Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen=Expeditionen. — Bes
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Bei einem Straßenbahnunglück in Poſen
wurden eine Frau und ein 14jähriges Mädchen
ge=
tötet und mehrere Perſonen verletzt.
Der italieniſche Miniſter des Aeußern di San
Giuliano iſt geſtern nacht in Berlin
einge=
troffen.
In Paris wurde am Sonntag im Beiſein des deutſchen
Botſchafters das deutſche evangeliſche
Ge=
meindehaus eingeweiht.
Eine amtliche Erklärung über die Urſache der
Erkran=
kung des ruſſiſchen Thronfolgers iſt jetzt
veröffentlicht worden.
Der König von Montenegro hielt am Sonntag
ſeinen feierlichen Einzug in Uesküb.
Nach einer Meldung des Reuterſchen Bureaus bat die
Pforte die Mächte um ihre Vermittelung
zwecks Einſtellung der Feindſeligkeiten
und Einleitung der Friedensverhandlungen.
In der Schlacht bei Lüle=Burgas erlitten die
Türken ungeheuere Verluſte. Man ſpricht von 40000
Toten und Verwundeten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Friedensvermittelungen?
*⁎* Einer Meldung des Reuterſchen Bureaus
zu=
folge hat die Pforte die Mächte um ihre
Vermitt=
lung zwecks Einſtellung der
Feindſelig=
keiten und Einleitung von
Friedens=
verhandlungen gebeten.
Falls ſich dieſe Meldung beſtätigt, würde ſie ein
Be=
weis dafür ſein, daß die Türkei früher kriegsmüde
ge=
worden iſt, als man erwartet hatte. Jedenfalls würde
die baldige Beendigung des Krieges überall mit
beſon=
derer Freude begrüßt werden. Denn die Greuel, die ſchon
der Anfang dieſes Krieges gezeitigt hat, müſſen jedes
Menſchen Hesz erſchüttern und mit herzlicher Teilnahme
erfüllen für alle diejenigen, welche ein grauſames Geſchick
hinopfert. Ueberdies hegt man die ernſteſte Beſorgnis
um das Los der chriſtlichen Bewohner der Türkei,
nament=
lich Konſtantinopels, wo vielleicht die Behörden nicht
mehr die Kraft haben, die wilden Horden im Zaume zu
halten und die Fremden zu ſchützen. Aus dieſem Grunde
ſchon wäre es erwünſcht, daß möglichſt bald dem Kriege
ein Ende gemacht werden könnte.
Wie wenig Ausſicht jedoch
Friedensvermittlungsver=
ſuche leider haben, hat erſt der italieniſch=türkiſche Krieg
gezeigt, der wahrſcheinlich heute noch fortdauern würde,
wenn die Türkei nicht durch die ihr am Balkan drohende
Gefahr zur Nachgiebigkeit gezwungen worden wäre. Die
von den Mächten verſchiedentlich unternommenen
Frie=
densaktionen hatten keinerlei Reſultat gehabt, weder den
ſiegenden noch den unterliegenden Teil zu beeinfluſſen
vermocht. Auf alle Fälle würden die Balkanſtaaten für
Einſtellung der Feindſeligkeiten nicht zu haben ſein, wenn
ihnen nicht genügende und ſichere Verſprechungen gemacht
würden.
Zur Vorgeſchichte des Beſchluſſes der
türkiſchen Regierung, den Beiſtand Europas
an=
zurufen, wird erzählt, daß bis Freitag der Sultan,
die Prinzen und die Regierungs=Mitglieder durch die
optimiſtiſchen Depeſchen der Generäle völlig irregeführt
waren. Eine Wendung trat erſt bei dem Eintreffen des
engliſchen Kreuzers vor den Dardanellen ein. Die kurz
darauf erfolgte Unterredung des engliſchen Botſchafters
mit den leitenden türkiſchen Stellen gab der Pforte erſt
ein klares Bild von der Lage und der Ausſichtsloſigkeit
weiteren Widerſtandes. Der Sultan erklärte ſich unter
Tränen bereit, Rodoſto räumen zu laſſen, der Dislokation
der Armee zuzuſtimmen und die Gendarmen mit der
Auf=
rechterhaltung der Ordnung in Konſtantinopel zu
Le=
trauen.
Ein Vertreter des Temps hatte mit dem Pariſer
bul=
gariſchen Geſandten ein Interview), in dem ihm der
Diplomat folgende Mitteilungen machte: Nach ſo großen
Opkern an Gut und Leben wird das bulgariſche
Volk niemals darin einwilligen, daß auf halbem Wege
ſtehen geblieben wird. Wenn ſelbſt die Sofioter
Regie=
rung dies wollte, ſo würde doch die öffentliche Meinung
niemals geſtatten, daß die eroberten Landesteile wieder
unter das türkiſche Joch kämen. Dasſelbe gilt auch von
den anderen Balkanvölkern, unſeren
Verbün=
deten. Wenn ſich Europa bereit findet, unſere
geſetz=
mäßigen Anſprüche auf die eroberten Gebiete
anzuerken=
nen, und unſere Sache zu unterſtützen, ſo wird uns das
freuen. Was wir aber von Europa verlangen, das iſt,
uns zu geſtatten, ſelbſt unſere Angelegenheit in Ordnung
zu bringen und der Balkanfrage eine Löſung zu geben,
die rationell und dauernd ſein wird. Europa hat alles
Intereſſe, dieſe radikale Löſung herbeizuführen,
und dürfte ſich einer Aufteilung der
europäi=
ſchen Türkei nicht widerſetzen, da dieſe Frage eine
große Gefahr für das europäiſche Gleichgewicht bildet. Ich
brauche nicht zu wiederholen, welche Fehler auf dem
Ber=
liner Kongreß gemacht wurden und welche traurigen
Fol=
gen die damals verfügten Maßregeln gezeitigt haben.
Heute handelt es ſich um die Frage, ein für allemal zu
liquidieren.
Ein hoher Diplomat in Belgrad, deſſen Regierung
im Rufe der Türkenfreundlichkeit ſteht, ſagte: „Wo die
Truppen der Verbündeten hinkommen, dort bleiben ſie
und annektieren das Land für ihren König; ich kenne in
Europa niemanden, der ſie hinaustreiben könnte.” „Mit
dem vereinigten Balkanbund muß Europa
für die Zukunft rechnen”, ſagte Exzellenz von Hartwig,
der einflußreiche ruſſiſche Geſandte, der zu den
bedeutend=
ſten Diplomaten zählt, „die Balkanfragen werden auch
nicht mit den einzelnen Regierungen, ſondern mit dem
„Bund der chriſtlichen Balkanſtaaten”
verhandelt werden müſſen.‟ Die Deviſe: „Der
Bal=
kan den Balkanvölkern” geht von Mund zu
Mund. Es beſteht auch gar keine Neigung mehr, die
Ein=
miſchung der Großmächte zu dulden, die
Balkan=
ſtaaten fühlen ſich, nachdem die Befreiung vollzogen,
mündig und wollen den Weg zur europäiſchen Kultur ohne
fremde Hilfe beſchreiten.
Zum Beſuche Giulianos in Berlin
* Popolo Romano ſchreibt zu dem Beſuche des
italie=
niſchen Miniſters des Aeußzern Marcheſe di San Giuliano
in Verlin: Die Reiſe des Miniſters hat bei der
gegen=
wärtigen Lage derinternationalen
Poli=
tik um ſo größeren Wert, weil, wenn ſich heutzutage
zwi=
ſchen der einen oder anderen Mächtegruppe das Gefühl
geltend macht, es ſei notwendig, einander in Fühlung zu
halten, dieſe Fühlung unter den leitenden Männern der
einen Gruppe augenſcheinlich ſehr wichtig iſt. Dasſelbe
Italien, das den Beſuch des Grafen von Berchtold vor
wenigen Tagen mit herzlicher Sympathie begrüßte,
be=
grüßt heute den Beſuch di San Giulianos bei den
her=
vorragenden Leitern der Politik eines Landes, mit dem
uns ein ſeit 30 Jahren beſtehendes Band einigt, das nie
ſchwacher, im Gegenteil immer feſter geknüpft worden
iſt, als ein überaus günſtiges Ereignis Dies Band bildet
ebenſo wie der Bund, der Oeſterreich=Ungarn und Italien
einigt, ein Unterpfand für die Ruhe Europas.
Der Corriere d'Italia ſchreibt, daß der Beſuch,
ob=
gleich er nur als Höflichkeitsakt angekündigt war,
hin=
ſichtlich der internationalen Lage, beſonders des Friedens,
eine nicht zu unterſchätzende Bedeutung
haben würde, um ſo mehr, da die Kabinette von Berlin und
Rom ſeit dem Ausbruch der Feindſeligkeiten auf dem
Balkan eine einträchtige (concorde) diplomatiſche Aktion
verfolat haben, um den Konflikt möglichſt zu lokal’ſieren.
Die Vita führt aus: der geſchuldete Beſuch gewinnt
eine beſondere Bedeutung durch den Moment,
in dem er erfolgt. Man kann nicht umhin, die
Opportuni=
tät anzuerkennen, daß die Leiter der internationalen
Poli=
tik der drei verbündeten Staaten ihre Anſichten über den
Balkankrieg austauſchen. Bis jetzt hat man nach den
er=
folaten Mitteilungen Grund, eine völlige Identität in den
Kriterien Italiens und Oeſterreich=Ungarns
anzuneh=
men Gleichzeitig erſcheint es bis jetzt evident, daß die
Dreibundſtaaten in der Beurteilung der heutigen
Ereia=
niſſe und in der Feſtſetzung ihrer Aktion einig ſind.
Wir=
wünſchen, daß die Unterredungen gelegentlich des
Be=
ſuchs Giulianos dieſe Einigung beſtätigen und ſie noch
wirkſamer machen werden.
Deutſches Reich.
Die allgemeine Beſitzſteue r. Die
Grund=
lagen für die in Vorbereitung befindliche allgemeine
Be=
ſitzſteuer ſind im Reichsſchatzamt, lt. „Köln. Ztg.”, ſoweit
feſtgelegt worden, daß ein vorläufiger Geſetzentwurf
aus=
gearbeitet werden kann. Dieſer Entwurf wird von den
Finanzminiſtern der Einzelſtaaten in einer Konferenz
gegen Mitte November in Berlin begutachtet werden. Die
entgültige Geſtaltung des Geſetzentwurfs wird von dieſen
Beſprechungen abhängen. Beabſichtigt iſt ferner, auch mit
einigen Führern der Reichstagsfraktion in dieſer Frage
Fühlung zu nehmen, um die Wünſche der einzelnen
Frak=
tionen genauer kennen zu lernen. Es ſoll alsdann der
endgültige Entwurf aufgeſtellt werden und den
Bundes=
regierungen zur Begutachtung übermittelt werden. Man
nimmt an, daß ſich der Bundesrat mit der Materie im
Februar beſchäftigen kann, ſo daß der Entwurf dem
Reichstage im März zugehen würde. Ob der Reichstag
dieſen Entwurf allerdings noch im Frühjahr endgültig
verabſchieden kann, erſcheint recht zweifelhaft. In der
in Ausſicht genommenen Konferenz wird das finanzielle
Ergebnis des Etatsjahres 1912, ſoweit es bisher vorliegt,
eine größere Rolle ſpielen, denn von ihm wird es
abhän=
gen, ob man ſich über die Bedarfsfrage für die allgemeine
Beſitzſteuer ein klares Bild machen kann.
— Die Reichstagswahl im erſten
Ber=
liner Reichstagswahlkreiſe findet heute ſtatt.
Bei der Hauptwahl im Januar dieſes Jahres erhielten:
der fortſchrittliche Kandidat Kaempf 4657, der
ſozialdemo=
kratiſche Kandidat 4408, demokratiſche Vereinigung 1395,
außerdem drei weitere Kandidaten zuſammen 688
Stim=
men. In der Stichwahl erhielt Kaempf (Fortſchr.
Volks=
partei) 5588, Düwell (Soz.) 5579 Stimmen. Der
Wahl=
ausſchuß der vereinigten rechtsſtehenden Parteien
verſen=
det für die Kandidatur des Herrn Rechtsanwalts Kurt
Ulrich in letzter Stunde noch einige Flugblätter und
Rund=
ſchreiben, in denen es heißt:
Bei der Wahl gilt es zunächſt den Kampf gegen die
revolutionäre Sozialdemokratie, welche alles, was dem
vaterländiſch Geſinnten heilig iſt. in den Staub zieht.
So=
dann gilt es, auch gegen die bürgerliche Demokratie den
Kampf aufzunehmen, welche eine Ehre darin zu ſuchen
ſcheint, die Sozialdemokratie an gehäſſiger, zugelloſer
Kritik der beſtehenden Ordnung zu übertreffen. Nicht
zu=
letzt aber gilt es, den Kampf gegen die Fortſchrittliche
Volkspartei, welche in den Städten behauptet, die
bürger=
lichen Intereſſen gegen die Sozialdemokratie zu
verteidi=
gen, während ſie auf dem Lande bei den Stichwahlen
offen für dieſelbe Sozialdemokratie gegen die
rechts=
ſtehenden Parteien die Stichwahlparole au zugeben pflegt.
— Günſtige Erträge der
Zigaretten=
ſteuer. Als die Zigarettenſteuer zum erſten Male im
Reichshaushalt erſchien, wurde von ihr eine Einnahme
in Höhe von 11,2 Millionen Mark erwartet, während die
Tabakſteuereinnahme noch etwas höher, und zwar auf 11,5
Millionen Mark angeſetzt war. Im Haushalt für 1912
iſt die Tabakſteuer mit 12,3 Millionen Mark, die
Zigarg=
tenſteuer dagegen mit nahezu 30 Millionen Mark, alſo
mit beinahe dem dreifachen Betrage des Jahres 1907,
zum Anſatz gebracht. In Wirklichkeit wird aber die
Zi=
garettenſteuer im laufenden Jahre vorausſichtlich den
Haushaltsanſatz bedeutend überſchreiten. Im erſten
Halbjahr hat ſie in Wirklichkeit eine Iſteinnahme von 16,9
Millionen Mark aufzuweiſen gehabt. Die Solleinnahme
belief ſich ſogar auf 20,6 Millionen Mark, wovon allein
auf den September die Summe von 3,7 Millionen Mark
kam. Es verſpricht dieſer Stand der Solleinnahme
dem=
gemäß auch für die Folge eine günſtige Entwicklung der
Iſteinnahme aus der Zigarettenſteuer. Man kann jetzt
ſchon annehmen, daß die Zigarettenſteuer des Jahres
1912 ſich in ihrem Iſtertrage auf mehr als das Dreifache
des Haushaltanſatzes von 1907 belaufen wird.
Ver=
brauchsſteuern, die eine derartig günſtige Entwicklung im
Verlaufe von fünf Jahren durchgemacht haben, hat es
bis=
her wenige gegeben.
— Die Miſſionen und die Miſchehen.
Nach einer Meldung der Swakopmunder Zeitung hat der
Präfekt der im Namalande tätigen katholiſchen Miſſion
der Oblaten des hl. Franz von Sales beim
Gouverne=
ment eine Erklärung eingereicht, daß ſeitens der
Miſſions=
geſellſchaft Vorſorge getroffen iſt, daß kirchliche
Trau=
ungen von Weißen und Eingeborenen nicht mehr
vorge=
nommen werden. Es ſind nunmehr ſämtliche Miſſionen
von Deutſch=Südweſtafrika mit einer öffentlichen
Er=
klärung hervorgetreten, daß ſie die Miſchehen verwerfen
und ihre Mitwirkung beim Abſchluß eines derartigen
Ehe=
bundes ablehnen.
— Das Immunitätsrecht der
Reichs=
tagsabgeordneten. Vor dem Schöffengericht
Wehlau war der Reichstagsabgeordnete Rittergutsbeſitzer
v. Maſſow wegen Beleidigung eines Lehrers zu 60 Mark
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Nummer 261.
Geldſtrafe verurteilt worden. Die inkriminierten
Aeuße=
rungen ſind gefallen in einer konſervativen
Wählerver=
ſammlung, die kurz vor den letzten Reichstagswahlen
ab=
gehalten wurde. Auf eingelegte Berufung ſtand die
An=
gelegenheit erneut vor der Strafkammer zur Verhandlung.
Der Vorſitzende unterſuchte zu Beginn der Verhandlung
zunächſt die Frage, ob das Verfahren gegen v. Maſſow
überhaupt rechtlich zuläſſig ſei, und kam zu einer
Ver=
neinung dieſer Frage. Der Gerichtshof ſchloß ſich nach
kurzer Beratung dieſer Auffaſſung an. Es wurde
ausge=
führt, Herr v. Maſſow habe zwar freiwillig auf ſein
Immunitätsrecht als Reichstagsabgeordneter verzichtet.
Der Artikel 31 der Verfaſſung des Deutſchen Reiches ſage
aber ausdrücklich, daß ohne die Genehmigung des
Reichs=
tages ein Mitglied nicht ſtrafrechtlich verfolgt werden
dürfe. Eine ſolche Genehmigung ſei aber nicht erfolgt
und könne durch den freiwilligen Verzicht auch nicht erſetzt
werden. Aus dieſem Grunde beſchloß der Gerichtshof
die Einſtellung des Verfahrens.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Oppoſition hatte für
Montag eine Beratung einberufen, um ſich über ihr
Ver=
halten während der bevorſtehenden Delegationstagung
ſchlüſſig zu werden. Es wird wahrſcheinlich beſchloſſen
werden, daß die Oppoſition die Delegationsverhandlung
ſtören ſolle, um den Beweis zu liefern, daß unter der
ge=
genwärtigen Regierung das Parlament nur unter dem
Schutz der Polizei beraten kann.
Italien.
Die Hauptſtaatseinnahmen vom 1. Juli
bis 31. Oktober ds. Js. weiſen eine Vermehrung um
60 491000 Lire gegenüber dem gleichen Zeitraum des
Vorjahres auf; das bedeutet ein Mehr von 86 500000 Lire
gegenüber dem Voranſchlag des Budgets.
Rußland.
Die Dumawahlen. Bis jetzt ſind 266
Dumaab=
geordnete gewählt, darunter 103 Mitglieder von der
Rech=
ten, 9 von der gemäßigten Rechten, 32 Nationaliſten, 52
Oktobriſten, 11 Fortſchrittliche, 28 Kadetten, 6
Sozialdemo=
kraten, 6 Mitglieder des Polenklubs, 4 polniſche
Volks=
demokraten, 3 polniſch=littauiſche Weißruſſen, 1 littauiſcher
Nationaldemokrat, 6 Mitglieder der Linken, 3 Muſelmanen
und 2 unparteiiſche.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. November.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Regierungsaſſeſſor Rudolf Schäfer zum
Kreisamtmann bei dem Kreisamte Schotten und den
Regierungsaſſeſſor Dr. Alfred Fink aus Büdingen zum
Miniſterialſekretär im Miniſterium der Finanzen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Rimbach, Kreis Lauterbach,
Michael Hotz auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom 1. November
1912 an.
g. Strafkammer. Der bereits ſieben Mal wegen
Be=
trugs mit erheblichen Freiheitsſtrafen vorbeſtrafte 27
jäh=
rige Dienſtknecht Johann Georg Bleuler aus
Frei=
burg hatte ſich geſtern wegen einer ganzen Reihe von
Be=
trugsfällen vor der hieſigen Strafkammer zu
verantwor=
ten. Er hat Anfang dieſes Jahres in Unter=Liebersbach,
Birkenau und Bonsweiher ſowie in verſchiedenen
Tau=
nusorten in neun Fällen die verſchiedenſten Leute zur
Hergabe von Barkredit oder Gebrauchsgegenſtänden,
Schuhe, einen Anzug uſw. bewogen, ohne die geringſte
Neigung zum Bezahlen zu zeigen. Wenn er Geld im
Be=
ſitz hatte, hielt er auch in der Wirtſchaft alle Anweſenden
frei, bis ſein Geld alle war. Das Gericht nahm einen
fortgeſetzten Betrug an und verſagte ihm die mildernden
Umſtände, da er erſt im Jahre 1910 1½ Jahr Zuchthaus
erhalten hatte und verurteilte ihn zu zwei Jahren
Zuchthaus und 300 Mark Geldſtrafe, die evtl.
mit 40 Tagen Zuchthaus zu verbüßen iſt und auf die
Unterſuchungshaft angerechnet wurde. Außerdem
wur=
den ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von
fünf Jahren aberkannt. — Der 31jährige Fabrikarbeiter
Franz Karl Auguſt Hagen aus Mainz, der am 30.
Au=
guſt 1911 eine Strafe von 2½ Jahren Gefängnis
verbüßt hatte, erhielt gleich nach ſeiner Entlaſſung Arbeit
bei dem Heddernheimer Kupferwerk in Guſtavsburg. Mit
der Zeit nahm er eine gewiſſe Vertrauensſtellung in der
Fabrik ein, die er zu einem Diebſtahlsverſuch mißbrauchte.
Obgleich er ein gutes Einkommen hatte und ſich durchaus
nicht in Not befand, verſuchte er am Morgen des 7. Juni,
als er die Nachtſchicht verließ, dünne Kupferwalzſtreifen
und Kupferbrocken, im ganzen etwa 14,3 Kilo im Werte
von 20 Mark unter ſeinem Anzug mit nach Hauſe zu
nehmen. Er wurde jedoch vom Portier erwiſcht. Der
Angeklagte verſuchte nun, einen Notdiebſtahl glauben zu
machen. Er habe angenommen, das Kupfer habe einen
Wert von höchſtens 50 Pfennig gehabt. Das Gericht kann
jedoch dieſe Angabe nicht für glaubwürdig erachten und
verurteilte ihn wegen Rückfalldiebſtahls zu drei
Mo=
naten Gefängnis. — Der 41jährige Schreiner Joh.
Georg Gonther und ſeine Ehefrau beide in Frankfurt
hatten ſich wegen Vergehens gegen das Kranken= und
Invalidenverſicherungsgeſetz zu verantworten. Da die
Frau nicht verhandlungsfähig iſt, wird das Verfahren
gegen ſie abgetrennt. Der Angeklagte war
Geſchäfts=
führer in der ſeiner Frau gehörigen Möbelfabrik in Neu=
Iſenburg. Er iſt als ſolcher auch für die ordnungsmäßige
Abführung der Beiträge für die Krankenverſicherung
ver=
antwortlich, während für die Invalidenverſicherung nur
der Geſchäftsherr verantwortlich iſt. Als der Betrieb am
23. Oktober 1911 eingeſtellt wurde, waren noch die
Kran=
ken= und Invalidenverſicherungsbeiträge für die Zeit von
Juli bis Oktober 1911 in Höhe von 180 Mark rückſtändig.
Auf Anfordern der Kaſſe wurde dann eine Rate von
35 Mark gezahlt. Der Angeklagte gibt an, die Beiträge
Juli bis Oktober 1911 in Höhe von 140 Mark rückſtändig.
und niemals angefordert worden. Er habe ſich erboten,
die Summe ratenweiſe abzuzahlen, ſei aber durch die
Krankheit ſeiner Frau augenblicklich nicht dazu in der
Lage. Das Gericht nimmt an, daß der Angeklagte bei
dem Abziehen der Arbeiterbeiträge der Meinung geweſen
iſt, er könne die Beiträge abführen und ſpricht ihn
des=
halb frei.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden: der
Pfarraſſiſtent für Jugendpflege an der Stadtgemeinde
Darmſtadt, Lautenſchläger, zum Pfarraſſiſtenten an der
Martinsgemeinde zu Darmſtadt; Pfarraſſiſtent Müller an
der Martinsgemeinde zu Darmſtadt zum Pfarraſſiſtenten
für Jugendpflege an der Stadtgemeinde zu Darmſtadt;
Pfarrvikar Werner zu Seligenſtadt zum Pfarrverwalter
in Hopfmannsfeld (ſeine Ernennung zum Pfarrvikar in
Angersbach wurde wieder zurückgenommen). Geſtorben
iſt: der evangeliſche Pfarrer Karl Boell zu Ober=
Eſch=
bach, Dekanat Rodheim, am 14. Oktober
Perſoualnachrichten der Ober=Poſtdirektion in
Darmſtadt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens
aus dem Dienſte: Von Seiner Majeſtät dem Kaiſer
und König: der Charakter als Geheimer Poſtrat dem
Poſtdirektor Henricy in Offenbach, der Kronenorden
4. Klaſſe dem Poſtſekretär Sior in Babenhauſen; von
Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge: die Krone
zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen dem Poſtdirektor Henricy in
Offen=
bach, das Ritterkreuz 2. Klaſſe dem Poſtſekretär Schmitt
in Oſthofen und das Allgemeine Ebrenzeichen dem
Ober=Poſtſchaffner Wolf in Offenbach. — Verſetzt:
Poſtdirektor Fritzel von Friedrichshagen nach Offenbach,
die Poſtſekretäre Mohr von Lauterbach nach Darmſtadt
und Schneider von Schwiebus nach Lauterbach, die
Poſtaſſiſtenten Ihrig von Nierſtein nach Hannover,
Mann von Hannover nach Darmſtadt, Naumann von
Gummersbach nach Friedberg, Oswald von Erbach nach
Hannover, Vogel von Mainz nach Darmſtadt und G.
Wagner von Hannover nach Babenhauſen. —
Ange=
ſtellt: Telegraphengehilfin Wahlig in Offenbach.
Beſtanden: die Poſtaſſiſtentenprüfung: Poſtgehilfe
Spitzfaden in Jugenheim. — Angenommen als
Poſtanwärter: Vizefeldwebel Becker in Lauterbach; als
Telegraphenanwärter: Bezirksfeldwebel Budde in Mainz;
als Telegraphengehilfe: der frühere Telegraphengehilfe
Gebauer in Darmſtadt; als Telegraphengehilfin: Anna
Eidenmüller und Ida Traub in Darmſtadt, Friederike
Gärtner, Eliſabeth Löffel und Anna Zimmermann in
Mainz; als Poſtagent: Poſthilfſtelleninhaber Bopp in
Hainchen und Landesprodukten= und Spezereihändler
Moog in Bretzenheim. — Freiwillig
ausge=
ſchieden: Poſtagent Fekonia in Bretzenheim. — In
den Ruheſtand tritt: Poſtgehilfin Friedrich in
Darmſtadt. — Geſtorben: Ober=Poſtſekretär a. D.
