Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadke
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Kaiſermanöver in Sachſen haben geſtern
begonnen. Der Kaiſer traf zu dieſen geſtern früh
in Koswig ein und begab ſich mit dem König und dem
Kronprinzen von Sachſen ins Manövergelände.
Das Militärluftſchiff „Z. 3‟ iſt geſtern mittag
12,15 Uhr von Metz zur Fahrt nach Gotha bezw.
zur Teilnahme an den Kaiſermanövern mit elf
Mann Beſatzung aufgeſtiegen.
Die ſchwediſchen Journaliſten begaben ſich
am Sonntag auf eine Einladung des Hauſes Krupp
von Dresden nach Eſſen.
Die Borodinofeier iſt in Rußland am Sonntag
überall ffeſtlich begangen worden. In mehreren
Städten wurden auch Denkmäler zur Erinnerung an
das Jahr 1812 enthüllt.
Das Miniſterium in Serbien hat am Sonntag
demiſſioniert.
Im Velodrom von Newmarket (Neu=Jerſey) wurden
durch ein in den Zuſchauerraum hineingeraſtes
Motor=
rad 6 Perſonen getötet und 40 verletzt.
Bundesrat und Fleiſchteuerung.
Die ſozialdemokratiſche Partei hat ihre
Teue=
rungs=Aktion mit der Eingabe gekrönt, die von der
ſozial=
demokratiſchen Reichstagsfraktion an den Reichskanzler
gerichtet worden iſt. Darin wird außer den bekannten
zollpolitiſchen Maßnahmen die Einberufung des
Reichs=
tages gefordert. Die Urheber dieſer Eingabe dürften ſelbſt
auf die Erfüllung der geſtellten Forderungen ſchwerlich
rechnen. Aber die agitatoriſche Wirkung dieſes Schrittes
bleibt deshalb doch unbeſtreitbar, und der
parlamenta=
riſche Auftakt der bevorſtehenden Herbſttagung des
Reichs=
tages wird ohne Zweifel unter dem Zeichen dieſer
Agita=
tion ſtehen. Hiervon abgeſehen jedoch iſt es eine offene
Frage, ob der Agitation im Reichstage nicht auch ein
ge=
wiſſer Erfolg beſchieden ſein wird. Es war nur eine
knappe Mehrheit, die am 20. März d. J. die Reſolution
Albrecht, betreffend die Zulaſſung der Einfuhr von
aus=
ländiſchem Gefrierfleiſch uſw., ſowie die Reſolution
Ab=
laß, betreffend die Einfuhr von ausländiſchen Lebern
und Zungen, angenommen hat; die Rechte, das Zentrum
und eine Minderheit der Nationalliberalen ſtimmte gegen
die beiden Reſolutionen. Ob indeſſen das Zentrum in der
Fleiſchfrage auf ſeinem damaligen Standpunkte beharren
wird, darf als zweifelhaft gelten. Gerade jetzt erinnert
das Organ des Verbandes katholiſcher Arbeiter — und
Knappenvereine Weſtdeutſchlands, die Weſtdeutſche
Arbeiterztg., mit großem Nachdruck daran, daß ſie für
die zeitweilige Aufhebung des Zolles auf Futtergetreide,
für die Einfuhr argentiniſchen Gefrierfleiſches und für
Ver=
kehrserleichterungen durch entſprechende Notſtandstarife
eingetreten iſt. Gleichzeitig ruft die Weſtd. Arbeiterztg.
die Regierung ſehr lebhaft auf, die Teuerung endlich durch
Taten zu bekämpfen, da jene eine dauernde Erſcheinung
geworden und Zeit zu Erwägungen übergenug vorhanden
geweſen ſei. Es verlohnt ſich, aus der Begründung dieſes
Verlangens folgende Stellen als Stimmungsſymptome
wiederzugeben:
„Der Satz: Obs viel nützen wird, iſt zweifelhaft, der
gilt micht. Wenn nichts dadurch erreicht wird, ſo wollen
wir wenigſtens ſehen, obs was hilft oder nicht. Und eine
Schädigung vitaler berechtigter Intereſſen iſt von einer
ſolchen Notſtandsaktion nicht zu befürchten. Wenn
Oeſterreichs Landwirtſchaft die Einfuhr argentiniſchen
Fleiſches nicht geſcheut und durch ein Seuchenabkommen
mit Serbien die Möglichkeit erleichterter Vieheinfuhr ſich
geſchaffen, warum ſoll uns das Gleiche nicht möglich ſein,
z. B. Holland gegenüber? Mit Erwägungen und
Prin=
zipien werden auch die Menſchen nicht ſatt.”
Dieſe Sprache des Zentrums=Organs legt die
Annahme nahe, daß nach den Erfahrungen des
diesjährigen Sommers auch das Zentrum der
Er=
leichterung der Fleiſcheinfuhr nicht mehr geſchloſſen
widerſprechen wird. Und kann der Bundesrat
fortfahren, ſeine rundweg ablehnende Hiltung in der
Fleiſchfrage einfach aufrechtzuerhalten? Prartiges
dür=
fen vernünftigerweiſe auch die nicht empfehlen, die an den
Grundlagen unſerer Schutzzollpolitik nicht gerüttelt wiſſen
wollen. Schon der berechtigte Geſichtspunkt, daß der
wachſenden Verſtimmung weiterer Volkskreiſe
entgegenge=
arbeitet werden muß, läßt das Einlenken des
Bundes=
rates in der Fleiſchfrage als dringend wünſchenswert
er=
ſcheinen. Je früher in dieſer Richtung etwas geſchehen
wäre, um ſo nützlicher würde es geweſen ſein. Und
darum iſt es bedauerlich, daß anſcheinend an den Erlaß
einer Notverordnung des Bundesrates, für die
vom Reichstage die Indemnität zweifellos erteilt werden
würde, nicht gedacht wird. So wenig in Deutſchland von
einer Hungersnot geſprochen werden kann, ſo ſicher ſiſt
es, daß für notwendige Lebensmittel ſeit geraumer Zeit
eine erhebliche Teuerung beſteht. Der bloße Verſuch,
dieſe durch „kleine Mittel” auf dem Wege einer
Notver=
ordnung des Bundesrates zu bekämpfen, würde einer
ſozialdemokratiſchen Agitation, der ein gewiſſer Erfolg
vielleicht doch nicht verſagt bleibt, von vornherein den
Wind aus den Segeln genommen haben.
Deutſches Reich.
— Die Schweizer Kaiſerreiſe. Die
Nord=
deutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt in ihrer
Wochen=
rundſchau:
Der Kaiſer iſt mit einer Fülle anregender Eindrücke
von ſeinem Beſuche in der Schweiz zurückgekehrt. Die
Aufmerkſamkeit der eidgenöſſiſchen Behörden, die auch
das Kleinſte ſorgſam bedachte, das offene, liebenswürdige
Entgegenkommen der Bevölkerung, ſowie die
ausgezeich=
neten Leiſtungen des ſchweizeriſchen Militärs haben ſich
vereinigt, um die Reiſe des Kaiſers genuß= und
erfolg=
reich zu machen. Den Schweizern wie ihrem hohen Gaſte
werden ſo die ſchön verlaufenen Tage lange in
freund=
licher Erinnerung bleiben. Beim Verlaſſen des gaſtlichen
Bodens gab unſer Kaiſer in einem Telegramm an den
Bundespräſidenten Forrer nochmals ſeiner Befriedigung
über alles Geſehene und ſeinen Dank für die glänzende
Aufnahme in Worten Ausdruck, die vom Herzen kamen
und zum Herzen gehen werden. Das deutſche Volk ſchließt
ſich dieſem Danke freudig an. Wir freuen uns aufrichtig
über die guten nachbarlichen Geſinnungen, die ſich in der
ſympathiſchen Begrüßung unſeres Kaiſers ſo rückhaltlos
bekundeten. Der Zweck und die Bedeutung des Beſuches
iſt von beiden Staatsoberhäuptern bei dem Feſtmahl in
Bern in klaren Worten ausgeſprochen worden. Ein
be=
ſonderes politiſches Ziel iſt bei dieſer Reiſe von
keiner Seite verfolgt worden. Wir ſprechen aber
gerne aus, daß es uns auch politiſch wextvoll erſcheint,
wenn der Wunſch unſerer Regierung und unſeres Volkes,
die Beziehungen zur Schweiz in ungetrübter Freundſchaft
zu erhalten, bei dieſer Gelegenheit ebenſo deutlich zur
Anſchauung gebracht, wie aufrichtig erwidert worden iſt.
Der Bundespräſident betonte in Bern die Entſchloſſenheit
der Schweiz, ihre Neutralität gegen jeden Angriff zu
wahren. Die Intereſſen des Deutſchen Reiches ſtimmen
auch in dieſem Punkte völlig mit denen der Schweiz
überein. Wir begrüßen es daher mit Genugtuung, daß
die Wehrhaftigkeit des Schweizer Volkes, in der die
Bürgſchaft für die Unantaſtbarkeit ſeiner internationalen
Vertragsrechte liegt, unſerem Kaiſer in ſo glänzender
Weiſe vorgeführt worden iſt. Vor allem aber ſind die
Kaiſertage für beide Völker der Anlaß geweſen, dier
innigen geiſtigen und kulturellen Gemeinſchaft zu
ge=
denken, die ſie von altersher verbindet. Der Kaiſer
gedachte dieſer Beziehungen in beſonders warmen
Wor=
ten und ſprach damit den Deutſchen und den Schweizern
gleichmäßig aus der Seele.
— Miniſterbegegnung in Buchlau. Das
Wolffſche Bureau veröffentlicht folgende Note: Der
zwei=
tägige Beſuch des Reichskanzlers von Bethmann
Holl=
weg beim Grafen Verchtold in Buchlau hat den
leiten=
den Staatsmännern der beiden verbündeten Mächte zu
eingehenden politiſchen Unterredungen Gelegenheit
ge=
geben. Dabei wurden alle augenblicklich ſchwebenden
Fragen der äußeren Politik, insbeſondere diejenige des
nahen Oſtens, beſprochen und die beiderſeitige volle
Ueber=
einſtimmung über alle Punkte erneut feſtgeſtellt.
— Erhebungen zur Durchführung des
Hausarbeitsgeſetzes. Zu örtlichen Erhebungen
und mündlichen Beſprechungen über Fragen des
Haus=
arbeitsgeſetzes haben kürzlich zwei Referenten der
ſozial=
politiſchen Abteilung im Reichsamt des Innern die
Ge=
heimen Regierungsräte Dr. Leymann und Siefart ſich
in das Gebiet der ſthürfngiſchen Hausarbeit begeben,
um ſich über die Verhältniſſe der Wirkwareninduſtrie
in Apolda und der Glasinſtrumenteninduſtrie in Ilmenau
zu unterrichten. Sie haben dort mit Fabrikbeſitzern,
Meiſtern und Hausarbeitern verhandelt und waren
be=
müht, ſowohl die Meinungen der Beteiligten zu hören,
wie auch über die Abſichten des Geſetzes und die
Maß=
nahmen zu ſeiner Durchführung aufklärend zu wirken.
Hanſabund und Fleiſchteuerung.
Am 10. September findet im Hanſa=Bund in Anweſenheit
von induſtriellen und gewerblichen Sachverſtändigen,
ſowie im Beiſein von Reichstagsabgeordneten und
An=
gehörigen der Landwirtſchaft eine Konferenz ſtatt, welche
ſich mit den unter allen Umſtänden erforderlichen
Maß=
nahmen zur Beſeitigung der Fleiſchteuerung beſchäftigen
ſoll. Die Zentralleitung des Hanſa=Bundes ſteht auf
dem Standpunkt, daß nach Lage der Verhältniſſe eine
ſofortige Zuſammenberufung des Reichstages zwecks
Behandlung dieſer Fragen leider kaum erreicht werden
kann, hält aber unter anderem die in Ausſicht
genomme=
nen Tagungen der Hanſa=Woche und des Hanſa=Tages für
beſonders geeignet, den in Betracht kommenden Faktoren
gegenüber die Wünſche des deutſchen Gewerbeſtandes zu
dieſen überaus wichtigen Fragen nachdrücklich und in
Er=
folg verſprechender Weiſe zur Geltung zu bringen.
Ausland.
Rußland.
Meutereien in der Flotte. In einem
Flot=
tenbefehl drückte der Marineminiſter ſein tiefes Bedauern
über die Verhängung des Kriegszuſtandes über
Sewaſto=
pol aus und betont, die ruſſiſche Flotte durchlebe einen
hiſtoriſchen Moment. Der Wille des Kaiſers habe ſie zu
neuem Leben gerufen, die Volksvertretung habe ihr ihr
Vertrauen und reichliche Mittel gegeben. Der Wille des
Kaiſers rufe ſie jetzt zur Pflichterfüllung. Gegenüber den
Verrätern und Pflichtvergeſſenen ſei kein Verzeihen
mög=
lich. Schmerzlich ſei es dem Kaiſer geweſen, zu erfahren,
daß in der ihm ſo teuren Flotte der Same der Unordnung
entſtanden ſei, doch ſei die Anſteckung nur auf einige
Schiffe gedrungen. Der Miniſter ſchließt, er ſei glücklich,
den gewiſſenhaft ihre Pflicht erfüllenden Mannſchaften den
kaiſerlichen Dank zu übermitteln.
Serbien.
Zur Lage auf dem Balkan. Infolge der
Getreide= und Futtermittelausfuhr aus ganz Serbien
be=
ginnt das Goldagio rapid zu ſteigen. Die Nationalbank
hat ſofort ihre Kredite erheblich eingeſchränkt. Ihrem
Beiſpiel folgen die anderen Banken. Militäriſche
Maß=
nahmen, die ſonſt nicht aufgefallen wären, werden jetzt als
Anfang einer Mobiliſierung gedeutet. Man glaubte
allge=
mein, daß der Schlüſſel der Lage in Bulgarien liegt. Nur
wenn dieſes ſich zu einem aggreſſiven Vorgehen
entſchlie=
ßen ſollte, könne auch Serbien nicht untätig bleiben. Aus
Sofia wird gemeldet: Als ernſtes Zeichen für die
ge=
ſpannte Lage muß die Meldung aufgefaßt werden, daß
die Regierung von der urſprünglichen Abſicht, noch vor
Oktober eine außerordentliche Tagung der Sobranje zur
geſetzmäßigen Erledigung der mit der Pariſer
Banken=
gruppe verabredeten Anleihe einzuberufen, abgegangen iſt.
Amerika.
Der Aufſtand in Mexiko. Dem Geſandten
der Vereinigten Staaten in Mexiko ging ein Schreiben
von dem Sekretär des Generals Zapata zu, in dem
mitge=
teilt wird, daß die Inſurgenten den Vormarſch
gegen Mexiko begonnen hätten. Dem Schreiben lag
eine Proklamation bei, in der es heißt, die Anhänger
Zapatas beabſichtigten, ſämtliche an der Regierung
befind=
lichen Staatsmänner abzuſetzen außer Madero und deſſen
Angehörige. Die Unterzeichner der Proklamation erklären,
daß ſie die Ordnung aufrecht erhalten und die Fremden
und ihr Eigentum achten würden.
Perſien.
Rückkehr des früheren Schahs? Aus
Ispahan, Schiras und Kermanſchah werden erneute
Un=
ruhen gemeldet, welche gleichzeitig die völlige Ohnmacht
der Regierung beweiſen, da dieſe nicht das Geringſte zu
tun vermag. Ihre Gouverneure wagen nicht einmal ihre
Poſten einzunehmen, während Salar ed Dauleh die
Ueber=
hand gewinnt. Allgemein wird angenommen, daß dieſe
auf die Dauer unhaltbaren Zuſtände in abſehbarer Zeit
zur Wiedereinſetzung des früheren Schahs führen
wer=
den. Es wird das namentlich von Rußland gewünſcht,
während England nichts mehr dagegen einwendet.
Japan.
Heeres= und Marineforderungen. Der
Vorſchlag, die Truppen in Korea um zwei Diviſionen zu
vermehren, begegnet ſtarkem Widerſpruch auch innerhalb
des Kabinetts. Einmal hält man es für unnötig,
beſon=
ders mit Rückſicht auf die freundlichen Beziehungen zu
Rußland, wo die Truppenvermehrung mißverſtanden
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Nummer 219.
werden könnte. Sodann weiſt man darauf hin, daß das
Budget für 1913 nicht erhöhte Ausgaben für Heer und
Flotte tragen könne. Für die Marine werden drei große
Einheiten gefordert, von denen jährlich zwei auf Stapel
gelegt werden ſollen, und zwar ſieben Ueberdreadnoughts
vom größten Typ, mit vierzehnzölligen Geſchützen
ausge=
rüſtet, und ſechs mächtige Kreuzer. Von den
Dread=
noughts ſollen fünf im Lannde und zwei im Auslande ge
baut werden. Die Kreuzer werden ſämtlich auf privaten
und ſtaatlichen Werften in Japan erbaut.
* Friedrichshafen, 8. Sept. Von der Mainau
kommend, traf der Kaiſer um 6,25 Uhr auf dem
Dampfer „Kaiſer Wilhelm” hier ein. Das
Reiſepro=
gramm des Kaiſers hat eine überraſchende Aenderung
er=
fahren. Der Kaiſer hat dem württembergiſchen
Königspaar einen wenn auch kurzen Beſuch im
königlichen Schloſſe zu Friedrichshafen abgeſtattet. In
Begleitung von fünf Dampfern der verſchiedenen
Boden=
ſeeuferſtaaten lief das Kaiſerſchiff um 6,25 Uhr im
Schloß=
hafen ein, woſelbſt ſich zum Empfang der König von
Württemberg nebſt Gefolge eingefunden hatte. Im
Gefolge des Kaiſers befand ſich auch Fürſt
Fürſten=
berg. Nachdem ſich der Kaiſer und der König herzlich
begrüßt hatten, begaben ſie ſich unter ſtürmiſchen
Hoch=
rufen des zahlreich verſammelten Publikums nach dem
königlichen Schloß, wo der Kaiſer im Gartenpavillon
von der Königin begrüßt wurde. Nach halbſtündigem
Aufenthalt im Schloß begab ſich der Kaifar im offenen
Automobil zum Bahnhof, wohin ihm das Königspaar
das Geleit gab. Auf dem Wege zum Bahnhof bildeten
ein zahlreiches Publikum ſowie Feuerwehren und
mili=
täriſche Vereine Spalier. Um 7,25 Uhr ſetzte ſich nach
herzlicher Verabſchiedung der Monarchen der Sonderzug
in Bewegung.
* Das moraliſche Sachſen. Eine
Moral=
ſtatiſtik Sachſens hat ſoeben Paſtor Forberger=Dresden
herausgegeben. Aus ihr geht, wie man aus Dresden
ſchreibt, erfretlicherweiſe hervor, daß das Königreich
Sachſen weit weniger Straffällige aufzuweiſen hat, als
das übrige Deutſche Reich. Es hat auf 100000
Straf=
mündige nur 960 Verurteilte, während ſich der
Durch=
ſchnitt des Reiches auf 1195, und der Prozentſatz in
Oſt=
preußen gar auf 1523 belief. Sachſen ſteht ſomit faſt 20 v. H.
unter dem Durchſchnitt. Forberg erklärt dieſe günſtige
Erſcheinung mit dem milden, verſöhnlichen und
beſonne=
nei ſächſiſchen Volkscharakter, der ſich, um ein anderes
Gebiet herauszugreifen, auch darin kundgibt, daß es in
Sachſen kirchliche Streitigkeiten zwiſchen Geiſtlichen, wie
ſie in Norddeutſchland in ſo ſcharfer Form vorkommen,
überhaupt nicht gibt. Leider erinnert Forbergers
Stati=
ſtik auch wieder an die Tatſache, daß Sachſen das Land
der unehelichen Kinder iſt. Ihre Zahl iſt nirgends ſo
groß wie dort, ſie beläuft ſich auf 14,8 v. H. gegen 9 v. H.
im Reiche.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. September.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Oberlehrer am Ludwig=
Georgs=Gymnaſium zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Wilhelm
Matthäi auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit Wirkung vom
1. Oktober 1912 an und ihm die Krone zum Ritterkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen, ferner den Kreisgeometer Ernſt Bücking zu
Butzbach auf ſein Nachſuchen bis zur Wiederherſtellung
ſeiner Geſundheit.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute Dienstag
nimmt das Schauſpiel mit der Nibelungentragödie von
Hebbel ſeine Tätigkeit wieder auf. Sämtliche drei Teile
des gewaltigen Werkes erſcheinen bei dieſer Einſtudierung
in vollkommen neuer ſzeniſcher Gewandung. Die erſten
beiden Teile, die an unſerer Hofbühne ſchon ſeit längerer
Zeit nicht gegeben wurden, werden am Dienstag in
Szene gehen, der dritte Teil, der für Darmſtadt
Erſt=
aufführung iſt, gelangt am Mittwoch zur
Dar=
ſtellung. Die Beſetzung der Hauptrollen iſt aus dem
im Anzeigenteil veröffentlichten Theaterzettel zu erſehen.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starken=
burg am Samstag, den 14. September, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Beſchwerde der Firma Dyckerhoff und
Widmann zu Biebrich a. Rh. gegen die Heranziehung
zur Gewerbeſteuer in der Gemeinde Rüſſelsheim. 2. Den
Wirtſchaftsbetrieb der Johann Philipp Kreis geſch.
Ehe=
frau Eliſabeth, geb. Lipps in Offenbach. 3.
Wirtſchafts=
konzeſſionsgeſuch des Eduard Boxheimer in Lampertheim.
4. Desgleichen des Franz Taver Kohl daſelbſt. 5. Klage
des Ortsarmenverbands Wieblingen gegen den
Orts=
armenverband Darmſtadt.
D Sonderzug zur Ausſtellung „Der Menſch”.
Zum Beſuch der Ausſtellung „Der Menſch” in
Darm=
ſtadt wird am Dienstag, den 17. September 1912, ein
Sonderzug mit 3. Klaſſe von Heidelberg nach
Darmſtadt und zurück zu ermäßigten Fahrpreiſen
verkehren. Zu dem Sonderzug werden direkte
Fahr=
karten 3. Klaſſe nach Darmſtadt und zurück zu
er=
mäßigten Preiſen ausgegeben. Die Sonderzugkarten
gelten auf der Strecke Heidelberg=Darmſtadt und zurück
nur für den Sonderzug; die auf den Anſchlußſtrecken
ausgegebenen Fahrkarten berechtigen bis zur
Ueber=
gangsſtation und zurück zur Benutzung der
fahrplan=
mäßigen Eil= und Perſonenzüge. Die Fahrkarten können
ſchon 2 Tage vorher gelöſt werden. Den Inhabern von
Sonderzugfahrkarten werden von der
Ausſtellungs=
leitung gegen Vorzeigung der Karten Eintrittskarten
zum ermäßigten Preiſe von 60 Pfg. für die Perſon
verabfolgt. Die Fahrzeiten ſind aus den ausgehängten
grünen Fahrplänen zu erſehen.
* Beendigung der Ferien. Am Sonntag, den
15. September, gehen die Sommerferien für die
Gerichte, ebenſo für die Kreisausſchüſſe der Provinz
und den Provinzialausſchuß zu Ende. Die
regel=
mäßigen Sitzungen dieſer Körperſchaften werden alſo
vom 16. September an wieder ihren Anfang nehmen.
* Das Jungdeutſchlandfeſt auf den kommenden
Sonntag verſchoben. Herr Bürgermeiſter Mueller
ſchreibt uns: Die vorgeſtrige ſchlechte Witterung zwang
uns, das Jugendfeſt in letzter Stunde abzuſagen und
auf den kommenden Sonntag, den 15. September, zu
verlegen. Das Programm wird auch für dieſen Tag in
vollem Umfang aufrecht erhalten. Es iſt im Laufe der
Woche im Verkehrsbureau für 10 Pfg. zu haben. Das
Feſt, bei dem über 1000 jugendliche Perſonen mitwirken,
dürfte in weiten Kreiſen lebhaftes Intereſſe beanſpruchen.
Die Bevölkerung wird für den kommenden Sonntag
freundlichſt eingeladen.
* Fahrplanänderungen. Dem Verkehrsverein
werden auf ſeine Eingaben an die Eiſenbahn=Direktion
Mainz folgende am 1. Oktober eintretende
Fahrplan=
änderungen mitgeteilt: Zug 639, jetzt ab Darmſtadt 9.30,
wird früher gelegt und erhalt Anſchluß in Mainz auf den
rechtsrheiniſchen Zug 48, an Köln 2.17. Ein neuer
Abend=
zug, ab Goddelau 11.53, an Darmſtadt 12.11, vermittelt
die Verbindung ab Worms 11.13 Mehrere
Triebwagen=
fahrten zwiſchen Darmſtadt und Goddelau (u. a. früh 7.46
ab Darmſtadt nach Worms) werden in Perſonenzüge
um=
gewandelt, ſodaß Gepäck und Fahrräder wieder abgefertigt
werden können. Man kann der Eiſenbahndirektion Mainz
für dieſe Verkehrsverbeſſerungen nur dankbar ſein.
