Darmstädter Tagblatt 1912


22. Oktober 1912

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175. Jahrgang
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.
Prinz Heinrich von Preußen iſt von Tſingtau
nach Dalni abgereiſt.
Graf v. Berchtold iſt am Sonntag abend nach Piſa
abgereiſt.

Die Montenegriner nahmen die Stadt Guſ=
ſinje
, die Griechen die Stadt Elaſſona ein.
*
Rooſevelt iſt geſtern morgen nach Oyſterbai abgereiſt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Zum Beſuche des Grafen Berchtold
in Italien.

** Der öſterreichiſch=ungariſche Miniſter des Aeu=
ßern
Graf Berchtolld iſt am Montag abend in Piſa
eingetroffen, wo er von ſeinem italieniſchen Kollegen
San Giuliano empfangen wurde. Beide Miniſter fuhren
ſodann zuſammen an das königliche Hoflager. Was den
Zweck des Beſuchs betrifft, ſo will ſich Graf Berchtold,
der im Februar dieſes Jahres ſein Amt übernahm und
im Monat Mai ſchon in Berlin ſeine Antrittsviſite machte,
nun auch in Italien vorſtellen. Dieſe Begegnungen der
leitenden Miniſter der Dreibundſtaaten und ihr Empfang
bei Hofe haben ſich ſchon ſeit Jahren eingebürgert, ſie
entſprechen dem Bündnisverhältniſſe der drei Reiche
untereinander. Bei den Zuſammenkünften pflegen die
ſchwebenden politiſchen Fragen erörtert zu werden, was
natürlich auch diesmal der Fall ſain wird, wo ſo manches
vorliegt, was der mündlichen Beſprechung wohl wert iſt.
Ja, man könnte angeſichts der Dinge auf der Balkanhalb=
inſel
der jetzigen Begegnung eine ganz beſondere Bedeu=
tung
beimeſſen, da ſicherlich die weitere Haltung der
Großmächte und alles das erwogen werden wird, was
der Balkankrieg noch bringen kann. Italien hat im euro=
päiſchen
Orient ein politiſches und wirtſchaftliches Inter=
eſſe
und der Hof durch ſeine verwandtſchaft=
lichen
Beziehungen zum montenegriniſchen Königs=
hauſe
noch ein perſönliches Intereſſe am Aus=
gange
des Krieges, das ſich vielleicht oft nur
ſchwer mit der Staatsraiſon vereinigen läßt. Unter
den zu beſprechenden Angelegenheiten dürfte ſich auch die
Mittelmeerfrage befinden, welche für Italien und auch
für Oeſterreich durch die franzöſiſche Flottenverſtärkung
in den Vordergrund gerückt iſt.
Graf Berchtold darf angeſichts der Zurückhaltung,
die Oeſterreich=Ungarn im Tripoliskriege beobachtet hat
und der von ihm im Verein mit dem Deutſchen Reiche er=
folgten
Anerkennung der italieniſchen Souveränität über
Libyen einer beſonders herzlichen Aufnahme in Italien
gewiß ſein.

Regierung und Preſſe.

Eine Rede des Staatsſekretärs Delbrück.
* In einer Rede bei der 50jährigen Jubelfeier
des Vereins Berliner Preſſe ſprach Staats=
ſekretär
Delbrück zunächſt namens des am Erſcheinen
verhinderten Reichskanzlers ſeine beſten Glückwünſche
aus, dankte zugleich namens zahlreicher Gäſte für die
Einladung und die freundlichen Worte der Begrüßung
und kam dann auf die Beziehungen zwiſchen
Regierung und Preſſe zu ſprechen. Der Staats=
ſekretär
führte dabei aus:
Ich fürchte, daß man auch heute noch die Empfindung
hat, daß, wenn etwas zwiſchen der Regierung und Preſſe
nicht ſtimmt, die bureaukratiſche Engherzigkeit unſerer
Behörden in erſter Linie daran Schuld iſt. Die Auffaſſung,
nach welcher bald nach der Verbreitung der Buchdrucker=
kunſt
die regierenden Gewalten in Staat und Kirche in
der Preſſe ihren gefährlichſten Feind erkannten, hat ſich
bald gemildert. Friedrich der Große hatte geſagt, die
Gazetten ſollten nicht genieret werden, und Fürſt Bis=
marck
hat ſich geäußert, jede Monarchie und der idealſte
Monarch bedürfen der Kritik, an deren Stacheln ſie ſich
halten könnten, wenn ihr Idealismus ſie auf Abwege
drängt‟. Dieſe Kritik kann nur geübt werden durch eine
freie Preſſe und ein Parlament in modernem Sinne.
Aber es liegt die Gefahr vor daß dieſe Korrektiven durch
Mißbrauch abgeſtumpft würden. Damit ergibt ſich, daß

naturgemäß zwiſchen Regierung und Preſſe ein ſteter
Kampf beſteht. Es iſt die höchſte Weisheit der Regieren=
den
, die Beziehungen zur Preſſe und zum Parlament ſo
zu regulieren, daß ſie niemals das notwendige Maß von
Freiheit verlieren, aber niemals in die Lage kommen,
dieſe Freiheit in der Weiſe zu mißbrauchen, die zu ihrem
eigenen Untergang führen würde.
Es iſt eine bekannte Tatſache, daß die Preſſe eine
Weltmacht geworden iſt, aber es iſt intereſſant, daß ge=
rade
Fürſt Bismarck, den die Preſſe als ihren grimmig=
ſten
Feind anzuſehen gewohnt war, die Bedeutung der
Preſſe als eines neben Regierung und Parlament
unentbehrlichen Faktors im Leben eines modernen Staa=
tes
betont und ſozuſagen ſanktioniert hatte. In dieſen
Ausführungen des Fürſten Bismarck liegt noch eine
zweite für uns alle ſehr beherzigenswerte Lehre: Wir
pergeſſen hüben und drüben immer, daß der Kampf
zwiſchen Regierung und Preſſe notwendig,
daß er unſer beiderſeitiges Lebenselement iſt. Dieſen
Kampf ſoll man aber nicht tragiſch nehmen, namentlich
ſolange nicht, als hüben und drüben gefochten wird im
Bewußtſein der Erfüllung der hohen vaterländiſchen
Pflicht und in Formen und mit Mitteln, die der beider=
ſeitigen
Würde entſprechen. Man ſoll aber auch, wenn
einmal in dieſem Kampfe die Formen verletzt werden,
auch das nicht tragiſch nehmen. Solche Entgleiſungen
liegen in der Unvolklommenheit der menſchlichen Natur
und in ganz beſonderen Verhältniſſen begründet, unter
denen die Preſſe arbeitet und unter demen die Preſſe und
die Regierung mit einander kämpfen.
Regierung, Parlament und Preſſe ſind
die unentbehrlichen Beſtandteile des
modernen Staates! Die Mitglieder und Organe
der Regierung, ebenſo wie die Parlamente erhalten ihr
Mandat nach beſtimmten geſetzlichen Regeln und die
Dienſtvorſchriften und Geſchäftsordnungen ſtehen unter
ſteter Kontrolle geſetzter oder ſelbſtgeſetzter Oberen. Die
Mitglieder der Preſſe aber arbeiten als Angehörige einer
abſolut freien Gemeinſchaft, deren Ehrenkodex keine ande=
ren
Mittel der Vollſtreckbarkeit hat als das Ehrgefühl
ihrer Mitglieder und die Mittel, welche der Preſſe ſonſt
zur Verfügung ſtehen. Es ſind auch vonſeiten der Preſſe
Dinge vorgekommen und ſie können vorkommen, die im
Widerſpruch ſtehen mit den Idealen und Aufgaben der
Preſſe. Dieſe Mißſtände werden ſchwer zu beſeitigen
ſein, aber ſie werden in ihren Wirkungen herabgemildert
werden können durch die freie Organiſation der Preſſe.
Alle Beſtrebungen der Preſſe, die darauf gerichtet ſind,
die wirtſchaftlichen und ſozialen Verhältniſſe ihrer Ange=
hörigen
zu verbeſſern und, ein geſundes Standesbewußt=
ſein
nährend, zu erziehen, dienen nicht bloß der Preſſe
ſondern der Allgemeinheit.
Der Redner ſchloß mit dem Wunſch, daß der Verein
Berliner Preſſe weiter blühen, gedeihen und fortſchrei=
ten
möge auf den bisherigen Bahnen in gemeinnütziger
Betätigung.

Dentſches Reich.

Erhöhung der Veteranenbeihilfen.
Daß daran gedacht wird, aus etwaigen Erträgen des
Petroleum=Monopols auch die Veteranenbeihilfen aufzu=
beſſern
, iſt bereits gemeldet. Wie verlautet, wird man
aber auch, genz abgeſehen davon, ob das Monopol Er=
träge
für die Reichskaſſe abwirft oder nicht, den Veteranen
in nächſter Zeit größere Beträge zuteil werden laſſen.
Im Haushalt des Reichsſchatzamts für 1913 wird der
zuletzt mit 29 Millionen Mark dotierte Veteranenbei=
hilfefonds
eine weitere Erhöhung erfahren. Wie ſehr in
den letzten Jahren gerade dieſer Fonds berückſichtigt iſt,
geht daraus hervor, daß aus ihm an Ausgaben im
Jahre 1907 rund 18,7 Millionen Mark, 1908 rund 20,3
Millionen Mark, 1909 rund 21,5 Millionen Mark und
1910 rund 23 Millionen Mark geleiſtet werden konnten.
Im Haushalt für 1911 erfuhr der Fonds dann die Ver=
ſtärkung
um 5½ Millionen Mark, die infolge der An=
nahme
der Zuwachsſteuervorlage durch Bundesrat und
Reichstag möglich geworden war. Im laufenden Haus=
halt
iſt er wieder um nahezu ½ Million aufgebeſſert.
Der Wahlkampf im erſten Berliner
Reichstagswahlkreis hat begonnen und dürfte
trotz der Kürze der Zeit ſich zu einem heftigen geſtalten.
Bisher ſind nicht weniger als fünf Kandidaten genannt
worden. Unter dieſen Umſtänden iſt mit Sicherheit anzu=
nehmen
, daß es zu einer Stichwahl kommt. Genannt
ſind außer dem bisherigen Reichstagspräſidenten Dr. J.
Kaempf, Redakteur Düwell, Oberſt a. D. Gädtke, Rechts=
anwalt
Ulrich und ein Pole.
Der Verband Deutſcher Petroleum=
Intereſſenten hat mit Rückſicht auf die Petroleum=
Monopolfrage an den Reichskanzler und den Staatsſekre=
tär
im Reichsſchatzamt nachſtehendes Telegramm gerich=
tet
: Der Verband Deutſcher Petroleum=Intereſſenten
hat in ſeiner letzten Vorſtandſitzung mit lebhafter Be=

friedigung Kenntnis genommen von dem beabſichtigten
Eingreifen der Reichsregierung in die unhaltbaren Zu=
ſtände
, die das rückſichtsloſe Vorgehen der Standard
Oil Company hervorgerufen hat. Der Verband hofft,
daß der Wortlaut des Geſetzentwurfes noch mehr, als
die bisherigen Veröffentlichungen zeigen wird, daß die
Intereſſen des noch unabhängigen Zwiſchenhandels
voll berückſichtigt worden ſind.
Die Enzyklika über die Gewerkſchaf=
ten
iſt, wie dem Mainzer Journal aus Rom gemeldet
wird, ſeit kurzem im Entwurf den deutſchen Biſchöfen zu=
gegangen
. Wann und in welcher endgültigen Faſſung
eine Publizierung beabſichtigt iſt, darüber ſteht die defi=
nitive
Entſcheidung der Kurie noch aus.
Die Verkehrseinnahmen der deut=
ſchen
Eiſenbahnen im September betrugen
nach der im Reichseiſenbahnamt aufgeſtellten Ueberſicht:
1. für alle Bahnen im Perſonenverkehr 79741 285 Mk.,
gegen das Vorjahr mehr 2872955 M., im Güterverkehr
174730 135 M., gegen das Vorjahr mehr 6 760076 M.;
2. für die Bahnen mit dem Rechnungsjahr April=März
vom 1. April bis Ende September 1912 im Perſonenver=
kehr
435550 516 M., gegen das Vorjahr mehr 22797041
Mark, im Güterverkehr 888000 424 M., gegen das Vor=
jahr
mehr 58 652340 M.; 3. für die Bahnen mit dem
Rechnungsjahr vom Januar bis Dezember vom 1. Ja=
nuar
bis Ende September 1912: im Perſonenverkehr
87907 583 M., gegen das Vorjahr mehr 3081 139 M., im
Güterverkehr 157649604 M., gegen das Vorjahr mehr
7134146 M. Die Geſamtlänge der Bahnen war
53 527 Kilometer, gegen das Vorjahr mehr 716 Kilo=
meter
.
Das preußiſche Abgeordnetenhaus
nimmt heute Dienstag ſeine Arbeiten wieder auf. Zu
dem recht ſtattlichen Reſt aus der Frühjahrstagung kommt
noch ein anſehnliches Stück neuer Arbeit hinzu. Vor
allem wird die Interpellation Friedberg=Schiffer Anlaß
geben, das Problem der Fleiſchteuerung in ſeinem ganzen
Umfang aufzurollen und eingehend zu beſprechen. Wie
verlautet, ſoll die Anfrage ſchon am Donnerstag auf die
Tagesordnung geſetzt werden, ihre Beſprechung dürſte
freilich auch noch den folgenden Tag in Anſpruch nehmen.
Wann die Präſidenteſtwahl ſtattfindet, wird lediglich
von der Konſervativen Fraktion abhängen, die ſich jeden=
falls
gleich bei ihrem Wiederzuſammentritt endgültig
über den kommenden Mann ſchlüſſig machen wird.

Ausland.

Italien.
Römiſcher Kaiſer‟? Der Petit Pariſien ver=
zeichnet
in einer aus Wien datierten Meldung das Ge=
rücht
, daß der König von Italien die Abſicht habe, in
Kürze den Titel eines römiſchen Kaiſers anzunehmen.
Dieſer Plan ſei bereits ſeit Beginn des tripolitaniſchen
Krieges von gewiſſen italieniſchen Staatsmännern ge=
nährt
worden, die nur auf den großen Sieg gewartet hät=
ten
, um ihre Ideale zu verwirklichen. Die italieniſche
Regierung glaube, das Anſehen Italiens würde erhöht
werden, wenn König Viktor Emanuel denſelben Titel
tragen würde, wie ſeine Verbündeten.
Holland.
Holländiſch=amerikaniſches Bündnis?
Wie von wohlunterrichteter Seite ckus dem Haag berich=
tet
wird, iſt Holland eine Art Bündnis mit den Vereinig=
ten
Staaten von Nordamerika eingegangen. Holland baut
danach ſeine Flotte aus, um Holland ſelbſt durch Tor=
pedo
= und Unterſeeboote und ſeine indiſchen Inſeln durch
Panzerſchiffe zu ſchützen. Die neuen Panzerkreuzer ſol=
len
unter Umſtänden auch mit den Vereinigten Staaten
gegen Japan kämpfen. Das Bündnis geht darauf hin=
aus
, daß, wenn die Philippinen von Japan angegriffen
werden, die Holländer den Amerikanern zu Hilfe kom=
men
müſſen. Greift Japan die indiſchen Inſeln Hollands
aft, ſo tritt von Amerika die Bündnispflicht in Kraft.
Dieſe Mitteilung wurde einem Berliner Vertreter des
Gerger Tageblatts durch die holländiſche Geſandtſchaft
beſtätigt.
Spanien.
Der Eiſenbahnerausſtand und die Kam=
mer
. In der Kammer kam es zu einer erregten Aus=
einanderſetzung
über den Eiſenbahnerausſtand.
Ein Sozialiſt griff die Regierung heftig an und machte
ihr den Vorwurf, ſie habe den Ausſtändigen Verſprechun=

[ ][  ][ ]

gen gemacht, denen die Vorſchläge des Miniſters der
öffentlichen Arbeiten Villanuevas in keiner Weiſe Rech=
nung
getragen hätten. Der Miniſterpräſident rechtfertigte
das Verhalten der Regierung, deren Maßnahmen not=
wendig
geweſen ſeien, um den Generalſtreik zu verhin=
dern
, der eine Kataſtrophe für das Land bedeutet hätte.
Amado, der Leiter der Correſpondencia Militär, auf deſ=
ſen
Vermittlung die Beilegung des Ausſtandes zurück=
zuführen
iſt, erklärte, die Regierung habe ihm verſichert,
ſie werde einen Geſetzentwurf vorlegen, der die Wünſche
der Eiſenbahner erfülle. Die Vorſchläge Villanuevas
enthielten aber keine Einlöſung der gegebenen Verſpre=
chungen
. Canalejas erklärte, er habe keinen Vertrag mit
den Ausſtändigen geſchloſſen. Die Vorſchläge der Re=
gierung
für die Löſung der Frage ſeien zu Bedingungen
erfolgt, die im Bereiche ſeiner Möglichkeit gelegen hätten.,
Rußland.
Keine Miniſterkriſis. Die Petersburger
Telegraphen=Agentur iſt zu der Erklärung ermächtigt,
daß die Blättermeldung über das Beſtehen ernſter Mei=
nungsverſchiedenheiten
zwiſchen dem Mi=
niſterpräſidenten
und dem Miniſter des Aeußern
völlig unbegründet iſt, und daß zwiſchen den
Miniſtern irgendwelche mit den Ereigniſſen auf
dem Balkan oder anderen Fragen verknüpften Un=
ſtimmigkeiten
weder beſtanden haben noch beſtehen.
China.
Neues Bahnprojekt. Die chineſiſche Regie=
rung
ſtimmte dem Bahnprojekt Mukden=Taonanfu zu.
Das Baukapital ſoll durch eine Anleihe bei Japan auf=
gebracht
und durch die Einnahmen aus den Steinkohlen=
gruben
garantiert werden.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 22. Oktober.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Kreisarzt bei dem Kreisgeſundheitsamte
Bingen Medizinalrat Dr. Emil Schäffer zum Kreis=
arzte
bei dem Kreisgeſundheitsamte Mainz und die
Handarbeitslehrerin Johanna Schellenbächer aus
Worms zur Handarbeitslehrerin und Aufſeherin am
Arbeitshaus Dieburg; ferner wurden ernannt der Lehrer
an der Vorſchule des Gymnaſiums zu Darmſtadt Philipp
Schäfer zum Reallehrer an dem Realgymnaſium zu
Darmſtadt unter Belaſſung in der Kategorie der Volks=
ſchullehrer
, der Reallehrer an der Realſchule und dem
Progymnaſium zu Alzey Peter Kaffenberger zum
Reallehrer an dem Ludwig=Georgs=Gymnaſium zu
Darmſtadt unter Belaſſung in der Kategorie, der Volks=
ſchullehrer
, der Lehrer an der Höheren Bürger= (Mädchen=)
Schule zu Alzey Peter Böhner zum Reallehrer an
der Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey unter
Belaſſung in der Kategorie der Volksſchullehrer, ſowie
der Landgeſtütsbeiknecht Peter Bauer in Darmſtadt
zum Landgeſtütsdiener, letzterer mit Wirkung vom
19. Oktober 1912 an.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Rechner der Bezirksſparkaſſe Langen
Rendanten Heinrich Philipp Thon das Silberne Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen mit der
Krone.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog die Handarbeitslehrerin
und Aufſeherin am Arbeitshaus Dieburg Eliſabeth
Beiſinger auf ihr Nachſuchen, unter Anerkennung
ihrer langjährigen treuen Dienſte, und ihr aus dieſem
Anlaß das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
Für treue Dienſte verliehen.
g. Strafkammer. Der 22jährige Philipp Blam aus
Aſtheim, jetzt in Groß=Gerau, hatte ſich geſtern wegen
zweier raffinierter Diebſtähle zu verantworten. Der An=
geklagte
war drei Jahre lang als Gehilfe bei dem Bürger=
meiſter
und Poſtagenten Kraft in Trebur tätig. Er ver=
ließ
jedoch dieſe Stellung, um ſich als Verſicherungs=
inſpektor
der Wilhelma eine ſelbſtändige Poſition zu
ſchaffen. Dieſe Stellung hatte er nur ein halbes Jahr
lang inne. Später verkehrte er in dem Hauſe des Bür=
germeiſters
und wurde auch öfter zu Tiſch geladen. Dieſe
Gaſtfreundſchaft lohnte er nun in ganz undankbarer
Weiſe. Sich ſeine Lokalkenntniſſe zu Nutzen machend,
griff er Ende Juni, als ſein Nachfolger mit dem Publi=
kum
beſchäftigt war, in den Kaſſenſchrank und entnahm
demſelben 200 Mark. Bei einem zweiten Diebſtahl wurde
er von der Frau Kraft erwiſcht. Er hatte etwa 14 Tage
nach dem erſten Diebſtahl den Kaſſenraum geöffnet und
hatte aus dem Schrank 220 Mark genommen. Als ihn
die Frau überraſchte, gab er 180 Mark heraus und ſagte,
er hätte nur dieſe Summe. In der geſtrigen Verhand=
lung
gab er zu, daß es 220 Manrk waren und er 40 Mark
behalten hatte. Den Kaſſenſchrank habe er offen gefun=

