Darmstädter Tagblatt 1912


10. Oktober 1912

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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Das Kaiſerpaar ſetzte am Dienstag nachmittag
ſeine Fahrt nach Cadinen fort, wo es um 5 Uhr
25 Minuten eintraf.
Saſonow iſt am Dienstag abend nach Peters=
burg
zurückgereiſt.
Vier englliſche Kriegsſchiffe ſind in den
kretiſchen Gewäſſern eingetroffen. Ein ruſſi=
ſches
Kriegsſchiff iſt vor Samos angekommen.
Die Montenegriner haben die Feindſeligkeiten
eröffnet. Die Kriegserklärung Serbiens
ſoll unmittelbar bevorſtehen.
Nach einem Telegramm aus Tampico in Mexiko er=
folgte
in einem Speicher eine Pulverexploſion.
Bisher ſind 22 Leichen geborgen worden, doch glaubt
man, daß noch mehrere Perſonen getötet worden ſind.

Der Krieg auf dem Balkan.

** Der Kleinſte der Kleinen, nämlich der König der
ſchwarzen Berge, hat zu allgemeiner Ueberraſchung die
Initiative ergriffen und durch Abbruch der diplomatiſchen
Beziehungen zur Türkei und die Erklärung des Krieges
die Hoffnungen auf Erhaltung des Friedens am Bal=
kan
in Frage geſtellt. Bevor ſich ein Urteil über die Trag=
weite
eines ſolchen Schrittes fällen läßt, müſſen weitere
Mitteilungen abgewartet werden. Es iſt nicht gut glaub=
lich
, daß Nikita ohne Einvernehmen mit den übrigen drei
Staaten den folgenſchweren Schritt getan haben ſollte,
andererſeits ſind Zweifel daran, daß dem kleinſten Mit=
rgliede
des Balkanvierbundes der Vorrang bei der Aktion
igegen die Türkei gelaſſen wird, wohl berechtigt. Vielleicht
twollte Nikita angeſichts des zu erwartenden Vorgehens
der Mächte ein kait acceompli ſchaffen und ſeine noch
Zögernden Bundesgenoſſen zu einem ſchnellen Entſchluß
hhinreißen. Hofft er etwa doch noch trotz der Einigkeit der
Mächte auf die Hilfe Ruſ=lands, das den einzigen treuen
Freund nicht im Stiche laſſen werde? Man muß nun
damit rechnen, daß Bulgarien, Serbien und Griechen=
lland
dem Beiſpiele Montenegros folgen werden, womit
dann der Krieg unmittelbar vor die Tür gerückt und der
erſte Zweck der Mächteaktion, den Krieg überhaupt zu
verhindern, geſcheitert ſein wird. Umſo größere Sorg=
falt
wird nun dem weiteren Zwecke, den brüderlichen
Zwiſt der Balkanvölker zu lokaliſieren, gewidmet werden
müſſen. Ob etwa auch das mißlingt? Qui vivra verra.

Die franzöſiſche Regierung hat eine amtliche
Beſtätigung der Kriegserklärung Monte=
negros
an die Türkei erhalten. Der Schritt der Ver=
treter
Rußlands und Oeſterreich=Ungarns bei der monte=
megriniſchen
Regierung fand am Dienstag vormittag um
elf Uhr ſtatt, aber ſchon um 9½ Uhr waren dem türkiſchen
Geſchäftsträger die Päſſe zugeſtellt worden. Die monte=
negriniſche
Regierung konnte alſo den Geſandten Ruß=
lands
und Oeſterreichs erklären, daß der Schritt der
Mächte zu ſpät komme, da die diplomatiſchen Be=
ziehungen
bereits abgebrochen ſeien. Sie fügte hinzu,
ihre Vorſtellungen bei der Türkei ſeien ſeit zwei Monaten
ergebnislos geblieben und ſie habe ſich daher, da ſie nicht
friedlich zum Ziel kommen konnte, genötigt geſehen, zu
den Waffen zu greifen. Selbſt auf ſeine eigene Kraft
angewieſen, könnte Montenegro nicht anders handeln.
In diplomatiſchen Kreiſen Frankreichs iſt man von
der Wendung zum Schlimmen, die die Ereigniſſe durch
die Kriegserklärung Montenegros genommen haben, ſehr
überraſcht. Der glänzende Erfolg, den die franzöſiſche
Diplomatie durch die Einigung der Großmächte errungen
hatte, hatte einen unerſchütterlichen Optimismus hervor=
gerufen
. Durch amtliche Depeſchen war die Tatſache der
Kriegserklärung Montenegros bereits am Dienstag vor=
mittag
bekannt geworden, doch entſchloß ſich das Aus=
wärtige
Amt erſt am Nachmittag, die Nachricht offiziell zu
beſtätigen, da zu dieſer Zeit Depeſchen der franzöſiſchen
Geſchäftsträger in Cetinje und Konſtantinopel eintrafen.
die übereinſtimmend die Nachricht von der Kriegserklä=
rung
Montenegros und der Abberufung des montenegri=
niſchen
und türkiſchen Geſchäftsträgers übermittelten.

Man erwartet, daß der montenegriniſchen
Kriegserklärung die der verbündeten
Balkanſtaaten folgen werden. Immerhin
hofft man noch, Griechenland aus dem Kreiſe der ver=
bündeten
Balkanſtaaten herausziehen zu könneſt, und
Bulgarien und Serbien die Unüberlegtheit ihres Schrit=
tes
vor Augen zu führen.
In der Preſſe gelangt trotz der lebhaften Beſorgnis
über die möglichen Folgen der montenegrini=
ſchen
Kriegserklärung die Hoffnung zum Aus=
druck
, daß der Balkankrieg lokaliſiert bleiben werde. Mei=
ſtens
herrſcht die Ueberzeugung vor, daß der Schritt
Montenegros auf Anſtiften Bulgariens erfolgt ſei. Die
Lanterne weiſt dagegen darauf hin, daß die Verhandlun=
gen
in Ouchy noch nicht beendet ſeien, und meint, ange=
ſichts
der Beziehungen zwiſchen Montenegro und Italien
könne man vermuten, daß die montenegriniſche Regierung
die Verlegenheiten der Türkei vermehren wollte, um ſie
zu zwingen, den italieniſchen Forderungen nachzugeben.
Dieſe Annahme klinge ſo wahrſcheinlich, daß Italien
Mühe haben werde, die öffentliche Meinung vom Gegen=
teil
zu überzeugen. Auch heute nehmen verſchiedene Blät=
ter
die Rolle des Miniſterpräſidenten Poincaré bei den
jüngſten Verhandlungen zum Anlaß, um ihm beſonderes
Lob zu ſpenden. Die France meint, wenn man hoffen
dürfe, daß die Balkanwirren nicht die ganze ziviliſierte
Welt erſchüttern würden, ſo ſei dies den Anſtrengungen
Poincarés zu danken.
Rumänien macht nicht mobil, aber es wäre
irrig, anzunehmen, daß das Vorgehen der vier Balkan=
ſtaaten
den Beifall Rumäniens habe oder mit Gleich=
gültigkeit
angeſehen werde. Die unausgeſprochene An=
ſicht
der leitenden Stellen geht vielmehr dahin, daß zu=
nächſt
die Türkei dem begehrlichen Nachbar eine Lehre er=
teilen
könne, wobei alle Welt davon überzeugt iſt, daß
Bulgarien unterliegen wird. Sollte das Gegenteil ein=
treten
, ſo könne man nichts haben gegen die Einführung
einer beſſeren Verwaltung in den türkiſchen Provinzen
gemäß dem Programm, das die Balkanſtaaten als Zweck
des Krieges aufgeſtellt haben. Sollte dies Programm
aber vergeſſen werden und der Verſuch der Aneignung
türkiſchen Gebiets folgen, ſo wird man den Balkanbünd=
lern
ihr Programm in die Erinnerung rufen und darin
ſehr deutlich und tatkräftig ſein.
Die Agence Havas veröffentlicht den Text der
Note, die am Dienstag den Balkanſtaaten durch
die Vertreter Rußlands und Oeſterreichs
überreicht worden iſt. Die Regierungen Ruß=
lands
und Oeſterreichs erklären darin den Balkanſtaaten:
1. Daß die Mächte jede Maßregel, die geeignet wäre, eine
Störung des Friedens herbeizuführen, energiſch mißbil=
ligen
. 2. Daß ſie, geſtützt auf Artikel 23 des Berliner
Vertrages, die Verwirklichung der Reformen in der Ver=
waltung
der europäiſchen Türkei im Intereſſe der Bevölke=
rung
in die Hand nehmen werden, wobei es ſich verſteht,
daß die Reformen keine Verletzung der Souveränität des
Sultans und der territorialen Integrität des ottomani=
ſchen
Kaiſerreichs mit ſich bringen. Dieſe Erklärung be=
hält
allerdings den Mächten die Freiheit, zu einer ge=
meinſamen
weiteren Prüfung der Reformfrage vor.
3. Sollte trotzdem der Krieg zwiſchen den Balkanſtaaten
und dem türkiſchen Reich ausbrechen, ſo werden die
Mächte beim Ausgang des Kampfes keine Aenderung des
territorialen Status quo der europäiſchen Türkei zulaſſen.
Die Mächte werden bei der Pforte gemeinſam Schritte im
Sinne der vorſtehenden Erklärung unternehmen.

Ein neuer Geſetzentwurf.

** Das Feſthalten an der Todesſtrafe iſt ganz unab=
hängig
von dem berühmten Schulenſtreit im Strafrecht.
Sowohl die Anhänger der reinen Vergeltungsſtrafe, wie
diejenigen der Vergeltung und Abſchreckung, wie auch
diejenigen der Erziehung und Unſchädlichmachung, ver=
mögen
die Todesſtrafe zu verteidigen. Die moderne
Schule will doch Erziehung immer nur bei den Erzieh=
baren
, ſonſt fordert gerade ſie radikalſte Unſchädlich=
machung
. Auf einem Gebiet des Strafrechts aber iſt der
Streit der Schulen noch weit gegenſtandsloſer geworden:
im Jugendſtrafrecht. Es gibt heute nur ſehr
wenige, die grundſätzlich gegen eine Sonderbehandlung
der Jugendlichen im Strafrecht ſind. So ſind denn die

Jugendgerichte, die uns zuerſt als fremder Import aus
Amerika kamen, bei uns in Deutſchland völlig heimiſch
geworden. Nicht um die Jugendlichen dem Arm der Ge=
rechtigkeit
zu entziehen, ſondern gerade, um die Gerechtig=
keit
bei ihnen walten zu laſſen, iſt die Jugendgerichtsbe=
wegung
ins Leben getreten. Man hatte einfach erkannt,
daß bei der bisherigen Verfahrungsart der Jugendliche
nicht zu ſeinem Rechte käme, weil dieſe auf Erwachſene,
nicht auf Unerwachſene zugeſchnitten war. Um einen Ver=
gleich
aus der Kunſtgeſchichte zu gebrauchen: Der mittel=
alterlichen
Kunſt war es noch nicht möglich, den Jeſus=
knaben
als Kind darzuſtellen, ſie bildete ihn vielmehr als
kleinen Mann. So hat bisher das Strafverfahren an
die Jugendlichen immer nur als an kleine Männer, nicht
als an Kinder gedacht.
Den deutſchen Jugendgerichten fehlte aber bis jetzt
noch die geſetzliche Grundlage. Der Strafprozeßentwurf,
der in einem Abſchnitt Verfahren gegen Jugendliche‟
dieſe Grundlage ſchaffen wollte, iſt bekanntlich im vorigen
Herbſt geſcheitert. Nunmehr iſt dem Bundesrat ein be=
ſonderer
Geſetzentwurf über das Verfahren
gegen Jugendliche zugegangen. Das Wichtigſte
darin iſt die Durchbrechung des Legalitätsprinzips für die
Klageerhebung. Oeffentliche Klage ſoll gegen den
Jugendlichen nicht erhoben werden, wenn Erziehungs=
und Beſſerungsmaßregeln einer Beſtrafung vorzuziehen
ſind eine durchaus einwandsfreie Beſtimmung, die
auch diejenigen billigen müſſen, die Gegner eines Op=
portunitätsprinzips
für die Erwachſenen ſind. Beim
kriminellen Jugendlichen ſteht die Erziehung im Vorder=
grund
, nicht die Strafe beim Erwachſenen iſt es um=
gekehrt
und ſoll es auch umgekehrt bleiben.
Der dritte Deutſche Jugendgerichts=, der vom 10. bis 12. Oktober in Frankfurt: a. M.
tagt, iſt berufen, den neuen Entwurf öffentlich zu be=
handeln
.

Deutſches Reich.

Der Bundesrat wird ſeine regelmäßigen
Plenarſitzungen am Donnerstag wieder aufnehmen. Er
wird zunächſt einige laufende Geſchäfte erledigen. Unter
den Vorlagen, die ihm bereits zugegangen ſind, ſteht an
erſter Stelle der Geſetzentwurf über Jugendgerichte, der,
von einigen Abänderungen abgeſehen, dem betreffenden
Abſchnitt der vom vorigen Reichstag nicht mehr erledigten
Strafprozeßordnung entſpricht.
Saſonow in Berlin. Miniſter Saſonow
war Dienstag früh in Berlin eingetroffen und hatte im
Hotel Adlon Wohnung genommen. Saſonow empfing
im Laufe des Tages den ruſſiſchen Botſchafter in Wien
und den ruſſiſchen Geſandten in Kopenhagen und konfe=
rierte
ſodann mit dem ruſſiſchen Botſchafter in Berlin
und dem ruſſiſchen Geſandten in Darmſtadt. Später emp=
fing
Saſonow den bulgariſchen Geſandten, den griechiſchen
Geſchäftsträger und den italieniſchen Botſchafter. Um
4 Uhr ſprach Saſonow bei Kiderlen=Wächter vor. Um
6 Uhr wurde er von dem Reichskaſizler empfangen.
Abends fand zu Ehren des Miniſters bei v. Kiderlen=
Wlchter ein Eſſen ſtatt. Die Rückreiſe des Miniſters
nach Petersburg erfolgte abends 11,41 Uhr. Zur Verab=
ſchiedung
waren am Bahnhof erſchienen als Vertreter
des Auswärtigen Amtes Geh. Leg.=Rat v. Stumm und
Wirkl. Leg.=Rat Graf Mirbach=Harff, ferner der ruſſiſche
Botſchafter Swerbejew, das Perſonal der ruſſiſchen Bot=
ſchaft
und der ruſſiſche Generalkonſul v. Hamm.
Der Beſuch des ruſſiſchen Miniſters beim Reichs=
kanzler
und beim Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter wird
als ein Akt privater Höflichkeit aufgefaßt, Herr Saſonow
wollte von ſeiner Reiſe nicht nach Petersburg zurück=
kehren
, ohne die deutſchen Staatsmänner begrüßt zu
haben. Infolgedeſſen iſt bis jetzt auch nicht beabſichtigt,
eine amtliche Mitteilung über den Gegenſtand der geführ=
ten
Unterhaltung auszugeben. Immerhin iſt es ſelbſt=
verſtändlich
, daß die leitenden Staatsmänner der beiden
großen Reiche ſich namentlich in ſo geſpannter Zeit nicht
ſehen werden, ohne die politiſche Lage und vor allem
die Lage am Balkan miteinander zu beſprechen. Ein
unmittelbares praktiſches Ergebnis ihrer Beſprechungen
iſt jedoch nicht zu erwarten, umſoweniger, als die Eini=
gung
der europäiſchen Großmächte über ihr Verhalten
gegenüber den Vorgängen am Balkan ſchon vor dem
Eintreffen des Herrn Saſonow in Berlin zuſtande ge=
kommen
war.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 239.

Das Reichsverſicherungs amt hat be=
ſtimmt
, daß die ihm unterſtehenden Berufsgenoſſenſchaften
die Aenderung ihrer Satzungen bis zum 30. November
1912 zu beweiſen haben, andernfalls wird das Amt die
Satzungen von Aufſichts wegen ändern.
Ein Reichs=Petroleum=Monopol?
Wieder einmal geht die erſt kürzlich beſtrittene Meldung
durch die Preſſe, daß infolge der auf Wunſch des Reichs=
tags
veranſtalteten Erhebungen die Reichsregierung zu
dem Entſchluß gekommen ſei, eine Vorlage für ein
Petroleum=Handelsmonopol ausarbeiten zu laſſen. Dem
Reichstag ſoll bei ſeinem Zuſammentritt darüber Auf=
ſchluß
gegeben werden. Die vom Reichstag einſtimmig
angenommene Reſolution forderte den Reichskanzler auf,
Erhebungen darüber anſtellen zu laſſen, inwieweit durch
das Vorgehen des Standard Oil=Truſts und ihrer Toch=
tergeſellſchaft
, der deutſch=amerikaniſchen Petroleumgeſell=
ſchaft
, die Gefahr einer Monopoliſierung des deutſchen
Petroleumhandels unter Ausſchaltung des Zwiſchenhan=
dels
vorliegt, und ob unter dieſen Umſtänden die Errich=
tung
einer unter ſtaatlicher Aufſicht ſtehenden Anſtalt zum
Vertrieb des Petroleums im Intereſſe der deutſchen Volks=
wirtſchaft
liege.
Zu den Tariferleichterungen infolge
der Fleiſchteuerung, die am heutigen 10. Oktober
in Kraft treten, ſchreibt die Nordd. Allg. Ztg., daß auch
der ſeit dem Jahre 1907 beſtehende Ausnahmetarif für
friſches Fleiſch bis zum 31. Dezember 1913 verlängert und
ausgebaut, jedoch dahin eingeſchränkt wird, daß er
nur auf das im Inlande verbrauchte Fleiſch Anwendung
findet. Die an die Gemeinden uſw. zu gewährenden Ver=
günſtigungen
werden nur eintreten, wenn das Fleiſch
ohne Gewinn an die Verbraucher oder Schlächter abge=
geben
wird, wobei letzteren Falles den Behörden an der
Feſtſetzung der Fleiſchpreiſe das Mitwirkungsrecht zuſteht.
Gerſte und Mais kommen, ſoweit im Inlande Futter=
mittel
verwendet werden, in den Spezialtarif 3 zugunſten
der Viehzüchter. Hierbei iſt ebenfalls Vorſorge getroffen,
daß der Frachtnachlaß wirklich den Verbrauchern bezw.
Viehhaltern zukommt. Um dieſen Zweck zu erreichen, wird
diesmal folgender Weg eingeſchlagen: Der Frachtnachlaß
tritt nur künftig ein, wenn der Frachtberechtigte, auch ſo=
weit
er Händler (Zwiſchenhändler oder Großhändler) iſt
ſelbſt im Frachtbrief oder in einer beſonderen Note auf
Treu und Glauben die Erklärung abgibt, daß der Ver=
brauch
nur einen Unterſchied gegenüber der gewöhnlichen
Fracht erhält.
Die Mainkanaliſation. Im weiteren
Verlauf der Verhandlungen der bayeriſchen Abgeordne=
tenkammer
gab Miniſter Freiherr von Soden der Hoff=
nung
Ausdruck, daß beide Kammern des Landtages dem
großen Werk von eminenter wirtſchaftlicher Bedeutung
ihre Zuſtimmung geben, deſſen Wirkungen nur eintreten
würden, wenn auch die preußiſche Strecke von Offenbach
bis Hanau kanaliſiert ſei. Er glaube ſicher, daß im preu=
ßiſchen
Landtage dieſer Teil des Kanals die Zuſtimmung
finden werde, und er hoffe, daß das Schiffahrtsabgaben=
geſetz
in Artikel 2 möglichſt bald in Kraft treten könne.
Die Nachtragsforderung wird darauf einſtimmig bewilligt
und der Antrag Caſſelmann angenommen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Die Vorlage für Bosnien. Der Vierer=
ausſchuß
der ungariſchen Delegation nahm die bosniſchen
Vorlagen an. Finanzminiſter Bilinski erklärte im Laufe
der Debatte: Seit der Annexion iſt ſoviel für Bosnien

geſchehen und die Zugehörigkeit zur Dynaſtie der
Monarchie iſt ſo gekräftigt worden, daß wir mit Beruhi=
gung
in die Zukunft blicken können, weil uns in dieſem
Lande nichts geſchehen kann. Dieſe Sicherheit wird um
ſo kräftiger werden, je mehr dieſes Land gefördert und
ſein Reichtum geſteigert wird.
Frankreich.
Die neuen Grenzen in Afrika. Das
Amtsblatt veröffentlicht zwei Dekrete, durch welche der
Erklärung, betreffend die Grenzfeſtſetzung zwiſchen Fran=
zöſiſch
=Aequatorial=Afrika und Kamerun, ſowie der Er=
klärung
, betreffend die Grenzfeſtſetzung zwiſchen den fran=
zöſiſchen
Beſitzungen Dahome und Sudan und dem deut=
ſchen
Togogebiet, die Zuſtimmung erteilt wird. Beide
Erklärungen ſind am 28. September 1912 in Paris von
Frankreich und Deutſchland unterzeichnet worden.
Spanien.
Das Streikrecht der Eiſenbahn=
beamten
. Der Miniſter der öffentlichen Arbeiten wird
der Deputiertenkammer einen Geſetzentwurf vorlegen,
der das Streikrecht der Eiſenbahnbeamten regelt und bei
Streitigkeiten zwiſchen Eiſenbahngeſellſchaften und
ihrem Perſonal einen Schiedsſpruch der Regierung obli=
gatoriſch
macht.
Japan.
Die Krönung des Kaiſers. Das Regie=
rungsblatt
Tſchuo gibt bekannt, daß die Krönung des
Kaiſers im Jahre 1914 ſtattſinden wird.

Stadt und Land.
Darmſt adt, 10. Oktober.

Elektriſche Bahnen.
E Die Verhandlungen der Heſſ. Eiſenbahn= Aktien=
geſellſchaft
mit den Gemeinden wegen Herſtellung und
Elektriſierung der Außenbahnen hatten bis jetzt zu keinem
befriedigenden Reſultate geführt. Die Kreisämter Darm=
ſtadt
und Bensheim hatten es daher unternommen, die von
der Geſellſchaft geforderten Garantie=Leiſtungen billigem
Ermeſſen gemäß unter die einzelnen Gemeinden zu ver=
teilen
, um eine Grundlage für weitere Verhandlungen zu
gewinnen. Vorgeſtern fand nun imsitzungsſaale desKreis=
und Provinzial=Ausſchuſſes dahier unter dem Vorſitze des
Herrn Provinzialdirektors Fey eine Verſamm=
lung
der Vertreter ſämtlicher beteiligten Gemeinden ſtatt.
Es nahmen Anteil die Herren: Kreisrat Eckſtein=
Bensheim, Regierungsrat von Werner,
Regierungsaſſeſſor Dr. Pabſt, Beigeord=
neter
Ekert=Darmſtadt, und für die Heag: Di=
rektor
Möller=Darmſtadt, ferner die Herren
Bürgermeiſter bezw. Beigeordneten und je 2 Herren Ge=
meinderäte
von Arheilgen, Eberſtadt, Malchen,
Seeheim, Jugenheim, Alsbach, Pfung=
ſtadt
und Griesheim. Für die Elektriſierung der
Außenbahnen und die neuen Linien Eberſtadt-Alsbach
und Eberſtadt-Pfungſtadt war von der Heag außer der
Geländeſtellung eine Zinsgarantie von im ganzen 60000
Mark jährlich für 10 Jahre gefordert worden. Die Koſten
der elektriſchen Landbahnen (einſchließlich Elektriſierung
nach Arheilgen, Eberſtadt und Griesheim) ſtellen ſich auf
2 220000 Mark. Die Stadt Darmſtadt hat eine Zins=
garantie
von jährlich 50 000= Mark übernommen. Die oben
erwähnten 60000 Mark waren unter die Gemeinden wie
folgt verteilt worden: 1. Eberſtadt 8000 Mk., 2. Seeheim
9000 Mk., 3. Jugenheim 10000 Mk., 4. Pfungſtadt 10000
Mark, 5. Griesheim 7000 Mk., 6. Arheilgen 7000 Mk.,
7. Malchen 1000 Mk., 8. Alsbach 8000 Mk.
Während die Geländeſtellung im großen und ganzen
nicht auf beſondere Schwierigkeiten ſtößt, begegnete die
Garantieleiſtung in der angeforderten Höhe zahlreichen
Bedenken. Auch Herr Provinzialdirektor Fey teilte dieſe
Bedenken. An der Debatte beteiligten ſich u. a. die Herren
Bürgermeiſter Hill=Seeheim, Burkhard= Jugen=
heim
, Hechler=Alsbach, Schäfer=Eberſtadt, Wal=
ther
=Malchen, Beigeordneter Nungeſſer= Pfung=
ſtadt
, die Gemeinderäte: Landtagsabgeordneter Raab=
Pfungſtadt, Baſſenauer=Griesheim, Birkenſtock=

Arheilgen, Klaus=Eberſtadt und Simon=Eberſtadt,
ſowie Beigeordneter Ekert=Darmſtadt, Direktor Möl=
ler
und Regierungsrat von Werner, Auf Anregung
des Herrn Provinzialdirektors Fey kam ſchließlich nach
längeren Verhandlungen ein Vorſchlag dahin zuſtande,
daß von einer Garantie der Landgemeinden in der ange=
forderten
Höhe von der Geſellſchaft abgeſehen, aber feſte
Jahresleiſtungen der Gemeinden in Höhe der Hälfte der
angeſetzten Garantiebeiträge für zehn Jahre ſtattfinden
ſollen. Ueberſteigt die Rente des geſamten Bahnnetzes
(einſchließlich der Darmſtädter elektriſchen Bahnen) wäh=
rend
drei Jahren 5 Prozent, ſo ſollen die Leiſtungen über=
haupt
wegfallen; für die erſten drei Jahre bleiben die
Leiſtungen in Schwebe bis zum Ergebnis des dritten
Jahres. Die Vertreter der Geſellſchaft erklärten ſich hier=
mit
nunmehr einverſtanden.
Zieht man in Erwägung, daß durch die Bahnlinien
nicht nur der Wert der angrenzenden Grundſtücke erhöht,
ſondern auch die wirtſchaftliche Lage der Gemeinden über=
haupt
verbeſſert wird, ſo kann wohl die denGemeinden nun=
mehr
zufallende Leiſtung von dieſen ohne weſentliche Be=
laſtung
aufgebracht werden. Herr Direktor Möller er=
klärte
ſich bereit, den demnächſtigen Gemeinderatsſitzungen
über die Angelegenheit anzuwohnen und jede ſachdienliche
Auskunft zu geben, auch über die Linienführungen und
Bahnanlagen die Wünſche der Gemeinden zu hören und
dieſelben nach Möglichkeit zu erfüllen. Wenn auch die
Vertreter der Gemeinden heute keine bindenden Erklärun=
gen
abgeben konnten, ſo machte doch das Entgegenkom=
men
der Heag ſichtlich einen guten Eindruck. Herr Pro=
vinzialdirektor
Fey ſprach ſodann den dringenden
Wunſch aus, die Gemeinden möchten ihre Beſchlüſſe nun=
mehr
möglichſt beſchleunigen, da bis zur Herſtellung der
Bahnen angeſichts der Ueberlaſtung der Werke bei Schie=
nen
= und Wagenlieferung lange Lieferfriſten gewährt
werden müßten (wie Direktor Möller erklärte, zum Beiſpiel
für das Wagenmaterial mindeſtens neun Monate), ſo daß
bis zur vollſtändigen Herſtellung des Bahnnetzes minde=
ſtens
noch zwei Jahre, bei Hinausziehen der Gemeinde=
ratsbeſchlüſſe
aber noch längere Jahre vergehen könnten.
Herr Kreisrat Eckſtein ſchloß ſich dieſem Wunſche eben=
falls
an und machte noch darauf aufmerkſam, daß die Ge=
meinden
ſich die nunmehrigen günſtigen Vorſchläge durch
baldige Zuſtimmung ſichern möchten. Diejenigen, welche
die Sache hinauszögen, könnten dies ſpäter doch recht
bereuen.
* Vom Hofe. Ihre Königliche Hoheit die Groß=
herzogin
empfingen am Dienstag vormittag 11½ Uhr
im Reſidenzſchloß den Pfarrer Haſenkamp aus Swakop=
mund
. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen geſtern den Königl. Württemberg.
Generaloberarzt Dr. Reinhardt, Diviſionsarzt der Großh.
(25.) Diviſion, den Major v. Tabouillot gen. v. Scheibler,
Bataillonskommandeur im 1. Naſſauiſchen Infanterie=
Regiment Nr. 87, den Major v. Bursztini beim Stabe
des Füſilier=Regiments Königin (Schleswig=Holſt.) Nr. 86,
den Wirkl. Geheimen Oberregierungsrat Dr. Kaufmann,
Präſident des Reichsverſicherungsamts in Berlin, den
Direktor der Darmſtädter Volksbank Stein, den Profeſſor
Dr. Hattemer, den Seminarlehrer Jans von Lindenfels,
den Oberlandesgerichtsrat Welcker, den evang. Pfarrer
Rühl von Wingershauſen; zum Vortrag den Finanz=
miniſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vack den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Poſtverwalter Johannes
Sior in Babenhauſen die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaiſer, König von Preußen, verliehenen Kronen=Ordens
4. Klaſſe erteilt.
* Ernannt wurden zu Regierungsbaumeiſtern die
Regierungsbauführer Julius Berck aus Darmſtadt,
Fritz Geibel aus Berlin, Georg Leinert aus
Reinheim, Dieter Wörner aus Gau=Köngernheim
und Fritz Zollinger aus Wiesbaden.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Bahn=
wärter
in der Heſſiſch=Nreußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Franz Sonneck zu Guntersblum vom 1. November
d. Js. an.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Michael,
Foreſtier zu Groß=Umſtadt, Kreis Dieburg, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Groß=Zimmerni,
in demſelben Kreiſe.