Die Eiſenbahndirektion Mainz ſchreibt
uns: „Der Anſchlußzug von dem Zug 2717 von Worms
wird ab 1. Oktober d. J. gefahren Goddelau ab 11,53,
Darmſtadt an 12,19 nachts. Im weiteren werden zur
Be=
ſeitigung des langen Aufenthalts bei den Zügen
2709/2849 und T. 2848/ E 90/2702 die Triebwagenfahrten
2848/2849 früher gelegt und der Anſchluß an die Züge
90/2702 von Darmſtadt in Goddelau durch einen neuen
Perſonenzug Darmſtadt ab 8,32, Goddelau an 8,59
nach=
mittags, hergeſtellt. Dieſe Fahrplanänderungen konnten
nicht in den erſten und endgültigen Entwurf
aufgenom=
men werden, weil bei Ausgabe desſelben die endgültige
Feſtſtellung noch nicht geregelt war. Zur Erleichterung
der Gepäckbeförderung werden am 1. Oktober d. J. die
Triebwagenfahrten 2808, 2810, 2819 und 2823 zwiſchen
Darmſtadt und Goddelau in Perſonenzüge umgewandelt.”
* Militäriſches. Für die zukünftigen
Vaterlands=
verteidiger kommt der Zeitpunkt immer näher heran, wo
ſie einrücken müſſen. Die Termine ſind wie folgt
feſtgeſetzt: Am 1. Oktober Garde=Kavallerie, am 2. Oktober
Marine, am 3. Oktober Train, am 4. Oktober Linien=
Kavallerie, am 15. Oktober die Linien=Feld=Artillerie,
Fuß=Artillerie, Pioniere und die Eiſenbahner, am 16.
Ok=
tober Infanterie=Regimenter der Linie und Luftſchiffer,
und am 17. Oktober Infanterie, Fuß=Artillerie, Feld=
Artillerie und Pioniere der Garde.
* Landesverein für Innere Miſſion. Wiederholt wird
aufmerkſam gemacht auf die verſchiedenen Darbietungen
der Jahresverſammlung dieſes Vereins, die am 15. und
16. September in Darmſtadt ſtattfinden ſoll. Der
Eröff=
nungsgottesdienſt in der Stadtkapelle, für welchen Herr
Pfarrer Hickel vom Darmſtädter Diakoniſſenhaus die
Predigt übernommen hat, beginnt ausnahmsweiſe um
5 Uhr. Abends 8 Uhr pünktlich findet im Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, ein Familienabend ſtatt. Freunde der
Lokalgeſchichte ſeien beſonders aufmerkſam gemacht auf
den hierbei ſtattfindenden Vortrag von Pfarrer D. Diehl
aus der Geſchichte des heſſiſchen Pietismus (1693—1760).
Er wird beſonders behandeln: Pfarrer Zühl, der Freund
Franckes, der das Darmſtädter Waiſenhaus ſchuf,
Fre=
ſenius und ſeine Darmſtädter Proſelytenanſtalt, die
An=
fänge eines geordneten Armenweſens in Stadt und Land,
die Anfänge des Arbeitshausweſens, der Jugendpflege
uſw. Es handelt ſich dabei zumeiſt um unveröffentlichte
Dinge. Daneben kommen die brennenden Fragen der
Gegenwart zu ihrem Recht in einem Vortrag von Dr.
Burckhardt=Berlin über die Nüchternheitsbewegung
unſerer Tage. Willkommene Abwechſelung werden einige
Vorträge des Pauluschors bringen. In die brennenden
Fragen der Gegenwart führt auch der Jahresbericht, der
Montag, den 16. September, morgens 9¼ Uhr, in der
Mit=
gliederverſammlung gegeben wird, und die Vorträge in
der öffentlichen Verſammlung um 10 Uhr von Dr.
Burck=
hardt und Fräulein Gradwohl=Darmſtadt. Letztere, die
Fürſorgedame des ſtädtiſchen Pflegeamts Darmſtadt,
ſpricht über die Fürſorge für die gefährdete weibliche
Jugend Von allgemeineren Geſichtspunkten aus wird in
der öffentlichen Hauptverſammlung um 3 Uhr Herr
Pfarrer Wurm=Stuttgart über die Stellung der Inneren
Miſſion zur Gemeindeorganiſation und zur Humanität
ſprechen. Der Referent, ein vorzüglicher Kenner dieſer
ſchwierigen Grenzgebiete, wird die hierin gegenwärtig
vorhandenen Spannungen in großzügigen Ausführungen
beleuchten, und es darf eine intereſſante Ausſprache ſeitens
der Vertreter der verſchiedenen Gebiete erwartet werden.
Sämtliche Veranſtaltungen am Montag finden im
Syno=
dalgebäude, Waldſtraße 40, ſtatt. Sie ſind unentgeltlich
für jedermann zugänglich.
* Das Wohltätigkeitskonzert des Evangeliſchen
Ar=
beiter= und Handwerkervereins wird am Montag, den 16.
September, im Evangeliſchen Gemeindehaus der
Stadt=
gemeinde, Kiesſtraße 17, ſtattfinden. Die Veranſtaltung
iſt als Franz Liſzt=Abend geplant und ſoll ein
Nachklang der 100jährigen Gedenkfeier der Geburt des
be=
rühmten Klaviervirtuoſen und Komponiſten ſein. Da in
den nächſten Tagen auch von anderer Seite eine Liſzt=
Feier geboten wird, dürfte das Konzert eine paſſende
Er=
gänzung zu jener bilden, inſofern neben der
Inſtrumen=
talmuſik auch die Vokalmuſik zu Gehör gebracht werden
wird. Wie in früheren Jahren haben bewährte hieſige
Kräfte bereitwilligſt ihre Unterſtützung zugeſagt. Fräulein
Krömmelbein (Sopran) und Herr Opernſänger
Scheuermann (Tenor), welcher demnächſt von hier
weggeht, um einem Engagement an das Stadttheater in
Plauen zu folgen, haben die Sologeſänge übernommen,
während die Klaviervorträge und die Begleitung in den
Händen von Frl. Weinmann und Herrn Lehrer
Schmidt liegen. Bereichert wird das Programm durch
einen Vortrag des Herrn Stadtpfarrers Vogel über
das intereſſante Thema: „Wagners Parſival und das
Chriſtentum” Mitglieder des Evangeliſchen Arbeiter=,
und Handwerkervereins werden unter Leitung ihres
Diri=
genten, des Herrn Reallehrers Schäfer je in einen
Männer= und Frauenchor getrennt, wie in einem
gemiſch=
ten Chor auftreten. Der Reinertrag des Konzertes ſoll
der Unterſtützungskaſſe des Vereins, welche bei den
gegen=
wärtigen teuren Zeiten im kommenden Winter wieder
beſonders ſtark in Anſpruch genommen werden dürfte,
zugute kommen. Im Intereſſe des guten Zweckes wie in
anbetracht der Reichhaltigkeit des Gebotenen wäre ein
zahlreicher Beſuch des Konzertes, deſſen Vorbereitung
viele Mühe gekoſtet hat, ſehr erwünſcht. Karten im
Vor=
verkauf bei Herrn Friſeur Reeg, Soderſtraße 44½.
Hausverwalter Friedrich, Stiftſtraße 51, Kirchendiener
Göriſch, Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
* Geſellſchaft Arminius. Das am Samstag in
ſämt=
lichen Räumen des Konkordiaſaales ſtattgefundene erſte
Stiftungsfeſt der Geſellſchaft Arminius hat in jeder
Be=
ziehung einen großartigen Verlauf genommen und ſich
eines außerordentlich guten Beſuches zu erfreuen gehabt.
Nach einigen einleitenden Muſikſtücken einer Abteilung
der Kapelle des Dragoner=Regiments Nr. 23 trug Frl.
Louiſe Schmidt den von Herrn Wilh. Oßmann verfaßten
Prolog in muſterhafter Weiſe vor. Der erſte Vorſitzende,
Herr Ernſt Schlegel, begrüßte ſodann die Anweſenden
und dankte für ihr zahlreiches Erſcheinen. Es folgten
zwei Geſangsſtücke für Sopran, geſungen von Fräulein
Marg. Baumüller, die von guter Schulung und großer
Stimmbegabung Zeugnis ablegten und lebhaften Beifall
Eine internationale Statiſtik der
Theaterſubventionen.
) Die Theaterſaiſon hat in aller Welt ihren
An=
fang genommen und gewaltige Summen werden wieder
für dieſe Welt des ſchönen Scheines aufgeopfert. Daß die
Theater nicht ſtets ein gutes Geſchäft ſind geht ſchon aus
dei bedeutenden Zuwendungen hervor, die Herrſcher und
Behörden für ſie aufbringen. Eine Zuſammenſtellung
die=
ſer Subventionen in den wichtigſten Kulturländern findet
ſich im Guide muſical Am beſten ſind in dieſer Hinſicht die
deutſchen Theater daran und unter dieſen ſteht wieder
Köln an erſter Stelle, deſſen beide Theater im Jahre 1910
einen Zuſchuß von nicht weniger als 659000 Mark erhalten
haben. Dann folgen: Düſſeldorf 519000 Mark, Mannheim
500 500 Mark, Leipzig 357350 Mark, Freiburg i. Br.
318000 Mark, Straßburg 289645 Mark, Chemnitz 283 219
Mark, Frankfurt 272500 Mark, Mainz 207000 Mark,
Elber=
feld 137750 Mark, Eſſen 130000 Mark.
In all dieſen Städten erhalten die Theater zwar keine
feſte Subvention, aber der Stadtſäckel kommt für das
Defi=
zit auf und zahlt alſo in Wirklichkeit dieſen Zuſchuß. Unter
den Herrſchern dotiert der Kaiſer von Oeſterreich am
frei=
gebigſten die Theater. Die Wiener Oper erhält 600000
Kronen feſte Subvention; aber das Defizit iſt ebenfalls
noch beträchtlich, ſo daß die Zuwendungen unter
Wein=
gartners Leitung ſich auf eine Million Kronen beliefen.
Das Burgtheater erhält 400000 Kronen jährlich, außerdem
zahlt Kaiſer Franz Joſef aus ſeiner Privatſchatulle noch
Unterſtützungen dem tſchechiſchen und dem deutſchen
Theater in Prag und den beiden Staatsbühnen in
Buda=
peſt. Der deutſche Kaiſer gibt für die Berliner Oper
900000 Mark und für das Schauſpielhaus 400000 Mark
Die Subvention des Prinzregenten von Bayern für die
beiden königlichen Theater in München beträgt 600000
Mark. Die Dresdener Oper erhält 400000 Mark von der
Zivilliſte des Königs von Sachſen. 200000 Mark gibt der
Großherzog von Heſſen für das Darmſtädter Hoftheater
aus. Der Zuſchuß, den der König von Dänemark den
königlichen Bühnen gewährt, beläuft ſich auf jährlich
400000 Kronen. Von der franzöſiſchen Regierung erhält
die Pariſer Große Oper 800000 Francs jährliche Unter=
ſtützung, die Opéra=Comique 300000 Francs, die
Comé=
die=Frangaiſe 240000 Francs, das Odéon=Theater außer
dem freien Haus 100000 Francs. Die Stadt Paris
ge=
währt dem Théätre=Lyrique umſonſt den Saal des Gaitö=
Theaters, deſſen Miete ſonſt 100000 Francs beträgt, und
gewährt dem Trianon Lyrique einen Zuſchuß. Die Stadt
Lyon zahlt für ſechsmonatliche Spielzeit dem Direktor ihres
Stadttheaters 300000 Francs Unterſtützung und trägt
einen beträchtlichen Prozentſatz zur Anſchaffung des
Mate=
rials bei. In Marſeille beträgt die Subvention 350000
Francs, in Bordeaux 285000 Francs. In Italien haben
die Theater der großen Städte Subventionen vom
Magiſt=
rat, und außerdem tragen die Verleger zu den Koſten der
Einſtudierung eines neuen Werkes bei, mit dem dann die
Truppen, wenn es ein Zugſtück iſt, durch mehrere Städte
ziehen. Als vor einigen Jahren die Mailänder Scala
durch den Mißerfolg einiger Novitäten in ihrer Exiſtenz
bedroht war, taten ſich einige reiche Kunſtfreunde
zuſam=
men und ſtellten dem Direktor die nötigen Summen zur
Weiterführung des altberühmten Theaters zur Verfügung.
In Rußland werden die Koſten für die kaiſerlichen
Theater von Petersburg und Moskau vom
Hofmarſchall=
amt aus beſtritten, der Hof unterhält auch Konſervatorien
für Muſik, Deklamation und Tanz in beiden Städten, um
einen tüchtigen Nachwuchs heranzuziehen. Die Eleven
werden völlig auf Koſten des Staates ausgebildet, müſſen
aber dann in den Verband der Theater eintreten und
kön=
nen nach zwanzig Jahren mit lebenslänglicher Penſion
ihre Entlaſſung erhalten. Nicht ſehr günſtig liegen die
Theaterverhältniſſe in Belgien. Das Théätre de la
Mon=
naie in Brüſſel erhält vom Hof eine Subvention von
100000 Francs und 150000 Francs von der Stadt Brüſſel,
die aber dafür Eigentümerin des geſamten Fundus iſt
Der Direktor muß ſich verpflichten, ein Orcheſter von
wenigſtens 80 Muſikern und einen Chor von wenigſtens
80 Sängern zu halten. Das Théätre du Parc erhält von
dieſem Jahr an von dem Staat eine Subvention von
25000 Francs mit der Verpflichtung belgiſche Werke
auf=
zuführen. In Antwerpen zahlt die Stadt der Oper 60000
Francs, ebenſo viel den beiden nicht königlichen Inſtituten,
der vlämiſchen Oper und dem vlämiſchen Schauſpielhaus.
So erweiſt ſich alſo das Theater überall als ein ziemlich
koſtſpieliger Luxus.
Die Schläferin von Okn5.
* An der Oſtküſte von Schweden, zwiſchen dieſer und
der großen Inſel Oeland, liegt eine kleine Inſel Oknö,
die wohl auch den meiſten Geographen unbekannt iſt, aber
ſeit einigen Jahren durch einen ihrer wenigen Einwohner
eine gewiſſe Berühmtheit erlangt hat. Vor rund vier
Jahren ſprach in Schweden alle Welt über die Schläferin
von Oknö, eine Frau, die etwa 32 Jahre in einer
toten=
ähnlichen Starre gelegen hatte, und dann plötzlich erwacht
war. Es verbreitete ſich im Volk das Gerücht von einer
übernatürlichen Heilung, und merkwürdigerweiſe blieb der
Fall zunächſt nicht nur ohne Aufklärung, ſondern auch
ohne den Verſuch einer ſolchen durch eine gründliche
ärzt=
liche Unterſuchung.
Erſt nach mehr als zwei Jahren unterzog ſich Dr.
Fröderſtröm der intereſſanten Aufgabe, möglichſt genaue
und forgfältige Feſtſtellungen über die Natur und die
Heilung der ſonderbaren Krankheit vorzunehmen. Ueber
die Ergebniſſe dieſer Nachforſchungen hat er nun in der
neuen Ikonographie der Salpétriére berichtet. Die
Schlä=
ferin von Oknö war im Oktober 1861 geboren. Ueber eine
erbliche Belaſtung durch Nerven= und Geiſteskrankheiten
oder andere anormalen Anlagen bei ihren Vorfahren konnte
nichts ermittelt werden. Auch verliefen die erſten 14
Le=
bensjahre der Karoline Olſſen in vollkommener
Geſund=
heit, obgleich äußere Schwierigkeiten ſie am Beſuch der
Schule verhindert hatten. Erſt kurz vor ihrem vierzehnten
Geburtstag erhielt ſie Schulunterricht, und ſchon in der
folgenden Weihnachtszeit wurde ſie von der Krankheit
be=
fallen. An dem verhängnisvollen Tage kam ſie von der
fünf Kilometer entfernt gelegenen Schule nach Hauſe,
klagte über Zahnſchmerzen und Uebelkeit und wurde zu
Bett gebracht. Bald darauf verfiel ſie in eine
vollkom=
mene Starre, ſprach und hörte kein Wort und war auch
gegen ſtarke Reize wie Nadelſtiche und ähnliches durchaus
unempfindlich Dreißig Jahre lang blieb ihre Mutter
Zeuge dafür, daß Karoline unverändert in dieſem Zuſtand
war und nur ein einziges Mal auf die verzweifelte Bitte
der Mutter um ein Gebet die Worte ſagte: „Jeſuskind;
hab’ Mitleid mit mir.” Außerdem ſoll die Kranke noch
drei= oder viermal für einen Augenblick ihr Lager
ver=
laſſen haben, auf dem ſie ſonſt ſtets zuſammengekauert lag,
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Seite 3.
auslöſten. Reichlichen Beifall fand auch die Aufführung
der beiden Theaterſtücke „Die Bürgerwehr von
Tripps=
drill” und „Die Villa”; letzteres ein Luſtſpiel in
Darm=
ſtädter Mundart von Heinrich Rüthlein, um deſſen
Ge=
lingen ſich beſonders die Damen Eliſe Ruppert, E.
Wam=
ſer und Louiſe Schmidt, ſowie die Herren Ernſt Schlegel,
Adam (Roßkopf, Ernſt Jacobi, Georg Schilling, Ludwig
Glock, Joſeph Roßkopf, Alfred Roßkopf und Karl Sior
verdient machten. Ein Violinvortrag (Intermezzo aus
„Cavalleria ruſticana”) des „Herrn Ernſt Schlegel fand
leb=
haften Applaus, ebenſo zwei weitere Geſangsſtücke von
Fräulein Baumüller. Ein flott geſpielter Marſch beſchloß
das Programm, dem ſich ein ſchön arrangierter Ball
an=
ſchloß. Die Nachfeier findet am Sonntag, den 15. Sept.,
in Arheilgen im Gaſthaus „Zum Schwanen” ſtatt.
* Der Verein für Verbreitung von Volksbildung
hat für nächſten Sonntag vormittag — günſtige
Wit=
terung vorausgeſetzt — eine Pilzerkurſion
vorge=
ſehen; die Führung wird Herr Profeſſor Völſing
über=
nehmen. — Die Führungen in der Ausſtellung „Der
Menſch” werden von heute ab fortgeſetzt. — Die
Ver=
einskarten zum Vortrag des Herrn Generaldirektors Dr.
Eger ſind bis auf einen kleinen Reſt vergriffen. — Die
Vorbereitungen zu der in Verbindung mit den
hieſigen Turnvereinen gemeinſam zu veranſtaltenden
Jahnfeier gehen flott voran; alle Anzeichen ſind
vor=
handen, daß der Abend des 12. Oktober einen ebenſo
würdigen, wie künſtleriſch hochſtehenden Verlauf nehmen
wird. Einladungen hierzu ergehen demnächſt. — Für
eine geſchichtliche Betrachtung einer Jahrhundert=
Er=
innerung hat der Verein zum 18. Oktober Herrn
Pro=
feſſor Dr. Bauer vom Ludwig Georg=Gymnaſium
ge=
wonnen; das Vortragsthema lautet: „Napoleon I.
ruſſiſcher Feldzug 1812‟.
— Poſtaliſches. Jeder Landbriefträger führt auf
ſeinem Beſtellgang ein Annahmebuch mit ſich, welches
zur Eintragung der von ihm angenommenen
Tele=
gramme, Wert= und Einſchreibſendungen
Poſtan=
weiſungen, Zahlkarten, gewöhnlichen Paketen,
Nachnahme=
ſendungen und Zeitungsbeſtellungen, ſowie der zur
Frankierung der Sendungen, zur Beſtellung der
Zeitungen und zur Beſchaffung der Wertzeichen ihm
übergegebenen Beträge dient. Ein gleiches
Annahme=
buch führt jeder Inhaber einer Poſthilfſtelle für die bei
dieſer niedergelegten Wertſendungen ꝛc. Es iſt
zweck=
dienlich, daß die Aufgeber die Eintragung der
Sen=
dungen ꝛc. in die bezeichneten Annahmebücher
eigen=
händig beſorgen oder ſich wenigſtens von der Buchung
durch den Landbriefträger oder den
Poſthilfſtellen=
inhaber überzeugen. Da dieſe Beſtimmungen noch
immer nicht ausreichend bekannt ſind, werden ſie erneut
zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Fahrradverloſung. Das vom Velozipedklub
Darmſtadt zur Verloſung gebrachte Weſtfalenrad
wurde von der Nr. 1168 gewonnen. Der Beſitzer des
Loſes kann das Rad in Empfang nehmen.
„Schütte=Lanz” über Darmſtadt. Auf der Fahrt
von Gotha nach dem Heimathafen Rheinau überflog
geſtern früh 8,50 Uhr das Luftſchiff Schütte=Lanz
unſere Stadt.
§ Polizeibericht. Am Sonntag nachmittag gegen
2 Uhr verſuchte eine Frau aus der Langegaſſe ſich in
ihrer Wohnung zu vergiften und mußte durch die
Sanitätswache in das Städtiſche Krankenhaus verbracht
werden. — In der Nacht von Samstag auf Sonntag
wurde in der Wirtſchaft der Heinrich Schäfer Witwe,
Lauteſchlägerſtraße Nr. 4, eingebrochen und
Gegen=
ſtände im Werte von 23 Mark entwendet; der Täter iſt
unbekannt.
* Einem raffinierten Schwindel zum Opfer gefallen
iſt am Samstag ein hieſiger Juwelier. Ein gut
geklei=
deter junger Menſch kaufte mehrere Schmuckſachen, die zu
Brautgeſchenken uſw. beſtimmt ſein ſollten, darunter einen
Brillantring im Werte von 1000 Mark. Da der Käufer
nicht genügend Geld bei ſich zu haben vorgab, wurden die
erſtandenen Schmuckſachen nach ſeinen Angaben in Etuis
uſw. verpackt, um ſpäter gegen Bezahlung abgeholt zu
werden. Dem Juwelier waren nach dem Weggang des
Käufers aber doch Zweifel angekommen, ſo daß er das
Paket noch einmal öffnete: Er fand auch in dem Paket
einen Ring, aber zu ſeinem Schrecken mußte er die
Ent=
deckung machen, daß er einem Gauner zum Opfer gefallen
war, denn der jetzt in dem Paket befindliche Ring war
eine wertloſe Imitation. Der geriebene Burſche
hat mit großer Gewandtheit vor dem Einpacken die Ringe
verwechſelt. Er iſt von ſchlanker mittelgroßer Geſtalt, hat
friſches Geſicht, mit dunklem engliſch geſchnittenen kurzen
Schnurrbart. — Als Täter kommt, wie verlautet, ein von
Frankfurt aus wegen Betrügereien verfolgter Kellner
und Komiker Wilhelm Schmoll aus Wernigerode in
Betracht.
C Schwere Ausſchreitungen ließen ſich am Sonntag
abend einige hieſige Trainſoldaten zuſchulden
kom=
men. Einer derſelben ſchlug in der Saalbauſtraße ohne
jede Veranlaſſung mit dem Säbel mehrfach auf eine
Automobildroſchke ein, in der ein aus dem Theater
heim=
kehrendes Ehepaar ſaß. Das Auto wurde an ſechs Stellen
beſchädigt. Ein Hieb traf unmittelbar neben dem Kopf
der Dame das Polſter. Die Dame, eine hieſige
Künſt=
lerin, erlitt durch den Ueberfall einen ſchweren
Nerven=
chok, der ſie in unmittelbare Lebensgefahr brachte; ſie
liegt jetzt an ſchwerem Nervenfieber danieder. Der
Gatte, der mit dem Chauffeur alsbald die Verfolgung
der rohen Täter aufnahm, wurde von zwei Soldaten,
die ſich in einem dunklen Hausflur verſteckt hatten, mit
gezogenem Säbel in die Flucht geſchlagen. Die Täter
entkamen dann, obwohl auch ein Schutzmann ſich
bald an der Verfolgung beteiligte, in der Dunkelheit. Es
konnte aber feſtgeſtellt werden, daß ſie der erſten oder
dritten Kompagnie angehörten. Es wäre zu wünſchen
daß die nachträgliche Feſtſtellung gelingt, damit die Täter
ihre verdiente Strafe erhalten und derartige Fälle, die
in Darmſtadt zu den Seltenheiten gehören, ſich nicht
wiederholen.
