Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Sonntag abend zu den
Flot=
tenmanövern in Wilhelmshaven eingetroffen.
*
Der Fürſt von Thurn und Taxis erbat und
erhielt vom Prinzregenten von Bayern die
Genehmi=
gung, die Büſte Richard Wagners für die
Walhalla zu ſtiften.
Bei einem Bootsunglück im Sund ertranken
ſieben Ausflügler.
(28
In Südweſtfrankreich und Nordſpanien
fan=
den in der Nacht zum Montag
Erderſchütte=
rungen ſtatt.
Japan.
— Man iſt in Europa und ſpeziell in Deutſchland
geneigt, die Japaner als ein modernes Volk
anzuſprechen, da man zumeiſt gewöhnh iſt, ſie nach dem
bei uns ſich zeitweilig aufhaltenden Japanern zu beurteilen,
die natürlich auf einer höheren Kulturſtufe ſtehen. Genaue
Kenner des japaniſchen Volkes aber, die das an Ort und
Stelle ſtudiert haben, ſind anderer Anſicht, ſie haben meiſt
micht ſo viel Sympathien für das regſamg Volkübrig,
undbe=
tonen, daß die moderne Kultur im Reiche des Mikados
vielſach nur leere Tendenz iſt, während in Wahrheit der
Japaner ſeinen eigentlichen Volkscharakter beibehält, daß
in Sonderheit ſeine Gemütsregungen völlig unverändert
bleiben. Ein kraſſes Beiſpiel hierfür bietet der
ſenſatio=
nelle Selbſtmord des Nogi, der während der
Beiſetzungs=
feierlichkeiten in Gemeinſchaft mit ſeiner Gattin am
Sarge des Kaiſers Harakiri begangen hat. General
Nogi galt allgemein als ein aufgeklärter Mann, er war
es, der die Armee nach europäiſchem Muſter organiſiert
und der ſie Dank dieſer Ausbildung im Kriege gegen
Rußland von Sieg zu Sieg geführt und auch ſchon früher
große militäriſche Erfolge, ſo bei Formoſa und China,
erzielt hatte. Auch auf ſeinen letzten europäiſchen Reiſen
mußte man ihn für einen modernen Empfindungsmann
halten, gerade dieſer iſt es jetzt geweſen, der an einer
überlebten japaniſchen Tradition feſtgehalten hat, der
glaubte, ſeinem Kaiſer die Treue auch nach ſeinem
Ab=
leben halten zu müſſen, und nach ihm in den Tod zu
gehen.
Gewiß ehrt eine ſolche Geſinnung, ſo abſurd ſie auch
ſein mag, dieſen Mann, gleichzeitig muß man ſagen, daß
der Vorfall einen tiefen Eindruck auf das Innenleben der
Japaner zurückläßt, ſo modern ſie auch nach Außen hin
auſtreten mögen, das Gemütsleben der Japaner iſt eben
für uns noch ein Buch mit ſieben Siegeln, deſſen Löſung
ſchwerlich gar ſo bald erfolgen wird. Darum iſt es auch
ſehr geboten, daß man den Japanern nicht allzu offen
entgegenkommt, da man ihre wahre Geſinnung nie kennt.
Bereitwillig hat man ihnen ſeinerzeit in Europa den
Militärdienſt geöffnet, damit ſie Einſicht nehmen und das
heimiſche Heer umformen konnten; mit welchem Erfolg?
Heute iſt Japan eine große militäriſche Macht geworden,
die für Europa in ſeiner oſtaſiatiſchen Betätigung eine
ſchwere Bedrohung bildet, und man hat es zuwege
ge=
bracht, mehr und mehr die Vorherrſchaft im fernen Oſten
an ſich zu reißen. Aehnlich verhält es ſich auch auf
wirt=
ſchaftlichem Gebiete. Die Japaner haben unſere Fabriken
und andere induſtrielle Anlagen eingehend beſichtigt,
viel=
fach auch zu ihrer weiteren Ausbildung benutzt, mit dem
Erfolge, daß heute unſere Erzeugniſſe in Japan
nachge=
macht werden, und daß man dort auf dem beſten Wege iſt,
den europäiſchen Import nach und nach vollſtändig zu
verdrängen, und zwar nicht nur den nach Japan ſelbſt,
ſondern es iſt ihnen auch bereits gelungen, den Markt
auf dem oſtaſiatiſchen Feſtlande in weitem Umfange an
ſich zu reißen.
Man hat daher allen Grund, bei allen Sympathien
für das japaniſche Volk an ſich, ſich möglichſte Reſerve
auf=
zuerlegen, da niemand weiß, was da einſtinoch kommen
mag.
Zu der Konzentrierung der franzöſiſchen
Seeſtreitkräfte im Mittelmeer
wird in einer anſcheinend offiziöſen Note erklärt, daß
dieſe Maßnahme durchaus nicht bezwecke, England
vollkommen den Schutz der franzöſiſchen
Nord= und Weſtküſte zu überlaſſen, oder
Frankreich die ausſchließliche Rolle der Macht im
Mittel=
meer zuzuweiſen. Schon vor zwanzig Jahren ſei der
Be=
ſchluß gefaßt worden, die Geſamtheit der Geſchwader unter
einem einzigen Befehlshaber zu vereinigen, der in
Kriegs=
zeiten den Oberbefehl führen ſollte. Frankreich werde
demgemäß eine einzige Hochſeeflotte haben wie England,
Deutſchland und Italien, aber daraus folge nicht, daß
dieſe Flotte im Mittelmeer bleiben ſolle. Sie werde ſich
in dem einen oder anderen Meere für ihre verſchiedenen
Aufgaben vorbereiten können. Wenn man den
gegen=
wärtigen Zeitpunkt für die Konzentrierung gewählt habe,
ſo ſei das geſchehen, weil gerade jetzt die äußeren
Be=
ziehungen Frankreichs derartige ſeien, daß keine Macht
daran Anſtoß nehmen könne.
Unter Hinweis auf die in Italien durch die
Kon=
zentrierung der franzöſiſchen Seeſtreitkräfte im Mittelmeer
hervorgerufene Ueberraſchung und Beunruhigung ſchreibt
der Temps:
Italien hat eine doppelte Politik, eine kontinentale
Politik, welche auf dem Dreibund und eine maritime
Poli=
tik, die auf der franzöſiſch=engliſchen Entente beruht. Die
erſtere hat Italien gegen Oeſterreich=Ungarn gedeckt, die
zweite hat ihm geſtattet, ſich in Tripolis feſtzuſetzen.
Ita=
lien hat, wie gegenüber London und Paris, ſo auch
gegen=
über Petersburg immer mihr und mehr den Weg der
Ententen betreten. Es liegt auf der Hand, daß Fälle
ein=
treten können, wo Itallen dieſe Ententen nur ſchwer mit
ſeinen Bündniſen in Einklang bringen dürſte, aber wenn
Ftalien nach wie vor der Anſicht iſt, daß es Deutſchland
keine Rechenſchaft über ſeine Mittelmeerpolitik ſchuldig iſt,
ſo kann es ſich in keiner Weiſe über die von Frankreich
und England im Einvernehmen mit Rußland getroffenen
Maßnahmen beunruhigen. Dieſe Maßnahmen wären für
Italien nur in dem einzigen Falle beunruhigend, wenn
es die ſeit 1882 von ihm befolgte Politik ändern und bei
der Erneuerung des Dreibundes der Aufforderung
Deutſchlands Frlge leiſten und den Dreibund auch auf
das Mittelmeer ausdehnen würde. Dann könnte ſich
Ita=
lien ſelbſtverſtändlich über die niederſchmetternde
Ueber=
legenheit aufregen, welche den Mächten der Tripel=Entente
für lange Zeit im Mittelmeer geſichert iſt. Dieſe
Ueber=
legenheit beruht darauf, daß Deutſchland keine Flotte im
Mittelmeer hat und daß Oeſterreich=Ungarn nur eine im
Werden begriffene Flotte beſitzt, und daß die italieniſche
Flotte nach einer einjährigen Kampagne im
italieniſch=
türkiſchen Kriege völlig neu zu ſchaffen wäre. Wenn
Ita=
lien alſo ſeinen Ententen entſagen würde, um ſich
aus=
ſchließlich ſeinem Bündniſſe hinzugeben, dann werde es
ſeine Mittelmeerſtellung gefährden. Aber dieſe Wahrheit
iſt ſo einleuchtend, daß man eine derartige Hypotheſe ohne
weiteres beiſeite laſſen kann.
Deutſches Reich.
— Bundesrat und Jeſuitengeſetz. Man
ſchreibt uns aus Berlin: Der klerikale Bayeriſche Kurier
verbreitet in Fettdruck die Meldung, daß „im”
Bundes=
rat die „Formel” für die Ausführung des Jeſuitengeſetzes
bereits gefunden ſei: nach der neuen Interpretation des
Begriffs „Ordenstätigkeit” ſolle den Jeſuiten das Leſen
einer ſtillen Meſſe, ſowie die wiſſenſchaftliche Betätigung
erlaubt ſein. Wie wir an zuſtändiger Stelle erfahren,
entbehrt die Nachricht des Bayeriſchen Kuriers
vollkom=
men der Begründung, da der Bundesrat ſich mit der
Je=
ſuitenangelegenheit noch nicht beſchäftigt habe. Der B. K.
benützt ſeine Meldung, um Bemerkungen über die
„Verſchärfung” der bisherigen preußiſchen Praxis
hinzu=
zufügen. Daß dieſe Bemerkungen ſamt der
unzutreffen=
den Nachricht ſich als Stimmungsmache kennzeichnen,
be=
darf unter den obwaltenden Umſtänden keiner beſonderen
Hervorhebung.
Verſtärkung der deutſchen
Ge=
ſandtſchaften durch kaufmänniſche und
techniſche Sachverſtändige. Wie mitgeteilt
wird, ſollen im nächſten Jahre einigen deutſchen
Geſandt=
ſchaften neue kaufmänniſche und techniſche Sachverſtändige
zugeteilt werden. Es wird daher auch in dem nächſten
Etat die für dieſe Zwecke ausgeworfene Summe erhöht
werden. Zurzeit unterhält Deutſchland in Europa nur
in Bukareſt und Petersburg Handelsattachés, und es werden
bei der Neubeſetzung von dieſen Poſten beſonders Paris,
Wien, Madrid und Konſtantinopel in Frage kommen.
Schon ſeit einiger Zeit waren auch unſeren Geſandtſchaften
techniſche Sachverſtändige zugeteilt worden und es hat ſich
ihre Anſtellung durchaus bewährt.
— Der Deutſche Handelstag hat u. a. am
12. September ſeine Eingabe an den Reichstag vom
30. Oktober 1911 zur Lebensmittelteuerung wiederholt
mit der Motivierung, daß zwar der Reichstag in ſeiner
Sitzung vom 15. Dezember beſchloſſen habe, in eine
Er=
örterung der Petition nicht einzutreten, weil ſie durch die
Verhandlungen des Reichstages über die
Teuerungs=
interpellation für erledigt zu erachten ſei, daß aber nach
wie vor eine Lebensmittelteuerung beſteht. Der Deutſche
Handelstag bittet dringend, daß endlich einmal wirkſame
Maßregeln getroffen werden.
— Zur Fleiſchfrage. Das
Reichsgeſundheits=
amt iſt um ein Gutachten darüber erſucht worden, ob ſich
die Einführung von argentiniſchem und auſtraliſchem
Ge=
frierfleiſch ohne Aufhebung oder Abänderung des
Para=
graphen 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes auch in größeren
Mengen ermöglichen läßt. Von dem Gutachten des
Reichs=
geſundheitsamtes iſt die endgültige Entſcheidung in dieſer
Frage abhängig. Es muß aber damit gerechnet werden,
daß noch einige Zeit vergehen wird, ehe die ganze
An=
gelegenheit ſpruchreif wird.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Delegationen treten am 23. September
zu=
ſammen.
Die Oppoſition in Ungarn. Die
verſöhn=
lichen Erklärungen des Miniſterpräſidenten Lukacs werden
in der oppoſitionellen Preſſe ablehnend beurteilt: man
wiederholt, daß man ſich in keine Verhandlungen einlaſſen
könne, bevor Lukacs und Tisza geſtürzt ſeien. Es iſt daher
nicht zu erwarten, daß ſchon die erſte Sitzung des
Abge=
ordnetenhauſes im Zeichen der Verſöhnung ſtehen wird.
Tatſächlich hat jedoch die Kundgebung Lukacs dem Kampf
der Oppoſition jeden ſachlichen Zweck genommen, denn
Lukacs bietet alles, was von den Forderungen der
Oppo=
ſition wirklich wichtig iſt, freiwillig dar. Setzt die
Oppo=
ſition den Widerſtand fort, ſo kann ſie damit nur mehr
perſönliche Zwecke verfolgen.
Frankreich.
Aus Marokko. Wie General Liautey in einem
Telegramm an den Miniſterpräſidenten mitteilte, hat die
Einnahme von Marrakeſch einen niederſchmetternden
Ein=
druck auf alle Anhänger El Hibas gemacht, und das
Preſtige des Thronprätendenten ſei durch ſeine Flucht
ganz zerſtört worden.
Rußland.
Rußland und das engliſch=franzöſiſche
Flottenbündnis. Der Chef des Admiralſtabs
Lieven erklärte einem Mitarbeiter der Retſch, die
Zuſam=
menziehung der franzöſiſchen Flotte im Mittelmeer ſei
keinesfalls auf ein ruſſiſch=franzöſiſches Flottenabkommen
zurückzuführen, das, wie er nochmals ausdrücklich erklären
müſſe, überhaupt nicht beſtehe. Wenn auch die ruſſiſche
Flotte einen Druck auf die deutſche ausüben könne, ſo ſei
ſie doch, beſonders nach der Erweiterung des Kaiſer=
Wilhelm=Kanals, viel zu ſchwach, um entſcheidend in die
Wagſchale zu fallen. Dagegen ſei es klar, daß ſich
Frank=
reich mit England dahin geeinigt habe, daß bei einem
Kriege mit Deutſchland England Frankreichs
Nordſee=
küſte ſchütze, um Frankreichs Mittelmeergeſchwader über
die öſterreichiſch=italieniſche Flotte überlegen zu machen.
Rußland, betont Lieven nochmals, iſt wegen ſeiner
Schwäche zur See an dieſen Abmachungen unbeteiligt.
Die Strategie der Flottenzuſammenziehung ſei eine Lehre
des ruſſiſch=japaniſchen Krieges, wo Rußland den Fehler
der Zerſplitterung habe büßen müſſen. Durch dieſe
Aus=
führungen Lievens werden die böswilligen Ausſtreuungen
der Preſſe des Dreiverbandes, als ſei die Neugruppierung
der Flotten das Werk eines wabrſcheinlich neuen
Drei=
bundes, ad absurdum geführt.
Serbien.
König Nikolaus über die Lage auf
dem Balkan. Durch den deutſchen Geſandten
Dr. Eckardt hatte der Korreſpondent der Berliner
Morgen=
poſt Gelegenheit, vom König von Montenegro in Audienz
empfangen zu werden. Auf die Frage nach der Anſicht
des Königs über die Kriegsgefahr gab König Nikolaus
ſeiner tiefen Beſorgnis über die Lage unverhohlen
Aus=
druck. Er ſehe ſehr ſchwarz in die nächſte Zukunft. Die
Unruhen in der Türkei und die Uebergriffe an der Grenze.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 219
nähmen kein Ende und ſeien geeignet, unerwartet ernſte
Verwicklungen zu zeitigen, die zu verhindern, der König
vielleicht nicht Herr ſein werde. Der König iſt ſehr
ver=
ſtimmt über die auffällige Nichtbeantwortung ſeiner Note
an die Mächte über die Vorfälle an der Grenze. Nach der
Auffaſſung eingeweihter Kreiſe iſt die Lage ſehr ernſt und
der Ausbruch des Krieges nur eine Frage von Tagen.
Amerika.
Vereinigte Staaten. Die Ankündigung des
Marineamts, der Panamakanal werde im Herbſt 1913 dem
Verkehr übergeben werden, beruht auf dem letzten Bericht
der Armeeingenieure. Ferner gab das Marineamt bekannt,
die atlantiſche Flotte werde in dieſem Winter vor
Einlaſ=
ſung des Waſſers bei Colon verſammelt werden.
Mexiko. Dem Staatsdepartement in
Waſhing=
ton gingen Meldungen darüber zu, daß in Südmexiko
Anarchie herrſche. Die Ausländer flüchten nach der
Haupt=
ſtadt. In der Abgeordnetenkammer ziſchte die Menge auf
der Galerie, wenn Maderos Name genannt wurde, und
brach, wenn der Name Diaz fiel, in Hochrufe aus.
China.
Die Anleihe. Es ſcheint, daß der Anleiheverſuch
in London nur darauf berechnet war, von der
Sechs=
mächtegruppe beſſere Bedingungen aus ihr
herauszuſchla=
gen. Wie nämlich das nordamerikaniſche
Staatsdeparte=
ment erfährt, hat der neue chineſiſche Finanzminiſter den
Verſuch, eine Anleihe von 50 Mill. Dollars mit einer
eng=
liſchen Bankengruppe abzuſchließen, fallen laſſen und die
Verhandlungen mit der Sechsmächtegruppe mit Ausſicht
auf Erfolg wieder aufgenommen.
* Der Geburtenrückgang — keine Gefahr.
Die Erörterungen über die Abnahme der Geburtenziffer
in Deutſchland werden um einen bemerkenswerten Beitrag
durch den Leiter des königlich ſächſiſchen ſtatiſtiſchen
Lan=
desamtes, Geheimrat Dr. Würzburger, im neueſten Heft
der Zeitſchrift dieſer Behörde bereichert. Dr. Würzburger
entgegnet auf die geäußerten Befürchtungen: „Ein
rela=
tiver und ſelbſt ein mäßiger abſoluter Rückgang des
Ge=
burtenüberſchuſſes kann nur unter der Vorausſetzung
be=
klagt werden, daß man ein geometriſches Steigen der
Bevölkerungszahl für wünſchenswert hält. Daß ein
ſol=
cher Wunſch aber in weiteren Kreiſen nicht geteilt wird,
ſteht für denjenigen feſt, der ſich daran erinnert, wie noch
vor anderthalb Jahrzehnten das Schlagwort „
Uebervöl=
kerung” infolge der von Jahr zu Jahr ſteigenden
Ge=
burtenüberſchüſſe eine ähnliche Beklommenheit hervorrief,
wie jetzt der „Bevölkerungsrückgang‟. Es gibt auch jetzt
noch ſehr viele Leute, die in der Uebervölkerung ein viel
größeres Unglück erblicken.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. September.
* Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin
begeht heute Ihren 41. Geburtstag. Wir feiern dieſen
für unſer Land und unſer Fürſtenhaus bedeutungsvollen
Tag mit dankerfülltem Herzen, in treuer Anhänglichkeit
und Liebe zu unſerem angeſtammten Fürſtenhauſe und
mit heißen Wünſchen für das fernere Wohlergehen unſerer
hohen Landesfürſtin, die ſich gleich Ihren
Vorgängerin=
nen auf Heſſens Thron den Werken edler Nächſtenliebe
wie von Anfang an, ſo auch im verfloſſenen Jahre mit
warmem Herzen und ganzer Hingabe gewidmet hat. Die
Liebe, die unſere Großherzogin ſich in allen Kreiſen der
Bevölkerung durch Ihren mildtätigen Sinn und die Werke
der Wohltätigkeit erworben hat, werden an dem heutigen
Tage zu unverfälſchtem Ausdruck gelangen.
Möge Gottes Segen unſere Großherzogin auch
ferner=
hin auf allen Ihren Wegen begleiten. Glück und Heil
unſerer geliebten Großherzogin und dem ganzen
Groß=
herzoglichen Hauſe!
* Vom Hofe. Prinz Georg von Battenberg traf
am Sonntag früh 2 Uhr 48 Min. zum Beſuch im Palais
Mainz ein. — Vormittags 9 Uhr 30 Min. wohnten die
Großherzoglichen Herrſchaften dem Gottesdienſt in der
Chriſtuskirche in Mainz an. Um 11 Uhr 30 Min.
vor=
mittags empfing die Großherzogin General der Kavallerie
Graf v. Schlieffen und Frau Gemahlin. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Lehrer Heinrich Karb
zu Dorndiel eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Urberach, Kreis Dieburg, ſowie dem Lehrer Friedrich
Berg zu Urberach die Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Dorndiel, Kreis Dieburg, beiden mit Wirkung
vom 1. Oktober an; ferner dem Schulverwalter Friedrich
Conrad zu Lollar eine Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Weitershain, Kreis Gießen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Großh.
Pfandmeiſter Jakob Friedrich zu Darmſtadt auf ſein
Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen Dienſte
und der Weichenſteller in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft Johannes Schäfer zu Mainz, beide
vom 1. Oktober d. J. an.
Vom Großh. Hoftheater. Heute Dienstag,
den 17. September, gelangt Ibſens Nora in einer
ſorgfältigen Neueinſtudierung zur Aufführung. Mittwoch
geht zum erſtenmal Adams Spieloper „Wenn ich
König wäre” als Feſtvorſtellung zur Feier des
Ge=
burtsfeſtes Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin
in Szene. Das reizende Werk Adams, des Komponiſten
des Poſtillon von Lonjumeau, hat in den letzten Jahren
an den meiſten Bühnen eine fröhliche Auferſtehung
ge=
feiert. Text und Muſik der graziöſen Oper haben in
gleicher Weiſe zum großen Erfolg des Werkes
beige=
tragen. Es wird bei uns in folgender Beſetzung geſpielt
werden: Prinzeſſin Nemea: Frau Kallenſee; Zélide: Frl.
Jüttner; der König: Herr Semper; Prinz Kadoor: Herr
Weber; Zephoris: Herr Globerger; Piféar: Herr
Bern=
hardt; Zizel: Herr Schützendorf und Miniſter, Herr
Kräger. An dieſem Abend wird dem neuen
Kapell=
meiſter Richard Lert, der mit der Wiedergabe der
„Luſtigen Weiber” einen ſo großen Erfolg hatte,
Gelegen=
heit gegeben werden, zum erſtenmal als muſikaliſcher
Leiter einer Novität am Pult zu erſcheinen. Die Tänze
werden von der Ballettmeiſterin Frau Thiele=Leonhardt
einſtudiert. Wie ſchon in der „Iphigenie”, ſind auch
dieſe Tänze nach Angaben und Entwürfen von Hans
Pellar vorbereitet, der auch die Ballettproben leitet. —
Die Konſtellation des Repertoires hat es der Direktion
nicht erlaubt, den großen, auch von der Preſſe
einmütig anerkannten Erfolg des „Gardeoffizier” in
dieſer Woche auszunützen. Doch wird die amüſante
Komödie in der nächſten und übernächſten Woche
wiederbolt im Spielplan erſcheinen. Auch eine baldige
Wiederholung der „Iphigenie” iſt vorgeſehen.
Ein neues Kunſtdenkmal. In dieſer Notiz iſt
bedauerlicher Weiſe ein Fehler unterlaufen, den unſere
Leſer wohl ſchon ſelbſt berichtigt haben. Es muß
natür=
lich ſtatt Herkules „Prometheus” heißen.
— Sonderzüge zur Ausſtellung „Der Menſch”
(mit doppelter Ermäßigung). Am Donnerstag,
den 19. September, fährt ein Sonderzug (III. Klaſſe)
mit Fahrpreis= und Eintritts=Ermäßigung für jedermann
von Aſchaffenburg ab 1042 Uhr vormittags nach
Darmſtadt. Fahrpreis III. Klaſſe von Aſchaffenburg
und zurück einſchließlich Eintrittsbillett für
die Ausſtellung 2,30 Mark. Andere Stationen
ent=
ſprechend weniger. Das Sonderzugbillett wird in der
Ausſtellung abgeſtempelt. Rückfahrt 700 Uhr nach
mittags. Am ſelben Tage fährt ein Sonderzug
(III. Klaſſe) mit Fahrpreis= und Eintritts=Ermäßigung
für jedermann von Erbach i. O. ab 653 Uhr
vor=
mittags nach Darmſtadt. Fahrpreis III. Klaſſe von
Erbach und zurück einſchließlich Eintrittsbillett für die
Ausſtellung 2,70 Mark. Andere Stationen
ent=
ſprechend weniger. Das Sonderzugbillett wird in
der Ausſtellung abgeſtempelt. Rückfahrt 743 Uhr
nachmittags.
— Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Ein=
nahmen im Monat Auguſt 1912 betrugen: 1.
Perſonen=
verkehr 663 825 Mk. (gegen 604 331 Mk. im Auguſt 1911).
2. Güterverkehr 87694 Mk. (89080 Mk.) 3.
Neben=
einnahmen 2446 Mk. (2505 Mk.) 4. Geſamteinnahmen
753965 Mk. (695 916 Mk.).
C. Der Verein für Kirchengeſang aus Frankfurt
trug am Sonntag während des Hochamtes in der St.