Lieder der Balkanpölker.
Von Hermann Kienzl, Berlin.

Es klirrt von Waffen. Uralter Haß, uralte Gier recken
ſich, lechzen nach Sättigung. Dort, wo Balkan und Donau
die Grenze ziehen zwiſchen dem Abendland und dem Mär=
chenreich
des Orients, wo in den jüngſten Staaten Euro=
pas
die Völkerraſſen und Kultur und Barbarentum ſich
ſeltſam miſchen, dort wird heute, wie vor Jahrhunderten,
der Chriſtengott ins Feld gerufen wider Allah. Macht=
gelüſte
verbrämen ſich mit dem Prunkgewande der Geſit=
tung
. Man weiß, um welcher ethiſchen Triebe willen der
Türke geſchlachtet werden ſoll . . . Die Kultur hat mit
dieſem Handel nichts zu ſchaffen.
Darüber ſind auch fromme chriſtliche Seelen kaum im
Zweifel. Der Weſteuropäer Gemüt iſt noch heute wie zu
Fauſts Tagen kühl für die Völker tief in der Türkei.
Dennoch ſind die Völker, die Mutter Europa auf der ſüd=
öſtlichen
Halbinſel beherbergt, dem geiſtigen Abendlande
nicht mehr fremd. Unſere Schriftſteller haben ſich ſeit
mehr als 100 Jahren eindringlich mit ihren Weſenheiten
beſchäftigt; unſere Dichter manchen romantiſchen Stoff
den bunten Lebensverhältniſſen des Halborients entnom=
men
. Auch die eigenen Literaten der Balkanvölker blieben
der Welt nicht unentdeckt. Das Wort Literatur klingt
freilich allzu ſchwer und ſtolz für die kindlichen Anfänge
nationaler Kulturwerte bei den Bulgaren, Rumänen,
Serben, Montenegrinern und Neugriechen, und nur der
Islam hat alte dichteriſche Ueberlieferungen, hat eine in
der Abgeſperrtheit der Raſſe zur Reife entwickelte, wenn
auch nicht ſehr üppige Literatur. Indeſſen der Keim
der Dichtung: das Lied, das Volkslied, treibt Blü=
ten
auf Blüten im Fruchtboden aller dieſer Völker. Weil
ein Volk am ehrlichſten aus ieinen Liedern ſpricht, ſind
dieſe Volkslieder ſie verdienen den Namen, auch wenn
des Dichters Namen nicht verſchollen iſt beſſere Zeugen
der Eigenart, als die Errungenſchaften einer Lehnkultur.
Einige Klänge ſeien hier gehaſcht.
Die Lyrik der Türken iſt grundverſchieden von der
ſchlichten Einfalt der ariſchen Bergvölker. Die Wohl=
gerüche
Arabiens und der Bilderglanz des Orients
ſchmücken die türkiſchen Gedichte, und in ihrer lehrhaften
Weisheit verraten ſie Stammesverwandtſchaft mit der
perſiſchen Dichtung. Durchaus ſinnlich gibt ſich hier auch
das Geiſtige. Ueberraſchen mag, daß in der Atmoſphäre

des Harems die ſentimentale Liebe blüht. Die folgenden
Verſe ſind von Medſchati:
Von deinem Hyazinthenhaar
Iſt meine Seele durchduftet worden,
Von deiner Wangen Roſenpaar
Iſt mir zwei Tage nicht Geſellſchaft worden.
Es iſt am Markt des Grams mein Herz
Meiſtbietenden hintangegeben worden,
Ausrufer war der Liebe Schmerz.
Doch iſt die Sehnſucht nicht beſänftigt worden.
Die Volkslieder der Rumänen, Serben, Bulgaren und
Montenegriner füllen die kleine Welt von Hirten und
Bauern aus. Die Geſchlechtsliebe ſtammelt, wie bei allen
Völkern der Erde, die erſten Verſe. Aber auch der Hunger
und die Totenklage finden Troſt im Geſang. Mir iſt ein
montenegriniſches Lied in Erinnerung, das eine
Mutter ſingt, die in der Weihnacht auf das Grab ihres
Kindes ein Chriſtbäumchen ſtellt. Zuweilen, aber nicht
allzu oft, rauſchen auch kriegeriſche Klänge auf. Es
iſt kaum verwunderlich, daß in dem Drama des Königs
Nikita (Die Kaiſerin des Balkan überſetzt von Heinrich
Stümcke) der Sohn des Hoſpodars von Montenegro
dieſes politiſche Liebeslied vorträgt:
Wär’ ich der Türkei Beherrſcher,
Meinen Thron verlör’ ich gern,
Schmähte Muhammed und folgte
Dir als Sklave nah und fern.
Dir zu Füßen, o Danizza,
Legt’ ich Stambul um den Thron;
Dürft in deinem Joch ich ſchmachten,
Wär’ ich überglücklich ſchon.
Großweſir, Paſchas, Bojaren,
Nahten dir, die Stirn geneigt,
Würden deinen Worten lauſchen,
Demutsvoll die Stirn gebeugt.
Und berauſcht von deiner Liebe
Gäb’ für einen Kuß von dir
Städte ich und reiche Dörfer,
Ja, ganz Aſien ſelbſt dafür!
Julius A. Wenzel hat Volkslieder der Balkanvölker
überſetzt und mehrere in ſeiner Sammlung Am Lieder=
quell
der Völker (R. Voigtländers Verlag, Leipzig) ver=

öffentlicht. Eines der zarteſten iſt das bulgariſchte
Volkslied Der Traum:
Schlief das Mädchen ein, das Mädchen,
Auf dem weiten Feld am Meere,
Unter grünem Lorbeerbaum;
Blies daher ein ſtilles Lüftchen,
Und es traf ein Zweig das Mädchen.
Fuhr das Mädchen aus dem Traume,
Schmollte leiſe auf das Lüftchen:
Daß du, Lüftchen, jetzt geweht!
Weckteſt mich aus meinem Traume,
Und wie war der Traum ſo lieblich!
Gingen hier drei junge Burſche.
Schenkte mir ein Tuch der erſte,
Gab der zweite mir ein Goldſtück,
Einen Goldring mir der dritte;
Ach, und hielt mich ſüß umſchlungen!
Die ſerbiſchen (in der erwähnten Sammlung)
unterſcheiden ſich auffällig: weich, auch kokett ſind die der
Mädchen (ich weiſe auf das Volkslied Serbiſche Schön=
heit
; da ſtellt die Dirn alle ihre Reize in’s beſte Licht);
in den Burſchenliedern dagegen knurrt und poltert nicht
ſelten ein unzufriedener Sinn. Nicht ohne Pikanterie iſt
der Kontraſt zwiſchen jener Kriegsluſt der Serben, die ſich
gerne in politiſchen Demonſtrationen kundgibt, und dem
bekannten Volkslied Belgrad in Flammen‟ Die Schwe=
ſter
neckt den ſchlafenden Bruder und ruft ihm zu: Auf,
o Bruder, Belgrad brennt in Flammen! Drauf im
Schlaf erwidert ihr der Bruder:
Mag es brennen! Mag zum Grund verbrennen!
Hab’ drei Jahr’ gedienet in der Feſte!
Ein anderes ſerbiſches Volkslied Des Mädchens
Bitte (überſetzt von Th. von Talvij) iſt eine lautere
Perle:
Rößlein graſt auf tauig grüner Weide,
Graſt ein Weilchen, längre Weile lauſcht es,
Was das Mädchen bittend ſpricht zur Mutter:
Gib mich, Mutter, nicht dem Ungeliebten,
Lieber will ich mit dem Herzensfreunde
In den Wald gehn, mich von Weißdorn nähren,
Waſſer mir mit einem Blatte ſchöpfen,
Auf den kalten Stein mein Haupt hinlegen,
Als in Schlöſſern mit dem Ungeliebten
Zucker eſſen und auf Seide ſchlafen!

[ ][  ][ ]

g. Schwurgericht. In der geſtrigen letzten Sitzung
des Schwurgerichts im dritten Quartal hatte ſich der am
23. März 1875 zu Stadtſteinach geborene, in Kirch= Brom=
bach
wohnhafte Metzger Andreas Bauerſchmidt
wegen Verbrechens nach § 176,2 Strafgeſetzbuchs zu ver=
antworten
. Vertreter der Anklage iſt Staatsanwalt
Schreiber, Verteidiger Rechtsanwalt Bendheim.
Als Sachverſtändige ſind geladen die Kreisärzte Dr.
Walger aus Erbach i. O., und Dr. Schwan in Die=
burg
, ſowie Gerichtschemiker Dr. Popp aus Frankfurt
a. M. Die Verhandlung fand unter Ausſchluß der
Oeffentlichkeit ſtatt. Die Geſchworenen bejahten die
Schuldfrage des fortgeſetzten Verbrechens nach § 176,2
und billigten ihm mildernde Umſtände zu. Der Staats=
anwalt
beantragte 1 Jahr 6 Monate Gefäng=
nis
. Das Gericht erkannte auf 1 Jahr Gefäng=
inis
und 3 Jahre Ehrverluſt. Eine Anrechnung
der Unterſuchungshaft erfolgte nicht, da der Angeklagte
von Anfang an leugnete. Der Vorſitzende dankte nach
der Urteilsverkündigung den Geſchworenen für die ge=
wiſſenhafte
Ausübung ihres Richteramts während der
verfloſſenen Periode und wünſchte allen eine glückliche
Heimkehr zu ihren Geſchäften.
g. Strafkammer. Der 23jährige, vorbeſtrafte Porte=
feuiller
Friedrich Buſch von Offenbach war im Juli ds.
Js. von der Strafkammer wegen verſchiedener Manſar=
dendiebſtähle
zu 3½ Jahren Zuchthaus und 10 Jahren
Ehrverluſt verurteilt worden. Der eingelegten Reviſion
wurde ſtattgegeben und das Urteil wegen eines Form=
fehlers
aufgehoben. Die Strafkammer hatte deshalb
geſtern abermals in dieſer Sache zu urteilen. Der Ange=
klagte
wurde diesmal unter Einbeziehung einer in
zwiſchen erlittenen Gefängnisſtrafe von 8 Monaten zu
einer Geſamtſtrafe von 3 Jahren 10 Monaten
Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverluſt verurteilt.
Der 37jährige Taglöhner Andreas Klug aus Offenbach
wurde wegen Verbrechens nach § 176,3 B. G. B. zu 1 Jahr
14 Monaten Gefängnis und 3 Jahren Ehr=
verluſt
verurteilt Von der Unterſuchungshaft wurden ihm
3 Wochen angerechnet. Der 16jähr. Portefeuillerlehrling
Richard Stenger aus Offenbach, hatte in Gemeinſchaft
mit dem inzwiſchen ins Ausland geflohenen Schreiner=
lehrling
Jankl aus den geſchloſſenen Schießſtänden der
Offenbacher Schützengeſellſchaft Bleikugeln entwendet.
Er wurde zu 1 Tag Gefängnis verurteilt.
W. Ludwig= und Aliceſtiftung. In Mainz fand die
diesjährige Delegiertenverſammlung der Ludwig= und
Aliceſtiftung, der größten Fürſorgekaſſe heſſiſcher Lehrer,
ſtatt. Der Vorſitzende der Kaſſe, Herr Lehrer Kaßlick=
Darmſtadt, eröffnete die Verſammlung kurz vor 12 Uhr
mit Worten herzlichſter Begrüßung an die zahlreich er=
ſchienenen
Delegierten, während Herr Lehrer Sens=
Mainz den Erſchienenen den Willkommengruß der Agen=
tur
Mainz entbot. Nach dem von Herrn Kaßlick erſtatteten
Jahresbericht zählt die Kaſſe zurzeit 2780 Mitglieder.
Der Vermögensſtand iſt äußerſt günſtig. Er bezifferte ſich
Ende 1911 auf 429678 Mack. Der im letzten Jahre er=
zielte
Ueberſchuß ſtellt ſich auf 41199 Mark. Die Kaſſe
lleiſtet je nach der Höhe der Verſicherung Sterberenten von
200, 400, 600, 800 und 1000 Mark. Der Vorſitzende
machte darauf aufmerkſam, daß am heutigen Tage vor ge=
mau
50 Jahren die Kaſſe durch eine Anzahl heſſiſcher
Lehrer zu Vilbel in Oberheſſen gegründet wurde. Der
Großherzog Ludwig (IV der im gleichen Jahre ſich ver=
mählte
, übernahm mit ſeiner Gemahlin das Protektorat über
die Kaſſe. Da ſie im darauffolgenden Jahre, im Oktober 1863,
in Kraft trat, ſo blickt die Ludwig= und Aliceſtiftung im
ſkommenden Jahre auf einen 50jährigen Beſtand zurück.
Die Jubelfeier ſoll am 17. September 1913, dem Geburts=
ſtage
der Großherzogin, in feierlicher Weiſe zu Darmſtadt
begangen werden. Die Verſammlung ſchickte auf Vor=
ſchlag
des Vorſitzenden ein Ergebenheitstelegramm an den
(Großherzog ab. Von dem im abgelaufenen Jahre er=
zielten
Reinüberſchuß werden 20000 Mark dem Reſerve=
ffonds
überwieſen; 34000 Mark ſollen der Militärkaſſe der
Lehrer zufließen. Den alten Mitgliedern der Kaſſe kam
man inſofern in dankenswerter Weiſe entgegen, daß
ihnen nach Ueberſchreitung des 70. Lebensjahres ein
Drittel des Jahresbeitrags erlaſſen wird. Von beſon=
derer
Bedeutung iſt der Antrag des Vor=
ſtandes
, demzufolge den Witwen frühverſtorbener
Lehrer ein Zuſchußſterbegeld gewährt werden ſoll, um den
Ausfall an Witwenpenſion zu decken, der auf Grund der
neu in Heſſen eingeführten prozentualen Witwen= und
Waiſenverſorgung den jüngeren Lehrerswitwen er=
wächſt
. Der Antrag wurde angenommen. Bei den zu=
letzt
vorgenommenen Vorſtandswahlen wurde Herr Kaß=
lick
wieder als Vorſitzender gewählt. Desgleichen wurden
alle übrigen Vorſtandsmitglieder, mit Ausnahme des frei=
willig
zurücktretenden Herrn Knauß=Gießen an deſſen
Stelle Herr Grimm=Gießen tritt, wieder gewählt. Damit
ſchloß die von 107 Delegierten beſuchte Verſamm=
dung
. An die Sitzung reihte ſich ein gemeinſames Feſt=
mahl
im oben genannten Lokale.

Hanſa=Bund. Am Montag, den 7. Oktober, hat
die erſte gemeinſame Sitzung der neugeſchaffenen Aus=
ſchüſſe
für Handwerk und Kleingewerbe
der Outsgruppe Darmſtadt des Hanſa=Bundes
ſtattgefunden. Eine lebhafte Ausſprache über das im
letzten Sommer aufgeſtellte Programm der Mittelſtands=
politik
des Hanſa=Bundes ergab zunächſt, daß die Klagen
über das Borgunweſen immer allgemeiner werden. Die
Vereinigten Ausſchüſſe gelangten ſo zu der einhelligen
Anſicht, es müßten ſtändige und durchgreifende Maß=
nahmen
gegen dieſes Borgunweſen geſchaffen werden.
Am zweckmäßigſten würde es ſein, wenn auf ſämtliche
Rechnungen ein Vermerk des Inhaltes aufgenommen
würde, daß nach 6 Monaten ein gewiſſer Zinsbetrag für
nicht bezahlte Rechnungen verlangt werden müſſe. Zur
weiteren Beſprechung und Verwirklichung derartiger
Maßnahmen werden demnächſt von der Ortsgruppe die
verſchiedenen kaufmänniſchen und gewerblichen Korpo=
rationen
, Innungsvorſtände uſw. eingeladen werden.
Aus den zahlreichen Punkten des Programmes der
Mittelſtandspolitik des Hanſa=Bundes wurde dann noch
beſonders die Frage der Schaffung und Verbeſſerung der
Buchführung für den Mittelſtand herausgegriffen und
an Hand einiger bereits vorliegender Syſteme eingehend
beſprochen. Die Verſammlung war ſich auch darüber
einig, daß Handwerk und Kleinhandel durch die allge=
meine
Einführunig einer zweckmäßigen Buchführung in
die Lage verſetzt werden würden, eine Anzahl jetzt be=
ſtehender
Mißſtände bei der Ausſtellung von Rechnungen,
bei den Submiſſionen uſw. zu beſeitigen. Zur weiteren
Klärung dieſer Angelegenheit ſollen gemeinſam mit einer
Anzahl von Herren aus verſchiedenen Geſchäftsbranchen
die gegenwärtig zur Verfügung ſtehenden Buchführungs=
ſyſteme
durchgeſprochen und entſchieden werden, welches
Syſtem ſich für die verſchiedenen Gewerbezweige jeweilig
am beſten eignet. Sobald die Entſcheidung hierüber feſt=
ſteht
, ſoll nach Gewinnung einer geeigneten Kraft ein
Buchführungskurſus durch die Darmſtädter Ortsgruppe
des Hanſa=Bundes veranſtaltet werden.
Der Menſch. Auf vielfache Anfragen teilt die
Leitin; der Ausſtellung Der Menſch noch einmal mit,
daß die an Wochentagen gelöſten Eintrittskarten
zur Ausſtellung an einem Tage zweimal benutzt
werden können, wenn man beim Verlaſſen der Aus=
ſtellung
ſich den Tagesſtempel aufdrücken läßt.
Die wiſſenſchaftliche Leitung der Aus=
ſtellung
Der Menſch hat Herr Dr. Heinrich Engel,
der wiſſenſchaftlicher Mitarbeiter an dem zu gründenden
Hygiene=Muſeum in Dresden iſt, übernommen.
Deutſcher Frauenverein vom Roten Kreuz für die
Kolonien. Der geſchäftsführende Ausſchuß des Landes=
verbandes
des Deutſchen Frauenvereins vom Roten Kreuz
f. d. K. war ſeither zugleich Vorſtand der Abteilung Darm=
ſtadt
. Das raſche Anwachſen der Mitgliederzahl dieſer
Abteilung (es ſind nunmehr 296 Mitglieder) und die da=
mit
verbundene Häufung der Geſchäfte erforderte hier
dringend eine Aenderung. Es hat ſich darum für die
Abteilung Darmſtadt ein ſelbſtändiger Vor=
ſtand
konſtituiert, der gelegentlich Veranlaſſung nehmen
wird, ſich den Mitgliedern der Abteilung vorzuſtellen und
ihre nachträgliche Genehmigung einzuholen. Es ſind
folgende Damen und Herren, die ſich bereit erklärt haben,
vorläufig die Geſchäfte der Abteilung zu führen. Frau
Präſident Nebel, Frau Geheimerat Becker, Herr General
von Hartmann, Frau von Plüskow Exz., Herr Pfarrer
Herpel, Frau Geheimerat Pfannenſtiel, Frau Hauptmann
von Oidtmann.
* Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule. Wie aus
den amtlichen Bekanntmachungen zu erſehen iſt, beginnt
am heutigen Donnerstag, 10. Oktober, der Unterricht füc
das Winterhalbjahr und zwar für die Tagesklaſſen. In
dieſen wird vormittags von 812 Uhr Unterricht erteilt
im Kochen und Bügeln, nachmittags zwiſchen 37 Uhr
in Handarbeiten, Kleidermachen und allgemein bildenden
Fächern. In Abteilung III, Hermannſtraße, findet auch
ein Nachmittagskochkurſus ſtatt, von 26 Uhr, und ein
Handarbeitskurſus vormittags von 812 Uhr, ferner ein
Bügelkurſus einmal wöchentlich von 36 Uhr ſach=
mittags
Dieſe letzten Kurſe wurden erſt Oſtern 1912
eingerichtet, um die anderen überfüllten Klaſſen zu ent=
laſten
. Die Bügelkurſe in der Rundeturmſtraße liegen
ebenfalls nachmittags. Alle Neuanmeldungen müſſen
am 10. ds. Mts., vormittags zwiſchen 1112 Uhr, bei der
Fortbildungsſchulleitung, Rundeturmſtraße 9, erfolgen.
* Unentgeltliche Fiſch=Kochkurſe. Zu den Kurſen auf
Koſten der Teilnehmerinnen, die von über 200 Damen be=
ſucht
ſind, laufen noch täglich Anmeldungen ein, die in=
deſſen
im Augenblick nicht mehr berückſichtigt werden
können. Es ſei deshalb hier nochmals auf den Anmelde=
termin
zu den unentgeltlichen Kurſen heute Donnerstag,
10. ds. Mts., von 1112 und 78 Uhr, Rundeturmſtr. 9,
hingewieſen, damit ihn keine Intereſſentin verſäumt.
Wenn nämlich die Einteilung einmal erfolgt iſt, dann

