Darmstädter Tagblatt 1912


30. September 1912

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175. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

In Homberg in Oberheſſen ſtürzte beim Neubau
des Amtsgerichtsgebäudes das Bau=
gerüſt
ein. Das Baugerüſt riß vier Maurergeſellen
mit. Einer war ſofort tot, die übrigen wurden
ſo ſchwer verletzt, daß ihr Aufkommen ausgeſchloſſen iſt.
Die Maßnahmen der preußiſchen Regre=
rung
zur Hebung der Fleiſchnot ſind am Samstag
bekannt gegeben worden.
In Frankfurt erfolgte am Samstag die notarielle
Unterzeichnung des Univerſitätsvertrages.
Im Prozeß. BorchardteLeinert wurde
Borchardt zu 100 Mark und Leinert zu 50 Mark
Strafe verurteilt.
Im Erdbebengebiet der Schwäbiſchen Alb
fanden neuerdings Erderſchütterungen ſtatt.
Das franzöſiſche Panzerſchiff Paris iſt
am Samstag in Toulon vom Stapel gelaufen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Graf Berchtold über die politiſche Lage.

* In der Sitzung des Ausſchuſſes für Aeußeres der
öſterreichiſchen Delegation ergriff der Miniſter des
Aeußern Graf Berchtold das Wort, um auf die im Ver=
lauf
der Debatte von den einzelnen Rednern gemach=
ten
Bemerkungen zu antworten. Graf Berchtold ſagte:
In der letzten Zeit haben die Beziehungen der
Triple=Entente=Mächte unter einander die
Aufmerkſamkeit der politiſchen Kreiſe in erhöhtem Maße
auf ſich gezogehr. Wenn aber in dieſem Zuſammen=
hang
auf einzelne Fakta der letzten Zeit, namentlich auf
die Reiſe des franzöſiſchen Miniſterpräſi=
denten
nach Petersburg und den Beſuch
des ruſſiſchen Miniſters des Aeußern in
England, Bezug genommen wurde, ſo muß ich darauf
verweiſen, daß Beſuche dieſer Art, wenn ihnen auch eine
gewiſſe politiſche Bedeutung nicht abgeſprochen werden
kann, doch in erſter Linie vom Standpunkt der inter=
nationalen
Courtoiſie zu betrachten ſind. Es iſt
gar nicht auffallend, daß Herr Saſonow, welcher in Ber=
lin
und anderwärts mit leitenden Staatsmännern zuſam=
mengetroffen
war, ſich nun auch dem König von England
vorgeſtellt hat und dort mit den maßgebenden Perfönlich=
leiten
in Berührung getreten iſt. Es ſcheint mir, daß
ſolche Beſuche gerade im gegenwärtigen Moment in
höherem Maße geeignet ſind, jene Ziele zu fördegn, wie
ſie auch meine Anregung, nämlich eine Konverſation der
Mächte über den nahen Orient, bezweckt. Auch ſcheint
es mir überhaupt, daß jetzt kein Grund vorliegt, eine
Spannung zwiſchen den beiden Mächtegruppen zu
beſorgen, denn die Annahme meiner Anregung hat den
Beweis geliefert, daß ein Zuſammenwirken aller Groß=
mächte
in der gleichen, auf die Erhaltung des Frie=
dens
abzielenden Richtung ohne Rückſicht auf ihre Zu=
gehörigkeit
zu einem der europäiſchen Allianzſyſteme
möglich iſt Hierin kiegt ſozuſagen eine praktiſche Er=
ſcheinungsfort
jenes Gedankens, den Sir Edward Greh
heuer im Frühjahr im engliſchen Parlament zum Aus=
druck
gebracht hat, indem er ſagte, die Deilung der
europäiſchen Mächte in zwei Gruppen müſſe keineswegs
zur notwendigen Folge haben, daß ſich dieſelben in zwei
entgegengeſetzten diplomatiſchen Lagern gegenüberſtehen.
Ich habe bereits im Expoſe dargelegt, daß meine
Anregung zu einem Gedankenaustauſch
unter den Mächten über die gegenwärtige Lage auf der
Balkan=Halbinſel vornehmlich den Zweck verfolgte, im
Hinblick auf die Erhaltung des Status quo
und die Ruhe im nahen Oſten mik den anderen Mächten
zuſammenzuwirken. Bei Ergreifung dieſer Initiative.
ſchwebte mir keineswegs als Gedanke vor. die Führung
in der Orientfrage an mich zu ziehen, ſondern, wie das
im Weſen jeden Meinungsaustauſches liegt, allen Groß=
mächten
die Möglichkeit zu bieten, im Kontakt unterein=
ander
ihre Anſichten bezüglich der Wahl der Mittel zur
Erreichung des obengenannten Zweckes zu äußern. Da
die betreffenden Pourparlers zwiſchen den Kabinetten,
welche den freundſchaftlichſten und ver=
trauensvollſten
Charakter tragen, noch fort=
laufen
, bin ich leider und zwar ſchon mit Rückſicht
auf die den anderen Kabinetten geſchuldete Diskretion
nicht in der Lage, mich hierüber näher zu äußern, und
muß mich daher auf die Mitteilung beſchränken, daß es
ſich in dieſen Pourparlers darum handelt, die mittlere
Linie zu finden, welche den berechtigten Suszeptibilitäten
der Pforte gebührend Rechnung trägt, aber doch ge=
eignet
erſcheint, den ottomaniſchen Nationalitäten einen
poſitiven Grund zur Bernhigung zu bieten, um ſo die
Erhaltung des Friedens zu fördern. Ich möchte dem Dele=
gierten
Kramarcz gegenüber betonen, daß unſere Politik
wie auch jene der anderen Mächte eine erhaltende iſt, da=

her alles vermieden werden ſoll, was dieſe Politik
unmöglich machen könnte.
Es iſt verſchiedenen Delegierten aufgefallen, daß ich
in meinem Expoſé auf das Dunkel ungelöſtar Probleme‟
hingewieſen habe. Ich möchte in dieſer Beziehung er=
wähnen
, daß der noch nicht bendete türkiſch=
italieniſche
Konflikt und deſſen Begleiterſchei=
nungen
, die Unruhen in den Balkanſtaaten, in
Mazedonien und Albanien, ſchon allein für ſich ſprechen
und mich der Aufgabe entheben dürften, dieſen Gedanken
auszuſpinnen. An ſchwierigen Aufgaben für uns und
die geſamte europäiſche Diplomatie mangelt es leider in
dieſen Gegenden nicht. Bezüglich des italiteniſchetürti=
ſchen
Konflikts iſt der Wunſch ausgeſprochen, daß wir
auf Grund unſeres Bündnisverhältniſſes mit
Italien einen Druck auf Italien ausüben möchten, um
den Frieden raſcher herbeizuführen. Ich erwidere
darauf, daß wir im Vorjahre ſelbſt die Initiative ergrif=
fen
haben, um im Einvernehmen mit den anderen Mächten,
der Friedensſache zu dienen. Es war dann eine An=
regung
im gleichen Sinne von Rußland ausgegangen,
die jedoch infolge des weiten Abſtandes der Standpunkte
der Kriegsführenden zu keinem Reſultat geführt hat. In
der letzten Zeit haben beide Streitteile den Wunſch ge=
zeigt
, ſich direkt miteinander in Verbindung zu ſetzen, und
es iſt uns nicht möglich, auf den einen oder den anderen
Teil einen Druck auszuüben, nachdem wir von vorn=
herein
den Standpunkt der ſtrikteſten Neutralität einge=
nommen
haden und ein ſolches Vargehen überdies dem
Charakter unſerer Beziehungen zu dieſen beiden Mäch=
ten
keineswegs entſprechen würde. Es iſt weiter ge=
ſprochen
worden über das angebliche Flottenüberein=
kommen
der Triple=Entente und die Vereinigung
dſer franzöſiſchen Seeſtpeitkräfte im
Mittelmeer. Ueber den Abſchluß eines Flottenüber=
einkommens
der Triple=Entente iſt uns nichts Konkretes
bekannt. Was die Vereinigung der franzöſiſchen Streit=
kreſte
im Mittelmeer anbelangt, haben wir keinen Grund,
uns dadurch beunruhigt zu fühlen. Die maritimen
Maßnahmen der Weſtmächte verdienen jedenfalls in
hohem Maße Beachtung als neuer Beweis dafür, welche
ſteigende Bedeutung allenthalben einer entſprechenden
maritimen Schlagfertigkeit zugemeſſen, wird, eine Auf=
faſſung
, der wir uns wohl auch nicht werden verſchlie=
ßen
können.

Zur Jeſuitenfrage in Bayern.

Die Meldung der Münchener Neueſten Nach=
richten
, es werde in Bundesratskreiſen ernſthaft erwogen,
den bayeriſchen Antrag auf authentiſche Interpretation
des Jeſuitengeſetzes dadurch gegenſtandslos zu machen,
daß Bayern ein Reſervatrecht für die Zu=
laſſung
der Jeſuiten eingeräumt werde, er=
ſcheint
der Köln. Volksztg., dem D. Volksblatt und
anderen Zentrumsorganen als ein Scherz. Mit dieſer
Auffaſſung iſt der Augsburger Poſtztg, ein ſchlechter
Dienſt erwieſen. Denn im Augsburger Zentrumsblatt
war jüngſt ganz ernſthaft dargelegt: Wenn man das
Jeſuitengeſetz nicht aufhebe, müſſe mindeſtens anerkannt
werden, daß es ſelbſt vom Standpunkte antikatholiſcher
Ausnahmegeſetzgebung eine Ungereimtheit ſei, ein der=
artiges
Geſetz in Bayern genau ſo durchführen zu wol=
len
, wie in faſt ausſchließlich proteſtantiſchen Staaten.
Die Köln. Volksztg, hat ihrerſeits zu dieſem Gedanken
wörtlich bemerkt:
Das wäre nun kein Reſervatrecht, ſondern ein
Sonderrecht, aber auch ein ſolches könnte nicht klar aus=
geſprochen
und ſo eingeräumt werden. Es könnte
höchſtens zu einer Praris in dieſem Sine kommen,
wenn der Bundesrat in der Ausführung des Geſetzes
den einzelnen Bundesſtaaten eine gewiſſe Bewegungs=
freiheit
zugeſtände. Wenn in Bundesratskreiſen einge=
ſehen
worden ſein ſollte, daß es doch der reinſte Hohn
iſt, in einem überwiegend katholiſchen Staate Mitglie=
der
eines katholiſchen Ordens lediglich aus proteſtan=
tiſch
=antikatholiſchen Rückſichten wie Zuchthäusler zu
behandeln, ſo wäre das ein kleiner Fortſchrittn
Die formale Unterſcheidung zwiſchen Reſervatrecht
und Sonderrecht trifft ohne Zweifel inſofern zu, als unter
den Reſervatrechten Bayerns die vorbehaltenen Rechte
verſtanden werden müſſen, die Bayern im Gegenſatze zu
anderen Bundesſtaaten auch nach ſeinem Eintritt in das
Deutſche Reich behauptet hat. Aber es iſt nichts Unge=
wohntes
, in ſtaatsrechtlich weniger genauer Unterſchei=
dung
von einem Reſervatrecht in Fällen zu ſprechen,
in denen irgend ein Sonderrecht geltend gemacht wer=
den
kann. Daß den beteiligten Kreiſen die Erlangung
eines Sonderrechtes für die Behandlung des Jeſuiten=
ordens
in Bayern durchaus willkommen wäre, geht aus
dem Kommentar, mit dem die Köln. Volksztg, den oben
erwähnten Gedanken des Augsburger Zentrumsblattes
begleitet, auf das deutlichſte hervor. Die K. V.=Z. hält ſich
alſo lediglich an ein Wort, wenn ſie die eingangs wieder=
gegebene
Meldung der Münchener Neueſten Nachrichten

als Scherz bezeichnet. Dem Inhalte nach iſt die frag=
liche
Meldung, wie aus den obigen Sätzen der K. V.=Z.
erhellt, ihnen äußerſt angenehm. Darum ſcheint es ernſt
genommen werden zu müſſen, daß man irgendwol daran
denkt, die Ausführung des Jeſuitengeſetzes in das Be=
lieben
Bayerns zu ſtellen. Selbſtverſtändlich würde eine
derartige Erledigung der bayeriſchen Jeſuitenangelegen=
heit
einen Sieg des Miniſteriums Hertling bedeuten.
Gleichzeitig jedoch würde durch dieſen Sieg dem Parti=
kularismus
auf Koſten des Reichsgedankens Waſſer auf
die Mühle geleitet. Und deshalb dürfte der kleine Fort=
ſchritt
, von dem die Köln. Volksztg, ſpricht, wohl einſtz=
weilen
noch auf ſich warten laſſen.

Teutſches Reich.

Der Reichskanzler kommt nicht nach
München. Der Reichskanzler hatte die Abſicht, an der
Ausſchußſitzung des Deutſchen Muſeums in München am
2. und 3. Oktober teilzunehmen, hat aber nun abgeſagt,
weil er verhindert iſt, nach München zu kommen.
Rom und die Gewerkſchaften. Die
Köln. Volksztg, meldet: Die Juta erfährt von ihrem
römiſchen Berichterſtatter, daß die Veröffentlichung einer
neuen, an die deutſchen Biſchöfe gerichteten Enzyklika
bevorſtehe, die die Frage der chriſtlichen Gewerkſchaften
eingehend beheſndelt. Es war bis jetzt nicht möglich,
etwas über den ſtreng geheim gehaltenen Inhalt zu er=
fahren
. Doch verlautet, daß die Enzyklika beiden Rich=
tungen
in verſöhnlichſter Form Genüge tun wird.
Die bayeriſche Regierung und die
Sozialdemokratie. In der Sitzung der baye=
riſchen
Abgeordnetenkammer wandte ſich bei Beratung
des Eiſenbahnetats der Verkehrsminiſter v. Seidlein auf
das entſchiedenſte und in der ſchärfſten Form gegen den
Redner der Sozialdemokraten, Abgeordneten Segitz, der
das Streikrecht für die Werkſtättenarbeiter reklamiert
hatte. Der Miniſter betonte, die bayeriſche Regierung
werde dieſe Forderung der Sozialdemokratie und der mie
ihr verbündeten Gewerkſchaften auf das entſchiedenſte
bekämpfen und ſie könne in keiner Weiſe zugeben, daß
ihren Beamten und insbeſondere den Arbeitern das
Recht des Streiks in den Staatsbetrieben zuſtehe, um
beſſere Erwerbsbedingungen zu erreichen.
Der württembergiſche Städtetag
und die Fleiſchfrage. Der württembergiſche
Städtetag, der ſpeziell zur Beſprechung von Maßnahmen
zuſammentrat, die der Fleiſchteuerung entgegenwirken
ſollen, beſchloß, eine erneute Eingabe an die württem=
bergiſche
Regierung mit folgenden Anträgen zu richten:
Die königliche Staatsregierung möge: 1. bis auf weiteres
die Einfuhr lebenden argentiniſchen Viehs über Genua=
Friedrichshafen zulaſſen; 2. für die Aufhebung oder Aen=
derung
des § 12 des Reichsfleiſchbeſchaugeſetzes, ſowie
für die Aufhebung oder weſentliche Ermäßigung des
Zolles auf zubereitetes Fleiſch bei der Reichsregierung
eintreten; 3. Tarifermäßigungen für den Transport
von lebendigem Vieh und für Fleiſch auf den Staats=
eiſenbahnen
zu gewähren, beziehungsweiſe bei den übri=
gen
deutſchen Eiſenbahnverwaltungen in Anregung
bringen, jedenfalls inſoweit, als Teuerungsmaßnahmen
der Gemeinden in Frage kommen.

Ausland.

Frankreich.
Die drahtloſe Telegraphie im fran=
zöſiſchen
Kolonialreich. Auch Frankreich hat,
wie Deutſchland, darunter zu leiden, daß ſein Seekabel=
netz
nur unvollſtändig iſt und deshalb vielfach engliſche
Unterwaſſerkabel benutzt werden müſſen. Die franzöſiſche
Kolonialverwaltung plant daher die Anlage eines Netzes
funkentelegraphiſcher Stationen, durch welche ſämtliche
franzöſiſche Kolonien miteinander und mit der Haupt=
ſtadt
des Landes verbunden werden. Der wichtigſte
Punkt dieſes interkolonialen Netzes iſt eine große Sta=
tion
, welche in Timbuktu errichtet und 1914 dem Betrieb
übergeben werden ſoll. Sie ſoll eine Reichweite von
3000 Kilometer bei Tage und 6000 Kilometer bei Nacht
erhalten. Dadurch würde es möglich ſein, bei Tage ſo=
wohl
mit den weſtafrikaniſchen Küſtenſtationen Port
Etienne, Rufisque, Conakry, Grand Baſſem und Koconu,
den nordafrikaniſchen Küſtenſtationen Bizerta, Algier
und Oran als auch mit den binnländiſchen Stationen
Colombbecher und Bangui (franz. Kongo), bei Nacht
aber mit Paris, Martinique, Djibuti, Madagaskar zu

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verkehren. Bei Tage kann man durch Hilfe von Colomb=
becher
mit Paris, durch Bangui mit Djibuti und Mada=
gaskar
verkehren. Weitere Stationen ſollen errichtet wer=
den
in Pondichery=Saigon und Noumea in Verbindung
mit Djibuti. Damit wäre das ganze franzöſiſche Kolo=
nialreich
untereinander und mit der Metropole durch
Funkentelegraphie verbunden. Die Koſten der Station
Timbuktu werden auf 950000 Francs geſchätzt. Kleinere
Stationen werden noch oder ſind ſchon in Monrovia und
Tabu an der Weſtküſte, in Loango und Brazzawille
(franz. Aequaſtorialafrika) und in Abeſchr (Wadai) an=
gelegt
.
England.
Der König und die Oppoſition.. Es
koird gemeldet, daß Bonar Law, der Oppoſitionsführer,
am Freitag in Balmoral=Caſtle ankam. Alle Blätter be=
ſprechen
die Anweſenheit Bonar Laws in Balmoral und
ſehen in dem Empfang des Führers der Oppoſition einen
ungewöhnlichen Schritt des Königs. Einige Blätter
bringen dieſen Beſuch in Verbindung mit dem außerge=
wöhnlichen
Vorgehen der Unioniſten in Ulſter. Die
meiſten glauben jedoch, daß der König und Edward
Grey die Anweſenheit Bonar Laws wünſchten im Hin=
blick
auf den Meinungsaustauſch mit dem ruſſiſchen
Miniſter des Aeußern Saſonow.
Der Ausbau der Mittelmeer=Flotte.
Die Admiralität veröffentlicht das Programm über den
progreſſiven Ausbau zu der Mittelmeer=Flotte bis zum
1. Juli 1913. Von Ende Oktober 1912 bis zum Juli
1913 wird das dritte Schlachtſchiffgeſchwader zu einer
Streitkraft unter dem Befehlshaber des Mittelmeers
vereinigt und in dieſen Gewäſſern kreuzen. Im Juli
1913 wird die Mittelmeer=Flotte aus vier Dreadnought=
Kreuzern und vier anderen Kreuzern beſtehen.
Spanien.
Die Marokko=Verhandlungen. Wie aus
Madrid gemeldet wird, beziehen ſich die noch ſchweben=
den
ſpaniſch=franzöſiſchen Marokkoverhandlungen auf die
Zollfrage. Die ſpaniſche Regierung dürfte eine jährliche
Zahlung von etwa 600000 Peſeten an den Sultan von
Marokko für die in den verſchiedenen Häfen der ſpaniſchen
Einflußzone eingehenden Zölle zu leiſten haben und
dafür das Recht erlangen, daß die Erhebung der Zölle
in den Häfen der ſpaniſchen Zone ausſchließlich durch
ſpaniſche Beamte erfolgt.
Zu dem Eiſenbahnerſttreik wird aus
Madrid gemeldet: 3 500 Bedienſtete des aragoniſchen
Eiſenbahnnetzes hielten in Saragoſſa eine Verſammlung
ab, in der ſie beſchloſſen, am 4. Oktober, alſo nach Ab=
lauf
der geſetzlich vorgeſchriebenen achttätigen Friſt, in
den Ausſtand zu treten. Falls der Beſchluß durchgeführt
wird, werden 5000 Eiſenbahner der Nordbahngeſell=
ſchaften
ſtreiken. Einige Fabriken in Barcelona und Um=
gebung
werden genötigt ſein, den Betrieb einzuſtellen,
falls der Eiſenbahnerausſtand fortdauert. Mit Rückſicht
auf den Ausſtand hat die Regierung beſchloſſen, die
gegenwärtig mit unbeſchränktem Urlaub in ihrer Heimat
weilenden Soldaten unter die Fahnen zu ruſen. Der
Einberufungsbefehl wird in einigen Tagen erlaſſen wer=
den
und 25000 Soldaten betreffen. Wie die Blätter
melden, prüft der Miniſterrat einen von dem Arbeits=
miniſter
eingebrachten Geſetzentwurf über den Dienſt
auf den Bahnen. Der Entwurf ſtellt die Eiſenbahner
den öffentlichen Funktionären gleich, denen der Ausſtand
verboten iſt.
Griechenland.
Die kretiſchen Delegierten, die in Athen
weilen, erklärten, falls ihnen der Zutritt zur Kammer
verwehrt würde, würden ſie den König bitten, einen

griechiſchen Präfekten nach Kreta zu entſenden, der dort
die Verwaltung übernehmen ſoll. Weiter verlangen ſie,
daß die kretiſche Gendarmerie durch reguläre griechiſche
Truppen erſetzt werde. Die Forderung ſoll auch den
Schutzmächten unterbreitet werden.

