Zbonnementspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
werden angenommen in Darmſtadt
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer traf im Sonderzuge, von Breslau
kom=
mend, Mittwoch abend an der Halteſtelle Jelkaalle ein,
und fuhr von dort nach dem in der Nähe liegenden
Schloß des Grafen Thiele=Winckler.
Die Reichsbank hat den Diskontſatz auf 6 Prozent
und den Lombardzinsfuß auf 7 Prozent erhöht.
Der deutſche Botſchafter Fürſt Lichnowsky
iſt am Mittwoch abend in London eingetroffen.
Geſtern begann der Prozeß gegen den ruſſiſchen
Haupt=
mann Koſtewit’ſch vor der 12. Strafkammer des
Landgerichts Berlin I.
Bei einem Eiſenbahnzuſammenſtoß in der Nähe
von Jüterbog wurden ein Schaffner getötet und
drei Reiſende verletzt.
Im engliſchen Unterhauſe kam es am Mittwoch
zu einem Tumult, wie er in dieſem Hauſe zu den
Sel=
tenheiten gehört.
Im Hafen von Oſtrow ereignete ſich ein ſchweres
Schiffsunglück, bei dem 49 Menſchen
er=
tranken.
Nach Mitteilungen von kompetenter Stelle hat die
Pforte der bulgariſchen Regierung am
Mittwoch einen direkten Friedensvorſchlag
zukömmen laſſen. Der bulgariſche Miniſterrat hat ſich
über den Vorſchlag noch nicht entſchieden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die deutſch=franzöſiſchen
Marokkoverhand=
lungen im Jahre 1911.
* Aus den 690 Schrifrſtücken, die das einen Band
von 700 Seiten bildende franzöſiſche Gelbbuch
über Marokko enthält, iſt ein Bericht des
Bot=
ſchafters Cambon vom 10. Juli 1911 über eine
Unter=
redung mit dem Staatsſekretär v. Kiderlen=
Waechter hervorzuheben. Herr Cambon ſchreibt:
„Ich fand den Staatsſekretär zuerſt zurückhaltend und
auf ſeiner Hut. Als ich ihn fragte, ob er mir etwas zu
ſagen hätte, antwortete er: „Nein.‟ Er ſtellte mir die
gleiche Frage worauf ich gleichfalls erwiderte: „Nein”,
und wirehlieben einen Augenblick ſchweigſam. Endlich
brachen wir das Stillſchweigen und Herr von Kiderlen
ſagte mir, daß er bereit wäre, die Unterredung von
Kiſ=
ſingen wieder aufzunehmen. Ich bemerkte, daß die Lage
durch Entſendung des „Panthers” nach Agadir geändert
ſei. Herr von Kiderlen entgegnete: „Dieſe Entſendung
war notwendig wegen der unſern Landsleuten
drohen=
den Gefahren.” Als ich eine Gebärde des Zweifels machte
bemerkte er: „Wir haben die Gefahren nicht in Zweifel
gezogen, denen Ihre Landsleute in Fez ausgeſetzt waren,
als Sie dorthin gingen. Deutſchland hat handeln miſen
infolge der Beunruhigung, die es bezüglich ſeiner
wirt=
ſchaftlichen Intereſſen empfand. Sie gehen Schritt für
Schritt vorwärts. In Caſablanca behindern Ihre Zoll=
Peamten offenkundig unſere Einfuhr. Wir haben alles
hingenommen, aber das Scheitern der Verſtändigung über
die marokkaniſchen Eiſenbahnen hat uns die Augen
geöff=
net, und inzwiſchen haben Sie den Bau Ihrer
Militär=
bahn begonnen.” „Wir haben Sie davon verſtändigt‟,
entgegnete Herr Cambon, „und Sie haben keinen
Ein=
wand erhoben.” „Jawohl”, erwiderte Herr von Kiderlen,
„aber wir betrachten dies als eine anteseripta=
Anwen=
dung unſerer Verſtändigung, wonach Sie Ihre
militäri=
ſchen Bahnen ohne Verbindung bauen könnten. Ich
fühlte, daß Sie ſich vor allem dieſes Vorteils bemächtigen
wollten, aber ohne uns die Bürgſchaft zu bewilligen, die
wir für unſere Induſtrie verlangten. Es mußte ein Ende
gemacht werden.” „Ich ſagte ſodann (ſchreibt Cambon),
daß die franzöſiſche öffentliche Meinung nach dem von
ihr bewilligten Opfer niemals annehmen würde, daß
Deutſchland territorial und politiſch in Marokko feſten
Fuß faßte.” „Glauben Sie,” erwiderte Herr von
Kider=
len, „daß es in Deutſchland keine öffentliche Meinung
gibt? Sie wollen, daß wir Marokko vollſtändig entſagen.
Nun denn, ich für meinen Teil würde zuſtimmen; aber um
das in Deutſchland annehmbar zu machen, müßten wir
zeigen, daß wir ſeinen Intereſſen gedient haben. Sie
müſſen uns Genuatuung nach der kolonialen Seite, z. B.
am Kongo, geben.” „Ich bemerkte (berichtet Cambon):
Wir können, wie Sie ſagen, auf dem kolonialen Boden
verhandeln: aber man müßte ſchnell machen, um die
öffentliche Meinung zu beruhigen.‟ Herr von Kiderlen
antwortete hierauf, er bedürfe der Anſicht des
Kolonial=
ſtaatsſekretärs von Lindequiſt der auf Urlaub weile und
erſt in zwei bis drei Tagen zurückkäme.”
In einem Bericht Cambons vom 1 Auguſt 1911
heißt es: „Herr v. Kiderlen=Waechter, der von
Swinemünde zurückgekehrt iſt, fragte, ob ich ihm einen
Vorſchlag ſeitens der franzöſiſchen Regierung zu machen
hätte.” Ich bejahte: „Bei der erſten Unterredung haben
Sie Anſpielungen auf unſere kolonialen Inſeln gemacht.
Nun, wir könnten den Austauſch einiger unſerer Inſeln
in Polyneſien oder im Indiſchen Ozean gegen die
abſo=
lute Freiheit in Marokko prüfen. Wir könnten Ihnen auch
gegen den Zugang zum Benué und dem Entenſchnabel
ge=
wiſſe Gebietsteile öſtlich von Kamerun abtreten, aber
keinen Teil der Kongotüſte. Wir begannen hierauf zu
dis=
kutieren. Kiderlen bemerkte, er wolle den Zugang zum
Meer, zwiſchen dem Rio Muni und Libreville.
Deutſch=
kand wolle außerdem einen territorialen Zugang zum
Kongoflußz. Dieſe Angelegenheit bilde einen
weſent=
lichen Teil der Transaktion Diesbezüglich iſt der
Ent=
ſchluß der deutſchen Regierung formell. Am 3. September
telegraphierte der Miniſter des Aeußern, de Selves, an
den franzöſiſchen Botſchafter in Petersburg, Louis: „Ich
halte es für nützlich, Ihnen den wahren Stand unſerer
Geſinnungen mitzuteilen, damit Sie dieſelben in aller
Aufrichtigkeit der ruſſiſchen Regierung zur Kenntnis
brin=
gen können. Wir hegen keinerlei aggreſſive Abſichten, Wir
wünſchen im Gegenteil eine Verſtändigung mit
Deutſchland, und um zu einer ſolchen zu gelangen,
ſtimmten wir Opfern an Gebiet zu, die uns ſchmerzlich
ſind. Die Größe dieſer Opfer beweiſt, wie groß unſere
Verſöhnlichkeit iſt. Ich bin überzeugt, daß dies in
Peters=
burg gewürdigt werden wird, und daß man einſehen
wird, daß Frankreich unmöglich darüber hinausgehen
kann, ohne ſich moraliſch zu verringern. Am 4.
Septem=
ber telegraphierte der damalige franzöſiſche Botſchafter
In Wien, Crozier, an de Selves, der öſterreichiſch=
un=
gariſche Miniſter des Auswärtigen ſagte mir: Herr de
Selves hat unſerem Geſchäftsträger in Paris erklärt, daß
er die Mäßigung und Loyalität unſerer Haltung in der
Marokkoangelegenheit würdige. Ich möchte die
Gelegen=
heit benutzen, um nochmals genau die Haltung der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Regierung darzulegen: Wir haben
nur wirtſchaftliche Intereſſen in Marokko. Die einzige
Sache, auf die wir Wert legen, iſt die offene Tür. Wir
haben indes noch ein anderes Intereſſe in dieſer Frage,
uind ich glaube ſchon wiederholt geſagt und auch Beweiſe
dafür gegeben zu haben: wir haben ein Intereſſe daran,
daß es wegen dieſer Frage nicht etwa zu einem
Krieg kommt, der eine gefährliche Spannung
hervor=
rufen und auf die allgemeine Ruhe Europas eine
Rück=
wirkung ausüben würde. Ich wünſche, daß die
gegen=
ſeitigen Schwierigkeiten glücklich und ſchnell zum Vorteile
beider Teile und demzufolge zum Vorteile ganz Europas
gelöſt werden.
Schließlich telegraphierte Botſchafter Cambon am
2. September 1911 an den Miniſter des Auswärtigen de
Selves: „Ich habe beim Staatsſekretär eine letzte und
vergebliche Anſtrengung unternommen, um einen Vorteil
in Togo zu erlangen. Ich habe deshalb heute abend den.
Abkommen=Entwurf mit dem Staatsſekretär gefertigt.
Eine Rede Poincarés.
* Auf dem Bankett des republikaniſchen Komitees für
Handel und Induſtrie in Paris hielt Miniſterpräſident
Poincaré eine große Rede.
Er erklärte, es gebe keinen Franzoſen, der ſich nicht
dem Wunſche des Komitees anſchließe, daß die Ruhe, die
für Handel und Induſtrie nötig iſt, nicht durch die
Ereig=
niſſe der äußeren Politik geſtört werde. Seit Beginn der
Orientkriſe lieh das Miniſterium, an deſſen Spitze er
ſtehe, den ſofort beginnenden Bemühungen der
europä=
iſchen Großmächte um Frieden und Verſöhnung ſeine
loyale Unterſtützung und werde ſeine Haltung nicht
än=
dern. Wir haben, ſo fuhr Poincaré fort, den engſten
Kontakt mit unſeren Freunden und
Ver=
bündeten aufrecht erhalten. Aber wir haben wie
Eng=
land und Rußland geglaubt, daß der Ernſt der
Um=
ſtände allgemeine Beſprechungen verlangte und daß ganz
Europa ſuchen ſollte, ſich über die Löſung der ſo zahlreichen
und ſchwierigen Probleme zu einigen, die der
Orient=
krieg ſtellte.: Die allgemeine Beſprechung wurde nicht
ohne Mühe noch vor Beginn der Feindſeligkeiten
einge=
leitet, und wenn die doppelte Formel und der territoriale
Statusquo, über den das erſte Abkommen der
euro=
päiſchen Diplomatie zuſtande kam, heute nach den
voll=
zogenen Ereigniſſen aller Welt als verſpätet und überlebt
erſcheint, ſo darf man nicht vergeſſen, daß ſie am Vorabend
die Formel der Balkanſtaaten ſelbſt war, und daß ſie auch
jedenfalls zu dieſem Zeitpunkte eine gemeinſame Wirkung
der Großmächte zugunſten des Friedens dargeſtellt hat.
Wir haben ſelbſt erhebliche Intereſſen im Orient, die
wir wahren müſſen: Eiſenbahnkonzeſſionen,
Beleuchtungs=
anlagen und andere öffentliche Arbeiten. Anleihen, die das
türkiſche Kaiſerreich ausgegeben hat Einnahmen, die zur
Garantie der öffentlichen Schuld beſtimmt ſind,
franzö=
ſiſche Schulen, Hoſpitäler oder Werke der Barmherzigkeit
aller Art. Wie hätten wir je zulaſſen können, daß Europa
ſich an der Balkanfrage unintereſſiert ertärter
Die Idee welche die Regierungen von
Eng=
land Rußland und Frankreich vereint hat, hat
gegenüber den Kriegführenden das Verdienſt einer
Groß=
mut ohne Vorbehalt und der Welt gegenüber das
Ver=
dienſt der Klarheit. Der Gedanke kann nicht zum
Gegen=
ſtand und deshalb zum Reſultat haben, die eine oder
andere von zwei Regierungen der Mächte in Gegenſätze
zu bringen. Weit entfernt übrigens davon, daß die
Bal=
kanverhandlungen unterbrochen oder verlangſamt
worden wären, werden ſie heute mit größerem Vertrauen
und ich darf ſagen, mit größerer Gemeinſamkeit
fort=
geſetzt. Wir würden im Gegenteil gegen alle
Tradi=
tionen unſeres Landes und die Pflicht einer großen
Demo=
kratie verſtoßen, wenn wir nicht mit dem geſamten Europa
den äußerſten Verſuch gemacht hätten, die blutigen
Zu=
ſammenſtöße zu beſchwören. Der Strom riß bald dieſen
proviſoriſchen Damm fort, aber die Arbeiter, die ihn
er=
richtet hatten, bleiben wenigſtens geneigt, ſofort unter
anderen Formen den gemeinſamen Verſuch wieder
auf=
zunehmen. Die Mächte glauben, daß ſie, um ſicherer die
Feindſeligkeiten zu lokaliſieren und möglichſt bald den
Schrecken des Krieges ein Ende zu machen, ſich im Voraus
auf eine Mediation vorbereiten müßten.
Aber die glänzenden Erfolge der
Ver=
bündeten und die ſchweren Opfer, die ſie ſich
aufer=
legten, gaben ihnen täglich neue Rechte, die ihnen
niemand mehr ſtreitig zu machen gedachte.
War es nicht richtig, daß Europa keine Anſprüche auf die
Früchte der Siege machte, damit im gegebenen Moment
eine Mediation mehr Ausſichten hatte, bet ihnen zu
ge=
lingen? So war unſer Gedankengang, als wir in
voll=
ſtändiger Uebereinſtimmung mit Rußland und England
den anderen Mächten einen Vorſchlag zur Prüfung
unter=
breiteten der durch einen Teil der auswärtigen
öffent=
lichen Meinung wohl ſchlecht gedeutet werden konnte, der
aber, wohl verſtanden, keineswegs die Verkennung der
Intereſſen irgend einer Großmacht im Orient in ſich ſchloß.
Wenn nicht überſtürzte Maßregeln unauflösbare
Mein=
ungsverſchiedenheiten ſchaffen, werden ſich die
Inter=
eſſengegenſätze ohne Zweifel in Abkommen löſen,
unter denen weder die Balkanvölker, noch irgend eine der
europäiſchen Großmächte zu leiden haben werden. Es iſt
derſelbe Wunſch, den in dieſen Tagen der engliſche
Pre=
mierminiſter in einer beſtimmten, lichtvollen Rede
formu=
liert hat, und es erſcheint unmöglich, daß ſein Appell
un=
gehört bleibt. Wenn aus ſo viel Willensanſtrengungen.
die aufrichtig auf die Erhaltung des Friedens
verwendet worden ſind, der ſchrecklichſte Krieg
hervor=
gehen könnte, der über Europa jemals hereingebrochen
wäre, das wäre ein Schlag gegen den geſunden
Men=
ſchenverſtand der Welt und gegen die Geſittung der
Menſchlichkeit. Ich zweifle nicht, daß ſolche Schrecken der
Welt erſpart bleiben. Um ſie zu vermeiden, werden wir
alles tun, was mit einer aufmerkſamen Verteidigung
unſerer Intereſſen und der nationalen Ehre vereinbar iſt.
Die Probleme, die die Umgeſtaltung der
Karte im Orient ſtellt, ſind mannigfaltig und voller
Schwierigkeiten. Die Regierung wird das Studium
die=
ſer Probleme mit jener patriotiſchen Einmütigkeit
fort=
ſetzen, die ſich nicht einen Augenblick verleugnete. Sobald
mit der offenen Beratung begonnen werden kann, wird
die Regierung vor dem Parlament Erklärungen abgeben.
Sie weiß, daß ſie das Recht hat, auf das Vertrauen der
Kammer zu zählen, auf ihren klaren Blick und ihre
Kalt=
blütigkeit. Sie iſt ſtolz, von der öffentlichen Meinung
unterſtützt zu werden, und mit Sicherheit den Namen
Frankreichs ſprechen zu können
Deutſches Reich.
Der öſterreichiſche Thronfolger in
Berlin. Das Oberhofmeiſteramt des Thronfolgers
er=
hielt die Nachricht, daß die Zuſammenkunft des
Thron=
folgers mit Kaiſer Wilhelm im Laufe der nächſten Woche
ſtattfinden ſolle. Infolgedeſſen wird der Thronfolger nicht
von Peſt unmittelbar nach Berlin reiſen, ſondern zunächſt
nach Wien zurückkehren. Der Tag der Abreiſe des
Thron=
folgers nach Berlin iſt noch nicht endgültig feſtgeſetzt.
— Der Geſetzentwurf über das
Petro=
leum=Monopol ſoll Freitag abend in der Nordd.
Allg. Ztg. veröffentlicht werden unter dem Titel des
Ge=
ſetzes über den Verkehr mit Leuchtöl. Das Geſetz iſt nur
20 Paragraphen ſtark; viel länger iſt die beigegebene
Be=
gründung, die die Möglichkeit für ein Eingreifen des
Reiches erörtert. Dem Bundesrat ſoll überlaſſen bleiben,
den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Geſetzes feſtzuſetzen
und wird ermächtigt, den Vertrieb von Leuchtöl auf
dreißig Jahre einer Geſellſchaft zu überlaſſen, deren
Satzungen der Genehmigung des Reichskanzlers
unter=
liegen. Die Feſtſetzung der Verkaufspreiſe, ſowie der
Reichsgewinnanteile erfolgen durch das Geſetz. Die
An=
geſtellten, die nicht mit übernommen werden, ſollen nach
Lebensalter und Dauer ihrer Tätigkeit in der Branche
entſchädigt werden. Die Gewinnanteile des Reiches
ſol=
len zur Beſſerſtellung der Veteranen und für verſchiedene
ſozialpolitiſche Zwecke verwendet werden.
Zur Gewerkſchaftsfrage. Der Vorſtand
des Geſamtverbandes der chriſtlichen Gewerkſchaften hielt
in Köln eine Sitzung ab zur Beſprechung der durch die
Enzyklika geſchaffenen Lage. Es wurde beſchloſſen, auf
Donnerstag, den 21. November, eine Ausſchußſitzung des
Geſamtverbandes der chriſtlichen Gewerkſchaften
Deutſch=
lands einzuberufen, die ſich mit der Angelegenheit weiter
beſchäftigen ſoll.
Zum Privatbeamtenverſicher
ungs=
geſetz. Der Deutſche
atbeamtenverein iſt nunmehr
zur Erörterung der Erſatzkaſſenfrage vom Reichsamt des
Innern eingeladen worden. Die Beſprechung wird in
Gemeinſchaft mit dem Direktorium der
Reichsverſiche=
rungsanſtalt erfolgen. Das iſt ohne Zweifel die erſte
Folge der Interpellation Dr. Beumer, Haarmann, Hirſch=
Eſſen im preußiſchen Abgeordnetenhauſe.
— Unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit.
Der Köln. Ztg. wird aus Berlin geſchrieben: Es iſt von
verſchiedenen Seiten der Wunſch geäußert worden, die
am 22. November zuſammentretende Kommiſſion zur
Unterſuchung der Verhältniſſe im Vieh= und
Fleiſchhan=
del und aller Faktoren, die auf die Preisbildung des
Fleiſches einwirken, möge ihre Tagungen in voller
Oeffentlichkeit abhalten. Es ſcheint nicht, als ob dieſe
Anregung Erfolg haben werde. Man ſteht, wie wir zu
wiſſen glauben, hier auf dem Standpunkt, daß die
Oeffentlichkeit dieſen Verhandlungen nicht förderlich ſein
würde. Es wird eine große Zahl von Sachverſtändigen
gehört werden, und bei dieſen Beſprechungen und
Aus=
künften werde vieles zur Sprache kommen, was der
be=
treffende Sachverſtändige nur dann mitteilen werde, wenn
er ſicher ſein könne, daß es nicht in die Oeffentlichkeit
ge=
lange, wie zum Beiſpiel wichtige geſchäftliche
Einzelhei=
ten, die man nicht gern zur Kenntnis der Konkurrenz
ge=
langen läßt. Anderſeits werden aber auch Einzelheiten
zollpolitiſcher Natur zur Sprache kommen, von denen es
unter Umſtänden im Intereſſe unſerer Handelsverträge
nicht wünſchenswert ſei, daß ſie der betreffende
handels=
politiſche Vertragsgegner bei dieſer Gelegenheit erfährt.
Man erwartet gerade wie bei der Bank=Enquete von der
durch den Ausſchluß der Oeffentlichkeit geſicherten
Rück=
haltloſigkeit der Ausſprache die erwünſchten, ſachlich
wert=
vollen Aufklärungen, und will ſich dieſe nicht durch
öffent=
liche Verhandlungen einſchränken laſſen. Die Ergebniſſe
der Unterſuchungen werden ſpäter in geeigneter Weiſe der
Oeffentlichkeit mitgeteilt werden.
— Die päpſtliche Enzyklika zum
Ge=
werkſchaftsſtreit wird von der
ſozialreformeri=
ſchen Sozialen Praxis im weſentlichen folgendermaßen
beurteilt: „Das Rundſchreiben des Papſtes wird an dem
hergebrachten Gang der Gewerkſchaftsentwicklung unter
den chriſtlich=nationalen Arbeitern Deutſchlands nichts
weſentliches ändern. Wenngleich eine beſondere
Vor=
liebe des Heiligen Vaters für die reinkatholiſchen
Arbei=
tervereine auch auf dem Gebiete wirtſchaftlicher
Intereſ=
ſenvertretung nicht zu verkennen iſt und ſogar eine
Em=
pfehlung des bloß kartellartigen Zuſammengehens von
katholiſchen und nichtkatholiſchen Berufsvereinigungen
der Arbeiter (von Arbeitgebern iſt in der Enzyklika nicht
die Rede!) ausgeſprochen iſt, ſo iſt doch anderſeits die
Duldung der gemiſchten chriſtlichen Gewerkſchaften mit
Rückſicht auf die deutſchen Verhältniſſe offen erklärt. Und
das iſt für die Praxis das Entſcheidende. Die
chriſt=
lichen Gewerkſchaften werden in ihrem Beſtande und ihrer
Gemeinſchaftsarbeit von katholiſchen und evangeliſchen
Arbeitern durch die päpſtliche Enzyklika nicht berührt. Die
chriſtlichen Gewerkſchaften haben auf dem Dresdener
Kon=
greß ihre Haltung unverbrüchlich feſtgelegt auf dem
Grunde vollkommener innerer und äußerer Einheit von
Katholiken und Evangeliſchen in der Gewerkſchaftsarbeit.”
Ausland.
Frankreich.
Die franzöſiſche Luftflotte. Nach
Ver=
wendung der 25 Millionen Francs, die das franzöſiſche
Heeresbudget für das Jahr 1913 zugunſten der Flugab=
teilung vorſieht, wird die franzöſiſche Luftflotte aus 20
Luftſchiffen und 382 Flugzeugen beſtehen. Von den
Flug=
zeugen ſind 342 in 38 Geſchwadern formiert, von denen
jedes acht Flugzeuge aufweiſt. Ein Flugzeug bildet
je=
weils die Reſerve. 27 von den Geſchwadern werden der
Feldarmee, 11 der Feſtungsarmee zugeteilt ſein. Jede
Kavallerie=Diviſion erhält drei Flugzeuge. Zu den 342
Erkundungsflugzeugen treten noch 40 „Artillerieflieger”
die Geſchoſſe aus der Höhe herab auf den Feind ſenden.
England.
Tumult im Unterhauſe. Das Unterhaus
war am Mittwoch zu Beginn der Sitzung dicht beſetzt.
Ehe Premierminiſter Asquith den Antrag auf
Wieder=
erwägung des vorgeſtern gefaßten Beſchluſſes einbrachte,
erklärte der Sprecher in Erwiderung auf die Bemerkung
Bonar Laws, es ſei zwar kein Präzedenzfall vorhanden,
daß das Haus im Verlauf der Verhandlungen der Bill
den Beſchluß zurücknähme (Zuſtimmung bei der
Oppo=
ſition), der Antrag des Premierminiſters ſei aber
ord=
nungsgemäß. (Beifall bei den Miniſteriellen.) Asquith,
der von den Miniſteriellen mit lauten Zurufen begrüßt
wurde, hob die Bedeutung des Amendements Banburys
hervor, meinte aber, daß die Annahme des Amendements
nicht die wirkliche Anſicht des Hauſes darſtelle, da die
Regierung in den letzten 15 Tagen während der Debatte
über die Bill Majoritäten von durchſchnittlich 106
Stim=
men gehabt habe. Die Finanzreſolution ſei vergangene
Woche in dem früheren Stadium der Bill mit einer
Majo=
rität von 121 Stimmen ohne Zuſatzantrag angenommen
worden. Unter dieſen Umſtänden glaube die Regierung,
das Haus müſſe Gelegenheit erhalten, zu entſcheiden, ob
es bei der Annahme von Banburys Amendement bleiben
wolle oder nicht. Asquith ſchloß: Die Lage iſt ernſt.
Wenn das Haus ſeinen Beſchluß nicht rückgängig macht,
kann die Regierung nicht länger bleiben (Beifall bei der
Oppoſition), da das Amendement den finanziellen
Be=
ſtimmungen der Bill einen tödlichen Streich verſetzte.
Ueber die Frage des Rücktritts erklärte Asquith: Die
Regierungsmajoritäten im Hauſe während der letzten
ſechs Wochen ſind immer größer geworden. Unter
die=
ſen Umſtänden, ganz abgeſehen von anderen Gründen,
über die ich nicht weiter ſprechen will, die aber einen
Wechſel in der Regierung in dieſem Augenblicke im
öffent=
lichen Intereſſe möglicherweiſe zu einer Quelle von
Wirr=
nis und Verlegenheit machen könnten, denke ich, daß, wenn
die Regierung jetzt verzichtete, würde ſie gegen die beſten
Traditionen der enaliſchen Politik und gegen ihre
Ver=
antwortlichkeit verſtoßen. (Beifall bei den Miniſteriellen.)
Im Laufe der erhitzten Debatte, die auf Asquiths
Rede folgte, nannte der Unioniſt Sir William Bull den
Premierminiſter einen Verräter. Er wurde zur Ordnung
gerufen und, als er ſich weigerte, dieſen Ausdruck
zu=
rückzunehmen, von dem Sprecher aus dem Hauſe gewieſen.