Ludwigskirche die berühmte Missa Papae Marcelli
von Paleſtrina vor. Dieſe Darbietung darf füglich als
eine Kunſtleiſtung erſten Ranges bezeichnet werden.
Großartig abgetönt wirkte der Chor mit dem Höhepunkt
im Credo in der Stelle „et incarnatus est‟ Der
Einſatz geſchah im zarteſten Pianiſſimo, der ſich bei
et homo factus est” zu einem glänzenden Fortiſſimo
erhob. Um 6 Uhr ſchloß ſich im Konkordiaſaal eine
weltliche Feier an, der herrliche Vorträge des
genannten Vereins und des Kirchengeſangvereins St.
Ludwig ihr Gepräge verlieben. Die Dankesworte
des Domkapitulars Dr. Elz fanden allenthalben
leb=
haften Widerhall.
Kirchengeſangverein der Johannesgemeinde.
Der Wiederbeginn der Proben im
Kirchen=
geſangverein der Johannesgemeinde iſt die beſte Zeit
zum Eintritt neuer Mitglieder. Stimmbegabten
Damen und Herren, die an der edlen Sache des
kunſt=
vollen Kirchengeſangs mitarbeiten wollen, bietet ſich am
Dienstag, den 17. September, abends 8¼ Uhr, im
Probelokal, Kahlertſtraße 26, Gelegenheit zur Anmeldung.
Auch ſonſt nehmen ſowohl die Gemeindepfarrer wie der
Dirigent (Hofmuſiker Adam) jederzeit Anmeldungen
entgegen.
Blumenpflege in Arbeiterfamilien. Bei der
Ausſtellung für Blumenpflege in Arbeiterfamilien
wur=
den folgende Ausſteller prämiiert: I. Preis: Karl
Kuhny, Johanna Steinbrecher, Marie Ruppert, Eliſabeth
Hambrecht, Eliſabeth Bitſch, Wilhelmine Bitſch, Adam
Miſchdörfer, Frau Balles, Adolf Henkler, Luiſe Henkler,
Heinrich Kuhny, Ernſt Semmler, Ernſt Ruppert,
Eliſabeth Hotz, Georg Burger, Georg Dörr, Joſef
Weber, Philippine Schaefer, Otto Holzſchuh, Anna
Kunkel, Suſanne Göbel, Joh. Fr. Göbel, Dina Göbel,
Ludwig Kuhns, Adam Haun. — II. Preis: Ludwig
Auracher, Marie Rühl, Helene Heiſt, Konrad Rühl,
Eliſabeth Rühl, Frau Karnmann, Heinrich Schulz,
Georg Mote, Marie Rück, Franz Wißmann, Heinrich
Balles, Konrad Gruß, Guſtav Schulz, Auguſte
Nau=
mann, Karl Naumann, Margarethe Werner, Elſe
Eide=
müller, Margarethe Kuhny, Katharina Horn, Anna
Horn. — III. Preis: Frau Adam, Adam Wagner,
Johanna Leiſer, Eva Bock, Adam Götz, Katharina
Langjahr, Klotilde Menz, Hubert Lorenz, Marie
Auracher, Anna Heiſt, Johanne Hambrecht, Margarethe
Götz, Leonhard Röder, Stephan Stoller, Eva Merz,
Magdalene Schneider, Philipp Matthes, Anna
Hilde=
beutel, Georg Caſtritius, Karl Stöhr, Eliſe Vollrath,
Anna Semmler, Heinrich Münch, Katharina Kunkel,
Georg Vollrath, Thereſe Geider, Margarethe Sproß,
Chriſtine Münch, Jakob Caſtritius, Georg Schmidt,
Hans Rieg, Robert Geider, Friederike Adelmann,
Henriette Glanzler, Johann Nonnengätz, Andreas
Landzettel, Johann Ries, Peter Beilſtein, Margarethe
Lorenz, Peter Kunkel, Ludwig Sproß, Guſt. Ad.
Schneider, Eduard Löſch, Heinrich Lorenz, Elſa
Binde=
wald, Johannette Holzſchuh, Anna Hoffmann, Wilhelm
Kuhny, Suſanne Doſch, Franziska Schad, Barbara
Lummer, Leonhard Meyer, Philippine Hochſtätter
Ein neuer Leſſing=Fund.
Ein Abſagebrief an eine Bewerberin um ſeine Hand.
Zu den früheſten und begeiſtertſten Verehrern
Leſ=
ſings gehörte das gelehrte Ehepaar Reiske, mit dem
der Dichter des „Nathan” eine Zeitlang in intimem
brieflichem Verkehr ſtand. Reiske, der geniale
Griechen=
kenner und erſte Arabiſt ſeiner Zeit bewunderte mit
Ehr=
furcht und Beſcheidenheit den ihm ſtets gefälligen
Biblio=
thekar, der eine gewaltige Gelehrſamkeit mit künſtleriſcher
Anmut des Stils verband, während an der Wiege des
tiefſinnigen Gelehrten die Grazien ausgeblieben waren.
Auf ſeiner „Luſtreiſe” nach den orientaliſchen
Handſchrif=
ten in Wolfenbüttel die 1771 Reiske mit der freudigen
Hoffnung auf Leſſings Bekanntſchaft antrat, begleitete
ihn ſeine Gattin Erneſtine Chriſtine, eine echte
Philologenfrau, die ihren Mann einſt ohne alle Liebe
aus reiner Vernünftigkeit geheiratet hatte, aber dann ihm
treu zur Seite ſtand, um ihm zu helfen, „in der
Ge=
ſchwindigkeit Griechiſch lernte” und unermüdlich war in
wiſſenſchaftlichen Kollationen und Abſchriften. „Wie ein
Kind auf den heiligen Chriſt” hatte ſich die tüchtige,
reſo=
lute und doch tief weiblich empfindende „Doktorin” auf
den großen Leſſing gefreut, und auch er ſchätzte die
ge=
lehrte Reiskin; ja, er „verdarb und verführte” ſie ſogar
durch ſeine „Flatterien” wie Reiske an Leſſing halb im
Ernſt, halb im Scherz über ein der Aeſop=Abſchrift der
Profiſorin geſpendetes Lob ſchreibt:
Die Schwärmerei der vielwiſſenden Frau für den
Wolfenbüttler Bibliothekar galt zunächſt nur dem
Ge=
lehrten, dem großen Schriftſteller; aber als Reiske 1774
geſtorben war, da ſpannen ſich neue und engere FFäden
zwiſchen der „geſchickten Freundin” die dieſen
Ehren=
namen nicht minder verdiente als Gottſcheds Adelgunde,
und dem Ideal ihres Seligen. Leſſing ſchenkte dem
Nachlaß ſeines „ſehr lieben Freundes” gewiſſenhafteſte
Teilnahme, und Frau Erneſtine „vertrauete” wie ſie
ſelbſt berichtet, „ihm die ſo teueren Papiere an, als ich,
krank an Leib und Gemüte, mir das Grab nahe dachte‟.
Leſſing erklärte ſich ſogar bereit, mit ihr die Biographie
Reiskes auszuarbeiten, dieſes rührende Denkmal eines
deutſchen Gelehrtenlebens, das ſie dann allein
heraus=
gegeben hat So führte ſie die gemeinſame Pietät für
das nachgelaſſene Werk des Verſtorbenen zuſammen, und
während Leſſing, im Herzen ſchon faſt an Eva König
ge=
kettet, nur ſachlich=wiſſenſchaftliche Intereſſen hatte,
loderte in der gelehrten Frau, deren Gefühl hinter den
fgroßen dicken Folianten noch nicht verſtaubt war, echt
tweiblich eine tiefere Empfindung auf. Mitten zwiſchen
fder ſchwierigen Erörterung über ſemitiſche Manuſkripte
fund die Libanius=Ausgabe des Verblichenen trat ſie mit
dem Herzenswunſch an ihn heran, ſeine Gattin zu
wer=
den. Leſſing mag dieſen Antrag ſchonend abgewieſen
haben; jedenfalls kam es damals nicht zum Bruch. Er
behielt die Manuſkripte und erſt 1777, als ſein kurzes
Liebesglück mit Eva König ſich bereits dem Ende
zu=
neigte, kam es zu einer ſcharfen Auseinanderſetzung mit
der alten Bekannten.
Ueber dieſes Ende einer menſchlich ſo intereſſanten
Epiſode aus dem Leben des Nathan=Dichters war
bis=
her nichts bekannt, denn bis auf ein Schreiben an die
Reiskin ſchien die ganze Korreſpondenz peſſings mit
dieſer Frau verloren. Nun lüftet aber ein bedeutſamer
Fund dieſen Schleier und ſchenkt uns zugleich ein
bis=
her unbekanntes Schreiben Leſſings, das
„als eines der charakteriſtiſchſten Beiſpiele ſeiner
Brief=
unſt” gelten darf. Dr. Reinhard Buchwald
veröffent=
licht dies wichtige Dokument in dem nächſten Heft der
„Zeitſchrift für Bücherfreunde‟ Leſſing war nicht viel
zu der Arbeit an der Reiske=Biographie gekommen; er
hatte allerdings, wie die Anlage des neuen Briefes
be=
weiſt, angefangen, ein ſpäter von Frau Reiske
verwen=
detes Verzeichnis der von Reiske hinterlaſſenen
Hand=
ſchriften anzufertigen. Aber die Arbeit mag der Frau
Profeſſor nicht raſch genug vonſtatten gegangen ſein; ſie
wird ihm ein heftig mahnendes, wahrſcheinlich taktloſes
Schreiben geſchickt haben, worauf ſie folgende Antwort
er=
hielt, die wir mit freundlicher Erlaubnis des Verlages
W. Drugulin in Leipzig hier wiedergeben dürfen und die
den ganzen Leſſing zeigt, in ſeiner feſten Charaktergröße
und der klaren Schärfe ſeines Stils:
Madame,
Ich habe freylich ſehr unrecht gethan, daß ich allezeit
mein Verſprechen nach meinem guten Willen blos
einge=
richtet; und Sie können auch nicht dafür, daß Sie ſich von
meiner gegenwärtigen Lage keinen Begriff machen
können, in welcher ich an vier Orten wohne, ohne an
Einem zu wohnen.
— Hierbei folgt alſo die erſte Kiſte der Manuſkripte,
und das übrige kömmt über acht Tage gewiß. — Ob ich
ſie ſo gebraucht habe, wie ich ſie zu einem umſtändlichen
Verzeichniſſe, das ich unſeres Freundes Leben unter
mei=
nem Namen beyfügen könnte, gebraucht zu haben
wünſchte? Nein. — Aber ich will lieber von dieſem
Vor=
haben ganz abſehen, als mir von Ihnen noch einen
ſol=
chen Brief zuziehen, als der letzte.
Ob Ihr Vertrauen auf meine Rechtſchaffenheit
Thor=
heit war: kann ich nicht ſagen. Aber meine
Rechtſchaffen=
heit ſoll ſicherlich zu allen Zeiten und in allen Stücken
Rechenſchaft bleiben: des bin ich gewiß.
Das Buch oder das Blat, welches ich wiſſendlich
von den mir anvertraueten Manuſkripten behalte: (welche,
wenn ich damit nach ihrem erſten Willen gehandelt hätte,
jetzt weder mehr in Ihren noch in meinen Händen
wären) ſoll mir ewig auf der Seele brennen.
So auch der Pfennig! — Sie haben mir nach und
nach an die 900 Reichsthaler baar übermacht. Hierzu
kommen die Intereſſen von dieſer Summe auf bisherige
zwey Jahr und verſchiedene Bücher: ſo daß ich alles auf
1100 Reichsthaler bar rechne. Ueber dieſe elfhundert
Thaler will ich Ihnen, auf Ihre erſte Antwort, eine
Obli=
gation ſenden, und Ihnen das Kapital jährlich zu 5 proct.
verintereſſieren. Es iſt mir ſehr leid, daß ich in dieſem
Augenblick nicht mehr thun kann: auch genöthigt ſeyn
werde, die Obligation ſelbſt auf einige Jahre zu ſtellen. —
Freylich werde ich auch ſo noch Ihnen große
Ver=
bindlichkeit haben; und ſo große, daß ich ſie nie würde
übernommen haben, wenn ich voraus hätte ſehen können,
was ich wohl nun begreiffe, das Sie ſelbſt nicht
voraus=
geſehen haben.
Was in Beykommender erſten Kiſte ſich befindet, iſt
auf beyliegenden Bogen ſpecificiert, den ich mir nach
richtigem Empfang. quittiert wieder zurück erbitte. Aus
ein paar anderen Blättern, die ich beyſchließe, werden Sie
erſehen, wie ich ohngefähr mein umſtändliches
Verzeich=
nis eingerichtet hatte, daß ich eben aufs Reine zu
ſchrei=
ben im Begriff war, als ich dero letzten Brief erhielt.
Indeß, meine Freundin — denn ſo will ich Sie doch
noch immer nennen, trotz Ihrer ſich ſo beſcheiden
zurück=
ziehenden Titulatur des Hofraths — wenn es Ihnen
ſcheinen ſollte, als ob ich aufgebracht ſey, als ob ich dieſe
Gelegenheit ergreifen wolle, mit Ihnen zu brechen: ſo
irren Sie ſich wiederum in mir. — Wenn wir von dieſer
Seite, von der ich ſehr betauere, daß jemals zwiſchen uns
die Rede davon geweſen, miteinander in Richtigkeit ſind:
ſo wird es nur von Ihnen abhangen, ob ich noch künftig
eine Stelle unter Ihren Freunden haben ſoll.
Wolfenb. den 18ten December 1777.
Gotth. Ephr. Leſſing.
Zum unheilbaren Bruch iſt es jedoch zwiſchen ihnen
auch nach dieſem Briefe nicht gekommen; Frau Reiske
hat ſpäter noch von ihrem „werthen Freunde, dem Herrn
Hofrat Leſſing”, mancherlei Rat und wiſſenſchaftliche Hilfe
erhalten. In der Arbeit an der Lebensbeſchreibung ſcheint
man nun eine Teilung vereinbart zu haben: Während
Frau Reiske die bibliographiſche Bearbeitung
über=
mahm, behielt Leſſing die auf die Biographie
be=
züglichen Dokumente, kam aber in dem Eifer des
Frag=
mentenſtreites, durch die Arbeit am Nathan und ſeine
Krankheit nicht zur Ausführung des Lebensbildes ſeines
Freundes. Buchwald veröffentlicht ein Schreiben von
Leſſings Bruder Karl nach ſeinem Tode an Erneſtine,
vom 10. Mai 1871, in dem er ihr verſpricht, „die Schriften,
ſo mein verſtorbener Bruder zur Lebensbeſchreibung
ihres ſeligen Gemahls gehabt, wieder auszuliefern”.
1783 erſchien dann das Werk. Wie nach den umfaſſenden
Nachforſchungen des glücklichen Finders ſicher iſt. beſitzen
wir in dem ſchönen Brief den einzigen vor der
Vernicht=
ung geretteten Reſt der Korreſpondenz Leſſings mit der
gelehrten Frau, die ſein Herz und ſeine Hand ſich
ge=
winnen wollte.
Dr. O. L.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 2 19.
Seite 3.
Adam Benz, Kätha Doſch, Kätha Caſtritius, Margarethe
Schmittchen, Johannes Benz, Marie Blitz, Katharina
Pulch, Marie Debus.
* Maßnahmen gegen die allgemeine Teuerung. Um
den teuren Fleiſchpreiſen entgegenzuwirken, ſollen auch in
dieſem Jahre in der hauswirtſchaftlichen
Fort=
bildungsſchule Fiſchkochkurſe abgehalten
wer=
den. Für die Unbemittelten werden dieſe Kurſe
wieder auf Koſten der Stadt eingerichtet. Da im
Vorjahr von Frauen aus finanziell beſſer
ge=
ſtellten Kreiſen die Errichtung von Kurſen gegen
Be=
zahlung angeregt würde, ſo ſollen auch derartige Kurſe
im Oktober abgehalten werden. — Weitere Mitteilungen
erfolgen in den nächſten Tagen.
* Gemeinſamer Geburtstag. Man ſchreibt uns: Zwei
gute Kollegen, Herr Weitzel, langjähriger Diener im
Miniſterium des Innern, und Herr Jacob Fiſcher,
langjähriger Diener bei der engliſchen Geſandtſchaft, feiern
heute, den 17. Sept., gemeinſchaftlich noch in voller
Rüſtig=
keit ihren 78. Geburtstag.
O. Bienenforſcher und Komponiſt. Das Darmſtädter
Publikum dürfte nachſtehende Notiz intereſſieren, die „Der
Imker aus Böhmen” über die altangeſehene
Wanderver=
ſammlung der Imker Deutſchlands, Oeſterreichs und
Un=
garns in ſeinem Referat über die im Auguſt zu Bodenbach
tagende Feſtlichkeit bringt: „Aus dem Konzertprogramm
der Ausſtellung erregte beſonderes Aufſehen eine
Kom=
poſition unſeres geſchätzten Bienenforſchers Lehrer Ferd.
Dickel aus Darmſtadt. Sein Sr. Exz. Dr. Ritter von
Beck=Managetta aus Wien gewidmetes fünfteiliges
Or=
cheſterſtück „Imkerleben” deſſen 3. Teil Tüten und Quaken,
Schwarmdurchbrennen uſw. in Tönen beſtgelungen
nach=
bildet, fand derart Beifall, daß es während der zwei
Feſt=
tage von der Militärkapelle 4mal aufgeführt werden
mußte.” — Wie wir hören, hat ein Mitglied der Kapelle
des Herrn Obermuſikmeiſters Hauske das äußerſt
wirk=
ungsvolle Arrangement der Kompoſition ausgeführt.
Der deutſchvölkiſche Turnverein „Jahn” (
Deut=
ſcher Turnerbund) hielt am Samstag und
Sonn=
tag ſein Stiftungsfeſt, verbunden mit Jahnfeier und
Wetturnen, ab. Nachdem am Samstag abend eine Vorfeier
mit Kampfrichterſitzung ſtattgefunden, zu der auch ſchon
einige Bundesbrüder der neugegründeten Turnvereine
Heidelberg und Mannheim erſchienen waren, begann am
Sonntag morgen halb 8 Uhr das allgemeine Wetturnen.
Dieſes wurde genau nach den Beſtimmungen der
Bundes=
turnordnung eingeteilt und bewertet und zeitigte ein recht
erfreuliches Ergebnis. Beſonders zeigte die von dem
Bunde eingeführte Prüfung der Wetturner in völkiſchen
Fragen gutes Verſtändnis. Als Sonderwetturnen wurde
noch ein Dreikampf beſtehend in Gerzielwurf,
Hammer=
ſchleudern und Hochſprung ohne Brett in Straßenkleidung
mit Ruckſackbelaſtung und Eiſenſtab vorgeführt. Trotz dem
angeſtrengten Turnen des Vormittags von ½8—12 Uhr,
beteiligte ſich noch ein Teil der Turner an der
Veranſtalt=
ung des Jungdeutſchlandbundes auf dem
Exer=
zierplatz mit folgenden Uebungsarten: Gerſcheibenwurf,
Hammerſchleudern, Bogenſchießen, Speerwurf und
Frei=
hochſprung. Am Abend vereinigten ſich
Vereinsange=
hörige und Gäſte im Palaisreſtaurant, um das 4.
Stif=
tungsfeſt in gewohnter Weiſe zu begehen. Der 1.
Vor=
ſitzende Turnbruder Dr. W. Mahr, dankte den
Anweſen=
den, beſonders den auswärtigen Turnbrüdern für ihr
Er=
ſcheinen und ihre eifrige Mitarbeit in der gemeinſamen
völkiſchen Sache. Er gab einen kleinen Ueberblick über die
Gründung und Entwickelung des Vereins und forderte
alle Anweſenden auf in Treue und emſiger Mitarbeit der
Weiterverbreitung der völkiſchen Hochſpiele zu dienen,
da=
mit bald auch im ſüdlichen Deutſchland ein neuer Gau
des Deutſchen Turnerbundes zu Stande kommt. Der
Diet=
wart des Vereins, Turnbruder E. Gorr hielt die
Feſt=
rede, in der er hauptſächlich auf das Wirken Jahns als
Urheber und Verbreiter des deutſchen Volkstums und des
deutſchen Turnens hinwies, welches ſich mit dem vom
Ver=
ein heute gepflegten deutſchvölkiſchen Turnen decke. Es hat
die Turnerſchaft wohl die körperlichen Uebungsarten Jahns
übernommen, nicht aber die Pflege des völkiſchen Geiſtes
und dies gerade ſolle die beſondere Aufgabe des Vereins
ſein. Bei der Siegerverkündigung konnten 5 Eichenkränze
und 2 Anerkennungen verteilt werden. Unter dem
Ge=
ſange kerndeutſcher Lieder mit abwechſelnden Vorträgen
blieben die Teilnehmer noch einige Stunden in ſchönſter
Stimmung beiſammen.
D. H.V. Deutſchnationaler Handlungsgehilſen=Verband.
Die am Samstag, 14. September, begangene
Verbands=
gründungsfeier des Deutſchnationalen
Handlungs=
gehilfen=Verbandes, Ortsgruppe Darmſtadt, nahm einen
ſchönen und ſtimmungsvollen Verlauf. Die Feſtrede hielt
Herr Wagner=Frankfurt. Der Redner gedachte der
bereits erreichten ſozialpolitiſchen Erfolge. Aber große
Aufgaben ſeien noch zu erledigen. Der Verband habe im
letzten Jahre einen mächtigen Aufſchwung genommen, dies
ſei die beſte Garantie dafür, daß auch die Aufgaben der
Zukunft erfüllt würden, wie es das Wohl des Standes
und das Wohl des Vaterlandes erfordere. Die nationale
Arbeit des Verbandes ſei ebenfalls von größter
Bedeu=
tung. Der D. H.=V. ſei ſtolz darauf, durch die Tat
be=
wieſen zu haben, daß kraftvolle ſozialpolitiſche Arbeit
Hand in Hand gehen könne und müſſe, mit bewußter
nationaler Geſinnung und Betätigung. Die Rede fand
be=
geiſterten Beifall. Aus dem künſtleriſchen Teil der
Feſt=
folge müſſen die herrlichen Chorgeſänge des
Geſang=
verein „Schubert=Quartett” beſonders
hervor=
gehoben werden, ebenſo die Einzelgeſänge der Herren Karl
und Emil Sulzmann, ſowie des Herrn Philipp
Schmitt, ſämtlich von hier. Die Sänger verſtanden es,
den künſtleriſchen Gehalt ihrer Darbietungen meiſterhaft
und erſchöpfend wiederzugeben, ſo daß die
Feſtverſamm=
lung ihren Dank durch brauſenden Beifall kund gab. Zum
Schluſſe ſei noch der Kapelle Weber und ihrem rühmlichſt
bekannten Dirigenten gedankt für die hohen künſtleriſchen
Genüſſe, die der Feſtverſammlung durch die konzertlichen
Darbietungen der Kapelle gewährt wurden.
* Verband ſtädtiſcher Vollziehungsbeamter Heſſens.
Am Sonntag, den 15. ds. Mts. 1 Uhr vormittags, hatte
ſich in Darmſtadt, Hotel „Prinz Heinrich”, der am 12. Mai
1912 in Frankfurt gegründete Verband zu einer
Verſamm=
lung eingefunden. Es waren alle Vollziehungsbeamten
der größten Städte Heſſens vollzählig erſchienen. Der
Vorſitzende, Pfandmeiſter Lautenſchläger=Offenbach,
ſer=
öffnete die Verſammlung, begrüßte die Erſchienenen und
dankte insbeſondere dem Verband Großh. Pfandmeiſter
für die Entſendung eines Vertreters. Sodann referierte
der Schriſſtführer, Pfandmeiſter Meyer=Ofſenbach, über
Zweck und Ziele des Verbandes. Die Anweſenden
er=
klärten ſich einſtimmig mit den Ausführungen
einverſtan=
den. Im weiteren wurden neben dem inneren Ausbau
des Verbandes mehrere Angelegenheiten antragsmäßig
erledigt. Die Verhandlungen verliefen ſehr angeregt und
dehnten ſich bis 5 Uhr aus.
sch. Odenwaldklub. Zum ſechſten Mal im laufenden
Klubjahr zog die Ortsgruppe Darmſtadt am
Sonntag zur frohen Wanderfahrt aus. In einer faſt noch
niemals erreichten Zahl — 135 — hatten die Mitglieder
dem Lockruf der Führer Folge geleiſtet. Hetzbach war
zum Ausgangspunkt der Tour erkoren worden. Von hier
aus ging es in gemütlichem Tempo durch liebliche Täler,
hinauf zu prächtigen Halden mit herrlichen Fernſichten
nach Bullau, dem Orte der Frühſtücksraſt. Gaſtwirt
Walter ließ es ſich angelegen ſein, die hungrigen Geſellen
zufrieden zu ſtellen. Bei Becherklang und frohen Reden
ging die Raſt zu Ende. Geſtärkt wurde die Wanderung
fortgeſetzt. Sie bot in bunter Mannigfaltigkeit gar viel
des Schönen. Hier verſetzte der Obſtreichtum die
Teil=
nehmer in Staunen, dort zeigte das blühende Heidekraut
liebliche Bilder. Mit Wohlgefallen glitt der Blick über
herrliche Waldbeſtände, die ſich ſchon mit Farben des
Herbſtes ſchmücken. Würzberg war erreicht. Mit
freund=
licher Erlaubnis des Grafen zu Erbach=Erbach durften die
ſtillen und zaubervollen Pfade durch den Park benutzt
werden. Sie führten nach Eulbach. Im Forſthaus, hinter
dem Schloß, wurde Einkehr gehalten. Gelabt durch
friſchen Trunk, ging es dem Endziele der Tour,
Michel=
ſtadt, entgegen. Es wurde programmäßig um 5 Uhr
er=
reicht. Das Mittageſſen war im Hotel Friedrich bereitet.
