Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditionen. —
Be=
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Vorlage betreffend die Gehalts= und
Lohn=
verhältniſſe des ſtädtiſchen Beamten=,
Gehilfen= und Aobeiterperſonals wurde
geſtern von der Stadtverordneten=Verſammlung
ange=
nommen.
Das rumäniſche Parlament iſt aufgelöſt
worden.
Der Vizepräſident der Vereinigten
Staa=
ten Sherman iſt geſtorben.
Das neue und größte amerikaniſche
Panzer=
ſchiff „New=York” iſt in Brooklyn in Gegenwart
des Präſidenten Taft vom Stapel gelaufen.
In einem Waiſenhauſe zu St. Antonio (Texas)
brach Feuer aus, bei dem fünf Nonnen und zwei
Kinder ums Leben kamen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die Präſidentenwahl in Nordamerika.
*⁎* Am nächſten Dienstag findet in den
Ver=
einigten Staaten die Wahl des Präſidenten
ſtatt, die nach der Verfaſſung an dem auf den erſten
Mon=
tag im November folgenden Dienstag alle vier Jahre
vorzunehmen iſt. Zunächſt werden freilich nur in den
ein=
zelnen Staaten die Wahlmänner gewählt, die erſt ſpäter,
und zwar am zweiten Montag im Januar,
zuſammen=
etreten, um ihre Stimmen abzugeben. Am erſten Mittwoch
im Februar ſtellt dann der Präſident des Senats in
öffentlicher Sitzung beider Häuſer des Kongreſſes feſt,
auf wen die Mehrzahl der abgegebenen Stimmen gefallen
eiſt. Sollte ſich hierbei ergeben, daß keiner der
Kandida=
ten die abſolute Mehrheit erhalten hat, ſo wählt das
Re=
präſentantenhaus den Präſidenten aus den Kandidaten,
ewelche die höchſte Stimmenzahl auf ſich vereinigt haben,
und in gleichem Falle, ſteht dem Senate die Wahl des
„Vizepräſidenten zu.
Unter normalen Verhältniſſen iſt der künftige
Präſi=
dent ſchon aus dem Ergebniſſe der Wahl der Wahlmänner
zu erkennen, da dieſe im allgemeinen mit gebundener
Marſchroute verſehen ſind. An dem bewußten Dienstag=
Abend im November wußte man immer ganz genau, wer
im März des folgenden Jahres in das Weiße Haus
ein=
ziehen würde, denn es gibt ja in der Union nur zwei
ernſthaft in Frage kommende Parteien, die Republikaner
und die Demokraten, und beide hatten bisher nur je einen
Kandidaten aufgeſtellt. Die Sozialiſten haben zwar eine
ſtets wachſende Stimmenzahl zu verzeichnen, gber cfi
einen Erfolg können ſie noch nicht denken. In dieſem
Jahre kann es ſich nun ereignen, daß man am nächſten
Dienstag=Abend über den Ausgang der Wahl noch im
Unklaren iſt, und daß ſich bei der demnächſtigen
Feſt=
ſtellung des Reſultats durch den Senatspräſidenten für
keinen der Kandidaten eine abſolute Mehrheit ergibt, ſo
daß der Kongreß in Funktion zu treten hat. Denn es
ſtehen ſich bekanntlich drei Anwärter auf die
Präſident=
ſchaft gegenüber: der Republikaner Taft, der
Demo=
krat Wilſon und Rooſevelt, der ſich bisher zu den
Republikanern zählte, aber eine eigene Partei gegründet
hat. Nach allgemeiner Anſicht hat Taft die wenigſten
Chancen, Favorit iſt dagegen der demokratiſche Dr.
Wil=
ſon, während über die Ausſichten Rooſevelts die
Meinun=
gen weit auseinandergehen. Deſſen Kandidatur macht
die diesmaligen Wahlen ganz beſonders intereſſant, und
mit um ſo größerer Spannung ſieht alles dem Ausgange
dieſes Wahlkampfes entgegen, bei dem Rooſevelt um ein
Haar auf der Strecke geblieben wäre.
Bei aller Siegeszuverſicht der Demokraten ſind
Ueber=
raſchungen keineswegs ausgeſchloſſen, da die alte Liebe
des Gros der Amerikaner für ihren Teddy noch nicht
ge=
roſtet iſt. Freilich hätte er nur dann Ausſicht, wenn er
bei der Abſtimmung der Wahlmänner die abſolute
Mehr=
heit erhält; muß das Repräſentantenhaus die Entſcheidung
herbeiführen, ſo hält man Wilſons Wahl für ſicher, da
dieſer dort die Mehrheit hat. Bei den in den letzten
Jah=
ren ſtattgehabten Gouverneur=, Staats= und
Kongreß=
wahlen hat ſich ja ein ganz erhebliches Anwachſen der
demokratiſchen Stimmen gezeigt, was auch bei den vor
einigen Wochen im Staate Vermont vorgenommenen
Wahlen der Fall war, die als politiſcher Barometer für
Die Stimmung im Lande angeſehen werden. Der republi=
kaniſche Kandidat für den Gouverneurspoſten erhielt nicht
die Majorität, was ſeit Jahren nicht mehr vorgekommen
war. Aber auch die Rooſevelt=Partei vereinigte eine
er=
hebliche Stimmenzahl auf ſich, ſo daß man wirklich
ge=
ſpannt ſein kann, welche Erfolge ſie am Dienstag erzielt.
Die engliſchedeutſche
Verſtändigungs=
konferenz
wurde in der Guildhall zu London am Mittwoch vom
Lordmayor eröffnet.
Der Lordmayor wies auf den 3 weck der
Kon=
ferenz hin und drückte ſeine Ueberzeugung aus daß
ein Krieg zwiſchen den beiden blutsverwandten Völkern
unmöglich ſei. Sodann übernahm Sir Frank Lascelles
den Vorſitz. Er begrüßte die deutſchen
Mitglie=
der und dankte dem Lordmayor für die Erlaubnis daß
die Konferenz in der Guildhall tagen dürfe, ſowie für die
Förderung der Verſtändigungsbewegung und führte dann
aus, man dürfe von der Konferenz nicht zu viel erwarten,
doch könne ſie dazu beitragen, Mißverſtändniſſe
zu beſeitigen, die die wirklichen Urſachen des
be=
ſtehenden Mißtrauens ſeien. Man müſſe ſich die
Ver=
ſchiedenheiten beider Nationen klar machen, um die
Miß=
verſtändniſſe zu entfernen. Die Unterſchiede
beſtän=
den in den Regierungsformen, den Erziehungsmethoden
und in der allgemeinen Anſchauungswelſe beider Völker.
Sie ſeien jedoch nicht unvereinbar mit gegenſeitiger
Ach=
tung und Vertrauen. Graf Leyden antwortete im
Namen der deutſchen Delegierten, Dr. Ernſt Schuſter
begrüßte die Konferenz im Auſtrage der deutſchen
Ko=
lonie. Alsdann ſprachen Profeſſor Karl Rathgen und
Sir Charles Macara über „Wettbewerb im
wirtſchaft=
lichen Gebiet”.
Profeſſor Rathgen betonte, das wirtſchaftliche
Wachstum Deutſchlands ſei die natürliche
Folge der Volksvermehrung. Die Zunahme der deutſchen
Ausfuhr ſei abſolut notwendig, um die wachſende
Be=
völkerung zu ernähren. England und
Deutſch=
land begegneten einander in dem gemeinſamen
Inter=
eſſe, daß die ganze Welt wirtſchaftlichen Unternehmungen
erſchloſſen werde. Der Vortrag Sir Maegras, der
wegen Abweſenheit des Verfaſſers verleſen wurde,
be=
tonte, daß England ſtets die Politik der offenen Tür
ver=
folgte. Die Rivalität zwiſchen den Nationen brauche nicht
größer zu ſein, als die Konkurrenz zwiſchen Individuen.
Der Vorſtand der Gilde der Goldſchmiede gab der
Konferenz zu Ehren ein Frühſtück in Goldſmiths Hall. —
Am Nachmittag wurden die Verhandlungen wieder
aufge=
nommen. Verhandlungsgsgenſtand bildete die Preſſe.
Vorträge wurden gehalten von Alfred Spencer,
Heraus=
geber der Weſtminſter Gazette Profeſſor Dr
Mendels=
ſohn=Bartholdy (Würzburg), Philipps, Herausgeber der
Yorkſhire=Poſt und Dr. Trefz (Hamburg). In der
Dis=
kuſſion trat Dr. Guttmann, der Vertreter der Frankfurter
Zeitung, den unberechtigten Vorwürfen gegen die Preſſe
entgegen.
Das Daily Chronicle ſchreibt: Die engliſch=deutſche
Verſtändigungskonferenz, die in der Guildhall tagte, war
in ihrer Art ein ſchöner Erfolg. Und obwohl der Nutzen
ſolcher Verſammlungen beſchränkt iſt und inſofern
irre=
führen mögen, als ſie der öffentlichen Meinung und der
Preſſe eine entſcheidende Rolle zuſchreiben, die tatſächlich
der Diplomatie vorbehalten iſt, ſo kann die Diplomatie
nicht umhin, darauf eine gewiſſe Rückſicht zu nehmen. Das
liberale Blatt greift nochmals auf die neuliche Rede des
Lord Roberts zurück und geht auf den Artikel der Flotte,
des Organs des Deutſchen Flottenvereins ein, der eine
Annäherung zwiſchen Deutſchland und England
befür=
wortet und begrüßt dieſen Artikel, mit dem es ſich in der
Hauptſache einverſtanden erklärt, und fährt fort: Eine
direkte Annäherung zwiſchen der Diplomatie der beiden
Länder iſt das Ziel, das jetzt, und zwar ſofort, zu
er=
ſtreben iſt. Und während ſie ohne Präfudiz und ohne
Loyalität gegen den Dreibund und die Tripleentente ſein
muß, ſollte ſie aus Rückſicht auf ſie nicht aufgeſchoben
werden. Die Freundſchaft, die zwiſchen Frankreich und
Italien und zwiſchen Rußland und Deutſchland beſteht.
ſollte auch zwiſchen Deutſchland und England hergeſtellt
werden können, und ſie würde nicht nur für die beiden
Länder ſelbſt, ſondern auch für die Freunde und
Verbün=
deten beider erwünſcht ſein. Laßt uns hoffen, daß dieſes
Werk, das wichtigſte für die Zukunft Eurovas, von der
europäiſchen Diplomatie mitten in den Balkanwirren
nicht vergeſſen wird. — Auch Daily News und Daily
Graphic veröffentlichen Sympathieartikel.
Deutſches Reich.
Eine bevorſtehende Regelung der
Hausarbeit in der Zigarrenfabrikation.
Wie Berliner Blätter melden, wird der Bundesrat
dem=
nächſt eine Verordnung erlaſſen, welche die Herſtellung
von Zigarren in der Hausarbeit regelt. Die Verordnung
dürfte alle die Beſtimmungen vorſchreiben, welche in dem
Entwurf eines Geſetzes betreffend die Herſtellung von
Zigarren in der Hausarbeit vom Jahre 1907 — der be=
kanntlich nicht verabſchiedet wurde — enthalten waren
und nicht inzwiſchen durch das Hausarbeitsgeſetz
allge=
mein eingeführt ſind. Durch das Hausarbeitsgeſetz, das
am 1. April d. J. in Kraft getreten iſt, iſt dem
Bundes=
rat die Ermächtigung erteilt, an einzelne Arten von
Werk=
ſtätten und Lagerräumen beſondere Anforderungen zu
ſtel=
len und die Verrichtung von Arbeiten, die mit Gefahren
für Leben, Geſundheit und Sittlichkeit der Hausarbeiter
oder für die öffentliche Geſundheit verbunden ſind, zu
verbieten. Von dieſer Vollmacht wird der Bundesrat jetzt
Gebrauch machen, indem er die Vorſchriften der Vorlage
von 1907 in geſundheitlicher Beziehung für die
Zigarren=
hausarbeit in Geltung ſetzt.
— Der Kampf um den 1. Berliner
Wahl=
kreis. Im erſten Berliner Reichstagswahlkreis, wo Dr.
Kaempf, der bisherige Reichstagspräſident, ſein Mandat
niedergelegt hat und ſich einer Neuwahl unterzieht, hat
nun auch das Zentrum nach dem konſervativen Vorgehen
eine Sonderkandidatur aufgeſtellt, und zwar in der
Per=
ſon des Herrn Matthias Erzberger. Auch dieſe
Kandida=
tur hat nur den Erfolg, die Wahl Kaempfs zu
verhin=
dern und der Sozialdemokratie Zutreiberdienſte zu leiſten.
Wie verlautet, haben die Demokraten die Kandidatur
Gaedkes zurückgezogen.
Prozeß Koſtewitſch. Die
Hauptverhand=
lung gegen den der Spionage beſchuldigten ruſſiſchen
Hauptmann Koſtewitſch ſoll, wie man aus Leipzig
mel=
det, auf den 14. November angeſetzt worden ſein. Die
Verhandlung findet nicht vor dem Reichsgericht, ſondern
vor dem Landgericht Berlin I ſtatt. Bekanntlich zieht das
Reichsgericht bei Verrat militäriſcher Geheimniſſe in
ge=
wiſſen milderen Fällen, in denen nur auf Gefängnis bezw.
Feſtungshaft erkannt werden kann, die Zuſtändigkeit der
Strafkammer vor. Das Verfahren gegen den
Oberleut=
nant Nikolski iſt inzwiſchen eingeſtellt worden.
— Große Bevölkerungszunahme kein
Segen! In der Eröffnungsſitzung des diesjährigen
Winterkurſus für ſtaatswiſſenſchaftliche Fortbildung in
Berlin, behandelte das bekannte Mitglied des preußiſchen
Kultusminiſteriums, Geheimerat Elſter, das
Bevölke=
rungsproblem unter beſonderer Berückſichtigung des
Ge=
burtenrückganges in Deutſchland. Er betonte, daß
her=
vorragende Volkswirtſchaftler eine ſtändige große
Bevöl=
kerungszunahme nicht immer als einen Segen für die Nation
angeſehen haben. Mit dem Dogma des Segens der
gro=
ßen Kinderſchar müßte ein wenig gebrochen und lieber
dafür geſorgt werden, daß eine kleinere Schar in geiſtiger,
ſittlicher und körperlicher Hinſicht beſſer erzogen werde.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Oppoſition. Das
un=
gariſche Abgeordnetenhaus war während der Sitzung am
Mittwoch von Militär umringt, das verhindern ſollte,
daß die 58 Abgeordneten, die in der letzten Sitzung vom
17. September wegen Ruheſtörungen aus dem Parlament
ausgeſchloſſen wurden, in des Haus eindringen könnten.
Die Mitglieder der Oppoſition, welche die Gültigkeit des
Ausſchließungsbeſchluſſes nicht anerkennen, erſchienen in
geſchloſſener Gruppe vor dem Parlament. Als man nur
jene einlaſſen wollte, die nicht ausgeſchloſſen ſind, zogen
alle unter Einſpruchsrufen ab. Einzelne Abgeordnete
riefen dabei: Hoch die Republik! In der Sitzung ſelbſt
war von der Oppoſition nur Graf Andraſſy zugegen.
Nachdem das Handſchreiben über die Einberufung der
Delegationen verleſen worden war, meldete der Präſident
Graf Tisza, daß der Abgeordnete Kamerer einen
An=
trag auf Schaffung einer neuen Hausordnung
unter=
breitet habe, und ſchlug vor, den Antrag ſchon
nachmit=
tags zu verhandeln. Gegen dieſen Antrag wandte ſich
Graf Andraſſy, der in einer einſtündigen Rede die
Unge=
ſetzlichkeit der gegen die Oppoſition angewandten
Maß=
regeln zu beweiſen ſuchte. Die Rede Andraſſys klang
auffallend friedlich aus. Andraſſy ließ ſogar die bekannte
Forderung der Oppoſition nach dem Rücktritt des
Mini=
ſterpräſidenten Lukacs fallen und erklärte, daß die
Re=
gierung bleiben könne, ſofern Bürgſchaften dafür geboten
würden, daß die Vergewaltigung der Minderheit ſich nicht
wiederholen wird. Dagegen klang die Antwort Tiszas
ſchroff ablehnend. Schon ſeine erſten Sätze ſchnitten die
Friedensbemühungen ſo ſcharf entzwei, daß Graf
An=
draſſy den Saal verließ. Später führte dann Tisza aus,
daß der im Sommer begonnene Kampf nicht abgebrochen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Nummer 258.
werden dürfe, bevor die Herrſchaft der Mehrheit dauernd
gefeſtigt und die Durchführung ihres Willens endgültig
geſichert ſei. Schließlich erklärte Herr v. Lukacs, daß er
nicht daran denke, ſeinen Platz zu verlaſſen,
England.
Homerule. Im Verlauf der Diskuſſion über die
Klauſel in der Homerule=Bill betreffend die Errichtung
eines iriſchen Senats kündigte Premierminiſter Asquith
im Unterhauſe bedeutende Aenderungen an dem
urſprüng=
lichen Vorſchlag an. Nach der Bill ſoll der Senat aus
40 Mitgliedern beſtehen, die von der Reichsregierung
er=
nannt werden. Etwa eintretende Vakanzen ſollen von der
iriſchen Regierung beſetzt werden. Jetzt ſchlug Asquith
vor, etwa eintretende Vakanzen durch Wahl nach dem
Prinzip des Proportionalwahlrechts auszufüllen. Die
Debatte wurde vertagt, um dem Haus Zeit zu geben, den
neuen Vorſchlag zu erwägen.
Rumänien.
Die außerordentliche
Parlamentsſeſ=
ſion iſt am Mittwoch eröffnet worden.
Miniſterpräſi=
dent Majoresco verlas die Thronrede, die beſagt, daß
im Hinblick auf die gegenwärtigen Umſtände ein Appell
an das Land notwendig ſei. Die Kammern ſeien zur
Entgegennahme der Mitteilung einberufen, daß die
Auf=
löſung beſchloſſen iſt. Die Senatoren begaben ſich hierauf
in den Beratungsſaal. Der Miniſterpräſident verlas
zu=
nächſt in der Kammer, hierauf im Senat die Liſte des
neuen Kabinetts und den Erlaß, durch den das Parlament
für aufgelöſt erklärt und die Neuwahlen angeordnet
wer=
den. Die Wähler von Dobrudſcha werden gemäß des
neuen Geſetzes, welches ihnen das Wahlrecht zuerkennt,
zum erſten Male an den Wahlen teilnehmen.
Rußland.
Die Dumawahlen. Die Reichsdumawahlen
zweiten Grades ſind in ſämtlichen Gouvernements des
europäiſchen Rußland beendet. Gewählt wurden 5012
Wahlmänner, davon 2542 Nationaliſten, 130 gemäßigte
Rechte, 247 ruſſiſche Nationaliſten, 58 unabhängige
Natio=
naliſten, 508 Oktobriſten und Progreſſiſten, 424 Kadetten
und 343 Wilde. Die anderen politiſchen Gruppen ſind
nur ſchwach repräſentiert. Die Vertreter jeder dieſer
Grup=
pen ſtellen höchſtens ein Prozent der Geſamtzahl der
Wahlmänner dar. Die Rechte erzielte die Majorität in
zwanzig Gouvernements; die Nationaliſten und
Oppo=
ſitionellen hatten in je acht Gouvernements eine
Majori=
tät. In fünfzehn Gouvernements hängt der
Wahlaus=
gang von den Oktobriſten ab. In Sibirien, dem
Kau=
kaſus und in Polen gehört die Majorität wie früher den
Oppoſitionsparteien, deren Vertreter in der Mehrzahl
einheimiſche Nationaliſten ſind.
Türkei.
Der neue Großweſir Kiamil=Paſcha iſt,
wie ſein Vorgänger, hochbetagt. Er ſteht bereits im
85. Lebensjahr, gilt aber wegen ſeiner europäiſchen
Bil=
dung und diplomatiſchen Erfahrung als der bedeutendſte
Staatsmann der Türkei. Schon dreimal hat er das
Groß=
weſirat innegehabt, 1891, 1895 und 1908—1909. Das
erſte=
mal wurde er wegen ſeines Reformprojekts vom Sultan
Abdul Hamid in Ungnaden entlaſſen und in ſeinem Hauſe
als Staatsgefangener behandelt. Das zweitemal brachten
ihn die antitürkiſchen Kundgebungen der Armenier an die
Spitze des Miniſteriums als Nachfolger des Großweſirs
Kutſchik Said=Paſcha. Doch die Einſetzung einer
Kontroll=
kommiſſion in den armeniſchen Angelegenheiten brachte
ihn in den Verdacht, ein Verſchwörer gegen den Sultan
zu ſein, ſo daß er geſtürzt und nach Aleppo in die
Ver=
bannung geſchickt wurde. Von hier wurde er durch die
Intervention der europäiſchen Diplomaten wieder befreit
und als Wali nach Smyrna berufen. Im Jahre 1907
mußte er ſich, um ſeiner abermaligen Verbannung nach
Rhodus zu entgehen, in das engliſche Generalkonſulat
flüchten und in das Privatleben zurückziehen. Das dritte
mal wurde er im Auguſt 1908 zum Großweſir ernannt,
um mit Oeſterreich=Ungarn die Auseinanderſetzung über
die Annexion Bosniens herbeizuführen. Darauf mußte
er ſchon nach einer halbjährigen Wirkſamkeit im Februar
1909 zurücktreten. Bei der Neubildung des türkiſchen
Kabinetts in dieſem letzten Jahre unterblieb ſeine
Er=
nennung zum Großweſir, wohl auf ſeinen eigenen Wunſch.
Er begnügte ſich mit der Stellung des Präſidenten des
Staatsrats, der als Miniſter ohne Portefeuille den
größ=
ten Einfluß auf die Entſchließungen des Kabinetts Ghazi
Mukthar=Paſcha hatte. Wenn er jetzt zum viertenmal an
die Spitze des Großweſirats tritt, ſo bedeutet dies
zwei=
fellos einen Syſtemwechſel der türkiſchen Politik, bei der
nicht zu überſehen iſt, daß Kiamil=Paſcha von jeher als
ein beſonderer Freund Englands gegolten hat.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. November.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Charakter als Leutnant dem Kreis=
Ober=
wachtmeiſter Anton Engel im Großh. Gendarmerie=
Korps zu ſeinem Ausſcheiden am 31. Oktober d. J., das
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
Ver=
dienſte‟ dem überzähl. Sergeant Schulze, ſeither Hoboiſt
im Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116 zu ſeinem Ausſcheiden und dem
Unterzahl=
meiſter Stein im Füſilier=Regiment von Gersdorff (
Kur=
heſſ.) Nr. 80, ſeither im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Privatdozenten Dr. Auguſt Brüning in
Gießen zum außerordentlichen Profeſſor bei der
medi=
ziniſchen Fakultät der Landesuniverſität in Gießen, den
Privatdozenten an der Techniſchen Hochſchule in
Darm=
ſtadt Profeſſor und Bergrat Dr. Guſtav Klemm in
Darmſtadt zum außerordentlichen Profeſſor und den
Kreisarzt bei dem Kreisgeſundheitsamte Lauterbach
Medizinalrat Dr. Otto Heinricy zum Kreisarzte bei
dem Kreisgeſundheitsamte Bingen.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bureauvorſteher Fauſt zu
Bad Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und
König von Preußen verliehenen Königlichen Kronen=
Ordens 4. Klaſſe erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Lehrer an der
Landes=
baugewerkſchule Profeſſor Karl Eſſelborn zu
Darm=
ſtadt auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen und treuen Dienſte.
* Militärdienſtnachrichten. v. Henning auf
Schönhoff, Hauptm. und Battr.=Chef im 2. Großh.
Heſſ. Feld=Art.=Regt. Nr. 61, unter Ueberweiſung zum
Großen Generalſtabe, in den Generalſtab der Armee,
Schultze, Hauptm. und Adjutant der 15. Feld=Art.=
Brig., als Battr.=Chef in das 2. Großh. Heſſ. Feld=Art.=
Regt. Nr. 61 verſetzt.
g. Kriegsgericht. Der Kaufmann und Schauſteller
Hermann Herz aus Wiesbaden, jetzt beim Infanterie=
Regiment Nr. 117, hatte ſich geſtern unter der Anklage
des Betrugs in fünf Fällen vor dem Kriegsgericht der
25. Diviſion zu verantworten. Der Angeklagte war im
Frühjahr 1911 vor ſeinem Dienſteintritt bei dem
Kauf=
mann Mainzer in Heppenheim als Dekorateur beſchäftigt
und wurde wegen Krankheit entlaſſen. Nach ſeiner
Ent=
laſſung verklagte er die Firma auf 216 Mark, man einigte
ſich jedoch vor dem Amtsgericht Lorſch auf 65 Mark. Die
nun folgende Zeit benutzte Herz dazu, ſich das Geld zu
ſeinem Lebensunterhalte durch die verſchiedenſten
Schwin=
deleien zu verſchaffen. Zu dem Zahnarzt Weinſtock kam
er mit der Angabe, er habe in Frankfurt in einem
Lokal ein Loch ins Billard geſtoßen. Er ſei deshalb auf
Zahlung verklagt worden. Durch dieſe Angaben ließ ſich
W. bewegen, dem Angeklagten 20 Mark zu borgen. Dem
Kaufmann Nack erzählte er, er habe auf der Ober=
Ham=
bacher Kirchweih ſein Portemonnaie mit 100 Mark
ver=
loren und er ſei in großer Verlegenheit. Auch Nack lieh
ihm 40 Mark. Den Friſeur Hildebrand veranlaßte er
durch die Angabe, er habe von der Firma M. noch 200 M.
zu erhalten, zur Weitergewährung von Kredit und zur
Hergabe eines baren Darlehens von 5 Mark. Auch
ſpie=
gelte er hier vor, er habe ein Telegramm erhalten, dem=
zufolge er eine Erbſchaft von 20000 Mark zu erwarten
habe. In einem weiteren Fall gab ihm der
Schuhmacher=
meiſter Goldblum ein Paar Schuhe auf Kredit. Auch
ſei=
ner Logiswirtin ſchuldete er eine größere Summe. In
den beiden letzten Fällen erachtete der Anklagevertreter
den Beweis des Betrugs für nicht erwieſen und
bean=
tragte in dieſem Falle Freiſprechung. Der Angeklagte
leugnet in allen Fällen, daß er die Abſicht des Betrugs
gehabt habe. Alle von ihm gemachten Angaben ſeien
wahr geweſen. Die erlangten Beträge ſind bis auf den
Betrag bei Weinſtock, der bis auf 5 Mark zurückgezahlt
wurde, bis jetzt noch nicht erſtattet. Das Gericht
verur=
teilte den Angeklagten wegen Betrugs in drei Fällen
zu einem Monat Gefängnis.
g. Strafkammer. Wegen ſchweren Diebſtahls bezw.
Hehlerei hatten ſich geſtern vor der Strafkammer zu
ver=
antworten der 25jährige Hausburſche Adolf Liebel von
hier, der 33jährige Schloſſer Peter Kilb von Ober=
Ros=
bach und der 31jährige Taglöhner Philipp Reitz von
hier. Der Angeklagte Liebel war früher bei einem
Bäcker=
meiſter am Marienplatz beſchäftigt. Er kannte alſo die
Ortsverhältniſſe genau. Im September ſtieg er mit dem
Angeklagten Kilb zur Nachtzeit in das Grundſtück ein und
entwendete zwei Fahrräder. Das eine Fahrrad verkauften
ſie in Mainz, während ſie das zweite in den Rhein warfen,
da ſie das am Rade befeſtigte Geſchäftsſchild nicht
ent=
fernen konnten. In Weiterſtadt verkaufte der Kilb dem
dort beſchäftigten Reitz einen Schloſſeranzug, der ſich ſpäter
auch als geſtohlen herausſtellte. Da Reitz auch dem
nach=
forſchenden Beamten den Beſitz des Anzuges verſchwieg,
muß angenommen werden, daß er zum mindeſten gewußt
haben muß, daß der Anzug nicht auf ordnungsmäßige Art
in den Beſitz des Kilb gekommen iſt. Er wurde deshalb
wegen Hehlerei zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt.
Kilb behauptete, er habe den Anzug von einem
Unbekann=
ten erworben. Da das Gegenteil ihm nicht bewieſen
werden konnte, verurteilte ihn das Gericht nur wegen
Hehlerei und wegen der Beteiligung an dem ſchweren
Diebſtahl zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, der
Angeklagte Liebel wurde wegen Rückfallsdiebſtahls zu
2 Jahren Zuchthaus, abzüglich 1 Monat der
Unter=
ſuchungshaft, verurteilt. Liebel und Kilb wurden die
bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren
ab=
erkannt.
