Darmstädter Tagblatt 1912


16. September 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Prinz Heinrich von Preußen reiſt am 17. Sep=
tember
von Yokohama an Bord des Scharnhorſt über
Kobe und Nagaſaki nach Tſingtau ab.
Der Prinzregent von Bayern verfügte die
Aufſtellung der Marmorbüſte Richard Wag=
ners
in der Walhalla.
Der Oberbürgermeiſter a. D. von Berlin, Dr. Martin
Kirſchner, iſt am Freitag abend geſtorben.
Am Samstag und Sonntag fand in Stuttgart die
Einweihung des neuen Hoftheaters
unter großen Feierlichkeiten ſtatt.
Die ſchwediſchen Journaliſten haben ſich am
Samstag von Hamburg nach Lübeck begeben.
Bei einem Durchbruchsverſuch unweit Helgoland
rammte das Linienſchiff Zähringen das
Torpedoboot E 1717 Acht Mann desſelbea
werden vermißt. Das Boot iſt geſunken.
Aus der Türkei wird ein abermaliges ſtarkes Erd=
beben
gemeldet, das in der Nacht zum Samstag ſtatt=
fand
.
General Graf Nogi, der Eroberer von Port=
Arthur, und ſeine Gattin begingen nach einer religiöſen
Feremonie in Verbindung mit der Leichenſeier für den
verſtorbenen Kaiſer von Japan Selbſtmord.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.

Krieg im Frieden.

Das große Kriegsſpiel, das mehrere Tage an der
Elbe ſtattfand, iſt zu Ende und die Truppen ſind in ihre
Garniſonen zurückgekehrt. Es gab eine Zeit, wo man wohl
über derartige Rieſenmanöver die Naſe rümpfte und die
Anſammlungen von ſo vielen Truppen aus einer gewiſſen
Vorliebe für Prunkveranſtaltungen herleitete. Man iſt
inzwiſchen anderer Anſicht geworden, man hat erkannt,
daß derartige Truppenanſammlungen und ihre Führung
doch von beträchtlichem Werte ſind, da man im modernen
Kriege mit gewaltigen Zahlen wird zu rechnen haben.
Viel hat dazu der Verlauf des ruſſiſch=japaniſchen Krieges
beigetragen, der überhaupt in vieler Hinſicht reformatoriſch
auf dem Gebiete des Kriegsweſens gewirkt hat.
In früheren Jahren waren die Manöver, und nicht
bloß bei uns, zahlreich beſuchte Schauſtellungen, bei denen
alles nach den bis in alle Einzelheiten ausgearbeiteten
Plänen klappen mußte. Man wußte ganz genau vor=
her
, wo die Schlacht geſchlagen würde und alle Maß=
nahmen
waren dementſprechend zugeſchnitten. Heute wird
nur die Grundidee des Ganzen mitgeteilt und den Führern
die meiſte Bewegungsfreiheit gelaſſen. Gerade für die
Kommandierenden ſind derartige Manöver von größter
Wichtigkeit, da der Kommandierende eines Armeekorps
nur ſelten in die Lage kommt, ſein geſamtes Korps zu
führen, ein Moment, das für die Ausbildung von großer
Wichtigkeit iſt. Es iſt im hohen Maße erfreulich, daß man
in Deutſchland nicht gezögert hat, ſofort aus den Lehren
des ruſſiſch=japaniſchen Krieges die Konſequenzen zu
ziehen und in unſerer Tätigkeit einſchneidende Verände=
rungen
vorzunehmen. Darum iſt bei unſeren jetzigen
Manövern nicht mehr ſo viel zu ſehen wie früher, ſie
ſind eben kriegsmäßiger geworden, und ſie ſtellen tatſächlich
eine zweckmäßige Vorbereitung für den Ernſtfall dar.
In dieſem Jahre hatten die Kaiſermanöver eine Aus=
dehnung
wie ſelten, und die Ausführung der ganzen An=
lagen
war überaus ſchwierig. Gerade diesmal gab es
die eigenartigſten Ueberraſchungen, ein Beweis, wie kriegs=
mäßig
die Durchführung geweſen iſt. Beide Armeen zeig=
ten
große Beweglichkeit und eine ganz vorzügliche Aus=
bildung
, die auch die ſchwerſten Strapazen zu tragen im=
ſtande
waren. Das Reſultat iſt um ſo erfreulicher, als
hier nunmehr die verſchiedenſten Truppenkontingente be=
teiligt
waren und auf dieſe Weiſe ſich die Einheit in der
Ausbildung und den ſonſtigen Intereſſen ganz vorzüglich
erwies. Auch eine taktiſche Erneuerung bewährte ſich
glänzend, wie beiſpielsweiſe die Beifügung von Jäger=
truppen
an die Kavallerie unter Benutzung von Automo=
bilen
; der große Sieg der roten Kavallerie wurde haupt=
ſächlich
durch die angegliederten Jägerbataillone erzielt.
Auch Lenkballons und Flugapparate ſpielten in dieſem
Manöver eine wichtige Rolle, wenn gerade ſich hier am
wenigſten das Reſultat im Ernſtfalle vorausſagen ließ.
Desgleichen wurde von den ſonſtigen techniſchen Einrich=
tungen
der weitgehendſte Gebrauch gemachtk und alle
waren auf den Ernſtfall zugeſchnitten.
Allenthalben hat man wohl diesmal in Deutſchland
den Verlauf der Manöver mit großem Intereſſe verfolgt

und über den Ausgang können wir Genugtuung empfin=
den
. Es hat ſich wiederum einmal gezeigt, daß unſere
Armee auf der Höhe ſteht, und daß wir mit Vertrauen auf
unſer Heer der Zukunft getroſt entgegenſehen können, was
immer auch kommen möge.

Die Eheſklaverei der Frau.

* Prof. Dr. Langemann in Kiel wendet ſich
in der Poſt gegen die Frauenrechtlerinnen, die von
einer Eheſklaverei der Frau ſprechen:
Die wirtſchaftliche und perſönliche Verantwortung,
welche der Mann als Familienvater zu tragen hat, die
Tatſache, daß er nicht nur für die eigenen, ſondern auch
für die Handlungen und Unterlaſſungen der Ehefrau
und der Kinder zu haften hat, gibt ihm das natürliche
Recht der letzten Entſcheidung in allen ſtreitigen Fami=
lienfragen
. Dieſe Sachlage iſt ſo einfach, daß man ſich
nur darüber erſtaunen kann, daß die Frauenrechtlerinnen
auch hier die geſunde Vernunft umzukehren ſich bemühen.
Daß das Entſcheidungsrecht dem Manne auch von den
herrſchſüchtigſten Ehefrauen im Prinzip zuerkannt wird,
beweiſt die Sorgfalt, mit der dieſe Frauen das Pantoffel=
heldentum
ihrer Männer zu verheimlichen ſuchen. Es iſt
das Schamgefühl über einen an ſich unnatürlichen und
darum unſittlichen Zuſtand, das ſie nicht überwinden kön=
nen
. Gewiß wird das Hausherrnrecht in den verſchieden=
ſten
Formen ausgeübt, und es kann damit, wie mit jeder
autoritativen Gewalt, Mißbrauch getrieben werden.
Mit dieſem Zugeſtändnis iſt aber durchaus kein Be=
weis
geliefert gegen die abſolute Notwendigkeit dieſes
Mannesrechts, das zugleich unumgängliche Vorbe=
dingung
einer feſten gedeihlichen Kinderzucht iſt. Bei zu=
nehmender
Geſittung nimmt dieſes Recht der Ehefrau
gegenüber immer mehr die Form an, welche der chriſtlichen
Anſchauung von der Gleichwertigkeit der männlichen
Secle mit der weiblichen entſpricht. Allerdings muß die
verſtändige chriſtliche Ehefrau ſich ſo weit überwinden
können, daß ſie im äußerſten Falle dem Manne den Ge=
horſam
leiſtet, den ſie ihm am Altar verſprochen hat. Sie
möge ſich in ihrem beleidigten Selbſtgefühl damit tröſten,
daß dieſer ſelbe Mann nicht immer zu ſeinem Vergnü=
gen
im amtlichen und beruflichen Leben fremden Men=
ſchen
zu gehorchen hat, mit denen ihn oft keinerlei Bande
der Liebe und Zuneigung verbinden. Sie möge ſich klar
machen, daß eine mit ihrem Manne im rechten Liebesver=
hältnis
ſtehende Ehefrau die unabhängigſte und freieſte
Perſönlichkeit iſt, die es im Staate gibt. Solche Frauen,
welche bei aller Selbſtändigkeit des Charakters den Frie=
den
mit den Männern als das wichtigſte Gut anſehen und
zu wahren wiſſen, ſind für die Leiſtungsfähigkeit der Män=
ner
in Arbeit und Amt geradezu die Lebensbedingungen.
Auf ihnen ruht das wahre Glück des Hauſes wie des
Staates

Dentſches Reich.

Die Kommiſſion zur Vorbereitung
eines neuen Strafgeſetzbuches wfrd, wie
ſchon mitgeteilt, nach längerer Sommerpauſe demnächſt
wieder zuſammentreten, um ihre Arbeiten fortzuſetzen.
Sie hat ſeit dem 1. April 1911 regelmäßige Sitzungen
abgehalten. Zu Ende des vorigen Jahres war der allge=
meine
Teil des neuen Strafgeſetzbuches fertiggeſtellt. Seit=
dem
iſt die Kommiſſion in die Beratung des beſonderen
Teiles eingetreten. Nach dem bisherigen Stande ihrer
Arbeiten iſt anzunehmen, daß die erſte Leſung noch vor
dem Schluſſe dieſes Jahres beendigt ſein wird.
Wie lange die Beratungen des Strafgeſetzbuches
im ganzen noch dauern werden, läßt ſich mit Be=
ſtimmtheit
nicht vorausſagen. Jedenfalls wird der
Entwurf des neuen Strafgeſetzbuches den jetzigen
Reichstag nicht mehr beſchäftigen, ſondern erſt
dem 1917 zu wählenden vorgelegt werden können. Der
Entwurf ſeiner neuen Strafprozeßordnung wird den
Reichstag vorausſichtlich erſt beſchäftigen, wenn das neue
Strafgeſetzbuch verabſchiedet iſt. Man iſt dagegen an den
zuſtändigen Stellen im Reiche dem Gedanken ernſtlich
näher getreten, die Abſchnitte der geſcheiterten Strafpro=
zeßreform
, die ſich auf die Jugendgerichtsgeſetzgebung be=
zogen
, herauszunehmen und etwa in Form einer Novelle
zur beſtehenden Strafprozeßordnung dem jetzigen Reichs=
tag
zur Beſchlußfaſſung zugehen zu laſſen.
Feſtlegung des Oſterfeſtes. Auf dem
deutſchen Handelstag iſt folgendes Schreiben des Staats=

ſekretärs des Innern eingegangen: Amtlichen Nachrichten
zufolge beſteht bei der römiſchen Kurie ebenſowenig wie
bei der für die griechiſch=katholiſche Kirche maßgebenden
Stelle Geneigtheit, auf die Feſtlegung des Oſterfeſtes ein=
zugehen
. Ich ſehe deshalb zur Zeit keine Möglichkeit, die
Angelegenheit mit Ausſicht auf Erfolg zu betreiben.
Zum Verfaſſungskampf in Schwarz=
burg
=Rudolſtadt hat die rudolſtädtiſche Regierung
im dortigen Landtage eine Erklärung abgegeben, die ihre
Bereitwilligkeit zu einer friedlich=ſchiedlichen Löſung des
Konflikts erkennen läßt. Das von uns erwähnte Laband=
ſche
Rechtsgutachten über die ganze Frage hatte erhebliches
Aufſehen erregt, und man erörterte ſchon aufgeregt die
Möglichkeit, daß die Regierung die Theorie jenes Gutach=
tens
ſofort in die Praxis umſetzen und die in dem Gutach=
ten
als möglich erwieſenen radikalen Folgerungen ziehen
würde. Wie jetzt die Regierung erklärt, denkt ſie daran
einſtweilen nicht. In ihrer Erklärung heißt es vielmehr
wörtlich:
Die Antwort des Profeſſors Dr. Laband auf die
Frage betr. das Verhalten gegenüber einer nicht auf dem
Bodan der Verfaſſung ſtehenden Landtagsmehrheit hat
in der Preſſe zu Auslegungen geführt, die unzutreffend
ſind. Die Regierung lehnt es ab, die Konſequenzen zu
ziehen, die ihr in Zeitungsartikeln vielfach unterſtellt wur=
den
. Es liegt ihr abſolut fern, Zuſtände der angedeuteten
Art zu provozieren. Sie weiß nur zu genau, daß hin=
reichend
Gegenſätze vorhanden ſind Sie wünſcht dieſe
Gegenſätze nicht zu verſchärfen, ſondern ſie hegt den
dringenden Wunſch, daß es auf dem Boden der Verfaſſung
gelingen möge, über die vorhandenen Schwierigkeiten hin=
wegzukommen
.
Das neue an Labands Gutachten iſt, daß er der Re=
gierung
, auch wenn der Landtag verſammelt, d. h. hier ge=
wählt
iſt, das Recht des vorläufigen ſelbſtändigen Vor=
gehens
in der bezeichnetem Richtung zuweiſt. Laband be=
ſchäftigt
ſich übrigens auch mit der Frage, ob es bei Ob=
ſtruktion
von Abgeordneten zuläſſig ſei, die Beſchlußfähig=
keitsziffer
eines Landtags herabzuſetzen. Er ſagt dazu
in der Hauptſache: Wenn die Beſchlußunfähigkeit abſicht=
lich
von Mitgliedern des Landtags zum Zweck der Obſtruk=
tion
durch Fortbleiben aus der Verſammlung herbeige=
führt
wird, ſo iſt dies eine Pflichtwidrigkeit und ſteht
zweifellos im Widerſpruch mit dem Weſen des konſtitu=
tionellen
Staates; aber die Geltung der Beſchlußfähig=
keits
=Beſtimmungen wird dadurch nicht berührt. Das
heißt, die Frage wird mit einem glatten Neinbenntwortet.

Ausland.

Frankreich.
Ueber die Konzentrierung der
Kriegsſlotte im Mititelmeer erklärte der
Deputierte des Finiſtére=Departements, Danielou, einem
Berichterſtatter: Die Entſcheidung des Marinsminiſters
war ſeit langem vorgeſehen. Das aus ſchon veralteten
Schiffen beſtehende dritte Geſchwader könnte, auf ſeine
eigenen Mittel angewieſen, gegen ein Dreadnought= Ge=
ſchwader
nichts ausrichten, aber als Nachhut des erſten
Geſchwaders werden die Panzerſchiffe des dritten
Geſchwaders einen wichtigen Faktor biſden. Fraglich
aber iſt es, ob es beſſer iſt, die Konzentrierung unſerer
Seeſtreitkräfte im Mittelmeer oder in der Nordſee zu voll=
ziehen
. Von diplomatiſchen Geſichtspunkten aus war die
Regierung der Anſchauung, daß unſere Geſchwader im
Süden vereinigt werden ſollten. Ich hege jedoch die Ueber=
zeugung
, daß in einem Kriege die Hauptentſcheidung zur
See im Norden fallen wird, und ich fürchte, daß wir dann
zu bedauern haben werden, unſere ganze Flotte in einem
Meere vereinigt zu haben, das ein mare clausum war und
wieder werden kann.
Frankreich und Spanien.
Ein Mitarbeiter der Depeche de Toulouſe berichtet, der
ſpaniſche Miniſterpräſident Canalejas habe ihm erklärt:
Was Frankreich betrifft, ſo trägt unſere Freundſchaft mit
ihm das Gepräge jener Blutsfreundſchaft, von der ich
wünſche, daß ſie die beiden Völker, für deren Einigkeit
ich ſeit langem in den Cortes eingetreten bin, ewig ver=
knüpfen
möge. Der erwähnte Journaliſt ſchreibt, daß die
nach Abſchluß der ſpaniſch=franzöſiſchen Verhandlungen
zu gewärtigende Pariſer Reiſe des Königs Alfons viel=
leicht
das Vorſpiel zu einem franzöſiſch=ſpaniſchen Bünd=
nis
bilden rierden.
Spauien.
Gegen die portugieſiſchen Monarchi=
ſten
. Spanien und Portugal haben folgendes Abkommen
getroffen: Die Führer der Verſchwörung zur Wiederher=

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218,

ſtellung des Königtums, ſowie die hauptſächlich daran
Beteiligten ſollen aus Spanien ausgewieſen werden. Alle
in die Verſchwörung Verwickelten und der ſpaniſchen Ge=
richtsbarkeit
Unterſtehenden ſollen vor Gericht geſtellt wer=
den
. Allen, die ſich in Spanien bis zum vergangenen Juli
gegen das ſpaniſche und das portugieſiſche Regime ver=
ſchworen
und das Anerbieten, nach Braſilien auszuwan=
dern
, angenommen haben oder die in andere Länder aus=
gewandert
ſind, ſoll es unterſagt ſein, während der nächſten
Jahre nach Spanien zurückzukehren. Das Abkommen
ſoll, um Verſchwörungen auch in Zukunft zu verhindern,
dauernd und gegenſeitig ſein.
Türkei.
Der Vorſchlag des Grafen Berchtold.
Die türkiſche Regierung ſandte an ihre diplomatiſchen
Vertreter bei den Großmächten eine Zirkularnote, in der
ſie aufgefordert werden, jedes Geſpräch mit den Miniſtern
über den Vorſchlag des Grafen Berchtold zu vermeiden.
Sollte eine Anregung hierzu von den betreffenden Mi=
niſtern
ausgehen, ſo ſollten die türkiſchen Diplomaten
den Plan Berchtolds als nicht vorhanden erklären und
betonen, daß ein derartiger Schritt als Einmiſchung in
die inneren Angelegenheiten der Türkei betrachtet werde.
Krieg und Reformen. Jeune Ture ver=
öffentlicht
Erklärungen eines Kabinettsmitgliedes, welches
verſichert, es drohe keinerlei Gefahr eines Krieges mit
Bulgarien, ſo lange das Kabinett Geſchow beſtehe. Wenn
trotzdem Krieg ausbreche, ſo werde die türkiſche Armee
mit Würde den Handſchuh aufnehmen und die Kriegs=
luſtigen
in Sofia täuſchen, wenn ſie auf Spaltungen in
der türkiſchen Armee rechnen. Auch von einer anderen
Balkanmacht drohe kein Krieg. Zur Frage der Reformen
erklärte der Miniſter, daß keinerlei Intervention ſtatt=
finden
werde. Unter den gegenwärtigen Umſtänden ſehen
wir die Notwendigkeit von Reformen ein; ſeit wir zur
Macht gelangt ſind, begannen wir uns damit zu beſchäf=
tigen
. Wir beſchloſſen, den Albaneſen nichts zuzugeſtehen,
was den Anſchein von Privilegien hat. Wir haben ihnen
bloß zugeſtanden, was wir im Notfalle auch anderen Pro=
vinzen
zugeſtehen könnten, mit Abänderungen, die den
lokalen Gebräuchen und Bedürfniſſen entſprechen. Wir
beraten gegenwärtig über die Abänderungen. Das Prin=
zip
der Reformen iſt die Behandlung der Nationalitäten
nach dem gleichen Maße und die Anerkennung der beſon=
deren
Bedürfniſſe. Bezüglich des Friedens führte der
Miniſter aus: Wenn Italien ſich weniger intranſigent
zeigt und einſieht, daß der einzige ehrenvolle Friede jener
iſt, der aus den von beiden Mächten auf dem Kriegsſchau=
platz
zur Zeit der Verhandlungen eingenommenen Stel=
lungen
hervorgeht, dann wird der Friede geſchloſſen.
Amerika.
Peru. Die peruaniſche Deputiertenkammer nahm
eine jüngſt eingebrachte Reſolution an, in der gegen die
Haltung Englands und der Vereinigten Staaten hinſicht=
lich
der Putumayo=Greuel proteſtiert wird. Die Reſolu=
tion
verlangt ſerner, Unterſuchung der Angelegenheit und
Beſtrafung eines jeden, der an den abſcheulichen Vor=
gängen
, die in jenen Bezirken vorgekommen ſein ſollen,
ſchuldig iſt.
San Domingo. Mit Rückſicht auf die unſichere
Lage in San Domingo erhielt eine Anzahl Kriegsſchiffe
der Vereinigten Staaten den Befehl, ſich zur Abfahrt
bereit zu halten für den Fall, daß es zum Ausbruch einer
Revolution kommen werde, die amerikaniſche oder andere
fremde Intereſſen bedrohen könnte. Aus Waſhington
wird gemeldet, daß die Vereinigten Staaten im Begriffe
ſtehen, in San Domingo zu intervenieren. Die Urſache
der auf der Inſel ausgebrochenen Revolution ſei die Un=
zufriedenheit
der Bevölkerung mit den amerikaniſchen
Beamten, die die Eintreibung der Zölle beſorgen.

* Hamburg, 13. Sept. Die ſchwediſchen
Redakteure beſuchten heute vormittag den Hagen=

beckſchen Tierpark in Stellingen und die Kunſthalle, wo
Bürgermeiſter Predöhl ſie begrüßte; hierauf übernahm
Direktor Lichtwark die Führung. Von der Kunſthalle aus
begaben ſich die ſchwediſchen Journaliſten mit ihren Be=
gleitern
von der deutſchen Preſſe zu den behaglichen Räu=
men
des Schwediſchen Klubs, wo zahlreiche Mitglieder
desſelben verſammelt waren, um ihren Landsleuten ein
Frühſtück nach ſchwediſcher Art zu bieten. Auf die Be=
grüßungsanſprache
des erſten Vorſitzenden des ſchwe=
diſchen
Klubs Hanſſon erwiderte Direktor Eklund vom
Swensk Telegram Byran (Stockolm) in deutſcher
Sprache. Er ſchloß mit einem vierfachen Hurra auf den
ſchwediſchen Klub Hamburg. Dann ſprach Chefredakteur
Schweitzer (Berlin) über die Gemeinſamkeit der Intereſſen
zwiſchen der ſchwediſchen und der deutſchen Preſſe. Chef=
redakteur
Dr. Trefz (Hamburg) folgte mit einer Anſprache,
in der er ſagte: Wir lieben es, wenn man ſein Vaterland
auch im Auslande hochhält. Der Patriotismus iſt die
Grundlage jeder Kultur. Möge jedes Volk dahin ſtreben,
das beſte zu ſein, dann geht es allen zuſammen auch am
beſten. Weitere Trinkſprüche ſchloſſen ſich an. Zum
Schluß dankte Chefredakteur Sohlmann nochmals für die
herzliche Gaſtlichkeit in den Räumen des Klubs.
* Chriſtiania, 13. Sept. Die erſte Kreu=
zerdiviſion
der engliſchen Heimatflotte
iſt heute nachmittag 5½ Uhr auf ihrer Kreuzfahrt in den
ſkandinaviſchen Gewäſſern hier eingetroffen und hat mit
der Feſtung Salut ausgetauſcht. Das Geſchwader wird
drei Tage hier bleiben. Von den Behörden ſind große
Feſtlichkeiten geplant.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. September.

* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herr‟
ſchaften begaben ſich am Freitag nachmittag 2½ Uhr
mit dem in Mainz anweſenden Beſuch und dem Gefolge
im Auto nach Wiesbaden. Die Rückkehr nach Mainz
erfolgte 6½ Uhr abends. (Darmſt. Ztg.)
* Perſonalien von der Techniſchen Hochſchule.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
ordentlichen Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule zu
Darmſtadt, Geh. Baurat Dr. Eduard Schmitt, auf
ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen'
mit Treue und Eifer geleiſteten, ſehr erſprießlichen
Dienſte, mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 in den
Ruheſtand verſetzt und ihm das Komturkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen ver=
liehen
und den Stadtbaurat Dr.=Ing. Franz Niedner
in Zwickau zum ordentlichen Profeſſor für das Ingenieur=
fach
an der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt mit
Wirkung vom 16. Oktober 1912 ernannt.
* Ordensverleihungen. Verliehen wurden von
Sr. Königl. Hoheit dem Großher=og: das Komtur=
kreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
dem Ober=Poſtdirektor Milkau, das Ritter=
kreuz
1. Klaſſe dieſes Ordens dem Poſtrat Pormann
und das Ritterkreuz 2. Klaſſe desſelben Ordens dem
Poſtinſpektor Klingelhöffer, ſämtlich in Darmſtadt,
ferner dem ſtändigen Mitglied des Kaiſerlichen Aufſichts=
amts
für Privatverſicherung, Geheimen Regierungsrat
Wagener zu Berlin das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Ver=
dienſtordens
Philipps des Großmütigen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Großh.
Pfandmeiſter Andreas Wilhelm Filſinger zu Darm=
ſtadt
auf ſein Nachſuchen vom 12. November 1912 ab.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß be=
ſchäftigte
ſich am Samstag unter dem Vorſitz des Pro=
vinzialdirektors
Fey mit dem Rekurs der Tiefbauunter=
nehmerfirma
Dyckerhoff u. Widmann A.=G. in
Biebrich a. Rh. gegen die Heranziehung zur Gewerbe=
ſteuer
in der Gemeinde Rüſſelsheim. Die Firma
errichtet in Rüſſelsheim ein Bauwerk, bei dem ſie außer
den Bauleitern 40 bis 50 Arbeiter beſchäftigt. Sie wurde
deshalb für 1912 vom Finanzamt IIII Mainz zur Ge=
werbeſteuer
in Rüſſelsheim herangezogen. Gegen die am
16. April erhaltene Einſchätzung reichte die Firma am
19. April Klage beim Kreisausſchuß ein. Dieſer ver=
warf
am 11. Juni die Klage ohne vorhergegangene
mündliche Verhandlung als unbegründet. Der gegen
dieſes Urteil beim Provinzialausſchuß eingelegte Rekurs
beruft ſich auf verſchiedene materielle Einwände. Es ſind
jedoch auch verſchiedene formelle Verſtöße vorgekommen.
So war der Kreisausſchuß bei ſeiner Entſcheidung mit
ſechs Beiſitzern beſetzt, während nach der am 1. April in
Kraft getretenen neuen Verwaltungsordnung eine Beſetz=
ung
von vier Beiſitzern erforderlich iſt. Auch iſt der Ge=
meinde
Rüſſelsheim wohl die Entſcheidung des Kreis=
ausſchuſſes
zugeſtellt worden, aber nicht die Berufung
der Firma. Der Provinzialausſchuß hebt aus formellen
Gründen das Urteil des Kreisausſchuſſes auf und weiſt
die Sache zur nochmaligen Verhandlung an denſelben zu=

rück. Die Koſten des Verfahrens fallen der Kreiskaſſe zur
Laſt. Der Wert des Streitgegenſtandes wird auf 113,40
Mark feſtgeſetzt.
Eduard Boxheimer in Lampertheim ſucht um
Erteilung der Wirtſchaftskonzeſſion für ſein Grundſtück
in Lampertheim außerhalb des Ortsbebauungsplanes
nach. Das Grundſtück liegt an der Straße Worms- Bür=
ſtadt
an der Stelle, wo die Straße von Lampertheim ein=
mündet
. Das Geſuch beſchäftigte ſeit 1908 wiederholt die
Inſtanzen bis zum Miniſterium und wurde ſtets wegen
mangelnden Bedürfniſſes und der Schwierigkeit der
Ueberwachung abgelehnt. Am 20. Mai 1912 wurde das
Geſuch abermals vom Kreisausſchuß des Kreiſes Bens=
heim
abgelehnt mit der Begründung, daß ſich die Ver=
hältniſſe
ſeit dem erſten Geſuch nicht verändert hätten. Der
Gemeinderat von Lampertheim habe zwar die Bedürf=
nisfrage
bejaht, was jedoch nicht ins Gewicht falle, da er
die Bedürfnisfrage in jedem Falle bejahe. Der Wert des
Streitgegenſtandes wurde auf 2000 Mark feſtgeſetzt. Der
Geſuchſteller reichte nun zum vierten Male Rekurs beim
Provinzialausſchuß ein. Dieſer erkannte auf Verwerfung
der Berufung unter Auferlegung eines Averſionalbetrags
von 10 Mark. Die Entſcheidung über die Feſtſetzung
des Streitgegenſtandes wird aufgehoben, da die Sache
nach dem alten Recht zur Verhandlung kam und deshalb
Averſionalſtrafe feſtzuſetzen ſei.
Der Ortsarmenverband Wieblingen klagt
gegen den Ortsarmenverband Darmſtadt um Erſatz
der Unterſtützung des Schreiners Friedr. Bourgeois
und ſeiner Familie ſeit 15. November 1910, wie auf
Uebernahme in Pflege der Stadt Darmſtadt. Bourgeois
wohnte bis zum Oktober 1909 in Darmſtadt und hatte hier
den Unterſtützungswohnſitz erworben. Am 12. Oktober
1909 fand er in Wieblingen Arbeit und ließ am 1. Nov. Familie nachkommen. Am 15. November 1910 wurde
Bourgeois und ſeine Familie unterſtützungsbedürftig;
die Gemeinde Wieblingen gewährte die Unterſtützungen
vorläufig und verlangt nunmehr von Darmſtadt die Rück=
erſtattung
. Streitig war zunächſt, ob Bourgeois noch den
Unterſtützungswohnſitz in Darmſtadt hatte oder nicht. Er
hatte nämlich bereits im Mai 1910 wiederholt Unterſtütz=
ungen
erhalten, ſo daß eventuell die 34 Tage, die Bour=
geois
über die zur Erlangung des Unterſtützungswohn=
ſitzes
in Wieblingen erforderliche Jahresfriſt hinaus in
Wieblingen anweſend war, durch dieſe Unterſtützungen in
Wegfall kämen. In der Sitzung des Provinzialausſchuſ=
ſes
am 14. Oktober 1911 behauptete nun B., er ſei ſchon
im September in Wieblingen in Arbeit getreten. Es
wurde damals die Verhandlung vertagt, um hierüber
Beweis zu erheben. Es hat ſich nun ergeben, daß die Fa=
milie
am 1. November in Darmſtadt ab= und am 4. Nov.
in Wieblingen angemeldet wurde. Daraufhin hat nun
auch der Ortsarmenverband Darmſtadt durch Schreiben
vom 28. Juni 1912 ſich bereit erklärt, die Koſten des
Rechtsſtreites und die Unterſtützung bis Ende Januar
1911 zu tragen. Eine weitergehende Verpflichtung wurde
nicht anerkannt. In der Verhandlung am Samstag rekti=
fiziert
nun der Vertreter dieſe Anerkennung bis zum 10.
Januar 1911, da von dieſem Tage an die Unterſtützungs=
bedürftigkeit
des B. aufgehört habe. Die von Wieblin=,
gen zurückgeforderten Koſten beliefen ſich bereits auf 794f
Mark 40 Pfg. Es wird abermals Beweiserhebung be=
ſchloſſen
, und die Sache deshalb vertagt.
Das Polizeiamt Offenbach hat bei dem Kreisamt
Antrag auf Einleitung des Konzeſſionsentziehungsver=
fahrens
gegen die Johann Phil. Kreis geſch. Ehefrau
in Offenbach geſtellt, da eine Strafkammerverhandlung
zu der Annahme berechtige, daß in der Wirtſchaft der Völ=
lerei
und Unſittlichkeit Vorſchub geleiſtet werde. Die Be=
klagte
beruft ſich auf das Zeugnis verſchiedener Schutz=
leute
, daß ſie ihre Wirtſchaft in durchaus einwandfreier
Weiſe führe. Es wird Beweiserhebung be=
ſchloſſen
.
Kunſtverein. Neben den ſchon gemeldeten Kollek=
tivausſtellungen
ſind noch 5 Heidebilder und ein Mäd=
chenakt
von Erich Hartmann=München ausgeſtellt.
. Chopin=Liſzt=Abend. Der dritte Abend des Cho=
pin
=Liſzt=Feſtes, veranſtaltet von Raoul von Koczalski,
findet Dienstag, den 17. September, 8 Uhr abends, im
Saale des Hotels zur Traube ſtatt. Dieſesmal wird Herr
von Koczalski Fantaſie F-moll, Nocturne Fis-dur, Etude
A-moll, Impromptu As-dur und Scherzo H-moll von
Chopin, Ständchen (Schubert), O du, mein holder Abend=
ſtern
(Wagner), Frühlingsnacht (Schumann), Ernani
(Verdi), Valſe=Impromptu und zweite ungariſche Rhap=
ſodie
von Liſzt, zum Vortrag bringen.
Frau Elſa Laura von Wolzogen, die beliebte
Künſtlerin und Sängerin zur Laute, hat ſich, wie man uns
mitteilt, von ihrem Unfall durch den Sturz vom Pferde
wieder ſo weit erholt, daß ſie ihre Kunſt ausüben kann
und ſie wird, einem Ruf der Wiesbadener Kurdirektion
folgend, am Dienstag, den 17. d. M., erſimalig nach ihrem
Unfall dort auftreten.

