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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Sammlungen für die
Nationalflug=
ſpende ergaben im Großherzogtum Heſſen
41520 Mark, in Hamburg 255 568 Mark.
*
Der Großherzog von Mecklenburg=
Schwerin weigerte ſich in einem Regierungsreſkript,
dem Wunſche der Ritterſchaft um Herausgabe einer
neuen Verfaſſungs=Vorlage zu entſprechen
und verlangt eine eingehende Prüfung der Vorlage.
Das Luftſchiff Hanſa iſt geſtern vormittag von
Gotha in Berlin eingetroffen.
*
Im ſpaniſchen Senat erklärte Romanones,
er mache das parlamentariſche Programm Canalejas?
zu dem ſeinigen.
Bulgarien verſtändigte die Pforte, daß es
Bevoll=
mächtigte zur Beratung über die Bedingungen des
Waffenſtillſtandes und des
Friedens=
ſchluſſes deſigniert habe.
„Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
Zum Beſuche des Erzherzogs Franz Ferdinand
am deutſchen Kaiſerhof.
*⁎* Der bevorſtehenden Anweſenheit des
öſterreichiſchen Thronfolgers in Berlin
mißt man in weiten Kreiſen eine größere politiſche
Be=
deutung bei, die mit den Ereigniſſen auf der
Balkanhalb=
inſel im Zuſammenhang ſtehen ſoll. Selbſt wenn das
der Fall wäre, ſo würde es unſerer Anſicht nach verfehlt
ſein, etwa beſondere Abmachungen gelegentlich dieſer
Entrevue zu erwarten, Beſchlüſſe für eine vielleicht
not=
wendig werdende Unterſtützung der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Intereſſen an der Adria uſw. Hierin iſt die
Bedeu=
tung des Beſuchs wohl weniger zu erblicken als darin,
daß in einem Augenblick, wo der europäiſche Horizont
ſtark bewölkt iſt und die Doppelmonarchie mit im
Vor=
dergrunde der Intereſſengegenſätze ſteht, das
Freund=
ſchafts= und Bündnisverhältnis zwiſchen Deutſchland und
Oeſterreich=Ungarn vor aller Welt aufs neue
dokumen=
tiert wird. Erzherzog Franz Ferdinand iſt nicht etwa
ein beliebiger Prinz des habsburgiſchen Hauſes, er iſt
der Thronerbe und menſchlichem Ermeſſen nach in nicht
allzu ferner Zeit berufen, die Geſchicke des Nachbarreichs
zu leiten, Seit einigen Jahren wird er von Kaiſer Franz
Joſef bei wichtigen Entſchlüſſen auf dem Gebiete der
in=
nern und äußern Politik zu Rate gezogen, und auch bei
den neulichen Beratungen in Peſt war er anweſend, und
ſein Wort dürfte nicht ungehört verhallt ſein. Man will
bekanntlich wiſſen, daß er für eine energiſchere, wenn auch
friedliche Politik des Kaiſerreichs eintritt und mit der
Nachgiebigkeit in internationalen Dingen nicht immer
einverſtanden iſt.
Erzherzog Franz Ferdinand wird bei ſeinem
Beſuche in Berlin natürlich ſowohl mit dem Kaiſer wie
mit dem Leiter unſerer auswärtigen Politik, die
inter=
nationale Lage beſprechen und zu dieſem Zwecke auch
den Reichskanzler empfangen. Den Thronfolger des
Nachbarreiches verbindet ſeit Jahren eine ſtetig wärmer
gewordene Freundſchaft mit unſerm Kaiſer, deſſen
leb=
haftes Intereſſe für die Marine er teilt. Im September
1903 war er à la suite der deutſchen Marine geſtellt
wor=
den, deren Manövern er im vorigen Jahre in der
Oſt=
ſee beiwohnte. Man wird ſich noch der Huldigung
er=
innern, welche der Erzherzog im Frühjahr 1911 Kaiſer
Wilhelm auf deſſen Fahrt nach Korfu darbrachte, indem er
ihn an der Spitze eines öſterreichiſchen Geſchwaders auf
hoher See begrüßte. Das letzte Zuſammentreffen
zwi=
ſchen ihnen fand in dieſem Frühjahr ſtatt, als Kaiſer
Wilhelm auf der Korfufahrt die Erzherzogliche Familie
in Brioni aufſuchte. An der Jagd im Saupark Springe,
welcher der Erzherzog in den nächſten Tagen beiwohnt,
hat er auch ſchon vor zwei Jahren teilgenommen; er iſt
ein großer Jäger vor dem Herrn und liegt in ſeinen
ausgedehnten Forſten gern dem edlen Waidwerk ob.
Einer herzlichen Aufnahme am deutſchen Kaiſerhofe darf
er gewiß ſein.
Die Beſtrafung der Spionage.
* Die Verurteilung des ruſſiſchen Hauptmanns
Koſtewitſch zu zwei Jahren Feſtungshaft durch die
Strafkammer des Landgerichts I in Berlin nötigt faſt zu
einem Vergleich mit den Urteilen ausländiſcher
Gerichte in ähnlichen Fällen. So haben wir erſt vor
kurzer Zeit erfahren, daß ein preußiſcher Offizier in
Warſchau, der ſich in Rußland aufhielt, um Sprache,
Land und Leute zu ſtudieren, wegen einiger
Erkundigun=
gen und photographiſcher Aufnahmen zu der entehrenden
Strafe von fünf Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit
verurteilt worden iſt. Dieſes drakoniſche Urteil ſtellt
einen um ſo auffallenderen Gegenſatz zu dem milden
Spruch des Berliner Gerichts dar, als kaum ein Zweifel
darüber beſtehen kann, daß die dem deutſchen Offizier
zur Laſt gelegten Straftaten in ihrem Endziel viel
un=
bedeutender ſind als die von Koſtewitſch in Deutſchland
begangenen Handlungen. Dieſer Unterſchied in der
Be=
handlung ähnlich liegender Fälle wird aber ſofort klar,
wenn man bedenkt, daß das ruſſiſche Strafgeſetz jede die
Staatsſicherheit möglicherweiſe bedrohende Handlung,
gleichgültig, von wem ſie begangen iſt, mit Zuchthaus und
Zwangsarbeit bedroht, und daß der ruſſiſche Strafrichter
ſich im Staatsintereſſe kaum bereit finden wird, auch da,
wo leichte Verſtöße gegen die öffentliche Ordnung
vor=
liegen, die mit einer milderen Strafe geahndet werden
könnten, die mildere Strafe anzuwenden, insbeſondere
wenn es ſich um einen Ausländer, zumal um einen
ausländiſchen Offizier, handelt. Umgekehrt bieten die
deutſchen Strafgeſetze nür geringen Schutz bei
Handlungen, die ſich gegen die Staatsſicherheit richten;
andererſeits entſchließt ſich der deutſche Strafrichter
ſchwer, auf eine entehrende Strafe zu erkennen, wenn ihn
das Geſetz nicht ausdrücklich dazu verpflichtet. Man wird
daher nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß das
Landgericht in ſeinem Urteil gegen Koſtewitſch, anſtatt
auf eine Freiheitsſtrafe mit Ehrverluſt und Polizeiaufſicht
zu erkennen, den ruſſiſchen Offizier nur mit
Feſtungs=
haft beſtraft hat, weil ſeine Bewegungsfreiheit durch
das geſetzliche Strafmaß einigermaßen gebunden war,
und weil es wohl davor zurückſcheute, einen Offizier, der
im Intereſſe ſeines eigenen Landes eine Straftat in
Deutſchland begangen hat, als ehrlos hinzuſtellen.
Deutſches Reich.
Dementi. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt: Die
Leipziger Neueſten Nachrichten laſſen ſich unter der
Ueber=
ſchrift: „Eine welfiſche Abſage an Kaiſer Wilhelm” aus
Gmunden ſchreiben, der Kaiſer habe den Prinzen Ernſt
Auguſt von Cumberland zur Hofjagd in Letzlingen
einge=
laden. Der Prinz habe mit der Begründung daß er
dienſtlich verhindert ſei, ſeine Teilnahme an der Hofjagd
abgelehnt. Die Leipziger Neueſten Nachrichten bezeichnen
dies in ihrer Zuſchrift aus Gmunden als einen „neuen
Affront, der dem deutſchen Kaiſer, natürlich auf ſeine
Veranlaſſung, angetan wird.” Wir ſtellen feſt, daß die
ganze Geſchichte dreiſt erfunden iſt. Der Kaiſer ſandte
an den Prinzen keine Einladung und der Prinz hat keine
Abſage erteilt. Damit fällt auch das Gerede von einem
„neuen Affront”.
Die Fleiſchteuerungskommiſſion.
Die am 22. ds. Mts. im Reichsamt des Innern zur
Unter=
ſuchung der Zuſtände im Vieh= und Fleiſchhandel
zuſam=
mentretende Kommiſſion zählt 30 Mitglieder, von denen
die Hälfte berufen iſt auf Vorſchlag des Deutſchen
Land=
wirtſchaftsrats, des Reichsverbandes der deutſchen
land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaften, des Deutſchen
Städte=
tags, des Deutſchen Fleiſcherverbandes und des Bundes
der Viehhändler. Die Kommiſſion wird ſich ausſchließlich
mit den Faktoren beſchäftigen, die für die Preisbildung
des Fleiſches vom Verkauf im Stalle bis zur Abgabe im
Fleiſcherladen maßgebend ſind.
— Keine Novelle zur
Fahrkarten=
ſteuer. Bekanntlich hat der Eiſenbahnminiſter von
Breitenbach angekündigt, daß eine Abänderung der
be=
ſtehenden Fahrkartenſteuer in der Weiſe beabſichtigt ſei,
daß die Steuer, die auf der erſten Klaſſe ruht, herabgeſetzt
werden ſollte. Die vierte Wagenklaſſe ſollte nach wie
vor von der Steuer frei bleiben, während
dementſpre=
chend eine etwas ſtärkere Belaſtung der zweiten und
drit=
ten Wagenklaſſe vorzunehmen wäre. Wie jetzt mitgeteilt
wird, iſt der Gedanke, eine Geſetzesnovelle zur
Fahr=
kartenſteuer einzubringen, fallen gelaſſen worden. Es
hat ſich auch mit der Zeit herausgeſtellt, daß das
Publi=
kum ſich an die Steuer gewöhnt hat und eine anfangs
feſtgeſtellte Abwanderung aus der erſten in die zweite
Klaſſe insbeſondere jetzt nachgelaſſen hat. Ferner würde
auch eine Abänderung der Steuerbeträge für die
ein=
zelnen Wagenklaſſen in der angegebenen Art kaum
Aus=
ſicht auf Annahme im Reichsparlament haben. Da
an=
dererſeits auf die Fahrkartenſteuer mit ihren Erträgen
mit Rückſicht auf die Reichsfinanzen nicht verzichtet
wer=
den kann und Abänderungen anderer Art nicht in Frage
kommen, ſo ruht die Angelegenheit und dürfte zunächſt
als erledigt gelten.
— Der Reichsverband Deutſcher Städte
gegen die Monopolbeſtrebungen in der
Elektroinduſtrie. Der Vorſtand des Reichsverbandes
Deutſcher Städte hat ſich in einer Eingabe an das
preu=
ßiſche Abgeordnetenhaus gegen den Vertrag
ausge=
ſprochen, den die preußiſche Regierung mit den beiden
großen Elektrizitätskonzernen wegen der Energielieferung
für die zu elektriſierenden Berliner Stadt=, Ring= und
Vorortbahnen abzuſchließen beabſichtigt.
„Der Vorſtand iſt davon überzeugt”, — ſo heißt es in
der Eingabe, „daß, wenn der Staat im vorliegenden Falle
ohne ganz ſchwerwiegende Gründe, etwa nur aus rein
finanziellen Rückſichten, privaten Großfirmen in einem
langfriſtigen Vertrage außerordentlich wichtige
Monopol=
rechte überläßt —, daß es dann den
Selbſtverwaltungs=
körpern mehr und mehr unmöglich werden wird, bei
Ver=
handlungen über Ueberlandzentralen ihre Intereſſen
gegenüber den Großfirmen ſo durchzuſetzen, wie die
Staatsbehörden es immer wieder anregen, denn dieſe
Großfirmen werden es mit den ihnen zu Gebote
ſtehen=
den Mitteln verſtehen, die Bedeutung eines ſolchen
Ver=
trages des Staäts mit ihnen bei allen jenen
Verhandlun=
gen vor Augen zu führen und damit vor allem
bei der erfahrungsgemäß wenig über die geſamte
Sachlage unterrichteten Bevölkerung der kleinen
Städte und des Bundesgebiets einen nachhaltigen
Ein=
druck zu wecken.‟ Der Vorſtand bittet daher das
Abge=
ordnetenhaus, dafür einzutreten, daß die elektriſche Kraft
für die geplante Elektriſterung von Statsbahnen vom
Staate ſelbſt hergeſtellt werde.
— Landtagswahlen in Württemberg.
Die in Stuttgart=Stadt nach dem
Proportionalwahlver=
fahren vorgenommenen 6 Wahlen zum Landtag ergaben
wie früher die Wahl von 3 Sozialdemokraten, 1 Mitglied
der nationalliberalen Partei, 1 Mitglied der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei und 1 Mitglied der konſervativen
Partei. Von den bisher insgeſamt entſchiedenen 51
Man=
daten entfallen auf das Zentrum 19, auf den Bund der
Landwirte und die Konſervativen 11, auf die
Sozial=
demokratie 10, auf die Fortſchrittliche Volkspartei 7 und
auf die nationalliberale Partei 4. Die Nachwahlen
fin=
den Freitag, 29. November, ſtatt. Die Wahl der 17
Proporzabgeordneten in den beiden Landeswahlkreiſen iſt
auf den 18. Dezember feſtgeſetzt.
— Die mecklenburgiſche
Verfaſſungs=
frage. Den Landtagskommiſſaren Grafen Baſſewitz=
Levetzow und Staatsrat Dr. Langfeld iſt ein
Regierungs=
reſkript zugegangen, in dem der Großherzog von
Meck=
lenburg=Schwerin auf die gefallene Verfaſſungsvorlage
hinweiſt und ausführt, daß dieſe Art der geſchäftlichen
Verhandlung mit dem Ernſt der Lage und der Bedeutung
der Sache für das ganze Land nicht vereinbar ſei. Der
Großherzog lehnt es ab, eine Antwort der Stände auf
Grund des Beſchluſſes der Ritterſchaft entgegenzunehmen.
Es ſei nicht ſein Wille, dem in dem Beſchluß zum
Aus=
druck gebrachten Wunſche der Ritterſchaft um Herausgabe
einer neuen Vorlage zu entſprechen, da ſich die
Verfaſi=
ſungsreform als undurchführbar erwieſen habe. Der
Groß=
herzog erwartet, daß die beiden Stände in gemeinſamer
Arbeit die erforderliche Einigung herbeizuführen ſuchen.
Er halte die Vorlage aufrecht und verlange eine
ein=
gehende Prüfung derſelben. Er appelliert nochmals an
die Stände, ihm ihre Hilfe zur notwendigen
Durchfüh=
rung des Verfaſſungswerkes nicht zu verſagen. — Dieſes
Reſkript wurde von den Landtagskommiſſaren den
Stän=
den unterbreitet.
Lnsland.
Frankreich.
Urſprungsbezeichnung für fremde
Wa=
ren. Infolge der von verſchiedenen chauviniſtiſchen
Blättern gegen die deutſchen Waren angezettelten
Trei=
bereien veranſtaltete der Verband der franzöſiſchen
In=
duſtriellen und Kaufleute eine Umfrage:
1. Ob den fremden Waren eine
Urſprungsbezeich=
nung aufzuerlegen wäre. 2. Ob der Gebrauch, den
einhei=
miſchen Urſprung der franzöſiſchen Erzeugniſſe zu kenn=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20, November 1912.
Nummer 274.
zeichnen, verallgemeinert werden ſoll. 2. Ob eine
beſon=
dere Propaganda für die franzöſiſchen Waren ausfindig
gemacht werden ſoll. 4. In welcher Weiſe die
einheimi=
ſchen Erzeugniſſe bei öffentlichen Submiſſionen geſchützt
werden ſollen.
Auf Grund der eingelaufenen Antworten faßte der
Vorſtand nach einer längeren Erörterung eine Reſolution,
in der es heißt, es ſei nicht nötig, grundſätzlich für alle
nach Frankreich eingeführten ausländiſchen Waren eine
Urſprungsbezeichnung zu verlangen. Es werde dies im
Gegenteil gefährlich, da jede Verringerung der Einfuhr
von den beteiligten Ländern als das Ergebnis einer
Boykottage betrachtet werden und zu
Vergeltungsmaß=
regeln Anlaß geben könnte. Für einzelne Waren könne
man jedoch, wie dies bereits in verſchiedenen Fällen
not=
wendig erſcheine, eine ſolche Maßnahme ins Auge faſſen,
aber erſt nach reiflicher Prüfung, damit durch dieſe
Maß=
nahme nicht gerade dieſe Waren geſchädigt würden, die
man ſchützen wollte. Der Nutzen der
Urſprungsbezeich=
nung der heimiſchen Waren könne lediglich von den
be=
treffenden Fachverbänden beurteilt werden. Die heimiſche
Induſtrie könne vielleicht durch eine der engliſchen Old
Britiſh Stopping Weck ähnliche Einrichtung gefördert
werden. Schließlich ſollen die öffentlichen Behörden
er=
ſucht werden, bei den Submiſſionen in der weitgehendſten
Weiſe die Intereſſen der nationalen Induſtrie zu ſchützen.
England.
Das beruhigte Unterhaus. Als das
Unter=
haus am Montag wieder zuſammentrat, war von der
erregten Stimmung, die die Verhandlungen vom
Don=
nerstag charakteriſierte, nichts mehr zu ſpüren. Asquith
erklärte, die Regierung habe dem Appell des Sprechers
am 14. November entſprochen, ſie glaube zwar immer
noch, daß ihr urſprünglicher Vorſchlag der einfachſte und
direkteſte Weg war, die Angelegenheit zu erledigen. Wenn
die Regierung jetzt ein anderes Verfahren vorſchlage, ſo
tue ſie dies einerſeits aus Widerwillen gegen die
Wieder=
kehr von Unruhen, andererſeits, weil ſie fühle, daß ſie
den Appell des Sprechers nicht unbeachtet laſſen könne.
Die Regierung hat deshalb vorgeſchlagen, die
Finanz=
reſolution, die durch den Antrag Banbury abgeändert iſt,
zu annullieren und eine neue Finanzreſolution
einzu=
bringen. Der urſprüngliche Vorſchlag der Regierung
würde die Annahme des Amendements Banbury
rück=
gängig machen und wurde deshalb zurückgezogen. — Die
Finanzreſolution wurde ohne Debatte annulliert. Die
neue Finanzreſolution ſollte am Dienstag eingebracht
werden.
Zeppelinfurcht. Im Unterhauſe fragte der
Unioniſt W. Jonyſon Hicks, ob der Kriegsminiſter über
den Flug des Zeppelin=Luftſchiffes über Sheerneß am
14. Oktober etwa acht Uhr abends Informationen geben
könne. Der Kriegsminiſter erwiderte, daß er ſich an die
Admiralität gewandt habe, ein definitiver formeller
Be=
richt ſei jedoch nicht eingegangen. Auf die weitere von
Hicks geſtellte Frage, ob die Admiralität in der
Ange=
legenheit von Sheerneß Bericht erhalten habe, erwidèrte
Churchill, er wiſſe nichts davon, doch würden
Nachfor=
ſchungen angeſtellt werden.
Spanien.
Das Programm des neuen Kabinetts.
In der Senatsſitzung erklärte Graf Romanones, der König
habe ihn an die Spitze des Kabinetts berufen, weil er
Präſident der Kammer geweſen ſei. Der König habe
da=
mit das von der Kammer ihm entgegengebrachte
Ver=
trauen beſtätigen wollen. Romanones hielt darauf eine
Lobrede auf Canalejas, deſſen Anſichten und Beſtrebungen
die ſeinigen ſeien. Er übernehme vollkommen die
Erb=
ſchaft Canalejas’ und mache deſſen parlamentariſches
Programm zu ſeinem eigenen. Schließlich betonte
Romanones, daß es Pflicht der Regierung ſei, das
Ge=
ſetz ohne jedes Zögern auszuführen, um die Ordnung und
Ruhe aufrecht zu erhalten.
Rußland.
Gnadenerweiſe. Der Zar ſoll nach
Mitteilun=
gen von hochgeſtellten Perſönlichkeiten der Hofkreiſe
ent=
ſchloſſen ſein, einen Teil der Meuterer von der Schwarzen
Meerflotte zu begnadigen. Dieſe Begnadigung ſoll
einen außerordentlichen Akt darſtellen, indem nicht nur die
Todesſtrafe aufgehoben, ſondern auch den Matroſen
Ge=
legenheit gegeben wird, ſich zu rehabilitieren. Man
ge=
denkt ſie zum Teil auf der Flotte des Amurgebiets, zum
Teil auf verläſſigen Schiffen in Wladiwoſtol
unterzu=
bringen. Die Auswahl der zu begnadigenden Matroſen
wird von Admiral Eberhard vorgenommen, der genau
unterſucht hat, in welchen Fällen es ſich nur um eine
Ver=
führung unwiſſender Leute handelt. Man erwartet von
dieſer neuen Methode eine heilſame Wirkung auf die
übrigen Matroſen.
Die zukünftige Duma=Mehrheit. Die
Verhandlungen zwiſchen der Rechten und den
Nationa=
liſten wegen Bildung einer Mehrheit in der vierten Duma
haben ſich endgültig zerſchlagen. Die Nationaliſten
lehn=
ten eine bedingungsloſe Unterſtützung der Regierung,
die von der Rechten gefordert wurde, ab. Sie werden.
mit den Oktobriſten zuſammengehen und das Zentrum
bilden. Eine klare Mehrheitsbildung iſt dadurch
ausge=
ſchloſſen.
Amerika.
Der Panamakanal. Ein ſoeben
veröffent=
lichter Bericht der Panama=Kanal=Kommiſſion beſagt,
daß der Kanal ſicher bis zum 1. Juli 1913 fertig geſtellt
ſein wird, wenn auch die förmliche Eröffnung ſechs bis
zwölf Monate ſpäter ſtattfinden ſollte.
Der Aufſtand in Liberia. Sämtliche
be=
drohte Deutſchen ſind an Bord des „Panther” gebracht
worden. Die Lage im Aufſtandsgebiet iſt unverändert.
Eine große Zahl Kru=Neger erwartet den Angriff
libe=
riſcher Soldaten von der Seite des Newceß=Fluſſes her.
China.
Die mongoliſche Frage. Eine Gruppe
zahl=
reicher mongoliſcher Würdenträger iſt kürzlich in Peking
angekommen und hat eine Kundgebung veröffentlicht, in
der gegen die Erklärung der Unabhängigkeit der
Mongo=
lei durch den Hutuchtu von Urga proteſtiert, der Vertrag
mit Rußland zurückgewieſen und ſchließlich erklärt wird,
daß eine Vereinigung von Rebellen, die weniger als ein
Zehntel der Mongolen umfaſſe, ſich unmöglich das Recht
anmaßen dürfe, über das politiſche Geſchick der Mongolei
zu beſtimmen.
* Stockholm, 18. Nov. Zu Ehren des
däni=
ſchen Königspaares fand heute abend im Schloſſe
Galatafel ſtatt, bei der König Guſtav und König Chriſtian
ſehr herzliche Trinkſprüche wechſelten, bei denen
ſie die freundſchaftlichen und verwandtſchaftlichen Bande
zwiſchen beiden Königshäuſern und die alten
freund=
ſchaftlichen Beziehungen zwiſchen beiden Ländern
be=
tonten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. November.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing am
Montag vormittag 11 Uhr im Neuen Palais Oberſt
von Voigts=Rhetz und Gemahlin, Oberſt von Helldorff
und Gemahlin, Oberſt z. D. von Falkenhayn und
Gemahlin, Oberſtleutnant von Crüger und Gemahlin
und Major Freiherrn von Brandenſtein und Gemahlin. —
Um 12 Uhr empfing S. K. H. der Großherzog den
Ober=
bürgermeiſter Dr. Göttelmann aus Mainz. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt wurde durch Entſchließung Großh.
Mi=
niſteriums der Finanzen der ſtändige juriſtiſche Hilfs=
arbeiter bei dieſem Miniſterium, Großh. Finanzrat Kuh
zu Darmſtadt, zum Mitglied der Prüfungskommiſſion
für die mittleren Stellen im Finanzfach.
* Konſulardienſt. Der zum argentiniſchen
General=
konſul für das Deutſche Reich mit dem Amtsſitze in
Hamburg ernannte Herr Chriſtian Sommer, dem
das Reichsexequatur erteilt wurde, iſt zur Ausübung
konſulariſcher Verrichtungen im Großherzogtum Heſſem
zugelaſſen worden.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 28
vom 19. November hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die ſummariſche Ueberſicht der Einnahme und=
Ausgabe der Genoſſenſchaftskaſſe für
Kommunalforſt=
warte für das Rechnungsjahr 1910 betr. 2.
Ordensver=
leihungen. 3. Ermächtigung zur Annahme und zum
Tragen fremder Orben. 4. Namensveränderungen-
5. Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft. 6.
Dienſtnach=
richten. 7. Dienſtenthebung. 8. Ruheſtandsverſetzungen.
9. Sterbefälle.
g. Straſkammer. In der geſtrigen
Strafkammerſitz=
ung wurde unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit der 27
jäh=
rige Hausdiener Michael Schmeiſer aus Altheim,
wegen Verbrechens nach § 176,3 zu 2 Jahren
Zucht=
haus und 5 Jahren Ehrverluſt verurteilt. Der
Ange=
klagte, der bis zuletzt leugnete, erkannte die Strafe an.
Ein hieſiger Handelsmann, der mit ſeiner Frau in
Güter=
trennung lebte, war vom Schöffengericht wegen
Pfandver=
ſchleppung zu 100 Mark Geldſtrafe verurteilt worden. Der=
Gerichtsvollzieher hatte der Ehefrau gehörige Möbel aus
einer den Ehemann treffenden Forderung gepfändet. Der
Angeklagte beſchritt nun nicht den einzig richtigen Weg,
beim Amtsgerichte die Einſtellung des Zwangsverfahrens
zu beantragen, ſondern in ſeinem vermeintlichen Rechte
ſchaffte er die gepfändeten Sachen zu ſeinem
Schwieger=
vater. Als der Gerichtsvollzieher die Sachen verſteigern
wollte, erklärte er dieſem, den jetzigen Aufenthalt der
Pfandſtücke gebe er nicht an. Das Gericht verwarf die
Berufung. Der hieſige Althändler Kupfer war vom.
Schöffengericht wegen Hehlerei zu 8 Monaten Gefängnis
verurteilt worden, gegen welches Urteil er Berufung
ein=
legte, die geſtern vor der Strafkammer zur Verhandlung
kam. Zu dem Angeklagten kam ein Bureaudiener einer
größeren hieſigen Fabrik und verkaufte ihm verſchiedene
Kupfer=, Rotguß und Meſſingabfälle, Dieſe Beſuche
wiederholten ſich des öfteren und der Angeklagte ſchöpfte
ſeiner Angabe nach nicht den geringſten Verdacht, daß der
Bureaudiener, der in voller Livree kam und die
Metall=
abfälle in einer an ſeinem Rade befeſtigten Taſche brachte,
dieſe Sachen geſtohlen haben könnte, was ihm nach Lage
der Sache zum mindeſten verdächtig ſein mußte. Er hat
nach ſeiner Angabe niemals gefragt, von wem er komme
und wie er heiße oder woher er die Abfälle habe. Es
ſtellte ſich heraus, daß der Verkäufer die Abfälle in der
Mittagspauſe entwendete. Er wurde deshalb vom
Schöffengericht zu 6 Monaten Gefängnis
verur=
eilt, während Kupfer als Hehler 8 Monate erhielt.
Kupfer verfolgte Berufung. Das Gericht ermäßigte auch
die Strafe auf 6 Monate.
Nationalflugſpende. Die Sammlungen der
Kreiskomitees im Großherzogtum Heſſen für die
Nationalflugſpende haben mit einer
Geſamtein=
nahme von 41520,77 Mk. abgeſchloſſen. Wie uns
mitgeteilt wird, verteilen ſich die eingegangenen
Geld=
ſpenden auf die einzelnen Kreiſe, wie folgt: Darmſtadt
9487,62 Mk., Offenbach 7555,44 Mk., Gießen 4596,17 Mk.,
Bensheim 2876,37 Mk., Bingen 2676,23 Mk., Groß
Gerau 2597,19 Mk., Worms 2432,38 Mk., Mainz
1795,27 Mk., Oppenheim 1580,02 Mk., Erbach 875,75 Mk.,
Lauterbach 829,11 Mk., Büdingen 825,75 Mk., Alsfeld
824,35 Mk., Friedberg 796,85 Mk., Heppenheim 698,77 Mk.,
Dieburg 556,25 Mk. und Alzey 517,25 Mk. Einen voll”
ſtändigen Ueberblick über die Sammeltätigkeit im
Großherzogtum gewährt dieſe Aufſtellung inſofern nicht,
als hierin bei Poſtanſtalten eingegangene Beträge nicht
enthalten ſind und zum Teil auch Geldbeträge direkt an
das Reichskomitee in Berlin gezahlt wurden.
Goldenes Dienſtjubiläum. Heute Mittwoch
begeht der im Dienſte des Prinzen Ludwig von
Batten=
erg ſtehende Haushofmeiſter Philipp Streb ſein
fünfzigjähriges Dienſtjubiläum. Er trat am 20. November
1862 in den Dienſt des verſtorbenen Prinzen Alexander
von Heſſen, verblieb daſelbſt bis zu deſſen im Dezember
1888 erfolgten Ableben, um dann ſofort in den Prinzlich
Battenbergiſchen Dienſt überzutreten, in welchem er ſich
gegenwärtig als Haushofmeiſter noch befindet. Dem
pflichttreuen biederen Beamten wird es an Ehrungen
gewiß nicht fehlen.
Die Blutrache bei den Albanern.
Da jetzt viel von den Albanern die Rede iſt und die
Balkanfrage immer mehr eine „Albaniſche Frage” zu
wer=
den ſcheint, wird es intereſſieren, über dies eigenartige
Volk, das mit keinem anderen der Balkanvölker ſich
ver=
gleichen läßt, einiges zu erfahren. Albanien iſt das
ein=
zige Land Europas, das noch an der Blutrache als einer
durch das Herkommen geheiligten Einrichtung feſthält.