Eisner in Bingen.
D Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes der Provinz
Starken=
burg am Samstag, den 9. November 1912, vor=
mittags 9½ Uhr, lautet: 1. Klage des
Ortsarmen=
verbandes Darmſtadt gegen den Ortsarmenverband Groß=
Zimmern wegen Erſatzes aufgewendeter Krankenhauss
pflegekoſten für den Schweizer Peter Gunſt aus
Gries=
heim. 2. Einſpruch des Privatiers Georg Hornung und
Genoſſen zu Darmſtadt gegen die Heranziehung zu den
Koſten des Neuanſchluſſes der Hausentwäſſerungen bei
Umlegung des Kanals in der Beſſunger Straße. 3. Klage
des Ortsarmenverbandes Kelſterbach gegen die
Fabrik=
krankenkaſſe der Kunſtſeidefabrik daſelbſt wegen
verwei=
gerter Krankenunterſtützung des Fabrikarbeiter Georg=
Schulz.
Vom Großh. Hoftheater. In der heutigen Aufs
führung von Webers „Freiſchütz” (51.
Abonnementsvor=
ſtellung, Buchſtabe D 13) ſingt Margarete Beling=Schäfer
vom Hof= und Nationaltheater in Mannheim als Gaſt die
Partie des Aennchen. Auch an dieſem Abend gelten die
kleinen Preiſe. Für Mittwoch, iſt als 52. Abonnementss
vorſtellung, Buchſtabe C 13, eine Repriſe von Lortzings
„Zar und Zimmermann” zu kleinen Preiſen angeſetzt. Am
Donnerstag wird „Wilhelm Tell” als Sondervorſtellung
aufgeführt. Ein Kartenverkauf für dieſen Abend wird
nicht ſtattfinden, da die Karten zu drei gleichen Teilen an
die Arbeiter der Firma Merck, an die chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften und an den Verein der Bedienſteten der
Eiſen=
bahnen abgegeben wurden. Die Hoftheaterleitung hat im
Intereſſe der Teilnahme weiteſter Kreiſe an der
Schiller=
feier, es gelangt die Wallenſtein=Trilogie in vollkommener
Neueinſtudierung zur Aufführung, den ganzen Zyklus zu
Volksvorſtellungspreiſen angeſetzt. Die
Bezugsbedingun=
gen für Billetts ſind aus den Tagesplakaten erſichtlich.
Rh. Techniſche Hochſchule. In der Diplom=
Prüfungs=Ordnung ſind durch Beſchluß des
Großen Senats folgende Aenderungen eingetreten, dier
durch Verfügung Großh. Miniſteriums des Innern ges
nehmigt wurden und in den nächſten Prüfungen; ind
Kraft treten. Für die Vorprüfung ſind im
Bau=
ingenieur= und Kulturingenieurweſen neben Arbeiten
aus dem Gebiete der Mechanik nun auch ſolche aus der
Dynamik mit den Studienzeichnungen einzureichen;
ferner werden in der mündlichen Prüfung in Geodäſier
die Grundlagen der Photogrammetrie gefordert. Fürſ
die Diplom=Hauptprüfung werden in den
Studten=
zeichnungen von jetzt ab auch Arbeiten aus der Statik
der Baukonſtruktionen verlangt; außerdem wird der
Eiſenbetonbau als fünftes Hauptfach anerkannt neben
den vier bisherigen (Städtiſcher Tieſbau, Eiſenbahnbau,
Waſſerbau und Eiſenbau) und in der mündlichen
Prüfung mit Eiſenbau zuſammen geprüft. In Wegfall
gekommen iſt die Prüfung in Ingenieurhochbauten. —
Am Samstag fand in der Aula die zweite
Im=
matrikulation ſtatt, wobei die neu eingetretenen
Studierenden nach einer kurzen Anſprache des Rektors,
Geh. Baurat Profeſſor Wickop, von dieſem perſönlich
durch Handſchlag auf die Disziplinar=Beſtimmungen
verpflichtet und dadurch in den Verband der Hochſchule
aufgenommen wurden.
— Landesverſicherungsanſtalt. Geſtern traf der
Prä=
ſident der Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte, Herr
Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Koch, in Begleitung des
Herrn Regierungsrats Dr. Franz aus Berlin hier ein,
um die innere Einrichtung und den Betrieb der
Landes=
verſicherungsanſtalt, insbeſondere die Heilfürſorge,
der=
ſelben näher kennen zu lernen.
* Die Ausſtellung „Der Menſch” wird am 20.ds.
Mts=
geſchloſſen.
D Die Einziehungsſtelle der Handwerkskammer zu
Darmſtadt, die am 1. Oktober laufenden Jahres ihre
Tätigkeit begann, erfreut ſich trotz der kurzen Zeit ihres
Beſtehens einer regen Inanſpruchnahme ſeitens
der verſchiedenſten Handwerkszweige. Wenn auch in
die=
ſem kurzen Zeitraum von beſonderen Erfolgen nicht
ge=
ſprochen werden kann, da ſich faſt alle Aufträge noch im=
Anfangsſtadium der Beitreibung befinden, ſo beweiſt doch
die obige Tatſache das lebhafte Intereſſe, welches man der
neuen) Einrichtung in Handwerkerkreiſen entgegenbringt.
Die Einziehungsſtelle übernimmt die Beitreibung aller
ihr überwieſenen Forderungen zu mäßigen Gebühren und
genießen die Angehörigen gewerblicher
Kor=
porationen beſondere Vergünſtigungen.
Ständige Beiträge werden nicht erhoben, von den
Auf=
traggebern iſt lediglich neben dem Erſatz der baren
Aus=
lagen eine geringe Auftragsgebühr und bei Eingehen
einer Forderung eine ſich ebenfalls in mäßigen Grenzen
haltende Einziehungsgebühr zu entrichten. Als neues
Mittel verſucht die Einziehungsſtelle das immer
mehr=
überhandnehmende Borgunweſen wirkſam zu bekämpfen
und ſomit nach Möglichkeit für die Hebung der
wirtſchaft=
lichen Lage des Handwerks beizutragen. Dadurch, daß
die Einziehungsſtelle der Handwerkskammer angegliedert
und die Arbeiten durch deren Perſonal beſorgt werden, iſt
es möglich, die Aufträge nur gegen Erſtattung geringer
K
Saloniki.
** Saloniki, die zweite Hauptſtadt des Türkiſchen
Reiches in Europa, iſt gegenwärtig das große Ziel, dem
Serben und Griechen zuſtrömen; es wird auch in den
diplomatiſchen Erörterungen wegen ſeiner außerordentlich
wichtigen Lage die größte Rolle ſpielen. Unter allen
Städten der europäiſchen Türkei hat Saloniki
in den letzten Jahrzehnten den gewaltigſten Aufſchwung
genommen; günſtige Bedingungen für dieſe
wirtſchaft=
liche Entwickelung waren in reichem Maße vorhanden:
eine natürliche, gegen wilde Stürme ſicheren Schutz
ge=
währende Hafenbucht, ein durch hier radiusförmig
zu=
ſammenlaufende Täler und Flüſſe geſchaffenes wichtiges
Verkehrsnetz. Vom Meere geſehen, gewährt die Stadt
einen prächtigen Anblick. Terraſſenförmig ſteigen die
Häuſerreihen an dem Hügelabhang empor, der nur hier
das Ufer erreicht. Schlanke Minarets die zum Himmel
emporſtreben, und dichte Laubdächer heben ſich aus dem
weißen Häuſermeer heraus. Das ganze Bild umrahmen
mittelalterliche, wettergebräunte Mauern, über denen ein
hochtürmiges Kaſtell thront. Unten am Strande erhebt
ſich ein mächtiger, weitſchimmernder Rundturm, dem die
Ereigniſſe einer dunklen Vergangenheit den Namen eines
Blutturmes eingetragen haben. Breit und ſchwer liegt er
zur Hafenwacht am ſchmalen Ufer. Die Venezianer haben
ihn erbaut als Wahrzeichen ihrer Macht und Kraft,
ihrer Seeherrſchaft in der Levante. Noch vor wenigen
Jahren war das Stadtgebiet Salonikis von den
Befeſtig=
ungen eng umgürtet; nur die endloſen Friedhöfe mit
ihren ſchlanken Zypreſſen breiteten ſich über das hügelige
Gelände hin aus. Seitdem aber hat das Wachstum der
blühenden Stadt die engen Bande geſprengt; nach
Süd=
oſten breitet ſich ein mit erſtaunlicher Schnelligkeit
aus=
gebautes Villenviertel, während auf der anderen
Stadt=
ſeite im einſtigen Sumpfgebiet des Tachair, ein neues
Induſtriegebiet entſtanden iſt, deſſen Anfänge durch die
erſten Bahnbauten hervorgerufen wurden.
Saloniki iſt eine moderne Stadt, in der der
Pulsſchlag friſchen und regen Lebens vibriert; nur
wenige Stadtteile haben orientaliſchen Charakter
be=
wahrt. Sie beſchwören die Schatten der einſtigen
Ver=
gangenheit herauf, dieſe engen winkligen Straßen mit
den alten Häuſern, von denen einige dem 16., ja ſogar
noch dem 15. Jahrhundert angehören; weit vor ſpringen
die hohen Dächer, in deren geheimnisvollem Dunkel die
gewölbten Fenſteröffnungen, die altertümlichen
Holztäfel=
ungen, die ſchweren Gitter liegen. Dieſe eigenartigen
Fachwerkbauten, dieſe hohen Gartenmauern mit den
ſchweren Türen, die ſchönen Brunnen mit ihrem
eintöni=
gen Gemurmel verſetzen uns zurück ins Mittelalter, und
das wunderliche Völkergemiſch, das dieſe Gaſſen und
Winkel belebt, erhöht den fremdartigen Eindruck. Die
wichtigſte Rolle im Handel Salonikis ſpielen ſeit
Jahr=
hunderten die ſpaniſchen Juden, die nach der
Inquiſition ihre Zuflucht im Türkiſchen Reich ſuchten.
Zwar war ſchon zu Zeiten des Apoſtels Paulus
die Judengemeinde in der Stadt des Theſſalonicher
be=
rühmt; der Name des großen Apoſtels haftet noch heute
legendariſch an mehreren Orten; das nunmehrige
Ueber=
gewicht aber erhielten die Juden erſt durch die ſpaniſche
Einwanderung. Ihre Zahl, die über 80000 beträgt, ſtellt
das weitaus größte Kontingent zu den etwa 190000
Seelen, die Saloniki bewohnen. Die Türken, mehr als
50000, ſind ebenfalls ſeit uralter Zeit in Saloniki
ein=
geſeſſen. Sie beſaßen bereits eine Kolonie in der Stadt,
als ſie am 29. März 1430 in die Hände des Sultans
Murad II. fiel; nun aber gelangten ſie zur Herrſchaft und
prägten dem Ort ihren Stempel auf. Zwar ſind nur noch
wenige ältere Bauten aus türkiſcher Zeit erhalten, aber
das Stadtviertel, in dem ſie heute ihr abgeſchloſſenes
Daſein führen, iſt noch ganz Orient, ſo wie es einſt die
ganze Stadt war, bevor das moderne Leben ſeinen
Ein=
zug hielt. Die Türken beſitzen 40 Moſcheen; die
Ge=
ſchäfte wickeln ſich in dem intereſſanten Baſar ab.
Außer=
halb der Mauer, von ſchattigen Gärten umgeben, liegt das
berühmte alte Kloſter der tanzenden Derwiſche.
In neueſter Zeit nehmen auch die Türken mehr Anteil als
bisher an dem allgemeinen Aufſchwung; früher waren
es vor allem die Dinmes, eine vſeudo=jüdiſche Sekte der
Mohammedaner, die neben den Juden den Handel leitete.
Uralt ſind auch in Saloniki die Fremdenkolonien,
obgleich die Fremdeingeſeſſenen ſtets in großer
Minder=
heit waren. Die Kolonie der Franken, nach der
noch heute ein Stadtteil im Südweſten das fränkiſche
Viertel heißt, iſt ſchon im 12. Jahrhundert in voller
Blüte. Es waren hauptſächlich abendländiſche Kaufleute
und Händler, die hier Bürgerrecht erworben hatten:
Genueſer, Piſaner, Malteſer und vor allem Venezianer.
Auch jetzt iſt noch die Zahl der Italiener bedeutend, aber
im 19. Jahrhundert hat ſich, wie in der Levante
über=
haupt, das franzöſiſche Element mehr geltend gemacht,
bis in neueſter Zeit dann die Oeſterreicher die Oberhand
gewannen.
Die deutſche Kolonie zählt etwa hundert
Mit=
glieder, die zu den regſten und einflußreichſten
Auslän=
dern gehören. Ein herzliches Zuſammenleben und
Wir=
ken mit Schweizern und Deutſch=Oeſterreichern, wie
nirgendwo in der Levante, hat in gemeinſamer, über
20jähriger Arbeit gute Früchte getragen. Ein deutſcher
Klub iſt der geiſtige Mittelpunkt der Kolonie; 1903 wurde
ſein Vereinshaus von bulgariſchen Bomben in die Luft
geſprengt, und ſeitdem iſt ein ſtattlicher Neubau
aufge=
führt worden. Auch die eigene deutſche Schule, die
1888 als einklaſſige Anſtalt gegründet wurde und aus
einer Vorbereitungsklaſſe, vier normalen Klaſſen, zwei
Fortbildungsklaſſen und einer höheren Mädchenklaſſe zu
je zwei Jahrgängen beſteht, verfügt ſeit langem über
ein=
ſtattliches, geräumiges Gebäude. Die Schule, die von
etwa 100 Knaben und 70 Mädchen beſucht iſt, wird von
einem eigenen Schulverein unterhalten, der ſich der
Unter=
ſtützung der Eiſenbahnverwaltungen, der deutſchen und
der öſterreichiſchen Regierung erfreut. Die Kolonie
unter=
hält ferner die deutſch=evangeliſche Gemeinde mit einem
eigenen Pfarrhaus, kleiner Kapelle und Friedhof.
Salo=
nikis heutige Bedeutung für den Handel beruht in
ſei=
nem geräumigen modernen Hafen mit Kais und
Lager=
häuſern und in ſeinem Anſchluß an die wichtigſten
Bahn=
netze, durch den es zu einem wirtſchaftlichen Mittelpunkt
gemacht wird.
Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Seite 3.
Gebühren zu übernehmen, es wird aber hierdurch auch ein
um ſo größerer Erfolg zu erwarten ſein, als dieſe Stelle
mit behördlicher Autorität für die Intereſſen der
Hand=
werker eintreten kann. Die Geſchäftsführung hat es ſich
zum Grundſatz gemacht, ihren Aufgaben in vornehmſter
Weiſe gerecht zu werden. Die Aufträge werden geprüft
und ſoll bei der Beitreibung den Schuldnern, denen aus
entſchuldbaren Gründen die Tilgung ſchwer fällt, eine
Zahlung nach Möglichkeit erleichtert werden.
Anderer=
ſeits wird es aber auch da, wo es ſich um abſichtliche
bös=
willige Verſchleppung handelt, an dem nötigen
entſchie=
denen Vorgehen nicht fehlen. Die intereſſierten Kreiſe,
beſonders die Handwerker, welchen dieſe Einrichtung in
erſter Linie dienen ſoll, werden wiederholt auf das neue
Betätigungsfeld aufmerkſam gemacht und auf die
Vor=
teile, die ihnen hier durch Einziehung ihrer Ausſtände
gegen geringe Entſchädigung geboten ſind, hingewieſen.
Alle weiteren Auskünfte erteilt die Geſchäftsſtelle der
Handwerkskammer zu Darmſtadt, Georgenſtraße 9,
woſelbſt auch jederzeit Formulare und Druckſachen in
jeder gewünſchten Anzahl abgegeben werden.
* Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle im
ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden
für den Monat Oktober folgende Zahlen mitgeteilt:
632 offene Stellen, 797 Arbeitſuchende, 310
Vermittelun=
gen, darunter 118 Dienſtboten.
* Die deutſche Reformation. Das war das Zeichen,
unter dem die evangeliſche Bevölkerung unſerer Stadt in
den letzten Wochen ſtand; und daß auch unſere Zeit noch
Verſtändnis hat für die Sprache, die dies Zeichen redet,
davon haben wir uns aufs neue überzeugen dürfen. Wie
viele Tauſende, die zu den Verſammlungen des glänzend
verlaufenen Jubiläums des Evangeliſchen Bundes, des
Lutherfeſtſpieles, des Reformationsfeſtes ſtrömten und
Kirchen und Säle in dichten Reihen füllten! Die
Ein=
drücke, die man da empfing, beſtätigten doch nicht jene
peſ=
ſimiſtiſche Auffaſſung, nach der das religiös=kirchliche Leben
des Proteſtantismus unaufhaltſam ſeinem Zerfall
eni=
gegengehe, ſondern vielmehr die immer wieder ſich
auf=
drängende Erkenntnis, daß eine Zeit religiöſen Suchens
heraufzieht, eine Zeit, in der die religiöſen Fragen die
Gemüter viel lebhafter bewegen, als noch vor einem
Men=
ſchenalter. Aber mit dieſen Fragen treten dann auch
ſchwerwiegende Aufgaben auf allen Gebieten immer
bren=
nender an die Kirche der Reformation heran. Eine von
ihnen liegt für unſere Städte in der Bildung und
Organi=
ſation von kleineren Einzelgemeinden, auf deren Boden
kirchlicher Gemeinſinn ſich leichter entwickelt als auf dem
der Maſſengemeinden. Auch in unſerer Stadt, in der die
Verhältniſſe nach dieſer Seite hin teilweiſe noch ſehr
un=
günſtig liegen, iſt man zur Zeit ernſtlich beſtrebt, die
Ge=
meindeorganiſation immer weiter durchzuführen. So liegt
bereits ein Plan vor, nach dem die fünf Seelſorgebezirke
der Stadtgemeinde zu Einzelgemeinden mit beſonderen
kirchlichen Körperſchaften (Vorſtand und
Gemeindevertret=
ung) ausgebaut werden ſollen. Ein bedeutſamer Schritt
vorwärts auf dem Wege dieſer Entwickelung wird die
Errichtung der Reformationskirche ſein, die das
große Reformationsjubiläum 1917 vollendet ſehen wird.
Was jetzt angebahnt wird, läßt ſich dann erſt in
befrie=
digender Weiſe durchführen. Deshalb ſollten alle, die
zu einer kraftvollen Entfaltung evangeliſch=kirchlichen
Ge=
meindelebens mithelfen möchten, dieſes Werk nach
Kräf=
ten unterſtützen. Wir hoffen, daß auch die Eindrücke und
Erinnerungen, welche die jüngſten Tage wachgerufen
haben, dazu viele ermuntern werden. Die Taten und
Segnungen der Vergangenheit feiern, das heißt ſich
ſtär=
lken für die Gegenwartsaufgaben. — Der Bauverein,
deſſen Mitgliederzahl ſtetig wächſt, hat kürzlich eine
Stift=
ung entgegengenommen, die zur Errichtung des Altars
verwendet werden ſoll. Mögen andere Stiftungen folgen!
Hanſa=Bund und Angeſtellte. Man ſchreibt
uns: Nachdem in letzter Zeit bereits mehrere Sitzungen
der von der Ortsaruppe Darmſtadt des Hanſa=Bundes
neu geſchaffenen Ausſchüſſe für Handwerk und
Klein=
handel ſtattgefunden haben, in denen hauptſächlich über
die Fragen der Bekämpfung des Borgunweſens und der
Schaffung einer geordneten Buchführuna für möglichſt
alle Betriebe verhandelt worden war, iſt in einer am
Freitag abend ſtattgehabten Verſammlung nunmehr auch
ein Ausſchuß der Ortsgruppe für Angeſtellte geſchaffen
worden. Zunächſt wurde feſtgeſtellt, welche Herren
be=
ziehungsweiſe Korporationen zur weiteren Mitarbeit an
den Aufgaben des Ausſchuſſes aufgefordert werden
ſollen. Dann wurden die einzelnen Punkte, welche für
die nächſten Beratungen in Betracht kommen können,
durchgeſprochen und beſchloſſen in der nächſten Sitzung
znnächſt in eine nähere Erörterung über die Fragen der
Gewährung von Sommerurlaub an die Angeſtellten,
ſowie über die Verbeſſerung des Lehrlingsweſens und
der Fartbildungsſchulen einzutreten.
* Allgemeiner deutſcher Frauenverein (Ortsg.
Darm=
ſtadt.) Am Samstag, den 2. November, wurde zu
Frank=
furt der Landesverband heſſiſcher
Frauen=
verein egegründet. 11 Vereine, darunter die Ortsgruppe
des Allgemeinen deutſchen Frauenvereins zu Darmſtadt,
Gießen und Worms ſind dem neuen Landesverband
ſo=
fort beigetreten. Die Delegierten der übrigen in der
Ver=
ſammlung vertretenen Vereine konnten eine bindende
Zu=
ſage nicht geben, doch ſteht ſicher zu erwarten, daß die
Mehrzahl von ihnen ſich ebenfalls anſchließen wird. Die
Aufgabe des Landesverbandes heſſiſcher Frauenvereine
wird es ſein, zu allen denjenigen Fragen der
Frauenbe=
wegung Stellung zu nehmen, ſie zu unterſtützen und zu
fördern, die den ihm angeſchloſſenen Vereinen
gemein=
ſam wird. Die Einzelarbeit der Vereine wird durch
die=
ſen Zuſammenſchluß nach keiner Richtung hin beeinflußt.
Zum Vorort für die erſten zwei Jahre wählte man
Mainz, von dem die erſten Anregungen ausgingen und
das auch den größten Teil der nötigen Vorarbeiten
ge=
leiſtet hat. Hoffentlich gelingt es dem Landesverband
für Heſſens Frauen und ihre werktätige Mühe zum Beſten
der Bewegung allzeit ein Förderer zu ſein, damit er,
wach=
ſend und ſich ausbauend zum Segen und Gewinn für die
Allgemeinheit werde.
nn. Gautag Gabelsberger Stenographen. Am
Sonn=
tag vormittag fand im „Kaiſerſaal” der erſte Gautag
des Gabelsberger Stenographenvereins des Bezirks
Darmſtadt ſtatt, zu dem zahlreiche Jünger der Kunſt
Gabelsbergers erſchienen waren. Als Ehrengäſte
wohn=
ten den Verhandlungen bei als Vertreter des Deutſchen
Gabelsberger=Stenographenbundes Herr Dr. Bode und
für den Verband Heſſen=Naſſau Herr Lehrer Schöpp=
Mainz. Vertreter waren ferner anweſend von den
Ver=
einen Darmſtadt, Griesheim, Eberſtadt, Dieburg, Groß=
Zimmern und Nieder=Ramſtadt. Um 10 Uhr begannen die
Gauverhandlungen, in welcher der Gaurat als ſolcher
kon=
ſtituiert wurde. Als Gauvorſtand wurden gewählt die
Herren Kratſch, Werner, Spiegel und Gräf, ſämtlich in
Darmſtadt. Hieran ſchloß ſich ein Referat des
Gau=
vorſitzenden Herrn Kratſch über die ſtenographiſche
Lage im Gaugebiet und über die zu ergreifenden
Propa=
ganda=Maßregeln. Dabei wurde die Gründung mehrerer
Vereine in Ausſicht geſtellt. Sämtliche Gauvereine haben
bereits Anfänger= und Fortbildungskurſe eröffnet. Nach
der Wahl des Wettſchreibungsausſchuſſes fand eine
Prüf=
ung von Geſchäftsſtenographen ſtatt mit 150 und 180
Sil=
ben=Diktat pro Minute und 10 Minuten Dauer bei völlig
lückenloſer und fehlerfreier Uebertragung. Beſtanden
haben die Prüfung bei 150 Silben die Herren H. Röth
und Pries=Darmſtadt, bei 180 Silben Herr Bläſſing=
Darmſtadt. Um halb 3 Uhr nachmittags begann das
Wett=
ſchreiben für Gaumitglieder, an dem ſich 103 Konkurrenten
beteiligten. Die Arbeiten wurden ſchön und ſauber
ab=
geliefert, ſo daß 95 Preiſe zur Verteilung kamen, darunter
zirka 80 nach Darmſtadt. Am Abend fand im Kaiſerſaal
die Preisverteilung ſtatt, wobei Herr Werner=
Darm=
ſtadt die Preisträger begrüßte und ſie ermahnte, im Sinne
Gabelsberger an dem großen Werke weiter zu arbeiten
und immer neue Jünger dieſer ſchönen Kunſt zu
gewin=
nen ſuchen. Sein Hoch galt dem Blühen und Gedeihen Des
neuen Gauverbandes und ſeiner Vereine. Ein flotter Ball
beſchloß den anregend verlaufenen Gautag.
* Allgemeiner Verein für deutſchen Gruß, E. V., Sitz
Darmſtadt. Das große Schaubild, das auf die Ziele
des Vereins hinweiſen ſoll, iſt gegenwärtig im Laden
Wil=
helminenſtraße 35, Ecke Hügelſtraße (Anweſen des Herrn
Baron von Lyncker) ausgeſtellt. Es ſind in der
Haupt=
ſache die hiſtoriſchen Bilder nebſt Text von der
Inter=
nationalen Hygiene=Ausſtellung
Dres=
den 1911, zu deren Beſchickung der Verein eingeladen
war. Zuſammenſtellung, Zierleiſten und Zierflächen ſind
von Herrn Stadtbaurat Beſt zu Neu=Kölln. Die das Bild
behandelnde Vereinsbroſchüre iſt im Verkehrsbureau
un=
entgeltlich erhältlich.