Bald entwickelte ſich eine vortreffliche Stimmung. Bei
heiteren Reden und deklamatoriſchen Vorträgen eilte die
Zeit ſchnell dahin. Die Mitglieder der Ortsgruppe
Michel=
ſtadt hatten ſich zahlreich eingefunden, um mit ihren
Darmſtädter Klubgenoſſen einige frohe Stunden zu
ver=
leben. Die Heiterkeit erreichte ihren Höhepunkt, als ſich
auf dem Weg zum Bahnhof eine zufällig anweſende
Muſikkapelle bereit finden ließ, auf dem Heimwege zu
kon=
zertieren. Luſtig erſchallten auf dem Bahnſteige ihre
Weiſen. Jetzt fiel das Heimgehen ſchwer. Kurz
ent=
ſchloſſen wurde dem Wanderprogramm der Gehorſam
ver=
weigert. In König unterbrach eine große Anzahl luſtiger
Geſellen die Fahrt und zog mit klingendem Spiel in das
traute Kurörtchen ein. Der fröhlichen Schoppenraſt ſetzte
der letzte Zug leider nur zu raſch ein Ende. „Muß ich
denn, muß ich denn zum Städtle hinaus” erklang es
draußen, als er die Teilnehmer heimwärts führte. Nach
elf Uhr erſt trafen die letzten Teilnehmer in Darmſtadt
ein. Der Tour kann nicht Erwähnung geſchehen, ohne der
Führer zu gedenken, die an ihrem Gelingen den größten
Anteil haben. Die Herren Gebrüder Metzger hatten die
Wanderung bis in alle Einzelheiten gewiſſenhaft
vorbe=
reitet und dadurch ſo genußreich geſtaltet. Es gebührt
ihnen dafür der herzlichſte Dank der Teilnehmer.
— Vogelsberger Höhenklub Zweigverein
Darm=
ſtadt. Zur Wanderung am vorigen Sonntag hatten
ſich 120 Damen und Herren eingefunden, ein erfreulicher
Beweis des Aufſchwungs, den der Zweigverein.
Darm=
ſtadt des V. H. K. genommen hat. Die Wanderung
führte durch eine Gegend, die nicht allzu häufig von
Darmſtädter Touriſten beſucht wird. Sie begann in
Seligenſtadt, der Stadt, die allen Freunden
deutſcher Vergangenheit bekannt und wert iſt, und führte
über Dettingen durch die romantiſche Rückersbacher
Schlucht und über Johannesberg nach Aſchaffenburg.
Der Wettergott hatte ein Einſehen gehabt und nach
wochenlangem Regen gutes Wanderwetter beſchert. So
hat auch dieſe Tour wieder einen ſchönen Verlauf
genommen.
gs. Unfall. Geſtern vormittag wollte ein Taglöhner
auf der Griesheimer Chauſſee auf einen Wagen ſteigen,
glitt dabei aus und wurde eine Strecke weit
ge=
ſchleift. Er trug an beiden Beinen ſtarke
Quet=
ſchungen und Hautabſchürfungen davon und wurde
nach Anlegen von Notverbänden von der Rettungswache
mittels Kranken=Kraftwagens in das Städtiſche
Kranken=
haus gebracht.
Offenbach a. M., 16. Sept. Die auf Samstag
nachmit=
tag einberufene dringliche
Stadtverordneten=
ſitzung beſchäftigte ſich in der Hauptſache mit dem
Ver=
tragsentwurf über die Stromlieferung aus
dem Städtiſchen Elektrizitätswerk an die Stadt Neu=
Iſen=
burg, der mit den gewünſchten kleinen Abänderungen
ge=
nehmigt wurde. Weiter wurde ohne weſentliche
De=
batte die neue Lohntafel und Dienſtordnung für die
Be=
dienſteten der ſtädtiſchen Straßenbahn angenommen. —
Für das im Sinne der Reichsverſicherungsordnung beim
Kreisamt Offenbach zu errichtende
Verſicherungs=
amt, das ſeinen Geltungsbereich über den ganzen Kreis
mit Ausnahme der Stadt Offenbach erſtreckt, iſt der
Kreis=
amtmann Kirnberger zum ſtändigen erſten
Stellver=
treter des Vorſitzenden ernannt worden.
n. Kelſterbach, 16. Sept. Recht außergewöhnlich
ſind die näheren Umſtände des ſchweren
Dieb=
ſtahls, der in der Nacht zum 12. Septerber auf dem
Laſtſchiff „Druſus” verübt wurde. Nach den gepflogenen
Ermittlungen und den Geſtändniſſen einzelner Schuldigen,
waren vier Perſonen an der Ansführung
betei=
ligt. Bis jetzt befindet ſich nur der Hilfszollwächter
Heinrich Eckert in Unterſuchungshaft. Sein
Ge=
noſſe, der 36jährige Steuermann Ritter von Mainz,
konnte, als Schiffsführer Breuer die Diebesgeſellſchaft
überraſchte, entkommen und wurde am Samstag in Mainz
feſtgenommen, vom Amtsgericht jedoch mangels
Fluchtverdachts vorläufig wieder auf freien Fuß geſetzt.
Eckert iſt Lokomotivführer i. P. und beſitzt Frau nebſt fünf
Kindern; Ritter iſt gleichfalls verheiratet und Vater von
ſechs Kindern. Als weitere Genoſſen kommen der Wirt
Menz, ſowie deſſen Schwager Schloſſer Popionek von hier,
in Betracht. Menz war in jener Nacht mit Ritter über den
Diebshandel einig geworden und die vier Genannten
be=
gaben ſich in einem Kahn des Menz zum Schiff. Eckert
öffnete den unter Zollkontrolle ſtehenden Laderaum und
man faßte von dem dort lagernden loſen Weizen in
mit=
gebrachte Säcke, während Popionek den Kahn am
Schiffs=
bord feſthielt. Ritter hatte vorher vergebens verſucht,
einen Matroſen zur Teilnahme zu verleiten; der von
die=
ſem benachrichtigte Schiffsführer nahm dann den Eckert
feſt. Zwei gefüllte Säcke ſtanden bereits im Kahn, andere
befanden ſich, ganz oder teilweiſe gefüllt, noch auf dem
Schiff. Der ganze ſo entwendete Weizen hatte einen Wert
von über 100 Mark. Die Täter ſind geſtändig, nur
Po=
pionek will an einen harmloſen Kauf geglaubt haben; im
übrigen ſchiebt jeder die Anſtiftung und Hauptſchuld auf
den anderen.
Heppenheim, 16. Sept. Der
Kreisobſtbauver=
ein veranſtaltet vom 19. bis 30. September in Kreidach,
Vöckelsbach, Fürth, Erlenbach, Hambach und Ober=
Lau=
denbach Obſterntekurſe, in denen über Ernten,
Ab=
ſchätzen, Sortieren und Verpacken des Obſtes Belehrungen
gegeben werden.
sd. Beerfelden, 15. Sept. Die Kriſis in der
Zündholzinduſtrie macht ſich infolge der
Zündholz=
ſteuer auch in unſerer Gegend bemerkbar. Der Vorſitzende
des heſſiſchen Landesgewerbevereins hat in der letzten
Ausſchußſitzung mitgeteilt, daß die Schachtelmacher im
Odenwalde durch die veränderten Verhältniſſe in der
Zündholzinduſtrie in eine ernſte Notlage verſetzt worden
ſeien. Die Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
beabſich=
tigte deshalb einzelne Schachtelmacher für andere verwandte
Erwerbszweige auszubilden. — Heute hielt der hieſige
Turnverein ſein diesjähriges Abturnen ab. Trotz der
un=
günſtigen Witterung konnte das Turnen doch im Freien
ſtattfinden. Im Allgemeinen waren die Leiſtungen der
Turner zufriedenſtellend Nach der Preisverteilung hielt
ein Vorſtandsmitglied eine Anſprache an die Turner, die
im Herbſt ihrer Militärpflicht genügen müſſen und er=,
mahnte ſie, auch fernerhin eifrige Turner zu bleiben.
A Beerfelden, 16. Sept. Veranlaßt von der hieſigen
Ortsgruppee des Kreis=Obſtbauvere ins
hielt geſtern nachmittag Herr Behne=Darmſtadt einen
Vortrag über die Verwertung des Obſtes und
der Gemüſe. Das Endziel des Obſtbaues iſt die
rich=
tige Verwertung des Obſtes, und kennt die Hausfrau
dieſe Kunſt, dann wird ſie dafür ſorgen, daß für den
Obſt=
bau das richtige Intereſſe vorhanden iſt. Den Anſtoß
zur Auffindung des richtigen Verfahrens für
Obſtkonſer=
vierung gab die franzöſiſche Regierung durch ein Preis=
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 15. September.
„Tannhäuſer”.
W-l. Vor vollbeſetztem Hauſe gelangte heute als erſte
Wagner=Oper „Tannhäuſer” zur Aufführung. Von einigen
weniger geglückten Einzelheiten abgeſehen, kann die
Auf=
führung als recht gelungen bezeichnet werden.
Die Inſzenierung und die Bühnenbilder waren
die=
ſelben geblieben, nur manche unkünſtleriſch wirkende und
illuſionsſtörende Aeußerlichkeiten waren fortgelaſſen, auch
die Jagdmeute am Schluſſe des erſten Aktes iſt nach
lang=
jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten Ruheſtand
ver=
ſetzt worden. Vielleicht hat ein Sachverſtändiger auch
herausgefunden, daß ſie ein Anachronismus iſt. Die
In=
ſzenierung des 1. Aktes wird auch wohl noch einer
Re=
viſion unterzogen werden. Stimmungsſtörend iſt das
Herablaſſen der Kuliſſen=Dekoration während des
Zwie=
geſanges vor den Worten der Venus „Geliebter, komm,
ſieh dort die Grotte” ꝛc. Da der hintere Bühnenraum
in=
deſſen für die Verwandlung in der 1. Szene frei gemacht
werden muß, ſo würde es ſich empfehlen, ihn von dem
vorderen gleich nach der Schwanſzene durch eine Dekoration
abzuſchließen. Auch wäre es doch ſinngemäßer, wenn die
Grotte gleich da wäre und nicht erſt erſcheint, wenn man
ſie braucht. Schließlich iſt es auch gar nicht nötig, daß
man die Grotte ſieht. Die Venus könnte durch eine
Handbewegung andeuten, daß ſie ſeitwärts liegt. Wir
ſind unter dem neuen Regime in kurzer Zeit ſchon durch
ſo viele zweckmäßige, von hohem Kunſtverſichdnis
zeu=
gende Bühnen=Reformen und Verbeſſerungen ’verwöhnt
worden, daß einem unkünſtleriſch wirkende Traditionen
jetzt viel mehr auffallen. Natürlich kann man nicht gleich
alles reformieren.
Unter den mitwirkenden Künſtlern iſt an erſter Stelle
Frl. Geyersbach zu nennen, die die Partie der
Eliſa=
beth mit gewohnter Zartheit und Schönheit des Tones
Innigkeit und Wärme des Vortrags und künſtleriſchem
Verſtändnis ſang. Herr Becker, der ſtimmlich gut
auf=
gelegt war, teilte die Eigentümlichkeit mit den meiſten
Tenören, daß er die Venusſzene weniger gut ſang, als
den zweiten und dritten Akt, der den Höhepunkt der
Ge=
ſangsleiſtung des Abends zu bezeichnen pflegt. Im
In=
tereſſe einer leichteren und beſſeren Tonbildung, aber zum
Nachteil der Deklamation ſingt Herr Becker oft nur Laute
ſtatt Worte, was uns heute abend mehr als ſonſt auffiel.
Den Repräſentanten deutſcher Sentimentalität, den
elegi=
ſchen und ſchwärmeriſchen Wolfram ſang Herr Semper
überraſchend ſchön, für den Sänger der hohen Minne,
Walther, hatte Herr Globerger ſchöne ſtimmliche
Mittel einzuſetzen. Sie bildeten zuſammen mit den Herren
Schützendorf (Biterolf), Bernhardt (Heinrich) und
Riechmann (Reimar) ein treffliches und ſchön
abge=
ſtimmtes Sängerenſemble. Herr Stephani als
Land=
graf war, wie immer, ſtimmlich und geſanglich auf der
Höhe, Frau von Sugh ſang die Partie der Venus mit
Sicherheit und der nötigen Energie des Tons, Frl.
Jütt=
ner die des Hirten ſauber und korrekt.
Die Begeiſterung des Puhlikums für die Oper hat,
wie der ſehr reiche Beifall bewies, noch nicht nachgelaſſen.
Konzerte.
mm. Einen ſehr befriedigenden Verlauf und den
ſchönſten künſtleriſchen Erfolg hatte auch der zweite Abend
des Chopin=Liſzt=Feſtes, den Herr Raoul von
Koc=
zalski im Saale „Zur Traube” am Samstag
veran=
ſtaltete. Die drei größeren Werke Chopins aus der erſten
Abteilung zeigten den Künſtler nicht nur als vorzüglichen
und ächeren Beherrſcher der noderen Klaviextechnil, ſon=
dern offenbarten auch eine nicht geahnte Gefühlswärme im
Vortrag, die ſich im Verein mit durchſichtiger, immer ſehr
klarer Nuancierung und aufs feinſte modifizierter
An=
ſchlagsweiſe angenehm bemerkbar machte. Die beſonderen
nicht geringen Vorzüge ließen die prächtige f=moll=
Fan=
taſie Op. 49 von Chopin in einer Weiſe zur Wiedergabe
kommen, die auch den verwöhnteſten Zuhörer vollkommen
befriedigen mußte. Die Fis=dur=Nocturne (Op. 15 Nr. 2)
und Impromptu Op. 29 (in As=dur), deren
Stimmungs=
gehalt ſich dem Zuhörerkreis fühlbar mitteilte, zeigten die
mannigfaltige Geſtaltungsfähigkeit des Vortragenden von
der beſten Seite. Wahre Perlen der Klaviermuſik ſind
Chopins Etude in a=moll (Op. 25 Nr. 11) und Scherzo in
h=moll Op. 21, die auch, wie die zuerſt erwähnte Fantaſie,
beſonders lebhaften Beifall entfeſſelten.
Die zweite Abteilung, Franz Liſzt gewidmet, brachte
in ihrem erſten Teil Transſkriptionen des Meiſters, durch
die er in ſeinen Konzerten die damals auffallenderweiſe
in jener Zeit wenig gepflegten Lieder von Schubert und
Schumann dem Konzertpublikum ins Gedächtnis
zurück=
rief und ihren poetiſch=muſikaliſchen Wert kennen lehrte,
während er in gleicher Weiſe für R. Wagners neu
entſtan=
dene Tondramen den Weg ebnete. Das Ständchen (nach
Schubert) „O, du mein holder Abendſtern” (Wagner) und
Verdis Ernani gaben Herrn von Koczalski Gelegenheit,
ſich auch als berufenen Liszt=Spieler zu zeigen und „
Früh=
lingsnacht” (nach Schumann) ließ die beſonders
wohl=
klingende hohe Diskantlage des prächtigen, geſangvoll
tönenden Blüthner=Flügels ſehr reizvoll zu Gehor
kom=
men. In den Liſztſchen Originalwerken Valſe=Impromptu
und der ungariſchen Rhapſodie Nr. 2 war der Künſtler ſo
recht in ſeinem Element und der temperamentvolle Vortrag,
namentlich des letztgenannten Werkes, brachte ihm
wohl=
verdienten Beifall der Beſucher, die an der Veranſtaltung
regen Anteil genommen hatten.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 219.
ausſchreiden, Nach algemeinen Ausſührunzen beſprach
Redner die verſchiedenen Methoden der Konſervierung
und die in Betracht kommenden Konſervierungsmittel. Er
zeigte, daß auch ohne Apparate eingekocht werden kann,
was für weniger Bemittelte von größter Bedeutung iſt.
Es gibt mehrere Arten von Apparaten, die ziemlich
gleich=
wertig ſind, ein Syſtem zu bevorzugen iſt darum nicht
angängig. In der anſchließenden Diskuſſion gab Redner
auf mehrere Fragen eingehende Auskunft. — Der
Vor=
ſitzende des Vereins, Herr Hauptlehrer Breidenbach,
regte an, nächſtes Jahr hier wieder einen Einkochkurſus
abzuhalten; ferner wurde für Anfang Oktober eine
Obſt=
ausſtellung am hieſigen Platz in Ausſicht genommen.
Mainz, 16. Sept. Ein außerordentlicher
Kreistag fand am Samstag mittag im
Kreisamtsge=
bäude unter dem Vorſitz des Regierungsrats von
Krug (ſtatt. Dem Eingemeindungsvertrag
von Koſtheim mit der Stadt Mainz wurde
ein=
ſtimmig zugeſtimmt. Der Vorſitzende richtete zum Schluſſe
Abſchiedsworte an die Kreistagsmitglieder. Er bedauere,
daß er Kreis und Stadt durch Uebernahme des Vorſitzes
des Oberverſicherungsamts in Darmſtadt verlaſſen müſſe.
Kreisausſchußmitglied Komm.=Rat Heß widmete dem
Scheidenden überaus liebenswürdige Worte für ſeinen
ferneren Lebensweg. Stets habe er als Vorſitzender des
Kreisausſchuſſes das Prinzip der Selbſtverwaltung
hoch=
gehalten. Heute nachmittag fand im Kaſino „Hof zum
Gutenberg” ein Abſchiedseſſen ſtatt, an dem außer dem
Provinzialdirektor die Kreisamtsbeamten, ſämtliche
Bür=
germeiſter des Kreiſes, Kreisausſchuß= und
Kreistagsmit=
glieder teilnahmen.
Weiſenau, 16. Sept. Am Samstag ſprang eine Frau
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht auf der Lothary=Aue in den
Rhein und ertrank. Die Frau iſt etwa 40 bis 445 Jahre
alt. Sonſtige Anhaltspunkte über die Perſönlichkeit der
Ertrunkenen fehlen. — Ein hieſiger Wirt geriet wegen
Familienverhältniſſe mit ſeinem Sohne in Streit und
er=
hielt ſolche Verletzungen, daß er ins Hoſpital
ver=
bracht werden mußte.
Worms, 16. Sept. Im Handelshafen iſt am Samstag
der 18 Jahre alte Matroſe Wilhelm Vermeulen aus
Hilverſum (Holland) von einem vor Anker liegenden Schiff
ins Waſſer gefallen und ſertrunken. Er
konnte zwar alsbald wieder hervorgezogen werden, und
es wurden ſofort Belebungsverſuche angeſtellt, die leider
aber erfolglos waren. — In der Schmiedgaſſe wurde in
vergangener Nacht ein auf Wanderſchaft begriffener
Arbeiter von einem ebenſalls durchreiſenden
Schuhmacher=
geſellen durch Meſſerſtiche in den Hals und die
Bruſt ziemlich erheblich verletzt. Der Verletzte wurde
in das Krankenhaus gebracht; Lebensgefahr beſteht nicht.
Der Täter wurde verhaftet.
(*) Gießen, 16. Sept. Am Samstag um 11 Uhr fand
die Eröffnung der landw. Kreisſchau
durch Landtagsabgeordneten Breidenbach=
Dorheim im Beiſein des Ehrenausſchuſſes ſtatt. Um
½2 Uhr begann in der Feſthalle das Feſteſſen.
Provinzial=
direktor Dr. Uſinger brachte das Hoch auf Kaiſer und
Großherzog aus; namens der heſſiſchen Regierung toaſtete
Geheimerat Spamer auf die oberheſſiſche
Landwirt=
ſchaft, im Auftrage der Stadt Gießen ſprach
Landtags=
abgeordneter Juſtizrat Grünewald, für die
Land=
wirtſchaftskammer Landtagsabgeordneter Bähr,
Land=
tagsabgeordnneter Korell toaſtete auf die Stadt Gießen.
— Die Preisverteilung zeitigte ein ſehr erfreuliches
Er=
gebnis Ein rieſiger Menſchenandrang herrſchte am
Sonntag ſchon von früh an auf dem Feſtplatz. Um 11 Uhr
war Frühſchoppenkonzert, von 2 bis 5 Uhr wurden die
prämiierten Pferde auf dem Feſtplatze vorgeführt. Der
Flugtechniker Weyl unternahm ſeine Flüge, bis dann
um 6 Uhr auch die tanzluſtige Jugend zu ihrem Rechte
kam. Eines regen Zuſpruchs erfreuten ſich auch die
Hüt=
tenberger Mädchen aus Großenlinden und
Leih=
geſtern, die in ihrer kleidſamen Volkstracht Milch, belegte
Brötchen uſw. verkauften.
Bad Nauheim, 16. Sept. Nach einem Ausſchreiben des
hieſigen Polizeiamtes ſind in der evangeliſchen
Kirche zu Bad Nauheim folgende Kirchengeräte
geſtohlen worden: Abendmahlgefäß, beſtehend aus
3 Kelchen, 1 Kanne, ſilbervergoldet, 1 Löffel, ebenfalls
ſilbervergoldet, und ein Brotteller im Geſamtwerte von
1245 Mark. Der Täter hat an der Außenſeite der Kirche,
über Manneshöhe ein Fenſter erbrochen und gelangte
da=
durch in die Kirche, woſelbſt er alle Räume und Behältniſſe
durchwühlt hat; mit den geſtohlenen Sachen iſt er alsdann
durch eine Türe, in welcher der Schlüſſel von innen ſteckte,
davongegangen.
Büdingen, 16. Sept. Im Laufe dieſes Sommers wurde
in dem hier vorbeifließenden Seemenbach ein großes
Fiſchſterben beobachtet, das ſeine Urſache in dem
Einlaufen von Abwäſſern aus dem ſtädtiſchen Klärbecken
haben ſollte, obwohl nach Angabe der Bürgermeiſterei von
amtlicher Seite weder der Auftrag noch die Erlaubnis zum
Ablaſſen irgendwelcher Unreinlichkeiten in den Bach
gege=
ben wurde. Trotzdem verlangen die Fiſchereipächter von
der Stadt vollen Schadenerſatz, ſowie Erſatz der
Koſten für Neueinſetzung von Fiſchen im Geſamtbetrage
von 800 Mark. Die Stadt will vorerſt Erhebungen
anſtel=
len laſſen.
Hungen, 16. Sept. Seit einigen Tagen liegt im
hie=
ſigen Krankenhauſe ein an den elektriſchen Anlagen
be=
ſchäftigter junger Mann bewußtlos darnieder.
Er hatte mit einem Kollegen eine Radtour nach Trais=
Horloff unternommen. Unterwegs wurden ſie von
eini=
gen jungen Leuten aufgehalten und während der etwas
vorausfahrende Kollege dabei zu Fall kam, zogen die
Rowdies den nachkommenden Unglücklichen vom Rad und
bearbeiteten ihn in ſo unmenſchlich roher Weiſe, daß er bis
jetzt nicht wieder die Beſinnung erlangte. Er hat mehrere
ſchwere Verletzungen am Kopfe.; Die Täter ſind
noch unbekannt.
(*) Schotten, 16. Sept. Ein A utomobilunglück
ſtieß hier dem Fabrikanten K. Schlägel aus Frankfurt
zu. Die Lenkſtange verſagte an einer Kurve, das Fahrzeug
rannte gegen einen Baum, die Inſaſſen flogen heraus.
Schlägel und ſein Sohn wurden erheblich, der Fahrer
leicht verletzt, die beiden Töchter Schlägels blieben
unverſehrt.
