Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
inonatl, 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Ageu=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47.
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Be:
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer und die Kaiſerin haben für die
Expedition des Roten Kreuzes nach dem
Balkan 30000 Mark bewilligt.
Der deutſche Kronprinz iſt bei einer Schleppjagd
mit dem Pferde zu Fall gekommen und zog ſich
Verletzungen am Arm und im Geſicht zu.
Fürſt Lichnowsky begab ſich geſtern auf ſeinen
Bot=
ſchafterpoſten nach London.
Der bayeriſche Landtag wurde geſtern bis auf
weiteres vertagt.
Auf der Stadtbahnſtation Jannowitzbrücke (Berlin)
fuhr geſtern früh 7½ Uhr ein Nordringzug auf
einen haltenden Vorortzug auf. 46 Perſonen
wur=
den verletzt, darunter 4 ſchwer.
Der belgiſche Komponiſt Edgar Tinel iſt in Brüſſel
im 59. Lebensjahre geſtorben.
In Marſeille kam es zwiſchen Ausſtändigen und
Arbeitswilligen, die mit dem Bau des von
Marſeille zur Rhone führenden Kanals beſchäftigt
waren, zu heftigen Tumulten, bei denen ein
Aus=
ſtändiger getötet und mehrere verwundet wurden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Rumänien.
— Als die Balkanſtaaten gegen die Türken
mobil machten, gab es nur eine Frage: Wie wird ſich
Rumänien ſtellen? Wochen ſind ſeitdem ins Land
ge=
jgangen, aber noch immer weiß man nichts genaues über
die Haltung dieſes Balkanreiches, das Reſultat iſt noch
zimmer ungelöſt. Auch die jüngſte Rede Karols bringt
lin dieſer Hinſicht keine Aufklärung, aus ihrer Sprache
erkennt man, daß Rumänien geſinnt iſt, nichts zuzuſagen,
was ihm bei dem Vorgehen der anderen Balkanſtaaten
eine Schädigung bringen könnte.
Rumänien hat ein begreifliches Intereſſe daran, die
anderen Balkanſtaaten, ſpeziell Serbien und Bulgarien,
nicht gar zu übermächtig werden zu laſſen, und es gilt
daher das Pulver trocken zu halten. Aus dem Verhalten
des Balkanvierbundes gewinnt es faſt den Eindruck, als
ob dieſes Gebilde, das urſprünglich nur für den
Kriegs=
zweck geſſchaffen war, vielleicht eine feſte Dauer in ein oder
der anderen Form erhalten wird; vielfach mutmaßt man
ſogar, daß man unter der Führung Bulgariens einen
föderativen Staat bilden will, der möglicherweiſe auch
in einer beſonderen Benennung und Titulierung des
Führers ſeinen Ausdruck finden wird. Ein ſolcher neuer
großer Staat auf dem Balkan würde aber für Rumänien
eine große Gefahr bilden. und ſeine Bildung zu
hin=
dern, muß für Rumänien Lebensaufgabe ſein. Unter
dieſen Umſtänden iſt es trotz aller Dementis ſehr wohl
möglich, daß Rumänien gleichfalls mobil machen wird,
ja man ſoll ſogar ſchon damit angefangen haben und
zahlreiche Reſerviſten ſollen bereits für die
Grenzregi=
menter eingezogen worden ſein. Dieſer Heeresverſtärkung
bedarf man auch, um den eigenen Wünſchen Nachdruck zu
geben, wenn die anderen Balkanſtaaten ſich in den Raub
teilen wollen. Rumänien will dann eben auch ſeinen
Anteil an der Beute, und man wird irgend eine
Kom=
penſationsforderung ſtellen. Nach welcher Richtung hin
ſich dieſe Forderung bewegen wird, weiß man noch nicht,
aber ſicher iſt, daß eine ſolche kommen wird, und man
wird mit dieſem Umſtande zu rechnen haben. Dadurch
wird die Lage noch komplizierter, denn daraus erwächſt
die eminente Gefahr, daß auch Oeſterreich=Ungarn und
die anderen Großmächte in die Wirren mit einbezogen
werden. Heißt es doch ſchon allgemein, daß das Prinzip
der Aufrechterhaltung des Status quo auf dem Balkan
angeſichts des türkiſchen Fiaskos nicht mehr Geltung
haben könne und daß man ſich entſprechend einrichten
müſſe.
An die Aufteilung der Türkei heranzugehen, iſt ein
Spiel mit dem Feuer, und ſo birgt die Balkankriſis noch
eine ganze Reihe unliebſamer Verwicklungen in ſich. Daß
es leicht Ernſt werden kann, beweiſen die Vorbereitungen
Rumäniens, wo man durch neue beträchtliche Ausgaben
die militäriſchen Rüſtungen vervollſtändigt und ebenſo iſt
es ſicher, daß man auch in den Reihen der Mächte ſich
auf alle Eventualitäten vorbereitet. Daß es dabei auch
in Deutſchland nicht an der nötigen Umſicht fehlt, deß
dürfen wir gewiß ſein und wir dürfen darauf vertrauen,
daß unſere leitenden Stellen auf der Wacht ſind. Gerade
in ſchweren Zeiten hat ſich die Treue des deutſchen
Vol=
kes ſtets als echt erwieſen.
Das neue rumäniſche Kabinett
veröffent=
licht folgende Erklärung, die ein wahres Muſter
diplomatiſcher Verklauſulierung iſt:
Die Konſervativen und die Konſervativ=
Demokra=
ten vereinigten ſich zu gemeinſamer Arbeit mit dem
Wunſche, in inneren Fragen ebenſo ein
vollſtän=
diges Einvernehmen herbeizuführen, wie es auf
dem Gebiet der auswärtigen Politik bereits
be=
ſteht. Dieſe äußere Politik, die ſeit langer Zeit beſtändig
und gegen innere Strömungen geſichert iſt, wird von der
einſtimmig anerkannten Autorität des Königs Karol, die
ſtets die wirklichen Intereſſen des Landes im Auge hat,
weiſe geleitet. Die neue Regierung hofft, umſomehr den
Anforderungen der Lage entſprechen zu können, als ſich
die rumäniſchen Staatsfinanzen in außergewöhnlich
blühender Verfaſſung befinden und unſer tapferes Heer
ſtets für alle Eventualitäten bereit iſt. Alles das ſind
Garantien dafür, daß Numänien, deſſen Beziehungen
zu allen Staaten die beſten ſind, in etwa möglichen
Ver=
wicklungen ſeinen Platz ſich wahrt, auf den es ein Recht
durch ſeine Stellung beſitzt, die es ſich in Europa durch
ſeine anerkannt kluge Haltung erworben hat.
In Bukareſt hat ein Artikel der offiziöſen
Epoca großes Aufſehen erregt. Es heißt darin:
Ru=
mänien ſteht vor einer ſehr trüben Perſpektive, Für den
Fall, daß Rumänien keine Garantien für die
Erhal=
tung des Gleichgewichts erlangt, ſteht die
Re=
gierung von der ſchwierigen Aufgabe, bereits in der
gegenwärtigen Situation Maßnahmen zu treffen, damit
Rumänien in der entſcheidenden Stunde völlig vorbereitet
ſei. — In eingeweihten Kreiſen wird nicht beſtritten, daß
Vorkehrungen getroffen ſind, die eine erhöhte
Heeresbe=
reitſchaft bedeuten.
Deutſches Reich.
— Die Erweiterung der
Veteranen=
fürſorge. Der nächſte Reichsetat wird eine Erhöhung
des Fonds zur Gewährung von Beihilfen an
hilfsbedürf=
tige Kriegsteilnehmer in Vorſchlag bringen. Dieſe
Er=
höhung wird jedoch, wie man hört, die genannte Summe
von 4 Millionen nicht erreichen. Dieſe vermehrte
Vete=
ranenfürſorge iſt aber auch nur als eine vorläufige
anzu=
ſehen, da beabſichtigt iſt, falls das
Petroleumhandels=
monopolgeſetz zuſtande kommt und dem Reich daraus
Einnahmen zufließen, dieſe wenigſtens zum Teil für eine
Erweiterung der Veteranenfürſorge zu verwenden. Denn
bei der ſozialen Fürſorge, für welche nach der
halbamt=
lichen Verlautbarung Erträge aus dem
Petroleum=
monopol Verwendung finden ſollen, war in erſter Linie
an die Veteranen gedacht. Die für das nächſte Jahr in
Ausſicht genommene Verſtärkung des
Veteranenunter=
ſtützungsfonds ſoll einer Erweiterung des Kreiſes der zu
unterſtützenden Veteranen dienen. Der Fonds wurde
be=
kanntlich im vergangenen Jahre von 23,6 Millionen auf
28,6 Millionen Mark erhöht, indem die Erträge des
Zu=
wachsſteuergeſetzes in einer Höhe von 5 Millionen Mark
dem Veteranenfonds überwieſen wurden. Im laufenden
Etatsjahr beträgt der Fonds 29 Millionen Mark. Durch
die Erhöhung um 5 Millionen im Jahre 1911 wurde es
möglich, unter Berückſichtigung der Abgänge, 60000
Vete=
ranen mehr zu unterſtützen, als bis dahin. Gegenwärtig
kann man die Zahl der Veteranen aus dem Kriege
1870/71 im ganzen Reiche auf 400000 annehmen. Die
zur Unterſtützung vorhandenen Mittel werden den
Bun=
desſtaaten nach dem Verhältnis der Kopfzahlen
derjeni=
gen Kriegsteilnehmer überwieſen, welche in den einzelnen
Staaten am 1. März 1912 als bezugsberechtigt anerkannt
waren. Ein Betrag von 500000 Mark bleibt zunächſt in
Reſerve zur Deckung eines etwaigen nachträglichen
Mehrbedarfs in einzelnen Bundesſtaaten.
Das Petroleumhandelsmonopol. Die
Nachricht, es fänden gegenwärtig im Reichsſchatzamt
Be=
ratungen mit Intereſſenten über eine Ausdehnung des
Petroleumhandelsmonopols auf Benzin und andere
Stoffe ſtatt, beruht auf einem Irrtum. Solche
Verhand=
lungen ſind nie angeregt und werden auch nicht
ſtatt=
finden. Denn die Vorausſetzungen, auf denen die
Ab=
ſicht, ein Handelsmonopol für Petroleum zu ſchaffen,
be=
ruht — die Schädigungen des Kleinhandels und der
Kon=
ſumenten durch die Monopolſtellung einer Geſellſchaft —,
liegen für Benzin nicht vor. Hier iſt durch ausgiebigen
Wettbewerb einer Monopoliſierung des Handels vorge=
beugt. Auch über den Stand der Beratungen des
Geſetz=
entwurfs ſind unzutreffende Anſichten verbreitet. Es iſt
keineswegs beabſichtigt, über die Geſtaltung der Vorlage
noch mit den Finanzminiſtern der Bundesſtaaten bei der
bevorſtehenden Beſprechung über die Beſitzſteuervorlage
zu verhandeln. Die Vorlage iſt vielmehr bereits in den
Ausſchüſſen des Bundesrats und wird dort eifrig
geför=
dert. Falls es möglich geweſen ſein ſollte, den Entwurf
bis zum Mittwoch dieſer Woche in den Ausſchüſſen
durch=
zuberaten, wäre es nicht ausgeſchloſſen, daß die Vorlage
bereits in der Plenarſitzung am Donnerstag
verabſchie=
det wird. Eine Veröffentlichung der Vorlage wird
jeden=
falls erfolgen, ſobald der Bundesrat ſeine Beratungen
abgeſchloſſen hat.
Zur Privatangeſtelltenverſicherung.
Nunmehr hat auch der Allgemeine
Verſicherungsſchutzver=
band an das Direktorium der Reichsverſicherungsanſtalt
für Angeſtellte eine Denkſchrift gerichtet, worin er auf die
zahlreichen Unklarheiten hinweiſt, die beſtehen und zu
Zweifeln Anlaß geben, und deren Klärung für ſofort zu
treffende Entſchließungen von größter Bedeutung iſt.
Dieſe Unklarheiten betreffen den Kreis der verſicherten
Perſonen, die Anmeldung, die Geltendmachung der Rechte
aus § 390 bis 392 (Befreiung infolge Lebensverſicherung
uſw.) und Wahrnehmung des Wahlrechts. Wie man ſieht,
mehren ſich die Beſchwerden von allen Seiten, und
des=
halb war die Interpellation der Abgeordneten Dr.
Beu=
mer, Haarmann und Hirſch (Eſſen) im preußiſchen
Ab=
geordnetenhauſe durchaus angebracht, die vorausſichtlich
in der nächſten Woche zur Verhandlung kommen wird.
— Eine Kundgebung der
reichslän=
diſchen Regierung. Die amtliche Straßburger
Korreſpondenz bringt zu dem Prozeß gegen die Rheiniſch=
Weſtfäliſche Zeitung wegen Beleidigung des Grafen von
Wedel, Kaiſerlichen Statthalters in Elſaß=Lothringen,
deſſen Urteil nebſt Begründung nunmehr in Ausfertigung
vorliegt, eine längere Darlegung. Dieſe ſchließt mit
folgenden Sätzen:
„Das dem Grafen von Wedel von der Verteidigung
zum ſchweren Vorwurf gemachte ſogenaſite
Notabeln=
ſyſtem, das die Gefahr in ſich birat eine öffentliche
Ver=
waltung mit unberechtigten Einflüſſen zu durchſetzen, iſt
gerade von ihm von Anfang an als verfehlt erkannt und
bekämpft worden. Darum ſchärfte er den Beamten durch
einen beſonderen Erlaß ein, ſich in dieſer Beziehung ihre
Selbſtändigkeit zu bewahren. Die Anklagen der
Vertei=
digung, die die Politik des Grafen von Wedel als eine
Notabelnpolitik ſtempeln wollen, beweiſen alſo nur deren
völige Unkenntnis der Verhältniſſe. Schließlich iſt in
der Gerichtsverhandlung von der verfehlten „
Verſöh=
nungspolitik” des Grafen von Wedel geſprochen worden.
Wenn mit dieſem Ausdruck das Beſtreben des
Statthal=
ters bezeichnet werden ſoll, nach beſtem Gewiſſen
Gerech=
tigkeit gegen alle walten zu laſſen, ſich im Nahmen der
Geſetze zu halten und die Gegenſätze auszugleichen,
an=
ſtatt ſie gefliſſentlich zu verſchärfen, dann iſt gegen dieſe
Bezeichnung eine Einwendung nicht zu erheben. Eine
Verſöhnungspolitik im Sinne aber der Schwäche und
Nachajebigkeit weiſt der Statthalter Graf von Wedel mit
aller Beſtimmtheit zurück.”
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Oppoſition. Die
verbün=
dete Oppoſition nahm ein vom Grafen Alb. Apponyi
aus=
gearbeitetes Manifeſt an die ungariſche Nation an, worin
ſie erklärt, trotz der kritiſchen auswärtigen Lage nicht an
den parlamentariſchen Arbeiten teilnehmen zu können,
ſo lange die Rechtsordnung nicht hergeſtellt ſei. Durch
dieſe Erklärung wollte die Oppoſition gegen jede
über=
flüſſige Einmiſchung in den Balkankrieg, gegen alle Blut=
und Geldopfer proteſtieren, die nicht dem Lebensintereſſe
der Nation entſprechen, ſondern nur zur Befriedigung
fremder Ambitionen, das heißt öſterreichiſcher, dienen.
Italien.
Tagesbefehl des Königs an das Heer
und die Marine. Der König richtete aus Anlaß
des Abſchluſſes des Friedens mit der Türkei an die
Armee und Marine einen Tagesbefehl, in dem
hervorge=
hoben wird, daß Armee und Marine würdig ihre Pflicht
erfüllten. Den weiſen Werken der Vorbereitung hätten
die geſchickte Leitung der Kommandeure und die
glän=
zende Tapferkeit der Kämpfer entſprochen. Das glückliche
Ergebnis ſei der Preis des Verdienſtes, das jeder
ein=
zelne erworben habe. Ehre den Tapfern, die für die
Größe Italiens gefallen ſind! Der König ſchließt mit
dem Ausdruck lebhafteſter Zufriedenheit mit der Armee
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Nummer 257
und der Marine, die in würdiger Weiſe das
National=
bewußtſein verkörpert hätten.
England.
Die Hetzrede Lord Roberts. Im
Unter=
hauſe brachten radikalle und iriſche Abgeordnete Lord
Roberts’ in voriger Woche in Mancheſter gehaltene Rede
über die „deutſche Gefahr” zur Sprache. Die Anfrage,
ob von deutſcher Seite eine Beſchwerde eingegangen ſei,
verneinte der Staatsſekretär des Auswärtigen mit dem
Hinzufügen, daß es ſehr zu beklagen wäre, wenn es
Gewohnheit würde, über in Deutſchland oder England
gehaltene Reden „von Perſonen, die nicht in der Lage
ſind, die Politik ihrer reſpektiven Regierung zu
beſtim=
men” Beſchwerden einzulegen. Ein Redner verwies
da=
rauf, daß Feldmarſchall Roberts auserſehen worden war,
als außerordentlicher Geſandter die Nachricht vom Tode
König Edwards dem Deutſchen Kaiſer zu überbringen,
und von dieſem den Schwarzen Adlerorden erhielt. Doch
ſchnitt der Sprecher weitere Erörterungen ab. Die
An=
regung, gegen Lord Roberts diſziplinariſch vorzugehen,
wurde vom Kriegsminiſter mit dem Hinweis auf die
Er=
klärung des Staatsſekretärs des Auswärtigen abgelehnt.
* Große Arbeitskonflikte in
Däne=
mark. In der däniſchen Eiſeninduſtrie ſteht ein großer
Konflikt bevor. Die Arbeitgeber planen die Ausſperrung
von 40000 Mann. Anlaß zu der Maßnahme bilden
einige partielle Streiks, die nun ſchon ſeit Monaten
fort=
dauern. Beim heranrückenden Winter fällt die
Arbeits=
einſtellung für die Arbeiterfamilien beſonders ſchwer aus.
Eine Vermittlung des Staates ſoll verlangt werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Oktober.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog begab ſich am Dienstag vormittag 8 Uhr im
Auto auf Jagd nach Guntershauſen und kehrte
abends 9 Uhr 50 Min. nach Jagdſchloß Wolfsgarten
zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Generalleutnant
v. Kathen, Gouverneur von Mainz, den Oberſtleutnant
v. Herff, Kommandeur des 2. Rhein. Feld=Artillerie=
Regi=
ments Nr. 23, den Oberſtleutnant z. D. Hotzel, zugeteilt
der Fortifikation in Mainz, den Major Klotz, Ingenieur
vom Platz in Mainz, den Feſtungsbauhauptmann Haupt
und den Feſtungsbauhauptmann Preine, beide bei der
Fortifikation in Mainz, den Major Siegert beim Stabe
der Fliegertruppe in Metz, den Major v. Hahn beim Stabe
des Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=
Regiments Nr. 25, den Königl. Rumäniſchen
Oberſt=
leutnant Niculcea, kommandiert zum Garde=Dragoner=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Aſſiſtenzarzt
Jung=Marchand bei demſelben Regiment, den
Regierungs=
aſſeſſor Dr. Meyer von Frankfurt a. M.; zum Vortrag
den Staatsminiſter Ewald, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Generaldirektor des
Hof=
theaters und der Hofmuſik Dr. Eger.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem vormaligen Mitglied der
Königlich Preußiſchen Eiſenbahndirektion zu
Frank=
furt a. M. Königlich Preußiſchen Ober= und Geheimen
Baurat Gotthold Chriſtian Clausnitzer, aus Anlaß
ſeines Ausſcheidens aus dem Eiſenbahndirektionsbezirk
Frankfurt a. M., das Komturkreuz 2. Klaſſe des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Aktuariatsaſſiſtenten bei dem Amtsgericht
Mainz Jakob Pitzer zum Aktuar bei dem Amtsgericht
Grünberg mit Wirkung vom 15. November 1912. Ernannt
wurden ferner der Aktuariatsaſſiſtent bei dem
Amts=
gericht Wald=Michelbach Wilhelm Stock zum
Aktuariats=
aſſiſtenten bei dem Amtsgericht Mainz, der
Aktuariats=
aſſiſtent bei dem Amtsgericht Wöllſtein Chriſtian Keller
zum Aktuariatsaſſiſtenten bei dem Amtsgericht Wald=
Michelbach, der Gerichtsſchreibergehilfe Jakob
Vier=
heller in Butzbach zum Aktuariatsaſſiſtenten bei dem
Amtsgericht Wöllſtein, der Aktuariatsaſſiſtent bei dem
Amtsgericht Pfeddersheim Georg Bitſch zum
Aktuariats=
aſſiſtenten bei dem Amtsgericht Friedberg, der
Gerichts=
ſchreibergehilfe Ludwig Koller in Laubach zum
Aktuariatsaſſiſtenten bei dem Amtsgericht Pfeddersheim,
ſämtlich mit Wirkung vom 15. November 1912. — Ernannt
wurde weiter der Militäranwärter ehemalige
Vizefeld=
webel Albert Rudolf Mardaas aus Grünhayn in
Oſtpreußen zum Steueraufſeher und ihm der
Steuer=
aufſichtsbezirk Sprendlingen i. Rheinh. zugewieſen.
** In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Amts=
gerichtsdiener bei dem Amtsgericht Alzey Friedrich
Andreas Heinrich Meyer auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, bis zur
Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit mit Wirkung vom
10. November 1912.
g. Kreisausſchuß. Der Kreisausſchuß verhandelte
in ſeiner geſtrigen öffentlichen Sitzung unter dem Vorſitz
von Regierungsrat Reinhart die Beſchwerde des
Heinrich Koch in Traiſa gegen einen
Gemeinderats=
beſchluß. Die Gemeinde Traiſa hatte ſich zur Eröffnung
der Hügelſtraße mit den Anliegern gütlich über den
Kauf=
preis für das abzutretende Gelände geeinigt. Es wurde
allen ein einheitlicher Preis von 60 Pfg. für den
Quadrat=
meter gezahlt, nur einem Beſitzer, der ein Stück ſeines
Vorgartens abtreten mußte, wurden 2 Mk. bewilligt. Der
Beſitzer Heinrich Koch legte gegen den betreffenden
Ge=
meinderatsbeſchluß Beſchwerde ein, da ihm geſagt
wor=
den ſei, daß alle nur 60 Pfg. erhielten. Der
Kreisaus=
ſchuß wies die Beſchwerde als unbegründet ab und legte
dem Beſchwerdeführer die Koſten des Verfahrens und
5 Mark Verhandlungsgebühr auf. — Die Firma Jakob
Breitwieſer in Ober=Ramſtadt ſucht um Erlaubnis
zur Errichtung einer Turbinenanlage nach. Die Firma
hatte bis jetzt ihren Müllereibetrieb mit zwei
Waſſer=
rädern betrieben und änderte dieſen vor Jahresfriſt aus
Zweckmäßigkeitsgründen in eine Turbinenanlage um.
Gegen die Genehmigung dieſer Anlage legten die Müller
Karl Breitwieſer V., Franz Peter Schreiber
und Franz Schneider als Unterlieger Beſchwerde ein,
da ſie ſich durch die Anlage benachteiligt fühlten. Der
Waſſerzufluß ſei durch den Turbinenbetrieb unregelmäßig
und beeinträchtige den regelmäßigen Betrieb ihrer
Mühlen. Der Geſuchſteller hatte auf dieſe Einſprüche hin
freiwillig und auf Erſuchen der Kulturinſpektion einige
Aenderungen vorgenommen, durch die der Waſſerzufluß
geregelter wurde. Der Beſchwerdeführer Schneider zog
noch vor der Verhandlung ſeinen Einſpruch zurück. Die
Kulturinſpektion erachtet eine geringe Beeinträchtigung
wohl als vorliegend, doch nicht in dem von den
Be=
ſchwerdeführern angegebenen Maße. Die Füllung der
Turbine dauere höchſtens eine halbe Minute und bis zu
den Unterliegern ſei dies bereits wieder ausgeglichen.
Der Kreisausſchuß beſchließt, das Urteil in acht Tagen
bekannt zu geben.
-g. Strafkammer. Der wiederholt vorbeſtrafte 29
jäh=
rige Taglöhner Hermann Pörtner aus Ober=Elsbach,
der ſeine Diebſtähle ſtets ohne den geringſten Grund,
lediglich nur aus Luſt zu Diebereien, beging, hatte ſich
geſtern abermals wegen eines Gelegenheitsdiebſtahls vor
der hieſigen Strafkammer zu verantworten. Der
Ange=
klagte wohnte bei dem Arbeiter Johann Franz in
Offen=
bach. Als dieſer am 26. Auguſt umziehen wollte, bat er
den Angeklagten, ihm bei der Verpackung der Sachen
be=
hilflich zu ſein. Hierbei nun entwendete Pörtner von
einer Anzahl Grammophonplatten 4 Stück, die er für
8 Mark verkaufte. Das Gericht verurteilte ihn wegen
Rückfallsdiebſtahls zu 6 Monaten Gefängnis,
ab=
züglich 1 Monat der Unterſuchungshaft. — Wegen
Wech=
ſelfälſchung und Betrug hatte ſich der 30jährige Guſtav
Mez aus Mannheim, der ſich Architekt nennt, zu
verant=
worten. Mez, der im Mai 1911 in Berlin wegen
Ur=
kundenfälſchung zu 4 Monaten und am 15. Februar 1912
wegen eines ähnlichen Falles wie des jetzigen, wegen
Be=
trugs, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden iſt, erhielt
anfangs 1912 von dem Bankgeſchäft S. M. Merzbach in
Offenbach auf Grund einer hypothekariſchen Sicherheit von
5000 Mark einen Kredit bis zur Höhe von 1000 Mark.
Im Januar ſuchte der Eigentümer Georg Berg in
Sprendlingen ein Darlehen, das ihm der Angeklagte auch
zur Verfügung ſtellen wollte, und zwar ſtellte Berg dem
An=
geklagten einen Blankowechſel mit ſeiner Querſchrift zur
Verfügung, den Mez nur in Verkehr bringen ſollte, wenn
die Reſtſumme des in Ratenzahlungen zurück zu
erſtatten=
den Darlehens nicht bezahlt werde. Mez füllte jedoch
ent=
gegen dieſer Verabredung den Blankowechſel mit der
Darlehensſumme einſchließlich der Proviſion in Höhe von
120 Mark aus und reichte dieſen Wechſel zu gleicher Zeit
mit einem weiteren Wechſel dem Bankhaus Merzbach zur
Gutſchrift ein. Die Frau Gerbig aus Offenbach ſuchte
durch Zeitungsannoncen ein Darlehen von 300 Mark,
worauf ihr Mez die Summe anbot. In den nun
folgen=
den Vechandlungen lehnte die Frau von vornherein jede
Wechſelausſtellung ab und man einigte ſich auf die
Möbel=
ſicherheit. Als Mez aber vorher drei Mark zur Auskunft
verlangte, ſagte Frau Gerbig, ſie werde ſie ihm zuſenden.
Dies geſchah einige Tage ſpäter. Beide Darlehensſucher
erhielten vom Angeklagten niemals Geld, wohl aber ſetzte
Mez nach einem Wechſel in Verkehr, der über 360 Mark
lautete und die Unterſchrift des Ehemanns Gerbig trug.
