Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Am Samstag fand in Gegenwart des Kaiſers die
feierliche Einweihung der Talſperre bei
Mauer am Bober in Schleſien, der größten
deut=
ſchen Talſperre, ſtatt.
Der Kaiſer iſt am Samstag abend von Oberſchleſien
kommend, in Potsdam eingetroffen, und am Sonntag
abend nach Kiel abgereiſt.
Offiziell wird aus Petersburg erklärt, daß die Tripel=
Entente nach Kriegsſchluß darauf beſtehen werde,
daß alle Balkanfragen ohne Ausſchluß durch
eine Friedenskonferenz entſchieden
werden.
Die ſchwediſche Akademie veröffentlicht offiziell die
Ver=
leihung des Nobelpreiſes an Gerhart=
Hauptmann.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Zar Alexander III. und Fürſt Bismarck.
(Eine zeitgemäße Erinnerung.)
*⁎* In dieſen Tagen, wo die Balkanwirren im
Vordergrunde des allgemeinen Intereſſes ſtehen, iſt ein
Vierteljahrhundert verfloſſen, ſeitdem auch eine
Balkan=
frage die deutſch=ruſſiſchen Beziehungen
in bedrohlichſter Weiſe zugeſpitzt hatte. Rußland erblickte
in dem Deutſchen Reiche ſeinen geheimen Widerſacher, der
die ruſſiſchen Pläne am Balkan zu durchkreuzen ſuchte,
und Zar Alexander III, war in dieſer Meinung
während ſeines Aufenthalts am Kopenhagener Hofe im
Herbſt 1887 noch beſtärkt worden, denn man hatte ihm dort
gefälſchte Dokumente in die Hände geſpielt, welche
be=
weiſen ſollten, daß Fürſt Bismarck im geheimen eine
ruſſenfeindliche Politik in Bulgarien treibe. Nachdem
Alexander III. ſchon einige Zeit vorher einer Begegnung
mit dem alten Kaiſer Wilhelm ausgewichen war, ſchien
es nun auch fraglich, ob er auf der Rückreiſe von
Kopen=
hagen ſeinen Weg über Berlin nehmen werde. Doch, das
ließ ſich nicht umgehen, und ſo traf denn der Zar mit
Fa=
milie am 18. November 1887 in der
Reichshaupt=
ſtadt ein, von dem deutſchen Kaiſerhofe freundlich
aufge=
nommen; Prinz Wilhelm, unſer jetziger Kaiſer, war den
Gäſten bis Wittenberge entgegengefahren.
Schon wenige Stunden nach der Ankunft, nachmittags
2½ Uhr, erhielt der Zar den Beſuch Bismarcks,
der mit kühnem Entſchluß die Entwirrung der politiſchen
Lage herbeiführen wollte. In mehr als einſtündiger
Unterredung erfolgte eine gründliche Ausſprache. Es lag
dem Kanzler daran, den Zaren von der Grundloſigkeit
der Verdächtigungen gegen Deutſchland zu überzeugen
und ihm auch vor Augen zu führen, daß das Deutſche
Reich in einem Kriege mit Rußland nicht allein ſtehen
werde. Der Zar mußte zugeben, daß ihm eine ganze Reihe
von Briefen und Depeſchen über die Haltung Bismarcks
in der bulgariſchen Frage vorgelegt worden ſeien, die
von Anfang bis zu Ende gefälſcht waren. Bismarck
konnte dem Zaren nachweiſen, daß dieſer das Opfer
ſchlimmſter Intriguen geworden war, doch ging er in
ſei=
nen Eröffnungen noch weiter, er wies den Zar auf die
von Deutſchland geſchloſſenen Allianzen hin und machte
kein Hehl daraus, daß, wer mit Deutſchland im Frieden
leben wolle, auch deſſen Verbündeten nicht angreifen dürfe.
Alexander III, dehnte nun ſeine Bismarck abgegebenen
friedlichen Verſicherungen ausdrücklich auch auf
Oeſter=
reich=Ungarn aus.
Die mannhaften Erklärungen Bismarcks waren von
reinigender Wirkung der politiſchen Lage, und wenn auch
unter Alexander III. die Beziehungen kühl blieben, ſo
wußte Rußland doch, woran es war, wenn es nicht
Frie=
den hielt. Daß dieſer damals nicht geſtört wurde, iſt das
Verdienſt des erſten Kanzlers geweſen, deſſen wir uns
in dieſen Tagen wieder erinnern wollen.
Weltfrieden und Sozialdemokratie.
Am Sonntag ſollten in allen Großſtädten Europgs
internationale Verfammlungen der
So=
zialdemokratie ſtattfinden, in denen die Weltlage
und die Vereinbarung für eine Aktion gegen den Krieg
erörtert werden ſollten. In allen Sprachen hat man alſo
hören können, daß der Weltfrieden auf des Meſſers
Schneide ſtehe, und daß die internationale
Sozialdemo=
kratie der einzige Faktor ſei, der mit ſeinem „ehrlichen,
unerſchütterlichen Friedenswillen der verbrecheriſchen
Kriegshetze von Minderheiten entgegenwirke‟. —
Ange=
ſichts ſolcher Legendenbildung iſt es nützlich, auf Grund
eines ſozialdemokratiſchen Zeugniſſes feſtzuſtellen, wie
wenig die Tatſachen jener, agitatoriſchen Bedürfniſſen
entſprungenen Darſtellung entſprechen. Das Mannheimer
Sozialiſtenblatt, die „Volksſtimme”, iſt es, die bereits
un=
ter dem 14. November an leitender Stelle die
Erleichte=
rung der weltpolitiſchen Lage beſpricht und die Gründe
dafür in folgenden Umſtänden erblickt:
„Als das Moment, das in erſter Linie in dieſer
be=
ruhigenden Richtung gewirkt hat iſt vor allem die
Hal=
tung Rußlands zu buchen. Ohne Zweifel hat dieſes
zunächſt Serbiens Abſicht auf einen eigenen Adriahafen
dirlomatiſch mit aller Kraft unterſtützt und es wohl dabei
auch nicht an kriegeriſch demonſtrattven Gebärden ſehlen
laſſen. Als es aber ſah, daß Oeſterreich unter
Afſi=
ſtenz von Italien und auch Deutſchland ziemlich
energiſch darauf beſtand, daß Serbien keinen eigenen
Ha=
ſen an der Adria, der ſich ſo oder ſo wohl nur zu bald
aus einem Handelshafen in einen Kriegshafen
verwan=
deln würde, zuerkannt bekomme da iſt bei der ruſſiſchen
Regierung anſcheinend doch noch rechtzeitig die Vernunft
eingekehrt, die Einſicht, daß man es nicht bei dieſer Dif.
ferenzfrage zu einem ungeheuren Weltkrieg kommen laſſen
dürfte, daß auch Rußland einem ſolchen zurzeit gar nicht
gewachſen wäre. . . Schon vorher hat auch England
ziemlich unzweideutig zu verſtehen gegeben, daß es einen
Weltkrieg aus dieſem Anlaß für recht unangebracht
er=
achte, und auch Frankreich has ſeine Stimme in
glei=
chem Sinne in die Wagſchale der Tripel=Entente gelegt.
Gleichzeitig aber hat auch Heſterreich=Ungarn allen
Preß=
treibereien zum Trotz ſich in ſeinen Anſprüchen und dem
Tone, in dem es dieſe vorbrachte, einigermaßen mäßigen
müſſen.”
Hier werden, wie man ſieht, ſogar von
ſozialdemo=
kratiſcher Seite die Haltung des Dreibundes,
die friedliche Politik Englands und Frankreichs, ſowie das
Einlenken Rußlands als Urſachen der
weltpoli=
tiſchen Entſpannung anerkannt. Die
ſozial=
demokratiſche Aktion gegen den Weltkrieg iſt alſo in jeder
Beziehung überflüſſig. Zu dem Zeitpunkt, da die
inter=
nationalen Sozialiſtenkundgebungen mit großem Getöſe
vor ſich gehen, iſt die Gefahr für den Weltfrieden nach
menſchlichem Ermeſſen beſeitigt, und auf die Politik der
Faktoren, von denen die Erhaltung des Weltfriedens
ab=
hängt, des Dreibundes und der Tripel=Entente, hat die
internationale Sozialdemokratie einen Einfluß weder aus‟
geübt, noch auszuüben brauchen. Dieſer Sachverhalt
dürfte jedoch nicht daran hindern, die Sozialdemokratie als
einzigen Friedenshüter zu feiern.
Deutſches Reich.
* Die Landtagswahlen in
Württem=
berg haben am Samstag begonnen. Die württembergiſche
Zweite Kammer, die 92 Mitglieder zählt, ſetzt ſich
zu=
ſammen aus 63 Abgeordneten der Oberamtsbezirke, 6
Abgeordneten der Stadt Stuttgart, 6 Abgeordneten
wei=
terer Städte (ſog. guter Städte) und 17 Abgeordneten
zweier Landeswahlkreiſe, ſämtlich direkt auf 6 Jahre
ge=
wählt, und zwar den Abgeordneten der Stadt Stuttgart,
und der Landeswahlkreiſe nach dem. Grundſatz der Liſten=
und Verhältniswahl. Bei den Wahlen am Samstag
waren im ganzen 75 Abgeordnete zu wählen, und zwar
die Abgeordneten der 63 Oberämter, der 6 guten Städte
und die 6 Stuttgarter Proporzabgeordneten. Bei der
letzten Wahl wurden bei dieſem erſten Wahlgang definitiv
gewählt 19 Abgeordnete des Zentrums, 8 der Deutſchen
Partei, 8 der Volkspartei, 8 Sozialdemokraten und 5
Bauernbund; davon kamen auf den Stuttgarter Proporz
3 Sozialdemokraten und je 1 Abgeordneter der Deutſchen
Partei, der Volkspartei und der Konſervativen und des
Bauernbundes. 27 Mandate wurden erſt, im zweiten
Wahlgang erobert.
— Der Petroleum=Monopol=Entwurf.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung hat den Entwurf
eines Geſetzes über den Verkehr mit Leuchtöl nebſt
Be=
gründung veröffentlicht. Die Vorbereitungen durch
Ver=
handlungen mit den für die Oellieferung in Betracht
kom=
menden Geſellſchaften und den an der Errichtung der
Vertriebsgeſellſchaft vornehmlich zu beteiligenden
Finanz=
geſellſchaften ſind in der Weiſe getroffen, das die
Ver=
triebsgeſellſchaft vorausſichtlich im Laufe des Jahres
1913 ihr Geſchäft wird aufnehmen können. Das Inkraft=
treten des Geſetzes ſolle durch kaiſerliche Verordnung
unter Zuſtimmung des Bundesrats erfolgen, wobei es
aus Zweckmäßigkeitsgründen erwünſcht ſein kann, die
einzelnen Vorſchriften zu verſchiedenen Zeit in Kraft zu
ſetzen.
Dem Geſetzentwurf iſt eine umfaſſende Begründung
beigegeben, die ſich zunächſt mit der Frage der
Ndtwen=
digkeit und Durchführbarkeit ſtaatlichen Einſchreitens
be=
ſchäftigt. Sie verweiſt darauf, daß der Vertrieb von
Pe=
troleum im Laufe der letzten Jahrzehnte in immer
ſtär=
kerem Maße in die Hände weniger kapitalſtarker
monopo=
liſtiſcher Geſellſchaften geraten iſt. Insbeſondere wird
dabei auf die beherrſchende Stellung hingewieſen, welche
die Amerikaniſche Standard Oil Company einnimmt,
der es gelungen iſt, den Zwiſchenhandel zu beſeitigen und
den ſelbſtändigen deutſchen Großhandel ſchritweiſe
kahm=
zulegen. Das hat ſchon ſeit Jahren zu Klagen und
Be=
fürchtungen aller Art Anlaß gegeben, während bis vor
kurzem wenigſtens eine Schädigung der deutſchen
Ver=
braucher nicht feſtgeſtellt werden konnte, da die mit der
Ausſchaltung aller Zwiſchenhändler und Zwiſchengewinne
verbundene Verminderüng der Abſatzkoſten der Standard
Oil Company auch bei mäßigen Preiſen einen Gewinn
ermöglichte. Die Begründung meint, daß die Standard
Oil Company, ſo lange ihr auf dem deutſchen Markt
noch ein Wettbewerb gegenüberſteht. mit der Erhöhung
der Preiſe Maß halten muß. Auf die Fortdauer dieſes
Zuſtandes iſt aber nach der Begründung nicht mehr zu
rechnen, ſobald es der amerikaniſchen Geſellſchaft gelungen
iſt, den Wettbewerb völlig auszuſchalten; alsdann ſind
nach dem Vorgang in anderen Ländern mit Sicherheit
ſehr erhebliche Aufſchläge zu erwarten. Die
Wiederbe=
ſeitigung des einmal erreichten Monopols iſt aber von
dem freien Wettbewerb nicht zu erhoffen. Staatliches
Einſchreiten erſcheint daher nach der Begründung als
un=
abweisbare Pflicht, zumal auch im Kriegsfall die
Ab=
hängigkeit von einem ausländiſchen Privatmonopol ſchwer
zu ertragen wäre. Die Befreiung des deutſchen Marktes
von dem Privatmonopol der Standard Oil Company iſt
aber nur dann möglich, wenn es gelingt ſich nötigenfalls
von ihr unabhängig zu machen. Dieſe Möglichkeit wird von
der Begründung bejaht, und es wird hinzugefügt, daß die
Reichsverwaltung ſich die Sicherung der Verſorgung des
deutſchen Marktes mit Leuchtöl durch den Abſchluß von
Vorverträgen hat angelegen ſein laſſen. Auf Grund der
Bezüge aus Galizien, Rumänien Rußland Deutſchland
und von unabhängigen amerikaniſchen Geſellſchaften wird
es möglich ſein, den deutſchen Bedarf an Leuchtöl auch,
ohne Heranziehung der Standard Oil Company zu decken.
Dabei iſt jedoch deren Ausſchließung vom deutſchen Matkte
keineswegs beabſichtigt. vielmehr darf man erwarten, daß
ſie ſich, ſobald ſie die Lage erkennt, weiterhin an der
Ver=
ſorgung Deutſchlands, wenn auch unter Verzicht auf ihre
bisherige Monopolſtellung, beteiligen wird.
— Zur Reichstagspräſidentenwahl. Der
Jungnationalliberale Verein zu Leipzig veröffentlicht
folgende Kundgebung:
„Die Konſervative Korreſpondenz deutet die
Mög=
lichkeit einer Einigung zwiſchen Konſervativen Zentrum
und Nationalliberalen für die Beſetzung des Präſidiums
zum Reichstag an. Aus ihrer Bemerkung geht hervor,
daß ſie damit eine Nichtwiederwahl Kaempfs ins Auge
faßt. Wenn auch ein poſitives Anzeichen von
national=
liberaler Seite fehlt, daß etmas derartiges im Gange
iſt, ſo iſt ſchon die obige Meldung geeignet, die Anhänger
der Nationalliberalen Partei zu beruhigen. Wie liegt
die Sache? Mit Kaempfs Mandatsniederlegung wurde
nicht die Frage zur Diskuſſion geſtellt, ob er Präſident
bleibt oder nicht, ſondern die Frage ob ſein Mandat
gül=
tig ſei oder nicht. Nachdem dieſe Frage durch Neuwahl
zweifelsfrei beantwortet iſt, gibt es für diejenigen, die
ſchon einmal Kaempf als Präſidenten wählten, keine
andere Haltung, als ihn wiederzuwählen. Insbeſondere
für die Nationalliberalen iſt weder in der Verſon
Kaempfs, noch in der Haltung ſeiner Partei ſeit Beginn
der Tätigkeit des neuen Reichstags ein neuer Grund
auf=
getreten, der gegen ſeine Widerwahl ſpricht, dagegen
ſprechen gewichtige Gründe für ein ehrliches
Zuſammen=
halten der beiden liberalen Parteien, was ſofort
unmög=
lich ſein würde, wenn in dieſer Frage die
National=
liberalen neue Wege, d. h. Irrwege, ſuchten.
Da die bürgerlichen liberalen Parteien durch die
letz=
ten Reichstagswahlen zu ſehr geſchwächt worden ſind,
hängt die Entſcheidung auch in dieſer Frage vom
Zen=
trum ab.
— Reichsgeſetzliche Regelung der
Luft=
ſchiffahrt. In den Abteilungsreſſorts des
Mini=
ſteriums des Innern ſind Grundſätze über eine
reichsge=
ſetzliche Regelung der Luftſchiffahrt aufgeſtellt worden.
In nächſter Zeit ſollen Sachverſtändige, namentlich
Prak=
tiker, gehört werden, um dann mit der Aufſtellung eines
endgültigen Geſetzentwurfs beginnen zu können, deſſen
allgemein gehaltene Beſtimmungen ähnlich wie bei der
reichsgeſetzlichen Regelung des Kraftfahrweſens durch
Ausführungsbeſtimmungen des Bundesrats ergänzt
wer=
den. Außer der Regelung des Luftſchiffahrtrechts in
pelizeilicher und gewerblicher Beziehung dürfte in dem
Geſetzentwurf auch die Haftpflichtfrage berückſichtigt
werden,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Nummer 272.
Ausland.
England.
Zeppelinfurcht. Die Fliegerzeitung The
Aeroplane verlangt, das Londoner Auswärtige Amt ſolle
an Deutſchland eine Anfrage wegen des am 14. Oktober
nachts über Sheerneß beobachteten Luftſchiffs, das angeblich
ein Zeppelinkreuzer war, richten. Der Abgeordnete von
Middlefox wird in der nächſten Unterhausſitzung den
Kriegsminiſter über die gleiche Angelegenheit
inter=
pellieren.
Spanien.
Das Programm des neuen Kabinetts.
Graf Romanones erklärte mehreren Berichterſtattern, ſein
vorläufiges Programm ſei vorgezeichnet. Er habe
zu=
nächſt das Budget zur Erledigung zu bringen und von
dem Parlament den Marokkovertrag mit Frankreich
rati=
fizieren zu laſſen, was hoffentlich bald geſchehen werde.
Er müſſe vor allem die Einheit der liberalen Partei
auf=
rechterhalten und dürfe deshalb keine Frage aufwerfen,
welche dieſe Einheit ſtören könnte. Auf die Frage, ob
be=
ſondere Maßnahmen beabſichtigt ſeien, um einer
Wieder=
holung anarchiſtiſcher Anſchläge vorzubeugen, antwortete
Romanones, er ſei entſchloſſen, mit Feſtigkeit vorzugehen;
aber ohne zu Ausnahme=Maßregeln zu greifen, deren
Gegner er ſei. Die beſtehenden Geſetze genügten, wenn
man ſie anwende, und dies werde er mit aller Kraft tun.
Rußland.
Das kleine Flottenprogramm. Das
Ma=
rineminiſterium hat in der Reichsduma einen
Geſetzent=
wurf zur Ausführung des ſogenannten „kleinen
Flotten=
programms” für 1913 eingebracht, der im ganzen etwa
59 Millionen Rubel vorſieht, und zwar 39 Millionen für
den Bau von Kriegsſchiffen, 4 Millionen für den Bau von
Hilfsſchiffen und ſonſtigem ſchwimmendem Material, 8
Millionen für Artillerie und 7 Millionen für den weiteren
Ausbau der Schiffsbauwerften des Marineminiſteriums.
Ankauf von Steinkohlen im Ausland.
Der Miniſterrat hat für das Jahr 1913 den Ankauf von
40 bis 50 Millionen Pud Steinkohlen im Ausland zur
Verſendung für die Staatseiſenbahnen bewilligt.
Außer=
dem ſollen für eine Million Rubel Weichen und
Schienen=
bänder aus dem Auslande bezogen werden.
China.
Die mongoliſche Angelegenheit. Das
Reuterſche Bureau meldet aus Peking vom 15. d. M.: Der
frühere Miniſterpräſident und Miniſter des Aeußern
Lue=
henghſtang, der aus Geſundheitsrückſichten zurückgetreten
war, iſt wieder zum Miniſter des Aeußern ernannt
wor=
den. Er war früher ſchon Geſandter in Petersburg und
im Haag und beſitzt das Vertrauen der Ausländer,
be=
ſonders der Ruſſen. Seine Ernennung iſt wohl überlegt,
da die Regierung beabſichtigt, der Einladung Rußlands
zu einer Beſprechung der mongoliſchen Angelegenheit
Folge zu leiſten. Sie hofft an Stelle der ruſſiſch=
mongo=
liſchen Konvention einen neuen ruſſiſch=chineſiſchen
Ver=
trag zu ſetzen. Das Volksempfinden in ganz China iſt
entſchieden antiruſſiſch. Telegramme, die den Krieg gegen
den Hutuktu verlangen, kommen in Mengen aus allen
Provinzen, obwohl der Kriegsminiſter, als das Kabinett
kürzlich der Debatte über die Mongolei in der
National=
verſammlung beiwohnte, klar auseinanderſetzte, daß es
unmöglich ſei, die Mongolen, denen Rußland den Rücken
ſtärke, zu ſchlagen. Die patriotiſche Erregung beſchränkt
ſich in der Hauptſache auf die jüngere Generation.
Yuan=
ſchikai behält jedoch die Herrſchaft über die Lage ſicher in
der Hand.
* Frankfurt a. M., 16. Nov Bei den
Stadt=
verordnetenwahlen hat ſich nicht nur gegenüber
den letzten Stadtverordnetenwahlen vor zwei Jahren
ein Rückgang der ſozialdemokratiſchen
Wahlziffern im Verhältnis zu der Zahl der
Wahlberech=
tigten, die in faſt allen Stadtbezirken eine ſtarke Zunahme
erfahren hat, gezeigt, ſondern teilweiſe ſogar ein abſoluter
Stimmenrückgang. Die Geſamtſtimmenzunahme der
Sozialdemokraten beträgt nur etwa 900, die der
bürger=
lichen Parteien dagegen 2000. Wenn die Sozialdemokra=
ten trotzdem ſchon ein Mandat über ihren bisherigen
Be=
ſitzſtand erobert haben, ſo iſt das nicht verwunderlich,
weil die ausſcheidenden bürgerlichen Stadlverordneten
vor ſechs Jahren nach der alten Bezirkseinteilung gewählt
worden ſind, während die vor zwei Jahren eingeführte
neue Bezirkseinteilung der Sozialdemokratie einige ſichere
Bezirke verſchafft hat. Es handelt ſich infolgedeſſen um
eine Niederlage der Sozialdemokratie inſofern, als
ſie nicht nur den Bezirk Bockenheim, den ſie vor zwei
Jahren ſchon nach der neuen Bezirkseinteilung mit
eini=
gen hundert Stimmen Mehrheit erobert hatte, wieder
preisgeben mußte, ſondern auch in andern Bezirken in
die Stichwahl gedrängt worden iſt.
* Oldenburg, 16. Nov. Der 60. Geburtstag
des Großherzogs wurde im ganzen Lande,
beſon=
ders von den Schulen und bei dem Militär, feſtlich
be=
gangen. Die Stadt prangt im Flaggenſchmuck. Die
Depu=
tation der Handelskammer überreichte heute vormittag
dem Großherzog, der zurzeit mit ſeinen Kindern in Lenſahn
(Holſtein) weilt, eine in den Kreiſen von Induſtrie,
Han=
del und Schiffahrt geſammelte Spende von 60000 Mark
zur Verwendung für den Deutſchen Schulſchiffverein,
deſſen Vorſitzender der Großherzog iſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. November.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herrſchaften
ſind am Samstag früh 5 Uhr 14 Minuten aus Bayern
wieder hier eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Karl Rühl aus Michelbach, Kreis Schotten, die
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Helmhof, Kreis
Heppenheim.
* Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft. Im Namen der Großh. Regierung
vollzogene Ernennungen und Beförderungen (1. Oktober
bis 1. November 1912); zum Bahnhofsvorſteher der
Oberbahnaſſiſtent (Bahnhofsverwalter) Kliſche zu
Eppelsheim; zu Eiſenbahnaſſiſtenten der komm.
Eiſen=
bahnaſſiſtent (Diätar) Zimmermann zu Wiesbaden
und der Unteraſſiſtent Gentil zu Monsheim; zum
Werkführer der Hilfswerkführer Schäfer zu
Darm=
ſtadt; zum Zugführer der Schaffner Baumann zu
Worms; zum Weichenſteller 1. Klaſſe der Weichenſteller
Schöne zu Gau=Algesheim: zu Weichenſtellern die
Bahnwärter Beppler zu Rüſſelsheim und Engel zu
Nauheim und der Hilfsweichenſteller Herdel zu
Mann=
heim=Käfertal; zu Schaffnern die Hilfsbremſer Berges
zu Mainz und Knauß zu Frankfurt; zu Bahnwärtern
die Hilfsbahnwärter Schenk zu Worms, Ring zu
Guntersblum und Grünewald zu Bodenheim.
* Erledigte Stelle. Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Pfungſtadt.
Zuſammentritt der Zweiten Kammer. Aus
zuverläſſiger Quelle wird uns mitgeteilt, daß die Zweite
Kammer vorausſichtlich am Dienstag, den 10.
De=
zember d. Js., zuſammentritt.
g. Provinzialausſchuß. In der Sitzung des
Pro=
inzialausſchuſſes am Samstag wurde zunächſt
ver=
kündet, daß das Geſuch des Franz Geulen aus Aachen
um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft
(Automatenreſtaurant) im Hauſe Eliſabethenſtraße 2 vom
Geſuchſteller zurückgezogen worden ſei. — Weiter fand
abermals eine Verhandlung in dem Klageverfahren des
Ortsarmenverbandes Wieblingen gegen den
Orts=
armenverband Darmſtadt wegen Uebernahme von
Pflegekoſten für den Schreiner Friedrich Bourgeois aus
Darmſtadt ſtatt. Bourgeois, der am 4. Oktober 1909
wegen Arbeitsloſigkeit nach Wieblingen verzog und deſſen
Familie einige Zeit danach ebenfalls überſiedelte, wurde
Anfang 1910 vorübergehend unterſtützungsbedürftig. Vom
15. November 1910 an wurde dann die Familie dauernd
unterſtützungsbedürftig, da Bourgeois nur immer kurze
Zeit arbeiten konnte. Darmſtadt hat ſich im Laufe des
Verfahrens bereit erklärt, die Unterſtützung bis zum 10.
