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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., ans=
175. Jahrgang
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadl.
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bes
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer traf am Samstag vormittag 8 Uhr in
Hamburg ein und reiſte von dort nach Bremen
und Wilhelmshaven weiter, wo die Enthüllung
des Eoligt.y=Denkmals ſtattfand. Abends reiſte der
Kaiſer nach Potsdam zurück
Die beiden am ſüddeutſchen Rundflug beteiligten Flieger
Leutnant Beißbarth und ſein Paſſagier Lange
ſind bei Giengen an der Brenz abgeſtürzt und
waren ſofort tot.
Der Friedensvertrag zwiſchen Italien
und derTürkei iſt am Freitag in Ouchy
unter=
zeichnet worden.
Der Sultan erließ an die Land= und Streitkräfte eine
Proklamation. Auch König Ferdinand
er=
ließ eine Proklamation an die Armee.
Das Befinden Rooſevelts hat ſich ſo gebeſſert,
daß die Aerzte am Montag oder Dienstag ſeine Abreiſe
nach Oyſterbai in Ausſicht ſtellten.
Durch einen Taifun ſind auf der Inſel Cebu
(Philippinen) 400 Menſchen ums Leben gekommen
und 400 Häuſer zerſtört worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Weitere Einzelheiten über das Reichs=
Petroleum=Monopol.
* Wie die Poſt mitteilt, kann erwartet werden, daß
der Geſetzentwurf über den Verkehr mit Mineralöl, der
dem Reichstage gleich nach deſſen Zuſammentritt
zu=
gehen ſoll, am 1. Oktober 1913 in
Wirkſam=
keit geſetzt wird, da man hofft, daß bis dahin die
Ueber=
nahme der Anlagen und Vorräte in Betracht kommender
Unternehmungen durch die Geſellſchaft ſowie deren
völ=
lige Konſtituierung durchgeführt ſein wird.
Was die ſtaatliche Aufſicht anbetrifft, die
über die Petroleum=Vertriebsgeſellſchaft geführt werden
ſoll. ſo iſt vorgeſehen, daß ein Geheimerat des
Reichs=
ſchatzamts die Stelle eines Reichskommiſſars als
Vertreter der Reichsregierung zur Wahrung der
Inter=
eſſen der deutſchen Volkswirtſchaft erhalten wird. Es
beſteht alſo nicht die Abſicht, einen Ausſchuß zu ernennen,
ſondern nur ein Kommiſſar ſoll die notwendige Aufſicht
im Namen des Reichs ausüben. Er hat an den
Ver=
ſammlungen teilzunehmen, und alle in Betracht
kommen=
den Maßnahmen der Vertriebsgeſellſchaft ſind von ihm
zu prüfen. Um Maßnahmen zu verhüten, die einen
nach=
teiligen Einfluß ausüben könnten, der nicht im Sinne
des Geſetzes liegt, ſoll er mit einem Vetorecht
ausge=
ſtattet werden.
Es iſt ferner vorgeſehen, einen
Ausgleichs=
fonds zu ſchaffen, der an den bekannten
Ausgleichs=
fonds der preußiſchen Finanzverwaltung erinnert. In
dieſen Ausgleichsfonds, der ſeitens der
Vertriebsgeſell=
ſchaft anzulegen iſt, würden überſchüſſige Summen zu
fließen haben, die ſich ergeben können, wenn ſich die
Ver=
kaufspreiſe der Geſellſchaft unter der oberen Preisgrenze
bewegen und der Abzug der Dividende ſowie eines
Ge=
winnes für die Geſellſchaft nebſt des Gewinnteils von
vier Fünfteln für das Reich erfolgt iſt. Andererſeits auch
dann, wienn der Verkaufspreis die obere Preisgrenze
überſchritten hat, in welchem Fall bekanntlich vorgeſehen
iſt, daß nur die Verzinſung an die Geſellſchaft
abge=
führt wird und daß das Reich nichts erhält. Da ſich
ver=
mutlich auch dann die Einkaufspreiſe ſehr hoch geſtaltet
haben, dürfte in dieſem Falle allerdings auf größere
Summen für den Ausgleichfonds nicht zu rechnen ſein.
Der zu ſchaffende Ausgleichsfonds verfolgt den Zweck,
Mittel in teuren Zeiten verfügbar zu haben, in denen die
Preiſe ſich hoch geſtalten und eventuell die Verzinſung
nicht erreicht werden könnte. In ſolchen Fällen würde er
vor allem wieder nach Möglichkeit preisdrückend wirken
können, was wiederum den Verbrauchern zugute käme.
Die Feſtſetzung der oberen Preisgrenze, bei deren
Ueber=
ſchreitung ſich der Gewinn der Geſellſchaft auf die
landes=
übliche Verzinſung ihres Aktienkapitals beſchränkt, würde
ſelbſtverſtändlich je nach den Preisbildungen des
Mark=
tes erfolgen müſſen.
Wie man weiter hört, wird der Geſetzentwurf ſeitens
der Finanzminiſter der größeren
Bun=
desſtaaten, die im nächſten Monat in Berlin
eintref=
fen werden, einer Beſprechung unterzogen werden. Es
dürfte dies in einer der Sitzungen des
Bundesratsaus=
ſchuſſes geſchehen, dem der Geſetzentwurf zur Beratung
überwieſen wird. Da die bundesſtaatlichen
Finanzmini=
ſter ſämtlich Mitglieder des Bundesrats ſind, können ſie
ohne weiteres an deſſen Beratungen teilnehmen.
Bei dieſer Gelegenheit wird übrigens auch die Frage
der Beſitzſteuer, über welche eine Vorlage bis zum
30. April dem Reichstage zugehen muß, zur Erörterung
gelangen, zu welchem Zweck das einſchlägige Material
vorgelegt werden dürfte. Die von einigen Organen
aus=
geſprochene Vermutung, als ob infolge der Petroleum=
Monopol=Vorlage die Beſitzſteuervorlage
über=
flüſſig werden würde, iſt durch nichts
ge=
rechtfertigt. An der Beſitzſteuervorlage wird im
Reichsſchatzamt nach wie vor eifrig gearbeitet; es iſt ſicher
daß ſie vor Ende April, dem zwiſchen Bundesrat
und Reichstag verabredeten Zeitpunkte, dem letzteren
zugeſtellt werden wird. Eine derartige Vermutung wird
auch ſchon wegen der in Betracht kommenden finanziellen
Momente hinfällig. Durch beide Vorlagen ſollen der
Reichskaſſe neue Mittel zugeführt werden. Die aus der
Petroleum=Monopol=Vorlage zu erwartenden Mittel ſind
jedoch, wie dies regierungsſeitig bereits
auseinander=
geſetzt iſt, zu ganz beſtimmten Zwecken, nämlich dazu
auserſehen, ſozialpolitiſche Aufgaben, die bisher aus
Mangel an Geld nicht gelöſt werden konnten, ihrer Löſung
zuzuführen. Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man
annimmt, daß zu dieſen ſozialpolitiſchen Aufgaben nicht
bloß die Herabſetzung der Altersgrenze für die
Gewäh=
rung der Altersrente von 70 auf 65 Jahre gehört, ſondern
auch die Aufbeſſerung der
Veteranenbei=
hilfe. Bei Verwirklichung der letzteren Idee würde die
Reichsregierung auf die ungeteilte Zuſtimmung der
ge=
ſamten Nation rechnen können.
Der Friedensvertrag.
* Der Friedensvertrag zwiſchen
Ita=
lien und der Türkei iſt am Freitag nachmittag
zu Ouchy in der Schweiz unterzeichnet worden.
Die Bevollmächtigten kamen über folgende Punkte
überein:
Die beiden Regierungen verpflichten ſich zur
ſofor=
tigen und gleichzeitigen Einſtellung der Feindſeligkeiten
und ihren Offizieren und Truppen den
Rückberufungs=
beſehl zu geben, ebenſo ihren Zivilbeamten. Die
otto=
maniſche Regierung für die Cyrenaika, die italieniſche
Regierung für die beſetzten Inſeln im Aegäiſchen Meere.
Die Kriegsgefangenen und Geißeln werden möglichſt bald
ausgetauſcht. Die beiden Regierungen verpflichten ſich,
vollkommene Amneſtie zu gewähren, abgeſehen von
ge=
meinen Verbrechern. Deportierte Perſonen werden
ſo=
gleich in Freiheit geſetzt. Alle Verträge und
Ueberein=
künfte jeder Gattung und Art, die vor der Kriegserklärung
in Geltung waren, werden unverzüglich wieder in Kraft
geſetzt. Italien verpflichtet ſich, zu derſelben Zeit, wo die
Türkei ihre Handelsverträge mit anderen Mächten
er=
neuern wird, auf der Grundlage des europäiſchen
Völ=
kerrechts einen Hanbelsvertrag abzuſchließen. Italien,
willigt in eine 11= bis 15prozentige Erhöhung der Zölle
ad valorem. Ebenſo ſtimmt es der Einführung neuer
Monopole zu auf Petroleum, Zigarettenpapier,
Streich=
hölzer, Alkohol und Spielkarten. Italien verpflichtet
ſich, ſeine im ottomaniſchen Reiche beſtehenden
Poſtanſtal=
ten aufzulöſen, wo die anderen Mächte dies tun. Zur
Aufhebung der Kapitulationen verſpricht es aufrichtige
Unterſtützung. Entlaſſene Italiener ſollen wieder
ein=
geſtellt werden. Italien verpflichtet ſich, jährlich an die
Kaſſe der Dette Publique zu zahlen, was beide Provinzen
leiſten.
Die an die Türkei zu zahlende Entſchädigung
für Libyen beträgt etwa 87000 Pfund jährlich, was
ein Kapital von 50 Millionen Francs darſtellt, das die
Türkei in jedem Augenblick beanſpruchen kann.
Die Tribuna ſchreibt nach dem Abſchluß des
Friedens:
Der raſche Entſchluß Deutſchlands und
Oeſterreich=Ungarns, die Souveränität
Italiens über Libyen anzuerkennen, wird auf
die öffentliche Meinung Italiens großen Eindruck machen
und wird beſonders in politiſchen und parlamentariſchen
Kreiſen gewürdigt werden. Der Entſchluß beweiſt die
feſte und aufrichtige Freundſchaft, die Italien
mit den beiden verbündeten Reichen
verbindet. Italien wird ihnen dieſen Schritt umſo
höher anrechnen müſſen, wenn es die während des Krieges
beobachtete korrekte und treue Haltung der Verbündeten
berückſichtigt, die doch auch mit unſerem Feind in
Inter=
eſſen= und Freundſchaftsbeziehungen ſtanden. Was
Deutſchland anbetrifft, ſo dürfen wir nicht ſeine Tätigkeit
zum Schutz unſerer Landsleute in der Türkei vergeſſen
und auch nicht die Schnelligkeit. mit der es ſich dieter
Auf=
gabe unterzog. Hinſichtlich Oeſterreich=Ungarns genügt
es, an die Worte zu erinnern, die Graf Berchtold Ende
April in der ungariſchen Delegation äußerte: „Wir ſind
nach wie vor bereit, im Rahmen der von uns beobachteten
Neutralität jeder Aktion beizutreten, die geeignet
er=
ſcheint, einen befriedigenden Ausgleich herbeizuführen.”
— Die „Italia” ſchreibt: Der Eiſer unſerer Verbündeten,
die in der Türkei beträchtliche Intereſſen haben, iſte ein
unwiderleglicher Beweis für die intimen Ber
ziehungen, die zwiſchen den Mächten des Dreibundes
herrſchen.
Deutſches Reich.
— Neue Reichsverſicherungsträger. Die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung meldet: Auf Grund des
Artikels 45 des Einführungsgeſetzes zur
Reichsverſiche=
rungsordnung beſchloß der Bundesrat unterm 10. Oktober
die Errichtung von drei neuen Verſicherungsträgern: einer
Gärtnerei= und einer Detailliſten=Berufsgenoſſenſchaft
und einer Verſicherungsgenoſſenſchaft für das
Hal=
ten von Reittieren und Fahrzeugen. Allerdings
umfaßt die Gärtnerei=Berufsgenoſſenſchaft nicht das
ganze Reich, da die Bundesſtaaten Bayern, das
König=
reich Sachſen, Heſſen, Braunſchweig, Schaumburg=Lippe,
Bremen, Hamburg und Elſaß=Lothringen der
Abſonde=
rung ihrer Gärtnereien von den landwirtſchaftlichen
Ver=
bänden widerſtrebten. Dagegen erſtreckt ſich die
Detail=
liſten=Berufsgenoſſenſchaft über das ganze Reich. Die
Verſicherungs=Genoſſenſchaft für das Halten von
Reit=
tieren und Fahrzeugen iſt für die Verſicherung aller bei
dem nichtgewerbsmäßigen Halten von Reittieren und
Fahrzeugen der verzeichneten Art beſchäftigten Arbeiter
errichtet. Hierzu gehören insbeſondere auch alle im Reit=,
Fahr= und Waſſerſport tätigen verſicherungspflichtigen
Perſonen. Zur Gründung der neuen Verſicherungsträger
werden, und zwar vorausſichtlich in der erſten Hälfte des
November, in Berlin Abgeordnete der in Frage
kom=
menden Betriebe zuſammentreten. Unter Leitung des
Reichsverſicherungsamtes wird in dieſer Sitzung ein
vorläufiger Vorſtand gewählt und die Satzung beſchloſſen
werden, die dann der Genehmigung des
Reichsverſiche=
rungsamts unterliegt.
— Neue Vorlagen für den Reichstag.
Aus dem Bereich der Reichsjuſtizverwaltung werden dem
Reichstag zugehen: der Geſetzentwurf über die
Errich=
tung von Jugendgerichtshöfen, die Novelle zum
Han=
delsgeſetzbuch, die die Konkurrenzklauſel zwiſchen
Prin=
zipalen und Handlungsgehilfen regeln ſoll und eine durch
das Internationale Uebereinkommen nötig gewordene
Abänderung des Wechſelrechts.
— Eine Rede des Prinzen Ludwig von
Vayern. Bei der Einweihung der Annakirche in
Alt=
ötting hielt Prinz Ludwig eine Rede, worin, laut dem
ultramontanen Bayeriſchen Kurier, folgende Sätze
vor=
gekommen ſein ſollen:
Wir leben in einem paritätiſchen Lande, damit ich
nicht wieder mißverſtanden werde wie es ſchon manchmal
paſſiert iſt Es iſt ſelbſtverſtändliche Sache, daß ich
Katho=
lik bin. Ich bin das durch die Taufe auch aus
Ueber=
zeugung. Ich laſſe mir das übrigens ebenſowenig nehmen,
wie andere es ſich nehmen laſſen. In Bayern erfreuen
ſich alle Konfeſſionen der denkbar größten Treiheit. Es
wäre denn doch merkwürdig, wenn ein Mitglied des
Königshauſes nicht dieſelbe Freiheit hätte wie jeder
Un=
tertan. Das laſſe ich mir nicht nehmen. Was das
Zu=
ſammenleben der verſchiedenen Konfeſſionen betrifft, ſo
wäre ich der Anſicht, daß es am beſten iſt, wenn jede
Re=
ligionsgemeinſchaft ihre eigenen Angelegenheiten
ſelb=
ſtändig regelte und ſich möglichſt wenig in die der andern
einmiſchte Wir werden dann allſeits gut fahren Noch
eins möchte ich empfehlen: Wenn man mit Leuten
verſchie=
dener Religion zuſammenkommt, ſieht man verſchiedenes,
nas einem im erſten Augenblick nicht recht gefällt. Darin
beſteht die wirkliche Toleranz. daß man ſich an der
Aus=
übung nicht ſtößt. Wir Katholiken ſtoßen uns nicht an
der Ausübung anderer Religionsbekenntniſſe. Ich wünſche,
daß der Frieden unter den Konfeſſionen bleibe, daß keine
von ihnen Urſache zu berechtigter Klage habe.
Die Köln. Ztg. bemerkt hierzu: Intereſſant wäre
ge=
weſen, wenn der Prinz hinzugefügt hätte, wer ihm denn
die Freiheit ſeiner Ueberzeugung zu nehmen verſucht hat.
In der Oeffentlichkeit iſt nie etwas davon bekannt
ge=
worden.
Ausland.
Italien.
Keine Anleihe. Wie die Agenzia Stefani
mit=
teilt, iſt die Nachricht auswärtiger Blätter, daß Italien
über eine Anleihe verhandele, vollſtändig falſch.
Frankreich.
Das franzöſiſch=ſpaniſche Abkommen.
Es wird verſichert, daß das franzöſiſch=ſpaniſche Ab=
kommen über die marokkaniſche Frage ſehr nahe
bevor=
ſteht. Zwei Punkte wären bis zuletzt in der Schwebe
geblieben, ſie bezögen ſich auf die Finanzen Frankreichs
und auf die Abgrenzung des Muluja. Ueber die
Finan=
zen Frankreichs iſt man ſich einig geworden. Was die
Meinungsverſchiedenheiten betrifft, die bezüglich des
Muluja entſtanden waren, ſo beruht dies hauptſächlich auf
der Verſchiedenheit des geographiſchen Kartenmaterials,
das die franzöſiſchen und ſpaniſchen Unterhändler
vor=
legten. Die Meinungsverſchiedenheiten ſind nahezu
be=
ſſeitigt und man braucht nicht mehr zu befürchten, daß die
Beſprechungen ſcheitern könnten. Da indeſſen noch
ge=
mügend Arbeit mit der Reviſion aller Teile, die während
der Verhandlungen beſprochen worden ſind, zu erledigen
iſt, ſo werden, wie man glaubt, die Unterſchriften nicht
vor Ende dieſer Woche ausgetauſcht werden können.
Das Echo de Paris glaubt beſtätigen zu können, daß
König Alfons von Spanien aus Anlaß der nunmehr
unmittelbar bevorſtehenden Unterzeichnung des
Marokko=
abkommens eine Zuſammenkunft mit dem Präſidenten
Falliéres haben werde. König Alfons werde der letzte
Souverän ſein, den Fallieres vor dem Erlöſchen des
Septennats empfangen werde. Die Frage, ob Präſident
Falliéres oder ſein Nachfolger dieſen Beſuch erwidern
werde, ſei noch nicht entſchieden.
Amerika.
Mexiko. Die aus Mexiko gemeldete Erhebung
des Generals Felix Diaz in Vera Cruz entbehrt, wie von
gut unterrichteter Seite verſichert wird, jeder Bedeutung.
Daß die im Hafen vor Anker liegenden mexikaniſchen
Kanonenboote ihn unterſtützten, was der Sache einen
ernſten Charakter gegeben hätte, ſei als falſch erwieſen.
Die Marine iſt der Regierung treu geblieben, ebenſo die
Feſtung San Juan Deulua, welche den Hafen beherrſchte.
Die Schiffe und die Feſtung werden in
Uebereinſtim=
mung mit den Truppen vorgehen, die gegen die
Auf=
rührer abgeſchickt worden ſind.
* Alt=Katholiſche Biſchofswahl. Am
16. dieſes Monats fand in Bonn, dem
alt=
katholiſchen Biſchofsſitz für Deutſchland, die Wahl
eines Koadjutors für den erkrankten Biſchof der
deutſchen. Alt=Katholiken, Joſef Demmel, mit dem
Rechte der Nachfolge ſtatt. Die Wahlſynode war
von 46 Geiſtlichen und 88 Laienabgeordneten beſucht. Die
Wahl fiel, wie ſchon kurz gemeldet, auf den bisberigen
Generalvikar und Weihbiſchof Dr. Georg Moog.
Biſchof Moog iſt am 19. Februar 1863 in Bonn geboren,
beſuchte ebenda Gymnaſium und Univerſität und empfing
1884 von Biſchof Dr. Reinkens die Prieſterweihe. Noch
in demſelben Jahre promovierte er an der Univerſität
Bern zum Lizentiaten der Theologie, war dann in Köln
Hilfsgeiſtlicher und ſpätet Pfarrverweſer, kam 1888 in
gleicher Eigenſchaft nach Dortmund und 1898 als Pfarrer
nach Krefeld. Seit 1903 gehörte er der Synodal=
Reprä=
ſentanz als ordentliches Mitglied an. 1907 erfolgte ſeine
Ernennung zum Profeſſor für neuteſtamentliche Exegeſe
an dem biſchöflichen Prieſterſeminar zu Bonn. Die
alt=
katholiſche theologiſche Fakultät der Univerſität Bern
ehrte ihn 1908 durch die Verleihung des Ehrendoktors.
Seit Mai 1911 war Dr. Moog Generalvikar und ſeit dem
6. März dieſes Jahres auch Weihbiſchof.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. Oktober.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Major Moeller,
Abteilungs=Kommandeur im 2. Großh. Heſſ. Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 61, den Kriegsgerichtsrat Wolf,
den Baurgt Metzler von Worms, den Pfarrer D. Waitz,
den Profeſſor Pfannmüller, den Reallehrer i. P. Lerch,
den Dr. Kienzle, Direktor des Gewerbemuſeums und der
Bibliothek, den Profeſſor Dr. Berger, Vorſitzender der
Freien Landeskirchlichen Vereinigung, den
Eiſenbahn=
direktionspräſidenten Laury, den Oberlehrer Küſſner, den
Dr. Feigel, Kuſtos der Sammlungen des
Landes=
muſeums, den Maler Pellar; zum Vortrag den
Staats=
miniſter Ewald, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Oberjägermeiſter Frhrn. van der Hoop,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld, den
Direktor der Großh. Kabinettsbibliothek Hauptmann a. D.
Zobel.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Oppen=
heim Amtsgerichtsrat Dr. Karl Gebhard zum Notar
mit dem Amtsſitz in Gau=Algesheim, den Notar mit
dem Amtsſitz in Pfeddersheim Dr. Philipp Adam
Gärtner zum Notar mit dem Amtsſitz in Bingen als
Nachfolger des Notars Juſtizrats Dr. Sieglitz, den
Rechtsanwalt Wilhelm Schott in Oſthofen zum Notar
mit dem Amtsſitz in Pfeddersheim als Nachfolger des
Notars Dr. Gärtner, den Gerichtsaſſeſſor Hermann
v. Bechtold aus Darmſtadt zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Oppenheim, ſämtlich mit Wirkung vom
23 Okt. 1912, ferner wurden ernannt der Gerichtsvollzieher
mit dem Amtsſitz in Laubach Karl Herrnbrodt zum
Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitze in Butzbach; der
Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitz in Reichelsheim
Johann Jakob Jeckel zum Gerichtsvollzieher mit dem
Amtsſitze in Laubach und der Gerichtsvollzieher=Aſpirant
und Hilfsgerichtsvollzieher in Mainz Chriſtian Junker
zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitz in
Reichels=
heim, ſämtlich mit Wirkung vom Tage des
Dienſt=
intritts ihrer Nachfolger an.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Forſtwart der Forſtwartei Nordheim,
Oberförſterei Worms, Förſter Wilhelm Sezanne zu
Nordheim aus Anlaß ſeiner am 1. November d. J.
erfolgenden Verſetzung in den Ruheſtand das Silberne
Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den
Oberlandesgerichts=
ekretär bei dem Oberlandesgericht Juſtizrat Otto
Ham=
burger auf ſein Nachſuchen bis zur Wiederherſtellung
ſeiner Geſundheit mit Wirkung vom 1. November 1912.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Klotz
in Nordheim, Kreis Bensheim, eine Lehrerſtelle an der
bemeindeſchule zu Dietzenbach, Kreis Offenbach; dem
Lehrer Leonhard Grünewald zu Climbach, Kreis
Hießen, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Fauer=
bach v. d. H., Kreis Friedberg; dem Schulamtsaſpiranten
Otto Becker aus Sinkershauſen (Preußen) eine
Lehrer=
telle an der Gemeindeſchule zu Rüddingshauſen, Kreis
Gießen.
* Militärdienſtnachrichten. A. K. O. vom 18. Oktober
912: Rehfeld, Major vom Stabe des 5. Großh. Heſſ.
Inf.=Regts. Nr. 168, als Bataillonskommandeur ins 9.
Bad. Inf.=Regt. Nr. 170 verſetzt; Frhr. v.
Weiters=
auſen, Hauptmann im Kriegsminiſterium, zum Major
befördert; v. Schroeder, Oberleutnant und
Flügel=
djutant Sc. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Heſſen und
ei Rhein, zum Rittmeiſter befördert; Riedeſel Frhr.
u Eiſenbach (Ludwig), Oberleutnant im Leib=Drag.. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, vom 1. November 1912 ab
auf ein Jahr zur Dienſtleiſtung bei Sr. Kgl. Hoheit dem
Großherzog von Heſſen und bei Rhein kommandiert;
ätjen, Oberleutnant und Adjutant der 25. Kavallerie=
Brigade (Großh. Heſſ.), zum Rittmeiſter befördert: von
Wachter (Walther), Leutnant im Leibgarde=Inf.=Regt.