— Evangeliſcher Bund. Der glänzende Verlauf der
Jubiläumsverſammlung und der alle Erwartungen
über=
treffende Erfolg der Lutherfeſtſpiel=Aufführungen hat dem
hieſigen Zweigverein des Evangeliſchen Bundes bereits
eine ſtattliche Anzahl neuer Mitglieder zugeführt.
Um mannigfachen Anfragen zu entſprechen, ſei hier
mit=
geteilt, daß Neuanmeldungen zweckmäßig entweder an den
Vorſitzenden, Herrn Profeſſor Knoll Hochſtraße Nr. 89,
oder an den Schatzmeiſter, Herrn Regiſtrator Wahl,
Inſel=
ſtraße Nr. 41, zu richten ſind.
* Der Frauenverein der Johannesgemeinde
veran=
ſtaltet am Mittwoch, den 6. November, einen
Tee=Abend für ſeine Mitglieder und Freunde im
Ge=
meindehaus der Johannesgemeinde, wofür ein
abwechs=
lungsreiches Programm vorgeſehen iſt. Die
Veranſtal=
tung beginnt pünktlich um ½8 Uhr.
Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
hält, wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, morgen
Mitt=
woch im „Fürſtenſaal” (Grafenſtraße) ihre
Monats=
verſammlung mit gemütlichem Beiſammenſein ab.
Auch iſt an dieſem Abend die Anweſenheit der
Angehöri=
gen der Mitglieder, ſowie Gäſte, welche für die Sache
In=
tereſſe haben, ſehr erwünſcht. (Siehe Anz.)
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Einmal in jedem Jahre wandern die Darmſtädter
Vogels=
berger durch die Groß=Gerauer Wälder. Diesmal ging’s
von Langen nach Mitteldick und über Walldorf
und Mönchbruch nach Groß=Gerau. 76 Perſonen
waren dem Ruf der Führer gefolgt, und ſie hatten es nicht
zu bereuen. Die Wanderung verlief ſehr genußreich und
dann die Raſt in Groß=Gerau war einfach tadellos.
Schade nur, daß die Führer ſo bald ſchon zum Aufbruch
mahnen mußten. Friſch auf zur nächſten Fahrt!
* Der Fall Jakobſohn. Gegen den noch immer nicht
ermittelten Zigarettenfabrikanten Jakobſohn der
nach Verübung umfangreicher Fälſchungen von
Steuer=
zeichen und Verübung von ſonſtigen ſtrafbaren
Handlun=
gen flüchtig ging, veröffentlicht ſoeben die
Staats=
anwaltſchaft bei Großh. Landgericht die
Anklage=
ſchrift und bewirkt gleichzeitig die öffentliche Zuſtellung
an den Beſchuldigten. Die Staatsanwaltſchaft
veröffent=
licht zur Begründung folgende Ermittelungen: Gegen
Jakobſohn, der unbekannt wo abweſend iſt, ſchwebt ein
Verfahren aus § 25 des Zigarettenſteuergeſetzes. Sowohl
durch die dort bezeichneten Handlungen, Fälſchung von
Steuerzeichen, als auch durch weitere gegen die §§ 17 ff.
des Geſetzes verſtoßende Manipulationen hat Jakobſohn
ſich der Defraudation ſchuldig gemacht, die gemäß § 27 des
Geſetzes beſonders zu beſtrafen iſt. Der Betrag der
hin=
terzogenen Steuer iſt nicht mit Sicherheit feſtzuſtellen,
be=
trägt aber zweifellos über 6000 Mark, ſo daß aufgrund des
§ 18 eine Strafe von 25000 Mark nicht zu hoch erſcheint.
— Akademiſche Volksunterrichtskurſe (A. V. D.).
Unſer Artikel in der Samstagnummer macht eine
Be=
richtigung notwendig, da nicht ſeit Freitag, ſondern
nur bis Freitag der Anmeldungstermin abends zwiſchen
6—9 Uhr feſtgeſetzt war; ſollten aber noch einige Herren
und Damen ſich an dem Unterricht zu beteiligen wünſchen,
ſo können ſie bei Beginn des betr. Kurſes (von heute,
Dienstag, den 5. November, ab) bei dem Kursleiter um
ihre Einſchreibung bitten.
* Jahresfeſt der Pfadfinder=Ortsgruppe. Auf
Er=
ſuchen ſei richtiggeſtellt, daß das erſtaufgeführte Stück
Theodor Körners „Joſeph Heyderich” war.
* Im Silberkranz. Am 6. November feiern der
Eiſenbahnzugführer Georg Meier und Frau, geb. Emig,
das Feſt der Silbernen Hochzeit.
— Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während
des Monats Oktober wurde die Leſehalle im ganzen
von 3776 Perſonen beſucht (im Oktober 1911 von 3734),
durchſchnittlich an jedem Tage 121 Perſonen. Aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen
10028 (1911: 9142) Bände, darunter 3573 wiſſenſchaftliche
und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April
d. Js. neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 3475. An
Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat ein: von Ihrer
Durchlaucht Frau Prinzeſſin Battenberg 1 Jahrg.
Zeit=
ſchriften, von Herrn Walter Dönges 2 Bde., von Herrn
Dr. Lotz 1 Jahrg. Zeitſchr., von Fräulein Purgold
20 Jahrg. Zeitſchr., von Fräulein H. Sander 1 Bd., von
Herrn Kaufmann A. Trier 3 Jahrg. Zeitſchr., von
Un=
genannt 14 Bde. Allen Gebern herzlichen Dank! Weitere
Schenkungen von Büchern, ſoweit dieſelben nicht
ver=
altet, ſind jederzeit willkommen.
Orpheum. Frhrn. von Rezniceks köſtliche Bilder,
die eine ſo feine Satire auf die moderne
Geſellſchafts=
moral zeichnen und ſo treffend die Lebewelt, inſonderheit
die Münchens, widerſpiegeln, laſſen, ſo klar und treffend
ſie für ſich zu ſprechen wiſſen, der Phantaſie weiten
Spiel=
raum, und in manchem dieſer Bilder liegt Stoff für einen
ganzen Roman. Man muß es Herrn A. Neidhardt laſſen,
daß er es ganz ausgezeichnet verſtand, dem bekannten
Bilde „Die G’ſchamige” eine textliche Auslegung zu
geben, die ſich vorzüglich zur bühnenmäßigen
Wieder=
gabe eignet. Wir haben die Auslegung bereits in unſerer
Sonntagsnummer kurz ſkizziert. Der Verfaſſer bleibt bei
aller Pikanterie, die nun einmal von einem Reznicekſchen
Gemälde nicht zu trennen iſt, in dem Rahmen des
Er=
laubten (wenn man deſſen Grenze nicht gar zu eng zieht),
und nimmt doch dem Bilde nichts von ſeinem pikanten
Reiz. Im weſentlichen iſt das aber wohl das Verdienft
der vorzüglichen Darſtellung. Vera Forſt bringt
ſo=
wohl körperlich wie ſchauſpieleriſch alles mit, was
geeig=
net iſt, die „Gſchamige” aus dem Bilde zum Leben, zu
ſprühend übermütiger Lebensluſt zu erwecken und Robert
von Valberg iſt ihr ein vorzüglicher Partner. Herta
Bartels ſpielt die Vroni und Reinhold Schunzel
ihren Gatten ebenfalls ganz famos. Das Publikum
ſpen=
det der liebenswürdigen launigen Aufführung
rauſchen=
den Beifall. — Auch im übrigen iſt das Programm, wie
gewohnt reichhaltig und voller Abwechſelung, ſo daß
jeder Geſchmack auf ſeine Rechnung kommt. Im artiſtiſchen
Teil des Programms ſteht an der Spitze die Jahn=
Truppe. Es iſt geradezu erſtaunlich, was erfinderiſcher
Geiſt immer wieder Neues auf dieſem Gebiete ausdenkt,
und noch erſtaunlicher, daß der bis zur Grenze des
Mög=
lichen trainierte Körper dieſem Geiſt immer wieder zu
folgen vermag. Es ſcheinen für den modernen Artiſten
überhaupt Schwierigkeiten oder gar Unmöglichkeiten nicht
zu exiſtieren. — Aber nicht nur für den Artiſten, auch für
den vierbeinigen Kollegen oder Konkurenten hat das
Gül=
tigkeit. Das bewieſen die akrobatiſchen Terriers
Raf=
fayettes. Man weiß nicht, ſoll man mehr dieſe
Tier=
chen bewundern oder den Dreſſeur, der aus ihnen
Akro=
baten allererſten Ranges gemacht hat. Sie balancieren
auf zwei und einem Beine, ſchlagen Salto mortale
rück=
wärts und vorwärts leiſten Hoch= und Weitſprünge und
was dergleichen mehr iſt. Die reizenden kleinen Kerle
dürfen mit Recht den Löwenanteil am Erfolg des Abends
für ſich reklamieren. — Dann ſeien Erwent und
Flo=
retty genannt, die als Hochturn= und Balancekünſtler
den Abend eröffnen. Auch ſie leiſten Vorzügliches auf
ähnlichem Gebiete. — Köſtliche Duette ſingen Sophie
Konzerte.
mm. Die beliebten Matineen der Kammermuſik=
Vereinigung nahmen am Sonntag im ſehr gut
be=
ſuchten Muſikvereinsſaale ihren Anfang. Dem größten
Meiſter der Inſtrumentalmuſik pflegt die genannte
Ver=
einigung ſeit Jahren einen Morgen allein zu widmen.
Zwei Werke L. Beethovens waren es, welche
dies=
mal die Reihe der Morgenmuſiken eröffneten, über denen
eine ganz beſonders günſtige Stimmung ſchwebt und bei
denen die Aufnahmefähigkeit für bedeutende Muſik eine
weit größere iſt als an einem Wochentagsabend. Das
Trio Op. 1 Nr. 1 für Klavier, Violine und Violoncell,
deſſen Scherzo= und Finalſatz am meiſten anſprechen,
wurde von den Herren Hofrat W. de Haan,
Hofkonzert=
meiſter Ernſt Schmidt und E. Andrä mit ſichtlicher
Begeiſterung ausgeführt; die ſorgſame Auswahl eines
dem alten zu Beethovens Zeit gebrauchten Flügel im
Klange nahe kommenden Inſtruments verdient beſondere
Anerkennung. Der perlende glockenreine Diskant des
Seiler=Flügels und der nicht gar zu volle Ton der tieferen
Lage iſt zum Trioſpiel ſehr geeignet und verbindet ſich
weit beſſer mit dem Tone der Streichinſtrumente als der
erdrückende obertonreiche Klang der nur für pianiſtiſche
Zwecke gebauten Konzertflügel. Wenn ſchon dieſes noch
ziemlich einfache und ſtellenweiſe konventionelle
Erſtlings=
werk zeigt, was der Meiſter mit wenigen ausgewählten
Inſtrumenten auszudrücken vermag, ſo iſt Beethoven ganz
in ſeinem Element, ſobald er die melodienreichen und
klangfarbegebenden Blasinſtrumente mit verwendet. Die
größte Beachtung fand darum auch das Septett (Op.
20) für Violine. Viola, Violoncell und Kontrabaß,
einer wirkſam zuſammengeſetzten
Streichinſtrumenten=
gruppe, mit der die Bläſergruppe Horn, Klarinette und
Fagott prachtvoll kontraſtiert oder auch ſich zu einem
herr=
lich klingenden Hausorcheſter verbindet.
Ueppige Tonranken ſchlingen ſich um die Melodie des
Adagio cantabile, die ſich unter Klarinette und Horn
ant=
wortend verteilt. Der 3. Satz „Tempo di Menuetto‟
kein eigentlicher Tanz, ſondern ein harmoniſch erzählendes
Intermezzo, das nur von der Tanzform die belebende
Bewegung beibehält, atmet frohe Laune und ſorglos
heitere Stimmung. Wohl der ſchönſte Satz und beſonders
dankbar für die Streichinſtrmente (Violine und Cello) iſt
das Thema mit Variationen (deſſen ebenmäßige Melodie
übrigens auch in Schul=Liederſammlungen mit
unter=
legtem Text ihren Weg gefunden hat). Scherzo und
Finale ſchließen ſich an und führen das Ganze zu Ende.
Zur Ausführung des klangſchönen Septetts waren zu
Mitgliedern (Schmidt, Schnurrbuſch und Andrä) der
Vereinigung die Herren Kammermuſiker Rudolf Müller
(Kontrabaß), Julius Winkler (Klarinette), Ulrich
Rohde (Horn) und Auguſt Wendorf (Fagott)
hinzu=
getreten, die mit beſtem Gelingen ihre künſtleriſche
Auf=
gabe löſten; die zarte Tongebung der Bläſer mutete
be=
ſonders an und die prachtvoll quellenden Hornklänge
feſ=
ſelten das Ohr. Herr Hofkonzertmeiſter Ernſt
Schmidt, dem in beiden Werken die umfangreichſte
Aufgabe zuteil ward, erfreute wieder durch
reine, ſichere Intonation und markige beſtimmte
Bogen=
führung, während bei dem (an erſter Stelle geſpielten)
Trio Herr Hofrat de Haan am Klavier die
Mitſpielen=
den zu begeiſtertem Spiel anregte.
Feuilleton.
C K. Das lange Lächeln. Als Theodor
Rooſe=
velt am Mittwoch abend im Madiſon Square=Garten
in New=York zum erſten Male ſeit ſeiner Verwundung
wieder vor dem Publikum erſchien, verurteilte ihn das
Schickſal zu einem neuen Rekord: nicht weniger als
45 Minuten lang mußte Rooſevelt lächelnd und immer
nur lächelnd die ſtürmiſche Ovation entgegennehmen, die
die begeiſterte Menge ihm darbrachte. Augenzeugen, die
auch in früheren Jahren an derſelben Stelle, die Bryan
und auch Hearſt dargebrachten Kundgebungen miterlebten
und von der Begeiſterungsfähigkeit amerikaniſcher Maſſen
Wunderdinge zu erzählen wiſſen, müſſen heute geſtehen,
daß Rooſevelts Popularität in New=York die aller
an=
deren amerikaniſchen Volkshelden in den Schatten ſtellt.
„Nie ſah ich eine ſo urſprüngliche, lange und ehrliche
Ovation als dieſe,” ſo berichtet ein engliſcher
Korreſpon=
dent. Ueber dreiviertel Stunden lang ſtand die Menge
und wurde nicht müde zu jubeln, während Rooſevelt ſich
verbeugte und lächelnd dankte. Man muß ſich vorſtellen,
was dreiviertel Stunden bedeuten, denn eine Ovation
von ſolcher Dauer überſchreitet faſt europäiſche
Vorſtell=
ungskraft. Rooſevelt ſelbſt ſah noch ziemlich bleich aus
und man merkte ihm an, daß bei aller Freude dieſes
Dauerlächeln ihn anſtrengte. Man ſah auch, wie ſeine
Gattin ihn immer wieder dazu bewegen wollte, ſich zu
ſetzen und die Kundgebung ſitzend hinzunehmen, aber
Roofevelt ſchüttelte nur den Kopf, blieb ſtehen und lächelte
unentwegt weiter. Das Attentat auf ihn hat ſeine Popn
larität ganz ungeheuer geſteigert. Immer wieder hört
man auf der Straße die lakoniſche Frage: „Würden Dr.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
und Erwin Hemmer, das ſtimmgewaltige
Bieder=
meier=Paar, und wiſſen damit tiefe Wirkung zu erzielen.
— Ueberwältigende Komik einen die Vindobonas
in ihrem humoriſtiſchen, muſikaliſchen Akt mit gutem
muſikaliſchem Können auf den verſchiedenſten
Inſtrumen=
ten. — Hermann Meſtrum endlich, Rheinlands
beſter Humoriſt, iſt den Darmſtädtern längſt ein lieber,
alter Bekannter. Er bringt viel Neues und beweiſt
da=
mit wiederholt ſeine Vielſeitigkeit und ſeinen guten,
manchmal allerdings etwas derben Humor. — Moderne
Lichtſpiele ergänzen wirkſam das Programm.
fr. Groß=Zimmern, 3. Nov. Um den in Frankfurt
und Offenbach beſchäftigten Arbeitern aus den
Or=
ten Groß=Zimmern, Dieburg, Münſter, Eppertshauſen
u. a. die Möglichkeit zu verſchaffen, daß ſie abends wieder
zu ihren Familien zurückkehren können, wurde im
Sep=
tember in Dieburg nach vorausgegangener Beſprechung
eine Kommiſſion gewählt, die weitere Tätigkeit in dieſem
Sinne entfalten ſollte. Im Bahnhofsgebäude
Darm=
ſtadt hat in dieſer Angelegenheit wieder eine
Verſamm=
lung ſtattgefunden, der auch Vertreter der
Eiſenbahn=
direktionen Frankfurt und Mainz beiwohnten. Außerdem
waren anweſend die Bürgermeiſter von Groß=Zimmern,
Dieburg, Münſter und Eppertshauſen, ſowie verſchiedene
Arbeitervertreter, u. a. auch Reichstagsabgeordneter
Hütt=
mann=Frankfurt a. M., Landtagsabgeordneter Eißnert=
Offenbach und Landtagsabgeordneter Uebel=Dieburg.
Auf Grund der Eingabe der Kommiſſion an beide
Eiſen=
bahndirektionen, wurde folgender Fahrplanänderung
zu=
geſtimmt:. 1. Zug, ab Dieburg 5,26 Uhr, Münſter 5,34
Eppertshauſen 5,42, Ober=Roden 5,52, an Frankfurt,
Hauptbahnhof, 6,56 Uhr. 2. Zug: Groß=Zimmern ab
5,24, Dieburg 5,36, Münſter 5,44, Eppertshauſen 5,52, Ober=
Roden 6,03, an Offenbach 6,52, Frankfurt=Süd 7,06, an
Bockenheim 7,22 Uhr. Die beiden letzten Züge kommen
erſt dann in Frage, wenn in Offenbach die entſprechenden
Weichen und Signaleinrichtungen eingebaut ſind, was in
kürzeſter Friſt geſchehen ſoll. Die Züge fahren zurück
abends: ab Offenbach 5,53, Ober=Roden 6,48, Dieburg
7,25, Groß=Zimmern 7,35 Uhr; ab Frankfurt,
Hauptbahn=
hof, 5,43, 5,51, Ober=Roden 6,37, 6,54, Eppertshauſen 6,49,
Münſter 6,56 und Dieburg 7,02 Uhr. Die Züge ſollen in
dieſen Zeiten vom 18. November bis 15. Februar
ver=
kehren, für die übrigen Zeiten werden die Züge
entſpre=
chend den Bedürfniſſen verlegt.
* Groß=Zimmern, 3. Nov. Für die Vorbereitungen
des am 8. Juni 1913 ſtattfindenden fünfzig jährigen
Jubiläums des Männergeſangvereins
Groß=Zimmern, verbunden mit einem
Geſangwett=
ſtreite, fand die zweite Hauptverſammlung unter ſehr
ſtar=
ker Beteiligung ſtatt. Dabei wurden die
Klaſſeneinteilun=
gen, Wettſtreitordnung und Beſtimmungen feſtgelegt. Der
Verein iſt in der Lage, nahezu 3000 Mark in
Bargeld=
preiſen auszuſetzen, die größtenteils durch die
Opfer=
willigkeit der Ortseinwohner und einiger auswärtiger
Gönner aufgebracht werden. Außerdem ſind anſehnliche
Ehrenpreiſe in Ausſicht geſtellt, darunter ein ſolcher
Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs. Nach den
feſtgelegten Bedingungen wird in drei Abteilungen
ge=
ſungen: Stadt=, Land= und nicht preisgekrönte Vereine.
Um den ganzen Wettſtreit zur einwandfreien Durchführung
zu bringen, wurde die Wettſtreitordnung mit großer
Sorg=
falt ausgearbeitet und wird ganz beſonders Gewicht auf
die Auswahl des Preisrichter=Kollegiums gelegt werden.
Die reichen Erfahrungen, die ſich der Verein durch die
langjährige Beteiligung an Wettſtreiten erworben hat,
laſſen ein gutes Gelingen des Feſtes vorausſehen.
Mainz, 4. Nov. Ein merkwürdiger Fall
be=
ſchäftigte dieſer Tage das Gewerbegericht. Ein Schreiner
klagte gegen ſeinen Meiſter auf Zahlung von 20 Mark
Lohn. Er behauptete, er habe am Zahltag ſeinen Lohn
in verſchloſſener Tüte in Empfang genommen, ſtatt des
berechneten Lohnes von 28 Mark ſeien jedoch nur 8
Mark in der Tüte geweſen. Der Meiſter erklärte, daß ein
Irrtum gänzlich ausgeſchloſſen ſei, außer den vom
Kläger der Tüte entnommenen Münzen ſei noch ein
Zwanzigmarkſchein darin enthalten geweſen. Die
Ab=
zählung und das Verſchließen des Geldes ſei derart
ſorg=
fältig vor ſich gegangen, daß er die Forderung des
Ge=
ſellen nicht anerkennen könne. Der Kläger berief ſich auf
einen Kollegen, dem er ſofort nach dem Oeffnen der Tüte
von dem Fehlen der 20 Mark Kenntnis gegeben habe.
Am Donnerstag ſollte die Sache erneut zur Verhandlung
kommen, die Klage wurde jedoch inzwiſchen
zurückge=
nommen. Es ſtellte ſich nämlich heraus, daß dem Kläger
beim Oeffnen der Tüte der Zwanzigmark=Schein
unbe=
merkt auf den Boden gefallen war und daß ein hinter ihm
gehender Lehrling ihn aufhob und an ſich nahm.
Durch Arbeiter gedrängt, gab der Lehrling, der ſich durch
Geldausgaben verdächtig machte, die Unterſchlagung zu.
Hätte er nicht geſtanden, ſo wäre auf dem Kläger der
Verdacht haften geblieben, er habe ſich durch eine unwahre
Behauptung auf Koſten ſeines Prinzipals bereichern
wollen. — In einer Wirtſchaft der hinteren
Flachsmarkt=
ſtraße hatte ſich am Samstag vormittag eine
Hochzeits=
geſellſchaft verſammelt, die lange Zeit vergebens
auf die Braut wartete, bis endlich — ein Brief eintraf,
in dem dieſe mitteilte, daß ſie ihren Entſchluß geändert
habe und nicht heiraten werde. Der Bräutigam, der
ſchon eine Wohnung gemietet und Möbel gekauft hatte,
brauchte natürlich für den Spott nicht zu ſorgen.
— Worms, 4. Nov. Der Verkaufstag der
Großherzogin. Heute iſt mit den Arbeiten im
Spiel= und Feſthaus begonnen worden, die der
Vorbereitung des Verkaufstages dienen. Es werden die
Säle hergerichtet und die Stände aufgeſchlagen.
Sämt=
liche Arbeiten werden von Wormſer Handwerkern
ausge=
führt. In entgegenkommendſter Weiſe haben dieſe ſich
bereit erklärt, in Rückſicht auf den guten Zweck, die
Ar=
beiten zum Selbſtkoſtenpreis zu leiſten. Großherzog und
Großherzogin werden an einem der nächſten Tage
hier=
herkommen, um mit den Damen, die den einzelnen
Stän=
den vorſtehen, zu ſprechen, und ſich den Fortgang der
Ar=
beiten anzuſehen. Die ſämtlichen Räume des Spiel= und
Feſthauſes ſind zu den Zwecken des Verkaufstages in
fol=
gender Weiſe eingerichtet: Vom Hauptportal in der
Feſt=
hausſtraße gelangt man durch die rechte Wandelhalle, wo
ſich die Garderobe befindet, in den Theaterſaal, in dem
ſich außer dem Stand der Großherzogin noch drei weitere
Stände befinden. Vom Theaterfaal geht der Weg in den
Feſthausſaal, in dem vier Stände und ein Büfett
aufge=
ſtellt ſind. Die ſich daran anſchließenden Räumlichkeiten
werden dem großen Büfett dienen, das ſich in dem
Re=
ſtaurationsraum befindet. Aus dem Feſthausſaal kommt
man durch eine vorgebaute geſchloſſene Halle in die linke
Wandelhalle des Spielhauſes zurück. Hier iſt den Käufern
Gelegenheit gegeben, die erworbßnen Gegenſtände an
einem beſonderen Stand gegen eine kleine Vergütung zur
Aufbewahrung abzugeben, oder verpacken und
gegebenen=
falls auch nach Hauſe ſenden zu laſſen. Man kann
ent=
weder den Rundgang durch die rechte Wandelhalle erneut
antreten, oder an dem Hauptportal das Haus verlaſſen. Es
iſt erwünſcht, daß die Beſucher des Verkaufstages, ſoweit
ſie nicht kaufen, in Rückſicht auf den zu erwartenden
An=
drang nicht allzu lang an einer Stelle ſtehen bleiben,
ſondern in der oben angegebenen Richtung zirkulieren.
Beſucher, die ſich ausruhen und das Treiben anſehen
wollen, können in den Lauben Plätze zu 5 Mark nehmen.
Es wird dafür geſorgt werden, daß die Zugänge zu den
Sälen, wenn dieſe eine gewiſſe Zahl von Beſuchern
auf=
genommen haben, zeitweilig geſperrt werden, damit eine
Ueberfüllung verhütet wird. Alle Wagen haben an dem
Hauptportal des Spiel= und Feſthauſes in der Richtung
von der Chrimhildenſtraße her anzufahren.
Oſthofen, 4. Nov. Im Anweſen des Landwirts Joh.
Blaß entſtand geſtern ein Schadenfeuer, das
größe=
ren Umfang anzunehmen drohte. Die Scheune mit allen
Vorräten, ſowie das Geflügel wurden vollſtändig ein
Raub der Flammen. Dem ſchnellen Eingreifen der
Feuerwehr gelang es, das bedrohte Wohnhaus zu retten.
