein ſchlechtes Beiſpiel für künftige Monopole
zu geben. Die anweſenden Vertreter der verſchiedenen
Organiſationen gaben ihrer Zuſtimmung zu dieſen Vor=
ſchlägen
Ausdruck. Die Verſammlung nahm ſchließlich
folgende Reſolution an: Der Geſamtausſchuß be=
ſchließt
, den Vorſtand des Reichsdeutſchen Mittelſtands=
verbandes
unter Zuziehung der Herren Kaufmann Otto
Linke (Vorſitzender der Zentralvereinigung für Handel und
Gewerbe), Stadtrat Hugo Seifert (Vorſitzender der Deut=
ſchen
Zentralvereinigung für Handel und Gewerbe), C. A.
Nkcolaus=Bremen (Vorſitzender des Verbandes der Ra=
battſparvereine
Deutſchlands) und Dr. Biller ( Geſchäfts=
führer
des Verbandes Deutſcher Kaufmänniſcher Genoſſen=
ſchaften
) zu beauftragen, im Sinne der Darlegungen ſeines
Vorſitzenden Dr. Eberle bei der Reichsregierung und dem
Reichstage vorſtellig zu werden.
Weiter wurde dem Ausſchuß eine Zuſammen
ſtellung der Forderungen vorgelegt, deren Ver=
wirklichung
in nächſter Zeit von der Geſamtheit des ſelbſt=
ſtändigen
Mittelſtandes mit aller Kraft angeſtrebt werden
ſoll. Dieſes Programm ſoll in den nächſten Tagen ver=
öffentlicht
werden. Im Anſchluß hieran hielt Direktor
Wölcke=Leipzig einen Vortrag über die große Not=

lage, in die das geſamte elektrotechniſche In=
ſtallationsgewerbe
durch die Monopolbeſtreb=
ungen
der großen Elektrizitätsfirmen geraten iſt. Die
Verſammlung ſtellte ſich auf den Standpunkt, daß kein
Mittel unverſucht gelaſſen werden ſolle, um das mittel=
ſtändige
Inſtallationsgewerbe vor dem Ruin durch die
Konzentrationsbeſtrebungen des Großkapitals zu ſchützen.
Damit war die Tagesordnung erledigt und die Verſamm=
lung
wurde von dem Vorſitzenden in der üblichen Weiſe
für geſchloſſen erklärt.

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Wirkung dieſer Chromoplaſtbilder iſt überraſchend, ja ent=
zückend
wenn ſie durch den beigegebenen Stereoskop=
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Nummer 276.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizelamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(24045

Bekanntmachung

über die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die
Geſindeordnung betreffend, vom 28. April 1877 in der Faſſung vom
3. Auguſt 1899 und des Ortsſtatuts für die Stadt Darmſtadt, vom
12. Februar 1900, gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge, für welche
nicht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbart oder aus
den Umſtänden zweifellos zu entnehmen iſt, als auf die Dauer
eines Kalendervierteljahres abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem
Ablauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er ſtill=
ſchweigend
auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut
anzuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt Dienſt=
botenvertrage
nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und
1. Oktober aufgekündigt werden können, und daß die Kündigung
ſpäteſteus vier Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt ſein
muß, es ſei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den
Parteien vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden Um=
ſtänden
zu entnehmen iſt.
Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten be=
meſſen
iſt, da der von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abſ. 4
des Art. 6 der Geſindeordnung mit den übrigen Beſtimmungen des
Art. 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis
am Anfaug oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahres ein=
gegangen
worden iſt, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres
eingegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum Ende des Kalender=
vierteljahres
und dann in der oben bezeichneten Weiſe von Viertel=
jahr
zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines
Vierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden Kalender=
vierteljahres
(Ortsſtatut vom 12. Februar 1900, Abſatz 2).
Darmſtadt, den 18. November 1912.
(23965ms
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut in Er=
innerung
. Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, den Fuhrwerks=
verkehr
ſtreng zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 16. November 1912.
(23923ms
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Polizeiverordnung,