1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, und Moeller, Leutnant in
Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, zu
Oberleutnants befördert: Grüner, Hauptmann und
Kompagniechef im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116, wird in Genehmigung ſeines
Abſchieds=
reſuches mit der geſetzlichen Penſion und der Ausſicht auf
Anſtellung in der Gendarmerie zur Dispoſition geſtellt
ind zum Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk III Berlin
ernannt; Wehrheim, Hauptmann beim Stabe des Inf.=
Regts Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, wird
zum Kompagniechef ernannt: v. Thümen (Joachim),
Oberleutnant im Anhalt. Inf.=Regt. Nr. 93, unter
Beför=
derung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, zum
Stabe des letztgenannten Regiments verſetzt; v. Wenz
zu Niederlahnſtein, Fähnrich im Kaiſer Alerander= Garde=
Gren.=Regt. Nr. 1, ins Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115
ver=
ſetzt; Külp, Oberleutnant im Inf.=Regt. Nr. 118, als
Aſſiſtent zur Gewehr=Prüfungs=Kommiſſion kommandiert:
Frhr. v. Edelsheim, Major und Eskadronchef im Kür.=
Regt. Nr. 8. zum Stabe des Bad. Drag.=Regts. Nr. 22
verſetzt; v. Pirſcher, Hauptmann beim Stabe des Feld=
art.=Regts. Nr. 81, zum überzähl. Major befördert; Stein,
Hauptmann und Kompagniechef im Inf.=Regt. Nr. 150
mit Penſion und Uniform des Inf.=Regts. 160 der
Ab=
ſchied bewilligt; Offenbächer, Unteroffizier im Inf=
Regt. Nr. 117, Vogt und Keller, Unteroffiziere im
Inf.=Regt. Nr. 118, zu Fähnrichen befördert; Seiler,
Aſſiſtenzarzt im Inf.=Regt. Nr. 117, zum Oberarzt
beför=
dert. Dem Oberapotheker des Beurlaubtenſtandes
Hin=
kel (II Darmſtadt) iſt der Abſchied bewilligt.
g. Strafkammer. Eine Hochſtaplerin, die im
Som=
mer dieſes Jahres verſchiedene deutſche Städte
heim=
ſuchte, kam auch im April nach Darmſtadt und prellte hier
verſchiedene Geſchäftsleute. Am 15. April fuhr bei
eini=
gen hieſigen Geſchäften ein eleganter Einſpänner vor,
dem eine vornehm gekleidete Dame entſtieg. Sie erhielt
auf Grund ihres ſicheren Auftretens auch überall Kredit
und man ſchickte ihr die Waren in die von ihr als
Abſteige=
quartier genannten vornehmen Hotels. Die Vorſicht, ihr
die Waren nicht gleich mitzugeben, bewahrte die
Ge=
ſchäftsleute vor einem größeren Schaden. Die
Hoch=
ſtaplerin war nämlich bereits, als die Waren in den
Hotels ankamen, ſchon ſpurlos verſchwunden. Vorher
hatte ſie aber einen Kellner eines Hotels durch die
An=
zabe, ſie müßte noch ſchnell einige Einkäufe machen und
ihr Mann käme nicht, dazu bewogen, ihr gegen
Ver=
pfändung zweier Schirme 15 Mark zu leihen. Die
bei=
den Schirme im Werte von etwa 35 Mark und einen
Pa=
namahut im Werte von 20 Mark hatte die Hochſtaplerin
aber in verſchiedenen Geſchäften bei ihren Scheinkäufen
mitgenommen. Später wurde dann feſtgeſtellt, daß die
35jährige Ehefrau Georg Otto Preuß aus Worms die
Täterin war, die eine richtige Hochſtaplerreiſe durch
deutſche Städte gemacht hatte. Sie war inzwiſchen wegen
gleicher Hochſtapeleien von verſchiedenen Gerichten zu
mehr als 4 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die
hieſige Strafkammer verurteilte die Angeklagte wegen
zweier Diebſtähle zu 9 Monaten Gefängnis. Eine
Geſamtſtrafe konnte noch nicht gebildet werden, da die
Angeklagte jetzt noch in Leipzig abgeurteilt werden ſoll.
Der Einwand der Angeklagten, ſie auf ihren
Geiſtes=
zuſtand unterſuchen zu laſſen, wurde abgelehnt, da
be=
eits ein Gutachten aus Hannover die Verantwortlichkeit
der Angeklagten feſtgeſtellt hatte. — Der Geſchäftsführer
vom Spar=, Konſum= und
Produktions=
verein Darmſtadt war ſeinerzeit von der Strafkammer
zu 5 Mark Geldſtrafe verurteilt worden, weil er ſich durch
ein dem Jahresbericht angehängtes Verzeichnis von
Waren, die zu Räumungspreiſen verkauft werden ſollten,
gegen das Geſetz über den unlauteren Wettbewerb
ver=
gangen hatte. Bekanntlich müſſen nach dieſem Geſetz
der=
artige Verkäufe der Handelskammer angezeigt werden
unter Ueberreichung eines Warenverzeichniſſes. Dies
hatte der Geſchäftsführer unterlaſſen, da er der Anſicht
war, daß Konſumvereine nicht unter das Geſetz fallen.
Er hatte deshalb einen Strafbefehl erhalten. Auf ſeine
Berufung verurteilte ihn das Schöffengericht zu 50 Mark
Geldſtrafe. Die Straſkammer ermäßigte dies auf 5 Mark.
Das Oberlandesgericht erkannte, daß die Konſumvereine
ebenfalls unter das Geſetz über den unlauteren
Wett=
bewerb fallen, und verwies im übrigen die Sache zur
Prüfung der eventuellen Verjährung an die Strafkammer
zurück. Dieſe beſtätigte in der Sitzung am Samstag
das erlaſſene Urteil. Der Verurteilte hat die ganzen
er=
heblichen Koſten zu tragen.
g. Der Provinzialausſchuß verhandelte in ſeiner
Sitzung am Samstag über die Klage des Kaufmanns
Karl Gottlieb Gröbe, Inhaber der Firma Grimm,
gegen die Stadt Darmſtadt auf Rückerſtattung von
12 688,11 Mark zu Unrecht erhobenen Oktrois. Durch das
Zolltarifgeſetz vom 25. Dezember 1902 war in § 13
he=
ſtimmt worden, daß vom 1. April 1910 ab kein Oktroi
mehr auf Fleiſcherhoben werden dürfe. In
ver=
ſchiedenen Städten wurde jedoch Wild und
Geflü=
gel nicht als Fleiſch angeſehen und hiervon weiter
Oktroi erhoben. In Darmſtadt wurden ſogar die Sätze
noch erhöht. Herr Gröbe hatte nun durch Entſcheidung
des Oberlandesgerichts Darmſtadt vom 5. Mai 1911 eine
geſetzliche Interpretation des Begriffs „Fleiſch” dahin
erlangt, daß auch Wild und Geflügel unter den Begriff
falle. Dieſe Entſcheidung wurde auch am 6. Oktober 1911
vom Reichsgericht beſtätigt. Auf Grund dieſer
Erkennt=
niſſe klagte nun Gr. beim Landgericht einen
Teil=
betrag von 4300 Mark ein, wurde jedoch am 31. Mai mit
ſeiner Klage abgewieſen, da es ſich bei dieſer Forderung
um einen öffentlich=rechtlichen Anſpruch handele, der auf
Grund der neuen Verwaltungsgeſetze von den
Verwalt=
ungsgerichten entſchieden werden müſſe. Gröbe klagt
Im Kriegslazarett von Tuzi.
** Für das ſegensreiche Wirken des Roten Kreuzes
harrt im Balkankriege ein beſonders großes und
ſchwie=
riges Arbeitsfeld; es hat den Anſchein, daß die
Kriegs=
führenden trotz aller Bemühungen bisher ihre
Organi=
ſationen zur Pflege der Verwundeten nicht zu der
Voll=
kommenheit ausbauen konnten, die ein Krieg in ſo
ſchwie=
rigem Gelände und unter ſo eigenartigen Verhältniſſen
er=
heiſcht. Nach den Berichten vom Kriegsſchauplatze in
Nordalbanien läßt trotz allen guten Willens und allen
Eifers die Krankenpflege auf montenegriniſcher und wohl
auch auf türkiſcher Seite noch vieles zu wünſchen übrig.
Das beſtätigt der Bericht eines italieniſchen
Kriegs=
korreſpondenten, der am Dienstag morgen von
Podgo=
ritza mit einem Wagen des Roten Kreuzes nach Tuzi fuhr
und das dortige Kriegslazarett beſuchte. Alle Häuſer des
Dorfes waren geſchloſſen, Straßen und Plätze füllten
montenegriniſche Truppen und albaneſiſche Mitkämpfer:
ein montenegriniſcher Offizier leitete die ſchwierige Arbeit,
die Mohammedaner zu entwaffnen. „Ich wandte mich”,
ſo berichtet der Korreſpondent, „ſofort dem Hoſvital zu,
das ſich bereits von weitem durch einen entſetzlichen
Ge=
ſtank ankündigte. Dort traf ich einen Arzt einen Türken,
der ein paar Worte deutſch ſprach. Er frühſtückte gerade
mit dem Hausverwalter, ein Frühſtück, das aus Kognak
und Zucker beſtand. Der Arzt weigerte ſich, irgend welche
Arbeit zu leiſten, obgleich weit über hundert reguläre
türkiſche Soldaten verwundet dalagen und dringend der
ärztlichen Behandlung bedurften. Halb nackt lagen die
Unglücklichen umher, wohin man ſah, auf den kalten
Flieſen des Korridors Keiner der Aerzte ſpricht türkiſch
und wir dagegen ſind zu wenia, ſo daß die Hilfe, die wir
zu leiſten vermögen, nur kärglich iſt. Der türkiſche Arzt
war erſtaunt zu erfahren, daß Skutari bereits von
mon=
tenegriniſchen Truppen bedroht wird, er hielt den Kampf
um Tuzi nur für ein lokales Ereignis. Ein Freund, der
mich begleitete, eilte ſofort zum Fluſſe, um mit einem
Karren und mit Kannen Waſſer herbei zu ſchleppen, denn
Waſſer war zunächſt das Wichtigſte, wenn auch Reis und
Brot fehlte. Inzwiſchen öffnete ich die Fenſter, die
her=
metiſch verſchloſſen waren, und begann den Raum ein
wenig zu ſäubern. In allen Gängen und Winkeln lagen
ſchmutzige, übelriechende Verbandfetzen und blutgetränkte
Lappen. Wo man hinſah, fand man zu Haufen ſolche
Lumpen, hinter der Tür unter den Tiſchen. Ich ging
hinaus zündete vor dem Hoſpital ein Holzfeuer an,
chleppte alle dieſe ſchmutzigen Fetzen und Lappen
hin=
us und verbrannte ſie. Der türkiſche Arzt ſah mir
er=
ſtaunt zu, und wenn er mir auch nicht half, ſo befahl er
doch einigen ſeiner Leute mir ein wenig beizuſtehen
Gegen Mittag hatte ich dieſen ganzen Schmutz und Ungat
verbrannt und zugleich den Fußboden geſäubert. Mein
Freund kehrte mit Waſſer und mit einigen Vorräten
wie=
der, ſo daß zu mindeſt heute die Patienten eine
Kleinig=
keit zu eſſen bekommen haben. Ich hoffe, daß die
Lazarett=
organiſation bald vollendet wird und dann imſtande
ſein wird, die Verwundeten beſſer zu behandeln. Denn
der Kampf um Tuzi war ſehr heftig und die
Anſtreng=
ungen waren für die montenegriniſchen Offiziere ſehr
groß.” Auf dem Rückwege nach Podgoritza begegnete der
Korreſpondent dann einem langen Zuge von Frauen und
Kindern, die türkiſche Bajonette und Gewelre ſtrugen,
denn die Beute war reich. „Dann begegnete ich einigen
Franziskaner=Patern aus den Bergen; ſie waren bis an
die Zähne bewaffnet und trugen den Patronengurt um die
Hüften. Sie erzählten mir voll Freude, daß ſie in der
Schlacht mitaekämpft hatten, und ſprachen davon, daß
nun das türkiſche Joch in dieſen Landen wohl für immer
abgeſchüttelt ſei.
Darmſtädter Kunſt in München.
P In Thannhauſers „Moderner Galerie‟
in München ſind zurzeit Kollektivausſtellungen zweier
Darmſtädter Künſtler zu ſehen. Bernhard Hoetger
iſt in München kein Fremder. Von den Ausſtellungen der
Sezeſſion her erinnert man ſich manches Treffers dieſes
ſtarken Talents. Die farbigen Majoliken, die er bei
Thannhauſer zeigt, ſind von exotiſch prickelndem Reiz.
In zwei Reihen von je ſieben Figuren ſtellt er die lichten
und die dunkeln Mächte des Menſchendaſeins dar. Es
iſt ganz erſtaunlich, wie es Hoetger verſteht, abſtrakte
Vor=
ſtellungen, wie Habgier, Wut, Haß uſw. in plaſtiſche
Kör=
perſprache zu überſetzen. Das allegoriſche Weſen, welches
zum Träger dieſer Empfindungen gemacht iſt, gleicht einem
japaniſchen Schauſpieler. Das iſt ein ganz genialer
Ein=
fall; denn wir verbinden mit japaniſcher Schauſpielkunſt
den höchſten Grad mimiſcher Beweglichkeit und
Ausdrucks=
fähigkeit. Katzenhaft ſchleichend und ringelnd lauert die
„Hinterliſt”, keilförmig zuſammengedrückt, die ſtählerne
Spitze den Menſchen zugekehrt, laſtet die „Habgier” auf
der Erde. Wie ein Tiger ſchleicht der „Haß” und ſinnt
auf Mord, die „Wut” iſt gewaltige Energieentladung, aber
nach innen, ſtatt nach außen, und verpuffend in
konvul=
ſiviſchen Bewegungen. Die Mächte des Lichtes geben
keine ſolchen Möglichkeiten zur Entfaltung des tieriſch
Elementaren im Menſchen. Daß dieſe Gruppe „Liebe‟
„Güte‟ „Hoffnung” „Glaube”, trotz des hinreißenden
Farbenakkordes von Blau und Gelb, konventioneller
aus=
gefallen iſt, iſt nicht die Schuld des Künſtlers. Die Hölle
iſt in der Kunſt immer intereſſanter, und deshalb beſſer
ausgefallen als der Himmel, ſiehe Dante und Milton.
Auch eignet ſich der glaſierte Ton mehr zur Darſtellung
der Bewegung, als zur Wiedergabe ſtatuariſcher Ruhe, die
nur leiſe rhythmiſch bewegt iſt.
Hanns Pellar der begabte Stuckſchüler, iſt mit
einer großen Zahl ſeiner dekorativen Bilder vertreten.
Pellar, der ſeinem Meiſter manche packende
Farbenzuſam=
menſtellung abgelernt hat, beſitzt doch viel Eigenart. Er
überſetzt das Heroiſche in Stuck ins Idylliſche, das
Monu=
mentale ins Dekorative. Pellar iſt reich an Einfällen,
reicher vielleicht als Stuck ſelbſt, ſeine Formenwelt iſt
fe=
doch begrenzt und bleibt im Bereich des Zierlichen,
Ge=
fälligen, Galanten. Er iſt der geborene Illuſtrator. Ich
glaube, daß er auf dieſem Gebiet ganz Ausgezeichnetes
zu leiſten imſtande wäre, wie er ja auch ſchon durch die
Tat bewieſen hat.
Bei dieſer Gelegenheit ſei auch ein Wort über
Thann=
hauſers „Moderne Galerie” geſagt. In der kurzen Zeit
ihres Beſtehens hat ſie den Münchenern ſo viel Eindrücke
und Anregungen vermittelt, daß ſie zu einem
unentbehr=
lichen Faktor im Kunſtleben Münchens geworden iſt.
Nicht genug zu rühmen iſt ihr Eintreten für das Neue und
Neueſte, ja ſogar für Experimente. Sie hat das Odium
nicht geſcheut, den fragwürdigſten Produkten modernen
Kunſtwahns in ihren vornehmen Räumen im Arco=Palais
Unterſtand zu gewähren, weil auch dieſe zum Zeitbild
ge=
hören, ſtets aber hat ſie ſogleich durch große Kollektionen
von Hodler, Gauquin. Manet das Niveau wieder
herge=
ſtellt Durch die „Moderne Galerie” iſt viel friſches Leben
in das Münchener Ausſtellungsweſen gekommen. Auch
die ſtändige Ausſtellung bei Thannhauſer iſt ſo geſchickt
zuſammengeſtellt, daß ſie einen vortrefflichen Ueberblick
über das Kunſtſchaffen der Gegenwart in der kürzeſten
Zeit bietet.
nunmehr beim Provinzialausſchuß auf Erſatz von
12688,11 Mark mit der Begründung, die Stadt
Darm=
ſtadt habe ſich um dieſen Betrag zu Unrecht bereichert
und ſei deshalb auf Grund von § 812 B. G.=B. zur
Rück=
zahlung verpflichtet. Eine Anzahl von Gemeinden,
z. B. Mainz, hätten nach der Entſcheidung des
Reichs=
gerichts das Oktroi freiwillig zurückerſtattet. Auch ſei in
Darmſtadt inſofern eine verſchiedenartige Handhabung
erfolgt, als die Stadt den Jägern das Oktroi ohne
wei=
teres erſtattet habe.
Die Stadt machte für ihren ablehnenden Standpunkt
geltend, trotz der Reichsgerichtsentſcheidung könne der
Provinzialausſchuß den § 13 des Zolltarifgeſetzes
ſelb=
ſtändig interpretieren. Ferner ſei, wenn von einer
un=
gerechten Bereicherung geſprochen werde, dies nur der
Fall, wenn dem Kläger das Oktroi zurückerſtattet werde,
denn dieſer habe das Oktroi zweifellos von den
Konſu=
menten erhoben. Durch den Vertreter des Klägers,
Juſtizrat Hoffmann I., wurde in der Verhandlung
ausgeführt, daß dies durchaus nicht der Fall ſei, denn
durch die Erhöhung des Oktori am 1. April 1910 ſei der
Preis von Wildbret und Geflügel infolge des verminderten
Abſatzes bedeutend geſunken, ſo daß es dem Händler nicht
möglich war, das Oktroi wieder hereinzubringen. Auch
ſei von verſchiedenen großen Abnehmern gegen ihn
be=
reits Anſpruch auf Rückerſtattung geltend gemacht. Der
Vertreter der Stadt, Rechtsanwalt Schödler, legte
zu=
nächſt verſchiedene Urkunden vor, die den ablehnenden
Standpunkt der Stadt rechtfertigen. Durch ein Schreiben
der Bürgermeiſterei vom 11. März. 1910 wurde das
Kreisamt erſucht, zu der von der
Stadtverordnetenver=
ſammlung beſchloſſenen Erhöhung des Oktrois auf Wild
und Geflügel u. a. die Genehmigung des Miniſteriums
zu erwirken. Dieſe Genehmigung des Miniſteriums
er=
folgte. Im übrigen wendet die Beklagte ein, daß der
vermeintliche Anſpruch ein rein zivilrechtlicher ſei,
des=
halb ſei alſo die Klage als unzuſtändig abzuweiſen. Sollte
der Provinzialausſchuß ſeine Zuſtändigkeit ausſprechen,
ſo ſei die Klage wegen Friſtverſäumnis abzuweiſen. Der
Provinzialausſchuß weiſt die Klage ab unter
Ver=
urteilung des Klägers in die Koſten des Verfahrens
ein=
ſchließlich der Koſten des anwaltlichen Vertreters der
Be=
klagten. Der Provinzialausſchuß geht von der Erwägung
aus, daß eine Klage gegen einen
Stadtverordneten=
beſchluß nicht vorliegt, denn dieſer ſpricht nur von
Rück=
erſtattung begründeter und nicht von
zweifel=
haften Anſprüchen. Für eine ſolche Klage ſeien aber
die Friſten ſchon längſt verſäumt, da noch die
Vorſchrif=
ten des alten Geſetzes in Anwendung zu bringen ſeien.
Der Kläger hätte, wenn er die Erhebung des Oktrois für
ungerechtfertigt gehalten habe, die Zahlung verweigern
ſollen, ſo daß die Beträge hätten angefordert werden
müſſen. Gegen dieſe Anforderung hätte Kläger dann
Klage erheben können.
Die Witwe des Kreisſtraßenwarts Philipp
Barthel IV. zu Büttelborn klagt gegen den
Ver=
waltungsrat der Fürſorgekaſſe für Beamte
und Bedienſtete der Landgemeinden und
Kommunalverbände auf Genehmigung von
Witwenunter=
ſtützung. Der Ehemann war vom 15. November 1909
bis 17. September 1911 in ſeiner Eigenſchaft als
Kreis=
ſtraßenwart Mitglied jener Kaſſe. Sein Tod erfolgte
durch Lungenentzündung. Da die Fürſorgekaſſe
Witwen=
unterſtützung nur nach zehnjähriger Mitgliedſchaft zahlen
kann, kommt die Berechtigung der Klägerin nur in Frage,
wenn der Tod durch eine in Ausübung des Dienſtes
er=
littene Krankheit erfolgte. Der behandelnde Arzt,
Sani=
tätsrat Dr. Schad in Groß=Gerau, hatte begutachtet, daß
die Lungenentzündung eine Folge des Dienſtes auf der
ſtauberfüllten Chauſſee ſei. Zwei andere Gutachten
be=
ſagen das Gegenteil. In der Verhandlung vor dem
Provinzialausſchuß am 17. Auguſt wurde deshalb
be=
ſchloſſen, den keitenden Arzt der Lungenheilſtätte in
Sandbach i. O., Dr. Lipp, gutachtlich zu vernehmen.
Dieſer ſchließt ſich nun den beiden Gutachten an, die
Er=
krankung im Beruf nicht als vorliegend erachten. Der
Provinzialausſchuß gibt der Klage der Witwe Barthel
ſtatt und verurteilt die Kaſſe zur Zahlung einer
Unter=
ſtützung und der Koſten des Verfahrens
Die Gemeinden Aſtheim, Trebur. Wallerſtädten,
Gins=
heim, Leeheim, Dornheim, Nauheim und Groß=Gerau
haben ſehr unter den durch den Schwarzbach
verurſach=
ten Ueberſchwemmungen zu leiden. Dies iſt faſr immer
der Fall, wenn die Schleuſe bei Ginsheim wegen des
hohen Waſſerſtandes des Rheins geſchloſſen werden muß.
Der Schaden, der dadurch in den Gemeinden des
Ueber=
ſchwemmungsgebiets angerichtet wird, beträgt oft viele
Tauſende. 1910 waren es beinahe 200000 Mark. Um
dieſen immer wiederkehrenden Mißſtänden ein Ende zu
bereiten, ließ das Kreisamt Groß=Gerau durch die
Kul=
turinſpektion in Darmſtadt ein Projekt ausarbeiten, um
durch Errichtung eines Pumpwerks bei der Schleuſe zu
Einsheim die Ueberſchwemmung möglichſt zu beſeitigen.
Die Koſten dieſes Planes belaufen ſich auf 160000 Mark
und die jährlichen Betriebskoſten nebſt Verzinſung und
Amortiſation an etwa 18000 Mark. Die beteiligten
Ge=
meinden ſollten nach der Größe und Lage des gefährdeten
Amortiſation auf etwa 18000 Mark. Die beteiligten
Ge=
meinden, mit Ausnahme von Dornheim und
Lee=
heim, die die Beteiligung ablehnten, waren mit der
Koſtenverteilung einverſtanden. Dornheim beanſtandet
die Berechnung und Feſtſtellung des gefährdeten Geländes.
Das Kreisamt Groß=Gerau beantragt, die Beſchwerde der
beiden Gemeinden abzuweiſen. Die Berechnung beruhe
auf mehr als dreißigjähriger Erfahrung. Der Vertreter
von Dornheim und Leeheim, Rechtsanwalt Dr. Diehl=
Groß=Gerau, machte beſonders noch darauf aufmerkſam,
daß in dem für Dornheim in Berechnung gezogenen
Ueberſchwemmungsgebiet eine Enklave liegt, die zu
Berkach gehört. Es müßte alſo der hierauf entfallende
prozentuale Anteil von Berkach erhoben und bei den
2 Prozent Dornheims abgerechnet werden. Ueber dieſe
Behauptung ſoll am nächſten Samstag Beweis erhoben
und in der Sache weiterverhandelt werden.
— Konferenz für evangeliſche Gemeindearbeit. Am
etzten Donnerstag fand im Gemeindehaus,
Kies=
ſtraße 17, unter dem Vorſitz des Stadtpfarrers Velte
die erſte gut beſuchte Verſammlung der Darmſtädter
Konferenz für Gemeindearbeit in dieſem Winter ſtatt.
Profeſſor Kunkel hielt einen Vortrag über „Die
För=
derung des Verſtändniſſes für die evangeliſche Gemeinde
durch die höhere Mädchenſchule” der ſehr reich war an
Anregungen und eine lebhafte Ausſprache in dem Kreiſe
der Verſammelten hervorrief. Auch Pfarrer
Berin=
gers Appell an die Anweſenden zur Unterſtützung des
Evangeliſchen Arbeitervereins in dem Beſtreben nach
Wiedergewinnung des Arbeiterſtandes für die
evange=
iſche Gemeinde fand warmes Verſtändnis.
— Evangeliſcher Bund. Es ſei darauf hingewieſen,
daß den Mitgliedern des hieſigen Zweigvereins des
Evangeliſchen Bundes Eintrittskarten zu
den drei Feſtveranſtaltungen bei der 25.
Landes=
verſammlung Sonntag, 27. Okt., nachmittags 3 Uhr und
abends 8 Uhr, in der Turnhalle, und Montag, den 28.
Oktober, vormittags 11 Uhr, im Kaiſerſaal
unentgelt=
lich zur Verfügung ſtehen. Diejenigen, welche noch keine
erhalten haben ſollten, werden gebeten, ſich deshalb
ſo=
gleich an Herrn Oberkonſiſtorialregiſtrator Wahl,
Inſel=
ſtraße, unter genauer Angabe der Zahl der gewünſchten
Karten zu wenden. Anmeldungen zu dem Feſteſſen
am Montag, 28. Oktober (Preis 2 Mk.), zu dem auch
Damen herzlich willkommen ſind, ſowie von
Frei=
quartieren für auswärtige Feſtgäſte werden an
Herrn Landgerichtsdirektor i. P. K üchler,
Fuchs=
ſtraße, erbeten.
— Mitgliederverſammlung des Darmſtädter
Haus=
beſitzervereins, e. V. Man ſchreibt uns: Unter Hinweis
auf die im Anzeigenteil ergangene Einladung zu der auf
Mittwoch, den 23. dieſes Monats, abends 3½ Uhr, im
Fürſtenſaale, Grafenſtraße 20, angeſetzten Verſammlung,
ſoll nicht unterlaſſen werden, auch an dieſer Stelle auf das
wichtige Vortragsthema: Die zweite Hypothek
aufmerkſam zu machen. Die große volkswirtſchaftliche
Bedeutung dieſer Sache wird bereits allerorts erkannt
und anerkannt, und es ſind auch ſchon in einer Reihe von
Städten Einrichtungen getroffen worden, um die Gefahr
der bedeutenden Verluſte aus dem Wege zu räumen.