* Parlamentariſches. In der geſtrigen Notiz über
den Zuſammentritt der beiden Kammern der
Land=
ſtände muß es heißen, daß dieſer noch in der erſten Hälfte
des Dezember erfolgt und nicht im November.
— Stadtkapelle. In der neuen Orgel, die von der
Firma Sauer in Frankfurt a. O. erbaut und in den
letzten Wochen aufgeſtellt worden iſt, hat die
Stadt=
kapelle ein mit modernen Einrichtungen reichlich
aus=
geſtattetes, wohlgelungenes Werk erhalten, das trefflich
geeignet iſt, in den Gottesdienſten der Gemeinde, wie
bei Trauungen die Feierſtimmung und Erbauung zu
erhöhen. Insbeſondere ſind es die zarten Stimmen, an
deren innigen, ſeelenvollen Klängen Ohr und Herz ſich
erquicken. Die Einweihung der Orgel wird mit
der Reformationsfeier am nächſten Sonntag
ver=
bunden. Dabei wird Organiſt Borngäſſer
Gelegen=
heit haben, das Werk vorzuführen während der Liturgie
mit dem Vortrage der Sonate Nr. 6 über den Choral;
„Vater unſer im Himmelreich” (Felix Mendelsſohn=
Bartholdy) und nach dem Gottesdienſt mit einer C-moll=
Fuge von J. S. Bach. Die Feier, die durch zwei Chöre
des Gemeindegeſangvereins noch bereichert wird, bes
ginnt um 10 Uhr.
— Lutherfeſtſpiel. Es iſt im Publikum die irrs
tümliche Anſicht verbreitet, daß die nächſten
Sonntag=
nachmittag 4 Uhr ſtattfindende Aufführung nur fürt
Auswärtige beſtimmt ſei. Dem iſt nicht ſo; denn es
ſind dabei auch alle Darmſtädter willkommen, die ſich
das Feſtſpiel gern anſehen möchten, denen aber die)
Abendvorſtellungen wegen ihres ſpäten Ausgangs uns
bequem ſind. Es empfiehlt ſich jedoch für alle, daß ſie
jetzt ſchon für Karten ſorgen.
* Jubiläums=Kalender des Deutſchen
Frauen=
vereins vom Roten Kreuz für die Kolonien. Der
Deutſche Frauenverein vom Roten Kreuz für die
Kolonien feiert 1913 ſein 25 jähriges Beſtehen.
Während=
dieſer 25 Jahre — einer bedeutſamen Spanne Zeit in
der Entwicklungsgeſchichte eines Vereins — hat er ſich
der Pflege der Kranken und Verwundeten, der Fürſorge
der Frauen und Kinder, der Förderung von Wohlfahrts=
und Geſundheitspflege und Linderung der Not unter
der Bevölkerung in unſeren Kolonien ohne Anſehen des
Religionsbekenntniſſes gewidmet und ſeine Beſtrebungen
haben überall den größten Anklang gefunden, ſo daß er
heute unter dem Protektorat der Kaiſerin mit 18000
Mit=
gliedern und über 100 Abteilungen durch das ganze
Im belagerten Skutari.
*⁎* Nach unſäglichen Mühen iſt es dem
Kriegs=
berichterſtatter des Journal André Tudesco gelungen, auf
unwegſamen Gebirgspfaden der Wachſamkeit der
Ver=
poſten zu entgehen und in das hart belagerte
Sku=
tari einzudringen. Die Nacht brach ſchon herein, als er
die Stadt mit den engen Straßen erreichte. Einſamkeit
auf allen Gaſſen. Die Türen verrammelt, vor den
Pfor=
ten Ketten. Nur hin und wieder findet man ein Tor
ge=
öffnet, aber wenn man in den Bogengang tritt und einen
Blick auf den gepflaſterten Hof wirft, dann ſieht man ſchon
den Poſten, das Gewehr im Anſchlag: einen Schritt
wei=
ter und die Feder des Hahnes ſchnappt. Eine
beängſti=
gende lähmende Stille liegt rings über dieſer Totenſtadt.
Wenn plötzlich ein Hund aufheult, zuckt man zuſammen
und lauſcht, wie der Klang ſich ſeltſam an Mauern und
Hängen bricht. Nur wenn man an die Häuſer
heran=
ſchleicht, ein nicht verhängtes Fenſter entdeckt und durch
die kleine Luke in das Innere ſchaut, gewahrt man die
ge=
dämpften Zeichen des Lebens. An der Zimmerdecke
huſcht das Licht eines flackernden Lämpchens hin und her,
irgend ein Vorhang bewegt ſich, ein Schatten gleitet
vor=
über: und wieder iſt es totenſtill.
Und ſo ſchlummert Skutari einen hoffnungsloſen Schlaf
inmitten ſeiner beiden hohen Feſten, inmitten Taraboſch
und Tepe. Dort liegen ſie vor uns mit ihren gewaltigen
Wällen, ihren Schutzwehren, ihren Böſchungen und
Gegenböſchungen, hinter denen 60 Geſchütze lauern: zwei
wirkliche moderne Forts. Und jeder erzählt es einem, vor
zwei Jahren ließ ſie ein Meiſter des Feſtungsbaues, der
Deutſche v. d. Goltz, nach allen Regeln moderner
Kriegs=
kunſt erbauen. Aber wenn man die Zugbrücke
über=
ſchreitet, dann iſt das Bild mit einem Zauberſchlag
ver=
wandelt, dann ſieht das Auge nur noch die Unordnung,
ein Umherirren von Gruppen, ein Chaos umliegender
Dinge, Orient, reiner Orient. Und man muß faſt an eine
mittelalterliche Burg denken. Gegen 15000 Soldaten
bil=
iden die Beſatzung. Vom „Nizam” aus Konſtantinopel,
lvom albaniſchen Baſchibozuk bis hinab zum Neger aus
Kleinaſien: alle Stämme des Islam ſcheinen hier in
bun=
ker Zuſammenhäufung vertreten. Tapfer ſind dieſe Sol=
daten, furchtlos und von einer Grauſamkeit, die faſt ſchon
wieder Größe wird. Der Krieg iſt ihnen
Lebensgewohn=
heit, Lebensinhalt und auch Lebensſchickſal. Der Mut iſt
ihnen Natur gleich wie die Verachtung des Todes. Aber
nirgends waltet Begeiſterung, kein Lachen erklingt, keine
Freude entfaltet ſich. Sie hocken oder ſie liegen umher,
Menſchen, die ihre Ruhepauſe ausnutzen, um eintönig
den Roſenkranz oder die Gebetskette durch die Finger
gleiten zu laſſen. Oder ſie betrachten einen Stein, eine
Blume, ein geleertes Glas. Reſignation herrſcht überall
und eine dumpfe Melancholie, hinter der bange Erregung
zittert, durchwandelt die Stätte. Am Tage erſteht dann
eine Aufgabe, ein Problem, das gelöſt werden ſoll: man
will, man muß etwas eſſen. Alle Straßen nach Skutari
ſind abgeſchnitten, eine Woche iſt vergangen, ſeitdem der
letzte Transport in die belagerte Stadt kam. Der
Tele=
graph iſt zerſtört, die Brücken ſtürzten unter Artſchlägen
zuſammen, und jetzt umgürten Geſchütze und Dynamit
Skutari mit einem furchtbaren Gürtel bitterſter Not. Am
Seerand, kaum hundert Meter vom Ufer, walten Greiſe
als Fiſcher, werfen die Netze aus, machen ſchöne Beute:
aber was bedeuten dieſe paar Fiſche für eine Stadt und
für tauſende von Soldaten, die leben ſollen? Ueberall
fehlen die Nahrungsmittel. Unſer Brot iſt nur noch eine
undefinierbare Maſſe aus Mehlreſten, Reis und vielleicht
ein wenig Roggen, das Fleiſch iſt eine Seltenheit,
uner=
ſchwinglich teuer, ein Huhn nicht zu bezahlen. Man hält
ſich an Zuckerwaren und an Eingemachtes, von denen jedes
Haus ſeine Vorräte hat. Und in der Küche wärmt man
ſich. Zum Feueranzünden iſt alles gut genug, die
Holz=
baluſtraden vom Hauſe, die Pfähle des Gartenzaunes.
Myrthen= und Zitronenbäume werden gefällt, um als
Brennholz zu dienen. Und wie ernähren ſich nun die
Truppen? Undurchdringliches Geheimnis. Die Herden
von Hämmeln und Ochſen, die man in den erſten Tagen
in aller Haſt aus der Umgebung herbeitrieb, ſind bis auf
die Knochen abgenagt. In zwölf Stunden erobert der
Soldat nur eine Mahlzeit eine Mahlzeit, die da heißt:
Waſſer und ein wenig Reis Hin und wieder ſchafft ein
glücklicher Zwiſchenfall Erleichterung. Draußen auf dem
See dampfen kleine Barken oder Boote einher, mit
Ma=
ſchinengewehren ausgerüſtet ſuchen ſie die nahen Ufer ab.
Manchmal gelingt es ihnen, ein paas Hammel, ein vaar.
Ochſen zu treffen und mit dem Maſchinengewehr zu
er=
legen. Dann feiert die Garniſon ihr Feſt. Und man
er=
fährt, daß auch einige Häuſer geplündert wurden, die
Häuſer von Bewohnern, die Nahrungsmittel verbargen
und nicht herausgeben wollten. Nur ſelten eine
Abwechs=
lung. Irgend eine alte Frau hat ſich durch die
Poſten=
kette geſchlichen, bringt wilde Gerüchte aus der Welt, die
Bulgaren ſind vernichtet oder die Bulgaren haben
Kon=
ſtantinopel beſetzt. Durch die Harems ziehen die
Karten=
legerinnen, dürre alte Hexen mit vergilbten Fingern,
weis=
ſagen die Zukunft, loben Allah. Und wenn ſie
weiter=
ziehen, bleiben die Haremsfrauen noch ſchwermütiger als
zuvor zurück.
Und der Krieg? Ach, er iſt da draußen irgendwo
zwiſchen befeſtigten Hügelgruppen. Heute, in der
Abend=
dämmerung, erreichte uns wieder ſein Ruf. Von Hügel
zu Hügel donnert es, Gewehrfeuer knattert, im Halbdunkel
ſehen wir es weiß und gelbrot aufblitzen. Dann plötzlich
wieder atembeklemmende Stille, bis mit einem Schlage
20 Geſchütze zu gleicher Zeit ihre Stimme aufs neue
er=
heben. In ſolchen Stunden iſt Skutari ein Grab. Kein
Menſch iſt auf der Straße; in den Zimmern knien in den
dunklen Winkeln betende Frauen, in den Kellern verſteckt
lauſchen furchtſame Gemüter dem Rollen des
Geſchütz=
feuers alte Greiſe packen mit zitternden Händen ihre
Steinſchloßflinte und ſchieben einen Dolch in den Gürtel:
für alle Fälle. Später, vier oder fünf Stunden nach der
Kanonade, bringt man auf den ſchmalen Steigen von den
Forts die Verwundeten hinab, auf primitiven raſch
im=
proviſierten Tragbahren. Auf Laub gebettet, oder in
einen buntleuchtenden orientaliſchen Teppich gehüllt, der
vielen gleich zum Sarge wird. Im Hofe des Hoſpitals
lieſt der Kodſcha in ſeinem weißen Turban heilige Sprüche
und Gebete für die Leidenden. Nirgends hört man ein
Wort der Klage. Die Verwundeten liegen auf Stroh, auf
Matten, kein Chirurg iſt da, der dieſen ſchweigſamen und
reſianierten Patienten Hilfe brächte. Und ſo liegt hier
hilflos der verwundete Soldat, ſtarrt auf ſeine Wunden,
bis das Wundfieber kommt, dann der Brand und endlich
der Tod. Wem aber der Zufall Geneſung bringt, den hat
Allah noch nicht als würdig erachtet, ins Paradies zu
kommen.
Deutſche Reich verbreitet iſt. Aus Anlaß ſeines
Jubi=
läums wird ein in Buchform gehaltener Jubiläums=
Kalender erſcheinen, der das Arbeitsgebiet des Vereins
in Wort und Bild nach den verſchiedenſten Richtungen
hin behandelt. Die Leitung der Redaktion ruht in den
Händen von Frau Hofrat Hagen=Frankfurt a. M. Das
Redaktionskomitee beſteht aus: Profeſſor Dr. Bechhold=
Frankfurt a. M., Frau Geheimerat Krafft=Offenbach, Frau
Dr. Lehr=Berlin, Frau Dr. Willy Merck=Darmſtadt,
Fabrikbeſitzer Stickel=Chemnitz und Konſul Voßen
(Dietrich Reimer)=Berlin. Der Kalender ſoll bereits im
November auf dem Weihnachtsmarkt erſcheinen. Sein
Reingewinn iſt für den Verein beſtimmt.
D Fachkurſe. Im Monat November werden von
Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe folgende
Fach=
kurſe veranſtaltet: Der Aktzeichenkurſus nimmt am
4. November, der Eiſenbetonkurſus für Bautechniker und
Bauhandwerker am 16. November ſeinen Anfang. Beide
Kurſe werden im Dienſtgebäude der Großh.
Zentral=
ſtelle in Darmſtadt, Neckarſtraße 3, abgehalten. Ein
Holz=
ſchnttzkurſus für Schreiner, Zimmerer, Küfer uſw. beginnt
in dem Handwerkerſchul=Gebäude in Reinheim am
16. November. Von Meiſterkurſen für Handwerksmeiſter
und ältere Geſellen ſind für die Monate Januar und
Februar 1913 wiederum wie im Vorjahre, ſolche für
Schuhmacher, Schneider, Wagner, Sattler, Maler,
Lackierer und Weißbinder vorgeſehen. Zu allen dieſen
Kurſen werden Anmeldungen von der genannten
Be=
hörde entgegengenommen.
Puppenausſtellung im Gewerbemuſeum. Das
Gewerbemuſeum bereitet eine Ausſtellung von
Künſtlerpuppen und künſtleriſchem
Kinder=
ſpielzeug vor, die Ende November eröffnet werden
ſoll. Den modernen Arbeiten, die auf eine künſtleriſche
Belebung des Kinderſpielzeuges abzielen, möchte das
Ge=
werbemuſeum auch eine Gruppe guter alter Sachen
an=
gliedern, wie ſie ſich noch da und dort in alten Häuſern
erhalten haben. Das Muſeum richtet deshalb an die
Be=
ſitzer ſolcher Spielſachen, ſoweit ſie künſtleriſches Intereſſe
haben, vor allem von Puppen, Puppenhäuſern und
einzel=
nen Puppenmöbeln, die Bitte, die Ausſtellung durch
Her=
leihen ihres Beſitzes unterſtützen zu wollen. Mitteilungen
hierüber ſind an den Direktor des Gewerbemuſeums und
der Bibliothek der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
zu richten, der auf Wunſch gerne eine Beſichtigung der
Gegenſtände vornimmt.
Im Silberkrauz. Die Eheleute Ernſt
Pull=
mann, Maſchinenarbeiter nebſt Frau, feiern am 6.
No=
vember das Feſt der Silbernen Hochzeit.
Ernſt=Zahn=Abend. Im Kaiſerſaal fand am
Mittwoch im Vortragsverband ein zweiter Ernſt=Zahn=
Abend ſtatt, der außerordentlich ſtarkes Intereſſe erweckt
hatte, ſo daß der Saal überfüllt war von einer Gemeinde
von Freunden des intereſſanten Schweizer Dichters die,
was er bot, mit freudigem und dankbarem Beifall
hin=
nahm. Wir haben über Ernſt Zahns Dichtkunſt uns
be=
reits mehrfach und eingehend geäußert, und auch, daß
ſeine Vortragskunſt eine treffliche Interpretation ſeiner
Dichtungen iſt, haben wir bereits konſtatiert. In der Tat,
von den vielen Dichtern, die wir im Laufe der Jahre hier
aus eigenen Werken leſen hörten, ergab ſich bei kaum
einem (Ganghofer vielleicht noch) eine ſo innige
Har=
monie zwiſchen Wort und Dichtung, eine ſo tiefe
Er=
ſchöpfung des dichteriſchen Gefühls durch den Vortrag,
wie bei Ernſt Zahn. Und das, obwohl oder gerade
Lweil ſein Vortrag keine Kunſt iſt, weil es ein ſchlichtes
1 Erzählen, ein lebendiges Wiederempfinden ſeiner
Dichtun=
gen iſt, ohne Pathos, ohne Herausarbeitung von
Poin=
ſten. Denn das würden ſeine gemütvollen, oft von
weh=
mütigem poeſievollen Humor überſtrahlten Schöpfungen
nicht vertragen. Zahn gab am Mittwoch zunächſt eine
ſchlichte feine Schilderung kleiner Jugenderlebniſſe, geſchickt
mit freundlichen poetiſchen Stimmungsbildern durchſetzt,
mit liebenswürdigem Humor gewürzt und dann wieder
von ſanfter Reſignation milde beſtrahlt. Den zweiten Teil
bildete der Vortrag einer prächtigen, feinfühlig
geſtalte=
ten Künſtlernovelle: „Herrn Ulrich Zieglers Erſatz” und
das ſtimmungsvolle Gedicht „Heimkehr‟ Das Publikum
ſpendete auch am Schluſſe langanhaltenden Beifall.
* Evangeliſcher Bund. Der Termin für den
Be=
zug von Eintrittskarten zum ermäßigten Preiſe für die
Ausſtellung „Der Menſch” iſt verlängert worden; es
können alſo bis auf weiteres die Mitglieder des Bundes
gegen Borzeigung ihrer Mitgliedskarten im
Verkehrs=
bureau ſolche Karten erhalten.
Stenographierende Unteroffiziere. Man ſchreibt
uns: An dem 25. Preisſchreiben der Deutſchen
Militär=
ſtenographenzeitung iſt auch unſere Garniſon beteiligt
Die dabei erzielten Leiſtungen verdienen umſomehr
An=
erkennung, als dieſes Preisſchreiben der Anhänger des
Syſtems Gabelsberger im Heere das größte militäriſche
Preisſchreiben, das bisher ſtattgefunden hat, wurde,
denn nicht weniger als 957 Arbeiten waren abgegeben
worden. Die Namen der hieſigen Preisträger ſind:
Vizefeldwebel Schmalz, Schulz, Vizewachtmeiſter
Lingler, Unteroffizier Bätz.
— Badener=Verein. Im Mathildenhöhſaal
ver=
ſammelte ſich am Mittwoch eine große Anzahl von
Mit=
gliedern des Badener=Vereins mit vielen Gäſten,
um einer Vorführung von Reiſelichtbildern durch Herrn
Louis Geiſt anzuwohnen. Nach Begrüßung der
Er=
ſchienenen durch den 1. Vorſitzenden des Vereins, Herrn
Eiſenbahninſpektor Scheyrer, zeigte Herr Geiſt eine
große Anzahl vortrefflich ausgeführter Bilder von der
Riviera, Südfrankreich, der Schweiz und den Dolomiten,
abſchließend mit Lindau, Friedrichshafen, Konſtanz,
Heidelberger Schloß und den Bildniſſen des Heſſiſchen
und Badiſchen Fürſtenpaares. Allgemeiner ſtarker
Bei=
fall bewies dem Vorführenden, wie hoch man ſeine
Leiſtungen bewertete. Die Bilder können tatſächlich als
künſtleriſch wertvoll bezeichnet werden; ſie ſtehen hoch
über dem, was von einem Kunſtliebhaber erwartet
werden kann. Herrn Geiſts Begleitworte dazu waren
von köſtlichem Humor durchzogen, der oft ein fröhliches
Echo erweckte. Dem Dank der Anweſenden gab der
1. Vorſitzende warmen Ausdruck.
* Unterrichtskurſus im Naturheilverein. Herr Dr.
med. Kennel hält an 5 Abenden im November einen
Unterrichtskurſus in den Anwendungsformen der
Naturheilkunde und für hygieniſche Lebensführung ab, an
dem auch Nichtmitglieder teilnehmen können. Näheres
iſt aus den Anzeigen erſichtlich.
Gewinner geſucht. Der auf Los Nr. 18907
ent=
fallene 8. Preis der Darmſtädter Herbſtpferdemarkt=
Lotterie — ein Fohlen — iſt bis jetzt nicht abgeholt
worden. Er wird Samstag, den 2. November,
vor=
mittags 9 Uhr, auf dem Pferdemarktplatz verſteigert,
falls der Gewinner ſich bis dahin nicht gemeldet hat.
— Orpheum. Heute Freitag, 1. November, findet
ein vollſtändiger Programmwechſel ſtatt. Außer einem
brillanten Varietéteil, welcher durchweg erſtklaſſige
Num=
mern enthält, bringt der neue Spielplan ein Gaſtſpiel von
Vera Forſt und Robert v. Valberg in ihren Reznicek=
Typen.
* Im Bürgerkeller wird auch in dieſem Monat reges
Leben herrſchen, denn das beliebte öſterreichiſche Salon=
Damen=Orcheſter „Iſer” hält wieder ſeinen
Ein=
zug. Kapellmeiſter Iſer iſt für das Darmſtädter Publikum
kein Fremder. Er wird es auch in dieſem Monat
ver=
ſtehen, durch ſeine Konzerte den Beſuchern genußreiche
Abende zu verſchaffen. Der Eintritt iſt ſtets frei.
* Im Singſpielhaus Metropole konzertiert in dieſem
Monat die bekannte Andreas Hofer=Truppe aus
Tirol. Das Enſemble mit der humorvollen dicken Wabi
hat bereits im Monat Februar bei außerordentlich vollem
Hauſe täglich mit größtem Erfolge konzertiert. (S. Anz.)
* Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Der große
Dreiakter „Die franz. Spionin”, ein äußerſt ſpannendes
Ausſtattungsſtück, ein Kriegsroman aus den
marok=
kaniſcheu Wirren, iſt der Clou des Tages.
Hoch=
intereſſant für jedermann iſt die Naturaufnahme aus
dem Balkan, von Cetinje nach Ricka. Die beiden
reizenden amerikaniſchen Komödien „Ein Angriff aus
den Wolken” und „Die beiden Ausreißer” verkörpern
den Humor, während der Film „Die Wohltäterin” von
Gaumont bis zum Schluß feſſelt. (S. Anzeige.)
* Ludwigshöhe. Laut Anzeige in heutiger
Num=
mer geht heute die Reſtauration der Ludwigshöhe auf
den neuen Pächter Herrn Wilhelm Wenz über.
Auerbach, 31. Okt. Am Sonntag und Montag
haben wir unſere Kirchweihe. Eine ganz beſondere
Anziehung übt dieſelbe auf die Bewohner unſerer näheren
und auch ferneren Umgebung aus. Bekannt iſt die
vor=
zügliche Beſchaffenheit der ſaftigen Braten, von Geflügel
und Wild in der jetzigen Jahreszeit, namentlich in der
vorzüglichen Zubereitung, wie ſie unſere Wirte ihren
Gäſten vorzuſetzen wiſſen; bekannt ſind die ſchönen Säle
der Auerbacher Hotels, die ſich vorzüglich zu Tanzböden
eignen, und nur noch kurz iſt die Zeit, in der öffentliche
Tanzluſtbarkeiten geſtattet ſind bekannt iſt auch der gute
Ruf Auerbachs bei den Freunden eines echten deutſchen
Trunks. Es verſäume deshalb niemand, am Sonntag
und Montag einen Ausflug hierher zu machen. Die
Zug=
verbindungen ſind günſtig. Wer nicht bis zum nächſten
Morgen aushalten will, kann mit dem Eilzug 12 Uhr
10 Minuten nachts nach Darmſtadt zurückfahren.
-h- Bensheim, 31. Okt. Geſtern vormittag
ver=
ſchied ganz unerwartet im Alter von 76 Jahren der in
weiten Kreiſen bekannte und hochgeachtete
Bauunterneh=
mer Konrad Haaf. Das neue Bensheim wurde zum
größeren Teile von ihm erbaut, und zahlreiche
Ehren=
ämter hatte er inne. — Die bekannte Weinwirtſchaft
von Maß am Ritterplatz ging durch Kauf an einen Herrn
H. Schäfer über. — Das Baugeſchäft iſt hier noch
in vollem Gange. Geſchäftshäuſer und Villen ſind noch
im Entſtehen begriffen.
tt. Reinheim, 30. Okt. Die Hauptverſammlung des
Heimatpflegevereins für den Kreis Dieburg
er=
freute ſich trotz des ſchlechten Wetters eines ſehr guten
Beſuches aus allen Schichten der Bevölkerung. Die
Be=
ſichtigung des Heimatmuſeums und der älteren Gebäude
erfolgte in zwei Abteilungen unter ſachkundiger Führung.
Das Heimatmuſeum weiſt eine ſo große Zahl wertvoller
Stücke auf, daß es verdient, von weiteren Kreiſen
be=
achtet zu werden. Die ganze Einrichtung iſt ſehr ſinnvoll,
geradezu ideell. Nach dieſen Rundgängen tagte die
Ver=
ſammlung im Saale des „Darmſtädter Hofes” Nach
herzlicher Begrüßung durch Kreisrat Dr. Wagner
be=
richtete Apotheker Scriba in launiger Weiſe über die
Entſtehung des Reinheimer Ortsmuſeums und gedachte
hierbei beſonders mit Worten des Dankes der materiellen
Förderung, welche dieſe jüngſte Schöpfung heimatlicher
Pflege von ſeiten der Gemeindeverwaltung und der
Be=
zirksſparkaſſe erfahren hat. Hierauf ſchilderte D. Dr.
Diehl=Darmſtadt, ein in weiten Kreiſen anerkannter
Heimatgeſchichtsforſcher, das große Elend, das die Orte
unſerer Gegend in der Zeit des dreißigjährigen
Krie=
ges zu durchkoſten hatten. Pfarrer Hein=Reinheim gab
intereſſante Einzelbelege zu dem Vortrag an Hand von
alten Kirchenbüchern. Mehr der Unterhaltung dienten
zum Schluſſe die ſchönen Lichtbilder, die Apotheker Scriba
auf die Leinwand brachte. Manche liebgewordene Stätte,
manche originelle Perſönlichkeit hieſiger Gegend war im
Bilde zu erkennen.
Nieder=Roden, 31. Okt. Verhaftet wurde am
Dienstag der 48 Jahre alte in Offenbach beſchäftigte
Ger=
ber Peter Wabe aus Nieder=Roden, deſſen Tochter ſich
am Dienstag abend auf dem Bahnhof von einem Zuge
überfahren ließ.
Offenbach, 31. Okt. Zu Ehren des am 1. Oktober
aus dem Dienſt geſchiedenen Kreisſchulinſpektors
Gehei=
men Schulrats Balthaſar Schaub fand geſtern in
der Turnhalle des Turnvereins eine Abſchiedsfeier
ſtatt. Von der Kreis=Schul=Kommiſſion waren Kreisrat
Lochmann, Amtsgerichtsrat Dr. Specht in Langen,
Schul=
rat Scherer und Fabrikant Becker erſchienen. Die
aka=
demiſche Feier wurde um 3 Uhr mit einem Trio
wirk=
ungsvoll eingeleitet. Die Feſtrede hatte Herr Diehl
aus Langen übernommen. Er ſchilderte das Wirken
Schaubs als Vorgeſetzter, als weiſer Berater und als
Menſch. Geheimer Schulrat Schaub nahm unter
ſicht=
licher Rührung das Wort und dankte für die ihm
gewor=
dene Ehrung, mußte aber ſeine Rede abbrechen, da er
von einem Unwohlſein ergriffen wurde. Er mußte
des=
halb auch auf die Teilnahme an dem Feſtmahl
verzich=
ten, und die für das Feſtmahl geplanten Vorträge
unter=
blieben. Nach einer weiteren Meldung hat Geheimer
Schulrat Schaub einen Schlaganfall erlitten, der
ihn linksſeitig lähmte.
Gau=Algesheim, 31. Okt. Hierſelbſt iſt der weit über
die Grenzen Heſſens bekannte Weinhändler Friedrich
Feuilleton.
