Darmstädter Tagblatt 1912


18. Oktober 1912

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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der Geſetzentwurf, betr. die Rückerſtattung des Ein=
gangszolles
für vom Ausland eingeführtes
Fleiſch an die Gemeinden, iſt vom Bundesrat
angenommen worden.
Eine Dynamitexploſion ſetzte die große Ziegelei
Norer=Innsbruck in Brand, die vollſtändig
zerſtört wurde. Ein Arbeiter wurde getötet,
einer wird vermißt.
Eine Feuersbrunſt in Quimper (Frankreich)
vernichtete nachts das Greiſenaſyl. Fünf In=
ſaſſen
ſind verbrannt.
Vierzehn von den Bergleuten, die ſeit Samstag in
der North Lyell Mine verſchüttet waren, ſind
am Mittwoch gerettet worden. Es ſind noch 37 Leben=
dige
eingeſchloſſen. Die Zahl der Getöteten be=
trägt
41.
Die Feindſeligkeiten an der ſerbiſche:
und bulgariſchen Grenze haben Donnerstag
früh begonnen.
Die Montenegriner haben die Stadt Berane
eingenommen.
Die neueſten Meldungen über das Befinden
Rooſevelts lauten günſtig.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.

Botſchafter Fürſt Lichnowsky.

Als Nachfolger des Freiherrn von Marſchall iſt,
wie gemeldet, der Wirkliche Geheime Rat Fürſt
Lichnowsky auserſehen. An die Stelle eines Diplo=
maten
, der am Ende einer von großen Erfolgen gekrön=
ten
Laufbahn auf den ſchwierigſten Poſten gelangte, tritt
nun ein Angehöriger des höchſten Adels ohne verantwor=
tungsvolle
diplomatiſche Vergangenheit. In dem Rufe
liberaler Neigungen und perſönlicher Gewandtheit
ſtehend, erfüllt Fürſt Lichnowsky zweifellos einige der Be=
dingungen
, auf die man ſich im Oktoberheft der Deut=
ſchen
Revue berief, um die Ernennung adliger Diploma=
ten
zu begründen. An der gewinnenden Sicherheit des
Auftretens wird es dem Fürſten Lichnowsky ebenſo wenig
wie an der Freigebigkeit des Grandſeigneurs fehlen. Und
von dem Schimmer, der auch heute noch überall die Titel
umgibt, beſitzt er als Träger eines fürſtlichen Namens
nicht wenig. Das mag ihm gerade in dem Londoner Mi=
lieu
von Nutzen ſein. Seine Uebung im diplomatiſchen
Handwerk reicht freilich an die ſeines Vorgängers nicht
heran; denn abgeſehen davon, daß Fürſt Lichnowsky erſt
am Anfang der 50er Jahre ſteht, iſt er in leitender Stel=
lung
bisher nicht tätig geweſen. Ein Aufſatz, den Fürſt
Lichnowsky im letzten Julihefte der Deutſchen Repue‟
veröffentlicht hat, ſpricht für ſeine realpolitiſch=nüchterne
Denkweiſe. Er bezeichnet es darin als einen Mangel an
politiſchem Urteil, wenn wir von Frankreich mehr erwar=
teten
, als eine gelegentliche Verſtändigung über koloniale
oder wirtſchaftliche Schwierigkeiten, die Unterhaltung
gut=nachbarlicher Beziehungen und eine verſöhnliche Be=
handlung
gegenſeitiger Intereſſen. Fürſt Lichnowsky geht
in dieſem Zuſammenhange auch auf England mit fol=
genden
Ausführungen ein:
Die Franzoſen zu einer, ich möchte ſagen, mehr als
äußerlichen und formalen Anerkennung, der durch den
Frankfurter Frieden geſchaffenen Verhältniſſe zu bringen,
erſcheint mir ebenſo ausſichtslos wie etwa der Verſuch,
die Polen zu einem freiwilligen Verzicht auf ihre Natio=
nalität
und zu einer endgültigen Verleugnung ihrer poli=
tiſchen
Hoffnungen zu zwingen oder, um mich eines beſon=
ders
zeitgemäßen Beiſpiels zu bedienen, wie das Beſtre=
ben
, den Engländern den weiteren Ausbau unſerer Flotte
ſchmackhaft zu machen! Es gibt eben einen Punkt, über
den es keine aufrichtige Verſtändigung geben kann und
niemals geben wird, das iſt der Frankfurter Frieden, und
aus dieſer Tatſache entſpringt der Wunſch der Franzoſen,
unſere Stellung durch Bündniſſe und Einvernehmen zu
ſchwächen. In dieſem Beſtreben begegnen ſie ſich mit Eng=
land
, und hierin liegen die Wurzeln der Freundſchaft, die
meiner Ueberzeugung nach keine Diplomatenkunſt zu
ſprengen vermögen wird.
Dem Fürſten Bülow hat der künftige Botſchafter
während ſeiner Berliner Tätigkeit wohl näher als mancher
andere der jüngeren Diplomaten geſtanden; er hat wenig=

ſtens ſehr oft zu den Gäſten des früheren Reichskanzlers
gehört.

Die Entſcheidung über die Wahl des
neuen deutſchen Botſchafters in London fin=
det
in der Preſſe eine günſtige Aufnahme.
Der Berliner Lokal=Anzeiger ſchreibt: Freiherr von
Marſchall erhält einen Nachfolger, der ſich in der inter=
nationalen
Diplomatie eines ſehr guten Rufes zu er=
freuen
hat. Die Nationalzeitung hebt hervor, daß ſein
Name gleich nach dem Ableben des Freiherrn von Mar=
ſchall
genannt wurde und daß dafür maßgebend war die
Tatſache, daß Fürſt von Lichnowsky wiederholt und in
dringender Weiſe mit der Feder für eine friedliche, aber
würdige Auseinanderſetzung zwiſchen Deutſchland und
England eingetreten iſt. Die Deutſche Tageszeitung
ſagt: Fürſt von Lichnowsky gilt als Anhänger einer
deutſch=engliſchen Verſtändigung, aber nicht auf Koſten
der deutſchen Flotte. Die Morgenpoſt ſagt: Fürſt von
Lichnowsky iſt jederzeit eifriges und tätiges Mitglied der
Reichs= und Freikonſervativen Partei geweſen, deren
Standpunkt er namentlich auch in der Polenfrage mit
großer Energie und Entſchiedenheit vertreten hat. Das
Berliner Tageblatt ſchreibt: Fürſt von Lichnowsky gehört
zum linken Flügel der Konſervativen, und wie die meiſten
wirklichen preußiſchen Grandſeigneurs fühlt er ſich im
Innern ſeines Weſens dem engherzigen, beſchränkten und
terroriſtiſchen Charakter der Junker völlig fremd. Sein
vielſeitiges Wiſſen und beſonders jene urpreußiſche Vor=
urteilsloſigkeit
, die nicht immer nur Kaſtenunterſchiede und
Rangordnungen kennt, ſind gerade auf dem Londoner
Poſten ſehr ſchätzenswert, aber man muß abwarten, ob
er mit regſamem Geiſt die ruhige Hand findet. Die
Voſſiſche Zeitung: Fürſt von Lichnowsky iſt ein vielſeitig
gebildeter, aufgeklärter Mann, der im Herrenhaus in der
Regel mit der Linken ſtimmte Insbeſondere trat er bei
der Beratung der Wahlrechtsvorlage für die Aenderung
des Dreiklaſſenwahlſyſtems und für die Notwendigkeit
zeitgemäßer Zugeſtändniſſe an die demokratiſchen Par=
teſen
ein. Die Berliner Neueſten Nachrichten: Der neue
Botſchafter von Lichnowsky iſt als eifriger Publiziſt für
eine friedliche Auseinanderſetzung zwiſchen Deutſchland
und England eingetreten.
Karl Max Fürſt v. Lichnowsky entſtammt
einer katholiſchen Familie des ſchleſiſchen Uradels, deren
Beſitzungen teils auf preußiſchem, teils auf öſterreichi=
ſchem
Gebiete liegen. Der neue deutſche Botſchafter iſt am
8. März 1860 zu Kreuzenort geboren als Sohn des Für=
ſten
Karl v. Lichnowsky, preußiſchen Generals der Ka=
vallerie
, deſſen Gemahlin eine geborene Prinzeſſin Croy
war. Ein Oheim des Botſchafters war jener bekannte
Fürſt Felix Lichnowsky, der als Mitglied der Frankfurter
Nationalverſammlung zuſammen mit dem General
Auerswald im Jahre 1848 vom Frankfurter Pöbel er=
mordet
wurde. Fürſt Karl Max von Lichnowsky widmete
ſich der diplomatiſchen Laufbahn, auf der er bis zum Bot=
ſchaftsrat
in Wien aufrückte. Danach ins Auswärtige
Amt berufen, wurde er dort Vortragender Rat mit dem
Titel eines Geheimen Legationsrats, erhielt ſpäter den
Rang eines außerordentlichen Geſandten und bevollmäch=
tigten
Miniſters und einige Jahre nach ſeinem Aus=
ſcheiden
aus dem aktiven Reichsdienſt den Rang eines
Wirklichen Geheimen Rats mit dem Prädikat Exzellenz.
Im Jahre 1901 wurde Fürſt Lichnowsky erbliches Mit=
glied
des preußiſchen Herrenhauſes, wo er der ſogenann=
ten
neuen Fraktion beitrat. Seit ſeinem Ausſcheiden
aus dem Reichsdienſt widmete er ſich vornehmlich der Be=
wirtſſchaftung
ſeiner Beſitzungen Kuchelma und Graetz.
Verheiratet iſt der neue Botſchafter ſeit dem Jahre 1904
mit einer geborenen Gräfin v. Arco=Zinneberg.

Der italieniſch=türkiſche Friede.

* Wie die Tribuna meldet, wird der Sultan gleich=
zeitig
mit der Veröffentlichung des Erlaſſes über die
Autonomie Libyens ſeinen Vertreter für den Schutz der
türkiſchen Intereſſen ernennen. Dieſes wird, wie das
Giornale d’Italia mitteilte, Chemſeddin Bey ſein, deſſen
Gehalt von Italien bezahlt wird und der ſeinen Wohnſitz
in Tripolis nimmt. Die kirchlichen Beamten ſollen wie
in Bosnien durch den Scheich ül Islam ernannt werden.
Wie die Tribuna meldet, würde Italien auf den Er=
laß
des Sultans ebenfalls ein Dekret veröffentlichen,
das namentlich an die Araber gerichtet iſt und volle
Amneſtie denjenigen gewährt, die gegen Italien ge=
kämpft
haben, vorausgeſetzt, daß ſie die Waffen nieder=
legten
. Diejenigen, die Widerſtand leiſten, ſollen als Auf=
rührer
angeſehen werden. Weiterhin werde der Sul=
tan
ein Jrade veröffentlichen, in dem den Bewohnern
der, ägäiſchen Inſeln volle Amneſtie ge=

währt wird und umfangreiche Garantien für die dort
durchzuführenden Reformen geboten werden. Hierauf
ſolle dann der eigentliche Friedensvertrag unterzeichnet
werden. Der erſte Abſchnitt des Vertrages behandle die
Einſtellung der Feindſeligkeiten, der zweite die Zurück=
ziehung
der türkiſchen Truppen aus Libyen und der ita=
lieniſchen
Truppen von den ägäiſchen Inſeln. Die Räu=
mung
der Inſeln werde jedoch nur nach der Räumung
Libyens erfolgen. Die Türkei verpflichtet ſich, den Waf=
fenſchmuggel
aufzugeben; während Italien ſich verpflich=
tet
, der internationalen Verwaltung der türkiſchen Detto
Publique für den aus den libyſchen Einkünften ſtammen=
den
Teil aufzukommen. Durch die Unterzeichnung des
Vertrages ſei die Rechtslage wie vor dem Kriege wieder
hergeſtellt für die Handelsverträge, wie für die italieni=
ſchen
Staatsangehörigen in der Türkei.
Nach ſicheren Informationen iſt die Frage der Ent=
ſchädigung
für Tripolis im Protokoll von
Ouchy ſo geregelt, daß ſie in einer über fünfzig Jahre
ſich erſtreckenden Jahresrente der Türkei ausgezahlt wer=
den
ſoll.

Deutſches Reich.

Vom Reichsetat. Wie Berliner Blätter mel=
den
, iſt der Entwurf des Reichshaushaltsetats für das
nächſte Jahr im weſentlichen fertiggeſtellt. Es finden noch
in dieſen Tagen mit einigen Regierungsſtellen münd=
liche
Verhandlungen über Einzelheiten ſtatt, über die auf
ſchriftlichem Wege eine Verſtändigung nicht erzielt war.
Indeſſen werden auch die Verhandlungen ſchon in den
nächſten Tagen zum Abſchluß gebracht ſein, ſo daß mit
der Drucklegung des Etats begonnen werden kann. Die
erſten Etats werden dem Bundesrat noch in dieſem Monat
zugehen. Die Beratungen im Bundesrat werden ſo geför=
dert
werden, daß der Etat dem Reichstag bei ſeinem Zu=
ſammentritt
am 26. November vorliegt. Man hofft, die
Etatsberatungen im Reichstag ſo zu beſchleunigen, daß
vor der Weihnachtspauſe die zweite Leſung von wenig=
ſtens
drei Etats beendet ſein kann. Im ganzen ſtehen bis
zur Weihnachtspauſe etwa drei Wochen zur Verfügung, in
denen Allerdings auch die Debatten über die Fleiſchteue=
rung
ſtattfinden werden. Gleichzeitig mit dem Etat wird
dem Reichstag der Geſetzentwurf über das Großhandels=
monopol
für Petroleum vorgelegt werden. Ebenſo wird
der Entwurf für die teilweiſe Erſtattung der Zollbeträge
an Gemeinden, die unter den bekannten Bedingungen
Fleiſch aus dem Ausland beziehen, mit dem Etat vor=
liegen
und vom Bundesrat angenommen worden ſein.
Es läßt ſich annehmen, daß eine Veröffentlichung der Vor=
lage
noch in dieſer Woche erfolgen wird.
Reichshaus und Reichstag. Man trägt
ſich, wie eine Berliner Korreſpondenz ſchreibt, mit großen
Plänen im Reichshauſe, die im November wenn der
Reichstag wieder zuſammentritt , den Volksboten vor=
zulegen
ſein werden. Es ſollen ſechzig neue Arbeitszimmer
für Reichstagsabgeordnete geſchaffen werden. Das iſt ein
unbeſtreitbares Bedürfnis, denn jetzt gibt es nur ein ein=
ziges
Zimmer dieſer Art, das der Abgeordnete Erzherger
mit Beſchlag belegt hat. Nun wollen auch andere Abge=
ordnete
dieſelbe Vergünſtigung. Das kann man ihnen
nicht gut abſchlagen. Da es nun aber im Wallotbau an
Raum fehlt, ſoll das Dach gehoben werden. Das iſt ein
intereſſantes techniſches Projekt. Man will das Dach
mehrere Meter hochheben und die Grundmauern erhöhen,
um ſo neuen Raum zu ſchaffen. Die Spitze der Kuppel,
die Laterne, die jetzt 75 Meter über dem Erdboden liegt,
würde alſo noch weiter in die Luft hineinrücken. Die Bau=
arbeiten
, die erhebliche Aufwendungen erforderlich machen,
ſollen wenn der Reichstag zugeſtimmt hat im Som=
mer
1913 zur Ausführung gelangen.
Reichstagserſatzwahl im erſten Ber=
liner
Wahlkreiſe. Vorausſichtlich wird die Orts=
gruppe
der Reichspartei entweder allein oder im Verein
mit den Konſervativen einen rechtsſtehenden Kandidaten
im erſten Berliner Wahlkreiſe aufſtellen. Wie man ſich
bei einer etwaigen Stichwahl zu ſtellen haben wird, wird
ſpäterer Erwägung überlaſſen bleiben.
Die Maßnahmen gegen die Fleiſch=
teuerung
. Wie die Nordd. Allg. Ztg. erfährt, iſt dem
Geſetzentwurf, wonach vom 1. Oktober 1912 bis zum
31. März 1914 den Gemeinden, die aus dem Ausland
friſches, auch gefrorenes Fleiſch einführen und zu ange=
meſſenem
Preiſe an die Verbraucher abgeben, der Ein=

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gangszoll teilweiſe zurückerſtattet werden ſoll, die Zuſtim=
mung
des Bundesrats erteilt worden. Aus der Begrün=
dung
des Entwurfs iſt folgendes hervorzuheben:
Die Genehmigung, ausnahmsweiſe Fleiſch und Vieh
aus beſtimmten Ländern einführen zu dürfen, ſoll nur
für große Städte erteilt werden. Es ſei nicht zu bezwei=
feln
, daß die Maßnahme nicht allein in den beteiligten
Städten ſelbſt, ſondern auch in einem mehr oder weniger
weiten Umkreis zu einer Preisſenkung führen werde.
Anderſeits ſei nicht zu verkennen, daß die Mitwirkung für
die Gemeinden mit Schwierigkeiten verbunden iſt. Daher
beſtehe das Bedürfnis, den beteiligten Gemeinden jene
Aufgabe tunlichſt zu erleichtern und ebenſo auch einem
größeren Kreiſe noch anderer Gemeinden die Mitarbeit
zu ermöglichen. Da die Gemeinden ſo im Intereſſe der
Geſamtbevölkerung des Reichs tätig ſind, erſcheine es ge=
rechtfertigt
, daß das Reich ſeinerſeits dazu beitrage, den
Gemeinden den Bezug ausländiſchen Fleiſches zu verbil=
ligen
. Dies könne, ohne daß dadurch der Zolltarif als
ſolcher berührt werde, durch teilweiſe Erſtattung des für
das eingeführte Fleiſch entrichteten Zolles geſchehen.
Gleichzeitig mit der Zuſtimmung zu dem Geſetzent=
wurf
erklärte der Bundesrat einſtweilen ſein Einverſtänd=
nis
mit den Grundzügen für die Bedingungen, unter
denen die Vergünſtigung erteilt wird. Von dieſen Grund=
zügen
dürften folgende von beſonderem Intereſſe ſein:
Das Fleiſch muß von Gemeinden für eigene Rechnung
aus dem Auslande bezogen, ohne jeden Gewinn für die
Gemeindekaſſe entweder an die Verbraucher ſelbſt oder
unter der Bedingung unmittelbaren Verkaufs an Ver=
braucher
zu beſtimmten Höchſtpreiſen abgegeben werden.
Die Gemeindebehörde ſetzt die von den Verbrauchern zu
zahlenden Preiſe und die den Weiterverkäufern vorzu=
ſchreibenden
Höchſtpreiſe feſt, macht die Preiſe in den Ver=
kaufsſtellen
öffentlich bekannt. Die Abſicht, von der Zoll=
erleichterung
Gebrauch zu machen, hat die Gemeinde der
zuſtändigen Zollbehörde unter Vorlegung einer Erklä=
rung
über Feſtſetzung des Verkaufspreiſes mitzuteilen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Schluß der öſterreichiſchen Delega=
tion
. Nach Vornahme der dritten Leſung der gefaßten
Beſchlüſſe und der Konſtatierung der Identität mit den
Beſchlüſſen der ungariſchen Delegation ſprach Graf Berch=
told
der Delegation den Dank und die Anerkennung des
Kaiſers für die Hingebung und Opferwilligkeit aus. Die
Delegation habe in verantwortungsvoller Zeit neuerlich
ihren Patriotismus glänzend bewieſen und damit der Ge=
ſchichte
des parlamentariſchen Lebens ein ehrenvolles
Blatt eingefügt. Der Miniſter dankte namens der gemein=
ſamen
Regierung für die vertrauensvolle Unterſtützung.
Nachdem von Schwarzenberg dem Präſidium für die be=
kundete
Objektivität gedankt hatte, erklärte Präſident
Dobernig u. a.: Die äußeren Gefahren, die am politiſchen
Geſichtskreiſe aufgetaucht und ſchon in bedenkliche Nähe
gerückt ſind, fordern gebieteriſch den Ausgleich der Gegen=
ſätze
im Innern oder doch wenigſtens einen Waffenſtill=
ſtand
. Der Präſident ſchloß mit warmen Segenswünſchen
für die Erhaltung des koſtbaren Lebens des Kaiſers und
brachte ein dreimaliges Hoch auf den Monarchen aus. Die
Verſammlung ſtimmte begeiſtert in dasſelbe ein. Hierauf
wurde die Seſſion geſchloſſen.
Belgien.
Der neue Kammerpräſident. Der bis=
herige
Kammerpräſident Cooreman hat erklärt, daß er bei
Beginn der ordentlichen Tagung am 12. November ſein
Amt nicht mehr übernehmen könne. Die klerikale Partei
hat ſich deshalb entſchloſſen, an ſeiner Stelle den ehe=
maligen
Miniſterpräſidenten Schollaert zu wählen.
Marokko.
Die allgemeine Lage. Mulay Juſſuf richket
täglich Telegramme an General Liautey, in denen er ſich
zu deſſen glücklichem Vorgehen beglückwünſcht. In Mar=
rakeſch
und Umgebung kehren Ruhe und Sicherheit zurück.
Die maßgebenden Kreiſe halten wegen der mißlichen
Lage El Hibas die ſofortige Beſetzung von Agadir nicht
mehr für unerläßlich. Die allgemeine Lage hat ſich im
ganzen Lande gebeſſert. Die Harka in der Tadla iſt end=
gültig
zerſtreut.

Stadt und Land.

