Abonnementspreis
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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterh.
tungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der bayeriſche Miniſterpräſident Freiherr v. Hertling
hatte am Sonntag abend in Murnau eine Begegnung
mit dem Reichskanzler v. Bethmann
Holl=
weg. Sie traten gemeinſam die Fahrt nach München
an, von wo aus der Reichskanzler nach Berlin
zurück=
kehrte.
In Traunſtein wurde am Sonntag das erſte von
der Deutſchen Geſellſchaft für Kaufmanns=
Er=
holungsheime erbaute Heim eingeweiht.
Der ruſſiſche Miniſter des Aeußern Saſonow iſt am
Montag nachmittag von Paris nach Berlin
ab=
gereiſt.
Der belgiſche Staatsminiſter Beernaert iſt im Alter
von 84 Jahren geſtorben.
In Gegenwart der königlichen Familie und des
diplo=
matiſchen Korps wurde der däniſche Reichstag
geſtern vom König mit einer Thronrede eröffnet.
Die Türkei hat Reformen für die europäiſchen
Wilajets beſchleſſen.
Ueber die Abſendung eines Ultimatums
Bulga=
riens an die Türkei ſind bisher keine Beſchlüſſe
gefaßt worden.
Saſanow in Berlin.
*⁎* Nachdem der ruſſiſche Miniſter des Aeußern
ſeine Beſuche in London und Paris erledigt hat,
triffteer am Dienstag in Berlin ein, wo er mit den
leitenden Stellen eingehende Beſprechungen haben
wird, zunächſt mit unſerem Staatsſekretär des
Auswär=
tigen Amtes und ſodann mit dem von ſeinem
Jagdauf=
enthalt in Bayern zurückkehrenden Reichskanzler.
Sergei Dimitrijewitſch Saſonow hat als Nachfolger
Iswolskis ſein jetziges Amt ſeit zwei Jahren inne. Er
gilt als geſchickter und beſonnener Diplomat, der ſchon
unter Iswolski großen Einfluß ausübte, und welchem die
Rolle zuſſiel, die äußere Politik Rußlands in die alten
bewährten Bahnen zurückzuführen. In der ruſſiſchen
öffentlichen Meinung hatte man Saſonow erſt im
Ver=
dacht, ein Deutſchenfreund zu ſein, und als dies in der
panſlawiſtiſchen Preſſe zum Ausdruck kam, ließ Saſonow
ſich dahin aus, daß er alle ihm zur Entſcheidung
unter=
breiteten Fragen der auswärtigen Politik einzig und
al=
lein vom Standpunkt des Rechts und der Intereſſen
Ruß=
lands beurteile. In der Tat hat man den Eindruck,
daß Saſonow allen Fragen der internationalen Politik
vorurteilsfrei gegenüberſteht und mit den realen
Möglich=
keiten zu rechnen weiß. In Berlin iſt er bekanntlich kein
Fremder mehr, denn er kehrte daſelbſt im Herbſt 1910
auf der Reiſe von Petersburg nach Wolfsgarten ein, wo
die Zarenfamilie weilte, und ſtellte ſich den leitenden
Kreiſen vor. Schon bald darauf kamn er mit dem Zaren
nach Potsdam und wohnte der Monarchenentrevue bei,
lebhaften Anteil an den politiſchen Beſprechungen
neh=
imend. Als Kaiſer Wilhelm im Juli dieſes Jahres mit
dem Reichskanzler in Baltiſchport war, befand ſich
Sai=
ſonow in der Begleitung des Zaren und auch bei der
darauf folgenden Anweſenheit des Herrn von Bethmann
Hollweg in Petersburg hatte er mit dieſem einen engen
Verkehr, er ſteht alſo unſeren leitenden Kreiſen ſchon
per=
ſönlich ſehr nahe.
Daß Herr Saſonow nach Erledigung ſeiner Londoner
und Pariſer Miſſion auch in Berlin einkehrt, iſt von nicht
geringer politiſcher Bedeutung, denn es zeigt, daß
Ruß=
land neben ſeinen Bündniſſen und Ententen die
traditio=
nelle Freundſchaft zum Deutſchen Reiche nicht
vernach=
läſſigen will, was ihm ja um ſo leichter wird, als
Deutſch=
land nirgends in der Welt Veranlaſſung hat, eine
Offen=
ſivſtellung gegen Rußland einzunehmen und als Gegner
berechtigter ruſſiſcher Intereſſen aufzutreten.
Selbſtver=
ſtändlich wird bei den bevorſtehenden Beſprechungen in
Berlin die Balkanfrage im Vordergrunde ſtehen, wobei
Saſonow ſich überzeugen können wird, daß die deutſche
Regierung bereit iſt, alles zur Erhaltung des Friedens
aufzubieten, und ſich dem Vorgehen der übrigen Mächte
anzuſchließen. Ueber Deutſchlands Stellung zur
Balkan=
frage iſt der ruſſiſche Miniſter ſchon längſt unterrichtet,
denn nach der Potsdamer Entrevue hat er ſich dahin
aus=
geſprochen, die deutſchen Regierungskreiſe hätten ihm
er=
klärt, die Türkei niemals einſeitig unterſtützen zu wollen,
wo immer ſie den allgemeinen Frieden ſtören könne.
In dieſer objektiven Haltung gegenüber der Balkanfrage
verharrt Deutſchland auch heute noch, was ein weſentliches
Moment zur Wahrung des Friedens iſt. Daß die
Ber=
liner Beſprechungen die Verſtändigung und das
Einver=
nehmen zwiſchen den Mächten auch für den Fall zu fördern
vermögen, daß der Balkankrieg zum Ausbruch kommt,
unterliegt keinem Zweifel.
Beſſere Ausſichten für die Fleiſchzufuhr
aus dem Auslande.
* Berliner Blätter ſchreiben: Wenn auch die
Aus=
fuhrſtatiſtiken derjenigen Staaten, für die die neuen
Er=
leichterungen der Fleiſchzufuhr gelten, im allgemeinen
wenig günſtige Ausſichten für eine beſſere Verſorgung des
deutſchen Marktes zu bieten ſcheinen, ſo liegen von
ein=
zelnen Stellen doch jetzt Nachrichten vor, die auf eine nicht
unbedeutende Einfuhr fremden Fleiſches rechnen laſſen.
Von unterrichteter Seite wird aus Oberſchleſien
mitgeteilt, daß dort ſeit einiger Zeit eine ſehr bedeutende
Durchfuhr von friſchem Fleiſch aus Rußland
nach der Schweiz ſtattfinder. Einige Baſeler Firmen
haben zu dieſem Zweck einen beſonderen Wagenpark mit
Kühlanlagen in Dienſt geſtellt, der regelmäßig große
Men=
gen friſches Schweinefleiſch nach der Schweiz liefert.
Außerdem befindet ſich gegenwärtig auf Veranlaſſung
der Schweizer Regierung eine Kommiſſion in den
Ober=
ſchleſien benachbarten ruſſiſchen Gebieten, um auch die
Ausfuhr von Rindfleiſch in die Wege zu leiten. Nach
den Berichten der Kommiſſion iſt in Rußland gegenwärtig
in ſehr ausgiebigem Maße Rindfleiſch zur Ausfuhr zu
lohnenden Preiſen vorhanden. Es dürfte daher nicht
ſchwer halten, bei den günſtigeren Frachtbedingungen
einen ſolchen Fleiſchbezug für Deutſchland zu
organiſie=
ren. Auch aus Belgien iſt in nicht ferner Zeit auf eine
wahrſcheinlich erhebliche Einfuhr von friſchem Rindfleiſch
zu rechnen. Belgien bezieht im großen Umfang
argen=
tiniſche Rinder, deren Fleiſch teilweiſe zur Ausfuhr
be=
ſtimmt iſt. Das ſeinerzeit verhängte Einfuhrverbot von
friſchem Fleiſch aus Belgien hatte gerade ſeine Urſache
in der Einfuhr des argentiniſchen Viehs in Belgien.
Nach=
dem nun aus Anlaß der Fleiſchteuerung dieſes Verbot
aufgehoben iſt, dürfte wieder auf eine ſtarke Zufuhr von
friſchem Fleiſch aus Belgien zu rechnen ſein.
Deutſches Reich.
* Zlur Auflöſung des
württembergi=
ſchen Landtages. Der am Samstag verabſchiedete
Landtag war am 7. Februar 1907 eröffnet worden und
gs war der erſte auf Grund der neuen Verfaſſung
einbe=
rufene Landtag, deſſen Zweite Kammer die frühere Ritter=
und Prälatenbank nicht mehr enthielt. Die
Abgeord=
netenkammer zählt bekanntlich 92 Mitglieder, von denen
75 aus allgemeinen und 17 aus Proporzwahlen
hervor=
gehen; während der letzten Legislaturperiode hatten das
Zentrum 25, die Volkspartei 24, der Bauernbund 15, die
Nationallliberalen (Deutſche Partei) 13 und die
Sozial=
demokraten 15 Sitze inne. Einen lebhafteren Kampf
ver=
urſachte eigentlich nur die Volksſchulgeſetznovelle, bei
welchem die Regierung die Beſchwerde des biſchöflichen
Ordinariats, bei der Vorbereitung der Novelle nicht
ge=
hört worden zu ſein, energiſch zurückwies. Trotz der
Diffe=
renzen, welche über dieſes Geſetz zwiſchen der Erſten und
Zweiten Kammer beſtanden, erfolgte eine Einigung, ſo
daß es zuſtande kommen konnte. — Für die nächſten
Wah=
len haben ſich die Nationalliberalen und die
Fortſchritt=
liche Volkspartei dahin geeinigt, daß ſie ſich gegenſeitig
unterſtützen wollen.
— Die Nachfolge des Freiherrn v.
Mar=
ſchall. Wie die Tägl. Rundſchau erfährt, wird in
Ber=
liner diplomatiſchen Kreiſen erzählt, daß der Nachfolger
für Herrn v. Marſchall ſchon gefunden iſt. Es wird
be=
hauptet, daß die deutſche Regierung vertraulich in London
angefragt hat, ob der engliſchen Regierung der Geh.
Le=
gationsrat v. Stumm, der Dirigent der politiſchen
Ab=
teilung im Auswärtigen Amt, als Botſchafter genehm
wäre. Die endgültige Entſchließung wird aber erſt nach
der Rückkehr des Kaiſers aus Rominten fallen.
Die Fleiſchteuerung. In ihrem
Wochen=
rückblick ſchreibt die Norddeutſche Allgemeine Zeitung zu
den auf eine Milderung der Fleiſchteuerung abzielenden
Maßnahmen: Die Maßnahmen der Städte werden ſtets
nur Notſtandsmaßnahmen ſein dürfen, Für die Zeiten
normaler Fleiſchpreiſe fehlt es den Städten an
genügen=
dem Anlaß, an dem Handel mit Lebensmitteln ſich ſelbſt
zu beteiligen. Schon die Rückſicht auf das Gedeihen des
einheimiſchen Fleiſchergewerbes wird ſie davon
zurück=
halten, ſich etwa gar die kommunale Fleiſchverſorgung
aller Bürger auf Grund dauernder Einrichtungen der
Ver=
waltung ein für allemal zur Aufgabe zu machen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Militärkredit. An kompetenter Stelle
wird verſichert, daß der geforderte Militärkredit, deſſen
Höhe übrigens noch nicht feſtſtehe, keineswegs für
Mobi=
liſierungszwecke benötigt wird. Es handle ſich um einen
ſolchen Kredit, den der Kriegsminiſter ſchon wiederholt
gefordert habe, der aber von dem gemeinſamen
Miniſter=
rat abgelehnt worden ſei, während man jetzt deſſen
Be=
willigung, wenn auch in geringerem Ausmaß, in
Er=
wägung ziehe. Es ſei jedoch durchaus unrichtig, aus
die=
ſem Kredit Konſequenzen für die auswärtigg Politik
ab=
zuleiten.
Frankreich.
Gegen die Verhältniswahl. In Döle
(Departement Jura) fand eine gegen die Verhältniswahl
gerichtete Verſammlung ſtatt, in der die Senatoren und
früheren Miniſter Pichon und Trouillot ſowie andere
Redner die von der Kammer beſchloſſene Wahlreform
auf das ſchärfſte bekämpften. Pichon, der dabei
wieder=
holt das Miniſterium Poincaré ſehr ſcharf angriff, ſagte
u. a.: Die politiſche Lage und die gegenwärtige Kriſis
ſind ernſt genug, daß die republikaniſchen Gruppen der
Regierung ihre Befürchtungen und ihre Forderungen
be=
kanntgeben. Das Miniſterium, in dem einige unſerer
beſten Freunde ſitzen, muß auf die Stimmung Rückſicht
nehmen, die in allen demokratiſchen Gruppen, in der
Ge=
meinde= und der Departementsvertretung, zum Ausdruck
gekommen iſt. Wir verlangen von der Regierung, ſie
möge die Einigkeit der republikaniſchen Parteien nicht
zer=
trümmern, ſie möge uns nicht zwingen, uns von ihr
los=
zuſagen, um der Demokratie und uns ſelbſt treu zu bleiben.
Die ſehr zahlreich beſuchte Verſammlung nahm auch einen
in diefem Sinne gehaltenen Beſchlußantrag an.
Spanien.
Die Eiſenbahnangeſtellten. Da
Canale=
jas den Kammern einen Geſetzentwurf vorzulegen
ver=
ſprach, durch den die Löhne der Eiſenbahner erhöht und
die Zahl der Arbeitsſtunden vermindert werden ſollen,
beſchloß das Zentralkomitee, den Streik einzuſtellen und
telegraphierte in dieſem Sinne an die Provinzen.
England.
Homerule. In ſeiner Rede in Ladybank ſagte
Premierminiſter Asquith, weder er noch ſeine Kollegen
hätten jemals die Bedeutung der Frage von Ulſter
unter=
ſchätzt und ſei er bereit, mit der größten Sympathie alle
Vorſchläge zur Erweiterung der Bürgſchaften für Ulſter
in Erwägung zu ziehen, die ſich mit den Zielen der
Homerule=Bill vereinigen ließen. Allein die Führer der
Oppoſition verlangten weder eine ſelbſtändige
Behand=
lung von Ulſter noch eine Verſtärkung der
Schutzmaß=
regeln, ſondern wollten ſich dem Homerule=Geſetz
unter allen Umſtänden und eventl. mit Gewalt
wider=
ſetzen. Ich brauch Ihnen nicht zu ſagen, erklärte der
Premierminiſter, daß die Regierung und das Parlament
ſolchen Drohungen nicht nachgeben wird.
Rußland.
Die Urwahlen zur Duma ſchließen heute, am 8. Okt.,
ab. Aus den Kleingrundbeſitzern wurden bisher gewählt:
6481 orthodoxe und 247 katholiſche Geiſtliche, 11 Paſtoren,
9 Mullahs, 363 Edelleute, 18 Kaufleute, 3557 Ackerbauer,
14 Beamte, 3 Militärs, 17 Vertreter freier Berufsarten,
Aerzte, Profeſſoren, Lehrer und Advokaten, 80 deutſche
Koloniſten, 50 Tataren und 3 Juden.
Griechenland.
Die Finanzlage des Staates. Det
Finanzminiſter erklärte die Finanzlage des Staates als
durchaus günſtig. Griechenland könne allen
außerordent=
lichen Anforderungen gerecht werden, ohne Anleihen
auf=
nehmen zu müſſen; die bei ausländiſchen Banken
depo=
nierten Staatsgelder betrügen über 58 Millionen, die
De=
pots bei der Nationalbank überſchritten 100 Millionen
Francs. Das Etatsjahr 1911 habe einen Ueberſchuß von
zehn Millionen ergeben, das laufende Finanzjahr weiſe
beträchtliche Ueberſchüſſe auf.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
Nummer 237.
* München, 6. Okt. Freiherr v. Hertling
be=
gab ſich geſtern nachmittag zur Begrüßung des
Reichs=
kanzlers nach Murnau und fuhr mit dem Kanzler nach
München zurück. Der Reichskanzler trat heute abend um
10 Uhr 20 Minuten die Rückreiſe nach Berlin an.
* Stuttgart, 5. Okt. Der König hat, wie der
Staatsanzeiger meldet, dem Präſidenten der Zweiten
Kammer v Payer den Titel und Rang eines Geheimen
Rates verliehen.
* Brüſſel, 6. Okt. Staatsminiſter Auguſte
Beernaert, der Präſident der interparlamentariſchen
Union, iſt im Alter von 84 Jahren in Luzern geſtorben.
Er war vor etwa vierzehn Tagen an Bronchitis erkrankt,
die ſich am Donnerstag zu einer ſtarken Lungenentzündung
auswuchs. Schließlich ließ auch die Herztätigkeit des 84 Mannes nach. Die Ueberführung der Leiche von
Luzern nach Brüſſel erfolgt am Dienstag. Ueber die
Be=
erdigung ſind hier noch keine Dispoſitionen getroffen. Die
geſamte Preſſe beſpricht mit wenigen Ausnahmen den Tod
des Staatsminiſters ſympathiſch und erkennt ſeine
Be=
deutung für Belgien an.
* Genf 7. Okt. Nach der Voſſiſchen Zeitung traf
geſtern aus Ouchy die Mitteilung ein, daß Bertolini
geſtern morgen nach Ouchy mit der Vollmacht Giolittis,
die Friedenspräliminarien zu unterzeichnen,
zurückgekehrt ſei. Said Effendi ſei gleichfalls in Ouchy
eingetroffen. Die Unterzeichnung dürfte Dienstag
er=
folgen. Beſtätigung dieſer Meldung muß abgewartet
werden.
Mit dem Motor ins innerſte Afrika.
Von Oberleutnant Paul Graetz.
(Nachdruck verbaken.
V.
Den Sſanga aufwärts durch Neu=Kamerun.
Molundu (Süd=Kamerun), 31. Juli.
Die palmengekrönten Hütten von Moſſaka liegen
hinter uns. Die „Hygiama” ſteuert auf die Landzunge zu,
welche mit ihrem dichten Krickwachstum in den Kongo
hineinragt, zwiſchen der Mündung des Likuala=Moſſaka
und des Sſanga. Die Strömung des Kongo ſtemmt ſich
gegen den Bug, als ſich der Kiel jetzt über die äußerſte
Spitze der Halbinſel hinausſchiebt. Zinko wendet ſich
gegen den Strom. Noch einmal ſchweift der Blick über
dieſes ſtrömende Meer, von deſſen Ausdehnung,
Waſſer=
reichtum und Kraft ſich nur der einen Begriff machen
kann, der, eigenen Pfaden folgend, mit eigenem Fahrzeug
ihm getrotzt. . . .
Die breite, deltaförmige Mündung des Sſanga tut
ſich auf, eingefaßt von hohem tropiſchen Wald. Ein
deutſcher Strom! Juſt vor einem Jahre wurde ſein
Schickſal gemacht dabeim in Europa am grünen Tiſch. Der
ſtille Fluß, der hier ſeine Waſſermaſſen dem Kongo
zu=
führt, war in aller Munde, Schmähungen aller Art mußte
er über ſich ergehen laſſen. Deutſchlands und Frankreichs
Preſſe fielen in gleicher Weiſe über ihn her. In
Deutſch=
land war man mit der Ausnützung der politiſchen
Kon=
junktur nicht zufrieden; in Frankreich ſuchte man Troſt.
„Die Fühlhörner” nennt der Kolonialwitz zuhauſe unſere
neue Kolonie — nicht mit Unrecht. Die ſchwarz=
weiß=
roten Fahnen wehen jetzt am Kongo. Wir haben jetzt
mit=
zureden im Rate der Völker Europas, wenn es ſich um
Kongointereſſen handelt. Die „Hygiama” ſteuert in
deut=
ſchem Gewäſſer. Der Strom des Sfanga iſt nicht hald ſo
ſtark, wie der des Kongo, doch gleich inſelreich. Mitunter
meint man am Ufer langzufahren und erkennt plötzlich,
daß man eine Inſel neben ſich hat. Mehrere Flußarme
greifen durch Inſeln und Feſtland nach dem Kongo und
dem Likuala=Moſſaka. Ein Europäer=Haus kommt in
Sicht, in der Bauart der Eingeborenen, mit Gras gedeckt;
daneben ſtehen die Brandrvinen eines Sreinhauſes, und
weiter hin zwiſchen Baſater einige dägedlige Mlmenbe=
ſchirmte Hütten: Bonga. Wir legen an, um unſere neuen
Landsleute, die Sſanga=Sſanga, kennen zu lernen —
große kräftige hellfarbige Neger mit bauſchiger Perücke,
in der Mitte geſcheitelt; die Frauen fett, halbnackt, bar
jeder Grazie. Der hier anſäſſige Franzoſe hat ſich,
fieber=
krank, nach Moſſaka ſchaffen laſſen. Ein Sſanga=Sſanga
bringt eine Ente. Fünf Franken. Wir verzichten, um
unſeren Nachfolgern nicht die Preiſe zu verderben. Die
„Hygiama” ſtößt ab. Männer, Weiber und Kinder ſtehen
ſtumm am Ufer und ſchauen hinter der deutſchen Flagge
drein. Sie mögen’s wohl wiſſen, daß ſie den Herrn
ge=
tauſcht . . . . Bald genug werden ſie den Wechſel ſpüren,
wenn die deutſche Verwaltung hier ihren Einzug hält
mit Paragraphen und Hinterladern. Gleichmäßig ſchallt
das Knattern des Motors von dem üppigen Wachstum der
Ufer und Inſeln wider. Wir paſſieren den erſten Grad
ſüdlicher Breite. Ein kleiner ſchmutziger
Schraubendamp=
fer, nur von Schwarzen bedient, ſtampft an uns vorüber.
In den Strahlen der Nachmittagsſonne erhebt ſich über
lehmigem hohen Uferſand eine Gruppe Boraſſuspalmen,
dann türmen ſich wieder die maſſigen Mauern des
Ur=
waldes rechts und links. Wir ſuchen nach einem
Land=
ungsplatz, nach einer offenen Stelle in dieſem dicken
Wirr=
warr von Pflanzenwuchs — vergeblich. Die Sonne ſteht
ſchon ſchief. So werden wir mitten im Fluſſe den Anker
werfen. Da taucht vor uns der Giebel eines Hauſes auf.
Wir ſteuern darauf los. Welche Täuſchung! Ein vom
Tornado oder Blitz geknickter Baum hat uns das
Luft=
ſchloß vorgezaubert. In der Dämmerung erkennen wir
gerade noch ein Stück gelben Uferſand, von
Papyrosſtau=
den und Strauchwerk maskiert. Hier laufen wir an und
machen feſt. Droben am Ufer hat ein Grasbrand in dem
trockenen Sumpfe gewütet und den Grund mit Ruß und
Aſche bedeckt. Die Lagerſtätten werden im Boote
her=
gerichtet — die erſte Nacht in Neu=Kamerun.
Die Nilpferde grunzen uns nach. Weiter zwiſchen
Bauminſeln der Sſanga aufwärts. Ein verlaſſenes Dorf
liegt hinter einem Bananenhain verſteckt. Ein Holzpoſten
wird angelaufen. Wir wollen erfragen. ob unſere
Orien=
tierung ſtimmt. Wir werden argwöhniſch, unfreundlich
aufgenommen. In europäiſche Lumpen gehülltes Geſindel;
frech und heimtückiſch blitzen uns die kleinen ſchwarzen
Augen an. Joſeph examiniert. Wir ſind richtig im Kurs.
Weiter. Die „Hygiama” küßt eine Handbank. Wir kup=
peln aus. Der Strom dreht den Kiel. Mit ganzer Kraft
vorwärts. Der Propeller wirbelt den Sand auf.
Lang=
ſam kommen wir los und looten uns im weiten Bogen um
die Untiefe. Steuerten wir bisher nach Norden und
Oſten, ſo zeigt der Kompaß jetzt plötzlich weſtliche Fahrt.
Der Sſanga beſchreibt hier ein Knie und wendet ſich
wie=
der nach Norden. Im Schatten des Ufers gewahren wir
einen kleinen Dampfer. Wir gehen längsſeits, freundlich
von dem einzigen Europäer, einem Franzoſen, begrüßt.
Ein Handelsboot der „Compagnie foreſtiere” nimmt Holz
über. Auf den Rat de? Franzoſen halten wir hart am
linken Ufer entlang. Ein Krokodil, den mächtigen Rachen
weit geöffnet, liegt unter dem dunklen Geäſt. Ein
Schim=
panſe ſchwingt ſich hoch in den Zweigen. Kkeinere Affen
ſpringen behende an den Lianen empor. Im Sſanga=
Sſangadorf Bondo ſchlagen wir unſer Zelt auf.
Der kleine franzöſiſche Dampfer trifft eine Stunde nach
der „Hygiama” ein. Bei einem Glaſe Abſynth, vor dem
wir jedoch unſerem Whisky=Soda den Vorzug geben,
be=
ſtätigt der Franzoſe aus ſeiner mehr als 10jährigen
Kennt=
nis des Fluſſes die Wertloſigkeit des unteren Sſanga,
während der Oberlauf, reicher bevölkert, große
Gummi=
beſtände aufweiſe. Der Wert des Sſanga als
Verkehrs=
weg für Süd=Kamerun wird weſentlich durch die enormen
Frachtſätze der Chemin de fer du Congo (Kinshaſa=
Ma=
tadi) herabgedrückt.
Während der kleine Franzoſe „L’Elſaß” am 22. Julk
bereits vor Morgengrauen abdampft, nimmt uns das
Ab=
brechen des Lagers und das Verſtauen bis 8 Uhr in
An=
ſpruch Auch heute das gleiche Bild: Ufer und Inſeln
mit dichtem Urwald beſtanden. Die glossma palpales,
die Schlafkrankheitsfliege, ſtattet uns nur ganz vereinzekt
einen Beſuch ab. Die Breite des Stromes ſchwankt
zwi=
ſchen 200 und 300 Metern. Der Holzreichtum iſt
allent=
halben längs des Sſanga enorm, doch nur ſo weit die
fruchtbare Zone des Flußlaufes reicht; dann dehnt ſich
glatte Grasſteppe und Sumpf in Armut und Oede. Grau
leuchtet die Rinde der mächtigen Baumſtämme aus den
tauſend Schattierungen des Grün hervor, von Kletten=
und Schlinggewächſen überwuchert. Ein Schuß erſchütterk
die Luft. Zinko hat auf ein Krokodil gefunkt, das den
fetten Echſenleib auf einem toten ſchräg aus dem
Waſſer=
herausragenden breiten Baumſtumpf ſonnt. Welche
Lebenskraft! Der Schwanz peitſcht hoch empor, dan
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Oktober.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Samstag nachmittag 3 Uhr
30 Min. im Jagdſchloß Wolfsgarten Frau
Oberbürger=
meiſter Dr. Gläſſing, die hierauf am Tee teilnahm. —
Die Großherzoglichen Herrſchaften begaben ſich am
Sonntag vormittag 9 Uhr 30 Min. mit Gefolge im Auto
zur Einweihung der neuerbauten ev. Friedenskirche nach
Offenbach und kehrten 11 Uhr 45 Min. nach Jagdſchloß
Wolfsgarten zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Verleihung des Adelsſtandes. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den ehelichen agnatiſchen
Nachkommen der verſtorbenen Ehegatten Dr. Chriſtian
Guſtav Clemm und Emilie Clemm geborene von
Grolman den erblichen Adelsſtand des
Großherzog=
tums unter dem Familiennamen „Clemm von
Hohen=
berg” verliehen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den proviſoriſchen Lakai Franz Jakob Rödler
zum Hoflakai und den proviſoriſchen Küchenwärter
Johannes Heß zum Hofküchenwärter. — Ernannt wurde
der Lehrer Immanuel Gerſtenmaier zu Bensheim
zum Lehrer an der Seminarſchule daſelbſt mit Wirkung
vom 1. November 1912 an, ferner der Lehrer Heinrich
Michel zu Bensheim zum Lehrer an der
Seminar=
ſchule daſelbſt mit Wirkung vom 1. November 1912 an,
beide unter Belaſſung in der Kategorie der
Volksſchul=
lehrer.
g. Schwurgericht. Vor dem Schwurgericht hatte ſich
geſtern der am 11. Januar 1875 zu Biſchweiler geborene
15mal vorbeſtrafte Eugen Hufar aus Offenbach wegen
Totſchlags zu verantworten. Er iſt beſchuldigt und
ge=
ſtändig, in der Nacht zum 25. Auguſt die Ehefrau des
Joſef Claſſen mit einem Meſſer vorſätzlich getötet, die
Tat aber nicht mit Ueberlegung ausgeführt zu haben.
Vertreter der Anklage iſt Gerichtsaſſeſſor Dr.
Call=
mann, Verteidiger Rechtsanwalt Kleinſchmidt II.