* Made in Germany in Frankreich
Dem Pariſer Matin bereitet es ein ingrimmiges Ver=
gnügen
, den Franzoſen vorzuhalten, wieviel deutſche
Waren ſie verwenden. Er hat dabei die Leitern der Feuer=
wehr
, Thermometer in den Krankenhäuſern, phyſikaliſche
und chemiſche Apparate in Laboratorien, Bilder zur Ver=
teilung
von Belohnungen in den Schulen und manches
andere herausgefunden. Das Fürchterlichſte war ihm,
daß die ſchlechte deutſche Arbeit ihren Einzug in das
franzöſiſche Heer gehalten hat, nämlich in Geſtalt von
Knctmaſchinen in den Militärbäckereien und Miſch=
naſchinen
in den Pulverfabriken; ja ſogar der Decken=
ſchmuck
in einigen Miniſterien ſtammt von den verhaßten
Fremden. Die neueſte Entdeckung des Matin iſt, daß
man am 14. Juli bei dem Nationallfeſt in Paris deutſche
Bonbons gegeſſen hat; vaterlandsvergeſſene Bürger ha=
ben
ſie in die Lotterien aufgenommen, die ſogar von der
Stadt Paris unterſtützt waren!
* Kopenhagen, 27 September. Heute nachmit=
ag
ſtattete der König in Begleitung der Prinzen
Waldemar und Axel von Dänemark, des Prinzen Georg
von Griechenland und des Landesverteidigungsminiſters
an Bord des ruſſiſchen Flaggſchiffes
Rurik einen Beſuch ab. Die Mannſchaft hatte auf
dem Schiffe in Parade Aufſtellung genommen. In Be=
gleitung
des Vizeadmirals v. Eſſen beſichtigte der König
darauf das Schiff. Darauf verließ der König die
Rurik und begab ſich auf die Königsjacht Danebrog
die dann an den ruſſiſchen Schiffen vorüberfuhr. Am
Abend fand bei dem König und der Königin anläßlich
des ruſſiſchen Flottenbeſuches eine Feſttafel ſtatt, zu der
die ruſſiſchen Vizeadmiräle v. Eſſen, Mankowsky und
Fürſt Lieven, die höheren Offiziere des ruſſiſchen Ge=
ſchwaders
, die ruſſiſche Geſandtſchaft, Miniſterpräſident
Berntſen, der Miniſter des Aeußern Graf v Ahlefeld=
Laurvigen, der däniſche Vizeadmiral Kofoed. Hanſen und
andere teilnahmen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 30. September.
* Vom Hofe. General der Infanterie v. Eichhorn
Exzellenz und Gemahlin nahmen am Freitag an der
Frühſtückstafel im Jagdſchloß Wolfsgarten teil. Die
Großherzogin empfing nachmittag 4¼ Uhr im Reſidenz=
ſchloß
den Oberſt v. Müller und Gemahlin. Die Groß=
herzogin
und Prinzeſſin Ludwig von Battenberg
wohnten hierauf einer Sitzung im Alice=Hoſpital an und
kehrten alsdann nach Jagdſchloß Wolfsgarten zurück.
Der Großherzog und Prinz Georg von Battenberg
begaben ſich am Freitag nachmittag 3½ Uhr mit
Gefolge im Auto nach dem Euler=Flugplatz in Frank=
furt
; die Rückkehr=nach Jagdſchloß Wolfsgarten erfolgte
um 7½ Uhr. (Därmſt. Ztg.)
*Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Oberleutnant
Frhrn. Schenck zu Schweinsberg im Leibgarde= In=
fanterie
=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Geh.
Baurat Dr. phil. Schmitt, ordentlicher Profeſſor an
der Techniſchen Hochſchule, den Geh. Schulrat Dr. Löbell
von Worms, den Oberbürgermeiſter Köhler von Worms,
den Oberförſter Eggers von Kirtorf, den Verlagsbuch=
händler
Dietrich von München, den Geh. Hofrat
Burmeſter, den Seminarlehrer Schmidt von Bensheim,
den Hofrat Hilsdorf von Bingen; zum Vortrag den
Staatsminiſter Ewald, den Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Ge=
heimerat
Römheld.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Verwaltungsdirektor der Zentrale für
Mutter= und Säuglingsfürſorge Regierungsrat Ernſt
Piſtor unter Belaſſung des Charakters als Regierungs=
rat
mit Wirkung vom 20. Oktober 1912 zum Kreisamt=
mann
bei dem Kreisamt Darmſtadt und den Hilfs=
bibliothekar
Dr. Hugo Hepding in Gießen zum
Bibliothekar an der Bibliothek der Landesuniverſität
Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an.
Militärdienſtnachrichten. Für den Winterkurſus
vom 1. Okteber 1912 bis 28. Februar 1913 zur Aus=

bildung zur Militär=Turnanſtalt kommandiert: Mers=
mann
, Lt. im Inf.=Regt. Nr. 117, Müller, Lt. im
Inf.=Regt. Nr. 168.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 25
vom 28. September hat folgenden Inhalt: 1. Be=
kanntmachung
, die im Jahre 1910/11 approbierten
Perſonen betreffend. 2. Bekanntmachung, die Satzungen
der Haftpflichtverſicherungsanſtalt der land= und forſt=
wirtſchaftlichen
Berufsgenoſſenſchaft für das Großher=
zogtum
Heſſen, hier: Erweiterung derſelben betreffend.
3. Ordensverleihungen. 4. Namensveränderung. 5. Auf=
gabe
der Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft. 6. Dienſt=
nachrichten
. 7. Nachweis der Befähigung zur Ueber=
nahme
eines Kirchenamts. 8. Verzeichnis derjenigen
Studierenden, denen in der Zeit vom Juli 1911 bis
einſchl. Juli 1912 auf Grund der abgelegten Diplom=
Hauptprüfung der Grad eines Diplom=Ingenieurs erteilt
wurde. 9. Charaktererteilungen. 10. Ruheſtandsver=
ſetzungen
.
n. Der Provinzialausſchuß verhandelte in der durch
Provinzialdirektor Fey geleiteten Samstagsſitzung als
erſten Gegenſtand: Geländeenteignung zur
Herſtellung der Ernſt=Ludwigſtraßd in
Rüſſelsheim. Dieſe Angelegenheit wurde bereits
früher verhandelt und damals zwecks Augenſchein und
Gutachten durch die zwei Mitglieder, Geh. Juſtizrat Dr.
Lahr und Bürgermeiſter Nuß=Gernsheim, vertagt.
Es ſind 1054 Quadratmeter eines Anliegers Pflug nötig.
Die Gemeinde will für den Quadratmeter 25 Mark zah=
len
, während der Eigentümer 30 Mark fordert. Ebenſo
beſteht eine Differenz über den Wert der wegfallenden
Obſtbäume; die Bodenkommiſſion bezifferte auf Grund
einer Schätzung des Kreisobſtbautechnikers dieſen Wert
ruf 2196 Mark; jene neuerliche Schätzung iſt höher, näm=
3003 Mark, geworden, befriedigt jedoch noch nicht. Die
fragliche Sſtraßeneröffnung wurde durch den Neubau
der Opelſchen Fabrik erforderlich. Der Provinzialaus=
ſchuß
ſpricht die Enteignung aus und ſchätzt den Geſlände=
preis
auf 4,80 Mark pro Quadratmeter, alſo 30 Mark proſ
Quadratklafter, und ſetzt die Entſchädigung für die Bäumer
auf 30 Mark feſt. In der Beſchwerdeſache vont
Unwohnern der Ober=, Markt= und neuen Darm=
ſtädter
Straße in Eberſtadt wegen Anforderungvon
Fußſteigkoſten kommt ein ſchon mehrere Jahre an=
ängiger
Streitpunkt in Frage, der bereits die ver=
ſchiedenſten
Inſtanzen beſchäftigt hat. Die Fußſteige wur=
den
im Jahre 1906 und 1908 hergeſtellt; in dem dafür
geltenden Ortsſtatut iſt den Anliegern die Verpflichtung
zum Erſatz der Koſten über die Breite von 1 Meter hinaus
ſuferlegt, falls ſie vorher ſeitens der Gemeinde zur
eigenen Herſtellung aufgefordert waren. Dieſe Aufforde=
rung
fand damals nicht ſtatt, und hierauf gründete ſich
nachher die Zahlungsverweigerung mehrerer Anliegce.
Daraufhin billigten ſeinerzeit der Kreis= und der Pro=
vinzialausſchuß
dieſen formalen Standpunkt, wieſen die
Gemeinde mit ihrem Anſpruch ab und gaben ihr anheim,
aus dem Geſichtspunkte der nützlichen Geſchäftsführung
oder der ungerechtfertigten Bereicherung gegen die An=
lieger
auf dem ordentlichen Rechtswege vorzugehen. Als
demgemäß die Gemeinde durch Klage beim Amtsgericht
die Verurteilung eines Anliegers erwirkt hatte, hob dais
Landgericht auf Berufung dieſes Urteil auf und wies die
Klage ab, weil die Frage der Heranziehung zu Fußſteig=
koſten
eine ſolche des öffentlichen Rechts ſei und des=
halb
vor die Verwaltungsgerichte gehöre. Eine gleiche
gutachtliche Aeußerung des Miniſteriums des Innem
und des Juſtizminiſteriums war vorausgegangen. Die
Gemeinde hielt hiernach einen negativen Kompetenz=
konflikt
für gegeben und rief deshalb die Entſcheidung
des Oberverwaltungsgerichtshofes an, damit er erkenne,
welche Inſtanz nun zuſtändig ſei. Nach deſſen Urteil iſt
ein ſolcher Konflikt nicht vorhanden, weil die Verwal=
tungsinſtanz
noch gar nicht mit den neuen Klage=
gründen
befaßt geweſen ſei. Die Gemeinde forderte als=
dann
jene Koſten mit Heberegiſter an, wogegen die Be=
troffenen
Beſchwerde an den Kreisausſchuß einlegten.
Dieſer erachtete die von der Gemeinde geltend gemachten
Gründe der Geſchäftsführung und Bereicherung als un=
ſtichhaltig
und gab der Beſchwerde ſtatt. Der von der
Gemeinde eingelegte Rekurs wurde jetzt unter Verfällung
in einen Averſionalbetrag von 25 Mark koſtenfällig ver=
worfen
. Weiter war über ein Wirtſchaftskon=
zeſſionsgeſuch
des Friedrich Ehler für das Haus
Ecke Steinacker= und Karlſtraße zu entſcheiden. Gaſt=
wirteverein
, Stadtverordnetendeputation und Polizeiamt
haben das Bedürfnis verneint. Das Lokal iſt ſeit einem

Das Warenhaus.
Ein Kapitel moderner Baugeſchichte.
Von Paul Weſtheim=Berlin.

Wie viel Intelligenz, Technik, Organiſation, Men=
ſchenwitz
und Geſchäftstüchtigkeit doch dazu gehören, da=
mit
der Herr K. ſeinen 95 Pfennig=Schlips, die Frau Y.
ihre 48 Pfennig=Garnitur bekommen können! Ich ſpreche
nicht von den Fabriken draußen im Lande, in denen Ar=
beiterſcharen
aus vielerlei Stoffen mit Maſchinen aller
Art Stück um Stück herſtellen; nicht von den Hantierun=
gen
und den Wegen, die ſo ein armſeliges bischen Ware
hinter ſich hat, wenn es in die große Stadt gelangt iſt,
wo der Konſument ſitzt. Ich denke nur an die letzte Sta=
tion
dieſes 95 Pfennig=Schlipſes, an das Warenhaus, das
er erreichen muß, auf daß er ſeine endgültige Beſtim=
mung
: das Vorhemd des Herrn K. zu zieren, erfüllen
kann.
Das Rieſengebäude mit den mächtigen Kup=
peln
, den Hallen und Lichthöfen, dem Feuerwerk der
Glühlampen, mit Wintergarten, Erfriſchungsräumen und
Puppenausſtellungen, mit tauſenderlei blendenden und
ſtrahlenden Suggeſtionen iſt notwendig, um die Hundert=
tauſende
, um die Maſſen vor die Auslagetiſche der Ver=
käuferinnen
zu treiben. In Zola, der wie kein zweiter
Sinn für die Romantik dieſes Warenhausgetriebes be=
ſeſſen
, mag man’s nachleſen, wie der billige Modewaren=
laden
ſich weiterfrißt, Schaufenſter um Schaufenſter,
Stockwerk um Stockwerk, Haus um Haus anſetzend, bis
er das ganze Stadtviertel beherrſcht, bis er die lockende
Sehnſucht, das Paradies der Damen geworden. Mit
dem Gründer führt er uns hinauf auf eine der Brücken,
von wo aus man das Gekribbel der lärmenden, drän=
genden
, kaufenden Menge überſchauen kann; man fühlt
den Goldſtrom einmünden in die vielen Kaſſen und fängt
an, einen Regiſſeur, der ſo viel Macht über die Menge
beweiſt, der ſie um ſeines Geſchäftserfolges willen aus
allen Winkeln der Stadt aufgepeitſcht, als Künſtler, bei=
nahe
als modernen Helden zu bewundern.
Oder ſtatt des Romans nimmt man ein trockenes
Buch der Statiſtik zur Hand und lieſt die Umſatzziffern
dieſer Betriebe, von denen die Generation vor uns noch
nichts gewußt bat, Millionen Francs, Mark, Dollars,

Pfund tanzen einem vor den Augen herum. Mit Stau=
ien
vernimmt man, daß das erſte deutſche Warenhaus
1882 erſt in Gera mit einem Kapital von 15000 Mark
begründet worden iſt und es als Aktiengeſellſchaft 1908
zu einem Jahresumſatz von nicht weniger als 28610000
Mark gebracht hat. Unwillkürlich ſetzt man ſich ſolche
Ziffern um in Arbeitskräfte, die davon bezahlt werden,
in Menſchen, die durch ſie Lebensunterhalt bekommen,
in die Rieſenorganiſation, die kühner Kaufmannsgeiſt
hier ſchaffen mußte; und am Ende all dieſer Gedanken=
reihen
ſteht doch wieder jener Herr T. mit ſeinen 95 Pfen=
nigen
und ſeinem billigen Schlips.
Ob er ſolch Rieſenhaus mit Sandſteinfaſſade, mit
Marmor und Bronze, mit Freitreppen, mit all dem Zau=
berwerk
einer bis aufs äußerſte getriebenen Technik wirk=
lich
verlangt? Als Einzelner gewiß nicht. Als Einzelner
iſt er anſpruchslos und beſcheiden; aber als Maſſe
zuſammen mit den vielen anderen Käufern erzwingt er
dieſen Aufwand an Regiemitteln. Mit ihnen wird er
zum Antrieb für techniſche Erfindungen und architekto=
niſche
Konſtruktionen. In dem Warenhaus ſcheint die
kaufende Maſſe ſchöpferiſch geworden zu ſein. Sie hat
ſich in ihnen Dokumente geſchaffen, die in einer neuen
Architektur ihren Ausdruck finden mußten. Eine Archi=
tektur
, die nach den Domen und nach den Bahnhöfen
wieder ganz weſensecht, ganz zweckbewußt war, die am
ſichtbarſten das verkörpert, was wir unſeren Stil
nennen möchten. Unſeren hier mit einer beſonderen
Unterſtreichung, denn wir Deutſchen ſind das Volk, das
in Alfred Meſſel den großen Baumeiſter hervorgebracht
hat, der für den Warenhausgedanken die zwingende
Form gefunden, und das mit immer weiteren Löſungen
auf dieſem Gebiete allen anderen Völkern zum Vorbild
werden mußte.
Die Warenhäuſer der anderen Länder ſind immer
noch behaftet mit dem Geiſt der Uebergangszeiten. Man
ſpürt, daß außerhalb Deutſchlands noch nir=
gends
der Geſtalter gefunden worden iſt, der dieſen
neuen Handelsbauten die charakteriſtiſche Phyſiognomie
zu geben gewußt hätte. England, auf das wir gern
blicken, wenn es ſich um die Sache des architektoniſchen
Fortſchrittes handelt, iſt durch ein rückſtändiges Bau=
polizeiſyſtem
gebunden. Es wird verlangt, daß jede Ab=
teilung
wie ein Einzelladen feuerſicher, von allen ande=

ren getrennt bleibt, und da die meiſten dieſer engliſchen
Betriebe, wie Whiteley, Harrods, Evans, Warings u. a.,
us ehemaligen Wohnhäuſern entſtanden ſind, in den
oberen Stockwerken auch meiſt noch Mietwohnungen ent=
halten
, ſo mußten ſie architektoniſchen Zwitterweſen
leiben, mit Ausnahme des Neubaues von Selfridge
vielleicht, einer amerikaniſchen Gründung, die mit ihrer
mächtigen Säulenarchitektur impoſant wie ein Tempel,
ber weniger wie ein Tempel Merkurs wirkt, was auch
ypiſch wäre für die gewaltigen Wolkenkratzer der ame=
rikaniſchen
Warenhäuſer. Sie machen ſtaunen
durch die Größe, meiſt iſt auch Einheit in dieſen großen
Baumaſſen, aber faſt immer ſind ſie behängt mit architek=
oniſchen
Requiſiten aus dem Stilbeſitz des alten Europa,
ſo daß es faſt ſcheint, als ob es für ein amerikaniſches
Warenhaus nichts Vornehmeres geben könne, als roma=
niſche
Baumotive. Nur die Franzoſen ſind heraus=
geſprungen
aus derlei falſchen Traditionen. Die Pariſer,
die in dem Eiffelturm eine der gewaltigſten Eiſenkon=
ſtruktionen
vor Augen haben, fanden in Sédille, Binet
und Jourdain Architekten, die gerade an den Warenhaus=
bauten
den ach ſo ſchnell zerronnenen Traum von
Glas und Eiſen zu verwirklichen ſuchten. Im Printemps,
der Samaritaine, dem Grand Baſar, Rue de Rennes,
haben ſie Kaufhäuſer geſchaffen, die nichts als ein ſinn=
volles
Syſtem von Eiſenpfeilern zu ſein ſcheinen. Schade
nur, daß dieſe Franzoſen nicht, wie bei uns ein Behrens,
Möhring oder ſonſt einer, das Eiſen als kühnſtrebiges
Konſtruktionselement aufzufaſſen vermochten, daß ſich auch
an dieſen Pfeilern der ſogenannte Schmucktrieb der fran=
zöſiſchen
Raſſe austoben mußte und nun dieſe Ingenieur=
werke
wie die ihnen nachgebildeten Bauten von Knopf in
Straßburg, Schmoller oder Frank und Baer in Frankfurt
mit einer Jugendſtilornamentkruſte überwuchert daſtehen.
Blättert man einmal in einer Mußeſtunde das Werk
über das Warenhaus durch, das ein deutſcher Architekt,
Alfred Wiener, jetzt im Verlag von Ernſt Wasmuth= Ber=
lin
erſcheinen ließ, dann ſpürt man ſchnell genug, wieviel
Zeit und wie viele Verſuche auch der deutſche Geiſt auf=
wenden
mußte, bis dieſer Meſſel mit dem Berliner
Wertheim=Bau die Erfüllung erringen konnte. Sogar
Meſſel hat in ſeinem Oeupre noch das Werder=Haus in
Berlin, an dem als Entſcheidendes die Palaſtfaſſade der
Hochrenaiſſance hindurchklingt. Man weiß, wie ſelbſt er

[ ][  ][ ]

Jahre geſchloſſen. Das Haus gehört der Immobilien=
verwertungsgeſellſchaft
in Frankfurt und iſt durch die
Brauerei Schöfferhof gemietet. Das Geſuch wurde ab=
gewieſen
. Durch den Eiſenbahnbau Aſchaffenburg=
Höchſt i. O. iſt u. a. die Enteignung von Gelände des
Wilhelm Schwöbel in Rai=Breitenbach notwendig ge=
worden
. Der Eigentümer beanſtandet die Entſcheidung
der Lokalkommiſſion hinſichtlich des Preiſes der Ent=
ſchädigung
für Wertverminderung und deshalb, weil ver=
bleibende
Reſte nicht miterworben werden ſollten. Die
Entſcheidung ſoll in einer Woche verkündet werden.
* Goldenes Militärjubiläum des Generals Keim.
Ein in den weiteſten Kreiſen bekannter, alt=heſſiſcher
Offizier, Generalmajor a. D. Augnſt Keim, ſieht am
1. Oktober ds. Js. auf den Tag zurück, an welchem er
vor 50 Jahren ſeine militäriſche Dienſtzeit im Großh.
Heſſiſchen 4. Infanterie=Regiment Prinz Karl, jetzt
Nr. 118, begonnen hat. Als Leutnant in dieſem Regi=
ment
machte er die Feldzüge 1866 und 1870/71 mit;
in erſterem wurde er im Gefecht bei Gerchsheim am
25. Juli ſchwer verwundet. Später war Keim Adjutant
der 44. Infanterie=Brigade, dann Kompagniechef im
Infanterie=Regiment Nr. 16. Im Jahre 1887 wurde er
Major, 1893 Oberſtleutnant, 1896 Oberſt und Komman=
deur
des Hohenzollernſchen Füſilier=Regiments Nr. 40.
Als ſolcher wurde ihm 1898 der nachgeſuchte Abſchied
bewilligt. Im Jahre 1901 erhielt er den Charakter als
Generalmajor. Von 1881 bis 1890 gehörte Keim dem
Nebenetat des Großen Generalſtabes an, in welchem
ſeine hervorragende militäriſche Begabung in der kriegs=
geſchichtlichen
Abteilung, gleichzeikig auch als Lehrer der
Taktik an der Kriegsakademie Verwertung fand. In den
Jahren 1893/1894 war er zum Reichskanzler Graf von
Caprivi kommandiert. Es war die Zeit, in welcher die
wohl bedeutungsvollſte Militär=Vorlage der letzten Jahr=
zehnte
, die mit einer ſehr ſtarken Erhöhung der Friedens=
ſtärke
der Armee verbundene zweijährige Dienſtzeit bei
den Fußtruppen nach ſchweren parlamentariſchen
Kämpfen Geſetz wurde. Auch als Militärſchriftſteller
iſt General Keim bedeutungsvoll hervorgetreten. Noch
heute iſt er Schriftleiter der Jahrbücher für die deutſche
Armee und Marine, und zahlreich ſind ſeine vorzugs=
weiſe
das Gebiet der Taktik behandelnden Aufſätze in
unſeren militäriſchen Zeitſchriften. Die heſſiſchen Regi=
menter
117 und 118 verdanken ihm ihre vorzüglich ge=
ſchriebenen
Regimentsgeſchichten. Das Ausſcheiden aus
dem aktiven Dienſt war für den General kein Uebergang
zur Ruhe. Er ſteht in der vorderſten Reihe derjenigen,
welche für die Macht und das Anſehen des Deutſchen
Reiches ihre ganze Kraft einſetzen. Erfüllt von glühen=
der
Vaterlandsliebe, für das von ihm für recht Erkannte
mit ungeſchwächter Energie, mit noch immer jugendlichem
Feuer eintretend, kann der jetzt 67jährige Jubilar auf eine
an Arbeit und Mühen, aber auch an Erfolgen reich ge=
ſegnete
Tätigkeit zurückblicken. Möge ihm die geiſtige
Spannkraft und die körperliche Friſche noch lange Jahre
bewahrt bleiben und möge ſeine jüngſte Schöpfung, der
Wehrverein, der das deutſche Volk von der Notwendigkeit
des weiteren Ausbaus der Heeresmacht überzeugen will,
für die Armee die gleiche Bedeutung gewinnen, wie für
die Marine der deutſche Flottenverein, dem es unter der
hervorragenden Mitwirkung des Generals gelungen iſt,
das Verſtändnis für das Gebot einer ſtarken Flotte in
die Maſſe des Volkes zu tragen!
* Silberne Hochzeit. Die Eheleute P. Knapp
und Frau, Erbacherſtraße 16, begehen am 1. Oktober
das Feſt der Silbernen Hochzeit.
* Arbeitsjubiläum. Der Arbeiter Peter Schemel
aus Eberſtadt begeht heute ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum
im Hauſe Plaut u. Sohn.
C2) Experimental=Vortrag. F. Cumberland, der
durch ſeine vorzüglichen Leiſtungen bekannte Experimen=
tator
, wird hier im Verein mit ſeiner Gattin demnächſt
eine Seance geben. Cumberland, der ſich auch durch
ſeiner energiſche Bekämpfung der falſchen Medien einen
Namen gemacht hat, wird über allerlei intereſſante Pro=
bleme
, wie Spiritismus, Antiſpiritismus, Suggeſtion
Telepathie uſw. ſprechen und ſeinen Vortrag durch zahl=
reiche
verblüffende Demonſtrationen und Experimente
illuſtrieren. Die hieſige Seance des Künſtlerpaares wird
am Freitag, den 4. Oktober, im Saale des Hotels
Zur Traube ſtattfinden.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitglie derſtand betrug am 21. September l. J. männ=
lich
9802, weiblich 6651, zuſ. 16 453, in Prozenten 59,58,

40,42. Der Krankenſtand betrug am 21. Sept. I. J.
männlich 348, weiblich 287, in Prozenten 3,55, 4,31.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 16. Sept. bis 21. Sept. I. J. 4644,11 Mk. (1911: 4629,81
Mark). An Wöchnerinnen waren vorhanden am
21. September I. J. 32. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 16. Sept. bis 21. Sept. I. J. 1.
* Fiſchmarkt. Nach der Bekanntmachung im Amts=
verkündigungsblatt
hat die ſtädtiſche Verwaltung wieder
einen Fiſchmarkt eingerichtet, der am 1. Oktober 1912
ſeinen Betrieb eröffnet. Die Preiſe ſind möglichſt billig
gehalten und werden unter Kontrolle des Ober=
bürgermeiſters
feſtgeſetzt. Verkaufsſtellen ſind der
Markt=(Schillergplatz und der Riegerplatz. Bei den hohen
Fleiſchpreiſen iſt eine derartige Einrichtung, die die
Koſten der Lebenshaltung zu verringern beſtrebt ſein
will, ſehr zu begrüßen. Möge nun auch, um ſie
exriſtenzfähig zu halten, reger Gebrauch von ihr gemacht
werden.
A Von den Wochenmärkten der vergangenen Woche
iſt beſonders ein Rückgang der Kartoffelpreiſe
bemerkenswert. Es koſtete der Zentner Kartoffeln 2.75
bis 3 M., der Kumpf (10 Liter) 4560 Pf., ½ Kg. 3 bis
4 Pf., Mäuschen Kumpf 1.20 M., ½ Kg. 10 Pf. Sonſt
ind an Durchſchnittspreiſen zu verzeichnen: Butter ½ Kg.
1,50 M., in Partien 1,40 M., Eier 78 Pf., Schmierkäſe
½ Ltr. 2022 Pf., Handkäſe 410 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel
Zentner 714 M., ½ Kg. 715 Pf., Birnen Ztr. 616 M.,
Kg. 516 Pf., Zwetſchen Zentner 78 M., 100 Stück
3035 Pf., ½ Kg. 810 Pf., ausländ. Trauben ½ Kg.
3035 Pf., Preiſelbeeren½ Kg. 40 Pf., Brombeeren ½ Ltr.
1012 Pf., Zitronen 7 Pf., Nüſſe 100 Stück 5070 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 510 Pf., Endivien 48 Pf.,
Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2 Pf., Rettiche
35 Pf., Roterüben ½ Kg. 78 Pf., Spinat ½ Kg. 16
is 18 Pf., Meerrettich 1530 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.
Tomaten ½ Kg. 1220 Pf., Wirſing 310 Pf., Blumen=
kohl
1050 Pf., Rotkraut 1030 Pf., Roſenkohl ½ Kg.
25 Pf., Weißkraut 510 Pf., Schälgurken 218 Pf., Ein=
leggurken
100 Stück 0,701 M., Gelberüben ½ Kg. 5
bis 8 Pf., Bohnen ½ Kg. 1218 Pf., Kohlrabi 3 Pf.,
Hagebutten ½ Kg. 1020 Pf., Eierſchwämme ½ Kg. 25 bis
30 Pf., Steinpilze ½ Kg. 30 Pf., Ziegenbart ½ Kg. 20 Pf.;
Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 1 M., Enten 3,093,50 M.,
Hahnen und Hühner 1,502,00 M., Tauben 6070 Pf.,
junge Rebhühner 1,30 M., alte 1 M., Haſen 3,504,00 M.,
Lapins 0,901.00 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 0,90
bis 1,00 M.. Karpfen 8090 Pf., andere Rheinfiſche 40
bis 50 Pf., Rotzungen 50 Pf., Schollen 4550 Pf., Schell=
fiſche
40 Pf., Kabeljau 3540 Pf., Seehecht, Seelachs 35 Pf.;
in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Ochſenfleiſch 70 Pf.,
Rindfleiſch 66 Pf., Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rindswürſt chen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf., Schweine=
fleiſch
96 Pf., geſalzenes und Koteletts 1 M., Schwarten=
magen
, Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= und Blutwurſt 76 Pf.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Der Kaiſer, Großadmiral
von Tirpitz und der Generalſtabschef von Moltke auf
S. M. S. Deutſchland; die Ankunft des Zeppelin=
Luftſchiffs Hanſa in Kopenhagen; Tote der Woche;
die Jahrhundertfeier für 1812 in Smolensk.
* Im Singſpielhaus Metropole Alexanderſtraße 5,
hier, findet heute das letzte große Abſchieds= Kon=
zert
der ſo ſehr beliebten Münchener Schäffler=Kapelle
ſtatt. (Siehe Anzeige.)
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind im Sep=
tember
16 Perſonen, welche daſelbſt korrektionelle Nach=
haft
verbüßten, entlaſſen worden. Die längſte Dauer
der Nachhaft betrug bei drei Perſonen 730 Tage und die
kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer Perſon 174 Tage.
§ Fahrraddiebſtahl. Am Freitag abend gegen 9 Uhr
iſt ein Fahrrad, welches vor einem Hauſe in der Eliſa=
bethenſtraße
auf kurze Zeit aufgeſtellt war, entwendet
worden.
§ Zimmerbrand. Am Donnerstag vormittag ent=
ſtand
im Hauſe Liebfrauenſtraße 42 ein Zimmer=
brand
welcher durch die Hausbewohner und die her=
beigerufene
Feuerwehrwache alsbald gelöſcht wurde.