Darmſt adt, 18. Oktober.
* Vom Hofe. Prinz Georg von Bayern und ſein
perſönlicher Begleiter, Hauptmann von Steinling, nahmen
am Mittwoch an der Frühſtückstafel in Jagdſchloß
Wolfsgarten teil. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs Johann Paul und Ludwig
Hahn zu Schlitz.
-g. Strafkammer. In der Berufungsverhandlung
gegen den Kunſtmaler Hugo Detſch in Boxhagen=
Rummelsburg und den Kaufmann Konrad Cahen in
Frankfurt wegen Vergehen gegen Kreisratsverordnungen
auf Grund des Denkmalſchutzgeſetzes (Aufſtellen von
Reklametafeln an der Bergſtraße), in der geſtern das Ur=
teil
verkündet werden ſollte, wurde Beſchluß dahin ver=
kündet
, daß ein neuer Verhandlungstermin auf den 14. No=
vember
anberaumt wird. Der Staatsanwaltſchaft wurde
gleichzeitig anheimgeſtellt, zu ermitteln, zu welchen Zeiten
die einzelnen Tafeln aufgeſtellt worden ſind. Der
31jährige Taglöhner Wilhelm Körner aus Reinheim
wurde wegen Verbrechens nach § 176,3 St.=G.=B. zu
zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehr=
verluſt
verurteilt. Ein Monat der Unterſuchungshaft
wurde ihm in Anrechnung gebracht. Ein weitverbreite=
ter
Irrtum hinſichtlich der Abgabe einer Steuer= Dekla=
ation
iſt der 36jährigen Witwe des prakt. Arztes Dr.
Max Preuß, jetzt in Seeheim ohne Beruf, verhäng=
nisvoll
geworden. Sie zog im Jahre 1908 nach Bens=
heim
zu, unterließ es, eine Steuerdeklaxation abzugeben
und bezahlte ohne irgendwelche weiteren Schritte die ver=
anlagte
Steuer von 4 Mark pro Jahr, obwohl ſie ein
kleineres Vermögen ihr eigen nennt. Das Finanzamt
hatte bei der Einſchätzung der Dame eine genaue Kontrolle
des Vermögens unterlaſſen und jenen minimalen Steuer=
ſatz
angefordert. Als ſich ſpäter herausſtellte, daß Frau
P. es unterlaſſen hatte, eine Vermögensdeklaration abzu=
geben
, nahm das Finanzamt Veranlaſſung, ſie in eine
Geldſtrafe von 100 Mark zu nehmen. Gegen dieſe Strafe
legte Frau P. Berufung ein, die geſtern vor der Straf=
kammer
zur Verhandlung kam. Hier gab ſie an, wiſſent=
lich
habe ſie die Steuerhinterziehung nicht begangen, denn
ſie habe bei ihrer Anmeldung ihren früheren Steuerzettel
vorgelegt. Als ſie die Einſchätzung bekam, habe man ihr
verſchiedentlich auf ihre Anfrage geantwortet, ſie ſolle
warten, bis man von ihr eine Deklaration fordere. Das
Gericht verurteilte die Beſchuldigte wegen Zuwiderhand=
lung
gegen Artikel 28 und 29 des Kapitalrentenſteuer=
geſetzes
vom 10. Juli 1895 in zwei Fällen zu einer Geld=
ſtrafe
vonije 216,16 Mark wegen Zuwiderhandlung
gegen Artikel 48 des Vermögensſteuergeſetzes vom 12. Au=
auſt
1899 in zwei Fällen zu je 100 Mark und gegen
Artikel 31 des Kapitalrentenſteuergeſetzes zu je 20 Mark
Geldſtrafe. Im übrigen wird die Beſchuldigte freige=
ſprochen
.
* Die Ausſtellung Der Menſch nochmals ver=
längert
. Der tägliche Beſuch zur Ausſtellung Der
Menſch iſt jetzt noch ebenſo ſtark, wie ſeit den erſten
Eröffnungstagen, und je mehr die Ausſtellung ihrem
Schluß zugeht, um ſo größer wird der Andrang.
Namentlich an Sonntagen nahm der Beſuch zuweilen
ſolche Dimenſionen an, daß die Ausſtellungsleitung zuerſt
den Verſuch machte, die Hallen wie ſeinerzeit in Dresden,
zeitweiſe polizeilich abſperren zu laſſen. Schließlich ent=
ſchloß
man ſich aber dazu, im Innern der Ausſtellung
räumliche Veränderungen vorzunehmen, wodurch der
Verkehr ſelbſt bei großem Andrang glatt verlaufen und
die Abſperrung nach Möglichkeit vermieden werden
konnte. Durch den fortgeſetzt ſtarken Beſuch hat ſich nun
der Schöpfer der Ausſtellung, Exzellenz Lingner,
gerne beſtimmen laſſen, den Schluß der Ausſtellung, der
urſprünglich auf Ende Oktober feſtgeſetzt war, noch
hinauszuſchieben. Die Ausſtellung bleibt, wie wir bereits
mitteilten, noch bis Mitte November, Wochen=
tags
und Sonntags, von morgens 9 bis abends 9 Uhr
ununterbrochen geöffnet.
Nationalflugſpende. Die Sammlungen für die
Nationalflugſpende werden mit Ablauf dieſes Monats
geſchloſſen. Das hieſige Kreiskomitee wird alsdann
noch die in den Monaten Auguſt, September und
Oktober eingegangenen Einzelbeiträge, ſowie das Ge=
ſamtergebnis
der Sammlung im Kreiſe Darmſtadt ver=
öffentlichen
. Wer deshalb noch dieſe nationale
Sache durch einen Beitrag unterſtützen will, hat Ge=
legenheit
, dieſes im Laufe des Monats zu tun. Bei=
träge
nehmen nach wie vor entgegen die
Geſchäftsſtelle unſeres Vlattes, ſowie die=
jenigen
der anderen hieſigen Zeitungen, die Bank für
Handel und Induſtrie, die Darmſtädter Volksbank, die
deutſche Vereinsbank, die Reichsbankſtelle und Herr Hof=
bankier
Ferdinand Sander.
Die ſtädtiſche Rechtsauskunftsſtelle ( Wald=
ſtraße
6, Telephon Nr. 2516) erteilt unentgeltlich
Rat und Auskunft. Sie iſt bei der Verfolgung be=
gründeter
Rechtsanſprüche durch Anfertigung von Schrift=
ſätzen
behilflich. Die Rechtsauskunſtsſtelle wurde in den

Monaten April bis September d. Js., der erſten Häfte
des laufenden Geſchäftsjahres, von 2018 Ratſuchenden
(gegen 1147 in der gleichen Zeit des Vorjahres) in An=
ſpruch
genommen. Von dieſen waren 210 Arbeitgeber
(155 männliche und 55 weibliche), 1428 waren Arbeit=
nehmer
(986 männliche und 442 weibliche) und 380
ſonſtige Perſonen (59 männliche und 321 weibliche.) An
Geſuchen, Eingaben, Klagen und anderen Schriftſätzen
wurden 380 angefertigt, Vergleichsverhandlungen fanden
in 63 Fällen ſtatt. In den letzten Wochen ergingen
zahlreiche Anfragen über die Privatange=
ſtellten
=Verſicherung. Arbeitgeber und Ange=
tellte
ſeien darauf hingewieſen, daß die ſtädtiſche Rechts=
auskunftsſtelle
Anfragen über die Angeſtellten= Ver=
ſicherung
jederzeit gerne beantwortet.
Darmſtädter Krankenſchweſtern im Balkan=
kriege
. Zwei Krankenſchweſtern des Alice=Hoſpitals
ſind von hier aus auf Veranlaſſung der Prinzeſſin
Ludwig von Battenberg nach dem Balkan abgereiſt.
Sie werden auf griechiſcher Seite im Dienſte der
Krankenpflege tätig ſein.
Vom Feſthaus=Verein Darmſtadt. Die Herren
Dr. Louis Merck und Dr. Willy Merck hier haben
ihre Jahresbeiträge zum Feſthaus=Verein auf je 100 Mk.
erhöht. Frau Staatsminiſter Marie Rothe hat die
Summe von 1000 Mk. dem Feſthausfonds zugewendet.
Kaiſerpreisreiten. Geſtern vormittag paſſierten
die Teilnehmer am Kaiſerpreisreiten der Ka=
vallerie
=Regimenter die Rheinſtraße und ritten in der
Richtung nach Frankfurt weiter. Der Kaiſerpreisritt
ging von Darmſtadt nach Hanau, wo die Teilnehmer
gegen Abend eintrafen. Es nahmen u. a. 14 Offiziere
des Gardedragoner=Regiments Nr. 23 und 5 Offiziere
des Leibdragoner=Regiments Nr. 24, ferner eine Anzahl
Ulanen und 6er Dragoner an dem Preisritt teil.
Ein großer Erfolg der Derailliſten= Organi=
ationen
. Man ſchreibt uns: Der Bundesrat hat in
ſeiner letzten Sitzung der Errichtung einer Kleinhandels=
Berufsgenoſſenſchaft zugeſtimmt. Damit iſt eine viel=
jährige
, mühſame Arbeit von Erfolg gekrönt, die für
die deutſchen Detailliſten von größter Bedeutung ſein
wird. Dank der unermüdlichen Arbeit des Herrn
Schubert=Bochum, dem eine Anzahl Freunde aus ganz
Deutſchland zur Seite ſtanden, wurden die maßgebenden
Stellen, Regierungen und Handelskammern, und zuletzt
auch der Bundesrat, von der Notwendigkeit überzeugt,
daß dem Deutſchen Detailhandel eine eigene Berufs=
genoſſenſchaft
gehöre und ein Verbleiben in der Lagerei=
Berufsgenoſſenſchaft zu unhaltbaren Zuſtänden und
weiteren Kämpfen führen würde. Die Vorarbeiten zur
Gründung werden nun ſofort beginnen und die erſten
und wichtigſten Fragen werden ſein: Sitz der Genoſſen=
ſchaft
und Zuſammenſetzung des Vorſtandes. Möge die
neue Genoſſenſchaft in Zukunft arbeiten zum Wohl und
Segen des geſamten deutſchen Detailliſtenſtandes.
Vortrag. Napoleons ruſſiſcher Feld=
zug
1812, ein öffentlicher Vortrag von Profeſſor Dr.
Aug. Baur, Oberlehrer am Ludwig=Georgs=Gymnaſium
zu Darmſtadt. Kenntnis der Vergangenheit ſchärft den
Blick für die Geſchehniſſe und Aufgaben der Gegenwart,
und mit Recht wird ſeitens der Schulbehörden unſerer
Zeit auf die Aneignung und das Verſtändnis geſchicht=
licher
Kenntniſſe, insbeſondere der vaterländiſchen Ge=
ſchichte
, hoher Wert gelegt. Verſchieden jedoch haftet das
in der Jugend erworbene hiſtoriſche Wiſſen, und wenn
es nicht zeitweiſe aufgefriſcht oder durch das geeignete
Buch erweitert wird dann bleiben nur noch dunkle Er=
nnerungen
und ſelbſt dieſe entſchwinden in ſpäteren
Jahren im Strom der Gedanken für das Berufsleben,
Der oben genannte geſchichtliche Vortrag von Profeſſor
Dr. Baur will auffriſchen, was die erwachſenen Hörer
n früheren Jünglings= und Mädchenjahren aus einer
ſo wichtigen Epoche deutſcher Geſchichte gehört oder ge=
leſen
haben, er will ergänzen durch Mitteilungen bedeut=
ungsvoller
Ergebniſſe neuerer Geſchichtsforſchungen, er
will ein Bild geben der deutſchen Staaten= und Staats=
verhältniſſe
nach dem Unglück von Jena, und wird dar=
ellen
Napoleons Kriegszug nach Rußland, an dem auch
heſſiſche Regimenter ſtark beteiligt waren. Der Vortrag
wird gleichzeitig eine Einführung bilden in das Ver=
ſtändnis
der gewaltigen Ereigniſſe des Jahres 1813, zu
deren Erinnerung in vielen Teilen Deutſchlands, vor
allem in der Ebene Leipzigs, jetzt ſchon umfaſſende Vor=
bereitungen
im Gange ſind. Einige für den Vor=
trag
beſonders hergeſtellte große Karten werden die Aus=,
führungen des Redners unterſtützen. Zum Beſuch dieſes
für heute, Freitag, abend angezeigten Vortrags
(Kaiſerſaal) ladet der Vorſtand des Volksbildungs=
vereins
ergebenſt ein.
* Bei dem Schützen=Wettſtreit der Schützengeſell=
ſchaft
Wildſchütz=Darmſtadt gingen folgende Schützen
als Sieger hervor. I. Im Einzel=Schießen: 1. Preis
Kurt Rohde, Feurio=Darmſtadt: 2. Preis Chr. Schäfer,
Fortuna=Darmſtadt; 3. Preis Jakob Katzenmeier, Wild=
ſchütz
=Darmſtadt; 4. Preis And. Weiß, Guſtavsburg;
5. Preis Karl Kißner, Wildſchütz=Darmſtadt; 6. Preis
Peter Harres, Feurio=Darmſtadt; 7. Preis A. Holl,
Immergrün=Darmſtadt; 8. Preis Balt. Schäfer, Wild=

Das Zubiläum der Grimmſchen Märchen.
(1812 18. Oktober 1912.)
Von Dr. Paul Landau.

Kaſſel, am 18. Oktober 1812 ſo ſteht unter der
Vorrede des erſten Bandes der Kinder= und Haus=
märchen
den die Brüder Grimm zum erſten Mal gerade
vor 100 Jahren dem kleinen Johannes Freimund, dem
Söhnchen Bettinens und Achims von Arnim laut ihrer
Widmung auf den Weihnachtstiſch legten. Ein kleines
Volk der ſchönſten Poeſiegeſtalten, die ſeitdem als gute
Geiſter in der deutſchen Kinderſtube heimiſch geworden
ſind, war mit einem Mal wie aus einer tiefen Ver=
zauberung
erlöſt; Dornröschen und Rotkäppchen, Hänſel
und Gretel, Däumling und Schneewitchen und wie ſie alle
heißen, die lieben Freunde unſerer Jugendtage, die uns
Freunde bleiben fürs Leben, ſie kamen hervor, fein und
lieblich, aus den dunklen Winkeln hinter der Ofenbank,
aus den gemütlichen Eckchen in der Spinnſtube, wo ſie
treuer Bauerſinn bewahrt, um eine ſichere Wohnung zu
finden im Herzen der ganzen Nation. Sie ſind, wie Wil=
helm
Scherer ſo ſchön geſagt hat, fortan der erſte Schimmer
der Dichtung, der in die aufwachenden Kinderſeelen fällt.
Wie wenig ſich die Brüder Grimm dieſe einzigartige
verklärte Stellung ihrer Sammlung im deutſchen Haus
träumen ließen, als Wilhelm das Datum vom 18. Oktober
unter ſeine Vorrede ſetzte, das beweiſt eben dieſe Vorrede,
die im Märchen bisher einen unbeachteten Teil der
großen romantiſchen Poeſie erblickt und dieſen leiſen Nach=
klang
uralter einheimiſcher Volksdichtung erretten will
zur beſſeren Kenntnis ehrwürdiger Vorzeit. Bei ihrem
Studium der Mythen und Sagen, beſonders der däniſchen
Volkslieder, die Wilhelm herausgab, waren den beiden

Dioskuren der Germaniſtik Märchenmotive aufgefallen,
die ſie aus mündlichen Erzählungen ſchon kannten. Eine
Wunderwelt war aufgetan, nicht aus alten Büchern und
vergeſſenen Manuſkripten, ſondern aus geheimen Quellen
des ſie umflutenden Lebens, die gleichſam unterirdiſch
weiterrauſchten, wie vor Jahrhunderten, freilich er=
ſchüttert
von einer fremden Oberflächenkultur. Nicht nur
wegen ihrer eigenen Lieblichkeit, die einem jeden, der ſie
in der Kindheit gehört, eine goldene Lehre und eine hei=
tere
Erinnerung daran durchs ganze Leben mit auf den
Weg gibt, verdienen die Märchen unſere Aufmerkſamkeit,
ſondern auch weil ſie zu unſerer Nationalpoeſie gehören,
indem ſich nachweiſen läßt daß ſie ſchon mehrere Jahr=
hunderte
doch unter dem Volke gelebt ſo heißt es im
Vorwort. Erſt im zweiten Bande 1815 ſprechen ſich die
Brüder über den Wert der Märchen für die Kinder aus.
In der Zwiſchenzeit hatten ſie mit Erſtaunen geſehen, daß
ſich die Kleinen der Geſchichtchen als eines ihnen urtümlich
eigenen Beſitzes bemächtigen, und ſo ließen ſie denn
freudig und glücklich ihre wiſſenſchaftliche Arbeit ein Kin=
derbuch
, das ideale Volksbuch werden. Wie Jakob und
Wilhelm im Kinderfühlen und Kinderweſen lebten und
webten, ſtrahlt aus ihren Büchern und Briefen und viel=
leicht
am ſtärkſten aus dem innigen Ton der Märchen her=
vor
. Aber wie hatten ſie glauben dürfen, daß dieſes ver=
achtete
, mißbrauchte, nur noch in niederen Hütten gedul=
dete
Aſchenputtel der Poeſie nun plötzlich eine ſo herrliche
Aufnahme finden würde?
Die Schickſale unſeres deutſchen Märchens haben ſelbſt
etwas Märchenhaftes. Wohl hatten Renaiſſance und Re=
formation
die beſcheidenen Blumen, die der dichtenden
Volksphantaſie entſprangen, zu bunten Sträußen ge=
wunden
, aber die volksfremden Strömungen des 17. und
18. Jahrhunderts, die einem künſtlichen Ideal, einer
Herrſchaft des Verſtandes nachſtrebten, ſpülte dieſe gar=

nicht modiſchen Buketts achtlos beiſeite. So ſchlummerte
das Märchen den Dornröschenſchlaf; höchſtens daß ſich
einmal ein Barockpoet über ſolch nichtsnutziges, unver=
ſtändiges
Zeug ereiferte. Und als es dann während des
18. Jahrhunderts wieder auftrat, da war es das alte
liebe deutſche Volkskind nicht mehr, ſondern eine kokette
Schöne, nach neueſter Mode gekleidet, in Reifrock und
Lockenfriſur, die franzöſiſch parlierte und die zweideutig=
ſten
Dinge, die ſchlimmſten Geiſtreichigkeiten ohne Erröten
vorbrachte. Wenn man bedenkt, daß die ſeinen Obſzöni=
täten
eines Crébillon, Fils und Diderot ſich in die Form
des Märchens hüllten, daß die ſchlüpfrigſten Feengeſchich=
ten
das Entzücken der Salons bildeten, daß ein aufkläre=
riſcher
, nüchtern witzelnder Geiſt auch in den beſſeren Er=
zählungen
der Art ſein Weſen trieb, dann begreifen wir
die völlige Erniedrigung und Verderbnis, in die das
Märchen geraten war. Blumen aus Papier ohne natür=
lichen
Duft und Schmelz, künſtlich parfümiert und ge=
ſchmückt
waren es, die ein Wieland oder gar ein Friedrich
Schulz aus Dſchinniſtan und dem Orient heimbrachten.
Auch in den Märchen=Novellen von Muſäus, die hauptſäch=
lich
Sagenſtoffe behandeln, ohne freilich den durch die
Grimms erſt feſtgeſtellten Unterſchied zwiſchen Märchen
und Sage zu ahnen, iſt noch ein ganz unnaiver, ſatiriſch
ſpieleriſcher Ton feſtgehalten. Erſt Herder, der große Ent=
decker
aller nationalen Kunſt, wies den fremden Nachahm=
ungen
gegenüber auf die Schätze hin, die im Buſen unſe=
res
Volkes noch ungehoben ruhten. In der Adraſtea
ſpricht er vom Ideal des Märchens, das in der magiſchen
und moraliſchen Gewalt des Traumes liegt, und ruft
aus: Eine reine Sammluna von Kindermärchen mit
allem Reichtum zauberiſcher Weltſzenen, ſowie mit der
ganzen Unſchuld einer Jugendſeele begabt, wäre ein
Weihnachtsgeſchenk für die junge Welt künftiger Gene=
rationen
. Zehn Jahre ſpäter war dieſes Chriſtange

[ ][  ][ ]

ſchütz=Darmſtadt: 9. Preis Meier, Roßdorf; 10. Preis
J. Storck, Weidmannsheil=Darmſtadt; 11. Preis M.
Abt, Wildſchütz=Darmſtadt; 12. Preis Heinr. Böhmann,
Wildſchütz=Darmſtadt; 13. Preis Winkler, Tell=Ober=
Ramſtadt; 14. Preis J. Schmitt, Schützenfreunde=
Darmſtadt; 15. Preis Walter, Groß=Gerau; 16. Preis
Karl Möſer, Fortuna=Darmſtadt; 17. Preis Fr. Carle,
Guſtavsburg; 18. Preis H. Reger, Guſtgvsburg;
19. Preis Aug. Jährling, Weidmannsheil=Daimſtadt;
20. Preis H. Danzer, Guſtavsburg. II. Gruppen=
Schießen: 1. Preis Schützengeſellſchaft Guſtavsburg;
2. Preis Weidmannsheil=Darmſtadt; 3. Preis Tell=
Ober=Ramſtadt. III. Meiſterſchaft=Schießen von Heſſen:
1. Preis und Titel Meiſterſchütze von Heſſen 1912/13
Kurt Rohde, Feurio=Darmſtadt; 2. Preis A. Weiß=
Guſtavsburg; 3. Preis P. Harres, Feurio=Darmſtadt,
Weiter errang H. A. Weih=Guſtavsburg den Tages=Preis.
* Geſangverein Liederzweig. Das ſeit einigen
Jahren eingeführte Herbſtkonzert des Liederzweig er=
freut
ſich ſtets wachſender Beliebtheit, was wohl beſon=
ders
auf die intereſſante Programmaufſtellung und die
Namen der mitwirkenden Soliſten, als auch auf die künſt=
leriſche
Ausführung der einzelnen Nummern zurückzufüh=
ren
ſein mag. Auch für das diesjährige Konzert, das am
Samstag, den 26. Oktober, abends, im Feſtſaale der
Turngemeinde ſtattfindet, iſt wieder ein gediegenes und
reichhaltiges Programm vorgeſehen. Als Soliſten ſind
u. a. Frl. Paula Manecke (Lieder zur Laute) und Herr
Rezitator Fredy Wiener gewonnen worden; näheres
hierüber ſpäter. Unter Leitung des langjährigen Diri=
genten
, Herrn Kammermuſiker Fritz Brückmann, wird
der Vereinschor einige neue Chöre vortragen, beſonders
iſt dem Volksliede Rechnung getragen, aber auch in größe=
ren
Werken will der Chor Proben ſeiner Leiſtungsfähig=
keit
geben.
Kaninchen=Ausſtellung. Bei der am 13. Oktober
ſtattgefundenen Kaninchen=Ausſtellung des Kaninchen=
zucht
=Klubs Darmſtadt wurden die Tiere von ſol=
genden
Züchtern prämiiert: Belg. Rieſen: G. Schä=
fer
1 Ehrenpreis, 2 erſte, 1 zweiter und 2 dritte Preiſe;
H. Hafner Ehrenpreis; B. Roß 1 zweiten und 3 dritte
Preiſe; J. Eberhard 1 zweiten Preis: P. Schaber
dritten Preis: Chr. Rühl dritten Preis, Fr. Miſch=
lich
dritten Preis; P. Dauer dritten Preis: Fr.
Stephan dritten Preis. Deutſche Rieſen=Schecken:
G. Germann Ehrenpreis; B. Roß 1 erſten und 2
dritte Preiſe; J. Eberhard 1 zweiten und 2 dritte
Preiſe. Fanzöſ. Widder: Ad. Rehm 1 Ehrenpreis und
1 zweiten Preis, J. Eberhard dritten Preis. Angora:
Rich. Schwab 1 erſten Preis und 1 dritten Preis; Ad.
Rehm dritten Preis. Holländer: B. Roß 3 dritte
Preiſe; Fr. Stephan 1 dritten Preis. Black and tan:
K. Munkelt 1 erſten und 1 zweiten Preis. Silber: K.
Henkelmann 2 Ehrenpreiſe, 1 erſten, 4 zweite und
7 dritte Preiſe; Fr. Hedderich erſten Preis; H. Schütz
dritten Preis. Schlachtzucht: V. Müller erſten und
dritten Preis; H. Auer dritten Preis. Belg. Rieſen=
Jungtiere: J. Eberhard Ehrenpreis und 1 dritten
Preis; G. Schäfer erſten und 2 dritte Preiſe: G. Ger=
mann
2 zweite und dritten Preis; Chr. Rühl 1 zwei=
ten
Preis; B. Roß dritten Preis; Fr. Stephan drit=
ten
Preis. Deutſche Rieſen=Schecken=Jungtiere: H. Auer
Ehrenpreis und erſten Preis; J. Eberhard 2 zweite
und 2 dritte Preiſe; E. Schäfer dritten Preis: H.
Hafner zweiten Preis: B. Roß dritten Preis: G.
Germann dritten Preis. Franzöſ. Widder=Jungtiere:
P. Babel erſten Preis; Ad. Rehm dritten Preis; J.
Eberhard 3. Preis: E. Häcker 3. Preis. Engl.
Widder=Jungtiere: J. Eberhard Ehrenpreis. Angora=
Jungtiere: K. Henkelmann zweiten Preis. Silber=
Jungtiere: K. Eichholz dritten Preis. Black and tan=
Jungtiere: K. Munkelt dritten Preis. Produkte: E.
Schäfer Ehrenpreis, G. Schäfer erſten Preis; Chr.
Rühl, Fr. Hedderich und B. Roß je 1 dritten
Preis. Ausgeſtellt waren 119 Nummern Tiere und
Produkte und die Ausſtellung erfreute ſich eines recht
zahlreichen Beſuches. Es fanden wieder mehrere Auf=
nahmen
von Mitgliedern für den Kaninchenzucht=Klub
ſtatt.
W W. Eine Notlandung mußte geſtern nachmittag
½5 Uhr der beim Etappenflug Frankfurt=Nürnbera be=
teiligte
Offizierflieger Baierlein auf ſeinem Otto=
Doppeldecker vornehmen. Der Flieger überflog die Stadt
ſehr niedrig und landete glatt auf dem Infanterie=
exerzierplatz
, wo alsbald militäriſche Hilfe zur Stelle
war. Nach etwa Aſtündigem Aufenthalt ſtieg der Flieger
wieder auf und flog nach dem Truppenübungsplatz, von
wo er dann den Weiterflug fortſetzte.
Orpheum. Das neue Oktoberprogramm hat mit
ſtarkem Erfolge ſeine erſten Spielabende abſolviert. In
dem Mittelpunkt des Programms ſteht der neug Stern
der Tanzkunſt Tortola Valencia, die mit ihren
Tanzſchöpfungen Die Schlange von Delibes Danſe
Arabe von Tſchaikowski und Eine Nantſch von Delibes
das Publikum entzückt und hinreißt. (Siehe Sonderbe=

ſprechung.) Daneben haben die übrigen Künſtler natur=
gemäß
einen ſchweren Stand. Wenn ſie ſich trotzdem zu
behaupten und einen erheblichen Anteil am Erfolg des
Abends auch für ſich in Anſpruch nehmen können, ſo be=
veiſt
das zur Genüge, daß auch ſie auf höherer Stufe ſtehen.
Hanſi Pollini, eine feſche Soubrette, eröffnet den
Abend. Ihrem munteren, Stimmung machenden Auf=
treten
folgt eine Szene im Billard=Salon The Mac
Grods die von außerordentlicher Kraft und Gewandt=
heit
des außerordentlich ſicher und ruhig arbeitenden
Trios zeugte. Narciß Mertens, der Humoriſt,
findet mit ſeinen flotten Vorträgen mit Recht viel Bei=
fall
. Eine Kunſt=Radfahrertruppe, wie ſie ſobald in die=
ſer
Zuſammenſetzung nicht wieder zu finden ſein dürfte,
iſt die French=Truppe, die ſpäter noch in einer für
Darmſtadt ganz neuen, entzückenden Nummer als Roll=
ſchuhläufer
viel Humor und Komik entfaltet. Heros
weiß durch ſeine in höchſter Vollendung ſtehenden athleti=
ſchen
Spiele rauſchenden Beifall zu entfeſſeln, und Elli
de Wett die deutſch=amerikaniſche Sängerin, in gleicher
Weiſe durch ihren Geſang wie durch ihre entzückenden
Koſtüme. Die modernen Lichtſpiele bilden wie immer
eine willkommene Ergänzung des Programms, das ſich
auf Grund des Geſagten von ſelbſt empfiehlt.