Januar 1911 zu erſtatten. Von dieſem Zeitpunkt an habe
keine Unterſtützungsbedürftigkeit mehr beſtanden, da
Bourgeois in dieſer Zeit in Heidelberg Arbeit hatte und
beſonders Ende Auguſt 1911 der Gemeinde 20 Mark
zurückerſtattete von einem Vorſchuß von 100 Mark, die
ihm von der Gemeinde zur Anſchaffung der Möbel
be=
willigt worden waren. Der noch ſtrittige Betrag iſt
846,19 Mark. Von Wieblingen wurde behauptet, daß B.,
der ſchwer lungenleidend iſt, in Heidelberg nur Arbeit
unter ſchwerer Gefährdung ſeines Lebens angenommen
habe, um in der Krankenkaſſe bezugsberechtigt zu
wer=
den. Die 20 Mark ſeien von der ausgezahlten
Invali=
denrente bezahlt worden. Der Provinzialausſchuß
be=
ſchließt, der Ortsarmenverband Darmſtadt
wird zur Erſtattung von 160 Mark bis zum Tage der
Klageerhebung verurteilt. Von dieſem Tage hat
Darmſtadt die geſamten Unterſtützungen zu zahlen, ferner
die Frau und die Kinder in eigene Fürſorge zu nehmen
und die Koſten des Verfahrens einſchließlich der Koſten
des Anwalts der Klägerin zu tragen. Außerdem wird
Darmſtadt zur Zahlung eines Averſionalbetrages von 20
Mark verurteilt. — Der Amtsrichter Dr. Lutz zu Berlin
hat Ende Januar 1911 aus dem Konkurs des
Bauunter=
nehmers Werner zu Neu=Iſenburg als
Hypothekargläubi=
ger nach dem neuen Zwangsverſteigerungsverfahren 9
Grundſtücke erworben. Am 16. Mai 1911 wurde Lutz
durch Schreiben der Stadtkaſſe Neu=Iſenburg
aufgefor=
dert, am 21. Januar 1910 dem Vorbeſitzer angeforderte,
aber nicht bezahlte Grundſteuer und
Straßenher=
ſtellungskoſten in Höhe von 1987,44 Mark nebſt 5 Prozent
Verzugszinſen zu zahlen. Der Betrag von 1868,65 Mark
für Straßenherſtellungskoſten wurde von Lutz beſtritten
und zur Begründung angeführt, daß die Forderung als
öffentlich rechtliche, rein dingliche Laſt nach dem neuen
Zwangsverſteigerungsgeſetz in das geringſte Gebot
aufge=
nommen werben mußte. Da dies nicht erfolgt ſei, könne
ein derartiger Anſpruch nur vom Tage des Erwerbs des
Grundſtücks gemacht werden. Der Kreisausſchuß
Offen=
bach wies die Klage des Lutz ab. Die Gemeinde Neu=
Iſenburg macht auch in der Verhandlung vor dem
Pro=
vinzialausſchuß geltend, daß nach § 15 des
Ortsbau=
ſtatuts derartige Anſprüche ohne weiteres auf den
Nach=
beſitzer übergehen. Die Forderung ſei auch beim Gericht
angemeldet worden, vom Gericht ſei aber die Aufnahme
in das geringſte Gebot nicht erforderlich erachtet wors
den. Vom Kläger wurde insbeſondere die
Verpflicht=
ung der Zahlung von Verzugszinſen beſtritten. Auch
die im Urteil des Kreisausſchuſſes ausgeführte
Behaupt=
ung, es handele ſich um eine perſönliche, am Grundſtück
haftende Forderung und eine Aufnahme in das geringſte
Gebot ſei deshalb nicht erforderlich, ſei unhaltbar, denn
es gebe entweder nur eine dingliche oder eine perſönliche
Forderung. Der Provinzialausſchuß beſchließt die
Ent=
ſcheidung am 30. November zu verkünden. — Die
Eiſen=
bahnverwaltung benötigt zur Erweiterung des
Bahnhofs Babenhauſen eine Reihe von
Grund=
ſtücken. Eine Einigung mit den Eigentümern war
zu=
nächſt nicht zuſtande gekommen. Vor der Lokalkommiſſion
einigte ſich dann die Eiſenbahnverwaltung mit zwei
Be=
ſitzern, während der dritte Eigentümer zu dem Termin
nicht erſchienen war. Der Provinzialausſchuß ſetzte den
Preis für deſſen Grundſtücke auf 6 Pfg. für den
Quadrat=
meter feſt. Die Koſten des Verfahrens hat die
Eiſenbahn=
verwaltung zu tragen.
Stadtverordneten=Sitzung. Die Tagesordnung zur
14. Sitzung der Stadtverordneten
Ver=
ſammlung am Donnerstag, den 21 November,
nach=
mittags 3½ Uhr, lautet: 1. Mitteilungen. 2. Geſuche um
Geſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5
des Ortsbauſtatuts: a) für Errichtung einer Feldſcheune
auf dem Kabinettsgut Kranichſtein; b) für Errichtung eines
Einfamilienhauſes an der Nieder=Ramſtädter Straße;
c) für Errichtung eines Gärtnereiwohnhauſes auf dem
Grundſtück Flur 26 Nr. 2/10. Gemarkung Darmſtadt.
3. Schaffung von Zugängen auf der Weſtſeite der Kaſerne
des Dragoner=Regiments Nr. 23 an der Landgraf Philipp=
Anlage. 4. Vermietung von Räumen in dem ſtädtiſchen
Gebäude am Hauptbahnhof. 5 Führung eines
Anſchluß=
gleiſes über den ſtädtiſchen Hammelstrift=Weg. 6.
Ent=
wäſſerung des Grundſtücks Aeußere Ringſtr. 106.: 7.
Pla=
nierung der Lichtenbergſtraße von der Kranichſteinerſtraße
bis zur Wenckſtraße. 8. Herſtellung eines Grabdenkmals
für den † Geh. Medizinalrat Dr. Jäger. 9. Erlaß einer
Trichinenſchauordnung; hier: Ausdehnung der Beſchau
auf Fleiſchwaren. 10. Geſuch des Beſſunger Knabenhorts
um Gewährung eines Beitrags. 11. Erhebung von
kirch=
lichen Umlagen durch die katholiſchen Gemeinden St.
Lud=
wig und St. Eliſabeth. 12 Anſchaffung von 2
Regiſtrier=
kaſſen für die Stadtkaſſe. 13. Vergütung für die
Dienſt=
leiſtungen der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten
Kreuz. 14. Die Einfuhr holländiſchen Viehs; hier:
An=
trag auf Bewilligung eines Vorlagekredits.
Die Landwirtſchaftskammer beabſichtigt Mitte
Februar nächſten Jahres die Veranſtaltung einer Auktion
von Pferden und Fohlen heſſiſcher Landwirte in
Darm=
ſtadt auf dem Pferdemarktplatze. Die Intereſſenten
werden daher ſchon jetzt auf die günſtige Gelegenheit zum
An= und Verkauf von Pferden und Fohlen aufmerkſam
gemacht.
* Der Verein der Detailliſten von Darmſtadt hat an
den Herrn Oberbürgermeiſter und die Stadtverordneten=
Verſammlung eine Eingabe in Sachen der
Filial=
ſteuer gerichtet, in der es u. a. heißt: In dankenswerter
Weiſe haben einige Stadtverordneten den Antrag geſtellt:
„Großh. Bürgermeiſterei wolle von dem im neuen
Ge=
meindeſteuergeſetz vorgeſehenen Rechte Gebrauch machen
und die Beſteuerung der Filialgeſchäfte und Warenhäuſer
zum 1. April 1913 einführen.‟ Die Einführung einer
ſolchen Steuer entſpricht den Wünſchen nicht nur der
hie=
ſigen Detailliſten, ſondern ohne Ausnahme aller
Detail=
liſtenkreiſe im ganzen Großherzogtum. Der heſſiſche
Detailliſten=Verband, der mehr als 1100 Detailliſten
Heſſens umfaßt, hat ſeit Jahren aufs eifrigſte für die
Schaffung dieſer Steuern gearbeitet. Aus der
Einmütig=
keit, mit welcher in dieſer Frage die Detailliſten
zuſammen=
halten, geht hervor, in welch großem Maße ſie alle unter
Ein beſiegtes Volk vor dem Hungertode.
** „In dieſem Winter wird Europa eine Nation in
den Klauen des Hungertodes ſehen. In einem Maße, das
man bisher ſelbſt in Indien und China kaum erlebte, hat
die Hungersnot das Volk der öſtlichen Türkei heimgeſucht”
mit dieſen Worten beginnt der bekannte engliſche Publiziſt
Allan Oſtler die Vorausſage einer Tragödie, die alle
Greuel und alle Not des Balkankrieges weit hinter ſich
laſſen wird Jenſeits aller kriegeriſchen Tragödien ballt
ſich in dieſen Wochen eine Flut des Jammers zuſammen,
die über einem ganzen Volke zuſammenſchlagen wird und
zuſammenſchlagen muß. Eine Volksmaſſe, die in ihrer
Zahl weit über eine Million hinausgeht, hat in haſtiger
Flucht ihre Heimſtätten und damit die Quellen ihrer
Lebenserhaltung verlaſſen und drängt ſich nun vor den
Mauern einer Stadt zuſammen, die helfen möchte und
doch nicht helfen kann. Denn es gehört zu den
Seltſam=
keiten dieſes Krieges, daß ein weites Land buchſtäblich ver
ödet, weil Mann, Weib und Kind auf der Flucht vor dem
Feinde ihre Heimat verlaſſen: und doch nicht wiſſen, wo
ſie morgen ein ſchützendes Dach und ein Stück Brot zur
Stillung des Hungers erlangen können. Und während
die Zeitungen faſt ausſchließlich Telegramme und Berichte
über den Verzweiflungskampf eines zerrütteten Heeres
gegen einen ſiegreichen Gegner berichten, ſtrebt hinter
die=
ſem Bild von Uniformen, Siegen und Niederlagen das
furchtbare Schickſal einer Vollendung zu, die nicht ein
Heer trifft, ſondern ein Millionenvolk von
hilf=
loſen Bauern, die kaum wiſſen, warum gekämpft
wird und nur ahnen, daß dieſer Krieg für ſie Armut,
Heimatloſigkeit und Verzweiflung bedeutet.
Oſtler ſchildert die furchtbaren Szenen, die er bei
ſſeinem Ritte durch das Land nach der Schlacht von Lüle=
Burgas überall mit anſah, ſchildert die von der fliehenden
Bevölkerung überfüllten Straßen und Wege, dieſen Zug
der Hunderttauſende von Menſchen, die ſonſt mit Pflug
und Egge ſtill um ihr tägliches Brot kämpften. „Hier erſt
begann ich zu fühlen, daß die Tragödie dieſes Landes
un=
ſagbar viel größer und ſchwerer iſt als die Tragödie der
Armee. Wohin ich kam, in Dorf, Stadt und Weiler: ich
fand nur leere Hütten und verlaſſene Häuſer. Wenn immer
ich einen Bauern nach einem Wege fragte, mußte er mir
antworten, daß er in dieſer Gegend nicht Beſcheid wiſſe;
denn er war fremd und flüchtig, kam ſchon vom Norden
und ſuchte ſelbſt den Weg nach Konſtantinopel. Und Tag
für Tag, wohin ich auch ritt und wohin ich auch kam, fand
ich das gleiche Bild, menſchenleere Dörfer und von
Flücht=
lingen beſäte Straßen. Nein, gedrängte Straßen: und
dieſes Wort gibt nichts von dem Zuſtand, in dem dieſe
Flüchtlinge ſich befinden. Man ſuche es ſich in Europa
einmal borzuſtellen, was das bedeuten würde; ganze
Pro=
vinzen ſind in 14 Tagen buchſtäblich vollkommen entvölkert
alle Bewohner, aber auch alle, Bauern und Handwerker
Kinder und Greiſe, Frauen und Säuglinge, haben ihre
Hütten plötzlich im Stiche gelaſſen, ihren Ochſenkarren
ge=
ſchirrt und ſind davongezogen, ohne mehr von ihrem
Eigentum mitzunehmen, als die Räder und der Rücken
tragen können. Und dieſes Heer von Unglücklichen,
rat=
loſen, hilfloſen Menſchen wird dann von einer Horde
hungernder verzweifelter Soldaten weiter geſtoßen und
bei Seite geworfen auf Straßen, die kein Fortkommen
ge=
ſtatten, und durch Dörfer, die verlaſſen, geplündert und
vereinſamt ſind. Nein, der Fernſtehende vermag es ſich
nicht vorzuſtellen, Europa hat ſeit Jahrhunderten ſolche
Szenen und ſolche Ereigniſſe nicht erlebt.”
Und nun mache man ſich klar, was dies bedeutet: dieſe
Hunderttauſende, dieſe Millionen von Menſchen, drängen,
ſchieben und wanken ein und demſelben Ziele zu: der
Hauptſtadt. In einem Kulturlande, das über organiſato
riſche Kräfte verfügt, ließe ſich immerhin vielleicht eine
Milderung und eine Eindämmung dieſes Maſſenunglücks
denken. Aber die Türkei iſt gebrochen, Organiſation iſt
nicht vorhanden, das Land iſt außerſtande, ſeine
Sol=
daten vor dem Hungertod zu ſchützen: wie ſoll ſie dieſem
Millionenanſturm gegenübertreten? Was erwartet dieſes
Volk vor den Toren der Hauptſtadt? „Konſtantinopel
kann nicht ein Zehntel dieſer Maſſe in ſich aufnehmen,
auch wenn man berückſichtigt, daß der Zug der Hungernden
kleiner wird, weil ſchon jetzt die Erſchöpften am Wegrand
liegen bleiben, um zu ſterben. Und das iſt auch das Los
derer, die die Türme von Konſtantinopel ſchauen:
außer=
halb der Mauern werden ſie hinſinken müſſen, bis der
Hungertod ſie erlöſt. Und all dieſes iſt nur der Anfang:
und die Folge eines nur dreiwöchentlichen Krieges. Ob
die Kämpfe eingeſtellt werden oder noch weiter dauern:
das Unheil iſt geſchehen. Das Land, das verlaſſen hinter
dieſem Volke liegt, wird in einer Generation nicht wieder
bevölkert werden können. Doch das iſt ferne Zukunft.
Erſt wird der Tod noch furchtbare Ernte halten. Die
kümmerlichen Handvorräte der Flüchtlinge ſind erſchöpft:
und Konſtantinopel kann dieſer Rieſenmaſſe nicht helfen.
Und ſo iſt das unvermeidliche und unaufhaltſame
Schick=
ſal dieſes Volkes der Hungertod. Schon iſt der Winter
da. Ein paar Tauſend vielleicht mag man hinüberſchaffen
nach Kleinaſien: und ſelbſt dieſer Bruchteil wird dann vor
der Notwendigkeit ſtehen, ihr Leben neu aufzubauen. Und
inzwiſchen müſſen ſie eſſen. Und Nahrung iſt das, was
die Türkei gegenwärtig am wenigſten geben kann. Von
allen Ländern der Welt iſt ſie am wenigſten imſtande
und am wenigſten darauf gerüſtet, auch nur eine kleine
lokale Hungersnot zu mildern.
Dies hier aber wird eine nationale Hungersnor
werden, die durch nichts aufzuhalten iſt und die die
Tür=
kei aus eigener Kraft nie und nimmer auch nur wird
dämpfen können. Eine halbe Nation wird buchſtäblich
verhungern.
Nummer 272.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1
Seite 3.
genannten Geſchäftsbetrieben zu leiden haben. Nicht
klein=
licher Konkurrenzneid iſt es, der ſie veranlaßt, in dieſer
Frage mit aller Entſchiedenheit bei den
Kommunal=
behörden vorzugehen, ſondern der Kampf um die von den
Warenhäuſern und Filialbetrieben ernſtlich gefährdete
Exiſtenz. Wenn die Entwicklung dieſer großkapitaliſtiſchen
Filialunternehmen ſo weiter geht, dürften in einigen
Jahren in unſerer Stadt nur noch wenig ſelbſtändige
einigermaßen einträgliche Lebensmittelgeſchäfte exiſtieren.
Die heſſiſchen Detailliſten=Vereine haben beſchloſſen, in
allen Gemeinden folgende Beſteuerungsſtaffel für
Filialgeſchäfte vorzuſchlagen: bei einem Umſatz bis
50000 Mk. 1 Prozent vom Umſatz, bis 100000 Mk. 1½
Prozent vom Umſatz, bis 200000 Mk. 2 Prozent vom
Um=
ſatz, über 200000 Mk. 2½ Prozent vom Umſatz. Bei
Be=
fürwortung dieſer Skala wiſſen ſich die Detailliſten frei
von dem Vorwurf, daß ſie eine „Erdroſſelungsſteuer”
be=
fürworteten Das Geſetz läßt eine Beſtenerung bis zu
5 Prozent des Umſatzes zu. Wenn unſere Vorſchläge nur
bis 2½ Prozent gehen, ſo wird dadurch bewieſen, daß
durch dieſe Steuer nur ein gerechter Ausgleich geſchaffen
werden ſoll.
— Großherzogs Geburtstagsfeier. Die
kamerad=
ſchaftliche Vereinigung der
Schutzmann=
ſchaft Darmſtadt feierte am Donnerstag im Saale des
„Schützenhof”, den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des
Großherzogs. Zur Feier waren erſchienen als
Ver=
treter des Kreisamts: Regierungsrat v. Werner, als
Vertreter der Stadtverwaltung: Herren Beig. Ekert,
Baurat Jäger, ſowie Bureaudirektor Daub Ferner
war außer den Herren Oberbeamten des Großh.
Poli=
zeiamts noch Großh. Regierungsaſſeſſor Dr. Heß
er=
ſchienen. Nach zwei exakt vorgetragenen Muſikſtücken
einer Muſikabteilung des Großh. Artilleriekorps hieß der
erſte Vorſitzende, Herr Schäfer, die erſchienenen
Gäſte, insbeſondere die Vertreter des Staates
und der Stadt, herzlich willkommen, betonte,
daß die Vereinigung, die nunmehr ein Jahr
be=
ſtehe, nicht zuletzt durch das Wohlwollen der Vorgeſetzten
ins Leben gerufen worden ſei. Die Pflege der
Kamerad=
ſchaft, Hebung des Standesbewußtſeins und endlich die
Liebe und Pflege zu ihrem ſchweren Berufe habe ſich
die Vereinigung der Schutzmannſchaft zur Aufgabe
ge=
macht. Es ſei, ſo ſagte Redner weiter, der Vereinigung
deshalb dieſes Jahr inmitten ihrer Vorgeſetzten und den
Familienmitgliedern der Vereinigung vergönnt, das
Ge=
burtstagsfeſt unſeres Landesfürſten feſtlich zu begehen.
Nachdem Kamerad Schäfer in zündenden Worten Se. Kgl.
Hoheit als einen nur auf das Wohl ſeiner Landeskinder
be=
dachten Fürſten geſchildert, ihm noch ein langes und an
der Seite ſeiner treuen Gemahlin und im Kreiſe ſeiner
geliebten Kinder zu verbringendes Leben gewünſcht hatte,
ſchloß die Rede mit einem begeiſtert von der
Feſtverſamm=
lung aufgenommenen Hoch auf Se. Königl. Hoheit den
Großherzog. Nunmehr erfreute Kamerad Haas mit
einigen Fylophonvorträgen, die, künſtleriſch vorgetragen,
ihm reiche Beifallsſtürme einbrachten. Kamerad
Spöh=
rer der ſich als guter Humoriſt entpuppte, mußte mehrere
Einlagen geben. Das nun folgende von Kamerad
Denecke vorgetragene Trompetenſolo zeigte einen ſeine
Trompete gut beherrſchenden Soliſten, der ſich ebenfalls
zu Einlagen verſtehen mußte. „Das Dorfoberhaupt von
Ziegenbrück” Soloſzene, von Kamerad Oechler
humor=
voll vorgetragen, brachte demſelben ebenfalls reichen
Bei=
fall. Der Vorſtand des Großh. Polizeiamts, Herr
Re=
gierungsrat Gennes dankte dann in einer packenden,
echt patriotiſchen Anſprache der Vereinigung für die ihm,
ſowie ſeinen Herren Mitarbeitern gewordenen
Einladun=
gen, denen ſie um ſo lieber gefolgt ſeien, als es gelte, das
erſte Mal ſeit Beſtehen der kameradſchaftlichen
Vereini=
gung der Schutzmannſchaft das Geburtstagsfeſt des
Groß=
herzogs feſtlich zu begehen. Der Stadtverwaltung dankte
Herr Regierungsrat Gennes für die kürzlich den
Bureau=
beamten und der Schutzmannſchaft gewordenen
Gehalts=
aufbeſſerung und ermahnte auch fernerhin, ſich durch ſtrenge
Pflichterfüllung das Wohlwollen ihrer Vorgeſetzten und
Mitmenſchen zu erhalten. Sein Hoch, das begeiſtert
auf=
genommen wurde, galt dem Blühen und Gedeihen der
kameradſchaftlichen Vereinigung der Schutzmannſchaft.
Das nunmehr aufgeführte Theaterſtück, betitelt: „Ein
freu=
diges Ereignis auf der Polizeiwache” rief wahre
Lach=
ſalven hervor und erntete reichen Beifall. Durch den
zweiten Vorſitzenden, Kamerad Koch, wurden ſodann
den Kameraden, die 15 bezw. 10 Jahre im Polizeidienſt
waren, mit einer ehrenden Anſprache Geſchenke überreicht.
„Eine fidele Gerichtsſitzung” komiſches Terzett, fand
eben=
falls reichen Beifall. Nach Abſolvierung dieſes ſchön
ver=
laufenen Programms ſchloß ſich ein bis in die frühen
Morgenſtunden dauernder Tanz an.
* Ein Eiſenbetonkurſus wurde am Samstag abend
5 Uhr im Dienſtgebäude der Großh. Zentralſtelle für die
Gewerbe durch den Vorſitzenden derſelben, Geheimen
Regierungsrat Noack, eröffnet. Es haben ſich hierzu 26
Teilnehmer, vorzugsweiſe Bautechniker und
Bauhand=
werker, gemeldet aus allen Teilen unſeres Landes; ein
Beweis für das Bedürfnis eines derartigen Unterrichtes,
deſſen Erteilung Ingenieur Ackermann von der Großh.
Landesbaugewerkſchule übernommen hat. In ſeinen
Begrüßungsworten dankte der Vorſitzende für die
Bereit=
willigkeit des genannten Herrn, ſowie dem anweſenden
Regierungsrat Reuter, deſſen Bemühungen in erſter Linie
das Zuſtandekommen des Kurſes gelungen iſt. Letzterer
gab hierauf einen Ueberblick der erſtaunlichen Fortſchritte,
welche der Eiſenbetonbau auf allen Gebieten des Hoch=
und Tiefbaues in kurzer Zeit zu verzeichnen hat; er
er=
wähnte deſſen vielſeitige Anwendungsweiſe, aber auch
die Grenzen der Anwendbarkeit, die dadurch geſteckt ſind,
daß Veränderungen und Umbauten nur ſchwierig
auszu=
führen ſind. Der Unterricht findet in der Hauptſache an
Wochenabenden ſtatt, zu welcher Zeit die auswärtigen
Teilnehmer am eheſten abkommen können. In
entgegen=
kommender Weiſe wird der Kurſus durch die
Material=
prüfungsanſtalt an der Großh. Techniſchen Hochſchule
unterſtützt, welche die Beſichtigung ihrer Einrichtungen
geſtattet. Außerdem ſtehen für den Unterricht zahlreiche
Abbildungen aus der techniſchen Literatur zur
Verfüg=
ung; auch wird es ermöglicht werden, den
Kursteilneh=
mern ausgeführte oder im Bau begriffene
Eiſenbeton=
bauten im Lichtbild vorzuführen.
* Hauptverſammlung des Vereins ſtädtiſcher
Be=
amten. Nach einem Referat des Herrn Amtmann Kröll
werden die Aenderungsvorſchläge für die Satzung des
Landesverbandes der ſtädtiſchen Beamten Heſſens
geneh=
migt. Ueber die Krankenverſicherung der Mitglieder
be=
richtet Herr Stadtſekretär Strauch. Man beſchließt den
Anſchluß an die Kaſſe des preußiſchen
Gemeindebeamten=
verbandes. Auf den Vertrag mit hieſigen Zahnärzten wird
empfehlend hingewieſen. Dem Antrag des Wormſer
Vereins, die Beamtenzeitung jedem Mitglied zuzuſtellen,
ſtimmt man zu unter der Bedingung, daß der Preis
er=
mäßigt wird. Der Beitritt zu dem Kartell der ſämtlichen
Beamtenvereine in Heſſen wird genehmigt. Der Vorſtand
wird beauftragt, den Dank für die Neuregelung der
Ge=
hälter der Beamtenſchaft an geeigneter Stelle zum
Aus=
druck zu bringen. Der Vorſitzende iſt erſucht worden, der
Beamtenſchaft dringend zu empfehlen, in Darmſtadt zu
kaufen. Er entſpricht dieſem Erſuchen und ſtellt unter
all=
gemeiner Zuſtimmung feſt, daß der Verein als ſolcher ſich,
entgegen anderweitig aufgeſtellter Behauptung, mit dem
Bezug von Waren nicht befaßt hat. Seine Abſicht in dieſer
Sache ſei lediglich darauf hinausgegangen, die
Beamten=
ſchaft zur Barzahlung bei Einkäufen zu veranlaſſen und
als Gegenleiſtung ein geringes Kaſſenkonto zu erlangen.
Die Verſammlung beſchließt, dem Wunſche der ſtädtiſchen
Beamtenſchaft, mit der Stadtverwaltung, Stadtvertretung
und Bürgerſchaft in beſtem Einvernehmen zu leben,
dem=
nächſt in geeigneter Weiſe beſonderen Ausdruck zu
ver=
leihen.
* Sektion Darmſtadt Deutſcher und Oeſterr. Alpenverein.
In der zweiten Monatsverſammlung des Winters ſprach
Herr Amtsgerichtsrat Dr. Willo Mahr über ſeine im
Sommer mit noch einem Fahrtengenoſſen unternommenen
führerloſen Beſteigungen. Während gar vielen Touriſten
die ungünſtigen Witterungsverhältniſſe dieſes Jahres
ihre Pläne buchſtäblich zu Waſſer hatten weeden laſſen,
ge=
lang es Herrn Dr. Mahr, wenn auch häufig nur mit
Auf=
bietung aller Kraft, eine große Zahl Berge trotz Regen,
Sturm und Vereiſung zu bezwingen, ja ſogar dem
Augen=
blick großartige Eindrücke und Ausſichten abzutrotzen.
Zuerſt wurden, ausgehend von dem lieblich an der Enns
gelegenen Schladming in der Grünen Steiermark, die
Schleichenſpitze und die gewaltige
Biſchofs=
mütze erſtiegen, dann folgte der Grasgrat der
Arm=
karwand. Von der Adameikhütte wurde der ſonſt
leichte Dachſtein unter ſchweren Verhältniſſen
ge=
nommen. Es folgte das Dirndl mit dem Abſtieg zur
Simonyhütte. Da das Hohe Kreuz damals nicht zu
bezwingen war, wurde nach Schladming abgeſtiegen Mit
der Tauernbahn erreichte man das reizvolle Böckſtein
bei Gaſtein. Der Ankogel gewährte nach mühſamem
Emporarbeiten im eiſigen Sturm eine glanzvolle Ausſicht.