Dieſe Unterſchrift rührte nach dem Gutachten des
Gerichts=
chemikers Dr. Popp aus Frankfurt a. M. nicht von dem
Gerbig her ſie weiſe dagegen viele Aehnlichkeiten mit
der Handſchrift des Angeklagten auf. Seine perſönliche
Anſicht ſei, daß Mez die Unterſchrift gefälſcht habe. Mez
gibt an, er habe das Wechſelakzept der Frau mitgegeben
und wurde ihm ſpäter mit der Unterſchrift zugeſandt, was
von der Frau jedoch ganz energiſch in Abrede geſtellt
wird, da ſie ja von vornherein von Wechſeln nichts wiſſen
wollte. Der Angeklagte ſtellte jede ſtrafbare Handlung
oder Abſicht in Abrede. Unter Abweiſung verſchiedener
von Mez geſtellter Beweisanträge, da dieſe nur zum
Zwecke der Verſchleppung geſtellt ſeien, erkennt das
Ge=
richt auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis und fünf
Jahre Ehrverluſt. Mez, der zur Ordnung ſeiner
Ange=
legenheiten auf freien Fuß geſetzt war, wurde ſofort in
Haft genommen. — Der vorbeſtrafte 30jährige
Porte=
feuiller Heinrich Landſetzer aus Offenbach, der ſich
durch ſein leicht erregtes Weſen ſchon manche
Freiheits=
ſtrafe zugezogen hat, ſtand geſtern wegen einer ſchweren
Körperverletzung vor der Strafkammer. Am Abend des
29. Auguſt traf er in durchaus nüchternem Zuſtande mit
dem ihm bekannten Geflügelhändler Bohn in einer
Wirt=
ſchaft zuſammen, der ihn in ganz harmloſer Weiſe nach
einem früheren Vorfalle fragte. Ohne daß er eine
Be=
leidigung in dieſen Worten erblicken konnte, wurde L.
doch ſo erregt, daß er ſeinen Revolver zog und dem Bohn
einen Schuß in die linke Bruſt verſetzte. Der Schuß
traf=
den Bohn in der Nähe des Herzens, und nur durch eine
glückliche Wendung im Heilungsverlauf war es dem Arzt
möglich, den Bohn nach achtwöchigem Krankenlager dem
Leben zurückzugeben. Einen eigentlichen Grund zu der Tat
kann der Angeklagte ſelbſt nicht angeben. Das Gericht
erkannte bei der Schwere der Tat auf eine
Gefängnis=
ſtrafe von drei Jahren, wovon ſechs Wochen
auf=
die Unterſuchungshaft angerechnet werden.
Vom Großh. Hoftheater. Heute Donnerstag findet
als 46. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe B 12, eine
Aufführung von Wolf=Ferraris „Schmuck der Madonna”
ſtatt. Das Werk wird von Kapellmeiſter Lert dirigiert
und von Oberregiſſeur Valdek ſzeniſch geleitet. Der
Be=
ginn der Vorſtellung iſt auf 7½ Uhr angeſetzt; da die
Oper durch keine Ouvertüre eingeleitet wird, wird, um
Störungen bei offener Szene zu vermeiden, um
pünkt=
liches Erſcheinen erſucht. Am Freitag wird zu kleinen
Preiſen eine Wiederholung von Nicolais „Luſtige
Wei=
ber von Windſor” ſtattfinden. Für die Erſtaufführung
der Thomasſchen „Magdalena” am Samstag macht ſich,
nach dem großen Erfolg, den das Volksſtück überall, wo
es bislang aufgeführt wurde, errang, das lebhafteſte
Intereſſe geltend. Als nächſte Volksvorſtellung gelangen
Sonntag nachmittag „Die Räuber” zur Aufführung. Der
Kartenvorverkauf zur dieſer Vorſtellung findet im
Ver=
kehrsbureau (Ernſt Ludwig=Platz) ſtatt. Die erſte
Wiederholung der Operettennovität „Der liebe Auguſtin”
iſt für Sonntag abend angeſetzt.
* Verzeichnis neu eingerichteter Fernſprechanſchlüſſe
und Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen. a) Neue
Anſchlüſſe: 2159 Wilhelm Ammenn, Chefredakteur,
Viktoriaplatz 1; 2158 v. Becker, Rittmeiſter im Dragoner=
Regiment Nr. 23, Hermannſtraße 16; 2154 Georg
Cröß=
mann, Immobilien=Verſicherungs=Agenturen und
Kartof=
felhandlung, Grafenſtraße 16; (448) 25.
Feldartilleriebri=
gade, Neue Niederſtraße 22; 159 Finanzamt Darmſtadt I,
Lindenhofſtraße 15; 2172 Balth. Finger, Bäckerei,
Hein=
richſtraße 103; 754 Auguſt Globerger, Großh.
Hofopern=
ſänger, Viktoriaſtraße 50½; 2171 Fritz Heuß, prakt.
Zahn=
arzt, Rheinſtraße 14; 2157 Walther Horſt,
Autodroſchken=
beſitzer, Annaſtraße 10; 2155 Th. Kleinſchmitt,
Rechtsan=
walt, Am Erlenberg 8; 2160 Lauteſchläger, Hauptmann
und Batteriechef, Herdweg 95; 2161 1. Polizeirevier,
Kirch=
ſtraße 9; 2162 2. Polizeirevier, Alexanderſtraße 26; 2163
3. Polizeirevier, Lagerhausſtraße 5; 2164 4. Polizeirevier,
Waldſtraße 21; 2165 5. Polizeirevier, Ludwigshöhſtr. 4;
2166 6. Polizeirevier, Nieder=Ramſtädter Straße 51; 2167
7. Polizeirevier, Schwanenſtraße 66; 2170 Konrad Reich,
Architekt, Rheinſtraße 6; 2173 A. und J. Schlegel, Theater=
und Masken=Garderobe=Verleihanſtalt, Luiſenſtraße 10;6
2156 Georg Seip, Glaſerei, Schreinerei und Rolladen=
Fabrik, Soderſtraße 102; 2174 Arthur Sobernheim, Kaufs
mann, Martinſtraße 58; 2152 Hugo Stauß, Prckuriſtg
Schloßgartenſtraße 55; 208 Raphael Störger Söhne,
Biss=
marckſtraße 68. — b) Aen derungen2020
Felix Bönning, Mauerſtraße 1, jetzt Mühlſtraße 127.
1440 Auguſt Cellarius, jetzt Nr. 483; 1163
Fried=
rich Ewald, Obergaſſe 4, jetzt Eliſabethenſtraße 56;
1274 C. Gerber (Inhaber Ed. Gerber), jetzt Inhaber Ernſt
Creter; 706 W. Holtz Heidelberger Straße 65, jetzt
Artil=
lerieſtraße 9; 776 Adolf Kahn, jetzt Nr. 473; 880 Dr.
Kautzſch, Bleichſtr. 32, jetzt Bismarckſtr. 62; 1283 Auguſt
Koch, übertragen an Hermann Falck, Generalvertreter der
A.=G. Wojciechow=Warſchau und der Sauerländiſchen
Stuhlfabrik Oeventrop, Grafenſtraße 22; 1823 Karl
Lang=
heinz, jetzt 517; 1608 Leonhard Menger, Bleichſtraße 1,
jetzt Bismarckſtraße 58; 1371 Paul Meltzer, Karlſtraße 66,
jetzt Fuchsſtraße 18; 936 C. A. Stützer Nachfl. (Inh. Gg.
Riemenſchneider), jetzt Inhaber Karl Grünpeter. —
e) Abgebrochene Sprechſtellen. 926 Heinrich
Pullmann; 748 Royal, Reichsl. Renten=Verſicherungs=
Geſellſchaft.
X. Vierzigjährige Gedenkfeier. Die
Abituri=
enten des Ludwig=Georg=Gymnaſiums
vom Jahre 1872 feierten die 40 jährige Wiederkehr
des Tages ihres abgelegten Maturitätsexamens durch
ein gemütliches Zuſammenſein und durch ein
gemein=
ſchaftliches Mittageſſen in der Vereinigten Geſellſchaft.
Zur Teilnahme an der Feier waren ausſchließlich die=g
jenigen aufgefordert, die nach Beſuch der Oberprima
das Maturitätsexamen im Herbſt 1872 abgelegt hatten.
Von 36 Oberprimanern hatten 6 das Examen nicht
be=
ſtanden, 1 war zurückgetreten. Von den beſtandenen 29
Monaſtir.
* * Auf dem weſtlichen Schauplatz des
Balkankrieges drängt jetzt alles auf einen Punkt
zuſammen, auf dem das türkiſche Heer ſich entweder zu
einem Verzweiflungskampf aufraffen oder ſich den
Ver=
folgungskolonnen der Serben, Bulgaren und Griechen
er=
geben muß. Dieſer Ort der Entſcheidung iſt Monaſtir,
der Mittelpunkt und Stapelplatz der großen Pelagoniſchen
Ebene, der weſtlichen Hochfläche Mazedoniens, die ſich von
Florina bis nach Prilip ausdehnt und mit ihren
zahl=
reichen Flußläufen zu den fruchtbarſten Gefilden des
Kon=
tinents gehört. Der Reichtum, dieſer Ebene war ſchon
im Altertum berühmt; damals erhob ſich an der Stätte
des heutigen Monaſtir, das die Griechen Bitolia
nennen, eine Stadt, die auf einen uralten Urſprung
zu=
rückführte und nach Herakles den Namen Herakleia
trug. Schon dieſer Ort erhielt ſeine ungewöhnliche
Be=
deutung durch ſeine Lage, die auch jetzt wieder Monaſtir
zu einem ſtrategiſch ſo wichtigen Punkt macht.
Wie eine hohe Wand, faſt tälerlos, ſteigt im Weſten
der ſtattliche Höhenzug der Suſcha=Bora empor;
gleichmäßig läuft der maleriſch gezackte, von eiſigen
Fir=
nen ſchimmernde Kamm dahin, bis er an dem plötzlich
ſich aufreckenden blendweißen Zuckerhut des Periſteri
(2400 Meter) ſein jähes Ende findet. Die Einſattelung,
die das Gebirge hier bildet und der Monaſtir wie eine
feſte Wehr vorgelagert iſt, bietet den einzigen bequemen
Uebergang im ganzen Gebiet der Ebene von den
alban=
iſch=epirotiſchen Landſchaften nach Mazedonien und iſt zu
allen Zeiten Mittelpunkt der Verkehrswege geweſen.
Schon die alte Via Egnatia, jene große zu Beginn
römi=
ſcher Herrſchaft entſtandene Heeresſtraße, die Dyrracheion,
das heutige Durazza am Adriatiſchen Meere, quer durch
Epirus und Mazedonien mit Theſſalonika und
weiter=
hin durch das unwirtliche Thrakien mit Byzanz verband,
nahm ihre Richtung über Herakleia, und auch jetzt noch
folgen die großen Straßen dieſem Ueberlandweg, ſo vor
allem die nordweſtmazedoniſche Eiſenbahn Angeſchmiegt
an die Vorberge der mazedoniſchen Hochlandſchaften, bot
ſo Monaſtir von je die Stelle, wo ſich das Völkergewirr
der Balkanhalbinſel wie zu einem Schachbrett vereinigt.
Stämme und Völker verſchiedenſter Abkunft prallten hier
in wilden Leidenſchaften und blutigen Kämpfen
zuſam=
men. Griechen und Römer, Vandalen und Gothen,
By=
zantiner und Slawen, Bulgaren und Serben ſtießen in der
Pelagoniſchen Ebene aufeinander und maßen ihre Kräfte.
Auch deutſche Recken haben hier ihr Blut
ver=
goſſen. Im Jahre 1259 zog Michael Paläologos aus,
um die von dem Deſpoten von Epirus Michael II.
annek=
tierten Beſitzungen zurück zu gewinnen. Bis an den
Nord=
rand der Ebene drang er vor; erſt im Wald von Worilla,
unweit Prilip, trat ihm der Epirote entgegen und wurde
gänzlich vernichtet. Auf beiden Seiten kämpften damals
Deutſche; Michael unterſtützten der fränkiſche Fürſt von
Achaja und König Manfred; auf Seiten des Byzantiners
kämpfte der Herzog von Kärnten mit einer tapferen Schar.
Der Sieg des Paläologen konnte dem Griechen Monaſtir
und die Ebene nicht lange erhalten. Einem Spielball
gleich ging die Stadt von einer Hand in die andere über
und von der bunten Reihe der Völker, die um dieſes
Ge=
biet kämpften, gibt noch das Gemiſch der aus 60000
Seelen beſtehenden heutigen Einwohnerſchaft Kunde;
neben den eingeſeſſenen Türken haben ſich hier Bulgaren
und Serben, Albaneſen und Kutzowalachen, Juden und
Zigeuner niedergelaſſen. Maleriſch erhebt ſich Monaſtir
zu beiden Ufern des Dragorbaches, eines Zufluſſes des
Karaſu oder Tſcherna, aus dem grünen Rahmen hoher
Pappeln= und Zypreſſenhaine und üppiger Gärten. Die
ſchlank aufſtrebenden Minarets heben ſich ab von dem
ernſten Hintergrund der hohen Berge, von den dunkel
ſchimmernden Höhen im Südweſten. Während der
eigentliche Kern von Monaſtir die Mulde des
Dragor=
fluſſes ausfüllt, breiten ſich Land= und Gartenhäuſer
weithin aus, hingebreitet über fruchtbare Hügel und
luf=
tige Hänge. In neuerer Zeit ſind, beſonders von Riza
Paſcha, der einer der beliebteſten Walis der Stadt war,
große Kaſernenbauten, Militärdepots,
Wirtſchaftsge=
bäude für induſtrielle Unternehmungen und Parkanlagen
geſchaffen worden.
Im Herzen der Stadt iſt alles eng und holperig, die
Häuſer ſind niedrig und unſcheinbar mit winzigen Läden.
Beſſere Bauwerke, teilweiſe mit orientaliſcher Eleganz
ausgeführt, ſtehen am Dragor; gemauerte Kais mit
Ge=
ländern ziehen ſich an den Ufern hin. Die großen
Bau=
ten, Kirchen der verſchiedenen Bekenntniſſe, Moſcheen,
Schulen uſw. ſind in große Gärten gebettet. Recht
klein=
ſtädtiſch iſt der Bazar, der Mittelpunkt des Ortes, von
baufälligen Holzbaracken verunſtaltet und von einem
La=
byrinth ſchmalſter Gäßchen durchzogen. Hier ſtellen in
friedlichen Zeiten die Handwerker ihre Waren zur Schau;
Werke der orientaliſchen Kleinkunſt oder die weithin
be=
kannten Schuhe, türkiſche Schnabelſchuhe und
ſanſpallen=
artige Opanken. Hierhin ſtrömen zu Tauſenden bei den
großen Meſſen die Bauern der Ebene, um Getreide und
Obſt zum Verkauf zu bringen und billiges Flitterwerk
einzuhandeln, mit dem ſie ihre Frauen, Töchter und
Bräute ſchmücken.
Nummer 257.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Seite 3.
jeben zur Zeit nur noch 14, alſo weniger wie die Hälfte.
Von dieſen 14 Abiturienten waren 8 zur Feier
er=
ſchienen, zum Teil aus weiter Ferne. Beim Feſteſſen
wurde im Anſchluß an die Begrüßungsanſprache
be=
ſonders warm gedacht des leider ſo früh dahingeſchiedenen
Conabiturienten, des genialen Architekten Alfred Meſſel,
deſſen Witwe in feinſinniger Weiſe jedem Teilnehmer
ein Exemplar einer reichilluſtrierten Monographie
über=
reichen ließ, in der das Leben und Schaffen des großen
Meiſters geſchildert iſt. Ein Spaziergang in die
herr=
lichen Wälder der Umgebung beſchloß die gelungene
Veranſtaltung, und man trennte ſich mit dem feſten
Vorſatze, im Jahre 1914 wieder zuſammenzukommen.
D. Stipendien der Techniſchen Hochſchule. Zu Beginn
des laufenden Winterſemeſters ſind an bedürftige
Studierende zu vergeben: 1. etwa neun Studiengeld=
Erlaſſe an heſſiſche Staatsangehörige; 2. eine, eventuell
zwei Stipendien aus der Stipendien=Stiftung von
Hein=
rich und Helene Keller an heſſiſche Staatsangehörige:
3. einige Stipendien aus der Stiftung des Bezirtsvereins
deutſcher Ingenieure pp. an Studierende der Abteilungen
für Maſchinenbau, Elektrotechnik und Chemie, die
Ange=
hörige des Deutſchen Reiches ſind; 4. ein Heyl=
Stipen=
dium an heſſiſche Staatsangehörige; 5. ein Ignatz Metz=
Stipendium an Angehörige des Deutſchen Reiches; 6.
ein, eventuell mehrere Stipendien aus der Max Mueller=
und Delphine Mueller=Alewyn=Stiftung zu
wiſſenſchaft=
lichen Arbeiten oder Reiſen.
D. Freie Studentenſchaft der Techniſchen Hochſchule.
Zur Erinnerung an die Studienfahrt nach
Ita=
lien, die im Sommer vorigen Jahres das
Exkurſions=
amt der Freien Studentenſchaft der hieſigen
Hochſchule veranſtaltete, wird dieſe einen kunſtvollen
Becher der italieniſchen Studentenſchaft überreichen.
Dieſer, eine Schöpfung des Profeſſors Ernſt Riegel
von der hieſigen Künſtlerkolonie, iſt aus Silber gearbeitet,
vergoldet und mit aufgelegten Ornamenten verziert. Die
gravierte Inſchrift lautet: „Unſeren italieniſchen
Kommi=
litonen — Zur Erinnerung an die Italienfahrt deutſcher
Studenten im Sommer 1911 — Ueberreicht vom
Exkur=
ſionsamt der Freien Studentenſchaft Darmſtadt.”
Gleich=
zeitig wird an alle Hochſchulen Italiens eine von der
Buchdruckerei H. Uhde hier kunſtvoll ausgeführte
Stift=
ungs=Urkunde abgeſandt, die folgenden, in italieniſcher
Sprache abgefaßten Inhalt hat: „Zum Andenken an
unſe=
ren Beſuch im vergangenen Jahre und die damals
ge=
noſſene Gaſtfreundſchaft bringen wir in Vertretung der
deutſchen ſtudentiſchen Jugend unſeren italieniſchen
Kom=
militonen dieſen Becher dar. In Dankbarkeit — Das
Exkurſionsamt der Freien Studentenſchaft Darmſtadt,
gez. Neußel, Moller.‟ Der Becher wird im
Rektorats=
ſaal der Univerſität in Rom aufgeſtellt werden und iſt
während weniger Tage im Gewerbemuſeum ausgeſtellt.
Urſprünglich war die Aufſtellung einer Marmortafel mit
Bronzekranz in der Univerſität zu Rom beabſichtigt,
ähn=
lich, wie ſie im Hofe der Berliner Univerſität ſteht. Da
jedoch eine perſönliche feierliche Uebergabe erforderlich
geweſen wäre, wurde auf Wunſch der Reichsregierung
davon Abſtand genommen.
* Verein der Detailliſten von Darmſtadt (E. V.). In
der Vorſtandsſitzung am Dienstag berichtete der
Vorſitzende Herr W. Kalbfuß über die zu errichtende
Kleinhandels=Berufsgenoſſenſchaft. Die
Gründungsverſammlung findet auf Einladung des
Reichs=
verſicherungsamtes am 4. November er. in Berlin ſtatt
Dieſe Verſammlung wird zunächſt einen vorläufigen
Vor=
ſſtand zu wählen und über die Satzungen Beſchluß zu
ffaſſen haben. Außerdem wird über den Sitz der
Genoſſen=
ſchaft entſchieden werden. — Die Bezirksgruppe des
HHanſabundes hatte am 21. Oktober zu einer Sitzung der
kaufmänniſchen und gewerblichen Korporationen
einge=
laden, in der über die Bekämpfung des
Borg=
unweſens beraten wurde. Endgültige Beſchlüſſe
wurden nicht gefaßt und iſt eine nochmalige große
Ver=
ſammlung in Ausſicht genommen. — Eine Wahl der
Ar=
heitgeber zum Verſicherungsgeſetz der Angeſtellten fand
nicht ſtatt, da nur eine Vorſchlagsliſte eingereicht worden
twar. Als Vertreter des Detailliſtenvereins wurde Herr
W Kalbfuß als Vertrauensmann vorgeſchlagen und gilt
ſſomit als ſolcher gewählt. Der Manufakturiſt hat ein
„Merkblatt über die Leiſtungen der Angeſtellten=
Verſiche=
rung” herausgegeben. Es wurde beſchloſſen, dasſelbe auf
Koſten der Vereinskaſſe zu beſchaffen und den Mitgliedern
ße 2 Exemplare zur Verfügung zu ſtellen. — Der
Handels=
verein hat zwecks Aufſtellung einer gemeinſamen
Kan=
didatenliſte zu der demnächſtigen Handelskammerwahl
Einladung zu einer Sitzung ergehen laſſen, der
entſpro=
chen werden wird. Der Vorſitzende verlieſt ſodann den
Entwurf einer Eingabe an die Stadtverwaltung, betr.
Einführung einer Filialſteuer. Der Eingabe wird im
Prinzip zugeſtimmt. Weiter berichtet Herr Kalbfuß über
die neueren Fälle unlauteren Wettbewerbs und die hierzu
getroffenen Maßnahmen, die gutgeheißen werden. Es
ſchweben zur Zeit drei Klagen wegen Vergehen gegen das
Geſetz.
— Richard Wagner=Verein. Der Vorverkauf zum
Jubiläumskonzert des Vereins am 7. November,
der Montag begann, hat ſo ungewöhnlich ſtark
ein=
geſetzt, daß ein großer Teil der Eintrittskarten bereits
vergriffen iſt. Es empfiehlt ſich daher für alle
Inter=
eſſenten, ſich Karten bei Heinrich Arnold baldigſt zu
ſichern. Das Programm des Konzerts wird zur
Er=
öffnung des Abends die Glanznummer der Meininger:
Beethovens „Erolca” bringen und enthält außer Liſzts
„Taſſo” und dem (auch am 100. Vereinsabend geſpielten)
Vorſpiel zu den „Meiſterſingern von Nürnberg” eine
Neuheit: Max Regers ſeither nur in Dresden aufgeführte
Romantiſche Suite für Orcheſter in drei Sätzen, die auf
die drei Eichendorffſchen Gedichte „Nachtzauber”, „Elfe‟
und „Morgengruß” aufgebaut ſind.
— Deutſche Kolonialgeſellſchaft. Die Mitglieder
der Abteilung Darmſtadt der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft und ihre Angehörigen
er=
halten Eintrittskarten zum Lichtbildervortrag
des Kapitänleutnants Paaſche und ſeiner Gattin am
Dienstag abend über deren Reiſen in Inner=Afrika zum
halben Kaſſenpreis nach Vorzeigen von beim Vorſitzenden
abzuholenden Vorzugskarten. Näheres ſiehe die Anzeige
in dieſem Blatt.
* Lutherfeſtſpiel. Die nächſten Aufführungen des
Feſtſpiels, das jetzt allabendlich vor ausverkauftem
Hauſe gegeben wird, ſind für folgende Tage in Ausſicht
genommen: 31. Oktober, 2. November, 3. November,
4. November und 6. November. Die Vorſtellung am
Sonntag, 2. November, beginnt bereits nachmittags
4 Uhr, damit alle auswärtigen Beſucher rechtzeitig
wieder nach Hauſe fahren können, ohne einen Teil der
Aufführung opfern zu müſſen. Bei dem großen
An=
drange an der Abendkaſſe, an der ſchon Hunderte wieder
umkehren mußten, iſt die rechtzeitige
Voraus=
beſtellung von Eintrittskarten bei Johs. Waitz
dringend zu empfehlen. Das künſtleriſch ausgeſtattete
Programmbuch iſt bereits in zweiter Auflage erſchienen
und enthält jetzt ein richtig geſtelltes Spielerverzeichnis.
* Der Velociped=Klub Darmſtadt hielt ſeine
General=
verſammlung im Kaiſerſaal ab, die ſehr gut beſucht war.
Die Berichte der Vorſtandsmitglieder bekundeten
über=
einſtimmend das rege ſportliche und geſellſchaftliche Leben
im Klub, ſowie das Anwachſen der Mitgliederzahl auf
188, gegen 135 im Vorjahre. Damit iſt der Velociped=
Klub Darmſtadt nicht nur der größte Radfahrer=Verein
Heſſens, ſondern auch einer der größten, wenn nicht der
größte der Bundesvereine des Deutſchen Radfahrer=
Bundes. Die Erfolge des Klubs und einzelner
Mitglie=
der bei den Wettbewerben des Gaues und Bundes ſind
als vorzüglich zu bezeichnen, wie die zahlreichen Siege
in Darmſtadt, Rund um Frankfurt a. M., Pforzheim,
Michelſtadt, Braunſchweig uſw. dartun. Eine
Glanzver=
anſtaltung war das Galaſaalfeſt im Städtiſchen Saalbau,
das durch den Beſuch der Großherzoglichen Herrſchaften
ausgezeichnet wurde. Der Betrieb der hieſigen
Radrenn=
bahn brachte auch im vergangenen Jahres reges
ſport=
liches Leben und intereſſante Kämpfe, wenngleich das
Wetter öfters recht ungünſtig war und ſogar einen
Renn=
tag ganz ausfallen ließ. Die neugegründete
Jugend=
abteilung entwickelte ſich gut und läßt, zumal durch den
Anſchluß an den Jungdeutſchland=Bund, das Beſte
er=
warten. Die Vorſtandswahlen zeitigten folgendes
Er=
gebnis: 1. Vorſitzender H. Ullrich, 2. Vorſitzender C.
Bauer, Schriftführer: A. Rode, Rud. Schmitt,
Kaſſierer: S. Guttmann, Saalfahrwarte: H.
Schlitt, Rud. Schmitt, Tourenfahrwarte: Ph.
Barth, C. Göttmann, Rennfahrwart: E. Damus,
Fahrwart der Jugendabteilung: L. Hax, Zeugwart: W.