* Erinnerungen aus dem Leben der Prinzeſſin
Rupprecht. Wohl ſelten fand eine Fürſtin ſo viel
auf=
richtige Verehrung und Intereſſe, wie Prinzeſſin
Ga=
briele. Weit über die bayeriſchen Lande hinaus drang
deshalb mit der erſchütternden Trauerbotſchaft ihres
Todes ein tiefer Ton des Wehs in aller Herzen, denn
wer Prinzeſſin Gabriele gekannt, wird ihr Andenken im
Gedächtnis behalten. Liebreiz, Anmut und Schönheit
waren ihr in hohem Maße eigen; dabei lag in ihrem
ernſt=ſinnenden Blick meiſt ein Zug von Nachdenklichkeit
und traumhaftem Suchen. Vielleicht gerade deshalb ſtand
mancher fragend vor ihrem Bilde, ſich des Eindrucks
ſympathiſcher Anteilnahme nicht erwehrend Allenthalben
gewann ſie ſo die Liebe, wo ſie weilte. Ihr Schmerz
ward zur Betrübnis, ihre Freude zum Jubel der
Be=
völkerung. Wie aufrichtig zeigte ſich die Begeiſterung bei
der Geburt des erſten Prinzen in Bamberg. Im
dor=
tigen althiſtoriſchen Reſidenzſchloß war die Hofhaltung
aufgeſchlagen. Der mächtig=geräumige Bau, den ſtillen,
andachtsvollen Dom zur Seite, zu Füßen altersgraue
Zinnen und Dächer bis hin an die Ufer der Regnitz
Klein=Venedig benannt, gemahnt an manch
geſchicht=
liches Ereignis vergangener Jahrhunderte. Prinzeſſin
Rupprecht mag dies empfunden haben, da ihr ideal
ver=
anlagter Sinn für Romantik dem landſchaftlich Schönen
ſich zuneigte. Sie fühlte ſich auch wohl, beſuchte das
Theater, pflegte die Muſik und bildete den Glanzpunkt
der Hoffeſtlichkeiten. Engelſchön, märchenhaft ſchildern
ſie die Berichte. Das kleine Prinzchen Luitpold wuchs
indeſſen kräftig heran und auf ſeinen Ausfahrten
beglei=
tete die hohe Mutter es gerne nach dem freundlichen
Haine, woſelbſt des öfteren Spaziergänger das liebliche
Bild der jugendlichen Prinzeſſin mit dem
Wittelsbacher=
ſproß erblicken konnten. Doch bald ſollte ihr junges
Glück getrübt werden. Während einer ſpäteren Reiſe
des Prinzen Rupprecht nach Indien, wohin ihm die
Prin=
zeſſin folgte, erkrankte ſie bedenklich infolge des
unge=
wohnten Klimas, ſowie ungünſtiger Bodenverhältniſſe
bei einer Fußwanderung. Aber noch Schwereres harrte
ihrer: Das einzige Töchterchen erlag indeſſen einer
Hals=
entzündung. Wie groß mag der Jammer der Prinzeſſin
geweſen ſein, als ſie, zurückgekehrt, ihr Töchterchen nicht
wiederfand. Nun war die Wunde, die ihr Mutterherz
getroffen, im Laufe der Zeit vielleicht vernarbt. Da
ent=
riß ein hartes Geſchick ihr das jüngſte Kind. Bei der
zarten Körperkonſtitution der Prinzeſſin Rupprecht muß
dies viel zur Entkräftung ihrer ſelbſt beigetragen haben.
Ein Stück Leben ward ihr ſchon damals genommen, das
zweite ließ ihr Herz ſtille ſtehen. In Soxrent, dem lieder=
geprieſenen, fand Prinzeſſin Gabriele den Frieden nach
ſchmerzerfülltem Grämen, die Ruhe, die ſie erlöſte von
allem Erdenleid. Ihr Bild aber lebt nicht nur in ihrem
Heimatlande, ſondern weithin fort, wo Menſchen leben,
die das ſtille Glück und das herbe Leid der ſchönen Prin=
D. H.
zeſſin mitempfunden haben.
** Die neueſte Form Pariſer Reklame. Die
Franzo=
ſen ſind Künſtler und Meiſter der Reklame, wenn ſie ihre
Triumphe auf dieſem Gebiete auch auf anderen Wegen
ſuchen als die Amerikaner, Der Amerikaner will die Maſſe
verblüffen, die Menge mitreißen und überläßt es dem
Individuum, ſich beeinfluſſen zu laſſen oder nicht. Der
Franzoſe wendet ſich lieber an das Individuum. Die
neueſte Form der Pariſer Reklame iſt der perſönliche Brief.
Wenn man der Geſellſchaft angehört, empfängt man
neuerdings eine Poſtkarte oder ein kleines Billett. Kein
Firmenaufdruck, kein Geſchäftspapier; feines Briefpapier,
diskrete vornehme Kuverts. Und man lieſt, daß man doch
nicht verſäumen dürfe, dieſes oder jenes neue Stück in
die=
ſem oder jenem Theater zu beſuchen. „Helene und ich
waren geſtern in der Vorſtellung” ſo lieſt man, „und wir
amüſierten uns köſtlich.” Und freundlichen, aufrichtigen
Grüßen folgt dann eine etwas unleſerliche Unterſchrift,
deren Träger einem im Augenblick nicht einfallen will.
Natürlich kommt die Botſchaft von keinem Bekannten. Sie
kommt von einer Agentur, die von dem betreffenden
Theater mit der Reklame beauftragt iſt. Freilich macht
die Agentur auch allerlei peinliche Mißgriffe. Nicht jedem
verheirateten Manne iſt es zum Beiſpiel angenehm, wenn
er ein parfümiertes Billett dour mit weiblichen
Schrift=
zügen erhält, in dem es dann unter anderem heißt: „Nein
tauſend, vieltauſend Dank für das ſüße kleine Halsband
Es ſtammt ſicher von T. (Name eines Juweliers); ſo
prächtige Perlen habe ich nur dort geſehen.” Und nun
kläre man die Frau Gemahlin auf, was nicht immer
Freude macht und nicht immer leicht iſt .
** Der Gerichtsvoltzieher in der Kirche. Ein
eigen=
artiger Vorfall hat ſich in Deutſch=Krone (Poſen) ereignet.
An der Haupteingangstür der katholiſchen Pfarrkirche war
ein Zettel mit folgender Aufſchrift angeſchlagen: „
Be=
kanntmachung für die Katholiken der Pfarrkirche Dt.=
Krone. Da die katholiſche Pfarrkirche durch den
Gerichts=
vollzieher unter Hinzuziehung der Polizei gewaltſam
ge=
öffnet worden iſt, findet in derſelben bis auf weiteres kein
Gottesdienſt ſtatt. Auch an Wochentagen nicht. Es wird
auch nicht geläutet werden. Dt.=Krone, 28. Oktober 1912.
Kath. Pfarramt. Prandke.” Veranlaſſung war die
Turm=
uhr, die gleichzeitig offizielle Stadtuhr iſt. Seit einigen
Monaten ſtreikt nun dieſe Uhr, und ſowohl die
Kirchen=
gemeinde als auch der Magiſtrat vermögen ſich über den
Anteil an der Unterhaltungspflicht nicht zu einigen.
Schließlich war vom Magiſtrat unter Zuſtimmung des
Kirchenvorſtandes die Sache dem Gericht zur Entſcheidung
übergeben worden. Da die Turmuhr als ſolche gar nicht
reparaturbedürftig war, ſondern nur das Schlagwerk, ſo
beſtand der Bürgermeiſter darauf, daß ſie vor allem zum
Gehen aufgezogen werde. Als der Propſt dieſes
verwei=
gerte, ließ der Bürgermeiſter den Eingang durch den
Ge=
richtsvollzieher unter Hinzuziehung der Polizei
erzwin=
gen, und ſo zeigt die Uhr nun wieder die Zeit an. Kurz
darauf erfolgte dann der Zettelanſchlag. Der Propſt reiſte
ſofort ab; ob zur perſönlichen Beſchwerde zu der
welt=
lichen oder kirchlichen Behörde, iſt nicht bekannt.
ml. Das Gold im Haar oder: Eine amerikaniſche
Ge=
ſchichte: Das Geheimnis, wie man das Glück bei den
Haaren faßt, hat Mr. M. Cormack, ein in beſcheidenen
Verhältniſſen lebender Bewohner Kolorados, der dank
ſeinen Haaren und ſeinem Friſeur Millionär geworden,
der mehr oder minder gutgläubigen Welt entdeckt. Als
beſagter Herr ſich eines Tages die Haare ſchneiden ließ,
bemerkte der Friſeur mit Staunen, daß das blonde Haar
ſeines Kunden in goldenen Reflexlichtern erglänzte:
Schließlich konnte er ſeine Verwunderung nicht mehr
län=
ger bei ſich behalten. „Das iſt ja geradezu unbegreiflich,
mein Herr, Sie haben wahrhaftig Goldplättchen auf dem
Kopfe. Das iſt ja die wahre Goldgrube, die Sie
ausbeu=
ten ſollten” rief er begeiſtert. Herr M. Cormack ſagte
kein Wort, dachte dafür über der Sache nach und kam
da=
bei zu der Vermutung, daß er den Goldſtaub am Ende
mit ſeinem pomadiſierten Haar aus dem hinter ſeinem
Acker in Leadville vorüberfließenden Bache herausgeholt
haben könnte, in dem er zuweilen ein Bad zu nehmen
pflegte. Diesbezügliche Unterſuchungen beſtärkten ihn in
dieſer Annahme, und ſo ließ er denn einen Ingenieur
kommen, der denn auch feſtſtellte, daß das Waſſer des
Flüßchens Gold in großen Mengen führe. Aufgrund
dieſes Gutachtens kaufte Cormack ohne langes Beſinnen
das den Waſſerlauf umſäumende Terrain an und verkaufte
Fluß und Land für 2 Millionen einem Konſortium, das
den Gewinnungsbetrieb der Goldquelle, die Mr. Cormack
mit ſeinen Haaren entdeckt hatte, in die Hand nahm.
* Der unbekannte Miniſter. Wie aus Dresden
berichtet wird, erzählt ein dortiges Blatt folgendes
Ge=
ſchichtchen: Schrieb da dieſer Tage ein ſächſiſcher
Hand=
werksmeiſter an den Kultusminiſter Dr Beck. Der Brief
trug die Aufſchrift:
den Herrn Kultusminiſter Dr.
Beck, Ständehaus, Dresden.‟ Erſt nach Verlauf von
einigen Tagen wurde der Brief dem Miniſter zugeſtellt.
Auf dem Umſchlag ſtand der Vermerk: „Im Ständehaus
nicht bekannt”.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Nummer 258.
Deiſter nach längerem Leiden im Alter von 70 Jahren
geſtorben.
(*) Gießen, 31. Okt. Ein Kolonialfeſt ſoll am
13. November in Steins Garten abgehalten werden.
Ver=
anſtalter ſind der Frauenbund der deutſchen
Kolonialgeſell=
ſchaft und der deutſche Frauenverein vom Roten Kreuz
für die Kolonien. — Die Erweiterung des
Elek=
trizitätswerks iſt vollendet, und die
Ueberlandzen=
trale wird in drei Wochen die erſte Gruppe, beſtehend aus
den Orten Kleinlinden, Allendorf a. d. Lahn und
Heuchel=
heim, mit elektriſchem Strom verſorgen; dann folgen die
übrigen 16 Gemeinden des Buſeckertals und des
Lumda=
tales. Die Oberleitung und die Hausanſchlüſſe ſind in
den meiſten Gemeinden der Vollendung nahe.
(*) Grünberg, 30. Okt. Eine Veteranen=
Ge=
denktafel für die Krieger, die vor 100 Jahren den
Feldzügen Napoleons zum Opfer fielen, wird
gegenwär=
tig hergeſtellt und ſoll in Brunnental aufgeſtellt werden.
Es handelt ſich um die Namen von 20 Grünbergern; 16
hiervon erlagen den Strapazen des ruſſiſchen Feldzuges
und ertranken in der Bereſina: Johannes Opper, Georg
Hennrich, Von=Eiff, Johannes Dörr, Johannes Neeb,
Konrad Heßler, Friedrich Karl Knispel, Johannes
Zöck=
ler, Jakob Gebauer, Wilhelm Schmand, Johannes
Sie=
denrod, Johannes Ritter, Johannes Heidt, Johann Georg
Frank, Peter Ritter, Joh. Konrad Schildwächter Johannes
Heinrich Wolf; bei Leipzig fiel Johannes Chriſt. Auch
die Namen zweier in Grünberg geborener Offiziere
kom=
men auf die Ehrentafel; es handelt ſich um die Gebrüder
Ebel. Ludwig Karl Ebel fiel als Leutnant in der Schlacht
bei Moskau, 21 Jahre alt, Karl Chriſtian Ebel ſtarb 1809
in Spanien, 32 Jahre alt.
(*) Ilbeshauſen, 31. Okt. Das Baſaltwerk des
Ful=
daer Unternehmers Ubitſch hat jetzt in dem „
Felſen=
meer” ſeine Tätigkeit begonnen, nachdem der
Gleis=
anſchluß und die nötigen Gebäude für Maſchinen und
Ar=
beiter fertiggeſtellt worden ſind. Das Werk wird in den
nächſten Jahren den größten Teil des charakteriſtiſchen
Felſenmeeres von den mächtigen Baſaltfelſen befreien, ſo
daß die Gemeinde hier Acker= und Weideland anlegen
kann. Eine Sehenswürdigkeit erſten Ranges geht
dadurch leider dem Vogelsberg verloren, nur der
klei=
nere obere Teil des Felſenmeeres bleibt vorläufig. In
den Kreiſen der Wanderer und Naturfreunde wicd das
Verſchwinden des Felſenmeeres tief bedauert.
(*) Vom Vogelsberg, 31. Okt. Der Skiklub
Win=
terſport läßt gegenwärtig am Hoherodskopf einen
Sprunghügel herſtellen, der bei günſtigen
Schnee=
verhältniſſen Ende November eingeweiht werden ſoll.
Während der Weihnachtsferien ſoll ein Skikurſus auf dem
Hoherodskopf abgehalten werden. Der 2. heſſiſche
Skiwettlauf iſt für Ende Januar vorgeſehen. Die
Wintermackierung für Skiläufer durch Blechwimpel wird
weiter ausgebaut.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Okt. Der König
und die Königinvon Schweden treffen am
Sonn=
tag abend 6,34 Uhr aus Stockholm auf dem Stettiner
Bahnhofe ein. Der König begibt ſich nach dem Neuen
Palais in Potsdam, wo der König vom Kaiſerpaar zum
Eſſen um 8 Uhr eingeladen iſt. Die Königin verbleibt
während dieſer Zeit im Salonwagen, welcher vom
Stettiner nach dem Potsdamer Bahnhof übergeführt
wird. Gegen 10 Uhr treffen der König und die Königin
in Potsdam wieder zuſammen, um von dort aus
gemein=
ſchaftlich die Reiſe nach Karlsruhe fortzuſetzen. Der
König verweilt dort einige Tage, um dann die Rückreiſe
nach Schweden anzutreten, während die Königin nach
einem mehrwöchentlichen Aufenthalt die Reiſe nach dem
Süden fortſetzt, um dort die Wintermonate zu verbringen.
— Aus Anlaß ſeiner à la suite=Stellung beim
Garde=
ſchützenbataillon traf heute zur Meldung beim Kaiſer der
Kronprinz von Sachſen ein. Die Ankunft erfolgte
um 10 Uhr 19 Minuten vormittags mit dem
fahrplan=
mäßigen D=Zuge auf dem Anhalter Bahnhof. In
Be=
gleitung des Kronprinzen befanden ſich General von
Carlowitz und Leutnant Graf zu Münſter. Der
Kron=
prinz begab ſich zunächſt in die ſächſiſche Geſandtſchaft,
wo er Quartier nahm, und fuhr um 11 Uhr 55 Minuten
nach Station Wildpark. Von hier aus begab ſich der
Kronprinz in Begleitung ſeines Hofes, ſowie des
Ge=
ſandten und des Militär=Attachés nach dem Neuen
Pa=
lais zum Kaiſerpaar. Nach dem Empfang nahm der
Kronprinz mit Gefolge an der kaiſerlichen Frühſtückstafel
teil. Die Rückkehr nach Berlin erfolgte gegen ½4 Uhr
nachmittags. Am Abend nahm der Kronprinz mit dem
Kaiſer an einem Diner beim Gardeſchützenbataillon in
Berlin=Lichterfelde teil. — Der Prozeß Marconis
und des Direktors der Marconi Telegraph Company,
Godefroy Charles Jſaacs, gegen den Redakteur der Welt
am Montag, Scholz, der der Marconi=Geſellſchaft
vor=
geworfen hat, ſie habe beim Untergang der „Titanie” die
Nachrichten über die Geretteten drei Tage abſichtlich
zurückgehalten, um ſie für hohes Geld an die New=York
Times zu verkaufen, wurde nach mehrſtündiger
Verhand=
lung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Berlin
Mitte vertagt und beſchloſſen, das Protokoll der
Senatskommiſſion in Waſhington einzufordern, weil
Marconi vor der Kommiſſion bereits eingeſtanden haben
ſoll, daß die Nachrichten drei Tage zurückgehalten
wor=
den ſeien. Auch wurde beſchloſſen, den Chef der
Tele=
graphie des Schiffes „Carpathia” das die Geretteten
aufgenommen hat, als Zeugen vorzuladen, bezw.
kom=
miſſariſch vernehmen zu laſſen. — Im Laufe des
heuti=
gen Tages meldete ſich noch eine Anzahl Perſonen, die
bei dem Zuſammenſtoß auf dem Bahnhof
Jannowitzbrücke verletzt worden waren, ſo daß
die Geſamtzahl 60 beträgt. Wie ſchon berichtet, handelt
es ſich um meiſtens nur geringfügige Verwundungen.
Viele Verletzte konnten, nachdem ſie einen Verband
er=
halten hatten, wieder ihren Geſchäften nachgehen. Der
angerichtete Materialſchaden iſt ſehr beträchtlich. Die
Maſchine des Nordringzuges, ſowie die Mehrzahl der
Wagen ſind erheblich beſchädigt. Auch das Befinden der
Schwerverletzten gibt zu Beſorgniſſen keinen Anlaß. Ob
der Zuſammenſtoß durch Ueberfahren des Halteſignals
oder dadurch verſchuldet worden iſt, daß ein falſches
Sig=
nal den Zugführer beſtimmte, die Strecke als frei zu
hal=
ten, iſt noch unentſchieden.
Danzig, 31. Okt. Ueber den Unfall des
Kron=
prinzen wird noch berichtet: Der Kronprinz überſah bei
der Jagd einen Graben; das Pferd ſprang mit den
Vor=
derfüßen in den Graben und brach zuſammen. Der
Kron=
prinz wurde über den Hals des Pferdes geſchleudert, blieb
aber im Sattelzeug hängen; mit dem Geſicht iſt er auf
den Boden aufgeſchlagen und hat ſich einen Zahn
aus=
gebrochen.
Brüſſel, 30. Okt. Der Prozeß um das Erbe des
Königs Leopold von Belgien wird nun doch
vor das Appellgericht gebracht werden, da die
Verhand=
lungen mit der Prinzeſſin Luiſe geſcheitert ſind.
Paris, 31. Okt. Das Paris=Journal berichtet heute
folgendes: An die Staatsanwaltſchaft in Brüſſel
ge=
langte vor einigen Tagen ein anonymer Brief, in dem
mitgeteilt wurde, daß der flüchtige Eiſenbahndirektor
Wilmart, der nach Verübung von Schwindeleien im
Betrage von mehr als 30 Millionen Francs das Weite
geſucht hatte, ſich höchſt wahrſcheinlich unter dem Namen
Louis Labarque an Bord des transatlantiſchen Dampfers
„Niagara” von einem franzöſiſchen Hafen nach New=York
eingeſchifft habe. Die belgiſche Regierung ließ ſofort durch
ihren Geſandten in Waſhington die entſprechenden
Maß=
nahmen treffen, um Labarque ſofort nach ſeiner Landung
feſtzunehmen. Geſtern traf nun die „Niagara” in New=
York ein, und als ſich Vertreter der New=Yorker Behörden
an Bord des Dampfers begaben, erfuhren ſie, daß der
Paſſagier unterwegs auf hoher See ſich das Leben
ge=
nommen habe.
Paris, 31. Okt. Ueber die nach 27jährigen
Verhand=
lungen zwiſchen dem Staate und der Stadt Paris
erzielte Einigung, betreffs der Ueberlaſſuing der
Befeſtigungen, wird gemeldet: Die Stadtgemeinde
Paris zahlt für die durch die Auflaſſung von Befeſtigungen
freiwerdenden Grundſtücke und für das an dieſelbe
gren=
zenden Gelände, die ſogenannte Militärzone, die zuſammen
rund 1200 Hektar umfaßt, 100 Millionen an den Fiskus.
500 Hektar muß die Stadt für Parkanlagen und
Spiel=
plätze verwenden, 360 Hektar werden als Bauplätze verkauft
werden. Das Kriegsminiſterium will dieſe Angelegenheit
benutzen, um eine Anzahl Kaſernen aus dem Inneren
von Paris nach der Peripherie oder in die unmittelbare
Umgebung der Hauptſtadt zu verlegen.
Paris, 31. Okt. Am nachſten Sonntag findet die
Ein=
weihung des an die Chriſtuskirche in der Rue de
Blanche anſtoßenden neuen Gemeindehauſes der hieſigen
deutſchen evangeliſchen Gemeinde ſtatt. Zu
der Feier werden aus Deutſchland u. a.
Oberkonſiſtorial=
rat Schmetzer aus München und Hofprediger Köhler aus
Hannover erſcheinen.
New=York, 31. Okt. Einem Telegramm des Daily=
Telegraph zufolge wurde in St. Antonio im Staate
Texas das Waiſenhaus St. Jean durch
Feuers=
brunſt vollſtändig zerſtört. Fünf Nonnen, darunter die
Vorſteherin, verloren bei der Rettung der Kinder ihr
Leben. Zwei Kinder ſind umgekommen. Eine Nonne
wurde ſo ſchwer verbrannt, daß an ihrem Aufkommen
ge=
zweifelt wird.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
nehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Rebaktion ihr Urteil vor.)
C) Robert Kothe=Abend am 2. November im
Saale „Zur Traube‟. Das Hamburger Fremdenblatt
ſchreibt: Robert Kothe konnte ſich geſtern darüber freuen,
wie gut ſeine Hamburger Freunde in ſeinem Liederſchatz
Beſcheid wiſſen, und half ihnen wählen. Denn mit den
16 Liedern des neuen ſiebenten Programms war es
natür=
lich nicht genug, wenn auch aus ihnen noch ſo viel
Köſt=
liches, Neues klang. Schwäbiſch und Platt und was
da=
zwiſchen liegt, war da wieder in neuen Weiſen und mit
neuen Worten zu hören. Volkslieder und Marienlieder,
Kriegsgeſänge und Tanzweiſen, Frommes, Verliebtes,
Trauriges Luſtiges, jede Stimmung. Und in jede
Stimm=
ung folgten die Zuhörer willig dem Sänger und ſeiner
Laute — und ſeinem Mienenſpiel. Das klang alles zu
einem Ganzen zuſammen, Stimme und Saitenton und
Ausdruck. Es wäre nicht recht, zu ſagen, das oder das
Lied war das ſchönere oder beſſer gelungene, wenn auch
gewiß jeder ſeine Lieblinge in Kothes reicher Auswahl
hat; daß dem ſo iſt, das zeigten die bittenden Zurufe, die
ſchon lange vor Schluß des eigentlichen Programms laut
wurden. Aber man war darum nicht traurig, wenn’s ein
anderes Lied gab; man mag ſie alle gern und wieder
hören, wenn ſie ſo meiſterlich und freudig geboten werden.
Wenn Robert Kothe wieder zu uns kommt, dann wird er
noch neue Wünſche zu hören kriegen. Weil man wieder
16 neue Lieder gehört hat, die man noch einmal —
ein=
mal? — hören möchte. Und er wird ſie wieder ſingen,
weil er weiß, daß ſeine Kunſt verſtanden wird. (
Karten=
verkauf bei der Firma Gg. Thies Nachf.).
Stadtverordneten=Verſammlung.
13. Sitzung.
St. Darmſtadt, 31. Oktober.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ung mit folgenden
Mitteilungen:
Der Tätigkeitsbericht der ſtädtiſchen
Rechtsauskunftsſtelle für die Monate April bis
September dieſes Jahres, der eine ſehr erfreuliche
Ent=
wicklung der Anſtalt nachweiſt, wird bekannt gegeben.
Der Jahresbericht der ſtädtiſchen
Spar=
kaſſe für das 75. Geſchäftsjahr, der zugleich einen
Rück=
blick über die Entwicklung der Sparkaſſe ſeit ihrem
Be=
ſtehen enthält, liegt im Druck vor und iſt unter die
An=
weſenden verteilt worden.
Herr Stadtv. Schäfer hat mitgeteilt, daß er durch
Krankheit verhindert iſt, an den Sitzungen der nächſten
Zeſt teilzunehmen. Herr Schäfer gilt als bis auf
weite=
res entſchuldigt.
Der Gasbrand im Hauptpoſtamt.
Zu dem Kellerbrand im Hauptpoſtgebäude am 26.
Oktober gibt Herr Beigeordneter Ekert folgende
Erklärung ab: „In den Tagesblättern ſind verſchiedene
Mitteilungen über den Verlauf des Kellerbrandes in dem
Hauptpoſtgebäude am Samstag, den 26. I. M. erſchienen,
die im weſentlichen zutreffend ſind. Es iſt jedoch
nachzu=
tragen das Ergebnis über die Feſtſtellung der Urſache des
Brandes, und es iſt weiter zu erörtern, in welcher Weiſe
derartigen Vorkommniſſen in Zukunft vorgebeugt werden
kann. Zunächſt ſei feſtgeſtellt, daß es ſich um die
Ent=
zündung ausſtrömenden Gaſes und nicht um eine
Gas=
exploſion, wie verſchiedentlich irrtümlich behauptet wurde,
gehandelt hat.
Mit den Arbeiten der Auswechſelung des Gasmeſſers
waren von der Gaswerksverwaltung zwei verläſſige
Leute betraut, die indeſſen beſtehende ſtrenge Vorſchriften
in dieſem Falle außer acht gelaſſen haben, obgleich ihnen
bekannt war, daß auf deren ſtrengſte Einhaltung von der
Verwaltung geſehen wird. Der mit den Arbeiten betraute
Inſtallateur des Gaswerks hatte geglaubt, ſich damit
be=
gnügen zu können, ſeinen Helfer an den
Hauptabſperr=
hahn zu poſtieren, um im Falle einer Gefahr das Gas
ſofort abſtellen zu können. Obgleich gegen die Vorſchrift,
würde dieſe Maßnahme einen Unfall abgewendet haben,
wenn nicht die Entzündung des Gaſes plötzlich
herein=
gebrochen wäre. Wie die Entzündung des Gaſes
entſtan=
den iſt, iſt unaufgeklärt. Jedenfalls hat der ausführende
Inſtallateur ſeine Pflicht verſäumt. Die Unterſuchungen
hierüber ſind noch nicht abgeſchloſſen. Selbſtverſtändlich
hat die Gaswerksverwaltung neuerdings ihren
ausfüh=
renden Inſtallateuren und Bedienſteten nochmals ſtrenge
Anweiſungen über die Handhabung der beſtehenden
Vor=
ſchriften zu Vermeidung von Unglucksfällen erteilt.
Was die Mittel zur Vorbeugung gegen Feuersgefahr
durch Gasentzündungen anbetrifft, ſo wurde darauf
hin=
gewieſen, daß ähnliche Einrichtungen, wie bei der Waſ=”
ſerleitung vorhanden ſein müßten, um einzelne Bezirke
für ſich abſperren zu können, damit nicht das Gas für die
ganze Stadt abgeſperrt werden müßte. Dieſe Frage iſt
ſeit längerer Zeit Gegenſtand der Erörterung der Gas=
und Waſſerfachleute. In einzelnen Städten wurde die
Abſperrmöglichkeit einzelner Bezirke durch den Einbau
von ſogenannten Waſſertöpfen verſucht. Sie haben
in=
deſſen den Nachteil, daß unbeabſichtigte Gasabſperrungen
verurſacht werden können, wodurch die Gefahr der
Gas=
ausſtrömung und=Entzündung in den Häuſern noch
ver=
mehrt wird. Aehnliche Nachteile beſitzen die
Abſperr=
ſchieber. Auch iſt hinzuzufügen, daß bei den
Waſſerleitun=
gen vollſtändig andere Verhältniſſe vorliegen, da hier die
Abſperrſchieber hauptſächlich wegen der Gefahr von
Rohr=
brüchen infolge des hohen Waſſerdrucks eingebaut ſind
und daß hier Anläſſe zu Exploſionen oder Entzündungen
ausgeſchloſſen ſind.
Aus den angeführten Gründen ſind derartige
Maß=
nahmen nur vereinzelt und nicht in vollem Umfange
durchgeführt. In unſeren Nachbarſtädten Offenbach,
Mainz, Wiesbaden und Mannheim beſtehen keinerlei
Ab=
ſperrvorrichtungen in dem Rohrnetz, da man auch dort den
Einbau ſolcher Einrichtungen für gefährlich hält.