Von der Hannoverhütte im Anlauftal gings
nach der Osnabrückerhütte im Elendtal. Die
Hochalmſpitze verlangte eine mühſame Stufenarbeit
zum Firngrat doch wurde der Gipfel glücklich erreicht.
Von der Gemünderhütte wurde dann an einem
Ruhetag ein Spaziergang in das waſſerreiche, ſchöne
Maltatal gemacht. Der Aufenthalt in der ſchön am
Doeſenerſee gelegenen Arthur von
Schmid=
hütte bildete einen Glanzpunkt der Reiſe. Im
Schnee=
treiben gings auf den Säuleck. Auf neuem Weg
er=
reichte man die Friſtenſpitze, und die Beſteigung der
Göſchſpitze bildete den Abſchluß der ſchwierigen
Berg=
fahrt. Mit dem ſtolzen Gefühl alpiner Leiſtung und mit
erhobenem Herzen kehrte der glückliche Bergſteiger in die
Heimat zurück. Der Beifall der zahlreichen Verſammlung
und die Dankesworte des Vorſitzenden gaben dem Redner
zu erkennen, daß es ihm gelungen war, durch ſeine
an=
regenden und formvollendeten Darbietungen auch in den
Hörern recht alpine Begeiſterung zu wecken.
— Verkehrsverein. Wtr machen auch an dieſer
Stelle auf die nächſten Volksvorſtellungen im
Großh. Hoftheater aufmerkſam. (Siehe heutige
Anzeige.)
* Verein Kunſtfreund. Im Schaufenſter des Herrn
Hofvergolders Zaun am Ludwigsplatz iſt in dieſer
Woche ein Teil der Bilder ausgeſtellt, die von dem
Ver=
ein Kunſtfreund unter deſſen Mitglieder in der
Haupt=
verſammlung am 28. November d. J. verloſt werden und
zeigen, was der Verein ſeinen Mitgliedern zu bieten
imſtande iſt. Der Verein Kunſtfreund beſteht ſeit 28
Jah=
ren. Er erhebt von ſeinen Mitgliedern einen
Jahres=
beitrag von 12 Mark, der in vierteljährlichen Teilbeträgen
eingezogen wird. Dafür erhält jedes Mitglied in je 5
Jahren ein Bild. Die Mitglieder werden in Gruppen
zu je fünf vereinigt; für jede Gruppe wird jährlich durch
das Los ein Bild beſtimmt und dieſes dann unter die
Mitglieder der Gruppe verloſt. Wer einmal gewonnen hat,
nimmt für den Reſt der 5 Jahre an der Verloſung nicht
mehr teil. Gefällt einem Gewinner das ihm zugefallene
Bild nicht, ſo darf er es gegen ein beliebiges anderes aus
dem Bildervorrat des Vereins umtauſchen.
Außer=
dem werden für die Mitglieder, die dem Verein
minde=
ſtens 5 Jahre angehören, noch
Sonderverloſun=
gen veranſtaltet von Bildern, die aus den Zinſen des
Vereinsvermögens erworben werden. Es werden nur
Originalgemälde verloſt, und daß mit dieſen den
Mitgliedern nichts Schlechtes geboten wird, davon kann
man ſich an den bei Herrn Zaun ausgeſtellten Bildern
überzeugen.
m. Ein Kurſus für Mädchenturnen ging am
Sams=
tag hier zu Ende. Er wurde von 23 Lehrerinnen
aus dem Großherzogtum Heſſen beſucht. Der Kurſus
dauerte vier Wochen und beſtand aus theoretiſchen und
praktiſchen Uebungen, welche in der Turnhalle in der
Soderſtraße gehalten wurden.
m. Am alten Bahnhof werden eben die letzten Träger
der Perronhalle vor dem alten Main=Neckar=
Bahn=
gebäude entfernt, ſo daß das Gebäude jetzt ganz frei ſteht.
* Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft
bittet uns, auch an dieſer Stelle darauf hinzuweiſen, daß
der am 20. November im Mathildenhöhſaal ſtattfindende
Strindbexg=Abend (vergl. heutige Anzeige)
pünktlich um 8 Uhr ſeinen Anfang nimmt. Da die
Saaltüren bei Beginn des Vortrages geſchloſſen
werden, ſind die Beſucher der Veranſtaltung um
prä=
ziſes Erſcheinen gebeten. Die ſehr ſtarke
Karten=
nachfrage zeigt, daß ein lebhaftes Intereſſe für
Strind=
berg, dieſen ſicherlich einzigartigen ſchwediſchen Dichter,
der am 15. Mai d. J. in Stockholm geſtorben iſt,
be=
ſteht. — In der Aufführung von „Fräulein Julie‟
die ſich an den einführenden Vortrag des Abends direkt
anſchließt, wirken mit: die Damen Sophie Nähr und
Käthe Cardung, ſowie Herr Adolf Kuenzer,
ſämt=
lich vom Neuen Theater in Frankfurt a. M.
Blinden=Konzert. Wie alljährlich, findet auch in
dieſem Jahre, und zwar am Donnerstag, den
21. November, im Kaiſerſaal ein Konzert des
er=
blindeten Flöten=Virtuoſen Rudolf Thies=Weimar
ſtatt, verbunden mit Rezitation und freundlicher
Mit=
wirkung mehrerer Künſtler. Der Vorverkauf der Karten
iſt in der Muſikalienhandlung von L. Schutter.
* Mozart=Verein. Das erſte Winterkonzert
findet Mittwoch, den 27. November, im
Saal=
bau ſtatt. Das Programm enthält a capella=Chöre und
Solovorträge der jugendlichen Pianiſtin Fräulein Fanny
Weiland aus Leipzig und des lyriſchen Tenors der
Frankfurter Opernbühne, Herrn Robert Hutt.
— Der Ortsgewerbeverein läßt nochmals auf den
heute abend 8½ Uhr im Fürſtenſaal ſtattfindenden
Vortrag des Herrn Finanzrat Stroh über das
Gemeindeumlagengeſetz, insbeſondere die
Ver=
anlagung der Gewerbeſteuer hinweiſen. Die
Aus=
führungen des Herrn Vortragenden werden an Hand
praktiſcher Beiſpiele erläutert und ergänzt.
Steuer=
erklärungsformulare werden im Vortragsſaal verabfolgt.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
Ein Meiſter der Erdkunde
Zu H. A. Daniels 100. Geburtstag.
* In Schul= und Gelehrtenkreiſen wird am 18.
No=
vember d. J. der 100. Geburtstag des geographiſchen
Schriftſtellers Hermann Adalbert Daniel
ge=
feiert werden. Daniel wurde 1812 zu Köthen geboren.
Er beſuchte das Gymnaſium zu Halberſtadt und die
Uni=
verſität Halle. Von 1834—1870 wirkte er als Lehrer und
Erzieher am Königl. Pädagogium in den Franckeſchen
Stiftungen zu Halle. Die Anhänglichkeit ſeiner Schüler
und die große Wertſchätzung ſeitens ſeiner Kollegen und
Vorgeſetzten ſprechen für ſeinen Charakter.
War Daniel ſchon ein vorzüglicher Lehrer, ſo hat er
doch noch größere Bedeutung erlangt als Forſcher und
Gelehrter. Sein Verdienſt iſt es, der Geographie, die
bis dahin wenig gepflegt wurde, mehr Beachtung und
vor allem Aufnahme in den Schulunterricht verſchafft zu
haben. Dies gelang ihm durch ſeine verſchiedenen Lehr
bücher. Seine leichtfaßliche, lebendige Darſtellungsweiſe
machte den Schülern den vorher verſchmähten Stoff
mund=
gerecht und intereſſant. Daniel ſchöpfte ſeine Studien
aus den Werken der Großen dieſer Wiſſenſchaft:
Hum=
boldt, Ritter u. a. Auch unternahm er ſelbſt
Forſchungs=
reiſen, die ihn jedoch ſelten über die Grenzen des
Vater=
landes hinausführten. 1844 erſchien ſein erſtes „
Lehr=
buch der Geographie für höhere Unterrichtsanſtalten”.
Der Erfolg, den dies Buch ſich raſch in Deutſchland
er=
warb, und die Ueberſetzung in einige fremde Sprachen
beweiſen ſeine Brauchbarkeit und ſeine Notwendigkeit.
Wenige Jahre ſpäter erſchien der weltberühmte „Leit
faden für den Unterricht in der Geographie”, der in
ſei=
nen verſchiedenen Ausgaben: für allgemeine
Schulver=
hältniſſe, für Mittelſchulen, für höhere Lehranſtalten, für
höhere Mädchenſchulen und Lyzeen, einige mit zahlreichen
Abbildungen verſehen — ohne in die Bilderbuchmanier
zu verfallen — über ganz Deutſchland und im Ausland
verbreitet iſt. Daniels Bücher ſind keineswegs veraltet
ſondern ſtets zeitgemäß vervollſtändigt worden. So
er=
freuen ſie ſich heute noch einer gleich großen Beliebtheit
wie zu Daniels Lebzeiten. Das „Lehrbuch” hat ſeine 83.
Auflage, d. h. eine Verbreitung in 416000 Exemplaren
erlangt, und der „Leitfaden” ſogar eine Verbreitung in
1655000 Exemplaren und iſt ſomit das am meiſten
verbrei=
tete geographiſche Schulbuch der Welt. Auch ein
größe=
res wiſſenſchaftliches Werk auf dieſem Gebiete entſtammt
der Feder Daniels „Das Handbuch der Geographie” in
drei Bänden.
Profeſſor Dr. H. A. Daniel ſtarb am 13. September
871, nachdem er kurze Zeit in Dresden im Ruheſtand
ge=
lebt hatte. Sein Lebenswerk, die Ausarbeitung der
Geo=
graphie zur Schulwiſſenſchaft, hat ſeinem Namen Weltruf
und Unſterblichkeit verliehen.
Vorträge.
— Verein für Verbreitung von Volks
bildung. Die am Freitag abend eröffnete
Vortrags=
reihe von Prof. Berghoff=Iſing über „
Deutſch=
land in der Weltwirtſchaft beſonders
gegenüber England” übt, wie der ſtarke Andrang
bekundete, eine große Zugkraft aus. Nach einigen
ein=
leitenden Bemerkungen über die Art, wie die
Einzelwirt=
ſchaft ſich zur Stadt= Stammes=, Territorial= und
Volks=
wirtſchaft umwandelt, ging der Vortrag auf den
Ueber=
gang der Volkswirtſchaft zur Weltwirtſchaft ein.
Wäh=
rend des letzten Jahrhunderts hat ſich dieſer Umſchwung
hauptſächlich vollzogen, und während früher erſtere
un=
bedingt herrſchende Lehre und ſtaatsmänniſches Ziel war
hat das Zeitalter des Verkehrs alle Länder in den Bereich
der Weltwirtſchaft gezogen. Die politiſche Einigkeit
Deutſchlands, ſein Werdegang aus einem Agrarſtaat in
einen Induſtrieſtaat und der Hochflug deutſchen
Unter=
nehmungsgeiſtes führten unſer Vaterland ſiegreich auf den
Weltmarktplan und zeitigten für uns glänzende, die älteren
Wettbewerber beängſtigende Erfolge. Sie übertreffen
weit das Verhältnis, in dem unſere Volkszahl (ſeit 1870
von 45 auf 65 Millionen) geſtiegen iſt und ſind von keiner
anderen Nation erreicht. Gerade in den letzten 20 Jahren
ſeit 1890 belief ſich nämlich innerhalb der bereits
erwähn=
ten Verdoppelung des Geſamtwelthandelswertes auf 150
Milliarden die Zunahme des deutſchen Handels auf 119,
diejenige Nordamerikas auf 109 und diejenige Englands
und Frankreichs nur auf 62 bezw. 55 Prozent. England
hat ja noch einen großen Vorſprung, aber er verringert
ſich ſtetig, und gerade dieſe Tatſache macht bekanntlich das
Meer beherrſchende Albion nervös. Gleich wie im
Privat=
leben, pflegt auch auf dem Weltmarkt der rührige
Konkur=
rent unliebſam empfunden zu werden. Im einzelnen ſtellt
England zur Summe der Weltwirtſchaft (150 Milliarden)
an erſter Stelle 21 Milliarden 42 Millionen; ihm folgt
Deutſchland mit 17 Milliarden 812 Millionen,
Nord=
amerika mit 14 Milliarden 874 Miuionen und Frankreich
mit 11 Milliarden 196 Millionen, während ſich der Reſt
auf die übrigen Länder verteilt. Europa ſteht alſo im
Mittelpunkt des Welthandels.
Bei England und Deutſchland überſteigt die Einfuhr
beträchtlich die Ausfuhr, nämlich um 2½ bezw. 1½
Mil=
liarden; beide weiſen eine ſogenannte paſſive
Handels=
bilanz auf, das heißt, es wird dieſer Fehlbetrag durch das
im Auslande angelegte, dort arbeitende engliſche bezw.
deutſche Kapital ausgeglichen und überwogen; beide
Län=
der ſind der übrigen Welt gegenüber Gläubigernationen.
Ihnen kommt ihre eigene koloſſale Verkehrsentwicklung
zuſtatten, ihre geſteigerte Kultur und intenſive
wirtſchaft=
liche Tatkraft. Auf die Geſtaltung des Welthandels ſind
die Verhältniſſe des Weltverkehrs und Weltkredits von
bedeutendſtem Einfluß, und ſo haben in erſterer Richtung
u. a. zu einer für Englands früheren Alleinherrſchaft
nach=
teiligen Geſtaltung die Abkürzung des Weges nach Aſien
durch Eröffnung des Suezkanals, die Bagdadbahn und
die Sibiriſche Bahn erheblich beigetragen, während ſie
gerade für Deutſchland günſtige Faktoren waren. Schon
bei Gründung des Deutſchen Zollvereins, lange, ehe der
Aufſchwung einſetzte, empfand England die Veränderung
ſeiner Monopolſituation im Welthandel, ſo daß ſich
Mini=
ſter Palmerſton ſogar zur Drohung mit Repreſſalien
ver=
ſtieg. England hat die älteſten und hervorragendſten
Verdienſte um den Welthandel, aber es muß ſich wohl oder
übel daran gewöhnen, auch anderer Wettbewerb zu
dul=
den und das ſo hart auf dem Fuße folgende Deutſche Reich
nicht mit ſcheelen Augen anzuſehen, trotzdem deſſen
Kon=
kurrenz eine ſteigende Tendenz zeigt. Hat ſich doch im
Verlaufe der letzten beiden Jahrzehnte der engliſche
An=
teil an der Weltwirtſchaftsſumme um 1 Prozent (von 21
auf 20) vermindert, derjenige Deutſchlands dagegen von
11 auf 16 Prozent erhöht.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Nummer 272.
* Vortrag. Der Balkankrieg, ueber dies
Thema ſpricht am Sonntag, den 24. November, im
Feſtſaale der Turngemeinde, Woogsplatz, der bekannte
Münchener Schriftſteller und Privatdozent Dr. Albrecht
Wirth. Der Redner war ſiebenmal auf der
Balkanhalb=
inſel und kehrte erſt jetzt wieder von ihr zurück. Er wird
in ſeinem Vortrag den Hauptnachdruck auf die
Bevölke=
rungsverhältniſſe legen und auf den da unten heftiger wie
ärgend ſonſt tobenden Kampf der Nationalitäten. Er
wird aber auch auf die Heere der verſchiedenen Mächte
ein=
gehen und die militäriſchen Anſichten erörtern
Nament=
lich erwartet man von ihm Enthüllungen über die ſo
wich=
tige Rolle der Albaner. Dr. Albrecht Wirth, einer unſerer
beſten Balkankenner, ein bedeutender und
temperament=
voller Redner, iſt hier weiten Kreiſen bekannt. Sein
Vor=
trag dürfte großem Intereſſe begegnen. Auch Damen ſind
eingeladen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Zu der Hausweihe des Akademiſchen Chors
iſt noch ergänzend hinzuzufügen, daß der Entwurf des
Hauſes von Herrn Architekten Hunzinger=Köln
ſtammt, den Bau die hieſige Firma Harres und
Barth ausgeführt hat.
Orphenm — Zirkus Liliput. Mittwoch
nach=
mittag 4 Uhr findet im Zirkus Liliput eine beſondere
Kinder= und Familien=Vorſtellung ſtatt.
Wer ſeinen Kleinen eine außergewöhnliche Freude
be=
reiten will, möge dieſe Vorſtellung beſuchen, zumal die
volkstümlichen billigen Eintrittspreiſe dies jedem
ge=
ſtatten dürften. (Siehe Anzeige.)
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtr. 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Kaiſer Wilhelm im Geſpräch mit dem
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg bei der Hofjagd in
Letzlingen; die Präſidentenwahl in den Vereinigten
Staa=
ten, der neugewählte Präſident Wilſon ſpricht am
Wahl=
tag im Madiſon Square Garden zu New=York;
Monte=
negriner beim Laden eines modernen Belagerungsgeſchützes
vor Skutari; König Peter von Serbien in Uesküb.
* Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 16 des
Adreß=
buches für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter — Sturt,
Bernard, Witwe, bis Weber, Juſtus, — liegt im
Haupt=
meldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13, während
der Bureauſtunden (8—12 Uhr vormittags und 2—6 Uhr
nachmittags) bis zum 20. November vormittags zur
Ein=
ſichtnahme offen.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter½ Kg. 1,40 M., in Partien
1,30 M., Eier 8—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20—22 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25—2.50 M.,
Kumpf (10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen
Kumpf 1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel
Zentner 7—15 M. ½ Kg. 7—15 Pf., Birnen Zentner
8—15 M., ½ K.
—15 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg.
30—40 Pf., Nüſſe 100 Stück 60 Pf., Zitronen 6—7 Pf.,
Kaſtanien ½ Kg. 16—18 Pf.; Salat, Gemüſe:
Kopf=
ſalat 8—10 Pf., Endivien 6—10 Pf., Körbchen Feldſalat
10 Pf., Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2 Pf., Rettiche
5 Pf., Meerrettich 10—25 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg.
4—10 Pf., Tomaten ½ Kg. 25 Pf., Spinat ½ Kg. 18—20 Pf.,
Weißkraut 5—15 Pf., Zentner 1,80—2,00 M., Rotkraut 10
bis 35 Pf., Wirſing 3—10 Pf., Blumenkohl 10—40 Pf.,
Roſenkohl ½ Kg. 20 Pf., Gelberüben ½ Kg. 5 Pf.,
Grün=
kohl 3—6 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 0,90
bis 1,00 M., Enten 3,00—3,50 M., Hahnen und Hühner
1,50—2,00 M., Tauben 60—70 Pf., Haſen 3,50—4,00 M.,
Lapins 0,90—1,00 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen
90 Pf., Aal 1 M., andere Rheinfiſche 40—50 Pf.,
Rot=
zungen 60 Pf., Schollen 40 Pf., Kabeljau 23 Pf.,
Schell=
fiſche 30 Pf., Seehecht, Seelachs 35 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg. Rindfleiſch, Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett
70 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch
96 Pf., geſalzenes und Koteletts 1,06 M.,
Schwarten=
magen u. Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= u. Blutwurſt 76 Pf.
— Pfungſtadt, 16. Nov. Infolge des ſtets
wachſen=
den Güterverkehrs auf der Nebenbahn Pfungſtadt-
Eber=
ſtadt ſollen die Gleisanlagen auf dem hieſigen
Bahnhofe bedeutend erweitert werden. Wie
ver=
lautet, hat Herr Bauunternehmer Vetter von
Eſcholl=
brücken im Auftrage der Bahnverwaltung ein zirka 4
Morgen umfaſſendes Gelände, das nordöſtlich von dem
Bahnhofe belegen iſt, von der Firma J. Hildebrand, hier,
zwecks Erweiterung des Bahngleiſes zum Preiſe von
32000 Mark angekauft. Herr Vetter hat die Arbeiten für
dieſe Bahnhofserweiterung für 18000 Mark
übernom=
men. — Zufolge Gemeinderatsbeſchluß ſollen zur
Erlang=
ung von Plänen für die Renovierung des
Rat=
hauſes Preisausſchreibungen erfolgen. — Wegen des
überreichen Angebots ſank der Preis der hier zum
Ver=
ſand gelangenden Gelbrüben von 1,20 auf 0,90 Mark.
Auch große Mengen von Zuckerrüben werden von hier
und den Nachbarorten noch täglich am hieſigen Bahnhof
verladen.
— Pfungſtadt, 16. Nov. Der Inhaber der erſt vor
kurzem hier eröffneten Schuheinlagenfabrik ſoll
die Abſicht haben, den Betrieb wieder einzuſt ellen,
weil die Handfertigkeit der engagierten hieſigen Mädchen
wenig zufriedenſtellend ſei. Das frühere iſraelitiſche
In=
ſtitut, in welchem dieſer Induſtriezweig neu eingerichtet
wurde, will der Beſitzer teils verkaufen, teils niederlegen,
um den Boden als Bauplatz zu verwerten.
— Weiterſtadt, 16. Nov. Der Geſangverein
Sängerluſt veranſtaltet am 11., 12 und 13. Mai 1913,
ſein 50jähriges Fahnenjubiläum verbunden
mit einem großen nationalen
Geſangswett=
ſtreit. Die Bedingungen hierzu ſind ſehr günſtig, da
nahmhafte Geldpreiſe ausgeſetzt ſind und viele Ehrenpreiſe
zur Verfügung ſtehen. Die zweiten Rundſchreiben ſind
bereits den Vereinen zugeſtellt worden.
h- Von der Bergſtraße, 16. Nov. Der vor einigen
Wochen neugewählte Bürgermeiſter der Gemeinde
Auerbach Ph. Gölz II., wird am Montag
nach=
mittag 5 Uhr in ſein Amt eingewieſen. — Zum
Voll=
ziehungsbeamten für den Kreis Bensheim wurde der
Sanitätsfeldwebel Gramlich vom 61. Feldartillerie=
Regiment ernannt. Der ſeitherige Inhaber dieſer Stelle,
Ph. Zacheis in Zwingenberg, tritt in den Ruheſtand.
Der Obſtmarkt in Zwingenberg wird mit Ende dieſes
Monats geſchloſſen. — In den nahen Odenwaldorten
herrſcht z. Zt. ſchon eine rege Nachfrage nach
Weihnachts=
bäumen deren Verſand ſchon in der nächſten Zeit
be=
ginnt. — Das Akazienholz iſt ſeit einigen Jahren
eine geſuchte Holzart und wird infolgedeſſen ſehr gut
be=
zahlt Die Automobilfabriken ſind die Hauptabnehmer
dieſes harten zähen Holzes und können die
Holzſchneide=
reien nicht genug davon liefern.
Offenbach, 16. Nov. Mit der Frage der beabſichtigten
Gründung einer Schutz= und Trutzkaſſe für
gemaßregelte Lehrer des Großherzogtums Heſſen
beſchäftigte ſich der Offenbacher Lehrerverein, der auf
Grund einer ausgiebigen Ausſprache der Gründung einer
ſolchen Kaſſe vorerſt abwartend gegenüberſteht.
Hinſicht=
lich der Gewährung einer Teuerungszulage wurde
auf eine Anfrage der Bürgermeiſterei einſtimmig
be=
ſchloſſen, die Stadtverwaltung zu erſuchen, von einer
ſol=
chen Abſtand zu nehmen; es ſoll jedoch noch in dieſem
Jahre, ähnlich dem Vorgehen anderer Städte, eine
ange=
meſſene Gehaltserhöhung erſtrebt werden. — In der
nichtöffentlichen Sitzung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung wurde beſchloſſen, für das neue
Verſicher=
ungsamt die Stelle eines zweiten ſtellvertretenden
Vorſitzenden mit dem Titel „Verſicherungsamtmann” dem
Oberſekretär Reitz mit einem Jahresgehalte von 4500
Mark zu übertragen, ferner einen Sekretär und zwei
Aſſi=
ſtenten anzuſtellen und die für die Einſtellung weiterer
Hilfskräfte erforderlichen Mittel in dem Voranſchlag für
1913 vorzuſehen.
Offenbach, 16. Nov. Ein namentlich für
Bauhand=
werker intereſſanter Prozeß beſchäftigte geſtern das
hie=
ſige Schöffengericht. Ein Spengler und Inſtallateur ſtand
unter der Anklage fahrläſſ iger Brandſtiftung.
Der Spengler hatte vor ſechs Jahren in einem Neubau
die Ofenanlage des Badezimmers hergeſtellt, die vor
etwa 1½ Jahren einer Reparatur unterzogen wurde,
wobei jedoch in der geſamten Anlage keine Aenderung
vorgenommen wurde. Im vorigen Jahre brach nun in
dem Hauſe ein Brand aus, der den Dachſtuhl völlig
ein=
äſcherte. Dabei wurde feſtgeſtellt, daß bei der Anlage der
Ofenanlage die baupolizeilichen Vorſchriften nicht
ein=
gehalten wurden, wonach das Ofenrohr mindeſtens 20
Zentimeter von der Holzbekleidung der Fachwand
ent=
fernt ſein muß. In Wirklichkeit war jedoch das Rohr nur
etwa 6—8 Zentimeter von der Verkleidung entfernt.
Daraufhin wurde die Anklage der fahrläſſigen
Brandſtift=
ung ſowohl gegen den Bauleiter, der bereits kürzlich
frei=
geſprochen wurde, als auch gegen den Spengler
ange=
ſtrengt. Der als Sachverſtändiger vernommene Aſſiſtent
des Städtiſchen Unterſuchungsamtes Völler hielt es für
ausgeſchloſſen, daß das Holz durch die Ofenwärme
ange=
brannt ſei, da die Entzündungstemperatur 300 Grad
be=
trage, die in dem Ofen nicht erzielt werde. Zum anderen
ſei auch das Ofenrohr nicht beſchädigt geweſen. Auf Grund
deſſen kam das Gericht zu einem Freiſpruch. Wenn auch
der Verdacht beſtehe, ſo könne doch nicht zweifelsfrei
feſt=
geſtellt werden, daß ein Verſchulden des Angeklagten
vor=
liege.
sd. Beerfelden, 16. Nov. Lehrer Marx der aus
Baden ſtammt, hat eine Berufung nach Sulzburg bei
Freiburg erhalten und wird Beerfelden in den nächſten
Tagen verlaſſen Die iſraelitiſche Gemeinde, ſowie die
Bewohner Beerfeldens verlieren in ihm einen tüchtigen,
gewiſſenhaften Beamten.
Mainz, 16. Nov. Nachdem vor einiger Zeit die
ſtädtiſchen Beamten um Gehaltserhöhung
eingekommen waren, wurde von den Stadtverordneten
eine Sonderkommiſſion gewählt, die die
Ge=
haltsverhältniſſe der ſtädtiſchen Beamten und Angeſtellten
prüfen und insbeſondere die Frage unterſuchen ſollte, ind
wieweit eine Aenderung der Gehaltsverhältniſſe infolge
der Regelung der ſtaatlichen Gehälter angezeigt erſcheine.