betreffend den Verkehr von Fuhrwerken in der Hauzt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung betreffend, vom 13. Juni 1874, wird für den Bezirk
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt nach Anhörung der Stadt=
verordneten
=Verſammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 8. Februar 1304 zu Nr. 3480 in Er=
gänzung
der in dieſer Beziehung beſtehenden Beſtimmungen ver=
ordnet
, was folgt:
§ 1. Fuhrwerke müſſen innerhalb der Stadt im Schritt fahren
außer in den durch Geſetz oder Verordnung beſtimmten Fällen:
a) wenn ſie nicht auf Federn ruhen oder bei ſchneller Bewegung
ein übermäßig ſtarkes Geräuſch verurſachen würden
b) auf Strecken, für welche das Schrittfahren von Großherzog=
lichem
Polizeiamt Darmſtadt durch öffentlichen Anſchlag an
Ort und Stelle allgemein vorgeſchrieben oder im gegebenen
Falle durch einen zuſtändigen Polizeibeamten vorübergehend
angeordnetet iſt.
§ 2. Alle Fuhrwerke haben auf den Straßen der Stadt, ſoweit
nicht örtliche Hinderniſſe entgegenſtehen, ſtets die rechte Seite der
Fahrbahn einzuhalten.
Nach der gegenüberliegenden Seite darf nur, wenn dort ange=
halten
werden ſoll, und nicht früher als notwendig abgebogen werden.
Das Einbiegen aus einer Straße in die andere muß nach
rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen geſchehen.
§ 3. Die vorſtehenden Beſtimmungen beziehen ſich auf Fuhr=
werke
aller Art, insbeſondere auch auf Handkarren, Fahrräder und
Automobile.
Die Beſtimmung des § 1 Ziffer a findet jedoch auf Fahrräder
und Automobile keine Anwendung.
§ 4. Bei Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
kann von Großherzoglichem Polizeiamt die Beſtrafung der Schuldigen
auf Grund des § 366½ des R.=St.=G.=B. (mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark
oder mit Haft bis zu 14 Tagen) veranlaßt werden.
§ 5. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. März l. J. in Kraft.
Darmſtadt, den 20. Februar 1904.
Großherzogliches Polizeiamt.

Bekanntmachung.

Aus Anlaß der Feier des Geburtstages Seiner Königlichen
Hoheit des Großherzogs bleiben am
Montag, den 25. Ifd. Mts.,
die ſtädtiſchen Geſchäftszimmer und Kaſſen geſchloſſen.
(24038
Darmſtadt, den 22. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Bruchleidende
nehmen ihr Leiden oft zu leicht und tragen kein Bruchband, weil ihnen
der Federdruck zu läſtig iſt. Mein Bruchband ohne Feder Extra=
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anweſend in Darmstadt Dienstag, 26. November, 93 Uhr,
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Bruchb.-Spez. L. Bogisch Erben, Stuttgart, Schwabstr.

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Ramſtadt mit dem Inhaber glei=
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ſchäftszweig
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Darmſtadt, 5. November 1912.
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Nummer 276.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

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Eine ehrliche Frage, Papa. Warum biſt Du ſo
wenig nett zu Friedrich Karl?
Weil er mir von Tag zu Tag unſympathiſcher wird.
Und warum?
Schwer zu ſagen, Gunild. Er fällt mir auf die Ner=
ben
. Seine immer gleichbleibende Ruhe, ſein fortwähren=
des
Lächeln. Hatte mir den Mann meiner Tochter
anders vorgeſtellt.
Sie ſtanden vor dem Hauſe.
Nun, mein Kind, haſt Du mir nichts zu erwidern?
Sie ſchüttelte den Kopf und wurde rot.
Das bedaure ich! Dein Vater iſt dein beſter Freund!
Ich erwarte, wenn Dir das Herz voll iſt, findeſt Du doch
noch den Weg zu mir!
Plattangen wurde mit dem Grafen Kleukow handels=
einig
. Nachmittags fuhren ſie nach Karlshorſt hinaus.
Die Pferde blieben für die kommende Rennſaiſon unter
der Obhut ihres jetzigen Trainers. Abends wurde in
Berlin der notarielle Kontrakt unterſchrieben. Mitten in
der Nacht reiſte Mannchen vom Friedrichsbahnhof nach
der Heimat zurück.
Nun hatte er vorläufig alle Brücken nach Berlin ab=
gebrochen
.
Gunild Dittmark riegelte ſich in ihrem Zimmer ein
und ließ ſich des Vaters Worte durch den Kopf gehen.
Warum ſträubte er ſich eigentlich ſo gegen ihre Verbin=
dung
mit Friedrich Karl?