Insbe=
ſondere hat ſich die Stadt Mainz anläßlich eines ähnlichen
Vorkommniſſes mit der Angelegenheit eingehend befaßt
und Rundfragen veranſtaltet. Es hat ſich hierbei jedoch
ergeben, daß der Einbau von Abſperreinrichtungen beſſer
unterbleibt.
Es muß noch bemerkt werden, daß der vorljegende
Fall im Hauptpoſtgebäude zurückzuführen iſt auf ein
Zu=
ſammentreffen außergewöhnlicher Umſtände, die indeſſen
bei ſtrikter Beobachtung der beſtehenden Vorſchriften
hät=
ten vermieden werden können. Bei der
Gaswerksver=
waltung beſtand übrigens ſeither ſchon die Abſicht, bei
größeren und wichtigeren Gebäuden beſondere
Abſperr=
hahnen in der Zuleitung außerhalb der Gebäude
anzu=
legen, um doppelte Sicherheit in ſolchen
außergewöhn=
lichen Fällen zu haben. Die Vorarbeiten bei der
Verwalt=
ung ſind nahezu beendet, ſo daß das Projekt in nächſter
Zeit zur Vorlage kommen wird. Außerdem hat ſich einen
direkte Telephonverbindung der Gaswerksverwaltung mitte
dem Großh. Polizeiamt als wünſchenswert ergeben.”
Zu den Verhältniſſen der Straßenbahner
teilt der Oberbürgermeiſter mit, daß Herr Direk=,
tor Möller erſucht worden iſt, eine Vorlage auszuarbeiten,
die die Aufbeſſerung der Straßenbahner zum Gegenſtand
hat, um eine Einheit zwiſchen dieſen und den gleichen
Beamten der Stadt zu ſchaffen. Dieſe Einheit kann
natür=
lich nur nach und nach erreicht werden. Der Herr
Ober=
bürgermeiſter wird ſich perſönlich gerne bemühen, an der
Sache mitzuarbeiten und Hand in Hand mit Herrn Dir.
Möller arbeiten. Der Vorſtand des Fahrperſonals iſt
bereits für morgen beſtellt, um in Verbindung mit dieſem
die Verhältniſſe zu regeln. Das Perſonal darf die
Zu=
verſicht haben, daß Herr Direktor Möller ein Vorgeſetzter
iſt, der auf Ordnung ſieht, der aber auch ein durchaus
humaner Vorgeſetzter iſt. Auch von ſeiten der Geſellſchaftl
wird als Endreſultat der Verhandlungen eine
Aufbeſ=
ſerung des Perſonals angeſehen. (Siehe auch weiten
unten.)
Zu Beginn der Verhandlungen über die Vorlage
betreffend
die Gehalts= und Lohnverhältniſſe des
geſamten Beamten= Gehilfen=, Arbeiter=,
ſowie Lehrperſonals
führte der Oberbürgermeiſter folgendes aus
(Siehe auch den Artikel auf den Seiten 17, 18 und 19)
Ich habe zu Beginn des Jahres 1910 einen eingehenden
Vortrag über die Entwicklung der Stadt und der
ſtädti=
ſchen Finanzen gehalten. Ich hatte die Verpflichtung,
mein Finanzprogramm den Herren darzulegen, nachdem
infolge der neuen Reichsgeſetzgebung und anderer
Ur=
ſachen die finanziellen Grundlagen des ſtädtiſchen
Bud=
gets auf das ſchwerſte erſchüttert waren. In dieſem
Vor=
trage wurde auch ausgeführt, daß die ſtädtiſche
Verwalt=
ung nicht in der Lage ſei, den zahlreichen, bereits in den
Jahren 1907 und 1908 vorgelegten Geſuchen um
Aufbeſ=
ſerung ſtattzugeben. So leid es uns tat, hatten wir doch
die Verpflichtung, dieſe Geſuche zurückzuſtellen und unter
allen Umſtänden zunächſt die finanzielle Entwicklung
ab=
zuwarten. In den Vorträgen, die ich in den Jahren 1911
und 1912 über den Stand der Gemeindeangelegenheiten
erſtattete, konnte erfreulicherweiſe mitgeteilt werden, daß
die allgemeine wirtſchaftliche Lage der Stadt eine
Beſſer=
ung erblicken läßt. Leider ſind ſeit dieſer Zeit die Preiſe
bedeutungsvoller Lebensmittel um beinahe 30 Prozent
und noch mehr gewachſen. Die anhaltende Teuerung, die
ſich auch auf andere Lebensgebiete erſtreckt hat, iſt
der=
artig, daß die ſtädtiſche Verwaltung verpflichtet erſcheint,
nunmehr den Geſuchen zu entſprechen. Es erſcheint nach
Anſicht der ſtädtiſchen Verwaltung unmöglich, mit
ſoge=
nannten kleinen Mitteln zu helfen. Der von der Stadt
zu deckende Bedarf muß dem gegenwärtigen Notſtande
entſprechen. Die Stadt iſt vor die ſchwere Aufgabe
ge=
ſtellt, Fürſorge für das geſamte Perſonal zu treffen. Es
handelt ſich hierbei, wenn man auch das große
Lehrper=
ſonal und die Penſionäre in Betracht zieht, um 1591
Per=
ſonen.
Nachdem der Landtag Stellung genommen hatte,
wurde ſchon Ende Juli dieſes Jahres die Vorlage der
Verwaltung dem Finanzausſchuß unterbreitet. Der
ſei=
tens des Finanzausſchuſſes beſtellte Unterausſchuß,
be=
ſtehend aus den Herren Dr. Bender, Aßmuth, Henrich und
Dr. Nöllner, hat in außerordentlich eingehender und
flei=
ßiger Arbeit die Vorlage im Verein mit der
Bürger=
meiſterei bearbeitet und ſich hierbei von dem größten
Wohlwollen leiten laſſen. Während ſeither die
Verwalt=
ung, um den Finanzbedarf nicht zu ſehr anſchwellen zu
laſſen, nach und nach einzelne Beamtenkategorien
auf=
beſſerte, iſt dieſer Grundſatz verlaſſen worden. Einzelne
Aufbeſſerungen mit relativ geringen Beträgen ſind
unzu=
reichend und relativ teuer für die Verwaltung. Iſt
hier=
nach der ganze von der Verwaltung zu deckende Bedarf
außerordentlich hoch — er überſteigt die Summe von
300000 Mark —, ſo iſt doch andererſeits die Sicherheit
gegeben, daß für längere Zeit die Gehaltsfragen von derſ
Tagesordnung verſchwinden. Dieſe Sicherheit iſt um ſo
mehr gegeben, als die ſtädtiſche Verwaltung ſich nicht aufe
einfache Zulagen beſchränkt hat. Sie mußte vielmehr dier
ſehr ſchwere Aufgabe löſen, eine Reform der derzeitigen
Gehaltsordnung in die Wege zu leiten. Sie war genötigt,
den ſchon vor längerer Zeit eingereichten Geſuchen
ſtatt=
zugeben.
Angeſichts der außerordentlichen Verantwortung, die
insbeſondere mir in erſter Linie und allen beſchließenden
Faktoren bei dieſer Vorlage auferlegt iſt, mußten wir
dar=
auf Rückſicht nehmen, daß die von der Bürgerſchaft=er
Nummer 258.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Seite 5.
wählte Stadtvertretung nicht nur die Intereſſen des
Per=
ſonals, ſondern auch diejenigen der Allgemeinheit zu
ver=
treten hat. Die ſtädtiſche Verwaltung war ſich klar
dar=
über, daß ſie in dieſer wichtigen Angelegenheit ſich nur in
der Grenze des Möglichen bewegen kann, daß ſie genötigt
iſt, ſich Beſchränkungen aufzuertegen. Ich habe bei der
Darſtellung des Finanzprogramms in dem Vortrage des
Jahres 1910 ausgeführt, daß wir bei allem Wohlwollen
für das Perſonal doch verhindern müſſen, daß der
Per=
ſonalaufwand in außerordentlichem Maße wächſt. In
dieſer Beziehung darf ich auf folgendes hinweiſen:
I. Die ſtädtiſche Verwaltung konnte nicht daran
den=
ken, bei ihrem Finanzbedarf die Rückwirkung der
Vor=
lage vom 1. April, wie dies beim Staate geſchehen iſt,
auszuſprechen. Sie hatte die Verpflichtung, ſich auch in
dieſer Frage eine Beſchränkung aufzuerlegen. So wird
denn die Rückwirkung der Vorlage vom 1. Juli erfolgen.
II. Die in dem Vortrage des Jahres 1910
angekün=
digten Maßnahmen zur Vereinfachung der Verwaltung
ſind in der Zwiſchenzeit zur Durchführung gelangt. Es
wird in dieſer Beziehung auf folgendes verwieſen: a) Die
Anordnungen zur Vereinfachung des inneren
Dienſtver=
kehrs. b) Die neue Einteilung der Arbeiten des
Perſo=
nals in den Bürgermeiſtereiſekretariaten. Die neue
Vor=
lage geht in dieſer Beziehung weiter. Für die Zukunft
ſollen, aus Rückſichten der Vereinfachung und der
Erſpar=
nis, an Stelle der vorhandenen Oberſtadtſekretärſtellen nur
noch drei Stellen für die Oberſtadtſekretäre beſtehen
blei=
ben. Syſtematiſch trägt die Verwaltung dem Gedanken
Rechnung, bei Neubeſetzung von Stellen die Verwaltung
durch Organiſationsveränderungen zu vereinfachen. e)
Die Geldanſchläge für die ſtädtiſchen Dienſtwohnungen,
die ſeither durchaus verſchieden feſtgeſetzt waren, ſind für
die Zukunft höher bemeſſen worden. d) Durch die große
Arbeit des neuen Stellenplanes iſt der Grundſatz zur
An=
nahme gelangt, daß Anſtellungen nicht mehr wie ſeither
erfolgen können. Die Feſtſetzung der Dienſtſtellen erfolgt
vielmehr durch den Stellenplan bei genau nachgewieſenem
Bedarf. Die Grundſätze zur Regelung der Dienſt=
Be=
förderungs= und Beſoldungsverhältniſſe des
nichtange=
ſtellten Beamtenperſonals ſind neu geregelt, auch wurde
die Prüfung für die Anwärter auf die ſtädtiſchen
Bureau=
aſſiſtenten= und=Kanzliſtenſtellen eingeführt. e) Es iſt
eine genaue Kontrolle aller Ausgaben angeordnet, die in
dem laufenden Jahre auf den Reſervefonds übernommen
werden.
III. Zum Beweis des Beſtrebens auf ſyſtematiſche
Vereinfachung ſei noch auf folgende Tatſachen verwieſen:
1. In dem Bureau der allgemeinen Verwaltung, das dem
Oberbürgermeiſter unterſteht, wurden ſechs Dienſtſtellen
aufgehoben, ohne daß ein Erſatz eingetreten iſt. Die
Auf=
hebung weiterer Dienſtſtellen ſteht im Zuſammenhang mit
Organiſationsveränderungen bevor. — 2. Bei der
Stadt=
kaſſe ſind ſieben Dienſtſtellen in Wegfall gekommen; ein
Erſatz wurde für drei Stellen geſchaffen. Die Stelle eines
Bureaudieners bei der Stadtkaſſe wurde aufgehoben, ohne
daß Erſatz eintrat. — 3. Die Gaswerkskaſſe wurde
auf=
gehoben und mit der Stadtkaſſe vereinigt. — 4. Bei der
Oktroiverwaltung wird das Perſonal für allgemeine
ſtädtiſche Zwecke, ſoweit möglich, herangezogen. Ein
Oktroierheber wurde der Stadtkaſſe, zwei andere für
all=
gemeine ſtädtiſche Zwecke dienſtbar gemacht. Der Erſatz
wird durch vorhandene Aufſeher bewirkt. Der Vorſteher
der Oktroiverwaltung iſt gleichfalls im allgemeinen
ſtädti=
ſchen Dienſt bereits tätig. — 5. Auf dem Standesamt,
dem Ortsgericht und der Waſſerwerksverwaltung ſind
Bureauaſſiſtenten abberufen worden, ohne daß ein Erſatz
eintrat.
Die ſtädtiſche Verwaltung gedenkt demnächſt ein
eige=
nes Rechnungsprüfungsamt einzuführen und dieſes Amt
mit vorhandenem Perſonal zu beſetzen, ſo daß beſondere
Koſten der Stadt nicht erwachſen. Sie hofft, hierdurch
den Beitrag an den Staat in Höhe von 3500 Mark zu
ſparen. Ich verweiſe ferner auf die in dem Vortrag des
Jahres 1910 angekündigte und nunmehr durchgeführte
Maßnahme, die den Wegfall der Vergütung für
Sonder=
arbeiten zur Folge hat. Die Urliſte der Schöffen und
Geſchworenen, die Wählerliſten für die Ergänzungswahl
der Stadtverordnetenverſammlung und für die Wahlen
der Beiſitzer zum Kaufmannsgericht werden nunmehr
ausſchließlich in den Bureauſtunden und ohne beſondere
Vergütung aufgeſtellt. Die Koſten für Zahlungen, die
früher 3000 Mark verurſachten, wurden zum größten Teil
erſpart.
Es bedarf keiner Ausführung, daß dieſe Maßnahmen
nur unter ganz außerordentlicher Ausnützung der
vor=
handenen Dienſtkräfte möglich waren. Die ſtädtiſche
Ver=
waltung iſt ſich jedoch bewußt, daß außerordentliche
Zei=
ten auch außerordentlicher Maßnahmen kedürfen; ſie iſt
ſich insbeſondere der Aufgabe bewußt, daß die Stadt
in=
folge der derzeitigen außergewöhnlichen lokalen
Verhält=
niſſe und der derzeitigen Zeitverhältniſſe ſich in einer
ern=
ſten Uebergangszeit befindet. Dieſer Ernſt der Lage
er=
fordert die unbedingte Rückſichtnahme auf die
Allgemein=
heit der Steuerzahler. Dieſe Rückſichtnahme wird ihren
beſonderen Ausdruck durch die Tatſache finden, daß wir
den Ausgleichungsfonds in einem beſonderen Maße zur
Beſtreitung der Mittel der Aufbeſſerung heranziehen. So
ſollen zunächſt die Ergebniſſe des neuen
Gemeindeſteuer=
geſetzes abgewartet werden; es ſoll in den Jahren 1912
und 1913 und ſoweit möglich, auch im Jahre 1914 eine
allgemeine Erhöhung der Umlagen nicht eintreten.
Es liegt mir noch ob, dem Finanzausſchuß und dem
Unterausſchuß im Namen der geſamten ſtädtiſchen
Ver=
waltung herzlichen Dank zu ſagen für ſeine
außerordent=
lich eingehende und mühevolle Arbeit. Der Unterausſchuß
hat im Verein mit der ſtädtiſchen Verwaltung für das
geſamte Perſonal eine außerordentlich wohlwollende und
entgegenkommende Haltung betätigt.
Wenn ich noch einen perſönlichen Wunſch hinzufügen
darf, ſo iſt es der, mögen alle Beamten, Lehrer,
Bedienſte=
ten und Arbeiter eingedenk ſein der Tatſache, daß ſie nur
einen Teil der geſamten Bevölkerung darſtellen und daß
es der ſtädtiſchen Verwaltung nicht möglich iſt, Fürſorge
zu treffen für diejenigen, die nicht im ſtädtiſchen Dienſte
ſtehen und gleichfalls unter dem Ernſte der Zeiten leiden.
Es darf daher von dem Perſonal, insbeſondere von
unſe=
ren Beamten, verlangt werden, daß ſie billig Rückſicht
nehmen auf Geſchäftsleute und Gewerbetreibende in der
Stadt und alle zu weitgehenden Sonderbeſtrebungen den
Intereſſen der Allgemeinheit unterordnen.
Zu der
Diskuſſion
ergreift zunächſt Stadtv. Dr. Ben der das Wort.
Wei=
tere Ausführungen im Allgemeinen und im Einzelnen zu
machen, erübrigt ſich, doch ſei feſtgeſtellt, daß in den
vie=
len und ausgedehnten Sitzungen alle berechtigten Wünſche
nach Möglichkeit berückſichtigt wurden und daß durchaus
objektiv verfahren wurde. Von vornherein hat der
ge=
wählte Unterausſchuß den Stadtv. Aßmuth
hinzuge=
zogen, um die Sonderwünſche der Arbeiterſchaft zu
ver=
treten und iſt nach deſſen Vorſchlägen um über 14000 Mk.
über die Anträge der Bürgermeiſterei hinausgegangen.
Einzelne Wünſche mußten natürlich unerfüllt beiben.
Das ließ ſich nicht vermeiden, denn man mußte auch
Rück=
ſicht nehmen auf den Teil der Bevölkerung, der die Mittel
für die Vorlage aufzubringen hat. In den
Vorberatun=
gen haben ſich im Grunde genommen wenig
Beanſtan=
dungen ergeben, ſo daß im weſentlichen eine Einigung zu
erzielen war. Redner bittet, dem neuerdings gefaßten
Be=
ſchluſſe des Finanzausſchuſſes zuzuſtimmen. Weiter ſei
auch der von den Stadtvv. Henrich und Dr. Nöllner
geſtellte Antrag, daß das in die Heag übergetretene
Per=
ſonal alsbald die gleichen Erhöhungen erhalte, die es
er=
halten würde, wenn es noch im Dienſte der Stadt wäre,
von dem Oberbürgermeiſter ſchon akzeptiert worden, ſo
daß man nunmehr hoffen dürfe, daß eine allgemeine
Zu=
friedenheit in die Beamtenſchaft einziehen werde.
Stadtv. Dr. Nöllner: Es iſt vielleicht intereſſant,
zu erfahren, daß die Vorlage im Anfang etwas anders
ausſah, als heute. So iſt der für die Beamtenſchaft
vorgeſehene Betrag von 98000 auf 120000 Mark
herauf=
geſetzt worden uſw. Unerfüllt bleiben mußten Wünſche
einer kleinen Lehrergruppe bezüglich ihrer anderweiten
Einreihung, auch iſt wohl anzunehmen, daß auch hier die
gefundene Regelung befriedigt. Einen in der
Beamten=
zeitung erſchienenen Artikel müſſe Redner als
unberech=
tigt und in ſeiner Schärfe viel zu weitgehend zurückweiſen.
Der Artikel enthalte überdies mehrere Unrichtigkeiten.
Dringend zu wünſchen ſei nunmehr auch, daß die
Beam=
ten, deren Gehälter doch im weſentlichen durch Steuern
des gewerblichen Mittelſtandes aufgebracht werden, ihre
Bedürfniſſe nun in Darmſtadt decken. (Sehr richtig.)
Die Deckungsfrage brauche vorerſt keine Urſache zur
Be=
unruhigung zu geben, da die Mittel vorläufig ohne
Be=
denken dem Ausgleichsfonds entnommen werden können,
ſo daß bis zum Jahre 1914/15 eine weſentliche
Steuer=
erhöhung nicht nötig iſt.
Stadtv. Henrich: Die Stadtverordneten haben die
Vorlage nach 2 Richtungen zu beurteilen: als Arbeitgeber
gegenüber ihren Beamten und Bedienſteten, aber auch als
Vertreter der Steuerzahler. Das Bedürfnis für die
all=
gemeine Aufbeſſerung iſt nach dem Vorgang des Reiches,
des Staates und vieler Städte anzuerkennen. Gewiß
lei=
det auch der nichtbeamtete Teil der Bevölkerung unter der
Teuerung, aber zum direkten Eingreifen hat die Stadt
nur die Möglichkeit und die Pflicht bei den ganz von ihr
abhängigen Beamten und Arbeitern. Das ſchließt
ſelbſt=
verſtändlich nicht aus daß die Stadt auch ihre übrigen
Bürger nach Möglichkeit in ihrem Erwerb und Exiſtenz
ſtützt und es ſchließt erſt recht nicht aus, daß die Beamten
das tun, indem ſie ſich erinnern, daß ihre eigene Exiſtenz
von der Steuerkraft der Bürger abhängt. In ihrem
eige=
nen Intereſſe müſſen ſie bei dem einheimiſchen Gewerbe
ihren Bedarf decken. Redner bemängelt, daß u. a. auch
gerade ſolche Leute, die es am wenigſten nötig hätten, ihr
Fleiſch von auswärts beziehen oder den ſtädtiſchen
Fleiſch=
verkauf benutzen.
Redner verbreitet ſich dann über die Geſichtspunkte,
von denen bei der Vorlage ausgegangen wurde. Er
er=
läutert das Syſtem in dem revidierten Gehaltstarif, bei
dem zugleich das Beſtreben vorgeherrſcht habe, die
ſtädti=
ſchen Beamten zum mindeſten nicht hinter die
Staats=
beamten zurücktreten zu laſſen. Bei den Lehrern war man
beſtrebt, ſie genau ſo zu behandeln, wie die ihnen
gleich=
wertigen Beamten, um ſo den Fehler zu vermeiden, der
bei der Staatsbeamtenvorlage zu ſo unerquicklichen
Kämpfen geführt hatte; das Ziel war möglichſte
Gleich=
ſtellung mit den Reallehrern. Die Arbeiter ſollten im
Verhältnis nicht ungünſtiger geſtellt werden wie die
Be=
amten, durch das Syſtem der Familienzulagen ſoll
kinder=
reicheren Arbeiterfamilien eine weitere Erleichterung
ver=
ſchafft werden. Die Stadt hat außerdem die Verpflichtung,
dafür zu ſorgen, daß die zur Heſſ. Eiſenbahn=Aktien=
Geſell=
ſchaft übergetretenen ſtädtiſchen Beamten, Bedienſteten
und Arbeiter die gleichen Aufbeſſerungen erhalten wie
das übrige ſtädtiſche Perſonal. Redner hat mit dem
Stadt=
verordneten Dr. Nöllner zuſammen den Antrag geſtellt,
dem genannten Perſonal der Heag für 1912 die
Aufbeſſer=
ung vorlagsweiſe aus der Stadtkaſſe zu bezahlen und
wegen der definitiven Aufbeſſerungen nach den gleichen
Grundſätzen, wie ſie die Beſoldungsvorlage bringt, mit
der Geſellſchaft in Verhandlungen einzutreten. Redner
beſpricht im Anſchluß hieran das Rechtsverhältnis der zur
Geſellſchaft übergetrcgenen Bedienſteten und die
Beun=
ruhigung, die durch das Vorgehen der neuen Direktion
in die Reihen des Perſonals getragen worden iſt. Er
verlangt ſtrikte Beachtung der Rechte des Perſonals,
nicht nur der einklagbaren und empfiehlt für die
Erziel=
ung der für den Betrieb erwünſchten Einheitlichkeit,
ſo=
weit ſie überhaupt erreichbar iſt, ein maßvolles Vorgehen
und eine Behandlung, die auch geeignet iſt, das hierzu
nötige Vertrauen und Entgegenkommen der Leute zu
wecken.
Die Verpflichtung gegenüber den Steuerzahlern
be=
ſteht darin, für eine durchgreifende Verbilligung und
Ver=
einfachung der Verwaltung zu ſorgen. Das ſei in der
Hauptſache Aufgabe der Bürgermeiſterei, da der
Außen=
ſtehende nicht die dazu nötige genaue Kenntnis der
Dienſt=
geſchäfte hat. Und weiter können die Steuerzahler
er=
warten, daß ſie von neuen Steuern nach Möglichkeit
ver=
ſchont bleiben. Für die nächſten 2 oder 3 Jahre wird das
mit Hilfe des Ausgleichsfonds möglich ſein, aber auf die
Dauer geht es nicht, eine Neubelaſtung von über 300000
Mark, wozu noch andere unvermeidliche Ausgaben
kom=
men, aus der Sparbüchſe zu decken. Dieſe Politik des
Zu=
wartens wäre nicht zu rechtfertigen, wenn wir uns
hin=
ſichtlich der Gemeindeſteuern und der ſtädtiſchen Betriebe
nicht in einer Uebergangsperiode befänden, nach deren
Ab=
ſchluß wir erſt genauer überſehen können, was dauernd
neu aufzubringen iſt. Die Warenhaus= und Filialſteuer
wird wohl kommen, doch muß erſt das Ergebnis der
Ge=
meindeſteuerreform abgewartet werden, um geeignete
Grundlagen für ihre Ausgeſtaltung zu bekommen.
Die bisherige Periode großer Aufgaben:
Umwälz=
ungen und Belaſtungen — z. B. Wegfall des Oktrois,
Er=
bauung des Schwimmbades, des Ausſtellungsgebäudes
uſw der Bahnhofsneubau, der Vertrag mit der
Süd=
deutſchen — muß in der Hauptſache als abgeſchloſſen
gel=
ten. Jetzt kommt die ungleich undankbarere, aber nicht
minder ſchwierige Periode des Ausheilens, in der es gilt,
die geſtiegenen Laſten in Einklang zu bringen mit der
wirtſchaftlichen Leiſtungsfähigkeit der Bevölkerung und
nun eine ruhige und ſtetige Vorwärts=Entwickelung
unſe=
res Gemeinweſens zu ſichern. Die bisherigen Leiſtungen
unſerer Stadtverwaltung geben uns die Gewähr, daß ſie
auch dieſer ſchwierigen Aufgabe in vollem Umfange
ge=
recht werden wird.
Stadtv. Aßmuth: Es iſt zu begrüßen, daß die
Stadt kein Flickwerk, ſondern eine durchgreifende Reform
vorlegte. Er hebt im weiteren beſonders hervor, daß
die Arbeiterſchaft infolge ihrer guten Organiſation ihre
Anſprüche und Wünſche in ſachlicher und ruhiger Weiſe
geltend gemacht hat. Bei vielen Beamtenkategorien ſei
das nicht der Fall geweſen. Redner verbreitete ſich dann
über Einzelheiten der Vorlage,
Stadtv. Seng ſchließt ſich den Vorrednern im
weſentlichen an und möchte den Reformenten für ihre
große und undankbare Arbeit Dank und Anerkennung
aus=
ſprechen. Die Beamten und Lehrer mögen nunmehr
ein=
gedenk ſein der großen Opfer, die die Allgemeinheit für
ſie bringt und iyren Dant zum Ausdruck bringen durch
Beherzigung der Forderung „Kauft am Platze‟
Stadtv. Gretzſchel begrüßt die Vorlage und
meint ebenfalls, die Beamtenſchaft könne nun wohl
zu=
frieden ſein. Beſonders anzuerkennen iſt, daß die
Be=
amten und Angeſtellten der „Heag” in gleicher Weiſe ihre
entſpriſchenden Aufbeſſerungen erhalten. Zu wünſchen
und zu hoffen ſei, daß auch im übrigen die Rechte der
Angeſtellten der Heag gewahrt bleiben, damit
Mißhellig=
keiten, wie ſie ſich ſchon ergeben haben, vermieden werden.
Der Beamtenapparat der Stadt ſei noch zu umfangreich.
Es kommen auf je 180 Einwohner ein ſtädtiſcher
Beam=
ter. Man ſolle noch mehr nach Vereinfachung ſtreben.
Stadtv. Dr. Oſann: Die Herren Referenten haben
das Gericht ſo ſchmackhaft aufgetragen, daß man es
bei=
nahe ſchweigend hinnehmen könne. Die Kommiſſion hat
den ſehr bemerkenswerten Weg eingeſchlagen, von jeder
Kategorie der in Frage kommenden Beamten einen
hin=
zuzuwählen und ihm gewiſſermaßen die Verantwortung
mit aufzuerlegen. Allerdings hatte das eine
Mehrauf=
wendung von 50000 Mark zur Folge. Ob die
Steuer=
zahler damit zufrieden ſind, dürfte allerdings eine andere
Frage ſein. Einer der wichtigſten ſei doch die
Deckungs=
frage, daß die Gelder immer aus dem Ausgleichsfonds
genommen werden können, ſei eine Selbſttäuſchung.
Rich=
tiger iſt es, die dauernde Deckung, in der zunehmenden
Steuerkraft der Bevölkerung zu ſuchen. Dieſe
Steuer=
kraft hat ſich tatſächlich ergeben, wenn auch nicht in der
Einkommen= ſo doch in der Vermögensſteuer. Eine
Ver=
ſchiebung wird das neue Gemeindeumlagengeſetz bringen.
Man müſſe aber jetzt ſchon ſinnen auf neue Steuerquellen.