-gs- Unfälle Geſtern vormittag um 8 Uhr fiel an
der alten Frankfurter Bahnſtrecke beſim Abmontieren der
Telegraphenſtangen eine Telegraphenſtange mit
einem Telegraphenarbeiter aus
Schneppen=
hauſen um. Der Arbeiter zog ſich hierbei eine
Gehirn=
erſchütterung zu und mußte durch die Rettungswache
mit=
tels Krankenkraftwagens in das Städtiſche Krankenhaus
gebracht werden. — Gegen 6 Uhr ſiel in der Ernſt=
Ludwigſtraße ein 17jähriger Dachdeckerlehrling von
einer Leiter wobei er eine Arm= und
Schenkel=
quetſchung davontrug und durch die Rettungswache
mit=
tels Krankenautomobils in das Städtiſche Krankenhaus
gebracht werden mußte.
tt. Dieburg, 7. Sept. Schon wiederholt find die
ſchlechten Zugverbindungen für die an der
Nebenbahnſtrecke Reinheim=Dieburg gelegenen
Gemeinden Groß=Zimmern, Dieburg, Münſter und
Eppertshauſen Gegenſtand lebhafter Klagen und
wieder=
holter Eingaben geweſen. Gegenwärtig ergehen
Rund=
ſchreiben an die Bürgermeiſtereien, Gemeinderäte,
Arbei=
ter und ſonſtige Intereſſenten dieſer Orte, worin zu einer
öffentlichen Verſammlung in Dieburg am Sonntag, den
15. September, nachmittags 4 Uhr, im „Grünen Baum”
(Kraußmann) eingeladen wird. Dieſe wird ſich mit
Ver=
kehrsfragen für den genannten Bezirk beſchäftigen.
— Groß=Umſtadt, 9. Sept. Der in den Kalendern auf
den 26. September angeſagte Pferde=, Fohlen=
Faſel= und Zuchtviehmarkt Groß=Umſtadt iſt
auf den 23. September verlegt worden. Die Verlegung
geſchah aus Rückſicht auf das geplante
landwirt=
ſchaftliche Feſt am Sonntag, den 22. September und
die Bezirkstierſchau am 21. September und die damit
verbundene Ausſtellung von Obſt, landwirtſchaftlichen
Er=
zeugniſſen und Maſchinen (am 21., 22. und 23. Sept.).
Von Vereinen und Privaten ſind ſchon über 1000 Mark
in bar und Gegenſtänden zu Ehranpreiſen gelegentlich der
Bezirkstierſchau geſtiftet. Der Betrag wird ſich noch
weſentlich erhöhen. Die Preisverteilung der
Bezirkstier=
ſchau und Ausſtellung iſt am 21. September. Außerdem
findet während des Marktes am Montag die
Prämi=
ierung, wie gewöhnlich, ſtatt, wofür über 2000 Mk. zur
Verfügung ſtehen.
Lindenfels, 9. Sept. Die genauen Unterſuchungen über
angeblich heidniſche Opferſtätten auf dem
ſoge=
nannten „Köpfchen” hier werden in dem ſoeben zur
Verteilung gelangten Jahresbericht der Denkmalspflege
bekannt gegeben. Nach den detaillierten Schilderungen
handelt es ſich bei dem ſogenannten „Schalenſtein” nicht
um eine künſtliche Herſtellung, ſondern um eine natürliche
Auswitterung eines darin eingeſchloſſen geweſenen
Knol=
lens von Hornfels, wie ſelbſt auch in Vertikalflächen
be=
nachbarter Steine ſolch ſchüſſelartige Vertiefungen deutlich
erkennbar ſind. Die ſeitherige Annahme daß dieſer Stein
mit einer ehemaligen heidniſchen Opferſtätte in
Verbind=
ung ſtand, dürfte nun endgültig entkräftet ſein. Man iſt
ſich jetzt einig, daß es ſich auf dem „Köpfchen” um eine
mittelalterliche Befeſtigung handelt, deren Umfang und
ehemalige Beſchaffenheit feſtgeſtellt wurde. Die Herren
Müller und Gieß ſchließen ihren diesbezüglichen Bericht:
„Wenn ſomit das „Köpfchen” bei Lindenfels aus der Reihe
der altgermaniſchen Opferſtätten endgültig geſtrichen
werden muß, ſo bleibt ihm doch als Träger einer
mittel=
alterlichen Befeſtigung ein wenn auch beſcheidenes In=
tereſſe. Dieſes zuſammen mit der natürlichen Schönheit
des Punktes ſollte aber doch genügen, um dafür zu
ſor=
gen, daß dieſe Stätte auch in der Zukunft in ihrem
Ge=
ſamtcharakter erhalten bleibe als hiſtoriſches und als
Naturdenkmal.”
n. Wald=Michelbach, 9. Sept. Ein tödlicher
Un=
fall, der ſich geſtern auf der Bahnſtrecke zwiſchen hier
und Wahlen zutrug, kann als mittelbare Folge des
Wet=
ters gelten. Der 70 Jahre alte Auszügler Adam
Reb=
ſcher von hier befand ſich unterwegs, hatte ſeinen
Regen=
ſchirm aufgeſpannt und bemerkte infolgedeſſen, ſowie ſeiner
Schwerhörigkeit wegen nicht das Herannahen eines Zuges,
als er gerade einen nicht mit Schranken verſehenen
Stra=
ßenübergang paſſierte. Er wurde durch die Maſchine
er=
faßt und ſofort getötet.
Mühlheim, 9. Sept. Ein ſchwerer Unfall
er=
eignete ſich am Samstag mittag gegen 5 Uhr in der
Lud=
wigſtraße dahier. Der Lokomotivführer des Farbwerks
fuhr mit ſeinem Zug, beſtehend aus Lokomotive und vier
Wagen, durch die genannte Straße. Dortſelbſt ſtand ein
mit Sand beladener Wagen des Bauunternehmers Franz
Seipel in der Nähe des Anſchlußgleiſes. Während nun
die Lokomotive glatt an dieſem Wagen vorbei kam, ſtieß
das Trittbrett des erſten Eiſenbahnwagens mit dem
Vorderrade des Sandwagens zuſammen und ſchleuderte
ſo die Deichſel um ihren Drehpunkt nach dem Zuge zu,
daß ſie zerbrach. Unglücklicherweiſe hatte ſich nun der
achtjährige Sohn des Schriftgießers Friedrich Wilhelm
Schunk in der Nähe der Deichſel zu ſchaffen gemacht; er
wurde bei dem Anprall von derſelben erfaßt und unter
den Eiſenbahnwagen geſchleudert, der ihm beide Beine
abfuhr. Er wurde noch am Abend in das St. Vinzenz=
Krankenhaus nach Hanau verbracht. Wen eine Schuld
an dem Unfall trifft, wird die gerichtliche Unterſuchung
zeigen.
H. B. Viernheim, 9. Sept. Im Viernheimer Wald
wurde geſtern der Waldhüter Stonagel von einem
Wild=
diebe den er überraſcht hatte, durch einen Schuß in die
Bruſt ſchwer verletzt. Er dürfte kaum mit dem Leben
davon kommen. Der Wilddieb entkam unerkannt.
Mainz, 8. Sept. Die ſchwediſche Regierung
ſandte einen Generalſekretär hierher, um über die
Ver=
hältniſſe wegen der Einfuhr ſchwediſchen
Viehs ſich zu informieren, und darauf hinzuwirken, daß
ſchwediſches Vieh in größerer Anzahl und zu erleichterten
Beſtimmungen hier eingeführt werden kann. Der Herr
beſichtigte vorgeſtern unter Führung des Herrn
Schlacht=
hausdirektors Dr. Peters den Schlacht= und Viehhof und
die ausgedehnten Stallungen.
Mainz, 9. Sept. Durch Vermittelung der
Handels=
kammer läßt ſoeben die Eiſenbahndirektion
Mainz in dem ganzen Direktionsbezirk darüber
Erheb=
ungen anſtellen, welche Wirkung die im September
vorigen Jahres eingeführten Notſtandstarife
auf die erhöhten Lebensmittelpreiſe und die
Futtermittel=
not ausgeübt haben.
Bad=Nauheim, 9. Sept. In einem hieſigen Hotel
wur=
den einem Kurgaſte eine Platina=
Krawatten=
nadel mit koſtbarer Perle im Werte von 30000 Mark
und ein Platina=Brillantkollier im Werte
von 3000 Mark geſtohlen. Bisher gelang es nicht, eine
Spur der Täter zu entdecken.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Sept. Prinz Kark
von Rumänien, der älteſte Enkel des Königs von
Rumänien, traf geſtern früh in Berlin ein und ſtattete
dem Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter einen Beſuch ab.
Der Prinz befindet ſich auf einer deutſchen Studienreiſe,
wird ſich heute in Kiel den Kriegshafen anſehen und
unternimmt dann eine Fahrt nach den Hanſeſtädten. —
Rund 900000 Mark hat die Stadt Berlin im Juli
für Armenzwecke verausgabt; die Mehrausgaben
gegenüber dem vorhergegangenen Monate belaufen ſich
auf zirka 9600 Mark. 629605 Mark hatte Berlin für
lau=
fende Unterſtützungen zu zahlen an 35 493
Almoſenemp=
fänger. Dazu kommen noch gegen 120000 Mk.
ordent=
liche und 7200 Mark außerordentliche Pflegekinder=
Unter=
ſtützungen. Berlin kann ſich alſo der Hoffnung hingeben,
daß ſein monatlicher Armenetat bis Ende kommenden
Jahres auf etwa eine Million Mark ſteigt. — Die
inter=
eſſante Modeausſtellung in den
Ausſtellungshal=
len wurde heute nachmittag durch Stadtrat Boll,
der als Vertreter des Oberbürgermeiſters erſchienen
war, eröffnet. In kurzer Anſprache wies darauf Dr.
Schröter, der Vertreter des Miniſters für Handel und
Ge=
werbe, auf den Aufſchwung des Schneidergewerbes hin,
während Obermeiſter Schulz von der Charlottenburger
die Bettdecke über den Kopf gezogen. Angeblich beſtand
ihre Nahrung nur in zwei Taſſen Milch täglich. Von
dem dann erfolgten Tode ihrer Mutter muß Karoline
einen gewiſſen Begriff erhalten haben denn ſie brach in
Tränen aus, ohne daß ſich ihre Verfaſſung ſonſt im
min=
deſten änderte. Nunmehr übernahm ein Bruder die
Pflege und Ernährung, der aber ſchon zwei Jahre darauf
durch Ertrinken ums Leben kam, was bei ſeiner Schweſter
einen neuen heftigen Tränenausbruch veranlaßte. Die
darauf angeſtellte Haushälterin ſcheint die Kranke mit
mehr Intelligenz und Schärfe beobachtet zu haben, und
beſonders fiel ihr auf, daß deren Bett ſtets ſauber, das
Haar niemals unordentlich war, auch die Nägel nicht über
die gewöhnliche Länge hinauswuchſen. Da Karoline auch
früher einige Stunden am Tage allein geweſen war, ſo
ergab ſich der Verdacht, daß ihre Starre doch nicht ſo
voll=
kommen und ununterbrochen hatte ſein können. Endlich
wurde feſtgeſtellt, daß Nahrungsmittel auf geheimnisvolle
Weiſe verſchwanden.
Es vergingen dann noch einige Monate, bis Karoline
plötzlich nach ihrer Mutter fragte und ihre
hereinſtürzen=
den Brüder mit den Worten zurückwies: Ihr ſeid nicht
meine Brüder, denn dieſe waren ja ſo klein. Von dieſer
Stunde an wurde ſie ganz geſund, und der Arzt konnte
trotz ſorgfältiger Prüfung keine Spur einer Krankheit
oder eines geiſtigen Defekts an ihr entdecken. Sie erinnerte
ſich auch ihrer Kindheitsjahre mit völliger Klarheit,
be=
kundete aber eine tiefe Abneigung, über ihre Krankheit zu
ſprechen. Die einzige Andeutung einer Erklärung gibt Dr.
Fröderſtröm durch den Hinweis, daß das Lebensalter von
14 bis 46 Jahren, in denen die Starre anhielt, gerade mit
dem Alter zuſammenfällt, das bei den Frauen der
nörd=
lichen germaniſchen Völker der Zeugungsfähigkeit
ent=
ſpricht.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben, Die
Erbau=
ung des erſten Jungdeutſchlandhauſes, und
zwar auf dem Hochplateau von Neuſchandau, iſt in den
letzten Tagen ſoweit geſichert worden, daß man mit der
baldigen Eröffnung des Hauſes rechnet. Bekanntlich will
eine Dresdener Geſelllſchaft, an deren Spitze der
Hotel=
fachmann Generaldirektor Sendig ſteht, den alten Plan
eines deutſchen Reichs=Olympia, der bisher immer an der
Höhe der Koſten ſcheiterte, nunmehr zur Ausführung
brin=
gen. Sie hat in der ſächſiſchen Schweiz bei Schandau das
über der Elbe in unvergleichlich ſchöner Lage thronende
Hochplateau angekauft, um allen Sportarten jede nur
mög=
liche Betätigung zu ermöglichen. Außer internationalen
Wettkämpfen ſind Feſtſpiele nationaler Natur im Sinne
des Abgeordneten von Schenckendorff=Görlitz vorgeſehen.
Es war natürlich, daß der vo dem Generalfeldmarſchall
Freiherr v. d Goltz ins Leben gerufene
Jungdeutſchland=
bund ein weſentliches Intereſſe daran hatte, auf dieſem
Reichs=Olympia ein Heim zu finden. Die von den einſchläg
igen Perſönlichkeiten geführten Verhandlungen ſind denn
auch in den letzten Tagen zu einem Abſchluß gekommen
Zunächſt wurde eine Beſichtigung des 400 Morgen großen
Terrains, das durch eine beſondere Hafenanlage mit
Dresden Schiffsverbindung erhalten ſoll, vorgenommen
und dabei der Platz für das erſte Jungdeutſchlandhaus
ge=
wählt. An das Haus ſollen ſich Uebungsplätze in den
benach=
barten Schrammſteinbergen anſchließen. — Man rechnet,
wie geſagt, mit der Eröffnung des Hauſes ſchon in nächſter
Zeit.
Ein neues Wartburghotel. Der bekannte
Burgenerneuerer und Konſervator Bodo Ebhardt iſt vor
eine neue dankbare Aufgabe geſtellt worden: er hat den
Auftrag erhalten, das alte Wartburghotel in zeitgemäßer
Form unter Wahrung des Landſchaftsbildes der
Wart=
burg ſelbſt auszubauen bezw. ganz zu erneuern. Als der
Plan zuerſt bekannt wurde, hatte man in manchen Kreiſen
Bedenken, ob der Neubau nicht etwa an dem bisherigen
Eindruck der alten Burg rütteln könne. Dieſem Bedenken
iſt Prof Ebhardt dadurch aus dem Wege gegangen, daß
er ſich entſchloſſen hat, die Fundamente des Neubaues fünf
Meter tiefer legen zu laſſen, ſodaß vor allem der berühmte
Blick auf die Burg von der Nordſeite nicht geſtört wird.
Außerdem iſt vorgeſehen, das Hotel aus demſelben
Stein=
material zu errichten, aus dem bereits die
Umfaſſungs=
mauern und der ganze Bera beſteht. Zudem ſorgen hohe
Buchenbäume dafür, daß das Hotel möglichſt wenig in
auffallender Weiſe hervortritt. Der Neubau wurde
be=
ſchloſſen, nachdem eine Kommiſſion den baufälligen
Zu=
ſtand des alten Gebäudes feſtgeſtellt hatte. Außerdem
hatte ſich bei Verſammlungen, die in der benachbarten
Stadt Eiſenach zahlreich zu tagen pflegen und die einen
Ausflug nach der Wartburg nicht unterlaſſen, es ſich
ſtörend=
bemerkbar gemacht, daß die alten Baulichkeiten nicht einen
Saal von genügendem Rauminhalt aufwieſen. Dieſem
Mangel ſoll jetzt abgeholfen werden. Was die Außenanſicht
des neuen Gebäudes anlangt, ſo ſoll dieſe in ganz
ein=
fachen Formen gehalten ſein; es ſoll überhaupt alles
ver=
mieden werden, was irgend wie den bisherigen Eindruck
der alten Wartburg, wie ſie Tauſenden von Touriſten in
der Erinnerung iſt, trüben könnte.
Eine muſikaliſche Erfindung. Einem
öſter=
reichiſchen Gelehrten, Dr. Franz Tomaſtik, iſt eine
bedeut=
ſame Erfindung gelungen. Auf dieſe Erfindung kam er,
wie die Neue Muſikzeitung berichtet, durch die Tatſache,
daß die Streichinſtrumente bisher von den
Blasinſtru=
menten an Stärke des Tons übertroffen werden. Er ſagte
ſich, daß es eigentlich umgekehrt der Fall ſein müßte, weil
die Hand eine größere dynamiſche Wirkung
hervorzu=
bringen imſtande ſei, als die Lunge. Mittels einiger
Ver=
änderungen an den Inſtrumenten — Dr. Tomaſtik
ver=
legte die Schallöcher, ſpannte die Saiten anders über den
Steg und brachte es zuwege, daß ſowohl die Decke als
auch der Boden des Inſtrumentes mitſchwingt — wird
jeder Ton auf das Dreifache verſtärkt und veredelt. Das
Material, Holz oder Latten, kommt hierbei gar nicht in
Betracht. Das öſterreichiſche Arbeitsminkſterium hat dem
Erfinder eine große Werkſtätte und zahlreiche Hilfskräfte
zur Verfügung geſtellt. Im Herbſt ſoll ein großes
öffentliches Konzert in Wien mit ſeinen Inſtrumenten
ver=
anſtaltet werden.
— Die Amulette der Flieger. Aberglauben iſt eine
Blume, die zwiſchen Romantik und Abenteuer, zwiſchen
Gefahren und Wagniſſen am leichteſten erblüht. Deshalb
ſind die Leute, die dem gefährlichſten und wagehalſigſten
Beruf obliegen,, auch die abergläubiſchſten, und ſo iſt es kein
Wunder dat die Flieger ihre Amulette haben müſſen, in
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Nummer 213.
Schneiderinnung die gedeihliche Entwicklung des
Schnei=
derhandwerks beleuchtete, deſſen Innung jetzt das Feſt
ihres 200jährigen Beſtehens feierte. — Der bei der
Kri=
minalpolizei beſchäftigte Bureaudiätar Bräutigam
iſt verhaftet worden, weil er nach eingehenden
ge=
heimen Beobachtungen ſeiner ſelbſt in Verdacht geratenen
Kollegen und durch ein langes Verhör überführt worden
iſt, ſeit einer Reihe von Jahren gegen Entgelt Perſonal=
und Strafakten im Intereſſe der beteiligten Perſonen
be=
ſeitigt zu haben.
Heidelberg, 9. Sept. Die geſtrige
Niederſchlags=
menge mit 61,1 Millimeter iſt die größte, welche ſeit
20 Jahren an einem Tage in Heidelberg gemeſſen wurde.
Der Neckar iſt geſtern um 80 Zentimeter geſtiegen,
ſteigt weiter und droht das Vorland zu überſchwemmen.
Die Perſonenſchiffahrt iſt eingeſtellt. In der Stadt und
Umgebung verurſachte der Regen zahlreiche
Kaminein=
ſtürze, Mauerbrüche, Dammrutſche, Ueberſchwemmungen
von Wohnungen und ſonſtigen Gebäuden, ſowie den
Austritt der Gebirgsbäche. Der Schaden auf Feldern
uund in Gärten iſt beträchtlich. Menſchen ſind nicht
ver=
unglückt.
Pirmaſens, 9. Sept. Heute früh gegen 4 Uhr kam es
nach einem vorausgegangenen Streit in einem Café
zwiſchen den Beteiligten zu einer ſchweren
Schläge=
rei in deren Verlauf der Bäckergehilfe Eberhardt aus
Oberndorf in Württemberg durch einen Meſſerſtich in den
Kopf getötet wurde.
Bonn, 8. Sept. Der Majeſtätsbeleidigungs=
Paragraph im deutſchen Strafgeſetzbuch wurde vor
der hieſigen Strafkammer eingehend erörtert. Ein
Ma=
ſchinenmeiſter hatte ſich über die Prinzeſſin Adolf zu
Schaumburg=Lippe, eine Schweſter des Kaiſers, abfällig
geäußert, weshalb die Staatsanwaltſchaft ein Verfahren
wegen Majeſtätsbeleidigung einleitete. Das Miniſterium
des Königlichen Hauſes entſchied jedoch als Gutachter
da=
hin, daß die Prinzeſſin infolge ihrer Heirat nicht mehr
Mitglied des königlich preußiſchen Hauſes ſei. Da
des=
halb der Majeſtätsbeleidigungs=Paragraph nicht in
An=
wendung kommen konnte, mußte das Verfahren eingeſtellt
werden. Die Prinzeſſin hat jetzt den gewöhnlichen
Straf=
antrag wegen Beleidigung geſtellt.
Eſſen, 8. Sept. Die zurzeit in Deutſchland weilenden
ſchwediſchen Journaliſten trafen heute abend
in Begleitung der Herren Chefredakteure Schweitzer und
Wyneken in Eſſen ein und wurden im Auftrage der Firma
Krupp am Bahnhof empfangen und nach dem Hotel
Kaiſerhof geleitet. Nach dem Abendeſſen verſammelten
ſie ſich zu einem gemütlichen Beiſammenſein
Wien, 8. Sept. Anläßlich der Verteilung von
Flugblättern gegen den Euchariſtiſchen Kongreß
kam es zu verſchiedenen Zuſammenſtößen zwiſchen
Kleri=
kalen und Anhängern der „Freien Schule” Mehr als 200
Perſonen wurden verhaftet. Auch in der Provinz wur=
Aden Verhaftungen wegen unerlaubter Verteilung von
Flugblättern von dem Verein der „Freien Schule”
vor=
genommen. In Prag wurde deswegen der
Univerſitäts=
profeſſor Raudnicz verhaftet.
Chiaſſo, 8. Sept. Das Unwetter im Adriatiſchen
Meere hat viele Schiffsunfälle zur Folge gehabt. Bei
Ri=
mini ſank der Segler „Nicola”. Vier Matroſen ertranken,
der fünfte, ein Greis von 65 Jahren, rettete ſich durch
dreiſtündiges Schwimmen. Bei Ravenna ſtrandeten ſieben
Segler.
Brüſſel, 8. Sept. In der Nähe der kleinen Station
Lede bombardierten geſtern unbekannte Täter den
Brüſ=
ſel-Oſtender Expreßzug mit großen
Stei=
nen, von denen einer in ein Abteil flog. Zwei Damen
und ein deutſcher Ingenieur wurden durch
umherflie=
gende Glasſplitter nicht unerheblich verletzt; ein junges
Mädchen wurde von einem Stein mitten ins Geſicht
ge=
troffen und erlitt eine ſchwere Verletzung an der Schläfe,
die ihre Ueberführung in das Krankenhaus notwendig
machte. Der Zug wurde ſofort zum Stehen gebracht, doch
hatten die Täter bereits das Weite geſucht.
Paris, 9. Sept. Wie aus Lille gemeldet wird, ſuchten
Schmuggler in Vattrelos mit einem Automobil
in raſender Fahrt die franzöſiſche Grenze zu überſchreiten.
Sie wurden jedoch durch einen ſtehenden Frachtwagen
aufgehalten und ließen, als die Zollbeamten herbeieilten,
das Automobil im Stich, in dem 1500 Kilogramm Tabak
gefunden wurden.
Paris, 9. Sept. In Aires beſtrichen kürzlich zwei
Trunkenbolde einen Hund mit Teer zündeten
ihn an und jagten ihn auf die Straße, wo er die Kleider
eines Kindes in Brand ſetzte, das an den hierdurch
erlittenen Verletzungen ſtarb. Der Gerichtshof von
Be=
zieres verurteilte die Trunkenbolde zu zwei
Mona=
ten Gefängnis. Der Deputierte Millevoye richtete
an den Juſtizminiſter ein Schreiben, in dem er gegen
dieſe unbegreifliche Milde des Gerichts Einſpruch erhebt
und eine Anfrage über dieſen Vorfall ankündigt.
London, 8. Sept. Aus Balmoral wird gemeldet:
Mehrere unbekannte Suffragetten drangen in der
Nacht in das Königliche Schloß Balmoral Caſtle, in dem
der König und die Königin gegenwärtig wohnen, ein.
Sie ſchlichen ſich unter Umgehung der Polizeiwachen auf
den Golfplatz und pflanzten dort an Stelle der die
Golf=
löcher bezeichnenden Flaggen ihre eigenen
Purpurflag=
gen auf. Die Fahnen waren mit Aufſchriften, wie „
Ka=
binettsminiſter, hört auf, die Frauen zwangsweiſe zu
füt=
tern! Stimmen für die Frauen bedeutet Frieden für die
Miniſter!” uſw. Auf einen Monumentalbrunnen malten
ſie die Aufſchrift: „Kabinettsminiſter ſind für die
gegen=
wärtigen Handlungen verantwortlich!‟ Die
Ausſchreit=
ungen erregen in Balmoral große Entrüſtung.
Kongreſſe und Verbandstage.
Alldeutſcher Verbandstag.