können Nachmeldungen kaum mehr angenommen werden.
Dieſe Kurſe werden bekanntlich auf Koſten der Stadt ab=
gehalten
. Deshalb haben die Teilnehmerinnen nur 10
Pfg. bei der Anmeldung zu zahlen, wofür ihnen dann
ſpäter der Stundenplan uſw. per Poſt zugeſtellt wird.
Jahnfeier. Das Schauturnen, das die vereinigten
Darmſtädter Turnvereine am Sonntag, den 13. Oktober,
veranſtalten, verſpricht äußerſt glanzvoll zu werden. 400
Turner, Turnerinnen und Turnſchüler teilen ſich in die
turneriſche Arbeit, die zeigen ſoll, wie vielſeitig das
deutſche Turnen geſtaltet iſt. Kinder vom 6. Jahre bis
hinauf zu ergrauten Männern, werden durch ihre Vor=
führungen
beweiſen, welchen Einfluß das deutſche Tur=
nen
auf die Entwicklung und Erhaltung des Körpers aus=
übt
. Auch das Frauenturnen, das in den letzten Jahren
eines großen Zuſpruchs ſich erfreuen darf, wird durch 100
Turnerinnen die Nützlichkeit des Turnens für das weib=
liche
Geſchlecht vor Augen führen. Eine reiche Auswahl
von Sonderübungen ſoll das Turnen bis in die höchſte
Fertigkeit zur Darſtellung bringen, wozu zur Zeit eine
Mannſchaft zur Verfügung ſteht, die durch ihre Leiſtungen
auf dem Gebiete der Turnkunſt alles bis jetzt hier Ge=
botene
weit übertrifft. Es iſt deshalb der Beſuch dieſes
Schauturnens, das in ſolchem Umfange in Darmſtadt zum
erſtenmale veranſtaltet wird, jedermann ſehr zu em=
pfehlen
.
* Der Darmſtädter Vortragsverband hat zu
ſeinem zweiten Vortragsabend in dieſem Winter, der am
30. Oktober ſtattfinden ſoll, auf vielſeitigen Wunſch
wiederholt den Schweizer Dichter Dr. Ernſt Zahn ein=
geladen
, deſſen erſte Vorleſung aus eigenen Werken vor
einigen Jahren hier ſo ungewöhnlich großem Intereſſe
begegnete. Die Kraft, Tiefe und Schönheit ſeiner
Dichtungen hat ſeine Leſergemeinde inzwiſchen noch
bedeutend vergrößert. Zahn hat in letzter Zeit Ehrungen
beſonderer Art erfahren; ſein Kanton (der Dichter iſt
bekanntlich der treffliche Wirt der Bahnhofsreſtauration
in Göſchenen) hat ihn zum Präſidialrat gewählt und die
philoſophiſche Fakultät der Univerſität Zürich ernannte
ihn wegen ſeiner Verdienſte um die Schweiz zum Ehren=
doktor
.
Parſifalſchutz. Es wird uns mitgeteilt, daß der
geniale, italieniſche Komponiſt Giacomo Puccini, deſſen
herrliche Worte über Entweihung des Parſifal durch
jede Aufführung außer Bayreuth, wie bekannt, der in
der Hofmuſikalienhandlung Schutter, Eliſabethenſtr. 12,
aufliegenden Liſte vorgedruckt ſind, in liebenswürdigſter
Weiſe ſeine eigenhändige Unterſchrift zwecks Beifügung
dieſer Liſte überſandt hat. Sellte dieſer große Italiener
durch ſeine Handlungsweiſe nicht vielen Deutſchen ein
Vorbild ſein?
Der Verein für Rollerſche Weltkurzſchrift eröffnet,
wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich iſt, in ſeinem Ver=
einslokal
einen neuen Unterrichtskurſus in die=
ſem
leicht erlernbaren, einfachſten und beſten aller Kurz=
ſchriftſyſteme
.
Der naturwiſſenſchaftliche Verein zu Darmſtadt
hält am Dienstag, den 15. Oktober, abends, ſeine
279. Sitzung im Fürſtenſaal ab. Profeſſor Dr. Liſt
ſpricht über: Neues über Vererbung und Vererbungs=
Geſetze‟
Der Orgelvirtuoſe Karl Grothe veranſtaltet
heute Donnerstag im Muſikvereinsſaale ein Konzert
unter Mitwirkung von Frl. Agathe Landzettel
(Geſang) und Herrn Aug. Schäfer (Violine.) (Näheres
ſiehe Anzeige.)
V. V. Kartenverkauf für Volksvorſtelluugen. Wie
bekannt, hat die Generaldirektion des Hoftheaters dem
Verkehrs=Verein den Kartenverkauf für die Volks=
vorſtellungen
wieder übertragen. Am Dienstag abend
fand im Reſtaurant Sitte eine Verſammlung der in
Frage kommenden Korporationen ſtatt, die ſehr gut
beſucht war. Man war mit dem vorjährigen Karten=
verkauf
trotz der Schwierigkeiten in jeder Beziehung zu=
frieden
. Die Verſammlung war für das Entgegen=
kommen
der Generaldirektion des Hoftheaters ſehr dank=
bar
und man hofft, daß die geäußerten Wünſche berück=
ſichtigt
werden. Es ſei nochmals ganz beſonders darauf
hingewieſen, daß ſolche Angeſtellten uſw., die einem
Verein nicht angehören, oder Auswärtige ihre Be=
ſtellungen
auf dem Verkehrsbureau machen müſſen. Der
Appell des Vorſitzenden, den Kartenverkauf in der weit=
gehendſten
Weiſe im Intereſſe der Vereine zu fördern,
fand allgemeine Unterſtützung und es iſt zu hoffen, daß
die Volksvorſtellungen ihren kulturellen Zwecken in jeder
Beziehung dienen.
* Ein Militärflieger über Darmſtadt. Das ſeit dem
Wegzuge Eulers in Darmſtadt ſo ſelten gewordene Schau=
ſpiel
eines Aeroplanfluges wurde uns geſtern wieder ein=
mal
geboten, und zwar von einem Militärflieger. Gegen
halb 6 Uhr flog Leutnant von Mirbach von der hieſi=
gen
Fliegertruppe mit einem Euler=Doppeldecker in wun=
erſchönem
glatten Fluge zweimal in einer großen
Schleife über Darmſtadt in einer Höhe von 3400 Metern

Die Rumänen haben unter den Völkern der Bal=
kanhalbinſel
die relativ entwickeltſte Literatur. Es ſind
freilich auch hier erſt beſcheidene Anſätze zu einer natio=
nalen
Kunſt vorhanden, und wir müſſen mit relativem
Maße meſſen, um dem Stolz gerecht zu werden, mit dem
man im rumäniſchen Lande die Namen einiger Lyriker,
Erzähler und Dramatiker nennt. Jedenfalls iſt man in
Deutſchland mit der rumäniſchen Literatur ziemlich ver=
traut
dank gewiſſen politiſchen Sympathien und viel=
fachen
ſchriftſtelleriſchen Vermittelungen. Mite Kremnitz,
die Verfaſſerin des rumäniſchen Kulturromans Ausge=
wanderte
hat u. a. eine Reihe von Gedichten des hoch=
begabten
Lyrikers Eminescu überſetzt (in der von ihr
rund Carmen Sylva herausgegebenen Anthologie Ru=
mäniſche
Dichtungen VerlagA. Gröner=Leipzig), Eminescu
den man ſeiner Molltöne und ſeines perſönlichen Schickſals
wegen mit Nikolaus Lenau verglich, verleugnet nicht das
melancholiſche ſlaviſche Volkselement, mit dem das Ru=
mänentum
, trotz ſeiner romaniſchen Sprache, ſehr durch=
ſetzt
iſt. Schärfer als bei den Nachbarvölkern, ja geradezu
gegenſätzlich unterſcheidet ſich in der Lyrik der Rumänen
Kunſt= und Volkspoeſie. Dort ein differenzierendes Be=
ſtreben
, hier eine rührende Einfalt. Der rumäniſche
Bauer und Hirte iſt furchtbar arm, die Freuden und Er=
lebniſſe
des Daſeins ſind ihm ſo karg bemeſſen, wie die
Begriffe ſeines bildneriſchen Ausdrucks. Es iſt bemerkens=
wert
, daß die rumäniſchen Totengeſänge in der Moldau,
in der Dobrudſcha, ja auch in der öſterreichiſchen Buko=
wina
nicht bloß in Rhythmus und Tonart einander ähn=
lich
ſind. In allen dieſen Klageliedern (die Mite Krem=
mitz
überſetzt hat) wiederholt ſich die Behauptung, daß der
Tod den Verblichenen um das Leben betrogen habe
Einem jungen Mädchen in der Dobrudſcha wird nach=
gerufen
:
Deine ganze Vornehmheit
Sah man gern zu jeder Zeit.
Kurz war deine Erdenbahn
(doch die Welt dir zugetan).
Warſt die Blume, die erſtehe

Und nachher zugrunde geht,
Von niemand gebrochen,
Nicht in’s Haar geſteckt,
Und der Duft nicht gerochen!
Gehſt dort in das dunkle Grab,
Das man ſchließt mit Schlöſſern ab.
Roſt frißt ſich in’s Schloß hinein,
Und dein Leib wird Aſche ſein.
Blumen wieder blühen werden,
Hochwald grünct fort auf Erden,
Du jedoch biſt auserleſen,
Nicht zu blüh’n, nein, zu verweſen.
Schon Wilhelm Müller, der deutſche Sänger der Grie
chenlieder, hat neugriechiſche Volkslieder überſetzt.
Neben den Liebeswerbungen der Hirten herrſchen zwei
Motive in der griechiſchen Lyrik vor: der Kampf gegen
die Türken und das ländlich=ſittliche Räubertum . Zu=
weilen
klingen beide zuſammen in einem Liede. In dem
Gedicht Olympos wird das abgeſchlagene Haupt
eines alten Helden redend eingeführt:
In Luros und Karomeros war ich ein Armatole,
In Chaſia und auf dieſem Berg 12 Jahre lang ein Räuber.
Wohl 60 Agas tötet’ ich, verbrannt auch ihre Dörfer. .
Im Grab des Dimos nimmt ein Graubart Abſchied
von ſeinen Kindern:
Bin Armatole 20 Jahr’ und 30 bin ich Räuber,
Und jetzo kommt der Tod heran, und jetzo will ich ſterben.
O macht mein Grab und machet mir ein breites und ein
hohes,
Damit ich ſtehend kämpfen kann und laden in der Quere.
Und auf der rechten Seite laßt ein Fenſterlein mir offen,
Damit die Schwalben fliegen her und mir den Frühling
melden.
Und mir im ſchönen Maienmond die Nachtigallen ſingen.
Hier tönten nur wenige Stimmen aus einem viel=
ſprachigen
Dichterwald. Sie mögen von der Art der Völ=
ker
um den Balkan einiges verraten haben. Die Sonne

ſcheint auch über dieſen Ländern und lockt allmählich
Maienkraut und Aglei aus dem oft verwüſteten, blut=
getränkten
Boden.

Großherzogliches Hoftheater.

Dienstag, 8. Oktober.
Carmen.
W-l. In der Titelpartie von Bizets Oper Carmen
trat Frl. Jacobs heute hier zum zweiten Male auf, da
ſie in derſelben Partie ſchon im Dezember vor. Js. hier
gaſtiert hat. Sie war uns deshalb nicht neu und konnte
auch in dieſer von dramatiſchen Sängerinnen, Altiſtinnen,
Koloraturſängerinnen und Soubretten abgehetzten, ſchau=
ſpieleriſch
und geſanglich nach allen Richtungen hin er=
ſchöpften
Paraderolle Neues nicht mehr bringen. Da=
gegen
ſchien ſie ſich in ſtimmlicher Hinſicht gegen das letzte
Mal vervollkommnet zu haben. Auch die geſangliche Aus=
führung
der Partie verdient warmes Lob. Den Beweis,
wie weit Fräulein Jacobs für ausgeſprochene Altpartien
ausreicht, muß ſie erſt noch erbringen. In der Beſetzung
der übrigen Partien waren nur geringe Veränderungen
eingetreten. Den Zuniga ſang Herr Schützendorf,
und zwar beſſer als ſein Vorgänger, in der des Moralés
debütierte ein junger Sänger, Herr André, der über eine
hübſche Baritonſtimme gebietet und geſchmackvoll zu
ſingen verſteht. In der Partie der Frasquita bewährte
ſich Fräulein Jüttner als zuverläſſige Sängerin.
Wunderſchön ſang wieder Fräulein Geyersbach die
Micaéla; auch Herr Becker als Joſé war ſtimmlich und
geſanglich auf der Höhe, nur hätte man ſich gern davon
überzeugt, daß es ihm die braune Hexe auch wirklich an=
getan
hatte.
Herr Kapellmeiſter Lert dirigierte die Oper mit
friſchem Temperament. Bei dieſer der individuellen Auf=
faſſung
einen weiten Spielraum laſſenden, in allen Far=
ben
moderner Inſtrumentation ſchillernden Oper läßt
man ſich die ſeiner muſikaliſchen Leitung eigene perſön=
liche
Note ſchon gefallen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.
Nummer 239.

und landete darauf wieder glatt auf dem Truppenübungs=
platze
.
g. Wahlen für die Privatangeſtellten=Verſicherung.
Geſtern fanden in Darmſtadt die Wahlen der Ver=
trauens
= und Erſatzmänner für die An=
geſtellten
=Verſicherung von den Angeſtellten
ſtatt. Trotz der immenſen Wahlagitation der verſchie=
denen
Wahlausſchüſſe war die Beteiligung der An=
geſtellten
an der Wahl überraſchend gering. Es
haben etwa 912 Angeſtellte ihre Stimme abgegeben. Die
Feſtſtellung des Ergebniſſes erfolgt heute vormittag vor
reiner Kommiſſion von Angeſtellten und Arbeitgebern.
Poſtnotiz. Mit Bezug auf die Briefkaſtennotiz in
Nr. 238 unſeres Blattes geht uns von zuſtändiger Seite
die Mitteilung zu, daß der ſeit einiger Zeit beſtehende
unregelmäßige Eingang der Berliner
Abendpoſt und der Berliner Zeitungen auf
Zugverſpätungen auf der Strecke Leipzig-Halle-
Kaſſel-Frankfurt zurückzuführen iſt, die mit der Er=
öffnung
desneuen Bahnhofs in Leipzig zu=
ſammenhängen
.
Der Geſangverein Sängerluſt veranſtaltet
kommenden Sonntag ſeine Abendunterhaltung mit
Tanz im Mathildenhöhſaal. An dieſem Abend
iſt Gelegenheit geboten, u. a. mehrere neue, wirkungs=
volle
Geſangs= und humoriſtiſche Vorträge, ſowie ein
Theaterſtück mit anzuhören, ſo daß jedem Beſucher ein
genußreicher Abend zuteil wird. Die Nachfeier findet
Sonntag, den 27. Oktober, nachmittags, auf.dem Heiligen
Kreuzberg ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Im Reſtaurant Rummelbräu findet heute
Konzert ſtatt. (Siehe Anzeige.)
* Gaſtſpiel Tortola Valeneia. Wie wir hören, wird
die berühmteſte ſpaniſche Tänzerin der Gegenwart Tor=
tola
Valencia, bekannt aus ihrer künſtleriſchen
Mitwirkung in Max Reinhardts Sumurün
und in Kismet im Münchener Künſtlertheater wo
ihre Charaktertänze Senſation erregten, demnächſt ein
kurzes Gaſtſpiel in Darmſtadt abſolvieren. Es
ſchweben wenigſtens zurzeit Verhandlungen, die ſeltſame
Künſtlerin für Darmſtadt zu gewinnen, Verhandlungen,
die, wenn ſie zum Abſchluß gelangen, ein künſtleriſches
Ereignis für Darmſtadt zur Tat werden laſſen. Wir
kommen darauf zurück.
* Orpheum. Der gute Beſuch, deſſen ſich das
Orpheum zu erfreuen hat, iſt ein Beweis, daß das Darm=
ſtädter
Publikum mit den Darbietungen zufrieden iſt. Im
Mittelpunkt derſelben ſteht immer noch Prinz
Charly, der gelehrige, urkomiſche Schimpanſe, welcher
allabendlich ſtürmiſche Heiterkeit und Erſtaunen auslöſt.
Charly, welcher 6 Jahre alt und 1 Meter 15 Zentimeter
groß iſt, benimmt ſich nicht allein auf der Bühne, ſondern
auch im häuslichen Leben ſehr menſchenähnlich, er ißt und
trinkt am Tiſch, zuſammen mit ſeinem Lehrmeiſter und
ſchläft auch in einem normalen Bette. Für Früchte
welche gewöhnlich von Affen bevorzugt werden, hat
Charly wenig Meinung; Suppe, Fleiſch und Kartoffeln
ſind ihm lieber. Auch in ſeinem ſonſtigen täglichen
Leben beanſprucht er viel Abwechslung, und ſein Er=
zieher
iſt ſtets bedacht, das Richtige zu finden, um ihn bei
gutem Humor zu erhalten. So liebt er es auch, viel
Menſchen zu ſehen, Muſik zu hören und Rad zu fahren.
Aus dieſem Grunde ſtattete Prinz Charly dem geſtrigen
Platzkonzert am Wilhelminenplatz per Automobil einen
Beſuch ab, worüber Jung und Alt anſcheinend hoch erfreut
war. Heute Donnerstag nachmittag wird Charly im
Oberwaldhaus zwiſchen 3 und 4 Uhr den Kaffee
einnehmen. Das Engagement iſt nur noch von kurzer
Dauer.

S. Auerbach, 9. Okt. Nächſten Montag beginnt hier
und in den umliegenden weinbautreibenden Ortſchaften
die allgemeine Weinleſe. Die Kartoffelernte iſt
flott im Gange und übertrifft die gehegten Erwartungen
betreffend Qualität und Quantität ganz bedeutend.
Durch den Froſt der letzten Nächte ſahen ſich die Landwirte

allenthafben veranlaßt, die Kohlfrüchte heimzubringen
und einzuwintern.
* Wald=Michelbach i. O., 8. Okt. Bei der zwangs=
weiſen
Verſteigerung der den Hartſteinwerken
Ober=Mengelbach, G m. b. H. in Ober=Mengelbach i. O.
gehörigen Grundſtücke wurden nur 30000 Mark geboten.
Es fielen für die Nachgläubiger ca. 50 000 Mark aus,
auch iſt das ganze Stammkapital mit 40000 Mark
verloren. Die Firma befindet ſich ſeit ca. einem
Jahr in Liquidation.
g. Fürth i. O., 9. Okt. Im hieſigen Pfarrhauſe mach=
ten
geſtern abend zwei Männer einen Einbruchs=
verſuch
, wurden jedoch dabei überraſcht und feſtge=
nommen
. Ihre Perſonalien konnten noch nicht feſt=
geſtellt
werden. Man nimmt an, daß es zwei Dachdecker
aus Mannheim ſind.
g. Viernheim, 9. Okt. Geſtern nacht brannte in
der Hofreite des Landwirts Joſef Meß ein Schuppen
nieder. Die darin enthaltenen Vorräte an Holz und
Tabak konnten nicht gerettet werden. Die Entſtehungs=
urſache
des Brandes iſt nicht ermittelt.
Malinz, 9. Okt. Das M. T. ſchreibt: Die Kaſerne
als Automat. Eine bekannte Scherzfrage lautet:
Wieſo iſt das Stadthaus ein Automat? Und die Ant=
wort
: Wenn man oben einen Stein ins Fenſter wirft,
kommt unten ein Schutzmann heraus. Dieſelbe Erfah=
rung
mußte geſtern nacht ein junger Mann bei der Bau=
hofkaſerne
machen. Er glaubte ſie jedenfalls unbewohnt
und zertrümmerte eine Fenſterſcheibe. Im nächſten
Augenblick hatten ihn aber auch ſchon die Soldaten am
Kragen und lieferten ihn auf der Polizeiwache ab.
Gießen, 8. Okt. Von einem Automobil
überfahren wurde geſtern abend in der Steinſtraße
ein 3½ Jahre altes Kind. Das Kind wurde alsbald nach
der chirurgiſchen Klinik gebracht, und es ſtellte ſich heraus,
daß Lebensgefahr nicht beſteht. Eine vorübergehend
ſich hier aufhaltende Herrſchaft hatte ein 16jähriges Lauf=
mädchen
angenommen. Geſtern wurden mehrere goldene
Ringe und ſonſtige Gold= und Silberſachen vermißt. Eine
Nachforſchung bei dem Laufmädchen ergab, daß es alle die
fehlenden Gegenſtände, die einen ziemlich großen Wert
haben, fortgeſchleppt hatte. Der größte Teil fand ſich in
ſeinem Beſitz vor und konnte der Herrſchaft zurückgegeben
werden.
Angersbach, 8. Okt. Pfarrer Memmert hier,
der ſeit etwa einem halben Jahre an der hieſigen Pfarrei
amtierte, hatte einen Ruf nach Darmſtadt mit An=
ſtellung
in den Dienſt der Inneren Miſſion erhalten. Er
hat ſich aber entſchloſſen, hier zu bleiben, was bei der Ge=
meinde
große Befriedigung hervorrief.
Kirtorf, 8. Okt. Geſtern nachmittag gegen ½6 Uhr
brach in der Scheuer des Heinrich Hannſtein I. Feuer
aus; es griff ſo ſchnell um ſich, daß auch die Nachbar=
ſcheuern
des Ludwig Köhler alsbald in Flammen
ſtanden. Beide Scheuern brannten bis auf die Mauern
nieder. Als Brandurſache wird Selbſtentzündung ver=
mutet
.
Herbſtein, 9. Okt. Zur Erweiterung des
Waſſerwerks wurden der hieſigen Gemeinde meh=
rere
im fiskaliſchen Walde befindliche Quellen durch die
Domanialverwaltung zur Verfügung geſtellt. Um dieſes
Quellengebiet in Eigentum der Gemeinde zu bringen,
wurde mit der Forſtbehörde ein gegenſeitiger Gelände=
austauſch
von je 6 Hektar Nadelholzwald im Burg=
frieden
bewerkſtelligt. Die von der Gemeinde beabſich=
tigte
käufliche Erwerbung des Quellengebiets konnte nicht
berückſichtigt werden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 8. Okt. Der Kronprinz
und die Kronprinzeſſin reiſen heute abend nach
Danzig=Langfuhr zurück, ihre Söhne verbleiben bis auf
weiteres noch im Marmorpalais in Potsdam. Eine
freudige Ueberraſchung im tiefſten Leid
wurde geſtern einer Mutter zuteil. Bei einer Zimmerver=

mieterin in der Lützowſtraße erſchien am 24. v. M. ein
Mädchen, das ſich als dieKaſſiererin MaryTietz bezeichnete.
Sie bat die Vermieterin, ſie nicht bei der Polizei anzumel=
den
, weil ſie ſchon am 1. Oktober wieder wegziehe, um mit
ihrem Bräutigam nach Danzig zu fahren. Im Laufe der
nächſten Tage litt die Mieterin wiederholt an leichten
Krampfanfällen. Am Erſten bat ſie um die Erlaubnis,
noch einen Tag bleiben zu dürfen, weil ihr Bräutigam
noch nicht alles geregelt habe. Am nächſten Morgen bekam
ſie wieder Krämpfe und ſtarb trotz ärztlicher Hilfe. Im
Nachlaß der Toten fand man eine Invalidenkarte auf den
Namen der am 16. Oktober 1890 zu Frauſtadt in Poſen
geborenen Kaſſiererin Martha Tietz. Man wandte ſich nun
nach Frauſtadt. Es ergab ſich, daß dort die Eltern einer
Kaſſiererin Martha Tietz wohnen. Die tieferſchütterten
Leute wunderten ſich, daß ihre Tochter in Berlin geſtorben
war, und konnten ſich das gar nicht erklären, weil ſie bis=
her
in Hannover in Stellung geweſen war und von einer
Ueberſiedelung nach Berlin nichts hatte verlauten laſſen.
Frau Tietz fuhr ſofort in Trauerkleidung mit zwei Ver=
wandten
nach Berlin. Unterdeſſen war die Leiche nach
dem Schauhauſe gebracht. Als der Frau, die ohne Unter=
brechung
weinte, die Leiche gezeigt ward, ergab ſich, daß
die Tote gar nicht ihre Tochter, ſondern ein unbekanntes
Mädchen war. Wie die Verſtorbene in den Beſitz der In=
validenkarte
der Kaſſiererin gekommen iſt, konnte noch nicht
ermittelt werden. Ein frecher Raubüberfall
wurde heute nacht gegen 3 Uhr in der Taubenſtraße in
dem Schanklokal von Prohaska auf den dort angeſtellten
17jährigen Hausdiener Erwin Graf verübt. Als er nach
Geſchäftsſchluß die Reſtaurationsräume ſäubern wollte,
ſprangen plötzlich vom Hofe her zwei Männer auf ihn zu,
warfen ihm einen Paletot über den Kopf und verſuchten,
ihm mit einer Leine den Hals zuzuziehen. Da die Schlinge
wegen des dicken Mantels ſich am Halſe nicht genügend
zuſammenzog, gelang es dem Ueberfallenen, ſich los zu
reißen und um Hilfe zu rufen. Die alarmierten Haus=
bewohner
riefen telephoniſch Polizei herbei, worauf
mehrere Beamte mit einem Leutnant am Tatorte erſchienen.
Es gelang ihnen, die Verbrecher zu verhaften. Dieſe hatten
ſich in der Zwiſchenzeit aus dem Staube gemacht und im
Treppenflur verſteckt. Nach heftiger Gegenwehr wurden
ſie feſtgenommen.
Wiesbaden, 8. Okt. Mit einer intereſſanten
Frage hatte ſich das Wiesbadener Schöffengericht
zu beſchäftigen. Zwei Landwirte aus Büttelborn
im Kreis Groß=Gerau waren im Septembec d. J.
mit ihrem Fuhrwerk nach Wiesbaden gefahren. Der
Wagen beſaß nach heſſiſcher Weiſe eine Deichſel, obwohl
er ein Einſpänner war. In der Bleichſtraße in Wies=
baden
wurden die Heſſen von einem Polizeibeamten no=
tiert
, da hier die Polizeiverordnung für Einſpänner die
Schere vorſchreibt, denn der an einer Seite der
ſchlotternden Deichſel gehende Gaul hat nach Anſicht der
preußiſchen Polizei keine Gewalt über den Wagen und ge=
fährdet
ſomit die Sicherheit der Straße. Gegen einen
Strafbefehl in Höhe von je 1 Mark echoben die Heſſen
Widerſpruch. Der Vertreter der Anklagebehörde ſuchte
zwar zu beweiſen, daß die Leute, ſobald ſie ins preußiſche
Gebiet kämen, ſich nach den hier beſtehenden Beſtimm=
ungen
über die Beſpannung ſolcher Fuhrwerke zu richten
hätten, das Gericht vertrat aber den Standpunkt, daß den=
Einwohnern benachbarter Staaten nicht zugemutet wer=
den
könne, die Beſpannung beim Paſſieren der Grenzen
zu ändern.: Es ſprach die Heſſen frei.
Kronverg, 9. Okt. Prinz Friedrich Karl von
Heſſen iſt geſtern abend mit ſeiner Schweſter, der Erb=
prinzeſſin
Eliſabeth Leopold von Anhalt, nach Nachod
in Böhmen abgereiſt, um bei ihrem Schwiegerſohn dem
Prinzen Friedrich von Schaumburg=Lippe, der Taufe des
jüngſten Sohnes beizuwohnen.
Mannheim, 9. Okt. Vor dem hieſigen Schwur=
gericht
begann heute der Prozeß gegen den 19jährigen
Tagelöhner Beutel und den 20jährigen Steinbrecher
Krebs, beide aus Eberbach, die am Samstag vor Pfing=
ſten
auf dem Katzenbuckel bei Eberbach den Studenten
er Sprachwiſſenſchaft Hilmar Aries aus Norden er=

Feuilleton.