Wenn Herr Henrich geſagt habe, daß nun ein Stadium
der Ruhe in den ſtädtiſchen Anforderungen eintreten
müſſe, ſo iſt dem doch entgegenzuhalten, daß die
Entwick=
lung nicht aufzuhalten iſt und daß bei der großen
Kon=
kurrenz der Städte Neuanforderungen nicht ausbleiben
können. Auf Einzelheiten der Vorlage eingehend, begrüßt
Redner beſonders die Beſſerung der
Hinterbliebenenver=
ſorgung, die Familienzulagen uſw. Zu der „Heag”
be=
merkt Redner, es ſcheine die neue Leitung doch noch nicht
den richtigen Ton gegenüber den Arbeitern zu finden. In
den notwendigen Verſuchen zur Vereinfachung müſſe man
die Beamten von unten herauf befragen. Mögen die
Be=
amten nunmehr beweiſen, daß ſie den ihr im Vorhinein
erteilten Dank zu würdigen wiſſen. (Bravo.)
Stadtv. Friedrich: Wenn die Arbeiter mit der
Vorlage zufrieden ſind, ſo ſei das nur ein Zeichen ihrer
Beſcheidenheit, nicht etwa die Tatſache, daß die ihnen
ge=
wordene Aufbeſſerung ſehr erheblich ſei. Sie erhalten
prozentual das Wenigſte. Redner bittet die Frage der
Ueberſtunden mit zu erledigen. An der Leitung der
„Heag” übt Redner ſcharfe Kritik. Er richtet an den
Ober=
bürgermeiſter die Frage, ob er als Mitalied des
Aufſichts=
rats gewillt ſei, die Errichtung der Betriebskrankenkaſſe
der „Heag” zu verhindern.
Es folgt zunächſt eine kurze
Geſchäftsord=
nungsdebatte, als deren Ergelbiis vorgeſchlagen
wird, die Vorlage en bloc anzunehmen, und
et=
waige einzelne Unſtimmigkeiten in der geheimen Sitzung
zu erledigen.
Stadtv. Vaubel beanſtandet, daß nicht alsbald die
Deckungsfrage mit erlediat würde. In den oberen
Be=
amtenklaſſen ſei die Aufbeſſerung zu reich bemeſſen.
Stadtv. Sames hat in der Vorlage Hinweiſe
ver=
mißt, in welcher Weiſe in Zukunft eine Vereinfachung
der Verwaltung beabſichtigt iſt und er hofft, daß
dem=
nächſt poſitive Vorſchläge in dieſer Beziehung gemacht
werden. Weiter ſpricht Redner über die Deckungsfrage.
Stadtv. Pickert verbreitet ſich ſehr eingehend über
die Einkommens= und Anſtellungsverhältniſſe der Lehrer.
Stadtv. Schupp ſtimmt der Vorlage zu.
Damit ſchließt die Debatte. Es folgt Abſtimmung.
Die Vorlage wird en bloe einſtimmig angenommen
(Lebh. Bravo) vorbehaltlich von den 5—6 Punkten, die
Perſonalien betreffen und in geheimer Sitzung behandelt
werden.
Bezüglich des
in die Dienſte der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft übergetretenen
Per=
ſonals
iſt beſchloſſen worden, daß die Stadt zu Aufbeſſerungen
des Perſonals folgende Mittel zur alsbaldigen
Auszahl=
ung zur Verfügung ſtellt, und zwar: 1. für die angeſtellten
Beamten 6210 Mark; 2. für das nichtangeſtellte techniſche
und Bureauperſonal 920 Mark; 3. für das Fahrperſonal
10 200 Mark: 4. für das Arbeiterperſonal 7920 Mark,
zuſammen 25 250 Mark. Die Stadtverwaltung geht dabei
von der ſelbſtverſtändlichen Vorausſetzung aus, daß
dem=
nächſt eine Vereinbarung mit dem Aufſichtsrat der
Heſſi=
ſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft dahin getroffen wird,
in welcher Weiſe dieſe Summe zwiſchen Stadt und
Geſell=
ſchaft geteilt wird und welcher Erſatzanteil auf obige
Vor=
lagsſumme demnächſt an die Stadt zu leiſten iſt.
Nachdem der
Bebauungsplan über die Südſeite des
Landwehrweges,
von der Weiterſtädter Straße bis zum Tor des neuen
Güterbahnhofes, offengelegt worden war, iſt von einem
Anlieger ein Vorbehalt gemacht worden, der jedoch als
ein Einſpruch nicht betrachtet werden kann. Für den Fall,
daß er als Einſpruch aufgefaßt werden ſollte, wird ſeine
Ablehnung und die Genehmigung der von der
Stadtver=
ordnetenverſammlung unter 11. Juli d. J. gutgeheißenen
Fluchtlinien für den vorderen Teil des Landwehrweges
beantragt. Für den hinteren Teil des Landwehrweges,
von dem Eingang des Güterbahnhofes ab nach Weſten,
wird nach einer Beſichtigung des Hochbau=Ausſchuſſes an
Ort und Stelle empfohlen und beſchloſſen, ihn als
Feld=
weg zu erhalten, jedoch auf 6 Meter zu verbreitern. —
Nach dem Referat des Stadtv. Möſer und nach kurzer
Debatte ſtimmt die Verſammlung dem zu.
Es beſteht die Möglichkeit, das ehemalige
Oktroiaufſichtshäuschen an der
Bleich=
ſtraße,
das bisher nur noch für Zwecke der Stadtgärtnerei
Ver=
wendung gefunden hatte, zum Verkauf von Obſt=, Back=
und Zuckerwaren und Milch zu vermieten. Die
zuſtändi=
gen Ausſchüſſe haben die Vermietung gegen einen
Jahres=
betrag von 100 Mark gutgeheißen. — Dem Antrag wird
nach dem Bericht des Stadtv. Sames zugeſtimmt.
Die nach dem Geſetz vom 17. Juli dieſes Jahres, die
Dieenſtbezüge der Staatsbeamten
betreffend, bewilligten Zulagen an die Lehrer pp. des
Großh. Realgymnaſiums ſind zur Hälfte von der Liadt
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Nummer 258.
zu tragen. Es iſt hiernach eine Erhöhung des für 1912
vorgeſehenen Zuſchuſſes zur Kaſſe des Realgymnaſiums
erforderlich, die beantragt und nach dem Referat des
Stadtv. Dr. Bender beſchloſſen wird.
Für die
öffentliche Zollniederlage
ſoll eine Laufgewichts=Brückenwage beſchafft werden, die
nach einem Angebot der Firma C. Schenck 980 Mark koſten
wird. Der Hochbau=Ausſchuß empfiehlt die Vergebung
an die genannte Firma. Auch dem wird zugeſtimmt. —
Referent: Stadtv. Markwort.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt.
Luftfahrt.
Gordon=Bennett=Fahrt.
* Königsberg, 30. Okt. Der Ballon „
Har=
burg 3‟ (Deutſchland), Führer Eimermacher, mußte
vorgeſtern abend wegen Erſchöpfung des Ballaſtes in der
Romintener Heide landen. Der Ballon war über
Ruß=
land in 10 Grad Kälte und in einen Schneeſturm geraten.
* Stuttgart, 30. Okt. Ueber 16 an der „Gordon=
Bennett=Wettfahrt” beteiligte 19 Ballone liegen
Land=
ungsmeldungen vor. Die neueſte betrifft den franzöſiſchen
Ballon „Bearn”, Führer Georges Blanchet der bei
Kulm im ruſſiſchen Gouvernement Lublin gelandet zu
ſein ſcheint. Der Führer ſelbſt hat nicht telegraphiert,
aber die dortige Polizei, die hierher eine
Legitimations=
anfrage richtete. Es fehlt nun noch jede Nachricht über
den italieniſchen Ballon „Andromeda” und den
franzöſi=
ſchen Ballon „Isle de France” desgleichen von dem
ſchweizeriſchen Ballon „Zürich”, der allerdings am
Mon=
tag vormittag ¾10 Uhr über Potsdam gemeldet wurde.
Schließlich hat man keinerlei Nachricht von dem außer
Konkurrenz gefahrenen Ballon „Düſſeldorf 2” der den
Amerikanern als Erſatz für den Ballon „Canſas City 2"
geliehen worden iſt.
* Stuttgart, 31. Okt. Der Ballon „Zürich”,
Führer de Beauclair, iſt nach 36ſtündiger Fahrt bei
Sakrouciki (Gouvernement Wilna) ſüdöſtlich von Kolock
gelandet. Der italieniſche Ballon „Andromeda”
Führer Uſuelli, iſt am Dienstag morgen um 4 Uhr
45 Minuten 17 Kilometer öſtlich von Suwelki in
Ruß=
land nie dergegangen. Bisher fehlen Nachrichten
ungsmeldungen von „Isle de France‟=Frankreich (Führer
Leblanc, der ſeit ſeinem Aufſtieg überhaupt nichts von
ſich hören ließ. Dasſelbe gilt von dem außer Konkurrenz
unter amerikaniſcher Führung geſtarteten deutſchen
Erſatz=
ballon „Düſſeldorf 2‟
* Stuttgart. 31. Okt. Bisher hat der
franzö=
ſiſche Ballon „Picardie‟, Führer Beauclair, die
größte Kilometerzahl erreicht, etwa 2100
Kilometer. Da nur noch ein einziger der konkurrierenden
Ballone nicht gelandet iſt (der ebenfalls noch ausſtehende
amerikaniſche Ballon „Düſſeldorf 2” ſteht außer
Konkur=
renz) und dies der franzöſiſche Ballon „Isle de France‟
iſt, Führer Leblanc, ſo nimmt die Oberleitung als ſicher
an, daß diesmal Frankreich der Preisträger
des Gordon=Bennett=Preiſes iſt.
sr. Klaſſement des Gordon=Bennett=
Rennens der Freiballone. Wie man aus
Stutt=
gart meldet, ſtanden Mittwoch abend nur noch die
Land=
ungsmeldungen von „Isl de France‟=Frankreich (Führer
Leblanc) und von dem außer Konkurrenz geſtarteten
„Düſſeldorf 2‟ (Führer Watts=Amerika) aus. Der erſte
Preis iſt infolge der außergewöhnlichen Leiſtung des
Franzoſen Bienaimee, der mit dem Ballon „Picardie‟
nach 56ſtündiger Flugdauer mit 2200 Kilometer Flugweite
einen neuen Diſtanz=Weltrekord aufſtellte,
Frankreich nicht mehr zu nehmen, ſelbſt wenn Leblanc mit
„Isle de France” dieſes Reſultat noch überbietet, da dieſer
ja ebenfalls Franzoſe iſt. Nach den vorläufigen
Land=
ungsmeldungen dürfte ſich das Klaſſement wie folgt
ſtellen: 1. „Picardie‟=Frankreich (Führer Bienaimee), der
bei Rjäſan in der Nähe von Warſchau landete. 2. „Uncle
Sam=Amerika” (Führer Honeywell), der bei Sapadnaja
an der Dwina (Rußland) landete. 3. „Zürich”=Schweiz
(Führer A. de Beauclair), der bei Sabukicki im
Gouver=
nement Wilna (Rußland) landete. 4. „
Reichsflugver=
ein 2"=Deutſchland (Führer Otto Korn=Dresden), der nach
Zurücklegung von 1380 Kilometer an der Bahnlinie
Wilna=Dünaburg bei Duktſchty landete. „Andromeda”=
Italien (Führer Uſuelli), deſſen Schickſal bisher ebenfalls
noch unbekannt war, iſt 15 Kilometer öſtlich von Suwalki,
ebenfalls in Rußland, niedergegangen Die übrigen
Bal=
lone ſind wie folgt gelandet: „Frankfurt”=Oeſterreich
ging bei Lutſchin (Rußland) nieder, „Harburg 3
‟Deutſch=
land ging in der Romintener Heide nieder, „Honey=
Moon”=England landete an der Rumäniſchen Grenze bei
dem ungariſchen Orte Kuczukata, „Belgica 2‟=Belgien bei
Rojiſtſchi (Rußland). — Der franzöſiſche Ballon „Bearn”
der von der polniſchen Polizei feſtgehalten wurde, iſt
in=
zwiſchen wieder freigegeben worden.
* Frankfurt a. M., 31. Okt. Die Zeppelin=
Luft=
ſchiffe „Hanſa” in Gotha und „Viktoria Luiſe‟
in Frankfurt a. M. beabſichtigen, keine größeren
Fahrten in nächſter Zeit zu unternehmen. Die Luftſchiffe
werden vorläufig nur zu ein= bis 2ſtündigen
Paſſagier=
fahrten verwendet. Sonntag, 3. November, unternimmt
die „Viktoria Luiſe” mittags eine Landungsfahrt
nach Wiesbaden und zurück.
* München, 30. Okt. Der heute vormittag abgeſtürzte
Fliegeroffizier Leutnant Hamburger iſt heute mittag,
ohne das Bewußtſein wieder erlangt zu haben, im
Gar=
niſonlazarett geſtorben.
Sport.
* Pferderennen. Karlshorſt. Preis von
War=
tenberg; 3000 Mark, Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn O.
Kampfhenkels Hilda (Theilen), 2. Firlefanz II (Koch),
3. Konſtantin (Th. Baſtian). Tot. 133:10, Pl. 23, 14, 15:10.
Unpl.: Droma (4), San Pedro, Anthemis, Kundry (
aus=
gebrochen), Gruna, Hades. Leicht, 2½—4 Lg. — Preis
von Schleswig; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 4000
Meter: 1. Leutn. v. Ravens Side off (Beſ.), 2. Pikey
(Leutn. v. Zobel), 3. Street Arab (Leutn. v. Platen).
Tot. 55:10, Pl. 22, 22, 22:10. Unpl.: Judelle II (4), Jiu
Jitſu (gef.), Koralle, Hat=Te, Kings Love, Bon Ton, Pride
of Weil. Leicht, 2—2 Lg. — Handikap der Dreijährigen;
12000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Leutn. A. v.
Hanſe=
manns Cudowa (Weishaupt), 2. Sturmwind II (G.
Lom=
matzſch), 3. Hellia (Fritſche). Tot. 40110, Pl. 22, 29, 72:10.
Unpl.: Abelard (4), Abendſtern (angeh.), Farneſe (
an=
gehalten), Dahme (angeh.), Stella d’Oro (angeh.), Omama
(angeh.), Muſchy (angeh.), La Turbie, Damara,
Früh=
wach, Coeur de Lion, Priotina, Menelik. Scharfer Kampf,
Hals-4—3 Lg. — Tranſylvanian=Jagdrennen;
Ehren=
preis und 6000 Mark, Diſtanz 4200 Meter: 1. Herrn H.
(Schultzes Reveuſe (Leutn. Frhr. v. Berchem), 2. Ritter=
ſchlag (Herr Purgold), 3. Ruſtikus (Herr v.
Weſtern=
hagen). Tot. 95:10, Pl. 21, 28, 14:10. Unpl.: Gefa (4),
Tus lieber, Turandot, Werra, Mainau II. Leicht, 4—3
Längen. — Preis von Langeburg; 3000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Leutn. F. v. Zobeltitz’ Gitarre (H. Brown),
2. Marlock (Fritſche), 3. Royaliſt (Koch). Tot. 26:10, Pl.
13, 15, 16:10. Unpl.: Harzroſe (4), Nelusko, Prompt,
Milo, Escourial, Omama, Kant, Sprühfeuer. Sicher,
—½ Lg. — Wuhlheide=Jagdrennen; Ehrenpreis und
3000 Mark, Diſtanz 4200 Meter: 1. Leutn. v. Salderns
Magiſter (Leutn. v. Egan=Krieger), 2. Edda (Leutn. Frhr.
v. Berchem), 3. Hermes I (Herr Purgold). Tot. 28:10,
Pl. 15, 13:10. Unpl.: Ruſticana (4), Wetterwolke,
Scar=
bas (angeh.). Ueberlegen, 8—1 Lg. — Preis von
Falken=
hagen; 3300 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Geſtüt
Gürze=
nichs Pro Patria (Schläfke), 2. Korvette (Blades), 3.
Iſolde (Archibald). Tot. 31:10, Pl. 14, 19, 14:10. Unpl.:
Mona Liſa (4), Chutbeh, Delila, Heuſchrecke, Schlemm,
Courſchleppe, Felſenburg, Jasmin, Wavelit, Querulo,
Ger (5), Katarakt, Fife Honours. Sicher, ¾ Lg.-Hals-
1 Länge.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
In dem Tagblatt vom Mittwoch befindet ſich ein
Eingeſandt über die hieſige Städtiſche Leſehalle, welches,
da es nicht der Wahrheit entſpricht, einer Berichtigung
be=
darf, und als langjähriger Beſucher dieſes Inſtituts fühle
ich mich zu dieſer Richtigſtellung verpflichtet. Die
Raum=
verhältniſſe mögen ja etwas beſchränkt ſein, aber ſonſt
machen die Räume einen netten und gemütlichen Eindruck.
Auch iſt es unwahr, daß Abort und Schreibgelegenheit
dem Beſucher unzugänglich ſeien. Was die
Reichhaltig=
keit der Zeitungen betrifft, habe ich ſchon oft im Stillen
ie gute Auswahl welche die Verwaltung der Anſtalt
nach dieſer Seite hin trifft, bewundert. Es liegen etwa
50 Tageszeitungen und mindeſtens 120 Fach= und
Unter=
haltungszeitſchriften auf. Darunter nach meiner Zählung
11 Berliner Zeitungen, gewiß eine reiche Auswahl, wer
mehr bedarf, ſollte doch ſo viel Einſicht haben, und ſich
die weiteren ſelbſt halten. Genau ſo iſt es mit den
Fach=
zeitſchriften und den Unterhaltungsblättern, ich halte
deren Auswahl für vorzüglich. Man ſollte doch nichts
unmögliches verlangen und für dieſes weitgehende
Ent=
gegenkommen dankbar ſein. Ich beſuche auch ab und zu
den Leſeſaal der Zentralſtelle für die Gewerbe, in dem
eine große Anzahl Fachzeitſchriften aufliegt, darunter
auch die von dem Einſender genannten, und ich halte es
für ſehr richtig, daß man nicht unnötig Geld
verſchwen=
det und Zeitſchriften, die in dem Leſeſaal einer Anſtalt
auf=
liegen und jedermann zugänglich ſind, auch noch einmal
an einem zweiten Ort hält.
Ein langjähriger Beſucher der Städtiſchen Leſehalle.
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau, 31. Okt. Der Geſchäftsgang
des letzten Ferkelmarkts zeigte den gleichen Verlauf
wie der vorhergehende Markt. Der Auftrieb von 509
Tieren fand infolge der regen Nachfrage zu etwas
er=
höhten Preiſen raſchen Abſatz. Es wurden nämlich
be=
zahlt für Ferkel 14—25 Mk. und für Springer 27 bis
36 Mk. pro Stück. Einleger waren nicht aufgetrieben.
Der nächſte Ferkelmarkt wird am Montag, den 4.
No=
vember” abgehalten.
Der Balkankrieg.
Der Krieg und die Mächte.
* Wien, 31. Okt. Das Neue Wiener Abendblatt
ſchreibt: Pariſer und Londoner Meldungen wiſſen zu
be=
richten, daß Oeſterreich=Ungarn ſeine
Zuſtimm=
ung dazu gab, daß die Balkanſtaaten in einer
ſeiner=
zeitigen Konferenz, welche über den Frieden und die in
der europäiſchen Türkei durchzuführenden Reformen zu
beraten hat, Sitz und Stimme haben ſollen. Es wird
fer=
ner erzählt, daß zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rußland über die aus der derzeitigen Balkankriſe
entſtehenden Schwierigkeiten eine Vereinbarung
ge=
troffen ſei, welche demnächſt veröffentlicht wird
und in der ſchon gemeinſame Schritte für die
nächſte Zukunft feſtgelegt ſeien. In informierten
Kreiſen wird darauf aufmerkſam gemacht, daß derzeit
keinerlei Konferenzprojekt den Mächten vorliegt, alſo auch
nicht in Verhandlung ſteht und darum über die Teilnehmer
an dieſer eventuellen Konferenz nicht beraten werden
kann. Es liegt den Mächten derzeit nichts anderes vor,
als der Vorſchlag Poincarés, welcher erſtens den Status
quo gewahrt wiſſen will und zweitens eine Vermittelung
im geeigneten Zeitpunkte vorſchlägt. Beide Punkte ſind
von allen Mächten angenommen worden und keine Macht
hat bisher irgend eine Aenderung an den Vorſchlägen
angeregt. Die Mächte ſtehen einmütig auf dem
Stand=
punkt Poincarés, darum entbehrt auch die Meldung von
einem beſonderen Abkommen Oeſterreich=Ungarns und
Rußlands jeder Begründung, alſo auch die von deſſen
be=
vorſtehender Veröffentlichung.
In einem Artikel führt das Fremdenblatt aus:
Die Erfolge welche die Armeen der
Balkan=
ſtaaten an verſchiedenen Punkten des Kriegsſchauplatzes
bisher errungen haben und die Hoffnungen, die die
Ver=
bündeten für ihre ſtaatliche Entwickelung daran knüpfen,
riefen in der Balkanpreſſe nicht bloß das begreifliche
Ge=
fühl des nationalen Stolzes, ſondern auch das Bedürfnis
hervor, die Frage der künftigen Beziehungen zu
den Großmächten zu unterſuchen. Auch die ſerbiſche
Preſſe verſuchte in der letzten Zeit, über den Einfluß, den
die militäriſchen Ereigniſſe auf das Verhältnis zwiſchen
Oeſterreich=Ungarn und das Königreich üben könnten, ins
Reine zu kommen, und äußerte bei dieſer Gelegenheit ſich
in einer Weiſe, die wir ſchon hier aus dem Grunde
regi=
ſtrieren möchten, weil ſie ſich von der Haltung, welche
die=
ſelbe Preſſe noch vor kurzem einnahm, weſentlich
unter=
ſcheidet. Es iſt ein neuer, ungewohnter Ton, den wir da
zu hören bekommen Es iſt nur ein Gebot der
Gerechtigkeit, dem wir folgen, wenn wir dieſe
An=
zeichen eines Umſchwunges zur Kenntnis nehmen. Wir
ſtellten aber gleichzeitig feſt, daß von einem Umſchwung
unſerer öffentlichen Meinung zu ſprechen, eine
Veran=
laſſung nicht vorliegt. Denn von unſerer Seite iſt dem
benachbarten Königreiche niemals Mißgunſt oder
Feind=
ſeligkeit entgegengebracht worden, im Gegenteil, alles
wurde getan und nichts verabſäumt, um ein gutes
nach=
barliches Verhältnis zu ermöglichen. Auf den
Appell, der aus dem Nachbarſtaate herüberdringt, haben
wir nur zu erwidern, daß nach unſerem Dafürhalten auch
heute keine Hinderniſſe vorhanden ſind, die die
Wieder=
herſtellung des Verhältniſſes, wie es ſeinerzeit beſtand,
unmöglich machen müſſen. Oeſterreich Ungarn bewahrte
ſtets ein großes Wohlwollen für die Balkanvölker
und ein hohes Maß von Intereſſe und Verſtändnis für
deren Entwickelung mit dem angeſtrebten und voll
erreich=
ten Reſultate daß zum Beiſpiel in den letzten Jahren
zwiſchen uns und Bulgarien ſich die freundſchaftlichſten
Beziehungen entwickelten. Dieſe günſtigen Dispoſitionen
waren auf unſerer Seite und ſind auch Serbien
gegen=
über vorhanden. Wir wollen auch nicht zweifeln, daß dies
dort entſprechend eingeſchätzt, das notwendige
Verſtänd=
nis für unſere Intereſſen bekundet und gegebenenfalls
auch beſtätigt werden wird.
* London, 30. Okt. Miniſter Churchill hielt
geſtern in Sheffield eine Rede, in der er der Hoffnung
Ausdruck gab, alle Nationen würden nach Beendigung der
Balkankriſis in dem Entſchluſſe einig ſein, daß die
An=
gelegenheit, die der gegenwärtige Krieg entfeſſelt hat,
nicht ein zweites Mal Urſache eines Krieges ſein dürfe.
Alle Regierungen ohne Ausnahme ſeien ehrlich bemüht,
eine Formel zu finden, die den Kriegführenden
Gerechtig=
keit widerfahren laſſe und den in Betracht kommenden
Völkern von Nutzen ſei. Der Krieg ſei mit der ganzen
Kraft einer ſpontanen Exploſion ausgebrochen. Wer
würde angeſichts einer derartigen Willenskundgebung
fühn genug ſein zu behaupten, daß Stärke nie ein
Heil=
mittel geweſen ſei, oder wer wäre unaufrichtig genug, um
zu erklären, daß kriegeriſche Tugenden keine vitale Rolle
im Leben geſunder oder ehrliebender Völker ſpielen, oder
wer ſchließlich würde töricht genug ſein anzunehmen, daß
ein langer Antagonismus, der ſich aus der Geſchichte und
der Zeit erklärt, ſtets durch glatte an der Oberfläche
blei=
bende Konventionen von Politikern und Diplomaten
ausgeglichen werden kann? Großbritannien muß für alle
Fälle gerüſtet ſein. Es ſei gut geduldig, bedächtig und
friedliebend zu ſein, aber es ſei nicht genug. Wir müſſen,
ſchloß Churchill, auch ſtark. voll Selbſtvertrauen und einig
ſein.
HI.B. Sofia 31. Okt. Das Blatt Mir drückt in
einem Artikel die Meinung aus, wenn die europäiſche
Diplomatie den endgültigen Frieden auf dem
Bal=
kan wieder herſtellen wolle, ſo wäre es ihre Pflicht, dier
Formel des Status quo aufzugeben. Nach dem
Siege der verbündeten Truppen würde es für die
ſieg=
reichen Armeen vielmehr eine Beſchimpfung ſein, von
ihnen die Aufrechterhaltung des Status quo zu
ver=
langen, da es ein leichtes geweſen wäre, den Krieg zu
vermeiden, der durch die Nachläſſigkeit der Diplomatie,
den beſtehenden Verträgen Achtung zu verſchaffen,
ver=
urſacht worden iſt.
Die Kämpfe bei Adrianopel.
* Die Meldungen über den bisherigen Verlauf
der „Entſcheidungsſchlacht” bei Adrianopel
wider=
ſprechen ſich; ſowohl die Türken, als auch die Bulgaren
nehmen den Sieg für ſich in Anſpruch. Wir laſſen darauf
bezügliche Meldungen folgen:
Türkiſche Meldungen.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Die türkiſchen
Truppen machten von Adrianopel einen Ausfall an der
weſtlichen Seite gegen Marraſch. Sie warfen dien
Bulgaren unter vielen Verluſten in der Richtung auf=
Serail und Kemalkoej zurück. An demſelben Tage
er=
griff die türkiſche Armee auf dem öſtlichen Flügel bei
Wiſa die Offenſive und ſchlug den Feind zurück. Die
bul=
gariſche Diviſion, die im Zentrum vorging, wurde
zurück=
gedrängt. Die türkiſche Armee hatte 800 Tote und
Ver=
wundete. Informierte Kreiſe glauben auf Grund
ver=
trauenswürdiger Informationen, daß Kirk=Kiliſſe gegenz
wärtig weder in den Händen der Türken, noch der Bulz
garen iſt.
H. B. Konſtantinopel, 31. Okt. Amtlich wird
folgendes Telegramm des Generals Nazim Paſcha von
geſtern an das Großweſirat bekannt gegeben: Der geſtrige
offenſive Vorſtoß bei Wiſa hat mit dem Beiſtande
Gottes mit einem großen Siege für uns geendet.
Die Flanken=Diviſion des Feindes mußte ſich bei
Schon=
gara zurückziehen. Auch die Front=Diviſion des Feindes
wurde zur Flucht gezwungen. Wir hatten 800 Tote und
Verwundete. (gez.): Der Vertreter des Generalliſſimus
und Kriegsminiſters. Nazim Paſcha. — Der
Komman=
dant von Adrianovel meldet dem großen Hauptquartier:
Am Dienstag hatte die türkiſche Armee auf der weſtlichen
Seite und bei Marraſch einen Vorſtoß gemacht. Der Feind
mußte zurückweichen und hatte viele Tote. Der Feind
zog ſich in der Richtung auf Serail Kemalkoej zurück.
— London 31. Okt. Ein hier eingelaufener
türki=
ſcher offizieller Bericht meldet, die Bulgaren ſeien
geſtern drei Mal unter ſchweren Verluſten
zurückge=
worfen worden, hätten ſich zwiſchen Midia und Wiſa
verſchanzt und erwarteten Verſtärkungen von Adrianopel.
Ihre Stellung wird als vorteilhaft bezeichnet. Die
bul=
gariſchen Streitkräfte betragen 140000 Mann, die
türki=
ſchem 260000 Mann.