Auch in Darmſtadt kann dieſe Frage nicht übergangen
werden; es liegen hier die Verhältniſſe nicht anders wie
in anderen Städten. Wie man in anderen Städten über
die zwleite Hypothek unter anderem denki. zeigen die
Worte des Wiesbadener Stadtrates Kalkhrnner, der auf
dem 20. Genoſſenſchaftstage deutſcher Gewerbs= und
Wirtſchaftsgenoſſenſchaften zu München folgendes
aus=
führte:
„Werden endlich die geſetzgebenden Körperſchaften,
Staat und Gemeinde, zur Einſicht kommen, was ſie mit
den endloſen und ungerechten Belaſtungen der Haus= und
Grundbeſitzer, mit der Beunruhigung des
Immobilien=
marktes, der Wertzuwachsſteuer und anderen
unglück=
ſeligen Geſetzen angerichtet haben? In der Tat, eine
große volkswirtſchaftliche Gefahr beſteht und muß
be=
ſeitigt werden. Und wen betrifft dieſe Gefahr in erſter
Linie? Diejenigen Erwerbsſtände, welche durch eigene
Kraft ſich von unten heraufgearbeitet haben; den
Hand=
werker und Mittelſtand. Die Henne, welche die goldene
Eier legte, iſt durch unſere Steuergeſetzgebung geſchlachtet.
Der Hausbeſitz in Deutſchland war bis jetzt der beſte und
zuverläſſigſte Steuerzahler, der unverdroſſen
jahrzehnte=
lang die Laſten für die Allgemeinheit getragen hat.
Man muß Mittel und Wege finden, den Hausbeſitzern
und Hanowerkern bei der Beſchaffung zweiter Hypotheken
zu helfen. Es wird dadurch eine große Anzahl
wert=
voller Exiſtenzen gerettet werden. Ich bin überzeugt, daß
die für die Jolksgeſundheit ſo überaus wichtige
Woh=
nungsfrage nur durch einen geſunden und
leiſtungsfähi=
gen Hausbeſitzerſtand gelöſt werden kann.”
St. Eliſabeth. Nach einer Unterbrechung von
3 Monaten werden jetzt wieder die Vorträge in
St. Eliſabeth aufgenommen. Der nächſte Vortrag
findet am Montag, den 21. Oktober, abends 8 Uhr, ſtatt.
* Vortrag. Am Dienstag, den 5. November, wird
Herr Kapitänleutnant a. D. Hans Paaſche, welcher eine
Vortragsreiſe durch die ſüddeutſchen Städte antritt,
auch bei uns über ſeine Reiſe und Erlebniſſe in Afrika
ſprechen. Kapitänleutnant Paaſche hat als
Marine=
offizier mehrere Jahre die oſtafrikaniſche Kolonie bereiſt
und verfügt auch über umfaſſende Kenntniſſe des
Innern. An dem oſtafrikaniſchen Aufſtande nahm er
als Führer der Marinetruppe am Rufiyi teil und hat
an der Niederwerfung des Aufſtandes hervorragend
mitgewirkt. Dann unternahm er ausgedehnte
Jagd=
reiſen in die Gebieie des Kilimandſcharo und des
großen oſtafrikaniſchen Grabens. Von dieſen Reiſen
brachte er außer zahlreichen Trophäen eine ganze Reihe
unübertrefflicher Naturaufnahmen von afrikaniſchem
Großwild, von Elefanten, Nashörnern und Büffeln,
heim, welche er in ſeinem bekannten Buch „Im
Morgen=
licht” einer Beſchreibung ſeiner Kriegs= und
Jagderleb=
niſſe geſammelt hat (das Werk erſchien bei W. Neumann
in Neudamm). Gerade die Tierbilder werden von ganz
beſonderem Intereſſe ſein; ſind es doch die erſten und
bis jetzt einzigen Aufnahmen, die von einem beherzten
Jäger mit einer einfachen Kamera auf ganz kurze
Ent=
fernungen gemacht wurden. Auf ſeiner letzten Expedition
hat ihn ſeine junge Frau begleitet und mit ihm Zentral=
Afrika bis zu den Küſten des Viktoria=Sees und den
Nilquellen — faſt ein ganzes Jahr lang — bereiſt. Es
wird daher bei dieſem Vortrag von ganz beſonderem
Reiz ſein, daß Frau Ellen Paaſche ſelbſt erſcheinen und
in einem Teil des Vortrages ſelbſt das Wort nehmen
wird. Wir werden aus ihrem eigenen Munde von dem
Leben und Erfahrungen einer Frau im tropiſchen Afrika
zu hören bekommen. Die angekündigte Wiedergabe von
phonographiſchen Aufnahmen der typiſchen Muſik und
Geſänge, die Herr Paaſche ſelbſt unter größten
Schwierig=
keiten in den einzelnen Negerdörfern aufgenommen hat,
ſind eine Darbietung eigener Art, denn es wird wohl
das erſte Mal ſein, daß unſer Ohr die Klänge (?) unſerer
ſangesfreudigen ſchwarzen Brüder „von da unten” direkt
vernehmen wird. Der Vorverkauf zu dem Vortrag, der
in dem Städtiſchen Saalbau ſtattfindet, iſt in der
Hof=
muſikalienhandlung von Schutter, Eliſabethenſtraße.
* Vereinigte Kriegervereine Darmſtadis. Die
Mit=
glieder der Kriegervereine werden auch an dieſer Stelle
darauf aufmerkſam gemacht, daß die Bekanntmachungen
für die Volksvorſtellungen, welche) bis auf
weiteres nur Sonntags ſtattfinden, für die Zukunft nur
noch von dem Verkehrsverein aus erfolgen. Die
Karten=
beſtellungen zu dieſen Vorſtellungen müſſen jedoch wie im
vorigen Jahre bei den betr. Vereinsvorſitzenden
recht=
zeitig abgegeben werden. Als nächſte Volksvorſtellung
wird am Sonntag, den 27. Oktober, „Der Pfarrer von
Kirchfeld” und am Sonntag, den 3. November, Schillers
„Räuber” gegeben. Die Kartenbeſtellungen müſſen
jedes=
mal bis Mittwoch mittags vorher erfolgt ſein.
* Der Verein für Aquarien= und Terrarienkunde
„Hottonia” hält am Samstag, 26. Oktober, in ſeinem
Vereinslokal, Heſſiſcher Hof, eine Verſammlung ab, in
der Herr Dr. Schilling einen Vortrag halten wird
über „Neuere Forſchungsergebniſſe über das Leuchten
der Tiere und Pflanzen‟ Dem Thema, das viel Neues
zu bringen verſpricht, dürfte großes Intereſſe
entgegen=
gebracht werden. Außerdem findet an dieſem Abend
eine größere Verloſung von Aquarienfiſchen ſtatt. Gäſte
und Freunde des Vereins ſind willkommen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition ſind von heute ab folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Der neue deutſche Botſchafter in London Kacl Max Fürſt
von Lichnowsky: Philippopel während der
Mobil=
machung; Erſtürmung des Detſchitſch=Berges durch die
Montenegriner; in Konſtantinopel anſäſſige Albaneſen
emonſtrieren für den Krieg.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Ka. 1,40 M., in Partien
1.30 M. Eier 7—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20—22 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25—2.75 M.,
Kumpf (10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen
Kumpf. 1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel
Zentner 8—15 M., ½ Ka. 8—15 Pf., Birnen Zentner
5—18 M., ½ Kg. 5—18 Pf., Zwetſchen Zentner 6—7 M.,
100 Stück 25 Pf., ½ Kg. 10 Pf., Trauben ½ Kg.
aus=
ländiſche 30—35 Pf., inländiſche 25 Pf., Zitronen 7 Pf.,
Vorträge.
Im Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung wurde die Reihe der dieswinterlichen
öffent=
lichen Vorträge im „Kaiſerſaal” vor einer dichtgedrängten
Zuhörerſchaft mit einem ſolchen des Herrn Prof. Dr. A.
Baur hier über „Napoleons ruſſiſcher
Feld=
zug 1812” eröffnet. Nach hundert Jahren die
Erinner=
ung an einen Wendepunkt europäiſcher Geſchichte und an
ein geradezu für unſer Vaterland hochbedeutſames
Ereig=
nis friſch aufleben zu laſſen, war ungemein dankenswert,
zumal der Redner ſeiner Aufgabe nach jeder Richtung
ge=
recht wurde. Ein ſolcher von ſachkundiger Führung
ver=
mittelter Rückblick bietet auch um deswillen lebhaftes
aktuelles Intereſſe, weil wir politiſch mit den augenblicklich
ſo freundſchaftlichen Beziehungen Rußlands zur
franzöſi=
ſchen Republik rechnen müſſen. Weiter vermag die
Be=
trachtung jener Zeit die in langer Friedensperiode
allzu=
ſehr gediehenen Utopien von Völkerverbrüderung, ewigem
Frieden, Abrüſtung u. dgl. auf ihre Gefährlichkeit, und
Haltloſigkeit zu beleuchten.
Der formvollendete Vortrag gab in ſcharfumriſſenen
Zügen ein Bild der genialen Herrſchernatur Napoleons,
ſeines alles überragenden Geiſtes, der mit eiſerner
Tat=
kraft und völliger Skrupelloſigkeit dem Endziele der
Nie=
derwerfung Englands und damit der Weltherrſchaft
zu=
ſtrebte. Im Jahre 1810 auf dem Gipfelpunkt der Macht,
trotz Bannſtrahls des niedergeworfenen Papſttums,
Schwiegerſohn der apoſtoliſchen Majeſtät des Kaiſers
Franz, wird Napoleon durch drei Hauptmomente, ſeinen
Despotismus, die Konſkriptionen zum Heeresdienſt und
die Kontinentalſperre, dem Verhängnis zugetragen.
Nach=
dem er Ende Juni vom Herzogtum Polen aus den
Grenz=
fluß Niemen überſchritten hatte, erfolgte nach ſtetem
Zu=
rückweichen der Gegner bis Smolensk, am 15., 16. und 18.
Auguſt die erſte große Schlacht. Anſtatt jetzt einzuhalten
und das Gewonnene zu ſichern, ließ ſich Napoleon durch
politiſche Erwägungen weiter ziehen, die Schlacht an dec
Moskwa brachte ihm weiteren Sieg, aber weitere
Schwäch=
uing, war ſie doch eine der blutigſten (50000 Ruſſen und
30000 der großen Armee blieben auf der Wahlſtatt), und
nachdem er Moskau erreicht hatte, ging dieſes erhoffte
Winterquartier durch Fürſt Roſtopſchin und den
natio=
nalen ruſſiſchen Fanatismus in Flammen auf. Noch vier
Wochen koſtbarer Zeit büßt er durch Warten auf
Frie=
densannäherung ein, dann verläßt er am 18. Oktober 1812
Moskau, und der Rückzug verwandelt ſich immer mehr in
völligen Zuſammenbruch. Noch gelinat es ihm, an der
Bere=
ſina im November ſich der Umzingelung mit aller Tatkraft
faſt wie ein Wunder zu entziehen, dann aber vollenden
Kälte, Krankheiten, Entbehrungen, Angriffe der Verfolger
uſw die Zerſtörung. Das namenloſe Elend und Leiden
dieſes Rückzuges tritt in vielen Schilderungen Beteiligter
(ſo auch in den Erinnerungen des heſſiſchen Offiziers
Peppler, neu herausgegeben von Dr. Eſſelborn)
erſchüt=
ternd zutage. Der Würfel für Napolcons Schickſal und
Deutſchlands Befreiung war gefallen, als General von
York, der Führer des preußiſchen Kontingents, am 30.
Dezember 1812 die Konvention von Tauroggen abſchloß
und ſo den erſten Anſtoß zur Abſage von dem
Zwing=
herrn gab. Die Morgenröte der Freiheitskriege ſtieg auf.
Reicher Beifall lohnte den trefflichen,
einundeinhalb=
ſtündigen Vortrag.
Fenilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Thomas
„Magdalena” verboten. Das Wiener Buratheater
erwarb Thomas „Magdalena” die Burgtheaterzenſur
ver=
weigerte aber die Aufführungs=Genehmigung wegen
reli=
giöſer Bedenken. — Das neue Luſtſpiel Hermann
Bahrs, „Das=Prinzip” gelangte am 19. Oktober
gleichzeitigein Wiesbaden, Hamburg, Bremen, Köln,
Darmſtadt und Breslau zur Aufführung. — Das
Beet=
hoven=Denkmal für Paris, für das man
bekannt=
lich keinen Platz finden konnte oder wollte, wird nun
end=
lich aufgeſtellt werden. Das ſchöne Werk des Bildhauers
Joſé de Charmoy, das Beethoven auf einem großen Stein
hingeſtreckt darſtellt, den geflügelte Genien tragen, wird
mitten im Bois de Vincennes in der Ebene von Fontenay
enthüllt werden. — Richard Wagners „
Parſifal=
wird in Italien zum erſten Male am Mailänder
Scala=
theater in der Ueberſetzung von Giovanni Pozza zur
Argf=
führung kommen. — Deutſche Muſik in England.
Ein Mitarbeiter der Muſical Times hat ſich die Mühe
gemacht, die Programme der für dieſen Winter in
Eng=
land angekündigten Konzerte und Aufführungen für eine
Statiſtik durchzuſehen. Man kann die Bedeutung der
deutſchen Muſik für die engliſchen Konzerte ermeſſen, wenn
man hört, daß Wagners Name nicht weniger als 109mal
auftaucht, Beethoven erſcheint 39mal, Mozart 28mal. Dann
kommen Bach 16, Brahms und Liſzt je 14, Weber 13,
Men=
delsſohn 12, Händel 10mal. Sämtliche engliſchen Muſiker
zuſammen erreichen dagegen nur die Zahl 80, kaum 12,34
Prozent des geſamten Konzertrepertoires.
Wie man hohe Preiſe für moderne Bilder machk.
Wie iſt es möglich, daß uns die neueſten Entartungen der
Pariſer Kunſt, die Werke der Expreſſioniſten und Kubiſten,
als Schöpfungen großer Genies angeprieſen werden, und
daß der, der ſich ſolch ein Bild als kunſthiſtoriſche
Kurio=
ſität aufheben will, große Preiſe bezahlen muß? Dieſe
Rätſelfrage beantwortet Camille Mauclair, indem er uns
in einem Aufſatz der Revue einen intimen Blick hinter
die Kuliſſen des modernen Kunſthandels tun läßt. Die
Geſtalt des Händlers mit modernen Gemälden iſt erſt im
letzten halben Jahrhundert aufgetaucht und ſie hat aus
dem Kunſtmarkt eine Börſe gemacht, auf der mit Bildern
ſpekuliert wird, wie ſonſt mit Aktien. Zur Zeit Delacroix”
und Ingres’ gab es nur Händler mit alten Kunſtwerken;
erſt die Kaufleute, die den geſchäftlichen Vertrieb der
Ar=
beiten der großen Impreſſioniſten übernahmen, haben
ge=
zeigt, wie man mit Schöpfungen der zeitgenöſſiſchen Kunſt
ungeheuer viel verdienen kann. Und ſie, die den Werken
der Manet, Monet, Degas u. a. einen Kreis zahlender
Bewunderer ſchufen, haben eine Kulturtat vollbracht und
ihre Geſchäfte in vornehmen Formen abgewickelt. Die
nach ihnen kamen, hatten es ſchon viel leichter; ſie konnten
von irgend einem extravaganten Bilde mit warnend
er=
hobenem Finger ſagen: „Lachen Sie nicht vor dieſer
Lein=
wand; erinnern Sie ſich daran, daß man auch von De=
Nüſſe 100 Stück 50 Pf.; Salat, Gemüſe: Kopffalat
6—10 Pf., Endivien 5—8 Pf., Bündel Radieschen 2 bis
3 Pf., Rettiche 3—5 Pf., Roterüben ½ Kg. 8—10 Pf.,
Bündel Römiſch=Kohl 2 Pf., Spinat ½ Kg. 16—20 Pf.,
Meerrettich 12—30 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 8—10 Pf..
To=
maten ½ Kg. 15—20 Pf., Wirſing 3—10 Pf.,
Blumen=
kohl 5—30 Pf., Rotkraut 10—30 Pf., Roſenkohl ½ Kg.
25 Pf., Sellerie 8—10 Pf., Weißkraut 6—10 Pf.,
Schäl=
gurken 5—10 Pf., Gelberüben ½ Kg. 5—10 Pf.,
Erdkohl=
rabi 5—10 Pf., Hagebutten ½ Kg. 10—20 Pf.: Geflügel,
Wild: Gänſe ½ Kg. 1 M., Enten 3,00—3,50 M., Hahnen
und Hühner 1,50—2,00 M., Tauben 60—70 Pf., junge
Reb=
hühner 1,40 M., alte 90 Pf., Haſen 3,50—4,00 M., Lapins
90 Pf.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 0,90—1,00 M..
Karpfen 80—90 Pf., andere Rheinfiſche 40—50 Pf.,
Rot=
zungen 50 Pf., Schollen 22 Pf., Kabeljau 29 Pf.,
Schell=
fiſche 26 Pf., Seelachs 24 Pf.; in den Fleiſchſtänden
½ Kg.: Rindfleiſch 70—76 Pf., Hackfleiſch 76 Pf.,
Rinds=
fett 60 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Schweine=
fleiſch 96 Pf., geſalzenes und Koteletts 1 M.,
Schwarten=
magen, Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= u. Blutwurſt 76 Pf.
§ Feſtgenommen. Ein 41 Jahre alter
Ziegelei=
arbeiter von hier iſt am Freitag wegen Blutſchande
feſtgenommen und in Unterſuchungshaft geführt
worden.
— Pfungſtadt, 19. Okt. Der Stadtvorſtand hat
be=
ſchloſſen, vom 1. April nächſten Jahres ab eine
Filial=
ſteuer mit folgendem Steuerſatz einzuführen: bis 35000
Mark 1 Prozent, 35000—70000 Mark 1½ Prozent, 70000
bis 150000 Mark 2 Prozent, 150 000—200000 Mark 2½
Prozent, über 200000 Mark 3 Prozent. — Wegen der
Fleiſchteuerung beabſichtigt die Stadtverwaltung,
einen Fiſchzubereitungskurſus abhalten zu
laſſen, weshalb ſie das Großh. Kreisamt gebeten hat,
eine geprüfte Kochlehrerin für 8 Tage hierher zu
über=
weiſen. — Um der Ueberhandnahme der
La=
pins zu ſteuern, ſollen die Jagdpächter zufolge
Ver=
fügung Großh. Miniſteriums angehalten werden, dieſe
in den hieſigen Waldbeſtänden großen Schaden
anrich=
tenden Nager in ſtärkerem Maße als bisher abzuſchießen.
— Unſere Stadt iſt mit den Einlagen bei der
Be=
zirksſparkaſſe Zwingenberg unter den 33
dieſer Kaſſe zugehörigen Ortſchaften am ſtärkſten
betei=
ligt; 1 467868 Mark ſind inhaltlich des letzten
Jahres=
berichts von hieſigen Einwohnern bei dieſer Sparkaſſe
eingelegt.
— Pfungſtadt, 19. Okt. Der Streik der
Zigar=
renarbeiter in der Zigarrenfabrik Freund dauert
nun bereits zirka 7 Wochen. Der Fabrikbeſitzer iſt nicht
geneigt, auf die von den Arbeitnehmern geſtellten
Beding=
ungen einzugehen, zumal in ſeinen Filialen ſo viel
Zi=
garren hergeſtellt werden, daß er den Bedarf decken kann.
Andererſeits wollen aber auch die Tabakarbeiter keinerlei
Zugeſtändniſſe machen. Es wäre aber für unſer
Städt=
chen ein volkswirtſchaftlicher Nachteil, wenn der Betrieb
der hieſigen Fabrik, in der an 100 Arbeiter ihren
Unter=
halt verdienen konnten, gänzlich eingeſtellt werden würde.
Erſt vor einigen Jahren wurden wegen Todesfalles des
Inhabers der Kaminskyſchen Zigarrenfabrik viele
Arbei=
ter brotlos. Gegenwärtig läßt Herr Freund die
Ver=
packung und den Verſand der in den Filialen
hergeſtell=
ten Fabrikate von hier aus bewerkſtelligen. Auch die
Buchhaltung des ganzen Geſchäfts befindet ſich am
hieſi=
gen Platze.
Weiterſtadt, 19. Okt. In der Nähe des Bahnhofs
Weiterſtadt wurde geſtern abend gegen 10 Uhr der
17jährige Sohn des Landwirts B. mit
abge=
fahrenem Kopfe aufgefunden. Ob ein
Un=
glücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, iſt noch nicht
auf=
geklärt.
Ober=Hambach bei Heppenheim, 18. Okt. Welch
reſpektable Einnahmen dieſes Jahr unſeren Landwirten
aus dem Obſtverkauf erwachſen, mag die Tatſache
dartun, daß hier ein kleiner Landwirt für 2500 M. Aepfel
verkaufte. Außerdem hat ſich der Mann mit dem „
Hohen=
aſtheimer” für mehrere Jahre verſorgt. Ein einziger
Baum hier lieferte nicht weniger als 40 Zentner
Kelter=
obſt, das für 100 Mark anzuſchlagen iſt. Dieſer Baum
hat wohl voriges Jahr nicht getragen, dahingegen lieferte
er vor zwei Jahren 38 Zentner Obſt. Gewiß ſind dies
eindringliche Mahnungen zu vermehrten
Obſtbaum=
pflanzungen.
Mittershauſen bei Lindenfels, 18. Okt. Nuß= und
Apfelernte. Der Landwirt Ph. Bauer hier hat letzte
Woche ſeine diesjährige Nußernte für 1000 Mark verkauft.
Auch hat der Mann ſchon für 2000 Mark Aepfel verkauft.
Selbſtverſtändlich hat er alle ihm zu Gebote ſtehenden
Fäſ=
ſer mit Apfelmoſt gefüllt, ſo daß er, wie er ſagt, auf drei
Jahre mit dieſem geſunden Getränke verſehen iſt. Da er
nun auch Kartoffeln und Getreide zu verkaufen hat und
einige Stück Fettvieh im Stalle ſein Eigen nennt, ſo iſt
durch dieſes eine Beiſpiel, wie ſolche dieſes Jahr in
wei=
ter Umgegend maſſenweiſe anzutreffen ſind, zur Evidenz
bewieſen, daß die Bauersleute, trotz des diesjährigen
vie=
len Regenwetters, keine Urſache zur Klage haben.
Offenbach, 19. Okt. Den Bock zum Gärtner gemacht
hat man, als man den Ignaz Peter zum Wächter der
Wach= und Schließgeſellſchaft beſtimmte. Er ſtahl bei den
Firmen Moller und Kalkow Bleiplatten im Werte von
etwa 200 Mark, die er teilweiſe zu Gelde machte. Der
Diebſtahl kam jedoch bald heraus, und der ungetreue
Wächter hatte ſich am Freitag vor dem Offenbacher
Schöffengericht zu verantworten, das ihm in Anbetracht
des außerordentlich groben Vertrauensbruches zu einer
Freiheitsſtrafe von 2 Monaten 3 Wochen
Gefäng=
nis verurteilte.
Sprendlingen, 19. Okt. Die Beſitzerin des Gaſthofes
„Zum deutſchen Haus” iſt plötzlich abgereiſt,
nach=
dem das Mobiliar an einen Althändler aus Mainz
verkauft worden war. Die junge Frau, deren Mann
als Schiffskoch in der Ferne weilt, ſoll Schulden in
ziemlicher Höhe hinterlaſſen haben. Das Haus wurde
einſtweilen polizeilich geſchloſſen.
Nauheim, 19. Okt. Seit einigen Jahren hat der
Ge=
müſebau in den Gemarkungen der hieſigen Gegend einen
ungeahnten Aufſchwung genommen, der durch die
zahl=
reichen Konſervenfabriken des Kreiſes neuerdings noch
weitere Förderung erfuhr. Um nun die Abſatzmoglichkeit
der gewonnenen Früchte noch mehr zu ſteigern, beſchloß
der hieſige Gemeinderat die Errichtung eines
ſtändi=
gen Großmarktes. Auf dieſem ſollen während des
ganzen Sommers die geernteten Gemüſe, Früchte und
Obſtarten aus der Umgebung verkauft werden. Dieſem
Plane bringt man allſeitig reges Verſtändnis entgegen.
— Rüſſelsheim, 18. Okt. Der Großherzog
ſtattete heute, im Opelwagen von Schloß Wolfsgarten
kommend, den Opelwerken in Rüſſelsheim einen Beſuch
ab, wobei er neben ſeinem im Bau befindlichen neuen
Wagen auch die ſeit ſeinem letzten Beſuche neu
erſtande=
nen Fabrik=Gebäude beſichtigte. Bei dieſer Gelegenheit
wurden dem Großherzog auch die jüngſten
Fabrikations=
zweige der Firma Adam Opel, der Motorpflug und die
Automobil=Feuerſpritze, in Tätigkeit vorgeführt, die das
allergrößte Intereſſe Sr. Königl. Hoheit erregten. Nach
zirka zweiſtündigem Aufenthalt in der Fabrik
verab=
ſchiedete ſich der Großherzog von den Herren Opel und
kehrte am Steuer ſeines Wagens wieder nach
Wolfs=
garten zurück.
Mainz, 19. Okt. Auf die Vorſtellung von
Arbeiter=
ausſchüſſen und des Eiſenbahnarbeiterverbandes hat die
Eiſenbahndirektion Mainz den Arbeitern und
Hilfsbedienſteten des Bezirks in Anbetracht der
Teuerung eine Lohnzulage von 10 Pfg. für den
Tag bewilligt. Der Taglohn für gewöhnliche
Eiſen=
bahnarbeiter beträgt jetzt in Mainz von 3 Mk.
Anfangs=
lohn bis 3.50 Mk. Höchſtlohn, welch letzterer nach zehn
Jahren erreicht wird. — Von einem Rollfuhrwerk fiel
im Kaiſer=Wilhelm=Ring an der Eiſenbahnunterführung
nach der Mombacher Straße eine Kiſte und traf eine
Dame am Kopfe. Die Getroffene wurde mit Hilfe
einiger Straßenpaſſanten nach ihrer Wohnung verbracht
Der zugezogene Arzt konſtatierte eine Gehirnerſchütterung.