— Erfurt, 8. Sept. In Anweſenheit der
hervor=
ragendſten Führer des Alldeutſchen Verbandes und unter
überaus zahlreicher Beteiligung von Delegierten fand
hier der diesjährige Alldeutſche Verbandstag
ſtatt. Nach den üblichen Begrüßungsanſprachen
ver=
wahrte ſich der Vorſitzende, Rechtsanwalt Dr. Claß=
Mainz gegen den vielbeſprochenen Aufſatz im
September=
heft der Deutſchen Revue, der ſich auf unſer Verhältnis
bezw. auf unſere Politik zu England bezog, ſowie gegen
die Auffaſſung, daß jener Artikel von hoher amtlicher
Stelle herrühren könne. Der Vorſitzende nannte dieſen
Artikel ein troſtloſes Gemiſch von politiſcher
Unwiſſen=
heit, Selbſtentmannung und umgekehrten Mutes und
ver=
langte von der Regierung, ſie ſolle der Behauptung, der
Artikel ſtamme aus einer amtlichen Quelle, energiſch
ent=
gegentreten. — Pfarrer Grieſebach=Witzenhauſen
vom Evangeliſchen Hauptverein für deutſche Anſiedler
und Auswanderer, ſprach über das „Deutſchtum in
Nord=
amerika‟. Er nahm die Deutſchen in Amerika dagegen
in Schutz, daß man ſie zugunſten des Deutſchtums in
romaniſchen Ländern zurückſetze und kritiſiere. Der
Hauptteil der Deutſchen ſei vor 1870 und 1871 nach
Ame=
rika gewandert, es ſeien Mitglieder der deutſchen
Stämme, aber nicht Deutſche im heutigen Sinne geweſen.
Der Redner beſprach dann die Maßnahmen zur
Erhalt=
ung des Deutſchtums in den Vereinigten Staaten. Solche
Arbeit leiſte auch der Evangeliſche Hauptverein für
deutſche Anſiedler und Auswanderer. — Admiral z. D.
Breuſing ſprach über die Machtverſchiebungen im
Mittelmeer und deren Bedeutung für die Reichsvolitik.
— Nach einer Würdigung der politiſchen Verhältniſſe
im Mittelmeer verlangte er, daß das Bündnis mit
Oeſter=
reich und Italien auf eine feſtere Grundlage geſtellt
werde, um eventl. England in ſeinen Kolonien treffen
zu können. — Nach einem Vortrag von Profeſſor
Trautmann=Bonn nahm die Verſammlung eine
Reſolution gegen die Fremdwörterſucht im
geſchäft=
lichen Leben an. — Juſtizrat Putz=München verlangte
Abwehrmaßregeln gegen den allzu großen Zudrang
ruſſiſcher Studenten auf deutſche Hochſchulen.
In der zweiten öffentlichen Verſammlung gab
Rechtsanwalt Claß einen Ueberblick über die Lage. Die
Sorgen des Alldeutſchen Verbandes ſeien geblieben, ja
gewachſen. Die letzte Wehrvorlage ſei ungenügend. Der
Ausſchluß der Welfen von der braunſchweigiſchen
Thron=
folge werde jetzt auch von Leuten gefordert, die früher
den entgegengeſetzten Standpunkt einnahmen. Die
Aeußerungen des Freiherrn von Hertling über das
Jeſuitengeſetz müßten auf das höchſte befremden. Das
ſei ein Beweis für die Lockerung des Reichsgedankens.
Verwahrung ſei einzulegen gegen die Behauptung, daß
die Marokkofrage endgültig aus der Welt ggeſchafft ſei.
In Frankreich ſei an die Stelle der früheren
Kleinmütig=
keit und Verzagtheit uns gegenüber Ueberhebung und
Anmaßung getreten. England führe uns an der Naſe
herum. In der Frage des oſtmärkiſchen Deutſchtums
ſtehen wir nach wie vor auf unſerem alten Standpunkt.
— Mittelſchullehrer Bongartz=Kolmar ſprach über
die „Lage der Mittelſchullehrer im Reichslande‟. — Ein
weiteres Thema der Verhandlungen betraf die „Ziele
deutſcher Kolonialpolitik in Afrika‟ Der Redner
for=
derte die Gründung eines großen innerafrikaniſchen
deutſchen Kolonialreiches, das durch Abrundung und
Verbindung der bisherigen deutſchen Kolonien geſchaffen
werden müſſe. Die Vorbedingungen für die Erreichung
dieſes Zieles ſeien vorhanden. — Generalleutnant z. D.
Liebert=Berlin ſprach über die Frage der „
Miſch=
ehen in den Kolonien‟. Er ſtellte ſich auf den
Stand=
punkt, daß Miſchehen vor allem im Intereſſe der deut=
ſchen Frauen und Mädchen in den Kolonien durchaus
verboten werden müßten. Mit Einführung der Miſchehe
drücke man die deutſchen Frauen und Mädchen auf die
Stufe der Farbigen herab.
Nach Erledigung geſchäftlicher Angelegenheiten wurde
die Tagung vom Vorſitzenden geſchloſſen. An die
Tagung ſchloß ſich ein Feſtmahl in den Räumen des
„Europäiſchen Hofes” das den angeregteſten Verlauf
nahm und die Teilnehmer noch mehrere Stunden im
Meinungsaustauſch zuſammenhielt.
* Berlin, 9. Sept. Der unter dem Protektorate
der Kaiſerin ſtehende ſechſte internationale
Kon=
greß für Geburtshilfe und Gynäkologie
wurde heute vormittag im Herrenhauſe unter Teilnahme
von 400 der bedeutendſten Frauenärzte aus 24
Kultur=
ländern eröffnet. Der Präſident, Geheimrat Bumm,
begrüßte die Teilnehmer und dankte der Protektorin als
einer wahren Landesmutter und Wohltäterin der Armen
und Kranken, der Staatsregierung und der Stadt
Ber=
lin für ihr (Wohlwollen in Dingen der Krankenpflege.
Namens der Reichsleitung und der Staatsregierung
be=
grüßte der Kultusminiſter den Kongreß, der ein weiterer
Markſtein des Fortſchritts auf dem ungeheuer wichtigen
Gebiete ſein möge. An die Kaiſerin wurde ein
Tele=
gramm geſandt, in dem der huldvollen Beſchützerin aller
Beſtrebungen, welche der Hilfe der Frauen in
Krankheits=
gefahr und Not, ſowie der Fürſorge für Mutterglück und
Geſundheit dienen, ehrfurchtsvoll gehuldigt wird. 41
Her=
ren aus 14 Staaten wurden zu Ehrenpräſidenten
er=
nannt. Dann folgte die Beſichtigung der Ausſtellung
anatomiſcher Präparate und Medikamente, die von 42
Firmen beſchickt iſt.
Von den Manövern des XVIII. Armeekorps.
— Weſthofen, 8. Sept. Nachdem die Uebungen
und Beſichtigungen der kleineren Abteilungen und
Ver=
bände ihr Ende erreicht, hat am Freitag, den 6. September,
der „Krieg im Frieden” begonnen, haben die Manöver
ihren Anfang genommen. Die Manöverbummler, die
ſchon anfingen, ungeduldig zu werden, kamen und
kom=
men auf ihre Rechnung, und immer neu verſtärkt, kamen
doch ganze Leiterwagen voll Männlein und Weiblein,
bilden ſie an den „großen Tagen” eine kleine Armee, die
zwar nicht angreift, dennoch aber manchaml flüchten muß.
Durch ſolche kleine Zwiſchenfälle wird aber nur die Freude
an dem in unſerer Provinz nur ſeltenen militäriſchen
Schauſpiel erhöht. Und wohin man geht, ertönen in
hundertfachen Vartationen dieſelben Fragen: Wer wird
ſiegen? Die Blauen oder die Roten? Die
Manöver=
leitung hat General v. Breughel, Kommandeur der 25.
Kavallerie=Brigade. Gegenüber ſtehen ſich eine blaue und
eine rote Armee. Die Kriegslage des 18. (blauen)
Armeekorps, welches von Mannheim über Worms
vor=
gehend, einen von Norden bis Alzey vorrückenden Feind
am 6. September angreifen wollte, war folgende: Das
blaue Detachement, beſtehend aus dem Infanterie=
Regi=
ment Nr. 117, 2 und 3. Schwadron Drag.=Regt. 24,
Feld=
artillerie=Regt 61 ohne 1. Abteilung und 3. Kompagnie
des Pionier=Batalllons 2: unter Führung des Oberſten
Herhudt von Rohden hatte über Worms am 5. Septemher
die Gegend von Abenheim erreicht und bekam den
Auf=
trag, am 6. September einen neuen Gegner, der bei
Oppenheim den Rhein überſchritten und bis Eimsheim
gelangt war, anzugreifen. Für Rot lautete die
Kriegs=
lage, daß die rote 25. Infanterie=Diviſion am 6.
Septem=
ber in einer Stellung zwiſchen Eppelsheim und Stetten
den Angriff eines von Mannheim vorgehenden Gegners
annehmen würde. Das rote Detachement, beſtehend aus
dem Infanterie=Regiment 118, 4. und 5. Schwadron
Drag.=Regt. 24., 1. Abteilung des Feldart.=Regts. 61, 4.
Kompagnie Pionier=Bat. 21 und der
Maſchinengewehr=
abteilung der 118er unter Führung des Oberſtleutnants
Förſter, das in der Annahme am 5. September den Rhein
bei Oppenheim überſchritte und bis in die Gegend von
Eimsheim gelangt war, hatte für den 6. September den
Auftrag, gegen die rechte Flanke des die 25. Diviſion
an=
greifenden Feindes vorzugehen. Das blaue
Detache=
ment wurde am Morgen des 6. September nördlich
Aben=
heim geſammelt. Zunächſt ging das blaue Korps über den
Seebachabſchnitt vor, um von den Höhen nördlich
Mühl=
heims aus den Uebergang des Detachements, das über
Bechtheim auf Dorn=Dürkheim gegen den roten Gegner
vorgehen wollte, zu ſichern. Nachdem die Spitze der
In=
fanterie bei Mühlheim die Seebach überſchritten
hatte, ging die blaue Kavallerie in der Richtung
Dorn=Dürkheim vor und traf auf den Höhen ſüdlich von
Dorn=Dürkheim auf zwei feindliche Schwadronen, die ſie
denen ihr Glück, ihr Glauben an ein günſtiges Schickſal
gleichſam verſinnbildlicht iſt Eine engliſche Zeitſchrift
weiß allerlei von glückbringenden Fetiſchen berühmter
Helden der Luft zu erzählen: Der Flieger Cod y benutzt
gegenwärtig eine Maſchine die aus lauter Teilen von
anderen zerbrochenen Maſchinen zuſammengeſetzt iſt, und
er huldigt damit einem Aberglauben der allgemein unter
den Fliegern verbreitet iſt, daß die Verwendung von
Ma=
ſchinenteilen früherer Aeroplane Glück bringt, wenn dieſe
Maſchinen bereits einen ohne ſchwere Verletzungen
abge=
laufenen Unglücksfall durchgemacht haben. Ob man
frei=
lich das Stück eines Apparates, auf dem ein anderer
be=
reits ſeine Todesfahrt gemacht hat, verwenden ſoll,
da=
rüber gehen die Meinungen ſehr auseinander.
Bedenk=
liches Kopfſchüteln errege der Umſtand, daß Le Blon
in ſeinen Aeroplan= einige Stücke von der Maſchine
ein=
bauen ließ, auf der der arme Delagrange ſein Ende
ge=
funden hatte, und man wollte die Hand des Schickſals
da=
rin erkennen, daß Le Blon dem Kameraden bald
nach=
folge, indem er im April 1910 bei St. Sebaſtian ins Meer
ſtürzte. Santos Dumont würde nie einen Flug
unternehmen ohne das Medaillon der heiligen Jungfrau,
das ihm von der Prinzeſſin Iſabella geſchenkt wurde und
in dem er ſein wirkſamſtes Amulett erblickt. Von einem
bekannten Flieger, deſſen Name nicht genannt werden ſoll,
wird erzählt, daß er einmal bei einem furchtbaren
Ab=
ſturz wie durch ein Wunder dem ſicheren Tode entgangen
ſei. Seitdem bewahrt er das Hemd, das er an jenem
Tage trug, als koſtbare Reliquie auf, hat es ſeitdem nicht
mehr waſchen laſſen und legt es ſtets unter ſeinen
Klei=
dern an, wenn er ſich zu einem entſcheidenden Fluge rüſtet.
Eine große Anzahl von Amuletten beſitzt Graham
White; er glaubt bald an die Wirkſamkeit des einen,
bald an die des anderen und noch häufiger an die Kraft
von mehreren zugleich. Da hat man bemerkt, daß er einen
kleinen roten Sammetſchuh an die Maſchine gerade über
ſeinen Kopf gebunden hatte; dann wieder trug er einen
Strauß von weißem Heidekraut, einen Knoten von
vio=
lettem Band oder ein ſcheußliches kleines Götzenbild. Das
wunderlichſte Amulett iſt wohl das eines anderen
eng=
liſchen Fliegers, der nie ſeine Maſchine beſteigt, ohne die
Schnurrbarthaare eines Tigers ſorgfältig in der Taſche zu
tragen. Er huldigt dabei einem alten indiſchen Glauben,
nach dem die Schnurrbarthaare des Tigers beſonders
Ver=
ehrung genießen und voll geheimnisreicher Kräfte ſein
ſollen. Der Jäger in Indien, der den König des
Dſchun=
gels erlegt, muß ſcharf aufpaſſen, ſonſt ſchneiden die
Ein=
geborenen dem Tiere raſch die Schnurrbarthaare ab.
Wiencziers ſoll nach den Angaben des engliſchen
Blat=
tes ſich dem Schutz eines kleinen Kinderſpielzeugs
anver=
trauen, das für ihn von höchſter Bedeutung iſt. Es iſt ein
ganz gewöhnliches Aeffchen aus braunem Sammet und mit
ſchwarzen Augen. Aber der Flieger ſieht darin ein
ſchick=
ſalsſchweres Heiligtum, an das er umſo mehr glaubt, als
er von ernſthaften Unglücksfällen bisher bewahrt geblieben
iſt. Der bekannte engliſche Militärflieger Leutnant
Con=
neau ſchwört auf ſeine Tuchkappe, eine Art Mütze mit
Ohrklappen und Kinnband, ohne die ihm die rechte Kraft
zum Fliegen fehlt. Bei dem großen engliſchen Rundflug
verlor er die Kappe und ſoll dadurch ſehr entmutigt
wor=
den ſein. Aber glücklicherweiſe wurde das nur für ihn
koſtbare Kleinod bei Salisbury Plain wiedergefunden, ſo
daß er den Endſpurt des Fluges, der ihm den Sieg brachte,
mit ſeiner geliebten Mütze zurücklegen konnte. Beſonders
abergläubiſch ſind natürlich die Fliegerinnen und jede
von ihnen hat ihr wirkſames Amulett, über das ſie aber
Stillſchweigen bewahren, weil ſie ein Teil der Wirkſamkeit
in dem Geheimnis erblicken. Nicht nur glück=, ſondern
auch unglückbringende Dinge gibt es für den Flieger und
vor ihnen hütet er ſich ſo viel er kann. So hatte Colombo
eine Uhr, der er die Schuld an einem ſchlimmen Sturz
zu=
ſchrieb. Er verkaufte die Uhr einem anderen Aviatiker,
der kurz darauf ebenfalls einen ſchweren Fall tat. Er
er=
ſchrak ſo über dieſe unheilvolle Wirkung der Uhr, daß er
ſie danach dem erſten beſten Jungen ſchenkte.
* Ein ſalomoniſches Dorfurteil. In einem märkiſchen
Dorfe fährt — ſo berichtet ein Leſer der Täglichen
Rund=
ſchau — ein Radfahrer eine Gans tot. Die Bauernfrau
ſieht den Unfall und eilt ſofort herbei, den Fremden für
den Schaden haftbar zu machen; ſie verlangt ein Reugeld
von acht Mark für die rundliche Gans. Der Radfahrer
will aber auf den erradelten Braten ſehr gern verzichten
und bietet fünf Mark. Davon will die empörte Beſitzerin
nichts wiſſen. Da alles Handeln nichts hilft, begibt man
ſich zum Schulzen des Dorfes; er ſoll entſcheiden. Nach
Anhörung beider Parteien fragt er: „Wenn ich dich recht
verſtanden habe, willſt du acht Mark haben und auf die
Gans verzichten? Gut. Sie wollen die Gans auch nicht
mitnehmen, aber nur fünf Mark bezahlen, nicht wahr?
Schön. Zahlen Sie der Frau die fünf Mark.” Gemächlich
zieht der Schulze einen Taler heraus, legt ihn zu dem
Fünfmarkſchein und ſagt: „Hier deine acht Mark, und Sie
können gehen. „Die Gans behalte ich.” Beide
Par=
teien zogen vergnügt ab, und beim Schulzen gab es
mit=
tags billigen Gänſebraten! . .
ml. Der Fuchs und die Flöhe. Mr. James Dag aus
Cambridge erzählte kürzlich in einer engliſchen Zeitſchrift
die folgende intereſſante Geſchichte: Vor vielen Jahren
ſaß er und ſein Vater, die beide damals mit Ackerbau und
Viehzucht beſchäftigt waren, auf einem Felde, wo Schafe
weideten, als ſie einen Fuchs bemerkten, der ſich ſuchend
an der Hecke hinſchlich. Sie verhielten ſich vollkommen ſtill
und beobachteten das Tier. Als es näher kam, ſahen ſie,
daß es die Schafwolle ſammelte, die an den Hecken und
Dornen hängen geblieben war. Nachdem der Fuchs ein
großes Bündel geſammelt hatte, ging er zu einem nahen
Flüßchen und drehte ſich um und watete rückwärts mit
dem Schwanze voran in das Waſſer. Er ging ſo tief
hin=
ein, daß nur noch ſein Maul mit dem Wollbündel
hervor=
ragte. So verblieb er einige Zeit, und dann ließ er die
Wolle los, die fortſchwamm. Nun kam er aus dem
Waſ=
ſer, ſchüttelte ſich und lief davon. — Erſtaunt über dieſes
ſeltſame Gebaren des Fuchſes gingen die beiden Männer
zum Waſſer, nahmen einen Schäferſtab mit und zogen
die Wolle heraus. Sie fanden, daß ſie voller Flöhe war,
die ſich in ſie verkrochen hatten, um ſich vor dem Ertrinken
zu retten, nachdem ſie durch das Waſſer immer mehr vom
Schwanze bis zur Schnauze des Fuchſes vertrieben
wor=
den waren! Auf dieſe Weiſe hat ſich der Fuchs von den
unangenehmen Gäſten befreit. — Na na!
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Seite 5.
attackierte und auf Dorn=Dürkheim zurückwarf. Die blane
Kavallerie blieb hierauf auf den Höhen ſüdlich von Dorn=
Dürkheim halten. Inzwiſchen hatte die Vorhut des roten
Detachements, das von Eimsheim über Wintersheim
vor=
ging, Dorn=Dürkheim erreicht und entwickelte ſich von
Dorn=Dürkheim aus zum Angriff gegen die Höhen ſüdlich
von Dern=Dürkheim, nachdem nunmehr auch das Vorhut=
Bataillon und die Artillerie eingetroffen waren. Das Gros
des roten Detachements wurde über Wintersheim, öſtlich
der Vorhut zum Angriff entwickelt, während die Artillerie
in verdeckter Stellung hinter der Höhe ſüdöſtlich
Winters=
heim auffuhr. Das Gros dar blauen Detachements wurde
rechts von der Vorhut zum umfaſſanden Angriff gegen den
linken Flügel des Feindes entwickelt. Der Angriff des
roten Detachements hatte Erfolg. Das blaue Detachement,
nunmehr unter Führung des Oberſtleutnants Zierold,
mußte in ſüdlicher Richtung, gefolgt von dem ſiegreichen
roten Detachement, zurückgehen. Das rote Detachement,
jetzt unter Führung des Oberſtleutnants v. Crüger,
ver=
folgte den zurückgehenden Gegner bis in die Gegend von
Bechtheim und bezog mit dem Gros bei Heßloch Biwak.
Das blaue Detachement bezog unter Zurücklaſſung ſeiner
Vorpoſten am Seebachabſchnitt zwiſchen Weſthofen und
Oſthofen, nördlich von Abenheim, Biwak.
Für den 7. September hatte Blau den Auftrag, die
rechte Flanke ſeines Korps, das mit ſeinem rechten Flügel
in Ober=Flörsheim am 7. September den Feind in der
Stellung zwiſchen Eppelsheim=Stetten erneut angreifen
wollte, zu ſichern. Auf der Höhe nördlich von Abenheim
hatte ſich Blau in der Nacht eingegraben und hatte auch
für ſeine Batterie Geſchützeinſchnitte herſtellen laſſen, um
in befeſtigter Stellung den erneuten Angriff des bei
Heß=
loch biwakierenden Gegners zu erwarten. Das rote
Detachement hatte für den 7. September den Auftrag,
durch Vorgehen gegen die rechte feindliche Flanke ſein
Korps, das nach Eintreffen der 21. Diviſicin bei
Mann=
heim, am 7. September zum Angriff überzugehen
beab=
ſichtigte, zu unterſtützen. Um 4 Uhr morgens von
Heß=
loſch aufbrechend, ging das rote Detachement über
Weſt=
hofen gegen den linken Flügel der feindlichen Stellung
bei Abenheim vor. Als die Vorhut des roten Detachements
Weſthofen in der Richtung Abenheim verlaſſen hatte,
er=
hielt es von der blauen Kavallerie, der eine Batterie
zu=
gewieſen war, von den Höhen ſüdöſtlich von Weſthofen
Feuer und vertrieb die feindliche, Kavallerie nach kurzem
Feuergefecht. Das rote Vorhutbataillon entwickelte ſich
von Heßloch aus in der Richtung auf die Höhen nördlich
von Abenheim, während das Gros rechts davon zum
umfaſſenden Angriff gegen die feindliche linke Flanke
an=
geſetzt wurde. Seine Artillerie ließ der Führer des roten
Detachements in einer verdeckten Stellung hinter den
Höhen ſüdlich von Weſthofen auffahren. Das blaue
De=
tachement entwickelte zwei Bataillone auf der Straße
Abenheim=Weſthofen. Seine Artillerie wirkte von der
Höhe nördlich von Abenheim aus. Mit dem 3. Bataillon
ging der Führer nunmehr zum frontalen Gegenangriff
vor und durchbrach das Zentrum des Feindes, worauf
dieſer den Rückzug in nördlicher Richtung antreten mußte.
Nach der Kritik ging es in die Quartiere. Am heutigen
Sonntag war Ruhetag.
— Gimbsheim. Kriegslage für Blau.
Das blaue 18. Armeekorps hat im Vormarſch am 8.
Sep=
tember die Vorhuten an der Selz erreicht, mit der Vorhut
des rechten ſüdlichen Flügels Gau=Odernheim. Sein roter
Gegner wich in ſüdlicher Richtung zurück. Ein blaues
Detachement iſt bei Alzey eingetroffen und erhält dort
folgende Nachrichten: 1. Feind=Chance bei Wintersheim.
2. Armeekorps greift um 8 Uhr vormittags, die Selz
über=
ſchreitend, an, rechter Flügel aus der Richtung Gau=
Odern=
heim. 3. Das Detachement hat über Dintesheim,
Eppels=
heim, den feindlichen linken Flügel umfaſſend,
anzu=
greifen. Führer am 9. September Oberſtleutnant
Tellen=
bach und am 10. September Oberſtleutnant v. Crüger.
Kaiſermanöver.
* Mügeln (Bezirk Leipzig), 8. Sept. Die
all=
gemeine Kriegslage für das morgen beginnende
Kaiſermanöver iſt folgende: Während Blau gegen eine
Weſtmacht kämpft, überſchreitet Rot die blaue Oſtgrenze
und rückt durch die Neumark und das mordiſche Böhmen
vor. Nach einem entſcheidenden Erfolge im Weſten,
über=
führt Blau ſeit dem 6. September mit der Eiſenbahn
ſtarke Kräfte nach Magdeburg und an die Saale. Blau hat
Meldung von ſtarker roter Kavallerie bei Kalau.
* Mügeln, 8. Sept. Zur Erläuterung der
all=
gemeinen Kriegslage wird folgendes
bekannr=
gegeben: Auf jeder Seite der kämpfenden Parteien ſtehen
Armeen. Dieſe handeln im Rahmen der Kriegslage der
erwähnten Heere, ſind alſo nicht ſelbſtändig. Führer von
Blau iſt der ſächſiſche Generaloberſt Kriegsminiſter
Frei=
herr v. Hauſen. Ihm beigegeben iſt als Chef
General=
major Freiherr v. Freytag=Lovinghoven. Auf beiden
Seiten ſind höhere Kavalleriekommandeure zugeteilt: ſie
ſind beſtimmt, mehrere Kavalleriediviſionen einheitlich zu
führen: bei Blau Generalleutnant v. Hoffmann, Chef des
Stabes Oberſtleutnant v Studnitz, bei Rot
Generalleut=
nant Torgany, Chef des Stabes Oberſtleutnant v Poſeck.