Hermes, Juriſtiſcher Beirat: Rechtsanwalt A. Kern,
Beiſitzer: A. Becker, G. Kanzler, A. Schmitz, Franz
Schneider. Von der Fülle der wirtſchaftlichen
Dar=
bietungen des Klubs an ſeine Mitglieder bewährten ſich
auch im vergangenen Jahre wiederum die Haftpflicht=
und Unfallverſicherung, ſowie die zollfreie
Grenzüber=
ſchreitung mit dem Rade ins Ausland in ſegensreicher
Weiſe. Das diesjährige Winterfeſt findet Anfang
Dezember a. c. im Städtiſchen Saalbau ſtatt und
ver=
heißt ein vornehmes ſportliches und künſtleriſches
Pro=
gramm. Die Mitglieder des Klubs haben zu dieſem
Feſte freien Eintritt und Anſpruch auf eine weitere
Frei=
karte für ihre Familienangehörigen.
g. Chryſanthemum=Ausſtellung. Des Sommers
Scheiden, das alljährliche große Sterben in der Natur
mit all ſeinen Einſamkeits=Reminiſzenzen und ſeinen
Winterahnungen, wird gemildert und gleichſam verſchönt
durch den vermittelnden, hinüberleitenden Herbſt, der,
ein Farbenkünſtler eigener Art, aus Vergehendem, aus
welkendem Laub der Natur ein farbenprächtiges Kleid
beſchert und dem Menſchen das Scheiden von des
Som=
mers verſchwindender Herrlichkeit erleichtert. Schon
ſind auch die bunten Blätter von den Bäumen
verſchwun=
den, und der Winter ſchickt bereits ſeine Sendboten, gleich,
als wollte er das Feld vorher ſondieren. In dieſer Zeit:
melancholiſchen Abſchiednehmens und Vergehens in der
Natur entfaltet ein längſt bei uns heimiſch gewordener
Gaſt öſtlicher Flora ſeine wunderbare Farbenpracht, das
Chryfanthemum. Dieſes Kind aus dem Lande
der aufgehenden Sonne iſt wohl unerreicht daſtehend,
ſo=
wohl in Farben= als auch Formenabarten. Eine Abart
des Chryſanthemums, die Margaretenblume, iſt bei uns‟
durch die Margaretentage volkstümlich geworden. Sie iſt!
wohl die einfachſte und beſcheidenſte Abart und läßt nicht
ahnen, bis zu welcher Farbenpracht und zu welcher
For=
menvollkommenheit unermüdliche Züchtertätigkeit das
Chryſanthemum bringen kann. Unſere Stadt
gärt=
nerei, die der Zucht dieſer dankbaren Blume unter
Leitung des Herrn Garteninſpektors Stapel beſondere
Aufmerkſamkeit und Sorgfalt widmet, zeigt alljährlich
zur Blütezeit des Chryſanthemums der
Oeffentlichkeit=
ihre Erfolge in dieſer Tätigeit, und ſo iſt auch wiederum
in dieſen Tagen dem Publikum die Chryſanthemum=
Aus=
ſtellung zugänglich gemacht worden, welche Gelegenheit
allem Anſchein nach ſehr gerne ergriffen wird, denn am
Sonntag ſollen etwa 1000 Perſonen den Hallen der
Stadt=
gärtnerei ihren Beſuch abgeſtattet haben. Die Ausſtellung
iſt in dieſem Jahre etwas überſichtlicher angeordnet,
in=
dem die hochgezogenen Arten etwas weiter auseinander
geſtellt wurden, wofür dazwiſchen geſtellte kleinere
Ge=
wächſe das maleriſche Bild vervollſtändigen. Die
ver=
ſchiedenartigſten Formen, die mannigfaltigſten
Farbenzu=
ſammenſtellungen ſind wieder wie immer vertreten,
nied=
liche kleine beſcheidene Blümchen, ins Rieſenhafte
vergrö=
ßerte Blüten in Stern=, Kugel= oder Tellerform, kurz,
alle erdenklichen Spielarten ſind vertreten. Durch ihre
Form oder Farbe ſind beſonders zu erwähnen: die volle
gelbe „Souvenir de Madame Buron”, die rein weiße,
ge=
kräuſelte „Prinzeß Alice de Monaco” die roſafarbene
„W. Dukham” die lilaroſafarbene „Mad. Paolo Radaelli”,
die chamoisfarbene „Miß K. H Felton” die
terrakotta=
farbene „Colonel W. B. Smith” die „M. E de Gaye‟
in roſa, die „Mrs. F. Dalton” in Blutrot, Rückſeite
ſil=
berfarbig, „George Davis” violettfarben, „Beauty of
Leigh” gelblichrot und die zu wunderſchönen
Halbſtämm=
chen gezogenen „Ada Oven” — Auch die übrigen
Ge=
wächshäuſer ſtehen dem Publikum unentgeltlich zur
Be=
ſichtigung offen. Ein Beſuch kann nur jedermann aufs
wärmſte empfohlen werden. Die Ausſtellung iſt bis zum
5. November, von 1½ bis 5½ Uhr nachmittags, zu
be=
ſichtigen.
* Ausſtellung. Man ſehreibt uns: In dem
Schau=
fenſter der Hofkunſt= und Antiquitätenhandlung Herm.
Sonnthal, Eliſabethenſtraße, iſt gegenwärtig ein großes
Gemälde aus dem 16. Jahrbundert ausgeſtellt, welches
eine Bergfeſte=Belagerung in der Zeit von 1550
dar=
ſtellt. Das Kunſtwerk, welches auf eine große eichene;
Holzplatte gemalt iſt, intereſſiert beſonders durch die
zahlreichen Wappen, die ſich auf den Zelten und Fahnen
befinden.
* Der Militärwohnungsanzeiger für Herbſt 1912 iſt in
bekannter Ausſtattung und Inhalt ſoeben erſchienen und
zum Preiſe von 30 Pfennig in der Expedition des
Tag=
blatts und den ſonſtigen Verkaufsſtellen zu haben. Der
Wohnungsanzeiger wird bekanntlich nach amtlichen
Quellen mit Genehmigung der Kommandatur von
Kom=
mandanturſchreiber Dittmar herausgegeben.
* Vogelsberger Höhenklub. Wie aus dem
An=
zeigeteil erſichtlich, findet nächſten Sonntag wieder eine
Wanderung des hieſigen Zweigvereins ſtatt, die nurf
durch Wald führen wird. Zwar iſt das ſommerliche
Grün verſchwunden, aber der Wald bietet auch jetzt noch
ſo viel Schönes, daß eine genußreiche Wanderung
er=
wartet werden darf.
Im Singſpielhaus Metropole, Alexanderſtr. 5,
hier, findet heute Abſchiedsvorſtellung des ſolſehr
beliebten Enſembles „Die Boariſchli” ſtatt. (Siehe
Anzeigen),
tt Dieburg, 29. Okt. In der letzten öffentlichen
Ge=
meinderatsſitzung wurde der Erlaß eines Ortsſtatuts
zwecks Erhebung von Filialſteuern genehmigt.
Das Rektorat der Höheren Bürgerſchule erhielt die
rfreuliche amtliche Mülteilung, daß auch fernerhin und bis
Konzerte.
. Vor 34 Perſonen, einſchließlich fünf Kritiker,
ver=
anſtaltete der Klaviervirtuoſe Télémaque
Lam=
brino am Dienstag abend im Saale des Hotels zur
Traube einen Klavierabend, den zweiten in dieſem
Jahre. Der Künſtler iſt einer der wenigen Glücklichen,
die ihre Kunſt nur aus Begeiſterung und um ihrer ſelbſt
willen ausüben können und ein kleines kunſtverſtändiges
Publikum einem großen Freibilletts abſitzenden und
pflichtbewußt Beifall klatſchenden vorziehen. Das
Pro=
lgramm des Abends trug einen internationalen Charakter,
meben dem Deutſchen Schumann und dem Ungarn Liſzt
(kamen je ein ruſſiſcher, franzöſiſcher und ſpaniſcher
Kom=
hponiſt zu Worte. In dieſem Sinne war das Programm.
ſintereſſant, weniger durch den muſikaliſchen Gehalt der
vorgetragenen Stücke Als berufener Interpret
Schu=
hmannſcher Muſik hat ſich Herr Lambrino ſchon in ſeinem
erſten Konzert im Februar dieſes Jahres legitimiert, und
ſo waren es denn auch diesmal die beiden Schumannſchen
Kompoſitionen, Toccata C=dur op. 7 und Fantaſie
C-dur op 17, die uns am meiſten befriedigten und
in denen die pianiſtiſchen Vorzüge und künſtleriſchen
Be=
anlagungen des Vortragenden am glänzendſten zutage
traten. Eine ſpröde und muſikaliſch wenig ſagende
Kom=
poſition iſt die Sonckte in Fis=moll öp 23 von Alexander
Scriabine, deren techniſche Schwierigkeiten der Künſtler
ſpielend überwand; wenig bedeutend ſind die beiden
weiter zum Vortrag gebrachten Stücke: „Réßéts dans
Peau” von Claude Debuſſy, und „Triana”, eine
Samm=
lung von Klavierſtücken, die eine Anzahl ſpaniſche Städte
charakteriſieren, von J. Albeniz. In dieſen ſowohl als
auch in den beiden kleinen Kompoſitionen von Liſzts
„Au bord d’une source” und „Irrlichter” fielen die
Leichtflüſſigkeit der Technik Lambrinos und die zu ſeinem
ſonſt etwas robuſten Ton im Gegenſatz ſtehende Zartheit
der Tonnuancierung und Feinheit der Schattierung, die
nur durch den zu häufigen Pedalgebrauch etwas
beein=
trächtigt wurden, ſehr angenehm auf. Eine pianiſtiſche
Glanz= und Bravourleiſtung des Künſtlers, die ihm nur
ſwenige nachmachen werden, war die Schlußnummer,
Mephiſto=Walzer” von Oöſst.,
Fenilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Aus
Mün=
chen wird uns geſchrieben: War man bisher gewöhnt,
den Pfälzer Siegfried von Leth als einen der
Begabteſten anzuſehen, die im Geiſte Hans Thomas
ſchaf=
fen, wurde man darin beſonders noch durch eine Kollektiv=
Ausſtellung von ihm, die ihren Weg eben durch ganz
Deutſchland vollendete, beſtärkt, die ſogar der Berliner
Kritik, die bekanntlich dem großen Karlsruher Meiſter
nicht grün iſt, noch viel weniger ſeinen Nachahmern,
Worte der Anerkennung abgewann, ſo kann man wieder
einmal ſehen, wie unmöglich es iſt, einem jungen Künſtler
das Horoſkop zu ſtellen. Siegfried von Leth überraſcht
uns jetzt im Münchener Kunſtverein mit einer
Kollektion ſeiner neueſten Schöpfungen, die ihn
bei aller Wahrung ſeiner Eigenart erfolgreich auf dem
Wege zeigt, den Ferdinand Hodler und die franzöſiſchen
Luminariſten zuerſt beſchritten haben. Für den
Schärfer=
blickenden konnte dieſe Wendung jedoch nichts völlig
Un=
erwartetes haben. Leth war nicht nur ein begeiſterter
Verehrer Thomas’ ſondern auch einer der beſten
Schü=
ler des genialen Schmid=Reutte. Hatte er von jenem das
beſeelte Schauen, ſo verdankt er dieſem die Schärfe und
Strenge der Zeichnung. Beide Eigenſchaften ſind
geblie=
ben, aber noch ein Drittes iſt dazu gekommen: Licht und
Farbe. Leth beſitzt einen eminenten Farbenſinn und ſieht
auch dort noch Farbe, wo unſer Auge nur
undurchdring=
liches Schwarz oder unbeſtimmtes Grau zu erblicken
ver=
mag. Den „Triumph des Lichtes” könnte man mit einem
Sammelnamen ſeine Bilder nennen. Das Licht wahrt
ſeine Stärke gerade dort, wo ihm die größten
Wider=
ſtände geſetzt ſind. Um das zu zeigen, genügen ihm die
einfachſten Sujets: Blumen in Glas, ein Pferd mit einem
Karren, ein Mädchenkopf, ein weiblicher Halbakt. Nicht
um das Momentane das Zufällige der Lichtwirkung im
impreſſioniſtiſchen Sinne iſt es dem Künſtler zu tun, das
Weſen ſeiner Kunſt iſt nicht die Richtigkeit des
Farben=
ſehens, ſondern das Pathos der Farbenfreude, Leth
ſtrebt nicht nach Exaktheit, ſondern nach Harmonie. Der
Künſtler beſitzt dabei eine unmittelbare, friſche Freude an
dexgſubſtantiellen Schönheit der Faxbe. Die Skala ſeiner
Zenſtchmauskſchlich., ein Heine Hantkäuge
tionen von Orange und Blau ſind von ſchwelgeriſcher
Schönheit. Das Suchende und Taſtende, das den
Ar=
beiten zum Teil noch anhaftet, und die Beobachtung, daß
Leth manchmal mehr gewiſſen Abſtraktionen, als ſeinem
friſchen Empfinden zu trauen ſcheint, können kein
Hinder=
nis ſein, in dem Künſtler eines unſerer intereſſanteſten
und hoffnungsreichſten Talente zu ſehen, das in aller
Stille herangereift iſt. Daß Siegfried von Leth ſeine
frü=
here Art, zu malen, obwohl ihm der Erfolg beſchieden
war, aufgab, um in das weite und ungewiſſe Meer der
unentdeckten Schönheit und künſtleriſchen Möglichkeiten zu
ſteuern, ſpricht für den Ernſt und die innere Notwendig=‟
keit ſeines Schaffens. Der Künſtler iſt jüngſt nach Dachauf
übergeſiedelt.
Karl Haider f. In der Nacht vom 28. auf 29.
Oktober ſtarb in Schlierſee der Maler Karl Haider. Hai=‟
der wurde am 6. Februar 1846 zu München geboren.,
Er beſuchte die Münchener Akademie und war Schüler
von Anſchütz. Spät erſt drang er mit ſeiner Kunſt durch
Ihr ſtrenger, ernſter Charakter wurde zuerſt nur von
wenigen, aber den feinſten Kennern geſchätzt. Mant
kann ſich freilich auch nicht leicht eine Kunſt
den=
ken, die mehr abſeits vom herrſchenden Geſchmack ſteht,
als die Haiders. Seine Bilder muten in einer modernenf
Ausſtellung ſo fremdartig an, wie die eines
mittelalter=
lichen Malers unter modernen Impreſſioniſten.
Gelegent=
lich des 60. Geburtstages des Meiſters veranſtaltete diel
Münchener Sezeſſion eine umfangreiche Ausſtellung von)
Werken ihres Mitglieds. Die Stellung Karl Haiders)
in der Kunſtgeſchichte in der Nähe von Thoma und
Böcklin wurde unbeſtritten anerkannt. Haider wurden
vielfache Ehrungen zuteil. Eine Univerſität hatte
ihn=
zum Ehrendoktor ernannt. In Dresden war er durch
Ein=
tragung in die Ehrenliſte, in München durch Verlethungf
der goldenen Medaille, in London und Paris durchf
Diplome geehrt worden. Haider lebte immer abſeits des!
Kunſttreibens, darin nicht unähnlich ſeinem Freund!
Leibl, aber er war kein Einſiedler. Es verband ihnf
innige Freundſchaft mit zahlreichen Männern verwandter!
Denkart.
Edgar Tinel *. Edgar Tinel, der gegenwärtig
bedeutendſte Muſiker Belgiens Direktor des Käniglichen
Muſtlkonſervatariums ind Brüßel,, iſt dort aus Sherkreita!
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Nummer 257.
auf weiteres die Abiturienten der Dieburger Gymnaſial=
Oberſekunda ohne Aufnahmeprüfung in die Unterprimen
der Gymnaſien aufzunehmen ſind.
g. Nieder=Roden, 30. Okt. Heute morgen wurde bei
dem hieſigen Bahnhof die 18jährige Juliane Wade
vom Zug überfahren und getötet. Ob ein
Unglücksfall oder Selbſtmord vorliegt, ſteht noch nicht feſt.
Offenbach, 29. Okt. In dem auf heute zur
Urteils=
publikation im Prozeß Perrelet gegen das Offenb.
Abendbl. beſtimmten Termin wurde die
Entſcheid=
ung dahin verkündet, daß der Angeklagte, Redakteur
Ignaz Klug in Offenbach, der öffentlichen Beleidigung
ſchuldig ſei und dieſerhalb zu einer Geldſtrafe von
50 Mark oder für je 5 Mark 1 Tag Gefängnis und in die
Koſten des Verfahrens verurteilt wird. Gleichzeitig
wurde dem Privatkläger dem Stadtverordneten Fritz
Perrelet in Offenbach, das Recht zuerkannt, den
entſchei=
denden Teil des Urteils innerhalb eines Monats nach
er=
folgter Zuſtellung auf Grund des § 200 Abſatz 2 des
Strafgeſetzbuchs je einmal in den drei hieſigen Zeitungen
auf Koſten des Verurteilten bekannt machen zu laſſen.
Offenbach, 30. Okt. Mit dem Konflikt zwiſchen
Stadt=
verwaltung und Kreisamt über die Neuregelung
der Schlachthofverwaltung und der
Fleiſch=
beſchau hatte ſich der Verfaſſungs= und
Vermögens=
ausſchuß zu befaſſen. Der Ausſchuß beſchloß, auf ſeinem
bisherigen Standpunkt zu verharren und die
kaufmänni=
ſche Verwaltung des Schlachthofes auch fernerhin dem
Beigeordneten Kappus zu überlaſſen. Der Regierung
wird nun nichts anderes übrig bleiben, als einen
Schlacht=
hoftierarzt ſelbſt zu ernennen und die Fleiſchbeſchau in
eigene Regie zu übernehmen; § 7 der
Einführungsbeſtim=
mungen des heſſiſchen Fleiſchbeſchaugeſetzes ſchreibt
näm=
lich vor, daß die Koſten der vom Staate geleiteten
Fleiſch=
beſchau, worunter die Koſten der Tierärzte, des Stempels,
der polizeilichen Behandlung des Fleiſches, der
Benutz=
ung der Freibank uſw. verſtanden werden, den
Schlacht=
viehbeſitzern aufzuerlegen ſind. — Beim Abpeilen des
Hafens wurde von Hafenarbeitern die Leiche des vor
etwa drei Wochen ertrunkenen Flößers aus Neußig
ge=
ländet.
M. Stockſtadt, 30. Okt. Geſtern fand auf dem
Frei=
herrlich Heylſchen Hofgut Guntershauſen die diesjährige
1. Jagd auf Faſanen ſtatt. Als Gäſte waren
an=
weſend: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog von Heſſen,
Fürſt Iſenburg=Birſtein Erl. Graf Görtz=Schlitz, Erl.
Graf Kuno Stolberg=Roßla, Erl. Graf Wilhelm Solms=
Laubach, Exz. von Eichhorn, Armee=Inſpekteur,
Saar=
brücken, Exz. von Riedeſel, Oberſtallmeiſter, Generalmajor
Hahn, Generaladjutant Sr. Kal Hoheit des Großherzogs
von Heſſen, Freiherr van der Hoop, Oberhofjägermeiſter,
Edler von der Planitz, Hauptmann und Adjutant S. K. H.
des Kronprinzen von Preußen. Der Streckenbericht
lautete: 74 wilde Welſchen, 325 Faſanenhähne, 2
Bantam=
hähne, 36 Haſen, 69 Lapins.
Heppenheim 30. Okt. Die von Heppenheim über
Erbach zur Juhöhe führende Kreisſtraße wird nun
von der Juhöhe aus bis Bonsweiher ausgebaut, ſo
daß da von Bonsweiher nach Mörlenbach bereits eine
Straße beſteht, nun eine direkte Straßenverbindung von
Heppenheim nach Mörlenbach und von da über Weiher
und Kreidach nach Wald=Michelbach und über
Siedels=
brunn nach Ober=Abtſteinach geſchaffen wird.
Schönberg, 29. Okt. Am 26. Oktober fand in Wien
die Taufe der jüngſtgeborenen Tochter des Prinzen
Wilhelm und der Prinzeſſin Wilhelm zu Stolberg=
Werni=
gerode ſtatt. Der Täufling erhielt die Namen Anna
Marie Emma Eleonore. Unter den anweſenden Paten
befanden ſich Fürſtin Marie zu Erbach=Schönberg,
Für=
ſtin zu Stolberg=Wernigerode und Gräfin Wilhelm zu
Solms=Laubach.
Lindenfels, 30. Okt. Nach beinahe dreiwöchigem
Aufenthalt reiſen die amerikaniſchen Forſtſtudenten
heute zu weiterem Studium nach Darmſtadt ab. — Der
hieſige Turnverein hat nun einen eigenen Spiel= und
Turnplatz erworben. Da der Verein nicht über
grö=
ßere Mittel verfügt, ſo läßt er eine Liſte zirkulieren zwecks
Zuwendung freiwilliger Beiträge.
Mainz, 30. Okt. Der Hausburſche Heinr.
Hum=
melt aus Nierſtein, der in einem hieſigen größeren
Reſtaurant beſchäftigt war, ſtieg in der Nacht auf
Sams=
tag, als die Wirtſchaft geſchloſſen war, in den Keller ein
und gelangte von dort durch den Schacht, in dem die
Bierfäſſer in das Wirtſchaftslokal hinauf gezogen werden,
in das Lokal. Mit einem Nachſchlüſſel öffnete er das
Buffet und ſtahl aus dem Scheckbuch drei Schecks. Da er
wußte, daß Samstags vormittags das Geld für die
Brauerei mittels Scheck auf einer Bank geholt wird,
be=
gab er ſich ſchon in aller Frühe auf das Bankhaus und
wollte 750 Mark erheben. Er hatte einen Scheck auf
750 Mark ausgeſtellt. Dem Bankier kamen Bedenken,
da er den Hummelt noch nie geſehen hatte; er hielt den
Fälſcher zurück und telephonierte an den Reſtaurateur.
So=
fort benachrichtigte dieſer die Polizei und dieſe konnte
den Gauner noch im Bankhauſe feſtnehmen. Es wurden
bei ihm noch die beiden anderen Blankoſchecks
vorge=
funden.
Nackenheim, 30. Okt. Ein Opfer des
Gär=
kellers wäre nahezu ein hieſiges Geſchwiſterpaar
ge=
worden. Die Schweſter wollte ihren Bruder, der von den
Gärgaſen betäubt auf der Kellertreppe lag, retten, wurde
aber dabei ſelbſt ſchwer betäubt. Beide wurden von der
bejahrten Mutter aufgefunden, auf deren Hilferufe ihre
Kinder von dem Barbier Matthias Friedrich unter
eige=
ner Lebensgefahr aus dem Keller gezogen wurden. Die
Wiederbelebungsverſuche hatten Erfolg.
Gundersheim, 30. Okt. Die ſchon öfter von der
Schul=
behörde angeregte Umwandlung der beiden hieſigen
zwei=
klaſſigen Konfeſſionsſchulen in eine vierklaſſige
Simul=
tanſchule iſt beſchloſſen worden Nachdem auch die
Genehmigung der oberſten Schulbehörde eingetroffen iſt,
ſteht der Einrichtung der neuen Schulverhältniſſe nichts
mehr im Wege. Doch bleiben auf Antrag des
Schulvor=
ſtandes und mit Zuſtimmung der Großh.
Kreisſchulkom=
miſſion die beiden Konfeſſionsſchulen noch bis Oſtern
beſtehen, um den Eltern der an Oſtern zur Entlaſſung
kommenden Schüler die notwendig gewordene
Anſchaf=
fung neuer Bücher zu erſparen.
Aus Rheinheſſen, 30. Okt. Eine teure Jagd
kam im Frühjahre in Schimsheim zur Verpachtung und
wurde dieſe vor kurzem genehmigt. Sie umfaßt 900
Mor=
gen und wurde zum Preiſe von 2000 Mark einem Herrn
aus Brüſſel und der Niederländiſchen Jagdgeſellſchaft
zu=
geſchlagen. Bei früheren Verpachtungen wurden 376,
500, 1000 und 1045 Mark dafür gelöſt. Es bedeutet dies
für die kleine Gemeinde während der neunjährigen
Pacht=
zeit eine Mehreinnahme von nahezu 9000 Mark.
(*) Gießen, 29. Okt. Zwecks Vorbereitung zum
100jährigen Beſtehen unſeres Kaiſer
Wil=
helm=Regiments tagte hier eine ſtark beſuchte
Verſammlung. Es waren 40 Vereine bezw.
Vereinig=
ungen ehemaliger 116er vertreten. Die Feier findet
be=
kanntlich im Juli nächſten Jahres ſtatt. Es haben ſich
bis jetzt ſchon nahezu 10000 Leute zur Jubelfeier
ange=
meldet. Am 8. Dezember ſoll in Gießen eine weitere
Ver=
ſammlung abgehalten werden. — Sein 50jähriges
Dienſtjubiläum feiert der Ratsdiener K. Moll.
Er iſt der letzte Stadtdiener geweſen, der mit der Schelle
in der Hand die amtlichen Verfügungen uſw. bekanntgab.
nach längerer Krankheit geſtorben. 1909 wurde er als
würdigſter Nachfolger Gevaerts von der Leitung des
In=
ſtituts für Kirchenmuſik in Mecheln nach Brüſſel berufen.
Er wurde 1854 als Sohn eines Organiſten in Sinay
ge=
boren. Sein Schaffen als Komponiſt richtete ſich
aus=
ſchließlich auf die religiöſe Muſik. In weiten Kreiſen
bekannt wurde er durch ſeine Oratorien „Franziskus” und
„Godelieva” Sein letztes großes Werk war ein
drama=
tiſches Oratorium für die Opernbühne, „Die heilige
Katharina” das 1909 am Théätre de la Monnaie mit
ſtarkem Erfolg einige zwanzig Male aufgeführt wurde.
„Endlich allein”, die neue Operette von Lehär,
iſt jetzt fertiggeſtellt. Das Werk wird demnächſt ſeine
Ur=
aufführung im Theater an der Wien erleben und wird
dann auch in Berlin nicht mehr lange auf ſich warten
laſſen. Das Berliner Apollo=Theater beabſichtigt, mit der
deutſchen Erſtaufführung herauszukommen und hat darauf
bezügliche Verhandlungen ſchon angebahnt.
Dalcroze=Schule in Petersburg. In
Petersburg wurde am 27. Oktober die Zweiganſtalt der
Dalcroze=Schule in Hellerau feierlich eröffnet. Dem
Komitee der Petersburger Zweiganſtalt gehören unter
anderem an Fürſt Sergey Wolkonsky, die Gräfin
Kar=
lowa, die Fürſtin Gedroiz, die Fürſtin Gagarin, die
Ba=
ronin Freedericz, Profeſſor Bechtereff, Direktor
Tela=
kowsky vom Kaiſerlichen Theater, Frau von Rajewsky,
Direktor A. Brock von der Deutſchen Reformierten
Schule uſw. Für den Unterricht hat die Deutſche
Refor=
mierte Schule ihre Säle zur Verfügung geſtellt. Die
feierliche Eröffnung fand ſtatt in der Peter Pauls=Schule,
der älteſten deutſchen Schule Petersburgs. Auch andere
deutſche und ruſſiſche Schulen haben die rhythmiſche
Gymnaſtik in ihren Lehrplan aufgenommen.
B. B. Die erſte Schutzmannskaſerne in Deutſchland iſt
jetzt in München errichtet worden. Der Bau beſteht aus
vier Einzelhäuſern mit je 35 Wohnungen, die entweder
aus einer Wohnküche mit zwei Zimmern oder einer
Koch=
küche mit drei Zimmern, Speiſezimmern, Bad und
Schlaf=
kammer beſtehen. Jede Wohnung hat eine Loggia oder
einen Balkon. Die Mietspreiſe ſind etwa ein Drittel
billiger als die üblichen Münchener Mietspreiſe. Der
Bau hat einen Aufwand von 300000 Mark erfordert und
hat den Zweck, den Polizeibeamten gegen billigen
Miets=
zins eine ihrem Stande entſprechende Wohnung zu
ver=
ſchaffen. Da die Wohnungen nur Polizeibeamten zur
Verfügung geſtellt werden, ſo heißt der ſtattliche
Gebäude=
kompler im Volksmunde nicht anders als die
Schutz=
mannskaſerne.