Worms, 19. Okt. Die Gründung eines Großh
Heſſiſchen Luftfahrvereins Worms wurde
geſtern abend in einer gut beſuchten Verſammlung
unter Vorſitz des Oberſten v. Behr vorgenommen
Der Vorſitzende der heſſiſchen Vereinigung und des
Main=
zer Vereins hielt einen Vortrag über die Entwickelung
des Flugweſens und kam dann auf den Zweck der
Orga=
niſation zu ſprechen. Der Wormſer Verein hat für einen
Flugplatz zu ſorgen, wofür der Exerzierplatz jenſeits des
Rheins für ſehr geeignet gehalten wurde. Des weiteren
hat der Verein für die Errichtung einer Flughalle Sorge
zu tragen. Zum Vorſitzenden des Vereins wurde Oberſt
v. Behr, zum ſtellvertretenden Vorſitzenden Juſtizrat
Dr. Stephan und zum Schriftführer Stadtamtmann
Rahn gewählt.
Worms, 19. Okt. Feſtgenommen wurde ein
aus der Erziehungsanſtalt Gemünd an der Eifel
ent=
wichener 18 Jahre alter Zwangszögling von hier
und ein 21 Jahre alter Artiſt aus Spieldorf, der in
einer Darmſtädter Herberge verſchiedene
Gegen=
ſtände zum Nachteil eines Handwerksburſchen geſtohlen
har.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 19. Okt. Im
Kriegs=
getümmel verſchollen ſcheinen fünf Wagen der
Internationalen Schlafwagen=Geſellſchaft zu ſein, auf die
jetzt Türken, Bulgaren und Serben in friedlichem
Wett=
ſtreit fahnden. Die fehlenden Schlafwagen liefen teils
in dem ſogenannten Konventionalzuge Berlin-
Konſtan=
tinopel, teils im Orienterpreß, der von Oſtende abgelaſſen
wird. Der erſte der geſuchten Wagen iſt bereits in dem
am 28. v. M. von Berlin abgegangenen Zuge gelaufen,
alſo zu einer Zeit, in welcher die Orientzüge noch ziemlich
regelmäßig verkehrten. Ob die Vermißten nun in Kon=
ſtantinopel oder in Sofia oder in Belgrad „verſchoben”
und auf irgendeinen „toten Strang” geraten ſind, darüber
dürften nur die türkiſchen, bulgariſchen bezwi. ſerbiſchen
Bahnverwaltungen Auskunft geben können, wenn ſie Zeit
dazu haben. Sollten die Schlafwagen, was im
Kriegs=
getümmel nicht ausgeſchloſſen erſcheint, etwa zu
Militär=
transporten „requiriert” worden ſein, dann dürfte ihre
Rückſendung wohl etwas lange dauern. — Berlin SW.
war geſtern abend längere Zeit ohne elektriſchen
Srrom, was größere Betriebsſtörungen hervorrief.
In=
folge der Beſchädigung einer Dynamomaſchine in der
Zentrale der Berliner Elektrizitätswerke in der
Mauer=
ſtraße war zwiſchen 9 und 10 Uhr abends nicht allein der
Straßenbahnbetrieb unterbrochen, auch in den Theatern
ging das Licht aus, ſo daß das Publikum längere Zeit im
Dunkeln ſaß. Man half ſich mit Kerzenbeleuchtung. Erſt
gegen 10 Uhr nachts wurde der regelmäßige Zuſtand
wiederhergeſtellt. — Schriftſteller A. O. Weber der
ge=
ſchiedene Gatte der vielgenannten Frau von Schönebeck=
Weber, wurde heute vom Schöffengericht Charlottenburg
wegen verleumderiſcher Beleidigung des Chefredakteurs
der Allenſteiner Zeitung, Gerlach, zu ſechs Wochen
Ge=
fängnis und 50 Mark Geldſtrafe verurteilt. — Frau von
Schönebeck=Weber war geſtern vor das Schöffengericht
Berlin=Schöneberg geladen worden, um als Zeugin in
einer Privatklage vernommen zu werden, die der
Schrift=
ſteller Dr. Adrian Mohr gegen den Rechtsanwalt Walter
Braun, den früheren Vormund der Frau Weber,
ange=
ſtrengt hatte. Die Zeugin war ordnungsmäßig geladen,
aber nicht erſchienen, hatte vielmehr ein Schreiben an das
Gericht gerichtet, in welchem ſie mitteilte, daß ſie
nerven=
leidend ſei und ihr Geh. Medizinalrat Dr. Leppmann
generell verboten habe, ſich den Aufregungen einer
ge=
richtlichen Vernehmung auszuſetzen. Das Gericht war
der Anſicht, daß die Vernehmung dieſer Zeugin notwendig
ſei und beſchloß: da das Nichterſcheinen der Zeugin, die
ordnungsmäßig geladen worden, nicht als entſchuldigt
zu betrachten ſei, ſie zu 20 Mark Geldſtrafe und in
die durch ihr Ausbleiben verurſachten Koſten des
Ver=
fahrens zu verurteilen. Sie ſoll zu einem neuen Termin
geladen werden und eventuell ihre Vorführung erfolgen.
Frankſurt, 19. Okt. Der Vorſtand der
Frankfur=
ter Muſeums=Geſellſchaft veröffentlicht eine
Erklärung, in der er Proteſt erhebt und ſchwere
Vor=
würfe gegen den Muſikreferenten der
Frank=
furter Zeitung wegen unſachlicher Kritik über die
Konzertaufführungen. In der geſtrigen
Konzertveran=
ſtaltung kam es deshalb ſeitens der Konzertbeſucher zu
lebhaften Ovationen für den Muſikdirigenten Willem
Mengelberg und eine Deputation überreichte dieſem als
ſichtbares Zeichen der äußeren Anerkennung im Namen
weiter muſikaliſcher Kreiſe einen Lorbeerkranz. Infolge
dieſes Vorganges hat die Redaktion der Frankfurter
Zeitung von einem Referat über das Konzert abgeſehen
und dem Vorſtand der Muſeums=Geſellſchaft die ihr zur
Verfügung geſtellten Karten zurückgeſandt.
Meerholz, 19. Okt. Die verwitwete Gräfin Agmes.
zu Yſenburg und Büdingen in Meerholz, geb.
Prinzeſſin zu Yſenburg und Büdingen in Büdingen, iſt
im 70. Lebensjahre an den Folgen einer
Lungenentzün=
dung geſtorben.
Goch, 19. Okt. Durch eine Feuersbrunſt wurde
das Warenlager der Kolonialwarengroßhandlung und
Kaffeeröſterei Rech eingeäſchert. Das Feuer griff auf das
Hoſpital über und vernichtete deſſen Dachſtuhl, ſowie die
neuerbaute Kapelle. Die Kranken konnten geborgen
werden.
Verden, 19. Okt. Auf der Fahrt von Bremen nach
Verden erſchoſſen ſich heute nacht der 19jährige
Handlungsgehilfe Herold, gebürtig in Amerika, und die
16jährige Olga Welzin aus Verden.
Hamburg, 19. Okt. Die Bürgerſchaft beſchloß, den
Senat um die Vorlage betrefſend die Er b au un g
eines Bühnenhauſes für die großen Opern und
Schauſpiele zu erſuchen.
Hamburg, 19. Okt. Ein aufregender
Vor=
gang ſpielte ſich geſtern nachmittag am Juſtizgehäude
ab. Als der wegen Spionageverdacht in
Unterſuchungs=
haft befindliche Naujoks im erſten Stock vom
Unterſuch=
ungsrichter vernommen werden ſollte, ſprang er in einem
unbewachten Augenblick aus dem Fenſter, lief am
Ge=
ſims bis zur Dachrinne weiter, ſtürzte von hier aber auf
das Pflaſter ab, wo er einige Minuten bewußtlos liegen
blieb. Er erhob ſich dann aber wieder und rutſchte die
Wallanlagen hinunter. Hier wurde er von Beamten
ein=
geholt. Er hatte durch den Sturz ſchwere innere
Ver=
letzungen erlitten
Leipzig, 18. Okt. Die Stadtverordneten haben einem
Ratsbeſchluſſe beigeſtimmt, nach dem in die
Be=
triebsordnung für die elektriſchen Straßenbahnen in
Leipzig folgender Satz eingefügt wird: „Weibliche
Per=
ſonen, die ungeſicherte Hutnadeln tragen, ſind
von der Fahrt auszuſchließen‟. Dieſe Verord=
lacroir und Degas gelacht hat, und hüten Sie ſich vor
Gewiſſensbiſſen!‟ Die Händler der zweiten großen
modernen Malergeneration Frankreichs haben dann die
Spekulationsmethoden ausgebildet, deren ſich die
Aller=
jüngſten ſkrupellos bedienen. Die Methoden dieſes
moder=
nen Kunſthandels unterſcheiden ſich kaum von denen der
Börſe. Da gibt es z. B. die ſehr beliebten Scheinkäufe.
Ein Bild, das lange verſchmutzt und unbeachtet in einer
Ecke lag, erhält einen prächtigen Rahmen und eine ganze
Geſchichte. Drei oder vier Kaufleute übernehmen es zu
ſcheinbar immer höheren Preiſen und der Kunſtfreund
glaubt ſchließlich ein gutes Geſchäft gemacht zu haben,
wenn er 20000 Francs für ein Werk zahlt, das M.
Arſénieur ſo glücklich war für 16000 Francs von M.
Tripſon zu kaufen, der für dies Meiſierwerk 10000 Francs
M. Larvo zahlte, der es für 5000 Francs von M. Laviſer
erworben hatte. Der wichtigſte ſinanzielle Coup, der heute
ſo ſkruvellos geübt wird, iſt das „Lancieren” „Das „
un=
bekannte Genie” wird ausgewählt in größter Stille, wie
irgend ein fabelhaftes Bergwerk, deſſen Aktien man an
den Mann bringen will: man ſieht nichts von ſeinen
Wer=
ken, man weiß nur, daß es ein genialer Maler iſt.
All=
mählich fängt man dann an, davon zu ſprechen: Welcher
Jammer, daß dieſer Maler ruhmlos untergehen ſoll!
Dann ſieht man zwei oder drei Bilder von ihm, die letzten;
rührende Anekdoten werden über ihn in Umlauf geſetzt.
Einige Sammler kaufen aus frommer Neugier: man
ver=
anſtaltet eine Subſkription, um ein Bild den Muſeen zu
ſchenken. Dann erſcheinen neue Bilder und immer wieder
neue; die Lobeserhebungen ſteigern ſich. Endlich kommt
die Apotheoſe.‟ Der Händler aber, der das alles geſchickt
inſzeniert, verfährt mit dem aufgekauften Vorrat des neuen
Genies ſehr ſparſam, hält viele Werke zur Preisſteigerung
zurſck und bringt ſie ſo immer teuerer an den Mann.
** Der Eherekord der Burenfrau. Aus Natal wird
berichtet: Einen einzigartigen Rekord in der Weltchronik
der Ehe darf eine Burenfrau für ſich in Anſpruch neh=
men, die in Prätoria lebt, 78 Jahre zählt und ſich rühmen
kann, mehr Männer gehabt zu haben und mehr Kinder zu
beſitzen als alle anderen Frauen in Südafrika. Frau
Theila de Beer iſt heute Witwe; ſie begann die ſtattliche
Reihe ihrer Ehen als 18jähriges Mädchen. Damals
hei=
ratete ſie Petrus Jacobus Lubbe, der aber bald ſtarb und
ſie mit einem Kinde zurückließ. Zehn Monate ſpäter
nahm ſie einen zweiten Mann, einen Witwer mit drei
Kindern, aber nach einem Jahr und fünf Monaten entriß
das Schickſal ihr auch dieſen Lebensgefährten, und ſie blieb
als Witwe mit vier Kindern zurück. Zum dritten Mal
trat ſie fünf Monate ſpäter vor den Traualtar, auch
dies=
mal ſchenkte ſie einem Witwer ihre Hand, nur daß der
diesmal gewählte Gatte gleich ſieben Kinder mit in die
Familie brachte. Mit ihm lebte ſie elf Jahre lang in
glücklicher, friedlicher Ehe, ſchenkte ſieben Kindern das
Leben, aber dann ward ihe auch dieſer Mann entriſſen.
Nun blieb ſie fünf Jahre lang Witwe, doch nach Ablauf
dieſer Zeit heiratete ſie zum vierten Male: diesmal einen
Witwer mit acht Kindern. Sie ſchenkte ihrem Manne noch
vier Kinder dazu und nach elf Jahren ſtarb der glückliche
Vater. Fünf Jahre darauf heiratete ſie Hendrik Klopper
nach elf Jahren mußte auch er in die Grube, nachdem er
an zehn Kindern Vaterfreuden erlebt hatte. Nun gingen
zwei Jahre ehelos dahin, als aber die Witwe Hendrik van
Wyk kennen lernte, ſprach ihr Herz noch einmal und ſie
reichte dieſem ſechſten Erwählten die Hand: Hendrik van
Wyk war gleich der Mehrzahl ſeiner Vorgänger Witwer
und brachte fünf Kinder mit in die Familie. Vor kurzem
hat ihn nun der Tod dahingerafft, nachdem er elf Jahre
lang als glückliches Familienoberhaupt dem höchſt
ſtatt=
lichen Haushalte vorgeſtanden hatte. Die trauernde Witwe
iſt heute Mutter und Stiefmutter von 49 Kindern und
zugleich Großmutter von 270.
— Wie man abſtauben ſoll. Zu den vielen kleinen
hygieniſchen Alltagsſünden, die man aus Nachläſſigkeit
oder Unwiſſenheit begeht, gehört auch das falſche Ab
ſtauben. Staub, auch der Staub in den Wohnungen, iſt
bekanntlich die Brutſtätte von vielen hunderten von
Ba=
zillen und Krankheitskeimen, und eine gründliche, täglich
zu wiederholende Beſeitigung dieſes Staubes gehört zu
den wichtiaſten Aufgaben der Hausfrau. Gewöhnlich=wird
das Aufwiſchen des Staubes in der Art beſorgt, daß mit
einem Tuch oder Wedel der Staub von den Gegenſtänden
abgefegt wird, ſo daß er im Zimmer aufwirbelt und ſich
nach kurzer Zeit wieder abſetzt. Die Ausſtellung „Der
Menſch” in Darmſtadt, zeigt in mehreren Abbildungen die
Mängel eines verkehrten Staubwiſchens und belehrt uns,
wie dieſe Arbeit richtig vorgenommen werden ſoll. Die
beſte Art des Staubwiſchens geſchieht, wie zwei
anſchau=
liche Bilder dartun, mit einem weichen Lederlappen, der
eine Spur Feuchtigkeit enthält. Man wiſcht damit den
Staub von den Möbeln und anderen Dingen ab und rollt
ihn ein, ſo daß das Umherwirbeln im Zimmer und damit
die Einatmung vermieden wird. Auch das Einatmen
des Staubes bei dem meiſt nicht zu umgehenden
Aus=
klopfen von Tevpichen, Polſtern ꝛc. kann, dadurch
un=
ſchädlich gemacht werden, daß man beim Ausklopfen
einen Atemſchützer mit Wattefilter trägt, der das Atmen
geſtattet, aber den Staub zurückhält.
* Schundliteratur. Aus Madrid wird gemeldet: Im
Heraldo erſcheint jetzt der bereits angekündigte Roman
des italieniſchen Komponiſten Toſelli, des Gatten der
Gräfin Montignoſo. Toſelli hat ſeinen Roman an den
Verlag Escamez, Hiſpano=Americana verkauft, der ihm
dafür 680000 Mark garantiert haben ſoll. Unter dem
Titel „Gatte einer Hoheit” beſchreibt Toſelli den Beginn
des Liebeslebens mit der Gräfin Montignoſo, die ihm,
wie aus den erſten Blättern des Buches bereits
unzwei=
deutig hervorgeht, ſtarke Avancen gemacht hat. Das erſte
Kapitel des Romans betitelt Toſelli mit „Ich habe ge
ſchwankt”.
nung ſollte bei jedem öffentlichen Fahrbetrieb, auch auf
den Staatsbahnen, eingeführt werden.
Fürſtenberg a. O., 19. Okt. Geſtern vormittag gegen
10 Uhr ſtieß bei Treppeln ein von Groß=Muckrow
kom=
mendes Automobil gegen einen Baum, ſtürzte die
Böſchung hinab und überſchlug ſich. Die Inſaſſen
wur=
den herausgeſchleudert. Der Fahrradhändler Machnow
erlitt einen Schädelbruch, zwei andere Männer
Rippen=
brüche. Eine Dame kam mit Hautabſchürfungen davon.
Poſen, 18. Okt. Zu der ſenſationellen
Mord=
affäre der Frau Blume gehen den Blättern
wei=
tere Mitteilungen zu, die den myſteriöſen Fall immer
rätſelhafter erſcheinen laſſen. Ein eigentliches Motiv für
die Tat fehlt nach wie vor und die Mörderin hat keinerlei
überzeugende Erklärungen geben können. Der Ehemann
hat das liederliche Vorleben der Frau gekannt und ſie
trotzdem geheiratet. Er verkehrte auch mit Dr.
Rodenacher, der den Ehebruch begangen hat, in
freundſchaftlicher Weiſe weiter. Für die Ueberlegung bei
der Mordtat ſpricht der Umſtand, daß ſie ſich am Tage
vor der Tat einen Revolver kaufte, während ſie bereits
einen Monat vorher ebenfalls eine Schußwaffe in
dem=
ſelben Geſchäft erſtand. Da dieſer Revolver in
Gewahr=
ſam des Mannes gefunden wurde, folgert man daraus,
daß ſie bereits früher ihren Mann bedroht haben muß,
wobei er ihr die Mordwaffe wohl entriſſen hat, um ſie
einzuſchließen. Dr. Rodenacher verwahrt ſich gegen die
Annahme, daß er ein längeres Liebesverhältnis mit der
Frau unterhalten habe. Angeblich wollte er ſie ſeit
An=
fang Auguſt nicht mehr geſehen haben. Es ſteht aber feſt,
daß am Tage nach der Mordtat Frau Dr. Blume den
Arzt aufgeſucht und mit ihm über die Tat geſprochen hat.
Dr. Rodenacher iſt verheiratet und Vater von zwei
Kin=
dern. Die Affäre hat aber für ihn inſofern unangenehme
Folgen gehabt, als er gezwungen wurde, ſeinen Abſchied
als Reſerveoffizier einzureichen. Es hat ſich eine Zeugin
gemeldet, die am Mordtage den Dr. Rodenacher in
dem=
ſelben Zuge geſehen haben will, der das Ehepaar nach
Unterberg gebracht hat. Dr. Rodenacher hat aber einen
einwandfreien Alibibeweis angetreten, da ihm ſein
Kran=
kenbeſuchsjournal dies leicht ermöglicht. Die Mörderin
wird wahrſcheinlich der Landesirrenanſtalt in Gneſen
zwecks Beobachtung ihres Geiſteszuſtandes zugeführt
werden. Die Verhandlung iſt früheſtens Anfang
Dezem=
ber zu erwarten.
Rom, 18. Okt. Der Kommandant der königlichen
Leibwache, Major Giovanni Lang, der bei dem
Mord=
anſchlag auf den König Viktor Emanuel am 14.
März d. J. einen Schuß in den Nacken erhielt, war bis
zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit beurlaubt. Die
Wunde im Nacken iſt völlig geheilt, jedoch iſt eine
Schwäche des Geſichts und eine Schwerfälligkeit in der
Bewegung des rechten Armes zurückgeblieben, für deren
Beſeitigung der Major eine Kur in den Bädern von
Acqui gebraucht hat. Die behandelnden Aerzte verſichern,
daß dieſe Folgeerſcheinungen der Verwundung binnen
wenigen Monaten völlig verſchwunden ſein werden. Lang
nimmt daher ſeinen Dienſt wieder auf und wird bei der
bevorſtehenden Rückkehr des Hofes nach Rom wieder das
Kommando der Corazzieri führen.
Brüſſel, 19. Okt. Die Klagen, die bisher wegen des
Schwindlers Wilmart eingebracht wurden,
be=
laufen ſich auf 40 Millionen Francs. Ein älterer Bruder
Wilmarts, Henry, wurde geſtern auf dem Bahnhofe
Char=
leroi verhaftet und dem Unterſuchungsrichter vorgeführt.
Er ſteht unter dem Verdachte, an den Schwindeleien ſeine
Bruders beteiligt geweſen zu ſein. Die Familie
Wil=
marts ſoll ſich bereit erklärt haben, ihr ganzes Vermögen
der Behörde zur Verfügung zu ſtellen, um die Opfer des
Flüchtigen zu entſchädigen.
London, 19. Okt. Zur Meldung, Asquith müſſe
ſich zur Entfernung eines Gewächſes an der Schulter
einer Operation unterziehen, wird amtlich erklärt,
daß der Premierminiſter gegenwärtig geſundheitlich ſich
viel beſſer befindet. Es iſt zutreffend daß Asquith ſich
gelegentlich einer Operation unterzieht, doch wird der
Eingriff leicht ſein, ſo daß dabei nicht einmal ein
ſchmerz=
ſtillendes Mittel angewendet zu werden braucht.
Narva, 19. Okt. Als der im hieſigen Hafen ankernde
Dampfer „Romford” ſeine Ladung aufnahm, riß die
Kette des die Laſten befördernden Hebekranes und
eine Anzahl ſchwerer Eiſenplatten, die der Kran eben in
den Laderaum befördern wollte, fielen auf die im Schiff
befindlichen Steuerleute. Vier Mann wurden auf der
Stelle getötet, achtzehn ſchwer und zwölf leicht verwundet.
New=York, 18. Okt. Im Prozeß gegen den
Polizeileutnant Becker wurde geſtern von der
Verteidigung, die eine Verſchwörung der Spielhalter
gegen Becker nachweiſen will, mit der Vorführung der
Zeugen begonnen. Der erſte Entlaſtungszeuge iſt der
Diſtriktsanwalt, der über die Zeit Ausſagen machte, zu
der er Becker in der Mordnacht auf der Polizeiſtation
ge=
ſehen haben will. Der Journaliſt Hawley erklärte, in der
Zeit, wo Roſe angeblich mit Becker konferiert habe, ſei er
mit Becker allein geweſen. Der Zeuge Sullivan
be=
hauptet, Roſe, Vallon und Webber hätten im Gefängnis
die Ausſagen ſtudiert, die ſie vor Gericht gegen Becker
gemacht hätten.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion iyr Urteil voc.)
— Ueber Alexander und Lilli
Petſchni=
koff, die am nächſten Donnerstag die diesjährige
Winter=
ſaiſon des Richard Wagner=Vereins eröffnen
wer=
den, leſen wir in der Weimariſchen Landeszeitung
Deutſchland: „Geſtern abend veranſtaltete der berühmte
ruſſiſche Geiger Profeſſor Alexander Petſchnikoff unter
Mitwirkung ſeiner jugendſchönen, an die hebeähnlich
leuch=
tende Anmut gewiſſer Tanagrafiguren gemahnende Frau
Lilli Petſchnikoff und des Pianiſten Willi Bardas ein
Konzert. Wiederum werden ſie die Goethe= und
Schiller=
ſtadt mit dem erhebenden Bewußtſein verlaſſen haben,
daß ſie uns einen ſchier einzigartigen Genuß bereiteten.
Man kann nur das eine Wort wiederholen: Petſchnikoffs
geniales Spiel wie auch das ſeiner Frau ſteht einfach über
der Kritik. Da ſchweigt der Rezenſent, legt die Feder
bei=
ſeite und ſchwelgend in der Erinnerung an den Genuß
zweier traumhaft und doch überlebensvoll
dahingerauſch=
ter Stunden, bedauert er nur diejenigen, die an ſeinem
Genuſſe nicht teilnehmen konnten. Schon die Wahl des
Programms verriet einen echt klaſſiſchen Geſchmack Herr
Petſchnikoff, ſeine Frau und der mitwirkende
Klavier=
virtuoſe Herr Bardas verliehen dieſer ewig jungen Muſik
erſt das wirklich blühende, zweite Leben.”
Der Balkankrieg.
Die Türkei.
* Konſtantinopel, 18. Okt. Die türkiſche Preſſe
veröffentlicht enthuſiaſtiſche Artikel, in denen die
allge=
meine Genuatuung über die Erklärung des Krie=
ges ausgeſprochen und die Entſcheidung der Regierung
gebilligt wird.
* Konſtantinopel, 18. Okt. Zur Deckung der
Ausgaben für die drei Monate der Mobiliſierung
ind durch ein proviſoriſches Geſetz Kredite in Höhe
von 6 526 116 Pfund bewilligt. — Die
Provinzialbehör=
den forderten die bulgariſchen und ſerbiſchen Konſuln
uf, die Türkei zu verlaſſen.
* Konſtantinopel, 19. Okt. Die Abendblätter
melden, daß der Finanzminiſter mit der „Dette Publique‟
ein Abkommen auf Gewährung eines Vorſchuſſes
on 150000 Pfund abgeſchloſſen habe. Nach Alemdar
boten die Firſt Nationalbank, die National City Bank,
ſowie die Firmen J. P. Morgan u. Compagny, Kuhn,
Löb u. Compagnie der Türkei eine Anleihe von 250
Millionen Pfund an.
HB. Berlin, 19. Okt. Den noch in der Türkei
be=
findlichen preußiſchen Offizieren iſt ſtreng
unterſagt worden, an den kriegeriſchen Operationen
teil=
zunehmen. Es iſt dies geſchehen, weil ſie zu ihrer Armee
ioch im Zurdispoſitions=Verhältnis ſtehen. Sie bleiben
daher entweder in ihren bisherigen Garniſonen als
Orga=
niſatoren von Reſerveverbänden zurück oder werden in
Deutſchland verwendet.
Die Balkanſtaaten.