Ibersheim, 4. Nov. Hier ganz in der Nähe des Ortes
iſt in einem Fiſchweiher eine männliche Leiche
auf=
gefunden worden; es handelt ſich, wie alsbald feſtgeſtellt
wurde, um den ſeit einigen Wochen verſchwundenen
Hei=
zer Aſchinger von Rhein=Dürkheim. Das ſofort
her=
beigerufene Amtsgericht und Kreisgeſundheitsamt ſtellten
die Identität des Toten feſt; ebenſo ſteht feſt, daß der
Er=
trunkene in der Dunkelheit in das Waſſer geraten iſt und
ein Unglücksfall vorliegt, da ſich keinerlei Verletzungen an
der Leiche vorfanden. Der gegen einen Arbeiter und
Kollegen des Verſtorbenen gehegte Verdacht hat ſich
ſo=
mit als haltlos erwieſen.
Bad Nauheim, 4. Nov. Die Feldbereinigung
iſt hier in dieſem Herbſt beendet worden. Kürzlich fand
die Uebernahme ſtatt. Bedingt durch die
Feldbereinig=
ung, wurde geſtern eine Neuverpachtung des ſtädtiſchen
Geländes vorgenommen, ſoweit die Stadt nicht ſelbſt die
Nutznießung davon zieht. Verpachtet wurden 134315
Quadratmeter, wofür 2518 Mark gelöſt wurden. Das
bedeutet einen Durchſchnittspreis von 54 Mark für den
großen Morgen. In guten Lagen werden für den
Mor=
gen bis zu 80 Mark bezahlt.
(*) Aus der Wetterau, 3. Nov. Die elektriſche
Fern=
leitung für das Elektrizitätswerk zu Wölfersheim iſt
ſo weit gediehen, daß die Städte Lich, Grünberg, Hungen
und Friedberg Anfang Dezember mit Elektrizität
ver=
ſehen ſind. Durch die geſamte Wetterau ſind ſchon
die Maſten geſetzt, gegenwärtig werden die Drähte für die
Hochſpannleitung gezogen. Die Leitung erhält eine
Stärke von 20000 Volt.
(*) Ulrichſtein, 3. Nov. Auf den Höhen des
Vogels=
berges liegt Schnee, geſtern morgen waren die Felder
nach Mücke, Freienſeen und Laubach in eine leichte
Schnee=
decke gehüllt.
(*) Kölzenhain, 3. Nov Gelegentlich eines
Schei=
benſchießens des Kriegervereins wurde bekanntlich
der 38 Jahre alte Martin Volp von Unter=Seibertenrod
durch einen Schuß durch den Oberſchenkel ſchwer verletzt.
Aus der Gießener Klinik iſt er jetzt zurückgekehrt; doch
liegt das Bein, aus dem zahlreiche Knochenſplitter entfernt
werden mußten, noch im Gipsverband Bei jeder
Be=
wegung leidet der Mann große Schmerzen. An eine Hei=
lung des zerſplitterten Oberſchenkelknochens iſt noch nicht
zu denken. Inzwiſchen hat die Gerichtsverhandlung vor
dem Schöffengericht Ulrichſtein begonnen. Der
Verun=
glückte forderte durch ſeinen Rechtsanwalt 40000 Mark.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Nov. In dem ſeit
vier=
zehn Tagen verhandelten Prozeß gegen die
Bucket=
ſhop=Bankiers Mechel und Blechem in Firma A.
Mechel und Ko. in Berlin iſt die Verhandlung gegen
Blechem im letzten Augenblick abgetrennt worden. Mechel
iſt darauf wegen Vergehens gegen das Börſengeſetz und
vollendeten verſuchten Betrugs zu drei Jahren und drei
Monaten Gefängnis und 4000 Mark Geldbuße, eventuell
400 Tagen Gefängnis, verurteilt worden. Sechs Monate
der Unterſuchungshaft werden angerechnet. — Heute
mittag brach in der Waſchküche im vierten Stock des
Charlottenburger Polizeipräſidiums Feuer aus, das
auf die anliegende Dachkammer übergriff und erſt nach
eineinviertelſtündiger Tätigkeit gelöſcht werden konnte.
Die Urſache iſt noch nicht ermittelt. — Einen
ſchreck=
lichen Tod fand das 4 Jahre alte Töchterchen Hertha
der Reinmachefrau Lange aus der Kopenhagener Straße.
Frau Lange, die von ihrem Manne getrennt mit vier
kleinen Kindern von 3 bis 8 Jahren im Erdgeſchoß des
Quergebäudes wohnt, gab geſtern vormittag 10½ Uhr
ihre zwei kleinſten Kinder, die vierjährige Hertha mit
ihrem 3 Jahre alten Brüderchen, einer Nachbarin zur
Aufſicht, weil ſie weggehen mußte, um Teppiche zu
klopfen. Als nun Frau Lange um 12 Uhr noch nicht nach
Hauſe gekommen war, brachte die Nachbarin die Kleinen
wieder in die Wohnung der Mutter, zu der dieſe ihr
einen Schlüſſel gegeben hatte. Das kleine Mädchen nahm
nun in der Küche einen Schemel, ſtellte ihn an den
Koch=
herd und kletterte darauf, um in den Topf zu ſehen, der
mit Eſſen gefüllt auf dem brennden Gaskocher ſtand.
Da=
bei fingen ihre Haare Feuer, und bald ſtanden auch ihre
Kleider in hellen Flammen. Ihr jämmerliches
Hilfe=
geſchrei wurde von einem Hausbewohner gehört, der
ge=
rade über den Hof ging. Er ſchlug das Fenſter der
Wohn=
ung ein, in der er den Lichtſchein ſah, erſtickte die
Flam=
men mit einer Decke und brachte das ſchwer verbrannte
Kind zur Hilfswache in der Gaudyſtraße. Von hier
wurde es nach Anlegung eines Notverbandes in das
Rudolf=Virchow=Krankenhaus gebracht. Dort ſtarb es
aber noch im Laufe des Nachmittags. Wenige Minuten
nach dem ſchrecklichen Unglück kehrte die Mutter von ihrer
Arbeit zurück.
Frankfurt, 4. Nov. Heute nacht kurz nach 12 Uhr
hat=
ſich der 24 Jahre alte Ingenieur Alfred Weiße aus
Fran=
kenthal an der Taunus=Anlage durch einen Schuß in die
rechte Schläfe ſchwer verletzt. Er ſtarb bei der
Einlie=
ferung ins Städtiſche Krankenhaus.
Mannheim, 2. Nov. Die Strafkammer
ver=
urteilte den Rechtsanwalt Grünwaldt wegen
Betru=
ges und Urkundenfälſchung zu neun Monaten Gefängnis,
wovon ein Monat der Unterſuchungshaft als verbüßt
er=
achtet wird. Sein früherer Bureauvorſteher Zimmermann
wurde wegen Beihilfe zu vier Monaten Gefängnis
ver=
urteilt, wovon zwei Monate Unterſuchungshaft in
An=
rechnung kommen.
München, 3. Nov. Der Schriftſteller Anton Freiherr
v. Perfall iſt geſtorben.
Gotha, 3. Nov. Im Thüringer Wald hält den
Schneefall an. In Oberhof liegt der Schnee 13
Zen=
timeter hoch bei drei Grad Kälte; der Schneeſchuhlauf und
Rodelbetrieb ſind aufgenommen worden.
Halle a. S., 3. Nov. In verſchiedenen Gegenden des
Deutſchen Reiches wird noch heute Hundefleiſch zum
menſchlichen Genuß verwendet. Die amtliche Staz
tiſtik zeigt, daß namentlich im Königreich Sachſen in denz
öffentlichen Schlachthäuſern Tauſende von Hunden ihr
Leben laſſen müſſen, um in die Bratpfanne zu wandern
Anläßlich einer Polemik, die vor einigen Monaten
zwi=
ſchen engliſchen und deutſchen Zeitungen über die
Lebens=
haltung des engliſchen und deutſchen Arbeiters ſtattfand,
wurde dieſe Tatſache von engliſcher Seite als Beweis für
die dürftige Ernährung des deutſchen Arbeiters hingeſtellte=
Demgegenüber wurde von deutſchen Blättern betont, daß
der Genuß von Hundefleiſch nicht immer als ein Zeichen
iner ſchlechten Lebensführung betrachtet werden könne,
ſondern daß der Genuß von Hundefleiſch in
man=
chen Kreiſen als Delikateſſe betrachtet werde, das
man ſogar einem ſaftigen Schweinebraten vorziehe,
daß=
weiter Hundefleiſch bezw. Hundefett vielfach von dem
Volke noch als Heilmittel betrachtet werde. — Um nun
dem jedenfalls beſtehenden Bedürfnis entgegenzukommen,
hat ſich hier in Halle ein Schlächter etabliert, der nur
Hunde ſchlachtet und verkauft. In Anzeigen verſichert der
Mann, daß er nur prima Ware zum Verkauf bringe, und
zwar koſtet bei ihm das Pfund Hundefleiſch 40 Pfg., das
Pfund Hundefett 1 Mark. Ob das Geſchäft nun eine
Spe=
kulation auf die Fleiſchnot iſt oder ein Zugeſtändnis an
die Feinſchmecker bedeutet, vorläufig ſcheint es ſich ganz
gut zu rentieren.
Hannover, 3. Nov. Geheimer Kommerzienrat L.
Jä=
necke, der Seniorchef der Firma Gebrüder Jänecke und
Wilſon oder Mr. Taft mit einer Kugel in der Bruſt
wei=
terfahren und dann eine Rede halten, he?” Und die
Ant=
wort liegt auf der Hand. Aber trotz dieſer Begeiſterung
für Rooſevelt, den Menſchen und Rooſevelt, den glücklich
Geretteten, rechnet man überall darauf, daß Wilſon mit
einer überwältigenden Mehcheit gewählt wird.
Rooſe=
velt bleibt der Volksheld Amerikas, das Idol des
Ameri=
kaners und ein Symbol ſeines Weſens und Strebens,
aber daß er bei der Wahl ſiegen wird, bezweifeln ſelbſt
die Enthuſiaſten von Madiſons Square.
ml. Ein Gelübde für die Geſundung des Großfürſten=
Thronfolgers. Wie aus der ſüditalieniſchen Stadt Bari
berichtet wird, iſt in dieſen Tagen dort eine Hofdame der
Kaiſerin von Rußland eingetroffen, um in der Kirche
San Nicola, die im Jahre 1087 zu Ehren des Heiligen
Nikolaus erbaut worden iſt zu beten, für die
Wiederher=
ſtellung des kranken Thronfolgers Meſſen leſen zu laſſen
und zu gleichem Zweck im Namen der Zarin ein Gelübde
abzulegen. Sankt Nikolaus iſt bekanntlich der
Schutz=
heilige Rußlands, und die Ruſſen haben deshalb auch von
jeher die römiſch=katholiſche Kicche in Bari, in der die
Gebeine des Heiligen beigeſetzt ſind, in hohen Ehren
ge=
halten. Sankt Nikolaus iſt überdies auch der
Schutz=
patron der Kinder. Santa Claus, die engliſche Form
ſeines Namens, iſt, nebenbei bemerkt, eine
Verballhorn=
ung der holländiſchen Namensform „Sanct Niclas” die
mit den holländiſchen Koloniſten nach der Neuen Welt
gebracht wurde, um dann in der volkstümlichen Variante
nach England zurückzugelangen. Es iſt der „Knecht
Ruprecht” des deutſchen Volksglaubens, der in dieſer
Ge=
ſtalt bisſheutigen Tages in der Weihnachtszeit ſein
Heheitsrecht in der Kinderwelt übt.
* Diplomatendeutſch. (Aus dem Kladderadatſch.) Die
Balkanwirren ſcheinen auch eine völlige Verwirrung des
Sprachgefühls zur Folge zu haben. Was wir darüber
leſen müſſen, wird uns durch ſein Kauderwelſch noch
un=
genießbarer gemacht, als es ſchon ohnedies iſt.
Beſon=
ders ſeit Poincaré und Saſonow die „famoſe Demarche
zur Lokaliſierung der kriegeriſchen Operationen und zur
Proklamierung des Statusquo entriert” haben, iſt es
ſchon gar nicht mehr auszuhalten. Da wird lanciert,
provoziert, geblufft, revoziert, dementiert, interviewt und
namentlich ſimuliert und outriert, daß es eine Luſt iſt.
Rußland negiert alle aggreſſiven Tendenzen, will aber
nicht demobiliſieren und iſt ſuſpekt, geheime Ententen
mit der Quadrupelkonföderation der Balkanſouveräne
unter der Deviſe des abſoluten Desintereſſements zu
kaſchieren und panſlawiſtiſche Agitationen zu propagieren
oder mindeſtens zu protegieren. Oeſterreich aſpiriert keine
territorialen Akquiſitionen, da es ſaturiert iſt und
prote=
ſtiert nur gegen vermanente Okkupation des Sandſchaks
— aber ein gewiſſer Soupeon latenter
Exploſionsmöglich=
keiten tranſpiriert doch hie und da. Italien markiert
oſtentativ ſeine Indifferenz, während England, wie
ge=
wöhnlich, abwechſelnd inteigiert und terroriſiert.
In=
zwiſchen wird das kait acceompli am Balkan immer
evi=
denter, und eine horeible Deroute beginnt. Die Serben
und Montenegriner poſieren und renommieren, die
Bul=
garen attackieren, die Türken retirieren und maſſakrieren,
die Griechen lamentieren — und alle räſonnieren. Die
Diplomaten aber konferieren, intervenieren und
fabri=
zieren voluminöſe Expoſés, mit denen ſie ſich ſchließlich
doch nur blamieren und kompromittieren. Das iſt das
Reſumé — heiliger Turmbau von Babel, ſteh’ uns bei!
Und dabei verlangt man noch, unſere Vertreter ſollten mit
der ganzen Geſellſchaft endlich einmal „deutſch”
reden!“
* Der Siegeszug des Kinos. Wir leſen in der Film=
Zeitung: Vor einiger Zeit ging durch die geſamte deutſche
Tagespreſſe die Nachricht, Gerhart Hauptmann,
unter den deutſchen Dichtern der Gegenwart der größte,
habe ſich entſchloſſen, eines ſeiner Werke dem
Kinemato=
graphen zu überlaſſen. Dieſe Mitteilung, die
begreif=
licherweiſe im In= und Auslande das größte Aufſehen
erregte, war verfrüht. Erſt heute, in der Stunde, wo dieſen
Zeilen in Druck gehen, iſt zwiſchen Gerhart Hauptmann
und der Nordiſchen Films=Co, ein Vertrag zum Abſchluß
gekommen. Wir können ferner ſchon berichten, daß noch
eine große Anzahl der bekannteſten und bedeutendſten
deutſchen Schriftſteller, unter denen uns Max Halbe und
andere genannt werden, von der Nordiſchen Films=Co,
gewonnen ſind.
* Das Begräbnis des Statusquo. Der Matin
ver=
öffentlicht mit Trauerrand folgende Todes=Anzeige:
„Sie ſind gebeten, dem Leichenbegängnis und dem
Be=
gräbnis des Herrn Statusquo, Diplomat, beizuwohnen,
der am 30. Oktober 1912 in Mazedonien im Alter von
459 Jahren verſchieden iſt. Die Trauerfeier wird in
den nächſten Tagen in der chriſtlichen Sophien=Kirche in
Konſtantinopel abgehalten. Man wird ſich im
Sterbe=
hauſe verſammeln. Die trauernden Hinterbliebenen: Die
Türkei als Witwe; Oeſterreich als Mutter; England als
Schwiegermutter; Bulgarien, Serbien und Griechenland
als Töchter; Montenegro als Enkel; Rußland als
Schwä=
gerin; Deutſchland, Frankreich und Italien als Vettern
und Baſen. Die Beſtattung wird in Kleinaſien
ſtatt=
finden.‟
Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Sette 5.
Verleger des Hannoverſchen Couriers, iſt geſtern abend
geſtorben.
Poſen, 3. Nov. Ein Anhängerwagen eines
elektriſchen Straßenbahnzuges, der wegen
ſchlechten Funktionierens einer Bremſe außer Betrieb
ge=
ſetzt werden ſollte, entriß ſich heute vormittag um halb 11
Uhr beim Loskuppeln an einer abſchüſſigen Stelle der
Berliner Straße den Händen der Haltenden und glitt, nur
mit einem Schaffner beſetzt, immer ſchneller und ſchneller
die Berliner und die Neue Straße hinab, bis er auf dem
Alten Markt aus dem Gleiſe ſprang und in ein großes
Schaufenſter hineinraſte, das vollſtändig zertrümmert
wurde. Der Vorderperron des Wagens wurde ſchwer
be=
ſchädigt und mehrere Perſonen verletzt. Der
Schaffner erlitt einen Armbruch, eine Frau einen ſo
ſchwe=
ren Schädelbruch, daß ihr Aufkommen bezweifelt wird,
ein junges Mädchen eine ſchwere Hüftverletzung, eine
an=
dere Frau einen Oberſchenkelbruch. Auch mehrere
Stra=
ßenpaſſanten wurden verletzt. Aerztliche Hilfe war ſofort
zur Stelle. Fünf Perſonen wurden ins Städtiſche
Kran=
kenhaus gebracht.
Rom, 2. Nov. Der Humpelrock der Lehrerin
von Pagnano d’Aſolo (Venezien) hat eine Kriſis in der
Gemeindeverwaltung dieſes Ortes hervorgerufen.
Natür=
lich iſt letzten Endes nicht die hübſche Lehrerin, die ihren
guten Wuchs nicht verbergen zu ſollen glaubte, daran
ſchuldig, ſondern der Patriarch von Venedig mit ſeiner
vor mehreren Monaten ausgeſprochenen Verdammung
der heutigen weiblichen Mode. Als gehorſamer
Unter=
gebener dieſes geſtrengen Kirchenfürſten hat der
Erz=
prieſter von Pagnano die gefallſüchtige Lehrerin brieflich
ermahnt, ſich mit einem ſittſameren Kleiderrock zu
ver=
ſehen, und hat auch unter den Gläubigen ſeiner Gemeinde
eine Bewegung gegen den Humpelrock der Lehrerin
zu=
ſtande gebracht, ſo daß an den Bürgermeiſter eine
Ein=
gabe von Familienvätern gelangte, welche forderten, daß
im neuen Schuljahr eine Lehrkraft mit weiten Röcken
angeſtellt würde, widrigenfalls ſie ihre Kinder nicht länger
in den Unterricht einer Dame ſchicken würden, die ihre
Kleider beim Teufel machen läßt. Darob entbrannte im
Gemeinderat ein heftiger Kampf zwiſchen Klerikalen und
Liberalen gegen und für den Humpelrock, deſſen Folge
die Amtsniederlegung des Beigeordneten fürs
Unter=
richtsweſen war. Die Entſcheidung über die Zuläſſigleit
einer Lehrerin im Humpelrock ſteht nun beim
Provinzial=
ſchulrat von Treviſo.
Verona, 3. Nov. Graf Caſtiglioni, einer der
be=
kannteſten Perſönlichkeiten der Stadt, iſt das Opfer
eines Attentates geworden. Seine Leiche wurde
am Adige=Fluß vorgefunden. Der Graf ſcheint das Opfer
eines Raubmörders geworden zu ſein. Er iſt durch
Schläge getötet und ſeiner 8000 Lire, die er bei ſich trug,
beraubt worden. Seine Leiche wurde in den Fluß
ge=
worfen.
Paris, 4. Nov. Die geſtrige Einweihung des
neuen evangeliſchen Gemeindehauſes der
der deutſche Botſchafter mit ſeiner Familie, den Herren
und Damen der Botſchaft und des Konſulats, ſowie
zahl=
reiche Mitglieder der Gemeinde und der Kolonie
beiwohn=
ten, geſtaltete ſich zu einer erhebenden patriotiſchen Feier.
Einen tiefen Eindruck rief insbeſondere die Feſtrede des
Botſchafters hervor, der die Gemeinde zur Vollendung
des ſchönen Hauſes beglückwünſchte und in herzlichen
Worten den Gefühlen der Dankbarkeit für die vom Kaiſer
dem Bau gewidmete hochherzige Spende Ausdruck gab.
Die Gemeinde, ſagte Freiherr v. Schoen, werde ihren Dank
am beſten durch treues Feſthalten am vaterländiſchen
Ge=
danken und durch treues Einſtehen für Kaiſer und Reich
bekunden. Der Botſchafter ſchloß mit dem Verſprechen,
daß er und ſeine Nachfolger dieſes Haus, wo deutſches
Weſen gepflegt werden ſolle, ſtets in Schutz nehmen
werde. Nach Anſprachen der Vertreter der
Kirchenge=
meinde, Oberkonſiſtorialrat Dr. Schmetzer aus
Mün=
chen und Oberhofprediger Köhler=Hannover, ferner
des Vorſtandes der Kirchengemeinde, Militärattachee
Ma=
jor von Winterfeld, des bayeriſchen Geſandten Freiherrn
Ritter, des Paſtors Streng und des Obmannes des
Schulvereins André fand ein Empfang im großen Saale
des Gemeindehauſes ſtatt, der einen glänzenden Verlauf
nahm. Dem Paſtor Streng wurde der Rote Adlerorden
vierter Klaſſe und dem Schatzmeiſter der Kirchengemeinde
Geißler der Zähringer Löwenorden verliehen.
Paris, 4. Nov. Aus Nimes wird gemeldet: Im
Städtiſchen Muſeum, das in dem berühmten Maiſon
Carree, einem alten römiſchen Tempel, untergebracht iſt,
überfielen geſtern nachmittag zwei Miſſetäter in dem
Augenblick der Schließung der Säle den
Muſeums=
wächter knebelten ihn und raubten die in zwei
Glaskäſten befindlichen goldenen Münzen und koſtbaren
Ordensauszeichnungen und flüchteten ſodann. Der
Wäch=
ter konnte ſich ſeiner Feſſeln entledigen, mußte jedoch, da
die Räuber ihn eingeſperrt hatten, mehrere Revolverſchüſſe
durch das Schlüſſelloch des Haupttores abfeuern, um die
Aufmerkſamkeit der Schutzleute auf ſich zu lenken.
London, 3. Nov. Wie bis jetzt feſtgeſtellt iſt, haben bei
dem Brande in Kenſington vier weibliche
Ange=
ſtellte, die aus den Fenſtern geſprungen waren, den Tod
gefunden.
Spala, 3. Nov. Prinz und Prinzeſſin
Hein=
rich von Preußen ſind geſtern abend aus Moskau hier
eingetroffen.
Archangelsk, 4. Nov. Der ruſſiſche Vizekonſul
tele=
graphiert aus Tromſö: Die Nachricht von dem
Unter=
gang der Nordpolexpedition von Sſedow
wurde bisher nicht beſtätigt. Heute war hier die
Nach=
richt verbreitet, das Expeditionsſchiff habe nur im Eiſe
eine Schraube gebrochen und ſei mit Segeln am Ufer von
Nowaja=Semlja angelangt. Drei Matroſen ſollen
umge=
kommen ſein.
New=York, 3. Nov. Das Hotel „Berlin” in St.
Louis iſt abgebrannt. Eine Perſon wurde getötet.
23 Perſonen ſind ſchwer verletzt worden. Das Feuer
wurde erſt entdeckt, als die Treppen ſchon in Flammen
ſtanden und jeder Ausweg abgeſchnitten war. 150
Hotel=
gäſte mußten auf Leitern, an Seilen oder durch
Sprung=
netze gerettet werden. Das Feuer kam in dem Zimmer
einer Typhus=Rekonvaleszentin aus. Dieſe alarmierte
trotz ihres Schwächezuſtandes das Perſonal. Die
Flam=
men hatten jedoch raſch das ganze Gebäude ergriffen. Die
meiſten Verletzungen wurden durch das Verbrennen und
Reißen der Seile verurſacht.
Princetown (New=Jerſey), 3. Nov. Dr. Wilſon,
der demokratilſche Präſidentſchafßskandidat, erlitt
heute früh bei einem Automobilunfall eine leichte
Kopf=
wunde. Wilſon erklärte, der Unfall werde ſeine
Dispoſi=
tionen nicht ändern.
Ottowa, 3. Nov. Ein kleiner Paſſagierdampfer
ſchei=
terte auf der Fahrt von Montreal nach Valley Field
nachts während eines ſchrecklichen Sturmes auf
dem See Saint Louis. Sechzehn Perſonen, Männer,
Frauen und Kinder, ertranken. Nur vier ſind gerettet.
Erbacher Kunſttöpfereien.
Es iſt eines der erfreulichſten Zeichen unſerer Zeit
und ihrer modernen Kunſtbeſtrebungen, daß ſie alte
pri=
mitive Handwerke künſtleriſch befruchtet und in neue
Bah=
nen lenkt. Es werden damit zwei Ziele erreicht, die beide
gleich ſchön und wertvoll ſind. Einmal wird dadurch
mancher arg daniederliegende Zweig alter
Handwerks=
kunſt materiell gehoben und zu größerer
Leiſtungsfähig=
keit entwickelt, und zum anderen hat dieſe ſchätzenswerte
Bewegung eine ſehr erfreuliche Hebung des allgemeinen
künſtleriſchen Geſchmacks im Gefolge. Gerade hierzu iſt
ja doch das Kunſtgewerbe in erſter Linie berufen,
das uns die tauſend Dinge, die der Gebrauch im
täg=
lichen Leben erheiſcht, künſtleriſch verſchönt. Es
popula=
riſiert gewiſſermaßen die Kunſt und das Verſtändnis für
ſie in der breiten Maſſe, bis weit in die Kreiſe hinein,
denen materielle Mängel es verſagen, ihr Heim mit
koſt=
baren Erzeugniſſen der Kunſt aus allen Gebieten zu
ſchmücken.
Schon lange wendet ſich die moderne Kunſt dem
ur=
alten ehrbaren Gewerbe des Töpfermeiſters zu und all
den Zweigen des Kunſthandwerks, die dieſem verwandt
ſind oder ihm ſein Daſein verdanken. Und von jeher
waren es Fürſten und Könige, die dieſem Handwerk ihre
fördernde Huld zuwandten. Vor allem an das für uns
Nächſtliegende nur zu erinnern: die Keramiſche
Manu=
faktur des Großherzogs Ernſt Ludwig, Kaiſer
Wilhelms Kunſttöpfereien in Kadinen und die
Porzellan=
manufakturen, auch die des Königs von Dänemark uſw.