C) Die Revolution der Haartracht. Die Haarmode
von geſtern iſt tot, es lebe die Haarmode von heute! Mit
dieſem Ruf bereiten uns die Coiffeure auf die unerhör=
ten
Neuheiten vor, die den Köpfen unſerer Damen ein
ganz ungewohntes und überraſchendes Ausſehen ver=
leihen
werden. An ihren Haaren werdet ihr die Mode=
dame
erkennen, denn ſie muß völlig umlernen, muß ſich
an einen ganz neuen Stil gewöhnen. Hat man bisher
die Einfachheit, die Rückkehr zur klaſſiſchen Strenge ge=
predigt
, ſo iſt nun eine neue Parole ausgegeben. Die
Schönheit der Stirn ſoll wieder zur Geltung kommen;
das Haar, das zu beiden Seiten des Scheitels flach lag,
wird in ſehr entſchiedener Weiſe aufgenommen. Das
Vorderhaar wird in weichen Ondulationen aus der Stirn
herausgenommen und nicht geſcheitelt, aber doch zu bei=
den
Seiten einer künſtlich angebrachten Vertiefung
arrangiert. Dadurch bleiben die Haarmaſſen des Hinter=
hauptes
frei, ſie werden leicht über einem Kiſſen zuſam=
mengerafft
und in breiten dicken Rollen rund um den
Hinterkopf gewunden und dann mit zwei großen Schild=
pattnadeln
befeſtigt. Eine dieſer Nadeln hält die Rollen
oben an der rechten Seite, die andere unten an der lin=
ken
zuſammen. Niedrige Friſuren gibt es nur noch bei
jungen Mädchen. Doch auch ſie opfern dem Streben
zum Höheren indem ſie jenes luſtige Kringel auf dem
Scheitel erneuern, das man vor hundert Jahren trug.
Dies moderne Kringel iſt eine etwas langgezogene
Schnecke, die zuſammen mit Haarrollen und=Achten dem
Kopf etwas Krauſes und Puppenhaftes verleiht. Mit
dieſen koketten und kapriziöſen Friſurformen ſteht die
HHerrſchaft der Poniehaare im engſten Zuſammenhang.
OOb dieſe wunderlichen Haarfranſen die Gunſt der Frauen.
die ſie ſo lange beſeſſen und ſeit einiger Zeit ſo völlig ver=
loren
hatten, ſich erobern werden, ſteht zwar noch in
Frage. Die neueſte Art, in der die Ponies getragen wer=
den
, iſt die einer (nicht ſelten künſtlich angeſteckten) Haar=
linie
rund um die Stirn. Die Notwendigkeit dieſer Tracht
ergab ſich als eine kleidſame Unterſtützung der Wirkung
des Hutes, der bei der völlig freien Stirn allzu unmoti=
viert
auf dem Kopfe ſaß. So haben ſich die Ponies in
die Friſur hineingeſchlichen und ſpielen eine immer wich=
tigere
Rolle. Für die gegenwärtige Poniefriſur wird das
Haar mit dem Eiſen in ſchmale enge Kringel gewickelt,
ſo zehn Minuten lang gelaſſen, dann ausgekämmt, bis es
mit einem koketten Schwung in kurzen Locken in die Stirn
ffällt. Vorläufig iſt dieſe Linie von Haarfranſen noch ſehr
dünn und wenig auffallend; aber die Anzeichen ſind da,
daß die Ponies länger werden, von Ohr zu Ohr gehen
und vielleicht mit ihren kurzen Kringeln vom ganzen Kopf
Beſitz ergreifen. Der Haarſchmuck ſchließt ſich haupt=
ſächlich
an den Empireſtil an; er beſteht aus engen Gold=
ſtreifen
mit aufrechtſtehender Aigrette, aus Halbmonden

uſw. Auch die einreihige Perlenkette, die das hochfriſierte
Haar umſchließt, iſt ſehr modern. Schildpattkämme wer=
den
mehr getragen denn je und gern mit kleinen Brillan=
ten
beſetzt.
* Im Bette vom elektriſchen Strom getötet. In
Caſtellamare an der Adria ſind die jungen Eheleute Po=
lacchi
, während ſie im Bett lagen, auf ſonder=
bare
, noch nicht aufgeklärte Weiſe die Opfer des
elektriſchen St romes geworden. Die erſten An=
zeichen
ließen vermuten, der während der Nacht wütende
Sturmwind habe durch Aneinanderſchlagen der Stark=
und Schwachſtromleitung Kurzſchluß verurſacht. Andere
glauben, ein Bleizapfen des Umſchalters ſei geſchmolzen
und habe ſo das Unglück veranlaßt. Die beiden Opfer
wurden in erbarmungswürdigem Zuſtande im Schlaf=
zimmer
aufgefunden. Die Unordnung in den Betten er=
laubt
den Schluß, daß ſie einen ſchweren Todeskampf
gehabt haben. Die Frau befand ſich kniend an der Seite
des Bettes, die Bruſt war ſchrecklich verbrannt und der
linke Arm haftete feſt an der eiſernen Bettſtelle. Man
nimmt an, die Frau habe im Schlaf ihren Arm an das
eiſerne Geſtell geſtreckt, an dem gleichzeitig der Einſchalter
für die elektriſche Lampe angebracht war. Bei dem wahr=
ſcheinlich
aus den angegebenen Urſachen eingetretenen
Kontakt wurde die junge Frau von dem elektriſchen Schlag
getroffen. Der Mann, der darüber erwachte, wollte ihr
zu Hilfe kommen, wurde aber auch bei der Berührung
vom Strom getötet. Ein Bruder des Profeſſors Po=
lacchi
, der auf den Todesſchrei aus dem Nebenzimmer
herbeieilte und das Unglück ſah, holte Hilfe herbei. Ein
Bekannter, der den Toten zu nahe kam, wurde gleich=
falls
vom Strom erfaßt und konnte nur mit Mühe
mittels iſolierender Stöcke noch rechtzeitig entfernt wer=
den
. An anderen Stellen der Stadt erlitten infolge des
Mangels der Leitung, der den Tod der beiden Leute ver=
urſacht
hatte, noch ſechs andere Perſonen Brandwunden,
die aber nicht lebensgefährlich ſind. Ein Angeſtellter des
Werkes ſchaltete dann jede Verbindung aus, um weitere
Unglücksfälle zu verhüten. Die Urſache iſt noch nicht auf=
geklärt
. Die Behörden haben eine Unterſuchung ein=
geleitet
.
* Ehemännerbewahranſtalten. Daß in den Waren=
häuſern
Kinder aufbewahrt werden, damit die Mütter
in Ruhe ihre Einkäufe erledigen können, das iſt nichts
Neues. Ein findiger Kaufmann in San Franzisko, der
nebenbei geſagt, ein guter Pſychologe ſein muß, hat nun
in ſeinem Warenhaus auch eine Abgabeſtelle für Ehe=
männer
eingerichtet. Und zwar hat ihn zu dieſer eigen=
artigen
Neuerung die Beobachtung bewogen, daß der
Ehemann gewöhnlich nur widerwillig an der Seite ſei=
ner
Frau an den Verkaufsgegenſtänden vorbeitrottet,
immer möglichſt raſch wieder weiter zu kommen ſucht, bei
der geringſten Neigung der Frau, etwas zu kaufen, das
Geſicht mürriſch verzieht, kurz, der Frau alle Luſt zum

Kaufen vergrault. Der Amerikaner ſucht nunmehr den
Ehemann mit der erleſenſten Gemütlichkeit zu umgeben,
während ſeine Frau einkauft. Er kann währenddeſſen
ſich in einem koſigen Klubſeſſel herumrekeln, ſich einen
tadelloſen Cocktail natürlich auf eigene Koſten! zu
Gemüte führen und eine Havanna rauchen. Was will
man mehr! Beſonders wenn noch in= und ausländiſche
Zeitungen aufliegen und die Bedienung durch holde
Mägdlein erfolgt. Damit aber nun den Frauen ſpäter=
die
läſtige Sucherei nach dem richtigen Ehemann in der
Bar erſpart bleibt, erhält das Paar beim Eintritt in das
Warenhaus zwei Zettel mit gleichlautenden Nummern.
Wünſcht die Frau den Gatten zurück zu haben, dann gibt
ſie ihren Zettel ab, ein dienſtbarer Geiſt ruft mit Stentor=
ſtimme
die Nummer in die Bar hinein und wenn die
Reize der Barmägdelein den Ehemann nicht allzu ſehr
umgaukelt haben, eilt er zu der mit Paketen beladenen
Gattin zurück. So haben beide Ehegatten im Waren=
hauſe
das gefunden, was ſie ſuchten: die Frau konnte
nach Herzensluſt einkaufen und der Ehemann ein vergnüg=
tes
Stündchen in angenehmer Geſellſchaft genießen. Der
findige Warenhausbeſitzer aber bringt auf dieſe Art mit
Rieſenſchritten ſein Schäfchen ins Trockene.
Das Ende des Monolels. Nachdem das Einglas
in England abgewirtſchaftet hat, iſt es nun auch in ſeiner
neuen Hochburg, in Paris, bedroht. Noch vor zehn Jah=
ren
trug jeder Pariſer Jüngling und Mann von Welt das
Monokel, es war ein unentbehrlicher Teil der Abend=
toilette
, gehörte zum Frack wie die weiße Binde. Die
ſchöne Zeit iſt vorüber, erſt verſchwand das breite Sei=
denband
, an dem man es gerne trug, und nun iſt das Ein=
glas
ſelbſt vom Wandel der Mode beiſeite geſchoben.
Seitdem jeder Jüngling mit der für zehn Sous erſtande=
nen
Scherbe am Sonntag die Welt durch Glas betrachtet,
gilt das Einglas dem Dandy als unvornehm, und nur
die alte Generation, die ſozuſagen mit der Scherbe im
Auge ins Leben geſchritten iſt, hält aus Pietät an der
alten Herrlichkeit feſt. Dreißig Jahre lang ſo meint
Henri de Regnier melancholiſch, habe ich es getragen,
und ich will es weiter tragen, ob es nun modern iſt oder
nicht. . .
* Familien=Idyll. Wir ſitzen um den ſonntäglichen
Mittagstiſch, meine Frau, ich, die beiden Kinder. Anne=
lieſe
, die Fünfjährige, die neben Fritz, dem Sechsjährigen,
ſitzt, beginnt zu weinen. Ich frage ſie nach dem Grunde
ihrer Betrübnis. Der böſe Fritz ſtreckt mir immer hin=
ter
ſeiner vorgehaltenen Hand die Zunge raus! heißt
die Anklage. Mein Richterſpruch lautet: Annelieſel
Straf den Fritz mit Verachtung! Kurze Ruhe. Dann
fängt der Junge an zu heulen. Na, Fritz, was haſt du=
denn
nun? Ja, weißt du Vater, oben ſtraft mich Anne=
lieſe
mit Verachtung, aber unten tritt ſie mich mit den
Füßen!

[ ][  ][ ]

Nummer 239.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Seite 5.

mordet und beraubt haben. Beide Angeklagte ſind
ſchlecht beleumundete und arbeitsſcheue Burſchen. Die
Tat geſchah, während der Student in der Nähe des Aus=
ſichtsturms
auf dem Berge ein Luftbad nahm. Beutel
ſchoß von hinten, nachdem der vor dem Opfer ſtehende
Krebs ihm ein Zeichen gegeben hatte. Der Schuß durch=
bohrte
das Herz und führte ſofort den Tod herbei. Die
völlig entkleidete Leiche wurde erſt zwei Tage nach der
Tat aufgefunden. Beutel iſt geſtändig, während=
Krebs jede Beteiligung an der Tat beſtreitet. Die Ver=
handlung
wird heute nachmittag, zum Teil unter Aus=
ſchluß
der Oeffentlichkeit, fortgeſetzt.
Limburg, 9. Okt. Das Befinden des Biſchofs
von Limburg Dominikus Dr. Willi hat ſich bedenklich
verſchlimmert. Der Kranke befindet ſich in dem Redemp=
toriſtenkloſter
Geißlingen an der Sieg. Domdekan Hil=
piſch
in Limburg iſt heute morgen an das Krankenlager
abgereiſt.
Reutlingen, 9. Okt. Die bürgerlichen Kollegien haben
heute dem Geheimen Rat Friedrich v. Payer in Wür=
digung
ſeiner Verdienſte als langjähriger Vertreter der
Stadt Reutlingen in der Zweiten Kammer das Ehren=
bürgerrecht
verliehen.
London, 8. Okt. Wegen der Tiefe des Waſſers und
der ſchweren Beſchädigung des Schiffes iſt das Ret=
tungswerk
an dem durch den Dampfer Amerika zum
Sinken gebrachten Unterſeeboot B 2 aufgegeben
worden.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
uehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
Erſtes Sinfonie=Konzert der Hof=
kapelle
. Montag, den 14. d. M., eröffnet die Hofmuſik
unter Herrn Hofrat de Haans Leitung den dieswinter=
lichen
Zyklus von ſechs Konzerten im Hoftheater. Zwei
große Inſtrumentalwerke eine Serenadenmuſik von
Paul Juon, und Mahlers erſte Sinfonie bilden den
äußeren Rahmen zu den Geſangsvorträgen eines in
Darmſtadt zum erſten Male erſcheinenden Künſtlers, des
Kammerſängers Franz Steiner aus Wien. Obwohl
erſt ein kurzer Zeitraum ſeit dem Bekanntwerden Steiners
in Deutſchland vergangen iſt, ſo iſt er doch heute ſchon
in den vornehmſten Konzertſälen ein freudig willkommen
geheißener und gefeierter Gaſt. Ueber ſein Auftreten in
Berlin ſchreibt die Voſſiſche Zeitung: Wir haben ſehr
wenige Konzertſänger großen Stils; zu ihnen gehört
jetzt ohne Frage Herr Steiner, der mit ſeiner innerlichen
und vornehmen Art das Erbe Mesſchaerts anzutreten be=
rufen
iſt. Die Leipziger Abendzeitung bemerkt über
ſeine Leiſtungen im 15. Gewandhauskonzerte vorigen
Winters: Einen wahren Jubelſturm entfeſſelte Kammer=
ſänger
Franz Steiner=Wien, der über eine wundervoll
timbrierte Baritonſtimme und tiefbeſeelte Vortragsweiſe
gebietet. In ſeinem Geſang lebt etwas beſtrickend
Schwellendes und Quellendes; er hat Töne, von denen
ein wahrer Goldglanz ausgeht, der wie eine Liebkoſung
berührt‟ Herr Steiner bringt hier Lieder von Schu=
bert
und Schumann und drei Geſänge von Mahler; die
letzteren mit Orcheſterbegleitung. Mit wunderbarer Fein=
heit
und filigranartiger Durchſichtigkeit hat Mahler die an
ſich ſchon prächtigen Lieder inſtrumentiert. Sie werden in
der zu erwartenden ausgezeichneten Wiedergabe einen
Höhepunkt des Konzertes bilden. Abonnementsbeſtel=
lungen
können noch durch Kammermuſiker Diedrich, Kies=
ſtraße
47, erledigt werden.
i Zum Konzertabend Dr. Wolfgang
Bülau. Es ſei nochmals auf den morgen, Freitag,
den 11. Oktober, abends 8 Uhr, in der Traube ſtatt=
findenden
Konzertabend des Violinvirtuoſen Dr. Wolf=
gang
Bülau hingewieſen. Den vielen Freunden,
die der ſympathiſche junge Meiſter ſeiner Kunſt in Darm=
ſtadt
erworben, wird die Gelegenheit hochwillkommen
ſein, ihn erneut und wiederum reifer geworden, zu
hören. Herr Dr. Bülau iſt ein Geiger, deſſen ſeelenvolles
Spiel, das durch einen hohen Grad techniſcher Vollendung
unterſtützt wird, alle Hörer entzückt. Sein Spiel erfüllt
alle Vorbedingungen, die einen bedeutenden Violiniſten
ausmachen. Sein Ton iſt glockenrein, ſeine Bogenfüh=
rung
iſt glatt und ölig, frei von allen ſtörenden Neben=
geräuſchen
. Den hervorragenden techniſchen Eigenſchaften

ſteht ein geſundes, in die Tiefe gehendes muſikaliſches
Empfinden gegenüber. Man wird ihn, will man das
Chafrakteriſtiſche ſeines Spiels hervorheben, als einen
Stilkünſtler bezeichnen müſſen. Ungeachtet er eine auf ſo=
lider
Baſis ruhende hochentwickelte Technik beſitzt, tritt
dieſe niemals als ausſchlaggebender Faktor hervor, ſon=
dern
gibt ſich ſtets nur als Mittel zum Zweck. Seinem
Können iſt der Stempel eines nach höheren Zielen ſtre=
benden
Willens unverkennbar aufgedrückt. Technik und
Ton ſind wohlgebildet und ſchlackenfrei. Eigenſchaften,
die im Dienſte einer gediegenen muſikaliſchen Auffaſſung
ſtehen. So und ähnlich lauten die Kritiken aller maß=
gebenden
Blätter. Den Kartenverkauf hat, wie gemel=
det
, die Firma Gg. Thies Nachflg. (Leopold Schutter)
übernommen.

Kongreſſe und Verbandstage.

8. Chriſtlicher Gewerkſchaftskongreß.
III.
Dresden, 8. Okt. Zu Beginn der heutigen
Sitzung des 8. Chriſtlichen Gewerkſchaftskongreſſes refe=
rierte
Redakteur Joos (M.=Gladbach) über das Thema:
Die Stellung der chriſtlichen Gewerkſchaften zu den neueren
Auseinanderſetzungen über Volkswirtſchaftslehre und
Wirtſchaftspolitik. Ein Beſchluß wird in dieſer Sache
nicht gefaßt. Sodann beſchäftigte man ſich mit einem An=
trag
Fleck u. Gen. zur Frage der Konſumgenoſ=
ſenſchaften
: Die Konſumgenoſſenſchaftsbewegung iſt
eine notwendige Ergänzung der Berufsorganiſationen.
Ihre Förderung iſt beſonders für die Arbeiterſchaft in der
jetzigen Zeit der Teuerung eine unabweisbare Notwendig=
keit
geworden. Auf Grund dieſer Erwägungen empfiehlt
der chriſtliche Gewerkſchaftskongreß allen Mitgliedern der
angeſchloſſenen Verbände, den Konſumgenoſſenſchaften als
Mitglied beizutreten. Der Kongreß erklärte es als ſelbſt=
verſtändlich
, daß die Mitglieder der chriſtlichen Gewerk=
ſchaften
nur ſolchen Konſumvereinen angehören und bei=
treten
, die einem Verbande angeſchloſſen ſind, der für die
Neutralität auf politiſchem und wirtſchaftlichem Gebiet
die vollſte Gewähr leiſtet. Als ſolchen bezeichnet der Kon=
greß
den Verband Weſtdeuſcher Konſumvereine Mülheim=
Ruhr. Nach einer längeren Diskuſſion wurde der Antrag
unverändert angenommen. Darauf wurden die Weiter=
beratungen
auf morgen vertagt. Am Nachmittag fand
ein Ausflug in die Sächſiſche Schweiz ſtatt.

7. Preußiſcher Städtetag.
Düſſeldorf, 8. Okt. Nach einer durch die Stadt=
verwaltung
Düſſeldorf in der Tonhalle veranſtalteten
Begrüßungsfeier trat hier der 7. Preußiſche Städte=
tag
zu ſeinen diesjährigen wichtigen Beratungen zuſam=
men
. Zu der Tagung hatten ſich außerordentlich zahlreich
Oberbürgermeiſter, Bürgermeiſter, Stadtverordnete, Stadt=
bauräte
und Stadtverordnetenvorſteher eingefunden. Unter
den Anweſenden bemerkte man die Oberbürgermeiſter von
Berlin, Breslau, Kaſſel, Charlottenburg, Hagen i. W.,
Poſen, Kiel, Königsberg i. Pr., Magdeburg, Potsdam, Kre=
feld
, Münſter i. W., Stettin, Duisburg, Koln, Hamm i. W.,
Eſſen, Dortmund, Bochum, Bonn, Elberfeld, Koblenz,
Aachen, Kattowitz, Hannover, Altona, Danzig, Frank=
furt
a. M. u. a. Die Verſammlung wurde eröffnet durch
eine Anſprache des Oberbürgermeiſters Exz. Wermuth
(Berlin) der dem Leiter des letzten Städtetages, dem ver=
ſtorbenen
Oberbürgermeiſter Kirſchner (Berlin) einen tief=
empfundenen
Nachruf widmete. Er gedachte dann der
ausgeſchiedenen Mitglieder, der Oberbürgerneiſter Dr.
Adickes von Frankfurt, Dr. Bender von Breslau und Dr.
Fuß, von Kiel, deren Beiſpiel ermuntern werde, mit Mut
und Kraft neuen Arbeiten entgegenzutreten. Das Arbeits=
gebiet
, dem ſich die deutſchen Städte widmen können, iſt
groß und weitſchweifig. Das ungeheuere Anwachſen der
Städte hat ihnen das Mißbehagen weiter Kreiſe zugezo=
gen
. Zwar wird es niemand einfallen, die Stadtverwal=
tungen
ſelbſt für dieſes auf weltwirtſchaftlichem Grunde
beruhende Anwachſen verantwortlich zu machen; gleichwohl
werden die ſtädtiſchen Intereſſen ganz erheblich durch die
politiſchen Empfindungen beeinträchtigt, welche die Ent=
wickelung
des letzten Menſchenalters ausgelöſt hat. Hier
können wir durch Abwehr und Erkämpfung des Gleich=
maßes
unſerer Aufgaben noch weiter nachgehen als bisher.

Der Redner brachte dann ein Hoch auf den Kaiſer aus,
worauf die Abſendung eines Huldigungstelegrammes be=
ſchloſſen
wurde. Oberpräſidialrat v. Hagen wünſchte
der Tagung im Namen des Oberpräſidenten der Rhein=
provinz
reichen Erfolg. Zum ſtellvertretenden Vorſitzen=
den
wurde Oberbürgermeiſter Wallraf=Köln, zum
zweiten ſtellvertretenden Vorſitzenden Stadtdirektor
Tramm=Hannover gewählt.
Die Verſammlung beriet als erſten Gegenſtand der
Tagesordnung das Waſſergeſetz; ſie hieß die Denkſchrift
des Vorſtandes des preußiſchen Städtetages an den Land=
tag
gut und beriet dann über die Teuerung. Oberbürger=
meiſter
Wermuth berichtete über die Beſchlüſſe des Vor=
ſtandes
des deutſchen Städtetages in Köln, denen die Ver=
ſammlung
beitrat.

* Karlsruhe, 8. Okt. Heute vormittag 9½ Uhr trat
in der Aula der neuen Univerſität die Görres= Ge=
ſellſchaft
zu ihrer diesjährigen ordentlichen Jahres=
Generalverſammlung zuſammen. Anweſend wa=
ren
neben Mitgliedern der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Be=
hörden
der Prorektor der Univerſität, Prof. Oltmanns, und
Erzbiſchof Dr. Nörber. Die erſte Begrüßungsanſprache
hielt der bayeriſche Miniſterpräſident Freiherr v. Hert=
ling
, in der er ausführte, daß die Görres=Geſellſchaft kein
politiſcher Verein ſei, und daß ſie ſelbſt in der Zeit des
Kulturkampfes niemals mit ſtaatlichen Behörden in Kon=
flikt
kam. Das heute hervorzuheben, beſtimme ihn ein per=
ſönlicher
Grund. Wäre die Görres=Geſellſchaft ein politi=
ſcher
Verein, ſo dürfe er in ſeiner veränderten Stellung ihr
nicht mehr angehören, wenigſtens nicht als Vorſitzender,
und ſo hätte er zu den Opfern, die ihm ſein neues Amt auf=
erlegten
, auch noch das weitere hinzufügen müſſen, ſich von
den Beſtrebungen trennen zu müſſen, die ihm ſeit 36
Jahren ganz beſonders lieb und wertvoll geworden ſeien.
So aber könne er heute in der alten Weiſe hier erſcheinen
und die neuen Freunde in unveränderter Herzlichkeit be=
grüßen
. Nachdem noch der Erzbiſchof Dr. Nörber die Ver=
ſammlung
willkommen geheißen, wurde der Geſchäfts=
bericht
über das vergangene Jahr erſtattet, demzufolge die
Mitgliederzahl zwiſchen 4000 und 4100 ſchwankt. Die finan=
zielle
Lage der Geſellſchaft iſt gut.

Luftfahrt.

* Frankfurt a. M., 8. Okt. Während der Frank=
furter
Flugveranſtaltungen, beginnend am 13.
Oktober, ſollen Luftfahrten zwiſchen Frankfurt und Wies=
baden
zu Gunſten der National=Flugſpende
ſtattfinden. Beſondere Flugzeug= und Luftſchiffkarten von
künſtleriſcher Ausführung werden von der Reichsdruckerei
angefertigt. Der Verkauf der Karten beginnt am Sonn=
tag
in Frankfurt, Wiesbaden und Berlin. Die Karten,
die in Frankfurt und Wiesbaden in jeden Poſtkaſten ge=
worfen
werden können, werden mit beſonderem Luftſtem=
pel
verſehen. Die Beſtellung der Poſten geſchieht durch
Euler=Flieger und durch das Luftſchiff Viktoria Luiſe‟.
Der Preis beträgt für Luftſchiffkarten 50 Pfg., für Flug=
zeugkarten
1,50 Mark.
* Bremen, 9. Okt. Die Militärflieger Karſten
und Niemöller, die heute vormittag 9 Uhr’40 Min.
ven Gütersloh abgeflogen waren, ſind um 11 Uhr 20 Min.
auf dem Flugplatze des Neuländer Feldes glatt gelandet.
Sie gedenken, morgen vormittag ohne Zwiſchenlandung
nach Döberitz zurückzufliegen.
Flieger=Abſtürze.
* Petersburg, 9. Okt. Der Aviatiker Ra=
jewski
ſtürzte heute morgen bei Flugverſuchen mit
einem neuen Apparat ab. Sein Zuſtand iſt hoffnungs=
los
.
II. B. New=York, 9. Okt. Auf der Ausſtellung
in Birmangham (Alabama) wurden täglich Schauflüge
veranſtaltet. Der Flieger Joſeph Stevenſon ſtieg
geſtern auf einem Biplan auf und erreichte eine beträcht=
liche
Höhe. Plötzlich ſtürzte der Apparat zur Erde. Wäh=
rend
des Sturzes ſprang Stevenſon in einer Höhe von
150 Metern aus dem Aeroplan. Er fiel einige Meter
neben dieſem zur Erde. Sein Körper bohrte ſich tief
in die Erde ein. Der Verunglückte war gräßlich ver=
ſtümmelt
und auf der Stelle tot.