* Sofia, 18. Okt. Miniſterpräſident Geſchow
richtete an die Miniſterpräſidenten Griechenlands,
Ser=
biens und Montenegros Telegramme in denen
ihnen mitgeteilt wird, daß am Vormittag für den Sieg
über den gemeinſamen Feind Bittgottesdienſte
abgehal=
ten, vom Metropoliten von Sofia inbrünſtige Gebete für
ie Geſundheit der vier verbündeten Souveräne und des
Kaiſers von Rußland, den Schutzherrn der orthodoren
Völker, ſowie für den Erfolg der vier verbündeten
Natio=
nen geſprochen ſeien. Ich freue mich, ſo heißt es in der
Depeſche, Ihnen von dieſer ergreifenden Zeremonie
Mit=
teilung machen zu können, durch die unſere heilige Kirche
das Ereignis ſegnete, das zum erſtenmal in der Geſchichte
der Balkanvölker zu verzeichnen iſt. Ich bitte Sie, meine
Glückwünſche entgegenzunehmen, ſowie meine
aufrichtig=
ſten Wünſche, daß unſer Werk von einem guten und
glück=
lichen Ende gekrönt werden möge. Ich flehe zum
All=
nächtigen, daß die verbündeten Heere ſiegreich aus dem
Kampfe hervorgehen, in dem wir für eine Sache
eintre=
ten, die nur groß und erhaben ſein kann, da ſie vier
er=
lauchte Souveräne und vier arbeitſame, für den
Fort=
ſchritt freundliche Völker zu verbinden imſtande war.
* Belgrad 18. Okt. Die ſerbiſche Preſſe
drückt ihre Befriedigung über die Kriegserklärung
aus. Sie erklärt, der nun ausgebrochene Krieg werde ein
Befreiungskrieg ſein, der im Namen der gedrückten
Stammesgenoſſen, des Rechts, der Gerechtigkeit und der
menſchlichen Kultur geführt werden müßte.
* Athen, 18. Okt. Das Reuterſche Bureau erhält
von einem gewöhnlich gut informierten Korreſpondenten
folgende peſſimiſtiſche Darſtellung über
Griechen=
lands Kriegsbereitſchaft: „Ueber die Lage iſt
in den denkenden Klaſſen Griechenlands das Gefühl
vor=
herrſchend, daß das Land ein gefährliches Unternehmen
begonnen hat, ohne eine poſitive Verſicherung zu haben,
daß es auch einen nennenswerten Vorteil daraus ziehen
wird, ſelbſt wenn die Balkanſtaaten aus dem Kriege
ſieg=
reich hervorgehen ſollten. Griechenland, ſo ſagt man, iſ
nicht bereit zum Losſchlagen. Seine Marine, die die
Hauptmacht bilden ſollte, iſt immer noch bei weitem der
Flotte unterlegen, die die Türkei konzentrieren kann, went
der Frieden in Ouchy unterzeichnet werden wird. Hierzu
ommt noch, daß die franzöſiſchen Inſtrukteure die
not=
vendigen Reformen in der Armze in der kurzen Zeit, in
der ſie tätig ſind, nicht durchgreifend haben durchführen
können, und viele ſchwache Punkte werden ſich in der
mili=
täriſchen Organiſation herausſtellen. Kurz geſagt, went
irgend ein Land, das zu der Balkanföderation gehört
einen Vorteil aus dem jetzigen Konflikt ziehen wird, ſo
wird es Bulgarien ſein, das, wie man fürchtet, ſich auf
Koſten der griechiſchen nationalen Intereſſen in
Maze=
donien bereichern wird. Aus dieſem Grunde ſehen viele
Griechen der Zukunft äußerſt ſkeptiſch entgegen und ihr
Enthuſiasmus iſt kein ungetrübter.”
* Athen 18. Okt. In der Kammer machte der
Miniſter des Aeußern Mitteilung von der
Kriegserklärung und verlas die von dem
Geſand=
ten Gryparis überreichte Note Der Miniſter erklärte:
Bis zum letzten Augenblick hat die Türkei nicht aufgehört,
Schritte zu unternehmen und Verſprechungen zu machen,
um Griechenland von der Entente der Balkanſtaaten
los=
zulöſen. Miniſterpräſident Venizelos verlas eine königliche
Botſchaft, die beſagt, daß die Leiden der unterdrückter
Brüder die Balkanſtaaten gezwungen hätten. zu den
Waffen zu greifen. Venizelos verlas weiter ein Telegramm
des Thronfolgers, worin dieſer den griechiſchen Einmarſch
in türkiſches Gebiet meldet. Der Marineminiſter
gab die Abfahrt der griechiſchen Flotte bekannt, deren
ein=
ziger Wunſch ſei, die türkiſche Flotte ihren Ankerplatz
ver=
laſſen zu ſehen. Der Präſident der Kammer, deſſen
Stimme von dem begeiſterten Beifall der Verſammlung
bertönt wurde, erbat die Genehmigung, im Namen des
Parlaments den Verbündeten einen neuen brüderlichen
Gruß zukommen zu laſſen, jetzt „wo im Namen der
chriſt=
lichen Ziviliſation die Geſchütze gegen die Barbarei
don=
nern unter der Begeiſterung von ganz Griechenland”.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Konſtantinopel 19. Okt. Die Offenſive
der Türken gegen die Bulgaren entwickelt ſich weiter.
Der Angriff auf Muſtaffa Paſcha wurde in der Nacht von
Mittwoch auf Donnerstag unternommen. Der Kampf
dauerte den ganzen folgenden Tag an. Hierauf trat eine
Pauſe ein. Die Offenſive wurde dann mit neuen
An=
griffen wieder aufgenommen, und die Bulgaren
muß=
ten zurückweichen. Die Türken befinden ſich bereits
auf bulgariſchem Gebiete und ſind in der Gegend von
Tomroſch, die vier Wegſtunden von der Grenze entfernt
iſt, vorgedrungen. Der Einbruch der türkiſchen Truppen
auf bulgariſches Territorium wird offiziell vom
Kriegs=
miniſter beſtätigt, der hinzufügt, daß die Eiſenbahnlinien
zerſtört worden ſind. Die Bulgaren ſelbſt ſollen zwei
wichtige Brücken bei Podgoritza in die Luft geſprengt
haben.
* Konſtantinopel 19. Okt. Alemdar meldet
über die Niederlage der Bulgaren bei
Karabu=
nar: Die Bulgaren zogen ſich unter großen Verluſten eine
halbe Stunde in das Innere zurück. Der
Albaneſen=
führer Juſſuf teilte mit, daß alle Albaneſen von Ober=
Dira ſich nach dem Kriegsſchauplatz begeben haben.
* Saloniki, 18. Okt. Das Gefechit bei
Pudu=
owo und Propolatz an der ſerbiſchen Grenze nahm
einen größeren Umfang an. Auf beiden Seiten trafen
Verſtärkungen ein. Die Türken ſchlugen alle Angriffe der
Serben zurück. Auf beiden Seiten wurde mit der größten
Erbitterung gekämpft. Die Verluſte ſind unbekannt. Wie
es heißt, treffen die Serben Anſtalten, in der Gegend von
Novibazar einen Uebergang über die Grenze zu
er=
zwingen.
* Belgrad, 19. Okt. Aus Niſch eingetroffene
Privatmeldungen beſagen, daß türkiſche Banden die
ſerbiſche Grenze ſüdweſtlich von Kruſchewatz
über=
ſchritten haben. In drei ſerbiſchen Dörfern verübten ſie
Maſſakres. Die amtliche Beſtätigung der Nachricht ſteht
noch aus.
* Athen, 19. Okt. Die Feindſeligkeiten an
der Grenze haben geſtern früh 6 Uhr begonnen. Das
griechiſche Heer hat die Grenze überſchritten. Man macht
ſich auf baldige Kämpfe mit der türkiſchen Flotte gefaßt,
welche die dreifache Aufgabe hat, die Truppen=
Trans=
porte von Kleinaſien nach Europa zu unterſtützen, die
bul=
gariſchen Häfen zu bombardieren und endlich die
griech=
iſche Flotte zu zerſtören.
* London, 19. Okt Der Athener Korreſpondent
des Daily Telegraph traf die griechiſchen Miniſter bei
ihrer Rückkehr vom Königspalaſt. Sie erzählten ihm,
daß die griechiſchen Truppen in Theſſalien am
Freitag morgen 6 Uhr einen Angriff unternahmen und
im Vorrücken begriffen ſeien. Der Kronprinz
tele=
graphierte aus Theſſalien geſtern nachmittag 3½ Uhr: die
erſte Diviſion durch Meluna und die zweite über die
Kutzochero=Brücke auf türkiſchem Gebiet vorwärts.
Widerſtand wurde nicht geleiſtet. Ein Bericht aus
Kon=
ſtantinopel beſagt, daß die griechiſche Armee von Türken
in der Nähe von Meluna angegriffen worden iſt, und daß
eine Schlacht im Gange ſei. Meluna liegt ingder Nähe
von Lariſſa.
Eine Proklamation des Sultans.
* Konſtantinopel, 19. Okt. Eine an die Land=
und Seeſtreitkräfte gerichtete Proklamation des
Sultans beſagt:
„Seit Jahrhunderten hat es keinen ſo wichtigen
Mo=
ment für unſer Vaterland gegeben wie den jetzigen.
Unſere Nachbarn, mit denen wir in Frieden leben wollen,
haben, über Geſetz und Gerechtigkeit ſich hinwegſetzend,
alle Rechte mit Füßen tretend und die Ratſchläge Europas
nicht achtend, uns provoziert, um den Erfolg der
Bemühungen, die wir zur Aufrechterhaltung des
Frie=
dens entfaltet haben, zu vereiteln. Die ganze Nation hat
mit Entrüſtung die verwegene Sprache unſerer Gegner
vernommen und überläßt Euch die Pflicht, zu antworten.
Ihr müßt dieſe Sprache rächen, Ihr müßt die Ehre
und die Rechte meiner Regierung verteidigen und der Welt
beweiſen, daß die alten, ererbten ottomaniſchen
Tugen=
den unverändert geblieben ſind und daß Ihr die
helden=
hafte Ueberlieferung Eurer Vorfahren hochhaltet, die
einſt, eine kleine, tapfere Schar, von Anatolien nach
Europa zogen und große Landſtriche eroberten, mit einem
Heldenmut, der die Welt in Erſtaunen ſetzte.
Eure zweite Pflicht iſt, Ordnung und
Diszip=
plin zu zeigen und nicht ohne Grund oder grauſam Blut
zu vergießen, Greiſe, Frauen und Kinder gut zu
behan=
deln und Leben und Habe der nicht bewaffneten
Bevölke=
rung und ihre Kulturſtätten zu ſchonen. Mit
jenen Unglücklichen aber, die gegen Euch kämpfen werden,
nur weil ſie dem Befehl ihrer Vorgeſetzten gehorchen
müſſen, die aber in ihrem Innern den Krieg verfluchen
und Euch aufrichtig die Hand entgegenſtrecken wollen,
müßt Ihr Erbarmen haben und vor der ziviliſierten
Welt, die Euch wenig kennt, beweiſen, daß die
Otto=
manen zu den ziviliſierten Nationen gehören. Vorwärts!
Gott möge Euch zum Siege führen!“
Zar Ferdinand an ſeine Armee.
* Sofia, 19. Okt. Der König richtete an die
Armee eine Proklamation in der es heißt:
Die unerhörten Leiden unſerer Stammesgenoſſen im
tür=
kiſchen Reiche, die ſchon lange unſere Herzen quälten,
riefen den gerechten Unwillen unſerer Nation hervor. Als
die friedlichen Mittel, die darauf gerichtet waren, das
Leben dieſer Märtyrer, unſerer Bluts= und
Glaubens=
brüder, beſſer zu geſtalten, erſchöpft waren, konnten wir
als treuer Dolmetſch der nationalen Aſpirationen ihrem
Stöhnen gegenüber nicht kalt bleiben und beauftragten,
durch unſere vielgeliebte Nation unterſtützt, unſere wackere
Armee, die Grenze zu überſchreiten, und den Kampf gegen
den Jahrhunderte alten Feind zu beginnen. Unſer Werk
iſt heilig und menſchlich. In dieſem für das Los unſeres
geliebten Vaterlandes bedeutungsvollen Moment ſind wir
ſicher, daß alle Mitglieder der Armee von der Wichtigkeit
ihrer Miſſion durchdrungen ſind und die Hoffnungen
rechtfertigen, die die Nation auf ſie ſetzt. Vorwärts mit
der Hilfe des Rechts und der Waffen! Der Gott der
Ge=
rechtigkeit führe unſere Rechte!”
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 19. Okt. Türkiſche Blätter
melden: Die durch albaneſiſche Freiwillige verſtärkten
unter Führung des früheren Deputierten Haſſan Bey
und des Notabeln Zeinlah verſtärkten Truppen ſind
nach Podiva und Kupovnik aufgebrochen. Nach
einem heftigen Kampf iſt es ihnen gelungen, die ſerbiſchen
Truppen, die die Grenze überſchritten hatten,
zurück=
zuwerfen. Die ottomaniſchen Truppen überſchritten
bei Banicka die ſerbiſche Grenze Die Serben flohen in
Unordnung ins Innere des Landes. Die türkiſchen
Trup=
pen rückten bis Kurſumlija, das ſie eingeſchloſſen haben.
Die Serben ſollen große Verluſte erlitten haben. Ein
Offizier und eine Anzahl Soldaten ſind zu Gefangenen
ge=
macht worden.
* Sofia, 19. Okt. Die Truppen der mazedoniſchen
Armee überſchritten die Grenze und nahmen nach einem
Kampfe Zarewo Selo Gorna und Dſchumga. Die
Rhodopotruppen überſchritten gleichfalls die Grenze
und rücken auf türkiſchem Gebiet vor. Das auf Adrianopel
marſchierende Armeekorps warf den Feind auf der
gan=
zen Linie und nahm Muſtaffa Paſcha. Der König und die
Prinzen begaben ſich geſtern in Begleitung des
Ober=
kommandierenden, des Generals Eſawow, nach den
Grenzorten Harmanli und Belica. Sie verfolgten mit
Feldſtechern von den Höhen aus den Vormarſch des
bul=
gariſchen Korps, die nacheinander mehrere befeſtigte
Punkte um Muſtaffa Paſcha beſetzten, das ſelbſt bald
darauf fiel.
* Konſtantinopel, 19. Okt. Die Blätter melden:
Die Kreta=Schutzmächte erklärten in ihrer Antwort
auf den Schritt der Pforte, ſie betrachteten die Zulaſſung
der kretiſchen Abgeordneten in die griechiſche Kammer als
ungültig und würden keine Aenderung des status quo
auf Kreta auch nach dem Kriege zugeben. Italien ſoll
in Athen Schritte zur Aufrechterhaltung des status quo
auf Kreta unternomen haben.
* Salonik, 19. Okt. Die Serben erlitten bek
Podujewo ſchwere Verluſte. Ein Bataillon
wurde faſt aufgerieben. Die Türken verfolgten die Ser= bis weit auf ſerbiſches Gebiet. Auch in der Gegend
von Prepolac wurden die ſerbiſchen Truppen unter emn
findlichen Verluſten zurückgeworfen. Von der griechiſ=
Grenze ſind hier die erſten Verwundeten eingetroffe
verlautet, gingen die Griechen bei Ligarpo zum Angriff
über.
* Podgoritza, 19. Okt. Sahim Bey, der ſich in
Plawa aufhielt, und mit 2000 Arnauten nach Becane eilte,
um es zurückzuerobern, fiel geſtern in einen
montene=
griniſchen Hinterhalt der nördlichen Kolonne.
Die Truppen wurden nach einem verzweifelten Kampfe
faſt vollſtändig aufgerieben. Sahim und 280
Mann wurden gefangen und nach Podgoritza geſchafft.
* Athen, 19. Okt. Die Blockade von
Pre=
veſa durch das griechiſche Geſchwader iſt amtlich
bekannt=
gegeben worden.
Konſtantinopel, 20. Okt. Nach einer
amt=
lichen Meldung ſtieß die türkiſche Flotte auf der
Höhe von Warna im Schwarzen Meer auf bulgariſche
Torpedoboote und zwang ſie, ſich in den Hafen
zurückzuziehen. — Die Kämpfe an der ſerbiſchen und
bulgariſchen Grenze dauern fort: beſonders heftig wird
nördlich von Priſchtina gekämpft.
* Konſtantinopel, 20. Okt. Die türkiſche
Flotte etablierte die Blockade der bulgariſchen
Küſte bei Warna und Burgas.
Ein furchtbares Ballonunglück
das einen unſerer beſten Luftpiloten den Tod finden
ließ, hat ſich am geſtrigen Sonntag ereignet. Es wird
darüber gemeldet:
* Spansberg, 21. Okt. Derin Bitterfeld aufgeſtiegene
Freiballon „Berlin II” explodierte geſtern nachmittag
gegen 2 Uhr plötzlich in der Nähe von Spansberg. Der
Ballon war in Gewitterwolken geraten und dort
wahr=
ſcheinlich von einem Blitzſtrahl getroffen worden
Die beiden Inſaſſen des Korbes, deren Hilfeſchreie man
aus der Luft noch hören konnte, waren bei Ankunft von
Hilfe ohne Lebenszeichen. Sie hatten ſich in die Stricke
des Ballons verfangen und hingen über den Korbrand
hinaus. Der eine hatte das Genick gebrochen, während
dem anderen von einer Sauerſtofflaſche das Bein
zer=
ſchmettert worden war. Durch die vorgefundenen
Pa=
piere ſtellte man feſt, daß es ſich um den Oberleutnant
Kieler und den Oberingenieur Goericke handelt.
Die Uhren der Toten zeigten 1 Uhr 50 Minuten.
Das Höhenbarometer, das ſtark beſchädigt war, ließ den
raſchen Aufſtieg des Ballons auf 3000 und plötzlich auf
5000 Meter erkennen. Augenſcheinlich hatte der
Führer einer Gewitterböe entgehen wollen und dadurch
die Kataſtrophe herbeigeführt. Die Leichen wurden nach
Spansberg gebracht.
Luftfahrt.
Süddeutſcher Rundflug.
* Nürnberg, 19. Okt. Zur 3. Etappe
Nürn=
berg-Ulm ſind heate früh aufgeſtiegen: Leutn.
Joly (Rumpler=Taube) um 6.58 Uhr, Oberingenieur
Hirth (Rumpler=Eindecker) um 7.09 Uhr.
* Nürnberg, 19. Okt. Zur 3. Etappe ſind weiter
aufgeſtiegen: Leutn. Vierling um 7.37 Uhr, Leutn.
Beißbarth 7.52 Uhr, Baierlein 7.53 Uhr,
Butt=
lar 7.54 Uhr. Buttlar iſt um 7.58 Uhr bei Stein
ge=
landet und kehrte nach dem Flugplatz zurück, von wo
er von neuem ſtartete. Alsdann ſtartete Leutn. Hailer
um 8 Uhr 5 Minuten.
* Nürnberg, 19. Okt. Heute früh zwiſchen 7 und
8 Uhr ſtiegen die ſieben hier gelandeten Teilnehmer
zum Fluge nach Ulm auf. Es herrſcht böiges Wetter.
* Nürnberg, 19. Okt. Leutn. v. Buttlar iſt um
9 Uhr 56 Min. wieder aufgeſtiegen; Leutn.
Beiß=
barth iſt 500 Meter öſtlich von Weſtheim wegen
Ben=
zinmangels gelandet.
* Ulm, 19. Okt. Der Flieger Oberingenieur Hirth
iſt heute vormittag 8 Uhr 47 Min. als Erſter nach
präch=
tigem Gleitfluge hier glatt gelandet. — In
Nürn=
berg herrſchte heute morgen böiges, in Ulm trübes
Wetter.
* Ulm, 19. Okt. Auf dem hieſigen Flugplatz haben
die heutige Etappe außer Hirth noch weiter beendet:
um 10.17 Uhr Baierlein, um 10.14 Uhr Joly, um
10.24 Uhr Vierling. Aus Cannſtatt verlautet, daß
Leutnant Engwer, der dorthin geſtern von Darmſtadt
geflogen war, um 10 Uhr 20 Min. zum Fluge hierher
auf=
geſtiegen iſt.
* Ulm, 19. Okt. Der Flieger Engwer iſt 11 Uhr
13 Min. hier gelandet. Hailer mußte bei Blindheim,
unweit von Donauwörth, niedergehen; v. Buttlar iſt
von Gunzenhauſen wieder nach Nürnberg zurückgeflogen
und um 9.55 Uhr wieder geſtartet.
* Giengen a. d. Brenz, 19. Okt. Heute nachmittag
¼1 Uhr nahm der an dem Süddeutſchen Rundfluge
teil=
nehmende Leutn. Beißbarth in der Nähe des
Fried=
hofes eine Zwiſchenlandung zur Einnahme von Benzin
vor. Die Landung vollzog ſich glatt. Die Flieger ſtiegen
nach einigen Minuten wieder auf; als ſie bereits in
be=
trächtlicher Höhe waren, wurde der Apparat von einem
Windſtoß erfaßt und ſtürzte ſenkrecht zur
Erde nieder. Beißbarth und ſein Paſſagier Lange
wurden unter dem Motor begraben und waren auf der
Stelle tot.
* Ulm, 20. Okt. Der Start zur letzten
Gruppe begann ſehr früh auf dem hieſigen
Exerzier=
platz. Das Wetter hatte ſich gegenüber den letzten
Wochen=
tagen ſehr gebeſſert. Als erſter ſtieg Leutnant v. Buttlar
bei Berthelmeß=Aurach auf, wo er geſtern niedergegangen
war. Den erſten Start in Ulm machte der bayeriſche
Leutnant Hailer mit ſeinem neuen Paſſagier, dem
Leutnant Palmer auf Otto=Doppeldecker. Es folgte
Hirth um 7 Uhr 8 Min. Dieſer landete glatt auf dem
Flugplatz Oberwieſenfeld bei München um 7 Uhr 56 Min.
Leutnant Bierling ſtieg in Ulm um 7 Uhr 28 Min.
auf und landete gleichfalls kurz nach 8 Uhr. Baierlein,
der um 7 Uhr 14 Min. ſtartete, mußte bereits um 7 Uhr
16 Min. wegen eines am Apparat auftretenden Schadens
eine Notlandung vornehmen, wobei das Fahrgeſtell des
Flugzeugs zertrümmert wurde. Der Flieger und ſein
Paſſagier blieben unverletzt, doch mußte der Flug infolge
der Beſchädigungen des Apparates aufgegeben werden.
* München, 20. Okt. Um 3.19 Uhr kam der
Flieger Leutnant v. Buttlar, der in Augsburg eine
Notlandung vornehmen mußte, auf dem hieſigen
Flug=
platz Oberwieſenfeld an. Kurz darauf kam auch
Lind=
paintner, der gleichfalls in Augsburg eine Notlandung
vornehmen mußte, in Sicht. Die Landung der beiden
Flieger vollzog ſich glatt. Lindpaintner brauchte zu der
Fahrt von Augsburg hierher ca. 31 Minuten, während
v. Buttlar etwa 41 Minuten dazu benötigte. Nach der
Ankunft abſolvierte Lindpaintner noch einige Runden,
worauf der Ballon ,Prinz Georg” des bayeriſchen Aeroklubs
hochgelaſſen wurde, welcher von dem Flieger Schwandt
auf einem Grade=Eindecker und Lindpaintner verfolgt
wurde. In einer Höhe von ca. 300 Metern umflogen
die beiden Flieger die Gondel und landeten alsbald
wieder glatt. Leutnant Reinhardt, der in Ulm
ſeinen Apparat repariert, kann heute nicht mehr abfliegen. Er
wird vorausſichtlich morgen früh, wenn es das Wetter
geſtattet, den Flug von Ulm nach München antreten.
Auf dem Flugplatz erwartete eine zahlreiche
Menſchen=
menge die Ankunft der Flieger ſchon in früher
Morgen=
ſtunde. Vom königlichen Hof waren anweſend Prinz
und Prinzeſſin Leopold und Prinzeſſin Klara und als
Vertreter des Prinzregenten Kriegsminiſter Frhr. Kreß
v. Kreſſenſtein. Das Feſtdiner wurde wegen der
vor=
gekommenen Unglücksfälle abgeſagt. Die definitive
Entſcheidung der Preisverteilung findet Montag
nach=
mittag ſtatt.
* Metz-Darmſtadt. Leutn. von Mirbach
und Leutn. van Beers, die beiden Militärflieger, die
Donnerstag von Metz den Rückflug nach Darmſtadt
ange=
treten hatten und abends halb 6 Uhr in Kaiſerslautern
gelandet waren, ſind Freitag vormittag 11 Uhr bei
präch=
tigem Wetter zum Weiterflug nach Darmſtadt
aufgeſtie=
gen, mußten jedoch in der Stetter Gemarkung und ſpäter
bei Flomborn Zwiſchenlandungen vornehmen.
Von Darmſtadt ſind nachmittags um halb 3 Uhr ein
Mon=
teur und drei Mann nach Flomborn mit der Bahn
abge=
fahren, um den Motor wieder in Ordnung zu bringen.
* Frankfurt, 20. Okt. Die Flugpoſtwoche
Frankfurt=Wiesbaden=Frankfurt zu Gunſten der
Natio=
nal=Flugſpende hat heute morgen durch den letzten
Poſtflug ihr Ende genommen. Leutnant v. Hideßen
ſtartete um 8.22 Uhr vom Euler=Flugplatz mit der letzten
Poſt Frankfurt=Wiesbaden, kreuzte gegen 9 Uhr längere
Zeit über Wiesbaden und landete um 9 Uhr in der
Stadt auf dem Exerzierplatz des Regiments Nr. 80. Auf
dem Flugplatz durch Soldaten beſtens unterſtützt,
über=
gab er der Poſt den verſiegelten Poſtbeutel und nahm
die Poſt Wiesbaden=Frankfurt auf. Er ſtartete in
Wies=
baden um 9.55 Uhr und landete auf dem Euler=Flugplatz
in Frankfurt um 10.15 Uhr vollkommen glatt. Leutnant
v. Hideßen wurde auf dem Hin= und Rückfluge von dem
Euler=Flieger Leutnant Dransfeld begleitet. Sämtliche
Flugzeugpoſtkarten ſind damit befördert und die Poſt
durch das Euler=Flugzeug geſchloſſen.
— Juviy, 19. Okt. Der Flugſchüler Fiſcher
ge=
riet, als während eines Fluges die Spannungsdrähte
des linken Flügels riſſen, unter ſeine Maſchine. Er
er=
litt einen Armbruch und ſchwere innere
Verletzun=
gen. Er wurde in hoffnungsloſem Zuſtande
ins Hoſpital gebracht.