Bull leiſtete der Aufforderung Folge und verließ das
Haus. Sodann kam es von neuem zu erregten
Zwiſchen=
fällen, als die Oppoſition den Generalſtaatsanwalt
da=
durch, daß ſie ihn niederſchrie, am Sprechen verhinderte.
Nachdem der Lärm eine Zeitlang angedauert hatte,
ver=
tagte der Sprecher mit Rückſicht auf die ſchwere Unordnung
unter lautem Beifall der Oppoſition die Sitzung um eine
Stunde. Als das Haus ſich wieder verſammelt hatte,
zeigte ſich jedoch, daß die Oppoſition beabſichtigte, die
Taktik der Unruhe fortzuſetzen. Sobald der
General=
ſtaatsanwalt ſich wieder erhob, um zu ſprechen, brach der
Lärm von neuem los. Der Generalſtaatsanwalt
verzich=
tete ſchließlich darauf, ſich Gehör zu verſchaffen. Nun
wollte der Unioniſt Halmsley das Wort ergreifen, doch
die Oppoſition ſchrie fortgeſetzt: Vertagen! Schließlich
vertagte der Sprecher unter lautem Beifall der
Oppoſi=
tionellen das Haus auf Donnerstag. Als Asquith und die
anderen Miniſter das Unterhaus verließen, brachten ihnen
ihre Parteifreunde lebhafte Huldigungen dar. Die
Oppo=
ſitionellen dagegen heulten und ſchrien: „Abzug!”, „Kein
Homerule!‟ Ein Unioniſt warf ein Buch nach den
Mi=
niſtern und traf Churchill am Kinn. Nach Asquith wurde
auch mit Papier geworfen, doch wurde er nicht getroffen.
Nach dieſer Attacke auf die Miniſter wäre es beinahe zu
einer Schlägerei gekommen; denn die Miniſteriellen
mach=
ten Miene, ſich auf die Angreifer zu ſtürzen. Da ſich aber
mehrere Reihen Bänke dazwiſchen befanden, ſo machte ſich
der Zorn der Miniſteriellen nur in heftigen Rufen Luft,
die von der Gegenſeite ebenſo heftig erwidert wurden.
Seit Jahren hat ſich in dem Hauſe keine ſo erregte
Szene zugetragen wie dieſe. Die Liberalen glauben, daß
die Oppoſition eine Politik der organiſterten Unordnung
einzuſchlagen gedenkt, um die parlamentariſche Maſching
zum Stillſtand zu bringen.
Spanien.
Die Bildung des neuen Kabinettsk
Wie verlautet, habe Moret die Uebernahme der
Kabinetts=
bildung abgelehnt, weil der König ſich geweigert habe,
das Dekret der Auflöſung der Cortes zu unterſchreiben,
Moret fürchte, daß er auf die gegenwärtige Mehrheit
nicht=
bauen könne. Gerüchtweiſe verlautet, daß der
König=
heute abermals Moret dringend erſuchen wolle, an dier
Spitze des neuen Miniſteriums zu treten.
Der Marokkovertrag mit Frankreich,
Wenige Stunden nach der Ermordung Canalejas’ traf
die Ermächtigung der franzöſiſchen Regierung ein, den
Vertrag über Marokko auszufertigen.
Vereinigte Staaten.
Der Panamakanal. Präſident Taft erließ eine
Proklamation, in der die Gebühren feſtgeſetzt werden, die
die Schiffe für die Durchfahrung des Panamakanals zu
zahlen haben. Handelsſchiffe mit Paſſagieren oder La= zahlen einen Dollar 30 Cents pro Regiſtertonne und
100 Kubikfuß, Handelsſchiffe ohne Paſſagiere oder
Fracht=
erhalten eine 40prozentige Ermäßigung. Dieſe Gebühren
ſind dieſelben wie die nächſtjährigen für den Suezkanal.
Kriegsſchiffe mit Ausnahme von Transportſchiffen,
Leich=
tern, Hoſpitalſchiffen und Vorratsſchiffen haben 50 Cents
pro Tonne Deplacement zu zahlen. Bei
Marinetransport=
ſchiffen, Leichtern, Hoſpitalſchiffen und Vorratsſchiffen
werden ein Dollar 20 Cents pro Regiſtertonne gerechnet.
China.
Die mongoliſche Frage. Der Miniſter des
Aeußern, Liang=Men=Ting, iſt zurückgetreten; wie es
heißt, weil er ſich weigerte, dem Wunſche des Kabinetts
gemäß mit Rußland über die Mongolei in
Verhandlun=
gen zu treten, da ein ſolcher Schritt nach ſeiner Meinung
die Anerkennung der Autonomie der Mongolei bedeuten
würde. — Einem autoritativen chineſiſchen Bericht zufolge
hat Rußland in Uebereinſtimmung mit dem geheimen
ruſſiſch=mongoliſchen Protokoll verſprochen, die
notwen=
digen Maßregeln zu ergreifen, um die Unabhängigkeit
der Mongolei aufrechtzuerhalten und die internationale
Anerkennung der Mongolei als eines neuen Staates
durchzuſetzen. Die Mongolei ihrerſeits gewährt Rußland
das Recht, die auswärtigen Beziehungen der Mongolei
zu überwachen, ſowie den ruſſiſchen Untertanen die
Ge=
nehmigung, Eiſenbahnen zu bauen, Bergwerke zu
er=
ſchließen und unbebautes Land urbar zu machen.
Schließ=
lich erhalten die Ruſſen das alleinige Recht, Hornvich
und Schafe von den Mongolen zu kaufen.
*
*
* London, 13. Nov. Das Fürſtenpaar
Lichnowsky iſt heute abend auf der Victoria=Station
angekommen, wo es vom Botſchaftsrat Kühlmann und
dem ganzen Perſonal der Botſchaft und des Generalkon=
Die Kunſt des Lachens.
Plauderei von Adolf Stark.
B. Unſer Zeitalter hat die Kunſt des Lachens verlernt
oder, beſſer geſagt, wir Menſchen des 20. Jahrhunderts
haben dieſe Kunſt nie gelernt, eine Kunſt, die ſchon in den
Kinderjahren unmerklich und ſelbſtverſtändlich
Gemein=
eigentum werden muß, wie das Sprechen und Hören, um
richtig verſtanden und geübt zu ſein. Trotz aller
Verfeine=
rung unſerer Kultur, trotz all der Schlagworte von Kunſt
im Hauſe und in der Kinderſtube, iſt uns das Lachen, das
urſprüngliche, aus dem Innern kommende Lachen verloren
gegangen; vielleicht gerade deshalb, weil alle dieſe
Kunſt=
beſtrebungen gar ſo viel Gekünſteltes an ſich haben und
weil die Kunſt des Lachens etwas Urwüchſiges,
Natür=
liches iſt.
Der Menſch von heutzutage, wenigſtens der
erwach=
ſene, lacht nur ſelten, am eheſten noch im Theater, bei den
Poſſen und Luſtſpielen. Und gerade hier ſieht man am
beſten, wie uns die Fähigkeit und das Verſtändnis für das
urſprüngliche Lachen unſerer Voreltern verloren gegangen
iſt. Welche Wippchen und Mätzchen muß ſo ein
Poſſen=
ſchreiber von heutzutage machen, um ſein Publ’kum zum
Lachen zu bringen. Dabei muß er in der Regel noch zu
dem Hilfsmittel greifen, den komiſchen Szenen einen recht
dick aufgetragenen erotiſchen Hintergrund zu geben. So
verliert das Lachen von vornherein ſeine Harmloſigkeit, es
wird zum lüſternen Gekicher und Gelächter.
Wie anders war dies in früherer Zeit. Man leſe nur
einmal die Poſſen Kotzebues und ſelbſt Neſtroys, leſe ſie
mit Verſtändnis und beachte die Komik, die zu unſerer
Väter Zeiten Heiterkeitsſtürme erweckte. Gewiß, uns
er=
ſcheint dieſe Komik albern und läppiſch; aber iſt ſie es
des=
halb wirklich? Sind nicht wir es vielmehr, die es verlernt
haben, die Harmloſigkeit dieſer Späße zu verſtehen,
ver=
lernt deshalb, weil das reine, urſprüngliche Lachen uns
etwas Fremdes geworden iſt?
Zwiſchen Lachen und Lachen iſt ein großer
Unter=
ſchied. Da erzählt einer in der Schenke einen guten Witz;
die Wände erdröhnen vom Gebrüll der Bierbäſſe. Im
Salon produziert Frau P. ein ſcherzhaftes Bon mot, —
das natürlich boshaft und mit einer Spitze gegen den
lieben Nächſten gekehrt iſt, denn einen anderen Witz läßt
die Geſellſchaft nicht gelten — und alle lächeln darüber.
Lächeln, aber niemand lacht. Der Unterſchied iſt ſchon
durch die Sprache feſtgelegt. Der wohlerzogene Menſch
lacht niemals, er verzieht nur die Geſichtszüge, er lächelt
Krue.
Dabei ſind wir uns wohl bewußt, was wir verloren
haben. Nicht wenige Schauſpielerinnen verdanken die
Zunſt, die ſie ſich beim Publikum erworben, dem Umſtand,
daß ſie gar ſo reizend zu lachen verſtehen. Natürlich nur
uf der Bühne. Eine der bekannteſten Sterne des
Ueber=
rettls produzierte oder produziert noch heute eine
rei=
zende Szene: Der Länge nach auf dem Sofa hingeſtreckt,
den Kopf auf die Arme geſtützt, nickt ſie dem Publikum
munter zu, blinzelt verſchmitzt und beginnt zu lachen: ein
wohleingeübtes melodiſches, ſich ſteigerndes Lachen, das
die Zuhörer mitreißt, bis ſchließlich alle, angeſteckt,
mit=
lachen müſſen.
Was hier auf der Bühne als Kunſt, als
wohlein=
ſtudierte Kunſt, gezeigt und angeſtaunt wird, das iſt
eigent=
lich etwas Natürliches. Man leſe nur die köſtliche Stelle in
Wielands Abderiten, wo Demokritos das Gleiche mit
den ſchönen Abderitinnen bis zum durchſchlagenden Erfolg
probiert.
Aber ſelbſt die Kunſt des gezwungenen Lachens, des
Lachens auf Kommando, iſt plump und nuancelos
gewor=
den. Wie köſtlich iſt dagegen die Anekdote von jenem
Höf=
ling, welcher ſich die Gunſt ſeines Monarchen dadurch zu
erringen wußte, daß er zu den Witzen Sereniſſimus lachte.
Das taten freilich die anderen auch. Aber unſer Freund
hatte einen eigenen Trik erfunden, eine Nuance, welche
ihm keiner nachmachen konnte. Aeußerlich blieb er ernſt,
ſeine Züge verzogen ſich kaum, aber ſein Zwerchfell
arbei=
tete, arbeitete ſo, daß ſich der ganze Körper ſchüttelte: kurz,
er verſtand es, künſtlich das Bild eines Mannes zu
kopie=
ren, der, von innerer Heiterkeit geſchüttelt, gewaltſam den
lauten Ausbruch zurückdrängt, eben das, was der
Sprach=
gebrauch mit dem Ausdruck bezeichnet: „Er ſchüttelt ſich
vor Lachen”.
Irgend ein Griesgram hat das Wort geprägt: „Am
Lachen erkennt man den Narren” und tauſend andere beten
das Sprüchlein nach, natürlich am unrechten Fleck. Gewiß,
es gibt gewiſſe Sorten von Narren, für deren Krankheit
das Lachen typiſch iſt. Man denke nur an den Dorfkretin,
welcher jede Anſprache mit einem blödſinnigen Lachen oder
mit einem Grinſen beantwortet. Aber zwiſchen dieſem
Lachen und dem frohen urſprünglichen Gelächter iſt ein
eben ſo großer Unterſchied, wie zwiſchen den Tränen, die
eine friſch geſchnittene Zwiebel und denen, die ein großer
Seelenſchmerz uns entlockt.
Das Lachen kann übrigens auch beim geiſtig Geſunden
ein Ausdruck der Verlegenheit ſein, wie man dies bei
urſprünglichen Menſchen, die durch Bildung nicht
verdor=
ben ſind, oft genug beobachtet. Die junge Dorſſchöne, die
der Stadtherr anſpricht, lacht ohne Grund, was aber durch=
aus keine Schlüſſe auf ihre geiſtigen Fähigkeiten geſtattet.
Hier iſt das Lachen ein Ausdruck der Verlegenheit, eine
Gefühlsäußerung, welche wir Kulturmenſchen verlernt
haben.
Ebenſo verlernt haben wir das Lachen als
unwillkür=
liche Kundgebung einer frohen Laune. Das Kind verſteht
noch dieſe Kunſt. Wie herzig und drollig iſt ſo ein
vier=
jähriges Bengelchen, welches im hellen Sonnenſchein auf
der Bank ſitzt, mit den Beinen ſchlenkert und plötzlich zu
lachen anfängt, laut, herzlich, grundlos, nur aus dem
in=
neren Fröhlichkeitsdrang heraus. Wir Großen können
nicht mehr ſo harmlos fröhlich ſein; wir ſind höchſtens
luſtig. Dann pfeifen wir einen Gaſſenhauer oder trällern
eine Melodie aus der neueſten Operette. Schon die Form
des Gefühlsausdruckes zeigt, wie wenig urſprünglich, wie
gekünſtelt und unſerem eigenen Weſen fremd der Frohſinn
iſt, wenn er einmal bei uns Einzug hält, ſo fremd, daß
wir keine eigene Ausdrucksform für ihn haben. Ueberhaupt
Frohſinn: Das Wort klingt unſeren Ohren fremd und
ver=
altet.
Ich habe ſchon eingangs erwähnt, daß unſere
Poſſen=
dichter, den franzöſiſchen Vorbildern nachahmend, zu dem
Hilfsmittel der Erotik greifen, um ihr Publikum zum
Lachen zu bringen. Der Trik iſt erprobt und wirkſam.
Wird der erotiſche Hintergrund durch einen Wortwitz oder
eine komiſche Szene verdeckt, ſo glaubt das Publikum, die
Kritik und vielleicht ſogar der Verfaſſer, daß wirklich ein
luſtiges Gelächter ausgelöſt worden iſt, während es zum
größten Teile doch nur ein lüſternes war.
Das erotiſche Lachen iſt übrigens etwas ſo
urſprüng=
liches, natürliches und ungewolltes, wie das heitere
La=
chen, und deshalb im Grunde genommen, wie alles
Natür=
liche, harmlos und durchaus nicht anſtößig. Man denke
nur an das Kichern der Backfiſche in der erſten Tanzſtunde,
beim erſten Rendez=vous, beim Spaziergang, wenn der
Bruder Studio die holde Maid im Flügelkleide grüßt.
Dieſes kindiſche Gekicher iſt unbewußt, iſt rein und keuſch,
iſt beinahe rührend für den, der, wiſſend und verſtehend, es
ſieht, rührend trotz der ſcheinbaren Albernheit, wie jedes
Zeichen der aufkeimenden, noch unbewußten Liebe.
Zwiſchen Lachen und Lächeln aber iſt ein eben ſolcher
Unterſchied wie zwiſchen Witzigſein und Witzeln. Darum
gehören die verſchiedenen Abarten des Lächelns: Das
höh=
niſche, ein ſtändiges Requiſit des Theaterböſewichts, das
grauſame, ein unerläßlicher Zug auf ſedem Nerobild, das
Verführeriſche, welches die Damen der Welt und der
Halb=
welt ſo ſorgſam vor dem Spiegel einſtudieren, nicht
in=
den Rahmen unſerer Plauderei, die nur von der leidenfaß
verſchollenen Kunſt des Lachens handeln mollte.
ſulats empfangen wurde. Der ruſſiſche Botſchafter Graf
Benckendorff, der zufällig auf dem Bahnhof weilte, um
„Verwandte zu treffen, begrüßte Lichnowsky herzlich. Der
meue Botſchafter nahm zunächſt in einem Hotel Wohnung.
* Die Reform der Eheſcheidung in
Eng=
land. Die Kommiſſion, die ernannt wurde, um
Vor=
ſchläge über die Reform des engliſchen
Eheſcheidungs=
geſetzes zu machen, hat am letzten Montag ihren Bericht
veröffentlicht. Er enthält ſo weitgehende Verbeſſerungen,
daß die beſtehenden Geſetze eine vollſtändige Umwälzung
durchzumachen haben werden. Vor allem wird eine
De=
zentraliſierung der Gerichtsſitzungen entpfohlen, ſo daß
auch die ärmeren Klaſſen in den Stand geſetzt werden,
daß ihre Klagen in ihren Orten vor das oberſte Gericht
kommen können. Abgeſchafft ſoll das Recht einer gewiſſen
Klaſſe von Gerichtshöfen werden, die die Gewalt haben,
eine Ehetrennung auszuſprechen, ohne daß irgend einem
Teil das Recht zuſteht, noch auf endgültige Scheidung zu
klagen. Ferner wird die Gleichberechtigung der
Geſchlech=
ter vor dem Geſetz beantragt. Als Scheidungsgründe
werden angegeben: Untreue; böswilliges Verlaſſen auf
eine Zeitdauer von drei Jahren oder mehr;
Mißhand=
lung; unheilbare Geiſteskrankheit nach fünfjährigem
Aufenthalt in einer Anſtalt; Gewohnheitsſäufer, die nach
dreijähriger Behandlung, nachdem das Gericht dem erſten
Trennungsantrag der anderen Partei ſtattgegeben hatte,
nicht kurtert werden können; und ſchließlich in
Gefängnis=
ſtrafe umgewandelte Todesſtrafe. Im erſten Jahre der
Ehe kann auf Ungültigkeit derſelben erkannt werden,
wenn: die andere Partei zurzeit der Eheſchließung geiſtig
krank oder im Anfangsſtadium der Geiſteskrankheit ſich
be=
funden hatte; die andere Partei an Epilepſie oder an
zeit=
weiſe wiederkehrender Geiſteskrankheit leidet, wovon die
klagende Partei bei der Eheſchließung nichts gewußt hatte.
Den Vorſitzenden der Gerichtshöfe ſoll das Recht
zugeſtan=
den werden, die Verhandlungen unter Ausſchluß der
Oeffentlichkeit zu führen, wenn es die Moral oder die
Ge=
rechtigkeit verlangt, die Veröffentlichung gewiſſer
Schrift=
ſtücke und Ausſagen uſw. in den Zeitungen zu verbieten.
Auch darf ein Bericht über einen Fall erſt dann gebracht
werden, wenn dieſer zum Abſchluß gelangt iſt. Ferner
ſoll die Publikation von Photographien und Zeichnungen
ebenfalls unterſagt werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. November.
Geſetzlich geſtattete Abzüge bei
Steuer=
erklärungen.
Seitens der Großh. Handelskammer Darmſtadt war
feſtgeſtellt worden, daß in den Kreiſen der
Gewerbeſteuer=
pflichtigen noch außerordentlich viel Unklarheit darüber
beſteht, welche Poſten bei der Feſtſtellung des Ertrags
ab=
zugsfähig bezw. welche Aufwendungen oder
Abſchreibun=
gen nicht am Ertrag gekürzt werden dürfen.
Verhand=
lungen der Handelskammer mit der Abteilung für
Steuer=
weſen des Großh. Miniſteriums der Finanzen haben nun
folgendes ergeben: Es ſind bei Feſtſtellung des Ertrags
abzugsfähig:
a) folgende Steuern:
1. die indirekten, aus dem Gewerbebetrieb
entſpringen=
den Steuern,
2. die Gewerbeſteuer und die auf gewerbliche
Grund=
ſtücke und Gebäude entfallende Objektſteuer;
b) Mieten für ermietete, gepachtete, dem Gewerbebetrieb
dienende Gebäude und Grundſtücke;
e) ſoziale und freiwillige Aufwendungen zugunſten der
Angeſtellten und Arbeiter;
d) Abführungen an Penſionskaſſen, ſoweit die letzteren
dem Angeſtellten einen Rechtsanſpruch gewähren;
e) folgende Rückſtellungen:
4. Einlagen in Erneuerungsfonds für zu erſetzende
Vermögensſtücke,
2. Einlagen in Delkrederefonds zur Deckung der
Aus=
fälle aus zweifelhaft gewordenen Forderungen;
k) Abſchreibungen in der Abnützung oder dem
Minder=
werte entſprechendem Umfange‟
1. auf Gebäude,
2. auf Maſchinen und Einrichtungen,
3. für die fortſchreitende Wertverminderung von
Pa=
tenten und ſonſtigen Berechtigungen, die mit einem
im voraus feſtſtehenden Zeitpunkt erlöſchen,
4. für Verminderung der Mineralſubſtanz bei
bergbau=
lichen Betrieben und für Subſtanzverminderung durch
Abbau von Sand= Lehm=, Tongruben uſw.,
Stein=
brüchen, Torfſtichen u. dergl.,
5. für Wertverminderungen, die durch gänzliches
Aus=
ſcheiden von Gegenſtänden aus dem Betriebe
ent=
ſtehen,
6. für den Minderwert an Warenvorrat gegenüber dem
höheren Anſchaffungs= oder Herſtellungspreis,
7. für den Minderwert ausſtehender Forderungen,
ad. 2 und 7, ſoweit keine ausreichenden
Rückſtellun=
gen lt. Lit.e ſtattfinden;
2) Zinſen aus laufenden Geſchäftsſchulden:
1. im Kontokorrent,
2. auf Guthaben von Lieferanten,
3. auf Hypotheken, inſoweit ſie die Eigenſchaft laufender
Geſchäftsſchulden haben.
Es ſind bei Feſtſtellung des Ertrags nicht
ab=
zugsfähig:
1. Ausgaben für Verbeſſerung und
Geſchäftserweiter=
ungen;
2. Aufwendungen für Tilgung von Schulden und des
Anlagekapitals;
3. Zinſen für das Anlage= und Betriebskapital, mag es
dem Gewerbetreibenden ſelbſt oder Dritten gehören;
4. Zinſen für Schulden, die zur Anlage oder Erweiterung
des Geſchäfts, Verſtärkung des Betriebskapitals oder
zu ſonſtigen Verbeſſerungen aufgenommen ſind:
5. Kapitalverluſte, ſoweit ſie nicht das umlaufende
Be=
triebskapital betreffen;
6. Ausgaben für den Unterhalt des Gewerbetreibenden
und ſeiner Angehörigen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden der
Pfand=
meiſter für den Beitreibungsbezirk Worms I, Johann
Lickhard in Worms, vom Tage des Dienſtantritts
ſeines Nachfolgers an und der Pfandmeiſter für den
Bei=
treibungsbezirk Offenbach II, Jakob Nickels zu
Offen=
bach, beide unter Anerkennung ihrer langjährigen treu
geleiſteten Dienſte, auf deren Nachſuchen; aus dieſem
Anlaß wurde ihnen die Krone zum Silbernen Kreuz des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Erledigte Stellen. Die Stellen der
Pfand=
meiſter für die Beitreibungsbezirke Offenbach II und
Worms I.
* Herr Vizekonſul B. von Hahn bei der deutſchen
Ge=
ſandtſchaft in Schanghai wurde in gleicher Eigenſchaft nach
Kopenhagen verſetzt.
g. Kriegsgericht. Wegen groben Unfugs und
Wider=
ſtand, begangen vor dem Dienſteintritt, hatte ſich geſtern
der jetzt beim Infanterie=Regiment Nr. 115 dienende
Maurer Heinrich Wenzel von Obertshauſen, Kreis
Büdingen, vor dem Kriegsgericht der 25. Diviſion zu
ver=
antworten. Am 28. September nachts von einer
Geburts=
tagsfeier in Frankfurt heimkehrend, ſuchte er ſeinen
Ueber=
mut dadurch zu betätigen, daß er die vor den Häuſern
ſtehenden Kehrichtkäſten auf die Mitte der Straße warf.
Als ihn ein Schutzmann bei dieſer Arbeit betraf und ihn
um Angabe ſeines Namens erſuchte, verweigerte er dies.
Auch der nun erfolgenden Führung nach der Wache
wider=
ſetzte er ſich und ſchlug mit Händen und Füßen um ſich.
Das Kriegsgericht erkannte unter Zubilligung mildernder
Umſtände auf 30 Mark Geldſtrafe, evtl. 5 Tage
Ge=
fängnis und 1 Tag Haft. — Der Schloſſergeſelle Guſtav
Adolf Clemens aus Offenbach, jetzt beim Artillerie=
Regiment Nr. 25, hatte ſich wegen fortgeſetzten Beharrens
im Ungehorſam zu verantworten. Der mit einer ſchweren
Krankheit behaftete Angeklagte kam 1911 in völlig
ver=
wahrloſtem Zuſtande zum Regiment, ſo daß er erſt einer
gründlichen Reinigung unterzogen werden mußte. Jenes
Leiden, das einen äußerſt ungünſtigen Einfluß auf den
Angeklagten ausübte, ließ ihn beim geringſten Genuß von
Alkohol jede Ueberlegung vergeſſen. Hierauf iſt wohl
auch zurückzuführen, daß der bis zu ſeinem Dienſteintritt
unbeſtrafte Clemens ſich während der Dienſtzeit nicht
weniger als 13 disziplinariſche Strafen zuzog. Am 27.
Oktober entfernte ſich Clemens ohne Urlaub von dem
Re=
giment, wurde jedoch ſchon am Tage danach in der Stadt
aufgegriffen. Hierbei kam er nun der wiederholten
Auf=
forderung des Unteroffiziers, ſchneller zu gehen, nicht
nach, auch nicht der Aufforderung, vor dem Eintritt in die
Zelle ſeine Taſchen zu leeren. Man fand dann in ſeinen
Taſchen eine große Menge Zyankali und verſchiedene
Dietriche. Das Gericht beſchließt, die Verhandlung
aus=
zuſetzen, um den Angeklagten auf ſeinen Geiſteszuſtand
unterſuchen zu laſſen. — Der beim Artillerie=Regiment
Nr. 61 dienende Wagner Guſtav Otto Alfred Knuſt aus
Magdeburg hatte einem Kameraden einen Drillichanzug
entwendet, nach ſeiner Angabe aus Schabernack. Das
Gericht kann in der Handlung des Angeklagten aber einen
Schabernack nicht erblicken und verurteilt ihn zu 14
Tagen mittleren Arreſt.
g. Strafkammer. In dem Verfahren gegen den
Kaufmann Konrad Cahen in Frankfurt und den
Kunſt=
maler Hugo Detſch in Boxhagen=Rummelsburg wegen
Verſchandelung des Landſchaftsbildes längs der
Eiſen=
bahnlinie Darmſtadt=Heidelberg durch das Aufſtellen von
Reklametafeln wurde geſtern beſchloſſen, die Sache auf
unbeſtimmte Zeit auszuſetzen und der Staatsanwaltſchaft
anheimzugeben, genaue Feſtſtellungen in verſchiedener
Hinſicht zu machen. Es hat ſich nämlich ergeben, daß ein
Teil der Tafeln vor der am 5. April 1911 erlaſſenen Kreis=
amtsverordnung aufgeſtellt wurde, daß nach dieſer Zeit
verſchiedenen Beſitzern, auf deren Grundſtücken die Tafeln
ſtanden, von den Angeklagten unterſagt wurde, die Tafeln
zu entfernen. Ferner ſoll feſtgeſtellt werden, ob in den
Fällen der Aufſtellung von Tafeln nach dem 5. April 1911
die Aufſtellung mit Vorſatz geſchah, ob die Angeklagten
von der Verordnung Kenntnis hatten. — Der bisher
un=
beſtrafte Dienſtknecht Johannes Bernhard aus Schmal=
Beerbach war im Anfang dieſes Jahres als Poſthilfsbote
bei der Poſtagentur Alsbach angeſtellt. Anfänglich
er=
hielt er eine Entſchädigung von 30 Mark monatlich, mit
welcher Summe der Angeklagte auskommen konnte, da er
bei ſeinen Eltern wohnte. Als er aber einem Klub
bei=
trat, genügte ihm dies Einkommen nicht mehr. Er
be=
nutzte ſeine Stellung zu umfangreichen Unterſchlagungen.