den, als er ſich einen Federhalter nehmen wollte. Da das
Gericht das Gegenteil nicht als erwieſen anſehen konnte,
verurteilte es den Angeklagten nur wegen zweier ein=
facher
Diebſtähle zu 6 Monaten Gefängnis.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 26. Oktober, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Geſuch des Franz Geulen aus Aachen
um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft
(Automatenreſtaurant) im Hauſe Eliſabethenſtraße Nr. 2.
2. Klage des Ortsarmenverbands Doſſenheim gegen den
Ortsarmenverband Viernheim wegen Erſatz von Pflege=
toſten
für das Kind Georg Otto Kettner aus Doſſen=
heim
. 3. Klage der Witwe des Hilfsarbeiters in der
Kreisabdeckerei Franz Joſeph Braun zu Dieburg gegen
die Fürſorgekaſſe für Beamte und Bedienſtete der
Landgemeinden zu Darmſtadt wegen Bewilligung von
Witwen= und Waiſengeld. 4. Geſuch des Nikolaus Lerch
in Darmſtadt um Ausdehnung des Automatenreſtaurants
auf den vorderen Raum des Hintergebäudes Ernſt=
Ludwigsſtraße Nr. 1.
Vom Großh. Hoftheater. Heute wird der längere
Zeit nicht mehr geſpielte Gardeoffizier von Molnar als
38. Abonnementsvorſtellung, Buchſt. B 10, wiederholt. Die
Beſetzung iſt die der Premiere, auch die Geſangspartien
im zweiten Akt werden wieder von Frl. Kaſten und den
Herren Globerger und Semper interpretiert werden. An=
fang
7½ Uhr. Der ungewöhnliche Erfolg, den Hermann
Bahrs neueſtes Luſtſpiel Das Prinzip bei ſeiner Urauf=
führung
in unſerem Hoftheater errungen hat, veranlaßt
die Leitung, das amüſante Werk bereits am Mittwoch zur
Wiederholung anzuſetzen. Der Premiere wohnten Ihre
Königl. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin
bei. Ende dieſer Woche gelangen auch die Operette
Schöne Helena und Adams komiſche Oper Wenn ich
König ware zur Aufführung. Aus Anlaß der Luther=
feſtſpiele
bleibt das Hoftheater am Freitag, den 25., ge=
ſchloſſen
. Für Sonntag iſt die Premiere von Leo Falls
neueſter Operette Der liebe Auguſtin angeſetzt.
Hermann Bahr der erfolgreiche Autor der Luſt=
ſpielnovität
Das Prinzip hat an das Hoftheater eine
Dankdepeſche folgenden Inhalts gerichtet: Herzlichſten
Dank, den auch ſämtlichen Darſtellern auszuſprechen bitte.
Auf Wiederſehen Hermann Bahr‟. Der Dichter iſt alſo
zu einer der nächſten Wiederholungen ſeines Werkes mit
Beſtimmtheit zu erwarten.
Volksvorſtellung. Am Sonntag, den 27. Oktober,
wird im Hoftheater nicht Pfarrer von Kirchfeld ge=
geben
, wie angekündigt, ſondern Leſſings Nathan der
Weiſe‟.
D. Von der Techniſchen Hochſchule. Der Nachfolger
des am 1. Oktober auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand
verſetzten Geheime Baurat Dr. phil. Dr.=Ing. Schmidt,
ordentlicher Profeſſor für Ingenieurwiſſenſchaft, iſt Stadt=
baurat
Dr.=Ing. Franz Niedner. Dieſer iſt 1876 in
Dresden geboren und abſolvierte daſelbſt 1895 das Gym=
naſium
zum heiligen Kreuz. Seine Studien vollendete er
an der Techniſchen Hochſchule in Dresden, wo er auch die
Doktor=Ingenieurprüfung ablegte. Seine ſtaatliche Aus=
bildung
nahm er bei der ſächſiſchen Staatsbahn und unter=
zog
ſich im Jahre 1905 der Regierungsbaumeiſterprüfung,
die er, ebenſo wie die anderen Prüfungen, mit Auszeich=
nung
beſtand. Er trat alsdann bei der Firma Ph. Holz=
mann
in Frankfurt a. M. ein, und war in deren Auftrag
längere Zeit in Tanger (Marokko). 1907 wurde er zum
Stadtbaumeiſter in Dresden ernannt und habilitierte ſich
dort an der Techniſchen Hochſchule auf dem Gebiete der
Städtereinigung. 1912 wurde er als Stadtbaurat nach
Zwickau berufen, welche Tätigkeit ihn der Ruf der hieſigen
Hochſchule aufgeben läßt. An der Fachprüfung der Ab=
teilung
für Maſchinenbau beteiligen ſich 15 Kandidaten.
Die Klauſur hat vom 16. bis 18. ds. Mts. ſtattgefunden.
Im Ingenieur= und im elektrotechniſchen Fach werden die
Fachprüfungen vom 19.22, bezw. vom 19.30 Oktober
abgehalten. An jener nehmen 5, an dieſer 11 Kandidaten
teil.
* Wiſſenſchaftliche Kinovorführungen in der Aus=
ſtellung
Der Menſch Wenig bekannt iſt es, daß der
Kinematograph der Ausſtellung Der Menſch Vorfüh=
rungen
wiſſenſchaftlicher Art bringt, die ſonſt in keinem
der vielen Kinematographentheater zu ſehen ſind. Die
Vorführungen, die das große Material der Ausſtellung
wirkungsvoll ergänzen, führen uns in die tiefſten Geheim=
niſſe
der Natur ein, ſo daß ſelbſt die intimſten Vorgänge,
die durch große Forſcher enthüllt wurden, vor uns lebendig
werden. Das Programm wechſelt fortwährend und wird.
ſtändig erneuert. Unter den neueſten Vorführungen ſind
folgende: Filaria Loa, ein paraſitiſcher Wurm im Blute
des Menſchen; Seidengewinnung in Kambodſcha; der
Cholerabazillus (Bazillus de Koch); Blutkreislauf eines
Kruſtentieres; die Tätigkeit der weißen Blutkörperchen
(Mécanisme de la Phagocytoſe); das Texasfieber ( Wech=
ſelfieber
) des Rindes; Turnen der höheren Knabenſchule
zu Stockholm; Cyelops, ein Lebeweſen im Blut des Men=
ſchen
. Beſonders intereſſant iſt auch die aus 3 Teilen
beſtehende Darſtellung über die Gefahren der Elektrizität
im Berufsleben, die uns die Unfälle und die Rettungs=
mittel
, vor allem die Wiederbelebungsverſuche, zeigt. Die
kinematographiſchen Vorführungen finden mehrmals täg=
lich
ſtatt, mit Ausnahme der Sonntage, an denen wegen
des ſtarken Beſuches der Kinematograph geſchloſſen bleibt.

(*) Vom Landeslehrerverein. Der Heſſiſche Landes=
lehrerverein
hat gemeinſam mit dem katholiſchen Lehrer=
verein
im Großherzogtum Heſſen in Sachen der Ge=
haltsfrage
an die Erſte und Zweite Kammer der
Landſtände eine ausführliche Eingabe gerichtet. Sie
wünſchen darin bezüglich der freien Wohnung künftig die
gleichen Beſtimmungen wie bei den Staatsbeamten, da
bei Verhandlungen über Wohnungsvergütungen das
Verhältnis zwiſchen Gemeinde und Lehrer, oft getrübt
werde. Die Eingabe ſtellt feſt, daß die Beſoldung der
Volksſchullehrer zu derjenigen anderer Beamten nicht in
dem Verhältnis ſteht, wie dies nach Vorbildung und nach
Bedeutung des Berufs der Fall ſein müßte. Nach dem
vor Jahren von der Regierung aufgeſtellten Grundſatze:
Gleiche Vorbildung gleiche Bezahlung wird daher er=
neut
die Gleichſtellung im Gehalte mit den mitt=
leren
Finanzbeamten gefordert. Das Anfangs=
gehalt
ſoll unter Anrechnung von 500 Mark penſionsfähi=
gen
Wohnungsgeldes auf 2100 Mark, das Endgehalt auf
4600 Mark feſtgeſetzt werden. Es ſollen gewährt werden
10 Gehaltszulagen in dreijährigen Friſten. Die erſten
drei Zulagen ſollen je 200 Mark, die folgenden fünf je
300 Mark, die letzten zwei wieder 200 Mark betragen. Die
Lehrerinnen ſollen durchſchnittlich 80 Hundertteile von dem
Gehalt der Lehrer erhalten. Die Vergütung der Haupt=
lehrer
und Schulleiter ſoll einheitlich geregelt werden, wie
es z. B. in Preußen geſchehen iſt.
n. Erinnerungsfeier. Nach einem halben Jahr=
hundert
wieder in echt kameradſchaftlicher Vereinigung
ſeiner Jugendzeit und des Abgangs von der Schule zu
gedenken, dieſer ſinnige Gedanke hatte, wie ſchon ange=
kündigt
, am Samstag abend einen Kreis ehemaliger
Abiturienten des hieſigen Ludwig=Georg=
Gymnaſiums zuſammengeführt. Faſt die Hälfte
der damaligen Zahl von 23 iſt zwar vom Tode dahin=
rafft
, aber die meiſten der Ueberlebenden waren jetzt der
Anregung gefolgt und verbrachten im Weinreſtaurant
des Hotels Heß einige ſchöne Stunden. Herr Geheime
Oberſchulrat Dr. Nodnagel verlieh den alle Teilnehmer
bewegenden Gefühlen durch eine mit Reminiſzenzen der
Schülerzeit verbundene, warme Anſprache Ausdruck,
und Herr General Keim dankte im Verlauf des Abends
dem Veranſtalter dieſer Zuſammenkunft, Herrn Land=
gerichtsdirektor
i. P. Küchler. Freudig wurde es auf=
genommen
, als ein zur Verleſung gebrachter Glückwunſch
des Gymnaſiums, nebſt Bild der Anſtalt, jene Stätte
beſonders lebhaft vor das Auge treten ließ. Nach herz=
lichem
Gedankenaustauſch trennte man ſich mit dem
Verſprechen, ſich auch in kommenden Jahren in gleicher
Weiſe zu vereinigen.
* Silberne Hochzeit. Morgen, den 23. Oktober,
eiern die Eheleute Georg Keller, Lichtenbergſtraße,
hre Silberne Hochzeit.
Schornſteinfeger=Innung für das Großherzog=
tum
Heſfen. Am Samstag fand hierſelbſt eine außer=
ordentliche
Sitzung der Innung unter zahlreicher Be=
teiligung
aus den drei heſſiſchen Provinzen ſtatt. Den
Hauptgrund der Zuſammenkunft bildete die von dem
heſſiſchen Landesverband der Hausbeſitzer=Vereine an
das Großh. Miniſterium des Innern, ſowie an ſämt=
liche
Kreisämter gerichtete Proteſtſchrift gegen das
Regulativ die Reinigung der Schornſteine betreffend:
Einſtimmig wurde von dem Vorſtande der Schornſtein=
feger
=Innung, ſowie unter Beihilfe des Vorſtandes des
Zentral=Innungs=Verbandes der Schornſteinfegermeiſter
des Deutſchen Reiches beſchloſſen, gegen die in der
Proteſtſchrift enthaltenen Behauptungen uſw. Stellung zu
nehmen und deu zuſtäudigen Behörden hierüber durcht
eine Gegeneingabe Mitteilung zu machen.
D. Ernte=Dankfeſt. Sonntag abend 6½ Uhr veran=
ſtaltete
der Kirchengeſangverein der Martins=
gemeinde
anläßlich des Erntedankfeſtes eine lithur=
giſche
Feier, in der Martinskirche, die im Schmucke zahl=
reicher
Erntegaben prangte. Der Verein, der zu Anfang
nächſten Jahres ſein 25jähriges Beſtehen feiert, brachte
zum Vortrag op. 99 von Heinrich von Herzogenberg. Mit
dieſem Werke des früher in Darmſtadt wirkenden, jetzt
verſtorbenen Komponiſten, deſſen Chöre ſich aus Worten
der Heiligen Schrift zuſammenſetzen, hatte ſich der Verein
keine ſehr dankbare Aufgabe geſtellt. Deſſenungeachtet iſt
dem Vereine Dank zu ſagen, daß er den heimiſchen Kom=
poniſten
immer wieder zu Worte kommen läßt. Der lang=
jährige
unermüdliche Dirigent, Herr Oberpoſtſekretär
Collin, hatte es ſich angelegen ſein laſſen, alleFeinheiten
ſorgfältig herauszuarbeiten, was, ſoweit es bei dem Werke
möglich war, gut gelungen iſt. Die einzelnen Chöre wur=
den
unterbrochen durch Geſänge der Gemeinde und durch
der Bedeutung des Feſtes angepaßte Schriftverleſungen
des Herrn Pfarrer Widmann, die zu einer Anſprache
ber Schauet den Ernſt Gottes Schauet die Güte
Gottes hinüberleiteten. Als Einleitung ſpielte der
organiſt, Herr Hauptlehrer Ritz, einen Dankpſalm von
. Wermann auf der Orgel, die er, wie ſtets, trefflich
meiſterte. Die Kirche war ſehr gut beſucht.
m. Das Jahresfeſt der Ev. Stadtmiſſion, das am
Sonntag im Saale der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, ge=
feiert
wurde, begann mit einem Feſtgottesdienſt am Vor=
mittag
, den Herr Pfarrer Eßlinger=Auerbach über
Johannes 6,2735 hielt. Seine Hauptgedanken waren:
Das iſt ein Wort auch für unſere Zeit. Es kommt den
vielen modernen geiſtlichen Fragen entgegen und weiſt

Das Haar und die Charakterdeutung.

** Der Volksmund ſpricht ſeit langem von dem Zu=
ſammenhang
zwiſchen Haar und Charakter.
Die Böſewichte haben nach ihm rote Haare und die lan=
gen
Haare verraten kurzen Sinn. Wiſſenſchaftlich aber
hat man ſich noch wenig mit dieſer Frage beſchäftigt und
ſo verdient denn ein Aufſatz Beachtung, den der Anthro=
pologe
Charles Caſſel in der New=Yorker Popular
Science Monthly veröffentlicht. Im allgemeinen ſind die
charakteriſtiſchen Merkmale des Haares nicht nur Zeugniſſe
für eine beſtimmte Nationalität, ſondern bieten auch ein
unterſcheidendes Merkmal für höhere und niedere Men=
ſchenraſſen
. Durch die Grobheit des Haares verraten die
tiefer ſtehenden Völker wahrſcheinlich ihre größere Nähe
innerhalb der Entwicklungsreihe zu den tieriſchen Vor=
fahren
. Auch die Farbe des Haares läßt ſich dafür in
Betracht ziehen, denn unter den menſchenähnlichen Tieren
iſt kein Beiſpiel von blondem Kopfhaar bekannt, ebenſo
wenig von blauen oder grauen Augen. Die günſtigen
und ungünſtigen Anzeichen, die die Volkskunde aus den
Haaren herauslieſt, haben ſich mehr mit Einzelheiten be=
ſchäftigt
. Rotes und gelbes Haar ſteht in den Sprichwör=
tern
der Völker im Gegenſatz zu Begabung oder gutem
Charakter. Auf alten Bildern werden Judas und Kain
mit roten Bärten abgebildet, um ſchon dadurch die Bos=
haftigkeit
ihrer Natur anzuzeigen. Seltſamerweiſe er=
ſcheint
aber auch das blonde Haar im Volksglauben nicht
als ein Anzeichen beſonderer Tugenden; dieſe werden
vielmehr dem braunen, und beſonders dem kaſtanien=
Fraunen Haar zugeſchrieben, Die ſchwarze Haarfarbe, die

die Wiſſenſchaft als einen Zuſammenhang mit niederen
Raſſen deuten kann, gilt durchaus nicht für ein ſchlechtes
Zeichen, beſonders, wenn das Haar fein und reich iſt. Den
zarteren Schattierungen des roten Haares, dem Gold=
blond
und dem Rotbraun, wird bei Frauen große Schön=
heit
zugeſprochen und die Trägerinnen dieſes Schmuckes
ſollen treu in ihrer Liebe und feſt in ihren Entſchlüſſen
ſein.
Geht man von ſolch mehr poetiſchen Ausdeutungen
zu den Ergebniſſen wiſſenſchaftlicher Forſchung über, ſo
iſt zunächſt der Beziehung zwiſchen Haaren und Verbre=
chen
zu gedenken. Havelock Ellis, der ausgezeichnete
Ethnologe, der ſich mit dieſer Frage beſonders beſchäftigt
hat, ſtellt feſt, daß die Zahl der ſchwarzhaarigen Perſonen
unter den Verbrechern im Verhältnis beträchtlich größer
iſt, als unter der übrigen Bevölkerung von England.
Italien und Amerika. Der Bart des Verbrechers iſt nach
ſeinen Unterſuchungen gewöhnlich dürftig, das Kopfhaar
dagegen zumeiſt üppig. Ein großer Prozentſatz der Ver=
brecher
iſt wollhaarig und dasſelbe hat man bei Idioten
beobachtet. Unter verbrecheriſchen Frauen ſoll ein beſon=
derer
Reichtum an Haar hervortreten. Jedoch iſt man ſich
über die bei den Verbrechern vorherrſchende Haarfarbe
durchaus nicht im klaren; amerikaniſche Gelehrte ſind zu
dem Reſultat gekommen, daß das blonde Haar ſtärker
vertreten ſei, als das ſchwarze.
Caſſel wendet ſich dann beſonders der Frage nach der
Haarfarbe und Haarart des Genies zu. Aus Bio=
graphien
und ſonſtigen Mitteilungen hat er ein großes
Material geſammelt und iſt zu dem überraſchenden Re=
ſultat
gekommen, daß bedeutende Menſchen zwar zumeiſt

blaue und graue Augen haben, aber nicht, wie man danach
annehmen möchte, blonde, ſondern ſchwarze Haare. Eine
große Liſte von ſchwarzhaarigen Genies führt er auf,
unter denen wir nur Coleridge, Ibſen, Browning und
Tennyſon nennen. Braunhaarig waren unter anderem
Napoleon, Cromwell, Waſhington, Milton, Shelley,
Keats. Die Zahl der blondhaarigen Berühmtheiten iſt
viel geringer. Nicht ein einziges Genie will der Autor
gefunden haben, deſſen Haare gelb genannt werden,
doch ſei demgegenüber darauf hingewieſen, daß das Haar
unſeres Schiller als gelb, ja ſogar als rot bezeichnet wird,
Was die Art der Haare anbelangt, ſo ſcheinen die Locken
des Künſtlers, von denen man immer ſpricht, auch vor
dem Forum der Wiſſenſchaft zu beſtehen. Von 60 Genies,
von denen Beſchreibungen des Haares geſammelt wur=
den
, iſt bei 26 die Art des Haares aufgeführt, und bei 22
von ihnen wird es als lockig oder wellig geſchildert. Von
dieſen 22 waren 19 Dichter, Künſtler oder Schriftſteller.
Haar von beſonderer Weichheit und Fülle iſt eine häufige
Begleiterſcheinung der künſtleriſchen Begabung. Das gilt
nicht nur von den Muſikern, bei denen das lange Haar ja
ſprichwörtlich iſt. Man wird im allgemeinen ja anneh=
men
können, daß künſtleriſch begabte Individuen welliges
oder lockiges Haar haben, doch gibt es auch Ausnahmen,
wie zum Beiſpiel Grieg. Dagegen, daß grobes und har=
tes
Haar von geringerer Begabung zeuge, ſprechen die
Haare Napoleons und Andrew Jackſons. Der Autor
beſcheidet ſich daher auch mit der Aufzählung der von
ihm gewonnenen Reſultate und erwartet eine endgültige
Löſung des Problems erſt von einer umfaſſenderen Ma=
terialſammlung
.

[ ][  ][ ]

aauf das einzige Heilmittel hin auch für unſere Zeit
und für alle Menſchen, das iſt: die Speiſe, die nicht ver=
geht
, ſondern die da bleibet für ein ewig Leben. Es ent=
halt
eine Ermahnung ſowohl für den einzelnen Chriſten
als auch für das ganze Volk Gottes. Die Nachfeier am
Nachmittag war außerordentlich gut beſucht. Obwohl
ſchlicht und einfach, bot ſie doch viel fürs Herz und Ge=
müt
durch Chorgeſänge, Deklamationen und Anſprachen.
Herr Pfarrer Dr. Kertz=Frankfurt a. M. ſprach an der
Hand von Eph. 3,1418 von dem inwendigen Men=
ſchen
, der eine ganz beſondere Kraft erhalten
muß zu ſeiner Erneuerung, von dem Herzen, das trotz
aller pſychologiſchen Studien nicht ergründet worden iſt.
In kurzen, klaren Worten beſchreibt aber der Herr das
Herz, wenn er ſagt: Das Herz des Menſchen iſt ein
trotziges und verzagtes Ding. Und dieſes Herz findet
erſt ſeine Befriedigung und ſeinen Halt, wenn Jeſus da=
rin
Wohnung gemacht hat, und es trotzt allen Stürmen,
wenn es gewurzelt und gegründet iſt in Chriſti Liebe.
Der Jahresbericht zeigte uns das weite Feld der ſegens=
reichen
Tätigkeit der Stadtmiſſion. Da iſt Arbeit an der
frühen Jugend, an Kindern, an der erwachſenen
männlichen und weiblichen Jugend, um ihr einen inne=
ren
, feſten, bleibenden Halt zu geben, die Arbeit an
Trinkern durch das Blaue Kreuz, an Verwahrloſten, an
Beſtraften, Arbeit an Männern und Frauen, um
ihnen den Weg des Heils zu zeigen und ſie in Gemein=
ſchaft
mit Gleichgeſinnten tiefer in das Wort der Wahr=
heit
und des Lebens in Gott zu führen. Auch eine ganze
Annzahl Außenſtationen werden von der Stadtmiſſion
aus bedient, ſo daß jeder aus dem Bericht den Eindruck
bekam, hier iſt eine außerordentlich rege Betätigung der
chriſtlichen Liebe. Solch ein Werk iſt wahrlich wert der
Unterſtützung aller chriſtlichen Kreiſe. Abends fand noch
eine Evangeliſationsverſammlung ſtatt, in der Herr
Pfarrer Dr. Kertz und Herr Prediger Volk aus Hand=
ſchuhsheim
ſprachen.
nn. Turngeſellſchaft Darmſtadt. In den feſtlich ge=
ſchmückten
Räumen ihres Turnhauſes in der Dieburger=
ſtraße
hielt die Turngeſellſchaft Darmſtadt am
Sonntag ein Schauturnen, verbunden mit einem
Preisturnen der Turner und Zöglinge, ab, zu dem
ſich zahlreiche Turnfreunde und Vertreter der hieſigen und
auswärtigen Turnvereine eingefunden hatten. Eröffnet
wurde das Schauturnen durch einen Begrüßungschor der
Turnerſingmannſchaft, dem ein flotter Aufmarſch der
Damenabteilung und der Turnmannſchaft zu den Stab=
übungen
folgte und die in ſehr präziſer Weiſe vorgeführt
wurden. Der 2. Sprecher, Herr Ad. Emig, begrüßte in
trefflichen Worten die zahlreichen Turner und Turn=
freunde
und wies auf die glänzend verlaufene Jahnfeier
und den Zuſammenſchluß der Darmſtädter Turnerſchaft
hin, mit dem die deutſche Turnſache aufs neue gefördert
würde. Sein Gut Heil galt dem Blühen und Gedeihen
der deutſchen Turnerſchaft. Es folgten nun ein Zöglings=
turnen
am Längspferd und Freiübungen von 8 Turnern,
die als turneriſche Neuheit beſonderen Beifall fanden.
Auch die Uebungen der Damenriege am Barren und ein
Fahnenreigen wurden mit reichem Beifall ausgezeichnet.
Den Glanzpunkt des Abturnens bildete das Turnen der
1. Riege am Reck mit vorgeſtelltem Barren und Kürturnen
am Reck. Den Schluß des Abturnens bildete ein allge=
meines
Riegenturnen mit Turnſpielen und Pyramiden,
die mit Schneid und Eleganz von der Turnmannſchaft ge=
ſtellt
und mit reichem Beifall ausgezeichnet wurden. Ein
flottes Tanzkränzchen am Abend bildete den Abſchluß der
Turnſchau. Aus dem am Vormittag abgehaltenen Preis=
turnen
gingen als Sieger hervor: Im Turner=
Fünfkampf: 1. Georg Bernhardt 77½ P., 2. Friedr.
Debus 75 P. 3. Hans Dittmar 70½ P., 4. Georg Kunz
61½ P., 5. Georg Erb 60½ P., 6. Robert Diehl 60 P.,
7. Chriſt. Weiland 58½ P., 8. Ferd. Burg 58 P., 9. Heinr.
Vierheller 57½ P., 10. (doppelt) Friedr. Kranzler und
Gg. Schneider 57 P., 11. Karl Schäfer 55 P., 12. Hans
Tracht 54½ P., 13. Balth. Eidmann 47 P., 14. K. Schmidt
46 P., 15. Aug. Büchner 45½ P. Beim Zöglings=
Preisturnen (Zwölfkampf): 1. Wilh. Miſchlich 134½
Punkte, 2. Joh. Orth 133 P., 3. Heinr. Engel 114½ P.,
4. K. Niebel 113 P., 5. Adam Tilly 109½ P., 6. Paul
Haller 108 P., 7. Wilh. Kunz 103 P., 8. Georg Götz 102 P.
An dem Preisturnen beteiligten ſich ſämtliche Turner und
Zöglinge der Turngeſellſchaft Darmſtadt. Den Siegern
wurden die Eichenkränze am Abend mit einem dreifachen
Gut Heil überreicht.
g. 10. Stiftungsfeſt der Viadrina. Aus Anlaß des
10. Stiftungsfeſtes der Akademiſchen Verbind=
ung
im K. C. Viadrina an der hieſigen Hochſchule
fand in Darmſtadt der Bundestag des K. C. ſtatt, zu
dem Vertreter aus vielen Hochſchulſtädten erſchienen
waren. Am Samstag vereinigte ein Feſtkommers
im Städtiſchen Saalbau die Delegierten und die Mit=