— Paris, 19. Okt. Der Fliegerleutnant Coutrien
blieb bei der Landung auf dem Flugplatz von Laons,
als er Soldaten ausweichen wollte, an einem Baume
hängen. Er erlitt einen Beinbruch und
Hautabſchürfun=
gen. Sein Zuſtand iſt lebensgefährlich.
Paris, zu. Ott. Aus Bordeaux wiro gemeldet:
Der Flieger Lacour ſtürzte heute bei einem Fluge
oberhalb der Ortſchaft Muſſidag aus einer Höhe von 170
Meter ab und blieb auf der Stelle tot.
Literariſches.
— Heinrich Bulthaupt: Literariſche
Vor=
träge. Aus dem Nachlaß ausgewählt und durchgeſehen
von H. Kraeger. Gr. 8‟ Preis broſch. 4 Mk., in feinem
Original=Einband 5 Mk. Schulzeſche Hofbuchhandlung.
Rudolf Schwartz, in Oldenburg. Dieſe Literatur=
Vor=
träge, die Profeſſor Dr. Kraeger von der Königl.
Kunſt=
akademie Düſſeldorf hier zu einem Bande aus dem
Nach=
laß vereinigt hat, geben dem Gebildeten ein abgerundetes
großzügiges Porträt des deutſchen Schrifttums, von den
Klaſſikern bis zu Hebbel und Otto Ludwig und ſind
zu=
gleich eine vorzügliche Ergänzung der Dramaturgie
Bult=
haupts. Profeſſor Kraeger hat die Vorträge für das Buch
mehrfach überarbeitet und ſtiliſtiſch ausgeglichen, hat
Wie=
derholungen entfernt und das, was ſprachlich und techniſch
für den lauten Vortrag gelegentlich wohl begründet war:
ſtärkere Ausdrucke der Zuneigung und Abwehr, für das
Leſen gemildert, ohne doch dabei die Stellung der
Ge=
wichte im ganzen zu verändern. Bulthaupts Vorträge
werden Freude an den Werken wecken, denen ſie gelten;
denn nicht ſich ſelber wohlfeil vorzudrängen und in den
Mittelpunkt zu ſtellen, ſondern aufrichtig andere zu den
Dichtern zu führen, als deren Mittler er ſich fühlte, —
war Bulthaupts Lebensaufgabe. So möge er in dieſen
erſt nach ſeinem Tode gedruckten Reden wie einſt auf
Hörer, ſo jetzt auf Leſer wirken.
— „Der fliegende Tod der Japaner”
Tagebuch eines deutſchen Offiziers von Hans Schmidt=
Keſtner. 2. Auflage, 124 Seiten. Preis 1.20 Mk., geb.
1,80 Mk. (Porto 20 Pfg.). Weſtdeutſche
Verlagsgeſell=
ſchaft, Wiesbaden 34. Die mongoliſche Raſſe iſt im Kern
immer barbariſch geweſen und bis heute geblieben. Auch
die Japaner. Sie ſind grauſame herrſchſüchtige
Kampf=
menſchen noch heute, wie gute Kenner des Oſtens uns
längſt geſagt haben. Es iſt von berufenen Stellen, wie
unſeren Handelskammern uſw., nachdrücklichſt gewarnt
worden, dieſen gelben Oſtaſiaten gegenüber nicht mehr
ſo vertrauensſelig die Interna unſerer Induſtriebetriebe
zu enthüllen uſw., unnd ſo iſt auch das vorliegende Buch
eines deutſchen Offiziers als eine Warnung aufzufaſſen.
Der Kaiſer in Hamburg und Wilhelmshaven.
* Hamburg, 19. Okt. Der Kaiſer iſt um 8 Uhr hier
eingetroffen und iſt am Dammthor=Bahnhof von dem
preußiſchen Geſandten und den Herren der Geſandtſchaft
empfangen worden. Der Kaiſer begab ſich zur
Geſandt=
ſchaft, wo das Frühſtück eingenommen wurde. Das
Wetter iſt regneriſch.
* Hamburg, 19. Okt. Die Feier der
Ein=
weihung der wiedererſtandenen Michaeliskirche
begann heute vormittag um 40 Uhr in Gegenwart
des Kaiſers. Der Kaiſer empfing auf der preußiſchen
Geſandtſchaft die Bürgermeiſter Dr. Schroeder und
Dr. Predoehl und trat in ihrer Begleitung die Fahrt
zur Kirche an, welcher ſich die Herren des Gefolges und
der Geſandtſchaft anſchloſſen. Trotz des Regenwetters
hatte ſich ein zahlreiches Publikum aufgeſtellt, welches
Großherzogliches Hoftheater.
Samstag, den 19. Oktober.
Uraufführung:
„Das Prinzip”.
Luſtſpiel in drei Akten von Hermann Bahr.
W-l Während Hermann Bahrs Luſtſpiel „Das
Kränz=
chen” kaum einen Achtungserfolg erzielt hatte, war ſeinem
neueſten Luſtſpiel „Das Prinzip” bei der heutigen
Urauf=
führung ein ſehr ſtarker und ehrlicher Erfolg beſchieden.
Wir möchten gleich vorweg bemerken, daß dieſer Erfolg
nach den beiden erſten Akten am bedeutendſten war,
wäh=
rend der dritte Akt weniger durchſchlug.
Das neue Luſtſpiel iſt eine köſtliche Satire auf das
Menſchheitsideal und die Erziehungsgrundſätze des
hyperphilantropiſchen Prinzipienmenſchen Dr. Eſch, der
ſeine Grundſätze von Menſchenrecht, Wahrheit,
Nächſten=
liebe und Freiheit des Individuums auch bei der Erzieh=
und ſeiner Kinder verwirklichen will und ihnen völlig
freien Willen läßt und das Recht der Selbſtbeſtimmung
einräumt, mit anderen Worten, die Erziehung ausſchaltet,
dabei aber Erfahrungen macht, die ſeine Prinzipien ad
absurdum führen. Sein ſiebzehnjähriger Sprößling, ein
Gymnaſiaſt, der Tanzböden und Variétes beſucht,
ge=
legentlich auch die Schule ſchwänzt; ein Schlingel, der im
Grunde gut geartet iſt, aber zu ſeinem Unglück niemals
unter ſtrenger Zucht geſtanden hat und im wirklichen
Leben auf der Schule wohl ängſt Schiffbruch gelitten
haben würde, verliebt ſich beim Tanze in eine Köchin
und erklärt ſeinen Eltern, daß er ſich mit ihr verlobt
hätte. Es iſt nun köſtlich, daß die Prinzipien=Eltern dieſe
Dummejungen=Geſchichte ganz ernſt nehmen und, um
„ſeinem Glücke” nicht hinderlich zu ſein, ſich ſelbſt
auf=
machen und — in einer brillant gearbeiteten, höchſt
amü=
ſanten Szene — bei der Köchin ſelbſt für ihren Sohn
werben. Sie hatte die dumme Geſchichte ſchon vergeſſen,
aber die Eltern erzwingen ihre Zuſage. Nach einigen
Tagen kehrt das Söhnchen zurück und erzählt ſeiner
Mut=
ter, daß er ſich jetzt in die Tänzerin Blaudine Bell verliebt
habe und macht ſeiner Mutter die ſchwerſten Vorwürfe,
daß ſie die Geſchichte mit der Köchin überhaupt ernſt
ge=
nommen hätte. Letztere, eine praktiſche Natur mit
geſun=
dem Menſchenverſtande, hat ſich inzwiſchen eines Beſſeren
beſonnen und ſich mit dem Oberkellner Everbuſch verlobt,
So nimmt die Affäre einen guten Ausgang. Ebenſo eine
veite Tragikomödie in der Familie. Der Gärtner Peter
rle, einer von der „Gemeinde‟ Eſchs, ein Seelenſucher,
der in chriſtlicher Nächſtenliebe erſtirbt, entflieht nämlich
mit der 16jährigen Tochter unternimmt aber nur eine
Scheinflucht und kehrt zurück, nachdem er ſie in einem
benachbarten Förſterhauſe untergebracht hat. Die
Prin=
zipien=Eltern regen ſich über die Tatſache ſelbſt weiter
nicht auf, ſondern nur über die Heimlichkeit, mit der die
Flucht in Szene geſetzt iſt.
Der Vater läßt ſich trotz ſolcher Erfahrungen von
ſei=
nem Prinzip nicht abbringen; er tröſtet ſich, wie alle
Phantaſten, damit, daß die Zeit für ſeine Idee noch nicht
reif iſt.
Das Luſtſpiel unterhält durch ſeine geiſtreiche Satire
auf mancherlei Auswüchſe moderner Ideen und ſeinen
feinen Witz und weiſt einige Prachtcharaktere auf, wie den
Onkel Weinhändler, den Antipoden des Prinzipienmannes
Eſch, und die Köchin Lena Kuk, ein geſundes und friſches
Mädchen aus dem Volke, die mit ihrem praktiſchen
Ver=
ſtande und geſunden Anſchauungen einen amüſanten
Kon=
traſt zu den ihr Leben nach Ideen zurechtlegenden
An=
hängern der Gemeinde des Apoſtels Eſch bilden Dieſer
repräſentiert die von ihm vertretenen Ideen in letzter
Konſequenz. Seine Frau Gertrud hat ſich nach und nach
mit dem bewundernswerten Gleichmut des „nichts
bewun=
dernden” Philoſophen gewappnet; ſie hat, wie ſie ſelbſt
ſagt, über die Ideen ihres Mannes ſo viele Jahre
nach=
gedacht, daß ſie ſelbſt nicht mehr weiß, was ſie für eine
Anſicht hat. Dabei iſt ſie, wie alle Menſchen ohne
Tempe=
rament und Leidenſchaften und in ihrer unbegrenzten
Toleranz zum Aufregen langweilig. Sehr hübſch
gezeich=
net iſt auch der die Probe auf das Erziehungsprinzip Eſchs
machende Pennäler Hans. Der Charakter des
myſtiſch=
phantaſtiſch=religiöſen Gärtners Peter iſt dagegen nicht ſo
klar geſchildert, daß man die Abſichten des Verfaſſers ohne
weiteres erkennen könnte. Ein kleines Kabinettsſtück iſt
die das emanzipierte Frauenrechtlertum perſiflierende
Gräfin Aggern.
Wie bereits bemerkt, flaut der dritte Akt ab und das
hat darin ſeinen Grund, daß der Autor die Konſequenzen
ſeiner Satire nicht zu ziehen wagt und am Schluſſe ſich
in einen Widerſpruch mit ſich ſelbſt ſetzt. So weiß man
auch hier nicht, was er als der Weisheit letzten Schluß
anerkannt wiſſen will und das iſt ein Verſtoß gegen das
Prinzip des Schauſpiels. — Das ganze Stück ſpitzt ſich
auf den Zweck zu, die Ideen des Dr. Eſch ins Lächerliche
zu ziehen, zum Schluß aber will der Verfaſſer das
verſpot=
tete Prinzip rehabilitieren und Niemand Recht und
Un=
recht geben. Dadurch wird die in den beiden erſten Akten
ſo köſtlich wirkende Satire wieder abgeſchwächt, denn
wenn er keine Satire hätte ſchreiben wollen, würde er nicht
einen Stoff, wie die Verlobungsgeſchichte des Jungen
gewählt haben, die im Ernſte nicht diskutiert werden
kann. Trotz dieſes unlogiſchen Schluſſes wird ſich das
geiſtvolle Stück aber wegen ſeiner ſonſtigen Vorzüge
wie deſſelben Verfaſſers Luſtſpiel „Das Konzert” mit
Er=
folg auf dem Spielplan behaupten.
Die Aufführung des Stückes, das faſt nur dankbare
Rollen enthält, war ganz vortrefflich. Es ſteht und fällt
mit den beiden Rollen des Weinhändlers Kreger und der
Köchin Lene, die von Herrn Wagner und Frl. Gothe
mit ſo vielem draſtiſchen Humor und ſo überzeugender
Charakteriſtik dargeſtellt wurden, daß ſie dem Stück einen
durchſchlagenden Erfolg ſichern mußten. Den Dr. Eſch
ſpielte Herr Baumeiſter ſo lebenswahr, wie es bei
die=
ſer Rolle eben möglich iſt Die durch ihre Duldſamkeit den
Frieden des Hauſes wahrende Ueberchriſtin Frau
Ger=
trud hatte in Frl. Berka eine ſehr ſympathiſche
Vertre=
terin gefunden. Die Rolle des Gärtners Peter führte Herr
Weſtermann einheitlich und folgerichtig durch. Für
die Auffaſſung der Rolle gibt, wie ſchon bemerkt, das
Stück, wie es aufgeführt worden iſt, zu wenig
Anhalts=
punkte, als daß wir mit ihm darüber rechten könnten.
Fa=
mos geſpielt wurde auch der hoffnungsvolle
Jüng=
ling Hans durch Herrn Schneider. Die
Be=
fangenheit und Schüchternheit des 16jährigen Lüz
war in der Darſtellung des Fräulein Artl kein Fehler,
ſondern ein Vorzug. Prächtig in Maske und Spiel war
die Gräfin Aggern der Frau Müller=Rudolph. Da
auch die beiden kleinen Rollen der Frauenrechtlerin
Sche=
bitz und des plattfüßigen Oberkellners Everbuſch durch
Fräulein Heumann und Herrn Jürgas gut beſetzt
waren, ſo war die ganze Aufführung bis auf die kleinſte
Rolle als muſtergültig zu bezeichnen.
Die Regie führte Herr Hacker zu deſſen Lobe die
Aufführung ſelbſt ſchon das Meiſte geſagt hat. Die Herren
Kempin und Schwertfeger hatten mit dem
entzük=
kenden Interieur des Zimmers im Landhauſe „auf dem
grünen Hügel” und der Küche der Gräfin Aggern wieder
einmal prächtige Bühnenbilder geſchaffen. Die
blitzſau=
bere Muſterküche erinnerte uns allerdings etwas an den
ſchön aufgeräumten und ordentlich gehaltenen Damentiſch,
an dem nicht geſchrieben wird. Als eine Neuheit und
Ver=
beſſerung möchten wir es noch begrüßen, daß das Zimmer
im Landhauſe einmal eine wirklich gehende Uhr zeigte.
Früher ſchlug den Glücklichen auf der Bühne keine Uhr=
den Kaiſer und die Bürgermeiſter lebhaft begrüßte. Die
Stadt iſt beflaggt. Um halb 10 Uhr begann das Geläut
des neuen Gotteshauſes zu ertönen, mit dem ſich die
Klänge der Glocken aller anderen Kirchen Hamburgs
ver=
einigten. Vor der Kirche ſtand eine Ehrenkompagnie des
Regiments Hamburg mit Fahne und Muſik. Der Kaiſer
ſchritt die Front ab und betrat unter Orgelklang mit den
Bürgermeiſtern das Innere der Kirche, unter Vorantritt
der Geiſtlichen der St. Michaeliskirche, gefolgt von den
Herren der Umgebung, den Hamburger Senatoren, der
Baukommiſſion, den Kirchenbaumeiſtern Faulwaſſer,
Meerwein und Geißler und dem Kirchenvorſtand. In
der Kirche hatten ſich bereits vorher verſammelt der
Senat, die Bürgerſchaft, die geſamte Geiſtlichkeit
Ham=
burgs, das Konſularkorps, die Stadtbeamten, die
Offi=
ziere der Garniſon, Vertreter der Nachbarſtädte, die
Vor=
ſtände der kaufmänniſchen und gewerblichen
Korporatio=
nen und die Mitglieder der Gemeinde. Der Kaiſer nahm
mit den genannten Herren im Altarraum Platz. Dr.
Schroeder dankte dem Kaiſer, der heute in dem aus der
Aſche neu erſtandenen Gotteshauſe mit der nach
Tauſen=
den zählenden Menge dem Dank= und Feſtgottesdienſte
in den neuen Räumen beiwohne und ſo von neuem
huld=
volles Intereſſe für Hamburg bekunde. Der Redner
ge=
dachte jenes ſonnendurchglühten Juli=Nachmittags im
Jahre 1906, wo blutig=rote Flammen ein Wahrzeichen
von Hamburg zerſtörten. Redner dankte der
Künſtler=
ſchaft und Arbeiterſchaft, die am Bau mitgewirkt haben,
gedachte des heimgegangenen Seniors Behrmann. des
Bürgermeiſters Dr. Burchard und übergab hierauf im
Namen des Senats und der Bürgerſchaft das Gotteshaus
dem Kirchenvorſtand. Es folgten die Anſprache und das
Weihgebet vor dem Altar von Hauptpaſtor Profeſſor Dr.
Hunzinger, ſowie die Liturgie und der
Gemeinde=
geſang und der Vortrag von Mendelsſohns 100. Pſalm:
Jauchzet dem Herrn alle Welt! Dann hielt Hunzinger die
Feſtpredigt über die Worte des Apoſtels Paulus an die
Römer: Die Stunde iſt da, aufzuſtehen vom Schlaf. Die
Schlußliturgie und ein weiterer Geſang endeten die Feier.
Der Kaiſer und die Bürgermeiſter verließen unter dem
Orgelnachſpiel das Gotteshaus. Draußen nahm der
Kai=
ſer den Vorbeimarſch der Ehrenkompagnie entgegen und
beſichtigte dann das Luther=Standbild des Profeſſors
Leſſing, das an der Kirche errichtet iſt. Unter
Hoch=
rufen des Publikums fuhr der Kaiſer nach dem Kolonial=
Inſtitut.
* Hamburg, 19. Okt. Auf der Fahrt nach dem
Kolonialinſtitut ſtattete der Kaiſer der verwitweten Frau
Bürgermeiſter Burchard einen Beſuch ab. Im
Haupt=
verleſungsſaale des Kolonialinſtituts hate ſich eine große
Zahl geladener Damen und Herren eingefunden. Der
Kaiſer wurde von Senator von Melle, Bürgermeiſter
Schröder, Bürgermeiſter Predeel und dem Lehrkörper des
Inſtituts, ſowie von Herrn Edmund Siemers empfangen
und in den Verleſungsſaal geleitet. Hierauf hielt
Pro=
feſſor Meinhof einen Vortrag über die Bedeutung der
experimentellen Phonetik für die Erforſchung der
afrika=
niſchen Sprachen. Der Vortragende ließ durch
Einge=
borene verſchiedene Worte vorſprechen, um, daran
an=
knüpfend, die Aufgaben zu erläutern, die der modernen
Phonetik zufallen. Das Grammophon, Lichtbild und alle
ſinnreichen neuen Apparate, wodurch man die Vorgänge
der Sprachbildung veranſchaulichen kann, wurden
vorge=
führt. Nach dem Vortrag beſichtigte der Kaiſer unter der
Führung der eben genannten Herren noch die
Haupt=
räume des Kolonialinſtituts. Sodann fuhr der Monarch
mit Bürgermeiſter Schröder nach dem
Dammtorbahn=
hof, wo zur Verabſchiedung Bürgermeiſter Predeel,
der preußiſche Geſandte von Bülow und die Herren der
preußiſchen Geſandtſchaft ſich eingefunden hatten. Um
12 Uhr trat der Kaiſer im Sonderzug die Reiſe nach
Wilhelmshaven an.
* Bremen, 19 Okt. Der Kaiſer traf um 2 Uhr
auf dem Hauptbahnhof ein. Ein offizieller Empfang war
nicht vorgeſehen. Vor dem Bahnhofsgebäude hatte ſich
eine große Menſchenmenge angeſammelt, die den Kaiſer
mit lebhaften Ovationen begrüßte. Der Kaiſer beſtieg
mit Gefolge die Automobile und reiſte nach
Wilhelms=
haven weiter.
Wilhelmshaven, 19. Okt. Der Kaiſer traf
kurz nach 4 Uhr bei dem Colignydenkmal vor dem
Gebäude der Nordſeeſtation ein, begrüßt von
Staats=
ſekretär v. Tirpitz und dem Stationschef Admiral v.
Baudiſſin. Nach dem Abſchreiten der Ehrenwache nahm
der Kaiſer vor dem Kaiſerzelt Aufſtellung. Nachdem
Männerchöre das niederländiſche Dankgebet geſungen
hatten, hielt der Kaiſer eine Anſprache in der er
betonte, er habe der Marine das Standbild ſeines Ahnen
Coligny geſchenkt, der ein tapferer Kriegsmann und
Glaubensheld geweſen ſei und in der Feſtigkeit des Glaubens
an die Perſönlichkeit Chriſti, in ſeiner Königtreue und
Tapfer=
keit ein Vorbild für jeden Angehörigen der Marine ſein ſolle.
Das iſt der kurze hiſtoriſche Vorgang. Coligny war ein
tapferer Kriegsheld. Er hat ſeinem Landesherrn die
Treue gehalten, die er ihm geſchworen hatte, und ihm
Stadt und Feſtung gerettet. Er war ein Beiſpiel
krie=
geriſcher Mannhaftigkeit und Tapferkeit, aber noch mehr:
er war nicht nur Kriegsheld, ſondern er war auch ein
Glaubensheld. Als Führer der Hugenotten, die ihres
Glaubens wegen ſchon damals viel zu leiden hatten,
hielt er bis zum letzten Atemzuge die Treue ſeinem
himm=
liſchen König, und als er in der Schreckensnacht St.
Bar=
tholomäus dahinſank, vom Mordſtahl getroffen, gewann
er noch ſeinen Gegnern Reſpekt ab durch die Art, wie er
ſtarb, kühn mit dem Leben abgeſchloſſen, ein Opfer ſeines
Glaubens. So wurde er in jener Nacht, die ſtets ein
Schandfleck des Chriſtentums bleiben wird, ein Märtyrer,
ebenſo wie in ſpäterer Zeit ſein Schwiegerſohn, der große
Oranier, mein Ahnherr die Treue bis, zum Tode
be=
wahrte, die wir als Kriegsmänner zu pflegen berufen ſind.
Hierauf fiel die Hülle, v. Baudiſſin übernahm das
Denkmal im Namen der Marine und gab den Gefühlen
des Dankes und der Verſicherung unverbrüchlicher Treue
Ausdruck. Seine Rede ſchloß mit drei Hurras, die Muſik
ſpielte die Nationalhymne. Der Kaiſer beſichtigte mit
v. Tirpitz, v. Baudiſſin, dem Gefolge und dem Schöpfer
des Denkmals, Profeſſor Wolff, dem der Rote Adler=
Orden dritter Klaſſe mit der Schleife verliehen wurde,
das Standbild. Der Kaiſer nahm den Vorbeimarſch der
Ehrenkompagnie entgegen und fuhr kurz vor 5 Uhr im
Automobil nach der Werft, beſichtigte das neue
Tur=
binenlinienſchiff „Friedrich der Große” und beſuchte dann
den Stationschef v. Baudiſſin, bei dem er zur Tafel
blieb. An der Tafel nahm auch Staatsſekretär v. Tirpitz
teil. Abends 10½ reiſte der Kaiſer mittels Sonderzugs
nach dem neuen Palais wieder ab.
Der Grenzgang.
der unſere Stadtväter und die Mitglieder und
Bureau=
vorſtände der ſtädtiſchen Verwaltung alljährlich nach
alter Tradition hinausführt in unſeren herrlichen Wald,
wenn der Herbſt ihn in ſeiner unendlich ſchönen und
reichen Farbenpracht zu ſchmücken beginnt, war heuer
verregnet. Nur ſo war es begreiflich, daß nur etwa die
Hälfte der ſonſt gewohnten Teilnehmerzahl am Treffpunkt
ſich einfand, und die zweite Hälfte es vorzog, direkt die
gaſtlichen Hallen des „Einſiedel” aufzuſuchen und im
wohldurchwärmten trockenen Jagdzimmer auf das
Hirſcheſſen zu warten. Die „Grenzgänger” aber, die ſich an
den Hirſchköpfen zum Waldſpaziergang einfanden, um
Wind und Regenſchauern zu trotzen, ſie waren in der
Mehrzahl in der Schule des Odenwaldklubs gehärtet,
ließen ſich die gute Stimmung durch nichts beeinfluſſen
und ſchritten munter und unter lebhaftem
Gedankenaus=
tauſch hinein in den ſchönen naſſen Park. An irgend
einem idylliſchen Orte begrüßte Muſik und
Quartett=
geſang die „Grenzgänger” und lud zum Picknick (!), das
diesmal etwas ſchneller, aber in gleich guter Laune
ver=
lief. Die obligaten warmen Wurſtweck mundeten wie immer
vortrefflich. Herr Forſtmeiſter Kullmann begrüßte
die Teilnehmer herzlich als Hüter und Pfleger des Waldes
und brachte ein dreifaches Horridoh auf Darmſtadt und
ſeine ſchönen Wälder aus. Dann ging der Marſch
weiter durch den Regen nach Forſthaus Einſiedel, wo
das von Herrn Schmitz vorzüglich bereitete Hirſcheſſen
annähernd hundert Herren vereinte. U. a. nahmen als
Ehrengäſte teil die Herren Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing, Regierungsrat von Werner, Oberſt von
Falkenhayn, Regierungsrat Gennes, Finanzrat
Emmerling, die Direktoren der höheren Schulen uſw.
Den erſten Trinkſpruch brachte nach alter Uebung
Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing aus, der den
Teilnehmern ein herzliches Willkommen entbot und
be=
ſonders Herrn Forſtmeiſter Kullmann für die Führung
und die freundliche und liebenswürdige Begeiſterung
Dank ſagte. In einer poeſievollen Anerkennung der
Schönſeiten unſerer Wälder, die Darmſtadts Stolz ſind,
leitete er über zu dem Schutz= und Schirmherrn dieſer
Wälder, unſerem Großherzog, deſſen perſönlicher
Initiative Darmſtadt ſo viel verdanke. Die
Feſtver=
ſammlung ſtimmte lebhaft in das dreifache Hoch auf
den Landesherrn ein. — Das Hoch auf die Stadt
Darm=
ſtadt brachte in einer Rede, wie ſie gleich vortrefflich nur
von ihm ſein konnte, Herrn Stadtpſarrer D. Dr. Diehl aus.
Eine weitere mit feinem und liebenswürdigem Humor
gewürzte Rede hielt Herr Bürgermeiſter Mueller und
einen köſtlichen humoriſtiſchen Vortrag Herr Beig.