C.K. Bulgariens Amazonen. In den Reihen der
Bulgaren, die zum Kampfe gegen die Türkei ins Feld
ziehen, werden jetzt auch Frauen erſcheinen: die Amazonen
des Balkans. Am Freitag erging in Sofia ein Aufruf an
alle jungen im Jahre 1893 geborenen Leute und unter den
Rekruten und Freiwilligen, die ſich ſofort zum
Kriegs=
dienſt ſtellten, befanden ſich auch drei junge Mädchen und
zwei Frauen. Mans gab ihrem patriotiſchen Drängen
nach, ſtellte ſie ein, gab ihnen ſofort Uniformen und als
ſie ſpäter durch die Straßen gingen, wurden ſie der
Gegenſtand jubelnder Ovationen. Die fünf Amazonen
tragen dieſelbe Uniform wie die Soldaten: dicke
Woll=
hoſen und Militärjacke. Sie werden einexerziert und
dann an der Seite der jungen Männer hinausziehen, um
mit der Waffe in der Hand für ihr Vaterland zu kämpfen.
* Grübchen gefällig? London, das für das ſtarke
Ge=
ſchlecht die Parole des Favorit=Bartes ausgegeben hat,
lanziert nun auch für die Damen ein Stichwort: das
Grübchen. Die Schönheitsſpezialiſten von Mayfair, dieſe
Zauberer aus dem eleganten Londoner Viertel, die im
Handumdrehen die Runzeln der älteſten Jahrgänge
weg=
wiſchen können, ſind in dieſem Punkt ſehr kategoriſch. Sie
beſchließen das doppelte Grübchen rechts und links vom
Munde oder das einzelne Grübchen auf dem Kinn. Denn
es gibt, wie die Bohemia feſtzuſtellen weiß, zwei
Rich=
tungen: jene, die ein Grübchen, und jene, die zwei
Grüb=
chen vorſchreibt. Die Schönheitskünſtler operieren
ſchmerz=
los und mit verbürgtem Erfolg, aber die Patientinnen
würden gern auch tauſend Tode erleiden, um dem Arſenal
ihrer Verführungen eine neue Waffe hinzuzufügen.
Viele elegante Londonerinnen ſtellen bereits in den
Sa=
lons ein „künſtliches Lächeln” zur Schau. Uebrigens gibt
es zweierlei Verfahren zur Herſtellung von Grübchen:
das einfache Verfahren, das nur ein Pfund Sterling koſtet,
und das man das des proviſoriſchen Grübchens nennt, da
es nur eine Woche anhält, und das zehnmal teuerere
voll=
kommene Verfahren, bei dem das Grübchen das ganze
Leben erhalten bleibt.
* Fatale Kritik. Fräulein Thusnelda Liebreich, die
jugendliche Liebhaberin unſeres Theaters, ſpielte geſtern
abend mit einer Verve, wie ſeit Jahrzehnten nicht
mehr. . . .
Megg. Bl.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Okt. Bei der heutigen
Erſatzwahl für den erſten Berliner
Land=
tagswahlkreis erhielten: Dr. Mugdan (Fortſchr.
Volkspt.) 337, Redakteur Hugo Poetzſch (Soz.) 74
Stim=
men, 3 Stimmen waren zerſplittert, 36 Stimmen
un=
gültig. Dr. Mugdan gewählt. — Bei der
Stadt=
hauptkaſſe in Charlottenburg ſind große
Unregelmäßigkeiten entdeckt worden, und zwar
ſollen ſich die Beträge, um die es ſich handelt, in die
Hunderttauſende belaufen. Die ſtrafbaren Handlungen,
denen man in den letzten Tagen auf die Spur kam,
wer=
den dem Hauptrendanten Bartels, dem erſten
Stadtkaſ=
ſierer Sachtleben und dem zweiten Kaſſierer Zölbar zur
Laſt gelegt. Die drei beſchuldigten Beamten wurden
ſo=
fort vom Amte ſuſpendiert. — In der Friedrichſtraße
wurde von einem anſcheinend betrunkenen Arbeiter ein
Raubanfall auf eine Bankiersgattin und deren
Tochter verübt. Bei dem Auflauf, der entſtand, gelang es
dem Mann, unerkannt zu entkommen. Als ſie ihre
Mut=
ter von dem Angreifer im Genick gefaßt und zu Boden
geworfen ſah, ſchlug die Tochter mit ihrem Schirm auf
den Täter ein, erhielt aber einen Schlag auf den Kopf
und wurde ebenfalls zu Boden geſchleudert. Ein
Arm=
band wurde geraubt. — Gegen 5 Uhr morgens brach in
einem Zwiſchenſtock eines Quergebäudes in der
Roſtocker=
ſtraße ein großer Brand aus. Die Feuerwehr rettete
den Arbeiter Kolota, ſeine Frau und ſeine drei Kinder aus
höchſter Lebensgefahr. — Auf dem Wege Kurfürſtendamm
nach dem Bahnhofe in Charlottenburg verlor geſtern eine
mit einem Kraftwagen fahrende Dame eine gelbe
Hand=
taſche, die eine Perlenkette, drei Armbänder und ein
Scheckbuch enthielt im Geſamtwerte von 25000 Mark.
München, 29. Okt. Die Leiche der Prinzeſſin
Rupprecht traf heute abend um 6.15 Uhr mit dem
Neapeler Schnellzug auf dem hieſigen Hauptbahnhof ein.
Sie wurde in aller Stille zur St. Kajetans=Hofkirche
über=
geführt.
Leipzig, 29. Okt. Am Sonntag nachmittag hielten die
Bergleute der Leipziger Braunkohlenwerke in
Kulk=
witz eine Verſammlung ab. In der 9. Abendſtunde wurde
der Bergmann Lorenz aus Kulkwitz in der ſogenannten
„Schlucht” des Fußweges Kulkwitz-Gärnitz von einem
Unbekannten, der von ſeiner Frau und einem Kinde
be=
gleitet war, mit dem Rufe angefallen: „Warum biſt Du
heute nicht zur Verſammlung gekommen?‟ Er wurde
nie=
dergeworfen, ſo daß er die Beſinnung verlor, worauf der
Uebeltäter ſeinem Opfer von beiden Ohren Stückel
abſchnitt. Paſſanten, die den Unglücklichen auf dem
Wege liegen ſahen, brachten ihn nach einer nahegelegenen
Wirtſchaft, wo ihm ein Notverband angelegt wurde.
Eſchwege, 30. Okt. In einem benachbarten Dorfe
erkraukten 20 Perſonen nach dem Genuß von
Rindfleiſch in lebensgefährlicher Weiſe.
Haſpe (Weſtfalen), 29. Okt. Von den Verbrechern,
die am 31. Auguſt nach einem Einbruch in Haſpe durch
das Ennepetal verfolgt worden ſind, und vier
Polizei=
beamte und drei Ziviliſten durch Revolverſchüſſe ſchwer
verwundeten, während ein Verbrecher erſchoſſen worden
iſt, ſind einer in Eſſen, zwei in Düſſeldorf und einer in
Brüſſel ermittelt worden.
Hamburg, 29. Okt. Der Vorſitzende der Hamburger
Anwaltskammer, Rechtsanwalt Weber, ſtürzte geſtern
in Großborſtel auf der Jagd mit ſeinem Pferde, ſchlug
mit dem Kopf gegen einen Baum und erlitt einen
Schä=
delbruch, woran er heute im Krankenhauſe ſtarb.
Mailand, 30. Okt. Der Prozeß welchen Caruſo
gegen ſeine ehemalige Geliebte Ada Giachetti angeſtrengt
hatte, weil dieſe ihn beſchuldigte, aus Eiferſucht einen an
ſie gerichteten Brief unterſchlagen zu haben, endigte mit
der Verurteilung der abweſenden Giachetti zu 1 Jahrt
Gefängnis. Auch die mitangeklagten Helfershelfer
wurden zu einer Freiheitsſtrafe verurteilt.
Marſeille, 29. Okt. Zwiſchen Ausſtändigen und
Arbeitswilligen die mit dem Bau des von
Mar=
ſeille zur Rohne führenden Kanals beſchäftigt waren, kam
es heute zu heftigen Tumulten. Nachdem die Polizei
elf Verhaftungen vorgenommen hatte, drangen die Frauen
der verhafteten Ausſtändigen in das Polizeibureau und
verſuchten es in Brand zu ſtecken. Die Ankunft von
Ver=
ſtärkungen rief einen neuen ſchweren Tumult hervor. Als
von den Ausſtändigen ein Schuß abgefeuert wurde,
gaben die Polizeibeamten eine Salve ab, durch die ein
Ausſtändiger getötet, mehrere verwundet wurden.
London. 30. Okt. Die Wahlweiber ſind auf ihr
beliebtes Mittel, die Zerſtörung, zurückgekommen.
In dem Ilford=Diſtrikt der Stadt London fanden die
Briefträger bei der Einſammlung der Briefſchaften, daß
der Inhalt zahlreicher Briefkäſten durch mit Tinte
ver=
miſchtem Oker, Teer, Säure, Pech, Druckerſchwärze,
Ani=
linfarben und verſchiedene Chemikalien ſtark beſchädigt
wurde. Die Briefſchaften in einigen Käſten waren in eine
breiige Papiermaſſe verwandelt, in anderen waren ſie
durch Säure verbrannt, ſo daß die Adreſſen nicht entziffert,
werden konnten. Daß die Ausſchreitungen auf das Kontol
der Wahlweiber zu ſchreiben ſind, erſieht man aus
folgen=
der Entſchuldigung, die in einem der Brieſkäſten gefunden
wurde: „Dies iſt ein verabſcheuungswürdiges Werk, aben
der Regierung muß zum Bewußtſein gebracht werden
daß kein Geſetz und keine Ordnung ſein kann, ſo lange den
Frauen nicht das Stimmrecht gegeben iſt.” Vielleicht
empfiehlt ſich die Anwendung der in England beſtehenden
Prügelſtrafe für dieſe weiblichen Horden.
New=York, 29. Okt. Rooſevelt hat geſtern in
Sagamore Hill in Long Island ſeinen 54. Geburtstag
gefeiert. Seine beiden Söhne Archie und Kernit waren
die einzigen Familienmitglieder, welche an der
Mittags=
tafel fehlten. Rooſevelt hatte Tauſende von
Gratulations=
telegrammen erhalten, doch gingen ihm auch im Laufe dert
letzten Tage verſchiedene Drohbriefe zu, die beweiſen,
daß der Mordverſuch Schranks auf den Expräſidenten von
mehreren Perſonen als Beiſpiel aufgefaßt wird, dem ſie
zu folgen gewillt ſind. Geſtern erſchien beiſpielsweiſe auf
dem Gute Rooſevelts ein Mann, der vorgab, der
Präſi=
dent der Standard Oil Co., Archbold, zu ſein und
Rooſe=
velt zu ſprechen verlangte. Er wurde jedoch nicht
vorge=
laſſen und war bald darauf verſchwunden, ohne daß man
ſeine wahre Perſönlichkeit feſtgeſtellt hatte. Die Freunden
Rooſevelts hegen ernſte Beſorgniſſe für ſein Leben und
haben vier Detektives engagiert, welche bis nach
Beendig=
ung der Präſidentenwahl dem Präſidenten als Leibgarde
dienen ſollen. Rooſevelts Ausſehen iſt gekräftigt und
wohl. Perſonen, die ihm näherſtehen, wollen aber wiſſen,
daß ſein Zuſtand ſchlimmer iſt, als er ſelbſt glaubt.
New=York, 30. Okt. In dem Befinden des
Vize=
präſidenten Sherman iſt heuteffrüh ein Rückſchlag
ein=
getreten. Sein Zuſtand iſt ſehr ernſt, wenn auch nach der
Erklärung der Aerzte keine unmittelbare Gefahr beſteht,
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
C) Robert Kothe=Abend. Ueber einen der
letzten Abende ſchreibt der bekannte Muſikſchriftſteller Dra
Batka im Wiener Fremdenblatt: Robert Kothe brachte
wieder ein völlig neues Programm. Was unſere
Lauten=
ſänger da an immer neuem, poetiſch=muſikaliſchem
Volks=
gut hervorſuchen, finden und in Umſatz bringen,
ver=
diente eine beſondere Würdigung vom allgemeinen kultus
rellen Standpunkt. Kothe geht bekanntlich auf keine
vir=
tuoſen Effekte aus, ſondern ſein Ehrgeiz ſtrebt nach dem
freilich bis ins Wunderbare entwickelten Wohllaut, nach
der ſchönen Egalität des Anſchlags. Sein Spiel iſt „ins
wendig voller Muſik‟ Das dankbare Auditorium zwang
ihn natürlich, die ſeſtgeſetzte Vortragsreihe wohl um ein
halb Dutzend Zugaben zu vermehren. Der Robert
Kothe=Abend in Darmſtadt findet am 2.
No=
vember in der „Traube” ſtatt. Karten bei Georg Thies
Nachf. (Leopold Schutter), Hofmuſikalien= und
Piano=
handlung, Eliſabethenſtraße 12.
— Der Heſſiſche Odenwaldverein,
ge=
gründet 1903, veranſtaltet am Sonntag, den 17.
Novem=
ber, im großen Saale der Turnhalle Woogsplatz, ein
Wohltätigkeitsfeſt zum Beſten ſeiner durch die=
Nieder=Modauer Kaſſenkataſtrophe in Not
geratenen Landsleute. Die Vorbereitungen dazu ſind in
vollem Gange. Der Geſangverein „Liederkranz” ſowie
der Marine=Verein und die Turngemeinde Darmſtadt
haben ihre gütige Mitwirkung zugeſagt. Unter anderen
Darbietungen wird das feſſelnde Theaterſtück: „Bauern”
Lebensbild in 3 Akten von Franz Mäding von Damen
und Herren des Heſſiſchen Odenwald=Vereins aufgeführt.
Die Uraufführung dieſes Stückes fand im vorigen Jahr=
Nummer 257.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Seite 5.
durch den Bildungsverein in Heidelberg ſtatt und wurde
von der dortigen Preſſe ſehr anerkennend beurteilt. Die
Heidelberger Zeitung ſchreibt: „Bauern” — ein
erd=
kräftiger, ſtämmiger Titel. Wie Ackerduft und würziger
Wieſenduft ſtrömt es einem entgegen. Man denkt gleich
an Schönherr. Vielleicht noch mehr aber an Anzengruber,
an deſſen Meineidbauer.” Mädings Drama klingt auch
daran an. Aber das Problem liegt wieder ganz
anders als bei Anzengruber. Hier iſt es nicht der Vater,
ſondern der Sohn, der ſich des Meineides ſchuldig macht.
Und er tut es, um Weib und Kind aus dem Elend
her=
auszuziehen.
. Das Drama iſt teilweiſe recht packend
geſchrieben. Beſonders der Schluß des zweiten und des
dritten Aktes iſt jeweils theatraliſch ſehr wirkungsvoll
zu=
geſpitzt. Am echteſten aber wirkt das letzte
Aufeinander=
prallen von Vater und Sohn im Anfang des dritten
Aktes, wo der alte Hoffmann ſo ganz den eiſernen
Bauern=
ſinn hervorkehrt. Jakob Hoffmann iſt überhaupt als
Charakter am ſchärfſten umriſſen. Er ſteht da wie aus
Holz geſchnitzt. Ein echter, halsſtarriger dickköpfiger
Bauernſchädel. Das Stück ſpielt um das Jahr 1873 in
einem pfälziſchen Dorfe in der Nähe Heidelbergs. Durch
ſeinen packenden Aufbau wird es ſicherlich viele innerlich
aufrühren und mit fortreißen. — Den muſikaliſchen Teil
übernimmt die Kapelle des Dragoner=Regiments Nr. 24.
Auch eine Tombola=Verloſung iſt vorgeſehen. Der
Heſſiſche Odenwald=Verein wird ſich keiner Mühe ſcheuen,
allen Beſuchern des Feſtes, deſſen Reinertrag der
Samm=
lung des Odenwald=Klubs überwieſen werden ſoll, einige
genußreiche Stunden zu bereiten.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 29. Okt. Die beiden
Kam=
mern der Landſtände werden unbedingt noch in
der erſten Hälfte des Novembers zu Plenarſitzungen
zuſammentreten. Es iſt dies ſchon deshalb
not=
wendig, weil der jüngſt von der Regierung eingebrachte
Geſetzentwurf über die Ausführung der
landwirtſchaft=
lichen Unfallverſicherung in Heſſen noch bis
zum 1. Jan. 1913 fertig geſtellt werden muß, da das
be=
treffende Reichsgeſetz, das dritte Buch der
Reichsverſiche=
rung, ebenfalls ſchon zu dieſem Termine in Kraft tritt;
auch einige andere Geſetzentwürfe, wie der über die
Abänderung des Handelskammergeſetzes, harren der
als=
baldigen Erledigung. Weiter iſt es wahrſcheinlich, daß
zum Zuſammentritt der Zweiten Kammer auch das neue
Staatsbudget für 1913 ſoweit fertig geſtellt ſein
wird, daß Herr Finanzminiſter Dr. Braun, wie er bei
der vorjährigen Etatsberatung als ſeine Abſicht
ankün=
digte, vor der Ueberreichung des neuen
Staatsvoran=
ſchlags dem Hauſe ein allgemeines Finanzexpoſé
unter=
breiten kann. Das neue Budget wird dem
Ver=
nehmen nach keinerlei beſondere Ueberraſchungen
enthal=
ten. Die erfreulichſte Poſition im neuen Etatsentwurf
dürfte das Kapitel Eiſenbahnen bilden, das ſich auch
im laufenden Jahre ſehr günſtig geſtalten und ähnlich
hohe Ueberſchüſſe, wie im Vorjahr, aufweiſen wird. Ob
auch die Regierungsvorlage über die
Beſoldungs=
reform noch im Dezember von den Landſtänden zur
Verabſchiedung gebracht werden kann, wird bei dem
gegenwärtigen Stand der Dinge in parlamentariſchen
Kreiſen ſtark bezweifelt.
*X* Darmſtadt, 29. Okt. In der Zweiten
Kammer iſt neuerdings vom Präſidium über
Behand=
lung der dem Hauſe zugehenden zahlreichen
Peti=
tionen und Vorſtellungen eine ſehr
dankens=
werte und zweckmäßige Neuerung getroffen worden.
Bisher war es Uſus, daß alle der Zweiten Kammer
über=
fandten Vorſtellungen, mochte deren Inhalt noch ſo
unbe=
gründet oder die erhobene Forderung noch ſo
ausſichts=
los ſein, ohne Ausnahme zunächſt durch Druck
vervielfäl=
tigt und dann in einer Plenarſitzung der Kammer „zur
vorläufigen Beratung geſtellt” wurden, wobei dann
regel=
mäßig die Ueberweiſung an den zuſtändigen Ausſchuß
erfolgte. Auf Anordnung des Kammerpräſidenten
Köhler wurden nun dieſe Eingänge nicht mehr im
Druck vervielfältigt, ſondern, wie dies auch mit den
ein=
gehenden Vorſtellungen im Reichstag in Preußen und den
anderen Bundesſtaaten geſchieht, der Reihe nach in einem
beſonderen Verzeichnis regiſtriert und ſofort im Original
dem zuſtändigen Ausſchuß zur Behandlung und
Beſchluß=
faſſung überwieſen. Der Petitionsſturm iſt in Heſſen
be=
kanntlich kein geringer; es ſind gutem Vernehmen nach in
der neuen Kammertagung bereits ca. 140 Petitionen und
Vorſtellungen eingelaufen, die bei Fortſetzung des
bisheri=
gen Verfahrens alſo auch 140 aktenmäßige Druckſachen
er=
forderlich gemacht hätten. Notwendig zu beachten wird
bei dem jetzigen praktiſchen Verfahren ſein, daß alle
Ein=
gänge dieſer Art in duplo eingereiht werden, da das
eine Exemplar der betreffenden Vorſtellung auf dem
Bureau der Kammer ausgelegt wird, während das andere
in der Regel der Regierung zur Rückäußerung
unterbrei=
tet zu werden pflegt.
Verkehrsausſchuß der Bergſtraße.
St. Seeheim, 30. Oktober.
Im Hotel „Viktoria” in Seeheim hielt der
Verkehrs=
ausſchuß der Bergſtraße heute nachmittag ſeine achte
Generalverſammlung ab, die ſehr zahlreich
be=
ſucht war und einen anregenden Verlauf nahm. Den
Vorſitz führte Herr Rentner Paul Sieben=Auerbach,
der die Verſammlung um 4¼ Uhr eröffnete und die
Er=
ſchienenen herzlichſt begrüßte, beſonders die Herren
Kreis=
amtmann Haberkorn als Vertreter des Kreisrates
v. Hahn=Heppenheim, Forſtmeiſter Guntrum=
Heppen=
heim als Vertreter der Forſtbehörde, Landtagsabgeordn.
Auler als Vertreter des Zentralausſchuſſes des
Oden=
waldklubs, Landtagsabgeordn. Wiegand, die
Bürger=
meiſter der Bergſtraßenorte, Herrn Weinmann als
Vertreter des Verkehrsverbandes Bad Nauheim. Dieſer,
ſowie ein Vertreter des Verſchönerungsvereins entboten
dem Verkehrsausſchuß Gruß und Willkomm und
wünſch=
ten den Beratungen beſten Erfolg. Provinzialdirektor
Fey hatte ein Entſchuldigungstelgramm geſandt. Auf
Antrag des Vorſitzenden wurde einſtimmig beſchloſſen, an
Herrn Bürgermeiſter Dr. Frenay, der ſchwer erkrankt war
und jetzt zur Geneſung in Wiesbaden weilt, ein
Tele=
gramm zu ſenden und ihm baldige völlige Geneſung zu
wünſchen. — Danach erſtattete der Vorſitzende den
Jahresbericht.
Es geht daraus hervor, daß der Verkehrsausſchuß
bollauf beſtrebt war, die ihm durch die Satzungen
auf=
erlegten Pflichten zu erfüllen, und zwar mit erfreulichem
Erfolge. Dieſe waren beſonders zu verzeichnen inbezug
auf Fahrplanverbeſſerungen, auf Erleichterung des
Be=
ſuches des Darmſtädter Hoftheaters, Hebung des
geſell=
ſchaftlichen und geiſtigen Lebens in den Bergſtraßenorten,
auf Entfernung und Bekämpfung der die landſchaftliche
„Schönheit der Bergſtraße beeinträchtigenden
Reklameſchil=
der an den Bahnlinien uſw. Weiter wurde mitgeteilt.
daß der Großherzog das Protektorat über den
Ver=
kehrsausſchuß übernommen hat. Die Zahl der
Einzel=
mitglieder iſt von 100 auf 166 geſtiegen. Die Beziehungen
zu den verwandten Verbänden und Vereinen waren
dauernd rege und gute.
Eine beſonders lebhafte Tätigkeit hat der
Propa=
ganda=Ausſchuß im letzten Jahre entfaltet. Unter
den vielen Reklamen, Inſertionen uſw. war die
bedeu=
tendſte die Beteiligung an der Sondernummer der
Illu=
ſtrirten Zeitung, die ſehr verſchieden beurteilt
wor=
den iſt. Mag dieſe Nummer auch dazu beigetragen haben,
die Schönheiten der Bergſtraße in weitere Kreiſe zu
tra=
gen, ſo müſſe doch feſtgeſtellt werden, daß der Erfolg
die=
ſer Propaganda in keinem Verhältnis ſtehe zu
den Koſten, die ſie erforderte. (Sehr richtig!) Man
wird alſo gut tun, in Zukunft von dieſer Art Reklame
ab=
zuſehen. Im übrigen dürfe der Betrag für die Reklame
unter keinen Umſtänden verringert werden, wenn der
Er=
folg nicht ausbleiben ſoll. Der Propaganda=Ausſchuß hat
27770 Druckſachen verſandt, eine ganz hervorragende
Leiſtung, wenn man in Betracht zieht, daß der Ausſchuß
ohne ein eigentliches Bureau, ohne bezahlte Hilfskräfte
arbeitet. Dauernde Aufmerkſamkeit müſſe man dem
Fahr=
plan zuwenden, da faſt jeder neue Fahrplan mit
Ver=
kehrsverſchlechterungen überraſcht. Von großer
Bedeut=
ung war die Eröffnung des neuen Bahnhofes Darmſtadt,
und von noch größerer Bedeutung die Gründung der
Heſſiſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Der Ausbau der
Elektriſchen Darmſtadt-Jugenheim ſteht in
naher Ausſicht, und auch die Weiterführung nach
Heppen=
heim hängt nur von den Zuſchüſſen der Gemeinden ab.
Von den in Vorbereitung befindlichen Reklamen iſt die
bemerkenswerteſte ein drei Seiten umfaſſender Artikel in
der Woche, die dieſen Artikel gratis bringen will, dafür
aber eine halbe Seite Anzeigen erwartet, die 700
Mark koſten ſoll. Der Verkehrsausſchuß hat von dieſer
halben Seite den Kopf mit einem Kliſchee belegt, und
da=
für 100 Mark bewilligt; die fehlenden 600 Mark ſoll die
Woche von den Intereſſenten ſelbſt aufbringen. Rege
Aufmerkſamkeit hat der Verkehrsausſchuß der Bekämpfung
der Schnaken zugewandt und iſt darin ſo zielbewußt
vor=
gegangen, als es nach den derzeitigen Möglichkeiten der
Bekämpfung dieſer Plagegeiſter möglich iſt, ſo daß Erfolg
wohl gewährleiſtet werden kann. Der Jahresbericht
ſchließt:
Wir haben bereits verſchiedentlich unſer Bedauern
ausgeſprochen, daß wir die eine und andere unſerer
Ab=
ſichten nicht zur Ausführung bringen konnten. Meine
Herren, das iſt ſehr bedauerlich, um ſo mehr, als es nur
der Mangel an Mitteln iſt, der uns davon abgehalten
hat, nicht etwa Mangel an Arbeitsluſt und=Freudigkeit.
Unſere Ziele zu erreichen, iſt lediglich eine Geldfrage, keine
Frage der Organiſation. Es gehört ja gar nicht ſo viel
mehr dazu, als wir jetzt jährlich zur Verfügung haben,
aber die Entwicklung und die ganzen Umſtände lehren
uns, daß wir nicht aufhören, daß wir uns nicht
einſchrän=
ken dürfen, daß wir uns immer in mäßigen Grenzen
wei=
ter ausdehnen, geſund nach innen und außen, entwickeln
müſſen! Um zu größeren Mitteln zu gelangen, haben
wir im Frühjahr gebeten, uns Unterlagen zu geben,
da=
mit wir mit Ausſicht auf Erfolg den Staat, die Provinz
und die Kreiſe um Beihilfe angehen können. Warum ſind
uns nun die Hälfte unſerer Schreiben nicht beantwortet
worden? Mit ſo unvollſtändigen Unterlagen können wir
an die hohen Stellen nicht herantreten. Einem Beſchluß
des Engeren Ausſchuſſes zufolge haben wir den
Voran=
ſchlag und die Verteilung der Beiträge vor zirka acht
Wochen an unſere verſchiedenen Körperſchaften verſandt.