glieder der Viadrina ſowie viele Philiſter zur feſt=
lichen
Begehung des zehnten Stiftungsfeſtes der Via=
drina‟
Der Vorſitzende der Verbindung, Stud. Aron,
eröffnete den offiziellen Teil der Veranſtaltung. Herr
Gomperts hielt die warm aufgenommene Kaiſer=
und Großherzogsrede, die mit einem dreifachen Hoch auf
Kaiſer und Großherzog ſchloß. Die Begrüßungsrede hielt
der Vorſitzende, der insbeſondere die Vertreter der Kör=
perſchaften
und den Vorſitzenden des Ausſchuſſes der
Studierenden herzlichſt begrüßte. Es folgten noch ver=
ſchiedene
Reden und Begrüßungen, u. a. durch den
Rabbiner Dr. Italiener aus Darmſtadt, durch
den Vertreter des Zentralvereins deutſcher Staats=
bürger
jüdiſchen Glaubens, Dr. Mainzer=Berlin, und
der Ortsgruppe Darmſtadt, Dr. Strauß; namens der
Philiſter und der neuen Harmonie ſprach Herr Trier
und kündete gleichzeitig eine Ehrengabe des Vereins an.
Den offiziellen Teil beſchloß ein urkomiſches Bierdrama;
der inoffizielle Teil, die Fidulität, hatte aber noch
lange nicht ein Ende.
Kriegerverein Darmſtadt. Am Sonntag nach=
mittag
hielt der Verein ſein diesjähriges Schluß=
Schießen in Geſtalt eines Preisſchießens ab. Eine
recht ſtattliche Anzahl Kameraden hatte ſich zum fried=
lichen
Wettbewerb eingefunden. Pünktlich um 2 Uhr wurde
begonnen auf Stand 8a der Militär=Schießſtände. Ge=
ſchoſſen
wurde ſtehend aufgelegt aus einer Entfernung
von 150 Meter auf 12er Ringſcheibe. Von jedem Schützen
kamen die 3 beſten hintereinander abgegebenen Schüſſe
für einen Preis in Betracht. Der Verein hatte 6 wertvolle
Preiſe für die 6 beſten Schützen ausgeſetzt,
ſowie 2 Ehrenpreiſe für diejenigen zwei Schützen,
welche während der Uebungsſchießen im abgelaufenen
Jahre im Durchſchnitt die 2 höchſten Ringzahlen erreicht
hatten. Für letztere kamen die Kameraden K. Nelle mit
dem 1. Preis und G. Bender mit dem 2. Preis in Be=
tracht
. Um 5 Uhr, nachdem alle Schützen abgeſchoſſen
hatten und inzwiſchen zahlreiche Familenangehörige ſich
eingefunden hatten, konnte das Ergebnis verkündet wer=
den
. Da mehrere Schützen gleiche Ringzahlen geſchoſſen
hatten, mußten noch Stech=Schüſſe die Reihenfolge der
Preiſe entſcheiden. Nachſtehende Kameraden erhielten
Preiſe: den 1. Preis mit 32 Ringen Kam. Türtmann,
den 2. Preis mit 31 Ringen Kam. Kirchner, den 3.
Preis mit 31 Ringen Kam. Nelle, den 4. Preis mit 31
Ringen Kam. K. Bender, den 5. Preis mit 30 Ringen
Kam. G. Bender den 6. Preis mit 30 Ringen Kam.
Schröder. Die Ausgabe der Preiſe erfolgt am 26. Ok=
tober
anläßlich des Familienabends in der Turnhalle,
Dieburgerſtraße. Das Schießjahr fand ſomit einen wür=
digen
Abſchluß und trennte man ſich mit dem Verſprechen,
kommendes Frühjahr wieder zeitig auf den Schießſtänden
ſich einzufinden, um vergnügt in Kameradenkreiſen einige
ſchöne Stunden, dem Schießſport huldigend, zu verleben.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Am Sonntag fand
bei herrlichem Herbſtwetter die Familien= Wande=
rung
des Ortsgewerbevereins Darmſtadt nach Groß=
Zimmern ſtatt. Trotz der unaufhörlichen Regengüſſe am
Samstag hatten ſich über 100 Wanderinnen und Wan=
derer
an den Hirſchköpfen eingefunden, um mit hinaus zu
wandern in die herbſtlichen Wälder mit ihrer herrlichen
Farbenpracht. Der Weg führte über das Rücksbrünnchen,
Bernhardsbrünnchen, an der Scheftheimer Eiche vorbei,
durch abwechſelungsreiche Waldbeſtände mit ſchönen Pfäd=
chen
, über Wieſen und mit in den ſchönſten Farben ſtrah=
lenden
Lichtungen nach Groß=Zimmern. Wohl niemand
wird es bereut haben, dieſen Tag noch einmal zu dieſem
ſchönen Waldgang in der friſchen, würzigen Luft benutzt
zu haben. Faſt drei Stunden mußte freilich marſchiert
werden, um mit denen, die die Bahn benutzt hatten, im
Löwenbräu Brauereiausſchank Wagner, zuſammen zu
treffen. Bis auf den letzten Platz war der obere Saal
beſetzt, und es war keine leichte Aufgabe, die mit dem
ſchönſten Appetit und Durſt verſehene Schar zu befrie=
digen
. Nachdem der Vorſitzende der Ausflugskommiſſion
die Anweſenden mit herzlichen Worten begrüßt hatte und
alles wieder an Leib und Seele geſtärkt war, entwickelte
ſich nun bei frohem Rundgeſang, heiteren Deklamationen,
Geſangsvorträgen und einem Tänzchen für alt und jung
ein recht fröhliches Treiben, bei dem alles mittun mußte.
Herr Dingeldey und Herr Pfändner erfreuten
durch ein paar prächtige Liedervorträge, Herr Sattler
durch ſeine heiteren Deklamationen, Frau Eckle über=
raſchte
mit einigen echten Tiroler=, Wiener=Liedern und
Jodlern. Es war ein Genuß, dieſen Darbietungen zu
lauſchen. Allen auch an dieſer Stelle herzlichen Dank.
Viel zu ſchnell war die Zeit verfloſſen, als der Führer zum
Aufbruch mahnte, damit der Zug 9.30 Uhr die Teilnehmer
von Groß=Zimmern wieder nach Darmſtadt zurückbringen
konnte. Alle Teilnehmer ſchieden mit dem Wunſch, mög=
lichſt
bald wieder einmal zuſammen zu ſein.
C. Der Katholikenverein veranſtaltete am Sonn=
tag
ſeinen erſten Wintervortrag. Profeſſor Dr. Ledroit=

Mainz behandelte das Thema Der hl. Bonifatius im
Kampfe mit dem Heidentum In der Einleitung be=
zeichnete
Redner das von ihm verfaßte gleichlautende
dramatiſche Spiel als ein Volksſtück, das den Apoſtel
der Deutſchen in ſeinem Handel und Wandel als
Glaubensverkünder und Glaubenserneuerer darſtellt und
die Ideale des Heidentums und Chriſtentums zeichnet.
Sodann rezitierte er einen Teil des Dramas, während
die eingeflochtenen Geſänge von einer Anzahl Herren
und Damen unter Leitung des Herrn Muſikdirektors
Klaſſert vorgetragen wurden. Die ausdrucksvolle
Rezitation, ſowie die Chöre fanden ſeitens des zahlreich
erſchienenen Publikums lebhafte Anerkennung, welcher der
Vorſitzende Profeſſor Ensgraber freudigen Ausdruck
verlieh.
* Lutherfeſtſpiel. Ueber die Darſteller des Martin
Luther und der Katharina von Bora in den bevor=
ſtehenden
Lutherfeſtſpielen dürften für unſere Leſer die
nachſtehenden Mitteilungen von Intereſſe ſein. Herr
Albert Schmidthoff, der den Luther verkörpern
wird, iſt ſchon längere Zeit unſer Mitbürger. Er war
früher tätig an den Theatern zu Meiningen, Magde=
burg
, Breslau, Königsberg, Hamburg, Oldenburg, Baſel
und Krefeld. Seine Hauptrollen waren: König Lear,
Götz von Berlichingen, Wallenſtein, Nathan uſw.,
in modernen Stücken u. a. Konſul Bernick in Ibſens
Stützen der Geſellſchaft und der Bauer Rott in
Schönherrs Glaube und Heimat. Frau Luiſe
Thorade=Gürtler war einen Winter am Stadt=
theater
in Regensburg und drei Jahre am Hof=
theater
in Oldenburg tätig. An letzterem Orte er=
freute
ſie ſich ganz beſonderer Beliebtheit und wurde
insbeſondere vom Hofe vielfach ausgezeichnet. Ihre
Hauptrollen waren: Hero, Minna von Barnhelm
Elektra‟ Monna Vanna Maria Magdalena,
Salome‟, Klärchen, Vaſantaſena, Julia u. a. m.
Sie lebt jetzt als die Gattin des Regierungsrats
Thorade in Osnabrück.
Das Darmſtädter Streichquartett eröffnet am Mon=
tag
, den 28. d. Mts. im Hotel zur Traube ſein 14. Ver=
einsjahr
. Der zweite dieswinterliche Abend iſt der 50.
ſeit der Gründung des Quartetts. Er er=
innert
die vielen alten treuen Anhänger der Vereinigung
daran, welch eine Summe von Mühe und Fleiß dieſe
Zahl bedeutet und wie verdienſtvoll die vier Künſtler ſo=
wohl
der Pflege anerkannt klaſſiſcher Meiſterwerke, wie
auch der Einführung neuer wertvoller Werke ihre beſte
Kraft gewidmet haben. Daß ſolche Beſtrebungen nicht
ohne Bedeutung für die Förderung ernſten Kunſtſinnes
einer Stadt ſind und in weiten Kreiſen gerechte Würdi=
gung
finden, dokumentiert ſich auch heuer wieder durch
eine ſo rege Abonnementsbeteiligung, wie ſie bei einem
ſo intim vornehmen, allem äußerlichen Scheine abholden
Kunſtgebiete nicht ſo oft zu verzeichnen iſt. Eine Fülle inter=
eſſanten
Stoffes enthält auch wieder der für die kommende
Spielzeit entworfene Vortragsplan, der aus dem In=
ſeratenteil
unſeres Blattes erſichtlich iſt. Erwägt man
ferner, daß im Vergleich zu den künſtleriſchen und finan=
ziellen
Aufwendungen, beſonders für die ſtattliche Reihe
mitwirkender namhafter Kräfte, recht beſcheidene Ein=
trittspreiſe
den Beſuch der Veranſtaltungen vermitteln, ſo
iſt es leicht verſtändlich, daß ſelbſt der ſeit Jahren herr=
ſchende
muſikaliſche Maſſenkonſum in Darmſtadt die Be=
ſtrebungen
des Quartetts nicht gehemmt, ſondern daß ihm
jedes Jahr neue Freunde gewonnen wurden. Im Hin=
blick
auf das Programm des erſten Abends ſei bemerkt,
daß Schuberts herrliches B=dur=Trio, eines der bedeu=
tendſten
Werke der ganzen Trio=Literatur, hier zum letzten
Male vor 27 Jahren durch das Frankfurter Wallenſtein=
Trio im Darmſtädter Hof geſpielt wurde. Neu iſt für
Darmſtadt der Name Gliére, mit deſſen Streichquartett
in A-dur der Abend beginnen wird.
Vorträge über Zeitungsweſen. Herr Dr.
Meißner lieſt in dieſem Winterſemeſter Freitags von
35 Uhr im Saal 137 der Großh. Techniſchen Hochſchule
über Inſerat und Plakat unter Anwendung zeit=
gemäßer
Illuſtrationsmittel (mit Lichtbildern) und über
Der deutſchen Fachpreſſe Weſen, Bedeutung
und Aufgaben (Uebungen). Die Vorträge ſind unent=
geltlich
, jedoch muß von Gäſten wie immer zuvor das
Einverſtändnis des Rektorats und des Dozenten zum
Beſuch der Vorleſungen eingeholt werden.
Allgemeiner deutſcher Frauenverein ( Orts=
gruppe
Darmſtadt.) Ueber die zehnte Generalver=
ſammlung
des Bundes deutſcher Frauenvereine zu
Gotha wird Frau Liſe Ramſpeck am Dienstag,
den 22. Oktober, abends 8 Uhr, im Hotel Prinz Karl
einen Bericht erſtatten. Gäſte ſind willkommen.
Verein für das Deutſchtum im Ausland.
das diesjährige Deutſche Feſt hat durch die bis in
den November hineinreichenden Lutherfeſtſpiele eine
kleine Verſchiebung erfahren, man hat es auf den
4. Dezember d. Js. verlegt. Die Vorſtände der

Feuilleton.

W-l. Großh. Hoftheater. In der Aufführung von
Lortzings gern gehörter Zauberoper Undine die am
Sonntag unter Leitung des Herrn Kapellmeiſters Lert
ſtattfand, ſang Herr Jahn erſtmalig die Partie des
Ritters Hugo Obwohl ſie nicht allzuviel Gelegenheit zu
geſanglicher Betätigung gibt, war doch zu eckennen, daß
ſich der ſtimmbegabte Sänger nicht nur geſanglich, ſondern
namentlich auch darſtelleriſch vervollkommnet hat. Die
Tonbildung in der Höhe muß noch gleichmäßiger und ge=
ſchmeidiger
werden. Herr Schützendorf, der als Keller=
meiſter
Hans hier ſchon gaſtiert hat, beſitzt viel Stimme
und echten Humor, trug aber etwas zu ſtark auf. Weniger
wäre hier mehr geweſen. Schön und edel in
Ton und Ausdruck ſang Frl. Geyersbach die Par=
tie
der Undine, mit markigem Vortrag Herr Semper
die des Kühleborn. Die übrige Beſetzung war mit Aus=
nahme
des Fiſcherpaares, das durch Herrn Peterſen
und Frl. Jakobs gute Vertretung fand, die frühere ge=
blieben
. Herrn Bernhardt als Veit gelang das Lied
vom Wiederſehen am beſten. Das Publikum ſpendete nach
den einzelnen Geſangsnummern und den Aktſchlüſſen leb=
haften
Beifall.
Der Setzerkobold, der an dem Tage nach Sonntag
beſonders luſtige Sprünge zu machen liebt, hat in unſerer
geſtrigen Beſprechung von Hermann Bahrs Prin=
zip
aus des Verfaſſers Luſtſpiel Tänzchen ein
Kränzchen gemacht. Zeile 5 vom Schluß war Damen=
ſchreibtiſch
ſtatt Damentiſch zu leſen.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Darm=
ſtädter
Künſtler auswärts. Herr Hofopern=
ſänger
Stephan i hat kürzlich in der erſten Ge=
wandhaus
=Kammermuſik in Leipzig mitge=
wirkt
. Die Leipz. Neueſt. Nachr. ſchreiben darüber: Herr
Hofopernſänger Albrecht Stephani=Darmſtadt trug
einige monumentale Schuberts vor. Für die ſchwere In=
nerlichkeit
, den großen Stil dieſer Geſänge, findet der edle,
voluminöſe und charakteriſtiſch gefärbte Baß des unſerer

Bachſtadt als Oratorienſänger wohlbekannten Künſtlers
zwingenden Ausdruck. Innerhalb ſeines nicht großen
Empfindungskreiſes packt dieſer Künſtler durch hohe In=
telligenz
in der geiſtigen Durchdringung und ſcharfen
Charakteriſierung ſeiner Aufgaben, durch wuchtiges dra=
matiſches
Temperament und durch ein echtes empfind=
volles
Pathos. Vielleicht war zu viel Gleichartiges trotz
der Pauſe aneinander gereiht, vielleicht Manches mehr
durchdacht als durchfühlt: der Geſamteindruck war groß
und bedeutend. Die Leipziger Zeitung ſchreibt: Der
hier aus Kirchenkonzerten bekannte Hoſopernfänger A.
Stephani aus Darmſtadt zeigte ſich in den durchwegs ſehr
ernſten Geſängen als ein überaus intelligenter Lieder=
ſänger
, als ein Künſtler, der mit ſcharfem Kunſtverſtand
ſein etwas ſprödes ſchweres Organ meiſtert und zu hoch=
bedeutenden
Leiſtungen zwingt. Das Leipz. Tgbl. ſagt:
Zwiſchen beiden Kammermuſikwerken ſtanden Schubert=
ſche
Geſänge, lauter große muſikaliſche Worttondichtungen
Grenzen der Menſchheit Greiſengeſang, Hades=
fahrt
Memnon, Ganymed und Heliopolis‟ Und
ein ganz bedeutender, wahrhaft männlicher Sanges=
meiſter
, brachte ſie uns ſo nahe, legte ſie ſo wundervoll
tief und menſchlich aus, wie lange kein anderer vor ihm.
Herr Alfred Stephani (von der Darmſtädter Hofoper)
ſchlug, durch ſein exzellentes, aufs beſte gebildete Organ
unterſtützt, epiſche Töne von Wucht und Größe an, faßte
den poetiſchen Gehalt mit der Muſik (hierin in Herrn
Max Wünſche einen ſicheren Helfer am Blüthner findend)
zuſammen und behandelte die ſo herrlich fortlaufende
Schubertſche Melodielinie ebenſo fubtil, wie er den dekla=
matoriſchen
Teil der ſchwierigen Aufgabe mit vollkommen=
ſtem
Erfolg löſte. Die Darbietungen des ſchon durch
ſeine Betätigung als kirchlicher Sänger hochgeſchätzten
Künſtlers riefen wahren Enthuſiasmus hervor.
Uraufführung in Mainz. In Anweſenheit
des Direktors Folkner vom Frankfurter Schauſpielhaus
und Direktor Helmer vom Neuen Theater in Frankfurt
a. M., des Direktors Zimmermann von Düſſeldorf und
von Vertretern der Hofbühnen in Wiesbaden und Karls=

ruhe i. B. erlebte Samstag abend das dreiaktige Schauſpiel
Oberſt Felt von Henry Kiſtenmaekers ſeine
deutſche Uraufführung. Das Stück beſchäftigt
ſich, teilweiſe im erſten und dritten Akte etwas breit, mit
dem Probleme einer Ehegemeinſchaft zwiſchen einem ſtol=
zen
Herrenmenſchen und ſeiner ſenſitiven, aufſtrebenden
Frau, die ſich als Individuum mit Rechten für ſich ſelbſt
betrachtet. Aus dem Konflikt geht der Mann als Sieger
hervor, da er durch ſeine männliche Tat er ermordet
einen Spion, der ihm den Verrat militäriſcher Geheim=
niſſe
zumutet ſeine Frau, der er entfremdet iſt, ſich zu=
rückgewinnt
und ihre bedingungsloſe Liebe und Hingabe
ſich zurückerobert. Von den drei Akten iſt der
Anfang des erſten etwas breit und langatmig ge=
raten
, und auch der dritte verträgt die Streich=
ung
einer nebenlaufenden epiſodenhaften Liebes=
affäre
, die ein humoriſtiſches Kolorit aufweiſt. Die
Manier des Schauſpieles iſt durchaus franzöſiſch und
arbeitet mit ſtarken äußeren Mitteln, ohne auf Vertiefung
und Motivierung allzu viel Wert zu legen. Der Verfaſſer
weiß aber mit der Bühnentechnik gut Beſcheid und verſteht
durch mancherlei Wendungen zu feſſeln und von Anfang
bis zu Ende in Spannung zu erhalten. Ein kleines
Meiſterſtück von 50 Minuten Länge iſt der zweite Akt, der
ganz auf den Schultern von zwei Perſonen Oberſt Felt
und ſeiner Frau ruht und an die Darſteller dieſer bei=
den
Rolle eminente Anforderungen ſtellt. Oberſt Felt
ſelbſt bietet für einen fähigen Künſtler ein dankbares
Feld. Das Geſamtprädikat des Schauſpieles wird unter
der Berückſichtigung mancher Unzulänglichkeiten und
Weitſchweifigkeiten immerhin doch dahin zuſammenzu=
faſſen
ſein, daß man es mit einer nicht ungeſchickten Arbeit
zu tun hat, die trotz ihrer Aeußerlichkeit und geringen
Tiefe zu manchem weiteren Erfolg beſtimmt ſein kann.
Die Aufführung war unter Hofrats Behrends Leitung
ſorgfältig und unter Entfaltung reicher dekorativer Mit=
tel
erfolat. In den Hauvtrollen gebührt Herrn Sprin=
ger
(Oberſt Felt), Lia Maren (Monique, ſeine Frau)
und Joſeph Krahé (Marcel Beaucourt) lobende Er=

[ ][  ][ ]

drei Ortsgruppen ſind in voller Tätigkeit, um das Feſt
neu und beſonders intereſſant zu geſtalten. Von der
Gepflogenheit, den Feſtabend mit einem kleinen Stück
oder einer dramatiſchen Vorführung zu eröffnen, weicht
man diesmal ab; man beabſichtigt, mimiſch plaſtilche
Darbietungen zu bringen, die den Charakter von Por=
zellanfiguren
tragen, ſich aus ihrer Starrheit löſen und
ſich dann zu graziöſen Reigen vereinigen. Weiteres wird
uns vorläufig nicht verraten.
* Vorträge über die Fixſternwelt. Wie man uns
mitteilt, wird Herr Profeſſor Dr. Meiſel im be=
vorſtehenden
Winterhalbjahre in ſeinen aſtronomiſchen
Vorträgen an der Techniſchen Hochſchule die Fixſtern=
welt
behandeln. Der Eröffnungsvortrag wird Mitt=
woch
, den 30. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, im Hörſaal
Nr. 137 ſtattfinden.
Fahrplanänderungen. Von Montag, den 4. No=
vember
d. J., ab treten auf der Strecke Darmſtadt-
Groß=Zimmern folgende Fahrplanänderungen ein.
Der Perſonenzug 5708, Groß=Zimmern ab 622 Uhr vor=
mittags
, wird im Intereſſe der Arbeiterbeförderung
früher gelegt: Groß=Zimmern ab 549 Ubr vormittags,
Gundernhauſen 557 Uhr, Roßdorf 605 Uhr, Beſſunger
Forſthaus 612 Uhr, Rotes Kreuz 616 Uhr, Glasberg
619 Uhr, Darmſtadt Oſt an 623 Uhr, Darmſtadt Nord an
632 Uhr, Darmſtadt Hbf. an 639 Uhr. Ferner wird für
den Schülerverkehr der jetzt in der Zeit vom
16. November bts 15. Februar verkehrende Perſonen=
zug
5710 das ganze Jahr an Werktagen in folgen=
den
Fahrplänen gefahren: a) In der Zeit vom 1. Ok=
tober
bis 15. November und 16. Februar bis 31. März:
Groß=Zimmern ab 653 Uhr vorm., Gundernhauſen
701 Uhr, Roßdorf 709 Uhr, Beſſunger Forſthaus 716 Uhr,
Rotes Kreuz 720 Uhr, Glasberg 723 Uhr, Darmſtadt Oſt
an 727 Uhr, Darmſtadt Nord an 734 Uhr, Darmſtadt Hbf.
an 741 Uhr; b) tn der Zeit vom 16. November bis
15. Februar wie bereits durch den Fahrplan ver=
öffentlicht
; e) in der Zeit vom 1. April bis 30. Sep=
tember
: Groß=Zimmern ab 628 Uhr vorm., Gundern=
hauſen
636 Uhr, Roßdorf 643 Uhr, Beſſunger Forſthaus
650 Uhr, Rotes Kreuz 654 Uhr, Glasberg 657 Uhr,
Darmſtadt Oſt an 701 Uhr, Darmſtadt Nord an 70 Uhr,
Darmſtadt Hbf. an 715Uhr. Der Zug führt die 3. und
4. Wagenklaſſe.
* Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 1 des Adreß=
buches
für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter Aachener
und Münchener Feuerverſicherungsgeſellſchaft bis Berg=
ſträßer
, Karl liegt im Hauptmeldebureau,
Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer Nr. 13, während der
Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis
6 Uhr nachmittags) bis zum 24. Oktober vormittags zur
Einſichtsnahme offen.
Von der Ludwigshöhe. Zur Neuverpachtung
der Ludwigshöhe wird uns mitgeteilt, daß Herr
Wilhelm Wenz, der Sohn des Reſtaurateurs des
Chauſſeehauſes, die Bewirtſchaftung dieſes beliebten
Darmſtädter Ausflugslokals und Hotels zum 1. No=
vember
übernehmen wird. Herr W. Wenz bringt für
die Führung der Wirtſchaft eines derartigen renom=
mierten
Lokals die beſten Erfahrungen mit, die er im
Laufe vieler Jahre im In= und Auslande geſammelt
hat. Seine Ausbildung begann er mit einer Lehrzeit
als Koch bei Herrn Reuter im Hotel zu Traube,
wonach er während einiger Jahre ſich im Hotelweſen
Kenntniſſe aneignete, teils bei unſerem Landsmann
Herrn Jakob Zick in Hyeres (Südfrankreich), teils in
England als Sekretär. Einen Poſten als Sekretär hatte
er im letzten Winter im Savoy=Hotel in Kairo (Aegypten)
inne. Noch vor wenigen Wochen verſah er in Roga
bei Clermont=Ferrand im Hotel de France et d’Ang
leterre die Stelle eines geſchäftsführenden Direktors.
Herbſtpferdemarkt. Der diesjährige Herbſtpferde=
markt
nahm geſtern ſeinen Anfang. Er iſt im ganzen mit
227 Pferden und Fohlen befahren. In den Vereins=
ſtallungen
ſind 101 Pferde eingeſtellt, auf dem Marktplatz
ſind 41 Pferde aufgeſtellt und zur Prämiierung ſind 85
Pferde und Fohlen vorgeführt. Bei der um 9 Uhr vor=
mittags
begonnenen Prämiierung wurden folgende
Preiſe zuerkannt: 1. Für ſchwere Reitpferde: Wilh. Eſſel=
born
=Mainz einen 2. Preis mit 40 Mk. 2. Für ſchwere
Arbeitspferde: Gebr. Sommerfeld=Darmſtadt einen 1.
Preis mit 80 Mk. 3. Für leichte Arbeitspferde: Gebr.
Sommerfeld=Darmſtadt und Siegm. Nathan u. Söhne=
Ober=Ingelheim je einen 2. Preis mit 30 Mk., Emil
Strauß=Groß=Gerau einen 3. Preis mit 20 Mk. 4. ſchwere
Wagenpferde: Gebr. Sommerfeld=Darmſtadt einen 1.
Preis mit 50 Mk., Siegm. Nathan u. Söhne=Ober= Ingel=
heim
und Wilh. Eſſelborn=Mainz je einen 2. Preis mit
30 Mk. 5. Für leichte Wagenpferde: Gebr. Wartensleben=
Darmſtadt einen 1. Preis mit 40 Mk., Siegm. Nathan u.
Söhne=Ober=Ingelheim und Gebr. Sommerfeld= Darm=
ſtadt
je einen 2. Preis mit 30 Mk. 6. Gedeckte Stuten