Zur Parſifalfrage

führt Felix Philippi in der Neuen Freien Preſſe
nach eigener Kenntnis folgendes aus: Die Schuld daran,
daß am 1. Januar 1914 alle Theater der Welt das
Bühnenweihe=Feſtſpiel Parſifal als herrenloſes Gut er=
klären
werden, trägt Richard Wagner ſelbſt, denn er hat
das einzige Schutzmittel dagegen, die Orcheſterpartitur
nicht zu veröffentlichen, trotz guten Rates zurückgewieſen.
Als Wagner den Parſifal vollendet hatte, wünſchte er,
daß ſofort die Orcheſterpartitur geſtochen würde. Von
denkbar intereſſierteſter Seite wurde ihm in uneigen=
nütziger
und ehrenhafter Weiſe dringend abgeraten und
auf alle die Möglichkeiten hingewieſen, die die Veröffent=
lichung
der Partitur nach ſich ziehen könnte. Dreißig
Jahre nach dem Ableben des Meiſters würde das weihe=
volle
Werk dann auf allen Bühnen aufgeführt werden
und ſomit Wagners ſehnlicher und berechtigter Wunſch,
gerade den Parſifal für alle Zeit dem gewöhnlichen
Theatergetriebe entzogen zu ſehen, unerfüllbar werden.
Nur ein einziges Mittel gäbe es, ſpäter einmal das
Weihefeſtſpiel zu ſchützen: das Orcheſtermanuſkript dürfte
Bayreuth niemals verlaſſen. Wagner zeigte ſich all die=
ſen
Einwendungen unzugänglich. Trotzdem er damals
ſchon an ſchweren quälenden Herzbeſchwerden litt, glaubte
er nicht an ſeinen nahen Tod; es widerſtrebte ihm, über
dreißig Jahre hinauszudenken, und immer wieder ver=
langte
er den Stich der Partitur. Dieſe Unvorſichtigkeit
war um ſo unbegreiflicher, als Wagner in geſchäftlichen
Dingen ein ſehr klarer, gut rechnender Kopf war. Indes
gerade zu dieſer Zeit plagte ihn arge finanzielle Not,
bedrückten ihn alte Schulden, denn Wagners Einnahmen
waren trotz des Weltſiegeszuges ſeiner Werke noch recht
beſcheiden. Die Münchener Hofbühne z. B. hatte ſeine
MMuſikdramen bis 1877 vollſtändig tantiemenfrei aufge=
führt
. . . Des Meiſters Wunſch wurde erfüllt, die
Orcheſterpartitur erſchien und ihre koſtbaren Blätter flo=
e
in alle Himmelsgegenden. Er ſtarb. Sein Schwa=

nengeſang gehörte noch unangetaſtet dem Theater auf dem
Bayreuther Feſtſpielhügel. Da plötzlich, im Jahre 1903,
flog über den Ozean die Kunde von dem amerikaniſchen
Gralsraub‟ Ein Impreſario hatte ſich in Berlin die
Orcheſterpartitur gekauft und war nach amerikaniſchem
Geſetz zur Darſtellung berechtigt. Frau Coſima Wagner
rief in wohl begreiflicher Beſtürzung den ſcharf blicken=
den
Freund von damals zu ſich. Sie wollte alles aufbie=
ten
, um den Parſifal Bayreuth zu erhalten; ſie dachte an
diplomatiſchen Schutz, ſie glaubte, durch den Rückkauf
aller Orcheſterpartituren weiterem etwaigen Einbruch
wirkſam begegnen zu können. Der Vertrauensmann hat
ihr geantwortet, daß bisher 187 Partituren verkauft wor=
den
ſeien und daß ihren Vorſchlag ausführen lebendiges
Geld auf totes legen bedeute. Obwohl man beim Ver=
kauf
mit der denkbar größten Vorſicht zu Werke gegangen
war, die Partituren numeriert hatte und jeder Käufer
ſogar ſich ſchriftlich verpflichten mußte, den Parſifal nur
zu eigenem Gebrauch zu erwerben, was würde das alles
nützen? Geſetzt den Fall, die 187 Partituren ließen ſich
wirklich noch zur Stelle ſchaffen, welche Garantie habe
man, daß nicht im Laufe der ſeit Wagners Tod verfloſſe=
nen
20 Jahre zahlloſe Kopien angefertigt worden
wären? Philippi meint daher, es müßte ein Wunder
geſchehen, wenn der Parſifal wenigſtens in Deutſchland,
dem Wunſche des Meiſters gemäß, Bayreuth vorbehalten
bleiben würde. Aber Wunder geſchähen nicht mehr. Des=
halb
würde der Parſifal vermutlich auch in Deutſchland
ein Bühnenſpekulationsſtück werden. Er tröſtet ſich aber
mit dem Gedanken, daß der Parſifal bei ſeiner Eigenart
und bei den hohen Koſten, die ſeine Aufführung erfor=
dern
und die der breiten Maſſe unerſchwinglich ſein wür=
den
, ſich auf den Bühnen nicht werde halten können und
darum nach einiger Zeit von ſelbſt die Aufführung in
Bayreuth allein übrig bleiben werde, wie auch jeder Ver=
ſuch
, die Paſſionsſpiele von den Stätten ihres Urſprungs
zu verpflanzen, fehlgeſchlagen ſei.

Fenilleton.

B.B. Das Deutſche Dorf bei Brandenburg. Die
Vorarbeiten für die Errichtung des Deutſchen Dorfes
ſind jetzt ſo weit gediehen, daß demnächſt mit der Anlage
der erſten drei Häuſer begonnen werden kann. Das
Deutſche Dorf wird unweit Brandenburg am Gördenſee
auf einem etwa 30 Morgen großen Gelände erſtehen und
ſoll ein lebendiges Muſter für die dörfliche Eigenart der
deutſchen Gaue werden. Geplant iſt die Errichtung von
19 Bauwerken, und zwar wird das Deutſche Dorf nach
ſeiner Fertigſtellung aufweiſen: ein Frieſiſches Haus, ein
Niederſächſiſches, ein Weſtfäliſches, ein Fränkiſches, ein
Oberbayeriſches, ein Tiroler, ein Schweizer Haus,
ein Schwarzwaldhaus, ein Elſäſſiſches Haus, ein Rhei=
niſches
Haus, ein Oſtpreußiſches Haus, ein Pommerſches
Haus, ein Poſenſches Haus, ein Schleſiſches Haus und ein
Spreewald=Haus, und ferner ein altgermaniſches Grab,
eine Wind= und eine Waſſermühle. Als neunzehntes Bau=
werk
iſt das Märkiſche Dorf zu nennen, das aus einem
Gehöft, einem Schulzen= und einem Pfarrhaus, einer
Kirche, einer Schule, einer Schmiede, einem Kirchhof und
einem Dorfkrug an einem Dorfanger beſtehen wird. Die
Häuſer in dem Deutſchen Dorf werden nicht tot daſtehen,
ſondern ſie werden bewöhnt ſein von Leuten aus der
Gegend, welche das Haus charakteriſiert. In einem Raum
jeden Hauſes ſollen die Erzeugniſſe der betreffenden
Gegend (Gewerbe= und Hausfleiß, Kunſt, Landwirtſchaft
uſw.) ausgeſtellt werden. Die ganze Anlage wird um=
friedigt
. Der Eintritt zur Beſichtigung kann nur an zwei
Stellen gegen ein mäßiges Eintrittsgeld erfolgen. Ein
Teil dieſer Eintrittsgelder, die in der Hauptſache zur
Unterhaltung der Anlage dienen ſollen, wird an die Be=
wohner
zur Beſtreitung ihrer Bedürfniſſe abgeführt. In
einigen Wochen wird ein Aufruf in das Land hinausflat=
tern
, der zur Stiftung von Ausſtattungsgegenſtänden,
Altertümern und auf das jeweilige Milieu der Häuſer
Bezag nehmende Requiſiten anregen ſoll. Eine weima=

[ ][  ][ ]

Nummer 218.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Seite 3.

* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 7. September l. J. männ=
lich
9783, weiblich 6588, zuſ. 16371, in Prozenten 59,58,
40,42. Der Krankenſtand betrug am 7. Sept. I. J.
männlich 371, weiblich 330, in Prozenten 3,79, 5,00.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 1. Sept. bis 7. Sept. I. J. 4730,52 Mk. (1911: 5111,98
Mark). An Wöchnerinnen waren vorhanden am
7. September I. J. 26. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 1. Sept. bis 7. Sept. I. J. 4.
Kinematographiſche Schülervorſtellungen. Der
Darmſtädter Ausſchuß zur Hebung des Kinemato=
graphenweſens
hat mit dem Beſitzer des Reſidenz=
theaters
(am Weißen Turm) für Dienstag, den
17. September, dem Geburtstag der Großherzogin,
5 Schülervorſtellungen vereinbart. Die von
Ausſchußmitgliedern ausgewählten Nummern bringen
intereſſante und belehrende Bilder aus der Naturwiſſen=
ſchaft
, der Geograpbie und dem Gewerbeleben.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in Partien
1,40 M., Eier 78 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 2022 Pf.,
Handkäſe 410 Pf., Kartoffeln der Zentner 34 M.,
Kumpf (10 Liter) 5070 Pf., ½ Kg. 45 Pf., Mäuschen
Kumpf 1,20 M., ½ Kg. 10 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel
Zentner 710 M., ½ Kg. 712 Pf., Birnen Ztr. 616 M.,
Kg. 518 Pf., Zwetſchen Zentner 8 M., 100 Stück
3035 Pf., ½ Kg. 10 Pf,; ausländiſche Trauben ½ Kg.
3035 Pf., Preiſelbeeren ½ Kg. 40 Pf., Brombeeren ½ Ltr.
1011 Pf., Nüſſe 100 Stück 5570 Pf., Zitronen 7 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 510 Pf., Endivien 48 Pf.,
Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2 Pf., Rettiche
35 Pf., Roterüben ½ Kg. 78 Pf., Spinat ½ Kg. 16
bis 18 Pf., Meerrettich 1530 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.,
Tomaten ½ Kg., 1220 Pf., Wirſing 310 Pf., Blumen=
kohl
1050 Pf., Rotkraut 1030 Pf., Roſenkohl ½ Kg.
25 Pf., Weißkraut 510 Pf., Schälgurken 218 Pf., Ein=
leggurken
100 Stück 0,701 M., Gelberüben ½ Kg. 5
bis 8 Pf., Bohnen ½ Kg. 1218 Pf., Kohlrabi 3 Pf.,
Hagebutten ½ Kg. 1020 Pf., Eierſchwämme ½ Kg. 25 bis
30 Pf., Steinpilze ½ Kg. 30 Pf., Ziegenbart ½ 20 Pf.;
Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 1 M., Enten 3,003,50 M.,
Hahnen und Hühner 1,502,00 M., Tauben 6070 Pf.,
junge Rebhühner 1,30 M., alte 1 M., Haſen 4 M., Lapins
1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 0,901 M.. Karpfen
8090 Pf., andere Rheinfiſche 4050 Pf., Rotzungen
50 Pf., Schollen 4550 Pf., Kabeljau 3540 Pf., Schell=
fiſche
40 Pf., Seehecht, Seelachs 35 Pf.; in den Fleiſch=
ſtänden
½ Kg.: Ochſenfleiſch 70 Pf., Rindfleiſch 66 Pf.,
Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 60 Pf., Rindswürſtchen
(Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf., Schweinefleiſch 96 Pf.,
geſalzenes und Koteletts 1 M., Schwartenmagen und
Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= und Blutwurſt 76 Pf.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Der Kaiſer bei den Manövern
in der Schweiz; Bilder vom deutſchen Kaiſermanöver
1912; Reichskanzler von Bethmann Hollweg beim
öſterreichiſch=ungariſchen Miniſter des Aeußeren Grafen
Berchtold auf Schloß Buchlau (Mähren); Bilder zum
100 jährigen Gedächtnis des Rückzuges der Großen
Armee aus Rußland.

Gernsheim, 14. Sept. Auf dem Elektrizitäts=
werk
der Provinz Rheinheſſen in Gernsheim hat ſich
geſtern abend ein tödlicher Unfall ereignet, indem
ein Arbeiter mit der Leitung in Berührung kam und ſo=
fort
getötet wurde. Es iſt dies in kurzer Zeit der
zweite tödliche Unfall, da ſchon vor einiger Zeit ein Ar=
beiter
im Transformatorenhäuschen tödlich verunglückte.
Zwingenberg, 14. Sept. Durchgegangen iſt der
vom Amtsgericht Zwingenberg wegen Veruntreuung von
Kundengeldern vom Schöffengericht zu längerer Freiheits=
ſtrafe
verurteilte Metzgergehilfe Chelly auf dem Wege
nach dem Unterſuchungsgefängnis.
Heppenheim a. d. B., 14. Sept. Der 14jährige Sohn
des Landwirtes Duttlinger wurde auf dem Sägewerk
durch ein Brett ſo heftig auf den Magen geſchlagen, daß
der Knabe alsbald ſtarb.
Lampertheim, 14. Sept. In einer Fabrik im benach=
barten
Waldhof kam ein 35 Jahre alter verheirateter Ar=
beiter
aus Unvorſichtigkeit in eine elektriſch betriebene
Betonmiſchmaſchine und wurde ſo ſchwer verletzt,
daß er im Krankenhauſe ſtarb.
Lampertheim, 14. Sept. In Waldhof wurde der
Nachtwächter Schröder der in der Zellſtoffabrik an=

geſtellt iſt, auf ſeinem Rundgang von einer Rangier=
maſchine
erfaßt und von vier Waggons überfah=
ren
. Er ſtarb nach wenigen Minuten. Der tödlich
Verunglückte ſtand ſchon 25 Jahre bei der Firma im
Dienſte.
Mörfelden, 14. Sept. Der Mann, der am Mittwoch
morgen zwiſchen Walldorf und Mitteldick aus dem
Schnellzug ſprang und totgefahren wurde,
wurde nach der gerichtlichen Leichenſchau ins hieſige
Totenhaus verbracht. Da er keinerlei Ausweispapiere
noch ſonſt etwas bei ſich trug, was der Feſtſtellung ſeiner
Perſönlichkeit hätte dienen können, ordnete Großh. Kreis=
amt
die Verbringung der Leiche in die Anatomie nach
Gießen an.
Offenbach, 14. Sept. Die geſtrige dringliche
Stadtverordnetenſitzung, in der der Vertrag
mit der Stadt Neu=Iſenburg über die Stromlieferung
aus dem Städtiſchen Elektrizitätswerk genehmigt und
weiter die neue Dienſtordnung und Lohntafel für die
Straßenbahner verabſchiedet werden ſollte, war n ich t
beſchlußfähig. Der Vorſitzende vertagte die auf
6 Uhr anberaumte Sitzung um eine halbe Stunde, doch
konnte trotz alledem die aus 22 Stadtverordneten be=
ſtehende
Majorität nicht zuſammengebracht werden; nur
einer fehlte. Die Sitzung wurde auf heute Samstag nach=
mittag
2 Uhr vertagt und iſt dann unter allen Um=
ſtänden
beſchlußfähig. Die Stadtkaſſe hat den Ab=
ſchluß
der Rechnung für das verfloſſene Jahr und die
Aufſtellung des Etats für das Jahr 1913/14 ſo weit be=
endet
, daß die vorläufigen Zahlen vorliegen. So weit
nach dieſen feſtgeſtellt werden kann, glaubt man, auch im
kommenden Jahre ohne eine Erhöhung der Kommunal=
ſteuern
mit dem alten Steuerſatz von 189 Prozent aus=
kommen
zu können. Die Ausgaben haben ſich zwar er=
heblich
erhöht, doch ſind demgegenüber auch die ſtädtiſchen
Einnahmequellen: Steuern und ſtädtiſche Betriebe dank
der günſtigen wirtſchaftlichen Lage, reichlicher gefloſſen.
Die ſchwebenden großen Projekte, wie Kanaliſation, für
die einſchließlich der neuen Kläranlage über 6 Mill. Mark
notwendig ſind, der Krankenhaus=Erweiterungsbau, der
bis zur Vollendung rund 4 Millionen Mark beanſpruchen
ſoll, neuer Friedhof, Schulen uſw., haben auf die Aufſtel=
lung
des Etats für das kommende Steuerjahr noch keinen
Einfluß, da die Ausgaben hierfür aus Anleihemitteln
beſtritten werden. Erſt in dem kommenden Jahre treten
dieſe großen Ausgaben in Erſcheinung und werden ſich
alsdann auch beim Steuerkoeffizienten ausprägen, wenn
die ſtädtiſchen Einnahmen nicht in ungeahnter Weiſe
ſteigen.
Rüſſelsheim, 14. Sept. Heute früh ſtürzte der ver=
heiratete
Maurer Wilhelm Dietz aus Schafheim, der
hier an einem Neubau beſchäftigt iſt, vom erſten
Stock herab. Dietz trug einen Schädelbruch da=
von
; er wurde mit dem Automobil der Firma Opel ins
Rochushoſpital nach Mainz gebracht.
Neu=Iſenburg, 14. Sept. Im Stadtwalde wurde
geſtern früh ein älterer Mann erhängt aufgefunden.
Papiere, die man bei dem Toten fand, tragen den Namen
Lang und weiſen auf eine Verſorgungsanſtalt hin, in
der ſich der Mann zuletzt aufhielt.
Schöllenbach, 14. Sept. Im hieſigen Sägewerk und
Dampfholzſchneiderei von Daum wurde dem Arbeiter
Wilh. Sepp der rechte Unterarm von der Rundſäge faſt
durchſägt. Er wurde nach Anlegung eines Notver=
bandes
nach Erbach in ärztliche Behandlung gebracht.
Mainz, 14. Sept. Am 18. Oktober findet in der Feſt=
halle
zu Mainz eine Feſtſitzung des Geſchäfts=
führenden
Ausſchuſſes für das Bismarck=
National=Denkmal auf der Eliſenhöhe ſtatt, die
der breiteren Oeffentlichkeit von der bisherigen Wirkſam=
keit
desſelben Kunde geben ſoll. An der Sitzung nehmen
u. a. auch teil der Oberpräſident Freiherr v. Rhein=
baben
und die heſſiſchen Miniſter v. Hombergk und
Dr. Braun. Die Tagung gewinnt dadurch an beſon=
derer
Bedeutung, daß auch die Profeſſoren Kreis und
Lederer zugegen ſind und in Lichtbildern ihre Denk=
malsentwürfe
vorführen. Eingeleitet wird die Sitzung
durch eine Rheinfahrt von Bingen bis Mainz.
Heidesheim, 14. Sept. Der Perſonen= und
Frachtgutverkehr auf dem hieſigen Bahnhof iſt in
ſtetem Steigen begriffen. Dem ſteigenden Perſonenver=
kehr
wird ſoeben durch Erweiterung der Bahn=
hofsräume
Rechnung getragen. Für den Güterver=
kehr
, welcher durch die rege Bautätigkeit und die im Auf=
ſchwung
begriffene Maſchinenfabrik ſtets im Wachſen be=

griffen iſt, erweiſt ſich auch das eine vorhandene Auslade=
gleis
als ungenügend. Es mußten in letzter Zeit während
des ſtarken Obſtverſandes, für hier beſtimmte Wagen
wegen Platzmangel mit nach den Nachbarbahnhöfen ge=
nommen
werden. Es wird deshalb auch die Anlegung
weiterer Ausladegleiſe erforderlich werden.
Deidesheim, 14. Sept. Das rekonſtruierte geſchicht=
liche
Haus an den Heidenlöchern bei Deidesheim iſt in
vergangener Nacht von böswilliger Hand angezündet
worden und brannte nieder.
(*) Gießen, 14. Sept. Die Landwirtſchaft=
liche
Ausſtellung des Kreiſes Gießen nahm
geſtern ihren Anfang durch die nichtöffentliche Prämi=
ierung
in der Ackerbau=Ausſtellung. Die
Ausſtellung bietet in allen Teilen viel Sehenswertes. Die
Abteilungen für Klauenvieh mußten infolge des Ausbruchs
der Maul= und Klauenſeuche zu Lang=Göns zum Leid=
weſen
der Viehzüchter abgeſagt werden. An der Spitze
des Ehrenausſchuſſes ſtehen Fürſt Karl zu Lich, Fürſt
Georg zu Braunfels, Graf zu Erbach, Freiherr von
Nordeck, Graf von Schwerin, Oberbürgermeiſter Mecum,
v. Heimburg=Wiesbaden, Univerſitätsrektor Profeſſor Dr.
König, Provinzialdirektor Dr. Uſinger, Oberſt v. Trotta.
Die Ausſtellung breitet ſich um den Rennplatz am Hardt=
berg
aus.
Bad=Nauheim, 13. Sept. Bis zum 12. September
ſind 33823 Kurgäſte angekommen, wovon an genann=
tem
Tage noch 3891 anweſend waren. Bäder wurden bis
zum 12. September 444645 abgegeben.
Nidda, 14. Sept. Der Vorſtand der Bezirksſparkaſſe
Nidda hatte vor einiger Zeit den Beſchluß gefaßt, die
Zähne ſämtlicher Schulkinder des Sparkaſſe=
bezirks
auf Koſten der Kaſſe durch einen Zahnarzt unter=
ſuchen
zu laſſen. Demzufolge hat in den letzten Wochen
ein Zahnarzt aus Darmſtadt in 29 Gemeinden der Kreiſe
Büdingen, Schotten und Gießen über 2600 Schul=
kinder
unterſucht und in dringend nötigen Fällen
auf Wunſch ſofort koſtenlos das Zahnziehen vorgenom=
men
, im übrigen den Eltern zweckdienliche Verhaltungs=
maßregeln
mitteilen laſſen, um eine beſſere Zahnpflege
herbeizuführen und bereits begonnene Erkrankungen der
Zähne zu beſeitigen.
Fiſchbach, 14. Sept. Etwa 70 Morgen Ge=
meindewald
zum Preiſe von etwa 33000 Mark ſoll
die Gemeinde an die Freiherrn von Vincke käuflich abge=
treten
häben. Eine Anzahl Gemeindeangehörige iſt damit
nicht einverſtanden und will Schritte tun, um den Ver=
kauf
rückgängig zu machen.
Heuchelheim, 13. Sept Geſtern nacht gegen 4 Uhr
wurde auf dem Heuchelheimer Mühlchen ein=
gebrochen
. Der Verſuch des Einbrechers, durch die in
den Garten führende Küchentür in das Innere des Hauſes
einzudringen, mißlang, da hier eine Doppeltür angebracht
iſt. Das Schloß der äußeren Tür war erbrochen. An
einem Fenſter, hob er die Fenſterläden aus und ſchnitt an=
ſcheinend
mit einem Diamant eine Fenſterſcheibe heraus,
um das Fenſter zu öffnen. Durch dieſes drang der Dieb
in den Büfettraum, wurde aber durch den Hund und die
bereits wachgewordenen Hausbewohner verſcheucht.
Er ergriff die Flucht und nahm nur eine Blechſchachtel
mit ſich, in der er Zigaretten vermutete. Als er aber ſah,
daß ſie Anſichtskarten enthielt, warf er ſie in dem vorderen
Garten weg. Der Einbruch ſchien gut vorbereitet zu ſein.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 14. Sept. Oberbürger=
meiſter
a. D. Dr. Martin Kirſchner iſt geſtern
abend auf ſeiner Beſitzung Ehrwald in der Nähe von
Partenkirchen in Oberbayern an den Folgen einer Herz=
ſchwäche
nach etwa dreiwöchiger Krankheit geſtorben.
Sein Zuſtand hatte ſich in den letzten Tagen ſo ver=
ſchlimmert
, daß die Familie telegraphiſch an das Kranken=
bett
gerufen wurde. Kirſcher hatte ein Alter von etwa
70 Jahren erreicht. Er fungierte als Berliner Ober=
bürgermeiſter
vom 16. Februar 1893 bis 1. Septembec
1912. Seit Ende Mai war er beurlaubt und am 1. Sep=
tember
1912 übernahm bekanntlich Wermuth den Ber=
liner
Oberbürgermeiſterpoſten. Dr. Kirſchner iſt am
10. November 1842 in Freiburg in Schleſien geboren.
Die Inhaber der Firma Borſig in Tegel beſchloſſen.
aus Anlaß ihrer heutigen 75. Jubelfeier, die Gründung
eines Krankenhauſes, ſowie einer Sparkaſſe für das
Borſigwerk und ſtifteten hohe Beträge zu Wohlfahrts=
zwecken
für Beamte und Arbeiter. Der Rentier Fuß

riſche Prinzeſſin hat bereits die Ausſtattung für ein gan=
zes
Haus geſtiftet. Zur Durchführung des intereſſanten
Werkes iſt in Brandenburg ein Verein gegründet wor=
den
, an deſſen Spitze Oberbürgermeiſter Dreifert und
Stadtrat Hirſchfeld ſtehen. Der Kaiſer, als der eifrigſte
Förderer der Erhaltung der alten Volkstrachten, bringt
dem Deutſchen Dorf das größte Intereſſe entgegen und
hat die Stiftung wertvoller Gegenſtände in Ausſicht ge=
ſtellt
. Man hofft auch, daß der Monarch im nächſten
Jahre das Deutſche Dorf eröffnen wird.
* Ball der Nymphen und Schmetterlinge. Ganz New=
Port, der vornehme Strandort der oberen Vierhundert
ſteht unter dem Eindruck des Ballabends, den Frau
Stuyveſant Fiſh zu Ehren ihrer Nichte Fräulein Helena
Fiſh in ihrer palaſtartigen Villa in New=Port vor
einigen Tagen veranſtaltete. Ueber vierhundert Einlad=
ungen
waren hierzu ergangen und um alle Gäſte im Ball=
ſaale
aufnehmen zu können, mußte Frau Fiſh an ihre
Villa ſogar anbauen laſſen. Der Aufwand für das Feſt
verſchlang die kleine Summe von 100000 Dollars! Ein
Teil des Ballſaales lag unter freiem, ſternenklarem Him=
mel
. Der Zugang zu dem Saal führte durch eine Laube
von duftenden Roſen in den feinſten Farbennuancen
von Dunkelrot bis zum zarteſten Roſa. In einer großen
Fontaine, die von farbenprächtigen, taufriſchen Blumen
eingefaßt war, ſpielten in vom Widerſchein unzähliger
Glühkörper ſchillerndem Waſſer Tauſende von Gold=
fiſchen
. Der Ballſaal im Stile Ludwigs XVI. war mit
einer verſchwenderiſchen Fülle von Kindern Floras aus=
geſchmückt
. In den Ecken ſtanden Orangenbäume, mit
glühenden Früchten ſchwer beladen; eine raffinierte An=
ordnung
großer franzöſiſcher Mondſpiegel bewirkte ganz
eigenartige dekorative Effekte. Frau Fiſh und ihr nähe=
res
Gefolge empfingen die Gäſte in Trachten aus der Zeit
Ludwigs XVI. Den Ball eröffnete nach Mitternacht ein
Reigen der Nymphen in weiße wallende Gewän=
der
gekleidet. Jede von ihnen trug einen blauen oder
ſilbernen Stab, an dem ſilberne Laternen hingen. Als
der Reigen begann, wurden alle Leuchtkörper in dem
Saale eingeſchaltet und eine veritable Mondſchein=
nacht
ergoß ſich darüber hin. Und dann, während der
Reigen ſelbſt vor ſich ging, ſchwirrten Tauſend von bun=
ten
Schmetterlingen in den Saal und umgaukel=
ten
die blütenbedeckten Wände und Treppenaufgänge.
Gleichzeitig wurden Hunderte ſchneeweißer Tauben her=
eingelaſſen
, welche zu Häuptern der Cäſte girrend umher=

flogen. Viele der Schmetterlinge freilich flatterten an die
verhüllten Glühlampen und fielen ſchließlich ermattet zu
Boden, um dann als Andenken aufgegriffen zu werden.
Den Schluß des Feſtes bildete ein Souper auf einem
eigens für das Feſt gewebten Roſenteppich, deſſen Herſtel=
lung
mehrere Tauſend Doll. koſtete. Dann wurde das
Tanzen fortgeſetzt, bis die Morgenſonne den Raum in
goldigem Schimmer erglänzen ließ.
C.K. Heimgeleuchtet. Der engliſche Reverend Henry
Ward Beecher war durch ſeinen ſcharfen Witz berühmt;
oft erhielt er aber auch geſchriebene Proteſte, die er dann
ſeiner Gemeinde vorlas und kritiſierte. Eines Sonntags
hub er alſo an: Ich muß Ihnen eine ſeltſame Mitteilung
bekanntgeben, die ich erhalten habe. Es iſt ein halbes
Blatt aus einem Notizbuch, auf dem nichts geſchrieben
ſteht außer dem Wort Narr‟ Es kommt ja wohl vor,
daß ein Briefſchreiber ſeinen Namen hinzuſetzen vergißt,
aber das iſt das erſtemal, daß einer ſeinen Namen ſchreibt
und den Brief vergißt . . .

Quellen der Schönheit und Lebensfreude.