* Pfeddersheim, 16. Nov. Die Herbſtkonferenz
des Miſſionsvereins in Rheinheſſen fand
dieſe Woche in der hieſigen evangeliſchen Kirche ſtatt.
Herr Oberkonſiſtorialrat Euler=Darmſtadt eröffnete ſie mit
einer Anſprache über die Notwendigkeit der
Miſſions=
arbeit an der Heidenwelt, die da ſchmachte in
mannig=
fachſter Not. Nach ihm hielt Miſſionar Genöhr aus
China den Hauptvortrag über „Die Revolution in China
und die Miſſion” Revolution machte man dort wider
das Weiber=Regiment, wider die verhaßte Mandſchu=
Dynaſtie, die wenig getan gegen die Nöte des Volks und
Landes. Auch der „Modernismus” der ja alle Lande
durchzog, tat das Seine und eine religionsloſe Moral. —
Mit der Revolution iſt nun einegganz neue Zeit
ange=
brochen, der Zopf abgeſchnitten, das Land ſteht offen
allen Einflüſſen. Der Konfuzianismus iſt dem nicht
ge=
vachſen. Da darf Europa nicht bloß Kultur bringen, auch
die chriſtliche Miſſion. Und das iſt die ſchöne Aufgaben
unſerer Chriſtenheit. Nach dieſem Vortrag ward ein
Lebensbild geboten über D. Nommenſen, Miſſionar auf
Sumatra. Dieſer Mann iſt ſeit 1861 der erſte und
be=
deutendſte Miſſionar dortſelbſt. Nach größten
Anfangs=
ſchwierigkeiten erlebte er, daß dort 118000 Batak, frühen
als grauſame Menſchenfreſſer bekannt, Chriſten wurden.
Nommenſen bekam für ſeine Verdienſte den theologiſchen
Doktortitel von der Bonner Univerſität. Zur Zeit iſt
die=
ſer 78jährige Greis wieder auf der Ausreiſe nach Sumatra
Die Konferenz war recht ſtark beſucht und brachte eine
Kollekte von 48,50 Mark.
Vilbel, 16. Nov. Im hieſigen Walde wurde ein
Wilderer aus Bergen bei Ausübung ſeines Handwerks
durch die Gendarmerie erwiſcht und verhaftet.
Lauterbach, 16. Nov. Das Felſenmeer bei
Ilbes=
hauſen wird nun bald das Auge des Wanderers nicht
mehr erfreuen, da die Felſen leider dem Unternehmertum
zum Opfer fallen. Glücklicherweiſe iſt es jetzt den
Be=
mühungen von Naturfreunden gelungen, einen kleinen
Teil des Felſenmeeres unter Denkmalſchutz zu bring
gen, damit es wenigſtens dem Forſcher erhalten bleibt=
Es beſteht die Abſicht, dahin zu wirken, auch andere ſchöne
und geologiſch wertvolle Felspartien, wie die Baſaltkuppel
auf dem Bilſtein und den Altenburgskopf bei Schotten
unter Denkmalſchutz zu ſtellen.
* Nidda, 16. Nov. Der frühere heſſiſche
Landtägs=
abgeordnete Erk, der früher nationalliberal war und ſich
dann dem Bauernbund anſchloß, iſt geſtorben. Er
vertrat den Bezirk Nidda von 1887 bis 1911. Am
28. Januar 1840 als Sohn einer alten Niddaer Familig
geboren, beſuchte er die damalige Lateinſchule zu Nidda
und die Gewerbeſchule und Landwirtſchaftliche Schule zu
Darmſtadt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Amerika
erwarb er die Niddaer Stadtmühle und nahm alsbald am
öffentlichen Leben ſeiner Vaterſtadt regen Anteil. Lange
Jahre hindurch gehörte er dem Gemeinderat als
Mitglied=
an; 1898 wurde er Bürgermeiſter, welches Amt er jedoch
bereits im folgenden Jahre wegen Arbeitsüberhäufung
niederlegte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. Nov. Der 50jährige
Geburtstag Gerhart Hauptmanns wurde geſtern
im Leſſingtheater mit der Aufführung des „Biberpelz”
im Schillertheater durch die des Traumſtückes „Elga”ges
feiert. Das Königliche Schauſpielhaus brachte die „
Ver=
ſunkene Glocke” zur Aufführung, das neue Volkstheater
den „Michael Kramer‟. Das Bankett, das zu Ehren des
Dichters abends im Hotel „Adlon” ſtattfand, trug einen
intimen Charakter. — Hauptmann Koſtewitſch begibt
ſich heute abend zunächſt nach Warſchau und von dort nach
Petersburg. Erſt nachdem er dort mit maßgebenden
Perſönlichkeiten Rückſprache genommen hat, wird es ſich
entſcheiden, ob gegen das Urteil des hieſigen Landgerichts
Berufung eingelegt werden ſoll. — Polizeipräſident von
Jagow hat, dem Vorwärts zufolge, verboten, daß in den
ſozialdemokratiſchen Verſammlungen, in
denen morgen gegen den Krieg proteſtiert werden ſoll,
in=
fremden Sprachen Reden gehalten werden
Die Verfügung lautet: Ich erachte die Abſicht, die
aus=
wärtige Politik des Deutſchen Reiches internatiönal zu
beeinfluſſen, für den Reichsintereſſen widerſprechend.
Da=
her lehne ich es ab, die nachgeſuchte Ausnahme von der
Regel nach § 12 des Reichs=Vereinsgeſetzes zuzulaſſen. —
Bekanntlich ſollten in den Verſammlungen einige
Auslän=
der, darunter Jaurés, ſprechen. — Die heutige Ausgabe
des Blattes „Der freie Arbeiter” iſt — vermutlich wegen
eines Artikels über die Ermordung des ſpaniſchen
Mi=
niſterpräſidenten Canalejas — der Beſchlagnahme
verfallen.
Wiesbaden, 15. Nov. Das Kurhaus „Bad
Nerotal”, eine Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung
Feuilleton.
** Das Geheimnis der Bühnenkomik. Hat die
Wirk=
ung des Schauſpielers auf das Publikum überhaupt etwas
Myſteriöſes, ſo iſt es am ſchwierigſten zu begreifen, warum
ſo mancher Komiker bei ſeinem Erſcheinen ſogleich
unaus=
löſchliches Gelächter entfeſſelt. Iſt er ſich ſelbſt der
un=
begreiflichen Macht bewußt, die er ausübt, iſt die
Heiter=
keit, die er entfeſſelt, genau berechnet? Dieſe Frage mag
ſich ſo mancher vorlegen; um eine Antwort auf ſie hat ſich
Je ſais tout an die bekannteſten Komiker der Pariſer
Theater gewendet. „Wie macht Ihr uns lachen?” ſo lautet
das Stichwort, auf das hin Künſtler der verſchiedenſten
Art, Meiſter des tragiſchen Humors und Helden des
bur=
lesken Spaßes ihre Anſichten kundtun. Ein Schauſpieler,
deſſen Komik aus einer ſchmerzlichen Grundſtimmung
heraufſteigt, iſt Huguanet. „Es klingt ſicher paradox,” ſagt
er, „und doch iſt es wahr: ich mache lachen, weil ich
nie=
mals lache. Damit das Publikum ſich amüſiere, iſt nicht
immer eine komiſche Szene vonnöten. Das Leben iſt
aus Tränen und Freude gemacht, und ihr raſcher Wechſel
vermag eine tiefere Heiterkeit auszulöſen als der bloße
Spaß.” Auch der größte Komiker der Comèdie=Frangaiſe,
Féraudy, führt als echter Humoriſt die Träne im Wappen.
Auf die Frage hat er nur eine kurze Antwort: „Wie ich
lachen mache? Ja, mein Lieber, das wollte ich Sie gerade
fragen.” Auch andere Künſtler können über das
Geheim=
nis ihrer Komik keine Auskunft geben. Der ſpezifiſche
Humoriſt des franzöſiſchen Nationalcharakters, der bekannte
Dranem, meint: „Man macht nur lachen, wenn man dazu
geboren iſt. Ich glaube ſogar, daß Frau Natur, wenn wir
auf Erden ankommen, zu einem jeden ſagt: Du, Du wirſt
weinen machen. . . Und Du lachen! Komiker wird man
nicht, ſondern man iſt es.‟ Der gleichen Anſicht iſt die
neueſte Attraktion der Pariſer komiſchen Bühne, die
kapri=
ziöſe Mlle. Miſtinguette: „Ich weiß nicht warum man
uber mich lacht. Kein Künſtler kann wiſſen, warum er
auf das Publikum komiſch wirkt. Die Dinge, die uns
bei den Proben am effektvollſten ſcheinen, wirken bei der
Vorſtellung gar nicht und umgekehrt die Sachen, von denen
man ſich nichts verſpricht, entfeſſeln Heiterkeitsſtürme. Ich
habe beſondere Lacherfolge, wenn mich die Szene amüſiert.
Dem feinen Komiker erwächſt die luſtige Wirkung
notwen=
dig aus der Darſtellung eines humoriſtiſchen Charakters.
Der treffliche Moliere=Darſteller Vilbert hat oft beobachtet,
daß irgend eine Geſte, ein Geſichtsausdruck, der ihm aus
der Situation herauswuchs und deſſen Komik ihm gar
nicht zu Bewußtſein kam, allgemeines Lachen erregte.
„Um ſein Publikum zum Lachen zu bringen, darf man
nicht ſagen: dieſe Nuance wird beſonders luſtig wirken
oder jene, ſondern man muß ſeinem Temperament folgen
und niemals das Drollige oder Luſtige unterſtreichen.”
Daß Lachen anſteckend wirkt, iſt eine Erfahrung, die ſich
natürlich auch viele Schauſpieler zunutze machen. „Das
Weſentliche bei einem Komiker ſcheint mir, daß er ſelbſt
nicht traurig iſt,” meint Léon Bernard, und überhaupt
kehrt am häufigſten die Antwort wieder: „Wir machen
lachen, weil wir ſelbſt lachen.”
* Unter dem Einfluß des Traumes. Gladys Myers
die hübſche achtzehnjährige Tochter des reichen
Holzgroß=
händlers J. R. Myers in Pittsburg, erſchoß und tötete
ihre Mutter am Mittwoch morgen unter höchſt tragiſchen
Umſtänden. Mutter und Tochter reiſten zuſammen nach
New=York, wo ſie die Ausſtattung für die Tochter zu
kaufen beabſichtigten, da deren Hochzeit mit einem Mr. J.
B. Dillard, einem Virginia=Millionär, demnächſt
ſtatt=
finden ſollte. Beide fuhren in einem Pullmann=
Schlaf=
wagen. Frau Myer verließ ihr Bett gegen 5 Uhr
mor=
gens, ohne die Tochter zu wecken. Als ſie zurückkehrte,
ſtreckte ſie ihre Hand durch die Vorhänge der Gardine und
berührte die Schulter ihrer Tochter. Das Mädchen
er=
wachte plötzlich, zog den Revolver unter dem Kopf
kiſſen hervor und ſchoß durch das Kopfkiſſen hindurch.
Die Kugel drang ihrer Mutter ins Herz. Sämtliche
Fahr=
gäſte befanden ſich in der arößten Aufregung. Das Mäd=
chen ſprang aus dem Bett und ſchrie hyſteriſch um Hilfe=
Der Zug hielt bei Frenton und Mrs. Myers wurde ins
Hoſpital geſchafft wo ſie jedoch ſtarb. Die Tochter wurde
verhaftet. Sie ſagte, ſie kaufte den Revolver vor ihrer
Abreiſe auf Anraten ihrer Mutter, da beide zahlreiche
Juwelen mit ſich nehmen wollten. Als ihre Mutter ſie
berührte, träumte ſie von Räubern und glaubte,
daß ein Dieb ſie berauben wollte und in ihrer Angſt
feuerte ſie den Revolver ab.
— Die Krone in der Hutſchachtel. Eine luſtige Anek= aus dem Leben des bekannten Tenors Slezak
weiß=
der Gil Blas ſeinen Leſern zu erzählen. Slezak
unter=
nahm von Wien aus eine Gaſtſpielfahrt, auf der er in
einer großen Stadt den Propheten zu ſingen hatte. Sein
erſtes Reiſeziel aber war Berlin. Der Künſtler hatte es
ſich in Wien im Kupee bereits bequem gemacht, als im
letzten Augenblick vor der Abfahrt ſein Kammerdiener
atemlos auf den Bahnſteig ſtürzte und ſeinem Herrn
zu=
rief: „Hier iſt die Krone des Propheten, es wurde vers
geſſen, ſie in den Koſtümkoffer zu packen.‟ Der Zug ſetzte
ſich bereits in Bewegung, mit einem raſchen Griffe packte
der Sänger noch die ſchwere mit bunten Steinen und
Her=
melin beſetzte Krone. Wo ſollte man ſie nun unterbringen?
Die Gattin des Künſtlers fand einen Ausweg, ſie leerte
eine ihrer Hutſchachteln, bettete die Krone ſorgſam in
die=
ſes Gehäuſe und alles war in Ordnung. Dann kam man
zur Grenze. Die Zollreviſion beginnt und einer der
Zoll=
beamten kommt auch in das Kupee des Tenors. „Haben
Sie zollpflichtige Gegenſtände bei ſich?” „Nein, gar nichts.”
„Wollen Sie bitte dieſe Schachtel hier öffnen.‟ Die
Schachtel wird geöffnet und der Beamte ſieht die Kronen
Sofort richtet er ſich ſtramm empor, die Hacken ſchlagen
aneinander: und die Hand am Mützenrand ſagt der
Zoll=
beamte ehrfurchtsvoll: Geruhen Eure Hoheit die
Stör=
ung allergnädigſt zu entſchuldigen.” Sprachs und verließ
ſchleunigſe das Coupé des ſo plötzlich avaneierten
Tenors
Nummer 272.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Seite 5.
mit 300000 Mark Stammkapital, hat ſeine
Zahlun=
gen eingeſtellt und den Konkurs angemeldet. Das
Unternehmen hatte ſchon längere Zeit mit Unterbilanz
gearbeitet. Ueber die Höhe der Paſſiven ſteht näheres
noch nicht feſt.
Saarbrücken, 16. Nov. Auf der fiskaliſchen Grube
v. d. Heydt, Abteilung Steinbachſchacht, ſind heute früh
kurz nach Schichtbeginn fünf Bergleute, die mit der
Schießarbeit beſchäftigt waren, durch das Losgehen eines
aus unbekannter Urſache ſtehengebliebenen Sprengſchuſſes
verunglückt. Ein Mann iſt tot, ein anderer wurde
ſchwer verletzt; die drei übrigen kamen mit leichteren
Ver=
letzungen davon.
Bayreuth, 17. Nov. Coſima Wagner iſt ſeit
einigen Tagen wieder an ihrem Herzleiden erkrankt.
Ge=
heimrat Schwenninger wurde nach der Villa Wahnfried
berufen.
Ludwigsluſt, 14. Nov. Heute nachmittag fand im
Goldenen Saale des Großherzoglichen Schloſſes die
Taufe des jüngſtgeborenen Prinzen ſtatt. Der
Täufling erhielt die Namen Chriſtian und Ludwig. Auf
die feierliche Handlung folgte eine Gratulationscour im
Saale der Großherzogin. Abends war Galadiner zu 110
Gedecken.
Paris, 16. Nov. Unter den von dem verhafteten
Bankier Max um ihr Geld Gebrachten befinden ſich
Großinduſtrielle, Prieſter, Offiziere, kleine Rentner und
Dienſtboten. Nach neueren Angaben ſollen ſich die
Paſſi=
ven auf 14 Millionen belaufen. Die
Staats=
anwaltſchaft beauftragte die Polizei, Durchſuchungen in
mehreren Finanzinſtituten vorzunehmen, mit denen Max
in Verbindung geſtanden hatte. Der Millionenkrach des
Bankhauſes hat eine Anzahl kleiner Leute um ihre
Erſpar=
niſſe gebracht. Geſtern liefen beim Staatsanwalt nicht
weniger als 3000 Klagen gegen den verhafteten
Ban=
kier ein.
London, 16. Nov. In der Bank von England
brach in letzter Nacht, vermutlich durch Ueberhitzung eines
Ofens, Feuer aus, das bald gelöſcht werden konnte,
aber große Aufregung in der City verurſachte. Die
an=
geſammelten Volksmengen blieben noch lange Zeit vor
dem Bankgebäude, nachdem das Feuer bereits gelöſcht
worden war.
London, 15. Nov. Bei der Exploſion in
Shoe=
buryneß handelt es ſich um ein großkalibriges
Ge=
ſchütz. Die Stücke wurden zwei bis drei Meilen entfernt
aufgefunden. Vier Mann ſind ſchwer, zwölf Mann
leicht verletzt worden.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
pehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil osr.)
Roda=Roda, der populäre deutſche Humoriſt
und vielgenannte Verfaſſer des militäriſchen Luſtſpieles
„Der Feldherrnhügel”, deſſen Name allen Leſern der
ſatiriſchen Blätter, wie der Jugend, Luſtige Blätter
uſw., ſowie der bedeutenden Tageszeitungen und
Zeit=
ſchriften vertraut geworden iſt, wird am Freitag, den 6.
Dezember, in unſerer Stadt zum zweiten Male am
Vor=
tragstiſch erſcheinen. Wer je eine dieſer köſtlich
pointier=
ten Satiren, Humoresken, Militärgeſchichten, Schwänke,
Schnurren geleſen hat, die mit ſoviel liebenswürdiger
Frechheit eine humorvolle Weltbetrachtung, treffende
Geſellſchaftsſchilderungen, Völkerpſychologie, Milieukunſt
uſw. enthalten, wird ſich gerne Roda=Rodas als einer
der ſchärfſt umriſſenen Individualitäten unſerer
Litera=
tur erinnern. Tatſächlich muß man Roda=Roda, den
ehe=
maligen öſterreichiſchen Offizier, heute als den
meiſt=
geleſenen deutſchen Humoriſten bezeichnen; das beweiſen
ſchon die hohen Auflagsziffern ſeiner Bücher: „Von
Bienen, Drohnen und Baronen” „Schummler, Bummler
Roſſetummler”, „Eines Eſels Kinnbacke” uſw. uſw.
Parlamentariſchez.
*X* Darmſtadt, 16. Nov. Das Präſidium der
Zweiten Kammer hatte beabſichtigt, das
Kammer=
plenum bereits für den 26. Nov einzuberufen. In
Rückſicht darauf, daß das vorhandene Beratungsmaterial
doch nur für einige Sitzungstage ausgereicht hätte und
alsdann um Mitte Dezember noch eine weitere Beratung
notwendig geworden wäre, iſt jetzt beſchloſſen worden, die
Kammer erſt für Dienstag, den 10. Dezember,
einzube=
rufen. Bis dahin können nicht nur einige weitere
Be=
ratungsgegenſtände in den Ausſchüſſen erledigt werden,
wie z. B. der Geſetzentwurf über die Abänderung des
Handelskammergeſetzes, ſondern man erwartet auch, daß
inzwiſchen die Regierungsvorlage über die
Beſoldungs=
reform eingegangen ſein wird, ſo daß alsdann die
ver=
ſchiedenen Fraktionen ſich bereits während der
Kammer=
tagung mit dieſer wichtigen Materie werden befaſſen
können. Möglicherweiſe wird bis dahin auch bereits ein
Teil des neuen Staatshaushalts fertig geſtellt ſein.
Die Einweihung der größten deutſchen
Talſperre.
* Mauer, 16. Nov. Heute, am Tage der
Ein=
weihungsfeier bietet die Talſperre mit ihrer
prächtigen Ausſchmückung trotz des ſchlechten Wetters ein
reizvolles Bild. Zu beiden Seiten längs des Geländers
ſind ſchlanke Tannenbäume, durch Girlanden verbunden,
aufgeſtellt. Dazwiſchen ſtehen Fahnenſtangen, geſchmückt
in den ſchleſiſchen, preußiſchen und deutſchen Farben. An
beiden Zugängen ſchließen ſich große Ehrenpforten an.
Die Ausſchmückung des Kaiſerzeltes iſt in Gelb und Gold
gehalten und mit Tannengrün dekoriert. An den
Zufahrts=
ſtraßen beginnen die Kriegervereine und die Schulen der
umliegenden Ortſchaften ſich aufzuſtellen. Extrazüge
bringen die Ehrengäſte.
Die Bober=Talſperre bei Mauer, die größte
Deutſchlands, iſt unter großen techniſchen Schwierigkeiten
unter Leitung des Baurats Bachmann erbaut worden.
Nach mehrjährigen Vorbereitungen an Ort und Stelle
wurde am 20. Juni 1908 in Gegenwart des Prinzen
Fried=
rich Wilhelm von Preußen der Grundſtein gelegt. Sie iſt
zur Zurückhaltung von 50 Millionen Kubikmeter Waſſer
beſtimmt, und der Stauſee wird ſich, wenn er ſpäter gefüllt
iſt, 8,5 Kilometer boberaufwärts erſtrecken. Die
Ober=
fläche des Stauſees mißt 240 Hektar. Die Sperrmauer hat
eine Länge von 280 Meter, eine Höhe von 60 Meter, eine
Fußbreite von 50,3 Meter und eine Kronenbreite von 7,2
Meter. Die Baukoſten belaufen ſich auf 5650000 Mark, die
Grunderwerbskoſten auf 2500000 Mark; davon trägt der
Staat vier Fünftel, die Provinz ein Fünftel. Außerdem
trägt die Provinz die Koſten für das dort erbaute
Elek=
trizitätswerk in Höhe von 2,5 Millionen Mark, das ſpäter
der Lieferung von elektriſchem Strom durch
Fernleitungs=
netze für Niederſchleſien dienſtbar gemacht werden ſoll.
Die in der Mitte auf der Sperrmauer errichtete
Ge=
denktafel, die ebenfalls heute enthüllt wird, iſt ein Werk
des Profeſſors v. Goſen=Breslau. Sie ſtellt eine auf einem
Sockel ruhende 2,5 Meter hohe Bronzetafel dar, deren
oberer Teil ein Reliefporträt des Kaiſers in der Uniform
der Breslauer Leib=Küraſſiere zeigt, und darunter die
Inſchrift: „Erbaut unter der ſegensreichen Regierung
Wilhelms II.‟ Den unteren Teil bildet ein allegoriſches
Figurenwerk, das die Hochwaſſerkataſtrophe des Jahres
1897 verſinnbildlicht. In der Mitte iſt ein Vers aus
Bür=
gers „Lied vom braven Mann” angebracht.
Der Kaiſer iſt heute früh um 9 Uhr zur Talſperre
Mauer abgereiſt. Kriegervereine und Schulen der
Um=
gebung von Moſchen und die Kujauer Feuerwehr hatten
auf der Jelka=Allee Aufſtellung genommen und begrüßten
den Kaiſer enthuſiaſtiſch.
* Hirſchberg, 16. Nov. Zum Empfang des
Kaiſers waren viele tauſend Menſchen aus allen Teilen
des Rieſengebirges in der Stadt zuſammengeſtrömt.
Ver=
eine und Schulen aus Stadt und Land bildeten auf dem
Wege Spalier. Um 1,30 Uhr traf der Kaiſer mit Gefolge
auf dem Bahnhof in Hirſchberg ein und trat alsbald unter
Glockengeläute im offenen Automobil die Fahrt zur
Ein=
weihung der Talſperre bei Mauer an. Auf der ganzen
Fahrt wurde er von der Bevölkerung auf das lebhafteſte
begrüßt. Eine große Menſchenmenge hielt ſeit dem
Vor=
mittag die rings um die Talſperre aufragenden
Bergab=
hänge beſetzt.
* Mauer=Talſperre, 16. Nov. Gegen Mittag
klärte ſich das Wetter etwas auf. In kurzer Folge
brach=
ten Sonderzüge Scharen von Menſchen, Kriegervereine
mit Fahnen, die zum Teil mit Muſik anrückten, ebenſo die
Feuerwehr und die Schulen der Umgebung, die Knaben
und Mädchen teilweiſe mit Schärpen in den deutſchen
Farben, die Mädchen mit Tannengewinden um die
Schul=
tern und im Haar. Alle Zufahrtsſtraßen ſowie alle
um=
liegenden Abhänge und Höhenrücken waren dicht mit
Menſchen beſetzt, ſo daß die Konturen einen eigenartigen
Anblick boten. Um 12 Uhr 20 Min. kamen mit einem
Son=
derzug die Vertreter der Behörden, u. a. waren anweſend
Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Vertreter des
Miniſteriums der öffentlichen Arbeiten, des
Landwirt=
ſchaftsminiſteriums und des Finanzminiſteriums,
Ober=
präſident von Günther, Regierungspräſident Freiherr von
Seher Thoß=Liegnitz, Herzog von Trachenberg, Graf v.
Schaffgotſch, Graf Pückler=Burghaus von der
Provinzial=
verwaltung der Vorſitzende des Provinzial=Landtages
Herzog von Ratibor ſowie der
Oberbürgermei=
ſter Mattin. Gegen zwei Uhr verkündeten Hochrufe, die
ſich an dem vielfachen Echo der Berggründe brachen, das
Herannahen des Kaiſers, und kurz darauf fuhr das
kaiſerliche Automobil an der Ehrenpforte vor. In
wei=
teren Automobilen kam das Gefolge, zu dem für
Hirſch=
berg noch der Chef des Zivilkabinetts von Valentini
hin=
zukam. An der Brücke wurde der Kaiſer vom Prinzen
Friedrich Wilhelm, dem Herzog von Ratibor, dem
Grafen Stoſch und dem Landeshauptmann Freiherrn von
Richthofen empfangen und nach dem Kaiſerzelt geleitet.
Der Herzog von Ratibor hielt hierauf eine
Begrüßungs=
anſprache. Sodann hielt Graf Stoſch einen längeren
Vortrag über die Durchführung der
Hochwaſſerſchutzgeſetz=
gebung für Schleſien. Darauf fiel die Hülle des
Denk=
ſteins, worauf der Herzog von Ratibor ein dreifaches
Hurra auf den Kaiſer ausbrachte. Der Kaiſer beſichtigte
eingehend den Denkſtein und nahm die Vorſtellung des
Profeſſors Goſen entgegen ſowie des Baurats Bachmann
und der Mitglieder des Kreisausſchuſſes. Daran ſchloß
ſich ein Rundgang an. Der Kaiſer betrat die Sperrmauer
und ließ ſich von Baurat Bachmann Erläuterungen geben.
Sodann ſchritt der Kaiſer das Spalier der Kriegervereine
ab und begab ſich nach dem Talſperre=Reſtaurant, wo er
die Jugendwehr begrüßte. Nach herzlicher
Verabſchie=
dung von den einzelnen Herren trat der Monarch nach
3 Uhr im Automobil die Rückfahrt nach
Hirſch=
berg an.