Der Kriegszuſtand für dieſe Heereskavallerie beginnt am
9. September, vormittags 7 Uhr. Vorausſichtlich geht
morgen eine ſtarke rote Kavallerie aus der Gegend von
Kalau gegen die Elbe zwiſchen Torgau und Dresden vor.
Auf dieſer Strecke ſperren blaue Reſervetruppen. Dieſe
handeln gemeinſam mit den Motorbooten des Jachtklubs
von Deutſchland, welche mit Scheinwerfern und
Maſchi=
nengewehren ausgerüſtet ſind. Bei den beiderſeitigen
Aufklärungen wirken mehrere Fliegerabteilungen zu je
ſechs Flugzeugen ſowie Lenkluftſchiffe mit, bei Blau „Z. 3‟,
bei Rot „P. 3‟ Aus der allgemeinen Lage entwickelt
ſich auf Grund von Erkundungsergebniſſen der
beider=
ſeitigen Heereskavallerien das eigentliche Kaiſermanöver
heraus. „Z. 3” wird ſchon morgen in Tätigkeit ſein. Für
den Kaiſer iſt ein Barackenlager bei Berntitz
errichtet zwiſchen Oſchatz und Mügeln. Hausmarſchall
Freiherr v. Luncker iſt heute vormittag in Oſchatz
einge=
troffen und beſichtigte das Lager.
* Koswig, 9. Sept. Der Kaiſer iſt mit
Ge=
folge heute früh 8 Uhr 55 Minuten im Sonderzug hier
eingetroffen. Auf dem Bahnhof waren zur.
Be=
grüßung der König und der Kronprinz von
Sachſen erſchienen. ferner der Generalſtabschef von
Moltke. Dem kaiſerlichen Gefolge ſchließt ſich hier
Ge=
ſandter v. Treutler als Vertreter des Auswärtigen Amtes
an. Der Kaiſer und der König begrüßten ſich herzlich
und unterhielten ſich längere Zeit. Sodann wurde mit
Automobilen die Fahrt ins Manövergekinde angetreten.
Der Kaiſer fuhr mit dem Generalſtabschef im erſten, der
König und der Kronprinz im zweiten Wagen. Das
Publikum, Schulen und Vereine begrüßten die Majeſtäten
berzlich. Das Wetter iſt kühl und veränderlich. Der Kai=
ſer gedenkt vormittags den Vormarſch der roten Kavallerie
zu ſehen und ſpäter im Sonderzuge zu frühſtücken. Der=
Sonderzug wird in Rieſa ſtehen. (Ueber die einzelnen
Momente des Vormarſches der beiden Parteien werden
wir nicht berichten, da der Preſſe von der Manöverleitung
nahegelegt iſt, im Intereſſe der kriegsmäßigen
Entwick=
lung der Manöver hiervon abzuſehen.)
* Meißen, 9. Sept. Der Kaiſer, der König
und der Kronprinz von Sachſen ſowie das
ge=
ſamte kaiſerliche Hauptquartier ſind um 9 Uhr 35
Minu=
ten, von Koswig kommend, hier eingetroffen. An der
alten Elbbrücke hatten die geſamte Manöverleitung mit
dem Prinzen Waldemar von Preußen und
eine Anzahl von Herren des Motorjachtklubs Aufſtellung
genommen. Eine große Menſchenmenge begrüßte die
Fürſtlichkeiten aufs lebhafteſte. Der Automobilzug hielt
etwa 20 Minuten. Der Kaiſer begrüßte die Herren des
Motorjachtklubs und beobachtete von der Elbbrücke aus
die Durchfahrt von ſechs ſtromaufwärts kommenden
Mo=
torbooten. Darauf fuhr der Automobilzug in der
Rich=
tung auf Oſchatz weiter.
* Mügeln, 9 Sept. Zu einem Zuſammentreffen
beträchtlicher Streitkräfte der beiden Parteien kam
es heute vormittag maturgemäß nicht, doch wurde das
weſtliche Elbufer von Meißen bis Rieſa von blauen
Poſten beſetzt, welche auf rote Kavalleriepatrouillen
feuer=
ten, die auf den Höhen des Weſtufers erſchienen.
Luftfahrt.
* Metz, 9. Sept. Das Militärluftſchiff „Z 3‟
iſt heute mittag 12.15 Uhr von Metz zur Fahrt nach
Gotha, bezw. zur Teilnahme an den
Kaiſermanö=
vern mit elf Mann Beſatzung aufgeſtiegen.
* Frankfurt, 9. Sept. Das Militärluftſchiff ,Z. 3"
paſſierte um 4 Uhr Frankfurt und überflog nach einem
in Metz eingetroffenen Funkentelegramm 4.20 Uhr Hanau.
Es hofft um 7 Uhr in Gotha zu ſein.
* Gotha, 9. Sept. Das Militärluftſchiff „Z. 3"
iſt hier um halb 7 Uhr glatt gelandet.
* Mannheim, 9. Sept. Das Luftſchiff
„Schütte=Lanz” das heute morgen um 5 Uhr 5 Min.
in Gotha zur Weiterfahrt nach Mannheim aufgeſtiegen
iſt, paſſierte um 6¾ Uhr Hünfeld 7 Uhr 20 Min.
Schlüch=
tern, 8 Uhr 12 Min. Hanau, 8 Uhr 45 Min. Darmſtadt
und 9 Uhr 20 Min. Mannheim Hier fuhr es mehrere
große Schleifen und kam über Schwetzingen zurück nach
der Luftſchiffhalle Rheinau, wo die Landung und Bergung
glatt von ſtatten ging.
* Baden=Oos, 9. Sept. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” mußte weitere Fahrten aufgeben, da der
Flugplatz von Oos überſchwemmt iſt.
* Zweibrücken, 8. Sept. In einer geheimen
Be=
ratung des Stadtrats machte Bürgermeiſter Roſinger
Mitteilung von einem Wunſche der preußiſchen
Flieger=
ſtation Metz auf Errichtung von
Flugzeugſchup=
pen auf dem Gelände des großen Exerzierplatzes hier, um
den Metzer Flugoffizieren häufigere Ueberland= und
Ueb=
ungsflüge nach Zweibrücken zu ermöglichen. Der
Stadt=
rat beſchloß einſtimmig, dem Wunſch Folge zu geben und
die nötigen Arbeiten zur Errichtung der
Flugzeugunter=
kunſträume ſofort in Angriff nehmen zu laſſen. Durch
dieſen Beſchluß erhält Zweibrücken die erſte bayeriſche
Fliegerſtation.
Sport.
* Fußball. Der Sportklub „Haſſia 1908”
wel=
cher in dieſem Jahre manch ſchöne Erfolge bei
Fußball=
wettſpielen erzielte, veranſtaltet im Oktober d. J. einen
nationalen Fullballwettſtreit (Sechſerkämpfe). Außer den
vom Verein geſtellten Preiſen ſtehen noch einige
Ehren=
preiſe von Sportsfreunden in Ausſicht.
Würzburger Kickers-V. f. B.
Nürn=
berg 4:2. Kurz vor Beginn dieſes
Qualifikations=
ſpiels, das auf dem Platze der Fürther Sport=
Vereinig=
ung ſtattfand, verletzte ſich der Würzburger Torwart
durch einen unglücklichen Zufall an der Hand; die
Würz=
burger waren daher gezwungen, die ganze erſte und 15
Minuten der zweiten Hälfte mit 10 Mann zu ſpielen.
Bis Halbzeit war der V. f. B. mit 210 Toren im
Vor=
ſprung. Nachdem aber der Würzburger Erſatzmann aus
Nürnberg eingetroffen war, gingen die Kickers zu einem
prächtigen Endſpurt über und erzielten in der
unglaub=
lich kurzen Zeit von 7 Minuten 3 Tore; in der letzten
Mi=
nute fiel dann noch ein viertes. Das Fürther Publikum
begleitete den Sieg der Würzburger mit ſpontanen
Bei=
fallskundgebungen. Die Kickers rücken mit dieſem
Er=
folg definitiv in die Ligaklaſſe auf, während V. f. B.=
Nürnberg, Konkordia=Nürnberg, Bamberg und
Augs=
burg in die A=Klaſſe zurückſinken. Die Ergebniſſe der
Qualifikationsſpiele im Oſtkreis ſind
fol=
gende: Konkordia=Nürnberg-Augsburg 5:0, V. f. B.=
Nürnberg-Bamberg 311, Würzburger Kickers=Konkordia
711, Würzburger Kickers=V. f. B. 422.
Handel und Verkehr.
— Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiete iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
Auguſt 1912 auf 70 644 geſtiegen. (Zugang im Monat
Auguſt allein 1048). Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden
im Auguſt gebucht 1253 Millionen Mark Gutſchriften
und 1258 Millionen Mark Laſtſchriften. Das
Geſamt=
guthaben der Kontoinhaber betrug im Auguſt
durch=
ſchnittlich 141 Millionen Mark. Im Verkehr der
Reichs=
poſtſcheckämter mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der
Poſtſparkaſſe in Budapeſt, der luxemburgiſchen und
belgiſchen Poſtverwaltung, ſowie den ſchweizeriſchen
Poſtſcheckbureaus wurden 6,1 Millionen Mark umgeſetzt
und zwar auf 2660 Uebertragungen in der Richtung
nach und auf 12 220 Uebertragungen in der Richtung
aus dem Anslande.
* Berlin, 9. Sept. Die Verwaltung der
Allge=
meinen Elektrizitätsgeſellſchaft erwägt
gegenwärtig, der für Anfang November
anzuberaumen=
den ordentlichen Generalverſammlung eine Erhöhung des
Grundkapitals um 25 Millionen Mark vorzuſchlagen.
Vor=
ausſichtlich werden die neuen Aktien vom 2. Juli 1912 ab
voll an der Dividende teilnehmen und derart den
Aktio=
nären angeboten werden, daß auf ſieben alte Aktien neun
neue zum Kurſe von 210 zuzüglich der Stückzinſen frei
Speſen bezogen werden können, während der Reſtbetrag
für Rechnung der Geſellſchaft Verwendung findet. Die
Kapitalserhöhung wird geplant, um die bisherige
Liqui=
dität trotz der ſehr erheblichen Erweiterung der Fabriken
und des wachſenden Geſchäftsumfanges aufrecht zu
er=
halten.
Vermiſchtes.
— Bücherauktion. Am 7. Oktober und
fol=
gende Tage findet die 3. Frankfurter Bücherauktion der
Joſ. Straußſchen Buchhandlung und Antiquariat
(Zeil 104) ſtatt. Die zur Verſteigerung ſtehenden Werke
ſnd den Bibliotheken des † Herrn A. Helmrich, eines
Neffen von Fr. Chriſt. Schloſſer, und des † Redakteurs
Dr. Guſtav Zieler, zuletzt am Frankfurter
Generalanzei=
ger tätig, entnommen. Die erſtere enthält Werke der
älteren und älteſten Literatur bis über die Zeit der
Romantiker hinaus, die letztere ſetzt hier ein und bringt
Werke von den neueren Autoren bis zur neueſten Zeit.
Als größte Seltenheit, die hier zum Kaufe ſteht, darf
wohl Schillers Venuswagen bezeichnet werden, ein
Jüng=
lingswerk, das der Verfaſſer kurz nach Erſcheinen ſchon
ſelbſt kaſſierte; nicht ohne Grund hat er es ohne ſeinen
Namen, ohne Angabe des Druckers und des Druckortes
erſcheinen laſſen. Neben dieſem Bande, der mit einem
beinahe gleichſeltenen Werke „Gegengeſchenke an die
Sudelköche in Jena und Weimar” zuſammengebunden iſt,
führt der Katalog eine Menge ſeltener Erſtausgaden aus
der klaſſiſchen und nachklaſſiſchen Periode unſerer
deut=
ſchen Literatur auf. Goethe und Schiller, Leſſing und
Klopſtock, Heine, Laube, Immermann und Varnhagen
von Enſe ſind neben den ſämtlichen Werken von Arnim,
Brentano u. a. ſtark vertreten. Dazu eine große Anzahl
von Erſtdrucken neuerer Schriftſteller, Bibliophilenwerke,
Vorzugsdrucke aller Art; Hauptmann, Ibſen,
Maeter=
linck, Lauff, Fulda u. a., zum Teil mit eigenhändiger
Widmung der Autoren ꝛc. Von beſonderem Werte
dürf=
ten zwei Dante=Ausgaben ſein. Ferner iſt u. a. auch
Adolf Menzel mit der erſten Ausgabe ſeiner
Illuſtra=
tionen zu Friedrich dem Großen vertreten. Bibliophilen
und Literaturfreunde werden in dem Kataloge ſehr viel
Intereſſantes finden.
Schwerer Unglücksfall durch ein Motorrad.
* New=York, 9. Sept. Im Velodrom von
New=
market im Staate New=Jerſey verlor bei einem
Motor=
radrennen der Champion von Amerika die Gewalt
über ſeine Maſchine. Das Motorrad durchbrach die
Umzäunung der Rennbahn und raſte in die
Zuſchauer=
menge hinein. Haſha und fünf Zuſchauer wurden
ſofort getötet und 40 Menſchen verletzt, davon
mehrere ſo ſchwer, daß ſie kaum mit dem Leben davon
kommen dürften. Unter den Zuſchauern rief die
Kata=
ſtrophe eine Panik hervor, bei der viele Menſchen zu Boden,
getreten wurden.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Seit nahezu 5 Jahren hat ſich die vollſtändige
Sonntagsruhe in Darmſtadt vorzüglich bewährt.
Die maßgebenden und berufenen Prinzipalsorganiſationen
haben im Vorjahre erſt wieder betont, daß man
Aender=
ungen der Sonntagsruhe nicht wünſcht. Es iſt nun
auf=
fallend, daß einige Geſchäftsinhaber jeden erdenklichen
Vorwand zu Durchbrechungsverſuchen benutzen; jetzt muß
die derzeitige Ausſtellung herhalten. Die Behauptung,
daß die Umſätze der Darmſtädter Geſchäfte infolge der
Sonntagsruhe zurückgegangen ſeien, iſt unrichtig. Auf
einzelne wirtſchaftliche ſchwache Exiſtenzen kann und wird
die Allgemeinheit keine Rückſicht nehmen.
Sozialer Ausſchuß verbündeter Vereine
kaufmänniſcher und techniſcher Angeſtellter.
— Wenngleich ſehr wenig Hoffnung beſteht, daß die
Verhältniſſe unſerer elektriſchen Bahn ſich zum Veſſeren
wenden, ſo ſollten doch die Klagen des Publikums nicht
ohne weiteres unterdrückt, ſondern in jedem Falle uns
bedingt an Stellen vorgebracht werden, die einem eben
gerade geeignet erſcheinen, wie z. B an dieſer Stelle oder
beim Verkehrsverein, der nicht untätig iſt. Vielleicht
be=
ſteht einigermaßen Gewähr auf teilweiſe Beſſerung. Nur
nicht in den Fehler verfallen, direkt bei der Verwaltung
ſchriftliche Beſchwerden einzureichen, denn dort ſind „große
Papierkörbe” wie ſich ein maßgebender Herr auszudrücken
beliebte. Früher hatten die Wagen der Taunus= und
Hei=
delbergerſtraße direkten Anſchluß nach dem Bahnhof, heute
aber iſt es anders und werden Rückſichten beim Umſteigen,
ſelbſt wenn der Anſchlußwagen bei Einfahrt der anderen
noch hält, nicht genommen, ſondern es wird ohne die
Um=
ſteigenden weitergefahren. Des Abends um elf ändert
ſich unbegreiflicherweiſe das Bild; da muß der
Taunus=
wagen 4 bis 5 Hauptbahnhof=Wagen abwarten, „weil es
ſo in der Beſtimmung ſteht” Tagsüber alſo genaue Zeit
einhalten und des Abends kommt es dann nicht auf die
Zeit an, ſondern auf das Abwarten der anderen Wagen
in beliebiger Zahl, offenbar je nach dem Gutdünken der
Herren Kontrolleure. Wie lange noch wird wohl
Darm=
ſtadt mit ſeiner „Rentner=Elektriſchen” (im Gegenſatz zu
einer Bahn, die auch von eifrigen Geſchäftsleuten benutzt
werden kann) dem Geſpötte ausgeſetzt ſein? K. H.
Darmſtadt, 10. September.
D Neues vom Großh. Hoftheater. Die nächſte
Opern=Aufführung ſind Nicolais „Luſtige
Wei=
ber von Windfor” In dieſer Vorſtellung treten fünf neue
Mitglieder des Enſembles zum erſtenmal vor das
Darm=
ſtädter Publikum, nämlich Frau Kallenſee (Frau
Flut), Frl. Jakobs (Frau Reich), Frl. Jüttner (Anna
Reich) und die Herren Globerger (Fenton) und
Schützendorf (Reich), welcher damit zum erſtenmal
in einer größeren Partie hier auftritt. Auch am
Dirigen=
tenpult beginnt ein neuer Mann, Kapellmeiſter J. R.
Lert, ſeine Tätigkeit am Hoftheater. Es ſei beſonders
darauf hingewieſen, daß das Schlußterzett diesmal
ſtrich=
los und in Form eines Epilogs geſungen wird. — Das
Schauſpiel bringt als nächſte Novität Molnars
„Gardeoffizier”, ein überaus amüſantes Luſtſpiel, das in
der vergangenen Spielzeit das Repertoire aller großen
Bühnen beherrſchte, Beſonders wirkungsvoll iſt der zweite
Akt geſtaltet. Beim Aufgehen des Vorhanges ſieht man
in eine Loge des Wiener Hofoperntheaters und während
vorn die Handlung ſich abſpielt, hört man rückwärts —
ſcheinbar auf der Bühne — den ganzen erſten Akt der
Bohéme ſingen. Bei dieſer Gelegenheit wird das Orcheſter
hinter der Bühne aufgeſtellt werden; die Partien des
Rodolphs und der Mimi werden von unſeren erſten
So=
liſten geſungen. Dieſe effektvolle Szene, die dem
Publi=
kum gleichzeitig eine Schauſpiel= und eine
Opernauffüh=
rung bietet, hat überall den Erfolg des Stückes in erſter
Linie entſchieden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Moskau, 9. Sept. Die Kaiſerfamilie iſt
hier eingetroffen.
* Waſhington, 9. Sept. Das Marinedepartement
gibt die Abſicht bekannt, ein Schlachtſchiff zu
bauen, das ein Deplacement von 30000 Tonnen
erhal=
ten und den Namen „Pennſylvania” führen ſoll. Es iſt
das einzige Schlachtſchiff, das in der letzten Seſſion des
Kongreſſes bewilligt worden iſt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Nummer 213.
Beveri) (Maſachuſeitch), 5. Sept. Von zuſähndiger
Seite iſt feſtgeſtellt worden, daß die Intervention
in Mexiko niemals wahrſcheinlicher als gegenwärtig
geweſen iſt. Taft wollte jedoch nicht handeln, bevor
nicht die Sonderſeſſion des Kongreſſes ihm die
Ermäch=
tigung dazu erteile. Die Lage in Südweſt=Mexiko iſt
höchſt beunruhigend. Man befürchtet, daß einzig die
Landung amerikaniſcher Truppen in den Häfen des Golfs,
die eine Intervention wäre, die beſtehenden
Schwierig=
keiten löſen kann.
— Berlin, 9. Sept. Geſtern nachmittag wurde die
Feuerwehr nach der Handelsſtätte Belle Alliance
ge=
rufen, wo ein Behälter mit Salpeterſäure undicht
ge=
worden war. Mehrere Mannſchaften drangen in den
Raum, um die Gefahr zu beſeitigen. Später erkrankten
ein Obermaſchiniſt und gein Feuerwehrmann infolge der
giftigen Salpeterdämpfe erheblich. Sie wurden ins
Krankenhaus übergeführt.
— Hoyerswerda, 9. Sept. Die Beſchuldigung gegen
den Sohn des Kaſſenrendanten Wolff wegen
Unter=
ſchlagung ſtellte ſich als falſche Denunziation
her=
aus. Die Unterſuchung rechtfertigte den Verdacht einer
Unterſchlagung nicht.
Ein Kräftigungsmittel für
den Säugling
darf keinen Witterungs=Einflüssen unterliegen,
sondern muss im Winter und im Sommer von
derselben Wirkung sein.
Bei Scotts Emulſion treffen dieſe
Haupt=
erforderniſſe in jeder Beziehung zu. Sie iſt in
allen Jahreszeiten gut zn nehmen, leicht
ver=
daulich und von unveränderter Wirkungskraft.
Hierdurch erklärt ſich am beſten ihre
ausge=
dehnte Anwendung ſelbſt bei den Allerkleinſten,
hauptſächlich auch bei ſchwer zahnenden
Kin=
dern, denen das Präparat das müheloſe
Durch=
brechen kräftiger Zähnchen erleichert.
Doch niemals eine Nachahmung, immer
(I18887
nur die echte Scotts Emulſion.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 1500, prima
Glyzerin 50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3,
unterphosphorig=
ſaures Natron 20, pulv Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi
pulv. 2,0, Waſſer 1290 Alkohol 11,0. Hierzu aromatiſche
Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl je 2 Tropfen.
Gediegen-elegante
Braut-Ausstattung
im Schaufenster.
Diese Woche ist die
Bett-
u. Haus-Wäsche ausgestellt.
Eichbergs Nachfolger
Inh.: H. Eck
obere Wilhelminenstr. 29.
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Has Spezialhaus für Damen-Konfektion
HERMANN UL-GEn, Hoflieferant
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage,
hält während seines jetzt 30jährigen Bestehens stets
streng an dem Grundsatze fest:
(5745a
brauchbare gute Waren
mög-
lichst billig zu liefern. : :: ::
ie angekündigte Modeſchau der Firma D.
Reh=
feld & Co., G. m. b. H., Ludwigsſtraße, hat das
gehalten, was ſie verſprochen. Die Schaufenſter, ſowie
ſämtliche Verkaufsräume geben ein Bild der neueſten
Schöpfungen in Damen= und Kinder=Konfektion jeder
Art. Das großzügige, dekorativ ſehr eindrucksvoll
wirkende Arrangement, welches nur bis einſchließlich
Donnerstag, den 12. September, zur zwangloſen
Beſichtigung offen ſteht, zeigt die erhöhte
Leiſtungs=
fähigkeit der Firma.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet hat ſich wenig nach Oſten
ver=
lagert. Südliche Randwirbel des Tiefdruckgebietes
brach=
ten geſtern in Mitteldeutſchland faſt überall Regen. Bei
nordweſtlichen Winden ſind die Temperaturen gegen die
von geſtern und vorgeſtern wenig geändert Wir haben
immer noch mit dem Einfluß des Tiefdruckgebietes zu
rechnen.
Ausſichten für Dienstag, den 10. September:
Wech=
ſelnd bewölkt, Regenſchauer, Temperatur wenig verändert.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Neujahrsfeſt.
Mittwoch, den 11. September:
Vorabendgottesdienſt und Predigt 6 Uhr 30 Min.
Donnerstag, den 12. September:
Morgengottesdienſt 7 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
15 Min. Abendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Freitag, den 13. September:
Morgengottesdienſt 7 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
15 Min. Feſtesſchluß u. Sabbatanfang 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 14. September:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 20 Min.
Morgengottesdienſt am Erev Roſch Haſchonoh 6 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religiong=
geſellſchaft.
Rauſch Haſchonoh.
Donnerstag, den 12. September:
Vorabend 6 Uhr 25 Min. Morgens 6 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Abends 7 Uhr 30 Min.
Freitag, den 13. September:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr 10 Min.
Samstag, den 14. September:
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr.
Sabbat=
ausgang 7 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 15. Sept., an:
Feſttag der Gedaljah: Morgens 5 Uhr. Nachmittags 6 Uhr.
Familiennachrichten.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
herrn Karl Görke, Oberpoſtſchaffner i. P.
findet am Mittwoch, den 11. September,
nach=
mittags 2¼ Uhr, vom Sterbehauſe
Kahlert=
ſtraße 45 aus, ſtatt.
(18934
Wir erſuchen die Kameraden von Schupp
bis Zöller, ſowie des 3. Bezirks, ſich dort zu
verſammeln.
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
Hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß
Sonntag abend meine innigſtgeliebte Frau,
unſere Mutter, Tochter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(18918
Frau Marie Christine Nebhuth
geb. Fendt
nach langem, ſchwerem Leiden im vollendeten
51. Lebensjahre ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Michael Nebhuth,
Großh. Oberrechnungskammerkanzliſt i. P.
Darmſtadt, Altheim, den 9. Sept. 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Sept.,
nachm. 3 Uhr, vom Sterbehauſe Neue
Irene=
ſtraße 2, I. aus, ſtatt. Einſegn. ¼ Stunde vorher.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines unvergeßlichen Gatten,
unſeres guten Vaters, Bruders, Schwiegervaters
und Großvaters
(18879
Adam Hoffmann
ſagen wir Allen unſeren aufrichtigen Dank.
Ins=
beſondere dem Herrn Pfarrer Dingeldey, den
Herren Beamten und Arbeitern des
Werkſtätten=
amtes II, den Bewohnern der Arbeiter=
Wald=
kolonie am Dornheimerweg, ſowie Allen, die ihm
die letzte Ehre erwieſen haben.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Margarete Hoffmann Witwe.