(*) Alsfeld, 16. Sept. Mit dem neuen
Bahn=
hofsbau beſchäftigte ſich eine Sitzung des
Stadtvor=
ſtandes. Nach lebhafter Ausſprache erklärte er ſich
ſchließlich einſtimmig mit dem Bahnhofsprojekt
einverſtan=
den, wünſcht aber die Anlage einer direkten Verbindung
zwiſchen der Aliceſtraße und dem Platz vor dem neuen
Perſonenbahnhof in der Vorausſetzung, daß der Stadt
eine namhafte finanzielle Unterſtützung durch die
Bahnver=
waltung zuteil wird.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 15. Sept. Nach dem
Wunſche des Reichstages wird das Projekt des
Kolo=
nialkriegerdenkmals jetzt als Reichsſache
be=
handelt, und in den nächſten Etat des Reichsamts des
Innern ſoll bereits eine erſte Rate zum Bau des
Denk=
mals eingeſtellt ſein. Wegen der Frage, welchen Platz das
Denkmal in Großberlin finden ſoll, hatte ſich die
Reichs=
regierung, wie erinnerlich, im Winter an mehrere
Ge=
meinden Großberlins gewandt, und dieſe hatten ihrerſeits
Vorſchläge gemacht. Wahrſcheinlich iſt es jedoch, daß das
Kolonial=Kriegerdenkmal ſeinen Standort auf einem der
vom Berliner Magiſtrat vorgeſchlagenen Plätze erhalten
wird. Die Verhandlungen darüber ſollen demnächſt
ein=
geleitet werden. Sobald die erſten Mittel für den Bau
bewilligt ſind, ſoll eine Reihe von Bildhauern zum engeren
Wettbewerb aufgefordert werden. — Auf dem alten
Schöneberger Kirchhof wurde heute der 67jährige
Ge=
richtsvollzieher Schmidt zu Grabe getragen, der in der
Schlacht von Mars=la=Tour das Signal zu der
todesmutigen Attacke geblaſen hatte. Militäriſche
Ver=
eine und das Trompeterkorps des Erſten Garde=Dragoner=
Regiments erwieſen ihm die letzten Ehren. — In der
heu=
tigen Nacht ſtürzte in den eleganten Räumen eines
Spielklubs des Weſtens ein Kaufmann mitten im Spiele
vom Stuhle zu Boden. Ein durch die Aufregungen des
Hazardſpieles veranlaßter Schlaganfall hat ſeinem Leben
ein Ziel geſetzt. — Das junge Nilpſerd im
Zoo=
logiſchen Garten gedeiht ganz vorzüglich und hat,
da es jetzt ſchon einen Zentner wiegt; in ſeinem erſten
Lebensmonat um ein Drittel ſeines Anfangsgewichts
zuge=
nommen. Es erhält ſechsmal am Tage einen Liter mit
et=
was Hafermehl vermiſchter Kuhmilch in der Flaſche, die
es ungeduldig erwartet, und ohne einmal abzuſetzen,
aus=
trinkt.
Frankfurt, 15. Sept. Ein aufregender
Vor=
fall ereignete ſich geſtern im Aquarium des Zoologiſchen
Gartens. Dort befindet ſich ſeit etwa zwei Monaten eine
Rieſennetzſchlange, die ſeitdem nichts gefreſſen
hat und faſt unbeweglich zuſammengerollt dalag. Geſtern
betraten vier Wärter den von ſtarken Glaswänden
abge=
ſchloſſenen Käfig, um das Tier in das Waſſerbaſſin
hin=
abzuſtoßen. Die Schlange, ein Prachtexemplar von acht
Meter Länge, ließ ſich das einige Zeit gefallen, ſchritt
aber dann auf einmal zum Angriff, und es ſchien, daß
ſie die Abſicht hatte, die vier Leute zu umſchlingen und zu
erdrücken. Drei von ihnen brachten ſich rechtzeitig in
Sicherheit. Den vierten packte die Schlange und biß ſich
in ſeinen rechten Arm feſt. Auf die Hilferufe hin ſprang
ndch weiteres Perſonal herbei, das alle möglichen
Ver=
ſuche machte, um den Kameraden von der Schlange zu
be=
freien. Man bemühte ſich lange Zeit vergeblich mit einem
Meißel und einem Stück Holz, den Rachen der Schlange
zu öffnen. Schließlich blieb nichts anderes übrig, als daß
die einen den Wärter feſthielten und die anderen mit
Ge=
walt die Schlange fortzogen. Dabei wurde dem Wärter
ein großes Stück Fleiſch, etwa ein halbes Pfund, aus
dem Arm geriſſen. Infolge der großen Schmerzen und
des Blutverluſtes brach er ohnmächtig zuſammen und
wurde raſch aus dem Käfig geſchafft. Die Schlange büßte
bei dem Vorfall einige Zähne ein, verhielt ſich aber ganz
ruhig. Die Verletzungen des Wärters ſind ſchwer, aber
nicht lebensgefährlich.
Kaſſel, 16. Sept. Der Gutsbeſitzer Rompf in Tridorf
bei Dillenburg wurde von einem wütenden Bullen
auf die Hörner geſpießt und fortgeſchleudert, ſodaß er
mit zerſchmetterten Gliedmaßen tot liegen blieb.
München, 16. Sept. Die Münchener Neueſten
Nach=
richten melden: Zwei Pontons ſind beim Abbrechen der
bei Alt=Oetting über den Inn geſchlagenen Brücke in der
Nacht zum Sonntag untergegangen. Vierzehn
Pioniere ſind ins Waſſer gefallen, zwei davon ſind
er=
trunken.
Köln a. Rh., 16. Sept. (Amtl. Meldung.) Geſtern
nach=
mittag 4 Uhr 15 überfuhr der Güterzug auf dem
Stra=
ßenübergang in Kilometer 11,9 bis 12,0 auf der Strecke
Remagen=Adenau zwiſchen den Stationen Neuenahr und
Ahrweiler ein Automobil. Die fünf Inſaſſen wurden
herausgeſchleudert und leicht verletzt. Das Automobil
wurde zertrümmert. Die Verletzten wurden durch den
Bahnarzt ins Hoſpital befördert. Der Betrieb iſt nicht
geſtört. Die Schuld trifft den Automobilführer.
Paris, 16. Sept. Die Beamtenſchaft des
Pariſer Haupt=Telegraphenamtes hat an den
Unterſtaatsſekretär für das Poſt= und Telegraphenweſen
eine Eingabe gerichtet, in der ſie darauf aufmerkſam macht,
daß ſich in einem für den Provinz=Telegraphendienſt
ein=
gerichteten Saal in dem 500 Telegraphiſten arbeiten ſollen,
Sprünge gezeigt haben. Der Unterſtaatsſekretär möge
alle entſprechenden Vorkehrungen treffen, damit nicht eine
Kataſtrophe zu beklagen ſein würde.
Paris, 16. Sept. Mulay Hafid kehrt morgen
nach Marokko zurück mit Phonographen, Puppen, Pianos,
Zuckerhüken und anderen Andenken, für die er etwa
300 000 Francs ausgegeben hat.
Kopenhagen, 16. Sept. Ein ſchweres
Bootsun=
glück ereignete ſich am Sonntag nachmittag im Sund, auf
der Außenreede von Kopenhagen. Ein Motorboot, in dem
ſich eine Geſellſchaft von ſieben Ausflüglern befand,
ken=
terte bei hohem Seegange, etwa 1 Km. von dem Fort
Lynetten entfernt. Auf die Hilferufe der Ertrinkenden
wurde vom Fort ſofort eine Rettungsmannſchaft in einer
Dampfbarkaſſe zur Unglücksſtelle entſandt. Bis dieſe an
die Unglücksſtelle gelangte, waren jedoch ſämtliche
Per=
ſonen ſamt dem Motorboot in den Wellen verſunken. Die
Namen der Verunglückten konnten bisher noch nicht
feſt=
geſtellt werden.
Port Said, 16. Sept. Der engliſche Kreuzer
„Talbot” iſt im Suezkanal geſtrandet. Schlepper
ſind an die Unfallſtelle entſandt worden, um den Kreuzer
zu leichtern und abzuſchleppen. „Talbot” iſt ein alter
Kreuzer von etwa 6000 Tonnen und 450 Mann Beſatzung.
4. Hanptverſammlung des Verbandes der
Detailliſtenvereine im Großherzogtum Heſſen.
k. Bad=Nauheim, 15. Sept. Dieſer Verband
hielt heute hier ſeine 4. Hauptverſammlung ab. Nachdem
am Samstag im Sprudelhotel eine Ausſchußſitzung
ſtattgefunden hatte, wurde heute vormittag im oberen
Saale des Kurhauſes zur Tagung zuſammengetreten. Die
Beteiligung aus ganz Heſſen war eine überaus zahlreiche.
Die Verſammlung eröffnete der Vorſitzende W.
Kalb=
f uß=Darmſtadt. Er begrüßte die Erſchienenen, beſonders
Regierungsrat Muhl=Friedberg, als Vertreter der
Großh. Regierung und des Kreiſes Friedberg,
Beigeord=
neten Lentz als Vertreter der Stadt Bad=Nauheim,
Kaſ=
ſierer Hartmann, Stoll=Bad=Nauheim als Vertreter
der Friedberger Handelskammer, u. a. Dr. Werner=Gießen
und Strack=Friedberg. Es erfolgte eine freundliche
Gegen=
begrüßung und der Vorſitzende drückte den Wunſch aus,
daß die Tagung mit einem guten Erfolg abſchließen möge.
Den Jahresbericht erſtattete Verbandsſekretär
Keßler=Darmſtadt. Er gab zunächſt einen kurzen
Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre des Beſtehens
des Verbandes und beleuchtete dabei die Zwecke desſelben.
5 Ausſchußſitzungen ſind im Berichtsjahre abgehalten
worden. Der Verein Bad=Nauheim iſt dem Verbande mit
60 Mitglieder hinzugetreten, ſo daß er jetzt 10 Vereine
mit 1014 Mitgliedern zählt. Der Verband habe
u. a. Stellung genommen zur
Kleinhandelsberufsgenoſſen=
ſchaft, Konkurrenzklauſel, Sonntagsruhe, Feſtlegung des
Oſterfeſtes, Submiſſionsweſen und Vergebung von
ſtaat=
lichen Lieferungen unter Umgehung des Zwiſchenhandels,
Wanderlager, Zugabeunweſen, Regelung des
Ausverkaufs=
weſens, Frankfurter Ausverkäufe, Beſteuerung der
Waren=
häuſer und Filialen uſw. Den befreundeten Verbänden
und den Behörden, ſowie der Preſſe dankt er für die
freundliche Mitarbeit. Sein Bericht ſchloß mit folgenden
Feuilleton.
— Japaniſches Heldentum. Groß und unheimlich, wie
ein düſterer Schatten vor den hell aufſchießenden
Son=
nenſtrahlen der Morgenröte in Alt=Nippons Wappen, ſo
ragt die Geſtalt des Generals Nogi hinein in die Sphären
des modernen Japans. Nichts von dem jugendlichen
Zauber und der romantiſchen Schönheit der Helden der
alten Balladen war dem eiſernen Nogi eigen. Der kleine
Mann mit dem energiſchen, von kurzem Bart umrahmten
Geſicht und den Augen, die Funken ſprühten wie glühender
Stahl, hatte nichts in ſeinem Aeußern, was ihn zum
glanz=
vollen Führer und zum Liebling des Volkes befähigt hätte.
Aber ſeine Seele war die eines Helden und eines
Krie=
gers. Von Kindheit an zum Kriegsberuf beſtimmt, fühlte
er ſich am wohlſten im Feuer der Schlachten und im Leben
des Kriegslagers. Kriegeriſch und ritterlich waren all
ſeine Inſtinkte und Gefühle. Außer dem Soldatentum
und mit ihm zugleich waren Schwerter, Pferde und
Ring=
kampf ſeine Leidenſchaft. Die koſtbaren Waffen, die die
alten Schwertſchmiede als Wunderwerke der Kunſt und
des Handwerks zugleich geſchaffen hatten, bildeten ſein
höchſtes Entzücken; keiner wußte dieſe mächtigen Klingen
der Vorzeit ſo furchtbar und ſo geſchickt zu handhaben wie
er. Auch ſeine Söhne, die ihm voraufgingen im
Ruhmes=
tod, hatte er in dieſer Liebe zu den Waffen erzogen. Wie
im Fechten, war er ein Meiſter in dem Nationalſport des
Dſchiu=Dſchitſu. Seine Triumphe in dieſer ſchweren Kunſt
datieren von früheſter Jugend an, als er in den Kämpfen
während der Revolution einen Säbelhieb ins Bein erhielt
und darauf fortfuhr, Leib gegen Leib mit zwei Feinden
zu ringen und ſie beide mit ſich herunterzureißen vom
Ufer in den Fluß. Er allein wurde damals gerettet und
zum erſtenmal tauchte der Name Nogis in den Liedern
auf, die dieſe kühne Tat verherrlichten. Die Lehren der
Selbſtbeherrſchung und Askeſe hatten in dem jungen
Sol=
daten, der eine ſehr ſchnelle Karriere machte, tief Wurzeln
geſchlagen; ſie ſchmückten ihn mit Tugenden wie ſie einſt
die alten Römer zierten. Nie dachte er an ſich; er hat
ge=
hungert und gedurſtet, iſt barfuß durch weite Lande
ge=
zogen, um ſich abzuhärten. Tauſendmal hat er dem Tod
ins Antlitz geſehen. Als ihm der General Yamaji
wäh=
rend des chineſiſchen Krieges zwei koſtbare Gewänder
ſchickte, ließ er ſie ſogleich ins Hoſpital bringen und ſagte:
„Ich habe ja ſchon ein Kleid. Was ſoll ich mit dieſen
an=
fangen? Man ſoll die Verwundeten damit zudecken, daß
ſie nicht frieren.” Sein einziger Lurus war ſein.
Pferde=
ſtall, ja, man erzählt ſich, daß ſeine Kriegsroſſe in Tokio
beſſer untergebracht waren als er ſelbſt und ſeine Familie.
Sein Geiſt herrſchte inſſeinem Hauſe, auch bei Weib und
Kindern. Die Nachrichtlvom Tode ſeines älteſten Sohnes
in der Schlacht bei Nanſchan wurde ihm gemeldet. Kein
Zug des Schmerzes gingſüber ſein Geſicht, denn als echter
Samrai, für den Selbſtbäherrſchung das Höchſte iſt, hatte
Nogi ſtets jede Muskel in ſeiner Gewalt. „Richtet kein
feierliches Begräbnis her,1 ſagte er ruhig. „Meine beiden
Söhne und ich, wir habet dem Kaiſer unſer Leben
dar=
gebracht, als der Krieg beghnn. In kurzer Zeit wird man
uns alle drei zuſammen beßraben.” Als ſein zweiter Sohn
fiel, ſagte er: „Ich bin glſicklich, daß er einen ſo
ruhm=
reichen Tod fand. Größerk Ehre hätte ihm nicht zuteil
werden können.” Und ſeinc Gattin, die nun mit ihm das
blutige Opfer den Manen des Kaiſers gebracht, war ihm
gleich an Seelengröße und ſtoiſchem Heldentum. Man
brachte ihr die Aſche ihreskzweiten, ihres letzten Sohnes.
Ohne jede Klage griff ſie tach ſeinem Schlachtdegen,
be=
trachtete die tiefen Scharten ſin der Klinge, die von
furcht=
baren Schlägen zeugten und pries ſich glücklich, einen ſo
tapferen Krieger geboren zu haben.
C.K. Was iſt Botticelli? Im Hauſe eines
eng=
liſchen Künſtlers war kürzlich, ſo erzählt eine Londoner
Zeitſchrift, außer einer Reihe führender Perſönlichkeiten
der literariſchen und Kunſtwelt auch ein Führer des
Chi=
cagoer Geſellſchaftslebens mit ſeiner Gemahlin eingeladen.
Dem Mann aus Chicago war es nicht an der Wiege
ge=
ſungen, daß er ſein Leben im innigen Kontakt mit den
Meiſterwerken der Kunſt vollbringen ſollte; eine glückliche
Spekulation hatte ihn emporgehoben, und nun, da er auf
der Höhe war, ſchien es ihm und ſeiner Frau Ehrenpflicht,
als Schützer der Künſte und Wiſſenſchaften zu gelten. So
war er auch in die Geſellſchaft gekommen. Eine lebhafte
Unterhaltung entſpann ſich. Sie wandte ſich der alten
Kunſt zu. „Lieben Sie eigentlich Botticelli?” wandte ſich
ein Gaſt an die Dame aus Chicago. „Nein,” antwortete
ſie, „die Wahrheit zu geſtehen, ich mache mir nichts aus
dieſen italieniſchen Weinen. Betretenes Schweigen,
ver=
ſtohlenes Lächeln. Ihr Mann merkt das und will ihr zu
Hilfe, und ſo flüſtert er ihr zu: „Botticelli iſt kein Wein,
meine Liebe, es iſt ein Käſe!”
* Das Zahnpulver. Das Gaſthaus iſt überfüllt und
die Wirtin, eine Witwe in den beſten Jahren, räumt
einem guten Kunden/ihr Zimmer ein. „Tun Sie, wie
wenn Sie zu Hauſe wären,” ſagte ſie. Ich hoffe, Sie
wer=
den alles Nötige finden.” Er fand es. Am andern Morgen
bedankt er ſich beſonders für das prächtige Zahnpulver,
das er in einem roſa Käſtchen auf ihrem Nachttiſch
gefun=
den. „Zahnpulver?” ſchreit die Wirtin mit allen Zeichen
des Entſetzens. „Das war ja die Aſche meines Seligen!”
und fällt in Ohnmacht. Der Gaſt ebenſo.
* Pech. Der Doktor findet Frau O'Leary im Bett,
Geſicht und Hände in Pflaſtern und Bandagen, und Herrn
O'Leary in höchſter Verzweiflung an ihrem Bett. „Kopf
hoch!” ſagt er zu dem traurigen Gatten, nachdem er die
Frau unterſucht hat. „Ihr iſt ja nicht viel geſchehen. Alle
Knochen ſind heil.” — „Das iſts ja eben,” ſtöhnt Herr
O'Leary kummervoll. „Vor vier Tagen habe ich ſie für
ſchweres Geld gegen Unglücksfälle aller Art verſichert und
jetzt fällt ſie mit einem Korb voll Kohlen die ganze
Treppe runter und es geſchieht ihr gar nichts!”
Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Seite 5.
Worten: Das Ziel aller Detailliſten muß eine lückenloſe
Reichsvertretung ſein, die ſtark genug iſt, um allen ſich
er=
gebenden Hemmniſſen ſtandzuhalten. Nur allein der
Ge=
danke, unſerem Stand die ihm gebührende Stellung im
Staats= und Wirtſchaftsleben zu ſchaffen, leitet uns und
gibt uns die Kraft und Energie, mit Zuverſicht und
un=
gebeugt weiter zu arbeiten zum Vorteil und Segen unſeres
Verbandes. — Hierauf ſprach W. Kalbfuß=Darmſtadt
über das neue Handelskammer=Geſetz. In längeren
Aus=
führungen ging er auf die ausſchlaggebenden Paragraphen
ein, kritiſierte ſie und hob die Mängel und Schärfen des
Geſetzes hervor. Er ſprach ſich vor allem dagegen aus, daß
das Wahlrecht von einer Mindeſthöhe des Betriebes
ab=
hängig gemacht wird, denn das ſei eine ſchwere
Beein=
trächtigung des Detailliſtenſtandes, der damit von den
Handelskammern ausgeſchloſſen werde. Es wurde folgende
Reſolution angenommen: Der Verband bedauert, daß
in dem neuen Abänderungsgeſetz zum
Handelskammer=
geſetz der Verſuch gemacht wird, einen Teil der
handels=
gerichtlich eingetragenen Kleinkaufleute von dem aktiven
und paſſiven Wahlrecht auszuſchließen. Die heutige
Ver=
ſammlung erklärt ſich mit der von der Verbandsleitung
an die Zweite Kammer gemachten Eingabe einverſtanden.
Der Syndikus der Handelskammer Darmſtadt, Dr.
Human, ſprach ſodann über die Erledigung von
Fällen unlauteren Wettbewerbs durch
kguf=
männiſche Einigungsämter. Nach einleitenden
Bemer=
kungen über die Schaffung und das Wirken der beiden
Ge=
ſetze zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs von
1896 und 1909 ging Dr. Human auf die immer 1Hch
un=
befriedigenden Zuſtände im Ausverkaufsweſen ein.
So=
wohl die Anrufung des Strafrichters wie des Zivilrichters
verſpreche gegenwärtig keinen durchgreifenden Erfolg.
Man muß deshalb zur Selbſthilfe greifen. Eine größere
Anzahl Handelskammern habe zu dieſem Zwecke
Sachver=
ſtändige und Ueberwachungskommiſſionen für Fälle des
unlaureren Wettbewerbs geſchaffen. Hierdurch werde wohl
eine gewiſſe Beſſerung der Zuſtande erreicht, zum Schluſſe
nüſſe jedoch wieder in zahlreichen Fällen zu gerichtlicher
Entſcheidung gegriffen werden. Viel mehr laſſe ſich durch
die von einer Anzahl Handelskammern geſchaffenen
Einigungsämter erreichen. Dieſe wirken in hoyem Maße
erzieyeriſch und verſöhnend durch Aufklärung und
Ver=
mittelung. Ausgezeichnete Erfahrungen liegen
hauptſäch=
lich vor ſeitens der Aelteſten der Kaufmannſchaft von
Ber=
lin. Dr. Human ſchildert noch eingehend die von
Sach=
verſtändigenkommiſſonen und Einigungsämtern
gemach=
ten Erfahrungen und tritt entſchieden für die
Einigungs=
ämter ein. Deren gute Zuſammenſetzung ſei zwar nicht
leicht zu erreichen, auch würden an die Arbeitskraft der
Vorſitzenden und Beiſitzer ziemlich hohe Anforderungen
geſtellt, aber der Erfolg würde ein ſehr guter ſein.
Es wurde folgende Reſolution angenommen: Der
Ver=
bandstag ſieht in der Errichtung der Einigungsämter das
wirkſamſte Mittel zur Bekampfung des unlauteren
Wett=
bewerbs. Er begrüßt den bei der Handelskammer
Darm=
ſtadt eingereichten Antrag auf Schaffung eines
Einigungs=
amtes und ſpricht die Erwartung aus, daß der gleiche
An=
trag ſeitens der Verbandsvereine bei ihren
Handelskam=
mern geſtellt werde. — Hierauf wurde folgender, von
Röhr=Gießen begründeter Antrag angenommen: Die
Verbandsvereine ſollen baldigſt bei ihren
Kommunal=
behörden den Antrag auf Einführung der
Waren=
haus= und Filialbeſteuerung ſtellen.
Landtags=
ſabgeordneter Molthan ſprach hierzu in längeren
Aus=
führungen und erwähnte ſeine im Landtag gemachten
An=
gaben. Kalbfuß=Darmſtadt ſprach hierzu und dankte
Landtagsabgeordneten Molthan für reges Eintreten.
W. Kalbfuß=Darmſtadt referierte hierauf über:
dieKonſum=
vereinszentrale für Handel und Gewerbe in Hamburg und
damit in Verbindung über den Antrag der
Verbands=
leitung auf Beitritt des Verbandes zum Zentralverband
für Handel und Gewerbe in Leipzig. Die Verſammlung
beſchloß, dem letzteren beizutreten.
Dann war ein Antrag aus Offenbach zu erledigen,
der folgendes betrifft: Der Verband wolle an geeigneter
Stelle vorſtellig werden, daß ein Verbot eingeführt wird,
wonach Bohnenkaffee, ganz oder gemahlen mit Kaffee=
Erſatzmitteln vermiſcht, unter der Bezeichnung „Kaffee‟
nicht verkauft werden darf. Häußer=Offenbach begründete
den Antrag und dann kam eine Reſolution zur Annahme,
die in obigem Sinne gehalten iſt. — Der
Kaſſen=
bericht, der in Einnahme 1465 Mk. und in Ausgabe
1348 Mk. aufweiſt, wurde nach Prüfung gut geheißen. Als
Vorort wurde für das nächſte Jahr Darmſtadt gewählt.
Im Vorſtand treten keine weſentlichen Aenderungen ein.
— Damit war die Tagesordnung erſchöpft und der
Vor=
ſitzende W. Kalbfuß ſchloß die Verſammlung mit den beſten
Wünſchen für die Zukunft.
Kongreſſe und Verbandstage.
*X* Frankfurt, 15. Sept. Der „Verein
Deutſcher Freimaurer”, jener große Verband
von Freimaurern aller anerkannten Syſteme, der zirka
15000 Mitglieder in allen deutſchen Bundesſtaaten zählt,
hielt geſtern und heute hier ſeine 50.