* Hirſchberg i. Schl., 16. Nov. Der Kaiſer
kehrte mit Gefolge um 3¼ Uhr von Talſperre Mauer nach
Hirſchberg zurück, allenthalben jubelnd begrüßt. In dem
Bahnhof verabſchiedete ſich der Kaiſer von dem Landrat
Grafen Pückler und beſtieg alsbald den Hofzug der Punkt
4 Uhr nach Berlin abfuhr.
Landtagswahlen in Württemberg.
* Stuttgart, 16. Nov. Bei der heutigen
Land=
tagswahl wurden im erſten Wahlgange von
69 Oberämtern und „Guten Städten” 45 Mandate
ent=
ſchieden. Davon entfallen auf das Zentrum 19, den Bund
der Landwirte und die Konſervativen 10, die
Sozial=
demokraten 7, die Volkspartei 6, und die
Nationallibera=
len 3. 24 Nachwahlen ſind erforderlich. Die
Natio=
nalliberalen verlieren Eßlingen und Maulbronn an die
Sozialdemokraten, ferner Mergentheim und Hall an die
Konſervativen und den Bund der Landwirte. Die
Volks=
partei verliert Krailsheim an den Bund der Landwirte.
Der Beſitzſtand der übrigen Parteien hat ſich bisher nicht
verändert.
* Stuttgart, 16. Nov. Die Nationalliberalen
ge=
winnen Welzheim von den Sozialdemokraten. Hier
wurde der Nationalliberale Regierungsdirektor v. Hieber,
der frühere Reichstagsabgeordnete, gegen die Kandidaten
des Bauernbundes und der Sozialdemokratie gewählt.
Am Schluß des alten Landtages hatten Mandate:
Zentrum 25, Volkspartei 24, Sozialdemokratie 16, Deutſche
Partei 12, Konſervative und Bund der Landwirte 15.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
* Paris, 15. Nov Nach einer Note der Agence
Havas haben die Geſandten der Großmächte geſtern
abend Schritte im Sinne einer Vermittelung in
Sofia, Belgrad und Athen ſowie heute vormittag in
Cetinje unternommen. In den drei erſtgenannten
Hauptſtädten erklärten die Regierungsvertreter, ihren
Re=
gierungen Bericht erſtatten zu wollen. In Cetinje ant
wortete die Regierung, ſie werde ſich mit den verbündeten
Staaten ins Benehmen ſetzen. Sie glaube jedoch für den
lugenblick daß nur bei vorbehaltloſer Uebergabe Skutaris
ſie einen Waffenſtillſtand bewilligen könne.
H.B. Konſtantinopel 16. Nov. Die
Frie=
densverhandlungen ſind geſtern durch eine
Be=
atung Kiamil Paſchas mit dem ruſſiſchen Botſchafter von
Giers eingeleitet worden unter Hinzuziehung des
bulgariſchen Dragomans Popowitſch. Ueber die
Beding=
ungen verlautet gerüchtweiſe Folgendes: Die Türkei bietet
Griechenland die Abtretung von Kreta an gegen Rückgabe
von Saloniki. Sie gewährt Mazedonien weitgehendſte
Autonomie unter der Verwaltung von Vertretern der
Türkei und der Balkanſtaaten mit dem Sitz in Ueskueb.
* Konſtantinopel 16. Nov. Es verlautet, daß
die Pourparlers mit Bulgarien bezüglich der
Frie=
denspräliminarien auf dem modifizierten Ver=
trag von San Stefano beruhen ſollen. Dem Ikdam
zu=
folge würde die Pforte verlangen, daß Kirk=Kiliſſe und
Adrianopel in türkiſchem Beſitz verbleiben. Die
verbün=
deten Staaten würden der Pforte einen Tribut für die
über=
laſſenen Territorien bezahlen, welche wie das frühere
Oſt=
rumelien verwaltet werden würden. Man glaubt, daß ein
vollſtändiger Kontakt der bulgariſchen und türkiſchen
Streitkräfte nicht vor einer Woche möglich iſt. Wenn in
dieſem Zeitpunkt die Friedensbedingungen feſtgeſtellt
wür=
den, ſollen die Feindſeligkeiten eingeſtellt werden,
andern=
falls ein Waffenſtillſtand geſchloſſen oder die
Feindſelig=
keiten wieder aufgenommen werden.
* London 16. Nov Wie das Reuterbureau von
autoritativer Seite aus Sofia erfährt, werden die
Friedensbedingungen ſobald als möglich ſeitens
der Verbündeten formuliert und der Türkei zur
An=
nahme oder Ablehnung in der Geſamtheit überſandt
wer=
den. Die Verbündeten beabſichtigen nicht im geringſten,
durch Verhandlungen über Einzelheiten der Bedingungen
die Türkei Zeit gewinnen zu laſſen. Wenn die
Beding=
ungen nicht binnen 24 Stunden angenommen ſind, ſollen,
die Feindſeligkeiten mit größter Energie wieder
auf=
genommen werden. Es iſt möglich, daß die prompte
An=
nahme der Bedingungen den Einmarſch der bulgariſchen
Truppen in Konſtantinopel verhindert. Wie verſichert
wird wird Bulgarien nichts dagegen haben, daß die
Tür=
kei Konſtantinopel und die Dardanellen behält.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Konſtantinopel, 15. Nov. Eine kundige
Per=
ſönlichkeit, die aus Hademkoj zurückkehrte, beſtätigt die
Nachricht, daß die Cholera unter den Truppen der
Tſchataldſchalinie furchtbar wütet. Von geſtern
auf heute ſeien ſicherlich mehr als 1000 Mann an Cholera
erkrankt; die Sterblichkeit ſei außergewöhnlich hoch. Der
Korpskommandant von Hademkoj, Ali Riſa Paſcha, liege
hoffnungslos danieder.
* Konſtantinopel, 15. Nov. Im
Marinemini=
ſterium ſind Meldungen eingelaufen, wonach die türkiſche
Flotte die Kaſernen von Rodoſto bombardiert
hat, in der ſich bulgariſche Truppen befanden. Eine
An=
zahl Bulgaren ſeien getötet worden.
* Paris, 16. Nov. Dem Matin wird von ſeinem
bei der ſerbiſchen Armee befindlichen
Sonderberichterſtat=
ter aus Prilep vom 14. d. M. telegraphiert: Der Marſch
gegen Monaſtir ſei infolge des ſchlechten Wetters um
zwei bis drei Tage verſchoben worden, weil die Straßen
für die Artillerie faſt unfahrbar geworden ſeien.
* Rjeka, 16. Nov. In einem Gefecht bei
Mal=
guſchi in der Nähe von Giovanni de Medua gelang es
den Montenegrinern, die Türken zurückzutreiben.
Die letzteren verloren ihre Schnellfeuergeſchütze, ſowie
mehrere Tote und Verwundete. Die Montenegriner
be=
ſetzten drei Dörfer.
— Bukareſt 17. Nov. Das frühere Mitglied der
albaniſchen Reformkommiſſion, Haidar Bey, erklärte hier
auf ſeiner Durchreiſe nach Skutari: Die
Montene=
griner ſtänden 30 Kilometer von Aleſſio und Medua.
Die Beſatzungen beider Städte hielten ſich ausgezeichnet.
Die Türken hätten geringere Verluſte gehabt als die
Montenegriner und viel Kriegsmaterial erbeutet.
Sonſtige Meldungen.
* Paris, 17. Nov. Der bulgariſche
Finanz=
miniſter erklärte nach einer Zeitungsmeldung aus
Sofia: Alle Inhaber bulgariſcher Papiere
können beruhigt ſein. Die Auszahlung fälliger Kupons
ſei bis Mai 1913 durch 83 im Auslande liegende
Mil=
lionen garantiert. Bulgarien, fuhr der Miniſter fort,
ver=
fügt jetzt über 700000 Bajonette, die ſich nach der
Neu=
organiſation der neuen Gebietsteile auf 1200000
ver=
mehren werden. Dieſe Armee wird eine Stütze ſein, von
der Frankreich profitieren wird und die ihm erlauben
wird, für immer den Frieden in der ganzen Welt
auf=
recht zu erhalten.
HB. London, 16. Nov. Der Korreſpondent des
Daily Telegraph berichtet Einzelheiten über den
Selbſt=
mord des Generals Toſchoff. Der General
hatte die Schuld an dem großen Unglück, das ſich in einer
Schlacht zwiſchen Kirk=Kiliſſe und Raklitza ereignete und
bei welchem zwei Regimenter vollſtändig vernichtet
wur=
den: das 1. und das 6. Regiment. Das Unheil iſt auf
einen Irrtum des Generals zurückzuführen. Er hatte dem
erſten Regiment Befehl gegeben, die Türken zu verfolgen,
welche ſich zurückgezogen hatten. Um dem Feinde
gegen=
über den Eindruck zu erwecken, als ob ihre Macht ſehr
groß wäre, ließ er das Regiment in zehn Kompagnien
teilen. Alle zehn Kompagnien wurden vernichtet. Ebenſo
erging es dem anderen vorgeſchobenen Regiment Nr. 6.
Die zwei Regimenter, welche einen Beſtand von ungefähr
2000 Mann aus den angeſehenſten Familien Sofias
auf=
wieſen, ſind bis auf etwa 200 vernichtet. Ganz Sofia iſt
in Trauer. Als der Zar von dem Unglück hörte, war er
ſehr gerührt und machte den General hierfür
verantwort=
lich. Schon früher einmal, bei Slivnitza, hat dieſer
Gene=
ral ſich einen ähnlichen Fehler zuſchulden kommen laſſen.
HB. Bukareſt, 16. Nov. Die rumäniſche
Re=
gierung ſetzt ihre militäriſchen Vorsereitungen mit
Nachdruck fort. Die Armee zeigt eine Linie, die Medjidia
mit Kara Orman verbindet. Dieſe Maßregeln ſind durch
keinerlei kriegeriſche Abſichten diktiert. Sie zeigen nur,
daß die rumäniſche Regierung entſchloſſen iſt, ihre
mili=
täriſchen Vorbereitungen aufrecht zu erhalten. Es ſollen
mit Bulgarien noch keine Vermittelungsverhandlungen
bezüglich der Grenzregulierung zwiſchen Rumänien und
Bulgarien in der Dobrudſcha eingeleitet worden ſein.
Man iſt auch nicht dabei, dies zu tun.
* Sofia, 16. Nov. Die Königin iſt in
Begleit=
ung der Prinzeſſin geſtern vormittag in den
Arbeits=
räumen der Deutſchen Sanitätsmiſſion
er=
ſchienen. Sie ſprach ihre vollſte Zufriedenheit über das
Geſehene und ihren lebhaften Dank aus.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 16. Nov. Die Cholera
nimmt in der türkiſchen Armee eine ungeheure
Aus=
dehnung an, Aus dem türkiſchen Hauptquartier
ein=
treffende Perſonen bezeichnen die Zuſtände als troſtlos.
Täglich ſollen etwa 1000 Soldaten erkranken oder
ſterben. Auch mehrere Offiziere, darunter Genecal Ali
Riza, ſollen erkrankt ſein.
* Konſtantinopel, 17. Nov. Da ſeit dem
frü=
hen morgen heftiger Kanonendonner von
Tſchatal=
dſcha her zu hören iſt, wurde beſchloſſen, nachmittags
zum Schutze der nach Pera führenden Zugangsſtraßen
Matroſendetachements der Kriegsſchiffe
zu landen. Vom italieniſchen Kreuzer „Coatit” ſind
um 3 Uhr nachmittags bereits Hängematten und Kleider
für ein Landungskorps gelandet worden. Die „Loreley”
fährt nach Haidar Paſcha zum Schutze der anatoliſchen
Bahnhofsanlagen und der dortigen Kolonie. Die Stadt
iſt vollkommen ruhig.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Die
Bot=
ſchafterkonferenz zum Schuße der Europäer währt
Sekte 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
ſeit 4 Uhr nachmittags. Außer dem Italieniſchen
Landungskorps iſt auch eine Abteilung
eng=
liſcher Matroſen gelandet worden, die das
Wacht=
haus am Eingang der Vorſtadt Schiſchli beſetzten und
dort eine Marconiſtation anlegen.
* Konſtantinopel, 17. Nov. Die Cholera
wird zu einer Geißel, die ſchrecklicher iſt, als der Krieg.
Die Behörden ſind machtlos, der Situation
eni=
gegenzutreten. 3000 Kranke ſind mit der Bahn nach San
Stefano gebracht worden, wo ſie 24 Stunden ohne
Nah=
rung und ohne Waſſer gelaſſen wurden. Die vier
vor=
handenen Aerzte erklärten, ſie ſeien nicht in der Lage, die
3000 Kranken zu pflegen und taten garnichts. Der Zug
hätte zurückgebracht werden ſollen, aber auf den Proteſt
der Eiſenbahnbeamten und nach dem Einſchreiten des
öſterreichiſch=ungariſchen Botſchafters ſind die Kranken jetzt
in den Quarantäne=Stationen untergebracht worden.
Schreckliches wird über die Leiden der Kranken in den
Hoſpitälern erzählt, namentlich über die Gefühlloſigkeit
und die Unfähigkeit der türkiſchen Aerzte und Pfleger.
* Rjeka, 16 Nov. Infolge des ungünſtigen
Wet=
ters trat in den militäriſchen Operationen vor Skutari
geſtern ein Stillſtand ein.
Rjeka, 17. Nov. Nach Informationen an
kom=
petenter Stelle ſoll auch Montenegro im Verein mit
den verbündeten Staaten bereit ſein, auf das
Friedens=
angebot KiamilPaſchas einzugehen. Ueber die
vor=
ausſichtlichen Friedensbedingungen finden Verhandlungen
mit den beteiligten Kabinetten ſtatt. Was Montenegro
be=
trifft, ſo darf es als wahrſcheinlich gelten, daß es auf
der Uebergabe Skutaris beſteht, zumal die Stadt von
den montenegriniſchen Truppen völlig zerniert iſt. Die
Einnahme könne nur eine Frage von wenigen Tagen ſein.
* Sofia, 16. Nov. Die Zeitung Mir erklärt: Alle
Zeitungsmeldungen über Kämpfe bei der
Tſcha=
taldſchalinie ſind reine Erfindungen, da dortſelbſt
bisher nur Vorpoſtengefechte ſtattgefunden haben.
Amt=
liche Nachrichten beſagen, daß die bulgariſchen Truppen vor
der türkiſchen Verteidigungslinie konzentriert ſind.
* Bukareſt, 17. Nov. Nach brieflich aus
Kon=
ſtantinopel eingelaufenen Meldungen erſcheint, wie
ausländiſche Offiziere, die Donnerstag und Freitag die
Verteidigungslinie von Tſchataldſcha beſuchten, berichten
die Lage ausſichtslos. Die Schützengräben ſind
nur teilweiſe ausgehoben: Berge von Schanzzeug und
große Mengen Stacheldraht liegen beſonders auf dem am
meiſten gefährdeten nördlichen Flügel unbenutzt umher.
Die Mannſchaften ſind infolge der Cholera meiſt
außer=
ſtande zu arbeiten. In den Schützengräben wachen
ver=
einzelte Soldaten, während zahlloſe Kranke auf den
Fel=
dern dahinter ſich ſtöhnend in Krämpfen winden und
ſter=
ben. Auf den Wegen, die ſtrahlenförmig von den
einzel=
nen Korps zur Zentrale, zum Bahnhof von Hademkoei,
führen, wanken unzählige cholerakranke Soldaten in der
Hoffnung, mit Hilfe der Bahn aus dem verſeuchten Gebiet
entfliehen zu können. Auf dem Bahnhof in Hademkoej iſt
in einem Salonwagen das Oberkommando Nazim Paſcha,
in dem Stationsgebäude das Kommando des erſten Korps
Ali Riſa Paſcha. Dieſer war an Cholera hoffnungslos
erkrankt und ſollte ſterbend nach Konſtantinopel gebracht
werden. Auf dem Gelände um den Bahnhof herum lagen
tauſende von erkrankten Soldaten. Die Bekämpfung der
Seuche iſt unmöglich. Bei Derkos wo die Waſſerleitung
für Konſtantinopel beginnt, ſteht ein Wachtkommando, von
dem am Donnerstag nacht zwölf Mann ſtarben und
fünf=
zehn ſchwer erkrankten. Da dort die Latrinen fehlen,
be=
ſteht die Gefahr, daß die Konſtantinopeler Waſſerleitung
verſeucht wird. Drei Aerzte, die ſich in Derkos befinden,
können nichts weiter tun, als für die Beſtattung der Leichen
zu ſorgen. Die Offiziere, die weit vor den türkiſchen Linien
ritten, konnten außer einigen vorgeſchobenen bulgariſchen
Batterien, keine Bulgaren feſtſtellen Tagsüber wurde
mehrfach von den Batterien gefeuert Auch türkiſche
Kriegsſchiffe, die vor Derkos liegen, griffen mit
Geſchütz=
feuer ein. Nach Anſchauung der Offiziere iſt es unmöglich,
bei Tſchataldſcha noch zu kampfen. Allerdings iſt es auch
für die Bulgaren unmöglich, die Stellung zu beſetzen, ohne
die geſamte Armee durch die Cholera zu gefährden.
* Belgrad, 16. Nov. Politika zufolge trifft der
König morgen in Belgrad ein. Am 21. November
fin=
det in Belgrad eine Zuſammenkunft der
Miniſter=
präſidenten der vier Balkanſtaaten ſtatt.
Im Laufe der nächſten Woche ſoll König Ferdinand in
Belgrad eintreffen. Gegenüber den in der Preſſe
ver=
breiteten anderslautenden Nachrichten wird feſtgeſtellt, daß
der öſterreichiſch=ungariſche Geſandte Ugron gelegentlich
ſeiner Rückſprache mit Paſitſch dieſem lediglich in
entgegen=
kommender Weiſe mitteilte, daß Oeſterreich=Ungarn den
Standpunkt der territorialen Abgrenzung auf
ethnographi=
ſcher Grundlage ſowie des von den Balkanvölkern ſelbſt
aufgeſtellten Prinzips, der Balkan den Balkanvölkern,
vertrete. Demnach erſcheine es ſelbſtverſtändlich, daß die
von den Albaneſen bewohnten Gebiete den Albaneſen
ver=
bleiben.
Belgrad, 17. Nov. Nach zweitägigem Kampfe
iſt es den ſerbiſchen Truppen gelungen, wichtige
Poſi=
tionen vor Monaſtir zu nehmen. Die Türken
ziehen gegen die Stadt zurück. Die Einnahme iſt binnen
kurzem zu erwarten.
* Berlin 17. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Die
Bewahr=
ung des Einvernehmens unter den
Groß=
mächten, die für eine gemeinſame Löſung der
Orient=
fragen nötig iſt, fand während der abgelaufenen Woche
in mehreren Kundgebungen berufene Fürſprecher. Die
Hoffnung iſt berechtigt, daß ſich etwaige Erwartungen auf
ein Auseinanderfallen Europas in zwei Lager
nicht verwirklichen werden.
* Wien, 16. Nov. Die Meldungen der Abendblätter
ſtimmen darin überein, daß die Situation zwiſchen
Oeſterreich= Ungarn und Serbien etwas
gün=
ſtiger beurteilt wird, namentlich infolge der korrekten
Hal=
tung Rußlands, welches unbedingt den Frieden wünſche
und einen mäßigenden Einfluß in Belgrad ausübe.
Wien, 18. Nov. Noch der Deutſchen
Tages=
zeitung nimmt die Mobilmachung in
Oeſter=
reich= Ungarn unentwegt ihren Fortgang.
Ununter=
brochen rollen Militärzüge nach Galizien und
Süd=
ungarn. Den Wiener Blättern iſt verboten, über dieſe
Truppenbewegungen etwas zu veröffentlichen.
* Petersburg, 17. Nov. Die Roſſija ſchreibt:
In Privatmeldungen der Nowoje Wremja aus London
und Paris heißt es, der Miniſter des Aeußern Saſonow
habe von der Unterſtützung der ſerbiſchen Anſprüche auf
einen Hafen an der Adria unter dem Einfluß einer
Unter=
redung mit dem deutſchen Botſchafter Grafen Pourtales
Abſtand genommen. Dieſer habe erklärt, Deutſchland
würde im Falle eines Zuſammenſtoßes zwiſchen
Ruß=
land und Oeſterreich infolge dieſer Frage
Oeſter=
reich unterſtützen. Durch die Verbreitung ſolcher
unge=
reimten Gerüchte bezweckt die Zeitung augenſcheinlich, die
Autorität der ruſſiſchen Regierung in der öffentlichen
Mei=
nung zu diskredieren. Es wäre töricht, Deutſchland
Schritte zuzuſchreiben, welche den in Petersburg und
Berlin in gleicher Weiſe angeſtrebten guten
Be=
ziehungen unausbeſſerlichen Schaden zufügen
wür=
den. Was die Haltung anbetrifft, die Rußland hinſichtlich
der mit der Liquidation des Krieges verbundenen
Einzel=
fragen einzunehmen für nötig befinden wird, hat die
ruſ=
ſiſche Regierung entgegen den Behauptungen nicht
maß=
gebender Perſönlichkeiten die Freiheit ihrer
Handlungs=
weiſe durch nichts gebunden und iſt gewillt, ſich
ausſchließ=
lich von ruſſiſchen Intereſſen leiten zu laſſen.
* Dublin, 16. Nov. Der Königvon
Monte=
negro hat an einen hieſigen Privatmann Briefe
ge=
richtet, in denen er ſagt, die montenegriniſche und die
irländiſche Nation hegen dieſelbe Liebe zur Freiheit und
zum chriſtlichen Glauben. Sie gehen zuſammen dieſelbe
Bahn und kämpfen für dieſelben Ideale:
Literariſches.
Henviette Feuerbach. Ihr Leben in
ihren Briefen. Herausgegeben von Hermann Uhde=
Bernays. Verlag von Meyer u. Jeſſen, Berlin (Preis
6,50 Mk.). Von weiten Kreiſen, ganz beſonders der
deut=
ſchen Frauenwelt und der großen und ſtändig größer
werdenden Feuerbach=Gemeinde, lange mit Spannung
er=
wartet, iſt dieſes Werk nun zu guter Stunde erſchienen,
um recht eigentlich das diesjährige Weihnachtsbuch nicht
nur für Deutſchlands Frauen und Jungfrauen, ſondern
für das ganze deutſche Volk zu werden. Die Tauſende
deutſcher Leſer, die in den letzten Jahren bei der Lektüre
von Anſelm) Feuerbachs Briefen an ſeine Mutter und
ſeines nun ſchon in mehr als fünfundzwanzig Auflagen
verbreiteten Vermächtnis” das erſchütternde Ringen
die=
ſes großen Künſtlers miterlebt haben, kennen die
über=
ragende Frauengeſtalt und wiſſen, wie ſehr ſie der
ver=
ſtändnisvollſte, treueſte Berater des Künſtlers und ſein
feſteſter Rückhalt geweſen iſt. Die „Anſelm=Briefe” haben
das deutlich genug gezeigt. Zu der Verehrung für die
heroiſche Dulderin muß bei der Lektüre dieſes Brief= und
Lebensbuches die Bewunderung treten für die geiſtig
hoch=
ſtehende Frau, der keine Aeußerung künſtleriſchen
Stre=
bens fremd und kein Geſchehnis der Zeitgeſchichte
gleich=
gültig geblieben iſt.
Darmſtadt, 18. November,
* Tüchtige Landsleute. Der Großh. heſſiſche
Bau=
inſpektor Heinrich Beſt wurde zum Stadtbaurat von
Neu=Kölln (Rixdorf) gewählt. Herr Beſt war bis
An=
fang dieſes Jahres in der Bauabteilung des
Finanz=
miniſteriums beſchäftigt, alſo kaum ¾ Jahr in
ſtädti=
ſchem Betriebe. Seine Wahl bedeutet in Anbetracht der
kurzen Zeit ſeines Dortſeins, der großen Konkurrenz und
der Größe der Stadt — Neu=Kölln hat jetzt ſchon 260000
Einwohner — einen außerordentlichen Erfolg. Er
ver=
dankt ihn hauptſächlich ſeiner großartigen Sicherheit im
Entwerfen, ſouveräner Beherrſchung der Formen und
einer verblüffenden Technik der Darſtellung, wodurch er
ſchon bei ſeiner hieſigen Tätigkeit Aufſehen erregte und
Anerkennung fand.
g. Der Verein ſtädt. Arbeiter und Bedienſteter
beging am Samstag im „Mathildenhöhſaal” die Feier
ſeines 12. Stiftungsfeſtes verbunden mit
Groß=
herzogs Geburtstagsfeier. Der Einladung des
Vorſtandes waren u. a.: Landtagsabgeordneter Henrich,
einige Stadtverordnete und mehrere Vorſteher ſtädtiſcher
Betriebe gefolgt. Als Vertreter der Bürgermeiſterei
war Beigeordneter Ekert erſchienen. Das Feſt wurde
durch den von der Singmannſchaft der Turngeſellſchaft
gut vorgetragenen Chor „Gott grüße Euch” würdig
ein=
geleitet. Anknüpfend an dieſen herrlichen
Willkommens=
gruß hielt Herr Profeſſor Kiſſinger die mit
humor=
vollen Worten gewürzte, aber auch den Ernſt nicht
ver=
miſſen laſſende Feſtrede. Er hieß im Namen des
Vor=
ſtandes die Mitglieder und Gäſte willkommen,
ins=
beſondere den Vertreter der Stadt und die Beamten der
ſtädtiſchen Betriebe, das beweiſe, daß die Beamten nicht
nur innerhalb des Dienſtbetriebes von den Arbeitern
Notiz nehmen, ſondern gern der Einladung Folge leiſten,
um mit ihnen einige fröhliche Stunden in fröhlichem Kreiſe
nach vollbrachter Arbeit zu verbringen. Das beweiſe
Verſtändnis für das Streben und die Ziele des Vereins,
der nunmehr auf zwölf Jahre erſprießlicher Tätigkeit
zurückblicken könne. Eine Zeit, in der der Vorſtand eine
ernſte Arbeit geleiſtet hat, um den Willen der einſtigen
Gründer zu erfüllen. Wenn diesmal mit dem
Stif=
tungsfeſte die Feier von Großherzogs Geburtstag
ver=
bunden wurde, ſo ſei dies ein glücklicher Gedanke. Wenn
man von unſerem Landesfürſten weiter nichts wüßte, als
daß es ihm gelang, die Ausſtellung für Darmſtadt zu
gewinnen, in dem Beſtreben, ſeinem Lande in jeder Weiſe
zu dienen, wenn man betrachte, welcher Segen von Arbeit
mit dieſer Ausſtellung hinzugeſtrömt kam, ſo müſſe jeder
Arbeiter Reſpekt haben vor dem Landesfürſten, der ſein
Amt ſo ernſt auffaßt. Mit einem dreifachen Hoch auf
Großherzog Ernſt Ludwig ſchloß der Feſtredner. — Im
Namen der Gr. Bürgermeiſterei dankte Beig. E kert für die
freundliche Einladung. Es ſei ihm eine Freude, Gelegenheit
zu haben, den Arbeitern und Bedienſteten in frohem
Kreiſe zu danken für die treu geleiſteten Dienſte und die
unermüdliche Pflichterfüllung zum Wohle der Stadt.