* Zwingenberg, 27. Sept. Auf dem heutigen Obſt=
markte
herrſchte ungemein reges Leben. Tafelobſt
beſter Sorte war in überaus zahlreicher Menge angefah=
ren
. Die Preiſe ſtellten ſich pro Zentner wie folgt: =
äpfel
7,5010 Mk., Kochäpfel 56 Mk., Eßbirnen 910
Mark, Kochbirnen 4.505 Mk., Zwetſchen 57 Mk., Wal=

nüſſe 1518 Mk. Der Markt findet jeden Werktag nach=
mittags
2½ Uhr ſtatt.
Bensheim, 28. Sept. Die Hopfenernte iſt nun
auch bei uns glücklich unter Fach gebracht. Dieſes Jahr
ſind die Preiſe wieder lohnend, indem pro Zentner, je
nach Qualität, 70 bis 80 Mark bezahlt werden. Dabei iſt
der Ertrag auch quantitativ zufriedenſtellend.
Vom Odenwald, 28. Sept. Das Geſchäft mit Chrift=
bäumchen
, das in den letzten Jahren für viele unſe=
rer
Bauersleute von großer Bedeutung geworden, umſo=
mehr
, da die Rindenwälder ihrer Unrentabilität wegen
auf dem Ausſterbeetat ſtehen, hat bereits wieder be=
gonnen
. Es wurden ſchon verſchiedenen Orts Verkäufe
abgeſchloſſen und das Hundert kleiner Bäumchen zu 30
Mark verkauft, während größere Qualitäten mit 3540
Mark pro Hundert bezahlt wurden.
Offenbach, 27. Sept. Stadtv. Dr. Eulau erſuchte
den Oberbürgermeiſter, der Stadtverordneten= Verſamm=
lung
einen Antrag zu unterbreiten, der den Erlaß einer
Ortsſatzung erſtrebt, durch die beſtimmt wird: 1. Daß Ver=
mögen
bis zum Werte von 3000 Mark allgemein von der
Gemeindeſteuer befreit bleiben, daß 2. elternloſe Minder=
jährige
und erwerbsunfähige Perſonen, deren Vermögen
bei einem Geſamteinkommen von weniger als 750 Mark
den Betrag von 10000 Mark nicht erreicht, ebenſo unter
den gleichen Vorausſetzungen Witwen, wenn ſie nicht etwa
ihr Vermögen und Einkommen durch freiwillige Ver=
mögensabtretung
an Kinder oder ſonſtige Angehörige bis
auf die vorſtehenden Beträge vermindert haben, von der
Steuer für Grundbeſitz, Gewerbebetriebe und Kapitalver=
mögen
befreit bleiben; daß von der Gemeindeſteuer die
Einkommen der Einkommenklaſſen bis 900 Mark aus=
ſchließlich
von unten anfangend befreit ſein ſollen. In
der Begründung heißt es, der Antrag bezwecke den Erlaß
einer Ortsſatzung durch die Stadtverordneten= Verſamm=
lung
, wie ſie in Artikel 59, Abſ. 1, 2 und 3 des für das
Rechnungsjahr 1913 anzuwendenden Gemeindeumlagen=
geſetzes
vom 8. Juli 1911 vorgeſehen ſei, der aber auch
der nachträglichen miniſteriellen Genehmigung unterliege.
Die Ortsſatzung kann nach Artikel 59 erlaſſen werden,
wenn beſondere Verhältniſſe einer Gemeinde es rechtfer=
tigen
. Dieſe beſonderen Verhältniſſe ſeien in dem an=
dauernden
Zuſtand der unerträglichen Teuerung aller Le=
bensbedürfniſſe
gegeben.
Mainz, 28. Sept. Durch Dekret des Biſchofs von
Mainz wurde der Pfarrer von Bingen, der geiſtliche Rat
und Dekan des Kapitels Bingen, Joſeph Engelhardt,
der 43 Jahre dort am Platze wirkte, zum Domkapitular
der Mainzer Kathedrale ernannt.
Oppenheim, 28. Sept. Ein Teil der amerikaniſchen
Reben iſt gegen die Reblaus widerſtandsfähig. Allein
dieſe amerikaniſchen Reben ſtellen an den Boden weitaus
größere Anſprüche als die einheimiſchen. Um nun für
jeden Boden die paſſenden Sorten herauszufinden, wur=
den
von ſeiten der Großh. Weinbauſchule in
Oppenh im eine Reihe von Verſuchspflanzun=
gen
angelegt. Während in Preußen die Verſuchsfelder
meiſt auf domanialen Weinbergen angelegt worden ſind,
ging man in Heſſen daran, dieſe Verſuchsfelder auch auf
privatem Grund und Boden zu ſchaffen. Neben den grö=
ßeren
Verſuchsfeldern der Großh. Weinbauſchule in
Oppenheim und der Großh. Domäne in Kempten bei Bin=
gen
finden ſich in ganz Rheinheſſen zerſtreut zehn der=
artige
kleinere Verſuchspflanzungen bei Privatbeſitzern.
die ſich darum beworben haben. Solche Pflanzungen be=
finden
ſich zur Zeit in den Gemarkungen Alzey, Bingen,
Ober=Ingelheim, Ockenheim, Pfaffen=Schwabenheim,
Selzen, Schwabsburg, Weſthofen und zwei Felder in
Wörrſtadt. Aus dieſer Zuſammenſtellung iſt leicht zu
erſehen, daß bei der Auswahl der Parzellen neben den
Bodenverhältniſſen auch die Reblausgefahr weitgehende
Berückſichtigung fand. Wie in gut unterrichteten Wein=
baukreiſen
verlautet, ſollen in der nächſten Zeit derartige
Verſuchspflanzungen in größerem Maßſtabe noch in mög=
lichſt
vielen Gemarkungen des heſſiſchen Weinbaugebietes
angelegt und hierbei insbeſondere die inzwiſchen auf=
gekommenen
neuen amerikaniſchen Sorten berückſichtigt
werden.
Nierſtein, 28. Sept. Eine epochemachende Er=
findung
glückte dem Weingutsbeſitzer Herrn Herm.
Heſſemer von hier. Er erfand eine ſehr ſinnreiche
und äußerſt bequem anzubringende Vorrichtung für ge=
fahrloſe
Ableitung der beim Gären des neuen Weines
entſtehenden Gaſe. Dadurch dürften ſich die vielen Un=
glücksfälle
, die ſich in der Herbſtzeit beim Gären des Wei=
nes
durch die Kohlenſäure ereignen, ſehr vermindern.

erſt an den Wertheim=Bauten in das Problem hineinge=
wachſen
iſt; wie er von Bauteil zu Bauteil fortſchreitend
ſchließlich den Typ gefunden hat, den wir nun als eine der
ſtärkſten architektoniſchen Taten vom Leipziger Platz aus
bewundern. Das Verdienſt Meſſels, daß er das Geſchäfts=
haus
, das ſich zu einer organiſatoriſchen Einheit ent=
wickelt
hatte, auch zu einer architektoniſchen Ein=
heit
zuſammenfaßte; daß er die ſeit Jahrhunderten für
das Wohnhaus gültige Etagengliederung beſeitigte, um
damit den wahren Charakter dieſes nicht mehr in Stock=
werke
zerteilten Organismus augenfällig zu offenbaren,
braucht man deutſchen Leſern ja nicht mehr auseinander=
zuſetzen
. Sie haben es miterlebt, wie nach dieſem einen
Beiſpiele alle Architekten umzulernen begannen, wie
plötzlich die ſämtlichen Geſchäftshausbauten ein ganz
neues, ein ſehr viel wahreres Geſicht annahmen. Es ſind
nicht einmal die eigentlichen Meſſel=Schüler geweſen, von
denen jetzt einer durch einen geiſtloſen Anbau das Werk
ſeines Meiſters zu verſchandeln gewagt hat, die in den
deutſchen Städten die Entwicklung weiter getrieben.
Und es iſt, ſo ſehr das Meſſelſche Vertikalſyſtem auch auf=
gegriffen
worden iſt, nicht bei einer Beſchränkung auf die=
ſen
Typ geblieben. In dem Kaufhaus des Weſtens
von Emil Schaudt, dem Düſſeldorfer Tietz=
Warenhaus von Olbrich dem Tietz=Haus
das Wilhelm Kreis augenblicklich in Köln baut, den
Häuſern von Oberpollinger und Tietz in Mün=
chen
, die Heilmann & Littmann errichtet haben,
oder, um einen Schritt weiter zu gehen, den Högerſchen
Bureauhäuſern in Hamburg ſehen wir neben=
einander
eine ganze Menge verſchiedener Löſungen, die
die eine mehr, die andere weniger gut, doch alle den Cha=
rakter
ihres Zweckes und den Geiſt ihrer Entſtehungszeit
zur Schau tragen. Wir, die wir in architektoniſchen Din=
gen
wahrlich nicht allzu oft Gelegenheit haben, uns in die
Bruſt zu werfen, können vor dieſen Warenhäuſern ſtolz
ſein auf die Bauherren, die ſich ihrer künſtleriſchen Ver=
pflichtungen
in ſo hohem Maße bewußt geweſen, und
ſtolz auf die Baumeiſter, die ſich vor dieſen neuen Auf=
gaben
als wahrhaft ſchöpferiſche Geſtalten erwieſen haben.
Hoffen wir, daß dieſer das ganze Ausland überflügelnde
Schöpfergeiſt ſich nicht ſo bald verflüchtige. Daß einzelne
Architekten bereits angefangen haben, große Kaufhäuſer
mit klaſſiziſtiſchen Faſſaden zu bauen, iſt nicht gerade ein
gutes Omen.

Feuilleton.

Wie man am Genfer See über den Frieden plaudert.
Von den eigenartigen Umſtänden, unter denen ſich
1100 Meter über dem Meeresſpiegel, nahe an den Ufern
des Genfer Sees, in dem friedlichen Caux die inoffi=
ziellen
Friedensverhandlungen zwiſchen
den italieniſchen und türkiſchen Delegierten abſpielen, ent=
wirft
Luigi Barzini im Corriere della Sera ein feſſelndes
und amüſantes Stimmungsbild. Die geheimnisvolle Kon=
ferenz
iſt beinnahe ſchon eine ſtändige Einrichtung gewor=
den
; Touriſten kommen und gehen, aber die Delegierten
bleiben, ſie ſind die einzigen, die nicht wie die anderen
ſtets bang zum Himmel emporblicken und beſſeres Wetter
erhoffen, Schnee und Regen kann ſie nicht vertreiben; und
darum ſind ſie auch gewiſſermaßen eine Kurioſität von
Caux eine heimliche Sehenswürdigkeit, eine verſchämte
Attraktion‟. Die fünf Männer ſind von allen Seiten
von der Neugier aller Gäſte umlauert; und doch iſt der
Takt des Publikums erſtaunlich. Es iſt, als ſei alle Welt
übereingekommen, von nichts etwas zu wiſſen. Die
Italiener haben ſich im Palace=Hotel einquartiert, die
Türken im Grand=Hotel: aber ſie alle incognito. Im
Fremdenbuch des Palace=Hotels wird man vergeblich die
italieniſchen Delegierten ſuchen, ſie eriſtieren nicht, ſie ſind
ſozuſagen überhaupt nicht da; und die Türken im Grand=
Hotel verſchleiern ihre Identität unter bulgariſch klingen=
den
Namen: Naby Bey, ſonſt Geſandter in Sofia heißt im
Fremdenbuche M. Mehmenly und Farredin Bey, ſonſt Ge=
ſandter
in Cetinje heißt ſehr klangvoll M. Rumbeioglu.
Ein franzöſiſcher Journaliſt, der auf der Jagd nach den
Delegierten das Fremdenbuch durchſchnupperte, rief bei
dieſem Namen mit überzeugender Gewißheit: Es ſind
Bulgaren. Als das kleine Intermezzo ſpäter Naby Bey
erzählt wurde, lächelte er ein wenig verblüfft und meinte
dann gelaſſen: Nun, die Bulgaren würden ſich ge=
ſchmeichelt
fühlen, wenn ſie es wüßten. In den großen
Halls der Hotels ſind die Delegierten natürlich Brenn=
punkt
des Intereſſes. Und ſie alle, Italiener wie Türken,
geben ſich das Air ſorgloſer Touriſten; ſie plaudern, kein
Schatten liegt über den fröhlichen Mienen, nirgends ver=
rät
eine Gebärde den von Gedanken erfüllten Staatsmann
oder die oſtentative Diskretion des Berufsdiplomaten.
Und zwanglos, wie zu freundſchaftlich kleinlen Viſiten, finden
ſich die Herren zuſammen; der Uneingeweihte wüßte kaum

zu ſagen, wer von den fünf Italiener, wer Türke iſt. Naby
Bey und Faredy Bey haben nicht umſonſt Pariſer Schule
durchlaufen; ſie beweiſen, daß ein Türke durchaus nicht
ſo leicht zu erkennen iſt, wie man gewöhnlich glaubt. Und
in den Zimmern der Italiener, in dem Raum, in dem die
Konferenzen ſtattfinden, ſucht man vergebens nach jenem
großen Tiſche mit dem grünen Tuche, an dem ſonſt ge=
wöhnlich
internationale Politik verhandelt wird; ſucht
vergebens nach Akten und Landkarten. Es iſt ein ein=
facher
hübſcher Salon und auf bequemen Seſſeln plaudert
man unauffällig vom Frieden. Es fehlt ganz jene Würde,
die ſonſt Konferenzen begleitet. Es ſcheint, als ob die
wichtigſten Probleme der modernen Politik immer mehr
auf die Kuliſſe verzichten, alles Aeußere iſt geſucht banal
und mondain. Man plaudert miteinander wie Freunde
im Klub. Man ſpricht von alltäglichen Dingen, oft tönt
ein vergnügtes Lachen aus den Zimmern; wenn die po=
litiſchen
Pourparlers zu weit gehen, zu herbe Gegenſätze
enthüllen, weicht man geſchickt ins Perſönliche aus, wech=
ſelt
den Geſprächsſtoff und ſetzt dann erſt nach einer Weile
gelaſſenen Geplauders den Hebel wieder an. Zwiſchen
den Delegierten herrſcht perſönlich das beſte Verhältnis,
ſie ſchätzen einander als Menſchen, und ſo gewinnt das
Ganze für den Uneingeweihten etwas Unverbindliches.
Die große Diplomatie lernt es, auf die pompöſe Geſte
zu verzichten und wählt zum Hauptquartier den ſchlich=
ten
Gaſthof.
* Die techniſche Ausrüſtung von Reinhardts
Mirakel. Ueber die techniſche Ausrüſtung von Rein=
hardts
Mirakel des Rieſenwerkes, das 1500 Schau=
ſpieler
, 300 Muſiker und 400 Sänger beſchäftigt, und das
vor kurzer Zeit in Wien mit ſtarkem Beifall zur Aufführ=
ung
gelangte wird aus Wien geſchrieben: Der Bühnen=
proſpekt
iſt der größte, der jemals in der Welt gebaut
wurde. Er hat den Umfang von 120 Meter Länge und
von 35 Meter Breite. Um den ungeheuren Raum, in dem
die 1500 Menſchen tätig ſind, zu beherrſchen, wurden für
die Regiſſeure ungeheure Schalltrichter angebracht, durch
die ſie ihre Befehle geben konnten, da die menſchliche
Stimme in dem Raum vollkommen verſchwindet. Für
den Direktor und Spielleiter ſind durch das ganze Haus
telephoniſche Anlagen hergeſtellt worden, die in ſeiner
Direktionsloge münden und ihm die Möglichkeit
geben, ſeine Befehle auf dieſe Weiſe durch das Haus
dringen zu laſſen. Da er den ganzen ungeheme A

[ ][  ][ ]

M Nackenheim, 27. Sept. Infolge der fortgeſetzt rauhen
Witterung hat der Weinſtock ſein Herbſtgewand
iBelegt. Das Blatt iſt gelbgrün geworden, haftet jedoch
zum Vorteil der unmittelbar vor der Reife ſtehenden
Trauben noch feſt an den Trieben. Der Behang des
Weinſtockes, welcher je nach Lage und Düngung an Fäul=
nis
gelitten hat, lichtet ſich bei der trockenen Witterung
von den ſauerfaulen Beeren, ſo daß bei einer nicht zu früh
einſetzenden Leſe bei allerdings etwas reduziertem Quan=
tum
aus unſerem warmen Tonſchieferboden,
trotz der ungünſtigen Witterungsverhältniſſe, noch ein
reinſchmeckender, ausgereifter Tropfen zu erwarten iſt.
Das hier gewachſene kleine Quantum Portugieſer war
zu 20 Mark für die Aiche ſchnell aufgekauft. Das Stück
(1200 Liter) Portugieſer=Moſt ſtellt ſich ſomit auf etwa
500 Mark.
Eich, 28. Sept. Die Rohzuckerfabrik Gernsheim be=
ginnt
bereits mit dem Einladen von Zucker=
rüben
. An dem Ankauf ſind ferner noch drei hollän=
diſche
Firmen beteiligt. Auch hat die Rohzuckerfabrik
Offſtein in dieſem Jahre zum erſtenmal Verträge mit
verſchiedenen Landwirten abgeſchloſſen. Die Rüben ſind
ſehr ſchön entwickelt und verſprechen einen guten
Ertrag. Der durchſchnittliche Preis beträgt 1,25 Mark
für den Zentner.
Gießen, 28. Sept. An der Biebertal=Bahn wurde
am 25. September eine 3 Zentner ſchwere Schie=
nenbiegemaſchine
aus Stahl, die am Gleiſe in der
Hammſtraße ſtehen geblieben war, geſtohlen. Zum
Fortſchaffen der Maſchine war ein Fuhrwerk benutzt wor=
den
. Es ergab ſich, daß ein Fuhrknecht ſie aufgeladen und
an einen Althändler für 3 Mark abgeſetzt hatte.
(*) Großen=Linden, 27. Sept. Deutſcher Volks=
kundetag
. Eine Trachtenausſtellung über
Kleidung, Schmuck und Flachsbereitung der Bauernfrau
in Hüttenberg, ſpeziell in Großen=Linden, wurde heute in
der Turnhalle unter Leitung des Pfarrers Schulte und
der Lehrer Römer und Schmidt eingerichtet. Gleich am
Eingange ſteht die Hüttenberger Braut in vollem Braut=
ſtaat
mit dem maleriſchen Aufgebinde Brautſchmuck
auf dem Kopfe und mit den buntfarbigen Bändern. In
dieſem Brautſchmuck tritt auch heute noch manche Braut
vor den Altar. Von der Tracht der Männer iſt nur noch
der mächtige Brautſchlupp des Bräutigams mit den brei=
ten
Bändern erhalten. Die Frauenkragen, in bunten
Farben geſchmackvoll geſtickt und mit Perlen verziert,
dürften allſeitige Bewunderung erregen. Sie ſowohl, als
auch die Schmuckbänder ſind in den ſchönſten Farben zu=
ſammengeſtellt
. Sie ſtammen aus der Zeit vor 50, 100
und mehr=Jahren. Gerade die älteſten Sachen gehören
zu den ſchönſten. Das gleiche gilt auch von den ſeidenen
Halstüchern. Daneben ſieht man auch die Kopfbedeckung
der Kinder aus damaliger Zeit; ferner Tiſchdecken und
Hemden aus ſelbſtgeſponnenem Leinen. Intereſſant iſt
ein geſticktes Bettuch, das in Bildweberei bibliſche Bil=
der
und Bibelſprüche aufweiſt. Eine beſondere Abteilung
hat Landtagsabgeordneter Bürgermeiſter Leun einge=
richtet
; er zeigt die ehemalige Beſchäftigung der Hütten=
berger
Frau, die Zubereitung des Flachſes mit den dazu
gehörigen Geräten. Die Flachshechel ſtammt aus dem
Jahre 1725, das Reff trägt neben einer Aufſchrift die Jah=
reszahl
1808, Schwingſtock und Flachsbreche ſind 1849, der
noch gut ſunktionierende Haſpel 1855 hergeſtellt. Ein
wahres Schmuckſtück iſt das Spinnrad aus dem Jahre
1854. Es iſt ein Beweis für die Blüte des Dreherhand=
werks
damaliger Zeit. Namen, Verzierungen, Jahres=
zahl
, Blumen uſw. ſind eingelegt, eingemalt und einge=
ſchnitzt
; gedrehte weiße Knöpfchen heben ſich von den
roten und blauen Farben geſchmackvoll ab. Der Spinn=
ſtuhl
der Kathring Eliſabetha Lenzin wurde 1834 verfer=
tigt
; er trägt den beherzigenswerten Spruch: Seht, wie
lieblich und wie ſein ½ Iſts, wenn Eheleut einig ſeyn.
Wenn ihr Wandel ohne Liſt, ohne Trug und Falſchheit
iſt. Als Beleuchtungsgegenſtände ſieht man ein meſſin=
genes
Stangenlicht, Anno 1710 und ein Hängelicht mit
verſtellbaren Lichteiſen. Neben dem kupfernen Kaffeekeſ=
ſel
mit dem hölzernen Schlitten=Unterſatz laden buntver=
zierte
Kaffeetaſſen zu einem Trunke Mokka ein. Jede
Taſſe trägt die Aufſchrift: Johannes Wenzel 1846 Bil=
der
ſtellen Trachtengruppen dar aus dem heſſiſchen und
preußiſchen Hüttenberg, aus dem heſſiſchen Hinterlande,
dem Amte Biedenkopf, aus Hochweiſel und Pohl=Göns,
aus Renndorf in Niederheſſen, aus der Marburger
rat nicht überſehen kann, ſo werden ihm von allen Seiten
des Hauſes mit Hilfe der Telephonleitungen die Berichte
von allen Regiſſeugen übermittelt. Es ſind ungefähr 10
Kilometer Telephondraht dazu nötig geweſen. In der
Rotunde ſind Tribünen für 18000 Zuſchauer errichtet.
Die Bühne iſt in der Arena errichtet worden und hat
einen ſo großen Umfang, daß die Beleuchtung des
Bühnenpodiums durch 60 rieſige Scheinwerfer erfolgen
muß, die auf der Galerie der Rotunde angebracht worden
ſind. Die Kuliſſen ſind auch von den ähnlichen Einrich=
tungen
der gewöhnlichen Theater verſchieden und beſtehen
aus ſchweren maſſiven Gebäuden, da ſie ſonſt bei den rie=
ſigen
Raumverhältniſſen unwirkſam bleiben würden. Für
die Beleuchtungsanlage, die für die Inſzenierung des
Rieſenwerkes notwendig wurde, iſt ein beſonderes Trans=
formatorenhaus
errichtet worden. Hier wurden drei Ma=
ſchinen
untergebracht, die zuſammen 458 Pferdekräfte ent=
wickeln
. Dieſe Rieſenanlagen werden insgeſamt mehr als
2000 Mitwirkende ſehen. Um die Orientierung der ver=
ſchiedenen
Statiſtengruppen zu ermöglichen, werden an
den Außengängen der Rotunde Orientierungstafeln ange=
bracht
, die den verſchiedenen Bauerngruppen, Jäger=
gruppen
, Bürger=, Nonnen= und Soldatengruppen an=
weiſen
, wo ſie ſich aufzuſtellen haben, bevor ſie den großen
Prozeſſionszug bilden. In der Kuppel der Rotunde, die
mit kleinen Glühlampen ausgeſtattet iſt, um den Eindruck
eines ſternenbeſäten Nachthimmels zu erwecken, werden
nicht weniger als 16 Glocken aufgehängt, die durch eine
eigene elektriſche Anlage in Bewegung gebracht werden.
Fur die 1500 Mitwirkenden ſind 30 ungeheure Garderobe=
räume
eingerichtet worden, von denen jeder 50 Perſonen
faßt. Die Erſtaufführung in Wien dauerte bis 3 Uhr
nachts. In London war ein ähnlich großer Apparat ver=
wendet
worden, wenn er auch in mancher Hinſicht von der
Wiener Aufführung übertroffen wird. In Wien waren
die meiſten Rollen doppelt beſetzt, da zu befürchten ſtand,
daß nicht alle Schauſpieler den Anſtrengungen dieſer
Rieſenvorführung gewachſen ſeien.
* Im Raucherabteil. Der ältere Herr, ſehr gönner=
haft
und herablaſſend: Junger Herr, geſtatten Sie mir,
Ihnen zu ſagen: in zehn Fällen von Zungenlähmung ſind
neun ausſchließlich auf das Rauchen zurückzuführen.
Der jüngere Herr, mit höflicher Dankbarkeit: Ja, mein
Herr, geſtatten Sie mir, Ihnen zu ſagen: in zehn Fällen
von gebrochenem Naſenbein ſind neun ausſchließlich dar=
auf
zurückzuführen, daß der Patient die Gewohnheit
hatte, ſich nicht nur um ſeine eigenen Angelegenheiten zu
kümmern.