Außerdem ſind als Sachverſtändiger Geh. Medizinalrat
Dr. Pfannmüller ſowie 23 Zeugen geladen. Die
Verhand=
lung zeigt ein äußerſt trübes Familienbild. Der
Ange=
klagte kam im Jahre 1905, als ihn ſeine Frau während
der Verbüßung einer längeren Freiheitsſtrafe verlaſſen
hatte, bei der Schweſter ſeiner Frau, der Ehefrau des
Arbeiters Joſef Claſſen, in Logis und knüpfte mit ihr
ein intimes Verhältnis an. Als Huſar einmal die Abſicht
äußerte, in ſeine Heimat zurückzukehren, überredete ihn
nach ſeiner Angabe die Frau Claſſen, bei ihr zu bleiben,
da ihr Mann ſie immer ſchlage und nicht für ſeine
Fami=
lie ſorge. Es blieb deshalb bei ihr wohnen. Im Jahre
4910 bekam er wegen Rückfallsdiebſtahls eine
Zuchthaus=
ſtrafe von 2½ Jahren, die er am 21. Juli 1912 verbüßt
hatte. Auch jetzt wurde er wieder in der Familie Claſſen
aufgenommen. Bereits früher war es wegen dem
Ange=
klagten in der Familie Claſſen zu Streitigkeiten gekom=
men, ſo auch jetzt wieder. Kurz vor der Tat hatte der
Ehemann Claſſen dem Huſar gekündigt, er hatte ſich auch
ein anderes Zimmer gemietet, war aber nicht weggezogen,
nach Angaben des Angeklagten, weil Frau Claſſen ihm
zuredete, er möge bleiben, ſie würde ſonſt nicht
auskom=
men, da ſie von ihrem Manne kein Geld bekomme. Am
24. Auguſt hatte Huſar am Tage in mehreren Wirtſchaften
gezecht und als er abends nach Hauſe kam, traf er niemand
an. Er ging deshalb nochmals fort und traf auch die
Eheleute Claſſen. In einer Wirtſchaft ſoll nun Frau
Claſſen ſo ſehr mit anderen Männern kokettiert haben,
daß der Angeklagte in große Wut geriet, daß ihm die Frau
untreu wurde. Als nun der Ehemann bald demnach allein
nochmals in eine Wirtſchaft ging, blieb Huſar mit Frau
Claſſen allein auf der Straße. Augenzeugen bekunden
nun, daß Huſar nach ganz wenigen Worten ein
feſtſtehen=
des Meſſer zog und aſtf die Frau losſtach, Darauf ſteckte
er das Meſſer in ſeinen Aermel und ging davon. Die
Frau hatte einen großen breiten Meſſerſtich in die linke
Bruſtſeite erhalten, der die Lunge verletzte, ſowie einen
kleinen unbedeutenderen auf dem Rücken. Sie erlag den
Verletzungen noch auf dem Transport nach dem
Kranken=
haus. Der Täter hatte ſeine Tat gleich darnach noch in
einer anderen Würtſchaft erzählt, wurde auch noch in
der=
ſelben Nacht verhaftet. Er gibt die Tat zu, er will durch
das Kokettieren der Frau mit anderen Männern ſo
eifer=
ſüchtig geworden ſein, daß er ganz von Sinnen war und
nicht mehr wußte, was er tat. Doch will er zum Stechen
nur ein kleines Taſchenmeſſerchen gehabt haben, das
je=
doch nicht mehr zu finden iſt. Doch iſt nach dem Gutachten
des Sachverſtändigen kein Zweifel daran, daß ein langes,
breites Küchenmeſſer, das dem Gericht vorliegt, das
In=
ſtrument iſt, mit dem der tödliche Stich verſetzt wurde.
Dieſes Meſſer nun hat er ſich vorher von Claſſen geben
laſſen. Hierbei will der Ehemann Claſſen gehört haben,
wie der Angeklagte zu der fragenden Frau C. ſagte: Das
iſt für Dich! Der Angeklagte gibt jedoch an, er habe
geſaßt, ich mache damit was für Dich! Der Ehemann will
von dem Verhältnis ſeiner Frau mit Huſar nichts gewußt
haben. Durch Zeugenausſagen wurde feſtgeſtellt, daß
Frau Claſſen verſucht hatte, ſich von Huſar zurückzuziehen,
die Tat iſt alſo anſcheinend auch nur hierdurch veranlaßt
worden. Die Geſchworenen ſprachen den Angeklagten
des Totſchlags ſchuldig und verneinten die
Frage nach mildernden Umſtänden. Der
Staatsanwalt beantragte daraufhin gegen den
Angeklag=
ten eine Zuchthausſtrafe von 10 Jahren. Das Gericht
ging angeſichts der vielen Vorſtrafen über dieſen Antrag
hinaus. In Anbetracht des Umſtandes, daß die Tat nicht
nur aus Eiferſucht, ſondern auch vor allem aus Rachſucht
erfolgt iſt, und weiter, daß die Tat vier Wochen ſpäter
geſchah, nachdem der Angeklagte eine Zuchthausſtrafe von
2½ Jahren verbüßt hatte, erkannte das Gericht auf
12 Jahre Zuchthaus und auf Verluſt der
bürger=
lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren.
-g. Strafkammer. Vor der Strafkammer hatte ſich
geſtern der 24jährige Arbeiter Karl Roth aus Trebur
wegen Diebſtahls zu verantworten. Der Angeklagte war
am 22. Juni mit dem Wendel Gimbel in einer Wirtſchaft.
Der G. bezahlte die Zeche und verlor nachher im
Wirt=
ſchaftsraum ſein Portemonnaie, das der Roth aufhob, den
Inhalt, etwa 9 Mark, herausnahm und das Portemonnaie
wieder wegwarf. Trotzdem er den Betrag ſofort erſetzte,
wird er zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
D Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstaa, den 12. Oktober, vormit
mittags 9½ Uhr, lautet: 1. Das Faſelweſen in den
Gemeinden Schannenbach, Knoden und Breitenwieſen.
2. Klage des Ortsarmenverbandes Unter=
Hilters=
klingen gegen den Ortsarmenverband Stockheim wegen
Erſatz von Unterſtützungskoſten. 3. Klage des
Orts=
armenverbandes Heppenheim gegen den
Landarmen=
verband Offenbach wegen Erſatz von Apothekerkoſten.
4. Klage des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M.
gegen den Ortsarmenverband Seligenſtadt wegen Erſatz
von Krankenhauspflegekoſten.
A Vom Großh. Hoftheater. Heute geht unter
muſi=
kaliſcher Leitung von Kapellmeiſter Lert, von
Oberregiſ=
ſeur Valdek ſzeniſch geleitet George Bizets „Carmen”
zum erſten Mal in dieſer Spielzeit in Szene. Die
Titel=
partie ſingt Frl. Jacobs. Dieſer Abend fällt im
Abon=
nement auf den Buchſtaben A 7. In dieſer Woche gelangen
unter anderem auch die erfolgreichen Novitäten „Die
ſchöne Helena” und „Wenn ich König wäre” zur
Wieder=
holung. Am Donnerstag findet im Hoftheater die Urauf=
führung der neueſten Komödie von Thaddäus Rittner
ſtatt. Gleichzeitig mit dem Wiener Hofburgtheater bringt
unſere Bühne, „Sommer” eine der intereſſanteſten
Schöpfungen auf dem Gebiete moderner
Geſellſchaftsſchil=
derungen, die das lebhafte Intereſſe aller literariſchen
Kreiſe in außerordentlicher Weiſe hervorgerufen hat.
Die ordentliche Generalverſammlung der
Heſſiſchen Anwaltskammer fand am Samstag unter
Vorſitz von Juſtizrat Cauſé=Mainz im Sitzungsſaale
des zweiten Zivilſenates des hieſigen Oberlandesgerichts
ſtatt. In der zahlreich aus allen Teilen des Landes
beſuchten Verſammlung erfolgte zunächſt die Erſtattung
des Jahresberichts und der Rechnung für das Jahr
1911/12, ſowie die Vorlage des Voranſchlags für 1912/13.
Zu einer Diskuſſion darüber war keine Veranlaſſung.
Leſto lebhafter geſtaltete ſich die Debatte über den
folgenden Punkt der Tagesordnung, den von
Rechts=
anwalt Soltan=Mainz geſtellten Antrag, daß bei
Neu=
wahlen des Vorſtandes die Hälfte der neu zu
wählen=
den, mindeſtens aber ein Mitglied der Zahl derjenigen
angehören müſſe, die im letzten Jahre nicht im
Vor=
ſtand geſeſſen haben. Der Antrag wurde ſchließlich
nach ca. zweiſtündiger Debatte mit großer Mehrheit
abgelehnt. Es folgte alsdann ein Vortrag, der ſchon für
die frühere Generalverſammlung vorgeſehen war, von
Juſtizrat Dr. Lichten=Mainz über die
Reformbedürftig=
keit der heſſiſchen Gebührenordnung. Schon ſeit längerer
Zeit ſind Beſtrebungen im heſſiſchen Anwaltsſtande im
Gange, eine Abänderung der für die freiwillige
Ge=
richtsbarkeit geltenden Gebührenordnung herbeizuführen.
Der Vortragende hat daher im Auftrag des Vorſtandes
der Anwaltskammer eine für das Miniſterium beſtimmte
Denkſchrift ausgearbeitet, die bereits an zuſtändiger
Stelle überreicht worden iſt. Die Ausführungen des
Redners gipfelten darin, daß die gegenwärtigen
Ver=
hältniſſe eine entſprechende Erhöhung ſämtlicher
Ge=
bühren der Rechtsanwälte angemeſſen erſcheinen ließen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung ſprach Juſtizrat
Grünewald=Gießen über die Frage der Verſicherung der
Anwaltsgehilfen, die nach dem am 1. Jan. 1913. in Kraft
tretenden Reichsgeſetz für die Verſicherung der
Privat=
angeſtellten ſowch die männlichen wie die weiblichen
Angeſtellten vom 16. Lebensjahr ab umfaßt. Es wurde
eine Reſolution angenommen, die dahin geht, den im
Geſetz beſtimmten Ausſchlag der Beiträge, der zur Hälfte
vom Anwalt, zur Hälfte vom Gehilfen getragen werden
ſoll, auch tatſächlich zur Durchführung zu bringen.
Zum Schluſſe der Verſammlung ſprach noch Juſtizratt
Dr. Schmitt=Mainz über eine an das Juſtizminiſterium
zu richtende Eingabe, die Verhältniſſe im Anwaltſtande
betreffend. Sie ſoll die Grundlage und das Material
für eine demnächſt zwiſchen dem Miniſterium und dem
Vorſtand der Anwaltskammer beabſichtigte Rückſprache
reſp. Konferenz über die Regelung von Standesfragen
bilden. Die Verſammlung ſtimmte dieſer Eingabe zu.
Nach der mit dem Dank des Vorſitzenden an die
ver=
ſchiedenen Redner geſchloſſenen Beratung folgte eine
gemeinſame Mahlze t im Hotel „Zur Trauhe‟
* Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt, e. V. Am
Sams=
tag abend ſprach im „Fürſtenſaal” Herr Wilh.
Schnell=
bacher über das Thema: „Das neue Verſicherungsgeſetz
der Privatangeſtellten”, vor einem außerordentlich
zahl=
reich erſchienenen Publikum. Der Vorſitzende des
Ver=
eins, Herr Ludwig Fiſcher wies in ſeiner
Begrüß=
ungsanſprache darauf hin, daß der Vortrag lediglich zur
Belehrung und Aufklärung veranſtaltet worden ſei
und=
nicht als Wahlverſammlung zu betrachten ſei und erteilte
alsdann dem Herrn Referenten das Wort. Herr
Schnell=
bächer leitete ſeine Ausführungen mit der Bemerkung,
ein, daß er in keiner Weiſe die Abſicht habe, eine
Kritiſier=
ung des Geſetzes vorzunehmen, oder ſich auf die ſozialen
Wirkungen näher einzulaſſen. Die Aufgabe, die er ſich
geſtellt habe, beſtehe lediglich darin, das Geſetz als ſolchest
und ſeine wichtigſten Beſtimmungen in großem Rahmem
zu ſchildern und zu erklären.
Der Redner befaßte ſich alsdann in eingehender Weiſe:
mit den wichtigſten Paragraphen und gab in präziſen
Ausführungen darüber Aufſchluß, auf welchen Kreis von
Angeſtellten ſich die Verſicherungspflicht erſtreckt, welche
Einkommen, und in welcher Weiſe die Einkommen der
Verſicherungspflichtigen und die Arbeitgeber zu
Bei=
tragsleiſtungen herangezogen werden ſollen. Alsdann
befaßte ſich der Redner mit den Leiſtungen des Geſetzes.
Er beſprach eingehend das Heilverfahren, die
Beitrags=
befreiung aufgrund eines Erſatzvertrages (
Lebensver=
ſicherung in entſprechender Höhe), ſowie die
Abkürzung=
der Wartezeit und andere Erleichterungen für ältere
An=
geſtellte. Zu betonen ſei, daß kein Angeſtellter die außer=
Nummer 237.
Durmſtadter Tagblatt, Dienskag, den 8. Oktober 1912.
Seite 3.
ordentlichen Vorteile der alten Invalidenverſicherung,
insbeſondere den darin garantierten Reichszuſchuß zur
Rente, fahren laſſen ſoll. Nachdem noch den
Wahlbeſtim=
mungen für die Nominierung der Beiſitzer Erwähnung
getan war, ſchloß der Herr Referent ſeine
hochinterefſan=
ten Ausführungen, denen reicher Beifall der
Ver=
ſammlung zuteil wurde. An den Vortrag ſchloß ſich die
Beantwortung einiger Fragen, die aus der Mitte der
Verſammlung geſtellt waren. — Es ſei zum Schluß noch
darauf hingewieſen, daß der Redner in jeder Weiſe in das
Geſetz eingedrungen iſt und durch ſeine Kenntniſſe berufen
und befähigt ſein dürfte, als Vertrauensmann der
Ange=
ſtellten in ſegensreicher und erſprießlicher Weiſe zu
wir=
ken, was der Vorſitzende des Vereins in ſeinen Schluß=
und Dankesworten in treffender Weiſe zum Ausdruck
brachte.
M. Zur Einführung in Fr. W. Foerſters Vortrag.
Dr. Friedrich Wilhelm Foerſter (1869 als Sohn des
Pro=
feſſors der Aſtronomie Wilhelm Foerſter geboren), der
für nächſten Mittwoch, abends 8 Uhr, dem Darmſtädter
Lehrerverein einen Vortrag über „Moderne
Erziehungs=
lehren in kritiſcher Beleuchtung” zugeſagt hat, zeichnet
ſich unter den Profeſſoren der Pädagogik dadurch aus,
daß er es wie wenige verſtanden hat, die philoſophiſchen
und pädagogiſchen Erkenntniſſe, die die Wiſſenſchaft
dar=
reicht, für das Leben nutzbar zu machen. Die
Aufmerk=
ſamkeit weiteſter Kreiſe hat er auf ſich gelenkt, als er im
Jahre 1904 ſein Buch „Jugendlehre” herausgab, die den
Weg weiſt, wie man die Jugend moraliſch beeinfluſſen
und erziehen kann — unabhängig vom konfeſſionellen
Religionsunterricht. Auch andere haben ähnliche Wege
eingeſchlagen, aber dieſem Buche Foerſters, das in mehr
als 60000 Exemplaren verbreitet iſt, war es beſchieden,
in ganz Europa, ja in der ganzen gebildeten Welt die
Erziehung in Schule und Haus zu beeinfluſſen. Obwohl
er von den Kreiſen „der ethiſchen Kultur” ausgegangen
iſt und eine ſelbſtändige moraliſche Belehrung, beſonders
der reiferen Jugend, fordert, haben ihn ſeine
wiſſenſchaft=
lichen Studien und ſeine praktiſchen Verſuche in der
Be=
lehrung der arbeitenden Jugend zum Verſtändnis der
chriſtlichen Religion geführt, deren unentbehrlichen Wert
er mit aller Entſchiedenheit vertritt, ohne ſich zu einer der
Konfeſſionen zu bekennen. Seine weiteren Schriften,
„Schule und Charakter”, „Sexualethik und
Sexualpädo=
gogik”, „Autorität und Freiheit”, „Chriſtentum und
Klaſſenkampf‟ Staatsbürgerliche Erziehung”, „Schuld
und Sühne”, „Zur Dienſtbotenfrage” zeigen, wie
weit=
umfaſſend ſeine Gedanken ſind, und wie er ſeine
Gedan=
ken auf alle Lebensverhältniſſe praktiſch anzuwenden
ver=
ſteht. Seine Schriften für Jugendliche „Lebenskunde‟
und „Lebensführung” gehören zu dem Allerbeſten, was
zur ſittlichen Belehrung der halberwachſenen Jugend
ge=
ſchrieben worden iſt. So iſt Foerſter eine Erſcheinung,
die nicht nur für Geiſtliche und Lehrer, denen er eine neue
Methode zur Unterweiſung, die „Foerſtermethode”
ge=
zeigt hat, ſondern jedermann von höchſtem Intereſſe iſt.
In den letzten Monaten iſt Foerſters Name — infolge
eines Konfliktes mit der Leitung der Züricher
Univer=
ſität — öfters in den Zeitungen genannt worden. Jetzt
hat jedermann Gelegenheit, ſich ein eigenes Urteil
über ihn zu bilden, und ſeine Verehrer, die ihn bisher
nur aus ſeinen Schriften kannten, haben Gelegenheit, ihn
ſelbſt, der auch zu den beſten Rednern der Gegenwart
ge=
hört, kennen zu lernen. Da Profeſſor Foerſter noch an
demſelben Abend nach Frankfurt reiſen muß, wo er auf
Einladung des Deutſch=evangeliſchen Frauenbundes einen
Zyklus von Vorträgen übernommen hat, war es
not=
wendig, den Beginn des Vortrags auf pünktlich 8 Uhr
anzuſetzen.
* In der Aufführung der Tragödie des „Doktor
Fau=
ſtus” von Chriſtopher Marlowe ſind von Mitgliedern der
Freien Literariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft in
größe=
ren und kleineren Rollen beſchäftigt: die Damen Elly de
Ahna, Klara Bögel, Erika Hickler, Elſa Kleinſchmidt,
Hed=
wig Lerch, Berta Linkenheld, Irmgard Otto, Lili Sommer
und die Herren Karl Bögel, Karl Callmann, Dietrich
Dieſtelmann, F. Düvel, Ludwig Enders, Eugen Heiner,
Willy Hutter, Ferdinand Kleinſchmidt, Theodor
Klein=
ſchmidt, Hans Kraft, Heinrich Kredel, Siegfried May,
Richard Ohnſorg, Karl Schmidt, Immanuel Sauermann,
Bruno Wagner, Georg Freiherr von Wedekind, Nikolaus
Weger, Walter Wickop Viktor Zobel. — Die Ausführung
des muſikaliſchen Teiles (altengliſche Weiſe) haben die
Damen Lilly Hickler, Ilſe Hoffmann und die Herren Otto
Hallwachs, Walter Heinemann, A. Leichtweiß
übernom=
men. — Trotz vielfacher Wünſche und Anfragen läßt ſich
eine Wiederholung der Veranſtaltung nicht ermöglichen,
da ſämtliche Dekorationen, Koſtüme und Masken gleich
nach der hieſigen Aufführung nach Frankfurt a. M.
ver=
laden werden müſſen, wo ſich die Aeſthetiſche Kultur, durch
den Erfolg der Erſtaufführung veranlaßt, bereits eine
dritte Vorſtellung des intereſſanten Werkes geſichert hat.
* Zum Jubiläum der Darmſtädter Volksbank iſt noch
nachzutragen: Bei dem Feſtmahl wußte Herr Konrad
Wörner durch einige humoriſtiſche Vorträge die
Teil=
nehmer in heitere Stimmung zu verſetzen. Das Indorf=
Vokalquartett trug durch treffliche Geſangsvorträge
zur Unterhaltung bei. Die Tafelmuſik ſtellte in bekannter
Leiſtung die Kapelle Hauske. Die Tafel ſelbſt war in
prächtiger Weiſe mit Herbſtblumenſträußen von den der
Volksbank angehörenden Gärtnern geſchmückt worden.
* Die Kammermuſik=Vereinigung der Herren de
Haan, Schmidt uſw. veröffentlicht ſoeben ihr
Win=
terprogramm. Einen vielverheißenden Anfang wird gleich
die erſte (Beethoven=) Matinee mit dem berühmten Septett
für Streich= und Blasinſtrumente bilden. Aber auch die
nächſten Matineen bringen viel des Hörenswerten und
ſelten Gehörten, u. a. ein neues Quartett von Fritz
Vol=
bach, deſſen Klavierpart der Komponiſt ſelbſt ausführen
wird. Nachdem ſich der mit den ernſten Geſängen von
Brahms gemachte Verſuch, in den Rahmen der
Veranſtalt=
ung paſſende Geſangswerke dem Programm einzureihen,
ſo glänzend bewährt hat, wird die letzte Matinee eine
äußerſt intereſſante Serie von „Kammerliedern” bringen,
Volkslieder altitalieniſchen, franzöſiſchen und deutſchen
Urſprungs, und von Waldemar von Baußnern ganz
reizend für Sopran mit Begleitung von Streichquartett,
Flöte und Klarinette geſetzt. Für den geſanglichen Teil
hat ſich in liebenswürdiger Weiſe Frau Schmidt=
Illing zur Verfügung geſtellt.
— Die Sektion Darmſtadt des Deutſchen und Oeſterr.
Alpen=Vereins hielt ihre erſte Monats=
Verſamm=
lung des Winterhalbjahres in ihrem Vereinszimmer bei
Sitte ab. Der Hüttenwart der Sektion, Herr W. Notti,
berichtete über ſeine Gebirgstouren in den Jahren 1911
und 1912. In beredten Worten ſchilderte er ſeine
Wander=
ungen, die ihn von Tegernſee zum Achenſee und über
Franzensfeſte in die Sextener Dolomiten führten. Ueber
den maleriſchen Fiſchleinboden ging die Fahrt hinauf zur
Dreizinnenhütte, zum Miſurinaſee und über Tre Croci nach
dem herrlich gelegenen Cortina di Ampezzo, von wo aus
Einque Torci und Muvolaun erſtiegen wurden. Weiter
ging es über Buchenſtein und zum Bamberger Haus. Die
Ungunſt der Witterung ließ eine Beſteigung der
Marmo=
lade nicht zu und ſo mußte der Abſtieg direkt nach
Cana=
zei und Campitello genommen werden. Von hier ging die
Wanderung das Durontal aufwärts, über das
Mahl=
knechtjoch zum Seiſeralpenhaus und über Molignonpaß
und Grasleitenpaß zur Vajoletthütte, von der aus die
Kölnerhütte über das Tſchagerjoch erreicht wurde. Der
Abſtieg führte nach dem bekannten Kererſee, in deſſen
ſtillen Fluten ſich die ſteilen Wände des ſtolzen Lattemars
ſpiegeln. Durch das romantiſche Eggetal, überragt von
dem Schloſſe Karneid erreichte die Dolomitenfahrt in
Bozen ihr Ende. An dieſe ſchloß ſich noch eine Wanderung
von Telfs im Inntal über den Fernpaß nach Lermoos
und eine Beſteigung der Zugſpitze durch das Möllental
mit Abſtieg zum Eibſee an. Trotz des ſchlechten Wetters
im Sommer 1912 konnte der Vortragende eine ganze
Reihe von Gebirgstouren ausführen. Vom Brenner
wandte er ſich über das Pfitſcherjoch den Zillertaler Alpen
zu und gelangte über die Dominikushütte zum
Furtſchagel=
haus im herrlichen Schlegeiſental, von wo er das
Schön=
bichler Horn erſtieg. Von der Berliner Hütte aus wurde
der Schwarzenſtein bezwungen. Der Abſtieg erfolgte über
die Daimerhütte, durch das Rotbach= und Ahrental nach
Kaſern, von wo die Wanderung in die Tauern führte.
Ueber das Umballtörel und die Klarahütte ging es nach
Windiſch=Matrei und weiter über das Kals=Matreier
Törel nach Kals. Von der Erzherzog Johann=Hütte aus
erfolgte die Beſteigung des Groß=Glockners. Die weitere
Wanderung führte über den Hofmannsweg, die
Bockkar=
ſcharte den Hohen Gang zur Mainzer Hütte und nach
Ferleiten. Von Zell am See aus wurde ein kurzer
Ab=
ſtecher nach Bad Gaſtein gemacht. Den Schluß der
dies=
jährigen Bergtouren bildete ein zweitägiger Beſuch der
Darmſtädter Hütte bei St. Anton am Arlberg.
Reicher Beifall der zahlreichen Verſammlung lohnte den
Redner für ſeine anſchaulichen, von echtem Gebirgshumor
gewürzten Ausführungen. In kurzen Worten ſprach der
Schriftführer der Sektion, Herr Dr. Th. Tenner, den
Dank der Anweſenden dem geſchätzten Redner aus. Lange
noch blieb man in fröhlicher Stimmung in dem
gemüt=
lichen Vereinszimmer zuſammen.
* Stiftungsfeſt. Am Samstag feierte die
Kauf=
männiſche Stenographen=Geſellſchaft
„Gabelsberger” ihr 14. Stiftungsfeſt, das ſich eines
außerordentlichen Beſuches erfreuen durfte. Eingeleitet
wurde die Veranſtaltung durch eine kurze
Begrüßungs=
anſprache, in der der zweite Vorſitzende, Herr
Sütter=
lin, einen kurzen Rückblick auf die geleiſtete Arbeit warf.
und die gute Entwickelung des geſamten Vereinsweſens
hervorhob. Das Wilhelm Etzoldſche
Mänuer=
quartett unter ſeinem tüchtigen Dirigenten trug
ver=
ſchiedene Chöre vor, die Zeugnis von einer guten
Schul=
ung ablegten und lebhaften Beifall fanden. Herr
Braun vom Hoftheater erntete ſtarken Applaus durch
mehrere Geſangsſoli. Eine von Mitgliedern geſpielte
Burleske und mehrere humoriſtiſche Darbietungen der
Herren Winter und Heldmann ergötzten die
Teil=
nehmer. Nahezu 150 Paare traten zum Tanze an.
— Goldenes Dienſtjubiläum. Am Sonntag, den 6.
Oktober, beging der Werkführer Karl Barth,
Haupt=
werkſtätte II Darmſtadt, ſein 50jähriges Dienſtjubiläum.
Aus dieſem Anlaß wurde ihm von ſeiten ſeiner Kollegen
im kleinen Saale der Turngemeinde eine Feier
veran=
ſtaltet, die von 200 Perſonen beſucht war, ein beredtes
Zeugnis der Beliebtheit des Jubilars. Die Herren Bau=
und Regierungsrat Stieler und Regierungsbaumeiſter
Cramer waren erſchienen und hoben mit warmen
Wor=
ten die Verdienſte des Jubilars hervor. Außerdem war
die Feier noch von den Herren der Bureaus der beiden
Werkſtätten und den Werkmeiſtern recht zahlreich beſucht.
Zur Verſchönerung der Feier durch Gedichte, Geſangs=
und humoriſtiſche Vorträge trugen Fräulein Selow,
Frieda und Marie Jüngling und Fräulein
Barne=
wald, ſowie die Herren techniſcher Oberſekretär
Kütt=
ner, Werkführer Sterzel, Leicher, Bauſcher,
Hoffmann und Engel bei. Von ſeinen Kollegen
wurde dem Jubilar ein Seſſel geſchenkt.
* Der Darmſtädter Frauenverein der Guſtav=Adolf=
Stiftung, der ſeit vielen Jahren ſegensreich in unſerer
Stadt wirkt und jährlich Tauſende von Mark zum Beſten
der Guſtav=Adolf=Sache zuſammenbringt, beabſichtigt,
demnächſt einmal aus der Stille ſeines Wirkens
heraus=
zutreten und einen außer den Mitgliedern jedem Freund
der Sache zugänglichen Familienabend zu
veran=
ſtalten. Er ſoll am Montag, den 14. Oktober, abends, im
Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, ſtattfinden. Für die
Ver=
anſtaltung — die erſte der Art, die der Verein darbietet —
iſt ein ſchönes Programm aufgeſtellt, das neben
verſchie=
denen dem Andenken Guſtav Adolfs gewidmeten
Dekla=
mationen (Frl. Lagemann), Liedervorträgen (Frl.
Walther), Chorgeſängen (Chorſchule der Stadtkirche
unter Leitung des Herrn Kantor Samper) und
Kla=
viervorträgen (Frl. L. Meiſenzahl und Frl. Sehrt)
Anſprachen der Herren Pfarrer Vogel und Velte,
ſo=
wie des Präſidenten des Heſſiſchen Hauptvereins der
Guſtav=Adolf=Stiftung, Herrn Pfarrer Dingeldey,
und einen Vortrag von Pfarrer D. Dr. Diehl über
Heſſens Anteil an der Gründung des
Guſtav=Adolf=Vereins in Ausſicht nimmt. Zum
Eintritt in den Familienabend berechtigen Teekarten zu
30 Pfennig, die im Vorverkauf bei dem Hausverwalter
des Gemeindehauſes, im Verkehrsbureau und in der
Hof=
buchhandlung Waitz, ſowie abends an der Kaſſe zu haben
ſind. Es empfiehlt ſich, da Ueberfüllung des
Gemeinde=
hauſes zu erwarten iſt, bei Zeiten für eine Teekarte
zu ſorgen.
* Der Familienabend, mit dem am Sonntag der:
evangeliſche Frauenverein für den
Schloßbezirk ſeine Winterarbeit begann, nahm einen
überaus ſchönen Verlauf. Im Mittelpunkt ſtand ein
Vor=
trag von Pfarrer D. Dr. Diehl über geſchichtlich
denkwürdige Häuſer des Schloßbezirks,
der viel Intereſſantes bot und ſehr beifällig
aufgenom=
men ward. Den muſikaliſchen Teil des Abends hatten
in dankenswerter Weiſe Fräulein Landzettel, ſowie
die Herren Horn und Grahn übernommen, die in
allen Darbietungen Vorzügliches leiſteten und die
Fami=
lienabendteilnehmer zu rauſchendem Beifall hinriſſen.
Erwähnt ſei noch, daß nach den Mitteilungen, die der
Vor=
ſitzende in ſeiner Begrüßungsanſprache bot, der Verein
trotz der großen Aufwendungen, die für die Einrichtung
der Kleinkinderſchule gemacht werden mußten, am Ende
des Rechnungsjahres 1911/12 denſelben Vermögensſtand
aufweiſt, wie Ende 1910/11, ſowie daß
Donners=
tag, den 17. Oktober, abends, die
Generalver=
ſammlung ſtattfindet. (Vgl. Anzeige.)
C. Die Kleinkinderſchule und Krippe im Herdweg
konnte geſtern auf ihr zehnjähriges Beſtehen
zurückblicken. Gegründet von dem früheren Beſſunger
Pfarrer Rektor Gallei und geleitet von barmherzigen
Schweſtern haben dieſe Anſtalten im letzten Jahrzehnt
viele Familien und viele Kinder vor Not und Unglücks=
ſchnellt ſich der aalgleich gekrümmte gelbbraune Körper
durch das überhängende Blattwerk ins Waſſer. — Jede
Beſiedelung hört auf, kein einziges Dorf — nicht einmal
ein Holzpoſten iſt zu erſpähen. Die Dampfer laſſen ſich
durch eigene Bemannung Brennholz ſchlagen, wo gerade
der Vorrat ausgeht. Es wird 2 Uhr, es wird 4 Uhr. Wir
ſchauen vergeblich nach einer offenen Stelle am Uſer aus,
um Lager zu ſchlagen. Die Sonne geht ſchlafen, raſch, in
wenigen Minuten. Wir befinden uns unmittelbar am
Aequator. Der Mond ſpiegelt ſich im Sſanga . . weiter,
weiter. — Wir kommen uns vor wie gefangen zwiſchen
zwei dunklen geheimnisvollen Mauern; vor uns die
leicht=
gewellte Waſſerfläche des Sſanga. Wir haben heute
an=
nähernd 100 Kilometer geſchafft. „Anker klar!“ — „Stopp!”