Die uralte Rechtsſitte, wonach jeder Verwandte eines
Ge=
töteten das Recht und die Pflicht hat, an dem Mörder oder
deſſen Angehörigen mit eigener Hand Rache zu nehmen,
iſt überall im Erlöſchen. Kirche und Staat haben alles
aufgeboten, dieſer primitiven Aeußerung des
Rechts=
bewußtſeins ein Ende zu machen. Nur wo dieſen
mäch=
tigen Faktoren erfolgreicher Widerſtand entgegengeſetzt
werden konnte, bei zähen, unabhängigen Völkern, die in
unwegſamen Gebirgen wohnen, wie auf Korſika, in
Mon=
tenegro, konnte ſich dieſe Sitte länger halten. Es iſt ein
Beweis für die Originalität und den
Unabhängigkeits=
ſinn der Albaner, daß ſie allein heute noch an der
Blut=
rache, als einer allgemein anerkannten, geheiligten
In=
ſtitution, feſthalten. Die Blutrache bei den Albanern
be=
ſteht neben der behördlichen Gerichtsbarkeit. Es wird
ſcharf unterſchieden, ob vorſätzlicher oder unfreiwilliger
Totſchlag vorliegt. Nur wegen vorſätzlichen Totſchlags
wird Blutrache geübt, der unfreiwillige wird mit Geld
gebüßt. Der Totſchſäger verläßt ſofort nach der Tat ſeine
Heimat. Die Blutrache ſteht dem nächſten Verwandten
des Getöteten zu. Wenn der Täter nicht erreichbar iſt, ſo
ſind deſſen nächſte Verwandte Gegenſtand der Blutrache.
Da nun jedes Vergeltungsopfer eine neues Opfer aus der
feindlichen Sippe nötig macht, ſo werden oft ganze
Ge=
ſchlechter ausgerottet. Ganze Gegenden werden
ent=
völkert, da die Rachepflicht und Blutſchuld von dem Sohn
auf den Vater erbt. So unerbittlich der Albaner in der
Ausübung der Rache iſt, ſo heilig iſt ihm das Gaſtrecht,
die „bessa”, das ſichere Geleit. Selbſt wenn der Vater
dem Mörder ſeines Kindes die bessa gegeben hätte und
dieſer bei ihm Schutz ſuchte, ſo würde er ſich lieber ſelber
töten laſſen, als den Mörder ſeines Kindes preisgeben.
Ganz beſonders hoch wird aber die bessa der Frauen
ge=
achtet Wer in Albanien in Begleitung eines Weibes reiſt,
iſt vollkommen ſicher. Auch in anderer Hinſicht noch nimmt
die Frau eine eigenartige Stellung bei den Albanern ein.
Wird nämlich eine Frau beleidigt, ſo hat nicht ihr Gatte,
ſondern ihre Familie die Rachepflicht, die Frau wird
durchaus als ihrem Stamm angehörig betrachtet. Dieſe
Sitte findet ſich ſonſt nirgends in Europa.
Die Blutrache kommt aber nicht unter allen
Um=
ſtänden zur Ausführung, es gibt auch eine Sühne. Nach
Sp. Copcevic ſpielt ſich dieſe ungefähr
folgender=
maßen ab: Sind ſeit dem Vergehen, das zu fühnen iſt,
Jahre verfloſſen, ſo kann ein entfernter Verwandter oder
Freund des Beleidigers ſich zum verletzten Stamm
be=
geben, um für jenen Verzeihung zu verlangen; häufig
fällt dies Amt dem Pfarrer zu. Wenn Zureden nicht zum
Ziele führt, wird die Religion zu Hilfe genommen. Der
nächſte Verwandte des Beleidigten wird an die Gebote
des Chriſtentums, an das Beiſpiel Jeſu Chriſti erinnert,
kleine Kinder umfangen bittend und jammernd die Füße
des Unerbittlichen. Der Pfarrer nimmt ſchließlich ſeine
Zuflucht zu den äußerſten Mitteln: der Hartherzige wird
aus der Kirche, die er nicht mehr betreten darf,
ausge=
ſchloſſen, wobei ihm die härteſten Verwünſchungen
ent=
gegengeſchleudert werden: „Dein Pulver möge niemals
Feuer fangen, Deine Kugel nie treffen, Dein Geſchlecht
vom Erdboden verſchwinden und Du und die Deinigen
mit geladenen Flinten ſterben.” An dem für die
Aus=
ſöhnung feſtgeſetzten Tage verſammelt ſich die
Freundſchaft des Mörders und die entfernteren
Stam=
mesglieder des Beleidigten bei der Familie des
Belei=
digers, wo ſich auch der Pfarrer einfindet. Von da geht
es nach dem Hauſe des Verletzten. An der Spitze des
Zuges ſchreitet der Mesner mit Kreuz und Evangelium
einher, ihm folgt der Pfarrer im Ornat, dann ſo viel
Säuglinge in Wiegen, als man auftreiben kann, darauf
der Mörder mit auf den Rücken gebundenen Händen, die
Mordwaffe iſt ihm um den Hals gehängt, endlich der
Stamm des Schuldigen. Vor dem Hauſe des Beleidigten
legen die Männer die Mützen auf die Wiegen, welche ſo
geſtellt ſind, daß die Kinder nach Oſten ſehen. Der
Mör=
der ſetzt ſich am Eingang des Hauſes nieder. Der
Be=
leidigte zeigt ſich alsdann an der Schwelle, worauf der
Pfarrer die Entſtehung der Blutrache erzählt, alle Schuld
auf den Beleidiger wälzend, der geſenkten Hauptes
da=
ſitzt. Erweicht, bemächtigt ſich der Beleidigte einer Wiege
mit der er mehrmals von links nach rechts durch das
Zimmer geht, um ſie zuletzt ſo an ihren Platz zu ſtellen,
daß das Kind nach Weſten blickt. Seine Verwandten tun
dasſelbe mit den anderen Wiegen, worauf ſie ſich in das
Haus zurückziehen. Der Prieſter und die Verwandten des
Beleidigers treten nun in das Zimmer, den Schuldigen
hinter ſich ſchleppend. Dann knien ſie vor den im Zimmer
verſammelten Verwandten des Getöteten nieder und
flehen das Oberhaupt derſelben um Verzeihung an. Iſt
er bereit zu verzeihen, ſo tritt er an den vor ihm knienden
Beleidiger heran, reißt die Mordwaffe von ſeinem Halſe,
ſchleudert ſie mit ſeinen eigenen Waffen von ſich, umarmt
und küßt den Schuldigen mit den Worten: „Ich verzeihe
dir auf meine Ehre.‟ Damit iſt der Friede geſchloſſen.
Die Verwandten des Mörders bieten dem Beleidigten
das Koſtbarſte, was ſie beſitzen, an, ihre Waffen, die er
an=
nimmt, jedoch nach dem Verſöhnungsmahle ganz oder
teil=
weiſe zurückſtellt. Auffallend iſt die Rolle, die die
Säug=
linge bei der Verſöhnung ſpielen, der Albaner hat
Ehr=
furcht vor dem Kind in der Wiege, er nennt es zum
An=
denken an die friſch erhaltene Taufe St. Johannes.
Bleibt der Beleidigte unverſöhnlich, ſo läßt er die
Wie=
gen unberührt. Hinſichtlich der geflüchteten Verwandten
des Mörders gilt die gleiche Zeremonie. Sind ſie in
großer Anzahl geflohen, ſo beginnen ſie ſchon nach
weni=
gen Tagen, Wiegen in das Haus zu ſchicken und bitten um
Sicherheit. Vielfach erhalten ſie dieſe auch zugeſichert,
vorausgeſetzt, daß ſie nicht unter einem Dach mit dem
Mörder gewohnt haben
Raub und Diebſtahl gegen Fremde begangen, werden
bei den Albanern nicht beſtraft, wird aber ein
Einheimi=
ſcher beſtohlen, ſo hat der Dieb mit einer Strafe bis
zum zwölffachen Betrage des geraubten Gutes dafür zu
büßen. Ehebruch, der ziemlich häufig ſein ſoll, verpflichtet
den Ehegatten zur Blutrache. In dieſem Falle jedoch
ver=
bietet die Sitte eine Verzeihung. Wer ſein Weib in
klagranti ertappt und es mit ihrem Liebhaber tötet, iſt
ſtraffrei. Die Weiber begleiten die Männer in den Kampf,
um für die Verwundeten zu ſorgen, die getöteten Feinde
auszuplündern und ihnen die Köpfe abzuſchneiden. Da
die Weiber unverletzlich ſind, greifen die Albaner
ge=
legentlich zu dem Mittel, ſich hinter ihnen zu verſtecken
und dann hervorzufeuern. Bei den Montenegrinern iſt
dieſe Gewohnheit ſehr im Schwange. Die Albaner
ver=
ſpotten ſie zwar deshalb, machen es aber in Not nicht
anders.
Hans Pförtner.
Nummer 274.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 3.
Vom Großh. Hoftheater. Heute wird Leo Falls
Operette „Der liebe Auguſtin” als 62.
Abonne=
unentsvorſtellung, Buchſtabe C 16, wiederholt.
Donners=
kag wird auf Allerhöchſten Befehl Hermann Bahrs
Luſt=
ſpiel „Das Prinzip” in Szene gehen. Dieſe
Vor=
ſtellung, im Abonnement für die Serie B 15, iſt zu
klei=
men Preiſen angeſetzt. Beginn 7½ Uhr. Zu der am
Frei=
ſtag ſtattfindenden Wiederholung von Offenbachs
burles=
ker Operette „Die ſchöne Helena” gelten zum
erſten=
mmal die kleinen Preiſe. An dieſem Abend iſt der Beſuch
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen
zu erwarten. Die nächſte Sonder=Vorſtellung am
Sams=
ſag bringt Leſſings Meiſterluſtſpiel „Minna von
Barnhelm”. Für dieſen Abend werden keine
Kar=
ten ausgegeben. Am Sonntag nachmittag findet die
lachte Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen ſtatt. Es
wird Grillparzers „Des Meeres und der Liebe
Wellen” zur Aufführung gelangen. Der Vorverkauf
iſt, wie gewöhnlich, dem Verkehrsbureau (Ernſt=
Ludwig=
platz) übertragen. Am Sonntag abend erſcheint
Wil=
chelm Kienzl als Gaſtdirigent im Hoftheater. Der
Dichter=Komponiſt wird ſeinen „Evangelimann”
Perſönlich muſikaliſch leiten. Am 29. ds. erſcheint George
Baklanoff vom k. k. Hofoperntheater in Wien als
Gaſt. Der Künſtler, der trotz ſeiner großen Jugend
be=
reits Weltruhm genießt, eröffnet an dieſem Tage ſein
Gaſtſpiel als Mephiſto in Gounods „Fauſt”
Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. Geſtern
nachmit=
tag beſichtigte eine größere Anzahl von
Studieren=
den unter Führung des Exkurſionsamtes der Freien
Studentenſchaft das hieſige Telegraphen= und
Telephonamt. — Heute nachmittag 3 Uhr findet im
Kaiſerſaal eine allgemeine Studenten=Verſa
mm=
lung ſtatt, die vom Ausſchuß der Studierenden
einbe=
rufen wurde. Auf der Tagesordnung ſteht u. a.:
Be=
ſchlußfaſſung über die Veranſtaltungen anläßlich des
Ge=
burtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs und
Be=
ſprechung der Beerdigung des Stud. A. Weiſer. — Zu
der Diplom=Hauptprüfung im Elektrotechniſchen
Fach haben ſich 6 Kandidaten gemeldet; außer ihnen
mimmt ein Fachprüfungskandidat an der Prüfung teil.
Im Maſchinenbaufach beteiligen ſich an der Diplom=
Hauptprüfung 22 Studierende einſchließlich 2
Wieder=
holungs=Prüflingen. Für beide Fächer wird die
Klau=
ſur=Prüfung von Dienstag, den 26. bis einſchließlich
Donnerstag, den 28. November, abgehalten. — Der
Aus=
ſchuß der Freien Studentenſchaft
beabſich=
tigt, in dieſem Semeſter eine Anzahl von
Diskuſ=
ſionsabenden zu veranſtalten, die über allgemeine
Fragen orientieren und den Studierenden Gelegenheit
geben ſollen, ſich in freier Rede zu üben. Zur Einführung
in das Thema ſoll ein kurzes Referat dienen. Die
Lei=
tung der Abende haben in liebenswürdiger Weiſe einige
der Herren Dozenten übernommen. Bis jetzt haben ſich
zur Leitung je eines Diskuſſionsabends bereit erklärt die
Herren Profeſſoren Dr. A. Berger, Dr. J. Goldſtein und
Dr. J. Hülſen. Der erſte dieſer Diskuſſionsabende findet
am Donnerstag, den 21. November, abends 8½ Uhr, im
* Hörſaal 182 der Techniſchen Hochſchule ſtatt, deſſen
Lei=
tung Herr Profeſſor Dr. Julius Goldſtein
übernom=
men hat. Das Thema lautet: „Der Wert der
Studenten=
praxis‟ Die Herren Dozenten und Studierenden ſind
zu zahlreicher Beteiligung eingeladen; auch Gäſte ſind
willkommen.
* Der Vorſtand des neuen Inſtitutes für
wiſſen=
ſchaftliche und angewandte Photographie der Großh.
Techniſchen Hochſchule, Herr Dr. Fr. Limmer, bittet
diejenigen Damen und Herren, welche ſich an den
photo=
graphiſchen Vorleſungen und Uebungen beteiligen wollen,
ſich Donnerstag mittags 12 Uhr zu einer Beſprechung im
kleinen phyſikaliſchen Hörſaal einzufinden. Im übrigen
wird auf den ausführlichen Anſchlag verwieſen.
Rh. Der Kreisverband der Genoſſenſchaft freiwilliger
Krankenpfleger im Kriege hält an der Techniſchen
Hoch=
ſchule einen vorbereitenden Kurſus in der freiwilligen
Krankenpflege im Kriege ab. Der Kurſus ſteht unter
Lei=
ſtung des Herrn Oberſtabsarztes Schneider und wird
morgen beginnen. Er findet Montags und Donnerstags,
abend um 7 Uhr, im Hörſaal 140 ſtatt.
* Die Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft weiſt nochmals
empfehlend auf den Lichtbilder=Vortrag des Herrn
Haupt=
mann v. Abercron über Selbſterlebtes bei der
Gor=
don=Bennettfahrt hin. Alle Freunde des Flugſportes ſind
zu dem Vortrag herzlichſt eingeladen. Der Eintritt iſt
frei.
Ortsſchnelldienſt und Eilabholungsdienſt. Die von
der Reichspoſt= und Telegraphen=Verwaltung ſeit dem
1. April 1911 getroffenen Einrichtungen des Ortsſchnell= und
Eilabholungsdienſtes ſind in weiten Kreiſen des
Publi=
kums noch nicht genügend bekannt geworden. Es wird
deshalb auf die Vorteile der neuen Betriebseinrichtungen
erneut aufmerkſam gemacht. Der Ortsſchnelldienſt iſt dem
Telegraphenamt übertragen; er umfaßt die Abholung und
unmittelbar daran anſchließend — die Beſtellung einer
gewöhnlichen Briefſendung (Poſtkarte, Druckſache,
Waren=
probe) innerhalb der Stadt in der Zeit von 6 Uhr
vor=
mittags bis 10 Uhr abends. An Gebühren werden
er=
hoben: für die Eilabholung und gleichzeitige Beſtellung
einer Sendung 50 Pfg.; für jede weitere Sendung für
denſelben Empfänger 10 Pfg. mehr. Bei der gleichzeitigen
Eilabholung und Beſtellung von zwei Sendungen an
zwei verſchiedene Empfänger: für die erſte Sendung an
den erſten Empfänger 50 Pfg., für die Sendung an den
zweiten Empfänger 30 Pfg.; für eine von dem Boten
dem Abſender etwa zurückzubringende Antwort des
Empfängers oder bei nachträglicher Zurückziehung eines
Auftrages, ſofern der Bote den Weg zum Auftraggeber
inzwiſchen bereits angetreten hat, je 25 Pfg. Die
Ant=
wort kann auf Verlangen des Auftraggebers, falls dieſer
einen Fernſprechanſchluß beſitzt, vom Boten auch
zuge=
ſprochen werden. Der Eilabholungsdienſt wird ebenfalls
vom Telegraphenamt wahrgenommen. Er erſtreckt ſich
auf die Eilabholung gewöhnlicher Brief= uſw. Sendungen
und Telegramme, die bei dem Poſtamt aufgeliefert
wer=
den ſollen. Die Gebühr beträgt 25 Pfg. für die
Eilabhol=
ung einer Sendung; für jede weitere Sendung 10 Pfg.
mehr. Etwaige Aufträge für den Ortsſchnelldienſt und
für den Eilabholungsdienſt ſind am zweckmäßigſten dem
Telegraphenamt mittels des Fernſprechanſchluſſes Nr. 0
zuzuſprechen; ſie können aber auch an den Poſtſchaltern
mündlich oder unter Benutzung der Brieſkaſten ſchriftlich
geſtellt werden.
Poſtſchalter=Dienſt. Am Geburtstage Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs ſind die Poſtſchalter bei
dem Poſtamt 1 (Rheinſtr.) von 8—9 Uhr vorm., 11 Uhr
vorm. bis 1 Uhr nachm. und von 5—7 Uhr nachm., bei dem
Poſtamt 2 (Bahnhof) wie an Sonntagen, von 8—9 Uhr
vorm. und von 12 bis 1 Uhr nachm., geöffnet; die
Zweig=
ſtellen in der Hermann= und Stiftſtraße bleiben
ge=
ſchloſſen. Die Beſtellung aller Poſtſendungen findet
ein=
mal (vormittags) und die Briefkaſtenleerung tagsüber
ſechsmal in angemeſſenen Zwiſchenräumen ſtatt. Die
Poſt=Zollſendungen können von 8 bis 11 Uhr vorm.
bei der Steuerſtelle (Wilhelminenſtraße 3) abgeholt
werden.
* Der Kameradſchaftliche Kriegerverein Darmſtadt
beging im feſtlich geſchmückten Saal des „Schützenhofes”
unter Mitwirkung des preisgekrönten Doppelquartetts
„Rheingold” (Dirigent Fr. Damm) die Feier des
Ge=
burtstages S. K. Hoheit des Großherzogs. Zu der Feier
waren die Mitglieder und deren Angehörigen, ſowie auch
Freunde und Gönner des Vereins recht zahlreich
er=
ſchienen. Die Begrüßungsanſprache hielt der erſte
Vor=
ſitzende des Vereins J. Hahn. Er dankte beſonders dem
Ehrenmitglied Herrn Oberleutnant a. D. Lotheißen für
ſein Erſcheinen und ſchloß ſeine Rede mit einem dreifachen
Hoch auf den Kaiſer und den Großherzog. Ein von Frl.
Fuchs geſprochener Prolog erntete reichen Beifall. Nach
dem Abſingen einiger Chöre ergriff das Ehrenmitglied
Herr Oberleutnant a. D. Lotheißen das Wort zur
Feſt=
rede, die mit einem dreifachen Hoch auf Großherzog Ernſt
Ludwig ſchloß, in welches die Feſtverſammlung begeiſtert
einſtimmte. Ein humoriſtiſches Duett, vorgetragen von
den Herren K. Petrie und F. Beſt, ſorgte für Humor. Den
Schluß des Programms bildete ein Theaterſtück, wobei
die Damen Frl. M. Dönges und Frl. E. Helm und die
Herren K. Hoth, H. Deußinger und F. Beſt zur vollſten
Anerkennung mitwirkten und reichen Beifall ernteten. Den
Schluß der Feier bildete Tanz.
Die Evangel. Petrusgemeinde zu Beſſungen
feierte den erſten Gemeindeabend dieſes Winters. Herr
Pfarrer Wagner leitete ihn mit einer Begrüßung ein.
Dann umrahmten muſikaliſche Darbietungen mancherlei
Art den Vortrag des Herrn Pfarrers Außfeld=Gießen,
der über Wilh. Lühe und ſein Werk klar und eindringlich
ſprach. In einem Schlußwort und gemeinſamen Geſang
fand die ſhöne Feier ihr Ende. Um den muſikaliſchen
Teil des Programms machten ſich verdient: Frl. Sehrt,
die Klavierſtücke von Schumann und Chopin mit
durch=
gebildetem Spiel zu Gehör brachte, und Frl. Aßmuth,
deren friſchquellendes wohlgeſchultes Organ mit mehreren
Liedern entzückte. Auch der Kirchengeſangverein unter
der bewährten Leitung ſeines Dirigenten Hamm
er=
freute mit gut einſtudierten Geſängen.
— Die freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft bittet
uns, mitzuteilen, daß der Inſzenierung des heute abend
im Mathildenhöhſaale zur Aufführung gelangenden
Dra=
mas „Fräulein Julie” von Auguſt Strindberg, das
bekanntlich in der Küche des Grafen ſpielt, die hieſigen
Firmen Ludwig Müller, Möbellager (Karlſtraße), und
Darmſtädter Herdfabrik, G. m. b. H. (Landwehrſtraße),
in entgegenkommendſter Weiſe ihre Hilfe und
Mitwirk=
ung geliehen haben.
* Der Evangeliſche Arbeiter= und Handwerker=
Ver=
ein beging die Feier ſeines 22jährigen Stiftungsfeſtes.
Im Feſtgottesdienſt in der Pauluskirche, deſſen Liturgie
durch zwei Geſänge des gemiſchten Chors des Vereins
bereichert wurde, hielt Pfarr=Aſſiſtent Herpel die
Pre=
digt über Pſalm 90, 17, in welcher er zeigte, wie für den
evangeliſchen Chriſten auch unter den heutigen
Verhält=
niſſen die oft eintönige, ſchwierige und drückende
Be=
rufsarbeit dennoch ein Gottesdienſt ſein kann und ſoll.
Die am Abend im Vereinslokal „Feierabend”
abgehal=
tene Familienfeier wurde eingeleitet durch den
Männer=
chor von Liſzt „Nicht verzagt” und den gemeinſamen
Ge=
ſang des Liedes „Arbeit iſt des Bürgers Zierde, Segen
iſt der Mühe Preis”. Darauf begrüßte der 1. Vorſitzende,
Pfarrer Beringer, die zahlreich erſchienene
Verſamm=
lung, gab einen Ueberblick über die Ereigniſſe, welche
das letzte Jahr dem Verein im beſonderen und der
chriſt=
lich und national geſinnten Arbeiterſchaft überhaupt
ge=
bracht hat, und gedachte, da mit der Feier des
Stiftungs=
feſtes zugleich diejenige von Großherzogs Geburtstag
verbunden war, des allverehrten Landesfürſten als des
warmherzigen Förderers aller Beſtrebungen, die darauf
hinauslaufen, der werktätigen Bevölkerung neue Wege
zu anregender Betätigung und gewinnbringendem
Er=
folg zu erſchließen. Die Feſtrede hielt Herr J. Schmitt
von Frankfurt a. M., Sekretär des mitteldeutſchen
Ver=
bandes evangeliſchen Arbeitervereine, welcher in
über=
zeugender Ausführung die Zwecke und Ziele dieſer
Ver=
eine auf Grund der drei Hauptpunkte ihres Programms:
„Gottesfurcht, nationale Geſinnung, ſoziale Bruderliebe‟
darlegte. Ein reichhaltiges Programm von Geſangs=
und muſikaliſchen Darbietungen füllte den Abend aus;
mit den Liedern, welche der gemiſchte Chor unter der
bewährten Leitung ſeines Dirigenten, Herrn Reallehrer
A. Schäfer, vortrug, wechſelten Vorträge des
Darm=
ſtadt=Beſſunger Zitherklubs, die Zeugnis gaben von
gro=
ßer Kunſtfertigkeit in dieſem ſeltenen Spiel und vielen
Beifall ernteten. Allen, die zum Gelingen der ſchönen
Feier, welche dem Verein auch einige neue Mitglieder
zuführte, beigetragen hatten, ſpendete der Vorſitzende
herzlichen Dank, indem er zu weiterer treuer Mitarbeit
und reger Beteiligung namentlich an den nun wieder
jeden Mittwoch abend im „Feierabend” Stiftſtraße 51,
ſtattfindenden religiöſen und ſozialen Diskuſſionen
auf=
forderte. Eine von mehreren Damen und Herren des
Vereins geſchickt geſpielte Aufführung in Darmſtädter
Mundart Die Brieftaſche” beendete den anregend
ver=
laufenen Abend.
* Der Geſangverein „Einigkeit”, Beſſungen, unter
Lei=
tung des Herrn Otto Schrader, veranſtaltete erſtmals
ein Konzert in der Beſſunger Turnhalle. Vom Verein
wurden neben Volksliedern ſchwierige Chöre, u. a. „Der
Trommler von Schottland” von Baumann und „Hoch
empor” von Curti, mit viel Bravour zum Vortrag
ge=
bracht. Beſonders letztgenannter Chor, der ſeiner
zahl=
reichen Schwierigkeiten, vornehmlich in techniſcher und
dynamiſcher Beziehung, wegen als Prüfſtein gilt, erfuhr
eine recht gute Wiedergabe. Ebenſo dürfte die
Zuhörer=
ſchaft ſich mit den Leiſtungen des Solo=Quartetts zufrieden
erklären. Als Soliſt des Abends zeichnete ſich Herr Fritz
Lang (Mitglied des Großh. Hoftheaters) aus. In der
Gralserzählung aus Lohengrin” von Wagner, ſowie auch
in den anderen Liedern kam ſein klangvoller Tenor voll
zur Geltung, ſodaß ihm reicher Beifall zuteil wurde. Die
außerordentlich dezent und geſchmackvoll ausgeführte
Be=
gleitung der Soli lag in den Händen des Herrn Otto
Hauske. Auch das Künſtler=Enſemble der Kapelle des
Leibgarde=Regts Nr. 115 leiſtete Vorzügliches und konnte
es mit ſeinem ſchönen Erfolg zufrieden ſein.
* Der Frauenverein der erangeliſchen Stadtgemeinde
für den Südoſtbezirk veranſtaltet auch in dieſem
Jahre wieder für ſeine Mitglieder und geladenen Gäſte
einen muſikaliſchen Tee, deſſen Reinerlös der
Unterhaltung ſeiner im Jahre 1901 gegründeten
Klein=
kinderſchule (Kiesſtraße 50) zufließen ſoll. Es ſind
muſi=
kaliſche Vorträge für Sopran, Violine und Klavier
vor=
geſehen, in denen wir drei Namen aus Frankfurt (Frl.
L., E und H. Kayſer), die in der Nachbarſtadt ihre
Kunſt öfters in den Dienſt wohltätiger Veranſtaltungen
zu ſtellen pflegen, auch bei uns zu hören Gelegenheit
haben werden. Außerdem ſtellt das Programm Lieder
zur Laute durch cand. ing. Kuhlo in Ausſicht. Die
Ver=
anſtaltung, die Donnerstag, den 21. d. M., nachmittags
präzis 4½—6½ Uhr, im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17,
ſtattfindet, wird, wie aus bereits zahlreich erfolgten
An=
meldungen zu ſchließen iſt, wie in früheren Jahren, ſo
auch diesmal wieder reichlichen Zuſpruch finden. (Siehe
Anzeige.)
nn. Deutſcher Techniker=Verband. Am Donnerstag,
den 21. November, wird in einer erweiterten
Mitglie=
derverſammlung des Techniſchen Vereins
Darm=
ſtadt im Saale des Reſtaurants „Perkeo” Alexanderſtraße,
Konzerte.
mm. Einen feſtlichen Charakter trug der zweite
Kammermuſik=Abend des Darmſtädter
Streichquartetts am Montag im Saal „Zur
Traube‟. Es war der fünfzigſte Abend ſeit der
Gründ=
ung und zugleich ausſchließlich Werken von Théodore
Dubois gewidmet, der ſelbſt zu dieſem Abend
er=
ſchienen war und am Klavier mitwirkte. Mit Hingabe
und Zartheit ſpielten die Herren Mehmel, Diedrich,
Brückmann und Weyns zum Beginn von deſſen
Es-dur=Quartett; eine zartempfundene Muſik, die alsbald
die Hand des in jeder Richtung durchgebildeten Muſikers
von großer Formengewandtheit und gutem Geſchmack
er=
kennen läßt. Der zweite und dritte Satz (Allegro animato
e molto leggero und Larghetto) zeichnen ſich aus durch
die Feinheit der muſikaliſchen Gedanken und ein
be=
merkenswertes Geſchick, die zur Zeit ſeiner Entſtehung,
wieder in Mode gekommenen alterierten Akkorde gut
vor=
zubereiten und logiſch weiter zu führen, wodurch ihre
häßliche Aufdringlichkeit ſehr gut vermieden wird.
Gleich=
falls ein Tonwerk von ſorgfältigſter Arbeit und
glücklich=
ſter Erfindung iſt das Quintett für Klavier, Oboe,
Violine, Viola und Cello in F=dur; die ſeltener gebrauchte
Zuſammenſtellung der Inſtrumente iſt eine ſehr glückliche
Idee. Die eigenartigſten Klänge laſſen ſich durch das
Blas=
inſtrument, das ſich dann wieder mit Cello und Geige ſo
ſchön verbindet, herſtellen und — merkwürdig genug —
ſein zarter Ton wird in der Stärke von jenen gar oft
über=
troffen; aber der eigentümliche Schalmeienklang iſt
im=
mer, beſonders in der Tiefe, von großem Reiz.
Das durchaus anſprechende Werk wurde unter
Mit=
wirkung von Herrn Hofpianiſt Willy Rehberg aus
Frankfurt und Herrn Hofmuſiker Georg Kreß von hier
(Oboe) ſehr hübſch durchgeführt. In der hübſchen
Can=
zonetta ſind der Oboe breitere Stellen zugewieſen, und
das Adagio iſt von einer vornehmen Empfindung
ein=
gegeben.
In zwei kanoniſchen Stücken für Oboe, Violoncello
und Klavier iſt der Zwiegeſang beider Inſtrumente von
großer Lieblichkeit, und in dem belebteren zweiten ſind
beſonders die Gegenſätze und Aehnlichkeiten im Charakter
beider Inſtrumente künſtleriſch außerordentlich fein
ver=
wertet; dieſe beiden Stücke dürften auf lange Zeit hinaus
ſtets mit Ehren auf den Programmen wieder erſcheinen.