Kunſthalle am Rheintor.

I.
Der Kunſtverein bringt in der gegenwärtigen Aus=
ſtellung
in der Kunſthalle am Rheintor eine Anzahl Kol=
lektionen
moderner Maler, die, obwohl ſie auf die Mehr=
zahl
der Beſucher revolutionär wirken werden, künſtleriſch,
mehr noch kunſtgeſchichtlich, außerordentlich großem In=
tereſſe
begegnen dürften. Denn ſie ſpiegelt, wenn auch
nicht erſchöpfend, ſo doch zum Teil alle die Wirrniſſe wider,
die die Kunſt unſerer Tage hervorgebracht hat und noch
immer neu gebiert. Wirrniſſe, über die man auch dann
nicht verurteilend, oder gar hohnlächelnd hinweggehen
darf, wenn ſie offenſichtlich Entgleiſungen zeitigten, ſo=
bald
nur der Wille, Ernſtes zu ſchaffen, erſichtlich iſt und
das Vorhandenſein künſtleriſchen Könnens. Und das iſt
bei den gegenwärtigen Ausſtellern unbeſtritten. Es wächſt
z. T. zur Meiſterſchaft heraus bei den beiden Künſtlern,
die, nicht nur numeriſch, überragend ſind, und von denen
zuerſt die Rede ſein ſoll:

Hans Brühlmann.
Ein furchtbares tragiſches Geſchick hat ihn aus ſeinem
affen geriſſen in der Blüte ſeiner Jahre und in be=
nnender
Reife ſeines Könnens. Seine verſtändnisvolle
attin hat nun die Mehrzahl ſeiner nachgelaſſenen Werke
einer Gedächtnis=Ausſtellung zuſammenge=
gt
, die eben die Runde durch die Hallen der Kunſtzen=
en
macht und die als eine der erſten in Darmſtadt ge=
gt
wird. Es iſt außerordentlich intereſſant, zu ſehen,
der Künſtler ſich aus der Thomaſchen Malweiſe her=
ts
, an die noch zwei große ſtimmungsvolle Landſchaften
nnern, entwickelt hat zum Impreſſionismus, zur fran=
ſiſchen
Schule. Wie er aber aus dieſer Schule heraus
eder, ohne ihre Grundlagen zu verleugnen, zu eige=
em
Schaffen kommt, in dem ſich dann ſeine ganze be=
tadete
Künſtlernatur offenbart, die unbeſtreitbar iſt
ich wenn man mit ihren Zielen nicht einig geht. Seine
aftvolle, auf der Leuchtkraft der Farben baſierende Mal=
eiſe
bringt ſeine Bilder zu ganz anderem Ausdruck, als
e er für die franzöſiſche Schule typiſch iſt. Dazu kommt
e ganz meiſterliche Beherrſchung der Linie, deren Wirk=
ig
er bis ins feinſte ſtudiert hat. So ergibt ſich in den
ldern, die in dieſe, wohl die jüngſte, Schaffensperiode
s Künſtlers fallen, eigentlich dauernd eine feſſelnde
echſelwirkung zwiſchen linearer und farbenleuchtender
alerei, welche letztere ihre Triumphe feiert in den Blu=
tenſtücken
und einigen Stilleben des Künſtlers. Man
ird durch die wunderbare Leuchtkraft der Farben die=

ſer Blumen faſt wider Willen bezwungen. Sie beginnen
bei längerem Beſchauen das Sehen in ganz andere, un=
gewohnte
Bahnen zu lenken. Das beweiſt aus ſich heraus
ſchon eine Kraft und ein Wollen und Können, das ziel=
bewußt
iſt, mag man über die Erreichbarkeit oder rich=
tiger
über die künſtleriſche Berechtigung dieſes Zieles
auch ſtreiten. In den Wirren unſerer Kunſt darf man
zu keiner Ablehnung kommen, aus gegneriſchem Stand=
punkt
heraus. Die Geſchichte lehrt uns ſtets aufs neue,
daß Genies und Geiſtes= und künſtleriſche Größen ſtets
ihrer Zeit voraus waren, daß ſie oft von den beſten ihrer
Mitmenſchen verkannt wurden.
Hans Brühlmann iſt unſtreitbar ein Begnadeter ge=
weſen
, der den Weg zur Reife nicht verfehlt hätte. Seine
Kunſt wurde bald nach den erſten bedeutenden Werken
durch ſeine Eigenart auf das Monumentale in Kolorit
und Ausdruck und Bildwerk gelenkt, und auf dieſer Er=
kenntnis
, die gefeſtigt wurde durch eine ungewöhnlich
fruchtbare Reiſe durch Italien, baute er ſein letztes großes
Schaffen auf. Er fühlte dabei richtig ſo, ſchreibt
Julius Baum im Deutſchen Maler, daß ihm
und der deutſchen Kunſt mehr als die reife, ver=
haltene
Art des Einquecento die klare, ſtarke und
doch ruhige Gebärde Giottos not tue. Ueber die Jahr=
hunderte
hinweg hat der Meiſter von Aſſiſi ſeinem jun=
gen
Genoſſen die Hand gereicht. Gereift und gefeſtigt
kehrte Brühlmann nach Deutſchland zurück, um bald
danach auf einer Pariſer Reiſe weitere Eindrücke zu
ſammeln. Sie gab ihm den breiten, ſicheren Pinſelſtrich
und eine Verfeinerung des Farbgefühles. Aber Cézanne
oder van Gogh als Endziel ſeiner Kunſt, das war ihm
zu wenig. Er hatte in Italien den freien Blick gewon=
nen
, der, unter Anerkennung aller Vorzüge der moder=
nen
Koloriſten, doch auch ihren Schwächen ſich nicht ver=
ſchließt
. Er war ſich klar darüber, daß die Farben=
fyntheſe
eines Cézanne ein unbedingtes Erfordernis des
neuen monumentalen Stiles ſein müſſe, aber auch nicht
mehr als eines der vielen Erforderniſſe, und nicht ein=
mal
das wichtigſte. In Adolf Hölzel, dem Nachfolger
des Grafen Kalckreuth in Stuttgart, fand er in dieſer für
ſeine Entwickelung ſo bedeutungsvollen Zeit den fein=
fühligen
Lehrer und Freund, der, was er inſtinktiv
empfand, ihm aus dem reichen Schatze ſeiner Erfahrun=
gen
heraus theoretiſch zu erklären vermochte, der ver=
ſtändnisvoll
auf alle ſeine Abſichten einging und ihm vor
allem behilflich war, den Bildern ein feſteres kompoſitio=
nelles
Gefüge zu geben. So erweckte eine überaus glück=
liche
Lehrzeit die in dem Künſtler ſchlummernden Kräfte
zur herrlichen Offenbarung. Giotto hatte ihm den gro=
ßen
Ausdruck der Geſte und Gebärde gegeben, Cézanne

ſein Farbgefühl geſteigert; Hölzel lehrte ihn mit den ein=
fachſten
formalen und farbigen Mitteln ſchaffen.
Bekannt ſind Brühlmanns Gemälde für die Pfullin=
ger
Hallen, jener herrlichen Laiblinſchen Stiftung, Reſig=
nation
und die Herabkunft der Freude Werke, die
allein genügt hätten, den jungen Künſtler unſterblich zu
machen. Schwieriger war wohl noch ſeine Aufgabe, die
ihn in der Erlöſerkirche zu Stuttgart einen glänzenden
Beweis ſeines Kompoſitionstalentes ablegen ließ. Die
Kollektiv=Gedächtnis=Ausſtellung enthält neben Bildern,
die nur der Vollſtändigkeit halber ausgeſtellt ſind, viele
ganz hervorragende Werke.
Peter Beyer=Mannheim
iſt ebenfalls mit einer geſchloſſenen Kollektion vertreten,
der zwei Wände des großen Oberlichtſaales eingeräumt
ſind. Wer ſich des Künſtlers Ziegen auf der Ausſtel=
lung
Darmſtadt 1910 im Olbrichbau erinnert, wird
ebenfalls erſtaunt ſein über die Wandlung, die Peter
Beyer in ſeinem künſtleriſchen Schaffen durchgemacht.
Zwei Porträts hängen hier aus der Karlsruher Aka=
demiezeit
her, gemalt mit all der peinlichen Sorgfalt
und Vorſicht, die braven Akademieſchülern geziemt, zu=
mal
, wenn ſie der Karlsruher Schule angehören. Dann
ein paar brav und mit Liebe gemalte Tierſtudien, zu
denen außer den Ziegen auch die prächtigen Bilder
Kuh in der Tränke und der Pferdekopf mit dem Mäd=
chen
gehören, die aber ſchon bedeutend mehr Farbe geben
und die breite, kraftvolle, lockere Technik zeigen, die der
Künſtler ſich bald zu eigen gemacht hat. Nun wechſeln
zahlreiche Bilder mit ungleichem Erfolge, aber ſtets Kraft
und Friſche und emſiges Vorwärtsſtreben verratend. Und
über dem franzöſiſchen Impreſſionismus, von dem nur leiſe
Anklänge blieben, zurückkehrend zur deutſchen Landſchafts=
malerei
, ſchuf er eine Reihe trefflich beobachteter Bilder,
zu deren ſchönſten wir die beiden Hohlwege rechnen
möchten, die Augenblicksſtimmungen außerordentlich ſcharf
und friſch und in brillantem Kolorit feſthalten. Eines
der feſſelndſten und intereſſanteſten Bilder der Kollektion
iſt aber wieder ein Tierbild, die Schimmelhengſte mit Rei=
tern
darſtellend, in dem der Künſtler eine Kompoſitions=
ſtudie
von höchſter Eigenart mit großem Geſchick löſt und
auch koloriſtiſch zu packen weiß, trotz der Kälte im Kolo=
rit
, die durch die wenigen warmen Farbtöne eigentlich
nur noch prägnanter zum Ausdruck kommt. In den ver=
ſchiedenen
Badeſzenen, die ſehr fein beobachtet ſind, tritt
auch neben dem feinen Farbenſinn ein köſtlicher Humor
zutage, wenngleich auch hier die Farbengebung am ſtärk=
M. St.
ſten feſſelt.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 239.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

An den Oberprimaner Fritzchen Kluge!
Nicht jeder Eure Meinung teilt ſage
ich mit Hans Sachs. Auf der Schule ſollen Disziplin
und Strenge herrſchen und ſo lange die jungen Leute die
Schule beſuchen, müſſen ſie ſich der Disziplin unterordnen.
Wenn ein älterer Schüler einmal ein Glas Bier trinkt
das Rauchen auf der Straße iſt ungehörig ſo glaube
ich kaum, daß ihn ein Lehrer deswegen gleich anzeigen
und beſtrafen laſſen wird. Der Vergleich der Schüler
höherer Lehranſtalten im Alter von 1822 Jahren mit
anderen jungen Leuten iſt für die Schüler nicht gerade
ſchmeichelhaft, auch den Offizieren iſt manches nicht ge=
ſtattet
, was ſich andere Leute erlauben dürfen. Uebrigens
gehört es zu den großen Seltenheiten, daß ein Schüler
älter als 20 Jahre wird. Wer die Klaſſen normal durch=
macht
, iſt mit 1819 Jahren fertig und wer mit 20 Jahren
das Reife=Zeugnis nicht erlangen kann, ſollte beſſer vorher
von der Schule abgehen. Ich glaube, daß die meiſten
Eltern mit den Vorſchriften der Schule einverſtanden
ſind. Jedenfalls iſt die ulkig ſein ſollende Art, wie Sie die
Angelegenheit behandelt haben, nicht nach jedermanns
Geſchmack. Schreiben Sie, ſo lange Sie noch auf der Schule
ſind, lieber keine Zeitungsartikel.
Ein Vater.
Wir ſchließen hiermit die Diskuſſion über die An=
gelegenheit
, die in letzter Linie eine Angelegenheit der
Schulbehörde iſt, zu der wir das Vertrauen haben dürfen,
daß ſie, falls ſie wirklich Mißſtände empfindet, ſolchen
Die Red.
ſchon begegnen wird.
Ausſtellung Der Menſch‟ Die für Mit=
glieder
des Ortsgewerbevereins zur Verfügung geſtellten
Karten zu ermäßigtem Preiſe waren geſtern alle ver=
griffen
: Es wäre wünſchenswert, daß für Mitglieder
dieſes Vereins und auch andere Vereine weiter ſolche
Karten ausgegeben würden.

In dem letzten Konzert im Saalbau wurden all=
gemein
Klagen laut über die Beleuchtung. Die Bogen=
lampen
haben keinen Schutz und flimmern unaufhörlich.
Zwei Stunden lang iſt man gezwungen, hinein zu ſehen,
wenn man nach dem Podium ſich richtet. Welche mör=
deriſche
Wirkung das auf die Augen hat, abgeſehen von
der Unbehaglichkeit der Stimmung, brauchen wir nicht zu
erwähnen. Hoffentlich kann für die nächſten Konzerte
Abhilfe geſchaffen werden. Mehrere Konzertbeſucher.

Die Lage auf dem Balkan.

* Konſtantinopel, 9. Okt. Die Mobiliſie=
rung
geht mit bewunderswerter Ruhe und Ordnung
vor ſich. Aus Deutſchland ſind ſämtliche tür=
kiſchen
Offiziere die in der deutſchen Armee ſtan=
den
, eingetroffen. Sie haben ihren Abſchied in der deut=
ſchen
Armee erhalten und ſind ſofort wichtigen Grenz=
kommandos
zugeteilt worden.
* Salonik, 8. Okt. Das jungtürkiſche
Hauptkomitee hat an alle Niederlaſſungen in der
Provinz ein Rundſchreiben erlaſſen, in dem dieſe
aufgefordert werden, in dem gegenwärtigen kritiſchen
Augenblick alle Streitigkeiten beiſeite zu laſſen, ſich zu
einigen und der Regierung die Hand zu reichen, damit
die Nation in dieſer gefährlichen Lage einig und kräftig
ſei.
* Cetinje, 9. Okt. Der König und Prinz
Mirko ſind zum Hauptquartier nach Podgoritza ab=
gereiſt
. Der türkiſche Geſchäftsträger verließ
mit dem Geſandtſchaftsperſonal Cetinje.
* Sofia, 9. Okt. Hier herrſcht Brotmangel,
da die Regierung alle verfügbaren Mehlvorräte
angekauft hat. Die Bäckerläden ſind von der Be=
völkerung
belagert. Die Lebensmittel ſind im allgemei=
nen
um 5 Prozent im Preiſe geſtiegen. Die Mehrzahl der
Zeitungen erſcheint nur unvollſtändig und meiſt nur auf
einer Seite bedruckt. Auch herrſcht großer Aerztemangel,
da die Mehrzahl der Aerzte als Freiwillige abgerückt iſt.
* Belgrad 9. Okt. Prinz Georg bat den
König, daß ſein 18. Regiment als erſtes die Grenze über=
ſchreite
und den Kampf beginne. Die hieſigen Straßen=
bahnführer
und die Droſchkenkutſcher beſchloſſen, ein Vier=
tel
ihres Einkommens an das Rote Kreuz abzuliefern.
* Konſtantinopel, 9. Okt. Nach bei der Pforte
eingegangenen Nachrichten überſchritten die Monte=
negriner
geſtern abend die Grenze und griffen Be=
rana
an. Der Kampf dauert fort. Der Miniſterrat
tagt in Permanenz. Seit dem frühen Morgen drängt
ſich die Menge vor der Pforte und den Zeitungsredak=
tionen
. Die Kriegserklärung Montenegros, die durch
Extrablätter bekannt wurde, ſteigerte die Erregung aufs
äußerſte.
* Wien, 9. Okt. Man erwartet hier, daß heute der
Abbruch der dipllomßſtiſchef Beziehumgen
zwiſchen den übrigen Balkanſtaaten und der
Türkei erfolgen wird. Man nimmt an, daß Griechen=
land
mit dieſer Maßnahme vorangehen wird und dann
Serbien und Bulgarien folgen dürften.
* Sofia, 9. Okt. Die bulgariſche Regier=
ung
hat bereits Kriegsproklamationen drucken
laſſen, die morgen abend oder Freitag früh verkündet
werden ſollen. Darin fordert die bulgariſche Regierung
unter Berufung auf die Sklaverei durch die Türkei das
Volk auf, ihr zur Verwirklichung der nationalen Auf=
gaben
zu Hilfe zu kommen und weiſt die Armee an, den
militäriſchen Kampf zur Befreiung vom türkiſchen Joch
zu beginnen. Nach dem Kriege werde die europäiſche
Konferenz das fait accompli anerkennen.
* Sofia, 9. Okt. Die Kriegsvorbereitun=
gen
werden fieberhaft fortgeſetzt; ſie zeugen von dem
feſten Entſchluß Bulgariens, bis zum Aeußerſten zu gehen.
Das Rote Kreuz entwickelt eine außerordentliche Tätig=
keit
, unterſtützt von der Hilfsbereitſchaft von allen Seiten.
Frauen und Mädchen arbeiten als Näherinnen, beſuchen
Samariterkurſe, laſſen ſich als Barmherzige Schweſtern
einſchreiben, bilden Hilfskomitees für die Familien be=
dürftiger
Reſerviſten, veranſtalten Sammlungen. Stu=
denten
, die vom Militärdienſt befreit ſind, melden ſich als
Freiwillige. Abgeordnete erſuchen um Einreihung ge=
mäß
ihrem Range.
* Konſtantinopel. 9. Okt. Der Text der
Note, die von dem montenegriniſchen Ge=
ſchäftsträger
Plamenatz überreicht wurde, lautet:
Ich bedauere, daß die montenegriniſche Regierung ver=
geblich
alle freundſchaftlichen Mittel erſchöpfte, um auf
gütlichem Wege die zahlreichen Mißverſtändniſſe und
Konflikte mit der Türkei zu beſeitigen, die ſich ſtändig er=
neuern
. Auf Ermächtigung des Königs, meines erhabe=

nen Souveräns, habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz mit=
zuteilen
, daß die montenegriniſche Regierung von heute
ab alle Beziehungen mit der Tückei abbricht und die Ent=
ſcheidung
den montenegriniſchen Waffen zur Anerkennung
ihrer Rechte und der ſeit Jahrhunderten mißachteten
Rechte ihrer Brüder in der Türkei überläßt. Ich verlaſſe
Konſtantinopel. Die Regierung wird dem ottomaniſchan
Vertreter in Cetinje ſeine Päſſe übergeben.
Die Pforte befahl dem türkiſchen Geſchäftsträger, ihr
Archiv der deutſchen Geſandtſchaft zu übergeben und
Cetinje zu verlaſſen.
* Konſtantinopel, 9. Okt. Der Miniſterrat
dauerte 12 Stunden. Mahmud Schefket, der Chef und
einige Offiziere des Generalſtabes wohnten dem Miniſter=
rat
zeitweiſe bei. Nach Schluß verweigerten die Miniſter=
jede
Auskunft. Nach den Abendblättern, haben die
Montenegriner Berana eingeſchlofſen. Das Re=
gierungsarchiv
von Berana iſt in Sicherheit gebracht
worden.
Konſtantinopel, 9. Okt. Wie verlautet, ſind
vorige Woche aus Berlin über Rumänien etwa 130 Mil=
lionen
Mark aus den Gelddepots des Sultans Abdul
Hamid zu politiſchen oder Kriegszwecken in Konſtan=
tinopel
eingetroffen.
H. B. Konſtantinopel, 9. Okt. Die Monte=
negeiner
eröffneten geſtern die Feindſeligkeiten mit
einem Angriff auf verſchiedene Grenzforts und Wacht=
häuſer
, wurden aber mit ſtarken Verluſten von den
Türken zurückgeſchlagen. Die Türken hatten
15 Verwundete. Die Beſatzung von Berana, das gleich=
falls
von überlegenen montenegriniſchen Streitkräften an=
gegriffen
wurde hat Befehl erhalten, Widerſtand bis zum
äußerſten zu leiſten. Der Kampf dauert fort. Das Re=
gierungs
=Archiv wurde in Sicherheit gebracht. Auch die
ſerbiſchen Truppen haben bereits die Feindſeligkeiten er=
öffnet
. Durch ihr Vorgehen kam es in der Nacht zum
Dienstag bei Jaworfama zu einem blutigen Zuſammen=
ſtoß
. Die Serben wurden zurückgeſchlagen.
* Sofia, 9. Okt. Der Miniſterrat verhandelte
über die geſtern von dem ruſſiſchen und dem öſterreichiſch=
ungariſchen
Geſandten dem Miniſterpräſidenten und dem
Miniſter des Aeußern überreichte Mitteilung. Der
Miniſterrat fand in der Mitteilung leider nicht das, was
er erwartete, nämlich genaue Angaben über die der Tür=
kei
vorgeſchlagenen Reformen und Garantien für deran
Verwirklichung, Der Miniſterrat will, ehe er eine Ent=
ſchließung
faßt, mit den Kabinetten in Belgrad
und Athen einen Meinungsaustauſch üher beſagte
Mitteilung pflegen.
* Belgrad. 9. Okt. Das Regierungsorgan
Miniſterpräſident. Pawfik hat die von den öſterrei=
chiſch
=ungariſchen und ruſſiſchen Vertretern überreichte
Verbalnote, durch welche die Sicherſtellung des Friedens
und des Status quo gefordert wird, entgegengenommen
und wird ſie ſpäter der ſerbiſchen Regierung unterbreiten.
H. B. Belgrad, 9. Okt. In ſeiner Antwort auf die
vom öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten überreichte Note
der Großmächte erwiderte Miniſterpräſident Paw=
fik
: Da inzwiſchen die montenegriniſche Kriegserklär=
rung
der ſerbiſchen Regierung ſchon offiziell bekannt ge=
geben
iſt, ſei dieſes unabänderliche Ereignis auch für das
weitere Verhalten Serbiens mitbeſtimmend. nachdem
einerſeits an der Solidarität zwiſchen den verbündeten
Balkanſtaaten abſolut nicht gerüttelt werden könne, an=
dererſeits
die Volksſtimmung in Serbien ſo aktionsluſtig
ſei, daß keine ſerbiſche Regierung von der eingeſchlagenen
Linie abgehen könne. Die hieſige Intervention war dem=
nach
erfolglos.
* Athen, 9. Okt. Die Geſandten Oeſter=
reich
=Ungarns und Rußlands überreichten geſtern
abend der Regierung die erwartete Erklärung. Der
ruſſiſche Geſandte ſprach außerdem mündlich in freund=
ſchaftlichem
Tone eine Ermahnung aus.
H. B. Berlin, 9. Okt. In diplomatiſchen Kreiſen
wird die politiſche Situation in folgende Formel
gefaßt: Die Balkanſtaaten können Krieg führen ohne und
gegen den Willen der Großmächte. Den Frieden ſchlie=
ßen
aber die Großmächte. Die Balkanſtaaten ſind davon
unterrichtet, daß ihre kriegeriſchen Anſtrengungen im End=
effekt
erfolglos bleiben müſſen, weil alle Mächte, unab=
hängig
von dem Ausgang des Kampfes, entſchloſſen ſind,
die Verhältniſſe nicht ändern zu laſſen.
H. B. Berlin, 9. Okt. Bei der Berliner Handels=
geſellſchaft
iſt folgendes Telegramm aus Belgrad ein=
getroffen
: Die ſerbiſchen Truppen gehen in Eilmärſchen
an die Grenze. Die Kriegserklärung ſteht un=
mittelbar
bevor. Auf dieſes Gerücht hin waren
die Kurſe ſehr matt. Nach weiteren Meldungen aus Bel=
grad
hat die dortige Regierung die ſerbiſche National=
bank
ermächtigt, auf Grund der ausländiſchen Guthaben
Serbiens für 15 Millionen Francs Noten auszugeben.
* Paris, 9. Okt. Eine Havas=Meldung beſagt:
Die Kriegserklärung Montenegros ändert
natürlich die Lage beträchtlich. Die Ausſichten auf eine
friedliche Beilegung, die geſtern noch beſtanden,
erſcheinen merklich verringert. Es iſt unwahrſchein=
lich
, daß Montenegro zu einer ſo ernſten Note gegriffen
hat, ohne ſich die wirkſame Unterſtützung der anderen
Balkanſtaaten zu ſichern. Leider muß man es als ſo gut
wie ſicher annehmen, daß die Bemühungen der Mächte
bei den anderen Staaten, beſonders bei Bulgarien, ver=
geblich
bleiben müſſen.
* Paris, 9. Okt. Nach einer halboffiziellen Aeußer=
ung
widerſpricht die Kriegserklärung
Montenegros der Haager Konvention, da
Montenegro nicht die Vermittelung einer dritten Macht
angerufen hat, wie es die Konvention bei Eintritt von
Meinungsverſchiedenheiten vorſchreibt. Die Kriegserklär=
ung
ſpricht auch von Mißverſtändniſſen. Es iſt alſo ein
Beweis, daß wirklich kein ernſter Grund vorlag, der eine
Kriegserklärung rechtfertigte.
* Paris, 9. Okt. Die Agence Havas meldet: Nach=
dem
Vertreter verſchiedener Nationen wegen der Be=
ſchlagnahme
griechiſcher Schiffe mit frem=
den
Frachten bei der Pforte vorſtellig geworden ſind,
beſtimmte der Miniſterrat, daß alle Schiffe, die zum mili=
täriſchen
Transport unbrauchbar ſind, frei gegeben wer=
den
ſollen.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. Okt. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung meldet: Der Reichskanzler empfing
geſtern nachmittag den Beſuch des ruſſiſchen Miniſters des
Aeußern Saſonow und des ruſſiſchen Botſchafters in
Berlin Swerbejew.
* Straßburg, 9. Okt. Vor der Strafkammer
des hieſigen Landgerichts wurde heute der Rechtsanwalt
Phil. Herke=Straßburg wegen Veruntreuung in vier
Fällen zu einer Geſamtgefängnisſtrafe von drei Jahren
verurteilt unter Anrechnung der Unterſuchungshaft ſeit
Mai dieſes Jahres. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre
beantragt.