Pfungſtadt, 17. Okt. Die hieſigen Landwirte haben
ſich geeinigt, den Zentner Gelbrüben nicht unter 1,50
Mark an die Vermittler abgeben zu wollen. Begründet
haben ſie dieſes Vorgehen damit, daß der Anbau von
Gelbrüben große Anforderungen an das Ackerland und
die Arbeitskraft der Bauern ſtelle und die heurige Hafer=
ernte
ſo gering ausgefallen ſei, daß in vielen Fällen der
größte Teil der geernteten Gelbrüben an die eigenen
Pferde verfüttert werden müſſe. Ein 18jähriges
Mädchen, die Tochter des hieſigen Gaſtwirts und
Stadtrats Weigel, hat ſich durch einen Flobertſchuß in
den Leib ſchwere Verletzungen beigebracht, wäh=
rend
die Eltern die Ausſtellung in Darmſtadt beſuchten.
Auf Anordnung des Arztes wurde ſie in das Eliſabethen=
ſtift
nach Darmſtadt gebracht, wo ſie operiert werden
muß. Man nimmt an, daß das junge Mädchen in einem
Anfall von Schwermut die Tat beging, da ſonſtige
Beweggründe nicht vorliegen.
* Roßdorf, 17. Okt. Man ſchreibt uns: Am 22. Okto=
er
begeht unſer Ortspolizeidiener Ludwig Hein das
ſeltene Feſt ſeines 40jährigen Dienſtjubiläums.
Während dieſer langen Zeit hat ſich der ſtets pflicht=
bewußte
und allgemein geachtete Beamte viele Freunde
und Sympathien in unſerer Gemeinde erworben und
nicht minder bei ſeiner vorgeſetzten Behörde. Wie ver=
lautet
, hat er ſein Penſionierungsgeſuch jetzt eingereicht
und ſo gerne man ihm die wohlverdiente Ruhe auch
gönnen möchte, ſo wollen wir doch hoffen, daß dieſe
Nachricht verfrüht iſt.
Bensheim, 17. Okt. Die Weinwirtin Frau Adam
in der Neugaſſe öffnete, um Wein heraufzuholen, die in
der Wirtſchaft befindliche Falltüre, um, wie ſie es ſeit
vielen Jahren gewöhnt iſt, rücklings in den Keller hinab=
zuſteigen
. Wegen Kellerarbeiten war aber die Treppe
entfernt worden, und die ſchon bejahrte Frau ſtürzte
hinunter in eine mit Flaſchen gefüllte Kiſte, wo ſie be=
wußtlos
liegen blieb. Gerade anweſende Arbeiter ſchaff=
ten
die Bedauernswerte, welche ſchwere Verletz=
ungen
, beſonders am Kopfe, erlitten hatte, herauf und
ſorgten für ärztliche Hilfe.
M. Stockſtadt a. Rh., 17. Okt. Vom Tode des Er=
trinkens
gerettet wurden die zwei Kinder des Ar=
beiters
A. Felger von hier. Dieſe fuhren mit einem
vierräderigen Wägelchen über den Steg, der über die
Nodau führt. Dortſelbſt ſetzten ſie ſich in dasſelbe, um die
ſteile Böſchung hinunterzufahren. Hierbei aber bekamen
ſie nicht die Kurve des Weges, ſondern ſtürzten mit dem
Gefährt in die Modaubach. Gerade an dieſer Stelle iſt
ieſelbe ſehr tief und voller Schlamm. Durch ihre Hilfe=
rufe
kam der in der Nähe arbeitende Gaſtwirt Philipp
Kraft herbei, ſprang den Kindern nach und rettete ſie
beide von dem ſicheren Tode des Ertrinkens.
Langen, 17. Okt. Aus Anlaß ſeines Scheidens aus
dem Amte iſt dem Rendanten Thon hier das Verdienſt=
reuz
Philipps des Großmütigen mit der Krone ver=
iehen
worden. Die Auszeichnung wurde Herrn Thon in
Anweſenheit des Kreisrats Lochmann überreicht.
In der anſchließenden gemeinſchaftlichen Aufſichtsrats=
und Vorſtandsſitzung wurde Geometer 2. Klaſſe Chriſtoph
Huck als Gehilfe bei der Bezirksſparkaſſe angenommen.
Reinheim i. O., 16. Okt. Der Schiffsſchaukelbeſitzer
Mahr wurde heute nacht, anſcheinend von ſeiner
eigenen Frau, überfallen und beraubt. Als
Mahr in ſeinem Wagen ſchlief. erhielt er mit einem
ſchweren Inſtrument einen Schlag auf den Kopf, der ihn
ewußtlos machte. Als er einige Stunden ſpäter auf=
wachte
, waren ſeine Frau, ſein Gehilfe Nauck aus Ohligs,
ſowie 400 Mark Bargeld verſchwunden. Es handelt
ſich anſcheinend um einen Mordverſuch.

Pa. Worms, 17. Okt. Der am 9. November hier im
ſtädtiſchen Spiel= und Feſthauſe ſtattfindende Ver=
kaufstag
der Großherzogin iſt die 5. Veran=
ſtaltung
dieſer Art in Heſſen, deren Ertrag unterſtützungs=
bedürftigen
Lungenleidenden gilt, für die von Kranken=
aſſen
, Verſicherungsanſtalten uſw. zurzeit noch nicht ge=
ſorgt
iſt. Wer die unendliche Not kennt und das Elend,
das meiſt unverſchuldet bei vielen dieſer Kranken einge=
kehrt
iſt, kann es nur mit freudigem Danke begrüßen, daß
unſere Großherzogin ſich wiederholt in den Dienſt der
Sache ſtellt und dadurch den weiteſten Kreiſen ein leuch=
tendes
Vorbild gibt, im Dienſte edelſter Menſchlichkeit
zur Linderung der Not jener armen Kranken tätig zu
ſein. Die großen Mühen, die ſich die Großherzoglichen
Herrſchaften durch dieſe Veranſtaltung auferlegen, wer=
den
am beſten durch eine rege Beteiligung am Verkaufs=
tage
anerkannt. Der Eintrittspreis zum Verkaufstage
iſt, um allen Kreiſen der Bevölkerung den Beſuch zu er=
möglichen
, auf 1 Mark feſtgeſetzt und der Verkauf der
Gegenſtände ſo billig wie möglich angeordnet worden.
Es wird Gelegenheit geboten ſein, für wenig Geld einen
wertvollen Kunſtgegenſtand oder praktiſche Dinge zu er=
werben
, die gleichzeitig dauernd ein Andenken an die
Feier bilden.
Alzey, 16. Okt. Am Realſchulneubau machte ſich in
der Nacht ein Bäckergeſelle im Duſel an einem mehrere
Zentner ſchweren Stein zu ſchaffen, als dieſer um=
fiel
und den jungen Mann umriß. Dabei ſiel der Stein
auf die Beine des Geſtürzten, der ſich nicht mehr aus
ſeiner Lage befreien konnte und längere Zeit liegen blei=
ben
mußte. Frühmorgens gewahrten Vorübergehende
den im halberſtarrten Zuſtande Liegenden; die Polizei
befreite den jungen Mann, der lt. Alz. Ztg. an den Beinen
Verletzungen davongetragen hat, und verbrachte ihn in
das Wachtlokal.
Langenlonsheim, 17. Okt. Auf der Strecke Binger=
brück
-Kreuznach ſtießen heute früh zwei Güter=
züge
zuſammen. Fünf Güterwagen ſind vollſtändig
zertrümmert. Der geſamte Reiſeverkehr nach Kreuz=
nach
und weiter nach Metz iſt ins Stocken geraten. Die
Züge müſſen auf der von Gau=Algesheim abzweigenden
ſtrategiſchen Bahn nach Kreuznach geführt werden.
Haßloch, 17. Okt. Einen ſchlecht angebrachten Scherz
oder vielmehr eine Rohheit, die ſehr ſchlimme Folgen
hatte, verübte dieſer Tage ein hieſiger, in Rüſſelsheim be=,
ſchäftigter Eiſendreher Derſelbe fuhr abends mit ſeinem
Fahrrad zur Nachtarbeit und überholte dabei ein rad=
fahrendes
etwa 15jähriges Mädchen. Dieſem faßte er
ohne allen Grund ins Rad; das Mädchen ſtürzte zu Boden,
es brach das rechte und verſtauchte ſich das linke Handge=
lenk
. Der Mann aber, der dieſes Unglück verſchuldet
hatte, bekümmerte ſich nicht weiter um das unglückliche
Mädchen und überließ es, das Weite ſuchend ſeinem
Schickſal. Später fanden es Paſſanten und transportierten
es nach Hauſe.
(*) Grünberg, 17. Okt. Der altberühmte Gal=
lusmarkt
fand geſtern bei günſtigem Wetter ſtatt; er
war überaus ſtark beſucht. Auf dem Marktplatz und in
den Straßen der Stadt herrſchte dichtes Menſchengedränge.
Der Juxplatz war gut beſetzt, in der Turnhalle gab die
Frankfurter Orpheums=Geſellſchaft ihre Vorſtellungen
Auch auf dem Viehmarkt herrſchte reges Treiben.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 16. Okt. Die amerika=
niſche
Militär=Studien=Kommiſſion iſt
aus Petersburg wieder in Berlin eingetroffen und hat
im Hotel Adlon Wohnung genommen. Die Kommiſſion
wird ſich etwa zwei Wochen in der Reichshauptſtadt auf=
halten
. Für Weingartner, der nach dem Urteil
des Reichsgerichts bis 1916 keine Konzerttätigkeit in Ber=
lin
ausüben darf, ſoll in Berlin ſelbſt ein neuer Muſik=
verein
gegründet werden, deſſen Dirigent Weingartner
werden ſoll, um ihm Gelegenheit zu verſchaffen, trotz des
Verbots in geſchloſſenem Kreiſe in Berlin zu konzertie=
ren
. Weingartner läßt, einen Tag nach den Verhandlun=
en
des Reichsgerichts, in ſeinem Prozeß gegen den
König von Preußen bei Paul Caſſirer in Berlin eine
Schrift erſcheinen, in der er die Erlebniſſe eines König=
lichen
Kapellmeiſters in Berlin behandelt und hauptſäch=
lich
den toten Intendanturdirektor Pierſon angreiſt. Das
meiſte iſt Theaterklatſch. In dem Unterſuchungsver=
fahren
gegen den Millionenſchwindler Kog=
hen
, der verſchiedene Perſonen um große Summen
geprellt hat, ſtellte es ſich heraus, daß auch ſeine früheren
Buchhalter Gehlhorn und Jacubowicz an den Betrüge=
reien
erheblich beteiligt ſind. Beide wurden verhaftet.
In Ravensbrück (Amtsbezirkt Alt=Thymen) in der Nähe
der kleinen Stadt Fürſtenberg in Mecklenburg wurde
geſtern abend hart am Abhang zwiſchen Wald und Fluß
die Leiche eines etwa 60 Jahre alten Mannes aufge=
funden
. Man fand in den Taſchen des Verſtorbenen Pa=
piere
, die auf den Namen des Rechnungsrates
Schuppli aus Berlin lauteten. Neben der Leiche
agen ein faſt geleertes Fläſchchen und eine Injektions=

binde da; aber Herder deckte damals ſchon lange die kühle
Erde. .
Herder war mit ſeinen Anſchauungen den ihm ſo ver=
haßten
Romantikern ſehr nahe gekommen. Im Märchen
ſahen die Romantiker einen Höhepunkt der Dichtung.
Aber nicht die ſchlichte wunderſame Erzählung des Volkes,
in der uralt myſtiſches Gold aufleuchtete, war es, was ſie
wollten, ſondern eine düſtere naturphiloſophiſche Mytho=
logie
blinder Gewalten, wie ſie Tiecks, Novalis, Fouqués
Märchen darſtellen. Kunſtgebilde komplizierter Art, ſub.
jektive Stimmungen in ſchwer verſtändlicher Form boten
ſie; die Brüder Grimm aber wollten zum erſten Mal nur
wiedergeben, was ſie im Volke gehört, ohne aus=
ſchmückende
Willkür; Treue und Wahrheit der Auffaſſung
erhoben ſie zum oberſten Grundſatz. Viel weniger gewalt=
ſam
und ſelbſtherrlich gingen ſie vor, als in ihrer Volks=
liederſammlung
Des Knaben Wunderhorn Brentano
und Arnim, denen ſie doch ſo viel Anregung und Auf=
munterung
verdankten. Die ehrfürchtige Zurückhaltung
der Ueberlieferung gegenüber, die ſie beim Aufzeichnen
der Märchen bewahrten, erwuchs aus dem Glauben, daß
dieſe Reſte früherer Dichtung, wie alle Volkspoeſie, ur=
ſprünglich
vollkommen und unübertrefflich geweſen ſeien.
Nur die mangelhafte Tradition habe mancherlei geſtört
und verunſtaltet, deshalb müſſe man möglichſt die unver=
fälſchteſte
Form herzuſtellen ſuchen. Sie beugten ſich willig
mit all ihrer Gelehrſamkeit vor dem ſchlicht ſprechenden
Munde des Volkes. Unſere Zeit ſchreibt Wilhelm 1809,
kann ſich in den ſchwerſten Geſetzen bewegen, nur nicht
unſchuldig und gerad erzählen. Das lernten die Brüder
aus der Erzählungsweiſe der einfachſten Leute; das macht
ihre Märchen zum klaſſiſchen Werk der volkstümlichen
Proſg.
Von wem haben Jakob und Wilhelm die uns allen
heut ſo wohl bekannten Geſchichten zuerſt gehörts Her=

man Grimm hat es aus ihrem Handexemplar, wo die
Quellen aufgezeichnet waren, feſtgeſtellt. Wie es beim
rechten Märchen ſein muß, ſprach nicht nur der Mund der
Weisheit und des Alters zu ihnen, ſondern auch der der
Freundſchaft und der Liebe. Von einem Kaſſeler Nach=
barskind
, das ſpäter ſeine Frau wurde, von dem blonden
Apothekertöchterlein Dortchen Wild ſind Wilhelm im
Garten Geſchichten erzählt worden, wie die unſterblichen
von Hänſel und Gretel Frau Holle, Tiſchlein deck
dich u. a. Sie und ihre fünf Schweſtern waren mit ſolch
ſchönen Erzählungen aufgezogen worden von der Alten
Marie deren Mann im Kriege gefallen war Auch von
ihr direkt ſtammen manche Märchen, wie Rotkäppchen
wenngleich Wilhelm wohl lieber Dortchens roten Lippen
lauſchen mochte. Dann haben andere befreundete Kaſſeler
Familien, die Haſſenpflugs, die Haxthauſens, beigeſteuert,
die wieder Geſchwiſter und Verwandte auf dem Lande
hatten. Die Brentanos und Arnim, eifrige Sammler
alles Volkstümlichen, ſandten manches, und dazu kam die
gelehrte Forſchung der Brüder, die eingehende und aus=
führliche
Vergleichungen ihrer Stoffe mit der ganzen zu=
gänglichen
Erzählungsliteratur der Welt anſtellten. Als
wichtiaſte Quelle des zweiten Bandes erſcheint endlich
die Viehmännin aus Zwehren, die alte Märchenfrau
deren ſorafältig radiertes Bild den Titel ſchmückte. Von
ihr erzählt die Vorrede: Ein guter Zufall war die Be=
kanntſchaft
mit einer Bänerin aus Zwehren, durch welche
wir einen anſehnlichen Teil der hier mitgeteilten, darum
echt heſſiſchen Märchen, ſowie Nachträge zum erſten Bande
erhalten haben. Dieſe Frau, noch rüſtig, heißt Vieh
männin, blickt hell und ſcharf aus den Augen und iſt wahr
ſcheinlich in ihrer Jugend ſchön geweſen. Sie bewahrt
die alten Sagen feſt im Gedächtnis, welche Gabe, ſaat ſie,
nicht Jedem verliehen ſei. Dabei erzählt ſie bedächtig,
ſicher und mit eigenem Wohlgefallen daran; erſt ganz frei
dann, wenn man will, noch einmal langſam, ſo daß man

ihr nachſchreiben kann. Manches iſt auf dieſe Weiſe
wörtlich beibehalten.
Die Brüder haben nun freilich all dieſe Erzählungen
nicht wortwörtlich ſo wiedergegeben, wie ſie ſie hörten
Es ſteckt, wie wir heute, beſonders durch die neueſten um=
faſſenden
Arbeiten des Franzoſen Tonnelat wiſſen, ein
tüchtiges Stück Philologenarbeit in der endgültigen Ge=
ſtaltung
. Es war eine den feinſten Takt und die zarteſte
Anempfindung erfordernde Leiſtung, beſonders der ſenſi=
tiven
Anſchmiegſamkeit Wilhelms entſprechend, jede ur=
ſprüngliche
Eigentümlichkeit und Schönheit zu bewahren,
nichts Fremdartiges zuzufügen, die verſchiedenen Faſ=
ſungen
einheitlich zuſammenzuſchweißen und jenen volks=
tümlichen
Duft feſtzuhalten, der die Märchen nach Jakobs
ſchönem Wort umfließt, ſo wie ſich die Ferne des Him=
mels
blau anläßt und zarter feiner Staub um Obſt und
Blumen ſetzt. Die Kinder= und Hausmärchen waren das
erſte gemeinſame Werk der Brüder. Die großen Ideen,
viele Beiträge rühren von Jakob her, aber im ganzen ſind
doch gerade dieſem Werk die weicheren, träumeriſch zarten
Züge Wilhelens aufgeprägt. Die Hauptmaſſe der beiden
Bände wurde von ihm gearbeitet; die Vorceden und der
dritte, das reiche wiſſenſchaftliche Material umſchließende
Band, der die deutſche Märchenforſchung begründete,
ſtammen von ihm faſt ganz allein. Seit der zweiten Auf=
lage
, ſeit 1819, wurden die Märchen völlig Wilhelms
Pflege überlaſſen; er hat ſie bis zur ſiebenten Auflage
(1857) fleißia herausgeputzt, unermüdlich vermehrt (um
etwa 50 Stück), leiſe verändert und in der echten naiv=
kindlichen
Tonart vertieft und befeſtigt. So erhielten in
ſtetem Weiterſchaffen die Märchen jene reine, urdeutſche,
zu Herzen gehende Form, in der ſie noch ſo manches Jahr=
hundert
als eines unſerer edelſten geiſtigen Güter die
Pflege nationaler Dichtung anregen, treu bewahrt, ge=
leſen
und geliebt werden mögen.