Darmſtadt, den 7. September 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7 Uhr: „Die
Nibelungen”.
Bibliſcher Vortrag um 8¼ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße (Thema: „Chriſti Prophezeiungen für
unſere Tage‟
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im „Darmſtädter Hof”
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 11. September
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Obſt=Verſteigerungen: auf der Straße
Emmelinen=
hütte-Nieder=Ramſtadt um 8 Uhr (beginnend an der
Emmelinenhütte), — auf der Straße Ober=Ramſtadt
Tannenbaum um 2 Uhr (beginnend bei Ober=
Ram=
ſtadt), — auf der Straße Darmſtadt-Roßdorf um 8½
Uhr (Zuſammenkunft am Beſſunger Forſthaus), — auf
der Straße Roßdorf-Spachbrücken um 1½ Uhr (
Zu=
ſammenkunft am Ausgang von Roßdorf), — auf der
Straße Darmſtadt-Meſſel um 8½ Uhr (beginnend an
den Ziegelhütten), — auf dem Krappendamm bei
Stock=
ſtadt um 8½ Uhr.
Drick und Berlage z. 6. Pilicſte Heſtnchtrncket=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 213.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Staats-Quelle.
llie
t
Mineralwasser
aus dem Königlichen Mineralbrunnen zu Fachingen
(Reg.-Bez. Wiesbaden).
Vorzugrion goeighor zur Haustrikkaf
Von vorbeugendem u. heilwirkendem Einfluß
bei Gicht, Diabetes, Nieren-, Harn- u.
Blasen-
leiden, Sodbrennen usw.
„Ich möchte nach Erfahrung am eigenen Corpus
„behaupten, dass ein regelmässiger längerer Genuss
„des Fachinger Wassers, selbstredend bei sonst
„zweckdienlichem Lebenswandel, durch Anregung
zund Regulierung der Nierenfunktion in des Wortes
zeigenster Bedeutung das Leben verlängern und
zunser Wohlbefinden sichern kann. Es hilft mit,
„schädliche Stoffe aus dem Blutkreislauf des Menschen
„auf natürlichem Wege zu entfernen, so dass diese sich
„nicht im Körper festsetzen und zu Krankheitserregern
„werden. Dieser Brunnen hilft somit in vielen Fällen
„mit zum Gesunden und macht Gesunde widerstands-
„fähiger gegen das Erkranken. Dr. med. N. N.‟
Literaturgratis durch die Brunnen-Inspektion in Fachingen
(Reg.-Bez. Wiesbaden).
tats-Quelle.
Naftirliches
Mineralwasser
Il
Man befrage den Hausarzt.
(VI18840)
1- Speisckartoffel
verſchiedene Sorten, u. a. gelbe
Mäuschen (beſte Salatkartoffel)
empfiehlt billigſt
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
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uſw. geplagt ſind, ſo daß der
Haut=
reiz Sie nicht ſchlafen läßt, bringt
Ihnen Zucker’s „Saluderma‟
raſch Erleichterung.‟ Aerztlich warm
empf. Doſe 50 Pfg. und 1 Mark
(ſtärkſte Form). Bei F. Schaefer,
Ludwigsplatz 7, Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8, A. Logel,
Eliſa=
bethenſtr. u. Gg. F. Frank, Parf.
Broßh. Hanoribkamiter Barmſabt
Gemäß Artikel 23 bezw. 11 des Geſetzes, die Handelskammern
betreffend, vom 6. Auguſt 1902, werden die Hebregiſter zur
Er=
hebung der Beiträge zu den Ausgaben der Großh. Handelskammer
Darmſtadt für das Jahr 1912 in der Zeit von
Mittwoch, den 11. September bis inkl.
Samstag, den 21. September
zur Einſicht der Wahlberechtigten zur Handelskammer des Kreiſes
Darmſtadt auf dem Büro der Großh. Handelskammer, Rheinſtr. 9,
(18916
während der Geſchäftsſtunden offen gelegt.
Einwendungen gegen den Inhalt der Hebregiſter ſind
inner=
halb der erwähnten zehntägigen Friſt bei der Handelskammer
ſchrift=
lich vorzubringen.
Der Vorſitzende:
Der Syndikus:
C. Parcus.
Dr. Human.
Bekanntmachung.
Sämtliche Rekruten und Freiwillige, welche in Darmſtadt
wohnhaft ſind, haben ihren Geſtellungsbefehl zum Dienſteintritt für
das Jahr 1912 in der Zeit vom 16. bis 21. September 1912 und zwar
von 8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis 6 Uhr nachmittags perſönlich
beim Bezirkskommando I Darmſtadt, Neue Niederſtraße 18, 2. Stock,
(18922ids
abzuholen.
Bezirkskommando I Darmſtadt.
Mootz, Oberſtleutnant u. 2. Stabsoffizier.
Verdingung von Kanaliſationsarbeiten.
Die zur Herſtellung von rd. 150 m Zementrohrkanälen nebſt
den erforderlichen Einſteigſchächten, Straßenſinkkaſten uſw. für die
Gemeinde Arheilgen, Kreis Darmſtadt, erforderlichen Lieferungen
und Arbeiten ſollen durch ſchriftliche Angebote ungetrennt
ver=
geben werden.
Pläne und Bedingungen ſind bei uns, letztere auch bei der
Großh. Bürgermeiſterei Arheilgen einzuſehen.
Ange=
botsvordrucke ſind nur von uns gegen Bareinſendung von 2,50 Mk.
(18882a
(nicht in Briefmarken) zu beziehen.
Angebote ſind verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis längſtens
Mittwoch, den 25. September 1912, vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Behörde, Bleichſtraße 1, einzureichen, woſelbſt
auch die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der erſchienenen
Bieter ſtattfindet. Es können nur Angebote unter Benutzung der
Vordrucke ohne Textänderungen und Zuſätze berückſichtigt werden.
Freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. Zuſchlagsfriſt vier
Wochen.
Darmſtadt, den 7. September 1912.
Großherzogliche Kulturinſpektion Darmſtadt.
Wallek.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 11. September 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im „Pfandlokale, Rundeturmſtr. 16, verſchiedene Möbel,
darunter Büfett, Credenz, Pianinos, Schreibtiſche, Diwans,
Kleiderſchränke, Ruhebett, 1 Oelbild, ferner Ladentheke und
Schränke, 1 Ladenkontrollkaſſe, 1 Dezimalwaage, 7 eiſer.
Samenbehälter, 1 Fahrrad, 60 verſch. Türvorlagen,
42 Photographie=Albums, 60 verſch. Hoſenträger,
10 Dtzd. Schreibmappen, Aktenmappen, Portemonnaies,
Reiſeneceſſaires, 150 Stück verſch. Spazierſtöcke, 60
verſch. Ruckſäcke, 1 Partie Gerüſtdielen und Stangen,
1 4rädr. Kaſtenwagen, 3 2rädr. Handkarren,; 1 eiſ.
Speispfannne
zwangsweiſe verſteigert.
(18923
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
Brenmnelz-Verkauf.
Von heute Dienstag, den 10. September 1912, wird in
der Landgraf Georgſtraße, vis=ä-vis des Herrn Lippmann May,
kleingeſchnittenes Tannen= und Eichen=Brennholz, per Zentner
1 Mark, abgegeben.
(*5696
Georg Hansel.
ohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V10582) J. Müller, Kiesſtr. 20.
Fer befördert p. 1. Ott. eine kl.
3 Z.=W. n. Friedberg u. z. w.
Preis? Off. u. O. 49 Exp. (*5768im
Kurſe vom 9. September 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,90
78,90
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
88,90
3½ do. Conſols
78,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,75
93,00
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,20
do.
87,50
3½
3
78,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,10
4 do. do. (unk. 1918) 100,20
do.
3½
87,20
do.
77,30
13 Sächſiſche Rente . .
78,80
4 Württemberger v. 1907 99,90
do. v. 1875
13½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 100,50
1¾ Griechen v. 1887 . . 56,30
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,40
4 do. Goldrente . . . 94,90
4 do. einheitl. Rente 86,75
3 Portug. unif. Serie I 64,10
3 do. unif. Ser. III 67,75
18 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
4 do. v. 1890 . . 94,80
4 do. v. 1905 . . 91,70
4 Ruſſen v. 1880 .
90,20
4 do. v. 1902 .
91,00
4½ do. v. 1905 .
100,50
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 84,40
4 Türk. Admin. v. 1903 83,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,70
4 Ungar. Goldrente . . . 90,20
4 do. Staatsrente. . . 87,80
Zf.
InProz.
5 Argentinier
.101,30
do.
88,20
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,60
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,10
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,70
5 Innere Mexikaner . . . 93,90
3
59,10
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,30
3 Buenos Aires Provinz 70½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 160,30
5 Nordd. Lloyd . . . . . 128,25
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 127,10
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 117,75
8 Baltimore und Ohio . 108,75
6½ Schantungbahn . . . 136,75
6½ Luxemb. Prince Henri 162,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 20,50
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 544,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.259,80
30 Farbwerke Höchſt . . 653,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 355,00
10 Cement Heidelberg . . 151,90
30 Chem. Werke Albert 474,80
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
.348,50
4 Lahmeyer .
.129.00
Inpro.
Letzte
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 162½
12 Siemens & Halske . 239,75
5 Bergmann Electr. . . 138,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 169,90
0 Gummi Peter . . . . 114,10
0 Kunſtſeide Frankfurt 117,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 592,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
6 Wittener Stahlröhren 218,00
8 Steana Romana Petr. 158,50
15 Zellſtoff Waldhof . 243,80
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 210,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien 65,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 193,30
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 237,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
. 178,60
Bergb. . .
.204,00
10 Gelſenkirchener .
8 Harpener . . . . . . . 198½
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 277,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
. 85,00
4 Laurahütte . . . . . . 180,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 218,75
11
7½ South Weſt Africa 142,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,00
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,90
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,25
do.
80,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
4
do.
77.75
Bf.
In Proz.
29/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 54,60
3 Raab=Oedenburg
77,40
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,80
4 Ruſſ. Südweſt. .
88,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 97,20
4
do.
88,40
4 Wladichawchas
88,80
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb.
77,50
do.
88,00
2¼ Livorneſer . . . . . 71,25
3 Salonique=Monaſtir . 64,50
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,20
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 97,00
4 Miſſouri=Pacific. . . . 72,00
4 Northern=Pacific . . . 98,80
4 Southern=Pacific
. 94,50
5 St. Louis und San
Francisco. .
85,50
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 198,75
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
150,20
9½ Berlin. Handelsgef. . 171,40
6½ Darmſtädter Bank . 123,60
12½ Deutſche Bank . . . 257,75
6 Deutſche Vereinsbank . 123,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,60
10 Diskonto=Kommandit 188,90
8½ Dresdener Bank . . 156½
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,25
5.86 Reichsbank . . . .134,20
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 122,00
½ Wiener Bankverein . 135,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 97,80
Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19,21—26 97,10
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
3.
do.
88,60
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
99,40
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2,
80,60
S. 3—5
S. 9—11
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
3½
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,00
do.
3½
89,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
3½ do.
89,30
4 Frankfurt.
100,00
3½ do.
99,90
4 Gießen
98,10
3½ do.
90,00
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
88,00
4 Karlsruhe
98,50
do.
88,00
4 Magdeburg
99,90
do.
4 Mainz
98,50
do.
89,50
4 Mannheim
98,40
3½ do.
88,20
München .
99,50
Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
do.
88,00
4 Offenbach
In Proz.
„ 90,60
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden . 7. . . 4 99,00
3½ do.
89,70
4 Worms .
97,40
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1889 „ —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 171,30
3½ Cöln=Mindner 100 134,30
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 74,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,40
3 Oldenburger . . .
125,10
8½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
.fl. 7
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 205,00
Fs. 15 —
Freiburger.
Fs. 45 —
Mailänder
Fr. 10 —
do.
fl. 7 —
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 520,00
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 365,00
Benediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 176,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,42
20 Franks=Stücke
16,17
Amerikaniſche Noten.
4,18
Engliſche Noten
20,43
Franzdfiſche Noten. .
80,85
Holländiſche Noten. . . . 169,30
Italieniſche Noten . . . . 80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 251. 5½
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
§e 106.
Dienstag, 10. Sehtember.
1912.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf unſere Bekanntmachung vom 22. Mai 1912 (Amtsverkün‟
digungsblatt Nr. 62) bringen wir nachfolgende Bekanntmachung Großh. Miniſteriums
des Innern, die Maß= und Gewichtspolizei und die Durchführung der Nacheichung
betreffend vom 5. Juli 1912 wegen des allgemeinen Intereſſes, das ſie für alle Handel=
und Gewerbetreibende hat, zur öffentlichen Kenntnis.
Wir bemerken dazu folgendes:
Eichpflichtig ſind die Meßgeräte nur in den in §§ 6, 7, 8, 9 der Maß= und
Ge=
wichtsordnung vom 30. Mai 1908 (R. G. Bl. S. 349) bezeichneten Fällen des
Ver=
kehrs, wofür § 13 M. G. O. die gemeinſame Bezeichnung „eichpflichtiger Verkehr”
ein=
führt. Eichpflichtig iſt, ſoweit dabei durch Meſſen und Wägen der Umfang von
Leiſtungen beſtimmt wird:
a) aller öffentliche Verkehr, auch bei den Eiſenbahnen, Poſtanſtalten, Zoll= und
Steuerbehörden und Apotheken;
b) der Handelsverkehr, auch wenn er nicht in offenen Verkaufsſtellen ſtattfindet
(Konſumvereine, Molkereigenoſſenſchaften, Vertrieb landwirtſchaftlicher
Erzeug=
niſſe, Speditionsräume von Großhandelsfirmen, Lagerhäuſer u. ä.);
c) die Ermittelung des Arbeitslohnes in fabrikmäßigen Betrieben unter Benutzung
von Maßen, Gewichten und Wagen. Ob ein fabrikmäßiger Betrieb vorliegt,
iſt eine Frage des Einzelfalls:
d) die Ermittelung des Arbeitslohns mit Förderwagen und Fördergefäßen im
Bergwerksbetriebe, jedoch erſt vom 1. Januar 1913 an (§ 2 der Kaiſerl.
Verord=
nung vom 24. Mai 1911, R. G. Bl. S. 244);
e) der Verkauf weingeiſtiger Flüſſigkeiten nach Stärkegraden;
die entgeltliche Abgabe von Gas aller Art;
g) die Ueberlieferung von Wein, Obſtwein oder Bier in Fäſſern an den Käufer,
mit den in § 9 Abſ. 2 und 3 M. G. O. bezeichneten Ausnahmen. Für
Bier=
fäſſer gilt dieſe Beſtimmung jedoch erſt vom 1. Januar 1913 an (§ 2 der Kaiſerl.
Verordnung vom 24. Mai 1911, R. G. Bl. S. 244).
Schankgefäße ſind im Sinne der M. G. O. nicht eichfähig, alſo auch nicht
eich=
pflichtig. Ihre Inhaltsbezeichnung iſt aber durch Reichsgeſetz vom 20. Juli 1881
(R. G. Bl. S. 249), abgeändert durch Reichsgeſetz vom 24. Juli 1909 (R. G. Bl. S. 891)
vorgeſchrieben. Die Ueberwachung der Schankgefäße iſt ebenfalls Aufgabe der
Polizei=
hehörden.
Darmſtadt, den 6. September 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
(12877
Bekanntmachung,
die Maß= und Gewichtspolizei und die Durchführung der Nacheichung betreffend
vom 5. Juli 1912.
Zum Vollzug der §§ 6 bis 14, 22 und 24 der Maß= und Gewichtsordnung vom
30. Mai 1908 (R.=G.=Bl. S. 349), wird auf Grund des § 1 der dazu erlaſſenen
Aus=
führungsverordnung vom 23. März 1912 (Reg.=Bl. S. 213) folgendes beſtimmt:
I. Vorſchriften für die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte.
§ 1.
Die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte ſind verpflichtet:
1. dieſe Meßgeräte, ſofern ſie noch nicht geeicht ſind, unverzüglich — Bierfäſſer,
ſowie Förderwagen und Fördergefäße im Bergwerksbetriebe längſtens bis
zum 1. Januar 1913 — eichen zu laſſen;
2. dafür zu ſorgen, daß die Meßgeräte, ſolange ſie im eichpflichtigen Verkehr
angewandt oder bereit gehalten werden, innerhalb der Verkehrsfehlergrenzen
richtig ſind und, ſobald ſie dieſe Fehlergrenzen überſchreiten, aus dem
eich=
pflichtigen Verkehr entfernt werden;
3. dieſe Meßgeräte, auch wenn ſie geeicht und richtig ſind, in den durch § 11
der Maß= und Gewichtsordnung beſtimmten Friſten nacheichen zu laſſen,
inſoweit ſie nicht von der Nacheichungspflicht ausgenommen ſind.
§ 2.
Die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte haben dieſe zum Zweck der Neueichung
oder Nacheichung an eine Amtsſtelle der Eichbehörden zu bringen und nach beendigtem
Eichgeſchäft wieder daſelbſt in Empfang zu nehmen. Die Rückſendung der vorgelegten
Meßgeräte durch die Poſt oder Eiſenbahn kann nicht gefordert werden. Geſchieht ſie
troßdem, ſo geht ſie, ebenſo wie die Verpackung der Meßgeräte, auf Koſten und Gefahr
des Beſitzers. Handelt es ſich um Neu eichung, ſo ſteht dem Beſitzer der Mehgeräte
die Wahl unter den ſtänd igen Amtsſtellen frei.
Werden im Nacheichverfahren örtliche Eichtage an beſonderen Amtsſtellen
abgehalten, ſo haben die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte aus der Gemeinde, in der
eine ſolche beſondere Amtsſtelle eröffnet iſt, dieſe Amtsſtelle und deren Eichtage zu
benutzen. Aus den Gemeinden, in denen keine örtlichen Eichtage abgehalten werden,
haben die Beſitzer ihre Meßgeräte zu dem in öffentlicher Bekanntmachung bezeichneten
örtlichen Eichtag einer Nachbargemeinde zu bringen.
Iſt das Verbringen an eine ſtändige oder beſondere Amtsſtelle zum Zweck der
Neueichung oder Nacheichung wegen der Größe der Meßgeräte oder wegen ihrer
Befeſtigung oder Aufſtellung am Gebrauchsort oder aus ähnlichen Gründen nicht
möglich, ſo haben die Beſither die Vornahme des eichamtlichen Geſchäfts außerhalb
der Amtsſtelle durch die Eichbehörde zu veranlaſſen. Handelt es ſich dabei um
Mehz=
geräte, für die in der Gemeinde ein örtlicher Eichtag beſtimmt iſt, ſo haben die Beſitzer
die ihnen obliegenden Vorbereitungen ſo zu treffen, daß die eichamtliche Behandlung
außerhalb der Amtsſtelle in unmittelbarem Anſchluß an den örtlichen Eichtag erfolgen
kann. Nichtbefolgung dieſer Vorſchriſt bewirkt eine Erhöhung der Gebührenzuſchläge
(vgl. Bekanntmachung vom 26. März 1912 die Gebühren im Eichweſen betreffend —
Reg.=Bl. S. 226 — unter B I Ziffer 3 Abſ. 2 und 3).
Aus beſonderen Gründen, z. B. wenn wegen größerer Herſtellungsarbeiten ein
Meßgerät ohnedies an den Sitz eines Eichamts gebracht werden muß oder zu einem
beſtimmten Eichtage nicht fertig geſtellt werden kann, können einzelne Beſitzer ihre
Meßgeräte anſtatt zum örtlichen Eichtag ihrer Gemeinde zum Eichamt ſelbſt oder zum
örtlichen Eichtag einer anderen Gemeinde bringen oder eichamtliche Handlungen
außer=
hald der Amtsſtelle in anderer als der durch Eichtage beſtimmten Reihenfolge
bean=
tragen.
Die Präziſionsmeßgeräte aus Apotheken, ärztlichen Hausapotheken und, ſofern
ein öffentlicher Verkehr in ihnen ſtattfindet, aus Apotheken der Krankenhäuſer und
ähnlichen Anſtalten brauchen im Nacheichungsverfahren nicht an eine Amtsſtelle zur
eichamtlichen Behandlung verbracht zu werden (vgl. § 10 Abſ. 2).
§ 3.
Die Beſitzer haben ihre eichpflichtigen Meßgeräte zur Eichung gehörig hergerichtet
und gereinigt, ſowie mit den erforderlichen und vorſchriſtsmäßigen Stempelſtellen
(Zinntropfen, Eichpfropfen) verſehen vorzulegen. Bei eichamtlichen Geſchäften
außer=
halb der Amtsſtellen haben die Antragſteller dafür zu ſorgen, daß Eichmittel (
Be=
laſtungs=, Prüfungsmaterial) und Arbeitshilfe rechtzeitig zur Verfügung des
Eich=
beamten ſtehen, und daß der Aufſtellungsort leicht und gefahrlos zugängig und ſowohl
räumlich wie in anderer Beziehung ſo beſchaffen iſt, daß er für die ordnungsmäßige
Ausführung der Unterſuchung geeignet erſcheint. Bei Nichterfüllung dieſer
Verpflich=
tungen hat der Antragſteller keinen Anſpruch auf eichamtliche Erledigung.
§ 4.
Die Antragſteller ſind bei Meidung des Mahn= und Beitreibungsverfahrens
verpflichtet, für die Eichung, Prüfung oder Beglaubigung der von ihnen vorgelegten
Meßgeräte die vorgeſchriebenen Gebühren und, wenn die eichamtliche Behandlung
außerhalb der Amtsſtelle erfolgt iſt, auch die vorgeſchriebenen Gebührenzuſchläge und
Nebenkoſten zu zahlen.
§ 5.
Die Beſitzer nacheichpflichtiger Meßgeräte haben die ihnen von den Eichbehörden
ausgeſtellten Elch= und Befundſcheine bei polizeilichen Maß= und Gewichtsreviſionen,
ſowie beim Nacheichtermin vorzuzeigen.
Zu dieſem Zweck, ſowie auch zur Vermeidung von wiederholter Anforderung
eichamtlicher Gebühren ſind die genannten Scheine ſorgfältig bis zur Nacheichung der
darauf bezeichneten Meßgeräte aufzubewahren.
Koſtenrechnungen ohne Einzelbezeichnung der Meßgeräte, ſowie Rückgabeſcheine
brauchen nicht aufbewahrt zu werden.
§ 6.
Es iſt verboten, an geeichten Meßgeräten nachträglich Maße oder Teilungen
oder Nebeneinrichtungen anzubringen, die die ordnungsmäßige Anwendung und
Wirkſamkeit beeinträchtigen können undderen früheres Vorhandenſein die Eichung
unzuläſſig gemacht haben würde.
Solche Meßgeräte werden als ungeeicht betrachtet und behandelt.
I. Vorſchriſten für die Echbehörden.
§ 7
Die Eichbehörden haben innerhalb der geſetzlichen Friſten das Nacheichgeſchäft
auszuführen. Die Nacheichung der Meßgeräte mit zwejjähriger Nacheichfriſt (§ 11.
unter a der Maß= und Gewichtsordnung) an Orten außerhalb des Amtsſitzes hat an
örtlichen Eichtagen zu erfolgen.
Für die Nacheichung von Fäſſern und Herbſtgefäßen, von Präziſionsmeßgeräten
und von feſtfundamentierten Wagen ſind dieſe örtlichen Eichtage nicht beſtimmt.
Ueber die Reihenfolge der örtlichen Eichtage haben die Eichämter jeweils zum
1. Februar Rundreiſepläne an die Eichungs=Inſpektion einzureichen. Dieſe ſetzt im
Einvernehmen mit den zuſtändigen Kreisämtern die Rundreiſen für das bevorſtehende
Rechnungsjahr endgültig feſt.
§ 8.
Bei der Feſtſetzung der Rundreiſen ſind örtliche Eichtage in denjenigen Gemeinden!
mit mindeſtens zwanzig Beſitzern eichpflichtiger Meßgeräte vorzuſehen, die
1. die Aphaltung örtlicher Eichtage beantragen,
2. ein mit der Beſcheinigung der Vollſtändigkeit verſehenes Verzeichnis aller
in ihrer Gemeinde vorhandenen Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte vorlegen,
3. einen geeigneten Raum von hinreichender Größe für die Nacheichung.
koſtenlos bereit ſtellen, nach Bedarf auch beleuchten und heizen und
4. ſich verpflichten, die Eichgebühren auf Grund der ihnen von der
Eich=
behörde zugehenden Belege von den Zahlungspflichtigen ihrer Gemeinde
einzuziehen und auf Anfordern an die ihnen bezeichnete ſtaatliche
Kaſſen=
ſtelle abzuführen.