Für den geſanglichen Teil (fünf Lieder) war als
Mit=
wirkende Frau Bureau=Berthelot aus Paris
gewonnen worden, die außer dem — in den Rahmen des
Abends eigentlich weniger paſſenden — lateiniſch
ge=
ſungenen „o vos omnes” aus den „Sieben Worten Chriſti”
nur Lieder in franzöſiſcher Sprache ſang. Dabei
ent=
wickelte ſie aber die ganze Anmut und natürliche
Leben=
digkeit der Sprache. Angenehm berührt auch die Ruhe
ihres Vortrages und die ſchöne, weiche Tonbildung der
nicht großen, aber wohllautenden und ſehr ſchön
ausgegli=
chenen (Mezzo=)Sopranſtimme. Am anmutigſten wurde das
Roſenlied geſungen und das hübſche neckiſche Müllerlied
(La Chanson, de Colin) mußte auf Verlangen wiederholt
werden.
Der ſehr ſchön verlaufene Abend darf im
Erinnerungs=
buch des „Streichquartetts” dem als äußeres Zeichen der
Anerkennung auch ein prächtiger Ehrenkranz zuteil wurde,
als ein Ereignis verzeichnet werden.
Vorträge.
Auf Veranlaſſung des hieſigen
Orts=
gewerbevereins hat am Montag abend der
Vorſtand des Finanzamts Darmſtadt I, Herr Finanzrat
Stroh, in dem bis auf den letzten Platz gefüllten „
Für=
ſtenſaal” den angekündigten Vortrag über „
Gemeinde=
ſteuerreform und Veranlagung der
Ge=
werbeſteuer nach dem neuen
Gemeinde=
umlagengeſetz” gehalten. In überaus klarer,
über=
ſichtlicher und gemeinverſtändlicher Weiſe hat es der Herr
Vortragende verſtanden, ſeine Zuhörer durch ſeine
Aus=
führungen nahezu gegen zwei Stunden zu feſſeln. Nach
einleitenden Worten gab er zunächſt einen intereſſanten
Ueberblick über die neue Gemeinde=Einkommen=, Kapital=
und Grundſteuer, um ſich dann eingehender mit der
ge=
werblichen Vermögensſteuer (Gewerbſteuer) zu befaſſen.
An Hand von Beiſpielen machte er ſeine Zuhörer mit den
an und für ſich nicht leicht verſtändlichen
gewerbſteuer=
lichen Begriffen, wie ſteuerpflichtiges Anlage= und
Be=
triebskapital, rauher Wert des dem Betriebe dienenden
Geſamtvermögens, laufende Geſchäftsſchulden,
gewerb=
licher Ertrag, Ertragszuſchlag, Steuerwert des Anlage=
und Betriebskapitals uſw., bekannt, um dann ſchließlich
durch geſchickt gewählte zahlreiche Muſterbeiſpiele die
Wirkung des neuen Gemeindeumlagengeſetzes bei der
Veranlagung der Gewerbſteuer vor Augen zu führen.
Dabei wurden zum Vergleich Gewerbetreibende der
glei=
chen Branche, die unter verſchiedenartigen Verhältniſſen
ihren Betrieb ausüben (Gewerbsräume im eigenen Haus,
gemietete Gewerbsräume uſw.) herangezogen und durch
ihre Veranlagung zur Gewerbſteuer, die der Herr
Vor=
tragende vornahm, die Wirkung des neuen Geſetzes
tref=
fend beleuchtet. Einen reichen Beifall erntete der Redner
am Schluſſe ſeiner Ausführungen.
Der Vorſitzende des Ortsgewerbevereins Darmſtadt,
Herr Schloſſermeiſter Jacobi, dankte dem Redner
herz=
lich, und auch der Vorſitzende der Großh. Zentralſtelle
für die Gewerbe, Herr Geh. Regierungsrat Noack, ſprach
ſeinen Dank aus und gab bekannt, daß Herr Finanzrat
Stroh bereitwilligſt übernommen habe, auch in anderen
Gewerbevereinen über das gleiche Thema zu ſprechen. An
der Diskuſſion, die alsdann noch über den Vortrag
ſtatt=
fand, beteiligten ſich u. a. die Herren
Landtagsabge=
ordneten Dr. Oſann und Henrich. Wiederum dürfte
durch dieſen Vortrag der Beweis erbracht ſein, daß der
Ortsgewerbeverein ſtets beſtrebt iſt, ſeinen Mitgliedern
durch belehrende Vorträge und Erörterungen aller
ge=
werblichen Fragen mit Rat und Tat zur Hand zu gehen,
und man kann hoffen, daß es wieder Manchem Anregung
zum Beitritt in den Ortsgewerbeverein gibt. Dürften
doch die vielen Vorteile den geringen Beitrag von vier
Mark pro Jahr weit überſteigen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Nummer 274.
der Direktor des Deutſchen Techniker=Verbandes, Herr
Baumeiſter E. Richard Schubert=Berlin über:
„Selbſthilfe und Staatshilfe” ſprechen. An
den Vortrag wird ſich eine Diskuſſion anſchließen.
* Das Blinden=Konzert Thies mußte eingetretener
Verhältniſſe halber bis auf weiteres verſchoben
wer=
den. Der Tag der Veranſtaltung wird noch bekannt
ge=
geben.
Jugendſchriften auf den Weihnachtstiſch. Man
ſchreibt uns: Die freundliche Aufnahme, die das
Darm=
ſtädter Verzeichnis empfehlenswerter Jugendſchriften und
guter billiger Bildwerke auch auswärts gefunden hat,
veranlaßt den Darmſtädter Jugendſchriften=Ausſchuß,
für die nahe Weihnachtszeit aufs neue das Blatt zu
empfehlen. Wir dürfen nicht nachlaſſen, den Eltern und
der Jugend beim Einkauf ihres Buchbedarfs einen Führer
anzubieten, nicht nachlaſſen in den Bemühungen, gewiſſen
Schriftenverkäufern den Abſatz unreinen und
gering=
vertigen Leſeſtoffs unmöglich zu machen. Dem
Ver=
zeichnis iſt ein Nachtrag beigegeben, der im Bezugspreis
unberechnet bleibt. Möchten auch in dieſem Jahr die
Leiter und Vorſtände von Schulen, Vereinigungen und
Geſchäftshäuſern durch käuflichen Bezug des
Berzeich=
niſſes die Arbeiten des Ausſchuſſes unterſtützen und
fördern. Es werden verſandt: 50 Exemplare = 1 Mk.,
100 Exemplare = 2 Mk., 500 Exemplare —9 Mk., 1000
Exemplare = 17 Mk. Beſtellungen wolle man
bald=
gefälligſt gelangen laſſen an die „Geſchäftsſtelle des
Darmſtädter Ingendſchriften=Ausſchuſſes,
Moosberg=
ſtraße 40, Darmſtadt”.
Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 18 des
Adreß=
buches für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter — Zimmer,
J. B., bis Zwingler, Leonhard, — und dritter Teil,
Oeffentliche Stellen, Aerztliches Perſonal, Rechtsanwälte,
liegt im Hauptmeldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer
Nr. 13, während der Bureauſtunden (8—12 Uhr
vormit=
tags und 2—6 Uhr nachmittags) bis zum 22. November
vormittags zur Einſichtnahme offen.
St. Orpheum. Lebendig gewordene Nippes ſcheinen
die kleinen zierlichen wohlproportionierten
Menſchen=
kinder zu ſein, die jetzt im Rahmen einer ausgedehnten
und reichhaltigen Zirkusvorſtellung im Orpheum ein
Gaſt=
ſpiel abſolvieren. Sie hatten es früher leichter, die kleinen
Menſchen aus Liliput. Es gab Zeiten, da es genügte,
wenn ſie auf Meſſen und Jahrmärkten ihr wertvolles
kleines großes Ich zur Schau ſtellten. Kaum daß man
be=
ſondere Koſtüme oder kleine Artiſtenkunſtſtückchen
ver=
langte. Wie auf allen Gebieten hat wohl auch hier die
leidige Konkurrenz und der Geſchäftsgeiſt findiger
Unter=
nehmer Wandel geſchaffen und die geſteigerten Anſprüche
zwangen die kleinen Menſchenkinder zu erhöhten
Leiſt=
ungen. Heute iſt man längſt gewöhnt, daß die Liliputaner
ſich als tüchtige Künſtler produzieren, deren Leiſtungen
beinahe mit dem gleichen Maßſtab gemeſſen werden, wie
die ihrer großen Kollegen. Wenn man Einzelleiſtungen
der zahlreichen Künſtlerſchar des Zirkus Liliput im
Verhältnis abwägt, muß ſogar ſtrenge Kritik
zu=
geben, daß die Kleinen nicht nur das Gleiche können,
ſon=
dern ihre „großen” Konkuerenten womöglich noch
über=
treffen. Denn wenn man ſo einen kaum 1 Meter hohen
„Athleten” wie Mſtr. Louis in ſeinen Olympiſchen
Spielen ſieht, wie er außer einer Eiſenhantel noch drei
Perſonen von ſeinem eigenen Gewicht hebt oder einen
Reiter mit Gaul, wenns auch nur ein ſchottiſcher Pony
iſt, ſo iſt das ſicher im Verhältnis das Gleiche, als wenn
ein normaler Athlet ſeine 75—100 Kilogramm ſtemmt.
Und Frl. Dora, die entzückende kleine Vortragsſoubrette,
weiß ſoviel Charme zu entwickeln und kann ſo verführeriſch
lächeln, daß ſie ſicher nicht nur die Herzen ihrer kleinen
Anbeter entzündet. Wenn ſie mit Herrn Florian,
ihrem ſchneidigen Partner, der ſich auch als Geigenvirtuos
produziert, moderne Duette ſingt, dann reißen beide ihr
Publikum zu rauſchendem Beifall hin, wie man es ſonſt
nur von ſehr guten Duettiſten gewöhnt iſt. Gleiches
darf geſagt werden von der graziöſen Drahtſeiltänzerin
Mlle. Myra und von Frl. Anny, die auf ihrem
Javanerhengſt „Algo” die hohe Schule reitet. Clown
Charley mit ſeinem Auguſt Fredy und endlich die
phänomenale Akrobatentruppe The 8 Bradforts
geben ihren großen Kollegen nun garnichts nach. Alles
in allem bieten die kleinen Künſtler eine vollendete
Zirkus=
vorſtellung, die mehr oder doch mindeſtens ebenſoviel in
ihrer Art bietet, wie eine „Weltſchau, wert meilenweit zu
wandern.”
Etwas für uns ganz Neues bringt die Direktion
diesmal mit dem phänomenalen Tauchkünſtlerpaar Elly
und John Aegir. Es klingt für den, ders noch nicht
ſah, unglaublich, iſt aber ſo: dieſe Beiden könntens ſchon
eine Weile bei den Fiſchen aushalten. Sie eſſen und
trinken unter Waſſer Melonen und Limonade, ja ſie legen
ſich wohl zum Schlafe nieder, kurz, ſie leben in ihrem
großen Waſſerbaſſin „wie zu Hauſe‟ Drei Minuten und
länger bleibt John, der ſich den ſtolzen Namen des Herrn
der Fluten beigelegt, unter Waſſer und ſeine ſchöne Part=
nerin tut es ihm faſt gleich. Sie wiſſen auch im Waſſer
durch die übliche Zeichenſprache der Artiſten mit dem
Publikum zu verkehren und dabei lächelt Heer John
fort=
während mit geöffnetem Mund. Sogar geſchickt wird das
Waſſerbaſſin ſeitlich durchleuchtet. — Auch im übrigen
bietet das Programm, das im ganzen vorzüglich iſt, viel
Unterhaltendes und Erheiterndes. Der Schnellmaler F.
H. Voß weiß mit ſtaunenswerter Geſchwindigkeit
Kari=
katuren und Landſchaften auf das Papier zu werfen, und
Hector und Lolletta bringen in ihrem
equilibriſti=
ſchen Akt, unterſtützt von zwei reizenden Hundchen, viel
Schönes und auch Neues. — Max Lampl, der bayeriſche
Komiker, bringt ſoviel gute Charakteriſtik, gepaart mit
kernigem, echt bayeriſchem Humor, daß der Beifall ſich mit
Recht von Vortrag zu Vortrag ſteigert. — Die modernen
Lichtſpiele ſind diesmal ſehr aktuell; ſie bringen ſchon
Szenen aus dem Balkankrieg. — Last not least ſei auch
der Hauskapelle wiederholt mit Anerkennung
ge=
dacht, die ihres ſicher nicht immer leichten Amtes mit
ge=
wohnt feinem Verſtändnis waltet und dadurch auch
ihrer=
ſeits viel zum Gelingen des Programms beiträgt.
Auf die heutige nachmittags 4 Uhr ſtattfindende
Jugendvorſtellung, beſonders des Zirkus
Liliput, bei kleinen Preiſen ſei hiermit nochmals
hin=
gewieſen. (Siehe Anz.)
g. Der Zauberkünſtler Bellachini hielt am Montag
im „Kaiſerſaal” den erſten der drei geplanten
Vortrags=
abende. Joachim und Klara Bellachini ſind keine
Zauber=
künſtler im alltäglichen Sinne; ihre Darbietungen ſind
auch im erſten Teile des Programms, der die üblichen
kleinen Scherze vom Verſchwindenlaſſen und
Hervor=
zaubern, von Kartenkünſten und dergleichen brachte, ſo
hervorragend über ähnliche Leiſtungen anderer
Zauber=
künſtler, daß man ſie immer wieder mit Vergnügen ſieht.
Es kommt noch hinzu, daß ſie mit einer bezaubernden
Natürlichkeit und in humorvoller Weiſe vorgetragen
wer=
den. Ueberraſchend ſind beſonders die künſtleriſche
Her=
ſtellung eines Deckenmuſters aus Seidenpapier mit
ver=
bundenen Augen, die verblüffenden Leiſtungen von
Bel=
lachinis Schnelldruckerei, ſowie Klara Bellachinis
wunder=
bare Zahlengedächtniskunſt. Im weiteren Verlaufe des
Programms gelangten dann Verſuche zur Vorführung,
die zwar nichts mit Zauberei zu tun haben, ſondern im
Gegenteil Erfolge der ernſten Wiſſenſchaft ſind, die aber
gerade deshalb dem größten Intereſſe begegnen dürften.
Was uns da zunächſt von den Wundern der flüſſigen Luft
vorgeführt wird, wie unter ihrem Wirken die Begriffe von
Hitze und Kälte einander näherrücken, das iſt von
unend=
lichem Reiz. Unter dem Einfluß der flüſſigen Luft (191
Grad Kälte) gefrieren Blumen und andere organiſche
Stoffe und zerſplittern wie Glas; ſie ſcheidet aus dem
Waſſer den Stickſtoff und Sauerſtoff. Dieſe und ähnliche
intereſſante Verſuche wurden vorgeführt. Den letzten Teil
des Programms bildeten Experimente mit älteren, ſowie
den neueſten Tesla=Erfindungen. Das Erperimentieren
mit den hochgeſpannten elektriſchen Strömen (1 Million
Volt) brachte eine ſolche Fülle von verſchiedenartigen
Er=
ſcheinungsformen der Elektrizität, daß ſich dies nicht in
einem kurzen Bericht wiedergeben läßt. Erwähnt ſei nur
die Energie=Uebertragung durch den Raum, die
Erzeug=
ung von Flächenblitzen, die Wirkung des
Hörnerblitzab=
leiters und das Führen eines derartig hoch geſpannten
Stromes durch den menſchlichen Körper, ein keineswegs
ungefährliches Experiment. Den Beſchluß des Abends
bildete das Vorführen von Geißlerſchen Röhren, die in
der Nähe des Rieſeninduktors ohne direkte Berührung
durch die ausſtrömende Energie ins Glühen gerieten und
die bekannten vielfarbigen Leuchteffekte zeigten. — Das
nicht ſehr zahlreich erſchienene Publikum folgte den
Vor=
führungen mit großem Intereſſe und ſpendete lebhaften
Beifall.
* Hotel „Heß”. Man ſchreibt uns: Geſtern haben
für dieſe Winterſaiſon die täglichen Kaffee=Konzerte
ihren Anfang genommen. Die bewährte Hauskapelle
ſtellt ihr ganzes Können für dieſe Nachmittags=Konzerte
in Dienſt und bietet wirklich das Beſte. Die Konzerte
finden im Parterre=Reſtaurant ſtatt, woſelbſt ein reich
ſortiertes Konditoreibüfett für dieſe Zeit aufgeſtellt iſt. Für
heute, Mittwoch, hat die Kapelle unter Leitung ihres
Diri=
genten, dem Violinvirtuoſen Herrn Albert Otto, ein ganz
beſonders hübſches Programm gewählt; u. a. wird zum
Vortrag kommen: Liebestod aus „Triſtan und Iſolde‟—
Wagner — Liſzt, Moderne Wiener Walzer („Lieber
Auguſtin”) uſw.
-h- Bensheim, 19. Nov. Unſere Stadt hat in dem
letzten Jahrzehnt einen großen Aufſchwung genommen.
Ganze Straßenzüge ſind entſtanden und unzählige
präch=
tige Villenbauten wurden errichtet, beſonders am
Kirch=
berg und an den Straßen nach Auerbach und Schönberg.
Großſtädtiſche Kaufhäuſer wurden erbaut und Gewerbe
und Induſtrie haben ſich beträchtlich gehoben. Die ganze
Stadt wurde kanaliſiert und die Straßen hat man faſt
durchgehends neu gepflaſtert. Gegenwärtig iſt man dabei,
die durchgehenden Kreisſtraßen mit
Klein=
pflaſter zu verſehen. Die Privatlehranſtalten,
deren wir einige beſitzen, ſind gut beſucht. Auch die ſtaat= und ſtädtiſchen Lehranſtalten erfreuen ſich einere
ſtets ſteigenden Frequenz. Dieſen Aufſchwung haben
wir=
beſonders dadurch erzielt, daß ſeinerzeit die Städte= bei uns eingeführt und ein weitausſchauen= Bürgermeiſter an die Siptze unſerer ſtädtiſchen Ver= geſtellt wurde. Hat es auch manchen ſchweren:
Kampf gekoſtet, um zu dem heutigen Ziele zu gelangen,
ſo hat man allmählich doch erkannt, daß eine Aenderung:
unſerer früheren Gemeindeverhältniſſe nötig geweſen iſt..
Möge dieſe günſtige Entwickelung ungeſtört anhalten!
Alsbach, 19. Nov. Der Gemeinde=Familien= am Sonntag, der in den angenehmen
Räumen=
des Gaſthauſes „Zur Sonne” hier abgehalten wurde,.
war ſehr zahlreich beſucht. Nach der
Begrüßungsan=
ſprache des Ortsgeiſtlichen, die mit einem Hoch auf Kaiſer
und Großherzog ausklang, folgten muſikaliſche
Darbie=
tungen, Lieder des Kirchengeſangvereins und Deklama= der bedeutſamſten Gerolſchen Gedichte. Um das
Gelingen und die harmoniſche Geſtaltung des Abends
haben ſich beſonders verdient gemacht die Herren Se= Schuchmann von Bensheim (Klavier),
Lehrer Treffert von Bensheim (1. Violine) und Lehrer
Hager von Hähnlein (2. Violine), die aus dem
Schatz=
ihrer Kunſt mit vollen Händen ſpendeten. Würdig
reih=
ten ſich dieſen wertvollen Spenden die acht Lieder des
Kirchengeſangvereins an, der unter der Leitung von Leh= Hager=Hähnlein ſteht. Das Maß des
Erhebenden=
wurde voll durch die acht Perlen Gerokſcher Muſe, die
von Frl. E. Schäfer, E. Loos, K. Lauer, M. Biegler,
E Hennemann, A. Biegler, E. Wenz und E. Schneider
mit feinem Verſtändnis wiedergegeben wurden.
h- Von der Bergſtraße, 19. Nov. Der neue Wein
hat ſich bis jetzt zu einem recht trinkbaren Stöffchen ent= und da der Preis nur 20 Pfennig für den
Viertel=
liter iſt, ſo wird wieder bedeutend mehr Wein gegen das
Vorjahr getrunken.
* Reinheim, 19. Nov. Der Holzſchnitzkurſus,
der auf Veranlaſſung Großh. Zentralſtelle für die
Ge=
werbe in den Wintermonaten an Samstag=Nachmittagen
in Reinheim abgehalten wird, konnte am letzten
Samstag=
zum zehnten Male eröffnet werden. Durch dieſen Kurſus
wird insbeſondere den dem Holzbearbeitungsgewerbe
angehörenden Handwerkern eine geeignete
Ausbildungs=
gelegenheit zur Ausführung von Holzbildhauerarbeiten
in ihrem Berufe gegeben. Die Unterrichtserteilung iſt
ſchon ſeit Jahren Herrn Bildhauer Pitro in
Darmſtadt=
anvertraut.
Klein=Auheim, 19. Nov. In der hieſigen Spar=
und Leihkaſſe iſt ein Fehlbetrag in Höhe von
9000 Mark entdeckt worden. Der Rechner iſt ſeines Amtes
enthoben worden und wohnt nicht mehr in Klein=Auheim.
Dem Vernehmen nach ſoll der Rechner verhaftet
wor=
den ſein. Er iſt jedoch in der Lage, den Fehlbetrag zu
er=
ſetzen. (Offb. Ztg.)
Offenbach, 19. Nov. Im Laufe der verfloſſenen Woche
wurden aus den Wartezimmern hieſiger Aerzte während
der Spfechſtunden wiederholt Ueberzieher der
Patienten geſtohlen. Der Dieb verſetzte die
Kleidungsſtücke ſtets unmittelbar bei hieſigen
Pfandver=
mittlern. Es handelt ſich um den 27jährigen Taglöhner
Heinrich Friele aus Mainflingen, der als rückfälliger
Dieb=
dem Gerichte zugeführt wurde. — Ein ſchwerer Einbruch
wurde am Samstag nachmittag in Abweſenheit des
Wohnungsinhabers in dem zweiten Stock des Hauſeh
Biebererſtraße 50 verübt. Der Dieb erbrach einen Schrank
und entwendete daraus 180 Mark. Von dem Täter fehlt
bis jetzt jede Spur. — Die Stadt gewährt auch in dieſem
Jahre eine Ehrengabe im Betrage von 25 Mark
denjenigen hier wohnhaften reichsdeutſchen
Kriegs=
teilnehmern von 1864, 1866 und 1870/1871,
ein=
ſchließlich der auf den Kriegsſchauplätzen tätig geweſenen
Nichtkombattanten, die ein Einkommen von nicht mehr
als 1500 Mark haben, oder bei einem höheren Einkommen
in bedürftigen Verhältniſſen leben. — Wie der „
Offen=
bacher Hilfsverein” mitteilt, iſt ihm heute durch das
Se=
kretariat der Freimaurerloge „Carl und Charlotte zur
Treue” anläßlich ihrer Jahrhundertfeier die Summe von
1000 Mark zum Beſten ſeiner wohltätigen Beſtrebungen
überwieſen worden.
* Nauheim, 19. Nov. Der Turnverein hielt in ſeinem
Vereinslokal (Georg Dammel) eine außerordentliche
Gene=
ralverſammlung ab. Nachdem der 1. Vorſitzende, Herr
Wedel, die zahlreich erſchienenen Mitglieder des Vereins
begrüßt und ihnen für ihr Erſcheinen beſtens gedankt
hatte, wurde in den Hauptgegenſtand der Tagesordnung
— die Bildung der Ausſchüſſe für das 25jährige Vereins=
und Präſidentenjubiläum, verbunden mit dem 29.
Gau=
turnfeſt des Mainrodgaues — eingetreten. Kurz
legte im Auftrage des Vorſitzenden der 1. Schriftführer
W. Berz die Wünſche des Vorſtandes zum Feſte dar.
Feuilleton.
— Die Muſikkritik und der Frankfurter
Cäcilien=
verein. Der Frankfurter Journaliſten= und
Schriftſteller=
verein hat nach eingehender Beſprechung des Vorgehens
des Frankfurter Cäcilienvereins gegen die Frankfurter
Zeitung in ſeiner letzten Mitgliederverſammlung unter
Teilnahme der Vertreter der verſchiedenen Frankfurter
und auswärtiger Zeitungen folgenden Beſchluß
einſtim=
mig gefaßt:
Der Frankfurter Cäcilienverein hat in einer
außer=
ordentlichen Mitgliederverſammlung vom 14. November
1912 beſchloſſen, „von der Zuſtellung einer Freikarte an
die Frankfurter Zeitung für das erſte Konzert im
Winter=
ſemeſter 1912/1913 abzuſehen” mit der Begründung, daß
er das Urteil ihres Kritikers P. B. über die künſtleriſche
Perſönlichkeit ſeines Leiters in weſentlichen Punkten für
unrichtig halte und nicht erwarte, daß der Kritiker von
dieſer Meinung „ſo ſchnell” abgehen werde. Dieſes
Vor=
gehen ſteht in engſtem Zuſammenhang mit dem Vorgehen
der Frankfurter Muſeumsgeſellſchaft gegen die
Frank=
furter Zeitung. Wie der Frankfurter Journaliſten= und
Schriftſtellerverein ſich gegen jenes Vorgehen gewandt
hat, ſo erblickt er auch in dem Beſchluß des
Cäcilien=
vereins einen ſchweren Angriff auf die Freiheit und
Un=
abhängigkeit der Kritik. Er hält dieſen Vorſtoß des
Cä=
cilienvereins für grundſätzlich noch ſchwerwiegender, weil
er erſtens in der Wahl des Ausdrucks „Freikarte” ſchon
den Begriff einer Leiſtung ausdrückt, die eine
Gegen=
leiſtung fordert, und weil er zweitens in der bedingten
Verſagung der Karte für das „erſte” Konzert offenbar
andeuten will, daß die Karte durch künftiges
Wohlver=
halten zurückerworben werden kann.
Der Frankfurter Journaliſten= und Schriftſtellerverein
proteſtiert einmütig gegen das beleidigende Vorgehen
des Cäcilienvereins und erwartet von den Berufskollegen
den Verzicht auf kritiſche Beſprechungen der
Veranſtal=
tungen des Cäcilienvereins.
C2) Die Kleiderrechnung der ſparſamſten Königin.
Königin Mary von England iſt unter allen
Königinnen der Großmächte unumſtritten die ſparſamſte
Hausfrau und im beſonderen bleiben ihre
Kleiderrech=
nungen weit hinter denen zurück, was andere Frauen
uf dem Throne für Garderobe ausgeben. Ihre
An=
ſchaffungen ſind zwar kaum geringer als die anderer
Königinnen und Erſparniſſe können hier ſchwer gemacht
werden, da die umfangreichen Repräſentationspflichten
ein gewiſſes Maß vorſchreiben, das nicht verkleinert
wer=
den kann. Aber die heutige Königin von Großbritannien
iſt ſchon in ihrer Mädchenzeit zu einer ſtrengen, ganz
hausmütterlichen Sparſamkeit erzogen worden und ihre
wirtſchaftliche Begabung ließ ſie auch nach ihrer Krönung
die Wege finden, auf denen Erſparniſſe gemacht werden
können. So verbraucht Königin Mary ungleich weniger
Kleidergeld als Königin Alexandra, die Gemahlin König
Eduards. Und ſie erzielt ihre Erſparniſſe dadurch, daß
ſie billig zu kaufen verſteht und vor allem: weil ſie die
ein=
mal gekauften Roben öfter und länger trägt als andere
Königinnen. Die billigen Preiſe, die Königin Mary für
ihre Kleider bezahlt, können manche reiche Frau mit Neid
erfüllen. Der Herrſcherin ſteht bei den Ankäufen und bei
der Prüfung der Rechnungen, die ſie ſtets perſönlich
vor=
nimmt, in der Obergarderobiere Mrs. Clerk, eine
Be=
raterin zur Seite, die ſelbſt früher Jahre lang im
Mo=
diſtenberuf geſtanden hat und Preiſe aus Erfahrung zu
beurteilen verſteht. Die Modiſtinnen, die für Königin Mary
arbeiten, haben keine Ausſichten auf fette Verdienſte, die
Preiſe müſſen ſehr billig gehalten werden. Am liebſten
trägt die Königin einfache Schneiderkleider aus Serge
und für eines dieſer Kleider zahlt ſie nur 140 Mark, alſo
einen Preis, für den eine erſtklaſſige Modiſtin ſonſt kaum
arbeiten wird. Der indirekte Nutzen, der den Schneidern
und Schneiderinnen aus der Tatſache erwächſt, für die
Königin arbeiten zu dürfen, mag bei dieſen niedrigen
Preiſen eine Rolle ſpielen: jedenfalls bezieht die Königin
ihre Garderobe billiger als die meiſten Damen der höheren
Geſellſchaftsklaſſe und ſie hält ſtreng darauf, daß die ein=
geführten Preiſe nicht überſchritten werden. Als vor zwek
Jahren ein Schneider ihr zwei gelieferte Schneiderkoſtüme
aus blauem Serge und ſchottiſchem Wollſtoff mit 160 Mark
für das Kleid in Rechnung ſtellte, wurde ſeine Forderung
zwar ſofort beglichen, aber einen neuen Auftrag hat er
nie mehr erhalten. Auch die großen Toiletten ſind, wie
eine ihrer Kammerfrauen berichtet, verhältnismäßig billig.
Die Königin muß ſich, um ihren Repräſentationspflichten
zu genügen, im Jahre durchſchnittlich 40 bis 50 neue
Kleider anſchaffen. Für ein Morgenkleid legt ſie dabei
höchſtens 500 Mark an und für ein Abendkleid ſind 800
Mark ſchon eine große Ausgabe. Die Morgenkleider trägt
ſie aber dann 20 oder 30 Mal und auch eine Abendtoikette
legt ſie zehn oder zwölf Mal an, ehe das Kleid ausrangiert
wird. Nicht ſelten werden die Abendtoiletten durch Mrs,
Clerk, die eine geſchickte Schneiderin iſt, ein wenig
ver=
ändert, ſo daß ſie vor dem Blick der Hofgeſellſchaft als
neue Kleider erſcheinen.
Alles in allem gibt die Königin für Kleider im Jahre
allerhöchſt 16000 Mark aus und wenn man bedenkt, daß
hierfür 40 bis 50 Roben, Koſtüme und Straßenkleider
an=
geſchafft werden, wird man zugeſtehen, daß die Königin
mit ihren Mitteln zu wirtſchaften verſteht. Für ein
Abendkleid aus Seidenfoulard bezahlte die Königin im
vergangenen Jahre 240 Mark, für eine Zephirrobe, als
Tunika gearbeitet, mit Spitzenkragen und
Spitzen=
manſchetten 200 Mark, für eine Robe aus Seidencrepon
mit einer durchſichtigen Ninonweſte mit beſter Seide
ein=
gefaßt 360 Mark und für eine Robe aus rötlichem Crèpe,
mit Goldſtickereien und Goldſtoff verbrämt und iriſchem
Spitzeneinſatz 500 Mark. Die gleiche Sparſamkeit waltet
bei der Anſchaffung der Hüte. Die Königin kauft ſich im
Jahre höchſtens zehn bis zwölf teure Hüte, für die 200,
bisweilen auch 300 Mark angelegt werden; 400 Mark für
einen Hut gehört ſchon zu den Seltenheiten. Im
ver=
gangenen Sommer bevorzugte ſie Hüte aus Tagal, kaufte
auf einmal ein halbes Dutzend, die verſchieden garniert
wurden, und zahlte ſchließlich für jeden Hut 120 Mark.