Alerander Kochs Deutſche Kunſt und De=
koration
beginnt mit dem ſoeben herausgekommenen
Oktoberheft ihren 16. Jahrgang; jugendfriſch,
phantaſievoll und zur Bewunderung hin=
reißend
wie immer! Es iſt ein wahrhaft beglücken=
des
Schauſpiel, aus dem reichen Inhalte des Heftes zu
erſehen, wie überall und machtvoll die Kräfte ſprießen,
aus denen eine Kultur der Menſchheit zu erbauen wäre.
Und in innigem Bunde wirken alle, die Maler, Architekten,
Bildhauer und Kunſtgewerbler, eine große Familie wah=
rer
Künſtler, denen nur eins not tut: das Recht auf Be=
tätigung
, der Ruf zur Arbeit, ein Hinhorchen auf die
Worte der Verkündigung, die ſie der Menſchheit predi=
gen
. Wie ein Seelenarzt vermag die Kunſt von heute die
Menſchheit zur Geſundung zu führen, und wer ſich von
ihr nur einmal vertrauensvoll hat leiten und belehren
laſſen, trägt einen dauernden Gewinn und unauslöſchliche
Lebenskraft und Lebensfreude mit ſich fort! Freilich:
Vertrauen muß man haben, wenn der Arzt zur Heilung
berufen, wenn der Künſtler zur Führung berufen wird!
Solches Vertrauen zu erwecken, das iſt die große Auf=
gabe
, die ſich die Deutſche Kunſt und Dekora=
tion
unter der ſicheren Führung des kunſtſinnigen Her=
ausgebers
, Hofrat Alexander Koch, geſtellt hat. Sie

zeigt denen, die die Kunſt nicht ſelbſt ausüben, wie
herrlich und reich ſich das Leben durch die
Kunſt geſtalten läßt, und öffnet den Blick für die
tauſendfachen Schönheiten, die der Künſtler aus ſeinem
Empfinden heraus zum Leben erweckt. So wird jedes
Heft zu einer Quelle freudiger Ueberraſchung, begeiſterten
Schauens und nachhaltiger Belehrung! Das iſt der Ein=
druck
, den auch das neue Oktoberheft hinterläßt. Es
vereinigt in gleicher Fülle Perlen der Malerei,
der Baukunſt und des Kunſtgewerbes. Die
Führung übernimmt ein großer, ewig=junger Altmeiſter,
Eugen Bracht, der eben in Darmſtadt das ſeltene
Glück eines umfaſſenden Rückblickes für ſein Lebenswerk
genießen darf. Zahlreiche, für die Entwicklung ſeines
Weſens bezeichnende Werke ſind in Abbildungen vorge=
führt
. Anſchließend ſolgen die wertvollſten Arbeiten aus
der Großen Berliner Kunſtausſtellung,
deren Beſchreibung auch eine köſtliche Belehrung über
Bilderkritik enthält. Daneben laſſen die Arbeiten des
ſeltſam übereinſtimmenden Brüderpaares de Zu=
biaurre
in Madrid den hohen Ernſt und die ſtrenge
Monumentalität ihrer Auffaſſung erkennen. Meint man
ſchon beim Durchblättern des Heftes, es ſei wohl diesmal
vorzugsweiſe der Malerei gewidmet, ſo überraſcht auf
einmal den Beſchauer ein breites Haustor mit dem dazu
gehörigen reizvollen Schlüſſel. Beides gehört zu dem
Haus Krawehl in Eſſen a. d. Ruhr, eine Meiſter=
ſchöpfung
Profeſſor Adelbert Niemeyers, bei der
ſo recht das Beglückende der Kunſt erkennbar iſt. Jeder
Raum, jeder Winkel iſt verklärt durch eine heitere, natür=
liche
Empfindung, ſo daß es einem ſchon beim Betrachten
der über 50 herrlichen Abbildungen köſtlicher Wohnräume
uſw. ganz heimelig wird, weil alle Einzelheiten von
einem liebenswürdigen Geiſte beſeelt werden, der ein
vornehm ſtilles Behagen verbreitet. Ein gleiches kann
man auch von den feinen Erzeugniſſen Wiener Her=
kunft
ſagen, die die Ausſtellung im Oeſterrei=
chiſchen
Muſeum für Kunſt und Induſtrie‟
diesmal darbietet. Qualitätsarbeit mit feinſtem Ge=
ſchmack
! Ein Hinweis auf die eben fertiggeſtellten pracht=
vollen
Stuttgarter Theaterbauten von Prof.
Max Littmann=München beſchließt das Oktoberheft
1912 mit ſeinen über 130 meiſt ganzſeitigen, herrlichen
Illuſtrationen und farbigen Beilagen, das auch einzeln
zum Preiſe von 2,50 Mark in jeder Buchhandlung erhält=
Profeſſor Ernſt Vetterlein.
lich iſt.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218.

wurde heute nacht beim Betreten ſeiner Wohnung von
einem Einbrecher mit einem Brecheiſen niederge=
ſchlagen
. Auf ſeine Hilferufe wurde alles im Hauſe leben=
dig
und es gelang den herbeigeeilten Polizeibeamten, den
Einbrecher, ſowie ſeinen Komplizen zu verhaften.
Heidelberg, 14. Sept. Heute vormittag 11 Uhr wurde
hier in der Stadthalle die bis 23. d. M. währende
Große Heidelberger Gartenbauausſtel=
lung
nach einer Begrüßungsanſprache des Ausſtellungs=
vorſitzenden
, Gärtner Scherff=Heidelberg, durch den Pro=
tektor
der Ausſtellung, Prinz Wilhelm von Sachſen= Wei=
mar
, in Gegenwart zahlreicher Ehrengäſte eröffnet.
Hannover, 14. Sept. Ueberfallen und beraubt
wurde heute vormittag ein Lehrling des Bankhauſes
Spiegelberg. Der Lehrling hob auf dem Poſtſcheckamt
10000 Mark ab, die er zum Bankhaus bringen ſollte. Beim
Betreten des Geſchäftshauſes wurde er von einem Manne,
der ihm vom Poſtſcheckamt gefolgt war vor die Bruſt ge=
ſtoßen
und am Halſe gewürgt. Der Räuber entriß ihm
die Geldtaſche und ſuchte das Weite, wurde aber ergriffen.
Er wurde als der 28jährige Handlungsreiſende Louis
feſtgeſtellt.
Deſſau, 14. Sept. In den Pfingſttagen dieſes Jahres
fand in Deſſau ein ſozialdemokratiſches Gau=
Sängerfeſt ſtatt. In dem Feſtzuge nämlich befanden
ſich mehrere Perſonen in Poſtbeamten= und Eiſenbahner=
uniform
. Selbſtverſtändlich allgemeines Erſtaunen in der
Deſſauer Bürgerſchaft, daß bei einem Feſte, deſſen ſozial=
demokratiſcher
Charakter trotz aller Ableugnung jedem
klar war, königliche und kaiſerliche Beamte in ihren
Dienſtuniformen zu erſcheinen wagten. Die Polizei nahm
ſich der uniformierten Herren an und ſtellte feſt, daß es
Arbeiter waren, natürlich ſozialdemokratiſche, die hier
eine öffentliche Maskerade aufführten, um die Maſſen zu
täuſchen. Sie wurden durch richterlichen Strafbefehl auf
Grund des § 360, Ziffer 8 des Strafgeſetzbuches zu je
15 Mark Geldſtrafe bezw. 3 Tagen Haft verurteilt.
Merzig, 14. Sept. Geſtern morgen kippte im Ma=
növergelände
des 16. Armeekorps ein Bagage=
wagen
beim Fahren im bergigen Gelände um. Zwei
Soldaten wurden verletzt, von denen einer im Laufe des
geſtrigen Nachmittags geſtorben iſt, während die Verletz=
ungen
des zweiten leichter Natur ſind.
Paris, 14. Sept. Wie aus Nizza gemeldet wird,
hat der mit der Prüfung der Gemeindeausgaben betraute
Ausſchuß feſtgeſtellt, daß auch bei den unter der früheren
Stadtvertretung unternommenen Kanaliſierungsarbeiten
große Unterſchleife und Betrügereien ver=
übt
worden ſind. Der Bürgermeiſter, der ehemalige
Kriegsminiſter Goiran, beſchloß, namens der Stadt
gegen die Unternehmer Strafantrag zu ſtellen.
CK. Paris, 15. Sept. Eine vollſtändige Um=
wandlung
des Straßenbildes hat ſich in der
Pariſer Avenue des Champs Elyſées in
den letzten Jahren vollzogen, die von vielen bedauert
wird, aber doch unaufhaltſam ihren Fortgang nimmt.
Es iſt nicht lange her, daß die Avenue ausſchließlich vor=
nehmes
Wohnviertel war, das fern allem geſchäftlichen
Treiben lag. Heute macht ſie der Rue de la Paix und
der Rue Royal den Rang als Geſchäftsſtraße ſtreitig. Es
begann damit, daß die großen Automobilfirmen ſich in
den Champs Elyſées niederließen, wo ſie ihre wichtigſte
Kundſchaft fanden. Dann ſchlug eine Zeitung ihr Haupt=
quartier
in der Avenue auf, und nun wurde bald ein
Laden neben dem anderen in den Erdgeſchoſſen der Häu=
ſer
eröffnet. Wo immer nur eine Wohnung frei wurde,
drängten ſich die Kaufleute danach, und die glücklichen
Nutznießer dieſer Entwickelung waren die Beſitzer von
Häuſern, die jetzt für Räume, die ſie an Privatfamilien
für 1015000 Mark vermieteten, von Geſchäften 3040000
Mark erhalten. Sie können ſolche Preiſe fordern, denn
der Geſchäftsmann, der auf der Höhe bleiben will, muß
der Mode folgen und ſeinen Sitz in der Straße haben,
zu der alles ſich drängt. In wenigen Jahren wird die
Avenue des Champs Elyſées, da ſolche Entwickelungen
unaufhaltſam ſind, das Pariſer Geſchäftszentrum ſein.
Der Fremde, der nach Paris kommt, um die Schönheit
der Stadt zu genießen, und vor allem der, der die Straße
ſchon früher gekannt hat, wird den äſthetiſchen Verluſt,
den dieſe Umwandlung bedeutet, beklagen. Und doch hat
gerade die Schar der Fremdengäſte in erſter Linie dazu
beigetragen, daß es ſo gekommen iſt, denn die großen
kosmopolitiſchen Hotels, die ſich beſonders ihrer Gunſt
erfreuten, mußten durchaus in dieſer Gegend liegen,
wenn ſie Erfolg haben wollten, und die natürliche und
unvermeidliche Folgeerſcheinung war die Einrichtung
von Läden in ihrer Nähe. Ein engliſcher Beobachter,
der dieſe Entwickelung betrübt feſtſtellt, tröſtet ſich wenig=
ſtens
mit dem Gedanken, daß der Triumphbogen immer
noch da iſt, und, ſo viel er weiß nicht zum Verkauf ſtehe;
denn wäre es der Fall, ſo würde ihn ſicher ein Ameri=

kaner kaufen und ein erſtaunliches Warenhaus daraus
machen.
Nancy, 13. Sept. In der ſtädtiſchen Gemälde=
galerie
wurde von einem unbekannten Uebeltäter ein
Bild Friands Sybille auf dem Brückenſteg in arger
Weiſe verſtümmelt, indem die Köpfe der beiden Fi=
guren
des Bildes wahrſcheinlich mittels brennender Zi=
garre
zerſtört wurden.
Petersburg, 14. Sept. Ein Tagesbefehl des Kriegs=
miniſters
macht bekannt: Während des Ueberrittes des
Kaiſers auf dem Chodynka=Felde kam der uner=
hörte
Fall vor, daß ein Soldat aus der Front lief, um
dem Kaiſer ein Bittgeſuch zu überreichen. Um Wie=
derholungen
vorzubeugen, befahl der Kaiſer dem Kom=
mandanten
des Moskauer Militärbezirks, dem Komman=
deur
des 13. Armeekorps Vorhaltungen zu machen, dem
Kommandeur des betreffenden Regiments eine ſtrenge
Rüge zu erteilen, dem Kommandeur des erſten Bataillons
das Kommando zu nehmen und die Kommandeure der
Kompagnie und des Pelotons, dem der Soldat angehört,
zu entlaſſen.
Smolensk, 14. Sept. Auf der Plattform von Jar=
zewo
empfing der Kaiſer geſtern eine Arbeiterdeputa=
tion
der Jarzewoer Induſtrie, die ihn in einer Stärke
von 8000 Mann längs der Eiſenbahnſtrecke mit Hurra=
rufen
und der Nationalhymne begrüßten. Am Nach=
mittag
traf die kaiſerliche Familie in Smolensk ein, wo
der Kaiſer das Schlachtfeld von 1812 beſichtigte. Später
empfing der Kaiſer verſchiedene Deputationen. Um 6
Uhr abends ſetzte er die Reiſe fort.

Die Beiſetzung des Kaiſers von Japan.

* Tokio, 13. Sept. Die Leiche des verewigten
Kaiſers wurde geſtern abend kurz nach 8 Uhr aus dem
Kaiſerpalaſt nach dem Aoyamo=Paradefeld gebracht. Beim
Scheine eines auf dem Hofe brennenden Wachtfeuers und
aufgeſteckter Fackeln fuhr der, uralter Sitte gemäß, von
fünf Ochſen gezogene Leichenwagen zum Palaſteingang,
wo der Sarg aufgenommen wurde. Der Kaiſer in
der Galauniform des Daiganſui (Oberbefehlshaber aller
Land= und Seeſtreitkräfte) mit Trauerflor, die Kaiſerin
und die Kaiſerinwitwe in altjapaniſcher Tracht ( dunkel=
braun
und orange) mit aufgelöſtem Haar, der Kronprinz,
ſeine beiden jüngeren Brüder und der junge Prinz von
Korea geleiteten den Sarg bis zum Portal, ſchloſſen
ſich jedoch nicht dem übrigen Trauergefolge an, ſondern
fuhren auf einem anderen Wege nach dem Aoyanofelde,
um dort die ſterblichen Ueberreſte des Kaiſers bei der
Ankunft zu empfangen. Der große Zug, welcher der
Leiche folgte, nahm inzwiſchen den Weg nach dem Pa=
radefeld
. Zu dem militäriſchen Ehrendienſte hatte
das Landheer 20000, die Kriegsflotte 10000 Mann ge=
ſtellt
. Alle Truppenteile, einſchließlich der in Korea und
der Mandſchurei, auf Formoſa und Sachalin ſtehenden
Truppen, waren vertreten. Die geſamte kaiſerliche Leib=
garde
=Diviſion eskortierte den Sarg, während die anderen
Truppen Spalier bildeten. Der endloſe Trauerzug, in
dem Sonnenbanner, Mondbanner und viele andere kriege=
riſche
Embleme getragen wurden, gewährte in ſeiner
fremdartigen Mannigfaltigkeit ein ſeltſames, höchſt ein=
drucksvolles
Schauſpiel.
Von dem kaiſerlichen Eingang zum Palaſt am Niju=
baſhi
=Tor bis zum Babaſaki=Tor an der Grenze des Pa=
laſtes
bewegte ſich der Trauerzug durch gigantiſche Trauer=
bäume
. Von den Wipfeln der Bäume hingen lange
ſchwarze und weiße Papierwimpel herab. Zwiſchen den
Bäumen loderten Fichtenfackeln auf acht Fuß hohen Drei=
füßen
. Zehn Reihen von mächtigen Bogenlampen war=
fen
außerdem das Licht von oben auf den breiten Weg
herab. Auf Anordnung der Stadtverwaltung hängte je=
des
Haus Trauerlaternen mit japaniſchen Schriftzeichen
aus, die bedeuteten: Wir trauern um unſeren Kaiſer! Die
Prozeſſion bewegte ſich langſam zur großen Doppel=
brücke
über die den Palaſt umgebenden Gräben, die nur
vom Kaiſer ſelbſt und von den fremden Geſandten oder
hohen Würdenträgern am Neujahrstage benutzt wird.
Die geiſterhaften Töne der heimiſchen Leichenmuſik der
beſſonders kleinen Bambusflöten, die mit ihren durchdrin=
genden
klagenden Tönen übernatürliche, geheimnisvolle
Wirkung verliehen, verkündeten die Annäherung des
Zuges der wartenden Menge, die den ausgedehnten
Raum außerhalb der Brücke erfüllte. Die brennenden
Fackeln, das An= und Abſchwellen der ſeufzenden, klagen=
den
Töne der japaniſchen Inſtrumente, die rhythmiſche
Bewegung der Soldaten und die kiesbedeckten Wege, die
altertümlichen Koſtüme der Hofbeamten zuſammen mit
den glänzenden Uniformen und das Ganze ſich durch ein
wahres Menſchenmeer bewegend, ohne einen anderen Ton
als den Klang der Muſik und gelegentliches krampfhaftes
Schluchzen, ergab ein wunderſames Bild von tiefſtem

Eindruck. Die große Stadt war totenſtill, doch waren die
Straßen die ganzen drei Meilen bis nach Aoyamo an
den Seiten gedrängt voll von Menſchen. Von der Zahl
der auf dem Paradefeld ſelbſt verſammelten Menſchen
auch nur eine Schätzung zu geben, iſt unmöglich.
Am oberen Ende des Paradefeldes war eigens für
die Leichenfeier ein Gebäude hergeſtellt, an dem tau=
ſend
Arbeiter einen Monat gearbeitet haben. Am Nord=
ande
dieſes reſervierten Platzes befand ſich das Sojo=
den
, oder die Leichenhalle, die zur Aufnahme des Sarges=
und für die Feier der Begräbniszeremonien beſtimmt iſt,
ein heiligenſchreinähnliches Gebäude, auf der Vorderſeite
oſſen, hinten und auf den Seiten mit weißen Vorhängen
verhängt. Zu beiden Seiten befanden ſich die Gebäude
für den Kaiſer und die kaiſerliche Familie, für Prieſter
und Muſiker, während weiter vom Sojoden entfernt, zwei
bedachte Gebäude ſich befanden, die von den Würden=
trägern
und ihren Frauen eingenommen wurden. Auch
dem diplomatiſchen Korps waren die Plätze in dieſen
Gebäuden angewieſen. Die ganze Szene war von hunder=
ten
von Bogenlampen glänzend erleuchtet. Zwiſchen den
einzelnen Abteilungen ſchritten Gruppen von Fackel=
trägern
, im ganzen 800 Mann, deren Fackeln unheimlich
flackerndes Licht auf den Zug warfen. Unmittelbar vor
dem Sarge ſchritten der Oberzeremonienmeiſter und der
Miniſter des kaiſerlichen Hauſes, beide in altjapaniſchen
ſchwarzen Leinengewändern. Den Leichenwagen ſelbſt
umgab eine glänzende Gruppe von hohen Offizieren des
Heeres und der Marine,, ſowie die Hofbeamten, unter
letzteren der Oberſtkämmerer, der auf Kiſſen die kaiſer=
lichen
Sandalen trug. Dann folgte Prinz Kanin als
Vertreter des Kaiſers, Prinz Fuſhini als Präſident
der kaiſerlichen Beſtattungskommiſſion, die übrigen Prin=
zen
und die Staatsminiſter, die koreaniſchen Peers und
die Vertreter beider Häuſer des Reichstages. Den Schluß
bildete eine militäriſche Ehrengarde. Alle Beamten und=
Würdenträger erſchienen in alten Nationalkoſtümen und
trugen mit weißem Papier umkleidete Holzſtäbe. Der bon
der Stadtverwaltung hergeſtellte Trauerſchmuck der Stra=
ßen
, durch die der Leichenzug ſich bewegte, erforderte einen
Aufwand von 250000 Yen.
Der Kaiſer und die Kaiſerin gingen dem gro=
ßen
Katafalk langſam entgegen, hinter ihnen die kaiſer=
lichen
Prinzen und Prinzeſſinnen, und begrüßten den
Sarg feierlich. Als der Zug zum Sojoden vorüberzog,
begaben ſie ſich wieder zurück, um ihre Plätze wieder ein=
zunehmen
. Darauf wurden Opfergaben an Lebens=
mitteln
, Seidengewändern, Lichtern und Bäumchen vor
dem Sarge niedergelegt, während die japaniſchen In=
ſtrumente
eine beſondere Klagemuſik anſtimmten. Dar=
auf
las der erſte Prieſter ein Gebet. Nach einer eindrucks=
vollen
Pauſe ſchritt der Kaiſer langſam vor und verrich=
tete
allein, vor den Sojoden niederkniend, ein ſtilles
Gebet für den verſtorbenen Vater und verlas die Trauer=
botſchaft
, worauf die Kaiſerin ſich ebenfalls vom Platze
erhob, um über dem Toten das letzte Gebet zu ſprechen.
Auch die Prinzen und Prinzeſſinnen erwieſen in gleicher
Weiſe dem verſtorbenen Kaiſer die letzte Ehre. Darauf
verlas Marquis Saionji im Namen der Untertanen des
japaniſchen Kaiſerreiches vor dem Sarge lange vater=
ländiſche
Adreſſen. Graf Watanade verlas im Namen
der kaiſerlichen Hofbeamten eine Traueradreſſe. Darauf
erwieſen alle anderen anweſenden Notabilitäten mit
ihren Frauen ebenfalls der Reihe nach dem Verſtorbenen
ihre Ehrerbietung. Die Mitglieder der kaiſerlichen Fa=
milie
zogen ſich nunmehr zurück. Kurz darauf wurde der
Sarg in den kaiſerlichen Zug gebracht, der auf dem bis
hinter den Sojoden gelegten beſonderen Geleiſe wartete,
um den verſtorbenen Kaiſer nach Aoyama zu bringen.
* Tokio, 13. Sept. Die ſterblichen Ueber=
reſte
des Kaiſers haben Aoyama heute früh um
2 Uhr unter dem Salut der im Hafen liegenden Kriegs=
ſchiffe
verlaſſen. Sie werden zur Beiſetzung nach Kioto
übergeführt.
* Tokio, 14. Sept. General Nogi, der Er=
oberer
von Port Arthur, und ſeine Frau haben beim Be=
ginn
der Begräbnisfeierlichkeiten für den Mikado nach=
einer
religiöſen Zeremonie Selbſtmord verübt. Der
General hat auf dieſe Weiſe ſeine Verehrung für den ver=
ſtorbenen
Herrſcher auf altjapaniſche Weiſe bekundet.
Nogi wurde vom deutſchen Kaiſer nach der Einnahme
von Port Arthur der Orden Pour le mérite verliehen.
Ueber den Selbſtmord Nogis und ſeiner Gattin wird
noch berichtet: Nogi durchſchnitt mit einem kurzen Schwert=
die
Kehle ſeiner Frau und erdolchte ſich in dem Augen=
blick
, als die Kanonenſchüſſe den Aufbruch des Trauer=
zuges
aus dem Palaſt ankündigten. Sie führten die Tat
in japaniſcher Nationaltracht in ihrer Wohnung in Aka=
ſaki
aus, nachdem ſie einen Abſchiedstrunk von Sake aus
Taſſen genommen hatten, die ihnen der verſtorbene Kai=
ſer
, deſſen umflortes Bild an der Wand hing, zum Ge=

Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, den 13. September.
Zum erſten Male:
Der Gardeoffizier.
Komödie in 3 Aufzügen von Franz Molnär.

W-l. Die Aufführung von Molnärs mit Geiſt und tech=
niſchem
Raffinement geſchriebene Komödie Der Garde=
offizier
war die zweite Erſtaufführung in dieſer Saiſon.
Das Stück, das überall mit großem Erfolge in Szene ge=
gangen
iſt die Rolle der Schauſpielerin war eine
Glanzrolle von Paula Müller in Wien handelt von
einer Schauſpielerehe. Er, ein nervöſer Künſtler und
Ehetroddel, ſie, eine durchtriebene und verlogene Kokette,
die vor ihrem Manne ſchon acht Liebhaber gehabt hat,
beide ſinnliche und heftige Naturen, aber von bedeutenden
geiſtigen Anlagen und künſtleriſchen Fähigkeiten. Ob=
wohl
er, von der Vergangenheit ſeiner Frau unterrichtet, in
ſie verliebt iſt, leben ſie in fortgeſetztem Zank und Streit.
Er zweifelt mit Recht an ihrer Treue und erſinnt ein
raffiniertes Mittel, um dieſe zu erproben. Er ſchickt ihr
unter dem Namen eines Grafen und Gardeoffiziers Hul=
digungsgrüße
, legt eine gekaufte Uniform an, macht ihr in
dieſer Fenſterpromenaden und, nachdem er in ſeiner
Eigenſchaft als Schauſpieler und Ehemann ein aus=
wärtiges
Gaſtſpiel fingiert hat, macht er ihr in der Eigen=
ſchaft
als Gardeoffizier und Liebhaber den erſten Beſuch.
Die Mama ſo recht ein Weib wie auserleſen ꝛc., die
auf dieſem Gebiete die nötige Routine beſitzt, iſt ihre
Helferin. Der Gardeoffizier wird ziemlich kühl behandelt
und verabſchiedet, aber zur Fortſetzung des Beſuchs
abends in ihre Theaterloge eingeladen. Er erſcheint, und
als er ſchon beglückt und ſelig darüber iſt, daß ſie allen
ſeinen Annäherungsverſuchen als tugendhafte Gattin
widerſteht, nimmt die Sache plötzlich eine andere Wen=
dung
, ſie erklärt ihm ihre Liebe und wirft ſich ihm an den

Hals. So hat ſie ihren Gatten mit ihrem Gatten be=
rogen
.
Der Gatte Schauſpieler kehrt eine Stunde vor der
Zeit, wo ſie den Gatten Gardeoffizier wieder erwartet,
zurück und das Verhör beginnt. Sie leugnet mit frecher
Stirn alles,er will ſie durch ſeine Wiedermaskierung wider=
legen
und niederſchmettern und packt ſeine Uniform aus.
Als ſie dieſe erblickt, durchſchaut ſie ſofort die ganze Si=
tuation
und raſch iſt ihr Plan fertig. Sie iſt nicht im
mindeſten erſtaunt, ſondern erklärt ihm, daß ſie ihn in der
Uniform ſogleich, nicht in der erſten, aber in der zweiten
Minute erkannt habe und auf das falſche Spiel einge=
gangen
ſei. Mit Beteuerungen und Liebkoſungen der raffi=
nierten
Kokette weiß ſie dieſen Erklärungen den nötigen
Nachdruck zu verleihen und er glaubt ihr. Wenigſtens
iſt man der Meinung, daß er ihr glaubt. Aus ſeinen
Schlußworten: Was hätte ich ihr nun erſt alles glauben
müſſen, wenn ſie mich mit einem anderen betrogen hätte‟,
muß man aber wieder auf das Gegenteil ſchließen.
Sowohl die raffinierte Idee, als auch die fortgeſetzte
Täuſchung zwiſchen Schein und Wirklichkeit halten die
Zuſchauer in dieſer doppelten Komödie vom erſten Auf=
treten
des maskierten Gardeoffiziers bis zur letzten Szene
in Spannung. Dadurch, daß Fräulein Meißner die in
ihr aufſteigende plötzliche Erkennung der Situation zu
wenig markierte, blieben ſie bis zum Schluſſe vielfach im
Zweifel, ob ſie nicht überhaupt nur Komödie geſpielt
hatte. Vielleicht war es Abſicht, ob es richtig war, iſt
eine andere Frage. Ein logiſcher Schnitzer iſt dem ge=
wiegten
Verfaſſer der amüſanten Doppelkomödie ſchließlich
doch noch unterlaufen. Als der Mann ſeine Frau fragt,
woran ſie ihn erkannt habe und was ſie für Beweiſe ge=
habt
habe, nennt ſie auch ſeine Küſſe. Nun küßt er ſie aber
erſt im letzten Momente ſeines Abſchieds von ihr, nach=
dem
ihre Liebeserklärung und ihr Treubruch bereits er=
folgt
waren.
Für die Aufführung, die unter der kundigen Regie
des Herrn Hacker ſtand, hatte Herr Kurt Kempin eine

neue elegante Salondekoration geſchaffen, ein entzückendes
Zimmer mit echten hölzernen Türen, die den entſetzlichen
Papptüren, bei deren Schließen jedesmal die ganzen
Wände erzitterten, endlich den Garaus gemacht haben.
Auch die Dekoration des zweiten Aktes, die im Hinter=
grunde
den Logenraum des Wiener Hoftheaters und im
Vordergrund das Innere einer Loge zeigt, war ſo ori=
ginell
, wie das ganze Stück. Dieſer Akt ſtellt auch an die
Regie höchſte Anforderungen; denn die Liebesſzene aus
der Oper La Bohéme, die in dem Theater aufgeführt wird,
und die in dem Hintergrund der Loge ſich abſpielende
Liebeskomödie müſſen miteinander harmonieren, ſtimm=
ungsparallel
neben einander herlaufen und gleichzeitig
abſchließen. Dieſe Idee iſt neu und genial und ihre Aus=
führung
gelang vortrefflich.
Frl. Meißner ſpielte die Schauſpielerin mit der
ganzen Pikanterie einer gefährlichen und verſchlagenen
Kokette, mit der ſie die elegante Salondame vereinigte, kühl
und verführeriſch, anziehend und abſtoßend, ſinnlich= tem=
peramentvoll
und klug=berechnend zugleich. Herr Ehrle
betätigte in ſeiner Doppelrolle ein bedeutendes ſchauſpie=
leriſches
Talent und Kunſt der Charakteriſtik; in der Rolle
des Schauſpielers bediente er ſich jedenfalls abſichtlich
eines gelegentlichen deklamatoriſchen Tones, die Rolle des
Gardeoffiziers führte er meiſterhaft durch. Der mit dem
Schauſpieler in Eintracht und Freundſchaft lebende Kri=
tiker
wurde von Herrn Heinz gut geſpielt, er hätte aber
eine Nuance ſarkaſtiſcher ſein können. Die adoptierte
Mama, die verhängnisvolle Mitgift der jungen Frau,
ſtellte Frau Müller=Rudolph mit draſtiſchem Hu=
mor
dar. Ein ſchmuckes Stubenmädchen war Frl.
Mühlpfort, deren erfolgreiches Debut eine häufigere
Verwendung in größeren Rollen wünſchenswert erſcheinen
läßt. Die Rolle des Gläubigers ſpielte Herr
Jordan. Der Dialog war flott und zeugte, wie
die ganze Aufführung, von einer ſehr ſorgfältigen Ein=
ſtudierung
. Das Publikum bereitete der intereſſanten
Novität eine ſehr beifällige Aufnahme,

[ ][  ][ ]

Nummer 218.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Seite 5.