— „Laß gehen!“ — Wir liegen mitten im Fluß. Ein
Focklicht wird ausgeſetzt, damit kein nächtlicher Dampfer
uns überrennt, wenn Frau Luna zurüſte geht. Mit dem
Reſt von Hartſpiritus bereitet James ein Konſervenmahl,
dann ſirecken wir uns lang, von Moskitos verſchont, die
nicht ſo weit ab vom Ufer ſchwärmen —, die einzige
An=
nehmlichkeit unſeres unfreiwilligen Nachtlagers.
Im Morgennebel wird Toilette gemacht. An der
Lötlampe kocht der Kaffee. Die Eindrücke der geſtrigen
Fahrt wiederholen ſich. Ein einziger kleiner Dampfer,
mit Frankreichs Farben am Heck, ein Holzpoſten ſtören
das Einerlei. Unerwartet wird am frühen Nachmittag
weit vor uns die „L’Elſaß” geſichtet. Nach einer Stunde
liegt die „Hygiama” im Kielwaſſer des Franzoſen. Wir
gehen mit Dunkelwerden längsſeits des am rechten Ufer
ſeſtgemachten Dampfers, und nachtmahlen an Bord. „Wie
finden Sie, Herr Kapitän, die geſundheitlichen
Verhält=
niſſe auf dem Sſanga?” — „Ich war in den zehn Jahren,
die ich den Sſanga befahre, niemals krank.” — „So
neh=
men Sie gewiß regelmäßig Chinin?” — „Nicht ein
ein=
ziges Gramm. Abends ein Glas Abſynth. Im übrigen
lebe ich ſehr regelmäßig.” „Was halten Sie von der Gefahr
der Schlafkrankheit?” „Die Fliege aibt es wohl, doch halte
ich die Anſteckungsgefahr für den Weißen für viel
gerin=
ger, als man zuhauſe annimmt.” — Ein Nilpferd
unter=
bricht das Geſpräch, im hellen Schein des Halbmondes
auftauchend, keine zehn Schritte von den Booten entfernt,
ſchnaubend das Waſſer durch die Nüſtern hochpuſtend.
(Schluß folgta
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Fräulein Howard
aus Darmſtadt wird am Dienstag als Carmen, am
Don=
nerstag als Amneris am Münchener Hoftheater gaſtieren.
— Im Berliner Königlichen Schauſpielhaus iſt Oskar
Blumenthals neueſtes Luſtſpiel „Waffengang”
ſehr beifallsfreudig aufgenommen worden. Das Stück,
im gewohnten Vlumenthal=Stil gearbeitet, zeigt im
Rah=
men einer Duellgeſchichte einige humoriſtiſche Züge der
Frauenbewegung. — Die Theaterkommiſſion der
Bürger=
ſchaft von Hamburg beſchloß einſtimmig, den Senat
um eine Vorlage über die Erbauung eines neuen
gro=
ßen Bühnenhauſes für große Oper und
Schau=
ſpiel zu erſuchen. Der gleiche Antrag wurde vor 4 Jahren
abgelehnt.
* Ein Tannhäuſer mit Hinderniſſen. Es war am
letzten Mittwoch. Das Hamburger Stadttheater
iſt voll Spannung, ſieht das Publikum doch nach einiger
Zeit wieder Weingartner am Dirigentenpult. Wie wird
er den Tannhäuſer herausbringen? Ganz ſicher ſteht
einem ein beſonders intereſſanter Abend bevor. Die
Ein=
leitung rauſcht temperamentvoll vorüber, die drängenden
Takte des Venusgrotten=Bacchanals erklingen, die
Gar=
dine hebt ſich: Venus auf dem ſtilvollen Ruhebett,
Tann=
häuſers Haupt in ihrem ſüßen Schoß. Pauſe — Stille. ..
Nun erhebt ſich Tannhäuſer, öffnet die bärtigen
Lip=
pen zu ſeinem Sang und — iſt heiſer. Aber iſt er auch
ein heiſerer Mann, ſo iſt er doch auch ein deutſcher Mann,
ein mutiger Mann, folglich kämpft er — in dem wir jetzt
den Götterliebling Pennarini erkennen — erbittert gegen
den Dämon „Indispoſition” an, hat er doch überdies der
Dame Venus noch mancherlei zu ſagen Aber ach! Er
wird heiſerer und heiſerer. Mitleid. Angſt und Unbehagen
kriechen von der Bühne ins Publikum. Gott, der arme
Pennarini! Und dabei ſieht er ſo furchtbar ſchön aus!
Jetzt hat die Göttin genug, ſie fährt auf und überſprudelt
ihn mit glühender Leidenſchaft. Aber Tannhäuſer hat
kein Verſtändnis dafür; er denkt offenbar nur noch an das
„kläterige‟ Hamburger Wetter, an die gefeſſelten
Stimm=
bänder und an Emſer Kränchen in heißer Milch. Er ſoll,
laut Partitur, eigentlich noch etwas auf Frau Venus Rede
erwidern, allein erwidere einer etwas, wenn er keinen Ton
mehr in der Kehle hat. So beſchränkt er ſich denn auf
eine „beredte Gebärde” und verläßt vorzeitig und
ſchleu=
nigſt durch die Kuliſſe das Lokal. Venus knickt auf ihrem
Bett zuſammen, ſchreit ein gellendes Ha! heraus und
ver=
ſinkt in der Bühnenverwandlung Von der Szene
leuch=
tet nun das ländliche Frühlingsidyll mit dem
Hirten=
knaben, aber — ohne Tannhäuſer. Weingartner
verzieht keine Miene, ſeine Muſik klingt ſogar beſonders
ſchön. Die Pilger erſcheinen, die Pilger verſchwinden.
Kein Tannhäuſer auf der Szene, und doch kommt jetzt
die Stelle, wo er ſingen muß. Waß ſoll das werden? Die
Zuhörer können ihre peinliche Spannung kaum noch
be=
meiſtern. Da gleitet von ſeitwärts eine ſchnell zurecht
gemachte Geſtalt auf die Bühne — ein Tannhäuſer in
Angſtſchweiß. Es iſt der Tenorbuffo, der, koſte es,
was es wolle, einſpringen und den Akt vor dem
vollſtän=
digen Umkippen retten ſoll. Und ſein Opfermut, ſeine
Geiſtesgegenwart ſind bewunderungswürdig. Er „
mar=
kiert” die Partie, findet auch ein paar heroiſche Geſten
und wird ſchließlich von dem Jagdtrubel des Fürſten, der
bekanntlich den Akt beendet, wohlwollend eingehüllt. Daß
aber die Oper ſo nicht weitergeſpielt werden kann, iſt klar.
Was kommt jetzt? Zunächſt tritt, wie die Köln. Zeitung
weiter berichtet, der Oberſpielleiter vor den Vorhang und
verkündet, man werde in der Zwiſchenaktpauſe verſuchen,
den neuen Heldentenor, Herrn Henſel, in der Stadt
zu ermitteln. Glücklicherweiſe war das Wetter ſo
miſera=
bel, daß Herr Henſel es vorgezogen hatte, ſeinen
ſpiel=
freien Abend zu Hauſe zu verbringen. Doch was ſind
Pläne, was Entwürfe! Das Schickſal ſchreitet ſchnell,
diesmal in Geſtalt eines direktoralen Sendboten, der dem
emporgeſchnellten Tenor fliegenden Atems
auseinander=
ſetzt, um was es ſich handelt. Alſo los! Ohne Beſinnen
vorwärts. Und im Auto gehts zum Theater. Im
Hand=
umdrehen wird Maske gemacht — der Taktſtock klopft
aufs Pult — die Szene öffnet ſich und enthüllt dem
Publi=
kum den neueſten Tannhäuſer. Was iſt noch zu
ſagen? Seine Leiſtung fiel ſo feſſelnd aus, daß man in
ihm bald nur noch „den” Tannhäuſer ſah, über ihm die
anderen beiden ganz vergaß. Auch Eliſabeth war ſehr
mit ihm einverſtanden. Daß er nicht in der Venusgrotte,
ſondern die ganze Zeit über ſolide zu Hauſe geweſen war,
diente ihr ſichtlich zur Beruhigung.
Nummer 237.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
Seite 4.
fällen bewahrt. Möchten dieſe Anſtalten noch recht viele
Stifter und Wohltäter finden und immer mehr gedeihen!
Kriegerverein Darmſtadt. Das letzte diesjahrige
Uebungsſchießen fand am Sonntag nachmittag
auf Stand 8a der Militär=Schießſtände ſtatt. Eine
ſtattliche Anzahl Kameraden hatte ſich hierzu
einge=
funden; es war eine Freude bei dem herrlichen
Herbſt=
wetter einige Stunden bei Huldigung des ſchönen
Schießſports in Kameradenkreiſen zu verbringen.
Ge=
ſchoſſen wurde auf 12er Ringſcheibe aus einer
Ent=
fernung von 150 m und wurden dabei recht hohe
Ringzahlen erreicht. Zum Schluſſe wurden noch zwei
Ehrenſcheiben herausgeſchoſſen, welche die Kameraden
Nelle und Reeg als beſte Schützen erhielten. Am 20.
Ok=
tober wird der Verein die diesjährige Schießſaiſon mit
einem Preisſchießen beenden, wozu die Kameraden
ſchon hiermit zu recht reger Beiligung eingeladen werden.
Nähere Mitteilungen hierüber erfolgen noch.
g. Kunſt=Preisfriſieren. Der Damenfriſeur= und
Perückenmacher=Gehilfen=Verein Darmſtadt veranſtaltete
vorgeſtern abend im „Kaiſerſaal” ſein erſtes Kunſt=
Preisfriſieren, verbunden mit
Schau=
friſieren. Die Veranſtaltung war ſehr gut beſucht.
Nach dem Vortrag einiger Muſikſtücke und einem von der
Opernſängerin Frl. Maria Detrez=van
Iſeg=
hem dargebotenen Geſangsvortrag begrüßte der
Vor=
ſitzende des veranſtaltenden Vereins, Herr Hans
Weiß=
mann, die Erſchienenen, insbeſondere als Vertreter der
Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe Herrn
Regierungs=
rat Reuter, die Mitglieder der Brudervereine von
Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Mannheim und
Heidel=
berg, ſowie den Vorſtand der Darmſtädter Friſeur= und
Perückenmacher=Innung, Herrn Zimbrich. Sodann
gab er die Bedingungen des Preisfriſierens bekannt,
Her=
richten einer modernen Friſur, Vorderteil mit eigenem
Haar, in 50 Minuten. Hiernach begann die intereſſante
Arbeit der Haarkünſtler, die in weniger als einer Stunde
hervorragend ſchöne und geſchmackvolle Friſuren unter
ihren geſchickten Händen entſtehen ließen. Wie kunſtvoll
und überraſchend ſchnell wurde hier die wallende Flut
goldglänzender Haare in beinahe pedantiſch gleiche Locken
gelegt und dort einer dunklen oder ſchwarzen Friſur durch
Spangen oder Federn ein harmoniſch abgeſtimmtes Bild
gegeben. Es wurden ſehr gute Arbeiten geleiſtet und
die Preisjury hatte eine nicht leichte Arbeit bei der
Preis=
verteilung zu verrichten. Als Ergebnis verkündete der
Obmann der Jury, Herr Vollmer=Mannheim,
fol=
gendes: 1. Preis Fritz Müller=Darmſtadt, 2. Preis
Franz Krumm=Frankfurt a. M., 3. Preis Joſeph
Henkel=Frankfurt a. M., 4. Preis Florian Elzer=
Darmſtadt, 5. Preis Franz Wegener=Darmſtadt,
6. Preis Karl Reiß=Mannheim, 7. Preis Guſtav
Sei=
bold= Wiesbaden, und den Innungspreis erhielt Herr
Rühl=Darmſtadt. Die Großh. Zentrale für die
Ge=
werbe hatte auch einen wertvollen Preis geſtiftet und
da=
mit einen praktiſchen Beweis der Förderung des
Hand=
werks erbracht. Herr Fritz Müller, der ſeine
Silberhochzeit und gleichzeitig ſein 25jähriges
Geſchäfts=
jubiläum feiern konnte, wurde zum Ehrenmitglied
er=
nannt. Frl. Detrez erfreute im Verlaufe des Abends
noch mehrmals mit einigen Liedern und erntete dafür
lebhaften Beifall, ebenſo Mitglieder des Zitherklubs
„Edelweiß” für einige vorgetragene Stücke. Ein flottes
Tänzchen beſchloß die Veranſtaltung.
Der Verband für Jugendwohlfahrt und
Jugend=
fürſorge in hieſiger Stadt veranſtaltet am Dienstag,
den 15. Oktober d. Js., für ſeine Mitglieder eine Führung
durch die Ausſtellung Der Menſch‟. Der
Eintritts=
preis ſtellt ſich auf 50 Pfg. pro Perſon. Die Stunde der
Beſichtigung, die vorausſichtlich am ſpäteren Nachmittag
ſtattfinden wird, iſt noch nicht feſtgeſetzt, wird aber
recht=
zeitig bekannt gegeben werden. Meldungen zur
Teil=
nahme ſind bis ſpäteſtens Donnerstag, den 10. Oktober,
an die Vereinsvorſtände zu richten.
Katholiken=Verein. Im kommenden Winter
veranſtaltet der Katholiken=Verein 4 Vorträge,
für die er namhafte Redner gewonnen hat, die
durch=
weg feſſelnde Themata gewählt haben. Der erſte
Vor=
ſtrag findet am 20. Oktober ſtatt. Profeſſor Dr. Ledroit=
Mainz wird ſprechen über den hl. Bonifatius im Kampfe
mit dem Heidentum, eine geſchichtliche Tatſache, die der
Redner in einem dramatiſchen Spiel behandelt hat.
(Siehe Anzeige.)
— Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Nur noch
dieſe Woche werden ermäßigte Karten für die
Ausſtellung „Der Menſch” bei Herrn
Sattler=
meiſter Wallauer, Rheinſtraße 37, abgegeben und
ſind die Mitglieder gebeten, die Gelegenheit benutzen
zu wollen.
* Zur Darmſtädter Jahnfeier. Man ſchreibt uns:
Vor mir liegt ein Bildnis Fr. L. Jahns. Seine Bruſt
trägt das Eiſerne Kreuz. Dieſer Ehrung würdig erachtete
man Jahn in ſeinem 62. Lebensjahre, weil er in ſeinen
Jünglings= und kraftvollen Mannesjahren, den Beſten
ſeiner Zeit voran, für die Ehre der von Fremdherrſchaft
bedrückten Nation, für die körperliche und ſittliche
Er=
ſtarkung ſeiner Volksgenoſſen mit dem Einſatz all ſeiner
Kräfte und Mittel gekämpft und geſtritten. Spät erſt
frei=
lich, nach langdauernder böswilliger Verleumdung, nach
beklagenswerter Verkennung ſeiner Lebensziele, nach
bitterem Leid in Haus und Familie trat endlich jene
Sühne ein. Tauſende der treugebliebenen Anhänger
jubelten und wurden begeiſterte Verbreiter des
Jahn=
ſchen Werkes, der deutſchen Turnerei. Heute zählen ſie
nach Millionen! Der Geiſt Jahns lebt und wirkt,
deut=
ſches Volkstum moraliſch und phyſiſch fördernd! So iſt
es nicht nur eine Pflicht der Dankbarkeit, mitzuhelfen,
daß das Andenken einer der wackerſten Deutſchen weit
mehr, als dies bis jetzt der Fall iſt, bei ſeinen
Volks=
genoſſen lebendig bleibe. Das Werden und Weſen dieſer
Perſönlichkeit und ihr großes Lebenswerk muß allezeit
denen vor Augen ſtehen, die des Anſporns bedürfen zur
vollen Hingebung an die Sache des Vaterlandes, als dem
Höchſten, dem wir uns im Leben verpflichten können.
In dieſem Sinne möchten wir bei Jung und Alt, bei Hoch
und Niedrig die demnächſtige Jahnfeier in Darmſtadt
beachtet und gewürdigt ſehen!
* Ski=Klub Darmſtadt=Odenwald. Es wird auf die
in dem heutigen Anzeigenteil enthaltene Einladung des
Ski=Klubs Darmſtadt=Odenwald zur
Jah=
resverſammlung auf Donnerstag, den 10. Oktober,
abends, in dem Reſtaurant Sitte verwieſen. Es iſt
be=
kannt, welchen Aufſchwung der Ski=Sport in den letzten
Jahren genommen hat, iſt doch die Mitgliederzahl des
Deutſchen Ski=Vereins, dem auch der Ski=Klub
Darm=
ſtadt=Odenwald angehört, von 2450 im Jahre 1905 auf
11000 im Jahre 1909 bis auf 21000 im Jahre 1911
ange=
wachſen. Der Ski=Klub Darmſtadt hat es ſich zur Aufgabe
gemacht, den Odenwald, welcher mit ſeinen großen
Er=
hebungen, beſonders der Neunkircher Höhe und dem
Trommgebiet, ein ausgezeichnetes Ski=Gelände beſitzt,
dem Ski=Sport zu erſchließen. Er hatte auch trotz der
Schneearmut des vergangenen Winters mit ſeinen
Ver=
einsveranſtaltungen ſchöne Erfolge erzielt. Der Beſuch der
Verſammlung wird daher allen Freunden des geſunden
Sportes empfohlen. Es wird dort mancherlei Anregung
und Gelegenheit geboten werden, ſich über die
Vereins=
veranſtaltungen (Ski=Kurſe und Ausflüge) des
kommen=
den Winters zu informieren.
m. Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Zahlreich waren die Getreuen des Klubs dem Ruf zur
7. Wanderung gefolgt. Der Weg führte an Schloß
Kranichſtein und der Dianaburg vorbei zum Mörsbacher
Grund und wieder zurück zum Einſiedel zu längerer
Raſt und dann weiter nach Gundernhauſen. Es war ein
herrliches Wandern in hellem Sonnenſchein durch die in
den leuchtenden Farben des Herbſtes prangenden Wälder.
Und ſchön wie der Marſch war auch die Raſt in
Gundernhauſen. Den Führern gebührt für ihre
ſorgfältigen Vorbereitungen herzlicher Dank. 96
Per=
ſonen trugen ſich in die Teilnehmerliſte ein.
— Zahnärztliche Poliklinik für die
Volksſchul=
kinder der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt. In
den Monaten Juli, Auguſt und September 1912
wurden behandelt 1804 Kinder (1031 Mädchen, 773
Knaben) mit 2481 Konſultationen. Gefüllt wurden
1808 Zähne, ausgezogen wurden 895 (824 Milchzähne,
71 bleibende Zähne). Zahl der Tage, an denen
Sprech=
ſtunden abgehalten wurden: 79.
nn. Vom Großen Woog. Die Badeſaiſon im
Großen Woog für 1912 iſt nunmehr definitiv
ge=
ſchloſſen Als letzte Badegäſte nahmen noch am
Sonntag Herr Schloſſermeiſter H. und Herr Kaufmann
K. bei 5 Grad Waſſerwärme ihr Schlußbad. Der
dies=
jährige naßkalte Sommer hat vielen Badeluſtigen einen
Strich durch die Rechnung gemacht und auch für den
Woogspächter Herrn Gunder ergab dieſer Umſtand
einen bedeutenden Einnahmeausfall. Nach der
Bade=
ſtatiſtik war die diesjährige Badefrequenz in dem
Frauen= und Herrenbad die ſchlechteſte ſeit vielen Jahren.
Seit Sonntag wird der Woog zum Fiſchen abgelaſſen
und die Inſel und das Frauenbad ſtehen bereits
waſſer=
frei. Zahlreiche Heiner waten im Schlamm umher und
ſuchen nach Muſcheln. Auch Geldſtücke und eine
An=
zahl Patronen wurden am Sonntag am Damm
ge=
funden. Vom 16. bis 18. Oktober findet im Woog
großer Fiſchfang ſtatt, deſſen Ertrag an Ort und
Stelle verkauft wird. Die Ausbeute iſt in dieſem Jahre
beſonders gut; 6—8 pfündige Karpfen uſw. ſollen nichts
ſeltenes ſein. Die Militärſchwimmanſtalt wurde
eben=
falls abgebrochen.
* Aſyl für Obdachloſe. Während des Monats
September wurde in dem im Lokale des zweiten
Polizeireviers in der Alexanderſtraße errichteten Aſyl für
Obdachloſe 277 Perſonen und in demjenigen im Lokale
des fünften Polizeireviers in der Ludwigshöhſtraße
31 Perſonen, zuſammen 308 Perſonen Obdach gewährt.
Ausſchreitung eines Trainſoldaten. Herr
Chefredatteur R. Raffay, der, wie ſ. Zt. mitgeteilt.
mit ſeiner Gattin im Automobil von Tramſoldaten
be=
läſtigt wurde, erhielt vom Trainbataillon die ergebene
Mitteilung, daß der Gemeine Siefert der 3.
Kom=
pagnie mit 7 Tagen mittleren Arreſtes beſtraft worden
iſt. Die Angelegenheit hat nunmehr durch Beſtrafung
des durch den Truppenteil ermittelten Täters ihre
Er=
ledigung gefunden.
gs- Unfall. Geſtern vormittag 7 Uhr ſchlug einem
Heizer einer hieſigen Fabrik beim Oeffnen der
Feuer=
türe derartig die Flamme ins Geſicht, daß er
ſchwerverletzt von der Rettungswache mittels
Kranken=
kraftwagens nach dem Städtiſchen Krankenhaus gebracht
werden mußte.
C. K. Wie König Georg bei der indiſchen Krönung
überſehen wurde. Bei der indiſchen Krönung Georgs hat
die Laune des Schickſals ſich einen kleinen ironiſchen
Scherz geleiſtet: erſt jetzt wird das verraten, und
zwar=
von dem Bibliothekar von Windſor, von dem John
Forteſcue, der im Gefolge des Königs dem Durbar
bei=
wohnte. Im prächtigſten Aufzuge zog der König
inmit=
ten einer prunkvollen Prozeſſion von Würdenträgern
durch die Straßen von Delhi; und wurde überſehen,
wurde von dem ſchauluſtigen Volke überhaupt nicht
er=
kannt. Ja die Menge war ſogar unzufrieden und empört,
als die Prozeſſion vorüber war, denn man glaubte, der
Kaiſer von Indien ſei garnicht dabei geweſen. „Man muß
die Wahrheit bekennen”, ſo verrät jetzt der Bibliothekar
von Windſor in einem Buche, „der König wurde vom
Volke nicht erkannt. Er allein trug zwar die
Uni=
form eines Feldmarſchalls, aber in den Augen der
Einge=
borenen unterſcheidet ſich die kaum von der eines
Gene=
rals= oder Stabsoffiziers. Und das Band des Sterns
von Indien, das er angelegt hatte, ſchmückte ſehr viele
der anweſenden Generäle und Beamten auch. Die
Reit=
knechte hörten, als ſie vorbeiritten, wie das Volk murmelte
und knurrte, der König ſei nicht da, die Königin erkannte
man dann an dem prunkvollen großen Fächer und dem
Sonnenſchirm; aber die Eingeborenen bemerkten, daß ſie
allein ſaß, und nahmen an, der König wäre nicht da. In
der Situation liegt eine gewiſſe Ironie, denn der König
hatte ausdrücklich ſtatt des Elefanten ein Pferd zum
Reit=
tier gewählt.” Lord Curzon war 1902 in der Tat auf
einem Elefanten eingezogen; König Georg aber wollte
dem Volk Gelegenheit geben, ihn beſſer zu ſehen und
ent=
ſchied ſich aus dieſem Grunde für ein Pferd. Mit ernſter
Eindrücklichkeit fordert der Bibliothekar von Windfor nun
auf, aus dieſem bedauerlichen Irrtum zu lernen. In
Zu=
kunft müſſe man die Perſon des Königs und Kaiſers
auffälliger hervorheben, müſſe ihn mit indiſchen Dienern
umgeben und einen Baldachin vor ihm hertragen. Denn
ſonſt könnte es wieder paſſieren, daß der König in ſeinem
Krönungszuge überſehen wird.. .
* Die Kirche in Baumwolle. Das „Mirakel”
Voll=
möllers und Reinhardts ſpukt jetzt auch in der Umgegend
von Wien. Reinhardt hat nämlich die
kinematographi=
ſche Aufnahme der Pantomime beſchloſſen und bereits
be=
gonnen, wobei er ſich, wie die Kölniſche Zeitung meldet,
die Szenenbilder in der Umgebung Wiens ſucht. Für die
letzte Kirchenſzene der Pantomime, die im tiefſten Schnee
ſpielt, hat er ſich die Kirche von Parchtoldsdorf bei Wien
ausgeſucht; um den Schnee zu markieren, hatte er die
Kirche und den Kirchplatz mit Baumwolle dicht bedeckt,
die er für 5000 Kr. beſchafft hatte. Die Burgſzene hat er
in die Burg Kreuzenſtein des Grafen Wilczek bei
Kornneu=
burg verlegt, die ihm der Graf zuvorkommend zur
Ver=
fügung geſtellt hatte, und für die Zwiſchenſpiele hat er
eine Waldlichtung nächſt der Burg als Schauplatz
gefun=
den. Man kann nach alledem den Leuten gar nicht böſe
ſein, die behaupten, der ganze Bulgaren= und
Serbenauf=
marſch geſchähe insgeheim für eine große Kinogeſellſchaft,
die echte Kriegsbilder vorführen will.
* An die „gute, alte Zeit” erinnert folgende
Bekannt=
machung des Darmſtädter Tagblatts aus dem Jahre 1806:
Friederike Wenzin von Darmſtadt, welche ſeit
Weihnach=
ten als Kindermagd, aber keineswegs als Köchin,
nochviel=
weniger als Haushälterin, wie ſie ſich, wie ich nun höre,
das Anſehen zu geben ſuchte, bei mir diente, hat ſich
eines hinlänglich überwieſenen anſehnlichen Diebſtahls
ſchuldig gemacht. Lüderlichkeit, Lug, Trug, Faulheit,
Ver=
läumdungsſucht und Selbſterhebung, machten ſie bald
verabſchiedungsfähig. Nur der gegenwärtige Drang der
Umſtände war ſchuld daran, daß ſie ſo lange gedultet
wurde, als ſie noch nicht völlig entlarvt war. Dieſes
einem verehrlichen Publico bekannt zu maſchen, hielt
Endes unterſchriebener, theils der Warnung, theils der
Ehre ſeines Hauſes, theils der Beſſerung dieſer
verſtock=
ten Sünderin wegen für Pflicht. Weiterſtadt den 21ten
März 1806 Walther, Pfarrer daſ.
kr. Groß=Zimmern, 6. Okt. Den Reigen der feſtlichen
Veranſtaltungen zur Feier des 25jährigen
Pfarr=
jubiläums des Dekan Bitz eröffnete geſtern abend
der Jungfrauenverein. Die obere Mädchenklaſſe des
Lehrers Schmitt trug ein hübſches dreiſtimmiges Chorlied
vor. Hierauf feierte Frl. Marie Schmitt den Jubilar in
einem ſinnigen Feſtprolog. Ein Schulkind überbrachte
einen Blumenſtock unter Vortrag eines entſprechenden
Ge=
dichtes. Hierauf erfolgten Aufführungen kleiner
Theater=
ſtücke u. a. Die Mitſpielenden entledigten ſich ihrer Rollen
tadellos. Dekan Bitz ſprach allen denen, die zur
Veran=
ſtaltung der kleinen Feſtfeier beigetragen, ſeinen herzlichſten
Dank aus.
Beerfelden, 6. Okt. Angeregt durch den hieſigen
Obſtbauverein iſt heute Gelegenheit geboten, das
Schönſte der diesjährigen ſo reichen Obſternte als
Aus=
ſtellung in einem Schulſaal zu beſichtigen. Sehr
zahl=
reiche Ausſteller haben den vorhandenen Raum bis zum
kleinſten Plätzchen ausgenützt. Nur wenige ſind dies, aber
jedermann kann ſich erfreuen an den prächtig
herange=
wachſenen Früchten, die ſo einladend ſchön geordnet und
gekennzeichnet dem Beſchauer entgegenlachen. Gewiß
hat die Ausſtellung in manchem der zahlreichen Beſucher
den Entſchluß geweckt, künftig noch mehr Obſtbäume zu
pflanzen und die ſchon im Beſitz befindlichen noch beſſer
zu pflegen.
Lindenfels, 7. Okt. Die Verpflegungsgelder
für die während der diesjährigen Manöver hier
ein=
quartierten Mannſchaften ſind zur Auszahlung
angewieſen worden. Dieſelben belaufen ſich in hieſiger
Gemeinde auf nahezu 12000 Mark. Wir hatten faſt drei
Wochen ununterbrochen Einquartierung und wurden bei
einem Gemeindezuſchuß von 50 Pfg. pro Mann und Tag
1,70 Mark vergütet. Die Gemeindekaſſe wird hierdurch
mit einem Betrag von 2000 Mark belaſtet.
Mainz, 8. Okt. Am Samstag vormittag um 10 Uhr
7 Minuten traf, von Köln kommend, eine ruſſiſche
Großfürſtin hier ein. Sie wurde in dem
Hauptbahn=
hof von dem Bahnhofsvorſteher in Galauniform
empfan=
gen und nebſt ihrem aus zwei Damen beſtehenden Gefolge
in den Speiſeſaal zweiter Klaſſe geleitet. Aus dieſem
An=
laß war am Vormittag der Speiſeſaal zweiter Klaſſe für
das Publikum geſperrt.