Alles in allem hat die Königin gewöhnlich zwei Dutzend
Nummer 274.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 5.
Sodann wurde zur Wahl der Ausſchußmitglieder
ge=
chritten. Zum Vorſitzenden des Feſtausſchuſſes wurde
der Großh. Bürgefmeiſter Berz gewählt, der ſeinerſeits
die Wahl dankend annahm. Das Feſt ſelbſt ſoll am 5., 6.
und 7. Juli 1913 ſtattfinden. U. a. wurde noch beſchloſſen,
Em Januar nächſten Jahres einen Maskenball abzuhalten.
Mainz, 19. Nov. Das Journal ſchreibt: Keine
Nibelungenhalle — ſondern eine Wagnerbüſte
Em Foyer des Stadttheaters. Im Mai 1909 wurde ein
Aufruf erlaſſen, der in der Bitte gipfelte, zur Errichtung
einer Nibelungenhalle im hieſigen Stadtpark Geldbeiträge
zuzuwenden. Der Plan konnte indeſſen nicht verwirklicht
werden, da ſich im Laufe ſeiner Bearbeitung eine Reihe
von Schwierigkeiten — nicht zuletzt ſolche finanzieller
Natur — einſtellten, deren Ueberwindung unmöglich
er=
ſchien. Nachdem ſich dieſe urſprünglich ins Auge gefaßte
Ehrung des großen Meiſters Richard Wagner als
unaus=
führbar erwieſen hat, iſt ein neuer (minder koſtſpieliger)
Plan aufgetaucht, der nämlich, eine künſtleriſch
ausge=
führte Büſte des Dichter=Komponiſten im Foyer unſeres
Stadttheaters aufzurichten, wobei ausſchlaggebend war,
daß Wagner ſeine reifſten Werke, wie den „Ring des
Nibelungen” und die einzig ſchönen „Meiſterſinger von
Nürnberg” zum Teil am Rhein entwarf und ein hieſiger
Verleger (Schott) der Ehre des Verlages dieſer Werke
teil=
haftig wurde. Die Aufſtellung der Büſte ſoll eventl. ſchon
zur Säkularfeier des Meiſters, am 22. Mai 1913, möglich
ſein, wenn alle Geldgeber mit dieſem neuen Plane
ein=
verſtanden ſind.
Mainz, 19. Nov. Das ſtädtiſche Elektrizitätsamt
Mainz veranſtaltet vom 19. November bis 8. Dezember
in der Stadthalle eine elektriſche Ausſtellung.
Den Hauptraum der Schau nimmt die elektriſche
Indu=
ſtrie mit etwa 50 Ausſtellern in Anſpruch, die die
Ver=
wendbarkeit der Elektrizität in Gewerbe, Induſtrie,
Land=
wirtſchaft, Haushalt, Heilkunde und Beleuchtung vor
Augen führt. Elektriſch betriebene Bäckereien, Metzgereien,
eine vollſtändige Landwirtſchaft mit allen Ackergeräten
und mit elektriſchen Inneneinrichtungen, aber auch
Tele=
phonverbeſſerungen, Fernſchreibapparate, neue Motoren
Erzeugniſſe der Beleuchtungsinduſtrie uſw. ſind
ausge=
ſtellt. Vorträge mit experimentellen Vorführungen ſollen
die Kenntnis der elektriſchen Kraft in die weiteſten Kreiſe
tragen, um namentlich dem kleinen Mann in Stadt und
Land in der Elektrizität die Kraft zu zeigen, die ihm
hel=
fen kann, den Konkurrenzkampf gegen den Großbetrieb
erfolgreich aufzunehmen. — Zur Reſtaurierung der
Karmeliterkirche werden von den
Stadtverord=
neten 165000 Mark angefordert. Die Kirche iſt ein
kunſt=
hiſtoriſch wertvoller Bau und enthält eine Reihe
wert=
voller Wandgemälde. Sie ſoll nach der Reſtaurierung
als Muſeum Verwendung finden.
* Worms, 19. Nov. Unter zahlreicher Beteiligung fand
hier die 2. Hauptverſammlung des „Werbevereins Dahms
für Stenotachygraphie, Landesverein Heſſen” ſtatt. Das
vormittags um 10 Uhr abgehaltene öffentliche
Wett=
ſchreiben hatte ſich ſtarker Beteiligung zu erfreuen und
erbrachte wieder den Nachweis, daß das ſtenotachygraphiſche
Syſtem in bezug auf Leiſtungsfähigkeit auch den
weit=
gehendſten Anforderungen der Praxis genügt. Dex erſt
17jährige Gg. Bickelhaupt=Darmſtadt folgte einem
4 Minuten dauernden Diktat in der Geſchwindigkeit von
620 Silben pro Minute und erhielt auf Grund einer faſt
fehlerloſen Ueberſetzung einen 1 und einen wertvollen
Ehrenpreis. Dem gemeinſamen Mittagsmahle ſchloß ſich
ein Rundſpaziergang durch Worms an, worauf man
nach=
mittags 3 Uhr in die Verhandlungen eintrat. Nach
Er=
ledigung verſchiedener interner Verbandsangelegenheiten
erörterte man in der lebhafteſten Weiſe den wichtigſten
Punkt der Tagesordnung, nämlich die Frage der bereits
ins Werk geſetzten Einigungsaktion zwiſchen dem
Werbe=
verein Dahms und dem Deutſchen Stenotachygraphen=
Verbande. Eine diesbezügliche Reſolution fand
ein=
ſtimmige und begeiſterte Aufnahme, und ſoll den
maß=
gebenden Stellen unterbreitet werden. Die Einigung der
geſamten ſtenotachygraphiſchen Schule iſt damit ſo gut wie
geſichert. Die nächſte Hauptverſammlung wird in
Offen=
bach a. M. abgehalten.
— Gießen, 19. Nov. Am Sonntag hielt der heſſiſche
Gauverband gegen den Alkoholismus
hier ſeine 4. Tagung ab. Am Morgen wurde in
An=
weſenheit aller Behörden eine große Ausſtellung über
den Alkoholismus eröffnet durch eine Anſprache des
Vor=
ſitzenden der Landesverſicherungsanſtalt Darmſtadt, Geh.
Rat Dr. Dietz, im Namen des Ortskomitees dankte
Herr Medizinalrat Dr. Dietz, für den heſſiſchen
Gauver=
band ſprach deſſen Geſchäftsführer Pfarrer Grein=Kaichen.
Im Namen der Behörden antwortete der Rektor Prof.
D. Eck, der in feinen Worten die voſitiven Aufgaben der
Abſtinenzbewegung hervorhob. Nach einem gemeinſamen
Eſſen im Hotel Schütz fanden die geſchäftlichen
Verhand=
lungen ſtatt, in denen von einem ſehr guten Fortgang
der Bewegung in Heſſen berichtet werden konnte. Die
Verhandlungen gaben vielfache Anregung für künftige
Ar=
beit. Beſonders die Jugendarbeit, in der ſchon ſeither
überraſchende Erfolge zu verzeichnen waren, und bei der
die Unterſtützung der Behörden in weitem Maße zur
Ver=
fügung ſtand, ſoll noch energiſcher ins Auge gefaßt wer=
den. Es fand dann ein öffentlicher Vortrag ſtatt von
Herrn Pfarrerr Weber=Langgöns über: „Unſere
Auf=
gaben auf dem Land”, an den ſich unter lebhafter
Betei=
ligung, beſonders von Lehrern und Pfarrern, eine ſehr
lebhafte, fruchtbare Diskuſſion anknüpfte. Am Abend
fand in der überfüllten neuen Aula ein Lichtbildervortrag
von Herrn Dr. Strecker, Bad=Nauheim, ſtatt, der es
meiſterhaft verſtand, in die Bedeutung der Alkoholfrage
hineinzuführen. Im Laufe der Woche wird noch eine
Reihe von Vorträgen ſtattfinden. So redet
Kapitän=
leutnant Paaſche am Dienstag zu den Studenten, Dr.
Wilker=Jena behandelt am Mittwoch das Thema:
Alko=
hol und Schule, Profeſſor Dr. Meſſer=Gießen am Freitag:
Alkohol und Sozialethik, und Lehrer Schöpp=Mainz ſpricht
am Samstag zu den Arbeitern.
(*) Romrod, 18. Nov. Bedeutende bauliche
Ver=
änderungen ſollen in dem hieſigen Schloſſe des
Großherzogs vorgenommen werden. Es ſoll zwiſchen
dem Kanzleibau und Herrenbau ein Anbau angegliedert
werden, der einen großen Speiſeſaal, ein Arbeitszimmer,
ein Badezimmer und darüber eine Glasveranda als
Wandelbahn enthalten ſoll. Wie verlautet, wird der
Kaiſer gelegentlich des nächſten Kaiſermanövers, das im
Taunus und in der Wetterau ſtattfinden ſoll, im hieſigen
Schloſſe Wohnung nehmen. Die Großherzogl. Familie
wird künftig in jedem Sommer mehrere Wochen hier
verweilen.
Hüte im Gebrauch. Die Ausgaben für Schuhzeug
er=
reichen jährlich nicht ganz 1200 Mark und für Wäſche hat
die Königin überhaupt keine Ausgaben, hierin genügt
ihre prachtvolle Brautausſtattung, deren Wert auf über
100000 Mark geſchätzt wird, allen Anſprüchen, ohne
Neuanſchaffungen notwendig werden zu laſſen.
* Canalejas zum zweiten Male ermordet. Große
Empörung hat in Madrid das Vorgehen einer Filmfabrik
hervorgerufen, die, um ihren Konkurrenten zuvorzukom
men, und um ihrem Publikum die Ermordung des
Mi=
niſterpräſidenten im Film vorzuführen, zu einem geradezu
frivolen Mittel gegriffen hat. Am Vormittag erſchien auf
der Puerta del Sol ein Herr, der in Kleidung völlig dem
toten Miniſterpräſidenten glich, und deſſen Geſicht mit
Hilfe kosmetiſcher Mittel Canalejas auf das Haar ähnelte.
In ſeiner Begleitung befanden ſich mehrere Herren, die
das Gefolge Canalejas’ vorſtellten. Plötzlich erſchien an
der Tür der Buchhandlung, vor der der
Pſeudominiſter=
präſident ſtehen blieb, ein junger Mann in der Geſtalt des
Attentäters und feuerte mehrere Schüſſe ab. Im nächſten
Moment wälzten ſich der angebliche Miniſterpräſident und
der angebliche Attentäter am Boden. Des Publikums
be=
mächtigte ſich eine große Panik, die die beiden am Boden
Liegenden benutzten, um ſich zu erheben und in einem
Auto, in dem der Operateur der Filmfabrik ſaß, das Weite
zu ſuchen.
* Magerkeit und Korſettloſigkeit. Man ſchreibt der
Köln. Ztg aus Paris: Die Schultern und Hälſe, die die
Pariſerinnen augenblicklich aus den mehr als tiefen
Aus=
ſchnitten ihrer Ball= und ſonſtigen Geſellſchaftskleider
herausragend zeigen, ſind von geradezu erſchreckender
Magerkeit. Das hängt mit der Mede der vergangenen
Jahre zuſammen, wo die elegante Frau, nur der ſchlanken
Linie willen, dem Fleiſchanſatz entgegenarbeitete. Heute
iſt es durchaus modern, möglichſt viel Knochen im
Aus=
ſchnitt zu zeigen und möglichſt wenig Fleiſch. Die durch
die Fleiſchloſigkeit herbeigeführte Schlankheit macht
augen=
blicklich auch das Korſett zum entbehrlichen
Toiletten=
gegenſtand, da mit der möglichſt dünnen Körperlinie, wie
man ja wohl weiß, in den letzten Jahren auch das
Be=
ſtreben Hand in Hand ging, den natürlichen Formen des
Körpers gerecht zu werden, und ſogar das Vorhandenſein
des Bauches nicht mehr durch Einſchnüren abzuleugnen.
An Stelle des Korſetts iſt für die elegante Frau eine Art
von Futteral aus Seidengewebe getreten, das als Jerſey
im Handel iſt, und das ſich wie ein Handſchuh um die
Geſtalt ſchmiegt dieſe von den Schultern bis zu den Knien
gleichmäßig, nicht eng, aber gerade anliegend, umſpannend.
An den Knien werden daher an dieſem Jerſey auch
Strumpfhalter angebracht. Fiſchbeine finden nur noch
bei denjenigen Frauen in dieſem Futteral Anwendung,
die ihr Fett nicht haben abſchaffen können.
* Elſa und das Divankiſſen. Aus Königsberg wird
den Münch. N Nachr. geſchrieben: Ein eigenartiges
Mißgeſchick zerſtörte in der Neueinſtudierung von
Wag=
ners „Lohengrin” an unſerem Stadttheater die Stimmung
des Brautduetts „Höchſtes Vertrauen haſt du mir ſchon
zu danken”: Lohengrin und Elſa hatten es ſich auf dem
Brautdivan bequem gemacht; als ſich nun Elſa erhob,
merkte ſie gar nicht, daß ſie ein großes Divankiſſen, das
ſich am Brautkleide feſtgehakt hatte, mitnahm. Dieſes
Divankiſſen erwies ſich als im wahrſten Sinne des
Wor=
tes „anhänglich” und gab, als Elſa ihren ſchönen Rücken
dem Publikum zeigte. Anlaß zu einer ganz reſpektloſen
Heiterkeit, die erſt ihr Ende fand, als Lohengrin mit
feſter Hand eingriff und das Kiſſen dahin beförderte,
wo es hin gehörte: auf den Brautdivan.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Nov. Wie das
Ber=
liner Tageblatt hört, iſt Profeſſor James Israel nach
Rußland gereiſt. Seine Umgebung wahrt das
ſtrengſte Stillſchweigen über den Zweck und
das Ziel der Reiſe. — In ſeinem Heim
Hildenbrandſtraße 5 iſt heute nacht der frühere
Staats=
kommiſſar der Berliner Börſe und jetzige Direktor der
Kommerz= und Diskontobank, Wirkl. Geh. Regierungsrat
Theodor Hemptenmacher, im Alter von 58 Jahren
nach längerer Krankheit geſtorben. — Bei dem geſtrigen
Schluß der Auktion Johannes Orth kamen alte
Fahnen öſterreichiſcher Regimenter aus der Zeit Maria
Thereſias für 1600 und 500 Mark zum Verkauf. Die Erben
Orths brachten ſie an ſich. — Ein ungewöhnlicher
Diebſtahl wurde in der Nacht zum Sonntag auf dem
Wagenplatz der Spedition Paul Werner in der Seeſener
Straße verübt. Diebe ſchafften deei große Möbelwagen
weg, von denen der eine voll beladen war. Alle
Nach=
forſchungen waren bisher ohne Erfolg. Die beſtohlene
Firma erleidet einen Geſamtſchaden von über 10000
Mark.
Wiesbaden, 19. Vov. Der amerikaniſche Botſchafter
in Berlin, Miſter Lekſhman, und der deutſche Geſandte
in Teheran, Prinz Heinrich von Reuß XXXI.,
ſind hier zu längerem Aufenthalt eingetroffen.
München. 19. Nov. Prinzeſſin Iſabella hat die
Klage auf Nichtigkeitserklärung ihrer Ehe mit dem
Prinzen Georg beim Münchener Oberlandesgericht
an=
hängig gemacht.
Rom, 19. Nov. Ein Bauunglück forderte geſtern
unter Schulkindern im Stadtteil Traſtevere mehrere
Opfer. Ein einſtürzendes Dachgeſims begrub acht
Per=
ſonen unter den Trümmern, darunter drei Geſchwiſter,
die ſich auf dem Schulwege befanden. Das jüngſte der
drei Kinder, ein Mädchen, ſtarb bald nach dem Unglück,
zwei Brüder wurden ſchwer verletzt. Ebenſo erlitten vier
andere Perſonen lebensgefährliche Verwundungen. Der
Bürgermeiſter von Rom, Nathan, erſchien ſofort an der
Unglücksſtelle.
Paris, 19. Nov. Beim 160. Infanterie=Regiment in
Toul traten wiederum zahlreiche
Fleiſchvergiftun=
gen auf. Von einer Korporalſchaft liegen 6 Mann, von
einer anderen 7 Mann ſchwer krank danieder. Die
Be=
mühungen der Aerzte haben eine Beſſerung
herbei=
geführt.
Breſt, 19. Nov. Gegen den ſozialiſtiſchen
Bürger=
meiſter Meſſon, der an der Spitze der Arbeiter an der
Straßenkundgebung gegen den Krieg teilgenommen
hatte, wurde von einem Polizeikommiſſar Anzeige
wegen nächtlicher Ruheſtörung erſtattet. Um
ſich zu rächen, ſtellte der Bürgermeiſter bei der Prüfung
der Bewerbungen um eine Anſtellung bei der ſtädtiſchen
Polizei zwei Fragen: Erſtens: Würden Sie die
Bevöl=
kerung, falls dieſe auf der Straße gegen die
Lebens=
mittelteuerung manifeſtieren ſollte, auf Befehl Ihres
Vorgeſetzten auseinandertreiben? Zweitens: Würden
Sie im Falle eines Krieges auf dem Schlachtfelde auf
die Feinde ſchießen? Die Bewerber, die dieſe Fragen
nicht entſprechend den Anſchauungen des Bürgermeiſters
beantworteten, wurden von der Liſte geſtrichen.
Zarskoje Sſelo, 18. Nov. Der Thronfolger hat
die Reiſe von Spala hierher gut überſtanden. In den
letzten vier Tagen blieb die Temperatur andauernd unter
37 Grad.
Petrikau, 18. Nov. Der Prozeß gegen die
Klo=
ſterbrüder von Czenſtochau, der im März d. J.
geführt wurde, und mit ſeinen Enthüllungen über die
Zuſtände auf Jasna Gora, dem berühmteſten Wallfahrts=
orte der Polenheit, die Aufmerkſamkeit der geſamten
ge=
ſitteten Menſchheit auf ſich lenkte, erfährt dieſer Tage eine
neue Auflage, da ſowohl die Verurteilten, wie der
Ver=
treter der Anklage Berufung eingelegt haben. Die
Be=
rufungsverhandlung beſchäftigt ebenfalls das Petrikauer
Bezirksgericht, aber vor einer detachierten Abteilung des
Warſchauer Gerichtshofes. Wie noch erinnerlich, handelte
es ſich bei dem Prozeß um die Angeklagten: den
Paulaner=
pater Damaſy Macoch, die Mönche Baſil Oleſinski und
Iſidor Starczewski, ſowie die frühere Telephoniſtin
Helena Krzanowska, verehelichte Macoch. Als
Haupt=
angeklagter erſchien der Pater Damazy Macoch, der des
vielbeſprochenen Kleinodienraubes der Mutter Gottes von
Czenſtochau und ferner der Ermordung ſeines Vetters, des
Poſthalters Waclaw Macoch aus Graniva, beſchuldigt
wurde, während die übrigen Angeklagten der Beihilfe zu
dieſer Tat angeklagt waren. Der Gerichtshof verurteilte
nach mehrtägiger Verhandlung Damazy Macoch zu zwölf
Jahren Zwangsarbeit, die nach dem Verluſte der ruſſiſchen
Inſel Sachalin an die Japaner durch Zuchthausſtrafe von
gleicher Dauer zu erſetzen iſt, die Helena Macoch, geb.
Krzanowska, erhielt zwei Jahre Gefängnis, Starczewski
fünf Jahre und Oleſinski zweieinhalb Jahre Zuchthaus.
Zwei weitere Angeklagte, gegen die nachträglich Anklage
erhoben worden war, kamen mit mehrmonatlichen
Ge=
fängnisſtrafen davon. Die Berufung der Verurteilten
richtete ſich namentlich gegen die Höhe des Strafmaßes.
Aus dieſem Grunde haben die Verteidiger eine ganze
Reihe neuer Zeugen laden laſſen.
Warſchau, 18. Nov. Sonntag nachmittag, als die
Polizei in Czenſtochau zwei bekannte Terroriſten
verfolgte, verletzten dieſe durch Schüſſe mehrere
Po=
liziſten und Arbeiter, die ſich an der Verfolgung
betei=
ligten. Beide Räuber, namens Blukacz und Kozlowski,
wehrten ſich gegen ihre Verhaftung, indem ſie zwei
Bom=
ben ſchleuderten, die eine Frau verletzten, worauf ſie
in den inneren Hof des berühmten Paulinerkloſters
Jas=
nagora entkamen und dort in den hohen Kloſterturm
kletterten, wo die Verbrecher ſich dann verbarrakidierten.
Sie unterhielten aus dem Turmbalkon und den Fenſtern
mit Browningpiſtolen und Mauſergewehren eine
mehr=
ſtündige fortwährende Schießerei gegen eine
be=
lagernde Abteilung Infanterie und Polizei, die zunächſt
vergebens den Turm beſetzen wollten. Bei dem Verſuch
wurden noch einige Poliziſten verletzt. Als gegen 10 Uhr
abends das Feuergefecht einigermaßen aufgehört hatte,
verſuchten Parlamentäre der Behörden, ſowie
Pauliner=
mönche die Banditen zu überreden, ſich zu ergeben; doch
vergebens. Man probierte dann, die immerfort
ſchie=
ßenden Räuber mit giftigen Gaſen und Waſſerſtrahlen
aus Feuerwehrſpritzen unſchädlich zu machen und
feſt=
zunehmen; doch wiederum waren alle Anſtrengungen
um=
ſonſt. Dann wurde durch eine Pyroxylin=Patrone die
Turmmauer teilweiſe in die Luft geſprengt und ein
Ma=
ſchinengewehr herbeigeholt und mit dieſem der
Kloſter=
turm bombardiert. Das dauerte bis Mitternacht. Dann
drang die Polizei in den gänzlich zerſchoſſenen Turm
ein und fand die von Kugeln durchbohrte
Leiche Kozlowskis inmitten von Browningpiſtolen und
anderen Schießzeugen, nebſt hundert noch
unverſchoſſe=
nen Patronen. Ein zweiter oder noch mehrere Räuber,
die ſich innerhalb der Kloſtermauern verſteckt haben
moch=
ten, wurden bis heute früh noch nicht entdeckt. Die
Kloſterbelagerung bezw. Durchſuchung dauert auch heute
noch fort. Hunderte von Pilgern, die geſtern zur
Mutter=
gottes=Kapelle wallfahrteten, fanden das Kloſter
abge=
ſperrt und können erſt ſpäter eingelaſſen werden.
Bis=
her wurden in dieſer Affäre etwa zwanzig Verdächtige
verhaftet. Alle Petrikauer Behörden ſind an Ort
und Stelle geeilt. Die Mönchszellen des Kloſters und
viele Heiligenbilder ſind ſtark von Kugeln durchbohrt und
beſchädigt.
Bukareſt, 19. Nov. Die bekannten
Getreidekommiſ=
ſionäre und Reeder im Hafen von Braila, Gebrüder
Ko=
mia, ſind mit Hinterlaſſung von Schulden in Höhe von
2½ Millionen Kronen flüchtig geworden. Der
Zu=
ſammenbruch dieſer Getreidefirma hängt mit den Folgen
des Balkankrieges zuſammen. Am meiſten geſchädigt ſind
rumäniſche Banken.
New=York, 18. Nov. In dem Prozeß gegen die
Mörder Roſenthals bezeichnete der Staatsanwalt
in ſeinem dreiſtündigen Schlußplädoyer die vier
Ange=
klagten und den Spieler Roſe als die eigentlichen
Mör=
der Roſenthals und die Urheber der diaboliſchen
Ver=
ſchwörung. Roſe und die anderen Zeugen aus
Spieler=
kreiſen ſeien niedrige Kreaturen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
nehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion iyr Urteil voc.)
— Willy Burmeſter=Konzert. Das Programm,
das der berühmte Geiger in ſeinem Darmſtädter Konzert
am nächſten Samstag bringen wird, iſt geeignet, ganz
beſonderes Intereſſe zu erregen, zumal es faſt lauter
Nummern enthält, die Burmeſter bisher hier noch nie
geſpielt hat. Den Anfang macht die Beethovenſche
Es-
dur=Sonate op. 12, Nr. 3. Man weiß ſeit langem, daß
gerade Burmeſter einer der berufenſten Interpreten
Beethovens iſt. Ihm fehlt weder der breite, große Ton,
noch die gereifte Männlichkeit, noch der Stil, am
aller=
wenigſten aber die gewaltige Technik, die für dieſen
Hoch=
geſang der Geige unumgängliche Vorausſetzungen ſind.
Es folgt ein altberühmtes Meiſterwerk: das köſtliche
A-moll=Konzert des alten Viotti, das noch nicht das
min=
deſte von ſeiner Friſche und Urſprünglichkeit eingebüßt
hat. „Was da von Burmeſter im einzelnen geleiſtet wird”
heißt es in einem auswärtigen Blatte, „iſt gar nicht
nach=
zurechnen, in der Variabilität des Striches vom
ſinnver=
wirrenden Spiel des Handgelenkes bei den Preſtiſſimos
bis hin zu den langgezogenen Diminuendi des Adagios,
die buchſtäblich kein Ende nehmen wollten, von Flageolets.
Terzen, Sexten und Oktaven ganz zu ſchweigen — es
war ein wahrhaft großer Eindruck.” Mit das
Vollende=
teſte wird der Künſtler dann wohl wieder in den kleinen
Stücken eigener Bearbeitung bieten, in deren Entdeckung
Burmeſter ja immer die glücklichſte Hand bewieſen hat.
Es ſind fünf zum erſten Male geſpielte Tänze von
Mar=
tini, Hummel, Weber und John Field, wahre Kleinodien
muſikaliſcher Kleinkunſt. Eine Bravournummer,
Wie=
niawskis „Fauſt=Phantaſie” die der Künſtler virtuos und
ergreifend zugleich zu ſpielen weiß, wird den intereſſanten
Abend beſchließen.
Darlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 19. Nov. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer wird am Dienstag,
den 26. November, zur Abhaltung einer Sitzung
zuſam=
mentreten, deren Hauptberatungsgegenſtand eine
Erör=
terung über die durch die Nichtveröffentlichung des
Ini=
tiativgeſetzentwurfs in betreff der Abänderung der
Ge=
haltsordnung für Beamten der beiden Ständekammern
bilden dürfte. Weiter wird in dieſer Sitzung noch die
Verleſung verſchiedener zum Druck vorbereiteter Berichte
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Nummer 274.
der Ausſchußreſerenten und die Grledigung mehrerer
lei=
nerer Vorlagen erfolgen. — Der
Geſetzgebungs=
ausſchuß der Zweiten Kammer tritt ebenfalls
dem=
nächſt wieder zuſammen, um die Regierungsvorlage, betr.
die Abänderung des Geſetzes über die Handelskammern,
für die Beratung im Kammerplenum vorzubereiten.
Aus dem Reichshaushaltsetat für 1913.
* Berlin, 18. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung veröffentlicht die wichtigſten Zahlen aus dem
Reichshaushaltsetat für 1913. Er ſchließt im
Or=
dinarium in Einnahme und Ausgabe mit 3048 330 496 M.
ſab (gegen das laufende Jahr plus 296 668 509 M.). Darin
ſind 104814555 M. zur Abbürdung der Vorſchüſſe der
Heeresverwaltung, ſowie zur Bereitſtellung von
Betriebs=
mitteln für Marinebekleidungsämter enthalten. Das
reine Mehr beträgt 191853954 M.
Aus Anlaß der Heeresverſtärkung ſollen im
Rechnungsjahr 1913 neu errichtet werden: Eine
Inſpektion der Eiſenbahntruppen, ein
Eiſenbahnbrigade=
ſtab, 93 Maſchinengewehr=Kompagnien, 1 Kavallerie=
Regiment mit niedrigem Etat, 11 Scheinwerferzüge, 1
ſelbſtändiges Eiſenbahnbataillon, die 4.
Kompag=
nie des Kraftfahrbataillons, die 4. Kompagnie bei
5 Trainbataillonen, 1 Remontedepot, 1 Artilleriedepot in
Altona unter Wegfall des Neben=Artilleriedepots in
Stade; außerdem je 1 Bataillon Infanterie mit
niedri=
gem Etat in Sachſen und Württemberg, ſowie ein
Regi=
mentsſtab und ein Bataillon Fußartillerie in Sachſen.
Etatserhöhungen treten ein: bei dem
Militär=
reitinſtitut, bei 31 fahrenden Batterien Feldartillerie vom
niedrigen auf den mittleren Etat, bei 12 fahrenden
Bat=
terien Feldartillerie vom mittleren auf den hohen Etat,
bei den Bataillonen der Eiſenbahnregimenter Nr. 1 bis
3, bei der Betriebsabteilung der Eiſenbahntrupfe=, bei
der Verſuchsabteilung nebſt Verſuchskompagnie der
Ver=
kehrstruppen, bei dem Kraftfahrbataillon, beim
Luftſchif=
ferbataillon Nr. 2, beim Telegraphenbataillon Nr. 1,
außer=
dem in Württemberg bei 4 Bataillonen Infanterie vom
iniedrigen auf den mittleren Etat. Umgewandelt
werden: Die Maſchinengewehr=Abteilungen Nr. 1 und 3
lin Maſchinengewehr=Kompagnien, 17 reitende Batterien
Feldartillerie niederen Etats in fahrende hohen Etats,
40 reitende Feldartillerie=Abteilungen hohen Etats von
2 Batterien zu 6 Geſchützen in ſolche von 3 Batterien zu
4. Geſchützen.
Die Einnahmen der Verwaltung der
Kaiſer=
lichen Marine ſind veranſchlagt auf 1103822 M.