Nun hat ſich auch der Graf zu Erbach in die Reihe
der Fürſten geſtellt, die ihren Namen und ihre fördernde
Gunſt dem Töpferhandwerk als Kunſtgewerbe liehen.
Früher ſtand die Töpferei im Erbachſchen in hoher Blüte,
wenn ſichs auch nur um Gebrauchswaren handelte. Sie
ſoll jetzt einer neuen Blütezeit entgegengeführt werden,
nachdem ſie eine Wiedergeburt im Kunſtgewerbe
ge=
feiert.
Des Grafen zu Erbach Erlaucht hat vor einiger Zeit
im Anſchluß an die Gewerbehalle in Erbach einen
Brenn=
ofen errichten laſſen und damit eine „Gräflich
Erbach=
ſche Kunſttöpferei” ins Leben gerufen. Nach nicht
ſonderlich befriedigenden Erfolgen im Anfang verſchrieb
man ſich einen Fachmann aus Kadinen, der ſich ſchon
dort vielfach mit neuen Ideen beſchäftigt, die Erfolg
ver=
hießen. Und ihm iſt es nun gelungen, ein äußerſt
reiz=
volles Erzeugnis herauszubringen, deſſen Herſtellung in
Farbe und von ſelbſt entſtehendem Dekor vorerſt
Geheim=
nis iſt. Die neuen Erbacher Kunſttöpfereien, gute
Scher=
ben, erhalten nach dreimaligem Brande eine metalliſch
glänzende, faſt opaleszierende Farbe von kraftvollem
Kobaltblau, das in gleicher Schönheit bisher noch nicht
erzielt wurde und deren Reiz dadurch erhöht wird, daß
der glänzende Emailton einerſeits gemildert, andererſeits
ungemein reizvoll belebt wird durch ein zartes Gewebe
unzähliger Kriſtallſterne, die nicht den Glanz der Glaſur
zeigen, ſondern matt ſind und ſich faſt plaſtiſch von
die=
ſer abheben. Wie die winzigen Details von
Schnee=
flocken oder Rauhreif ſehen dieſe Kriſtallſternchen aus,
und wie dieſe ſind ſie von unendlicher Vielſeitigkeit in
Form und Geſtaltung, die natürlich tauſendfach wechſelt
auch im Geſamtbild, das jeweils verſchieden ausfällt und
jedem Stück originalen Charakter verleiht. Reizvoll und
vielgeſtalten ſind auch die Formen der Erzeugniſſe ſelbſt,
Vaſen, Urnen und Gebrauchsgegenſtände, wie
Aſchen=
ſchalen, Leuchter uſw.
Ein beſonderer Vorzug der neuen Erbacher
Kunſt=
töpfereien dürfte ihre Preiswürdigkeit ſein,
voraus=
geſetzt, daß man daran feſthält, auch wenn, was zu
er=
warten iſt, die Nachfrage ſteigt. Denn nur wenn die
hübſchen Stücke dauernd zu erſchwinglichem Preiſe zu
erſtehen ſind, werden ſie ihren Eingang in alle Kreiſe
finden, und das ſoll doch ſchließlich Beſtimmung des
M. Kt.
Kunſtgewerbes ſein.
Kongreſſe und Verbandstage.
Berlin, 3. Nov. Der vor einiger Zeit
gegrün=
dete Deutſche Bund zur Bekämpfung der
Frauen=Emanzipation, der bereits in
verſchie=
denen Städten des Reiches Ortsgruppen beſitzt, trat heute
mittag hier im Hohenzollernſaale des Marinehauſes zum
erſten Mal mit einer großen Volksverſammlung an die
Oeffentlichkeit, um die Zwecke und Ziele des Bundes
nach außen hin zu propagieren. Unter den Anweſenden
fanden ſich auch verſchiedene Vertreterinnen der radikalen
Frauenbewegung. Im Hinblick auf dieſe erinnerte der
Vorſitzende Graf E. Reventlow=Berlin in ſeiner
Begrüß=
ungsrede u. a. daran, daß ihm das Hausrecht zuſtehe.
Als Redner bezw. Rednerinnen traten auf: Frau Anna
Schellenberg=Mannheim, Profeſſor Dr. Langemann=Kiel,
Frau Hermine Schneider=Gießen, Freifrau v. Meerheimb=
Roſtock und Profeſſor Dr. Sigismund=Weimar. Es
wur=
den in den Vorträgen die verſchiedenen Beziehungen
zwi=
ſchen Frauenbewegung und Staat, Bildungsfrage,
Fa=
milie, Kultur, erörtert und ferner die Forderung
erweiter=
ter Rechte für die ſoziale und caritative Frauengrbeit und
das Frauenſtimmrecht im Auslande erörtert. Sämtliche
Vortragende lehnten in ſcharfer Weiſe die moderne
Frauenbewegung ab, die, wie verſchiedentlich betont
wurde, nur ins Lager der Sozialdemokratie führe und
eine Wehrlosmachung der deutſchen Nation bedeute. Die
Frauenbewegung müſſe, wie jede Kulturbewegung ſich
auf nationalem Boden bewegen. Im allgemeinen gelte die
Forderung: Dem Manne der Staat, der Frau die
Fa=
milie An die Vorträge ſchloß ſich eine Diskuſſion, in der
auch gegneriſche Stimmen zu Worte kamen.
— Kaſſel 3. Nov. Unter ſehr zahlreicher
Be=
teiligung ſeiner Mitglieder aus allen Teilen des Reiches
trat hier im Kaſino=Saal der Deutſche
Luft=
flottenvere in zu einer außerordentlichen
Sitzung zuſammen, der als Ehrengäſte der
komman=
dierende General Frhr. v. Schiffer=Boyadel und als
Ver=
treter der Stadt Oberbürgermeiſter Dr. Scholz
anwohn=
ten. In Verhinderung des erſten Vorſitzenden eröffnete
Reichstagsabgeordneter Baſſermann die
Verſamm=
lung, der in ſeiner Begrüßungsanſprache auf das
Er=
ſtarken des nationalen Gedankens und des nationalen
Lebens hinwies. Deutſchland ſei ſtolz auf ſeine mächtige
Armee und ſeine ſtolze Flotte zu denen ſich als dritter
Faktor die Luftflotte geſellt habe, die Dank einem
Zeppe=
lin und anderen raſtlos ſchaffenden Geiſtern einen immer
erfreulicheren Aufſchwung nehme. Notwendig ſei aber,
um ſie weiterhin zu fördern, daß in weitere Kreiſe das
Intereſſe und das Verſtändnis für den Wert und die
Be=
deutung der Luftflotte getragen werde; und deshalb müſſe
auch die Reichsregierung in ihren Beſtrebungen nach
die=
ſer Richtung hin unterſtützt werden. Die vorgelegte
Re=
ſolution fordert die Unterſtützung der Regierung bei
Schaffung einer ſtarken deutſchen Luftflotte und von
Stützpunkten für dieſelbe in Form von Luftſchiffhäfen,
Luftſchiffhallen und Etappenſtationen. — Die Reſolution
fand einſtimmige Annahme. — Kapitän z. S. Puſtau
hielt ſodann einen Vortrag über „Die Notwendigkeit
einer deutſchen Luftflotte‟. Er zog einen Vergleich
zwi=
ſchen den franzöſiſchen und deutſchen Verhältniſſen auf
dem Gebiete des Flugzeugweſens und hob deſſen
Bedeu=
tung hervor. Ein der Verſammlung vorliegender Antrag
fordert Aufklärung breiter Volksmaſſen über die Ziele
und Zwecke des Vereins. Nach Vornahme der Wahlen
ſchloß Abgeordneter Baſſermann die Verſammlung mit
einem Hoch auf den Kaiſer.
Luftfahrt.
* Stettin, 4. Nov. Das Marineluftſchiff „L. 1"
wurde hier mittags 12 Uhr 10 Minuten geſichtet.
* Johannisthal, 4. Nov. Heute morgen 9,19 Uhr
ſtieg das Marineluftſchiff „L. 1” zu einer
länge=
ren Fahrt auf. Es wird vorausſichtlich nach Stettin
fahren und wieder zurückgeführt werden. Führer iſt
Ka=
pitänleutnant Hanne.
* Stuttgart, 4. Nov. Ueber den Verbleib des
vermißten Ballons „Düſſeldorf II” ſehlt auch heute
noch jede Nachricht. Die der Leitung der Gordon=Bennett=
Fahrt von den ruſſiſchen Behörden zugeſagten
Nachforſch=
ungen am Baltiſchen Meer und in Finnland blieben
bis=
her ohne Erfolg.
— Canſas=City (Miſſouri), 4. Nov. Nach einem
Telegramm, das der Präſident des Aero=Klubs von
Can=
ſas=City von dem Führer des Ballons „
Düſſel=
dorf 2‟, Watts erhalten hat, iſt der Ballon in
Pa=
kow in Rußland gelandet. Er befindet ſich,
ebenſo wie ſein Mitfahrer, wohl. Aus dem Telegramm
geht hervor, daß die beiden Luftſchiffer von den ruſſiſchen
Behörden gefangen geſetzt, ſpäter aber wieder
frei=
gelaſſen worden ſind.
Sport.
* Verbandsturnier des mittelrheiniſchen Fechtklubs.
Am Samstag und Sonntag fand in Frankfurt a. M. in
den Sälen der Loge zur Eintracht das 33.
Verbands=
turnier der mittelrheiniſchen Fechtklubs ſtatt. Es wurde
zum erſten Male nach den neuen Beſtimmungen gefochten,
den neben dem Juniorenfechten hauptſächlich den in dem
Verbande zahlreich vertretenen erſtklaſſigen Fechtern
Rech=
nung tragen. Das Juniorenfechten iſt für Fechter, die auf
Turnieren noch keinen Erfolg hatten oder auf früheren
Verbandswettfechten noch keinen der fünf erſten Preiſe
erzielten, während der Seniorenkampf für alle Fechter,
die im Juniorenfechten nicht mehr teilnehmen können,
be=
ſtimmt iſt. Die Nennungen waren ſehr zahlreich. Bei den
Junioren konnte man feſtſtellen, daß der edle Sport immer
mehr Anhänger gewinnt. Waren es doch faſt durchweg
junge Fechter, die das erſtemal an einem Turnier
teil=
nahmen. Vom Darmſtädter Fechtklub erhielt
im Florett den zweiten Preis (bronzene Medaille) Fritz
Fiſcher. Den 6., 7., 8. und 9. Platz belegten A. Schmitz,
M. Höchſter, W. Schwieger und H. Thümmel.
Im leichten Säbel erhielten M. Höchſter den 4. und H.
Thümmel den 8. Preis. Ganz beſonders ſind die
Leiſtungen des Herrn Fritz Fiſcher zu erwähnen, dem
es als jüngſten Fechter gelang, den beachtenswerten
Er=
folg zu erzielen. Am Sonntag wurde der intereſſanteſte
Teil des Turniers ausgetragen. Die Meldungen zeigten
die Teilnahme der ſechs beſten deutſchen Fechter, die auch
der Deutſche Fechterbund zur Vertretung der deutſchen
Farben nach Stockholm zur Teilnahme bei den
inter=
nationalen olympiſchen Spielen entſandt hatte. Alle
dieſe Fechter arbeiteten ſich dort bis zur Endrunde bezw.
Zwiſchenrunde durch, und iſt es nur der Beteiligung von
Berufsfechtern und ſogenannten Halbamateuren, die von
zwei Ländern entſandt wurden, zuzuſchreiben, wenn
kei=
ner der deutſchen Fechter in die Endrunde der acht beſten
Fechter der Welt einrücken konnte. Die Kämpfe in
Frank=
furt waren äußerſt ſpannend und hielten die Zuſhauer
bis zum letzten Kampfe am Platze. Vom Darmſtädter
Fechtklub erzielten im Florett Willy Löffler den
zwei=
ten Preis (goldene Medaille), im leichten Säbel Martin
Steffan den fünften Preis (goldene Medaille).
Handel und Verkehr.
Neue Perſonenzüge.
O Obwohl der Winterfahrplan der
Staats=
bahnen ſeit dem 1. Oktober in Kraft iſt, und
Aender=
ungen im Laufe desſelben naturgemäß großen
Schwierig=
keiten begegnen, hat ſich die Eiſenbahndirektion
Mainz doch entſchloſſen vom 4. November ab noch eine
Reihe neuer Perſonenzüge einzuführen, um den
Schülern und auswärts beſchäftigten Angeſtellten und
Arbeitern die täglichen Fahrten ſo legen zu können, daß
die Züge kurz vor Beginn und nach Schluß der
Arbeits=
zeiten eintreffen und abfahren. Es werden folgende
neue Züge gefahren werden:
Nr. 4719 Oſthofen (Nebenbahn) Abfahrt 4.52,
Ankunft 5.34 nachm.
Guntersblum
Nr. 4722 Guntersblum (Nebenbahn) Abfahrt 5.56
Ankunft 6.36 nachm.
Oſthofen
Der beſtehende Perſonenzug Nr. 4721 — Oſthofen
Abfahrt 5.30, Guntersblum Ankunft 6.21 abends — wird
1¼ Stunden ſpäter gelegt Hierdurch wird den in Worms
die Schule beſuchenden Schülern eine um faſt eine Stunde,
den Arbeitern ſogar eine faſt zwei Stunden frühere
Mög=
lichkeit zur Heimkehr geboten.
Auf der Strecke Darmſtadt-Groß=Zimmern wird der
Perſonenzug Nr. 5710 (Abfahrt Groß=Zimmern 7.26
vor=
mittags), der jetzt nur vom 16. November bis 15.
Februar verkehrt, künftig das ganze Jahr befördert
wer=
den und zwar mit einem im Frühjahr, Herbſt und Winter
wechſelndem Fahrplane Es iſt dadurch das ganze Jahr
hindurch der Zug 5708 dem Beginn der Arbeitszeit der
Arbeiter und der Zug 5710 dem Beginn der
Unterrichts=
zeit der Schulen angepaßt. Zwiſchen Frankfurt a. M. und
Dornberg werden die Perſonenzüge Nr. 2676
Frank=
furt a. M. Abfahrt 1.15, Dornberg=Groß=Gerau Ankunft
1.59 nakmittags und Nr. 2685 Dornberg=Groß=Gerau
Ab=
fahrt 2.12, Frankfurt a. M. Ankunft 2.51 nachmittags neu
eingelegt, um den in Frankfurt a. M. bis 1 Uhr
beſchäftig=
ten Abonnenten während der Mittagspauſe die Heimfahrt
zu ermöglichen.
Im Intereſſe der Arbeiter der Firmen Waecker und
Dörr in Nieder=Ramſtadt und E. Merck in Darmſtadt ſind
die Perſonenzüge Nr. 705, Darmſtadt Abfahrt 5.55, Ober=
Ramſtadt Ankunft 6.24 vormittags und Nr. 706, Ober=
Ramſtadt Abfahrt 6.29, Darmſtadt Ankunft 6.58
vor=
mittags neu vorgeſehen. Auf der Strecke Mörlenbach-
Fürth i. O. wird der Perſonenzug Nc. 5563a, Mörlenbach
Abfahrt 650, Fürth i. O. Ankunft 7.12 abends neu
ver=
kehren. Die heimkehrenden Arbeiter erſparen hierdurch
den jetzigen ſläſtigen langen Aufenthalt in Mörlenſach
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Nummer 261.
und erhalten eine zweite frühere Fahrgelegenheit nach
Fürth.
Auch zugunſten der Mainzer in Guſtavsburg und
Rüſſelsheim beſchäftigten Arbeiter werden
Fahrplan=
änderungen vorgenommen werden, um die jetzt durch den
Fernverkehr entſtehenden Verſpätungen der Arbeiter,
Frühzüge möglichſt zu beſeitigen. Alle dieſe Neuerungen
werden von den Beteiligten gewiß freudig begrüßt
werden.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Durch die Gehaltsaufbeſſerung der ſtädtiſchen
Be=
amten iſt von verſchiedenen Stadtverordneten die
Mahn=
ung ergangen, nunmehr aber auch Lokalpatriotismus zu
üben und die hieſigen Geſchäftsleute zu unterſtützen.
Wenn man ſieht, wie tagtäglich alle erdenklichen Laſtautos
von Frankfurt herüberkommen, um hauptſächlich
Lebens=
mittel abzuſetzen, ſo muß man ſich fragen, iſt denn
Darm=
ſtadt eine Vorſtadt von Frankfurt, oder ein ſo armſeliges
Neſt, in welchem nichts mehr zu haben iſt? Der umgekehrte
Fall wäre kaum denkbar, denn der Frankfurter Bürger,
und namentlich aber die Frauen, lieben ihre Vaterſtadt
zu ſehr, als daß ſie es überwinden könnten, bei ihren
Ein=
käufen den Darmſtädter Geſchäftsleuten den Vorzug zu
geben. Unſere Stadt genießt leider in geſchäftlicher
Hin=
ſicht kein gutes Renomee, und viele Geſchäftsreiſende
kom=
men gar nicht mehr hierher, weil ſie doch nichts verkaufen
können. Frankfurt liefert faſt alles, und was nicht per
Auto hierher kommt, das wird als angenehme
Abwechs=
lung von dorten abgeholt. Hierdurch fließen jährlich
Hunderttauſende von Mark in die Taſchen der Frankfurter
Geſchäftsleute, ganz abgeſehen von den rieſigen Summen,
welche durch die gemeinſamen Bezüge der hieſigen
Beam=
ten nach auswärts wandern.
Hieran krankt unſere Stadt und geht geſchäftlich
im=
mer mehr zurück, ſodaß ein altes ſolides Geſchäft nach dem
andern ſeine Pforten für immer ſchließen muß. Gerade
nuſere Beamtenſchaft, welche doch den Hauptteil der
Be=
völkerung ausmacht, wäre doch verpflichtet, das Anſehen
unſerer Stadt dadurch heben zu helfen, daß ſie die hieſigen
Geſchäfte, welche die Hauptſteuerquelle bilden, aus welchen
ihre Beſoldungen und Penſionen beſtritten werden, nach
beſten Kräften zu unterſtützen und eriſtenzfähig zu halten.
Man vergleiche hur einmal den Steuerzettel eines
Ge=
ſchäftsmannes, welcher ein reines Einkommen von 3000
bis 4000 Mark hat, mit demienigen eines Beamten in
glei=
cher Höhe, und man wird finden, welch' großes Opfer der
erſtere dem Staat und der Kommune bringen muß und
infolgedeſſen ſicherlich ein Anrecht hat, geſchäftliche
Unter=
ſtützung zu finden. Wir Geſchäftsleute freuen uns der
Gehaltsaufbeſſerung unſerer Beamten, dürfen aber auch
erwarten, daß ſie, insbeſondere aber ihre Frauen, ſo viel
Einſicht haben und ſich von dem Vorurteil frei machen,
daß alles, was von auswärts bezogen, billiger und beſſer
Einer für viele.
ſei.
Die Erkrankung des ruſſiſchen Thronfolgers.
* Petersburg, 3. Nov. Amtlich wird mitgeteilt:
In den erſten Tagen ſeines Aufenthaltes in
Bielow=
jeſch machte der Thronfolger bei einem Sprung
ins Boot einen zu weiten Schritt. Anfangs machten
ſich keine Folgen des Sprunges bemerkbar, doch iſt es
die=
ſem Zufall zuzuſchreiben, daß am 20. September in der
linken Weichengegend eine ſchmerzhafte Geſchwulſt
auf=
trat, die durch einen Bluterguß in die Bauchhöhle erzeugt
war. Nach entſprechender Behandlung wurde der
Blut=
erguß nach drei Wochen ſo unbedeutend, daß der Patient
Verſuche zu ſtehen machen konnte. Am 11. Oktober ſiel
der Thronfolger bei ſelbſtändigem Gehen infolge einer
unvorſichtigen Bewegung hin. Dadurch erfolgte
wahr=
ſcheinlich ein erneuter Bluterguß in der Nacht auf den
15. Oktober, der ſich auf die ganze linke Weichengegend
ausdehnte. Natürlich folgte ſo großen Blutergüſſen eine
bedeutende Blutarmut, die bisweilen eine langwierige
Heilung erfordert, auch auf lange Zeit die freie Benutzz
ung des Beines erſchweren kann.
Wenn dieſe amtliche Mitteilung rechtzeitig erfolgt
wäre, wäre den über den Grund der Erkrankung des
Thronfolgers verbreiteten unſinnigen Gerüchten am
wirk=
ſamſten vorgebeugt worden.
* Spala 3. Nov Der Thronfolger hat den
geſtrigen Tag gut verbracht und fröhlich geſpielt. Der
Appetit iſt etwas beſſer. Die Temperatur betrug früh
36,8, am Tage 37,0, abends 36,9, der Puls morgens 100,
abends 112.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Konſtantinopel, 4. Nov. Geſtern abend
veröffentlichte die Pforte ein amtliches
Com=
munigué, das beſagt, daß das Kriegsglück
un=
beſtändig und es unmöglich ſei, überall ſofort, den
Sieg zu gewinnen. Die Nation, die den Krieg
angenom=
men hätte, müſſe mit voller Feſtigkeit alle ſeine
Konſe=
quenzen tragen. Es würde nicht gerecht ſein, einerſeits
über die Maßen ſtolz zu ſein über gewonnene Siege und
andererſeits ſich von Kummer und Unruhe wegen einiger
Nichterfolge überwältigen zu laſſen, wie zum Beiſpiel in
den Kämpfen, die mit vier Staaten ſtattfinden. Die
otto=
maniſchen Truppen verteidigten mit Erfolg Skutari und
Janina. Es ſei natürlich, daß man entſchloſſen ſei, bis
zum letzten Grade der Möglichkeit die
Inter=
eſſen des Vaterlandes zu verteidigen.
H.B. Paris 4. Nov. Die letzten Nachrichten, die
hierher gelangt ſind, beſagen, daß die beiden
Krieg=
führen den die Idee einer europäiſchen Intervention
oder auch nur einer Vermittelung
zurückwei=
ſen. So wird aus Petersburg gemeldet, die Vertreter
der Balkanſtaaten hätten Herrn Saſonow informiert, daß
ſie jede Intervention in dieſem Augenblick für inopportun
halten und aus Konſtantinopel meldet ein
Privattele=
gramm der Liberté, daß der Miniſter Noradunghian
er=
klärt haben ſoll, die Türkej, werde den Kampf bis zum
letzten Ende fortſetzen.
* Paris 4. Nov 12 Uhr 50 Minuten nachmittags.
Im Miniſterium des Aeußern wird beſtätigt, daß die
Türkei die Vermittlung der Großmächte
angerufen hat, um einen Waffenſtillſtand zu
erlangen. Die Türkei hat ſich an Frankreich und
England gewandt mit der Bitte, ihren Einfluß zur
Einſtellung der Feindſeligkeiten geltend zu machen. Es
iſt wahrſcheinlich, daß dieſe beiden Großmächte dem
Wunſch der Türkei noch nicht ſofort entſprechen, denn es
wird als ſelbſtverſtändlich angeſehen, daß die verbündeten
Balkanſtaaten vor Beginn jeder Verhandlung eine
Ga=
rantie dafür verlangen, daß die Türkei den Waffenſtill=
ſtand nicht benutzt, um ihre Rüſtungen zu verbeſſern und
hre in der Deroute befindliche Armee zu reorganiſieren.
Die Großmächte werden deshalb der Türkei
antwor=
ten, daß ſie eine Vermittlung, wie ſie von der
Tür=
kei gewünſcht wird, nicht übernehmen können, daß
ſie aber bereit ſind, die von der Türkei zu machenden
Friedensvorſchläge der bulgariſchen Regierung
zu übermitteln. (Frankf. Ztg.)
* Paris, 3. Nov. Der Temps erklärt, die
Balkan=
ſtaaten wüßten, daß ihre eventuelle Feſtſetzung in Saloniki
oder in einem Adria=Hafen in Wien Beunruhigung
her=
vorrufen werde. Die Triple=Entente brachte
die=
ſer Eventualität eine günſtige Stimmung entgegen, der
Dreibund frage ſich, ob er den Balkanſtaaten
gegen=
über nicht irgendwelche Intereſſen zu vertreten haben
werde, was bei einer Macht der Triple=Entente nicht der
Fall ſei. Das Blatt richtet dann an die Balkanſtaaten die
dringende Mahnung, in enger Fühlung zu bleiben und
ihre im Frühling dieſes Jahres getroffenen
Vereinbarun=
gen und die gegenwärtige Lage auszugeſtalten. Wenn
ihnen dies gelänge, ſo werde ihre Verhandlungsfähigkeit
eine zehnfach ſtärkere ſein. Sie hätten einen glänzenden
Erfolg errungen, aber das geringſte Schwanken werde ihr
Verderben werden.
* Paris, 4. Nov. Der Matin ſchreibt: Wenn
Oeſterreich=Ungarn ſich des Ausſpruchs des
Gra=
fen Aehrenthals nach der Annexion: „Wir ſind territorial
ſaturiert” erinnert, und ſeine Herrſſchaft nicht über neue
Gebiete auszubreiten verſucht, ſo wird ganz Europa ſein
Desintereſſement nachahmen, wenn es aber einen
Gebiets=
zuwachs fordert, wird Italien das Gleiche tun und der
Weg für ehrgeizige Beſtrebungen aller iſt offen. Auch
Frankreich wird dann Rechte geltend zu machen
ha=
ben. Entweder das territoriale Desintereſſement aller
oder niemandes. Das iſt das Dilemma, vor welchem
heute die ſechs Großmächte ſtehen. Der Figaro ſagt in
einer gegen ein Wiener Blatt gerichteten Polemik: Man
muß wiſſen, mit welcher Diskretion der Vorſchlag
Frank=
reichs gefaßt war. Wenn aber der öſterreichiſchen
Regie=
rung der Gedanke widerſtrebt, ihre Verpflichtungen zu
übernehmen, dann iſt es am beſten, nicht mehr davon zu
ſprechen. Im Grunde genommen, hat die Sache auch keine
große Bedeutung, da die Hauptbeteiligten gegenwärtig
jeden Vermittlungsverſuch ablehnen. Die franzöſiſche
Regierung iſt der Anſicht, die Entwicklung der Dinge
ab=
zuwarten. Ihr einziges Beſtreben iſt, den europäiſchen
Frieden zu bewahren und den Balkanvölkern, über deren
Sieg ſie ſich freut, den vollen Vorteil dieſes Sieges zu
gewähren.