[ ][  ][ ]

ſpritze. Der ärztliche Befund ſtellte feſt, daß der Aufge=
ffundene
Selbſtmord durch Vergiften verübt hatte. Re=
cherchen
der Fürſtenberger Polizei ergaben einwandfrei,
daß es ſich um den 60jährigen Inſpektor der Akademie der
Künſte in Berlin, Rechnungsrat Schuppli, handelte, der
am 8. Oktober nach Unterſchlagungen in Höhe von 30000
Mark flüchtig geworden war. Bei dem Toten fand man
einen Briefumſchlag, auf dem ſich die Adreſſe einer
Müncheberger Dame befand. Gleich nachdem Sch. ge=
flohen
war, führten Spuren nach Mecklenburg in ſeinen
Heimatsort, doch konnte er dort nicht ermittelt werden.
Vermutlich iſt er in den letzten Tagen in den kleinen Orten
Mecklenburgs umher geirrt, bis er den letzten Pfennig
ausgegeben hatte; bei der Leiche fand man kein Geld. Die
Leiche wurde nach der Fürſtenberger Leichenhalle gebracht.
Heidelberg, 17. Okt. Nach viertägiger Verhandlung
vor dem hieſigen Schöffengericht endigte heute
mittag der Beleidigungsprozeß des außerordentlichen
Univerſitätsprofeſſors Dr. Adolf Koch gegen den ordent=
lichen
Univerſitätsprofeſſor Dr. Max Weber mit der
bedingungsloſen Zurücknahme der Klage, ohne daß ſich
der Angeklagte in irgend einer Weiſe darum bemübt
hatte.
Bonn, 16. Okt. Bei der heute vorgenommenen Wahl
eines Biſchofs für die Altkatholiken
Deutſchlands wurde der bisherige General=Vikar
Profeſſor Dr. theol. Georg Moog mit 75 von 133 abge=
gebenen
Stimmen gewählt.
Eſſen, 16. Okt. Das Schwurgericht verurteilte
den Drogiſten Kernebeck aus Gelſenkirchen wegen Ver=
gehens
gegen die Paragraphen 13 und 14 des Nahrungs=
mittelgeſetzes
zu zwei Jahren Gefängnis. Sechs
Monate und zwei Wochen werden auf die Unterſuchungs=
haft
angerechnet. Der Angeklagte verabfolgte ſeinerzeit
Methylalkohol zu Trinkzwecken, nach deſſen Genuß
mehrere Perſonen infolge Vergiftung ſtarben.
Leipzig, 16. Okt. Vor dem Reichsgericht begann
heute der Spionage=Prozeß gegen den früheren
Brieftaubenwärter Banchelin, den früheren Fortifika=
tionsſchreiber
Berger und den Stadtſchreiber Chiubeaut
aus Metz. Die Angeklagten ſollen verſucht haben, Pläne
und Zeichnungen der Befeſtigungen von Metz in die
Hände einer fremden Macht zu bringen. Chiubeaut ſoll
das gleiche auch mit Pulverproben verſucht haben. Die
Oeffentlichkeit wurde für die ganze Dauer der Verhand=
lung
ausgeſchloſſen. Geladen ſind etwa 60 Zeugen.
Chemnitz, 16. Okt. Der 21jährige Gymnaſiaſt
Vog el, der am 30. Juli die 15jährige Lehrerstochter
Johanna Edelmann auf ihren Wunſch durch Dolchſtiche
getötet hat, wurde von der Strafkammer wegen Verführ=
ung
nach Paragraph 182 und wegen Tötung nach Para=
graph
216 zu drei Jahren ſechs Monaten und drei
Wochen Gefängnis und wegen verbotenen Waffen=
tragens
zu 3 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Hamburg, 16. Okt. Ein der Bürgerſchaft zugegange=
ner
Senatsantrag fordert für den Bau einer elektri=
ſchen
Schnellbahn nach Langenhorn, außer=
dem
für die zum Grunderwerb aufzuwenden Koſten die
Bewilligung von 7160000 Mark. Der Bahnbetrieb ſoll
der Hamburger Hochbahn=Aktien=Geſellſchaft übertragen
werden.
Guben, 16. Okt. In Gieshof (Kreis Lebus) erſtick=
ten
vier Kinder eines Arbeiters, die, allein in der
Wohnung gelaſſen, mit Streichhölzern geſpielt und einen
Stubenbrand verurſacht hatten.
Mailand, 16. Okt. Eine geheimnisvolle Ver=
giftungsaffäre
, die an den Fall des öſterreichi=
ſchen
Oberleutnants Hofrichter erinnert, hat hier große
Aufregung und Beſtürzung hervorgerufen. Eine große
Anzahl von Perſonen iſt infolge Genuſſes von ihnen
durch die Poſt zugeſandter Pillen, deren Unterſuchung
erhebliche Mengen von Queckſilbercyanur ergab, ſchwer
erkrankt und ſchweben in Lebensgefahr. Zuſendungen
ſcheinen nur an Hausbeſitzer erfolgt zu ſein. Die Poſt=
ſendung
war von gedruckten Zirkularen einer Sanitäts=
geſellſchaft
ohne Adreßangabe, die angeblich zu Reklame=
zwecken
Gratisproben ihrer Produkte verſendet, begleitet.
Nach den Ermittelungen der Polizei ſind wenigſtens 500
Sendungen mit Giftpillen durch die Poſt beſtellt worden.
Zum Glück haben nicht alle Empfänger die giftigen
Pillen eingenommen. Eine Frau jedoch, die von der
Sendung ſofort Gebrauch machte, liegt bereits im Ster=
ben
. Wie eine weitere Meldung beſagt, ſind die Pillen,

die eine heilkräftige Wirkung ausüben ſollten, in den
verſchiedenſten Vierteln der Stadt zur Verteilung ge=
kommen
. Diejenigen Perſonen, die die Pillen zu ſich
nahmen, erkrankten unter heftigen Vergiftungserſcheinun=
gen
. Auf den Proben war eine Geſellſchaft Sanitaria
als Abſender angegeben, doch exiſtiert eine ſolche nicht.
Die Empfänger haben, abgeſehen davon, daß ſie faſt alle
Hausbeſitzer ſind keine Beziehungen zu einander.
Paris, 16. Okt. Ein furchtbares Unglück wird aus
Quimper gemeldet. Im dortigen Altersver=
ſorgungsheim
brach in den frühen Morgenſtunden
ein Brand aus, der bald eine rieſige Ausdehnung ge=
wann
. Trotz der außerordentlichen Anſtrengungen der
Feuerwehren gelang es nicht, des Feuers Herr zu wer=
den
; das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern
nieder. Fünf von den alten Leuten ſind in den Flam=
men
umgekommen. Die Entſtehungsurſache des
Feuers iſt noch unbekannt.
Brüſſel, 17. Okt. Die Angelegenheit der Obliga=
tionenfälſchungen
des Direktors Wilmart der
Eiſenbahngeſellſchaft Gent=Terneuzen, der flüchtig iſt, ſoll
bereits finanzielle Zuſammenbrüche im Gefolge gehabt
haben. Bei der geſtrigen Medioregulierung ſtellten meh=
rere
Börſenleute die Zahlungen ein, darunter einer, der
einen großen Poſten gefälſchter Aktien in ſeinem Beſitz
hatte. Man ſpricht außerdem von der bevorſtehenden
Zahlungseinſtellung eines weiteren Finanzmannes. Die
Summe der durch Wilmart abgeſetzten gefälſchten Schuld=
verſchreibungen
wird allgemein über 15 Millionen ange=
geben
. Wie es heißt, iſt die Geſellſchaft für den angerich=
teten
Schaden haftbar, da Jahre hindurch von ihren
Kaſſen die Kupons der gefälſchten Obligationen eingelöſt
wurden. Gegen Wilmart hat der Staatsanwalt einen
Steckbrief erlaſſen.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
uehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)

Vom Großh. Hoftheater. Heute, Freitag,
den 18. Okt., geht Thaddäus Rittners amüſante Komödie
Sommer, zum erſtenmal wiederholt, in Szene. Das feine
Werk hat allerorten, wo es dieſer Tage ſeine Premiere
erlebt hat, u. a. in Wien (Burgtheater), Hannover, Prag
uſw., lebhaftes Intereſſe hervorgerufen und die maßge=
bendſten
Wiener Kritiken haben es uniſono als Dokument
einer großen, poetiſchen und pſychologiſchen Begabung ge=
kennzeichnet
. Die Vorſtellung (im Abbonement Buchſt.
C9) beginnt um 7½ Uhr. Für Samstag, den 19. Oktober,
ſt eine ſenſationelle Uraufführung vorgeſehen, die das
Intereſſe weiteſter Kreiſe erweckt hat. Hermann Bahr,
deſſen Erfolge, die er mit ſeinen luſtigen Komödien Tänz=
chen
und Konzert errungen hat, ihm in Darmſtadt treu
geblieben ſind, kommt mit ſeiner neueſten, überaus amü=
anten
Komödie Das Prinzip an unſerem Hoftheater
zum erſtenmal zu Wort. Der Autor hat ſein Erſcheinen
in ſichere Ausſicht geſtellt. Am Sonntag nachmittag wird
Leſſings Meiſterluſtſpiel Minna von Barnhelm als
Volksvorſtellung zur Aufführung gelangen. Für Sonntag
abend iſt eine Repriſe der Undine von Lortzing angeſetzt.

Stadtverordneten=Verſammlung.

12. Sitzung.
St. Darmſtadt, 17. Oktober.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die Sitz=
ung
mit folgenden
Mitteilungen:
Die deutſche Vereinigung für Säug=
lingsſchutz
hat für die Aufnahme, die der 3. Deutſche
Kongreß für Säuglingsfürſorge in Darmſtadt gefunden
hat und für die freundliche Bewirtung der Kongreßteil=
nehmer
gedankt und bemerkt, daß die ſchönen Tage in
Darmſtadt, der wohlgelungene Verlauf des Kongreſſes
und der glänzende Empfangsabend allen Teilnehmern
in dauernder Erinnerung bleiben werden.
Eine weitere Sitzung der Stadtverordneten wird am
Donnerstag, den 31. ds., ſtattfinden. In dieſer ſoll
u. a. die geſamte Beſoldungsfrage des ſtädtiſchen
Perſonals und auch der in die Heag übergetretenen
Beamten beſprochen werden. Darauf wird in die
Tagesordnung eingetreten.

Baudispensgeſuche.
Stadtv. Markwort: Die Militärverwaltung beab=
ſichtigt
, mit der Erbauung des auf dem Gelände des frü=
heren
Akaziengartens geplanten neuen Garniſonlazaretts
alsbald zu beginnen. Da das Gelände außerhalb des
Bebauungsplanes liegt, iſt die Geſtattung einer Aus=
nahme
von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
zu beſchließen. Der Hochbau=Ausſchuß empfiehlt dieſelbe
mit dem Vorbehalt, daß über die Frage der Anbringung
eines Tores an der Weſtſeite der Einfriedigung nach dem
ſtädtiſchen Beſitz zu demnächſt beſonders verhandelt wird.
Dem Ausſchußantrag wird ohne Debatte zugeſtimmt.
Stadtv. Lindt: Der Vorgarten des Hauſes Vik=
toriaplatz
12 iſt ſeither ſchon zu Wirtſchaftszwecken benutzt
worden und ſoll von dem neuen Inhaber der im Hauſe
befindlichen Wirtſchaft auch ferner hierzu benutzt werden.
Die erforderliche Genehmigung wird vom Hochbau= Aus=
ſchuß
befürwortet und von der Verſammlung ohne De=
batte
beſchloſſen.
Eine Erweiterung der
Dienſträume der Stadtkaſſe
hat ſich nach dem Referat des Stadtv. Sames als eine
dringende Notwendigkeit erwieſen. Nach einem Projekt
des Stadtbauamtes ſoll durch einen Anbau an das der=
zeitige
Dienſtgebäude eine geräumige Kaſſen=
halle
mit den erforderlichen Nebenräumen geſchaffen
werden. Dazu iſt ein Kredit von 82 700 Mark er=
forderlich
. Der Hochbau=Ausſchuß hat das Projekt befür=
wortet
. Die Verſammlung ſtimmt nach einigen ergän=
zenden
Erläuterungen des Oberbürgermeiſters und nach
Ausführungen der Stadtvv. Dr. Bender, Möſer,
Schupp, Sames, Pickert und Lehr einſtimmig zu.
Nachdem die Stadtverordneten=Verſammlung der
Verbreiterung der Pankratiusſtraße
an ihrer Einmündng in den freien Platz an der Techni=
ſchen
Hochſchule und dem Ankauf der in die Verbreiter=
ung
fallenden Gebäude und Geländeteile zugeſtimmt hat,
wird nach dem Referat des Stadtv. Sames Genehmig=
ung
zur demnächſtigen Ausführung der erforderlichen
Straßenbauarbeiten und Bewilligung eines Kredits von
10500 Mark hierfür beantragt. Tiefbau=Deputation und
Finanz=Ausſchuß haben zugeſtimmt. Das gleiche tut die
Verſammlung nach kurzer Debatte.
Eine neue Bedürfnisanſtalt.
Herr Stadtv. Bormet hatte vor einiger Zeit bean=
tragt
, in der Anlage weſtlich der früheren Main=Neckar=
Bahn in der Nähe des ehemaligen Güterbahnhofes eine
Bedürfnisanſtalt zu errichten. Dieſem Antrag ſoll nun=
mehr
durch Verſetzung des am Marktplatz in Wegfall
kommenden Häuschens entſprochen werden. Die Aufſtel=
lung
erfordert einen Koſtenaufwand von 1000 Mark,
deſſen Bewilligung beantragt wird. Nach dem Referat
des Stadtv. Wittmann ſtimmt die Verſammlung zu.
Regiſtrier=Kaſſſen.
Es iſt beabſichtigt, zur Beſchleunigung der Abfer=
tigung
des Publikums bei der Steuerzahlung und zur
Erſparung von Perſonalkoſten 2 Regiſtrier=Kaſſen und
2 kombinierte Schreib= und Additionsmaſchinen für die
Stadtkaſſe zu beſchaffen. Derartige Maſchinen ſind auch
in vielen anderen Städten, u. a. in Frankfurt und Wies=
baden
, im Gebrauch und haben ſich dort außerordentlich
bewährt. Der Finanz=Ausſchuß hat die Anſchaffung be=
fürwortet
. Die Verſammlung beſchließt dieſe nach kur=
zem
Referat des Stadtv. Dr. Bender.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt.

Die Bemeſſung der Bezüge der akademiſchen
Lokalbeamten.

Die am Sonntag in Frankfurt a. M. verſammelten
akademiſchen Lokalbeamten in Heſſen
haben folgende Eingabe an Großh. Miniſterium der
Finanzen beſchloſſen:
Die heute in Frankfurt verſammelten Mitglieder des
Verbandes Großh. Heſſiſcher Oberförſter, des Vereins
akademiſcher Finanzbeamten bei den Großh. Finanz=
imtern
, des Heſſiſchen Oberlehrervereins, des Verbandes
Großh. Heſſ. Staatsbaubeamten und des Vereins Großh.
Heſſ. Medizinalbeamten bitten Großh. Regierung ehr=
erbietigſt
, bei der bevorſtehenden endgültigen Beſoldungs=

Zur Darmſtädter Eugen Bracht=Ausſtellung.

Unſere Bracht=Ausſtellung, die dem Meiſter einen ſo
ſtarken, wohlverdienten Erfolg gebracht, ſchließt am näch=
ſten
Sonntag. Die Ausſtellung gab zum erſten Male die
Möglichkeit, das ungeheuer reiche Schaffen des Künſtlers
einigermaßen zu überblicken und ſeine Bedeutung für die
deutſche Landſchaftsmalerei richtig zu beurteilen.
Für die meiſten Beſucher war das Impoſante an der
Ausſtellung nicht nur die Schönheit der Kunſtwerke, die
Vielſeitigkeit der Motive und die Verſchiedenartigkeit der
maleriſchen Probleme, ſondern die erſtaunliche Zahl der
hier vereinigten Werke einer Hand. Wie oft hörte man
Ausrufe des Staunens über ein ſolch reiches Lebenswerk,
über ſolche Schaffenskraft und unermüdlichen Fleiß! In
der Tat waren ſelbſt die nächſten Freunde des Meiſters
über viele ſeither unbekannte Stücke überraſcht; wohl nie=
mand
hatte die ganze Fülle vorher überſehen können.
Wollen wir aber dem Schaffen Eugen Brachts volle
Gerechtigkeit widerfahren laſſen, ſo muß daran erinnert
werden, daß dieſe Ausſtellung doch nur einen Teil ſeiner
Bilder vereinigen konnte. Viele Werke aus Galerie= und
Privatbeſitz waren nicht zu erlangen, unſere Ausſtellungs=
räume
hätten aber auch eine größere Anzahl gar nicht
faſſen können, es mußte ſo ſchon eine Reihe von Gemälden
ausgeſchieden werden, die eingetroffen waren. So ſei es
geſtattet, nun auch noch einiger wichtiger Werke zu ge=
denken
, die leider nicht vorgefühkt werden konnten.
Hans Thoma beſitzt ein jugendliches Bildnis von ſich,
das Eugen Bracht ihm zum 70. Geburtstag, alſo 50 Jahre
nach dem Entſtehen, geſchenkt; ein Selbſtbildnis des Mei=
ſters
befindet ſich im Beſitze des Bruders in Buenos
Aires. Sehr ſchmerzlich wurde das Fehlen mehrerer
großer Hünengräberbilder, die die erſten Erfolge gebracht,
empfunden, ſo des großzügigen Hünengrabes von 1876
Hünenbett im Hümmling 1877, Schafſtall in der Lüne=
burger
Heide vom ſelben Jahre, Teich in der Heide‟
von 1878, Der Hirſch und beſonders des impoſanten
großen Hünengrabes von 1879, das Fürſt Löwenſtein=
Wertheim in Langenzell beſitzt. Das Hauptwerk
der Bilder von Rügen, der große Herbſt=
abend
von 1880, befindet ſich hier; es fehlen
aber mehrere ſehr ſtimmungsvolle Szenen vom
Mönchgut: Dorfweg in Göhren, Mönchguter Gehöft.
Der Heideſchäfer (1878) exiſtiert noch in einer ſehr
ſchönen Variante in Hochformat. Aus der Folge der
Paläſtina=Landſchaften fehlt leider die grandioſe Abend=
dämmerung
am Toten Meer 1881, die ſich in der Natio=

nalgalerie in Berlin befindet und bei ihrem Erſcheinen
damals größtes Aufſehen erregte; dann Elias am Bache
Krith (1883), ein großes Gemälde Jerichow‟ (1883) und
ein eben ſolches Bordighera (1882). Die ſchönſten
Aquarelle aus dem Orient befinden ſich im Beſitze der
Berliner Nationalgalerie. Von dem Gemälde Blutrache‟
haben wir hier die kleine Studie, das größer angefertigte
Bild befindet ſich in Rußland. Bernhard Dernburg be=
ſitzt
ein großes dekoratives Werk: Die Memnon=Koloſſe‟.
Zwei kleine, intim ausgeführte Bilder aus dem Spree=
walde
von 1885 und das große aus den Walliſer Alpen:
Schafweide am Horner Grat 1888 (Beſitzer Rudolf
Moſſe in Berlin), ſind nicht zur Stelle; von letzterem nur
die kleine vortreffliche Studie, die der befreundete Paul
Meyerheim beſitzt. Eine beſondere Stelle im Lebenswerk
Brachts nimmt durch die reiche Figuren= und Tierſtaffage
das Bild Am Brunnen Bar Seba ſowie die Raſt in
der Araba (1882) ein, weshalb das Fehlen dieſer präch=
tigen
Werke ſehr zu beklagen iſt. Im Palais des hochſel.
Kaiſers Wilhelm in Berlin befindet ſich der große Sinai
von 1881 (250 X135 Zentimeter); eine ebenfalls große
Wiederholung hatte die Erzherzogin Clothilde in Peſt
erworben, die auch noch den großen Rabenhorſt u. a.
beſitzt. Zwei Hauptwerke des Meiſters hat die Dresdener
Galerie: Herbſttag an der engliſchen Südküſte von 1887,
ſowie Winterabend von 1907. Beide wurden uns nicht
zur Verfügung geſtellt. Die Schmidtburg (1902) und
Das Waldſchloß (1898) ſind andersartige Faſſungen der
hier befindlichen romantiſchen Bilder aus dem Hunsrück.
Hannibals Grab wurde mehrfach, auch noch in neuerer
Zeit, gemalt; auch das Geſtade der Vergeſſenheit exiſtiert
in verſchiedenen, durchaus nicht gleichen Stücken; eines
beſitzt der Kaiſer, ein anderes in ganz veränderter Farb=
ſtimmung
entſtand erſt im Vorjahre. Eigentliche Kovien
ſind Brachts verſchiedene Bearbeitungen eines Motives
nie, ſtets ſind Einzelheiten oder die Farbſtimmungen der
Werke wieder gänzlich anders. Im Jahre 1902 entſtanden
noch als große Werke Hochgebirgskiefern und Deutſcher
Eichwald Von dem wundervollen wuchtigen Gemälde
Die Sautrift 1903 (Privatbeſitz in Eſſen), finden wir
eine Reproduktion, ſowie intereſſante kleine Skizzen. ver=
miſſen
aber dies Hauptwerk hier ebenſo wie ſein Schöpfer.
Dies Bild hat für Darmſtadt beſonderes Intereſſe, da
ſein Motiv dem Park bei Meſſel entnommen iſt; das Ori=
ginal
war nie hier. Vom Jahre 1906 finden ſich in der
Ausſtellung zahlreiche hervorragende Werke und ungemein
friſche Studien, darunter die wundervolle Meeresſtille‟
und Die alte Kiefer; es fehlt aber das reizende Roch=

litz an der Mulde, das damals die Königin Carola von
Sachſen erworben, und das feine Colditz mit dem
Wehr Mehrere der ſchönſten Birkenbilder, deren eines
1899 der Kaiſer von Rußland auf der zweiten Ausſtellung
der Freien Vereinigung Darmſtädter Künſtler kaufte, die
größer ausgeführten: Waldwieſe nach Regen, der
Waldſee, Märkiſcher See‟ Buchenhang Spreelauf,
Wintertag, die feierlichen Pappeln im Flußbett eines
der hervorragendſten Hochgebirgsbilder: Walliſer
Alpen, der Schnellzug in der Heide (Breitformat),
Schloß Arras in den Seealpen, Der Weidenweg
(1905), Die Pappelallee im Sonnenſchein‟ Der Wald=
weg‟
(1907), die beiden im Beſitz des bayeriſchen Staates
befindlichen Gemälde Herbſt, 1893 (Neue Pinakothek)
und Die Wieſe 1905 (Galerie Würzburg), Taunus
und Main ſind hervorragende Kunſtwerke, die wir un=
gern
vermiſſen.
Vom Otzberg gibt es eine ſchöne Variante und
zwei wieder ganz anders gefaßte, prachtvolle Natur=
ſtudien
. Höchſt eigenartig iſt ein Veſuv=Ausbruch im
Städtiſchen Inſtitut in Frankfurt a. M. Das überaus
effektvolle Abziehende Gewitter (Vilm, 1911) iſt
nicht im Original, ſondern nur in einem Farbdruck
ausgeſtellt; es fehlt das bekannte Werk Alte und neue
Zeit (in kleiner Skizze vorhanden), und alle die großen
kraftvollen Induſtriebilder, auch das unſerem Landes=
muſeum
gehörige. Dieſe befanden ſich auf der anläßlich
des Krupp=Jubiläums in Eſſen veranſtalteten Ausſtellung
Stätten der Arbeit.
Alle Beſucher der vorjährigen ſchönen Ausſtellung
auf der Mathildenhöhe werden ſich der großen, herrlichen
Waldwieſe, die im Ehrenſaal hing, erinnern. Sie hat
mittlerweile auf der Deutſchen Ausſtellung in Buenos
Aires einen Liebhaber gefunden. Schade, daß dies
Meiſterſtück der Schilderung deutſchen Waldes nicht in
unſere Galerie gelangte! Die Kirſchenallee von 1912
hat im Vorjahre einige Vorgängerinnen gehabt, die ſchon
in Privatbeſitz übergegangen ſind. In Dresden werden
nun demnächſt auch die neueſten Arbeiten aus dieſem
Sommer und Herbſt zu ſehen ſein: Induſtriebilder aus
dem Ruhrgebiet und Landſchaften, die in Stolpen in
Sachſen entſtanden.
Hatte ich eingangs geglaubt, an einige‟ Werke Eugen
Brachts erinnern zu ſollen, die wir hier nicht vorführen
konnten, ſo ſehe ich, daß es doch eine lange Reihe gewor=
den
. Aber das iſt ſo recht bezeichnend für die enorme
Schaffensfreude des Meiſters, möchte ſie ihm noch
lange erhalten bleiben. Profeſſor Adolf Beyer=