(mehr 72 454 M.), die fortdauernden Ausgaben auf
*197 209 263 M. (mehr 16106 105 M.), die einmaligen
Ausgaben auf 228 747751 M. (mehr 21514 286 M.) Im
ſaußerordentlichen Etat werden 51150000 M. (weniger
31420000 M.) angefordert. Mit den im Bau
befind=
lichen Schiffsvermehr ungsbauten wird der
Sollbeſtand des Flottengeſetzes an Linienſchiffen, großen
Kreuzern und kleinen Kreuzern bis auf 2 Linienſchiffe
und 3 kleine Kreuzer erreicht. Zur Durchführung
des Flottengeſetzes ſind neue Stellen für
Offi=
ziere und Beamte (Zahlmeiſter) vorgeſehen, und zwar
beim Seeoffizierkorps 30 Fregatten= oder
Korvetten=
kapitäne, 26 Kapitänleutnants, ſowie 77 Oberleutnants
und Leutnants zur See; beim Ingenieurkorps 6
Chef=
ingenieure oder Oberſtabsingenieure, 8 Stabsingenieure,
13 Oberingenieure und 21 Ingenieure; beim
Sanitäts=
offizierkorps 5 Oberſtabsärzte, 6 Stabsärzte, ſowie 7
Oberaſſiſtenzärzte und Aſſiſtenzärzte; an
Zahlmeiſter=
perſonal 6 Stabszahlmeiſter und 11 Zahlmeiſter. Bei dem
militäriſchen Perſonal der oberen Dienſtgrade, ſoweit es
von den Bedarfsberechnungen zum Flottengeſetz nicht
be=
troffen wird, ſollen folgende Vermehrungen
ein=
treten: Beim Waffenweſen: 3
Feuerwerkskapitänleut=
nants und 5 Feuerwerksleutnants; beim Torpedoweſen:
ein Torpedokapitänleutnant, ein Torpedo=
Oberſtabs=
ingenieur und ein Torpedo=Ingenieur; beim
Minen=
weſen: ein Torpedokapitänleutnant und 4
Torpedoleut=
nants. An neuen Stellen für penſionierte
Offi=
ziere ſollen hinzutreten: Beim Seeoffizierkorps 5 Stellen,
beim Ingenieurkorps 3 Stellen. Die Erhöhung des
Per=
ſonenſtandes in den Dienſtgraden vom Deckoffizier
ab=
wärts beträgt 6125 Köpfe (einſchließlich 300
Schiffs=
jungen).
Es werden gefordert: Erſte Raten für das
Linien=
ſchiff „Erſatz Wörth”, das Linienſchiff „T”, den großen
Kreuzer „Erſatz Hertha” die kleinen Kreuzer „Erſatz
Gefion” und „Erſatz Hela” den Bau der Kaiſerlichen
Jacht „Erſatz Hohenzollern” und das Kanonenboot „C”,
ſowie eine Torpedobootsflottille; ferner der volle Bedarf
für den Bau eines Verkehrsdampfers für das 1.
Ge=
ſchwader. Für Unterſeeboote ſind wie im Jahre 1912
20 Millionen Mark eingeſtellt. Für Beſchaffungen,
An=
lagen und Verſuche auf verkehrstechniſchem Gebiete
wer=
den 2,6 Millionen Mark angefordert.
Luftfahrt.
IIB. Berlin, 19. Nov. Vom Milikürflugplatz
Döberitz aus unternahm geſtern mittag Leutnant Jolly
mnit Leutnant Heinz als Beobachter einen
Ueber=
landflug nach Stettin. Die beiden Offiziere
ſtiegen kurz nach 12 Uhr in Döberitz auf und erreichten
über Eberswalde und Angermünde den Stettiner
Exer=
zierplatz, wo ſie glatt um ¾2 Uhr landeten. Beide wollen
heute von Stettin aus den Weiterflug über die
Oſtſee=
küſte entlang antreten.
* Gotha, 19. Nov. Das Luftſchiff „Hanſa” iſt
heute vormittag 8 Uhr 35 Minuten mit 10 Paſſagieren
und 8 Mann Beſatzung, unter welchen ſich auch Dr. Eckener
befindet, unter Führung des Oberingenieurs Dürr zur
Fahrt nach Potsdam aufgeſtiegen. Das Luftſchiff wird
vorausſichtlich Erfurt berühren und dann Greußen,
Quer=
furt und Halle überfliegen.
* Greußen, 19. Nov. Um 9 Uhr 10 Minuten
paſ=
ſierte das Luftſchiff „Hanſa” Greußen.
* Berlin, 19. Nov. Das Luftſchiff „Hanſa” iſt,
von Gotha über Potsdam kommend, um 1220 Uhr hier
eingetroffen. Es kreuzte einige Zeit über Berlin.
* Potsdam, 19. Nov. Das Luftſchiff „Hanſa”
iſt nach kurzer Kreuzfahrt über Berlin nach 1 Uhr zum
zweiten Male über Potsdam eingetroffen und landete
im neuen Luftſchiffhafen bei Potsdam 1 Uhr 50 Minuten.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Belgrad, 18. Nov. Der Tribuna zufolge wird
der Balkanbund für den Waffenſtillſtand
gleich folgende Bedingungen aufſtellen: Räumung von
Adrianopel, Monaſtir (iſt inzwiſchen von den Serben
be=
ſetzt worden), Skutari und Janina; ausdrückliches
Ein=
geſtändnis der Türkei, daß ſie beſiegt iſt, Verzichtleiſtung
auf die europäiſchen Provinzen und Einmarſch der
ver=
bündeten Armeen in Konſtantinopel, wo der Balkanbund
proklamiert werden ſoll; ferner eine von der Türkei zu
leiſtende Kriegsentſchädigung, gInternationaliſierung
Konſtantinopels und freie Durchfährt durch die
Darda=
nellen.
* Belgrad, 18. Nov. Miniſterpräſident Paſitſch
erwiderte auf die Vorſtellungen der
diploma=
tiſchen Vertreter Oeſterreich=Ungarns,
Deutſchlands und Italiens, daß die Diskuſſion
über den türkiſchen Küſtenſtrich in der Adria auf den
Zeitpunkt vertagt werden müſſe, in dem die definitiven
Reſultate des gegenwärtigen Konfliktes zwiſchen Serbien
und der Türkei erſichtlich ſein würden.
* Petersburg, 18. Nov. Das
Informations=
bureau gibt bekannt: Die Zeitungsnachricht, zwiſchen dem
Miniſter des Aeußern, Saſonow, und den Vertretern
Rußlands in Konſtantinopel, Wien und
Belgrad ſeien Meinungsverſchiedenheiten entſtanden,
beruht auf reinſter Erfindung. Gleichfalls unrichtig iſt
die Meldung, Generaladjutant Baron Meyendorff reiſe
heute nach Bukareſt ab, um König Carol den
Feld=
marſchallſtab zu überbringen.
* London, 19. Nov. Die Times fragt, welchem
Zweck eine Fortſetzung des Blutvergießens
dienen ſoll, da die Verbündeten das Ziel des Krieges
erreicht haben. Das Blatt warnt Bulgarien auch
vor einer vorübergehenden Beſitznahme von
Konſtanti=
nopel, da dieſe keinen Nutzen, vielleicht aber nicht
wie=
der gut zu machenden Schaden bringen werde.
Bulga=
rien dürfte vielleicht nicht auf die weitere Unterſtützung
Europas rechnen, wenn die Feindſeligkeiten unnötig
ver=
längert würden im Verfolg ehrgeiziger Pläne, die das
richtige Maß überſchritten. In derſelben Lage, fährt die
Eimes ſort, beſindet ſich Serbien. Wir füchten, daß
die Anerkennung ſeiner Siege diesmal von erheblichen
Vorbehalten begleitet ſein wird. Das Gefühl herrſcht
vor und leider nicht ohne Grund, daß die Serben die
Er=
folge nicht gut vertragen. Wir wünſchten, daß ſie ihre
Siege mit dem Geiſte beſcheidenen Schweigens
aufneh=
men, wie die Bulgaren. Man muß da auf ihre
natür=
lichen Eigenheiten alle Rückſicht nehmen, aber die
Ge=
duld Europas iſt nicht unerſchöpflich und
die Gerechtigkeit der ſerbiſchen Anſprüche iſt in
verſchie=
dener Hinſicht auch von ſeinen nächſten Nachbarn
reich=
lich anerkannt worden. Dieſe Anſprüche werden nicht
gefördert, wenn ſie in herausfordernder Weiſe und in
einem ausgeſprochen ungeeigneten Moment vorgebracht
werden. Die europäiſchen Nationen ſind bereit, den
ſer=
biſchen Anſprüchen jede gerechtfertigte Berückſichtigung
ingedeihen zu laſſen, wenn der rechte Augenblick
gekom=
men iſt. Aber ſie ſind nicht willens, ſich in einen Krieg
verwickeln zu laſſen, und namentlich unſere Nation wird
ſich nicht wegen eines lokalen Streites, der bei
Friedens=
ſchluß leicht beigelegt werden kann, in einen
Konflikt=
hineinziehen laſſen.
Graf Berchtold über die gegenwärtige
Lage.
In der öſterreichiſchen Delegation kam die
Balkankriſe zur Sprache. Der Miniſter des Aeußern,
Graf Berchtold, führte in Beantwortung mehrerer
An=
fragen aus: Es iſt von mehr als einer Seite
hervorge=
hoben worden, daß die Differenz der zutage getretenen
Anſchauungen kein klares Bild erkennen läßt, das
im=
ſtande ſein könnte, dem verantwortlichen Miniſter die
Aufgabe zu erleichtern. Ich möchte dies nur bedingt
gel=
ten laſſen, denn in den weſentlichen Richtlinien meiner
Politik glaube ich mich mit wenigen Ausnahmen im
Ein=
klang mit der Delegation zu befinden; es iſt dies das
treue Feſthalten an dem beſtehenden, feſt
gegrün=
deten Bundesverhältniſſe und die konſequente
Verfolgung einer maßvollen, keine territoriale Expanſion
erſtrebenden, aber unſere Intereſſen feſt im Auge
behal=
tenden Realpolitik. Die durch die Kriegsereigniſſe
ge=
ſchaffene Situationsveränderung am Balkan
bringt mit ſich, daß wir uns mit der Rückwirkung, welche
dieſe Ereigniſſe auf unſere Intereſſen nehmen dürften,
beſchäftigen müſſen. Es iſt kein Grund vorhanden, zu
zweifeln, daß ſeitens der Balkanſtaaten in
objek=
tiver Einſchätzung der Lage mit der hohen Bedeutung
ge=
rechnet wird, welche der Herſtellung eines dauernden,
geſunden Verhältniſſes mit der
Nachbar=
monarchie innewohnen würde. Die wiederholten
Ausſprachen, die ich kürzlich mit dem bulgariſchen
Mi=
niſterpräſidenten Danew geführt habe, beſtärkten mich
in der Auffaſſung und lieferten mir einen ſchätzenswerten
Beweis der klugen Politik, welche auch angeſichts der
glänzenden Erfolge der bulgariſchen Armee den
Ent=
ſchließungen der Staatsmänner des jungen Königreiches
zum Leitſtern dient. Die unter den Mächten hinſichtlich
der Vermittelung eingeleiteten Verhandluns
gen führten dazu, daß vor einigen Tagen die Vertreter
der Großmächte bei den Balkanſtaaten beauftragt
wur=
den, das bezügliche türkiſche Anſuchen zum Gegenſtand
einer Anfrage bei den Regierungen der vier
kriegführen=
den Staaten zu machen. Antworten auf dieſe Demarche
ſind bisher noch nicht eingegangen. Mittlerweile ſah ſich
die Pforte — bekanntlich unter dem Eindruck der
bedroh=
lichen Lage — veranlaßt, ſich direkt an Bulgarien wegen
Einſtellung der Feindſeligkeiten zu wenden. Wir können
erfreulicherweiſe die eingeleiteten Pourparlers nur mit
den beſten Wünſchen begleiten. Wir haben Grund,
vor=
auszuſetzen, daß die kriegführenden Staaten
auf die legitimen Intereſſen der anderen
Mächte Bedacht nehmen.
In den Diskuſſionen der Delegationen wie in der
Preſſe ſtand in der letzten Zeit die Frage der
zukünf=
tigen Geſtaltung Albaniens im Vordergrunde.
Wie aus den in der italieniſchen Kammer ſeinerzeit
ab=
gegebenen Erklärungen des damaligen italieniſchen
Mi=
niſters des Aeußern bekannt iſt, beſteht zwiſchen den
Ka=
binetten von Wien und Rom Uebereinſtimmung
hinſicht=
lich der künftigen autonomen Geſtaltung Albaniens.
Un=
ſere heutige Politik, wie die Italiens, geht von dieſem
Grundſatz aus. Wenn die Exiſtenz der albaniſchen
Na=
tion hier von mancher Seite angezweifelt wird, möchte
Pfarrer Jatho über den Fall Traub.
St. Darmſtadt, 19. November.
Vor beinahe tauſend Zuhörern ſprach heute abend
Pfarrer Jatho auf Veranlaſſung des Goethebundes
im Feſtſaal der Turngemeinde über den „Fall Traub
und die Lehrfreiheit”
Der mit Beifall empfangene Redner dankte zunächſt
dem Goethebund dafür, daß er ihm Gelegenheit gegeben,
über den Fall Traub zu ſprechen, mit dem er gleichzeitig
die Lehrfreiheit der evangeliſchen Pfarrer beleuchten
wolle. Er führte dann u. a. aus: Ueber den Fall Traub
zu ſprechen, iſt eigentlich Sache der Juriſten, denn rein
juriſtiſch iſt das Urteil aufgebaut, ohne Rückſicht darauf,
daß es ſich um einen Pfarrer handelt, an den man doch
einen religiöſen Maßſtab hätte anlegen müſſen. Was
mich veranlaßt, zu dem Fall das Wort zu nehmen, iſt in
erſter Linie meine perſönliche Freundſchaft mit Pfarrer
Traub, mit dem mich gewiſſermaßen eine 10jährige
WWaffenbrüderſchaft verband und der bekanntlich auch mein
Verteidiger vor dem Spruchkollegium war, deſſen Rede
damals von außerordentlich tiefer Wirkung war. Nun
iſt aber meinem Freund Traub dieſer Freundſchaftsdienſt
zu einem Fallſtrick geworden. Das könnte einem ja leid
tun, doch es iſt nur die Tragik der Geſchichte. Traub iſt
ein Märtyrer ſeiner religiöſen Ueberzeugung geworden.
Ihn trifft das äußere Los viel härter wie mich, denn man
hat ihm alles verſagt, was ihm und ſeiner Witwe
recht=
lich zugeſtanden hätte. Doch trägt Traub ſein Los wie
ein Mann und ſeine treue Gemeinde hat ſofort Schritte
ggetan, ihn vor dem Aeußerſten zu ſchützen. Sehr
erfreu=
lich war es, daß faſt neun Zehntel der geſamten deutſchen
Preſſe für Traub und gegen den Urteilsſpruch Stellung
genommen hat, daß ſelbſt gegneriſche Blätter Traub die
perſönliche Wahrhaftigkeit nicht abſprechen konnten. Die
ſchwere Strafe der Dienſtentlaſſung wird ſonſt nur über
einen Mann von ſchweren ſittlichen Verfehlungen
ver=
hängt, oder über Pfarrer, die ſich mit ihrer Gemeinde
durchaus nicht vertragen können. In einem Falle, wie
dem Traubs, iſt die Strafe der Dienſtentlaſſung mit den
ſchweren verſchärfenden Folgen ein Novum, das den
dringenden Wunſch nach einem neuen Diſziplinargeſetz
gezeitigt hat. Auch außerhalb der Zeitungsſtimmen
ſind noch andere gewichtige Stimmen laut geworden,
aus innerem Bedürfnis heraus zum Sprechen
gezwun=
gen, das ſind Profeſſor Baumgarten=Kiel und die
Broſchüre Profeſſor Harnacks=Berlin. Baumgarten
hat dem Oberkirchenrat in 5 Punkten Unwahrheit
vor=
geworfen und in der Folge dieſen Vorwurf gegenüber
der Abwehr des Oberkirchenrats aufrecht erhalten mit
dem Verlangen, vor ein ordentliches Gericht gezogen zu
verden. Das iſt aber bis heute noch nicht erfolgt. Neben
Baumgarten trat Harnack in erfreulicher
Stellung=
nahme, der bekanntlich zu meinem eigenen Fall eine
etwas eigenartige Stellung eingenommen hatte. Zum
Fall Traub hat Harnack mit wahrer Begeiſterung
geſchrie=
ben, und er iſt zu dem Schluß gekommen, daß Traub ein
Ehrenmann iſt, an deſſen ſubjektiver Wahrhaftigkeit
nie=
mand zweifeln dürfe und könne. Er iſt ein Opfer ſeines
Kampfes gegen den Zwang des apoſtoliſchen
Glaubens=
bekenntniſſes geworden. Das mannhafte Eingreifen der
beiden bedeutenden Männer ſoll ihnen nicht vergeſſen
werden. Bei Traubs Rückkehr nach Dortmund konnte
man in ſeiner Gemeinde ſehen, wo eigentlich das
wahr=
haftige, tiefgegründete religiöſe Leben zu finden iſt,
näm=
lich in dem Verhältnis einer dankbaren Gemeinde zu
ihrem Pfarrer und eines treuen Pfarrers zu ſeiner
Ge=
meinde. Es iſt erhebend und herzerfreuend, wie treu
die Gemeinde in Dortmund zu ihrem Pfarrer hält, der
wie ein Eichbaum in ihr wurzelt. Traub wird wie ich
in Köln, genau ſein Prediger= und Lehramt weiter
aus=
üben, und als er vor kurzem zum erſten Male Gottesdienſt
hielt, war der Andrang und die Begeiſterung ſo groß,
daß der Gottesdienſt zweimal abgehalten werden mußte.
Man hat Traub vorgeworfen, er habe ſich des
Ver=
trauens unwürdig gemacht, das ſeine Gemeinde von ihm
erwarten kann. Darüber, ob dies richtig iſt, haben die
Tauſende ſeiner Gemeinde, die einzig Berufenen, bereits
geſprochen, indem ſie beſtimmten: Du biſt und bleibſt
unſer Pfarrer. Trotzdem und trotz des glänzenden
Zeug=
niſſes ſeiner Kollegen iſt der Oberkirchenrat bei ſeinem
Standpunkt geblieben. Der Oberkirchenrat wirft Traub
weiter Unwahrhaftiakeit vor, weil er in ſeinen
Dar=
legungen über den Oberkirchenrat etwas verſchwiegen und
anderes ſo dargeſtellt habe, daß ein falſcher Schein
er=
weckt wurde. Demgegenüber iſt feſtzuſtellen, daß der
Oberkirchenrat ſelbſt einen falſchen Schein erweckt habe,
ſndem er verſchwieg, daß diedrei Anklagen gegen mich von
derſelben Perſon kamen und daß der Ankläger wohl ein
Presbyter, aber nicht in der Kölner Gemeinde war.
Traub hat alſo die Wahrheit geſprochen. Auch tat er
das, als er behauptete, der Oberkirchenrat ſtütze ſeine
An=
klagen gegen mich zum Teil auf anonymes Material, denn
dieſes liegt heute noch vor und es iſt heute noch anonym,
wenn der Oberkirchenrat auch ſagt, er kenne den
Ver=
faſſer. Wenn Traub behauptete, das Anklagematerial
des Oberkirchenrats ſei nicht einwandfrei, ſo iſt dies
ebenfalls wahr. Er hatte das Material peinlichſt genau
geprüft, und wenn er wirklich in einem Punkte irrte, ſo
iſt damit doch nie und nimmer ein Recht gegeben, dieſem
Manne, der ein Fanatiker der Wahrheit iſt, den Vorwurf
der bewußten Unwahrheit zu machen. Und wenn man
nun bedenkt, aus welchen Motiven heraus Traub zum
Kämpfer wurde, ſo muß man zu der Ueberzeugung
kom=
men, daß er eines der heiligſten Güter des evangeliſchen
Glaubens verteidigte, die Glaubens= und
Gewiſſensfrei=
heit, die ihm mit Recht bedroht ſchien durch das
Irrlehre=
geſetz, das uns Rom zuführt. Daß er aus ſeinem Kampfe
keine Lorbeeren holen konnte, daß er damit nicht
Konſiſto=
rialrat werden konnte, das wußte Traub wohl. Aber
er durfte auch davon überzeugt ſein, daß, wenn durch
ſeine Polemik, durch ſeine Kämpfe die Mauern Zions
zuſammenſtürzen würden, ſie es verdient hätten, da ſie
dann morſch und faul geweſen wären. Berechtiat war
die Frage, warum man Traub nicht vor das
Spruch=
kollegium geſtellt hat. Traub hätte ſich jedenfalls beſſer
verteidigen können, als ich. Dazu kommt, daß man mich
nicht als ein Schulbeiſpiel anſah, daß aber mit Traub
Hunderte von Pfarrern verurteilt worden wären, die
ge=
nau ſo denken wie er. Darum wählte man den Weg durch
die kleine Tür, die ſich leichter öffnen und ſchließen ließ.
Die orthodoxe Kirche hat gejubelt, weil man den
Irx=
lehrer unſchädlich gemacht.
Im weiteren verbreitete ſich Redner eingehend über
die Unterſcheidungen der evangeliſchen und der
römi=
ſchen Kirche. Wer könne heute noch ſagen, wir in der
evangeliſchen Kirche haben die religiöſe Wahrheit? Seit
Leſſing und Kant wiſſen wir, daß kein Menſch ſagen kann:
ich habe die Wahrheit, wiſſen wir, daß Gott ein ewiges
Geheimnis iſt. Nur einen Vorzug haben wir vor der
römiſchen Kirche, das iſt aber ein großer und unendlich
tiefer, das iſt unſere Freiheit des Glaubens, der
Ueber=
zeugung, des Denkens und des Gewiſſens. Und dieſes
herrliche, höchſte Palladium will man dem Pfarrer allein
verſagen. Damit wird ihm das Provhetiſche genommen,
das ein echter Pfarrer haben muß. Das Lebendige bricht
ſicher immer Bahn und darum müſſen wir für die Pfarrer
die vollſtändige Freiheit in ihrer Lehrverkündigung
ver=
langen. Dann allein kann die proteſtantiſche Kirche eine
blühende Flur ſein, dielviele Millionen eigenartiger
Blu=
men erzeugt, die alle der einen Sonne danken, daß ſie
allen in gleicher Weiſe Licht und Schatten ſpendet. Ich
habe einen unbedingten Glauben an die ſeligmachende
Gewalt der Freiheit und ich würde einen jungen
Geiſt=
lichen auf nichts anderes verpflichten, als auf die Treue
gegen ſein eigenes Gewiſſen, daß er niemals ein
Heuch=
ler, ein Lügner werde. (Lebhaftes, langanhaltendes
Bravo, Händeklatſchen.)
Nummer 274.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 7.
ich demgegenüber geltend machen, daß die Albaneſen
unter jahrhundertelangen ungünſtigen Verhältniſſen es
verſtanden haben, die nationalen Traditionen und
Eigen=
kümlichkeiten ungeſchwächt zu erhalten. Wenn wir ihnen
die Möglichkeit bieten wollen, ſich die Segnungen der
kveſteuropäiſchen Kultur in erhöhtem Maße anzueignen,
ſv kann ich ſolches Vorhaben nicht als ausſichtslos
an=
ſehen. Was die Tätigkeit unſerer Diplomaten und
Kon=
ſularvertreter auf dem Balkan anbelangt, muß ich
her=
vorheben, daß dieſelben mit aufopferungsvoller
Hin=
gabe den in ungewöhnlich ſchwerer Zeit geſtellten
An=
forderungen zur vollſten Zufriedenheit entſprachen.
Hin=
ſichtlich der von einigen Herren relevierten Haltung
un=
ſerer Preſſe in den letzten Tagen kann ich nur ſagen, daß
rnan ſich nicht wundern darf, wenn unſere Zeitungen
gegenüber den gehäſſigen und ungerechten Angriffen
eines Teils der Auslandpreſſe die gewohnte Mäßigung
nicht immer bewahrten. Ich möchte, auf die Anfrage
zurückkommend, erwähnen, daß die ſerbiſche
Regier=
ung vor einiger Zeit offiziell über das Verhalten des
Konſuls Prohaska während der Einnahme von
Prizrend Beſchwerde führte und erſuchte, den genannten
Funktionär zu erſetzen. Wir haben uns hierauf bereit
erklärt, den der Beſchwerde zugrunde liegenden
Sachver=
halt zu unterſuchen, und dazu verlangt, daß es uns
er=
möglicht wird, mit dem Konſul Prohaska in direkte
Ver=
bindung zu treten. Die Verhandlungen ſind noch nicht
beendet, nachdem die ſerbiſche Regierung erklärt hat, daß
ſie bei den Militärbehörden bezüglich der Entſendung
eines Kuriers nach Prizrend auf Schwierigkeiten geſtoßen
ſei. Analoge Schritte ſind hinſichtlich des Konſulats in
Mitrovitza unternommen, deſſen Titulär, da ihm die
ſerbiſchen Militärbehörden die Bewegungsfreiheit
nah=
men, zur mündlichen Berichterſtattung hierher kam. Wir
dürfen erwarten, daß unſere Wünſche, welche vom
völker=
rechtlichen Standpunkt vollkommen begründet ſind,
ſer=
biſcherſeits baldigſt beachtet werden.
Oeſterreich=Ungarn und Serbien.
* Der Köln. Ztg. wird aus Wien geſchrieben: In
hieſigen diplomatiſchen Kreiſen kann man ſich des
Ein=
drucks nicht erwehren, daß die Mißachtung des
öſterreichiſch=ungariſchen Verlangens nach
Verzicht auf Albanien durch Serbien und
Monte=
megro und die völkerrechtswidrige Behandlung der
öſterreichiſch=ungariſchen Konſuln in Mazedonien das
Verhältnis zwiſchen Oeſterreich=Ungarn
und Serbien erheblich verſchlechtert haben, und daß
Oeſterreich=Ungarn, das ſchon bis an die äußerſte Grenze
der Langmut gegangen, nicht mehr lange ſeine
Lebens=
intereſſen und ſeine Stellung als Großmacht in dieſer
herausfordernden Weiſe von ſerbiſchen Kleinſtaaten
miß=
achten laſſen kann. Es muß, wie man hier ausführt, immer
wieder betont werden, daß es ſich für Oeſterreich=Ungarn
um zweierlei handelt; erſtens darum, ſeine Stellung als
Balkanvormacht zu behaupten, die ihm in
wirt=
ſchaftlicher Hirſſicht ſein natürliches Abſatzgebiet ſichert
und in politiſcher Hinſicht eine der Grundlagen ſeiner
Großmachtſtellung iſt. Zweitens darum, an der Adria
keinen weiteren und vor allem keinen
poli=
tiſch unzuverläſigen Anrainer zu erhalten,
der ſeinen einzigen Ausgang zum Weltmeer und
jeden=
falls eine der Grundlagen ſeiner Großmachtſtellung
ge=
fährden könnte. Oeſterreich=Ungarn ſteht, ſo ſagt man
hier, an einem entſcheidenden Punkte ſeiner
Ge=
ſchichte. Es verteidigt die Grundlagen ſeiner
Großmacht=
ſtellung, wenn es ſich der Abſchließung vom Balkan und
der Anſiedelung eines feindlich geſinnten Balkanſtaates
an der Adria widerſetzt, ganz abgeſehen davon, daß es
eine Minderung ſeines internationalen Anſehens
bedeu=
ten würde, wenn es ſich von einem Kleinſtaat wie Serbien
beiſeite ſchieben ließe. Oeſterreich=Ungarns Gegner
wür=
den ihm nach der hieſigen Auffaſſung natürlich keinen
Er=
folg wünſchen, namentlich Rußland, das nicht nur der
gegneriſchen Staatenverbindung angehört, ſondern auch
ſeit mehr als zwei Jahrhunderten Oeſterreich=Ungarns
Nebenbuhler auf dem Balkan ſei. Es ſei deshalb auch
der ſpringende Punkt der gegenwärtigen Lage, zu wiſſen,
wie ſich Rußland zu dieſer Lebensfrage Oeſterreich=
Un=
garns ſtelle. Leider herrſche darüber noch immer keine
Klarheit. Die ruſſiſche Balkanpolitik bleibe
doppelſinnig; wenn ſie ſich in Petersburg leidlich
wohlgeſinnt ausnehme, zeige ſie in Belgrad ein ganz
anderes Geſicht, und neben der Spekulation auf aktive
und paſſive Unterſtützung der Slawen in Oeſterreich=
Un=
garn bewirke hauptſächlich dieſer Umſtand, daß ſich das
kleine Serbien zu einem ſolchen Auftritt gegen den großen
Nachbar verſteige. Man könne daher ſagen, daß Rußland
die Entſcheidung in Händen habe, ob dieſer Streit zwiſchen
Oeſterrlich=Ungarn und Seiebien einen frieflichen oder
kriegeriſchen Ausgang nehme.
Peſt 18. Nov. Graf Tisza hielt vor einer
Wählerverſammlung in Arad eine Rede, in der er erklärte,
Ungarn müſſe im eigenen, wohlverſtandenen Intereſſe die
jetzige Richtung der auswärtigen Politik voll unterſtützen.
Graf Tisza billigte die Haltung des Miniſters
des Aeußern bezüglich Serbiens und erklärte,
daß die Monarchie das augenblickliche Verhältnis zu
Ru=
mänien aufrechterhalten und für Schaffung eines
unab=
hängigen Albaniens eintreten müſſe.
— Wien, 19. Nov. Die Ausführungen des
Grafen Berchtold in der Delegation befremden hier
allgemein. Man iſt erſtaunt, daß er zur Wahrung der
Würde der Monarchie nur ſo ſanfte und ſchwache Worte
gefunden hat. Offiziös wird bemerkt, der Miniſter wolle
die beſtehenden Schwierigkeiten friedlich beſeitigen. Auch
laſſe die Aufforderung der ſerbiſchen Regierung an die
Belgrader Blätter, die heftigen Angriffe gegen Oeſterreich=
Ungarn einzuſtellen, auf eine Ernüchterung in Belgrad
ſchließen.
* Paris 19. Nov. Die Blätter beurteilen den
gegenwärtigen Stand des öſterreichiſch=
ſerbi=
iſchen Zwiſtes mit unverhohlener Beunruhigung.