Von Poſtanweiſungen, die er ausbezahlen ſollte, behielt
er in einer größeren Anzahl von Fällen das Geld für
ſich. Die Quittungen fälſchte er und reichte dieſe
gefälſch=
ten Quittungen der Poſtagentur zum Beweiſe der
ge=
machten Zahlung ein. Insgeſamt betrug die
unterſchla=
gene Summe 465 Mark. Ferner fanden ſich noch in
ſei=
nem Beſitz eine größere Menge von Briefen, Poſtkarten
und Warenproben, die der Angeklagte geöffnet und
be=
halten hatte, teils aus Neugierde, teils um die Entdeckung
ſeiner Unterſchlagungen zu verhüten oder weil er Geld
darin vermutete. Der Poſtagent iſt der Poſtbehörde für
die unterſchlagene Summe erſatzpflichtig, iſt alſo um dieſe
enorme Summe geſchädigt. Das Gericht verurteilt den
Angeklagten wegen fortgeſetzter Unterſchlagung im Amte,
ſowie qualifizierter Urkundenfälſchung unter Zubilligung
mildernder Umſtände zu 7 Monaten Gefängnis.
Der bereits mehrfach vorbeſtrafte 20jährige Dachdecker
Karl Becker von hier hat am 20. Juli ſeinem Stiefvater
ein Jackett im Werte von 5 Mark entwendet. Ferner hat
er einen Anzug, den er auf Abzahlung unter
Eigentums=
vorbehalt von einer Münchener Firma erhalten hatte,
verſetzt, obwohl er von den 50 Mark erſt 25 Mark
abge=
zahlt hatte. Weiter hat er als Angeſtellter eines hieſigen
Fuhrunternehmers einen Spiegel mit nach Hauſe
ge=
nommen, dieſen jedoch auf das Drängen ſeines
Stief=
vaters wieder zurückgebracht. Der Angeklagte gibt an,
das Jackett habe er von der Stiefmutter für 70 Pfg.
ge=
kauft. Den Anzug habe er verſetzt, da er durch
Arbeits=
loſigkeit in Not geraten war. Den Spiegel habe er
frei=
willig zurückgebracht. Das Gericht verurteilt den
Ange=
klagten unter Einbeziehung einer vom Schöffengericht am
8. November erkannten Strafe zu 9 Monaten
Ge=
fängnis.
Der 61jährige Kellner Theodor Heinrich Bönken
aus Bochum hat im April dieſes Jahres ſeinen Logisgeber
um die Miete in Höhe von 3,60 Mark betrogen, außerdem
iſt er einem hieſigen kleinen Wirt mit der Tageseinnahme
von 28 Mark durchgebrannt. Da der Angeklagte wegen
ähnlicher Delikte ſchon mehrfach vorbeſtraft iſt, erkennt das
Gericht auf 7 Monate Gefängnis. — Die 18
jäh=
rige Kellnerin, jetzige Artiſtin Amalie Bautze von
Frankfurt hatte ſich am 11. September vor dem hieſigen
Schöffengericht wegen Diebſtahls zu verantworten. Sie
hatte mit dem Sohne eines Hoteliers ein intimes
Ver=
hältnis. Als dieſer am 11. Mai mit den Kellnern
ab=
rechnete, nahm ſie ihm einen Hundertmarkſchein fort, den
dieſer ihr jedoch wieder abnahm. Die Angeklagte
ent=
wendete dem jungen Mann den Schein nochmals und
be=
gab ſich in ihr Zimmer. Als der junge Mann ihr
nach=
kam und den Schein energiſch forderte leugnete ſie deſſen
Beſitz. Erſt dem herbeigeholten Kriminalbeamten gelang
es, die Angeklagte dazu zu bewegen, den Schein, den ſie
inzwiſchen unter dem Dach verſteckt hatte, herauszugeben.
Das Schöffengericht erkannte auf Freiſpruch, da eine
Diebſtahlsabſicht nicht erwieſen ſei. Die Strafkammer
hob auf die Berufung des Amtsanwalts das Urteil auf
und verurteilte die Angeklagte wegen Unterſchlagung zu
50 Mark Geldſtrafe, die eventuell mit 10 Tagen
Ge=
fängnis zu verbüßen ſind. — Der 47jährige Taglöhner
Peter Böhnig aus Ober=Ramſtadt kam am 10. Juni
zu dem Gaſtwirt Heinrich Häuſer in Nieder=Modau und
machte eine Zeche von 65 Pf. Er gab an, ſein
Darm=
ſtädter Arbeitgeber würde das bezahlen. Am 12. Juni
erſchien er abermals mit derſelben Angabe und machte
eine Zeche von 1,57 Mk. Da ſein Gaſt immer ein Glas
Bier nach dem anderen trank, wurde Häuſer mißtrauiſch
und auf eingezogene Erkundigung erfuhr er auch, daß
B. gar nicht mehr bei dem betreffenden Arbeitgeber war.
Vor Gericht gab er an, im erſten Falle hätte er dem
An=
geklagten wohl ein Glas Bier und ein Brot gegeben,
wenn dieſer ihm geſagt hätte, er ſei mittellos. Das
Ge=
richt nahm jedoch an, daß die Grenze wohl nicht ſo eng
zu ziehen ſei und ſprach den Angeklagten von dieſem
Be=
trug frei, wegen des zweiten Falles erkannte es auf 3
Mo=
nate Gefängnis, abzüglich 3 Wochen der
Unter=
ſuchungshaft.
Der Ausläufer Johann Heinrich Riebel und der
21jährige Arbeiter Johann Daab, beide von hier, waren
vom Schöffengericht wegen Diebſtahls bezw. Hehlerei zu
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 13. November.
„Der Troubadour”.
W-l. Verdis Oper „Der Troubadour” kann man die
unverwüſtliche nennen, denn ſie hat, einer lebenszähen
Ahnmutter gleich, die alle ihre Enkel überlebt, Richard
Wagner und die Jungitaliener und die neuen
Entwickel=
ungsperioden der Oper überdauert und die Melodie über
alle Kunſtprinzipien triumphieren laſſen. Ihren
Melo=
dien zum Siege zu verhelfen, iſt auch die Hauptaufgabe
der Sänger und Sängerinnen, und man kann ſagen, daß
ſie bei der heutigen, recht gelungenen Aufführung dieſer
für ſie dankbaren Aufgabe im ganzen gerecht wurden.
Bei Frl. Geyersbach, die die Leonore ſang, war dies
von vornherein anzunehmen und in vollem Umfange der
Fall. Aber auch Frl. Jacobs hervorragend ſchön
ge=
ſungene Azucena war das Beſte, was wir bisher von
der Sängerin hier gehört haben, deren Stimme ſich heute
in ungeahnter Weiſe entfaltete. Beiden kam übrigens
Herr Kapellmeiſter Lert, der die Aufführung mit
ge=
wohntem Temperament leitete, zu Hilfe, indem er die
Tempi ihrer Partien langſamer nahm, wodurch ſie an
Ausdrucksfähigkeit gewannen. Herr Jahn, der den
untergeſchobenen Sohn der racheſchnaubenden Zigeunerin
mit dem unwiderſtehlichen hohen C verkörperte, verfügt
über die für dieſe Partie nötigen ſtimmlichen Mittel und
war auch gut disponiert. In geſanglicher Hinſicht ließ
er eine beachtenswerte Vervollkommnung ſeines
Vor=
trags erkennen, die beſonders im 3. Akte zutage trat
und die zu der Hoffnung berechtigt, daß Herr Jahn
ſich zu einem bevorzugten Vertreter ſeines Fachs
heran=
bilden wird. Von den heutigen Sängern iſt man aber
gewohnt, daß ſie die Rolle des Manrico auch ſpielen, und
ſo mußte es befremden, daß Herrn Jahns Manrico
weni=
ger ein temperamentvoller Troubadour, als ein
reſer=
vierter und reſignierter Liebhaber war. Auch auf die Ver=
ſchönerung ſeiner Maske müßte Herr Jahn noch mehr
be=
dacht ſein.
Den Grafen Luna ſang wieder Herr Semper mit
tonlicher Schönheit und ſtimmlicher Verve, für die Partie
des Ferrando ſetzte Herr Schützendorf reichlich viel
Ton ein. Das Ballett, das ſich mitten im Lager zwiſchen
den Soldaten abſpielt, erfuhr unter Mitwirkung der
Damen Huber, Müller, Röhr, Röder uſw. eine
ſtilvolle Ausführung, und die Soldaten erwieſen ſich für
die ihnen in ihrem rauhen Kriegshandwerk dadurch
ge=
währte angenehme Abwechslung und Herzſtärkung durch
freundliche Abſchiedsgrüße an die Damen dankbar.
Konzerte.
mm. Mit ſeinem erſten Konzert, dem in dieſem
Winter noch drei weitere folgen werden, feierte der
In=
ſtrumentalverein am Mittwoch zugleich ſeinen
100. Vereinsabend, der durch ein reichlicher
aus=
geſtattetes Programm mit mehreren Neuheiten, ſowie
feſtlichen Schmuck des Saalbaupodiums ausgezeichnet
worden war. Der Verein, der in den verfloſſenen 28
Jahren ſeines Beſtehens ſich aus kleineren Anfängen
her=
aus immer kräftiger entwickelt hat, zeigt heute eine eifrige
und kunſtbegeiſterte Mitgliederſchar, deren Beſtreben es
iſt, ihr beſtes Können einzuſetzen. Angenehm berührt bei
der jetzigen Zuſammenſetzung des Orcheſters die zahlreiche
und vorzügliche Beſetzung der Geigen und Bratſchen, die
dem Geſamtklang die nötige Friſche geben und vor allem
die entſchiedene Temponahme des Dirigenten, der keine
Nachläſſigkeit in bewegten Sätzen duldet und damit die
beſte Wirkung des Orcheſters erzielt. Dieſe Vorzüge
ſicherten der Ouvertüre von M. J. Glinka (zu „Rouslane
und Ludmila”), die zum erſten Male geſpielt wurde, eine
gute Aufnahme. Das für große Orcheſter geſchriebene
Werk dürfte als gute Unterhaltungsmuſik immerhin ſich
längere Zeit bei ſeiner großen Klangentfaltung auf den
Programmen behaupten. Das zweite Orcheſterwerk
(gleichfalls Novität) war wohl mit Rückſicht auf den
Todestag (6. November) des Komponiſten gewählt
wor=
den; dieſe Serenade für Streichorcheſter, op. 48 in C=dur
von Peter Tſchaikowski iſt gewiß nicht ohne originelle
Züge, aber voll geſuchter Effekte, die offenbar auch die
Hörer für das Werk einnahmen. Bei der großen
Aus=
dehnung der beiden erſten Sätze bleibt aber die allzu
große Einförmigkeit nicht unempfunden. Am glücklichſten
erfunden und am beſten der Eigenart des träumeriſchen
Aſchalkowski entſprechund iſt das Larghetto dlegiaeg
(Elegie), das auch ſehr ausdrucksvoll ausgeführt wurde.
Die glänzendſte Leiſtung war die Schauſpielouvertüre zu
Sakuntala” von C. Goldmark, ein formvollendetes
Meiſterwerk, deſſen Inſtrumentierung den einzelnen
Klanggruppen ſehr effektvolle Partien vorbehält; die
prachtvolle Cantilene der Celli und die Celeſta=Klänge
mögen beſondere Erwähnung finden. Die
temperament=
volle Wiedergabe, die in einem impoſanten Schluß
gipfelte, machte dem Leiter des Vereins, Herrn Direktor
Wilhelm Schmitt, alle Ehre.
Der beliebte, ſehr tüchtige Pianiſt, Herr Willi
Hut=
ter von hier, der als Soliſt des Abends gewonnen
wor=
den war, entlockte dem Ibach=Flügel in dem Vortrag von
Mozarts A=dur=Konzert Nr. 23 die ſchönſten Klänge.
Die Ruhe und Abgeklärtheit ſeines Vortrages erwerben
ihm ſtets neue Sympathien. Mit der Begleitung des
Kla=
vierkonzerts war dem Orcheſter eine ſehr ſchwere Aufgabe
zugefallen. Am weitaus dankbarſten geſtaltete ſich das
Zuſammenſpiel in der Polonaiſe (Es=dur), op. 22, von
F. Chopin für Klavier mit Orcheſterbegleitung, dem das
„Andante spianato” vorausging. Für den
außerordent=
lichen Beifall, der dieſem Vortrag folgte, dankte Herr
Hutter nach wiederholtem ehrenden Hervorruf durch eine
wundervoll geſpielte=Zugabe.
Der ſtarke Erfolg dieſes erſten Konzerts dürfte für
die weiteren Konzerte, denen ſehr ſchöne Programme
zu=
grunde liegen, erhöhtes Intereſſe hervorgerufen haben.
4 bezw. 8 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Riebel
beruhigte ſich bei dem Urteil, während Daab wegen der
Höhe des Strafmaßes Berufung einlegte. Dieſe kam
geſtern vor der Strafkammer zur Verhandlung. Der
Aus=
läufer R. war in einem hieſigen Schuhwarengeſchäft
an=
geſtellt und brachte im Juli dieſes Jahres dem
Ange=
klagten Daab, anſcheinend auf deſſen Erſuchen, 3 Paar
ſchwarze Schnürſtiefel, 1 Paar gelbe, 2 Paar Pantoffeln,
1 Paar Leiſten und Schuhereme im Geſamtwert von 85
bis 90 Mark. Daab wußte, daß Riebel die Sachen nicht
rechtmäßig erworben hatte, was er auch nicht leugnet.
Er findet nur die ausgeſprochene Strafe von 8 Wochen
Gefängnis zu hoch. Die Strafkammer verwarf die
Berufung als unbegründet.
A Vom Großh. Hoftheater. In der heutigen 57
Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe D 15, eröffnet Frl.
Eugenie Stahl vom Stadttheater in Danzig ihr auf
Engagement abzielendes Gaſtſpiel als Santuzza in
Mas=
cagnis „Cavalleria ruſticana‟ Dieſe Oper
diri=
giert Herr Kapellmeiſter Lert. Den Abend beſchließt
Leoncavallos Bajazzo”, den Hofrat de Haan
muſika=
liſch leitet. Für Sonntag iſt die Erſtaufführung von
Ger=
hart Hauptmanns „Gabriel Schillings Flucht”
angeſetzt. Das intereſſante Werk, das einer früheren
Schaffensperiode des Dichters, deſſen fünfzigſter
Geburts=
tag der Anlaß der Erſtaufführung an unſerem Hoftheater
iſt, entſtammt, war durch Jahre nicht für die öffentliche
Aufführung beſtimmt. Erſt der große Erfolg, den das
Drama bei ſeiner Uraufführung in Lauchſtädt im
ver=
gangenen Sommer fand, beſtimmte den Dichter, ſein tiefes
Werk dem deutſchen Volk nicht weiter vorzuenthalten. Der
Zyklus der Volksvorſtellungen wird am Sonntag
nach=
mittag mit Meyer=Förſters „Alt=Heidelberg”
weitergeführt. Der Vorverkauf findet bis zum Tage der
Vorſtellung im Verkehrsbureau (Ernſt Ludwig=Platz)
ſtatt. Frl. Stahl ſetzt ihr Gaſtſpiel am Sonntag abend
als Brünhilde in Richard Wagners „Walküre” fort.
Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum
Heſſen. In Darmſtadt fand eine Sitzung des
Vor=
ſtandes der Landwirtſchaftskammer unter
Leitung des Herrn Geheimerats Haas ſtatt. Es wurden
in der Hauptſache interne Verwaltungsangelegenheiten
er=
ledigt. Außerdem wurde der Stundenplan zu dem
land=
wirtſchaftlichen Vortragskurſus in Mainz genehmigt.
Dieſer Kurſus findet in der 3. Januarwoche des Jahres
1913 ſtatt. Als Referenten ſind bis jetzt gewonnen die
Herren Geh. Hofrat Profeſſor Dr Wagner=Darmſtadt,
Geh. Landesökonomierat Müller=Darmſtadt,
Regier=
ungsrat Dr. Attinger=München, Syndikus Dr.
Kit=
tel=Würzburg, Profeſſor Remy=Bonn, Profeſſor Dr.
Krämer=Hohenheim, Profeſſor Dr. Kröner=
Geiſen=
heim und Dr. L. Müller=Darmſtadt.
Puppenausſtellung im Gewerbemuſeum. Man
ſchreibt uns: Die Bitte, die die Leitung des
Gewerbe=
muſeums an die Beſitzer alter Puppen und Spielſachen
richtete, hat einen erfreulichen Erfolg gehabt. Es ſind
für die Ausſtellung verſchiedene ſehr originelle Puppen
angemeldet, ferner Puppenſtuben und Puppenküchen,
ſowie einzelne Möbel und Puppengeſchirr, ſo daß
zu=
ſammen mit verſchiedenen Leihgaben aus Muſeen eine
abgerundete Gruppe von alten Kinderſpielſachen den
modernen Arbeiten gegenüberſtehen wird. Wenn wir
hier unſere Bitte um leihweiſe Ueberlaſſung derartiger
Gegenſtände wiederholen, ſo geſchieht es, weil
mancher=
orts dieſe Sachen, die nicht nur ihres kulturellen Wertes,
ſſondern auch ihres naiven künſtleriſcheu Ausdrucks willen
Intereſſe verdienen, noch unbeachtet in Kiſten und
Bodenkammern liegen dürften. Die Ablieferung der
Gegenſtände ſollte ſpäteſtens Anfang der, nächſten Woche
erfolgen. Anmeldungen nimmt der Direktor des
Ge=
werbemuſeums und der Bibliothek gern entgegen. Der
Beginn der Ausſtellung wird durch die Tagespreſſe und
durch Plakate hekannt gemacht werden.
* Bibliothek und Vorbilderſammlung,
Neckar=
ſtraße 3. Wir verſäumen nicht, unſere Leſerinnen auf
die Bücher= und Abbildungswerke über weibliche
Hand=
arbeiten aufmerkſam zu machen, die im Vorbilderſaal der
Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe (Gewerbemuſeum)
anläßlich der herannahenden Weihnachten aufgelegt ſind.
Die Sammlung iſt in letzter Zeit durch eine Anzahl
be=
ſonders guter Abbildungswerke über Stickereien und
Spitzen bereichert worden. Die aufgelegten Bücher und
Werke geben Anleitungen und Vorbilder für folgende
Gebiete: Stickereien (Leinenſtickereien, Batiſtſtickereien,
Seidenſtickereien, ſiebenbürgiſch=ſächſiſche, öſterreichiſche,
altnordiſche und kleinaſiatiſche Stickereien), Knüpfarbeiten
(Macrame=Knüpfarbeiten), Strick= und Häkelarbeiten,
Spitzen. Einzelne Werke und Vorbilder ſind ab 20.
No=
vember verleihbar.
Rh. Der Ausſchuß für Leibesübungen an der
Tech=
niſchen Hochſchule, deſſen Vorſitzender Herr Profeſſor Dr.
Fingerr iſt, richtet an die Studierenden folgendes
Schreiben: Das verfloſſene Sommerſemeſter hat uns das
erſte Darmſtädter Turn= und Sportfeſt und auch manchen
ſchönen Erfolg gebracht. Wir wollen nicht auf unſeren
Lorbeeren ruhen, es heißt nun, raſtlos weiter arbeiten;
unſere Studentenſchaft muß an erſter Stelle ſtehen, wo es
männliches Tun, Förderung von Jugendluſt und
Jugend=
kraft gilt. Der unterzeichnete Ausſchuß für Leibesübungen
iſt bereit, Euch jederzeit mit Rat und Tat zu helfen, aber
er fordert auch Eure Unterſtützung: ſo bitten wir Euch,
freiwillig bei Bezahlung Eurer Studiengelder in jedem
Semeſter die gewiß nicht hohe Summe von 50 Pfennig
gegen Quittung an den Rechner der Hochſchule zu
er=
egen. Die eingehenden Gelder ſollen den Grundſtock für
die weiteren Arbeiten des Ausſchuſſes bilden,
insbeſon=
dere den Rückhalt für die folgenden akademiſchen
turner=
iſchen und ſportlichen Veranſtaltungen in Darmſtadt und
an den Nachbarhochſchulen geben.
* Penſionär=Verein. Der Vorſtand des Vereins
pen=
ſionierter Staatsbeamten und Lehrer, ſowie deren
Hinter=
bliebenen hat beſchloſſen, den erſten Dienstag jeden
Mo=
nats in der Stadt Pfungſtadt nachmittags 5—7 Uhr eine
zwangloſe Zuſammenkunft ſeiner Mitglieder zwecks
Be=
ſprechung der den Verein berührenden Fragen zu
veran=
ſtalten. Die erſte Zuſammenkunft fällt auf Dienstag, den
3. Dezember dieſes Jahres.
* „Die Fremdenlegion” war das Thema eines der
Aufklärung und Abſchreckung dienen ſollenden Vortrags,
den Herr A. Wohlgemuth aus Hamburg am
Mitt=
woch abend im Saal „Zur Traube” hielt, und den der
Redner durch Vorführung zahlreicher belehrender
Licht=
bilder eindrucksvoll illuſtrierte. Der Vortrag war
beſon=
ders intereſſant, da er von einem Redner kam, der am
eigenen Leibe all die Qualen, fürchterlichen Entbehrungen
und Anſtrengungen und — Entehrungen gefühlt hatte, die
dem Fremdenlegionär, beſonders dem Deutſchen, der
lei=
der noch immer zu 30—40 Prozent den Beſtandteil der
franzöſiſchen Fremdenlegion bildet, das Leben zur Hölle
machen. Und das in einem Dienſte, der nichts erfüllt von
dem ihn umgebenden Nimbus intereſſanten
Abenteuer=
lebens, in dem für niemand Lorbeeren auf dem Felde der
Ehre zu pflücken ſind. Nach geſchichtlichen Darlegungen
über die Gründung der Legion und ihre Dienſt= und
Kriegstätigkeit ſchilderte Redner die ſchweren Arbeiten,
die ſchlechte Koſt und die jeder Ordnung, jeden Rechtes
entbehrende Behandlung, welche beſonders die auf den
Außenpoſten befindlichen Leute erleiden müſſen, da hier,
wie auch in den Garniſonen, Willkür und Beſtechung
herrſcht und der Legionär ſowohl von dem Franzoſen wie
von dem Araber verachtet wird. Diebſtahl und
Unſittlich=
keit herrſchen in erſchreckender Weiſe. Offiziere und Aerzte
ſorgen außerordentlich ſchlecht für die Untergebenen, ſo
daß Fluchtverſuche an der Tagesordnung ſind die aber
in den meiſten Fällen mißlingen. Er ſchildert dann ſeine
eigene, zuerſt mißlungene, ſehr intereſſante Flucht, die er
beſonders durch die ihm zur Verfügung ſtehenden
Geld=
mittel fertig brachte. Auch beſitze er jetzt ein Mittel, das
manchem Legionär helfen könne, das er aber nur
perſön=
lich bekannt gebe. Das leider nicht ſehr zahlreich
erſchie=
nene Publikum ſpendete dem Vortragenden dankbaren
Beifall.
* Kubelik erkrankt! Soeben wird der Konzert=
Agentur Thies Nachf. von dem Impreſarid des Herrn
Kubelik depeſchiert, daß das Konzert zum größten
Be=
dauern der Anhänger Kubeliks — beſonders bedauerlich
in Anbetracht des ſchon faſt ausverkauften Hauſes —
wegen Unwohlſeins am 23. ds. Mts, nicht ſtattfinden
kann und auf einen noch bekannt zu gebenden Tag
ver=
ſchoben werden muß. Die bis jetzt gelöſten Karten
be=
halten ihre Gültigkeit.
Katholiſcher Geſellenverein. Auf den am
Sonntag, den 17. November, im Saale des
katho=
liſchen Geſellenhauſes, Friedrichſtraße 30, ſtattfindenden
Familienabend ſei an dieſer Stelle beſonders
hin=
gewieſen. Ein Vortrag des Präſes über Der ſtille
Kulturkampf”, gemeinſame Lieder, Theater und
Schatten=
bilder werden reiche Belehrung und Unterhaltung bieten.
Mitglieder und Ehrenmitglieder nebſt Angehörigen ſind
freundlichſt eingeladen. Auch Nichtmitglieder ſind
will=
kommen.
— Odenwaldklnb. Die Ortsgruppe Darmſtadt
ruft zum zweitenmale in dieſem Monate zur Wanderung
deſſen Ziel Reinheim iſt. Um 8 Uhr beginnt der Marſch
am Böllenfalltor; er führt auf verſchlungenen Pfaden
hinauf und hinab. Schon von weitem begrüßt hoch
über den Baumwipfeln die Feuerſchale des
Bismarck=
turmes. Von dort führt der Weg über den Kirchberg
nach dem Lindenberg an dem Fuße des Bordenberges
vorbei, zu Tale, vorüber am Erholungsheim der
Frank=
furter Schulkinder nach Nieder=Ramſtadt und
Waſchen=
bach. Nach einſtündiger Raſt geht es weiter durch Nieder=
Modau und Rohrbach auf die Hohe=Straße mit ihrem
wundervollen Ausblick zum Schloß Lichtenberg und dem
Otzberg nach dem Endziel Reinheim, wo Einkehr im
Gaſthof „Zum Schwanen” iſt. Hoffentlich verliert bis
zum Sonntag der Himmel ſein griesgrämiges Geſicht
und macht einem lachenden fröhlichen Platz: Friſch auf!
Goethebund. Zu dem Vortrag Jatho ſind, wie
in der Anzeige bekannt gegeben wird, die numerierten
Galer’eplätze vergriffen.