— Petersburg, 4. Nov. Stolypin erklärte
in der Nowoje Wremja, die Bulgaren müßten ſich mit
ihrem Vormarſch beeilen, auch Rußland müſſe auf der Hut
ſein. England ſei zwar mit Rußland befreundet, doch
ſeien Aegypten und Syrien ſo verführeriſche Leckerbiſſen,
daß es Kiamil Paſcha vielleicht gelingen werde, England
gegen Rußland auszuſpielen.
Die Entſendung europäiſcher Geſchwader nach dem Orient.
H.B. Berlin, 4. Nov. Die Voſſiſche Zeitung ſpricht
in ihrem Leitartikel nur von der Mobiliſation der
Flotte der Großmächte im allgemeinen und ſchreibt:
Europa wollte abſeits ſtehen von dem blutigen Ringen
auf den Schlachtfeldern am Balkan. Man hat anfangs
diplomatiſch einzuwirken verſucht und als das nicht
ge=
lang, nahm man ſich vor, die Kriegführenden zu iſolieren
und vorerſt den Ausgang des Kampfes” abzuwarten.
Wider Willen ſehen ſich die Mächte nun doch in die Wirren
mit hinein gezogen. Sie müſſen ſich auf den Schauplatz
begeben, müſſen die Wachen beziehen, müſſen ihre
Kriegs=
ſchiffe in die Hafenſtädte der Türkei und vor
Konſtan=
tinopel legen. Kommt es zu den befürchteten Vorgängen,
ſo kann auch die Truppenlandung nicht ausbleiben.
Die Deutſche Tageszeitung ſpricht erſt davon daß
Eng=
land wie die anderen Mächte ſeine Angehörigen in der
Türkei ſchützen müſſe, ſchreibt dann aber von anderen
Ge=
ſichtspunkten aus: Einer anderen Auffaſſung zufolge will
England bei der Liquidation der europäiſchen Türkei ſo
ſtark als möglich auftreten, um ſeine Anſprüche ſofort
mit dem nötigen Nachdruck durchſetzen zu können. Man
ſpricht auch von einer argen Verſtimmung zwiſchen
Lon=
don und Petersburg (?), die dadurch heraufbeſchworen
ſein ſoll, daß Rußland für den Fall einer Aufteilung der
europäiſchen Türkei auf der Aufhebung der
Dardanellen=
ſperre beſteht. Endlich behaupten andere, daß dieſe
Mo=
bilmachungsmaßnahmen ſich viel eher gegen Oeſterreich=
Ungarn und Italien richten, da man in London einen
Eingriff der beiden Großmächte in den Balkankrieg
be=
fürchtet und um dies zu verhindern, eine ſtarke
Flotten=
macht im Mittelmeer zuſammenzieht.
H.B. Kiel 4. Nov. Der Befehl zum Ausrüſten
der beiden Kreuzer „Goeben” und „Breslau”
traf geſtern nachmittag ein. Die an Land auf Urlaub
be=
findlichen Offiziere und Mannſchaften wurden durch
Or=
donnanzen und Depeſchen ſogleich von dort zurückgerufen.
Noch am Nachmittag begann die Ausrüſtung und wurde
während der Nacht ſoweit gefördert, daß der „Göben”
heute vormittag 8 Uhr den Hafen verlaſſen konnte, um
nach Wilhelmshaven zu gehen und dort den letzten Teil
der Ausrüſtung zu übernehmen. Der Kreuzer „Breslau”
nahm heute vormittag Kohlen über und wird
wahrſchein=
lich noch heute nachmittag folgen.
* Wien, 4. Nov. Die erſte
Geſchwaderdivi=
ſion, beſtehend aus den Linienſchiffen „Erzherzog Franz
Ferdinand”, „Radetzky” und „Zrinyi” mit dem Kreuzer
„Admiral Spaun” und den Torpedobootszerſtörern
„Scharfſchütze” und „Uskoko” gehen demnächſt zum Schutze
der öſterreichiſch=ungariſchen Staatsangehörigen in die
Levante ab.
* Haag, 3. Nov. Der geſchützte Kreuzer
„Celderland” erhielt den Befehl, vorläufig von
Ma=
joeka nach Smyrna zu fahren und daſelbſt den Befehl zur
Fortſetzung der Fahrt nach Konſtantinopel abzuwarten.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
Die Schlacht bei Lüle=Burgas.
* Wien, 3. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
Reichspoſt bei der bulgariſchen Armee meldet von geſtern:
Die in der Schlacht von Lüle=Burgas-Wiſa
geſchlagene türkiſche Armee ſetzt ihren Rückzug
entſprechend den beiden Hauptkampfgruppen im großen
und ganzen auf zwei Linien, nämlich über Tſchorlu und
weſtlich von Saras fort. Die nördliche Kolonne verſucht
die Linie über Sarai auf Stranza, die ſüdliche jene auf
Tſchadaldſcha zu gewinnen, um in den dortigen befeſtigten
Stellungen nochmals einen Widerſtand zu verſuchen. Die
unmittelbar nach dem Kampfe in voller Auflöſung
geflüch=
teten Truppen haben durch das Eintreffen zweier
türki=
ſcher Diviſionen weſtlich Stranza und bei Kerkeskoej
unter=
ſtützt, ſich teilweiſe zu ſammeln begonnen. Die Bulgaren
ſind beſtrebt, durch Vorſchieben ihrer Vorpoſten über
Sarai nach Stranza und Kerkeskoej den Türken den
Rück=
zug zu verlegen. Das Vorrücken der Bulgaren erlitt eine
Verzögerung durch die Kämpfe im Waldgebiet ſüdöſtlich
Wiſa, es wird jedoch nach Zurückwerfen der dort
befind=
lichen türkiſchen Truppen mit größter Energie weiter
fortgeſetzt werden. Im Kampfe bei Lüle=Burgas wurde
eine türkiſche Diviſion von dem Gros der Armee nach
Süden abgedrängt und zerſprengt. Die
Eiſenbahnver=
bindung der Türken nach Tſchadaldſcha und mehreren
an=
deren Stellen iſt unterbrochen. Die Grauſamkeiten, welche
die Türken auf ihrem Rückzuge verüben, ſind entſetzlich.
Alle Dörfer werden niedergebrannt, alle Chriſten
ermor=
det. Dutzende von Frauenleichen findet man mit
auf=
geſchlitzten Leibern. Namentlich die anatoliſchen
Redifs=
hauſen wie wilde Tiere.
* Konſtantinopel, 4. Nov. Der Rückzug
der Türken auf die Tſchadaldſcha=Linie
war=
die Folge des außerordentlich mörderiſchen Kampfes
ſüd=
lich von Lüle=Burgas. Die Türken widerſtanden
helden=
mütig, wichen aber ſchließlich dem Feuer der bulgariſchen
Artillerie, deſſen Wirkung ſchrecklich war. Ueber 20000
Türken ſollen gefallen ſein. Die Leitung
macht die größten Anſtrengungen, die Truppen bei=
Tſchadaldſcha wieder zu ordnen, um die Hauptſtadt zu
retten.
* Konſtantinopel, 4. Nov. Verläßliche
Infor=
mationen, die geſtern nachmittag in der Regierung
nahe=
ſtehenden Kreiſen bekannt wurden, beſtätigen, daß die
Schlacht von Lüle=Burgas ſich zu einem
furcht=
baren Schlag für die Türkei geſtaltete. Die
Bulgaren, in deren Reihen zahlreiche 17jährige Rekruten
fechten, griffen mit großem Ungeſtüm an, ſo daß die
Tür=
ken nach überaus ſchweren Verluſten — man ſpricht von
40000 Toten und Verwundeten, bei einer
Ge=
ſamtſtärke von 90000 auf türkiſcher Seite — ſich
zurück=
ziehen mußten. Auch die Verluſte der Bulgaren
ſollen überaus groß ſein. Die aus Rodoſto
zurück=
gezogenen Truppen ſollen nach San Stefano beordert
worden ſein.
Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatze.
Der Einzug König Peters in Uesküb.
* Belgrad, 3. Nov. Der König iſt geſtern
nach=
mittag mit dem Miniſterpräſidenten Paſitſch in
feier=
licher Weiſe in Ueskübeingezogen. Nach den
amt=
lichen Berichten geſtaltete ſich der Einzug König Peters
in Uesküb ſehr feierlich. Am Bahnhof hatten ſich zum
Empfang eingefunden: Kronprinz Alexander, Prinz
Georg, General Putnik, das Armeeoberkommando, die
Stadtvertretung, die Konſuln, Deputationen der
ſerbi=
ſchen, bulgariſchen, türkiſchen und iſraelitiſchen
Geiſtlich=
keit, ſowie eine zahlreiche Zuſchauermenge ohne
Unter=
ſchied des Glaubens. Die Stadt iſt mit ſerbiſchen
Fah=
nen beflaggt. Als um 3 Uhr 15 Minuten nachmittags
der Hofzug eintraf, intonierte die Muſik die ſerbiſche
Hymne. Der König entſtieg mit dem
Miniſterpräſiden=
ten Paſitſch und dem Präſidenten der Skupſchtina,
Nikoliſch, dem Hofzug und küßte den Kronprinzen,
ſowie den Prinzen Georg. Nachdem König Peter ſodann
die Ehrenkompagnie abgeſchritten und die Vorſtellung der
anweſenden Würdenträger entgegengenommen hatte,
wurde er vom Bürgermeiſter Hadſochi Riſtia im
Namen der befreiten Stadt unter Ueberreichung von Salz
und Brot bewillkommnet. Der König erwiderte auf die
Begrüßungsanſprache des Bürgermeiſters, daß es ihn
mit Freude erfülle, die altſerbiſche Reſidenz betreten zu
können. Gleichzeitig ſprach er die Erwartung aus,
daß=
in der Stadt Ordnung herrſchen und die Betölkerung
ihren Geſchäften nachgehen werde. Im Namen der
tür=
kiſchen Bevölkerung begrüßte der frühere Bürgermeiſter
Reſchad den König und ſchloß mit den Worten: Die
Türken haben Uesküb mit dem Schwert erobert, nun haben
ſie es durch das Schwert verloren! Der König erwiderte,
daß unter ſeiner Regierung die türkiſche Bevölkerung in
Freiheit leben und ſich wie die ſerbiſche Bevölkerung
fried=
lich dem Fortſchritt werde hingeben können. Dann
be=
gab ſich der Könia mit ſeiner Begleitung unter den
Ova=
tionen der Bevölkerung in die ſerbiſche Kirche, wo ein
Gottesdienſt ſtattfand. Die an dem feierlichen Einzug
be=
teiligten ſerbiſchen Truppen wurden von der Bevölkerung
ſympathiſch begrüßt. Trotz des außerordentlichen
Men=
ſchenandranges ereignete ſich kein Zwiſchenfall.
* Rjeka, 3. Nov. Wie amtlich gemeldet wird, hat
die Brigade Vaſojewitſch nach längerem Kampfe das
Kloſter Decane genommen. Die Türken hatten 60 Tote
und 80 Verwundete, von denen noch zwei ſtarben. Das
Bombardement von Skutari iſt heute
aufge=
nommen worden. Die ſchweren Geſchütze ſind in Aktion
getreten.
* Wien, 3. Nov. Das Fremdenblatt veröffentlicht
unter den Kriegsnachrichten folgende Notiz mit
Ueber=
ſchrift: „Einnahme von Prizrend.” Falls ſich
die aus Belgrad gemeldete Nachricht von der Einnahme
Prizrends durch die ſerbiſchen Truppen beſtätigen ſollte,
dürften letztere, wie angenommen werden darf, das Ziel
ihrer ſiegreichen Operationen gegen Weſten erreicht haben.
Weder militäriſche noch nationale Motive liegen dafür
vor, daß das ſerbiſche Heer in die jenſeits von Prizrend
gelegenen, ausſchließlich von Albaneſen bewohnten
Gegen=
den, alſo in das unbeſtrittene Territorium eines anderen
Balkanvolkes, eindringe.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Die Lage
Mazedoniens gilt als hoffnungslos, nachdem
das fünfte Korps durch die Serben bei Kumanowo
ver=
nichtend geſchlagen und das zu Hilfe eilende ſechſte Korps
von den Bulgaren beſiegt iſt. Die Trümmer beider Korps
ſind ſpäter infolge blinder Panik geflohen, ſo daß der
Weg nach Salonik den Verbündeten offen liegt.
Zugleich mit der Vernichtung der Warda=Strumitza=
Ar=
mee wurde die den Griechen gegenüberſtehende Armee
be=
ſiegt, ſo daß am Mittwoch den Griechen keine irgendwie
nennenswerte Streitkräfte entgegengeſtellt werden konnten.
Dazu kommt, daß die griechiſche Flotte bedeutende
grie=
chiſche Banden auf der Halbinſel Chalkidike
organi=
ſierte, deren Wachtfeuer bereits auf den Höhen über
Sa=
lonik zu ſehen waren. Sie erwarteten allem Anſcheine
nach den Anmarſch der griechiſchen Armee, um in Salonik
einzudringen. Dort ſollen ſehr bedenkliche Zuſtände
herr=
ſchen. Verſchiedene Mordtaten verſetzten die Bevölkerung
in Angſt. Auch die europäiſche Kolonie befürchtet das
Schlimmſte und erwartet deshalb ſehnſüchtig fremde
Kriegsſchiffe. Angeblich ſind 30000 Flüchtlinge aus
Maze=
donien in Salonik, meiſt Geſindel, von dem man
Plünde=
rungen befürchtet. Seit geſtern nacht ſind hier
wie=
der Regengüſſe niedergegangen, die die Operationen in
Thrazien erſchweren dürften; doch iſt die Stimmung
ge=
beſſert.
* Athen, 4. Nov. Der Kronprinz
telegra=
phiert aus Kotſchana: Eine ſtarke feindliche Macht, die
aus neuangekommenen Truppen beſtand, hatte ſich in der
heiligen muſelmaniſchen Stadt Jenidge, nördlich von
Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Seite 7.
Saloniki, verſchanzt und leiſtete unſeren vorrückenden
Truppen erbitterten Widerſtand. Nach einem Kampfe,
der den ganzen Freitag und Samstag von 6 Uhr morgens
bis 10 Uhr abends andauerte, wurde der Feind von
un=
ſeren Truppen in die Flucht geſchlagen. Jenidge
wurde erobert.
Die Einnahme von Preveſa.
* Athen, 3. Nov. General Sapuntſakis meldet
Einzelheiten über die Beſetzung der Preveſa
beherr=
ſchenden Höhen von Nicopolis. Danach begann der
Angriff auf die türkiſche Armee, die in Preveſa verſchanzt
war, heute nacht 2 Uhr. Die Griechen eroberten die Höhen
von Nicopolis und ſprengten eine türkiſche Batterie in
die Luft. Die türkiſchen Soldaten und Baſchibozuks
flüch=
teten und wurden von den Griechen verfolgt. Die Griechen
machten 450 Gefangene.
* Athen, 4. Nov. Nach den im Kriegsminiſterium
eingegangenen Nachrichten nahmen die Griechen bei
Jenidge 14 Kanonen. General Sapuntſakis
telegra=
phierte, daß die griechiſche Abteilung, die Preveſa
an=
griff. außer den regulären Truppen und Artillerie aus
kretiſchen und epirotiſchen Freiwilligemn beſtand. Der
Kampf dauerte den ganzen Tag, von morgens 7 bis abends
um 5 Uhr. Die Verluſte der Griechen betrugen 10 Tote
und 56 Verwundete, die Verluſte des Feindes ſind weit
höher. Außer 50 Soldaten machten die Griechen 150
irreguläre Albaneſen zu Gefangenen. Die türkiſche
Be=
ſatzung beſtand aus ungefähr 800 Mann. Die Griechen
ſchickten ſich an, Preveſa im Sturm zu
neh=
men, als die Konſuln Rußlands, Oeſterreichs und
Englands, begleitet vom Vertreter des Gouverneurs der
Stadt, erſchienen, um über folgende Bedingungen zu
ver=
handeln: Die Garniſon ergibt ſich dem regulären
grie=
chiſchen Heer. Den Offizieren und Soldaten, ſowie ihren
Familien wird Schutz bewilligt. Die Bedingungen
wur=
den von dem Kommandeur der Griechen angenommen.
Man beließ den Offizieren ihren Degen bis zu dem
Augenblick, da ſie als Gefangene nach der Inſel Laukas
eingeſchifft wurden. General Sapuntſakis zog heute
mor=
gen in Preveſa ein und ergriff alle zur Aufrechterhaltung
der Ordnung notwendigen Maßnahmen.
Letzte Nachrichten.
* Uesküb 4. Nov. (Amtlich.) Die ſerbiſchen
Trup=
pen nahmen geſtern Goſtiwar. Die Eiſenbahnlinie
Uesküb-Mitrowitza, die von den Türken teilweiſe
zer=
ſtört worden war, iſt wiederhergeſtellt worden. Die
Al=
baneſenführer Schaban Paſcha, Alidraga und Haſſa Bei
wurden als Kriegsgefangene nach Belgrad gebracht. Die
ſerbiſchen Truppen erbeuteten bisher 135 türkiſche
Ge=
ſchütze.
* Wien, 4. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
Reichs=
poſt meldet aus Stara=Zagora: Militäriſch wird
der Feldzug als entſchieden betrachtet. Mit feſter
Ent=
ſchloſſenheit ſehen die Bulgaren der diplomatiſchen Aktion
entgegen. Man iſt entſchloſſen, aus dem Ergebnis des
Feldzuges die vollen Konſequenzen zu ziehen. Bulgarien
will direkt mit der hohen Pforte verhandeln. —— Das
An=
ſuchen der Pforte um Vermittlung iſt
bisher in Wien nicht einge gangen. Man
glaubt hier aber, daß der Türkei ein ſolcher Vermittlungs=
Vorſchlag ſehr erwünſcht wäre und glaubt ferner, daß ein
diesbezügliches Anſuchen der Pforte bald Erfolg haben
werde.
* Paris, 4. Nov. Die Agence Havas meldet: Die
ottomaniſche Regierung unternahm bei der franzöſiſchen
den Schritt, eine Intervention herbeizuführen, damit die
Feindſeligkeiten eingeſtellt und ein Waffenſtillſtand
her=
beigeführt werde. Die franzöſiſche Regierung antwortete,
daß ein ſolches Erſuchen das Völkerrecht
ver=
letze, und geeignet ſei, den Anſchein der Stellungnahme
zu erwecken, die Regierung könne das Erſuchen nur
ent=
gegennehmen, wenn es mit der Bitte um Vermittlung
an alle Großmächte gerichtet werde.
Vermiſchtes.
— Die Erhöhung der
Pflanzenproduk=
kion durch Radioaktivität. Einen
hochinter=
eſſanten deutſchen Feſtvortrag hielt am 6.
Internationa=
len Kongreß für allgemeine ärztliche Elektrologie und
Radiologie, der vom 3. bis 10. Oktober d. J. in Prag
ſtattfand der Präſident des Kongreſſes, Hofrat Profeſſor
Dr. Julius Stoklaſa, „Ueber den Einfluß der
Radioakti=
vität auf die Entwickelung des Pflanzenorganismus”
Daſelbſt hob er hervor, daß es möglich iſt, durch die
An=
wendung von ganz geringen Quantitäten radioaktiver
Stoffe, namentlich Pechblende von Joachimsthal, oder
noch beſſer radioaktiver Wäſſer von 600 Macheeinheiten,
die Pflanzenproduktion um 50—100 Prozent zu erhöhen.
Der Redner wies auch darauf hin, daß die Aufnahme
mineraliſcher Beſtandteile ſeitens des Wurzelſyſtems der
Pflanzen in einem gewiſſen Verhältnis zu den durch die
Photoſyntheſe gebildeten Kohlenhydraten ſteht. Das
Be=
ſtreben der Menſchheit iſt in Zukunft dahin gerichtet, die
Photoſyntheſe in der grünen Zelle durch die
Radioaktivi=
tät zu ſteigern, was nach Stoklaſas Verſuchen auch
tat=
ſächlich der Fall ſein kann. Wir ſind jetzt nahe daran,
die Radioaktivität aus dem Boden und der Luft für
Er=
höhung der Pflanzenproduktion vollſtändig auszunützen.
* Elektriſche Bahnſteigkartendrucker.
Auf einzelnen preußiſchen Bahnhöfen kommen jetzt neue
elektriſche Bahnſteigkartendrucker zur Aufſtellung. Die
Apparate enthalten nicht mehr vorrätige Karten, ſondern
ſind ſo eingerichtet, daß nach Einwurf des Geldſtückes die
Bahnſteigkarte ſofort ſelbſttätig gedruckt wird und dann
durch den Schlitz herausfällt. Nach Einwurf der Münze
geht dieſe durch einen ſogenannten Münzenprüfer, der
nach der Aufnahme einen Kontakt ſchließt, wodurch ein
elektriſch betriebener Motor in Bewegung geſetzt wird;
dann erfolgt der Druck, wie ſchon geſagt, automatiſch
und die bedruckte Karte fällt durch eine Oeffnung heraus.
Literariſches.
Velhagen & Klaſings Volksücher. Nr.
49: Der Mond. Von Dr. Joſef Plaſſmann. Mit 28
Abbildungen und einem farbigen Umſchlagbild. Nr. 50.
Tierrieſen der Vorzeit. Von Dr. Walter
Schoe=
nichen. Mit 28 Abbildungen und einem farbigen
Um=
ſchlagbild. Nr. 51: Das Nibelungenlied. Von
Dr. Wolfgang Golther. Mit 23 Abbildungen, darunter
vier in farbiger Wiedergabe nach Gemälden und
Zeich=
nungen von Julius Schnorr von Carolsfeld. Verlag von
Velhagen & Klaſing in Leipzig. Wiederum ſind drei neue
Bände von Velhagen & Klaſings wohlfeilen und ſchön
ausgeſtatteten Volksbüchern auf dem Markt erſchienen und
erregen die Aufmerkſamkeit aller, die ſich dieſes junge,
aber rüſtig vorſchreitende Unternehmen erworben hat. Sie
werden ſicherlich in Laien= wie in Gelehrtenkreiſen
dank=
bare und aufmerkſame Leſer die Fülle ſinden.
Die Wiener Mode veröffentlicht in dem ſoeben
erſchienenen 3. Hefte ihres 26. Jahrganges einen
inter=
eſſanten Artikel der bekannten Schriftſtellerin Francine
Mannjoung, die ſchon oft und wirkſam für die Rechte der
Frau im Theaterberuf eingetreten iſt, in welchem dieſe
Tätigkeiten der Frau im modernen Theaterbetrieb voll
und ganz gewürdigt werden. Beſonderes Intereſſe erhält
der Artikel durch die beigegebenen Originalaufnahmen,
von denen eine Regiſſeur Kutſchera und die Souffleuein
bei einer Probe zeigt. Die in jeder Beziehung
intereſſan=
ten Schilderungen dürften überall berechtigtes Aufſehen
erregen. Aus dem übrigen Inhalte des Heftes wäre noch
ein Tableau mit den neueſten Pariſer Beſuchstoiletten,
ein illuſtrierter Aufſatz „Moderne Spitzen” und der
be=
ſonders reiche Handarbeitsteil zu erwähnen. So wird
auch diesmal, wie immer, die Wiener Mode allen
Bedürf=
niſſen der Frau vollauf gerecht.
Wilhelm Kreis, Das Warenhaus Tietz
in Elberfeld. 10. Sonderheft der „Architektur des
20. Jahrhunderts”. Text von Dr. M. Creutz. 55 Seiten
mit 66 Abbildungen und 3 Extratafeln in Lichtdruck.
Ver=
lag von Ernſt Wasmuth, A.=G., Berlin W. 8. Preis 6 Mk.
Vorzugspreis für Abonnenten 3,50 Mk. Im vorliegenden
Hefte iſt der Neubau Tietz in Elberfeld, der erſte
Waren=
hausneubau des weitbekannten Düſſeldorfer Architekten
Wilhelm Kreis, bis in alle Details ausführlich behandelt.
Das Studium dieſes ſtolzen Monumentalbaues in allen
Einzelheiten iſt von großem Intereſſe, insbeſondere im
Vergleich zu den Schöpfungen anderer Baukünſtler auf
dieſem Gebiete, z. B. Olbrichs Warenhaus Tietz,
Düſſel=
dorf (3. Sonderheft der Architektur des 20. Jahrhunderts)
und Meſſels Wertheimbauten (Meſſel=Sonderheft).
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. Nov. Der italieniſche Miniſter des
Aus=
wärtigen, Marquis di San Giuliano traf heute um
mitternacht mit dem Luxuszuge aus Rom auf dem
Anhal=
ter Bahnhofe ein. Zu ſeinem Empfange hatte ſich das
ge=
ſamte Perſonal der hieſigen italieniſchen Botſchaft mit
dem Botſchafter Panſa an der Spitze eingefunden. In den
Zug war ein beſonderer Salonwagen eingeſtellt. di San
Giuliano begrüßte den Botſchafter und die übrigen Herren
und ſchritt dann unter Führung des Bahnvorſtehers
lang=
ſam dem Ausgange zu, von wo er nach der italieniſchen
Botſchaft fuhr.
* Berlin, 4. Nov. Der italieniſche Miniſter
des Aeußern beſuchte heute vormittag den
Reichs=
kanzler von Bethmann Hollweg, ſowie den
Staatsſekre=
tär im Miniſterium des Aeußern, von Kiderlen=Wächter,
und kehrte ſodann nach der italieniſchen Botſchaft zurück,
wo Diner in kleinem Kreiſe ſtattfand.