Sie war in der letzten Zeit ganz leidlich mit ihrem
Verlobten ausgekommen. Man mußte ſich nur an ſeine
ſarkaſtiſche Ader gewöhnen. Er war elegant, klug, welt=
gewandt
, verſtand ſich meiſterhaft in Poſition zu ſetzen;
wo ſie auch mit ihm eingeladen geweſen war, immer
hatte er ſchnell unter ſeinen Altersgenoſſen das Geſpräch
in der Hand gehabt, er warf es hin und her wie einen
Ball, fing es wieder auf und ſchleuderte unverſehens
einem fünften ein treffendes Wort zu. Leuten von
Rang gegenüber, zeigte er immer Reſpekt, ſie mußten ihm
freundlich entgegenkommen.
Nachdem die erſten Stürme ihrer Verlobungszeit
verrauſcht waren, lernte ſie bald klarer über ihn ſehen.
Ja, er war der geborene Diplomat. Wollte ſie ihm eine
Neuigkeit erzählen, ſo lachte er.
Aber mein Herzblatt, das weiß ich ja ſchon längſt!
Und dann erzählte er Näheres. Er ſchüttelte das
nur ſo aus dem Handgelenk, dabei ein Hieb hier, ein
Hieb dort wie oft hatte ſie nicht mitlachen müſſen!
Freundinnen nannten ihren Verlobten, um ihr zu
ſchmeicheln, den kleinen Bülow, und andere konnten nur
unſchwer ihren Neid verbergen. Auf welches Mädchen
von zwanzig Jahren machen Lob und Mißgunſt keinen
Eindruck?!
Und doch hatte ihr Herzſchlag geſtockt, als ſie ſo plötz=
lich
ſich Plattangen gegenüber geſehen. War es nur die
Ueberraſchung geweſen? Nein. Aber Mitleid! Aus
ſeinem verhärmten Geſicht hatte ſie ja leſen müſſen, wie
es um ihn ſtand. Das tat ihr doch herzlich weh.
Als ihr Verlobter kam, fiel ſie ihm ſtürmiſch um den
Hals. Friedrich Karl, können wir nicht ſchon früher hei=
raten
?

Der Menſchenkenner wußte ſofort, ihr Innerſtes
mußte durch irgend etwas aufgewühlt worden ſein. Aber
er ließ ſich nichts anmerken. Natürlich, Gunild. Urlaub
bekomme ich ſchon, weiß übrigens nicht, was ich im Aus=
wärtigen
Amt noch ſoll, Fenſtenburg, mein Nachfolger, hat
ſich ſo gut eingearbeitet, daß ich doch nur noch als fünf=
tes
Rad am Wagen im Reſſort mitſitze.
Dann ſondiere, ob man dich nicht eher freigibt.
Da hat Wullnow ſeine Braut in die Arme genom=
men
und ſie ſtürmiſch geküßt.
Plattangens Bild verwiſchte ſich in ihrem Herzen.
Spät abends ging der junge Diplomat aber noch
lange in ſeinem Zimmer nachdenklich auf und ab. Frau
v. Dittmark hatte nach Tiſch mit ihm über Plattangen
geſprochen, ſicherlich war aus dem Zuſammentreffen
Gunilds nervöſe Erregung hervorgegangen. Sollte ihm
dieſes kleine Mannchen doch am Ende gefährlich werden
können? Pah der ſaß in ſeiner maſuriſchen Ecke, wer
weiß, wann Gunild ihn wieder zu Geſicht bekam
jedenfalls nicht früher, als bis ſie Frau v. Wullnow ge=
worden
war. Und dann hatte es keine Gefahr mehr. Aber
ſeine Eigenliebe war doch gekränkt. Konnten überhaupt
ſeiner Braut Zweifel kommen, ob ſie auf dem rechten
Wege war? Natürlich ſteckte ſein Schwiegervater dahin=
ter
, der würde Gunild das Herz ſchwer gemacht haben.
Merkwürdig, wie wenig Fortſchritte er in der Gunſt
des alten Herrn machte! Woher ſtammte deſſen Antipa=
thie
? Galt er, Friedrich Karl von Wullnow, denn nicht
als Ritter ohne Furcht und Tadel? Sicherlich. Und trotz=
dem
, immer ſetzte ihm der Wirkliche Geheime Oberregie=
rungsrat
paſſiven Widerſtand entgegen, wenn er einen
neuen Sturmangriff auf das ſchwiegerväterliche Herz ver=

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Nummer 276.