* Der Verband für Jugendwohlfahrt und
Jugend=
fürſorge in der Stadt Darmſtadt hält heute nachmittag
5 Uhr im Herrſchaftsſaale des Städtiſchen Saalbaus
eine Mitglieder=Verſammlung mit nachfolgender
Tages=
ordnung ab: 1. Mitteilungen. 2. Armenpflege und
Arbeitszwang. (Referent: Herr Amtmann Krapp).
3. Ausſprache.
* Vortrag Major von Abereron. Der
Handels=
verein lädt ſeine Mitglieder zu dem Vortrag der
Heſſiſchen Flugſtudiengeſellſchaft am Mittwoch, den
20. November, im Saale „Zur Traube” ein. Herr
Major von Abercron wird über das Thema: „Die
Gordon Bennet=Fahrt in Amerika” und „Selbſterleöniſſe
im freien Ballon” ſprechen. Der Vortrag findet mit
Lichtbildern ſtatt.
* Lichtbildervortrag. Auf den im heutigen
An=
zeigenteil erwähnten Lichtbildervortrag des
Miſſions=
inſpektors Witte ſei nochmals beſonders aufmerkſam
gemacht.
* Vorträge über Deutſchlands Weltwirtſchaft.
Es ſei nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß die
vom Verein für Verbreitung von Volksbildung
veran=
ſtalteten Vorträge des Herrn Profeſſor Berghoff=
Iſing heute im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule
beginnen.
* Neuſprachliche Vorträge. Wir ſind heute in der Lage,
das Programm der neuſprachlichen Vorträge, die in
die=
ſem Winter hier gehalten werden ſollen, zu bringen.
Am 20. November, M. Louvrier: „A travers la
Ltté=
rature francaise moderne‟ 18. Dezember: Mr. Herbert
Vright: „Bernard Shaw” 15. Januar: M.
Thuil=
lier: „La peinture frangaise de 1789 à la période
con-
temporaine‟ (mit Lichtbildern); 14. Februar: Dr.
Smith: „English Schools and University‟ (mit
Licht=
bildern); 5. März: Lektor Dr. Bodart: „La femme au
18. siéele‟. Die Karten ſind in der Hofbuchhandlung von
Schlapp, Schulſtraße, zu haben.
— Der Geſangverein „Einigkeit‟ Darmſtadt=Beſſungen
veranſtaltet kommenden Sonntag, den 17. d. M., einen
Konzertabend in der Beſſunger Turnhalle. Der über 40
Sänger ſtarke Chor unter Leitung des Herrn Otto
Schra=
der wird Chöre von Curti, Zöllner, Schauß, Baumann
uſw., ſowie einige Volkslieder zu Gehör bringen.
Be=
ſonders ſeien Freunde des Männergeſanges auf
Bau=
manns wirkungsvolle Ballade: „Der Trommler von
Schott=
land”, welche hier zur erſtmaligen Aufführung
gelangen=
dürfte, aufmerkſam gemacht. Außerdem enthält das
Pro=
gramm Soli des Tenoriſten Herrn Fritz Lang, Mitglied
des Großh. Hoftheaters, ſowie Piecen eines Künſtler=
Enſembles der Kapelle des Leibgarde=Regts. Nr. 115.
Da=
nur ausgeſucht Gutes geboten wird, dürften jedem Be=,
ſucher dieſer Veranſtaltung einige genußreiche Stunden
geſichert ſein. (Siehe Anz.)
Silverne Hochzeit. Der Kaufmann H. H. Adler=
und Frau, geb. Klein, feiern am 16. November das Feſt
ihrer Silhernen Hochzeit.
Rh. Die Beerdigung des Studierenden Alfred Weiſer,
der bei der Stecherei ſein Leben eingebüßt hat, findet am
Freitag nachmittag 2 Uhr vom Städtiſchen
Kranken=
hauſe aus, ſtatt. Der Rektor der Hochſchule, Herr
Geh. Baurat Profeſſor Wickop bittet um zahlreiche
Be=
teiligung ſeitens der Studierenden. — Der Ausſchuß der
Studierenden fordert die Korporationen auf, zu einer
Vertreterſitzung in dieſer Angelegenheit Vertreter zu
ent=
ſenden. Die Sitzung ſoll am Freitag vormittag
ſtatt=
finden.
Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 14 des
Adreß=
buches für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter — Schlitz,
Franz, bis Schwinn, Friedrich, — liegt im
Haupt=
meldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13, während
der Bureauſtunden (8—12 Uhr vormittags und 2—6 Uhr
nachmittags) bis zum 18. November vormittags zur
Ein=
ſichtnahme offen.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter Kutſcher aus
Nieder=Modau wegen Diebſtahl und ein 32 Jahre alter
Taglöhner aus Groß=Süſſen, welcher von Göppingen
aus wegen Strafverbüßung ſteckbrieflich verfolgt wird,
ſind feſtgenommen worden.
Pfungſtadt, 13.Nov. Herr Bürgermeiſter Lang
und andere Vertreter der hieſigen Stadtbehörde
beſich=
tigten dieſer Tage die gegenwärtig in Darmſtadt von Frl.
Zimmer abgehaltenen Fiſchkochkurſe, da man auch
hier ſolche Kurſe einrichten will. Die Herren haben ſich
von der Billigkeit und dem guten Geſchmack der von
Fiſchen hergeſtellten Speiſen überzeugt. Stellte ſich doch
das von ihnen in der Kochſchule genoſſene Fiſchgericht,
be=
ſtehend aus Fiſchſuppe mit Klößchen und zwei Gängen,
auf nur 25 Pfg. pro. Perſon. Die Kreisbehörde geht
un=
ſerer Stadtverwaltung bei der Einrichtung dieſer Kurſe
mit Rat zur Seite und hat als Kochlehrerin Frl.
Zimmer=
von Darmſtadt zur Perfügung geſtellt. Die Dauer eines
Kurſes iſt auf 4 Tage berechnet. Man beabſichtigt,
neben=
den am Nachmittag abzuhaltenden Kurſen auch abendliche
für ſolche Teilnehmer einzurichten, die tagsüber
hierzu=
keine Zeit haben. Von den Teilnehmerinnen an den=
Tageskurſen ſoll ein kleines Entgelt entrichtet werden.
Die Stadt läßt zu dieſem Zwecke einen früheren
Schul=
ſaal zur Küche herrichten und beſchafft die nötigen Herde
und anderes Geräte. Der Vertreter der Großh.
Kreis=
ſchulkommiſſion Darmſtadt, Herr Kreisſchulinſpektor Prof.
Dr. Frenzel, der heute die Kochlehrerin der
Gemeinde=
behörde und dem Lehrerkollegium vorſtellte, hob in einer
längeren Anſprache die Notwendigkeit und Bedeutung der
Wanderkochkurſe für die Volkswohlfahrt hervor
und dankte der Stadtverwaltung für das opferwillige Ent=
Feuilleton.
* Als das „Unerfreulichſte in dieſen unerfreulichen
Tageu” bezeichnet die Kreuzzeitung unſere politiſchen
Witzblätter. Man mag über den Krieg auf dem
Balkan denken, wie man will, mag mit ſeinen Sympathien
mehr der einen oder der anderen Seite zuneigen: ſo viel
iſt doch ſicher, daß ſich dort ein weltgeſchichtliches
Rin=
gen abſpielt und daß die von jener Seite bisher in
beſon=
ders roher Weiſe verſpotteten jungen Balkanvölker einen
Idealismus, eine Opferfreudigkeit und eine
Kraft bewieſen haben, zu denen man ſie nur
beglück=
wünſchen kann. Welchen Niederſchlag finden nun dieſe
Ereigniſſe in jenen Witzblättern? Immer von neuem
kehren die alten, bis zum Ekel wiederholten Grimaſſen
und blöden Zerrbilder wieder, als käme es gar nicht
dar=
auf an, ob ſie noch irgendwie zutreffen oder nicht. Da
ſieht man eine von einer Handvoll idiotiſch ausſehenden
Soldaten begleitete Kriegskaſſe; ſie beſteht — aus einem
Hoſenknopf. Und dabei haben doch gerade bei den
Ver=
bündeten im Gegenſatz zu den Türken Finanzen und
Ver=
pflegung anſcheinend tadellos geklappt. Alſo, wozu die
ſtumpfſinnige Wiederholung uralter Clichés? Auf einem
anderen Bilde ſieht man eine Menge wiederum völlig
idiotiſch ausſehender (anderes vermögen die Leute ja
nicht zu zeichnen!) Bulgaren, Griechen uſw. in wilder
Flucht vor den in der Ferne folgenden Türken von dannen
raſen. Offenbar wollte man „nichts umkommen laſſen”
und das vor Wochen gezeichnete Bild doch noch bringen,
mochte es paſſen oder nicht. Welch greuliche
Geiſtes=
karmut, zugleich aber welche Verachtung der Leſer zeigt
ſich in ſolchem Gebaren! Aber man könnte das auf ſich
beruhen luſſen, wenn nicht ſolche blöden, hämiſchen, un=
wahrhaftigen, dazu auch noch jedes Kunſt= und
Witz=
wertes entbehrenden Karikaturen im Auslande gläubig
als Proben deutſcher Geiſtesart aufgenommen und
uns gebührend angekreidet würden. Daß dieſe Sachen,
die naturgemäß den Eindruck machen, als würden ſie von
Leuten hervorgebracht, deren Hirn völlig vertrocknet iſt
und die ſtatt des Blutes Giſt in den Adern führen,
ziem=
lich ausnahmslos gar nicht von Deutſchen, ſondern von
Ausländern herrühren, weiß da draußen in der Welt kein
Menſch. Pflicht der anſtändigen deutſchen Preſſe iſt es
aber, Verwahrung dagegen einzulegen, daß man uns im
Auslande nach dem Gebaren des einen oder anderen
Therſites in deutſchgeſchriebenen, aber durch und durch
undeutſchen Witzblättern beurteilt, und unſer
Leſepubli=
kum immer wieder darauf hinzuweiſen, welcher unerhörte
Mißbrauch von jener Seite mit ſeiner Geduld getrieben
wird.
* Das Katheder der Köchin. Aus Paris wird dem
B. T. gemeldet: Die Konkurrenz um den kulinariſchen
Lehrſtuhl, die für die Köchinnen ausgeſchrieben war, hat
bis jetzt ein nur ſehr beſcheidenes Ergebnis gehabt. Zwölf
Kandidatinnen aus ganz Frankreich hatten ſich um den
Lehrſtuhl beworben. Sechs dieſer Kandidatinnen legten
am Dienstag ein Examen in Rumpſteak, Omelettes und
Apfelbeignets ab, und von dieſen ſechs Damen ſind vier
auf das ſchmählichſte durchgefallen. Das Rumpſteal
ſchmeckte wie das beſte amerikaniſche Boxcalfleder, und die
Apfelbeignets waren verbrannt. Die Jury aß ſich durch
dieſe Prüfungsarbeiten durch und fällte dann ihr Verdikt
voll Erbitterung. Am Mittwoch wird die Prüfung mit
den ſechs anderen Kandidatinnen fortgeſetzt werden und
die Jury, die von dem einem Verſuch genug hat, ſtellt
jetzt das Thema: Scezunge, Hammelfilet und
Plum=
pudding.
— Kömig Nikita, der in dieſen Tagen mit dem
ge=
wöhnlichen, Perſonenzug unerwartet in Antivari eintraf,
hat die Reiſe in einem Wagen dritter Klaſſe
zurückgeltegt, und was dieſe „Abwanderung” des Königs
von Montenegro in die niedrigſte Klaſſe bei den
Zu=
ſtänden; auf den Balkanbahnen zu bedeuten hat, bedarf
nicht eirſt beſonderer Ausmalung. Nikita entſchloß ſich
zu denn wenig „ſtandesgemäßen” Quartierwechſel, als er
in Ex fahrung brachte, daß im ſelben Zuge zwei alte
Montenegriner fuhren, die extra aus Amerika
herüberge=
komrmen waren, um am Kriege ihrer Landsleute
teilzu=
nehnnen. Um die beiden opferfreudigen Patrioten zu
ſpraſchen, ſtieg der Landesvater zu ihnen in die dritte
Kläiſſe und machte die Reiſe in dem wenig einladenden
Gefährt, während er ſein Gefolge in den für ihn
reſer=
viekten Wagen erſter Klaſſe ſchickte. Es ſchien dem König
walhrſcheinlich ratſamer, die beiden Landeskinder lieber
in lihrem Abteil zu beſuchen, als ſie nach ſeinem
Salon=
wagen zu entbieten.
** Canalejas’ letzte Worte. Canalejas beſuchte am
Tage ſeiner Ermordung vormittags 10 Uhr das Palais.
Er begab ſich zum König, um ihm einige Dekrete zu
unter=
breiten: Mit lächelnder Miene verließ er das Kabinett;
in dem Moment, als er die Tür aufmachte, traf ihn ein
heftiger Windſtoß. „Pfui, welch’ ein Wind!
Wirwer=
den einen ſchlechten Tag haben!” rief der Mis
niſterpräſi dent aus. Eine Stunde ſpäter ſollte ſich ſeine
Prophezeizung bewahrheiten, als er unter der Kugel ſeines
Mörders tzot zu Boden ſank. Ein Paſſant eilte ihnz
Hilfe: Don Joſé. Don Joſé! das war der Vornamedes
Ermordetenf. Canalejas hatte noch Zeit, zu ſagen
„Dieſe Kaanaille hat mich getötet!”, dann
er ſeinen Geziſt auf.
gegenkommen. Er gab der Hoffnung und Ueberzeugung
Ausdruck, daß durch die Einrichtung der Küche im
Schul=
hauſe auch der Boden geebnet ſei für die Einführung des
Haushaltungsunterrichts für den älteſten Jahrgang der
Mädchenſchule, wie er in Städten und anderen größeren
Orten ſchon ſeit längerer Zeit erteilt werde. Es komme
hinzu, daß mit der Einrichtung der Schulküche auch die
Vorbedingung für die Errichtung der Fortbildungsſchule
für die ſchulentlaſſene weibliche Jugend erfüllt ſei.
* Nieder=Beerbach, 14. Nov. Der hieſige Turnverein
führte das vieraktige Luſtſpiel „Der tolle Hund” von
E. Niebergall auf und hat damit eine Leiſtung vollbracht,
die alle Erwartungen übertraf. Eine gut gewählte Schar
von Mitſpielenden hat durch ihr anſprechendes Spiel die
Zuhörer bis zum letzten Fallen des Vorhangs in
Spann=
ung gehalten. Es findet daher, dem Wunſche Vieler
ent=
ſprechend am 17. November im Gaſthaus „Zum
Darm=
ſtädter Hof” eine zweite Aufführung des wirklich
anziehen=
den, mit echtem Humor ausgeſtatteten Stückes ſtatt.
Offenbach, 14. Nov. Die neue
Millionenan=
leihe im Betrage von 1¾ Millionen Mark, die durch
die zahlreichen ſtädtiſchen Bauten, Kanaliſation uſw.
er=
forderlich wurde, hat bereits die ſtaatliche Genehmigung
gefunden. — Infolge der Erweiterung des ſtädtiſchen
Elektrizitätswerkes ſind 24000 Mark für die
Legung neuer Kabel erforderlich, die im
Verfaſſungsaus=
ſchuß zuzüglich von 1500 Mark für die damit
verbun=
denen Erdarbeiten genehmigt wurden. Für die
Aufſtel=
lung einer neuen Pumpe im ſtädtiſchen Waſſerwerk
wur=
den 65000 Mark bewilligt. — Seit nahezu ſechs Jahren
liegt das Theaterleben in Offenbach faſt völlig
darnieder, nachdem das alte Stadttheater in der Kirchgaſſe
wegen Baufälligkeiten behördlicherſeits geſchloſſen werden
mußte. Seit dieſer Zeit begnügt man ſich mit einer
wöchentlich einmal ſtattfindenden Theatervorſtellung in
dem ſog. Interimstheater, einem Saal mit einer höchſt
primitiven Bühne. Im Offenbacher Verkehrsverein hielt
Theaterdirektor Adalbert Steffter=Hanau, der
der=
zeitige Leiter des Interimstheaters, über die
Bedeu=
tung eines modernen Theaters für Offenbach einen
Vor=
trag. In der ſich anſchließenden Ausſprache betonte
Re=
dakteur Kaul, daß die Theaterfrage nur durch die Stadt
gelöſt werden könne. Beig. Eißnert vertrat die
An=
ſicht, daß die Löſung der Theaterfrage durch die Stadt
ge=
ſchehen müſſe, doch ſei dieſe augenblicklich nicht in der
Lage, ein Theater völlig aus eigenen Mitteln zu
errich=
ten. In der weiteren Ausſprache wurde die Gründung
einer Aktiengeſellſchaft angeregt. Herr Schloſſer,
der Leiter für ſtädtiſche Kultur in Frankfurt meinte, es
ſei zunächſt Aufgabe des Verkehrsvereins, Material aus
anderen Städten mit ähnlicher
Bevölkerungszuſammen=
ſetzung zu ſammeln, um auf Grund deſſen der Stadt
poſitive Vorſchläge über Finanzierung, etwaige Zuſchüſſe,
der Rentabilität uſw. unterbreiten zu können.
Mainz, 14. Nov. Es iſt bekannt, daß vor dem
näch=
ſten Schwurgericht der Zigeuner zur Aburteilung
kommt, der den Gendarmen Heſſel erſchoſſen hat.
Während man bisher glaubte, in ihm den berüchtigten
Zigeuner Ebender verhaftet zu haben, ſollen
neuer=
dings Zweifel aufgetaucht ſein, ob er wirklich der
Ebender iſt. Dagegen ſoll er der Mordtat ziemlich ſicher
überführt ſein, ſodaß er trotzdem von dem nächſten
Schwurgericht abgeurteilt wird.
Koſtheim, 14. Nov. Bei der Anlage des
Grund=
buchs ſtellte ſich heraus, daß über den ſog. großen
Boller=
ſacker keine Urkunde vorhanden iſt. Der Acker wurde ſeit
Jahren von dem Holzhändler Chriſtoph Hohmanns Sohn
benützt. Da nun Einſpruch erhoben worden iſt, wird das
Gericht zu entſcheiden haben. — Zur Zeit werden die
von den hieſigen Landwirten geernteten Zuckerrüben
am Mainufer verladen. Dieſelben kommen nach Holland
in eine Zuckerfabrik. Der Ertrag war in dieſem Jahre
ſehr gut, er beträgt 12000 Zentner.
Bingen, 14. Nov. Bei den von der
Eiſenbahndirek=
tion Mainz vorgenommenen Bohrungen im
Stromgebiet des Rheins, die bis auf 40 Meter
Tiefe fortgeſetzt wurden, ſtieß man auch in dieſer Tiefe
noch auf Letten. Nun iſt es zwar techniſch nicht möglich,
die Brückenpfeiler im Strom auch in Letten zu errichten,
aber da man die unter dem Letten lagernden Erdſchichten
nicht genau kennt, beſchloß man, den ganzen Brückenbau
um 900 Meter ſtromabwärts zu verſchieben, ſo daß man
jetzt nicht mehr von einer Brücke Geiſenheim=
Gaulshieim ſprechen kann, ſondern tatſächlich eine
Brücke Rüdesheim=Bingen gebaut wird.
(*) Gießen, 13. Nov. Um zur Ausbreitung des
kolo=
nialen Gedankens mit beizutragen, wurde heute in
ſämt=
lichen Räumen von Steins Garten, ein Kolonialfeſt
abgehalten Veranſtalter waren die Abteilung Gießen
des Deutſchen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die
Kolonien und der Frauenbund der Deutſchen
Kolonial=
geſellſchaft, Abteilung Gießen. In dem großen Saal und
dem Vorſaal waren rundum Buden eingerichtet, in denen
Erfriſchungen, Handarbeiten, Andenken und dergleichen
mehr von Damen zum Verkauf geboten wurden, Kamerun,
Togo, Samoa, Südweſt uſw. boten ihr Beſtes. Das Feſt
erfreute ſich eines ſehr ſtarken Beſuchs; auch die Spitzen
der Behörden waren zugegen, z. B. Provinzialdirektor
Ge=
heimerat Dr. Uſinger, Oberbürgermeiſter Mecum, Oberſt
von Trotta, Regierungsrat Welcker. Die Muſikkapelle der
116er konzertierte; mehrere Theaterſtückchen wurden
ge=
geben. Beſonders viel Beifall fand „Jung=Deutſchland
in Kamerun‟ Den Schluß bildete ein Tanz. Der Erlös
iſt für koloniale Zwecke beider Vereine beſtimmt, auch ſollen
die deutſchen Schweſtern in den Kolonien mit
Weihnachts=
gaben bedacht werden.
Steinfurth, 14. Nov. Hier wurde durch die Bad
Nauheimer Polizei der Inſtallateur Franz Guthier auf
ſeiner Arbeitsſtelle in Bad=Nauheim verhaftet. Ihm
wird zur Laſt gelegt, im Laufe des Sommers ſich während
ſeiner Tätigkeit als Inſtallateur ein ganzes Warenlager
geſtohlener Sachen aus Hotels Villen und Geſchäfts
häuſern angeeianet zu haben. Tatſächlich fand
Kriminal=
wachtmeiſter Dillenburger in der Wohnung des
Verhafte=
ten eine große Anzahl Konſervenbüchſen, Champagner=
Kognak= und Weinflaſchen, Schirme, Kleiderſtoffe, Bluſen
uſw., eine ganze Einrichtung, die auf einem Wagen
au=
das Nauheimer Polizeiamt geſchafft wurde. Seinem
Ar=
beitgeber hat er eine teure Klofetteinrichtung entwender
und in ſeiner Wohnung verwendet. Seinen Kollegen
hat er wahrſcheinlich auch die ſeit längerer Zeit abhanden
gekommenen Werkzeuge geſtohlen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Nov. Die Auktion
Orth bot am geſtrigen (Dienstag) Nachmittag ein
in=
tereſſantes Geſellſchaftsbild. In den vorderen Reihen
des wieder überaus zahlreichen Publikums bemerkte man
una, die Prinzeſſin Karl von Iſenburg, die Gattin eines
Schweſterſohnes von Johann Orth, und in ihrer
Begleit=
tung die Prinzeſſin Antoinette von Iſenburg. Die beiden
Prinzeſſinnen erſtanden u. a. aus dem Orthſchen Nachlaß
folgende Stücke: für 280 Mark eine Marmorbüſte der
Königin Luiſe von Neapel, für 400 Mark ein Gemälde
von Giovanni Signorini, darſtellend die Krönung Leo
polds II. von Toskana, für 320 Mark das Bruſtbild
Kai=
ſer Leopolds von einem unbekannten Meiſter. Ferner
aus der Sammlung Valkenhayn für 4100 Mark ein
Fa=
milienbildnis nach Art des Frans Pourbus des Aelteren
(um 1570) und für 2800 Mark ein Kinderbildnis von
Ael=
bert Cuyp (1620—91). Die Stücke aus der — nicht zum
Orthſchen Nachlaß gehörenden — Sammlung
Valken=
hayn brachten wieder die weitaus höchſten Preiſe. So
ein dreiteiliges Altarbild aus der Schule des Jan van
Scorel 24000 Mark, die Heilige Katharina von Siena von
einem ſpaniſchen Meiſter des 17. Jahrhunderts 17000 M.
eine Parkſzene nach Art Watteaus 15000 Mark, Franz
Skarbinas bekannte Gouachemalerei „Der
Weihnachts=
markt auf dem Luſtgarten” 7800 Mark.
Die Spionageaffäre des Hauptmanns der
ruſ=
ſiſchen Gardekavallerie Koſtewitſch beſchäftigte heute
die Strafkammer des Berliner Landgerichts I. Den
Vor=
ſitz führte Landgerichtsdirektor Lilia. Die Anklage
ver=
rat Oberſtaatsanwalt Chrzeſeinski. Der Verhandlung
wohnte der Kammergerichtspräſident bei. Koſtewitſch, der
Sohn eines ruſſiſchen Generals, wird beſchuldigt, ſich
gegen den ſogenannten Duchesne=Paragraphen 48 a:
Auf=
forderung zur Begehung von Verbrechen, vergangen zu
haben, indem er den bei der Firma Ehrhardt=Düſſeldorf
beſchäftigten ehemaligen ruſſiſchen Oberleutnant
Wladi=
mir Nikolski ſchriftlich aufforderte, ihm
Konſtruktions=
zeichnungen und ſonſtige nähere Details von
Artillerie=
geſchoſſen auszuliefern. Zu der heutigen Verhandlung
war im Auftrage der ruſſiſchen Regierung Wirkl.
Staats=
rat v. Bynowski erſchienen. Ferner wohnte derſelben
Major Heye vom Großen Generalſtab bei. Als Zeugen
ſind geladen: Nikolski, Landgerichtsdirektor Groß=
Leip=
zig, der Direktor der Rheiniſchen Metallwarenfabrik
vor=
mals Ehrhardt, Guſtav Müller=Düſſeldorf, Major Haſſe
vom Kriegsminiſterium, der Betriebsdirektor des
Feuer=
werklaboratoriums in Spandau, Major Klinckenberg. Auf
Antrag des Oberſtaatsanwalts wurde nach Verleſung des
Eröffnungsbeſchluſſes für die Dauer der Verhandlung
wegen Gefährdung der Staatsſicherheit die
Oeffent=
lichkeit ausgeſchloſſen.
Rh. Schierſtein, 13. Nov. Ein aufregender
Vor=
fall ſpielte ſich heute nachmittag auf hieſigem Bahnhol
ab. Ein mit ſeinem Reiter durchgegangenes
Pferd, ſetzte in vollem Galopp über die geſchloſſene
Barriere oberhalb der Station, gerade als ein Rangierzug
paſſierte. In der nächſten Sekunde wälzten ſich Roß und
Reiter vor den Rädern eines der vorbeirollenden Wagen.
In großer Geiſtesgegenwart ſprangen der den
Rangier=
dienſt überwachende Beamte und der Schrankenwärter
herzu und zerrten den Geſtürzten hervor, ehe die Räder
ſeine auf den Schienen liegenden Beine erfaſſen konnten.
Der Zug wurde ſofort zum Stehen gebracht. Doch
ver=
endete das wertvolle Reittier in wenigen Minuten infolge
der erlittenen Verletzungen. Der Reiter, ein praktiſcher
Arzt aus Wiesbaden, kam mit einigen Hautabſchürfungen
und dem ausgeſtandenen Schrecken davon.