[ ][  ][ ]

regelung den richtigen Maßſtab auch bei der Feſt=
ſetzung
ihrer Dienſtbezüge anzulegen. Seine
Exzellenz der Herr Staatsminiſter betrachtet als richtigen
Maßſtab das, was andere Staaten in ähnlichen finanziel=
len
Verhältniſſen wie wir leiſten. Die akademiſchen
Lokalbeamten finden mit Sr. Exzellenz, daß ſie in der
Regierungsvorlage (Druckſache 155) ſehr beträchtlich hinter
dieſen Sätzen zurückgeblieben ſind (Erklärung Sr. Exzel=
lenz
des Herrn Staatsminiſters in der Sitzung der Zwei=
ten
Kammer vom 8. Mai 1912). Manhat alſoihnen
gegenüber den richtigen Maßſtab bisher
nicht angewendet. Die Ausmerzung dieſer Un=
gerechtigkeiten
bei der bevorſtehenden organiſchen Ge=
haltsregelung
, die der Finanzausſchuß Erſter Kammer
(Protokoll 6 vom 10. Juli 1912, Seite 91) von Großh.
Regierung erwartet, iſt eine Lebensfrage für die
akademiſch gebildeten Lokalbeamten und für den Staat.
In den Eingaben vom 18. November 1911 und vom
17. Juni 1912, auf die mit allem Nachdruck verwieſen wird,
iſt gezeigt, daß die akademiſch gebildeten
Lokalbeamten nach der Regierungsvor=
lage
(Druckſache 155) zurückbleiben: 1. hinter den Reichs=
beamten
im Höchſtbetrage um jährlich 1300 Mark (nach
dem gegenwärtigen Proviſorium ſogar um 1372 Mark);
2. in den Höchſtbezügen hinterm Reich um 760 Mark, hin=
ter
Baden (1908) um 210 Mark, hinter Sachſen (1909) um
440 Mark, hinter Württemberg (1911) um 560 Mark; 3.
im Durchſchnitt hinterm Reich um 388 Mark, hinter
Sachſen um 368 Mark, hinter Bayern um 488 Mark, hinter
Württemberg um 638 Mark. (Vergl. Anlage 10 zur An=
lage
1 und 2 zur Druckſache 155.)
Niemand wird glauben, daß die Lebenshaltung der
heſſiſchen akademiſchen Lokalbeamten ſich billiger geſtalten
könnte, als die der Reichs= und preußiſch=heſſiſchen Be=
amten
, unter denen ſie wohnen. Zumal im Hinblick auf
die in den letzten Jahren eingetretene Verſchärfung der
Teuerung erſcheint es ihnen undenkbar, daß man ihnen
für die Zukunft dauernd geringere Dienſtein=
kommen
zuweiſen könnte, als ſie die Reichs= und preußi=
ſchen
Beamten ſeit 1909, mit Wirkung vom 1. April 1908,
beſitzen.
Die akademiſch gebildeten Lokalbeamten bitten erneut
darum, daß die noch beſtehende Ungleichheit, wonach die
Richter in nicht gehobenen Stellen ein höheres Endgehalt
erreichen als ſie, endlich beſeitigt werde.
Bei der Zerrüttung unſerer Dienſtalters=
ordnung
durch die nicht verſtändliche Bemeſſung der
Beſoldungsvordienſtzeit nach dem Lebensalter, bitten ſie
darum, die einſchlägigen Beſtimmungen des Reichsbeſold=
ungsgeſetzes
vom 15. Juli 1909, § 6 Abſatz 2, in das neue
Beſoldungsgeſetz zu übernehmen. Den richtigen Maßſtab
für die Bemeſſung der Beſoldungsvordienſtzeit nur bei
Neuanſtellungen anzulegen, wäre ebenſo unbillig,
als wenn man die Erhöhung der Dienſtbezüge überhaupt
nur bei Neuangeſtellten eintreten laſſen wollte.
Die akademiſch gebildeten Lokalbeamten ſind der
Ueberzeugung, daß, wenn die bei Anlegung des
richtigen Maßſtabes notwendigen Aufwendungen
für die Beſoldungsreform aus Rückſicht auf die etwa
augenblicklich mangelnde dauernde Deckung vorerſt
eingeſchränkt werden müſſen, dieſe Einſchränkung nur in
der allgemeinen Einbehaltung eines Bruchteiles der
notwendigen Beſoldungen geſucht werden darf, daß ſie
aber nicht einſeitig dem Stand der akademiſch gebildeten
Lokalbeamten faſt allein zur Laſt fallen darf, wie es in
der Vorlage der Großh. Regierung (Druckſache 155) ge=
ſchehen
iſt.
Die akademiſch gebildeten Lokalbeamten hegen das
Vertrauen, daß Großh. Regierung ſich pflichtgemäß mit
kraftvoller Initiative ihrer annehmen wird in der klaren
Erkenntnis, daß eine Beibehaltung ihrer gegenwärtigen
ungerechten Zurückſetzung den etwaigen Augenblicksvor=
teil
glatterer Erledigung der Beſoldungsvorlage mit der
dauernden Verkümmerung des höheren Beamtenſtandes
und dem Niedergang des Staates erkaufen würde.
Die Erfüllung ihrer Bitte gewärtigend, verharren im
Namen und Auftrag der verſammelten akademiſchen Lokal=
beamten
die ehrerbietigſt unterzeichneten Vorſtände.
(Folgen Unterſchriften.)

Sport.

* Darmſtädter Sportklub 1905. Am kommenden
Sonntag wird den Darmſtädter Sportfreunden auf dem
Sportplatze am Alten Schießhaus ein hochintereſſanter
Fußballwettkampf geboten werden. Es ſtehen ſich die
erſten Mannſchaften des Fußballklubs= Alemannia=
Worms und des Darmſtädter Sportklubs im Kampfe um
die Meiſterſchaft der Klaſſe A gegenüber. Worms iſt der

altbekannte ſtarke Gegner von früher, der im vorigen Jahr
die Meiſterſchaft des Mittelrheingaues erlangte. Die
Einheimiſchen ſtellen dieſes Jahr eine ſehr ſpieltüchtige
Mannſchaft ins Feld und behaupten auch bis jetzt die
führende Stelle in den Verbandsſpielen.
* Sportklub Haſſia 1908= Darmſtadt. Nächſten
Sonntag, den 20. Oktober, finden die Fußballwettſpiele
(Sechſerkämpfe) auf dem Exerzierplatze ſtatt. Um den
Ehrenpreis, geſtiftet von Herrn Brauereibeſitzer Fay, ſpie=
len
die erſten vier preisgekrönten Vereine.

Luftfahrt.

Süddeutſcher Rundflug.
* Frankfurt, 16. Okt. Heute nachmittag nahmen
die Schauflüge ihren Fortgang. Die Flieger Weyl,
Kahnt und Janiſch abſolvierten eine Anzahl wohlge=
lungener
Fahrten. Um 4 Uhr 15 Minuten ſtieg die Vik=
toria
Luiſe zu einer Fahrt in die nächſte Umgebung des
Fluggeländes auf. An Bord befanden ſich 9 Teilnehmer
am Süddeutſchen Flug, darunter Oberingenieur Hirth.
Nach einſtündiger Fahrt erfolgte um 5 Uhr 15 Min. die
glatte Landung. Der Start zur zweiten Etappe Frank=
furt
-Nürnberg iſt von morgen früh 6,30 Uhr ab freigege=
ben
, doch werden die Flieger vermutlich wegen des allmor=
gendlich
herrſchenden Nebels erſt im Laufe des Vormittags
aufſteigen.
* Frankfurt, 17. Okt. Der Start zur zweiten
Etappe des Süddeutſchen Rundfluges, Frankfurt- Nürn=
berg
, war von ½7 Uhr ab freigegeben. Doch ließen die
Flieger ihre Maſchinen in den Schuppen, denn das anfangs
ziemlich klare Wetter wurde ſpäter ſtark neblig. Um 8 Uhr
traf die Nachricht ein, daß der Flieger Referendar Caſpar
trotz der unſichtigen Witterung nach Frankfurt a. M. auf=
geſtiegen
war. Zugleich wurden Mannſchaften mit Flag=
gen
zum Winken verteilt und bengaliſche Feuer entzündet.
Gegen ¾9 Uhr hörte man das Knattern einer Flug=
maſchine
, doch ſcheint der Flieger wegen des Nebels den
Flugplatz nicht gefunden zu haben, weil ſich das Geräuſch
bald wieder entfernte.
* Mannheim, 17. Okt. Der Flieger Referendar
Caſpar iſt heute früh um 7 Uhr 36 Minuten auf dem
hieſigen Flugplatz zum Flug nach Frankfurt a. M. mit
ſeiner Etrich=Rumpler=Taube aufgeſtiegen.
* Frankfurt, 17. Okt. Es regnet in der Mittags=
ſtunde
außerordentlich ſtark, ſodaß vorläufig an einen
Weiterflug der Flieger nach Nürnberg nicht ge=
dacht
werden kann.
* Frankfurt, 17. Okt. Der Abflug der Flieger zur
zweiten Etappe Frankfurt-Nürnberg, der auf früh 7 Uhr
angeſetzt war, mußte wegen der ungünſtigen Witterung
verſchoben werden. Es herrſcht auch heute, wie ſeit Beginn
des Rundfluges ſtarker Nebel vor; zudem regnet es. Die
Flieger ſind ſämtlich auf dem Startplatz und an den Flug=
zeugen
werden die letzten kleinen Nachprüfungen vorge=
nommen
. Prinz Georg von Bayern, der ſich zurzeit in
Frankfurt a. M. befindet, wird den Flug ebenſo wie auf
der Strecke Mannheim-Frankfurt im Automobil begleiten.
Die Deutſche Luftſchiffahrts=Aktien=Geſellſchaft (Delag)
veranſtaltet, veranlaßt durch den bayeriſchen Aeroklub, in
der nächſten Woche eine Paſſagierfahrt mit der Viktoria
Luiſe über Friedrichshafen nach München und zurück.
* Frankfurt, 17. Okt. Ein Telegramm aus
Würzburg meldet Nebel im Gebirge und einen Wind
von 25 Sekundenmetern. Wenn ſich bis 2 Uhr mittags das
Wetter nicht gebeſſert hat, wofür wenig Ausſicht vorhan=
den
iſt, wird der Start erſt morgen früh ſtattfinden.
* Frankfurt, 17. Okt. Der Start für die heutige
Etappe Frankfurt Nürnberg iſt wegen der ungünſtigen
Witterungs=Verhältniſſe vorläufig aufgeſchoben
worden.
* Frankfurt, 17. Okt. Der Flieger Referendar
Caſpar iſt gegen 9 Uhr bei Windecken glatt ge=
landet
. Seit ¾410 Uhr hat ſich der Nebel verdichtet
und es fällt ein feiner Sprühregen.
* Frankfurt, 17. Okt. Zur zweiten Etappe
Frankfurt-Nürnberg ſind aufgeſtiegen: Leutn.
Reinhardt (Albatros=Doppeldecker) um 2.20 Uhr, Leutn.
v. Buttler (Albatros=Doppeldecker) um 2.22 Uhr, Leutn.
a. D. Krüger (Harlan=Eindecker) um 2.24 Uhr, Fritz Dick
(Doppeldecker der Flugzeugwerke Deutſchland) um 2.29
Uhr, Leutn. Beißbarth (Euler=Doppeldecker) um 2.33 Uhr,
Oberingenieur Helmuth Hirth (Rumpler=Eindecker) um
2 Uhr 45 Minuten.
* Frankfurt, 17. Okt. Weiter ſtarteten: Leutn.
Hailer (Otto=Doppeldecker) um 3.10 Uhr, Leutn. Joly
(Otto=Doppeldecker) um 3.11 Uhr, Anton Baierling (Otto=
Doppeldecker) um 3.15 Uhr, Lindpaintner (Otto= Doppel=
ecker
) um 3.21 Uhr, Leutn. Vierling (Otto=Doppeldecker)

um 3.22 Uhr. Leutn. Reinhardt iſt in der Nähe von
Aſchaffenburg gelandet, da er infolge von dichten Wolken=
maſſen
, die über dem Speſſart lagen, von einem Weiter=
flug
abgeſehen hat. Referendar Caſpar erlitt bei ſeinem
Aufſtieg von ſeinem Landungsplatz bei Windecken einen
Unfall, wobei ſein Paſſagier im Geſicht verletzt und der
Apparat beſchädigt wurde.
* Nürnberg, 17. Okt. Um 4 Uhr 16 Minuten
landete der Flieger Helmuth Hirth als Erſter
auf dem hieſigen Flugplatz. Leutnant Beißbarth iſt bei
Klein=Heubach in der Nähe von Aſchaffenburg gelandet.
* Metz, 16. Okt. Die beiden Militärflieger Leutnant
v. Mirbach und van Beers ſind hier, von Kaiſers=
lautern
kommend, um 4,30 Uhr glatt gelandet.
sr. Eine deutſche Flugmaſchine für
Argentinien. Mit den zunehmenden Fortſchritten
der deutſchen Aviatik ſtellen ſich auch Aufträge aus dem
Auslande ein. Während mit Braſilien noch Unterhand=
lungen
zwecks Verkaufs von Maſchinen ſchweben, iſt be=
reits
die erſte deutſche Flugmaſchine, eine Rumpler=
Taube, mit einem 100 Ps.=Motor, nach Argentinien ab=
gegangen
. Bekanntlich haben ſchon früher Bulgarien und
die Türkei deutſche Flugapparate erhalten.
sr. Der engliſche Michelin=Pokal im Wert
von 15000 Francs iſt jetzt Oberſt S. F. Cody zuerkannt
worden, der am vergangenen Samstag die geſtellten Be=
dingungen
einwandfrei erfüllt hatte. Den Preis gewann
derjenige Flieger engliſcher Nationalität, der an einem
Tage eine Strecke von 300 Kilometern auf einem Apparat
rein engliſcher Konſtruktion zurücklegt. Die Friſt, inner=
halb
welcher um den Pokal konkurriert werden konnte, lief
am 15. ds. Mts. ab.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Ich gehe nicht gerne mit allgemeinen
Angelegenheiten in die Oeffentlichkeit, aber eine
ſchon öfters vorgekommene, ja tagelange Unge=
hörigkeit
zwingt mich dazu im Namen meiner
Hausangehorigen. Schon ſeit 8 Tagen iſt in der oberen
Liebigſtraße das ſtädtiſche Leitungswaſſer vollſtändig
braun, ſo daß es zum Kochen und Waſchen nicht zu ge=
brauchen
iſt. Die Klage der Hausfrauen iſt allgemein. Sie
ſind oft genötigt, viele Eimer voll Waſſer, das buchſtäb=
lich
ganz dunkelgelb wie Pfuhl ausſieht (keine Uebertrei=
bung
!) auszuſchütten, ehe ſie einen Strahl reinen Waſſers
erhalten. Das Waſſer koſtet aber Geld und ſolche Mani=
pulationen
muß der Hausherr bezahlen. Es wäre doch
im Intereſſe der ſtädtiſchen Waſſerleitung, dafür zu ſorgen,
daß ſolche Mißſtände nicht mehr die Oeffentlichkeit zur
Hilfe rufen.
R.
Einer Zeitungsnotiz zufolge ſollen im Städtiſchen
Saalbau entſcheidende bauliche Veränderungen vorge=
nommen
und eine große Orgel eingebaut werden. Will
man wirklich in dieſen unverbeſſerlichen Bau von neuem
Geld ſtecken? Und wie verhält ſich dieſer neue Plan zu der
unverhohlenen Abſicht, des Saalbaus ſich bei Gelegenheit
zu entäußern? Ueberall wird geſpart und Notwendiges
zurückgeſtellt; hier ſollen Ausgaben gemacht werden, die
weder unbedingt notwendig, noch für die Dauer ſind, da
doch das angeſtrebte Feſthaus in abſehbarer Zeit erſtehen
muß. Selbſt der Einbau einer großen Orgel erſcheint nicht
dringlich. Für das geplante Feſthaus wird dieſes in eng=
ſtem
Rahmen eingezwängte Werk ſicherlich zu klein, alſo
unbrauchbar, mindeſtens ſein Umbau mit Koſten verknüpft
ſein und für die kleinen Raumverhältniſſe, den kleinen
Chor= und Orcheſterkörper im Saalbau dürfte eine große
Orgel nur aufdringlich erſcheinen. Wäre es nicht weit=
ſchauender
, den Blick vom Saalbau ab und dem neuen
Feſthaus zuzuwenden?

Handel und Verkehr.

Groß=Gerau, 16. Okt. Bei der Prämiierung
am letzten Ferkelmarkt ſind 17 Preiſe zuerkannt
worden. Der Markt ſelbſt nahm einen glänzenden Ver=
lauf
. Binnen kurzer Zeit waren die aufgetriebenen
452 Tiere bis auf das letzte Stück verkauft. Infolge=
deſſen
ſind die Preiſe, namentlich am Schluſſe des
Marktes, in die Höhe gegangen und wurden für Ferkel
1520 Mk. und für Springer 2330 Mk. pro Stück be=
zablt
. Einleger waren keine vorhanden. Am Montag,
den 21. Oktober, iſt der nächſte Ferkelmarkt.

Großherzogliches Hoftheater.

W-l. Am Mittwoch gelangte Richard Wagners Tann=
häuſer
zum zweiten Male in dieſer Saiſon zur Auf=
führung
. In ihr beendete Herr Theodor Eckert aus
Brünn ſein Gaſtſpiel, nach dem wir zu einem für den
Sänger günſtigeren Urteil, als nach dem erſten Abend nicht
gelangen können, im Gegenteil müſſen wir ſagen, daß die
Mängel ſeiner Tonbildung ſich heute noch ſtörender be=
merkbar
machten. Einwandfrei gebildet ſind nur die
hohen Töne, weshalb er mit dieſen, wie z. B. im 2. Akte
(Erbarm Dich mein ꝛc.) ſtarken Eindruck zu erzielen ver=
mag
. Die tiefere Lage der Stimme iſt wenig ausdrucks=
fähig
und das fortgeſetzte Schwanken des Tones und die
unſchöne gepreßte Tongebung laſſen einen ungetrübten
Genuß nicht aufkommen. Als Tannhäuſer fehlte dem Gaſt
auch die Jugendlichkeit der Erſcheinung und der Maske.
Das bartloſe Geſicht mit den herabhängenden Haaren im
2 Akte paßte mehr für einen älteren geiſtlichen Herrn, als
für den leidenſchaftlichen Sohn der Sünde Wir wollen
gern zugeſtehen, daß Herr Eckert eine temperamentvolle
und vertiefte Auffaſſung der Rolle an den Tag legte und
daß ſeine Darſtellung im letzten Akte eine Größe zeigte,
die ſich ſogar bis ins Tragiſche ſteigerte, die ſtimmlichen
Mankos aber kann dies nicht ausgleichen, und ein Engage=
ment
des Gaſtes können wir nicht befürworten.
Im übrigen verlief die Aufführung in demſelben
Rahmen, wie die erſte. Nur eine Frage noch: Weshalb
erſchien im Gegenſatz zur erſten Aufführung Walther von
der Vogelweide mit tiefſchwarzem Haar? Wir können
uns dieſen urdeutſchen Dichter, den Lobſänger deutſcher
Tugend, deutſcher Frauen und deutſcher Minne nicht an=
ders
als germaniſch=blond denken. Daß Herrn Globerger
das ungermaniſche kohlſchwarze Haar beſonders gut zu
Geſichte ſteht, kann doch nicht allein ausſchlaggebend ſein.

Feuilleton.

Die Uraufführung der Ariadne auf Naxos. Aus
Stuttgart wird gemeldet: Für die drei Feſtaufführungen
(Uraufführung) am 25., 26. und 27. Oktober des Strauß
Hoffmannsthalſchen Werks Ariadne auf Naxos ſind nun=

mehr die Beſetzungen definitiv feſtgeſetzt worden. Die
vorher zu ſpielende Komödie Der Bürger als Edelmann
wird an allen drei Tagen von den Mitgliedern des Deut=
ſchen
Theaters in Berlin dargeſtellt werden. Den Schnei=
dergeſellen
tanzt Grete Wieſenthal aus Wien. Die Ge=
ſamtregie
führt Max Reinhardt, muſikaliſche Leiter ſind
Dc. Richard Strauß und Dr. Max von Schillings. Die
Dekorationen und Koſtüme ſind nach Entwürfen von Ernſt
Stern vom Atelier Baruch u. Co., Berlin, ausgeführt. In
den drei Feſtvorſtellungen werden vom Orcheſter alte
italieniſche Streichinſtrumente geſpielt, deren Geſamtwert
die Summe von rund 300000 Mark repräſentiert. Darunter
iſt eine Violine von Antonius Stradivarius=Cremona aus
dem Jahre 1703 im Werte von 40000 Mark, eine Violine
von Petrus Guarnerius Cremonenſis, fecit Mantua aus
dem Jahre 1711, im Wert von 30000 Mark, ein Cello von
Ant, und Hyrn. Amati=Cremona aus dem Jahre 1643, ge=
nannt
Oliver Amati (Ex Piatti), im Wert von 25000
Mark uſw. Dieſe Inſtrumente wurden von der Firma
Hamma u. Co. in Stuttgart für die Feſtaufführungen
freundlichſt zur Verfügung geſtellt.
* Der Einzug einer Prinzeſſin in Berlin fand am
Mittwoch morgen kurz nach 8 Uhr am Brandenburger
Tor ſtatt. Schon in den frühen Morgenſtunden herrſchte
dort reges Leben und Treiben. Die Feuerwehr erſchien
mit mehreren mechaniſchen Leitern am Platze und begann
die Nordſeite des Brandenburger Tores mit grünen Gir=
landen
zu bekränzen und die mächtigen Säulen in ein
feſtliches Gewand zu hüllen. Ein nicht geringes Schutz=
mannsaufgebot
ſorgte für Aufrechterhaltung der Ordnung,
denn zahlloſe Neugierige hatten ſich auf dem Platz vor
dem Brandenburger Tor verſammelt, um erſtaunt den
Vorbereitungen der Wehr zuzuſehen. Soviel bekannt war,
ſollte weder ein Mitglied des königlichen Hauſes, noch ein
fremder Fürſt ſeinen Einzug durch das geſchmückte Tor
halten. Die Verwunderung der Menge ſtieg noch, als
plötzlich aus dem Hofe des Tatterſalls eine Schwadron
Schillſcher Huſaren heranritt und ſich in der Königgrätzer
Straße aufſtellte. Auf dem Pariſer Platze erſchienen
plötzlich weißgekleidete Ehrenjungfrauen, blumenſtreuende
kleine Mädchen und eine Anzahl würdiger Herren mit
goldener Amtskette in Fräcken, deren altmodiſcher Schnitt

und deren ſeltſam geſchweifte Zylinderhüte das Erſtaunen
der Zuſchauer hervorrief und zu ſpöttiſchen Bemerkungen
herausforderte. Vor einer Tribüne hatte ſich viel Volks
angeſammelt, deren Koſtüme ebenfalls aus dem Jahre
1793 zu ſtammen ſchienen. Durch alle dieſe Vorberei=
tungen
neugierig gemacht, hatten ſich ſchließlich einige
Tauſende Perſonen auf dem Pariſer Platz und vor dem
Brandenburger Tor angeſammelt. Endlich erſchien der
Feſtzug. Inmitten der Huſaren rollte der goldene Gala=
wagen
heran, in dem zum letzten Mal die deutſche Kron=
prinzeſſin
ihren Einzug in Berlin gehalten hatte. Auf
dem Pariſer Platz hielt die Staatskaroſſe, die Inſaſſin,
Fräulein Hanſi Arnſtedt vom Königlichen Schauſpielhaus
beugte ſich heraus, der Bürgermeiſter hielt eine Anſprache,
während drei oder vier kinematographiſche Apparate un=
unterbrochen
in Tätigkeit waren. Der Einzug der Fürſtin
war nämlich nichts weiter als eine ſehr geſchickte, mit gro=
ßer
Prunkentfaltung in Szene geſetzte kinematogra=
phiſche
Aufnahme, die eine hieſige Geſellſchaft für
ihren Film: Aus dem Leben der Königin Luiſe hatte
aufnehmen laſſen.
Prähiſtoriſche Höhlenmalereien in England ent=
deckt
. Aus London wird berichtet: An den Wänden der
ſogenannten Bacons=Höhle in Wales iſt den Profeſſoren
Breuil und Sollas eine intereſſante Entdeckung geglückt.
Sie fanden hier die erſten prähiſtoriſchen Höhlenmalereien,
die bisher in England bekannt geworden ſind. Die bei=
den
Gelehrten durchforſchten die berühmten Höhlen von
Gover in Südwales, wo ſchon Buckland in früheren Zei=
ten
einzelne prähiſtoriſche Gerätſchaften entdeckte. In der
Baconshöhle, wenige Meilen weſtlich von den ſogenann=
ten
Mumbles, fanden ſie auf der rechten Höhlenwand,
etwa in Höhe der Augen, eine Reihe roter horizontaler
Streifen, die ſich bei näherer Unterſuchung als eine prä=
hiſtoriſche
Höhlenmalerei erwieſen. Die Zeichnung ſtammt
aus der Periode von Aurignac und weiſt Aehnlichkeit mit
den Höhlenmalerein von Font de Gaume in der Dordogne
auf. Bisher waren in England noch nie Spuren der
Kunſtbetätigung des prähiſtoriſchen Menſchen entdeckt
worden. Die Funde in Wales bilden eine intereſſante
Ergänzung der Entdeckung in Südfrankreich und den
Pyrenäen.