* Konſtantinopel, 30. Okt. Der Sultan
richtete an den Generaliſſimus Nazim Paſcha
folgen=
des Telegramm: Ihre beiden Depeſchen mit guten
Nach=
richten von dem Erfolge unſerer treuen
Armee haben unſere lebhafte Genugtuung
hervor=
gerufen. Wir beglückwünſchen Sie, die anderen
Komman=
danten und Offiziere, ſowie die Truppen herzlichſt. Das
Telegramm ſchließt mit dem Wunſche für ein weiteres
glückliches Gelingen.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Einem Gerücht
zu=
folge ſollen die Bulgaren im Kampfe um Wiſa
ſchließlich von einer Panik ergriffen worden ſein.
Nach=
ſicheren Informationen herrſchte geſtern abend im
hieſi=
gen Generalſtab infolge günſtiger Meldungen große
Be=
friedigung.
Bulgariſche Meldungen.
HB. Paris, 31. Okt. Dem Matin wird aus Sofia
telegraphiert: Nach zweitägigem erbittertem Kampfe hat
die bulgariſche Armee einen vollſtändigen
Siegüber die türkiſchen Hauptſtreitkräfte
erfochten. Dieſe haben ſich in größter Unordnung
zurück=
gezogen. Lule=Burgas iſt von den Bulgaren
eingenom=
men worden. Der Korreſpondent fügt hinzu, daß dier
Bulgaren bis Muratli vorgerückt ſind, von wo aus ihre
Kavallerie=Patrouillen bis an das Marmarameer ſtreifen.
Die Lage in Adrianopel wird durch den Tagesbefehl
charakteriſiert, der im bulgariſchen Generalquartier
aus=
gegeben wurde und in dem es heißt, daß alle von den
Türken unternommenen Ausfälle zurückgeſchlagen worden
ſind.
* Wien 30. Okt. Der Kriegsberichterſtatter der
Reichspoſt meldet aus dem Hauptquartier der
bulgariſchen Armee vom 30. d. M.: Der Angriff
begann geſtern auf beiden Flügeln. Der Anmarſch der
bulgariſchen Armee zur Schlacht erfolgte in zwei
Grup=
pen. Die eine Gruppe des rechten Flügels ging in der
Richtung Lule Burgas-Tſchorlu vor. Zu dieſer
Gruppe war der größte Teil der Kavallerie und drei
Bri=
gaden der Armee des Generals Iwanow, der vor
Adria=
nopel ſteht, herangezogen, die ihrerſeits durch
Reſerve=
formationen erſetzt wurden. Stärkere Kolonnen ſind von
Havſa und über Pawlekoei und Alaplie auf das ſüdliche
Ergene=Ufer dirigiert. Die Türken ſind hier nach hefti=
Nummer 258.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Seite 7.
gen Känpfen bereits in der Richtung auf Tſchfſiloei
zu=
rückgewichen, ſollen aber mit ſtärkeren Streikräften
nördlich von Oſunköprü vorgehen. — Die Oſtgruppe iſt
im Vorgehen durch die Wälder an der Straße Wiſa=
Sa=
raj; bei ihr iſt infolge der ſchlechten Wege und des
un=
günſtigen Wetters im Vormarſche eine Stockung
einge=
treten. Morgen vormittag wird aber der allgemeine
Vor=
marſch wieder begonnen. Stärke Kolonnen ſind ferner
im Anmarſch über Achmedbej und Geceris auf Midia und
in der Richtung auf Iſtranja. Die türkiſche Armee ſoll
ihre neuen Stellungen noch nicht erreicht haben und
ver=
ſuchen, den bulgariſchen Vormarſch durch Gegenangriffe
aufzuhalten. Von Saraj und Gecerler nahmen, wie
ge=
meldet wird, türkiſche Truppen den Vormarſch über Wiſa
in der Richtung auf Bunar Hiſſar auf.
HB. Sofia, 31. Okt. Die türkiſchen
Nieder=
lagen auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz
überſtürzen ſich geradezu, und wenn das vorſichtige
bul=
gariſche Hauptquartier meldet, daß unter den türkiſchen
Truppen Panik, im Generalſtab Ratloſigkeit herrſchen, ſo
kann man ihm aufs Wort glauben. Tatſächlich ſoll ſich
die Meldung von der Beſetzung von Lule Burgas durch
die Bulgaren beſtätigen. Hier herrſcht der Eindruck, daß
heute wichtige Entſcheidungen zu erwarten ſind. Der
erſte Teil der mazedoniſchen Freiwilligen=Brigade iſt
geſtern nach dem öſtlichen Kriegsſchauplatz abgegangen. Sie
iſt in jeder Beziehung gut ausgerüſtet. In einer Woche
ſoll der Rekruten=Jahrgang 1913 einberufen werden.
* Wien, 31. Okt. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Konſtantinopel: Die Kämpfe dauern ſeit
geſtern nachmittag an. Die Entſcheidung iſt
nahe=
bevorſtehend. Sie iſt auf dem öſtlichen Flügel bemerkbar,
wo die Türken wie die Bulgaren ihre Hauptſtreitkräfte
einſetzen. Die Schlachtfront iſt 70 Kilometer lang. Der
weſtliche Flügel befindet ſich ungefähr bei Lule Burgas,
der öſtliche Flügel beider Armeen dehnt ſich von dem
Iſtrandza=Gebirge bis in die Nähe der Küſte des
Schwar=
zen Meeres aus. Die Türken ſind in der Infanterie
be=
deutend ſtärker. Die Artillerie iſt bei beiden Gegnern
gleich.
Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
H.B. London, 31. Okt. Die Times meldet aus
Vranja: Man glaubt, daß in Demir=Kapu 40000 Türken
ſtehen. Zahlreiche Ortſchaften in der Nähe von
Kuma=
nowo ſtehen in Flammen. Die Serben waren
ge=
zwungen, Maßnahmen gegen die Albaneſen zu treffen,
weil dieſe die ſerbiſche Verbindungslinie bedrohten. Der
Feldzugsplan der Serben iſt noch nicht genau bekannt.
Ent=
weder beabſichtigen ſie gegen Durado am adriatiſchen
Meer vorzurücken oder ſich mit den griechiſchen Truppen
bei Saloniki zu vereinigen. Das ſerbiſche Hauptquartier
iſt nach Uesküb verlegt worden. Die Albaneſen kehren
in die Stadt zurück und die Kaufleute haben um die
Er=
laubnis nachgeſucht, ihre Geſchäfte wieder eröffnen zu
dür=
fen, was ihnen auch geſtattet wurde.
H.B. Cetinje 31 Okt. Wie aus dem
Hauptquar=
tier gemeldet wird, iſt ſeit geſtern nachmittag 3 Uhr
hef=
tiges Geſchütz= und Gewehrfeuer zu hören. Skutari iſt
in ſtarke Rauchwolken gehüllt, was auf einen großen
Kampf ſchließen läßt. Ein heftiger Angriff auf
Tara=
boſch und das Kaſtell ſcheint im Gange zu ſein.
* Rjeka, 30. Okt. Unweit von Bardanjolt öſtlich
von Skutari unternahmen geſtern die Türken einen
Ueberfall auf montenegriniſche Truppen.
Eine große Abteilung von Weißtürken, die zwar ſerbiſcher
Zunge, doch Anhänger des Islams ſind, gaben durch
mehrere weiße Fahnen ihre Bereitwilligkeit zu
Verhand=
lungen kund, worauf ein ſtarker Trupp von
Montenegri=
nern vorging. In einer Entfernung von 30 Schritt gaben
die Weißtürken unvermittelt eine Salve ab. 40
Monte=
negriner wurden getötet, mehrere hundert verwundet. Das
Feuer der Angreifer wurde ſofort erwidert. Die
Weiß=
türken, die große Verluſte erlitten, wurden zerſprengt. Der
König entſandte, nachdem ihm von dem Vorfall Meldung
erſtattet worden war, heute früh eine Sanitätsabteilung
aus Cetinje mittels Sonderſchiffes an den Kampfplatz,
erſchien dann perſönlich und ließ ſich Bericht erſtatten.
Nach einer Meldung aus Sofia ſollen die Türken
von den Montenegrinern umzingelt und bis auf den letzten
Mann niedergemetzelt worden ſein.
* Wien. 30. Okt. Die Reichsp. meldet: Die
Montene=
griner erlitten bei Bordica, Boltoja und Truſchi in der
Bojana=Ebene eine Niederlage. Der Angriff machte
das ſüdliche Vorfeld Skutaris frei. Die
Venetianer=
brücke wurde auf Befehl des Stadtkommandanten in die
Luft geſprengt. Die Miriditen lehnten es ab, ſich den
Montenegrinern anzuſchließen.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 30. Okt. (10 Uhr abends.)
Das in Wiſa kämpfende Armeekorps erhielt große
Nach=
ſchübe. Außer der in Midie gelandeten Redifdiviſion
von Trapezunt wurden dort die aſiatiſchen
Redifdiviſio=
nen von Malatia und Beiburt ausgeſchifft. Sie gelangten
über das Gebirge nach Wiſa, wo gegenwärtig ſehr ſtarke
Streitkräfte vereinigt ſind. Weitere aſiatiſche Truppen
werden hier heute abend wahrſcheinlich mit derſelben
Be=
ſtimmung eingeſchifft. Die Ankunft des deutſchen
Sta=
tionsſchiffes „Loreley” mit welchem der Exſultan Abdul
Hamid nach Konſtantinopel gebracht werden ſoll, ſoll am
Quai Tſcheragan erfolgen, von wo Abdul Hamid direkt
ſich in das kleine an der Küſte gelegene Palais begeben
kann. Wie verlautet, wird er ſpäter nach Angora gebracht.
*. Sofia, 31. Okt. 1.20 Uhr nachmittags. Die
Schlacht auf der Linie Lule=Burgas-
Se=
rai war erbittert. Die Türken unter dem Befehl Nazim
Paſchas wurden völlig in die Flucht geſchlagen. Sie zogen
ſich eiligſt gegen Tſchorlu zurück und ließen eine große
Zahl von Toten und Verwundeten auf dem Schlachtfelde.
* Wien 31. Okt. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Sofia: Infolge der Einnahme von Lule=
Burgas durch die Bulgaren iſt auch die öſtliche
türkiſche Front auf dem Rückzuge nach Serai Stanza
begriffen. Da an der weſtlichen Front bei Jenikaeji neun
Diviſionen gegen das Zentrum und die Schlachtfront
vor=
geſchoben wurden, haben die Bulgaren, um dieſem
Vor=
dringen Einhalt zu gebieten, die Schlachtfront von Lule=
Burgas nach Wiſg zu verſtärkt und ſol noch heute nach
Tſchorlu vorgeſchoben werden.
* Sofia, 31. Okt. (6 Uhr 30 Min. abends.) Agenze
Bulgare. In der Schlacht, die mit den Hauptſtreitkräften
der türkiſchen Armee von etwa 150000 Mann auf der Linie
Bunar=Hiſar-Lule=Burgas ſeit drei Tagen
allgemein im Gange iſt, haben die Bulgaren den Feind
vollſtändig geſchlagen und unter
energi=
ſchem Nachdrängen die Verfolgung des
fliehen=
den Feindes aufgenommen. Die Türken ziehen ſich
in großer Unordnung in panikartiger Flucht auf
Raſhby Tſchorlu zurück. Eine große Anzahl
Munitions=
wagen, Fahnen und andere Kriegstrophäen fielen den
Siegern in die Hände. Eine große Zahl Gefangener
wurde gemacht. Die Verluſte der Bulgaren ſind
verhält=
nismäßig unbedeutend. Die Dörfer Aiwalib und
Mar=
raſch im Weſten von Adrianopel ſind von den Türken
ein=
geäſchert worden und die geſamte chriſtliche
Be=
völkerung niedergemetzelt. Auch das Dorf
Melnick ſteckten die Türken in Brand.
* Rjeka, 31. Okt. Heute vormittag 10 Uhr 50 Min.
traf hier die amtliche Meldung ein, daß Ipik von den
Truppen des General Wukotitſch genommen wurde.
Literariſches.
— Eine ganz aparte Neuerſcheinung auf dem
Bücher=
markte iſt die Franzöſiſche Zauber=Fibel
(Selbſtverlag: Leopold Friedrich Weiß — Verfaſſer der
Engliſchen Zauber=Fibel — Berlin W. 50) zur leichten
Erlernung der franzöſiſchen Umgangsſprache in kurzer
Zeit durch Selbſt=Unterricht. Die Grammatik iſt kurz und
bündig behandelt. „Der treue Reiſebegleiter” zu Ende
des Lehrbuches trägt dazu bei, gute Laune zu ſchaffen
und bringt nebſtbei in Franzöſiſch ſprechenden Landen
praktiſchen Nutzen. Die Franzöſiſche Zauber=Fibel (Preis
2,40 Mark) iſt erhältlich in allen Buchhandlungen und im
Selbſtverlage des Verfaſſers.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 31. Okt. Der Kaiſer und die Kaiſerin
wohnte heute vormittag den Antrittsvorleſungen der
amerikaniſchen Profeſſoren Minet und Sloane in der
neuen Aula der Univerſität bei. Sloane von der
Colum=
bia=Univerſität ſprach über das Parteiſyſtem in Amerika,
Profeſſor Minet von der Havard=Univerſität über die
Ent=
wicklung der amerikaniſchen wiſſenſchaftlichen
Einrichtun=
gen. Nach Beendigung der Vorleſungen brachte Rektor
Graf Baudiſſin ein Hoch auf das Kaiſerpaar aus. Der
Kaiſer unterhielt ſich noch längere Zeit mit den Gelehrten
und dem amerikaniſchen Botſchafter. Der Kaiſer beſuchte
heute vormittag den Reichskanzler.
* München, 31. Okt. Die feierliche Beiſetzung
der Prinzeſſin Rupprecht von Bayern fand
heute vormittag unter überaus zahlreicher Anteilnahme
der Bevölkerung in der gegenüber der Reſidenz belegenen
Theatiner Hofkirche ſtatt. In Vertretung des
Prinzregen=
ten hatte ſich Prinz Ludwig von Bayern eingefunden.
Ferner waren erſchienen, ſämtliche Mitglieder der
König=
lichen und Herzoglichen Familie, dann als nächſte
An=
verwandte, der König der Belgier und Reichsrat Graf
Törring. Prinz Eitel Friedrich von Preußen fungierte
als Vertreter des deutſchen Kaiſers, der Erzherzog Franz
Selvator vertrat den Kaiſer von Oeſterreich. Ferner waren
erſchienen, die regierende Großherzogin und die
Groß=
herzogin Mutter von Luxemburg, die Erzherzoginnen
Marie Annunziſta, Marie Thereſia und Marie Valerie
von Oeſterreich, die Prinzen Adalbert und Oskar” von
Preußen, Herzog Robert von Württemberg als Vertreter
des Königs von Württemberg, Prinz Max von Baden in
Vertretung des Großherzogs, die Fürſten von
Hohen=
zollern und Monaco, der Herzog von Bregenze und
andere Fürſtlichkeiten. In der Hofkirche hielt Stiftprobſt
Ritter von Hecher die Trauerpredigt.
* Paris, 31. Okt. Die Bank von Frankreich
erhöhte den Diskont von 3½ auf 4 Prozent und den
Lom=
bardzinsfuß von 4 auf 4½ Prozent.
* Petersburg, 31. Okt. Nach dem Morgenbulletin
ſchlief der Thronfolger lange und gut. Die
Ge=
ſichtsfarbe wird etwas beſſer. Die Temperatur iſt 36,8
Grad. Der Puls zeigt 120 Schläge.
* New=York, 31. Okt. Der neueſte und größte
ameri=
kaniſche Dreadnought „New=York” iſt heute früh
auf der Admiralitätswerft in Broocklyn in Gegenwart des
Präſidenten Taft und des Marineſekretärs Meyer vom
Stapel gelaufen. Das Schiff wird zehn 14zöllige
Geſchütze führen und ſoll eine Geſchwindigkeit von 21
Knoten erreichen.
* Utica, 31. Okt. Vizepräſident der Vereinigten
Staaten Sherman iſt geſtorben.
Das Amt eines Vizepräſidenten der Vereinigten
Staa=
ten gibt ſeinem Träger keinerlei unmittelbare politiſche
Be=
deutung. Der Fall, daß ein Präſident im Amt ſtirbt, in
welchem Falle er Präſident war, gehört ja zu den ſeltenen
Ausnahmen. Seine Amtstätigkeit beſteht darin, daß er
die Verhandlungen des Senats leitet, eine Beſchäftigung,
die jedoch rein formaler Art iſt.
H. B. Berlin, 31. Okt. In der Damen=Garderobe des
Variétés Olympia ſpielte ſich heute nacht eine
auf=
regende Szene ab. In einem Raume hatte ſich ein
Gas=
ſchlauch gelöſt, ohne daß es von den Damen bemerkt
wor=
den war, oder dem Gasgeruch Aufmerkſamkeit geſchenkt
wurde. Plötzlich fielen alle 5 Damen in Ohnmacht.
Glücklicherweiſe wurden bald darauf andere Perſonen auf
den Gasgeruch aufmerkſam und alarmierten die
Feuer=
wehr Dieſer gelang es, die 5 Damen ins Leben
zurück=
zuruſen.
Amtlicher Weterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber der Nordſee und Südſkandinavien liegt der
Kern eines ſtarken Tiefs. Unter dem Einfluß der
ſüd=
lichen Randgebilde der Zyklone herrſcht bei uns trübes,
regneriſches Wetter. Die Morgentemperaturen liegen
verhältnismäßig hoch; Niederſchläge fielen verbreitet und
oft in großen Mengen. Wir werden morgen auf die
Rückſeite der nördlichen Depreſſion kommen, ſo daß wir
undeſtändiges, und infoige nordweſticher Windetühleres
Wetter zu erwarten haben.
Ausſichten für Freitag, den 1. November:
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte unſerer lieben Mutter
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und Großmutter
Frau
Anna Behrmann Wwe.
ſprechen wir hiermit unſeren innigſten Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1912.
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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
für die zahlreichen Blumenſpenden und die
troſt=
reichen Worte des Herrn Pfarrers Kleberger bei
dem Hinſcheiden meiner lieben, unvergeßlichen
(22732
Frau und meiner Tochter
Frau Johanna Krüger
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Krüger, Dentist,
Georg Weber, Rentner.
Darmſtadt, den 1. November 1912.
Kirchliche Anzeigen
Katholiſche Gemeinden
Samstag, den 2. November 1912
Allerſeelen
St. Ludwigskirche: Vorm. von ½6 Uhr an:
Gelegen=
heit zur hl. Beichte. — Um 6 Uhr: erſte hl. Meſſe und
Roſenkranzandacht. — Um 7 Uhr: Austeilung der heil.
Kommunion. — Um 9 Uhr: Seelenamt für die
Abge=
ſtorbenen der Gemeinde. — Nachm. um 3 Uhr: Auf dem
Darmſtädter Friedhof Gebete für die Abgeſtorbenen.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Vormittags um
½7 Uhr: hl. Meſſe.
Kapelle der Engliſchen Fräulein: Vormittags um 7 Uhr:
hl. Meſſe.
St. Eliſabethenkirche: Vormittags um ¾7 Uhr:
Aller=
ſeelenamt.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Freitag, nachm.
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl.
Beichte.
Samstag, vorm. um 6 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte. — Um 7 Uhr: Requiem für alle Abgeſtorbenen.
— Abends um 6 Uhr: Armenſeelenandacht.
Kapelle zu Eberſtadt: Samstag, vorm. um ¼8 Uhr:
Seelenamt für alle Verſtorbenen.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 1. November:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr.
Samstag, den 2. November:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. 4 Uhr nachmittags
Jugendgottesdienſt und Predigt. Sabbataus gang
5 Uhr 50 Minuten.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 2. November:
Vorabend 4 Uhr 35 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 3. November, an:
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 4 Uhr 45 Min.
NB.: Montag, den 4. November:
Taanis Schéni
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7 Uhr: „Die
luſtigen Weiber von Windfor”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — Singſpielhaus
„Metropole” um 8 Uhr.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 2. November.
Acker= uſw Verſteigerung des Philipp Adam und
Philipp Wilhelm Adam zu Nieder=Modau um 9½ Uhr
auf dem Ortsgericht I.
Fohlen= und Dünger=Verſteigerung um
9 reſp. 9½ Uhr auf dem Pferdemarktplatz.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in den Artillerie=
Kaſerne (Regt. Nr. 61).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
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Nummer 258.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
ckönnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(22660
Bekanntmachung.
Betreffend: Anſchluß der Polizeireviere an die Reichs=
Fernſprech=Anlage.
Die Polizeireviere I bis VII, die ſeither nur mit dem
Polizei=
amt telephoniſch verbunden waren, ſind neuerdings an die Reichs=
Fernſprechanlage angeſchloſſen worden. Hierbei hat erhalten:
das I. Revier (Kirchſtraße 9)
die Anſchluß=Nr. 2161
(Alexanderſtraße 26)
2162
III.
(Lagerhausſtraße 5)
2163
„ IV.
(Waldſtraße 21)
2164
(Ludwigshöhſtraße 4)
2165
(Nieder=Ramſtädterſtr. 51)
2166
VII.
(Schwanenſtraße 66)
2167
Das Polizeiamt (Hügelſtraße Nr. 31/33) hat nach wie vor die
Anſchlußnummern 8 und 109.
Es wird dies zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem
Anfügen, daß durch die neuen Anſchlüſſe der Reviere die
Beſtim=
mungen über die Feuermeldung nicht berührt werden. Um
Ver=
zögerungen zu vermeiden, ſind die Feuermeldungen, inſoweit ſie
durch das Reichstelephon übermittelt werden, auch in Zukunft direkt
entweder an die Feuerwehrwache (Kirchſtraße Nr. 13, Fernſprechanſchluß
Nr. 1772) oder an das Polizeiamt (Hügelſtraße Nr. 31/33,
Fernſprech=
anſchlüſſe Nr. 8 und 109) zu richten. In dem Polizeiamtsgebäude
befindet ſich die Zentralſtation für ſämtliche Feuermeldeſtellen. Die
Feuerwehrwache und die Polizeiwache im Polizeiamtsgebäude ſind
Tag und Nacht beſetzt.
(22661fsi
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Winterſchafweide.
Die Schafweide auf den ſtädtiſchen Pallaswieſen, ca. 35 Hektare,
und den früheren Beſſunger Gemeindewieſen, ca. 60 Hektare, ſoll
ver=
pachtet werden.
Pachtdauer bis Mitte März 1913.
Schriftliche Angebote ſind, verſchloſſen und mit entſprechender
Aufſchrift verſehen, bis längſtens Montag, den 4. November I. Js.,
hierher einzureichen.
Die Bedingungen liegen während der Dienſtſtunden in dem
Geſchäftszimmer Nr. 39 des Stadthauſes zur Einſicht offen. Auch
ſind dieſelben gegen Einſendung des Betrages von 20 Pfg. erhältlich.
Darmſtadt, den 28. Oktober 1912.
(22657fs
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Dünger=Verſteigerung.
Samstag, den 2. November 1912, vorm. 9½ Uhr,
wird auf dem Pferdemarktplatz — Holzhofallee 32 — eine Partie
Pferdedünger öffentlich meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung
verſteigert.
Pferdemarkt Darmſtadt.
Fohlen=Verſteigerung.
Samstag, den 2. November 1912, vorm. 9 Uhr,
wird auf dem Pferdemarktplatz — Holzhofallee 32 — der bis jetzt
nicht abgeholte 8. Preis der Herbſtpferdemarkt=Lotterie,
ein Fohlen — 1½ Jahr alt
öffentlich meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung verſteigert.
Pferdemarkt Darmſtadt.
22666)
Teure evangeliſche Glaubensgenoſſen!
Am nahenden Reformationsfeſt werden wir uns aufs neue
froh bewußt, daß ſich auf das Evangelium unſer Friede und unſere
Hoffnung gründet, daß im Evangelium die Wurzeln aller echten
Lebenskraft und Schaffensfreude liegen; und dankbar geſtimmt für
die Segnungen der Reformation, erkennen wir auch die Pflicht,
mit=
zuhelfen, daß alle unſere Glaubensgenoſſen in der Nähe und in der
Ferne in dem Evangelium Leben und volles Genüge finden.
Noch vor vier Jahrzenten war die Zahl der Evangeliſchen,
welche ihres Glaubens leben wollen, dies aber ohne unſere Hilfe
nicht können, verhältnismäßig klein, und die Arbeit der
Liebesor=
ganiſation der Guſtav=Adolf=Stiftung, welche ſich ihrer Nöte annimmt,
leicht, denn damals handelte es ſich meiſt nur um die kirchliche
Ver=
ſorgung und Rettung einzelner, in die katholiſche Chriſtenheit
ein=
geſprengter und in dieſer Umklammerung gefährdeter Gemeindereſte,
deren Lebenskräfte durch die Gegenreformation nicht hatten ertötet
werden können. Aber wie iſt inzwiſchen ihre Zahl gewachſen, und
wie hat die Guſtav=Adolf=Arbeit einen ganz andern Charakter
an=
genommen, ſeitdem Jahr für Jahr Tauſende und Abertauſende durch
die hochgehenden ſozialen Wogen und die ſtolz erblühte Induſtrie,
durch den weitgedehnten Handel und Verkehr und den harten Kampf
ums tägliche Brot veranlaßt, aus ihren evangeliſchen Heimatgemeinden
in andere Provinzen und Städte, Länder und Sprachgebiete
aus=
gewandert ſind. Jetzt, wo die Konfeſſionen durch dieſe zweite moderne
Völkerwanderung durcheinander gerüttelt worden ſind wie nie zuvor,
gilt es zwar auch noch, alte Gemeindereſte zu erhalten. Aber
hin=
zugekommen iſt die noch größere Aufgabe, neu entſtandene oder in
der Bildung begriffene Gemeinden entwicklungs= und exiſtenzfähig
zu machen, die von dem Mutterboden des evangeliſchen Glaubens
Losgelöſten und meiſt alle Mittel des kirchlichen Lebens Entbehrenden
mit Kirchen und Pfarrhäuſern, Gemeindehäuſern und Schulen zu
verſorgen, damit ſie ſich um das Evangelium ſammeln, zu lebendigen
Gemeinden zuſammenſchließen und den Mut faſſen können, an dem
Glauben der Väter, am deutſchen Volkstum und deutſcher Sitte
feſt=
zuhalten. Jetzt gilt es, dem proteſtantiſch verſtandenen Evangelium
in der Nähe und in der Ferne Neuland zu erſchließen, in dem es
Wurzel faſſen und ſeine Segenskräfte entfalten kann, kurz: dem
pro=
teſtantiſchen Geiſt freie Bahn zu machen, damit er mit Gottes Hilfe
immer mehr eine Großmacht wird in der Welt. 2311 Gemeinden
die über vier Erdteile zerſtreut ſind, ſoll der Guſtav=Adolf=Verein
zurzeit dieſen ſtärkenden Rückhalt gewähren. Damit er überall helfen
kann, wo Hilfe nottut, laßt es auch am Reformationsfeſt nicht an
dem Tatbekenntnis fehlen: Wir, als die von einem Stamme, ſteher
auch für einen Mann!
Der Vorſtand.
22653)
In dem Konkursverfahren
über den Nachlaß des Philipp
Höhl III. in Griesheim liegen
für die nichtbevorrechtigten Gläu
biger in der Höhe von zuſammen
Mk. 14912.11, Mk. 6596,46 in der
Maſſe, dies ergibt eine Dividende
von 44.24%
(22644
Darmſtadt, 30. Oktober 1912.
Der Konkursverwalter:
Ernst Wolff.
Die Epileptiſchen=Anſtalt
zu Nieder=Ramſtadt bitt.
wieder=
um um getragene Kleider, altes
Weißzeug, Lappen, ſowie
Ge=
brauchsgegenſtände aller Art.
Die Sachen werden nach Beſtellg
(telephoniſch Amt Darmſtadt Nr. 572
oder ſchriftlich in den Briefkaſten
Kiesſtraße 30, part.) jederzeit mit
herzlichem Dank im Hauſe abgeh.
22675a) Weimar, Pfr.
Herl & Jonn, Mannlatturnareg. (1430a
Peztätäaeg
ebed
Ludwigstr.
waster
57.
Auswahlsendungen bereitwilligst.
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbgſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht
Ueber das Vermögen der Firma
J. G. Jacob jun. zu Darmſtadt
wird heute, am 30. Oktober 1912,
nachmittags 4¼ Uhr, das
Kon=
kursverfahren eröffnet, da
Ge=
meinſchuldner ſeine
Zahlungsun=
fähigkeit dargetan hat.