Wie vorher geſagt, ſind uns darauf nur wenige
Antwor=
ten zugegangen. Wir ſind daher bis zu dieſem Augenblick
nicht in der Lage, uns ein richtiges Bild unſerer Zukunft
machen zu können. Ich bitte Sie, ſeien Sie ſich der
Ver=
antwortung bewußt, wenn Sie uns durch
Nichtbewillig=
ung der notwendigen Mittel den Lebensfaden
abſchnei=
den, und zerſtören Sie dadurch nicht einen Bau, an dem
ſeit Jahren mit wirklichem Ernſt gearbeitet wurde, und
der auf das gewiſſenhafteſte von der von Ihnen
gewähl=
ten Leitung gefördert wurde. — Aus der
Rechnung und dem Voranſchlag
intereſſieren folgende Zahlen: Die Einnahmen
be=
trugen in 1911/12 6210 Mk., die Ausgaben 4254 Mk.,
ſo daß ein Saldo von 1156 Mk. verbleibt. Der
Voran=
ſchlag ſieht vor in Einahmen 5081 Mk., in Ausgaben
die gleiche Summe, darunter für Inſerate 2500 Mark.
Redner ſchließt:
Bevor ich jedoch ſchließe, iſt es mir ein Bedürfnis,
denjenigen Herren, die mir im Laufe des Jahres helfend
und beratend zur Seite geſtanden haben, im Namen aller
Mitglieder herzlichſt zu danken. Es iſt dies insbeſondere
wieder unſer Herr Leonhardt=Auerbach, der lediglich als
Mitglied treu zur Fahne gehalten und mitgearbeitet hat,
obgleich er keinem Organ unſeres Verbandes angehört;
ferner unſer Ehrenvorſitzender, Herr Stadtverordneter
Stemmer=Darmſtadt, der zweite Vorſitzende Herr Lehrer
Weide=Jugenheim, und unſer Rechner Herr
Landtagsab=
geordneter Auler=Bensheim. Ferner die Herren der
Artikel= und Inſeratenkommiſſion, ſowie die Mitglieder
des Engeren Ausſchuſſes und der Eiſenbahnkommiſſion.
Unſeren herzlichſten Dank der heimatlichen und der
Darm=
ſtädter Preſſe, die im allgemeinen Intereſſe jederzeit bereit
war, ihre Spalten für unſere Beſtrebungen zu öffnen und
uns zur Verfügung zu ſtellen. Ich bitte Sie, Ihren Dank
dadurch zum Ausdruck bringen zu wollen, daß Sie ſich
von Ihren Sitzen erheben. (Geſchieht.) Ich meinerſeits
danke Ihnen für das mir entgegengebrachte Vertrauen,
das ich zu ſchätzen weiß.
Ich ſchließe nunmehr dieſen Bericht, indem ich alle
Mitglieder des Verkehrsausſchuſſes der Bergſtraße und
alle Bewohner derſelben, einſchließlich Lindenfels,
herz=
lich bitte, unſere Beſtrebungen auch im neuen
Geſchäfts=
jahre unterſtützen und mit Intereſſe verfolgen zu wollen.
Helfen Sie uns, unſere herrliche Heimat in ihren ganzen
Verhältniſſen und in ihrer Entwicklung zu fördern und
auf die Stufe zu heben, die ſie einzunehmen einen hohen
Anſpruch hat. (Lebhafter Beifall.)
An den Bericht ſchließt ſich eine rege
Diskuſſion.
Herr Dr. Weißmann=Lindenfels regt an, die
Statiſtik über den Fremdenverkehr dahin zu ändern, daß
neben der Zahl der Fremden die der Fremden=Kurtage
feſtgeſtellt wird. Weiter bittet Redner, anzuſtreben, daß
der Artikel der Woche nicht von der dortigen Redaktion,
ſondern vom Redaktionsausſchuß des Verkehrsausſchuſſes
verfaßt wird. Zur Frage der Reklameſchilderbekämpfung
hat der Verſchönerungsverein Lindenfels gegen die Firma
Ibel & Co. ein obſiegendes Urteil erſtritten, deſſen
in=
tereſſante Begründung gedruckt und den Intereſſenten
zu=
geſtellt wird. — Landtagsabgeordn. Auler ſtellt feſt,
daß die von ihm geführte Rechnung geprüft und für
rich=
tig befunden wurde. Dem Rechner wird Entlaſtung
er=
teilt.
Der Vorſitzende ſtimmt den Anregungen des Dr.
Weißmann bezüglich der Statiſtik zu. Was den Artikel
der Woche betrifft, ſo hat der Vorſitzende ſich vorbehalten,
den Artikel vor Erſcheinen zu prüfen und eventuell zu
ändern. Der Artikel wird im übrigen vom geſchäftlichen
Standpunkt aufzufaſſen ſein und nicht als eine Tätigkeit
des Verkehrsausſchuſſes. — Es folgten Mitteilungen über
die Zuſchüſſe aus den einzelnen beteiligten Gemeinden,
über die Zeit und Art der Anzeigen=Reklamen uſw.
Herr Forſtmeiſter Guntrum=Heppenheim möchte an
die Bewilligung des Zuſchuſſes die Bedingung knüpfen,
daß man auf die Geſtaltung der Anzeige Einfluß erhält.
Das wird zugeſagt. — Herr Dr. Koppe=Seeheim bittet,
dafür zu ſorgen, daß die an den Verkehrsausſchuß
gerich=
teten Anfragen möglichſt allen dem Verkehrsausſchuſſe
angeſchloſſenen Bergſtraßenorten zugeſandt werden,
da=
mit jeder Ort Gelegenheit erhält, ſeinerſeits ſeine Führer,
Proſpekte uſw. dem Anfragenden zuzuſenden. — Der
Vorſitzende ſtellt feſt, daß das bereits geſchieht und
daß der Verkehrsausſchuß ſelbſt ſämtliche Reklamen in
Form von Sammelmappen den Anfragenden zuſendet.
Herr Leonhardt=Auerbach berichtet über die Tätigkeit
in ſeiner Organiſation und beſtätigt, daß alle Anfragen
in der unparteiiſchſten Weiſe beantwortet werden. — Herr
Lehrer Weide=Jugenheim bittet, den Jahresbericht in
Zukunft von der Rechnung und Voranſchlag zu trennen,
damit dem letzteren erhöhte Aufmerkſamkeit zugewendet
wird. — Herr Leonhard unterſtützt dieſe Anregung. Der
Jahresbericht wird dann genehmigt, ebenſo der
Vor=
anſchlag.
Es folgte Punkt 2 der Tagesordnung, die
Verle=
ſung des Verhandlungsberichts der letzten
Hauptverſammlung durch Herrn Schriftführer Lehrer
Weide. Der Bericht wird nach kurzer Debatte
genehmigt. — Zur
Neuwahl des Vorſtandes
beantragt Herr Dr. Weißmann, den Vorſtand durch
Zuruf wiederzuwählen. (Lebh. Bravo.) Herr
Käm=
merer=Jugenheim hegt jedoch Bedenken gegen die
Wie=
derwahl des Herrn Sieben, weil dieſer nach einer
jüngſt durch die Preſſe gegangenen Notiz in die Direktion
der „Landhausgeſellſchaft” Bensheim, einer reinen
Er=
werbsgeſellſchaft, gewählt worden ſei, was ſich nach
Mei=
nung des Redners nicht mit dem Amt des Vorſitzenden
des V.=V. vereinbaren läßt.
Herr Sieben erklärt hierzu, daß er ſchon vorher im
engeren Ausſchuß das Erſuchen geſtellt hat, ihm einen
ge=
ſchäftsführenden zweiten Vorſitzenden zur Seite zu ſtellen,
da er allerdings entlaſtet werden müſſe. Jedoch ſtelle ſeine
Zugehörigkeit zur Landhausgeſellſchaft ſonſt kein
Hinder=
nis dar, ſein Amt als Vorſitzender des Verkehrsausſchuſſes
weiter zu behalten. Die gleiche Anſicht vertraten unter
lebhaftem Beifall der ganzen Verſammlung die Herren
Rechnungsrat Wiegand und Dr. Weißmann, welch
letzterer Herrn Kämmerer erſucht, ſeinen Widerſpruch
fallen zu laſſen. Herr Kämmerer zieht darauf ſeinen
Antrag zurück. (Beifall.) Nach einer kurzen Beſprechung
der Angelegenheit der Landhausgeſellſchaft, der
Agen=
ten ꝛc., an der ſich die Herren Guſtav Müller=
Bens=
heim, Sieben, Auler, beteiligen, wird der Antrag
auf Wiederwahl einſtimmig angenommen,
Satzungsänderung.
Da keine Anträge vorliegen, folgt die nächſte Poſition
der Tagesordnung, Beſchlußfaſſung über etwaige
Ab=
änderung der Satzung. Es handelt ſich darum, wie ſchon
erwähnt, daß noch ein weiterer Herr in den Vorſtand
ge=
wählt werden kann, der Herrn Sieben entlaſtet. Herr
Leonhardt, der vorgeſchlagen wird, lehnt ab. Es wird
dann die Satzungsänderung beſchloſſen und weiter
be=
ſchloſſen, den ſtellvertretenden erſten Vorſitzenden aus
Bensheim zu wählen. Da auch der vorgeſchlagene Here
G. Müller ablehnt, wird beſchloſſen, dem Vorſtand die
Wahl des Herrn zu überlaſſen.
Ueber die Wahl des Orts der nächſten
Haupt=
verſammlung entſteht eine längere Debatte als
deren Ergebnis auf Antrag des Landtagsabgeordneten
Wiegand=Heppenheim gewählt wird.
Zum letzten Punkt der Tagesordnung erwähnt der
Vorſitzende, daß der Gemeinderat von Alsbach
be=
ſchloſſen habe, aus dem Verkehrsausſchuß auszutreten.
Das ſei umſomehr zu bedauern und befremdlich, als durch
das mit großen Koſten erſtellte Panorama dauernd noch
für Alsbach Reklame gemacht wird. Herr Gemeinderat
Lebrecht erklärt, der Beſchluß ſei gefaßt worden, weil
Alsbach ſich nicht genügend in der Reklame berückſichtigt
fühlt. Redner wolle verſuchen, den Beſchluß rückgängig
zu machen.
Herr Lehrer Weide übt Kritik an der neuen
Fahr=
planänderung, die Verſchlechterung des Anſchluſſes
vor=
mittags mit Darmſtadt und Pfungſtadt und abends mit
dem Theaterzug gebracht habe Die Wünſche gehen an
den engeren Ausſchuß. Herr Landtagsabgeordneter
Auler regt an, anzuſtreben, daß Vereine, die in die
Bergſtraßenorte kommen und kleinere Konzerte oder
Tanz=
vergnügen veranſtalten, ſtempelfrei bleiben, wie in Baden.
— Herr Leonhardt bittet, den Verſuch zu machen, daß
der Verkehrsausſchuß einen Sitz im Eiſenbahnrat erhält.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt. Der
Vor=
ſitzende ſchließt mit Dankesworten die Verſammlung.
Ein an die Teilnehmer der Verſammlung zur
Ver=
teilung gelangender neuer reichilluſtrierter Führer
durch Auerbach in gediegener künſtleriſcher Weiſe
hergeſtellt in der L. C. Wittichſchen Hofbuchdruckerei zu
Darmſtadt, fand allgemeine Anerkennung.
Luftfahrt.
Gordon=Bennett=Rennen der
Frei=
ballons.
sr. Berlin, 29. Okt. Von den 20 geſtarteten
Ballons ſind bereits acht im Laufe des Montags
ge=
landet, die ſich auf die Fläche Budapeſt ſüdlich,
Kur=
land öſtlich und Pommern weſtlich verteilen. Es ſind
aber noch Ueberraſchungen zu erwarten, da man einzelne
Ballons auf die Oſtſee hat gehen ſehen. Als erſter
lan=
dete der däniſche Ballon „Hoſtin” (Führer Kapitän
Sei=
delin) in der Nähe von Prag. Seinem Beiſpiele folgte
bald der Amerikaner „Million Population” der bei
Ueckermünde im Angeſichte der Oſtſee niederging. Als
Nächſte folgten dann die beiden ſchweizer Ballons „
Hel=
vetia” der durch Sturm in der Nähe von Danzig zur
Landung gezwungen wurde, und „Azuera” der bei
Unter=
franken niederging. Weitere Landungsmeldungen liegen
vor von den beiden Oeſterreichern „Aſtarte” bei Zarzycy
in Oeſterreichiſch=Schleſien und Ballon „Busley” in der
Nähe von Prag, während der Italiener „Libia” in der
Provinz Poſen niederging. Als letzter landete der
Bel=
gier „Winckeler” am Montag abend 10½ Uhr in der Nähe
von Aleranderhof in Kurland Dieſer hat bis jetzt mit
1250 Kilometer die längſte Strecke zurückgelegt.
* Stuttgart, 29. Okt. Von den an der
Gor=
don=Bennett=Fahrt teilnehmenden Ballans
ſind weiter folgende gelandet: Ballon „Minekelers”
(Belgien) heute nacht halb 11 Uhr unweit Leichtpeter bei
Alexanderhof (Rußland) glatt gelandet; Ballon „
Frank=
furt” (Oeſterreich) bei Schneeſturm unweit
Großlos=
wieski 4,15 Uhr früh glatt gelandet; Ballon „
Reichs=
flugverein” (Deutſchland) morgens 1,43 Uhr bei
Sta=
tion Dukſty im Gouvernement Kowno glatt gelandet.
* München, 30. Okt. Heute vormittag iſt der der
Fliegerabteilung zugeteilte Leutnant Hamburger vom
16. Infanterie=Regiment abgeſtürzt. Er erlitt einen
Schädelbruch, einen Bruch des rechten Oberarms und des
linken Unterſchenkels.
Ein Unfall des deutſchen Kronprinzen.
* Danzig, 30. Okt. Der Kronprinz iſt geſtern
infolge eines Fehltrittes ſeines Pferdes bei der
Schlepp=
jagd mit dem Pferd zu Fall gekommen. Er zog
ſich einen Bluterguß im rechten Arm,
Verletzun=
gen im Geſicht und am Kopf zu und mußte in die
kronprinzliche Villa nach Danzig gebracht werden. Das
Befinden des Kronprinzen iſt heute durchaus befriedigend,
doch iſt er verhindert, an den Beiſetzungsfeierlichkeiten
für die Prinzeſſin Rupprecht von Bayern in München
teilzunehmen, an denen als Vertreter des Kaiſers nun
Prinz Eitel Friedrich teilnehmen wird.
IB. Danzig, 30. Okt. Der Kronprinz wurde
nach ſeinem Unfall in das kronprinzliche Palais gebracht.
Sein Befinden iſt heute durchaus befriedigend,
und irgend welche Komplikationen ſind nicht zu
be=
fürchten.
Die Erkrankung des ruſſiſchen Thronfolgers.
* Kopenhagen, 30. Okt. Wegen der in
Kopen=
hagen verbreiteten Gerüchte über die Verletzungen des
ruſſiſchen Thronfolgers Alexei hat die verwitwete
Kaiſerin Marie, die Mutter des Zaren,
ausführ=
lichen telegraphiſchen Bericht von Petersburg gefordert,
der geſtern abend in der däniſchen Hauptſtadt einlief. Der
Leibarzt des Zaren telegraphierte: „Der
Zare=
witſch habe beim Spiel im Schloſſe von Spala einen
Un=
fall erlitten; er fiel auf ſeine linke Hüfte, und die ſo
er=
haltene Verletzung entzündete ſich. Der Thronfolger
be=
finde ſich jetzt viel beſſer und leide keinen Schmerz.
Im=
merhin dürfte er das Bett nicht vor Wochenfriſt verlaſſen.”
— Der Inhalt dieſer Depeſche wurde von der Kaiſerin
Marie unverzüglich an alle Mitglieder der däniſchen
Königsfamilie an den verſchiedenen europäiſchen Höfen
telegraphiert.
* Petersburg 29. Okt. Der Thronfolger
iſt heute in ein anderes Zimmer gebracht worden, wo er
den ganzen Tag über in guter Stimmung verbrachte. Die
Temperatur betrug am Tage 37,3, abends 37,5 Grad,
Puls 120.
* Petersburg, 30. Okt. Nach dem heute
vor=
mittag ausgegebenen Krankheitsbericht ſchlief der
Thronfolger mit kurzen Unterbrechungen über acht
Stunden; er erwachte munter. Die Kräfte nehmen
ſicht=
lich zu. Die Temperatur betrug heute vormittag 37,1,
Puls 112.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Gehaltsregelung der
Volksſchul=
lehrer.
Ein Einſender hat es für angezeigt gehalten, in Nr
251 d. Bl. die Nebenverdienſte der ſtädtiſchen Schulleiter
(Hauptlehrer) einer Erörterung zu unterziehen. Sollen
dieſe Auslaſſungen auf Zuverläſſigkeit Anſpruch machen,
ſo kann das Material zu denſelben nur aus amtlichen
Quellen ſtammen, alſo entweder aus den Akten der
Schulbehörden oder den Steuerliſten. Solches Material
aber in öffentlichen Erörterungen zu verwenden, iſt
jeden=
falls unſtatthaft und kann nicht anders als ein Mißbrauch
bezeichnet werden, der um ſo ſchwerer wiegt, als hier
gegen die zuſtändigen Behörden indirekt der Vorwurf
er=
hoben wird, daß ſie in einer das zuläſſige Maß
über=
ſchreitenden Weiſe die Uebernahme von Nebenämtern
ge=
nehmigt und damit die Intereſſen der Hauptämter nicht
genügend gewahrt hätten. Daß dies aber nicht zutreffend
iſt, weiß jeder, der mit den einſchlägigen Verhältniſſen
auch nur oberflächlich vertraut iſt, und ſo charakteriſiert
ſich jene Erörterung einesteils als eine Uebertreibung,
anderenteils aber als eine Irreführung des ferner
ſtehen=
den Publikums. Ob von den ſtädtiſchen Lehrern nur
einer eine Nebeneinnahme bis zu 3000 Mark bezieht,
wiſſen wir nicht; ſicher iſt aber, daß unter den
Schul=
leitern keiner auch nur den dritten Teil dieſer Summe
zu verſteuern hat; ſicher iſt ferner, daß etwa die Hälfte
der Schulleiter überhaupt keine Nebeneinkünfte hat, und
daß die der anderen ſich meiſt in durchaus beſcheidenen
Grenzen halten, die mit den Nebeneinnahmen von
man=
chen Beamten gar nicht verglichen werden können. Im
übrigen muß doch darauf hingewieſen werden, daß die
von Schulleitern bekleideten Nebenämter vorwiegend
ſolche ſind, die ihnen entweder ohne ihr Zutun von der
Behörde übertragen wurden oder in die ſie durch das
Vertrauen der Lehrerſchaft berufen worden ſind. Weiß
das der Herr Einſender nicht? Weiß er nicht, daß
bei=
ſpielsweiſe die Leitung der obligatoriſchen
Fortbildungs=
ſchule ſeit ihrem Beſtehen mit dem Amt des Schulleiters
der I. Knabenſchule verbunden iſt, daß alſo das
Neben=
amt hier nichts anderes iſt, als ein Teil ſeines geſamten
Amtes in gleicher Weiſe, wie die Leitung eines
päda=
gogiſchen Seminars mit der Direktion einer höheren
Schule vereinigt iſt? Wenn der Leiter dieſer
Knaben=
ſchule für ſeine Arbeit in der Fortbildungsſchule eine
be=
ſondere Vergütung erhält, ſo iſt dieſe Vergütung nichts
anderes als ein Teil ſeines Geſamteinkommens, das nur
um deswillen höher iſt, als das der anderen Schulleiter,
weil ſein Amt ein verantwortungsvolleres iſt. Und wer
hieran etwas mäkeln will, der könnte in allen Zweigen
der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Verwaltungen Gelegenheit
zum Mäkeln finden. Und warum ſollte einem
Haupt=
lehrer, wenn er das Zeug dazu hat, nicht geſtattet ſein,
am Sonntage, an dem er doch wie jeder andere Lehrer
und jeder Beamte dienſtfrei iſt, das Amt eines Organiſten
zu verſehen? Wird hierdurch bei dem Schulleiter das
Hauptamt beeinträchtigt, wenn dies bei einem anderen
Lehrer nicht anzunehmen iſt? Und warum ſollte es
end=
lich einem Hauptlehrer verwehrt ſein, ſich in ſeinen
Abend=
ſtunden, die ein anderer vielleicht am Stammtiſch
ver=
bringt, wiſſenſchaftlich oder literariſch zu beſchäftigen und
hierdurch eine kleine Nebeneinnahme zu erzielen?
Be=
findet er ſich hierbei nicht in guter Geſellſchaft aus
An=
gehörigen aller gebildeten Stände?
Erweiſt ſich hiernach der Feldzug gegen die
Neben=
beſchäftigungen der Hauptlehrer als ungerechtfertigt, ſo
ſind es die Schlußfolgerungen, die der Heer Einſender an
ſeine Auslaſſungen anknüpft, noch weit mehr. Ausdrücke
wie „ſcheinbare Arbeitsleiſtung”, oder „das
Hauptlehrer=
ſyſtem ſei ein Blendwerk” beruhen entweder auf völliger
Unkenntnis der tatſächlichen Verhältniſſe oder ſind gegen
beſſeres Wiſſen geſchrieben. Das Hauptlehrerſyſtem iſt
keine ſpezifiſch Darmſtädter oder heſſiſche Einrichtung,
ſon=
dern beſteht faſt in allen deutſchen Staaten (wenn auch
unter anderem Namen), hat ſich in ſeinem Grundcharakter
überall bewährt und wird ebenſowenig beſeitigt werden
können, wie das Direktorium höherer Schulen oder die
Leitung anderer Anſtalten und Körperſchaften. Daß aber
das Amt eines Darmſtädter Schulleiters nicht
Ar=
beit genug biete, wird ſchon dadurch widerlegt, daß in
anderen deutſchen Staaten (Preußen) einem Schulleiter
in der Regel nur 15 oder 16 Klaſſen unterſtellt ſind
wäh=
rend die meiſten hieſigen Schulen zur Zeit 20, 24, 26 und
mehr Klaſſen zählen. Die verſteckte Aeußerung, als ſetzten
die Hauptlehrer nicht wie die anderen Lehrer ihre volle
Kraft im Dienſt der Schule ein, iſt eine Schmähung, über
die ein weiteres Wort zu verlieren ein ehrenhafter Mann
unter ſeiner Würde halten muß. Hierüber haben
be=
rufenere Inſtanzen, deren Urteil nicht von „Mißmut und
Mißgunſt” geteilt iſt, zu entſcheiden und ihren Entſcheid
auch ſchon ſehr oft abgegeben. Daß übrigens bei der
übergroßen Mehrzahl der hieſigen Lehrerſchaft „Mißmut
und Mißgunſt” gegenüber dem Hauptlehrerſyſtem nicht
vorhanden ſind, hat ſich gerade in dieſen Tagen infolge
der Auslaſſungen des Herrn Einſenders recht deutlich
gezeigt.
* Wie ſtellt ſich die hieſige Stadtverwaltung zu dem
bedeutenden Fleiſch= und Wurſtabſchlag in Mainz und
auch in anderen Städten Nach dem Darmſtädter
Tag=
blatt vom 30. Oktober 1912 wird in Mainz däniſches
Rind=
fleiſch per Pfund bis 20 Pfennig billiger verkauft als
durch den „Städtiſchen Fleiſchverkauf” in Darmſtadt.
Sollte in Darmſtadt die Rückſichtnahme auf die
Darm=
ſtädter Metzger den Preis beſtimmen? Und wann
er=
folgt bei den hieſigen Metzgern ein Abſchlag, wie dies
ſchon in vielen anderen Städten der Fall iſt?
Einer für viele.
Eiſenbahnunfall.
* Berlin 30. Okt. Heute morgen 7 Uhr 35 Min.
fuhr auf der Station Jannowitzbrücke der
Nord=
ringzug 1759 auf den auf Gleis 3 haltenden, von der
Station Grunewald nach Friedrichshagen fahrenden
Vorortzug 2277 wahrſcheinlich infolge Ueberfahrens
des Halteſignals. Insgeſamt ſind 46 Perſonen
ver=
letzt worden. Die Verletzungen ſind bis auf vier leichte.
Die Lokomotive des Nordringzuges und zahlreiche
Wa=
gen der beiden Züge ſind erheblich beſchädigt. An der
Unfallſtelle erſchienen bald Geheimer Baurat Lehmann
von der königlichen Eiſenbahndirektion, Geheimer
Bau=
rat Wambsganß von der Betriebsinſpektion und die
Feuerwehr mit mehreren Zügen unter der Führung des
Branddirektors Reichel. Vom Schleſiſchen Bahnhof wurde
ein Sanitätszug entſandt, der ſich ſofort um die Verletzten
bemühte. Ebenſo leiſteten die Unfallſtationen aus der
Kommandantenſtraße und am Spittelmarkt die erſte Hilfe.
Der Betrieb auf Gleis 3 iſt vollkommen unterbrochen.
Die Züge fahren nur in der Richtung nach
Charlotten=
burg.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
O Daß die programmatiſche Formel der Mächte
von der Aufrechterhaltung des status quo
am Balkan unter den jetzigen Umſtänden keine
bin=
dende Kraft mehr beſitzt, iſt zuerſt in London und in
Paris anerkannt worden. Die Dienstagrede des
öſter=
reichiſchen Miniſterpräſidenten und; gleichzeitige
Aeußer=
ungen der maßgebenden Wiener Preſſe laſſen die
Geneigt=
heit Oeſterreichs erkennen, auf denſelben Boden zu
treten. Wie am Sonntag von Poincaré, ſo iſt jetzt auch
vom Grafen Stürgkh jedes Eingehen auf die
status quo=Formel vermieden worden. Hierzu kommt,
daß das amtliche Wiener Fremdenblatt nicht nur der
Sympathie für die Balkanſtaaten im allgemeinen
Aus=
druck gibt, ſondern auch den status quo als ungeſtörten
Fortbeſtand wichtiger Intereſſen der europäiſchen
Groß=
mächte definiert. Damit hat die Forderung der
Aufrecht=
erhaltung des status quo einen neuen Inhalt bekommen,
der gerade deswegen ins Gewicht fällt, weil er von
öſter=
reichiſcher Seite ſtammt. Hält man ſich ferner vor Augen,
daß ſowohl die liberale Neue Freie Preſſe wie die
chriſt=
lich=ſoziale, dem Erzherzog Thronfolger naheſtehende
Reichspoſt klipp und klar für ein Zuſammengehen
Oeſter=
reich=Ungarns mit den Balkanſtaaten als kräftigen
Trä=
gern der Zukunft eintreten, dann darf als ein der
Er=
haltung des Weltfriedens ſehr weſentlich dienendes
Mo=
ment die Bereitwilligkeit der Donaumonarchie für ein
Kompromiß feſtgeſtellt werden, von der beim
Aus=
bruch des Krieges wenig zu ſpüren war.