Solchen Gemeinden, die nicht die Mindeſtzahl von zwanzig Beſitzern
eichpflich=
tiger Meßgeräte aufzuweiſen vermögen, kann unter den gleichen Bedingungen das
zuſtändige Eichamt einen örtlichen Eichtag zuteilen, ſofern der Staatskaſſe dadurch
keine beſonderen Koſten erwachſen und der Rundreiſeplan keine Störung erleidet.
Die Gemeinden, die keinen örtlichen Eichtag erhalten können, ſind auf Antrag
einem örtlichen Eichtag einer benachbarten Gemeinde zuzuteilen, wenn ſie die int
Abſatz 1 Ziffer 2 und 4 enthaltenen Verpflichtungen übernehmen. Andernfalls haben!
die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte nur Anſpruch auf Abfertigung an einer ſtändigen
Amtsſtelle.
§ 9.
Die örtlichen Eichtage ſind in erſter Linie für die Nacheichung beſtimmt, jedoch
mit Einſchluß der vorgeſchriebenen oder geſtatteten Berichtigungen oder Nebenarbeiten.
Auf Antrag ſind auch ſolche Meßgeräte nachzueichen, die nicht dem eichpflichtigen!
Verkehr dienen, ſofern ſie eichfähig und ihrer Art nach nicht von der Nacheichung.
ausgenommen ſind.
Neueichungen können bei örtlichen Eichtagen nur inſoweit vorgenommen werden,
als die verfügbare Zeit und die vorhandene Ausrüſtung es geſtattet.
§ 10.
Die Nacheichung der Wagen für eine größte zuläſſige Laſt von 3000 kg und
darüber, ſowie der feſtfundamentierten Wagen kann auf beſonderen Rundreiſen
erfolgen. Dabei werden jedoch nur ſolche Wagen berückſichtigt, deren Beſitzer ſich
rechtzeitig vorher beim Eichamt angemeldet haben.
Die Nacheichung der Präziſionsmeßgeräte in den Apotheken und ährrichen
Anſtalten (vgl. § 2 Abſ. 5) erfolgt alle zwei Jahre durch einen Beamten der Eichungs=
Inſpektion in den Apotheken ſelbſt.
§ 11.
Um die Weiterbenutzung unrichtiger, nicht mehr berichtigungsfähiger
Meſſing=
gewichte auszuſchließen, ſind die Eichämter ermächtigt, ſolche Gewichte mit Zuſtimmung
des Beſitzers gegen bare Vergütung des Altmetallwerts zu den vom Miniſterim des
Innern beſtimmten Sätzen einzubehalten. Ueber dieſe einbehaltenen Gewichte iſt einel
beſondere Nachweiſung zu führen, die zugleich die Quittung des Beſitzers über den
Geldbetrag enthält.
Nicht berichtigungsfähige, unrichtige Meſſinggewichte der Poſtanſtalten ſind
zu=
rückzubehalten und der Poſt durch Abzug des Altmetallwerts am Betrag der
geſtun=
deten Gebühren zu vergüten.
Unrichtige, nicht berichtigungsfähige Präziſionsmeßgeräte in den Apotheken und
ähnlichen Anſtalten (vgl. § 2 Abſ. 5) ſind in Verwahrung zu nehmen und dem
Mini=
ſterium des Innern, Abteilung für öffentliche Geſundheitspflege, zur Verfügung zu ſtellen.
III. Vorſchriften für die Polizeibehörden.
§ 12.
Die Polizeibehörden haben die Erfüllung der den Beſitzern eichpflichtiger
Meß=
geräte zufolge § 1 obliegenden Verpflichtungen zu überwachen.
Zu dieſem Zweck ſind polizeiliche Reviſionen der im eichpflichtigen Verkehr
angewandten oder bereit gehaltenen Maße, Gewichte und Wagen längſtens in
zwei=
jährigen Friſten, und zwar ieweils im Anſchluß an das Nacheichungsgeſchäft, nach
pflichtmäßigem Ermeſſen der Polizeibehörden auch öfter, vorzunehmen.
Die im Beſitz von Reichs= und Staatsbehörden befindlichen eichpflichtigen
Meß=
geräte unterliegen nicht der polizeilichen Reviſion, wenn die Erfüllung der ſich aus
§ 1 ergebenden Pflichten im Wege der Dienſtaufſicht gewährt iſt.
Die polizeilichen Reviſionen erfolgen anſtatt durch die allgemeinen Polizeibehörden:
1. in den Apotheken und ähnlichen Anſtalten (vgl. § 2 Abſ. 5) durch den
Viſtations=
kommiſſar des Miniſteriums des Innern, Abteilung für öffentliche
Geſundheits=
pflege,
2. in den Bergwerksbetrieben durch die Bergpolizeibehörde.
§ 13.
Die Reviſionen haben ſich in der Regel nur zu erſtrecken:
1. auf das Vorhandenſein eines gültigen, nicht mit dem Entwertungszeichen (8)
durchkreuzten Eichſtempels,
2. auf das Vorhandenſein eines Jahreszeichens, welches die zwei letzten Ziffern
des jeweils laufenden Kalenderjahres oder eines der beiden letztverfloſſenen
Kalenderjahre führt. Wenn es ſich um Wein= und Obſtweinfäſſer oder um
Wagen für eine größte zuläſſige Laſt von 3000 kg und darüber oder um
feſt=
fundamentierte Wagen handelt, iſt auch ein Jahreszeichen aus dem
drittvorher=
gehenden Kalenderjahre noch zuläſſig.
3. auf die Uebereinſtimmung der Zahl und Art der vorhandenen Meßgeräte mit
den Angaben der Eich= und Beſundſcheine von der letzten Nacheichung und
mangels ſolcher Uebereinſtimmung auf die Feſtſtellung, welche Meßgeräte der
Nacheichungspflicht entzogen worden ſind.
§ 14.
Eine weitergehende Prüfung der einzelnen Meßgeräte iſt im allgemeinen nicht
Aufgabe der Polizeibehörden. Beſtehen jedoch im Einzelfalle begründete Zweifel an
der Richtigkeit oder vorſchriftsmäßigen Form oder ſonſtigen Beſchaffenheit eines
Meßgerätes, ſo hat die Polizeibehörde den Beſitzer zur alsbaldigen eichamtlichen
Nachprüfung anzuhalten. Erweiſt ſich hierbei das Meßgerät als verkehrsfähig, ſo
kommen Gebühren nicht in Anſatz.
§ 15.
Entſprechen Meßgeräte, deren eichamtliche Prüfung die Polizeibehörde veranlaßt
hat, in ihrer Richtigkeit oder Stempelung nicht den Vorſchriften der Maße und
Gewichtsordnung oder den zu ihrer Ausführung erlaſſenen eichtechniſchen Vorſchriften,
ſo finden die in § 22 der Maß= und Gewichtsordnung enthaltenen Strafbeſtimmungen
Anwendung. Das gleiche gilt für alle Meßgeräte, die ſchon ohne beſondere
eichamt=
liche Prüfung als ungeſtempelt oder offenbar unrichtig im eichpflichtigen Verkehr
vor=
gefunden werden.
Solche Meßgeräte ſind in Verwahrung zu nehmen und mit Angabe des
Tat=
beſtandes dem zuſtändigen Gericht zu überweiſen.
Unzuläſſige, unrichtige oder ungeeichte Meßgeräte unterliegen dieſer Maßregel
nicht, wenn ſie:
1. nicht im eichpflichtigen Verkehr angewendet oder bereit gehalten werden,
2. von ihrem Beſitzer freiwillig einer Eichbehörde zum Zweck der Eichung oder
Prüfung vorgelegt worden ſind, jedoch mit Ausnahme von Fällen des § 16
Ziffer 1.
Erweiſen ſich Meßgeräte, die im eichpflichtigen Verkehr vorgefunden worden
ſind, zwar als geeicht und richtig, aber nach ihrer Form oder ſonſtigen Beſchaffenheit
als unzuläſſig, ſo ſind ſie nur dann in Verwahrung zu nehmen, wenn den Beſitzer
ein Verſchulden trifft.
§ 16.
Außer den Beamten der ordentlichen Polizeibehörden haben auch die Beamten
der Eichbehörden in Maß= und Gewichtsangelegenheiten die Eigenſchaft von
Polizei=
beamten; ſie ſind daher befugt, die dem eichpflichtigen Verkehr dienenden Räume zu
betreten. Die Eichbeamten ſind insbeſondere:
1. berechtigt und verpflichtet. Meßgeräte, an denen nach ihrer pflichtmäßigen
Feſtſtellung betrügeriſche Veränderungen oder mit denen betrügeriſche
Hand=
lungen vorgenommen worden ſind, in Verwahrung zu nehmen.
Nummer 106.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Dienstag, den 10. September 1912.
2. berechtigt, Meßgeräte, welche in ihrer Beſchaffenheit, Richtigletoder Stempelung
den Vorſchriften nicht mehr entſprechen, durch Vernichtung des Stempelzeichens
als nicht mehr im eichpflichtigen Verlehr zuläſſig zu kennzeichnen.
IV. Schlußbeſtimmungen.
§ 17.
Nachdem durch § 23 der Maß= und Gewichtsordnung § 369 Abſ. 1 Nr. 2 und
Abſ. 2 des Strafgeſetzbuchs außer Geltung geſetzt ſind, ſind gegenſtandslos geworden:
1. Artikel 65 bis 73 des Polizeiſtrafgeſetzes vom 30. Oktober 1855 (Reg.=Bl. S. 449),
inſoweit ſie nicht bereits früher gegenſtandslos geworden ſind:
2. die Bekanntmachung, die Vorſchriften über die Maß= und Gewichtspolizei
betreffend, vom 19. Januar 1872 (Reg.=Bl. S. 24).
Die Anweiſung für die Eichmeiſter des Großherzogtums Heſſen bezüglich ihrer
Mitwirkung bei den polizeilichen Reviſionen der Maße, Gewichte, Wagen und
Schank=
gefäße vom 15. Juli 1881 (Reg.=Bl. S. 111) wird aufgehoben.
§ 18.
Dieſe Bekanntmachung tritt ſofort in Kraft.
Darmſtadt, den 5. Juli 1912.
Großherzogliches Miniſterium des Innern
In Vertretung:
Krämer.
Süffert.
Bekanntmachung.
Im Anſchluß an unſere Bekanntmachung vom 2. Oktober 1908 (
Amtsverkün=
digungsblatt Nr. 239 vom 10. Oktober 1908) bringen wir die nachſtehenden, für
weib=
liche Handwerker genehmigten Ausnahmebeſtimmungen wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis:
1. Während einer bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Uebergangszeit werden
weib=
liche Handwerker zur Geſellen= und Meiſterprüfung auch dann zugelaſſen, wenn ſie
die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung
nicht nachzuweiſen vermögen.
2. Weiblichen Handwerkern, welche beim Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Oktober
1908 ihr Gewerbe bereits 5 Jahre ſelbſtändig ausgeübt haben oder während
einer gleich langen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung tätig geweſen
ſind und am vorgenannten Termin das nach den früheren Beſtimmungen für die
Anleitungsbefugnis erforderliche Alter — 24 Jahre — bereits hatten, iſt auf ihren
Antrag die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu verleihen, auch wenn
ſie eine Lehrzeit nicht nachzuweiſen vermögen. Die weiblichen Handwerker, welche
hiernach um die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen einkommen müſſen,
wollen ihre Geſuche bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Die dazu erforderlichen Antragsformulare ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien
erhältlich.
3. In allen anderen Fällen wollen ſich die weiblichen Handwerker wegen
wei=
terer Auskunft an die Handwerkskammer zu Darmſtadt wenden.
4. Wir machen ferner darauf aufmerkſam, daß der Begriff „ſelbſtändig” bei
den weiblichen Handwerkern ſehr häufig irrtümlich aufgefaßt wird. Insbeſondere
wird von Damenſchneiderinnen vielfach angenommen, daß die Selbſtändigkeit einen
in der eigenen Wohnung ſtattfindenden Geſchäftsbetrieb vorausſetze. Die ſelbſtändige
Ausübung eines Gewerbes (unter eigenem Namen, auf eigene Rechnung und unter
eigener Verantwortlichkeit) iſt jedoch auch bei ſolchen weiblichen Handwerkern gegeben,
die „in der Behauſung der Kundſchaft ſchneidern”.
Darmſtadt, den 5. September 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin, ſie
wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.
(18876
Darmſtadt, den 5. September 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Die bei Verechnung der Lieſerungen für die Arme zu Grunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Auguſt 1912 für
(18907
Hafer 23 Mk., für Heu 8 Mk., für Stroh 5 Mk. pro 100 Kilo betragen.
Bekanntmachung.
Die in Heſſen wohnenden und nach Heſſen zuziehenden Angehörigen anderer
Bundesſtaaten machen wir darauf aufmerkſam, daß ſie nur bei Erwerb der heſſiſchen
Staatsangehörigkeit wahlberechtigt zu den Wahlen des Landtags ſind und daß der
Erwerb der heſſiſchen Staatsangehörigkeit ein Aufgeben einer anderen
Staats=
angehörigkeit nicht bedeutet.
Darmſtadt, den 4. September 1912.
(18908
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 3. September 1912.
(18753si
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 9. und 10. September 1912.
Dauer der
Die Abſperrung
Abſperrung
Truppenteil
Datum
Tag
erſtreckt ſich
von bis
1000
Bis zum Land=
9. Sept. Montag
† Infanterie
1000 V. 400 N.
10. Sept. 1 Dienstag
graben
Bekanntmachung.
Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß das Großh. Proviantamt
Darmſtadt den Ankauf von Hafer aufgenommen hat. Der Ankauf von Roggen,
Heu und Stroh wird fortgeſetzt.
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1912.
(18367ii
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Zum 1. November 1912 werden bei der IV. Matroſen=Artillerie=Abteilung
Cux=
haven noch Dreijährig=Freiwillige angenon men. Mindeſtgrößenmaß: 1,64 Meter,
ferner kräftiger Körperbau.
Geſuche ſind unter Beifügung eines Meldeſcheins an das Kommando der
IV. Matroſen=Artillerie=Abteilung zu Cuxhaven zu richten.
Der Meldeſchein iſt bei dem Unterzeichneten zu beantragen.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
Der Civil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weiſe
zur allgemeinen Kenntnis zn bringen.
(17932ii
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
Der Civil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund, 1 Dobermann. Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort.
(18898
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Vorkehrungen gegen Beſchädigungen der Straßenpaſſanten
bei der Vornahme von Dachdecker=Arbeiten.
Wir haben wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß
Dach=
decker bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem ſie an beiden
Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen
(quer ausgelegte Latten) aufgeſtellt haben, ohne weiteres Ziegel= und
Schieferſtücke auf die Straße herunterwerfen, die nicht ſelten
außer=
halb des Abſperrungsgebietes niederfallen. Mit Rückſicht auf die
hierdurch hervorgerufene erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden
ſehen wir uns veranlaßt, die betreffenden Handwerker darauf
auf=
merkſam zu machen, daß ſie bei Vornahme von Dach= und Haus=
Reparaturen verpflichtet ſind, nicht nur gemäß Art. 295 Pol.=
Straf.=Geſ. Warnungszeichen aufzuſtellen, ſondern mit Rückſicht
auf § 336 Ziff. 8 R.=St.=G.=B. und Art. 292 Pol.=Straf=Geſ. alle
Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen von Ziegel= und
Schieferſtülken zu verhindern. Insbeſondere ſind während der
fraglichen Arbeiten an der unteren Dachkante Brettvorlagen
anzubringen; unter keinen Umſtänden dürfen, auch wenn
War=
nungszeichen ausgeſtellt ſind, Ziegel= oder Schieferſtücke
abſicht=
lich auf die Straße geworfen werden.
Solche Gegenſtände ſind vielmehr in Körben oder dergleichen
zu ſammeln und herunter zu tragen.
Zuwiderhandlungen haben die Beſtrafung auf Grund der
ge=
nannten Geſetzſtellen zur Folge.
Da es immerhin vorkommen kann, daß trotz aller
Vorſichts=
maßregeln Ziegel= und Schieferſtücke auf die Straße fallen, ſo
er=
ſuchen wir das Publikum, die Warnungszeichen gehörig zu
be=
achten.
(18900id
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, die Beachtung obiger
Vorſchriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu
erheben. Paſſanten, welche durch herabfallende Gegenſtände verletzt
oder gefährdet werden ſollten, wollen auf dem zuſtändigen
Polizei=
revier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt ſofort
feſtgeſtellt werden kann.
Darmſtadt, den 7. September 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betreffend: Den Fahrverkehr auf dem Luiſenplatz.
Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Fahrverkehrs in den
Straßen der Stadt weiſen wir darauf hin, daß nach der
Polizeiver=
ordnung vom 20. Februar 1904, betreffend den Verkehr von
Fuhr=
werken in der Haupt= und Reſidenzſtadt, alle Fahrzeuge, alſo
ins=
beſondere Wagen jeder Art, Automobile, Handkarren, Fahrräder uſw.
ſtets die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Nach der
anderen Seite der Fahrbahn darf nur, wenn dort angehalten werden
ſoll, und nicht früher als notwendig, abgebogen werden.
Zuwider=
handlungen können mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis
zu 14 Tagen beſtraft werden.
Mit Rückſicht auf den ſtarken Verkehr auf dem Luiſenplatz
iſt die Schutzmannſchaft angewieſen worden, darauf zu wirken, daß
alle Fahrzeuge, die die Rheinſtraße herauf= oder herunterfahren,
ſtets rechts am Ludwigsdenkmal vorbeifahren und auch hierbei
die rechte Seite der betreffenden Fahrbahn einhalten.
Darmſtadt, den 6. September 1912.
(18862im
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Eine große Waſchbütte billig
zu verkaufen
Dieburgerſtraße 41.
18892)
Dettstelle m. Sprungſedermatr.
D u. Keil bill. zu verk.
Gervinus=
ſtr. 45, 3. St. Anz. vorm. (*5684
Fürſorgeſtelle für Lungenkranke.
Die Sprechſtunden in der
Für=
ſorgeſtelle für Lungenkranke (
Wil=
helminenſtraße 34) finden jetzt
wie=
der Mittwochs von 11—12 Uhr
vormittags und von 1½—3 Uhr
nachmittags ſtatt. (18677si
Darmſtadt, 4. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und
Nach=
ſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.
Grasgeid=Erhebung.
Die Zahlung der rückſtändigen
Beträge für Heugras von der
ſtädtiſchen Pallaswieſe, den
ehe=
maligen Beſſunger und Kaus’ſchen
Wieſen, den Wieſen hinter dem
Friedhof und den Teichwieſen,
ſowie für die Futternutzung von
verſchiedenen ſtädtiſchen
Grund=
ſtücken (aus den Verſteigerungen
Großherzogl. Bürgermeiſterei vom
4. April, 28. Mai und 6. und
7. Juni 1912) hat bei Vermeidung
des Mahn= und
Pfändungsver=
fahrens bis längſtens Ende
Sep=
tember 1912 an den Werktagen,
vormittags von 8 bis 12½ Uhr,
hierher zu erfolgen. (18881a
Darmſtadt, 3. September 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
In unſer Genoſſenſchafts=Regiſter
c wurde heute eingetragen
hin=
ſichtlich der Firma:
Landwirtſchaftliche
Reichs=
genoſſenſchaftsbank,
einge=
tragene Genoſſenſchaft mit
beſchränkter Haftpflicht,
Darmſtadt.
Die Vertretungsbefugnis der
Liquidatoren iſt beendet. Die Firma
iſt erloſchen.
(18910
Darmſtadt, 4. September 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
prohl 60 Pf.,
rei
fel beiAbnahme
von
)Pf. liefert auf
Be=
ſtellung frei Haus
(51a
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. Telephon 91.
5 eiſerne, 1 Dauerbrand=, 3
Kachelöfen bill. zu verkaufen
Saalbauſtr. 78.
(*5730
Städtiſcher Fiſchmarkt.
Die ſtädtiſche Verwaltung will auch in dieſem Jahre unter
Beteiligung des einheimiſchen Zwiſchenhandels einen größeren Markt
billiger Fiſchſorten einrichten.
Intereſſenten werden zu einer Beſprechung auf Mittwoch,
den 11. d. M., nachmittags 4 Uhr, in das Stadthaus,
Rhein=
ſtraße 16/18, Zimmer Nr. 31, eingeladen.
(18906id
Darmſtadt, den 9. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Montag, den 16. September I. Js., nachmittags 3 Uhr,
werden im Stadtkrankenhaus, Grafenſtraße 9, vier Stück zerlegte
Niederdruckdampfkeſſel meiſtbietend gegen bare Zahlung verſteigert.
Der Transport der zerlegten Keſſeln aus dem Heizungskeller iſt
Sache des Steigerers.
(18911
Darmſtadt, den 7. September 1912.
Die Krankenhaus=Direktion:
Dr. Fiſcher.
Lieferung
von Weißzeug, Bettwerks= und Kleiderſtoffen, Wolle uſw. für
das ſtädtiſche Pfründnerhaus und das ſtädtiſche Armenhaus
zu Darmſtadt.
Es ſollen die nachverzeichneten Gegenſtände auf dem
Ver=
dingungswege angeſchafft werden, nämlich:
130 m graues Köperfutter
0.80 m breit
50 „ graues Tuch zu Männerkleidern
1,20 „ „
80 „ Baumwollſtoffzu Sommerhemden für Männer 0,80 „ „
100 „
„ Kinder 0,80 „ „
100 „ blaugeſtreifter Oxfordſtoff zu Männerhemden 0,80 „ „
75 „ Baumwollſtoff zu Frauenkleider
0,90 , „
150 „ blaugeſtreift Leinen zu Bettbezügen
0,80 „ „
50 „ doppelbreites Leinen zu Bettüchern
—,
100 „ graues Leinen zu Strohſäcken
1,20 „ „
50 „ Gebild Leinen zu Handtüchern
0,50 „ „
Gebild Leinen zu Kinderhandtüchern
50
0,50 „ „
50 „ gewöhnliches Handtuchleinen
0,50 „
50 „ graues Leinen zu Küchenhandtüchern
0,90 „
25 „ weißes Leinen zu Wirtſchaftsſchürzen
1,50—1,60 „
50 „ weißer Köper zu Vorhängen .
0,85
30 „ Moltonſtoff zu Unterlagen
0,80 „
175 „ Schocktuch zu Putzlumpen
0,70
½ Dutzend weiße Bettdecken.
6 „ farbige Taſchentücher für Männer.
15 kg graue Wolle zu Strümpfen.
Wir laden Lieferungsluſtige ein, ihre mit bezüglicher Aufſchrift
verſehenen Angebote verſchloſſen am Samstag, den 14. September
ds. Js., vormittags zwiſchen 10 und 11 Uhr, in den im unteren
linken Hausflur des Stadthauſes aufgehängten Kaſten für
Ver=
dingungsangebote einzulegen, Muſterſtücke dagegen bei dem
Ober=
verwalter der ſtädtiſchen Armenanſtalten Frankfurter Straße 35,
ab=
zugeben. Der letztere wird den Intereſſenten jede gewünſchte
Aus=
kunft erteilen, auch Muſter uſw. vorlegen.
(18517mi
Wir bemerken noch, daß die Preiſe lediglich in dem Angebot
und nicht auf den einzureichenden Muſterſtücken anzugeben ſind.
Die Muſterſtücke ſollen mit einem Zeichen verſehen ſein,
wel=
ches auch in dem Angebot enthalten ſein muß. Das Zeichen
darf nicht ſo gewählt werden, daß aus demſelben die anbietende
Firma erkennbar iſt.
Darmſtadt, den 3. September 1912.
Städtiſches Pflegeamt.
Krapp.
Neues=
hochelegantes Coupe
billig zu verkaufen
(*5676id
Hofwagenbau Thomas,
Bleichſtraße 15.
Mand=Flügel
faſt neu, umſtändehalber zu
er=
mäßigtem Preiſe abzugeben. Off.
unt. N 52 an die Exp. (18637a
Nummer 313.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
Seite 13.
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Jamilie Zeerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
16)
Von ihrer Penſion, die Seine Durchlaucht, wie geſagt,
ſehr anſtändig bemeſſen hatte, beſtritt Frau von Leerſen
den Haushalt und gab Karl Auguſt einen monatlichen
beſcheidenen Zuſchuß. Wie entſetzlich es ihr war, dieſes
angſtvolle Rechnen mit jedem Pfennig, das verriet ſie
nie=
mandem Nur ſich vor der Welt nichts merken laſſen, das
war ihr einziger Wunſch, und da man ſich äußerlich, um
wenigſtens einigermaßen den Schein zu wahren, ſo wenig
wie möglich abgehen laſſen durfte, ſo wurde deſto mehr
an den Mahlzeiten und dem täglichen Leben abgeſpart.
Jakob, den alten Diener, und Babette, ihre einſtige
Kam=
merjungfer, die zuletzt nach langjährigen treuen Dienſten
zur Mamſell avanciert war, hatte ſie behalten. Die beiden
Getreuen hingen an ihrer Herrſchaft, und auf ihre
Ver=
ſchwiegenheit durfte ſie bauen. Nach den Erzählungen
dieſer beiden war das Leban im Leerſenſchen Hauſe
durch=
aus „ſtandesgemäß”.