Gonſenheim, 7. Okt. Die Batterie der hier liegenden
Abteilung des Feld=Art.=Regts. Nr. 27 wurde in
letzter Wochesnach Darmſtadt verlegt, wo das neu zu
bildende Feld=Art.=Regt. Nr. 84 errichtet wird. Um dier
fehlende Batterie hier neu zu bilden, mußten die anderen
Batterien wie auch die übrigen Artillerie=Regimenter des
18. Armeekorps Stammannſchaften abgeben, die ſelbſt
wieder durch Rekruten erſetzt werden.
* Worms, 7. Okt. Der Ballon „Pegnitz” des
Nürnberger Vereins für Luftſchiffahrt und Flugtechnik,
der in Nürnberg geſtern früh 8 Uhr 30 Min. unter
Füh=
rung des Herrn Direktors S. Wölfel aus Lauf
a. Pegnitz aufgeſtiegen war, landete nach herrlicher Fahrt
geſtern nachmittag bei Pfiffligheim um 3 Uhr
30 Min.
Bodenheim, 7. Okt. Unter überaus zahlreicher
Be=
teiligung ſeitens der hieſigen Einwohnerſchaft und
Main=
zer juriſtiſcher Kreiſe wurde geſtern
Amtsgerichts=
rat Dr. Roſſi zu Grabe getragen. Er war ein
Sohn des früheren langjährigen hieſigen Arztes Dra
Roſſi. Die Liebe zu ſeiner Heimat, die Erinnerung an
eine froh verlebte Jugend veranlaßten den Verſtorbenen
wohl zu dem Wunſche, in heimatlicher Erde beſtattet zu
werden. Im Namen des Richterkollegiums legte
Ober=
amtsrichter Neundörfer einen Kranz nieder mit Worten
hoher Anerkennung für das pflichtmäßige Wirken des
Entſchlafenen, für ſeine große Herzensgüte, die ihm
all=
gemeine Achtung, allſeitige Liebe und Verehrung
ver=
ſchaffte. Namens der Mainzer Rechtsanwälte legte
Juſtizrat Dr. Schmitt eine Kranzſpende nieder und
be=
tonte das liebenswürdige Entgegenkommen, das die
An=
wälte ſtets bei Dr. Roſſi gefunden haben.
* Gießen, 7. Okt. Der Oberheſſiſche Verein für
innere Miſſion wird ſein Jahresfeſt am 5. und 6.
November in Gießen abhalten. Dabei ſollen vor allem die
Verhandlungen der vorigen Jahresverſammlung über die
Frage: Was fordert die Gegenwart von der inneren
Miſſion? fortgeſetzt werden. Neben Pfarrer Wurm aus
Stuttgart werden Profeſſor D. Schoell aus Friedberg
und Pfarrer Schulte aus Großen=Linden zu den
ein=
ſchlägigen Fragen das Wort nehmen. Namentlich die
Stel=
lung zur gewerkſchaftlichen Bewegung ſowie die
apologe=
tiſchen und evangeliſatoriſchen Beſtrebungen unſerer Zeitz
werden dabei zur Beſprechung kommen. Auch was von
„Jung=Deutſchland” zu erwarten iſt, wird die
Verſamm=
lung beſchäftigen, und in der Abendverſammlung wird der
Sekretär der Chriſtl. Kellnervereinigung in Paris, Chr
Ahlmann über das deutſche evangeliſche
Gemeinde=
leben in Paris und über Kellnerfürſorge reden.
Friedberg, 6. Okt. Gegen 4 Uhr heute morgen wurde
auf dem Bahndamm zwiſchen hier und Buchenbrücken
der Bureaudiener Graf von der hieſigen
Eiſenbahnbau=
abteilung ſchwer verletzt aufgefunden. Graf
iſt ohne Zweifel von einem Zug überfahren worden. Er
wurde alsbald dem hieſigen Bürgerhoſpital zugeführt,
Sehr wahrſcheinlich hat der Verunglückte den Bahndamm
als Richtweg benutzen wollen.
(*) Butzbach, 6. Okt. Zum neuen Stadtrechner
wurde Gemeinderat Eduard Bayersdorf aus Butzbach
gewählt.
(*) Hirzenhain, 6. Okt. Maßnahmen gegen
die Fleiſchteuerung trifft das hieſige Eiſenwerh
indem es eigenen Fleiſchereibetrieb für Großvieh und
Schweine, Wurſtfabrikation und Verkaufslokal einrichtet
Auch eine eigne Schweinemäſterei ſoll entſtehen.
(*) Alsfeld, 6. Okt. Eine wichtige Entſcheidung in der
Frage des ſeit faſt 4 Jahren geplanten
Bahnhofum=
baues traf geſtern von der Eiſenbahnbehörde ein. Den
Bahnhofsumbau hat wiederholt den Stadtvorſtand, die
Intereſſenten und die Bahnbehörde beſchäftigt, mehrfach
wurden Pläne entworfen, dann geändert und ſchließlich
verworfen. Bekanntlich war wohl der größere Teil den
Nummer 237.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912,
Seite 5.
Einwohner, beſonders die Geſchäftswelt, dagegen, daß der
Bahnhof mehrere hundert Meter nach Altenburg zu kam.
Jetzt hat die Bahnbeyörde endgültig das Projert aufgeſtellt,
daß das Bahnhofsgebäude an dem alten Platze bleibt. Der
Neubau wird nur mehrere Meter zurückgeſtellt, ſodaß an
die Stelle des alten Gebäudes Gleiſe und Bahnſteige
kom=
men. Der Güterſchuppen kommt an den Zellerweg auf das
Wallachſche Grundſtück. Bahnmeiſterei und Waſſerturm
werden weichen müſſen. Die Brücke an der
Grünberger=
ſtraße wird abgebrochen, der Bahnkörper wird über die
Straße geführt. Der ganze Bahnkörper wird etwas
ge=
hoben, da bei Altenburg die neue Bahnſtrecke von Nieder=
Aula eingeführt werden ſoll.
(*) Alsfeld, 6. Okt. Eine Obſt= und Ackerbau=
Ausſtellung fand heute im Saale zum „Deutſchen
Kaiſer” ſtatt. Man ſtaunt über die ſchönen Erzeugniſſe
des Ackerbaues und Obſtbaues und ſieht, daß auch am
nördlichen Abhang des Vogelsberges bei entſprechender
Sortenwahl, Bodenbearbeitung und Düngung die
Land=
wirtſchaft und der Obſtbau vorzügliches hervorbringen
könnte. Das Obſt hat ein überaus ſchönes Ausſehen, die
edelſten Sorten ſind vertreten. Die Ausſtellung war
ein=
gerichtet von den Technikern Büxler=Gießen und Koch=
Alsfeld. Sie wurde Samstags nachmittags eröffnet durch
den Vertreter der Landwirtſchaftskammer, Landtagsabg.
Korell=Angenrod. Als Vertreter des Kreiſes ſprach
Kreis=
rat Dr. Heinrichs, namens der Stadt Bürgermeiſter Dr.
Völſing=Alsfeld.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Okt. Das deutſche
Pfadfinderkorps veranſtaltete geſtern aus Anlaß
der mehrtägigen Pfadfinder=Uebungen, die zurzeit in der
Gegend von Berlin abgehalten werden, ein Feſtmahl
ſeiner Führer. Unter den Anweſenden bemerkte man auch
den früheren Staatsſekretär Dernburg. An den Grafen
Zeppelin, der dem Korps eine namhafte Spende überwies,
wurde ein Danktelegramm gerichtet. Die Pfadfinder
be=
ſichtigten die Reichshauptſtadt. Einzelne Städte hatten
30, 40 und mehr Delegierte geſandt. Das Kgl. Gymnaſium
in Perleberg hatte allein über 50 Pfadfinder zu dieſer
großen Tagung geſchickt, um das große Kriegsſpiel vor
Generalfeldmarſchall Freiherrn v. d. Goltz mitzumachen.
Abends hielt Hauptmann Bayer über den heutigen Stand
der Pfadfinderbewegung und die bisherigen Erfahrungen
vor einem zahlreichen Publikum einen Vortrag. Nicht
nur die hieſigen und die zu Beſuch in Berlin weilenden
Pfadfinder waren erſchienen, auch aus Militärkreiſen
hat=
ten ſich bekannte Perſönlichkeiten eingefunden. Redner
betonte, daß die Jungdeutſchland=Organiſation trotz des
anfänglichen Mißtrauens, das man ihr entgegenbrachte,
jetzt die Unterſtützung von Schule und Elternhaus in
aus=
gedehnteſtem Maße gefunden habe. So ſei es denn nicht
zu verwundern, daß zur Zeit über 100000 Pfadfinder der
Bewegung angeſchloſſen ſeien und ſtändig Neubildungen
junger Korps erfolgen. Lichtbilder mit Szenen aus dem
Pfadfinderleben beſchloſſen die Ausführungen des
Red=
ners, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. —
Das neue Heim der Berliner Anwälte am
Schöneberger Ufer wurde geſtern abend durch ein
Feſt=
bankett eingeweiht, zu dem die hervorragendſten Juriſten
der Reichshauptſtadt und faſt die geſamte Anwaltſchaft
erſchienen waren. Als Ehrengäſte waren u. a. anweſend
Juſtizminiſter Beſeler. — Die Ermittelungen über einen
rätſelhaften Leichenfund in der Nähe von
Oppeln haben ergeben, daß es ſich anſcheinend um
Mord handelt. Die Tote iſt die im Jahre 1895 zu Halbe
geborene Buchhalterin Frieda Thiele aus Neukölln, die
ſeit dem 28. September ſpurlos verſchwunden war.
An=
ſcheinend iſt das Mädchen während der Eiſenbahnfahrt
von ihrem Begleiter, einem unbekannten Mann, aus dem
Zug geworfen worden.
Potsdam, 7. Okt. In der Nacht zum Sonntag
wur=
den im Palaſt Barberini zwei wertvolle Oelgemälde
geſtohlen, ein Gemälde „Gebirgsbach” in altem
Gold=
rahmen, ein anderes „Zigeunerlager”.
* Hochheim, 6. Okt. 75jähriges Jubiläum
von Burgeff Grün! In der Burg Ehrenfels zu
Hochheim a. M., dem Hauſe, wo die Gründung der Firma
erfolgte, fand am Samstag abend eine intime Feier
an=
läßlich des 75jährigen Beſtehens der Sektkellerei Burgeff
und Co., der älteſten rhein. Sektkellerei ſtatt. Die
Feſt=
verſammlung aus Vertretern der Regierung, der
Han=
delskammer, Aufſichtsrat, Angeſtellten und Arbeiter ergab
die Zahl 350. Landrat Kammerherr v. Heimburg
über=
brachte die Glückwünſche der Regierung und eine Anzahl
Ordensauszeichnungen. Herr Direktor Hermann
Hummel erhielt den Roten Adlerorden vierter Klaſſe.
Prokuriſt Alex. Iſtel das Verdienſtkreuz in Gold,
Buchhalter Jac. Blum dasſelbe in Silber,
Pack=
meiſter Vogler das Ehrenzeichen in Silber,
Vor=
arbeiter Lauer und Arbeiter Wilh. Schwab das gleiche
in Bronze. Herr Generaldirekter Kommerzienrat
Hum=
mel gab kund, daß die Beiträge der Arbeiter für die
Invalidenverſicherung und für die am 1. Januar 1913 in
Kraft tretende Privatbeamtenverſicherung als
Jubiläums=
gabe in Zukunft von der Firma getragen werden.
München, 5. Okt. Zu dem geſtrigen
Raubmordver=
ſuch in der Thereſienſtraße wird jetzt gemeldet, daß die
verhaftete Täterin, die ſich als Bardame bezeichnet, die
23jährige, bereits vorbeſtrafte, Kellnerin Stephany aus
Stuttgart iſt.
Traunſtein, 6. Okt. Heute wurde unter
außerordent=
licher Beteiligung aus dem ganzen Reiche das erſte von
der Deutſchen Geſellſchaft für Kaufmanns=
Erholungsheime erbaute Heim in Gegenwart des
Prinzen Ludwig von Bayern feierlich eingeweiht.
Die Reichsregierung war vertreten durch Staatsſekretär
Delbrück. Auf die Begrüßungsanſprache des
Vorſitzen=
den Baum folgte die Weiherede des
Handelskammer=
präſidenten Kommerzienrats Pſchorr=München.
Fer=
ner ſprach Miniſterialdirektor Meinel für die bayeriſche
Regierung. In Würdigung der Beſtrebungen wurde dem
Präſidenten Baum der Verdienſtorden vom Heiligen
Mi=
chael mit der Krone, dem Vorſitzenden des bayeriſchen
Kuratoriums Dr. Eduard Bloch=München der
Verdienſt=
orden vom Heiligen Michael, dem ſtellvertretenden
Vor=
ſitzenden Geh. Kommerzienrat Dr. Kalle, Kommerzienrat
Fehr=Flach und Dr. Telgmann die Leopolds=Medaille in
Silber verliehen. — An die Einweihung des Mahles
ſchloß ſich ein Feſtmahl im Traunſteiner Bräuhaus an.
Im Verlaufe des Feſtmahles hielt Prinz Ludwig
von Bayern eine Rede. Er gab ſeiner Freude
dar=
lüber Ausdruck, daß es gelungen ſei, in ſo unglaublich
kurzer Zeit ein Heim zu bauen und wohnbar zu machen.
Es ſei im höchſten Grade erfreulich, daß die deutſche
Kauf=
mannſchaft die Mittel gab. in ſo kurzer Zeit ein ſo großes
Werk zu ſchaffen. Der Prinz erwähnte dann, daß ſein
Vorredner die nationalen Verdienſte der verſchiedenen
Angehörigen des bayeriſchen Königshauſes
hervorge=
hoben babe und fuhr fort:: Es ſei ſelbſtverſtändlich, daß
ein Fürſtenhaus, das ſo urdeutſch ſei wie das
Wittels=
bacher, nicht allein für ſeine Heimat, ſondern für das ganze
Deutſchland arbeite, und zwar nicht nur für das Deutſche
Reich, wie es jetzt ſei, ſondern für das ganze große
Deutſchland, ſo weit die deutſche Sprache reicht.
Schließ=
lich ſprach Prinz Ludwig den Wunſch aus, daß die
Kauf=
mannſchaft auch in künftigen Zeiten ſo geldkräftig bleiben
möge und daß ſie ihr Geld auch für Wohlfahrtszwecke
ver=
wende. Sein lebhaft aufgenommenes Hoch galt der
deut=
ſchen Kaufmannſchaft.
Homburg (Pfalz), 6. Okt. Der Schleier, der über dem
ſpurloſen Verſchwinden des jungen
Seeg=
müller Buchhalter im Sägewerk von Kuntz hier, ſo
lange gelegen hat, iſt gelüftet. Seegmüller hat ſoeben von
Ceuta in Afrika nach Hauſe geſchrieben, daß er von
Lud=
wigshafen aus in die franzöſiſche
Fremden=
legion verſchleppt worden iſt. Er fuhr von hier
am 4. Aug. nach Frankenthal zum Pfälziſchen
Verbands=
tag des deutſch=nationalen Handlungsgehilfenverbandes
und ward ſeit dieſem Tage nicht mehr geſehen. Seine
Angehörigen und ſeine Freunde und Bekannten ſtanden
vor einem Rätſel. Man hielt den Verſchwundenen ſchon
für tot. Jetzt endlich iſt nun das erſte Lebenszeichen von
ihm wieder daheim angekommen. Aber was für eins!
Seegmüller ſchreibt, daß er auf ſeiner Fahrt von
Hom=
burg nach Frankenthal am 4. Auguſt bis Ludwigshafen
gelangt ſei. Er erinnere ſich noch, in einem Zugsabteil
geſeſſen zu haben; was aber dann mit ihm paſſiert und
wie er nach Frankreich zur Fremdenlegion gekommen ſei,
wiſſe er nicht. Er ſcheint alſo einem Zutreiber der
fran=
zöſiſchen Fremdenlegion in die Hände geraten, von dieſem
vielleicht betäubt und nach Frankreich verſchleppt worden
zu ſein. Ein Menſchenraub mitten in Deutſchland! Die
Familie des unglücklichen jungen Mannes, der niemals
daran gedacht haben würde, freiwillig ſich den Franzoſen
als Legionär zu verkaufen, wird natürlich alles in die
Wege leiten, den Sohn heim zu bekommen. Hoffentlich
verſagen die zuſtändigen Stellen in Bayern und im Reich
nicht, ſo daß dieſer unerhörte Fall von franzöſiſcher
Legio=
närkaperei die rechte Sühne erfährt.
Heyingen, 7. Okt. Geſtern abend gegen 8 Uhr
explo=
dierten im Patural=Werk der Firma de Wendel zwei
Gasmotoren. Der Schuppen wurde in die Luft geſprengt.
Acht Arbeiter wurden ſchwer verletzt, außerdem mehrere
infolge des gewaltigen Luftdruckes minder ſchwer. Die
Exploſion war in der ganzen Stadt zu hören.
Köln, 7. Okt. Spitzbuben drangen in der verfloſſenen
Nacht in die Rochuskirche in Köln=Bickendorf
ein und verſuchten, das Tabernakel, das eine ſchwergoldene
Monſtranz enthielt, mit Pulver zu ſprengen. Als dies
mißlang, erbrachen ſie den Reliquienſchrein und ſtahlen
die darin aufbewahrten Reliquienteile vom heiligen
Rochus. Die Einbrecher entkamen im Dunkel der Nacht.
Hamm (Weſtfalen), 6. Okt. In dem Prozeß des
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Zement=
Syndi=
kates in Bochum fällte das Oberlandesgericht geſtern
das Urteil. Danach wird das Zement=Syndikat endgültig
vom 31. Dezember 1912 ab aufgelöſt Das Reichsgericht
hatte bekanntlich das erſte Urteil des Oberlandesgerichts
aufgehoben und die Sache an das Oberlandesgericht
zu=
rückverwieſen, das jetzt das erſte Urteil beſtätigte.
Hamburg, 7. Okt. Bei den Leichterungsarbeiten an
dem im Fahrwaſſer der Elbe geſunkenen Dampfer
„Vandalia” der Hamburg-Amerika=Linie hat ſich
herausgeſtellt, daß der Dampfer nicht zu heben iſt.
Er wird deshalb, weil er ein gefährliches
Schiffahrtshin=
dernis bildet, wahrſcheinlich geſprengt werden.
Weimar, 7. Okt. Die Taufe des
Erbgroßher=
zogs wird hier unter Teilnahme des Kaiſers, ſowie des
Königs von Sachſen am 25. Oktober erfolgen.
Breslau, 6. Okt. In der heutigen Nacht drangen
Ein=
brecher in den Kontorraum der Delikateß= und
Wein=
handlung von Paul Kloſe ein, ermordeten den dort
ſchlafenden vierzehnjährigen Lehrling Wilhelm Scholz,
der erſt vor drei Tagen in die Lehre getreten war, erbrachen
den Geldſchrank und entwendeten 500 Mark. Die
Raub=
mörder ſind unerkannt entkommen.
Paris, 5. Okt. Die Polizei beſchäftigt ſich zurzeit mit
der Angelegenheit der falſchen franzöſiſchen
Banknoten, die von Deutſchen im Königreich
Sachſen angefertigt worden ſind. Heute mittag wurde
ein Mann, der 241 falſche Noten bei ſich trug, in dem
Augen=
blick verhaftet, als er auf dem Nordbahnhof anlangte.
Mehrere Polizeiagenten ſind heute nach Deutſchland
ab=
gereiſt, wo weitere Verhaftungen bevorſtehen ſollen.
New=York, 5. Okt. Das Bundesgericht hat den von
der White Star=Line aus Anlaß der „Titanic‟=
Kata=
ſtrophe zu leiſtenden Schadenerſatz auf 96000 Dollars
feſtgeſetzt. Die der Geſellſchaft gegenüber geltend
ge=
machten Forderungen beliefen ſich auf über eine
Mil=
lion Dollars.
New=York, 6. Okt. Jack Zelig, der angeblich auf
Geheiß des Polizeileutnants Becker die Mörder des
Spiel=
höllenbeſitzers Roſenthals gedungen hat, wurde geſtern
abend auf der Straßenbahn von einem gewiſſen Philipp
Davidſohn erſchoſſen. Davidſohn behauptet, die
Tat begangen zu haben, weil er von Zelig beraubt worden
ſei. Zelig wäre einer der Hauptzeugen des Staatsanwalts
in dem morgen beginnenden Beckerprozeß geweſen. Der
Spieler Roſe hatte noch geſtern nachmittag dem
Staats=
anwalt prophezeit, daß Zelig beſeitigt werden würde, um
ſeine Ausſagen zu verhüten. Im Beſitze Zeligs hat man
blutbefleckte Briefe der vier angeblichen Mörder
Roſen=
thals gefunden.
New=York, 7. Okt. Auf dem Wege von Havanna nach
New=York iſt ein Wertpaket mit 200000 Dollar in
Bank=
noten verſchwunden. Wahrſcheinlich iſt es auf dem
Dampfer Saratoga geſtohlen worden. Von dem Diebe hat
man noch keine Spur, indeſſen ſind die Nummern der
Bank=
noten bekannt und allen Banken mitgeteilt worden, ſodaß
es dem Diebe kaum gelingen dürfte, die Wertpapiere in
den Verkehr zu bringen.
Philadelphia, 7. Okt. Sechs der bekannteſten
Geſchäfts=
leute Philadelphias und zwei Perſonen, deren Identität
bisher noch nicht feſtgeſtellt werden konnte, wurden am
Samstag abend das Opfer eines ſchweren Automobil=
Unglücks, das ſich im Fairmount=Park ereignete. Eine
neunte Perſon wurde bewußtlos nach dem Hoſpital
ge=
ſchafft und man glaubt, daß auch ſie ihren ſchweren
Ver=
letzungen erlegen wird. Der Unfall ereignete ſich bei
Ein=
tritt der Nacht. Zwei Automobile kamen mit großer
Ge=
chwindigkeit zwei ſich kreuzende Wege herangeſauſt und
rannten an dem Schnittvunkte aneinander. Beide Wagen
vurden vollſtändig zertrümmert und ihre Inſaſſen
heraus=
geworfen. Es waren kaum fünf Minuten vergangen, als
ſchon ein drittes Auto mit großer Geſchwindigkeit herankam
und in die Trümmer hinein ſauſte. Sämtliche Inſaſſen
auch dieſes Wagens wurden auf der Stelle getötet. Ein
Augenzeuge erklärt, daß er nach dem erſten Zuſammenſtoß
einen Mann beobachtet hätte der verſuchte, aus den
Trüm=
mern herauszukommen. In demſelben Augenblick kam
ſchon das dritte Auto herbei und überfuhr den
Unglück=
lichen, der auf der Stelle getötet wurde.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Heidelberg, 6. Okt. Heute vormittag 11¼ Uhr
wurde in der alten Univerſitätsaula die erſte Tagung des
vor anderthalb Jahren in Frankfurt gegründeten
Ver=
bandes für internationale
Verſtändi=
gung durch ſeinen Vorſitzenden Geheimrat Profeſſor
Dr. Ritter v. Ulemann=München feierlich eröffnet. Der
von etwa 200 Perſonen, darunter 20 Staatsrechtslehrer
und mehrere Vertreter des Auslandes, beſuchten
Ver=
ſammlung waren bereits geſtern und heute früh mehrere
Vorſtandsſitzungen, ſowie eine geſchloſſene
Mitglieder=
verſammlung vorangegangen. Das Hauptergebnis der
letzteren iſt die Konſtituierung des Verbandes als
ſelbſtändige Parallel= oder Kartell=Organiſation
zum gelegentlichen Zuſammenwirken mit der
fran=
zöſiſchen Conciliation Internationale und der
be=
reits fünfundſiebzigtauſend Mitglieder umfaſſenden
nordamerikaniſchen International Coneiliation. Die
heutige öffentliche Verſammlung wurde eingeleitet durch
eine Eröffnungsrede des deutſchen Vorſitzenden über
„Weſen und Zweck des Verbandes”
Begrüßungsanſpré=
chen hielten Miniſterialrat Schwörer=Karlsruhe namens
der badiſchen Staatsregierung, ferner Prorektor Geh. Rat
v. Lilienthal namens der Univerſität Heidelberg, erſter
Bürgermeiſter Profeſſor Dr. Walz namens der Stadt
Hei=
delberg. — Den erſten Vortrag hielt Profeſſor Dr.
Nip=
pol d=Oberurſel über „Die auswärtige Politik und die
öffentliche Meinung” Als zweiter Redner ſprach der
Begründer der Conciliation Internationale,
Senatsmit=
glied Baron d’Eſtournelles de Conſtant=Paris
mit großer Wärme und zündender Beredſamkeit über
„Friedliche Austragung internationaler Streitfragen” wie
ſie durch die Haager Konferenzen erfolgreich angebahnt
ſei. Er ließ ſeine Ausführungen gipfeln in dem Satz:
Ein deutſch=franzöſiſches Zuſammengehen iſt möglich; ſind
aber Deutſchland und Frankreich einig, dann muß die
übrige Welt folgen.
* Heidelberg, 6. Okt. In der von etwa 400
Perſonen beſuchten geſtrigen Abendverſammlung des
Ver=
bandes für internationale Verſtändigung wurden zwei
wiſſenſchaftliche Vorträge gehalten. Profeſſor Dr. Martin
Spahn=Straßburg ſprach über den Friedensgedanken
in der Geſchichte des deutſchen Volkes und Profeſſor Dr.
Robert Piloty=Würzburg über die Formen der
inter=
nationalen Verſtändigung. Als einziger Diskuſſions
redner nahm das Wort der Vorſitzende der
Internatio=
nalen Friedensvereinigung Direktor La Fontaine=
Brüſſel.
* Heidelberg, 7. Okt. In der heutigen, ſehr
zahlreich beſuchten Verſammlung, der letzten öffentlichen
Verſammlung des Verbandes für
internatio=
nale Verſtändigung, behandelte Geh. Rat
Pro=
feſſor Karl Lambrecht=Leipzig unter wiederholtem
leb=
haftem Beifall das Thema „Die auswärtige
Kulturpoli=
tik und die Geſchichtswiſſenſchaft”. In der Einleitung
zu ſeinen wiſſenſchaftlichen Ausführungen verwahrte ſich
der Redner gegen die mißverſtändliche Auffaſſung einer
geſtrigen Aeußerung über die ſogenannte „elſaß=
lothrin=
giſche Frage” Mit Bezug auf dieſe Auseinanderſetzung
nahm der Verhandlungsleiter ſund VerbIndvorſitzende
Geh. Rat Profeſſor Dr. Ritter v. Ullmann=München
An=
laß, im Namen des Zentralvorſtandes folgende Erklärung
zu verleſen: Um Mißverſtändniſſen vorzubeugen, ſtellt
der Vorſtand des Verbandes feſt, daß er durchaus auf
dem Standpunkt ſteht, daß es keine internationale „
elſaß=
lothringiſche Frage” gibt und daß von ſeiten des
Verban=
des eine ſolche Behauptung nicht aufgeſtellt worden wäre.
— Weitere, ebenfalls beifällig aufgenommene Vorträge
hielten Profeſſor Dr. Walther Schücking=Marburg über
„Die wichtigſten Aufgaben des Völkerrechts” und Profeſſor
Dr. Martin Rade=Marburg über „Den Beitrag der Kirchen
zur internationalen Verſtändigung”. — Um 1 Uhr ſchloß
der offizielle Teil der Tagung.
Parteitag der Fortſchrittlichen
Volks=
partei.
— Mannheim, 6. Okt. Die diesjährigen
Verhand=
lungen des Fortſchrittlichen Parteitages, zu dem neben
außerordentlich zahlreichen Parteifreunden auch die Reichs=
und Landtagsfraktionen, ſowie etwa 700 Delegierte
er=
ſchienen ſind, wurden mit einer Ausſchußſitzung und einer
Delegiertenbeſprechung eingeleitet, an welche ſich ein
Be=
grüßungsabend anſchloß. Die Hauptverhandlungen leitete
Abgeordneter Funck (Frankfurt a. M.) — Abgeordneter
Mommſen (Berlin) erſtattete den Geſchäftsbericht,
in dem hervorgehoben wird, daß nach dem
Zuſammen=
ſchluß der drei linksliberalen Parteien die Fortſchrittliche
Volkspartei ſich innerhalb weniger Monate feſt organiſiert
habe und ſich ihr Wirkungsgebiet heute über ganz
Deutſch=
land erſtrecke, da ſie 5452 Vereine und Ortsgruppen, 30
Jugendvereine, 13 Arbeitervereine und 2 Frauenvereine
umfaſſe. Die Partei verfügt zurzeit über 43
Reichstags=
mandate und 223 Abgeordnete in den geſetzgebenden
Kor=
perſchaften der Einzelſtaaten. Es beſtehen 19
Landes=
bzw. Provinziallandesorganiſationen. Die Entwickelung
der Partei hat gezeigt, daß die Einigung aller liberal
ge=
richteten Leute in Deutſchland notwendig war.
Reichs=
tagsabgeordneter Wiemer verbreitete ſich ſodann über
die Reichstagswahlen und betonte, daß ſich ſeit dieſer
Eini=
gung der linksliberalen Parteien die Stoß= und Werbekraft
der Liberalen verſtärkt habe. Der Stimmenzuwachs der
Liberalen bei der letzten Reichstagswahl betrage 25
Pro=
zent. Hinſichtlich der ſogenannten „Dämpfung” vertrat
Wiemer den Standpunkt, daß die Dämpfung verſagt habe,
denn ſolche Abmachungen hätte man vor der Hauptwahl
treffen müſſen. Die Gegenſätze zwiſchen Sozialdemokratie
und Liberalismus werden immer beſtehen bleiben, man
könne aber immerhin eine Strecke weit gemeinſam gegen
den gemeinſamen Gegner marſchieren. —
Reichstags=
abgeordneter Gothein (Breslau) behandelte die „
Wirt=
ſchaftspolitik” Abgeordneter Dr. Wendorff ſprach über
Fortſchrittliche Volkspartei und Landwirtſchaft. Eine
Reihe weiterer Vorträge ſchloß ſich an.