* Charlottenburg, 4. Nov. Wie der Berliner Lokal=
Anzeiger meldet, verletzte ein Einbrecher in der Nacht
den Gaſtwirt Bogen in ſeinem Lokal auf dem
Fürſten=
brunnerweg durch Revolverſchüſſe ſchwer. Der Täter iſt
entkommen.
* München, 4. Nov. Wie der Münchener Zeitung aus
Bamberg gemeldet wird, iſt im Befinden des
Reichstags=
abgeordneten Prälaten Dr. Schädler eine
Verſchlim=
merung eingetreten, die das Schlimmſte befürchten läßt.
Der kleinen Beſſerung im vorigen Monat iſt ein ſchwerer
Rückfall gefolgt.
* Liegnitz, 4. Nov. Nach der Berliner Zeit a. M.
verübte der Bankier Raymond heute vormittag
Selbſtmord durch Gasvergiftung. Die Firma
be=
ſteht ſeit dem Jahre 1897.
* Poſen, 4. Nov. Von den bei dem geſtrigen
Stra=
ßenbahnunglück Verletzten ſind eine Frau und ein
14jähriges Mädchen geſtorben. Die übrigen befinden
ſich außer Gefahr.
— Berlin, 4. Nov. Großes Aufſehen erregt in der
Berliner Rauchwarenbranche das Verſchwinden des
Inhabers einer Rauch= und
Fellwaren=
handlung, deren Bureau= und Lagerräume im
Zen=
trum liegen. Es handelt ſich um die Firma Hermann
Turgel in der Oranienburgerſtraße. Da die Bücher
nicht ordnungsgemäß geführt worden ſind, läßt ſich die
Schuldenlaſt zurzeit nicht feſtſtellen. Turgel ſoll bei
Renn=
wetten viel verloren haben. Zwecks Sanierung ſind den
Gläubigern vom Vater des Flüchtigen 20 bis 25 Prozent
angeboten worden. Bei einer proviſoriſchen Ueberſicht
in die Bücher ſtellte ſich heraus, daß der Händler eine
Schuldenlaſt von über 100000 Mark hinterlaſſen hatte.
Die Ermittelungen nach dem Aufenthalt des
Verſchwun=
denen waren bisher ohne Erfolg.
Dresden, 4. Nov. Der ſtädtiſche Ausſchuß
für Fleiſchverſorgung ſetzte die Preiſe für
däni=
ſches Fleiſch bedeutend herab.
— Kiel, 4. Nov. Der Student der Mathematik Otto
Marks erſchoß ſich und ein bis jetzt noch unbekanntes
Mädchen in einem hieſigen Hotel.
— Rom, 4. Nov. Aus Tripolis werden
umfang=
reiche Unterwerffungserklärungen gemeldet;
die Wüſtenaraber ſind abgezogen.
Wie erkennſt Du, ob Deinem Kinde
etwas fehlt?
Winke für Mütter.
Sieh’ Dir ’mal ſeine Zunge an, Mutter! Sie iſt
nämlich der ſicherſte Wetterpropher für den zarten
Organismus unſerer Lieblinge. Wenn die Zunge klar
und rot erſcheint, dann iſt unſer Kleinchen ſo geſuud
wie ein Fiſch im Waſſer; zeigt ſich dagegen die Zunge
gelblich „beleat” dann iſt ſicher etwas im Anzuge, und
es iſt die höchſte Zeit für „Califig‟ — Californiſcher
Feigenſirup.
Die belegte Zunge zeigt nämlich an, daß irgendwo
in dem wunderbar feinen Organismus des Kindes ſich
etwas geſtaut hat, was den Magen überlaſtet, oder
weiter unten im Darmkanal den glatten Durchgang
Ser Speiſe, den Weitertransport und die Ausſcheidung
der Abfallſtoffe hindert. Dies macht das Kind fiebetriſch
ſchlaflos, verurſacht übelriechenden Atem und andere
Anzeichen kommenden Unwohlſeins.
„Califig‟ — der ſüße, aromatiſche „Californiſche
Feigenſirup” — beſeitigt ſolche Stauungen in kürzeſter
Friſt, er reinigt den Verdauungskanal in gelinder und
doch gründlicher Weiſe, regelt den Stuhlgang und beugt
ſo der gefährlichen chroniſchen Verſtopfung und anderen
Uebeln vor, welche, wenn vernachläſſigt, dem Kinde eine
Laſt fürs ganze Leben werden können. Mit „Califig”
aber erhält das Kind bald wieder ſeine frühere geſunde
Gewohnheit, ſeine fröhliche Laune zurück, welches die
ſicherſten Zeichen einer geſunden Natur ſind. Zudem
ſchmeckt „Califig” ſo angenehm, daß Kinder darin keine
(22914M
Arznei, eher eine Leckerei ſehen.
In allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die
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daß ſie den weitgehendſten Anſprüchen zu genügen
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Dampfernachrichten.
Nordd. Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Kronprinzeſſin Cecilie” 29. Okt. 11 Uhr vorm. in New=
York angekommen. „Königin Luiſe” 29. Okt. 2 Uhr
nachm. in Philadelphia angekommen. „Kronprinz
Wil=
helm” 29. Okt. 2 Uhr nachm. von Bremen abgegangen.
„Neckar” 28. Okt. 1 Uhr nachm. in Bremerhaven
an=
gekommen. „Prinz Friedrich Wilhelm” 28. Okt. 1 Uhr
nachm. in Bremerhaven. „George Waſhington” 28. Okt.
2 Uhr vorm. in New=York angekommen. „Goeben”
8. Okt. 3 Uhr nachm. in Neapel angekommen.
„Gneiſenau” 29. Okt. 3 Uhr nachm. in Bremerhaven
angekommen. „Zieten” 28. Okt. 12 Uhr mittags von
Southampton abgegangen. „Schwaben” 27. Okt. 8 Uhr
vorm. in Bremerhaven angekommen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 31. Okt. 1 Uhr 30 Min. nachm. von
Bou=
logne abgegangen. „Nieuw Amſterdam” 28. Okt. nachm.
in New=York eingetroffen. „Ryndam” 25. Okt. nachm.
in Rotterdam eingetroffen. „Potsdam” 29. Okt. vorm.
von New=York abgegangen,
Dankſagung.
Allen, die uns ihre innige Teilnahme bei dem
herben Verluſt durch den Heimgang meiner
lieben Frau auf ſo herzliche Weiſe bezeugt haben,
ſage ich hiermit aufrichtigen Dank. (22917
J. Scheuermann,
Nieder=Ramſtadt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Weſteuropa lagert hoher Druck, unter deſſen
Einfluß bei uns zwar wolkiges, doch trockenes Wetter
herrſcht. Die Morgentemperaturen liegen in Deutſchland
zwiſchen 0' und 5 Niederſchläge fielen verbreitet, doch
nur in geringen Mengen. Wir werden vorläufig unter
dem Einfluß des Hochs bleiben, ſo daß wir zunächſt
heiteres, trockenes Wetter erwarten dürfen. Unter dem
zunehmenden Einfluß des weſtlichen Tiefs ſteht ein
Wetterumſchlag in Ausſicht.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 5.
No=
vember: Zunächſt heiter, trocken, kühl, ſpäter Trübung,
einzelne Regenfälle, wärmer.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7 Uhr: „Der
Freiſchütz”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lichtbilder Vortrag von Kapitänleutnant a. D.
Paaſche um 8¼ Uhr im Saalbau.
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im „Darmſtädter Hof”.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Prinzeſſin Rupprecht von Bayern f: Großfürſt=
Thronfolger Alexej: Graf von Schwerin=Löwitz, der
neue Präſident des preußiſchen Abgeordnetenhauſes;
Geſamtanſicht von Adrianopel; das Schlachtfeld bei
Podgoritza.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 6. November.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Pumpen=Verſteigerung um 2 Uhr im Rathaus
zu Georgenhauſen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übriger
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
us dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſint
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912
Misge
a bat-
2i
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Nummer 261.
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DIEVEN NEVEN ARTIKEEBE
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ZUFUHREN.
TAdHEMUEN, NACHTHEMDEN
BEINKEEIVERIUNTERTHIUIEN
VNTERRöCKE, NACHTIAEKEN
GARNITUREN
GEBR. HOCLEIN
etwanr Wrſee
Kaahen-aken
Weiblich
perf. i. Schreib=
Kontoristin, maſch., Steno=
graphie, Buchf. u. all. and.
Bureau=
arbeiten, mit la Zeugn., ſucht per
1. Jan. 1913 anderw. Stellg. Gefl.
Off. unt. E 75 an die Exp. (*10961
Büglerin, w. 20 Jahre in einem
Geſchäft war, empf. ſich in u. auß.
dem Hauſe Viktoriaſtr. 26. (*10104
Fräulein aus gut. Familie
Kindergärtnerin I. Kl.
mit vorzüglich. Zeugn., ſucht
z. 1. Jan. 1913 Stellung in
feinem Hauſe oder in
Kindergarten.
Gefl. Off. u. P. K. P. 395 an Rudolf
Mosse, Frankfurt a. M. (22902Mf
Tücht. Dekorateur
der perf. Lackſchr. ſchreibt, iſt bereit,
von abends 8 Uhr an Arb.
anzu=
nehmen bei mäßigen Preiſen. Off.
unter E 76 an die Exp. (*10956
e Stellen
Weiblich
Tücht., jung., gut empf. Frau
ſucht morgens mehrere Stunden
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(*10913
Ein junges Mädchen ſucht
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(*10912im
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Viktoriaſtraße 45, 1. St. Beſſ. Alleinmädch. geſ., ſof. od.
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Alexandraweg 27.
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Näh. Blumenthalſtr. 113, III. (*10954 Sauberes junges Laufmädch.
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für vorm. 2 Stdn. und z. Spülen
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kochen kann und die Hausarbeit
verſteht, zu zwei Leuten bei gutem
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Ludwigſtr. 14, I., nachm. zwiſchen
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(*10934
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mäßige Stellenvermittlerin,
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Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
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Protektor: Seine Hönigl. Hoheit der Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein,
Gegründet 1844.
Abteilung für Verſicherung ſteigender Renten.
Beſtand Ende 1911: 6437 Mitglieder mit 12645 Einlagen.
Die Anſtalt, die Ende 1911 eine Jahresgeſellſchaft für die Verſicherung ſteigender Renten
geſchloſſen hat, ladet hiermit zum Beitritt der mit Beginn dieſes Jahres neu eröffneten
Jahres=
geſellſchaft ein.
Die auf Gegenſeitigkeit und Erbverbrüderung beruhende Verſicherungsart bezweckt, ihren
Teil=
nehmern gegen unwiderrufliche Kapitaleinlagen jährliche Renten zu gewähren, welche mit zunehmendem
Lebensalter des Verſicherten wachſen.
Eine volle Einlage beträgt 100 Mark. Teileinlagen ſind zuläſſig. Die Jahresrente kann auf
150% der Einlage ſteigen.
22943a
Nähere Auskunft wird bereitwilligſt erteilt auf dem Haupt=Bureau der Anſtalt in Darm
Eliſabethenſtraße Nr. 60, ſowie von den Agenten derſelben.
jed.Artzum Waſchen
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Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Seite 10.
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Kurſe vom 4. November 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
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3f.
Staatspapiere.
3 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,25
77,90
do.
4
3 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
. 88,40
3½ do. Conſols
750
4 do. do.
3 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
92,75
do.
3½
bo.
3 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,10
86,90
do.
(3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,20
3 do. do. (unk. 1918) 99,70
87,00
do.
3½
76,70
do.
78,80
4 Sächſiſche Rente.
3 Württemberger v. 1907 99,40
do. v. 1875
51
1 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,00
3¾ Griechen v. 1887
4¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 88,20
4 do. Goldrente . . . 91,70
3 do. einheitl. Rente 85,00
3 Portug. unif. Serie I 62,40
3 do. unif. Ser. III 65,25
5 do. Spezial
9,80
4 Rumänier v. 1903 . . 98,50
4 do. v. 1890 . . 92,20
4 do. v. 1905 . . 87,60
4 Ruſſen v. 1880 . .
. 88,00
4 do. v. 1902
87,80
3½ do. v. 1905.
.100,10
85,80
4½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 79,90
4 Türk. Admin. v. 1903 76,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 82,40
4 Ungar. Goldrente . . . 87,30
4 do. Staatsrente . . . 84,90
InProz.
.100,40
5 Argentinier
do.
86,00
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,70
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 92,80
5 Innere Mexikaner . . . 90,90
3
58,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,40
3 Buenos Aires Provinz 68,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
0 Hamb.=Amerila=
Paket=
fahrt . . . . . . . 150,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſend. 60½
Einz. Mk. 408 . . 108,25
8 Baltimore und Ohio . 105‟)
6½ Schantungbahn . . . 124,45
6½ Luxemb. Prince Henri 152,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 185/
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divib. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. 517,75
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. 246,80
30 Farbwerke Höchſt . . 621,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,75
10 Cement Heidelberg . . 148,00
30 Chem. Werke Albert 455,00
12½, Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 318,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 119,50
Eezte
In Prot.
Dioid.
7½ Schuchert, Nürnberg 147,00
12 Siemens & Halske .222,75
5 Bergmann Electr. . . 124,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 157,30
0 Gummi Peter . . . . 101,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 109,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 565,00
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 202,50
8 Steana Romana Petr. 141,70
15 Zellſtoff Waldhof . . 232,00
12½ Bad. Zucker=
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häuſel. . . . . . . 202,90
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3 Südd. Immobilien . 58,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 175,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 219,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. .
.. 170,80
10 Gelſenkirchener . . . . 190,50
8 Harpener.
.. 182,00
15 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 271,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
84,00
4 Laurahütte . . . . . . 165,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
11 „ Weſteregeln 210,00
7½ South Weſt Africa 130½
Prioritäts=
Obligationen.
31 Südd. Eiſenb.=Geſ.
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 88,00
. 75,00
3 Prag=Duxer .
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,30
do.
77,25
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,90
4
do.
InPret
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,60
76,00
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . ..
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,20
87,10
do.
4 Wladichawchas
86,50
4 Rjäſan Koslow.
85,00
3 Portugieſ. Eiſenb.
74,40
86,00
do.
2‟ Livorneſer . . . 69,40
3 Salonique=Monaſtir . 59,90
4 Baadadbahn .
80,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,25
4 Miſſouri=Paeific.
72,60
4 Northern=Pacifie
99,70
4 Southern=Pacific
.93,80
5 St. Louis und San
Francisco. .
85,00
5 Tehuantepee .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 182,50
7 Vergiſch=Märkiſche
Bahn.
..146,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 163,90
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
12½ Deutſche Bank .247,40
6 Deutſche Vereinsbank . 122,40
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,00
10 Diskonto=Kommandit 182,50
9½, Dresbener Bank 151,80
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 119,80
7 Pfälziſche Bank. . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . . . 132,25
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,80
7½ Wiener Bankverein . 127,70
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,00
Ingrot.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
88,00
S. 19 . . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,80
S. 52 . . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
do.
87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,.20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2,
. 87,80
S. 3—5
. 87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
3½
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,60
3½ do. (unk. 1914) . . 87,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
87,30
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . .
88,50
do.
4 Frankfurt.
.99,80
do.
94,50
4 Gießen
3½ do.
88,00
4 Heidelberg
97,90
do.
88,00
4 Karlsruhe
97,90
do.
88,30
4 Magdeburg:
bo.
4 Mainz
do.
89,00
Mannheim
. 97,60
do.
87,90
4 München .
.100,20
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
.98,50
bo.
4 Offenbach .
In Prot,
3½ Offenbach
99,80
4 Wiesbaden .
3½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 169,40
3½ Cöln=Mindner , 100 134,50
8 Holl. Komm. . fl. 100 108,90
3 Madrider . . Js. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,00
3 Oldenburger . ..
8½ Raab=Grazer fl. 155
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
. ſl. 2
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 204,80
.F3. 15 73,00
Freiburger
. F3. 45
Mailänder
. Fs. 10 —
do.
ſ. 7 —
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 518,00
do. v. 1858 fl. 100 438,00
Ungar. Staats . . fl. 100 371,40
Benediger . . . . Fs. 30
Tärkiſche . . . . Fs. 400 154,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
20,50
20 Franks=Stücke .
16,24
4,20
Amerikaniſche Noten
Engliſche Noten
20,50
Franzdſiſche Noten.
81,40
Holländiſche Noten.
. 169,75
80,50
Italieniſche Noten.
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 34 6
Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur Kenntnis der beteiligten Kreiſe, ßdaß das
Proviantamt Darmſtadt Roggen, Hafer, Heu und Roggenſtroh
(Flegelſtroh, Maſchinenglattſtroh und Preßlangſtroh) ankauft.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
(22704sis
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(22892
Bekanntmachung.
Betreffend: Anſchluß der Polizeireviere an die Reichs=
Fernſprech=Anlage.
Die Polizeireviere I bis VII, die ſeither nur mit dem
Polizei=
amt telephoniſch verbunden waren, ſind neuerdings an die Reichs=
Fernſprechanlage angeſchloſſen worden. Hierbei hat erhalten:
das I. Revier (Kirchſtraße 9)
die Anſchluß=Nr. 2161
(Alexanderſtraße 26)
II.
2162
(Lagerhausſtraße 5)
„ III.
2163
(Waldſtraße 21)
„ IV.
2164
(Ludwigshöhſtraße 4)
2165
(Nieder=Ramſtädterſtr. 51) „
2166
(Schwanenſtraße 66)
VII.
2167
Das Polizeiamt (Hügelſtraße Nr. 31/33) hat nach wie vor die
Anſchlußnummern 8 und 109.
Es wird dies zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem
Anfügen, daß durch die neuen Anſchlüſſe der Reviere die
Beſtim=
mungen über die Feuermeldung nicht berührt werden. Um
Ver=
zögerungen zu vermeiden, ſind die Feuermeldungen, inſoweit ſie
durch das Reichstelephon übermittelt werden, auch in Zukunft direkt
entweder an die Feuerwehrwache (Kirchſtraße Nr. 13, Fernſprechanſchluß
Nr. 1772) oder an das Polizeiamt (Hügelſtraße Nr. 31/33,
Fernſprech=
anſchlüſſe Nr. 8 und 109) zu richten. In dem Polizeiamtsgebäude
befindet ſich die Zentralſtation für ſämtliche Feuermeldeſtellen. Die
Feuerwehrwache und die Polizeiwache im Polizeiamtsgebäude ſind
Tag und Nacht beſetzt.
(22661fsi
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung,
die Abzahlungsgeſchäfte betreffend.
Nachſtehend bringen wir das Reichsgeſetz, betreffend die
Ab=
zahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894, wiederholt zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. November 1912.
(22893im
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher
Kaiſer, König von Preußen ꝛc. ꝛc.
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zuſtimmung des
Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1. Hat bei dem Verkauf einer dem Käufer übergebenen
be=
weglichen Sache, deren Kaufpreis in Teilzahlungen berichtigt werden
ſoll, der Verkäufer ſich das Recht vorbehalten, wegen Nichterfüllung
der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage
zu=
rückzutreten, ſo iſt im Falle dieſes Rücktritts jeder Teil verpflichtet,
dem andern Teil die empfangenen Leiſtungen zurückzugewähren. Eine
entgegenſtehende Vereinbarung iſt nichtig.
Dem Vorbehalte des Rücktrittsrechts ſteht es gleich, wenn der
Verkäufer wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflich=
tungen kraft Geſetzes die Auflöſung des Vertrages verlangen kann.
§ 2. Der Käufer hat im Falle des Rücktritts dem Verkäufer
für die infolge des Vertrags gemachten Aufwendungen, ſowie für
ſolche Beſchädigungen der Sache Erſatz zu leiſten, welche durch ein
Verſchulden des Käufers oder durch einen ſonſtigen von ihm zu
ver=
tretenden Umſtand verurſacht ſind. Für die Ueberlaſſung des
Ge=
brauches oder der Benutzung iſt deren Wert zu vergüten, wobei auf
die inzwiſchen eingetretene Wertminderung der Sache Rückſicht zu
nehmen iſt. Eine entgegenſtehende Vereinbarung, insbeſondere die vor
Ausübung des Rücktrittsrechts erfolgte vertragsmäßige Feſtſetzung
einer höheren Vergütung iſt nichtig.
Auf die Feſtſetzung der Höhe der Vergütung finden die
Vor=
ſchriften des § 260, Abſ. 1 der Zivilprozeßordnung entſprechende
An=
wendung.
§ 3. Die nach den Beſtimmungen der §§ 1, 2 begründeten
gegenſeitigen Verplichtungen ſind Zug um Zug zu erfüllen.
§ 4. Eine wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen verwirkte Vertragsſtrafe kann, wenn ſie
unverhältnis=
mäßig hoch iſt, auf Antrag des Käufers durch Urteil auf den
ange=
meſſenen Betrag herabgeſetzt werden. Die Herabſetzung einer
ent=
richteten Straſe iſt ausgeſchloſſen.
Die Abrede, daß die Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen die Fälligkeit der Reſtſchuld zur Folge haben ſollte,
kann rechtsgültig nur für den Fall getroffen werden, daß der Käufer
mit mindeſtens zwei aufeinander folgenden Teilzahlungen ganz oder
teilweiſe im Verzug iſt und der Betrag, mit deſſen Zahlung er im
Verzug iſt, mindeſtens dem zehnten Teile des Kaufpreiſes der
über=
gebenen Sache gleichkommt.
§ 5. Hat der Verkäufer auf Grund des ihm vorbehaltenen
Eigentums die verkaufte Sache wieder an ſich genommen, ſo gilt
dies als Ausübung des Rücktrittsrechts.
§ 6. Die Vorſchriften der §§ 1 bis 5 finden auf Verträge,
welche darauf abzielen, die Zwecke eines Abzahlungsgeſchäfts (§ 1)
in einer anderen Rechtsform, insbeſondere durch mietweiſe
Ueber=
laſſung der Sache zu erreichen, entſprechende Anwendung, gleichviel
ob dem Empfänger der Sache ein Recht, ſpäter deren Eigentum zu
erwerben, eingeräumt iſt oder nicht.
§ 7. Wer Lotterieloſe, Inhaberpapiere mit Prämie (Geſetz vom
8. Jun 1871, Reichs=Geſetzblatt S. 210) oder Bezugs= oder
Anteil=
ſcheine auf ſolche Loſe oder Inhaberpapiere gegen Teilzahlung
ver=
kauft oder durch ſonſtige auf die gleichen Zwecke abzielenden Verträge
veräußert, wird mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark beſtraft.
Es begründet keinen Unterſchied, ob die Uebergabe des Papiers
vor oder nach der Zahlung des Preiſes erfolgt.
§ 8. Die Beſtimmungen dieſes Geſetzes finden keine
Anwen=
dung, wenn der Empfänger der Ware als Kaufmann in das
Handels=
regiſter eingetragen iſt.
§ 9. Verträge, welche vor dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes
abgeſchloſſen worden ſind, unterliegen den Vorſchriften desſelben nicht.
Urkundlich Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
bei=
gedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Prökelwitz, den 16. Mai 1394.
(L. 8.) Wilhelm.
Graf von Caprivi.
Tagesgeſpräch!
Nur
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(22010a
iſt gut im Geſchmack.
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Telefon 951.
Telefon 951.
Große Ochſengaſſe 30
n unſer Handel=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft, Darmſtadt.
Die Generalverſammlung vom
27. September 1912 hat folgenden
Zuſatz zu dem § 3 der Statuten
beſchloſſen: Die
Bahnunterneh=
mungen zu 14 und 34 ſind in die
Oberrheiniſche Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft in Mannheim einge
bracht, gemäß Genehmigung durch
die außerordentliche
Generalver=
ſammlung vom 24. Juli 1911.
Die Bahnunternehmungen zu 1
ſind in die Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchajt in Darmſtadt
eingebracht, gemäß Genehmigung
durch die außerordentliche
Gene=
ralverſammlung vom 1. April
1912.
(22886
Darmſtadt, 29. Oktober 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Pſeroe=Verkau).
Am Donnerstag, den 7.
No=
vember ds. Js., 10 Uhr
vor=
mittags, wird auf dem
Uebungs=
platz bei Darmſtadt ein
entbehr=
liches
(22921
Zugpferd
der Maſch.=Gew.=Komp. gegen
Barzahlung verſteigert.
Garde=Füſilier=Bataillon
Leibgarde=Infanterie=Regts.
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„Darmstädter Hof‟.
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Gas-, Wasser- und Kanal-
Anlagen. (22423a
Lager aller ins Fach
ein-
schlagenden Artikel.
Wintereier
erzielt man in großer Menge durch
die tägliche Beifütterung pro Huhn
von 15—20 Gramm des ſehr
be=
rühmt. Geflügelfutters „NAGur=
Zu haben bei
(VI22911
Wilh. Nungesser, Darmſtadt,
Dieburgerſtraße.
Leitungsaufſeher Kauert,
Wör=
litz, ſchreibt am 14. März 1912:
Bitte umgehend um 50 kg reines
„Nagut‟. Ihr Futter iſt ſehr gut.
Hatte von 13 Hühnern im
De=
zember 94 Eier, Januar 135 Eier,
Februar 162 Eier uſw.
Schöner Lüſter für hängendes
Gaslicht billig abzugeben
10906) Landwehrſtr. 4, 2. St.
Echw. Winteüberz., f. neu (Schneid.=
Arbeit), f. mittl. Fig., f. 20 Mk. zu
verk. Sandbergſtr. 54, II. I. (*10864if
Ainterüberzieher, (ſtarke Fig.),
gut erhalten, zu verkaufen
10922im) Lagerhausſtr. 5, 2. St.
Warnung vor unlanteren Darlehensvermittlern.