München, 13. Nov. Die Korreſpondenz Hoffmann
veröffentlicht über das Befinden des Königs
Otto folgendes Bulletin: „Die karbunkulöſe
Entzünd=
ung erlangte keine weitere Ausbreitung. Die
Lymph=
gefäßentzündung iſt in Rückbildung begriffen; der
Pa=
tient iſt fieberfrei, das Allgemeinbefinden iſt
zufrieden=
ſtellend.”
Karlsruhe, 14. Nov. Im Schwarzwald und in den
Vogeſen wüten ſeit geſtern ſchwere Schneeſtürme bei
5 Grad Kälte.
Quedlinburg, 14. Nov. Der Südturm der berühmten,
1129 erbauten Schloßkirche, in welcher König
Hein=
rich der Vogler mit ſeiner Gemahlin Mathilde begraben
liegt, hat ſo bedenkliche Riſſe erhalten, daß er
ein=
zuſtürzen droht. Eine Unterſuchung ergab, daß der ſtarke
Winddruck, welchem der dicht am Rande eines Felſens
ſtehende Turm ausgeſetzt iſt, die Gefahr verurſacht hat,
und daß der Sandſteinfelſen, auf welchem der Turm
er=
baut iſt, für die ſchwere Laſt doch nicht hart genug iſt.
Man will ſofort mit einer Verſtärkung der Grundmauern
und einer ſicheren Verankerung des Mauerwerks
be=
ginnen.
Düſſeldorf, 14. Nov. Geſtern abend kurz nach 7 Uhr
ſtieß auf der rheiniſchen Bahn zwiſchen den Stationen
Oberkaſſel und Lörrick auf der eingleiſigen Strecke bei
ſtarkem Nebel eine Lokomotive gegen einen
Motor=
wagen, der von Krefeld kam. Infolge des
Zuſammen=
ſtoßes wurden 8 Perſonen ſchwer verletzt, zahlreiche, man
ſpricht von 30, leichter. Die Verletzungen beſtanden in
Arm= und Beinbrüchen und Kontuſionen durch
um=
herfliegende Glasſplitter.
Salzungen, 13. Nov. Durch das herzoglich
meinin=
genſche Amtsgericht wird am kommenden Montag das
Bad Alt=Liebenſtein mit ſeinen Stahlquellen,
dem Kurhaus, dem Hotel Bellevue und allem Zubehör
zum dritten Male in dieſem Jahre im Wege der
Zwangsvollſtreckung verkauft werden.
Moſchen, 13. Nov. Der Kaiſer traf im Sonderzuge
von Breslau kommend, um 6 Uhr abends an der
Halte=
ſtelle Jelkaalle ein, wo eine proviſoriſche Empfangshalle
und eine Ehrenpforte errichtet worden waren. Zum
Empfange war Graf von Thiele=Winckler
erſchie=
nen. Nach der Begrüßung erfolgte die Abfahrt nach dem
in der Nähe liegenden Schloſſe. Auf dem Wege bildeten
mit Fackeln die Kriegervereine von Kujau und Moſchen
Spalier. Im Schloſſe wurde der Kaiſer von der Gräfin
empfangen. Als Gäſte waren u. a. anweſend der Herzog
von Ratibor, Oberpräſident von Günther, Burggraf
Graf zu Dohna=Schlobitten und Freiherr von Thiele=
Winckler=Sendhof.
Jüterbog, 14. Nov. Von dem auf dem Bahnhof
Jüterbog haltenden Güterzug 803 liefen etwa 30
Achſen ab und ſtießen mit dem Perſonenzug 286 in
Kilometer 61 zwiſchen Grüna und Jüterbog zuſammen.
Der Schlußſchaffner von dem Güterzug wurde getötet.
Drei Reiſende wurden leicht verletzt. Der Materialſchaden
iſt bedeutend.
Paris, 13. Nov. Ein großer
Einbruchsdieb=
ſtahl iſt in der verfloſſenen Nacht im
Juwelier=
geſchäft von Clero auf dem Boulevard de Capueines
verübt worden. Die Diebe benutzten ein Gerüſt, das
be=
hufs Reparaturarbeiten an dem Hauſe errichtet war, um
in die Geſchäftsräume einzudringen, und nahmen alle
koſtbaren Gegenſtände, in der Hauptſache Juwelen, mit
ſich. Sie machten eine Beute im Werte von über einer
halben Million Francs.
Bukareſt, 14. Nov. Auf der Donau ereignete ſich heute
nachmittag ein ſchweres Schiffsunglück. Eine
Schaluppe wollte im Hafen von Oſtrow 50 Mann der
Grenzwache nach der Stadt bringen. Bei einer Wendung
kenterte die Schaluppe und ſämtliche Inſaſſen ſtürzten in
die Flut. 44 Grenzwächter, ein Korporal ſowie von der
Beſatzung drei Matroſen und der Mechaniker er
tranken. Die anderen konnten gerettet werden.
Petersburg, 13. Nov. In ſeinem Palais auf Waſſil=
Oſtrow hat der Graf Dmitri Hendrikow ſich
plötz=
lich erſchoſſen, ohne daß man irgendwelche
ſtichhalti=
gen Vermutungen über die Urſachen hätte, die ihn zu
die=
ſem verzweifelten Schritt trieben. Seine Tat erweckt in
den Hofkreiſen Petersburgs das größte Aufſehen, denn
Graf Hendrikow ſchien alles zu beſitzen, was das Leben
lebenswert macht. Er war noch jung, erſt 28 Jahre alt,
ſeit zwei Jahren mit einer jungen Dame aus beſtem
Hauſe, einer Schweſter des kaiſerlichen Kammerherrn
Grigoriew verheiratet, war reich und vollkommen
unab=
hängig, ſeitdem er ſeinen Abſchied als Offizier des
Garderegiments Semeonowſky genommen hatte. Die
Grafen Hendrikow ſind inſofern eine Art von Seitenzweig
des Zarenhauſes, als ſie ihre Herkunft auf einen
Bru=
der der Kaiſerin Katharina, der Gemahlin Peters des
Großen, zurückführen. Dieſe Kaiſerin, die bekanntlich
aus den ärmlichſten Verhältniſſen ſtammte und infolge
der merkwürdigen Schickſale aus einem Bauernhauſe
ſchließlich auf einen Kaiſerthron gelangte, hatte eine
jün=
gere Schweſter, die mit einem Taglöhner namens Simon
Heinrich verheiratet war. Deren Kinder wurden unter
dem Namen „Hendrikow” zunächſt geadelt und ſpäter,
nämlich 1742, von ihrer Kuſine, der Kaiſerin Eliſabeth,
mit der Grafenwürde beſchenkt. Seitdem ſtehen die
Gra=
fen Hendrikow in der erſten Reihe jener ariſtokratiſchen
Geſchlechter Rußlands, in denen die höchſten Ehren und
Würden am Hofe ſich gleichſam von Geſchlecht zu Geſchlecht
forterben.
New=York, 13. Nov. Der „New=York Herald” meldet
aus Montevideo, daß der uruguayiſche Kreuzer
„Montevideo” ehemals ein italieniſches Kriegsſchiff,
an der Küſte von Rio Grande aufgelaufen ſei. Das
Schiff ſei vollſtändig verloren, die Beſatzung gerettet. Der
kreuzer befand ſich auf dem Wege nach Rio de Janeiro,
wo er an der Feier des Nationalfeſtes teilnehmen ſollte.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
* Konzert des Lehrerſängerchors. Die
Soliſtin für das am Samstag ſtattfindende Konzert iſt ein
Sopran, „rein und klar wie ein Frühlingstag” wie ein
Münchener Blatt rühmend berichtet. „Es iſt eine Wonne,
dieſe Sängerin zu hören” mit dieſen Worten ſchließt die
Saalezeitung ihren Bericht über das Auftreten der
Künſt=
lerin in Bad Kiſſingen. Beſondere Triumphe ſcheint Frl.
Flith in Hamburg gefeiert zu haben. Die dortigen
Blät=
ter rühmen einmütig „ein klangſchönes,
modulations=
reiches, edel geſchultes Organ, aus dem Innerſten
quel=
lende Geſtaltungskraft und ſeelenvolle Vortragsweiſe von
hinreißender Wirkung‟. Es iſt darum nicht zu
verwun=
dern, daß die Künſtlerin in dieſen Tagen zum viertenmal
innerhalb der letzten zwei Jahre in Hamburg auftreten
konnte. Ihrem Erſcheinen in Darmſtadt kann daher mit
den größten Erwartungen entgegengeſehen werden.
* Die Kammermuſik=Vereinigung de
Haan, Schmidt, Schnurrbuſch, Gims, Andrä macht
noch=
mals auf die kommenden Sonntag, den 17. November,
ſtattfindende Zweite Matinee aufmerkſam. Ueber die
Komponiſten der beiden Streichquartette, Cherubini und
Haydn, erübrigt es ſich, Näheres zu ſagen, doch dürften
einige Worte über den Verfaſſer der Violinſonate nicht
unwillkommen ſein. Jean Marie Leclair erblickte 1687 zu
Paris das Licht der Welt und fand ebendort 1764 den Tod
durch Mörders Hand. Seine Laufbahn begann er,
nach Pariſer Studien, in Turin als Ballettänzer
und =meiſter, worauf er ſich ganz der Muſik
zu=
wandte und nach Paris zurückkehrte, zuerſt als
Orcheſtermuſiker, ſpäter jedoch ſich nur der Kompoſition
widmete. Daraus iſt auch ſeine verhältnismäßig geringe
Anzahl von Werken erklärlich: man ſchreibt ihm eine Oper,
mehrere Konzerte (im Bachſchen Stil) und 48
Violinſona=
ten zu, von denen leider nur wenige bekannt ſind. Die
bedeutendſte davon dürfte wohl die für unſere Aufführung
gewählte ſein; ſie zeichnet ſich vor allem durch die knappe
und klare Form, ſowie durch einheitlichen
Stimmungs=
gehalt aus. Der Komponiſt hat ſie ſelbſt „Le tombeau”
benannt. — Die Matinee beginnt um 11¼ Uhr.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 14. Nov. Der vierte
Aus=
ſchuß der Zweiten Kammer hielt heute eine
längere Sitzung ab, welcher als Regierungsvertreter Herr
Geh.=Rat Wilbrand beiwohnte. Den Hauptpunkt der
Beratung bildete die Vorſtellung des Architekten Max
Rabe=Buchſchlag, in betreff des Vertrages mit dem Großh.
Familieneigentum und der damit in Verbindung ſtehende
Plan der Errichtung einer ſelbſtändigen Gemeinde
Buch=
ſchlag. Da inzwiſchen Verhandlungen zwiſchen der
Re=
gierung über dieſe Angelegenheit eingeleitet ſind, beſchloß
der Ausſchuß, einſtweilen von der weiteren Behandlung
der Sache Abſtand zu nehmen. Zu der Vorſtellung des
Verkehrsverbandes der Strecke Frankfurt=Darmſtadt,
worüber Abg. Raab referierte, beſchloß der Ausſchuß, die
Regierung zu erſuchen, den geäußerten Verkehrswünſchen
nach Möglichkeit entgegenzukommen, im übrigen die
Vor=
ſtellung für erledigt zu erklären. Der Ausſchuß
geneh=
migte weiter das Referat des Abg. Uebel, das dahin geht,
den Ausführungen der Regierung zu der Vorſtellung des
Schriftvereins in Berlin, in betreff Erhaltung der
deut=
ſchen Schreib= und Druckſchrift, zuzuſtimmen. Eine
ein=
gehende Beratung erfuhr noch der Antrag des Abg. Diehl,
in betreff des Weingeſetzes, der die Einführung des
Deklarationszwanges für eingeführte Verſchnittweine
verlangt. Der Antrag wurde mit einer vom Abg. Korell=
Ingelheim beantragten Abänderung dahingehend
ange=
nommen, die Regierung zu erſuchen, dafür einzutreten,
daß bei Neuregelung der Handelsverträge die Möglichkeit
geſchaffen wird, den Deklarierungszwang für
auslän=
diſche Verſchnittweine durchzuführen.
*X* Darmſtadt, 14. Nov. Die Fraktion des
Heſſiſchen Bauernbundes war heute von früh
bis zur ſpäteren Abendſtunde zu Fraktionsberatungen
bei=
ſammen, die ſich in der Hauptſache um die Stellungnahme
zu dem heſſiſchen Ausführungsgeſetz des
Reichsverſiche=
rungsgeſetzes über die ländliche Unfallverſicherung drehte,
Weiter kamen noch verſchiedene Anträge von
Fraktions=
mitgliedern zur Beratung, darunter namentlich der füngſte
Antrag Bähr, in betreff der Vereinfachung der
Staats=
verwaltung, der in ſeiner jetzigen Form nicht die
Billi=
gung der Fraktionsmehrheit fand und eine weſentliche
Abänderung erfahren ſoll.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 14 Nov. In der heutigen Sitzung des
Zentral=Ausſchuſſes der Reichsbank wurde
beſchloſſen, den Diskont um ein volles Prozent herauf
zu ſetzen, nämlich von 5 auf 6 Prozent und den
Lom=
bard=Zinsfuß von 6 auf 7 Prozent.
In der Sitzung des Zentral=Ausſchuſſes
nahm Exzellenz v. Havenſtein zunächſt Bezug auf den
Zwiſchenausweis vom 11. November und führte aus,
die Verſteifung des Gelds an den internationalen
Geld=
märkten habe fortgeſetzt bereits zu einer Erhöhung
der Diskontſätze bei den ausländiſchen
Zentralnoten=
banken geführt, auch die Privatdiskontſätze ſeien
dem=
gemäß im Auslande geſtiegen. In Rückwirkung hiervon
erhöhte ſich hier der Satz für tägliches Geld und der
Pri=
vatdiskont erreichte die Höhe des Reichsbankdiskonts.
Die Entſpannung der Reichsbank erfolgte langſamer als
ſonſt, die Verſchlechterung des Status im Vergleich zu den
Vorjahren ſetzte ſich fort, der Metallvorrat ſei im
Gegen=
ſatz zu dem Novembermonat anderer Jahre geſunken und
die Deviſenkurſe nahmen einen hohen Stand ein. Aus
dieſem Grunde glaube die Reichsbank nicht an dem Satz
von fünf Prozent feſthalten zu können und entſchloß ſich
zur Erhöhung um ein Prozent. Widerſpruch wurde
von keiner Seite erhoben.
* München, 14. Nov. Die Bayeriſche
Notenbank hat den Wechſeldiskont auf 6
Pro=
zent, den Lombardzinsfuß auf 7 Prozent erhöht.
* Dresden 14. Nov. Die Sächſiſche Bank
hat den Wechſeldiskont von 5 auf 6 Prozent und
den Lombardzinsfuß von 5½ auf 7 Prozent
er=
höht.
Luftfahrt.
Abnahme neuer Luftſchiffe für die
Heeresverwaltung.
* Wie die Berl. N. Nachr. hören, wird ſich noch im
Laufe dieſes Monats eine militäriſche
Abnahmekommiſ=
ſion nach Bitterfeld begeben, um das Luftſchiff, das als
Erſatzfür den P. II beſtimmt iſt, von der
Luftfahr=
zeuggeſellſchaft abzunehmen. Während der P. III rund
10000 Kubikmeter faßt, wird das neue Luftſchiff einen
Gasraum von nur etwa 8 000 Kubikmeter aufweiſen. Die
Lange durfte 80 Meter betragen, der Durchmeſſer 14 Mtr.
Zwei je 150pferdige Daimler=Motoren ſollen die
Schrau=
ben treiben, während der P. III. zwei Motoren zu 200
Ps. aufweiſt. Da das neue Parſefal=Luftſchiff als
Er=
ſatz für den P. II beſtimmt iſt, wird es auch den gleichen
Namen tragen. Das nächſte Luftſchiff, das dann für die
Heeresverwaltung geliefert wird, iſt der M. IV, der
be=
kanntlich zu einem Luftſchiff vom Typ M. III umgebaut
wurde. Seine Fertigſtellung und Abnahme wird im
Januar n. Js. erfolgen. Weiter iſt ein neues
Zeppe=
lin=Luftſchiff in Friedrichshafen von der
Heeres=
verwaltung beſtellt worden, das vorausſichtlich im
Früh=
jahr zur Ablieferung gelangen kann, da die
Herſtellungs=
zeit der Schiffe etwa 4 Monate beträgt.
Das neue Zeppelin=Luftſchiff wird in den
Abmeſ=
ſungen des 3. III gehalten werden, da ſich eine
Vergrö=
ßerung desſelben ſchon aus dem Grunde verbietet, weil
die der Militärverwaltung gehörigen Hallen Schiffe noch
größeren Rauminhalts nicht aufnehmen können. Im
übrigen werden ſelbſtverſtändlich die neueſten
Erfahrun=
gen, die man mit dem Marineluftſchiff ſowie den
Luft=
ſchiffen Viktoria Luiſe und Hanſa gemacht hat, bei dem
Bau verwertet werden. Die Leiſtungen der Zeppelinſchiffe
haben ſich namentlich hinſichtlich der Eigengeſchwindigkeit
und mitzuführenden Nutzlaſt ſtetia geſteigert. Für den
M. III, deſſen einzelne Teile, leider auch die Motoren,
völlig zerſtört ſind und anderweitige Verwertung
nicht mehr finden können, iſt bisher ein neues Luftſchiff
dieſer Art nicht in Auftrag gegeben worden. Zurzeit
be=
ſitzt die Heeresverwaltung 8 fertige Luftſchiffe
Durch die bevorſtehenden Abnahmen würde ſich der
Be=
ſtand auf 11 ſtellen. In Frage kommt auch noch eine
Uebernahme des Luftſchiffes Schütte=Lanz I, wenn
der Heeresverwaltung entſprechende Vorſchläge gemacht
werden und der Nachweis der erforderlichen Eigenſchaften
des Luftſchiffes für militäriſche Zwecke erbracht wird. Die
Preßnachricht, daß ein Zeppelinſchiff der
Heeresverwal=
tung in der demnächſt fertiggeſtellten Luftſchiffhalle in
Potsdam untergebracht werden ſoll iſt unzutreffend. Es
handelt ſich hier lediglich um ein Schiff der Delag,
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Wenn man die Artikel und Berichte über den
jüngſten traurigen Vorfall zwiſchen Studenten lieſt, ſo
legt man die Zeitung nicht aus der Hand, ohne zu
fragen, warum bekämpft man ſolche Exzeſſe nicht in
ihren Urſachen? Warum führt man Statiſtiken, aus
denen hervorgeht, daß der Alkohol faſt ſtets die Urſache
der Exzeſſe und Verbrechen bei hoch und niedrig, bei
jung und alt iſt und ſorgt nicht dafür, daß die
Ge=
legenheiten und Bequemlichkeiten, dem Alkohol zu ieder
Stunde nicht bloß des Tags, ſondern ſogar der Nacht
zu fröhnen, durch geſetzliche Beſtimmungen abgeſchnitten
und eingedämmt werden? Müſſen denn die Trinklokale
bis zum frühen Morgen geöffnet ſein? Iſt der
Schaden, den die Menſchheit und insbeſondere unſere
Jugend daraus erleidet, denn nicht viel größer als der
vermeintliche Nutzen, den man damit ſtiften will
Wahrlich, es iſt hohe Zeit, daß auch der Staat mit
aller Energie in die Alkohol=Gegnerbewegung eingreift.
Videant consules ne quid res publica detrimenti capiat!
Franzöſiſche Vorleſungen betr. Mit
einigem Befremden haben Intereſſenten von der Notiz in
Nr. 266 Kenntnis genommen, wonach ſeit dem Weggang
des Herrn Götſchy keine Gelegenheit mehr zum Hören
„guter” franzöſiſcher Vorträge geboten geweſen ſei. Dem
muß denn doch entgegengetreten werden. Wie längſt
be=
kannt, hält der mit reichen Kenntniſſen ausgerüſtete
Pro=
feſſeur Berryer auswärts und hier, abwechſelnd im
Saal=
bau und im „Kaiſerſaal”, franzöſiſche Vorträge — im
lau=
fenden Jahre ſchon deren drei — und die ſtets ſteigende
Beſucherzahl bewies, daß in weiten Kreiſen ein
eigent=
licher Mangel, franzöſiſche Sprache und Literatur zu
trei=
ben, doch nicht empfunden wurde.
Die Ermordung des Miniſterpräſidenten
Canalejas.
* Madrid 13. Nov. Die ſterblichen Ueberreſte
Canalejas wurden heute nachmittag nach dem
Pantheon übergeführt. Schon von 2 Uhr
nach=
mittags an war die Deputiertenkammer gedrängt voll von
Senatoren und Deputierten, Abordnungen aller Behörden
und vieler Vereine. Mit Ausnahme von zweien waren
alle Parlamentarier zugegen. Unter den Kränzen fielen
beſonders die der fremden Regierungen auf. Diener
trugen den Sarg auf die Lafette einer Kanone, die mit
acht Pferden beſpannt war. Der Leichenzug ſetzte ſich
darauf in Bewegung. An der Spitze ritt eine halbe
Schwadron Garde=Civille. Dann kam ie Geiſtlichkeit
von Madrid mit Kreuzen und Banner, die Schüler der
Primärſchulen mit Kerzen und Fackeln, Senatoren,
De=
putierte, der Munizipalrat und der Generalrat. Dann
folgte der König, hinter dem in ziemlich großer
Ent=
fernung die Infanten Carlos und Fernando ſchritten
Als der Monarch erſchien, brach ein Sturm von Beifalls=
und Vivatrufen aus. Sichtlich gerührt von den ebenſo
ſpontanen wie begeiſterten Kundgebungen hielt der König
einen Augenblick inne, dann ſchritt er inmitten noch
leb=
hafterer Ovationen weiter. Darauf folgten die
Mitglie=
der der Regierung und die Vertreter der Behörden. Die
Truppen erwieſen bis zum Pantheon die militäriſchen
Ehren. Als der Zug auf dem Platze des Südbahnhofs
angekommen war, begannen die Truppen vor dem Sarg
zu defilieren. Die Ovationen ſeitens des Publikums
ſetzten von neuem ein. Die Ketten der Polizeibeamten
wurden durchbrochen und dem König abermals
Huldig=
ungen dargebracht. Nur mit großer Mühe konnte er ſich
zu ſeinem Automobil einen Weg bahnen. Dann ſetzte der
Leichenzug ſeinen Weg nach dem Pantheon fort, wo die
Beiſetzung in Gegenwart der Familie Canalejas, der
Regierung, der Präſidenten der Kammern und der Freunde
des Verſtorbenen ſtattfand. Das Grab Canalejas’
be=
findet ſich neben dem von Canovas.
* Paris, 13. Nov. Aus Madrid wird bezüglich des
gegen Canalejas verübten Mordanſchlages
ge=
meldet, man glaube daß der Anarchiſt Pardinas
urſprüng=
lich die Abſicht hatte, den König zu töten, der eine
Blumenausſtellung beſuchte und den Weg über die Puerta
del Sol nehmen wollte. Der Mörder ſtand wenige
Schritte von den Schutzleuten, welche anläßlich der
er=
warteten Vorbeifahrt des Königs Aufſtellung genommen
hatten. Der Mörder dürfte erſt, als er Canalejas in
ſeiner Nähe ſah, den Beſchluß gefaßt haben, den
Miniſter=
präſidenten zu erſchießen. Canalejas” habe ſo die Kugel
des Mörders auf ſich gelenkt und ſo dem Monarchen noch
einen letzten Dienſt erwieſen.
* Paris 14. Nov. Durch die polizeilichen
Nach=
forſchungen wurde ſeſtgeſtellt, daß der Mörder
Par=
dinas vor einiger Zeit aus Madrid in Bordeaux
ein=
getroffen war, wo er als Zimmermaler arbeitete. Er
war von der ſpaniſchen Behörde überwacht und der
fran=
zöſiſchen Sicherheitsbehörde ſignaliſiert worden, die
auch veranlaßt hatte, daß Pardinas auf dem
Steckbrief=
amt in Bordeaur photographiert wurde. Von Bordeaux
kam Pardinas anfangs September nach Paris, wo ein
jüngerer Bruder von ihm als Tiſchler beſchäftiat war.
Dieſer behauptet, daß Pardinas keiner anarchiſtiſchen
Gruppe angehörte und am 7. November von Paris
ab=
gereiſt ſei, mit der Erklärung, daß er Heimweh habe.
Ge=
rüchtweiſe verlautet, daß die Polizei nach mehreren
Anarchiſten fahnde, mit denen Pardinas in Paris in
Ver=
bindung geſtanden haben ſoll.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
Die Meldung, daß die Pforte ſich direkt an
Bulgarien gewandt habe, um einen
Waffenſtill=
ſtand bezw. den Frieden herbeizuführen, kommt
über=
raſchend. Denn nach den bisherigen Konſtantinopeler
Nachrichten hatte es den Anſchein, als ob die Pforte das
Glück der türkiſchen Waffen an der letzten
Verteidigungs=
ſtellung von Tſchataldſcha unter allen Umſtänden erproben
wollte. Ueber den Grund dieſes völligen Sinneswechſels
ſind im Augenblick nur Vermutungen möglich. Er kann
in der Beſchaffenheit der Tſchataldſchawerke und in der
Demoraliſation des Heeres liegen; er kann aber auch auf
militäriſch=diplomatiſchen Erwägungen beruhen. Noch
halten ſich Skutari und Adrianopel, noch iſt das letzte
ver=
fügbare türkiſche Feldheer nicht geſchlagen, noch haben die
Bulgaren das letzte Bollwerk vor Konſtantinopel nicht
ge=
nommen. In dieſem Augenblick den Zugang zu
Friedens=
verhandlungen zu ſuchen, iſt alſo ein Vorgehen, das vom
türkiſchen Standpunkte aus — bei dem Zuſammenbruch
des Heeres — gewiß manche Vorzüge hat.
Aber was den Waffenſtillſtand unter türkiſchen
Ge=
ſichtspunkten empfiehlt, widerrät ihn ſcheinbar unter
bul=
gariſchen. Denn es leuchtet ein, daß die Türkei, im Beſitze
von Adrianopel und Tſchataldſcha, günſtigere
Friedens=
bedingungen beanſpruchen wird, als wenn ſie die Tore
Konſtantinopels dem Sieger öffnen muß. Vielleicht jedoch
iſt es gerade die Konſtantinopeler Frage, die auch
Bul=
garien trotz aller entgegenſtehenden Erwägungen für einen
Waffenſtillſtand gewinnt. Wird nämlich jetzt der
Waffen=
ſtillſtand mit der Ausſicht auf Frieden abgeſchloſſen, dann
bleibt Konſtantinopel türkiſch und Bulgarien ſieht ſich von
der Notwendigkeit befreit, wegen Konſtantinopel ſich mit
den Großmächten ins Einvernehmen zu ſetzen. Scheidet
aber Konſtantinopel aus der Reihe der Fragen aus, die
im Friedensſchluß erledigt werden müſſen, dann iſt die
Löſung des übrig bleibenden Balkanproblems erleichtert.