Der Rechtsanwalt Landzettel
in Darmſtadt wird zum
Konkurs=
verwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 20. November 1912 ber
dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände,
und zur Prüfung der
angemelde=
ten Forderungen auf
Dienstag, 26. November 1912,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201, Termin
anbe=
raumt.
(22691
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 20.
Novem=
ber 1912 Anzeige zu machen.
Darmſtadt, 30. Oktober 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Schwarz-weisse Rababtmarken. —
Kraut ſchneidet A. Fornoff,
(*9950ddd
Soderſtraße 33.
Bekanntmachung.
Freitag, 15. November I. Js.,
vormittags 9½ Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier
zugeſchriebe=
nen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite
Gar=
diſtenſtraße 4,
IV 5684/100 101 Grasgarten
da=
daſelbſt,
IV 568"/100 600 Bauplatz daſ.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K71/12
Darmſtadt, 23. September 1912
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20661
Bekanntmachung.
Freitag, 15. November 1912
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Peter Günther
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
qm
Flur
XIII 2917100 426 Hofreite
Sandbergſtr.
XIII 2917/100 435 Hofreite
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, 30. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI20662
Bekanntmachung.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen der Chriſtoph Noll
Witwe in Darmſtadt,
Beſſunger=
ſtraße 92, iſt nach Abnahme der
Schlußrechnung und Vollzug der
Schlußverteilung aufgehoben
wor=
den. Die Vergütung des
Konkurs=
verwalters iſt auf 200 Mk.
feſtge=
ſetzt worden.
(22664
Darmſtadt, 26. Oktober 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
Freitag, 15. November 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem abweſenden Philipp
von der Schmidt im Grundbuche
für die Gemarkung Beſſungen
zu=
geſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
II 4129/10 27 Bauplatz
Martin=
ſtraße,
II 487¾/10 36 Bauplatzdaſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmannſtraße 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 24. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (VI22210
Am Montag, den 4.
Novem=
ber, vormittags 9 Uhr, wird
das ausgelagerte Stroh aus den
Strohſäcken des Lagers auf dem
Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
öffentlich gegen Barzahlung ver=
(22643fs
ſteigert.
Sammelpunkt an
Wellblech=
baracke 150.
Garniſonverwaltung.
Pumpen=Verkauf.
Die Gemeinde Georgenhauſen,
Kreis Dieburg, verſteigert am
Mittwoch, den 6. November
1912, nachmittags 2 Uhr, auf
dem dortigen Rathaus
vier Stück komplette
eiſerne Pumpen
(Säulenpumpen) mit allem
Eiſen=
werk, Geſtänge,
Befeſtigungsplat=
ten mit Fuß, ſamt gußeiſerner
Brunnenſchale ꝛc. gegen
Barzah=
lung an den Meiſtbietenden.
Bemerkt wird, daß die Pumpen
noch im Betriebe eingeſehen wer=
(22642fs
den können.
Georgenhauſen, 29. Oktober 1912.
Großh. Bürgermeiſteret.
das Eleganteste was die Mode hervorgebracht hat, finden
Sie sehr preiswert in 1OOfacher Auswahl bei mir.
Für Herren: Mk. 22.
Für Jünglinge: Mk. 16
Für Knaben: Mk. C
Pyjacks.
Pelerinen.
Zozen. Mäntel.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Nummer 258.
Nur solange
Vorrat!
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Treppenhauslämpchen .
Wandlampen mit Messingblende 178 68 48 ₰
Wandlampen mit Spiegelblende und dek. Bassin, 10 1.15
Tischlampen mit Gusskus 2.25 1.775
1.15
Tischlampen mit Messingfuß u. feinem Glasbassin, 14 3.95
Tischlampen mit Messingkuß u. Messingbassin, 14½ 4.95
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Wandarmlampen
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Zvlinderto‟, 8‟. 6" im Karton à 12 Stück verpackt, Karton 45
Zylinder i4‟, im Karton à 12 Stück verpackt . . Karton 50 ₰
Stück 9 ₰
Reformzylinders- und 10
Stück 12 ₰
Reformzylinder u4u
20
Matadorzylinder . . .
18 ₰
24
100/71)
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45 ₰ 30 ₰
Stück 9 ₰
Gaszylinder für Normal und Liliput
Birnen für Grätzin-Hängelicht . Stck 30 ₰
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Hammelfleisch 60 u. 70 Pf.
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Groigslpplergasse Telephon 929.
Ochsen-, Kalbs= und Hammels-Metzgerei.
Kurſe vom 31. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,00
78,10
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,85
88,00
3½ do. Conſols .
77,90
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,40
92,70
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
86,80
do.
3½
do.
3.
4 Hamburger Staatsanl. 99,75
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 99,75
86,80
do.
3½
76,60
do.
3.
78,90
3 Sächſiſche Rente. .
4 Württemberger v. 1907 99,30
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,90
1½ Griechen v. 1887 . . 51,50
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 87,90
14 do. Goldrente .
91,70
4 do. einheitl. Rente 84,70
3 Portug. unif. Serie I 62,10
3 do. unif. Ser. III 65,00
3 do. Spezial .
*3.90
5 Rumänier v. 1903 . . 98,40
4 do. v. 1890 . . 91,50
4 do. v. 1905 . . 87,30
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 87,00
4 do. v. 1902 . . . . 87,40
4½ do. v. 1905 . . . . 100,10
3½ Schweden . .
. 85,30
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 75,20
4 Türk. unifiz. v. 1903 82,00
4 Ungar. Goldrente
86,80
4 de. Staatsrente. . . 85,00
InProi.
Zf.
5 Argentinier
. 99,70
do.
85,50
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,50
do.
4½
92,70
4½ Japaner . . . . . . . 92,90
5 Innere Mexikaner . . . 90,60
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,80
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,05
3 Buenos Aires Provinz 67,25
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 148,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 107,30
8 Baltimore und Ohio . 105,50
6½ Schantungbahn . . . 123,25
6½ Luxemb. Prince Henri 152,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,30
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 513,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
30 Farbwerke Höchſt . . 609,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
10 Cement Heidelberg . . 145,20
30 Chem. Werke Albert 454,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
.317,50
4 Lahmeyer . . . . . . . 118,00
(2me
Stoib.
7½ Schuchert, Nürnberg 146,75
12 Siemens & Halske .223,50
5 Bergmann Electr. . . 123,40
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 157,25
0 Gummi Peter . . . . 101,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 103,25
30 Adler=Fahrradwerke
.. . 587,75
Kleyer
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 141,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 229,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. 198,00
häuſel. .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 102,90
3 Südd. Immobilien .
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 182,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. .
. . 218,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
. 170,60
Bergb. . . .
10 Gelſenkirchener .
189,90
8 Harpener .
182,30
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 270,10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
82,00
4 Laurahütte . . . . . . 164,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 206,10
11
7½ South Weſt Africa 129,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,90
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 88,00
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,50
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,25
7.10
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,75
4
do.
2‟ Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,10
3 Raab=Oedenburg
76,40
4 Kronprinz Rudolfbahn
84,50
4 Ruſſ. Südweſt.
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,00
87,10
do.
4 Wladichawchas .
85,60
4 Rjäfan Koslow.
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,75
4½
85,00
do.
2½ Livorneſer .
69,30
3 Salonique=Monaſtir . 59,90
4 Baadadbahn . . . . . . 79,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,25
4 Miſſouri=Paciſic.
72,00
4 Northern=Pacific
99,40
4 Southern=Pacific
93,90
5 St. Louis und San
84,90
Francisco. .
5 Tehuantepec .
96,20
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
7 Bergiſch=Märkiſche
147,00
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 162,75
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
12½ Deutſche Bank . . . 246,25
6 Deutſche Vereinsbank . 122,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,40
10 Diskonto=Kommandit 181,50
8½ Dresdener Bank . 151,10
9½ Frankf. Hypoth.=B. 211,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,70
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . . . 131,80
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,40
½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,10
½ Wiener Bankverein . 127,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21.
99,00
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
88,00
S. 19 . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 . . . .
98,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
31
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,80
87,80
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
87,80
S. 3—5 .
87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
3½
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,60
3½ do. (unk. 1914) . . 87,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
98,00
do.
4 Frankfurt.
99,70
do.
94,50
4 Gießen .
do.
88,00
4 Heidelberg
97,40
do.
88,00
4 Karlsruhe
97,90
bo.
88,30
-
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
97,70
do.
89,00
4 Mannheim
. 87,80
do.
München .
.100,20
½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,70
do.
4 Offenbach .
2
Bf.
8½ Offenbach . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 99,80
8½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 76,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 169,80
3½ Cöln=Mindner , 100 133,60
3 Holl. Komm. fl. 100 108,80
8 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,70
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 174,00
8 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 155 112,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
. fl. 7
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 202,80
Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45 —
Mailänder
Fs. 10 —
do.
.ſtl. 7 —
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 517,00
do. v. 1858 fl. 100 438,00
Ungar. Staats . . fl. 100 371,40
Benediger . . . . Fs. 30 44,50
Türkiſche .
. Fs. 400 152,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
20,50
20 Franks=Stücke .
16,26
Amerikaniſche Noten . .
4,20
Engliſche Noten
20,50
Franzöfiſche Noten.
81,40
Holländiſche Noten. .
*169,50
Italieniſche Noten .
80,50
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 3sl. 6
Nummer 258.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Seite 13.
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Kücheneinrichtung abzugeben
*10603df) Wendelſtadtſtraße 2.
Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachbruk verboten.)
2)
Plattangen riß den Umſchlag auf und las:
Liebes Mannchen!
Ewig lange dauert’s ja nicht mehr bis
Weihnach=
ten. Ich will in Berlin Beſorgungen machen und
zu=
gleich bei Dir vorſprechen. Auch ein wenig die Leviten
muß ich Dir leſen, und deshalb komme ich zuerſt zu Dir
nach Rathenow.
Hier fängt’s an, hundekalt zu werden. Meinen
alten Hektor habe ich neulich durch einen Schuß in den
Hundehimmel befördert, der arme Kerl hatte
Rheu=
matismus bekommen. Ich ſelbſt will auch mal einen
Berliner Profeſſor konſultieren. Du weißt, ich gebe
nicht beſonders viel auf die Pflaſterkaſten, aber die Gicht
fängt doch an, mich über Gebühr zu plagen.
Die Jagd iſt dieſes Jahr ſehr gut, komm nur
Weihnachten nach Hauſe, der alte Agrameit meint auch,
er brauche Dich dringend, wenigſtens vierzehn Tage.
Alſo ſchönen Gruß, liebes Mannchen, von Deinem
Chriſtoph.
alten Onkel
Plattangen warf unmutig den Brief auf den Tiſch.
Sonſt hatte er ſich immer auf das Kommen ſeines Onkels
gefreut, der biedere, trunkfeſte Junggeſelle drückte ſonſt
gern ein Auge zu und ließ fünf gerade ſein. Wenn der
ihm die Leviten leſen wollte, mußte irgend was in einer
ungehörigen Unordnung ſein.
Es klopfte. Roßdorff kam.
Du. Onkel Chriſtoph hat mir geſchrieben, er kommt
hierher.
Das iſt famos! Wann denn?
Vielleicht morgen, vielleicht in acht Tagen. In Berlin
fragt er, wann der nächſte Zug nach Rathenow geht, und
telegraphiert mir, daß ich grade noch Zeit habe, auf den
Bahnhof zu ſtürzen.
Da haben wir ein paar famoſe Tage im Kaſino vor
uns, Mannchen!
Hoffentlich! Er klagt über ſeine Geſundheit.
O weh!
Der Burſche brachte ein paar kalte Platten, ſetzte Bier,
Wein und Kognak zurecht und entfernte ſich wieder.
Roßdorf warf ſich in einen bequemen Lederſeſſel und
reckte die Arme. Mannchen, du haſts aber auch gar zu
gut! Bewohnſt die ganze kleine Villa allein, haſt den
Pferdeſtall am Hauſe, und deine Einrichtung repräſentiert
ein ganz nettes Vermögen!
Plattaugen ſchenkte zwei Gläſer voll Rotwein und
ſchwieg. Gewiß, er hatte es gut, war das einzige Kind
ſeiner früh verſtorbenen Eltern, ſein Gut Plattaugen in
Maſuren umfaßte über ſechstauſend Morgen, die der
alte Agrameit treu bewirtſchaftete, und ein anſehnliches
Barvermögen hatte er auch geerbt. Im Kadettenkorps
war er erzogen worden, hatte ſich zu den Leibgardehuſaren
in Potsdam nach beſtandener Fähnrichsprüfung gemeldet,
war aber auf allerhöchſten Befehl nach Rathenow
gekom=
men zu einem ſehr vornehmen Linienkavallerie=Regiment,
dem es eigentlich an Offizierserſatz nicht fehlte. Faſt
durch=
weg waren es die Söhne brandenburgiſcher Edelleute, die
de der Zutmſtſenen dienten, er deie aſunge eis
langes Geſicht gemacht, da wäre es ſchon beſſer geweſen,
Majeſtät hätte ihn nach ſeiner Heimat Oſtpreußen geſteckt,
aber bald hatte er ſich mit ſeinem Schickſal ausgeſöhnt.
Die Kameraden waren ſehr nett, Berlin lag nicht aus der
Welt, und mit dem zwei Jahre jüngeren, gediegenen
Roß=
dorff verband ihn bald innige Freundſchaft. Auch Onkel
Chriſtoph hatte ſeinen beſten Kameraden von Herzen gern.
Heute wollte das Geſpräch aber nicht recht in Fluß
kommen.
Mannchen, Du biſt verbittert!
Verbittert? Nein, Roßdorff! Aber auf mich ſtürmk
ne ganze Menge ein.
Haſt Du Aerger mit dem Gute gehabt?
Gott bewahre! Aber, Freundchen, ich trage mich
ernſt=
lich mit dem Gedanken, meinen Abſchied zu nehmen.
Kann ich Dir nicht verdenken, obgleich wir, beſonders
ich, Dich natürlich ſehr vermiſſen werden.
In ein paar Jahren iſt man ja doch vergeſſen.
Mannchen, nachgerade fängſt Du heute an,
unausſteh=
lich zu werden! Ich will Dir einen guten Rat geben,
tren=
nen wir uns und leg Dich ſchlafen!
Plattangen hielt den Freund nicht. Du kannſt recht
haben. Sei mir nicht böſe, Roßdorff!
Wie werde ich! Gute Nacht!
Aber Mannchen ging noch lange im Zimmer auf und
ab, ſteckte ſich eine Zigarette nach der anderen an und
warf ſie ſchon nach wenigen Zügen wieder weg. Onkel
Chriſtoph hatte allen Grund, ihm mal ernſtlich ins
Gewiſ=
ſen zu reden, es würde Zeit ſein, daß er nach Hauſe zu
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Nummer 258.
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Ditt=
mark, ein Herr mit langem, weißem Vollbarte und
ſchar=
fen, dunklen Augen, ſaß an ſeinem Schreibtiſche, als ſeine
Tochter eintrat, eine tadellos gewachſene, ſchlanke
Erſchei=
nung.
Du haſt mich rufen laſſen, Papa?
Ja, Gunild, bitte, nimm Platz!
Er deutete auf einen Stuhl neben ſeinem Schreibtiſch,
er ſelbſt rückte ſeinen Seſſel herum und ſah ſeine Tochter
freundlich an.
Herr von Wullnow hat mir geſchrieben. Er bittet
mich öfters in unſerem Hauſe vorſprechen zu dürfen. Das
heißt in unſeren Kreiſen, wie Du wohl weißt, nichts
an=
deres, als er will um Deine Hand anhalten. Es wird
auf Dich ankommen, wie ich ihm antworten werde.
Eine leichte Röte zog über ihr Geſicht, ſie ſenkte den
Blick. Ich habe nichts dagegen, Papa, er war ja ſchon
öſters bei uns.
Hm ja — und trotzdem habe ich meine Bedenken. Als
Vater muß ich offen zu Dir ſprechen. Herr von Wullnow
iſt Diplomat, wird bald auf einen Außenpoſten kommen,
er muß als verheirateter Mann repräſentieren. Soweit
ich unterrichtet bin ſind ſeine Verhältniſſe ganz
zufrieden=
ſtellend aber ob er ſich über Deine Mitgikt die richtige
Lrſeln nchte, veſt ich dach nigt. Der man nich
nennt, mein Kind, das ſind wir nicht, mehr als
hundert=
tauſend Taler kann ich Dir nicht mitgeben. An und für
ſich gewiß eine ganze Menge Geld, für einen Diplomaten
aber herzlich wenig. Denn wer in dieſem Berufe nicht
repräſentieren kann, kommt begreiflicherweiſe nicht auf die
Poſten, die ſich ein Diplomat in erſter Beziehung wünſcht
— Wien, Paris, London, Petersburg, Rom! und wie ich
neulich hörte — dies bleibt aber unter uns, Gunild—
ſoll Wullnow in der Tat als Legationsſekretär nach
Pe=
tersburg kommen. Ob das nach ſeiner Verheiratung mit
Dir ſo bleibt, iſt fraglich.
Es wird das beſte ſein, Papa, Du ſprichſt offen mit
ihm.
Der alte Herr wiegte den Kopf hin und her. Das hat
etwas ſehr Peinliches, ſelbſt wenn ich ihm ſchreiben
würde. Das heißt doch nichts anderes als: meine Tochter
iſt mit Ihrer Werbung einverſtanden, vorausgeſetzt, die
pekuniären Verhältniſſe befriedigen Sie. Und das geht
mir gegen den Strich.
Gunild ſah auf ihre ſchlanken weißen Hände, an denen
ein paar Brillanten blitzten, und ſchwieg.
Ruhig fuhr ihr Vater fort: Ich weiß ja, Du wünſcheſt
Dir ein Leben in der großen Welt, aber es iſt nicht alles
Gold was glänzt. Immer habe ich gehofft, Du würdeſt
einmal die Frau eines begüterten Landwirts aus guter
Familie; ein ſicheres zufriedenes Heim iſt das Schönſte,
was ich mir auf Gottes weiter Welt für Dich denken
könnte. Denn, mein Kind, dieſes ewige Verſetztwerden,
dieſes Haſten von Ort zu Ort, von Petersburg nach
Mexiko, von dort nach Tokio, von da nach Athen oder
ſonſtwohin, iſt in Wirklichkeit nicht ſo ſchön, als Du es
Dir in Deiner jugendlichen Phantaſie vorſtellen wirſt,
namentlich wenn erſt Kinder da ſind, denen Du doch
ſicherlich eine gute Mutter werden möchteſt. Wenn dann
das Auskommen ſchwer wird, ſtellen ſich Differenzen ein,
die das behagliche Glück einer Ehe untergraben.
Du wirſt zu ſchwarz ſehen, Papa.
Hoffentlich! Meine Pflicht iſt es aber, Dir beizeiten
die Augen zu öffnen, damit Du uns nicht eines ſchönen
Tages Vorwürfe machen kannſt.
Fordere Wullnow nur ruhig auf, öfters bei uns
vor=
zuſprechen. Ich werde dann ſchon Gelegenheit finden,
mit ihm zu reden — in taktvoller Weiſe natürlich, Papa;
es wird ſich dann herausſtellen, ob wir ſo
zuſammen=
harmonieren, daß eine Ehe unſeren beiderſeitigen
Wün=
ſchen entſpricht.
Wie Du denkſt, mein Kind. Ich werde mich in
mei=
ner Antwort ſehr vorſichtig ausdrücken.
Gunild ſtand auf, küßte ihrem Vater die Stirn und
verließ das Zimmer.
Der alte Herr ſchüttelte den Kopf über ſeine Tochter,
Sie hatte ſo ruhig, wenn auch etwas verlegen, geſprochen,
wie er es von einem jungen Mädchen von kaum zwanzig
Jahren nicht erwartet hatte.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 258.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
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1912.,
Die Gehalts= und Lohnverhältniſſe des ſtädtiſchen Beamten=, Gehilfen= und Arbeiterperſonals,
bildete den einzigen Punkt der Tagesordnung der
geſtri=
gen Stadtverordnktenverſammlung. Aus
der=Vorlage des Oberbürgermeiſters geben wir hier das
Folgende wieder:
Die Vorlage umfaßt: 1. eine neue Gehaltsordnung
für die Beamten der Stadt Darmſtadt und — in Ergäng
ung dieſer Ordnung bezüglich des Dienſteinkommens der
ſtädtiſchen Schuldiener (Gehaltsklaſſe XII) — 2. eine
ver=
geichende Ueberſicht über die bisherigen und neu
bean=
ſagten Dienſtbezüge der Schuldiener; 3. eine
Erläuter=
ung zur Gehaltsordnung; 4. eine Gehaltsordnung für
nichtangeſtelltes techniſches und Bureauperſonal und für
die nichtangeſtellten Unterbedienſteten der Stadt
Darm=
ſtadt; 5. eine Beſoldungsordnung für das Lehrperſonal
an den Volksſchulen der Stadt Darmſtadt; 6. eine
Vorlage über die Beſoldung der ſeminariſtiſch
ge=
bildeten Lehrer (Reallehrer), der für das höhere
Lehrſach geprüſten Lehrerinnen und der
Hand=
arbeitslehrerinnen an den ſtädtiſchen Höheren
Mäd=
chenſchulen; 7. eine Vorlage über die Lohnverhältniſſe
der Arbeiter (einſchließlich Laternenwärter, Feuerwache
und Hilfsſchutzleute) der Stadt Darmſtadt mit Lohntafeln,
vergleichenden Ueberſichten uſw. (12 Ank.); 8. eine
Vor=
lage über Erhöhung von Ruhegehalten, Witwen= und
Waiſengeldern; 9. eine Berechnung des nach den neuen
Gehaltsordnungen entſtehenden jährlichen Aufwandes
(mit fünf Einzelnachweiſungen); 10. eine Ueberſicht über
das bisherige und künftige Dienſteinkommen verſchiedener
vergleichbarer Beamtenklaſſen des heſſiſchen Staates und
der Stadt Darmſtadt: 11. eine ueberſicht über das
bis=
herige Dienſteinkommen verſchiedener vergleichbarer
Be=
amtenklaſſen in Darmſtadt, Mainz, Worms, Offendach,
Gießen; 12. eine Ueberſicht über das bisherige feſte
Dienſt=
einkommen des Lehrperſonals an den Volksſchulen in
Darmſtadt, Mainz, Worms, Offenbach, Gießen.
Unabhängig von dieſer Vorlage wurde auch die
Satz=
ung über die Dienſtverhältniſſe der Beamten der Stadt
Darmſtadt (Beamtenordnung) einer Umarbeitung
unter=
zogen. Es hat ſich als notwendig erwieſen, einzelne
un=
halthare Beſtimmungen der bisherigen Satzung
abzuän=
dern und zu ergänzen. Insbeſondere ſollte für die
Ver=
waltung auch die im Intereſſe des Dienſtes notwendige
Bewegungsfreiheit geſchaffen werden. Die
Beamten=
ordnung wird den Gegenſtand einer beſonderen
Vor=
lage bilden.
Die ſtädtiſche Verwaltung hat ſich nicht darauf
be=
ſchränkt, allgemeine Gehaltszulagen zu beantragen. Sie
hielt es vielmehr für notwendig, gleichzeitig durch eine
ſyſtematiſche, von beſtimmten Grundſätzen getragene Neu=
Ordnung begründeten Geſuchen um Einreihung in andere
Gehaltsklaſſen uſw. ſtattzugeben und der Vorlage ſelbſt
damit einen organiſchen Aufbau zu ſichern. Die Geſuche
ſum anderweite Bewertung der Dienſtſtellung waren
Begenſtand der eingehendſten Prüfung. Es wurde allen
ſeſuchen Rechnung getragen, die für begründet erachtet
wurden und ſich in den finanziell zuläſſigen Grenzen
be=
wegten. Vergünſtigungen an einzelne Beamten= und
Arbeiterkategorien, denen keine beſonderen Leiſtungen
gegenüberſtehen, ſollen in Zukunft, eventuell in
ſtufen=
weiſem Abbau, wegfallen. So ſoll zum Beiſpiel der
Koks=
preis für Beamte und Arbeiter des Gaswerks, der nur
die Hälfte des ſonſtigen Verkaufspreiſes von 1 Mark für
das Hektoliter iſt, in den folgenden fünf Jahren je um 10
Pfg. erhöht werden, bis er die normale Höhe erreicht hat.
Seit Jahren ſind die Ausgaben für die
Lebensbedürf=
niſſe des Einzelnen und ſeiner Familie in einer
fortgeſetz=
ten außergewöhnlichen Steigerung begriffen. Dieſe
Stei=
gerung bemißt ſich in gewiſſen Ausgabegebieten auf 30
Prozent und mehr. Bei dieſer Sachlage konnte nicht
da=
ran gedacht werden, den vorliegenden zahlreichen Geſuchen
um Gehalts= und Lohnerhöhungen etwa durch die
Be=
willigung einer einmaligen Summe als Teuerungszulage
zu entſprechen. Es kann deshalb nur eine
angemeſ=
ſene, dauernde Erhöhung aller
Dienſtein=
kommen in Betracht kommen, zumal nicht damit zu
rechnen iſt, daß die heutigen Lebensmittelpreiſe demnächſt
eine ſinkende Tendenz zeigen werden. Der von der Stadt
Darmſtadt zu deckende Bedarf muß dem gegenwärtigen
Notſtand entſprechen. Es iſt unmöglich, mit ſogenannten
kleinen Mitteln zu helfen, trotzdem die Stadt ſich der
Auf=
gabe unterziehen muß, Fürſorge für das geſamte Perſonal
zu treffen. Iſt hiernach eine hohe Mehrbelaſtung der
Stadt zu beſchließen, ſo iſt doch darauf Rückſicht
genom=
men, daß dieſe Belaſtung ſich innerhalb angemeſſener
Grenzen bewegt. Die ſtädtiſche Verwaltung hat bei der
Höhe des in Betracht kommenden Aufwandes nicht daran
denken können, durchweg die von dem Landtag
beſchlof=
ſenen Aufbeſſerungsſätze zu erreichen. Beſonders die
mittleren und höheren Beamten werden nicht immer die
ſtaatlichen Sätze der Aufbeſſerung erreichen. Was das
Verhältnis der Aufbeſſerung der einzelnen Klaſſen der
Beamten und Bedienſteten untereinander betrifft, ſo iſt
die Verwaltung im allgemeinen von dem Grundſatz
aus=
gegangen, den niederen Bedienſteten relativ
die höchſten Sätze der Aufbeſſerung zu gewähren,
weil ſie verhältnismäßig hohe Ausgaben für Wohnung
und Lebensmittel haben. Die beantragten Gehaltszulagen
ſind nach den verſchiedenen Dienſtſtellen und
Gehaltsklaſ=
ſen verſchieden bemeſſen. Für Arbeiter iſt neben angemeſ.
ſenen, ſich ſteigernden Lohnerhöhungen die Bewilligung
einer, nach der Kopfzahl des Hausſtandes verſchiedenen
Familienzulage vorgeſehen. Für Beamte, Bedienſtete
und Arbeiter im Ruheſtandsverhältnis, ebenſo für
Wit=
wen und Waiſen von Beamten und Arbeitern iſt die
Möglichkeit einer Erhöhung in beſonderen
berückſichtig=
ungswerten Fällen vorgeſehen. Für die in Zukunſt in
Betracht kommenden Fälle iſt infolge der höheren Gehalte
und Löhne ſchon an ſich auch die Erhöhung der
Ruhe=
gehalte und der Witwen= und Waiſengelder
ge=
geben. Außerdem wird jedoch beantragt, den Mindeſtſatz
der Witwengehalte von 240 auf 300 Mk. und den
Mindeſt=
ſatz für Ruhegehalte von 300 auf 360 Mk. für die Zukunſt
feſtzuſetzen.
Auf die Einzelheiten der Vorlage übergehend, iſt das
Folgende zu bemerken:
I. Beamte (einſchließlich Polizei).
Zu den Beamten der Stadt zählt im Sinne der
Städteordnung und der ſtädtiſchen Beamtenordnung auch
das Polizei=Bureau und Aufſichtsperſonal. Nach der
Er=
läuterung der Gehaltsordnung werden die Schutzleute
250 Mark jährlich mehr als ſeither erhalten. Die
Alters=
zulage bleibt beſtehen. Dieſe Erhöhung dürfte um ſo
mehr genügend erſcheinen, als für die befähigteren
Schutz=
leute in der höheren Klaſſifizierung der
Wachtmeiſter=
ſtellen eine weitere Verbeſſerung in Ausſicht ſteht. Die
Einreihung der Wachtmeiſter in die Gehaltsklaſſe IX
wird empfohlen. Hiernach liegt für die Wachtmeiſter
eine jährliche Verbeſſerung von 400 Mark am
Endeinkom=
men vor.