Jahreshaupt=
verſammlung ab, zu der über 300 Obmänner und
Delegierte herbeigekommen waren. Schon im Laufe des
Freitag hatten in der Loge „Karl zum aufgehenden Licht”
Vorſtands= Arbeitsamts= und Ausſchußſitzungen
ſtattge=
funden. Am Samstag tagte zunächſt eine
Obmännerver=
ſammlung und am Nachmittag wurde in den Räumen der
Loge „Zur Einigkeit” die erſte allgemeine Sitzung
abge=
halten, die der Vorſitzende, Dr. D. Biſchoff= Leipzig,
mit einer längeren gehaltvollen Begrüßungsanſprache
er=
öffnete. Er knüpfte dabei an Worte Kaiſer Wilhelms I.
und anderer großer, dem Maurertum zugehöriger
Män=
ner an und betonte als die Hauptaufgabe des Vereins,
den ſozialen und ſittlichen Ausbau der menſchlichen
Ge=
ſellſchaft in ernſter Arbeit zu fördern und weiter zu
ent=
wickeln. Dieſe verheißungsvolle Aufgabe werde zu einer
Quelle reichen, freudigen Schaffens und Lebens, wie
auch die zahlreichen Schriften über mauriſche Ziele und
Pflichtbewußtſein bewieſen. Eine Reſolution, in der
dieſe Gedanken näher dargelegt und vertieft werden,
wurde von der Verſammlung einmütig angenommen.
Das erſte Referat erſtattete Peſchel= Straßburg über
Vereinsangelegenheiten und den Kaſſenſtand. Die
Ein=
nahmen betrugen im Vorjahre 63 250 Mark, die Ausgaben
57208 Mark, während ſich das Vereinsvermögen auf weit
über 100000 Mk. beläuft. Ein großer Teil der Ausgaben
wurde für die Anfertigung des großen freimaurerſchen
Bibliographiewerkes verwendet, das nunmehr im Druck
fertiggeſtellt iſt. Für Unterſtützungen und
Studienbeihil=
fen wurden dem Vorſtand 2500 Mark zur Verfügung
ge=
ſtellt. Nachdem der ſatzungsmäßig ausſcheidende
Vor=
ſitzende einſtimmig unter lautem Beifall wiedergewählt
worden war, wurde als Ort der nächſtjährigen
Verſamm=
lung Breslau beſtimmt, das mit der Wiesergeburt
Preußen=Deutſchlands inſofern eng verknüpft iſt, als 1813
der Aufruf des Königs „An mein Volk” von dort aus
er=
folgte. Auch in Leipzig ſoll anläßlich der
Jahrhundert=
feier der Völkerſchlacht eine größere mauriſche
Feierlich=
keit abgehalten werden. Nach einem kurzen Referat von
Schramm=Offenbach wurde ein Satzungsentwurf für
die 15000 Mark betragende Jubiläumsſpende
ge=
nehmigt. Es folgte dann ein außerordentlich feſſelnder
Vortrag von Paſtor Bode=Bremen über „Fichtes
freimaureriſche Anſchauungen und ihre Bedeutung für die
Gegenwart” worauf Profeſſor Dr. Wolfſtie g=Berlin
über die Einſetzung einer freimauriſch=hiſtoriſchen
Kom=
miſſion, und Beyer=Dresden über die Zwecke und Ziele
der freimauriſchen Werktätigkeitsvereine referierte. Die
weiteren Beratungen betrafen im weſentlichen interne
mauriſche und gemeinnützige Zwecke.
Deutſcher Architekten= und Ingenieurtag.
— München 15. Sept. Unter zahlreicher
Beteilig=
ung von Delegierten des Verbandes Deutſcher Architekten=
und Ingenieurvereine fand im Künſtlerhauſe die 41.
Ab=
geordnetenver ſammlung des Verbandes ſtatt. —
Den Vorſitz führte Geheimer Oberbaurat Waren=Berlin.
Aus dem Geſchäftsbericht geht hervor daß ſich die
Zahl der Vereinsmitglieder auf 10225 beläuft, gegen 9937
im Vorjahre. Die Abrechnung des Berichtsjahres ſchließt
in Einnahme und Ausgabe mit zirka 28000 Mark ab. Der
Voranſchlag für 1913 bilanziert mit 27000 Mark. In dem
techniſch=wiſſenſchaftlichen Teile des Berichtes werden kurze
Berichte des Vorſtandes und der Ausſchüſſe erſtattet. Die
meiſten dieſer Berichte wurden ohne Debatte genehmigt.
Zu dem Bericht des Ausſchuſſes für neuzeitliche
Bauord=
nungen beantragte Baurat Redlich=Berlin folgende
Re=
ſolution, die auch angenommen wurde: „Der Verband
begrüßt es, daß die Kommiſſion des Reichstages für ein
Reichswohnungsgeſetz nicht ein einheitliches Geſetz in
Vorſchlag bringt, ſondern eine Reihe von im Ziele zwar
unter ſich zuſammenhängenden, aber immerhin doch
ein=
zelnen, für ſich ſelbſtändigen Geſetzen. Der Verband hält
es gleichzeitig für durchaus erwünſcht, daß in erſter Linie
von dieſen Geſetzentwürfen derjenige betreffend die
Ein=
führung der Wohnungsaufſicht zur Annahme gelangt.
Der 13. Ausſchuß zur Abänderung der Gebührenordnung
für Architekten und Ingenieure hat im Lauſe des Winters
die bisherigen Abänderungsvorſchläge durchgearbeitet.
Es hat ſich herausgeſtellt, daß es am zweckmäßigſten ſein
werde, nach dem Vorſchlage des bayeriſchen Vereins
be=
ſondere Gebührenordnungen für Hochbauweſen, Waſſerbau,
Eiſenbahnbau, Brückenbau, Eiſenhochbau und
Eiſenbeton=
bau, Städtebau und ſtädtiſchen Tiefbau auszuarbeiten.
Der Bericht des Vorſtandes über den Schutz des
Bau=
meiſtertitels betont, es ſei Pflicht des Verbandes, dafür
einzutreten, daß bei der in Ausſicht geſtellten allgemeinen
Regelung dieſer Frage die Intereſſen der im Verbande
vertretenen techniſchen Kreiſe genügend gewahrt werden.
Auf Antrag des Badiſchen Vereins wurde beſchloſſen, ein
öffentliches Preisausſchreiben für die beſte Löſung
der Frage ergehen zu laſſen: „Wie werden Luftſchiffe, die
auf feſtem Boden oder auf dem Waſſer landen, genügend
geſichert?‟ Die nächſte Tagung wird im Jahre 1913 in
Bromberg abgehalten werden. Mit Worten des
Dankes ſchloß dann der Vorſitzende die Tagung.
Zweiter Reichsdeutſcher Mittelſtandstag.
— Braunſchweig, 15. Sept. Der zweite
reichs=
deutſche Mittelſtandstag wurde heute vormittag unter
ſtarker Beteiligung von Mitgliedern aus allen Teilen des
Reiches durch den Vorſitzenden Bürgermeiſter E ber le
aus Noſſen mit einer programmatiſchen Anſprache über
die Notlage des Mittelſtandes eröffnet. Zum
Verbands=
tage hatten Vertreter entſendet von den Behörden des
Reiches das Reichsſchatzamt des Innern, das
Reichspoſt=
amt, vom preußiſchen Staat das Miniſterium der
öffent=
lichen Arbeiten, die Zentralgenoſſenſchaftskaſſe, das
braunſchweigiſche Miniſterium und die königlich ſächſiſche
Staatsregierung, welche alle die Förderung des
Mittelſtandes in Ausſicht ſtellten.
Huldigungstele=
gramme wurden abgeſandt an den Kaiſer, den König von
Sachſen und den Regenten des Herzogtums
Braun=
ſchweig.
Hierauf ſprach Handwerkskammerſekretär Dr.
Schel=
len (Münſter) über die „Unterſchiede der Erwerbs= und
Wirtſchaftsgenoſſenſchaften‟. Er wies darauf hin, daß
die Frage der Genoſſenſchaften für den geſamten
ſelbſt=
ſtändigen Mittelſtand von einſchneidender Bedeutung ſei.
Gegen die Konſumvereinsanhänger, die einmütig
organi=
ſiert ſeien, müſſe entſchieden Stellung genommen und die
Konſumvereinsbewegung vom wirtſchaftlichen, ſozialen
und politiſchen Geſichtspunkte aus beurteilt werden. Die
Genoſſenſchaften im Sinne Schultze=Delitzſchs waren als
Zuſammenſchluß von kleinen Leuten gedacht, nicht aber
von Leuten mit geſicherter Exiſtenz, und nicht für hohe
und höchſte Beamte. Die Konſumvereinsbewegung hat
in ſozialer Beziehung zur Ausſchaltung zahlreicher
ſelbſt=
ſtändiger Exiſtenzen und zur teilweiſen Vernichtung des
gewerblichen Mittelſtandes geführt, obwohl der
ſelbſt=
ſtändige Mittelſtand das Rückgrat der Volkswirtſchaft
bildet. und wichtige Aufgaben zu erfüllen hat. Der
Red=
ner legte eine Reihe von Leitſätzen vor, in welchen die
geſetzlichen Maßnahmen, ſowie die Maßnahmen der
Selbſthilfe, durch welche der Mittelſtand eine Förderung
erfahren kann, dargelegt werden. Die Leitſätze wurden
einſtimmig ohne Debatte angenommen. — Rechtsanwalt
Kohlmann (Dresden) behandelte das Thema „
Haus=
beſitz und gewerblicher Mittelſtand‟. Er
betonte, daß der Haus= und Grundbeſitz als ein Glied des
Mittelſtandes angeſehen werden müſſe; er ſei auf
Ge=
deihen und Verderben mit dem ſelbſtändigen Mittelſtand
Stuttgarter Feſttage.
Einweihung der neuen Königlichen Hoftheater.
„Die Kunſt,o Menſch, haſt du allein.”
Hinter uns liegen Tage voll unauslöſchlicher
Ein=
drücke. Feſte, die nicht ſo ſehr rauſchenden,
blen=
denden Glanzes wegen, als durch den Heiligenſchein
hehrer Kunſt, der ſie verklärend umwob, unvergeſſen
bleiben werden. Stunden,e in denen jeder
Teil=
nehmer wohl ſelbſt den Weihekuß der Muſen auf
der Stirn gefühlt, in denen er ſich emporgehoben fühlte,
weit, weit über des Alltags proſanes Leben, da man
Thalia einen neuen Tempel geweiht! Einen Tempel, an
ſich überragend an Schönheit und Größe und Pracht viele
ſeinesgleichen, der der Kunſt Thaliens eine Stätte ſchuf,
die, obwohl ſelbſt Menſchenwerk, unſerer Dichter Werke
verklärend emporheben muß durch den weiheerfüllten
Rahmen, den ſie Geiſtesſchöpfungen bietet, die hier
er=
ſtehen oder von hier aus ihre Religion Kunſt künden
ſollen der Menſchheit.
Wunderbar, märchenhaft ſchön im Haine gelegen, zu
Füßen eine weite Waſſerfläche, die, von ſtolzen Schwänen
belebt, die Runde prächtiger Bildhauerwerke, Geſtalten
aus Kunſt und Mythologie, widerſpiegelt, die am Rande
ſich erheben und denen einer rauſchenden Fontäne
Waſſer=
maſſen ihr eintönig Lied ſingen, das ſo ſtimmungsvoll dem
Blätterrauſchen der Baumriefen ſich eint, erheben ſich die
wuchtigen Säulenmaſſen, die auf der Freitreppe den
mäch=
tigen figurengekrönten Rundbau tragen, deſſen hohe
Hal=
len den Beſucher zunächſt aufnehmen und ihn
hinüber=
leiten zum Allerheiligſten, zum „Kirchenſchiff” das, da es
in erhöhtem Maße den ſtimmungs= und weihevollen
Cha=
nakter der monumentalen Außenarchitektur widerſpiegelt.
den Staunenden umfängt mit jenen Eindrücken, die uns
wohl gefangen nehmen, wenn wir die hiſtorienreichen
Tempelbauten uralter Vergangenheit betreten. Nur, daß
das Schauern der Ehrfurcht fehlt, das hier erſetzt iſt durch
der Künſte lichterfülltes, liebliches Zuſammenſpiel. Wollte
man abſichtlich tempellartige Eindrücke vermitteln? Faſt
ſcheint es ſo. Die beſtimmende Grundfarbe ein
blau=
ſchimmerndes Grau, durch matte Silberzier reich belebt
nirgends das ſonſt gewohnte Cold — dazu Variationen
verſchiedener Brauntöne in Holz und Seſſelbezug und
ein Plüſch=Vorhang in kirchenfarbenem Lig. Von der
Deckenrundung dunkelblauem Ton heben nichd aufdringlich
phantaſtiſch gemalte Sternbilder ſich ab, in die gemalter
Sterne Funkeln das einzige Ruheloſe bringt in dieſem
ganz auf „Weihe” geſtimmten Raum. Selbſt die
prismen=
überſäten 15 Kronleuchter von der Deckenrunde berab
treten ſaum aus der Farbenſinfonie heraus. —
Feſtvorſtellung! In das bisher nur magiſch,
aus faſt unſichtbaren Quellen erhellte Haus ergießt ſich
eine Fülle blendenden Lichts, das oben in den
Prismenkronen ſich in tauſendfachem Glitzern löſt. Die
Ränge und Logen beginnen ſich zu füllen. In die
farben=
reichen Uniformen mit den blitzenden Ordensſternen, die
übrigens auch den ſchlichten Frack in überreicher Fülle
ſchmückten — man ſah kaum ein leeres Knopfloch
miſchten ſich die koſtbaren, nicht weniger farbenfrohen
Toiletten der Damen, denen die Hofetikette freien Hals
und Nacken gebietet. Alle Blicke ſind erwartend auf die
Hofloge gerichtet, in der eben Württembergs greiſer
König erſcheint, von ſeiner erlauchten Gemahlin gefolgt.
Das Königspaar ſchreitet vor bis zur Brüſtung und
ver=
neigt ſſich grüßend nach allen Seiten. Der König trägt
die kleidſame, hellblau=gelbe Uniform ſeines Dragoner=
Regiments, die Königin eine blaugraue mattſeidene
Robe mit koſtbarem alten Spitzenbeſatz. Dazu eine
lange dreifache Perlenkette und im Haar ein prachtvolles
Brillantendiadem. Neben dem Königspaar nahmen
HHer=
zog Albrecht und ſeine drei Söhne in der Hofloge
Platz. Die Lichter verlöſchen und jubelnd ſteigen aus
unſichtbarem Orcheſterraum die Klänge der Feſtmuſik
empor, einſetzend mit mächtig brauſenden Akkorden, dann
Fanfaren, die in Trommelwirbel überleiten und über
dumpf verhallende Keſſelpauken zur prickelnden Melodik
der Streichinſtrumente. Eine Feſtmuſik voller
Charakteri=
ſtik und, wenn auch nicht ſimmer originell, ſo doch mit
ſtark perſönlicher Note, hatte Max von Schillings
kompo=
niert. Während noch die Feſtesklänge hallen, teilt ſich
der Vorhang und — uns Darmſtädtern nun ſchon
ver=
traut — die Stilbühne” wird ſichtbar. Von ihr herab
ſpricht der Olympier zu Thalias Tempelgemeinde durch
ſeines gewaltigſten Werkes treffend charakteriſierenden
Teil: Vorſpiel auf dem Theater aus „Fauſt‟. Die Verſe
Goethes wurden eindrucksvoll geſprochen und aus allem,
auch den folgenden Darbietungen, merkte man heraus
die faſt reſtlos gelungene Aufgabe, eine rein künſtleriſche
Leiſtung herauszuarbeiten. Freilich muß man zunächſt
die Gründe der Intendanz kennen, um zu verſtehen, daß
man Goethe umdichtete, ergänzte. Denn aus ſeinem
Vor=
ſpiel erwuchs der ganze von Baron Konrad zu
Put=
litz gedichtete verbindende Text des Feſtſpiels. Es war
nicht ganz einfach, Eröffnungsvorſtellungen für die
bei=
den Häuſer auszuwählen, denn bei der Neuartigkeit
dieſer Anlage mußte ſich das Intereſſe aller
Sachverſtän=
digen naturgemäß mehr auf die Bauten und ihre
künſt=
leriſchen und techniſchen Einrichtungen konzentrieren als
auf die künſtleriſche Leiſtung auf der Bühne. Es galt,
in iedem der heidenHäuſer. Schauſviel und Oper zu Worte
kommen zu laſſen und auch dem Ballett Gelegenheit zur
Betätigung zu geben, es galt, die techniſche
Leiſtungs=
fähigkeit der Bühne vorzuführen. Das alles war im
Rahmen geſchloſſener Kunſtwerke nicht möglich, und ſo
entſtand der Plan, einzelne Bruchſtücke zur Darſtellung
zu bringen, die durch einen, wenn auch loſen,
Zuſammen=
hang verbunden wurden. So entſtand das „Feſtſpiel”
Zunächſt geſellte zu den Perſonen des „Vorſpiels”
ſich der Baumeiſter in Profeſſor Littmanns Maske, in
der Hand ein Modell des neuen Baues, das dann in
monumentaler Größe wie hinter lichtem Nebelſchleier in
Sonnenlicht getaucht hinten auf der Bühne erſcheint in
wandelndem Proſpekt. Und aus dem bewundernden
Ge=
ſpräch des Quartetts auf der Bühne, das die neue Stätte
preiſt, die aus der Aſche neuerſtanden, und Dank ſagt dem
König, dem SStaat, der Gemeinde, den Freunden der
Kunſt, die die reichen Baumittel geſpendet, erwächſt mit
dichteriſchem Schwunge eine poetiſche Huldigung für das
Königspaar, die hinübergreift in den Zuſchauerraum,
und, von dieſem aufgenommen, zu ſpontanem,
brauſen=
dem Jubel erwächſt, der ausklingt in die
National=
hymne. Das war packend, einzigartig. —
Und während die Vorderbühne mit den
Vorſpiel=
perſonen bleibt, wechſelt hinter dem dieſe abſchließenden
Vorhang die Szene in erſtaunlicher Schnelligkeit, um ein
Bild zu enthüllen von entzückender Grazie und farben=
und lichterfüllter Schönheit. Ein Bild aus der fernen
Vergangenheit des genußfrohen und von zierlichem
Kunſtſchaffen durchwobenen Rokoko: eine Szene aus
Niccolo Jomellis „Vologeſo” ein Theater auf dem
Theater. Da ſtand inmitten ſeiner
puderperücken=
geſchmückten Muſikerſchar Jomelli ſelbſt am
Dirigenten=
pult und zu ſeiner Schar prickelnder lieblicher Muſik
tanz=
ten die Paare im Reifrock und Seidenkoſtüm. Schäfer
und Pagen, ein zierliches Menuett mit aller Grazie in
der Farben= und Formenpracht, an der man damals ſich
berauſchte in glühender Lebensluſt. Und aus den
Seiten=
logen mit den goldüberladenen Brüſtungen und Säulen
ſahen vornehme Gäſte den anmutvollen lieblichen Spiele
zu. — Und dann Schiller! Der ſinnliche Rauſch der
Far=
benpracht und der Klänge welſcher Muſik wich dem
kraft=
voll=kernigen Bilde urdeutſchen Werkſchaffens.
Hervor=
ragende Regiekunſt hatte Schillers herrlichem „Lied von
der Glocke” einen Rahmen gegeben, der wie ein hohes Lied
der Arbeit anmutete. Und in dieſer
Glockengießerwerk=
ſtatt entſtanden alle jene Bilder aus der Glocke, vertraut ſeit
den Tagen, da die Jugend ſich daran begeiſtert, ohne noch
das volle Verſtändnis zu haben für die Größe dieſes
Lie=
des, zu wirklichem Leben. Der glühende Ofen, der
Glocken=
guß, die Vollendung der Glocke und ihre Taufe: „
Con=
cordia” ſoll ihr Name ſein! — Andachtsſtimmung erfüllte
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 219.
verbunden. — Generalſekretär (Derlin (Düſſeldorf)
ſprach zu der Frage der „Stadtkonkurrenz”.
Die=
ſen Begriff wollte er dahin aufgefaßt wiſſen, daß eine
große Anzahl von Gemeinden alle Arbeiten für eigene
Betriebe ſelbſt ausführen läßt. Es ſeien vielfach eigene
Schlächtereien Mal= und Anſtreicher=Werkſtätten
entſtan=
den. Er ſtreifte dann verſchiedene Arten der Konkurrenz
ſeitens der Städte ſo zum Beiſpiel in der
Milchverſorg=
ung, im Fleiſch= Wein=, Fiſch= und Gemüſehandel, ſowie
im Inſtallationsgewerbe und betonte, daß das Anſehen
kommunaler Behörden durch unſchöne Geſchäftspraktiken
ſicher nicht gehoben werde. Der Redner bedauerte, daß
bisher alle Verſuche zur Beſſerung dieſer Verhältniſſe
er=
folglos geblieben ſeien; die Zuſtände hätten ſich im
Ge=
genteil in den letzten Jahren verſchlechtert und die
Regie=
rung könne ſich bei vielen Stadtverwaltungen für die
Unſumme von Erbitterung bedanken, die in
Mittelſtands=
kreiſen ſich geltend gemacht habe. Der Referent ſchlug
eine im Sinne ſeiner Ausführungen gehaltene Reſolution
vor. — Bürgermeiſter Dr. Eberle (Noſſen) referierte
über „Die Erricht’ung von
Submiſſions=
ämtern zur Durchführung des
angemeſſe=
nen Preiſes (Reichs= Stadt= und
Provinzialſub=
miſſionsämter)” bezeichnete als die nächſte und wichtigſte
Aufgabe die Bildung von Lieferungsverbänden, ſowie
Sicherſtellung der ehrlichen Arbeit durch angemeſſenen
Verdienſt. In der von ihm vorgelegten Reſolution
ſchlug der Referent vor, nach dem Muſter von Sachſen
Submiſſionsämter und außerdem ein
Reichsſubmiſſions=
amt einzurichten, ſowie den Vorſtand mit den
erforder=
lichen Schritten zu beauftragen. — Hierauf wurden die
Verhandlungen auf morgen vertagt.
Der ſozialdemokratiſche Parteitag.
* Chemnitz, 15. Sept. In der Sporthalle in
Alten=
dorf, einem Vorort von Chemnitz, wurde am Sonntag
abend der ſozialdemokratiſche Parteitag eröffnet. Zum
erſten Male hielt Bebel nicht die Eröffnungsanſprache; er
entſchuldigte ſich durch den Hinweis auf ſeine angegriffene
Geſundheit. An ſeiner Statt ſprach der zweite
Parteivor=
ſitzende Haaſe. Gegen 7= bis 8000 Genoſſen mochten
ihm zuhören. Der Redakteur der Chemnitzer Volksſtimme
Max Müller, begrüßte die Sendboten des Proletariats.
Er kennzeichnete Chemnitz als hiſtoriſchen Boden der
Arbeiterbewegung und wünſchte vom Parteitag einen
wuchtigen Proteſt gegen „Zuchthaus= und
Rüſtungswahn=
ſinn”. Haaſe ſprach über die innere und äußere politiſche
Lage. Neben den Rüſtungen, Steuern und
Zuchthausvor=
lagen ſpielte in Haaſes Rede auch die Teuerung eine große
Rolle. Zu Vorſitzenden des Parteitages mit gleichen
Rech=
tten wurden die Reichstagsabgeordneten Haafe und
Noske gewählt. Haaſe tritt damit in die
Präſidialerb=
ſchaft Singers ein, die Dietz nur kurze Zeit verwaltet hat.
Nachdem einige Begrüßungstelegramme verleſen waren,
wurden noch die Fragen der Teucrung und des
Berg=
arbeiterſchutzes auf die Tagesordnung des Parteitages
ge=
ſetzt und darauf die Eröffnungsſitzung geſchloſſen.
* Neuß, 16. Sept. Die
Wanderverſamm=
lung des Zentralvereins für deutſche
Bin=
nenſchiffahrt nahm geſtern mit einem
Begrüßungs=
abend ihren Anfang. Hundertfünfzig Mitglieder aus
Deutſchland waren erſchienen. Der Güterumſchlag im
Neußer Hafen hat heute die millionſte Tonne exreicht.
Die Manöver der 25. Diviſion.
* Gumbsheim, 16. Sept. Niedergerungen war
am Freitag Blau von Rot, letzteres geführt von OOberſt
Neuhaus, aber nicht vernichtet. Das bloße
Nieder=
ringen iſt aber ein halber Sieg, der vollkommen wird
durch die Verfolgung; daran gebrach es. Rot, die 49.
ver=
ſtärkte Infanterie=Brigade, das am Freitag abend bei
Gumbsheim zur Ruhe übergegangen, hatte am Samstag
bei beginnendem Licht unter Führung des Oberſten und
Kommandeurs des Infanterie=Regiments Kaiſer
Wil=
helm Nr. 116, v. Trotta genannt Treyden, an den
Oſt=
hängen des Kuhhimmel= und ſchwarzen Berges bei
Gumbsheim eine Verteidigungsſtellung vorbereitet und
durch Schützengräben und Artilleriedeckungen künſtlich
verſtärkt, die die erſte und zweite Pionier=Kompagnie des
Pionier=Bataillons Nr. 21 im Verein mit dem erſten und
zweiten Bataillon 116 ausgehoben hatten, und dieſe,
ſo=
wie das Feldartillerie=Regiment Nr. 25 mit reichlicher
Munition in unmittelbarer Nähe der Batterien, ſowie die
Reſerven hinter dieſer Stellung bereitgeſtellt. Kavallerie,
Dragoner 23, hatte zur Verſchleierung der Aufſtellung
die Wiesbach=Uebergänge zwiſchen Flonheim und
Wal=
lertheim frühzeitig beſetzt und war ſſelbſt auf Bornheim
vorgegangen. Das „blaue” Korps beabſichtigte, am 14.