Es muß ſich bald herausſtellen, ob eine derartige Politik
nüchterner Zweckmäßigkeit oder nationaler Ueberſchwang
und kirchlicher Eifer in Sofia den Ausſchlag geben.
Die Möglichkeit, daß die Heere der Balkanſtaaten in
naher Zukunft nicht mehr wider die Türken zu kämpfen
haben, würde in den Augen deſſen als nicht verfänglich
er=
ſcheinen können, der ernſthaft glaubte, Bulgarien habe ſich
den Serben auch zu einer etwaigen Bekämpfung
Oeſter=
reich=Ungarns verpflichtet. Aber der Eintritt von
Ver=
wicklungen, wie ſie in dieſem Zuſammenhange denkbar
ſind, braucht heute wohl nicht mehr in das diplomatiſche
Rechenexempel eingeſetzt zu werden. Liegen doch aus
Petersburg, Wien und Paris Nachrichten vor, die teils
von dieſer, teils von jener Seite den friedlichen Ausgleich
des öſterreichiſch=ſerbiſchen Gegenſatzes wahrſcheinlich
machen.
Der Köln. Ztg. wird aus Berlin geſchrieben: Von
allen Seiten liegen heute abend Nachrichten vor, die
dar=
auf hindeuten, daß das öſterreichiſch=ſerbiſche
Intermezzo wieder wie dasjenige von 1909 mit einer
Vereinbarungendigen werde. Daß die ruhigere
Behandlung der Streitfrage auch heute anhält, beſtätigt
ſich nach unſeren Informationen; allerdings hat man noch
keine Sicherheit darüber, ob nun die Serben nicht doch
verſuchen werden, ſich an der albaniſchen Küſte feſtzuſetzen,
ſo daß es dort immerhin noch zu einem Zwiſchenfall
kom=
men könnte. Es iſt aber möglich, daß ſie von befreundeter
Seite den Eindruck empfangen haben, daß ſie gut daran
täten, ihre Forderungen nicht auf die Spitze zu treiben.
Die günſtigſte Löſung wäre die, daß ſie den Vormarſch
nach Durazza ganz einſtellten. Für die Mächte rückt,
wie die neueſten Meldungen aus Konſtantinopel beweiſen
der Zeitpunkt raſch heran, daß ſie zu den Ereigniſſen in
Konſtantinopel und zu den Forderungen der
Balkanregier=
ungen gemeinſam Stellung nehmen müſſen. Dieſe ſind
ſich darüber klar, daß ſie, ſo gern ſie auch ihren Frieden
mit der Pforte allein machen würden, doch nicht über die
Mitwirkung der Mächte hinwegkommen werden. Um ſo
erfreulicher iſt es, daß auch die heute abend vorliegenden
Nachrichten wieder den Schluß zulaſſen, daß die einheit=
liche Auffaſſung, mit der die Mächte den Ereigniſſen
gegen=
überſtehen, durch die ſerbiſchen Wünſche nicht geſtört wird.
* Wien, 13. Nov. Ueber die Auffaſſung der
inter=
nationalen Lage in informierten Kreiſen ſchreibt das
Neue Wiener Tagblatt: Die Situation iſt im großen
Ganzen unverändert. Oeſterreich=Ungarns
For=
derungen ſtellen bekanntlich ein Minimum dar, von
dem beim beſten Willen nichts abgehandelt werden kann.
Andererſeits ſind keine Anzeichen von einem
Einlen=
ken Serbiens vorhanden. Oeſterreich=Ungarn will
der ſerbiſchen Ausfuhr über die Adria keinerlei Hindernis
in den Weg legen; es kann Serbien nur nicht geſtatten,
territorialen Beſitz auf albaniſchem Boden zu erwerben.
Vielfach war davon die Rede geweſen, daß Serbien den
erſehnten Hafen am Aegäiſchen Meer bekommen
ſolle. Wir möchten Wert darauf legen, feſtzuſtellen, daß
es ſich da nicht um einen Vorſchlag des Wiener
Ka=
binetts handelt. Da ein ſolcher Hafen aber
voraus=
ſichtlich in einem Gebiete gelegen wäre, das jetzt von
Bul=
garien oder Griechen in Anſpruch genommen wird, muß
es ausſchließlich der Vereinbarung der Balkanſtaaten
untereinander überlaſſen bleiben, ob jene Idee zu
verwirk=
lichen iſt.
Oeſterreich=Ungarn erklärte ſich prinzipiell mit den
Landerwerbungen der Balkanverbündeten einverſtanden,
Bei der Aufſtellung ihrer Forderungen ſetzte die
Mon=
archie von vornherein in klarer, bündiger Weiſe das
Min=
deſtmaß ihrer Anſprüche feſt; im Bewußtſein der Güte der
von ihr vertretenen Sache ſieht ſie der weiteren
Entwick=
lung der Dinge mit Ruhe und Feſtigkeit entgegen.
* London, 14. Nov. Die Times bringt einen
über=
aus bemerkenswerten Artikel über die
internatio=
nale Lage und die Stellung Englands in dem
gegenwärtigen Stadium. Unter anderem ſagt das Blatt
in ſeinen längeren Darlegungen: Die großen Nationen
können in Gruppen geteilt werden, aber dieſe Gruppen
haben gemeinſam an ein und demſelben Ziele zu arbeiten:
die Erhaltung des Weltfriedens. Von demſelben
Beſtre=
ben ſei Großbritannien beſeelt, und mit aller
Entſchieden=
heit müſſe man die durch nichts begründete Behauptung
zurückweiſen, daß England in dieſem Augenblick die
Ge=
legenheit für günſtig erachte, aus der Situation egoiſtiſch
für ſich ſelbſt Nutzen zu ziehen und im Trüben zu fiſchen.
Niemals ſei eine gefährlichere Behauptung verbreitet
wor=
den. Konflikte mit friedlichen Urſachen ſeien im Bereich
der Möglichkeit, wenn aber jemand in nicht friedlicher
Abſicht einen Konflikt heraufbeſchwört, der ſei wert, daß
ihn ſein Schickſal ereile. England will den Frieden. Wir
werden uns an der Seite unſerer Freunde halten und mit
ihnen die gemeinſamen Intereſſen verfolgen. Aber, was
wir tun, iſt lediglich von friedlichen Abſichten begleitet, und
England wird niemals an einer gemeinſchaftlichen Aktion
teilnehmen, ohne ſich vorher darüber vergewiſſert zu
haben, daß die Frage, um die es ſich handelt, auch wirklich
eine friedliche Löſung finden kann.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Wien 14. Nov. Der Kriegskorreſpondent der=
Reichspoſt meldet aus dem bulgariſchen
Haupt=
quartier vom 13. November: Der Kampf um die
türkiſche Hauptſtellung dauert bereits drei Tage
und iſt äußerſt blutig. Die erſte Armee ſteht im Kampf um
die Poſitionen nördlich des Sees von Tſchekmedſche bis
Nakkaſkoej, die dritte Armee dringt auf der Linie
Deli=
junus-Derkos gegen die dominierenden Höhenpoſitionen
von Jaſoiren vor, eine Kolonne wurde gegen das Defilé
von Tſchekmedſche angeſetzt. Die Türken kämpfen mit
großer Hartnäckigkeit, doch beginnt ihre Widerſtandskraft
bereits zu erlahmen. — Eine zweite Tepeſche an die
Reichspoſt von einem vornehmen katholiſchen Albaneſen
aus der Gegend von Aleſſio, welche über Trieſt angelangt
iſt, beſagt: Die Montenegriner waren bis Aleſſio
vorgedrungen, vermochten es jedoch nicht zu nehmen, und
erlitten durch das Eingreifen der Miriditen, die ſich mit
den türkiſchen Truppen vereinigten, ſchwere Schlappen.
Sie wurden gezwungen, ihre Stellung längs des Drin
zwiſchen den Dörfern Cacarik und Kukli zu räumen und
bis zum Bojanafluß zurückzugehen. Unter den Miriditen
und Dibreſen rief es den größten Zorn hervor, daß die
montenegriniſchen Teuppen bei Kukli einfache albaneſiſche
Landleute angriffen. Bisher iſt noch kein albaneſiſcher
Hafenort in den Händen des Feindes.
* Konſtantinopel 14. Nov. Die Cholera
ſoll unter den Truppen an der Tſchataldſchalinie
eine gefährliche Ausdehnung angenommen haben. Geſtern
ſollen über 500 Erkrankungen, von denen viele tödlich
waren, vorgekommen ſein.
* Sofia, 13. Nov. Der Mir berichtet, daß die
Tür=
ken geſtern einen neuen Ausfall aus Adrianopel
verſucht hätten, jedoch zurückgeſchlagen worden ſeien.
* Athen, 13. Nov. Nach Informationen aus
pri=
vater Quelle nahmen in der Schlacht bei Jenidze=
35000 Türken mit 42 Kanonen teil Auf Seiten der
Tür=
ken wurden 2000 Mann getötet und 500 gefangen. Die
Griechen erbeuteten 22 Kanonen und hatten 500
Kampf=
unfähige, darunter 15 Offiziere.
Verhandlungen zwiſchen der Türkei und Bulgarien.
* London, 13. Nov. Das Reuterſche Bureau
mel=
det aus Konſtantinopel: Es wird beſtätigt, daß
die Regierung beſchloß, mit Bulgarien direkt über den
Waffenſtillſtand zu verhandeln. Nazim Paſcha
er=
hielt den Befehl, mit den bulgariſchen Generälen in
Ver=
bindung zu treten. Ein Parlamentär wurde bereits zu
dieſem Zweck in das bulgariſche Hauptquartier geſchickt.
— Konſtantinopel 13. Nov. In ſpäter
Abend=
ſtunde verlautet, die Pforte hätte mit Bulgarien einen
einwöchigen Wafffenſtillſtand abgeſchloſſen. Eine
Beſtätigung dieſes Gerüchts war nicht zu erhalten.
Konſtantinopel 14. Nov. Laut Moniteure
Oriental ſei der Abſchluß des Waffenſtillſtandes
bis Montag zu erwarten.
* Konſtantinopel, 14. Nov. Eine offizielle
Mit=
teilung des Miniſters des Aeußern beſagt, daß die
Pforte ſich, dem Rat der Großmächte folgend, direkt an
die Balkanſtaaten gewandt habe und daß die
Ver=
handlungen bereits begonnen haben, die wahrſcheinlich
mehrere Tage dauern werden. Der türkiſche
Ober=
kommandierende Nazim Paſcha hat die Anweiſung
erhal=
ten, ſich mit dem bulgariſchen Oberkommandierenden
Saboff auf Grund der in Konſtantinopel gepflogenen
Verhandlungen zur Abſchließung eines
Waffen=
ſtillſtandes in Verbindung zu ſetzen. Ein türkiſcher
Parlamentär iſt bereits in das bulgariſche
Haupt=
quartier abgegangen. In türkiſchen Regierungskreiſen
ſieht man dem Waffenſtillſtand mit großer Zuverſicht
ent=
gegen. Man begrüßt es beſonders freudig, daß eine
Be=
ſetzung Konſtantinopels durch die bulgariſche Armee
ver=
mieden werden kann.
* Sofia, 14. Nov. Nach Mitteilungen von
kompe=
tenter Stelle hat die Pforte geſtern der
bulga=
riſchen Regierung einen direkten
Friedens=
vorſchlag zukommen laſſen. Der Miniſterrat hat
über den Vorſchlag noch nicht entſchieden.
Leizte Nachrichten.
H.B. Konſtantinopel, 14. Nov. Der
Be=
ſchluß des Miniſterrats vom Montag, direkt bei
der bulgariſchen Regierung um einen
Waffen=
ſtillſtand nachzuſuchen, iſt in eingeweihten Kreiſen nicht
überraſchend gekommen. In politiſchen Kreiſen weiß
man, daß die türliſche Armee ſich in einem Zuſtande
be=
findet, der nicht nur jede Ausſicht auf eine Wendung des
Kriegsglückes ausſchließt, ſondern ſogar das Schlimmſte
für das Land befürchten läßt. Im türkiſchen Heere macht
die Cholera unheimliche Fortſchritte. Täglich fallen ihr
zahlreiche Soldaten zum Opfer. Dazu kommt, daß die
Empörung im Hegie über den allgemeinen Mangel an
Nahrung und Kleidungsſtücken derart wächſt, daß man
eine Meuterei befürchtet.
H.B. Sofia, 14. Nov. Die neue
Vermittel=
ungsaktion der Mächte iſt in die Form einer
An=
frage gekleidet, die lautet: 1. Sind die Verbündeten
be=
reit, eine Vermittelung der Mächte anzunehmen? 2. Unter
welchen Bedingungen? Die Anfrage wird einzeln durch
die Geſandten der Mächte überreicht werden. Ihre
Be=
antwortung dürfte nicht ſobald erfolgen, da die
Verbün=
deten höchſtwahrſcheinlich vorher Zeit verlangen werden,
um ſich untereinander verſtändigen zu können!
* Wien, 14. Nov. Nach zuverläſſigen Mitteilungen
werden die Vertreter der Großmächte heute den
Regierungen der Balkanſtaaten von dem
Mediations=
begehren der Pforte Kenntnis geben und um
Mitteil=
ungder Friedensbedingungen erſuchen.
* Konſtantinopel, 14. Nov. (Agence Havas.)
Amtlich wird beſtätigt, daß Kiamil Paſcha wegen
Abſchluß eines Waffenſtillſtandes und
Einleit=
ung von Friedensverhandlungen ſich direkt an den König
von Bulgarien gewandt hat.
* Wien, 14. Nov. Eine Petersburger Zuſchrift der
Politiſchen Korreſpondenz ſtellt feſt, daß das
Peters=
burger Kabinett nur der hiſtoriſchen Rolle des
Zarenreiches treu bleibt, wenn es die Beſtrebungen der
orthodoxen Balkanvölker unterſtütze. Dieſer
diplo=
matiſche Beiſtand, ſo heißt es weiter, nimmt jedoch in
keinem Punkte, auch nicht hinſichtlich der Wünſche
Ser=
biens, einen Charakter an, der geeignet wäre, eine
bedenk=
liche Spannung hervorzurufen. Die Miniſter Kokowzow
und Saſonow ſind lediglich im Dienſte des Friedens und
der Grundſätze ihres Kaiſers tätig und von dem Wunſche
geleitet, jede Verſchärfung von Meinungsverſchiedenheiten
zu vermeiden. Die Zuſchrift erklärt ſchließlich, es ſei
da=
her äußerſt wünſchenswert, daß man im Auslande der von
aufrichtiger Friedensliebe erfüllten ruſſiſchen Politik eine
gerechte Beurteilung nicht vorenthalte.
Literariſches.
Wartburgklänge von Ilſe Berka (=Beelitz).
Daß Ilſe Berka, das geſchätzte Mitglied der Darmſtädter
Hofbühne, eine reife, denkende Künſtlerin iſt, iſt an anderer
Stelle oft rühmend hervorgehoben. Nun zeigt ſie ſich in
einem uns zur Beſprechung vorliegenden Bändchen
Gedichte auch als feinſinnige und warmempfindende
Dichterin von hoher Herzens= und Geiſtesbildung.
Die Wartburgklänge” vielſeitig, aber immer
ſtil=
kein in der Form, ſind Dichtungen voll tiefer
Empfindun=
gen einer kraftvoll ſtrebenden Natur, die in ihrer oft
kämpferiſchen Kernhaftigkeit nicht das Weib vermuten
laſſen, oder doch nur eins mit ſtarker Seele, das das Leben
zu meiſtern weiß. Andererſeits aber fehlt es nicht an
Dichtungen, die in zarten Herzenstönen die Leyer der
Liebe erklingen laſſen. Aus allen aber ſpricht eine reife
Kenntnis von Leben und Menſch und Natur und
last not least unſerer deutſchen Literaturſchätze.
Das Aſtoria=Abenteuer. Eine
Erzähl=
ung für die reifere Jugend. Von Max Felde. Mit einem
mehrfarbigen Titelbild und drei Einſchaltbildern von L.
Berwald. Elegant gebunden 4,50 Mk. (Union, Deutſche
Verlagsgeſellſchaft, Stuttgart.) Die Jugend wünſcht ſich
Erzählungen, die ſie feſſeln, die Phantaſie nützlich anregen
und durch ihren Gehalt einen dauernden Wert haben.
Eine ſolche Knabengeſchichte liegt hier vor, ſie ſei als
hübſches Geſchenkbuch beſtens empfohlen.
* „Der Tod des Eros”, Gedichte und Lieder
von Richard Rieß (Verlag L. Heege=Schweidnitz, kart.
1,50 M.).Reich und voll rauſcht der Strom der Lieder, oft
in die kunſtvolle Form des Sonetts gebettet, oft ſcheinbar
kunſtlos und frei dahinſtrömend, ſo urteilt Hans von
Hülſen über das Bändchen. Es erübrigt ſich für uns,
die=
ſer treffenden Kritik noch Worte der Empfehlung
hinzu=
zufügen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Nov. In der heutigen Sitzung des
Bundesrats wurde der Entwurf der
Bekanntmach=
ung betreffend die Lohnbücher für die Kleider= und
Wäſchekonfektion, die am 2. Juni 1911 in Waſhington
unterzeichnete revidierte Uebereinkunft zum Schutze des
gewerblichen Eigentums, und der Geſetzentwurf zur
Aus=
führung der Uebereinkunft, ſowie die Geſetzentwürfe
be=
treffend die Feſtſtellung je eines Nachtrages zum
Reichs=
haushaltsetat und der Haushaltsetat der Schutzgebiete
für das Rechnungsjahr 1912 den zuſtändigen Ausſchüſſen
überwieſen.
* Heidelberg, 14. Nov Heute mittag 12½ Uhr wurde
von der Großherzogin Luiſe der vom 14. bis 16.
Novem=
ber währende Baſar zum Beſten der Heidelberger
Kin=
derkliniken der Luiſen=Heilanſtalt, in der Stadthalle
er=
öffnet.
* Bochum, 14. Nov. Bei der heutigen
Kontroll=
verſammlung zeigte der zur Aufrechterhaltung der
Ordnung abkommandierte Hilfsſchutzmann Lange dem
Bezirksfeldwebel ſeinen Dienſtrevolver. Bei der
Beſichtigung der Waffe löſte der Feldwebel unabſichtlich
einen Schuß, wodurch Lange getötet wurde.
* Wilhelmshaven, 14. Nov. Die geſtern verbreiteten
alarmierenden Nachrichten über eine
Zuſammenzie=
hung derdeutſchen Hochſeeflotte bei
Helgo=
land, ſind, wie das Wolffſche Bureau von zuverläſſiger
Seite erfahren hat, frei erfunden. Es handelt ſich um
eine regelmäßige Uebung, die hier alle Jahre
vorgenom=
men wird. Das Nordſeegeſchwader iſt nach Kiel
abge=
gangen zur Vereidigung der Rekruten. Augenblicklich
be=
findet ſich überhaupt kein Kriegsſchiff in der Nordſec.
* Wien, 14. Nov. Heute vormittag wiederholten ſich
die Zuſammenſtöße zwiſchen den deutſch=nationalen
und klerikalen Studenten vor der Univerſität, was
die Polizei zum Einſchreiten veranlaßte. Die
Demon=
ſtrationen dauerten bis 1 Uhr.
— Eſſen a. R 14. Nov. Die Ruhr und andere Flüſſe
führen Hochwaſſer und überſchwemmen weite Gebiete.
Gleiwitz, 14. Nov. Der 23jährige Arbeiter
Wal=
ter und der 18jährige Kellner Roon, beide aus Tabrze,
ließen ſich von einem Schnellzug überfahren.
Walter hatte ſeinem Vater 250 Mark geſtohlen und wurde
deshalb polizeilich geſucht.
— Brüſſel, 14. Nov. Der Pianiſt und Komponiſt
Joſef Wieniawski iſt heute im Alter von 64 Jahren
einem Schlaganfall erlegen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die nördliche Depreſſion zieht nordoſtwärts ab,
während ſich über dem Kontinent hoher Druck ausbreitet.
Die Temperaturen ſind etwas geſunken und liegen heute
bei 3% C. Niederſchläge fielen verbreitet in
Norddeutſch=
land, in unſerem Bezirk in geringerer Menge. Wir
haben unter dem zunehmenden Einfluß des hohen Drucks
mit zeitweiliger Aufheiterung und vorwiegend trockenem
Wetter zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 15.
No=
vember: Wolkig, vorwiegend trocken, kühler, ſtellenweiſe
Nachtfroſt.
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Slicſts tr im
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Ge=
brauch ſo billige Teemiſchung vorzugsweiſe
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krank werden. Nun hab ich erſt 18 Stück von
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mich wahrhaftig ſchon um vieles wohler. Aber
von nun an ſollen die Sodener mir nicht mehr
ausgehen und ich will mich an den regelmäßigen
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befindet ſich in der heutigen Stadtauflage
1
unſerer Zeitung. Das intereſſante Blatt führt den Titel
„Die Weltſchau” und kündigt dadurch bereits an, was
der Circus Sarraſani ſein und zeigen will: eine
Ueber=
ſicht über alles, was in fünf Weltteilen an intereſſanten
artiſtiſchen Künſten und ſeltſamen dreſſurfähigen Tieren zu
ſehen iſt. Dieſes Heft bringt mehr als 100 photographiſche
Aufnahmen aus dieſem bunten Wunderreich, ſchöne und
merkwürdige Aufnahmen der kunſtfertigen Geſchöpfe und
Menſchen. Es iſt eine Unſumme von belehrendem
Material, vor allem aber eine Beurkundung deſſen,
daß die untrügliche Linſe der Kamera alles beſtätigt,
was der Circus Sarraſani in ſeiner Reklame verheißt
Aus der Großzügigkeit dieſes Propagandamittels laſſen
ſich Schlüſſe ziehen auf die Großzügigkeit des
Unter=
nehmens, welches am 16. ds. Mts. ſein Gaſtſpiel in
(23619
Franfurt a. M. beginnt.
Die Beerdigung des Herrn
Stud. Alfred Weiser
findet Freitag, den 15. d. M., nachmittags
2 Uhr, vom Städtischen Krankenhaus
(Grafenstrasse) aus, statt. (23633
Darmstadt, den 15. Novbr. 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Todes=Anzeige.
Teilnehmenden hiermit die traurige
Nach=
richt, daß heute früh unſer unvergeßlicher, guter
Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
(*11851
Herr Georg Meckel
im Alter von 70 Jahren nach kurzem Leiden
ſanft entſchlafen iſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Waldfrieden), 14. Nov. 1912.
Die Beerdigung findet Sonntag, 17. Nov.,
nachm. 2½ Uhr, in Auerbach (Bergſtr.),
vom Hauſe Weingartenſtr. 11 aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die Beweise herzlicher
Teil-
nahme bei dem Hinscheiden unserer
lieben, unvergesslichen Mutter (*11829
Frau K. Kahrhof Wwe.
sagen wir Allen herzlichsten Dank.
Darmstadt, den 15. Novbr. 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinse.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 15. Jopember:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 45 Min.
Samstag, den 16. November:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
5 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 16. November:
Vorabend 4 Uhr 10 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 3 Uhr 45 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 17. November, an:
Morgens 6 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr.
Tagesinlender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7½ Uhr:
„Cavalleria Ruſticana” hierauf: „Der Bajazzo”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Berghoff=Iſing um 8¼ Uhr
im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule (
Volksbild=
ungsverein).
Vortrag mit Lichtbilder von Oberſtleutnant Hübner
um 8 Uhr im „Kaiſerſaal” (Wehrverein).
Monatsverſammlung des Deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind.
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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sr. Ein neuer amerikaniſcher Aeroplan=
Rekord im Dauerfluge mit einem Paſſagier wurde in
der Nähe von New=York aufgeſtellt. Der Aviatiker W.
Johnſon flog mit einem Thomas=Biplane 3
Stun=
den 51 Minuten 15 Sekunden und verbeſſerte damit den
von G. W. Beatty in Chicago am 19. Auguſt 1911
aufge=
ſtellten Rekord um 8 Minuten 52,8 Sekunden. Der Dauer=
Weltrekord wurde bekanntlich von dem deutſchen Rumpler=
Piloten Suvelack am 8. Dezember 1911 mit 4 Stunden 33
Minuten aufgeſtellt.
Sport.
Hockey. Der „Fußballklub Olympia
Darmſtadt” betreibt nunmehr neben Fußballſpiel,
Leichtathletik, Turnen und Schwimmen auch Hockey.
Dieſer aus England ſtammende Raſenſport hat in ganz
Deutſchland ſehr ſchnelle Aufnahme gefunden und auch
großes Intereſſe beim Publikum hervorgerufen. Durch
Vereinigung mit dem hieſigen Hockeyklub und durch den
Eintritt von Spielern, die bereits für erſtklaſſige Vereine
in Hamburg, Berlin und Nürnberg wirkten, iſt die
Hockey=Abteilung des F.=K. Olympia in der Lage, eine
recht ſpielſtarke Mannſchaft ins Feld zu ſtellen. Bereits
am kommenden Sonntag, den 17. ds. Mts., findet auf dem
Sportplatze (Rennbahn) an der Heidelbergerſtraße das
erſte Wettſpiel gegen eine Mannſchaft des „Fußball= und
Lawn=Tennis=Klub Worms” ſtatt. Die Leitung der
Hockey=Abteilung hat Herr Gerhard E. Spranger
Frankfurterſtraße 76I, übernommen.
sr. Schwimmſport. Erfolge deutſcher
Schwimmerinnen in Wien. Die deutſchen
Olym=
piaſchwimmerinnen Hermine Stindt und Grethe
Roſen=
berg=Hannover hatten gemeinſam mit ihrer
Lands=
männin Fräulein Schmidt bei dem zweitägigen Meeting
des Wiener Damen=Schwimm=Klubs Danubia ſchöne
Er=
folge zu verzeichnen. Fräulein Roſenberg gelang es
ſo=
gar, im Schwimmen über die kurze Strecke (68 Meter)
mit 52,8 Sekunden einen neuen öſterreichiſchen Rekord
aufzuſtellen. Fräulein Schmidt gewann das Junior=
Schwimmen, während Fräulein Stindt gegen die
öſter=
reichiſche Olympia=Schwimmerin Zahourck unterlag. Die
Stafette fiel ebenfalls an Oeſterreich. Auf einen Proteſt
der Deutſchen hin wurde ſie zwar wiederholt und die
ſchwarz=weiß=roten Farben endeten auch diesmal in
Front, aber die deutſchen Damen wurden wegen
ſchlech=
ten Wechſelns der Stafette wieder diſtanziert.
sr. Einen neuen belgiſchen Stundenrekord im Laufen
ſtellte der Brüſſeler Thoen auf. Thoen ſtartete in einem
von 12 Konkurrenten beſtrittenen Stundenlaufen und
konnte dieſes, trotz des ſchweren Bodens, mit der neuen
Rekordleiſtung von 17,303 Kilometern (früher 16,946
Kilometer) beenden. Zweiter wurde J. Vignol 17,100
Kilometer, dritter Decock 17,000 Kilometer, vierter
Por=
rekens 16,975 Kilometer.