* Eſſen=Ruhr, 9. Okt. Vor der Strafkammer
des hieſigen Landgerichts hatte ſich der Redakteur der
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Zeitung Dreßler wegen Beleidi=
gung
des Statthalters Grafen Wedel zu verantworten.
Die Beleidigung wurde in einer Gloſſe über den Grafen=
ſtadener
Fall gefunden, in dem das Regime Wedels als
pflichtvergeſſen bezeichnet wird. Nach längerer Beratung
wurde der Angeklagte zu 200 Mark Geldſtrafe
eventuell 20 Tagen Haft, und den üblichen Nebenſtrafen
verurteilt. Dem Statthalter wurde die Publikationsbe=
fugnis
in der Rheiniſch=Weſtfäliſchen Zeitung und in der
Straßburger Poſt zugeſprochen.
* Rom, 9. Okt. In dem Prozeß d’Alba wurde
das Urteil gefällt. Der Gerichtshof erklärte den An=
geklagten
in vollem Umfange als ſchuldig. Alba wurde
unter Verſagung mildernder Umſtände zu 30 Jahren
Zuchthaus davon 7 Jahre Einzelhaft verurteilt.
Gröbitz (Mark), 9. Okt. Bei Schießver=
ſuchen
einiger Schulknaben in einem Walde in der
Nähe des Dorfes mit Revolvern traf ein Schuß die
18jährige Tochter des Beſitzers Badea, die einen vor=
überführenden
Waldweg benutzte, in den Unterleib. Sie
wurde lebensgefährlich verletzt.
Umea (Schweden), 9. Okt. Während der ſchwedi=
ſchen
Manöver kam es zwiſchen Soldaten eines Dra=
goner
= und Infanterie=Regiments zu einer ſchweren
Schlägerei. Mehrere Soldaten wurden ſchwer ver=
letzt
, einige leichter.

Aus Ueberzeugung!
Ich verwandte Ihr Bioſon zur Stärkung u. Bluter=
neuerung
bei allgemeiner Mattigkeit, Blutarmut u. deren
Begleiierſcheinungen. Schon nach dem Gebrauch der zweiten
Doſe konnte ich die geradezu bezaubernde Wirkung konſta=
tieren
. So iſt z. B. die frühere Mattigkeit, ſowie die übrigen
vorgenannten Uebelſtände gänzlich geſchwunden. Auch mein
Ausſehen erfuhr eine weſentliche Beſſerung u. ich verfüge
jetzt über eine Willensſtärke, ſo daß ich mich manchmal über
mich ſelbſt wundere. Ich glaube nicht zu viel zu behaupten,
wenn ich ſage, daß Bioſon der Beſchützer meiner Geſundheit
geweſen iſt. Selbſtverſtändlich habe ich Ihr Präparat überall
empfohlen u. hat man auchſtets die beſte Wirkung konſtatiert.
Georg Weil, Sattler, Dietzenbach (Heſſen), 1. Juni 1912.
Unterſchrift beglaubigt: Dr. Max Goldſchmidt, Großh. Notar.
Bioſon, hergeſtellt unter Benutzung d. Reichspatents 171371,
iſt das beſte u. billigſte Nähr= u. Kräftigungsmittel ſeiner
Art, Doſe (ca.½ Kilo)3 M., in Apotheken u. Drog. (21112D

ch keine Witze, mein Sohn!
Du darfſt mich morgen einfach nicht im Stich
laſſen, denn ich habe keinen Menſchen, der in
der Verſammlung ſo reden könnte, wie du. Dein
Zuſtand iſt ja freilich miſerabel, aber hab’ die
Gewogenheit, mich einmal für dich ſorgen zu
laſſen. Ich ſchicke dir nachher zwei Schachteln
Fays Sodener Mineral=Paſtillen, Davon nimmſt
du zweiſtündlich 6 Stück in heißer Milch, zwiſchenein
lutſchſt du ein paar und ich garantiere dafür,
daß du morgen vollſtändig in Ordnung biſt.
Ueberall erhältlich. Schachtel 85 Pfg. Nach=
ahmungen
weiſe man unbedingt zurück. (21108M

der ideale poröse Wäschestoff für Herrenhemden
bester Schutz gegen Erkältungen
vorräfig in
Baumwolle Helbleinen Flanell
empfiehll
Ferdinand Carl Winter
Hafheferant Sr. Konigl Hoheir des Grossherzogs.
2e 0

8739a

Heute früh 5½ Uhr verſchied nach kurzem
Leiden mein innigſtgeliebter Gatte, unſer treu=
beſorgter
Vater
(21148

Graff

Dachdecker
im Alter von 49 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Luiſe Graff nebſt Kinder.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Okt.,
nachmittags 2 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7½ Uhr:
Sommer
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Orgelvirtuoſen Grothe um 8 Uhr im
Saale des Muſikvereins.
Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Elbert um 8 Uhr
im Hotel Zur Traube‟.
Hauptverſammlung des Ski=Klub Darmſtadt-
Odenwald um 9 Uhr im Reſtaurant Sitte.

Verſteigerungskalender.
Freitag, 11. Oktober.

Hofreite=Verſteigerung des Karl und Franz
Hindel (Karlſtraße 52) um 10 Uhr auf dem Orts=
gericht
II.
Hofreite=Verſteigerung des Heinrich Schäfer
(Heidelbergerſtraße 130 und Moosbergſtraße 94) um
10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr Her=
mannſtraße
33.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Delichte
D

Darhstädter Fahrplanbuch
welches Anspruch auf absolute Vollständigkeit hat, da in demselben die Aenderungen in
den amtlichen Fahrplänen bis zum letzten Augenblick berücksichtigt wurden,
1s0 überar erkartllen!

Kurſe vom 9. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Staatspapiere.
4 Otſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,60
78,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
88,60
(3½ do. Conſols
78,60
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,95
98,30
do.
13½
82,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
87,40
do.
13½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
87,40
do.
3½
77,00
do.
3
78,90
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,25
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 93,00
17 Griechen v. 1887 . . 51,00
13¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 89,10
14 do. Goldrente . . . 92,80
4 do. einheitl. Rente 85,50
3 Portug. unif. Serie I 63,10
3 do. unif. Ser. III 66,30
3 do. Spezial . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 100,30
4 do. v. 1890 . . 94,00
4 do. v. 1905 . . 39.00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,25
. 89,60
4 do. v. 1902 .
4½ do. v. 1905 . . . . 100,00
87,90
4½ Schweden .
3 Serbier amort. v. 1895 73,50
4 Türt. Admin. v. 1905 3000
4 Türk. unifiz. v. 1903 88,00
4 Ungar. Goldrente . . . 88,75
4 do. Staatsrentc. . . 86,204

Zf.
In Proz.
. 101,00
5 Argentinier
4
do.
87,50
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
93,50
d.
4½
4½ Japaner . .
. 93,90
5 Innere Mexikaner . . . 93,25
3
do.
59,40
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,50
5 Gold=Merikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz 70,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Palet=
fahrt
. . . . . . . 154,20
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,75
6 Südd. Eiſenb.=Gef. . . 125,75
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,00
8 Baltimore und Ohio . 108½
6½ Schantungbahn . . . 132,50
6½ Luremb. Prince Henri 158,00
0 Oeſt. Sudbahn (Lomb.) 20,35
6 Pennſylvania R. R.
Lette Induſtrie=
Dioid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 69,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.. 520,00
Fabrik .
14 Chem. Fabrik Gries=
.253,50
heim .
30 Farbwerke Höchſt . . 624,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . . 150,00
30 Chem. Werke Albert 460,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 330,00
4 Lahmeyer . . . . . .

ZnuProt.
-
Doid.
7½ Schuchert. Nürnberg 155,00
12 Siemens & Halske .232,90
5 Bergmann Electr. . . 133,50
10Deutſch. Ueberſee Electr. 161,00
0 Gummi Peter . . . . 103,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 115,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 585,50
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Witener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 145,20
15 Zellſtoff Waldhof . . 239,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
... 205,50
hauſel:
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 111,00
3 Südd. Immobilien . 62,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede .
.. 187,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 232,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
.. 178,00
Berab. .
10 Gelſenkirchener . . . . 196,50
8 Harpener
. . . 193,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 275,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
. 85,00
4 Laurahütte . . . . . . 173,25
10 Kaliwerke Aſchersleben 169,50
11 Weſteregeln 218,25
7½ South Weſt Africa 144,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 89,10
4½ Nordd. Lopd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,50
3 Prag=Durer . . . . . . 75,10
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,50
do.
78,25
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,40
do.
4
77.70

Inpre,
2¾, Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,00
3 Raab=Oedenburg
. 78,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
87,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,00
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 76,00
87,50
do.
24) Livorneſer . . . . . 69,20
3 Salonique=Monaſtir . 62,00
4 Baadadbahn:.
82,00
4½ Anatoliſche Eifenb. 96,00
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 73,40
4 Northern=Paciſic . . . 99,80
4 Southern=Paciſic . . . 93,40
5 St. Louis und San
Francisco. .
. 85,40
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Fürich . . 183,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.149,10
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,50
6½ Darmſtädter Bank . 121,00
12½½ Deutſche Bank . . . 250,25
6 Deutſche Vereinsbank . 122,00
6 Deuiſche Eſſkt= und
W.=Bank . . . . . 116,00
10 Diskonto=Kommandit 184,90
3½). Dresdener Bank 15280
9½ Frankf. Hypoth.=B. 213,50
6½ Mitteld. Kreditbank 118,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,90
7 Mfälziſche Banr. . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 134,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 134,60
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,10
7½ Wiener Bankverein . 132,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,20

13.
Zuhran,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 .
99,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
. 99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2,
88,00
S. 35
. 87,80
S. 911
. 87,90
4 Meininger Hyp.=Bank 98,80
do.
87,80
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,30
3½ do. (unk. 1914) . . 87,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,80
do.
3½
88,20
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
. 97,80
do.
89,30
4 Frankfurt . .
99,75
do.
94,50
4 Gießen .
do.
4 Heidelberg
. 98,50
do.
88,10
4 Karlsruhe
. 97,70
do.
88,20
4 Magdeburg.
do.
4 Mainz . . . . . .
. 98,00
do.
4 Mannheim .
97,75
do.
4 München .
.97,75
½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,90
do.
4 Offenbach .

Zuprn.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . .. . 4 99,40
8½ do.
4 Worms.
98,00
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1883
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 170,00
3½ Cöln=Mindner , 100 134,20
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfands
briefe . . . . . . . 136,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,00
. 125,60
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 159 111,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger ..
. ſl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 205,69
Freiburger .
F3. 15
Mailänder
Fs.45
be.
F8. 10
Meininger
. ſl. 7
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 516,00
do. v. 1858 fl. 100 438,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30 45,20
Türkiſche . . . . Fs. 400 146,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigus . . .. 26,44
20 Franks=Stücke .
16,18
Amerikaniſche Noten.
4,20
Engliſche Noten .
20,45
Franzöfiſche Noten,.
81,00
Holländiſche Noten..
169,30
Italieniſche Noten . .
80,35
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto . .
Reichshank=Kombard 356 5½

[ ][  ][ ]

Seite S.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 239.

Geschäftsverlegung und
Lröffnung
Teile hierdurch meiner geehrten Kundschaft ergebenst mit, dass ich mit dem heutigen Tage mein seit
über 50 Jahren bestehendes Massatelier von Elisabethenstr. 12, II., nach Wilhelminenstr. 17½ verlegt
habe. Gleichzeitig eröffne ich daselbst ein
Ladengeschäft in fertigen Korsetten

von den einfachsten bis zu den elegantesten deutschen und amerikanischen Fassons. Massanfertigung
erfolgt in eigenem Atelier nach französischen Modellen in bekannt erstklassiger Ausführung.
Alle Korsett-Fournituren, Wäscherei, Reparaturen.

21137

J. Müller-Riopert Nachf.
Inh. Agnes von Froreich.

Oel

Weiblich

Tüchtige Verkäuferin ſucht
ſofort Stellung in der Manufak=
turwaren
= oder ähnlicher Branche.
Offerten unter W 55 an die Ex=
(*8672
pedition ds. Bl.

Wochenpflegerin ſucht für ſof.
oder ſpäter Stelle, übernimmt auch
für längere Zeit leichte Kranken=
pflege
hier oder auswärts. (*8735
Off. unter W 70 an die Exped.

Schneiderin empfiehlt ſich
Marktplatz 10, 3. Stock. (21067a

Modiſtin empfiehlt ſich in und
außer dem Hauſe. Näh. Laute=
ſchlägerſtraße
38.
(*8645dss

Perſ. Schneiderin empfiehlt ſich
Wienersſtr. 46, part., l. (*8744df

Schneiderin ſucht noch einige
Kunden in u. außer dem Hauſe, geht
auch mit anderer Schneiderin einige
Tage aus Soderſtr. 44½, pt. (*8750ds

Tücht. Büglerin empf. ſich in
u. auß. d. Hauſe Mathildenpl. 15, I. I.
Ecke Bismarckſtr. Walther. (*8669dd

Perfekte Büglevin empfiehlt ſich
Dieburgerſtr. 56, Laden. (*8422ids

Junge Frau ſucht Laufdienſt
Döngesborngaſſe 7, I.r. (*8620md

Geb. Fräulein, muſt., mit franz.
und engl. Sprachkenntn., wünſcht
Stellung f. nachm. zu Kindern.
Off. u. W39 a. d. Exv. (*8626mdf

Emofehle mich im Waſchen
Fr. Schmidt, Weinbergstr. 46, I. (*8676

Mädchen ſucht ſofort Aus=
hilfe
in beſſerem Hauſe. Offert.
unter W 51 an die Expedition
dieſes Blattes.
(*8681

Stellen ſuch. mehr. Landmädch.,
ſchon ged., in Privath. d. Johannette
Weißmantel, gewerbsmäßige Stellenvor-
mittlerin
. Kaſinoſtr. 17. (38738

Saub. Mädchen, welch. bilgeln,
Hausarb. u. etw. nähen k., ſ. Stelle.
Näh. Lichtenberaſtr. 23, I., l. (*3755

Aelt. Mädchen ſ. Laufdienſt
Grafenſtr. 27, Stb. links. (*3747

Haushälterin ſucht ſofort Stel=
lung
bei einem einzelnen Herrn.
Off. u. W 65 a. d. Exp. (*8720

e ſucht
Stellg. als Büfettfräulein od.
Verkäuferin. Offerten unter
W67 a. d. Exped. (*8722

er beſtes Mcdchen, beiche
gut bürgerl. ochen kann, mit lang=
jähr
. Zeugn. ſucht Stelle für 15. Okt.
woder 1. Nov. in kl. Haushalt durch
Eliſabeth Cronert, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin. (*3740
SucheLaufſtelle f. mittags oder
einigemal in der Woche Pan=
kratiusſtraße
35.
(*8718

Ige. Frau ſ. Laufd. v. ½ 1011o.
v. 2½4 Uhr. Aliceſtr. 43, M. r. (*8731
Eine ſaubere Frau empfiehlt ſich
im Waſchen u. Putzen für nachm.
Näheres Erpedition.
(*8741

Mehr. 17 u. 18jähr. Mädch. ſuch.
Stell. für allein als Hausmädch. u.
zu Kind. z. 15. Okt., eine jung. kräft.
Oberheſſin für ſofort. Gertrude
Hartmann, gewerbsmäßige Stel=
lenvermittlerin
, Nied.= Ramſtädter=
ſtraße
31.
(21156

Männlien

Perfelter follder
Herrschaftsdiener
29 J., an pünktliches Arbeiten ge=
wöhnt
, 14 Jahre im Fach tätige
ſucht, geſtützt auf beſte Ernpf. bei
beſcheid. Anſpr. Stellung. Gefl.
Off. u. 9687 an Haaſenſtein &
Vogler, Wiesbaden. (21110h

Junger, verhetr. Mann ſucht
Stelle als Kaſſenbote oder ſonſt
einen Vertrauenspoſten. Kaution
in jeder Höhe. Off. unt. I. E. 207
an die Exped. d. Bl. (121113

Weiblich

Verkäuferin für Kurz=, Weiß= u.
Wollwaren geſucht. A. Nessel,
Nied.=Ramſtädterſtr. 55. (*8530md

Tüchtige
Verkäuferin
und eine angehende Verkäuferin
der Schuhbranche in dauernde
Stellung geſucht. Gefl. Offerten
nebſt Zeugnisabſchrift und Ge=
haltsanſprüchen
unter W 54 an Braves, tüchtiges Mädchen
die Erpedition erheten. (*3683dfs

Fräulein, aus guter Familie, mit gehöner
Handschrift, zur Ausführung von- schriftl.
Arbeiten (sowie z. Detailverkauf) p. bald
oder Später gesucht. Es wird nur auf eine
tüchtige Kraft reil kt., die anderem Personz) können, in beſſere gute Häuſer.
vorstchen kann u. die das erforderl. Maß von
Bildung besitzt. Selbstgeschr. Off. mit Aug. d.
Gehaltsanspr. u. Lebensl. unter W 71
(21144dif
an die Exped.

Jüngeres Mädchen für leichtere
Arbeit per 15. Oktober geſucht.
12 Mark monatlich.
(21143ds
M. Waſſervogel, Inh. A. Wagner,
Wilhelminenſtraße 29.

Lehrmädchen geſucht Konfektion
Schützenſtraße 10, II. (20053a

Einf. ſelbſtändiges Mädchen,
welches kochen kann, baldigſt geſ.
Zu erfr. in der Exp. (*8434imd

Ein im Nähen, Bügeln
und Servieren gewandtes,
nicht zu junges
Hausmädchen,
das gute Zeugniſſe beſitzt,
in einen kleinen Haushalt
zum 15. Novbr. geſucht.
Zu erfragen in der Ex=
pedition
d. Bl. (20925imd

Tüchtiges Serbierfräulein =Due
ſofort geſucht Stadt Nürnberg,
Obergaſſe 38.
(*847id

Zwei kräftige Putz= od.
Waſchfrauen
werden zum ſofortigen Eintritt in
das Städtiſche Krankenhaus
geſucht.
(21115

Tücht. Mädchen bis nach dem
Spülen, ev. tagsüber geſucht. Näh.
Martinſtraße 31, III. (*8690

Beſſeres Kindermädchen ge=
ſucht
Neckarſtraße 10, I. (*8588

Gesucht
wird ein ſauberes, flinkes Mädch.
von morg. 911 u. nachmit. von
57 Uhr. Solche pom Beſſunger
Stadtteil erhalten den Vorzug. Zu
erfragen Karlſtr. 73, pt. (*8710

Ein tüchriges Mädchen für
Küche und Haushalt gegen hohen
Lohn geſucht. Zu erfragen
Georgenſtraße 10, 2. St. (*3666ds

Auf 15. Okt. ordentl. Laufrau
für morgens geſucht. Näheres
Expedition.
(*8663

Saubere Monatsfrau wird f.
morgens u. nachm. einig. Stund.
geſucht Moſerſtr. 15, part. (*8654df

Solides, fleißiges Mädchen
nach Pforzheim per 1. November
geſucht. Lohn per Monat 22 Mk.
Freie Reiſe. Frau Carl Heß,
Hohenzollernſtr. 90, II. (21099a

Beſſ. Alleinmädch. geſ., gleich
od. ſpät., Saalbauſtr. 69, II. (*8739d

Jg. Mädchen f. vormittags ge=
ſucht
Zimmerſtr. 5, I., r. (*8756 Suche Allein=, Servier=, Küchen=
u
. Spülmädch. für ſof. u. 1. Nov.
Frau Minna Dingeldein
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtr. 5. Tel. 531. (*8745 Mädchen jeder Art sucht
Karolina Beck, gewerbsmäßige
in Spezialgeſchäft Stellenvermittlerin, Eliſabethen=
ſtraße
22, II.
(*8724 Sauberes Mädchen für halbe
Tage geſ. Martinſtr. 31, II. (*8719 Saub. Laufmädchen morgens
1½2 Stunden geſucht Guten=
(*8723
bergſtraße 38, I. Sauberes, anſtändiges Mädchen
zur Beaufſichtigung der Kinder
(*3715
tagsüber geſucht
Gervinusſtraße 42, part. zum ſofortigen Eintritt tagsüber
geſucht Wendelſtadtſtraße Nr. 31,
Gartenhaus.
(*8711df Suche Köch, beſſ. Hausmädchen
und Alleinmädchen, welche kochen
Gertrude Hartmann, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin, Nied.=
Ramſtädterſtraße 31.
(21157 Männlich g zur Erledigung leich=
Aushilfe ter ſchriftlicher Ar=
beiten
geſucht. Offerten u. W 49
an die Expedition.
(*8662 Repräsentant
zur Aequiſition von Fabriken
(Intereſenwahrnehmunaf geſucht
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ſtätte
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Schulſtraße 7.
(*3428imd Monteur
der in automat. Apparaten gut be=
wandert
iſt, wird auf einige Stun=
den
pr. Tag geſucht. Off. unter
W 58 a. d. Expedition. (*8707 Tsung. Killo-Operdteut
per ſofort geſucht
(*8763df
Olympia-Fheater, Rheinſtr. 2. Tüchtiger energiſcher Mann
zum Kaſſieren für Sonntags in
der Bergſtr. geſucht. Radfahr. u. in
der Manufakturwarenbr. bewand..
Perſonen werden bevorz. Es wird
beabſicht., denſ. ſpäter f. dieſ. Bez
feſt anzuſtellen. Off. u. W 53
an die Exved. ds. Bl. (*8684df

Anſtändiger
Laufjunge
geſucht.
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des Tagblatts, monatlich 60 Pfennig,
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Nummer 239.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 239.

Landwirtſchaftliche Haushaltungsſchulen
zu Langen und Lindheim.

Die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt eröffnet
am 3. Januar 1913 den erſten fünfmonatlichen
Haushaltungskurſus für das Jahr 1913 an ihren
Haushaltungsſchulen zu Langen und Lindheim.
Der praktiſche und theoretiſche Haushaltungsunterricht
erſtreckt ſich auf die Anleitung im ſelbſtändigen Kochen mit
Rückſicht auf die Bedürfniſſe des ländlichen und bürger=
lichen
Tiſches, Zubereitung und Aufbewahrung der
Speiſen, in der Käſebereitung, Federviehpflege, Garten=
wirtſchaft
, im Waſchen und Bügeln, Reinhalten des
Hauſes, Buchführung. Da in dieſem Kurſus auch ein ſehr
gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Sticken,
Stricken, Wäſcheſchnittzeichnen, Wäſchezuſchneiden, Hand=
und Maſchinennähen, Ausbeſſern erlernt wird, da ferner
auch allgemein bildende Fächer wie Aufſatz, Rechnen, Sin
gen, Geſundheitslehre und Krankenpflege gelehrt werden,
iſt die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern
von Landwirten, ſondern auch denen des Mittelſtandes
ſehr zu empfehlen. Das zur Erlernung eines ſo großen
Lehrplanes wie des oben angeführten ein mehrmonat=
licher
Lehrkurſus notwendig iſt, iſt als ſelbſtverſtändlich
zu betrachten. Wenn auch in letzter Zeit vielfach kurze
Wander=Haushaltungskurſe errichtet wurden, auf denen
in wenigen Wochen die Einführung in einige Obliegen=
heiten
des Haushaltes bezweckt werden ſoll, ſo muß doch
jeder Vater, der ſeiner Tochter die gründliche Ausbildung
in den hausmütterlichen Pflichten geben laſſen will,
ſeinem Kinde einen längeren Unterricht zukommen laſſen.
Die Landwirtſchaftskammer kommt den Eltern ſehr ent=
gegen
, indem ſie den Unterricht und Penſionspreis denk=
bar
niedrigſt feſtgeſetzt hat. Für Unterricht und Logis
ſind pro Kurſus für Heſſinnen 25 Mark, von Nicht=
heſſinnen
40 Mark zu bezahlen. Die Koſten für Verpfleg=
ung
berechnen ſich nach der wirklichen Aufwendung.
Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 3. Januar
1913 beginnenden Kurſus ſind alsbald an die Ortsſchul=
kommiſſionen
der Haushaltungsſchulen zu Langen und
Lindheim zu richten, welche ebenſo wie die Landwirt=
ſchaftskammer
ſelbſt auch ausführliche Programme und
Anmeldebogen auf Verlangen verſenden. Bei nach dem

1. Dezember 1912 eingehenden Anmeldungen iſt Berück=
ſichtigung
zweifelhaft.

Landwirtſchaftliches.

Verbeſſerung 1912er Moſte. Die Land=
virtſchafttskammer
fürr das Großherzog=
tum
Heſſen ſchuf nach Inkrafttreten des jetzigen Wein=
geſetzes
ſchon vom Herbſte 1910 ab eine Einrichtung, um
den Winzern bei der Behandlung der Moſte uſw., ins=
beſondere
einer Verbeſſerung mittels Zuckerzuſatzes, eine
gewiſſe Sicherheit gegenüber den Weingeſetzbeſtimmungen
zu geben. Die damals gegebene Anregung, daß ſämtliche
Gemeinden die Weinbergslagen nach der Güte klafſifizie=
ren
und aus jeder Klaſſe eine typiſche Lage zwecks Unter=
ſuchung
des Moſtes der Landwirtſchaftskammer mitteilen
ſollen, iſt auf guten Boden gefallen. Dieſen Herbſt wer=
den
in 165 Gemeinden von Rheinheſſen und Starkenburg
aus je 37 ſolcher typiſchen Lagen Naturmoſte, alſo ca.
800 Moſte, zur Unterſuchung durch die amtlichen chemi=
ſchen
Unterſuchungsämter in Mainz und Darmſtadt ge=
langen
. Die Koſten der Unterſuchung trägt in der Haupt=
ſache
die Landwirtſchaftskammer. Die Winzer haben ſo=
dann
nur nötig, auf Grund der mitgeteilten Unterſuch=
ungsergebniſſe
bei vorhandener Notwendigkeit einer Ver=
beſſerung
, ſich hierüber Rat bei der Großh. Obſt= und
Weinbauſchule in Oppenheim zu holen. An Hand der
einen charakteriſtiſchen Moſtprobe kann ſodann die Ver=
beſſerung
aller gleichartiger anderer Moſte erfolgen. Dieſe
allgemeine Unterſuchung von Moſten wird alljährlich
ſtattfinden und mit der Zeit auch in der Hinſicht ein
wertvolles Material ergeben, als die Güte der einzelnen
Jahrgänge für alle Weinbergslagen einwandfrei feſtge=
legt
wird.

Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 1. bis 7. Oktober.
Die Verſchärfung der politiſchen Lage am Balkan übte
auf dem Getreidemarkte naturgemäß eine befeſtigende
Wirkung aus, denn im Falle eines Krieges würden Serbien
und Bulgarien für die Verſorgung ausſcheiden, und von
noch größerer Bedeutung wären die Schwierigkeiten, die
ſich dem rumäniſchen und ruſſiſchen Getreideexport durch
kriegeriſche Verwickelungen in den Weg ſtellen würden.
Durch die Friedensverhandlungen zwiſchen der Türkei und
Italien und gewiſſe Zugeſtändniſſe der Pforte gegenüber
den Balkanſtaaten erſcheint die Lage in etwas freund=
licherem
Licht. Immerhin haben die Verhältniſſe auf dem
Frachtenmarkte ſich noch weiter zugeſpitzt, da die Türkei
den griechiſchen Schiffen die Durchfahrt durch die Dar=
danellen
erſchwert, und ſo kommt es, daß die Frachtraten
vom Schwarzen Meer neuerdings ſcharf angezogen haben.
Eine weitere Stütze fanden die Getreidepreiſe in der letzten
Woche in der Knappheit des inländiſchen Angebots. Die

Landwirte ſind zurzeit vollſtändig durch die Hackfrucht=
ernte
und die ſehr rückſtändigen Feldarbeiten in Anſpruch
genommen, ſo daß an einen Ausdruſch in ſtärkerem Maße
vorläufig nicht zu denken iſt. Allerdings beſtand für Wei=
zen
, namentlich für die meiſt unbefriedigenden Qualitäten,
wenig Kaufluſt, auch drückten im Lieferungsgeſchäft ver=
ſchiedentlich
Andienungen, während ſpätere Sichten unter
dem Einfluß der Politik anziehen, den Gewinn aber nicht
voll behaupten konnten. Verhältnismäßig beſſer war die
Nachfrage für Roggen, zumal auch der Export fortgeſetzt
Anſprüche ſtellt. Rußland iſt trotz ſeiner angeblich großen
Ernte mit Offerten ſehr zurückhaltend. Einen ſehr feſten
Eindruck macht nach wie vor der Hafermarkt. Das An=
gebot
vom Inlande iſt fehr ſpärlich, ſo daß die Preiſe
trotz großer Vorſicht der Käufer erneut angezogen haben.
Der amtliche Bericht für Preußen äußert ſich in ungün=
ſtiger
Weiſe über die Haferernte und ſtellt eine Ermäßig=
ung
der Ertragsſchätzung in Ausſicht. Da auch Rußland
ſich zurückhaltend zeigte und zuletzt ſogar frühere Verkäufe
rückgängig zu machen ſuchte, ſo mußten im Lieferungs=
geſchäft
zirka 5 Mark höhere Preiſe als vor 8 Tagen be=
willigt
werden. Einen beſonders befeſtigenden Einfluß
übten die politiſchen Verhältniſſe und die dadurch bewickte
Verteuerung der Frachten auf die Preiſe für ruſſiſche Gerſte
aus. Auch Mais war feſter gehalten, zumal die Mais=
ernten
in Rumänien und Südrußland namentlich in quali=
tativer
Beziehung viel zu wünſchen übrig laſſen ſollen.
Es ſtellten ſich die Preiſe für inländiſches Getreide am
letzten Markttage in Mark per 1000 Kilogramm wie folgt:

Weizen
Roggen Hafer
171
Königsberg.
. 204 (*1 ) 172 (* ½) 176
Danzig
199
177
169
Stettin
168
207
1 ) 175
Poſen
. 202
170
1 ) 174
Breslau
210
Berlin
205
172½
170
190
Magdeburg . 206
. 206
174
1 ) 198
Halle
198
204
173
Leipzig
205
200
174
Dresden
170
176
201
Roſtock
178 (-
Hamburg
203
. 216
Düſſeldorf
)188 (*1 ) 212
216
Frankfurt a. M. 211½
182½ (*1 ) 205
5
185
Mannheim . . 217½
190½
Straßburg . . 220
190
205
München . . 230
185 (*1 ) 196 (*2 )

Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Okt. 210,25 (P0,50),
Dez. 210.75 (* 3), Peſt Okt. 194,15 (- 2,20), Paris Okt.
222,40 ( 2,40), Chicaao Dez. 140,95 (1,95), Liverpool
Dez. 169,35 (2,55), Roggen: Berlin Oktt. 175 (*-2,75),
Dez. 174,75 (P4), Hafer: Berlin Okt. 185,25 (5),
Dez. 179,75 (- 5,25), Futtergerſte Südruſſ. frei Hamburg
unverzollt Okt.=Dez. 136 (- 2,50), Mais: La Plata Okt.=
Nov. 113 (*0,50) Mk.

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ONI6
Min
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rahm
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[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

§ 110.

Domerstag, 10. Oktober.

1912.

Aerloſung von Schuldverſchreibungen der Provinz Starkenburg.

In Vollziehung des Schuldentilgungsplans der Provinz Starkenburg ſind heute
rachſtehende 3½ % ige Schuldverſchreibungen auf den Inhaber durch Verloſung zur
Rückzahlung am 1. Dezember 1912 berufen worden, nämlich:
Lit. A. Nr. 272, 296, 329, 348, 400
5 Stück à 1000 Mk.
B Nr. 6, 80, 199, 262, 297, 439, 525 = 7
à 500 Mk.
C Nr. 218 und 340
2
à 200 Mk.

Die Rückzahlung erfolgt bei der Bank für Handel und Induſtrie zu Darmſtadt
und bei der Provinzialkaſſe der Provinz Starkenburg daſelbſt.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit dem obengenannten Ver=
falltag
auf.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1912.
(21123
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg.
Fey.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Pinſcher. 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt ieden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(21096

Bekanntmachung,

betreffend: die Maß= und Gewichtspolizei und die Durchführung
der Nacheichung in der Stadt Darmſtadt.
Es iſt noch eine größere Anzahl von Geſchäftsleuten aus dem
r., 2. und 3. Polizei=Revier mit der Nacheichung ihrer Meßgeräte im
Rückſtande. Unter Bezugnahme auf unſere Bekanntmachung in obiger
Sache vom 10. Auguſt 1912 (Darmſtädter Tagblatt Nr. 190 vom
14. Auguſt 1912) fordern wir die Säumigen daher auf, ihre Meß=
geräte
(Gewichte, Wagen Flüſſigkeitsmaße uſw.) alsbald dem Großh.
Eichamt Darmſtadt, Woogſtraße Nr. 4, zur Nacheichung vorzu=
egen
. Wir werden alle Uebertretungen der Maß= und Gewichts=
ordnung
, die bei der gegen Ende dieſes Jahres ſtattfindenden Maß=
und Gewichtsreviſion feſtgeſtellt werden, zur gerichtlichen Anzeige
Dringen.
Die in den Polizei=Revieren 4 bis 7 wohnenden Geſchäftsleute
werden nochmals darauf hingewieſen, daß zwecks raſcher Abwicklung
des Nacheichungsgeſchäftes auf dem Großh. Eichamt für die Nach=
sichung
folgende Zeiten feſtgeſetzt ſind:
Für das 4. Polizei=Revier vom 1. bis 12. Oktober,
Für das 5. Polizei=Revier vom 15. bis 31. Oktober,
Für das 6. Polizei=Revier vom 1. bis 9. November,
Für das 7. Polizei=Revier vom 11. bis 23. November.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1912.
(21038md
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

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Freitag, den 11. Oktober I. J., vorm. 9 Uhr,
verſteigere ich wegen Auflöſung des Haushalts im Hauſe
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Waſchkörbe, ſowie alle ſonſtigen Haushaltungsgegenſtände.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1912.
(20943id
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 10. Oktober 1912, nach=
rnittags
4 Uhr, verſteigere ich im Saale Runde=
rurmſtr
. 16 öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: 3 Kleiderſchränke, 35 Photographie=
Album, 40 Kaſſetten Briefpapier, 4 Reiſe=Nezeſſaires,
1 Hoſe, 2 Stöcke, 2 Koppeln, 1 Degen, 1 Mütze,
1 Paar Stiefel;
b) vorausſichtlich: 8 Vertikos, 3 Büfetts, 5 Diwans,
4 Sofas, 2 Trumegux, 3 Schreibtiſche, 6 Kleider=, 2 Spiegel=,
2 Glas= und 2 Ladenſchränke, 1 Pianino 2 Waſchtiſche,
2 Kommoden, 4 Fahrräder, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen uſw.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1912.
(21095
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.

Bergebung von Führlieſerungen.

Die Lieferung des Bedarfs an Kolonialwaren, Gemüſe, Milch,
Molkereiprodukten und Kartoffeln, ſowie die Abnahme der Küchen=
abfälle
(Spülicht) ſoll für die Zeit vom 1. November 1912 bis
9 1. Oktober 1913 verdungen werden.
Die allgemeinen Lieferungsbedingungen liegen im Geſchäfts=
zimmer
der Kommandantur, Baracke 111 Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
und Anerkennung aus.
Die Angebote ſind in verſchloſſenem Umſchlag mit der Auf=
ſchrift
Angebot auf Küchenlieferungen für die Zeit vom 1. November
1912 bis 31. Oktober 1913 verſehen an die unterzeichnete Küchen=
verwaltung
einzureichen. Letzter Einreichungstermin iſt der
1.7. Oktober 19 12.
Formulare zu den Angeboten können bei der Kommandantur
unentgeltlich bezogen werden. Die Eröffnung der Angebote findet
am 18. Oktober 1912, vormittags 10 Uhr, auf dem oben genannten
(21135ds
Beſchäftszimmer ſtatt.
Tr.=Uebungspl. Darmſtadt, den 8. Oktober 1912.
Die Küchenverwaltung
der Kommandantur des Truppenübungsplatzes.

Die Reſerung des Bedarfs an Kartoſfein Kolonialwaren (ausſchl.
Kaffee und Konſerven), Eier, Milch, Butter Mehl, Brot, ſowie

Abnahme des Spülichts und der Knochen ſoll für die Zeit vom
A. November 1912 bis 31. Oktober 1913 vergeben werden. Schriftliche
Ungebote ſind bis zum 20. Oktober 1912, vorm. 9 Uhr, ver=
ſüegelt
und mit entſprechender Aufſchrift verſehen Kolonialwaren
unter Beifügung von Proben auf dem Zahlmeiſter= Geſchäfts=
zimmer
abzugeben, woſelbſt auch die Lieferungsbedingungen einge=
(21093di
ſeehen werden können.
Küchenverwaltung Garde=Dragoner=Regts. Nr. 23.

Ueberſicht

der Durchſchnittspreiſe von folgen=
den
Früchten und Verbrauchsgegen=
ſtänden
in der Zeit
vom 15. bis 30. September 1912.
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 21. bis 24.
Korn
18. 18.50
Gerſte
21. 21.50
Hafer
21.50 22.
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 4.
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 9. Oktober 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.

Offenlage der Urliſte

für Schöffen oder Geſchworenen.
Die aufgeſtellte Urliſte derieni=
gen
Perſonen, die zu dem Amte
eines Schöffen oder Geſchwore=
nen
berufen werden können, liegt
von Montag, den 7. Oktober
ds. Js. an, eine Woche lang
während der gewöhnlichen Ge=
ſchäftsſtunden
im Stadthauſe,
Rheinſtraße 16/18, Zimmer Nr. 44,
offen.,
(20851sd
In der angegebenen Zeit kann
jedermann die Liſte einſehen und
gegen die Richtigkeit oder Voll=
ſtändigkeit
derſelben ſchriftlich oder
durch abzugebendes Protokoll Ein=
ſprache
erheben.
Darmſtadt, 5. Oktober 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.

Bekanntmachung.

Auf Antrag der Erben der
Martin Darmſtädter Eheleute da=
hier
ſollen die denſelben im Grund=
buch
der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. am
. I 395/10 274 Hofreite, das Win=
gertsfeld
im
Gäßchen ( Kies=
bergſtraße
Nr. 9),
I 3737/10 86 Grabgarten Sand=
ſtraße
( Kies=
bergſtraße
),
Montag, 21. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, freiwillig verſteigert
werden.
Darmſtadt, 8. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (V121103

Bekanntmachung.

Mittwoch, 20. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Philipp Adam zu
Nieder=Modau, im Grundbuch
hieſiger Gemarkung zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
35 149¾/10 286 Hofreite Hein=
heimerſtraße

Nr. 75,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K41/12
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 4. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V21104

Mochfeines
Speisezimmer
dunkel eichen, beſtehend in groß.
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Ballonplatz 5, 1. Stock.

bequeme eichene Kontorſtühle
(drehbar) billig zu verkaufen
*8647) Wendelſtodtſtraße 9.

Sorhänge, Küchenſchr., Stühle,
Gaslüſter zu verk. (*8692
Hochſtraße 57, 1. Stock.

Städtiſcher Fiſchmarkt.

Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder:
Woche,
b) auf dem Riegerplatz; nach Bedarf, jedenfalls aber Don=
nerstag
und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den Verkaufs=
ſtänden
angeſchrieben.
Darmſtadt, den 28. September 1912.
(20343af
Der Oberbürgermeiſter:
J. B.: Mueller.

Bekanntmachung.

Betreffend: Schutz der Waſſer=Zu= und=Ableitungen im Winter.
Vor Beginn des Winters machen wir die hieſige Einwohnerſchaft
auf die Schäden und Nachteile aufmerkſam, die durch Froſt an den
Waſſer=Zu= und =Ableitungen in den Häuſern entſtehen können, und
empfehlen, nachſtehendes zu beachten:
Wenn Türen und Fenſter der Keller nicht gehörig geſchloſſen
gehalten werden, ſo iſt das Einfrieren der Waſſermeſſer zu erwarten.
Dabei zerſpringt die Glasplatte der Meſſer; außerdem wird das
Gehäuſe des Meſſers zerſprengt und das Räderwerk zerſtört. Türen
und Fenſter der Keller ſind deshalb gut geſchloſſen zu halten.
Bei anhaltendem ſtrengen Froſt (50 C) wird es außerdem
notwendig, die Waſſermeſſer und die anderen Teile der Waſſerleitung
durch Umhüllen mit lockerem Stroh oder mit dicken Tüchern zu ſchützen
und die Glasfenſter zu verhängen.
Wenn Waſſerleitungsröhren mindeſtens 1,30 Meter tief in die
Erde verlegt ſind oder wenn ſolche im Hauſe ausſchließlich durch ge=
heizte
Räume (Küchen) oder durch Räume, die mit geheizten Räumen
durch häufige Benutzung in Verbindung ſtehen (abgeſchloſſene Flure,
Kloſetträume), geleitet ſind, ſo iſt das Einfrieren der Waſſerleitungen
nicht zu erwarten; vorausgeſetzt wird, daß dieſe Räume nicht
durch dauerndes Oeffnen der Türen und Fenſter ſtark abgekühlt
werden (Kloſetträume). Sind alle oder einzelne Räume, in denen die
Waſſerleitung liegt, längere Zeit ungeheizt, ſo iſt es empfehlenswert,
die Waſſerleitung für gewöhnlich abgeſperrt zu halten und täglich ein=
oder
mehreremal die erforderlichen Waſſerquantitäten an die Haus=
bewohner
abzugeben.
Das Abſperren der Leitungen ohne gleichzeitiges Ent=
leeren
der Röhren iſt zwecklos. Reides ſoll gleichzeitig erfolgen,
indem man den vor dem Waſermeſſer angebrachten Hauptabſperr=
hahn
ſchließt und ſofort die im Hauſe befindlichen Zapfhahnen und
Kloſettventile für einen Augenblick öffnet. Geſchieht das, dann läuft.
das in den Röhren befindliche Waſſer durch eine im Hauptabſperrhahn
angebrachte Oeffnung aus. Dieſes Waſſer, welches ſelbſt bei ſehr
langen Leitungen nür wenige Liter beträgt, fängt man in unter=
geſtellten
Gefäßen auf, oder man läßt es, wenn die Kellerfohle
waſſerdurchläſſig iſt, ohne Nachteil in den Keller laufen.
Das Maß von Sorgfalt, welches man auf den Schutz der
Waſſerleitungen gegen Froſtſchäden aufwenden muß, hängt von der
Strenge und von der Dauer der Kälte ab. Hält die ſtrenge Käle
wochenlang an, dann durchfrieren die äußeren Mauern derart, daß
ſelbſt nach bereits eingetretener milderer Witterung die auf den
durchfrorenen Mauern befeſtigten Waſſerleitungen noch nachträglich
einfrieren können.
Sind alſo Waſſerleitungen auf Außenmauern hefeſtigt, ſo iſt
beſondere Vorſicht und ſtarke Erwärmung der betreffenden Räume
zu empfehlen. Beſondere Aufmerkſamkeit iſt auch auf Garten=
leitungen
zu richten. Man ſchließe und entleere dieſelben vor Ein=
tritt
des Winters ſorgfältig.
Sind Waſſerleitungen eingefroren, ſo ſchaffe man ſofort Ab=
hilfe
, weil dann das Auftauen noch raſch bewirkt werden kann und
weil die Leitungen alsdann noch keinen Schaden erlitten haben.
Läßt man das Auftauen anſtehen ſo friert gewöhnlich die
Leitung auf lange Strecken zu. Das Auſtauen wird dann ſehr
ſchwierig und koſtſpielig, meiſtens leidet auch die Leitung Not.
Behufs des Auftauens eingefrorener Leitungen wende man
ſich ſofort an einen zuverläſſigen Inſtallateur.
Iſt ein Waſſermeſſer eingefroren, ſo erſtatte man alsbald
Meldung bei der ſtädt. Waſſerwerksverwaltung. Iſt eine Waſſerleitung
eingefroren ſo iſt das der Beweis, daß inbezug auf Schutz der Leitung
etwas verſäumt worden iſt. Man beſeitige die Urſache des Einfrierens,
weil ſonſt die Störung immer wieder eintritt.
Sind Keller oder andere Räume durch ein Verſehen durchaus
vereiſt, ſo nützt es nichts, nachträglich nur die Fenſter zu ſchließen.
Man ſtelle vielmehr Holzkohlenöfen oder andere paſſende Heizvorrich=
tungen
auf, um die Mauern wieder zu durchwärmen.
Bei den Waſſerableitungen iſt die Aufmerkſamkeit beſonders
den Kloſetts zuzuwenden, da hier die unter den Sitzen befindlichen,
mit Waſſer gefüllten Syphonrohre und die Spülkaſten durch das
Einfrieren häufig beſchädigt werden.
Bei Froſtwetter ſind daher die Aborträume gegen außen mög=
lichſt
geſchloſſen zu halten, beſonders während der Nacht; auch
kann die Beheizung der Aborte mittels kleiner Petroleum= oder Gas=
öfen
beſteng. empfohlen werden.
Die Spülkaſten ſollen nach jedesmaliger Benützung der Kloſetts,
unter Abſtellung des Waſſerzulaufes. vollſtändig entleert werden.
Bei Kloſetträumen, die der Einwirkung der Kälte beſonders
ausgeſetzt ſind, empfiehlt es ſich, zur Verhütung der Eisbildung die
Kaſten unter den Sitzen mit Stroß locker auszuſtopfen, die Spülaſten
mit Tüchern zu umhüllen und deren Anfüllung bei ſtrenger Kälte
ganz zu unterlaſſen. Häufiges Eingießen warmer Abwaſſer aus
den Haushaltungen in die Kloſetts trägt weſentlich zur Verhinde=
rung
der Eisbildung in den Syphonrohren bei.
An den Außenſeiten der Gebäude angebrachte Küchenrohre
ſind dem Einfrieren und dadurch der Zerſtörung beſonders aus=
geſetzt
; es ſollte daher das Einſchütten von Waſſer in ſolche Rohre
bei ſtrenger Kälte ganz unterlaſſen, mindeſtens aber auf die Tages=
zeit
beſchränkt werden.
Auch die Hofſinkkaſten ſind bei anhaltend ſtrenger Kälte gegen
das Einfrieren zu ſchützen, am beſten durch Ueberdeckung mit einer
mindeſtens 20 Zentimeter hohen Erdſchicht, da andernfalls durch die
Eisbildung in den Sinkkaſten der Abſluß des Waſſers unmöglich ge=
macht
wird, ſodaß bei Eintritt von Tauwetter Ueberſchwemmungen
der Grundſtücke die Folge ſind.
Die in den Waſchküchen vorhandenen eiſernen Ablaufkaſten
können bei ihrer geringen Tiefe nur durch rechtzeitige Entleerung des
Waſſers vor dem Einfrieren geſchützt werden; die Kaſten ſind dann
zur Verhütung der Entweichung von Kanalgaſen möglichſt luſtdicht
abzudecken.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1912.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
(20901od
Rudolph.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 239.

Verſteigerungs=Inzeige,

Donnerstag, den 10. Oktober 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahſung:
1 Kaſſenſchrank, 1 Spiegelſchrank, 5 Kleiderſchränke, 3 Di=
wans
, 2 Sofas, 1 Weißzeugſchrank, 1 Vertiko, 1 Spiegel,
1 Schreibtiſch, 1 Tiſch, 1 Waſchkommode, 2 Pferde, 16 Wirts=
tiſche
, 60 Wirtsſtühle, 1 Büfett, 1 Gläſerſchrank und 1 Bil=

lard mit Zubehör.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1912.
(21129
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher in Darmſtadt,
Kaſinoſtraße 24.

Der

Konkurs=Ausverkauf

von

Schahwaren duer Ner
nur Schillerplatz 4
wird jetzt unter Taxpreiſen fortgeſetzt. (21086
Der Konkursverwalter:
Ernst Wolff.

Tel. 1734.

Del. 724.

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Heute und morgen, Freitag, treffen in der
Beſſunger Fiſchhalle zwei große Sendungen
(kopf-
Goldbarsch los)

ein, per Pfund nur

Pfennig.

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Beginn des Winterhalbjahres 191213
Montag, den 14. Oktober.
Für Erwachſene: I. Abt. Dienstag und Freitag
von 67½ Uhr.
II. Abt. Montag und Donnerstag
von 67½ Uhr.
Für Kinder: Dienstag und Freitag von 34 Uhr.
Anmeldungen während der Turnſtunden im Turnſaale,
Grafenſtraße 30 (Eingang Eliſabethenſtraße).
Gäſte (Damen) jederzeit willkommen.
Orthopädiſches Turnen gegen Haltungsfehler und Rück=
gratsverkrümmungen
, geleitet von Turnlehrerin Cl. Schmuck.
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Anmeldung: Roßdörferſtraße 85, II.

Unter hohem Protektorat ihrer Durchlaucht der Fürstin Marie
zu Erbach-Schönberg, Prinzessin von Battenberg.
Trerru. Schmlte-Akauemie tal Tchkundt
zugleich Gesangschule für Konzert, Oper und Haus
Elisabethenstr. 36.
Gegründet 1851
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Für den Unterricht in den Ausbildungs- und Dilettanten-
klassen
der Gesangschule wurde mit Beginn des Wintersemesters
Tneben der Konzertsängerin Fräul. Eise Diefenthäler Herr
Konzertsänger Franz Müller von hier gewonnen. Anmeldungen
an die Direktion, Elisabethenstrasse 36, erbeten. Sprechstunden
vormittags von 1012½ Uhr. Prospekte kostenfrei. (20996md
Die Direktion: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter.

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zugleich Gesangschule für Konzert, Oper u. Haus.
Gegründet 1851
Elisabethenstraße 36.
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Für das Fach der musikalischen Formenlehre wurde Herr Professor Arnold Mendelssohn
gewonnen. An diesen Kursen können auch Hospitanten teilnehmen.
Beginn des Wintersemesters: In der Gesangschule: Donnerstag, den 3. Oktober
in der Instrumentenschule: Donnerstag, den 10. Oktober.
Vollständige Ausbildung in allen Fächern der Musik.
Kunst-, Dilettanten- und Vorschule.
Einzel- u. Klassenunterricht je nach Wunsch. Schriftliche oder mündliche An-
meldungen
an die Direktion, Elisabethenstrasse 36, erbeten. Sprechstunden vormittags 10 bis
12½ Uhr. Prospekte kostenfrei durch die Direktion, die Musikalienhandlungen u. das Verkehrsbüro

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Die Direktion: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter.

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Freitag, 11. Okt., abends
9 Uhr, in unserem Vereinslokal,
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einschl. Lehrmittel 5 Mk. (B21100
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Unterricht,
Fortbild. De=
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Uebung Freitags, abends 8½ Uhr.
essischer Hof. Wilhelminonstr 1.

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Matur.= u. Vorexamen. Nachhilfe.
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Honor. Wittmannſtr. 30, I. (B21028

Hauswirtſchaftliche Vortbildungsſchule.
Abendkurſe.
Mitte Oktober wollen wir wieder beſondere Abendkurſe eröffnen
laſſen. In denſelben ſollen Mädchen und Frauen, denen es durch
anderweitige Beſchäftigung tagsüber nicht möglich iſt, ſich mit den
Arbeiten des Haushaltes vertraut zu machen, im Kochen und Backen,
ſowie im Nähen, Flicken und Stopfen unterwieſen werden.
Die Herſtellung von Weihnachtsgebäck findet in dieſen Kurſen
beſondere Berückſichtigung.
Die Zahl der Unterrichtsabende iſt auf 60 feſtgeſetzt. Die
Verteilung derſelben auf die einzelnen Wochen und Tage und die
Feſtlegung der Unterrichtszeit erfolgen im Einverſtändnis mit den
Kurſusteilnehmerinnen.
Das Schulgeld für den ganzen Kurſus beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen zwei Mark
b) für auswärtige Schülerinnen vier Mark.
Es iſt bei der Anmeldung zu entrichten.
Anmeldungen von Teilnehmerinnen aus dem Stadtbezirk
Darmſtadt werden Montag, den 14. Oktober, von 7 bis 8 Uhr
abends, in der Fortbildungsſchulküche, Rundeturmſtraße 11, und
von ſolchen aus dem ehemaligen Beſſunger Bezirk Dienstag, den
15. Oktober, von 7 bis 8 Uhr abends, in den Fortbildungsſchul=
räumen
, Hermannſtraße 21, von dem Leiter der Schule entgegen=
genommen
.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1912.
Der Schulvorſtand.
J. V.: Mueller.
21147ds)

wünſcht engliſch
Engländerin Unterricht zu er=
teilen
Wilhelminenplatz 10, I. (20360a

Franz. Unterricht geſ., auch
Konverſation.
(*8673ds
Offerten m. Preis u. W 56 Exp.

gibt jung. Mann Ma=
Wer ſchinen= u. Schönſchreib=
kurſus
2 Bevorz. Soderviert. Off.
unter W 50 an die Exp. (*8664

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Es können ſich wieder einige
junge Damen an dem Kochkurſe
beteiligen J. Friedrich,
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und Ondulation, für Beruf und
Selbstgebrauch. Meine Lehr-
methode
ist eine derartig voll-
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, dass jede Schülerin beim
Verlassen meines Instituts im-
stande
ist, auch den verwöhnte-
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Ansprüchen gerecht zu
(20022dsd
werden.
Verschiedene Dankschreiben.
16 Nieder-Ramstädterstrasse 16.