Gegend und aus dem Schwalmgrund. Hoffentlich gelingt
es, das ſchon einige Zeit hier geplante Heimat=Muſeum
bald ins Leben rufen zu können.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 28. Sept. Der langjährige
Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule in Charlotten=
burg
, Geheimer Regierungsrat Dietrich, iſt geſtern in
Misdroy an einem Herzſchlag verſtorben. Zur
Hekung des Fernſprechverkehrs hat die Reichspoſtverwal=
tung
jetzt ein Unternehmen konzeſſioniert, das ſich mit der
Errichtung öffentlicher Fernſprechzellen
auf den Straßen und Plätzen größerer und
mittlerer Städte beſchäftigen will. Ein Leipziger Konſor=
tium
hat ſich unter dem Titel Sächſiſche Fernſprechzellen=
Betriebsgeſellſchaft m. b. H. in zahlreichen Städten
Deutſchlands die Konzeſſion verſchafft und bereits Ver=
handlungen
über die Aufſtellungsorte gepflogen. Die Ge=
ſellſchaft
gedenkt zunächſt in Berlin und Leipzig, in Berlin
etwa 40, in Leipzig etwa 15 kleine, ſchmucke Kioske zu er=
richten
, in denen man an einem Fernſprechapparat gegen
eine einmalige Zahlung von 5 Pfg. mehrere Ferngeſpräche
führen kann. Die Apparate ſind Hauptanſchlüſſe mit
Pauſchalgebühr, ſo daß für ihre Benutzung keine Gebühr
erhoben werden darf. Natürlich werden die Kioske, die
einen hübſchen Straßenſchmuck bilden ſollen, entſprechend
ausgeſtattet. Neben Uhr, Thermometer, Barometer uſw.
ſollen Reklametransparente an den Außenwänden der
Kioske angebracht werden. Geſtern hob die Polizei
wieder eine Buchmacherzentrale auf. Der Buch=
macher
hatte ſeine aus Stube und Küche beſtehende Woh=
nung
in ein Bureau umgewandelt, ſich mehrere Telephon=
anſchlüſſe
legen laſſen und ſtand durch zahlreiche Radfah=
rer
mit ſeinen 35 Filialen in Verbindung. Als während
des Rennens in Ruhleben die Polizeibeamten im Büro
erſchienen, konnten ſie mehrere 1000 Mark und viele Wett=
zettel
in Beſchlag nehmen. Eine eigenartige
Störung im Fernſprechverkehr entſtand
heute im Norden Berlins. Etwa 150 Teilnehmer wurden
miteinander verbunden und konnten ihre Leitung lange
Zeit nicht frei bekommen. Schließlich ſtellte es ſich her=
aus
, daß in der Afrikaniſchen Straße der abgeriſſene
Draht eines Signaldrachens ſich quer über die Fernſprech=
leitungen
gelegt hatte.
Frankfurt, 28. Sept. Im Magiſtratsſitzungsſaale des
Römers erfolgte heute vormittag 11 Uhr die Unter=
zeichnung
des Univerſitäts=Vertrages
vor dem Notar. Vom Magiſtrat waren Oberbürger=
meiſter
Dr. Adickes und Stadtrat Dr. Wöll erſchienen,
ferner wohnten Vertreter der beteiligten Geſellſchaften
und Korporationen dem Akte bei. Die Wirkſamkeit des
Vertrags iſt nun nur noch von der königlichen Geneh=
migung
abhängig, die alsbald erfolgen dürfte.
Frankſurt, 28. Sept. In der Nacht drangen Diebe
in das Vereinslokal des Geſangvereins Lieder=
tafel
, gegründet 1827, im oberen Saale der Börſe ge=
legen
, und erbrachen den eichenen Silberſchrank;
geſtohlen wurden zwei wertvolle, in Silber getriebene
Becher, eine Anzahl von Münzen, darunter eine ſehr
wertvolle Medaille. Außerdem fehlen noch verſchiedene
Reliquien aus den Jahren 1836 bis 1840, Andenken, die
für den Verein unerſetzbar ſind. Selbſt der Notenſchrank
wurde eingehend unterſucht und durcheinander gewühlt.
Frankfurt, 28. Sept. Ueber eine geheimnisvolle
Entführungsgeſchichte berichtet die Kleine Preſſe.
Am Donnerstag voriger Woche verſchwand ſpurlos ein
Untertertianer einer hieſigen höheren Schule. Die Eltern
erſtatteten Anzeige bei der Kriminalbehörde, doch blieben
alle Nachforſchungen erfolglos. Am Samstag erhielt nun
der Klaſſenlehrer des Jungen von Paris aus eine An=
ſichtskarte
mit der Mitteilung, man habe ihn der Frem=
denlegion
zuführen wollen. Dem ſei er aber entgangen
und werde durch Vermittlung des deutſchen Konſulats
nach Frankfurt a. M. zurückkehren. Samstag kehrte
denn auch der Junge von Paris zurück und gab folgende
Schilderungen ſeiner Reiſe:
Er ſei Mittwoch auf den Frankfurter Hauptbahnhof
gegangen, um ſich eine franzöſiſche Zeitung zu kaufen.
Dort ſei er von einem Herrn, mit dem er ſchon in der
Woche vorher bekannt geworden war, angeſprochen wor=
den
. Er habe deſſen Einladung in ein Weinreſtaurant
angenommen und ſich auch verleiten laſſen, mit ihm einen
Ausflug nach Mainz zu machen. Im Zuge ſei er ein=
geſchlafen
, wie er meint unter Anwendung eines Schlaf=
mittels
, und erſt in Metz wieder erwacht, ſei aber nicht
recht zur Beſinnung gekommen und wieder eingeſchlafen.
In Paris ſei ſein Begleiter mit ihm in einem Hotel ab=
geſtiegen
, das gegenüber einer Kaſerne lag. Dort hätten
ſie dann gemeinſam ein Vergnügungslokal beſucht und
ſeien überall auf Grund einer Karte, die ſein Begleiter
vorwies, eingelaſſen worden. Am Freitag habe ihn dann
ſein Begleiter in die Kaſerne geführt, wo er von einem
Militärarzte unterſucht worden ſei. Ein Schriftſtück das
ihm dann zur Unterſchrift vorgelegt worden ſei, habe er
aber nicht unterſchrieben. Sein Begleiter habe ihn dann
zum Eſſen in ein Reſtaurant eingeladen und ihm Vor=
würfe
gemacht, daß er das Schriftſtück nicht unterzeichnet
habe. Als ihn ſein Begleiter während des Eſſens auf
kurze Zeit verließ, habe ihn der Kellner in deutſcher
Sprache gewarnt, daß ihm die Gefahr drohe, in die
Fremdenlegion geſteckt zu werden. Er ſolle ſeinem Be=
gleiter
zu entkommen ſuchen und ſich unter den Schutz des
deutſchen Konſulats begeben. Dieſem Rate habe er dann
auch Folge geleiſtet und ſich auf das deutſche Konſulat
geflüchtet. Dort habe man ihn, als er ſich vorſtellte, gleich
bei ſeinem Namen genannt und ſeine Rückfahrt nach
Frankfurt veranlaßt.
Die Erzählung klingt ſehr myſteriös.
Kaiſerslautern, 27. Sept. Eine intereſſante
Rechtsfrage gelangte vor der hieſigen Strafkammer
als Berufungsinſtanz zur Entſcheidung. Die Eiſenbahn=
verwaltung
hatte gegen einen Reiſenden Klage erhoben,
weil er ohne gültige Fahrkarte einen Zug der
pfälziſchen Bahnen benutzt hatte; der Beſchuldigte wurde
aber vom Schöffengericht freigeſprochen. Bei dieſem
Urteil beruhigte ſich aber die Verwaltung nicht, ſondern ſie
legte Berufung ein, die vor der hieſigen Strafkammer ver=
handelt
wurde. Die Beweisaufnahme ergab folgenden
Tatbeſtand: Der Reiſende, der ein dringendes Intereſſe
daran hatte, abzureiſen, erſchien kurz vor Abgang ſeines
Zuges am Schalter und verlangte eine Fahrkarte. Zu
ſeinem Erſtaunen hörte er, daß der Schalter geſchloſſen ſei.
Nun wandte er ſich an den Stationsleiter und andere
Beamte, aber vergeblich. Erſterer erklärte ſich lediglich be=
reit
, ihm eine rote Ausweiskarte auszuſchreiben, wofür
aber der Reiſende den doppelten Betrag des Fahrgeldes
hätte zahlen müſſen. Dazu war er jedoch nicht zu be=
wegen
. Er ſtieg daher ohne Fahrkarte in den Zug und
wurde am Ankunftsorte in ein hochnotpeinliches Verhör
genommen, woraus die Anklage reſultierte. Die Straf=
kammer
kam wieder zu einer Freiſprechung des Angeklag=
ten
. In der Begründung des Urteils wurde ausgeführt,
daß der Reiſende rechtzeitzg genug am Schalter erſchie=

nen ſei, um ſich eine Fahrkarte löſen zu können. Wenn er
keine erhielt, ſo ſei das nicht ſeine Schuld. Uebrigens
hätte ihm auch eine weiße Ausweiskarte ausgehändigt
werden können, für die nur das einfache Fahrgeld zu
zahlen iſt. Das Verlangen nach Entrichtung des doppel=
ten
Betrages auf die rote Ausweiskarte hin ſei unberech=
tigt
geweſen.
Königsberg, 28. Sept. Einen tragiſchen Ein=
blick
in das Elend des Schmierenlebens
in die Nöte der herumziehenden kleinen Provinztheater,
gewährt der Selbſtmord des Schauſpielers Herm.
Demant, der Direktor einer kleinen, in Oſtpreußen
reiſenden Truppe war. Demant hatte ſich hier aus ſtel=
lungsloſen
Schauſpielern und unbeſchäftigten Choriſten
ein Enſemble zuſammengeſtellt, das Volksſtück mit Geſang
Im Bergbrunner Hof einſtudiert und war frohgemut
mit der Geſellſchaft nach Gumbinnen gezogen, wo die
Kunſtfahrt durch die Provinz ihren Anfang nehmen ſollte.
Aber die bei einem Königsberger Koſtümverleiher beſtell=
ten
Koſtüme blieben aus; es mußte geſpielt werden, und
der notdürftige Aufputz, in dem die Komödianten er=
ſchienen
, trug natürlich nicht zur Erhöhung der Stimmung
im Publikum bei. Das Stück fiel durch und wurde von
der Kritik ſo ungünſtig rezenſiert, daß die Kunde davon
nach Stallupönen und Pillkallen drang. Hier hatten die
nächſten Vorſtellungen ſtattfinden ſollen. Durch den Vor=
verkauf
waren bereits in den beiden Städten je 200 M.
eingegangen. Aber als die Truppe nun in Stallupönen
eintraf, da mußte der Direktor zu ſeinem Schrecken erfah=
ren
, daß ſich der größte Teil des Publikums, durch die
Zeitungen gewarnt, das Eintrittsgeld hatte zurückzahlen
laſſen. Es wurde vor leerem Hauſe geſpielt. In der Kaſſe
lagen ganze 32 Mark. Durch dieſen traurigen Fortgang
ſeines Unternehmens, auf das er ſo große Hoffnnugen
geſetzt hatte, wurde Demant völlig entmutigt und ſchoß
ſich in einem Stallupöner Gaſthaus eine Kugel durch den
Kopf.
Poſen, 28. Sept. In der Wohnung des von ſeiner
Frau erſchoſſenen Archäologen Dr. Blume hat wieder
ein Lokaltermin ſtattgefunden. Es handelt ſich haupt=
ſächlich
darum, feſtzuſtellen, ob in der Wohnung noch
Schriftſtücke vorhanden waren, die für die Unterſuchung
von Wichtigkeit ſein konnten. Auch der Vater des Ermor=
deten
, der Oberpoſtſekretär a. D. Blume, und eine Schwe=
ſter
des Toten waren bei dem Lokaltermin zugegen. Es
ſollen, ſoviel bekannt wurde, keine neuen wichtigen Schrift=
ſtücke
gefunden worden ſein. Dem Arzt, mit dem Frau
Blume in unerlaubten Beziehungen ſtand und deſſen
Name nicht genannt wird, iſt der Beweis, daß er mit der
Mordaffäre als ſolcher nichts zu tun hat, geglückt. Er iſt
alſo nach dieſer Richtung hin entlaſtet und wegen ſeines
ſonſtigen ehrloſen Verhaltens nicht zu belangen. Er befin=
det
ſich auf freiem Fuße. Wann der Fall zur Verhand=
lung
kommt, iſt noch nicht beſtimmt.
Wien, 28. Sept. Eine neue Eheaffäre im Hauſe
Habsburg, die in den eingeweihten Kreiſen ſchon lange
bekannt war, ſcheint ſich ihrem Ende zu nähern. Heute
ſind aus München Prinz Leopold von Bayern, der älteſte
Schwiegerſohn des Kaiſers Franz Joſef, und deſſen Sohn
Prinz Georg, in Wien eingetroffen. Es ſoll ein letzter
Verſuch gemacht werden, in der noch nicht einjährigen,
aber von Anfang an unglücklichen Ehe des Prinzen
Georg und ſeinar Frau, der Prinzeſſin Iſabella Maria,
den Frieden wiederherzuſtellen. Prinzeſſin Iſabella, deren
Heirat am 10. Februar d. J. mit großem Pomp im Schloß
zu Schönbrunn gefeiert wurde, hatte bald nach der Hoch=
zeit
, wie man jetzt in weiteren Kreiſen erfährt, München
wieder verlaſſen und war nach Wien zurückgekehrt, wo
ſie ſich noch immer aufhält. Den ganzen Sommer hat ſie
bei ihrer Mutter, der Erzherzogin Iſabella, verbracht
Es ſind verſchiedene Verſuche gemacht worden, die junge
Frau zur Rückkehr nach München zu bewegen, die jedoch
ſtets an der Weigerung der Prinzeſſin ſcheiterten. Die
Gründe dieſes Konfliktes ſind nicht bekannt geworden.
Wie ernſt dieſer eheliche Konſlikt iſt, läßt ſich daraus er=
ſehen
, daß das vom Prinzen bewohnte Palais in Mün=
chen
bereits zum Verkauf geſtellt iſt. In Hofkreiſen ſieht
man der heutigen gemeinſamen Audienz als letztem Ver=
ſöhnungsverſuch
mit Spannung entgegen.
Salzburg, 27. Sept. Ein Laſtautomobil der
Bierbrauerei Kaltenhof ſtieß gegen einen ſtarken Baum
mit ſolcher Heftigkeit, daß der Kraftwagen umgeworfen
wurde. Zwei vorübergehende Mädchen wurden von dem
umſtürzenden Wagen erfaßt, umgeworfen und unter den
Wagentrümmern begraben. Das eine der Mädchen konnte
nur noch als eine formloſe Maſſe unter einem Bier=
faß
hervorgezogen werden. Das andere Mädchen wurde
mit ſo ſchweren Verletzungen in ein Krankenhaus geſchafft,
daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt werden muß.
Rom, 28. Sept. Nach einer Meldung des Direktors
der Aetnawarte iſt der Stromboliausgebrochen
und hat das Dorf San Vincenzo mit Aſche und Lappili
überſchüttet. Die Aſche liegt ſtellenweiſe über 2 Meter
hoch. Die Weinberge und Gärten rings um das Dorf
ſind zerſtört. Der Vulkan ſchleudert ab und zu gewal=
tige
Blöcke geronnener Lava in die Höhe. Unterhalb des
Kraters ſtrömt aus ſieben Oeffnungen heißer Schwefel=
dampf
, der den Vulkan in Nebel hüllt. Menſchen ſind
bisher nicht verunglückt.
Bordeaux, 27. Sept. Etwa 40 Matroſen des
Dampfers Burdigale der neu gegründeten Compagnie
Süd=Atlantic gingen heute früh von Bord, um gegen die
ſchlechte Koſt und die mangelhafte Einrichtung der Schlaf=
räume
zu proteſtieren. 25 Mann eines anderen
Dampfers derſelben Geſellſchaft, der morgen nach La
Plata abfahren ſollte, ſchloſſen ſich den Matroſen der
Burdigale an, die am 5. Oktober ebenfalls nach dem La
Plata in See gehen ſollte.
London, 27 Sept. In der Bar des bekannten Hotels
Horſeſhos in Tottenham gab heute ein Hotelgaſt auf
zwei am Tiſch ſitzende Gäſte Revolverſchüſſe ab,
feuerte ſodann auf die Verwalterin und das Büfettfräu=
lein
und eilte auf die Straße. Er wurde, nachdem er noch
mehrere Schüſſe auf ſeine Verfolger abgegeben hatte, ver=
haftet
. Es heißt. der Täter ſei ein Deutſch=Amerikaner
namens Titus. Die Verwalterin erlag bereits ihren Ver=
letzungen
.
Petersburg, 28. Sept. 15 Perſonen des Hof=
zuges
des Zaren, aus dem das ſilberne
Tafelgeſchirr geſtohlen wurde, ſind unter dem
Verdacht der Mithilfe bei dem Diebſtahl verhaftet wor=
den
. Außer dem Tafelgeſchirr ſind auch noch wertvolle
andere Gegenſtände abhanden gekommen.
New=York, 28. Sept. Ein mit den neuen Ediſon=
Akkumulatoren geladener Wagenzug legte
42 Kilometer in 25 Minuten zurück. Die Verbilligung
beträgt 50 Prozent. Eine einmalige Ladung genügt für
250 Kilometer und erfordert bloß zehn Minuten Zeit=
aufwand
.
New=York, 28. Sept. Eine Heirat aing geſtern
noch am Altar zurück, da die Braut, Miß Eliſabeth
Plauvelt, ſich weigerte, in ihrem Schwur das Wort ge=
horchen
auszuſprechen. Sie ſollke mit leinem Bankier

[ ][  ][ ]

Moris Holmes vermählt werden, und die Kirche war auf
das feſtlichſte geſchmückt worden. Die Trauungszeremonie
hatte ſchon begonnen, als die Braut auf den Geiſtlichen
zutrat und ihn bat, in dem Schwur das Wort gehorchen
auszulaſſen. Dieſer beſtand aber auf der Einhaltung der
kirchlichen Satzungen. Der Bräutigam wiederum weigerte
ſich, einer Frau angetraut zu werden, die ihm nicht ge=
horchen
wolle und machte Anſtalten, ſich zurückzuziehen.
Laut weinend beſchwor ihn die Braut, von ſeinem Ver=
langen
Abſtand zu nehmen, ohne jedoch ihrerſeits ihre=
Forderung aufzugeben. Die Trauung kam ſomit nicht
zuſtande und das Brautpaar trennte ſich, nachdem der
Geiſtliche vergeblich verſucht hatte, eine Verſtändigung
zwiſchen Beiden herbeizuführen.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
uehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)

Sven und Liſa Scholander, der ſchar=
mante
, kreuz und quer durch Europa fahrende Spielmann
und ſeine Tochter, werden auch heuer das ihnen vertraut=
gewordene
und darf man hinzufügen ihrer freudig
harrende Darmſtadt beſuchen. Wie bereits kurz angekün=
digt
, findet das einzige Konzert in dieſer Saiſon am 31.
Oktober im Saale der Vereinigten Geſellſchaft ( Rhein=
ſtraße
36) ſtatt. Das genaue Programm wird demnächſt
veröffentlicht. Was es aber auch bringen mag, ſeinen
beſonderen Reiz erhält es ja doch erſt durch dieſe beiden
Interpreten ſelbſt. So viel Nachahmer Scholander ſeit
ſeinem erſten Auftreten in deutſchen Konzertſälen gefun=
den
, ſein köſtlichſtes Gut: die faszinierende, aus freiem
Humor, ſprühendem Geiſt und unverſiegbarem Tempera=
mentsborn
quillende Perſönlichkeit bleibt unnachahmlich.
Hatte ſich dieſer frohgemute, ſingende Rattenfänger ſchon
im Laufe der Kunſtfahrten, die er früher allein gemacht,
nicht bloß die landläufige Gunſt des Publikums nein,
die Herzen Tauſender und Abertauſender gewonnen, ſo
ſieht man in den letzten Jahren, ſeit Papa Sven ſeine
liebreizende Liſa ihrem Vater und Lehrmeiſter künſtle=
riſch
ebenbürtig aſſiſtiert, den Scholander=Abenden mit
womöglich noch geſteigertem Intereſſe entgegen. Dem
aus Darmſtädter Kunſtkreiſen vielfach geſtellten Verlangen
nach einem zweiten Konzert in letzter Saiſon konnte lei=
der
nicht entſprochen werden, und auch heuer iſt es den
beiden Künſtlern infolge ihrer gehäuften Verpflichtungen
nicht möglich, öfter als an dieſem einen Abend (am 31.
Oktober) aus dem Füllhorn ihrer Kunſt zu ſpenden.
Vormerkungen für dieſes Konzert nimmt ſchon jetzt die
Hof=Muſikalienhandlung Heinrich Arnold ( Wilhelminen=
ſtraße
9), die das alleinige Arrangement übernommen,
entgegen.

Polizei= und Schutzhunde=Hauptprüfung.