(Arbeitsſchlag): Konrad Huf=Gundernhauſen und Richard
Burger=Reinheim je einen 1. Preis mit 50 Mk., Ludw.
Dörr III.=Leeheim und Wilh. Erzgräber l=Arheilgen je
einen 2. Preis mit 40 Mk., Hrch. Hammann III.= Biebes=
heim
und Hrch. Hammann VII.=Griesheim je einen 3.
Preis mit 30 Mk., Gg. Bertaloth IV.=Hahn, Gg. Kröcker III.=
Bauſchheim, Adam Breitwieſer=Schlierbach, Gg. Hirſch I.=
Wallerſtädten, Johs. Fritſch=Groß=Zimmern, Peter Luley
IV.=Trebur und Peter Lang=Darmſtadt je einen 4. Preis
mit 20 Mk. 7. Gedeckte Stuten (Wagenſchlag): Ph. Kirch=
höfer
=Dornheim einen 1. Preis mit 50 Mk., Peter Müller
II.=Bickenbach und Friedr. Bergoint=Hahn je einen 2.
Preis mit 40 Mk., Peter Ruckelshauſen I.=Wallerſtädten und
Konr. Hennemann=Bickenbach je einen 3. Preis mit 30 Mk.,
Johs. Höhl Xl.=Griesheim, Joh. Schönberger=Groß=
Bieberau, Wilh. Bormann I.=Biebesheim, Joh. Gütlich=
Berkach, Adam Ewald=Dornberg, Ph. Diehl II.= Waller=
ſtädten
, Gg. Ph. Dörr=Leeheim und Gg. Volz IV.= Biebes=
heim
je einen 4. Preis mit 20 Mk., Ph. Weicker IV. Wwe.=
Hahn, Joh. Fr. Gaydoul=Hahn, Paul Schickert= Wolfs=
kehlen
, Jak. Metzger=Groß=Gerau, Joh. Adam Fey= God=
delau
und Konr. Gräf=Hähnlein je eine Anerkennung mit
10 Mk. 8. Zweijährige Fohlen (Arbeitsſchlag): Konr.
Huf II.=Gundernhauſen und Richard Burger=Reinheim je
einen 1. Preis mit 50 Mk., Jak. Dreieicher IV.= Gundern=
auſen
und Johs. Senßfelder V.=Büttelborn je einen 2.
Preis mit 40 Mk., Karl Diehl=Berkach, Gg. Dörr=Wembach
und Balth. Schneider=Dornheim je einen 3. Preis mit 30
Mk., Johs. Ruckelshauſen X.=Wallerſtädten einen 4. Preis
mit 20 Mk. 9. Zweijährige Fohlen (Wagenſchlag): Joh.
Peter Funk=Wallerſtädten einen 1. Preis mit 50 Mk., Phil.
Scherer I.=Wallerſtädten einen 2. Preis mit 40 Mk., Adam
Ewald=Dornberg, Daniel Metzger=Stockſtadt, Ph. Kirch=
höfer
=Dornheim je einen 3. Preis mit 30 Mk., Johs. Ham=
mann
V.=Wolfskehlen, Phil. Hammann VIII.=Bickenbach
und Johs. Höhl Xl.=Griesheim je einen 4. Preis mit
20 Mk.

t. Heppenheim, 20. Okt. Heute morgen gegen 4 Uhr
iſt in der Hofreite der Johann Karl Köhler Ehefrau,
Hinterer Graben 4, ein Brand ausgebrochen, dem der
Dachſtuhl, ſowie teilweiſe der Dachſtuhl des Nachbarhauſes
zum Opfer gefallen ſind. Die Feuerwehr traf ſofort mit
allen Geräten ein und konnte um 4 Uhr wieder abrücken.
Der Schaden iſt beträchtlich. Der Ehemann der
Eigentümerin ſoll den Brand in der Trunkenheit angelegt
haben und wurde noch in der Nacht verhaftet.
* Hergershauſen, 21. Okt. Man ſchreibt uns: Am
geſtrigen Sonntag feierte die hieſige evangeliſche Kir=
chengemeinde
den 200. Geburtstag ihres Got=
teshauſes
und zugleich deſſen Neueinweihung
nach der Renovierung. Um 10 Uhr wurden die aus=
wärtigen
Feſtgäſte am Bahnhof von den drei hieſigen
Vereinen unter Vorantritt des Schaafheimer Poſaunen=
chors
abgeholt. In feierlichem Zuge ging es zu der von
Herrn Architekt J. Chr. Gewin, Darmſtadt, prächtig
wiederhergeſtellten Kirche. Unter den Klängen eines
feierlichen Chorals des Poſaunenchors füllte ſich dann
raſch die reich ausgemalte Kirche, ausgeführt von den
Herren Por u. Baum in Offenbach, worauf Herr Prä=
lat
D. Dr. Flöring die Weihehandlung vornahm. Er=
höht
wurde die Feier durch Vorträge des Kinder= Kirchen=
chors
unter Begleitung der neuen Orgel von der Firma
Steinmeyer in Oettingen, welche zum erſten Male ihre
wundervollen Klänge ertönen ließ. Nach dem Gemeinde=
geſang
hielt der Ortsgeiſtliche, Herr Pfarrer Buttron,
die Feſtrede. In der Schlußliturgie von Herrn Dekan
Knodt hatte dann die Feier mit dem Liede: Nun
danket alle Gott, das von der Gemeinde unter voller
Orgel= und Poſaunenbegleitung ſtehend geſungen wurde,
ihren Höhepunkt erreicht. Nachmittags war Kirchenkonzert,
wobei das ganze Gotteshaus zum erſten Male in elek=
triſcher
Beleuchtung erſtrahlte, ausgeführt von Herrn
Keil aus Darmſtadt. Aus dem ſchön verlaufenen Kirchen=
konzert
ſind ſpeziell das ſchön geſungene Duett und das
Darmſtädter Quartett hervorzuheben. Die Kirche, welche,
wie ſchon exrwähnt, renoviert wurde, iſt eines der ſchön=
ſten
Gotteshäuſer unſeres Heimatlandes; in Barockſtil
ausgeführt, bietet der Raum einen wunderbaren An=
blick
. Die prächtigen, nach altem vorgefundenen Muſter
der Malerei ausgeführten Orgelemporen, der herrliche, mit
Schnitzereien gezierte, reichvergoldete Proſpekt, die Kan=
zel
und der neue Altar, vereinigen ſich mit den feinen
Beleuchtungskörpern zu einer harmoniſchen Wirkung.
(*) Alsfeld, 20 Okt. Bei Wallenrod ſoll ein grö=
ßeres
Induſtriewerk entſtehen. Nach längeren
Schürfungen nach Eiſenerz beſichtigte Bergrat Köb=
rich
aus Darmſtadt die aufgefundenen Lager, die für
Oberheſſen von außerordentlicher Ausdehnung und Güte
der Eiſenſteine ſind. Unter Leitung des Oberſteigers

Nau=Stangenrod werden die Schürfungen fortgeſetzt.
Nächſtes Jahr gedenkt man den Bergbetrieb einzurichten.
Eine Hundertjahrfeier der Völkerſchlacht
bei Leipzig ſoll nächſtes Jahr hier veranſtaltet wer=
den
. Dieſer Tage fand die Wahl eines Ehrenausſchuſſes
und eines Arbeitsausſchuſſes ſtatt.
Alsfeld, 21. Okt. Das auf der Strecke Alsfeld= Neu=
ſtadt
verkehrende Poſtauto iſt geſtern abend ½8 Uhr
verunglückt. Es kam von Neuſtadt hier an die ge=
ſchloſſene
Schranke des Bahnübergangs. Infolge der
Näſſe wirkten die Bremſen nicht, ſo daß das Auto die
Schranken durchbrach. Ich gleichen Augenblick kam der
Eiſenbahnzug, der in den Bahnhof einfahren wollte. Er
ergriff das Auto, ſchleifte es etwa 50 Schritte weit und
zerſtörte den Unterbau. Glücklicherweiſe iſt von den zehn
Mitfahrenden nicht ein einziger verletzt worden. Der
prächtige Neubau der Stadtſchule wurde
geſtern eingeweiht in Anweſenheit des Erbauers,
Geh. Oberbaurats Klingelhöffer, der ſtaatlichen
und ſtädtiſchen Behörden und unter zahlreicher Beteili=
gung
der Bevölkerung. Bei der Feier am alten Hauſe
ſprach Hauptlehrer Rudolph; am neuen Gebäude hielt
Dekan Sauerwein als Vorſitzender des Schulvorſtandes
die Weiherede. Nach ihm ſprachen Geh. Oberbaurat
Klingelhöſſfer, Kreisrat Dr. Heinrichs, Bürgermeiſter
Dr. Völſing und Hauptlehrer Rudolph. Es folgte ein
durch geiſtreiche Reden, darunter die von Kreisrat Dr.
einrichs auf den Landesfürſten, gewürztes Feſteſſen im
Deutſchen Hauſe‟

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 20. Okt. Der Verein
Berliner Preſſe feierte heute ſein 50jähriges
Jubiläum mit einem Feſtmahl im Zoologiſchen Gar=
ten
. Zu Beginn der Feier brachte Chefredakteur Rippler
ein Hoch auf den Kaiſer aus. Chefredakteur Vollrath
ſprach den Trinkſpruch für die Feſtteilnehmer. Hierauf er=
widerte
Staatsſekretär Dr. Delbrück mit einer längeren
Anſprache. Rektor Graf von Baudiſſin hielt eine
längere Rede über die Beziehungen der Wiſſenſchaft zur
Preſſe. Der Vorſtand des Vereins Berliner Künſtler,
Schultze, gedachte der Beziehungen der Kunſt zur Preſſe,
Vizepräſident des Reichstages, Geheimrat Dove, der Be=
ziehungen
des Reichstages zur Preſſe. Es folgten ſo=
dann
noch eine weitere Reihe von Trinkſprüchen. Dem
Feſtmahl wohnten u. a. bei: die Miniſter Delbrück, Dr.
Beſeler, von Breitenbach, von Schorlemer=Lieſer und
Dallwitz, Dr. Lentze und Sydow die Staatsſekretäre
Krätke, Kühn und Dr. Solf, der Präſident des Herren=
hauſes
von Wedel=Piesdorf, der Vizepräſident des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes Krauße, der Vizepräſi=
dent
des Reichstages Dove, Vertreter der ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden, der Univerſität, der Techniſchen
Hochſchule, der Akademie der Künſte, der Bank= und
Handelswelt, des Vereins Berliner Zeitungsverleger, des
Vereins Berliner Preſſe, des deutſchen Schriftſtellerver=
eins
und des Vereins Berliner Journaliſten. Ein
neuer Theatererlaß des Polizeipräſiden=
ten
hat folgenden Wortlaut: Es iſt mehrfach die Beob=
achtung
gemacht worden, daß in den hieſigen Theatern
und Zirkuſſen die Vorſtellungen nicht immer zu der Zeit
beendet waren, die die Direktion als Schluß auf den
Theaterzetteln an den Anſchlagſäulen angekündigt hatte;
auch kommen Unſtimmigkeiten zwiſchen den Theaterzetteln=
und Anſchlagſäulen vor. Derartige Ungenauigkeiten
ſind, ſofern es ſich nicht etwa um ganz geringfügige Zeit=
unterſchiede
handelt, geeignet, das Publikum irre zu
führen, den Ueberwachungsdienſt am Schluß der Vor=
ſtellung
zu erſchweren und insbeſondere Verkehrsſtörun=
gen
hervorzurufen. Ich erſuche deshalb, Vorkehrungen zu
treffen, daß ſie vermieden werden. Eine Reiſe
nach Berlin wider Willen machte ein Maurer
Dorn aus Zoppot, der nachts von der Köpenicker Polizei
aufgegriffen wurde. Der Mann gab an, daß er in Zoppot
bei Danzig wohne und ſich zuletzt in Neuſtadt ( Weſt=
preußen
) aufgehalten habe, um dort ſeine Geſellenprüf=
ung
abzulegen. Er habe die Prüfung vor einigen Tagen
gut beſtanden und aus Freude darüber mit Bekannten
eine Bierreiſe unternommen. Im Rauſch ſei er dann
in einen falſchen Zug geſtiegen und nach Berlin gekom=
men
. Da er völlig mittellos geweſen, ſei er hier planlos
umhergeirrt und ſchließlich nach Köpenick gekommen. Die
Nachprüfung dieſer Angaben ergab ihre Richtigkeit. Die
Eiſenbahndirektion Berlin hat davon abgeſehen, eine An=
zeige
gegen den Mann zu erſtatten. Dorn erhielt auf der
Polizeiwache Speiſe und Trank und einen kleinen Geld=
betrag
, den die Beamten geſammelt hatten. Während
der Beſuchszeit der ſtädtiſchen Irrenanſtalt
Buch verſtanden es drei angeblich geiſteskranke Verbre=
cher
, zu entfliehen. Der gefährlichſte der Verbrecher

wähnung. Das gut beſetzte Haus verhielt ſich zunächſt
kühl, erwärmte ſich aber nach dem zweiten Akte. Der
Schluß des Abends brachte einen ſtarken Erfolg für Autor
und Hauptdarſteller.
R
Das Prinzip auswärts. Hermann Bahrs
Luſtſpiel Das Prinzip erzielte bei ſeiner Erſtaufführ=
ung
im Deutſchen Schauſpielhaus in Hamburg einen
vollen Erfolg. Die luſtige Handlung und die fein abge=
rundete
Darſtellung feſſelte das Publikum, namentlich in
den beiden erſten Akten. In Köln fand das Stück
dank vorzüglicher Darſtellung bei ſehr gut beſuchtem
Hauſe eine beifällige Aufnahme. Weniger er=
folgreich
war die Aufführung im Königlichen Theater zu
Wiesbaden; ſie löſte nur einen mit einigem Ziſchen
gemiſchten lauen Beifall aus.
Uraufführung der Ariadne auf Naxos
Für die am 25. bis 27. dieſes Monats im Stuttgarter
Hoftheater ſtattfindenden Uraufführungen des neuen
Richard Straußſchen Opernwerkes Ariadne auf
Naxos mit dem vorher zu ſpielenden Bürger als
Edelmann haben eine große Anzahl intereſſanter Per=
ſönlichkeiten
des Auslandes ihr Erſcheinen zugeſagt. Es
werden den Vorſtellungen beiwohnen: von der franzöſi=
ſchen
Ariſtokratie Herzogin d’Uzés, Prinzeſſin Polignac,
Prinz und Prinzeſſin Roffredo=Caetani, Gräfin
Greffulhe, Marquiſe Caſati, Graf Harry Keßler; aus Lon=
don
: Lady Cunard: aus Mailand: Herzog von Visconti;
von erſten ausländiſchen Bühnenleitern: André Meſſager,
Direktor der Großen Oper in Paris, Maeſtro Vittori
Mingardi, Direktor der Scala in Mailand, Gabriel
Aſtruc, Direktor des neuen Théatre des Champs Ely=
ſées
in Paris, Baron Djaghilew Direktor des ruſſi=
ſchen
Balletts in St. Petersburg, Dr. Henry Viotta im
Haag; von erſten Finanzleuten: Honorable Sir Edgar
Speyer, London; Vanderbilt, Otto Kahn, New=York ꝛc.
Wie die Venus von Milo ihre Arme verlor. Lange
Zeit hindurch beſchäftigten ſich die Gelehrten mit der
Streitfrage, welche Haltung die Arme der Venus von
Milo hatten, als die Statue noch intakt war. In der
Revue hebdomadaire beſchäftigt ſich jetzt das bekannte

Mitglied der franzöſiſchen Akademie Jean Aicard mit
einer Reihe von intereſſanten Dokumenten, die ſich in ſei=
nem
Beſitze befinden und bisher der Oeffentlichkeit nicht
bergeben worden ſind. Als die Statue 1820 in Milo
entdeckt wurde, waren die erſten Ausländer, die ſie zu
ſehen bekamen, der franzöſiſche Schiffsleutnant Dur=
mont
d’Urville und der Leutnant Matterer. Die beiden
haben nun zwei bisher unveröffentlichte Berichte hinter=
laſſen
, in denen ſie unzweideutig ausſagen, daß die be=
rühmte
Statue damals vollſtändig war, wenn auch in
zwei Blöcke geſpalten. Der emporgehobene linke Arm
hielt in der Hand einen Apfel, die rechte Hand ſtützte den
Gürtel. Als die beiden Offiziere Konſtantinopel erreich=
ten
, eilten ſie ſofort zu dem Sekretär der franzöſiſchen
Botſchaft, M. de Marcellus, und beſtürmten ihn, das Mei=
terwerk
zu erwerben. M. de Marcellus ſandte auch ſofort
ein Schiff aus; am 23. Mai 1820 warf die Eſtafette auf
der Reede von Milo Anker, unmittelbar neben einer tür=
kiſchen
Brigg, die die Franzoſen überholt hatte. Die
Türken hatten bereits den unteren Teil der Statue an
Bord geſchafft. Am Ufer war eine Schar von Eingebo=
renen
emſig an der Arbeit, den zweiten Block auf eine
raſch gezimmerte Tragbahre aus Balken zu laden. Durch
das Verſprechen, daß der Eigentümer ſeinerzeit den bei=
den
Offizieren gegeben hatte, kühn gemacht, zögerten die
Franzoſen nicht, ſich des koſtbaren Kunſtwerkes mit Ge=
walt
zu bemächtigen. Bei dem Kampf und dem Hand=
gemenge
, das hierbei entſtand, wurde der Block umge=
worfen
, und die Venus verlor ihre Arme. Der Konſer=
vator
des Louvre M. de Clarac veröffentlichte dann ſpä=
ter
eine andere Verſion, um die Beſchädigungen zu er=
klären
. Er vermied es dabei, von den Armen zu ſprechen,
und ſuchte die Abſchürfungen an der Statue durch die Un=
geſchicklichkeit
der Träger zu erklären, die das Kunſtwerk
beim Verladen am Boden hingeſchleift haben ſollen. Aber
dieſe offizielle Darſtellung ſollte nur dazu dienen, mit vor=
ſichtiger
Diplomatie den peinlichen Zwiſchenfall bei der
Verladung der Venus zu vertuſchen und die Art, wie
Frankreich dieſes Kunſtwerk erwarb, in einem milderen
Lichte erſcheinen zu laſſen. Doch dieſe amtliche Verſion

wird durch die genauen Berichte der beiden Zeugen wider=
legt
.
Die Entartung der Havanna. Welcher Meinung
Politiker, Patrioten, Volkswirtſchaftler, Verteidiger der
Menſchenrechte über die ſegensreichen Folgen der Be=
freiung
Kubas vom ſpaniſchen Joche auch ſein mögen:
eine Menſchenklaſſe, die in allen ziviliſierten Ländern ver=
treten
iſt, wird an die Wirkungen des kubaniſchen Krieges
nur mit ſchmerzlicher Melancholie zurückdenken können.
Und das ſind die kultivierten Raucher, die wirklichen Ken=
ner
, die nach dem Dufte allein mit geſchloſſenen Augen
beſtimmen können, aus welchen Werkſtätten kubaniſcher
Zigarreninduſtrie die Havanna hervorgegangen iſt, die
die Ruhe nach dem Diner ſo milde verklärt. Aber ſei ſie
nun eine Henry Clay=Zigarre oder eine Upmann, eine
Lopez, eine Bock oder eine Alvarez, verändert hat ſie ſich
doch, iſt nicht mehr die alte Havanna aus ſpaniſchen Zei=
ten
, iſt eine neue Havanna geworden. Nach der Erober=
ung
Kubas durch die Amerikaner erſtarrte ſofort das wirt=
ſchaftliche
Leben der Inſel und praktiſcher amerikaniſcher
Geſchäftsgeiſt kam auch auf die Idee, die alten, wenig
rationellen Methoden des Tabakbaues zu verbeſſern.
Man wollte die Goldgrube, die die Tabakfelder Kubas
darſtellen, gründlicher ausnutzen. Dabei wurde mit einer
im allgemeinen landwirtſchaftlichen Sinne höchſt rätio=
nellen
Bodenkultur begonnen; man tat, was die alten
Pflanzer bisher aus Indolenz oder Ueberzeugung unter=
aſſen
hatten, man düngte reichlich, machte die Erde fetter
und hatte auch wirklich nach wenigen Jahren aufopfer=
ungsvoller
Arbeit die Freude, größere und reichere Ern=
ten
zu erzielen. Aber eines hatten die Reformatoren nicht
orausgeſehen: mit der Veränderung des Erdcharakters
hat ſich auch der Duft und der Charakter des Tabaks ver=
ndert
. Parteigänger des neuen Regimes wollen darin
Vorzüge finden, aber die Kenner der guten alten Zeit, die
aus dem Rauchen eine Kunſt machten, ſind anderer An=
ſicht
; ja, ſie ſprechen von einer Entartung der echten alten
Havanna=Zigarre und ſehnen heimlich in naivem Egois=
us
die Zeiten zurück, da Kuba ſpaniſch war, aber noch
die alten Havannas produzierte.