[ ][  ][ ]

Landwirtſchaftliches.
Poſtſcheckverkehr. Der zwiſchen den Poſt=
ſcheckämtern
in Berlin, Breslau, Köln, Frankfurt (Main),
Hamburg, Hannover und Leipzig und den Abrechnungs=
ſtellen
der Reichsbank beſtehende bargeldloſe Zahlungs=
ausgleich
hat ſich auch im dritten Vierteljahr 1912 er=
freulich
weiter ausgedehnt. Die Einlieferungen, über die
dergeſtalt ohne Bewegung von Barmitteln von Juli
bis September abgerechnet wurde, umfaßten über
100000 Schecks im Geſamtbetrage von 989 Millionen
Mark.

Der Friede von Ouchy.

* Der Frankf. Ztg. wird aus Genf, 17. Oktober, ge=
meldet
: Die Proklamation, die der Sultan zur
Kenntnis der Bevölkerung von Tripolis und der
Cyrenaika bringen wird und deren Faſſung von den
türkiſchen Delegierten in Ouchy nach Konſtantinopel über=
mittelt
wurde, hat folgenden Wortlaut: Da meine Re=
gierung
ſich einerſeits in der Unmöglichkeit befindet, Euch
die wirkſame Hilfe angedeihen zu laſſen, die Euch nötig
wäre, um Euer Land zu verteidigen, da ſie andererſeits
um Euer gegenwärtiges und zukünftiges Los beſorgt und
von dem Willen beſeelt iſt, die Fortführung eines für
Euch und Eure Familien unglückſeligen, für unſer Reich
gefährlichen Krieges zu vermeiden, und ferner von der
Abſicht durchdrungen iſt, in Eurem Lande Frieden und
Wohlfahrt wieder aufleben zu laſſen, ſo verleihe ich Euch
kraft meiner ſouveränen Rechte volle und ganze
Autonomie. Euer Land wird durch neue Geſetze und
beſondere Verordnungen regiert werden, an deren Aus=
arbeitung
Eure Räte mithelfen ſollen, damit ſie Euren
Wünſchen und Bedürfniſſen entſprechen. Ich ernenne
für Euch als meinen Vertreter meinen treuen Diener
Schems eddin Bey mit dem Titel Naib=ül=Sultan, den
ich mit dem Schutze der ottomaniſchen Intereſſen in
Eurem Lande beauftrage. Das ihm anvertraute Mandat
hat eine Dauer von fünf Jahren; nach dieſer Zeit
behalte ich mir vor, ſein Mandat zu erneuern oder ſeinen
Nachfolger damit zu betrauen. Da es unſere Abſicht war.
daß die Verfügungen des Scherifats vollkommen in Kraft
bleiben, behalten wir uns zu dieſem Zwecke die Ernen=
nung
eines Kaids vor, der ſeinerſeits Vertreter aus den
Ulemas der einzelnen Orte gemäß den Vorſchriften des
Scherifats ernennen wird. Das Gehalt des Kaids wird
von uns bezahlt werden, das des Naib=ül=Sultan ſowie
der anderen Beamten des Scherifats aus den Ortsein=
künften
.
Um das Friedenswerk in Libyen möglichſt ſchnell zum
Ausführung zu bringen, haben die Unterhändler beſchloſ=
ſen
, zwei Kommiſſionen zu ernennen, die aus Landes=
angehörigen
beſtehen ſollen (ehemaligen türkiſchen Depu=
tierten
und einigen Ulemas); eine für Tripolis, die andere
für die Cyrenaika. Dieſe beiden Kommiſſionen ſollen be=
auftragt
werden, ſich mit den bedeutendſten Araber=
führern
in Verbindung zu ſetzen und ihnen verſtändlich
zu machen, daß die Unterwerfung in ihrem Intereſſe ſei.
Die Kommiſſionen ſollen auch alle Forderungen des Vol=
kes
prüfen. Sie ſind übrigens, wie jetzt bekannt wird,
ſchon vor acht Tagen ernannt worden und befinden ſich
bereits in Libyen.
Der endgültige Vertrag wird morgen in
Lauſanne unterzeichnet nlerden. Der Bundesrat
ſoll eine Deputation beauftragt haben, der Unterzeichnung

Der Krieg auf dem Balkan.

Die Türkei und die Balkanſtaaten.
* Konſtantinopel, 17. Okt. Die Reſervedivi=
ſionen
von Erzerum, Erzingjan und Baiburt, in der Nähe
der ruſſiſch=ſerbiſchen Grenze, die bis jetzt von der allge=
meinen
Mobiliſierung nicht betroffen wurden, erhielten
den Mobiliſierungsbefehl Der Kriegsminiſter ſoll am
Samstag nach Adrianopel reiſen, um das Oberkommando
zu übernehmen. Wie verlautet, ſind zwei türkiſche
Diviſionen in Skutari eingetroffen.: Die
Kriegsmaterialtransporte werden von hier fieberhaft
fortgeſetzt. Lange Reihen Reſerviſten, die aus der Pro=
vinz
eintreffen, durchziehen jubelnd die Straßen. Die
Pforte richtete geſtern abend an die Botſchaften
eine Note, die den Beſchluß der Regierung mitteilt,
daß griechiſchen Schiffen mit fremder Ladung im Schwar=
zen
Meer, hier und in den Dardanellen ab morgen bin=
nen
vier Tagen die Abfahrt geſtattet wird. Eine Kom=
miſſion
des Kriegsminiſteriums wird die Ladungen
prüfen. Sind ſie für griechiſche Häfen beſtimmt, wird
die Abfahrt nicht geſtattet. Man ſchätzt die Zahl der grie=
chiſchen
Schiffe die in den Händen der Türken bleiben,
auf zwanzig.

* Belgrad, 16. Okt. Die Regierung übermittelte
ihrem Geſandten in Konſtantinopel den Be=
fehl
, Konſtantinopel in Uebereinſtimmung mit den bul=
gariſchen
und griechiſchen Geſandten unverzüglich zu ver=
aſſen
.
* Athen, 16. Okt. Der türkiſche Geſandte
bekam Ordre, Athen zu verlaſſen. Die griechiſche Regie=
rung
erhielt bis zur Stunde keine amtliche unmittelbare
Mitteilung dieſer Tatſache. Die türkiſchen Konſuln in
Griechenland werden Abreiſeordre erhalten, ſobald der
Abbruch der Beziehungen endgültig geworden iſt.
* Athen 16. Okt. Wie die Regierung gegen abends
9 Uhr bekannt gibt, ſind die diplomatiſchen Be=
ziehungen
zwiſchen Griechenland und der
Türkei nunmehr abgebrochen.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Saloniki 17. Okt. Den türkiſchen Trup=
pen
iſt es gelungen, das weitere Vordringen der Mon=
tenegriner
gegen Skutari aufzuhalten, ebenſo von Tuzi
her. Dabei erfochten die Türken einen Sieg, wobei
die Montenegriner angeblich 1000 Tote und Verwundete
hatten.
Nach einer Meldung aus Cetinje haben die Mon=
tenegriner
bisher 600 Tote und 1000 Schwerverwundete.
* Podgoritza, 16. Okt. Die Montenegriner
nahmen nach zweitägigem Kampfe Berane. Sie
machten 700 Gefangene und erbeuteten 14 Geſchütze.
Die Einnahme der Stadt Berane erfolgte geſtern mit=
tag
; der Einzug der Truppen unter General Wukotitſch
wurde von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Außer
14 unbeſchädigten Kruppſchen Feldkanonen ließen die Tür=
en
viel Munition, anderes Kriegsmaterial und Proviant
für zwei Monate zurück.
* London, 17. Okt. Das Reuterſche Bureau mel=
det
aus Podgoritza vom 16. dieſes Monats, 9 Uhr abends:
Vor Berane fand geſtern abend ein hitziges Gefecht
ſtatt. Die Montenegriner erſtürmten zwei wichtige Stel=
lungen
. Sie nahmen zwei türkiſche Krupp=Geſchütze mit
Munition. Sie befeſtigten ſich nachts und ſetzten morgens
en Kampf fort, während der General Swoiwoditſch öſt=
ich
die türkiſche Stellung durchbrach und die Stadt ein=
ſchloß
. Um 11 Uhr vormittags wurde die weiße Fahne
ſichtbar. Noch nachts hatten ſich die 4000 Mann reguläre
Truppen und 3000 mohammedaniſche Albaneſen zurück=
gezogen
. In der Stadt verblieben 700 Nizams und 500
Redifs. Vor dem Einzug in die Stadt beſuchte
General Wukotitſch mit ſeinem Stabe die in der nächſten
Umgebung liegenden, aus der alten ſerbiſchen Geſchichte
bekannten Klöſter Gjourgjevi und Utoubevi, wo Gottes=
dienſte
für die Geſundheit des Königs und den Sieg des
Heeres ſtattfanden. Der König beglückwünſchte Wuko=
titſch
telegraphiſch zu dem Siege.
* London, 17. Okt. Wie das Wiener Korreſpon=
denz
=Bureau aus Konſtantinopel meldet, haben die Feind=
ſeligkeiten
heute vormittag 2 Uhr 32 Min. an der ſerbi=
ſchen
und bulgariſchen Grenze begonnen.
* Belgrad, 17. Okt. Nach einer Privatmeldung
hat bei Krekowacz zwiſchen Albaneſen und
Serben ein Gefecht ſtattgefunden. Die Serben er=
öffneten
das Gefecht mit Geſchützfeuer. Sie hatten zehn
Tote und vierzig Verwundete. Die Albaneſen ſollen 200
Tote haben. Die Zahl der Verwundeten iſt unbekannt.
Die Kriegserklärung der Türkei.
* Konſtantinopel, 17. Okt. In der heute vorm.
9 Uhr den Geſandten Serbiens und Bulga=
riens
überreichten Note erklärte die Pforte:
Die bulgariſche und ſerbiſche Note iſt eine Einmiſchung
in die inneren Angelegenheiten der Türkei und die Mobi=
liſierung
der beiden Staaten und die täglichen Schar=
mützel
haben den Frieden weiterhin unmöglich gemacht.
Die Geſandten werden daher aufgefordert, das=
türkiſche
Gebiet ſofort zu verlaſſen.
Dies wird als eine Kriegserklärung
betrachtet.

Das Attentat auf Rooſevelt.

* Chicago, 16. Okt. Wie jetzt feſtgeſtellt worden
iſt, iſt die vierte rechte Rippe Rooſevelts durch die
Kugel gebrochen.
* Chicago, 17. Okt. Rooſevelt erhielt anläß=
lich
des auf ihn verübten Attentats zahlreiche Tele=
gramme
, darunter ſolche vom deutſchen Kaiſer, dem
König von Italien und dem Präſidenten Falliéres. Das
deutſche Kronprinzenpaar telegraphierte: Wir ſind um ihre
Geſundheit ſehr beſorgt und hoffen, daß Sie bald wieder
hergeſtellt ſind.

* New=York, 17. Okt. Die in der Nacht aus=
gegebenen
Bulletins über den Zuſtand Roofe=
elts
melden: Temperatur 37 Grad, Puls 84, Atmung 20.
Das Allgemeinbefinden iſt gut. Die Wunde zeigt keinerlei
Spuren von Sepſis. Die Röntgenſtrahlen zeigen das Re=
volvergeſchoß
etwas abgeflacht am oberen Rande der vier=
ten
Rippe, vier Zoll vom Bruſtbein entfernt. Die äußere
Wunde iſt ſo groß, daß man einen Finger hinein legen
kann. Wenn der Verlauf weiter normal bleibt, wird
Rooſevelt am Samstag ſich auf die Heimfahrt nach dem
Oſten begeben können.

Literariſches.

Hochland. (J. Köſelſche Buchhdlg., Kempten),
Inhalt des Oktoberheftes: Marte Schlichtegroll.
Roman von Karl Linzen. Das Wüſtenheiligtum des hl.
Menas. Von Univ.=Profeſſor Dr. Seb. Merkle. Der
Heilige. Neue Franziskuslegenden von Fr. A. Holland.
Der Untergang des Kirchenſtaats und Leo XIII. Von
Univ.=Prof. Dr. Martin Spahn. Wilhelm Leibl. Von
Privatdozent Dr. Heribert Reiners. Gedichte. Von Fri=
dolin
Hofer. Japans ſoziale Probleme. Von Monſig=
nore
Graf Vay von Vaya und zu Luskod. Aus der
Pädagogik eines Afrikaforſchers. Von Dr. Fr. W. Foerſter.
Kleine Bauſteine: Neues vom veriſtiſchen Muſikdrama.
Von Privatdozent Dr. E. Schmitz. Kritik: Von neuen
Romanen. Von Dr. Johannes Eckardt. Hochland=Echo:
Lektüre und perſönliches Gewiſſen. Rundſchau: Prob=
leme
des Katholikentages. Vicomte Charles de Fouc=
auld
. Die Gründung einer poſitiviſtiſchen Geſellſchaft.
Jocza Savits. Ex epistulis. Jules Maſſenet f.
Hugo Wolfs Familienbriefe. Kunſtbeilagen: Wilhelm
Leibl, Der Jager (Farbendruck); Im Atelier; In der
Küche‟; Die Tiſchgeſellſchaft: Bildnis des Herrn Pal=
lenberg
; Mädchen mit der Pelzhaube‟.
Mephiſtos Denkwürdigkeiten Ver=
öffentlicht
von Theobald Rehbaum, (Preis elegant
gebunden 4 Mark, broſchiert 3 Mark). Verleger A. Hof=
mann
und Comp., in Berlin. Es iſt ein ſehr eigen=
artiges
Buch, luſtig und ernſt zugleich. Mephiſto fühlt ſich
alt und iſt nicht mehr der Alte. Er merkt auch an ſich die
Wirkungen des Darwinismus. Er hat ſein undankbares
Amt ſatt; er fühlt es ſelbſt, daß er in unſere undankbare
Zeit nicht mehr hineinpaßt. Das Schlimmſte aber, er
beginnt an ſich zu zweifeln, er iſt nahe daran, den Glau=
ben
an ſich ſelbſt zu verlieren. Wenn er nun in einigen
Kapiteln ſeiner Denkwürdigkeiten dieſen melancholiſchen
Anwandlungen Worte leiht, ſo berichtet er in den anderen
Abſchnitten von ſeiner nicht immer dankbaren Tätigkeit
auf Erden, von ſeinen Begegnungen mit hiſtoriſchen Per=
ſönlichkeiten
, von ſeinen Geſprächen mit Gott, von ſeinen
Siegen aber auch von ſeinen Mißerfolgen. In unſerer
Zeit gewaltiger geiſtiger Kämpfe darf dieſe amüſante
phantaſtiſch=ſatiriſche Dichtung einen ihrem Wert ent=
ſprechenden
Platz in der Literatur beanſpruchen.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 17. Okt. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
den Bericht des Oberbergamts Dortmund an den Handels=
miniſter
über die Unterſuchung des Grubenun=
glücks
auf Zeche Lothringen. Die amtliche Un=
terſuchung
hat ergeben, daß die Schlagwetterexploſion
ihren Anfang in dem im Auffahren begriffenen Quer=
ſchlage
der vierten Bauabteilung der dritten Sohle ge=
nommen
hat. Die Ausſagen des einzigen Ueberlebenden
der in dem Querſchlag beſchäftigt geweſenen Kamerad=
ſchaft
ſowie des Betriebsführers der Zeche in Verbindung
mit dem Ortsbefunde nach dem Unfalle laſſen hierüber kei=
nen
Zweifel. Es ſind vor Ort des Querſchlages ſowohl
zu Beginn der Schicht, wie auch bei der Befahrung der
Arbeit durch den Betriebsführer Schlagwetter gefunden
worden. Nach dem Fortgange des Betriebsführers iſt
dann geſchoſſen worden, und zwar, obwohl Kohle mit
den Schießlöchern angebohrt war, verbotswidrigerweiſe
mit Dynamit. Die Kameradſchaft und der Steiger, den
der Betriebsführer zur Beaufſichtigung der zur Vertrei=
bung
der Schlagwetter notwendigen Arbeiten in dem
Querſchlag zurückgelaſſen hatte, ſind in der als Schießort
(Zufluchtort beim Schießen) dienenden Strecke des
Flözes 11 tot aufgefunden worden. Das Oberbergamt
hat verſchärfte bergpolizeiliche Maßnahmen getroffen,
velche der Wiederholung ähnlicher Unfälle möglichſt vor=
beugen
ſollen.
* London, 17. Okt. Die Bank von England er=
höhte
den Diskont auf 5 Prozent.
* Petersburg, 17. Okt. Die auswärtige Blättermeld=
ung
, Rußland habe die Fleiſchausfuhr verboten,
iſt ganz unbegründet. Dieſe Frage wurde überhaupt nicht
aufgeworfen.
* Konſtantinopel, 17. Okt. Es ſcheint ſich zu beſtäti=
gen
, daß der Exſultan Abdul Hamid ſofort nach

Törtola Valencia.

Aus tiefſchwarzem Grunde taucht eine ſeltſame Ge=
ſtalt
in das magiſch=dämmrige rotgeüne Kunſtlicht. Ein
gazellenſchlanker, geſchmeidiger, wunderbar ebenmäßig ge=
bildeter
Leib, den heißes ſpaniſches Blut durchzittert, in
einem engumſchließenden Gewand von kaltem, gleißendem
Silber. Hals und Arme frei. Ein klaſſiſch ſchöner Kopf
mit ſcharf geſchnittenem, raſſigem Geſicht, aus deſſen leicht
dunkel getöntem Teint ein blutigrotes Lippenpaar leuchtet
und ein Paar glänzend ſchwarzer, großer Augen voll Glut
und Feuer. Die ganze Geſtalt, wie von zurückgedämmter
Lebensglut in leiſem Beben. Die nackten, weißen Arme
ſind erhoben, in einer Stellung, die ſich nicht beſchreiben
läßt. Vom leichten Wellenbogen der Arme biegen ſich
ſcharf nach innen die ſchlanken Hände, deren Finger ſo ge=
ſchloſſen
ſind, daß ſie Schlangenköpfen gleichen; buntſchil=
lernden
Brillenſchlangen. Große dunkle, feuerblitzende
Steine am Zeige= und kleinen Finger ſind die leben=
ſprühenden
Augen der Schlangen, die über dem ſchönen
Haupt in Kampfſtellung kurze Augenblicke verharren. Man
vermeint, ihr leichtes, grauſames Ziſchen zu hören, ihrer
Zungenſpalten blitzſchnelles Vorſchießen zu ſehen. So
betritt Törtola Valencia die Bühne. In einem Moment=
bild
, das ſich wie von flüchtigem Sinnesrauſch vermittelt,
dem Auge einprägt. Dann beginnt ihr Tanz. Zitternd,
taſtend, lauernd, in ihren blitzſchnellen, aber und das
iſt das Wunderbare, Frappierende ſtets ſtilvollen, rein
künſtleriſchen und hoch äſthetiſchen Bewegungen, ſchießen
die beiden Schlangen gegeneinander, ſchnellen zurück, rin
geln ſich um das ſirenenhaft ſchöne Haupt, gleiten her=
nieder
an dem gleißenden, ganz in Linie ſich bewegenden,
drehenden, im Rhythmus der Muſik Klänge aus Delibes
Lakme tanzenden Körper. Sie zucken unaufhörlich
hinein in den Rauſch der Farbenreflere, in dem der
Schlangenleib ſich badet, die ihn koſend umſchmeicheln
in ſeinen ſprühenden Bewegungen Schlangen=

Tſchaikowskis glutvolle Geigenklänge. Aus dem
Schwarz des gleichen geheimnisvollen Grundes beginnt
ein lilaſchimmerndes Etwas zu leuchten. Ein Rauſch von
Farben dann das ganze übrige Gewand. Ein Kunſt=
gemiſch
von Seidenſchleiern, Brokat, überreichem Stein=
und Metallſchmuck. Vom Geſicht laſſen die verhüllenden,
metalliſch glänzenden Schleier faſt nur die Stirn und das
glutendämmende, ſchwarze, langbewimperte Augenpaar
frei. Die Formenſchönheit des Gazellenleibes geht unter
in dem Glanz= und Farbenrauſch der koſtbaren, antiken
Gewänder. Sein Temperament ringt nach Ausdruck in
dem wilden, berückenden Tanz. Törtola Valencia tanzt
Danſe Arabe‟
Wiederum Delibes’ Lakme‟ Die farbenprächtigen
Koſtüme laſſen den Oberkörper frei und enthüllen einen
Frauenleib von ſeltener Schönheit. Weite Serpentin=
gewänder
umflattern gleich rieſigen Faltern, oder gleich
Flammen, die in dem myſtiſchen Dunkel der Szene er=
ſterben
, um immer von neuem aufzuzucken, das Spiel der
Muskulatur dieſes Körpers wenn Törtola Valencia ihn
im Bauchtanz wiegt. Ein Wort übrigens, das hier erſetzt
werden müßte durch eine andere techniſche Bezeichnung,
weil ſich daran faſt ſtets etwas Unäſthetiſches knüpft in der
Vorſtellung. Törtolas Bauchtanz iſt ein unnach=
ahmlich
graziöſes Spiel von bis zur Grenze des
Möglichen trainierten Muskeln; ein feines Jong=
lieren
der Bauchmuskeln mit dem zarten, aber mus=
kulöſen
Oberkörper, mit dem feſſelnden Kopf, um den ſich
wieder wie Schlangen die Arme wiegen und winden
Keine Bewegung, keine Poſe iſt hier unkünſtleriſch oder
gar unäſthetiſch, keine nur der Ausdruck auf ſinnliche
Wirkung berechneter innerer Empfindung. Stets Kunſt,
Aeſthetik und Rhythmus, alles, auch das ſcheinbar
Sinnloſe, Stilloſe in dem wilden Tanz, der oft in gro=
teske
Stellungen ausartet, die im einzelnen raffiniert
erdacht ſind. Wenn die Künſtlerin ein Knie bis unter
dem Kinn hochzieht und die Schlangenarme es im Tanze
feſſeln, wenn ſie wie in wilder Ekſtaſe aufjauchzt, um in

der nächſten Sekunde zuſammenzukauern, ſo daß am Boden
nur das lachende Geſicht in dem Fluten der Gewänder zu
ſehen iſt. Ein Spiel, das ſich in wildem Reigen vielfach
variiert wiederholt. Immer Stil immer Bildwirkung,
immer Farbenrauſch, der in den Tönen widerklingt. So
tanzt Törtola Valencia Eine Nantſch.
Sie erſchöpft eine ganze unendlich feine und heiße,
ſinnliche Kunſt in dieſen von ſeltener Geſtaltungskraft
zur Plaſtik erweckten Tänzen und tanzt doch nur ein
Stück Leben. Eine Idee, Leben und Kunſt zu einen und
in Zuſammenklang von Form und Farbe, von Tanz und
Muſik und von innerem zwingenden und bezwingenden
Temperament, in künſtleriſche Ausdrucksformen zu kleiden,
iſt kaum einer anderen Tänzerin ſo gelungen, wie der
Törtola Valencia. Mag dieſes Suchen und Streben nach
Stil in Plaſtik und Linie, in Bewegung und Ausdrucks=
form
auch ſcheinbar öfters Irrwege wandeln, es ändert
an dieſer Tatſache nichts. Die Künſtlerin weiß den in=
diſchen
, den ägyptiſch=arabiſchen Tänzen, wie ſie aus an=
tiken
Bildern unſerer Zeit überkommen ſind einen ſo ſelt=
ſamen
Reiz zu verleihen, daß man die Jahrtauſende lang
tote Kunſt zu neuem Leben erſtanden wähnt. Wenn ſie
ſo, einer Viſion gleich, aus dem tiefen Schwarz der Bühne
auftaucht und nach einer unendlichen Fülle immer neue
Reize offenbarender, in ein üppiges Farbenmeer getauch=
er
Bilder ebenſo viſionär untertaucht ins Dunkel, dann
dauert der Rauſch dieſer Viſion fort in wunderlichem
Leben dieſer entſchwundenen Bilder. Dieſes Bildmäßige
der Erſcheinungen, die ſie uns gibt, erklärt wohl auch daß
ſie die größten Maler zu Meiſterſchöpfungen begeiſterte.
Törtola Valencia iſt Ehrenmitglied des Künſtlerhauſes
in Madrid. Auch Hanns Pellar, deſſen Kunſt in der
ihren in dem orientaliſchen Sinnes= und Farbenrauſch
wohl harmoniſche Widerklänge findet, wird die Künſtlerin
M. St.
malen.