Baurat Jäger. — Herr Bruno Schulz, ein
vielverſprechender Schüler des Herrn Heinz hatte
zu Beginn des Mahles einen wirkungsvollen Prolog
geſprochen. Durch vorzügliche geſangliche Darbietungen
erfreute das „Darmſtädter Vokal=Solo=Quartett” (Herren
Indorf, Lang, Sautier und Wegerich), das
mehr=
fach rauſchenden Beifall erntete. So verliefen die
Stun=
den in ſchönſter Stimmung ſehr ſchnell und der
Seß=
haften waren noch viele, als die Berufspflichten uns
abriefen.
M. St.
Gründung einer Ortsgruppe Darmſtadt des
Deutſchen Wehrvereins.
St. Darmſtadt, 20. Okt. 1912.
Im Reſtaurant Sitte fand geſtern vormittag eine ſtark
beſuchte Verſammlung ſtatt, zu der vorerſt nur perſönliche
Einladungen ergangen waren und in der die Bildung
einer Ortsgruppe Darmſtadt des deutſchen Wehrvereins
Gegenſtand der Beſprechung war. Herr Generalleutnant
z. D. Mootz Exz., der die Verſammlung leitete, hieß
die Erſchienenen herzlichſt willkommen und wies in ſeiner
einleitenden Rede kurz darauf hin, was zur Gründung
des Deutſchen Wehrvereins geführt hat und was ſeine
Zwecke und Ziele ſein ſollen, die im weſentlichen darin
gipfeln, analog der Tätigkeit des Flottenvereins den
Aus=
bau und die Feſtigung unſeres Heeres zu fördern. Redner
erteilte dann das Wort dem Herrn
Generalmajor Keim
dem nimmermüden Kämpfer für die Größe und das
An=
ſehen der deutſchen Wehrmacht zu Waſſer und zu Lande.
Wie immer waren die Worte des greiſen Generals mit
dem jugendlich ſtürmenden Feuergeiſt und dem Herzen
vol=
ler glühender Vaterlandsliebe, von begeiſterndem Eindruck
auf die Zuhörer. Was er in ſeiner gewohnt kernhaften,
er=
friſchend rückſichtsloſen Weiſe ausführte, war ſo
überzeu=
gend und zwingend, daß niemand ſich dem Reiz dieſer
Perſönlichkeit entziehen konnte: Wie der Flottenverein es
nach jahrelangen Kämpfen, die auch gegen Regierung und
Reichsmarineamt geführt werden mußten, erreicht hat, daß
der Ausbau unſerer Flotte ſchneller und umfangreicher
er=
folgt, wie ſeinen Forderungen endlich, durchdrungen von
ihrer Berechtigung, Erfüllung ward, obwohl man vorher
ſogar nach dem Staatsanwalt gerufen gegenden böſen
Gene=
ral Keim, ſo muß es auch mit dem Heeresausbau dem
Wehrverein gelingen. Wir wollen und müſſen erreichen,
daß wir da ſtehen, wo wir hingehören, an der Spitze der
curopäiſchen Mächte. Die Ziele des Wehrvereins ſind
klar: die deutſche Armee muß ſo ſtark werden, daß die alte
Angſt vor uns wiederkehrt und daß wir uns ſo den Feind
vom Halſe halten können und gegebenenfalls ein Krieg
nur auf feindlichem Boden ausgefochten wird. Nach
Moltkes eigenen Worten war es 1870 nicht ſo ſchwer, den
Feind niederzuringen, denn wir waren numeriſch
überle=
gen und konnten die Offenſive ergreifen. Offenſive allein
aber iſt Krieg. Man kann ſie nur ergreifen mit Ausſicht
auf Erfolg, wenn man dem Gegner an Stärke gleich oder
überlegen iſt. Heute zählt Frankreich 26 Millionen
Men=
ſchen weniger als Deutſchland, aber es hat mindeſtens
ebenſopiel ausgebildete Soldaten als wir.
Nach dem Verhältnis von 1870 müßten wir heute
min=
deſtens 9 Armeekorpsmehr haben. Unſere
Mi=
litärpolitik wandelt nicht mehr die alten großen Wege von
früher. Wir ſind das Volk in Waffen nicht mehr. Das
Volk in Waffen iſt heute Frankreich, das jeden nur
eini=
germaßen brauchbaren Mann militäriſch ausbildet. Daher
der militäriſche Geiſt, der das ganze Volk erfüllt. Wenn
wir heute Krieg bekommen, müſſen wir über 100000
ver=
heiratete Männer ihren Familien entziehen und in die
Fronten ſtellen, während die Erſatzreſerve zuhauſe bleibt.
Das iſt falſch. Denn wenn die guten Truppen den Sieg
nicht erringen, ſchaffens die eilig und flüchtig
ausgebilde=
ten nimmermehr
Die franzöſiſche Armee iſt uns organiſatoriſch
überle=
gen, Unſere letzte Heeresvorlage ſollte nur die dringendſten
Lücken ausfüllen, wie der Kriegsminiſter ſagte. Aber eine
Arme wie die deutſche die an dem
gefähr=
detſten Platz der Weltſteht darf überhaupt
keine Lücken haben. (Lebh. Bravo.) Der unſer
Voll beſeelende Geiſt war 1870 ein anderer, beſſerer wie
heuter Wir hatten damals keine 4 Millionen
Sozialdemo=
kraten un keine Suttner und ſonſtige Friedensſchwärmer mit
und ohne Unterröcken. (Sehr wahr!) Das deutſche Volt
in ſeiner Weſensart nimmt dieſe Friedensſchwärmereien
ernſt, wenn Engländer, Franzoſen, Amerikaner darüber
lachen, ſich jedenfalls nicht beeinträchtigen laſſen. Das
deutſche Volk iſt zu reich geworden, das hat ſeinen
Pa=
triotismus, ſein Nationalbewußtſein beeinträchtigt. Die
Völker ſind nicht dazu da, die Dividenden der
Aktiengeſell=
ſchaften zu erhöhen, ſondern um ihren Platz in der Welt
auszufüllen und dafür Opfer zu bringen. Dem Volk allein
winkt in dem großen Ringen der Sieg, das die meiſten
Opfer bringt, denn des alten Deſſauers Wort behält ewig
Geltung, daß der liebe Gott immer mit den ſtärkſten
Ba=
taillonen iſt. 70 waren wir es, heute ſind es die
Franzoſen, die die größere Opfer bringen.
Das iſt bitter für uns, aber wahr: Darum hat heute das
franzöſiſche Volk, wenn es zum Klappen kommt, mehr
Chancen auf den Gewinn. Umſomehr, als es in bezug
auf die Wehrmacht auch keine Parteirückſichten kennt. Die
politiſche Frage hat mit Heer und Flotte nichts zu tun,
Herr und Flotte ſind für das ganze Volk da. (Lebh.
Bei=
fall.)
Exzellenz Mootz ſprach dem Redner den herzlichſten
Dank der Verſammlung aus. Seine Frage, ob man nach
den trefflichen Worten nunmehr zur
Gründung einer Ortsgruppe
Darmſtadt des Wehrvereins ſchreiten wolle, wurde aufs
lebhafteſte bejaht. Selbſtverſtändlich, ſo wurde betont, iſt
der Wehrverein unpolitiſch und es gehören ihm viele
tauſend aktive Offiziere an.
Darauf wurde zur vorläufigen
Vorſtandswahl
geſchritten. Vorſitzender wurde Generalleutnant z. D.
Mootz, Stellvertreter Oberbürgermeiſter Schäfer,
Schriftführer Herr Dr. Stürz (am Erlenweg 11),
Stell=
vertreter Herr von Olberg, Schatzmeiſter Herr
Fabri=
kant Koch.
Nach einer mit lebhaftem Beifall aufgenommenen
An=
regung des Herrn Oberbürgermeiſter Schäfer, Herr
Ge=
neral Keim möge noch einmal in einer großen öffentlichen
Verſammlung ſprechen, wurde die Verſammlung mit
einem Schlußwort des Vorſitzenden, in dem er warm zur
Werbetätigkeit aufforderte, geſchloſſen.
Darmſtadt, 21. Oktober.
* Militärdienſtnachrichten. Kahle, Oberlt. in
der Verſuchs=Battr. der Art.=Prüfungskommiſſion, von
dem Kommando zur Dienſtleiſtung beim Großh. Heſſ.
Traindepot des 18. Armeekorps enthoben und in das
Fußart.=Regt. Encke (Mageb.) Nr. 4, Schülke,
Feuer=
werks=Oberlt. und Lehrer an der Oberfeuerwerkerſchule,
zum Art.=Depot in Darmſtadt, Held, Feuerwerkslt.
beim Art.=Depot in Darmſtadt, zum Art.=Depot in
Diedenhofen verſetzt.
— Großh. Hoftheater. Der Spielplan für
Mitt=
woch, den 23: ds., iſt geändert worden. Als 39. Ab.=
Vorſt., D 10, wird zum erſten Male wiederholt: „Das
Prinzip‟ Luſtſpiel in 3 Akten von Hermann Bahr.
Gewöhnliche Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Eine neue Automobilſpritze, die für unſere
Frei=
willige Feuerwehr von der Stadtverwaltung für 25000 Mk.
angeſchaft wurde, trifft heute Vormittag hier ein. Die
von der Firma Opel gelieferte Automobilpumpſpritze iſt
ußerordentlich leiſtungsfähig und dürfte in der
Aus=
rüſtung unſerer ſonſt vorzüglich organiſierten Freiwilligen
Feuerwehr eine lange fühlbare Lücke ausfüllen. Die
Spritze wurde Ende voriger Woche in Rüſſelsheim
ge=
legentlich einer Beſichtigung eines neuen
Automobil=
pfluges auch dem Großherzog vorgeführt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
*Berlin, 19. Oktbr. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” meldet: Die Betriebseinnahmen der
preußiſch=heſſiſchen Staatseiſenbahnen
betrugen im September 1912 gegenüber dem gleichen
Monat des Vorjahres im Perſonenverkehr 3,1 Millionen
Mark gleich 5,24 Prozent, im Güterverkehr 6 Millionen
gleich 4,51 Prozent, insgeſamt einſchließlich der
Mehr=
einnahme aus ſonſtigen Quellen 9,9 Millionen gleich
4,88 Prozent mehr. Der September des laufenden
Jahres hatte einen Sonntag mehr als der gleiche Monat
des Vorjahres.
Wildpark, 20. Okt. Der Kaiſer traf um ¾8
Uhr hier ein und begab ſich in das Neue Palais.
* Badenweiler, 20. Okt. In Gegenwart des
Groß=
herzogs fand heute nachmittag bei prachtvollem
Herbſt=
wetter die Enthüllung des von dem Karlsruher
Bildhauer Profeſſor Moeſt geſchaffenen lebensgroßen
Standbildes des Großherzogs Friedrich I. ſtatt.
* Leipzig, 19. Okt. Im Spionageprozeß
Banchelin und Genoſſen vor dem Reichsgericht wurde
heute abend das Urteil verkündet. Banchelin und
Thibeaut wurden auf Grund des § 1 des
Spionage=
geſetzes zu acht bezw. ſechs Jahren Zuchthaus, Berger
nach § 3 desſelben Geſetzes zu ſechs Jahren
Zucht=
haus verurteilt. Außerdem wurde für ſämtliche
An=
geklagte auf zehn Jahre Ehrverluſt und Stellung unter
Polizeiaufſicht erkannt. Mildernde Umſtände wurden
ausgeſchloſſen. Die beiden Angeklagten Banchelin und
Thibeaut hatten ſeit Jahren mit den Agenten des
fran=
zöſiſchen Nachrichtenbureaus in Verbindung geſtanden
und ihnen allerlei Nachrichten über die Befeſtigung
von Metz zugeſtellt. Berger hatte ſich heimlich eine
Anzahl Pläne verſchafft und dieſelben verſteckt, um ſie
gelegentlich nach Frankreich zu bringen. Hierzu hat er
verſchiedene Helfer anzuwerben verſucht, die aber auf
ſeine Wünſche nicht eingingen. Bei Berger iſt alſo die
Hat nicht zur Ausführung gekommen.
Paris, 20. Okt. Bezüglich der römiſchen Meldung,
es habe in italieniſchen Kreiſen Befremden erregt, daß
die franzöſiſche Regierung die Souveränität
Ita=
liens über Libyen noch nicht anerkannt habe,
ſchreibt das „Journal des Débuts”: Frankreich denke
nicht einen Augenblick daran, die von Italien in
Tripo=
litanien und der Cyrenaika durch den Friedensvertrag
vom 18. Oktober errungene Stellung irgendwie zu
be=
ſtreiten. Aber die Nachbarſchaft von Tripolitanien und
Tunis zwinge die Kabinette von Rom und Paris, eine
gewiſſe Anzahl von Punkten, die in ihren früheren
Ab=
kommen ins Auge gefaßt wurden, genau feſtzuſtellen.
Weder in Frankreich noch in Italien würde man es
be=
greifen, wenn die beiden Regierungen die gegenwärtige
Gelegenheit nicht benutzen würden, um die
Nachbarſchafts=
frage in einer Weiſe zu regeln, daß in Zukunft keinerlei
Mißverſtändniſſe auftauchen könnten.
* Manilo, 19. Okt. Durch einen Teifun am
16. Oktober ſind auf der Inſel Cebu 400 Perſonen
ums Leben gekommen. 400 Häuſer ſind
zerſtört. Die Ernte iſt vernichtet, zahlreiche Schiffe
ſind geſcheitert. Der Schaden wird auf zehn Millionen
Dollars geſchätzt. Auch auf der Inſel Leyte iſt die
Zuckerrohr= und Kokosnuß=Ernte vernichtet, die Häuſer
ſind beſchädigt, zahlreiche Perſonen ſind obdachlos. Dort
wird der Schaden auf eine Million Dollar
geſchätzt. Die Regierung hat Hilfe abgeſchickt.
Betersburg, 20. Ot. Zum Zwece der
Beſchleun=
gung des Baues von Kriegsſchiffenlerhielten die
Rigaer Firma Riſe, die Putilowerke und die Revaler
Schiffsbauwerke die Erlaubnis, die Schiffsmaſchinen
außer den Keſſeln, im Auslande zu beſtellen. Der
Schichauwerft in Elbing wurde der Bau von zwei
kleinen Kreuzern für 7 Millonen Rubel übertragen.
* Benicia (Kalifornien), 19. Okt. Durch eine
Feuersbrunſt wurde das Hauptdepot des
militäri=
ſchen Arſenals zerſtört. Der Schaden wird auf 3 bis 4
Millionen geſchätzt. Die Urſache iſt auf Selbſtentzündung
des Pulvers zurückzuführen.
Berlin, 19. Okt. Der in der Automobilvertriebs=
Geſellſchaft beſchäftigte Maler Schicketanz ſtürzte heute
vormittag mit ſeiner Leiter an eine
Hochſpannungs=
leitungsſtelle. Der elektriſche Strom tötete ihn
auf der Stelle.
H. B. Hamburg, 19. Okt. Der Kaiſer hat heute
den zu drei Monaten Feſtungshaft verurteilten Senator
von Berenberg=Goßler wegen des Duells mit dem Grafen
Königsmarck begnadigt.
Prieſkaſten.
W. M., Pfungſtadt. Ein einfaches, aber wirkſames
Mittel iſt Beklopfen der Gegenſtände mit einem Hammer
oder dergleichen und Zuſtopfen der Löcher mit Wachs.
Familiennachrichten.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden entſchlief
heute ſanft unſere gute Mutter, Großmutter,
(21937
Schwiegermutter und Tante
Frau
Auguste Kröll
Witwe des Majors a. D. Kröll.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1912.
Die Einſegnung findet Montag, den 21.
Ok=
tober, nachmittags 3 Uhr, in der
Friedhofs=
kapelle ſtatt und darauffolgend die Beerdigung.
Todes=Anzeige.
Heute früh 4 Uhr verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden meine liebe, gute Mutter,
unſere Schwiegermutter, Großmutter, Tante
und Schwägerin
(21929
Frau
ihelmine Schleidt Witwe
geb. Preuſch
im 69. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Schleidt.
Darmſtadt, 19. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag
4 Uhr, vom Sterbehauſe Schloßgaſſe Nr. 20
aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied unerwartet mein
herzensguter, treubeſorgter Gatte, unſer Vater,
Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Franz Graeff
im Alter von 60 Jahren.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Helene Graeff, geb. Schnabel,
Eise Meybom, geb. Graeff,
Fanny Fürgang, geb. Graeff,
Georg Graeff,
Woldemar Meybom,
Woldemar Fürgang.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1912.
(21972
Heinrichſtraße 134.
Die Beerdigung findet Dienstag, 22. Oktober,
nachmittags 2 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus. ſtatt.
Von Kondolenzbeſuchen bittet man Abſtand
nehmen zu wollen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſtgeliebten Gatten, unſeren guten
Vater, Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Herrn
Edmund Gerber
heute abend 6½ Uhr nach langem, ſchwerem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden im 39. Lebens=
(21953
jahre zu ſich zu nehmen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernd Hinterbliebenen:
Dorette Gerber, geb. Wachendorf,
Edmund Gerber,
Louiſe Gerber.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Montag, den
21. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der
Fried=
hofskapelle aus.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C)), Anfang 7½ Uhr:
„Großmama‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Muſikvereins um 7 Uhr im Saalbau.
Konzert der „Liedertafel” um 8¼ Uhr im „Kaiſerſaal”.
General= Verſammlung der Ortskrankenkaſſe
„Merkur” um 9 Uhr im Reſtaurant Sitte.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”
Eröffnung des Winterkurſus der Freiwill.
Sanitäts=Hauptkolonne um 8½ Uhr in der Turnhalle
der alten Viktoriaſchule.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß=
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Der neue deutſche Botſchafter in London Fürſt von
Lichnowsky; Philippopel während der Mobilmachung;
Erſtürmung des Detſchitſch=Berges durch die
Montene=
griner; in Konſtantinopel anſäſſige Albaneſen
demon=
ſtrieren für den Krieg.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 22. Oktober:
Gold=. Silber= uſw. Verſteigerung um 2 Uhr
im Städtiſchen Pfandhaus.
Laub=Verſteigerung um 9 Uhr im Gaſthaus
„Zur goldenen Traube” zu Ober=Ramſtadt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otte Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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mittags von Baltimore nach
Hamburg. — Dampfer „
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vania” von New=York kommend,
15. Oktober 8 Uhr 15 Minuten abds.
in Hamburg. — Dampfer „
Tro=
ea‟, 15. Oktober 3 Uhr
nachmit=
ags von New=Orleans nach
Ham=
burg. — Dampfer „Prinz Oskar”,
16. Oktober 11 Uhr 15 Minuten
morgens von Philadelphia nach
Hamburg. — Dampfer „
Steier=
nark”, 16. Oktober 10 Uhr 30
Mi=
nuten morgens von Boſton nach
New=Orleans. — Dampfer „
Fran=
kenwald” von Mexiko kommend,
14. Oktober nachm. von Havana.
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[ ← ][ ][ → ] Herbſtwinde.
Eine hygieniſche Betrachtung.
Von Dr. Thraenhart in Freiburg i. Br.
(Nachdruck verboten.)
Es iſt höchſte Zeit, für den Wind mal eine Lanze zu
brechen und ihm eine öffentliche Ehrenerklärung zuteil
werden zu laſſen, denn er iſt ein wirklicher Wohltäter,
der leider verkannt und gefürchtet wird.
Ohne die reinigende Tätigkeit der Winde würde
un=
ſere Atmoſphäre einem Sumpfpfuhl gleichen, angefüllt
mit Nebel, Ruß und Rauch, mit fauligen, verpeſtenden
Ausdünſtungen, mit Krankheitskeimen aller Art.
Nament=
lich in jetziger Jahreszeit, wo nicht nur der ſichtbaren
Pilze Wachstum ſeinen Höhepunkt erreicht, ſondern auch
der unſichtbaren Krankheitserreger, würden ohne kräftige
Luftbewegung furchtbar verheerende Epidemien
ent=
ſtehen. Bei der Malaria hat man dies vielfach
beobach=
tet; je ruhiger die Luft iſt, um ſo mehr häuft ſich das
Malariagift an, während es durch Winde in Wälder und
Felder zerſtreut, verdünnt und in ſeiner Wirkſamkeit
be=
deutend geſchwächt wird.
Wie ſchön iſt’s im Herbſt, wenn der trübe, auf
Ge=
müt und Körper ſchwer laſtende Nebel durch eine kräftige
Briſe verjagt wird und lieblich die Sonne uns wieder
anlacht. Wie eine Befreiung von drückendem Alp
empfin=
den dies namentlich alle Aſthmatiker und Lungenleidende!
Für geſunde Perſonen bildet der Wind ein
erfriſchen=
des, kräftigende Luftbad Aeußerſt günſtig beeinflußt er
den geſamten Stoffwechſel, wirkt anregend auf des
Kör=
pers Sauerſtoffverbrauch, Kohleſäurebildung,
Wärme=
abgabe, Atmungsgröße. Profeſſor Rubner (Berlin) hat
darüber zahlreiche Unterſuchungen angeſtellt und ſagt:
„Die Luftbewegungen ſind von außerordentlich
bedeu=
tungsvollem Einfluß auf den Menſchen. Bei der
Ver=
nachläſſigung, unter der die Lungenpflege bei den Leuten
mit ſitzender Lebensweiſe gewöhnlich zu leiden pflegt,
hat die kräftige Wirkung kühlender Luftbewegung gerade
auf die reſpiratoriſchen Funktionen beſondere Bedeutung.
Als Abhärtungsmittel ſteht die Luftwirkung an erſter
Stelle; ſie iſt ein der Haut angemeſſener Reiz, der auch
beim längeren Aufenthalt im Freien ſein dauerndes Spiel
treibt.”
Da niemand dem Wind und Wetter ſich ganz entziehen
kann, muß jeder ſeine Haut daran gewöhnen, was am
erfolg=
reichſten durch häufige Luftbrauſen und Luftbäder
ge=
ſchieht. Stärkende Luftbrauſen nimmt man morgens und
abends beim An= und Ausziehen, indem man nicht nur
die Oberkleider, ſondern auch alle Wäſche recht ſchnell
wechſelt; das erfriſcht köſtlich und gewöhnt die Haut an
die Temperaturunterſchiede. Hat man ſich am Tage zu
irgend einer Gelegenheit nochmals umzuziehen, ſo
ver=
fährt man wieder ſo radikal. Noch wirkſamer wird die
Abhärtungskur, wenn man hierbei die Haut tüchtig reibt,
frottiert oder bürſtet, wodurch ſie blutreich und
unemp=
findlich wird, wie die Haut an Händen und Geſicht. Dieſe
ägliche Behandlung möge man immer mal unterſtützen
durch warme Wannenbäder mit nachfolgender kalter
duſche.
Führt man dieſe einfachen Maßregeln gewiſſenhaft
ohne Unterbrechung durch, ſo wird man ſich ſogar im
Sturm nicht erkälten. Uebrigens brauchen ſehr
empfind=
liche Spaziergänger bei rauhem Wind nicht auf offener
Landſtraße zu gehen, ſondern mögen ſich in Parkanlagen
oder einen Wald begeben, wo die Bäume viel Schutz
ge=
währen. Man kann auch einen feſten Regenſchirm
mit=
nehmen, da dieſer, gegen den Wind gehalten, den
vorzüg=
lichſten Windſchirm bildet. Aengſtliche Gemüter mögen
noch in anderer Weiſe Vorſicht üben: Im rauhen Winde
nöglichſt wenig ſprechen, damit die kalte, trockene Luft
nicht direkt in Hals und Lunge kommt. Eine andere
Vor=
ſchrift hat ſchon im Jahre 1631 der berühmte Amos
Co=
menius in ſeiner Sprachentüre gemacht: Des Atems
halber iſt die Nas gegeben. Beim Atmen durch die Naſe
wird die Luft erwärmt, gereinigt und angefeuchtet; die
Naſe bildet den natürlichen, einzig richtigen Reſpirator.
Das Wichtigſte aber iſt und bleibt immer Gewöhnung
der Haut an Wind und Wetter. Abhärtung muß zur
Lebensaufgabe jedes denkenden Menſchen gehören, dem
es darum zu tun iſt, ſein Leben nicht fahrläſſiger Weiſe zu
verkürzen. Solchen Perſonen wird dann nicht jeder
Luft=
zug, jeder Windſtoß Erkältungsfurcht und
Rheumatismus=
angſt einjagen, ſondern ſie werden eine friſche Windbriſe
labend und ſtärkend empfinden, wie die gewohnten
täg=
lichen Luftbrauſen oder wie die kalten Duſchen nach
war=
mem Bade. Dann ruft gerade der kräftige Oſtwind
blü=
hend roſiges Ausſehen hervor, was ſo treffend geſchildert
iſt in Voß‟ „Der ſiebzigſte Geburtstag” wo die
Schwie=
gertochter triumphierend ſagt:
„Fröhliches Herz und rotes Geſicht, das hab’ ich
be=
ſtändig, auch wenn der Oſt nicht weht. Mein Väterchen
ſagt mir oftmals, klopfend die Wang’, ich würde noch
krank vor lauter Geſundheit.”
Sport.
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von Joachimsthal; 6000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1.
Herrn Grunows Poſtillon (E. Weber), 2. La Turbie
(Jentzſch), 3. Eſtremadura (Th. Baſtian). Tot. 165:10.
— Preis von Oſchatz; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Leutn. O. v. Mitzlaffs Kiriquette (Leutn.
v. Egan=Krieger), 2. Colclough II (Leutn. v. Keller), 3.
Maid of Doon (Leutn. Sichler). Tot. 14:10. — Großes
Hürden=Rennen; 15000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1.
Herrn W. Thiedes Steps (Newey), 2. Sangaree (
Mi=
ſchon), 3. Sirius II (A. Chapran). Tot. 83:10. — Preis
vom Hallerbau; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 3400
Meter: 1. Rittm. v. Roſenbergs Voigt (Leutn. v. Egan=
Krieger), 2. Angola (Leutn. v. Berchem), 3. Ritterſchlag
(Herr Purgold). Tot. 25.10. — Brandenburger Hürden=
Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn Erlers
Huſarenliebe (Fritſche), 2. Seehund (Streit), 3.