ſchenk gemacht hatte. Neben den Leichen wurde ein, wie
es heißt, an den Kaiſer gerichteter Brief gefunden. Als
ein bei Nogi wohnender Gelehrter den Raum betrat,
fand er beide noch atmend vor. Der Vorfall hat überall
das größte Aufſehen und die tiefſte Erſchütterung hervor=
gerufen
.
Ueber die letzten Stunden des Generals Nogi wer=
den
noch folgende Einzelheiten gemeldet: Geſtern früh
ließ Nogi den Photographen zu ſich kommen, der ihn
und ſeine Gattin im Garten der Wohnung photographie=
ren
mußte. Dann begab ſich Nogi zur Trauerfeier in
den Palaſt und verweilte dort längere Zeit in dem Ge=
mache
, wo die Leiche des Kaiſers Mutſuhito aufgebahrt
war. Auf dem Rückwege nach ſeiner Wohnung ſprach
er im Palaſt des Prinzen Fuſhimi vor, wo er noch als
Obmann des Empfangskomitees tätig war. Der drama=
tiſche
Selbſtmord, der ſich in einem der größten Augen=
blicke
des nationalen Lebens ereignete, wird von her=
vorragenden
Militärs und Landsleuten als eine herr=
liche
Tat und patriotiſche Handlung der Ergebenheit an=
geſehen
, aber da die Nation in tiefſter Trauer und der
Kaiſer in völliger Abgeſchloſſenheit iſt, iſt es unmöglich,
die gebräuchlichen letzten Ehren dem toten General zu
erweiſen. Infolgedeſſen wird amtlich von dem Tode
Nogis keine Kenntnis genommen. Wie es heißt, hat der
General einige Briefe hinterlaſſen, in denen er die Beweg=
gründe
ſeiner Tat angibt.
* Kioto, 14. Sept. Der Zug mit der Leiche
des Kaiſers Mutſuhito traf heute abend auf dem
für dieſe Gelegenheit eigens erbauten Bahnhofe auf der
kaiſerlichen Beſitzung Momoyama (ungefähr fünf Meilen
ſüdöſtlich von Kioto) ein. Zum Empfang erſchienen
hohe Beamten, Reichstagsmitglieder und andere hervor=
ragende
Perſönlichkeien in großer Anzahl, viele in Be=
gleitung
ihrer Frauen. Die Beſitzung, die in mannig=
fachen
hiſtoriſchen Beziehungen zur kaiſerlichen Familie
ſteht, beſteht teilweiſe aus bewaldeten Hügeln, deren
größter etwa 300 Fuß hoch iſt und als Sitz der Götter
betrachtet wurde. Die rieſigen Kiefern aus dieſem Berge
ſind Jahrhunderte alt. Sein Gipfel, von dem aus man
einen großartigen Ausblick auf die Umgebung hat, iſt
zur letzten Ruheſtätte des verſtorbenen Kaiſers aus=
erwählt
. Der Leichenzug glich im ganzen der Pro=
zeſſion
in vergangener Nacht in Tokio, nur daß die Mit=
glieder
der Kaiſerfamile mit dem glänzenden Gefolge
von Hofleuten, Militärs und Marineoffizieren nicht da=
bei
waren. Die Zeremonien, die folgten, ähnelten denen
auf dem Paradefeld von Aoyama. Zur Ueberwindung
der letzten ſteilen Strecke zum Berggipfel war eine Draht=
ſeilanlage
hergeſtellt, mittels deren der rieſige Sarg auf
dem Wagen emporgezogen wurde. Die Beiſetzung
im Grabe vollzog ſich nur in Gegenwart der Prieſter,
der, kaiſerlichen Vertreter und der oberſten Begräbnis=
beamten
und der notwendigſten Zeugen.
Das von Granit eingefaßte Grab iſt vollkommen
fertig. Der Bau des kaiſerlichen Mauſoleums beginnt
nicht, ehe der hundertſte Tag nach dem Tode des Kaiſers
vorüber iſt. Nach dem heutigen Begräbnis wurde die
Bahre, auf der der Sarg getragen wurde, verbrannt.
Morgen findet eine beſondere religiöſe Feier ſtatt, bei der
die Aſche der Bahre im Vorhof des Mauſoleums bei=
geſetzt
wird. Der geſtern in Tokio benutzte Ochſenwagen
wird verbrannt, ſeine Aſche wird in der Umwallung des
Palaſtes begraben. Auch der Waggon des Eiſenbahn=
zuges
, auf dem die Leiche befördert wurde, wird ver=
brannt
.

Kongreſſe und Verbandstage.

Deutſcher Pfarrertag.
Stuttgart, 13. Sept. In der Abgeordneten=
Verſammlung des deutſchen Pfarrertages wurde zunächſt
der Jahresbericht entgegengenommen. Aus dieſem geht
hervor, daß von den 18000 evangeliſchen Pfarrern 12000
dem Landesverband angehören. Drei neue Landesvereine,
und zwar Mecklenburg=Strelitz, Reuß j. L. und Olden=
burg
, ſind im Berichtsjahre dem Verbande beigetreten
An den deutſchen Kaiſer und den König von Württem=
berg
wurden Huldigungstelegramme abgeſandt. Das
folgende Thema betraf die Schaffung einer deutſchen
Hausbibel. Der erſte Referent war Paſtor Fraſtadt
(Schrebitz i. Sa.). Er hielt eine neue Hausbibel angeſichts
der vorhandenen Bibelausgaben für überflüſſig. Paſtor
Saathoff (Göttingen) nahm den entgegengeſetzten
Standpunkt ein. Er verlangte die Schaffung einer Volks=
bibel
, die das neue Teſtament und Auszüge aus dem alten
enthalten ſolle, und zwar in moderner Sprache. Die Ver=
ſammlung
kam zu keinem Entſchluß, ſondern entſchied, die
Sache an die Landesvereine zur weiteren Beratung zurück=
zuverweiſen
. Zu der Frage des Kolportageun=
weſens
wurde folgende Reſolution angenommen:
Der Verband der deutſchen Pfarrervereine wolle die ge=
eigneten
Mittel ergreifen, um dem auf dem Gebiete der
Kolportage für Zwecke der Wohltätigkeit beſtehenden Un=
weſen
zu ſteuern. Als geeignete Mittel erſcheinen: 1. Mo=
raliſche
Verpflichtung der Mitglieder ſämtlicher Pfarrer=
vereine
a) für Zwecke ihrer Gemeinden reſp. ihrer Leitung
unterſtellten Anſtalten ſich nicht der Bilderkolportage zu
bedienen; b) unter keinen Umſtänden durch Empfehlung
und dergleichen dieſe Kolportage zu unterſtützen. 2. Vor=
ſtellung
an den Zentralausſchuß für Innere Miſſion mit der
Bitte, die Anſtalten und Vereine für Innere Miſſion auf
den Unfug, der bei der Kolportage getrieben wird, ſowie
auf den prozentual äußerſt geringen Gewinn, der für die
Anſtalten erzielt wird. hinzuweiſen. 3. Vorſtellung an
die deutſchen evangeliſchen Kirchenregierungen mit der
Bitte, den Gemeinden uſw., die ſich der Bilder= bezw.
Bücherkolportage bedienen, in der Abſicht, für Gemeinde=
zwecke
Geld zu gewinnen, die Unterſtützung durch Kollek=
ten
zu verſagen. In einer Verſammmlung der ab=
ſtingnteln
Pfanrer ſprach Univerſitätsprofeſſor Dr. von
Wurſter (Tübingen) über das Thema: Abſtinenz als
Standespflicht. Am Abend fand eine Gemeindever=
ſammlung
ſtatt, bei der verſchiedene Redner religiöſe Ein=
drücke
aus ihrer engeren Heimat gaben.

Die Manöver der 25. Diviſion.

* Heimersheim, 14. Sept. Auf den Höhen
kördlich Weinheim und weſtlich Heimersheim hatten
geſtern die Roten unter ihrem Führer, dem Oberſt und
Kommandeur des Infanterie=Regiments Nr. 168, Neu=
haus
, eine Verteidigungsſtellung vorbereitet, die ſowohl
für einen Angriff von Weinheim als auch von Alzey=
Heimersheim her gute Dienſte zu leiſten vexochte. Seine
Hauptkräfte hatte der Kommandeur von Rok bei Erbes=
Büdesheim bereitgeſtellt. Schon am frühen Morgen er=
hielt
er Nächricht, daß feindliche Truppen vor Eſſelborn
im Vormarſch auf Alzey und Weinheim ſeien. Durch
das wellige Gelände begünſtigt, gelang es der blauen

verſtärkten 50. Infanterie=Brigade, zu der das Infanterie=
Regiment 168 und drei Flaggen=Bataillone getreten
waren, unter Führung des Oberſten und Kommandeurs
des Infanterie=Regiments 118, v. Behr, ohne ernſtlichen
Kampf Heimersheim und die Höhen weſtlich davon zu
nehmen. In dem Beſtreben, die linke Flanke der Roten
zu umfaſſen, entwickelten ſich die Hauptkräfte der Blauen
gegen das meiſterhaft bei Höhe 293, weſtlich Heimers=
heim
, aufgeſtellte Garde=Füſilier=Bataillon des Leib=
garde
=Regiments unter Major v. Oven, das zurückgewor=
fen
wurde, aber nicht auf die roten Hauptkräfte auf
Erbes=Büdesheim, ſondern in Richtung Bornheim zurück=
wich
. Dieſen Augenblick benutzte Oberſt Neuhaus ſehr
geſchickt, um ſeinerſeits von Erbes=Büdesheim gegen Hei=
mersheim
=Bornheim mit ſeinen ganzen Kräften vorzu=
brechen
. Trotzdem der rechte rote vorgehende Flügel
durch zwei blaue Batgillone des Inf.=Regts. 118, die
von Weinheim her anrückten, gefeſſelt wurde, gelang es
Oberſt Neuhaus doch, die feindlichen Kräfte auf Alzey=
Albig zurückzuwerfen. Durch Hilfe eines aus dem Wäld=
chen
ſüdlich Bornheim gemachten Vorſtoßes der blauen
Reſerven (Infanterie=Regiment 117) vermochte Blau
ohne große Verluſte auf Albig zurückzugehen. Bei dem
beginnenden Rückzug war es den 23. Dragonern von
Rot gelungen den Rücken von Blau zu bedrohen
und zwei blaue Batterien vom Feldartillerie= Regi=
ment
61, die die gewaltige Feuerwirkung des verfolgen=
den
Feindes mindern ſollten, erfolgreich zu attackieren.
Auf den Höhen öſtlich Albig war es Blau möglich,
Front zu machen, da zu ſeiner Unterſtützung das In=
fanterie
=Regiment 168 bei Biebelnheim, von der ange=
nommenen
eingebauten Brücke bei Oppenheim kommend,
eintraf. Rot, das den Sieg nur unter ſtarken Verluſten
errungen hatte, konnte nur bis auf die Höhen des Neu=
bergs
ſüdöſtlich von Heimersheim und nördlich des Neu=
bergs
folgen, und wurde dann durch Kanonendonner von
Nordweſten her und durch den Befehl ſeines auf dem
Wißberg bei Gau=Bickelheim und der Napoleonshöhe
kämpfenden Korps in die Gegend von Gumbsheim zurück=
gerufen
, um dort den Schutz der rechten Flanke des Korps
gegen ſeinen heutigen Gegner und die bei Oppenheim
übergehenden Truppen zu übernehmen. Blau ging
gegen Abend in Linie Biebelnheim=Albig=Schafhauſen,
Rot bei Wöllſtein=Gumbsheim, geſchützt durch Vor=
poſten
, zur Ruhe über. Der Großherzog und die
Großherzogin, ſowie Prinzeſſin Luiſe von Batten=
berg
wohnten der Uebung bei.
* Mainz, 15. Sept. In der Stadthalle fand heute
abend die vom Großherzog von Heſſen ge=
gebene
Manövertafel ſtatt. An derſelben nahmen außer
dem Großherzog, dem Fürſten zu Bierſtein und dem
kommandierenden General des 18. Armeekorps v. Eich=
horn
, die am Manöver teilnehmenden Generale und
Stabsoffiziere des Generalkommandos und der 25. Diviſion,
im ganzen 85 Herren, teil. Nach der Tafel begab ſich
der Großherzog ins Stadttheater, wo bereits die Groß=
herzogin
und die hier anweſenden Fürſtlichkeiten ein=
getroffen
waren.
Der Großherzog von Heſſen verlieh dem komman=
dierenden
General des 18. Armeekorps von Eichhorn
die höchſte heſſiſche Auszeichnung, das Großkreuz des
Ludwigsordens, und dem ſeitherigen Gouverneur von
Mainz, General der Kavallerie Graf v. Schlieffen,
das Großkreuz des Ordens Philipps des Großmütigen.

Erdbeben.

Jugenheim (Erdbebenwarte), 14. September,
9 Uhr vormittags. In der vergangenen Nacht wurde
ein ſtarkes Erdbeben regiſtriert mit dem Einſatz
um 12 Uhr 35 Minuten 2 Sekunden. Das Beben fand
nach der Berechnung in der Nähe von Konſtantinopel
ſtatt. Die Herdentfernung beträgt 1900 Kilometer. Es
ſcheint das Beben faſt dem gleichen Herd zu entſtammen,
wie das zerſtörende Erdbeben vom 9. Auguſt d. Js.,
das die europäiſche Küſte des Marmarameeres verheerte.
Aus der Regiſtrierung iſt jedoch zu ſchließen, das dieſes
Mal das Beben etwas ſchwächer war, wie am 9. Auguſt,
jedoch hinreichend ſtark, um bedeutenden Schaden anzu=
richten
. Nach oſteuropäiſcher Zeit fand der Hauptſtoß
nachts 1 Uhr 31 Minuten ſtatt.
* Heidelberg, 14. Sept. Der Seismograph der
Rönigſtuhlwarte verzeichnete in der letzten Nacht ein
ſehr ſtarkes Fernbeben, das um 12,35 Uhr ein=
ſetzte
und um 12,43 Uhr ſein Maximum erreichte. Die
Entfernung des Erdbebenherdes beträgt etwa 2000 Kilo=
meter
.
* Stuttgart, 14. Sept. Die Erdbebenwarte von
Hohenheim verzeichnete heute nacht ein ſtarkes Erd=
beben
. Der erſte Vorläufer trat um 12 Uhr 34 Mi=
nuten
53 Sekunden ein. Der Herd liegt in einer Ent=
fernung
von etwa 1850 Kilometer, wahrſcheinlich an der
Küſte von Kleinaſien. Auch die Erdbebenwarte von
Bieberach verzeichnete dieſelbe Meldung,
*Konſtantinopel, 14. Sept. Heute nacht 1 Uhr
wurde ein ſtarker Erdſtoß verſpürt, der eine Panik
verurſachte. Der Erdſtoß iſt wahrſcheinlich der Rückſchlag
eines größeren Erdbebens.
* Konſtantinopel, 14. Sept. Das Erdbeben
der letzten Nacht ſcheint dasſelbe Zentrum zu haben wie
das vorhergehende. Nach den bisherigen Nachrichten ſind
auf der Inſel Tenedos zahlreiche Häuſer ein=
geſtürzt
. In Gallipoli, wo eine Reihe von Häuſern be=
ſchädigt
oder eingeſtürzt ſind, kampiert die Bevölkerung im
Freien. Zwei Perſonen wurden verletzt. In Rodoſto
war die Erſchütterung von heftigem Donner begleitet. In
Myriophito, wo der Erdſtoß ebenſo heftig war mie beim
letzten Beben, aber nicht ſo lange dauerte, wurde beträcht=
licher
Schaden angerichtet. In Ganos wurden u. a. alle
Bäckereien zerſtört.

Untergang des Torpedoboots 6 171.

* Kuxhaven, 14. Sept. Nach hierher gelangten
Meldungen iſt heute mittag das Torpedoboot
G. 171 von dem Linienſchiff Zähringen bei einem
Durchbruchsverſuch gerammt worden und in 15 Minu=
ten
in 30 Meter Waſſertiefe geſunken. Sieben
Mann werden vermißt. Die Unfallſtelle befindet ſich
nördlich von Helgoland.
* Wilhe mshaven, 14. Sept. Voi dem heute
mittag nördlich von Helgoland geſunkenen Torpe=
doboot
G 171 werden vermißt: der Verwaltungs=
ſchreiber
Michelſen, die Torpedomaſchiniſtenmaate Möl=
ler
und Koitzſch, der Torpedoheizer Buß, ſowie der Tor=
pedomatroſe
Friedrich Schulz. Der Torpedomaſchiniſten=
maat
Danzerbrink iſt nach vergeblichen Wiederbelebungs=
verſuchen
geſtorben. Der Obermatroſe Schimmelpfennig
erlitt einen Schenkelbruch. Er wurde ins Marinelazarett
Wilhelmshaven übergeführt.
* Wilhelmshaven. 14. Sepb. Die zweite
Torpedobootsflottille zu der das verunglückte
Torpedbooot G 171 gehört, iſt heute abend um 6 Uhr

in Wilhemshaven eingelaufen. Sie hatte die Flaggen
auf Halbſtock geſetzt.
* Wilhelmshaven, 14. Sept. Das gerammte
Torpedoboot G 171 liegt 16 Seemeilen ſüdweſtlich
von Helgoland. Die Unfallſtelle iſt bezeichnet. Die Ber=
gungsarbeiten
ſind eingeleitet.
* Wilhelmshaven, 14. Sept. Von der Mann=
ſchaft
des untergegangenen Torpedobootes G 171 wird
auch der Torpedo=Oberheizer Wichmann vermißt.

Eihweihung der Hoftheater in Stuttgart.

St. Stuttgart, 15. Sept. Unter rauſchenden
Feſten voll Glanz und Pomp und von einzigartigen
künſtleriſchen Darbietungen gekrönt, feierte Stuttgart und
mit ihm das ganze literariſche Deutſchland geſtern und
heute die Einweihung ſeiner beiden neuen, von Profeſſor
Littmann erbauten Theater, die eine Bauſumme von
7½ Millionen erforderten. Die Feiern begannen am
Samstag abend um 6 Uhr mit einer Feſtvorſtellung in
dem großen Hauſe. In der Hofloge wohnten der Vorſtel=
lung
bei das württembergiſche Königspaar, ſowie
Herzog Albrecht und deſſen drei Söhne. Der König trug
die Uniferm eines Dragonerregiments, die Königin eine
blau=graue Seidenrobe. Weiter ſind anweſend: Die
Intendanten Graf von Hülſen=Häſeler=Berlin, Graf See=
bach
=Dresden, Dr. v. Poſſart=München, Graf Bylandt=
Kaſſel, Emil Claar=Frankfurt a. M., Geh. Hofrat Dr. Baſ=
ſermann
=Karlsruhe, v. Frankenberg=Braunſchweig, von
Holthoff=Koburg, v. Mutzenbecher=Wiesbaden, v. Putt=
kamer
=Hannover, v. Radetzky=Oldenburg, Freiherr von
Schirach= und v. Vignau=Weimar, Marterſteig=Leipzig,
Richard Alexander, der berühmte Berliner Komiker,
Geh. Hofrat Max Bachur aus Hamburg=Altona, Viktor
Barnowsky, Direktor des Kleinen Theaters, Berlin, Hof=
rat
Otto Beck, Direktor des Bonner Stadttheaters, der
Direktor der Wiener Hofoper Hans Gregor, Geh. Hofrat
Max Grube=Meiningen, der Kölner Stadttheaterdirektor
Remond, den Direktor des Landestheaters in Prag, Dr.
Teweles der Geh. Intendanzrat Lautenburg aus Berlin.
Von Bühnenſchriftſtellern und Opernkomponiſten ſah man
u. a.: Oskar Blumenthal, Otto Ernſt, Rudolf Herzog,
Guſtav Kadelburg, Karl v. Kaskel, Friedrich Kloſe, Hans
Kyſer, Joſeph Lauff, Pierre Maurice, Wilhelm v. Scholz,
Karl Schönherrs und Frank Wedekind mit ſeiner Gattin.
Das Feſtſpiel war eine durch verbindenden Text von
Baron Konrad v. Puttlitz einheitlich geſtaltete Auf=
führung
von Bruchſtücken, die das neue Theater auf allen
Gebieten ſeiner Leiſtungsfähigkeit zeigen ſollte: Vorſpiel
auf dem Theater, Vogoleſo, die Glocke, Feſtweiſe aus
den Meiſterſingern und zum Schluß die Reichstagsſzene
aus Schillers Demetrius In der Pauſe hielten die Make=
ſtäten
in dem prächtigen Foyer Cercle. Abends 10 Uhr
fand im Königsbau Feſtbankett ſtatt, an dem etwa
550 Perſonen teilnahmen. Trinkſprüche wurden ausge=
bracht
von den Herren Baron zu Puttlitz, Graf von
Hülſen, Finanzminiſter v. Goßler, Oberhofkammer=
rat
v. Wiedersheim, Oberbürgermeiſter Lauten=
ſchlager
, Heh. Hofrat Littmann, Dr. Walter
Bloem und Profeſſor Claar. Jedem Teilnehmer wurde
eine künſtleriſch ausgeführte Bronzeplakeſtte überreichte.
Am Sonntag vormittag um 11 Uhr fand im Klei=
nen
Hauſe einem ganz entzückenden ſtimmungsreichen
Theater, Feſtvorſtellung ſtatt, der wiederum die königliche
Familie, ſowie die geladenen Ehrengäſte beiwohnten. Es
wurden Teile aus Die Journaliſten und aus Figaros
Hochzeit aufgeführt. In der Pauſe wurden die beſonders
Geladenen vom Königspaar im Foyer bewirtet. An die
Aufführung ſchloß ſich eine gruppenweiſe Beſichtigung
der Geſamttheateranlagen, die in techniſcher und künſtleri=
ſcher
Beziehung muſterhaft ſind. (Ausführlicher Bericht
folgt.)
* Stuttgart, 14. Sept. Der König hat aus
Anlaß der Einweihung der Königlichen Hoftheater laut
Staatsanzeiger u. a. folgende Auszeichnungen ver=
liehen
: Dem Generalintendanten der Königlichen Hof=
theater
, Baron zu Putlitz, das Großkreuz des Fried=
richsordens
, dem Hofkammerpräſidenten Staatsrat von
Scharpff das Komturkreuz mit dem Stern des
Ordens der Württembergiſchen Krone, dem Generalmuſik=
direktor
Profeſſor Dr. Max Schillings das mit dem
Perſonaladel verbundene Ehrenkreuz des Ordens der
Württembergiſchen Krone, dem Oberbürgermeiſter Lau=
tenſchlager
von Stuttgart das Ritterkreuz desſelben
Ordens. Der Erbauer der Hoftheater, Profeſſor Max
Littmann=München, erhielt den Titel eines Geheimen
Hofrates.

Jungdeutſchlandfeſt.

gl. Eine viele Hunderte zählende Schar friſch fröh=
licher
Jugend, in allen möglichen Sport= und Turnverei=
nen
zuſammengeſchloſſen, erlebte geſtern die Freude, ihr
erſtes gemeinſames Jugendfeſt begehen zu können. Zwar
zeigte ſich auch geſtern der Himmel bedeckt, doch hielten
nordweſtliche Winde den Regen fern. So entwickelte
ſich denn ſchon vormittags in den Straßen ein lebhaftes
Treiben. Scharen von Jugendlichen in Sportkleidung be=
lebten
das Straßenbild, eifrig noch die letzten Vorberei=
tungen
treffend. Am Hoftheater ſtellte ſich der impoſante
Feſtzug auf, der um 2 Uhr abmarſchierte. Eine vieltau=
ſendköpfige
Menſchenmenge verweilte in der Rheinſtraße,
durch die die Jugendvereine kamen und gab dem Zuge das
Geleit. Zwei Muſikkapellen, die des 87. Infanterieregi=
ments
, unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters
Autem und der Poſaunenchor der Wartburg, gelei=
tet
von ſeinem Dirigenten, Herrn Lutz, waren im Feſt=
zuge
verteilt. Die Vereine marſchierten zunächſt um die
Uebungsfelder auf dem Infanterie=Exerzierplatz und bil=
deten
dort ein Viereck. Die Muſik und die vereinigten
Turnerſingmannſchaften, Dirigent Etzold, ſowie die anwe=
ſenden
Ehrengäſte traten in die Mitte. Das Publikum
ſchloß ſich an.
Nach einem ſtimmungsvollen Chorgeſang der Turner
ergriff Herr Bürgermeiſter Mueller das Wort. Er be=
grüßte
warm die Jugend, den anweſenden Vorſitzenden
des Heſſ. Landesverbandes Jungdeutſchland, Herrn Gene=
ralmajor
Freiherr von Heyl, und die Ehrengäſte und
brachte ein Hoch auf den Kaiſer und den Großherzog aus.
Die Muſik ſpielte die Nationalhymne, worauf die Vereine
auf die einzelnen Spielfelder abzogen. Die Vorführungen
ſpielten ſich nun programmmäßig ab. Eigentliche Wett=
kämpfe
gab es nicht, da das Ganze als eine Ueberſichts=
leiſtung
gedacht war. Ein Rundgang ergab folgende Mo=
mentbilder
: In geſchloſſener Maſſe überaus freundlich
wirkend durch die einheitliche weiße Kleidung, übte die
Darmſtädter Turnerſchaft, vom Publikum lebhaft um=
drängt
. Nicht minder großes Intereſſe nahmen die Pfad=
finder
und die Jugendlichen der Handlungsgehilfen in An=
ſpruch
, die ein Feldlager errichtet hatten und gerne friſch
gekochte, vortrefflich mundende Bohnenſuppe zur Verfü=
gung
ſtellten. Ein anderes Feld nahmen die kath. Ju=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218

gendvereine ein, die Fauſt= und Fußballſpiele darboten.
Ueber das große Hindernis kletterte Jungdarmſtadt der
vereinigten Kriegervereine und ſetzten die Zuſchauer durch
ihren Wagemut und ihre Gewandtheit in Erſtaunen. Auf
einem anderen Feld übten die evang. Jugendvereine. Auch
ſie bergen tadelloſe Turner in ihren Reihen. Der Fuß=
ballklub
Olympia und der Darmſtädter Sportklub 1905
hatten eine kombinierte Mannſchaft zu einem Fußballſpiel
geſtellt, das großes Intereſſe und reiche Abwechſlung bot.
Auch die freie Sanitätskolonne hatte eine Mannſchaft ge=
ſchickt
, die indes glücklicherweiſe nur zuzuſchauen
brauchte. Erſt gegen ½6 Uhr nahmen die vielen Spiele
ein Ende, worauf nach einer Schlußanſprache des Herrn
Prof. Kiſſinger der Rückmarſch angetreten wurde.
Mit dem Verlauf ihres erſten Jugendfeſtes können die
Vereine recht zufrieden ſein. Es könnte für die Folge
allerdings nichts ſchaden, wenn einige Muſikkapellen für
größere Abwechſlung ſorgen würden. Unter den vielen
Ehrengäſten bemerkten wir die Herren Miniſter von Hom=
bergk
, Generalmajor von Randow, Geheimrat Süffert
u. a. mehr.

Hauptverſammlung des Gewerbevereins für das
Großherzogtum Heſſen.

-g. Bingen, 15. Sept. Der Landesgewerbe=
verein
hielt heute im feſtlich geſchmückten Bingen in
dem großen Saale des Bahnhofs ſeine Hauptverſamm=
lung
ab. Am Samstag abend war eine Begrüßungs=
feier
voraufgegangen und am Samstag vormittag eine
Beſichtigung der Ausſtellung von Schüler=
arbeiten
der Baugewerkſchule und der Gewerbeſchule zu
Bingen. Die Ausſtellung der Baugewerkſchüler umfaßt
Modellbauten von Gebäulichkeiten, Eiſenbahn=, Bahnhof=
und Flußregulierungsanlagen, ſowie Zeichnungen für
Hoch= und Tiefbau. Die Gewerbeſchule iſt ſeit etwa Jah=
resfriſt
in eine Mittwochnachmittagsſchule umgewandelt
worden. Die Schüler erhalten hier Mittwochs von 2 bis
7 Uhr Gewerhe; und Fortbildungsſchulunterricht und
zwar im engſten Anſchluß an die Baugewerkſchule von
Lehrern dieſer Anſtalt. Die Schule iſt in drei Abteilungen
mit je drei Klaſſen eingeteilt, Abteilung für Baugewerbe,
Ziergewerbe und Metallgewerbe. Auf einen Lehrer kom=
men
10 bis 25 Schüler. Dieſe Einteilung zeigt ihre Er=
folge
in den vorzüglichen ausgeſtellten Schülerarbeiten.
Der Vorſitzende der Großh. Zentralſtelle für die Ge=
werbe
, Geh. Regierungsrat Noack, eröffnete um halb
11 Uhr vormittags die Hauptverſammlung, begrüßte die
Erſchienenen, insbeſondere als Vertreter der Regierung
Regierungsrat Pfeifer, als Vertreter des Kreisamts
Mainz Regierungsrat Krug von Nidda, von Alzey
v. Schenck zu Schweinsberg u. a. und gab die
Anregung, auf größere Begrüßungsanſprachen zum Vor=
teil
einer glatteren Erledigung der Tagesordnung zu ver=
zichten
. Geh. Regierungsrat Pfeifer dankte im Namen
der Regierung für die freundliche Einladung, der Herr
Miniſter des Innern, ſowie der Vorſtand des Mini=
ſteriums
für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe hätten
ſehr bedauert, der Einladung nicht folgen zu können. Der
Frage der Jugendfürſorge, deren ſich der Landesgewerbe=
verein
beſonders widme, werde auch von der Regierung
die größte Aufmerkſamkeit geſchenkt. Um nun die für
Zwecke der Jugendfürſorge für das Rechnungsjahr vor=
handene
Summe von 15000 Mark in der vorteilhafteſten
Weiſe zu verwenden, ſoll ein Ausſchuß gebildet werden,
der der Regierung beratend zur Seite ſteht. Die Regie=
rung
hoffe, daß auch der Landesgewerbeverein in dieſem
Ausſchuß nicht fehlen werde. Der Verein könne der wohl=
wollendſten
Unterſtützung ſeitens der Regierung in allen
für das Gewerbe wichtigen Fragen verſichert ſein. Er
wünſche der Tagung vollen Erfolg. Geh. Regierungsrat
Noack dankt für die freundliche Begrüßung. Der Direk=
tor
der Baugewerkſchule Tölp berichtet ſodann über den
Arbeitsplan und Lehrgang der Anſtalt und ladet zum
regen Beſuch der Ausſtellung ein.
Der Vorſitzende gab nunmehr einen kurzen Tätig=
keitsbericht
über das 76. Vereinsjahr. Der Verein
ſieht es auch weiterhin als ſeine Aufgabe an, durch Ge=
währung
von Unterſtützungen Minderbemittelte den Be=
ſuch
einer gewerblichen Lehranſtalt zu ermöglichen. Er
bringt auch den Mitgliedern durch Meiſtbegünſtigungsver=
träge
mit Verſicherungsanſtalten Vorteile die nicht ge=
ring
anzuſchlagen ſeien. Nun tritt der Verein mit dem
Vortrag des Geh. Regierungsrat Dr. Dietz über Tuber=
kuloſebekämpfung
im Mittelſtande in ein neues Tätigkeits=
gebiet
ein. Auf dem Gebiet des Unterrichtsweſens ſeien
erfreuliche Fortſchritte zu verzeichnen. Von der Einrich=
tung
der Geſellenprüfungen haben nahezu 2000 Lehrlinge
Gebrauch gemacht. Auch die Meiſterkurſe ſeien von gro=
ßer
Bedeutung für die Hebung des Handwerks, ebenſo
die kleinen gewerblichen Ausſtellungen und die Vorträge.
Was auf dem Gebiet des Unterrichtsweſens mit den vor=
handenen
Mitteln geleiſtet wird, iſt ſehr erſtaunlich, ſind
doch die Lehrer ſtets bemüht, ihren Unterricht den neu=
zeitlichen
Verhältniſſen anzupaſſen. Sollen jedoch die ge=
werblichen
Unterrichtsanſtalten ihren Zweck erfüllen, dem
Gewerbe und dem Handwerk neues Leben zuzuführen, ſo
ſei nur ſtets wieder zu fordern die Gleichberechtigung mit
den anderen Anſtalten, die Berechtigung zur Verleihung
des Einjährigen. Erſt dann werde es möglich ſein, im
Handwerk etwas von dem bekannten goldenen Boden zu
ſehen und der übermäßige Zuſtrom zu den akademiſchen
Berufen werde zum Vorteil des Gewerbes auf das rich=
tige
Maß gebracht. Da der Verein in allen dieſen Be=
ſtrebungen
auf die Unterſtützung der Regierung rechnen
könne, ſo dürfe man getroſten Mutes in die Zukunft blik=
ken
. Er ſchloß ſeine Rede mit einem dreifachen Hoch auf
Großherzog Ernſt Ludwig.
Im Anſchluß an den Bericht beanſtandeten einige
Mitglieder einen angeblichen Beſchluß der Handwerks=
kammer
Darmſtadt über die Frage, ob die Gewerbever=
eine
, die mehr als zur Hälfte ihrer Mitglieder aus Nicht=
handwerkern
beſtehen, zu den Handwerkskammerwahlen
zuzulaſſen ſind oder nicht. Handelskammer=Syndikus
Engelbach=Darmſtadt ſagte Eingehen auf dieſe
Frage für ſpäter zu, nachdem bereits der Vorſitzende kon=
ſtatiert
hatte, daß zwiſchen dem Verein und der Hand=
werkskammer
die allerbeſten Beziehungen beſtehen und
daß man ſtets beſtrebt iſt, etwaige Mißverſtändniſſe in
friedlichem Austauſch zu beſeitigen.
Es ergreift ſodann der Vorſitzende der Landesver=
ſicherungsanſtalt
für das Großherzogtum Heſſen, Herr
Geh. Regierungsrat Dr. Dietz, das Wortt zu ſeinem
Vortrag über Die Tuberkuloſebekämpfung im Mittel=
ſtand
. Nachdem der Herr Vortragende in umfaſſender
Weiſe die Verbreitung dieſer Krankheit ein Drittel,
in einzelnen Orten bis zur Hälfte aller Todesfälle ſind
ihr zuzuſchreiben geſchildert hate, gab er eine Zuſam=
menfaſſung
der beſonders ſeit dem Inkrafttreten der ſo=
zialen
Verſicherung von der Verſicherungsanſtalt ergrif=
fenen
Bekämpfungsmaßregeln. Die erſte Stelle nimmt
neben der Hygiene und der Abſonderung vor allem die