Die vom Heſſiſchen Polizei= und Schutz=
hunde
=Verein, Sitz Darmſtadt, veranſtaltete Poli=
zei
= und Schutzhunde=Hauptprüfung nahm am Sams=
tag
vormittag mit Naſenarbeiten beider Klaſſen
im Gelände des alten Schießhauſes ihren Anfang. Der
Verein, der bis jetzt nur mit internen Vereinsprüfun=
gen
an die Oeffentlichkeit getreten war, hat mit ſeiner
erſten öffentlichen Prüfung einen vollen Erfolg zu ver=
zeichnen
, denn es wurden 29 Hunde zu dieſer Prüfung
gemeldet, darunter ſchon mehrfach ausgezeichnete Tiere,
wie der 3½jährige Airedale=Terrier Hartmann= Dils=
burg
=Saargold des Polizeirats Theodor Dix=Leipzig,
der Inhaber des Verbands=Sieger=Titels 1912 iſt. Zu
der Naſenarbeit wurden alle gemeldeten Hunde, mit Aus=
nahme
von zwei, vorgeführt. Als Aufgabe war ihnen
geſtellt, eine fremde Spur, die bereits zwei Stunden alt
und etwa 600 bis 1060 Meter lang iſt, zu verfolgen. ſo=
wie
eigene Spuren beliebig. Gedacht waren bei den
einzelnen Aufgaben Fälle aus der Kriminalpraxis Auf=
findung
eines Verbrechers, lediglich nach den am Tatort
vorhandenen Spuren, nach zurückgelaſſenen Gegenſtän=
den
, an denen der Hund Witterung nehmen konnte,
Suchen einer beiſeite geſchafften Leiche weggeworfener
Gegenſtände uſw. Hierbei wurde auch beſonderer Wert
darauf gelegt, daß der Hund ſchußfeſt iſt, d. h. daß er trotz
Schießens auf den Verbrecher losgeht. Die Hunde gingen
entweder frei oder an der Leine, ganz nach Belieben.
Es war äußerſt intereſſant, zu beobachten, wie die Hunde
die einzelnen Aufgaben, je nach ihrem unterſchiedlichen
Temperament oder der Sicherheit der aufgefundenen
Spuren, erfüllten. Manche ſchoſſen wie der Wind auf der
einmal gefaßten Fährte dahin, wieder andere erledigten
ihre Aufgabe mit Ruhe und Beſonnenheit. Die Leiſtun=
gen
waren befriedigend, beſonders wenn berückſichtigt
wird, daß die große Näſſe des Graſes in den Morgen=
ſtunden
und der ſcharfe Wind die Verfolgung der Spuren
außerordentlich erſchwerte. Als Prüfungsleiter fungierte
Herr Revier=Polizei=Kommiſſar Lindemann, Preis=
richter
waren die Herren Polizeirat Krämer=Darmſtadt,
Redakteur Dörr=Frankfurt a. M. und Schutzmann Stein=
Offenbach a. M. Zu den Vorführungen hatte ſich ein
zahlreiches Publikum eingefunden, das den Arbeiten mit
Intereſſe folgte.
Nachmittags wurden die Prüfungen und Uebungen
am Oberwaldhaus fortgeſetzt. Den intereſſanteſten Teil
bildeten hierbei die Waſſerarbeiten. Auch hierzu
hatte ſich ein zahlreiches Publikum eingefunden, was
allerdings den Vorführungen nicht zum Vorteil ge=
reichte
, denn die Tiere waren, beſonders weil eine Ab=
ſperrung
nicht möglich war und das Publikum die Hunde
dicht umdrängte, ſichtbar nervös. Das hatte natürlich
zur Folge, daß verhältnismäßig wenige der Hunde iyre
ſchwere Aufgabe reſtlos löſten; dieſe wenigen allerdings
in ganz hervorragender Weiſe. Mit einer Ausnahme
gingen die Tiere ſämtlich gern und ſchnell in das naſſe
und kalte Element und fanden auch ſtets faſt ſofort ihre
Aufgabe, die darin beſtand, eine ins Waſſer geworfene
Puppe in Größe eines 68jährigen Kindes zu retten.
Das Schwierige hierbei iſt nicht das Apportieren an ſich,
das von allen Hunden, mit nur einer Ausnahme, gut aus=
geführt
wurde, ſondern die Art, wie der Hund das zu
rettende Kind anfaßt, d. h. mit den Zähnen packt. Am
beſten geſchieht dies jedenfalls an Arm oder Hand, und
ein Hund, der ein ertrinkendes Kind an der Kehle packt,
iſt natürlich zur Rettung unbrauchbar, denn er richtet
unter Umſtänden mehr Schaden an, als er gut macht. Der
Airedale=Terrier Rolf des Kriminal=Schutzmanns
Weber hatte dieſe Aufgabe wohl am beſten gelöſt.
Außer den Waſſerarbeiten wurden die Hunde dann
noch im Suchen und Verfolgen der eigenen und fremden
Spuren geprüft. Die Reſultate dieſer Prüfungen waren
faſt durchweg vorzüglich.

Handel und Verkehr.

Sachſenwerk, Licht= und Kraft= Aktien=
geſellſchaft
, Dresden. Von Herren Arons und
Walter, Berlin, iſt der Antrag geſtellt worden, 4250000

Mark Aktien zum Handel und zur Notiz an der Berliner
Börſe zuzulaſſen.
* Berlin, 28. Sept. In der heutigen Sitzung des
Zentralausſchuſfes der Reichsbank führte
Präſident Ravenſtein aus, der Status vom 23. ſei
ein befriedigender geweſen; auch die Entwickelung bis
zum 25. zeige ein durchaus befriedigendes Ergebnis, jeden=
falls
beſtänden keine anormalen Verhältniſſe. Der Status
ſei nicht nur beſſer als im Vorjahre, wo ſich die Spann=
ung
wegen der Marokkoaffäre in den Verhältniſſen der
Reichsbank widerſpiegelte, ſondern auch gegen das Jahr
1910. Während ſich ſonſt im Auguſt und September eine
faſt permanente Verſchlechterung der Verhältniſſe gezeigt
habe, wäre diesmal im September andauernd eine Beſſe=
rung
eingetreten, beſonders auch nach der Richtung hin,
daß erheblich größere Barbeſtände und Giroguthaben zu
verzeichnen ſeien. Dieſe Verhältniſſe ſeien um ſo erfreu=
licher
, als das deutſche Wirtſchaftsleben ſich noch auf der
Höhe befände und wir diesmal mit keinen oder nur ge=
ringen
ausländiſchen Geldern zu rechnen hätten. Es ſei
nicht unwahrſcheinlich, daß die Banken ſchon ſeit langem
vorſichtig disponierten. Die Deviſenkurſe ſeien uns nicht
ungünſtig, daher läge kein Anlaß vor, den Diskontſatz zu
erhöhen. Wie lange man mit dem jetzigen Satze auskom=
men
werde, bleibe allerdings dahingeſtellt.

Erdbeben.

* Stuttgart 28. Sept. Im Erdbebengebiet der
Schwäbiſchen Alb, insbeſondere in der Umgebung von
Balingen und Reutlingen, fand geſtern abend 7 Uhr
10 Minuten wieder ein Erdſtoß mit ſtarken Erſchütte=
rungen
der Häuſer ſtatt. Es folgten noch mehrere ſchwache
Stöße. Vormittags war ein leichter Stoß vorange=
gangen
.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Da nun die Waſſergeldfrage doch angeſchnitten iſt,
möchte ich die zuſtehende Behörde hiermit angehen, wie
ſich die umliegenden Hausbeſitzer des Meßplatzes dazu
zu ſtellen haben? Auf dem ganzen Meßplatze iſt ein
Brunnen für mehrere hundert Menſchen. Iſt in einer
Hofreite ein Brunnen, ſo wird derſelbe fortgeſetzt von
den Meßleuten geſtürmt. Macht man Vorhaltungen, ſo
erhält man grobe und anzügliche Bemerkungen. Ver=
denken
kann man es den Leuten gerade nicht. Für ihr
ſchweres Standgeld haben dieſelben ein Anrecht an Waſ=
ſer
. Warum aber gerade die betreffenden Hausbeſitzer
dasſelbe ſtellen ſollen, iſt mir unverſtändlich. Abhilfe
darin täte dringend not.
N. M.

Freundliches Entgegenkommen auf der elektriſchen
Straßenbahn wäre manchmal ſehr erwünſcht und auch am
Platze. Samstag nachmittag kam ich von Beſſungen
(blaue Linie) mit Fahrſchein Johannesviertel. Als der
blaue Wagen um das Schwabſche Eck bog, ſetzte ſich der
rot=weiße Wagen in Bewegung zur Fahrt nach dem
Johannesviertel. Da meine Zeit ſehr knapp bemeſſen
war, bat ich den Wagenführer, wie von anderen ſchon oft
bereitwilligſt geſchehen, dem davonfahrenden Wajgen=
führer
Signal zum Warten zu geben, und erhielt darauf
die Antwort: Ich kann mich doch nett newe enaushenke.

Die preußiſche Regierung und die Fleiſchnot.

* Berlin, 28. Sept. Die preußiſche Staats=
regierung
beſchloß die Zulaſſung der Einfuhr
friſchen Rindfleiſches aus dem europäiſchen Rußland und
friſchen Rind= und Schweinefleiſches aus Serbien, Ru=
mänien
und Bulgarien für eine Anzahl großer Städte,
wenn das Fleiſch zu möglichſt niedrigen, unter behörd=
licher
Mitwirkung feſtgeſetzten Preiſen an die Verbraucher
verkauft wird, ebenſo die Einfuhr friſchen Schweine=
fleiſches
aus Rußland für eine Anzahl öſtlicher Städte,
ſowie die Einfuhr von Schlachtrindern aus den Nieder=
landen
in geeigneten öffentlichen Schlachthöfen. Das
Verbot der Einfuhr friſchen Rindfleiſches aus Belgien
wird aufgehoben. Das Kontingent ruſſiſcher Schlacht=
ſchweine
für Oberſchleſien wird vorübergehend erhöht.
Ferner werden verſchiedene bedeutſame Tarifmaßnahmen
geplant. Endlich ſoll der Bundesrat durch ein Geſetz
ermächtigt werden, Gemeinden, die Fleiſchverkauf einrich=
ten
, den Eingangszoll teilweiſe zu erſtatten (ſtatt 35 oder
27 Mark, 18 Mark).
In der Begründung der angekündigten Maß=
regeln
gegen die Fleiſchteuerung ſchreibt die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung: Die Tatſache, daß die Fleiſchpreiſe
eine bedenkliche Höhe erreicht und der Auftrieb an Vieh
auf unſeren Märkten namentlich in der allerletzten Zeit
einen bedenklichen Rückgang aufzuweiſen hat,
kann nicht beſtritten werden. Auf der anderen Seite
kann kein Zweifel darüber beſtehen, daß die wichtigſten
Urſachen dieſer Erſcheinung in dem Auftreten der Maul=
und Klauenſeuche und der ſchlechten Futterernte des ver=
gangenen
Jahres zu ſuchen ſind, alſo vorübergehender
Natur und nicht geeignet ſind, den Glauben an die Mög=
lichkeit
der ausſchließlichen Verſorgung des deutſchen
Marktes mit deutſchem Fleiſch zu erſchüttern. Es müß=
ten
alſo Maßnahmen vermieden werden, welche dieſes
Ziel ernſtlich gefährden könnten. Das zu erreichen, muß
nicht nur im Intereſſe unſerer Landwirtſchaft, ſondern
auch im Intereſſe unſerer wirtſchaftlichen Kriegsbereit=
ſchaft
, unſer unausgeſetztes Beſtreben ſein.
Die zeitweilige Abſchwächung veterinärpoli=
her
Verbote mußte daher mit Vorſicht in Angriff
genommen und das Hauptaugenmerk darauf gerichtet
werden, die Grenzen in erſter Linie nicht fürleben=
es
Vieh, ſondern für friſches Fleiſch zu öffnen.
Hierfür ſprach auch die Erwägung, daß die Erleichterung
der Einfuhr von friſchem Fleiſch dem Konſum in viel
tärkerem Maße zugute kommen muß, als eine Erleich=
terung
der Einfuhr von lebendem Vieh. Die Einfuhr
von friſchem Fleiſch wird jedoch nur vorüber=
gehend
unter Aufrechterhaltung der beſtehenden Ein=
fuhrverbote
in der Form von Dispenſen geſtattet. Sie
vird auch nur für große Städte erlaubt, die als
Märkte für die Bildung der Vieh= und Fleiſchpreiſe gan=
zer
Länderteile maßgebend ſind und die Gewähr dafür
bieten, daß das Fleiſch zu einem unter behördlicher Mit=
wirkung
feſtgeſetzten möglichſt niedrigen Preiſe an die
Verbraucher verkauft wird. Erſtere Einſchränkung war
nötig, weil im Intereſſe des ſeuchenpolizeilichen Schutzes
unſerer Viehbeſtände an eine Beſeitigung der
Einfuhrverbote nicht gedacht werden kann,

die zweite empfahl ſich, weil ſie eine Verzettelung der
vorhandenen Ware auf zahlreiche Märkte und die Stei=
gerung
oder Nachfrage die ganze Maßnahme vermutlich
illuſoriſch gemacht haben würde.
Es iſt zu hoffen, daß die beteiligten Städte ihre
Wirkung noch erhöhen, indem ſie ſich zu gemeinſamem
Bezuge zuſammenſchließen. Wenn dieſe Maßnahme,
wie zu erwarten iſt, auf die unmittelbar beteiligten Märlte
eine preisdrückende Wirkung haben wird, ſo muß indirekt
dies auch den anderen Plätzen zugute kommen. Unſtreitig
wird damit den Städten eine gewiſſe Laſt aufgebürdet,
dieſe wird aber erleichtert durch die in Ausſicht genom=
mene
Ermäßigung der Eiſenbahntarife für Fleiſch und
lebendes Vieh. Den gleichen Zweck, die Unterſtützung der
Städte bei der ihnen zugewieſenen Aufgabe, ſoll die teil=
weiſe
Erſtattung des Zolles auf friſches und gefrorenes
Fleiſch haben. Die vorgeſehene Rückwirkung des betref=
fenden
Geſetzes gewährt den Gemeindeverwaltungen die
Möglichkeit von Vorbereitungen und Einrichtungen, wo=
durch
das bezogene ausländiſche Fleiſch den Verbrauchern
zu billigeren Preiſen zugeführt werden ſoll, ſchon jetzt in
der Vorausſetzung zu treffen, daß der Reichstag der Vor=
lage
der verbündeten Regierungen demnächſt zuſtimmen
wird. Durch die Erſtattung eines Teiles des Zolles
werden die Gemeinden in die Lage verſetzt, gefrorene
Hammel in größerem Umfange einzuführen, da die
Einfuhr unter Beachtung der Beſtimmungen des § 12 des
Fleiſchbeſchaugeſetzes techniſch möglich iſt und jedenfalls
bei dem Zollnachlaß in der vorgeſchriebenen Höhe wirt=
ſchaftlich
durchführbar ſein dürfte. Durch die auch nur
zeitweilige Suspenſion des § 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes
auch die Einfuhr von gefrorenen Rindern aus
überſeeiſchen Ländern zu ermöglichen, erſchien dagegen
nicht angängig. Die Einfuhr der Rinder in Hälften
und mit anhaftenden Herzen, Nieren und Lungen bietet
die einzige Möglichkeit, eine der heimiſchen Fleiſchbeſchau
annähernd gleichwertige Unterſuchung durchzuführen und
das Beſtehen gewiſſer Krankheiten feſtzuſtellen, die das
Fleiſch des befallenen Tieres geſundheitsſchädlich machen.
Zu einer weitergehenden auch nur vorüber=
gehenden
Erſchütterung unſeres ſeuchenpolizeilichen
Schutzes oder nur vorübergehenden Durchlöcherung un=
ſeres
Zolltarifs hat man ſich nicht verſtehen kön=
nen
, aus den bei ähnlichen Gelegenheiten oft erörterten
Gründen. Es iſt aber auch anzunehmen daß die in Aus=
ſicht
genommenen Maßregeln in ihrer Geſamtheit die er=
wünſchten
Wirkungen haben werden. Allerdings bedürfen
die Regierungen bei ihrer Mehrzahl einer bereitwilligen,
ſachkundigen Unterſtützung der kommunalen Selbſtverwal=
tung
. Sie geben ſich aber auch der Hoffnung hin, daß
ihnen dieſe nicht verſagt ſein wird.
Im übrigen aber iſt ſich die preußiſche Regierung
darüber klar, daß die dauernde Sicherſtellung unſerer
Fleiſchverſorgung nur durch Erhaltung und Verſtärkung
unſerer noch einer weiten Ausdehnung fähigen heimiſchen
Viehzucht erreicht werden kann. Dies mit allem Nachdruck
zu fördern, wird die vornehmſte Aufgabe der nächſten
Jahre ſein.
* Karlsruhe, 28. Sept. Die amtliche Karlsruher
Zeitung teilt die Maßnahmen mit, welche die preußiſche
Staatsregierung zur Linderung der beſtehenden Fleiſch=
teuerung
im Einverſtändnis mit der Reichsleitung be=
ſchloſſen
hat und bemerkt dazu: Die badiſche Regie=
rung
wird ſich dem Vorgehen Preußen in allen Tei=
len
anſchließen. Sie hat beſchloſſen, die Einfuhr
von Fleiſch aus dem Auslande, ſoweit eine ſolche in Be=
tracht
kommt, für die Städte Mannheim, Karlsruhe
und Freiburg, auf welche allein die Vorausſetzungen
zutreffen, zuzulaſſen, dem dem Bundesrat zugehenden Ent=
vurf
eines Geſetzes über vorübergehende Zollerleichterung
bei der Fleiſcheinfuhr zuzuſtimmen und die gleichen Eiſen=
bahntarif
=Maßnahmen wie Preußen durchzuführen.
Außerdem werde die Steuerbehörde ſeitens des Finanz=
miniſteriums
ermächtigt, für die Dauer der Fleiſchteuer=
ung
die Uebergangsſteuer zu ermäßigen. Allgemein ſei
übrigens die Einfuhr von friſchem Fleiſch aus der Schweiz
zugelaſſen, auch wenn es von in der Schweiz geſchlach=
tetem
argentiniſchem Rindvieh herrührt.

Prozeß Vorchardt=Leinert.

* Berlin, 28. Sept. Der Abgeordnete Borchardt
wurde wegen Hausfriedensbruch und Widerſtandes gegen
die Staatsgewalt zu 100 Mark, der Abgeordnete
Leinert wegen Widerſtandes zu 50 Mark Geldſtrafe
verurteilt.
In der Begründung des Urteils heißt es:
Der Gerichtshof iſt der Anſicht, der § 64 der Geſchäftsord=
nung
des Preußiſchen Abgeordnetenhauſes widerſpreche
nicht dem Geiſte der preußiſchen Verfaſſung. Jedenfalls
iſt der Präſident berechtigt, zur Aufrechterhaltung der Diſ=
ziplin
und Ordnung, die Abgeordneten aus dem Saale
zu weiſen und die Hilfe der Polizei in Anſpruch zu neh=
men
. Jeder Menſch muß ſein Individualrecht dem Rechte
der Geſamtheit unterordnen, anderenfalls könnte ein Ab=
geordneter
durch ſein Verhalten die Verhandlungen im
Parlament vollſtändig unmöglich machen. Der Präſident
des Abgeordnetenhauſes iſt auch zur Stellung eines Straf=
antrages
wegen Hausfriedensbruchs berechtigt und hat als
Präſident die Rechte des Hausherrn. Die Polizeibeam=
ten
handelten ebenfalls im Rahmen ihrer Zuſtändigkeit.
Sie waren berechtigt, da Borchardt ihnen nicht Folge lei=
ſtete
, Gewalt anzuwenden. Der Abgeordnete Borchardt
machte ſich dadurch, daß er der Aufforderung, ſich zu ent=
fernen
, nicht folgte, des Hausfriedensbruchs und, da er
den Beamten Widerſtand entgegenſetzte, ſich am Pult feſt=
ielt
, die Beine gegen die Erde ſtemmte und ſich ſchleppen
ließ, des Widerſtandes gegen die Staatsgewalt ſchuldig.
Der Gerichtshof kann die Anſicht des Verteidigers nicht
teilen, daß die Polizei nicht berechtigt war, innerhalb des
Hauſes für die Wiederherſtellung der Zucht und Ordnung
einzuſchreiten. Der Landtagsabgeordnete Leinert machte
ſich des Widerſtands gegen die Staatsgewalt ſchuldig,
weil er durch ſein Verhalten verhindern wollte, daß die
Polizei Borchardt aus dem Saale entfernte. Bei der
Strafzumeſſung iſt erwogen, daß die Angeklagten ledig=
lich
die rechtliche Frage zur Entſcheidung bringen wollten.
Es lag deshalb keine Veranlaſſung vor, auf Gefängnis=
ſtrafe
zu erkennen.

Vermiſchtes.

Die Reifeprüfungen der Nichtſchüler.
im Großherzogtum Heſſen im Herbſt 1912.
In dieſem Jahre wurden die Gymnaſiaſten in Offen=
bach
, die Realgymnaſiaſten in Darmſtadt und die
Oberrealſchüler an der alten Oberrealſchule in Offen=
bach
geprüft. Dieſe Prüfungen ſtehen in dem unver=
dienten
Ruf, ganz beſonders ſchwer zu ſein. Wenn ihre
Ergebniſſe naturgemäß ungünſtiger ſind als an den
Staatsſchulen, ſo liegen dieſer an ſich richtigen Tatſache
indere Urfachen zu Grunde. Daß die geſtellten Aufgaben
nicht allzu ſchwer ſind, beweiſt die Tatſache, daß bei der

[ ][  ][ ]

diesjährigen Prüfung die meiſten von denen, die beſtan=
den
, nicht nur ſchlechthin, ſondern mit den Noten gut und
ſehr gut in vielen Fächern beſtanden. Die Ergebniſſe der
diesjährigen Prüfungen ſind zahlenmäßig folgende: Am
Gymnaſium in Offenbach beſtanden unter 5 Prüflingen 2,
am Realgymnaſium in Darmſtadt beſtanden unter 12 Prüf=
lingen
5 Herren und 2 Damen, an der Oberrealſchule in
Offenbach beſtanden unter 14 Prüflingen, die ſich gemeldet
hatten, 5. Von den Prüflingen, die die Prüfung beſtanden
haben, waren in Offenbach (Gymnaſium) 2, in Darmſtadt
3 Herren in der höheren Privatſchule von H. Rupp in
Darmſtadt vorbereitet worden.
Die Reichsmarineſammlung. Durch
Allerhöchſte Kabinettsordre vom 21. Dezember 1901 iſt die
Einrichtung einer Reichsmarineſammlung in den Räu=
men
des Muſeums für Meereskunde in Berlin, Georgen=
ſtraße
34/36, verfügt worden. Dieſe Sammlung hat die
Aufgabe, die Geſchichte und Entwickelung der Kriegs=
marine
und ihres Perſonals zur Darſtellung zu bringen.
Sie iſt außerdem die Zentralſtelle für alle ähnlichen
Sammlungen der Kaiſerlichen Marine. Sie dient in her=
vorragender
Weiſe dazu, unſer Volk mit der Marine ver=
traut
zu machen. Sie ſoll auch gleichzeitig eine Erinner=
ungsſtätte
für alle jetzigen und einſtigen Angehörigen der
Marine ſein. Aber erſt, wenn ſie über alle Stufen der
Entwickelung der Marine, über den Lebenslauf eines
jeden einzelnen Schiffes der deutſchen und ehemals preu=
ßiſchen
Marine genaue Auskunft geben kann, wenn ſie
bemerkenswerte Ereigniſſe in Bild und Wort ſchildern,
wenn ſie wertvolle Erinnerungsſtücke dem Beſucher und
Forſcher vorlegen kann, wird ſie auch dieſen Zweck voll
erfüllen. Aufzeichnungen, Tagebuchblätter, Photographien=
ſammlungen
uſw., was mit der Entwicklung der Marine
in irgend einem Zuſammenhange ſteht, iſt hierzu beſon=
ders
geeignet. An alle früheren Angehörigen der deut=
ſchen
Kriegsmarine und an ihre Erben wird daher von
der Marine=Rundſchau die Bitte gerichtet, derartige Er=
innerungsſtücke
der Reichsmarineſammlung zu überwei=
ſen
oder zur Nachahmung, zur Abſchrift oder zu Aus=
zügen
einige Zeit zur Verfügung zu ſtellen. Die Namen
und Förderer dieſes gemeinnützigen Werkes werden in
Verbindung mit den überwieſenen Gegenſtänden dauernd
in der Reichsmarineſammlung genannt werden.
CK. Journalismus auf hoher See. Aus
London wird berichtet: Die neueſte große Tageszeitung
iſt das Cunard Daily Bulletin, das fortan nicht mehr als
kleines Blättchen mit den wichtigſten Marconi=Depeſchen,
ſondern als wirkliches großes Tageblatt erſcheinen joll.
An Bord der Luſitania erſchien dieſes Blatt während
der ganzen Reiſe über den Ozean täglich in einem Um=
fange
bis zu 16 Seiten und brachte alle Nachrichten, die
ihm aus der ganzen Welt mit Hilfe der drahtloſen Tele=
graphie
zugegangen waren. Die Schiffspaſſagiere fanden
darin die vollſtändigen Sport= und Rennberichte, ein=
gehende
Börſennotizen und alle bedeutenden Weltereig=
niſſe
; ſie erhielten auch eine illuſtrierte Seite, Theater=
notizen
, leitende Artikel über Auswanderer der Geſell=
ſchaft
und Feuilletons von bekannten Autoren. Das
Cunard Daily Bulletin, das bei den Paſſagieren der
Luſitania natürlich einen glänzenden Erfolg hatte, ſoll
in dieſer Form in Zukunft auf allen Dampfern der Linie,
die auf dem Nordatlantiſchen Ozean fahren, erſcheinen.
C.K. Das höchſte Haus der Erde. In New=
York iſt jetzt der höchſte Wolkenkratzer, das Woolworth=
Building, vollendet worden, der bis zu 780 Fuß himmel=
an
ſtrebt und eine ganze Welt für ſich in ſeinen Mauern
birgt. Die Mieter dieſes neuen Rieſenbaues bezahlen im
ganzen ungefähr eine Million Mark Miete jährlich. Das
Haus hat 50 Stockwerke mit je 400 Räumen. In dem
Haus befindet ſich eine Feuerwehrſtation, eine Rettungs=
wache
, zwei Apotheken, ein hydro=therapeutiſches Inſtitut,
zwei Bars, drei Reſtaurants, drei ärztliche Sprechzimmer,
ein zahnärztliches Inſtitut, und ſchließlich wohnt auch
eine Hebamme darin zum Empfang der künftigen Bewöh=
ner
. Der neue Wolkenkratzer iſt nach franzöſiſchen Plänen
mit franzöſiſchem Kapital erbaut, alſo kein eigentlich
amerikaniſches Produkt.