An einem im Nobember be=
A ginnend. Tanzkursus können
noch Schüler u. Schülerinnen der
höh. vehranſtalten teilnehmen. Off.
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Das Wintersemester beginnt
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Schüler aus Darmſtadt und Umgebung).
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Examen. Kleine Klaſſen, individuelle Behandlung. 13 Lehrer,
M. Eliss.
B19479)

Nach 5jähr. Studium bei Professor Eugen
Hildach erteile ich hier Gesangs-Unterricht.
Mathilde Heissner, Konzertsängerin
Anmeldungen vormittags erbeten Stiftstrasse 6. (*8689do

Wollen Sieinkurzer Zeitperfekttanzenlernen 2 Sowenden
Sie ſich vertrauensvoll an das Schmidt’ſche Tanzinſtitut.
Nächſter Kurſus beginnt am Mittwoch, den 16. Oktober.
Mein Uebungslokal befindet ſich Eliſabethenſtr. 2, im Weißen
Saal der Stadt Pfungſtadt (neuer Parkettboden). Anmel=
dungen
werden am Büfett, ſowie abends in den Uebungs=
ſtunden
entgegengenommen. Durch meine Ausbildung in
Frankfurt bin ich in der Lage, allen Wünſchen gerecht zu werden.
(*8650do
Zahlreicher Beteiligung ſieht entgegen
Ludwig Schmidt, praktiſch ausgevildeter Tanzlehrer.
NB. Geſchloſſene Vereine große Preisermäßigung.

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21140a) Grüner Weg 17, part.

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A und Damenmantel bill. abzug=
*8761)
Fuchsſtr. 16, part.

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Handelslehrer u. beeid. Bücherrevisor
HlERON. ScHNEIDER
Handelslehrer und Bücherrevisor.

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Gründliche Ausbildung für den kaufmännischen Beruf in Tages- oder
Beginn neuer Kurse: 9. Oktober 1912. Abendkursen. Stenographie (Gabelsberger). Maschinensehreiben.

Neu eingeführt: Fremde Sprachen nach Narvos semi-direkter Methode.
Besondere Klassen für Fortbildungsschüler unter Befreiung vom obligatorischen Unterricht.

(18857a

[ ][  ][ ]

Nummer 239.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Unsere diesjährige AUSSTELLUNG von

Seite 13.

bringt wieder eine große
Auswahl moderner, mit
Sorgfalt ausgesuchter und
aparter Zeichnungen.

600

Eröffnung der Dekoration:
Donnerstag
vormittag.

Unser großes Eckfenster zeigt einen schönen Teil teilweise
zusammengestellter Garnituren für Eßzimmer, Herren-
zimmer
, Salons, Schlafzimmer etc. und kommt auch dieses
Jahr wieder der beste Geschmack auf seine Befriedigung.

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Neu zugelegte Genres:

HEDEBO‟
DAMASKUS‟
AUs DER GUTEN

ALTEN ZEIT

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Kaiserl. Königl. Hoflieferanfen.

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Essbirnen, Schafnase usw.,
Katzenköpfe usw.
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empfiehlt (20435a
Pitthan, Karlshof.

Hepl & John, Manufakturwaren. (14900a

Herren mit trockenem, ſprödem
oder dünnem Haar, das zu Kopf=
ſchuppen
, Juckreiz,
Haarausran
neigt, ſei folgendes bewährte und
billige Rezept zur Pflege des Haares
empfohlen: Wöchentlich 2maliges
gründliches Waſchen mit Zucker’s
kombiniertem Kräuter- Sham-
poon
(Pak. 20 Pf.), möglichſt täg=
liches
kräftiges Einreiben mit
Zucker’s Original=Kräuter-
Haarwasser (Fl. 1.25), außerdem
regelmäßiges Maſſieren der Kopf=
haut
mit Zucker’s Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
60 Pf.). Großartige Wirkung, von
Tauſenden beſtätigt. Echt bei
Chr. Schwinn, Rheinſtr. 8. (16576E

Jamilie Seerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
42)

Als Karl Auguſt ſchließlich weder ein noch aus wußte,
hatte er ſich ſeinem Schwiegervater anvertraut. Nach einer
langen, ernſten Unterredung half ihm dieſer noch einmal,
das letztemal, wie er betonte, und auch das nur, wenn
Karl Auguſt ehrenwörtlich verſpräche, keine Wechſel mehr
zu ſchreiben. Das Verſprechen, keine Karte mehr anzu=
rühren
, würdeſt Du doch nicht halten, denn Dich hat der
Spielteufel ſchon zu feſt in ſeinen Fängen, fügte er hinzu.
Karl Auguſt hatte ſein Ehrenwort gegeben.
Seine Mutter, die ſeit Jahresfriſt ganz in dem
Hauſe des jungen Paares wohnte, erfuhr von dieſen un=
erquicklichen
Geldangelegenheiten nichts. Wie in einem
ſtummen Einverſtändnis ſprach weder Jula noch Karl
Nuguſt zu ihr darüber, dieſer, weil es ihm peinlich war
und es nicht zum guten Ton gehörend fand, über Geldge=
ſchäfte
zu ſprechen, jene, weil ſie fürchtete, in den Augen
der Schwiegermutter, bei der ſie ſich gern als rettender
Engel Karl Auguſts aufſpielte, etwas von ihrem ſelbſt=
gewebten
Glorienſchein einzubüßen. Sicher wären dann
aklerlei unwahre Angaben, die ſie gemacht hatte, mit
großer Promptheit von Karl Auguſt richtig geſtellt wor=

den, und es wäre herausgekommen, was ſie ihrer Schwie=
germutter
mit großer Schlauheit geheim hielt, nämlich,
daß ſie ſelbſt die Hauptſchuld an ihrer unglücklichen Ehe
trug, hauptſächlich durch ihre grenzenloſe Eiferſucht und
dann durch ihre Koketterie.
Jula ſelbſt war es geweſen, die ihre Schwieger=
mutter
nach einiger Zeit inſtändig gebeten hatte, zu ihnen
zu ziehen. Aber nicht Mitleid war es geweſen, wie ſie
fälſchlich Karl Auguſt gegenüber angab, Mitleid mit der
ſtolzen Frau, die ſich nicht beugen laſſen wollte durch das,
was das Geſchick ihr angetan hatte, ſondern mit hocher=
hobenem
Haupte dahinſchritt. Allein war Jula mit Karl
Auguſt nicht fertig geworden. Alſo hatte ſie ſich eine Hilfs=
kraft
in ſeiner Mutter geholt, das war alles!
Die Zeit nach dem furchtbaren Tode des Miniſters
von Leerſen war an ſeiner Gattin nicht ſpurlos vorüber=
gegangen
. Hatte ſie doch immer neue Aufregungen und
ſeeliſche Erregungen gebracht. So war aus der bisher
noch immer ſchönen und ſtattlichen Frau in überraſchend
ſchneller Zeit eine müde, alternde, mit weißem Haar ge=
worden
. Tiefer und tiefer gruben ſich um Stirn, Augen
und Mund die Runen des Alters ein. Aber nicht milder
und weicher machten ſie ihre Züge, ſondern ſie beſtärkten
nur den Ausdruck des Stolzes und der Unnahbarkeit, der
von jeher da gewohnt hatte. Ein ſtummes Zurückweiſen
lag in dem Blick der großen blauen dunkelbewimperten

1 Augen. Nie ſprach ſie den Namen derer aus, die ihrem
Stolz und ihrem Herzen eine ſo tiefe Wunde geſchlagen
hatten und durch ihre ganze Art und Weiſe erreichte ſie
auch, was ſie wollte. Es wagte niemand, die Namen
Joachims und Chriſtas in ihrer Gegenwart auszu=
ſprechen
.
Von den Kämpfen in ihrem Innern, wie ihr Mutter=
herz
oft aufſchrie vor Leid, Schmerz und Sehnſucht nach
den Verlorengegebenen, das erfuhr freilich niemand. Mit
neidvollen Augen ſah ſie, wie in den Familien ihrer Be=
kannten
und Freunde die Eintracht und das Glück wohn=
ten
. Warum hatte ihr das Geſchick ſolches verſagt! Frau von
Leerſen wurde nach und nach ſcharf, bitter und oft ſogar
verletzend in ihren Urteilen und Aeußerungen über andere
Menſchen. Argwöhniſch lauſchte ſie bei jedem Geſpräch,
das ſie führte, ob das, was man ihr ſagte, nicht einen an=
deren
Unterton, eine andere Bedeutung haben könne;
überall ſuchte ſie geheime Spitzen und ſah Schadenfreude
aufblitzen. Immer mehr mied ſie den Verkehr, denn ſie
fing an, ſich vor den Menſchen zu fürchten. Sie floh in die
Einſamkeit und ſah mit bitterem Lächeln, wie wenige ſich
Mühe gaben, ſie dieſer Einſamkeit zu entreißen.
Die Aufforderung Julas, ganz in das Haus ihres
Sohnes und ihrer Schwiegertochter überzuſiedeln, traf ſie
unerwartet. Aber dieſe Aufforderung erfreute ſie, und
dankbar nahm ſie an. Karl Auguſt, er war ja das ein=,

[ ][  ][ ]

Seite 14:

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

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me iem cden einen Suhal gab. Auf hm=
ließ
ſie, die ſonſt ſo Karge in ihren Gefühlsäußerungen,
jetzt verſchwenderiſch all ihre Liebe und Mutterzärtlich=
keit
überfließen und ſonnte ſich in ſeiner Gegenliebe. Nur
ihm, nur ſeinem Glück allein noch wollte ſie leben. Mit
wachſender Sorge aber mußte ſie ſehen, daß dieſes Glück
auf tönernen Füßen ſtand. Zwar hatte Karl Auguſt alles,
was ſie einſt für ihn erwünſcht, erſtrebt und erhofft hatte;
ein Leben, dem es an äußerem Glanz und an Anerkenn=
ung
nicht fehlte! Nun wollte ſie, ſoweit das in ihren Kräf=
ten
ſtand, ihm noch zu dem verhelfen, was ihm fehlte!
Seine Ehe ſollte und mußte ſich glücklicher geſtalten! Sie
beſaß Einfluß auf ihn, er hörte auf ihre Worte. Woran
ſeine Ehe krankte, das ſah ſie ja: das gegenſeitige Ver=
ſtehen
die Liebe, die ſie bisher ſo niedrig eingeſchätzt
hatte, die ſich nach ihrer früheren Anſchauung in der Ehe
finden mußte, fehlte. Und zwar war es ihr Sohn, Karl
Auguſt, der dem heißen, leidenſchaftlichen Gefühl, das
ſeine Frau ihm entgegenbrachte, mit leeren Händen
gegenüberſtand.
Nach jeder häuslichen Szene war Jula anfangs zu
ihr gelaufen gekommen und hatte ſich über Karl Auguſts
Liebloſigkeit beſchwert. Auch der Sohn kam mit Klagen,
die ſie, auch wenn ſie es nicht zugab, berechtigt finden
mußte. Immer hatte ſie zum Guten geredet und Frieden
zwiſchen den beiden geſtiftet. Und eine Zeitlang war auch
alles wunderſchön gegangen. Der Einfluß, den Frau von
Leerſen auf den Sohn, und ohne daß dieſer es ahnte, auch
auf die Schwiegertochter ausübte, war der denkbar beſte.
Auch nahmen ſich beide in Gegenwart der Mutter mehr
zuſammen. Aber als der Reiz der Neuheit dieſer mütter=
lichen
Vermittelungsrolle ſchwand, da wurde alles wieder
ſo, wie es geweſen war. Frau von Leerſen aber ſah nun,
daß viel öfter bei dieſen ſich mehrenden Mißſtimmungen
zwiſchen den Ehegatten das Recht auf Karl Angußs Seite

wer Sie eiſhral dirck,aus ſe hit duch des igtigh=
Beiſammenſein näher kennen lernte. Wie vieles hörte
und ſah ſie, was ihr feines weibliches Empfinden ver=
letzte
! Immer mehr durchſchaute ſie die Hohlheit, Leecheit
und Oberflächlichkeit dieſes eitlen und verwöhnten Ge=
ſchöpfes
. Sie erlebte Szenen, die ihr Blut in Wallung
brachten: wenn Jula eigenſinnig und launenhaft ihren
Mann um nichts als aus Freude an ſeinem Aerger pei=
nigte
und quälte. Dann hielt ſie es für ihre Pflicht, mit
Jula ein ernſtes Wort zu ſprechen. Das aber vertrug
dieſe nicht, und neue Szenen folgten, die meiſt mit einem
Weinkrampf Julas endeten.
Aber dem Sohne zuliebe erduldete Frau von Leerſen
alles. Karl Auguſt fühlte mit ſeiner Mutter, wenn er
auch zu ſchwach war, bei ſich ſelbſt mit einer Aenderung
der unglückſeligen Verhältniſſe anzufangen. Dafür trug
er die Mutter auf den Händen und ſuchte mit doppelter
Liebe und Zärtlichkeit die Wunden zu heilen, die Julas
Ungezogenheiten und ſpitze Zunge der Mutter ſchlugen.
Gerade dieſe Aufmerkſamkeiten und Zärtlichkeiten gegen
die Mutter aber gaben Jula Grund zu neuer Eiferſucht.
Mit brennender Sehnſucht hatte ſie in ihrer Ehe bisher
vergeblich auf ſolche zarte Aufmerkſamkeiten gewartet.
Jetzt ſah ſie, daß auch Karl Auguſt einer ſolchen Zärtlich=
keit
fähig war, aber ſie galt einer anderen! Das verbittere
ſie und machte ſie ungerecht. Nun bereute ſie, daß ſie die
Mutter ins Haus gerufen hatte. Man verlangte von ihr
fortwährende Rückſichtnahme auf die alte Dame. Alles
mögliche ſollte ſie nicht ſagen und nicht tun, bloß darum
nicht: weil es Mama kränken würde‟!
Was ging es ſie denn an, daß Joachim ſein Ballett=
mädel
geheiratet hatte, und Chriſta, dieſe alberne Lieſe,
damals ausgekniffen war! Ein ganz gemeiner Skandal
war das einfach nur, und ſie war doch eigentlich ſehr edel
geweſen, daß ſie Karl Auguſt trotzdem geheiratet hatte.

Aiut feile ein Maſch ucht dandt nchdt. Soheſchuie=
gen
ſollte es in der Familie werden. So dumm! Als
ob man der Welt die Mäuler verbinden konnte! Vergeſſen
war der Skandal nicht, obgleich ſchon ein vaar Jahre
darüber hingegangen waren. Da ſollte man bloß mal
ihre Jungfer hören! Nein, was die alles wußte! Na, bei
Gelegenheit wollte ſie es mal ihrem Manne unter die
Naſe reiben. Oder am Ende der Mam=? Ach nein, das
wagte ſie doch nicht! Gott, was hatte ſie ſich da eine Rute
aufgebunden. Wenn die alte, eingebildete und verbitterte=
Frau, die mit ihrem Jungen einen förmlichen Kultus
trieb, wenigſtens oben in ihrem Zimmer geſeſſen hätte!
Aber nein, Karl Auguſt ſchleppte ſie jeden Tag, den Gott
werden ließ, runter in ihre gemeinſamen Wohnräume,
Und dann die verrückte Idee, die alte Frau bei jeder im
Hauſe ſtattfindenden Geſellſchaft hinzuzuziehen! Bei gro=
ßen
Feſten wirkte ſie ja ganz dekorativ, aber bei fröhlichen
Abenden, ſo wie geſtern wieder einmal einer bei ihnen
geweſen war, fiel ſie ihr immer auf die Nerven. Da war
ſie entſchieden ein ſtörender Faktor. Wenn ſie da in ihrem
ſchwarzſeidenen Kleide ſo kühl und vornehm in der Sofa=
ecke
thronte und ihre grauen Augen muſternd und prüfend
über alles hinweggehen ließ, kam gar keine richtige Stim=
mung
auf. Wie zahm und langweilig waren die Ge=
ſpräche
, nicht das kleinſte pikante Witzchen lief mit unter!
Denn alles und jedes ſah und hörte ſie. Sicher hatte die
alte Spürnaſe auch bemerkt, daß nach Tiſch der feſche kleine
Leutnant Hatten ihr, anſtatt die Hand, den Arm geküßt
hatte! Und wie geküßt! Jula ſchloß einen Augenblick
lächelnd die Augen. Aber mochte ſie’s doch geſehen haben!
Was ging es ſie eigentlich an! Sie ſollte ſich doch lieber
drum kümmern, daß ihr Abgott von Sohn nicht der koket=
ten
Dahlem ſo die Cour ſchnitt oder beim Jeu, das er
natürlich wieder entriert hatte, das Geld ſeines Schwie=
gervaters
verpulverte!
Fortſetzung folgt.

[ ][  ][ ]

Nummer 239.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 40. Ottooer 4912.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 239.

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Nummer 239

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Seite 19.

Sport.

* Pferde=Rennen. Der Schluß des Frank=
furter
Oktober=Meetings brachte den Wein=
bergſchen
Farben durch den Sieg von Fervor im Wäld=
chens
=Rennen neuen Erfolg, ſo daß die Frankfurter Züch=
ter
nunmehr alle drei Hauptprüfungen des Oktober= Mee=
tings
gewonnen haben. In den mit 13500 Mark aus=
geſtatteten
Renſien ging Alvarez ſefort in Front und
führte mit klarem Vörſprung vor Fervor, an dem jedoch
Heloiſe bald vorbeiging. Fervors Stallgefährte Pindar
und die Graditzerin Abwechſelung bildeten den Beſchluß.
Im vorletzten Bogen fiel Alvarez bereits zurück und Fer=
vor
lag nunmehr in Front vor der aufgerückten Abwechſel=
ung
und Heloiſe, während Alvarez und Pindar bereits
im Einlaufsbogen geſchlagen waren. Zwiſchen Fervor
und Abwechſelung entſpann ſich in der Diſtanz ein ſcharfer
Kampf, den Fervor um einen Hals zu ſeinen Gunſten
entſchied. Der Stall der Herren von Weinberg zeigte ſich
auch ſonſt noch in großer Form, da außerdem noch An=
blick
und Donnafelice die blau=weißen Farben in Front
trugen. Die Reſultate waren: Entſchädigungs=Rennen.
8000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herren v. Weinbergs
Anblick (F. Bullock), 2. Baſalt II. (H. Teichmann), 3. Nel=
ſon
(Raſtenberger). Tot. 25:10. Pl. 21, 19110. Unpl.:
Muth (4), The Wip, Habmichlieb. Leicht 23 Lg.
Wäldchens=Rennen. 13500 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Herren v. Weinbergs Fervor (Janek), 2. Abwechſelung
(F. Bullock), 3. Heloiſe (O. Müller). Tot. 22:10. Pl. 12.
12110. Unpl.: Pindar (4), Alvarez. Kampf Hals43
Lg. Preis von Sachſenhauſen. 5000 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Hrn. Blatts Sageſſe (Unterholzner), 2.
Macka (Miſchon), 3. Jubilee Juggins (W. Winkler). Tot.
46:10. Pl. 19, 22, 20:10. Unpl.: Mir (4), La Sylvie
Rockledge, Leſter Jim, Fleche, Knave of Heart. Kampf
Hals1 Lg. Jugend=Handikap. 8000 Mark, Diſtanz
1400 Meter: 1. Herren v. Weinbergs Donnafelice (F. Bul=
lock
), 2. Blumenſegen (Cleminſon), 3. Häckel ( Raſtenber=
ger
). Tot. 20110. Pl. 15, 21, 72:10. Unpl.: Komet,
Parbleu, Prinz Hermann, Jeanne la Folle, Wahrheit,
Monolog, Galanterie, Sara. Ueberlegen 122½ Lg.
Herbſt=Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 10000 Mark, Di=
ſtanz
4000 Meter: 1. Hrn. Dr. F. Rieſes Doma (Fritſche),
2. Oben Hinaus (Printen), 3. Grace (Naſh). Tot. 69:10,
Pl. 19, 13, 26:10. Unpl.: Bauernfänger (4), Sonnenblick
(5), Alvo, Clou, Veit. Leicht 54 Lg. Abſchieds=

Handikap. 6000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn. F.
Volkmanns Sideslip (Schläfke), 2. Mars (Rice), 3. Jris
(Evans). Tot. 48:10. Pl. 22, 65, 41:10. Unpl.: Nimble
Field (4), Le Haſard Argile Hendred, Boiling Hot, Lily,
Secret, Charles Heidſick, Barbacoſſa, Hongrie. Sehr
ſicher 1¾ Lg.
Die Gewinnſſumme der Herren A. u. C.
v. Weinberg beläuft ſich nach den großen Erfolgen
bei dem Frankfurter Oktober=Meeting auf 435790 Mark,
ſo daß alſo die halbe Million bis zum Schluß der Saiſon
ſicher noch überſchritten werden wird. Die Frankfurter
Züchter, die den zweiten Platz in der Liſte der erfolg=
reichen
Ställe hinter Graditz einnehmen, haben damzt
ihre vorjährige Gewinnſumme bereits um rund 15000
Mark überſchritten. Am gewinnreichſten zeigte ſich wiedec
der unverwüſtliche Fervor mit 70 400 Mark. Dann kommt
Pelleas, der es trotz ſeiner Unzuverläſſigkeit auf 63770
Mark brachte, und der hervorragende Zweijährige Meta=
ſtaſio
mit 61200 Mark. In größeren Abſtänden folgen
Carino mit 34110 Mark, Fabella mit 33650 Mark, Sa=
gitta
mit 25900 Mark, Donnafelice mit 21640 Mark, Em=
perador
mit 20850 Mark. In ausgezeichneter Form zeigte
ſich durchweg der jüngere Nachwuchs, da auf das Konto
von 9 Zweijährigen 159230 Mark entfallen.
Fervor beſitzt jetzt alle Anwartſchaft, das erfolgreichſte
Produkt der berühmten Feſta zu werden. Der Galte
More=Sohn, der jetzt als Sechsjähriger immer noch ſo
friſch wie in ſeinen jüngſten Tagen iſt und deſſen Beine
noch keine Binden oder Bandagen nötig haben, hat jetzt
407390 Mark gewonnen und ſteht daher hinter dem er=
folgreichſten
Feſta=Produkt Fels mit 417310 Mark nur
noch um rund 10000 Mark zurück, die er in dieſer Saiſon
leicht noch einbringen kann. Da Feſtino 308975 Mark,
Fauſt 250000 Mark, Fabula 212075 Mark und Salute,
Feſtas in England geborener Erſtling, 72580 Mark ge=
wannen
, ſo entfallen auf die Produkte der unvergleich=
lichen
Feſta nunmehr 1668330 Mark. Dazu kommen noch
54 555 Mark Züchterprämien. Wenn Feſto damit auch
den früheren Weltrekord der engliſchen Zuchtſtute Mo=
werina
überboten hat, ſo wird ſie doch ſchwerlich noch den
von Galicia, der Mutter von Bayardo und Lemberg, er=
reichen
, da von dieſer noch verhältnismäßig jungen Stute
noch weitere Produkte zu erwarten ſind, während dies
bei der alten Feſta wohl ausgeſchloſſen iſt, obwohl in der
kommenden Deckperiode noch einmal ein letzter Verſuch
gemacht werden ſoll.

Vermiſchtes.

* Der Turm des Schweigens. Den perſiſchen Feuer=
anbetern
, Parſis oder Parſen genannt, ſind Feuer, Waſſer
und Erde heilig. Sie verbrennen daher die Leichen nicht
auf Scheiterhaufen wie die Hindu, ſie dürfen ſie auch nicht
dem Waſſer anvertrauen oder in der Erde begraben wie die
Chriſten, ſondern ſie legen ſie in breite, maſſige, nach oben
offene Türme auf einen Eiſenroſt und überlaſſen ſie dort
ſich ſelbſt. In Bombay, wo die Parſis eine große, an=
geſehene
Kolonie bilden, erheben ſich dieſe Türme des
Schweigens auf dem bewaldeten Malabarhügel in gran=
dioſer
Einſamkeit, die jedem Fremden unnahbar. Rings=
um
in dem Geäſte rieſiger Bäume ſitzen Hunderte von
grauen Aasgeiern mit kahlen Hälſen und lauern auf Beute.
Kaum wird eine Leiche in den Turm gelegt, ſo ſtürzen ſie
krächzend und keifend auf ſie zu, und binnen kurzer Friſt
ſind nichts als abgenagte Knochen übrig. Die Sonnen=
gluten
trocknen die Gerippe, und des Abends kommen
Wärter, um ſie in den Schacht zu kehren, der in der Mitte
des Turmes in die Tiefe führt. Der, welcher geſtern viel=
leicht
noch zu den angeſehenſten Mitgliedern der Kolonie
gehörte, iſt heute verſchwunden, und nicht einmal ſeine Ge=
beine
bleiben für die Angehörigen zur Beſtattung zurück.
In Perſien ſelbſt, der Heimat der Anhänger der Lehre
Zoroaſters, ſind die Parſen bis auf geringe Reſte zuſam=
mengeſchmolzen
und nur wenige Städte enthalten noch un=
ter
ihren Einwohnern eine Anzahl von ihnen. Auch dort
erheben ſich die Türme des Schweigens einſam außer=
halb
der Ringmauern, gewöhnlich auf Anhöhen. Es ſind
große, kreisrunde Bauten von durchſchnittlich acht Meter
Höhe und zwanzig Meter Durchmeſſer, mit fenſterloſem,
kahlem Gemäuer. In dieſe werden die Leichen geworfen
und bleiben, unſichtbar für jedermann, liegen, bis ſie zu
Staub zerfallen.
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[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. Oktober 1912.

Nummer 289.

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