Heilſtättenbehandlung ein. Da ſei es nun beſonders bei
der Heilſtättenbehandlung auffallend, wie wenig der
Mittelſtand daran beteiligt iſt, obgleich auch im Mittel=
ſtand
die Tuberkuloſe weit verbreitet ſei. Dieſe Erſchein=
ung
laſſe ſich jedenfalls damit erklären, daß es dem klei=
nen
Handwerker oder Gewerbetreibenden nicht möglich
ſei, den Ausfall an Einkommen leicht zu verſchmerzen
und daneben noch die Koſten für die Heilſtättenbehand=
lung
aufzubringen. Da die Zahl der Aufnahmebegeh=
renden
in die Lungenheilſtätten aus dem Arbeiterſtande
im Abnehmen begriffen ſei, müſſe die Forderung er=
hoben
werden, daß dem Mittelſtande einige Heilſtätten
überlaſſen werden. Um dann den Beſuch den Angehöri=
gen
des Mittelſtandes zu ermöglichen, ſei zu empfehlen,
Fonds zu ſammeln und aus dieſen Unterſtützungen,
Preisermäßigungen und Freiſtellen zu gewähren. Da=
neben
ſei auch weiterhin zu fordern die ſtaatliche Zwangs=
verſicherung
. Dem beifällig aufgenommenen Vortrag
folgte eine intereſſante Diskuſſion, in der Hill= Darm=
ſtadt
für ein Eheverbot der Tuberkulöſen eintrat; auch
wurde bemängelt, daß die Verſicherungsanſtalten den in
Heilſtätten Untergebrachten einen Berufswechſel zur Be=
dingung
machen. Sames=Darmſtadt weiſt darauf
hin, daß auch die Alkoholenthaltſamkeit geeignet ſei, bei
der Tuberkuloſebekämpfung eine große Rolle ju ſpielen,
da durch Alkoholgenuß die Widerſtandskraft gegen die
Anſteckungsgefahr geſchwächt würde. Hierzu bemerkte
der Vortragende, daß allerdings der Alkohol eine äußerſt
wichtige Rolle bei den Erkrankungen an Tuberkuloſe
ſpiele. Für ein Eheverbot könne er nicht eintreten, es
ſei zu weitgehend und auch überflüſſig. Der Berufs=
wechſel
müſſe im Intereſſe des Kranken ſelbſt angeordnet
werden, ſonſt wäre er bald wieder ſo krank wie vorher.
Doch kommen in neuerer Zeit die Arbeitgeber den als
geheilt Entlaſſenen inſofern entgegen, daß ſie ihnen eine
andere Beſchäftigung zuweiſen, bei der ſie nicht ſo ge=
fährdet
ſind.
Der Vorſitzende teilt hierauf mit, daß der Ausſchuß
beſchloſſen habe zu beantragen, die von den Verſiche=
rungsabſchlüſſen
eingehenden Proviſionen ſollten kapita=
liſiert
und zu einem Fonds verwendet werden, aus dem
Unterſtützungen für Heilſtättenkranke, Preisermäßigungen
und Freiſtellen gewährt werden ſollen. Die Verſammlung
ſtimmte dem Antrag im Prinzip bei. Eine Kom=
miſſion
ſoll ſich mit dieſer Frage eingehend beſchäftigen.
Ferner hatte der Ausſchuß beantragt, den Bezirksver=
einen
außer den bereits bewilligten Vorträgen zwei von
Fachleuten geſtellten Vorträge zur Verfügung zu ſtellen.
Die Verſammlung ſtimmt auch dieſem Antrag zu. Bei
der nun folgenden Wahl des nächſtjährigen Tagungsortes
für die Hauptverſammlung bewerben ſich Bad=Nauheim,
Vilbel und Lauterbach; Büdingen tritt zugunſten von
Lauterbach zurück. Lauterbach wird als nächſter Ta=
gungsort
für die Hauptverſammlung gewählt.
Ueber einige dem Ausſchuß unterbreitete Anliegen einzel=
ner
Bezirksvereine an die Hauptverſammlung werden ohne
Debatte zur Kenntnis genommen. Die Tagesordnung iſt
erledigt. Der Vorſitzende dankte hierauf für den zahl=
reichen
Beſuch und ſchloß die Verſammlung. Ein gemein=
ſames
Mittageſſen im Pariſer Hof beſchloß die Tagung.

Darmſtadt, 16. September.
* Militärdienſtnachrichten. Boeck, Lt. im Nieder=
rhein
. Füſ.=Regt. Nr. 39, vom 1. Oktober 1912 ab auf
ein Jahr zur Dienſtleiſtung beim 2. Großh. Heſſ. Feld=
art
.=Regt. Nr. 61 kommandiert. Erbgraf von Schlitz
gen. von Görtz, Lt. à l. s. der Armee, zum Oberlt.
befördert. Am 30. September ſcheidet aus dem Heere
aus und wird mit dem 1. Oktober 1912 in der Schutz=
truppe
für Südweſtafrika angeſtellt: von Geldern=
Crispendorf, Lt. im Großh. Art.=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25. Ein einjähriger Urlaub
bewilligt: dem Hauptmann Ring, unter Enthebung
von der Stellung als Adiutant der 16. Inf.=Brig. und
unter Verſetzung in das Inf.=Regt. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, vom 1. Oktober 1912 ab. Zum Oberarzt
befördert: Dr. Wichmann, Aſſiſt.=Arzt beim 2. Großh.
Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61. Der Abſchied bewilligt:
dem Stabsarzt Dr. Ebner der Reſ. (Mainz), dem
Oberarzt Dr. Bernoulli der Reſ. (I Darmſtadt),
dieſem behufs Uebertritts in Königl. Württemberg.
Militärdienſte. Baumgärtner, Regierungsbau=
meiſter
, techniſcher Hilfsarbeiter bei der Intend. des
XVIII. Armeekorps, als Vorſtand zum Militär=Bauamt
Aachen verſetzt. Verſetzt zum 1. Oktober 1912: Kir=
ſtein
, Proviantamtsinſp. in Mainz, nach Frank=
furt
a. M.
Hauptmann v. Hagen, jetzt Komp.=Chef im Gren.=
Reg. König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pomm.) Nr. 2,
dem 20. Armeekorps zugeteilt; Veterinär Dr. Löffler,
jetzt beim Leib=Drag.=Reg. (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, dem
3. Rheiniſchen Feldartillerie=Regiment Nr. 83 zugeteilt;
Leutnant Steeg, jetzt im Großh. Heſſ. Train=Bat.
Nr. 18, dem 2. Rheiniſchen Train=Bataillon Nr. 21 zu=
geteilt
; Frhr. Raitz v. Frentz, Oberſtleutnant beim
Stabe des Füſ.=Regts. Fürſt Karl Anton von Hohen=
zollern
(Hohenzoll.) Nr. 40, unter Ernennung zum Kom=
mandeur
des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117 zum Oberſt befördert; Nippraſchk,
Major z. D. und Kommandeur des Landwehr=Bezirks
Mainz, der Charakter als Oberſtleutnant verliehen;
v. Laffert, Rittmeiſter und Eskadron=Chef im Ulanen=
Regiment Kaiſer Alexander II. von Rußland (1. Bran=
denburg
.) Nr. 3, als Hauptmann in den Generalſtab der
Armee verſetzt; Wegeli, Hauptmann und Adjutant der
50 Inf.=Brig. (2. Großh. Heſſ.), als Kompagnie=Chef in
das Inf.=Reg. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116
verſetzt. v. Rodewald, Oberleutnant im Füſ.=Reg.
General Feldmarſchall Prinz Albrecht von Preußen
(Hannov.) Nr. 73, zum Hauptmann befördert und zum
Adjutanten der 50. Inf.=Brig. (2. Großh. Heſſ.) ernannt.
Die Stabsoffiziers=Gebührniſſe erhalten vom 1. Okt. 1912
ab die überzähligen Majore: v. Werder beim Stabe
des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, v. Foller beim Stabe des Inf.=Regts. Kai=
ſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, Frhr. v. Leh=
mann
beim Stabe des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115. v. Kropf, Hauptmann und Komp.=Chef
im Leibgarde=Inf.=Reg. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. unter
Beförderung zum überzähligen Major mit der Maßgabe
zum Stabe des Inf.=Reg. von der Marwitz (8. Pomm.)
Nr. 61 verſetzt, daß derſelbe ſeine Gebührniſſe vom 1.
Oktober 1912 aus dem Etat dieſes Regiments zu be=
ziehen
hat. Ullrichs, Hauvtmann und Kompagnie=
Chef im Magdeb. Jäg.=Bat. Nr. 4, in das Leibgarde=
Inf.=Reg. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 verſetzt. Claſſen,
Oberleutnant im Inf.=Reg. Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, unter Beförderung zum Hauptmann zum Kom=
pagnie
=Chef ernannt. Unter Beförderung zu Hauptleuten
werden als Kompagnie=Chefs verſetzt die Oberleutants:
Frhr. v. Puttkamer im 5. Großh. Heſſ. Inf.=Reg.
Nr. 168 in das 1. Naſſ. Inf.=Reg. Nr. 87, Lange im 5.

Großh. Heſſ. Inf.=Reg. Nr. 168 in das 9. Bad. Inf.=Reg.
Nr. 170, Collmann, Militärlehrer am Kadettenhauſe
in Wahlſtatt in das Inf.=Reg. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118. Fitting, Oberlt. im Inf.=Leib=Reg
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, wird als Lehrer
zur Militär=Turnanſtalt verſetzt. v. Ramdohr, Ritt=
meiſter
und Eskadron=Chef im Garde=Drag.=Reg.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, erhält ein Patent ſeines Dienſt=
grades
. Eggersſ, Oberſtleutnant und Abt.= Komman=
deur
im Feldart.=Reg. Prinz Auguſt von Preußen
(1. Litthau.) Nr. 1, zum Kommandeur des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 25, ernannt.
v. Hahn, Hauptmann beim Stabe des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Reg. Nr. 25, zum über=
zähligen
Major befördert. Frhr. v. dem Busſche=
Lohe, Hauptmann und Batterie=Chef im Großh. Art.=
Korps 1. Großh. Feldart.=Reg. Nr. 25, zum Stabe des
Berg. Feldart.=Regts. Nr. 59 verſetzt. v. Holtzen=
dorff
, Hauptmann im 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Reg.
Nr. 61, als Batterie=Chef in das Feldart.=Reg. Großher=
zog
(1. Bad.) Nr. 14 verſetzt. v. Nathuſius, Oberſt=
leutnant
und Kommandeur des Trains des 8., 11. und
18. Armeekorps, wird zum Oberſten befördert. Hetzker,
Rittmeiſter und Kompagnie=Chef im Großh. Heſſ. Train=
Bat. Nr. 18, erhält ein Patent ſeines Dienſtgrades. Die
nachgenannten Reſerveoffiziere werden in gleicher Eigen=
ſchaft
verſetzt, und zwar: Zum 3. Oſtpreußiſchen Feldart.=
Reg. Nr. 79 die Oberleutnants der Reſerve: Bertram
des 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61 (VI Ber=
lin
), Moninger des Großh. Art.=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feldart.=Reg. Nr. 25 (VI Berlin). Zum 3. Ober=
Elſäſſiſchen Feldart.=Reg. Nr. 80 die Oberleutnants der
Reſerve: Krug des 1. Naſſauiſchen Feldart.=Regts.
Nr. 27 Oranien (I Darmſtadt), Wolf des 2. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regts. Nr. 61 (Heidelberg), Konrad des 2.
Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61 (Worms), Binder
des Maſur. Feldart.=Regts. Nr. 73 (I Darmſtadt),
Becker des Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=
Reg. Nr. 25 (I Darmſtadt). Zum 2. Maſuriſchen Feldart.=
Reg. Nr. 82 die Leutnants der Reſerve: Seggern des
Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Reg. Nr, 25
(Allenſtein). Zum Straßburger Feldart.=Reg. Nr. 84 die
Leutnants der Reſerve: Roſſié des Großh. Art.=Korps,
1. Großh. Heſſ. Feldart.=Reg. Nr. 25 (Rheydt). Zum 2.
Rheiniſchen Train=Bataillon Nr. 21 die Leutnants der
Reſerve: Menger des Großh. Heſſ. Train=Bat. Nr. 18
(Worms). Zum Bataillonsarzt wird ernannt unter Be=
förderung
zum Stabsarzt der Oberarzt Dr. Möslein
beim Garde=Drag.=Reg. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, und
in das 2. Bat. 8. Bad. Inf.=Regts. Nr. 169 verſetzt. Ver=
ſetzt
werden die Oberärzte Dr. Zahn beim 4. Lothring.
Inf.=Reg. Nr. 136, zum Inf.=Reg. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, Dr. Weckerling beim Inf.=Leib=Reg.
Großherzoain (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, zum Inf.=Reg.
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116; der Aſſiſtenz=
arzt
: Jung=Marchand beim 3. Unter=Elſäſſ. Inf.=
Reg. Nr. 138, zum Garde=Drag.=Reg. (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 23. Zum Stabsveterinär wird befördert der Ober=
veterinär
Zeumer beim 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Reg.
Nr. 61.
Vom Hoſtheater. Morgen Dienstag, den
17. September, gelangt Nora von Ibſen zur Auf=
führung
. Das Werk, das hier lange nicht mehr geſehen
wurde, weiſt folgende Beſetzung auf: Frl. Meißner ſpielt
die Titelrolle, Frl. Heumann die Frau Linden, Frau
Müller=Rudolph die Marianne, Hans Baumeiſter
Helmer, Kurt Weſtermann Doktor Rank, Johannes
Heinz den Gunther. Die Regie führt Herr Valdek.
* Das angeſetzte Wohltätigkeitskonzert des Evang.
Arbeiter= und Handwerkervereins muß, da Herr
Opernſänger Scheuermann plötzlich abberufen wurde
und kein Erſatz zu finden war, auf den 20. Oktober ver=
ſchoben
werden. Die gelöſten Karten behalten ihre
Gültigkeit.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Sept. Das 75jährige Beſtehen
der Firma A. Borſig wurde heute vormittag durch
einen Feſtakt im Tegeler Werk gefeiert. Erſchienen waren
u. a. Handelsminiſter Sydow, Miniſter v. Breitenbach,
Oberpräſident v. Conrad, Oberbürgermeiſter Wermuth,
Vertreter der ſtaatlichen und Kommunal=Verwaltungen
der Nachbargemeinden Berlins, Vertreter der Techniſchen
Hochſchule Charlottenburg und viele Freunde der Firma.
Kommerzienrat Ernſt v. Borſig beglüßte die Erſchie=
nenen
, u. a. auch die Beamten und die Arbeiterſchaft,
von der mehrere ſchon über 25 und über 50 Jahre der
Firma gedient haben. Nach einem Ueberblick über die
Entwickelung der Werke ſchloß der Redner mit einem
Hoch auf den Kaiſer. Nach einer Begrüßung durch Ernſt
Borſig hielt Handelsminiſter Sydow eine Anſprache, in
der er ausführte, daß es ihm zur beſonderen Freude ge=
reiche
, der Firma die Glückwünſche der Staatsregierung
auszuſprechen und damit die Anerkennung der Verdienſte
um die heimiſche Induſtrie und das Gemeinwohl aus=
zudrücken
. Der Kaiſer verlieh beiden Inhabern den
Charakter als Geheimer Kommerzienrat. Der Miniſter
gab noch eine Reihe von Ordensauszeichnungen an
Beamte und Arbeiter bekannt. Dann ſprach Oberbürger=
meiſter
Wermuth. Er betonte die Zuſammengehörig=
keit
der Stadt Berlin mit dem Hauſe Borſig, das mit der
Stadt aufgewachſen ſei. Insbeſondere hob er die Popu=
larität
hervor, deren ſich der Gründer des Hauſes bei der
geſamten Bevölkerung erfreute. Hiernach ſprachen die
Abordnungen und Korporationen von induſtriellen,
kommerziellen und wirtſchaftlichen Verbänden ihre Glück=
wünſche
unter Ueberreichung von Angebinden aus.
Schließlich gab Geheimer Kommerzienrat Konrad Borſig
den Gefühlen des Dankes für die Glückwünſche und Spen=
den
Ausdruck.
* Berlin, 15. Sept. In der vergangenen Nacht gegen
½2 Uhr tötete der Architekt Geyr aus Wilmersdorf
den Kaufmann Hermann Heinze aus Wilmersdorf
nach einem Streit im Wirthauſe auf der Straße durch
fünf Revolverſchüſſe.
Wildvark bei Potsdam, 15. Sept. Der Kaiſer
trat um 12 Uhr 15 die Reiſe nach Wilhelmshaven an.
München, 14. Sept. Der Prinzregent richtete
an den Generalintendanten des Hoftheaters und
der Hofmuſik das nachſtehende allerhöchſte Hand=
ſchreiben
: Beim Abſchluß der Richard Wagner=
und Mozart=Feſtſpiele, die auch heuer wieder
einen ſo ſchönen Verlauf genommen haben, ſpreche ich
den Künſtlern und Angeſtellten der Generalintendanz,
ſowie den zur Mitwirkung berufenen Gäſten meine
vollſte Anerkennung aus. Dabei gedenke ich mit auf=
richtiger
Trauer des dahingeſchiedenen Generalinten=
danten
, Freiherrn v. Speidel, dem es nicht mehr ver=
gönnt
war, ſeine aufopfernde Tätigkeit für die Vor=

[ ][  ][ ]

Nummer 218.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Seite 7.

bereitung der Vorſtellungen im Prinzregententheater mit
ihrem prächtigen Verlauf belohnt zu ſehen. Die Rückſchau
auf die nunmehr abgeſchloſſenen Feſtſpiele lenkt unſern
Blick vor allem auf den Meiſter der Töne, der mit
ſeinem künſtleriſchen Lebenswerke dem deutſchen Volke
ein ſo koſtbares Vermächtnis hinterlaſſen hat. Das
kommende Jahr wird die hundertſte Wiederkehr des
Tages bringen, an dem Richard Wagner das Licht
der Welt erblickte. Zur Einleitung der Feier an dieſem
Gedenktage beſtimme ich, daß die Marmorbüſte des
großen Tondichters in der Walhalla, dem von
meinem höchſtſeligen Vater errichteten Ehrentempel
deutſcher Größe, aufgeſtellt wird. Das Staatsminiſterium
des Innern, der Kirchen= und Schulangelegenheiten wird
mit dem Vollzuge dieſer meiner Anordnung beauftragt.
Berchtesgaden, 14. September. gez. Luitpold, Prinz
von Bayern.
* München, 15. Sept. Die Korreſpondenz Hoffmann
meldet aus Berchtesgaden: Der Kaiſer richtete anläßlich
des Abſchluſſes der Kaiſermanöver an den Prinz=
regenten
ein Handſchreiben, in dem er ſeinen
Dank für die Zuſtimmung zur Teilnahme der bayeriſchen
Kavallerie=Regimenter, ſowie ſeine vollſte Anerkennung
für deren Leiſtungen und kriegsgemäße Ausbildung
ausſpricht.
* Müllheim (Baden), 14. Sept. Eine heute vormit=
tag
ausgebrochene Feuersbrunſt, vermutlich infolge
Selbſtentzündung von Heu entſtanden, zerſtörte die um=
fangreichen
Oekonomiegebäude des bekannten Hotels
Zur Poſt‟ Das Hotel ſelbſt, das im Vorjahre ab=
brannte
und wieder neu erbaut wurde, iſt erhalten ge=
blieben
.
* Hannover, 15. Sept. Dem Generalfeldmarſchall
v. Bock und Polach wurde anläßlich der Bewillig=
ung
ſeines Abſchiedsgeſuchs das Kreuz der Großkomture
des königlichen Hausordens von Hohenzollern verliehen.
* Hamburg, 14. Sept. Die ſchwediſchen Jour=
naliſten
haben heute morgen ihre Reiſe nach Lübeck
fortgeſetzt. Auf dem Bahnſteig waren die Herren des
Hamburger Komitees zur Verabſchiedung erſchienen.
* Lübeck, 14. Sept. Heute abend fand in den oberen
Räumen des Rathauſes zu Ehren der ſchwediſchen Jour=
naliſten
ein vom Senat der Stadt Lübeck veranſtaltetes
Feſtmahl ſtatt, wobei Bürgermeiſter Dr. Eſchenburg die
Gäſte mit einer Anſprache begrüßte. Dr. Soederberg=
Stockholm dankte für die freundlichen Begrüßungsworte
und warf einen hiſtoriſchen Rückblick auf die Beziehungen
der Handelsſtadt Lübeck zu Schweden. Senator Poſſehl
wies darauf hin, daß der Handel mit Schweden 40 pCt.
des geſamten Handels Lübecks ausmache. Lübeck habe
Ausſicht, durch die geplante neue Verbindung über See=
land
das alte Eingangstor nach Schweden zu werden.
Am Schluß ſeiner Rede teilte Poſſehl mit, daß er dem
ſchwediſchen Kommerzkollegium zur Ausbildung der
ſchwediſchen Jugend 100000 Mk. zur Verfügung ſtellte.
Chefredakteur Sohlman dankte für die außerordentlich
große Gabe. Es folgten weitere Anſprachen, in denen
Poſſehl für die Stiftung herzlicher Dank ausgeſprochen
wurde. Ein gemeinſamer Kaffeetiſch ſchloß ſich in der
Kriegsſtube des Rathauſes an. Den Schluß des Tages
und zugleich der Fahrt der ſchwediſchen Journaliſten
nach Deutſchland bildete ein Schlußtrunk, gegeben von
der Lübecker Preſſe in der 500 Jahre alten Halle des
Hauſes der Schiffergeſellſchaft. Die Abreiſe nach Schwe=
den
erfolgt morgen.
* Lübeck, 15. Septbr. Der geſtern Abend von der
Lübecker Preſſe zu Ehren der ſchwediſchen Journaliſten
gegebene Bierabend im Hauſe der Schiffergeſellſchaft
nahm unter großer Teilnahme in den altertümlichen, mit
Kerzen erleuchteten Räumen den allerherzlichſten Verlauf.
In zahlreichen Reden drückten die Schweden wiederholt
ihre Genugtuung über den großartigen Empfang auf der
fünfzehntägigen Rundfahrt durch Deutſchland, und ihre
Bewunderung über die außerordentliche Entwickelnng
und den wirtſchaftlichen Aufſchwung Deutſchlands aus.
Zahlreiche Abſchiedstelegramme an die ſchwediſchen Gäſte
von Städten und Körperſchaften gelangten zur Verleſung.
Heute früh reiſte die Mehrzahl der an der Rundfahrt
beteiligten Gäſte über Saßnitz nach Schweden ab, nach=
dem
ſie ſich von dem Empfangsausſchuß aufs herzlichſte
verabſchiedet und immer aufs neue verſichert hatten, daß
ſie unvergeßlich ſchöne Tage durchlebt hätten. Ein vier=
faches
ſchwediſches Hurra erklang bei der Abfahrt des
Zuges.
* Baſel, 15. Sept. Geſtern wurde in Gegenwart
zahlreicher Abordnungen aus der Schweiz und Deutſch=
land
die Schiffahrtsſchleuſe bei Augſt, welche
eine Fortſetzung der Rheinſchiffahrt bis Rheinfelden er=
möglicht
, feierlich eröffnet.
London, 15. Sept. Nach einer Depeſche des Lloyds
aus Port Said iſt der engliſche Kreuzer Talbot
im Kanal geſtrandet.
* Belfaſt, 15. Sept. Während eines Fußball=
ſpiels
kam es am Samstag nachmittag hier zu
ernſten Ausſchreitungen. Angehörige der
einen Partei entfalteten eine grüne Flagge, die ſie
unter die Zuſchauer trugen. Die Anhänger der
anderen Partei entfalteten den Union Jack. Daraufhin
kam es ſofort zum Handgemenge. Mauer= und
Feldſteine wurden geworfen und binnen kurzem waren
tauſende von Leuten in einen wütenden Kampf
auf dem Spielfelde verwickelt, während die Zu=
ſchauer
auf der Tribüne zuſahen. Nach allen Rich=
tungen
fielen Leute blutend zu Boden. Die Schutz=
leute
waren machtlos. Auch wurden Revolverſchüſſe
während des Kampfes abgefeuert. Erſt den herbei=
gezogenen
Verſtärkungen der Schutzmannſchaft gelang es,
die Menge auseinanderzubringen. Krankenwagen ſchaff=
ten
insgeſamt 58 Verletzte ins Krankenhaus, unter denen
fünf Schußwunden hatten und mehrere in bedenklichem
Zuſtande waren. Abends war die Stadt ruhig. Ver=
haftungen
wurden nicht vorgenommen.
Kopenhagen, 15. Sept. Heute nachmittag gegen
halb 2 Uhr verunglückte in der Nähe des Forts
Lynetten auf der Außenreede ein Motorboot mit ſechs
bis ſieben Perſonen. Vom Fort eilten ſofort ein Dampf=
boot
und ein Ruderboot zu Hilfe, die aber an der Un=
glücksſtelle
nur treibende Mützen und Bootshaken vor=
fanden
. Die Namen der Verunglückten ſind bisher noch
nicht feſtgeſtellt.
* Petersburg, 15. Sept. Die Blättermeldung über
die Ermordung des Oberſten Lupakoff bezieht ſich auf
ein Ereignis, das ſich am Anfang des Monats im kau=
kaſiſchen
Terekgebiet abſpielte. Lupakoff, der Gehilfe des
Chefs der dortigen Gendarmerieverwaltung, war in der
Nähe von Pjatigorsk am 4. September von unbekannter
Hand tötlich verwundet worden und tags darauf ge=
ſtorben
.
* Tſchiſhew (Gouvernement Lomſha), 15. Sept. Der
Kaiſer iſt hier eingetroffen, um den Manchern in den
Bezirken von Warſchau beizuwohnen.
* Kißlowodsk (Kaukaſus), 15. Sept. Infolge ſtarker
anhaltender Regengüſſe herrſcht hier große Ueber=
ſchwemmung
. Brücken wurden fortgeriſſen, viele
Häuſer ſteben unter Waſſer und zahlreiches Vieh iſt

ertrunken. Auch die Waſſerleitung iſt beſchädigt, ſo daß
die Stadt ohne Waſſer iſt.
* Rio de Janeiro, 15. Sept. Hieſigen Blättern
ſind aus Aſuncion Meldungen von dem Ausbruch einer
neuen revolutionären Bewegung im Innern
Paraguays zugegangen.

asseler
Hafer-Kakao

wird bei

Blutarmutund Bleichsucht
als Krättigungsmittel tausendfech ärztlich empfehlen
dur echt in bleuen Kartons für 1 M., niemela los6.

Unübertroffen
als Zuſatz zur Milch.
n
Unübertroffen
als Nahrung bei Verdau=

ungsſtörungen. Proſpekte
und eine Probebüchſe ſenden koſtenfrei Muffler & Cie.,
Freiburg i. Brg. Verkauf in Apotheken u. Drogenhandlgen.
ſich möglichſt
Den Schmelz der Ingend lang zu er=
halten
, ſoll jede Dame bedacht ſein. Naumann’s
Fauſtring Lanolinſeife iſt dabei ihr beſter Helfer.
Paket à 5 Stück nur 95 Pfg. Einzelſtück 20 Pf. (17186Mf

Verkaufs-
stellen
durch
dieses Plakat
kenntlich.

VI 6419

Fabrik ant:
August Jacobi
Darmstadt.

Zum Wintersemester empfehlen
Abonnements auf sämtliche
Zeitſchriften u. Lieferungswerke
prompte und gewissenhafte Zustellung.
Moderne Leihbücherei
stets die neuest. belletrist. Erscheinungen.
Journal=Leſezirkel
mit 34 der beliebtesten Zeitschriften.
Prospekte bitte zu verlangen.
Müller & Rühle, Hofbuchhandl.
5 Elisabethenstrasse 5. (19299P

Statt Karten!
Margarete Steffan
Adam Hartmann
Kaufmann
VERLOBTE

Lampertheim
Wilhelmstrasse 36.

(19314)

Darmstadt
Schlossgraben 13.

Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief in Tübingen nach längerem,
ſchwerem Leiden, bald nach ſeiner Rückkehr aus
Indien, mein lieber Mann, unſer lieber Vater
und Schwiegervater
(19273
Adolf Ruhland
Miſſionar
im 62. Lebensjahre.
Die Beerdigung fand Sonntag, den 15. d.
Mts., nachmittags 4 Uhr, in Tübingen ſtatt.
(Tübingen) Darmſtadt (Soderſtraße 78),
Hopfgarten b. Alsfeld, 13. September 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Irene Ruhland, geb. Mader, mit ihren Söhnen,
Elſe Hoffmann, geb. Ruhland,
Karl Hoffmann, Pfarrer.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter, Groß=
mutter
, Tante und Schwägerin
(19316
Flad Eisette Schhoider
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank. Ins=
beſondere
danken wir Herrn Pfarrer Beringer
für die troſtreiche Grabrede, ſowie den Gemeinde=
ſchweſtern
für ihre aufopfernde Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Schneider.
Darmſtadt, 16. September 1912.

Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ihre Mitglieder und Freunde von dem
am 12. September 1912 zu Hamburg erfolgten
Ableben ihres lieben Alten Herrn (19300
des Ingeniörs
Nar Neärter
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Die Darmſtädter Burſchenſchaft
Germania‟
J. A.:
Richard Finger, F. V.
Darmſtadt, den 13. September 1912.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh 6 Uhr entſchlief ſanft im 82. Le=
bensjahre
unſere liebe Schweſter, Tante und
Großtante
(19306
Elise Dingeldey.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Auguste Dingeldey.
Darmſtadt, den 14. September 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 16. Sep=
tember
, nachmittags 4 Uhr, auf dem hieſigen
ſtädtiſchen Friedhofe ſtatt.