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die Bande ganz feſt zu knüpfen. Selbſt wenn er zu
der Erkenntnis gekommen wäre und er war weit da=
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entfernt , daß ſeine Ehe nicht zum Guten ausſchla=
gen
würde, hätte er doch Gunild nicht freigegeben, denn
dann würde doch etwas an ihm hängen geblieben ſein,
leeres Gerede natürlich, aber ein Diplomat muß eben
vorſichtiger ſein als ein gewöhnlicher Sterblicher. Schließ=
lich
konnte ja aus der Ehe ein Nebeneinanderleben wer=
den
, wenn ſich ſpäter wirklich keine dauernde Harmonie
hertellen ſollte. Aber die ſchöne, junge temperamentvolle
Frau von Wullnow würde ſchwerlich verzichten wollen,
eine tonangebende Stellung in der großen Welt zu ſpie=
len
, und ſchon dieſer Faden würde ſie eng aneinander
knüpfen.
Alſo ſchnell heiraten und die Zukunft abwarten!
Er hatte ſchon größere Schwierigkeiten beſiegt als
Frauenlaunen.
Der Gedanke beruhigte ihn, zufrieden legte er ſich zu
Bett.
Wenige Tage ſpäter hatte er ſeinen Urlaub in der
Taſche.
Gunild, beſtimme den Hochzeitstag!
Da gab es aber einen kleinen Kampf mit dem Vater.
* Kind, Anfang März eher nicht!
Friedrich Karl hat Urlaub vom erſten Februar an.
Trotzdem! Gerade jetzt habe ich den Kopf voller
Sorgen. Im Reichstag muß ich einen Handelsvertrags=
entwurf
verteidigen, dem ſelbſt meine politiſchen Freunde
ſkeptiſch gegenüberſtehen.
Da legte ſich Frau von Dittmark ins Mittel. Willſt
Du Gunild die Freude einer ſchönen, langen Hochzeits=
freiſe
nach Italien rauben
Feſt ſah der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat
ſeine Tochter an. Alſo es liegt Dir ſehr viel an einer
ſchnellen um nicht zu ſagen überſtürzten Heirat?
Sehr verlegen war ſie geworden, die Mutter klopfte
mnergiſch mit dem Knöchel des Zeigefingers auf den Tiſch.


Freilich dann! Liebe Thereſe, beſtimme das wei=
tere
, meine Zeit iſt vollauf in Anſpruch genommen.
Im Palaſthotel wurde die Hochzeit gefeiert, faſt hun=
dert
Gäſte waren anweſend, unter dieſen die elegante,
noch ſehr jugendlich ausſehende Mutter des Bräutigams.
Auch die Tampiſchkehner Dittmarks wohnten dem
Feſte bei mit ſehr gemiſchten Gefühlen freilich, und
das ließen ſie ihrer Schwägerin deutlich merken.
Dieſen Tag verbrachte Sollenſtern bei ſeinem Neffen.
Mannchen, das hab ich auch durchmachen müſſen. Ich
kann mich alſo recht gut in Deine Empfindungen ver=
ſetzen
. Ich ſage Dir, trink nen Schluck, ſpuck aus und
ſchenk dirs Glas wieder voll!
Onkel, hör auf!
Das klingt brutal, ich weiß es wohl, aber ’s iſt kat=
ſächlich
der Weisheit letzter Schluß. Steh bei Morgen=
grauen
auf, arbeite bis zur ſinkenden Nacht und dann nen
ordentlichen Troppen da ſchläft man ungewiegt und
träumt nicht albernes Zeug, weil man tagüber an genug
andere Dinge zu denken hat. Und nach ein paar Jahren
iſt man über die ganze Geſchichte weg, man zuckt die Ach=
ſeln
und ſagt: Wer weiß, obs ſo nicht ganz gut war!
Da reckt Plattangen die Arme zur Seite. Wenns
nur endlich Frühling werden wollte!
Den kriegt dieſes Jahr unſere maſuriſche Ecke nicht
allzu früh zu ſehen.
Trotz manchem Glaſe oſtpreußiſchen Maiweins fand
in dieſer Nacht Mannchen keinen Schlaf. Sein Blut
hämmerte wild in den Schläfen, er meinte, es riefe ihm
höhniſch zu: Vor-beivor-bei-vorbei!
Als Sollenſtern erfährt, daß die Tampiſchkehner zu=
rück
ſind, läßt er anſpannen.
Nun, wie wars in Berlin?