Im Zuſammenhang mit dem Parteitag fand eine
Verſammlung von Vertretern der fortſchrittlichen
Preſſe ſtatt, an der zahlreiche Redakteure und Verleger
und verſchiedene Parlamentarier teilnahmen. Es wurde
beſchloſſen, eine freie Vereinigung der fortſchrittlichen
Preſſe zu bilden, die die Aufgabe hat, die Beziehungen zu
den Partei=Inſtanzen mehr als bisher zu pflegen. — Ferner
fand eine Konferenz der fortſchrittlichen
Jugend=
vereine ſtatt, bei der 18 Vereine, die insgeſamt 5000
Mitglieder zählen, vertreten waren. Es wurde beſchloſſen,
den Vorort Frankfurt a. M. zu beauftragen, die in der
Konferenz mitgeteilten Erfahrungen zu ſammeln und einer
demnächſt zu veranſtaltenden Tagung der Jugendvereine
zu unterbreiten.
*Saarbrücken, 6. Okt. 25.
Generalver=
ſammlung des Evangeliſchen Bundes. Die
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
Nummer 237.
wangeliſche Vollzverſammlung, die geſern in den
Rleſen=
räumen der Markthalle unter Leitung des
Landtagsabge=
ordneten von Saarbrücken, Oberrealſchuldirektor Dr.
Maurer, abgehalten wurde, war von etwa 5000 Perſonen
beſucht. Profeſſor Dr. D. Schoell aus Friedberg in
Heſſen ſprach über „Proteſtantismus oder Materialismus”,
der die religiöspoſitive Arbeit des Bundes,
Reichstagsab=
geordneter v. Lieber t über „Deutſchtum oder
Weltbürger=
tum”, der die nationalpoſitive Arbeit des Bundes
behan=
delte. Der heutigen Hauptverſammlung gingen ſechs
Feſt=
gottesdienſte in den evangeliſchen Kirchen Saarbrückens
voraus. Dieſe Verſammlung wurde von dem
Bundes=
vorſitzenden, Generalleutnant z. D. v. Leſſel, geleitet. In
ſeiner Eröffnungsanſprache beleuchtete Leſſel die Aufgaben
des Bundes. Geheimerat Profeſſor Dr. Reinke=Kiel
be=
handelte das Thema: „Freiheit und Wiſſenſchaft” — Am
nachmittag bewegte ſich ein Feſtzug von etwa 12000
Teil=
nehmern aus den Kreiſen der evangeliſchen Arbeitervereine
und anderer evangeliſchen Organiſationen der
Rhein=
provinz vom Neuen Rathaus Saarbrücken nach Ehrenthal,
der Grabſtätte der Gefallenen am Fuße der SpichererHöhen.
Pfarrer Filenſcher=Fürth hielt vor dem Germaniadenkmal
eine Anſprache, die durch Geſang und Fanfarenklänge
ein=
geleitet und Rſchloſſen wurde. Die fünf evangeliſchen
Volksverſammlungen, die abends alle größeren Säle der
Stadt füllten, hatten in verſchiedenen Reden den
Grund=
gedanken: „Der evangeliſche Bund der Erzieher zu
pro=
teſtantiſcher Geſinnung und deutſcher Treue”. Mit einer
gemeinſamen Eiſenbahnfahrt nach Metz und dem Beſuch
des Schlachtfeldes bei Gravelotte findet die
Generalver=
ſammlung am Montag ihren Abſchluß.
10. Generalverſammlung des Bundes
Deutſcher Frauenvereine.
— Gotha, 4. Okt. In der geſtrigen
Abendverſamm=
lung wurde das Thema der gemeinſamen
Erzie=
hungder Geſchlechter behandelt. Vom Standpunkt
der Eltern beleuchtete Frau Lindemann die Frage. Als
zweite Rednerin des Abends ſprach Fräulein Margarete
Treuge (Berlin) über die Koedukation vom Standpunkt
der Schule aus. Zum Schluß faßte die Rednerin ihre
Forderung in dem Satz zuſammen: „Mit bezug auf die
höheren Schulen iſt gemeinſamer Unterricht überall zu
ſor=
dern, wo er den Mädchen die einzige Bildungsmöglichkeit
gewährt. Bisher beſteht nicht die Gefahr, daß zu viele
dieſen Weg beſchreiten. Zu erſtreben iſt eine prinzipielle
Zulaſſung der Mädchen zu den Knabenanſtalten unter dem
Geſichtspunkte der Ausleſe. Ein ſolcher
Befähigungsnach=
weis, möglichſt auf beide Geſchlechter angewandt, dient
einer konzentrierteren Erfaſſung der gebotenen
Bildungs=
werte und damit vor allem auch der Schule ſelbſt.” Auf
die mit großem Beifall aufgenommenen Referate folgte
eine längere Diskuſſion, an der ſich u. a. Dr. Gertrud
Bäumer, Frl. v. Bennigſen, Frl. Pappritz, Frl. Liſchnewska
und Frl. Helene Lange beteiligten.
Der dritte Tag war der Erledigung geſchäftlicher
An=
gelegenheiten gewidmet. Im Anſchluß an die geſchloſſene
Sitzung des Nachmittags wurden auf Antrag vier
Dring=
lichkeitsanträge einſtimmig angenommen. Sie betrafen
1. die Einſchränkung der Landkrankenkaſſen, 2. die
Anſtel=
lung von weiblichen Beamten in Staats= und
Gemeinde=
dienſt bei gleicher Bezahlung wie die männlichen Kräfte,
Z. Maßnahmen der Regierung zur Abhilfe der beſtehenden
Fleiſchnot und 4. den geſetzlichen Schutz von Frauen und
Kindern von Trinkern.
Das Thema des dritten Abends, „ Die Bedeutung
der ſozialen Frauenberufe” wurde von Dr.
jur. Frieda Ditenſing behandelt Die ideale Seite der
Frage erörterte Paula Müller. Die fernere Ausgeſtaltung
der ſozialen Frauenberufe würde wohl eine immer größere
Differenzierung bringen, vielleicht auch eine Abgrenzung
zwiſchen dem „akademiſchen” ſozialen Frauenberuf und
dem mit ſeminariſtiſcher Vorbildung. Jedenfalls biete
dieſer Frauenberuf reiche innere Befriedigung durch die
weitgehende Möglichkeit zur Entfaltung vorhandener
Fähigkeiten und Gemütswerte der Frau, ſowie ein
Gegen=
gewicht gegen die Gefahr der Ueberſpannung des
Perſön=
lichkeitsideals. Und wenn die Leiſtungsfähigkeit des
Staates in ſozialer Fürſorge vielleicht tatſächlich erſchöpft
ſei, ſo biete ſich einer tüchtig geſchulten und
verſtändnis=
vollen Frauenwelt noch ein reiches Feld zur Durchführung
ſozialer Reformen, die mit dem Geſetzesparagraphen allein
nicht vollſtändig verwirklicht werden können.
In einem Schlußwort dankte die Vorſitzende. Dr.
Ger=
trud Bäumer der Herzogin, den Vertretern der
Staats=
regierung und der Stadtverwaltung und den Gothaer
Vereinen für das dargebrachte Intereſſe und die gaſtliche
Aufnahme.
8. Chriſtlicher Gewerkſchaftskongreß.
— Dresden, 6. Okt. Mit einer
Begrüßungs=
verſammlung im großen Saale des hieſigen Zoologiſchen
Gartens begannen heute in Gegenwart des früheren
preußiſchen Handelsminiſters, Staatsminiſters Freiherrn
. Berlepſch, zahlreicher Reichs= und
Landtagsabge=
ordneter der Rechten und des Zentrums, ſowie der
be=
kannteſten chriſtlichen und beutſch=nationalen
Arbeiter=
führer aus allen Teilen des Reiches die Verhandlungen
des achten Kongreſſes der chriſtlichen
Ge=
werkſchaften Deutſchlands, denen man
all=
ſeitig mit großem Intereſſe entgegenſieht, nachdem die
chriſtliche Gewertſchaftsbewegung infolge ihrer
Ausein=
anderſetzungen mit der katholiſchen
Fachabteilungsbewe=
gung im letzten Jähre die Aufmerkſamkeit aller
politi=
ſchen Kreiſe auf ſich gelenkt hatte. Inzwiſchen haben die
chriſtlichen Gewerkſchaften auf der ganzen Linie geſiegt,
und der Geſamtvorſtand hat Ende Juni dieſes Jahres
öffentlich die Erklärung abgegeben, daß der Feldzug der
katholiſchen Fachabteilungen zu irgend welchen
Aenderun=
gen in den Grundſätzen und der Praxis der chriſtlichen
Gewerkſchaften keinerlei Veranlaſſung gegeben habe. Die
geſamte chriſtlich=nationale Arbeiterſchaft, katholiſcher
und evangeliſcher Konfeſſion, ſtehe wie ein Mann feſt in
der unerſchütterlichen Ueberzeugung von der
wirtſchaft=
lichen und nationalen Notwendigkeit ihres
gewerkſchaft=
lichen Zuſammenarbeitens. Die chriſtlichen
Gewerkſchaf=
ten beanſpruchten gleich allen anderen Ständen ihre
wirt=
ſchaftliche Freiheit und Selbſtändigkeit. Demgemäß ſieht
auch die Tagesordnung des Kongreſſes ein Zurückgreifen
auf die Kämpfe mit den katholiſchen Fachabteilungen
nicht vor, doch dürfte der Generalſekretär des
Geſamtver=
bandes Stegerwald (Köln) in ſeinem an erſter Stelle
ſtehenden Referat über die Stellung der chriſtlichen
Ge=
werkſchaften zu den politiſchen und geiſtigen Kämpfen der
Begenwart vorausſichtlich darauf zu ſprechen kommen. —
Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß mit
dem Anziehen der wirtſchaftlichen Konjunktur auch die
Mitgliederziffer der chriſtlichen Gewerkſchaften
zugenom=
men hat, und zwar um rund 15½ Prozent. Die
Geſamt=
mitgliederzahl ſtieg von 1909 mit 281061 auf 340000 mn
dieſem Jahre, Die Einnahmen ſtiogen von 4412.020 M.
in 1909 auf 5 490 994 M. in 1910 das Verbandsvermögen
von 5 365 338 M. auf 6 113 710 M. — Ueber die
Verhand=
lungen werden wird berichten.
Luftfahrt.
* Schau= und Paſſagierflüge auf dem
Mainzer Flugplatz Großer Sand. Am
Sonn=
tag nachmittag fanden auf dem Mainzer Flugplatz Großer
Sand Schau= und Paſſagierflüge ſtatt, die vom Verein für
Flugweſen in Mainz veranſtaltet wurden. Zunächſt führte
das Zeppelinſchiff „Viktoria Luiſe”, das vom
Verein gechartert war, drei Paſſagierfahrten mit zwei
Lan=
dungen und Paſſagierwechſel aus, bei denen zuſammen 48
Paſſagiere befördert wurden. An den Schauflügen
be=
teiligten ſich der Goedeckerflieger de Waal und der
Gradeflieger von Stoephaſius. Die Gradefliegerin
Fräulein Charlotte Möhring, die in den letzten Tagen
mehrere gute Flüge ausgeführt hatte, war durch einen
Magnetfehler behindert. von Stoephaſius machte vier
Flüge ohne Fahrgaſt in Maximalhöhe von 100 Metern.
Seine Geſamtflugdauer betrug 1 Stunde 4 Minuten 19½
Sekunden. De Waal führte drei Flüge mit Fahrgaſt aus
und erreichte 200 Meter Höhe. Die Geſamtflugdauer war
43 Minuten 5 Sekunden. Infolge des günſtigen Wetters
war der Zudrang des Publikums enorm. Gegen 10000
Menſchen waren anweſend. Leider gab das Verhalten
der Zuſchauer zu lebhaften Klagen Anlaß. Es iſt
fogar vorgekommen, daß nach von Stoephaſius, während
er in Höhe von 20 Meter flog, mit Steinen
gewor=
fen wurde. Die Vorführungen, die von 3 bis 6 Uhr
dauer=
ten, verliefen glatt.
* Straßburg, 7. Okt. Der Ballon Graf
Wedel” des Oberrheiniſchen Vereins für Luſtſchiffahrt,
der am Samstag morgen unter Führung des Ingenieurs
Arbogaſt mit drei Fahrgäſten in der Gondel
aufge=
ſtiegen war, iſt am Sonntag früh bei Auxerres im
De=
partement Yonne glatt gelandet. Die Luftſchiffer rühmen
die ſehr freundliche Aufnahme durch die Bevölkerung.
* Friedrichshafen, 7. Okt. Das
Marine=
luftſchiff iſt heute vormittags 9 Uhr 30 Minuten unter
Führung des Grafen Zeppelin zu ſeiner erſten Probefahrt
aufgeſtiegen. Das Wetter iſt ſchön; es weht ein leichter
Oſtwind.
* Friedrichshafen, 7. Okt. Das
Marine=
luftſchiff iſt um 11 Uhr nach ſchöner Fahrt glatt
ge=
landet.
* Johannisthal, 6. Okt. Der Flieger Fokker
ſtartete um 4 Uhr 20 Minuten mit der Abſicht, nach
Ham=
burg zu fliegen, mußte aber wegen eintretender
Dunkel=
heit bei Lauenburg landen.
* Hamburg, 7. Okt. Der Flieger Fokker, der
geſtern auf ſeinem Fernfluge von Johannisthal nach
Hamburg bei Lauenthal landen mußte, iſt heute morgen
9 Uhr 32 Minuten mit Leutnant v. Arnim wieder
auf=
geſtiegen und um 10 Uhr 14 Minuten auf dem
Fuhls=
bütteler Flugplatze gelandet.
* Biarritz, 6. Okt. Der Flieger Daucourt
ſtieg heute früh um 6 Uhr in Valenciennes auf und ſing in
drei Etappen nach Biarritz, wo er um 5 Uhr 38 Minuten
landete. Er gewann damit den
Pommery=
pokal und ſchlug den Weltrekord für die größte,
an einem Tag zurückgelegte Strecke.
* New=York, 7. Okt. Der japaniſche Flieger
Kondo mächte geſtern einen Flug bei Cornina im
Staate New=York. Er kollidierte dabei mit einer
Wind=
mühle, die den Apparat zertrümmerte. Der Flieger
wurde getötet. — Der amerikaniſche Flieger
Bam=
boughſtürzte in Northmancheſter (Indiana) aus dreißig
Meter Höhe ab und wurde tödlich verletzt.
Handel und Verkehr.
* Motorenfabrik Darmſtadt A.=G. Das
am 30. Juni 1912 abgeſchloſſene Geſchäftsjahr erbrachte
einen Fabrikationsüberſchuß von 75898,97 M. gegen
57 791,32 M. im Vorjahre, wozu noch 1589.20 M.
Erträg=
niſſe aus Mieten und 1380,81 M. Gewinnvortrag
kom=
men. Außer den durch Statut vorgeſchriebenen
Abſchrei=
bungen wurden noch Extra=Abſchreibungen vorgenommen,
und zwar auf Gebäude=Konto 2 Prozent anſtatt 1
Pro=
zent, auf Fabrikgeräte= und Werkzeug=Konto etwa 30
Pro=
zent anſtatt 20 Prozent, auf Mobilien=Konto etwa 60
Pro=
zent anſtatt 30 Prozent, auf Modell= und Zeichnungs=
Konto eiwa 60 Prozent anſtatt 25 Prozent. Nach den
Ab=
ſchreibungen von insgeſamt 47265,64 M. bleibt ein
Reingewinn von 31603,.34 M., welcher laut Vorſchlag der
Direktoren und des Aufſichtsrates wie folgt verteilt
wer=
den ſoll: Reſervefonds 2100 M., 4 Prozent Dividende
auf Vorzugsaktien (2 Prozenit im Vorjahre) 15680 M.,
Delkrederefonds 6500 M., Tantieme für Aufſichtsrat.
Vot=
ſtand und Beamte 4768 M., Vortrag auf neue Rechnung
2555,34 M. Für das neue Geſchäftsjahr erwartet die
Direktion wiederum ein günſtiges Reſultat, da in den
erſten beiden Monaten des neuen Geſchäftsjahres
bedeu=
tend mehr Aufträge eingegangen ſeien, als in der
ent=
ſprechenden Zeit des Vorjahres.
Was in der Leder= und
Schuh=
branche vorgeht! Die Rohhäute= und Rohfell=
Preiſe ſind in den letzten Monaten reſpektive Wochen ganz
bedeutend im Preiſe geſtiegen und waren infolgedeſſen die
Gerber genötiat, die Preiſe für ihre Leder nach und nach
um etwa 20 Prozent zu erhöhen. Die Folge von dieſem
Vorgang iſt, daß die Schuhmacher gezwungen ſind, beim
Einkauf des Leders einen entſprechend höheren Preis zu
bezahlen, und ſind dieſelben, wenn ſie weiter exiſtieren
wollen, nicht mehr in der Lage, ihre Maß= und Reparatur=
Arbeiten zu bisherigen Preiſen herſtellen zu können. Die
Schuhmacher werden daher unter allen Umſtänden, wenn
ſie das bisherige gute Material verwenden und die frühere
gute Arbeit liefern wollen, höhere Preiſe berechnen
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmk die Redaktion
keinerlei Verantworkung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſenber verantwortlich.)
— Ich durchwanderte in der Ausſtellung „Der
Menſch” den hochintereſſanten Saal für Kinderpflege.
Intereſſiert betrachtete ich die Zuſammenſetzung der
ver=
ſchiedenſten Bäder, und da ich mir kaum zutraute, all die
Vorſchriften im Gedächtnis zu behalten, machte ich mir
ſchnell einige Notizen, die wohl kaum eine Seite eines
kleinen Notizheftchens ausfüllten. Sofort trat — zu
mei=
nem großen Befremden — eine der Militärperſonen,
welche die Aufſicht führen, an mich heran mit der
Auf=
ſorderung, ihm ſofort die harmloſe Notiz auszuhändigen.
Auf meine erſtaunte Frage, warum dies geſchehen müſſe,
wurde mit die Mitteilung, er ſei von dem Inſpektor
auf=
gefordert worden, mir die Notizen abzunehmen. Ich
frage jetzt, iſt ein derartiges Vorgehen mit dem Zweck
der Ausſtellung in Einklang zu bringen? Was nützen all
die intereſſanten, ausführlichen Tabellen, Winke und
Weiſungen, wenn man dem Publikum verbietet, ſich über
das Wichtigſte Aufzeichnungen zu machen? Im
Gegen=
teil, es müßten ſogar Schreibgelegenheiten geboten
wer=
den, um den Beſuchern das Fixieren einiger Eindrücke zu
erleichtern!
R.
— Seit Mitte Juli macht ſich im Städtiſchen
Hallen=
ſchwimmbad ein Uebelſtand bemerkbar. Es fehlen
näm=
lich ſeit dieſer Zeit die Vorhänge an den oberen Kabinen
des Männerſchwimmbades. Auf Fragen erhält man die
Antwort, „ſie würden gewaſchen‟ Da dies aber in dieſer
langen Zeit ſchon längſt hätte geſchehen können, ſo muß
wohl ein anderer Grund vorliegen. Kann man erfahren,
welcher?
X.
An den lieben Gott
Himmel,
Milchſtraße 1.
Lieber Gott im Himmel!
Ich weiß nicht, ob Du es ſchon durch die Zeitungen
oder Briefe erfahren haſt, daß vor acht Tagen hier in
Darmſtadt mehrere Schüler=Verbindungen durch die
Schu=
len aufgedeckt wurden. Denke Dir nur, man ſagt,
meh=
rere Schüler ſelbſt wären ſo gemein geweſen, ihre
Ka=
meraden anzuzeigen. Nun, wie es herausgekommen iſt,
iſt ja einerlei; die Hauptſache iſt, daß wir alle furchtbar
hineingefallen ſind. Zwei Leute ſind aus der Schule
ausgewieſen worden, einer iſt freiwillig ausgetreten
(worden) (nolens volens). Viele, viele arme Knaben
haben den Rat zum Austritt, oder, wie wir Deutſche
ſagen, das „Consilium abeundi”, und mehrere Stunden
Karzer bekommen. Denke Dir nur, man hat mir trotz
meiner rührenden Unſchuld das consilium abeundi mit
6 Stunden Karzer gegeben.
Siehſt Du, lieber Gott, das betrübt mich alles nicht
ſo ſehr, wie wenn ich denken muß, daß dabei das Gebot
der chriſtlichen Nächſtenliebe ſo furchtbar verletzt wird.
Das kann doch der ſtärkſte Dienſtmann nicht als Liebe
an=
ſehen, wenn dem einen durch Ausweis die Ausſichten auf
eine gute Laufbahn vollends geraubt und den anderen
durch Verleihung der ſchlechteſten Betragensnote im
Maturitätszeugnis verdorben werden. Unſer lieber Herr
Jeſus hat doch auch geſagt: „Warum ſiehſt Du den
Split=
ter in Deines Bruders Auge und nicht den Knüppel in
Deinem eigenen?” Ich glaube, mancher von den doch
gar zu ſtrengen Richtern war auch einmal in einer Schüler=
Verbindung und hat mitgekneipt, wie er noch jung und
ſchön war. Aber das ſoll ihnen verziehen ſein, denn „wir
Schüler ſind doch beſſere Menſchen” Aber was glaubſt
Du wohl, es ſind nun der moraliſchen Morde noch nicht
genug und das in Darmſtadt ſehr geſprächige „on dit”
ſagt, es ſollten in Darmſtadt noch weitere Verbindungen
aufgeſpürt und noch mehr Hinrichtungen vollzogen
wer=
den. Wo bleibt da wieder die chriſtliche Liebe und
Barm=
herzigkeit? Selbſt mit den neueſten Marineſcheinwerfern
(wenn Du da oben ſchon welche haſt) wirſt Du ſie nicht
entdecken. Und nun bitte ich Dich im Namen meiner
Ka=
meraden, verfüge doch, wenn Du kannſt, vielleicht durch
eine geheime Oberkabinettsorder an Herrn Hombergk zu
Vach, daß er dafür ſorgen ſoll, daß nicht noch weitere
arme Schüler von der eiſenbehandſchuhten Hand allzu
großer Strenarzermalmt werden. Zum Schkuß, lieber
Gott, bitte ich Dich noch, ſorge, daß die alleinige Wurzel
aller dieſer Uebel, das Rauch= und Wirtſchaftsverbot,
auf=
gehoben wird. Siehſt Du, es ſind Leute in der Prima,
zwiſchen 18 und 22 Jahren. Andere junge Männer in
dieſem Alter ſind manchmal ſchon verheiratet, kriegen
ſo=
gar oft Kinder, und wir dürfen noch nicht einmal in ein
Café oder Reſtaurant gehen, um ein, nur ein einziges
Gläschen Bier zu trinken. Auch Zigarren, ſelbſt
nikotin=
freie, dürfen wir auf der Straße nicht rauchen. Dreht
ſich Dir das Herz noch nicht herum, wenn Du das hörſt?
Lieber Gott, könnteſt Du nicht einmal mit Herrn Oſann
ſprechen, daß er die Sache vielleicht im Landtag
befür=
wortet? Herr Oſann ſoll ja ein Mann ſein, der auch für
die geknechtete Jugend ein Herz hat und außerdem
Energie genug beſitzt, durchzuſetzen, was recht und gut
iſt. Nimm ihn einmal ernſtlich ins Gebet. Außerdem iſt
im Landtag die Aufhebung des Rauch= und
Wirtſchafts=
verbots vor einem halben Jahr ſchon ſo weit genehmigt
worden, aber leider nur auf dem Papier.
Aber nun muß ich ſchließen. Du verzeihſt, lieber
Gott, daß ich nicht mit meinem richtigen Namen
unter=
ſchreibe, aber ich unterſchreibe nur noch ſehr wenig,
Ver=
hörprotokolle in der Schule überhaupt nicht mehr, denn
die ſind fürchterlich. Es grüßt Dich herzlich
Oberprimaner Fritzchen Kluge.
PS. Bitte zeige dieſen Brief nicht meinem deutſchen
Lehrer, ſonſt gibt er mir noch nachträglich in Deutſch 5.
und es war ſo ſchon knapp genug.
Der Betrieb der Darmſtädter Straßen=.
Das weitere Eingeſandt im „Darmſtädter Taablatt”
vom 5 d. M über die Unregelmäßigkeiten im Betrieb der
elektriſchen Straßenbahn auf der Linie Schloßgartenplatz
—Rheintor-Ernſt=Ludwigsplatz am 1. Oktober gibt der
ſtädtiſchen Verwaltung Veranlaſſung, mitzuteilen, daß die
von Herrn Beigeordneten Ekert in der letzten Sitzung der
Stadtverordnetenverſammlung gemachten Angaben
durchaus richtig ſtehem. Feſtſtellungen auf
Grund der Fahrberichte ergaben, daß am 1. Oktober, oder
falls der Betrieb am 2. Oktober in Betracht kommen ſollte,
auch an dieſem Tage, die um die betreffende Zeit
verkehren=
den Wagen fahrplanmäßig am Schloßgartenblatz
ab=
gingen und fahrplanmäßig am Ernſt=Ludwigsplatz
ein=
trafen. Es muß mithin zwiſchen 10,15 Uhr und 1033
Uhr ein Wagen die Bismarckſtraße in der Richtung nach
dem Rheintor paſſiert haben. Die ſtädtiſche Verwaltung
fügt dem noch hinzu, daß die Fahrberichte bei der
Direk=
tion der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft zur
Ein=
ſichtnahme bereit liegen und daß die Direktion gerne
be=
reit iſt, jede weitere Auskunft zu erteilen.
Wir möchten nunmehr empfehlen, weitere Beſchwerden
und Wünſche über die Straßenbahn direkt der Direktion
zu unterbreiten, von der genaueſte Prüfung und ſofortige
Abſtellung von Mißſtänden nach Möglichkeit zugeſichert
wird.
Die Red.
Die Hundeſchlacht an der Elektriſchen
Am letzten Samstag nachmittag beabſichtigten einige
zierliche Schoßhündchen ihren Kaffee im Oberwaldhauſe
einzunehmen; ſie ſtanden mit ihren Herrinnen auf dem
Schloßplatze, um mit der Elektriſchen nach den
Hirſch=
köpfen zu fahren. Aber, oh wehe! Im ſtrengen
Regle=
ment der Elektriſchen ſteht heimlicherweiſe geſchrieben
daß nur je ein Hund auf je einem Wagen mit der
Glektrilche nac deu Fuſchköpfen fahren dar.
Nummer 237.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den’8. Oktober 1912.
Seite 7.
entwickelte ſich nunmehr eine regelrechte Schlacht zwiſchen
den ihre kleinen Lieblinge heldenhaft verteidigenden
Damen und den grauſamen, mit dem Reglement
bewaff=
neten Wagenführern der Elektriſchen. Jede ſieben
Linu=
ten erneuerte ſich der Kampf; denn die abgewieſenen
Hündchen erneuerten ihre vergeblichen Angriffe auf jedem
zu den Hirſchköpfen abfahrenden Wagen. Wenn zwei
Damen gleichzeitig die vordere Plattform erobert hatten,
wurde die eine derſelben unbarmherzig vom Wagen
ge=
wieſen. So wogte der Kampf der niedlichen kleinen
Schoßhündchen um ihre Kaffeefahrt ſchon einige Stunden
fort auf dem Schloßplatze der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darmſtadt, als plötzlich ein Student der Techniſchen
Hoch=
ſchule mit einem mächtigen Bernhardiner nahte;
ſieges=
gewiß nahm der mächtige Hund auf der vorderen
Platt=
form Platz, obwohl er zehnmal ſo groß war, als alle
ab=
gewieſenen kleinen, zierlichen Damenhündchen der letzten
beiden Schlachtſtunden. Denn in dem ſehr weiſen
Regle=
ment der Elektriſchen heißt es ja, daß nur je ein Hund
auf je einem Wagen der Elektriſchen zur Kaffeefahrt
nach dem Oberwaldhauſe zugelaſſen werden darf! Ob
Platz iſt für zehn niedliche Schoßhündchen oder für einen
ungeſchlachten Bernhardiner — das iſt ganz gleichgültig
für dies Reglement! Am ſpäten Abend aber dieſes
denk=
würdigen Schlachttages fand man ein Dutzend kleiner
niedlicher Schoßhündchen verhungert und verdurſtet, und
daneben ihre in ſtundenlanger Schlacht hingeſunkenen
armen Herrinnen in bleicher Ohnmacht auf dem
Schloß=
platze liegend.
Die Lage auf dem Balkan.
Die Türkei.
* Konſtantinopel, 7. Okt. Die Regierung hat
in den letzten Tagen beſonders infolge der Schritte
ge=
wiſſer Mächte Reformprojekte für die
euro=
päiſche Türkei in Ausſicht genommen, die auf
dem Geſetz beruhen, das am 23. Auguſt 1880 von einer
Kommiſſion unter dem Vorſitz des damaligen Miniſters
des Aeußern, Aſſim Paſcha, nach Anhörung der
internatio=
nalen europäiſchen Kommiſſion für Oſtrumelien
ausgear=
beitet worden war. Das Geſetz, das die Folge des Artikels
23 des Berliner Vertrages war, iſt durch ein Jrade
ſank=
tioniert, aber nicht angewendet worden. Die
Zuſammen=
berufung des Senats bezweckt, wie behauptet wird, das
Haus über die Zweckmäßigkeit der Maßregeln zu befragen,
für die das Kabinett vielleicht nicht die ganze
Verantwort=
lichkeit zu übernehmen wagte. Der Senat konnte geſtern
übrigens nicht tagen, weil nur acht Senatoren anweſend
waren. Die Abſicht der Regierung iſt erſt in einem
be=
ſchränkten Kreiſe bekannt geworden, es ſcheint aber in
ge=
wiſſen türkiſchen Kreiſen, beſonders beim Militär und den
Jungtürken, einen ſchlechten Eindruck hervorzurufen. Das
Geſetz von 1880 iſt ausſchließlich in den Publikationen
des britiſchen Parlaments, Jahrgang 1880, Nr. 16,
er=
ſchienen.
* Konſtantinopel, 7. Okt. Ein amtliches
Communiquébeſagt: Bezüglich der Reformen für
die europäiſchen Wilajets iſt beſchloſſen worden,
ein proviſoriſches Geſetz in Anwendung zu bringen,
inner=
halb der Grenzen dieſes Geſetzes, das 1880 gemäß Artikel
23 des Berliner Vertrages in einer Beratung türkiſcher
und auswärtiger Funktionäre ausgearbeitet wurde und das
grundlegende Reformen für alle Teile der Bevölkerung
auf der Grundlage vollkommener Gleichheit vorſah. Es
heißt, daß die verſammelten Senatoren für die Anwendung
des Geſetzes von 1880 ſtimmen werden.