(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
biermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß unſere
liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Groß=
mutter

(B19325
Frau
Margarete Geyer Witne
geb. Hofmann
nach längeren, ſchweren Leiden geſtern abend
6 Uhr im 80. Lebensjahre ſanft verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Geyer u. Frau nebſt Enkeln.
Darmſtadt, den 15. September 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2 Uhr, vom Sterbehauſe Ludwigshöhſtr. 76
aus, auf dem Beſſunger Friedhofe ſtatt.

Tageskalender.

Landesverein für Innere Miſſion: Mitglie=
derverſammlung
um 9¼ Uhr, öffentliche Verſammlung
um 10 Uhr und Hauptverſammlung um 3 Uhr im
Synodalgebäude.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht Ornis um 8½ Uhr in der Stadt
Pfungſtadt‟
Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht Ausſtellung auf der Mathil=
denhöhe
(geöffnet von 106 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Der
Kaiſer bei den Manövern in der Schweiz; die deutſchen
Kaiſermanöoer in Sachſen; Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg beim Miniſter des Aeußern Grafen Berchtold
auf Schloß Buchlau (Mähren); zum 100jährigen Ge=
dächtnis
des Rückzuges der Großen Armee.

Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Freitags von 101 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 35 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 111 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Hochzeitsturm. Turmzimmer und Ausſtellungs=
räume
, täglich geöffnet von 912 und 36 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtät ter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218.

Billiges Spezial-Angebot
aus unseren Abteilungen

(19310

Scheiben-Gardinen, weiss u. eréme engl.
Meter von 1.10, bis
Tüll
ca. 130 cm, in
Breite Gardinenstonfe, engl. Tüll, gute
u. beste Qual., Meter 1.20, 1., 85, 65, 42, 35,

neue elegante Muster,
Axminster-Teppiche, sowie gute Qualitäten

Grösse 8/4

10/4

12/4

Preis anfgd. 6.
16.50
9.-

Kongress-Stoffe in weiss, erème und

. . . . . Meter von
bunt .
Alover-Nets, in grosser Auswahl
. Meter 2., 1.65, 1.45 bis 35
130 cm breit
rdinen,
Bunte
in Mull und Madras . . Meter anfangend
Abgepasste Gardinen, engl. Tüll,
neueste Muster . Paar 9., 6., 5., 3.50 bis 1.39

Imit. Perser Teppiche, solide Qualitäten

10/4 12/4
Grösse 8/4
Preis anfgd. 5.60 7.50 5.25

solide, dauerhafte Gewebe, mo-
Bouclé-Teppiche,
derne Muster

Grösse 10/4

12/4

Stores, engl. Tüll oder Erbstüll,
mit und ohne Volant . Stück anfangend 2.50

Preis anfgd. 10.50 14.50

Linoleum-Läufer und -Teppiche
Gardinenleinen in grosser Aus-
Rouleaux-Koper, wahl zu billigen Preisen.
in grosser Auswahl, zu billigen Preisen.

MlainzerVarenhaus
Markt 7.
Guggenheim & Marx.
Markt 7.

Weiblich
jähriges Fränkein ſucht Ver=
trauensſtelle
bei einzelner Dame
oder in Familie. Gute Zeugniſſe
zu Dienſten. Offerten u. P 80
an die Expedition. (19277
Zuverläſſiges Fräulein ſucht
Stelle, am liebſten zur Hilfe eines
Arztes. Offerten unt. P 81 an
die Expedition.
(19278
Mädchen
das kochen kann u. Hausarb. ver=
ſteht
, ſucht Stell. in Privat Eber=
Stadt. N. Darmstädterstr. 57. (*6125so

16jähr. Mädch., w. ſchneid. k. u.
etwas Hausarb. verſ., ſ. p. beſſ. Stell.,
a. l. 12 Kind., auf 1.15. Oktbr.
Zu erfragen Exped. d. Bl. (B19249

34 Jahr, evang.,
Wirtstochter, in allen Zweigen
des Haush. bew., ſucht Stelle als
Stütze in ein. einf. Gaſthaus. Off.
unt. P 75 an die Exp. (*6285

Mädch., 27 Jahre alt, welches
gut bürgerl. koch. kann, ſucht Stelle
zum 15. Okt. in kleinen ruh. Haus=
halt
, am beſten als Alleinmädchen.
Näh. Frl. Göbel, König i. Odenw.,
Bahnhofſtraße 44.
(*6287

Beſſeres Mädchen ſucht Stelle
von morgens bis nach dem Spül.
Lauteſchlägerſtr. 6, 3. St. (*6324
Männlich

Jung., ehrl. Mann, beſſ. Handw.
ſ. Stelle als Kaſſabote, Bürodiener
od. dgl. Off. u. P 18 Exp. (*6048fso

Oe Stelle

Weiblich

Verkäuferin geſucht.
Wilh. Krätzinger,
Ludwigſtraße.
9103fso

Angehende Verkäuferir
für Küchenmagazin geſucht zur
Aushilfe vom 1. Okt. bis 31. Dez.
Offert. mit Gehaltsangabe unt.
P60 an die Exp. d. Bl. (19232som

Eucht. Berkauſerin
zur Leitung einer Filiale für ein
Spezialgeſchäft der Lebensmittel=
branche
, ſowie eine
Verkäuferin als
Kaſſiererin
per ſofort oder 1. Oktober geſucht.
Offerten mit Angabe der Ge=
haltsanſprüche
unter P 94 an d.
Expedition ds. Bl. (19320
Maſchinennäherinnen u. Lehr=
mädchen
finden gute, dauernde
Beſchäftigung bei Kattwinkel
& Co., Rückertſtr. 23. (*6296oi

Reinl. Lehr= u. Laufmädchen
gegen Vergütung. ſof. geſ. Blumen=
geſchäft
Wenz, Eliſabethenſtr. 17,
Ecke Wilhelminenſtr. (*6308oi

zum 1. Oktober ein
Geſucht ordentliches Mädchen,
welch. gut bürgerl. kochen kann u.
Hausarbeit übern. Gute Zeugniſſe
Beding. Hausmädchen vorhanden.
Martinſtraße 57, part. (B19036

Für bald oder 1. Oktober geſucht
in klein. Haushalt (Hausfrau oft
leidend) ein zuverläſſiges, tüchtiges,
im Kochen bew. Alleinmädchen
bei hohem Lohn. Näh. Moſer=
ſtraße
2, 1. Stock. (B19250

Ich ſuche ein Mädchen, das koch.
kann, z. 1. Oktober od. ſpäter. Gute
Zeugn. Beding. Hausmädch. vorh.
Vorzuſt. zwiſch. 2u. 5½ Uhr. (B19225
Frau Dr. Friedrich, Ohlyſtr. 36.

Wegen Verheiratung meines Kin=
derfräuleins
ſuche ich zum 1. Nov.
ein einf. Fräulein
durchaus zuverläſſ., geſund, kinder=
lieb
, mit gut. Zeugn. Nur ſchriftl.
Angebote mit Gehaltsangaben u.
Zeugnisabſchr. erbeten. Frau Prof.
Pützer, Alexandraweg 8. (19263so

Junge Frau oder Mädchen für
Monatsdienſt geſucht (*5881mfo
Reſt. Rummelbräu, Allee 61.

zur weiter.
Beſſ. jung. Mädch. Ausbildung
im Haushalt ſofort geſucht (*6283
Heidelbergerſtr. 98, part.

Tüchtiges zuverläſſiges Allein=
mädchen
zum 1. Oktober geſucht
Liebigſtraße 9, parterre. (*6168soi

Schulentl. Mädch. ſ. Gänge u.
leichte Arb. geſ. Hochſtr. 23, I. (*6280
Ein kräft., ſolides Haus= oder
Waſchmädch. ſof. 25 Mk. Gehalt
Britannia=Hotel. (*6323

In der Branche durchaus bewanderte
Verkäuferinnen
welche längere Zeit in guten Geſchäften tätig waren, für ein
feines Manufaktur= und Seidenwaren=Haus
per Oktober geſucht.
(19292M
Angebote mit Bild und Gehaltsanſprüchen unter
F. 801 F. M. an Rudolf Mosse, Mannheim.

ite et e
ſucht Mühlſtr. 66, part. (*6314

Mädchen, das koch. kann z. einer
Dame geſ., ſehr gute Stelle, a. and.
Mädch. erh. ſ. gute Stellen. Frau
Susanna Röse, gewerbsmäßige Stellen-
vermittlerin
, Kiesstraße 35, I. (*6316

Laufmädchen
ſuchen
Strauß & Mayer
Schulſtraße 8. (19279

aus guter Fam.,
Hausmädchen das nähen und
bügeln gelernt hat, für tagsüber
geſucht. Frau Finger, Ried=
eſelſtraße
23.
(19313a

für 2 Kind. morgs.
1 Mädchen geſucht. E. Wirth.
Riedeſelſtr. 74, 1. St. (*6310

Ordtl. Mädch. f. all.Arb., n. kch.,
geſ. Karlſtr. 53½, 2. St. (*6301

Beſſeres Fräulein oder Frau,
die im Haushalt tüchtig, auch zu
kochen verſteht, findet von mor=
gens
7 Uhr bis abends 8 Uhr
lohnende Beſchäftigung in kleiner
Familie. Zu erfragen Herderſtr. 18,
parterre.
(*6326

Saubere Lauffrau bei guter
Bezahlung für ſofort geſucht.
Näheres Expedition. (*6330

Suche große Anzahl Mädchen
jeder Art. Johannette Weiß=
mantel
, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Kaſinoſtr. 17. (*6331

Haushälterin v. 3540 J. ſof.
geſ. Heirat n. ausgeſchl. Zimmer= u.
Küchenm., einf. Mädch. in Hotel,
Geſchäft u. Privat ſof. geſ. Mädch.,
das gut kochen kann, ſof. geſucht,
Lohn Mk. 35. Frau Jäger, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Zwingenberg, Beraſtr. (*6327

oder junge Frau einige
Mädchen Stunden am Tage geſ.
Liebfrauenſtr. 89, 1. St. (*6325

Männlieh

Junger Mann
der Oſtern ſeine Lehrzeit in einem
laufm. Büro beendete, per ſof. f. das
kaufm. Büro eines Möbelgeſchäfts
in Darmſtadt geſucht. Anfangs=
gehalt
Mk. 50. Ausführl. Lebens=
lauf
unt. P 53 Exped. (19224so

Gewiſſenhafter Mann
in Buchhaltung erfahren, z. Nach=
tragen
von Büchern, ſtundenw. geſ.
Off. m. Pr. u. P 76 Exp. (*6290

Zum Eintritt per ſofort oder
1. Oktober wird ein (19275
Schreibgehilfe
mit guter Schrift geſucht. Off. unt.
P 83 an die Expedition.

Tuchtiger junger Mann
mit guter Handſchrift für Zeich=
nungsregiſtratur
und einfache
Büroarbeiten geſucht. Off. unt.
P 82 an die Exp. (19272od

Hauptagentur
einer alten deutſchen Feuer= Ver=
ſicherungs
=Geſellſchaft iſt mit be=

ſtehendem Inkaſſo neu zu vergeben.
Offerten unter V. H. 991 an Haasen-
stein
& Vogler, A.-G. in Frankfurt
am Main.
(19290f

Selbſtändig arbeitender
Bachhatter
für einige Stunden täglich geſuch
Off. u. P 93 a. die Exv. (19322

Tüchtige, ſolide Reiſende
unt. ſehr günſt. Beding. ſucht (18860a
Karl Herzberger Buchhdlg.,
Darmſtadt, Karlſtraße 3.

Intolligonter Mann
geſucht, für den Verkauf eines ſehr
gangbaren Bedarfsartikels am hie=
ſigen
Platz evtl. Umgegend. Guter
Verdienſt. Für das Inkaſſo ( Teil=
zahlungen
) iſt kleine Kaution zu
tellen. Off. m. Angabe d. Alters
und ſeitheriger Tätigkeit befördert
unter P 89 die Exp. (19309oim

u. mehr im Hauſe
910 M. tägl. zu verd. Poſtk.
gen. R. Hinrichs, Hamburg 15. (E18529

Mk. täglich Verdienſt d.
25 Verkf. m. Patentartik. für
Herr. Neuheitenfabr. Miti=
weida
-Markersbach Nr. 117. (19289fl

und mehr täglich zu
210 Mk. verdienen. Proſpekt
gratis. Joh. H. Schultz, Adressen-
Verlag, Cöin W. 169. (19291ff
Mehrere tüchtige
Schloſſer
bei gutem Verdienſt für dauernd
(19276odo
geſucht.
Carl Schenck
Eiſengießerei u. Maſchinenfabrik,
G. m. b. H., Darmſtadt.

Diener

für größeren Verein ſofort geſucht.
Off. unt. P 65 a. d. Exp. (19247so
2 jüngere Burschen
für leichte Handarbeit zum
ſofort. Eintritt geſ. (*6334oi
Gamaſchenfabr. Heß, Luiſenſtr. 6.

En üngerer Hansburſche
geſucht. Näheres Kaiſerſaal
am Büfett.
(*6241so

Suche ſofort
einen jungen Hausburſchen ( Rad=
fahrer
u. ſtadtkundig)
(*6335
Ed. Türtmann, Grafenſtr. 19.

linder Mann empfiehlt ſie
2 im Flechten von Körben un
Stühlen. Arbeit wird abgeholt.
Gg. Treusch, Eckhardſtr. 33. (18883a

[ ][  ][ ]

Nummer 218.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Seite 9.

Nege Rostum ur Kleiderstoffe
alle moderne Stoffarten in schwarz, weiß u. farbig. (19324
Unübertroffene Auswahl. Unerreicht billige Preise.

Ludwigspl. 8½
Elegante Sammete.
W.Hanz
I. Stock.

Seizer-u. Ludwigsbrumnen
Durd

Gross-Karben.
Vorzügl. Heilmineralwasser, ärztlich erprobt
gegen Katarrhe der Luftwege, des Unterleibes, Grippe,
Influenza, Diabetes und Nierenleiden.
Anerkannt ältestes u. bestes natürliches Tafelwasser.
Unübertroffen an Güte, Wohlgeschmack und Erfrischung.
Tafelgetränk Sr. Königl. Koheit des Grossherzogs Von Ressen.
Wer gesund bleiben und Freude am Leben haben
will, trinke Selzer.
(B13703
Generalvertreter für Darmstadt u. Umgebung:
Carl Naumann junior
Tel. 1515
Karlstrasse 60.

Hoeben gelangte zur Ausgabe:
September=Heft 1912
der
Heſſiſchenehtonin
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Dr. Caſpar Amman : 1812. Aus meinem Tagebuch.
Profeſſor Karl Raupp: Aus den Erinnerungen eines deutſchen Malers.
Mit Abbildungen. Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Der Kranich=
ſtein
. Profeſſor Dr. Hugo Brunner: Orangerieſchloß und Marmorbad
in der Karlsaue bei Kaſſel. I. Das Orangerieſchloß. Mit Abbildung.
Lehrer A. Deggau: Aus der Geſchichte des Gerichtes Storndorf. Käte
Damm: Erbgroßherzogin Auguſte von Mecklenburg=Schwerin, geb.
Prinzeſſin von Heſſen=Homburg. Walter Kaulfuß: Aus der Geſchichte
des Kaſſeler Zeitungsweſens. Dr. B.=O. Zur Einwanderung der
Schweizer in den Odenwald. Bücherſchau. Aus Zeitſchriften.
Umfragen.

Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der Heſſiſchen Chronik‟
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(16786mds

Reformhosen
in Trikot und Satin
Direktoirhosen

in Trikot

Curnhosen u. Sheplot

(2295a
in Trikot
für Damen und Mädchen
in grosser Auswahl billigst bei
Phllipp Hess

Schillerplatz 5

Darmstadt

Schillerplatz 5

macht alle Konſerven haltbar,
verhindert Gährung u. Schim=
melbildung
(17224a
enthält keine ſchädliche oder
verbotene Stoffe
1 Beutel zu 10 Pfg.
für 4 Pfd. Einzumachendes.
Beſter Erſatz für Salicyl.
M. W. Prassel
Darmstadt
Schulſtraße 10. Telef. 71.

K Kolfen
Verlangen Sie Preise. (14990a) Absolute erstklassige Qualitäten.
Telephon
Karl Koch, Heidelbergerstr. 9
497.

Landgraf-Philipp-Anlage 6
und
Depositenkasse: Wilhelminenstr. 14
Aktienkapital u. Reserven: 192 Millionen Mark
Für die Reisezeit:
Ausländisches Geld
Stahlkammern (Safes)
von 5 Mark an für ein Fach
Kreditbriefe
ev. für die ganze Welt gültig

Schagpfeifen
Tabakspfeifen
aller Art u. Preislagen
ſämtlicheErsatzteile
Zigarren, Zigaretten,
Tabake, Etuis, Meer-
schaum
- und Bernstein-
waren
, Rauchartikel,
Spazierstöcke etc. (19080g
Gr. Ausw. Bill. Preiſe
Pfeifenspezialist
Fr. Marguth
Ecke Gr. Ochseng., Darm-
stadt
. Filiale:Marktstr. 3.

Feuer- und diebessichere Aufbewahrung von
Wertpapieren u. Wertgegenständen aller Art
Verwaltung von Wertpapierbeständen
auch Hypotheken
Verzinsung von Bardepositen f:-: gegen 1
(Einlagebücher)

Nähere Auskunft an unseren Schaltern.
7856P

Apparate
Szum Inhalieren
und chemiſch reinen Sauerstofl
in Stahlflaſchen empfiehlt das In=
ſtallations
=Geſchäft (18377a
Bernh. Gans,
Rheinſtr. 47.
elephon 955.
illauige
hervorragend milde
(18422a
77 Pfg. Zigarre
Emmericher
Waren-Expedition
Telephon 979 Elisabethenstr. 12.
Eigene Fabrikation Fabrikpreis.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(15350a
G. Kanzler, Marktſtr. 3.
Dachreparaturen
werden raſch u. billig ausgeführt
Adam May, Dachdecker,
Rundeturmſtr. 16. (18132a
Billige gebr. Möbel
Kleider= Waſch= u. Nachtſchränke,
pol. Bücherſchrank, Kommoden, faſt
neue Schlafzim.=Einricht., Vertiko,
Schreibtiſch, Betten, Tiſche, Stühle,
Flurgarderoben, Nähtiſch, Spiegel,
Handtuchhalter, Zinkbadewanne
und verſch. Andere, alles ſehr gut
erhalten, billig abzug. (*6332om
J. Lich, Alexanderſtr. 3, part.
Ich war am Leibe mit einer
Flechte
behaftet, welche mich durch das
ewige Jucken Tag u. Nacht peinigte.
In 14 Tag. hat Zuckers Patent-
Medizinal-Seife das Uebel be=
ſeitigt
. Dieſe Seife iſt nicht 1.50 M.,
ſondern 100 M. wert. Serg. M.
à St. 50 Pf. (15% ig) und 1.50 M.
(35% ig, ſtärkſte Form). Dazu
Zuckooh-Creme (à 75 Pf. und
2 Mk.) Bei Fr. Schaefer, A. Logel,
Ch. Schwinn, Drogerien und Gg.
Frz. Frank, Parfümerie. (10886E
Träulein, ev. 30 J. alt, 6000 bar,
7 wünſch t Heirat m. beſſ. Geſchäfts=
mann
oder Unterbeamten unt. Ver=
ſchwiegenheit
. Frau Jäger, ge=
werbsmäßige
Heiratsvermittlerin,
Zwingenberg, Bergſtr. (*6328a

Cnopm Eiser Pest
Dritter Abend, ausschliesslich den Werken von Frêdérie
Chopin und Franz Liszt gewidmet, veranstaltet von
RAOTL von KoCZALSKI
Dienstag, 17. Septbr., abends 8 Uhr
II
Hotel zur araube
Karten im Vorverkauf zu Mk. 3.50, 2.50, 1.75- und
80 Pfg. in der Hofmusikalienhandlung von Leopold Schutter. (18609a

Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig

Ein neuer Jahrgang beginnt ſoeben
Dus Dach tar-Anle
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
48. Jahrgang
erſcheinende illuſtrierte Familienzeitſchrift.
Beſondere Vorzüge:
Große Reichhaltigkeit, ſorgfältig gewählter intereſſanter Inhalt,
viele prachtvolle Illuſtrationen, außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft nur 30 Pfg.
Bibliotnen
der Unterhaltung und des Wissens.
Jährlich 13 elegant in Leinen gebundene,
reichilluſtrierte Bände zum Preiſe von nur je 75 Pfg.
In vielen Millionen von Bänden verbreitet, hat unſere
Bibliothek ihre Hauptaufgabe, jedem Bücherliebhaber Ge=
legenheit
zu geben zur Anlegung einer wirklich gediegenen
ſpannendſte Unterhaltung und eine unerſchöpfliche Fundarube
des Wiſſens zugleich bietenden
(V17023
Privatbibliothek,
während ihres 36jährigen Beſtehens ſtets aufs beſte erfüllt.
Beſtellungen nehmen Buch= und Kolportage=
handlungen
, Journalexpeditionen ꝛc. entgegen.

Masch.-Techn.Arbeiten!
Kostenanschläge, Berechnungen-Pröjekte, Unter-
suchungen
, an Masch=Gntachten. Durcharbeitung
von Erfindungsideez-Entwerfen sowie Auszieheng
und Beschrofben von Zeichnungen etc. etc.
übernimart-billigst als Nebenbesch. erfahr.-Fachmann. S
ofeft. unt. K 83 befördert die Expedition.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218.

Luftfahrt.

* Neue Diſtanz= und Zeit=Weltrekords
für Flugmaſchinen wurden von dem franzöſiſchen
Aviatiker Fourny auf einem Maurice Farman=Doppeldecker
aufgeſtellt, dem es gelang, nicht weniger als 13 Stunden
17 Minuten ohne Zwiſchenlandungen in der Luft zu blei=
ben
und während dieſer Zeit eine Strecke von 1010,8 Kilo=
meter
zurückzulegen. Fourny war am Mittwoch auf dem
Flugfelde von Etampes um 5 Uhr 53 Min. früh geſtartet,
um an die Verbeſſerung der beſtehenden Weltrekords für
Zeit und Diſtanz zu gehen. Er hatte ſich Betriebsſtoffe
für ca. 15 Stunden mitgenommen. Trotz ungünſtiger Wit=
terung
und böiger Winde gelang es ihm, die 7,6 Kilometer
lange Bahn 133mal zu umkreiſen. Erſt nachdem die herein=
brechende
Dunkelheit eine Fortſetzung des Fluges nicht
tunlich erſcheinen ließ, landete der Flieger 7 Uihr 11 Min.
abends. Er hatte den von Gobé gehaltenen Diſtanzrekord
von 740 Kilometer um über 270 Kilometer überboten und
ſeinen eigenen Weltrekord für Zeit, der auf 11 Std. 1 Min.
29 Sek. ſtand, gleichfalls nicht unerheblich übertroffen. Der
Flieger iſt durch dieſe Leiſtung gleichzeitig Anwärter auf
den vom Franzöſiſchen Aero=Klub für den längſten Dauer=
flug
ausgeſetzten Preis von 10000 Francs.
Die ſchweren Aeroplanunfälle in
England haben die engliſche Militärbehörde veranlaßt,
den Offizierfliegern bis auf weiteres die Benutzung
von Eindeckern zu unterſagen. Wie erinnerlich,
hatte ſchon vor längerer Zeit auch die franzöſiſche Militär=
behörde
die Benutzung von mehreren Eindeckertypen, mit
denen ſchwerere Unfälle vorgekommen waren für die Offi=
zierflieger
unterſagt. Es ſcheint alſo, daß ſich die gerade
in Frankreich ſo bevorzugten ſchnellen Eindecker nicht als
ſo zuverläſſig erwieſen haben, als die in Deutſchland be=
vorzugten
Zweidecker=Typen.

Sport.

* Automobilſport. Von den Teilnehmern an der
Internationalen Automobil=Sternfahrt
nach San Sebaſtian ſind die in Petersburg und
Riga geſtarteten Wagen, darunter der deutſche Konſul
Aſchoff, bereits auf deutſchem Boden angelangt. Der erſte
Wagen erreichte Königsberg i. Pr. am Donnerstag nach=
mittag
. Die Weiterfahrt von dort wird ohne längeren
Aufenthalt erfolgen, ſo daß bereits am Samstag ſämt=
liche
Wagen in Berlin eintreffen dürften. Die Abnahme
der in Berlin ſtartenden Wagen erfolgt im Laufe des
Samstag durch den Kaiſerlichen Automobil=Klub. Der
Start kann am Montag früh zu einer beliebigen Zeit er=
folgen
.

Dander und Veriehe=

H. Frankfurt 14. Sept. ( Börſenwochen=
bericht
.) Der letzte Status der Deutſchen Reichsbank
hat wieder eine erhebliche Beſſerung ergeben, ſo daß vor=
erſt
von einer Erhöhung des Diskontſatzes Abſtand ge=
nommen
wurde. Immerhin dürfte der Oktober=Termin
größere Geldbedürfniſſe bedingen, wozu noch in der näch=
ſten
Zeit nach den vorliegenden Ankündigungen eine Reihe
von Emiſſionen von Provinzial= und Stadtanleihen treten;
die aviſierten Kapitalserhöhungen einzelner Induſtrie= Ge=
ſellſchaften
nicht zu vergeſſen. Trotdem iſt die Situation
des Geldmarktes in Deutſchland eine geſunde; dabei kommt
noch in Betracht, daß wir dieſes Jahr mit einer reichlichen
Futterernte rechnen können und ſomit etwa 300 Millionen
Mark ſparen die wir ſonſt dem Ausland für dieſen Artikel
zu zahlen hätten. In den Vereinigten Staaten iſt Geld
teuerer geworden, dabei iſt dort, wie verlautet, das ameri=
kaniſche
Schatzamt wenigſtens als Helfer eingeſprungen,
um während der Periode der Erntebewegung eine kräſ=
tige
Stütze zu ſein. Im übrigen lauten die Berichte aus
Amerika, was die Induſtrie anbetrifft, weiter ſehr günſtig,
beſonders zeigt dies die Kupferſtatiſtik, das andauernde
Steigen der Stahltruſt=Aufträge und der feſte Grundton
der New=Yorker Börſe. Die Politik findet im allgemeinen
nur wenig Beachtung. Verſtimmend machte ſich zu Wochen=
beginn
die Nachricht von einem ſerbiſchen Getreide= Aus=
fuhrverbot
geltend, da man darin wieder den Vorläufer
neuer Verwickelungen auf dem Balkan erblicken zu müſſen
glaubte. Dagegen haben die Erwartungen einer baldigen
Beendigung des italieniſch=türkiſchen Krieges an Zuver=
ſicht
gewonnen und man ſprach bereits davon, daß die
Unterzeichnung der Friedens=Präliminarien bevorſtehe.
Die Börſen ſind in dieſer Beziehung ſehr zuverſichtlich und
eskomptierten durch feſte Stimmung und größere Käufe
in den damit intereſſierten Werten.
Zu den Einzelheiten des ziemlich belebten Verkehrs
übergehend, waren deutſche Renten in dieſer Woche in
etwas beſſerer Dispoſition, wenn auch die Umſätze darin
noch geringfügig blieben. In ausländiſchen Staatsfonds
wurden hingegen größere Abgaben vorgenommen, wobei
die Kurſe faſt durchweg um Bruchteile nachgaben; nur
türkiſche Gattungen gut behauptet. Am Markt für Trans=
portwerte
wurden Hamburger Paketfahrt und Nordd.
Lloyd weiter ſtark gekauft. Außer den bedeutenden Aus=
wandererziffern
ſoll das Frachtengeſchäft außerordentlich
an Ausdehnung gewonnen haben; ferner waren Lombar=
den
(Südbahnaktien) und 3prozentige lombardiſche Priori=
täten
auf die Friedenshoffnungen ſteigend. Orientbahnen
recht feſt, 170½. Banken verkehren ruhiger und ohne
nennenswerte Veränderungen. Die anſehnliche Steiger=
ung
der Aktien der ſchweizeriſchen Geſellſchaft für Metall=
werte
übte auch auf hieſige Metallbank einigen Einfluß
aus, deren Aktien bis 139½ anvancierten, um jedoch wie=
der
138½ zu ſchließen. Schaaffhauſenſcher Bankverein
waren bei 122½ niedriger im Zuſammenhang mit den Be=
fürchtungen
neuer Schwierigkeiten am Berliner Bau=
markte
. Auch das diesjährige Ergebnis der internatio=
nalen
Bohrgeſellſchaft (50 Prozent Dividende, gegen 200
Prozent im Vorjahre), deren Aktienkapital von einer
Million Mark ſich im Beſitze des Schaaffhauſenſchen Bank=
vereins
befindet, hat etwas ſtimuliert. Recht lebhaft und
animiert war das Geſchäft am Montangebiet auf die
neuen belgiſchen Preiserhöhungen, die guten Ausweis=
ziffern
des Walzdrahtverbandes und die Situation der
Metallmärkte. So konnten beſonders Gelſenkirchner,
Harpener und Phönix ihre Kurſe erhöhen, auch Ober=

ſchleſiſche (Eiſen Garo=Hegenſcheidt) bis 86½4 anziehend
auf beſſere Abſchluß=Ausſichten und die erhebliche Beſſer=
ung
im Drahtgeſchäft. Elektrizitätsaktien waren im Ulti=
moverkehr
ruhig und ſehr mäßig abgeſchwächt.
Am Kaſſainduſtriemarkt konnten Holzverkohlung
351¾ erreichen, obwohl in Verwaltungskreiſen ſelbſt die
Bewegung als übertrieben bezeichnet worden iſt. Der Er=
werb
der Aktien der Magyar=Bodzar=Buchenholz=Aktien=
Geſellſchaft, mit dem vorausſichtlich ſpäterhin eine Kapital=
transaktion
verknüpft ſein wird, kann auch als Steiger=
ungsmoment
gelten. Kleyer wurden ſchwankend, bis 585
nachgebend, um wieder 595 zu ſchließen. Benz ebenfalls
ſtark variierend (227237233½). Bielefelder Maſchinen=
fabrik
(Dürkopp) waren weiter bevorzugt bis 509, auch
Karlsruher Maſchinenfabrik höher (174½) und Mannes=
mann
bis 220 anziehend. Sonſtiges lag ruhiger. Daim=
ler
326½, Höchſter Farbwerke 652½, Badiſche Anilin 540,
Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt 702½, Chemiſche
Griesheim 239½. Erwähnenswert iſt die Steigerung von
Concordia=Bergbau bis 339½, da man mit einer Divi=
dende
von mindeſtens 22 Prozent rechnet, gegen 16 Pro=
zent
im Vorjahre. Petroleumaktien ſtill, Steana Romana
158,90, Naphtha 328½. Matter ſind Gummi Peter bis
108, weil der diesjährige Geſchäftsbericht mit einer Unter=
bilanz
abſchließen ſoll, ſo daß alſo wieder keine Dividende
verteilt werden kann. Die Waggonfabrik Fuchs ( Heidel=
berg
) publiziert eine Jahresdividende von wieder 9 Pro=
zent
. Privatdiskont 4½ Prozent.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,50, Braunſchwei=
ger
204,80, Pappenheimer 64,, Genua 208,, Türkiſche
176, Meininger 34,50, Ungariſche 363, Freiburger
73,25, Venediger 45,, Mailänder 45=Francs=Loſe 155,,
Mailänder 10=Francs=Loſe 32,50, Raab=Grazer Anrechts=
ſcheine
37,30, in Reichsmark. Gothaer Prämie II 118,,
Donau=Regulierung 150,, Madrider 74 B., in Prozent.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (unkündbar bis 1918) 100,65,
3½proz. Reichs 89,, 3proz. Reichs 78,75, 4proz. Heſſen
von 1899 100, 4proz. Heſſen von 1906 100 G., 4proz.
Heſſen von 1908/09 100 G., 4proz. Heſſen (unkündbar bis
1921) 100,50, 3½proz. Heſſen 88,, 3proz Heſſen 77,20,
4proz. Darmſtädter 98,60 G 3½proz. Darmſtädter 89½ G.,
4proz. Heſſ. Land==Hyp.=Pfdbr. (Serie 1823) 99,80 G.,
4proz. Heſſ. Landl=Hyp.=Pfdbr. (Serie 2326) 99,90 G.,
3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 35) 88,10,
3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 911) 88,20,
4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1012) 99,40 G.,
4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1314) 99,80 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr (Serie 13) 88,30 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 88,20 G., Darm=
ſtädter
Bank 123½, Südd. Immobilien=Geſellſchaft
(Mainz) 64,25, Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft 127,50 G.,
Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 65 B.,
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.)
280,25, Chemiſche Mühlheim a. M. 65 G., Schantungbahn
135¼, South=Weſtafrika 142,, Otavi=Anteile 94½, Otavi=
Genußſcheine 67,75, 4½proz. Ruſſen 100,30, 4proz. 1880er
Ruſſen 90,30, 4proz. 1902er Ruſſen 90,70, 3¼oproz. Ruſſen
88,30, 3½proz. Ruſſen 82,70, 3proz. Ruſſen 79, 4proz.
unifizierte Türken 91,, 4proz. Adminiſtrations=Türken
83,30, 4proz. Bagdadbahn 83,25, 4proz. konvertierte Tür=
ken
(1905/11) 81,10 G., 5proz. Chineſen 99,90 4½proz.
Chineſen 94,30, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 97,50,
4½proz Japaner 94,60, 4proz. Japaner 87,50, 3proz.
Buenos=Aires 70½.