Dummt bmamt ein dedengecd het nih die
Fahrt gekoſtet, und mit dem Vergnügen wars nicht weit
her!
Hat Euch denn dieſer Wullnow gefallen?
Lieber Chriſtoph, für einen ſolchen Leiſetreter haben
wir in unſerer maſuriſchen Ecke kein Verſtändnis!
Frau von Dittmark ſekundierte ihrem Manne. Mein
Schwager machte durchaus nicht den Eindruck eines glück=
lichen
Brautvaters; er hat den Kopf voller Sorgen, denn
der Handelsvertragsentwurf wird im Reichstage wahr=
ſcheinlich
nicht angenommen.
Sollenſtern zuckte die Achſeln. Warum ſetzte er ſich auch
nicht zur Ruhe? Ich dächte, er käme in die Jahre, wo man
mit Anſtand ſein Abſchiedsgeſuch ſchreiben kann.
Er wird’s auch tun, wenn ſich keine Mehrheit findet,
hat er mir geſagt.
Das läßt ſeine Frau nicht zu.
Ich glaube dieſes Mal ſpricht er ein Machtwort.
Da lachte Sollenſtern. Gnädige Frau, ſind Sie auch
dieſer Meinung?
Ich hege Zweifel.
Und ich ſage Ihnen: er bleibt! Seine Frau leidet’s
einfach nicht!
Da trat Agathe ins Zimmer.
Gut amüſiert in Berlin, Kleine?
Es ging, Onkelchen.
Ach ſo natürlich, ich vergaß, das Herzchen liegt ſo
ſchon vor Anker.
Herr von Sollenſtern, reden Sie doch dem Backfiſch
keine Dummheiten ein!
Bitte, Mama
Aber Onkelchen läßt ſie gar nicht ausreden. Agath
chen, ich lade im Herbſt den Roßdorff zu mir ein, und
dann wollen wir doch mal ſehen, ob ich nicht ine feinere
Naſe gehabt habe wie mein gutes, totes Hektorchen!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 276.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Nummer 276.

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§ 276.

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op. 30, Nr. 2, in C-moll. 2. J. V. Vietti: Violinkonzert in A-moll.
3. Fünf Tänze von Martini, Hummel, Weber und John Field,
Bearbeitungen von Willy Burmester (zum erstenmal). 4. Vier
Stücke für Klavier: a) Brahms: Capriccio ov. 76, Nr. 2, b) Liszt:
Soirée de Vienne, c) Berger: Humoreske in H-moll. 5. Wienawskl:
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Hamburg ist aus dem Lager der Firma Hoflieferant A. W. Zim-
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zu 3.50 Mk., Saal zu 2.50 Mk., Vorsaal zu 1.50 Mk., Numerierter
Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 2 Mk., Studentenkarten zu 1.50 Mk.,
Schülerkarten zu 1 Mk. sind in der Hofmusikalienhandlung von
Helnrich Arnold, Wilhelminenstrasse 9, und abends an der Kasse
zu haben.

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im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5)
Orisgenerbverein Harmstadf.
Unter Allerhöchstem Protektorate Seiner Königl. Hoheit des Grossherzogs.
Freitag, den 22. November 1912, abends 8½ Uhr, im
Zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt
Reſtaurant Sitte (gelber Saal)
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III. Winterversammlung.
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Vortrag des Hrn. Kreisamtmann Dr. jur. von Koebke,
Privatdozent an der Techniſchen Hochſchule, über:
von Herrn Geheimen Hofrat Professor
Die Reichsversicherungseranung
Unſere Mitglieder laden wir hierzu ergebenſt ein. Gäſte freund=
Willy Darmesterllichſt willkommen.
Der Vorstand.

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statt und ist der Zutritt frei.

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Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber.
Spielleitung: Emil Valdeck.
Perſonen:
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. Rich. Jürgas
Menelaus
. Olga Kallenſee
Helena
Agamemnon . . L. Schützendorf
Klythemngeſtra . Minna Müller=
Rudolph.
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Oreſtes
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Pylades .
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Calchas .
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Achilles
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Ajax I
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I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.6.
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Sperrſitz: 1.13. Reihe 3.60 M.,
14.20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.5. Reihe 2.25 M., 6.8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II. Ga=
lerie
0.55 M.
Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr.
Kartenverk. v. 9½1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 23. Nov. Außer Ab.
III. Sonder=Vorſtell. Minna
von Barnheim. Anf. 8 Uhr.
Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Sonntag, 24. Nov. Nachmittags
2½ Uhr: Des Meeres und
der Liebe Wellen. (Achte
Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen.) Vorverkauf bis einſchl.
Samstag, 23. Nov., nur im Ver=
kehrsbüro
(Ernſt=Ludwigsplatz).
Verkauf der noch vorhandenen
Karten an der Tageskaſſe im Hof=
theater
am Tage der Vorſtellung,
vormittags von 11 Uhr ab.
Abends 7 Uhr: 65. Ab.=Vſt. D 18.
Der Evangelimann. ( Un=
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perſönl. Leitung des Dichter=
Komponiſten.) Gewöhnl. Preiſe.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. November 1912.