Die Balkanſtaaten.
* Sofia, 6. Okt. Die Sobranje beſchloß, an
die Bruderparlaments in Belgrad, Athen und
Cetinje Begrüßungsdepeſchen zu richten. Sodann wurde
der Ukas über die Proklamierung des
Belagerungszu=
ſſtandes debattelos mit Akklamation genehmigt. Eine kurze
Debatte entſpann ſich über den Mobiliſierungsukas.
Mini=
ſterpräſident Geſchow hob hervor, daß die Türkei auf
die von der bulgariſchen Regierung beobachtete korrekte
Haltung, die ſogar, um jeden Grund zur Beunruhigung der
Nachbarn zu vermeiden, bis zu dem vorzeitigen Schluß
der großen Manöver ging, mit der Mobiliſierung
geant=
wortet habe und ſo die Sicherheit Bulgariens bedroht
habe. Nach dieſem Akt der Herausforderung hätte
Bul=
garien ſeinerſeits zur Mobiliſierung ſchreiten müſſen. Die
Regierung ſei ſich der außerordentlichen Schwere des
Ent=
ſchluſſes vollkommen bewußt. Sie finde jedoch genügende
Stärkung darin, daß die ziviliſierte Welt ihren
Bemüh=
ungen, Frieden zu erhalten, Gerechtigkeit widerfahren ließ
und ferner in dem Gefühl der Einigkeit mit den anderen
chriſtlichen Balkanſtaaten, die ebenfalls alle friedlichen
Mittel erſchöpft hätten, insbeſondere in der Unterſtützung
der ganzen Nation, die ſich durch großartige patriotiſche
Demonſtrationen in Uebereinſtimmung mit der Regierung
kundgab, in der Hoffnung auf eine neue Morgenröte für
die Volksgenoſſen in der Türkei. Der Miniſterpräſident
hat ſchließlich die Mitglieder der Sobranje, die
Einmütig=
keit der Nation nicht Lügen zu ſtrafen, damit Bulgarien auf
dem betreffenden Wege fortſchreite und endlich ſo den
er=
ſehnten Frieden finde, der ſeinen bedeutenden Opfern
ent=
ſpräche und ihm die Möglichkeit gäbe, in Wahrheit ein
Fak=
tor der Ordnung und des Fortſchritts der Kultur auf dem
Balkan zu ſein. — Malinoff, der Führer der Demokraten,
erklärte, ſeine Partei werde ſämtliche Akte der Regierung
gutheißen. — Genadieff ſchlug im Namen der
Stambrl=
ediſten vor, daß über alle von der Regierung vorgelegten
Geſetzentwürfe ohne Debatte durch Akklamation abgeſtimmt
werde. — Radoſlawoff, der Führer der Liberalen, und
Tontſchew, der Führer der Jungliberalen, äußerten ſich im
gleichen Sinne. Der Geſetzentwurf betreffend den
Mobiliſie=
rungsukas wurde hierauf mit Akklamation angenommen,
ebenſo wurden die übrigen von der Regierung vorgelegten
Geſetzentwürfe einſtimmig in erſter Leſung vetiert.
* Sofia, 7. Okt. Da die Regierung die zwiſchen
Saſonow und Poincars verabredeten Vorſchläge
gewiſ=
ſenhaft prüfen will, iſt vor drei Tagen kaum ein
ent=
ſcheidender Schritt zu erwarten.
Die anderen Mächte.
* Paris, 6. Okt. Eine Note der Agence Havas
meldet: Miniſterpräſident Poincaré hatte heute
morgen eine neue Unterredung mit dem ruſſiſchen
Mi=
niſter Saſonow. Auf die formulierten Vorſchläge
be=
züglich der bei den Balkanmächten und in Konſtantinopel
zu unternehmenden Schritte hat das Wiener Kabinett um
leinige unerhebliche Aenderungen erſucht, die nach ihrer
Prüfung durch Poincaré und Saſonow angenommen
jund ſofort den anderen Mächten mitgeteilt wurden.
* Paris, 6. Okt. Miniſterpräſident Poincaré
lund Saſonow beſtanden in der geſtrigen Unterredung
Amit den Geſandten Bulgariens, Griechenlands
lund Serbiens auf das nachdrücklichſte darauf, daß
diefe Länder Europa Vertrauen ſchenken und nichts
unter=
pahmen, was nicht wieder gut zu machen ſei, um nicht die
Aktion der Mächte unwirkſam zu machen. Die Vertreter
Griechenlands, Bulgariens und Serbiens verſprachen,
ihren Regierungen von der Unterredung Mitteilung zu
machen.
* Paris, 6. Okt. Safonow erklärte einem
Bericht=
erſtatter, die Forderung der Bulgaren
betref=
fend Mazedonien ſeien zum Teil übertrieben
und undurchführbar, z. B. die Forderung, daß=
Mazedonien einem belgiſchen oder ſchweizeriſchen
Gou=
verneur gehorchen müſſe, iſt eine Sache, in die die Türkei
nicht einwilligt und für welche die Großmächte in
Kon=
ſtantinopel keinerlei Preſſion ausüben werden.
Ebenſo=
wenig könne man hoffen, daß ſich die Türkei dazu
ver=
ſtehen werde, die mazedoniſchen Reformen durch die
Ver=
treter der verſchiedenen Balkanſtaaten kontrollieren zu
laſſen.
* Wien, 6. Okt. Der größte Teil der Blätter iſt
der Anſicht, daß der Vorſchlag Poincarés ſich in
der Hauptſache mit der Richtung der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Politik deckt und ſtellt daher eine günſtige Aufnahme
in Ausſicht. Das Fremdenblatt ſchreibt: Oeſterreich=
Ungarn, das den jetzigen Statusquo am Balkan
auf=
richtig wünſcht, da dieſer den Intereſſen der Monarchie
ebenſo entſpricht, wie die Aufrechterhaltung des Friedens,
wird gewiß mit Freuden geneigt ſein, an jeder Aktion
teilzunehmen, die die Hoffnung auf einen raſchen
Erfolg bietet.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 6. Okt. Heute iſt der letzte
Tag für die Einrückung der Reſerviſten.
In Konſtantinopel ſtrömen die Einberufenen zu ihren
Ba=
tcillonen und durchziehen mit Muſik und Fahnen die
Straßen, wobei auch begeiſterte Kundgebungen für die
Armee und den Krieg veranſtaltet werden. Der
Marine=
miniſter beſchloß, alle im Hafen zurückgehaltenen
griechi=
ſchen Dampfer mit je vier Offizieren und einigen
Matro=
ſen beſetzen zu laſſen.
* Sofia 7. Okt. Ueber die Abfendung
eines Ultimatums an die Türkei, das
wahrſcheinlich jeder Balkanſtaat getrennt ſtellen wird, ſind
nach Angaben von zuſtändiger Seite bisher keine
Be=
ſchlüſſe gefaßt worden. Vorher dürften die Forderungen
Bulgariens den Großmächten mitgeteilt werden, ſo daß
eine Ueberſtürzung der Ereigniſſe
ſchwer=
lich eintritt.
* Paris, 7. Okt. In ſeiner am 6. Oktober in
Paris eingetroffenen Antwort erteilt das Wiener
Ka=
binett ſeine Zuſtimmung zu den
Vor=
ſchlägen, die von der franzöſiſchen Regierung
ausge=
gangen ſind. Die unerheblichen Aenderungen, die von
Oeſterreich angeregt worden ſind, zielen hauptſächlich
darauf hin, den von Miniſterpräſident Poineckré in
Uebereinſtimmung mit dem ruſſiſchen Miniſter Saſonow
abgefaßten Wortlaut der Note in einem Punkt genauer
zu umſchreiben. Dieſe Note ſoll von den Geſandten
Oeſterreichs und Rußlands als den Beauftragten
Euro=
pas in Sofia, Belgrad, Athen und Cetinje vorgelegt
wer=
den. Sie ſtellt feſt, daß die Mächte entſchloſſen ſind, den
territorialen Statusquo auf dem Balkan
aufrechtzuerhal=
ten. Oeſterreich verlangt, daß dieſer Paragraph durch
einen Zuſatz vervollſtändigt werden ſoll, der vorſieht, daß
die Mächte ſich verpflichten, die Integrität des
ottomani=
ſchen Reiches unangetaſtet zu laſſen. Dieſer Forderung
wurde ſofort von Poincaré und Saſonow beigeſtimmt,
wie es ohne Zweifel auch bei den anderen Mächten der
Fall ſein wird. Die Antwort Englands und
Deutſchlands auf die Mitteilung, die ihnen heute
morgen gemacht worden iſt, wird vorausſichtlich morgen
bekannt werden. In dieſem Falle würde der Schritt
Ruß=
lands und Oeſterreichs bei den Balkanſtaaten im Laufe
des Dienstags erfolgen können.
Literariſches.
— Vor 1813. Europas Franzoſenzeit, von
Mit=
kämpfern geſchildert. Herausgegeben von Hermann
Berdrow. Mit Illuſtrationen von G. Ad. Cloß. Preis
br. 2.50 Mk. In dem Buch tönt uns ein reicher Chor
ver=
ſchiedenartiger Stimmen entgegen: Sieger und Beſiegte,
Mitkämpfer und unparteiiſche Beobachter, Triumphierende
und Gefangene, Freunde und Feinde, vornehme Offiziere
und gemeine Soldaten reden zu uns; aber jeder hat ein
hochintereſſantes Erlebnis zu erzählen, und jeder erzählt
es in der packendſten Weiſe. Gerade die „einfachen” Leute
unter den Erzählern gehen oft am lebendigſten zu Werke.
Auch im Stoffe ſelbſt herrſcht mannigfache Abwechſelung;
von Epiſode und Abenteuer bis zum umfaſſenden
Schlachtbilde. Immer aber alles ſo aufgefaßt, wie es ein
Einzelner, ein Augenzeuge, zu überblicken und zu erleben
vermag. So übermittelt das Buch „Vor 1813” einen
ein=
heitlichen lebendigen, anſchaulichen Geſamteindruck von
jenen Kämpfen, Siegen, Leiden, Unterliegen und Hoffen.
Darmſtadt, 8. Oktober.
=gs. Unfall. Geſtern nachmittag gegen 4 Uhr fiel
auf dem Griesheimer Schießplatz ein dort beſchäftigter
Dachdecker beim Teeren von der Leiter in einen
Behälter mit kochendem Teer. Er zog ſich
äußerſt ſchwere Brandwunden am rechten Arm zu
und wurde von der Rettungswache mittels
Krankenauto=
mobils in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Offenbach, 7. Okt. Geſtern fand hier mit einer
ein=
fachen Feier die Einweihung des neuen
evan=
geliſchen Gotteshauſes ſtatt in Gegenwart des
Großherzogs und der Großherzogin, ſowie
des Fürſten von Iſenburg=Birſtein. An Stelle des am
Erſcheinen verhinderten Miniſters von Hombergk vertrat
Kreisrat Lochmann die Großh. Staatsregierung, und
für die Stadt Offenbach war Oberbürgermeiſter Dr.
Dullo anweſend. Ferner nahmen teil der Präſident des
Großh. Oberkonſiſtoriums D. Dr. Nebel, der
Super=
intendent der Provinz Starkenburg Prälat D. Dr.
Flö=
ring, Dekan Schuſter=Dudenhofen, der Erbauer der
Kirche, Profeſſor Pützer=Darmſtadt, Major Rehfeld
als Vertreter der militäriſchen Behörden und die
Ver=
treter der verſchiedenen Religionsgemeinſchaften der
Stadt Offenbach. Nach einem Chorgeſang des
evange=
liſchen Kirchengeſangvereins nahm Prälat D. Dr.
Flö=
ring die Weihehandlung vor und hielt eine feierliche
Anſprache. Nach dem gemeinſamen Geſang des
Lie=
des Gott Vater, aller Dinge Grund”, beſtieg der
Bezirks=
geiſtliche, Pfarrer Palmer, die Kanzel, um in einer
nach Form und Inhalt gleich vollendeten
Feſt=
predigt die Bedeutung des neuen Gotteshauſes zu
würdigen. Der Feſtprediger ſprach zunächſt allen denen,
die zu dem Gelingen des ſchönen Bauwerkes beigetragen
haben, insbeſondere auch dem anweſenden Landesfürſten,
ſeinen Dank aus. Mit einem Wechſelgeſang zwiſchen
Chor und Gemeinde, dem Schlußgebet und Vaterunſer
durch den Dekan und dem Gemeindelied „Nun danket alle
Gott” fand der Weiheakt ſeinen Abſchluß, worauf das
Großherzogspaar unter der Führung des
Pro=
feſſors Pützer und des bauleitenden Architekten
Walther=Offenbach eine Beſichtigung des
Gotteshauſes vornahm. Der Großherzog gab
ſeiner hohen Befriedigung über das Geſehene
wieder=
holt Ausdruck und war vor allem erſtaunt darüber, daß
es möglich geweſen iſt, einen ſolch ſtattlichen Bau mit
einem Koſtenaufwand von nur 200000 Mark zu
errich=
ten. — Dem Vorſitzenden des Kirchenvorſtandes, Pfarrer
Dittmar, und dem Bezirksgeiſtlichen, Pfarrer Palmer,
überreichte der Präſident des Oberkonſiſtoriums, D. Dr.
Nebel, als Anerkennung für ihre Verdienſte um das
Zu=
ſtandekommen der Friedenskirche in Gegenwart des
Kir=
chenvorſtandes mit einer Anſprache das Bild des
Groß=
herzogs mit eigenhändiger Unterſchrift. Nach
Beendig=
ung des offiziellen Weiheaktes fand im „Wittenberger
Hof” ein Feſtmahl ſtatt, in deſſen Verlauf Kreisrat
Lochmann das Hoch auf den Großherzog ausbrachte.—
Abends fand unter zahlreicher Beteiligung aus allen
Krei=
ſen der Kirchengemeinde ein liturgiſcher
Gottes=
dienſt ſtatt, womit der Feſtakt einen würdigen Abſchluß
fand. — Die evangeliſche Gemeinde darf auf die neue
Errungenſchaft mit Recht ſtolz ſein. Profeſſor Pützer hat
hier ein Werk geſchaffen, das als ein Muſter von
Har=
monie und Zweckmäßigkeit gelten darf. Er hat das
Pfarrhaus mit den übrigen Wohnräumen neben die
Kirche angeordnet und den Kirchenbau derart gegliedert,
daß die Gemeinderäume in das Erdgeſchoß, der
Kirchen=
raum dagegen ins Ober= und Emporengeſchoß verlegt
wurden. Außerdem hat er es in hervorragender Weiſe
verſtanden, die ganze Gebäudegruppe dem baulichen
Cha=
rakter der Umgebung anzupaſſen. Der Betſaal ſelbſt
ver=
einigt nach den Prinzipien der modernen Baukunſt
Ein=
fachheit der Formen und Farben mit einer traulichen
Inti=
mität des Raumes.
Letzte Nachrichten.
H. B. Berlin, 7. Okt. Der ruſſiſche Miniſter des Aeußern,
Saſonow trifft morgen früh hier ein und wird im
Hotel Adlon abſteigen. Die Unterredung des Miniſters
mit dem Reichskanzler von Bethmann=Hollweg und dem
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter wird bereits am
vor=
mittag erfolgen. Der neue ruſſiſche Botſchafter, von
Ser=
bejew iſt gleichfalls wieder in Berlin eingetroffen.
H. B. Hamburg, 7. Okt. Die Hamburg=Amerika=Linie
hat gegen die beiden holländiſchen
Schlepp=
dampfer=Geſellſchaften wegen des
Zuſammen=
ſtoßes am Samstag einen gerichtlichen Arreſt
be=
antragt. Sie fordert 800000 Mk. für die geſunkene
„Vandalig‟.
* Breslau, 7. Okt. Am geſtrigen Sonntag fanden
im Oberſchleſiſchen Induſtriebezirk etwa 50
Verſamm=
lungen von Mitgliedern der Polniſchen
Berufsver=
einigung unter den Bergarbeitern ſtatt. Gefordert
wurden Lohnerhöhung, der Achtſtundentag unter
Anrech=
nung der Ein= und Ausfahrt, Verbeſſerung der
Arbeits=
ordnung uſw. In der Reſolution, welche die
Forderun=
gen zuſammenfaßt, werden die Grubenverwaltungen
er=
ſucht, mit den Arbeiterausſchüſſen in Unterhandlungen zu
treten. Die Antwort wird bis zum 27. Oktober
gefor=
dert. Ferner wird gefordert, daß die
Grubenverwalt=
ungen die Germaniſierungsbeſtrebungen bei den
polni=
ſchen Arbeitern unterlaſſen mögen. In einer weiteren
Reſolution werden die Gemeinden aufgefordert, im
Hin=
blick auf die allgemeine Teuerung Fleiſchverkaufsſtellen
einzurichten.
* Innsbruck, 7. Okt. Wie erſt jetzt bekannt wird,
wird Profeſſor Hildebrand aus Halle (Saale), der
von Bozen aus eine Bergpartie unternahm, ſeit dem 14.
September vermißt. Man vermutet einen Unglücksfall.
5
Ue
Das Pädagogium Neuenheim-Heidelberg mit kleinen
Gym-
nasial-Realklassen und moden bewährten Einrichtungen f.
körperl. u. geiſtige Erziehung, m. verkürzten Unterrichtsſtunden
und Schülerheim ohne kaſernenmäßige Einrichtung, hat i.
ſyſtemat. Klaſſenunterricht (kein Drill) die gleich günſtig.
Erziehungsergebniſſe wie i. früheren Jahr. z. verzeichnen:
Uebergeleitet wurd. i. J. 1911/12 i. d. Ober= u. Unterprima
(9/8. Kl.), Gymnaſ., Real=Reformgymnaſ u. Oberrealſchule
28 u. i. d. Ober=II (7. Kl.) 12 Schüler. Einjährige 28. (205700f
Leicht. Aegant, hatlbar!
larke,„Zapatero‟
Schuls
el.
Menenlo
garantiert rein 71.
(20355al
Unterrichtsweſen.
Das Rheiniſche Technikum Bingen iſt eine
höhere techniſche Lehranſtalt, die ſich ausſchließlich der
Ausbildung junger Leute im Maſchinenbau und in der
Elektrotechnik widmet und hat Spezialkurſe im
Auto=
mobilbau. Die Anſtalt beſitzt große Laboratorien für
Maſchinenbau wie für Elekrrotechnik, eine bedeutende
Modellſammlung, eine Funkenſtation mir einer
Reich=
weite von mehreren hundert Kilometern, ſowie eine
be=
ſondere Werkſtatt für Automobilbau. Mit dem
Tech=
nikum iſt eine Chauffeurſchule verbunden, doch ſind
beide räumlich von einander getrennt und es werden
die Studierenden des Technikums mit den
Chauffeur=
ſchülern in keinem Fache gemeinſam unterrichtet. Die
Anſtalt beſteht ſeit 14 Jahren und wird zur Zeit von
550 Studierenden beſucht. Das Leben in Bingen ſelbſt
iſt angenehm und nicht teuer. Die Stadt zeichnet ſich
durch ihre hervorragend ſchöne Lage und ihre
wald=
reiche Umgebung aus. Programme verſendet die
An=
ſtalt koſtenlos. Der Leiter iſt der in Fachkreiſen
be=
kannte Profeſſor Hoepke.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
Nummer 237.
Danksagung.
Für die herzlichſt bewieſene
Teil=
nahme bei dem Tode meines lieben
Gatten, unſeres guten Vaters,
Soh=
nes, Schwiegerſohnes, Bruders und
Schwagers
(20986
A. Wargin
Schneidermeister
ſagen aufrichtigen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 7. Oktober 1912.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet hat ſeine Lage nicht weſentlich
verändert, an Stärke aber etwas abgenommen. Geſtern
abend heiterte es nach vorübergehender Trübung wieder
auf. Niederſchläge ſind nur ganz vereinzelt gefallen, die
Temperaturen liegen in Deutſchland nahe bei dem
Ge=
frierpunkt, während ſie im Norden weſentlich höher
liegen. In Deutſchland fällt der Druck noch langſam,
Jedoch haben wir vorläufig nicht mit einer Aenderung
des Wetters zu rechnen.
Ausſichten für Dienstag, den 8. Oktober:
Vor=
wiegend heiter und trocken, nachts kalt, ſtellenweiſe
Nachtfroſt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
(29951
Vaters und Großvaters
Herrn
Friedrich Schäfer
ſprechen wir insbeſondere der Firma E. Merck,
den Herren Vorgeſetzten, den Mitarbeitern, dem
Evangel. Arbeiter= und Handwerkerverein, dem
Herrn Pfarrer Lautenſchläger für die troſtreichen
Worte am Grabe, den Schweſtern der
Martins=
gemeinde (Weſtbezirk) für die liebevolle Pflege,
ſowie Allen, welche ihm die letzte Ehre erwieſen,
unſeren innigſten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Schäfer Witwe, Louiſe Schäfer,
Familie Karl Schäfer.
Darmſtadt, Magdalenenſtr. 23, 7. Okt. 1912.
Mren
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7 Uhr:
„Carmen”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Gauvorſteher Schellin um 9 Uhr im
„Kaiſerſaal” (Deutſchnationaler
Handlungsgehilfenver=
band).
Wahl der Vertrauens= und Erſatzmänner
für die Angeſtelltenverſicherung für die Arbeitgeber von
9—1 und 3—7 Uhr Waldſtraße 6.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Zu den Mobilmachungen der Balkanſtaaten; Kriegs=
miniſter der Balkanſtaaten; die Beiſetzung des Kaiſers
von Japan in Tokio; die Parade der franzöſiſchen
Mili=
tärflugzeuge in Willacublay.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 9. Oktober.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Drnc und Beragt z. e. Pilihſche Heftuchtrncket=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſindbeizufügen, nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſprechen
(20973
wir unſern innigſten Dank aus.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Susanne Feid
geb. Schäfer
und Kinder.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 237.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
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(*8471
dieſes Blattes.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N 18.
Dienstag, 8. Oktober.
1912.
Lieferungen ſe
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat September 1912 für
Hafer 23.— Mk., für Heu 8.— Mk., für Stroh 5.— Mk. pro 100 Kilo betragen. 20954
Großh. Miniſterium des Innern hat dem Verband Deutſcher Beamtenvereine zu
Berlin NW. 6, Luiſenſtraße 33/34, die Erlaubnis erteilt, 3000 Loſe einer am 30. April
1913 zur Ziehung kommenden III. Geldlotterie innerhalb des Großherzogtums in
allen Beamtenkreiſen zu vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde
geneh=
migten Verloſungsplan dürfen 125 000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum
Ver=
trieb in Heſſen dürfen nur mit dem heſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe
ge=
langen.
(20952
Bekanntmachung.
Mit Wirkung vom heutigen Tage iſt das Großherzogliche Oberverſicherungsamt
in Wirkſamkeit getreten.
Die Amtsräume befinden ſich in Darmſtadt, Neckarſtraße 1, nächſt der Rheinſtraße.
Amtstag iſt Mittwochs. Jedoch iſt das Büro zur Entegennahme
protokollari=
ſcher Erklärungen werktäglich von 8—1 Uhr vormittags und von 3—7½ Uhr
nach=
mittags geöffnet.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1912.
(20953
Großherzogliches Oberverſicherungsamt.
von Krug.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher. 1 deutſcher Schäferhund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr. ſtatt.
(20948
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizei=Verordnung bringen wir erneut zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 3. Oktober 1912.
(20764si
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizei=Verordnung,
betreffend den Betrieb der elektriſchen Straßenbahn
in der Kirchſtraße zu Darmſtadt.
Um Unglücksfälle und Verkehrsſtörungen beim Betrieb der
elektriſchen Straßenbahn in der Kirchſtraße zu Darmſtadt zu verhüten,
wird nach Anhören der Stadtverordneten=Verſammlung mit
Geneh=
migung des Großh. Miniſterilums des Innern vom 9. Oktober 1909
zu Nr. M.d J. III, 11075 auf Grund des Art. 56 der Städteordnung
verordnet, was folgt:
§ 1. Das Aufſtellen von Fuhrwerken jeglicher Art von
Hand=
wagen, Tieren und ſonſtigen den Verkehr hindernden Gegenſtänden
iſt in dem Teil der Kirchſtraße zwiſchen der Ludwigſtraße und der
Pädagogſtraße während der Zeit des Betriebes der elektriſchen
Straßenbahn (gegenwärtig zwiſchen 545 morgens und 114 nachts)
im allgemeinen verboten.
§ 2. Während der Zeit des Betriebes der elektriſchen
Straßen=
bahn kann in Fällen dringenden Bedürfniſſes ausnahmsweiſe vom
Polizeiamt nach Benehmen mit der ſtädtiſchen
Straßenbahnverwal=
tung geſtattet werden, auf dem füdlichen (zunächſt der Stadtirche
und des erſten Polizeireviers gelegenen) Straßenbahngleis der in § 1.
genannten Straßenecke Gegenſtände der erwähnten Art aufzuſtellen.
Dabei darf der zwiſchen den Weichenſpitzen der Gleiswechſel liegende,
zur größeren Deutlichkeit durch Marken im Pflaſter und an den
an=
grenzenden Häuſern bezeichnete Teil der Straßenfläche nicht
über=
ſchriten und der Straßenverkehr auf dem anderen Gleis in keiner
Weiſe beeinträchtigt werden.
Geſuche um Gewährung von Ausnahmen der vorgenannten
Art ſind möglichſt 24 Stunden vorher beim Polizeiamt oder bei der
ſſtädtiſchen Straßenbahnverwaltung anzubringen. Bei der
Geneh=
migung ſolcher Ausnahmen iſt der Zeitraum, worauf ſie ſich beziehen,
jedesmal genau nach der Tageszeit zu beſtimmen.
§ 3. Fuhrwerke und Handwagen, die aus geſchäftlichen oder
anderen Gründen in der Nähe der Kirchſtraße aufgeſtellt werden ſollen,
können außerhalb der Straßenbahngleiſe auf dem Straßengelände zu
beiden Seiten der Stadtkirche aufgeſtellt werden. Dabei dürfen die
durch Marken im Pflaſter bezeichneten Straßenſlächen nicht
über=
ſchritten werden. Die Ausfahrt für die Geräte der Feuerwehr aus
dem Geräteraum hinter der Stadtkirche muß in genügender Breite
dauernd freigehalten werden.
§ 4. Alle in Bewegung befindlichen Fuhrwerke, insbeſondere
Iuch Automobile und Motorfahrräder, haben auf der genannten
Straßenſtrecke die rechte Seite der Fahrbahn in der Fahrtrichtung
einzuhalten. Findet ausnahmsweiſe eingleiſiger Betrieb ſtatt (§ 2),
ſo iſt, ſobald ein Straßenbahnwagen naht, nach der Seite des
be=
triebsfreien Gleiſes auszuweichen.
Das Vorfahren, ſowie der Verſuch des Vorfahrens vor
Fuhr=
werke oder Straßenbahnwagen iſt verboten.
Kurzes Halten der Fuhrwerke (zum ſofortigen Auf= und
Ein=
fteigen, Ab= oder Ausſteigen und dergl.) iſt geſtattet, ſofern dadurch
keine nennenswerte Hemmung des Fahrverkehrs eintritt.
Unter allen Umſtänden müſſen die Lenker ihre Fahrzeuge
dauernd unter Aufſicht halten und jederzeit bereit ſein, den
Straßen=
bahnwagen Platz zu machen oder auszuweichen.
§ 5. Für den durchgehenden Verkehr von beladenen
Laſt=
fuhrwerken, von Automobilen und Motorfahrrädern, ſowie von ſolchen
Fuhrwerken, die wegen ihrer Beſchaffenheit oder Ladung ſchwer
lenkbar ſind, oder die Breite der Fahrbahn auf mehr als die Hälfte
in Anſpruch nehmen, wird der in § 1 genannte Teil der Kirchſtraße
geſperrt.
§ 6. Fußgänger, die nicht ein beſtimmtes einzelnes Haus
der genannten Straßenſtrecke beſuchen wollen, haben während
der Zeit des Betriebs der Straßenbahn ſtets den in der
Fahrt=
richtung rechts gelegenen Fußſteig zu benutzen.
Das unnütze Stehenbleiben von Fußgängern auf den
Fuß=
ſteigen oder der Fahrbahn, insbeſondere an den Straßenecken, iſt
verboten.
§ 7. Für den in § 1 genannten Straßenteil werden die mit
den vorſtehenden Beſtimmungen nicht in Einklang ſtehenden
Vor=
ſchriften der Polizeiverordnung vom 15. Auguſt 1899, betr.
Maß=
regein zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen
aus Anlaß des Betriebs der Straßenbahnen in der Stadt Darmſtadt,
aufgehoben.
§ 8. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der § 1—
werden, ſofern nicht nach anderen Strafbeſtimmungen eine höhere
Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 9. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der
Betriebs=
eröffnung auf dem in der Kirchſtraße neugelegten zweiten Gleis der
elektriſchen Straßenbahn in Kraft.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Maßnahmen gegen die Teuerung.
Fiſch=Kochkurſe.
Da zu den Fiſch=Kochkurſen, die auf ſtädtiſche Koſten
dem=
nächſt in den Küchen der hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule in
Ader Rundeturm=, Lagerhaus= und Hermannſtraße ſtattfinden ſollen,
fortwährend Nachmeldungen einlaufen, ſo wollen wir allen Frauen
und erwachſenen Mädchen, welche den Meldetermin am 1. d, Mts.
Averſäumt haben, nochmals Gelegenheit zur Anmeldung geben, und
zwar am Donnerstag, den 10. Oktober, von 11—12 Uhr
vor=
nittags und 7—8 Uhr abends, im Schulhauſe, Rundeturmſtr. 9.
Außer einer Einſchreibgebühr von 10 Pfg. entſtehen den
(20904oim
Leilnehmern keinerlei Koſten.