[ ][  ][ ]

iſt von den Streifzügen der Spreepiraten bekannt, die
an der Oberſpree die Sommerwirtſchaften vom Waſſer
aus heimſuchten und ſich vor keiner Gewalttat ſcheuten.
Wiesbaden, 21. Okt. Der Standesherr Graf v.
Hardenberg auf Neu=Hardenberg, erbliches Mitglied
des preußiſchen Herrenhauſes, der ſeit einiger Zeit hier
zur Kur weilte, iſt auf einem Spaziergange infolge eines
Herzſchlages im 58. Lebensjahr geſtorben.
C Weinheim, 20. Okt. Für den nunmehr im Roh=
bau
vollendeten Palas der W.=S.=C. Wachen=
burg
findet am 28, d. M. das Richtfeſt ſtatt, wobei
faſt ſamtliche Korps der Techniſchen Hochſchulen Deutſch=
lands
vertreten ſein werden. Am Burgtor wird der Vor=
ſitzende
des Alten Herrn=Verbandes, Oberingenieur Bode=
Hannover, die Feſtanſprache halten. Darauf folgen An=
ſprachen
ſeitens des Vertreters des Vorortes Stuttgart,
Herrn Diplom=Ingenieur Riel=Stauffach, und Herrn
Bürgermeiſter Dr. Wettſtein. Abends findet Burgen=
beleuchtung
mit anſchließendem Winzerfeſt ſtatt. Die Ein=
weihung
des Geſamtbaues der Wachenburg findet mit
dem 50jährigen Jubiläum des W.=S.=C. in der Woche vor
Pfingſten 1913, ſtatt.
Düſſeldorf, 21. Okt. Eduard Huesgen der Vor=
ſitzende
der Auguſtinervereine zur Pflege der katholiſchen
Preſſe und der Schriftführer des Verbandes der rhei=
niſch
=weſtfäliſchen Preſſe, iſt geſtern geſtorben.
Leipzig, 20. Okt. Nach einer alten Volksſitte pflegt
man, namentlich auf dem Lande, Mädchen, die den Myr=
tenkranz
nicht mit voller Berechtigung tragen, den Weg
zur Kirche am Hochzeitstage mit Häckſel zu be=
ſtreuen
Vor dem hieſigen Landgericht hatte ſich nun ein
Vorarbeiter wegen öffentlicher Beleidigung ſeiner eigenen
Schweſter zu verantworten, der er auf dieſem etwas unge=
wöhnlichen
Wege ſeine brüderliche Zuneigung beweiſen
wollte. Das Schöffengericht hatte den jungen Mann frei=
geſprochen
, wogegen die tiefbeleidigte Braut Berufung
eingelegt hatte. Die Strafkammer faßte die Sache auch
ernſter auf und verurteilte den Schwerverbrecher in einer
unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit durchgeführten Ver=
handlung
zu drei Wochen Gefängnis.
Eisleben, 21. Okt. Geſtern ſprang auf der Strecke
Mansfeld ein Wagen der elektriſchen Kleinbahn
aus den Schienen und ſtürzte um, wobei fünf Perſonen
verletzt wurden. Die Urſache iſt in zu ſchnellem Fahren zu
ſuchen.
Breslau, 20. Okt. Das ſilberne Breslauer Biſchofs=
jubiläum
des Kardinals Kopp wurde durch einen
impoſanten Fackelzug eingeleitet. Der Vorbeimarſch
dauerte über eine Stunde. Es nahmen daran Vereine
aller Teile der Diözeſe Breslau teil, auch aus Berlin
waren Delegierte gekommen. Die Dominſel war glänzend
illuminiert, beſonders das Domportal und das Palais
des Kardinals. Der Papſt gratulierte mittels eines Hand=
ſchreibens
, worin er dem Kardinal Dank ſagt für die hohen
Vorteile und den reichen Nutzen, den er durch ſeine Tätig=
keit
der Kirche gebracht habe und erteilte dem Kardinal
ſeinen apoſtoliſchen Segen.
Wien, 20. Okt. Der Magnetiſeur Radwan, der
vierte Gatte der Odilon, der hier jüngſt auf Erſuchen der
kroatiſchen Polizei unter dem Verdacht der Kurpfuſcherei
verhaftet worden war, iſt wieder in Freiheit geſetzt
worden. Die hieſige Juſtizbehörde erachtete die Angabe
der Gründe als für die Aufrechterhaltung der Verhaftung
ungenügend, und da die kroatiſche Polizei trotz mehr=
fachem
Erſuchen keine andere Begründung beibrachte,
glaubte ſie, den Mann wieder laufen laſſen zu müſſen.
Radwan droht nun, gegen die kroatiſche Polizei eine Be=
ſchwerde
wegen ungerechtfertigter Verhaftung einbringen
zu wollen.
Zürich, 21. Okt. Hier iſt im 66. Lebensjahre Julius
Maggi, der Chef und Begründer der bekannten Welt=
firma
für Nahrungsmittel, Konſerven uſw., geſtorben.
Zürich, 20. Okt. Infolge Nichtfunktionierens der
Weiche fuhr ein Zug der Rhätiſchen Bahn ſtatt in den
Albulatunnel gegen die Stirnwand desſelben. Die
Lokomotive wurde zertrümmert. Das Lokomotivperſonal
wurde ſchwer verletzt.
Mailand, 20. Okt. Das Befinden des erkrankten
Erfinders Marconi hat ſich ſeit geſtern wieder bedeu=
tend
verſchlimmert. Außer an den operierten Stellen
empfindet der Patient heftige Schmerzen am andern Auge.
Prof. Bajardi aus Turin wurde abermals an das Kran=
kenlager
berufen. Im Publikum herrſcht lebhafte Be=
ſorgnis
.
Madrid, 20. Okt. Als geſtern abend ein Kaſſen=
bote
die Treppe der Bank von Spanien hinabſtieg, wurde
er von vier Unbekannten überfallen. Die Räuber
legten dem Boten eine mit Pech getränkte Maske vor das
Geſicht und entriſſen ihm ſeine Taſche, die 22000 Peſetas
enthielt. Die Räuber entkamen.
Chicago, 21. Okt. Rooſevelt wird morgen früh
in Begleitung ſeiner Familie und ſeiner Ehrengarde nach
Oſterbay abreiſen.

75 Jahre Städtiſcher Sparkaſſe.

* Am 13. Auguſt 1836 wurde die Satzung der
Sparkaſſe Darmſtadt durch des Großherzogs
Ludwig II. Königliche Hoheit Allergnädigſt genehmigt.
Das erſte Sparkaſſenbuch wurde am 8. Februar 1837 aus=
gegeben
. 75 Jahre ſind ſeitdem darüber hingegangen.
In dieſer Zeit hat ſich die Sparkaſſe aus kleinen Anfän=
gen
ausgebildet zu einem hervorragenden ſozialen In=
ſtitut
. Ein Rückblick auf die Vergangenheit dieſer ſe=
gensrlichen
Einrichtung ſoll eitige anziehende Momente
aus ihrer Entwickelungsgeſchichte vergegenwärtigen, der
ſich dann ein Bild der zahlenmäßigen Entfaltung an=
ſchließt
. Die erſte Anregung, müßig liegende Gelder
durch eine öffentliche Geſchäftsſtelle nutzbar zu geſtalten,
entſprang der ſtaatlichen Fürſorge, Geldbedürftige zur
Zeit der Nor durch Errichtung eines wohleingerichteten
Vſandhauſes, wie es heißt, vor geheimem und übertrie=
benem
Zinswucher zu bewahren. Die damals ausge=
gebene
Pfandhausordnung vom 18. Juli 1807 ſah zunächſt
nur vor, daß von Kuratoren, Kaſtenmeiſtern, gemeinen
und anderen dergleichen Rechnern kleinere Summen an=
genommen
werden ſollten. Die erſten Betriebsmittel
für das am 1: Oktober 1803 unter Aufſicht der Lokal=
Polizeinerwaltung eröffnete Pfandhaus wurde einem
Darlehen von 1020 ſl. des Kochſchen Vermächtniſſes ent=
noumen
Im weiteren entſtammten, nie vie Akten nach=
weiſen
, die Gelder von vorgeſchoſſenen Kavitalien, meh=
rerer
Herren Polizei=Mitglieder und anderer Privatper=
ſonen
gegen 4, 5 und 6 per eto. der Kredit des Pfand=
hauſes
ſei dadurch dergeſtalt gegründet worden, daß man
nun größere Summen hätte aufnehmen und auf Pfänder
in Zirkulation bringen können. Dieſe Art der Geldauf=
nahme
erwies ſich ſehr bald als zu teuer und unzweck=
mäßig
. Man kam deshalb auf den Gedanken, an das be=
ſtandene
Pfandhaus eine Erſparungskaſſe anzugliedern.

Sie ſollte es jedem ermöglichen, ſeine Erſparniſſe ſicher
anzulegen. Dieſer Gedanke fand ſeine Verwirklichung
durch die auf Allerhöchſte Entſchließung ausgegebenen
Beſtimmungen vom 28. Oktober 1808.
So arbeiteten dieſe beiden Inſtitute gemeinſam an
Hand ihrer gegebenen Vorſchriften unter der Aufſicht der
Lokal=Polizeiverwaltung bis zum Jahre 1832. Zu die=
ſer
Zeit erging an die Stadt Darmſtadt das Anſinnen,
die Verwaltung des Pfandhauſes und die damit ver=
bundene
Vergantungs= und Erſparungsanſtalt unter der
Aufſicht des hieſigen Kreisrates mit der vollen Garantie
für dieſe Anſtalten zu übernehmen. Der Gemeinderat gab
dazu ſeine Zuſtimmung, der die Entſchließung Großh.
Miniſteriums des Innern und der Juſtiz vom 5. Februar
1833 folgte. Danach gingen Pfandhaus, Vergantungs=
und Erſparungsanſtalt mit Wirkung vom 1. März 1833
an die Stadt Darmſtadt unter beſonders dafür erlaſſenen
Vorſchriften über. Nach einiger Zeit erwies ſich eine
Verbindung des Pfandhauſes und der Sparkaſſe nicht
mehr als erforderlich. Die Veranlaſſung einer Vereini=
gung
beider Anſtalten, die ſeinerzeit in der Beſchaffung
von Betriebsmitteln für das Pfandhaus ihre Begrün=
dung
hatte, war durch das Vorhandenſein eines eigenen
Fonds von 20000 fl. für ein weiteres Zuſammenwirken
für die Folge nicht mehr maßgebend. Das Pfandhaus
verlieh ſeine Gelder zu 7½ Prozent, konnte ſomit aus
eigenen Mitteln einen höheren Gewinn erzielen, als es
in Verbindung mit der Sparkaſſe möglich war. Der Groß=
herzogliche
Heſſiſche Kreisrat Freiherr v. Starck fordert=
deshalb
am 22. Dezember 1833 den damaligen Großh.
Bürgermeiſter Lauteſchläger auf, eine veränderte
Einrichtung in dieſer Beziehung, etwa durch Errichtung
einer ſelbſtändigen Sparkaſſe nach dem Beiſpiel anderer
Kreiſe des Landes, zu erwägen. Der Gemeinderat gab
zu der Anregung ſeine Zuſtimmung, worauf der Kreis=
rat
Vorlage eines Satzungsentwurfs für eine ſelbſtän=
dige
Sparkaſſe forderte. Der Gemeinderat betraute hier=
mit
ſein Mitglied, den Geheimen Staatsat Dr. Jaup.
Nach langen Vorverhandlungen und Beratungen kam
der Entwurf in der Gemeinderatsſitzung vom 3. März
1836 zur Genehmigung. Anregungen des Kreisrates,
ſowie die Anhörung von Sachverſtändigen, gaben An=
laß
zu verſchiedenen Abänderungen, ſo daß die Beſtäti=
gung
der Satzung erſt am 13. Auguſt 1836 erfolgen konnte
Am 8. Februar 1837 wurde die Anſtalt eröffnet. Kaſſen=
ſtunden
waren vorläufig jeden Mittwoch=Nachmittag von
25 Uhr. Am Eröffnungstage legten 51 Perſonen die
Summe von 3353 fl. ein. Das erſte Buch lautete auf den
Namen Amalie Netz. Im erſten Jahre wurden von 101
Perſonen 120 921,17 fl. eingelegt.
Mit der ſtetigen Entwickelung der Sparkaſſe nahm
auch die Vermehrung des Perſonals zu.
Während man zu Anfang nur mit dem Rechner und ein=
zelnen
Hilfsarbeitern ſich begnügen konnte, dient heute
zur Bewältigung der rieſigen Arbeitsmaſſen gine ſtatt=
liche
Zahl von Beamten und Bedienſteten. Der anfäng=
iche
Zweck, vorzugsweiſe den weniger vermögenden Ein=
wohnern
der Stadt, mit Einſchluß der hieſigen Dienſt=
boten
und den hier arbeitenden Geſellen und Lehrlingen
eine ſichere Gelegenheit zu gewähren, allmähliche Er=
ſparniſſe
verzinslich anzulegen, konnte auf die Dauer
weiteren Kreiſen dieſe Möglichkeit nicht vorenthalten.
Eine dahingehende Abänderung der Satzung erfolgte erſt
im Jahre 1880, obgleich man ſchon lange zuvor dem
Wunſche danach entgegengekommen war. Weitere Aen=
derungen
wurden im Laſufe der Jahre bedingt durch die
Zeit= und Geldverhältniſſe. Was den Reſervefonds
der Sparkaſſe angeht, ſo ſah die Satzung von 1837 nichts
beſtimmtes vor. 1853 begrenzte man den Reſervefonds auf
50 000 fl. Erſt die Satzung von 1871 brachte eine genaue
Regelung dadurch, daß ſie die Höhe des Reſerbefonds
auf mindeſtens 5 Prozeint der jeweiligen Geſamtſumme
der Einlagen feſtſetzte. Das Geſetz vom 8. Auguſt 1902
ändert die bis dahin beſtandenen ſtatutariſchen Beſtim=
mungen
in der Weiſe, daß zur Deckung von Verluſten
eine Rücklage zu bilden iſt, deren Höhe 10 Prozent des
geſamten Guthabens der Einlage zu betragen hat.
Der ſoeben herausgegebene (Bericht der Sparkaſſe
ſchließt: Bevor wir zu der zahlenmäßigen Entfaltung
der Sparkaſſe während ihres 75jährigen Beſtehens und
ihrer Entwickelung im Berichtsjahre ſelbſt übergehen,
dürfen wir es uns nicht verſagen, mit berechtigtem Stolz
und großer Befriedigung auf ihre Vergangenheit zurück=
zublicken
. Ihre heutige Ausdehnung, ihre Blüte und ihr
ſegensreiches Wirken fordern uns aber auch auf zu dank=
barer
Erinnerung an alle diejenigen, die, vom Gemein=
ſinn
beſeelt, von der Gründung an bis jetzt um die För=
derung
und gedeihliche Entwickelung unſerer Anſtalt ſich
verdient gemacht haben. In gleicher Weiſe ſei aber auch
derer gedacht, die in treuer Mitarbeit durch Fleiß, Um=
ſicht
und Redlichkeit nicht minder zu einem fortſchreiten=
den
günſtigen Gedeihen beitrugen. Möge auch für kom=
mende
Zeiten die Sparkaſſe ihre ſegensvolle Wirkſamkeit
bewähren. Möge es ihr auch fürderhin nicht fehlen an
treuen Arbeitern und an Männern von gemeinnütziger
Geſinnung, die in uneigennützigſter Weiſe durch ihren
Rat mitzuwirken bereit ſind an der Hebung des Wohl=
ſtandes
der Bevölkerung zum Segen der Stadt Darm=
ſtadt
.
Der Geſchäftsbetrieb des Berichtsjahres hat zu fol=
genden
Ergebniſſen geführt: Die Einlagen ſind um
2384 Poſten geſtiegen, während ſich die eingezahlten Be=
träge
gegen das Vorjahr um 310145,19 M. verringert
haben. Die Rückzahlungen erhöhten ſich um 2162 Poſten
und um 59 438,13 M. Die höchſte Tageseinlage fand am
31. Januar 1911 mit 370 993,43 M. ſtatt, während die
meiſten Rückzahlungen mit 157073,36 M. am 1. Juli
1911 abgehoben wurden. 163 Weihnachtsſparvereine ha=
ben
in wöchentlichen oder monatlichen Einzahlungen rund
146 400 M. zuſammengebracht, die Ende November und
zu Anfang Dezember an die Mitalieder verteilt werden
konnten. Die Einlegerzahl hat um 1001 zugenommen.
Am 1. Januar 1912 war eine Geſamteinlegerzahl von
46039 vorhanden. Der erzielte Reingewinn von
182 676,31 M. iſt gegen 1910 erheblich geſtiegen, ſo daß
ür 1911 114 676,31 M. der Rücklage zugewieſen werden
krnnten, die nunmehr die Höhe von 1851 917,79 M. er=
reicht
hat. Der Kursausgleichsrücklage wurden 20000 M.
zugewieſen. Sie iſt ſomit auf 400000 M. angewachſen.
Der ſtädtiſchen Armenkaſſe ſtehen 60000 M., dem Ohly=
Stift und dem Komitee zur Verabreichung eines warmen
Milchfrühſtücks je 4000 M. zur Verfügung. Die liquidier=
ten
Ausſtände betrugen zu Ende des Jahres 1911 30 980,90
Mark. die bis zur Aufſtellung dieſes Berichts bis
2832,30 M. zurückgegangen waren. Eingänge hatte
die Kaſſe in dieſem Jahre 850 bei der Direktion, 2134 bei
der Hauptkaſſe.

Kongreſſe und Verbandstage.

Vertreterverſammlung des Reichsver=
bandes
nationalliberaler Jugendvereine.
* Frankfurt a. M., 20. Okt. Geſtern und heute
ging hier die 14. ordentliche Vertreterverſamm=
lung
des Reichsverbandes der Vereine der
nationalliberalen Jugend unter ſtarker Betei=
ligung
vor ſich. Am Freitag war bereits eine Sitzung.
des Geſamtvorſtandes den Verhandlungen vorausgegan=
gen
. Am Samstag vormittag wurden in einer nichtöffent=
lichen
Sitzung die geſchäftlichen Angelegenheiten des Ver=
bandes
erledigt und dabei folgende Entſchließung
angenommen: Der Reichsverband der Vereine der natio=
nalliberalen
Jugend erklärt, daß die Gründung des alt=
nationalliberalen
Reichsverbandes mit dem auf dem Ber=
liner
Vertretertag der nationalliberalen Partei vom 12.
Mai 1912 beſchloſſenen Organiſationsſtatut und dem durch
dieſes ſeitens des Vertretertages angeſtrebten Ausgleich
in ſchroffem Widerſpruch ſteht. Am Nachmittag des=
ſelben
Tages ſprach der Verbandsvorſitzende Rechtsanwalt
Dr. Kauffmann Stuttgart über die politiſche
Lage und die Aufgaben der Gegenwart. Von
den Fragen der inneren Politik ausgehend, wobei der
Referent die Forderung aufſtellte, daß die nationalliberale
Partei in aller Einigkeit die bisherige Politik des Führers
Baſſermann fortſetzen müſſe, kam der Redner nach kur=
zer
Erörterung der Reichsfinanzfragen und des Petro=
leum
=Monopols zur Beſprechung auswärtiger Fragen.
Mit großer Entſchiedenheit trat Dr. Kauffmann dafür ein,
daß es für die wirtſchaftliche Zukunft unſeres Volkes not=
wendig
ſei, neue Gebiete zu erſchließen, allerdings nicht
auf dem Wege von Eroberungskriegen. Eine einſtimmig
angenommene Reſolution ſprach ſich (ebenfalls für
eine Stärkung der deutſchen Weltmachtſtellung aus und
verlangt, daß die Rüſtungen ſo geſtaltet werden, daß
Deutſchland die Möglichkeit hat, ſeine imperialiſtiſchen
Gedanken gegenüber allen Feinden durchzuſetzen. Der
zweite Verhandlungstag führte zu einer grundſätzlichen
Erörterung der Beziehungen zwiſchen Libe=
ralismus
und Sozialismus. Eingeleitet wurde
dieſe Erörterung durch ein Referat des Privatdozenten
Dr. Stillich=Berlin, der in eingehender Weiſe Be=
weismaterial
zu dem Satz beibrachte, daß der wichtigſte
Grund der gegenſätzlichen Stellung von Liberalismus und
Sozialismus auch im politiſchen Leben, von taktiſchen
Erwägungen abgeſehen, in den Ausgangs= und Zielpunk=
ten
, ſowie in der Weltanſchauung der beiden Richtungen
begründet liegen. In der Debatte, die ſich hieran an=
ſchloß
, fanden namentlich die Worte des Chefredakteurs
Jung aus Köln lebhaften Widerhall in der Verſamm=
lung
, da ſie die Wege wieſen, auf denen der Liberalismus
ſchreiten muß, um an den Sozialismus verlorenes Ter=
rain
wieder zurückzugewinnen.
Neben der Behandlung dieſer beiden Hauptfragen
wurde noch eine Reihe politiſcher Dinge beſprochen, u. a.
die Frage der Fleiſchteuerung. Ein Antrag Han=
nover
, der ein Zuſammengehen der liberalen Parteien
bei der nächſten Landtagswahl herbeiführen will, fand
ebenſo einhellige Annahme als ein Krefelder Antrag, der
fordert, daß die jungliberale Bewegung es ſich angelegen
ſein laſſe, in die Kreiſe der Arbeiterſchaft hineinzudringen.

Tagung des Deutſchen Schulſchiffvereins.
* Mannheim, 20. Okt. Die diesjährige Tagung
des Deutſchen Schulſchiffvereins, die gegen=
wärtig
hier unter dem Vorſitz des Großherzogs von
Oldenburg ſtattfindet, hat einen ſehr ſtarken Beſuch
aufzuweiſen. Am Samstag begann die Tagung im Nibe=
lungenſaal
des Roſengartens in Mannheim mit einem Be=
grüßungsabend
, zu dem der Stadtrat eingeladen hatte.
Der Großherzog von Oldenburg war erſchienen. Zu ſeiner
Rechten ſaß Alfred Prinz zu Löwenſtein=Wertheim= Freu=
denberg
, zur Linken Oberbürgermeiſter Martin. Nach Ab=
lauf
der Tafel hielt der Großherzog Cercle ab. Die eigent=
lichen
Verhandlungen der Tagung begannen am Sonntag
vormittag 11½ Uhr im Verſammlungsſaal des Roſen=
gartens
unter dem Vorſitz des Großherzogs von Olden=
burg
. Als Vertreter des durch Krankheit verhinderten
Großherzogs von Baden war Prinz Max von
Baden anweſend. Vom Kaiſer war ein Kabinett=
ſchreiben
eingelaufen, in welchem zu dem Plane, ein drit=
tes
Schulſchiff zu bauen, guter Erfolg gewünſcht
wurde. Im ſpäteren Verlaufe der Verſammlung wurde
der Kaiſer durch ein Danktelegramm von dem Beſchluß
des Vereins, einen Motorſegler bauen zu laſſen, in Kennt=
nis
geſetzt. Auch an den Groherzog von Baden wurde ein
Telegramm abgeſandt. Die badiſche Regierung war durch
den Kultusminiſter Dr. Böhm vertreten. Vizeadmiral
Grapow erklärte in ſeiner Anſprache, das Reichsamt des
Innern ſei der Anſicht, daß der Reichszuſchuß für den
Schulſchiffverein eine nicht unweſentliche Echöhung er=
fahren
müſſe, wenn möglich ſchon im Etatsjahr 1913. Der
Geſchäftsbericht wurde von Profeſſor Dr. Schilling, der
Finanzbericht von Kommerzienrat v. Guilleaume erſtattet.
Für das neu zu erbauende Schiff wurde eine Summe von
800000 Mark veranſchlagt, von der nach den vorausſicht=
lichen
Stiftungen bis zur nächſten Tagung noch 200000
Mark aufzubringen ſein werden. Als Vertreter der neuen
badiſchen Vereinigung des Schulſchiffvereins hielt Reichs=
tagsabgeordneter
Dr. Baſſermann=Mannheim eine
Anſprache. Die Sitzung war kurz nach 1 Uhr zu Ende:
Es ſchloß ſich eine gemeinſame Mittagstafel im Fried=
richspark
und am Nachmittag eine Flottenparade
auf dem Rhein an, an der ſich etwa 60 Fahrzeuge der
Rheinreedereien beteiligten.
Tagung des deutſchen Patriotenbundes
zur Errichtung eines Völkerſchlacht=
Denkmals.
Leipzig, 20. Okt. Unter außerordentlich zahl=
reicher
Beteiligung ſeiner Mitglieder trat hier der Deutſche
Patriotenbund zur Errichtung eines Völkerſchlacht= Denk=
mals
unter dem Vorſitz des Kammerrats Thieme zu
ſeiner diesjährigen Hauptverſammlung zuſammen. Nach
der Begrüßung ſeitens des Vorſitzenden erſtattete der erſte
Schriftführer Dr. Spitzner den Jahresbericht, der
eingehend Bezug nimmt auf die am 13. Mai d. J. ſtatt=
gefundene
Schlußſteinlegung und ſodann einige Daten
über die bis jetzt durchgeführte und weiterhin beabſich=
tigte
Ausgeſtaltung des Denkmals gab. Ein beſonders
breiter Raum iſt in dem Jahresbericht der Frage der
Mittelgewinnung gewidmet, für welche eine eigene Lot=
terieabteilung
innerhalb des Bundes begründet worden
iſt. Der Reingewinn der beiken bisherigen Lotterien
beläuft ſich auf rund 280000 Mark, der Geſamtgewinn der
bisherigen 21 Lotterien beträgt 3 Millionen. Die Ge=
ſamtſumme
der freiwilligen Spenden des letzten
Jahres beträgt rund 127000 Mark, das Ergebnis der
freiwilligen Sammlungen ſeit Beſtehen des Bunde
1400000 Mark, ſo daß bis heute ein Kapital von 4500

[ ][  ][ ]

Mark zur Verfügung ſteht, während die Geſamtausgaben
bis jetzt auf 4 444000 Mark angewachſen ſind. Vom 17.
Oktober 1911 bis zum 16. Oktober d. J. wurde das Innere
des Denkmals von 235630 Perſonen beſichtigt, in den
letzten zwei Jahren zuſammen von 479134. Unter den
Beſuchern des Denkmalsbaues befand ſich auch die deutſche
Kronprinzeſſin, während der Kaiſer und der König von
Sachſen ihr Erſcheinen zu der Enthüllungsfeier zugeſagt
haben. Im Feſtſaal des Zoologiſchen Gartens wurde
eine volkstümliche Gedenkfeier veranſtaltet, die von etwa
3000 Perſonen beſucht war, unter denen ſich Vertreter der
Garniſon, der Behörden und der Vaterländiſchen Kor=
porationen
befanden. Muſikaliſche Aufführungen verſchie=
dener
Art ſowie Vorführungen des allgemeinen Turn=
vereins
ſchloſſen die Veranſtaltung ab.