Früh=
wach (Naſh). Tot. 124:10. — Sankt Markt=Jagdrennen;
Ehrenpreis und 3500 Mark, Diſtanz 4200 Meter: 1. Hrn.
Dr. Voigts Saint Mihiel (Beſ.), 2. Trill (Leutn. von
Wangenheim), 3. Wilkina (Leutn. Sichler). Tot. 70:10.
— Preis von Müncheberg; 6500 Mark, Diſtanz 4400
Me=
ter: 1. Frhrn. S. A. v. Oppenheims Rien ne va plus
(Archibald), 2. Rowdy (Shurgold), 3. Kondor (Spear)=
Tot. 71:10.
Vermiſchtes.
* Von der ſchönen Otero weiß Das Buch für Alle
folgende amüſante Geſchichte zu erzählen: In Paris, wo
die pikante Spanierin ſich vor einiger Zeit bewundern
ließ, treiben bekanntlich die „Apachen” Banden von
Die=
ben, Einbrechern und Raufbolden, ihr Unweſen. La beile
Otero hörte ſo viel von dieſen Gaunern, daß ſie von
Neu=
gier geplagt wurde, die perſönliche Bekanntſchaft einiger
dieſer Herrſchaften machen zu können. So ließ ſie ſich denn
eines Nachmittags nach dem verrufenſten Teil der
Seine=
tadt fahren und betrat furchtlos eine verräucherte Taverne,
die man ihr als das Stammlokal der Apachenhäuptlinge
bezeichnet,hatte. Wüſter Lärm ſcholl ihr entgegen, und
man kann ſich denken, welches Staunen es erregte, als die
elegant nach der neueſten Mode gekleidete,
ſeidenrau=
ſchende Brettlprinzeſſin in der Spelunke auftauchte. Der
faſt erſtickenden Atmoſphäre von Tabaksqualm und von
Schnapsdunſt nicht achtend, ſchritt ſie beherzt an einen
Tiſch heran, um den ſich etwa ein Dutzend recht wild
aus=
ſehender Burſchen gruppiert hatte. Lachend erklärte ſie
en Verblüfften, daß ſie die Otero ſei und gekommen
väre, um die Leute, von deren tollkühnen Taten man ſo
viel erzähle, einmal in der Nähe zu ſehen. Es dauerte
gar nicht lange, da ſaß die Schöne mitten unter den wüſten
eſellen und ließ ſich von ihnen den Hof machen. Als ſie
ſich nach faſt einer Stunde empfahl, bezahlte die
exzen=
riſche Artiſtin die ganze Zeche und fuhr heim. Wenige
Stunden ſpäter entdeckte ſie das Fehlen eines ihrer
ſchön=
ſten Brillantringe am Finger. Obwohl ſie nicht gerade
erbaut von dem Verluſt war, konnte ſie doch nicht umhin,
die Geſchicklichkeit des Apachenjünglings zu bewundern,
der ihr den Ring vom Finger gedreht hatte, ohne daß ſie
es bemerkte.
Haben Die Schon
einmal, verehrte Hausfrau, ſich
perſön-
lich bemüht, feſtzuſtellen, welche
Zube=
reitungsform des Kakaos Ihnen am
meiſten zuſagt? Haben Sie ſchon
ein-
mal die Zubereitungs=Vorſchriften, die
wir Ihnen auf jeder unſerer Packungen
und neuerdings auch auf dem
Ein-
wickelpapier geben, aufmerkſam
durch=
geleſen und befolgt? Hand auf’s Herz.
nein! Sie überlaſſen dies Ihrer Köchin
und bedenken nicht, daß die
Zuberei=
tung des Frühſtücksgetränks doch zum
mindeſten dieſelbe ſachkundige
Behand-
lung verdient wie die Herſtellung
der Bowle, deren eigenhändiges
An-
ſetzen ſich doch kein Hausherr nehmen
laſſen wird. Und gerade dieſe
Unter-
laſſung der Hausfrau iſt der Grund,
weshalb in ſo wenigen Haushaltungen
eine gute Tasse Kakaogetrunken
wird und weswegen der Kakao noch
immer nicht im bürgerlichen
Haus=
halte den Platz einnimmt, der ihm
zukommt. Dieſes halte ſich jede
Haus=
frau vor Augen und ſorge ſelbſt für
die richtige Zubereitung des
Kakao=
getränkes; die kleine Mühe wird
reich belohnt. Die köſtlichen, zu
höchſtem Wohlgeſchmack entwickelten
Rckebtt.
Kakaos, die führenden deutſchen
Mar-
ken, ſind ebenſo wie die allgemein
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haar und Bart beſeitigten dieſelben
in wenigen Tagen”. In der Tat
hat ſich Obermeyer’s Medizinal=
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krankheiten bewährt.
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be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Kriegshund. 1 Pinſcher (
zuge=
laufen). Die Hunde konnen von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
(21954
10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
den Schutz der Angeſtellten in offenen Verkaufsſtellen gegen
Geſundheitsgefährdungen, insbeſondere die Einrichtung
aus=
reichender Sitzgelegenheit betreffend.
Die Inhaber von offenen Verkaufsſtellen ſind zufolge § 62,
Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuches verpflichtet, die Geſchäftsräume ſo
ein=
zurichten und den Geſchäftsbetrieb ſo zu regeln, daß die Angeſtellten
gegen eine Gefährdung ihrer Geſundheit, ſoweit die Natur des
Betriebes es geſtattet, geſchützt ſind.
Zum Zwecke der Durchführung dieſes Grundſatzes hat der
Bundesrat auf Grund des § 139h der Gewerbeordnung folgende
Beſtimmungen über die Einrichtung von Sitzgelegenheit für
An=
geſtellte in offenen Verkaufsſtellen erlaſſen. (Bekanntmachung des
Reichskanzlers vom 28. November 1900):
*1. In denjenigen Räumen der offenen Verkaufsſtellen, in welchen
die Kundſchaft bedient wird, ſowie in den zu ſolchen
Verkaufs=
ſtellen gehörenden Schreibſtuben (Kontoren) muß für die
da=
ſelbſt beſchäftigten Gehilfen und Lehrlinge eine nach der Zahl
dieſer Perſonen ausreichende, geeignete Sitzgelegenheit
vor=
handen ſein. Für die mit der Bedienung der Kundſchaft
beſchäftigten Perſonen muß die Sitzgelegenheit ſo eingerichtet
ſein, daß ſie auch während kürzerer Arbeitsunterbrechung
benutzt werden kann.
Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezeichneten
Perſonen während der Zeit, in welcher ſie durch ihre
Be=
ſchäftigung nicht daran gehindert ſind, geſtattet werden.
2. Unberührt bleibt die Befugnis der zuſtändigen Behörden,
im Wege der Verfügung für einzelne offene Verkaufsſtellen
(§ 139g der Gewerbeordnung) oder durch allgemeine
An=
ordnung für die offenen Verkaufsſtellen ihres Bezirks (§ 139h
Abſ. 2. a. a. O.) zu beſtimmen, welchen beſonderen
Anforde=
rungen die Sitzgelegenheit in Rückſicht auf die Zahl der
Perſonen, für welche ſie beſtimmt iſt, ſowie hinſichtlich ihrer
Lage und Beſchaffenheit genügen muß.”
Allgemeine Anordnungen zur Ausführung dieſer
Bundesrats=
vorſchriften im Sinne der Ziffer 2 ſind bis jetzt nicht erlaſſen.
Es iſt darum Sache der Polizeibehörde, im einzelnen die zur
Durchführung der Bundesratsvorſchriften, ſowie überhaupt des § 62,
Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuchs erforderlichen Anordnungen zu erlaſſen.
Zu dieſem Zwecke werden wir eine zeitweilige Beſichtigung
der offenen Verkaufsſtellen und der zu ſolchen gehörenden
Schreibſtuben (Kontoren) während der Geſchäftsſtunden durch unſere
Beamten vornehmen laſſen. Hierbei vorgefundene
Zuwiderhand=
lungen gegen die erwähnten Bundesratsvorſchriften werden gemäß
§ 147 Abſ. 1 Ziffer 4 der Gewerbeordnung Beſtrafung des
verant=
wortlichen Geſchäftsinhabers mit Geldſtrafe bis 300 Mark, im
Un=
vermögensfalle mit Haft zur Folge haben.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1912.
(21763so
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Verdingung.
Die Beſorgung der Poſtfuhrgeſchäfte der Poſthalterei in
Darm=
ſtadt ſoll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden.
Bedingungen für die Bewerbung uſw., Vertragsbedingungen
und Nachweiſung über den Umfang und die Dauer der Leiſtungen,
ſſowie Formular zum Angebot liegen im Amtszimmer des
Kaiſer=
lichen PoſtamtsI in Darmſtadt aus und können daſelbſt zum Preiſe
von 50 Pfg. bezogen werden.
Die Angebote ſind unterſchrieben und verſchloſſen mit der
Aufſchrift:
„Angebot auf Beſorgung der Poſtfuhrgeſchäfte
in Darmſtadt‟
an das Kaiſerliche Poſtamt I in Darmſtadt frankiert einzuſenden.
Die Angebote werden in Gegenwart der etwa erſchienenen Bewerber
den 12. November 1912, vormittags 11 Uhr, im Amtszimmer
des Kaiſerlichen Poſtamts I in Darmſtadt geöffnet. Zuſchlagsfriſt
3 Wochen vom Tage der Eröffnung der Angebote ab gerechnet.
Die Auswahl unter den Bewerbern ohne Rückſicht auf den
Mindeſtfordernden als auch die Ablehnung aller Gebote bleiben
vorbehalten.
(21935
Darmſtadt, den 16. Oktober 1912.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Küchenneferung.
Am 8. November 1912, 9 Uhr vormittags,
Vergebung der Küchenbedürfniſſe und Abfälle,
ausſchließlich Fleiſch= und Wurſtwaren, für die Zeit vom 1. Dezember
1912 bis 30. November 1913 im Unteroffizier=Speiſeſaal II/117.
Verſiegelte Angebote und Proben mit Aufſchrift „
Küchen=
lieferung” ſind bis 25. Oktober 1912 einzuſenden.
Die Lieferungsbedingungen liegen im
Bataillonsgeſchäfts=
zimmer offen.
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Küchenverwaltung II/117 Alicekaſerne Mainz.
Städtiſcher Fiſchmarit.
Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber
Don=
nerstag und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den
Verkaufs=
ſtänden angeſchrieben.
(20343a
Darmſtadt, den 28. September 1912.
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51)
Ob ich mich freue? entgegnete Ada auf Chriſtas Frage
jetzt. Wie kannſt Du nur fragen! Sie ſtrich in beinahe
kindlicher Freude über die weiße Schürze ihres Koſtüms,
die zwiſchen dem nur halbgeſchloſſenen Abendmantel
her=
vorſchaute.
Chriſtakind, welche Frage? rief auch Joachim. Paß
mal auf, wenn wir ankommen, ſtehen Adas Verehrer alle
bereits Spalier und ſchmachten ihr entgegen!
Ach Gott, die guten, alten Männchen! Hoffentlich
tun ſie es lieber nicht, denn ſie holen ſich höchſtens den
Schnupfen oder den Rheumatismus! Aber übrigens, wenn
Du ſo garſtig zu mir biſt, ändere ich mal meine Taktik und
laſſe mir anſtatt von Deinen alten Kollegen und Brüdern
in Apoll von der jüngeren Generation den Hof machen!
Unterſteh’ Dich! Dann bring’ ich Dich um! Ich drücke
Dich tot. Siehſt Du, ſo mache ich das! Joachim umarmte
ſeine vor ihm ſitzende kleine Frau und ſuchte ſie feſt an
ſich zu drücken.
Au, au! Du biſt ein Ungeheuer! Willſt Du mich
vielleicht rot küſſen! Das ſteht mir gar nicht! Außerdem
muß ich als Italienerin, da ich nicht braun bin, doch
wenigſtens eine intereſſante Bläſſe aufzuweiſen haben.
Laß mich los! Ich will Dir auch ſchwören, heute abend
mit keinem anderen Mann zu flirten, als mit Dir!
Joachim ließ Ada frei, aber kaum war ſie wieder im
Gebrauch ihrer Arme und Hände, da gab ſie ihm ſchon
wieder lachend einen Naſenſtüber und ſetzte neckend
hin=
zu: vorausgeſetzt, daß mir keiner beſſer gefällt!
Seufzend zitierte nun Joachim:
„Hier koſen ſie,
Dort ſchaun ſie hin,
Den Dritten haben ſie im Sinn,
Und ſie betrügen alle drei,
Das iſt der Frauen Liebestreu!”
Aber da kam er ſchön an! Nun miſchte ſich auch
Chriſta wieder in das Geſpräch. Sie wollte den beiden,
die heute ſo heiter und fröhlich waren, nichts von der
De=
preſſion merken laſſen, die auf ihr laſttete, und zwang ſich
zu einem munteren Tone. Vereint mit Ada tat ſie dem
Herrn der Schöpfung allerlei neckende Bosheiten an, und
Joachim revanchierte ſich nach Kräften.
Das kleine Wortgeplänkel, bei dem es ſcharf auf Hieb
und Stoß ging, lenkte Chriſtas trübe Gedanken etwas ab
Als ſie aus der dunklen Droſchke hinaus in das in ein
Meer von Licht getauchte Veſtibül des wundervollen
Schlaraffenhauſes traten, ſah niemand ihrem Geſicht
etwas von den ernſten Gedanken an, die hinter ihrer
ernſten Stirn kreuzten. Nur ein weicher, träumeriſcher
Zug lag auf ihrem Geſicht, und ihre dunklen Augen
blick=
ten wie verſchleiert von einer ungeſtillten Sehnſucht.
Mühſam drängten ſich die drei zu den von den
an=
kommenden Feſtteilnehmern umlagerten Garderoben vor
und begannen die ihre Koſtüme umhüllenden Sachen
ab=
zulegen.
Die bunte, farbenprächtige italieniſche Tracht verlieh
Chriſta einen ganz eigenen Reiz, und bewundernd
hafte=
ten ſogleich aller Augen auf ihr.
Du, Liebſter, Chriſta ſieht heut wieder mal unheimlich
ſchön aus! Ganz neidlos flüſterte es Frau Ada ihrem
Mann zu, als dieſer ihr behilflich war, ſie aus Mantel,
Kopfſchal und Ueberſchuhen herauszuſchälen.
Du auch! Wie zwei Lieder in Dur und Moll kommt
Ihr beide mir immer vor.
Joachim zog zärtlich Adas Arm durch den ſeinen und
drückte ihn an ſich. Aber ich hoffe, daß wir unſere Chriſta
fröhlicher mitheimbeingen, als wir ſie hergebracht haben.
Glaubſt Du wirklich, Joachim, daß er kommt?
Ich glaube es,
Ich hoffe es auch!
Chriſta trat zu ihnen heran und hängte ſich in
Joa=
chims anderen Arm ein. Sie hatte ſich an ihrem ſchwarzen
Samtmieder noch raſch ein paar Granatblüten befeſtigt.
Zwar weiß ich nicht, von was Ihr ſprecht, aber dem
feeu=
digen Ausdruck Eurer Geſichter nach muß es etwas ſehr
Nettes ſein, auf das Ihrr hofft. Alſo ich halte mit!
Als man die Feſträume betrat, die Künſtlerhände und
Künſtlerphantaſie zu einer lachenden, ſonnigen,
italie=
niſchen Landſchaft mit all ihren charakteriſtiſchen
Meck=
malen ausgeſtattet hatten — ſelbſt der feuerſpeiende
Ve=
ſuv fehlte auf der köſtlichen Wanddekoration nicht, die den
Blick von Capri nach dem ſchönen, von blauen Wellen
be=
ſpülten Neapel darſtellte —, wogte bereits eine
buntge=
kleidete Menge hin und her. Von der geſuchteſten
Ele=
ganz bis zur realiſtiſchen oft bizarren Ausführung waren
echte und unechte, geſchmackvolle und gegenteilige Koſtüme
vertreten. Zwiſchen den braunen, blonden und ſchwarzen
Söhnen und Töchtern des Südens, die die Zipfelmützen
der neapolitaniſchen Schiffer oder die runden Filzhüte der
Bauern trugen, und den Frauen und Mädchen mit den
weißen oder bunten, flachen eigknartigen Kopfbedeckungen
der Italienerinnen, drängten ſich Tänzer und Tänzerinnen
in allerhand phantaſtiſchen Trachten, die oft dem
Cha=
rakter des Feſtes weniger entſprechend waren. Groß war
auch die Zahl derer, die im Touriſtenkoſtüme kamen, um
„die Nacht auf Capri” mit zu feiern.
In wirbelndem Tanz drehten ſich im großen Feſtſaal
bereits die Paare,
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lapper, Tamburin= und Zimbalgeſumme durchzog den
Saal, in den in den Nebenräumen aufgeſchlagenen kleinen
Weinzelten, italieniſchen Oſterias, erklangen luſtige und
traurige italieniſche Lieder, die von bunt
zuſammenge=
würfelten Gruppen geſungen wurden. Dazwiſchen
ſchwirrten laute Anlockungsrufe zur Tombola, zu
Makka=
roni=, Apfelſinen= und ſonſtigen Verkaufsſtänden. Mit
Scherz= und Neckworten boten reizende, ſelbſt duftigen
Blüten gleichende junge Mädchen Blumen, Loſe und
Poſt=
karten zum Verkauf an. Graziös und flink huſchten
braune, ſchlanke Zigeunerinnen umher und machten ſich
anheiſchig, aus Karten oder den Linien der Hand
Ver=
gangenheit und Zukunft zu künden.
Frohſinn, Heiterkeit, blitzende Augen, lachende Lippen,
blühendes Leben und ſorgloſes Genießen überall, wohin
man blickte!
Und ſchwiegen die Geigen und raſteten die Paare,
dann rauſchte der Vorhang auf, der die zwiſchen
Fels=
grotten eingebaute Bühne verhüllte, und, gleich einem
funkelnden Feuerwerk, praſſelte ein Sprühregen von
geiſt=
reichen und zündenden Vorträgen, Kouplets und Liedern,
die Künſtler erſten Ranges zum beſten gaben, hernieder
und erhöhte die Feſtluſt.
Auch Chriſta ward mit hineingeriſſen in den tollen
Tirbel der allgemeinen Fröhlichkeit, die wie ein Fluidum
voll prickelnden Reizen die Luft durchzog.
Nach langem Suchen hatte man endlich in einem
lauſchigen Eckchen, etwas abſeits von dem großen
Ge=
triebe, den Tiſch ausfindig gemacht, an dem Joachims
nähere Bekannte und Kollegen mit ihren Damen ſaßen.
Schallende Evvivarufe begrüßten die Ankommenden,
und grüßend winkte man ihnen mit vollen Sektgläſern
ent=
gegen,
Ein Weie ſih mun del üiſigen Shlarder
bilen=
men, dann ward durch die erwachende Tanzluſt bei den
Damen und die Neugier, etwas zu ſehen und zu erleben,
die Tafelrunde geſprengt. Nur ein paar ältere
Herr=
ſchaften erklärten, ſie wollten ſitzen bleiben, um den Tiſch
zu halten und ſich von hier aus den Trubel anzuſehen.
Ab und zu kehrten die einzelnen Herren und Damen
für längere oder kürzere Zeit einmal an den Tiſch zurück.
Es war ein immerwährendes Kommen und Gehen, und
ſtets änderte ſich das Bild.
Nur ganz ſelten traf Chriſta, wenn ſie einmal vom
Tanz raſtete, dort Joachim oder Ada. Um ſo öfter aber
ſah ſie ſie unter den ſich im Tanze drehenden Paaren oder
begegnete ihnen in der ſich immerwährenden Bewegung
hin und her ſchiebenden Menge der Promenierenden. Ada
ſchien ihr Wort von vorhin wahr zu machen, trotz der
vielen Bewunderer, die ſich um die reizende kleine Frau
drängten, flirtete ſie nur mit dem eigenen Manne.
Traf ſich Chriſta mit den Geſchwiſtern, ſo wechſelte
man ein paar liebe Worte miteinander, ſah ſich dies oder
jenes Sehenswerte zuſammen an, trank hier ein Glas
Wein oder Sekt, würfelte dort einmal an einer Tombola,
aber alles in allem kam es Chriſta vor, als überließen
Joachim und Adaa ſie abſichtlich mehr ſich ſelbſt.
Ihr mißfiel dieſe ungebundene Freiheit gar nicht,
denn ſie gehörte ja zu ſo einem Koſtümfeſt. Aber anfangs
befremdete ſie alles doch ein wenig.
Durch Joachim kannte ſie eine Menge junger Künſtler.
Dieſe ſtellten ihr wieder Bekannte vor, kurzum es fehlte
ihr nicht an Tänzern und — was ſonſt nicht ihr Geſchmack
war — an Courmachern.
Wo ſie ging und ſtand folgte ihr eine Schar von
Be=
wunderern in allen Lebensaltern. Als nach Schluß der
Theater ſich auch noch die Kollegen der eigenen und der
rieien anderen ähter Mriſts enſelen, wache ſe erſt
recht umſchwärmt und gefeiert. Um ſich dieſem Schwarm
zu entziehen, tanzte ſie mehr, als ſie anfangs beabſichtigt
hatte, und, je nachdem ihr jeweiliger Tänzer ihr in ſeiner
Unterhaltung zuſagte, verlängerte ſie dieſe Tänze durch
Promenieren in den Sälen. Am meiſten Spaß machte es
ihr, wenn ſie mit irgend jemand tanzte und plauderte, der
gar nicht wußte, wer ſie war. Dann wurde ſie nicht mit
Geſprächen über das Theater angeödet, und man ſagte ihr
nicht ſeichte Komplimente über ihr Spiel oder ihre
Per=
ſönlichkeit.
Mit großer Gewandtheit hatte ſie bisher vermieden,
in die Nähe des Tiſches zu kommen, an dem die ihr bis
auf wenige unſympathiſchen Kollegen und Kolleginnen
der eigenen Bühne ihren Platz gewählt hatten. Ab und
zu hatte ſie kurz dieſen oder jenen begrüßt, ſich aber im
übrigen von ihnen fern gehalten. Da wollte es ein
un=
glücklicher Zufall, daß ſie ganz vertieft in ein Geſpräch mit
einem ihrer Tanzpartner, der als Offizier die blutigen
Ge=
fechte in Deutſchſüdweſt mitgemacht hatte und ihr mit
großer Anſchaulichkeit ſehr intereſſant davon erzählte, alle
Vorſicht außer acht ließ und in unmittelbarer Nähe des
von ihr bisher ſo ängſtlich gemiedenen Kollegentiſches
ſtehen blieb.
Sie ſah den Sprecher voll an. Das feine
ariſtokra=
liſche Geſicht, die ganze Art und Weiſe, ſich zu geben,
hat=
ten ihr auch, ohne daß er es ihr geſagt hatte, verraten,
daß er jenen Kreiſen angehöre, mit denen auch ſie durch
Geburt und Blut in enger Verbindung ſtand. Das
Ge=
ſpräch mit ihm berührte ſie heimatlich, und er kam ihr wie
ein alter Bekannter vor, obgleich ſie nur wenige Worte
miteinander gewechſelt hatten.
(Fortſetzung folgt.)
Musik-Verein.
Montag, den 21. Oktober 1912, abends 7 Uhr,
im Saalbau:
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Franziskus.
Eintrittskarten (Mk. 6.—, 4.50, 2.50, 1.50) bei A.
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Mlitgliederverſammlung
Mittwoch, den 23. Oktober 1912,
abends 8½ Uhr,
im „Fürstensaal‟, Grafenstrasse 20.
1. Vortrag des Herrn Lehrer Speckhardt über:
Die 2. noporien
und Beſprechung darüber, und
2. Allerlei Fragen, die den Hausbeſitz betreffen.
Zu dieſer Verſammlung ſind alle Hausbeſitzer freundlichſt
eingeladen. Unſere Mitglieder, Damen und Herren, bitten wir,
recht zahlreich zu erſcheinen.
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Der Vorſtand.
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Vortrag des Herrn Dr. Schilling:
Neuere Forschungsergebnisse über das Leuchten
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Samstag, den 26. Oktober 1912, abends 9 Uhr, im
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Montag, den 21. Oktober 1912.
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Zum erſten Male wiederholt:
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von Max Dreyer.
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
Joachim Baron v.
Weſenberg . . Rich. Jürgas
Mathilde verw.
Frau v.
Mieren=
dorff:
Minna Müller=
Rudolph
Grete, mit Ro=)
bert v.
Bar=
ckor
verhei=
ratet
Lotte
Rob. v. Barckow,
Leutn. in einem
Huſaren=Regim. Guſtav Semler
Walt. v. Barckow,
Fähnr. in
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ſelben Regiment Emil Kroczak
Mollenhauer,
Inſpektor
Fehlhaber,8
Küchenchef
Friedrich,
Diener
Hann. Duſel, 6i s
Arbeitsm.
Bertha, Jungfer
bei Frau von
Mierendorff . . Tilli Art’
Marie, Kinderm.
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1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anfang 7½ Uhr. Ende 10 Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Dienstag, 22. Okt. 38. Ab.=Vſt.
B 10. „Der Gardeoffizier.”
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 23. Okt. 39. Ab.=Vſt.
D 10. Neu einſtudiert: „Gyges
und ſein Ring”. Tragödie in
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 24. Okt. 40. Ab=
Vorſtell. A 10. „Die ſchöne
Helena‟. Gew. Pr. Anf. 7 Uhr.
Volks=Vorstellung
im Großherzogl. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellung wird am Sonntag, 27. Oktober,
nachmittags ½ 3 Uhr
„Der Pfarrer von Kirchfeld‟
gegeben. Kartenbeſtellungen haben bis ſpäteſtens Mittwoch, den
23. ds. Mts., 6 Uhr abends, bei den betreffenden Vereinsſtellen
zu erfolgen.
(21970
Verkehrs-Verein.
B21963)
Bekanntmachung.
Die noch im Umlauf befindlichen Karten zu den
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konzerten der Ludwigshöhe bittet man auf der
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wigshöhe oder im Verkehrsbüro einzutauſchen, da
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ſelben vom 1. November ab ihre Gültigkeit verloren haben.
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