St. Petersburger Stimmen, die
draht=
lich übermittelt werden, dürften dieſe Bereitwilligkeit
nicht beeinträchtigen Durch die panſlawiſtiſchen Angriffe
auf Saſonow, der den Abſchluß eines Bundes mit den
Balkanſtaaten verſchlafen habe, klingt die Erkenntnis
hin=
durch, daß künftig die Balkanſtaaten ſelbſtändige
Machtfaktoren würden ſein wollen. Die frühere
ruſſiſche Berechnung, ein von der Türkei losgelöſtes
Bul=
garien werde dauernd in Abhängigkeit von Rußland
blei=
ben, hat kein geringerer als Fürſt Bismarck in den
„Gedanken und Erinnerungen” mit den Worten
zurückge=
wieſen: „Dieſe Berechnſng würde wahrſcheinlich auch
dann nicht zugetroffen ſein, wenn der Friede von San
Stefano ungeſchmälert zur Ausführung gekommen wäre.”
Wenn freilich Londoner Blätter den ſelbſtbewußten
Balkanſtaaten die Abſicht zuſchreiben, jeden
Einmiſch=
ungsverſuch der Großmächte zurückweiſen und
der Türkei die Friedensbedingungen unter den Toren von
Konſtantinopel diktieren zu wollen, ſo iſt das eine
Ueber=
treibung, zu der die verantwortlichen Staatsmänner der
Balkan=Königreiche ſchwerlich Ankaß gaben. In dieſer
Beziehung aber wird vom türkiſchen Heere nicht
wenig abhängen. Eine Wiederherſtellung der türkiſchen
Waffenehre mit ihren politiſchen Folgen iſt nicht
ausge=
ſchloſſen. Wenigſtens wird man nach früheren
Erfahr=
ungen eine Wendung nicht für unmöglich halten, die der
Türkei eine weſentlich günſtigere Stellung verſchafft, als
ſie gegenwärtig einnimmt.
Serbiſche Anſichten über die Kriegsdauer.
* Belgrad 24. Okt. Auf dieſe jetzt brennende
Frage hat die hieſige Zeitung Straza folgende Antwort:
Europa intereſſiert ſich in dieſem Augenblick nicht ſo ſehr
für die einzelnen Abſchnitte des Krieges als dafür, wie
lange er dauern wird. Dieſes Intereſſe erſcheint dadurch
berechtigt, daß der jetzige Krieg einer der
merk=
würdigſten und blutigſten zu werden verſpricht.
Gegen die Türken mit ihren veralteten Ideen hat ſich der
ganze übrige Balkan erhoben. Der Haß der Chriſten
gegen ihren jahrhundertelangen Mörder ihrer
Stammes=
genoſſen hat ſeinen Höhepunkt erreicht, deshalb werden
die bevorſtehenden Kämpfe mit der größten Erbitterung
geführt werden. Die politiſchen Zuſtände in Europa
be=
ginnen ſich zugunſten der Balkanvölker zu wenden. Und
je ſtärker deren Kraft ſein wird, umſomehr wird ſich Europa
auf ihre Seite ſtellen, denn das iſt in Wahrheit das beſte
Zeichen dafür, daß dieſer Krieg nicht das Ergebnis von
Wünſchen beſtimmter einzelner Kreiſe in den
Balkan=
ſtäaten iſt, ſondern daß dieſer Krieg von den Völkern
verlangt wird. Und dem Willen und Verlangen der
Volksmaſſen kann ſich niemand widerſetzen. Mit Rückſicht
hierauf iſt auf ein Beendigen des Krieges vor dem
end=
gültigen Sieg überhaupt nicht zu warten, der eine neue
Regelung (Ordnung) der Dinge auf dem Balkan
einzu=
führen hätte. Heute, wo die Balkanvölker wie ein Mann
aufgeſtanden ſind, um eine nur ſie und keines anderen
betreffende Frage zu löſen, kann und darf von einer
Ein=
miſchung Fremder nicht die Rede ſein. Nach
un=
endlich langem Warten, nach einer außergewöhnlichen
Geduld iſt das Aufbegehren der Unzufriedenheit derartig
laut geworden, daß keinerlei Hinderniſſe es zu beſänftigen
vermögen. Die Balkanvölker ſind diejenigen, die gewillt
waren, die Angelegenheit mit den Türken ohne
Blutver=
gießen zu regeln, und dieſe ſind infolge ihres ewigen
Blutdurſtes an all dem Uebel ſchuld. „Nur durch das
Schwert,” riefen die Türken. Nun gut, es ſei, aber dieſer
Zweikampf muß auf Leben und Tod ſein, ein Duell ohne
Sekundanten, ohne Einſchränkungen. Deswegen können
auch unſere Erfolge in Alt=Serbien und Mazedonien
die=
ſen Krieg nicht beſchließen. Sein Ende findet er vor den
Mauern Konſtantinopels und wenn es dem allgütigen
Chriſtengott gefällt, ſo wird in Bälde über Konſtantinopels
Mauern anſtatt des Halbmondes das heilige
Kreuzes=
zeichen herrſchen und den Völkern Europas kundtun, daß
die kleinen, aber kühnen Balkanchriſten die längſt erſehnte
Freiheit erlangt haben. Und bis dies erreicht iſt, wird
der Krieg dauern.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatze.
* Konſtantinopel, 29. Okt. Eine
Lokalkorre=
ſpondenz meldet, daß nach an das Kriegsminiſterium
ge=
langten offiziellen Nachrichten die türkiſche Armee den
allgemeinen Angriff auf der ganzen Linie im Norden von
Kirk=Kiliſſe-Marraſch begonnen habe und daß
die Bulgaren ſich zurückziehen.
* Konſtantinopel, 30. Okt. Eine amtliche
De=
peſche des Kriegsminiſters meldet unter dem 29. d. M.:
Seit heute mittag iſt die Armee in eine Schlacht
ver=
wickelt. Die Armee zeigt Widerſtandskraft und
Entſchloſ=
ſenheit, welche Tatſachen beweiſen, daß der die Truppen
beſeelende Geiſt ausgezeichnet iſt. Eine zweite Depeſche
des Kriegsminiſters vom gleichen Tage beſagt: Die heute
mittag begonnene Schlacht wird mit Heftigkeit fortgeſetzt.
Die Schlacht entwickelt ſich für die Türken günſtig, die
im Vorrücken begriffen ſind. Der Kriegsminiſter drückte
die Hoffnung aus, daß die türkiſchen Armeekorps die
Schlacht mit Gottes Hilfe gewinnen werden.
HB. Paris, 30. Okt. Der Matin erhielt um 10.45
Uhr abends ein Telegramm aus Konſtantinopel, wonacht
der geſtern bei Adrianopel begonnene Kampf
mit großer Heftigkeit fortdauert. Im Laufe der
Schlacht ſind die türkiſchen Truppen vorgerückt und haben
Gebiete gewonnen. Der Kriegsminiſter erklärte, daßer
auf einen Sieg rechne.
Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatze.
* Sofia, 29. Okt. (Meldung der Agence Bulgare.)
Nach einem vom Blatt Mir veröffentlichten Detailbericht)
war die Schlacht von Kotſchana eine der
mörde=
riſchſten unter allen Kämpfen und dauerte beinahe drei
Tage und zwei Nächte. Während des erſten Tages und
der darauf folgenden Nacht leiſteten die Bulgaren 18
tür=
kiſchen Bataillonen Widerſtand, welche nach und nach durch
Truppen von Iſtip verſtärkt worden waren. Die Kämpfe
wurden beſonders durch zahlreiche Bajonettangriffe
er=
bittert. Die Türken wurden trotz ihres Widerſtandes
zer=
ſprengt und flüchteten in voller Unordnung. Vor dem
Kampfe hatten die Türken 300 Bulgaren gefangen
genom=
men, welche von den ſiegreichen Truppen befreit wurden.
Der Einmarſch der bulgariſchen Truppen in Kotſchanai
löſte bei der Bevölkerung großen Jubel aus.
HB. Belgrad, 30. Okt. 7000 Türken (?) ſind in
Köprülü von den Serben gefangen genommen
wor=
den. Die Bevölkerung von Iſtip ſoll ſich gegen die
Tür=
ken aufgelehnt haben. Die Aufrührer bemächtigten ſich
der Waffen, die in den türkiſchen Arſenalen untergebracht
waren. Die Avantgarde der ſerbiſchen und bulgariſchen
Truppen iſt bereits in Iſtip eingetroffen.
HB. Paris, 30. Okt. Der Matin meldet aus Athen:
Nach einem heftigen Kampfe hat der linke Flügel der
theſſaliſchen Armee geſtern die türkiſche Armee
bei Caylerion zurückgeſchlagen. Die Türken haben bei
der Flucht mehrere Geſchütze und bedeutendes
Kriegs=
material zurückgelaſſen. Ferner wurden von den
Grie=
chen zwei Fahnen erobert. Die Verluſte auf ſeiten der
Türken ſind bedeutend. Sonntag nachmittag 3 Uhr haben
die griechiſchen Truppen die Türken bei Aghia Caterina,
an der Meeresküſte, angegriffen und die Stadt geſtern
morgen beſetzt. Der Feind wird energiſch verfolgt.
* Athen, 30. Okt. Der König depeſchierte an
Venizelos aus Koſchanj: Nachdem der linke
Flü=
gel der Armee den Feind geſchlagen hatte, verfolgte er
ihn bis Malbankoei und eroberte in erbittertem Kampfe
die Fahnen zweier türkiſcher Bataillone, die mir ein
Ab=
geſandter überbrachte. Auch der Kronprinz ſandte mir
die Fahne eines türkiſchen Bataillons von Drama zu, die
in der Schlacht bei Serfidſche erbeutet wurde. Die
ruhm=
reichen Trophäen der tapferen Armee erfüllten mich mit
Freude und Stolz und ich beeile mich, Sie und mein Volk
daran teilnehmen zu laſſen. Nach dreiſtündiger Schlacht
am Sonntag bei Caterina wurde dies geſtern morgen von
der griechiſchen Armee beſetzt. Die Verfolgung des
Fein=
des wird fortgeſetzt. In der Schlacht bei Malbankoei
hatten wir etwa 100 Verwundete.
Ein deutſcher Augenzeuge von Kirk=Kiliſſe.
Ein deutſcher Krankenpfleger vom Roten Kreuz, der
auf dem Schlachtfelde von Kirk=Kiliſſe tätig war, ſchildert
in lebendigſter Weiſe ſeine Erlebniſſe und Eindrücke in
den Leipziger Neueſten Nachrichten. Nachdem der
Ver=
faſſer das Terrain von Kirk=Kiliſſe mit ſeinen felſigen
Hugeln und ſchwer erklimmbaren Weinbergen, die vor
dem bulgariſchen Sturm von türkiſchen Bajonetten und
Yatagans ſtarrten, geſchildert hat, erzählt er von den
nächtlichen Angriffen des bulgariſchen Heeres, die dem
erſten abgeſchlagenen Sturm folgten:
Ein furchtbarer Nahkampf, Mann gegen
Mann, entſpann ſich in den Weinbergen. Das Knattern
des Gewehrfeuers verſtummte mehr und mehr, mit der
blanken Waffe eroberten die Bulgaren die Weingärten,
während die Gegner jeden Schritt breit des Landes
hart=
näckig und zäh verteidigten. Yatagans, Handſchars, Meſ=
Nummer 257.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Seite 7.
ſer und Gewehrkolben, Tatarenbeile, ſelbſt die bloße Fauſt
und die Zähne benutzten die Verteidiger. Wir haben
ſpäter mehr als einen Bulgaren gefunden, dem die Gurgel
durchgebiſſen war. Viele gefangene bulgariſche Soldaten
waren auch von den Kurden gepfählt worden.
So hat das Morden gedauert ohne Unterbrechung
bis Mittwoch abend 5 Uhr. Da trat ein Stillſtand ein auf
der ganzen Linie. Die Türken ſcheinen aber doch ganz
richtig gefolgert zu haben, daß dies nur die Stille vor
dem Sturme ſei. Man ſah Raketen aufſteigen aus der
Feſtung, auch von verſchiedenen Forts. Was das zu
be=
deuten hatte, wurde im bulgariſchen Lager bald bekannt.
Von dem bulgariſchen Heeresteil, welcher oſtwärts bei
Jundala ſtand langte die Meldung an, die türkiſchen
Truppen ſeien im Abzuge auf Bunar Hiſſar begriffen.
So=
fort erging der Befehl an den General Stoilow, die
Ver=
folgung der Türken aufzunehmen und dem abziehenden
Mukhtar Paſcha womöglich den Rückzug abzuſchneiden.
Außerdem aber ſagte ſich der Generaliſſimus Sawow, daß
nunmehr die Zeit gekommen ſei, einen letzten
umfaſſen=
den Sturmangriff zu unternehmen. Eifrig wurden
alle Vorbereitungen hierzu getroffen, und gegen 11 Uhr
abends ſetzten ſich die Sturmkolonnen in Bewegung. Es
war verboten worden, zu ſchießen, man wollte mit
gefäll=
tem Bajonett die Höhen nehmen. Freilich verhinderte die
Wachſamkeit der Türken einen ſofortigen Erfolg. Die
Scheinwerfer der Forts blitzten auf und eine raſende
Ka=
nonade leitete dieſen letzten Sturm ein. Reihenweiſe
Iſtürzten die Bulgaren, aber weiter und weiter drangen
die Kolonnen vor, bis dicht an den feuerſpeienden Hügel
hinan. Der äußerſt hartnäckige Widerſtand der
Beſatz=
ung erlahmte, und es gelang den Bulgaren, drei Forts
der Nordbefeſtigung zu erſtürmen, freilich unter ſehr
großen Opfern. Aber einmal Herren der Höhen, gab es
kein Halten mehr. In den eroberten Forts wurden große
Mengen Munition und Proviant, ſowie zahlreiche
Ge=
ſchütze erbeutet.
Nun galt es, die Stadt ſelbſt anzugreifen. Die
Re=
ſerven wurden vorgezogen, und dann ging es durch die
Weingärten, über Hecken, Gräben und Mauern, gegen die
Feſtung ſelbſt. Hier in dem überaus ſchwierigen Terrain
hatte der zurückgeworfene Feind noch einmal Poſto
ge=
faßt. Ein grauſiger Nahkampf, Mann gegen Mann, in
ſtockfinſterer Nacht, wogte in den Weingärten hin und her.
Die bulgariſche Artillerie ſchoß Teile der Stadt in Brand,
während die Infanteriemaſſen ſchweigend, nur mit dem
Bajonett, in die Weingärten eindrangen. Ein
grauen=
haftes Gemetzel auf beiden Seiten entſpann
ſich hier. So oft auch die Bulgaren in geſchloſſener
Ko=
lonne heranſtürmten, immer und immer wieder warfen
die Türken die Eindringenden aus den Weingärten
hin=
aus, ihrerſeits ſelbſt mit dem Bajonett die
Zurückfluten=
den verfolgend. Bajonett, Meſſer, Handſchar und
Hai=
dukenbeil machten hierbei fürchterliche Arbeit. Das Blut
floß in Strömen. Es war für die Bulgaren der
verluſt=
reichſte Abſchnitt des ganzen Kampfes. Unterdeſſen waren
Verſtärkungen herangekommen. Die Artillerie ſetzte das
Bombardement auf die Stadt fort und nochmals traten
die Infanteriekolonnen den Sturm an. Der Tag
däm=
merte herauf, als die letzten Poſitionen der Türken
ange=
griffen wurden. Der verzweifelte Mut der Osmanen hielt
noch ſtundenlang ſtand. Endlich aber, es war zwiſchen
7 und 8 Uhr vormittags, drangen die Stürmenden von
drei Seiten, Norden, Nordoſten und Weſten, in die Stadt
ſein. Damit war der Fall von Kirk=Kiliſſe beſiegelt.
Die Verteilung der Beute.
* Belgrad, 29. Okt. Nach Mitteilungen einer
einge=
weihten Perſönlichkeit wird über die Verteilung des
türkiſchen Gebiets erklärt: Serbien erhält das Gebiet
von Medua am Adriatiſchen Meer bis zum Ochridaſee,
dann wieder in ſchräger Linie bis Koprülü und Iſtip, von
hier gerade hinauf zur ſerbiſchen Grenze. Montenegro
er=
weitert ſein Gebiet durch den linken Teil des Sandſchaks
Novibazar bis Prjepoijege; von hier geht die neue
mon=
tenegriniſche Grenze kreisförmig über Berane. Der rechte
Teil des Sandſchaks fällt an Serbien. Den Griechen wird
das Gebiet von Albanien bis hinauf zur neuen ſerbiſchen
Grenze zufallen. Ueber die Teilung Albaniens iſt noch
kein Beſchluß gefaßt. Es wäre möglich, daß dies
Oeſter=
reich als Kompenſationsobjekt zufällt. Saloniki und
Kon=
ſtantinopel bekommen eine groß= Umgebung, die
erterri=
torial geſtaltet wird mit Freihafen, unter der Verwaltung
eines Gouverneurs. Der ganze übrige Teil der Türkei
fällt zu Bulgarien.
Die Meldung iſt bezeichnend für den Optimismus
der Balkanſtaaten.
Sonſtige Meldungen.
* Berlin, 30. Okt. Nach der Voſſiſchen Zeitung
geht nach der Türkei, zunächſt nach Konſtantinopel, eine
Expedition des Roten Kreuzes unter Leitung
von Dr. Luxemburg, dem erſten Aſſiſtenten von Profeſſor
Bardenheuer=Köln, Dr. Juraſch=Leipzig und Dr. Feiſt
Wollheim=Berlin. Die zweite Expedition nach Belgrad
ſteht unter Führung von Oberarzt Dr. Mühſam, Dr.
Schliep=Berlin und Dr. Willem=Breslau. Die
Expeditio=
nen ſollen Ende der Woche mit dem nötigen Pflegeperſonal
und dem Verbandsmaterial nach dem Kriegsſchauplatz
ab=
gehen.
* London 30. Okt. Die Times ſchreibt: Wenn
das europäiſche Konzert den lokalen Krieg nicht
verhindern konnte, ſo iſt es doch in ſeinen Bemühungen
erfolgreich geweſen. Die amtliche Haltung, ſowohl
Oeſter=
reich=Ungarns, als auch Rußlands iſt kraftvoll und
konſe=
quent für den Frieden eingeſetzt worden. Es hat große
Verſuchungen gegeben, aber man hat ihnen ſtandhaft
Widerſtand geleiſtet. Das Blatt fährt fort, daß die
fried=
liche Politik Oeſterreichs und Rußlands die
Verantwort=
ung der übrigen Mächte weſentlich erleichtert habe und
gibt ſeiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß, wenn der
Augenblick komme, wo eine Intervention notwendig
werde, dieſe ſchwerlich durch Differenzen unter
den Mächten geſtört werden würde.
* Konſtantinopel, 30. Okt. Geſtern fand die
Inveſtierung des neuen Großweſirs
Kia=
mil ſtatt. Das kaiſerliche Reſkript beſagt, der Sultan
er=
warte, daß Kiamil genügende Maßnahmen treffen werde,
damit im gegenwärtigen Kriege die Ordnung und der
Erfolg für die Armee geſichert und die Rechte des
Reiches in jeder Richtung gewahrt würden.
Letzte Nachrichten.
* Belgrad, 30. Okt. Aus Vranja wird amtlich
gemeldet: Die ganze türkiſche Armee Mazedoniens, 80000
Mann ſtark, nahm an der Schlacht bei Kumanowo
teil. Die Serben hatten 400 Tote und 2000 meiſt leicht
„Verwundete, die Türken 16000 Tote; ſie verloren faſt die
ganze Artillerie. Bei dem Kampf bei Köprülü, der
kurz, aber erbittert war, verloren die Türken 5000 Mann.
Die türkiſchen Truppen wurden von neuem in
Verwir=
rung gebracht und in die Flucht geſchlagen.
H.B. Rjeka 30. Okt. Die mittlere Kolonne
unter der Führung des Kronprinzen Danilo und die ſüd=
liche Kolonne unter General Martinowitſch haben ſich
hinter Skutari auf der weſtlichen Seite vereinigt. Die
Umzingelung der Stadt iſt vollſtändig.
* Konſtantinopel, 30. Okt. An Stelle von
Abdullah iſt Naſim Paſcha zum Kommandeur
der Oſtarmee ernannt worden.
* Athen, 30. Okt. Wie aus Kotſchana telegraphiert
wird, wurde Verria von den griechiſchen Truppen ohne
Widerſtand beſetz t. Die muſelmaniſchen Familien
ſind in der Stadt geblieben. Die Notabeln erſchienen vor
dem Kronprinzen, um ihre Unterwerfung anzuzeigen.
Die Eiſenbahnverbindung Verria-Monaſtir iſt geſtört.
H.B. Wien, 30. Okt. Der Spezialkorreſpondent
der Reichspoſt berichtet: Am geſtrigen Tage, um ½2 Uhr
nachts, begann das Bombardement von
Adria=
nopel durch die in Poſition gebrachten Krupp=Geſchütze
von den Höhen bei Meierhof auf die modernen türkiſchen
Werke der Nordweſtfront vor Adrianopel. Die Türken
erwiderten das Feuer nur ſchwach. Die ganze Nacht
hin=
durch erfolgte der Anmarſch neuer bulgariſcher Truppen,
lauter Reſerve=Formationen, die nicht einmal Uniformen
beſitzen, ſondern in ihrer ländlichen Tracht eingereiht
wurden, noch mit Manlicher=Gewehren, Bajonett und
Patronentaſchen verſehen ſind Die Haubitzen und
Feld=
geſchütze rückten unter dem Schutze der Nacht in
natür=
liche Deckungen und begannen um 8 Uhr morgens ein
lebhaftes Bombardement, das bis ½10 Uhr vormittags
andauerte. Sodann begann das Vorrücken der
In=
fanterie. Der Angriff der bulgariſchen Oſtarmee auf
die türkiſche Armee am Ergene erfolgte heute in der
ge=
meldeten Gruppierung.
* London, 30. Okt. Dem Reuterſchen Bureau
zu=
folge ſetzen die Mächte ihre Beſprechungen
unter=
einander nachdrücklich fort, um die Meinungen der
ver=
ſchiedenen Regierungen bezüglich einer
Interven=
tion auf dem Balkan klarzuſtellen. Es wird betont, daß,
obwohl die militäriſchen Operationen das Bild der Lage
ſo ſehr veränderten, die Politik der Mächte bezüglich der
gemeinſamen Aktion unverändert bleibt. Die Arbeiten
vollziehen ſich in voller Harmonie, doch iſt natürlich ein
endgültiger Beſchluß über die Intervention unmöglich,
ehe eine entſcheidende Schlacht ſtattgefunden hat. Eine
beſonders bemerkenswerte Geſchäftigkeit herrſcht in
poli=
tiſchen Kreiſen Londons. Die Botſchafter halten
Beſprech=
ungen untereinander ab und machen häufig Beſuche im
Auswärtigen Amt.
Literariſches.
Neue amtliche Rangliſte. Infolge der am
1. Oktober d. J. eingetretenen Truppenvermehrungen und
Neuformationen iſt ſoeben eine Herbſtausgabe der
Rang=
liſte des aktiven Dienſtſtandes der Königlich Preußiſchen
Armee und des 13. (Königlich Württembergiſchen)
Armee=
korps mit den Dienſtaltersliſten der Generale und der
Stabsoffiziere, einem Anhange, enthaltend das
Reichs=
militärgericht, die Marine=Infanterie, die Kaiſerlichen
Schutztruppen und die Gendarmerie=Brigade in Elſaß=
Lothringen und einer Anlage, enthaltend die
Bezirkskom=
mandos I bis VI Berlin, im Verlage von E. S. Mittler
u. Sohn, Berlin SW. 68, erſchienen (Preis 3,75 Mk., in
Ganzleinwandband 5.— Mk.). Sie wird bekanntlich als
einzige amtliche Ausgabe in der Geheimen Kriegs=Kanzlei
redigiert. Die vorliegende Ausgabe ſchließt mit dem
Stand vom 6. Oktober. Nicht nur bei der Armee, ſondern
auch im öffentlichen Verkehr und geſchäftlichen Leben
be=
findet ſich dieſes wichtige Nachſchlagebuch tagtäglich in
Be=
nußung. Es ſei wegen ſeiner Unentbehrlichkeit und
prak=
tiſchen Brauchbarkeit bei ſeinem Neuerſcheinen wieder aufs
beſte empfohlen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. Okt. Der Landtagsabgeordnete D.
Hackenberg (natl.), 4. Koblenzer Wahlkreis, iſt heute
vormittag in Hottenbach (Bezirk Trier) geſtorben.
* Berlin, 30. Okt. Im Streit der deutſchen
Filterkompagnie, hinter der die Deutſche
Gas=
glühlicht=Aktiengeſellſchaft ſteht, wurde die Deutſche Filter=
Kompagnie in dem geſtrigen Termin vor der
Nichtig=
keitsabteilung des kaiſerlichen Patentamts koſtenpflichtig
abgewieſen. Es handelte ſich um den von der
Deut=
ſchen Filter=Kompagnie geſtellten Antrag auf
Nichtig=
keitserklärung des Permuit=Verwendungspatentes.
* Wiesbaden, 30. Okt. Der Stadtſekretär von
Elt=
ville, Philipp Mohr wurde wegen Unterſchlagung
und Untreue, die er in ſeiner Eigenſchaft als Stadtſekretär
ſich hat zuſchulden kommen laſſen, zu acht Monaten
Ge=
fängnis verurteilt. Außerdem wurde ihm die
Be=
fähigung abgeſprochen, innerhalb dreier Jahre ein
öffent=
liches Amt zu bekleiden.
* München, 30. Okt. Die Kammer der
Reichs=
räte nahm den Geſetzentwurf über den Kriegszuſtand
einſtimmig en bloe an und wurde nach der Erledigung des
noch ausſtehenden Etats und damit des geſamten Budgets
durch Allerhöchſte Botſchaft bis auf weiteres vertagt.
* New=York, 30. Okt. Polizeileutnant Becker iſt
zum Tode durch Elektrizität verurteilt worden.
— Charlottenburg, 30. Okt. Die Reviſion der
Stadthauskaſſe ergab, daß die Depots völlig intakt
ſind. Es fehlen im ganzen 35000 Mark bares Geld.
— Frankfurt a M., 30. Okt. Die Polizei hat zwei
Mormonen, die in Frankfurt Werbungen für das
neue Zion dieſer Sekte in Utah vornehmen wollten,
ausgewieſen. Sie müſſen innerhalb 5 Tagen das
preußiſche Staatsgebiet verlaſſen.
H. B. München, 30. Okt. Aus Anlaß der heutigen
feierlichen Aufbahrung der Leiche der
Prinzeſſin Rupprecht herrſchte ein ungeheurer
Andrang vor der Kirche. Bis mittags waren bereits
50000 Perſonen an dem Katafalk vorübergezogen. Von
zahlreichen Häuſern wehen Trauerfahnen.
— Karlsruhe, 30. Okt. Geheimer Hofrat Dr.
Löh=
lein, ein bedeutender badiſcher Schulmann, iſt im Alter
von 84 Jahren geſtorben.
Dresden, 30. Okt. Der Kommandeur des 177.
In=
fanterie=Regiments, Oberſt Ullrich, erlitt geſtern, als er
ein elektriſches Lichtbad nahm, einen Herzſchlag.
Er war ſofort tot.