Gau=
flois ſchreibt über die Unterſtützung des öſterreichiſchen
Standpunktes durch den deutſchen und italieniſchen
Ge=
ſandten in Belgrad: Die Intervention Deutſchlands war
zweifellos vorauszuſehen, die italieniſche ruft jedoch einige
Ueberraſchung hervor, da ſie mit den von der italieniſchen
Preſſe unzweideutig bekundeten Anſichten in Widerſpruch
ſteht. Sie würde beweiſen, daß die italieniſche Regierung
ſich den von di San Giuliano bei ſeinem Berliner
Be=
ſuche übernommenen Verpflichtungen nicht entziehen
konnte. Die Lage wird infolgedeſſen von neuem ſehr
heikel. — Echo de Paris ſchreibt: In franzöſiſchen
diplo=
matiſchen Kreiſen hofft man, daß die ſerbiſche Regierung
die Weisheit haben werde, keine Haltung anzunehmen,
welche den europäiſchen Frieden gefährden könnte, ohne
den ſerbiſchen Intereſſen irgend welchen Nutzen zu bringen.
Es heißt, die ſerbiſche Regierung habe infolge des
Ein=
fluſſes der Militärpartei alle Anträge Oeſterreich=Ungarns
abgelehnt und wolle nicht einmal den aus Rußland
kom=
menden Mahnungen zur Mäßigung Rechnung tragen. In
Paris hofft man, daß die öſterreichiſch=ſerbiſchen
Verhand=
lungen gleichwohl in günſtiger Weiſe fortgeſetzt werden
— Figaro ſchreibt unter Hinweis auf das Expoſé des
Grafen Berchtold, die Serben würden durch eine
unnach=
giebige Haltung den ſchwerſten Fehler begehen und
wür=
den die ihnen bisher entgegengebrachte Sympathie
ver=
lieren. Sie hätten nichts zu gewinnen und nur alles zu
verlieren, wenn ſie die öffentliche Meinung Oeſterreichs
durch allzu ſchroffe Erklärungen und Polemiken reizen
würden. Sie ſollten ſich hüten, Nadelſtiche zu verſetzen, da
dies ein Vorwand für diejenigen Oeſterreicher bilden
könnte, welche Schwertſtreiche austeilen möchten.
Die albaniſche Frage.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Eine
al=
ba neſiſche Deputation unter Führung des
frühe=
ren Walis von Beiruth, Halil Paſcha, hat den hieſigen
Botſchaften ein Memorandum überreicht mit der
Ueberſchrift: Ein Appell des albaneſiſchen Volkes an die
Großmächte, worin erklärt wird, daß die Albaneſen keine
Aenderung des territorialen
Status=
quo der europäiſchen Türkei zulaſſen würden; der
geeig=
net wäre, die Rechte der Albaneſen zu präjudizieren. Die
Großmächte werden inſtändigſt erſucht, die ethniſche und
politiſche Exiſtenz des albaneſiſchen Volkes zu
garan=
tieren.
* Wien, 18. Nov. Das Neue Wiener Tagblatt
meldet, daß der hier eingetroffene Albaner Dr. Luigi
Gurakuni erklärt habe, die orientaliſche Frage
werde nicht verſchwinden, wenn Serbien oder Montenegro
auch nur einen Teil Albaniens beſetze. Die Arnauten
wollten nicht ſlawiſiert werden, ſondern unabhängig
blei=
ben und würden entweder ihre Unabhängigkeit
durch=
ſetzen oder kämpfend untergehen.
— Sofia, 19. Nov. Die Balkanſtaaten ſollen ſich
dahin geäußert haben, daß ſie an der Aufteilung
Albaniens feſthalten wollen. Serbien beſteht auf
dem Ausgang nach Durazzo. Der hieſige ſerbiſche
Ge=
ſandte erklärte, entweder trage Oeſterreich den ſiegreichen
Waffen und den Lebensintereſſen Serbiens Rechnung,
oder es lade eine Verantwortung auf ſich, die es nicht
einmal vor Europa werde tragen können.
H. B. Belgrad, 19. Nov. Geſtern erſchienen der
hieſige deutſche Geſandte und der italieniſche
Geſchäftsträger beim ſerbiſchen
Miniſterpräſiden=
ten und legten ihm die Anſichten ihrer Regierungen
be=
züglich der Adriahafen=Frage und Albanien
ganz in Uebereinſtimmung mit der früheren vom hieſigen
öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten Paſitſch
kundgegebe=
nen Auffaſſung dar. Paſitſch ſoll eine hinhaltende
Er=
klärung gegeben haben. Die hieſige Stampa greift den
ſerbiſchen Geſchäftsträger in Berlin heftig an, indem
ſie behauptet, er habe dem Staatsſekretär von Kiderlen=
Wächter gewiſſe Meldungen über Pläne Serbiens
mitge=
teilt, die ſofort von Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn
in Petersburg gegen Serbien ausgenutzt worden waren.
Der Schutz der Fremden in Konſtantinopel.
* Konſtantinopel 19. Nov. Die
Ausſchif=
fung der deutſchen Matroſen iſt erfolgt und
glatt verlaufen. Es wurden etwa 450 Mann des
Panzer=
kreuzers „Goeben” mit Landgeſchützen und
Maſchinenge=
wehren an Land geſetzt. Unter dem Kommando des erſten
Offiziers, Korvettenkapitän Berendes, beſetzten 11
Offiziere, 5 Fähnriche und 265 Unteroffiziere und
Matro=
ſen die deutſche Botſchaft. 2 Offiziere, 8 Unteroffiziere
und 53 Mann beſetzten die belgiſche Geſandtſchaft. 3
Offi=
ziere, 1 Fähnrich, 15 Unteroffiziere und 77 Mann das
deutſche Krankenhaus. Die Matroſen der anderen
Na=
tionen beſetzten rayonweiſe die anderen Stadtviertel. Der
geſchützte Kreuzer „Vineta” wird vor San=Stefano
an=
kern zum Schutz der dortigen Europäer. Das
Stations=
ſchiff „Loreley” verſtärkt durch einen Offizier und 50
Mann des „Goeben” geht nach Haidar=Paſcha und beſetzt
den dortigen Bahnhof. Kleinere Stationäre verſchiedener
Mächte ankern vor den größeren Höhenorten längs des
Bosporus. Die Stadt iſt vollkommen ruhig. Seit heute
herrſcht kalter Nordwind.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Die Landung
der Marinetruppen erregte in der Stadt das
ſtärkſte Intereſſe. Sie ſcheint eine Befriedigung
hervor=
zurufen und den Chriſten Zuverſicht einzuflößen. Bei
den Muſelmanen iſt eine gewiſſe Niedergeſchlagenheit
erſichtlich. Seit heute morgen iſt in Pera eine lebhafte
Bewegung wahrzunehmen. Dichte Gruppen von
Ange=
hörigen aller Nationalitäten ſind vor den Botſchaften
und Konſulaten, ſowie vor den fremdländiſchen Schulen
angeſammelt, wo Matroſen aller europäiſcher Staaten,
auch Spaniens, Hollands und Rumäniens in Gruppen von
10 bis 20 Mann in voller Bewaffnung, manche mit
auf=
gepflanztem Bajonett, poſtiert ſind Matroſen und
Be=
amte bewachen die Eingänge aller Gebäude. Der
eng=
lliſche Kreuzer „Weymouth” iſt im Goldenen Horn
einge=
laufen. Die Stationäre ſind, wie geſtern angekündigt,
mach den Vororten entſandt worden.
* Konſtantinopel 18. Nov. 7 Uhr abends.
Die Stadt iſt vollkommen ruhig. Einige Läden von
Chriſten in Stambul ſind geſchloſſen. Das bulgariſche
Hoſpital in Schiſchli hat die ruſſiſche Flagge gehißt.
Einige ruſſiſche Matroſen befinden ſich im Exarchat. Die
engliſchen Mannſchaften haben eine Verbindung mittels
drahtloſer Telegraphie mit den engliſchen Kriegsſchiffen
eingerichtet. Türkiſche Patrouillen durchziehen Pera.
In der Militärſchule von Pancaldi iſt Kavallerie
ſtatio=
niert.
* Konſtantinopel 19. Nov. Die Pforte
veröffentlicht eine amtliche Bekanntmachung über die
Landung der fremden Truppen, welche
be=
ſagt: Die fremden Geſandten haben, um den Bitten
ihrer Untertanen, welche die Lage im Lande nicht kennen,
uind von Furcht ergriffen ſind, ein Ende zu machen, um
die Landung von Truppen gebeten. Die Pforte hat, um
ſie zu beruhigen, die Landung genehmigt. Indeſſen hat
nichts im Lande dieſe Maßregeln gegen jede Eventualität
motwendig gemacht. Es beſteht kein Grund für die
Be=
völkerung, ſich durch die von den Fremden gehegten
Be=
fürchtungen beeinfluſſen zu laſſen. Die Armee von
Tſcha=
taldſcha iſt zu erfolgreicher Verteidigung fähig. Deshalb
ſoll niemand auf die Gerüchte achten, die von
Uebel=
wollenden verbreitet werden, um die Fremden
einzu=
ſchüchtern. Jeder ſoll vertrauensvoll ſeinen Arbeiten
nachgehen.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Konſtantinopel, 18. Nov. (6 Uhr abends.)
Die Schlacht Tſchataldſcha iſt ſeit 10 Uhr
vor=
mittags im Gange. Der Kommandant der Schwarzen
Meerflotte telegraphiert: Der Donner der bulgariſchen
Geſchütze entfernt ſich immer mehr, woraus er ſchließe,
daß die Bulgaren ſich gegen Tſchorlu zurückziehen.
* Konſtantinopel, 19. Nov. Nach einem
amt=
lichen Telegramm des Oberbefehlshabers von heute,
dauerte der Artilleriekampf mit geringerer Stärke
als geſtern auf der ganzen Linie fort. Die
bulga=
riſche Infanterie, die an einigen Punkten
vorzu=
rücken verſuchte, wurde zurückgeworfen.
H.B. Konſtantinopel, 19. Nov. Die Schlacht
um die Tſchataldſcha=Befeſtigungen iſt
noch immer in vollem Gange. Unglücksnachrichten, welche
ſeit 48 Stunden durch den Zuzug einer Anzähl
anatoli=
ſcher Redifs, die von der Militär=Behörde zurückgezogen
wurden, weil ſie in der Armee mehr Schaden anrichten,
als ſie nutzen können. veranlaßt wurden, wechſeln mit
Siegesmeldungen. Andere Gerüchte wollen wiſſen, daß
die Bulgaren noch keinen Erfolg bei Tſchataldſcha
errun=
gen haben. Den Beweis der letzteren Tatſache will man
darin erblicken, daß in Konſtantinopel der Kanonendonner
in immer weiterer Entfernung gehört wurde. Hier
ein=
getroffene Ausländer erklären, daß die Bulgaren ihre
Hauptaktion auf die Beſchießung der geſamten türkiſchen
Linie beſchränken.
* Konſtantinopel, 19. Nov. Hier iſt das
Ge=
rücht verbreitet, der linke bulgariſche Flügel
habe einen kleinen Vorteil in der Gegend von Derkos
er=
rungen, da die türkiſchen Truppen infolge des Sturmes
auf dem Schwarzen Meere von der Flotte nicht
unter=
ſtützt werden konnten. Bei dem geſtrigen Kampfe trat die
türkiſche Infanterie mehr in Aktion, wobei ſie von der
Kavallerie wirkſam unterſtützt wurde.
* Konſtantinopel, 19. Nov. Der General
Nazim Paſcha telegraphierte an das Großweſirat
unterm 18. November: Heute geringere Erfolge als
geſtern. Der Artilleriekampf dauert auf der ganzen
Linie an. Feindliche Infanterie, die gegen unſere
vorge=
ſchobenen befeſtigten Stellungen vorrücken wollte, wurde
zurückgewieſen.
Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatze.
* Wien, 18. Nov. Der Berichterſtatter der
Reichs=
poſt in Belgrad erfährt von dem Begleiter des aus
Prizrend nach Oeſterreich geflüchteten albaneſiſchen Führers
Kol Dibra über die Beſetzung von Prizrend: Es
war, als wäre eine Horde entfeſſelter Wilden und raſend
gewordener Teufel auf die unglückliche Ortſchaft
losge=
laſſen. Ohne Grund ſtürzte ſich die ſerbiſche Soldateska
auf die albaneſiſche Bevölkerung und begann
alles niederzuknallen, was ihr in den Weg kam. In
knapp drei Stunden töteten ſie 3 Männer, 35 Frauen,
darunter mehrere Matronen, und 8 Kinder unter zwölf
Jahren, darunter zwei unter 6 Jahren. Mit
Maſchinen=
gewehren feuerten die Serben in den Straßen auf die
Bevölkerung. Daß auf die Serben während der Beſetzung
geſchoſſen worden wäre, iſt Unwahrheit, aber auch dann
wäre die frivole Niedermetzelung von Frauen und
Kin=
der ungerechtfertigt.
* Belgrad, 19. Nov. Bei der Eroberung
Monaſtirs ſind ſämtliche türkiſchen Generale, darunter
Zekki Paſcha und der frühere türkiſche Geſandte in
Bel=
grad, Fethi Paſcha, und 40000 türkiſche Soldaten (?)
ge=
fangen genommen worden.
* Wien, 19. Nov. Der Reichspoſt wird aus
Sku=
tari gemeldet, daß der montenegriniſche General
Mar=
tinowitſch, welcher am Sonntag in San Giovanni di
Medua ankam, die dort befindlichen öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Poſtſäcke, die nach Skutari beſtimmt waren,
beſchlag=
nahmen ließ. Alle Waren, welche ſich an Bord des in
San Giovanni di Medua verankerten Magazinſchiffes des
öſterreichiſchen Lloyd befanden, ſind weggenommen
wor=
den. Der Dampfer „Karlsbad” wurde in Skutari von den
Montenegrinern durchſucht.
* Athen 18. Nov. (Amtlich.) Der Major der
Gendarmerie, Sypromilu, beſetzte Chimara in
Epi=
rus. Der rechte Flügel der Armee des Kronprinzen rückt
weiter gegen Monaſtir vor.
* Athen 17. Nov. Die Griechen beſetzten
geſtern die Inſel Ikaria im Aegäiſchen Meer.
* Athen, 18. Nov. Prinz Alexander, der
zweite Sohn des Kronprinzen, iſt heute von Saloniki.
nach Monaſtir abgereiſt. Gleichzeitig ſind zwei höhere
Offiziere, ein ſerbiſcher und ein bulgariſcher, dahin
abge=
gangen als militäriſche Vertreter ihrer Staaten bei der
griechiſchen Armee. — Die Kriegsbeute aus der Schlacht
am Sarantoporos, 24 Kanonen, zahlreiche Fahnen
und Martini=Gewehre, ſowie 250 gefüllte
Munitions=
wagen, ſind nach Lariſſa gebracht worden. Die Beute wird
heute nach Athen übergeführt.
Letzte Nachrichten.
H. B. Sofia, 19. Nov. Ein offizielles
Com=
munigué beſagt: In Beantwortung der Depeſche des
Großweſirs an den König hat die Regierung, nachdem
ſie ſich mit den Verbündeten ins Einvernehmen geſetzt
hat, die Pforte wiſſen laſſen, daß ſie
Bevollmäch=
tigte ernannt habe, um mit dem Generaliſſimus der
türkiſchen Armee die Bedingungen für den
Waf=
fenſtillſtand aufzuſtellen, und dann zum
Ab=
ſchluß des Friedens zu gelangen. Gleichzeitig
hat die Regierung den Vertretern der Großmächte
geant=
wortet, daß ſie für ihr Mediations=Angebot dankt, daß
ſie jedoch, da ſie ſich direkt an die Pforte gewandt habe,
im Einvernehmen mit den Verbündeten direkt mit der
Türkei verhandeln werde.
* Rjeka, 19. Nov. (Amtliche Meldung.) Serbiſche
und montenegriiſche Truppen beſetzten geſtern
Aleſſio.
H. B. Belgrad 19. Nov. Der Einnahme
von Monaſtir gingen drei Tage der heftigſten
Kämpfe voraus, die für beide Seiten ſehr verluſtreich
waren. Jedoch ſollen die türkiſchen Verluſte bedeutender
ſein. An den Kämpfen beteiligten ſich die erſte und dritte
ſerbiſche Armee Etwa 100000 Gewehre neueſten Syſtems,
82 Waggon Munition, 18 Waggon Lebensmittel ſind in
die Hände der Sieger gefallen. In Belgrad herrſcht
rie=
ſige Begeiſterung über den Erfolg.
Eine Rechtfertigung Serbiens.
* Belgrad, 19. Nov. In einem „Unverſtändliches
Mißtrauen” betitelten Leitartikel ſtellt das
Regierungs=
organ Samouprava feſt, daß die leitenden Kreiſe ſowohl
Oeſterreich=Ungarns als Serbiens beſtrebt
zeien, die zwiſchen beiden Mächten ſchwebenden
Dis=
kuſſionen im Tone einer ſachlichen Argumentation zu
erhal=
ten Das Blatt ſeinerſeits ſeit ſtets beſtrebt geweſen, in dieſen
Diskuſſionen die aufrichtigen friedlichen Abſichten der
ſerbiſchen Regierung nicht zu ſtören. Niemals habe es
Empfindlichkeiten des mächtigen Nachbarn verletzt. In
Serbien erkenne man an, daß herzliche,
freund=
ſchaftliche Beziehungen zu Oeſterreich=
Ungarn eine der Hauptbedingungen für
den friedlichen Fortſchritt Serbiens
bil=
den. Die ſerbiſche Regierung müßte ſich aber auf die
Stimmung des ſerbiſchen Volkes ſtützen. Dieſer
Notwen=
digkeit müſſe man in der Nachbarmonarchie Rechnung
tra=
gen. Der beſte Weg für die Herſtellung dauernd
freund=
ſchaftlicher Beziehungen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Serbien beſtünden darin, daß man dem ſerbilchen Helr=
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Nummer 274.
von ſeiten Oeſterreich=Ungarns in gleicher Weiſe wie den
übrigen Balkanſtaaten entgegenkäme, ſelbſt wenn die
Be=
ſtrebungen des ſerbiſchen Volkes nach einem Ausgange
zur Adria nicht die berechtigte Beſorgnis für ſeinen
Ex=
porthandel zur Grundlage hätte. Warum,, fragt das
Blatt, möchte Oeſterreich=Ungarn Serbien dieſe
Beruhi=
gung nicht gönnen? Wenn die Bedingungen für den
ſer=
biſchen Exporthandel über öſterreichiſch=ungariſches
Terri=
torium günſtiger wäre, dann würde der ſerbiſche Handel
dieſen beſſeren Weg auch wählen. Die Geſtaltung der
beiderſeitigen Beziehungen hängt ausſchließlich von
Oeſterreich=Ungarn ab. Serbien ſei beſtrebt, die
Sym=
pathien der Kulturwelt, und dadurch die Sympathien
Europas für die Beſeitigung der Kriegsgefahr mit
Oeſterreich=Ungarn zu teilen. Serbien würde es
nie=
mals riskieren, durch Undankbarkeit für das erwieſene
Entgegenkommen die Sympathien der Kulturwelt zu
ver=
lieren.
Schließlich erklärt das Blatt unter Hinweis darauf,
daß die Perſon des öſterreichiſch=ungariſchen Thronfolgers
von einzelnen ſerbiſchen Blättern häufig in die Polemiken
gegen die öſterreichiſche und ungariſche Preſſe in die
Dis=
kuſſion gezogen wurden. Es müßte dagegen Stellung
genommen und die Aufmerkſamkeit der Kollegen von der
ſerbiſchen Preſſe darauf gelenkt werden, daß es unſtatthaft
iſt, die Perſönlichkeit von Herrſchern oder deren
Thron=
erben in die Preſſepolemiken hineinzuziehen.
Handel und Verkehr.
— Man ſchreibt uns: Der Verband
Süddeut=
ſcher Großdetailliſten der
Lebensmittel=
branche, e. V., Frankfurt a. M., hat an die ſtädtiſchen
Kollegien wegen des bei denſelben eingebrachten Antrages
auf Einführung einer Filialſteuer ebenfalls eine
Eingabe gerichtet, in welcher ziffernmäßig nachgewieſen
wird, daß ſelbſt der niedrigſte Satz einer Filial=
Umſatz=
ſteuer, nämlich 1 Prozent, für ein Filialgeſchäft der
Lebensmittelbranche ſchon mindeſtens ein
Fünf=
tel des Reingewinnes betragen würde; mit den übrigen
Staats= und Gemeindeſteuern zuſammen hätte dann ein
derartiges Lebensmittelgeſchäft allein nur für Steuern
nahezu ein Drittel ſeines Verdienſtes abzugeben.
Eine ſolche ſteuerliche Belaſtung würde den Filialgeſchäfts=
Inhaber natürlich nötigen, durch Erhöhung ſeiner
Lebens=
mittelpreiſe einen Ausgleich zu ſuchen. Daß dies für
ſämtliche Bevölkerungsklaſſen eine Verteuerung des
Lebensunterhaltes zur Folge haben würde, das könnte,
namentlich bei dem jetzt überall auftauchenden
Teuerungs=
geſpenſt ſicher nicht im Intereſſe der großen Allgemeinheit
gelegen ſein. Es wird außerdem u. a. in der Eingabe
noch darauf hingewieſen, daß die ſteuerlichen Leiſtungen
der Filialgeſchäfte denen des Einzelkaufmanns nicht
nach=
ſtehen, namentlich wenn man dabei die Steuern
berück=
ſichtige, die von den Angeſtellten der Filialgeſchäfte
auf=
gebracht würden.
* Dresden, 19. Nov. Die Sächſiſche Bank
hat den Diskont von 6 auf 6½ Prozent, den
Lom=
bardzinsfuß von 7 auf 7½ Prozent erhöht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Karlsruhe, 19. Nov. Die Erſte Kammer hat
„heute den Geſetzentwurf, betreffend die Errichtung eines
ſtaatlichen Kraftwerkes im Murgthal, nach den Beſchlüſſen
der Zweiten Kammer einſtimmig angenommen.
* Heidelberg, 19. Nov. Dem berühmten Heidelberger
Chirurg und Begründer des Krebs=Forſchungsinſtituts,
Exzellenz Geheimrat Profeſſor Czerny, ſind zu ſeinem
heutigen 70. Geburtstage überaus zahlreiche
Glück=
wünſche und Ehrungen zuteil geworden. Kultusminiſter
Exzellenz Dr. Böhm überbrachte dem bereits 41 Jahre in
badiſchen Dienſten tätigen Jubilar die Glückwünſche der
badiſchen Regierung, Profeſſor Geheimrat v. Lilienthal
diejenigen der Univerſität, Geheimer Hofrat Fleiner die
Glückwünſche der mediziniſchen Fakultät. Die
Gratu=
lation des Heidelberger Krebs=Forſchungsinſtituts brachte
Profeſſor Freiherr v. Dungern, diejenigen der
Heidel=
berger Chirurgiſchen Klinik Profeſſor Films, und die des
mediziniſchen Vereins Profeſſor Bettmann dar. Im
Namen der deutſchen Geſellſchaft für Chirurgie gratulierte
Geheimrat Garré=Bonn, im Namen der mittelrheiniſchen
Chirurgiſchen Geſellſchaft Geheimrat Rehn=Frankfurt am
Main. Die Stadt Heidelberg, vertreten durch
Bürger=
meiſter Profeſſor Dr. Walz, hat eine neue Straße nach dem
Jubilar, ihrem Ehrenbürger, benannt. Ezernys
Vater=
ſtadt, Trautenau, ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger.
Schüler und Freunde, vertreten durch Profeſſor Benno
Schmidt, überreichten ihm eine von Bildhauer Profeſſor
Seffner=Leipzig ausgeführte und für das Heidelberger
Samariterhaus beſtimmte Marmorbüſte.
* Plön, 19. Nov. Geſtern nachmittag fuhr das
Automobil des Arztes Sähn, aus Heiligenhafen von
Kiel kommend, bei Plön gegen einen Baum. Die Gattin
des Arztes wurde getötet, der Chauffeur ſchwer und
ein Kind leicht verletzt. Der Arzt und ein zweites Kind
blieben unverletzt.
* Wilhelmshaven, 19. Nov. Vizeadmiral Schröder
und Konteradmiral Stromeyer, zuletzt Direktor der
Torpedowerkſtatt, iſt der Abſchied bewilligt worden.
Zürich, 19. Nov. Hier ſtarb heute vormittag im
Alter von 81 Jahren der bekannte Mathematiker
Pro=
feſſor Dr. Wilhelm Fiedler. Er hatte von 1867 bis
1907 den Lehrſtuhl für darſtellende Geometrie an der
eid=
genöſſiſchen Techniſchen Hochſchule inne.
H.B. Görlitz, 19. Nov. Als die Bauarbeiter
heute morgen ½8 Uhr auf dem Neubau des Warenhauſes
Friedländer damit beſchäftigt waren, den Fußboden zu
legen, gab infolge der Erſchütterung die Betondecke
plötz=
lich nach. Die Haken waren von den Trägern
herabge=
drückt und vier der Arbeiter ſtürzten in die Tiefe,
während ein fünfter ſich durch einen Sprung retten konnte.
Einer der Verunglückten wurde aus den Trümmern mit
lebensgefährlichen ineren Verletzungen hervorgezogen.
Die drei anderen hatten leichtere Verletzungen erlitten.
— Paris, 19. Nov. Bei der geſtrigen Verſteigerung
des Nachlaſſes der im Rhein ertrunkenen Schauſpielerin
Lantelme erzielte das berühmte
Perlenhals=
band der Künſtlerin 75 300 Francs.
H. B. London, 19. Nov. Seit zwei Jahren befindet
ſich der Südweſten von Hampfhire in großer Aufregung
über fortgeſetzte Brandſtiftungen. In den letzten
Monaten allein erlebte man gegen zwanzig Brände. Der
oder die Täter betrieben die Brandſtiftung ſehr
geheim=
nisvoll. Kein Menſch hatte eine Ahnung, wer ſie ſein
könnten. Da ging man den Chef=Konſtabler von
Wilt=
ſhire um Hilfe an. Dieſer wartete den nächſten Brand ab
und ſetzte dann ſeine Polizeihunde auf die Spur der
Täter. Die Hunde folgten einer Spur, die zur
Verhaf=
tung eines 23jährigen Bauern führte. Der
Feſtgenom=
mene leugnet die Tat.
I Freien Spleien
Kinder auch bei rauhem Wetter
gern, ohne an eine Erkältung
und ihre Folgen zu denken.
Aengſtliche Mütter halten ſie
dann gern im Zimmer, obwohl
Adie Zimmerluft ſie verweichlicht
Wund zu Erkältungen noch eher
geneigt macht. Richtiger iſt es, ihnen bei ungünſtiger
Witterung einige der ausgezeichneten Wybert=
Tab=
letten zu geben, die die Atmungsorgane kräftigen.
Unentbehrlich ſind die Wybert=Tabletten bei
ein=
tretendem Huſten, den ſie raſch und ſicher vertreiben;
ſie koſten in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark
pro Schachtel. Niederlagen in Darmſtadt: in
ſämt=
lichen Apotheken; Drogerie von Fr.
Becken=
haub, Kirchſtr. 27; Drogerie Gg. Liebig & Co.,
Louiſenſtr. 4; Martins=Drogerie,
Pankratius=
ſtraße 41; Drogerie Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8,
Drogerie C. Watzinger, Wilhelminenſtr. 11; Cen=
(239050
tral=Drogerie, Eliſabethenſtr. 30.
Zuälende Schlafloſigkeit Nervöſer und Blutarmer
hat ihre Urſache oft darin, daß bei der
Abend=
mahlzeit aufregende Getränke wie Tee, Kaffee oder
dergl. genoſſen wurden. Man ſollte ſtatt deſſen eine
Miſchung von Milch und „Kufeke” trinken, die einen
ſehr angenehmen Geſchmack beſitzt und vollkommen
reizlos iſt, ſich auch infolge ihrer Nahrhaftigkeit
be=
ſonders für ſchwächliche Perſonen empfiehlt. (23902II
Für Erholungsbedürftige und leichteres
Sommer, und
Kranke. Winter besucht.
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Nelven ½2 Stunde von Frankfurt a. M.
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Der Stadtauflage heutiger Ausgabe liegt ein
Proſpekt bei, betr. Reformbekleidung, von
dem Reformgeſchäft „Ariſta” Anton Braunwarth,
Ernſt=Ludwigſtr. 3, worauf hiermit hingewieſen wird. (23978
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meines
lieben und treubeſorgten Gatten, unſeres Vaters,
Großvaters, Schwiegervaters, Bruders, Schwagers
und Onkels
(23945
Herrn Ludwig Schmidt
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Waitz für ſeine troſtreiche Grabrede, den Schweſtern
für ihren liebevollen Beiſtand, ſeinen Mitarbeitern
und Kollegen, ſowie für die vielen Blumenſpenden
unſeren innigſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Marie Schmidt u. Kinder.
Heute 1¾ Uhr nachts entſchlief, verſehen
mit den heiligen Sterbeſakramenten,
nach=
langen, ſchweren, mit unendlicher Ergebung
getragenen Leiden, meine innigſtgeliebte Frau,
unſere liebe, gute Mutter
(23954
Marie von Nutier
geb. von Miller zu Hichholz
zu Charlottenburg am 18. November 1912.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Oscar von Hutier,
Generalleutnant und Oberquartiermeiſter
im Generalſtabe der Armee,
Marion von Hutier,
Irmgard von Hutier.
Einſegnung am Mittwoch, den 20. d. M.,
um 4 Uhr nachmittags, im Trauerhauſe:
Charlottenburg, Bismarckſtr. 106.
Beerdigung am Donnerstag, den
21. d. M., um 4 Uhr nachmittags, auf
dem Friedhofe zu Darmſtadt nach
nochmaliger Einſegnung in der dortigen
Friedhofkapelle.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 4½ Uhr verſchied ſanft
nach ſchwerem Leiden mein innigſtgeliebter
Gatte, unſer treubeſorgter Vater,
Schwieger=
vater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel
Herr
Peter Breitwieser
Mühlenbesitzer
im 67. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Elisabeth Breitwieser,
geb. Jost.
Kaiſermühle/Eberſtadt,
den 18. November 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den
21. November, nachmittags 2½ Uhr, vom
Trauerhauſe aus, ſtatt. (23921
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7 Uhr: „Der
liebe Auguſtin”
Vorſtellung um 4 Uhr und 8¼ Uhr im Orpheum.
Gaſtſpiel des Frankfurter Neuen Theaters („Fräulein
Julie”) um 8 Uhr im „Mathildenhöhſaal” (Freie lit.. Geſellſchaft).
Fremdſprachlicher Vortrag von M. Louprier
um 5½ Uhr in der Liebigs=Oberrealſchule
Vortrag von Major v. Abercron um 8½ Uhr im Saale
„Zur Traube” (Flugſtudien=Geſellſchaft).
Schülervortragsabend der Klavierſchule Elſe
Hochſtätter um 8 Uhr im Saale des Muſikvereins.