September den Angriff auf den am Wißberg=
Napoleons=
höhe ſtehenden Gegner fortzuſetzen und befahl zu dieſem
Behufe der bei Albig verbliebenen verſtärkten 50.
Infan=
terie=Brigade unter ihrem Führer, dem Generalmajor und
Kommandeur der 25. Kavallerie=Brigade Clifford Cog
von Breugel, gegen die rechte Flanke des „roten”=Gegners
vorzugehen. — Auch bei der Uebung am Samstag, der
das Großherzogspaar von Heſſen und Prinzeſſin
Lud=
wig von Battenberg anwohnten, waren in großer Zahl
Zuſchauer aus den umliegenden Orten, ſowie aus denen
der Kreiſe Worms, Oppenheim, Mainz, Kreuznach, als
auch aus den Grenzorten der bayeriſchen Pfalz, zu Fuß,
zu Pferd, zu Wagen und nicht zuletzt in Autos erſchienen;
auch Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrern aus den
Dörfern um den Kuhhimmel= und ſchwarzen Berg hatten
ſich als Zuſchauer eingefunden.
Flottenmanöver.
* Wilhelmshaven, 15. Sept. Der Kaiſer iſt
mit Sonderzug um 8 Uhr 50 Min. abends hier
einge=
troffen. Der Zug wurde nach der Kaiſerlichen Werft
durchgeführt. Im Gefolge befanden ſich u. a. Fürſt zu
Fürſtenberg, der Chef des Militärkabinetts Frhr. von
Lyncker, der Chef des Marinekabinetts von Müller, der
Chef des Generalſtabs General der Infanterie v. Moltke.
Auf der Werft hatten ſich zur Meldung eingefunden:
Prinz Eitel Friedrich, Staatsſekretär Großadmiral von
Tirpitz, der Chef der Hochſeeflotte Admiral von
Holtzen=
dorff, der Chef der Marineſtation der Nordſee Admiral
Graf von Baudiſſin, der Chef des Admiralſtabs
Vize=
admiral von Heeringen, der Kriegsminiſter General der
Infanterie von Heeringen und der Feſtungskommandant
von Wilhelmshaven Kontreadmiral Schultz. Der Kaiſer
begab ſich auf dem Waſſerweg an Bord der „
Hohenzol=
lern” und nahm daſelbſt Wohnung. Das Wetter iſt
ver=
änderlich und windig.
* Wilhelmshaven 16 Sept. Die großen
Uebungen der Seeſtreitkräfte haben begonnen und zwar
zwiſchen den Inſeln Wangeroog und Helgoland. Der
Kaiſer wohnte der Parade auf dem Kreuzer „
Deutſch=
land” bei.
Lnftfahrt.
* Hamburg, 16. Sept. Das Luftſchiff „Hanſa”
iſt heute morgen unter Führung des Grafen Zeppelin mit
16 Paſſagieren nach Helgoland aufgeſtiegen, um an den
Flottenmanövern teilzunehmen.
* Gotha, 16. Sept. In zwei Tagen findet hier eine
Uebung des Z. 3 ſtatt, wobei die neue Erfindung eines
Bombenlanzierapparates geprüft werden wird. Verſuche
bis zu 1500 Meter Höhe ſollen vorgenommen werden.
Bereits in Metz angeſtellte Verſuche fielen befriedigend
aus.
Sport.
* Fußballſport. Die zweite Mannſchaft des
Fußball=
ſportvereins Darmſtadt ſpielte am Sonntag gegen die
zweite Mannſchaft des Fußballklubs „Germania”=
Eber=
ſtadt. Mit mehrfachen Erſatz von der erſten Mannſchaft
Eberſtadt gelang es Eberſtadt, das erſte Tor zu erzielen
mit 1:0 Toren. Zum Schluß hat Eberſtadt das Spiel
abgebrochen.
Der Darmſtädter Sportklub 1905 ſpielte
am Sonntag mit ſeiner erſten Mannſchaft in Frankfurt
gegen den dortigen Fußballklub „Britannia”
Sport=
klub war mit fünf Erſatzleuten angetreten und beendete
das Spiel=mit 3:3 Toren.
Sportklub „Haſſia‟ Das am Sonntag auf
dem Exerzierplatz ausgetragene Wettſpiel zwiſchen der
erſten Mannſchaft des Sportklubs „Haſſia” und der
glei=
chen des Sportklubs „Alemannia”=Gräfenhauſen endete
211 zu Gunſten „Alemannias”. „Haſſia” verſuchte durch
verlängerte Spielzeit von 10 Minuten ein unentſchiedenes
Spiel herbeizuführen, was ihr jedoch nicht gelang.
Erdbeben.
* Paris, 16 Sept. Aus mehreren Gegenden
Süd=
weſtfrankreichs, namentlich aus Bordeaux, Bayonne
und Pau, wird gemeldet, daß in der vergangenen Nacht
dort eine ziemlich heftige Erderſchütterung verſpürt
wor=
den ſei.
* Madrid, 16. Sept. Aus San Sebaſtian, Granada
und anderen Städten Nordſpaniens wird gemeldet, daß
daſelbſt Erderſchütterungen verſpürt worden
ſeien, die unter der Bevölkerung eine große Panik
hervor=
gerufen, irgendwelche Unfälle jedoch nicht zur Folge
ge=
habt hätten.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die elektriſche Bahn im Martinsviertel,
Durch die außerordentlich großen finanziellen Opfer,
welche durch den Ankauf der Häuſer an der Pankratiusſtr.,
der Zehnteſcheuer und die koloſſale Forderung der techniſchen
Hochſchule entſtehen, iſt es faſt ausgeſchloſſen, daß dieſe
Linie ins Martinsviertel durch die Hochſchulſtraße,
Pan=
kratiusſtraße zur Ausführung kommt. Das
Martinsvier=
tel ſoll und muß jedoch endlich eine praktiſche elektriſche
Bahnverbindung haben, denn die Einwohner dieſes
Stadt=
teiles warten nunmehr ſchon lange genug auf die ſo lange
verſprochene Bahn. Unter Erwägung der oben
angeführ=
ten Schwierigkeiten muß ein Ausweg geſucht werden und
wäre eine Linie zu ſchaffen, die obigen Schwierigkeiten
aus dem Wege geht und den Vorzug hat, bedeutend
billi=
ger zu ſein und weit größere Rentabilität verſpricht. Dies
wäre die Linie Halteſtelle Schloßgartenplatz durch die neu
eröffnete Beckerſtraße, Liebfrauenſtraße, Pankratiusſtraße,
Mauerſtraße, Mühlſtraße, Riedlingerſtraße in die Linie
nach dem Friedhof einmündend. In der mittleren
Pankratiusſtraße ſind bereits zur erforderlichen
Verbrei=
terung der Straße einige Anweſen erworben,
niederge=
legt und teilweiſe durch ſchöne Neubauten erſetzt, das
Straßengelände zur Durchführung der Mauerſtraße nach
dieſer Seite iſt erworben. Das Großh. Fouragemagazin
kann in dem dicht bevölkerten Martinsviertel nicht mehr
länger ſtehen bleiben und durch die Fertigſtellung des bereits
angefangenen Durchführung der Mauerſtraße wäre ein
großer Mißſtand beſeitigt, der endlich das Martinsviertel
frei machte von den vorzeitigen Zehntſcheuern, die dieſes
Stadtviertel in gar ländlicher Weiſe von der Stadt
ab=
ſchließen, der Feuersgefahr nicht zu gedenken. Zu den
direkt dabei liegenden Prachtbauten der techniſchen
Hoch=
ſchule paſſen dieſe vorſündflutlichen Scheuern nicht mehr.
Die maßgebenden Behörden wollen obige Auslegungen
ge=
nau prüſen, und ſicher werden ſie zur Erkenntnis kommen,
wie der größte Teil der dortigen Bewohner davon
über=
zeugt iſt, daß die Linienfühung Pankratiusſtraße,
Mauer=
ſtraße uſw. die billigſte und einzig richtige iſt, ſowohl um
über die verſchiedenen techniſchen und finanziellen
Schwie=
rigkeiten hinwegzukommen, als auch der Rentabilität und
Praxis halber.
Für die Bewohner der Villenkolonie Eberſtadt
be=
ſtand ſeither eine angenehme Verbindung nach dem
Bahn=
hof Darmſtadt=Süd in der Art, daß ſie den direkt weſtlich
von der Ludwigshöhe nach der Blockſtation Nr. 30 (Tanne)
führenden Waldweg benutzten, dann auf einem Pfad längs
der Bahnlinie bis zu der Brücke gehen konnten. Von da
führt ein Gewannweg in wenigen Minuten unmittelbar
nach der Bahnſtation Süd. Aus unbekannten Gründen iſt
ſeit kurzem dieſe Wegverbindung ſowohl am Bahnhof Süd,
wie an der Brücke mit Warnungstafeln, als „Verbotener
Weg” bezeichnet. Es wird dadurch den Bewohnern der
die Menge, als das Lied ausklang in den Choral: „Nun
danket alle Gott” geſungen von den markigen
Männer=
ſtimmen auf der Bühne, in die dann mit der zweiten
Strophe die hellen Mädchenſtimmen einfielen, irgendwo
aus dem Hauſe her, von den Balerien.
Und wieder entſtand ein Bild lichtvoller Lieblichkeit
in der Feſtwieſe aus Wagners „Meiſterſinger‟. Ein
gro=
ßer, wahrer Meiſter war Hans Sachs, überragend alle,
auch Walter Stolzing. — Und mit dem Verrauſchen der
Klänge Wagners ſchloß ſich der Vorhang. Große Pauſe.
Im Foyer! Ein prunkender Raum, von gelben,
flammenden Marmorſäulen getragen, von blitzenden
Kri=
ſtalleuchtern ſtrahlend erhellt. Von den 1500 Feſtgäſten
waren es etwa 200, denen die Ehre einer Einladung zum
großen Foyer zuteil geworden, und die hier
Gaſtfreund=
ſchaft des Königspaares genoſſen. In erſter Linie der
Hofſtaat, die Beneralität. Dann deutſche Dichter,
Schrift=
ſteller und ſonſtige Geiſtesgrößen. Der König ward nicht
müde, Bekannte zu begrüßen, Unbekannte ſich vorſtellen
zu laſſen. Nicht müde ward Baron zu Putlitz, dieſe
Vorſtellungen zu vermitteln. Ich ſehe den König ſpontan
den ganzen Raum durchſchreitend auf den jugendfriſchen
Ritter von Poſſart zugehen und mit einer Lebhaftigkeit
begrüßen, die auf Freundſchaft ſchließen läßt. In einer
intereſſanten Gruppe ſtehen deutſche Dichter und
Bühnen=
ſchriftſteller beiſammen: Ludwiga Ganghofer. Oskar
Blu=
menthal, ein Typus ſeiner Raſſe. Otto Ernſt, der blonde
Rudolf Herzog, Ernſt von Wolzogen, GGuſtav
Kadel=
burg, Karl von Kaskel, Friedrich Kloſe, der junge
Kämp=
fer Hans Kyſer, Joſeph Lauff. Pierre Maurice, Wilhelm
von Scholz, Karl Schönherr. Frank Wedekind; zu ihnen
geſellt ſich v. Poſſart, der mit Hofrat Edward
künſtle=
riſche Erinnerungen austauſchte, dann Ludwig Thoma,
der greiſe Junkermann. In dieſer Gruppe weilte
der König lange Zeit und wurde nicht müde, jedem zu
verſichern, wie er ſich freue, ihn kennen zu lernen, wie viel
er ſchon von ihm geleſen und gehört. Die Königin iſt
zurückhaltender, aber im Geſpräch auch von gewinnender
Liebenswürdiakeit. An der allgemeinen Unterhaltung
nehmen auch die Prinzen, drei ſchlanke junge Leutnants,
lebhaft teil.
Zurück in den Saal, der Feſtvorſtellung grandioſen
Schluß zu ſehen. In ſeinem reifſten Werke, das leider
kein Fragment blieb. kommt noch einmal Schiller zu Wort,
im „Demetrius” Voller dramatiſcher Wucht und
packen=
der Größe iſt dieſe Reichstaasſzene, in der der junge
De=
metrius um ſein Thronrecht kämpft gegen die
Mosko=
witer. Die Maſſenſzenen ſind gemeiſtert und die
Leiden=
ſchaft wächſt lawinenaleich an, alles glaubhaft mit ſich
reißend. Mit der Größe der Dichtung wuchſen die Dar=
Salar d Vorzüaliches leiſteten. Die Dekoration war
von ſchöner maleriſcher Wirkung. — In all den
Aufführ=
ungen bewährte ſich das „große Haus” in jeder
Bezieh=
ung. Gegen ℳ10 Uhr war die Feſtvorſtellung beendet.
Feſtbankett! Zu dieſem waren die Gäſte in den
monumentalen, ſäulengetragenen Königsbau geladen,
deſ=
ſen großer Saal wie geſchaffen zu prunkendem Mahle.
An fünf langen Tiſchen nahm man Platz, auch einige
Damen, Mitglieder des Hoftheaters. Rund 580 Perſonen
waren bei der Generalintendanz zu Gaſt. Wer nennt
all die Namen, wer kann ſie alle aufzählen, die Gäſte von
auswärts, die Koryphäen der Theaterwelt, aus der Welt
der Wiſſenſchaft, der Kunſt und Kritik; wer kann ſie
nennen, alle die hieſigen Vertreter der Miniſterien, des
Militärs, der Beamtenwelt und der Preſſe.
General=
intendant zu Putlitz und Dr. (Walter Bloem
er=
füllten unermüdlich und liebenswürdig ihre
Hausherrn=
pflichten. Aus fünf vorgeſehenen offiziellen Trinkſprüchen
wurden deren acht. Eine eingehende intereſſante
Reka=
pitulation der Baugeſchichte gab Baron zu Putlitz vor
ſeinem Königstoaſt. Dann ſprach Graf von Hülſen.
Poeſiedurchwoben waren ſeine Worte, eindrucksvoll und
nachhaltig. Als er zurückblätterte in der langjährigen
ruhmvollen Geſchichte dieſer Theater bis zu den
vergilb=
ten Pergamenten, auf denen der alte Chroniſt uns
gewiſ=
ſenhaft erzählt, wie ſchon zu Zeiten der Herzöge Ulrich,
Chriſtoph und Ludwig Spiel und Geſang in hoher Blüte
ſtanden am Hofe zu Stuttgart, wie Friſchlin und
Hun=
nius ihre Bibeldramen aufführten im Luſtgarten allhier,
bis ein kunſtſinniger Fürſt vor nun mehr als 300 Jahren
ſeiner Hauptſtadt mit dem neuen Luſthaus das erſte
ſtehende Theater ſchenkte, das unter manchen Wandlungen
und Veränderungen ſeinem hohen Zweck dienen konnte,
bis es am 19. Januar des Jahres 1902 in Aſche und
Trümmer ſank. „Erinnern möchte ich in dieſer Stunde an
einzelne große Zeiten: als um die Mitte des 17.
Jahr=
hunderts Siegmund Johann Couſſer den Grund legte zu
der erſten Oper in Deutſchland, die dann 100 Jahre
ſpä=
ter unter dem Herzog Karl Eugen und ſeinen
Kapellmei=
ſtern Jomelli und Boroni zur höchſten Blüte damaliger
Kunſt emporſtieg . . . . erinnern möchte ich an die Zeit,
da endlich das Nationalbewußtſein langſam erſtarkte und
Daniel Schubart hier die erſte Bühne im nationalen Sinn
ſchuf, dem großen Karlsſchüler, Goethe, Leſſing und
Iff=
land die Bahn brechend zum Herzen des
württembergi=
ſchen Volkes . . . . erinnern möchte ich an die Zeiten des
Schauſviels unter Baron Wächter . . . . erinnern an die
Renaiſſance und Blüte der Oper unter Peter
Lindpaint=
ner, Konradin Kreutzer Friedrich Kücken und Nepomuk
Hummel . erinnern an manchen Namen, der unſerem
Ohr noch lieb und vertraut herüberklingt zu uns als
Zeuge großer Zeiten, ein Eßlair und Seydelmann, ein
Döring und Lotwe, Karl Eckart, Piſchek, Sontheim, einer
Aſchenbrenner, Brede, Peche, einer Pittrich, Leiſinger und
Marlow! SSie alle deckt heute der kühle Raſen, wie er die
vielen Generationen von Künſtlern deckt, die hier durch 3
Jahrhunderte gewirkt, beglückend und beglückt, ungezählte
Stunden frohen und ernſten Genießens auslöſend,
kämp=
fend für ihre Ideale, um den Beſten ihrer Zeit genug zu
tun.” . . . Und mit brauſendem Jubel wurde
aufge=
nommen, wie er danach zu den Lebenden überging,
in=
ſonderheit zu dem Manne, deſſen Tatkraft und
Werbe=
kraft mit in erſter Linie der neue Bau zu danken, Baron
zu Putlitz: Wenn in Berlin, dem Theaterzentrum des
Deutſchen Reiches, ſich die dramatiſche Produktion faſt
ſelbſtändig auf die vielen dort exiſtierenden Bühnen
ver=
teilt, ſo will Stuttgart vorurteilslos das Geſamtbild
dieſer Produktion in einem Rahmen widerſpiegeln.
Möge es dem klugen Feldherrn vergönnt ſein, tapfere
Truppen mit fliegenden Fahnen von Erfolg zu Erfolg,
von Sieg zu Sieg zu führen, auf daß, wenn wieder nach
ſpäten Tagen der Chroniſt in der Geſchichte der
Stuttgar=
ter Hoftheater blättert, er überzeugten Herzens künden
kann von einer Zeit, da Stuttgarts Bühnenkunſt ſich unter
den neuen Verhältniſſen zur höchſten Blüte entwickeln
konnte, von einer Zeit, die köſtlich war und groß, weil ſie
ſtand unter dem Zeichen treuer, unermüdlicher Arbeit und
befreiender künſtleriſcher Taten. Das walte Gott!”
Auch des Finanzminiſters Exzellenz von Geßlers
Toaſt auf den Erbauer Geheimerat Littmann und ſeine
Mitarbeiter fand freudigen Widerhall, und auch der des
Oberhofkammerdirektors v. Wiedersheim auf die
Stadt Stuttgart. In deren Namen dankte und
über=
brachte dann Glückwünſche der Oberbürgermeiſter
Lau=
tenſchlager. Geheimerat Littmann dankte und
toaſtete auf den Generalintendanten. Oskar
Blumen=
thal brachte ein neues Gedicht, in dem er dem neuen
Theater dauernde „Ausverkauftheit” wünſchte und
ver=
ſicherte, daß in dieſem prächtigen Hauſe ſogar ein „
Durch=
fallen” herrlich ſein muß, denn es komme einem „in
Schönheit ſterben” gleich. Der Preſſe gedachte Dramaturg
Dr. Walter Bloem in wirkungsvoller Rede, und
Pro=
feſſor Claar (Voſſiſche Zeitung) beſchloß mit dem Dank
der Preſſe den Reigen der Trinkſprüche. So endete der
erſte Feſttag.
Das kleine Haus. In geradezu muſterhafter
Weiſe hat das Können hier erreicht, was das „Wollen”
beabſichtigte. Einen intimen Theaterraum für kleine
in=
time Aufführungen. Iſt’s im großen Hauſe die faſt
kirch=
liche Weihe, ſo hier das Behagliche, Stimmungsreiche,
Warme, das den Eintretenden gefangen nimmt.
Gemüt=
voll wie ein Damenteezimmer. Sehr treffend ſchildert P.
Wittko das Kleine Haus wie folgt: Betroffen und be=
Nummer 219.
Darmſtadter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Serre 7
Bilentolonie dieſer angenehme und nahe
Verbindungs=
weg genommen, außerdem verlieren auch die Darmſtädter
Spaziergänger, ſowie die Perſonen, die am Bahnhof Süd
ausſteigen, und nach der Villenkolonie Eberſtadt wollen,
einen angenehmen Spazierweg. Es wäre dringend zu
wünſchen, wenn dieſes zweckloſe Verbot bald aufgehoben
würde und wenn der Darmſtädter Verſchönerungsverein
dafür Sorge tragen würde, daß die erwähnte
Wegverbind=
ung in geeigneter Weiſe in Stand geſetzt wird. Bei dieſem
Anlaß darf darauf hingewieſen werden, daß die
Straßen=
verbindung von Bahnhof Süd nach der Stadt zu
voll=
kommen ſchattenlos iſt. Die baldige Anpflanzung einer
hübſchen Allee (Linden= oder Nußbäume) würde gewiß
vom Publikum dankbar begrüßt werden.
Ein Bewohner der Villenkolonie.
— In Nr. 216 Ihrer geſchätzten Zeitung wird über die
Ausſchußſitzung der vereinigten
Bezirks=
vereine berichtet. Es heißt dort u. a.: „Es wurde
angeregt, das Waſſergeld auf Grund der Mietverträge
durch die Stadt direkt von dem Mieter zu erheben, um
da=
mit die Hausbeſitzer zu entlaſten.” Und ferner:
„Es wurde in Vorſchlag gebracht und unierſtützt, daß es
das Richtigſte ſei, wenn in jeder Wohnung ein
Waſſer=
meſſer vorhanden ſei, wonach der Mieter leicht die von ihm
verbrauchte Waſſermenge erſieht und bezahlt, gleich dem
„Verbrauch des Gaſes”. Nach dieſem ſcheint alſo eine Ehe
zu beſtehen zwiſchen Hausbeſitzerverein und dem Ausſchuß
der vereinigten Bezirksvereine, die in dieſem Falle den
Zweck hat, auf Koſten der Mieter und der Stadt für eigene
Intereſſen Kinder zu erzeugen. Auf Koſten der Mieter
deshalb, weil die Herren Hausbeſitzer jedenfalls nicht einen
Pfennig von der bereits hochgeſchraubten Miete, in der ein
reichlicher Betrag für Waſſergeld enthalten iſt, nachlaſſen
würden, wenn das Waſſergeld unmittelbar von der Stadt
auf Grund des Betrags der zu zahlenden Miete oder der
feſtgeſtellten verbrauchten Menge von dem Verbraucher
(Mieter) erhoben würde, und auf Koſten der Stadt, weil
durch die von dem Ausſchuß für jede Wohnung
ge=
wünſchte Waſſeruhr, die Stadt gezwungen wäre, einige
Beamten mehr anzuſtellen um den Verbrauch zu
kontrol=
lieren; außerdem hätte die Stadt erhebliche Koſten für die
Anſchaffung der Waſſeruhren aufzuwenden. Doch dieſes
berührt die großen Geiſter obengenannter Ehe nicht. Der
Zweck iſt ja: die Hausbeſitzer zu entlaſten.
Es wird dann auch berichtet, daß Herr Architekt
Schembs in objektiver Weiſe die Gartenſtadtbewegung
be=
leuchtet hätte. Es dürfte jedenfalls für die Oeffentlichkeit
von größerem Intereſſe ſein zu hören, zu welchem
Ergeb=
nis dieſes „objektive‟ Referat gekommen iſt, als zu
er=
fahren, daß ſich einige der anweſenden Hausbeſitzer,
Ver=
zeihung, ich wollte ſagen „Ausſchußmitglieder” gegen die
geplanten Projekte ausgeſprochen haben. Oder haben ſich
die Herren geſcheut dieſes Referat bekannt zu geben, weil
es der Mehrheit nicht in ihren Kram paßte? Der im
Haus=
beſitzerverein geborene Ausdruck, „Darmſtadt ſei eigentlich
eine große Gartenſtadt” iſt ſo abgedroſchen, daß man ihn
nicht hätte brauchen ſollen. Ich knüpfe aber doch an
die=
ſen Ausdruck an und ſage: Gerade weil Darmſtadt eine
Gartenſtadt iſt, ſo ſoll ihr auch dieſer Charakter erhalten
bleiben und die Verwaltung dafür ſorgen, daß möglichſt
viele, auch kleinere Einfamilienhäuſer mit Gärten für
mitt=
lere und untere Beamte, ſowie Arbeiter gebaut werden.
Allerdings gehen dann die Beſitzer dieſer kleinen Häuſer
den Herrn Hausbeſitzern als gut und pünktlich zahlende
Mieter verloren und deshalb erſchallt dort der Ruf: Nieder
mit der Beſtrebung des eigenen Einfamilienhauſes. Th.
zaubert wird, wer das Kleine Haus betritt. Die ſtrenge
Klaſſik ſeines Aeußeren läßt uns auf kühle, vornehme
Würde, wohl gar auf gemeſſene, lineare Steifheit
ſchlie=
ßen. Doch man ſchreitet durch ein freundliches Veſtibül,
den Kaſſenraum und hat im Innern ſofort das Gefühl
des Intimen, Heimeligen, Anmutig=Gefälligen.