Darum ſei auch die bewilligte Lohnerhöhung wohl
ver=
dient. Nicht unweſentlich habe bei der gewaltigen Arbeit
dieſer Reform der Verein durch ſeineRuhe und Beſonnenheit
mitgewirkt. Redner ſchloß mit einem dreifachem Hoch auf
den Verein. Ein humoriſtiſcher Vortrag von Herrn Hilmer
„Fritz Pröbke aus Kalau” ſorgte nun für den nötigen
Humor. Der hierauf von der Singmannſchaft unter
Leitung ihres Dirigenten Kaleve meiſterhaft
vorge=
tragene Chor „Das Bergmannskind” mit
Streichorcheſter=
begleitung fand ſo lebhaften Beifall, daß ſich die Gäſte
zu einer Zugabe verſtehen mußten, ebenſo Herr
Bö=
decker, der in vortrefflicher Weiſe das Tylophon
meiſterte. Der Vorſitzende dankte ſchließlich noch der
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 15. November.
„Cavalleria ruſticana” — „Der Bajazzo”
Wl. Die beiden Jungitaliener, die in brüderlicher
Eintracht ſtets nebeneinander erſcheinen, ließen ſich nach
längerer Zeit heute wieder einmal hören und wurden
wieder freundlich aufgenommen, obwohl ſie ſich ſchon
beſſer eingeführt haben. Das Intereſſe an Mascagnis
zugkräftigem Einakter, deſſen Aufführung Herr
Kapell=
meiſter Lert leitete, war durch eine neue ſzeniſche
Ein=
kleidung von intimer Wirkung, die das Milieu des
klei=
nen ſizilianiſchen Dorfes echt und ſtilvoll markierte, neu
belebt worden. Auch die Perſonen der
Leidenſchafts=
tragödie erſchienen meiſtens in neuer Verkörperung. Aus
der Hauptſtadt Weſtpreußens war die Santuzza
gekom=
men. Frl. Stahl vom Stadttheater in Danzig ſang
dieſe Partie auf Engagement. Sie iſt, nach ihrem erſten
Gaſtſpiel zu ſchließen, eine gereifte und routinierte
Sän=
gerin. Das Organ ſcheint aber nicht in allen Lagen gleich
ausgiebig zu ſein und in der höheren Lage, in der der
Ton ſcharf klingt, den Intentionen der Sängerin weniger
zu entſprechen. Als Turriddu bewährte ſich Herr
Glo=
berger als ein Sänger von hervorragender ſtimmlicher
Qualität, dem namentlich auch das — heute bei offener
Szene geſungene — einleitende Ständchen ganz
vortreff=
lich gelang. Auch im Spiel hat Herr Globerger ſich
be=
deutend vervollkommnet, und ſo konnte man, alles in
allem, ſeine Freude an dieſer neuen Darbietung des
jungen Sängers haben. Die Lucia hatte in Frl. Jacobs
eine neue ſympathiſche Vertreterin erhalten, die Partie
der Lola wurde von Frl. Longin geſungen, die mit
hübſchen ſtimmlichen Mitteln eine talentvolle Auffaſſung
und Durchführung der Rolle vereinigte. Die Partie des
Alfio ſang wieder Herr Semper mit bekanntem
Er=
folge. Der Aufführung, bei der auch nicht alles klappte,
fehlte etwas das gewohnte Temperament. Auch die
Ver=
langſamung des Tempos des Zwiſchenſpiels gereichte
dieſem nicht zum Vorteil.
In der unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters
de Haan darauf folgenden Aufführung des „Bajazzo”
waren die Partien der drei Komödianten in den Händen
der früheren bewährten Vertreter: Herrn Becker (
Ca=
nio), Weber (Tonio) und Bernhardt (Beppo)
ver=
blieben. Herr Semper als Silvio bewies, daß er in
der Behandlung nicht dramatiſcher Partien ſich ganz
bedeutend vervollkommnet hat und ſich eine größere
Fein=
heit der Nuancierung und Schattierung des Tones zu
eigen gemacht hat, die wir früher oft noch an ihm ver=
mißten. Als Nedda-Colombine wurde Frau
Kallen=
ſee ihrer dreifachen Aufgabe als Sängerin, Darſtellerin
und graziöſe Tänzerin in anerkennenswerter Weiſe
ge=
recht, obwohl ſie ſtimmlich heute weniger gut disponiert
zu ſein ſchien, als ſonſt. Im übrigen nahm die
Aufführ=
ung einen befriedigenden Verlauf.
Samstag, 16. November.
Zum erſten Male:
„Gabriel Schillings Flucht”
Drama in fünf Akten von Gerhart Hauptmann.
W.l. Zur Feier von Gerhart Hauptmanns 50.
Geburts=
tag ging heute deſſen fünfaktiges Drama „Gabriel
Schillings Flucht” zum erſten Male in Szene.
Die Art und Weiſe, wie Gerhart Hauptmanns 50.
Geburtstag gefeiert worden iſt, führt uns den Unterſchied
zwiſchen Einſt und Jetzt recht eindringlich zu Gemüte
Einſt verſagte man unſeren großen Dichtern und
Kom=
poniſten die verdiente Anerkennung und ließ ſie hungern
und Not leiden; jetzt werden ſie in überſchwenglicher Weiſe
gefeiert, und reichliche Tantiemen machen ſie in einem
Jahrzehnt zu Millionären. Und wenn ſie das Glück
haben, fließt ihnen noch ein Nobelpreis zu, der allein ein
Vermögen darſtellt. Das Jetzt iſt ſchöner als das Einſt
und iſt ein Gradmeſſer für die höhere Kultur unſeres
Volkes, denn ein Volk, das ſeine großen Männer ehrt, ehrt
ſich ſelbſt — wenn nur nicht zu befürchten wäre, daß die
Dichter und Komponiſten durch die Ausſicht auf ſolche
materiele Vorteile verleitet, in Zukunft den Tanz um das
goldene Kalb mitmachen werden. Anzeichen dafür ſind
ſchon vorhanden.
Ob Gerhart Hauptmann, dem wir andere ſchöne
Bühnenſtücke verdanken, ein Gefallen damit erwieſen
wor=
den iſt, daß man dieſes Drama, das er ſelbſt
zurückge=
halten hat, an die Oeffentlichkeit gebracht hat, darf
be=
zweifelt werden. Es hat keine allgemeinen Werte und
kann dementſprechend auch kein allgemeines Intereſſe
er=
wecken. Der von einer Courtiſane ruinierte, körperlich
und moraliſch gebrochene Maler Schilling, der im
Mittel=
punkte des Stückes ſteht, iſt nichts weniger als typiſch;
ſeine Frau nennt ihn „einen willenloſen Sklaven einer
gemeinen Dirne‟. Das klingt herzlos und unſchön, ſachlich
iſt dagegen aber nichts einzuwenden. Das Stück gibt nur
die Darſtellung des Schickſals eines moraliſchen
Schwäch=
lings, an dem niemand ein tieferes Intereſſe nimmt; es
kann nur Mitleid oder Verachtung ſein, was man ihm
gegenüber empfindet. So iſt das Drama weder erbaulich
noch erhebend, ſondern peinvoll und verſtimmend. Die
vulgäre Sprache verſetzt uns überdies immer wieder in
einen Zuſtand alltäglichſter Stimmung. Die aufdringliche
Art und Weiſe, mit der uns das freie Verhältnis des
Bildhauers Mäurer mit ſeiner ſogen. Freundin Lucie
vorgeführt wird und das fortgeſetzte Gekoſe und Geküſſe
auf der Bühne zwiſchen beiden iſt gewiß nicht nach
jeder=
manns Geſchmack. Der Profeſſor Mäurer iſt ein Mann,
der über das Urteil der Leute erhaben iſt. Für ihn iſt die
Ehe „die Klippe‟
Ein jeder kann ſich ſein Leben einrichten, wie er will,
und welche Moral er in der Führung ſeines Lebens
be=
folgen will, iſt ſeine Sache und geht, ſo lange er nicht mit
dem Geſetze in Konflikt kommt, niemanden etwas an; er
hat es mit ſich und ſeinem Gewiſſen zu verantworten.
Bei dem Verſuche aber, ſich mit ſeiner Sondermoral den
Mitmenſchen aufzudrängen, wird er auf Zurückweiſung
gefaßt ſein müſſen, und wenn dieſe Moral auf der Bühne
als etwas ganz Selbſtverſtändliches dargeſtellt und gar
noch verherrlicht wird, ſo wird ſich das Publikum, das
ſich ſeine moraliſchen Werte nicht rauben laſſen will,
da=
gegen ablehnend verhalten. Das iſt ſein Recht, und ganz
etwas anderes als Phariſäertum und Spießerei.
Das Drama entbehrt der ſpannenden Handlung, der
erſte Akt und der größte Teil der übrigen Akte wird
durch Geſpräche ausgefüllt. Der Anfang des zweiten
Aktes, in dem „die Freundin” mit ungemachtem Haar an
den Kaffeetiſch kommt, um ſich es hier erſt zu kämmen,
erweckt äſthetiſches Unbehagen. Erſt mit dem Auftreten
der verhängnisvollen Ruſſin, die den Schilling wieder
zu ſich herabzieht, nimmt man Intereſſe an der
Hand=
lung, inſofern etwas geſchieht. Das ordinäre Gezänk
zwi=
ſchen den beiden Frauen im 4. Akte, das nahezu in
Hand=
greiflichkeiten ausartet, wirkt abſtoßend. Das Schönſte
an dem Stück iſt das Walten der Elemente; ſobald der
Verfaſſer auf das Meer, das den Hintergrund für die
Handlung abgibt, zu ſprechen kommt, nimmt ſeine Sprache
auch einen höheren Schwung an, befreiend und erlöſend
wirkte das Rauſchen des Meeres und der herrliche
Sturmwind, der am Schluſſe des Stückes die Bühne
durchbrauſt und gleichſam ſymboliſch die von üblen
Mias=
men erfüllte Atmoſphäre reinigt.
An der Aufführung ſelbſt, die unter Leitung des
Herrn Oberregiſſeur Valdeck ſtand, iſt in erſter Linie
die prächtige und ſtimmungsvolle Inſzenierung zu
lo=
ben. Die Herren Kempin und Schwerdtfeger
hatten wieder herrliche Bühnenbilder geſchaffen, die mehr
ſagten und ſchöner ſchilderten, als das Stück ſelbſt. Den
moraliſchen Schwächling und charakterloſen
Neuraſtheni=
ter ſpielte Herr Ehrle überzeugend und lebenswahr;
in wirkſcmem Gegenſatz zu dieſem körperlich und ſeeliſch
zerrütteten Todeskandidaten ſtand der friſche, geſunde und
Nummer 272.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Seite 7.
Bürgermeiſterei für die bewilligte Lohnerhöhung und
brachte ein Hoch aus auf die Bürgermeiſterei und ein
weiteres erſprießliches gemeinſames Zuſammenarbeiten.
— Zwei luſtige, urfidele Schwänke, ſowie weitere
Vor=
träge des Herrn Hilmer brachten bald eine gehobene
Stimmung hervor. Ferner erfreute die Damenabteilung
der Turngeſellſchaft noch durch exakte Keulenübungen. —
Den Schluß der Feier bildete ein ausgedehntes Tänzchen.
* Wohltätigkeitsfeſt des Odenwaldvereins. Zum
Beſten der Mitglieder des Nieder=Modauer
Kre=
ditvereins, die durch die bekannte Kataſtrophe zum
großen Teil an den Rand des Verderbens gebracht
wor=
den ſind, fand heute nachmittag im Turnhallenſaal am
Woogsplatz ein vom Heſſiſchen Odenwaldverein
Darm=
ſtadt veranſtaltetes Wohltätigkeitskonzert ſtatt, das einen
größeren Ertrag für den ſchönen Zweck abwerfen dürfte.
Herr Bürgermeiſter Mueller, der als Vorſitzender des
Heſſiſchen Odenwaldklubs dem Verein für dieſe
Veran=
ſtaltung wärmſten Dank ausſprach, gab bei dieſer
Ge=
legenheit bekannt, daß inkl. einer dankenswerten größeren
Spende des Großherzogs für die vom
Oden=
waldklub eingeleiteten Sammlungen bis jetzt nahezu
7000 Mark eingegangen ſeien und daß durch die in dieſen
Tagen erfolgte erſte Verteilung von über 1000 Mk. ſchon
manche heiße Tränen getrocknet worden ſeien.
* Die Univerſität Gießen auf der Ausſtellung
„Der Menſch” Am Samstag beſuchte die
Uni=
verſität Gießen, Profeſſoren, Studenten und
Hörer mit dem Rektor der Univerſität, Profeſſor Dr.
Eck — insgeſamt etwa 250 Perſonen, darunter viele
Damen — die Ausſtellung „Der Menſch” in
Darmſtadt. Die Geſellſchaft traf am Vormittag mit
Extrazug in Darmſtadt ein und wurde von dem
wiſſen=
ſchaftlichen Leiter der Ausſtellung, Regierungsrat Dr.
Woithe, im Namen und im Auftrag von Exzellenz
Lingner begrüßt, der ſein Bedauern ausſprechen ließ,
uicht ſelbſt zugegen ſein zu können, Obermedizinalrat
Dr. Balſer begrüßte die Anweſenden im Namen des
Heſſiſchen Mintſteriums, Abteilung für öffentliche
Geſund=
heitspflege. Zur Führung hatten ſich außer den beiden
Herren noch einige Aerzte aus Darmſtadt, die Herren
Dr. Hüffell, Sanitätsrat Dr. Hoffmann, Dr. Kautzſch,
Dr. Langsdorff und Dr. Vidal eingefunden, in deren
Begleitung die Ausſtellung am Vormittag und auch am
Nachmittag gründlich beſichtigt wurde. Ebenſo wohnten
die Damen und Herren einer wiſſenſchaftlichen
Kino=
vorführung in der Ausſtellung bei. Die Beſucher
ver=
weilten jedesmal mehrere Stunden in der Ausſtellung
und ſprachen über das Geſehene ihre höchſte
Be=
friedigung aus.
— Auerbach, 17. Nov. Nach den vorzüglichen
Leiſtungen, die uns im vorigen Jahre hier im I.
Kammer=
muſikabend durch das Rebner=Quartett zu Gehör
gebracht wurden, ging geſtern zum II. diesjährigen Abend
des Kammermuſikvereins mit hochgeſpannten Erwartungen.
Sie wurden weit übertroffen, denn es war eine Freude
und ein Genuß, dieſes glänzende Zuſammenſpiel der
Herren anhören zu können. Das waren wahrhaft
künſtleriſche Genüſſe, für welche die wiederum zahlreich
erſchienenen Zuhörer ſich mit Recht herzlich dankbar
zeigten. Den geſanglichen Teil des Abends hatte Frau
Mela Lahner=Rebner übernommen. Beſonders gut
gelang der geſchätzten Sängerin „Der Muſenſohn” von
Schubert, den ſie in reizender, friſcher und neckiſcher
Weiſe ſang. Es ſcheint, daß ihr das heitere Genre beſſer
liegt. Frau Lahner=Rebner verfügt über einen weichen,
biegſamen, ſehr modulationsfähigen, in der Mittellage
nicht großen Sopran, deſſen Stärke hauptſächlich in der
Höhenlage ſich glanzvoll zeigt. Wie ein trauter Klang
aus guter alter Zeit muteten die Spohrſchen Lieder mit
Violin= und Klavierbegleitung an, und wir ſind Herrn
Rebner und Frau Lahner=Rebner herzlich dankbar, daß ſie
uns die reizvollen Lieder zu Gehör gebracht haben. Das
Violinſolo der Spohrſchen Lieder wurde in äußerſt feiner
und ſeelenvoller Weiſe zum Ausdruck gebracht. Die
Klavierbegleitung des Herrn Weißbach=Frankfurt ſchmiegte
ſich in feinſinniger, diskreter Weiſe dem Geſang an.
lebensfrohe Mäurer des Herrn Baumeiſter. Die
an=
ſcheinend kluge, im Grunde aber einfältige Lucie, deren
Kunſt als Violinvirtuoſin ſich in einer gräßlichen Uebung
hinter der Szene im 2. Akt betätigt, verkörperte und ſpielte
Frl. Meißner ſehr anziehend, als Hanna Elias
debu=
tierte Frau Raffay, die dieſer darſtelleriſch
intereſſan=
teſten Rolle der Männer mordenden Megäre einen Zug
dämoniſcher Perſönlichkeit zu verleihen wußte und dabei
die Grenzen künſtleriſchen Maßhaltens mit Takt zu
wah=
ren verſtand. Mit charakteriſtiſchen Strichen gezeichnet war
der famoſe Tiſchler Kühn des Herrn Weſtermann.
Gute Leiſtungen waren ferner die vornehme Majakin des
Frl. Uttmann, der joviale Wirt des Herrn Jordan,
die Frau Schilling des Frl. Heumann und der Doktor
Rasmuſſen des Herrn Semler.
Das Stück erzielte einen Achtungserfolg, der in erſter
Linie der vortrefflichen Darſtellung und wirkungsvollen
Inſzenierung galt.
Das auf Sonntag abend angeſetzte Gaſtſpiel des Frl.
Stahl aus Danzig konnte wegen plötzlicher Erkrankung
der Sängerin nicht ſtattfinden. Statt ihrer ſang Frau
von Sugh die Partie der Brünnhilde. Das bekannte
und bewährte Enſemble (Herr Becker als Siegmund,
Frl. Geyersbach als Sieglinde, Herr Weber als
Wotan) wurde durch Frl. Jacobs als Fricka und Herrn
Schützendorff, der vertretungsweiſe den Hunding
ſang, in entſprechender Weiſe ergänzt. Das Haus war
gut beſucht.
Konzerte.
mm. Konzert des Lehrerſängerchors.
Sein erſtes Winterkonzert hielt der Sängerchor des
Darmſtädter Lehrervereins am Samstag, den 16.
November, im Städtiſchen Saalbau unter guter
Beteilig=
ung ab. Schubert und Schumann, deren Männerchorwerke
in keinem Vereine von Bedeutung unbekannt ſein dürfen
und deren ſorgfältige Pflege eine Ehrenſache ſein muß,
nahmen in dem Programm die erſte Stelle ein.
Der Geiſterchor („In der Tiefe wohnt das Licht”) aus
dem Drama Roſamunde von Franz Schubert, kam
zuerſt mit Klavierbegleitung in ſehr guter Tongebung und
und gut abgewogen in allen Klangſchattierungen, klang=
ſchön und ſtimmungsvoll zu Gehör. Zwei Ritornelle
a capella (nach Worten von Friedrich Rückert) von Robert
Schumann, ſchloſſen ſich würdig an; insbeſondere
ge=
lang das zweite (fünfſtimmige), welches eine Perle der
ganzen Männerchorliteratur iſt, recht wohlklingend und
im Mittelſatz glänzend herausgehoben. Der ausgedehntere
Chor ohne Begleitung von Franz Schubert: „Ruhe,
ſchönſtes Glück auf Erden” iſt auch für unſere heutige
Zeit keine ganz leichte Aufgabe für den Männergeſang,
denn das anhaltende Pianoſingen im zweiten Vers ſtellt
an die Stimmen keine geringen Anforderungen. Daher
hätte uns gerade bei dieſem Chor eine ausgiebigere
Ver=
wendung des Falſettregiſters um ſo mehr zugeſagt, als
es ja den hohen Tenören ohnehin nicht an Kraft fehlte.
Recht anſprechende moderne Kompoſitionen ſind die
„Sechs volkstümliche Geſänge” für Männerchor,
Klavier=
begleitung und Sopranſolo von Bernh. Sekles,
welche den Schluß des Programms bildeten. Als
ge=
diegenſte Leiſtungen nennen wir daraus (ohne die andern
geringer zu bewerten): Guter Rat und Aufforderung zum
Tanz, die ſchon in der lebhafteren Bewegung zündend
wirken. Die Klavierbegleitung hierzu, wie auch zum
erſten Chor, führte Vereinsmitglied Niebergall aus,
die umfangreiche Sopranpartie Fräulein Elſa Fl it h
aus München, die auch noch Sologeſänge von Richard
Strauß und Johannes Brahms vortrug. Die glänzenden
Stimmittel, die durch eine recht gute Geſangstechnik
ge=
hoben werden, ſichern der Dame eine geachtete Zukunft,
beſonders, wenn ihr noch die Beſeitigung einer gewiſſen
Härte in der höchſten Stimmlage gelingt. Auch in den
Vortrag der „Acht Zigeunerlieder” von Brahms
ver=
ſuchte ſich die Sängerin offenbar gründlich zu vertiefen.
Wenn ihr indes nicht alle Nüancen der wechſelvollen
Stimmung, wie ſie dieſe Zigeunerweiſen fordern, gleich
gut gelangen, ſo darf nicht verkannt werden, daß ein
be=
ſonders darauf eingeſtimmtes Temperament für ihren
vollkommenen Vortrag erforderlich iſt, den; das Einhalten
eines feſten durchziehenden Rhythmus (ſowohl in
wild=
lärmenden als in zart=einſchmeichelnden plötzlichen
Wend=
ungen) ganz zur zweiten Natur geworden iſt. Ungeteilten
Beifall fand ihr Vortrag der drei Lieder von Richard
Strauß. Für die Begleitung der Sologeſänge, wie
für Einſtudierung und Leitung der Chorgeſänge ſei dem
Dirigenten, Herrn W. Borngäſſer, vollſte Anerkenn=
ung gezollt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. Nov. Aus Anlaß der Hanſa=Woche,
die am Sonntag mit dem zweiten Allgemeinen deutſchen
Hanſa=Tag ihren Höhepunkt und Abſchluß finden wird,
hatte der Ortsverband Groß=Berlin des Hanſa=Bundes
für Gewerbe, Handel und Induſtrie heute zu einem
Be=
grüßungsabend in den Bankettſaal des Reſtaurants
Rheingold eingeladen. Der Präſident des Ortsverbands
Direktor Dr. Waldſchmidt, begrüßte die überaus zahlreich
erſchienenen Gäſte, unter denen ſich hervorragende
Per=
ſönlichkeiten des kommerziellen und induſtriellen Lebens
aus allen Teilen des Reichs befanden. Im Laufe des
Abends, der einen überaus angeregten Verlauf nahm,
führte die Geſellſchaft für wiſſenſchaftliche Films und
Diapoſitive, Berlin, eine Reihe hochintereſſanter Bilder
aus dem Gebiete der Induſtrie und der Schiffahrt
kine=
matographiſch vor.
* Berlin, 16. Nov. Großadmiral v. Tirpitz begab
ſich zur Vornahme von Beſichtigungen und zur Teilnahme
an der Rekrutenvereidigung nach Kiel.
* Berlin, 16. Nov. Die Kommiſſion des
Abgeordneten=
hauſes zur Beratung der Anweſenheitsgelder hat geſtern
einen Antrag Ditfurth und Genoſſen angenommen,
die Regierung zur Vorlegung eines Geſetzentwurfes
auf=
zufordern, durch den die Gewährung von Reiſekoſten und
Diäten neu geregelt wird und zwar nach dem Grundſatz
von Freifahrkarten und Anweſenheitsgeldern.
* Berlin, 17. Nov. Heute mittag fand im
Admira=
litätspalaſt der Allgemeine deutſche Hanſatag
ſtatt. Zahlreiche Abgeordnete der liberalen Parteien
wa=
ren erſchienen. Der Präſident des Hanſabundes,
Nieſ=
ſer wies in einer längeren Rede darauf hin, daß der
Hanſabund in erſter Linie die Herbeiführung des
ſozia=
len Friedens erſtrebe. Er trete ebenſo für die
Arbeitge=
ber wie Arbeitnehmer ein. Dann ſprach Prof.
Del=
brück über Sozialpolitik und Unternehmertum. Er
führte aus, es ſei erforderlich, bezüglich der Sozialpolitik
vorläufig nicht weiterzugehen, da die Unternehmer
als=
dann als Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht beſtehen
könnten. Abgeordneter Streſemann ſprach über die
Induſtrie= und Handelspolitik. Er forderte, das der
In=
duſtrie und dem Handel die gleichen Rechte wie der
Land=
wirtſchaft eingeräumt werden. Naumann ſprach über
Wirtſchaftspolitik und nationale Aufgaben. Er betonte
die Notwendigkeit, daß alle linksſtehenden Parteien,
mög=
lichſt einſchließlich der Sozialdemokratie, zuſammengehen
müßten, wenn es gelingen ſollte, die Junker und die
Kle=
rikalen zu bekämpfen und ein weiteres Fortſchreiten der
Reaktion zu verhindern. In einer Schlußrede bemerkte
Rieſſer, der Hanſabund führe den Kampf nicht des
Kampfes wegen, ſondern um die allgemeine
Gleichberech=
tigung. Er ſei keineswegs ein Feind der Landwirtſchaft
und wolle auch die Landwirtſchaft fördern. Die
bürger=
lichen Erwerbsſtände müßten ſich zu gemeinſamer Arbeit
zuſammenſchließen, um beſſere wirtſchaftliche Zuſtände
herbeizuführen. Dann ſchloß Rieſſer den Hanſatag.
* Berlin, 16. Nov. Wie die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” ſchreibt, drückt ſich die gewaltige
Verkehrsſteige=
rung, die Urſache der Betriebsſtörungen im
rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtrierevier,
auch darin aus, daß die Geſamteinnahmen der
Preußiſch=Heſſiſchen Staatseiſenbahnen in den erſten
ſieben Monaten des Etatsjahres ein Mehr von
94,9 Millionen aufweiſen. Die
Staatseiſenbahn=
verwaltung iſt unter Einſetzung alles notwendigen
Perſonals und Materials beſtrebt, der Schwierigkeiten
Herr zu werden. Zur Entlaſtung der ſtark beanſpruchten
Strecken ſind zahlreiche Züge auf minder belaſtete Linien
umgelegt. Die Vorarbeiten zur ſchleunigen Ausführung
zahlreicher baulicher Ergänzungen ſind im Gange. Dem
Perſonal werden Renumerationen und Lohnzulagen
ge=
währt. Ein hervorragender betriebstechniſcher
Sach=
verſtändiger iſt als Kommiſſar mit weitgehenden
Voll=
machten abgeordnet. Die Staatseiſenbahnverwaltung
hofft, daß in der zweiten Novemberhälfte, wo der Verkehr
nachzulaſſen pflegt, eine allmähliche Beſſerung eintritt.