H. B. London, 30. Okt. Durch die vorzeitige
Enk=
zündung einer großen Menge
Feuerwerks=
körper wurden geſtern in der Londoner Vorſtadt
Cubiltown 8 junge Leute beiderlei Geſchlechts mehr oder
weniger ſchwer verletzt. Ein Knabe hatte das Feuerwerk,
offenbar ohne ſich der Folgen bewußt zu ſein, mit einem
Streichholz in Brand geſetzt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Teiltief, das geſtern über Skandinavien lag, iſt
nach Finnland gezogen; das Tiefdruckgebiet über
Eng=
land hat ſeine Lege wenig verändert, während das
Hoch=
druckgebiet über Oſteuropa ſich etwas verflacht hat. Bei
uns wehen friſche, ſüdliche Winde bei ziemlich hohen
Tem=
peraturen. Niederſchläge ſind in Deutſchland vielfach, in
unſerer Gegend in erheblicher Menge gefallen. Da in
Süddeutſchland der Druck überall fällt, haben wir Morgen
mit derſelben Witterung zu rechnen.
Ausſichten für Heſſen, Donnerstag, den 31.
Ok=
tober: Trüb, Regenfälle, mild, ſüdweſtliche Winde.
bei der Ceburtsanzeige
sollte jeder junge Vater
belehrf werden, dass
Hohenlohe Hafermehl
mit Milch gekocht die einzig
richtige Kindernahrung
ist, wenn die natürliche
Nahrung fehlt. Nur echt
in Packeten, mit der
Schnitterin‟
haben ſich zahlreiche Fahrer gewöhnt,
Wyberk=Tabletten mitzunehmen. Die
ſtau=
bige Lufk, das raſche Atmen greiff die Kehle
an, ſie wird krocken, der Hals rauh und die
Stimmle heiſer, beſonders wenn man ſich
noch von der Fahrt erhißt dem Zuge ausgeſetzt haf. Dann wirken ein
paar Wybert=Tabletten Wunder: wie ſie im Munde zergehen, lindern
ſie die Heiſerkeit und ſchaffen einen freien Hals. Der Preis iſt in allen
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Darmſtadt: in ſämtlichen Apotheken; Drogerie von
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& Co., Luiſenſtraße 4: Martins=Drogerie,
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kratiusſtraße 41; Drogerie Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8;
Drogerie C. Watzinger, Wilhelminenſtr. 11; Central=
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Nummer 257.
Danksagung.
Nur auf diesem Wege ist es uns möglich, allen denen, die uns
bei dem so frühen Heimgange unseres lieben
(*10523
Franz Friederich
ihr tiefes Mitgefühl in so herzlicher Weise zum Ausdruck gebracht haben,
innigst zu danken.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ferdinand Friederich und Frau, geb. Bauer.
Frankfurt a. M., 29. Oktober 1912.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute vormittag ½11 Uhr entſchlief ſanft
nach längerem Leiden unſere liebe, treubeſorgte
Mutter und Großmutter
(22580
Frau Anna Behrmann
geb. Köbig
im Alter von 65 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Behrmann und Kinder,
Georg Behrmann,
Guſtav Behrmann,
Anna Behrmann,
Luiſe Behrmann.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1912.
Schützenſtraße 10.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 31. Okt.,
nachmittags 4½ Uhr, vom ſtädtiſchen
Fried=
hofe aus, ſtatt.
Verkehrs=Verein: öffentliches Verkehrsbureau
Ernſt Ludwigsplatz (Zentrale der elektriſchen
Straßenbahn). Auskünfte jeder Art.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute morgen entſchlief nach langem
Lei=
den mein guter Gatte, unſer Vater und Groß=
(22616
vater
Herr Jakob Weicker
im 71. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
Nieder=Ramſtädterſtr. 50.
Die Beerdigung findet am Freitag,
vormit=
tags 10 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
en
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7½ Uhr: „Der
Schmuck der Madonna”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 4 Uhr verſchied nach
kurzem, ſchwerem Leiden unſer lieber Vater,
(B22612
Schwiegervater und Großvater
Herr
Georg Demmel
Pfästerer
im 78. Lebensjahre.
Um ſtilles Beileid bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag Nachmitt.
3 Uhr vom Portale des Beſſunger Friedhofes aus.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem herhen Verluſt unſeres lieben Kindes,
ſowie für die vielen Kranz= und Blumenſpenden
unſeren innigſten, tiefgefühlteſten Dank. (VII22610
Familie Martin Hoffmann,
Kiesſtraße 40.
Lutherfeſplet un 7ühr in Salbean=
Liederabend von Liſa und Sven Scholander um
8 Uhr im Saale der Vereinigten Geſellſchaft.
Konzerte: Rummelbräu um 8 Uhr. — Singſpielhaus
„Metropole” um 8 Uhr.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends).
Danck und Verlage z. . Pilickſche Seſbuchrichante
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſindt
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich
zurückgeſandt.
Alljährlich um die gleiche
veranstalten wir in unseren sämtlichen Lägern einen
Grossch Extraverkauf
— ebenso kleidsam wie praktisch und viel verwendbar — wird
Der Alster
mehr wie früher in diesem Winter gétragen. Prachtvolle, weiche,
Hauschige, schmiegsame Stoffe — insbesondere feine Homespuns, Ratinées, Frisses,
Flausche u. Cheviots — und alle in ruhig abgetönten stillen und satten Farben sind von
den Stoff-Fabriken des In- und Auslandes gemustert worden.
Unser überaus grosses umfangreiches Lager bietet eine Auslese der besten
Fabrikate. Gerade der Ulster und seine Abart, der Raglan, die — natürlich in guter
Konfektion — fertig gekauft, meist mehr Eleganz und Schliff aufweisen, als wenn sie
nach Mass gearbeitet werden, sind bei uns in besonders reichhaltiger Auswahl fertig
am Lager.
Die besten deutschen und viele englische Fabrikate — auch solche, die
eigentlich sonst nur in der feinen Mass-Schneiderei verarbeitet werden, verwenden wir zur
Herstellung unserer Lager-Ulster. Auch dem anspruchsvollen und verwöhnten Kunden
bieten wir hierdurch die Annehmlichkeit, „fertig” zu kaufen und gleich zu beurteilen, ob
das von ihm gewählte Stück sitzt, passt und kleidet.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Auf Antrag Großh. Polizeiamts Darmſtadt wird mit
Zu=
ſtimmung der Gemeindevertretung von Arheilgen das Hofgut
Kranichſtein aus dem Fleiſchbeſchaubezirk der Stadt Darmſtadt
aus=
geſchieden und dem Fleiſchbeſchaubezirk der Gemeinde Arheilgen
zugeteilt.
Darmſtadt, den 28. Oktober 1912.
(22604
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Bernhardiner, 1 Foxterrier, 1 ruſſiſcher Windhund.
1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
inicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(22592
Vergebung von Wegbauarbeiten.
Der Bau einer Chauſſee vom alten Eberſtädter Weg bis zur
Duncanſchule (verlängerte Pelzſchneiſe, alte Bogenſchneiſe) wird auf
dem Submiſſionsweg vergeben.
Zur Vergebung kommen für die 500 Meter lange Strecke:
1. die Erd= und Planierungsarbeit, ſowie Chauſſierung in
2 Loſen; die Gebote ſind einzulegen pro lfd. Meter Straße;
2. die Anlieferung von circa 300 cbm Grundbauſteinen.
Auskunft erteilt die unterzeichnete Behörde, ſowie Forſtwart
Klipſtein zur Forſthaus Böllenfalltor, der auch die Strecke mit
den vorgenommenen Bodeneinſchlägen vorzeigt.
Gebote ſind verſchloſſen mit der Aufſchrift „Wegbauvergebung”
bis Mittwoch, den 6. November, an die unterzeichnete Behörde
einzuſenden.
(22618
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
I. V.: Wilbrand.
Streulaubverſteigerung.
Das Laub von Schneiſen und Wegen der Oberförſterei
Beſ=
ſungen (Forſtwarteien Böllenfalltor und Beſſunger Forſthaus) wird
Montag, den 4. November, vormittags 10 Uhr, zu Forſthaus
Böllenfalltor verſteigert.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
(22617
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
J. V.: Wilbrand.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 31. Oktober 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
4 Stores, 4 Blatt Vorhänge, 6 Uebervorhänge, 2 Portieren,
1 Kaffeeſervice, 2 Teeſervice, 1 Teemaſchine, 6 Zinntabletten,
3 Glasſchalen, 2 Zimmerteppiche, 1 Likörſervice, 26
Wein=
gläſer, 1 Diwan, 2 Tiſche, 2 Kommoden und 1 Pferd.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1912.
(22631
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 31. Oktober 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16
öffent=
lich gegen Barzahlung auf Grund des § 373 H.G. B.:
6 Ballen Pferdedecken.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1912.
(22491md
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
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nehmigte und von mir feſtgeſtellte
Plan kann bei dem
Stadtbau=
amt, Grafenſtraße Nr. 30, in den
Dienſtſtunden eingeſehen werden.
Darmſtadt, 29. Oktober 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger. (22581
Ausführung
von Gasanlagen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke.
Im Anſchluß an unſere
Be=
kanntmachung vom 9. Oktober I. J.
teilen wir mit, daß noch der
In=
ſtallationsmeiſter Joh. Büttner,
in Firma Ludwig Kling & Co.,
Rheinſtraße 17, vom Herrn
Ober=
bürgermeiſter die Erlaubnis zur
Einrichtung von Gasbeleuchtungs=,
Heiz= und Kraftanlagen im Innern
der Gebäude und Grundſtücke,
welche an das Rohrnetz des
ſtädti=
ſchen Gaswerks angeſchloſſen
wer=
den ſollen, erhalten hat, nachdem
er ſich bei der unterzeichneten
Ver=
waltung verpflichtet hat, alle dieſe
Einrichkungen unter
Zugrunde=
legung und gewiſſenhafter
Beobach=
tung der hierfür erlaſſenen
Be=
ſtimmungen und Vorſchriften
aus=
zuführen.
(22420id
Darmſtadt, 26. Oktober 1912.
Städtiſche Gaswerksverwaltung.
Friedrich.
Bekanntmachung.
Auf Antrag der Erben der
Martin Darmſtädter Eheleute
da=
hier ſollen die denſelben im
Grund=
buch der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 395%10 274 Hofreite, das
Win=
gertsfeld im
Gäßchen (
Kies=
bergſtraße Nr. 9),
I 3737/10 86 Grabgarten
Sand=
ſtraße (
Kies=
bergſtraße),
Montag, 4. November 1912,
vormittags 10 Uhr,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt freiwillig
verſteigert werden.
Darmſtadt, 21. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
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Nummer 257.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Seite 11.
Fuhrländer’s
neu eröffnetes
Damen-Confecionshaus
Neubau: Zeil 74, 76, 78.
Grösstes Spezial-Kaufhaus für
Damen- und Kinder-Confection
in Frankfurt, Süd- und Mitteldeutschland, Zeil 74—76—78.
Fortwährender Lagerbestand 60 bis 80000 Pfecen.
Ich lade hiermit zur Besichtigung meines neuen Geschäftshauses ergebenst ein. — Meine
neuen Verkaufsräumc sind mit allem Comfort der Neuzeit eingerichtet und sind meine 6
Stock-
werke, welche lediglich für den Verkauf von Damen- und Kinderconfection bestimmt sind, mit
breiten Treppen und Fahrstühlen verbunden. — Ich unterhalte ein grosses Lager vom billigsten
bis zum vornehmsten Genre und habe selbst dem verwöhntesten Geschmack Rechnung getragen.
— Meine Läger bieten eine Sehenswürdigkeit Frankfurts. — Ferner mache ich darauf
aufmerk-
sam, dass ich viele meiner Waren als Gelegenheits-Posten weit unter regulären
Prei-
sen eingekauft habe.
Es sind heute wieder enorm grosse Posten
Ulsters und Paletots für Damen und junge Mädchen,
Sammet-Mäntel in aparten Facons
Kinder-Mäntel und Paletots
eingetroffen, welche sehr billig zum Verkauf gelangen.
Ich empfehle daher zu ausserordentlich billigen, aber streng festen Preisen:
6800 Ulsters und Paletots in Stoffen englischer Art, sowie echt englischen
Stoffen in neuesten Fantasie-, Flausch-, Ratiné- und Velourstoffen in aparten Macharten,
dunkelblaue Cheviot-Paletots, schwarze Paletots in Tuch, Eskimos und Cheviot, in
allen modernen Facons und Grössen; extra weite Frauen-Paletots in grössten Mengen, von
Mk. 5.—, 6.50, 9.-, 10.−, 12.-, 15.-, 20.− bis zu den feinsten.
750 Seidenplüsch-, Velour du Nord- u. Sammet-Paletots
u. Mäntel in apartesten Fagons u. bester Verarbeitung in allen Grössen und Weiten von
Mk. 25.− an bis zu den feinsten. Ein Posten Sammet-Mäntel, 130—135 cm lang,
moderne Facons, per Stück Mk. 25.−
500 Abendmäntel in Seide, Tuch, Foulé und Flauchstoffen in hochaparten Fagons
in allen hellen Abendfarben, von Mk. 11.— und höher.
3600 neueste Jackenkleider aus Stoffen englischer Art, echt englischen
Stoffen, Curlstoffen sowie uni Tuch- u. Kammgarnstoffen, Sammet- u. neuest. Fantasiestoffen
von Mk. 12.50, 15.-, 18.-, 20.−, 25.−, 30.−, 35.− bis zu den feinsten.
1500 garnierte Kleider in den neuesten Stoffen und chiken Macharten in allen
Farben, darunter einige Hundert hochelegante, bildhübsche Modell- und Musterstücke
als Gesellschafts-, Ball- und Theater-Roben.
3000 Costume-Röcke allerneueste Fagons in schwarz und farbig, aus Tuch-.
Kammgarn-, englischen Stoffen und Stoffen englischer Art.
6500 Blousen in Seiden-, Sammet-, Spitzen- Woll- und Waschstoffen, hierunter
hochelegante Modell-Blousen, sowie aparte Wiener Hemdblousen.
Kindermäntel in Sammet, Tuch, Cheviot, sowie Stoffen engl. Art u.
Flausch-
stoffen, darnnter hochaparte Modelle in allen Grössen.
und
aus Sammet, Wolle, in Taillen- u. Blousenfagon, in guter
6)000 Kinderkleider Verarbeitung, für jedes Alter.
Grosse Posten hocheleganter Schlafröcke und Matinées
reizende Macharten, in Seide, Wolle und Waschstoffen.
Grosse Posten aparter Backfisch-Costumes und-Mäntel
in jugendlichen, kleidsamen Facons und modernsten Stoffen.
Außergewöhnlich biliges Angebot in eleg. Pelz-Sonteetion!
Mein Lager in Pelzwaren, welches momentan einen Wert von über Mk. 120000 repräsentiert, konnte ich zum grossen Teil aus Musterkollektionen
und Lagerbeständen verschiedener erster Fabrikanten weit unter regulären Preisen erstehen. — Ich empfehle bei einer Auswahl von Tausenden Stücken zu
enorm niedrigen Preisen: Hochaparte Pelzmäntel u.-Paletots in Persianer, Sealbisam, Sealkanin, Murmel u. Kid-Astrachan,
Aparte Stolas u. Muffe in Skunks, Marder, Zobel, Nerz, Alaskafuchs, Weißfuchs, Maulwurf, Sealbisam, Murmel, Sealkanin, Feh etc. etc.
Fuhrländer Nachfolger
Frankfurt a. M. —
Zeil 74.= 7678.
(22575
ist überall erhältlich
[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Nummer 257.
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Markt 2
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Donnerstag, den 31. Oktober und Freitag, den
1. November, abends von 6Uhr ab
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wozu freundlich einladet
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befinden sich bei:
Herrn Hch. Blößer, Bessungerstr. 47,
Herrn Guido Kneip, Kiesstrasse 34,
Herrn Georg Roth, Dieburgerstr. 9.
Daselbst können auch
— Bestellungen auf Abonnement
des Tagblatts, monatlich 60 Pfennig,
aufgegeben werden.
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Neues Sauerkraut
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gr. fein.
Tafeläpfel Sorten 3 pf. 50 ₰
Tafeläpfel verſchied. gute Sorten 3 Pfd. 40 ₰
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Jackenkleider garn oder
Stoffen engl. Art, jugendl. Fassons,
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Mädchen-Paletots
mit Riegel- oder Knopfgarnitur, für
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Mädchen-Paletots
marine, m. farb. Aufschläg. oder
Riegel-
garnitur für das Alter von 4—14 Jahren
Anfangsgröße 13.50, 9.50, 8.25, 6.75,
marine Cheviot
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Gar-
nierungen . . . 18.50, 14.00, 12.00,
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oder flauschartigen Stoffen
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lange Fassons, aus Tuch mit
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reien oder Tressen garniert
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Nummer 257.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912=
Seite,13.
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Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
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1)
Kehrausrennen in Karlshorſt!
Wie der Name ſagt, der allerletzte Start im Jahre
auf der ſchönen Berliner Hindernisbahn.
Ein großes Feld — vierzehn Pferde! Was noch auf
den Beinen von den alten Kämpen war und leidlich den
ſchweren Kurs über fünftauſend Meter riskieren konnte,
war genannt worden. Jeder Rennſtallbeſitzer hätte noch
gern den Preis von ſechstauſend Mark für die „tote Zeit”
mit nach Hauſe genommen.
Bitter kalt war’s ſchon, November, die Bahn hart,
die Menſchen in Winterkleidung. Unruhig trat man mit
den Füßen hin und her, die Naſen waren rot geworden,
die Dämmerung fing an, ſich auf das Land zu legen.
Und als das ſtarke Feld zum erſten Male an den
Tri=
bünen vorbeikam, ſchlugen die ſechsundfünfzig
Pferde=
hufe einen harten Takt auf dem fahlen Raſen.
Man zog die Augenbrauen hoch, ein Zietenhuſar hatte
eine flotte Pace vorgelegt, da konnte es leicht
Nieder=
brüche geben.
Richtig, ein Darmſtädter Dragoner verhielt nach
zweitauſend Meter ein Pferd, immer weiter kam er aus
dem Rennen, ſchließlich ließ er den Gaul in Schritt
über=
gehen und wendete. Der Vollblüter lahmte.
Beim drittletzten Hindernis ſagte dem alten „Undolf”
die ſchnelle Fahrt nicht mehr zu, er brach aus und nahm
gleich noch drei Pferde aus dem Rudel, das dicht hinter
dem führenden lag, mit.
Kaum zwei Minuten ſpäter tauchte das Feld in der
Geraden auf, der Zietenhuſar war ins Hintertreffen
zu=
rückgefallen. Man ſah enttäuſchte Geſichter, das Publi=
Frer ertenene nere ner e e
dieſen gehörte der Offizier in der roten Attila.
Zwiſchen den drei vorderſten ſchien ſich ein
inter=
eſſanter Endkampf entſpinnen zu wollen. Sie lagen
min=
deſtens ſechs Längen vor dem Felde, die Reiter griffen
alle drei, in Höhe der zweiten Tribüne, faſt gleichzeitig
zur Peitſche.
Das Publikum eilte an die weißgeſtrichenen
Schran=
ken und ſchrie vor Aufregung.
Da warf mit einem Ruck der Zietenhuſar ſeinen
Rappen vor und zog wenige Pferdelängen vorm Ziele,
an den Kämpfenden vorbei.
Bravo, Plattangen! ſchrie das Publikum. War das
ein Ritt! — Auf die Sekunde berechnet! — Ja, das iſt ein
Kerl!
Die Pferde wurden aufgepullt und gewendet.
Plattangen ritt bis vor die Mitte der erſten Tribüne,
ſalutierte, die Muſik blies Tuſch und das Publikum
ju=
belte begeiſtert ſeinem Lieblinge zu.
Die blauen Augen des Zietenhuſaren ſuchten die
Logen ab; er mußte enttäuſcht ſein, denn er ſenkte den
Kopf, biß die Zähne zuſammen, wendete ſeinen Rappen
und ritt zur Wage zurück. Die Hände ſeiner
Regiments=
kameraden und Freunde ſtreckten ſich ihm entgegen.
Gratuliere! — Famos geritten! — War ein ſchöner
Beſchluß der Rennſaiſon!”
Er nickte, ſprang aus dem Sattel, löſte ſelbſt die
Gurte und ließ ſich zurückwiegen.
Es gab eine anſtändige Quote auf ſeinen Sieg: 67
zu 10, das Feld war ſtark geweſen.
Das Publikum drängte nach dem Vorortbahnhof,
Automobile tuteten. Den Mantel hoch geſchlagen, ging
Plattangen mit ein paar Freunden zu ſeinem Trainer.
Herr Oberleutnant, das war ein Jahr, mit dem wir
auſtichenſein konten, Dieſechswiedehaden
ibernan=
zigtauſend Mark zuſammengaloppiert!
Für deutſche Verhältniſſe allerdings ein unerhört
gutes Reſultat. Aber Plattangen legte auch etwas für
ſeinen Rennſtall an, es kam ihm nicht darauf an, für
einen guten Steepler ſechs=, ja achttauſend Mark zu
zah=
len. Und die Unkoſten waren nicht gering. Immerhin
hatte er in dieſem Jahre einen Reingewinn gehabt, der
einem Miniſtergehalt glich.
Und trotzdem machte er gar kein vergnügtes Geſicht!
Die Flügel ſeiner breiten, unſchönen Naſe zitterten, die
Hände in den Hoſentaſchen, ging er mit gefurchter Stirn
in der Stallgaſſe auf und ab. Die Mütze hatte er weit in
den Nacken geſchoben.
Mannchen, Du ſollteſt eigentlich vor Freude aus dem
Häuschen ſein, ſagte Roßdorff, ein großer, eleganter
Re=
gimentskamerad.
Ich bin’s aber gar nicht und werde mit dem nächſten
Zuge nach Rathenow zurückfahren.
Na, na!
Ja, ich kehre ſofort in die Garniſon zurück, beteuerte
Plattangen ärgerlich.
Die anderen verſuchten ihm ſein Vorhaben
auszu=
reden, nur Roßdorff nahm an der Auseinanderſetzung
nicht teil. Er griff in einen Sack, nahm ein paar
Mohr=
rüben zur Hand und fütterte die Pferde.
Aber ich hindere Euch doch nicht, noch in Berlin zu
bleiben! Hab’ mich wahrſcheinlich erkältet und ſehne mich
nach meinem Bett=.
Und ich fahr’ mit Dir, meinte Roßdorff und ſah über
den Rücken eines Pferdes Plattangen mit einem langen
Blicke an.
Seite 14,
Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
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Mannchen hat wieder mal ſeinen Rappel, hieß es.
Ueberlaſſen wir ihn ſeinem Geſchicke und — Roßdorff!
Die Offiziere bummelten zum Bahnhof, Plattangen
blieb mit ſeinem Freunde im Stall zurück. Noch manches
war zu beſprechen, ein paar Pferde ſollten verkauft
wer=
den, wenn ſich zufällig Gelegenheit bot.
Und die Stute ſchicken Sie nach Plattangen! ſagte der
Oberleutnant zum Trainer.
Nanu, Mannchen, willſt Du den Grundſtock zu einem
Geſtüt legen?
Es könnte ſein, Roßdorff.
Auch ſie gingen jetzt, ſtiegen dann auf dem Schleſiſchen
Bahnhofe um und fuhren mit dem Perſonenzug nach
Rathenow zurück.
Als in Spandau noch niemand in ihr Abteil
einge=
ſtiegen war, brummte Plattangen: Hoffentlich bleiben
wir die anderthalb Stunden allein!
Roßdorff glaubte aus dieſen Worten eine
Aufforde=
rung herauszuhören, das Geſpräch in eine gewiſſe Bahn
zu lenken. Sie ſah heute wieder brillant aus —
Fräu=
lein von Dittmark!
Plattangen zog die Unterlippe zwiſchen die Zähne
und ſchwieg. Er nahm die Mütze ab, warf ſie in das Netz
über ſich und fuhr ſich mit der Hand über das
kurzge=
haltene Blondhaar. Um ſeinen großen Mund zuckten
die Nerven.
Mannchen, Du biſt hölliſch runter! Die ewige
Renn=
reiterei muß endlich aufhören, biſt kein grüner Junge
mehr, in wenigen Tagen ganze einunddreißig Jahre!
Ich will auch meine Gäule verkaufen, Roßdorff,
nur dem Trainer mochte ich’s nicht ſagen, der heutige
Sieg war mein letzter — auf dem grünen Raſen.
Da machte Roßdorff doch ein ſehr erſtauntes Geſicht.
Wirſt wohl bald Deine Meinung einer Reviſion
unter=
ziehen.
Das glaube ich nicht. Er rutſchte auf ſeinem Platz
hin und her. Du weißt, ich bin immer Feuer und
Flamme für eine Sache; wenn ich aber ſage: Schluß
dann iſt ſie auch für mich endgültig erledigt.
Eine Zeitlang ſchwiegen die beiden. Der eine ſah
zu dem linken, der andere zum rechten Fenſter in die
Herbſtnacht hinaus.
Dann ſagte Roßdorff gedehnt: Dittmarks verließen
Karlshorſt ſchon vor dem letzten Rennen.
Es wird ihnen draußen zu kalt geweſen ſein.
Sehr abweiſend hatte Plattangen geantwortet.
Mannchen, ſchlag Dir die Gunild aus dem Kopfe!
Der Wullnow ſcheint beſſere Chancen zu haben als Du.
Ich hab’ ſie ſchon liebgehabt, als ſie als
vierzehn=
jähriges Mädel oben bei uns in der maſuriſchen Ecke
war.
Roßdorff zuckte die Achſeln. Der gute Plattangen
war wieder einmal unausſtehlich. Er hätte doch lieber in
Berlin bleiben ſollen und ſich mit den Kameraden
amü=
ſieren.
Was machſt Du heute abend? fragte er.
Komm zu mir, ich mag nicht unter Menſchen und auch
nicht allein ſein.
Schön — halb zehn bin ich bei Dir. Aber um
Mitter=
nacht will ich wieder zu Hauſe ſein, muß morgen früh um
ſechs Uhr reiten laſſen.
Plattangen nickte und ſtarrte düſter vor ſich hin.
Es iſt ein Brief angekommen, Herr Oberleutnant!
meldete der Burſche, als ſein Herr die Wohnung betrat.
Plattangens Geſicht heiterte ſich auf. Der Brief war
vom Onkel Chriſtoph. Der ſchrieb nur, wenn er ſeine
Ankunft in Berlin zu melden hatte, und dann kam er
immer auf zwei, drei Tage nach Rathenow und war
ver=
gnügt mit der Jugend. Er nannte ſeinen Neffen immer
nur „Mannchen”, und in Oſtpreußen drückt man mit
die=
ſer Verkleinerungsſilbe ſeine Wertſchätzung aus. Seit
der Onkel zum erſten Male im Kaſino des Regiments
ge=
weſen, wurde Plattangen allgemein ſo genannt. Er war
ja auch kaum mittelgroß, der Koſename paßte ganz ei
(Fortſetzung folat?
Nummer 257.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Ortober 1912.
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[ ← ][ ][ → ]3 257.
Donnerstag, 31. Oktober.
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Darmstadt
Telephon 1695 Rheinstr. 19, I.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Nummer 257₰
In
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DARMSTADT.
m grossen Saale des
Städtischen Saalbaues:
von Dr. Otto Devrient.