Vermiſchtes.
— Hutabnehmen und Hygiene. Zu dem Artikel in
Nr. 257 vom vorletzten Donnerstag wird uns geſchrieben:
Daß das Hutabnehmen als Gruß unhygieniſch iſt, iſt eine
ilte Geſchichte. Im Jahre 1807 ſtand in der Karlsbader
Kurliſte das folgende Gedicht mit dem Zuſatze, es ſei
von „Herrn von Goethe” auf Anregung des Dr.
med. Kapp aus Leipzig und des Badearztes Dr.
Mitter=
bacher gemacht worden, um der Badegeſellſchaft das
Hut=
abziehen beim Grüßen am Brunnen abzugewöhnen:
„Ehret die Frauen, begrüßt ſie mit Neigen,
Begrüßt ſie mit freundlichem, ſittigem Beugen
Des bedeckten männlichen Haupts,
Glaubt dem Erfahrnen: jede erlaubt’s.
Wollt ihr, trotz hippokratiſchem Schelten,
Denn mit Gewalt das Genie euch erkälten?
Laſſet die Hüte, die ſtattlichen Mützen
Feſt auf der Locke, auf Glatzen feſt ſitzen;
Grüßet mit Worten, grüßt mit der Hand,
Ehret die Sitte, ſchont den Verſtand.”
Das Grüßen „mit der Hand” war damals im
öſter=
reichiſchen Heere, alſo auch in Karlsbad, längſt bekannt
(in anderen Ländern nicht, daher der Name Deutſcher
Gruß”), es iſt daher nicht unwahrſcheinlich, daß Goethe bei
ſeinem Gedicht hieran gedacht hat.
Auch ſonſt wurde ſchon oft an Badeorten gegen das
Hutabnehmen Stellung genommen. So z. B. in Davos,
wo die Kurverwaltung das Goetheſche Gedicht zu einem
entſprechenden Anſchlag verwendete.
Und in Bad=Nauheim erließ in den 1890er Jahren
der damalige Kurdirektor, Herr von Hofmann, folgende
Aufforderung:
„Im Intereſſe ihrer Geſundheit werden ſämtliche
Herren in Bad=Nauheim höflichſt gebeten, den Hut beim
Gruße nicht abzunehmen, ſondern militäriſch zu grüßen.
Die geehrten Damen wollen dieſen Gruß als ganz
be=
ſonders herzlichen betrachten. Für die vereinigten
not=
leidenden Hüte in Bad=Nauheim: Der Ausſchuß der
Aelteſten: von Hut, Patient.”
In Bad=Nauheimer Blättern war die Kurverwaltung
kürzlich gebeten worden, dieſen ſehr vernünftigen Anſchlag
zu erneuern.
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Kränzchen‟. Ein praktiſcher Abreißkalender für das
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Bändchen Gedichte in Pfälzer Mundart, hübſch
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eine vierte Auflage erlebten, zur Genüge. Es iſt das
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der deutſchen Backfiſche bis zum Grade ſchwärmeriſcher
Verehrung emporgeſtiegen. Die „Kränzchen=Bibliothek”
bringt die beliebteſten Erzählungen dieſer Autorinnen in
ſchöner, moderner Ausſtattung zu ſehr billigem Preiſe.
Die Bände ſind reich mit Illuſtrationen geſchmückt und
werden, den jungen Mädchen auf den Weihnachtstiſch
ge=
legt, viele Freude bereiten. Soeben erſchienen: Band 17:
Im Lande der Blumen. Von Henny Koch.
Gewinnanszug
der
1. Dreußiſch-Süddeutſchen
(227. Königlich Urenßiſchen) Klaſſenlotterie
5. Klaſſe 6. Ziehungstag 13. November 1912
auf iede geregere Aunner ind zwet gleich hohe Gevimne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 8837
2 Gewinne zu 15000 Mk. 201098
6 Gewinne zu 6000 Mk. 7422 17346 133658
86 Gewinne zu 3000 Mk. 4858 10780 13112 21592
43062 50445 70481 72985 76708 81962 83307 87187
88588 99944 108727 115199 116714 117560 117739
118921 121177 126339 132077 137396 141156 142512
148554 150296 155567 156254 158150 160306 162716
174333 177107 182403 183005 163117 185835 188856
195929 196141 201964
136 Gewinne zu 1000 Mk. 1773 6337 11535 12505.
16326 16414 18975 22142 22235 25403 26024 33287
37900 38362 47053 47848 48947 51207 59219 60332)
62667 73664 74804 78228 79064 80049 82027 85710
87280 92652 93860 94479 95493 98690 106093 108297
111434 117703 119594 125444 129057 133562 138295
139976 140192 141301 143949 143978 143995 144187)
162068 166025 169336 171317 173911 175996 178569;
184568 187276 193361 194620 198912 200628 202431
202912 205320 206923 207253
194 Gewinne zu 500 Mark 2787 3812 5634 7739)
9366 12414 16524 17742 20136 25604 28043 34668
36412 38849 42170 43035 45596 46012 47477 47699)
49530 51301 53843 54872 56284 58195 59567 64094f
65369 71214 73825 75025 75620 76926 77464 77892l
79766 80268 85476 86298 89219 89641 90075 92187
96016 96363 97527 98024 102970 106819 110005
112407 115569 115939 118266 119127 121164 122745
123527 126558 128862 133153 133920 136488 136941.
141506 143157 144636 145619 147348 147944 153918
154162 154394 158106 160401 163051 164156 166684.
168486 170778 173104 182082 182530 186100 187378
190196 192038 193419 194201 194569 200039 201586
202144 203166 203629 206559
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 75000 Mk. 78506
2 Gewinne zu 30000 Mk. 206543
2 Gewinne zu 10000 Mk. 113505
68 Gewinne zu 3000 Mk. 497 689 1143 3274;
4335 9900 11389 21631 51035 55072 58388 31083!
83158 86448 87236 89157 106439 108636 116539
121818 125655 135894 138914 147500 148896 149510
151172 154146 163763 167512 184372 199298 201345
207064
136 Gewinne zu 1000 Mk. 473 794 7076 7794
8626 10565 17310 19426 25611 27559 28004 29636
29881 30745 31973 35043 46275 48039 49341 50892
52453 52526 52762 54923 57775 59796 6302067138i
74103 76988 78017 79363 79740 82666 84802 88181
90763 91460 97467 98238 102667 111036 111458
117940 120425 121014 124237 124514 127797 129066.
133109 134302 136527 138321. 146747 146812 152000
156788 163083 170796 175153 180423 184237 18567g
193071 195685 195919 204391
214 Gewinne zu 400 Mk. 65 274 1406 2196
2975 4933 7244 7531 8949 10029 10251 12356
12483 14742 16941 20266 24696 25769 26465. 27274
30964 33441 33796 43486 45447 48303 55370 64222
67060 67148 67265 70389 70950 75074 75536 76896
78597 78618 79470 83357 83664 86603 91546 93795
95069 98580 103929 103958 108313 108877 109447,
109511 109790 114728 120194 120816 123379 123711
127347 129679 129895 129992 130815 131056 131281
131642 131780 139570 145395 148005 148112 149278
150159 151309 152981 153646 154431 155039 155691
157194 158926 160366 161458 165754 168325 168777
174041 175882 180604 181428 182279 182763 186601)
185099 186337 187272 187952 191689 191916 195908
196512 201779 202302 204449 204942 205635 607798
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*11791fom) Pankratiusſtr. 69.
ole Kanen
pro lag zur Strecke gebracht — großartig iſt der Erfolg —
bin die Ratten los — 50 Ratten in kurzer Heit tot — findet
bei meinen Nunden großen Anklang ꝛc., ſo und ähnlich heißt es immer in den
glänzenden Heugniſſen über „Es hat geſchnappt‟ Wo keine Ratte mehr in die
Falle geht, wo Giftbrocken nicht mehr angerührt werden, da wird das von den
ſchädlichen Nagetieren mit wahrem Heißhunger gefreſſene für Haustiere und Geflügel
abſolut unſchädliche „Es hat geſchnappt” ſtaunend wirken. Nur echt in plombierten
Dackungen à 50 Df., 1.— 3. und 8.— m. Man laſſe ſich nichts anderes aufreden.
Wo nicht zu haben, weiſen wir Bezugsquellen nach. Jedem Intereſſenten ſenden
wir auf Wunſch eine 32 Seiten ſtarke Broſchüre „Die Rattenplage und ihre wirkſame
Bekämpfung” umſonſt und portofrei. Wilh. Anhalt G. m. b. H., Oſtſeebad Kolberg.
Es hat geschnappt
In Darmſtadt zu haben in der Drogerie von Gebrüder Vierheller.
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Grossh. Hess. Hoffriseur
Telephon 714. — Neckarstr. 24.
NB. Nehme noch einige Damen zum
täglichen Frisieren i. Abonnement an.
Antliche Nachrichten des Großth. Pollzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Pinſcher. Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(23602
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 18. November, vormittags
9 Uhr beginnend,
laſſen die Erben der verſtorbenen Ehefrau Henry Nungeſſer, geb.
Feldmann, in dem Wohnhauſe Pfungſtädter Straße Nr. 10 in
Griesheim die geſamte beſſere Wohnungs=Einrichtung, beſtehend aus:
Einem erſtklaſſigen Klavier, Salon=, Wohnzimmer=,
Schlaf=
zimmer=, Kücheneinrichtung uſw., ſowie Reſte von
Waren=
beſtänden aus dem von ihr betriebenen Putzgeſchäft,
öffentlich meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung verſteigern.
Griesheim, den 14. November 1912.
(23613fs
Der Bevollmächtigte:
August Feldmann I.
Die Rechnung
der vereinigten evang. Zivilgemeinde (Geſamtgemeinde)
für 1911 liegt von heute an acht Tage lang im Pfarrhauſe,
Hügel=
ſtraße 28, zur Einſicht offen.
(23606
Der Kirchenvorſtand.
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in einfacher und moderner Ausführung vorrätig, sowie
Neuanfertigung zu billigsten Preisen. (23626a
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Bruſt= und Bauchlappen per Pfund 70 Pfg.
Ragout per Pfund 50 Pfg.
Dam= und Edelhirſch=Braten
per Pfund 80 Pfg. bis 1.20 Mk.
Reh in allen Teilen,
Hasen, auch geteilt.
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Faſanen, Feldhühner, Schnepfen, Krammetsvögel,
Rhein=Wildenten, Perlhühner.
Wilde Tauben per Stück 50-60 Pfg.
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Mühlſtraße 18. (*11702ff
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1. Blumenkrippe 9 M., 1 Bettſchirm
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aller Arten. Billige Preiſe, reelle
Wedienung
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Peter Karn,
Friedhof=Allee. Telephon 1395
Wohnung: Friedrichſtraße 11.
Bekanntmachung.
Auf Antrag der Erben der
Martin Darmſtädter Eheleute
da=
hier ſollen die denſelben im
Grund=
buch der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 395/10 274 Hofreite, das
Win=
gertsfeld im
Gäßchen (
Kies=
bergſtraße Nr. 9),
I 3737/10 86 Grabgarten
Sand=
ſtraße (
Kies=
bergſtraße),
Montag, 18. November 1912,
vormittags 11 Uhr,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, freiwillig zum
drit=
ten= und letztenmal verſteigert
werden.
Darmſtadt, 6. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VII23125
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Hausuhr
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modern und ſolid gearbeitet, mit
prima Repetierwerk
umſtändehal=
ber unter Preis abzugeb. (*11858
Arheilgerſtr. 92, Möbelwerkſtatt.
zeue Nähmaſchine (
Schwing=
ſchiff ) zu verkaufen (*11835
Eckhardtſtr. 5, Vdh. 2. St. r.
ute Eßbirnen, 10 Pfund
8o Pfg. abzugeben (*11833
Schuchardſtraße 16, 2. St.
Werr unter Preis!
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kauften wir einen grossen
Serie
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Posten
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fg.
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1
Serie III
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1.75
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Serie IV
Serie V
in nur soliden Qualitäten
jede Bluse
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und hübschen Fassons,
welchen wir zu
neben-
stehenden
enorm
2.0
billigen Preisen à im Schaufenster am
zum Verkauf bringen.
Markt ausgestellt.
e e e e che e ee ete
larkt
Hebr. Kolnschnt
A
S e
23616
Hessischer Hauptverein
des Evangelischen Bundes.
An die
evang. Bewohner von Stadt und Land!
Unter dem erhebenden Eindruck unſeres groß und
glän=
zend verlaufenen 25jährigen Jubelfeſtes, das, wie wir hoffen,
unſerer evangeliſchen Bevölkerung reichen Segen gebracht hat, drängt es uns, Allen, die zu
dem ſchönen Gelingen beigetragen haben, insbeſondere auch den Darſtellern und Mitwirkenden
beim Lutherfeſtſpiel, unſeren wärmſten, tiefgefühlten Dank auszuſprechen.
Da nach vielen empfangenen Kundgebungen noch in Manchem der Wunſch rege
ge=
worden ſein dürfte, Mitglied unſeres Evangeliſchen Bundes zu werden, ſo bitten wir
Anmeldungen (regelmäßiger Jahresbeitrag 3 Mk., bezw. 1.50 Mk.) an einen der
Unterzeichneten gelangen laſſen zu wollen.
(23609
Darmſtadt, den 12. November 1912.
Für den Vorſtand
Für
des Heſſiſchen Hauptvereins: des Zweigvereins Darmſtadt: den Feſtausſchuß:
Profeſſor Knoll.
Pfarrer D. Waitz.
Profeſſor Pfannmüller.
HERMANN WERTHEIM, Bankgeschäft
Rheinstrasse 33.
Telefon Nr. 1820.
An- und Verkauf von Wertpapieren zur Anlage sowie
zur Spekulation an allen in- und ausländischen Börsen.
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Vermietung von Safes Verschluss der Mieter.
Unentgeltliche Kontrolle der Verlosung.
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mode m. Spiegel, Diwan billig
ab=
zugeben. Pädagogſtr. 2, pt. (*11854fs
Der Handelsverein
ladet hiermit ſeine verehrl. Mitglieder zu einem
Vortrag
welchen die „Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft”
Mittwoch, den 20. d. M., im Saale „Zur Traube‟
abends 8½ Uhr
abhalten läßt, höflichſt ein. Herr Major v. Abercron
wird über das Thema:
„Die Gordon-Bennet-Fahrt in Amerika
und Selbsterlebnisse im freien Ballon‟
ſprechen. Der Vortrag findet mit Lichtbildern ſtatt.
Eintritt iſt frei. Damen ſind willkommen.
Der Vorſtand.
23601fo)
verein für verbreitung von volksbiiaung.
Drei öffentliche Vorträge
von Profeſſor Dr. Berghoff-Ising
Profeſſor der Volkswirtſchaftslehre an d. Techn. Hochſchule zu Darmſtadt:
„Geutschland in der Weltwirtschaft
inbesondere neben England‟
Zeit: Freitag, den 15. November, Freitag, den 22. November,
Freitag, den 29. November, abends 8¼ Uhr. (23188sf
Ort: Horſaal 330 der Techn. Hochſchule (Eingang Weſtportal).
Karten für die drei Vorträge: 1 Mk., Einzelkarten 40 Pfg
für Mitglieder und angeſchloſſene Vereine Dauerkarten zu 60 Pfg.,
Einzelkarten 25 Pfa. am Verkehrsbureau u. bei I. Mylius, Herdweg 2
Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Miſſionsinſpektors Pfr. Lic. Witte=Berlin
. „In der Wunderwelt des Oſtens —
Reiſeerlebniſſe aus China und Japan”.
Sonntag, den 17. November, abends 8¼ Uhr,
(23611
im Saal der Paulusgemeinde.
Eintritt frei.
Jedermann herzlich eingeladen.
Vortrage von Frau Frida Afer=Barmen
Montag, den 18. November
im großen Saal des Eliſabethenſtifts
(Eingang Erbacherſtraße)
für Frauen u. Töchter
Nachmittags 4 Uhr, Thema: „Lebensquellen”
Abends 8 Uhr, Thema: „Ich kann nicht, Gott kann‟
(23589
Eintritt frei.
Hrisgemerbuerenn Warmstadf.
Montag, 18. November 1912, abends 8½ Uhr
im „Fürſtenſaal” (Grafenſtraße)
Vortrag des Herrn Finanzrat Stroh
über:
(23603fo
Das neue Gemeinde=Umlagengesetz
insbeſondere die Veranlagung der Gewerbeſteuer.
Unſere Mitglieder laden wir zu zahlreichem Beſuche ergebenſt
Der Vorstand.
ein. Gäſte ſind frdl. willkammen.
Gabelsberger Stenographenverein Darmſtadt
Gegr. 1861 (Protektor Se. Kgl. Hoheit der Grossherzog) Gegr. 1861
Damen=Stenographenverein Gabelsberger”
Herbstfest mit Ball
am Samstag, den 16. November 1912, abends 8½ Uhl
im „Kaisersaal‟
(23585
Eintritt für Mitglieder frei. Für Nichtmitglieder 30 Pfg.
Familienkarte (3 Personen) 50 Pfg. nur an der Abendkasse.
Gesansverein „Einigkeit‟
(Darmstadt-Bessungen)
Dirigent: Otto Schrader
Sonntag, 17. November 1912, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Bessunger Turngemeinde
erbsr=Konzert
unter Mitwirkung des Herrn Fritz Lang (Tenor),
Mitglied des Grossh. Hoftheaters, sowie eines Künstler-
Ensembles der Kapelle des Leibgarde-Regts.
Nr. 115.
Eintritt à Person 25 Pfg.
(B23608-
Letzter Tag!
Urpheunn 38g
Freitag
Meute
15. Novbr.
Abschieds-Vorstellung
der Künstler des vorzüglichen
I. November-Programmes
Samstag
Morgen
16. Novbr.
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Gastspiel
die kleinsten Menschen und
kleinsten Pferde der Welt.
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ſtraße) II. Etage links.
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zu haben.
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ſtraße 24.
(*11816
Großherzogl. Hoftheater
Freitag, den 15. November 1912.
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Cavalleria rusticana.
Melodrama in 1 Aufzug.
Muſik von Pietro Mascagni.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Santuzza, e. junge
Bäuerin
Turriddy, e. junger
Bauer
Aug. Globerger
Lucia, ſ. Mutter. Anna Jacobs
Alfio, Fuhrmann Otto Semper
Lola, ſeine Frau. Maya Longin
** Santuzza . . Eugenie Stahl,
vom Stadttheater in Danzig, a. G.
Hierauf:
Der Bajazzo.
Drama in 2 Aufzugen u. einem
Prolog von R. Leoncavallo.
Muſikal. Leiter: Willem de Haan
Spielleitung: Emil Valdeck.
Perſonen:
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(Nachdruck verboten.)
13)
Du weißt, ich wäre dazu mit Freuden bereit, aber
gegen Thereſe kommen wir alle nicht auf, jede
Vermitt=
lung iſt da vergebene Liebesmüh!
Sollenſtern nickte nur traurig mit dem Kopfe, drückte
Dittmark herzlich die Hand und fuhr nach Klotzowen zurück.
Vor dem Inſpektorhauſe ſtand ein kleines Wägelchen.
Iſt der Agrameit mit ſeiner Karre ſchon wieder
mal da! brummte Sollenſtern ärgerlich.
Und da kam der auch ſchon heraus auf den Hof und
an den Wagen heran.
Guten Tag, Herr Baron!
Kommen Sie nur wieder mit rein! — Alſo,
Sollen=
ſtern warf die Mütze auf einen Stuhl, den dicken Pelz
darüber, der Herr Oberleutnant kommt im Frühjahr
wahrſcheinlich für immer!
Wenn ich’s nur glauben könnte, Herr Baron!
Werden Sie nicht kratzbürſtig, Agrameit, und
bren=
ten Sie ſich ne Zigarre an! — Er kommt, vielleicht auch
ſchon früher.
Wär” auch höchſte Zeit!
Nun ſchimpfen Sie gefälligſt nicht mehr und geben
Sie mir klare Auskunft! — Langt bei Ihnen drüben das
Betriebskapital?
Vollkommen, Herr Baron! Der Herr Oberleutnant
wollte ja mal mehr haben, als ich entbehren konnte, aber
ich hab’s ihm einfach nicht geſchickt, ihm geſchrieben, er
möchte ſelber herkommen und ſich überzeugen, daß ich
vierzigtauſend glatt in der Hand behalten muß. Er iſt
aber natürlich hübſch in Rathenow geblieben, dafür hab'
ich das Holz fällen laſſen müſſen.
Wird nicht wieder paſſieren, Agrameit, habe mit dem
Herrn Oberleutnant recht deutlich geſprochen!
SSonſt machte ich auch nicht länger mehr mit! brummte
der Verwalter
Nur hübſch friedlich, und wenn Ihr Herr nach
Plat=
tangen kommt, zeigen Sie ihm ein freundliches Geſicht,
das macht Luſt und Liebe zur Arbeit!
Aber die biedere Seele runzelte noch finſterer die
Stirn. Natürlich hatte der Herr Oberleutnant ſeinen gut
mütigen Onkel wieder einmal grünkſlich breitgeſchlagen
und ihm Honig um den Mund geſchmiert. Herr Baron,
wenn mein Herr bis zum erſten April nicht mindeſtens
nal auf vier Wochen nach Plattangen kommt, lege ich
mein Amt nieder. Noch heute ſchreibe ich ihm das.
Da ſchlägt ihm Sollenſtern mit der Hand auf die
Schulter. Tun Sie’s Agrameit, meinen Segen haben
Sie, und der Teufel ſoll mich lotweiſe holen, wenn der
Herr Oberleutnant diesmal nicht Wort hält!
Plattangen ging, den Mantelkragen hochgeſchlagen,
die Reitpeitſche unterm Arm, über den Kaſernenhof. Er
hatte in der Bahn die Remonten reiten laſſen. Da kam
im Laufſchritt Roßdorff hinter ihm her.
Du, Mannchen, ich fahre heute nachmittag nach
Ber=
lin, kommſt Du mit?
Hab’ nicht die geringſte Luſt.
Roßdorff ſchob ſeinen Arm unter den Plattangens.
Sei kein Froſch und ſteck Geld ein. Wir beſuchen das
Wohltätigkeitsfeſt in der Philharmonie, ſteht unter dem
Protektorate von Majeſtät, die Jugend der Hofgeſellſchaft
bietet dort ihre Ware aus.
Ja, Du, ich komme mit.
Roßdorff ſah ihn von der Seite an. Natürlich wollte
Mannchen die Gelegenheit benützen, Gunild Dittmark zu
ſehen. Und zur Entſcheidung mußte es endlich kommen,
denn er war in den letzten Tagen ganz unleidlich
gewor=
den, kroch aus ſeinem Bau kaum heraus, ließ ſich ſogar
das Mittageſſen aus dem Kaſino holen.
Ein unheimliches Gedränge herrſchte in den Sälen
und auf den Galerien, dazu ſpielte eine Kapelle, alles
lachte und redete durcheinander, hie und da hatte ſich ein
Herr in den Dienſt der guten Sache geſtellt und pries die
Waren der Damen an. In dem Sektzelt wurden die
Flaſchen dutzendweiſe geöffnet, ein Glücksrad knarrte. Es
war die erſte offizielle Gelegenheit, bei der die junge
Welt in dieſer Winterſaiſon zuſammenkam.
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VII23607)
Roßdorff, iſt das mal ein Trubel!
SStürz’ Dich mitten ’rein, Mannchen, und mach’ die
Augen auf, es wird ’ne ganze Zahl friſcher Mädels zu
ſehen ſein, die noch keine Sohlen auf dem Holzparkett
durchgetanzt haben.
Plattangens Augen ſuchten nur eine. Roßdorff hatte
ſich bald „feſtgebiſſen”.
Nach einer halben Stunde entdeckte er ſie an einem
Stande. Spitzen und Konfitüren wurden dort verkauft.
Eine merkwürdige Zuſammenſtellung, aber es ſollten doch
auch die Herren an den Tiſch herankommen, und für die
feinen Gewebe beſaßen nur die wenigſten Verſtändnis.
Die Verkäuferinnen wollten nicht nur ihre Ware
los=
ſchlagen, ſondern ſich auch gut unterhalten.
Neben Gunild ſtand Wullnow. Er war heute von
einer ausgelaſſenen Fröhlichkeit. Plattangen biß die
Zähne zuſammen. Er wollte ſich abwenden, da traf ihn
zufällig ein Blick Gunilds. Nun konnte er nicht anders,
er trat an den Tiſch heran, begrüßte die Herrſchaften und
kaufte eine Bonbonniere.
Wollen Sie mich zu meiner Mutter führen, Herr von
Plattangen? Sie erwartet mich im Teezelt.
Mit Freuden, gnädiges Fräulein.
Sie ſchoben ſich durch die Menſchenmaſſe, die wie eine
lebende Mauer hin= und herwogte. Jeder hatte mit ſich
und ſeinen Wünſchen ſo viel zu tun, daß er nicht auf die
anderen achtete.
Herr von Plattangen, ich habe Ihnen eine Mitteilung
zu machen, deshalb wollte ich von meinem Tiſch weg.
Es lag mir daran, Sie ſelbſt von meinem Entſchluß in
Kenntnis zu ſetzen, denn jeige möchte ich nicht ſein. Ich
habe mich heute früh mit Herrn von Wullnow verlobt.
Einen Augenblick ſtockte ſein Herzſchlag, aber dann
hatte er ſich ſofort wieder in der Gewalt. Da habe ich
Ihnen alſo zu gratulieren, gnädiges Fräulein!
Ich weiß, Sie haben dieſe Mitteilung ſehr bitter
empfunden, ich mache ſie Ihnen aber perſönlich, weil ich
hoffe, ich nehme ihr damit den härteſten Stachel. Glauben
Sie mir, Herr von Plattangen, ich ſchätze Sie ſehr hoch, aber
Eine Totenruhe kam über den jungen Offizier. Man
hatte die ſchon oft an ihm beim Rennen bewundert, ihr
hatte er ſeine zahlreichen Erfolge in erſter Linie zu
ver=
danken.
Soll ich Sie nun zu Ihrer Frau Mutter oder zu
Herrn von Wullnow führen, gnädiges Fräulein?
Ich werde meinen Weg wohl allein finden müſſen.