Sport.

* Fußball. Berlin ſchlägt Hamburg 211.
Der Fußball=Städtekampf Hamburg=Berlin gelangte am
Bußtag in der Hanſaſtadt zum Austrag und ſah die Ber=
liner
Mannſchaft mit 211 erfolgreich. Trotzdem das Spiel
unter dem üblichen Hamburger Regenwetter zu leiden
hatte, wohnten etwa 4000 Zuſchauer dem aufregenden
Kampf bei. Durch den völlig aufgeweichten Boden wur=
den
die Leiſtungen der Spieler weſentlich beeinträchtigt.
Die erſte Hälfte verlief völlig offen. Beide Verteidigun=
gen
zeigten glänzendes Zuſammenarbeiten. Erſt 9 Mi=
nuten
vor der Pauſe ſchoß Wieſener für Berlin das erſte
Tor, das jedoch gleich darauf durch einen verwandelten
Elfmeterball Jägers wieder ausgeglichen wurde, ſo daß
die Seiten mit dem Stande 111 gewechſelt wurden. Nach
der Pauſe geſtaltete ſich der Kampf noch hartnäckiger. Bei
einem plötzlichen Vorſtoß der Hamburger Stürmer ver=
wirkte
die Berliner Verteidigung einen Elfmeterball. Den
von Jäger getretenen Strafſtoß hielt der Berliner Tor=
wächter
ſicher. Nach hin= und herwechſelndem Kampf
ſchoß endlich Wieſener das zweite Tor, nachdem der
Hamburger Torwächter einen Schuß ſchwach abgewehrt
hatte.
sr. Die Berliner Hockeyſpiele um die Verbands=
meiſterſchaft
brachten am Bußtag nur die Begegnung des
Berliner Ballſpiel=Klubs mit der Berliner Hockey=Union.
Nach völlig ausgeglichenem Spiel ſiegte der Berliner
B.=K. mit 411, nachdem die Seiten mit 211 gewechſelt
worden waren. Das zweite Treffen, Berliner Sport=
Klub gegen Komet, gewann der Berliner Sport=Klub
kampflos, da Komet nur unvollſtändig antrat. Im
Geſellſchaftsſpiele beſiegte der S. C. Charlottenburg mit
10.2 (5:0) Britannia. Die Akademiſche Mannſchaft des
Berliner Hockey=Klubs gewann gegen Preußen nach ſehr
intereſſantem Kampfe 322 (131).

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 19. Nov. ( Fruchtmarkt=
bericht
.) Am Wochenmarkt war reichliches Angebot
vorhanden. Da indes nur wenig Kaufluſt vorhanden
war, ſo wurden die Verkäufer im Preiſe williger, doch
vermochte dies nicht, den Verkehr zu verſtärken und die
kleinen Umſätze vollzogen ſich zu weiter nachlaſſenden
Preiſen. Mehl und Futterartikel blieben ſtetig.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt niedri=
ger
bei weichenden Preiſen. Die Berliner Pro=