Festvorstellung
zur Feier des Gedenktages der Reformation
Donnerstag, den 31. Oktober, abends 7 Uhr.
V. Aufführung
Samstag, den 2. November, abends 7 Uhr.
Vl. Aufführung
Sonntag, den 3. November, nachm. 4 Uhr.
Karten zu 4, 3, 2, 1 M. u. 60 Pf., Textbücher zu 1 M.,
sowie Programme zu 20 Pf. in der Buchhandlung von Johs. Waitz,
Elisabethenstrasse 16 und abends an der Kasse.
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Bei dem grossen Andrange empfehlen wir dringend
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zeitige Vorausbestellung der Eintrittskarten.
Der Festspiel-Ausschuss.
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Donnerstag, 31. Oktober, abends 8 Uhr
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Freier Eintritt.
NR. Elektrische Bahnverbindung bis nach 12 Uhr
abends.
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Dienstag, 5. November 1912, 8¼ Uhr, im städt. Saalbau
Kapftänleutnant a. D. Hans Paasche
und Frau Ellen Paasche
erzählen von ihren Erfahrungen u. gemeinsamen Reisen
in
Inner-Afrika.
Lichtbildervortrag.
(22634
Karten à Mk. 3.—.
1.— u. 75 Pfg.,
Schüler-
karten 50 Pfg., (auf Karten zu Mk. 3.— und 2.— für die
Herren Offiziere und Vereinsmitglieder halbe Preise) in
der Hofmusikalien- und Pianohandlung 6. Thies Nachf.,
Leopold Schutter, Elisabethenstr. 12 und an der Abendkasse.
Abteilung Darmstadt
der Deutschen Kolonialgesellschaft.
Die Mitglieder werden hiermit auf obigen
Lichtbilder-
vortrag des Kapitänleutnants Paasche und seiner Gattin
über ihre Reisen in Inner-Afrika aufmerksam gemacht. Für
die Mitglieder und ihre Angehörigen können bei dem
Unter-
zeichneten zwischen ½9 und 12 Uhr, sowie ½3 und 6 Uhr
Vorzugskarten abgeholt werden, welche sie zum Eintritt
für den halben Kassepreis berechtigen.
Der Vorsitzende:
Justizrat Grünewald, Bismarckstr. 18, I
22635)
Kangeriag. Murt. (g, Tales Lach. Laap. Sc. uler. Harmstadt.
Montag, 4. Nov. 1912, 8 Uhr, Saal zur Traube
52. klassischer Loewe-Balladen-Abend von
Karl Gotz-Loewe.
Am Ibach-Flügel: Pianist Hans Hautz-Mannheim.
— Zu Gunsten des Baues eines Festspielhauses in Darmstadt. —
(K. Götz ist Mitglied.)
Programm: 1. „Goethe-Loewe‟ Der Du von dem
Himmel bist. Ich denke Dein. Der Erlkönig, op. 1. 2. Chopin:
Hans Hautz: G-moll-Ballade. 3. Lieblingsballade Sr. Majestät:
Kaiser Heinrichs V. Waffenweihe (Schwab). Franz Liszt:
Hans Hautz: A-moll-Etude. Campanella. 5. Lieblingsballade
von Franz Liszt: Der Mutter Geist (altschottisch) von Loewes
Schwägerin, Therese Amalie Luise von Jakob-Taloy, ins
Deutsche übersetzt.
(22632
Karten à 3.—, 2.— und 1.— Mk. (für Studierende
Ermässigung) in der Hofmusikalien- und Pianohandlung
G. Thies Nachf., Leopold Schutter, Elisabethenstrasse 12, und
an der Abendkasse.
V. II. C.
Sonntag, 3. Nov.:
8. Wanderung
Langen — Mitteldick —
Wall-
dorf-Gross-Gerau.
5½ Stunden. (22578
Abfahrt Hptbh. 822 Uhr vorm.
Rückkunft 725 Uhr abends.
Hede Schaub
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dine‟ (8=8 Sybille Huber
Concetta,
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die „Blon=
Biaſo, Schreiber Otto Thomſen
Totonno, ein jung.
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Zwei junge . . Emil Kroczak
Männer 1. . Simon Asbel
Auguſt Kräger
Zwei Mönche
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käuferin
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Ein Eisverkäufer . Fritz Lang
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käufer
. Ad. Jungmann
Ein
Makkaroni=
verkäufer
Adolf Klotz
Ein Verkäufer von
Madonnenbilder Jean Sautier
Ein blinder Bettler Ludwig Indorf
Erſter Camor= Adolf Braun
Zweiter riſt Kurt Schüppel
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Drei junge
Mädchen
Der Vater
Ein
Bauernmäd=
chen
Zwei Morra= Saneska Asbel
Franz Geibel
. Maya Longin
. Hede Schaub
.JohannaKaſten
.Franz Geibel
Käthe Müller
Der „Pazariello‟. Eine
Muſik=
bande. Camorriſten. Verkäufer
und Verkäuferinnen. Die
Pro=
zeſſion. Mandolinen= und
Gui=
tarrenſpieler. Gaſſenbuben.
Kin=
der. Volk.
Die Handl. ſpielt in Neapel; der
1. Akt auf einem Platz am Meer,
der 2. in Carmelas Garten, der 3.
in der Schenke der Camorriſten.
Zeit: Gegenwart.
„Tarantella”, arrangiert v. Helene
Thiele=Leonhardt, ausgeführt von
Syb. Huber u. Adelh. Croneberg.
Geſtaltung des Bühnenbildes:
Hoftheatermaler Kurt Kempin u.
Oberinſpektor Ernſt Schwerdtfeger.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
oge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.
II. Galerie 0.65 M.
Anf. 7½ Uhr. Ende nach 10¼ Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 1. Nov. 47. Ab.=Vorſt.
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von Windſor.” Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Samstag, 2. Nov. 48. Ab.=Vſt.
D 12. Zum erſten Male: „
Mag=
dalena‟. Ein Volksſtück in 3
Aufzügen von Ludwig Thoma.
Gewöhnl. Preiſe. Anf. 7½ Uhr.
Sonntag, 3. Nov. Nachmittags
2½ Uhr: Vierte Volksvorſtellung
zu ermäß. Preiſen. „Die
Räu=
ber” von Schiller. Vorverkauf
bis einſchl. Samstag, 2. Novbr.,
nur im Verkehrsbüro (Ernſt=
Lud=
wigsplatz). Verkauf der noch
vor=
handenen Karten an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab
Abends 7 Uhr: 49. Ab.=Vorſtell.
B 13. Zum erſten Male
wieder=
holt: „Der liebe Auguſtin”
Gewöhnliche Preiſe.
Aus dem Spielplan.
Montag, 4. Nov. 50. Ab.=Vſt.
D 13. „Der Freiſchütz.” Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
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werd. v. einfachſt. b. feinſt.
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Dory Leißler, Gr. Ochſeng. 18.
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Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
46. Ab.=Vorſtellung. B 12.
Der Schmuck der Madonna.
Oper in 3 Akten von Ermanno
Wolf=Ferrari.
(Keine Ouvertüre.)
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Gennaro, Schmied Georg Becker
Carmela, ſ. Mutter Anna Jacobs
Maliella.
.Grt. Geyersbach
Rafaele, Führer
der Camorra . . Georg Weber
Cicillo,) Camor= K. Bernhardt
Rocco, riſten Willi André
Stella,S,2§ Olga Kallenſee
Rhhhküt
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Bievcle.
laf
Donnerstag, den 7. November 1912, abends 9 Uhr,
im Clublokal (Perkeo):
Sordentliche Haupt-Versammlung.
Tagesordnung:
Jahres-Abrechnung, Neuwahl etc. gem. § 14 der Satzungen.
Anträge sind 3 Tage vorher einzureichen.
Um zahlreiches Erscheinen bittet
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Der Vorstand.
Mufag
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Haar ſei zwecks Anregung eines
vollen, kräftigen
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es, bezw. der Haarwurzeln, folgendes
bewährte und bilige Rezept
emp=
fohlen: Wöchentlich 2mal. Waſchen
des Haares mit Zucker’s
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biniertem Kräuter-Shampoon
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täg=
liches kräftiges Einreiben des
Haar=
bodens mit Zucher's Original=
Kräuter-Haarwasser (Fl. 1.25),
außerdem regelmäßiges Maſſieren
derKopfhaut mit Zuckers Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
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Tauſenden beſtätigt. Echt bei Chr=
Schwinn, Rheinſtr. 8 u. A. Logel.
Eliſabethenſtraße 30. (17391fs
Nummer .
Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 31. Oktober 1912.
Achtung: Es gibt ganz wertloſe Nach=!
nungen in täuſchend ähnlicher Verpackung
n verlange ausdrücklich Forman!
(22404)f
Hutabnehmen und Hygiene.
Von Dr. med. Friedrich Sellentin.
Shackleton, der Südpolfahrer, hat in der Kälte
einen Beförderer des Haarwuchſes erkannt. „Je mehr
wir uns dem Südpol näherten” ſoll der Forſcher geſagt
haben, „deſto langſamer wuchs allerdings unſer Haar,
aber es wurde dichter und ſtärker.‟ Dieſer Bericht kann
niemanden überraſchen, der mit den biologiſchen Geſetzen
vertraut iſt, unter denen eines der erſten das der
An=
paſſung und Uebung iſt. Jeder kennt den großen
Unter=
ſchied zwiſchen dem Sommer= und Winterpelz der Tiere,
und wenn auch beim Menſchen dieſe Verhältniſſe nicht
allein maßgebend ſind, ſo ſind ſie doch gewiß auch bei ihm
nicht ohne größere Bedeutung. Das Kopfhaar hat
zweifel=
los auch die Aufgabe der Temperaturregulierung, und
zwar ſowohl gegenüber Kälte als Hitze, und wo nicht
durch unzweckmäßige Kleidung das Haar dieſer Aufgabe
enthoben wird, wo es unmittelbar dem Klima ausgeſetzt
wird, dort wird ſeine ſtarke Entwicklung die Regel ſein.
Daher iſt auch der buſchige Wollkopf der Neger als
Sonnenſchutz kein Zufall, und die „blonden und
ſtatt=
lichen” Haare der Germanen, der Neid der Römer,
ſchütz=
ten unſere Vorfahren vor den Rauheiten nordiſchen
Klimas.
Jedes Organ und jeder Körperteil ien wir nicht
üben, der verkümmert, und wenn wir die friſche Luft von
unſerer Kopfhaut, dem Nährboden der Haare, fernhalten,
muß auch die Ernährung der Kopfhaut mehr und mehr
leiden, ihr fehlt jeder Antrieb, ſich zu kräftigen und
ab=
zuhärten und die Folge iſt der allmähliche Schwund der
aus ihr entſpringenden Haare.
Dazu kommen unſere unzweckmäßigen
Kopfbedeck=
ungen, die meiſtens der Durchlüftung hinderlich ſind und
Wärmeſtauungen hervorrufen. Verſuche, die ein Arzt
an=
ſtellte, und von denen Zeitſchriften und Ausſtellungen,
z B. neuerdings „Der Menſch” in Darmſtadt, anſchauliche
Bilder brachten, haben bei einer Außentemperatur von
36 Grad Celſius folgende Wärmegrade unter den
Kopf=
bedeckungen ergeben: Jachtklubmütze 37 Grad, Helm 36½
Grad, Zylinder 32 Grad, weicher, weißer Filzhut 30
Grad, Panamahut 25½ bis 26½ Grad! Daher iſt immer
und immer wieder darauf hinzuweiſen, wie wichtig es iſt,
durch Entfernung der Kopfbedeckung der friſchen Luft
Zutritt zum Haarboden zu geſtatten. Man halte es mit
der Kopfbedeckung, wie mit dem Mantel. Wenn man ſie
entbehren kann, laſſe man ſie zu Hauſe oder trage ſie in
der Hand.
Nun beruft ſich mancher Unkundige auf das
Hutab=
nehmen als Gruß. Aber das kurze Abnehmen des Hutes
beim Grüßen und das Kopfluftbad aus geſundheitlichen
Rückſichten ſind doch zwei Handlungen, die denkende
Menſchen nicht einander gleichſtellen ſollten, denn: Jenes
iſt dieſem ſehr im Wege. Ueberleguna und freie
Ent=
ſchließung müſſen bei hygieniſchen Maßnahmen
maß=
gebend ſein, nicht Zufall und Zwang. Das Hutabnehmen
als geſundheitliche Maßregel iſt, wie ſchon bemerkt, ein
„Luftbad”, d. h. eine wohlüberlegte, nicht vom Zufall
abhängige Handlung. Anwendung des Bademittels
unter genauer Berückſichtigung der Außen= und
Eigentem=
veratur, der körperlichen Veranlagung, einer gewiſſen
Regelmäßigkeit, Dauer, Wiederholung uſw. Von alledem
bleibt doch beim Hutabnehmen als Gruß nichts weiter
übrig, als das Spiel des blödeſten Zufalls, nämlich ob ich
einem zu Grüßenden begeane oder nicht. Jede vernünftige
Ueberlegung iſt ausgeſchaltet: der Hut muß herunter, ob
es ſeinem Träger paßt oder nicht.
Der in Deutſchland beſonders rückſichtslos geübte
Grußzwang iſt auf eine fremdländiſche
Höflichkeits=
form zurückzuführen, ebenſo, wie das Sprichwort: „Mit
dem Hut in der Hand, kommt man durchs ganze Land.”
Beide ſind franzöſiſchen Urſprungs. Das
Hutab=
nehmen gilt bei uns durchaus als ſtaatlich vorgeſchriebene
Ehrenbezeugung, von der keinerlei Abweichung geſtattet
werden kann. Sogar, wo es ſich aar nicht um „
Unter=
gebene” handelt, macht ſich dieſe Auffaſſung des
Hutab=
nehmens als ſtaatliche Vorſchrift geltend. Als ſich 1839
in Köthen die Honoratioren allgemein auf das „Hand=
anlegen” geeinigt hatten, wurde von „Allerhöchſter Stelle‟
befohlen, das Hutabnehmen ſei beizubehalten, und noch
vor kurzem wurden in Bayern Leute, die nicht vor einer
Prozeſſion den Hut abnahmen, mit Geldſtrafen oder Haft
beſtraft, und dies Urteil ſogar vom Oberlandesgericht
München beſtätigt. Mit unſerem ſtaatlich
vorgeſchrie=
benen Hutabnehmen ſtehen wir in Deutſchland noch genau
auf dem Standpunkt, den die Franzoſen vor der
Revo=
lution innehatten, als z. B. de la Barre gefoltert und
ent=
hauptet wurde, weil er vor einer Prozeſſion den Hut
aufließ!
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die ſtaatliche Auffaſſung,
das ſtaatliche Beiſpiel überall auch im Privatleben zum
Muſter genommen wird. Jeder, der in der
geſellſchaft=
lichen Stufenleiter nur ein halbes Teittchen höher zu
ſtehen glaubt, erwartet von dem anderen tiefes
Hut=
abziehen. Und nun gar in Abhängigkeitsverhältniſſen
ſelbſt der freieſten Art! Kaufleute, Handwerker, Aerzte
Rechtsanwälte, kurz alle, die in geſchäftlichem Wettſtreit
ſtehen, wiſſen ein Lied davon zu ſingen, beſonders in
Kleinſtädten. Wehe dem Lieferanten, der vor der
Fräu=
lein Köchin den Hut nicht ziehen wollte, ſie wird einfach
zu einem anderen gehen. Kurz, auch im Privatleben iſt
der Grußzwang vorhanden und mit in Rechnung zu ſtellen.
Es klingt ja ſehr ſchön, wenn man ſagt, kein Vernünftiger
werde von jemand, der es nicht vertragen könne, das
Hut=
abnehmen verlangen. Man verſuche es aber einmal. In
99 Fällen von 100 wird man die gegenteilige Erfahrung
machen.
Daß deshalb das Hutabnehmen als Gruß, bei dem
der Zufall und der Zwang dieſe Hauptrolle ſpielen, nicht
mit dem Hutabnehmen als überlegte geſundheitliche
Maß=
regel in Beziehung gebracht werden darf, im Gegenteil
recht geſundheitſchädlich werden kann, bedarf wohl keiner
weiteren Ausführung. Man mache ſich einmal den Grad
der Abkühlung, den Temperaturwechſel klar, dem ein
Kopf bei einem Gruße unter Umſtänden ausgeſetzt iſt.
Die Körperwärme beträgt bekanntlich 37 Grad Celſius
und die Luft unter dem Hute wird auch bei kühler
Witte=
rung entſprechend erwärmt. Dieſe warme Luft
verſchwin=
det mit einem Schlage und die Außenluft tritt an ihre
Stelle. Bedeutende Temperaturunterſchiede, Abkühlungen
von womöglich einigen 30 Grad bei Wind und Kälte
können die Folge ſein Daß die hierdurch hervorgerufene
„Abſchreckung” — man denke an die allgemeine Nervoſität
und die heutige (freiwillig und unfreiwillig) kurze
Haar=
tracht — nicht jedermann vertragen kann, liegt auf der
Hand, zumal bei öfterer Wiederholung. Kein Wunder,
wenn alle möglichen Erkältungskrankheiten des Kopfes
und ſeiner Organe: Katarrhe Neuralgien uſw., die
Fol=
gen ſein können. Wohl möglich, daß das „Hutabnehmen”
hie und da auch Krankheitsurſache iſt, ohne daß man es
dafür hält. Folgt doch oft ſogar auf eine „angenehme”
Ab=
kühlung eine Erkältung. Die Erfahrung hat gelehrt, daß
Herren, die jedes Jahr ihren Schnupfen bekamen und das
für ſelbſtverſtändlich hielten, davon verſchont blieben, als
ſie grundſätzlich auf dieſe Grußform verzichteten. Daß
aber ein Schnupfen unter Umſtänden ein gefährlicher
An=
fang zu allen möglich anderen Erkrankungen ſein kann,
iſt bekannt. Ich erinnere nur an Schwerhörigkeit im Alter
als Folge einer Ohrenerkältung in der Jugend, die eine
Schwäche zurückließ und anderes. Dazu kommt, daß nach
der Theorie des locus minoris resistentige (Stelle mit
verminderter Widerſtandskraft) um ſo leichter eine
Er=
kältung eintritt, je öfter bereits eine ſolche ſtattgefunden
hat, und daß gerade die am meiſten gefährdeten alten und
kränklichen Leute am wenigſten Mut haben, gegen die
„gute Sitte” zu verſtoßen.
Aber auch dem Haarbeſtand kann das Hutabnehmen
als Gruß gefährlich werden. So ſchrieb Oberſt v. S. aus
H., er leide, ſeitdem er infolge ſeiner Verabſchiedung in
Zivil gehe, an Haarausfall und müſſe dieſen den
wieder=
holten Kopferkältungen zuſchreiben, die er ſich durch das
ungewohnte Hutabnehmen zugezogen habe.
Daß das Hutabnehmen als Gruß ferner dem
regel=
rechten Hutabnehmen oder richtiger Hutabbehalten zu
ge=
ſundheitlichen Zwecken im Wege iſt, wurde ſchon
ange=
deutet. Stets wieder begegne ich Herren in der freien
Natur bei herrlichem Wetter, wo die ozonreiche Luft
ge=
rade den erfolgreichſten Kampf mit den den Haarboden
be=
drohenden Krankheitserregern führen könnte, mit
feſtſitzen=
dem Hute, dies damit begründend, ſie ſeien froh, einmal
der Deckelei entronnen, ihren Hut in Ruhe auflaſſen zu
können. Wäre der Hutab=Gruß beſeitigt, ſo fiele dieſe
Ausrede weg und jeder würde ſich ohne Zweifel leichter
zu einem wirklichen regelrechten Kopfluftbade verſtehen
als jetzt.
Zum dritten macht das Hutabnehmen als Gruß
un=
möglich, einen wirklich hygieniſchen Hut zu tragen, einen
Hut leicht und luftdurchläſſig, für den Sommer mehr, den
Winter weniger, ſo daß die Kopfhaut ſtets von friſcher
Luft umſpült wird, jedoch Temperaturertreme, Folgen von
Kälte und Wind, keinen Schaden tun können. Das
Grü=
ßen mit dem Hut verlangt eine beträchtliche Feſtigkeit von
den Hüten, damit ſie das immerwährende feſte Zufaſſen,
Hin= und Herzerren und =ſchwenken wenigſtens eine
Zeit=
lang vertragen können, und zur Erreichung der größeren
Feſtigkeit iſt andererſeits wieder größere Dichte, mehr
Maſſe und Gewicht nötig. Es gibt zwar ſchon
wunder=
bar leichte und dünne weiche Filzhüte, auch ſieht man
zuweilen leichte Strohhüte mit Luftgitter, aber man kann
ſie nicht tragen. Sie würden infolge unſerer Grußmode
keine drei Tage aushalten, ohne durchgebrochen, nder
formlos geworden zu ſein. So verlangt auch die
Rück=
ſicht auf eine geſundheitliche Beſchaffenheit der
Kopf=
bedeckungen die Abſchaffung des Hutabnehmens als Gruß.
Fragt man, welche andere Grußform ſich empfehle,
ſo iſt dies ohne Zweifel das Anlegen der Hand an die
Kopfbedeckung, für deſſen Verbreitung der Staat ſelbſt
durch Einführung bei den ſtaatlichen Kleidern (
Unifor=
men), die alle früher durch Abnehmen der Hüte grüßten,
geſorgt hat, und deſſen Verallgemeinerung z. B. der
Ver=
ein für deutſchen Gruß, Sitz Darmſtadt, anſtrebt. Dieſer
Gruß, in der Form, wie ihn z. B. Offiziere und
Studen=
ten (in Zerevismütze) ausführen, iſt ſehr gefällig und
kann hygieniſch niemals ſchaden. Wer den Hut in der
Hand tragen, wer ſich „lüften” will, kann dies auch ohne
Gruß, er ſoll nicht warten, bis er jemandem begegnet.
Und hat er den Hut in der Hand, dann grüße er durch
eine Verbeugung, woran jedermann durch den hutloſen
Verkehr in geſchloſſenen Räumen gewöhnt iſt.
Welches große Intereſſe Autoritäten der
Geſundheits=
pflege den Beſtrebungen zur Abſchaffung des
Hutabneh=
mens als Gruß entgegenbringen, zeigt die Tatſache, daß
der genannte Verein von der Leitung der Internationalen
Hygiene=Ausſtellung, Dresden 1911, zur Teilnahme
ein=
geladen wurde, und dort mit einer intereſſanten
hiſtori=
ſchen Bilderſammlung zur Geſchichte der Kopfbedeckung
und des Grußes in Deutſchland vom 9. Jahrhundert bis
zur Jetztzeit, und hygieniſchen Hüten von Otto Titze in
Darmſtadt, mit 46 und 60 Gramm Gewicht, wie ſie nur
das hutſchonende Handanlegen zu tragen geſtattet,
ver=
treten war. Alſo: So lange bei dem Worte „mit dem
Hute in der Hand” nur Mode, Zufall und Zwang eine
Rolle ſpielen, können Vernunft und Ueberlegung nicht zu
ihrem Rechte kommen. Das kann nur geſchehen bei einer
Form, die auch „das Freie gleich und leicht und freudig
bindet”
Kirchliche Anzeigen
Katholiſche Gemeinden
Freitag, den 1. November 1912
Allerheiligen
St. Ludwigskirche: Donnerstag, den 31. Okt., nachm.
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl.
Beichte. — Abends ½7 Uhr: Roſenkranzandacht.
Freitag, vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um 6 Uhr: heil. Meſſe und
Roſen=
kranzandacht. — Um 7 Uhr: Austeilung der hl.
Kom=
munion. — Um 8 Uhr: Militärgottesdienſt mit Predigt.
— Um ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. — Um 11 Uhr:
Akademiſcher Gottesdienſt. — Nachmittags um 3 Uhr:
Vesper. Nach Beendigung der Vesper Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Abends um 6 Uhr: Armenſeelenandacht
mit Predigt.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Freitag,
vormit=
tags um ½7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 2 Uhr:
Roſenkranzandacht. — Um 4 Uhr: Verſammlung im
Mädchenheim.
Kapelke der Engliſchen Fräulein: Freitag, vorm. um
7 Uhr: bl. Meſſe.
St. Eliſabethenkirche: Donnerstag, den 31.
Oktober=
nachmittags um 4½ Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur hl. Beichte.
Freitag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil.
Beichte. — Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr: heil.
Meſſe mit Predigt. — Um ½10 Uhr: Hochamt und
Pre=
digt. — Nachmittags um 2 Uhr: Vesper und Segen. —
Abends um 8 Uhr: Allerſeelenandacht ſund Predigt des
Herrn Oberlehrers Zinſer=Offenbach.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Donnerstag, den
31. Okt., nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Ge=
legenheit zur hl. Beichte.
Freitag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte. — Um 7 Uhr: heil. Meſſe. — Um 9 Uhr: Amt
mit Predigt. — Nachm. um ½3 Uhr: Feierliche Vesper;
darauf Predigt und Armenſeelenandacht.
Kapelle zu Eberſtadt: Donnerstag, den 31. Okt.,
nach=
mittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr:
Beicht=
gelegenheit.
Freitag, vorm. um ½ 6 Uhr: Beichte. — Um ½7 Uhr:
Austeilung der hl. Kommunion. — Um ¼10 Uhr:
Hoch=
amt und Predigt. — Nachm. um ½2 Uhr: Vesper. —
Um ½ 6 Uhr: Predigt und Andacht für die armen Seelen.
— Werktags um ¼8 Uhr: Singmeſſe.
Kapelle zu Pſungſtadt: Freitag, vorm. um 7 Uhr:
Beichte. — Um ½8 Uhr: Amt und Predigt. — Nachm.
um ½2 Uhr: Andacht für die armen Seelen.
Samstag, den 2. November 1912
Allerſeelen
St. Eliſabethenkirche: Vormittags um ¾7 Uhr:
Aller=
ſeelenamt.
Wenn man von Cacao spricht, denken Feinschmecker
unwillkür-
lich an „ Van Houtens Cacao‟, die älteste und beliebteste Cacao-
Marke. Von unerreichtem Wohlgeschmack und hoher Nährkraft,
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Bitte beachten Sie, dass Van Houtens Cacao nur in geschlossenen
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Buch=
ſtaben umgeſtellt. Können Sie die Löſung finden?
Verſuchen Sie es bitte. Wir haben etwas für Sie,
was wir Ihnen ſenden würden und was eine
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nehme Ueberraſchung für Sie ſein dürfte. Sie
empfangen ein wertvolles Geſchenk bei der Sendung.
vollſtändig koſtenlos beigepackt, falls Sie uns die
richtigen Städte=Namen ſowie Ihren Namen, Stand=
und Adreſſe auf einer Poſtkarte mitteilen. Bitte
weder Briefmarken noch Geld einzuſenden.
Ver=
ſchieben Sie die Sache nicht! Wer zuerſt kommt,
mahlt zuerſt! Senden Sie Ihre Karte ſofort and
Heriot-Company, Prämienabteilung,
Friedenau W 297. (VII21683.
werd. jed. Geſchmack enſpr.
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Liebigſtr. 5, III. r. (*10358id
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