Bachreparaiuren
werd. prompt u. billigſt ausgeführt
L. Christen, Dachdecker,
Kaupſtraße 45. (18927a

werden garniert, altes ver=
Hllle wendet. Formen, ſowie alle
Zutaten eingetroffen. (*6276som
Mühlſtraße 17½, I.

ühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (14215a

Hilfdirselbst
bei Krampfadern,
geschwoll. Beinen,
Geschwüren etc.
Rezeptbuch 1.10 Mark.
Fr. Hornberger
Heilinſtitut (*6110fso
Frankfurt a. H., Senckenbergſtraße 9.

Ich Mtr 1 Sahr
an Geſichtsausſchlag und de
alle Mittel erfolglos waren, pro=
bierte
ich Obermeyer’s Medizinal
Herba=Seife und ſchon nach einigen
Wochen war mein Ausſchlag ver=
ſchwunden
, ſchreibt Babette
Bleicher, Burglengenfeld.
Obermeyer’s Medizinal Herba=
Seifa, ärztlich begutachtet und bei
Hautausſchlägen und dergl. emp=
fohlen
, à Stück 50 Pf., 30% ſtärkeres
Präp. Mk. 1., zu haben in aller
Apothek., Drog., Parfüm. (19287H

Deseler Ce
derdar.
Lassen Sie Ihr
MAGGl-Fläschchen
nur aus dieser Original-
flasche
nachfüllen!

(VI 19136

Ein älteres Arbeitspferd g
zu kaufen geſucht. Offerten
unter P 73 a. d. Exped. (*6266soi

inſ. wachſ. Hund, 1 Kinderwag.
Eu. 1 eiſ. Kinderbettſtelle zu
verk. Eckhardtſtr. 23, 2. St. (*6279

Deutſcher Schäferhund, 812
Monate, ſtubenrein, zu kauf.
geſ. Näh Ludwigshöhe. (*6267so
Junge ſchöne Dobermänner
mit Stammbaum preiswürdig
abzugeben bei Nikolaus
Schneider Wwe. in Eberſtadt,
Darmſtädterſtr. 53. (19128so
örſtklaſſig. Zwergpinſcher,
ſchw. u. roſtbr., 11 Mon. alt
Cola di Rienzi Nachk., zu verk.
*5823mdo) Parcusſtr. 9, 1. St.

vorjähr. u. 6 diesjähr. Hühner.
1 Hahn billig zu verk. (*6295
Jäger, Donnersbergring 30, part.

Angef. Handarbeiten
bedeutend reduziert.
PORTUNE
Bleichstr. Ic.
15113a

Dort Korrkriute

um deren kleine füsscheh
sich das funkelnde Leder
s0 elegant anschmiegt.
Sie verwendet sicherlich

Schuh-Creme

Irrausch
genommene nußb. pol. Schrank,
Waſchkommode mit Marmor,
2 Nachtſchränke, 1 Spiegel,
2 Stühle und 1 Handtuchſtäu=
der
, faſt neu, bill. abzug. (19280od
Näh. Schloßgraben 13a.

billig zu
Eiſ. Kinderbettſtelle verkaufen
*6281om) Saalbauſtr. 29, 1. St.

ebrauchter Gasmotor, gut
erhalt, zu verk. Anfr. unter
P 45 an die Exp.
(*6286od

fut erhaltenes Tafel=Klavier zu
verkaufen. Preis 55 Mk.
*6288om) Roßdörferſtr. 64, part.

Ankauf!
Getr., gut erhalt. Herrenanzüge,
Damenkleider, Wäſche uſw. ge=
ſucht
. Zahle gute Preiſe. Off.
unt. N 45 an die Exp. (18610a

Kaufegetrag. Damenkleider
Mäntel, Koſtüme, Bluſen uſw. zu
höchſten Preiſen. Offerten unter
N 75 an die Exped. (18746a

Aufruf
für Herrſchaften und junge Leute.
Kaufe nur beſſere getragene Herren=
und Damenkleider, Wäſche, Stiefel,
Bettwerk, Zahngebiſſe. Poſtkarte
genügt, komme ſofort auf Beſtel=
lung
. M. Obstfeld, Kleine Bach=
gaſſe
7, Tel. Nr. 2085. (18859a

Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Ge-
schäftspap
. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (14858a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled

werden ange=
Leere Flaſchen rauft bei
Heinrich Wagner, Darmſtadt
*6269so) Dieburgerſtraße 4.
Prillanten, Perlen, Gold,
Platin und Silber kauft zum
höchſten Wert
(18858a
A. Kurtz, Juwelengeſchäft,
2 Pädagogſtraße 2.

getragene Herren=
I0) kaufe u. Damenkleider
u. Schuhe. Zahle
höchſte Preiſe. Poſtkarte genügt.
Große Bachgaſſe 19.
J. Blum, Laden. (*6312om

Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(11048a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.

Ich Kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Teleſon 2097. (18932a

Daufe guten getrag. Anzug, Figur
K groß, 19 Jahre. Offerten mit
Preis u. P 84 an die Exp. (*6299

guterh. Winterjacken f. Mädch.
2 von 8 u. 14 J. zu kaufen geſucht
Off. mit Pr. u. P 85 a. d. Exp. (*6294

terhalt. amerik. Dauerbrand
ofen von 200250 cbm Heig
kraft geſucht. Gefl. Angeb. m. Preis
ang. sub P 86 a. d. Exp. erb. (*6297

[ ][  ][ ]

Nummer 218.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dobermann. 2 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Boxer, 1 Wind=
hund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
(19283

Nachſtehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts Darmſtadt
bringe ich zur Kenntnis.
(19308oi

Darmſtadt, den 12. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
Die in Heſſen wohnenden und nach Heſſen zuziehenden An=
gehörigen
anderer Bundesſtaaten machen wir darauf aufmerkſam,
daß ſie nur bei Erwerb der heſſiſchen Staatsangehörigkeit wahl=
berechtigt
zu den Wahlen des Landtags ſind und daß der Erwerb der
heſſiſchen Staatsangehörigkeit ein Aufgeben einer anderen Staats=
angehörigkeit
nicht bedeutet.
Darmſtadt, den 4. September 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Werner.

Die Rechnung der evangel. Martinsgemeinde
für 1911

liegt von heute an acht Tage lang in dem Pfarrhaus, Heinheimer=
ſtraße
41, zur Einſicht offen.
(19302
Darmſtadt, 16. September 1912.
Der Kirchenvorſtand.

Verſicherungsgeſetz für
Angeſtellte.

Zum Leiter der am 8. und
9. Oktober ds. Js. ſtattfindenden
Wahlen der Vertrauensmänner
und Erſatzmänner für die Ange=
ſtelltenverſicherung
iſt Herr Amt=
mann
Kröll (Buro: Waldſtr. 6)
beſtimmt worden. (19307oi
Darmſtadt, 12. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Bekanntmachung.

Montag, 14. Oktober I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Ingenieur Friedrich
Borchert zu Frankfurt am Main
im Grundbuch hieſiger Gemarkung
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
22 611/1000 322¾10 Hofreite
Viktoria=
ſtraße
,
n unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K44/12
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 27. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (V18324
älteſter Gerichtsmann.

Bekanntmachung.

Montag, 14. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Weißbindermeiſter Karl
Blümlein dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm

II 1002//10 688/10 Hofreite
Darmſtraße
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K76/12
Darmſtadt, 29. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Gauß, (V18323
älteſter Gerichtsmann,

Bekanntmachung.

Da der Verwalter in dem Kon=
kurs
über den Nachlaß des Kauf=
manns
Johann Heinrich Müller
hier die Einſtellung des Verfah=
rens
wegen Unzulänglichkeit der
Konkursmaſſe beantragt hat, ſo
iſt der Prüfungstermin (19274
am 25. September 1912,
vormittags 10 Uhr,
Zimmer Nr. 219, zugleich zur An=
hörung
der Gläubiger über den Ein=
ſtellungsantrag
beſtimmt worden.
Darmſtadt, 7. September 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

ufforderung.

Ueber den Nachlaß des Adam
Balthaſar Georg Walther II.
zu Malchen iſt durch das Groß=
herzogliche
Amtsgericht II Darm=
ſtadt
Nachlaß=Verwaltung ange=
(19305
ordnet.
Forderungen und Anſprüche
ſind binnen einer Woche bei dem
unterzeichneten Nachlaßverwalter
anzumelden.
Darmſtadt, 12. September 1912.
Ernst Wolff,
Mühlſtraße 62.

Krößere Partie gut erh. Stück= u.
Halbſtückfäſſer, ſowie eiſerne
(17394a
Kelter verkäuflich
Eliſabethenſtraße 52.

Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.

Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. yſw. Verſicherung geg.
Ungeziefed beſond. zu empfehlen
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (14191a

Sede Dame
weiß es, daß die besten u. billigsten
Haararbeiten
bei mir angefertigt werden.

Mainzer
Pferdemarkt
Verloſung am
21. Sept. ds. Js.
Nur 25000 Loſe, 12500 Mk. Gew.
1 Hauptgewinn 1 eleg. Wagen mit
2 Pferden u. Geſchirr. Mk. 3500,
1 Hauptgew. 2 Arbeitspf. M. 1800,
7 Gew. je 1 Pf. o. Fohlen M. 4000,
16 Gew. Pferdegeſchirre u. landw.
Maſchinen Mk. 1200,
375 Gewinne beſtehend in Silber=
gegenſtänden
Mk. 2000. (17541
d. größ. Gew. zu 700
die kleineren zu 80%
BalGolu in bar auf Wunſch.
Leseà 1 Mk., 11 St. 10 Mk. Porto u. Liste 25 Pf.
Zu haben bei all. Loseverkäuf. Karl Anger,
Gen.-Vertr., Mainz, Kgl. Preuß. Lott.-Einnehm.

Wiener Mischung
hochfein aromatiſch
Pfd. 1.70
Emmericher Waren-Expedition
Tel. 979. Eliſabethenſtr. 12.
Verſand frei ins Haus von
Pfund an. (18628a

Pegen Umzug billig zu ver=
kaufen
: 2 Holzbettſtellen mit

Sprungfedermatr., 1 eiſ. Bettſtelle
mit Matr., 2 Schränke, 1 Plüſchſofa,
(Schlafſofa), 1 Plüſchſeſſel, 1 Kom=
mode
mit Bücherſchrankaufſatz, 1
2tür. Eisſchrank, 1 Bügelofen, 1
Dampfwaſchmaſchine, 1 kl. Tiſch,
1 Ausziehtiſch, ovaler Tiſch.
*6132soi) Fuchsſtraße 18, part.

Sehr
ſchöner Gaskaminofen
(grün Majolika), Patent Siemens,
zu verkaufen
(19074fo
Hofkonditorei Ott, Hügelſtr.

ebr. Nähmaſchine, 1 Gram=
mophon
, 1 Damenrad billig
z. verk. Pankratiusſtr. 7, II. r. (19264a

Damprreinigung
für Bettfedern u. Daunen.
Beſte Einrichtung am Platz. Lager
in Köper für neue Hüllen. (6585a
J. Stritzinger, Hölgesſtr. 11, I.

I. Hes. Versich. gog.Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.

Maarzopte
je nach Länge der Haare
Mk. 2.00, 3.00, 4.50, 6.50
5: Haarzöpfe
aus Naturhaar

Mk. 6.00, 8.00, 10.00,
12.00 bis 30.00
: Haarzöpfe .
aus prima Schnitthaar
Mk. 15.00, 18.00, 24.00
bis 50.00.

=Scheitel-Unterlagen
S Haarunterlagen f. Scheitel-Frisuren
Mk. 3.00, 5.00, 8.00 bis 2000.
Für runde Frisuren dieselben Preise.
Nur prima Material.

Anfertigung aller anderen
prakt. Haar-Ersatzteile.
S Auffärben alter Haararbeiten
in kurzer Zeit.

§ Empfehle den
Damen mein.
ged
nach den
neuesten Er-
fahrung
. ein-
gerichteten

Damen-Salon
Vollständ. separat
Kabineneinteilung
Neueste elektrische .
Zentral-Trockenanlage
Größte Anlage am Platze.

Gesündeste Behandlung
. der Haare.
Kopfwaschen
mit Frisur
Mk. 1.00
Kopfwaschen 5
m. Ondulationg
Mk. 1.50
Kinder-

75 Pfg.

lch bin als Rechtsanwalt bei Grossh. Landgericht
Darmstadt zugelassen. Mein Büro befindet sich
Bismarckstrasse 22.
Sprechstunden: 36 nachmittags.
Fernsprecher Nr. 2114
Darmstadt, 16. September 1912.
Benno Joseph, Rechtsanwalt.
(19304
Patente
Musterschutz
Warenzeichen
Entstaubungsanlagen
8701a)

Patent- und Ingenieur-Büro
Telephon 1695 Rheinstr. 19, I.
Darmstadt

Kopfwaschen
11336a
Friedrich
Fimanm
Spezial-Damen-Salor
Elisabethenstraße 21.
Soettge

1 Schulstrasse 1.
Die kaufmännischen Unterrichtskurse für
Fortbildungsschüler
beginnen am 1. Oktober a. c.
Anmeldungen bis spätestens 25. September erbeten.
Der Unterricht befreit von dem Besuche der
obligatorischen Fortbildungsschule. (17499a

Hessische Handelslehranstalt
Fernsprecher 923 Darmstadt Rheinstrasse 6
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tages-
unterricht
.
II. Halbjahrkurse zur Vorbereitung für den kaufm.
Beruf.
(17360a
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 8. Oktober.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.

Besonderheiten: Progressiv fallende Prämien
für Lebensversicherungen, für Männer und
Frauen getrennie Rententariſe.
Gegründet.
1833.)

ZZz.
24
zenentenerichern


VVerein c.

Billigste
Prämientarife für Lebens-
wie
für Renienversicherungen.
Vertreter in allen grösseren Plätzen.
Generalagentur Darmstadt, Zimmerstrasse 3.

Nieren
und Blasenkranke
finden durch Altbuchhorſter Mark=
ſprudel
Starkquelle raſch Erleich=
terung
u. Hilfe. Die Nierenarbeit
wird wohltuend erleichtert, Sand,
Gries, Steine aufgelöſt u. fortge=
ſpült
, die Harnſäure gebunden u.
Schmerzen, Drücken, Brennen
ſchnell behoben. Von zahlr. Pro=
feſſoren
und Aerzten glänzend be=
gutachtet
. Fl. 95 Pf. in der Engros=
Niederl. Friedr. Schaefer, u. in der Hof=
Drog Chr. Schwinn, Rheinſtr. 8.

P. P.
Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles, aber
alles umſonſt, bis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich ietzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rlno=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut=
leiden
angewandt und iſt in Doſen à.
Mt. 1. 15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in Original=
packung
weißsgrünerot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.

Dürkopp-Rad
einigemal gefahren, äußerſt billig
19212s0) Hölgesſtr. 1, Laden.

Zu verkaufen: 1 Knaben=Winter
O paletot und Anzug (15jähr.)
Grafenſtr. 4, Hinterh., Mſ. (*6293oim

Saites
Extra=Ausleſe (19285a
als Stärkungswein für Kinder u.
Kranke ärztlich empfohl., empfiehlt
per Flaſche ohne Glas Mk. 1.
G. Roth, Dieburgerſtr. 9.

armd

(18319a

Empfehle prima trockenes
Tannen=Schwartenholz
kurz geſchnitten (18819a
per Zentner Mk. 1.40 frei Keller.
P. Bertsch, Emilſtraße 4.

Zu verkaufen: 1 Holzbettſtelle=
21zweiarmiger Gaslüſter, 1 Gas,
ampel, 1 gebr. Nähmaſchine
Karlſtr. 66, 1 Tr. (B19083

uterhaltenes Pianino umzugs=
halber
zu verkaufen. Pr. 350 M.
Beckſtraße 8, part. (*6307oi

brauchte Einmachfäſſer und
Metzgerklotz billig zu ver=
kaufen
Heidelbergerſtr. 29. (*6300

erhälth. ſ.20 M. abzug.
Dialil0 Viktoriaſtr. 32, I. (*6305

Klubſofa
neu, la Arbeit, Umbauſofa, ſowie
einige mod. hochf. Diwans w. unt.
(*6315
Preis abzugeben
Eliſabethenſtr. 46, Vdhs. part.

Sofort zu verkaufen:
1 Spiegelſchrank, 1 Bett, 1 Nacht=
tiſch
Lauteſchlägerſtr. 6, pt. (*6313

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218.

Fauraberten Snd Verradenssdcfer
bevor Sie eine Arbeit anfertigen laſſen, verlangen Sie Aufklärung über Qualität der Haare. Sämtliche Haare, welche in meinem Spezial-Atelier für Kunst=
haararbeiten
verarbeitet werden, ſind von mir ſelbſt präparierte Schnitthaare.

Ernst Köhler,
Kein Laden.

Damenfriseur und Perrückenmacher
Telephon. 1682.

90
95
2e Ernst-Ludwigstrasse 22.
Kein Laden.
(16167a

1 Zimmer
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (18337t

Heidelbergerſtraße 74, 5= Zim.=
Wohnung zu vermieten. Näheres
(18926a
Saalbauſtraße 78.

Me Zimmer
4= Zimmerwohnung per 1. Okbr.
zu vermieten. Näheres Brauerei
Wagner, Gr. Ochſeng. 26. (18347omds

Alexanderſtraße 4, Seitenbau,
II. Stock, 4=Zimmerwohn. per ſof.
zu verm. Näh. Stiftſtr. 6. (19182a

Schöne helle 4=Zimmerwohn.
im Zentrum ſofort preiswert zu
vermieten. Näh. Exped. (19312a

ete Zime et
Manſ., 3= Zimmerwohnung m. Zu=
behör
z. vm. Erfr. 1. Stock. (18503t

Gartenſtr. 12, Manſ., 3 Z.=W.
ſofort. Näheres parterre (*6208so

Manſ., 3 Zimmer=
Mühlſtr. 23, mit Küche ſofort

zu vermieten.

(*6258so

Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3=Z.=Wohnung per ſofort. (14862o
M
Bia
Altranderſtr. 25, Hinterbau,
Manſarde, 2 Zim. mit Küche an
ruhiggLeute zu verm. (17833oms

Karlſtraße 65
iſt im 1. Stock frdl. 2 Zimmerw.
mit Veranda, gr. Küche u. reichl.
Zubeh. ſofort. Näh. prt. (B19311oms

Eherstadt b. D.
Moderne 5 Zim.=Wohnung,
Gas, Kalt=und Warmwaſſer=
leitung
, Veranda, in nächſter
Nähe der Straßenbahn, per
1. Dkt. d. J. zu verm. (18989t
Darmſtädterſtr. 35.

Se Zimer

3 Parterrezimmer für Büro
Magazin, a. als Werkſtatt geeign.
Keller können dazu gegeb. werden
Schulſtraße 10. (18182oms
rast undtrigst. 5
iſt der 1. Stock, beſtehend aus
6 Räumen, für Bureauzwecke
oder Wohnung zu vermieten.
Näh. daſ. 1. St. (Papierhaus
(173300ms
Elbert).

In beſer Geſchar e
Laden
mit groß. Lagerräum., ca. 125
am, 2 Schaufenſtern, mit od.
ohne Kellereien, mit od. ohne
Wohnung ſof. od. ſpäter zu
vermieten. Näheres Schul=
ſtraße
6 bei Lange. (17291t
Ecke Rhein= und Grafenſtraße
Laden
nebſt Lagerräumen per 15. Okt.
zu vermieten.
(18711oms
Georg Ludwig Kriegk
Rheinſtraße 17.

Der von der Firma Zonner 4 C0.,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſtper
1. Oktober d. J. anderweit. zu vm.
Näh. Zimmerſtraße 1 (15756oms

M een ene
Lagerräume per ſofort zu verm.
Näheres Stiftſtraße 6. (19184a

Mbiere Zimmer

Neckarſtraße 16, I., großes, gut
möbl. Zim. mit 1 od. 2 Betten, ev.
Wohn=u. Schlafz., a. Penſ. (18014mso

Steinackerſtr. 6, part., möbl.
Zimmer zu vermieten. (B17451oms

Landwehrſtr. 24, part., groß.,
ſchönes, gut möbl. Zimmer zu
vermieten.
(45986oms

Bismarckſtraße 82, parterre,
ein gut möbl. Zim. mit oder ohne
Penſion zu verm. (17871oms

Maadalenenſtr. 7, part., ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer zu
(18279ods
vermieten.

Heinheimerſtr. 3 möbliertes
Zimmer zu vermieten. (17505t

Soderſtr. 6½, 2. St., eleg. möbl.
Wohn= u. Schlafzim. in freier ge=
ſunder
Lage zu verm. (12353t

Eliſabethenſtr. 30, I., eleg möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (18901t

In gut. Hauſe behagliches Zim.
mit, ev. ohne Penſion. Angenehm.
Familienleben, Klavierbenutzung,
Gelegenheit zum gemeinſamen
Muſizieren. Schülern auf Wunſch
Nachhilfe. Adr. i. d. Exp. (17202t

Waldſtraße 32, möbl. Zimmer
(17423t
zu vermieten.

Neckarſtr. 10, Eing. Waldſtr.,
2 Tr., ſch. gr. gut mbl. Zim. (18183t

Saalbauſtraße 16 fein möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer zu ver=
mieten
. Näh. part. (18768t

Mathildenplatz 10, II., möbl.
(19097t
Zimmer zu verm.

Gartenſtr. 20, III., frdl. möbl.
Zim. per ſof. zu verm. (19081omf

Sandſtraße 34, I., 2 gut möbl.
Zim. (Wohn= u. Schlafzim.) (19149t

Waldſtraße 33, II., gut möbl.
Zimmer m. ſep. Eing. (*6150soi

Mauerſtraße 12, 2. Stock, gut
möbl. Zim. m. Penſ. ſof. (*6143soi

Lauteſchlägerſtraße ½, part.,
billg möbl. Zimmer, auch mit
(*6126s0
zwei Betten.

Bleichſtr. 45, II., ſchön möbl.
Zim. für 1 auch 2 Herren. (19213a

Waldſtraße 7 einfach möbl.
Zimmer zu vermieten. (*6235so

Gutenbergſtr. 50, II., ſchön
nöbl. Zim. an geb. Fräul. (*6259so

Gartenſtr. 18, 1. St., 2 möbl.
Zimmer auf ſof. zu verm. (*6201so

Bleichſtr. 40, II. rechts Auf=
gang
, möbl. Zim. z. verm. (*6215so

großt, ſehr
Karlſtr. 11, 2. St., ſch. möbl.
Zimmer mit Schreibtiſch, auch mit
Penſion, per 1. Okt., pro Monat
für 65 Mk. zu verm. (19082omf

Grafenſtr. 39, ſch. möbl. Wohn=
u
. Schlafz. preisw. zu verm. (17919a
Nieder=Ramſtädterſtraße 35,
Seitenb. I.r., mbl. Zim. f. 12 Perſ.
ſof., 2 Betten vorhand. (18459oif

Roßdörferſtraße 35, 1. Etage,
ſchön möbl. Wohn= und Schlaf=
zimmer
zu vermieten. (15909od

Laden mit Wohnung
4Holzſtraße 8) zu vermiet., ev. zu
verk Näh. Kahlertſtr. 1. (18161oidf

Laden
ſehr geeignet für Friſeur=Geſchäft,
per ſofort zu vermieten. (15073od
Näheres Hügelſtraße 27.

In der 2 Poatſentere edt
graf Georgſtraße ſind noch der
Eckladen, die Wirtſchaft und
mehrere Wohnungen, ſofort be=
gechar
, zu vermieten. Näh. Aus=
Lunft hri Harres & Barth.
(19286a
Scalbräſtraße 79.

Wilhelmſtr. 2, II., 12 ſchön
möbl. Zimmer zu vermieten.
Einzuſehen zwiſchen 6½8 Uhr
abends.
(B13517od

Soderſtr. 4, II. an d. Kapellpl.),
ſchön möbl. Zimmer. (*6321oim

Mauerſtr. 15 einfach möbliert.
Zimmer für 12 Mk. zu vm. (*6320

Neue Schwanenstr. 72, II., fein möbl.
Wohn= u. Schlafz., a. einz. (*63190m

Waldſtraße 39, part., fein
möbl. Zimmer f. 15 Mk. (*6311

Georgenſtr. 9, II., eleg möbl.
gr. Z. an nur fein. Herrn. (*6317oms

Ernſt=Ludwigſtr. 8, 2. Stock,
fein möbl. Zimmer ſof. (*6278

Kirchſtraße 19, 3. Stock, möbl.
Manſardenz., Woche 2.50 M. (*6284

Landgraf Georgſtr. 34, Seiten=
front
Nr. 20, 2. St., gut möbl. Zim.
mit ſep. Eingang ſofort. (*6304

Grafenſtraße 31, II., groß. u.
kl. möbl. Zimmer an Herrn oder
Fräulein zu vermieten. (*6294

Kiesſtr. 21, Stb.r. 1 St., hübſch
möbl. Zim. Mon. 14 Mk. (*63020

Gartenſtraße 18, III., möbl.
Zimmer zu vermieten. (*6336

Wieſenſtraße 9 (Ecke Grafen=
ſtraße
) möbl. Zimmer mit Kaffee,
12 Mark.
(19323t

Mittag- und Abendtisch
PriVat-Wienerstrasse 73,II. (18744a

Gtierſ. groſe Schwmane
und 3 Gaslampen billig abzug.
*6238om) Heinrichſtraße 28, I.

Auswärtige Grossbrauerei
mit Ia Exportbieren ſucht in
Darmſtadt und Umgegend Wirt=
ſchaften
und Flaſchenbierhändler.
Offerten unter P 35 an die Ex=
pedition
ds. Blattes. (*6129soi

verkauf.
Das Einfamilienhaus, im Gei=
ſenſee
11, Ecke Schießhausſtr.,
nach den Plänen des Herrn Prof.
Pützer ſolid u. prakt. erbaut, mit
8 Zim., 4 Manſ., Bad, elektr. Licht,
ſchön. Wirtſchaftsräumen im Sou=
terrain
u. Zentr.=Heiz., iſt ſofort
zu verkaufen oder zu vermieten.
Geſamtfläch.=Geh. einſchl. des Gar=
tens
711 qm. Die Bedingungen
ſind günſt. geſtellt. Weiteren Auf=
ſchluß
erteilt das Immobilien=
geſchäft
Sebastian Eckler, Rheinſtr.9,
Telephon 243.
(17359a

Das Anweſen
Mathildenſtraße28
neu hergerichtetes 2½ ſtöckiges
5 Zimmerhaus mit hübſchem
Garten wird zu dem ſehr billigen
aber feſten Preiſe von M. 35000
verkauft. Weiteren Aufſchluß nur
bei der Firma Sebastian Eckler,
Rheinſtr. 9, Telefon 243. (B17873

bas Einkamſienſtalle
Schießhausſtr. 130, neuzeitl.
einger. mit 12 Zim., Zentral=
heizg
., elektr. Licht, Gas, Balk.,
Logg., viele Nebenr., groß.
Garten zu verkauf. od. z. vm.
Näh. daſelbſt od. b. Seb. Eckler,
Rheinſtr. 5
(B15323

Neues, massiv gebautes,
Salit, relinten
das auch für 2 Familien=Wohng.
eingerichtet iſt, moderner Stil,
2 Eingänge, 1 Einfahrt, 9 geräum.
Zimmer, Gas und Waſſerleitung,
großer, mit Glasabſchluß verſeh.
Balkon, Erker, Veranda, Vor= u.
Hintergarten. Geflügelhaus, iſt
zum feſten Preis von Mk. 22000
zu verkaufen. Offerten unter
N 87 an die Exped. (18740a

Hausverkauf.
In ff. ſüdöſtl. freier Höhenlage
iſt ein neues 3X6 Zimmerhaus
m. ſchönem Garten (prima Mieter
enthaltend) zu denkbar günſt. Be=
dingungen
zu verkaufen. Ernſte
Reflekt. wollen unt. K. 84 bei d.
Expedition anfragen. (17861a

Shin eltente Schean
im Martinsviertel, zu jedem Ge=
ſchäft
geeignet, nebſt ſchönem Hof,
bei kleiner Anzahl. ſof. ſehr billig
zu verkaufen durch das Immo=
bilien
= und Hypotheken=Büro von
Fr. Hoth, Martinſtr. 101. (B1906s

Haus zu kaufen geſucht
geeignet zur Aufnahme von zwei
Familien, freie Lage und Garten.
Offerten unter P 88 an die
Expedition ds. Bl. (*6318

Bauplätze
in feinſter ſüdöſtlicher Höhenlage
unter koulanten Bedingungen zu
verkaufen. Anfragen unt. M 65
an die Exn d Bl.
(18347a

an den durch das früher E. Merck=
ſche
Fabrikviertel ziehenden Stra=
ßen
gelegen. wird in beliebigen
Größen zu ſehr günſtigen Beding=
ungen
verkauft. Planeinſicht und
weiterer Aufſchluß bei Seb. Eckler,
Rheinſtr. 3, od. im Büro von Harres
& Barth, Saalba=ſtr. 70. (7358a

Arheilgen.
Mehrere Häuſer mit Gärten ſind
billig zu verkaufen durch (18981a
Ludwig Kilian II., Arheilgen.