[ ][  ][ ]

dem Ausbruch des Krieges nach Konſtantinopel überge=
führt
wird. Er ſoll in einem bei dem abgebrannten Pa=
lais
in Tſchiragen gelegenen Ufergebäude untergebracht
werden. Die Ueberführung ſoll angeblich notwendig
ſein, um einem etwaigen Verſuch der Albaneſen vorzu=
beugen
, beim Paſſieren Salonikis zur türkiſch=griechiſchen
Grenze, Abdul Hamid zu befreien. Es verlautet, daß der
Exſultan aus dieſem Anlaß drei Millionen für die Armee
in Ausſicht ſtellte.
* Mexiko, 17. Okt. Der Präſident befahl die Ver=
einigung
aller regulären und irregulären Truppen
zur Einſchließung von Vera Cruz, um den General Diaz,
den die Regierung für den gefährlichſten Aufrührer hält,
niederzuwerfen.
Berlin, 17. Okt. Beim Abriß eines zweiſtöckigen
Hauſes in Wilmersdorf ſtürzte die Giebelwand
ein. Zwei Arbeiter wurden ſchwer verletzt.
Berlin, 17. Okt. Dex Student Falk ſtürzte in
Altmoabit vön einem Automobilomnibus auf die
Straße und wurde ſchwer verletzt.
München, 17. Okt. Der Rechtsanwalt Reichen=
berger
iſt ſeit Dienstag von hier verſchwunden.
Man bringt dieſes Verſchwinden mit einer Wechſelge=
ſchichte
in Verbindung.
HB. Stuttgart, 17. Okt. Die württembergiſche
Regierung hat die Miniſterwahlen und die Liſten=
wahlen
in Stuttgart für den neuen Landtag auf
Samstag, den 16. November, feſtgeſetzt. Für den etwai=
gen
zweiten Wahltag iſt Freitag, der 29. November, in
Ausſicht genommen. Der Termin für die Landtags= Pro=
porzwahlen
und die Wahlen zur Erſten Kammer iſt noch
nicht beſtimmt. Es iſt das erſte Mal, daß die württem=
bergiſchen
Wahlen an einem Samstag ſtattfinden ſollen.
Es herrſcht allgemein die Anſicht vor, daß die Regierung
dem Wunſche der Sozialdemokratie Rechnung getragen
hat.

GukonRkape. Mg. 27833.
S

An

A. r
Cel mze 6!

Wilhelmshaven, 17. Okt. Von einer Segel=
partie
auf dem Jadebuſen ſind drei Arbeiter nicht zu=
rückgekehrt
. Man befürchtet, daß ſie ertrunken ſind
HB. London, 17. Okt. Geſtern iſt hier ein Mitglied
der Spielergeſellſchaft, die ſich um den falſchen
Baron Corff=König alias Rudolf Stallmann vereinigte,
verhaftet worden. Auf Veranlaſſung der Staatsanwalt=
ſchaft
beim Landgericht I und der Kriminalpolizei wurde
der in den internationalen Spielerkreiſen bekannte Kauf=
mann
Kramer, der unter dem Namen eines Herrn von
Bredow auftrat, feſtgenommen.

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sind zu vielen Dingen nütze
noch viel mehr aber die echten
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Heute nacht 11½ Uhr verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden meine liebe Frau, unſere
liebe Mutter und Schwiegermutter (B21762
Gertrude Spengler
im Alter von 66 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 17. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
4 Uhr, vom Beſſunger Friedhof aus, ſtatt.

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 18. Oktober:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 30 Minuten.
Samstag, den 19. Oktober:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Schrifterklärung.
Sabbatausgang 6 Uhr 15 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.

Samstag, den 19. Oktober:
Vorabend 4 Uhr 55 Min. Morgens 8 Uhr. Nach=
mittags
4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 20. Oktober, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 5 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet iſt nach dem Feſtland vorge=
drungen
. Ein Ausläufer brachte Regen. Infolge warmer,
ſüdweſtlicher Winde ſind die Temperaturen erheblich ge=
ſtiegen
. In Deutſchland fällt der Druck, während er in
England ſteigt. Wir haben daher mit Abnahme der
Niederſchläge und der Bewölkung zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 18. Ok=
tober
: Wechſelnd bewölkt, Nachlaſſen der Niederſchläge,
etwas kühler.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Abt. C), Anfang 7½ Uhrt
Sommer
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Baur um 8¼ Uhr im
Kaiſerſaal (Volksbildungsverein).
Evangeliſationsvortrag von Prediger Reiner
um 8½ Uhr Mauerſtraße 17.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Ein Demonſtrationszug der Bevölkerung Konſtantino=
pels
; Sultan Mohammed V: König Nikolaus I. von
Montenegro; montenegriniſche Soldaten; Geſamtanſicht
von Podgoritza, dem Sammelpunkt der montenegrini=
ſchen
Armee; Straßenbild aus Podgoritza; König Fer=
dinand
von Bulgarien; bulgariſche Truppen in den
Grenzbefeſtigungen.

Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt,
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 17. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Staatspapiere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,40
77,90
do.
3.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
88,10
3½ do. Conſols
77,90
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,00
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
87,00
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,80
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
do.
87,00
3½
76,50
do.
78,90
3 Sächſiſche Rente. .
4 Württemberger v. 1907 99,60
do. v. 1875 93,50
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 94,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 49,20
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 87,50
do. Goldrente . . . 91,75
do. einheitl. Rente 84,10
3 Portug. unif. Serie I 62,70
3 do. unif. Ser. III 66,30
-
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 99,40
4 do. v. 1890 . . 92,20
88,50
4 do. v. 1905
87,90
4 Ruſſen v. 1880
87,60
4 do. v. 1902
100,00
4½ do. v. 1905
87,70
8½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 70,40
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 82,20
4 Ungar. Goldrente . . . 87,50
4 do. Staatsrente. . . 84,70

InProz=
Zf.
. 100,20
5 Argentinier
85,40
do.
4
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,80
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,30
92,90
do.
4½
92,25
4½ Japaner . . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 92,20
do,
3
4 Gold=Mexikanerv. 1904 89,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,20
3 Buenos Aires Provinz 63,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=Paket=
. . . . 153,25
fahrt .
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,30
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 107,75
8 Baltimore und Ohio . 107,70
6½ Schantungbahn . . . 129,30
6½ Luxemb. Prince Henri
10 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,75
6 Pennſylvania R. R..
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 67,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 516,00
14 Chem. Fabrik Gries=
heim
. . . . . . . 248,50
30 Farbwerke Höchſt . . 618,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 343,00
10 Cement Heidelberg . . 150,00
30 Chem. Werke Albert 453,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 326,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 121,00

In Proz.
Letzte
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 150,75
12 Siemens & Halske .228,75
5 Bergmann Electr. . . 129,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 160,00
0 Gummi Peter . . . . 101,80
0 Kunſtſeide Frankfurt 107,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 588,50
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 206,00
8 Steana Romana Petr. 145,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,25
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . . 205,00
häuſel. .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 108,00
3 Südd. Immobilien . 61,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 184,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 230,20
11 Deutſch=Luxemburg.=
.174,80
Bergb. .
.193,50
10 Gelſenkirchener .
.189,50
8 Harpener .
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 272,00
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
86,00
4 Laurahütte . . . . . . 168,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 165,50
Weſteregeln 215,50
11
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,30
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 92.50
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 88,30
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,90
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,40
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,60
do.
76,10
4

In Proz.
Bf.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,50
76,80
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,90
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,75
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,00
87,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,50
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
do.
4½
24/10 Livorneſer . . . . . 69,10
3 Salonique=Monaſtir 59,10
81,00
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,20
73,00
4 Miſſouri=Paciſic.
99,50
4 Northern=Pacific
93,50
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
85,00
Francisco. .
97,00
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 184,00
7 Bergiſch=Märkiſche
.148,00
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgef. . 164,50
6½ Darmſtädter Bank . 119,80
12½ Deutſche Bank . . . 247,40
6 Deutſche Vereinsbank . 122,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 247,40
10 Diskonto=Kommandit 183,70
8½ Dresdener Bank . . 152,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 135,50
6½ Mitteld. Kreditbank 117,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . . . 132,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 133,00
A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,30
7½ Wiener Bankverein . 127,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,20

Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . . . . . 98,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
99,50
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6-
88,00
S. 35
S. 911
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,50
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
97,75
do.
88,80
4 Frankfurt.
94,50
do.
4 Gießen .
do.
4 Heidelberg
97,60
do.
88,00
97,50
4 Karlsruhe
do.
88,30
4 Magdeburg
do.
4 Mainz
do.
89,00
4 Mannheim
do.
4 München
100,20
2 Nauheim
4 Nürnberg
99,90
do.
86,70
4 Offenbach

InPros
Sf.
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden . . . . . . 99,80
89,30
3½ do.
97,30
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 75,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tr. 109 170,40
3½ Cöln=Mindner , 100 134,00
3 Holl. Komm. . ſl. 100 108,20
3 Madrider . . Fs. 100 73,40
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 137,70
87,80 4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,70
87,90 3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 158 112,50
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
(unk. 1921) . . 98,80 Augsburger . . . . . fl. 7 34,90
Freiburger
Fs. 15 75,00
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10 34,00
Meininger
.ſl. 7 35,40
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 516,00
do. v. 1858fl. 100
99,70 Ungar. Staats . . ſl. 100
Benediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,47
20 Franks=Stücke .
16,24
Amerikaniſche Noten . . . 4,20
Engliſche Noten .
20,48
Franzöſiſche Noten.
81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,70
Italieniſche Noten . . . . 80,40
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,95
Reichsbank=Diskonto . . . 41
Reichsbauk=Bombard 30 5½

[ ][  ][ ]

Ulstef’s offen und geschlossen zu tragen
60., 54., 40. bis
Paletots aus modernen, braunen und grauen Stoffen
15., 14.75, 12.50, 10.,
Paletots aus dunkelblauen Stoffen, neueste Formen
16.50, 15.50, 14.,
Schwarze Frauen-Paletots
in jeder Ausführung . . . .
von

. von

Costümé aus dunkelblauen Kammgarnstoffen
Samt- und Plüsch-Paletots
ca. 140 cm lang . . 120., 100., 90., 80. bis

12.-
6.75
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Ohne Kaiſer zum Jungfrau=Joch.
Reiſe=Skizze von Mucius Scävola.
Sie fand es abſcheulich, daß man bei der Ein=
führt
in den Heidelberger Bahnhef das angeblich be=
rühmte‟
Heidelberger Schloß nicht ſieht, und ihr ehe=
hälftiger
Reiſemarſchall durfte nickend zuſtimmen. Das
war die erſte nebenregierende Frau, deren Geſellſchaft ich
als ſtummes Gegenüber im Eiſenbahnwagen gleich nach
dem Einſteigen in Heidelberg genießen mußte. Zuvor
und nachher habe ich freilich viele ſolcher auf dem Boden
überſpannter Emanzipations=Beſtrebungen gediehener
Exemplare angetroffen.
Der Schweizer Preſſe=Verein hat ſeine Freunde zur
Teilnahme an den Kaiſerbeſuchs=Feierlichkeiten einge=
laden
, und wer nicht rechtzeitig gen Zürich und Bern
reiſen konnte, mochte ſich ſicherlich die ſeltene Gelegenheit
nicht entgehen laſſen, auch ohne Kaiſer zur majeſtätiſchen
Jungfrau zu gelangen, um ſie in allernächſter Nähe ſehen
und bewundern zu können.
Die Schweizeriſchen Bundesbahnen mit ihrer im
übrigen Ausland ſonſt nicht immer gekannten pünktlichen
Einhaltung der Fahrzeiten bringen uns über Bern nach
Interlaken, wo uns morgens 8 Uhr ein Schmalſpur=
wagen
der Berner Oberlandbahnen äufnimmt
Ueberall während der Fahrt, in den Warteſälen, Reſtau=
rants
, auf den Straßen, überall tauſchen kaiſerbegeiſterte
Schweizer und Ausländer ihre Erinnerungen an die wohl=
gelungenen
Kaiſertage aus, die für die Schweiz eine hohe
Achtungsbezeugung und damit eine Stärkung im Völker=
konzert
und für die in der Schweiz lebenden Reichsdeut=
ſchen
eine Kräftigung ihres Anſehens bedeutet. Nur eine
Stimme einmütiger Befriedigung hört man; überall im
Volk und in der Tageszeitungen Spalten wird unſeres
Kaiſers Popularität und ſein ſeltenes Anpaſſungsver=
mögen
gerühmt.
Düſtere Nebelfetzen hängen in den Wäldern der
Berglandſchaft des Thuner= und Brienzer Sees=
nach
oben verdichtet ſich das auf= und abwogende Nebel=
meer
, und das Grau des Nebels vermählt ſich mit dem
Grau des Herbſthimmels. Wird ſich dieſe Gebirgsfahrt
mit all ihren Strapazen lohnen, wird uns die Jungfrau
beglücken?!
Zu beiden Seiten der Lütſchinental=Dampfbahn
dehnen ſich jene unzerteilten Wieſen aus, die ſogenann=
ten
Höhenmatten, die den Uebergang bilden von der mo=
dernen
Kultur zu den unantaſtbaren ewigen Zierden der
Erde, dem Gemeingut aller, nämlich zu jenem klaſſiſchen
Bilde mit der durch dunkle Vorberge eingerahmten
weißen Gletſcherkönigin Jungfrau. Sie iſt es, die trotz
Nebels ihre unwiderſtehliche Anziehungskraft auf uns
ausübt, und ihre ſich ſelbſt und ihren Wert nicht er=
kennende
Reinheit hat uns in ihren Bann geſchlagen.
Im kleinen Eiſenbahnwägelchen ſitzt mir gegenüber
ein durch Fangeiſen aneinander gekettetes Pärchen,
eine häßlich hagere Miſſis und ein ſtoppelſchnauzbärtiger
Miſter. In der blanken Fenſterſcheibe des an dunklen
Nußbaum= und Tannenwaldbeſtänden vorüberhuſchenden
Wagens ſpiegelt ſich ihr totes Geſickt, das in vermutlich
unbeobachteten Augenblicken auch den geſellſchaftlichen
Firniß geiſtreichen Scheins und Seins abgeſtreift hat.
Und je eindringlicher der ſtaunende Miſter dem Natur=
genuſſe
ſich ergibt und je aufmerkſamer er beobachtet, wie
die Bahn hinaufkeucht durch die von ſenkrechten und über=
hängenden
Felſen gebildete, ſchauerlich ſchöne Schlucht, in
deren unheimlichen Tiefen die Lütſchine von Felsblock zu
Felsblock ſtürzt und ſich in ihrem Falle zuweilen in ſchäu=
mende
und toſende Giſcht auflöſt, deſto tiefer verſinkt ſie,
die an ſeinem geiſtigen Leben keinen Anteil nimmt, in
öde in ſich gekehrte Betrachkungen, aus denen ſie ſelbſt das
mit einem Ruck in die Zahnſtange einſchnappende Zahn=
rad
der Gebirgsbahn=Lokomotive nicht zu wecken vermag.
Unten tobt in ihrem vielverteilten Bett, von weißen
Gletſcherbächen und murmelnden Quellen genährt, die
Lütſchine wilder denn zuvor, und hoch über ihr zu
beiden Seiten des zerriſſenen Ufergeländes türmen ſich in
majeſtätiſcher Ueberlegenheit die Bergrieſen auf, in die
ſich die Lütſchine erſt eingelutſcht, deren hemmende Fels=
blöcke
ſie zernagt, oder auf die Seite geſchoben und an die
Wand gedrückt hat, die ſie aber jetzt begiſchtet und an=
geifert
: ein lebenswahres Bild des kleinſtädtiſchen geſell=
ſchaftlichen
Alltagslebens! Das aus der Schiene heraus=
knackende
Zahnrad vereitelt weitere im Geiſte auf heimat=
lichen
Spaziergängen angeſtellten Vergleiche, wir ſind oben
in Lauterbrunnen, auf einem wunderbaren Fleckchen
Erde, das in ſeiner urwüchſigen Naturſchönheit jedes für
das Großartige der Natur empfängliche Gemüt mit
ſeinem einzigartigen Zauber gefangen nimmt. Um=
ſteigen
in die Wengernalpbahn zur Fahrt nach
Scheidegg!

In allmählichem Uebergang hat ſich unſer Auge ſchon
an die Größe der unvergleichlich ſchönen Alpenland=
ſchaft
gewöhnt. Würden wir plötzlich hineinverſetzt in
die eigentliche Märchenwelt mit all ihrem überwältigen=
den
Zauber, wir würden zur ſtumpfen Genußunfähigkeit
verurteilt ſein, und nur die langſame Steigerung der
andſchaftlichen Schönheiten gewöhnt unſer Auge an den
erhabenen Anblick der über ſenkrechte nackte Felſen ſtürzen=
den
Gießbäche und unſer Ohr an die mächtige Sprache
der grandioſen Bergwelt.
Die mit Touriſten und einem kreiſchenden Mädchen=
penſionat
dichtbeſetzten beiden Wagen werden von einer
elektriſchen Lokomotive hinaufgeſchoben über waghalſige
Brücken an ſteilen Abhängen entlang; langſam aber ſicher
ringen wir uns an der Wengernalp empor. Schon
liegt Lauterbrunnen tief unter uns, und drüben am Berge
ſteigt ein Drahtſeilbahnwagen, klein wie ein Puppenſpiel=
zeug
, in ſchnurgerader Richtung hinauf nach Mürren,
deſſen vielgeprieſene Pracht uns der undurchdringliche
Nebel verbirgt. In das in ſeiner Geſamtwirkung mono=
tone
Gekicher und Geſchnatter des Penſionats miſcht ſich
das Geplauder der Touriſten in aller Länder Sprachen
und das Plätſchern des unbekümmert um all die zukünf=
igen
Hinderniſſe über die Felsblöcke und in Gebirgs=
Furchen herabſtürzenden Gletſcherwaſſers! Jetzt lagert
der dichte Nebel tief unten im Tal, die Welt unter uns iſt
verſchwunden! Immer höher ſteigt der Wagen, bis er
ſelbſt wieder von einem froſtigen Nebelmeer verſchlungen
iſt. In Station Wengen werden ſchützende Woll=
decken
in die offenen Sommerwagen hereingereicht. Von
Zeit zu Zeit lichtet ſich der finſtere Himmel und mit Neu=
ſchnee
bedeckte Firnen kommen zum Vorſchein.
Auf der Wagenbank gegenüber ſteckt ein franzöſi=
ſches
Hochzeitspärchen gemeinſam unter einer
decke; er frißt die kleine Quantität ihrer Perſönlichkeit
mit gierigen Augen, und ſie vertilgt große Mengen
Pfefferminztabletten. Inzwiſchen iſt unſer Bergbahnzug
auf die Höhe 1878 Meter zur bereiften und leichtbeſchneiten
Station Wengernalp geklettert. Von hier aus ſoll man
wenns mit rechten Dingen zugeht die Jungfrau ge=
nau
ſehen; allein ſie hat heute ihre Reize durch undurch=
ſichtige
Nebelſchleier keuſch verhüllt. Ob ſie ihr Antlitz
doch noch enthüllen wird? Unſere Neugier hat ſich in
10jähriger Ehe gemildert, ſind wir doch an allerhand Ent=
hüllungen
gewöhnt! Aber aus der Ferne im Reiche
der Erinnerung betrachtet, erſcheinen immer wieder
alle ſcharfen Spitzen und zackigen Kanten völlig abge=
rundet
und alle tiefgründigen Furchen und Riſſe über=
brückt
ohne von kaltem atembeſchwerenden Nebel be=
ſchönigend
umwallt zu ſein. Montiert ſie das Unechte
ihres Gebäudes ab und zeigt ſie ſich jetzt in ungeſchminkter
Natürlichkeit, dem, der Echtes und Wahres mit treuer
Seele liebt und ſucht, ſo wird er ſie als verjüngte Jung=
frau
erkennen, und ſie wird ihm als bräutlich köſtliches
Kleinod im ewigen Frühlingsglanze erſtrahlen, wenn
gleich der Herbſt des Lebens ihre Früchte dem Markte gab.
Zum erſten Male, es iſt 10 Uhr, dringt die belebende
Morgenſonne durch die bleiernen Wolken, von dec
Reiſegeſellſchaft begrüßt mit vielſtimmigem Willkomm,
und der in wonniger Pracht herniederlachende blaue
Himmel muntert zur Fröhlichkeit auf; die Gletſcher kom=
men
zum Vorſchein, und die Jungfrau ſcheint aus=
nahmsweiſe
frühzeitig zur Einſicht zu gelangen, uns Aus=
ſicht
gewähren zu wollen! Doch ſchon wieder nimmt uns
eine Nebelwolke auf! Das franzöſiſche Maskulinum
gegenüber raſpelt immer noch Süßholz, ich friere trotz
bahnamtlicher Wolldecke in dieſer eiſigen Höhe noch viel
mehr und der Franzoſe vergeudet ſeine auf Station
Wengeralp durch einen Schnaps aufgefriſchte Wärme=
quelle
nur ſeitwärtsſtrömend.
Auf der höchſten Station der Wengeralpbahn, auf
Scheidegg, 2064 Meter über Meer, winkt Hungrigen
ein reichhaltiges Mittageſſen. Ich begnüge mich mit
einem für 1 Franken käuflich erſtandenen Schinkenbrot,
und genieße die Abwechslung der Landſchaft. Hier oben
vereint ſich das Grün der Alpenweiden mit dem Glanze
von Firn und Eis und mit dem Schauer der Gletſcherwelt
zu einem Bilde von überwältigendem Eindruck. Die Eis=
zapfen
an den Telegraphenſtangen und Dächern dienen
ohnedies ſchon als Thermometer, aber noch mehr unſere
trotz warmer Kleidung und Wintermantels erfrorenen
Haxen, die uns kaum mehr zum elektriſch geheizten ele=
ganten
Wagen der elektriſchen Jungfraubahn hinüber=
tragen
. Mit Wonne halten wir während der Fahrt Aus=
ſchau
ins Freie, über die ſchneebedeckten Geröllhalden, und
von der Paßhöhe hinab ins Lauterbrunner und Grindel=
walder
Tal bis uns hinter der Station Eigergletſcher (2323
Meter) der 10 Kilometer lange höchſt gelegene Tunnel der
Welt aufnimmt Auch hier iſt das durch die Felsſpalten
herniederrieſelnde Waſſer vereiſt. Ruhig fährt der Zug