Luftfahrt.

Berlin, 21. Okt. Das Parſevalluftſchiff
Stellberg geriet geſtern beim Herausbringen aus
der Halle in Johannesthal in eine gefährliche Situ=
ation
. Durch eine heftige wurde es plötzlich empor=
gehoben
und etwa 100 Meter weit fortgeriſſen. Die Halte=
mannſchaften
mußten alle Kräfte aufbieten, um gegen den
an Stärke zunehmenden Wind ein Gegengewicht zu geben.
Der Führer ließ dann den Ballon in die Halle bringen.
Berlin, 21. Okt. Der Flieger Büchner iſt von
der bulgariſchen Regierung für die Dauer des
Krieges als Flieger des Hauptquartiers verpflichtet wor=
den
. Er iſt mit drei Doppeldeckern abgereiſt, die von Bul=
garien
angekauft worden ſind Auch der Wiener Franz
Seidl iſt von der bulgariſchen Regierung als Flieger
engagiert.

Das Ballonunglück bei Rieſa.

* Berlin, 21. Okt. Die Fahrt des geſtern in
Bitterfeld aufgeſtiegenen Freiballons Reichsflug=
verein
(nicht Berlin II‟), bei der der Luftſchiffer
Ingenieur Gericke und Lt. Stieler getötet wurden,
ſollte als Abnahmefahrt des neuen Ballons gelten. Ge=
ricke
hatte die Abſicht, den Höhenrekord zu brechen. Die
Leichen der beiden abgeſtürzten Luftſchiffer wieſen zahl=
reiche
Beinbrüche und Fleiſchwunden auf. Die Unter=
ſuchung
des verunglückten Ballons Reichsflugverein hat
ergeben, daß die Urſache des Abſturzes auf das
Ziehen der Reißbahn in großer Höhe zurückzu=
führen
iſt. Die Hülle und das Netzwerk waren vollkom=
men
intakt. Der Barograph, der ſich noch im Ballonkorb
vorfand, zeigte eine Höhe von über 7000 Meter. Es iſt
ſehr wahrſcheinlich, daß der Ballon jedoch noch bedeutend
höher geweſen iſt, da das Meßinſtrument, wie aus der
aufgezeichneten Höhenkurve hervorging, zuletzt nicht mehr
ordnungsmäßig funktionierte. Die Sauerſtofflaſchen
waren benützt worden, die Hähne waren geöffnet und
der Inhalt entwichen. Man muß annehmen, daß einer
der beiden Luftfahrer in der enormen Höhe unwohl ge=
worden
iſt und daß der andere den Ballon aufgeriſſen
hat, um ihn zum Sinken zu bringen. Wie mehrere
Augenzeugen verſichern, herrſchte zur Zeit des Unfalles
ein heftiger, von Hagelſchauern begleiteter Sturm, der
das Fallen des Ballons beſchleunigte. Der Ballon er=
ſchien
plötzlich aus den etwa 1000 Meter hoch ſchweben=
den
Wolken und ſauſte wie ein Stein in die Tiefe. Die
Ballonhülle flatterte wie eine Fahne im Sturm. Höchſt=
wahrſcheinlich
ſind die Inſaſſen ſchon in der Höhe bewußt=
los
geweſen. Der Ballon wird zur genauen Prüfung
nach Berlin gebracht.

Sport.

G. A. Frauenturnen. Zur weiteren Ausbildung der
Leiter und Leiterinnen der Frauenabteilungen des
Main=Rheingaues der deutſchen Turnerſchaft fand alm
Sonntag, den 20. Oktober, in Groß=Gerau eine gemein=
ſchaftliche
Uebung derſelben ſtatt. Den Körper in ausgie=
biger
Weiſe durcharbeitende Ordnungs=, Schritt= und
Hupfübungen in Verbindung mit Freiübungen, wurden
in leicht verſtändlicher Weiſe erläutert und eingehend ge=
übt
. Schöne, für das Frauen= und Mädchenturnen ſich
vorzüglich eignende Uebungen am Stützreck fanden bei=
fällige
Aufnahme bei den Teilnehmern. Eine ganze
Reihe die ernſte und äußerſt wichtige Arbeit in angeneh=
mer
Weiſe ſchließende Turnſpiele brachte der Leiter der
Uebung in Erinnerung. In der ſich unmittelbar an das
Turnen anſchließenden Beſprechung wurde die Art des
Auftretens der Turnerinnen auf dem nächſtjährigen Gau=
turnfeſte
beraten und die Orte der Zuſammenkünfte im
nächſten Jahre beſtimmt.
* Fußballſport. In dem Ligaſpiel Phönix= Mann=
heim
gegen Olympia‟=Darmſtadt, das am Sonntag hier
ſtattfand, blieben die Mannheimer mit 3:0 ſiegreich. Halb=
zeit
1:0. Bei dieſem Stand blieb das Spiel bis 10 Minu=
ten
vor Schluß, dann konnte Mannheim mit viel Glück
zwei Tore erzielen und das Endreſultat auf 310 ſtellen.
Die Mannſchaft der Einheimiſchen gab ſich alle Mühe,
konnte jedoch gegen die reichlich ſcharfe Spielweiſe der
Mannheimer nicht recht aufkommen. Vorher ſpielte die
dritte Mannſchaft gegen die gleiche des F.=K. Germania=
Pfungſtadt und ſiegte mit 5:0 Toren. Sonſtige Reſul=
tate
aus dem Weſtkreis: Phönix=Ludwigshafen gegen
V. f. R. Mannheim 111, Pfalz=Ludwigshafen gegen
Ludwigshafen 111, Kaiſerslautern gegen Boruſſia=
Neunkirchen 2:0.
*. Darmſtädter Sportklub 1905. Am Sonntag gelang
ies der erſten Mannſchaft des Darmſtädter Sportklubs,
die gleiche Elf des F.=Kl. Alemannia=Worms mit dem
hohen Reſultat 7: 0 Toren zu ſchlagen. Alemannia und
Sportklub traten mit kompletten Mannſchaften an. Die
zweiten Mannſchaften beider Vereine ſpielten in Worms
und war auch hier Sportklub mit 4: 2 Toren erfolg=
reich
.

Handel und Verkehr.

Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 30. September 1912. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 91 618.57; b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 26113.35. Zuſ.
M. 117731./2. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 322353.98.
3. Bankverkehr=Konto M. 585 614.49. 4. Lombard=Konto
M. 369836.57. 5. Effekten=Konto M. 433 656.03. a) inlän=
diſche
Staatspapiere Nom. M. 216 900.; b) ſonſtige
bei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
beleihbare Wertpapiere M. 155 300.; e) ſonſtige Wert=
papiere
M. 59 100.. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich
gedeckt) M. 3066995.54. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwechſel=
Konto M. 954 484.34. 8. Haus= und Immobilien=Konto
M. 346 902.15. 9. Mobilien=Konto M. 1005.65. 10. Schrank=
fächer
=Konto M. 3663 50 11. Haus= u. Immobilien= Unter=
haltungskoſten
=Konto M. 2981.42. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 47475.66. Zuſ. M. 6 252701.25. Paſſiva.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1464 240.92. 2. Reſervefonds=
Konto I M. 337448.18. 3. Reſervefonds=Konto II und

Immobilienreſerve M. 80350.47. 4. Delkredere=Konto
M. 50 000.. 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Konto
M. 180545.20. 6. Hypotheken=Konto M. 66000.. 7. Ak=
zeptationen
= u. Aval=Konto M. 63790.. 8. Bankverkehr=
Konto M. 5287.28. 9. Konto=Korrent=Konto M. 143502.03.
10. Sparkaſſen= und Scheck=Konto M. 3679122.33. 11. Di=
vidende
=Konto M. 3804.19. 12. Zinſen=Konto M. 163878.48.
13. Jubiläumsfonds M. 14 732.17. Zuſ. M. 6252701.25.
Umſchlag im September M. 4 746177.77. Zahl der Mit=
glieder
1980.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Die alle 14 Tage, Sonntags von 11½12 ſtatt=
findenden
Militärkonzerte auf dem Paradeplatz, die ſich
großer Beliebtheit erfreuten, ſcheinen, da ſchon über zwei
Monate kein derartiges Konzert mehr ſtattfand, in Ver=
geſſenheit
geraten zu ſein, was um ſo bedauerlicher iſt, da
wir in Darmſtadt über ſechs vorzügliche Militärkapellen
verfügen. Beachtet man andere Nachbarſtädte mit ihren
1 oder 2 Militärkapellen, die allſonntäglich auf öffentlichen
Plätzen ſpielen, ſo iſt es für Darmſtadt um ſo beſchämen=
der
, daß es hier unterbleibt. Gerade in dieſer Zeit, wo
allſonntäglich hunderte von Fremden unſere Stadt be=
ſuchen
und dazu der Führer durch die Ausſtellung ſchreibt:
jeden Mittwoch und Samstag, ſowie Sonntags von 11½
is 12 Uhr Militärkonzert auf dem Paradeplatz, wäre
s gewiß angebracht, dieſes auch zu verwirklichen, was
von den Fremden und nicht zum wenigſten von unſeren
muſikaliſchen Darmſtädtern dankbar begrüßt würde.

Vermiſchtes.

Deutſche Geſellſchaft für Kauf=
manns
=Erholungsheime e. V. An Stift=
ungen
ſind in letzter Zeit wiederum folgende einge=
laufen
: Kommerzienrat Rüping=Wiesbaden, Erhöhung
der vorjährigen Stiftung von 5000 Mark auf 10000 Mark,
Salzwerk Heilbronn 5000 Mack, Rudolf Weigang, in
Firma Gebrüder Weigang=Bautzen 3000 Mark. Ferner
traten u. a. folgende Firmen mit einem Mitgliedsbeitrag
bei: Ungenannt=Regensburg 2000 Mark, Gebr. Pfeifer=
München 1000 Mark, Johann Maria Farina=Köln 1000
Mark, Traine und Holners=Köln 2000 Mark, Neckar=
ſulmer
Fahrradwerke 1000 Mark, Rhenſer Mineral=
brunnen
1000 Mark, Gothaer Waggonfabrik 1000 Mark,
Kommerzienrat Eßwein=Dürkheim 1000 Mark, Fr. Goetze=
Burſcheid 1000 Mark, Hermann Eſchenburg=Lübeck 1000
Mark, Wilhelm Köſter=Dortmund 1000 Mark, H. Montan=
don
=Wiesbaden 1000 Mark, Joh. Ludwig Reiner= Heil=
bronn
1000 Mark, Zuckerfabrik Heilbronn 1000 Mark,
Zürich, Allgem. Ver.=Akt.=Geſ.=Berlin 1000 Mark.

Literariſches.

Es gibt viele Frauen, die nicht mehr jung oder nicht
mehr ſchlank, oft auch beides nicht mehr ſind. Dieſer Stief=
kinder
der Mode nimmt ſich ſeit einiger Zeit die Wiener
Mode an in einer regelmäßig erſcheinenden Beilage
zeigt ſie, daß man auch als ſtärkere oder ältere Frau
modern und elegant ausſehen kann. Wie ſehr dieſe Bei=
lage
einem Bedürfnis entſpricht, beweiſt der große Auf=
ſchwung
, den das Blatt ſeither genommen hat. Dem ſo=
eben
erſchienenen 2. Heft des 26. Jahrganges liegt wieder
in ſolcher Ratgeber für reifere Frauen bei. Auf den
übrigen reichen Inhalt des Heftes zu verweiſen, genügt.
Man weiß, was bei der Wiener Mode ein beſonders
reich ausgeſtattetes Heft bedeutet. Nur das eine ſei noch
erwähnt, daß dieſem auch eine Unterhaltungsbeilage für
die Kinderſtube beiliegt, ſodaß man behaupten kann, daß
das Heft jeder Generation Freude und Anregung bringt.
Das Bildnis des Dorian Gray. Roman
von Oskar Wilde. Eines der unbeſtrittenen Meiſter=
werke
der modernen erzählenden Literatur, den berühm=
ten
Roman des unglücklichen Oskar Wilde Das Bild=
nis
des Dorian Gray hat der Verlag Ullſtein u. Ko.
ſoeben als neueſten Band ſeiner Ausland=Erzähler
herausgegeben. Eine verſtändnisvoll in das Schaffen
des engliſchen Dichters eindringende Vorrede hat Hanns
Heinz Ewers beigeſteuert. Dieſer neue Band iſt zum
Preiſe von 1 Mk. in allen Buchhandlungen erhältlich.
Vom Kongo zum Niger und Nil iſt der
Titel des zweibändigen Werkes, das der Herzog Adolf
Friedrich zu Mecklenburg Mitte November bei
Brockhaus erſcheinen läßt. Das Werk, in welchem der
Herzog und ſeine Begleiter die hervorragenden, teilweiſe
abenteuerlichen Erlebniſſe ſeiner Zweiten Zentralafrika=
Expedition ſchildern, verſpricht in Wort und Bild außer=
ordentlich
anziehend zu werden und dürfte über die Gren=
zen
Deutſchlands hinaus Aufſehen erregen. Den zielbe=
wußten
Forſchern iſt es gelungen, in den Urwäldern und
Steppen des Stromgebietes der mächtigſten drei Flüſſe
Afrikas Menſchenfreſſer und Zwerge in der letzten Stunde
ihrer wilden Urſprünglichkeit kennen zu lernen. Es glückte
auch, das ſeltenſte Wild Afrikas, zwei Okapis, vorweltlich
anmutende Antilopen, mit in die Heimat zu bringen. So=
bald
uns das vielverſprechende Werk vorliegt, werden wir
eingehender darauf zurückkommen.

Der Balkankrieg.

Die Balkanſtaaten.
* Sofia, 21. Okt. In Erwiderung auf die De=
peſche
des Miniſterrates richtete König Fer=
dinand
an den Miniſterpräſidenten ein Telegramm,
in welchem es heißt: Jederzeit durchdrungen von tiefem
ertrauen auf den Stern Bulgariens, bin ich gegen=
wärtig
überzeugt, daß unſere unvergleichliche tapfere
Armee, welche einem Volke entſtammt, wie das bulga=
riſche
, deſſen Aufopferung für nationale Ideale in der
Geſchichte ohne Beiſpiel daſteht, den ewigen Feind der
bulgariſchen Raſſe bekämpfen und endgültig vernichten
wird. Unſeren Brüdern jenſeits des Rilo und des Rho=
dopagebirges
wird auch die Morgenröte der Freiheit
leuchten. Es lebe die tapfere, ſiegreiche bulgariſche
Armee, es lebe das gute bulgariſche Volk.
* Sofia, 21. Okt. Prinz Georg von Ser=
bien
begab ſich über Sofia ins Hauptquartier.
* Athen, 20. Okt. Der König von Griechen=
land
richtete an die europäiſchen Monarchen
ein Telegramm zur Rechtfertigung der Kriegserklärung.
Der bulgariſche Miniſterpräſident Geſchow erkannte in
einem Telegramm an den griechiſchen Miniſterpräſiden=
ten
Venizelos dankbar an, daß die erſte Anregung zum
Balkanbund von Venizelos und der griechiſchen Regier=
ung
ausgegangen ſei.
* Athen, 20. Okt. König Georg richtete an
die verbündeten Fürſten folgendes Tele=
gramm
: In dem Augenblick, wo die griechiſche Armee
die Grenze überſchreitet, flehen Gebete von vier Völkern

den Segen des Allmächtigen auf den neuen Kreuzzug
herab. Volk, Heer und der König von Griechenland rich=
ten
an die verbündeten Fürſten, Völker und Heere ihren
brüderlichen Gruß. Ihre Blicke auf das Kreuz gerichtet,
erinnern ſie ſich des Wahlſpruches: In hoc signo vinces.
* Kopenhagen, 21. Okt. Der König von
Briechenland hat einem Freunde ein Schreiben ge=
ſandt
, in dem er ausführlich die Anſtrengungen ſchildert,
die ſeitens gewiſſer Kreiſe in Europa gemacht werden,
um Griechenland dem Balkanſtaaten=Verband abwendig
zu machen. Der Brief des Monarchen ſchließt mit den
Worten: Wenn der Krieg trotzdem erklärt wurde, ſo ge=
ſchieht
dies nur, um den Chriſten in der Türkei Menſchen=
recht
, Freiheit und Ziviliſation zu verſchaffen.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Konſtantinopel, 20. Okt. Das Preſſebureau
teilt über die Lage von Tuzi mit: Tuzi iſt ein klei=
nes
Dorf, entblößt von allen Verkehrsmitteln und unbe=
feſtigt
. Es beherbergt nur eine Kompagnie. Die Mon=
tenegriner
griffen die Kompagnie in großer Zahl an.
Eine zweite Kompagnie die mit acht alten Kanonen
herbeigeeilt war, wurde in verräteriſcher Weiſe von revol=
tierenden
Maliſſoren angegriffen. Die beiden Majore,
die die Kompagnien befehligten, und eine Anzahl türki=
ſcher
Soldaten wurden getötet, die anderen zogen ſich in
Ordnung über Helm zurück. Der Vorfall, den die Mon=
tenegriner
als eine große Schlacht darſtellen, iſt ein ge=
wöhnliches
Gefecht. Der Umſtand, daß die kleine
Garniſon fünf Tage lang die überlegenen montenegrini=
ſchen
Streitkräfte in Schach hielt, bedeutet einen mili=
täriſchen
Erfolg der Türken. Die Montenegriner können
nicht über Tuzi hinaus vorrücken.
* Podgoritza, 21. Okt. Geſtern nachmittag traf
zier die Nachricht ein, daß Guſſinje in die Hände
der Montenegriner gefallen iſt. Geſtern nach=
mittag
nahm die montenegriniſche Nordarmee unter Ge=
neral
Wukotitſch nach heftigem Kampf die Feſtung Pleva
bei Guſſinje, während die Südarmee unter General Mar=
tinowitſch
Zaraboſch von drei Seiten zu blockieren
begann.
* Podgoritza, 20. Okt. Der Einnahme von
Guſſinje ging am 19. die Beſetzung der Stadt
Pleva voraus. Dabei zerſtreute die montenegriniſche
Nordkolonne die dortigen türkiſchen Truppen, die haupt=
ſächlich
in der Richtung auf Djokowa flohen. In Guſ=
ſinje
, gegen welches die Nordkolonne ihre Operationen er=
öffnete
, ſtanden 15000 Türken und die mit ihnen verbün=
deten
Arnauten. Die geſtern nach Podgoritza gebrachten
280 Gefangenen wurden heute in das Lager hinter der
Stadt gebracht. Unter den Gefangenen befinden ſich 100
lrnauten. Von Rugova und Roſhai werden weitere
270 Gefangene erwartet. Die Chriſten aus Berane wur=
en
zu ſieben Bataillonen unter dem Kommando mon=
tenegriniſcher
Offiziere formiert. In Berane wurde mon=
tenegriniſche
Verwaltung, Poſt und Telegraph ein=
geſetzt
.
* Belgrad, 20. Okt. Die Konſtantinopeler Meld=
ungen
über das Vordringen der türkiſchen
Truppen auf ſerbiſchem Gebiet werden von amtlicher.
ſerbiſcher Stelle als phantaſtiſche Erfindungen hezeichnet.
Seit der bei Riſtowacz und Prepolacz noch vor der Kriegs=
erklärung
zurückgewieſenen Grenzeinfälle hätten die türki=
ſchen
Truppen ſerbiſches Gebiet nicht mehr betreten
können.
* Sofia, 20. Okt. Die bulgariſchen Trup=
pen
beſetzten um 5 Uhr nachmittags die beiden Ufer
der Maritza bei Muſtafa Paſcha und zogen in die Stadt
ein, wo ſie große Mengen Lebensmittel und Futter vor=
fanden
. Die Brücke über die Maritza, die von den Tür=
ken
leicht beſchädigt wurde, wird nichtsdeſtoweniger zur
Paſſage für den Train benutzt. Der Bahnhof und die
Telegraphenſtation ſind von den Türken unbeſchädigt ge=
laſſen
worden. Die während des geſtrigen Tages gegen
Adrianopel operierenden Truppen trieben den Feind bis
vor die Fortifikationslinie zurück und machten gegen
hundert Gefangene. Die Truppen rücken in allen Stel=
lungen
vor, mehrere Höhenpoſitionen ſind mit dem Bajo=
nett
genommen worden.
* Sofia, 21. Okt. Nach einer amtlichen Meldung
haben die bulgariſchen Truppen die Türken bis
zu den befeſtigten Lagern von Adrianopel zurück=
gedrängt
und dürften heute vor Adrianopel ſtehen. Beide
fer der Maritza ſind von den Bulgaren beſetzt. Da
Eiſenbahn und Telegraph von den Türken unbeſchädigt
zurückgelaſſen wurden, konnte ſofort die bulgariſche Ver=
waltung
beider Verkehrsmittel in Muſtafa Paſcha ein=
gerichtet
werden. Viele Lebensmittel=Depots wurden ge=
funden
und in Beſitz genommen. Bei dem Vordringen
gegen Adrianopel wurden hundert Gefangene gemacht.
Der Vormarſch der Bulgaren vollzieht ſich mit der größ=
ten
Energie und in muſterhafter Ordnung. Der König
hat Stara=Zagora verlaſſen und das Hauptquartier wei=
ter
vorgeſchoben.
* Athen, 20. Okt. Nach vierſtündigem Kampfe
vertrieb die griechiſche Armee die Türken
aus ihren ſehr ſtarken Stellungen vor Elaſſona und
tahm die Stadt ein. Der Kronprinz führte perſönlich
das Kommando. Sein Sohn empfing die Feuertaufe.
Die griechiſchen Verluſte ſind unbedeutend.
Letzte Nachrichten.
* Belgrad, 21. Okt. Offiziell wird gemeldet:
Podujewo iſt geſtern von ſerbiſchen Truppen mit
reichlichem Kriegsmaterial eingenommen worden.
In dem eroberten Gebiet wurde ſerbiſche Zivilgewalt
eingeſetzt.
* Berlin 21. Okt. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Nach Auskunft von amtlicher Seite, fährt täglich ein
Perſonenzug, morgens 7 Uhr, von Belgrad nach
Sofia. Die Reiſenden haben alſo von Peſt einen
Zug nach Belgrad zu nehmen, in Belgrad zu übernachten
und können dann morgens dieſen Zug benutzen. Wegen
des Krieges verweigern die Bankkreiſe jeden Kredit an
ihre Kundſchaft im Innern. Es empfiehlt ſich, Lieferung
nur nach vorheriger Zahlung erfolgen zu laſſen. Anderer=
ſeits
iſt die Einfuhr von Lebensmitteln ſehr empfehlens=
wert
, da die Militärverwaltung alles Verfügbare auf=
kauft
, wodurch die Preiſe ſehr geſtiegen ſind, zumal die
Zufuhr zu Lande unterbrochen iſt und zu Waſſer aus
Mangel an Schiffen und aus Furcht vor Wegnahme
völlig unterbleibt. Die Preiſe ſteigen fortwährend.
H. B. Paris, 21. Okt. Der Matin meldet aus
kruſchewatz: An der montenegriniſchen Grenze hat
die montenegriniſche Hauptarmee unter
dem Befehl des Kronprinzen den See von Hum über=
ſchritten
und bewegt ſich auf Kopulik zu. Prinz Peter
hat mit einem großen Park von Geſchützen den See von
Skutari paſſiert, um ſich mit dem Prinzen Danilo zu ver=
einigen
. Seit zwei Tagen geſtaltet ſich die Witterung
äußerſt ungünſtig, wodurch ſich der Vormarſch der Trup=
pen
auf Skutari ſehr erſchwert. Die unter dem Kom=
mande
des Generals Martinowitſch ſtehende Südarmes