Vorſtellung von Zauberkünſtler Bellachini um 8 Uhr
im „Kaiſerſaal”
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Ludwigshöhe um
4 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 21. November.
Stiefel= uſw. Verſteigerung um 4 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Erfordert keinen weitern Zusatz von Seile, Seiſenpulver oder sonstigem Waschmaterial,
Spart die Hälfte an Kosten für Feuerung
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 274.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 9.
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Preiſe
M. Lemler,
*12202mds) Obergaſſe 15, Laden.
Kurſe vom 19. November 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,70
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
77,90
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,70
3½ do. Conſols 88,20
77,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
92,60
do.
3½
82,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,70
86,80
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,00
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,70
do.
3½
87,00
do.
3
76,50
3 Sächſiſche Rente.
78,50
4 Württemberger v. 1907 99,60
3½
do. v. 1875 94,80
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99, 10
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,80
3¾ Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente 88,10
4 do. Goldrente . . . 92,30
4 do. einheitl. Rente 84,70
4 Portug. unif. Serie I 62,10
3 do. unif. Ser. III 65,20
3 do. Spezial . .
9,30
5 Rumänier v. 1903 . . 99,90
4 do. v. 1890 . . 93,80
4 do. v. 1905 . . 100,25
4 Ruſſen v. 1880
89,50
. 89,00
4 do. v. 1902 .
4½ do. v. 1905 .
.100,25
3½ Schweden .
85,50
4 Serbier amort. v. 1895 80,50
4 Türk. Admin. v. 1903 77,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 84,40
4 Ungar. Goldrente . . . 87,50
4 do. Staatsrente. . . 85,30
In Proi=
Jf.
.100,40
5 Argentinier
86,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,70
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,40
92,85
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 93,25
5 Innere Mexikaner. . . 93,70
3
58,40
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,70
3 Buenos Aires Provinz 68,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 152,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,00
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,80
6 Baltimore und Ohio . 105,60
6 Schantungbahn . . . . 127,30
64 Luxemb. Prince Henri 154,00
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,00
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger
64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.522,00
Fabrik
14 Chem. Fabrik Gries=
248,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 630,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 152,00
30 Chem. Werke Albert 454,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 327,00
5 Lahmeyer . . . . . . .. 120,50
Lete
Inbrot
Dtvid.
7½ Schuchert, Nürnberg 148,75
12 Siemens & Halske .224,50
5 Bergmann Electr. . . 117,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 158,60
25 Gummi Peter . . . . 100,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 73,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 565,50
10 Maſchinenf. Badenia 175,00
16 Wittener Stahlröhren 199,00
8 Steana Romana Petr. 146,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 202,10
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 96,00
3 Südd. Immobilien . 58,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 175,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 215,10
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
174,20
10 Gelſenkirchener.
194,00
9 Harpener
. 184,75
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 262,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
83,50
6 Laurahütte . . . . . . 164,50
10 Kaliwerke Aſchersleben —
11
Weſteregeln 214,25
7½ South Weſt Africa 128,29
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Sübd. Eiſenb.=Geſ. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,60
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Durer . . . . . . 74,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,30
4 Oeſterr. Staatsbahn 93,00
do.
77,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,10
do.
4
76,40
Inpes.
2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
. 76,00
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,40
4 Ruſſ. Südweſt.
86,70
4½ Moskau=Kaſan . . . 98,10
do.
4 Wladichawchas
88,80
4 Rjäſan Koslow .
86,70
3 Portugieſ. Eiſenb.
74,00
do.
4½
2½ Livorneſer . .
69,50
3 Salonique=Monaſtir . 62,30
4 Baadadbahn .
81,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,60
4 Miſſouri=Paciſie.
73,00
4 Northern=Paciſic . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 93,90
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 84,9
5 Tehuantepec . . . . . . 96,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich 185,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn.
.146,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,00
6½ Darmſtädter Bank . 120,00
12½ Deutſche Bank . . . 249,90
6 Deutſche Vereinsbank 122,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank
.114,50
10 Diskonto=Kommandit 183,50
8½ Dresdener Bank . . 152,10
9½ Frankf. Hypoth.=B. 209,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,10
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank
.133,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,00
7½ Wiener Bankverein . 127,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,90
8t.
Znpren
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . .
88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . . . . . 98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
.87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,.20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
87,80
S. 1 u. 2, 6—8
S. 3—5
87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 87,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
do.
88,50
4 Frankfurt.
99,60
do.
92,10
4 Gießen .
97,50
do.
4 Heidelberg
. 97,40
87,00
do.
4 Karlsruhe
97,90
do.
88,50
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
97,80
do.
88,70
4 Mannheim
97,30
do.
4 München
99,50
3½ Nauheim
Nürnberg.
. 99,00
do.
87,20
4 Offenbach.
In Proz.
3½ Offenbach
4 Wiesbaden . . . . . „ 98,90
89,30
3½ do.
97,30
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche,
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 170,50
3½ Cöln=Mindner 100 134,00
3 Holl. Komm. . fl. 100
8 Madrider . . Fs. 100 72,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
brieſe . . . . . . . 138,10
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,75
3 Oldenburger . .
3½ Raab=Grazer fl. 168
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
.. fl. 7
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 204,00
Freiburger
Fs. 15 84,90
Mailänder
Fe. 45
de.
Fs. 10
Meininger .
.fl. 7 33,10
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 524,00
do. v. 1858 fl. 100 439,00
Ungar. Staats . . fl. 100 372,00
Benediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 155,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereians .
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Amerikaniſche Noten . . . 4,20½
Engliſche Noten .
20,48
Franzöſiſche Noten.
81,15
Holländiſche Noten.
169,35
Italieniſche Noten . . . 80,45
Oeſterc.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Nummer 294.
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Nummer 274.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 langer heller Damenhandſchuh. 1 Türdrücker.
1 ſchwarzſeidene Roſette von einem Damengürtel. 1 Zwicker. 1 kl
goldener Ring mit rotem Stein. 1 Viſitkartentäſchchen. 1
Porte=
monnaie mit einigen Pfennigen. 2 Herrenregenſchirme. 1 weißes
Kinderkäppchen. 1 Militärpaß, auf den Namen Ott lautend. 1 gold
Siegelring mit violettem Stein. 1 ſeidener Damenſchirm. (23898
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, 2 Dobermann. 1 Pinſcher (
zu=
gelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
(23922
Bekanntmachung.
Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut
ver=
öffentlichen, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher — mündlicher oder ſchriftlicher —
Er=
klärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt.
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklärungen auch die Bereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 16. November 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1203 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren — §§ 854 ff. B. G. B. —) der
an=
grenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche
Reinigungs=
anſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. September
1886 betreffend: „Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt” die Reinigung
über=
nommen hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit; ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den
Mit=
gliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten
Strafe, die Verpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende
Verpflich=
tungen ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der
meiſt=
begangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr
mor=
gens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mindeſtens alle
drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande
der=
ſelben zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſt,
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten
ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten abgeräumt
wurde, iſt auf den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge
andau=
ernden Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schneedecke oder Schnee= und
Eis=
buckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem
Streu=
material ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der
Fuß=
ſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ 6. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den
Fuß=
ſteigen verboten.
§ 7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat,
beauf=
tragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften
aus=
ſchließlich verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeiamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaftmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriften des Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
§9. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
8. November 1856 aufgehoben.
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt. (23924ms
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. November 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 22.— bis 26.50
19.−
Korn
18.−
Gerſte
21.−
„ „ 18.50
23.−
Hafer
19.75
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 10 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.50
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 6.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 1.50
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 19. November 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen der Firma
Vereinigte Kunſtdruckereien,
Ge=
ſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung zu Darmſtadt, wird heute,
im 18. November 1912, nachmittags
6 Uhr, das Konkursverfahren
er=
öffnet, da die Firma A. Gaßler &
Co., G. m. b. H. in München,
ver=
treten durch Rechtsanwälte
Juſtiz=
rat Dr. Loeb und Rohde zu
Darm=
ſtadt, den Antrag auf Eröffnung
des Konkurſes geſtellt und
hin=
reichend glaubhaft gemacht hat, daß
Gemeinſchuldnerin ihre Zahlungen
eingeſtellt hat.
Der Gerichtstaxator Ernſt Wolf
in Darmſtadt wird zum
Konkurs=
verwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 29. Dezember 1912 bei
dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
auf
Mittwoch, 11. Dezember 1912,
nachmittags 3½ Uhr,
Zimmer 219
und zur Prüfung der
angemelde=
ten Forderungen auf (23967
Mittwoch, 8. Januar 1913,
nachmittags 3½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 219, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 29.
Dezem=
ber 1912 Anzeige zu machen.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Friſche, ſchwerſte,
garantiert echte
Hanlener Eier
per Stück 14 Pfg.
Alle andern Sort. billigſt
10 St. von 68 Pfg. an
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Busbrann Tateibartet
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Aeltest. Eiergrosshdl.
Markt 3. (23824om) Tel. 1018.
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Eliſabethenſtr. 23. (*12206ms
Faſt neuer d. Gehrockanzug, gr. ſchl.
Fig., dunkelbl. Krimmerjacke bill.
zu verk. Wienersſtr. 72, II. (*12155
Havelocks, faſt neu, bill. zu vf.
VII23961) Steinackerſtr. 1, Stb.
jüte werd. garniert, Altes verw.,
Neuheiten am Lager (VII23960
Lippert, Kiesſtraße 69.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneur in
Er=
innerung. Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, den
Fuhrwerks=
verkehr ſtreng zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 16. November 1912.
(23923ms
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betreffend den Verkehr von Fuhrwerken in der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung betreffend, vom 13. Juni 1874, wird für den Bezirk
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt nach Anhörung der
Stadt=
verordneten=Verſammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 8. Februar 1904 zu Nr. 3480 in
Er=
gänzung der in dieſer Beziehung beſtehenden Beſtimmungen
ver=
ordnet, was folgt:
§ 1. Fuhrwerke müſſen innerhalb der Sted im Schritt fahren
außer in den durch Geſetz oder Verordnung beſtimmten Fällen:
a) wenn ſie nicht auf Federn ruhen oder bei ſchneller Bewegung
ein übermäßig ſtarkes Geräuſch verurſachen würden:
b) auf Strecken, für welche das Schrittfahren von
Großherzog=
lichem Polizeiamt Darmſtadt durch öffentlichen Anſchlag an
Ort und Stelle allgemein vorgeſchrieben oder im gegebenen
Falle durch einen zuſtändigen Polizeibeamten vorübergehend
angeordnetet iſt.
§ 2. Alle Fuhrwerke haben auf den Straßen der Stadt, ſoweit
nicht örtliche Hinderniſſe entgegenſtehen, ſtets die rechte Seite der
Fahrbahn einzuhalten.
Nach der gegenüberliegenden Seite darf nur, wenn dort
ange=
halten werden ſoll, und nicht früher als notwendig abgebogen werden.
Das Einbiegen aus einer Straße in die andere muß nach
rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen geſchehen.
§ 3. Die vorſtehenden Beſtimmungen beziehen ſich auf
Fuhr=
werke aller Art, insbeſondere auch auf Handkarren, Fahrräder und
Automobile.
Die Beſtimmung des § 1 Ziffer a findet jedoch auf Fahrräder
und Automobile keine Anwendung.
§ 4. Bei Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
kann von Großherzoglichem Polizeiamt die Beſtrafung der Schuldigen
auf Grund des § 366½ des R.=St.=G.=B. (mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark
oder mit Haft bis zu 14 Tagen) veranlaßt werden.
§ 5. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. März l. J. in Kraft.
Darmſtadt, den 20. Februar 1904.
Großherzogliches Polizeiamt.
Verhütung von Feuersgefahr.
Nach § 368 des Reichsſtrafgeſetzes wird derjenige mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft, der es
unterläßt dafür zu ſorgen, daß die Feuerſtätten in ſeinem Hauſe in
baulichem und brandſicherem Zuſtande unterhalten, oder daß die
Schornſteine zur rechten Zeit gereinigt werden. Im Falle der
Ent=
ſtehung eines Brandes kann auf Gefängnisſtrafe erkannt werden.
Ich ſehe mich veranlaßt, die Hausbeſitzer auf dieſe Beſtimmungen
um deswillen beſonders hinzuweiſen, weil wiederholt Brände dadurch
entſtanden ſind, daß bei dem Verſetzeu von Oefen und Herden in
andere Räume die dabei außer Benutzung gekommenen
Rauchrohr=
öffnungen der Schornſteine entweder gar nicht oder nicht mit
feuer=
ſicherem Material, ſogar mit leicht entzündlichem Material (Papier,
Lumpen und dergl.), verſchloſſen worden ſind.
Darmſtadt, 7. November 1912.
(23408a
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Neubelegung von Reihengrabſtätten
im Friedhof an der Nieder=Ramſtädter Straße.
Die in den Jahren 1885—1887 belegten Grabſtätten (
Reihen=
gräber für erwachſene Perſonen) in Abteilung III, J obigen
Fried=
hofs ſollen gemäß § 18 der Friedhofsordnung erneut belegt werden.
Nach § 19 der Friedhofsordnung können Grabſtätten gegen
Entrichtung der tarifmäßigen Gebühr von 25 Mk. und unter
Ueber=
nahme der Verpflichtung zur ſteten anſtändigen Unterhaltung der
Plätze der erneuten Benutzung zur Beerdigung für die Dauer von
weiteren 25 Jahren entzogen werden.
Gemäß § 20 der Friedhofsordnung fordern wir diejenigen, die
von vorſtehendem Rechte Gebrauch machen wollen, hiermit auf, bis
zum 31. Dezember 1912, bei Meidung der Annahme des
Ver=
zichts, auf dem Geſchäftszimmer des Friedhofsverwalters, Herdweg 105,
bezüglichen Antrag zu ſtellen.
Darmſtadt, den 1. November 1912.
(22925a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Einziehung eines Erbbegräbnisplatzes.
Der auf dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädter Straße
ge=
legene Erbbegräbnisplatz:
Abt. III, Buchſt.=G, Nr. 45 (Palmer, Alfred, Rentner)
wird von dem Verpflichteten ſeit Jahren nicht unterhalten und ſoll
daher eingezogen werden. Wer Rechte an den genannten Platz zu
beſitzen glaubt, wird aufgefordert, ſie auf dem Bureau für
Friedhofs=
ingelegenheiten (Marktplatz 8, Rathaus) vorzubringen, bei Vermeidung
des Rechtsnachteils, daß, wenn binnen dreier Monate, vom Tage
des erſtmaligen Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet,
Rechte nicht geltend gemacht worden ſind, der Platz eingezogen und
(23917a
weiter vergeben wird.
Darmſtadt, den 14. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
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Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
17,
Mannchen, nun wären wir ja wieder einmal allein.
Daß man Dich im Regimente ſchmerzlich vermißt, brauche
ich Dir wohl nicht erſt zu ſagen. Natürlich iſt Deine
Liebesaffäre Stadtgeſpräch in Rathenow und auch in
Ber=
lin in den Kreiſen, die die roten Attilas gern bei ſich
ſehen.
Noch ein paar Tage, Roßdorff! Im übrigen iſt
mir’s herzlich einerlei.
Wär’ ja ſchön, aber das ſage ich Dir nicht, um Dir
das Herz ſchwer zu machen. Die Medaille hat nämlich
noch eine Kehrſeite.
Da wäre ich denn doch geſpannt.
Man ſchimpft auf Wullnow.
Aber warum in aller Welt?
Das habe ich mich auch gefragt, Mannchen. Eine klare
Antwort bekommt man nicht zu hören. Er ſei ein
Leiſe=
treter, ein unſympathiſcher Kerl, die arme Gunild
Ditt=
mark würde kreuzunglücklich werden, und wie ſo die
Redensarten alle lauten.
Die Leute ſollten ſich lieber an ihre eigene Naſe
faſſen.
Das Tollſte kommt noch.
Nanu?
Gunild Dittmark ſoll abſolut nicht ausſehen wie eine
glückliche Braut.
Reſberſ = Aenſch Wilſt Du uir nin dischen
Ruhe in den Spirdingſee ſchmeißen?
Nein, Mannchen. Aber ich bin ſo ſchnell von Hauſe
weggereiſt, um einige Tage mit Dir zuſammen zu
ver=
leben, um Deinem braven Onkel Sollenſtern die Wahrheit
unter die Naſe zu reiben und — Dich und Ihn zu
über=
reden, noch mal einen Vorſtoß zu machen — vielleicht durch
die Tampiſchkehner Dittmarks, immer vorausgeſetzt, Deine
Gefühle ſind noch dieſelben!
Da ſtöhnt Donatus von Plattangen auf. Du meinſt
es gut mit mir, ich weiß es. Aber ich wünſche keinerlei
weitere Attacken, das erlaubt meine Manneswürde nicht
und — er zeigt nach der Stirn — dort iſt uns dieſer
Wullnow über, wir kommen nicht auf gegen ihn!
Nun — nun, alles erreicht man mit einem Gramm
mehr Verſtand auch nicht!
Jedenfalls bitte Dich, weder mir, noch Onkelchen,
noch den Tampiſchkehner Dittmarks den Kopf weiter
ſchwer zu machen mit dieſer leidigen Geſchichte. Ich zähle
die Tage bis zum Frühjahr, wo anſtrengende Arbeit auf
mich wartet, ſie wird mir ſchon das Gleichgewicht
wieder=
geben.
Es war ein Vorſchlag, Mannchen, natürlich ſind mir
Deine Wünſche in dieſer Hinſicht Befehl.
Dann werden wir auch dieſe Tage in ungetrübter
Harmonie verleben, lieber Roßdorff.
Am nächſten morgen fuhren die Freunde nach
Klotzo=
wen. Sollenſtern führte ſie durch die Ställe.
Demnewelter, i er oles wunderſhont 35 Pin
doch auch ein Kind vom Lande, hätte aber in der
maſu=
riſchen Ecke einen ſo großartigen Betrieb nicht zu ſehen
erwartet.
Ja—a, denken Sie denn, Onkelchen kann weiter nicht,
als ner guten Flaſche den Hals brechen?
Auf jedem, auch dem kleinſten Verſchlag hing eine
Glühbirne, die Waſſerkraft hatte man zur Erzeugung des
Stromes vor der Tür, die große Sägemühle war mit den
neueſten Erfindungen ausgeſtattet, und Diſziplin
herrſchte, das ſah man auf den erſten Blick. Jeder Mann
ſtand auf ſeinem Poſten, da gabs keine unnütze
Herum=
lauferei, keine Zeitvergeudung.
Wenn ich zehn Jahre jünger wäre, baute ich mir noch
ne Papierfabrik. Das überlaß ich nun Mannchen, der
mein Gut erben wird.
Ja, Roßdorff, meine Klitſche ſieht triſt aus, gegen
Klotzowen. Meine Schuld! Warum hab’ ich auch meine
beſten Jahre Rekruten gedrillt, anſtatt mich um meine
ſchöne Herrſchaft zu kümmern, die noch ein paar hundert
Morgen größer iſt!
Du tuſt ja, als ob Du ſchon in Greis wärſt,
Mann=
chen!
Lieber Roßdorff, alt bin ich jedenfalls über meine
Jahre.
Schafkopp!
Das war alles, was Onkelchen dazu ſagte.
Roßdorff bekam einen heilloſen Reſpekt vor Herrn
von Sollenſtern. Plattangen hatte in Rathenow erzählt,
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
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daß ſein Onkel in Maſuren eine landwirtſchaftliche
Au=
torität ſei, aber die Kameraden hatten ihn ausgelacht.
Für heute nachmittag hab’ ich uns bei Dittmarks
an=
geſagt, und morgen jagen wir ein paar Stunden, darauf
vergnügtes Zuſammenſein bei mir!
Das iſt ja herrlich, herrlich, Herr von Sollenſtern!
Nicht wahr? Er lachte ſehr zufrieden. Roßdorffchen,
knallen Sie nur jeden Schwarzkittel über den Haufen,
wir können uns dieſes Jahr vor den Beſtien kaum retten,
ſie machen in Wald und Feld einen ungeheuren Schaden!
Sehr herzlich wurden die Gäſte in Tampiſchkehnen
begrüßt. Onkelchen war ſofort der Mittelpunkt.
Na, Herrſchaften, das Weihnachtsfeſt gut überſtanden?
— Agathchen, war’s Chriſtkindchen auch nett? Ich habe
da noch ſo n paar Sächelchen aus Berlin mitgebracht,
pack mal aus, ob Dir der Kram auch gefällt!
Onkelchen!
Ein wundervoller Straußenfächer kam zum
Vor=
ſchein, Süßigkeiten und ein goldenes Armband. Und die
Jungen waren auch reichlich bedacht worden.
Chriſtoph, Du verwöhnſt meine Kinder über Gebühr!
Willſt Du mir die Freude nehmen, in die blanken
Augen der Jugend zu ſehen, Albrecht?
Und während ſich Dittmarks bedankten, ſaß er mit
freudeſtrahlendem Geſicht in einem bequemen Lehnſtuhl
ſeinem Stammſitz in Tampiſchkehnen — und amüſierte ſich.
Es war ein ſehr vergnügter Nachmittag und ALend,
draußen heulte der kalte Oſtſturm und klapperte an den
Läden, drinnen lachte man und trank oſtpreußiſchen „
Mai=
wein” — heißen Grog, den nur ſchwache Seelen mit
Waſſer verdünnten.
Roßdorff war der liebenswürdige Schwerenöter, die
ſiebzehnjährige blonde Agathe amüſierte ſich köſtlich.
Sollenſtern ſchmunzelte und nickte dem Freunde ſeines
Neffen freundlich zu.
Man ſah es den Gäſten an, wie wohl ſie ſich fühlten.
Mitternacht war da, als ſie das gaſtfreie Tampiſchkehnen
verließen.
Alſo, Dittmarks, morgen um neun bei mir! Zum
Eſſen kommen die Damen um fünf Uhr!
Schönchen! Auf Wiederſehen!
In Klotzowen wurde Onkelchen abgeſetzt, die beiden
Freunde fuhren weiter nach Plattangen, den Pelzkragen
bis über die Mützen geſchlagen, ſiebzehn Grad unter Null
war’s, der ſcharfe Oſtwind ließ die Temperatur noch
nied=
riger erſcheinen — gut, daß man von innen feſt eingeheizt
hatte!
In dem wohlig durchwärmten Arbeitszimmer
Plat=
tangens blieben die Freunde noch ein halbes Stündchen
beiſammen.
Mannchen, war das eine Sitzung!
Eine oſtpreußiſche, meinte er lachend.
Die Agathe Dittmark iſt ja ein ganz reizendes
Mädel!
Findeſt Du? Dann heirate ſie. Wenn ſie auch nicht
allzuviel mitbringt, Du biſt doch durch Deine Erbtante in
einer glücklichen Lage.
Na, höre mal, vorläufig iſt ſie noch zu jung!
Lege ſie vor Anker und hol ſie Dir über Jahr und
Tag!
Reizend iſt ſie — ganz reizend!
Wenn Du nicht die Kourage haſt, ſo ſteck Dich hinter
Onkelchen!
Herrgott, leg mir doch nicht gleich die Schlinge um
den Hals!
Nein, Freundchen, nur revanchieren will ich mich
da=
für, daß Du Onkelchen auf mich gehetzt, mit ’ner anderen
Dittmark!
Da müſſen beide lachen, und doch iſt’s Plattangen gar
ernſt ums Herz.
Mannchen, laß mich lieber mein Heil allein verſuchen
— man will doch in Ruhe überlegen. Und ob mich
die=
hübſche Agathe überhaupt nimmt, iſt auch noch die Frage.
So leg Dich ins Bett und geh mit Dir zu Rate, ich
denke, wir ſind beide tüchtig müde!
Plattangen klopft Roßdorff auf die Schulter und
ſchiebt ihn zur Tür hinaus, dann bleibt er noch lange in
Gedanken verſunken am Ofen ſtehen, bis die Glut
nach=
läßt;
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 274.
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Gallensteine.
Gätte ich doch früher gewußt, daß die Dun=Präparate ein ſo mild
wirkendes und doch ſo vorzügliches Mittel gegen Gallenſteine
ſind. Ich litt ſo unausſprechlich an Gallenſteinkoliken, daß ſchließlich
nichts anderes übrig blieb, als die Gallenblaſe her ausnehmen zu
laſſen. Leider war die Folge davon eine ſchreckliche. Nachdem die
Wunde vernarbt war, kamen die Koliken wie zuvor, ja noch
furcht=
barer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Magenkrämpfe und Erbrechen,
ſo daß ich bis faſt zum Skelett abmagerte. Mein Zuſtand war ein
hoffnungsloſer und qualvoller, und als ich wieder operiert werden
ſollte, ließ ich es nicht zu und griff zu den Dunpillen.
Gleichzeitig legte ich mir ein etwa 20 cm breites Dunpflaſter wie
einen Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder, verſpürte ich faſt
augenblicklich Linderung, die Krämpfe und das Erbrechen ließen nach
und ich konnte wieder beſſer eſſen. Nach 3—4 Wochen hatte ich
bereits 10 Pfund zugenommen. Nach einigen Wochen bekam ich
noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene
Gallenſtein, der bei der Operation nicht gefunden worden war,
abging. Von dieſem Tage an, während ich Pillen und Salbe weiter
nehme, habe ich bereits 1 Jahr lang weder Koliken, noch Krämpfe,
noch Erbrechen uſw. gehabt und außerdem weitere 25 Pfund
zu=
genommen, ſo daß ich mein altes Gewicht wieder habe und alle
ſchweren Hausarbeiten wie früher verrichten kann, ja daß ich mich
noch lebensfroher und geſünder fühle. — Im vergangenen Sommer
haben die Dunpillen und=Salbe meinen Jungen Max, als er an
Maſern erkrankte, innerhalb 3 Tagen wiederhergeſtellt, desgl. ſpäter
bei einem Anfall an Diphtherie und Halsentzündung. D. S. (1.30)
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Darmſtadt, 22. 9. 1912.
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Nummer 274.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 21.
Landwirtſchaftliches.
Getreide=Wochenbericht
ſier Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 12. bis 18. November.
Die Beſſerung der politiſchen Lage übte in der
Be=
ſichtswoche inſofern einen verflauenden Einfluß auf die
Getreidemärkte aus, als die Amerikaner wieder ſtärker
und billiger offerierten und auch Rußland ſichtlich mehr
Kachgiebigkeit bekundete. Hielt ſchon die andauernde
Verkaufsluſt Amerikas die Stimmung des
Getreidehan=
els unter Druck, ſo kam noch hinzu, daß die Ausſichten
der argentiniſchen Weizenernte im allgemeinen als
gün=
feig geſchildert wurden. Zwar lagen am Freitag
Meld=
ungen vor, wonach in den nördlichen Anbaugebieten der
Wunſch nach trockener Witterung laut wurde, aber der
Umſtand, daß die argentiniſchen Firmen gleichzeitig hohe
Qualitätsgewichte offerierten, verſcheuchte die
aufge=
ſauchten Beſorgniſſe ſchnell wieder. Auf den deutſchen
Märkten zeigte ſich für das, allerdings meiſt aus
abfallen=
den Qualitäten beſtehende Weizenangebot nur wenig
Aufnahmefähigkeit, ſo daß die Verkäufer ſich mit zum
Teil merklich niedrigeren Preiſen abfinden mußten; im
Lieferungsgeſchäft verlor Weizen in der Berichtswoche 3,5
Bis 4,25 Mark. Im Gegenſatz hierzu konnte Roggen
geinen Preisſtand beſſer behaupten, da zur Erfüllung
älterer Exportverpflichtungen ſeitens der Küſte Ware
ge=
ſucht wurde und auch die Mühlen, wenn auch bei etwas
ermäßigten Geboten, Bedarf zeigten. Dieſen Anſprüchen
gegenüber erwies ſich das Angebot als mäßig; erſt am
Schluſſe der Woche ſchien etwas mehr Ware
herauszukom=
men. Im Lieferungsgeſchäfte beſchränkten ſich die
Rück=
gänge auf 2,5 bezw. 1,75 Mark. Hafer wurde nur in
geringen und mittleren Qualitäten ſtärker offeriert,
wäh=
rend feine Ware knapp und geſucht blieb. Lieferung war
per Dezember durch Deckungen zeitweiſe geſtützt. Mai
imußte unter dem Druck ermäßigter ausländiſcher
For=
derungen ſtärker nachgeben. Braugerſte konnte ſich nur
in feiner Ware behaupten; für die vermehrt angebotenen
Mittelqualitäten war der Abſatz ſchleppend. Einen
wei=
tteren Rückgang haben die Preiſe für ruſſiſche Gerſte
er=
fahren, namentlich für ſchwimmende Ware, die zum
Schluß mit 134 Mark eif. zu kaufen war. Auch Mais
war im Hinblick auf die großen Plata=Verſchiffungen
und auf hohe amerikaniſche Ernteſchätzungen niedriger
gehalten. Es ſtellten ſich die Preiſe für inländiſches
Getreide am letzten Markttage wie folgt:
Roggen
Weizen
Hafer
172
152 (—
Königsberg.
174 (—2½)
Danzig
195
172
178
Stettin
169
176
202
Poſen
176
202
177
Breslau
175
204
201
Berlin
171
Magdeburg . 201
192
174
201
202
Halle .
171
198
196
Leipzig
172
201
193
Dresden.
173
172
Roſtock .
195
205
178
Hamburg
178
195
196
Hannover
202
90
210
Düſſeldorf
205
185
Frankfurt a. M. 210
190
Mannheim . . 212½
187½
200
195
Straßburg . . 215
190
198
München . . 226 (—2
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Dez. 204,50 (— 3,50),
Peſt April 202,30 (— 1,50), Paris Nov. 237,80 (44,05),
Liverpool Dez. 165,25 (— 5,40), Chicago Dez. 132,85
(—6,40), Roggen: Berlin Dez. 175,50 (— 2,50), Hafer.
Berlin Dez. 179,75 (—3,25), Futtergerſte Südruſſ. frei
Hamburg unverzollt ſchwim. 134 (—4,50), Nov. 134,25
— 5,25), Mais: La Plata ſchwim. 111 (—2,50), Mixed
Dez.=März 110 (— 2,50) Mark.
Literariſches.
— Chriſtiane Ratzel (Carmen Teja). Ich
hatt=
einen Kameraden, Roman. Leipzig, Verlag von
Fr. Wilh. Grunow. Geheftet 4 Mk., gebunden 5 Mk.