* Berlin, 17. Nov. In der Alſenſtraße ſtieß heute
nachmittag ein Leichenwagen mit einer Elekiriſchen
zuſammen. Der Leichenwagen wurde zertrümmert und
der Sarg auf die Straße geſchleudert. Die
Fenſter=
ſcheiben der Elektriſchen zerſplitterten, wodurch einige
Fahrgäſte durch umherfliegende Splitter verletzt wurden.
* Berlin, 17. Nov. Heute früh ſtürzte ſich die
fünfzehnjährige Kontoriſtin Kielbock in der elterlichen
Wohnung aus dem vierten Stockwerk in den Hof. Sie
ſtarb bald darauf. Wie aus einem hinterlaſſenen
Schrei=
ben hervorgeht, beging das Mädchen die Tat, weil es in
der vergangenen Nacht durch einen Mann vergewaltigt
worden ſei.
* Wildpark, 18. Nov. Der Kaiſer trat geſtern
abend 11 Uhr die Reiſe nach Kiel zur Vereidigung der
Rekruten an.
** München, 16. Nov. In der Feſtſitzung der
Aka=
demie der Wiſſenſchaften wurden u. a. folgende
Neuwahlen bekannt gegeben: Zu korreſpondierenden Mit=
Aſtronomie in Berlin und Direktor der Sternwarte; Dr.
Mittag=Loeffler, Profeſſor der Mathematik in Stockholm;
Dr. Schwarz, Profeſſor der Methematik in Berlin; Dr.
Walther Nernſt, Profeſſor der Phyſik und der Chemie in
Berlin; Dr. Exner, Profeſſor der Phyſiologie in Wien;
Nathorſt, Profeſſor und Direktor des Paläo=
Phytologi=
ſchen Muſeums in Stockholm; Bailey Willis, Profeſſor der
Zeologie in Chicago; Dr. Henri Pirenne, Profeſſor der
Geſchichte in Gent; John P. Mahaffy, Profeſſor der
Geſchichte in Dublin; Aloys Schulte, Profeſſor der
Ge=
ſchichte in Bonn.
* Dresden, 16. Nov Heute nacht erſchoß ike
ſeiner Wohnung der Poſtſekretär Ruemmler ſeine
36jährige Ehefrau, ſeinen 11jährigen Sohn, ſeine 9jährige
Tochter und dann ſich ſelbſt. Ruemmler hat ſich nach Angabe
der Poſtbehörde keine dienſtlichen Verfehlungen zuſchulden
kommen laſſen.
* Dortmund, 16. Nov. Die Strafkammer
ver=
urteilte den Redakteur Henſeler von der
ſozialdemo=
kratiſchen „Arbeiterzeitung” wegen Beleidigung der
Offi=
ziere und Unteroffiziere der deutſchen Armee dem
An=
trag des Staatsanwalts gemäß, zu einer zweimonatlichen
Gefängnisſtrafe.
* Lyck, 16. Nov. Wegen Kautionsſchwindels
wurde der Direktor der Wach= und Schließgeſellſchaft in
Lyck, Bernhard Jakubowski, zu vier Jahren Gefängnis
und fünf Jahren Ehrverluſt und ſein Bruder Aloiſyus
Jakubowski wegen Beihilfe zu 1½ Jahren Gefängnis
und drei Jahren Ehrverluſt verurteilt. Es ſind im
ganzen über 50 Kautionen im Betrage von 50 bis zu
100 Mark unrechtmäßig von den Jakubowskis verbraucht
worden. Geſchädigt ſind hauptſächlich kleine Leute, die
als Schließer und Inſpektoren angeſtellt wurden.
* Buenos Aires, 16. Nov. Der Poſtdampfer „Oraviae
der auf der Fahrt nach Valparaiſo begriffen war, hat bei
den Falkland=Inſeln Schiffbruch erlitten. Paſſagiere
und Mannſchaften konnten gerettet werden.
H.B. Hamburg, 16. Nov Heute wurde hier der
In=
ſtallateur Stephan und der Kellner Henry Hartmann aus
Altona und das Kontrollmädchen Lange unter dem
dringenden Verdacht, am Diebſtahl der Kölner
Kaiſerkette teilgenommen zu haben, verhaftet. Alle
drei leugnen, am Diebſtahl ſelbſt teilgenommen zu haben,
geben aber zu, daß ſie die beiden Haupttäter Hochgeſchurz
und Roller, die in Köln in Unterſuchungshaft ſitzen,
ken=
nen und daß ſie mit ihnen verhandelt haben, um
Diaman=
ten und Gold aus der Kaiſerkette zu erhalten.
etelene
1 Stuhl, bengt
reines
Pflan=
zen=Prodnkt. reiokn M Verſtopfg. vor.
SrRU
Ein beliebtes Hausmittel.
Califig beſitzt nur beſte Eigenſchaften und zeichnek
ſich durch guten Geſchmack und milde Wirkung aus.
Es verurſacht keinerlei Beſchwerden, ſondern
unter=
ſtützt in milder, aber wirkungsvoller Weiſe die natürl.
Funktionen der Verdauung. Für Erwachſene und Kinder
in gleicher Weiſe beſtens geeignet.
In allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche. Extra große
Flaſche Mk. 2.50. Beſt.: Syr. Fici Californ. 76, Ext. Senn. liqu. 20,
Elix. Caryoph. comp. 5.
Verkaufs-
stellen durch
dieses Plakat
kenntlich.
VI 6419
Fabrik ant:
August Jacobi
Darmstadt.
Für unſere Leſer von
großer Wichtigkeit
iſt der unſerer heutigen
Nummer beiliegende
Myr=
rholinſeifen=Proſpekt. Da
derſelbe einen Wert von
fünf Mark beſitzt und zur
Erlangung einer koſtenloſen
Weihnachts=Prämie
berech=
tigt, ſo empfiehlt es ſich, den
Proſpekt ſorgfältig
aufzu=
heben und ſich mit ſeinem
Inhalt aufs Genaueſte
ver=
traut zu machen.
Bekannt=
lich iſt die Myrrholin=Seife
eine erſtklaſſige Toilette= und
Geſundheitsſeife und daher
ſeit 18 Jahren in hohem
Anſehen.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Nummer 272.
Herrenhemden nach Mass
tadelloser Sitz
vorzügliche Stoffe
Zephyrhemden unter Garantie
für Echtheit.
C. F. Erb Nachf.
Obere Elisabethenstr.
(23796oid
Taschentücher
Ausstellung
Kath. Raab
ALlCE-BAZAR.
(*12012
Für die überaus teilnahmsvollen und
um=
ſichtigen Bemühungen bei dem Heimgang unſeres
dem Leben ſo jäh entriſſenen geliebten Sohnes
Stud. Alfred Weiser
ſagen wir hierdurch der Kaiſerlich Ruſſiſchen
Geſandtſchaft noch unſeren beſonderen innigen
Dank.
(*12018
Darmſtadt, den 16. November 1912.
Joseph und Dorothea Weiser.
Geſtern abend ½7 Uhr ſtarb mein lieber
Mann, unſer lieber Vater, Bruder,
Schwieger=
ſohn, Schwager und Onkel
Herr
Moritz Hachenburger
im 57. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 16. November 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet ſtatt: Montag, den
18. November, nachmittags 3 Uhr, vom Portale
des iſraelitiſchen Friedhofes aus.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend
23828
verbeten.
Todes=Anzeige.
Heute morgen 3½ Uhr entſchlief ſanft
meine innigſt geliebte Gattin, unſere liebe
Tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Anna Gutwasser
geb. Immelen
im 28. Lebensjahre.
(23829
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Richard Gutwasser.
Darmſtadt, den 17. November 1912.
Saalbauſtr. 13.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 19.
No=
vember, nachmittags 3½ Uhr, vom Portale
des ſtädtiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Großh. Landesmuſeum. Geöffner Sonn= und
Feiertags von 10—1 Uhr und 2—4 Uhr, Freitags
von 10—1 Uhr, ſowie Mittwochs von 2——4 Uhr
eintrittsfrei; Dienstags, Donnerstags und Samstags
von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Unentgeltliche Beratungsſtelle für
Al=
koholkranke, Wilhelminenſtraße 34.
Sprech=
ſtunden jeden Montag von 3—5 Uhr.
Todes=Anzeige.
Heute nacht ¾1 Uhr verſchied ſanft mein
lieber, guter Gatte, unſer treubeſorgter Vater,
Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager
und Onkel
HerrLudwig Schmidt,
Zimmermann,
nach langem, ſchwerem Leiden im 64. Lebensjahr.
Um ſtille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 16. November 1912.
(23827
Schloßgartenſtraße 55.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag
3 Uhr von der Friedhofskapelle aus ſtatt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7½ Uhr:
Gardeoffizier”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kammermuſik=Abend des Darmſtädter
Streich=
quartetts um 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Vorträge von Frieda Ufer um 4 und 8 Uhr im großen
Saale des Eliſabethenſtifts.
Vortrag von Finanzrat Stroh um 8½ Uhr im
„Fürſtenſaal” (Ortsgewerbeverein).
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller un
8 Uhr.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloßl
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtr. 23): Von den
Hofjagd in Letzlingen; die Präſidentenwahl in den
Ver=
einigten Staaten; Montenegriner bei dem Laden eines
modernen Belagerungsgeſchützes; König Peter von
Ser=
bien in Uesküb.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Haus Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich
zurückgeſandt.
Das Fabrikzeichen
Niederlage
bei
W. Krätzinger.
Darmstadt.
und der volle Namen
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v. 3. Jahre an u. ſteigerte ſich
ds. ſo, daß er zeitw. kein Wort
herausbrachte. Durch liebev.
Pflege und Behandlung bei
Frl. Baum in Darmſtadt kam
er nach nicht ganz 4 Wochen
geheilt hier an. Empfehle
Fräul. Baum allen
Stottern=
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Ippesheim, den 6. Nov. 1912.
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Dieburger=
ſtraße 72, II., „Tanusburg”. (*12037
Verloren.
Von einem Angeſtellten wurde
vom Hauptbahnhof bis Grafenſtr.
ein Portemonnaie mit
30 Mk. Inhalt
verloren. Gegen gute Belohnung
abzugeben bei Willy Schwab,
Ludwigsplatz.
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Verloren! mittag verlor ein
armer HHausburſche 112 Marl
und einige Pfennige. Abzug. gegen
Belohnung in der Exped. (*12042
Verloren
ein goldenes Gliederarmband
von der Dieburgerſtraße bis
Ober=
waldhaus. Gegen Belohnung
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zugeben Dieburgerſtr. 73. (*1205a
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Dieburgerſtr. 10. — Fernſpr. 864
Die Epileptiſchen=Anſtalt
zu Nieder=Ramſtadt bitt.
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brauchsgegenſtände aller Art.
Die Sachen werden nach Beſtellg.
(telephoniſch Amt Darmſtadt Nr. 572
oder ſchriftlich in den Briefkaſten
Kiesſtraße 30, part.) jederzeit mit
herzlichem Dank im Hauſe abgeh.
22675a)
Weimar, Pfr.
Verzeichnis der Beiträge für die Mationalflugſpende,
welche in den Monaten Auguſt, September und Oktober bei den
Darmſtädter Sammelſtellen (Bank für Handel und Induſtrie,
Darm=
ſtädter Tagblatt, Darmſtädter Täglicher Anzeiger, Darmſtädter Zeitung
Darmſtädter Volksbank, Deutſche Vereinsbank, Neue Heſſiſche
Volks=
blätter, Reichsbankſtelle, Hofbankier Ferdinand Sander) einges
gangen ſind.
Frau Profeſſor Hel. Back 50 M.; Darmſtädter Burſchenſchaftl
171,50 M.; Ludwig Diefenbach 2 M.; Geſellſchaft Athoca 1,50 M.;
Prof. Dr. Hangen 20 M.; Zimmermeiſter Wilh. Holtz 1 M.;
Sanitäts=
rat Dr. Orth III. 20 M.: Hch. Rau 5 M.; Sammlung in der
Ge=
meinde Roßdorf 48,90 M.; Sammlung Heſſiſcher und Bayeriſcher
Geometer bei der Hauptverſammlung des Deutſchen Geometer=
Ver=
eins 22,38 M.; Rechnungsrat Schenck 3 Mk.; Prof. Dr. Schweisgut
10 M.; Zinſen von der Bank für Handel und Induſtrie von den
abgelieferten Beträgen 12,80 M.
Die Sammlungen wurden mit Ablauf des Monats Oktoben
geſchloſſen.
(23800
Die Geſamtſumme der Spenden, welche im Kreiſe Darmſtadt
für die Nationalflugſpende eingegangen ſind, beträgt 9487,62 M.
Das Kreiskomitee für die Nationalſingſpende des Kreiſes Darmſtadt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 272.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
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Nummer 272.
Autliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 2 Pinſcher. Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(23779
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Ludwigshöhſtraße zwiſchen der Sandberg= und Weinbergſtraße
am 18. und 19. Nov. ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſverrt. (23820
Gelande=Verpachtung.
Montag, den 18. November, vormittags 10 Uhr, werden
in Zimmer Nr. 58 des Stadthauſes verſchiedene, am Alten Arheilger
Weg, in Flur 28 gelegene ſtädtiſche Grundſtücke, deren Pachtzeit
abgelaufen iſt, anderweit öffentlich verpachtet. Nähere Auskunft
hierüber erteilt Feldſchütz Volk, Kranichſteinerſtraße Nr. 67.
Im Anſchluß hieran gelangen verſchiedene ſtädtiſche
Grund=
ſtücke in Flur 10 und 13 der Gemarkung Beſſungen, unweit des
Südbahnhofs, zur öffentlichen Verpachtung. Intereſſenten wollen
ſich dieſerhalb an Feldſchütz Erbes, Tannenſtraße Nr. 22, wenden.
Darmſtadt, den 14. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
(23643so
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 18. zu Dienstag, den
19. November lfd. Js. werden geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße (
Herrngarten=
ſeite), Odenwaldbahn, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält
Theaterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile
Kranich=
ſteiner=Straße, Hohler=Weg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere),
zwiſchen Dieburger=Straße und Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=,
Karls= und Beſſunger=Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
In der Nacht von Mittwoch, den 20. zu Donnerstag,
den 21. November Ifd. Js. wird geſpült:
Spülbezirk IX.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße,
Beſſunger=, Karls= und Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs=
und Eſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 21. zu
Freitag, den 22. November lfd. Js. eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 5. November 1912.
Städtiſche Waſſerwerksverwaltung.
(23673so
Rudolph.
Steuer=Erhebung.
Das 4. Ziel der
Gemeinde=
ſteuer für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis längſtens Ende dieſes
Monats an den Werktagen,
vor=
mittags von 8½ bis 12½ Uhr,
hierher zu entrichten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 2. November 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (23069a
Schulgeld=Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium und deſſen
Vor=
ſſchule, die Großh. Liebigs= und
die Großh. Ludwigs=
Oberreal=
ſſchule, die Vorſchule der Großh.
Gymnaſien, die Viktoriaſchule
und das Lehrerinnenſeminar, die
Eleonoren= und Frauenſchule,
ſowie die Mittelſchulen für das
IV. Kalendervierteljahr 1912
iſt — bei Meidung des
Beitrei=
bungsverfahrens — bis Ende lfd.
Mts. an den Werktagen,
vormit=
tags von 8½ bis 12½ Uhr, hierher
zu entrichten.
Darmſtadt, 2. November 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (23068a
Holzgeld.
Die Zahlung der rückſtändigen
Beträge für im Holzerntejahr
1911/12 erſteigertes Holz aus den
Waldungen der Stadt Darmſtadt
hat bei Vermeidung des Mahn=
und Pfändungs=Verfahrens bis
längſtens Ende November 1912
an den Werktagen, vormittags
von 8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
erfolgen
(23811a
Darmſtadt, 15. November 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bekanntmachung.
Montag, 9. Dezember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier
zugeſchriebe=
nen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 5689/10 375 Hofreite
Gar=
diſtenſtraße,
IV 5684/100 101 Grasgarten
da=
daſelbſt,
IV 568//100 600 Bauplatz daſ.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K90/12
Darmſtadt, 2. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
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zur Pflege des Haares empfohlen:
Wöchentlich 1maliges Waſchen des
Haares mit Zucker’s kombiniert.
Kräuter-Shampoon (Pak. 20 ₰),
daneben regelmäßiges kräftiges
Einreiben des Haarbodens mit
Zucker’s Orig.=Kräuter-
Haar-
wasser (Fl. 1.25) und Zucker’s
Spezial=Kräuter-
Haarnähr-
fett (Doſe 60 ₰). Großartige
Wir=
kung, von Tauſenden beſtätigt. Echt
bei Chr. Schwinn, Rheinſtr. 8 und
A. Logel, Eliſabethenſtr. 30. (16967E
Brkauntmachung.
In dem Konkurs über das
Ver=
mögen des Wilhelm Brücher III.
von Arheilgen betragen: die
Tei=
lungsmaſſe 2653 M. 82 Pfg., die
nichtbevorrechtigten Forderungen
10552 M. 35 Pfg., die Dividende
25.15%
(23780
Darmſtadt, 16. November 1912.
Reibſtein,
Konkursverwalter.
Mk.
392e 1.50
Knaben=Anzüge
sind und bleiben — Die Besten.
Bestellungen für Weihnachten
werden möglichst bald erbeten.
Allein-Verkauf sämtlicher Bleyle-Fabrikate
(Knaben-Anzüge, Knaben-Hosen, Reformbeinkleider für Damen und
Mädchen, Knaben- und Mädchen-Sweater, Sweater-Anzüge, Sweater-
Röckchen, Geschäftsröcke, Westen etc.
nur bei
Iin Raibsruss
Markt 10
am Rathaus.
„Ktansa
Allgemeines Handels-Institut
Heinrich Moeller.
Mordtorien.
Vergleiche zur Vermeidung
und Beendigung von Konkursen.
Bücher-Revisionen.
Bilanzprüfungen. :: Gutachten.
*5
Beratung in Steuerangelegenheiten. Vermögensverwaltungen.
Testamentsvollstreckungen.
Beratung in Beteiligungsangelegenheiten u. beiseriösen Gründungen.
Uebernahme von Treuhandfunktionen aller Art.
Ankauf.
:: Bevorschussung.
Einziehung von Forderungen (ohne Kostenvorschuss).
Schuchardstr. 13.
Fernruf 476.
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Dobermann-Rüde
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raſſig, glatthaar., zimmerrein,
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kaufen Dieburgerſtr. 10. (*12043om
gebr. Schlafzim. ſehr bill.
be
Zu verkaufen:
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Ler Bandeisverein
ladet hiermit ſeine verehrl. Mitglieder zu einem
Vortrag
welchen die „Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft”
Mittwoch, den 20. d. M., im Saale „Zur Traube‟
abends 8½ Uhr
abhalten läßt, höflichſt ein. Herr Major v. Abercron
wird über das Thema:
„Die Gordon-Bennet-Fahrt in Amerika
und Selbsterlebnisse im freien Ballon‟
ſprechen. Der Vortrag findet mit Lichtbildern ſtatt.
Eintritt iſt frei. Damen ſind willkommen.
Der Vorſtand.
23601fo)
Die Heſſtſche Lingſtndtengeſeulſchaft
ladet ihre verehrl. Mitglieder zu dem
Vortrag des Deutschen Herrenfliegers
Herrn cand. med. Willi Hahn
den der Frankfurter Verein für Luftſchiffahrt in Frankfurt a. M.
(23806
veranſtaltet, höflichſt ein. Thema:
„Ueber das Militär=Flugweſen und die
Militärluftſchiffahrt der europäiſchen Groß=
:: mächte, im ſpeziellen Frankreichs” ..
mit Lichtbildern. Der Vortrag findet
Donnerstag, den 21. November, abends pünktlich
8¼ Uhr, im großen Saal des Phyſikal. Vereins
Frankfurt a. M., Kettenhofweg 136, ſtatt.
Der Vorstand.
Hrisgemerbverenn Warmsladf.
Montag, 18. Rovember 1912, abends 8½ Uhr
im „Fürſtenſaal” (Grafenſtraße)
Vortrag des Herrn Finanzrat Stroh
(23603fo
über:
Das neue Gemeinde=Umlagengesetz
insbeſondere die Veranlagung der Gewerbeſteuer.
Unſere Mitglieder laden wir zu zahlreichem Beſuche ergebenſt
Der Vorstand.
ein. Gäſte ſind frdl. willkommen.
Pheum
Die kleinsten Künstler
Die kleinsten Pferde
der Welt!
Sonntag, den 24. November 1912, abends 8 Uhr,
Festsaal der Turngemeinde, Woogsplatz:
Vortrag
Privatdozent,
Dr. Albrecht Wirth,
München
über das Thema:
Der Balkankrieg.
Dr. A. Wirth kehrte in den letzten Tagen vom Balkan
zurück und iſt über Verhältniſſe und Strömungen aus eigener
Anſchauung und beſten Quellen informiert.
(23801
Vorverkauf: Sperrſitz num. Mk. 2.—, Saal num. Mk. 1.50,
Vorſaal u. Galerie Mk. 1.—, Studentenkarten Mk. —.75, Schülerk.
Mk. —.50 Hofmuſikalienhandlung Heinrich Arnold,
Wilhelminen=
ſtraße 9. Für die Herren Offiziere des Beurlaubtenſtandes ſind
Karten zu ermäßigtem Preis auf dem Bezirkskommando zu haben.
Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft
Mathildenhöhſaal (Dieburgerſtraße 26)
Mittwoch, 20. November, pünktlich 8 Uhr abends
Gastspiel des Neuen Theaters-Frankfurt a. M.
Wräulein Julieg
Naturaliſtiſches Trauerſpiel von Strindberg.
Karten für Nichtmitglieder im Vorverkauf zu Mk. 2.50,
1.50, 0.75, bei A. Bergstraesser.
(23523do
Abendkaſſe: Mk. 3.—, 2.—, 1.—.
Mitgliederbeitrag jährlich 6 Mark.
Kaisersaal Darmstadt
Donnerstag, den 21. Nov., abends 8 Uhr
Dinider.- konzert
Thies
verbunden mit Rezitation.
Konzertflügel aus dem
Pianolager Georg Thies Nachflg. Leopold Schutter,
Eintrittskarten à Mk. 3.—, 2.— 1.— und 50 Pfg. in der
Musikalienhandlung L. Schutter, Elisabethenstr. 12.
(*12046
Wetterauer Gänse
erſte Sendung trifft Donnerstag, den 21. November, nachmittags
4 Uhr, im „Gaſthaus zur goldnen Roſe”, Schloßgaſſe 2, ein.
*11700de!
Carl Bingel, Oberhörgern.
Ferner das glänzende
neue Programm:
Mittwoch u. Samstag
den 20. und 23. Novbr.
nachm. 4 Uhr (23823
Kinder-Vorstellung
im Circus LIL1PUT.
Großherzogl. Hoftheater
Montag, den 18. November 1912.
60. Ab.=Vorſtellung D 16.
Der Gardeoffizier.
Komödie in 3 Aufz. v. Frz. Molnär.
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
Der Schauſpieler Kurt Ehrle
Die Schauſpielerin,
ſeine Frau
.Käte Meißner
Der Kritiker .
.Johs. Heinz
Die Mama.
.. Minna Müller=
Rudolph
Das Stubenmädch. Em. Mühlpfort
Ein Gläubiger . . . Adolf Jordan
Eine Logenſchließer. Ag. Wisthaler
Eine Köchin . . . . Paula Karſtedt
Nach d. 1. u. 2. Aufz. je läng. Pauſe
Krank: Hede Schaub.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M.,
Mittel=
loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II.
Ga=
lerie 0.55 M.
Anfang 7½ U. — Ende 10½ U.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 19. Nov. 61. Ab.=Vſt.
A 16. „Wenn ich König
wäre!” Kl. Pr. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 20. Nov. 62. Ab.=Vſt.
C 16. „Der liebe Auguſtin.”
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 21. Nov. 63. Ab.
Vorſt. B 15. „Magdalen a.”
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Richard Wägner-verein Darmstadt.
Donnerstag, den 21. November 1912, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5):
RUNzER!
der Violinvirtuosin
Frau René Chemet
aus Paris und der Klaviervirtuosin
Fräulein Germaine Schnitzer
aus Wien.
Der Grotrian Steinweg-Flügel ist aus dem Lager der Firma
Hoflieferant A. W. Zimmermann (Ludwig Schweisgut).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 1.50 Mk.,
Studen-
tenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten (für Schüler unter 21
Jah-
ren) zu 50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbureau
und abends an der Kasse. — Beitrittserklärungen, die noch
vor dem obigen Konzerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem
Besuche. Der Beitrag für den Rest des Jahres 1912 (4 Kon.
(23821
zerte) beträgt 5 Mk.
Der Vorstand.
Volksvorſtellungen in Großh. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind in Ausſicht genommen:
Sonntag, den 24. November: „Des Meeres und der Liebe
Wellen”.
Sonntag, den 1. Dezember: „Der Raub der Sabinerinnen‟
Sonntag, den 8. Dezember: „Der Pfarrer von Kirchfeld”.
Beſtellungen für dieſe Vorſtellungen ſind jeweils bis ſpäteſtens
Mittwoch vor jeder Vorſtellung, mittags 12 Uhr, bei den betreffenden
Vereinsſteklen zu machen.
(23819
Verkehrsverein.
Montag, den 18. November
beginnen die täglichen
Kaffee-Konzerte
(ab 3 Uhr nachmittags)
wieder und wird zum Besuche derselben
hoflichst eingeladen.
Hotel „Hess‟.
Reichliche Auswahl in Torten und Gebäck.
Die Konzerte finden im Haupt-Restaurant
statt und ist der Zutritt frei.
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An einem Privat-Zirkel können noch einige Damen und
Herren aus guten Kreisen teilnehmen.
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Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
15
Die Hofleute hatten ſich in der großen Scheune
ver=
ſammelt. Männer, Weiber und Kinder. Sie rieben ſich
die roten Hände, traten von einem Bein auf das andere.
Dann nahte der Schlitten unter lautem Schellengeläute.
Sie traten heraus, um ihren Herrn zu begrüßen. Der
ließ den Schlitten halten, ſprang heraus und ſprach mit
ihnen; den Alten drückte er die Hand, die er gekannt ſeit
ſeiner Kindheit Tagen.
Heute iſt Feiertag! — Agrameit, ſorgt für Eſſen und
Trinken!
Die ſtillen Maſuren wurden lebhaft. Wenn nur der
Herr ſich bald eine Frau nahm, die ſo gut war wie ſeine
Mutter! Da wußte jeder von den Leuten, die damals
ſchon hier gearbeitet, von der blaſſen Frau ein
Geſchicht=
chen zu erzählen.
An der Freitreppe ſtand Frau Agrameit, knickſte und
ſagte einen ſchönen, frommen Willkommensgruß.
Plattangen ſchüttelte ihr die Hand. Sie werden und
werden nicht älter, Mutter Agrameit!