Literariſches.

Ein durch ſeine hochintereſſanten Abbildungen
allgemeines Intereſſe erweckender Aufſatz über Diaman=
ten
iſt in dem ſoeben erſchienenen erſten Heft des neuen
26. Jahrganges der illuſtrierten Zeitſchrift Zur guten
Stunde (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Ber=
lin
W. 57; Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) von
Dr. E. Carthaus veröffentlicht worden. Ueberaus inter=
eſſante
und eingehende Beſchreibungen über die Wunder
der Natur birgt das Feuilleton Meereswunder Bruno
H. Bürgel plaudert über die Merkwürdigkeiten unſeres
Auges und unſeres Sehens. Kleine Novellen, Artikel und
Gedichte ſchließen ſich an. Den Hauptleſeſtoff des Heftes

aber bilden zwei große Romane von erſten Autoren,
Beide Erzählungswerke ſind im beſten Sinne modern und
behandeln Fragen, die heute die Allgemeinheit bewegen.
Jedes Heft bringt außerdem zwei Extrarubriken Erfind=
ungen
und Entdeckungen und Für unſere Frauen die
alles Neue aus dem Gebiet der Technik, des Haus= und
Wirtſchaftsleben in Wort und Bild wiedergeben. Das
neue Heft iſt ſehr reich illuſtriert, es enthält nicht weniger
als fünf farbige Kunſtbeilagen nach Gemälden erſter
Künſtler, dazu noch mancherlei einſeitige und doppelſei=
ige
ſchwarze Illuſtrationen. Wir können unſeren Leſern
auch dieſes Jahr die Zeitſchrift beſtens empfehlen.
Reiſe des Arabers Ibn Batuta durch
Indien und China, 14. Jahrhundert. Bearbeitet
von Dr. Hans von Mzik, Wien. Gutenberg=Verlag,
Berlin W 10. Die Bibliothek denkwürdiger Reiſen die
vor einigen Jahren von dem Gutenberg=Verlag, Berlin,
mit der Herausgabe der berühmten Reiſen des Vene=
zianers
Marco Polo eröffnet wurde, bringt jetzt eine
neue Erſcheinung heraus und zwar die authentiſchen
Memoiren des arabiſchen Weltreiſenden Ibn Batuta aus
dem 14. Jahrhundert. Der Verlag hat eine dankenswerte
Aufgabe gelöſt, dieſes Werk dem deutſchen Publikum zu=
gänglich
zu machen. Das Buch iſt noch gegenwärtig
aktuell und für jeden unentbehrlich, der einen Einblick in
die tieſe Gedankenwelt des Iſlam gewinnen will. Die
Bearbeitung iſt geſchickt und wiſſenſchaftlich genau. Für
den Laien ſind eine Reihe von Anmerkungen gegeben,
die von einer vollſtändigen Beherrſchung des Stoffes zeu=
gen
und den Leſer in den Stand ſetzen, die Berichte mühe=
los
zu genießen.
Straße und Land. Münchener Auto=Reiſen
von Hanns Withalm. Mit 10 Routenkarten und
zahlreichen Kunſtdruckilluſtrationen. Preis 1 Mk. Wan=
derer
=Kollektion 1 und 2 des Verlages Verrinigte Kunſt=
anſtalten
, A.=G., München. Es ſcheint, daß den Autlern
ein lieber Führer erſtanden iſt, der auch ein ander Ding
kennt als Kilometerfreſſen und Staubſchlucken. Das neue
Buch Withalms reiſt weit und rund um München, durch
das bayeriſche Land und die Tiroler Berge. Die zehn
Karten, die trotz ihres kleinen Formates und dank ihrer
praktiſchen Anlage den Text voll ergänzen, bilden ge=
wiſſermaßen
den techniſchen Teil des Bandes und machen
ihn auch dem wertvoll, der etwa auf die Anregungen
und Einladungen des Schriftſtellers verzichtet.
Der lachende Erdball. Eine luſtige Reiſe
im Witzzuge durch aller Herren Länder. Arrangiert von
Felix Schloemp. Mit luſtigem Geleitbrief von
Hanns Heinz Ewers, nebſt zahlreichen urkomiſchen Ori=
ginalkarikaturen
von Walter Trier. Preis broſchiert
2 Mk. Der lachende Erdball iſt ein einzigartig=luſtiges
Kompendium der beſten Witze aller Völker der Erde. Die
Reiſe im Witzzuge geht zunächſt durch alle europäiſchen
Staaten über den Balkan nach Aſien, Afrika, Amerika
und Auſtralien. Ueberall werden uns die beſten Witz=
delikateſſen
der betreffenden Völker, ſoweit ſie für deut=
ſchen
Geſchmack am genußreichſten ſind, vorgeſetzt. Eine
große Anzahl drolliger Zeichnungen von Walter Trier
und ein luſtiges Geleitwort von Hanns Heinz Ewers
erhöhen den Reiz der außerordentlich luſtigen und inter=
eſſanten
Lektüre. Verlag von Georg Müller in München.
Der engliſche Korreſpondent. Handbuch
ür den engliſchen kaufmänniſchen Briefwechſel zum Selbſt=
unterricht
und zum Gebrauch an Unterrichtsanſtalten. Auf
Grund des Werkes von C. Spöhrer, Der deutſche Korre=
ſpondent
, neu bearbeitet von Tom Brown, Leiter des
Engliſh Inſtitute in Hamburg. Zweite Auflage, Klein=
oktav
8 und 221 Seiten (21. Band von Violets Globus=
Bücherei). Verlag von Wilhelm Violet in Stuttgart. In
Leinen gebunden 3 Mk. Ein treffliches Buch, an Hand
deſſen ſich jeder, der Vorkenntniſſe der engliſchen Sprache
beſitzt, durch Selbſtunterricht zum gewandten engliſchen
Korreſpondenten ausbilden kann.
Briefe eines Bankdirektors an ſei=
nen
Sohn. Einblicke in das Bank= Finanz= und Bör=
ſenweſen
, von Argentarius. Bank=Verlag, Berlin W. 57.
(Preis 1 Mk.) Der Bankdirektor, der in dieſen Briefen
ſeinen Sohn Einblicke in die eigene Werkſtatt tun läßt,
iſt entſchieden ein ebenſo kenntnisreicher wie offenherzi=
ger
Mann. Gerade in der letzten Zeit iſt die Verſuchung,
das in ehrlicher Arbeit erworbene Geld durch Börſen=
ſpekulation
und durch Ankauf zweifelhafter Wertpapiere
aufs Spiel zu ſetzen, in Deutſchland wieder lebendig ge=
worden
. Da muß ein Buch, das dem Publikum zeigt,
in welchem Maße der kleine Spekulant nur Kanonen=
futter
für die Großen und Gewiſſenloſen iſt, willkommen
geheißen werden.

Luftfahrt.

* Berlin, 28. Sept. Auf dem Flugplatz Teltow
erreichte geſtern Sablatnig auf einem Zweidecker mit

drei Paſſagieren 1120 Meter Höhe, womit er einen neuen
Weltrekord aufſtellte.
* Berlin, 30. Sept. Der Flieger Hirth, beabſich=
tigte
geſtern, nach Paris zu fliegen, mußte den Flug
aber aufgeben, weil der Motor ſeines Apparats nicht
genug zog.
* Frankfurt a. M., 27. Sept. Heute nachmittag
wurden die ſeit langer Zeit unterbrochenen Paſſa=
gierfahrten
, welche die Zeppelin=Luftſchiffe früher
vom Frankfurter Luftſchiffhafen aus unternahmen, durch
eine zweiſtündige Fahrt der Viktoria Luiſe wie=
der
aufgenommen. Die Fahrt verlief bei prächtigem
Herbſtwetter glatt. Um ¾7 Uhr war das Luftſchiff wie=
der
in der Halle geborgen.
Kaſſel, 29. Sept. Das Luftſchiff Viktoria Luiſe‟
traf heute vormittag von Frankfurt kommend hier ein
und landete nach einer Schleifenfahrt über der Stadt.
Nach dreiviertelſtündigem Aufenthalt fuhr es nach Frank=
furt
zurück.
Waſhington, 29. Sept. Zwei Offiziere, die
geſtern auf einem Militärflugzeug einen Aufſtieg unter=
nahmen
, ſind abgeſtürzt. Beide waren ſofort tot.

Die Lage auf dem Balkan.

* Konſtantinopel, 27. Sept. Jeune Ture ver=
öffezitlicht
ein Interview, das der Miniſter des
Aeußern, Noragounghian, einem Mitarbeiter des Jeune
Ture gewährte. Danach gab der Miniſter über die Lage
auf dem Balkan beruhigende Erklärungen
ab. Win haben keinen Grund, meinte er, an der Aufrich=
tigkeit
der friedlichen Abſicht des bulgariſchen Kabinetts
zu zweifeln. Wenn Bulgarien auch weiterhin eine fried=
liche
Haltung einnimmt, werden auch die anderen Balkan=
ſtaaten
das gleiche Verhalten an den Tag legen. Die
Türkei ſtudiert aus eigenem Antriebe die einzuführenden
Reformen. Sie wird einen Ausländer in ihre Dienſte
nehmen, der auf dem Gebiete der Zentral= und Provinzial=
verwaltung
eine Autorität iſt. Der Miniſter ſagte zum
Schluß, die Türkei ſei bei ihrer Reformarbeit der Sym=
pathien
und Unterſtützung der Mächte ſicher.
Paris, 28. Sept. In diplomatiſchen Kreiſen
wird verſichert, daß ein gemeinſamer Schritt der
Großmächte zur Erlangung von Bürgſchaften für die
von den Balkanſtaaten gewünſchten Reformen mehr= davon abhängig gemacht wird, daß Bulgarien, Ser=
bien
, Griechenland und Montenegro ihre Anſprüche in
einigen weſentlichen Punkten herabmindern. Die euto=
päiſche
Diplomatie iſt gegenwärtig in dieſem Sinne tätig.
Athen 28. Sept. Die der Regierung am nächſten
ſtehenden Blätter Eſtia und Patris betonen, daß die
Spannung augenblicklich auf dem Höhepunkt an=
gelangt
und eine andere Löſung als der Krieg kaum noch
zu erwarten ſei.
* Peſt 28. Sept. Der Peſter Lloyd veröffentlicht in
ſeiner Morgen=Ausgabe folgendes Telegramm aus
Sofia: Die Lage wird auf der ganzen Linie für
äußerſt geſpannt gehalten. Dies kommt auch in
einer Note des offiziöſen Mir zum Ausdruck.
* Konſtantinopel, 29. Sept. Die Mobiliſie=
rung
der Diviſionen von Mitrowitza und Uesküb zu
Uebungszwecken iſt bereits vollſtändig durchgeführt. Die
Uebungen der zehn Diviſionen werden ſechs Wochen
dauern.
Der ſerbiſche Geſandte erneuerte bei der Pforte die
Schritte wegen Herausgabe des beſchlagnahmten Kriegs=
materials
.
Der ruſſiſche Botſchafter und der engliſche Geſchäfts=
träger
hatten geſtern Nachmittag mit dem Miniſter des
Aeußern eine längere Unterredung, die viel kommentiert
wird. Wie es heißt, bezog ſich die Beſprechung auf die
Entrevue in Balmoral und auf die Notwendigkeit der in
Mazedonien geplanten Reformen.
* Konſtantinopel, 29. Sept. Nach Berichten,
die über Kreta hier eingetroffen ſind, ſoll es den Türken
gelungen ſein, 600 Mann auf Samos zu landen; weitere
800 ſollen folgen.
* Cetinje, 29. Sept. Nach einer amtlichen Mel=
dung
erwiderten der König und die Regierung auf
die freundſchaftlichen Friedensratſchläge der Vertreter
der Großmächte, Montenegro werde nichts gegen die
Wünſche der Großmächte unternehmen, jedoch hänge das
ruhige Verhalten Montenegros von dem guten Willen der
Türkei ab, an der Grenze Ordnung zu halten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 28. Sept. Unter dem Vorſitz von Profeſſor
Max von Schillings trat eine Konferenz der deut=
ſchen
Muſiker= und Tonkünſtler=Verbände zuſammen, um

Großherzogliches Hoftheater.

W-l. Am Samstag ging in der bekannten Beſetzung
der Hauptpartien nur die der Nuri war durch Frl.
Jüttner neu beſetzt d’Alberts Oper Tiefland‟
wieder in Szene. Bemerkenswert iſt, daß bei dieſer erſten
Samstagsvorſtellung, die keine Volksvorſtellung war,
das Haus vollbeſetzt war und die Oper dauernd einen
ſich gleich bleibenden ſtarken Erfolg erzielt.
Am Sonntag gelangte die erſte Operetten=Novität,
Offenbachs burleske Operette Die ſchöne
Helena zur Aufführung. Wenn der gute, alte Horaz
geſagt hat: Aut prodesse volunt aut delectare poetae,
ſo gilt dieſer Ausſpruch nur in ſeinem zweiten Teile für
die Dichter der Operetten von Offenbach bis zu Lelgir,
die ihr Publikum um jeden Preis nur ergötzen wollen,
und von dieſem Geſichtspunkte aus muß man auch die
einſt viel beliebten parodiſtiſchen Offenbachiaden beur=
teilen
. Vieles von denen in ihnen enthaltenen Anſpie=
lungen
und Perſiflagen wird von dem heutigen Publikum
wohl nicht mehr verſtanden, vielleicht auch hat man, wie
dies wohl geſchieht, nachträglich mancherlei in ſie hinein=
gedeutet
, was die Zeitgenoſſen und Offenbach ſelbſt darin
nicht geſucht und gefunden haben. Wie dem auch ſein
mag, jedenfalls kann man heute in Offenbach nicht mehr
nur den Repräſentanten der Frivolität erblicken, der eine
entſittlichende Wirkung ausgeübt hat, er parodiert nur
Stoffe, die unſerem ſittlichen und religiöſen Empfinden
meiſt fern liegen und verletzt dadurch nicht, während ſeine
viel ſchlimmeren Nachläufer auf dem Gebiete der Operette
und der Poſſe mit mehr Frivolität, aber viel weniger
Geiſt und Fähigkeiten ihre widerwärtigen geiſtreicheln=
den
Witze auf alles erſtreckt haben, was uns mit Achtung
erfüllt und erfüllen ſoll.
Die parodiſtiſche Operette Offenbachs hat keine Fort=
ſetzer
gefunden, wohl deswegen nicht, weil kein Mann
von Geiſt und Witz ſich wieder daran gewagt hat: das
Genre iſt nach ihm künſtleriſe beruntergekommen und

friſtet nur noch auf Vaudeville=Theatern und Liebhaber=
bühnen
ſein Daſein weiter. Was die Offenbachſchen
Operetten weit über das Niveau des ſogen. höheren
Blödſinns erhebt, iſt ihr muſikaliſcher Gehalt; denn Offen=
bach
war ein hochbegabter Muſiker und Komponiſt von
reichem Können, wovon er in ſeiner Oper Hoffmanns
Erzählungen einen Beweis abgelegt hat, die wie ſeine
Operette Orpheus zum ſtändigen Repertoire aller größeren
Opernbühnen gehört, während die künſtleriſche Wieder=
belebung
der Helena noch jüngeren Datums iſt.
Von ſeiner ungewöhnlichen Befähigung als Kompo=
niſt
und ſeinem hervorragenden techniſchen Können legt
auch Die ſchöne Helena Zeugnis ab. Wir verweiſen
nur auf den muſikaliſch bedeutendſten 2. Akt mit dem
brillanten Liebesduett und dem effektvollen Schluß=
enſemble
, auf die Koloraturarie im 3. Akte und die ein=
zelnen
, den Stil der großen Oper köſtlich parodieren=
den
Nummern, obwohl ſich in dieſen Traveſtieen mehr
Witz als originelle Erfindung und ſelbſtändiges Schaffen
bekundet.
Dieſen ihren muſikaliſchen Vorzügen und der glän=
zenden
Aufmachung verdankte die Operette bei ihrer
heutigen Aufführung ihren ſtarken Erfolg. Die Inſze=
nierung
der Operette, bei der man ſich von allen veralte=
ten
Traditionen frei gemacht hatte, iſt als eine künſt=
leriſche
Tat zu bezeichnen. Die Szenen waren im Gegen=
ſatz
zu der Operette nicht auf den parodiſtiſchen, ſondern
ganz auf den ernſten Ton geſtimmt und wirkten rein
künſtleriſch und mit ihren plaſtiſchen Dekorationen ( Säu=
len
, Hecken, Bäumen ꝛc.) und ihren Beleuchtungseffekten
ganz wundervoll. In erſter Linie ſind dieſe, einen aus=
erleſenen
Geſchmack und feines Stilgefühl verratenden
neuen Bühnenbilder wohl dem neuen Regime zu ver=
danken
, ihre Geſtaltung iſt aber den Herren Kempin
und Schwerdtfeger, wie alle bisherigen Neuinſze=
nierungen
, vortrefflich gelungen.
Dieſes Lob, das den Meiſtern ihres Faches gebührt,
ſoll dadurch nicht eingeſchränkt werden, wenn wir be=

haupten, daß die Situation und die Koſtüme in der
Liebesſzene des zweiten Aktes doch die äußerſte Grenze
deſſen darſtellen, was auf einem Hoftheater zuläſſig er=
ſcheinen
muß.
Die Aufführung ſelbſt darf als höchſt gelungen be=
zeichnet
werden, zumal, wenn man in Berückſichtigung
zieht, daß unſer Künſtlerperſonal auf den Operettenſtill
nicht eingeſchult iſt. Herr Globerger war ein
ſchmucker und famoſer Paris, deſſen hübſcher Erſcheinung
Geſang und Spiel entſprachen, Frau Kallenſee ſang
die Partie der Helena mit der ihr eigenen Sicherheit und
mit Geſchmack, in der dankbaren Rolle des Oberaugurs
Kalchas erntete Herr Jordan reichen Beifall, nicht
minder Herr Jürgas der die Rolle des Troddels
Menelaus köſtlich und ſehr ſtilvoll durchführte. Den
grimmigen Agamemnon verkörperte Herr Schützen=
dorf
ſehr komiſch, in der Rolle des Oreſtes debutierte
Frl. v. Blank die als Nachfolgerin von Frl., Grünberg
engagiert worden iſt, nachdem das Engagement von Frl.
Dorſch leider rückgängig gemacht worden iſt, mit Glück;
als Achilles bewährte ſich Herr Thomſon gut, Frau
Müller=Rudolph hätte als Klytemnaeſtra mehr
Karikatur ſein dürfen, recht gelungen waren die beiden
Ajaxe der Herren Bernhardt und Peterſen. Das
weibliche Gefolge und die Damen des Balletts, ſämtlich
n neuen und ſtilvollen Koſtümen, trugen durch Geſänge
und Tänze zur Belebung der Szene und der Handlung
in hervorragender Weiſe bei.
Die Regie führte Herr Oberregiſſeur Valdek, dem
ein Hauptverdienſt an dem Erfolge des Abends gebührt,
am Dirigentenpulte debutierte der neue jugendliche Kapell=
meiſter
Herr Kleiber, der die Aufführung mit ebenſo=
viel
Begeiſterung und Hingabe, wie glänzendem Erfolge
leitete und ſeinen Befähigungsnachweis für noch größere
Aufgaben erbracht hat.
Das Haus war ausverkauft und das Publikum in
beifallsfreudigſter Stimmung.