[ ][  ][ ]

rückt gkeichſalse mit ſchweren Geſchüten vor, un die Be=
ſchießung
von Zaraboſch auszuführen
H.B. Paris, 21. Okt. Der Matin meldet aus
Kanea: Die engliſchen und franzöſiſchen Stationsſchiffe
von Kanea verhindern die kretiſchen Miliz=
truppen
, ſich nach Griechenland einzuſchiffen, da Kreta
in dem Kriege eine neutrale Stellung einnimmt. Trotz=
dem
haben ſich zahlreiche Freiwillige verſtanden, zur grie=
chiſchen
Armee zu ſtoßen. Die Kapitäne der Handels=
ſchiffe
haben von den im Hafen liegenden Kriegsſchiffen
der Schutzmächte die Weiſung erhalten, keine kretiſchen
Miliztruppen in Uniform an Bord zu nehmen.
* London, 21. Okt. Der Kriegskorreſpondent
des Daily Telegraph meldet über das letzte Gefecht
noch folgende Einzelheiten: Die bulgariſchen
Truppen ſtürmten die türkiſchen Befeſtigungen von
Muſtafa=Paſcha am Freitag morgen und erbeuteten 3 4
Geſchütze. König Ferdinand war mitten im
Feuer und ſpornte ſeine Leute durch Zuruſe an. Die
Türken ſollen nur geringen Wiederſtand geleiſtet und ſich
auf die ſtarken befeſtigten Stellungen von Adrianopel
zurückgezogen haben. Muſtafa=Paſcha wurde ſofort be=
ſetzt
, die bulgariſche Flagge gehißt und der Ort in Ferdi=
nandowo
umgetauft. In Timraſch ſoll die türkiſche Gar=
niſon
die weiße Fahne gehißt haben, als aber 400 Bul=
garen
ahnungslos vorgingen, feuerten die Türken und
töteten 80 Bulgaren, worauf ſich der Reſt zurückzog. Mit
Verſtärkungen wurden ſie darauf von neuem angegriffen
und die türkiſchen Soldaten ſollen dabei ohne Pardon
niedergemacht worden ſein. Wie der Korrgſpondent wei=
ter
mitteilt, ſind die bulgariſchen Truppen nur 10 Kilo=
meter
von Adrianopel entfernt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 21. Okt. Das preußiſche Abgeord=
netenhaus
tritt heute wieder zuſammen.
* Berlin, 21. Okt. In der heutigen Beſprechung der
Hauptintereſſenten der Schantung Bergbauge=
ſellſchaft
und der Schantung=Eiſenbahngeſellſchaft
wurde beſchloſſen, die geplante Verſchmelzung beider
Unternehmen für jetzt noch nicht in Angriff zu nehmen,
da die anſcheinend günſtige Entwickelung der Bergbau=
geſellſchaft
eine über das beabſichtigte Gebot hinaus=
gehende
Bewertung rechtfertigt.
* Berlin, 21. Okt. Heute nacht brach in dem Waren=
haus
Tietz in der Leipzigerſtraße ein größeres
Schadenfeuer aus. Nach angeſtrengter Tätigkeit
eines großen Aufgebots der Feuerwehr wurde der Brand
gelöſcht. Ein Feuerwehrhauptmann erkrankte an Rauch=
vergiftung
.
* Heidelberg, 21. Okt. Nachdem Profeſſor Col=
mers
die Leitung und Bildung eines bulgariſchen
Laza retts vom Roten Kreuz übernommen hat,
werden nun auf Berufung der bulgariſchen Regierung die
leitenden Aſſiſtenten an der hieſigen Chirurgiſchen Klinik,
Dr. Dilger und Dr. Meyer, zur ärztlichen Leitung an die=
ſem
Lazarett nach dem Kriegsſchauplatz reiſen.
* Veracruz, 21. Okt. Der deutſche Geſandte
kam geſtern mit dem Dampfer Segurance an. Der Re=
bellengeneral
Diaz ſtellte ihm einen Extrazug zur Ver=
fügung
, worin der Geſandte ſich zur Stadt Mexiko be=
gab
. Der amerikaniſche Kreuzer Desmeines traf zum
Schutze der Fremden ein. Ein hier befindlicher deutſcher
Dampfer nimmt die deutſchen Untertanen an Bord, falls
das Bombardement der Stadt erfolgt.
* Tſingtau, 21. Okt. Prinz Heinrich trat heute
an Bord der Gneiſenau die Rückreiſe über Dalny an.
In Spala wird die Reiſe zur Vorſtellung beim Kaiſer
von Rußland auf kurze Zeit unterbrochen. Die Ankunft
in Berlin erfolgt wahrſcheinlich am 1. November.
* Tokio, 21. Okt. Das Schiff Hosnamaru‟
mit Paſſagieren des transſibiriſchen Schnellzugs fuhr im
Nebel etwa 6 Meilen vor Wladiwoſtok auf. Paſſagiere
kamen nicht zu Schaden.
H.B. Berlin, 21. Okt. Die neu ernannten General=
Inſpekteure und kommandierenden Gene=
rale
wurden heute vormittag in Potsdam vom Kaiſer
zu dienſtlichen Meldungen empfangen, worauf ſie an der
Frühſtückstafel teilnahmen.
Berlin, 21. Okt. Auf dem Zentralviehhofe traf
heute nacht das erſte von der Regierung zugelaſſene
ruſſiſche Fleiſch ein, und zwar vorläufig in Ge=
ſtalt
von fünf Waggons friſchem Rindfleiſch. Man hofft
ſpäter wöchentlich 3000 Zentner einzuführen.
Trier, 21. Okt. Unbekannt gebliebene Burſchen
verſperrten etwa 5 Kilometer vor der Stadt die Chauſſee
durch große Steinblöcke. Der Automobilbeſitzer Haag
rannte mit ſeinem Wagen dagegen und fuhr die ſteile
Böſchung zur Moſel hinab. Er wurde ſchwer ver=
letzt
, konnte aber noch vor dem Ertrinken gerettet
werden.
Wien, 21. Okt. Nach Agramer Depeſchen wurde
der wegen Tötung des königlichen Kommiſſars Pro=
vaks
zum Tode verurteilte Juckius zu lebensläng=
lichem
Kerker begnadigt.
Petersburg, 21. Okt. Im finniſchen Meerbuſen
geriet der große deutſche Dampfer Priamus auf
Grund. Von Wibek ſind Schiffe zur Hilfeleiſtung ab=
gegangen
.
Chicago, 21. Okt. Rooſevelt iſt heute mor=
gen
nach Oyſterbai abgereiſt. Er hat eine ſchlafloſe Nacht
verbracht, doch wird dies auf die Aufregung durch die be=
vorſtehende
Reiſe zurückgeführt. Sein ſonſtiger Zuſtand
iſt nicht verändert.
Philadelphia, 21. Okt. An Bord des Dampfers
Berkſhire der von Havanna nach Philadelphia
unterwegs war, brach in der Nähe von Nordkarolina
Feuer aus, das die Paſſagiere, über 100 an der Zahl,
ſchwer gefährdete. Auf drahtloſem Wege unterrichtet,

eiten zwei Dampfer herbei und reiteten ſämtliche Paſſa=
giere
. Der brennende Dampfer wurde unter Waſſer
geſetzt.

Herr Lehmann, das haben Sie unn davon!
in Mäntel und Tücher wickeln Sie ſich, aber Sie
ſorgen nicht dafür, daß die kalte Atemluft Ihnen
keinen Schaden bringt. Nun liegen Sie ſo er=
barmungswürdig
da und wiſſen nicht, was Sie
anfangen ſollen. Alſo ſchnell einmal eine Schachtel
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nach Vorſchrift verwenden. Und merken Sie
ſich: In Zukunft nehmen Sie immer, wenn Sie
bei kaltem Wetter auf der Straße ſind, eine
Sodener in den Mund Sie werden dann
kaum eine Erkältung zu fürchten haben. (206530f

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Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns aus Mannheim: Die größte
Automobilfabrik Europas beſitzt Deutſchland
in den Benzwerken zu Mannheim, von deren 7000
Arbeitern und Beamten gegen 6000 ausſchließlich für
den Automobilbau beſchäftigt ſind.

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gekallen,
meinen lieben Gatten, Sohn, unſeren Vater,
(*9793
Bruder, Schwager und Onkel
Adam Dächert
Weißbindermeister
nach kurzem, ſchwerem Leiden im 35. Lebens=
jahre
in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Eberſtadt, den 20. Oktober 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Ok=
tober
, nachmittags 2½ Uhr, vom Sterbehauſe
Pfungſtädterſtraße 6 aus, ſtatt.

Nachruf!
Nach Gottes unerforſchlichem
Ratſchluß entſchlief plötzlich und
unerwartet unſer hochverehrter Chef
Herr
Franz Graeff.
Wir werden ſein Andenken ſtets
in Ehren halten!
Das Personal
der Firma Gg. Graeff.
(*4

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgang unſeres einzig geliebten Töchter=
chens
ſagen wir Allen unſeren innigen Dank.
Familie Hans Neurohr.
Darmſtadt, 21. Oktober 1912.
(22004

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Tekknahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer
guten Mutter und Schwiegermutter ſagt auf=
richtigen
Dank
(B22025
Familie Spengler.
Darmſtadt, Tannenſtraße 5.

Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe herz=
licher
Anteilnahme bei dem Ableben
ihrer lieben Mutter, Großmutter und
Schwiegermutter
(22026
Frau Auquste Kröll
ſprechen innigſten Dank aus
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 21. Oktober 1912.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Depreſſion, die geſtern ſüdlich von Irland lag,
rückt langſam gegen den Kontinent vor und liegt heute
mit ihrem Kern über Irland. Ueber Oſteuropa lagert
hoher Druck. Infolge warmer ſüdlicher Winde liegen die
Morgentemperaturen verhältnismäßig hoch. Niederſchläge
fielen verbreitet, doch meiſt nur in geringen Mengen.
Das öſtliche Hoch verſtärkt ſich, ſo daß die Depreſſion
nur wenig Einfluß auf unſere Witterung gewinnen dürfte.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 22. Ok=
tober
: Wolkig, nur geringe Regenfälle, mild.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7½ Uhr: Der
Gardeoffizier.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Generalverſammlung des Frauenvereins Cari=
tas
um 6 Uhr.
Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Der neue deutſche Botſchafter in London Fürſt von
Lichnowsky; Philippopel während der Mobilmachung;
Erſtürmung des Detſchitſch=Berges durch die Montene=
griner
; in Konſtantinopel anſäſſige Albaneſen demon=
ſtrieren
für den Krieg.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 23. Oktober.
Photographiſche Apparate=, Weißzeug= uſw.
Verſteigerung um 9 Uhr im Städtiſchen Pfand=
haus
.
Laubſtreu=Verſteigerung um 8½ Uhr in der
Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.

Drick und Verlage z. 6. Wilichſche Zeihnichrnderit=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Ausſtellung
agsglsglaggt
Wegen des außergewöhnlich ſtarten
Andranags bis Mitte November verlängert.

Ausgewählte Gruppen
aus der Internationalen
Hygiene=Ausſtellung=
Dresden 1911
Im Großherzoglichen
Reſidenzſchloß

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[ ][  ][ ]

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Darmſtadt, den 17. Dtoder 1912
Betreffend: Straßenunterhaltung, insbeſondere das Eindecken der Straßen und die
Anlage von Kleinpflaſter.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Die nachſtehende Zuſchrift der Großh. Provinzialdirektion Starkenburg
teilen wir Ihnen unter der Empfehlung mit, das wegen der Unterhaltung chauſſierter
Ortsſtraßen, die in den Zug, von Hauptverkehrsſtraßen fallen, in der Zuſchrift
Bemerkte beachten und wegen deſſen Durchführung das Geeignete veranlaſſen zu wollen.
In Vertr.: v. Werner.
Abſchrift.
Großh. Provinzialdirektion
Darmſtadt, den 17. Oktober 1912.
Starkenburg.
Betreffend: wie obenſtehend.
An Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Der Provinzialausſchuß hat unter dem 2. März d. Js., wie bereits früher mit=
geteilt
wurde, folgendes beſchloſſen:
1. die Kreisverwaltungen zu erſuchen, daß überall da, wo
a) auf Kreisſtraßen, oder
b) auf Ortsſtraßen, die von Gemeinden unterhalten werden, die aber
in den Zug von Hauptverkehrsſtraßen fallen,
für die Straßenunterhaltung noch das ſogenannte Flickſyſtem (Eindecken der
Löcher der Straßenfahrbahn mit Schotterſteinen) beſteht im Falle a) von

dem Kreiſe, im Fal h) von der Gemeinde, daſüre Sorge getrangen werde,
daß ſofort bei dem Eindecken der Schotterſteine (alſo zu gleicher Zeit mit dem
Eindecken und nicht erſt am folgenden Tage) ein Ueberdecken der Schotter=
ſteine
mit Grus, Kies oder Straßenabraum ſtattfindet;
2. den Kreisverwaltungen mitzuteilen, daß es ſich empfehlen wird, auf den=
jenigen
Kreisſtraßen, die als Hauptverkehrsſtraßen anzuſehen ſind, von
dem Flickſyſtem zum Walzen überzugehen, inſoweit nicht mit Rückſicht auf
die zu ſtarke Abnutzung einzeiner Straßenſtrecken die Anlage von Klein=
pflaſter
auf dieſen Strecken geeignet und finanziell gerechtfertigt erſcheint.
Großh. Kreisamt erſuchen wir wiederholt und dringend, gefälligſt dafür Sorge
zu tragen, daß der Beſchluß überall entſprechende Durchführung findet.
gez.: Fey.
(21978id

Bekanntmachung.

Das ſtädtiſche Gaswerk in Darmſtadt beabſichtigt, auf dem Grundſtück des
Gaswerks der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt eine Ammoniakwaſſerverdichtungs=
anlage
, zu errichten
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
in dem Darmſtädter Tagblatt an gerechnet, auf dem Büro des Herrn Oberbürger=
meiſters
in Darmſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei dem Herrn Oberbürgermeiſter in Darmſtadt vorzubringen.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1912.
(21999
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: Inpolizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr Nr. 56 be=
finden
ſich: 1Foxterrier, 1 Hofhund. 1 Dachshund, 1 Dobermann,
1 Kriegshund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigen=
tümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſratt.
(21994

Städtiſcher Fiſchmarkt.

Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber Don=
nerstag
und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den Verkaufs=
ſtänden
angeſchrieben.
(20343a
Darmſtadt, den 28. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Städt. Fleiſch=Verkaut
Aeue Markthalle im Schlachthof
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke) p. Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke . . per Pfund 90 Pfg.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 23. Oktober 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Diwaus mit Umbau, Konſol=
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, Hoſenträger, Socken ꝛc. ꝛc.
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zen
, ſchwarz und farbig, Söckchen ꝛc. ꝛc.
Darmſtadt, den 25. September 1912.
(21981if
Karl Dechert, Konkursverwalter.

In unſer Handels=Regiſter, Ab=
teilung
A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 15. Oktober 1912.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Georg Feid, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf
Georg Philipp Feid Witwe,
Eliſabethe Suſanna, geborene
Schäfer, und Kinder=
1. Georg Wilhelm Feid, ge=
boren
am 9. Januar 1897,
2. Karl Ernſt Feid, geboren
am 22. Mai 1898,
3. Eliſabeth Feid, geboren am
14. Dezember 1954.
Nr. 1 bis 3 während ihrer
Minderfährigkeit vertreten
durch ihre vorgenannte Mut=
ter
, alle in Darmſtadt, über=
gegangen
.
2. Gebr. Rothſchild, Darmſtadt.
Die Prokura des Kaufmanns
Jalob Stern in Darmſtadt iſt
erloſchen.
3. Erſte Darmſtädter Lack=und
Firnißfabrik Georg Liebig,
Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf
Kaufmann Richard Boller in
Gießen übergegangen.
Der Uebergang der in dem
Betriebe des Geſchäfts begrün=
deten
Verbindlichkeiten und
Forderungen iſt bei dem Er=
werbe
des Geſchäfts durch
Richard Boller ausgeſchloſſen.
4. Franz Fehrer, Darmſtadt.
KatharinaBeyer, Buchhalterin
in Darmſtadt, hat Prokura
(21976
erhalten.
Am 16. Oktober 1912
Neu eingetragen die Firma:
Wilhelm Köhler, Darmſtadt.
Inhaber iſt: Kaufmann Wil=
helm
Köhler in Darmſtadt.
Kaufmann Wilhelm Köhler Ehe=
frau
Anna, geborene Horn, in
Darmſtadt, hat Prokura erhalten.
Darmſtadt, 18. Oktober 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

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Berchelod, Paris (Gesang), die Herren W. Rehberg, Hofpianist
aus Frankf. u. Hofmusiker Kress, Oboe. III. Abend: Montag,
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Na, auch nen Kavalier eingefangen, ſtolze Sig=
norina
?
Ein häßliches Lachen ſchlug an Chriſtas Ohr, und es
legte ſich ein entblößter Arm um ihre Taille. Dann
tauchte über ihrer Schulter das Geſicht Mizzi Außen=
bergers
auf, jener Kollegin, der ſie vor allen anderen weit
aus dem Wege ging. Denn abgeſehen davon, daß ihr Ruf
der denkbar übelſte war, verfolgte Mizzi Außanberger ſie
förmlich mit ihrem Haß, weil Chriſta einige der von ihr
früher geſpielten Rollen erhalten hatte
Mit faſt unwilliger Bewegung machte ſich Chriſta von
den ſie umſchlingenden Armen frei. Sie war durrch dieſe
plötzliche Attackierung ſo perplex und unangenehm berührt
daß ihr die Worte fehlten. Außerdem kam ſie gar nicht da=
zu
, irgendetwas zu ſagen, denn wie ein Waſſerfall rauſch=
ten
die Worte Mizzi Außenbergers auf ſie nieder.
Guten Geſchmack haben ſie entwickelt, Kleine! Nettes
Kerlchen, den Sie ſich da gekapert haben. Kokett blitzten ihre
Augen den jungen Mann an, und ein herausforderndes
Lächeln flog um ihren vollen Mund. Na, wie ſtehts, teure
Muſenſchweſter und Kollegin? Wollen Sie nicht eine
kleine Gaſtrolle bei uns geben? Ihren Freund kennen Sie
ſa, da er ſicher vorurteilsfrei genug iſt, mit in unſeren
Kreis bringen.
Spöttiſch ſah ſie Chriſta an. Sie weidete ſich förmlich
daran, wie deren Geſicht unter ihren Worten immer
bleicher und finſterer geworden war. Die ſtolze Perſon!
Das hatte gefeſſen!
Aber Chriſta ſah nicht dieſes Aufblitzen des Trium=

phes in den Augen der Kollegin. Sie ſah nur, wie ihr
Tänzer mit Staunen und Befremden dieſe muſterte.
Mizzi Außenberger war jetzt dicht an ihn herangetreten
und wirkte durch den Ausdruck ihrer unfeinen Züge und
durch das bis an die Grenzen der Möglichkeit dekolletierte
Koſtüm, das ihre üppigen Reize überreich zur Schau ſtellte,
direkt gemein. Dann löſte ſich dieſes Staunen in Ge=
ringſchätzung
und Verachtung aus; das vor kurzem noch
ſo ſympathiſche Geſicht ſah mit einemmal abweiſend und
ſtolz aus. Fragend glitten ſeine kühlen blauen Augen zu
ihr ſelbſt herüber, und alles Liebenswürdige und Ver=
bindliche
war darin erloſchen: alſo dieſer Sorte Menſchen
gehörſt Du an! ſchienen ſie bedauernd ſagen zu wollen.
In Chriſta flammte es heiß empor. Sie kam ſich vor,
wie wenn man ihr einen Schimpf angetan hätte, einen
Schimpf, der wie brennendes Feuer durch ihre Adern
flog. Sie wollte ſich verteidigen, etwas ſagen, aber ſie kam
nicht dazu.
Pardon, mein Fräulein! Der neue Tanz beginnt
ſoeben. Ich möchte die Dame, die ich dazu engagiert, nicht
warten laſſen! Mit tadelloſer Verbeugung verabſchiedete
er ſich von Chriſta, überſah abſichtlich Mizzi Außenberger
und war, als habe ihn der Erdboden verſchluckt, in der hin
und her flutenden Menſchenmenge verſchwunden.
So ein pomadiſierter Affe! Na, denn nich! Hupp
hin, olle Papiertüte! rief ihm Mizzi Außenberger mit er=
zwungenem
Lächeln nach. Sie fühlte, daß dieſe Ablehn=
ung
nicht der Chriſta Franz, ſondern ihr ſelber galt.
Chriſta war es zumute, als wanke der Boden unter
ihren Füßen. Graue Schatten legten ſich mit einemmal
auf all die lachende Feſtesfreude, die ſie umgab. Mecha=
niſch
ging ſie die paar Schritte bis zu dem Tiſch, von dem
man nun ihren Namen rief und ihr aus gefüllten Gläſern
zutrank. Auch ihr Direktor, den ſie ſchätzte und der ſich

jederzeit ihr gegenüber als Mann von Bildung benahm,
winkte ihr aus dem luſtigen Kreiſe zum Näherkommen zu.
Sie würdigte die mit katzenfreundlicher Miene liebens=
würdig
auf ſie einſprechende Außenberger keines Blickes
und keiner Antwort und nahm an der Seite des Direktors
Platz. Fräulein Außenberger aber freute ſich darüber,
denn ſie entnahm dieſem Benehmen, daß ſich die dumme
Pute ärgerte, daß ſie ihr den Kavalier weggegrault
hatte. Dieſes Bewußtſein gewährte ihr eine hohe Be=
friedigung
.
Vertraulich klopfte ſie einem kleinen, mit an dem
Künſtlertiſche ſitzenden dicken Herrn in etwas zu impro=
viſiertem
Touriſtenkoſtüm er hatte einen baſtſeidenen
Automantel über den Frackanzug gezogen und ein an vier
Ecken geknotetes Taſchentuch auf dem Kopf auf die
Schulter: Dickerchen, gib mir was zu trinken! Damit
nahm Mizzi Außenberger ihm ungeniert das gefüllte
Glas, aus dem er gerade trinken wollte, aus der Hand
und leerte es mit einem Zuge. So, nun darfſt Du mit
die Hand küſſen zur Belohnung.
Aber dieſer Handkuß rutſchte ſtark in die Höhe und
fand erſt auf der üppigen Schulter ſeinen Platz, was
Fräulein Mizzi mit den Worten: Oller Sünder, das koſtet
Dich mindeſtens einen blauen Lappen, quittierte. Her da=
mit
, Dickerchen, ich krieg ihn heute abend ſchon klein! Be=
gehrlich
ſtreckte ſie die Hand aus.
Aber der, zu dem ſie ſprach, hörte ſie nicht mehr.
Haſtig klemmte er ſein Einglas ins Auge und ſtarrte mit
geſpannteſter Aufmerkſamkeit auf Chriſta hin, die ihm
ſchräg gegenüberſaß. Das runde, kupferfarbene Geſicht,
in dem unter breiten, fetten Augenlidern kleine weinſelige
Augen kaum noch hervorſchauten, trug jeden anderen, nur
keinen geiſtreichen Ausdruck,