Darmſtadt, den 3. Oktober 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueſler.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und
Nach=
ſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Freitag, 25. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den 1. Georg Hof
Ehe=
leuten in Darmſtadt, 2. dem Hugo
Traub in Nieder=Lößnitz
gehöri=
gen, in der Gemarkung Beſſungen
gelegenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 405//10 444 Hofreite, das
Win=
gertsfeld im
Gäß=
chen (
Moosberg=
ſtraße 52),
I 405 70 58 Grasgarten
Moosbergſtraße,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genebmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen, falls
ein der Schäßung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 5. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI20938
Paar junge Wellenſittiche für
1 8 Mk. zu verkaufen, ohne Käfig,
Riedeſelſtr. 23, part. (*8445id
. Nickeleiſen für Gas mit
Zu=
behör für 7 Mk. zu verk Ried=
(*8444id
eſelſtraße 23, part.
Bekanntmachung.
Freitag, 18. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr.
ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 354¾/100 318/0 Hofreite Ecke
der
Lieb=
frauen= und
Pankratius=
ſtraße Nr. 58,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(5/12
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 7. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20958
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Möbelfabrik,
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 28. September 1912 ſind die
Beſtimmungen über die Dauer der
Geſellſchaft (§ 4 des
Geſellſchafts=
vertrags) geändert worden;
dar=
nach iſt die Dauer der Geſelſchaft
nunmehr unbeſchränkt. (20935
Darmſtadt, 30. September 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Steakbrief.
Der unten näher bezeichnete
Re=
ſerviſt, ehem. Dragoner, Philipp
Rühl vom Landwehrbezirk I
Darm=
ſtadt iſt der unerlaubten
Entfer=
nung verdächtig.
Sämtliche Militär= und
Zivil=
behörden werden gebeten, denſelben
im Ergreifungsfalle an die nächſte
Militärbehörde abzuliefern.
Darmſtadt, 5. Oktober 1912.
J. A. d. B.=R.
gez.: Mootz,
Oberſtlt. z. D. und 2. Stabsoffizier.
Beſchreibung.
Lörpergröße: 1,643 m,
Veruf: Kutſcher,
Geboren: 14. Februar 1887 zu
Landenau, Kreis
Bens=
heim, Heſſen. (20983
Beſondere Kennzeichen: —
Schreibmaſchine
mit ſchöner ſichtb. Schrift für
Mark 65.— abzugeben (*8472
Friodr. Rühl,
Kranichſteinerſtr. 591/19, part.
Städtiſcher Fiſchmarkt.
Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jedet
Woche,
b) auf dem Riegerplatz; nach Bedarf, jedenfalls aber
Don=
nerstag und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den
Verkaufs=
ſtänden angeſchrieben.
Darmſtadt, den 28. September 1912.
(20343a
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Die Lieferung des Bedarfs an Kartoffeln, Gemüſe, Viktualien,
Milch, Backwaren, Mehl, ſowie die Abgabe des Spälichts und der
Speiſereſte einſchl. Knochen ſoll für die Zeit vom 1. November 1912
bis 31. Oktober 1913 vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen können im Bataillons=
Geſchäfts=
zimmer (Kaſerne Alexanderſtraße, Wirtſchaftsbau Stube Nr. 11) von
3 bis 5 Uhr nachmittags eingeſehen werden. Sie ſind auch gegen
Zahlung von 75 Pfg. dort erhältlich.
Angehote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis zum 15. d. M.,
12 Uhr mittags, verſiegelt dem Bataillon einzuſenden.
Die Eräffnung findet am 16. d. M. 11 Uhr vormittags ſtatt.
Der Zuſchlag wird ſchriftlich mitgeteilt.
(20906oi
Küchenverwaltung II. Bataillons Leibgarde=Infanterie=Regiments.
Aeſerng ur Sehengniteſt.
Die für das Wirtſchaftsjahr 1912/13 in der Küche der I.
Ab=
teilung Feldartillerie=Regiments Nr. 61 erforderlichen Kartoffeln,
Gemüſe, Hülſenfrüchte und ſonſtige Beköſtigungsmittel,
aus=
ſchließlich Kaffee und Salz, ſowie Abgaben der Küchenabfälle
(Spülicht) ſollen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen
können täglich auf Zimmer 18, im Stabsgebäude der Kaſerne am
Beſſungerweg eingeſehen werden.
Schriftliche Angebote mit der Aufſchrift „Angebot auf
Küchen=
lieferung” und Proben ſind bis zum 15. Oktober 1912 an die
I. Abteilung des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 61, verſchloſſen
ein=
zureichen.
(20798soi
Darmſtadt, im Oktober 1912.
Die Küchenverwaltung.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 11. Oktober I. J., vorm. 9 Uhr,
verſteigere ich wegen Auflöſung des Haushalts im Hauſe
Hermannstrasse 55, II.
nachſtehend verzeichnete Gegenſtände:
1 Vertiko, 1 zweitür. Kleiderſchrauk, 1 Schreibtiſch,
1 Pfeilerſchränkchen, 2 Bauerntiſche, alles in
nuß=
baum poliert und ſehr gut erhalten, ebenſo 1 kompl.
Bett mit Roßhaarmatratze, 1 Waſchkommode mit
Mar=
morplatte und 1 Nachttiſch, 1 ſehr ſchöner Tiſch in
eichen Holz, 4 Rohrſtühle, 1 Seſſel, 1 Sofa, 1
Regu=
lator mit Gewichten in Eichenholzgehäuſe, 2 gleiche
Gold=
ſpiegel, 1 lack. eintür. Kleiderſchrank, 1 Küchen=Einrichtung,
Bilder, Vorhänge, Porzellan, und Glas, Kleider,
Leib=, Bett= u. Tiſchwäſche, ferner 3 Waſchbütten und
Waſchkörbe, ſowie alle ſonſtigen Haushaltungsgegenſtände.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1912.
(20943id
Ernst Wolkl, Amtsgerichtstarator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Wegen Amzug zu Verſteigerungspreiſen:
Schlafzimmer (komplett eichen und nußbaum), 1 Büfett
(nußbaum), 1 Büfett (eichen) und Auszugtiſche,
Trumeaux=
ſpiegel, Kleider, Bücher= und Glasſchränke, Heren= und
Damen=
ſchreibtiſche, Kommode, Diwan, Sofa, Chaiſelongues, Klubſeſſel,
Rollpult (amerik.), Vertikos, Ankleide= und Goldſpiegel, Tiſche
und Stühle, Kleiderſtänder und Flurgarderoben, kompl. einz.
Betten, Bettzeug und Kiſſen, Teppiche, Bilder, Seſſel, 1 kompl.
Kücheneinrichtung (mod.), Petroleumofen und =Herd u. a. m.
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Beorgenſtraße 11. I.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
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Unterricht im Mittelſchulgebäude in der Hermannſtraße, für ſolche
aus dem Nordweſtviertel im Schulhauſe in der Lagerhausſtraße,
für alle übrigen Schülerinnen im Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße ſtatt.
Unterrichtsgegenſtände: Hand= und Maſchinennähen, Flicken,
Stopfen und Sticken, Bügeln, Kochen, hauswirtſchaftliches Nechnen
und Deutſch.
Außerdem findet für vorgeſchrittenere Schülerinnen ein Kurſus
im Anfertigen von einfachen Kleidern ſtatt.
Das Schulgeld beträgt:
a. für hieſige Schülerinnen vierteljährlich drei Mart,
b. „ auswärtige Schülerinnen vierteljährlich neun Mark.
In beſonderen Fällen kann es hieſigen Schülerinnen erlaſſen
werden.
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den 10. ds. Mts., vormittags von 11—12 Uhr, im Schulhauſe
in der Rundeturmſtraße, von dem Leiter der Schule
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(18857a
[ ← ][ ][ → ]Nummer 287₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. Oktober 1912.
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Der Genuss von reinem Cacao ist dem Körper
zuträg-
licher als Kaffee oder Tee, das ist die Ansicht unserer
Aerzte. Aus diesem Grunde bürgert sich van Houtens
Cacao als tägliches erstes Getränk immer mehr ein,
denn es gibt in der Tat nichts Köstlicheres als
de
Bitte beachten Sie, dass Van Houtens Cacao nur in geschlossenen
Blech-
büchsen, niemals lose verkauft wird. — Nur eine Qualität, die beste!
Zucker-Abschlag!
Frankenthaler Crystallzucker Pfund 23 pf.
Frankenthaler Grieszucker . Pfund 24pr.
Frankenth. Domino-Würfelzucker ptd. 26 Pf.
A. Reichard, Colonialwarenhaus
Ecke Bleich- u. Casinostr. — Telefon 104.
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Mit dem Einkellern der
Winter-Kartoffeln
tritt an jede Haushaltung die
Frage heran, ob die
erforder-
lichen Behälter vorhanden und
zur guten Erhaltung und
Auf-
bewahrung praktisch sind.
Eine epochemachende
Erfin-
dung ist die
auseinandernehm-
bare
Kartoffelkiste
„Fortuna‟
D. R. 6. M. 447762.
Schweizer Pat. angem. 63856.
Diese patentamtlich gesch. Kartoffelkiste bedeutet eine
Wohl-
tat für jede Haushaltung.
Bei Einkellern von Kartoffeln muss von nun an die
aus-
einandernehmbare Kartoffelkiste „Fortuna” in Anwendung
kommen.
(B19635
Vorzüge:
In der auseinandernehmbaren Kartoffelkiste „Fortuna‟ bleiben
die Kartoffeln stets trocken und faulen nicht.
Die auseinandernehmbare Kartoffelkiste „Fortuna” verhütet im
Frühjahr das Auskeimen der Kartoffeln.
In der auseinandernehmbaren Kartoffelkiste „Fortuna‟ verlieren
die Kartoffeln nie ihren guten Geschmack und behalten
immer ein gutes Aussehen.
Die auseinandernehmbare Kartoffelkiste „Fortuna” ist trotz
ihrer Einfachheit und praktischen Vorzüge so billig, dass
dieselbe auch von der allerärmsten Familie angeschafft
werden kann.
Die auseinandernehmbare Kartoffelkiste „Fortuna” wird in
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Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
40)
Gott, was bin ich für ein geſchlagener Mann, klagte
Joachim dann, gleich zwei ſolche beſeſſene Weiber zu
be=
ſitzen.
Aber nun fielen ſie über ihn her.
Unerhört!
So eine Läſteerede! Chriſta, wir rücken aus! Bei dem
Menſchen bleiben wir nicht . Wir laſſen ihn allein, wenn
er nicht ſofort widerruft!
Jawohl, Ada, auf’s Kabarett gehen wir. Du als
Schnellmalerin, ich als Vortragskünſtlerin.
Ich widerrufe, ich bitte ab, ich flehe um Gnade! Ihr
ſeid Perlen, Kronen der Schöpfung. Nur bleibt da!
Das iſt auch ſehr nötig, denn wer ſollte Dich wohl
wieder ans Tageslicht bringen, wenn Du in Deinen
Manuſkripten verſunken und in Deinem Tintenfaß
er=
trunken biſt? Denke Dir, Chriſta, geſtern war es
wie=
der 2 Uhr nachts, als ich dieſen Mann mit Mühe und
Not von ſeinem Schreibtiſch riß.
Kinder, habt Ihr denn gar kein Einſehen? Ich habe
an meiner Unſterblichkeit und den Millionen, die ich
ein=
mal meiner Familie zu hinterlaſſen gedenke, gearbeitet.
Aber er fand dieſes Einſehen, an das er appelierte,
nicht. Man erklärte ihm im Gegenteil, daß er, wenn er
weiter ſo unvernünftig arbeite, weder die Unſterblichkeit
nech die Millionen erlangen, ſondern ſeine Gefundheit
untergraben würde.
Er gelobte feierlich Beſſerung, und zur Sühne machte
er mit ſeinen „beiden Weibern” eine wundervolle
Wande=
rung durch die im Herbſtſchmuck prangenden Wälder an
den Ufern des von Friedenau mit Hilfe der Wannſeebahn
in kurzer Zeit erreichbaren Griebnitzſees.
So oft es ging, hatte man während der verfloſſenen
Sommermonate ſolche Ausflüge gemacht. Chriſta hatte
ſich mit ſtaunenden Augen davon überzeugt, wie ſchön
dieſe von Unkundigen oft geſchmähte Gegend eigentlich
war. Die ganze poetiſche Schönheit und den eigenen
Reiz und Zauber der märkiſchen Landſchaft mit ihren
wei=
ten, von dunklen Wäldern umſäumten Seen lernte ſie
kennen und lieben. Die Bilder Leiſtikows, die ſie oft ſo
bewundert hatte, jetzt ſah ſie ſie in Natur und Wirklichkeit
vor ſich. Gedichte Theodor Fontanes erſtanden vor ihr zu
Leben und Wirklichkeit. An Regenſonntagen wurden
Schlöſſer, Galerien, Muſeen oder Ausſtellungen beſucht.
Welch eine neue Welt tat ſich da vor Chriſta auf, eine
Welt, in die ſie mit einem Kunſtverſtändnis von Joachim
und Ada eingeführt wurde.
Durch Joachims Stellung ſtand man überhaupt in
engſter Beziehung mit dem geiſtigen Leben Berlins. Als
der Winter kam, war man kaum einen Abend zu Hauſe.
Als Rezenſent mußte Joachim viel das Theater, Konzerte
und Vorträge beſuchen. Es war ſelbſtverſtändlich, daß
Ada und Chriſta ihn begleiteten. Verkehr und Geſelligkeit
im Hauſe hatte das junge Paar vorderhand nicht, wollte
es auch nicht haben=
In einem Café des Weſtens traf man ſich einmal in
der Woche mit Joachims Kollegen, die, wenn ſie
verhei=
ratet waren, gleichfalls ihre Freuen mitbrachten. Auch
ver=
ſchiedene Schriftſteller, Gelehrte und Künſtler fanden ſich
regelmäßig zu dieſen ungezwungenen Abenden ein.
Ein Ton, ſo ganz anders, als ihn Chriſta kannte,
wurde da angeſchlagen. Freier waren die
Unterhalt=
ungen, freier der Verkehr zwiſchen Herren und Damen,
und doch vollſtändig in den Grenzen geſellſchaftlicher
An=
forderungen. Nicht banale, fade Geſpräche wurden
ge=
führt, nicht glatte, ſeichte Komplimente gemacht. Nein,
ſprühend wie Blitze flogen Fragen und Antworten hin
und her, und wurde wirklich einmal eine huldigende
Schmeichelei geſagt, ſo trug ſie ſicher den Mantel eines
geiſtreichen Bonmots.
Wie ſehr alle dieſe geiſtreichen Anregungen und
Zer=
ſtreungen aber auch Joachim, Ada und Chriſta gefielen,
die drei waren ſich doch einig darüber, daß die Abende die
ſchönſten wären, die man ſtill für ſich verbrachte.
Kein Hauch irgend einer Disharmonie ſtörte das
Zu=
ſammenleben Chriſtas mit ihren Geſchwiſtern. Eine
Hei=
mat in des Wortes wahrſter Bedeutung hatte ſie bei ihnen
gefunden. Nie hatte ſie auch nur einen einzigen
Augen=
blick das Gefühl, den beiden in ihrem Glück ein läſtiger
Dritter zu ſein. Mit feinem Takt aber bat ſie oft, wenn
die Geſchwiſter ausgingen, daß man ſie doch daheim laſſen
möge. Sie ſchützte irgend eine dringende Arbeit vor, um
Ada und Joachim ſo ein Allein= und Ungeſtörtſein zu
er=
möglichen. Auch zu Hauſe weilte ſie oft in ihrem
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Ihrem Studium widmete ſie ſich mit allem Fleiß und
voller Hingabe. Jedes Lob und jede neue Anerkennung
ihrer Lehrer ſpornte ſie immer wieder von neuem an,
noch fleißiger zu ſein. Von ihren Kolleginnen und
Kol=
legen, die mit ihr Stunden nahmen, hielt ſie ſich jedoch
gefliſſentlich fern. Warum, das wußte ſie eigentlich
ſelbſt nicht recht. Zwar war ſie gefällig und freundlich
aber das immer innerhalb einer gewiſſen Grenze, die ein
Ihrnähertreten unmöglich machte. Man legte ihre
Zurück=
haltung natürlich für Stolz und Hochmut aus. Auf irgend
eine Weiſe hatte man, obgleich ſie ſich ſchlicht Chriſta
Leer=
ſen nannte, herausbekommen, wer ſie war und aus
welchen Kreiſen ſie ſtammte und ihr raſch den Spitznamen
„gräfliche Gnaden” angefügt. Da man aber auch wußte,
daß Chriſtas Bruder Theaterkritiker an einem der erſten
Blätter Berlins war, ſo ließ man es bei der immerhin
harmloſen Neckerei bewenden.
Der häufige Beſuch aller Theater, der ihr beſonders
durch Joachims journaliſtiſche Tätigkeit ermöglicht wurde
— als Beſucherin der Reinhardtſchen Theaterſchule erhielt
ſie natürlich außerdem gleichfalls noch des öfteren
Ein=
trittskärten — war Chriſta bei ihrem Studium äußerſt
förderlich. Sie war eine der erſten Schülerinnen, die ſchon
nach ganz kurzer Zeit mit auf die Bühne des Deutſchen
Theaters geſtellt wurde und kleine Sprechrollen erhielt.
Es war natürlich ein Tag des Triumphes und der
ſtol=
zeſten Freude, als ſie die die Welt bedeutenden Bretter
das erſtemal „aktiv” betrat. Je näher ſie allerdings nun
dieſe bunte Welt des Scheins kennen lernte, deſto mehr ſah
ſie freilich ein, daß das, was Joachim und Ada ihr von
der „Kehrſeite der Medaille” geſagt hatten, nur allzuſehr
ſeine Richtigkeit hatte. Sie ſah es wohl, aber ſie wollte
es nicht ſehen, was häßlich, klein und erbärmlich die
heilige Kunſt zu Boden ziehen wollte. Ihre Blicke
wand=
ten ſich davon ab, empor zur Höhe. Ein ſtarker Wille lebte
ivöhr, ein Wille, der ihr Kraft verlieh, ſich nicht irremachen
zu laſſen, ſondern vorwärts zu ſchreiten auf der
gewähl=
ten Bahn.
Zu Hauſe bei den Ihrigen ſprach ſich Chriſta offen
und rückhaltslos über alles das, was ſie bei der Bühne
ſah, hörte und beobachtete, aus. Dieſer Ausſprache mit
den Geſchwiſtern dankte ſie es zum großen Teil, daß ſie
über manches ruhiger denken lernte und ſich damit abfand,
daß es hinter den Kuliſſen meiſt nicht ſo ausſeh, wie
da=
vor. Peter Geißlers Worte, die er an dem Hochzeitstage
Adas und Joachims über die Künſtlerinnenlaufbahn
ge=
ſagt hatte, fielen ihr jetzt ſo oft ein, und jetzt erſt verſtand
ſie ihren eigentlichen Sinn.
Peter Geißler? Wo war er? Man wußte es nicht.
Nur einmal hatte man ein Lebenszeichen von ihm
erhal=
ten, aus einem kleinen unbekannten Orte im Süden
Italiens. Nach Joachims Redaktion war der Brief
ge=
kommen. Joachim hatte nur flüchtig Grüße an Ada und
Chriſta ausgerichtet.
Er ſcheint ernſtlich zu arbeiten, hatte Joachim erzählt,
und neckend hatte Ada hinzugefügt: Alſo auch einer, der
nach Unſterblichkeit und Millionen angelt. Prüfend ſah
ſie Chriſta dabei an, die vor ſich hinblickte und kein Wort
ſagte. Sie wunderte ſich, daß keiner von beiden das
Be=
nehmen Peter Geißlers ſonderbar fand und ſich über
deſſen unbegründetes Schweigen gekränkt fühlte. Sie
hatte ihm ſein unbegreifliches Benehmen wirklich ernſtlich
übelgenommen.
Joachim allein hatte, das wußte ſie freilich nicht, von
Peter Geißler erfahren, warum er hinaus in die Welt
ge=
gangen war. Aber ein dem Freunde gegebenes
Ehren=
wort zwang ihn, ſeiner Scweſter nichts davon zu ſagen.
So wurde Peter Geißlers Name nur ſelten bei
Leer=
ſens ausgeſprochen. Aber gedacht wurde ſeiner oft, und
dieſes Gedenken wurde immer von neuem aufgefriſcht,
als die Zeitungen nach und nach von Erfolgen des jungen
Künſtlers zu berichten wußten,
Chriſta aber ſammelte heimlich all dieſe
Beſprech=
ungen. Sie las ſie oftmals, gleichſam als ſuche ſie etwas
zwiſchen den Zeilen die über Werke ſprachen,
irgend=
etwas, was ihr Aufſchluß geben konnte — Aufſchluß
über —!—
Die Zeit ging dahin. Chriſta war mündig geworden,
Von Bellburg aus waren ihr die paar tauſend Mark, die
einſt ihr Vormund Hofrat Mehner verwaltet hatte,
ge=
richtlich zugeſandt worden. Joachim hatte, obwohl er
durchaus nicht wollte, davon ſeine Auslagen zurücknehmen
müſſen. Von dem Reſt beſtritt Chriſta vorläufig ihren
weiteren Unterhalt.
Zweimal ſchon hatte man die Wiederkehr des
Hoch=
zeitstags des jungen Ehepaares in kleinem, fröhlichem
Kreiſe gefeiert und ſelbſtverſtändlich hatte Papa Jerling
nicht dabei gefehlt. Er kam auch ſonſt oft, zu allen Feſten
und Gelegenheiten. In zärtlicher Sorge ſtreiften ſeine
Augen über Ada. Sie ſah ſo ſchlank, ſo blühend, ſo friſch
aus. Hm, hm! Und das Atelier hatte immer noch keine
andere Beſtimmung erhalten! Ada hatte im Gegenteil
gar fleißig darin gemalt und, wie ſie ſtrahlend erzählte,
neulich ein Bildchen ausgeſtellt und — verkauft. Das
war ſo ſehr ſchön und gut, aber Papa Jerling fand, daß
es für junge Frauen paſſendere Arbeiten gebe als
Bildermalen. Ihm ſchwebten Näharbeiten an winzig
kleinen Hemdchen und Jäckchen vor!
Als er das Weihnachtsfeſt wieder einmal bei ſeinen
Kindern verlebte, ſah er dieſen ſtillen Wunſch erfüllt. Auf
Adas Nähtifch lagen angefangene Sachen und Sächlein,
die ihm Tränen der Rührung in die Augen trieben. Er
merkte auch, daß Adas ſonſt ſo graziöſer und leichter Gang
langſamer und ſchwerfälliger geworden war. Aber friſch
und geſund ſah ſie trotzdem aus. Gott ſei Dank!
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Samstag, den 12. Oktober 1912, abends 8¼ Uhr,
im Feſt=Saal der Turngemeinde Darmſtadt (Woogsplatz).
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Fritz Kugler, Bruno Schulz, Darmſtädter Turnerinnen, Turn= und
Singmannſchaften und der Kapelle des Großh. Leibgarde=Infanterie=
Regiments (i. Gr. Heſſ.) unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters
Hugo Hauske.
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Mk., Balkon 1.50 Mk., numerierter Saal 1 Mk., Nichtnum. Saal
und Gallerie 50 Pfg.
Sonntag, den 13. Oktober 1912, nachmittags 3 Uhr,
im großen Saal der Turngemeinde Darmſtadt Woogsplatz).
Schauturnen der vereinigten Darmſtädter Turnvereine,
ausgeführt von 400 Turnern, Turnerinnen und Schülern.
Preiſe der Plätze: Sperrſitz 2 Mk., Saal 1 Mk., Gallerie 50 Pfg.
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Ortsgruppe Darmſtadt.
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Darmstadt-Odenwald (Ortsgruppe des S. C. S.
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lnd Abendkasse. — Das Jahresprogramm bringt weiter:
Rezi-
ionsabend von Dr. E. Milan (23. Okt.). Aufführung von Strindbergs „Fräulein
Mile‟ (Anfang Nov.). Vorlesung Eigener Dichtungen von O. Borngräber (Ende
Mv.). Die schöne Magelone, Liedercyklus von Brahms (12. Dez.). Shakespeares
Mroße Verbrecher, Vortrag Dr. E. Wulffen (17. Jan.). Gertrud Leistikow,
Tanz-
bend (Mitte Febr.). Herbert Eulenberg, Vortrag über Friedrich Hebbel (6. März).
Der Jahresbeitrag v. 6 Mk. berechtigt zur Teilnahme an
vorstehenden 8 Veranstalt. Anmeldungen bei A. Bergstraesser.
in maſſiv eich.
Herrenzimmer=
tiſch ſpottbillig abzugeben
*8430) Neue Ireneſtr. 21, 3. St.
Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 8. Oktober 1912.
26. Ab.=Vorſtellung. A 7.
Carmen.
Große Oper in 4 Akten
von Georges Bizet.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
. Anna Jacobs
Carmen.
Don Joſé .
. Georg Becker
Escamillo,
Stier=
fechter . . . . Otto Semper
Zuniga, Leutnant L. Schützendorf
Morales, Serg. . Willi André
Micaéla, ein
Bauernmädchen . G. Geyersbach
Lillas Paſtia,
In=
haber e. Schänke Kurt Schüppel
Dancairo,
Schmuggler . . Auguſt Kräger
nermädchen . . Kathar. Jüttner
Remendado,
Schmuggler Karl Bernhardt
Frasquita, Zigeu=
Mercédés, Zigeu=
1 nermädchen . . Hede Schaub
Offizier . . . . Adolf Klotz
Die vorkommenden Tänze u.
Evo=
lutionen arrangiert von Helene
Thiele=Leonhardt, werden
ausge=
führt von Sybille Huber, Adelheid
Croneberg und 12 Damen des
Corps de Ballet.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anf. 7 Uhr. — Ende 10½ Uhr.
Kartenverk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 9. Okt. 27. Ab.=Vſt.
C 7. „Die ſchöne Helena”.
Gewöhnliche Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Donnerstag, 10. Okt. 28. Ab.=
Vorſtellung. B 8. Uraufführung:
1„Sommer”. Komödie v.
Thad=
däus Rittner. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Freitag, 11. Okt. 29. Ab.=Vorſt
D 7. „Wenn ich König wäre!
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 12. Okt. (Geſchloſſen.)
Sonntag, 13. Okt. 30. Ab.=Vſt.
C 8. Alda.‟ Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Hanimtiniecher bereit f. .
Anläßlich des am 9. November 1912 ſtattfindenden
Stiftungsfestes
iſt eine Theater= und Tanz=Aufführung beabſichtigt und werden
Töchter unſerer Mitglieder und Herren des Vereins, die ſich daran
beteiligen wollen, gebeten, am Dienstag, den 8. Oktober, abends
9 Uhr, im Hotel Prinz Carl zwecks Vorbeſprechung zu erſcheinen.
Evang. Frauenverein für den Schloßbezirk.
Unſere diesjährige
Ordentliche Mitglieder=Verſammlung
findet
Donnerstag, den 17. Oktober, abends ½9 Uhr,
im Gemeindehauſe, Kiesſtraße 17, ſtatt.
Tagesordnung: 1. Bericht des Vorſtands.
2. Rechnung für 1911/12.
3. Voranſchlag für 1912/13.
4. Wahl des Vorſtands.
5. Verſchiedenes.
(20987
Für den Vorſtand:
D. Dr. Diehl, Pfarrer.
Darmstadt
Rarnonnenverei
Wintervorträde 1912/3.
Sonntag, den 20. Oktober:
1. Vortrag: Der hl. Bonifatius im Kampfe mit dem
Heiden-
tum. Dramatisches Spiel. Entstehung und Aufbau des
Stückes, sowie Rezitation der wichtigsten Teile desselben.
Redner: Verfasser Professor Dr. Ledroit-Mainz.
Sonntag, den 1. Dezember:
2. Vortrag: Die Lebensweisheit im deutschen Sprichwort.
Redner: Direktor Dr. Seidenberger-Gernsheim.
Sonntag, den 12. Januar 1913:
3. Vortrag: Das Toleranzedikt von Mailand von 313.
(Zum 1600jährigen Gedenktag). Redner: Professor Dr.
Schmidt-Mainz.
Sonntag, den 9. März 1913:
4. Vortrag: Der Kampf der Neuzeit gegen Christus. Red‟
ner: Professor Laufer-Darmstadt.
Die Vorträge finden im „Konkordiasaale‟, Waldstrasse 33, jeweils
Sabends 8 Uhr statt. (Ohne Restauration).
1. Reservierte Plätze: Karte für sämtliche Vorträge 3 Mark;
für den einzelnen Vortrag 1 Mark.
2. Nichtreservierte Plätze:
a) Für Mitglieder des Katholikenvereins und erwachsene
Angehörige frei;
b) Für Nichtmitglieder: Karten für sämtliche Vorträge
1.50 Mk., für den einzelnen Vortrag 50 Pfg.
Vorverkauf der Karten: Konkordiasaal, Waldstrasse 33, Büro des
Verkehrsvereins, Ernst-Ludwigsplatz.
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Soderstrasse 2. Am Kapellplatz.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den=8. Oktober 1912.
Nummer 237
wohlbekannt sind die
Vorzüge der echten
Hohenlohe Erbswurst
2-3 Teller kosten
nurlod.
Sport.
* Pferdeſport. Frankfurter Oktober=
Mee=
ting. Erſter Tag. Preis von Hochheim. 6000 Mark,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Geſtüt Weils Kleingala (Schläfke),
2. Au revoir (Evans), 8. Abdul (Shurgold), Tot. 110:10 —
Hippodrom=Handikap. 6000 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Hrn. Balduins Papyrus (Weatherdon), 2. Eau de
Co=
logne (Davies), 3. Perilla (F. Bullock). Tot. 33:10.
Oktober=Preis für Zweijährige. 25000 Mark, Diſtanz
1400 Meter: 1. Herren. A. und C. v. Weinbergs Emperador
(Fox), 2. Fabella (Janek), 3. Cſardas (Archibald). Tot.