[ ][  ][ ]

über die Gründung einer ſtaatlich anerkannten ſtändiſchen
Vertretung, einer Muſik=Kammer, zu beraten.
* Berlin, 29. Sept. Die anläßlich der Teuerung
heute einberufenen fünf ſozialdemokratiſchen Verſamm=
lungen
waren ſchon vor Beginn überfüllt. Ueberall wurde
die gleiche Reſolution angenommen, in der proteſtiert
wird, daß die Regierung den Reichstag nicht einberuft
und keine Maßnahmen zur Linderung der Teuerung trifft.
Nach Beendigung verſuchte eine Anzahl der Teilnehmer
nach den Linden zu ziehen, was infolge der Abſperrungs=
maßregeln
der Polizei mißlang. Zu einem Zuſammen=
ſtoß
iſt es nirgends gekommen.
* München, 30. Sept. Der Beichtvater des Prinz=
zegenten
, Stiftsprobſt Ritter von Türk, iſt, 87 Jahre alt,
geſtorben.
Füſſen, 29. Sept. Der Landtagsabgeordnete Roll=
wagen
=Augsburg (Soz.), der geſtern einen Ausflug in
die Muſauer Alpen unternommen hatte, iſt bei einer
Tour auf den Schartſchrofen, wahrſcheinlich in einer
Höhe von 400 Metern abgeſtürzt. Der Leichnam
wurde im Steinkar vollſtändig zerſchlagen aufgefunden.
* Köln, 29. Sept. Der Verband der Deutſchen
Krankenkaſſen, der auf nationaler Grundlage ſteht,
hat ſich hier konſtituiert. An der Gründung beteiligten
ſich die dem deutſchen nationalen Arbeiterkongreß ange=
hörenden
Arbeiterorganiſationen und die deutſchen Ge=
werkvereine
Hirſch=Dunker.
* Leipzig, 28. Sept. Die dritte Strafkammer
des Landgerichts verurteilte den Lokomotivführer
Mirgner aus Reichenbach im Vogtland, der am
19. Juni das Eiſenbahnunglück bei Gaſchwitz ver=
urſachte
, wobei drei Perſonen getötet und 28 teils ſchwer
verletzt wurden, wegen Gefährdung eines Eiſenbahn=
transportes
, fahrläſſiger Tötung und Körperverletzung
zu 1¼ Jahren Gefängnis. In der Verhandlung wurde
feſtgeſtellt, daß die Signaleinrichtungen auf dem Bahnhof
Gaſchwitz vollkommen in Ordnung waren und Mirgner
das Halteſignal überſuhr.
Schwerin, 29. Sept. Die Großherzogin iſt
heute nacht im Schloß Ludwigsluſt von einem Prinzen
glücklich entbunden worden.
Kiel, 28. Sept. Heute mittag erfolgte in Anweſen=
heit
der Prinzeſſin Heinrich von Preußen und des
Prinzen Waldemar, der Stadtbehörden und Abordnungen
plattdeutſcher Vereine die Einweihung des zur Erinne=
rung
an Klaus Groth am Ufer des kleinen Kiel er=
richteten
Brunnens, eine Schöpfung des hieſigen
Bildhauers Mißfeldt, ſtatt. Unter den Anweſenden
befand ſich auch der Sohn des Dichters mit ſeiner
Familie.
* Breslau, 28. Sept. Das frühere langjährige Mit=
glied
des Reichstags und Abgeordnetenhauſes, Wirklicher
Geheimer Rat Graf von Limburg=Stirum (konſ.)
iſt geſtern nachmittag auf ſeinem Gute Groß=Peterwitz
geſtorben.
* Beuthen (Oberſchleſien), 28. Sept. Nach zwei=
tägiger
Verhandlung wurde das Urteil über die Ban=
diten
Grabarczak und Sucholewski, die am 21. Dezember
1909 in Gemeinſchaft mit dem Banditen Radwan, der
im Januar 1912 in Irkutsk wegen eines Mordes ge=
hängt
worden war, den Banküberfall in der
Mislowitzer Filiale der Bank von Köhler und
Janiszewski verübten, gefällt. Grabarczak wurde wegen
Raubes unter erſchwerenden Umſtänden zu 15 Jahren
Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverluſt, Sucholewski zu
15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Rom, 29. Sept. Die Agenzia Stefani meldet
aus Miſtrata vom 28. September: Früh morgens unter=
nahm
der Feind einen Angriff gegen die italieniſchen
Verſchanzungen. Er wurde durch das Feuer der
Italiener zurückgeſchlagen und befand ſich um 2 Uhr
nachmittags in vollem Rückzug auf Gheran. Die Ver=
luſte
ſollen beträchtlich ſein. Die Italiener hatten
3 Tote und 17 Verwundete, darunter 2 Schwerverwundete.
* Venedig, 29. Sept. Der Dampfer Schleswig
des Norddeutſchen Llotzd hat heute vormittag bei pracht=
vollem
Wetter gut beſeßt ſeine erſte Reiſe nach
Venedig=Alexandrien angetreten. Unter den
Paſſagieren befindet ſich Lord Kitchener, der nach be=
endetem
Urlaub nach Aegypten zurückkehrt.
Paris, 28. Septbr. Marineminiſter Delcaſſé
richtete an den Generalrat des Finiſtére=Departements
ein Schreiben, in dem er ausführte, daß die Flotten=
konzentrierung
im Mittelmeer die Ver=
vollſtändigung
der im Auguſt 1911 und im Juni 1912
getroffenen Maßnahmen darſtelle. Dieſe von den höchſten
militäriſchen Stellen geforderte und von ihm wiederholt
im Parlament angekündigte Maßnahme entſpreche dem
gebieteriſchen Grundſatz, daß die Konzentrierung der
aktiven Streitkräfte in jenem Meere vollzogen werden
müſſe, wo ſich die größeren nationalen Intereſſen
Frankreichs befänden. Aber die Regierung dürfe keines=
wegs
den Ozean vergeſſen. Abgeſehen von der Flotten=
macht
, welche infolge der Notwendigkeit einer gründ=
lichen
Schulung alljährlich dorthin entſandt werden
wird, werde die Regierung daſelbſt ſchon im nächſten
Jahre ſieben Panzerkreuzer belaſſen, aus denen ſofort
nach Bewilligung des Geſetzes über die Marinerekruier=
ung
das zweite leichte Geſchwader gebildet werden ſoll.
Ferner würden zahlreiche Fiottillen von Torpedoboots=
zerſtörern
und Unterſeebooten dorthin entſandt werden,
die gegenwärtig in den Arſenalen und auf den Privat=
werften
im Bau begriffen ſeien. Andererſeits würden
gerade jetzt beträchtliche Arbeiten in Breſt ausgeführt,
darunter neue Docks, zahlreiche Magazine und ein
Munitionslager, wie ja denn auch die Breſter Werften
zwei Panzerſchiffe von mindeſtens 24000 Tonnen auf
dem Helling haben und bis zur Durchführung des noch
vergrößerungsfähigen Schiffsbauprogramms ſtets auf
dem Helling haben werden. Der Generalrat könne da=
raus
entnehmen, daß die Regierung weit davon entfernt
ſei, die Bretagne zu vernachläſſigen.
* Paris, 29. Sept. (Agence Havas.) Poincaré demen=
tiert
das angebliche Interview das in der italieniſchen
Zeitung Stampa von Cortina, dem Herausgeber der Ni=
viſta
Politica Parlamentare, veröffentlicht wurde. Poin=
caré
beſchränkte ſich in der jüngſt gewährten Unterredung
darauf, zu ſagen, daß die Zuſammenziehung der fran=
zöſiſchen
Flotte im Mittelländiſchen Meer eine ſeit lan=
gem
angekündigte Maßnahme ſei, die von ausſchließlch
maritimen Erwägungen geboten ſei. Jede andere dem
Miniſterpräſidenten zugeſchriebene Aeußerung iſt unrichtig.
* Bordeaux, 28. Sept. Die ausſtändigen
Matroſen des Dampfers Burdigale haben
ſich mit Ausnahme von zehn Mann an Bord zurück=
begeben
. Die Burdigale geht morgen von Bordeaux
ab. Da die verſprochenen Verbeſſerungen nicht vor der
erſten Reiſe ausgeführt werden können, ſoll dieſe mit
der gegenwärtigen Einrichtung ſtattfinden. Der Dampfer
Liger derſelben Geſellſchaft iſt heute morgen ohne
Zwiſchenfall nach dem La Plata abgegangen.
* Calais, 29. Sept. Ein Feuer zerſtörte den achtzig
Meter langen Speicher der Handelskammer. Der Scha=

den beläuft ſich auf 500000 Franken. Die Hälfte davon
machen Immobilien aus.
* Madrid, 28. Sept. Der franzöſiſche Botſchafter
überreichte dem Miniſter des Aeußern, Garcia Prioto,
die Antwort Frankreichs auf den ſpaniſchen Vor=
ſchlag
betreffend die Erhöhung der Zölle auf Tranſit=
waren
in Marokko. Die Antwort enthält ferner Vor=
ſchläge
über die Geſtaltung der Abrechnung.
* Madrid, 29. Sept. Der Nationalverband der
Eiſenbahnangeſtellten proklamierte mit 2686 gegen 84
Stimmen den Streik.
* London, 28. Sept. Der geſtern wegen der
Schießerei in der Bardes Hotels Horeshoe
verhaftete Titus ſoll, wie es jetzt heißt, kein Deutſch=
Amerikaner, ſondern ein Rumänier ſein. Er ſelbſt konnte
bisher noch nicht vernommen werden, da er infolge der
Mißhandlungen ſeitens der Volksmenge bei ſeiner Ver=
haftung
noch nicht vernehmungsfähig iſt.
* London, 29. Sept. Wie bekanntgegeben wird, iſt
an Bord des engliſchen Dampfers Bella Ilſa der am
10. September aus Hamburg auf dem Tyne eintraf, ein
Peſtfall vorgekommen. Ein Schiffsjunge, der am 10. Sep=
tember
erkrankte, iſt am 18. September geſtorben. Die
bakteriologiſche Unterſuchung ergab Peſt. Ein zweiter
Schiffsjunge, der erkrankt war, ehe das Schiff von Ham=
burg
auslief, war am 4. September in Hamburg geſtor=
ben
. Ein dritter wurde auf der Höhe von Cuxhaven krank
und liegt jetzt im dortigen Krankenhaus. Wahrſcheinlich
handelt es ſich auch in dieſen beiden Fällen um Peſt.
Auf dem Tyne ſind alle Vorſichtsmaßregeln getroffen
worden.
*Balmoral, 29 Sept. Die Konferenzen haben
ihren Abſchluß erreicht. Miniſter Saſonow und Sir Ed=
ward
Grey ſind von Balmoral abgereiſt. Saſonow wird
bis Mitte nächſter Woche in England bleiben und eine
Anzahl privater Beſuche abſtatten. Ein Comuiqué über
die Konferenzen iſt nicht herausgegeben worden. Eve=
ning
Standard erklärt, daß ein ſolches nicht erfolgte.
* Belfaſt, 29. Sept. Sir Edward Carſon, Haupt=
leiter
der heutigen Kundgebungen gegen Home=
rule
, iſt geſtern abend im Schiff nach Liverpool abge=
reiſt
. Ein Fackelzug begleitete ihn zum Hafen, eine
große Menſchenmenge brachte ihm laute Huldigungen
dar. Bevor Carſon das Schiff beſtieg, erklärte er, er
wiſſe nicht, wie er nach Belfaſt zurückkehren werde. Sein
Wunſch ſei, in Frieden zurückzukehren, aber wenn es
gelte, zu kämpfen, werde er dem Kampf nicht ausweichen.
Bis auf einige unbedeutende Zwiſchenfälle beim Fuß=
ballſpiel
iſt der Tag ruhig verlaufen.
Kopenhagen, 29. Sept. Das ruſſiſche Ge=
ſchwader
iſt heute früh abgedampft.
Fez, 29. Sept. Der Sultan verließ Fez geſtern
vormittag. General Gourand begleitet ihn bis Mekines.
Schanghai, 29. Sept. Eine Pulverexploſion
ereignete ſich am 19. September im Pulvermagazin zu
Faucheng (Provinz Hupeh). Das Magazin und die
umliegenden Häuſer wurden zerſtört, über 100 Menſchen
ſind getötet worden. Felsſtücke wurden über den
Hankiangfluß 500 Yards weit geſchleudert.
* Tſingtau, 29. Sept. Dr. Sunyatſen iſt von
den Chineſen begeiſtert empfangen worden. Prinz
Heinrich von Preußen und der Gouverneur empfingen
ihn inoffiziell.

Berlin, 28. Sept. Heute früh wurden die drei 23
bis 25 Jahre alten Töchter des Kaufmanns Arndt in
der Franſecky=Straße in ihren Betten ſchwer krank
aufgefunden. Gleichzeitig wurde eine Treppe tiefer
das 17jährige Dienſtmädchen eines Schneidermeiſters in
ihrem Bette tot aufgefunden. (In ihrer Kammer waren
beide Gashähne geöffnet. Das Gas war in die Wohn=
ung
des Kaufmanns Arndt gedrungen und hatte die
Töchter betäubt. Es gelang, ſie wieder ins Leben zurück=
zurufen
.
H. B. Berlin, 28. Sept. Heute vormittag 9½ Uhr er=
folgte
in dem großen Lagerhauſe Spreehaus in der
Wuſterhauſener Straße eine Exploſion, die einen
Brand in den Lagerräumen der Speditionsfirma M.
Braſch u. Ko. zur Folge hatte. Die Exploſion hatte eine
derartige Gewalt, daß die ſchweren eiſernen Rolläden
der Ladentür nach außen durchgebogen wurden. Eine
rieſige Stichflamme durchſchlug ſämtliche Fenſter im
Parterre und dann von außen die Fenſter der darüber
liegenden vier Geſchoſſe. Die Feuerwehr konnte den
Brand bald löſchen. Zum Glück waren zurzeit der Ex=
ploſion
die Arbeiter gerade beim Frühſtück in der Kan=
tine
. Nur ein Lehrling wurde leicht verletzt.
H. B. Dresden, 28. Sept. Der ſozialdemokratiſche
Landtagsabgeordnete Karl Sindermann, der vom
Schöffengericht wegen öffentlicher Beleidigung des deut=
ſchen
Offizier=Korps, begangen in einer Dresdener Ver=
ſammlung
, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden
war, wurde von der Berufungs=Inſtanz zu 2 Mona ten
Gefängnis verurteilt. Die Strafe iſt alſo auf
die Hälfte herabgeſetzt.

Newöse Schulkinder
würde es nicht mehr geben, wenn jede
Mutter ihren schulpflichtigen Lieblingen
als tägliches Frühstücksgetränk Kasseler
Hafer-Kakao (Nur echt in blauen Kartons
für 1 M., niemals lose!) reichen würde.
Systematische Stärkung und Kräftigung
des Körpers schützt am besten gegen
Geistige Gberanstrenaund.

(VI 2169
Nehmen Sie
täglich ein Likörgläschen Dr. Hommel’s
Haematogen unmittelbar vor der Haupt-
mahlzeit
! Ihr Appetit wird reger, Ihr Ner-
vensystem
erstarkt, die körperlichen Kräfte
werden gehoben. Warnung: Man verlange
ausdrücklich den Namen Dr. Hommel.

überall im Ge=
Eickid-Reizen brauch! Wun
derbares Licht,
rinnen nicht, riechen nicht. Guß leicht beſchädigte billiger.
Pak. 65 u. 45 von Franz Kuhn, Chemische Werke, Mürnberg.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. am weißen Turm.
V17266

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, gute Tante und Couſine
Elisabethe Dittmann
Großherzogl. Hess. Balletmeisterin i. P.
nach kurzem Leiden, wohlvorbereitet durch den
Empfang der heiligen Sakramente, Samstag,
28. September, in ein beſſeres Jenſeits abzu=
rufen
.
(20352
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, 1. Okt.,
nachmittags 3 Uhr, vom Barmh. Schweſtern=
haus
, Nieder=Ramſtädterſtraße 30 aus.
Der Trauergottesdienſt wird gehalten am
Mittwoch, 2. Oktober, früh 8¼ Uhr in der
St. Ludwigskirche.

Todes=Anzeige.
. Vorgeſtern abend verſchied ſanft nach
längerem Leiden unſere liebe Mutter, Groß=
mutter
, Schweſter und Tante
(20351
Frau M. Kühn Witwe
im Alter von 73 Jahren.
Darmſtadt, den 29. September 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag
3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſpreche
unſeren tiefgefühlteſten Dank aus.
(20352
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Else Raab.
Darmſtadt, den 28. September 1912.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines unvergeßlichen Gatten,
unſeres Vaters, Großvaters und Schwiegervaters
Herrn Christian Schlegel
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Stadtpfarrer
Dr. Diehl für die troſtreichen Worte am Grabe,
der Krankenſchweſter für die liebevolle Pflege, dem
Kriegerverein Haſſia, ſowie allen Freunden und
Bekannten für die zahlreichen Blumenſpenden
unſeren tiefgefühltſten Dank.
(20325
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 28. September 1912.

Tageskalender.

Religiöſer Vortrag von E. Schumacher um 8½
Uhr Waldſtraße 18.
Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der Mathil=
denböhe
(geöffnet von 106 Uhr).
Konzert um 8 Uhr im Singſpielhaus Metropol.

Verſteigerungstalender.

Dienstag, 1. Oktober.
Hofreſike=Verſteigegung des Heinrich Schäfer
(Heidelbergerſtraße 130 und Moosbergſtraße 94) um
10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Verpachtung von Hofjagden um 2 Uhr im
Fürſtenſaal

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
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Dr. Kayser, lügelstr. 6.
Dr. Kolb, S.=R., Riedeselstr. 23.
Dr. Langsdorf, Hügelstr. 11.
Dr. Schneider, Wenckstr. 10.
Dr. Staudinger, Heinrichstr. 94.
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Zu die Groſſ. Zirgerneiſereien der Landgeneinden des Kries.

Inſofern aus Anlaß von Einquartierungen in Ihren Gemeinden Quartier= und
Naturalleiſtungen (Gewährung von Mundverpflegung, Lieferung von Fourage und
Leiſtung von Vorſpann) ſtattgefunden haben und die Vergütungen hierfür ſeitens
der Truppenteile nicht bezahlt worden ſind, empfehlen wir Ihnen, die ſeitens der
Truppenteile ſtatt deſſen ausgeſtellten Anerkenntniſſe umgehend und ſpäteſtens bis
1. k. Mts. hierher einzuſenden, damit die Entſchädigung zuſtändigen Orts liquidiert
werden kann.
(20026ds
Darmſtadt, den 21. September 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 10. Auguſt 1912 ( Amtsverkündigungs=
blatt
Nr. 96, 97 und 98) bringe ich gemäß § 15 der Wahlordnung für die Wahl der
Vertrauensmänner nachſtehend die bei mir eingegangenen gültigen Vorſchlagsliſten
zur allgemeinen Kenntnis.
Da von den Arbeitgebern nur eine Vorſchlagsliſte eingereicht worden iſt, ſo
findet für dieſe Gruppe keine Wahl ſtatt. Die in der Vorſchlagsliſte verzeichneten
Perſonen gelten gemäß 3 16 der Wahlordnung in der Reibenfolge des Vorſchlags
als gewählt.
Darmſtadt, den 27. September 1912.
(20330oi
Der Wahlleiter:
Dr. Michel, Großh. Kreisamtmann.
Vorſchlagsliſte A der Arbeitgeber für die Wahl der Vertrauensmänner und
Erſatzmänner für die Angeſtellten=Verſicherung.
1. Juſtus Hildebrand,
Brauereibeſitzer, i. F. Exportbrauerei J. Hildebrand,
Pfungſtadt.
2. Philipp Harth,
Rechnungsrat, Vorſitzender des Vorſtandes der ſtaat=
lichen
Betriebskrankenkaſſe, Vertreter des Heſſ. Staates,
wohnhaft in Eberſtadt.
3. Heinrich Schulz,
Großhändler, i. F. Heinrich Schulz, Pfungſtadt.
4. Karl Dörr,
Fabrikant, i. F. Wacker & Dörr, Hartgummiwaren,
Ober=Ramſtadt.
5. Max Freund,
Fabrikant, i. F. Max Freund, Zigarrenfabrik in Pfung=
ſtadt
, wohnhaft in Darmſtadt.
6. Heinrich Eiſenbach, Detailhändler, i. F. Heinrich Eiſenbach, Spezerei= und
Delikateſſenhandel, Eberſtadt.
7. Balentin Metz,
Geſchäftsführer der Firma J. Hilzs, Brauerei, Eberſtadt.

6. Zudwig Aungeſr 12, f. F. Ludwig Rungſer, Danpfziegelet.
Pfungſtadt.
Bauunternehmer, i. F. Franz Simon, Eberſtadt.
9. Franz. Simon,
Georg Fey XVI.
Vorgeſchlagen von:
H. Haſſenzahl Sohn.
Heinrich Schüller VI.
Ludwig Nungeſſer.
Georg Preß.
Adolf Rieſterer.
Vorſchlagsliſte A der Freien Vereinigung für ſoziale Verſicherung für Privat=
angeſtellte
im Landkreis Darmſtadt.
1. Johann Georg Raab, Parteiſekretär in Pfungſtadt.
2. Heinrich Schydlowsky, Lagerhalter in Weiterſtadt.
3. Georg Schüler IV., Bürogehilfe in Griesheim.
4. Wilhelm Stumpf, Ingenieur in Arheilgen.
5. Heinrich Funk, Bürovorſteher in Griesheim.
6. Chriſtian Dehmer, Lagerhalter in Eberſtadt.
7. Hermann Rupprecht, Verichterſtatter in Eberſtadt.
8. Peter Berneiſer Werkmeiſter in Ober=Ramſtadt.
9. Philipp Höhl, Lagerhalter in Pfungſtadt
Vorgeſchlagen von: Johann Georg Raab in Pfungſtadt.
Georg Schüler IV. in Griesheim.
Heinrich Funk in Griesheim.
Philipp Höhl I. in Pfungſtadt.
Chr. Dehmer V. in Eberſtadt.
Vorſchlagsliſte B des Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbauds
und Deutſchen Werkmeiſter=Verbands.
1. Ludwig Sattler, Handlungsgehilfe, Eberſtadt, Schwanenſtraße 3.
2. Heinrich Delp, Werkmeiſter, Eberſtadt, Louiſenſtraße 5.
3. Joſt Schuhmacher, Buchhalter, Pfungſtadt, Kirchſtraße 15.
4. Eurt Gebhardt, Buchhalter, Eberſtadt, Weinſtraße 18.
5. Wilhelm Hammann, Bürgermeiſtereigehilfe, Arheilgen, Gr. Bachſtraße 31.
6. Philipp Raab, Werkmeiſter, Pfungſtadt, Fabrikſtraße 25
7. Franz Trautmann, Handlungsgehilfe, Ober=Ramſtadt, Darmſtädterſtraße.
8. Adam Küfner, Handlungsgehilfe, Eberſtadt, Georgſtraße 17.
9. Joh. Gg. Lutz, Werkmeiſter, Arheilgen, Untere Mühlſtraße 14.
Borgeſchlagen von: Philipp Wörner, Eberſtadt. Darmſtädterſtraße 28.
Georg Rettig, Eberſtadt, Alte Darmſtädterſtraße 22.
Ludwig Becker, Eberſtadt, Georgſtraße 29.
Ludwig Sattler, Eberſtadt, Schwanenſtraße 3.
Adam Küfner, Eberſtadt, Georgſtraße 17.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1. Spitzhund, 1 Pinſcher, 2 Hofhunde. 1 Pinſcher,
1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigen=
tümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteige=
rung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(20315

Städtiſcher Fiſchmarkt.

Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber Don=
nerstag
und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den Verkaufs=
ſtänden
angeſchrieben.
(20343a
Darmſtadt, den 28. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Verſteigerungs=Anzeige.

Mittwoch, den 2. Oktober d. Js., vormittags 11Uhr,
ſollen im Verſteigerungslokal Waldſtraße 21, Hinterhaus, folgende
Gegenſtände zwangsweiſe gegen bar verſteigert werden:
1 Pkanino, 1 volſt. Bett, 1 zweitür. Kleiderſchrank, 1 Sofa,
10 tr. Defen, 3 Schreibtiſche, 1 Glasſchrank und div. Gläſer=
Darmſtadt, den 27. September 1912.
(20316oim
Wieser, Pfandmeiſter.

Großherpgl. Zaüde=Heil= und Pegeanſtalt
Philippshoſpital bei Goddelau.

Für die Großh. Landes=Heil= und Pflegeanſtalt Philipps=
hoſpital
bei Goddelau ſoll als Bedarf für die Zeit vom 1. April 1913
bis Ende März 1914 auf dem Wege des öffentlichen Anerbietens zur
Lieferung vergeben werden:

1. 7450 Meter Baumwollzeug
und Orford,
Bettbarchent,
2. 200
Druckzeug,
3. 1500
Kattun,
4. 3800
Sarſenet,
5. 2200
Schirting,
6. 500
Drell, verſchiede=
7. 1900
ner Qualität,
Leinwand,
8. 11900

9. 760 Meter Wollentuch, Bux=
kin
, Sommer=
zeug
und Tuch=
kaſſinet
,
10. 300 Kilo Wollegarn, farbig,
11. 200 Meter Gummiſtoff,
50 Stück Betteppiche,
13. 120 Sacktücher,
14. Knöpfe, Zwirn, Schnur, Hoſen=
träger
, Kappen, Unterjacken,
Handtücher und Servietten,
15. 30 Meter Putlumpenzeug.

Die in Anlage A. des Erlaſſes der Großherzoglichen Mini=
ſterien
vom 16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend, ent=
haltenen
Bedingungen für die Bewerbungen um Arbeiten und Lieſe=
rungen
, ſowie die hieſigen Lieferungsbedingungen und Muſter liegen
auf dem Geſchäftszimmer des Unterzeichneten am 9., 10. und 11. Okto=
ber
ds. Js., vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2
bis 4 Uhr, offen. Die Bedingungs=Formulare können zum Preiſe
von 1 Mark und die Angebotsformulare für 20 Pfennig bezogen
werden. Angebote ſind verſchloſſen und verſehen mit der Aufſchrift:
Angebote zu der am 25. September ausgeſchriebenen Lieferung‟,
bis zum 25. Oktober ds. Js., vormittags 10 Uhr, entweder
durch die Poſt einzureichen oder in den Verdingungskaſten einzulegen.
In den Angeboten ſind die Bedingungen anzuerkennen.
(20298
Zuſchlagsfriſt 18 Tage.
Die einzureichenden Warenmuſter müſſen getrennt von den
Angeboten verpackt und mit der Aufſchrift: Muſter zum Angebot
verſehen werden.
Goddelau, am 25. September 1912.
Großh. Direktion der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt
Philippshoſpital bei Goddelau.
J. A.: Stroh, Rechnungsrat.

und Vermögens-
Hauser-verwaltung. werd.
gewissenh. u. diskret übernom.
Kaution kann gestellt werden
B. Baer, Landwehrstr. 18. Tel. 1 145. (19829a

Tunge fette Hatermastgäuse. 712
Pfd., à Pfd. 5055 Pf., Enten 65
Pf., saub. gerupft. Vers. geg. Nachn.
Fr. Barsuhn, Gr. Heinrichsdorf
b. Gr. Priedriehsdorf Oatpr (*7570

Mermnrzt Feritgemg,

Die am 24. ds. Mts. ſtattge=
habte
Verſteigerung der Dickwurzel
auf der Pallaswieſe iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine ſind bei der
Stadtkaſſe erhältlich und müſſen
bis zum 10. komm. Monats abge=
holt
ſein.
(20324ol
Darmſtadt, 25. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.