Der für die Beamten der Stadt (einſchließlich
Poli=
zei) erforderliche Mehraufwand beträgt
111910 Mark.
II. Neuregelung der Dienſtbezüge der Schuldiener.
Die Schuldiener ſollen — unbekümmert um die Größe
des Schulhauſes und ihrer ſich danach bemeſſenden
Dienſt=
tätigkeit — demnächſt neben freier Wohnung im
Geld=
anſchlag von 200 Mark einen Bargeldgehalt von
jähr=
lich 1400 Mark, ſteigend mit dem Dienſtalter bis zu 1800
Mark, erhalten. Ein Schuldiener mit langer Dienſtzeit
in einem kleinen Schulgebäude kann demnächſt 1800 Mark
Gehalt, ein anderer mit kurzer Dienſtzeit in einem
gro=
ßen Gebäude nur einen ſolchen von 1400 Mark zu
be=
ziehen haben. Um aber für die höhere Leiſtung des
Schuldieners und ſeiner Angehörigen in einem großen
Schulhaus und für die etwa noch nötige bezahlte Hilfe
einen Ausgleich zu ſchaffen, ſollen die Schuldiener
dem=
nächſt neben Gehalt und freier Wohnung eine
Reinig=
ungsvergütung von 25 Pfg. für den Quadratmeter zu
reinigender Fläche (Säle, Zimmer und Gänge) erhalten.
Dieſe Reinigungsvergütung ſchließt in ſich: die bisherige
Oelgeldvergütung, die Vergütung zur Anſchaffung von
Putzmaterialien, die Extravergütungen für Reinigungen
nach Bauarbeiten, für das Oelen oder Wachſen der
Fuß=
böden und für Verabreichung des Milchfrühſtücks. (Die
bisher aufgewendeten Mittel von 1000 bis 1200 Mark
jährlich für die Herrichtung und Verabreichung des
Milch=
frühſtücks können demnächſt für erweiterte Speiſung
be=
dürftiger Kinder verwendet werden.) Mehrarbeiten
da=
gegen, die durch die obligatoriſche Fortbildungsſchule,
durch hauswirtſchaftlichen Unterricht und durch
Vereins=
tätigkeit im Schulhauſe außerhalb der eigentlichen
Schul=
zeit entſtehen, ſollen den betreffenden Schuldienern
be=
ſonders vergütet werden.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912,
Nummer 258.
gen Dienſtbezügen und denjenigen, wie ſie ſich nach
vor=
ſtehenden Vorſchlägen berechnen, hat nur in wenigen
Fällen beiderſeitige Annäherung, in den meiſten Fällen
große Verſchiedenheiten ergeben, ſo daß die Schaffung
eines Uebergangsverhältniſſes ſich als unbedingt
not=
wendig erwieſen hat. Für deſſen Ausbildung galt als
Grundſatz, daß keine Schmälerung am bisherigen
Ein=
kommen eintreten darf, daß möglichſt eine den übrigen
Einkommensveränderungen entſprechende Aufbeſſerung
(in Form von Zulagen) eintritt, und daß weſentlich
grö=
ßere (wie die bisherigen) Vergütungsſätze nicht auf
ein=
mal, ſondern in mehrmaligen Abſtufungen zu gewähren
ſind.
III. Das nichtangeſtellte techniſche und Bureauperſonal.
Die Gehalts= und Dienſtverhältniſſe ſind erſt am 10.
Januar 1912 neu geregelt worden. Es wird
vorgeſchla=
gen, auch dieſem Perſonal Zulagen zu gewähren, die nach
Lebens= und Dienſtalter 100, 150 und 200 Mark jährlich
betragen ſollen.
IV. Die Unterbedienſteten.
Für die Bezahlung dieſes Perſonals war in dem
Stellenplan vom 10. Januar 1912 eine Unterſtgrenze und
eine Höchſtgrenze (1000 bis 1700 Mark) vorgeſehen. Es
wird beantragt: Feſtſetzung der Jahresgehalte (
Vergüt=
ungen) auf 1150 Mark, 1300 Mark, 1450 Mark, 1600 Mark,
1750 Mark und 1900 Mark, mit je 3jähriger Wartezeit.
Geſamtjahresaufwand 5910 Mark. Ein Geſuch des
Oktroiaufſichtsperſonals um Gewährung einer
Teuer=
ungszulage findet mit dieſer Regelung und Aufbeſſerung
ſeine Erledigung.
V. Das Lehrperſonal an den Volksſchulen.
Die Beſoldungsordnung hat eine kleine Umarbeitung
erfahren. Zur Genehmigung wird im übrigen
vorge=
ſchlagen: Erhöhung der Lehrergehalte um jährlich 300
Mark, in den zwei letzten Gehaltsſtufen um 350 und 400
Mark, Erhöhung der Lehrerinnengehalte durchweg um
jährlich 200 Mark, Erhöhung der Gehalte der
Schulver=
walter und Schulverwalterinnen durchweg um jährlich
100 Mark, Erhöhung der Mietentſchädigung der
Haupt=
lehrer und verheirateten Lehrer von jährlich 650 auf 750
Mark, Erhöhung der Mietentſchädigung für
unverheira=
tete Lehrer und Lehrerinnen von jährlich 350 auf 450
Mark, Erhöhung der Miententſchädigung für verheiratete
Schulverwalter von jährlich 400 auf 500 Mark und
Er=
höhung der Vergütungen der Handarbeitslehrerinnen um
durchweg 20 Mark für 4 Wochenſtunden, alſo von 200 auf
220 Mark, von 240 auf 260 Mark, von 270 auf 290 Mark
von 310 auf 330 Mark, von 340 auf 360 Mark, von 380
auf 400 Mark. Dabei ſoll die künftige Zuteilung einer
höheren Stundenzahl erſtrebt werden, was eine
entſpre=
chende Gehaltserhöhung zur Folge hat.
Aushilfslehre=
rinnen ſollen ſtatt bisher 180 Mark nunmehr 200 Mark
für vier Wochenſtunden beziehen. Durch Geſetz vom 17.
Juli 1912 iſt den Volksſchul=Lehrern und=Lehrerinnen
eine Zulage von 11 Prozent ihres jeweiligen Gehaltes
bewilligt worden; das bedeutet in den Endgehalten von
3000 und 2000 Mark eine jährliche Erhöhung von 330 und
220 Mark. Nach obigem Vorſchlag ſoll bei den Lehrern und
Lehrerinnen an den ſtädtiſchen Volksſchulen eine jährliche
Erhöhung (bei Gehalt und Mietentſchädigung) von 400
und 300 Mark eintreten. Gegen bisher bedeutet dies ein
Mehr von 12 und 11 Prozent.
Die an den ſtädtiſchen Volksſchulen angeſtellten
un=
verheirateten Lehrer ſind unterm 23. Mai I. J.
um Erhöhung ihrer zurzeit 350 Mark betragenden
Miet=
entſchädigung auf den Betrag von 550 Mark vorſtellig
geworden. In dem Entwurf ſind für die gedachten
Leh=
rer 450 Mark Mietentſchädigung vorgeſehen. Eine
weiter=
gehende Berückſichtigung des Geſuches glaubt man in
Rückſicht auf die für das übrige Lehrperſonal, ſowie für
die Beamten und Bedienſteten der Stadt Darmſtadt in
Vorſchlag gebrachte Einkommenserhöhung nicht
befür=
worten zu ſollen.
VI. Lehrperſonal an den höheren Mädchenſchulen.
1. Die akademiſch gebildeten Lehrkräfte beziehen
Ge=
halt und Wohnungsgeld wie die Direktoren und
Ober=
lehrer an den Staatsanſtalten. Auf ſie findet das Geſetz
vom 17. Juli 1912, die Dienſtbezüge der Staatsbeamten
uſw. betreffend, ohne weiteres Anwendung.
2. Die ſeminariſtiſch gebildeten Lehrer (Reallehrer)
waren bisher ihren Kollegen an den Staatsanſtalten im
Gehaltsbezug (1800 bis 3800 Mark) gleichgeſtellt.
Da=
gegen bezogen ſie nicht deren Wohnungsgeld von
jähr=
lich 304 Mark, ſondern — zur Gleichſtellung im
Dienſt=
einkommen mit den ſeminariſtiſch gebildeten Lehrern an
den ſtädtiſchen Volksſchulen (3500 — 650 — 4150 Mark) —
eine jährliche Ortszulage von je 350 Mark, zuſammen
alſo (3800 — 350) 4150 Mark. Nach dem Geſetz vom 17.
Juli 1912 über die Dienſtbezüge der Staatsbeamten
er=
halten die Reallehrer an den Staatsanſtalten vom 1.
April 1912 ab eine Zulage in Höhe von 90 Prozent
der=
jenigen Bezüge, wie ſie ſich aus der Regierungsvorlage,
das Wohnungsgeld und die Gehalte der Staatsbeamten
betreffend, ergeben. Die ſeminariſtiſch gebildeten Lehrer
an den ſtädtiſchen Volksſchulen, mit deren Dienſtbezügen
die Reallehrer an den ſtädtiſchen höheren Mädchenſchulen
bisher, wie oben bemerkt, gleichgeſtellt waren, beziehen
zurzeit einen jährlichen Gehalt von 1500 Mark, ſteigend
von drei zu drei Jahren um je 200 Mark bis zu 3500
Mark, und ein jährliches Wohnungsgeld von 650 Mark.
Sie ſollen nach der neuen ſtädtiſchen Beſoldungsvorlage
einen Gehalt von 1800 Mark, ſteigend bis zu 3900 Mark,
und ein Wohnungsgeld von 750 Mark im Jahre beziehen.
In Rückſicht darauf, daß die Reallehrer an den ſtädtiſchen
höheren Lehranſtalten bisher den ſtädtiſchen
Volksſchul=
lehrern im Dienſteinkommen gleichgeſtellt waren und ſie
auch nach wie vor in der Kategorie der Volksſchullehrer
verbleiben, erſcheint es zunächſt richtig, das bisherige
Verhältnis zu belaſſen, d.h. den ſtädtiſchen
Reallehrern zwar die neuen ſtaatlichen
Gehaltsſätze, ſtatt des ſtaatlichen Wohng
ungsgeldes aber weiterhin einee
Orts=
zulage in der Höhe zu gewähren, daß das
jeweilige Dienſteinkommen der ſtädtiſchen
Volks=
ſchullehrer erreicht wird.
3. Die für das höhere Lehrfach geprüften
Lehrerinnen beziehen zurzeit ein Gehalt von 1800
Mark jährlich, ſteigend von drei zu drei Jahren um 175
Mark bis zum Höchſtbetrage von 2850 Mark.
Wohnungs=
geld erhalten ſie nicht. Es wird Bewilligung eines
An=
fangsgehaltes von 2100 Mark, ſteigend von drei zu drei
Jahren um 175 Mark bis zum Höchſtbetrage von 31504
Mark, beantragt.
4. Die proviſoriſchen Lehrerinnen (
Schul=
verwalterinnen) und die Handarbeitslehrerinnen erhalten
bisher die gleichen Bezüge wie ihre Kolleginnen an den
Darmſtädter Volksſchulen. Dieſes Verhältnis ſoll
blei=
ben; es ſollen ihnen alſo die gleichen Erhöhungen wien
letzteren zuteil werden.
VII. Das ſtädtiſche Arbeiterperſonal, Laternenwärten
Feuerwache und Hilfsſchutzleute.
Die Lohnverhältniſſe der ſtädtiſchen Arbeiterſchäf
haben eine eingehende wohlwollende Prüfung
unde=
handlung erfahren. Die hierüber ausgearbeitete Vor
lage enthält zuſammen 12 Unterlagen. Der jährliche
Mehraufwand iſt recht hoch; es handelt ſich um eine
Summe von 60 700 Mark. Nach der Städteordnung
iſt der Oberbürgermeiſter diejenige Inſtanz, die die
Ver=
teilung dieſes Aufwandes zu beſchließen hat. In ande
ren Städteverwaltungen erfolgt auch dementſprechenddie
Entſcheidung. Ich kann mich deshalb angeſichtsde
außergewöhnlichen Belaſtung des Budgets der Stadt mit
einer Entſcheidung durch die Stadtveron
neten=Verſammlung nur unter der Bedingung
einverſtanden erklären, daß das Ergebnisden
Beſchlußfaſſung ſich in den durch dieſe
Vorlage gegebenen Grenzen hält. Es kam
auch bei einer ſo weittragenden Aufbeſſerung nicht dam
gerechnet werden, daß alle denkbaren Wünſche, die auff
ſozialem Gebiete jedes Mitglied der Stadtverordneten=
Verſammlung in wohlwollender Weiſe vertreten kannen
füllt werden. Sollte insbeſondere durch die weiter bon
gebrachten Wünſche auf Schmälerung der Arbeitszeiten
uſw. eine weitere hohe Belaſtung der Stadt hinzukon
men, ſo muß jedes Mitglied der Stadtverordneten=Ve
ſammlung erwägen, daß die Aufbeſſerung der
Arbeiter=
ſchaft nur einen Teil der Aufbeſſerung des geſamten Per
ſonals (Lehrer, Beamten und Bedienſteten) bedeutet. Was
die Verteilung des für das Arbeiterperſonal
vorgeſe=
henen Mehraufwandes anlangt, ſo will die ſtädtiſche
Ver=
waltung eine Differenzierung des Einkommens nach dem
Dienſtalter und nach der Kopfzahl des jeweiligen
Haus=
ſtandes vornehmen. Die Summe von 60 700 Mark wird
nach dieſer Differenzierung jedoch in dem geſamten
Um=
fange alsbald erforderlich.
wird seit Jahrzehnten mit glänzendem Erfolge zur
Heustrinkkur bei Nierengriess, Gicht, Stein,
Eiweiss und anderen Nieren- und Blasenleiden verwandt.
Sie ist nach den neuesten Forschungen auch dem
Zuckerkranken vor allen anderen Mineralwässern zu
empfehlen, um den täglichen Kalkverlust, der ein sehr
vesentliches Moment seines Leidens bildet, zu ersetzen.
Für werdende Mütter und Kinder in der Entwicklung ist sie
für den Knochenaufbau von höchster Bedeutung. Die
He-
enenquelie ist die Hauptquelle Wildungens und steht
in ihrer überaus glücklichen Zusammensetzung einzig in
der Welt da. — Man überzeuge sich hiervon selbst durch
Vergleich der Analysen, V wenn Ersatzquellen empfohlen
werden, und achte im eigenen Interesse genau auf den Namen
elenenquelle. Zu haben in allen Apotheken und Drogerien,
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Nummer 258.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Seite 19.
Mit der Aufbeſterung der Arbeitslöhne wird auch,
vorliegenden Geſuchen ganz oder teilweiſe Folge gebend,
eine Erhöhung der Dienſtbezüge der Laternenwärter, der
Mannſchaft der ſtändigen Feuerwache und der
Hilfsſchutz=
leute in Vorſchlag gebracht. Hiernach erfordert die
Auf=
beſſerung des ſtädtiſchen Arbeiterperſonals, der
Laternen=
wärter, Feuerwache und Hilfsſchutzleute den
Geſamt=
betrag von 65 300 Mark.
VIII. Aufbeſſerungen für die im Ruheſtande befindlichen
Beamten, Bedienſteten und Arbeiter, ſowie für Witwen
und Waiſen von ſolchen.
Es wird ein Betrag von 15000 Mark zur Verfügung
der Verwaltung und für den in dieſer Sache beſtellten
Unterausſchuß die Ermächtigung erbeten, in Gemeinſchaft
mit dem Oberbürgermeiſter die Verteilung dieſer Summe
nach beſtimmten Richtlinien vorzunehmen.
*7
*
Bezüglich des in die Dienſte der
Heſſi=
ſchen Eiſenbahn=Aktiengefellſchaft
über=
getretenen, früher ſtädtiſchen Perſonals
hält die Stadtverwaltung grundſätzlich an
der Forderung feſt, daß eine Aufbeſſerung
erfolgen muß.
Die ſtädtiſche Verwaltung hat ſowohl die
Gehalts=
ordnung wie die Satzung über die Dienſtverhältniſſe der
ſtädtiſchen Beamten einer Neubearbeitung unterzogen.
Gegen die bisherige Gehaltsordnung vom 12. September
1907 iſt eine grundſätzliche Aenderung dahin eingetreten,
daß die Unterſcheidung in Dienſtſtellen mit A.
Höchſt=
gehalten, B Aufſteigenden Gehalten und
C Feſten Gehalten fallen gelaſſen wurde.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß ein Bedürfnis für die
Aufrechterhaltung dieſer Unterſcheidung in der
Gehalts=
ordnung nicht beſteht. Die Höchſtgehalte und Feſten
Ge=
halte ſtellen die jeweiligen Endbezüge dar, und ſchließen
ſich faſt in allen Fällen an die Gehaltsklaſſen unter B an.
Bis jetzt wurde auch in keinem Falle ſofort der
Höchſt=
gehalt, ſondern nur ein geringerer Gehaltsſatz bewilligt,
der in einer Stufe der Gehaltsklaſſen unter B gefunden
und nach den folgenden Stufen dieſer Klaſſen geſteigert
wurde.
Trotz des vorgeſchlagenen einen Klaſſenſyſtems das
allerdings in wenigen Fällen eine Teilung bisheriger
Ausnahmegehalte in Gehalt und penſionsfähige
Stellen=
zulage erforderlich machte, iſt die Verwaltung auch in
Zu=
kunft in der Lage, bei allen Anſtellungen mit der
erfor=
derlichen Freiheit zu verfahren. Sie braucht nicht ſofort
Höchſtgehalte zu genehmigen und muß nicht an Anfangs=
gehalten feſthalten. Durch die Einreihung aller
Dienſt=
ſtellen in ein Klaſſenſyſtem kann und ſoll verhindert
wer=
den, daß unbeabſichtigt und unbemerkt Ungleichheiten
ent=
ſtehen, die ſpäter zu unangenehmen Folgerungen führen.
Die neue Gehaltsordnung hält in der Hauptſache an der
Einteilung der bisherigen Gehaltsordnung feſt, wenn ſie
auch berechtigten Wünſchen einzelner Beamten und
Be=
amtengruppen Rechnung trägt.
Wie bemerkt, beſteht bereits grundſätzliche
Ueberein=
ſtimmung darüber, daß
die Deckungsmittel für 1912
aus dem Ausgleichsfonds entnommen werden
ſollen. Der Stand desſelben wird ſich Ende 1911 auf
rund 1600000 Mark belaufen. Im Einverſtändnis mit
dem von dem Finanzausſchuß beſtellten Unterausſchuß,
der aus den Herren Stadtverordneten Aßmuth, Dr.
Ben=
der, Henrich und Dr. Noellner beſtand und eine ſehr
gründ=
liche Arbeit, bei großem Wohlwollen für die Beamten=,
Lehrer= und Arbeiterſchaft geleiſtet hat, ſowie auf Grund
einſtimmigen Beſchluſſes des Finanzausſchuſſes beantragt
der Unterzeichnete, die vorgeſchlagenen Echöhungen vom
1. Juli 1912 ab in Kraft treten zu laſſen und damit
gleich=
zeitig alle vorliegenden Geſuche für erledigt zu erklären.
Für 1912 würden hiernach etwa 26000 Mk. mehr
erforder=
lich ſein und wären dem Ausgleichsfonds zu entnehmen.
Daß der Oberbürgermeiſter nicht alsbald
weiter=
gehende Deckungsvorſchläge unterbreitet, beruht in erſter
Linie auf dem feſten Rückhalt, den der in kurzer Zeit durch
ſparſame Wirtſchaft angeſammelte Ausgleichfonds bietet,
ſodann auf der Erwägung, zunächſt die finanzielle
Wirk=
ung des von 1913 in Kraft tretenden neuen
Gemeinde=
ſteuergeſetzes in der Neubildung der
Gemeindeſteuer=
kapitalien abwarten und dann mit der (hierdurch vielleicht
etwas verzögerten) Vorlage des Voranſchlags für 1913
erſt prüfen und beantragen zu ſollen, ob und welche neue
Hilfsquellen zur Aufbeingung rduer Deckungsmittel zu
erſchließen ſind, ſowie ob und von wann ab etwa an eine
Erhöhung der Ausſchlagsziffer heranzutreten iſt. In
letz=
terer Hinſicht iſt weiſes Zurückhalten geboten, um
ſteuer=
kräftigen Zuzug von auswärts nicht zurückzuhalten. Ebenſo
muß aber auch darauf Bedacht genommen werden, daß der
Ausgleichsfonds nicht raſch wieder aufgezehrt, ſondern als
dauernder, wenn auch unſtändiger Poſten erhalten wird. —
Inzwiſchen werden einige Deckungsvorſchläge eingehend
geprüft und zu Vorlagen ausgearbeitet werden, ſo daß
Beſchlußfaſſung hierüber rechtzeitig vor dem Beginn des
neuen Verwaltungsjahres erfolgen kann.
Der jährliche Mehraufwand
berechnet ſich nach einer der Vorlage beigebenen Tabelle wie folgt
Zahl der
Erhöhung
Gehalts=,
Beamten,
Wohnungs=
der
Geſamt=
Taglohn=
Bedienſteten,
Ruhegehalte
geld
betrag
Lehrer,
Erhöhungen uſw.
Arbeiter und
Penſionäre 1 ℳ
1. Beamte der Stadt .
111910—
111910
349
2. Neuregelung der Dienſtbezüge der Schuldiener
2558 50
16
2558 50.
3. Nicht angeſtelltes techniſches und Bureau=
Perſonal
15 430
15 430
107
4. Unterbedienſtete
5910
5910
35
5. Lehrperſonal an den Volksſchulen . .
66 122
20 404
86 526
277
6. Lehrperſonal an den höheren Mädchenſchulen
4 125 160) 14072 40
53
18 198
7. Städtiſches Arbeiterperſonal, Laternenwärter,
Familienzul.
Feuerwache und Hilfsſchutzleute
527 32700
32600
65 300
8. Im Ruheſtand befindliche ſtädtiſche Beamte,
Bedienſtete und Arbeiter, ſowie Witwen und
Waiſen ſtädtiſcher Beamten, Bedienſteten und
Arbeiter . .
15000
15000 —
Summa
57229 60 248 602 90 15000 —1 320832 500
1599
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Ein Dialog zu dem bekannten Bilde von F. von Reznicek,
verfasst von A. Neidhardt.
Personen:
Herta Bartels
Liesl 1Ein Paar von Vera Forst 1 Vroni
Hans der Redonte R. v. Valberg Der Gatte . Reinhold Schunzel
Ort und Zeit: München im Karneval.
Raffayette’s
akrobatische Terriers
Ein Wunder der Dressur!
Rheinlands
beliebtester Humorist
Jahn-Truppe
Vindobona’s
Urkom. musikalischer Akt
Leiter-Equilibristen
Duette von Sophie und
Erwin Hemmer
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Burger-Keller
konzertiert ab 1. November
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Gesang-, Tanz- und Possen-Ensemble
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zu Frankfurt am Main.
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Wochentags Anfang 7½ Uhr
Sonntags Anfang 4 Uhr,
Stets freier Eintritt. Stets freier Eintritt.
Es ladet höflichst ein
en geehrten Besuchern der LUDWiGsHöHE
zur gefälligen Kenntnis, daß ich das seit
einer Reihe von Jahren betriebene Restaurant
am 1. November dieses Jahres abtrete und sage
für das mir bewiesene Wohlwollen herzlichen Dank.
Wilhelm Lmmel.
Inter höflicher Bezugnahme auf vorstehende
Annonce gestatte ich mir, einem verehrlichen
Publikum die ergebene Mitteilung zu machen,
daß ich die seither von Herrn Emmel betriebene
RESTAURATION auf der LUDWiGsHöHE
übernommen habe und bitte höflichst, das meinem
Vorgänger erwiesene Wohlwollen mir gütigst
zu-
wenden zu wollen.
(B22676
Hochachtungsvoll
Wilhelm Wenz.
BSSSSSSSS
Gaaaaaaadauauttuuau
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. November 1912.
Seite 22
Nummer 259.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
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ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
Restaur. „Zur Bavaria‟
21 Grafenstrasse 21.
Samstag, den 2. Novemb.:
Metzel=
suppe
wozu freundl. einladet (*10655fs
Adalbert Eppler.
Restaurant fürnnalle
(Woogsplatz) (*10690
Samstag, den 2. November:
Metzel=
Süppe
heute Wellfleiſch mit Kraut,
friſche Bratwurſt.
Michael Schnellbacher.
Verloren
Gliederarmband, ſilb., m. Tula
gegen Belohnung abzugeb. (*10642
Hoffmannſtraße 59.
Heirat wünscht!
höherer Staatsbeamter
pensionsberechtigt
in d. 30. J., (ſch. Erſchein.), muſik.,
m. häusl. erzog. Frl. Off. m. Ang.
d. Alf. u. Vermög. erb. u. F. Z. R. 4265
a. Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., z.
Weiter=
bef. Poſtlagernd Papierk. (22650M
Witwer anf. ö0er, k. Kinder m.
Handwerker, w. m. ein. einf.
Fräul. oder Witwe zwecks Heirat
bekannt z. w. Anonym zwecklos.
Off. u. E 14 an die Exped. (*10674
Heirat.
Witw., 60 Jahre, Geſchäftsmann,
ſucht auf dieſ. Wege
Lebensgefähr=
tin, event. mit etw. Vermögen. Off.
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Freitag, den 1. November 1912.
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Spielleiter: Emil Valdek.
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Hr. Fluth)Bürger v. Georg Weber
Hr. Reich Windſor L. Schützendorf
Fenton.
Dr. Cajus
Anna Reich, ihre
Tochter
Erſter
Zweiter
Dritter
Vierter5
Fünfter
Ein Kellner
.Aug. Globerger
Junker Spärlich . Karl Bernhardt
. Auguſt Kräger
Frau Fluth . . . Olga Kallenſee
Frau Reich . . . Anna Jakobs
.. Kathar. Jüttner
. Adolf Klotz
Ludwig Indorf
. A. Fleiſchmann
.Cornel. Dobski
.Jean Sautier
. Paul Peterſen
Bürger und Frauen von
Wind=
ſor. Kinder. Masken v. Elfen,
Kobolden, Furien, Waldteufeln,
Feen und anderen Geiſtern.
Die Tänze der Elfen,
Schmetter=
linge, Libellen, Käfer, Weſpen,
Mücken ꝛc., arrangiert von Helene
Thiele=Leonhardt, werden
ausge=
führt von den Damen des Corps
de Ballet und den Eleven der
Bal=
lettſchule.
Geſtaltung des Bühnenbildes:
Hoftheatermaler Kurt Kempin u.
Oberinſpektor Ernſt Schwerdtfeger.
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Proſzeniumsloge 5.10 M.,
Mittel=
loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II.
Ga=
lerie 0.55 M.
Anf. 7 Uhr. Ende gegen 10¼ Uhr.
Kartenverk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
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Samstag, 2. Nov. 48. Ab.=Vſt.
D 12. Zum erſten Male: „
Mag=
dalena‟. Ein Volksſtück in 3
Aufzügen von Ludwig Thoma.
Gewöhnl. Preiſe. Anf. 7½ Uhr.
Sonntag, 3. Nov. Nachmittags
2½ Uhr: Vierte Volksvorſtellung
zu ermäß. Preiſen. „Die
Räu=
ber” von Schiller. Vorverkauf
bis einſchl. Samstag, 2. Novbr.,
nur im Verkehrsbüro (Ernſt=
Lud=
wigsplatz). Verkauf der noch
vor=
handenen Karten an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab.
Abends 7 Uhr: 49. Ab.=Vorſtell.
B 13. Zum erſten Male
wieder=
holt: „Der liebe Auguſtin”.
Gewöhnliche Preiſe.
Montag, 4. Nov. 50. Ab.=Vſt.
D 13. „Der Freiſchütz.” Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Tel.
389.
5 Alexanderstrasse 5.
Ab Freitag, 1. November
Täglich
Grosse Vorstellungen
der rühmlichst bekannten
Andreas Hofer-Truppe
Ein Sensations-Ausstattungsstück in 3 Akten.
Spieldauer 50 Minuten.
Ein Kriegsroman aus den marokkanischen Wirren.
22656
Von Cetinje nach Ricka
Hochinteressante Naturaufnahme aus dem Balkan.
Die beiden Ausreißer
Ein Angriff aus den Wolken
ind das übrige Schlager-Programm!
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Sonntag und Montag, 3. und 4. November
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Die französische
MSpioninau