Ganz verſchämt ſah ſie ihren jungen Herrn an. Aber
Ra! —
daumn denet Pialbaigen ult Solaſen der Schlef=
Frau Agrameit ging zu den Mägden in die Küche, ihr
Mann in den Keller.
Mannchen, noch einen Kuß — vor lauter Freude, daß
wir Dich nun hier haben!
Du gutes Onkelchen!
Reden wir nicht von der Vergangenheit, denken wir
an die Zukunft!
Ich denke, die Heimat ſoll mich geſund machen.
Sie wird’s, wenn Du’s nur ernſtlich willſt.
Das weiß Gott.—
Frau Agrameit hatte gezeigt, daß ſie einſt
herrſchaft=
liche Köchin geweſen, einen ſo guten Hirſchziemer hatten
Onkel und Neffe ihr Lebtag noch nicht gegeſſen.
Dann fuhr Sollenſtern heim.
Kommſt wohl morgen mal rüber zu mir, Mannchen?
Gegen Abend, wenn ich nicht zu müde bin. Nur
Ar=
beit bringt mich über meinen Kummer weg.
Und als der Klotzowener Schlitten zum Hoftor hinaus
war, ſchritt Donatus von Plattangen durch den Park zur
Erbgruft ſeiner Väter.
Und an einem Fenſter ſtand der alte Agrameit und
drückte ſich an der Scheibe die Naſe platt. So iſt’s recht,
nun kann ich meinen jungen Herrn von ganzem Herzen
wieder lieb haben!
Der Barau ging dann zu den Leuten und freute üch,
wie au es huen ſchnelt und nas ſie leiten emnmn.
Ja, die Maſurent
Kaum war er ins Schloß zurückgekehrt, trat
Agra=
meit, die dicken Wirtſchaftsbücher unterm Arm, ein.
Herr Oberleutnant, ich bitte zu prüfen, ob ich ein
ge=
treuer Sachwalter geweſen bin!
Sie haben zuſammen geſeſſen bis zum ſpäten Abend,
und am nächſten Morgen, als die graue Dämmerung über
Maſurenland zog, ſtellte ſich der Verwalter wieder ein,
Dann ging’s im Schlitten durch die ganze Herrſchaft,
am Nachmittage wurde die Innenwirtſchaft geprüft.
Ich wußte es immer, was ich für einen getreuen
Mann an Ihnen habe, Agrameit!
Aber der alte, wetterfeſte Mann dankte nicht, er reckte
ſich hoch auf. Nun iſt’s an Ihnen, Herr Oberleutnant, zu
beweiſen, daß auch Sie der Heimat treu ſind!
Da ſenkt Donatus von Plattangen den Blick, nickte
ſtumm und drückte die arbeitsfrohe Hand ſeines
Ver=
walters.
Der macht ſchnell kehrt. Sein Herr ſoll nicht die
Freudentränen in den alten Augen ſehen.
Frau von Dittmark war mit Gunilds Verlobung ſehr
zufrieden.
Ich denke, Andreas, nachdem Friedrich Karl
Wull=
now uns über ſeine günſtige Vermäaesälaag Auskerkt
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912
Nummer 272.
Seite 14.
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ſe
gegeden, heder mir aien Gund, mit der Wat unſerer
Tochter zufrieden zu ſein!
Der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat zuckte nur
die Achſeln und ſchwieg.
Du biſt auch nie einverſtanden mit dem, was ich tue!
Mich freut’s nur, liebe Thereſe, daß Du jetzt ſelbſt
zu=
gibſt, die Verlobung eingefädelt zu haben.
Du drehſt mir wieder einmal die Worte im Munde
herum.
Fällt mir nicht im Traume ein.
Streiten wir nicht länger darüber, wir ſtehen ja doch
vor einer vollendeten Tatſache.
Trotzdem biſt Du ſehr reſerviert gegen Friedrich Karl.
Ich kann mich nicht verſtellen, er war mir nie
ſym=
pathiſch. Macht er aber Gunild glücklich, werde ich
den=
noch bald herzlich zu ihm ſein können.
Du läßt’s ihn aber merken, daß Du nichts für ihn
übrig haſt.
Er macht ſich anſcheinend nicht allzu viel daraus.
Weißt Du das ganz beſtimmt?
Aus ſeinem Verhalten ziehe ich meine Schlüſſe.
Auf Gunild ſollteſt Du Rückſicht nehmen. Sie leidet
unter Deiner Zurückhaltung.
Hab ich noch nicht bemerkt. Im übrigen kannſt Du
nicht verlangen, daß ich meiner Tochter etwas
vorſchau=
ſpielere.
Da rauſchte Frau von Dittmark entrüſtet zum
Zim=
mer hinaus.
Gunild ſaß nachdenklich in ihrem freundlichen, hellen
Boudoir. Friedrich Karl hatte ihr geſtern ſchon eine Szene
gemacht.
Du biſt ſo ſtill, mußt mehr aus Dir herausgehen, ſiehſt
aur niht aus wie eine giſtliche Frantf hae er
vor=
wurfsvoll geſagt.
Und ſie war launiſch geworden. Am Nachmittage
hatte ihr eine gute Freundin, deren Beuder bei den
Zie=
tenhuſaren ſtand, erzählt, daß Plattangen Hals über Kopf
ſeinen Abſchied genommen, weil ſie ſich mit Wullnow
ver=
lobt habe. Es ſei offenes Geheimnis in Rathenow. Da
war ihr plötzlich der Gedanke gekommen: Wie würde wohl
mein Verlobter ſich verhalten haben, wenn ich ihm einen
Korb gegeben hätte? Der Vergleich mußte nicht zu ſeinen
Gunſten ausgefallen ſein.
Als die Mutter lächelnd das Boudoir betrat, hatte
ſich Gunild unwillig umgewendet.
Aber Kind, was haſt Du denn?
Was ſoll ich haben, Mama? Nichts. Mir ſcheint,
meine Nerven ſind etwas mitgenommen.
Das gibt ſich in der Ehe. Gott ſei Dank, daß Dein
Brautſtand nicht allzu lange dauern wird!
Da war Gunild Dittmark ein Fröſteln über den
Rücken gekrochen.
Nimm Dich nur zuſammen, wenn Friedrich Karl
kommt. Solche Stimmungen haben alle jungen Mädchen
in dieſer Zeit; ſie verfliegen aber raſch wieder, ein wenig
Zwang, und das Glück lächelt von neuem.
Zwang? Schon heute, Mama?
Nun wurde Frau von Dittmark nervös. Du biſt wie
Dein Vater. Jedes Wort legſt Du auf die Goldwage.
Nein, das tue ich ganz ſicher nicht. Aber ich fühle
mich wie zerſchlagen.
So ruhe Dich aus, ſchlafe noch ein wenig, Friedrich
Karl kommt vor zwei Uhr nicht.
Die Mutter küßte die Tochter auf die Stirn und
ver=
ließ das Zimmer.
Gunid ſing aber gleih wicher au zt geiltr. As
ruhen? Warum denn? Sie hatte ja heute noch gar nichts
getan. Noch ein wenig ſchlafen ſollte ſie? Damit die
ſchlechte Laune wich und ſie ihren Verlobten mit
ſtrahlen=
den Augen willkommen heißen konnte? Ja, wenn ſie das
nur mit ehrlichem Gefühle fertig brächte! Bis jetzt hatte
ſie ſich noch niemals übermäßigen Zwang auferlegen
müſſen, und nun ſollte ſie es tun dem Manne gegenüber,
deſſen Weib ſie in zwei Monaten wurde! Ihr Empfinden
bäumte ſich dagegen auf.
Aber ſie legte ſich auf’s Sofa und blätterte in einem
Buche. Doch ihre Gedanken waren ſonſtwo, ſie wußte
nicht, was ſie eigentlich geleſen hatte. Da ſprang ſie
zor=
nig auf. Sie haderte mit ſich und der ganzen Welt — die
glückliche Braut!
Um zwei Uhr kam Wullnow mit einem großen
Roſen=
ſtrauß.
Guten Tag, liebe Gunild! Wohl und munter? Er
ſchloß ſie in ſeine Arme und küßte ſie. Hm — immer
noch nicht ganz wieder auf dem Damme?
Nein, Friedrich Karl, ich habe greuliche
Kopf=
ſchmerzen.
Mit mokantem Lächeln um den Mund ſagte er:
An=
fälle! Die vergehen, wenn wir erſt aus der Brautzeit
heraus ſind, mit dem Beſuche machen und dem Anhören
der ewig gleichen Redensarten. Wie will ich froh ſein,
wenn ich Dich erſt ganz für mich habe!
Gunild Dittmark fand nicht ein einziges liebes Wort.
Sie ſetzte ſich und betrachtete die ſchönen Roſen, ihre
Lieblingsblumen.
Wullnow ließ ſich in den Schaukelſtuhl fallen und
brachte ihn in leichte Schwingungen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 272.
Seite 15.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. November 1912.
Nummer 272,
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kannte Kochbuch erfreut. Auch minder Bemittelte ſind in
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ſchenk dargebrachte Buch ſicher hoch erfreut ſein. Auch als
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Von der im Verlag von Adolf Beonz u. Comp.
in Stuttgart erſcheinenden neuen Jugendbücherei („Mein
Vaterland”), die wegen ihres niedrigen Preiſes (für
den Band kartoniert nur 60 Pfg.), ihrer ſchöne
Aus=
ſtattung und der Gediegenheit ihrer Darbietungen — nur
anerkannte Jugendſchriftſteller und Fachleute wirken mit —
ſchon bei ihrer erſten Ankündigung das Intereſſe der
be=
teiligten Kreiſe lebhaft in Anſpruch genommen hat, ſind
jetzt die drei erſten Bändchen erſchienen. Karl Credner
beſchreibt im 1. Band den „Schillſchen Zug” Sehr
inter=
eſſant iſt E. Hauptmanns 2 Bändchen: „Deutſchlands
Stellung auf dem Weltmarkte‟. Dem jungen Leſer wird
faſt alles neu ſein, was er hier erfährt. Ein wahres
Ka=
binettſtück der Jugendliteratur iſt ſodann der 3. Band,
Felix Lampe: „Vom deutſchen Rhein” Alles in allem:
wer ſeinem Jungen ſolche Bücher auf den Weihnachtstiſch
legt, verſchafft ihnen eine reiche Quelle der Unterhaltung
und des Wiſſens, der Freude an der deutſchen Heimat
und charaktervolle Durchbildung.
— Unter der Flut von neuen Zeitſchriften, die
alljähr=
lich den Leſemarkt überſchwemmen, wird man ſelten ein
ſo vornehmens und einem tatſächlichen, ſtarken Bedürfnis
entſpringendes Blatt finden wie die neue, im Verlag
Alexander Duncker=Weimar erſcheinende illuſtrierte
Halb=
monatsſchrift für Länder= und Völkerkunde, Reiſe= und
Jagd: Die Erde (Herausgeber E. Banſe, Preis pro
Quartal 3 Mk., das Einzelheft 60 Pfg.). Das Ziel der
populär gehaltenen Zeitſchrift iſt, unſer geographiſches
Wiſſen zu vertiefen, den Sinn für fremde Art zu ſchärfen,
den Weltblick unſeres Volkes zu erweitern. Die erſten
Fachleute verſchmähen es nicht, dazu ihre Feder
herzu=
geben. Der reiche Bilderſchmuck, darunter eine Tafel mit
20 bekannten Profeſſoren der Erdkunde an den deutſchen
Hochſchulen, iſt ausgezeichnet wiedergegeben. Wir
glau=
ben, daß die Zeitſchrift alle Ausſicht hat, ſich viele Freunde
zu erwerben und in weite Kreiſe zu dringen.
— Ferdinand Gregorovius:
Wander=
jahre in Italien. Auswahl in zwei Bänden mit
dem Porträt des Verfaſſers, zwei Karten und einem
bio=
graphiſchen Nachwort von Dr. H. H. Houben. (Einband=
Zeichnung von Erich Gruner.) Leipzig, F. A. Brockhaus.
1.—4. Auflage. Zwei Bände. Broſch 6 Mk., gebd. 8 Mk.
Die deutſche Literatur beſitzt zwei klaſſiſche Werke über
Italien, die in der ausgewählten Bibliothek keines
Ge=
bildeten fehlen dürfen und vor allem dem unentbehrlich
ſind, der ſich auf eine Italienreiſe als auf ein Erlebnis
von unvergleichlich geiſtigem Gewinn vorbereiten oder die
dort gewonnenen Eindrücke in ſchöner Erinnerung immer
ufs neue genießen will: Goethes „Italieniſche Reiſe‟
und die „Wanderjahre in Italien” von Ferdinand
Gre=
gorovius. Als der erſte Band dieſer „Wanderjahre‟ 1855
im Verlage von F. A. Brockhaus erſchien, erregte dieſe
eigenartige Miſchung von unnachahmlicher poetiſcher
Landſchaftsſchilderung und phantaſievoller
Geſchichtsdar=
ſtellung und der an antiken Muſtern gebildete Stil von
monumentaler Einfachheit allenthalben Bewunderung,
nd durch das auf fünf Bände erweiterte Werk hat ſich
Gregorovius einen hervorragenden Platz in der
Welt=
literatur erobert. Da war es denn ein überaus glücklicher
Gedanke, das Geſamtwerk in einer Auswahl vorzulegen,
die in zwei Bänden die glänzendſten und populärſten
Kapitel zu einem einheitlichen Ganzen vereinigt und in
dieſer Form ein klaſſiſches Bilderbuch der berühmteſten und
beſuchteſten Stätten Italiens bildet.
Gewinnanszug
der
1. Prenßiſch-Füddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlatteris
5. Klaſſe 7. Ziehungstag 15. November 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 116486
2 Gewinne zu 5000 Mk. 63442
66 Gewinne zu 3000 Mk. 4722 8935 18870 27344
41007 57290 69896 60070 73728 74199 74364 87077
87427 99593 104059 107625 108939 109472 118422
119634 120098 123464 124569 148568 156505 163502
171357 173136 182068 183860 184064 202020 207220
138 Gewinne zu 1000 Mk. 115 2118 5580 10296
10436 15540 16306 18115 23941 25905 26594 28398
31460 31909 32313 33793 38457 39110 46678 52685
54792 55472 61545 61950 62251 67001 67408 69941
73683 76549 78613 78688 82437 83124 63259 85986
90375 94974 99915 104658 105350 105860 106527
106600 108574 111306 116030 117413 127404 132455
138187 141025 144474 145436 145832 145878 147583
161293 163677 165175 168932 174217. 176619 180557
191068 195272 197690 198169 199617
212 Gewinne zu 500 Mk. 2593 3930 5866 6369
8061 11938 12840 13019 14983 18052 21005 21858
23187 30713 32433 33113 33303 33760 38859 39984
41528 41850 47018 49598 54555 55613 59588 60633
61203 63594 64171 66263 67710 68439 69794 71159
71338 73971. 78395 78794 80293 82739 83021 83903
85009 87018 88978 91828 94419 95388 95465 97737
98728 103879 104245 104303 110543 110693 111730
115483 116328 119543 125127 126472 128427 128859
129037 130304 132239 132707 134009 135064 136115
137848 140692 144334 145839 147418 150489 152120
153341 156694 158008 158652 162236 162945 166550
168454 170605 173659 174864 176761 178536 180288
181448 182684 188899 190052 193434 194680 195392
198937 199213 199571 203141 205068
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 46957
2 Gewinne zu 10000 Mk. 40851
16 Gewinne zu 5000 Mk. 56605 71257 73579
88677 107778 119988 126879 189433
64 Gewinne zzu 3000 Mk. 1931 3065 7021 9153
18468 43943 45536 56748 63014 74980 87419
90405 102076 109403 121887 122007 122324 125860
128222 128312 129564 155036 156274 166666 176755
180260 188723 190351. 200404 202428 202812 204420
112 Gewinne zu 1000 Mk. 1110 3026 5541 10671
27281 37576 44699 49796 50099 61955 54254 5573a
66068 57054 64287 65116 70587 76762 82088 82966
86966 91585 93269 93441 94659 97075 98888 100029
105823 108801 112583 113323 125602 137658 142324
145767 146341 147468 150839 165268 157449 170303
171271 176020 178262 179212 184424 186305 188335
193308 195204 195229 195484 198671 199222 202772
188 Gewinne zu 500 Mk. 513 8788 8895 10547)
11692 15246 18133 20905 28784 29019 30374 32494
33185 36394 36677 36974 39971 45808 46734 47416
49173 51830 52147 53579 53643 54259 54268 65595
60442 60531 60806 70516 70939 71614 72248 73960
80408 81177 82106 84063 85768 87266 90942 91357
91577 99378 99731 100814 101596 103551 103751
110345 111920 112825 112876 116814 117073 119845
120354 121688 121945 122677 126828 128163 130527
132644 136235 136307 138121 139209 141788 142971
143165 146345 147772 149366 150376 152732: 154364
155852 160092 163526 167817 168420 168431 170301
170644 171422 165761 185766 166764 168640 190404
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Weihnachten naht, das Fest der Freudel
Auch Sie wollen Ihre Lieben erfreuen, frotz teurer Zeiten!
Ein Weihnachtsgeschenk für fünf Mark, das Sie nicht einen Pfennig kostei
und nur durch die grosse Verbreitung der Myrrholinseife ermöglicht wird!
Eine längere Reihe von Jahren zieht die unvergleichliche, einzigartige Myrrholinseife, so benannt nach ihrem hohen
Gehalt an Myrrholin, dem öligen Extrakte des Myrrhenharzes, dessen Verwendung als hervorragendes Hauwpflegemittel
nachweislich schon den Völkern des Altertums bekannt war, im
Triumphalskonkurrenzlose, hygienische Gesundheitsseife durch die Welt!
sind in verhältnismäßig kurzer Zeit verbraucht worden und konnten wir
111785 treue Verehrer der Myrrholinseife
in den letzten Monaten in unsere Listen eintragen.
Beide Tatsachen wurden am 7. Oktober 1912 von dem beauftragten Kömgi. Notar Justizrat Dr. Lindheimer zu Frankfürk
a. M. nach Prüfung unserer Geschäftsbücher notariell beurkundet, wodurch jeder Zweitet an der Richtgkeit
ausgeschlossen ist. Diese imposanten Ziffern reden laut und deutlich. Unwiderlegbar zeigen sie das das deufsche Volk
den gesundheitlichen Wert der Murrholinseife erkannt hat. Vergeblich versuchen andere Toilertemttel mit ihr in
Weit=
bewerb zu treten, der Siegeslauf der Myrrholinseife ist nicht aufzuhalten.
DerMyrrholinseife gehört dieWeltl
Stolz auf diese Entwicklung, erfreut über die stetig steigende Zahl der Freunde unserer Myrrholinseife
werden wir zu Weihnachten 1912 allen eine Freude bereiten,
die noch nicht in unseren Listen stehen und
neu in die Reihe der Myrrholinseifenverbraucher eintreten.
Umsonst und portofrei erhalten alle neuen Interessenten ein hochinteressantes Werk von dauerndem, ja wachsendem
Werte, das
Welwanerama der schönsten Orte der Erde!
sowie 50 Bilder, künstlerisch nach Originalphotographien. Weitere 550 Bilder können kostenlos nachbezogen werden.
Dieses Album ist ein willkommenes Geschenk auf jeden Weihnachtstisch, ein Werk von kultureller Bedeutung, als welches
es eine Fülle der Anregung und Belehrung für ſung und Alt darbietet, Freude in jedes Haus trägt Dank seiner
gedie-
genen, vornehmen Ausstattung repräsentiert es einen Wert von mindestens Mk. 5.—, ist aber nicht käuflich, sondern
wird von uns ganz umsonst abgegeben, es gereicht der guten Stube eines jeden Bürgers zur Zierde.
Welches Aufsehen und welche Anerkennung dieses hervorragende Werk übrigens seit seinem Erscheinen in den Kreisen
wißbegieriger Freunde unserer Hyrrholinseife hervorgerufen hat, geht daraus hervor, daß gemäß notarieller Ermittelung
und Beurkundung des vorgenannten kgl. Notars, bis jetzt mehr als
49000 Albums
an die Verbraucher der Myrrholinseife verschenkt worden sind.
n alle Kreise, bei Arm und Reich, ist dieses einzigartige Album gedrungen, allen Beschenkten, Groß und Klein,
allen Berufs- und Erwerbsständen hat es gleichmäßig Freude bereitet und bewirkt sie immer aufs neue. Es ist
ein unversiegbarer Quell der Anregunz, Belehrung und Unterhaltung
nann!
fausendjährige Erfahrungen
haben den Ruf der Myrrhe als das vorzüglichste kosmetische, hugienische Mittel begründet. Schon in grauer Vorzeit
diente sie in Oel und Salbe der Haut- und Schönheitspflege, als lindernder und heilender Balsam der Wundbehandlung.
Kein anderes Präparat ist so mit den
ältesten und tiefsten Erfahrungen der Menschheil
verknüpft, keines hat so den Wechsel der Erkenntnis und der Moden überdauert.
VOr g
AE
C
enwar die Murrhe schon das geschätzteste Schönheitsmittel.
Wie geschrieben steht im Buche Esther: „Denn ihr Schmücken
mußte so viel Zeit haben, nämlich sechs Monate mit Balsam
und Myrrhe‟.
Vor 1500 Ja
hielt man sie juwelengleich, denn als die Weisen aus dem
Morgenlande ihre Schätze auftaten, schenkten sie Gold,
Weihrauch und Murrhen.
Vor 150 Jahren empfahl der berühmte Arzt Galenus, dessen jünger alle
Heil-
kundigen sich nennen, die Myrrhe als bestes Antiseptikum.
Vor 500 Jahren
lehrte der große Naturforscher Giov. Batt. della Porta, daß
Hyrrhensalbe den Teint verschöne und vor Runzeln bewahre.
or 80 Jahren
bereicherte Ruickhold unseren Arzneischatz durch Herstellung
des Myrrhenöls, was einen Fortschritt gegen früher bedeutete.
Das in der Chemie unerfahrene Altertum mußte das Myrrhenharz verwenden, wie es war, mit allen
Verunreini-
gungen. Diese unerwünschten Beimischungen verhinderten die Benutzung des altbewährten Sioffes zu einem modernen
Kosmetikum, vor allem zu einer den höchsten Ansprüchen genügenden Seife. Endlich vor 18 jahren gelang es einem
deutschen Chemiker und Apotheker, das Myrrhenharz in größter Reinheit darzustellen und durch Oel ausgelaugr zu
einem geläuterten Präparat, dem Myrrholin, zu gestalten. Dies ist die kostbare Ingredienz der Myerholinseife.
Toilettemittel kommen und gehen, werden gur Geschrei auf den Markt geworfen und verschwinden lautlos
wieder, Myrrholinseife behauptet ihren Platz und erobert immer neue Gebiete.-Was die Jahrtausende erprobt haben,
wäs die neue Forschung gefunden hat, das gibt ihr vereint ihren unvergänglichen Wert. Wer Aufelands weisen Rat
folgen will: „Um deine jahre zu verlängern, pflege deine Haut”,kann es nicht besser, als durch die Benutzung von
Dyirholirseiſe.
Seit den Kindheitstagen der Menschen haben alle Generationen die heilsame Wirkung der Myrrhe ausgenützt und
deshalb hat sich uns eisenfest der Satz eingeprägt:
Keine vernunftgemäße Hautpflege für Er
N
Wachselle und Kinderonnewiyrrnounsene:
Die medizinische Wissenschaft predigt ihn immer und immer wieder und ihre Koryphäen werden nicht müde,
ihn zu wiederholen. Schon vor 14 jahren begutachteten die Myrrholinseife 32 Universitätsprofessoren und Privatdozenten,
14 Generalärzte, 57 Geheime-, Ober- und Medizinalräte, 10 Hofräte, Staatsräte und Mitglieder des Kaiserlichen
Gesund-
heitsamtes, 150 Geheime Sanitätsräte, 100 Oberstabsärzte und Stabsärzte etc. Fürwähr ein wissenschaftliches
Fun-
dament ohnegleichen!
Damals bezeugte Hofrat Dr. Schmidt-Wiesbaden:
„Die Myrrholinseife ist eine vollkommen neutrale, aus den besten Materialien in vollkommenster Weise
herge-
stellte und von der Mutterlauge völlig befreite Fettseife.‟
Warum die Anstrengungen? Warum für etwas Gutes noch Propaganda machen?
werden Sie sagen.
Ja wissen Sie denn nicht, wie gleichgültig heute im Allgemeinen der Mensch im Hasten und Jagen der Zeit wird?
Das Unstete des Alltags im Wechsel der Dinge trägt dazu bei, daß auch das Allerbeste in den Augen des Volkes erst
nach langer Zeit erkannt, die Spreu vom Weizen unterschieden wird.
Nur langsam bricht der helle Sonnenstrahl der Erkenntnis des Guten durch die finstern Wolken des
Minder-
wertigen, langsam wird das Vorurteil besiegt, denn das Bessere ist stets der Feind des Guten!
VSNolin-
115
Die
will neue Freunde werben zu den vielen alten, und Sie, die sie noch nicht versucht haben, sollen dazu gehören. Machen
Sie nur einen Versuch, einen einzigen. Sie werden sicher selbst froh darüber sein. Gehen Sie in die nächste Apotheke,
Drogerie, Parfümerie- oder Seifenhandlung und lassen Sie sich für 50 Pfenmg ein Stück Murrholinseife, aber
nur diese, geben. Oeffnen Sie den Umschlag und nehmen Sie den Bon heraus, der darin liegt. Dieser Gutschein
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milch=
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Frische zurück.
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Nicht nur zur Seife findet Murrholin Verwendung, auch die untenstehend empfohlenen Präparate verdanken ihm
ihre hervorragende, eigenartige, kosmetische, hygienische Wirkung.
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Myrrholinseife ist eine Gesundheitsseife ohne Konkurrenz, einzig in ihrer Arf.
Myrrholinseife verwendet man täglich als milde, säurefreie, reizlose Seife
zur Erzielung weicher, zarter Haut und gegen alle Hautunreinheiten, wie
Sommersprossen, Pickel, Pusteln, Mitesser, Rissigwerden etc., speziell bei
Kindern, wo bekanntlich große Empfindlichkeit der Haut vorhanden ist.
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geboten, den Schein ohne Verzug einzuschicken.
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Das Album wird erst nach Erhalt der
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auch den anderen Spezialitäten, wie Murrholin-Glyeerin,
Myrrhoſin-Puder, Myrrholin-Mundwasser und Myrrholin-
Hautsalbe beigepackt.
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An die Myrrholin-Gesellschaft m. b. H., Frankfurt a. M.
Als neuer Verbraucher uer Myrrholinseife bitte ich um
Vormerkung für ein Weihnachts-Album.
Die zum Bezug nötigen 6 Gutscheine werde ich bis
spätestens 15. Dezember 1912 einsenden.
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