Sie ſah ihn an und erſchrak. Mit zuckenden Lippen, bleich
wie eine Kalkwand, ſtand er vor ihr.
Sie reichte ihm die Hand. Immer werde ich Ihrer
gedenken als eines ritterlichen Mannes, der es ſehr, ſehr
gut mit mir gemeint hat!
Er ſchlug die Hacken zuſammen, die Sporen klirrten.
Sofort verließ er das Wohltätigkeitsfeſt. Wie vor den
Kopf geſchlagen, kam er ſich vor.
Unten vor dem Portal fuhr er ſich mit der Hand über
ſeine heiße Stirn, dann rief er eine Droſchke an.
Nach dem Lehrter Bahnhof!
Und oben ſagte Fräulein von Dittmark zu Wullnow;
Er hat ſeine Bonbonniere vergeſſen. Packe ſie hübſch ein
und ſchicke ſie ihm zu!
Sie war aus Meißener Porzellan, herrliche
Hand=
malerei, und hatte die Form eines Herzens.
Ja, Mannchen, nun ſag’ mir bloß, haſt Du denn
reineweg den Verſtand veclorens,
Keine Spur! — Warum denn?
Mußt Dir die Geſchichte mit der Gunild Dittmark
nicht zu nahe gehen laſſen!
Alſo Du weißt ſchon?
Erfuhr’s in der Philharmonie, ſuchte Dich, warſt aber
ſchon über alle Berge.
Natürlich, was ſollt’ ich noch dort?
Plattangen zog die Paradeattila an.
Ja, da hab’ ich mich gleich in den Zug geſetzt, bin
zurückgefahren, ſuchte Dich hier, aber Du warſt wegs
geritten und bis Mitternacht noch nicht wieder zu Hauſe!
Haha!
Was lachſt Du denn ſo — biſt Du vielleicht
überge=
ſchnappt?
Ich bin rausgeritten zu Stechows nach Kotzen und
hab’ den Abend dort verbracht. War ſehr nett. Weiß
Gott, ich mußte unter Menſchen, mit denen man harmlos
reden kann. Aber ich glaube, ſie haben mich auch für
verrückt gehalten.
Der alte Stechow iſt ein ſehr vernünftiger Mann.
Deshalb ritt ich zu ihm.
Und haſt Du Dein Herz ausgeſchüttet?
Keine Spur!
Roßdorff ſchüttelte den Kopf. Wohin willſt Du denn
im großen Dienſtanzug?
Zum Kommandeur — ihn bitten, mein
Abſchieds=
geſuch befürwortend weiterzugeben. Da auf dem Tiſche
liegt es, morgen früh fahre ich nach Plattangen.
Mannchen — iſt das Dein Ernſt?
Warum denn nicht? — Und nun komm’ mit, ſonſt
treff’ ich den Oberſtleutnant nicht mehr im
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2
S. &oooroe
Sagasaasaaats
Fariag des Eireus Sarasan, ständiger Wohnsitre Radebeul bei Presden. —
Tarantwortlicher Redakteur: Arthur Vollrath. — Expedition durch das Presse-
Jü-o des Circus Sarrasani, Wagen 19. — Nachdruck sämtlicher Bilder und
Mitikel (dieser auch auszugsweiseſohne Erlaubnis verboten. — Sämtliche Rechte,
luich das der Uebersetzung in andere Sprachen vorbehalten. — Original-
Jumahmen teils aus dem photographischen Atelier des Circus Sarrasani,
Ichter: Wladimir Stein, Wagen 29, teils von Proſessor Theodor Beer, Wien.
Eröinunge
16.
Novbr. 1912
abends 7½ Uhr
Frankfurt a. M., Festhalle.
Circustel. Amt II Nr. 2200, Nebenanschlüsse haben: Kasse, Rendantei (Wagen 18),
Sekretariat, Pressebüro, Betriebsinspektion (Wagen 19). Direktion (Wagen 21),
Vorverkauf an der Circuskasse u. (nur für Abend) im Zigarrengeschäft M. Holz,
Verkaufstellen: Kaiserstr. 59, Amt I 4459; Kaiserstr. 28, Amt I 12985;
Schillerplatz. 2, Amt I 1550; Opernplatz 2, Amt I 4415; Zeil 70 Amt I 4407.
No. 53
ahrgang III
Der Circus der 15000
Der Glanz der Cireusse, vom Altmeister Renz zu niegeahnter
bochtkraft angefacht, war erloschen, die Künste der Manege.
e reizvollsten, sinnfälligsten, gemeinverständlichsten aller
Tülste, waren verkümmert, die Massen lebten ohne Fühlung
lit dem Reiche der Arena, der Zauber des geharkten
n des verhallte klanglos, der Tamtam Barnums konnte
Er Europäern nicht behagen.
War es von Wert, dass die alte Herrlichkeit
Leider auflebte?
Die Entwickelung hat dem Recht gegeben, der
d ie Bresche sprang; — der unbekümmert um
s Siechtum und das Dahinsterben alter
Circus-
fnastien — der Renz, der Wulff, der Carré, der
Klamonsky — auf diesem Felde Taten zu
voll-
linigen sich erdreistete. In zweifacher Hinsicht
Il es, ein Neuschöpfer zu werden: die tech-
Sdehe Organisation des Circusses musste von
hmdauf revolutioniert werden, die artistischen
üriste selbst mussten mit neuem Blute, mit
euen Reizen erfüllt, von frischen Gedanken
Ellebt werden.
Hans Stosch-Sarrasani, der
Aussen-
itr, der Spross einer ostdeutschen
Offiziers-
fmülie, ward damit nicht zufrieden, der Schöpfer
is modernen, deutschen Wandercireusses zu
inl, dessen mustergiltiges Unternehmen man
Frankfurt bereits zweimal mit
ausserordent-
hem Beifall ausgezeichnet hat. Das Projekt.
men Circus für die Fünfzehntausend, für die
Iapsehbaren Mengen des Publikums, für die
ſerenmassen zu gründen, zeugt davon, dass er
Fulles andere denkt, als an das Sichausruhen
feseinen Lorbeeren.
Der Circus der Fünfzehntausend wird
Ereignis sein für das Circustum Europas. Ohne
es Vorbild steht diese ldee, dieses Wagnis da, das
Hie fabelhaften Projekte von jenseits des Ozeans
Imahnt. Ein ungestümer Tatendring, eine Lust,
längst-
hegte ldeale erfüllt zu sehen, eine Zuversicht auf das
Elumgen des schier Unmöglichen gehören dazu, den
höönen Traum der Phantasie zur Wirklichkeit zu machen.
bar der Wahlspruch des jüngsten und modernsten
Frausdirektors der Gegenwart wird auch hier die Zauber-
Ensel sein:
Willenskraft — Wege schafft.
Hans Stosch-Sarrasani.
Man hat den Cireus, der vor die Bevölkerung Frankfurts
und seiner weiten Nachbarschaft in dem Riesenpalaste der
Festhalle tritt, den Circus der unbegrenzten
Möglich-
keiten genannt. Und soviel ist wahr, dass er die Fesseln
iller bisher gekannten Möglichkeiten sprengen, neue
Möglichkeiten schaffen wird. Was Bayreuth für den
Opernfreund ist das soll Frankfurt für den
Circus-
enthusiasten sein. Zum ersten Male sollen
circen-
sische Festspiele erstehen, die eine Uebersicht
über alles bieten, was der moderne Cireus
über-
haupt zu zeigen, was er aus fünf Weltteilen
herbeizuraffen vermag. Eine Zusammenfassung
im grossen Stile ist der Sinn dieser Festspiele.
Die imposanten Räume der Festhalle, über
Nacht fast mit einem machtvollen
Amphi-
theater bedeckt, sind fähig, einen Rahmen zu
geben, der das Ausserordentliche der
Ver-
anstaltung hervorhebt. Ein Aufgebot von
artistisch begabten Menschen und Getier
ist mobil gemacht, von dem zehn
Durch-
schnittscireusse leben könnten. Nichts ist
gespart, um eine Buntfarbigkeit der
Er-
scheinungen zu erzielen, die ans
Märchen-
hafte grenzt. Aus Japan und China kommen
die Völker des Ostens, in Cowboys und
Indianern repräsentiert sich Amerikas
roman-
tisches Westland. Türken und Araber, die
Heldenspieler des derzeitigen Welttheaters,
marschieren auf. Die kaiserliche Oper Moskaus
entsendet die Kräfte des Ballettes, und droben
in der Luft wird es einen Kongress der
wett-
eifernden Luftgymnastiker geben, wie ihn
origi-
neller und imposanter keine Phantasie aussinnen
kann. Reitkünstler und Schulreiter, die grossen
Komiker der Manege, die gediegensten Akrobaten:
kurz das ganze Cireusvolk in seinen unerschöpfbaren
Nuancen wird zusammengetan sein, um die alte
Herr-
lichkeit zu neuem Leben zu entfachen.
Unsere Zeit kennt keine Schranken durch Berge und
Wüsten. Auch das Getier der Welt kann man sammeln von den
arktischen Regionen bis zu Sibiriens unermesslichen Steppen, bis
zu Indiens Dschungeln und dem heissen Sudan, der
unerschöpf-
baren, geheimnisvollen Schatzkammer der Wunderwesen. Eine
Weltschau” im ureigentlichen Sinne ist der Cireus Sarrasani auch
für die Welt der Tiere. Sarrasanikenntkeine Eigenarten als dieEigen-
Festhalle erbaut von Proſessor von Tiersch.
[ ← ][ ][ → ] art der Vielseitigkeit. Es ist sein Ehrgeiz,
als echter und rechter Cireus den
kost-
barsten, herrlichsten und grössten
aller Cireusmarställe zeigen zu
dürfen, den jemals Europa
ge-
sehen hat. 200 edle Pferde
stehen in seinen Stallungen,
füllen seine Manege.
Da-
neben aber rückt er an
mit ganzen Herden von
exotischen Tieren, die an 8
2
Geldwert das Fünffache zu
1
und Zehnfache der Pferde
0
ausmachen, deren Dressur
— zum mindesten in
sol-
chen Massen — man bisher
für etwas unerhörtes, etwas
unmögliches ansah. Massen
von Eleſanten, von Löwen,
von sibirischen Tigern, von
Kamelen, von Seelöwen, von
Zebras sind gehorsam der
Kunst vollendeter Dresseure,
an deren Spitze der
Direk-
tor Stosch-Sarrasani selbst
steht, Känguruhs und Tapire,
Grizzly-Bären und
menschen-
ähnliche Affen, Renntiere
und indische Büſſel bilden
ein buntes Potpourri aus
dem unerschöpfbaren Reiche
der mannigfaltig
gestalten-
den Natur. Alles, alles aber
soll sich zusammentun, um
Der Circus Sarrasani aus der Vogelperspektive. Aufgenommen aus dem verunglückten
Zeppelin-Luftschiff „Deutschland‟. Düsseldorf Frühjahr 1911.
im engen Raume weniger Stunden
pompösen Rahmen der eineinhalbr
zehntausend Menschen einen
samtefſekt zu erzielen, für
uns heute noch die Begr
fehlen. Unermesslich tec
nische Schwierigke it
waren zu überwinde
sie sind überwun
worden. Die gar
Phantasie eines sc
fenden Künstlers
aufzubieten, um ei
Regieplan für die Mas
der Mitwirkenden aus
stellen: sie ist aufgebol
worden. Seit Monaten
reisen die Vertreter
Cireus Sarrasani Europa Er
Amerika, um das Ausse
ordentliche zu sehen un
zu gewinnen: sie sind
guten Erfolgen heimg
kommen. Das Riesenunft
nehmen will und wird
Riesenmassen sammeln: I
für die knappe Zeitspan
eines einzigen Monatt
Das Unterfangen, das
Freude begonnen wür
wird hoffentlich Hunde
tausenden eine reine u
schöne und edle Freis
bringen.
Die Prunkfassade, 52 m Front, 16 m Höhe.
zogen von einer Lokomotive.
Durch Dick und Dünn! — IIEingesunken!
Fowler-Maschine mit Sachsigen Reklamezug
in den Strassen Brüssels, Winter 1910/11.
Ilihiiiin
Sarrasanl als Kulurpionier
Die ersten Strassenlokomotiven
in Deutschland
Die Elefanten als Retter in der Not
Parade der Sarrasani-Lokomotiven.
Ein Schauspiel, das in der gesamten Welt seinesgleichen nicht hat.
bahn-Anhängerwagen, Düsseldorf 1911.
Sarrasanis Strassenbahn-Motorwagen, Hannover 1911
[ ← ][ ][ → ]
Munderte von Radlern kommen von mellenweit, um Sarrasani zu besuchen,
Se
auf seinem Lieblings-
Elefanten Boy.
Schecke auf
Sumatra.
e
Ausverſtanufte vor. Baher erechteltig Pilis besorgen-
Ze te gu
checke aus java
A
L
[ ← ][ ][ → ] Buntschillernd gehen
die Aufzüge dahinnen in
Sarrasanis Manege. Nicht
der Europäer ist es allein,
der Sport und Schönheit
und Kraft zur Schau
trägt. Fremdartige
Ras-
sen, fremdartige
Volks-
typenwerden zu Artisten.
Bilder rauschen vorüber,
unermesslich stark in
ihren Eindrücken. Ein
schrilles Pfeifen und
Du-
deln im Halbdunkel, der
Vorhang rauscht auf,
und die hochragenden
spannender Zauberspil
Zu Jongleuren, zu Ele
ganten, stilvollen Jong
leuren werden die „Söhn
des Himmels”, wie leban
diges, seidenbekleideste
Porzellanspielzeug tun
melt es sich rings in de
Manege. Dann schwe
ben die Schlitzauge
an ihren Zöpfen hängend
über die Menschen hin
weg, treiben übermütige
Spuk zwischen Kupp
und geharktem Sande
indessen frappierte Ge
Der Aufmarsch der Riffkabylen
Stlhouetten der Kamele lösen sich los, auf ihnen, in langem,
weiss wallenden Burnus, die schönen, gertenschlanken,
ſeierlichen Gestalten der Nordafrikaner. Tanzen und
Gewehrspielen geht vor sich, dann stürmt die Horde,
von jähem Feuer entzündet, in den Manegerund,
formt sich zu menschlichen Pyramiden, gleitet,
bröckelt, bricht auseinander, fügt sich
wieder-
um zusammen, beginnt in tausend
Temperä-
menten zu siedeln, schreit, kreischt, springt
in gefährlichen Sprüngen, zweimal, dreimal,
müter das Gruseln lernen. — Rossewiehern, Hufegeklapper
fegt durch die Manege. Cowboys und Indianer, die Helden
unserer Jugendromantik, stürmen, rasen dahin, Kreischen,
Kriegsgeheul im wilden, atemberaubenden Galopp.
Hochauf spritzt der Sand. In kühner Voltige kleben
sie kopfüber, kopfunter am masslos
galoppier-
enden Rosse, Lassos drehen sich, spielen in
quecksilbrigen Schlingen auf und nieder,
jagen einem Menschen, einem Gaule zu,
treffen das Ziel mit unfehlbarer Sicherheit.
Eine waghalsige Pyramide
Ein lebendiges Bauwerk.
Ungezäumte Rosse, von der sie
haften Ruhe des Dresseurs
gebän-
digt, springen durch die Maneg
Lamas, die feingliedrigen, rassiger
Geschöpfe, tummeln sich, Kuns
schützen geben Kunststücke zun
besten. Ein paar Minuten: und da
tolle Bild ist verschwunden.
zwanzigmal im Wirbelfluge sich drehend, sich
überschlagend, sich wirbelnd wie ein
farben-
sprühender Kreisel. — Oder die chinesische
Szene. Die Musik intoniert einen Marsch
aus Silberglocken und Tamburinschlägen,
ge-
putzte, feingliedrige Mongolen marschieren
lautlos auf. Ein Gaukeln beginnt mit farbigen
Papieren, mit bengalischen Feuern, ein toller,
Eine Kolonne türkischer Gardesoldaten.
Japaner als Bambusläufer.
Im Gänsemarsch.
Chinesentruppe.
Des Jongleurs Kompliment.
H. Abdulla, der Korangelehrte, mit seiner Marokkanertruppe
H. Adulla, spricht fliessend elf Sprachen.
Ein Purzelbaum unter eischwerenden
Umständen.
Direktor Stosch-Sarrasani als Wildwestschütze
Ein ander Bild kommt. Ein Aufmarsch von Prunk- und
Luxusmenschen: Japaner. Menschen, über deren Mäntel das
Gold fliesst, über deren Glieder sich Seide spannt. Menschen
von höchstem Rhythmus, von höchstem Stile in den
Beweg-
ungen. Sie sind artistische Meister, bauend auf eine
jahr-
tausendalte Kultur, sie vollbringen Dinge, die der Europäer
nicht kann. Aber sie vollbringen das Unglaubhaſte mit einer
ruhigen, selbstverständlichen, angeborenen Gemessenheit, die
den Reiz des Fabelhaſten hat. Sie spielen mit dem Tode. als
wäre es ein Nichts: auch in
der Manege das Symbol eines
heldenhaften Volkscharakters.
Eine besondere
Ueber-
aschung aber bereitet der
Circus Sarrasani, indem er
zum ersten Male eine Kolonne
Alter Marokkaner aus Agadir.
Junger Marokkaner aus Tanger
Sibirische Trampeltiere,
geritten in Springfahrschule.
türkischer Gardesoldaten in ihren
unvergleichlich exakten
militär-
ischen Exerzilien dem Publikum
zeigen kann. Es sind die Helden
von Tripolis, die türkischen
To-
desmut mit deutschem Drill
ver-
einen.
Eine schwierige Passage
Eine tiefe Verbeugung.
Kitamura-Tokoda mit seiner
weltberühmten Japanertruppe.
e einzigen „Kaiserlich Japanischen Hoft
künstler‟. — Sämtliche Prunkkostüme
Geschenke des Mikado!
checke von Borneo.
Sanisſapanerinihren
Sarrasanis Cowboys.
unvergleichl. Künsten
[ ← ][ ][ → ]Sarrgsanis Marstall und Tiarpark
Kein Circus der Welt bietet eine so
über-
wältigende Fülle an Tiermaterial, eine solche
Ausbeute an belehrendem, wissenschaftlich
hochinteressantem Stoff. Sarrasani besitzt
un-
zweifelhaſt den grössten, wertvollsten und
sachkundigst zusammengestellten aller
euro-
päischen Circusmarställe. Die Rekordzahl von
200 Pferden kann kein anderer Circus er-
repräsentieren einen Wert von annähernd
zwei Millionen. Es ist niemals geglückt,
den-
artige Massen der Dickhäuter dem Willen eines
Einzelnen zu unterwerſen und aus solcher
Masse so schwierige Kunststücke
herausze-
holen. Es ist die Elefantenscene der gewa.
Der Esel als Gendarm.
Die springenden Schweine.
Die Seiltänzer-Bestien.
Auf zur Vorstellung.
wiederfindet. Die Elefanten allein, die unter der Dressur
des Direktors Stosch-Sarrasani selbst stehen und von ihm
mit bewunderungswürdiger Eleganz vorgeführt werden,
„Ein Genrebild aus Afrika.‟
Ein Zebra-Kleeblatt.
Ein Zebroid, das schönste der vier auf der Wel!
existierenden Exemplare. Ankaufswert 10000 Mk
Seltsam gezeichnete Pferde.
dressierte Menagerie, die ein Unikum in aller Welt bedeutet.
Seine Elefantengruppe mit ihren 16 Prachtexemplaren,
seine Löwengruppe mit 20 ausgewachsenen Berberlöwen:
das sind Rekordgruppen, wie man sie auf der Welt nicht
Der berühmte Dompteur Haupt mit den Berberlöwen.
Die hohe Schule
auf dem afrikanischen Dromedar.
tige Gipfelpunkt
jeder Sarrasani-
Vorstellung. Und
ebenbürtigtreten
ihnen die Löwen
zur Seite, die
unter dem
Kom-
mando des
be-
rühmten
Domp-
teurs Hermann
Haupt stehen.
Aber hiermit
nicht genug.
Da-
zu kommt eine
Karawane von
20 Kamelen,
zu-
sammengesetzt
reichen, aber
auch dengleichen
Wert an edlen
Stücken u.
voll-
blütigen
Exem-
plaren.
Beson-
deres Gewicht ist
hier gelegt auf
fremde,exotische
Tiere, die schon
wegen ihrer
Ra-
rität den
Fach-
mann entzücken
müssen. Aber
neben diesem
Marstalle zeigt
Sarrasani eine
Persischer
Die urkomische Gänsedroschke.
Ein lebendiges Wappen.
aus afrikanischen
Drome-
daren, aus persischen und
Sprischen Kamelen und aus
sibirischen Trampeltieren.
Und alle diese Tiere sind
ein Unikum seit Existenz
der circensischen Künste
exakt dressiert. Eine
Freiheitsnummer von 8
Kamelen, die Dromedare,
die nach den Regeln der
Hohen Schule laufen: das
sind Dressurleistungen, die
man bisher für
schlecht-
weg unmöglich hielt. Und
daran schliessen sich
an-
dere Dressuren, wie man
sie in der Welt einzig und
allein im Circus Sarrasani
zu sehen bekommt. Da
ist das Rudel der
dressier-
ten Lamas, der schlanken,
graziösen Geschöpfe aus
Südamerika, da sind die
quecksilbrigen Zebras und
Der kluge Hans.
[ ← ][ ][ → ] Hikis Herausforderung an
das Känguruh „Piefke‟.
Zum Angriff bereit.
Sarrasanis Elefanienparade, einzigartig in aller Welt.
man sie bisher für hinterlistig und phlegmatisch gehalten. Sarrasani brach diesen
Bann und zeigte zunächst, dass die Tiere intelligent und zutraulich sind. Und
dann ging er an die Dressur, für deren Schwierigkeiten bisher kein Beispiel
existiert. Man war ganz ohne Erfahrungen über die Behandlungsweise dieser
Tiere und es musste vollkommen von vorne begonnen werden. Die unsagbaren
Mühsale dieser Arbeit zu schildern ist unmöglich. Aber defür wartet nunmehr
etwas einzigartiges der
Be-
sucher des Circus
Sarra-
sani, etwas im wahrsten
Sinne nie dagewesenes.
Kein Zweifel, auf diesem
en Känguruhs, die allerkomischsten unter den animalischen Artisten, da sind die
Lelöwen, die die Clouns im Tierreiche bilden, da ist diese ganze Parade von
essierten Schweinen, Affen, Hunden, Eseln und anderen possierlichen Tieren,
it denen sich die Zunſt der Clowns zu beschäftigen pflegt. Als ein besonderes
ſektstück aber werden die dressierten Nilpferde des Circus Sarrasani figurieren.
Hielt man es bisher schon für kaum
möglich, Nilpferde zu erwerben,
so galt es für ein unerhörtes Wag-
nis, diese empfindlichsten aller
Sudantiere mit auf die
Circus-
wanderschaft
zu nehmen.
In voller
Ver-
kennung des
Charakters
dieser
Dick-
häuter hatte
Die Nilpferde bei der Dressur.
Boy als Kopfstandkünstler
Rosas Flaschenstand.
asanis 16 Elefanten, sitzend.
Das Elefantentableau, gestellt von 14 Elefanten. Ein Dressurwunder.
Jumbo macht schön.
Handstand von der Hinterfront.
Sarrasanis Kamelkarawane
65 Zentner auf einem Menschen!
nblick.
Ein aufr
Kikis
Boxkampf
mi Piefke.
Die ersten in Freiheit dressierten Ramele der Welt.
[ ← ][ ]„WELTScHAU‟
SHRRHSANI.
die künstlerische und
wissen-
schaftliche Ziele hat. In dieser
Gestalt ist und bleibt
Sar-
rasani einzigartig und wird es
bleiben — allen Kopien zum
Trotze, die von den ldeen
der leitenden Geister des
Cir-
cus Sarrasani leben und an
seinem Ruhme schmarotzen.
Es geht keine Neuerung aus
dem Büro des Circus
Sarra-
sani, es wird keine Zeile dort
geschrieben, die nicht mit
virtuoser Schnelligkeit
nach-
geahmt würde. Dass kümmer-
Der Affenclown.
liche Stümpereien das
Re-
sultat solchen Nachahmungstriebes sind, kann sich wol
jedes Kind leicht ausrechnen.
Nein: Sarrasani ist und bleibt Sarrasani.
Sarrasani ist und bleibt einzigartig.
Das ist das Geheimnis seines beispiellosen Erfolges.
Die Herrscher der Lüfte.
Die Versammlung der Clowns.
Die geheimnisvollen Wackelmännchen.
Die Mailcoach der Clouns.
Eigene Lichtzentrale für die Restaurationsräume u. Mineralwasserfabrik.
Iiliiiiinihiiaansaanhzzaanannaiaiiin
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Das Buffet.
Allabendlich: 7Uhr: Gala-Vorstellunger
Mittwochs, Sonnabends,
Sonn- und Festtags
Preise der Plätze: (ausschliesslich
Billetsteuer):
Galerie 40 Pfg., III. Platz (2. Rang
Sitz-
platz) 70 Pfg., II. Platz 1.20 Mk., I. Platz
(numeriert) 1.80 Mk., Parkett (numeriert)
2.50 Mk., Parkeitloge 5.50 Mk., 1. Rang-
Loge 5.-Mk., Promenoir (Stehpl.) 1 Mk.,
Terrasse 4.-Mk., Orchest.-Loge 5.-Mk.,
Fremden-Loge 6.- Mk.
Zu den Nachmittags-Vorstellungen zahlen Mi-
Iitär vom Feldwebel abwärts auf Sitzplätzen,
sowie unter 14 Jahre alte Kinder auf allen
Plätzen halbe Preise. Billet-Vorverkauf
tüg) von morg. 10 Uhr an ununterbrochen füralle
Vorstellung. an d.Eireuskasse, Tel Imt 11Nr. 200
u. (nur für Abendh im Zigarrengeschäft M. Holz.
Verkaufsstellen:
Ralserstrasse 59 Amt I 4459
1285
28
do.
1330
Schillerplatz
4415
Opernplatz
4407
2eit
Nachm.
Rbends 7½ Uhr
Alle Vorstellungen ohne Ausnahme
mit absolut gleichartigem,
komplettem Programm.
In jeder Nachmittags-Vorstellung
ein vollständig ungekürztes
Abend-Programm.
Die Auflage dieser Zeitung für eine einzige Stadt (Hannover)
(200,000 Stück) verlässt die Münchener Druckerei.
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abends nebst den von der d. Schuh & Cie.,
G. m. b. H.,
ittags einkassiert werden.
München.
auszuhändigen. Rechnungen über Sämtliche von derC
tion gegebenen Emplangsquittungen und Bestellscheinen eingereicht und Montags