Ueber=
raſchendere Kontraſte als das Innere des Großen und
des Kleinen Hauſes ſind nicht denkbar. Hier iſt, im
Gegenſatz zu dem pompöſen und reichen und, dem Stile
und der Aufgabe entſprechend, etwas ſteifen Emphaſe des
Großen Hauſes alles anmutsvoll, zierlich, leicht, von
run=
der, flotter Eleganz. Dort alles Stuck, Stein, Marmor,
hier dagegen allenthalben Holz. Der Zuſchauerraum iſt
ein allerliebſtes altväteriſches Schmuckkäſtlein, ein „
Pup=
penheim” Architektur gewordene Melodie, geſchaffen wie
zur Heimſtatt Mozarts, Moliéres — und auch Mörikes.
Es liegt etwas Schelmiſches und Treuherziges in dieſem
bauchig behaglichen Biedermeier=Raume. Die
anſpre=
chende Farben= und Formengefälligkeit wird erzeugt durch
die reizende, Urväterhausrat nachahmende
Kirſchholzver=
kleidung der beiden Ränge, durch den leichten weißen
Putzton der Decke, durch das Mattgold des großen, den
Raum krönenden Lüſters, das leuchtende Grün des
italie=
niſchen Brokats, das die Wände deckt. Die gleiche
feſt=
lichfrohe Stimmung erzeugt das entzückende kleine Foyer
in ſeinem glänzenden polierten Gewande aus gemaſertem
amerikaniſchen Birkenholz, ſeinen farbenſchönen,
pracht=
vollen fünf Wandgemälden von Adolf Wünzer. Die
Bil=
der in den Fürſtenräumen des Großen Hauſes ſtammen
von Schmoll von Eiſenwerth.
Prächtig paßten ſich dieſem Raume „Die
Journa=
liſten” ein, und noch beſſer Mozarts „Figaros Hochzeit”,
aus denen einzelne Akte als Feſtvorſtellung zur
Aufführ=
ung gelangten. In der Pauſe wiederholte ſich im Foyer
das charakteriſtiſche Bild von geſtern. Das
Königs=
paar hielt Cercle. In reger Unterhaltung flogen allzu
ſchnell die Stunden. Beſichtigungen unter fachmänniſcher
Führung, die dem Staunenden einen Blick werfen ließ
in das gewaltige Arbeitsgebiet hinter den Kuliſſen,
bil=
deten den Abſchluß.—
Nun ſind Stuttgarts Feſttage verrauſcht. Thaliens
Tempel hat ſeine Weihe empfangen. In die
verklingen=
den Akkorde der Schlußmuſik ſchon miſchten ſich der
Fan=
faren Geſchmetter, das weit hinhallend der Göttin
Ge=
meinde rief zu den heiligen Hallen ihrer Verkündigung,
ihrer Kunſt. Mögen ſie, zahlreich wie geſtern und ehegeſtern,
ſſo in aller Zukunft herbeiſtrömen, um ſich führen zu
laſ=
ſſen zur Sonnenhöhe wahrer Kunſt. Mögen aber auch
aus dieſem herrlichen Tempel Thaliens verbant bleiben
alle falſchen Prieſter, damit die Stätte rein bleibe und
geweiht allein der K unſt. In dieſen Wunſch mag unſer
Dank verwoben ſein für die erinnerungsreichen Stunden,
die das Weihefeſt uns lieh.
M. St.
Stnttgant: 16. Schk
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 16. Sept. Auf die Nachricht von der
ge=
planten Aufſtellung der Büſte Richard Wagners in
der Walhalla bat Fürſt Albert von Thurn und
axis den Prinzregenten, dieſe Büſte ſtiften zu dürfen.
Der Prinzregent erteilte ſeine Zuſtimmung.
* Hamburg, 16. Sept. In Itzehoi wurde eine Frau
angehalten, die mehrere falſche Funfmarkſtücke in den
Ver=
kehr brachte. Als Verfertiger wurde ein hieſiger
Mecha=
niker verhaftet.
* Schleußingen, 16. Sepk. Bei der
Landtagserſatz=
wahl für den verſtorbenen Präſidenten des Landtags
Frei=
herrn von Erffa (konſ.) wurden abgegeben für
Land=
rat Wagner=Schleußingen (konſ.) 135 Stimmen, für
Kaufmann Dörr=Suhl (natl.) 68 Stimmen. Wagner
iſt ſomit gewählt.
Dresden, 16. Sept. Der Ka iſer richtete an den
König Auguſt von Sachſen ein Han dſchreiben.
Es lautet: Durchlauchtigſter, großmächtigſter Fürſt,
freund=
lich lieber Vetter und Bruder! Seit dem Hinſcheiden
Ew. Majeſtät in Gott ruhenden Herrn Vaters haben in
dieſem Jahre die beiden Königlich ſächſiſchen Armeekorps
zum erſten Male vor mir Manöver abgehalten. Die
da=
bei gezeigten Leiſtungen der Armeekorps haben mich
durchaus befriedigt, und ich bin zu meiner lebhaften
Freude erneut von der Ueberzeugung durchdrungen, daß
die Königlich ſächſiſchen Truppen auf der Höhe
kriegs=
tüchtiger Ausbildung ſtehen und allen an ſie
herantreten=
den Anforderungen gewachſen ſein werden. Ew. Majeſtät
wollen ſich meines herzlichen Dankes hierfür verſichert
halten. Die aufrichtige Freundſchaft und Zuneigung für
Ew. Majeſtät laſſen mich zugleich heute den Wunſch hegen,
Ew. Majeſtät meinem Heere, dem Sie ſchon ſo
wohlge=
ſinnt nahezuſtehen geruhen, noch enger verbunden zu
wiſ=
ſen. In dieſen Empfindungen möchte Ew. Majeſtät
da=
her bitten, die Stellung als Generalfeldmarſchall in der
preußiſchen Armee anzunehmen. Meine Armee wird ſtolz
darauf ſein, Ew. Majeſtät auch in der Reihe der
preußi=
ſchen Generalfeldmarſchälle begrüßen zu dürfen, in einer
Würde, die Ihre unvergeßlichen in Gott ruhenden
Vor=
fahren in der Regierung des Königs Albert und des
Königs Georg von Sachſen Majeſtät viele Jahre
bekleide=
ten. Die von mir Ew. Majeſtät Kriegsminiſter, dem
Ge=
neraloberſten Freiherrn v. Hauſen, gezollte Anerkennung
für ſeine Führung des Oberkommandos der blauen
Armee wollen Ew. Majeſtät aus meiner in Abſchrift
bei=
gefügten Order an denſelben entnehmen. Ich würde mich
herzlich freuen, wenn Ew. Majeſtät auch Ihre braven
Truppen und deren Führer meine ganz beſondere
Zufrie=
denheit mit ihren hervorragenden Leiſtungen wiſſen und
Ew. Majeſtät Landeseinwohnern mitteilen laſſen
möch=
ten, daß es mir eine beſondere Genugtuung geweſen iſt,
zu erfahren, daß meine Truppen trotz der erheblich
ver=
mehrten Einquartierungslaſt überall eine freundliche und
fürſorgliche Aufnahme gefunden haben. Mit der
Ver=
ſicherung der vollkommenſten Hochachtung und wahren
Freundſchaft verbleibe, ich Ew. Majeſtät freundwilliger
Vetter und Bruder. Lager bei Oſchatz. (gez.) Wilhelm R.
* Salzburg, 16. Sept. Bei dem Neubau des
Mo=
zarthauſes iſt geſtern wahrſcheinlich durch den
unauf=
hörlichen Regen der rückwärtige Gebäudeteil
einge=
ſtürzt Verletzt wurde niemand.
* Marſeille, 16. Sept. Der Exſultan Muley Hafid
iſt heute nachmittag auf dem Dampfer „Mongolia” nach
Gibraltar abgefahren. Er drückte vorher den
Ver=
tretern der Behörden ſeinen Dank dafür aus, daß es ihm
ermöglicht wurde, Frankreich kennen zu lernen. Er kehrt
nach Marokko zurück.
* London, 16. Sept. Nach einer Lloydmeldung aus
Port=Said iſt der im Suezkanal geſtrandete engliſche
Kreuzer „Talbot” wieder flott geworden. Er iſt in
Suez bereits eingetroffen.
* Konſtantinopel, 16. Sept. Nachrichten aus
authen=
tiſcher Quelle beſagen, der letzte italieniſche Vorſchlag bei
den Frieden sverhandlungen ſei dahin gegangen,
die Türkei erkläre die Unabhängigkeit Libyens und gebe
ihre dortigen Intereſſen auf. Italien werde ſich dann mit
den Eingeborenen verſtändigen. Die Pforte ſoll dieſen
Vorſchlag für unannehmbar erklärt haben. — Es
ver=
lautet, daß die ottomaniſchen Delegierten Lauſanne
ver=
laſſen haben.
* Chicago, 16. Sept. Ein Schulkutter mit 24
jungen Seeleuten iſt auf dem Michiganſee im Sturm
untergegangen. Sechs ſind ertrunken, fünf
wer=
den noch vermißt.
* Mexiko, 16. Sept. Als die Aufſtändiſchen nach
der Niederlage bei Oajaca dieſe Stadt verließen, entſpann
ſich ein erbitterter Kampf. Die Verbündeten
hat=
ten 41, die Aufſtändiſchen 50 Tote.
HB Berlin, 16. Sept. Der Abgeordnete, Obermeiſter
Rahardt hat ſeine Aemter im Hanſabund und der
Mit=
telſtandsvereinigung niedergelegt, um ſich volle
Unab=
hängigkeit und Bewegungsfreiheit im Intereſſe des
Hand=
werks zu wahren.
— Berlin, 16. Sept. Nach dem Genuß von
ſelbſt=
bereiteter Gänſeleberpaſtete erkrankte die fünfköpfige
Familie des Kaufmanns Kahnl in der Grafenſtraße und
das Dienſtmädchen unter Vergiftungserſcheinungen.
HB. Franfkurt a. M., 16. Sept. Hier wurde geſtern
der Provinzial=Verband Heſſen=Naſſau
des Hanſabundes gegründet. Der Verband nahm
eine Reſolution gegen die Fleiſchteuerung an und erhob
Proteſt gegen die Angaben der Agrarier, daß Handel und
Gewerbe an der Teuerung Schuld ſeien. Ferner proteſtiert
der Verband gegen das preußiſche Waſſergeſetz, das
ein=
heitlich die Landwirtſchaft begünſtige und Induſtrie und
Gewerbe benachteiligte.
— Danzig, 16. Sept. Der Rayonchef eines
hie=
ſigen Warenhauſes geſtand, während ſeiner neunjährigen
Tätigkeit Unterſchlagungen in Höhe von 50000
Mark gemacht zu haben. Er wurde verhaftet.
HB New=York, 16. Sept. Eine große Zahl von
Eiſenbahn=Fähr= und Ausflugs=Dampfern
hat vorläufig den Dienſt eingeſtellt, indem die
Ree=
der erklären, daß es unmöglich ſei, die infolge der Titanic=
Kataſtrophe ergangene Verordnung, mehr Rettungsboote
an Bord mitzuführen, zu befolgen.
Briefkaſten.
F. Gr., 101. Grundſätzlich iſt das Aufliegen dieſes
Blattes nicht erlaubt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich nicht weſentlich verändert.
Unter dem Einfluß weſtlicher Seewinde gingen geſtern in
Deutſchland verbreitete, aber leichte Regen nieder. Heute
morgen iſt es vielfach wolkig bei normalen
Tempera=
turen. Vorläufig bleiben wir unter dem
Hochdruck=
einfluß, ſpäter haben wir mit der Wirkung einer Depreſſion,
die von Island ſüdöſtlich wandert, zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 17.
Sep=
tember: Zunächſt heiter und kühl, ſpäter Trübung und
Erwärmung, ohne erhebliche Niederſchläge.
Man merke ſich:
1. Scotts Emulſion iſt die einzige nach dem
Scottſchen Verfahren hergeſtellte, auf 37 Erfolge zurückblickende Lebertran=
Emulſion.
2. Scotts Emulſion wird nur aus den
aller=
beſten Rohſtoffen hergeſtellt und iſt daher
von ſich ſtets gleichbleibender Güte.
3. Scotts Emulſion iſt ein
wohlſchmecken=
des, leicht verdauliches, appetitverbeſſerndes
Kräftigungsmittel ſowohl für Erwachſene
als auch für Kinder.
4. Scotts Emulſion wird auch in der
jetzigen Jahreszeit mit dem gleichen Erfolge
genommen wie in der kalten, iſt dabei ſtets
leicht zu nehmen und bekömmlich.
(19337
Aus dem Geſchäftsleben.
Hygieniſche Fette ſind die Forderung moderner
Menſchen. Als hygieniſche Vorzüge gelten in erſter
Linie: Abſolute Keimfreiheit, vollſtändige Reinheit und
leichte Verdaulichkeit. Unterſuchungen des ſeit mehr
als 15 Jahren in allen Kulturſtaaten eingeführten
und bewährten, garantiert naturechten Pflanzenfettes
„Kunerol” ſeitens namhafter Chemiker und Mediziner
haben ergeben, daß dieſes allen hygieniſchen
Anfor=
derungen entſpricht. Ebenſo wie „Kunerol” kommt
anch die hauptſächlich aus dem „Kunerol” hergeſtellte
„Kunerona” feinſte Pflanzenbutter=Margarine, mit
Menſchenhänden während der Fabrikation nicht in
Be=
rührung. Letztere wird zum Eſſen auf Brot verwendet,
da ſie ſich im Geſchmack, Aroma und Nährwert von
Naturbutter nicht unterſcheidet. Garantie für Echtheit
bieten die Originalpackungen.
DDer Kinder beſter Schutz gegen Krankheit iſt außer
Sauberkeit und Abhärtung eine einfache,
regel=
mäßige Ernährung. Zu letzterer wählt eine kluge
Mutter das Neſtle’ſche Kindermehl, eine naturgemäße,
leicht verdauliche und gern genommene Nahrung, welche
die Kleinen vor Magen= und Darmkatarrhen ſchützt
und das Entwöhnen der Säuglinge bedeutend
er=
leichtert. Probedoſe gratis durch Neſtle=Geſellſchaft,
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17, September 1912.
Nummer 219.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Nach langem, ſchwerem Leiden verſchied
heute mein lieber Mann und unſer guter Vater
Wilhelm Ackermann
Oberpostsekretär.
Darmſtadt, den 15. September 1912. (19375
Berta Ackermann
und Kinder
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
5 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Heute verſchied ſanft, nach langer, ſchwerer
Krankheit mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Großvater, Bruder und Schwiegervater
Georg Fleck
Schmiedemeister
(19365
im 61. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Kath. Fleck, geb. Herrmann.
Darmſtadt, den 15. September 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt am Dienstag, den
17. September, nachmittags 4 Uhr, vom Portale
des Friedhofes aus.
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute
morgen 7 Uhr unſere gute, treubeſorgte Mutter
Frau Pfarrer Sophie Flick Wue.
geb. Zimmermann
in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Flick.
Brigitte Flick.
Antoinette Flick.
Anna Schwabe,
B. Schwabe, Pfarrer.
geb. Flick.
R. Franke,
Friedrich Flick.
Lucie Franke, geb. Flick. Betriebs=Ingenieur.
6 Enkel.
Wilhelm Flick.
Louiſe Flick.
Gießen (Diezſtr. 15), Buenos=Aires, Poſen,
Berlin, Bad=Nauheim, 16. September 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 19. Sept.,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen
Friedhofs ſtatt.
(19405
Heute nacht entſchlief nach langen Leiden
plötzlich und unerwartet unſer liebes,
unvergeß=
liches Töchterchen
(19389
Janchen
im Alter von 4¾ Jahren.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Familie Adam Keil,
Gervinusſtraße 41.
Darmſtadt, den 15. September 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
3 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Am 15. September, abends 7 Uhr,
ent=
ſchlief ſanft unſer lieber Vater, Schwiegervater
und Großvater
(19378
Eisenbahndirektor a. D.
Baurat Otto Wolff
im eben vollendeten 69. Lebensjahre.
Edda Huhl, geb. Wolff,
Dr. Paul Wolff, Rechtsanwalt u. Notar,
Wolfgang Wolff, Reg.=Baumeiſter,
Alice Wolff,
Marieliſe Pip, geb. Wolff,
Grete Decke, geb. Wolff,
Ernſt Wolff,
Elſe Wolff, geb. Wolff,
Emma Wolff, geb. Schneider,
Dr. W. Pip, Chemiker,
Hanns Decke, Dipl.=Ingenieur,
und 10 Enkel.
Die Einſeg nung findet ſtatt am Mittwoch, den
18. September, nachmittags 2½ Uhr, im
Sterbe=
hauſe Grünerweg 14, die Beiſetzung anſchließend.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſtgeliebten Gatten, unſeren guten
Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel,
Adam Maas
infolge eines Unglücksfalles, im Alter von
30 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. (19406
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſe Haas, geb. Amann, nebſt Kind.
Frau Franz Haas Witwe.
Darmſtadt, den 16. September 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 17.
Sep=
tember, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
ſtädtiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die uns erwieſene aufrichtige Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer innigſtgeliebten
Frau Meta Schlapp
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Widmann ſagen herzlichſten Dank
(19373
die trauernden Hinterbliebenen:
Danksagung.
Allen Teilnehmenden an unserer
Trauer, sowie dem Herrn Pfarrer
herzlichen Dank.
(*6351
Familie Reimund,
Nieder-Ramstadt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Mittrauer um
meine verſtorbene treue Schweſter, meine gute
Schwägerin, unſere liebe Couſine, ſagen wir
herzlichen Dank.
(19366
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. med. Rudolf Beyerle.
Darmſtadt, den 16, September 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres innigſtgeliebten
Sohnes, Bruders, Schwagers, Onkels u. Neffen
Hoihrich Auam Schhoider
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
Insbe=
ſondere danken wir Herrn Pfarrer Flöel für die
troſtreiche Grabrede, den Gemeindeſchweſtern der
Petrusgemeinde für die liebevolle Pflege, der
Turngemeinde Beſſungen und den
Schulkame=
raden für die ehrenden Nachrufe, der Turner=
Singmannſchaft für den Geſang am Grabe, ferner
für die überaus zahlreichen Kranz= und
Blumen=
ſpenden, ſowie Allen, die dem Entſchlafenen die
letzte Ehre erwieſen haben.
(B19370
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Heinrich Schneider,
Familie Carl Klippel.
Familie Eckert.
Darmſtadt und Nieder=Kainsbach,
den 15. September 1912.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme und
die Kranzſpenden bei der Beerdigung unſerer
lieben Mutter, Schweſter und Tante (B19391
Frau Barbara Gölz
ſprechen wir allen Verwandten, Freunden und
Bekannten unſeren herzlichſten Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 16. September 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7 Uhr: „Nora”
Chopin=Liſzt=Feſt von Raoul v. Koczalski um
8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Wiederbeginn der Proben des
Inſtrumental=
vereins um 8½ Uhr Steinſtraße 24.
Wiederbeginn der Proben des
Kirchengeſang=
vereins der Johannesgemeinde um 814 Uhr
Kahlert=
ſtraße 26.
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im „Darmſtädter Hof”
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — „Perkeo” um
8 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
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Kaiſer bei den Manövern in der Schweiz; die deutſchen
Kaiſermanöoer in Sachſen; Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg beim Miniſter des Aeußern Grafen Berchtold
auf Schloß Buchlau (Mähren); zum 100jährigen
Ge=
dächtnis des Rückzuges der Großen Armee.
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ſammenkunft am Ausgang von Ober=Ramſtadt).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 219
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Seite 9
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Chriſtliches Geſchäft.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 219.
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Me
V
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3½ Deutſche Reichsanl. . 88,90
78,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 89,00
78,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,75
93,40
do.
3½
82,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,10
87,25
do.
3½
77,80
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,80
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
87,10
3½
77,10
do.
3 Sächfiſche Rente. . . . 78,80
4 Württemberger v. 1907 99,80
ho. v. 1875
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,70
3¼ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 90,50
4 do. Goldrente . . .
4 do. einheitl. Rente 86,40
3 Portug. unif. Serie I 64,10
3 do. unif. Ser. III 67,70
3 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
4 do. v. 1890 .
4 do. v. 1905 . . 90,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,20
4 do. v. 1902 . . . . 91,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden . . . . . . 87,50
4 Serbier amort. v. 1895 84,50
4 Türk. Admin. v. 1903 83,10
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldrente . . . 89,50
do. Staatsrente. . . 82,40
. InProz.
Zf.
101,70
5 Argentinier
88,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 94,10
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
4½
94,30
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,30
5 Innere Mexikaner . . . 93,70
do.
59,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,40
3 Buenos Aires Provinz
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 164,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 131,25
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 127,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½,
Einz. Mk. 408 . . 117,50
8 Baltimore und Ohio . 108,10
6½, Schantungbahn . . . 13557
6½ Luremb. Prinee=Henri 162,00
0 Heſt. Südbahn (Lomb.) 21,50
6 Pennſylvania R. R. .
Leßte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 540,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . . 260,75
30 Farbwerke Höchſt .650,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,00
10 Cement Heidelberg . . 151,50
30 Chem. Werke Albert 474,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 358,50
4 Lahmeyer . . . . . . .126.004
Sehie
Dioid.
7½ Schuchert. Nürnberg 160,25
12 Siemens & Halske .238,75
5 Bergmann Electr. . . 137,50
10 Deutſch.UeberſeEletr. 16857
0 Gummi Peter . . . . 105,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 109,25
30 Adler= Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 597,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
6 Wittener Stahlröhren 217,0
8 Steana Romana Petr. 159,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 207,90
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 118,00
3 Südd. Immobilien . 64,60
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 193,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 238,70
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 181,60
110 Gelſenkirchener . . . . 209,20
8 Harpener . . . . . . . 200,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 279,75
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Caro.
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4 Laurahütte . . . . . . 179,50
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11 . Weſteregeln 229,0
7½ South Weſt Afriea
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Llond=Obl. 100,70
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,30
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,00
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,10
79,60
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,90
4
do.
77,40
2
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 55,00
3 Raab=Hebenburg
77,501
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,40
4 Ruſſ. Südweſt. .
4½ Moskau=Kaſan ..
97,00
4
do.
88,00
4 Wladichawchas
88,70
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4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb.
do.
4½
2½, Livorneſer .
70,80
3 Salonique=Monaſtir . 63,50
4 Bagdadbahn .
83,25
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,80
4 Miſouri=Daeiſſe.
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94,40
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Francisco. .
85,80
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98,00
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Untern. Zürich . . 199,25
7 Vergiſch=Märkiſche
Bahn.
9½ Berlin. Handelsgef. .171,20
6½ Darmſtädter Bank . 123,75
12½ Deutſche Bank . . 258,25
6 Deutſche Vereinsbank . 122,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,20
10 Diskonto=Kommandit 188,80
8½ Dresdener Bank . . 156,50
9½ Frankſ. Hpoth.=B. 215,0
6½ Mitteld. Kreditbank 119,30
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 121,90
7½ Wiener Bankverein . 135,75
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 92,60
(
Jufron
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,10
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
3½
88,10
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 .
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. .
. 99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
88,10
S. 3—5 .
. 87,90
S. 9—11 .
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Nummer 219.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Seite 13.
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. Mit keinem Wort miſchte ſie ſich in das Geſpräch. Karl
Auguſt hatte vollſtändig recht! Sie fand es ſogar
begreif=
lich, was ſie ſonſt ſicher nicht getan hätte, daß er angeſichts
dieſes Benehmens ſeiner Schweſter die Faſſung und
Be=
herrſchung verlor und ſich zu etwas — unbotmäßigen
Aus=
drücken hinreißen ließ Dieſes brüderliche Donnerwetter
konnte Chriſta wirklich nichts ſchaden!
Sie nickte, als ſich Karl Auguſt jetzt an ſie wandte,
be=
ſtätigend mit einem bittern Lächeln.
Wir meinen es nur gut mit Dir, mein Kind, ſetzte ſie
aber dann begütigend hinzu, als ſie ſah, wie Chriſtas Augen
beinahe verzweifelnd um Hilfe flehend zwiſchen ihr und
dem Bruder hin und her irrten.
Gut meint Ihr es? Ein wehes Lächeln umflog
Chri=
ſtas Mund, unterdrücktes Weinen zuckte in ihrem Geſicht.