L-

Nürnberger Spar= u. Darlehns=
bank
, e. G. m. b. H. Nürnberg, gibt
an ſolv. Leute jed. Standes (19293)
Kredit bis Mk. 1000.

Junger Mann
mit kräftiger Tenorſtimme ſucht
Mittel zum Ausbilden. Off. u.
N. M. 100, Aſchaffenburg. (*6231soi

Zten gscht

Laden
in der Heidelbergerſtr., per Oktober
oder November geſucht. (19321
Offerten m. Angabe des Miet=
preiſes
u. P. 92 an die Exp.

Schöne 3 Zim.=Wohn. i. Vorder=
hauſe
ſof. od. 1. Okt. geſ. Off. m.
Pr. unt. P 77 an die Exp. (*6291

Uhelles, freundl.
Geſucht Zimmer mit
voller Penſion, in Nähe der Bau=
gewerkſchule
, elektr. Licht u. Dampf=
heizung
bevorzugt. Off. u. P90
an die Exp. erbeten. (19315oim

Geſucht ſogleich ein kleines,
heizbares (*6303
unmöbliertes Zimmer
Off. m. Preis u. J. S. hauvtpoſtlag.

Fräulein
ſucht Privat=Mittagstiſch
Offert. u. P 79 a. d. Exp. (*6306

Für eine leidende Frau
wird für ſof. Landaufenthalt in
waldr. Geg. geſ. Off. an Hartmann,
Darmſtadt, Ahaſtr. 14, I.r. (*6333oim

Wie ich eine
chicke Frau wurde?
Dadurch, dass ich meine
überall bewundert. Kleider
nur nach d. entzückenden
Favorit-Moden-Album,
Preis nur 60 Pf., wählte u.
nach den vorzügl. Favorit-
schnitten
leicht u. preiswert
selbst schneiderte. Favorit-
Mstr. sind einzig. Hundert-
tausende
benutz. nur diese.
Die Verbraucher erh. 1912

wertv. Jub.-Gaben. Präm.-
Liste gratis d. alle Agent.
Ferner empfohlen:
Jugend -Moden-Album 60 Pf.
Favorſt-Handarbelts-Album 60 Pf.
Verlag: Internat. Schnitt-
manufaktur
Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.

empfehlen hervorrag. Aerzte

bei Blutarmut, Bleichsucht,
Nervosität (Prof. Forel. Prok.
Eulenburg, Prof. Jordy, Dr.
Gilbert Dr. Keferstein)
bei Herzkrankheiten, Rheu-
matismus
u. Gicht (Dr. Matzen,
Dr. Stoll-Nauheim, Dr. Kühne)
bei Magen-, Darm-, Leber=
u
. Nierenleiden (Prof. Bunge,
Prof. Winternitz)
bei allen akuten fieberhaften
Krankheiten (Dr. Järschky,
Prof. Bleuler, Dr. Albu, Dr.
Schiling)
(2415
Verlangen Sie Sorten-
und Preisliste u. auf-
klärende
Literatur von
Johannes Horns
Alexanderstr. 4, I.
Sondungen (auch Proben) frei Haus.

Oente
Kachnllte im Griechiſchen
geſucht. Anerbieten unter P 8
an die Expedition ds. Bl. (*622

Griechiſcher Unterricht geſ.
Off. m. Preis u. P 78 Exp. (*6309

Junge Mädchen kömen d. Weiſ=
nähen
u. Zuſchneid. grdl. erlern.
Frau Zeitz, Schützenſtr. 7, I. (17872a

Damen t. d.
Putz=Kurs=Putzmachen
erlernen u. ihre Hüte ſelbſt machen.
*6277som) Mühlſtraße 17½, I.

Neue bess. Möhel
2 tür. pol. Kleiderſchrank 56 Mk.,
Spiegelſchr. 75, prima Arbeit, mit
Garantie, feine Diwans, verſch.
Schlafzim. ſpottbillig abzugeben,
Bücherſchr., Diplomat, Büfetts,
Salonſchr., Vertiko, Flurgarderob.,
Trumeauſpiegel, Paneelbr., Bücher=
geſtell
, kl. Tiſche, Waſchkommode,
Bettſtell., Matratz., Küchen (*6337
Eliſabethenſtr. 46, part., Vorderh.

S cht. 17

[ ][  ][ ]


2LN
Lincrusta, Linoleum, Wachstuche etc.
kaufen Sie nirgends preiswürdiger als bei
Wilhelm Ehrhardt (8866a
Darmstädter Tapeten-Versandhaus
Verkaufsstelle: Ernst Ludwigstr. 4 (am weissen Turm).
Diinges Fleisahr!
Schmackhaftes Mittagessen à Person nur 10 Pf.
erhält man durch Verwendung von unserm
aus Pflanzen-Eiweiss hergestellten
Pflanzenfleisch=Extrakt Ochsena‟
1 Dose à 30g netto à 10 Pf. ist als Fleisch-Ersatz für 23 Personen
für eine Gemüsesuppe von Weisskohl oder Rotkohl mit kräftigem,
würzigen Fleischgeschmack genügend. Kisten à 108 Dosen à 30 g
10.80 M., 8 Dosen à netto 1 Pfd. zusammen 8 M. franko per Post,
16 Dosen à netto ½ Pfd. 8.50 M. Proben 5 Dosen à 30 g zusammen
70 Pf. franko per Post. Zahlung nach Empfang und Gutbefund.
Nichtgefallendes nehmen jederzeit unfrankiert zurück. Kochrezepte
gratis. Ochsena ist 6 Monate haltbar. In der grossen Bäckerei-
Austellung des Bäcker-Verbandes Norden im Juni 1912 in Altona
wurden täglich unter den Augen des Publikums Kochversuche mit
Ochsena gemacht, und wurde wegen der schnellen Herstellungsweise
(nur durch Aufgiessen von kochendem Wasser) zu einer kräftigen
Bouillon und wegen seines hohen Nährwertes als Fleisch-Ersatz zu
allen Gemüsesuppen und als delikate Würze zu allen Bratensaucen
und Ragouts Ochsena mit der Goldenen Medaille und Ehrenpreis aus-
gezeichnet
.
(18968If
Mohr & Co., G.m. b. H., Altona-Ottensen. Abteilung- Fleisch-Ersatz-Werke.

Bitte beachten Sie, dass Van Houtens Cacao nur in geschlossenen Blech-
büchsen
, niemals lose verkauft wird. Nur eine Qualität, die beste!

in nur bester Quali-
tät
. Für Haltbarkeit
der Borsten wird
weitgehendste Ga-
rantie
geleistet.

Meine Schaufenster sind sehenswert. Sie zeigen
stets die neuesten Erzeugnisse der Mode zu sehr
mäßigen Preisen. Spezialhaus für Damen- Kon-
fektion
HERMANN BERGER, Hoflieferant,
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage.

Parfümerie Gg. Frz. Frank

Telephon 886.

Elisabethenstrasse 9.

Kaidstris kuturstanten.

D. R. P. Patente
aller
(9305a
Epochemachende Neuheit für Damen.
Idealster hygienischer Korsett-Ersatz mit allen Vorzügen, doch ohne die
Nachteile des modernen Korsetts. Gibt ohne Einschnürung in der Taille
dem Körper Halt und eine hochelegante, moderne, schlanke Figur.
Unübertroffen auch zugleich als Leibbinde für leidende Frauen.
Neuheit: Kinder- u. Backfisch-Kalasiris.
VerkaufsstelleinDarmstadt: Schulstr. 12, 1. St.

(5746a

neu hergerichtet, ſehr billig abzug
18995a) Karlſtraße 30, Laden.

ute Kartoffeln, per Zentner
Mk. 3. liefert frei i. Haus
Diefenbach. Pankratiusstr. 7. (*5861mfo

wie neu,
Hessen-Rad ſehr bill.

Grafenſtraße 26.

(17996a

Jamilie Seerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
21)

Chriſta nickte. Es iſt ein ſeltenes, großes, heiliges
Glück, das ſich dieſe beiden gefunden haben. Faſt könnte
man ſie darum beneiden!
Hm, räuſperte ſich Peter Geißler und ſah prüfend die
Sprecherin an. Allzu ſelig ſchien ſie alſo nicht über die
eigene Verlobung zu ſein. Er bearbeitete mit ſeinen Hän=
den
ungeſtüm den langen, blonden, etwas ungepflegten
Bart, der ſein friſches gebräuntes Geſicht umwallte. Das
tat er ſtets, wenn er ärgerlich war. Und das war er jetzt
gründlich. Ueberall, wohin er heute gekommen war, hat=
ten
ihm ſeine Bekannten als das Neueſte erzählt, daß das
reizende Fräulein von Leerſen mit dem reichen Schmett=
witz
verlobt ſei. Nach dem Trauerjahr ſollte die Verlo=
bung
veröffentlicht werden. Ihm fielen all die Bemer=
kungen
ein, die man weiterhin über den Bräutigam ge=
macht
hatte. Bei dieſem Gedanken wurde es ihm heiß,
und das Blut ſtieg ihm ins Geſicht. Pfui Teufel nochmal!
Ein Skandal von der Familie, dieſes entzückende Geſchöpf
mit einem Wüſtling zu verkuppeln! Blödſinn, Blödſinn,
hatte er immer ſagen wollen, und einmal war ihm wirk=
lich
das Wort entfahren. Da hatte man ihm fein zu ver=
ſtehen
gegeben, daß alles verſtehen alles verzeihen heißt,
und eine nicht mißzuverſtehende Bewegung des Geld=
zählens
dazu gemacht.
Immer forſchender fuhren ſeine Augen ſber Chriſtas
Geſicht, wie ſüß, wie unſchuldig ſie daſaß. Aber es kam
ihm vor, als ſei das Uebermütige, Fröhliche aus ihren
Zügen geſchwunden. Seinem geſchärften Künſtlerauge
entging das nicht. Ein wehmütiger Zug, den er nicht

an ihr kannte, lag um den feinen Mund mit den blaß=
roten
Lippen. Auch die Augen erſchienen ihm anders.
Etwas gleichſam Verängſtigtes, um Hilfe Flehendes
ſprach aus ihnen. Wie ein Opfer ſieht ſie aus, dachte er
wütend.
Chriſta aber fühlte ſich durch dieſes ſtumme Anſtarren
beunruhigt. Was hatte denn nur Herr Geißler? Jetzt
ſprang er plötzlich auf und rannte im Atelier hin und her.
Eine Gemeinheit iſt es geradezu, ſtieß er ingrimmig
hervor.
Da erhob ſich Chriſta aus ihrem Seſſel, in dem ſie
ſaß. Das brachte Peter Geißler zur Beſinnung.
Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein! Was werden Sie
von mir denken! Mir ging etwas im Kopf herum! Seien
Sie bitte nicht böſe, bat er und ſah Chriſta mit den großen,
blauen Augen ſo bittend an, daß ſie lächelnd ſagte:
Ja, das merkte ich allerdings, daß Ihnen etwas im
Kopf herum ging. Wollen Sie es mir nicht ſagen? Dann
können wir uns zuſammen darüber ärgern!
Ihnen? Nein, nein, wehrte er ab. Aber dann,
einem plötzlichen Impuls folgend, ſagte er raſch: Doch, ja,
ich ſag’s Ihnen, denn es geht Sie an.
Mich?
Ja Ihre Verlobung!
Meine 2
Jawohl, und ich will nur wiſſen, ob Sie ihn wirklich
aus Liebe nehmen, oder nur, weil’s Ihre Familie will?
Herr Geißler Chriſta wandte ſich beleidigt ab, ſie
war blaß geworden ich verſtehe Sie nicht. Was ſoll
das heißen?
Sie denken wahrſcheinlich, ich ſei verrückt geworden.
Nicht wahr? Schadet nichts, denken Sie’s ruhig. Ich
weiß, es iſt ja auch eigentlich ſchrecklich unfein, daß ich
mich in (Ihre Angelegenheiten miſche! Aber, ich denke,

ich meine ich habe ſſo das Gefühl, als ob ich es Ihrem
Bruder Joachim ſchuldig wäre; jawohl, Joachim! be=
kräftigte
er noch einmal.
Wie angewurzelt ſtand Chriſta. Faſſungslos ſtarrte
ſie in das Geſicht des erregten Mannes vor ihr. Was ſollte
das? Wie kam er dazu? Was wußte er? Noch hatte ſie
kein Wort von Schmettwitz an Joachim geſchrieben. Aber
Ada hatte es ſicher getan. O, jetzt verſtand ſie! Er ſandte
den Freund, weil er ſelbſt nicht kommen konnte. Ein
warmes Freudengefühl durchrann ſie. Sie hatte nun
jemand, der ihr beiſtehen wollte.
Nein, nein, ich liebe ihn nicht! Wie ein befreiender
Aufſchrei kam es von ihren Lippen.
Aber der Erfolg ihrer Worte war ein merkwürdiger.
Sie lieben ihn nicht? Und dennoch wurden Sie ſeine
Braut? Peter Geißler trat von ihr zurück. Ueber ſein
Geſicht lief ein Zug ſchmerzlichſter Enttäuſchung.
Seine Braut? Noch bin ich ſie nicht, und werde ſie
auch niemals werden! Sagen Sie das Joachim! Sie
richtete ſich ſtolz auf.
Da traf ein Laut ihr Ohr, der wie ein jubelndes Froh=
locken
klang. In ungeſtümer Freude ergriff Peter Geiß=
ler
ihre Hände und drückte ſie, als ob er ſie zerbrechen
wollte.
Sie ſind nicht, Sie werden nicht . . . .
Nein werde ich ſagen, wenn er mich fragt, nein, und
zehnmal nein, denn ich laſſe mich nicht um Geld verkaufen
wie eine Ware!
Gnädiges Fräulein, liebes Fräulein Chriſta, das,
das müſſen Sie mir feierlich verſprechen und in die Hand
geloben! Sehn Sie, Sie wiſſen es ja gar nicht, was für
ein Lumpenhund dieſer Kerl iſt! Mein Ehrenwort gebe
ich Ihnen, daß ich ihn lieber mit dieſen meinen Händen
erwürgte, ehe ich zuließe, daß Sie ihm zum Altare folg=

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Nummer 218,

ſen Als ic ſenie dom ien Seien eiſitr des Ste ich
mit dieſem Menſchen verlobt hätten, meinte ich, ich hörte
nicht recht. Ich ſtürmte zu Jerlings. Ada ſollte Sie
warnen, Sie bitten, Sie überreden, zurückzutreten, denn
Ihre Wahl ſei auf einen Unwürdigen gefallen!
Wie? Ich verſtehe Sie gar nicht, Herr Geißler! Joachim
hat Sie nicht hergeſandt deshalb?
Nein! Er weiß überhaupt nichts davon! Ganz klein=
laut
klang jetzt auf einmal ſeine Antwort.
Sie erfuhren es heute erſt hier? Zagend, als könne Sie
ſich das Gehörte nicht recht zuſammenreimen, fragte es
Chriſta. Ja, aber warum weshalb? Wie kommen Sie
dazu? Ich verſtehe es gar nicht? Dann aber regte ſich
ihr Stolz. Warum drängen Sie ſich denn in meine Ange=
legenheiten
? fuhr ſie mit veränderter Stimme und zurück=
weiſender
Miene auf.
Da beugte ſich Peter Geißler über Chriſtas Hand. Es
war das erſtemal, daß er eine Frauenhand küßte, und unge=
lenkt
und ungeſchickt ſah es aus, aber etwas Rührendes lag
darin.
Fräulein Chriſta, ſagte er ernſt. Ich bin ein unge=
ſchlachter
Menſch, der nicht weiß, wie er ſich benehmen
ſoll. Als ich heute von Ihrer Verlobung hörte, wallte es
heiß in mir empor. Ich hatte nur den einen Gedanken,
Sie vor einem Unheil zu behüten. Verzeihen Sie mir bitte
all mein Vorgehen. Denken Sie, ich hätte an Joachim=
Stelle hier geſtanden. Würden Sie ihm gezürnt haben,
wenn er das getan hätte, was ich tat?
Lange ſagte Chriſta nichts. Dann drückte ſie warm
und herzlich Peter Geißlers Hand. Nein, ich würde ihm
gedankt haben!
Fräulein Chriſta!
Langſam fenkte Chriſta die Augen vor dem Blick, der

nein begepter, ind che Seit der ir vermnen Somen=
glanz
getaucht.
8. Kapitel.
Frau von Leerſen war außer ſich! Das Unfaßliche.
Unglaubliche ſollte geſchehen! Schmettwitz hatte bei ihr
brieflich um Chriſtas Hand angehalten, und dieſe wollte
ihm einen Korb geben. Sie wollte es tun, trotz des aus=
drücklichen
Wunſches und Befehls ihrer Mutter! Ein ſanf=
tes
, fügſames Kind hatte ſie geglaubt in ihr zu beſitzen,
das ſich willig ihren Anordnungen fügte. Nun mußte ſie
es erleben, daß ihre Tochter, gleich ihrem Bruder Joachim,
trotzig und eigenſinnig ihren Weg gehen wollte. Leicht=
ſinnig
ſtieß ſie ein Glück zurück, das ihr, trotz ihrer Jugend
und Schönheit, ſicher nicht noch einmal geboten werden
würde. Denn der Name Schmettwitz hatte einen ebenſo
guten Klang, als die Millionen, die ſich dahinter bargen.
All ihre Vorſtellungen, daß Reichtum, Freiheit, Geburt und
Stand eine Macht ſeien, waren erfolglos geblieben. Ja,
ſelbſt ihr Bitten, dieſe Heirat aus Rückſicht auf ihre Fa=
milie
zu ſchließen, hatte nichts gefruchtet. Chriſta blieb
bei ihrem Nein.
Ein Mittel gab es vielleicht, ſie zu zwingen! Wenn
man ihr ſagt, daß ſie froh ſein müſſe, ihren Namen mit
einem ehrenvollen zu vertauſchen? Aber nein, das
konnte und wollte ſie nicht. Ein unbeſtimmtes Gefühl hiel
ſie davon zurück.
Karl Auguſt aber war weniger rückſichtsvoll. Als er
von ſeiner Mutter von der Weigerung Chriſtas, Schmett=
witzens
Werbung anzunehmen, hörte, verließ ihn ſeine
Selbſtbeherrſchung vollſtändig. Beinah ſinnlos war er
vor Empörung. Ja, war denn Chriſta verrückt geworden!
Mit beiden Händen mußte ſie zugreifen, bei einer derarti=
gen
Partie! Sie mußte Schmettwitz heiraten! Das war
dosh ſelbſtverſtändlich ſchon um ſeinetwillen mußte ſie

einf Er varie dach veiſcendigin daſten Finden ün.
zählige Male, wenn er beim Spiel Pech gehabt hatte, hatte
Schmettwitz ausgeholfen. Er hatte angenommen in dem
Glauben, daß Schmettwitz über kurz oder lang doch ſein
Schwager ſein würde, und ſo hatte er ſkrupellos von dem
ihm beinahe aufgedrängten Kredit Gebrauch gemacht. Wie
hoch ſich die Summen beliefen, die auf dieſe Weiſe zuſam=
mengekommen
waren, wußte er im Augenblick nicht einmal.
Nur ſoviel war ihm klar, daß ſie ſehr hoch ſein mußten!
Wenn nun Schmettwitz jetzt durch Chriſtas Weigerung auf
das tödlichſte gekränkt wurde, dann war es mehr als ſelbſt=
verſtändlich
, daß aus dem helfenden Freunde ſofort ein
drängender Gläubiger würde! Was aber ſollte dann ge=
ſchehen
? Es war kein Geld da, um die Schuld zu decken!
Kalter Schweiß ſtand auf ſeiner Stirn, und eine dunkle
Röte zog flackernd über ſein ſchmales Geſicht bis hinauf zu
den Schläfen, auf denen ſie Adern anſchwollen. Böſe, bei=
nah
haßerfüllt funkelten ſeine Augen die Schweſter an!
Ja, biſt Du denn von Sinnen? fuhr er ſie an. Du
ſcheinſt gar nicht zu wiſſen, was Du tuſt. Du ſollteſt Gott
danken, wenn Dich dieſer reiche Mann haben will. Auf
was willſt Du denn eigentlich warten?
Auf einen, den ich liebe. Den würde ich heiraten, auch
wenn er nicht reich und vornehm iſt.
So’n Blödſinn, verfluchter! Haha, Joachims Be=
nehmen
ſcheint Schule zu machen!
Es ſcheint ſo! Ganz ruhig ſagte es Chriſta. Je mehr
ihr Bruder in eine ihr unbegreifliche Wut hineingeriet,
deſto ruhiger wurde ſie.
Da hörſt Du es, Mama, wandte ſich Karl Auguſt an
die Mutter, die ſtumm zurückgelehnt in einem der tiefen
Klubſeſſel in Karl Auguſts Wohnzimmer ſaß, wo die
Unterredung ſtattfand.
(Fortſetzung folgt.)

Zwei gebrauchte
ſchwarz und nußbaum, Mk. 360 und Mk. 480, mit Garantie
(19284a
zu verkaufen.
Heinrich Arnold, Hofpianofabrik,
Mühlſtraße 13, direkt neben dem Militärlazarett.

Installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Rheinstr. 17, Ecke der Grafenstr.
Telephonruf 636. (16950a
Musterlager aller ein-
schlägigen
Artikel.

ATNANA-

die neueste und beste
deutsche Nähmaschine
5 Jahre Garantie. (9549a
Alleinverkauf

Haas & Bernhard
19 Rheinstrasse 19.


drvr

Brauerei-Flaschen-Füllung
in Wirtſchaften und Niederlagen.
Dlrekt von der Brauerer

Telephon 393.

Telephon 393.

18318a)

Wegen vorgerückter Saison
verkaufe eine grosse Anzahl

E Rest=Tapeten
zu besonders billigen Preisen.
Treppenhaus=Tapeten
zu 25 Pfg. per Rolle.
Linoleum=Reste
(19003a
äusserst preiswert.
Heinr. Luckhardt
Schulstraße 7.
Darmstadt
Telephon 221

Tanz-instieht Schrimpff und Frau

Neckarstrasse 22, parterre
Zu unseren
Tanzkursen

(*6121

nehmen wir Anmeldungen täglich entgegen.
Privatstunden jederzeit. Eigener grosser Saal.

19297M) Jede echte Osram-Lampe muss die Inschrift OSRAM‟ tragen. Ueberall erhältlich. Auergesellschaft Berlin O. 17

[ ][  ][ ]

Nummer 218.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. September 1912.

Seite 15.

Theodor Heyl
Telefon 1208 DARMSTADT Telefon 1208
Marktplatz Ludwigsstrasse 1
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.

arditen- u. Teppiche

Zu bevorstehendem Umzuge empfehle in grösster Auswahl:
Tüll-Gardinen, créme, weiss u. bunt
abgepasst und am Stück
(19282od
Stores und Leinen-Gardinen
Künstlergardinen, Brises-bises
Möbel- und Dekorationsstoffe
Tisch- und Diwandecken, Läuferstoffe
Alle Arten Teppiche und Bettvorlagen.
Bitte um Besichtigung meiner Schaufenster.

Kansa
Allgemeines Handels-Institut
Heinrich Moeller.

Moratorien.
Vergleiche zur Vermeidung
und Beendigung von Konkursen.

Bücher-Revisionen. :: Bilanzprüfungen. :: Gutachten.
Beratung in Steuerangelegenheiten. : Vermögensverwaltungen.
Testamentsvollstreckungen.
Beratung in Beteiligungsangelegenheiten u. beiseriösen Gründungen.
Uebernahme von Treuhandfunktionen aller Art.
Ankauf. :: Bevorschussung.
Einziebung von Forderungen (ohne Kostenvorschuss)

Schuchardstr. 13.

Fernruf 476.

(18837a

Tigliein frisch geleiterten
Sassen-Aprenlost
½ Liter 12 Pfennig.
(19201so
Wilhelm Nagel
Apfelweinkelterei mit Elektro-Motorbetrieh

Mauerstrasse 34.

Mauerstrasse 34.

Maturweine

1911er von 80 Pfg. an per Flasche
sowie rote u. weisse Qualitätsweine
(17361a
empfiehlt
Gg. Sauerwein, Landwehrstr. 7

Hektolit. 65 Pfg., bei 10 Hl. 60 Pfg.
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28, Tel. 101. (B18692

Billig zu verkaufen
Achtung! wegen Platzmangel
Gr. Auswahl v. guterh. Koſtümen,
Bluſen und Jackenkleidern, Empire=
kleidern
mit Jacken, Geſellſchafts=
kleider
, Capes, Jacketts, Ueberzieher,
einzelne Röcke, gr. Poſten ſchwarzer
Bluſen, Mädchenkleid. f. 1314jähr.,
Jüngl.=Ueberzieher, Sportanzügen,
weiß. Hemden u. Hoſen, Bettüchern,
Koltern, Schaftſtiefeln Nr. 40. Sacco
für 16jähr. u. a. m. (*6055fso
Ballonplatz 10.

Gardinen, Teppiche,
Möbel, Sofas bill. zu verkaufen
18629a) Heidelbergerſtr. 29, 1. St.

Bedenken Sie
die Ersparnis, welche Sie
erzielen bei Verwendung von
Gnion-Drikeis.
Ein Versuch überzeugt!
Erhältlich in den Kohlenhandlungen.

Leiden Sie an Rhenmatismus,
lch helfe Ihnen!) Gicht, Hexenschuss, Muskelschmerz
usw.. dann probieren Sie einmal
per Dose Mk. 1.20 und Mk. 1.75. Zu haben
Zahn’s Salbe, in den Apotheken oder direkt bei
I. P. Zahn in Ober-Ingelheim a. Rh. Bestandt. d. Salbe: Ung. Vaselin 68.5,
cera. flav. 10.6. Tannin 7.4, ol. tereb. 12.0, camphorat. 3.5. (16937a
rehrock, Frack=, Smoking= An=
leues
Kanapeegeſtell zu verkauf.
zuge, Zylinder, zu verleihen W Gr. Kaplaneigaſſe 60. (*6137soi
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a kurze, runde Stückfaß mit

wie neu, ſehz
Wanderer-Rad, biltt

12024a)

Grafenſtraße 26.

Türchen, Aquarium, Kinder=
laufſtuhl
, vollſtänd. Kloſetteinrich=
tung
zu verk. Aliceſtr. 2. (19239so

[ ][  ]

In diesen 3 Abteilungen haben wir grosse Posten zum Teil
unter der Hälfte des sonstigen Verkaufspreises reduziert.

Meter

Ludwigsplatz 9

Alexanderstraße 12 & 14
nur noch bis 1. Oktober.
Täglich
abends 8 Uhr, Sonntags nach=
mittags
4 und abends 8 Uhr
das grosse

u. and. Siſters Darlington, Engl.
Song and Dans, Wally Norden,
Exzentrik=Soubrette, Eshaly, der
berühmte Damendarſteller. (19192a

gelobt wegen ihres feinen Hromas, hohen
Wohlgeschmacks und ihrer überaus grossen
Butterähnlichkeit werden die beliebten
Spezialitäten:
allerfeinste Sahnen-Margarine, in Qualität der
Sger Molkerei-Butter am nächsten kommend und
beliebteste unerreicht ſeinsie vorzüglich halt-
IImat0 bare Pflanzenbutter-Margarine.
Unbestritten beste Butter-Ersatzmittel!
Ueberall erhältlich?
Rlleinige Fabrikanten: A. L. Mohr, G. m. b. H., nitonz-Bahrenteld.

Morgen
Dienstag, den 17. Sept.
von 10 Uhr ab:
Schüler-
Vorstellung
Ab 5 Uhr nachm. das an=
dere
Schlagerprogramm.
Mittwoch, d. 18. Sept.;
Die große i2ei
Zirkus=Attraktion!
Nordiſcher Kunſtfilm.

Schiffsbericht. Hamburg=Ame=

rika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Hrn. Adolf Rady, Darm=
ſtadt
, Zimmerſtraße 1.
Dampfer Moltke von Genua
fnach New=York, 12. September
13 Uhr morgens von Neapel.
Dampfer Pretoria, 12. September
2 Uhr nachmittags von New=York
nach Boſton. Dampfer Prinz
Oskar von Philapelphia kom=
imend
, 12. September 6 Uhr 30 Mi=
muten
abends in Hamburg.

Wegen Geschäftsreise
nach Paris
bleibt mein Damen-Frisier-Salon bis inklusive
23. September geschlossen (19319a
Ernst Köhler, Ernst-Ludwigstrasse 22.

(System Prof. Ruppel)
ausgeführt in Kupfer oder Eiſen durch

(B17147

Louis Geyer, Schlossermeister
Darmſtadt, Moosbergſtr. 95, Telephon 1856.
Zur Hälfte der ſeitherigen Anlagekoſten. Keine teuren Spitzen
und häßlichen Auffangſtangen. Kostenberechnung gratis.

Zur Herbst-Saison

empfiehlt sich

(17944a

Gertrude Reinheimer
Damenkonfektion Karlstr. 11, 3. Stock.

Vervielfältigungsbureau
zum Schreiben einer größ., inter=
eſſanten
Arbeit geſucht. Off. unt.
P 91 an die Cap.
(*6329)

Rat und Hilfe
bei Steuer=Erklärungen durch
19100a) Maul, Riedeſelſtr. 72, III.

Wegen Auflösung
des Haushalts
Möbel aller Art zu verk., auch eine
faſt neue Schlafzimmer= Einrich=
tung
, Petroleumofen, ſowie Klei=
der
, Mäntel und Noten
*6282omf) Rückertſtr. 26, 3. St.

lte Brennappar, alte Zahngeb.,
auch zerbr., kauft z. höchſt. Preis
G. Best, Ludwigshöhſtr. 60, I. (18742a

mit klein. An=
Gold. Keitchen hängern auf d.
Wege n. Kranichſtein u. Oberwald=
haus
verloren. Abzug. gegen Be=
lohn
. Gervinusſtr. 63, II. (*6289

Von der Reise
zurück. (19131so

Dr. Göring.

Von der Reise
(19317
zurück
oim
Dr. Wisst

Während meiner
Abwesenheit
werden die Herren:
Dr. Birnbaum, Georgenſtr. 8,
Dr. Gros, Riedeſelſtr. 21,
Dr. Habicht, Kaſinoſtr. 2,
Dr. Kayser, Hügelſtr. 6, und
Dr. Sior, Hochſtr. 60, (B19226
die Güte haben, mich in meiner
ärztlichen Praxis zu vertreten.
Dr. Arthur Hoffmann.

Dr. Langsdorf
wird bis Anfang Oktober
durch die Herren:
Dr. Bönning, Mauerſtr. 1
Dr. Hof, Roßdörferſtr. 19
Dr. Holländer, Ludwigspl. 6
Dr. Mayer, Neckarſtraße 10
Dr. Staudinger Heinrichſtr. 94
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11
gütigſt vertreten werd. (K19301

Von der Reiſe
zurück (*821850
W. Rechel, Dentist.