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Fabelhaft, einfach fabelhaft dieſe Aehnlichkeit, näſelte
er. Wer iſt das? fragte er Mizzi Außenberger.
Die? Ein böſer Blick fuhr zu Chriſta hinüber. ne
kleine, untergeordnete Schauſpielerin, eine alberne ein=
gebildete
Perſon!
Schauſpielerin? Ach nee! Dann plötzlich ſchien ihm
eine Eingebung zu kommen. Stimmt, ſtimmt! nickte er.
Noch einmal blickte er hinüber. Jetzt ſprach Chriſta! Wie
ein Ruck ging es durch ihn. Er ſprang auf, und ſo raſch
ihn ſeine kurzen Beinchen tragen konnten, war er, ohne
ſich im geringſten um Mizzi, die ihn zurückhalten wollte,
zu kümmern, um den Tiſch herumgelaufen und verbeugte
ſich vor der ihn wie ein Geſpenſt anſtarrenden Chriſta.
Dieſe hatte nach der unangenehmen Szene von vor=
hin
, die ſie auf das tiefſte verletzt hatte, ihre Selbſt=
beherrſchung
ſoweit wiedergefunden, daß ſie die Grüße,
die man ihr ſpendete, freundlich erwiderte und ſchlagfertig
Rede und Antwort tauſchte. Du ſpielſt in deinem Beruf
ſonſt die verſchiedenſten Rollen, ſagte ſie innerlich, tue es
auch jetzt im Leben, erſcheine fröhlich und heiter! Hell
klang ihre Stimme und ſilbern ihe Lachen.
Das Schickſal aber hatte ihr eine ſchwerere Rolle zu=
gedacht
, als ſie es ahnte. Kaum ſaß ſie und plauderte
mit ihren Nachbarn ihr Gegenüber hatte ſie nur mit
flüchtigem Blick geſtreift da nannte jemand ihren Na=
men
. Fräulein von Leerſen! Sich umblickend ſchaute ſie
in das Geſicht jenes Mannes, den ſie ſeit jener, für ihn
ſo wenig ruhmreich verlaufenen Werbung um ihre Hand
da draußen auf der Waldhöhe in Talheim nicht wieder=
geſehen
hatte. Jesko von Schmettwitz verbeugte ſich vor
ihr, und ſie wußte und fühlte es, es war eine böſe Ab=
ſicht
, die ihn in ihre Nähe trieb.
Nein, die Ueberraſchung! Einfach großartig! Er
üßte Chriſta die Hand. Es war ein dreiſter, zudringlicher

e e e
Gnädigſte ſo , er zog das Wort abſichtlich lang und
Chriſta fühlte die Bosheit, die darin lag wiederſehen
würde!
Ich auch nicht, Herr von Schmettwitz! Ihre Augen
blickten ihn kühl an. Dann flog ein langer, vielſagender
Blick von ihm zu Mizzi Außenberger, die ihm doch gefolgt
war. Sehr vertraulich hing ſie an ſeinem Arm und kitzelte
ihn mit einer Pfauenfeder unter der Naſe. Ihre Frau
Gemahlin iſt wohl nicht hier? Schade! Ich hätte ſie gern
begrüßt.
Ganz Dame in Haltung, Worten und Bewegungen
ſtand Chriſta, die ſich raſch erhoben hatte, vor dem Manne,
in dem bei ihrem Anblick nur der eine Wunſch aufgeſtiegen
war, ſie in irgend einer Weiſe zu demütigen.
Meine Frau ? Aeh, nein ſie iſt leidend!
Er hatte von dem Zerwürfnis der Familie wohl er=
fahren
und es hatte ihn mit Genugtuung und boshafter
Freude erfüllt, alle die Klatſchgeſchichten aufbauſchend
weiterzutragen. Auch dieſes Wiederſehen wollte er natür=
lich
in gebührender Weiſe und richtiger Beleuchtung in
ſeinen Bekanntenkreiſen zum Beſten geben! Während er
ſich das überlegte, ſagte er, und ein überlegenes Lächeln
umſpielte dabei ſeine Lippen: Das Leben beim Theater
gefällt Ihnen wohl ſehr! Wundert mich eigentlich! Iſt
doch ein verfluchter Kontraſt, das Parkett des Hofes mit
hm, hm Brettern , ſelbſt wenn ſie die Welt be=
deuten
, vertauſchen zu müſſen!
Oh, das iſt nicht ſo ſchlimm, wie Sie meinen, Herr
von Schmettwitz. Denn die Menſchen, die über das Par=
kett
und über dieſe Bretter gehen, ſind im Grunde ge=
nommen
, genau dieſelben. Es gibt Ariſtokraten bei bei=
den
, verſteht ſich mit dem Unterſchied dort Geburt, hier
Gefinnung. Und hier und dort gibt es gute und ſchlechte,

anſtändige Leute und ſolche, von denen man nur das Ge=
genteil
behaupten kann. Ja, ich meine, die Bühne hat ſo=
gar
noch den Vorzug, daß die Schurken und Intriganten,
die darüber hinweggehen, nicht echt ſind, während das
auf dem Parkett der Salons ſtets der Fall iſt.
Aeh. Herr von Schmettwitz ließ das Monokel fallen.
Er mußte offenbar erſt nach einer Antwort ſuchen.
Bedauere unendlich, fuhr er endlich nach einer kleinen
Pauſe fort, als er ſich wieder gefaßt hatte, daß ich bisher
noch nicht Gelegenheit hatte, Gnädigſte auf dieſen mit ſo
lammender Begeiſterung verteidigten Brettern bewun=
dern
zu können. Kann mir ſehr gut vorſtellen, daß Sie
äh! Hervorragendes leiſten, beſonders ſo, ſo in Fa=
milienſtücken
, wo Verſtoßungen von Kindern und der=
gleichen
Zimt vorkommt!
Jedenfalls aber überall in der Rolle einer anſtändigen
Frau, die dem, den ſie für unwert hält, den Rücken kehrt!
Damit wandte ſich Chriſta und ließ Schmettwitz, der wie
ein begoſſener Pudel ausſah, ſtehen.
Siehſt de, da haſt es, Dicker! Warum rennſt Du auch
allen Weibern nach. Uebrigens haſt Du mir die größten
Unannehmlichkeiten mit Deinem Benehmen gemacht. Der
Direktor ſieht ſchon ganz wütend herüber. Natürlich hat
er’s gemerkt, daß Du Dich rüplig gegen die Chriſta Franz
benommen haſt. Er hat ſchon einen Kieker auf mich. Wenn
die jetzt klatſcht, dann kriegt ſie überhaupt alle meine Rol=
len
, und ich hab’s Nachſehen!
Die Dame war war Fräulein Franz? Der auf=
gehende
Stern Eures Theaters? Du, Du ſagteſt doch, es
ſei eine kleine untergeordnete Schauſpielerin!
Schaf! Weil ich mich über ſie gegiftet hatte, hab’ ich’s
geſagt.
(Fortſetzung folgt.)

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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
78,20
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 88,10
78,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
93,00
do.
3½
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100, 10
3½
do.
87,00
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,20
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 99,70
3½
do.
87,25
3
do.
75,90
3 Sächſiſche Rente . . . . 78,90
4 Württemberger v. 1907 99,50
3½
do. v. 1875 94,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 49,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 88,00
4 do. Goldrente . . . 92,00
4 do. einheitl. Rente 84,80
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 66,50
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 98,70
4 do. v. 1890 . . 92,50
4 do. v. 1905 . . 88,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 87,50
4 do. v. 1902 . . . . 87,70
4½ do. v. 1905 .
100,20
3½ Schweden .
87,00
4 Serbier amort. v. 1895 70,10
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 82,50
4 Ungar. Goldrente . . . 87,90
4 do. Staatsrente. . . 85,00

InProſ.
Jf.
. . . 100,50
5 Argentinier
85,40
do.
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,50
92,60
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 93,00
5 Innere Mexikaner . . . 91,50
3
59,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,10
3 Buenos Aires Provinz 68,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 153,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,80
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,90
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 108,00
8 Baltimore und Ohio . 107,50
6½ Schantungbahn . . . 127,75
6 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,80
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 66,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.518,50
Fabrik .
14 Chem. Fabrik Gries=
.249,20
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 619,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 343,00
10 Cement Heidelberg . . 149,60
30 Chem. Werke Albert 459,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 324,50
4 Lahmeyer . . . . . . . 120,00

Dtoid.
7½ Schuchert, Nürnberg 150,50
12 Siemens & Halske .246,00
5 Bergmann Electr. . . 125,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 159,10
0 Gummi Peter . . . . 102,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 105,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 589,90
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 206,00
8 Steana Romana Petr. 144,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 236,00
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
.
.206,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 108,00
3 Südd. Immobilien . 60,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 184½
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 231,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 175,00
10 Gelſenkirchener . . . . 193,40
8 Harpener . . . . . . . 185,75
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 273,30
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
84,00
4 Laurahütte . . . . . . 168,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 165,00
11 Weſteregeln 215,00
7½ South Weſt Africa 133,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,20
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 74,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,25
4 Oeſterr. Staatsbahn 93, 10
do.
3
76,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,75
do.
4

In prot.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,50
3 Raab=Oedenburg
76,80
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 94,30
87,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,00
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,30
do.
2½ Livorneſer . . . . 69,10
3 Salonique=Monaſtir 60,90
80,80
4 Bagdadbahn . .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,40
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 73,00
4 Northern=Paciſic
99,50
4 Southern=Paciſic
93,40
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,20
5 Tehuantepec . . . . . . 96,25
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 183,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.147,60
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,90
6½ Darmſtädter Bank . 119,90
12½ Deutſche Bank . . . 247,75
6 Deutſche Vereinsbank 122,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 115,00
10 Diskonto=Kommandit 183,60
8½ Dresdener Bank . . 152,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 212,00
6½ Mitteld. Kreditbank 117,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,25
7 Pfälziſche Bank. . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . 134,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,50
7½ Wiener Bankverein . 126,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,2

Inptro).
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . . . . . 97,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
. 99,50
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2,
. 88,00
S. 35
. 87,80
S. 911
. 87,90
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
87,30
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,80
3½ do. (unk. 1914) . . 87,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
87,30
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
3½ do.
88,80
4 Frankfurt:
99,70
3½ do.
94,50
4 Gießen .
88,50
3½ do.
97,60
Heidelberg
88,00
do.
4 Karlsruhe
. 97,50
31
do.
88,30
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
do.
89,10
4 Mannheim.
do.
4 München
100,2
Nauheim
Nürnl
do.
37.0
Offenbach

St.
InProz.
8½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . 7.3 . . 99,80
8½ do.
89,00
4 Worms .
3½ do.
4 Biſſaboner v. 1888
-
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 108
8½ Cöln=Mindner , 100 134,00
8 Holl. Komm. . ſl. 100
8 Madrider . . Fs. 100 72,00
4 Meininger Pr.=Pfand=
. . . . 136,50
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,00
8 Oldenburger . .
125,60
3½ Raab=Grazer fl. 150
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Freiburger .
Fs. 15
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10
do.
Meininger .
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do. v. 1858fl. 100 438,00
Ungar. Staats . . fl.100
Benediger . .
Fs. 30 44,30
Türkiſche . . . . Fs. 400 157,00
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Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,47
20 Franks=Stücke . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten . . 4,20
Engliſche Noten . . . . . 20,45
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,60
Italieniſche Noten . . . . 80,40
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . .
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Renn en zu Leipzig. Oktober=Flach=Rennen.
Ehrenpreis Diſtanz 1800 Meter: 1. Hrn. Braunes Syrian
Temple (Lt. v. Nette), 2. North Eaſt (Beſ.), 2. Wiſper
Beſ.). Tot. 25:10. Roſenfeld=Jagd=Rennen. Ehren=
preiſe
, Diſtanz 3500 Meter: 1. Lt. Thiemes The Friars
delight (Beſ), 2. Myrtel Bough (Beſ.), 3. Criſpette II.
Tot. 122:10. Königspreis=Jagd=Rennen. Ehrenpreiſe,
Diſtanz 3500 Meter: 1. Rittmeiſter v Einſiedels Siſter
Phoebe (Lt. v. Stammer), 2. Laſt not leaſt (Beſ.), 3. Ho=
manton
(Beſ.). Tot. 25:10. Leipziger Jagd=Rennen.
Ehrenpreis und 8500 Mark, Diſtanz 4600 Meter: 1. Lt.
Graf Strachwitz Diamond Hill (Lt. Frhr. v. Berchem),
Haſchiſch (Beſ.), 3. Turandot (v. Weſternhagen). Tot.
40:10. Schönauer Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 2000
Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Prinz A. Taxis’ Aladin (Lt.
Streſemann), 2. Samum (Lt. v. Stammer), 3. Eo ipſo
(Lt. Norden). Tot. 58110. Herren=Flach=Rennen=
Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. H.
Wenckes Scotsgap (Lt. v. Schilgen), 2. Pinion (Lt.
Braune), 3. Degge (Beſ.). Tot. 43:10.
Rennen zu Wien. Das Wiener 100000 Kronen=
ennen
endete mit dem unerwarteten Sieg von Eva. Die
Stute des Herrn V. v. Mautner iſt auch in Deutſchland
durch ihre beiden zweiten Plätze im Großen Preis von
Hamburg 1912 und im Hamonia=Preis 1911 beſtens be=
kannt
. Das 1300 Meter=Rennen nahm einen ſenſationellen
Verlauf, da von den drei meiſtgewetteten Pferden Acte
tur als Fünfte einkam während Landluft und Elector
als Letzte das Ziel paſſierte. Es gelang ein guter Start,
nur Girl blieb ſtehen. Eva, die den günſtigſten Platz
auf der Innenſeite hatte, führte durchweg. In der Diſtanz
ſchritt Bankar der beim Start im Gegenſatz zu Eva ganz
Außen hatte Aufſtellung nehmen müſſen, zum Angriff
auf die Führende, doch ſiegte die von Ferguſon geſteuerte
Eva ganz ſicher mit ¾ Längen gegen Bankar. Zweiein=
halb
Längen zurück folgte Saucy Girl (Pretzner) als
Dritte vor Evas Stallgefährtin Fürge. Auf Bankar war
der Hindernisreiter Szente im Sattel, da die in Ausſicht
genommenen engliſchen Klaſſejockeis D. Maher und F.
Wooton nicht abkömmlich waren. Tot. 97110.
* Radſport. Radrennbahn in Treptow bei
Berlin. Zum erſten Mal in dieſem Jahre wurden am
Sonntag Radrennen veranſtaltet, aber es handelte ſich um
ſogenannte Wilde Rennen da die Treptower Radrenn=
bahn
nicht mehr dem Verband Deutſcher Radrennbahnen
angehört, und das Rennen auch vorher nicht ordnungs=
gemäß
zur Ausſchreibung gelangt war. In den drei
Läufen des Dauer=Rennens begegneten ſich der Düſſel=
dorfer
Schelling und die beiden Berliner Demke und F.
Hofmann. Der erſte Lauf des Dauer=Rennens über 10 Kilo=
meter
wurde von dem durchweg führenden Schelling in 9
Min. 48 Sek. mit 15 Meter Vorſprung vor Denlke gewonnem,
der ſchlechten Anſchluß an ſeinen Motor bekam. Die beiden
nächſten Läufe ſpitzten ſich zu einem Duell zwiſchen Schel=
ling
und Demke zuſammen. Schelling verſuchte fortwäh=
rend
, an dem Berliner vorbeizukommen. Es gelang ihm
auch ein paarmal, mit Demke aufzuſchließen, doch ver=
mochte
er ihn nicht zu paſſieren. Demke gewann die 20
Kilometer in 18:46 vor Schelling 150 Meter und Hofmann
weit zurück, und 30 Klm. in 27115 mit 125 Meter Vorſprung
vor Schelling. und Hofmann weit zurück. Im Geſamt=
klaſſement
belegte Demke mit 59,985 Kilometer den erſten
Platz vor Schelling 59,725 Kilometer und Hofmann In
den Flieger=Rennen feierte Theiß einen ſchönen Erfolg,
der alle drei Läufe jedesmal vor Max Münzner und Rabe
gewann.
Deutſche Rennfahrer in Paris. Auf der
Pariſer Prinzenparkbahn traten drei der beſten deutſchen
Dauerfahrer, Saldow, Janke und Scheuermann, den aus=
gezeichneten
franzöſiſchen Stehern Seres und Guignard in
einem 80 Kilometer=Rennen gegenüber. Bis zum 42. Kilo=
meter
führte Seres in einem Höllentempo, ſodaß bis dahin
alle Rekords geſchlagen wurden. Durch die Anſtrengung
hatte ſich der Franzoſe aber ziemlich verausgabt und
mußte ſeinem Landsmann Guignard die Spitze überlaſſen,
der das Rennen unangefochten nach Hauſe fahren konnte,
da der beſte Deutſche, der Berliner Saldow, beſonders von
Defekten betroffen wurde. Guignard ſiegte ſchließlich mit
7 Runden Vorſprung vor Saldow. Auf dem deitten Platz
endete Seres 9 Runden zurück vor Janke, 11 Runden und

Scheuermann 11½ Runden zurück. Eine weitere intereſ=!
ſante Nummer des Programms bildete das Match in zwei
Läufen zwiſchen Cavanahg und dem Franzoſen Pouchois,
das von dem Amerikauer in beiden Läufen mit einer hal=
ben
Länge reſp. mit Reifenſtärke gewonnen wurde. Ein
Handikap landete der Malmann Paul Didier vor Pa=
lutias
(35 Meter) und Fournous (3 Meter).
Rütt gewinnt den Großen Preis von
Mailand. Das ſehr zahlreich erſchienene Publikum be=
grüßte
den Deutſchen Meiſter Rütt bei ſeiner Ehreneunde
ſehr lebhaft. Nachdem der diesjährige italieniſche Flieger=
meiſter
Polledri überraſchenderweiſe in ſeinem Zwiſchen=
auf
unterlegen war, traten für die Entſcheidung Rütt,
Verri, Moretti und Mori an Rütt ging in der letzten
Runde mit unwiderſtehlichem Spurt an die Spitze und ge=
wann
überlegen vor Verri, Moretti und Mori. Polledri
entſchädigte ſich durch einen Sieg im Vorgabefahren vor
Feroci und Amelli. Rütt mußte infolge eines Defektes
aufgeben.
* Berliner Fußballmeiſterſchaftsſpiele. Viktoria und
Hertha lieferten ſich einen in der erſten Hälfte ziemlich
mäßigen, dann aber umſo ſchnelleren und intereſſanteren
Kampf, den Hertha überraſchenderweiſe knapp mit 3:2 zu
ihren Gunſten entſchied. Nach wechſelndem Spiel ſchoß
der halblinke Stürmer Dinus in der 10. Minute für
Hertha das 1. Tor, doch glich Viktoria 10 Minuten ſpäter
durch den Linksaußenſtürmer Ehninger wieder aus. Nach
einem weiteren Tor des Mittelſtürmers Korth wurden die
Seiten mit 211 für Hertha gewechſelt. Nach Halbzeit ver=
ſchaffte
zwar ein Selbſttor von Herthas rechtem Ver=
teidiger
Viktoria den Ausgleich, doch ſchoß Hirth in der 38.
Minute wieder für Hertha das ſiegbringende Tor. Eine
weitere Ueberraſchung bedeutete der Sieg von Britannia
über Preußen. mit 311. In der 36. Min. brachte ein ſcharfer
Vorſtoß von Droz Preußen die Führung, doch glich Bri=
tannia
durch den Linksaußenſtürmer Schmidt in der 44.
Minute wieder aus. Zwei weitere Tore nach Halbzeit,
durch den Mittelſtürmer Völker geſchoſſen, die der Tor=
wächter
von Preußen hätte halten können, brachten Bri=
tannia
den Sieg. Der Berliner Ballſpiel=Klub ſchlug
nach ſcharfem Kampf mit 211 Vorwärts. Union ſiegte mit
2:0 über Minerva, deren Mannſchaftsumſtellung ſich nicht
bewährt hatte. Halbzeit 110. Alemannia unterlag un=
erwarteterweiſe
mit 114 gegen Tasmania. Die Spiele in
der erſten Klaſſe hatten folgende Reſultate: Rapide- Con=
cordia
411 (3.0), Fortuna, Verein für Bewegungsſpiele=
Luckenwalde 2:1, Tennis Boruſſia-Stern=Steglitz 210,
Helgoland-Favorit 3:3, Union=Oberſchöneweide-S.=C.=
Charlottenburg 311, S.=C.=Weißenſee-Norden Nordweſt
4:4, Union=Potsdam-Viktoria=Spandau 211, Triton=
Spandau-Cimbria 3:0.
* Die Berliner Hockey=Spiele um die Verbands=
meiſterſchaft
brachten dem Sport=Klub Charlottenburg im
Treffen gegen Komet mit 510 (210) einen glatten Sieg.
Im Geſellſchaftsſpiel unterlag die junge Britannia=
Mannſchaft ebenfalls mit 0:5 (0:2) gegen den Berliner
Sport=Klub. Der Berliner Hockey=Klub weilte mit einer
kombinierten Mannſchaft in Stettin. Einem Tele=
gramm
zufolge lieferte die Berliner Mannſchaft ein ganz
überlegenes Spiel und gewann ſchließlich mit 9:0 (4:0)
gegen den Stettiner Hockey=Klub.
* Amateurphotographie. Das neueſte (20.) Heft der
Photographie für Alle (Berlin S. 61) bringt einen unge=
mein
intereſſanten Artikel über das Photographie=
ren
von Kindern. Wir leſen darin unter anderem
folgendes: Man ſpiele mit den Kindern, gewöhne ſie
ſcherzend und Spaß treibend an den ſchwarzen Kaſteng
vor dem die meiſten anfangs eine leichte Scheu haben, laſſe
ſie wohl auch mal ihr Blondköpfchen unter das ſchwarze
Tuch des dreibeinigen Ungeheuers ſtecken, ſodaß ſie die
Welt auf dem Kopfe ſtehen ſehen, und gehe erſt dann an
die Arbeit, die jetzt erſt eine rechte Freude ſein wird. Hat
man einmal eine charakteriſtiſche Stellung gefunden, ſo
verſuche man ſcherzend das Kind zur Einnahme derſelben
zu bewegen, laſſe es lieber ein zweites Mal wieder=
kommen
, oder beſuche es im eigenen Heim, als daß man
ſich mit einem nichtsſagenden Bilde begnügt. Ueber die
Kleidung der Kinder bei photographiſchen Sitzungen be=
merkt
der Artikel folgendes: Gerade bei Kinderkleidchen
beſteht der Hauptreiz oft zum großen Teil in der zarten
lieblichen Farbe. Man denkt nicht immer daran, daß dieſe
in der Photographie nicht zur Geltung kommen kann. Da=
rum
wähle man zu unſerem Zweck nie Anzüge aus, an
denen gerade die Farbe beſticht, ſondern lieber ſolche die
ſich vielleicht durch einen originellen Schnitt, eine kleid=
ſame
Form auszeichnen. Auch vor dem Anlegen ganz
weißer Sachen iſt zu warnen. Brünette Kinder mit dunk=
ler
Haut kleidet man für photographiſche Sitzungen beſſer
nicht völlig weiß an, denn da die Photographie die Kon=
traſte
zu übertreiben geneigt iſt, erſcheinen dann Geſicht
und Hände verhältnismäßig dunkel.

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