Dann hättet Ihr anders, ganz anders mit mir ſprechen
müſſen. Ein ſuchender Ausdruck, als lauſch ſie etwas
— Fernem, kam bei dieſen Worten in ihre Züge. Ja, in
Peter Geißlers Stimme hatte er damals gezittert und
ge=
bebt, wie in geheimer Angſt! Ihrem Glück, ihrer Zukunft
hatte es gegolten! Die Erinnerung an jeue Stunde war
rere rer er e eren
Sie fühlte wieder jenen langen, tiefen Blick der blauen
Augen auf ſich ruhen. Etwas ſie Beſeligendes hatte in
dieſem Blicke gelegen. Ihr Herz klopfte ſchneller, als ſie
daran dachte. Wäre Ada nicht gekommen, wer weiß . . .
Weder Frau von Leerſen noch Karl Auguſt begriffen
die plötzliche Wandlung, die ſich mit Chriſta vollzog. Eben
hatte ſie mit beinahe feindſeliger Haltung ihnen
gegenüber=
geſtanden, und nun war auf einmal alles Trotzige aus
die=
ſem Mädchengeſicht wie weggewiſcht und ein weicher
Schimmer ruhte darauf.
Mit kluger Diplomatie überhörte Frau von Leerſen
ſcheinbar Chriſtas vorwurfsvolle Worte Sie ſchloß die
Tochter in ihre Arme: Du trotziges Kind, ſchalt ſie
liebe=
voll. Wir wollen doch nur Dein Beſtes! Es liegt uns
ganz fern, Dich zu drängen oder zu irgend etwas zu
zwin=
gen. Wenn Du Herrn von Schmettwitz nicht magſt, werde
ich ihm abſchreiben. Sie ſtreichelte die noch immer wie
geiſtesabweſend daſtehende Chriſta leiſe über den
geſenk=
ten Kopf. Und Chriſta, die ſo ſelten ein Zeichen der
Zärt=
lichkeit von der Mutter empfing, ſchmiegte ſich
unwillkür=
lich feſter in deren Arme.
Der Inhalt des Briefes aber, den Frau von Leerſen
an Herrn von Schmettwitz ſchrieb, fiel weſentlich anders
aus, als es ſich Chriſta dachte.
Karl Auguſt, nach deſſen Diktat er zum größten Teil
nichergtſchicden wuncde der iehenſels ſehr einerſonen
mit dieſem Schriftſtück, denn er ſagte ſich: Zeit gewonnen,
alles gewonnen.
Man hatte es Herrn von Schmettwitz plauſibel
ge=
macht, daß man nach reiflichſter Ueberlegung Chriſta
vor=
läufig von ſeinem ehrenvollen Antrage noch nichts geſagt
habe. Sie ſei nach Vaters Tode ſehr erregt. Des
mütter=
lichen Jawortes könne er ſich verſichert halten. Nach
Ab=
lauf des Trauerjahres ſolle er dann direkt bei Chriſta
an=
halten, und ſoviel ſtünde feſt: er würde kein „Nein” zu hören
bekommen. Dann könnte ſogleich die öffentliche Verlobung
und nach kurzer Zeit die Hochzeit ſtattfinden. Vorderhand
bäte man ihn aber, einige Monate dem Hauſe fern zu
bleiben, um nicht zu unnützen Redereien den lieben
Näch=
ſten Stoff zu bieten.
Karl Auguſt überbrachte den Brief dem Freunde
ſelbſt
Das ohnehin nicht gerade geiſtreiche Geſicht
Schmett=
witzens wurde beim Leſen der diplomatiſchen Zeilen nicht
gerade geiſtreicher. Im Gegenteil, es drückte ſich ein recht
deutlich bemerkbarer Zorn und Unwillen darauf aus, und
es bedurfte aller Klugheit Karl Auguſts, den in ſeiner
Eitelkeit, wie es ſchien, ſchwer Gekränkten zu beruhigen.
Beſonders durchſchlaggebend war endlich ein Arrangement,
das er zuletzt ins Treffen führte:
Sieh, lieber Schmettwitz, meine Schweßer iſt ſozu=
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 219.
ſagen noch ſehr kindlich — eigentlich — eh — zu kindlich
für einen geſcheiten Mann wie Du einer biſt. Da ſagte
Mama, es ſei beſſer, wenn ſie erſt noch ein wenig
verſtän=
diger, reifer, abgeklärter würde, wie es ſich doch ſchließlich
für eine Frau, die Deinen Namen und Deine Stellung in
der Welt repräſentieren ſoll, gehört.
Schmettwitz war zwar nicht einverſtanden, indeſſen, er
nickte zuſtimmend mit dem Kopfe. Beſonders eins berührte
ihn angenehm, daß dieſe Zeit, die man für das würdiger
— und verſtändiger Werden ſeiner Braut in Ausſicht
ge=
nommen hatte, nicht allzu lange dauern ſollte. Ein paar
Monate würden ſich ſchon anderweitig totſchlagen laſſen,
dann verkehrte er wieder bei Leerſens und er und „ſeine‟
Chriſta würden ſich ſicher dann bald finden. Er war arg
verliebt in dieſe launiſche kleine Hexe, die Trennung würde
ihm nicht leicht werden. Tatſächlich begriff er es nicht, daß
Chriſta, wie Karl Auguſt ihm wiederholt verſicherte, das
gar nicht gemerkt haben ſollte! Ja, ja, ſie war eben
an=
ders, als alle anderen Weiber! Endlich gab er, wenn auch
etwas zögernd, Karl Auguſt ſein Wort, daß er ſich Chriſta
gegenüber nie etwas von dieſer ſeiner ſchriftlichen
Werb=
ung bei der Mutter um ihre Hand merken laſſen wolle.
Na, daß Du mir die Stange hälſt, Leerſen, nehme ich
als ſelbſtverſtändlich an, ſchloß er zartfühlend, denn Dein
Schaden iſts ja entſchieden nicht, wenn Du mein Schwager
wirſt. An dem Tage meiner Verlobung mit Deiner ſchönen
Schweſter veranſtalten wir zuſammen ein großes
Auto=
dafé und verbrennen nicht nur meine alten Liebesbriefe,
mdern auch jene Zettel, auf denen gewiſſe Leute ihren
Namen quer geſchrieben haben, alter Freund. Er lachte
laut und dröhnend. Karl Auguſt lachte mit, lautlos, mit
bleichen Lippen.
Jesko von Schmettwitzens militäriſche Uebung war zu
Fnde. Das Haus ſeiner Braut — er nannte Chriſta von
Leerſen innerlich nur noch ſo — war ihm vorderhand
ver=
ſchloſſen. Er beſchloß daher, auf Reiſen zu gehen.
Bell=
burg war zu langweilig auf die Dauer. Er war ſogar ſo
anſtändig, dieſes Mal ohne Damenbegleitung zu reiſen
und kam ſich ob dieſes Entſchluſſes ſelbſt ſehr edel und
an=
ſtändig vor. Seine Freunde, die ihn zur Bahn begleiteten,
glaubten zwar an dieſen von ihm immer wieder betonten
Entſchluß nicht recht, was ihm einerſeits, da er ſtets gern
als ein verfluchter Kerl galt, ſehr ſchmeichelhaft war, ihn
iber andererſeits, da Karl Auguſt Zeuge dieſer anzüglichen
Neckereien war, doch etwas unangenehm berührte.
Seine plötzliche Abreiſe wirbelte viel Staub in
Bell=
burg auf. Man hatte eher alles andere, als das erwartet.
Wäre Karl Auguſt von Leerſen nicht bis zum letzten
Augenblick mit ihm zuſammengeweſen, ſo hätte man
viel=
leicht gemutmaßt, daß aus der erwarteten Verlobung mit
der Tochter des ehemaligen Miniſters nichts geworden ſei.
Man hatte indeſſen in Erfahrung gebracht, daß an dem
Tage, wo er abgereiſt war, wundervolle
Blumenarrange=
ments bei den Leerſenſchen Damen abgegeben worden
waren, die er beſtellt hatte. Seine letzten Worte auf dem
Bahnhofe an Karl Auguſt waren außerdem
Empfehl=
ungen an Mutter und Schweſter. Und doch reiſte er! Das
war in der Tat rätſelhaft. Hatte er ſich nun eigentlich ver=
lobt oder nicht? Die Anſichten darüber waren geteilt und
wurden tagelang in allen Damenkaffees und an allen
Stammtiſchen Bellburgs verfochten und beſtritten.
Chriſta aber atmete, als ſie von der plötzlichen Abreiſe
des Herrn von Schmettwitz hörte, der nur einen formellen
Abſchiedsbeſuch im Hauſe Leerſen gemacht hatte, ohne ſie
nochmals zu ſehen, erleichtert auf Sein Name wurde
fort=
an nicht mehr erwähnt, denn Karl Auguſt hütete ſich
wohl=
weislich, die Grüße und Empfehlungen an Chriſta
auszu=
richten, die in allen Briefen ſtanden, mit denen er Karl
Auguſt förmlich bombardierte. Er erzählte es auch nicht,
daß er in jedem ſeiner Antwortſchreiben dieſe Grüße ſtets
ohne Wiſſen ſeiner Schweſter erwiderte.
Zwiſchen Chriſta und Karl Auguſt war, trotzdem der
Bruder ſie damals nach der erregten Auseinanderſetzung
um Verzeihung gebeten hatte, eine Spannung
zurückge=
blieben. Obgleich Karl Auguſt ſeine Schweſter mit
chevale=
resker Liebenswürdigkeit umgab, beſchlich dieſe doch in
ſeiner Gegenwart eine eigene Scheu. Seine
Liebenswürdig=
keit kam nicht aus dem Herzen, ſie war ein Produkt ſeines
Verſtandes, das fühlte ſie an ſeinen kühlen, ſie ſcharf
be=
obachtenden Blicken. Wie kam es nur, daß ſie jetzt alles
mit ſo anderen Augen anſah als früher? Auch Mama kam
ihr verändert vor. Chriſta ſchallt ſich lieblos und
undank=
bar, wenn ſie bei all den kleinen Zärtlichkeiten, die ihre
Mutter jetzt für ſie hatte, eher ein ängſtliches als ein
freu=
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. September 1912.
Nummer 219
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Sport.
* Pferdeſport. Graditz im Hammonia=
Preis ſiegreich. Das Königl. Hauptgeſtüt Graditz
hat ſeinen vielen diesjährigen Triumphen einen neuen
tangereiht, da es ihm gelang, mit Grita im Hammonia=
Preis den Anſturm der Oeſterreicher abzuſchlagen. Damit
hat der fiskaliſche Stall alle drei deutſchen 100000 Mark=
Rennen dieſes Jahres gewonnen, denn vordem wurden
die ſchwarz=weißen Farben durch Gulliver II im
Deut=
ſchen Derby und im Großen Preis von Hamburg zum
Siege getragen. Die einzelnen Reſultate waren:
Bram=
felder Rennen; 6000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn
P. Pakheiſers Doktor (Spear), 2. Anblick (Fox), 3.
An=
leihe (Raſtenberger). Tot. 36:10. — Preis vom
Ochſen=
zoll; 8000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. Dr. Voigts
Hendred ((Cleminſon), 2. Slatin Paſcha (Korb), 3.
Mos=
lem (Mac Farlane). Tot. 111:10. — Hammonia=Preis;
100000 Mark, Diſtanz 1300 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt
Graditz’ Grita (Archibald), 2. Fürge (Korb), 3. Flagge
(F. Bullock). Tot. 26:10. — Uhlenhorſter Rennen; 9000
Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn Utzſchneiders
Sam=
hara (Hughes), 2. Was ihr wollt (Cleminſon), 3.
Fröh=
liche Zeit (Bleuler). Tot. 144:10. — Borſteler Goldpokal;
15000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1.—- Herrn v. Reiſchachs
Oktopus (Shurgold), 1.— Hrn. Krügers Eccolo (
Raſten=
berger), 3. Taftjoy (Lane). Tot. 29110 (Oktopus). 115:10
(Eccolb). — Haſelbuſch=Rennen; 10000 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Hrn. v. Weinbergs Donna Felice (F.
Bul=
lock), 2. Otter (Spear), 3. Blumenſegen (Cleminſon).
Tot. (22110.
Rennen zu Grunewald. Berge=Preis; 5200
Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hauptm. R. Spiekermanns
Rangsdorf (Sandmann), 2. The Sinner (Fritſche), 3.
Lohengrin II (Stübing). Tot. 127110. — Werra=
Handi=
kap; 5000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn W.
Bor=
chers Haſcham (Torke), 2. Marius (Plüſchke), 3. Hubertus
(W. Bullock). Tot. 42:10. — Fortuna=Preis; Ehrenpreis
und 10000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herren E. und
G. Buggenhagens Santuzza (Weißhaupt), 2. Grunewald
(Printen), 3. Grace (Naſh). Tot. 13:10. — Verloſungs=
Rennen; 6000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn J. von
Ujvaris Fantaſie (Smith), 2. Lord Mayor (Jentzſch),
3. Abelard (W. Bullock). Tot. 28:10. — Gladiatoren=
Preis; Ehrenpreis und 20000 Mark, Diſtanz 5000 Meter:
1. Dr. Fr. Rieſes Maaslieb (Printen), 2. Gefa (Naſh),
3. Ritterſchlag (A. Baſtian). Tot. 38:10. — Kremmener
Hürden=Rennen; 4200 Mark. Diſtanz 4200 Meter: 1. Hrn.
Balduins Ortrud (H. Hoffmann), 2. Fiſchotter (
Weis=
haupt), 3. Atlanta (E. Weber). Tot. 70110. — Preis von
Marchbau; 4000 Mark. Diſtanz 4000 Meter: 1. Graf M.
Schmiſſings Sherry Cobler (Weishaupt), 2. Melton Ped
(M. Seiffert), 3. Moſel (Naſh). Tot. 62:10.
Rennen zu Dresden. Preis von Meißen; 3000
Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn M. (Brauns Mimik
(Streit), 2. Samum (Block). 3. Rothaut (Adolf). Tot.
20110. — Preis von Liebſtadt; 2500 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Herrn E. von Arnims Blitz (Laſſe), 2. Chauri
(Kuttke), 3. Clara (Martin). Tot. 50:10. — Preis von
Rehefeld: 3000 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Prinz A.
Taxis Aladin (Leutn. Streſemann), 2. Phönix (Beſ.),
3. Grandezza (Herr Dodel). Tot. 28:10. — Wettiner
Hürden=Rennen; Ehrenpreis und 10500 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Herrn H. v. Tresckows Luchs (Streit), 2.
Blumenflor (H. Brown), 3. Sturmwind II (
Lom=
matzſch). Tot. 30:10. — PPreis von Zehiſta; 5000 Mark,
Diſtanz 2000 Meter: 1. Herrn W. Thiedes Germania L
(Lommatzſch), 2. Sigismund (Kuttke jr.), 3. Black River
(Prater). Tot. 25:10. — Reſidenz=Handikap=Jagdrennen;
4000 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Rittm. Keyſers Alike
(H. Brown), 2. Goldwährung (Lommatzſch), 3. Eo ipſo
(Prater). Tot. 34:10.
Der Wiener Jubiläumspreis, eines der
bedeutendſten Ereigniſſe der Wiener Herbſt=Kampagne
kam am Sonntag auf der Bahn in der Freudenau zur
Entſcheidung. Das mit 50000 Kronen ausgeſtattete 2400=
Meter=Rennen wurde von elf Pferden beſtritten und
brachte dem Favoriten Lord Firebrand eine unerwartete
Niederlage. Herrn A. Drehers Poker (Varga) gewann
ſicher mit einer Länge gegen Herrn v. Fiſchers Marasceti
(Painter), vier Längen zurück endete Fürſt L.
Lubomirs=
kis Lira (Winkfield) als Dritten vor Bony. Tot. 4930.
* Radſport. Das Goldene Rad von Mainz
kam am Sonntag auf der dortigen Radrennbahn zum
Austrag. Trotz des regneriſchen Wetters war der Beſuch
gut. Während es J. Eſſer gelang, in den beiden erſten
Läufen einen ſicheren Sieg zu landen, mußte der dritte
Lauf des Dauerrennens wegen Regen auf Montag abend
verſchoben werden. Die Reſultate waren: 20 Klm.: 1. J.
Eſſer 20104, 2. Dubielczyk 325 Meter, 3. Weiß 580 Meter
zurück. 30 Kilometer: 1. J. Eſſer 30:42, 2. Weiß 10 Rd.,
3. Dubielczyk 16 Rd. zurück. Das Flieger=Rennen
ge=
wann Bettinger vor Jean Eſſer.
Rennen zu Berlin. Trainings=Preis. Erſter
Lauf, 10 Kilometer: 1. Nettelbeck 8:48,2, 2. (Kjeldſen 130
Meter, 3. Pawke 180 Meter, 4. Amort 520 Meter, 5. Jenske
2170 Meter zurück. 2. Lauf, 20 Kilometer: 1. Nettelbeck
17:33,4, 2. Amort 570 Meter, ß. Kjeldſen 720 Meter, 4.
Pawke 920 Meter, 5. Jenske 5740 Meter zurück.
Heraus=
forderungs=Match! 1. Lauf: 1. Schrage, 2. Stolz 1 Lg.
2. Lauf: Verfolgungsrennen: 1. Schrage, der ſeinen
Geg=
ner nach etwa 15 Runden einholt. Prämienfahren: 1. Finn,
2. Wegener, 3. Hoffmann. Match Rütt=Hourlier. 1. Lauf,
800 Meter: 1. Hourlier 1.30, 2. Rütt 5 Lg. 2. Lauf:
1. Rütt, 2. Hourlier halbe Länge. 3. Lauf. 1200 Meter:
1. Rütt, p. Hourlier 2 Lg. Großer Preis von
Deutſch=
land, 100 Kilometer: 1. Stellbrink 1114:57, 2. Walthour
410 Meter, 3. Janke 470 Meter, 4. Guignard 11070 Meter
zurück. Linart nach 80 Kilometern aufgegeben. Match
des Tandem Kudela=Wegener gegen Hourlier: Sieger
Hourlier. Kudela=Wegener gegen Rütt: Sieger Rütt.
Radrennen zu Straßburg i. Elſ. Der für
die Dauerrennen verpflichtete Franzoſe Bouhours
ſtar=
tete nicht, da gegen ihn ein Startverbot vorlag. An ſeine
Stelle trat der Kölner Mauß. Der Lokalmatador Kraft
gewann die beiden Dauerrennen überlegen jedes Mal
von der Spitze. Die Reſultate waren: 20 Kilometer:
1. Kraft 17.01,6, 2. Nagel 1550 Meter, 3. Mauß 1950
Me=
ter zurück. 30 Kilometer: 1. Kraft 26:09, 2. Mauß 2780
Meter, 3. Nagel 3500 Meter zurück. Geſamtklaſſement:
1. Kraft, 2. Mauß, 3. Nagel. Fliegermeiſterſchaft von
Elſaß=Lothringen 1. Johanni, 2. Ohler, 3. Schulz.
Großer Sachſen=Preis. Das bedeutendſte
Straßenrennen der Saiſon, der über 262 Kilometer
füh=
rende große Sachſen=Preis, an dem die beſten
Straßen=
fahrer von Deutſchland, Belgien, Frankreich und der
Schweiz teilnahmen, kam am Sonntag bei regneriſchem
Wetter zur Entſcheidung. Anfang und Endpunkt der
Fahrt war Chemnitz, von wo die Strecke über
Frei=
berg, Dresden, Meißen, Oſchatz, Leipzig und Frohburg
führte. Von den 488 gemeldeten Fahrern fanden ſich
Sonntag früh 6 Uhr nicht weniger als 374 Teilnehmer
am Ablauf ein. Leipzig paſſierten als erſte um 12 Uhr
30 Minuten Crupelandt und Buyſſe, gefolgt von Paul
Suter und Schenkel. Buyſſe und Crupelandt blieben bis
zum Schluſſe beiſammen und entſchieden das Rennen im
Endſpurt, aus dem der Belgier Buyſſe mit zwei
Längen als überlegener Sieger hervorging.
Erſt 17 Minuten ſpäter folgte die nächſte Gruppe, an deren
Spitze Trouſſelier vor dem erſten Deutſchen Weiſe=
Ber=
lin lag. Bis um 7 Uhr abends trafen 24 Berufsfahrer
ein. Von den Amateuren behauptete Rieder=München
zunächſt mit Köhler=Dresden zuſammen die Führung,
bis er ſeinen Gegner hinter Leipzig abſchüttelte und mit
weitem Vorſprung um 5 Uhr 39 Minuten am Ziele
ein=
traf. Die genauen Reſultate waren: 1. Buyſſe=Belgien
9 Stunden 56 Minuten 25 Sekunden, 2. Crupelandt=
Frankreich 2 Lg. 3. Schenckel=Leipzig, 4. Trouſſelier=
Frankreich, 5. Weiſe=Berlin, 6. Paul Suter=Zürich,
7. Hans Hartmann=Schwabach, 8. L. Heusghem=Belgien,
9. Aberger=Berlin, 10. Ch. Chopard=Biel. Amateure:
1. Rieder=München 11:24113, 2. Roſch=Dresden, 8.
Zaut=
ner=Bieſelbach.
Radrennen zu Breslau. Der Große Preis
von Schleſien über 50 Kilometer mußte beim 32.
Kilo=
meter mit dem Stande Scheuermann 26:37, Thomas 600
Meter, Gnilka 2800 Meter, Wieſemann 4400 Meter, Motzko
4450 Meter zurück abgebrochen werden. Auch von
dem Fliegermatch Arend=Dupré=Pouchois=Lorenz=Moretti
konnte nur der erſte Lauf ausgefahren werden. Sieger
blieb Moretti eine halbe Länge vor Lorenz, Pouchois,
Dupré und Arend.
Dreiſtundenrennen in Antwerpen. Im
Zuremborg=Velodrom gelangte am Sonntag ein
Drei=
ſtundenfahren in Geſtalt eines Matches Belgien gegen
Frankreich zum Austrag. Die Fahrer, die 107,600
Kilo=
meter zurücklegten, blieben bis zum Schluſſe beiſammen.
Das Klaſſement war: 1. Vanhouwaert 33 Punkte,
2. Vandervelde 24, 3. Emil Georget 18, 4. Lapize 16, 5.
De=
fraye 12, 6. F. Faber 7, 7. Verlinden 5. 8. Spießens 3,
9. L. Georget 2, 10. Garrigou null Punkte.
Geſamtklaſſe=
ment: 1. Belgien 77 Punkte, 2. Frankreich 43 Punkte.
* Die Berliner Hockey=Spiele brachten am Sonntag
das Zuſammentreffen des Berliner Hockey=Klub mit
Preußen. Erwartungsgemäß blieb der Berliner Meiſter
mit 4:2 (211) Sieger. Durch einen ſchönen Schuß des
Rechtsaußenſtürmers erzielte der Berliner Hockey=Klub
in der zwölften Minute das erſte Tor und von einem
Durchbruch des halblinken Stürmers in der 25. Minute
das zweite Tor. Preußen hielt den Kampf meiſt offen
und war auch drei Minuten ſpäter durch den
Mittelſtür=
mer erfolgreich. Nach der Pauſe gelang Preußen zwar
der Ausgleich, aber die unſichere Verteidigung
verſchul=
dete zwei weitere Tore, dem Berliner Meiſter den Sieg
mit 4:2 überlaſſend.
* Fußballſport. Die Berliner
Fußball=
meiſterſchaftsſpiele brachten am Sonntag mit
Viktorias Niederlage von 0:6 gegen Vorwärts eine
Rie=
ſenüberraſchenung. Das eifrige und ballſichere Spiel der
jungen Vorwärtsmannſchaft ließ Viktoria ſich nicht
ent=
falten, zumal ſich auch bei deren Mittelläufer Kneſebeck
die alte Fußverletzung bemerkbar machte. In der achten
Minute erhielt Viktoria wegen Hand einen Elfmeter, den
Kugler aber übers Tor jagte. Dann kam Vorwärts gut
auf und erzielte nach intereſſantem wechſelvollem Spiele
zwei Tore, dem nach Halbzeit vier weitere folgten.
Bri=
tannia unterlag mit 411 gegen den Berliner Ballſpielklub,
nachdem bei Halbzeit der Stand noch 0:0 war. Union war
mit 311 gegen Alemannia erfolgreich. Die Reſultate der
erſten Klaſſe waren: Germania-Tennis=Boruſſia 5:4.
Helgoland-Fortuna 333 (02), Konkordia-Stern=Steglitz
211 (0:1), Weißenſee-Berliner Sportklub 6:0 (4:0). S.=C.
Charlottenburg-Union=Potsdam 500 (3:0), Viktoria=
Spandau-Sportverein des Weſtens 4:0 (210, Norden=
Nordweſt-Triton=Spandau 5.1.
Städtefußballkampf Prag-Dresden
6:1. Der Städtefußballkampf Prag-Dresden gelangte
am Sonntag zum zweiten Male zur Entſcheidung und
endete mit dem Siege des Böhmen von 611. Die erſte
Be=
gegnung der beiden Städtemannſchaften in dieſem Jahre
hatte mit 5:2 zu Gunſten von Dresden geendet.
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