Wir haben ſchon wiederholt vor dem unlauteren
Geſchäfts=
gebahren gewiſſer Darlehensvermittler gewarnt, die in Zeitungen
ſich zur Vermittelung oder Beſchaffung von Darlehen unter
an=
ſcheinend günſtigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach
weniger um die Beſchaffung der Darlehen zu tun iſt, als um die Er=,
zielung von Gewinn dadurch, daß ſie entweder die Behandlung der
Darlehensgeſuche von der Vorauszahlung eines die wirklicheu
Aus=
lagen überſteigenden Koſtenvorſchuſſes für Einholung einer
Aus=
kunft über die Kreditwürdigkeit des Nachſuchenden uſw. abhängig
machen, oder auf Grund von zur Irreführung geeigneter
Zeitungs=
annoncen und Proſpekten den Darlehenſuchenden eine ſogenannte
Geldoffertenliſte, d. i. ein umfangreiches Verzeichnis von
Darlehens=
vermittlern und Darlehensgebern, gegen Bezahlung einer Gebühr, die
meiſt durch Nachnahme erhoben wird, überſenden. Wie berechtigt
dieſe Warnung iſt, beweiſt die Tatſache, daß fortwährend
Verurtei=
lungen derartiger Perſonen wegen Betrug zu empfindlichen Strafen
bekannt werden.
Da auch hieſige Einwohner durch das unlautere
Geſchäfts=
gebahren derartiger Perſonen zu Schaden gekommen ſind, können
wir unſere Mahnung zur Vorſicht gegenüber unbekannten
Darlehens=
vermittlern nur wiederholen.
Darmſtadt, den 2. November 1912.
(22894
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
bill.zu verk.
Faſt neuer Diwar
(*10920imd
Eliſabethenſtr. 64, Stb. part.
Voll=
240
200 Ln. Milch
tägl. zu kaufen geſucht.
Haupt=
oder Oſtbahnhof. Preisangebote
unter E70 a. d. Exped. (*10968id
Neubelegung von Reihengrabſtätten
im Friedhof an der Nieder=Ramſtädter Straße.
Die in den Jahren 1885—1887 belegten Grabſtätten (
Reihen=
gräber für erwachſene Perſonen) in Abteilung III, J obigen
Fried=
hofs ſollen gemäß § 18 der Friedhofsordnung erneut belegt werden.
Nach § 19 der Friedhofsordnung können Grabſtätten gegen
Entrichtung der tarifmäßigen Gebühr von 25 Mk. und unter
Ueber=
nahme der Verpflichtung zur ſteten anſtändigen Unterhaltung der
Plätze der erneuten Benutzung zur Beerdigung für die Dauer von
weiteren 25 Jahren entzogen werden.
Gemäß § 20 der Friedhofsordnung fordern wir diejenigen, diet
von vorſtehendem Rechte Gebrauch machen wollen, hiermit auf, bis
zum 31. Dezember 1912, bei Meidung der Annahme des
Ver=
zichts, auf dem Geſchäftszimmer des Friedhofsverwalters, Herdweg 105,
bezüglichen Antrag zu ſtellen.
Darmſtadt, den 1. November 1912.
(22925a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Slabr. Dierin Deraant
Neue Markthalle im Schlachthol
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke p.) Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke. . per Pfund 90 Pfg.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 6. November 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Pianinos, Büfetts, Kredenz,
Diwans, Schreibtiſche, Schränke, Sofas, Vertikos, vollſt.
Bett, ferner Ladenſchränke, Regale, Ladenkontrollkaſſe, 7 eiſ.
Samenbehälter, 1 Schuhmacherdoppelmaſchine und 1 Regal
mit 17 Bänden Brockhaus’ Lexikon
zwangsweiſe verſteigert; ferner auf freiwilliges Anſtehen:
1 Pfandſchein über 100 Mk. von 2 Ringen u. 1
Pfand=
ſchein über 1000 Mk. von 1 gold. Broſche mit
Bril=
lanten, Ohrringen und 4 Brillantringen.
Die freiwillige Verſteigerung findet ſicher ſtatt. (22931
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Jabe mich hier als Gesang-Lehrerin
nieder-
gelassen und unterrichte nach der
be-
währten Methode meines verstorbenen Vaters,
des Gr. Hess. Kammersängers Ludwig Baer.
Frau Margarethe Böcking-Baer
Konzertsängerin
Martinstrasse 4.
(B22920
Miltellung.
wird im gleichen Lokal ein großes Lager in
Frische
gute
Waren! Baatr uckter aner Ar
Einem titl. Publikum zur gefl. Nachricht,
daß der Erfriſchungsraum, Rheinſtraße 3,
Inh. Angelo Soravia, auf einige Wochen
geſchloſſen iſt. — Anfangs Dezember
Billige
reelle
Preise!
eröffnet, und hält ſich der Unterzeichnete ſchon heute zum vorteilhaften
Bezug des Feſttagsbedarfs beſtens empfohlen.
(*10966
Hochachtungsvoll
NB. Anfangs März wird der
ſeit=
erige Betrieb des Erfriſchungs=
Angelo Soravia.
raums wieder aufgenommen.
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Von E. Mentzel.
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Mit mehreren Illustrationen. Preis Mk. 2.50.
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Städtischen Saalbaues:
Frauenverein der Johannesgemeinde.
Mittwoch, 6. Nov., abends 7½ Uhr pünktlich,
Familien (Tee)=Abend im Gemeindehaus
mit Anſprachen u. muſikaliſchen Aufführungen uſw.
Karten à 25 Pfg. an den vorhergehenden Tagen im Gemeindehaus
Der Vorstand.
(22929)
zu haben
von Dr. Otto Devrient.
Vill. Aufführung
Mittwoch, den 6. November, abends 7 Uhr.
X. Aufführung
Samstag, den 9. November, abends 7 Uhr.
Mittwoch, den 6. ds. Mts., abends
½9 Uhr, im Fürstensaal (Grafenstr.)
(22923
Monats-
Gabelsbe
Versammlung
mit gemütl. Beisammensein.
Der Vorstand.
X. (und letzte) Aufführund
Se
Kule
zur Feier von Martin Luthers Geburtstag
Sonntag, den 10. November, nachm. 4 Uhr.
Karten zu 4, 3. 2, 1 M. u. 60 Pf., Textbücher zu 1 M.,
sowie Programme zu 20 Pf. in der Buchhandlung von Johs. Waitz,
Elisabethenstrasse 16 und abends an der Kasse.
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Bei dem grossen Andrange empfehlen wir dringend
recht-
zeitige Vorausbestellung der Eintrittskarten.
Der Festspiel-Ausschuss.
pheum
Gastepiel
AVera Forst u. Rob. v. Valberg.
Die Gschamigo=
le
Ein Dialog zu dem bek.
Bilde
von F. von Reznicek.
Turngemeinde Darmſtadt.
weissen Turm
Vorhert das brilante
Protektor: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog.
Samstag, den 9. November,
abends 8½ Uhr
N E U EZ
Mar Heute
I. November-Programm.
Herbst=Konzert
der Turner=Singmannſchaft
verbunden mit
Erahseister Vorverkautwio ber
kannt! Num. Parkett
ausschliess-
lich bei Hugo de Waal,
Rhein-
strasse 14, sowie an der
Abend-
kasse. Bestellungen auch
zelep onisch. (22914
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Frl. Hede Schaub, Großh. Hofopernſängerin,
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Fremdenkarten: Herren 1 Mk., Damen 50 Pfg., ſind beim
Hausmeiſter, ſowie abends an der Kaſſe erhältlich.
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Ausweis für Mitglieder: III. Quartalskarte.
,
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Noten von 10 und 50 Pfg. an
Heinheimerſtraße 25.
(22510a
Der Vergnügungs=Ausſchuß.
NB. Wir machen unſere Mitglieder darauf aufmerkſam, daß
An=
meldungen zum Kinderchor für die Weihnachtsfeier, Sonntag, den
10. November, vormittags ½11Uhr, im Turnhaus
entgegen=
genommen werden.
Wagend
Kanarien,
gute Vorſänger, Stamm Seifert.
Lederhändlung
20607a) Gg. Wedel, schusterg. 7.
Stärtwäſche
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Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
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Und als krachend Baum auf Baum zuſammenſtürzte,
da gab’s jedesmal der biederen Seele einen Stich durchs
Herz, er meinte, die ſtolzen Rieſen riefen dieſe Schande
mit ihrem Todesſchrei weithin über das Land. Da hatte
der abergläubiſche Maſur immer wieder hinübergeblickt
nach dem langen, ſchmalen, einfachen Herrenhaus am See,
ob nicht den alten gnädigen Herrn das Krachen der Bäume
aus ſeinem Erbbegräbnis im Parke hinter dem Schloſſe
heraustrieb, um dieſer Sünde und Schande zu wehren.
Aber alles blieb ſtill, und der Herr Oberleutnant kam
auch nicht, der mußte Rennen reiten.
Aber die gute Seele hatte auch Milderungsgründe
bei der Hand. Der Junker war früh verwaiſt, kurz
hin=
tereinander hatten ſich ſeine Eltern zum Sterben gelegt,
er war ins Kadettenkorps geſteckt worden, nun diente er
fern von der Heimat, in der er nicht wurzelfeſt geworden.
Plattangen war nicht ſein Juwel, nur ſeine melkende
Kuh, und der Gedanke trieb Johann Agrameit das
Waſſer in die Augen. Und immer wieder zog ihn die
Unruhe hierher, um ſich dieſen Frevel anzuſehen. Dann
ging er ſeufzend heimwärts und ſetzte ſich vor ſeine
Bücher. Hier wurde ein Gut verkauft im Kreiſe und da.
Es wurden gute Preiſe erzielt, das ſtille, ſchöne Maſuren
mit ſeinen reichen Wäldern zog die Fremden ins Land.
Wer weiß, ob nicht eines Tages ein Agent oder Käufer
herkam, um ſich vom Stande der Wirtſchaft zu überzeu=
gen, den Boden mit den Fingern zu zerkrümmeln, die
Wälder mit fachkundigem Blick abzuſchätzen, um
handels=
einig mit dem Oberleutnant Donatus Freiheren von
Plat=
tangen zu werden, dem er braune und blaue Scheine und
rotes Gold auf den Tiſch legte für das Erbe der Ahnen,
die es bewirtſchaftet ſeit der Deutſchordensritterzeit!
Das Herz des alten Mannes zitterte, er biß die Zähne
zuſammen, denn dann hätte er ſeinen Herrn gehaßt, ihm
vor die Füße geſpuckt und geſagt: Pfui Teufel! Und
wenn er extra deshalb nach Rathenow würde fahren
müſſen, ſeine Verachtung wollte er ſich vom Halſe reden,
das Sterben würde ihm dann leichter werden. Und der
neue Herr warf natürlich den alten Diener, deſſen Knochen
hier mürbe geworden waren, zum Hauſe hinaus!
Hatte er ſich ſo in ſeine Wut verbiſſen, ſo ſang doch
immer wieder ſchnell das Vöglein Hoffnung in ſeiner
Bruſt. Eine ſolche Kanaille konnte ein königlich
preuß=
iſcher Offizier doch nicht ſein! Und deshalb war Johann
Agrameit neulich zu Herrn von Sollenſtern wieder
ein=
mal hinübergefahren und hatte ihm deutlich gemacht, daß
er den Herrn Oberleutnant unbedingt veranlaſſen ſollte,
herzukommen. Und dann wollte er ſeinem Herrn in die
Augen ſehen und bündige Antwort verlangen, das Recht
hatte er ſich in ſeiner langen, ſchweren, pflichtgetreuen
Dienſtzeit erworben!
Das Vieh war neulich von den Weiden, auf denen es
im Sommer über Nacht blieb, in den Stall genommen
worden, die Spiritusbrennerei arbeitete, der Schlot der
hohen Eſſe ſtieß ſelbſt heute zum Sonntag die
Rauch=
wolken aus, die der Nebel über den großen Wirtſchafts=
hof drückte. Hier wartete ernſte Arbeit auf den Herrn.
Nicht einmal zur Hirſchbrunſt war er dieſes Jahr
ge=
kommen, und es ſtanden doch ein paar kapitale Kerle auf
Plattangens Grund und Boden! Rennen reiten mußte
der Herr, den Pferden die letzte Kraft aus den Lungen
pumpen für Geld und Ehrenpreiſe, für den Beifall der
vergnügungsſüchtigen Menge, die ihn ausjohlte, wenn er
ihren Erwartungen nicht entſprach. Und hier erwarteten
zufriedene, fleißige Arbeiter, die nur ab und zu einmal
zu tief in die Flaſche ſahen, den Sohn der Ahnen, die ihnen
ſeit Generationen ihr Brot und das Dach über den
ein=
fachen Häuſern gegeben hatten.
Eines Morgens fuhr der Inſpektor nach Klotzowen
vor dem Verwalterhauſe in Plattangen vor.
Tag auch, Agrameit, unſer Baron iſt nach Berlin
ge=
reiſt.
Weiß ſchon, Leigalat.
Der kleine, unterſetzte Mann, Mitte der vierziger,
ſtrich ſich ſeinen langen blonden Schnurrbart zur Seite, in
dem der Nebel in tauſend feinen Tropfen hing. Soll Dir
ſagen, er würde mit Deinem Oberleutnant reden.
Ruhig ſchenkte Agrameit ein Glas Portwein ein,
Das wird nichts nützen!
Laß ihn man erſt hier unter unſeren Händen ſein?
Geht doch bald wieder auf und davon.
Abwarten. Der Baron ſchimpfte nicht ſchlecht, wie er
mit mir die letzten Anweiſungen beſprach.
Das tut der doch immer! Mein Herr wickelt ihn
jedesmal wieder um den kleinen Finger.
Seite 14e
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wollen ſehen, wer recht behält.
Dann redeten ſie über die Wirtſchaft in Plattangen
und Klotzowen.
Wird mal ein ſchöner Beſitz, Agrameit, wenn Dein
Herr unſer Gut noch erbt.
Dann wird er Holz ſchlagen laſſen, daß oben in
Königsberg den Leutchen die Ohren davon dröhnen.
Dir hat ſich der Nebel auf den Kopf gelegt!
Nein — aber wenn mein Herr nicht bald heimkommt,
ſchmeiß ich die Tür da ins Schloß und leg mich in irgend
einen Winkel von Plattangen!
Da zeigte der Klotzowener Inſpektor nur mit dem
Finger auf die Stirn, ſchüttelte ſeinem Freunde die Hand
und fuhr wieder weg.
Heute war wieder einmal mit dem alten Agrameit
gar nichts anzufangen.
Ein halbes Dutzend der Rathenower Offiziere fuhr
mit Onkelchen nach Berlin.
Auf dem Lehrter Bahnhofe ſchüttelte man ſich die
Hände und trennte ſich.
Mannchen, jetzt gehen wir hübſch zu Fuß am
Reichs=
tagsgebäude die Linden hinunter bis zum Schloß und
dann zurück bis Hiller. Dort frühſtücken wir.
anz recht, wir hängen die Köpfe noch ein wenig
anuft. War geſtern doch ein bißchen reichlich toll!
vertragt ja nichts, Marnchen!
In Berlin konnte der biedere Onkel Sollenſtern auf
einmal ganz leidlich laufen. Er ſetzte den grünen
Agra=
rierhut noch ein wenig mehr aufs rechte Ohr und
wir=
belte ſich ſeinen Schnurrbart auf. Jedem hübſchen
jun=
gen Mädchen ſah er mit einem harmloſen Schmunzeln
unter den Hut.
So ein=, zweimal Berlin im Jahre iſt ganz ſchön
immer nich! Aeh, pfui Teufel, hatte das Mädel Schminke
ins Geſicht geſchmiert!
Nicht ſo laut, Oenkelchen, die Leute bleiben ja ſtehen!
Plattangen war in Zivil. Die beiden ſchoben ſich
durch das Gedränge. Da faßte bei Kranzler Mannchen
nach dem Hut, Sollenſtern ſah die junge Dame an, der der
Gruß galt und griff ebenfalls haſtig nach ſeiner Krempe.
Gunild ging ſchnell an ihnen vorüber, und Wullnow
begleitete ſie.
Onkelchen blieb ſtehen, ſtemmte die Hände in die
Hüften und drehte ſich um. Mannchen, war das nicht die
kleine Dittmark?
Allerdings!
Na, ſo n damliches Ding — kann ſie mir altem
Manne denn nicht guten Tag ſagen?
Onkelchen, komm nur, hier iſt das Gedränge gar zu
toll, und Du ſtellſt Dich mitten aufs Trottoir in Deiner
ganzen Breite mit eingeſtämmten Fäuſten!
Ach was, das Mädel hat mich noch erkannt, ganz
rot iſt ſie ja geworden und lief weiter, als ob ſie ein
ſchlechtes Gewiſſen hat!
Plattangen ſchob ſeinen Arm unter den ſeines
Onkels. Nun komm erſt mal aus dem Trubel.
Aber vor dem Cafe Bauer machte Sollenſtern ſchon
wieder Halt. Mannchen wer war das denn, der mit ihr
ging?
Ein Bekannter.
Onkelchen kniff das eine Auge zu. Künftiger Herr
Gemahl wohl — was?
Wahrſcheinlich.
Mannchen, Du machſt ja ein Geſicht, als ob Dir
einer die Butter vom Brote geſtohlen hätte!
Keine Spur, Onkelchen!
Du — in wen biſt Du eigentlich ſo ſterblich verliebt?
J — ich? In niemand! Und dann, lieber Onkel, brüll
nicht ſo, als ob Du in Klotzowen auf dem Gutshofe dem
tauben Schäfer was zuflüſtern wollteſt!
Aber nun war Sollenſtern nicht mehr zu halten.
Heute früh war es zu ſpät geweſen, dem Neffen auf den
Zahn zu fühlen, und im Zuge hatte ein halbes Dutzend
Offiziere geſeſſen, nun endlich wollte er Klarheit haben.
Mannchen, die Lauferei und das ewige Gedränge habe
ich ſatt, gehen wir nur gleich zu Hiller, ich hab
außer=
dem inen Bärenhunger!
Vom Durſte ſprach Onkelchen nicht gern. Der fand
ſich von ſelbſt ein, wenns ihm gut ſchmeckte!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 261.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. November 1912.
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Ruſticus (H. Brown), 2. Salambo (Printen), 3. Hermes I
(E. Weber). Tot. 24:10, Pl. 13, 13, 20:10. Unpl.:
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Rennen; Ehrenpreis und 6200 Mark, Diſtanz 5500 Meter:
1. Hauptmann Geislers Amanda (Lt. Gabriel), 2.
Gram=
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Aurel, Drakon, Blue in Blue, Stigma, Boulanger. Leicht
1—1 Lg. — Preis von Nordſtern; 1500 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Lt. Stahlknechts Medicis Pride (Jentzſch),
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Bracke, Corodexter, Earl (4). 6—3 Lg. — Lebewohl=
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33:10. Unpl.: Aman, Goahead, Quids, Hold Up II,
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Diſtanz 2800 Meter: 1. Herrn L. Scholls Pantagruel
(Hammer), 2. Iſtvan (Miſchon), 3. Antimone (R. Franke).
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Lynch Law (Hochſtein), 2. Le Haſard (Morawez),
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Mattiacum, Wanderburſch. Sicher ¾—3—2 Lg.
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valen im Kampfe um das Herrenreiter=Championat,
Leutnant Frhrn. v. Berchem, der am Freitag in
Horſt=Emſcher ein Rennen gewann, mit 59 Siegen jetzt
nur noch um zwei Siegesritte voraus. Bis zum
Saiſon=
ſchluß haben unſere Herrenreiter höchſtens noch 12mal
Ge=
legenheit, in den Sattel zu ſteigen, ſo daß ſich alſo der
Ausgang des Wettſtreites vorausſichtlich erſt am letzten
Renntage in Strausberg entſcheiden wird.
Sport.
* Fußball. Sportklub „Haſſia 1908‟ Am
Sonntag ſpielte die 1. Mannſchaft gegen die gleiche des
Fußballklubs „Oſtend‟=Frankfurt und gewann überlegen
mit 5:0. Nächſten Sonntag findet ein Wettſpiel gegen
den Fußballklub „Teutonia”=Pfungſtadt ſtatt.
2711 Tore für gewonnene Spiele hatte am Sonntag
der Darmſtädter Sportklub 1905 und 1422
Tore für verlorene Spiele der hieſige Fußballklub
Olympia zu verzeichnen; die Tore des Darmſtädter
Sportklubs reſultieren aus 4 Siegen, während Olympia
4 Niederlagen hinnehmen mußte. — Im
Gaumeiſter=
ſchaftsſpiel trafen ſich in Kreuznach der dortige
Fußball=
klub 1902 und Sportklub, 1. Mannſchaft, und gewann
Sportklub dieſes Treffen mit 7:0; Sportklub, 2. und 3.
Mannſchaft ſpielten gegen die gleichen Mannſchaften des
Fußballklubs Olympia hier und gewann Sporiklub auf
eigenem Platze gegen die 2. Mannſchaft Olympia mit
911 und gegen die 3. Mannſchaft auf der Rennbahn
(Olympia=Sportplatz) 110. Sportklub, 3. Mannſchaft,
er=
focht gegen Germania=Pfungſtadt einen Sieg von 10.0.
Fußballklub Olympia, 1. Mannſchaft, führte ſein fälliges
Verbandsſpiel in Ludwigshafen gegen die dortige
Fuß=
ball=Geſellſchaft 1903 aus und verlor mit 411 Toren.
Der Fußball=Städtekampf Leipzig-
Halle endete mit dem Siege von 411 für Leipzig.
Bei Halbzeit war der Kampf unentſchieden 111, und
bei dieſem Stande blieb es auch bis eine Viertelſtunde
vor Schluß. Dann ließen die Hallenſer nach, ſo daß die
Leipziger den Ball raſch dreimal hintereinander in das
feindliche Tor einſenden konnten.
* Pferderennen. Kehraus in Karlshorft.
Ulan=Hürden=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 2700 Meter:
1. Herrn v. Brezas Oſtia (Th. Baſtian), 2. Quartus
(Fritſche), 3. Frühwach (Theilen). Tot. 196110, Pl. 47,
14:10. Unpl.: Secret (4), Burggraf, Omama. Kampf,
½ Lg.-Hals. — Preis von Parchim; Ehrenpreis und
3000 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Rittmeiſter v.
Kum=
mers Adler (Lt. Frhr. v. Berchem), 2. Heiotoho (Beſ.),
3. Edda (Lt. Braune). Tot. 29110, Pl. 14, 21110. Unpl.:
Loki (4), Moſes (gef.), Imker. Leicht 5—2½ Lg. —
Winter=Preis: Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſtanz 5200
Meter: 1. Rittmeiſter v. Buddenbrocks Ritterſchlag
(Fritſche), 2. Florham (Th. Baſtian), 3. Coram populo
(Newey). Tot. 102:10, Pl. 16, 15, 12:10. Unpl.: Diamond
Hill (4), Tory Hill, Pinion (angeh.), Hacklers Beauty (5),
Luftfahrt.
sr. Der Pommery=Pokal, der nach den
Be=
ſtimmungen der Ausſchreibung demjenigen Flieger zufällt,
der an einem Tage, d. h. von einer Stunde vor bis einer
Stunde nach Sonnenuntergang, die längſte Strecke in
ge=
rader Richtung ohne Zwiſchenlandung ausführt, iſt jetzt
nach Ablauf der Friſt am 31. Oktober dem Flieger
Dan=
court zugeſprochen worden. Der Flieger hat
bekannt=
lich am 26. Oktober mit ſeinem Fluge von Valenciennes
nach Biarritz, 875 Kilometer, den längſten Diſtanzflug ohne
Zwiſchenlandung ausgeführt und erwirbt die mit dem
Pokal verbundene monatliche Rente von 2500 Francs,
ent=
ſprechend der Stiftung der bekannten franzöſiſchen
Cham=
pagner=Firma.
Literariſches.
— Wie mache ich Inventur und
Bilanz=
abſchluß? Die geſetzlichen Vorſchriften in
gemeinver=
ſtändlicher Erläuterung nebſt Bilanzentwürfen. Aus der
Praxis für die Praxis dargeſtellt. (Verfaſſer Hans Luſtig,
kaufmänniſcher Sachverſtändiger und Bücherreviſor.
Baumgartens Verlagsbuchhandlung, Saarbrücken 3; Pr.
1.50 Mark.) Dritte Auflage. Für die Beliebtheit des
vor=
liegenden Büchleins ſpricht die Notwendigkeit der
Her=
ausgabe einer dritten unveränderten Auflage. Das
Buch=
lein hält das, was der Titel verſpricht. Es iſt aus der
Praxis heraus von einem gründlichen Kenner des
Ma=
terials in kurzer und doch klarer Weiſe für die Bedürfniſſe
des Handel= und Gewerbetreibenden geſchrieben.
*Neu erſchienene Broſchüren: Mitteilungen
des Deutſch=Argentiniſchen Zentralverbandes zur
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ung wirtſchaftlicher Intereſſen. September 1912. Das
argentiniſche und fremde Geſchäftsleben in Buenos Aires
in ſeinen Beziehungen zum deutſchen Export. Von Guſt.
Niederlein. Deutſch=Argentiniſcher Zentralverband,
Ber=
lin W. 35. — Grundbeſitz und Realkredit. Eine Auswahl
von Aufſätzen. Selbſtverlag des Verbandes zum Schutze
des deutſchen Grundbeſitzes und Realkredits. E. V.
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lin W., Taubenſtraße 44/45. — Probleme unſerer Zeit.
Beiträge zur Geſchichte der Gegenwart. Herausgegeben
von F. W. Schroeter. 1912, Nr. 3: Sexuelle Verbrechen
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Verlag, Aktiengeſellſchaft in Berlin O. 27.) — Der
augen=
blickliche Stand der Arztfrage. Zuſammengeſtellt aus
Vorträgen, gehalten in der Jahresverſammlung des
Süd=
deutſchen Betriebskrankenkaſſenſchutzverbandes in
Mün=
chen am 20. Mai 1912 und des Verbandes zur Wahrung
der Intereſſen der Betriebskrankenkaſſen für
Südweſt=
deutſchland in Wiesbaden am 30. Juni 1912.
Herausge=
geben von der Geſchäftsſtelle des Verbandes. 1912. Druck
von C. W. Haarfeld in Eſſen (Ruhr).
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