Bekanntmachung.

Montag, 11. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr.
ſoll die den Schuhmachermeiſter
Wilhelm Deichert Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flür Nr. am
II 9971/100 138/10 Hofreite
Wieners=
ſtraße
40,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K45/12
verſteigert werden.
Wenn andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird
Genehmigung der Verſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das ein=
gelegte
Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 27. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20320

Bekanntmachung.

Montag, 14. Oktober I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Ingenieür Friedrich
Vorchert zu Frankfurt am Main,
im Grundbuch hieſiger Gemarkung
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
22 611/1000 322/10 Hofreite
Viktoria=
ſtraße
,
n unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K4415
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 27. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (V18324
älteſter Gerichtsmann.

Bekanntmachung.

Montag, 14. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Weißbindermeiſter Karl
Blümlein dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 1002¾/10 688/10 Hofreite
Darmſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K76/12
Darmſtadt, 29. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (V18323
älteſter Gerichtsmann,

11 Monate,
Sch. Zwergpinſch., zu verk.
*6973ido)
Pareusſtraße 9.

Schwarze Katze und grauer
Kater zu verſchenken (*7551
Neue Ireneſtraße 12, pt.

Maßnahmen gegen die allgemeine Teuerung.
Fiſch=Kochkurſe.

Auch in dieſem Jahre ſollen wieder beſondere Kurſe eingerichtet
werden, in welchen Frauen und erwachſene Mädchen unentgeltlich
die Zubereitung der verſchiedenſten Fiſchgerichte erlernen können.
Die Kurſe werden abgehalten in den Küchen der Haus=
wirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule in der Rundeturm=, Lager=
haus
= und Hermannsſtraße. Jeder Kurſus wird 4 Uebungstage
zu je drei Stunden umfaſſen, die je nach Wahl in die Zeit von
36 Uhr nachmittags oder 710 Uhr abends verlegt werden können.
Die hergeſtellten Gerichte werden jedesmal am Schluſſe des
Unterrichts von den Teilnehmerinnen in gemeinſamer Mahlzeit verzehrt.
Alle, die ſich an den Kurſen beteiligen wollen, in erſter Linie
diejenigen, denen das im Vorjahr nicht möglich war, werden erſucht,
ſich Dienstag, den 1. Oktober, zwiſchen vier und fünf Uhr nach=
mittags
oder ſieben bis acht Uhr abends in der Küche der Ab=
teilung
1 der Hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule, Runde=
turmſtraße
11, bei dem Leiter der Anſtalt anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt eine Einſchreibgebühr von 10 Pfg.
zu entrichten, welche dazu dienen ſoll, die Koſten der ſpäteren Benach=
richtigung
der Teilnehmerinnen über Kurſusanfang pp. zu decken.
Weitere Koſten erwachſen nicht.
Darmſtadt, den 24. September 1912.
(20016dso
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Bekanntmachung.

Herr Ingenieur Heinrich Uhrig
in Darmſtadt iſt aus der Firma
Chemiſche Fabrik Uhrig & Kieſe=
walter
in Pfungſtadt ausgeſchie=
den
und iſt die offene Handels=
geſellſchaft
mit dem heutigen Tage
aufgelöſt. Herr Ingenieur Albin
Kieſewalter in Pfungſtadt führt
das Geſchäft unter der ſeitherigen
Firma und unter Uebernahme
aller Aktiven und Paſſiven der=
ſelben
als Einzelkaufmann weiter.
Eintrag in das Handelsregiſter iſt
(20321
erfolgt.
Darmſtadt, 25. September 1912.
Graßherzogliches Amtsgericht II.

Seſantnachunt.

In unſer Handelsregiſter wurde
heute eingetragen die offene Han=
delsgeſellſchaft
unter der Firma
Gräger & Schaab in Pfung=
ſtadt
. Geſellſchafter ſind Hermann
Gräger und Heinrich Schaab von
da. Jeder Geſelſchafter iſt zur
Vertretung der Firma berechtigt.
Angegebener Geſchäftszweig:
(20322
Emallierwerk.
Darmſtadt, 24. September 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Meäntnachung.

Für den Verkauf des Holzes in
dem Holzhofe dahier ſind folgende
Preiſe pro Rm. bis auf weiteres
feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10
Kiefern=Scheiter I. Kl. 10
II. Kl. 8
Scheiter II. Kl. beſtehen aus
aufgeſpaltenem Knüppelholz
Die Beſtellungen des Hoizes
haben bei Großh. Bezirkskaſſe
Darmſtadt zu erfolgen. (1317a
Darmſtadt, 15. Mai 1912.
Großh. Holzmagazius=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.

Ideen gegen
Erundungen, bar zu korf.
geſucht, evtl. Gewinnanteil Or
unt. T 85 an die Exved. (*7515soi

Achtung
Selten günſtig für
Brautleute.
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ſtellen
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ſchrank
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weißem mod. Marmor u. Toilette,
2 Nachtſchränke mit Marmor,
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(echt nußbaum poliert), 1 wunder=
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und Verglaſung (eingelegte Arbeit),
feiner Plüſchdiwan, großer Aus=
zugtiſch
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der kompletten modernen Küchen=
einrichtung
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Jamilie Seerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
33)

Karl Auguſt blickte anfangs doch etwas erſchrocken
auf ſeine Mutter. Aber dann faßte er ihre Hand, die
nach der alten Bibel hinwies, und hielt ſie mit der ſeinen
feſt umſpannt. Du tateſt recht daran, murmelte er.
Ach, nein! Zeig’ mal! Ausgeſtrichen haſt Du ihn?
Nein, wie intereſſant! Neugierig drängte Jula näher.
Sie fand die ganze Situation ſehr dramatiſch, ordentlich
gruſelig! Vor ihrer Schwiegermutter fürchtete ſie ſich
aber beinahe doch etwas in ihrer ſtummen, unheimlichen
Entſchloſſenheit, So hatte ſie ſie noch nicht geſehen. Huh,
mit der war nicht gut Kirſchen eſſen! Aber, warum regſt
Du Dich nur auf, Mamachen? Der arme Joachim muß
das Mädchen wahrſcheinlich heiraten. Man kennt das
ja bei ſolchen Leuten!
Pfui, und dreimal pfui, daß Du es wagſt, ein an=
ſtändiges
Mädchen ſo zu beſchimpfen, flammte Chriſta
jetzt auf. Sie ſteht ſo himmelhoch über Dir, daß Du nicht
wert biſt, ihr die Schuhriemen zu löſen. O, wie ich Dich
verabſcheue, wie ich Dich verachte!
Du, Du verachteſt mich. Julas Fäuſte ballten ſich,
und ſie machte eine Bewegung, als wollte ſie ſich auf
Chriſta ſtürzen. Aber Karl Auguſt trat dazwiſchen, legte
ſeinen Arm um ſie und zog ſie begütigend an ſich.

Nein, nein, laß mich! rief Jula, vor Zorn weinend.
Das laſſe ich mir nicht gefallen. Ich will Dich nicht hei=
raten
, ich will fort, zu meinen geliebten Eltern. Ihr
ſeid eine ſchreckliche Familie. Huh, huh, ich laſſe mich
nicht beſchimpfen.
Jula, Liebling, beruhige Dich! Karl Auguſt ver=
ſuchte
Jula von neuem zu beſchwichtigen. Chriſta war er=
regt
. Du haſt ſie gereizt. Sie wird Dir Abbitte leiſten.
Nein, niemals werde ich das tun, ebenſowenig wie
ich mich zwingen laſſe, jemals meinen Bruder Joachim
zu verleugnen. Was tat er denn ſo Unrechtes, daß Ihr
ihn hinſtellt wie einen Verbrecher? Einen Beruf warf
er von ſich, der ihn nicht befriedigte und glücklich machte,
und wählte einen anderen, zu dem er ſich durch ſeine
Fähigkeiten berufen fühlt. Und weiter? Er verlobte ſich
mit einem Mädchen, das er liebt. Iſt das nicht ehren=
voller
und würdiger eines Edelmannes, als ſich eine
Braut nur dann zu wählen, hauptſächlich weil ſie reich
iſt und ſonſt noch eine ſiebenzinkige Krone ihr eigen
nennt!
Nun aber iſt’s genug! Jetzt ſchweigſt Du, denn Du
weißt nicht, was Du ſagſt! Mit eiſernem Griff faßte Kar!
Auguſt die Hand der Schweſter. Bis jetzt war er bei
dieſem ihm äußerſt fatalen Auftritt, ſoweit es ging, neu=
tral
geblieben. Nun aber, da er ſeine eigene Perſon an=
gegriffen
fühlte, war das etwas anderes. Jetzt wollte
er einmal ein Exempel ſtatuieren. Sofort gehſt Du auf

dein Zinner, dn aberns ding und Wbeitegſ dir nin
in Ruhe, wie unglaublich Du Dich gegen uns alle be=
nommen
haſt, befahl er mit rauher Stimme. Wenn Du
vernünftig geworden biſt, werden wir weiter zuſammen
reden! Inzwiſchen kannſt Du Dir klar machen, daß es
allerdings für Dich nur eine Wahl gibt; entweder wir
oder der andere!
Ja, geh’ jetzt, geh! Deine Gegenwart peinigt mich
geradezu, ſagte Frau von Leerſchn, als Chriſta einen
Augenblick wie wartend vor der Mutter ſtehen blieb. Frau
von Leerſen aber wandte den Kopf weg, als wollte ſie!
die Tochter nicht ſehen. Ich gehe! Chriſta richtete ſich
auf. Ihre Blicke umfaßten noch einmal das Zimmer mit
all dem, was darin war. Jula war neben der Schwieger=
mutter
niedergekniet. Ihr Kopf lag an ihrer Schulter.
Karl Auguſt aber ſtrich leiſe und tröſtend der Braut über
das Haar. Aber er tat es mit böſen Blicken und zuſam=
mengekniffenen
Lippen. Langſam, Schritt für Schritt,
entwich Chriſta aus dem Raum. An der Schwelle drehte
ſie ſich noch einmal um. Noch immer war die Gruppe ſo
wie vorhin. Es war recht ſo. Sie gehörten zuſammen.
Und ſie ſelbſt? Dort lag die alte Bibel mit dem aus=
geſtrichenen
Namen eines Leerſen. Zu dem, zu dem ge=
hörte
ſie!
Einige Stunden waren vergangen.
Jula hatte ſich, verſöhnt durch die ſichtliche Liebe
und Zärtlichkeit, mit der Karl Auguſt und ihre Schwieger=

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Thompſonſchen Verfahren dienen. Dipl.=Ing. Friedrich
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mehrere ſich gegenſeitig ſperrende Drucktaſten. Jakob
Heil III., Eberſtadt, Georgenſtr. 24. 26. 4. 11. H. 54067.
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& Co., Offenbach a. M. 29. 7. 12. L. 29789. 341.
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Hochheim. 10. 8. 12. R. 33 526. 34 1. 522934. Spiral=
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Linden (Oberheſſen). 10. 8. 12. Sch. 45043. 34 1. 522 935.
Hängender Kerzenhalter. Heinr. Schmidt, Großen=Linden=
(Oberheſſen). 10. 8. 12. Sch. 45044.
H. Frankfurt a. M., 28. Sept. ( Börſenwochen=
dericht
.) Für den Oktober ſcheint die Ausſicht einer Dis=
konterhöhung
geſchwunden zu ſein, denn der letzte Status
der Deutſchen Reichsbank iſt weiter befriedigend und er
macht einen weſentlich beſſeren Eindruck als in der ent=

ſprechenden Zeit der beiden Vorjahre. Der Privatdiskont
blieb dabei ziemlich hoch bei 4½ Prozent und heute in
Berlin 4½ Prozent, was anſcheinend noch mit dem ſtarken
Oktobertermin in Einklang gebracht werden dürfte. Die
Deutſchen Börſen zeigten während der ganzen Woche eine
recht günſtige Stimmung; es herrſchte ziemlich lebhafter
Verkehr und die verſchiedenen politiſchen Nachrichten, ins=
beſondere
von der Balkanhalbinſel, machten abſolut keinen
Eindruck. Das Hinſcheiden des deutſchen Botſchafters in
London, Freiherrn Marſchall von Bieberſtein, wurde aller=
dings
mit Bedauern beſprochen, da Deutſchland einen
ſeiner fähigſten Diplomaten verloren hat.
Zu den Einzelheiten übergehend, waren Deutſche
Renten im Ganzen gut behauptet, beſonders für die 4 pro=
zentigen
Heſſiſchen Gattungen beſtand ſtärkere Kaufluſt bei
etwas anziehenden Preiſen. Erwähnenswert iſt die
Begebung der 3¼ Millionen Mark 4prozentiger Hanauer
Stadtanleihe zu einem verhältnismäßig hohen Gebot von
97,63 Prozent an die Gruppe: Heſſiſcher Bankverein
Kaſſel und die Magdeburger Privatbank. Von den aus=
ländiſchen
Staatsfonds waren die türkiſchen wieder recht
feſt und auch die übrigen in guter Dispoſition, nur Un=
gariſche
Renten auf die bevorſtehende größere Neu=
Emiſſion abgeſchwächt. Das chineſiſche Anleihegeſchäft iſt
mit einem engliſchen Konſortium zuſtande gekommen und
das Sechsmächte=Syndikat tritt nicht in Aktivität. Angeb=
lich
iſt ein etwa 3 Millionen Pfund Sterling betragender
Teil der Salzſteuer der neuen Anleihe verpfändet wor=
den
. Dieſe Verpfändung wird die Lage komplizieren,
wenn einmal zur weiteren Deckung des vorhandenen
großen Geldbedarfs die chineſiſche Regierung doch wieder
zu den Reſſourcen der Sechsmächtegruppe zurückkehren
wird. Und daß die Rückkehr erfolgt, daran zweifelt man
in Finanzkreiſen bei der Unzulänglichkeit des jetzt auf=
genommenen
Anleihebetrages nicht.
Am Markt für Transportwerte waren Privatbahnen
uf den unbefriedigenden Einnahmen=Ausweis bis 167½
nachgebend, während Hamburger Paketfahrt und Nordd.
Lloyd in dieſer Woche in ſchwankender Kursbewegung
verkehrten, aber bei Wochenſchluß auf erneutes Spe=
ulationsintereſſe
wieder höher ſchließen konnten. Südd.
Eiſenbahn=Geſellſchaft waren zeitweiſe gefragt, auf die
weitere günſtige Entwickelung des Unternehmens. Raab=
Oedenburger erhöhten ſich auf 43,50. Lombarden ( Süd=
bahn
) waren ruhiger bei etwa 21½ und Prioritäten bei
54¼. Bei der Verwaltungsratsſitzung der Südbahn hat ſich
die Tatſache ergeben, daß bis zum vollen Sanierungswerk
noch mehrfache Schwierigkeiten zu überwinden ſind. Zu=
nächſt
ſollen jetzt angeſichts die Aufgabenſteigerung und
zur Bewältigung der nötigen Inveſtitionen die Priori=
täten
=Beſitzer um eine Hinausſchiebung der Dezember=
Verloſung angegangen werden.
Bankaktien, zu Beginn der Woche vernachläſſigt, konn=
ten
indes ſpäter anſehnlich avancieren. Dies gilt vorweg
bei den Aktien der tonangebenden Inſtitute, wie Darm=
ſtädter
, Diskonto=Kommandit, Dresdener, Deutſche Bank
nd Deutſche Effekten= und Wechſelbank; während Frank=
furter
Bank bis 198 zurückgingen und Mittelbanken kaum
eine Veränderung aufweiſen. In Metallbank vollzogen
ſich wieder größere Umſätze bis 139.40. In Schaffhauſen=
ſcher
Bankverein fanden wieder Abgaben ſtatt, die denKurs
zeitweiſe auf 119½ drückten. Wie weit ſich die Engagements
des Inſtituts im Baufach in einem Rückgang der diesmali=
en
Erträgniſſe geltend machen werden, läßt ſich einſtwei=
len
nicht abſehen. Am Montangebiet war die Stim=
mung
wieder eine recht feſte; auch wurden ſehr umfang=
reiche
Prämienkäufe für rheiniſche Rechnung getätigt.
Nach dem letzten Bericht des Ironmonger vom amerika=
niſchen
Eiſen= und Stahlmarkte beſteht zunehmende Nach=
frage
für Roheiſen für Lieferungen per Oktober und per
März bei ſtetig ſteigenden Preiſen; für Fertig=Ware eben=
falls
ein reger Begehr. Das Angebot in Knüppel iſt
knapp. Auch Kohlenwerte wurden favoriſiert, da die
Ausſichten für Ernenerung des Kohlenſyndikats ſich hoff=
nungsvoller
zeigen. Elektrizitätsaktien konnten indes
wieder bei Wochenſchluß weſentlich profitieren, insbeſon=
dere
Schuckert und Siemens auf Gerüchte neuer Geſchäfts=
betätigung
des Schucker-Siemens=Konzerns. Großes
Geſchäft fand in South=Weſt=Afrika=Shares und in Otavi=
Anteilen und Otavi=Genußſcheinen ſtatt. Es beſtätigt
ſich, daß die Förderung und Verſchiffungen der Otavi=
Eiſen= und Minen=Geſellſchaft an Erzen ſich nicht unerheb=
lich
höher geſtaltete gegen das Vorquartal und das Vor=
jahrsquartal
. Petroleumwerte ſtill. Steama Romana
153.75, Naphtha 338; hingegen Zuckeraktien wieder ge=
fragter
auf günſtige Abſchlüſſe. Waghäuſel 215, Franken=
thal
446. Von Kaliaktien ſtiegen Weſteregeln auf an=
nähernd
230.
Am Kaſſainduſtriemarkt blieb die Tendenz feſt, aber
die Umſätze etwas beſchränkter. Kleyer 601½, Deutſche
Gold= und Silberſcheide=Anſtalt 701, Holzverkohlung
352.60, Chemiſche Griesheim 239, ſonſtige Chemiſche Aktien
etwas ſchwächer. Bielefelder Maſchinenfabrik 511, Daim=
ler
337 und Badiſche Maſchinenfahrik 145. Benz waren
ſchließlich 252 genannt. Gummi=Peter etwas beſſer bei
102½, dagegen Kunſtſeide niedriger bei 112, Braubach
bei 125 und Brauerei Binding bei 182. Aluminium auf
die beſſere Konjunktur bis 263 ſteigend. In London haben
die Kurſe der Peruaner wieder eine Ermäßigung erfah=
ren
(Prefered bis 55¾, Comon bis 12½), während Kup=
ferwerte
gute Haltung behaupten.

Von Loſen notieren: Augsburger 35.50, Braunſcheiger
203.20, Pappenheimer 63.75, Genua 205, Türkiſche 177,
Freiburger 72.10, Meininger 34.50, Ungariſche 365, Matz=
länder
45=Fr.=L. 147, Mailänder 10=Fr.=L. 34, Venedigen
42.50, Raab=Grazer=Anrechtsſcheine 37.25 in Reichsmark;
Gothaer Präm. II 118.50, Donau=Regulierung 151.50,
Madrider 74, in Prozent; ferner ſchließen: 4proz. Reichs.
(unkündbar bis 1918) 100.45, 3½proz. Reichs. 88.60, 3proz.
Reichs. 78.90, 4proz. Heſſen von 1899 100.15, 4proz. Heſſen
von 1906 100.20 B., 4proz. Heſſen von 1908/09 100.15,
4proz. Heſſen (unkündbar bis 1921) 100.50, 3½proz. Heſſen
87.20, 3proz. Heſſen 76.60 G 4proz. Darmſtädter 98.,
3½proz. Darmſtädter 89.25 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 1823) 99.80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 2425) 99.90, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 35) 87.806., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
911) 87.90 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 1012)
99.80 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 1314) 99.90 G.,
3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 13) 88 G., 3½proz. Heſſ.
Kom.=Pfdbr. (S. 4) 87.90, Darmſtädter Bank 124½, Süd=
deutſche
Eiſenbahn=Geſellſchaft 127, Südd. Immobilien=
Geſellſchaft (Mainz) 64 B., Lederwerke vorm. Spicharz
(Offenbach a. M.) 65 G., Schramms Lack= und Farben=
Fabriken (Offenbach a. M.) 285 G., Chemiſche Mühlheim
am Main 64.50, Schantungbahn 136¾4, South=Weſtafrika
152½, Otavi=Anteile 120, Otavi=Genußſcheine 88½, 4 ½=
proz
. Ruſſen 100.50, 4proz. 1880er Ruſſen 90.50, 4proz.
1902er Ruſſen 90.60, 3/oproz. Ruſſen 88.10, 3½proz. Ruſ=
ſen
82.75, 3proz. Ruſſen 74.25, 4proz. Unifiz. Türken 90.90,
4proz. Adminiſtr.=Türken 83 G., 4proz. Bagdad=Türken
83.30 G., 4proz. Courent=Türken von 1905/11 80.90 G.,
5proz. Chineſen 99.80, 4½proz. Chineſen 94.70, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 98. 4½proz. Japaner
4.60, 4proz. Japaner 87.25, 3proz. Buenos=Aires 70¾a

Luftfahrt.

sr. Wurfwettbewerbe aus Aeroplanen.
Sowohl bei der am 29. September beginnenden Flugwoche
zu Berlin=Johannisthal wie auch anſchließend an dieſe
in Döberitz werden Wurfwettbewerbe aus Aeroplanen
veranſtaltet werden. Die Wurfverſuche während der Flug=
woche
in Johannisthal werden nur aus geringer Höhe
gegen eine Luftſchiff=Atrappe ausgeführt. Die Treffwirk=
ing
kann von jedem Zuſchauerplatz unmittelbar geſehen,
da von zwei Beobachtungspunkten ſofort nach dem Wurf
mit roten Flaggen Signale gegeben werden. Die Flug=
wettbewerbe
in Döberitz finden dagegen unter Ausſchluß
der Oeffentlichkeit ſtatt. Für dieſe ſind 20 Flugzeuge und
25 Flugführer gemeldet. Wenn es auch ſicherlich für die
Zuſchauer intereſſant ſein würde, den Bombenwurf aus
kriegsgemäßen Höhen zu beobachten, ſo iſt es doch zweck=
mäßiger
den Wettbewerb nicht auf einem öffentlichen
Platz abzuhalten, wo immerhin eine bedeutende Gefahr
für die Zuſchauer entſtehen könnte. Hat doch bei der dies=
jährigen
Wiener Flugwoche ein Wurfgeſchoß, das in einen
Zuſchauerplatz fiel, einen Beſucher ſchwer verletzt. Auch
ei einem anderen Wurfwettbewerb kam es vor, daß ein
Geſchoß in einem Lancierrohr ſtecken blieb und erſt an
ungewollter Stelle, glücklicherweiſe ohne Schaden anzu=
richten
, abſtürzte.

Sport.

* Radrennen. Darragon ſchwer geſtürzt. Der
bekannte franzöſiſche Dauerfahrer Louis Darragon iſt
beim Training auf der Pariſer Prinzenparkbahn ſchwer
zu Fall gekommen. Der Sturz ereignete ſich dadurch, daß
ſich Ausgangs der Kurve das Vorderrad aus der Führ=
ungsmaſchine
ſeines Schrittmachers Colin loslöſte, wo=
durch
Schrittmacher und Fahrer zu Fall kamen. Beide
berſchlugen ſich mehrmals und wurden dadurch gegen
die Barrieren geſchleudert. Während ſich die Verletzungen
von Colin als wenig ſchwer erwieſen, erlitt Darragon
neben ſchmerzhaften Haut= und Fleiſchwunden neuerdings
einen Bruch ſeines rechten Armes.
* Lawn=Tennis. Das Internationale Herbft=
Lawn=Tennis=Turnier des Berliner Lawn=
Tennis=Turnier=Klubs fand jetzt auch im
offenen Doppelſpiel ſeinen Abſchluß. In der Schlußrunde
ſiegten Perl=Dölle mit 7.5, 610, 4:6, 6.1 gegen OHarra
Murray=Lawn. Das Damen=Doppelſpiel mit Vorgabe
wurde von Frau Böckel=Frl. Warſchauer 611, 622 gegen
Frau Samek=Frl. Müller=Beeck gewonnen.

Es deht das
Gerdchte
zahllose hiesige Frauen us
Mädchen verdanken ihre
Eleganz und die blitzblanke
Geschmeidigkeit ihrer Stie.
felchen nur dem spar-
sameny
wasserfesten
Erdal

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