Frau von Leerſen fühlte die ſtumme Ergebenheit der
beiden treuen Seelen, aber ſie ſagte nichts. Nur der Ton
und die Art, mit der ſie von nun an mit den „Domeſtiken”
verhandelte, wurden anders. Sie ſah auf Anmal in ihnen
nicht nur Arbeitsmaſchinen, die zu tun und zu laſſen
hatten, was ſie beſahl, nein, ſie ſprach freundlich und gütig
mit ihnen, denn es war ja ſchließlich ihr Vorteil, wenn
ſie zufrieden waren und in dem verarmten Hauſe blieben.
Mrierier netren
Sie, die trotz ihrer erwachſenen Kinder bisher immer
im Mittelpunkte der Geſellſchaft geſtanden hatte, mußte
nun mit einem Male ſo ganz zurücktreten. Früher hatte
ſich alles im Hauſe Leerſen nur um ſie, ihre Wünſche, ihr
Begehren, ihr Intereſſe gedreht; jetzt räumte ſie, und zwar
mit voller Ueberlegung, Karl Auguſt und Chriſta dieſen
Platz. Sie ſollten und mußten etwas erreichen im Leben!
Sie ſollten nicht demütig und zagend durch den herben
Schlag des Schickſals werden, ſondern ſich trotzig
aufleh=
nen dagegen! Sie ſollten, wie es ihnen zukam, Glanz,
Ehren und Reichtum vom Leben einfordern. Die Zukunft
dieſer beiden Kinder, das war es, worum ſich jetzt alle
ihre Gedanken drehten. Denn Joachim — Joachim war
ſeinen eigenen Weg gegangen! Einen Weg, den ſie nicht
kannte, und an dem ſie nicht teilhaben wollte. Sie war
fertig mit ihm Mit Füßen hatte er ſie getreten, jene
alten Traditionen und Anforderungen, die ſein Name und
ſeine Geburt an ihn ſtellten. All ihre Worte, ihre Bitten,
ihre Drohungen waren vergeblich geweſen.
An einem Maimorgen war er abgereiſt, nach Berlin.
Sie wußte es, als ſich der feingeſchnitſene dunkle Kopf des
Sohnes zum letzten Male abſchiednehmend über ihre Hand
gebeugt — es war zum letzten Male. Nur wenn Du mich
rufſt, werde ich Dein Haus wieder betreten, Mama, ſonſt
nicht. Du haſt mir zu weh getan! Weh getan! Und er?
Ob er denn nicht ahnte, was ſie darunter litt, daß er ſich
ſo von ihr riß! Für einen weichen, weltfremden Träumer
hatte ſie ihn gehalten, und nun ſah ſie, daß er eine eiſerne
Knene einer unbeigſener Mblen deſaſ. Shenr Bile,
an dem der ihrige Schiffbruch gelitten hatte.
Mit ängſtlicher Haſt aber war ſie darauf bedacht, daß
die Welt nichts von dieſem Konflikt erfuhr, vorderhand
wenigſtens nicht. Die Trauer um den Vater verbot jetzt
die Veröffentlichung von Joachims Verlobung mit dieſem
Mädchen aus dem Volke für abſehbare Zeit. Wer weiß!
Er war jung! Vielleicht beſann er ſich draußen in der
Welt doch noch eines anderen, wenn er frei von den
Ein=
flüſſen dieſer Leute lebte. Sollte er aber wirklich Ernſt
machen mit ſeiner Drohung, dieſes Mädchen zu ſeiner Frau
zu erheben, dann, ja dann würde kein vernünftig
Denken=
der etwas darin finden, wenn ſie und ihre Familie dieſe
Tatſache einfach ignorierten.
Nur jetzt mußte alles vermieden werden, was
unlieb=
ſames Aufſehen erregte, jetzt, wo man ſo ſchon im
Brenn=
punkte des öffentlichen Intereſſes ſtand. Nur jetzt mußte
das Anſehen gewahrt werden Joachim iſt ſtudienhalber
für einige Zeit nach Berlin gegangen, damit tat ſie ihren
Bekannten gegenüber den Fall ab. Nicht des geringſte
Gerücht einer Verſtimmung durfte in die Oeffentlichkeit
hindurchſickern. Sie beſtand darauf, daß Karl Auguſt,
ſo=
wie Chriſta dem Bruder das Geleit zum Bahnhof gaben.
Chriſtas Schmerz über die Trennung von Joachim
war tief und aufrichtig. Heiße Tränen floſſen bei ihrem
Abſchied von dem Bruder auf dem Bahnhof. Joachim
ſelbſt war blaß und ergriffen und küßte immer wieder
Chriſtas Geſicht und ihre Lände,
Seite 16.
Nummer 213.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. September 1912.
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¾4 Lg. — Renard=Rennen; 28000 Mark, Diſtanz 1200
Meter: 1. Herrn von Weinbergs Fabella (Fox), 2.
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das (Archibald), 3. Venetia (Oleijnik). Tot. 18:10,
Pl. 11, 12. 15.10. Unpl.: Marcus (4), Seneca, Schlemm
Miriam, Solitär, Salomo, Rottraut. Kampf, Kopf bis
3—2 Lg. — Omnium: 25 000 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn A. von Schmieders Roſella, erkl. (Lane),
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Firſt), 18 (Kalif) :10. Unpl.: Induſtrie Hock, Papyrus,
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Juwel. Scharfer Kampf, ½—3 Lg. Tot. Rennen. —
Stuten=Biennal 1912/13; 13000 Mark, Diſtanz 2000
Me=
ter: 1. Herrn A. von Schmieders Orchidee (Lane),
2. Dryade (Spear) 3. Sabinerin (Oleijnik). Tot. 62:10,
Pl. 14, 16, 12110. Unpl.: Catena (4), Barbelle, Sieglinde,
Well of, Po Patria. Scharfer Kampf. ½—1 Lg.-Hals.
— Verſuchs=Handikap; 3800 Mark. Diſtanz 1200 Meter:
1. Herrn Caßlers Chutbeh (Schläfke), 2. Delila (H.
Teich=
mann), 3. Querula (Weatherdon). Tot. 66:10, Pl. 20,
16, 21:10. — Unpl.: Sühne (4), St. Sabina, Sirene II,
Erle, Grete Henry Clay. Sicher 1½—1 Lg. —
Beruhig=
ungs=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herren
E. und G. Buggenhagens Petarde (H. Teichmann),
2. Vilja (Plüſchke jr.), 3. Venezia (Edler). Tot. 46:10,
Pl. 13, 11., 12:10. Unpl.: Oſtia (4), Homchen, Pekin
Me=
daille Prinz Braun. Leicht ½—¼/ Lg.
Rennen zu Breslau=Süd. Hoffnungs=
Hürden=Rennen; 2600 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Lt.
von Hanſemanns Farneſe (Weishaupt), 2. Haarbürſte
(Schiemann), 3. Samum (Prater). Tot. 13110. Drei
liefen. 15—¾ Lg. — Hohe Eule=Jagd=Rennen; 1700
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn E. von Arnims Blitz
(Laſſe), 2. Mrs. Dot (Streit), 3. Our Bill (Scholz). Tot.
56:10, Pl. 16, 12 16.10. Unpl.: Biene, Reckitts Blue,
Eſperanza, Sous le Qui. 6—4 Lg. — September=Jagd=
Rennen; 2000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Graf
Weſt=
phalens Sodar (Weishaupt), 2. Tory Hill (Wiſchek),
3. Beethoven (Scholz). Tot. 55110, Pl. 18, 14 23110.
Unpl.: Leiceſter Square, Bulawayo, Garnet, Knallgas.
5 Lg.-Weile. — Jagd=Rennen der Dreijährigen; 4000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Graf Stauffenbergs
Cata=
lonier (Streit), 2. Grace (Charvat), 3. Mimik (Adolf).
Tot. 22:10 Pl. 13, 13:10. Unpl.: Carol, Scherz (4). 3 bis
2 Lg. — Verkaufs=Hürden=Rennen; 2500 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Graf Stauffenbergs Chicago (Streit),
2. Tonezi (Schumann) 3. Forſeti (Scholz). Tot. 13:10,
Pl. 10, 12110. Unpl.: Camarilla (4). ½—3 Lg. — Preis
von Zobten, 2300 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn
C. J. Mohrs Moſel (Prater), 2. Mikulas (Schiemann)
3. Aladin (Streit). Tot. 41:10. Drei liefen. 3 Lg. —
Illniſches Jagd=Rennen; 1500 Mark Diſtanz 3200 Meter:
1. Graf Seidlitz=Sandreczkis Haarkünſtler (Gojny), 2. Le
Nil (Schiemann), 3. Chauri (Kuttke). Tot. 116:10, Pl. 56,
27.10. Unpl.: Halley (4), Etty, Mimi II. 3—4 Lg.
Rennen zu Hannover. Weſer=Hürden=
Ren=
nen; 2400 Mark Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn H. Weſtens
Clara (Martin), 2. Eiſenkönig (Th. Baſtian), 3. Mobile
(Gehrke). Tot. 30110, Pl. 13, 13, 23:10. Unpl.:
Garga=
melle, Roſette IV (4), Sternbild, Narva North Eaſt,
Bonny Queen (angeh.), Paradox. Sicher 1—4 Lg.
Harzburg=Rennen; Ehrenpreis und 3800 Mark, Diſtanz
1000 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Courier (
Raſten=
berger) 2. Oceana (Jentzſch), 3. Blumenſegen (
Clemin=
ſon). Tot. 34:10, Pl. 13 12, 12:10. Unpl.: Donnerwetter,
Roſenkavalier, Bora, Domherr, Wanderluſt, Abdul. Meg
Dods (4) Muttchen, Lermoos. Kampf Hals—1 La.
Ehrenpreis=Handikap; Ehrenpreis und 7500 Mark,
Diſtanz 1500 Meter: 1. — Herrn A. Hülſenbuſchs Young
Turk (Evans), 1. — Herrn F. C. Krügers Eccolo (
Raſten=
berger), 3. Senechal (Printen). Tot. 28:10, Pl. 17110.
(Young Turk) Tot. 20:10, Pl. 17110. (Eccolo) Pl. 30110.
Unpl.: Boiling Hot Jack Horner, Labrador Mortimer,
Dandolo. Moslem, Vagabund, Charather, Margarete,
Wunderhold, Ops Chicane, Jrokeſe. Totes Rennen.
1 Lg. — Großes Hannoverſches Jagd=Rennen;
Ehren=
preis 2000 Mark und 18 000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Herrn W. Dodels Avignon (Printen), 2. Triglav (
Bre=
derecke), 3. Clou (Jentzſch). Tot. 34:10, Pl. 21. 128,
125110. Unpl.: Sturmwind III. Lohengrin II, Regina,
Ordnung, Großherzog, Lichtenſtein, Doma, Oberleutnant,
Reveuſe, Bröſen, Priotina Salambo, Goos, Mainau II.
Ueberlegen 3—3 Lg. — Herbſt=Rennen; 3300 Mark,
Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn H. von Oertzens Irany (W.
Winkler), 2. Silvin (Shurgold), 3. Boulanger (Goff).
Tot. 172110, Pl. 37, 21, 28:10. Unpl.: Ruſtie Drakon, Iſa,
Siebenſchläfer, Schmuggler. Nanſen, Abendſtern,
Mär=
chen, Feſtival. Kampf, Kopf—1 Lg. — Verloſungs=Jagd=
Rennen: 3400 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn R.
Burmeiſters Terres (V. Roſak) 2. Niemand (Kühl)
3. Oſterhaſe (Gehrke). Tot. 32110, Pl. 14, 12110. Unpl.:
Jodler. Ueberlegen 6—10 Lg. — Lauvenius=Rennen;
1500 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn Niehaus'
Heckenroſe (Beſ.), 2. Nana (Beſ.), 3. Delphin (Beſ.).
Tot. fehlt.
Der Graditzer Laudon in Wien
ge=
ſchlagen. Für das über 1200 Meter führende Graf
Nikolaus=Eſterhazy=Memorial wurde ein Feld von ſieben
Zweijährigen geſattelt. Laudon führte vom Start ab
und ſah in der Diſtanz wie der ſichere Sieger aus. Jockei
F. Bullock nahm aber die Situation zu leicht, ſo daß der
von Jockei Ferguſon geſteuerte hartgerittene Jaromir
vor den Tribünen an dem Graditzer Hengſt vorbeigehen
konnte. Jaromir hatte ſchon eine Länge Vorſprung
er=
langt, als Laudon unter der Peitſche wieder aufrückte.
Es entſpann ſich ein aufregender Endkampf, in dem
Jaromir den Graditzer um einen kurzen Kopf
nieder=
rang. Drei Längen hinter Laudon folgte Jaromirs
Stallgefährte Opponent (Carslake) als Dritter vor
Enoch. Tot. 42:10, Pl. 47, 25 31:10. Startwetten:
Lau=
don „zwei auf” Jaromir 6:1. Ferner liefen: Clara, Rock
Cryſtal, Blondel. Die Diſtanz wurde in 1 Minute 17,4
Sekunden zurückgelegt.
Erfolg deutſcher Farben in Luzern.
Erſtes Rennen: 1. Bichat (Philippe), 2. Brunhilde. Tot.
48:10. Unpl.: Homere (gef.). — Zweites Rennen: 1. Iim
Cana (Berteaux) 2. Le Greſil, 3. Meunet III. Tot.
54:10, Pl. 15 12:10. Unpl.: Melilla, Montforzal. — Große
Steeple=Chaſe von Luzern; 20000 Fr., Diſtanz 5000
Me=
ter: 1. Herrn H. Junks Coram Populo (Parfrement) 2.
Saint Leonhardt (Spooner), 3. Teuton (Henad): Tot.
22:10, Pl. 21, 61:10. Unpl.: Primat, Onvide, Tipp=Topp.
— Viertes Rennen: 1. Grande Ourſe (Gertner), 2.
An=
tonio IIII, 3. Renee II. Tot. 654:10. Pl. 69, 17, 21:10.
Unpl.: Thuit Hobert, Le Breau, Duc Job, Parleur,
Cha=
lerang. — Fünftes Rennen: 1. Kumamoto (Head) 2.
Lutour, 3. Tubereuſe II. Tot. 17110. Pl. 10, 10, 12:10.
Unpl.: Telamon, Georgia, Alexandrowna, Nelſon,
On=
dine II.
* Radrennen. Berlin. Großer Preis von
Deutſch=
land, 1200 Meter: 1. Hourlier, 2. Pouchois 1 Lg., 3.
Elle=
gaard 1 Lg. zurück, 4. Rütt, Kettendefekt, 5. Arend —
Preis der Ausländer, 1200 Meter: 1. Hourlier, 2.
Elle=
gard ½ Lg., 3. Pouchois 1 Lg. zurück, 4. Vedrine.
Preis der Inländer, 1200 Meter: 1. Rütt, 2. Lorez, 3.
Schürmann, 4. Arend. — Prämienfahren, 4000 Meter:
1. Lorenz, 2. Wegener, 3. Finn, 4. v. Natzmer, — Erſtes
Vorgabefahren: 1. K. Müller (190 Meter), 2. Schürmann
(15 Meter), 3. P. Schulz (215 Meter). — Zweites
Vor=
gabefahren, 2000 Meter: 1. Rütt (Malmann), 2. Finn
(40 Meter), 3. Paſſenheim (190 Meter). — Spree=Preis;
1. Lauf 10 Kilometer: 1. Miquel 8:22,4; 2. Goor, 970
Me=
ter; 3. Demke, 1190 Meter; 4. Pawke, 1320 Meter; 5. Hall,
3280 Meter. 2. Lauf, 20 Kilometer: 1. Miquel 15:05;
2. Demke, 760 Meter; 3. Hall, 1610 Meter; 4. Goor, 2010
Meter; 5. Pawke, 3430 Meter.
Auf der Pariſer Buffalobahn kam am
Sonntag als Hauptnummer ein 100 Kilometer=Fahren
hinter Tandemführung zum Austrag, das von Berthet,
Georget, Garrigou und Egg beſtritten wurde. Berthet
und Egg hatten nach 50 Kilometer die beiden anderen
Teilnehmer überrundet. Egg hatte ſich dabei jedoch völlig
ausgegeben und fiel auf den letzten Platz zurück. Berthet
ſiegte in 2 Stunden 2 Min. 27,4 Sek. vor Georget, der
3 Runden, Garrigou 9, und Egg, 11 Runden
zurückblie=
ben. In einem Dauerrennen über 15 Kilometer debütierte
der Deutſche Appelhans, der das Rennen in 12 Minuten
51,2 Sek. gewann; 2. Le Doc, 1½ Runden zurück; 3.
Sa=
batier, 2 Runden zurück. La Rue hatte aufgegeben. —
Ein Handikap gewann Seigneur vor dem Italiener
Ta=
marini. Der als Malmann geſtartete Amerikaner
Cava=
nagh kam als Letzter ein. Im Tandemfahren ſiegten
Appelhans=Rouſſeau vor Beyl=Morel.
Die Radrennen in Dresden hatten am
Sonn=
tag unter ungünſtiger Witterung zu leiden, ſo daß die
Hauptnummer, der Länderwettkampf Deutſchland=
Frank=
reich, ein vorzeitiges Ende fand. Für dieſe Konkurrenz
ſtarteten deutſcherſeits Stellbrink Saldowund Schipke,
und franzöſiſcherſeits Darragon, Didier, Jacquelin. Von
den Deutſchen fuhr beſonders Saldow ein
ausgezeichne=
tes Rennen. Der Franzoſe Darragon wurde von ſeinem
Schrittmacher ſchlecht geführt und ſein Landsmann Didier
erlitt einen Schwächeanfall. So kam es, daß das
Ren=
nen, das beim 60. Kilometer abgebrochen werden mußte,
an die ſchwarz=weiß=roten Farben fiel. Die drei
deut=
ſchen Fahrer hatten zuſammen 161,950 Kilometer
zurück=
gelegt, während es die Franzoſen nur auf 149 Kilometer
brachten. Im Preis der Franzoſen über 20 Kilometer
ſiegte Didier in 14 Minuten vor Darragon und Jacquelin
und im Preis der Deutſchen über dieſelbe Diſtanz
Stell=
brink in 14 Minuten 35 Sek. vor Saldow und Schipke.
Radrennen in Forſt i. L. Den Robl=
Erinner=
ungspreis über 20 Kilometer gewann Gnilka=Berlin in
14:03,4. Roſenlöcher endete 880 Meter und Nettelbeck 950
Meter zurück. Den Theile=Erinnerungspreis über 20
Kilo=
meter ſah Bäumler in 18111,4 ſiegreich vor A. Schulz, 950
Meter zurück und Weiß, 2140 Meter zurück. Im Stunden=
Rennen ſiegte wiederum Gnilka=Berlin, der 64,750 Meter
zurücklegte. Zweiter wurde Bäumler mit 64,250
Kilo=
meter, Dritter Nettelbeck, mit 64,200 und Vierter
Roſen=
löcher, mit 62,000 Kilometer. Schulze hatte aufgegeben.
DerGau XX (Berlin) des Deutſchen
Rad=
fahrerbundes veranſtaltete am Sonntag auf der
Radrennbahn Zehlendorf gutbeſuchte Rennen, welche
teil=
weiſe durch Regen unterbrochen wurden. Die Reſultate
waren: Eröffnungsfahren: 1. Hanſen (R.=V. Konkordia),
2. Gericke, 3. Korn. Hauptfahren für Geldpreisfahrer:
1. Rehra, 2. Ganzevoort, 3. Börgemann. — Germania=
Jubiläumspreis: 1. Radfahrerverein Konkordia=Berlin,
2. R.=V. Adler=Breslau, 3. R.=V. Saxonia=Leipzig. Der
Preis fiel durch dieſen Sieg endgültig an Konkordia. —
Ausſcheidungs=Rennen: 1. Börgemann, 2. Rottnick, 3.
Poſſin. Tandem=Rennen: 1. Gericke=Hanſen, 2. R.
Mül=
ler=Neugebauer. — 50 Kilometer=Rennen in drei Läufen:
In allen 3 Läufen ſiegte Genz (R.=V. Othello) vor Boldt
und Koch.
sr. Leichtathletik und Fußball. Die öſterreichiſchen
leichtathletiſchen Meiſterſchaften gelangten am Sonntag
in Prag auf dem Platze des Deutſchen Fußballklubs zum
Austrag und brachten den Berlinern große Erfolge. Zur
Entſcheidung gelangten ein Zweihundertmeterlaufen,
Stabhochſprung und ein Stundenrennen. Das
Zweihun=
dertmeterlaufen holte ſich Burkowitz (Charlottenburg) in
24,8 Sekunden vor Pietſch. Rau und Peterſen waren nicht
erſchienen. Im Stabhochſprung ſicherte ſich Franzl=Wien
mit einem Sprung von 3,30 Meter vor Wege (
Charlot=
tenburg), 3,20 Meter, die Meiſterſchaft. Das
Stunden=
laufen um den Bohemia=Wanderpreis ſah den deutſchen
Meiſter Vietz (Charlottenburg) mit 16,625 Kilometer vor
Seyffert (Charlottenburg), 16509 Kilometer, als Sieger.
Wenzel 16,270 Kilometer, Lindemann 15,920 Kilometer.
Der Verteidiger Blankenburg (Berlin) gab auf.
Auswärtige Fußballreſultate. Der
Ber=
liner Fußballklub Viktoria weilte am Sonntag in
Leip=
zig. Die Berliner Mannſchaft ſiegte knapp mit 675 (4:2)
über den Verein für Bewegungsſpiele. Bereits 20
Minu=
ten nach Beginn führten die Leipziger mit 4:1. Nach der
Pauſe zeigten die Berliner ein glänzendes Stürmerſpiel
und ſicherten ſich durch fünf ſchön geſchoſſene Tore den
Sieg. — Der deutſche Fußballklub Prag konnte in
Kopen=
hagen gegen Boldelubben af 93 222 (111) unentſchieden
ſpielen. Die däniſche Mannſchaft zählt zu den allerbeſten
Spielern des Kontinents. Die Prager lieferten ein
eben=
bürtiges Spiel und wurden nach Beendigung des
Kamp=
fes ſtark applaudiert. Die Tore für die Prager Mannſchaft
ſchoſſen die beiden Außenſtürmer Gaſſe, Kaſſo.
* Hockey. Die Berliner Hockey=Spiele
brach=
ten am Sonntag das Treffen Preußen-Berliner
Sport=
klub. Der Berliner Sportklub war trotz Erfatz bis zur
Pauſe glatt überlegen, doch wurden die Seiten mit 1:1
gewechſelt. Nach der Pauſe übernahm zwar der Berliner
Sportklub die Führung, vermochte aber fünf weitere Tore
von Preußen nicht zu verhindern. Somit ſiegte Preußen
mit 7.2.
s. Lawn=Tennis. Das Internationale Lawn=
Tennis=Turnier zu Deauville, an dem ſich
zahlreiche deutſche Spieler beteiligten, gelangte jetzt zum
Abſchluß Die Herren=Meiſterſchaft gewann der Auſtralier
Wilding, der R. Kleinſchroth mit 6—0, 6—0 6—1 ſchlug,
nachdem Kleinſchroth vorher Graf Salm 7—5, 6—3, 6—1
und Laurentz 6—2, 6—3. 6—0 abgefertigt hatte In einem
erſten Stechen hatte Wilding Kleinſchroth 6—0, 6—0, 6—1,
Laurentz 6—0 6—2, 6—2 und Graf Salm 6—2, 6—1 7—5
geſchlagen. In der Herren=Doppelmeiſterſchaft ſiegten
Laurentz=Germont gegen Wilding=Decugis 6—4, 7—5, 6—3.
Die Damen=Meiſterſchaft gewann Frl. Broquedis=Paris
gegen Miß Hillyard 6—3, 6—1.
Gewinnauszug
der
1. Prenßiſch-Füddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
3. Klaſſe 2. Ziehungstag 7. September 1912
Anf iede gezogen Rummer ſind zwet gleich bohe Gewiene
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ihne Gewähr u. St.=A. f. 3)
Gachönuck verdaten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 3000 Mk. 1055 191614.
6 Gewinne zu 1000 Mk. 72526 100155 150716
10 Gewinne zu 500 Mk. 1198 12009 62683 99841
183964
34 Gewinne zu 400 Mk. 3948 5944 12872 26466
45363 49390 49965 65109 66655 68084 77799 80162
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2 Gewinne zu 15000 Mk.§ 124160
2 Gewinne zu 10 000 Mk. § 11946
6 Gewinne zu 3000 Mk. 16116 61161 92525
6 Gewinne zu 1000 Mk. 23816 111154 146120
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109106 134941 152869 162070 191955 192304
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45574 46241 63033 56931 64134 78552 145746 152276
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20414 24612 29023 38843f44743 50623: 53701 5760o
56566 62615 7079s 729og 75267 73667 88812 26697
66043 105224 100041 116416 11910 120360 120262)
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