21:10. — Damen=Preis. Ehrenpreis und 6000 Mark,
Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. A. v. Schmieders Flaminio
(Hr. Purgold), 2. Thereſe (Hr. Dodel), 3. Arthus (Lt. von
Egan=Krieger). Tot. 19:10. — Kranichſtein=Rennen. 6500
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Frhrn. S. A. von
Oppen=
heims Marzipan (Archibald), 2. Piecolo (H. Teichmann),
3. Sans Atout (Rice). Tot. 28:10. — Heyden=Linden=
Rennen. Ehrenpreis und 5000 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Lt. Gr. Strachwitz’ Diamond Hill (Beſ.), 2. Sparkling
Hock (Lt. v. Moßner), 3. Pinion (Mr. Anthony). Tot.
47110. — Zweiter Tag. Niederwald=Rennen. 10,200
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt Graditz!
Dichtung (F. Bullock), 2. Blue Darling (Schläfke), 3.
Ani=
mato (Fox). Tot. 15:10. — Frankfurter Handicap. 15000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. Jürgenſens Blood
Orange (Ward), 2. Adjunkt (Archibald), 3. Laps (
Shur=
gold). Tot. 191:10. — Frankfurter Gold=Pokal. 25000
Mack, Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. v. Weinbergs Pelleas
(F. Bullock), 2. Royal Blue (Archibald), 3. Nuſcha (
Cle=
minſon). Tot. 36:10. — Preis von Kronberg. 6500 Mark,
Diſtanz. 3000 Meter: 1. Lt. Freyers Jelängerjelieber (
Be=
ſitzer), 2. Sonnenblick (Lt. v. Lotzbeck), 3. Carthago (Lt.
Graf Spreti). Tot. 121:10. — Vergleichs=Rennen. 9200
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn. von Weinbergs Siskin
(Fox), 2. Lord Dunlin (Shurgold), 3. Furka (F. Bullock).
Tot. 42:10. — Preis von Donaueſchingen. 6000 Mark,
Diſtanz 4500 Meter: 1. Lt. Hutſchenreuthers Mon Cheri
(Lt. von Moßner), 2. Nowton (Lt. Graf Strachwitz), 3.
Gay Paris (Lt. Freyer). Tot. 94:10.
Rennen zu Dresden. Preis von Ortrand. 2500
Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Graf Stauffenbergs Chicago
(Streit), 2. Aladin (Brown), 3. Cuſtozza (Kuttke). Tot.
21119. — Preis vom Falkenſtein. 3600 Mark, Diſtanz
3500 Meter: 1. Hrn. H. Weſtens Mainau II. (Lt.
Streſe=
mann), 2. Turandot (v. Weſternhagen), 3. Lola Beeth (Lt.
Keyſer). Tot. 51:10. — Preis von Löbtau. 3300 Mark,
Diſtanz 1500 Meter: 1. Graf A. Arnims Bode (W.
Bul=
lock), 2. Oſtia (Jangl), 3. Phönix (Drechsler). Tot. 24:10.
— Herbſt=Jagd=Rennen. 15000 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Hrn. W. Thiedes Steps (Newey), 2. Catalonier (Streit),
3. Waterman (Weishaupt). Tot. 120110. — Preis vom
Großen Garten. 3000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn.
F. Bartoſch Jamagata (Rittm. Keyſer), 2. Adler (Lt.
Streſemann), 3. Schwertleite (Lt. Martin). Tot. 31:10.—
Hürden=Rennen der Dreijährigen. 4000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Fürſt Hohenlohe=Oehringens Sweet flag
(Th. Baſtian), 2. Künſtler (Fritſche), 3. Salut (
Weis=
haupt). Tot. 31.10.
Rennen zu Düſſeldorf. Hildener Hürden=
Ren=
nen, 2000 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Lt. Winterers
Kales (Lt: von Berchem), 2. Delthorpe (Hr. Purgold), 3.
Kings. Eye (Hc. Ullrich). Tot. 54:10. — Aperwald=
Han=
dikap. 2800 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn. H.
Höpp=
ners The Prudoud Prince (Jentzſch), 2. Cryſtal Star (R.
Franke), 3. Polonius (Mc. Dermott). Tot. 129110.
Bochumer Jagd=Rennen. 4000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Hrn. Wepes Cypris II. (Lt. Knel), 2. Spaniſh Gallion
(Lt. Krauſe), 3. Erato (Lt. Schönborn). Tot., 41:10.. —
Oktober=Handikap. 6400 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1.
Hrn. v. Ujvarys Senechal (Smith), 2. Oregon (
Raſten=
berger), 3. Zynia (Hughes). Tot. 22110. — Hügel=Jagd=
Rennen 5000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hen. Coſacks
Erbſchaft (Hr. Purgold), 2. Lichtenſtein (Lt. v Berchem),
3. Secours (Lt. Weinſchenck). Tot. 25:10. — Schloßburg=
Jagd=Rennen. 3300 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Hrn.
Schürmanns Saint Rules (Lt. Knel), 2. Dainty Fox (Hr.
Purgold), 3. Bodger II (Lt. v. Berchem). Tot. 17110. —
Volmerswerther=Flach=Rennen. 2000 Mark, Diſtanz 1200
Meter: 1. Geſtüt Sonnenhauſens Hyppolita (
Wedge=
wood), 2. Donatello (Jentzſch), 3.— Iſa (Torke), 3.—— Blue
in Blue (Barleben). Tot. 20:10.
Rennen zu Dortmund. Verbands=Jagd=
Rennen. 1. Schuhplattler (Gädicke), 2. Wild Girl (
Krei=
el), 3. Jeſſonda (Theilen). Tot. 33:10. — Vorwärts=
Jagd=Rennen. 1. Lynch Law (Dyhr), 2. Malotru (
Gä=
dicke), 3. Tubereuſe II (Miſchon). Tot. 28:10. Kopf. —
Peru=Jagd=Rennen. 1. Rekrut (Hammer), 2. Niſſe (
Mi=
ſchon), 3. Kommandant (Dyhr). Tot. 24:10. — Verkaufs=
Jagd=Rennen. 1. Rabenlocke (Kühl), 2. Binty (Dyhr),
3. Blumenhanne (Löh). Tot. 62:10. — Oktober=Preis
1. Little Ben (Gädicke), 2. Ormsby (Dyhr), 3. La
Faridon=
daine (R. Franke). Tot. 22:10. — Knappenberger Jagd=
Rennen. 1. Kingsway (Miſchon), 2. Go A Head (Hoge).
3. Eſchau (E. Franke). Tot. 25.10.
Rennen zu Halle a. S Erſtes Rennen. 1.
Cock=
ney (Hr. Haſper), 2. Donora (Beſ.), 3. Preisfrage (Beſ.).
Tot. 55:10. Zweites Rennen. 1. Old Girl (E. Weber),
2. Szeſzely (Naſh), 3. Kaſſander (Adolf). Tot. 18110.
Drittes Rennen. 1. Avidibin (Beſ.), 2. Wolfdog (Beſ.),
3. Bon Ton. Tot. 90110. Viertes Rennen. 1. Vorwärts=
(Beſ.), 2. Rohnau (Beſ.). Tot. 16110. Fünftes Rennen.
1. Vor (Beſ.), 2. Biene (Hr. Saloſchin), 3. Droll (Beſ.)
Tot. 70110. Sechtes Rennen. 1. Sprühfeuer (Kauliſch),
2. Goldamſel (Wiſchek), 3. Südpol (E. Weber). Tot. 24:10.
Rennen zu Hamburg=Farmſen. Erſtes
Rennen 1. Heinerle (Fiſcher), 2. Mimilus (A. Mills),
3. v. Northlight (Doelemann). Tot. 179110. — Zweites
Rennen. 1. Side off (Beſ.), 2. The Metallmann (v.= Egan=
Krieger), 3. Merry Go. Tot. 61:10. — Drittes Rennen.
1. Radau (Beſ.), 2. Parmene (Stegemann), 3. Novelliſt
(Damm). Tot. 17110. — Viertes Rennen. 1, Fidelio (Lt.
Braune), 2. Konkordia (v. Raven), 3. Scarabas (Beſ.)
Tot. 17110. — Fünftes Rennen. 1. Burgſtern (Beſ.), 2.
Farzana (Heitmann), 3. Simbacherin (Alf. Mills). Tot.
64:10. — Sechſtes Rennell 1. Beatrice (v. Raven) 2.
Little Mite (Beſ.), 3. Chalk Mark (Beſ.). Tot. 20110.—
Siebentes Rennen. 1. Mandant (Heidke), 2. Ruth I (A.
Mills), 3. Maudeto (Neuenfeld). Tot. 47:10.
Der Prix du Conſeil Municipal, das
be=
deutendſte Flachrennen der franzöſiſchen Herbſt=Kampagne,
kam am Sonntag in Paris Bois du Bologne zur
Ent=
ſcheidung und endete mit einer großen Ueberraſchung. Um
den Preis von 100000 Francs bewarb ſich das Rieſenfeld
von 20 Pferden, unter denen ſich von ausländiſchen
Ver=
tretern das deutſche Pferd Cambronne des Herrn
Paul=
ſen und Fürſt Lubomirskis Lira befanden, die aber beide
keine Rolle zu ſpielen vermochten. Mr. Durgea’s
Shan=
non (Mac Gee) ſiegte nach Kampf mit einer halben Länge
gegen Tripolette (Rovella), einen Hals zurück endete
Mar=
tial III (Ch. Childs) als Deitter vor Amoureux III und
Imperial II. Tot. 297:10.
* Radſport. Rennen auf der Berliner
Olympiabahn. 1. Oscar Egg=Schweiz, 116,530
Kilo=
meter, 2. Lapize, 1 Lg., 3. Stol, 2 Lg., 4. Petit Breton, 5
Lg., 5. Berthet, 10 Lg., 6. Garrigou, 1 Rd., 7. Georget, 2
Rd., —8. Wittich, ¼ Lg., . 9. Aberger, ½ Lg., 10. Kotſch,
dichtauf.
Rennen zu Leipzig. Zweiſtunden=Rennen:
1. Guignard (auf Continental=Pneumatik) 163,090
Kilo=
meter, 2. van der Stuyft, 162,900 Kilometer, 3.
Scheuer=
mann, 158,200 Kilometer, 4. Ebert, 137,750 Kilometer, 5.
Hall, 126,580 Kilometer.
Goldenes Rad von Chemnitz. Von den vier
Teilnehmern wurden von Gent und Schipke von
Motor=
defekten betroffen. Dickentmann ſiegte in der
augezeich=
neten Zeit von 1 Std. 10 Min. 50 Sek., vor Thomas 3625
Meter, van Gent8200 Meter und Schipke 12800 Meter
zu=
rück. Die Meiſterſchaft des Sächſiſchen Radfahrerbundes
über 5000 Meter gewann der Verteidiger Petzold=Dresden.
* Fußballſport. Dänemark ſchlägt
Deutſch=
land im Fußballänderkampf 311. Der deutſche
erſte Fußballänderkampf der Keuen Saiſon und
gleich=
zeitig der erſte Wettkampf zwiſchen einer kombinierten
deutſchen und däniſchen Elf hatte der einheimiſchen
Mann=
ſchaft zwar keinen Erfolg gebracht, doch vermochten ſich
die Unſerigen gegen die als ſehr ſpielſtark bekannten
Dänen recht tapfer zu halten, da ſie nur mit 311 (Halbzeit
1:0) unterlagen. Drei Minuten vor Schluß würde der
deutſchen Mannſchaft wegen unfairen Spieles der Gegner
ein Elfmeterball zugeſprochen, den Jäger ſchön einſandte,
wodurch Deutſchland zu ſeinem einzigen Tor kam. Von
den Deutſchen zeichneten ſich beſonders Jäger (Altonaer
F=C.), Norpitzky (Viktoria=Berlin), Kneſebeck (Viktoria=
Berlin), Diemer (Britannia=Berlin), Möller (Hollſtein=
Kiel) und Weber (Vorwärts=Berlin) aus.
Berliner Fußballmeiſſterſchaftsſpicle.
Helgoland-Concordia 511 (2:1), Sportverein des Weſtens
—Berliner Sportklub 6:2 (3:0), Triton=Spandau-
Sport=
klub=Charlottenburg 411 (0:1), Union=Oberſchöneweide-
Weißenſee 544 (4:2), Viktoria=Spandau-Norden
Nord=
weſt 411 (2:0), Fortuna-Tennis=Boruſſia 5:2, Berolina-
Germania 4:0, Rapide-Verein für Bewegungsſpiele=
Luckenwalde, 222 (0:1).
Wien ſchlägt Berlin im Städtekampf 210.
Die neuerliche 17. Begegnung zwiſchen den Berliner und
Wiener Fußball=Städtemannſchaften hat wiederum mit
einem Erfolge der öſterreichiſchen Elf geendet, ſo daß die
Wiener von den bisher ausgetragenen Spielen nunmehr
11 gewonnen haben. Fünfmal blieb Berlin ſiegreich; der
letzte Kampf im Frühjahr in Berlin endete unentſchieden.=
Der ausgezeichneten deutſchen Verteidigung gelang es,
trotzdem die Stürmerreihe verſagte, das Spiel bis 9
Mi=
nuten vor Schluß torlos zu halten. Dann erſt landete der
Ball zum erſten Male im Tor der Wiener. Leider
ver=
ſchuldete dann ein Selbſttor des ſonſt vorzüglich
ſpielen=
den Mittelläufers Kugler einen weiteren Erfolg für
Wien, während Berlin leer ausging. Das Spiel endete
ſomit 2:0 für Wien.
Union=Berlin in Prag geſchlagen. Deel
Berliner Fußball=Klub Union weilte am Sonntag in
Prag und unterlag dort gegen den rühmlichſt bekannten
deutſchen Fußball=Klub mit 311.
Berliner Preußen ſchlagen „Waf”=Wien
411. Einen ſchönen Erfolg hatte am Sonntag der
Ber=
liner Fußballmeiſter Preußen zu verzeichnen, der dem bein
ihm als Gaſt weilenden Wiener Aſſociation Football=
Klub mit 4:1 (Halbzeit 110) abfertigte. Nach wechſelnden
Angriffen, die beide Tore ſtark in Gefahr brachten, fiell
erſt in der 37. Minute das einzige Tor der erſten Spiels
hälfte durch den halblinken Stürmer von Preußen. Nach
der Pauſe konnten die Gäſte in der 5. Minute zwar auss
gleichen, ſchoſſen aber dann einen wegen Hand ges
gebenen Elfmeterball abſichtlich vorbei. Preußen
ver=
mochte durch gutes Stürmerſpiel dann die Torzahl auf
411 zu erhöhen. — Im Geſellſchaftsſpiel ſchlug Hertha
Berlin mit 811 (111) Favorit.
Gräfenhauſen, 7. Okt. Am vergangenen
Sonntag ſpielte die 1. Mannſchaft des Sport=Klub
Ale=
mannia=Gräfenhauſen gegen Haſſia=Rüſſelsheim. Das
Spiel wurde abgebrochen wegen Streitigkeiten. Um
3 Uhr ſpielte die 2. Mannſchaft des Sport=Klub Alemannia
gegen die gleiche der Fußballvereinigung=Darmſtadt.‟ Das
Spiel endete mit 7—0 Toren zuguſten der
Fußballver=
einigung=Darmſtadt. Um ½5 Uhr ſpielte die 1.
Mann=
ſchaft nochmals gegen die Schülermannſchaft Darmſtadt
Es gelang der Schülermannſchaft, die Mannſchaft des
Sport=Klubs Alemannia mit 3—1 zu beſiegen.
Berliner Hockeyſpiele. Der Deutſche Hockey=Bund
veranſtaltete am Sonntag auf dem Sportplatz des
Ber=
liner Hockey=Klubs in Dahlem einen Wettkampf einer
re=
präſentativen „deutſchen Mannſchaft” mit einer durch zwei
auswärtige Spieler verſtärkten Berliner Mannſchaft
Dem intereſſanten Kampf wohnten u. a. Prinz Friedrich
Karl und Staatsſekretär a. D. Dernburg bei. Siegreich bliehl
die deutſche Mannſchaft mit 5.2 (3:2). — Bei den Meiſten
ſchaftsſpielen konnte der Berliner Sport=Klub nur ein
unentſchiedenes Reſultat von 3:3 gegen Sport=Klub
Char=
lottenbursverzielen. Die Berliner Mannſchaft war ſtar
überlegen, enttäuſchte aber in der Stürmerreihe und Ver
teidigung ſtark. Bei dem Seitenwechſel führte
Charlotten=
burg mit 211, echöhte bald darauf den Stand auf 3:1 und
erſt 5 Minuten vor Schluß gelang dem Berliner Spor=
Klub der Ausgleich.
Amateur=Photographie. Im 19. Heft des
Amatenr=
blattes Photographie für Alle (Berlin S. 61) leſen wir
einem durch inſtruktives Bildermaterial unterſtützten
Ar=
tikel Vordergrundſtudien” u. a. folgendes
„Manche Gegend mag landſchaftlich arm an Reizen ſche
nen, und doch kann auch ſie photographiſche Motive in
Fülle geben. Beſonders empfehlenswert iſt es, ſichl
ſolchen Fällen auf Vordergrundſtudien zu verlegen.B
allen Vordergrundſtudien wähle man einen Standpun
bei dem zwiſchen Vorder= und Hintergrund kräftige Kon
traſte beſtehen. Die Beleuchtung iſt ſo zu wählen, daß derl
Gegenſtand in ſich ſelbſt Licht und Schatten hat, alſo m
ſeitlichem Sonnenſtand, da die ſeitwärts geworfeneſſ
Schatten ſehr zur Belebung des Bildes beitragen. In bel
ſonderen Fällen kann man aber auch mit der Sonnei
Rücken und ſehr oft ſogar gegen die Sonne ſehr effektvoll
Bilder erzielen. Man vermeide nach Möglichkeit un
nötige Gegenſtände, die das Bild uneuhig machen,mi
aufzunehmen, und dies erreicht man häufig durch Aender
des Standpunktes. Trotzdem wird es nicht immer möll
lich ſein, eine befriedigende Kompoſition zu bekommen
und in ſolchen Fällen unterlaſſe man lieber die
nahme.”
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Nummer 237.
Seite 80.
Alles wohlberechnet vom guten Geſchmack,
iſt eine ungemein große Anzahl Neuheiten in
Jackenkleidern erſchienen.
Noch vielſeitiger wie je zuvor iſt die
um=
faſſende Verwendbarkeit dafür von den
Damen in Anſpruch genommen, und
dem=
entſprechend iſt in Formen und Stoffen das
Angebot gewachſen.
Von internationalen Vorbildern nicht
un=
abhängig, haben wir Jackenkleider, Mäntel,ß
Koſtüme, Bluſen, Koſtümröcke uſw. — jedent
Artikel für ſich — zu einem Geſamtbilde der
Mode zu gruppieren verſucht; jedes in ſeiner
umfangreichen Geſtaltung für die
Damen=
welt intereſſant zu machen.
Unaufdringlich bei aller Originalität.
Denn die Schneiderkleider verlangen, ſofern
ſie als echt und chie angeſprochen werden
ſollen, in der Hauptſache — die einfache
Natürlichkeit. Dabei wird ſtets die
Zweck=
mäßigkeit gewahrt und die Schönheit der
Form verlangt nicht nur nach — teurer.
Ware.
Jede Neuheit ſteht in irgend einer
Be=
ziehung zu dem Wollen und Willen der
Damen, und die Damen als Käuferinnen
geben einzig und allein den Ausſchlag, ob
die vielen Verſuche mißglücken oder einige (V20971
derſelben für die allgemein durchgreifende
Mode angenommen werden.
Die wirklichen Erſtmodelle der
Modekünſt=
ler uſw. wirken anregend und fördernd auf alle
beteiligten Kreiſe,
könnenſichinihrerurſprüng=
lichen Eigenart aber weniger als mit
Einzel=
heiten derſelben durchſetzen für den großen
Be=
darf. Das Ausland,
hauptſächlich
Frank=
reich und Amerika
— England kommt
* weniger für die
Mo=
webe für Jackenklei=
Betracht — arbeitet
den Luxus.
Freilich können
Materials in der
die erdachten
Vor=
lagen erſcheinen, aus
welchen ſich dann die
eine oder andere
Richtung im Schnitt,
terials entwickelt —
Gürtelform für jg. Damen, als Käuferin.
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An=
arten und Preislagen auch
abweichende Gürtelgarnie zahl der vorhandenen
turen. Fantaſiegewebe in Vorlagen nur einer
mittelhellen und dunklen
Tönen ſind vorrätig zu geſchickten Uebertra=
Mk. 45.- 48.- 62.- 68.- gung, damit diejeni=
Blau und ſchwarz Kamm= gen Fortnen ent=
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garn und Cheviotkamm= ſtehen, welche in ihrer ſchmack findet durch den
Art und namentlich
in ihrer Preislage
annehmbar ſind.
Mode ſuchen wir die
beſten Anhaltspunkte
zu gewinnen, kaufen
eine Menge Modelle
in namhaften
Mo=
dellhäuſern und
ſu=
chen unſere
weitver=
zweigten Beziehungen
ineinandergreifend zu verwerten, um
reiz=
volle Zuſammenſtellungen der einzelnen
Sor=
timente zu erzielen in der bunten
Mannig=
faltigkeit der Mode. Wir können und wollen
uns nicht auf einen Stil der Formen
feſt=
legen, wohl aher auf Qualitätdware, auf
Marken.
Mmäkt
der Fabrikation und der auf Grund
un=
ſerer Erfahrungen ſich ergebenden
Be=
delle, als durch die dürfniſſe, ſuchenwir die Qualität mit der
Eigenart ſeiner Ge= Schönheit bei unſeren Sortimenten zu
verbinden, um das Weitgehendſte im
je=
der und Mäntel in weiligen Geſchmack zu erreichen.
Die Vielſeitigkeit in der Geſamtheit
die Modelle meiſt in bringt uns dazu, jedes einzelne Genre
be=
einer Preislage für ſonders auszuarbeiten, um möglichſt eine
Vollkommenheit darin zu erreichen.
Da=
her ſind wir mit größter Beharrlichkeit
beſtrebt, die ausgeprägt kleidſamen und
dort, wo unter rück= vorteilhaften Kleidungsſtücke anzubieten,
ſichtsloſer Heranzie= abgeſtuft für den täglichen Gebrauch
hung des koſtbarſten bis zu den Luxusausführungen.
Wiederum haben wir das größte Ge=
Hauptſache nur die wicht auf gute, elegante Gebrauchsware
künſtleriſchen Mode= gelegt und können deshalb in
Jacken=
ſchöpfungen entſtehen, kleidern in den Preislagen Mk. 60.—
bis 135.— eine Auswahl zeigen, welche,
in hervorragender Weiſe ausgearbeitet,
vohl die höchſte Leiſtungsfähigkeit
re=
präſentieren dürfte. Formen, welche die
Zweckmäßigkeit wahren und durch
Zu=
ſammenziehung der ver=
Anordnung oder Ver= ſchiedenen einfachſten und
wendung des Ma= ſchönſtenSchnitte einBild
der vorausſichtlich
gang=
eben durch die Dame barſten und vornehmſten
Jackenkleider zeigen.
Wir können bei der
Vor=
lage
dieſerSortimenteun=
ſeren Käuferinnen eine
vorteilhaftere
Anſchaff=
ung gewährleiſten, alswir
es mit einer
Maßanferti=
gung ermöglichen
könn=
ten. Der individuelle Ge=
Vergleichdervorliegenden
Formen, Farben u.
Preis=
lagen gewiß ſeine
Befrie=
mehr oder weniger digung beim Einkauf, da
es für uns von großer Be=
Für die Erforder= deutung iſt, auf jede
ein=
niſſe der deutſchen zelne Dame mit ihren
ſpe=
ziellen Wünſchen und
Be=
dürfniſſen Rückſicht zu
nehmen.
Wir halten ferner den
Grundſatz feſt, nicht den
Maſſeneinkauf zu pflegen,
ſondern durch beſondere
Anfertigungen in
denher=
vorragenſten
Konfektions=
häuſern und Ateliers den
größtmöglichſten Einfluß
auf Formen, Güte der
Stoffe, Wahl der Farben
beliebteſten Formen in richtig
auspro=
bierten Größen unſeren Sortimenten
zugrunde legen.
Im Anſchluß an mehrere große
be=
währte Ateliers haben wir ſeit langem
die Möglichkeit geſchaffen, daß unſere gute Sitz der von
Modelle, oder nach unſeren Modellen
für unſeren Platz ausſchließlich
her=
geſtellt werden. Hierfür verwenden wir leiſtet werden kann.
die modernſten und teuerſten Stoff=
Qualitäten, in ſauberer Schneider= dem beim Tragen
arbeit verarbeitet. Dieſe Genres bilden
das Exakteſte, was auf dem Gebiet an ſtückes noch irgend
Ausarbeitung zu leiſten iſt und ſind,
falls eine Extraanfertigung gewünſcht ein Mangel am
oder notwendig iſt, in gleichen
Stoff=
arten und Garnierungen, ohne Preis= bitten wir, uns Ge=
Rhöhung zu liefern.
Die Preislage dieſer Modellſachen dieſen beſeitigen zu
iſt von 89 Mark aufwärts.
Die Güte der Stoffe richtet ſich
na=
türlich nach der Preislage; die Fabri=leichte Mühe, aus
kation der Stoſſe iſt aber ſo weit
fortgeſchritten, daß Jackenkleider in
derbilligen Preislage von
ca. 30.— Mark an den an
ſie geſtellten
Anforderun=
gen Standhalten. Darauf ſtück auszuwählen,
legen wir bei der Ver=und ſehen wir es
arbeitung den größten
Wert, daß die Haltbar= die Damen durch
keit und Zuverläſſigkeit
wünſchen übrig laſſen
darf. Freilich iſt es
Hdabei unvermeidlich, daß
Juns die Mode Stoffe
und Farben vorſchreibt
eund in die Hände ſpielt,
welche für uns
un=
kontrollierbar ſind, aber
viele Stoffarten und
von uns erprobt und
erſcheinen, der Mode
entſprechend, in neuen kel gewähren.
arten immer wieder.
Um außerdem noch zur Verfügung.
ganz beſondere Stoffe
Ein Jackenkleidern zur
ZVerfügung zu haben,
laſſen wir eine ganze
Menge ſchöner Stoffe
eigens für uns anfertigen
oder liefern. Wir werden
bei dieſen Anfertigungen
von ſeiten der Fabrikanten
geſchützt, ſo daß manche
das ſonſt der Fall wür. — Die ungemeit
leichten, kurz geſchorenen Zibelines oder
Velours ſind wegen ihrer Koſtſpieligkeit
und Schwierigkeit in der Fabrikation
man=
ches Mal überhaupt nicht anzuſchaffen, in
Zeiten, wo große Nachfrage herrſcht, und die
Webſtühle für die nächſte Saiſon ſchon wieder
frei werden ſollen.
Unſer Perſonal iſt angewieſen, den
Be=
ſſucherinnen unſer Lager auf das
Bereit=
willigſte zu zeigen, zur Orientierung deſſen,
was wir jeweils
zur Saiſon
anzu=
bieten haben, in
un=
ſeren verſchiedenen
Abteilungen
vorzu=
führen und über
die Verwendbarkeit=
und Dauerhaftigkeit
des in Frage
ſtehen=
den Gegenſtandes
Auskunft zu geben.
Wir laſſen es hierzu
nicht an Belehrungen und Vorſchriften fehlen
für unſer Verkaufsperſonal, damit jede Dame
bei ihrem Einkauf ſo weit wie möglich und
gewünſcht, ſachgemäß beraten werden kann.
* Die etwa notwendig werdenden
Abände=
rungen laſſen wir durch ſachkundige, geübte
Hände ausführen, damit die Anforderungen,
welche mit Recht an ein Kleidungsſtück geſtellt
werden müſſen, ſei es billigoder teuer,
einfach oder pompös, in denkbar beſter Weiſe
befriedigt werden können. Dazu unterſtützt
uns ein großes, gut geſchultes Atelier=
Perſo=
nal ganz weſentlich. Zuſchneider und
Ditec=
tricen, welche
lang=
jährige, bewährte
Erfahrung zur
Ver=
fügung ſtellen,
er=
möglichen eine exakte
richtige
Abände=
rung, damit der
uns gelieferten
Klei=
dungsſtücke gewähr=
Sellke ſich
trotz=
eines Kleidungs=
Sitz ergeben, ſo
legenheit zu geben,
können.
Es erfordert eine
unſeren Vorräten
das für einen
ge=
wollten Zweck
die=
nende
Kleidungs=
gerne, wenn ſich
zwangloſe Beſichti=
Schneiderkleid in einfach
der Gewebe nichts zu gung über die vornehmer Ausarbeitung.
Moderichtung und Fantaſieſtoffe, braun
me=
liert od. ſchmale Streifen,
dem von uns Ge= grau ꝛc. Mk. 52.−
botenen orientieren. Cheviotgewebeinmelierten
Farben, vorherrſchend
Dabei bieten wir ſportfarbig . Mk. 65.−
die Gewähr der Kammgarn, blau u. ſchwarz
Mk. 72.−
Bequemlichkeit, da
Cheviot=Kammgarn, blau
unſere großen Räu= und ſchwarz. Mk. 79.—
me eine leichte Curl, rauhes
Cheviotge=
webe, blau, braun, taupe,
Gewebe ſind langjährig Ueberſicht über die ſchwarz . Mk. 72.−
verſchiedenen Arti= Ratiné, weiche flauſchige
Qualität, braun= oder
blaugrundig m. ſchmalen
Bindungen und Web= Außerdem ſtehen Streifen . . Mk. 85.—
27. Anproberäume Wagener & Schlötel
Goethestraße 9, 11.
Jäckenkleid in mod. Gürtelform. dieſer Webarten ſonſtwie
und der zu verwendenden
Melierte od. ſchmalgeſtreifteStoffe überhaupt nicht vorhan=
Futterſtoffe uſw. uſw.
Mk. 89.—
den ſind. Wir können
da=
auszuüben.
In den Schnitten laſſen
wir die zurzeit beſten und
Wagener & Schlötel
Ggeſhestraßa9, 14.
durch viel länger die beſten
Stoffe verwenden, wie
Wir haben jetzt ein
grosses Lager in
Mänteln
jeder Art. Neueste Schnitte,
praktische solide Stoffe und
kleidsame Formen.