In Offizierskreiſen einer Reſidenzſtadt ſpielt dieſer neue
Roman „Ich hatt’ einen Kameraden”. Das Offiziersleben
iſt mit packender Anſchaulichkeit gezeichnet, wie ja
über=
haupt die beſonderen Vorzüge der Ratzelſchen Romane
die prachtvolle Darſtellung des Milieus und die ſtreng
durchgeführte Pſychologie der einzelnen Charaktere ſind.
Die aus der Handlung ſich ergebenden Konflikte ſind fein
durchgearbeitet und in ſpannender Weiſe erzählt.
Vor=
trefflich gelingt es der Schriftſtellerin, Neigung für die
Geſtalten zu erwecken, und beſonders darum wird ſich
die=
ſes Buch einen weiten Leſer= und Freundeskreis erwerben.
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Geöffnet an Wochentagen von 9 — 12 Uhr vorm. und
8 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
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Geborene. Am 14. Nov.: dem Gärtner Georg
Weicker, Mühlſtraße 25, eine T. Katharina Georgine.
Am 10.: dem Maſchinenſtricker Georg Adam
Lenſin=
ger, Soderſtraße 40, ein S. Joſeph. Am 11.: dem
Han=
delsmann Lukas Joſeph Fortura, Kirſchenallee 13,
eine T. Virginia Angelinia. Dem Bierbrauer
Ferdi=
nand Altmann, Holzſtraße 17, eine T. Martha Thereſia.
Am 14.: dem Straßenreiniger Michael Bräunig,
Ballonplatz 7, eine T. Eva. Am 13.: dem Heizer Chriſtoph
Steinmetz, Feldbergſtraße 73, ein S. Adam. Am 12.:
dem Schloſſer Johann Georg Wilhelm Härting,
Inſel=
ſtraße 21, eine T. Margarete. Am 13.: dem Inſtallateur
Wilhelm Konrad Johann Noll, Rheinſtraße 41, ein S.
Willi Georg Ludwig. Am 15.: dem Fabrikarbeiter Auguſt
Krieger, Arheilgerſtraße 54, ein S. Adam. Dem
Fabrikarbeiter Johannes Zaun, Dieburgerſtraße 4, ein
S. Jakob. Am 13.: dem Taglöhner Stephan Dony,
Arheilgerſtraße 66, ein S. Heinrich. Am 17.: dem
Zimmer=
mann Johann Karl Chriſtian Lorenz, Große
Kaplanei=
gaſſe 1, ein S. Ludwig. Am 14.: dem
Mühlenbau=
monteur Alwin Leuſchner, Magdalenenſtraße 11, ein S.
Alwin Moritz. Am 15.: dem Taglöhner Philipp
Schrei=
ner, Hinkelsgaſſe 24, ein S. Philipp. Am 12.: dem
Kauf=
mann Hermann Scherer, Feldbergſtraße 30, eine T.
Hildegard. Am 10.: dem Sergeanten und
Zahlmeiſter=
aſpiranten im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115 Wilhelm
Friedrich Hahn eine T. Erika Anna Mathilde.
Aufgebotene. Am 15. Nov.: Vizefeldwebel im
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garde=Inf.=Regt. Nr. 115 Louis Schmidt,
Alexander=
ſtraße 22, mit Chriſtine Auguſte Marie Margarethe
Bernius, Landwehrſtraße 45. Kaufmann Jakob
Störger, Bismarckſtraße 42, mit Roſalie Mai,
Fried=
berg. Sergeant im Großh. Heſſ. Train=Bataillon Nr. 18
hier Georg Ludwig Schmitt, mit Margarete Katharine
Benz, Arheilgen. Am 16.: Landesproduktenhändler
Konrad Krämer, Albig, mit Anna Maria Hülsberg,
Stadtilm. Fußgendarm Karl Eisfeller, Grebenau, mit
Katharina Heß, Bleichenbach. Buchhalter Guſtav
Reinshagen, Homburg, mit Johannette Rühl,
Roß=
dorf. Am 18.: Gipſer Georg Franz Dewald I. mit
Fabrikarbeiterin Maria Antonia Volpert, beide in
Viernheim. Tapezier Georg Karl Schulmeyer, mit
Anna Hofmann, beide in Rödgen. Bahnarbeiter Jakob
Mink, Nauheim, mit Dienſtmagd Marie Knul, hier.
Etuismacher Andreas Karl Winter mit Bereiferin
Katharina Henriette Jäger, beide in Klein=Auheim.
Sattler Johannes Jakob Ludwig Mayer, Wachenheim,
mit Dienſtmagd Maria Schmitt, Zwingenberg.
Rechts=
anwalt Oskar Ludwig Hermann Colin, hier, mit
Anna Doris Tittelbach, Leipzig. Müller Wilhelm
Scopel, Klein=Karben, mit Dienſtmagd Eliſa Barbara
Helfrich, Gronau. Militär=Bauregiſtrator Wilhelm
Zoerb, Karlſtraße 63½, mit Emilie Auguſtine Schmid,
Kaſinoſtraße 23. Gärtner Konrad Stephan,
Herd=
weg 17, mit Waſch= und Putzfrau Maria Chriſt, geb.
Geißler, Kiesſtraße 16.
Eheſchließungen. Am 14. Nov.: Chemiker und
Aſſi=
ſtent an der Techniſchen Hochſchule Dr. Stanislaw
Kielbaſinski mit Chemikerin Irena Stanislawa
Ga=
lewska, beide hier. Am 16.: Schloſſer Adam Volk mit
Wirtſchafterin Marie Stoll, beide hier. Fylograph
Friedrich Vöglin mit Anna Wirſing, beide in Meſſel.
Dreher Balthaſar Kimpel, hier, mit Anna Bauer in
Bonsweiher. Heizer Louis Knörzer in Biſchofsheim
mit Emilie Gottmann, hier. Fabrikarbeiter Jakob
Bernius mit Johanna Volk, beide hier. Techniker
Karl Böhm mit Marie Daab, beide in Groß=
Bieberau. Am 18.: Zimmermann Georg Leinberger
mit Katharina Heilmann, beide hier. Former
Kon=
rad Heid mit Johanna Lehr, beide hier.
Geſtorbene. Am 14. Nov.: Privatin Anna
Marga=
rete Bruns, 88 J., ev., Eberſtadt. Am 15.: Kaufmann
Moritz Hachenburger, 56 J., iſr., Friedrichſtraße 15.
Suſanna Kiſſel, geb. Frickel, Witwe des Privatiers,
82 J., kath., Schwanenſtraße 21. Am 16.: Zimmermann
Ludwig Schmidt, 63 J., ev., Schloßgartenſtraße 55.
Am 15.: Pfarrer i. P. Johannes Schneider, 75 J., ev.,
Beckſtraße 81. Am 16.: Ludwig Haun, S. des
Eiſen=
drehers, 11 Mte., ev., Hölgesſtraße 11. Am 17.: Anna
Gutwaſſer, geb. Immelen, Ehefrau des Kellners, 27 J.,
kath., Saalbauſtraße 13. Am 16.: Eva Katharine Zahn,
geb. Gerlach, Witwe des Landwirts, 78 J., ev.,
Hein=
heimerſtraße 96. Am 18.: Eliſabeth Boll, T. des
Ober=
rechnungsreviſors, 4 J., kath., Pallaswieſenſtraße 13.
Privatin Margarete Seelmann, 49 J.,, kath., Lorſch bei
Bensheim.
Gewinnanszug
der
1. Prenßiſch-Käddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlatterte
5. Klaſſe 9. Ziehungstag 18. November 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiben Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 150000 Mk. 1432
2 Gewinne zu 10000 Mk. 95987
12 Gewinne zu 5000 Mk. 22198 47194 115426 121201
126562 206471
90 Gewinne zu 3000 Mk. 16763 22322 36384 38154
42164 42586 46448 63619 57045 61224 67806 75199
77771 83491 84230 89049 91067 91327 91456 92412
101360 102347 105222 109510 120691 124657 127550
132089 187950 138456 151451 153129 154855 165698
161238 166317 176383 183429 184262 199268 200320
01444 202005 205356 207027
1262 Gewinne zu 1000 Mk. 1126 2981 6028 8492
8530 11166 13393 13552 19528 20865 25275 25594
28604 29542 31189 32440 37999 39221 49643 54903
59551 64417 65058 65076 67939 68058 69059 78837
88025 91118 91739 99620 104842 105287 105463 109263
118261 118797 120919 121668 122140 122857 123851
124184 125467 128347 130091 138340 145694 145998
152393 155087 156296 157648 158439 161664 162606
163704 181271 169242 191599 193690 193874
246 Gewinne zu 6500 Mk. 2998 4176 4620 7574
11899 11919 14117 15609 15935 17522 22462 25089
25161 25415 26146 26560 31613 33986 36111 38325
47367 49706 52103 53241 53675 53855 54011 66313
56480 58237 58861 59315 59700 59835 65718 67078
69177 69279 69391 71664 72884 73285 75941 77308
79660 82348 82725 86595 86934 87699 90206 90615
93268 93876 95734 97421 97946 98780 98808 101706
101723 102121 106385 108512 108713 113139 115171
115290 116557 118611 119657 121085 122166 124314!
28831 126951 130441 130999 131359 132119 133788
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Nummer 274.
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[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912.
Seite 23.
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Ein
Offiziers-Roman
in 3 Akten:
Vorführungsdauer
zirka 1 Stunde.
N§ 274.
Mittwoch, 20. Robember.
1912.
am
weiß. Turm
Ab heute, unter anderem:
Auf vielseitigen Wunsch:
Leutnant Daring verhindert ein. Aufstand
Spannendes amerikanisches Seedrama. (23897
Kaufmauniſcher Verein Darmſtadt E. 2.
Die Heſſiſche Flugſtudien=Geſellſchaft ladet unſere Mitglieder
nebſt Familie ein zu dem
Mittwoch, den 20. November, abends 8½ Uhr,
im Hotel zur Traube
ſtattfindenden
Vortrag des Herrn Major von Aberoron
„Die Gordon=Benett=Fahrt in Amerika‟
und
„Selbſterlebniſſe im Freiballon”
mit Lichtbildern.
Eintritt für unſere Mitglieder frei.
Der Vorstand.
(me
Triegenerbrereindermeinlte
Freitag, den 22. November 1912, abends 8½ Uhr, im
Reſtaurant Sitte (gelber Saal)
(23957mf
III. Winterversammlung.
Vortrag des Arn. Kreisamtmann Dr. jur. von Koebke,
Privatdozent an der Techniſchen Hochſchule, über:
Die Reichsversicherungseranung
Unſere Mitglieder laden wir hierzu ergebenſt ein. Gäſte
freund=
lichſt willkommen.
Der Vorstand.
Mozart-Verein.
Mittwoch, den 27. November 1912
abends 8 Uhr
I. Winterkonzert im Saalbau
Mitwirkende:
Fräulein Fanny Weiland aus Leipzig (Klavier)
Herr Robert Hutt vom Opernhaus in Frankfurt a. M.
Vereinsauskunftsstelle, sowie Kartenverkauf an
Nichtmit-
glieder (numerierte Plätze für 3 Mk.) in der Hofbuch- und
Kunsthandlung von Müller & Rühle, Elisabethenstr. 5. (23948
Kaunerein der Sübſhſfart der runt.,
Stadtgemeinde Darmſtadt E. V.
Tee mit muſikaliſcher Unterhaltung
zum Besten unserer Kleinkinderschule
Donnerstag, den 21. November, nachmittags 4½—6½ Uhr, im
Gemeindehauſe, Kiesſtraße 17.
Mitwirkende: Frl. Loni Kayſer (Violine), Frl. Eliſabeth Kayſer
(Sopran) und Frl. Hanna Kayſer (Klavier) aus Frankfurt a. M.
und Herr cand. ing. Kuhlo (Lieder zur Laute) aus Darmſtadt.
Der Vorſtand
23966)
Gut gespieltes Drama
in 2 Akien. (*12222
Die ſieben Töchter
des Profeſſors
Origineller Humor.
Familienehre
Tief ergreifendes Drama.
Moritzens Perücken
Guter Humor.
Die Seeblume
Ergreifendes Drama.
Von Chamonix nach
dem Eismeer
Her rliche Naturaufnahme.
C StIMIME SEINES HERN
CaANE-MARK
Für
Ernst-Ludwigstr. 23
beim Bismarckdenkmal.
Grosses Sensationsdrama
in 2 Akten.
(23974
Auf vielseitigen Wunsch als Einlage:
Von der Wiege bis zu seinem Heldentod.
— Grosses Kriegsdrama in 3 Akten.
Handeish
In den am 11., 12. und 13. November ds. Js. ſtattgehabten
Ergänzungs= und Erſatzwahlen für den Wahlbezirk Darmſtadt
ſind folgende Herren zu Handelskammermitgliedern gewählt worden:
In der Erwerbsgruppe Kleinhandel:
Kaufmann Fritz Becker und Kaufmann Ludwig Fiſcher.
In der Erwerbsgruppe Großhandel:
Kaufmann Ludwig Joſeph und Bankdirektor C. Parcus
In der Erwerbsgruppe Induſtrie:
Fabrikant Kommerzienrat Ferdinand Jacobi, Fabrikant
Kom=
merzienrat Ludwig Frölich, und Hofbuchdruckereibeſitzer
Carl Wittich.
(23899
Das Wahlprotokoll nebſt Anlagen liegt vom 21. bis inkl.
23. ds. Mts. auf dem Bureau der Großh. Handelskammer zur
Ein=
ſicht der Wahlberechtigten offen. Einwendungen gegen die Wahl
oder die Gewählten ſind binnen dieſer drei Tage bei Vermeidung des
Ausſchluſſes bei der Handelskammer ſchriftlich vorzubringen.
Die Großherzogliche Handelskammer.
Der Vorſitzende: Der Syndikus:
C. Parcus.
Dr. Human.
Aufnahmen
von „Jan Kubelik‟.
M07951 Pierrot-Serenade, von Alberto
Randegger jr.
M 07952 Dudziarz-Mazurka.
M07953 Zapateado, von Sarasate.
M 07954 Perpetuum mobile, von Riss
47954 Habanera, aus „Carmen‟.
47955 Last movement. dto.
Musikwerke —
N. Jugel Georgenstr. 11.
Telephon 2579.
Repräsentant u. offizielle Verkautsstelle
der Deutsch. Grammophon-Akt.-Gesellsch.
Berlin-London. (23901
don auswärts zugezogener
2 Herr (Fabrikant) wünſcht ſich
an einer
abendlichen Skatpartie
zu beteiligen. Gefl. Offerten unt.
7 22 an die Erped. (*12170
Jg. ſtrebſ. Geſchäftsmann
ſucht p. 1. April od. früher eine
gut=
gehende, flotte Filigle d.
Nahrungs=
mittelbranche, ev. Zigarrenbranche,
gegen Kautionsſtellung zu
über=
nehmen. Gefl. Offert. unt. H 85
an die Exp. d. Bl. erb. (*12006oms
Täglich
nachmittags ab 3 Uhr:
Kaffee-Konzert
Hotel „Hess‟.
Reichhaltige Auswahl in Torten und Gebäck.
Die Konzerte finden im Haupt-Restaurant
statt und ist der Zutritt frei.
23833
November 1912
Heute
:: abends 8 Uhr
Mittwoch, 20.
Bendennr
Programm: Die Wunder der flüssigen Luft. Thermit, der Schrecken
der Geldschränke. Funkentelegraphie. Tesla-Ströme. Herstellung
künstlicher Rubine. Die Wunderwelt des Radiums etc. eie.
Billetvorverkauf: Bei der Firma Hofmusikalienhandlung
G. Thies, Nachfl. L. Schufter, Elisabethensfrasse 12.
Preise: 3 Mk., 2 Mk., 1 Mk. Schülerkarten 6.50 Mk.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 20. November 1912
Nummer 274.
Kopfschuppen vollständig beseitigt. Als ich vor 1½
Jahren mit der Javol-Haarpflege begann, hatte ich sehr viele Schuppen,
starken Haarausfall und Jücken der Kopfhaut. Wie ich mit Vergnügen
konstatieren kann, hat Javol meine
Schüp-
pen vollständig beseitigt, und auch das
Jucken der Kopfhaut hat nachgelassen.
W. K., H.
Glatze verhütet! Ihre werte
Firma ist mir hauptsächlich bekannt
durch erfolgreichen Gebrauch Ihres
„Javol” und ist seit dem
regel-
mäßigen Gebrauch desselben mein
Naarausfall nicht weitergegangen,
trotzdem mein Großvater und Vater
In meinem Alter sohon eine
voll-
stündige Platte hatten. J. W. B.
Hamburg, den 2. Fedruar 1910.
Originälbriefe können bei den
Kolbener Anstalten für Exterikultur,
Ostseebad Kolberg, eingesehen werden.
JAVOI., fetthaltig für normales und
trockenes oder fettfrei für fettreiches
Haar. Preis: Originalflasche 2 M.,
Doppelflasche 3,50 Mark.
Ueberall zu
haben.
Luftfahrt.
sr. Ein Unfall des Lenkballons Schütte=
Lanz wird aus Mannheim gemeldet. Bei einer
Werk=
ſtättenfahrt, die zur Erprobung einiger Neuerungen
aus=
geführt wurde, und die zunächſt nach Karlsruhe und dann
linksrheiniſch nach Speyer führte, zerbrach ein Propeller,
und ein Stück des Propellers durchſchlug den
Ballon=
körper und riß ein zirka drei Meter großes Loch in die
Hülle. Trotz dieſer Havarie konnte der Lenkballon glatt
den Hafen erreichen. Der Schaden dürfte auch in wenigen
Tagen wieder ausgebeſſert ſein, da die Gasballonetts
ſcheinbar nicht getroffen worden ſind.
Sport.
AA. M. Hockeyklub Darmſtadt. Man ſchreibt uns: Wer
dem auf der Rennbahn ſtattgefundenen Wettſpiel zwiſchen
dem Wormſer und Darmſtädter Hockeyklub beiwohnte,
wird ſeine Freude darüber gehabt haben, wie gut ſich der
hier erſt neu aufgekommene Sport entwickelt hat. Ein
Beweis hierfür iſt, daß der hieſige Klub den Wormſer mit
2 zu 1 geſchlagen hat. Spielten ſich auch die Leute der
Darmſtädter Mannſchaft die Bälle nicht in der Weiſe in
die Hände, wie es hätte geſchehen ſollen, ſo machten ſie
dieſen Fehler durch faſt übergroße Schnelligkeit wieder
aut. Man muß auch bedenken, daß, während die anderen
Hockeyklubs faſt den ganzen Sommer über trainierten,
der hieſige Klub ſich erſt vor einigen Wochen aus einem
Klub bildete, der, nachdem er vor Jahren von Schülern
gegründet war, ſeit ungefähr einem halben Jahre
auf=
gelöſt war. Es wäre zu wünſchen, daß die Einwohner
unſerer Stadt ſich etwas mehr für den aufblühenden
Sport intereſſierten. Ein intereſſantes Spiel verſpricht
es am nächſten Sonntag zwiſchen dem Darmſtädter und
dem Heidelberger Hockeyklub (Meiſter des Süddeutſchen
Hockeybundes) zu geben. Dadurch, daß unſer Klub dem
Heidelberger ſich verpfr.htete, zeigte er, daß er das
Wett=
ſpiel mit einem ſo berühmten Hockeyklub nicht fürchtet und
es trotz des zweifelhaften Ausganges wagt. Der
Wahl=
ſpruch des neuen Sportklubs ſcheint alſo folgender zu
ſein: Friſch gewagt, iſt halb gewonnen! Wir Darmſtädter
wünſchen ihm alles Gute und enden mit einem Hip=
hip=
hurra! dem Darmſtädter Hockeyklub.
Fußball. F.=K. „Olympia”. Am nächſten
Sonn=
tag ſpielt die erſte Mannſchaft auf dem Sportplatz an der
Heidelberger Straße gegen die Ludwigshafener
Fußball=
geſellſchaft 1903. Wenn die Mannſchaft der Einheimiſchen
endlich einmat wieder volſtändig antrit, ſo darf man auf
einen Sieg hoffen.
— Winter=Velodrom im Sportpark Mannheim,
Col=
liniſtraße. Gleichwie in Berlin, Dresden, Frankfurt, Brüſſel,
Paris uſw. iſt auch in Mannheim für den Sportpark eine
Hallen=Rennbahn erbaut worden nach dem Projekt und
unter Bauleitung des in Sportskreiſen durch Ausführung
verſchiedener ſporttechniſcher Anlagen anderer Großſtädte
wvohlbekannten Herrn Ingenieur Gurth. Die neu erbaute
Rennbahn iſt 110 Meter lang, 4 Meter breit, mit genau
berechneten ſteilen Kurvenerhöhungen bis 44 Grad
ver=
ſehen und kann nach den Feſtſtellungsfahrten durch erſte
Rennfahrer mit als eine der größeren, modernen und
ſchnellſten Hallen=Rennbahnen gelten, die einwandfreie
Rennen ermöglicht und noch die beſonders neue Idee in
ſich birgt, daß ſie entgegen anderen Bahnen in allen
Tei=
len verlegbar und transportabel ausgeführt iſt. Für
Sonntag, den 24. d. M., hat die Direktion bereits den
erſten Renntag angeſetzt, wo zunächſt mehrere Flieger=
Rennen für erſte internationale Berufsfahrer und
Ama=
eure, ferner ein Stundenrennen nach amerikaniſcher Art
ſtattfinden. Die Direktion der Rennbahn wird
entgegen=
kommend allen Mitgliedern von Darmſtädter
Radfahrer=
vereinen 20 Prozent und allen Mitgliedern ſonſtiger
Darmſtädter Sportvereine 10 Prozent Ermäßigung gegen
Vorzeigung der Mitgliedskarte bei Veranſtaltungen
ge=
währen. — Alle Nebeneinrichtungen zu der Rennbahn=
Anlage gehen bereits arer Vollendung entgegen. Die
Rennfahrer Weltmeiſter Otto Meyer=Ludwigshafen,
Weltrekordmann Julius Bettinger=Ludwigshafen, Jean
Weiß=Hanau a. M., Henry Kraushaar=Frankfurt a. M.,
Chriſtel Rohde=Mainz, der Wien-Berlin=Sieger Hans
Ludwig=Soſſenheim, der Schweizer Kratolfer=Zürich, die
elſaß=lothringiſchen Meiſterfahrer Boeſchlin und
Ritzen=
thaler u. a. m. nehmen für die nächſten Rennen das
Trai=
ning bereits auf.
* Pferde=Rennen. Strausberg. Als in dem
November=Preis Leutnant Freiherr v. Berchem mit
Baiſſe als überlegener Sieger vor dem von Leutnant
v. Egan=Krieger geſteuerten Lancaſter, der übrigens
ſein Debut als Steepler in recht vielverſprechendem Stile
ablegte, durchs Ziel ging, hielt man allgemein die
Ent=
ſcheidung für gefallen und laute Zurufe begrüßten den
Garde=Ulanen bei der Rückkehr zur Wage. Mit größter
Spannung ſah man nunmehr dem Ausgange des
Ab=
ſchieds=Jagdrennens entgegen, in welchem die beiden
Rivalen auf Blondel und Beautiful Eve nochmals die
Waffen kreuzten, und diesmal entſchied das Turfglück zu
Gunſten des „Kronprinzen=Huſaren” denn Blondel, der
am vergangenen Strausberger Renntage ſeines Sieges
durch Disqualifikation wieder verluſtig gegangen war,
entſchädigte ſich diesmal durch einen neuen leichten
Er=
folg. Als der Sieg von Blondel trotz aller Anſtrengungen
von Leutn. Frhrn. v. Berchem auf Beautiful Eve in der
Geraden feſtſtand, gab es auf den vollbeſetzten Tribünen
ein Hallo und eine Aufregung, als wenn das Derby
ent=
ſchieden worden wäre. Zweifellos iſt auch dieſer
Aus=
gang des hartnäckigen Ringens, daß beide Offiziere mit
je61 Siegen im toten Rennen ſich in die Ehren
des Championats teilen, eine alle Teile befriedigende
Löſung. — Schluß=Flachrennen; 2500 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Major Roos’ Ger (Theilen), 2. Vilja
(Stübing), 3. Blücher (Ditmar). Tot. 73110. Pl. 22, 22,
21:10. Unpl.: Delila (4), Muttchen, Heuſchrecke, Sankt
Theobald, Cinia, Frieda (gef.), Louvre, Erfinderin,
Fel=
ſenburg, Geduld, Barbarina. Sehr leicht, 3—2 Lg.
November=Preis; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz
3500 Meter: 1. Hauptmann Cornelius' Baiſſe (Leutn.
Frhr. v. Berchem), 2. Lancaſter (Leutn. v. Egan=Krieger),
3. May (Leutn. v. Bottlenberg). Tot. 27110, Pl. 12, 14,
17110. Unpl.: Maria (4), Ruſticana, Nihiliſt, Miltiades,
Red Clover, Morgenruf, Jamaika. Ueberlegen, 6—3 Lg.
— Preis von Ahrenfelde; 2000 Mark, Diſtanz 3500 Meter:
1. Herrn W. Thiedes Germania I (Jentzſch), 2. Oſtie
(Th. Baſtian), 3. Konſtantin (Fritſche). Tot. 15:10, Pd.
11, 14, 12:10. Unpl.: Damara (4), Dahme, Sprühfeuen,
Jeſſonda. Sicher, 3—2 Lg. — Abſchieds=Jagdrennen.
Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Leutmi.
Frhrn. v. Cramms Blondel (Leutn. v. Egan=Krieger),
2. Beautiful Eve (Leutn. Frhr. v. Berchem), 3. Angola
(Leutn. Frhr. v. Wangenheim). Tot. 26:10, Pl. 15, 15,
35:10. Unpl.: Hacklers Beauty (4), Goldrock, Tory Hill,
Sweet Pepin, Doubtful Lady, Chauri, Kiſhon, Julette II,
Blisful, Ugolino, Wetterwolke. Ueberlegen, 7—3 Lg.
Kehrwieder=Jagdrennen; 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter=
1. Herrn C. J. Mohrs Moſel (O. Teichmann), 2. Terxes
(Naſh), 3. Atlanta (Jentzſch). Tot. 59110. Pl. 21, 16.
19:10. Unpl.: Salambo Niobe II, Toneſi, Anthemis
(ſtehen gebl.), Kollege. Kampf, Hals-1½ Lg. — Troſt=
Handikap; 2000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Graf
Fran=
kenbergs Vagabund (Fubr), 2. Frühwach (Naſh), 3.=
Samum (Prater). Tot. 244:10. Pl. 46, 15, 21:10. Unpl.
Lina (4), Bascaville, Entweder oder, Hotzenplotz (gef.),
Nortrud, Stella d’Oro. Sehr leicht, 4—½ Lg.
* Lawn=Tennis. Die Lawn=Tenniskämpfe
um den Davis=Pokal, die am 28., 29. und 30. Nov.
zu Melbourne zwiſchen England (Herausforderer) und
Auſtralien (Pokal=Verteidiger) ſtattfinden, erwecken in
dieſem Jahre beſonders großes Intereſſe, da die
reprä=
ſentative engliſche Mannſchaft ſich in ausgezeichneter
Form befindet. Die Mannſchaft weilt bereits ſeit dem
22. Oktober in Auſtralien. Sie beſteht, wie bereits
be=
richtet, aus den Herren C. P. Diron, A. E. Beamiſh, J. C.
Parker und F. Gordon=Love. Gegen dieſe Spieler treten
auſtraliſcherſeits A. W. Dunlop, R. Heath, Norman=
Brockes und A. B. Jones an. — Es iſt intereſſant, daß
Parker kürzlich in Sydney im Kampfe um die Tennis=
Meiſterſchaft von Auſtralien von H. Rice mit 610 611
ge=
ſchlagen wurde. Es erſcheint nach dieſem Ergebnis nicht
ausgeſchloſſen, daß der neue auſtraliſche Meiſter doch noch
an Stelle eines der anderen bisher aufgezählten Spieler
Auſtralien im Davis=Coup vertreten wird.
Ein deutſch=franzöſiſches Lawn=
Ten=
nis=Match wird am 25. und 26. November im Lawn=
Tennisklub de France in Paris=Neuilly ſtattfinden. Die
deutſche Mannſchaft ſetzt ſich aus den beſten Spielern des
Bremer Lawn=Tennisvereins zuſammen. Die betreffenden
Spieler ſind L. M. Heyden, Robert Spieß, Kuhlenkampff
und Grimm. Am 23. und 24. dieſes Monats ſpielt die
Mannſchaft zunächſt noch in England, und zwar gegen
den Dulwich Covered Courts Club.
sr. Der neue Weltrekord im Tauchen, der von dem
Pariſer Schwimmlehrer Pouliquen im Baſſin de la
Gare aufgeſtellt und mit 6 Min. 29,8 Sek. von der
Sport=
kommiſſion anerkannt worden iſt, ſcheint vor ernſter Kritik
doch kaum beſtehen zu können. Der offizielle Vertreter der
Union, der franzöſiſche Schwimmeiſter Peyruſſon, äußert
ſich jetzt dahin, daß Pouliquen vor Ablauf der fünften
Minuter in Ohnmacht gefallen ſei und die Stange, an
der er ſich bis dahin gehalten hatte, losgelaſſen habe. Er
ſei nach der einen Schmalſeite des Baſſins, wo ſich der
Waſſerablauf befand, fortgeſpült worden. Der
Schwimm=
lehrer Becker, der ihm nachſprang, habe ihn dort
aus=
geſtreckt bewußtlos gefunden. Becker habe P. nach der
Treppe und an die Oberfläche geſchafft. Pouliquen habe
das Bewußtſein bald wieder erlangt, und ſei auch
im=
ſtande geweſen, bald darauf wieder zu ſchwimmen.
Im=
merhin zeigt dieſe Darſtellung, daß Pouliquen zwar 6½
Minuten unter Waſſer war, aber daß er nicht ohne fremde
Hilfe wieder an die Oberfläche kommen konnte. Ob unter
dieſen Umſtänden die Anerkennung des Rekords als
kor=
rekt gelten kann, ſcheint mehr als fraglich.
Laſſen Sie ſich dieſen Apparat ſofort kommen!
Inmmmmm
immanſeimmſahmmhmnm
Sie brauchen kein Geld dazu
Wirsenden denselbenkostenlos
5 Tage zur Probe nebst 20 ausgewählten
Stücken auf 10 doppelseitigen 29 cm großen
Pathé-Platten. — Haben Sie schon einmal
Pathé-Piatten gehört? Pathé-Platten will
man immer wieder hören, da sie im
Gegensatz zu den veralteten Nadelplatten
noch nach Jahren ebenso schön und rein
erklingen, als beim ersten Spiel.