den erleuchteten Tunnel hinauf, und überwältigt vor Be=
wunderung
ſtehen wir ſtill vor dieſem Rieſenwerk tech=
niſcher
Wiſſenſchaft, Arbeit und Energie, vor dem Welt=
wunder
der Jungfraubahn.
Auf der Felſen=Station Eigerwa ld (2868 Meter)
bläſt der Sturm den Schnee durch die Gucklöcher der vom
Tunnel ſeitwärts getriebenen Stollen, wir glauben uns
ins Schneegeſtöber einer ſtürmiſchen Dezembernacht ver=
ſetzt
. Station Eismeer (3161 Meter) in weiteren
11 Minuten erreicht zeigt uns eine Nebellandſchaft ohne
Schneewehen, und am Endziel der unterirdiſchen Berg=
fahrt
, auf Station Jungfraujoch (3457 Meter), empfängt
uns herrlichſtes Sommerwetter und die warme Mittags=
ſonne
der ewigen Eiswelt gleißt und blendet!
Auf dem in etwa 10 Minuten zurücklegbaren Weg von
der Jungfraujoch=Station zum Jungfraujoch
(Gletſcherplateau) gehts durch Neuſchnee, unter Lawinen=
ſchutzwänden
und in Gletſcher gehauene Tunnels hindurch,
und mit Donnergepolter, ſchauerlich ſchön widerhallend,
kracht eine niedergehende Lawine. Ueberraſcht blicken wir
hinaus in das ringsum in ſeltener Pracht vor uns auf=
getauchten
Hochgebirgspanorama; alle Häupter der Ge=
birgskette
vor allem der zum Greifen nahe Jungfrau=
gipfel
und Europas größter Gletſcher erſtrahlen in leuch=
tendſtem
Sonnenglanze und nur unten im Tale verſperrt
der häßlich düſtere Nebel die Ausſicht.
Was für ein Denkmal hat die tauſendjährige
Schöpfungsgeſchichte hier errichtet! Hebe deinen Blick
nach links und rechts, vorwärts und rückwärts, und du
ſiehſt ſie, die Zeugen großartigſter Naturvorgänge. Faſt
tauſend Meter hoch ſteigen die ſchroffen Jungfrau=Felſen
in die Höhe, und ihre ſcharfen Zacken ſtreben zum blauen
Himmel empor. Was ſoll man mehr bewundern: die auf=
getürmten
, mit titaniſcher Gewalt gefalteten, gebogenen
und verworfenen Felsſchichten oder die zackigen von
ſchwindelnder Höhe ins Tal hinabſchauenden Felsgipfel
oder die zahlloſen herabhängenden Gletſcher und Schnee=
felder
. Nie habe ich einen Bergrieſen geſehen, der dem
ſtaunenden Menſchen ſo nackt, ſo unmittelbar, ſo eindring=
lich
die gewaltige Werkſtätte aufſchließt, in der die titani=
ſchen
Kräfte die Erdenhülle geſchaffen haben, auf der dee
Menſch ſein armſeliges Daſein friſtet.
Nun ſind jene Kräfte ſcheinbar zur Ruhe gekommen;
nur unmerklich arbeiten ſie noch weiter an dieſem wun=
derbaren
Bau. Sorgenlos lehnt der Menſch ſeine Hütte
an den ſenkrechten Fels, von welchem er Schutz erwartet,
bis jene Urkräfte der Natur unerwartet wieder von neuem
hervorbreechn und das Gebild der Menſchenhand zer=
ſtören
. O Jungfrau! Was ſagſt du alles in deiner er=
habenen
Schrift, die der Schöpfer ſelbſt geſchrieben, dem
armen, kleinen Menſchenkinde! Wie predigſt du in ein=
dringlicher
Weiſe dieſem Erdenwurme ſeine Ohnmacht,
ſein Nichts. Wie ſpricht der krachende Gletſcher, der hoch=
getürmte
Fels: Dein Leben iſt ein Traum, ein Augenblick
im Vergleich zu dieſem Schöpfungswerk! Der Hauch der
Grüfte, hinterliſtige Kleinſtadttreibereien, der Dorfbewoh=
ner
Lallen, ſie dringen nicht herauf zu uns, wir fühlen
uns als freie Menſchen.
Auf der Rückfahrt raſten wir im Reſtaurant Eis=
meer
mit elektriſch betriebener Küche zum Mittagsmahl.
Auch bis hierher iſt inzwiſchen die Sonne durchgedrungen,
und der Gletſcher unter uns blendet unſere Augen. Auf
Station Eigerwand treffen wir anſtatt des vorigen Schnee=
geſtöbers
diesmal Nebel an und auf Scheidegg hat in der
Zwiſchenzeit der Winter Einkehr gehalten. Schneeflocken
treibt’s uns keck ins Geſicht, das Bahnhofsgebäude iſt in
Schneegeſtöber eingehüllt.
Wir nehmen Abſchied von den himmel=
hohen
, firnengepanzerten Bergrieſen Eiger, Mönch
und Jungfrau, und die Wengeralpbahn trägt
uns hinab über kräuter= und blumenreiche Mat=
ten
und Weiden mit abwechſelnden Baumgruppen und
Wäldern in eine hoch eingefriedigte und doch leicht zu=
gängliche
Welt für ſich, in der ſich der Kontraſt der großen
wilden Natur mit der milden und freundlichen auffällig
zeigt nach Grindelwald, von wo wir mit der Berner
Oberlandbahn abends 7 Uhr nach Interlaken zurückkehren.
Dein Bild, Jungfrau, dein leuchtendes, ſtrahlendes
Bild wird in meiner Erinnerung unauslöſchlich fortleben,
wenn auch tauſend andere Eindrücke verblaſſen und ver=
ſchwinden
.

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[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1ſchott. Schäferhund, 1 Spitzhund. 2 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (21745

. Bekanntmachung.

Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut mit
dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Schutzmannſchaft
angewieſen iſt, auf den Befolg dieſer Vorſchrift beſonders zu achten.
Die Verkäufer der in § 1 bezeichneten Gegenſtände werden hier=
mit
erſucht, nicht nur ihre Angeſtellten, ſondern auch die nicht in ihren
Dienſten ſtehenden Fuhrleute und Arbeiter, ſowie die Käufer der=
artiger
Gegenſtände entſprechend zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1912.
(21744fs
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betr. das Auf= und Abladen, ſowie den Transport von
Metallgegenſtänden.
Auf Grund des § 366 Ziff. 10 St.=G.=B. und des Art. 56
Ziffer 1 der Städte=Ordnung wird nach Anhörung der Stadtverord=
neten
=Verſammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums
des Innern und der Juſtiz vom 22. September 1893, zu Nr. M. J.
26979, für den Bezirk der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt ver=
ordnet
, was folgt:
§ 1. Bei dem Auf= und Abladen und bei dem Transport
von Gegenſtänden, welche bei dem Herabwerfen oder bei dem Trans=
port
auf Wagen ein ſtarkes Geräuſch verurſachen, wie eiſerne Trag=
balken
, Schienen, Metallröhren und Stangen, Bleche, Ketten
und dergleichen, ſind ſolche Einrichtungen zu treffen, daß beläſtigendes
Geräuſch vermieden wird. Namentlich müſſen derartige Metallgegen=
ſtände
, welche bei dem Transport durch Aneinanderſchlagen ein ſtarkes
Geräuſch verurſachen, in zweckentſprechender Weiſe mit Stroh oder
anderem geeigneten Material unterlegt oder ſo feſt mit einander
verbunden werden, daß der Lärm vermieden wird. Solche Gegen=
ſtände
dürfen beim Abladen nicht vom Wagen herabgeworfen,
ſondern müſſen, gegebenen Falles unter Anwendung geeigneter Vor=
richtungen
, langſam herabgelaſſen werden.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung wer=
den
in Gemäßheit des § 366 Ziff. 10 des R.=Str.=B. mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver=
kündigung
in Kraft.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

Wegſperrung.

Wegen Ausführung der Erd= und Abbruchsarbeiten zur Be=
ſeitigung
des alten Main=Neckar=Bahndammes auf der Strecke zwiſchen
der Pallaswieſen= und Landwehrſtraße wird der, öſtlich des Bahn=
dammes
, zwiſchen den beiden genannten Straßen gelegene Verbin=
dungsweg
bis auf weiteres für jeglichen Verkehr geſperrt.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1912.
(21725fs
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.

Städtiſcher Fiſchmarkt.

Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber Don=
nerstag
und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den Verkaufs=
ſtänden
angeſchrieben.
Darmſtadt, den 28. September 1912.
(20343a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Bekanntmachung.

Freitag, 15. November I. Js., Freitag, 15. November 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier zugeſchriebe=
nen
Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite Gar=
diſtenſtraße
4,
IV 5684/100 101 Grasgarten da=
ſelbſt
,
IV 5684/100 600 Bauplatz daſ.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K70/12
Darmſtadt, 23. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20660

Bekanntmachung.

Freitag, 15. November I. Js.,
vormittags 9½ Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier zugeſchriebe=
nen
Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite Gar=
diſtenſtraße
4,
IV 5684/100 101 Grasgarten da=
daſelbſt
,
IV 56848) 600 Bauplatz daſ.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K71/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 23. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20661

Bekanntmachung.

Auf Antrag der Erben der
Martin Darmſtädter Eheleute da=
hier
ſollen die denſelben im Grund=
buch
der Gemarkung Beſſunger
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 395010 274 Hofreite, das Win=
gertsfeld
im
Gäßchen ( Kies=
bergſtraße
Nr. 9),
I 3737/10 86 Grabgarten Sand=
ſtraße
( Kies=
bergſtraße
),
Montag, 21. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, freiwillig verſteigert
werden.
Darmſtadt, 8. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI21103

Bekanntmachung.

vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Peter Günther Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebenen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
XIII 2917/100 426 Hofreite
Sandbergſtr.
XIII 2917/100 435 Hofreite da=
ſelbſt
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
Darmſtadt, 30. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI20662

Bekanntmachung.

Freitag, 25. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den 1. Georg Hof Ehe=
leuten
in Darmſtadt, 2. dem Hugo
Traub in Nieder=Lößnitz gehöri=
gen
, in der Gemarkung Beſſungen
gelegenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 405//10 444 Hofreite, das Win=
gertsfeld
im Gäß=
chen
( Moosberg=
ſtraße
52)
I 405¾/10 58 Grasgarten
Moosbergſtraße,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
kann auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 5. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
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49)

Komm mit uns, Chriſta! bat Ada. Du übertreibſt
es wirklich mit dem Studieren Deiner Rollen. Dein Tag
vergeht nur mit Proben, Lernen und abends Spielen.
Das hälſt Du auf die Dauer nicht aus.
Keine Idee, Ada! Ich bin nie glücklicher und zu=
friedener
, als wenn ich recht beſchäftigt bin. Nur ſo kann
man etwas erreichen. Darum heißts bei mir niemals
rückwärts, ſondern: vorwärts, vorwärts, Don Rodrigo!
Mit blitzernden Augen rief es Chriſta.
Ach geh, Du biſt eine ſchreckliche, ehrgeizige Perſon
Genau wie Joachim! Wenn ich nicht manchmal dämpfe
und mich als eine Art Bleikugel an Eure gen Himmel und
darüber hinaus fliegenden Pläne hängte, ich glaube, Ihe
arbeitet Euch rein zuſchanden.
Ada, Du, es geht das dunkle Gerücht um, daß eine
gewiſſe Frau und Mutter, Mutter von Zwillingen ſogar,
ſich manchmal halbtot hetzt, um ſich ein paar Minuten ab=
zuſtehlen
, in denen ſie dann in irgendeinem abgelegenen
Zimmer mit Palette und Malſtock auf Leinwand Orgien
feiert.
Ach, Unſinn, ſo ne Einbildung. Frau Ada trat in
leichter Verlegenheit an den Tiſch, auf dem die Zeitung

ine Sieht vaes hneriſenes dens ich din deaie mor=
gen
noch nicht dazu gekommen, ſie zu leſen.
Nicht? Dann wirſt Du ſtaunen, Ada. Eine große
Neuigkeit.
Betrifft ſie Dich etwa? Intereſſant nahm Frau Ada
die Zeitung auf, um die von Chriſta mit dem Finger be=
zeichnete
Stelle zu leſen.
Chriſta wurde rot. Mich? Nein!
Nein, aber ſo etwas! Peter Geißler das iſt ja
prächtig! Wie ich mich freue! Was ſagſt denn Du dazu,
Chriſta!
Ich freue mich auch! Ganz ruhig ſagte es Chriſta
und hob das Zeitungsblatt auf, das Ada in freudiger Er=
regung
hatte fallen laſſen. Sie glättete es langſam und
legte es genau in die alten Brüche. Es wird Joachim in=
tereſſieren
, Du kannſt es ihm gleich ſagen.
Das werde ich auch! Wird der ſtaunen. Aber eigent=
lich
iſt es doch unerhört, daß man ſo etwas aus der Zei=
tung
erfahren muß. Das hätte er wirklich doch ſchreiben
können!
Wie ſollte er, er hat doch nie geſchrieben!
Nein, er hat nie geſchrieben! Frau Ada ſagte es
ganz ſchnell und verlegen. Ich meinte nur. Aber jetzt
muß ich wirklich fort. Und Du willſt nicht mitkommen,
Chriſta?
Chriſta ſchüttelte verneinend mit dem Kopf.
Schade! Adieu, Liebſte! Ada huſchte davon,

Ein tiefer Seufzer hob Chriſtas Bruſt. Dann ſchritt
ſie ſinnend zu ihrem Schreibtiſch. Dort lag die neue Rolle,
die heute Morgen der Theaterdiener für ſie abgegeben
hatte.
Eilig, wie um ſich auf andere Gedanken zu bringen,
ſchlug ſie die Blätter auseinander. Da fiel ihr ein Ge=
dicht
auf, das darin ſtand:
Wenn zwei ſich lieben von ganzem Herzen,
So müſſen ſie tragen der Trennung Schmerzen
Wenn zwei ſich lieben von ganzer Seele,
So müſſen ſie glauben an Himmelbefehle.
Wenn zwei ſich lieben mit Gottes Flammen,
Geſchieht ein Wunder und führt ſie zuſammen!
Mit halblauter Stimme hatte ſie zu leſen begonnen,
Beinahe ein Jubeln war es, mit dem ſie die letzten Zeilen
in das ſtille Zimmer hineinrief.
Sie ſprang auf, einem plötzlichen Impuls folgend,
und breitete mit ſehnſuchtsvollen Gebärden die Arme aus,
aber dann ließ ſie ſie langſam ſinken. Sie verſtand ſich
ſelbſt nicht mehr und der deſſen Wiederkehr ſie eben ſo
freudig hatte ſaufjubeln laſſen, er hatte ſie überhaupt nie=
mals
verſtanden. Dunkle Glut flammte über ihr Geſicht;
ſie ſchlug die Hände vor die Augen und weinte bitter=
lich
.
Endlich faßte ſie ſich. Sie fuhr mit dem Tuch über
ihr naſſes Geſicht. Ada hatte ganz recht, ſie war nervös

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und überarbeitet. Sie durfte nicht allein ſitzen, hier in
dem heißen Zimmer. Hinaus in die klare, kalte Winter=
luft
, unter fremde Menſchen mußte ſie! Es war jetzt ſogar
recht, daß ſie nicht mit Ada und den Kindern zu gehen
brauchte.
Eine ganze Menge Beſorgungen und Kommiſſionen
fielen ihr mit einemmal ein. Gewiß, jetzt war die beſte
Gelegenheit, das alles zu beſorgen. Das würde ſie von
ihren Gedanken ablenken und ſie zerſtreuen!
Sie machte ſich ſtraßenfertig, zog ihr Sealjackett an
und ſetzte den großen ſchwarzen, nur mit einigen koſtbaren
Federn geſchmückten Hut auf. Einen Schleier? Prüfend
wog ſie das feine Gewebe in der Hand. Nein, ſie wollte
heute keinei vorbinden. Mochte doch die Winterluft da
draußen ſie tüchtig umwehen. Während ſie langſam die
Handſchuhe überſtreifte, den großen Muff und ihr ſilber=
nes
Handtäſchchen ergriff, prüfte ſie noch einmal im Spie=
gel
ihre Erſcheinung. Sie war zufrieden.
Dann klingelte ſie dem Mädchen, ſagte ihm, daß ſie
ausgehen wollte, und verließ eilends das Haus.
Vom Zoologiſchen Garten aus fuhr: ſie mit der
Untergrundbahn nach dem Leipziger Platz. Sie wollte
gleich zuerſt einmal zu Wertheim. Sicher bekam ſie dort
in dieſem Allerweltsbaſar imitiert auch die großen gol=
denen
Ohrringe, wie ſie die Italienerinnen tragen. Sie
fehlten ihr noch zu dem Koſtüm, das ſie demnächſt zu
dem großen Schlaraffenfeſte Eine Nacht auf Capri
tragen wollte. Joachim gehörte ſelbſt der bekannten
Künſtlergeſellſchaft Schlaraffia an und ſie hatte ihm ver=
ſprechen
müſſen, dies Jahr mit ihm und Ada den Ball zu
beſuchen.
Es lag ihr eigentlich wenig daran, denn ſie hatte

geſtern auf der Probe erfahren, daß eine Menge Kollegen
und Kolleginnen, und zwar gerade jene, die durchaus
nicht zu den beſten rechneten, gleichfalls dieſes Feſt be=
ſuchen
wollten. Man hatte im Theater bereits offiziell
die Parole ausgegeben: Kinder, wir ſetzen uns alle zu=
ſammen
und machen eine fidele Ecke. Was das hieß,
wußte Chriſta, und ſie haßte dieſes in der Oeffentlichkeit
ſo ſtark betonte: Wir freien Künſtler! Sie wollte ſich,
ſo viel es ging, zum Feſte von dieſer Klique fernhalten.
Freilich würde ihr das wieder eine Menge bitterer Stun=
den
ſchaffen, denn es fehlte ſo ſchon nicht an Pillen und
Spitzen, die man ihr ihrer Zurückhaltung wegen gab.
Gewiß, einige Kollegen und Kolleginnen waren in ihren
Geſinnnungen und in ihrem Benehmen durchaus ein=
wandfrei
, aber leider war das nur der kleinere Bruchteil.
Wie recht hatte Peter Geißler damals gehabt. Peter
Geißler! Wieder waren ihre Gedanken an dem Punkte
angelangt, von dem ſie ſie mit aller Gewalt ablenken
wollte! Aber ſie gehorchten ihr nicht. Alle ihre Erinner=
ungen
waren beim Leſen jener Notiz heute wieder in
ihr wach geworden, bis zu jenem Hofball in Bellburg,
auf dem ſie einſt Peter Geißler kennan gelernt hatte.
Bellburg! Eine verſunkene Welt war es für ſie. Ein
Traum ihrer Jugend, ein Land, das in weiter, weiter
Ferne lag. Die Bitterniſſe, die ſie damals hatte durch=
koſten
müſſen, hatte ſie mehr und mehr verſucht zurückzu=
drängen
. Sie klammerte ſich mehr an die Lichtſeiten, die
ihr, beſonders in der früheren Jugend, doch auch im=
Elternhauſe beſchieden geweſen waren. Dann umkreiſten
ihre Gedanken auch in ſcheuer Zärtlichkeit jene ſtolze, harte
Frau, die immer noch nichts von ihr und Joachim wiſſen
wollte. Im Hauſe Karl Auguſts lebte die Mutter jetzt.
Ob ſie dort wohl Erſatz gefunden hatte für die Liebe

derer, die abſeits ſtehen mußten, weil ſie ihren eigenen
Weg gegangen? Ob ſie glücklich war?
Gnädigſte wünſchen?
Chriſta ſchrak zuſammen und erwachte aus ihren
Träumen. Da war ſie ja ſchon bei Wertheim!
Beinahe mechaniſch hatte ſie die Fahrt auf der Unter=
grundbahn
zurückgelegt, war ausgeſtiegen und hier einge=
treten
.
Um ſie herum in dem mit eigenartiger Pracht ausge=
ſtatteten
Warenhauſe brandete und brauſte es. Ein fort=
währendes
Kommen und Gehen von Menſchen. Reich und
arm, vornehm und gering drängte aneinander vorüber.
Wie wechſelnd war ihr Aeußeres, wie anders der Aus=
druck
jedes einzelnen Geſichtes. Gefeſſelt von dem doch
ſchon ſo oft geſchauten lebenden Bilde ſah ſie den Vor=
übergehenden
und Kaufenden eine Weile zu. Einzelne
fanden ſogleich, was ſie ſuchten, andere waren enttäuſcht,
mußten Verzicht leiſten oder ſich mit Geringem begnügen.
Genau wie im Leben, dachte Chriſta.
Gnädigſte wünſchen? Wieder fragte es der junge An=
geſtellte
des Hauſes, der Chriſta ſchon am Eingange be=
grüßt
hatte.
Schmuckſachen.
Bitte, in jenem Flügel! Und obgleich er ſah, daß die
Dame augenſcheinlich ganz genau wußte, wohin ſie ſich
zu wenden hatte, folgte er ihr doch in reſpektvoller Ent=
fernung
, ohne daß es Chriſta bemerkte. Einige Male
ſchien es, als wolle er ſie anſprechen; erregt trat er näher
an ſie heran, dann wieder blieb er ſtehen. In dem von
einem ſpitzgehaltenen dunklen Vollbart umrahmten Geſicht
wechſelten Röte und Bläſſe und nervös ſtrich er ſich über
das dunkle Haupthaar.
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I. Vortrag des Herrn Lehrer Speckhardt über:
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2. Allerlei Fragen, die den Hausbeſitz betreffen.
Zu dieſer Verſammlung ſind alle Hausbeſitzer freundlichſt
eingeladen. Unſere Mitglieder, Damen und Herren, bitten wir,
recht zahlreich zu erſcheinen.
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Frauenverein Caritas.
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Dienstag, 22. Oktober d. J., nachmittags 6 Uhr.
Um zahlreiches Erſcheinen bittet
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Der Vorstand.

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Leo Wimmer . H. Baumeiſter
Maja, ſeine Frau Ilſe Berka
Iſa, ) ſeine . Hdw. Jungkurth
Otto, ) Kinder . Aennchen Dörr
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Hans Torup . . Kurt Ehrle
Alfred Solders,
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Dr. Brunn, Se=
. K. Weſtermann
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Karoline)mädchen Anna Dobski
Koch
.. Frz. Herrmann
Briefträger . . . Ad. Jungmann
Ort der Handl.: In der Penſions=
u
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14.20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.5. Reihe 2.80 M., 6.8. Reihe
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Sonntag, 20. Okt. 36. Ab.=Vſt.
D 9. Undine. Gewöhnliche
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Montag, 21. Okt. 37. Ab.=Vſt.
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