duktenbörſe zeigte reges Geſchäft und war zu Beginn
ſchwächer geſtimmt auf ſtarke ausländiſche, insbeſondere
argentiniſche Offerten, ſowie auf das beſſere Wetter.
Später erfolgte kleine Befeſtigung, begründet durch un=
günſtigere
politiſche Nachrichten.
Nach den letzten Kabelmeldungen von den amerika=
niſchen
Getreidemärkten (New=York und Chi=
cago
) war Weizen auf den hauſſelautenden Kabelbericht
von Liverpool anfangs feſt disponiert, dann erfolgte Ab=
ſchwächung
auf den baiſſelautenden Wochenausweis der
Weltverſchiffungen, ſowie große Zufuhren aus dem Nord=
weſten
der Vereinigten Staaten. Der Schluß iſt wieder
beſſer, als ungünſtige Verhältniſſe beim Einernten in
Argentinien, ſowie umfangreiche Verſchiffungen von den
Seeplätzen bekannt wurden. Mais folgte den Schwankun=
gen
und der Tendenz des Weizenmarktes, wobei das
günſtige Wetter unbeachtet blieb. Die ſichtbaren Weizen=
vorräte
ſind dort in dieſer Woche von 47.96 Millionen
Buſhels auf 55.07 Mill. Bſh. geſtiegen, während die Mais=
vorräte
von 2.22 Mill. Buſh. auf 1.86 Mill. Buſh. zurück=
gingen
. In Kanada erhöhten ſich die Weizenvorräte in
dieſer Woche von 16.37 Mill. Buſh. auf 16.89 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer 20.9021, Nord=
deutſcher
2121.10, Kurheſſiſcher 2121.25, Ruſſiſcher
23.2525.50, Laplata 23.5024, Rumäniſcher 2424.50,
Kanſas 23.5024, Manitoba 2222.75, Redwinter 23.50
bis 24, Walla=Walla 22.5023.25; Roggen, hieſiger
18.4018.50, Bayeriſcher (Pfälzer) 18.5018.60, Ruſſiſcher
1919.50, Rumäniſcher 1919.25, Amerikaniſcher ;
Gerſte, Pfälzer 21.5022, hieſige und Wetterauer 20.75
bis 21.25, Riedgerſte 21.2521.75, Fränkiſche 21.2521.75,
Ungariſche : Hafer, hieſiger 18.7521, Bayeriſcher
1921, Ruſſiſcher 2022, Rumäniſcher 2022, Amerika=
niſcher
19.5020; Mais mixed 15.2515.50, Ruſſiſcher
15.2515.75, Donaumais 15.3015.50, Rumäniſcher 15.30
bis 15.60, Laplata 15.2015.40, Weißer Mais 15.2515.50,
Weizenſchalen 10.5010.75, Weizenkleie 10.5010.75, Rog=
genkleie
10.7511, Futtermehl 1416, Biertreber getrock=
net
13.2514, Futtergerſte 16.7517.50; Weizenmehl
hieſiges (Baſis ab Mannheim) Nr. 0 31.7532, feinere
Marken 32.2532.50, Nr. 1 30.5030.75, feinere Marken
3131.25, Nr. 2 2929.25, feinere Marken 29.5029.75,
Nr. 3 27.5027.75, feinere Marken 2828.25, Nr. 4 24 bis
24.50, feinere Marken 24.7525; Roggenmehl hieſiges
Nr. 0 2727.25, Nr. 1 24.7525, Nr. 2 2222.25.

Literariſches.

Im Freien. Zwanzig Originalzeichnungen von
Oskar Pletſch. Mit einem Eingangsgedicht von
Julius Lohmeyer. Neue 3. Auflage. Preis gebd.
2.50 Mark. Das Buch iſt in größerem Format, ſo wie die
anderen Pletſchſchen Bilderbücher, und zwar: die Holz=
ſchnitte
in farbigem Druck mit Unterlage einer Tonplatte
gedruckt, wodurch dieſes hervorragende Bilderbuch, ohne
ſeine Eigenart einzubüßen, dem Kindergeſchmack mehr
nahe gebracht wird und dadurch noch größere Beliebtheit
erreichen dürfte. Bei dieſer Gelegenheit hat ſich der Ver=
lag
entſchloſſen, die Preiſe für die anderen Bilderbücher
von Oskar Pletſch einheitlich mit 2.50 Mark feſtzuſetzen,
was die große Gemeinde der Pletſch=Liebhaber mit Freu=
den
begrüßen wird. Verlag von Hegel u. Schade, Leipzig.
Im Verlag von Stephan Geibel in Altenburg
erſchienen: Alltagsfragen in Ewigkeits=
licht
von D. Otto Funcke. Ein letzter Gruß an ſeine
Leſer aus ſeinem literariſchen Nachlaß, herausgegeben von

ſeinem Sohn, Paſtor G. Funcke. Broſch. 4 Mk., geb. 5 Mk.,
mit Goldſchnitt geb. 5,40 Mk. Die kleinen Erlebniſſe,
von denen Otto Funcke in der Ewigkeitsbeleuchtung zu
uns ſpricht, ſind köſtliche Saatkörner, die 100fältige Frucht
tragen. Wie weiß er ſo recht menſchlich zu uns zu reden.
Ohne jedes frömmelnde Beiwerk führt er uns mit ſicherer,
gütiger und doch feſter Hand hinein in das volle Menſchen=
leben
. Es iſt ein köſtliches Buch voll ernſter, ruhiger Ab=
geklärtheit
, voll tiefen Herzensfriedens. Helden.
Eine Sammlung geſchichtlicher Erzählungen von Walter
Heichen. Heft 1115. Preis für das Heft 20 Pfg., ſämt=
liche
fünf Hefte in einem Bande gebunden 1.80 Mk. Dem
Streben der jetzigen Zeit folgend, ſich beſonders eingehend
mit den Ereigniſſen der Franzoſenzeit vor 100 Jahren zu
beſchäftigen, hat ſich der Herausgeber der bereits in Schu=
len
und Volks=Bibliotheken heimiſch gewordenen Samm=
lung
Helden Heichen, der dankenswerten Aufgabe unter=
zogen
, die Geſchehniſſe der napoleoniſchen Herrſchaft uns
in billigen, mit Illuſtrationen geſchmückten Bändchen in
klarer, unterhaltender Schilderung zur Darſtellung zu
bringen. Nicht leicht wieder wird dem deutſchen Volke
und der deutſchen Jugend in kurzen, plaſtiſchen Bildern
eine ſo umfaſſende Darſtellung jener großen Zeit gegeben
werden, als es in jenen billigen, künſtleriſch ausgeſtatteten
Bändchen geſchieht, die auch in einem eleganten Ganzlein=
band
vereinigt ein willkommenes Geſchenk für jeden Deut=
ſchen
bilden.
Im Verlag von Stephan Geibel in Altenburg er=
ſchienen
: 1812. Von Moskau bis zur Bereſina.
Eine Erzählung von Kurt Delbrück. Preis eleg. gebd.
2.25 Mark. Der furchtbare Rückzug Napoleons bildet den
Hintergrund für die ganz vortrefflich geſchriebene Erzähl=
ung
Kurt Delbrücks. Jedes deutſche Haus wird Freude
an dem Buche haben, jeder Deutſche wird dankbar die
Hände empor heben, daß dem traurigen Jahre 1812, das
uns noch ſo tief im Staube ſah, das Jahr der Befreiung
folgte, daß wir das Joch abſchütteln konnten, das Fremd=
herrſchaft
auf unſere Schultern zwang. Das vorliegende
Buch bildet eine wertvolle Bereicherung der Schriften über
jene Zeit, die uns aus den Tagen der tiefſten Schmach
endlich zur Freiheit und zum Siege führte. Vom
Fremdenlegionär zum preußiſchen Unter=
offizier
von Peter Adtorf. Preis eleg. gebd. 1.80
Mark. Ein beſonders nützliches und unterhaltendes Feſt=
geſchenk
für die Jugend. Das Buch hat vor allem einen
ungemein erzieheriſchen Wert. Wer es lieſt, der wird er=
kennen
, daß die Abenteuerſucht ein frühes Grab heißt,
der wird erkennen, daß es kein größeres Glück für den
deutſchen Soldaten gibt, als treu ſeinem Kaiſer in dem
Deutſchen Reich zu dienen. Das lehrreiche und ſpannende
Buch wird gewiß, in die Hände unſerer Jugend gelegt,
ſegensreiche Früchte tragen. Deutſche Bürger=
bibliothek
. Band V G. A. Edmann: Auf allen
Meeren. Mit zahlreichen Abbildungen. Preis karton.
1 Mark 50 Pfg., gebunden 2 Mark, Bibl.=Band
1 Mark 85 Pfg. Zahllos ſind die Bücher, die in volks=
tümlicher
Weiſe über unſere Kriegsflotte berichten, ſpär=
lich
dagegen ſolche über unſere Handelsſchiffahrt. Dieſem
Mangel will dies Buch abhelfen. In erſchöpfender Weiſe
gibt uns der mit ſeiner Materie wohl vertraute Schrift=
ſteller
in einem 208 Seiten ſtarken Bande eine feſſelnde,
überſichtliche Darſtellung der Entwicklung der deutſchen
Handelsſchiffahrt von ihren erſten Anfängen an bis zur
heutigen Welt und Meere beherrſchenden Stellung. Das
Buch lieſt ſich wie ein ſpannender Roman, wie eine
Hymne auf deutſche Arbeit und Tatkraft.

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